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Zimmerblattpflanzen
by Udo Dammer
Edition 1 , (November 10, 2007)
*Zimmerblattpflanzen*
Von
*Prof. Udo Dammer*
Kustos des Kgl. Botanischen Gartens zu Dahlem-Berlin
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Mit 48 Abbildungen
Zweite Auflage
[Illustration: Vignette: Rast ich so rost ich]
*Berlin 1908*
INHALT
Vorwort
Vorwort zur zweiten Auflage
Register
1. Kapitel. Allgemeine Lebensbedingungen
2. Kapitel. Die Standorte für Zimmerpflanzen
3. Kapitel. Hilfsmittel für die Kultur
4. Kapitel. Anzucht und Vermehrung
5. Kapitel. Aufzählung der Blattpflanzen
Farne
Selaginellen
Cycadeen
Nadelhölzer
Pandanaceen
Palmen
Araceen
Bromeliaceen
Commelinaceae
Liliaceae
Amaryllidaceae
Musaceae
Marantaceae
Piperaceae
Moraceae
Celastraceae
Begoniaceae
Myrtaceae
Melastomataceae
Araliaceae
Cornaceae
Labiatae
Acanthaceae
Rubiaceae
Caprifoliaceae
Footnotes
VORWORT
Das vorliegende Bändchen soll dem Freunde der Zimmerblattpflanzen kurze
Winke über die Kultur der Blattpflanzen geben. Auf ausführliche
Beschreibungen glaubte Verfasser verzichten zu können, da diese in den
Spezialbändchen der Bibliothek gegeben werden sollen. Hier kam es nur
darauf an, die allgemeinen Lebensbedingungen der Blattpflanzen kurz zu
erörtern, allgemeine Winke für die Kultur der Blattpflanzen zu geben und
eine Auswahl von Blattpflanzen zu treffen, die der Laie auch wirklich im
Zimmer kultivieren kann. Allerdings konnte ich es mir nicht versagen, auch
einige Arten aufzunehmen, die man besser im Glaskasten als frei im Zimmer
hält. Eigene Erfahrung hat mich aber belehrt, daß diese zarten Pflanzen
sich bei sorgsamer Pflege, wozu vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit und
Temperatur des Erdballens gehören, auch längere Zeit frei im Zimmer halten
lassen. Möge der Liebhaber, welcher schon andere Pflanzen längere zeit
kultiviert hat, sich einmal an ihnen versuchen! Die Schönheit dieser
Pflanzen, welche in unseren deutschen Gärtnereien leider fast vollständig
verschwunden sind, lohnt wohl die doch immerhin geringe Mühe, welche sie
bereiten. zu besonderem Danke bin ich der Firma *Haage & Schmidt* in
Erfurt, eine der wenigen Gärtnereien in Deutschland, die noch seltenere
Pflanzen kultiviert, verpflichtet für die Ueberlassung der Abbildungen.
Die in diesem Werkchen besprochenen Pflanzen sind sämtlich in dieser
Gärtnerei vorhanden.
*Groß-Lichterfelde*, im Frühjahr 1899.
* Udo Dammer. *
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VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE
Die freundliche Aufnahme, welche die erste Auflage erfahren hat, hat eine
neue Auflage des vorliegenden Bändchens nötig gemacht. Am Inhalte habe ich
nur wenig zu ändern gehabt: einige neue Arten, welche sich als gut
geeignet für das zimmer bewährt haben, wurden aufgenommen. Wünschenswert
erschien es mir auch, auf einige neuere Hilfsmittel für die Kultur der
Zimmerblattpflanzen hinzuweisen. Möge auch diese neue Auflage dem Anfänger
in der Zimmerblattpflanzenkultur ein brauchbarer Ratgeber sein.
*Dahlem*, im Januar 1908.
* Udo Dammer. *
REGISTER
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Acanthaceae 85
Adiantum Capillus Veneris 30
Adiantum cuneatum 30
Adiantum Farleyense 30
Adiantum pedatum 30
Adiantum reniforme 29
Adiantum tenerum 30
Aechmea 1 55
Agaven 65
Aloe 65
Amaryllidaceae 65
Ananas 55
Anthurium crystallinum 54
Araceae 50
Aralia filicifolia 83
Aralia japonica 82
Aralia papyrifera 82
Aralia Sieboldi 82
Aralia Veitchi 83
Araliaceae 80
Araucaria excelsa 33
Archontophoenix Alexandrae 46
Archontophoenix Cunninghami 46
Areca Baueri 43
Areca sapida 43
Asparagus Sprengeri 63
Aspidistra elatior 64
Asplenum Nidus 25
Aucuba japonica 83
Bärlappe 31
Bananen 66
Baumepheu 82
Begonia argyrostigma 74
Begonia discolor 74
Begonia heracleifolia 74
Begonia maculata 74
Begonia Rex 73
Bcgonia ricinifolia 75
Begonia smaragdina 75
Bcgonia xanthina 73
Begoniaceae 71
Bertolonia guttata 78
Bertolonia maculata 79
Billbergia 55
Blaugummibaum 75
Brahea Roezli 41
Bromeliaceae 54
Caladien 50, 51, 52
Caladium Argyrites 52
Calathea zebrina 68
Caprifoliaceae 90
Celastraceae 70
Chamaedorea desmoncoides 47
Chamaedorea Ernesti Augusti 48
Chamaedorea geonomiformis 48
Chamaedorea glaucifolia 48
Chamaerops 39
Chlorophytum comosum 57
Chlorophytum Sternbergianum 57
Cocos australis 49
Cocos Datil 49, 66
Cocos Weddelliana 49
Coffea arabica 90
Coleus Blumei 84
Coleus laciniatus 84
Coleus Verschaffelti 84
Commelinaceae 56
Cordyline australis 60
Cordyline congesta 60
Cordyline ferrea 62
Cordyline ignea 62
Cordyline indivisa 60
Cordyline terminalis 62
Comaceae 83
Corypha australis 39
Cryptomeria japonica 33
Curculigo recurvata 66
Cyanophyllum magnificum 79
Cycadeen 32
Cycas revoluta 32
Cyrtomium falcatum 25
Dattelpalme 42
Dieffenbachia 54
Dioon edule 32
Dracaena cannaefolia 63
Dracaena fragans 62
Dracaena Goldieana 62
Dracaena marginata 63
Dracaena Rothiana 62
Elephantenohr 26
Epheu 80
Eranthemum igneum 88
Eranthemum rubrovenium 88
Eranthemum sanguinolentum 88
Erythea armata 41
Eucalyptus Globulus 75
Eugenia 77
Evonymus japonica 70
Färberröte 89
Farne 24
Fatsia japonica 82
Fatsia papyrifera 82
Ficus elastica 69
Ficus stipulata 69
Frauenhaar 29
Goldorange 83
Grisebachia 44
Gummibaum 69
Hedera colchica 80
Hedera Helix 80
Hedyscepe Canterburyana 44
Howea Belmoreana 44
Howea Forsteriana 44
Kaffeebaum 90
Kentia Baucri 43
Kentia Canterburyana 44
Kentia Mac Adhuri 43
Kentia sapida 43
Kletterfeige 69
Kornelkirsche 83
Labiatae 84
Labkraut 89
Latania borbonica 39
Latania chinensis 39
Laurus Tinus 90
Liliaceae 56
Livistona altissima 39
Livistona australis 39
Livistona chinensis 39
Livistona Hoogendorpi 39
Livistona oliviformis 39
Livistona rotundifolia 39
Maranta bicolor 68
Maranta Lietzei 68
Marantaceae 67
Melastomataceae 77
Monstera deliciosa 52
Moraceae 69
Musa Cavendishi 66
Musa rosacea 66
Musa zebrina 66
Musaceac 66
Myrtaceae 75
Myrte 75
Myrtus communis 75
Nadelhölzer 33
Nidularium 55
Palmen 36, 57
Palmlilien 58
Pandanaceen 34
Pandanus graminifolius 36
Pandanus nitidus 36
Pandanus utilis 36
Pandanus Veitchi 36
Patschoulipflanze 84
Peperomia argyraca 68
Peperomia ariaefolia 68
Peperomia marmorata 68
Peperomia resedaeflora 68
Pfefferpflanze 68
Philodendron bipinnatifidum 52
Philodendron pertusum 52
Phoenix 42
Piperaceae 68
Pitcairnia 55
Platycerium alcicorne 26
Plectogyne variegata 64
Pogostemon Patschouli 84
Polypodium aureum 25
Pritchardia filifera 39
Pritchardia robusta 39
Pritchardia Sonorae 39
Pteris argyraea 28
Pteris cretica 27
Pteris quadriaurita 28
Pteris serrulata 27
Pteris tricolor 28
Ptychosperma Alexandrae 46
Reispapier 82
Rhapis flabelliformis 41
Rhopalostylis Baueri 43
Rhopalostylis sapida 43
Rubiaceae 89
Ruellia maculata 87
Sanchezia nobilis 87
Schiefblatt 71
Schraubenbäume 34
Seaforthia elegans 46
Seaforthia robusta 43
Selaginclla apus 32
Selaginella denticulata 32
Selaginella erythropus 32
Selaginella Martensii 31
Selaginella uncinata 32
Selaginella Victoria 32
Selaginellen 31
Sonerila Hendersoni 80
Sonerila margaritacea 50
Spargel 63
Spindelbaum 70
Strobilanthes Dyerianus 86
Strobilanthes maculatus 87
Stromanthe sanguinea 68
Tetrapanax papyrifera 82
Trachycarpus 39
Tradescantia floribunda 56
Tradescantia zebrina 56
Venushaar 30
Viburnum Tinus 90
Vogelnest 25
Waldmeister 89
Yucca alocifolia 59
Yucca recurva 59
Zapfenpalmen 32
Zebrina pendula 56
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1. KAPITEL. ALLGEMEINE LEBENSBEDINGUNGEN
Um Blattpflanzen mit Erfolg im Zimmer kultivieren zu können, d. h. sie zur
höchsten Entwickelung zu bringen, ist es nötig, daß man im Auge behält,
daß es die Blätter sind, welche, und zwar nur im Lichte, die Hauptmasse
der festen Pflanzensubstanz, den Kohlenstoff, aus der Luft in Gestalt von
Kohlensäure, aufnehmen und aus dieser den Kohlenstoff abscheiden. Ohne
Licht ist diese Arbeit der Blätter nicht möglich. Sie findet am
intensivsten im Sonnenlichte, weniger stark im zerstreuten Tageslichte
statt und vermindert sich in dem Maße, wie das Licht abnimmt. Im Zimmer
erhält nun jede Pflanze sehr viel weniger Licht als im Freien. Schon in
einer Entfernung von einem Meter vom Fenster hat die Pflanze nur noch ein
Fünftel der Lichtmenge, welche eine Pflanze im Garten erhält. Sie kann
also hier nur ein Fünftel der Arbeit verrichten. Je näher wir die Pflanze
an das Fenster stellen, desto mehr Licht erhält sie, desto besser wird sie
sich entwickeln.
Die Kohlensäure ist in der Luft nur in geringer Menge enthalten. In
10,000 Teilen Luft sind nur etwa 4 Teile Kohlensäure. Außerdem braucht die
Pflanze aber noch aus der Luft Sauerstoff, ein Gas, von welchem in
100 Teilen Luft nur 21 Teile enthalten sind. Um der Pflanze diese beiden
Bestandteile recht reichlich zuführen zu können, müssen wir ihr also recht
viel frische Luft geben.
Die Hauptmasse der frischen Pflanze bildet Wasser. Ohne Wasser kann die
Pflanze nicht leben. Die großen Blattflächen verdunsten beständig Wasser,
um so mehr, je trockener die Luft ist. Zimmerluft ist, besonders im Winter
im geheizten Zimmer, außerordentlich trocken. Die Wasser-Verdunstung der
Pflanze ist dann eine besonders starke. Den durch die Verdunstung
entstehenden Wasserverlust müssen wir durch Begießen ersetzen.
Mit dem Wasser nimmt die Pflanze aus dem Boden Nährstoffe auf, die sie
während der Vegetationsperiode braucht. Während der Ruheperiode braucht
die Pflanze diese Nährstoffe nicht oder nur in sehr beschränktem Maße.
Deshalb müssen wir dafür sorgen, daß die Pflanze während der Ruheperiode
möglichst wenig verdunstet, damit sie nicht gezwungen ist, mit dem Wasser
viel Nährstoffe aufzunehmen. Die Verdunstung wird eingeschränkt durch
feuchte Luft und niedere Temperatur. Wenn wir die Blätter häufig
bespritzen, bildet sich um dieselben eine feuchte, kühle Luft. Außerdem
können wir die Pflanzen dadurch vor zu starker Verdunstung bewahren, daß
wir sie während der Nacht mit einem über einige Stäbe gebreiteten Stück
nasser Leinwand, Gaze oder dergl. bedecken. Während der Vegetationsperiode
müssen wir andererseits für reichliche Verdunstung und reichlichen
Wasserersatz sorgen, damit die Pflanzen mit dem Wasser recht viel
Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Die Wasseraufnahme erfolgt nur durch
Wurzeln und zwar um so stärker, je wärmer die die Wurzeln umgebende Erde
ist. Je kühler der Boden ist, desto geringer ist die Wurzeltätigkeit.
Während der Vegetationsperiode begießen wir die Pflanzen deshalb mit
Wasser, das wärmer ist als die Zimmertemperatur. Zartere kann man nach und
nach an Wasser von 25 bis 30° R [31,25 bis 37,5° C] gewöhnen. Sie befinden
sich dann dabei sehr wohl. Niemals sollte man Wasser zum Begießen
verwenden, das kühler als die Zimmertemperatur ist.
Die Erde im Topfe soll stets eine bestimmte Menge Luft enthalten. Erde,
welche dauernd so naß ist, daß keine Luft darin Platz hat, ist nicht
geeignet für das Wachstum der Pflanzen. Die Wurzeln ersticken in solcher
Erde und verfaulen, die Pflanze geht zu Grunde. Deshalb muß man dafür
sorgen, daß das überschüssige Gießwasser schnell aus dem Topf abfließen
kann. Das Loch im Boden des Topfes darf niemals durch Erde verstopft sein.
Andrerseits darf die Erde nicht zu trocken werden, weil sonst die Pflanzen
nicht genügend Wasser finden, ganz trockene Erde aber häufig nur sehr
schwer wieder Wasser annimmt. Wenn die Pflanzen täglich mit zu wenig
Wasser begossen werden, dann tritt nicht selten der Fall ein, daß die Erde
im Topfe nach und nach von unten her trocken wird, während sie oben feucht
ist. Die Wurzeln vertrocknen dann leicht. Pflanzen, deren Erde zu trocken
geworden ist, stellt man mehrere Stunden bis an den Topfrand in eine
Schüssel Wasser von etwa 30 Grad R [37,5° C]. Um eine gleichmäßige, nicht
zu starke und nicht zu geringe Feuchtigkeit der Erde im Topfe zu erhalten,
begießt man nur dann, wenn die Pflanze Wasser braucht, d. h. wenn die
Blätter anfangen schlaff zu werden; dann aber gießt man so reichlich, bis
das Wasser aus dem Abflußloche herausfließt. Wenn das Wasser sofort nach
dem Begießen abfließt, dann ist das ein Zeichen, daß die Erde an einer
Stelle so trocken ist, daß sie kein Wasser mehr annimmt. Der Topf ist dann
sofort in Wasser zu stellen.
Alle Pflanzen brauchen zu ihrem Gedeihen eine bestimmte Temperatur. Jede
Pflanze hat im Laufe des Jahres eine bestimmte Ruheperiode. Während dieser
Periode kann die Temperatur niedriger sein, als während der Zeit der
Wachstums. Je nach der Heimat der betreffenden Pflanze muß die Temperatur
während der Ruheperiode kälter oder wärmer sein. Pflanzen der Tropen
wollen auch während der Nuheperiode eine Temperatur von 12–15° R.
[15–18°C], sie sind also im geheizten Wohnzimmer zu halten. Pflanzen der
Subtropen und der diesem Klima entsprechenden tropischen Gebirge hält man
am besten bei 6–10° R. [7–12°C], also in ungeheizten, aber mit geheizten
Räumen in Verbindung stehenden Zimmern. Pflanzen der warmen gemäßigten
Zone werden am besten bei 2 biz 4° R. überwintert, also im frostfreien
hellen Keller, auf hellen Korridoren etc. Pflanzen der kalten gemäßigten
Zone müssen im Winter ganz kalt stehen, leichter Frost ist ihnen nicht
schädlich. Nur soll man die in Töpfen stehenden Pflanzen nicht zu strenger
Kälte auösetzen.
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2. KAPITEL. DIE STANDORTE FÜR ZIMMERPFLANZEN
Der beste Platz für die Zimmerpflanzen ist das Fensterbrett eines
vorspringenden Erkers, der von drei Seiten Licht erhält. In einem solchen
Erker können die Pflanzen auch noch ohne Schaden etwas vom Fenster
entfernt stehen. Demnächst ist das Fensterbrett eines gewöhnlichen Zimmers
am vorteilhaftesten. Für härtere Pflanzen, namentlich diejenigen des
Kaplandes und Australiens, ist das Doppelfenster ein guter Platz. Leider
sind die Fensterbretter und die Doppelfenster in unseren modernen Häusern
so schmal, daß Pflanzen daselbst wenig Platz haben. Die Fensterbretter
verbreitert man am einfachsten durch ein Brett, welches man durch zwei
Streben stützt. Um die durch jedes Fenster eindringende kalte Luft von den
Töpfen fern zu halten, legt man auf das Fensterbrett quer einige Stäbe und
auf diese ein der Länge nach rechtwinklig gebogenes Stück Pappe, so, daß
die hochstehende Hälfte dem Fenster zugewendet ist. Die kalte Luft fließt
dann unter der Pappe ab.
Für den Erker sowohl als auch für das Zimmer am Fenster ist sodann der
Blumentritt sehr zu empfehlen. Derselbe soll nicht zu schmale Stufen
haben. Um das lästige Abtropfen beim Begießen zu vermeiden, werden auf die
Stufen am besten flache Zinkkästen gesetzt. Blumentritte lassen sich mit
Blattpflanzen sehr schön bestellen. Sie gewähren auf kleinem Raum einer
großen Anzahl Pflanzen Platz.
Weniger empfehlenswert sind Blumentische. Ganz zu verwerfen sind die
runden Tische, weil auf ihnen die Pflanzen nur teilweise Licht erhalten.
Etwas besser sind lange, schmale Tische, auf denen die Pflanzen nur in
einer, höchstens in zwei Reihen stehen können. Eine schöne Anordnung der
Pflanzen auf solchen Tischen ist jedoch selten möglich. Besser sind da
schon die Blumenständer für einzelne Pflanzen. Die denselben in der Regel
mitgegebenen großen Töpfe aus Porzellan oder Majolika sind aber
unbrauchbar, weil die Luft nicht an die hineingestellten Töpfe kommen
kann.
Für ganz zarte Pflanzen, welche beständig feuchte Luft brauchen, kommt die
Glasglocke und der Glaskasten in Anwendung. Glasglocken sollen keinen
Knopf haben. Da aber größere Dimensionen derselben teuer sind, empfiehlt
sich mehr der Glaskasten. Die einfachste Form desselben besteht aus
5 Scheiben, welche mit Papierstreifen und Eiweiß zusammengeklebt werden.
Mit einem solchen Kasten bedeckt man Pflanzen, deren Töpfe in einem
flachen Holz- oder Blechkasten stehen. Will man etwas mehr anwenden, so
lasse man sich vom Klempner ein einfaches Gestell aus Zinkblech, in das
Glasscheiben eingeschoben werden können, anfertigen. Das Gestell ist mit
einem Blechkasten aus Zinkblech fest verbunden. In einem solchen Kasten
kann man die empfindlichsten Blattpflanzen halten. Er läßt sich auch
leicht heizen, wenn der Boden von Eisenblech ist. Als Heizmaterial
verwendet man am einfachsten Brennöl. Ein Nachtlicht liefert genügend
Wärme.
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3. KAPITEL. HILFSMITTEL FÜR DIE KULTUR
Die den Pflanzen in den Töpfen gebotene Nahrung reicht gewöhnlich nicht
lange aus, um sie zur höchsten Entwickelung zu bringen. Wir behelfen uns
deshalb in der Weise, daß wir die Pflanzen häufiger in größere Töpfe
pflanzen und ihnen bei dieser Gelegenheit frische, nahrhafte Erde geben,
oder in der Weise, daß wir die Pflanzen düngen. Im Zimmer sind für die
Düngung am besten die reinen Pflanzennährsalze geeignet und zwar in
Gestalt von phosphorsaurem Kali und salpetersaurem Kali, welche man zu
gleichen Teilen mischt. Man erhält diese beiden Salze in jeder Apotheke,
sowie bei jedem Drogisten. Von dem Gemisch gibt man *ein halbes* Gramm in
jedes Liter Gießwasser. Da es zu umständlich sein würde, jedesmal diese
Menge abzuwiegen, fertigt man sich eine konzentrierte Vorratslösung an,
von welcher man etwas zum Gießwasser zugießt. Bringt man z. B. in eine
Weinflasche 75 Gramm des Gemisches und füllt die Flasche dann voll Wasser,
so erhält man eine Zehntellösung. Um die richtige Verdünnung zu erhalten,
muß man also jeden Kubikzentimeter mit 199 Kubikzentimeter reinem Wasser
verdünnen. Man mißt zunächst den Inhalt der zum Begießen verwendeten
Gießkanne aus. Soviel Liter Wasser die Kanne enthält, soviel mal fünf
Kubikzentimeter der Vorratslösung muß man dem Gießwasser zusetzen. Da ein
Kaffeelöffel etwa 3 Kubikzentimeter enthält, so kann man auch in jedem
Liter Gießwasser zwei Kaffeelöffel der Vorratslösung zuschütten. Mit
dieser Vorratslösung reicht man eine ganze Weile. Man gießt mit der
Düngerlösung während der Vegetationsperiode anfänglich wöchentlich
zweimal, später täglich und läßt allmählich nach, wenn die Pflanze zur
Ruhe kommt. *Man hüte sich, mehr als die angegebene Menge zu geben, weil
man der Pflanze durch ein Mehr nicht nützt, sondern ihr nur schadet.*
[Illustration: Zerstäuberspritze »Komplett«]
Zu einem guten Gedeihen der Blattpflanzen im Zimmer ist ein häufiges
Überbrausen unbedingt erforderlich. Je feiner das Wasser zerstäubt wird,
desto besser ist es. Man hat im Handel viele Zerstäuber, die aber meist
den Fehler haben, daß sie leicht versagen oder zu grob zerstäuben, was für
das Zimmer nicht vorteilhaft ist. Ich möchte deshalb auf die ganz aus
Metall gearbeitete Zerstäuberspritze »Komplett« des Klempnermeisters
*E. Hildebrandt* in Lankwitz-Berlin hinweisen, welche sich nach meinen
Erfahrungen als absolut zuverlässig bewährt hat. Sie faßt etwa zwei Liter
und zerstäubt sehr fein. Die ersten Anschaffungskosten sind zwar etwas
hoch (17,50 Mk.); aber sie machen sich bald bezahlt, weil die Spritze
nicht nur zum Zerstäuben von reinem Wasser, sondern auch zum Zerstäuben
von Insekticiden vorzüglich zu brauchen ist. Als bestes Insekticid
empfehle ich Thripsolin, das alle an Zimmerpflanzen auftretende Schädlinge
schnell und sicher tötet. Es eignet sich, mit der Komplettspritze
zerstäubt, auch vorzüglich zur Bekämpfung aller tierischen Schädlinge im
Garten.
[Illustration: Heinemann’sche Zimmergießkanne]
Zum Begießen der Pflanzen im Zimmer eignet sich am besten die
Heinemann’sche Zimmergießkanne, welche etwa ein Liter Wasser faßt. Der
Gummischlauch gestattet es, auch bei dicht stehenden Pflanzen jedem Topfe
das nötige Wasser zu geben, ohne auch nur einen Tropfen Wasser daneben zu
gießen. Ich habe die Kanne bereits über ein Jahrzehnt im täglichen
Gebrauch. Zu beziehen ist die Kanne von *F. C. Heinemann* in Erfurt.
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4. KAPITEL. ANZUCHT UND VERMEHRUNG
Die Anzucht der Blattpflanzen aus Samen bereitet in den meisten Fällen
keine besonderen Schwierigkeiten. Sie hat nicht selten den Nachteil, daß
es ziemlich lange dauert, bis man einigermaßen ansehnliche Pflanzen
erlangt. Schneller kommt man im allgemeinen durch vegetative Vermehrung:
Teilung oder Stecklinge zum Ziele. Leider lassen sich aber viele
Blattpflanzen auf letztere Weise nicht vermehren.
Für die Anzucht aus Samen ist möglichst frischer Samen unbedingt
notwendig. Man bestelle deshalb stets nur ganz frischen Samen und warte
lieber mit der Aussaat, bis der Samenhändler frische Saat erhalten hat,
als daß man alten Samen Verwendet. Das Geld für letzteren ist in weitaus
den meisten Fällen fortgeworfen und alle aufgewendete Mühe umsonst. Die
Keimung der Samen wird stets durch etwas erhöhte Temperatur beschleunigt.
Samen von Pflanzen aus den Tropen brauchen sogar meist eine etwas erhöhte
Bodentemperatur, um zu keimen. Will man sich seine Blattpflanzen aus Samen
heranziehen, so ist es deshalb sehr vorteilhaft, wenn man sich einen
kleinen Kasten baut, der heizbar ist. Am einfachsten verwendet man eine
Kiste Von etwa 25 cm Höhe, in welche man ein Stück starkes Schwarzblech
auf vier in den Ecken festgeschraubte Klötze von 8 cm Höhe aufnagelt. Die
Kiste wird mit einer Glasscheibe bedeckt. Auf das Schwarzblech bringt man
Erde, in welche man die Töpfe mit den Samen bis zum Rande einsenkt. Der
Raum zwischen dem Schwarzblech und dem Boden der Kiste, der Heizraum, wird
durch ein an einer Seite ausgesägtes Stück zugänglich gemacht und außerdem
durch eine Anzahl Löcher von etwa 2–3 cm Durchmesser an allen vier Seiten
ventiliert. Zum Heizen verwendet man ein Nachtlicht. Ein kleines
Thermometer im oberen Raume ist zur Beobachtung der Temperatur notwendig.
In einem solchen Wärmkasten kann man die zartesten Pflanzen aus Samen
heranziehen.
Außer Wärme ist zur Keimung der Samen eine recht gleichmäßige, mäßige
Feuchtigkeit notwendig. Die Erde, in der die Samen ruhen, darf *niemals*
trocken werden. Deshalb bedeckt man die Töpfe, wenn sie frei im Zimmer
stehen, mit einer Glasscheibe, wodurch ein zu schnelles Austrocknen der
obersten Schicht vermieden wird. Ferner brauchen die Samen zur Keimung
auch Luft. Aus diesem Grunde wird die Glasscheibe auf dem Topfe jeden Tag
kurze Zeit abgenommen; die Samen aber werden nur so tief in die Erde
gebracht, wie sie dick sind. Noch empfehlenswerter ist es, die Samen *auf*
die Erde zu legen und mit zerriebenem Torfmoos leicht zu bedecken. Sehr
feine Samen, z. B. von Begonien, streut man auf die zuvor mit einem
Brettchen leicht angedrückte, völlig geebnete Erde und drückt sie dann
leicht an. Sporen von Farnen streut man auf ein Stückchen
glattgeschnittenen Moostorf (Insektenkastentorf), dessen Oberfläche man
mit einem Hölzchen etwas gelockert hat und legt dann das Torfstück in ein
mit etwas Wasser gefülltes Gefäß. Das Wasser ist von Zeit zu Zeit zu
erneuern.
Stecklinge lassen sich von Zweigen und Blättern machen. Zweigstecklinge
steckt man am besten in recht sandige Erde oder in Torfmull. Auch
Kokosfaserabfall eignet sich sehr zur Stecklingsvermehrung. Der Steckling
soll stets so geschnitten sein, daß die untere Schnittfläche durch den
Blattknoten geht. Man steckt die Stecklinge möglichst nahe an den Rand des
Topfes, weil sie sich hier erfahrungsgemäß leichter bewurzeln. Es scheint,
als ob die durch die Topfwandung eindringende Luft die Wurzelbildung
befördert; wenigstens deutet der Umstand, daß, wenn man in den Topf einen
kleineren verkehrt stellt und ihn dann mit Erde füllt, Stecklinge an den
Wandungen, sowohl denen des kleineren als auch des größeren leichter
Wurzeln bilden als in der Mitte der Erde, darauf hin. Da die
unterirdischen Stengel, die Rhizome, ebenfalls Zweige sind, so können auch
sie zur Stecklingsvermehrung verwendet werden. Stets sollen die Stecklinge
in einer gleichmäßig feuchten Luft gehalten werden. Kann man etwas
Bodenwärme geben, so ist es um so besser.
Eine ganze Anzahl Pflanzen mit fleischigen oder dickadrigen Blättern
lassen sich verhältnismäßig leicht durch Blattstecklinge vermehren. Es
gehören hierher buntblättrige Begonien, Peperomien, Gesneraceen,
Bryophyllum, Sanseviera etc. Während Blätter normal keine Laubknospen
bilden, besitzen die der genannten Pflanzen die Eigenschaft, unter
bestimmten Verhältnissen Knospen und Wurzeln zu bilden. Diese Verhältnisse
sind: gleichmäßig feuchte Luft und Erde und etwas erhöhte Temperatur. Die
Vermehrung durch Blattstecklinge ist also nur in einem heizbaren Kasten
auszuführen. Die Methoden der Vermehrung sind verschieden. Im einfachsten
Falle steckt man das Blatt, dem man ein Stück des Blattstieles gelassen
hat, in sandige Erde (Peperomien). Begonienblätter legt man entweder auf
feuchten Sand, wobei der Blattstielstumpf in den Sand kommt, durchsticht
die Hauptadern an den Gabelstellen und drückt die Blattfläche durch kleine
/\ gebogene Holzstückchen fest an den Sand an. Oder man schneidet die
Blattfläche bis auf ein kleines Dreieck von etwa 5 cm Länge fort und
steckt dieses Dreieck in den Sand. Außer bei Bryophyllum welches an den
Kanten des Blattrandes Knospen bildet, entwickeln sich nach bald längerer,
bald kürzerer Zeit an den Schnittflächen Knospen, welche, wenn sie
bewurzelt sind, einzeln in kleine Töpfe gepflanzt werden.
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5. KAPITEL. AUFZÄHLUNG DER BLATTPFLANZEN
In der folgenden Aufzählung der Blattpflanzen sind diejenigen, welche auch
in sonnenlosen Zimmern noch gut gedeihen, durch einen Stern (*)
bezeichnet. Diese Pflanzen können auch etwas weiter ab vom Fenster
kultiviert werden. Man hüte sich aber, ihnen einen Platz zu geben, wo sie
von der strahlenden Hitze des Ofen getroffen werden. Pflanzen, welche
einen aufrechten Stamm bilden, sollte man niemals weit vom Fenster
aufstellen, weil sie sich sehr nach dem Lichte ziehen und schief werden.
Etwas hilft gegen das Schieswachsen ein tägliches Drehen der Pflanze um
90°, so daß jede Seite jeden fünften Tag dem Fenster zugewendet ist.
Pflanzen, welche längere Zeit dieselbe Stellung inne hatten und
infolgedessen schief geworden sind, vertragen nicht immer eine Umänderung
der Stellung, sondern werfen die Blätter. Andere Arten dagegen richten
sich auch dann noch nach dem Lichte. Als eine ziemlich allgemein gültige
Regel gilt es, daß Pflanzen, deren Blätter außer grün noch eine andere
Farbe, weiß, gelb, rot, zeigen, viel direktes Sonnenlicht brauchen, damit
die Farben recht intensiv werden. Schattenpflanzen sind dagegen meistens
Farne und Aroideen. Während der heißen Sommermonate müssen die
sonneliebenden Pflanzen während der heißen Mittagsstunden durch ein weißes
Rouleau gegen die direkte Wirkung der Sonnenstrahlen geschützt werden.
Farne
Die Farnkräuter sind fast durchweg Schattenpflanzen, welche im Walde
wachsen, wo sie wenig oder gar nicht direkt von den Sonnenstrahlen
getroffen werden. Daraus ergibt sich ohne weiteres, daß wir sie nicht
direkt in die Sonne stellen dürfen, sondern so ausstellen müssen, daß das
sie treffende Licht durch das Laub davorstehender Pflanzen gedämpft worden
ist. Andrerseits wollen die Farne doch reichlich Licht haben, sie dürfen
also nicht in dunklen Ecken oder weit ab vom Fenster aufgestellt werden.
Ferner verlangen die Farne in den meisten Fällen viel Luftfeuchtigkeit,
deshalb sollen sie täglich wiederholt mit dem Zerstäuber besprengt werden.
Nur die Gold- und Silberfarne sowie die Gleichenien sind gegen direkte
Nässe an den Wedeln sehr empfindlich. Da aber auch diese feuchte Luft zum
guten Gedeihen brauchen, so hält man sie am besten unter Glas und sorgt
für Luftfeuchtigkeit durch ein in dem Kulturraume aufgestelltes mit Wasser
gefülltes flaches Gefäß. Frei im Zimmer stehende Farne werden sich stets
sehr schön entwickeln, wenn man sie des Nachts mit nasser Gaze bedeckt,
die aber die Wedel nicht berühren darf. Die beste Erde für Farne ist eine
Mischung aus 3 Teilen Heideerde und 1 Teil gutverrotteter Lauberde, der
man etwas groben reinen Sand und, wenn möglich, kleine Holzkohlenstückchen
zusetzt. Außerdem muß eine gute Scherbenunterlage für sehr guten
Wasserabfluß gesorgt werden. Die Töpfe für Farne sollen stets mehr breit
als tief sein, weil die Wurzeln sich flach ausbreiten. Aus diesem Grunde
sind Schalen besser als Töpfe. Fehlen Schalen, so vermindert man den Raum.
für die Erde in den Töpfen durch eine hohe Scherbenunterlage. Während der
Wachstumperiode sind Farne für eine schwache flüssige Düngung sehr
dankbar. Frei im Zimmer halten sich die Farne mit derben, lederartigen
Blättern (»Wedeln«) am besten. Zu diesen gehören:
*Cyrtomium falcatum Sw., in Japan, China, am. Himalaya und an den
Nilgherries, auf den Sandwichsinseln, Madagascar und in S.-Afrika
heimisch, mit 30–60 cm langen, 15–22 cm breiten, einfach gefiederten
Wedeln, deren Fiedern 10–15 cm lang, 2½–5 cm breit, eiförmig zugespitzt,
sichelförmig sind.
*Asplenum Nidus L.(1). Das Vogelnest, von den ostafrikanischen Inseln
bis nach Japan, den Gesellschaftsinseln und Neukaledonien heimisch,
ausgezeichnet durch einfache 60–120 cm lange, 7½–20 cm breite,
lanzettliche, zugespitzte, lederartige, dunkelgrüne Wedel, welche so
zusammenstehen, daß sie ein riesiges Nest zu bilden scheinen.
*Polypodium aureum L.(2), ein in Ost-Amerika von der Halbinsel Florida
bis Brasilien heimisches, prächtiges Farnkraut mit kriechendem, dicht mit
rostbraunen Schuppen besetztem Wurzelstock, von dem sich die bei guter
Pflege und genügender Wärme und Luftfeuchtigkeit bis mannshohen, bis einen
halben Meter breiten, im Zimmer aber meist nur einen halben bis einen
Meter hohen und einen viertel Meter breiten Wedel erheben. Die Wedel sind
langgestielt, in eine lange Spitze ausgezogen und seitwärts bis nahe an
den Mittelnerv in bald mehr bald weniger zahlreiche etwas gewellte Lappen
eingeschnitten. Das schönste an diesen Wedeln ist die eigentümliche,
köstlich blaugrüne, beduftete Farbe, von der sich an fruktifizierenden
Wedeln die leuchtend orangegelben Fruchthäufchen äußerst wirkungsvoll
abheben. Während die beiden zuerst genannten Arten im Winter kühl,
möglichst bei 4–6° R. [5–7,5°C], stehen wollen, zieht dieses Farnkraut
einen etwas wärmeren Standort vor.
[Illustration: Platycerium]
Selten in Kultur, aber seiner Eigentümlichkeiten wegen sehr zu empfehlen
ist das ganz harte Elephantenohr, *Platycerium alcicorne Desv., im
gemäßigten Australien, auf den Mascarenen und Seychellen heimisch. In der
Heimat wächst diese Pflanze an Baumstämmen, sie gedeiht bei uns aber auch
im Topfe sehr gut. Ihren Namen hat die Pflanze nach den eigenartigen
Wedeln, welche in Größe, Form und Farbe in der Tat sehr an Elephantenohren
erinnern. Diese Wedel stehen aufrecht und bilden niemals Sporen. Außer
ihnen treten nun noch vollständig anders geformte Wedel auf, welche 60 bis
90 cm lang werden und wiederholt gabelig geteilt sind. Die einzelnen
Lappen hängen wie breite blaugrüne Lederstreifen herab und tragen
bisweilen auf der Rückseite in der Nähe der Spitze ausgebreitete braune
Sporenmassen. Auch dieses Farnkraut will im Winter nicht zu warm stehen.
[Illustration: Pteris serrulata]
Von den dünnblättrigen Farnen sind zunächst einige Pteris-Arten für das
Zimmer sehr zu empfehlen. Sehr verbreitet ist *Pteris cretica L., eine
in der warmen gemäßigten Zone beider Hemisphären heimische Art, welche
15–30 cm lange, zierliche, langgefiederte Wedel bildet. Wie bei vielen
Farnen sind hier die sporentragenden, fertilen Wedel von den
unfruchtbaren, sterilen, abweichend gebildet. Sehr hübsch ist eine aus
Japan stammende weißgestreifte Form albo-lineata(3). Noch zierlicher ist
der ebenfalls ganz harte Pteris serrulata L. fil.(4) in China, Japan und
Natal heimisch, dessen 25–50 cm lange, 15–25 cm breite Wedel in sehr feine
Fiedern zerschlitzt sind und äußerst graziöse Büsche bilden. Beide Arten
wollen im Winter kühl, bei 4 bis 6° R. [5–7,5°C] stehen. Etwas wärmer will
*Pteris quadriaurita Retz, eine in den Tropen heimische Art, stehen. Sie
gedeiht auch im geheizten Wohnzimmer, wenn für feuchte Luft gesorgt wird.
Die gefiederten Wedel erreichen bei der Stammform bis zu 1 m Länge und
30 Cm, ja noch mehr Breite. Schöner sind einige Varietäten, von denen man
eine mit breitem weißen Mittelbande als Pteris argyraea Moore ziemlich
häufig antrifft. Ganz besonders schön und dabei klein bleibend ist die
Varietät Pteris tricolor Linden(5), deren Wedel auf grünem Grunde weiß
und rot gezeichnet sind. Diese Form wird am schönsten im Glaskasten an
einem sonnigen Fenster, wenn man die direkten Sonnenstrahlen durch
Leinewand abhält.
[Illustration: Adiantum cuneatum]
Recht beliebt sind die *Frauenhaar-* oder Adiantum-Arten. Die Wedel
derselben sind entweder ganz einfach, so bei dem etwas selteneren
Adiantum reniforme L., aus Madeira, Teneriffa, Mauritius und Bourbon,
oder einfach gefiedert oder doppelt gefiedert oder wiederholt gabelig
geteilt und dann mit zahlreichen Fiedern an den einzelnen Zweigen besetzt.
Alle Adiantum-Arten sind leicht an den zierlich dünnen Wedelstielen, den
charakteristisch geformten keil- oder rautenförmigen Fiedern, der
auffallend dünnen und dabei doch festen Textur derselben und den am Rande
auf der Unterseite sitzenden etwa halbmondförmigen Fruchthäufchen sehr
leicht zu erkennen. Wegen ihrer dünnen Textur vertragen sie alle keine
trockene Luft und gedeihen am schönsten im hellen Glaskasten. Einige Arten
lassen sich aber bei sorgsamer Pflege auch frei im Zimmer halten, wie
*Adiantum cuneatum(6), *A. Capillus Veneris L.(7), das *Venushaar*,
welches über die ganze Erde verbreitet ist, und *Adiantum pedatum L.,
das *fußförmige Frauenhaar* aus Nordamerika und Südostasien, wenn man sie
im Winter im kühlen Zimmer einziehen läßt und dann nur eben vor dem
Vertrocknen schützt. Die beiden letzten Arten halten übrigens unter
leichter Decke auch im Freien aus.
[Illustration: Adiantum pedatum]
Die schönste Art ist *Adiantum Farleyense Moore, eine Gartenform des
amerikanischen Adiantum tenerum Swartz welche am besten im warmen Zimmer
einzeln unter einer Glasglocke kultiviert wird. Schöne Exemplare erreichen
bei guter Kultur bis einen halben Meter Durchmesser. Die Wedel dieser Art
werden wegen der sehr großen. Fiedern am besten an dünnem steifem Draht
festgebunden. Bemerkenswert ist etz, daß man von dieser Form nur sehr
selten Fruchtwedel erhält. Ein neuerdings eingeführtes, sehr dankbares
Farnkraut ist Nephrolepis bostoniensis (8) mit sehr eleganten, langen
Wedeln. Vergleiche über Farne auch Gartenbaubibliothek Band 8, Mönkemeyer,
die Farne.
Selaginellen
Die Selaginellen, nahe Verwandte der Bärlappe, sind zum größten Teil nur
unter Glas zu kultivieren, weil sie vor allem feuchte Luft brauchen.
[Illustration: Selaginella Martensii]
Eine Ausnahme macht nur *Selaginella Martensii Spring aus Brasilien,
welche auch frei im Zimmer gehalten werden kann, wenn man sie recht häufig
mit dem Zerstäuber benetzt. Alle Selaginellen verlangen eine sehr
humusreiche lockere Erde und nicht zu starke Sonne, da sie in derselben
rot werden. Im Glaskasten können einzelne zur Rasenbildung verwendet
werden, wozu sich besonders schön die amerikanische _*Selaginella apus
Spring_, ferner *Selaginella denticulata Lk. und die prächtige
*Selaginella uncinata Spring aus China mit hechtblauem Schimmer auf den
Blättern, eignen; andere Arten bilden nach Art der schon genannten
Selaginella Martensii Spring schöne zierliche Büsche, wie _*S. Victoria
h. Bull._ von den Inseln des Stillen Ozeans. Noch andere Arten endlich,
wie *S. erythropus Spring aus Brasilien klettern und eignen sich zur
Bekleidung von Felsen. Eine sehr zierliche Art, welche vor einigen Jahren
eingeführt wurde und sich im nicht zu warmen Zimmer ausgezeichnet hält,
ist S. Watsoniana (9), welche sehr dichte Büschchen bildet, deren
Zweigspitzen silberweiß sind. — Die Vermehrung aller Selaginellen gelingt
leicht durch Stecklinge, welche meist schnell wurzeln; jedoch lassen sich
einzelne, wie S. uncinata oft lange Zeit, bis sie zu wachsen beginnen.
Cycadeen
Von den Cycadeen oder Zapfenpalmen eignen sich nur die härteren Arten, wie
Cycas revoluta Thbg. aus Japan und Dioon edule Ldl. aus Mexiko, zur
Kultur im Zimmer ohne Schutz, während im Glaskasten auch die anderen Arten
gut gedeihen, wenn man ihnen gleichmäßige Bodenwärme geben kann. Man
stelle sie hell, aber nicht zu sonnig. Gute, nahrhafte, etwas schwere Erde
sagt ihnen am besten zu. Die Anzucht aus Samen ist nicht schwierig,
namentlich wenn man etwas Bodenwärme geben kann. Cycas revoluta liefert
Sago, Dioon edule Stärkemehl.
[Illustration: Dioon edule]
Nadelhölzer
Unter den Nadelhölzern, welche, so weit sie für die Zimmerkultur in
Betracht kommen, sämtlich im Winter einen kühlen Standort von höchstens
6–8° [7–9,5°C] verlangen, ist in neuerer Zeit besonders _*Araucaria
excelsa R. Br._(10) von den Norfolk-Inseln wegen ihres überaus
regelmäßigen Wuchses sehr beliebt. Man hüte sich, die Pflanze im Winter zu
warm und zu naß zu halten, weil sie sonst leicht die Zweige hängen läßt.
Ihres schönen Baues wegen steht sie am besten einzeln, aber nicht zu weit
vom Fenster ab, weil sie sich sonst leicht schief zieht. Aus diesem Grunde
ist sie häufig zu drehen. Auch die japanische *Cryptomeria japonica Don
ist ihres regelmäßigen Wuchses wegen sehr beliebt. Alle Nadelhölzer wollen
eine humusreiche Haide- oder Torferde mit etwas Lehm und Sand gemischt und
guten Wasserabzug. Vergl. auch Band 28 der Gartenbaubibliothek: Dammer,
Nadelhölzer.
[Illustration: Araucaria excelsa]
Pandanaceen
Wegen ihrer eigenartigen Blattstellung und ihres eleganten Wuchses sind
die *Schraubenbäume* oder Pandanaceen von jeher beliebt. Sie sind
sämtlich in den Tropen der alten Welt heimisch, gedeihen aber teilweise
frei im Zimmer ganz vorzüglich, wenn man ihnen die nötige Pflege zukommen
läßt. Dieselbe besteht in reichlicher Bewässerung des gut durchlässigen
Erdreiches, Umwickeln der unteren Stammpartie mit Moos, das stets feucht
zu halten ist, Begießen mit *warmem* Wasser von etwa 20–25° R. [25–30°C],
Reinhalten der Blätter von Staub und Ungeziefer und Bewahren der Wurzeln
vor starken Temperaturschwankungen. Die Anzucht geschieht aus Samen, den
man etwas warm stellt oder durch Stecklinge, welche bei etwas Bodenwärme
leicht Wurzeln bilden.
[Illustration: Pandanus utilis]
Am härtesten ist *Pandanus utilis Bory von Madagascar und Bourbon, der
auch mitten im Zimmer sehr gut gedeiht, wenn das Zimmer hell ist. Er
gehört zu den edelsten, dekorativsten Pflanzen. Etwas empfindlicher ist
der zierliche Pandanus nitidus Kurz (auch unter dem Namen _*Pandanus
graminifolius_ verbreitet) aus Java, welcher dichte, reich verzweigte
Büsche bildet. Eine prächtige, weiß gestreifte Art ist _Pandanus Veitchi
Lem._ von den Inseln des Stillen Ozeans, welche aber viel Licht braucht
und auch etwas empfindlicher ist.
Palmen
Unter den Palmen ist eine ganze Anzahl zur Kultur im Zimmer geeignet. Ihr
eleganter Wuchs, ihre Widerstandsfähigkeit und ihre verhältnismäßig
leichte Kultur machen sie zu bevorzugten Lieblingen des Pflanzenfreundes.
Von den etwa 1200 bekannten Arten, welche zum größten Teil in den Tropen
Amerikas und Asiens, zum Teil auch in den Tropen und Subtropen der übrigen
Kontinente heimisch sind, vereinzelt auch bis in die warmen gemäßigten
Zonen vordringen, sind ca. 600 Arten in Kultur. Etwa der vierte Teil
dieser letzteren läßt sich frei im Zimmer kultivieren; die übrigen
verlangen Glasbedeckung.
[Illustration: Livistona chinensis]
Alle Palmen wollen im Zimmer reichlich Licht, wenn auch nicht immer
direkte Sonne; im Gegenteil gedeihen nicht wenige an einem sonnenfreien
Platze besser als an einem sonnigen Fenster. Ferner brauchen sämtliche
Palmen während der Vegetation sehr viel Wasser und reichlich Nahrung. Je
nachdem die Wurzeln dick und wenig verzweigt oder dünn und reich verzweigt
sind, gebe man den Palmen eine schwere oder eine leichte lockere
humus-reiche Erde!(11). Palmen aus der gemäßigten Zone und aus den
Subtropen wollen im Winter kühl bei 4–8° R. [5–10°C] stehen.
Wohnzimmertemperatur schwächt diese Arten, sie werden davon dünnblättrig
und kränkeln leicht. Am empfindlichsten sind die Palmen an den Wurzeln.
Wenn irgend möglich, stelle man sie deshalb in einen Doppeltopf und fülle
den Zwischenraum zwischen beiden Töpfen mit einem schlechten Wärmeleiter,
wie Sägespänen, Torfmull etc. aus. Obgleich die Palmen während der
Vegetationsperiode viel Wasser brauchen, darf die Erde doch nicht
schlammig werden. Durch eine reichliche Scherbenunterlage muß also für
guten Wasserabzug gesorgt werden. Palmen mit dicken Wurzeln, welche gern
tief in die Erde eindringen, gibt man vorteilhaft Töpfe, welche noch
einmal so lang wie breit sind. Beim Verpflanzen bringe man die Palmen mit
Ausnahme der Kentia und Sabal-Arten, welche schräg abwärts in den
Boden wachsen, mit der Stammbasis bis auf die Erde. Palmenwurzeln, welche
über der Erde stehen, sind in Moos einzuhüllen, welches beständig feucht
zu halten ist. Die Vermehrung der Palmen erfolgt aus Samen, welche in
Torfmull gleichmäßig feucht und warm zu halten sind. Die Samen liegen
manchmal Monate lang, bis sie keimen, deshalb ist Anzucht aus angekeimten
Samen vorzuziehen. Viele Palmen sind sehr empfindlich gegen frühzeitige
Krümmung der Hauptwurzel. Man stecke die Samen deshalb in recht tiefe
Töpfe. Ausführliche Anleitung zur Anzucht und Pflege der Palmen mit
Aufzählung der meisten in Kultur befindlichen Arten, findet man in meinem
Werke: Palmenzucht und Palmenpflege, Verlag von Trowitzsch und Sohn,
Frankfurt a. O.
[Illustration: Livistona australis]
Je nach der Gestalt der Blätter, welche bei den Palmen wie bei den Farnen
und Cycadeen Wedel genannt werden, unterscheidet man zwischen Fächer- und
Fiederpalmen. In der Jugend ist dieser Unterschied meist nicht ausgeprägt,
die jungen Blätter heißen deshalb Blätter, ausgebildete Wedel, auch
charakterisierte Blätter oder Wedel. Unter den Fächerpalmen ist
*Livistona chinensis R. Br. aus China, die verbreitetste Art. Sie geht
auch unter dem Namen Latania borbonica oder Latania chinensis. Die
großen Fächer sind tief eingeschnitten, stehen auf langen, wehrlosen
Stielen, welche sich frühzeitig ziemlich flach legen, so daß die Pflanze
bald einen großen Umfang erreicht. Schöner ist die mehr aufrecht wachsende
*Livistona rotundifolia Mart. aus Java und Celebes, deren Wedel
kreisförmig sind und in auf aufrechten, bestachelten Blattstielen stehen.
Ähnlich dieser sind *Livistona oliviformis Mart.(12) aus Java,
*Livistona altissima Zoll(13) aus Java und _*Livistona Hoogendorpi
Teism._(14) aus Java, letztere mit besonders großen, breiten Stacheln an
den Blattstielen. Alle sind gut im gewöhnlichen Wohnzimmer zu halten.
*Livistona australis Mart., auch Corypha australis genannt, aus
Australien, ist besonders schön, aber etwas schwieriger in der Kultur.
Fächerpalmen für kühle Uberwinterungsräume sind die Chamaerops und
Trachycarpus-Arten. Sie bilden schnell ansehnliche Pflanzen, die sich
namentlich in reinem Lehm sehr kräftig entwickeln.
[Illustration: Trachycarpus excelsa]
Ebenfalls für kühle Uberwinterungsräume geeignet sind _Pritchardia
robusta_(15), filifera(16) und Sonorae(17), von denen namentlich die
zuletztgenannte Art durch ihre langen, krausen Fäden an den Wedeln,
besonders auffallend ist. Im kühlen hellen Zimmer ist endlich noch die
prächtige blaugrüne Erythea armata Wats.(18), auch Brahea Roezli
genannt, aus Nordmexiko und Californien, zu überwintern. Eine sehr
dankbare Zimmerpalme, die frühzeitig einen dünnen Stamm bildet, ist
*Rhapis flabelliformis l’Hérit.(19) aus China und Japan, deren
Fächerwedel auf langen, dünnen Stielen stehen. Die Fächer sind
unregelmäßig in breite, vorn gezähnte oder gespaltene Stücke handförmig
gespalten. Diese schöne Art wächst auch an weniger hellen Stellen gut. Sie
verzweigt sich frühzeitig von unten und bildet später dichte Büsche.
[Illustration: Pritchardia filifera]
Unter den *Fiederpalmen* nahmen früher die Verwandten der *Dattelpalme*,
die Phönix-Arten den ersten Platz ein. Sie sind sehr zierlich, sehr
dankbar, verlangen meist eine schwere Erde. Um sie in großer
Vollkommenheit zu haben, ist es nötig, sie während des Winters kühl zu
halten. In neuerer Zeit werden sie von anderen Fiederpalmen, welche meist
unter dem Namen Kentia oder Areca gehen, verdrängt.
[Illustration: Pritchardia Sonorae]
Von den echten Kentia-Arten ist Kentia Mac Arthuri hort. Bogor.(20)
die härteste Art, leicht zu erkennen an den vorn gezähnelten Fiedern. Sie
verzweigt sich frühzeitig und wächst nicht sehr schnell. Sie gedeiht
sowohl frei im Wohnzimmer, als auch in etwas kühleren Räumen, will aber
hell stehen. Nahe verwandt mit dieser Art sind die beiden
Rhopalostylis-Arten: Rhopalostylis Baueri Wendl. et Dr., auch als
Areca Baueri Kentia Baueri und Seaforthia robusta im Handel), welche
auf den Norfolk-Inseln heimisch ist, und R. sapida Dr. (auch ale _Kentia
Sapida_ und Areca Sapida im Handel) aus Neu-Seeland, die am weitesten
nach Süden (38° s. Br.) in der alten Welt vordringende Palme, welche in
ihrer Heimat ohne Schaden Frost und Schnee verträgt. Beide Arten sind sehr
schnellwüchsig und ausgezeichnet durch einen braunen schilfrigen Überzug
der Blattstiele. Die Fiedern der ersteren Art sind breiter und stehen mehr
horizontal ab, während diejenigen der zweiten Art mehr aufwärts gerichtet
sind.
[Illustration: Rhapis flabelliformis]
In diese Verwandtschaftsgruppe gehört endlich noch _Hedyscepe
Canterburyana Wendl. et Drude_ (auch als Kentia Canterburyana im Handel)
von der Lord Howe-Insel, eine sehr gedrungen wachsende Palme von
prächtigem Habitus. Zu den Kentien werden ferner häufig die beiden
Howea- oder Grisebachia-Arten, Howea Belmoreana Becc. und _Howea
Forsteriana Becc._ gerechnet, welche beide auf der Lord Howe-Insel zu
Hause sind. Beide sind sehr schnellwüchsig und erreichen schon in wenigen
Jahren sehr bedeutende Dimensionen. Die zierlichere ist H. Forsteriana
welche auch schneller wächst. —
[Illustration: Phoenix reclinata]
Alle unter dem Sammelnamen Kentia vereinigten Palmen wollen eine
lockere, sehr nahrhafte Erde, während der Vegetationsperiode reichlich
Wasser und infolgedessen einen sehr guten Wasserabzug. Im Winter stellt
man sie am besten etwas kühl, doch vertragen sie auch ganz gut die
Temperatur des geheizten Wohnzimmers. Größere Pflanzen stellt man am
besten frei auf Einzelständer.
[Illustration: Rhopalostylis Baueri]
Zwei harte Fiederpalmen, die ebenfalls durch schnellen Wuchs und eleganten
Habitus ausgezeichnet sind, sind Archontophoenix Alexandrae W. et Dr.
und A. Cunninghami W. et Dr.(21), erstere auch unter dem Namen
Ptychosperma Alexandrae, letztere unter dem Namens Seaforthia elegans
im Handel, beide aus Neuseeland. Die letztere Art ist an den
braunpunktierten Wedelstielen und Blattscheiden leicht zu erkennen. Sie
wollen etwas schweren Boden und im Winter nicht zu warm stehen.
[Illustration: Hedyscepe Canterburyana]
Sehr beliebt und mit vollem Rechte sind neuerdings wieder die
Chamaedorea-Arten, weil sie meist sehr widerstandsfähig sind, trockene
Zimmerluft gut vertragen und auch mit einem sonnenlosen Standorte
zufrieden sind. Direktes Sonnenlicht ist ihnen geradezu schädlich. Während
des Winters können sie ebensowohl kühl (6–8° [7–9,5°C]) als auch warm
gehalten werden. Um sie zu voller Schönheit zu bringen und darin zu
erhalten, ist es nötig, daß man ihnen eine sehr nahrhafte lockere humose
Erde und während der Vegetation reichlich Wasser gibt. Sie bilden meist
sehr frühzeitig einen schlanken Stamm, der bei den meisten Arten keine
großen Dimensionen erreicht. Nur Chamaedorea desmoncoides Wendl.(22) aus
Mexiko wird selbst im Zimmer sehr hoch. Sie ist eine echte Palmliane und
ihr dünner Stamm läßt sich deshalb leicht guirlandenartig ziehen.
[Illustration: Chamaedorea elegans]
Alle Chamaedoreen blühen, wenn sie einen Stamm gebildet haben, auch im
Zimmer leicht. Wenn man männliche und weibliche Exemplare hat, so kann man
mit Leichtigkeit auch im Zimmer Früchte erzielen. Die Wedel der
Chamaedoreen sind meist gefiedert; bei einigen Arten, wie _Ch. Ernesti
Augusti Wendl._(23) und Ch. geonomiformis Wendl. teilt sich aber die
Wedelfläche nicht. Von besonderer Schönheit ist die feinfiederige
Ch. glaucifolia Wendl., deren Fiedern truppweise zusammen stehen.
[Illustration: Cocos Weddelliana]
Zum Teil sehr harte, widerstandsfähige Fiederpalmen sind die
Cocos-Arten, von denen verschiedene ausgezeichnet für die Kultur im
Zimmer geeignet sind. Die häufigste Art ist die zierliche _Cocos
Weddelliana Wendl._(24) aus Brasilien, welche schon als ganz junge Pflanze
durch ihre überaus feine Fiederung auffällt. Sie will sehr durchlässigen
Boden haben, weshalb man die Erde vorteilhaft reichlich mit kleinen
Ziegelsteinbrocken mischt. Ihr Stand ist im geheizten Wohnzimmer, hell
aber nicht sonnig. Im Gegensatz zu dieser kleinen Art steht _Cocos
australis Mart._(25) aus Süd-Brasilien und Paraguay, welche ausgezeichnet
blaugrün und sehr hart ist. Ihre Wedel gehören zu den elegantesten des
ganzen Palmenreiches. Im Winter will diese Art durchaus kühler stehen.
Eine ebenfalls sehr empfehlenswerte Art ist Cocos Datil Gr. et Dr.(26)
aus Argentinien, welche als Samenpflanze schnell große Dimensionen
erreicht. Die ersten Wedel sind noch einfach, der Länge nach gefaltet.
Dann folgen aber bald Fiederwedel mit langen schmalen Fiedern. Auch diese
Art will im Winter kühl stehen. Vergleiche auch Band 32 der
Gartenbaubibliothek: Dammer, Palmen.
Araceen
Aus der großen Familie der Araceen, welche hauptsächlich in den Tropen
heimisch ist, sind einige Arten sehr beliebte, weil äußerst
widerstandsfähige Zimmerblattpflanzen. Wem ein heizbarer Glaskasten zur
Verfügung steht, der findet ferner unter den Araceen die am schönsten
gefärbten Blattpflanzen, die Caladien, die an Farbenpracht von keiner
anderen Familie übertroffen werden.
[Illustration: Buntblättrige Caladien]
Alle Araceen wollen zu ihrem guten Gedeihen einen lockeren, nahrhaften
Boden und, da sie flach wurzeln, ziemlich weite Gefäße haben. Bei
reichlicher Ernährung, die nicht leicht zu reichlich sein kann, entwickeln
sie sich außerordentlich schnell und bilden dann zum Teil riesige Blätter.
Ein Gemisch von sandiger Lauberde und Kuhmist fördert sie sehr im
Wachstum. Viele Arten bilden lange Luftwurzeln, welche man am besten in
die Erde leitet, wo sie sich schnell verzweigen und zur Ernährung der
Pflanze beitragen. Besonders wertvoll sind die Araceen dadurch für die
Zimmerkultur, daß sie auch mit einem ziemlich dunklen Standorte vorlieb
nehmen und keine Sonne brauchen. In sonnenlosen Zimmern entwickeln sie
sich fast noch besser als in sonnigen Zimmern. Als Tropenbewohner hält man
sie am besten im geheizten Wohnzimmer, doch vertragen sie auch einen
kühleren Standort.
[Illustration: Caladium Argyrites]
Die verbreitetste Art ist Monstera deliciosa Liebm. aus Guatemala, meist
unter dem Namen Philodendron pertusum verbreitet. Ihre Blätter sind derb
lederartig, in der Jugend einfach, später lappig und an größeren
Exemplaren mit zahlreichen, verschieden großen Löchern versehen. Die
Pflanze ist außerordentlich widerstandsfähig und wächst bei reichlicher
Ernährung riesig. Am besten gibt man ihr einen Platz, von dem sie nicht
wieder entfernt zu werden braucht. Aus der Gattung Philodendron ist
_Philodendron bipinnatifidum __ __ Schott_ aus Brasilien besonders
empfehlenswert. Es bleibt niedriger als die vorige Art, bildet aber noch
größere Blätter, welche doppelt fiederschnittig sind.
[Illustration: Monstera deliciosa]
[Illustration: Philodendron bipinnatifidum]
Empfindlicher sind die Dieffenbachia-Arten, welche durch buntgefärbte
Blätter ausgezeichnet sind. Auch die Anthurium-Arten, unter denen sich
wahre Kleinode befinden, erfordern größere Aufmerksamkeit und zu voller
Entwickelung feuchte Luft. Man hält sie deshalb am besten unter Glas.
Einige Arten der letzteren Gattung sind auch als Blütenpflanzen sehr
wertvoll.
[Illustration: Anthurium crystallinum]
Bromeliaceen
Die Bromeliaceen sind zum größten Teil Epiphyten, welche sich wie unsere
Moose auf Bäumen ansiedeln und hier mit wenig Nahrung sich begnügen. Sie
gedeihen aber eben so gut in Töpfen, in einer recht humusreichen Erde.
Gegen Trockenheit der Luft sind sie meist wenig empfindlich und, deshalb
im Zimmer gut zu halten. Es ist aber nötig, daß man sie hin und wieder
besprengt, damit sich etwas Wasser in den Winkeln der rinnenförmigen
Blätter ansammelt. Obgleich noch wenig in Kultur, sollten sie doch
häufiger gepflegt werden, weil sie in der Mehrzahl der Falle auch dankbare
Blüher sind. Die Vermehrung geschieht leicht aus Samen und durch Teilung.
Empfehlenswert sind die Arten der Gattungen Billbergia, Aechmea,
Nidularium und Pitcairnia. Die echte Ananas, welche ebenfalls hierher
gehört, läßt sich nicht oder nur schwer im Zimmer kultivieren. Man stelle
die Bromeliaceen möglichst hell im geheizten Wohnzimmer auf.
[Illustration: Nidularium]
Commelinaceae
Um einen Blumentisch mit Hängepflanzen zu bekleiden oder an einer Stelle
im Zimmer, wo sonst nichts wächst, eine Ampel mit lebenden Pflanzen
anzubringen, ist keine Pflanze geeigneter, als die in diese Familie
gehörige Tradescantia floribunda Kth.(27), welche von Mexiko bis
Paraguay verbreitet ist. Sie wird hier zwar nicht schöner, aber sie hält
sich doch grün und wächst. Die Blätter werden zwar kleiner und kleiner,
aber schließlich schadet auch das nichts, denn einige Zweigstücke, in
einen anderen Topf mit guter Erde gesteckt, sind in wenigen Tagen wieder
bewurzelt und treiben von neuem. Wirklich schön erhält man diese Pflanze,
wenn man sie reichlich ernährt, reichlich gießt, häufig besprengt und ihr
einen halbschattigen Stand gibt. Schöner, aber nicht vollständig so hart
ist die Zebrina pendula Schnitzlein aus Mexiko, auch _Tradescantia
zebrina_ genannt, welche breite silberweiße, glänzende Längsstreifen auf
den Blättern hat. Am schönsten ist eine Varietät derselben, quadricolor,
rot und reinweiß gestreift, welche ihre schöne Farbe aber nur dann erhält,
wenn man sie ganz dicht am Glase in voller Sonne hält und durch
reichliches Spritzen für feuchte Luft sorgt.
Liliaceae
Nächst den Palmen liefern die Liliaceen die meisten harten
Zimmerblattpflanzen. In erster Linie sind es Dracaenen, Cordylinen und
deren Verwandte, Pflanzen mit mehr oder weniger großem, meist einfachem
Stamme, der eine Blätterkrone trägt. Im Gegensatz zu den echten Palmen
sind diese Blätter aber stets ganz einfach, mehr oder minder bandförmig,
bald breiter, bald schmäler. Der Volksmund nennt diese Pflanzen aber
ebenfalls sehr häufig »Palmen«. Dann liefert uns die Familie der
Liliaceen die härteste Zimmerpflanze, die es überhaupt gibt, welche auch
der Ungeübteste mit Erfolg kultivieren kann, die Aspidistra elatior,
meist untere dem Namen Plectogyne bekannt. In neuerer Zeit sind hierzu
noch eine Anzahl Verwandte unseres Spargel gekommen, welche als Kletter-
und Hängepflanzen von großem Werte sind. Daß uns die Liliaceen auch sehr
viel schöne Blütenpflanzen liefern, ist bekannt. Die Kultur der
Liliaceen ist verschieden. Wir werden bei den einzelnen Arten auf
dieselbe näher eingehen.
Chlorophytum comosum Baker, bekannter unter dem Namen
Chl. Sternbergianum ist eine prächtige Hängepflanze vom Kap der guten
Hoffnung. Ihre langen, scharf zugespitzten, graziös zurückgebogenen
hellgrünen Blätter bilden einen großen Busch, aus dem zahlreiche Ausläufer
hervortreten, welche wieder mit Blattbüscheln besetzt sind. Diese Büschel
treiben zeitig Wurzeln in die Luft und können zur Vermehrung verwendet
werden. Will man die Pflanzen sehr schön haben, so weist man ihnen einen
hellen hohen Stand an, auf welchem sie lange Zeit ungestört stehen bleiben
können. Man gibt ihnen ferner einen großen mit Lehm gefüllten Topf, in dem
sich die dicken fleischigen Wurzeln mächtig entwickeln. Die Ausläufer läßt
man an den Pflanzen. Im Sommer muß reichlich bewässert; werden; im Winter
kann man ganz mit dem Gießen aufhören, wenn man die Pflanzen sehr kühl
stellt; die Blätter sterben dann ab. Im geheizten Wohnzimmer muß man
gießen. Fast noch schöner ist die weißgestreifte Form. Eine besondere
Zierde bilden die großen Blütenstände, die man nach dem Verblühen nicht
abschneidet, da sich auch an ihnen junge Pflanzen entwickeln.
[Illustration: Chlorophytum comosum]
Yucca. Sehr dekorative Pflanzen sind die Palmlilien oder Yucca-Arten
aus Nord- und Mittelamerika. Sie haben nur einen Fehler, man kann sie
durchaus nicht im geheizten Zimmer halten. Gibt man ihnen dagegen im
Winter einen Platz im hellen, kühlen, frostfreien Keller, Korridor etc.,
so sind sie äußerst dankbare Gewächse. Ihre sehr derben blaugrünen,
scharfrandigen, stechend spitzen Blätter bilden dichte schöne Kronen. Man
gibt ihnen eine schwere nahrhafte, lehmhaltige Erde, im Sommer reichlich,
im Winter sehr spärlich Wasser und während der Vegetationszeit einen
möglichst sonnigen Platz, möglichst am Fenster. Die bekannteste Art ist
Yucca recurva Salisb.(28) aus Georgia. Sehr verbreitet ist auch _Yucca
aloeifolia L._(29), aus den Südstaaten von Nordamerika, von der eine
prächtige bunte Varietät, Yucca aloeifolia quadricolor mit gelben und
roten Streifen auf den Blättern, im Handel ist. Die Vermehrung aller
Yucca-Arten gelingt leicht durch Abnehmen der Nebensprosse.
[Illustration: Yucca]
Cordyline. Von den Arten dieser Gattung, welche zum größten Teile in den
wärmeren Gegenden der alten Welt heimisch ist, befinden sich verschiedene
in Kultur, meist unter dem Namen Dracaena. Von der Gattung Dracaena
ist die Gattung Cordyline botanisch dadurch unterschieden, daß die drei
Fächer der Frucht zahlreiche Samen enthalten, während sich in jedem der
drei Fruchtfächer von Dracaena nur ein Same befindet. Da diese Pflanzen
bei uns selten blühen, der Habitus der Arten beider Gattungen aber sehr
ähnlich ist, so würde es schwierig sein, von fruchtlosen Exemplaren zu
sagen, ob sie zu der einen oder anderen Gattung gehören. Glücklicherweise
besitzen wir aber in den unterirdischen Teilen dieser Pflanzen ein leicht
erkennbares Unterscheidungsmerkmal: die Arten von Cordyline haben dünne,
weiße Wurzeln und machen dicke Ausläufer, die Arten von Dracaena haben
dicke gelbe Wurzeln und bilden keine Ausläufer. Den Cordylinen geben wir
wegen ihrer dünneren Wurzel eine humusreichere, lockerere Erde, den
Dracaenen eine schwerere, lehmhaltigere Erde. Im Zimmer lassen sich die
grünen Cordylinen leicht halten, wenn man sie während des Sommers
reichlich begießt und nährt und während des Winters nicht zu warm hält.
Die rotblätterigen Arten sind empfindlicher, sie verlangen meist feuchtere
Luft, müssen deshalb häufig mit warmem Wasser mit einem Zerstäuber
besprengt werden. Im Winter bringt man sie ins geheizte Wohnzimmer. Zu den
ersteren Arten gehörten Cordyline australis Kth. aus Neuholland,
Cordyline indivisa Kunth aus Neuseeland und Cordyline congesta Sweet
aus Java.
[Illustration: Cordyline australis]
Unter den rotblätterigen Arten sind Cordyline terminalis Ldl.(30) aus
China, Cordyline ferrea L.(31) ebendaher und Cordyline ignea hort.
besonders hervorzuheben.
[Illustration: Dracaena Rothiana]
Dracaena. Die Unterschiede von Cordyline wurden bereits oben
angegeben. Die Kultur ist nicht schwierig, nur die buntblättrigen, wie
D. Goldieana h. Bull. aus dem südlichen tropischen Afrika verlangen
feuchte Luft. Eine der beliebtesten Arten ist die breitblättrige _Dracaena
fragrans Gawl._ aus Guinea, die von der Dr. Rothiana(32) von den
Komoren, mit der sie viel Ähnlichkeit hat, noch an Schönheit übertroffen
wird. Man hält beide im geheizten Wohnzimmer, wo sie viel Wasser und
Nahrung, aber nicht direkte Sonne haben wollen. Eine ebenfalls
breitblättrige Art, die aber etwas steif wächst, ist _D. cannaefolia
R. Br._(33) aus dem tropischen Amerika. Bei guter, ausmerksamer Pflege
entwickelt sie sich zu Prachtexemplaren. Sehr zierlich ist _Dr. marginata
Lem._(34) aus Madagaskar, mit schmalen, linealen, rotgeränderten Blättern.
Es scheint hiervon zwei Formen zu geben, von denen die graziösere mit
zurückgeneigten Blättern leider vollständig verschwunden zu sein scheint.
Jetzt sieht man nur noch die Form mit horizontal abstehenden breiteren
Blättern.
[Illustration: Asparagus Sprengeri]
Asparagus. Von den Spargelarten eignet sich Asparagus Sprengeri ganz
besonders zur Kultur als Ampelpflanze im Zimmer. Gibt man ihm eine große
flache Schale und nahrhafte schwere Erde, so entwickelt er sich in
verhältnismäßig kurzer Zeit zu sehr stattlichen Exemplaren. Im Winter hält
man ihn etwas kühler und trockener.
[Illustration: Aspidistra elatior]
Aspidistra. Die japanische Aspidistra elatior Bl., auch _Plectogyne
variegata_ genannt, gehört zu den härtesten Zimmerpflanzen, die es
überhaupt gibt. Sie ist sehr anspruchlos, gedeiht selbst noch an ziemlich
dunklen Stellen und verträgt es auch, wenn sie einmal trocken wird. Sie
wächst ebensowohl im geheizten Wohnzimmer, wie im kühlen frostfreien
Treppenhause. Will man sie schön haben, so gebe man ihr recht nahrhafte
Erde und reichlich Wasser und halte die Blätter frei von Staub und
Ungeziefer. Dann bildet sie große Büsche sattgrüner Blätter. Sehr hübsch
ist auch eine weißgestreifte Form, die aber im warmen Zimmer gehalten
werden muß.
[Illustration: Curculigo recurvata]
Amaryllidaceae
Von den Liliaceen sind die Amaryllidaceen durch den unterständigen
Fruchtknoten unterschieden, im übrigen aber zeigen sie soviel Ähnlichkeit
mit den Liliaceen, daß es nicht ganz leicht ist, von blütenlosen
Exemplaren anzugeben, zu welcher von beiden Familien sie gehören. Wie die
Liliaceen liefern uns auch die Amaryllidaceen hauptsächlich
Blütenpflanzen. Sodann gehören hierher eine Anzahl Succulenten- wie
Agaven, entsprechend den Aloë-Arten der Liliaceen. Als Blattpflanze
kommt nur Curculigo recurvata Dryander(35)aus dem tropischen Südostasien
und Nordaustralien in Betracht, welche mit ihren großen, längs gefalteten
Blättern sehr an gewisse Palmen im Jugendzustande, z. B. an Cocos Datil
erinnert. In einer leichten, lockeren, jedoch nahrhaften Erde entwickelt
sie sich bei reichlicher Bewässerung sehr schnell, verträgt aber nicht
viel Sonne. Im Winter kann man sie an irgend eine Stelle im geheizten
Wohnzimmer stellen. Die Vermehrung gelingt leicht durch Seitensprosse,
welche sich an älteren Exemplaren reichlich bilden.
Musaceae
Von den Bananen und ihren Verwandten kann man einzelne Arten im geheizten
Wohnzimmer leicht halten, so lange sie noch jung sind. Ältere Pflanzen mit
riesigen Blättern werden für Wohnräume meist zu hoch. Alles sind echte
Tropenbewohner, die im geheizten Wohnzimmer gehalten werden müssen, wo man
ihnen einen hellen Standort gibt. Die Gefäße, in denen man sie kultiviert,
sollen mehr breit als tief sein und eine recht nahrhafte Erde enthalten;
für guten Wasserabzug ist unbedingt zu sorgen. Die Anzucht geschieht aus
Samen oder durch Seitensprosse. Von den echten Bananen sind im Zimmer zu
halten: Musa Cavendishi Hook.(36) aus China, welche nur 1½ m hoch wird
und sehr wohlschmeckende Früchte liefert, Musa zebrina van Houtte(37)
mit braungefleckten Blättern und Musa rosacea Jacq. aus Ostindien mit
verhältnismäßig langen, schmalen Blättern auf zierlichem Stamme.
[Illustration: Musa rosacea]
Marantaceae
Neben den Caladien (s. S. 50) liefern uns die Marantaceen die
schönstgefärbten und gezeichneten Blattpflanzen. Sie sind fast
ausschließlich Tropenbewohner und hauptsächlich Amerikas, wachsen an
feuchten Standorten und sind deshalb zum größten Teile nur schwer frei im
Zimmer zu halten. Kann man ihnen jedoch einen Platz im Glaskasten geben,
so entwickeln sie sich ganz ausgezeichnet. Der Kasten steht am besten an
einem recht sonnigen Fenster, wird aber durch dünne Leinwand gegen direkte
Besonnung geschützt. Kann man den Kasten heizen und auf 18–20° R.
[21,5–24°C] gleichmäßig halten, so ist es um so besser. Als Erde gibt man
eine recht humusreiche lockere Erde, der man reichlich groben, gewaschenen
Sand zusetzt. Ein wiederholter Dungguß tut gute Dienste. Frei im Zimmer
halten sich nur Maranta bicolor Ker.(38) aus Brasilien mit rundlichen,
graugrünen, dunkelgefleckten, unterseits purpurvioletten Blättern,
Stromanthe Sanguinea Sond.(39) aus dem tropischen Amerika mit
länglichen, oben glänzend dunkelgrünen, unterseits blutroten Blättern,
Calathea zebrina Lindl. aus Brasilien mit fast 1 m langen, oberseits
hellgrün und dunkelgrün gestreiften, unterseits rötlichgrünen Blättern und
Maranta Lietzei Morren aus Brasilien mit kleineren, der vorigen Art
ähnlichen Blättern.
Piperaceae
Von den Pfefferpflanzen sind zwei reizende Peperomia-Arten frei im
geheizten Zimmer leicht zu halten, wenn man ihnen einen warmen halbdunklen
Standort anweist und ihnen eine sandige Lauberde gibt. Hier entwickeln sie
ihre dickfleischigen, gestielten, eiförmigen, sehr schön gezeichneten
Blätter sehr schnell. Im Glaskasten können auch andere Peperomia-Arten
und die echte Pfefferpflanze, ein Schlinggewächs, leicht kultiviert
werden. Die beiden Peperomia-Arten für das Zimmer sind: _P. marmorata
Hook._ aus Südbrasilien und P. ariaefolia Miq. var. argyraea, auch als
P. argyraea(40) im Handel. Die Vermehrung gelingt leicht durch
Blattstecklinge unter Glas. Für Glaskästen sei besonders die reizende
Peperomia resedaeflora(41), welche dankbar blüht, empfohlen.
[Illustration: Peperomia marmorata]
Moraceae
Aus der Verwandtschaft des Maulbeerbaumes und des Feigenbaumes liefert uns
die Gattung Ficus zwei dankbare, sehr beliebte und verbreitete
Zimmerpflanzen, den Gummibaum, Ficus elastica Roxb. aus Ostindien und
die *Kletterfeige*, Ficus stipulata Thbg.(42), eine reizende
Hängepflanze. Der Gummibaum ist zu bekannt, als daß er beschrieben zu
werden brauchte. Er will eine sehr nahrhafte, humusreiche Erde und wahrend
der Vegetation sehr reichlich Wasser haben. Sowie er kleinere Blätter
bildet, muß er sofort, mit möglichster Schonung des Wurzelballens,
verpflanzt werden. Die Blätter sind recht häufig mit warmem Wasser
abzuwaschen und zu besprengen. Die Kletterfeige will dieselbe Erde. Sie
hat kleine, eiförmige sitzende Blättchen von der Größe eines
Zweipfennigstückes, welche an sehr dünnen Zweigen sitzen. Häufiges
Besprengen ist auch hier gut.
[Illustration: Ficus stipulata]
Celastraceae
Aus dieser Familie ist der japanische Spindelbaum, _Evonymus japonica
Thunb._(43), in verschiedenen Formen mit grünen, weiß- oder
gelbgestreiften Blättern, eine der härtesten Blattpflanzen, welche aber
während der Wintermonate durchaus kühl, aber frostfrei, gehalten werden
muß. Im übrigen lassen sich diese Pflanzen so ziemlich alles gefallen.
Ihres dicht buschigen Wuchses wegen kann man sie vielfach verwenden. Gibt
man ihnen eine recht nahrhafte Erde und reichlich Wasser während des
Sommers, so entwickeln sie ihre ovalen, lederartigen, glänzenden Blätter
sehr schön.
Begoniaceae
Die *Schiefblätter* oder Begonien gehören mit Recht zu den beliebtesten
Zimmerblattpflanzen. Ihr großer Formenreichtum, ihre Mannigfaltigkeit in
der Blattfärbung und ihre verhältnismäßig leichte Kultur und Vermehrung
machen sie so recht dazu geeignet, Modepflanzen zu werden. Sammlungen von
Begonien sind verhältnismäßig selten und doch sind gerade die Begonien
recht wohl im stande, auch in einer größeren Sammlung das Interesse des
Pflanzenfreundes wachzuhalten. Ein ganz besonderer Vorteil der Begonien
ist es, daß sie keine Sonne brauchen, daß sie im sonnenfreien hellen
Zimmer gut gedeihen. Gibt man ihnen hier einen Platz auf einem
treppenartigen Aufbaue und spritzt man sie häufiger, so entwickeln sie
sich in lockerer, humusreicher, sandiger Erde bei häufiger Anwendung eines
Dunggusses vorzüglich. Nur Kälte können sie nicht vertragen. Das Zimmer,
in dem sie im Winter gehalten werden, soll geheizt sein. Die Vermehrung
geschieht durch Aussaat, durch Stecklinge, Blattstecklinge und
Luftknollen. Der staubfeine Same wird am besten vor der Aussaat mit einem
größeren Quantum feinen Sandes recht gleichmäßig gemischt, damit die Samen
nicht zu dicht liegen und auf gut geglättete, lockere Erde im Februar
ausgesät, darauf mit einem Brettchen festgedrückt und leicht mit einem
Zerstäuber überbraust. Damit die Erde oben nicht austrocknet, bedeckt man
den Topf mit einer Glasscheibe. Die sehr kleinen Sämlinge werden möglichst
bald auf 1 cm Entfernung in lockere Erde pikiert und auch nur durch
Besprengen befeuchtet. Sowie sie sich gegenseitig berühren, pikiert man
sie auf doppelte Entfernung. Haben sie auch diese Größe erreicht, dann
kann man sie einzeln in kleine Töpfe pflanzen. Jedesmal, wenn die Wurzeln
die Topfwand erreichen, verpflanzt man sie in etwas größere Töpfe, die, da
die Wurzeln nicht sehr tief gehen, breiter als hoch sein sollen.
Begonien vertragen es nicht, wenn sie sich gegenseitig berühren. Deshalb
stelle man sie immer soweit, daß etwas Zwischenraum zwischen den einzelnen
Pflanzen bleibt. Die Vermehrung durch gewöhnliche Stecklinge gelingt sehr
leicht, wenn man die Stecklinge bis zur Bewurzelung unter Glas hält. Sehr
interessant ist die Blattstecklingsvermehrung, welche man leicht ausführen
kann, wenn man über einen kleinen heizbaren Kasten verfügt. Wie diese
Blattstecklinge gemacht werden, wurde bereits früher (s. S. 22) angegeben.
Nachdem sich an den Blättern junge Pflänzchen gebildet haben, nimmt man
diese ab und behandelt sie ganz wie Sämlinge. Eine Anzahl Begonien
bilden im Herbst in den Achseln der Blätter erbsengroße Knöllchen, welche
schließlich abfallen. Man hebt dieselben am besten in trockener Erde auf
und legt sie im nächsten Frühjahre, wenn sie zu treiben beginnen, einzeln
in kleine Töpfe in gute Erde. Es entwickeln sich aus ihnen schnell
kräftige Pflanzen, welche wiederholt zu verpflanzen sind. Die Knollen
selbst werden größer und bleiben während des Winters, nachdem die
oberirdischen Teile eingezogen sind, in der Erde, die man nun nicht mehr
gießt.
[Illustration: Begonia Rex]
Die verbreitetste Art ist Begonia Rex Putz. aus Ostindien, welche zu
Anfang der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eingeführt wurde. Ihre
großen dunkelgrünen Blätter sind mit einer breiten, silberweißen
unregelmäßigen Zone versehen, unterseits rötlich grün mit blaßgrüner Zone
und mit rötlich behaarten Nerven versehen. Diese Stammart ist mit einer
Anzahl anderer Arten, wie B. xanthina Hook. gekreuzt worden, die
Bastarde sind wieder untereinander gekreuzt und so hat man eine sehr große
Anzahl von Formen erhalten, welche durch prächtige Blattfärbungen
ausgezeichnet sind. Die echte Stammform der Begonia Rex ist mittlerweile
ziemlich selten geworden. Begonia xanthina Hook. aus Ostindien hat
dunkelgrüne Blätter mit hellen Nerven, auf der Unterseite sind die Blätter
kupferrot. Die Blüten sind gelb. Einer anderen Gruppe gehört _Begonia
discolor R. Br._(44) an, deren unterseits tiefrote, oberseits reingrüne,
metallisch glänzende Blätter an verhältnismäßig dünnen, bis dreiviertel
Meter hohen Ästen sitzen, welche aus einer Knolle entspringen. Diese Art
bildet in den Blattachseln Brutknöllchen, welche im Herbste, wenn die
Stengel und Blätter absterben, abfallen. Eine sehr hübsche immergrüne Art
ist Begonia argyrostigma Fisch., welche bis einen Meter hoch wird und
dunkelgrüne, reinweiß gefleckte, etwas fleischige Blätter trägt. Sehr
dekorativ durch ihre großen, siebenzackig gelappten Blätter ist _Begonia
heracleifolia Cham. et Schl._ Die Blätter stehen auf langen rauhhaarigen,
dicken Blattstielen, welche von einem dicken, kriechenden Wurzelstocke
ausgehen. Fast noch schöner ist die ähnliche Begonia ricinifolia, deren
oberseits bräunlich-dunkelgrüne Blätter einen prächtigen Seidenglanz
besitzen. In der Farbe von den bisherigen ganz abweichend ist die mit
sammetglänzenden, smaragdgrünen Blättern versehene _Begonia smaragdina
hort._, welche klein bleibt und sich am schönsten fern vom Lichte
entwickelt.
[Illustration: Begonia maculata]
Myrtaceae
Unter den Myrtengewächsen gibt es- eine große Anzahl schöner
Blattpflanzen, welche sich gut im Zimmer halten lassen. Über ihre Kultur
im allgemeinen ist zu bemerken, daß sie eine gute humusreiche Erde, guten
Wasserabzug, reichliche Bewässerung während der Vegetationsperiode, kühlen
aber frostfreien Winterstandort haben wollen. Im geheizten Zimmer halten
sie sich schlecht. Die bekannteste Art ist die gewöhnliche Myrte, _Myrtus
communis L._, die im Sommer viel frische Luft, im Winter einen hellen
frostfreien Platz haben will. Für Düngung während der Vegetation ist sie
sehr empfänglich. Die Vermehrung durch Stecklinge gelingt sehr leicht.
Eine andere, nicht seltene Art ist der *Blaugummibaum*, _Eucalyptus
Globulus L._ aus Australien, dessen blaugrüne Belaubung sich prächtig von
der der meisten anderen Blattpflanzen abhebt. Er verlangt während des
Sommers außerordentlich viel Wasser und reichlich Nahrung. Man zieht ihn
aus Samen heran, die man schon im Februar aussät. Die jungen Pflanzen
werden bald einzeln in kleine Töpfe in nahrhafte Erde verpflanzt und
erhalten sofort, nachdem die Wurzeln die Topfwand erreicht haben, größere
Töpfe. Wenn man dies regelmäßig wiederholt und im Sommer reichlich düngt,
kann man leicht in einem Jahre 2–3 m hohe Pflanzen erhalten. In späteren
Jahren werden die anfänglich scharf vierkantigen Zweige stielrund und die
Blätter nehmen eine ganz abweichende Gestalt an. Neben dieser Art sind
noch zahlreiche andere Arten in Kultur, welche sämtlich ebenso zu
behandeln sind. Sie variieren im Laube außerordentlich. Bemerkenswert ist
die eigentümliche Stellung der Blätter älterer Pflanzen zum Horizont.
[Illustration: Eucalyptus Globulus]
Sehr schön sind die Eugenia-Arten, welche lederartige, prächtig
glänzende Blätter tragen.
Melastomataceae
Die Melastomataceen gehören zu den Juwelen des Zimmerpflanzenliebhabers.
Sie sind leicht kenntlich an der eigentümlichen Nervatur der Blätter, da
sie nicht einen, sondern 3–5 durchgehende Längsnerven besitzen, welche
durch zahlreiche rechtwinklig davon abgehende feine Seitennerven
miteinander verbunden werden. Das Laub der in Kultur befindlichen Arten
ist meist durch eine besondere Färbung ausgezeichnet, häufig sehr schön
gefleckt oder punktiert, atlasartig glänzend. Als Bewohner des tropischen
Urwaldes gedeihen sie allerdings am besten im Glashause, aber bei
sorgsamer Behandlung kann man sich selbst an frei im Zimmer gehaltenen
Exemplaren lange Zeit ihrer Schönheit erfreuen. Viele Arten sind so klein,
daß sie bequem unter einer Käseglocke gehalten werden können. Ganz reizend
sieht es aus, wenn man sich aus einem Torfmoore ein Polster des Torfmooses
mit gesunden »Köpfen« holt, dieses auf einen Glasteller stellt, oben
hinein einen Bertolonia pflanzt und nun den Teller mit einer Glasglocke
bedeckt. Wenn man durch drei untergelegte Korkscheibchen dafür sorgt, daß
frische Luft unter die Glasglocke kommen kann und das Moospolster von
unten her mit reinem, *kalkfreien* Regenwasser bewässert, dann wird sich
die Bertolonia an einem recht sonnigen Fenster prächtig entwickeln, wenn
man die direkten Sonnenstrahlen durch ein Blatt weißes Papier fern hält.
Die Glasglocke muß natürlich glatte Wände haben.
[Illustration: Bertolonia guttata]
Unter den Bertolonien ist die schönste Art _Bertolonia guttata
Hook._(45) aus Brasilien, von welcher wiederum die Varietät margaritacea
alle anderen überragt. Die Blätter sind mehr oder minder
dunkelkupferfarben mit andersfarbigen Punkten versehen. Bei der genannten
Varietät sind die Punkte groß und blendend weiß, bei anderen rosenrot,
mehr zerstreut, bald ziemlich dicht über die Blattfläches verteilt. Bei
einer zweiten Art, Bertolonia maculata Dc. aus Brasilien, sind die
Blätter mit andersfarbigen Flecken versehen. Durch Bastardierungen hat man
nun eine große Anzahl von Formen gezüchtet, die sämtlich sehr effektvoll
sind. Wenn man Bertolonien in Töpfen kultiviert, dann nehme man
möglichst kleine Töpfe und eine faserige Torferde, die mit
Holzkohlenbrocken gut gemischt ist, sorge auch für guten Wasserabfluß. Zum
Begießen verwende man nur reines Regenwasser.
[Illustration: Sonerila margaritacea]
Eine andere Melastomatacee die man bei aufmerksamer Pflege im Zimmer
halten kann, ist Cyanophyllum magnificum Linden(46) aus Mexiko. Es gibt
wenige Pflanzen, welche auch auf den Gleichgültigsten einen so tiefen
Eindruck machen, wie diese Pflanze. Die großen Blätter, welche paarweise
zusammenstehen, sind oberseits prächtig metallisch glänzend, unterseits
dunkelblau- purpurn. In einem mäßig großen Glaskasten, in dem man für
beständig feuchte Luft sorgen kann, bringt man sie zur schönsten
Entwickelung. Endlich sind noch die kleinen Sonerila-Arten aus Ostindien
für kleine Glaskästen zu empfehlen, welche durch ihre reizenden bunten
Blätter und zugleich durch ihre eigentümlichen rosenroten Blüten den
Liebhaber erfreuen. Die bekannteren Arten sind _Sonerila __margaritacea__
Lindl._ mit dunkelgrünen, weiß punktierten Blättern und _Sonerila
Hendersoni hort. Angl._ mit unregelmäßig verteilten silbergrauen Flecken
auf den Blättern. Von den Sonerilen hat man zahlreiche Bastarde gezogen,
welche teils durch die Blattfärbung, teils durch die Farbe und Größe der
Blüten von einander abweichen.
Araliaceae
Die Araliaceen sind meist Holzgewächse mit spiralig gestellten, seltener
gegenständigen, ungeteilten oder handförmig oder fiederig geteilten oder
auch zusammengesetzten Blättern. Die bekannteste, auch bei uns heimische
Art ist der gewöhnliche *Epheu*, Hedera helix L. Im Zimmer wird
hauptsächlich die großblätterige Form desselben, Hedera helix hibernica,
verwendet, welcher schneller wächst. Eine bei uns leider seltene, aber
sehr dankbare Art ist der kolchische Epheu, Hedera colchica C. Koch mit
größeren rundlichen Blättern. Epheu ist bekanntlich eine Schattenpflanze,
die deshalb in Zimmern ohne direktes Sonnenlicht sehr gut gedeiht, auch
weiter ab vom Fenster noch mit Erfolg gezogen werden kann. Um ihn zu
voller Schönheit zu bringen, ist es notwendig, ihm einen Platz anzuweisen,
an dem er womöglich jahrelang unverrückt stehen bleiben kann. Hier treibt
er, wenn er erst einmal angewachsen ist, sehr schnell und bedeckt große
Flächen mit seinem schönen Laube. Unseren gewöhnlichen Epheu und dessen
Formen verwendet man am besten in kühleren Zimmern, während man den
kolchischen Epheu auch im geheizten Wohnzimmer gut vorwärts bringt. Sehr
schön eignet sich Epheu zur Bekleidung der oberen Partien eines Fensters,
vor dem Pflanzen stehen. Zieht man ihn hier an den Seiten in die Höhe und
läßt ihn sich dann etwa in der Höhe des Fensterkreuzes ausbreiten, so
liefert er einen sehr wertvollen Ersatz für Gardinen, ohne den tiefer
stehenden Pflanzen zuviel Licht zu rauben. Die beste Erde für Epheu ist
eine lockere, nahrhafte, humusreiche Erde. Während der Vegetationszeit
gebe man reichlich Wasser, während der Winterruhe nur soviel, daß die Erde
oben feucht bleibt. Außerdem ist der Epheu aber während der
Vegetationszeit für eine regelmäßige Düngung sehr dankbar. Im Alter ändert
der Epheu seinen Habitus vollständig: die bis dahin mit Saugwurzeln
versehenen Zweige, welche sich nicht vollständig halten konnten, werden
stark, treten von ihrer Stütze, Wand, Mauer oder dergl. ab, die Blätter
werden einfach, erhalten das Aussehen von Birnblättern und stellen sich
nicht mehr zweizeilig, sondern ringsum um den Zweig, der dann auch bald zu
blühen beginnt. Wenn man solche Zweige abschneidet und als Stecklinge
behandelt, so behalten sie diese Wuchsform bei, man erhält »*Baumepheu*«.
Nächst dem Epheu ist Fatsia japonica Decne, verbreiteter unter dem Namen
Aralia Sieboldi und Aralia japonica, die bekannteste Araliacee.
Diese aus Samen heranzuziehende Art mit schönen großen, sattgrünen,
lederartigen, handförmig-fünflappigen Blättern sieht man sehr häufig,
schön allerdings fast nur als kleine Pflanzen, während größere Pflanzen
meist einen langen kahlen Stamm haben, von dem die meisten Blätter traurig
herabhängen. Und doch ist es nicht gar zu schwierig, auch große Pflanzen
schön beblättert zu erhalten. Dazu ist nötig, daß man die Erde niemals zu
trocken werden läßt und daß sie stets reichlich Nahrung enthält. Im Winter
darf sie ferner nicht zu warm stehen, ein heller Platz im kühlen,
frostfreien Zimmer sagt ihr am besten zu. Das Verpflanzen muß jährlich im
Frühjahre erfolgen, kann auch, wenn die Pflanze zeitig im Sommer mit den
Wurzeln die Topfwand erreicht hat, dann noch einmal vorgenommen werden.
Man sorgt in den weiten Töpfen für guten Wasserabzug und gibt eine
Mischung von Laub- und Haideerde mit etwas altem Lehm und scharfem Sand.
Eine ähnliche Pflanze mit doppelt so großen filzigen Blättern ist
Tetrapanax papyrifera C. Koch.(47) bekannt unter dem Namen _Aralia
papyrifera_ und Fatsia papyrifera aus Formosa, aus deren Mark das
»Reispapier« hergestellt wird. Dieselbe verlangt die gleiche Behandlung
wie Fatsia japonica, nur will sie während des Winters etwas wärmer
stehen.
[Illustration: Aralia papyrifera]
Unter den echten Aralien gibt es eine ganze Anzahl mit sehr zierlichen
gefingerten Blättern, wie Aralia Veitchi hort. und _Aralia elegantissima
hort._, ferner mit gefiederten Blättern, wie Aralia filicifolia Moore,
welche im geheizten Wohnzimmer bei sorgsamer Pflege gut gehalten werden.
Cornaceae
Unter den Verwandten der Kornelkirsche befindet sich eine Pflanze, die
*Goldorange*, Aucuba japonica Thunb. welche mit zu den härtesten
Blattpflanzen gehört und zusammen mit Evonymus japonica (s. S. 70) eine
der verbreitetsten Blattpflanzen ist. Ihre mittelgroßen, gegenständigen,
lederartigen Blätter sind teils reingrün, teils gefleckt, bald breiter,
bald schmäler, ihre dicken Zweige sind reingrün. Die Pflanzen blühen
verhältnismäßig leicht, sind aber getrenntgeschlechtig, sodaß man Pflanzen
beider Geschlechter haben muß, um an den weiblichen Pflanzen die schönen
großen, länglichen, zinnoberroten Beeren zu erhalten. Während des Winters
müssen die Pflanzen kühl stehen, im warmen Zimmer kränkeln sie. Beim
Verpflanzen im Frühjahre gibt man ihnen eine kräftige, sehr nahrhafte
Erde. Die Vermehrung gelingt leicht durch Stecklinge.
Labiatae
Die Lippenblüter oder Labiaten sind bekanntlich vielfach durch
charakteristische Gerüche ausgezeichnet. Zu diesen wohlriechenden Pflanzen
gehört auch Pogostemon Patchouli(48) aus Ostindien, die
Patschoulipflanze, ein ausdauerndes, immergrünes, krautiges Gewächs mit
hellgrünen, fast rautenförmigen, weichhaarigen Blättern, welche den
bekannten Duft aushauchen. Die Pflanze will im Winter im geheizten
Wohnzimmer stehen; sie verlangt ziemlich feuchte Luft und ist etwas
schwierig im Zimmer zu halten. Dagegen halten sich die Coleus-Arten aus
Java im warmen Zimmer bei nur einiger aufmerksamer Pflege sehr gut. Es
sind hauptsächlich drei Arten: Coleus Blumei Benth.(49), _Coleus
laciniatus Bl._(50) und Coleus Verschaffelti Lemaire(51), welche
vielfach mit einander gekreuzt worden sind und einer großen Anzahl
Gartenformen, die sich durch prächtige Buntfärbung des Laubes auszeichnen,
den Ursprung gegeben haben. Am schönsten werden die Coleus, wenn man sie
ganz dicht am sonnigen Fenster hält und sie nicht spritzt, sondern durch
feuchtes Moos, mit dem man die Töpfe umgibt, dafür sorgt, daß die Pflanzen
stets von feuchter Luft umgeben sind. Die Coleusblätter haben nämlich die
im Pflanzenreiche ziemlich vereinzelt dastehende Eigentümlichkeit, daß die
Blattfarbe durch Wasser abgewaschen wird. Alte Pflanzen von Coleus,
welche nicht von unten auf beblättert sind, sehen unansehnlich aus. Man
zieht sich deshalb junge Pflanzen aus Stecklingen heran, die unter Glas in
sandiger Erde sehr schnell Wurzeln bilden. Die bewurzelten Stecklinge
pflanzt man in mehr breite als tiefe Töpfe in eine recht nahrhafte,
lockere, sandige, humusreiche Erde und düngt sie regelmäßig und reichlich
mit einer Tausendellösung von salpetersaurem Kali. Sowie die Wurzeln die
Topfwand erreicht haben, verpflanzt man mit möglichster Schonung des
Ballens in größere Töpfe. Um recht buschige Exemplare zu erhalten,
schneidet man die Spitze des Stecklings, die man wieder als Steckling
verwenden kann, fort und entspitzt auch weiterhin die Seitentriebe
wiederholt, wenn sie das dritte bis vierte Blattpaar gebildet haben. In
neuerer Zeit sind besonders großblättrige Formen gezüchtet worden, welche
aber die älteren, kleinblättrigeren Formen in der Farbenpracht nicht
erreichen.
Acanthaceae
Die Acanthaceen bilden eine hauptsächlich in den warmen Zonen heimische
Familie, welche eine ganze Reihe prächtiger Zierpflanzen für das Zimmer
enthält. Nicht wenige sind durch schöne Blüten ausgezeichnet, andere
wieder, welche uns hier im besonderen interessieren, besitzen wunderbar
gefärbte Blätter. Die Kultur der Acanthaceen ist im allgemeinen keine
schwierige. Man gebe ihnen einen Stand im warmen Zimmer, nahe am Fenster,
sorge aber dafür, daß sich die Wurzeln nicht erkälten, weil diese sehr
empfindlich sind. Ein Doppeltopf (s. S. 37) leistet gute Dienste. Die Erde
sei nahrhaft, aber locker, der Wasserabzug gut. Während der
Vegetations-Periode ist ein wiederholter Dungguß sehr am Platze. Die
Vermehrung gelingt in den meisten Fällen leicht durch Stecklinge, die man
unter Glas hält. Kann man einen warmen Kasten geben, so ist es um so
besser.
[Illustration: Strobilanthes Dyerianus]
Eine der schönsten Acanthaceen, welche erst in den letzten Jahren in
Kultur genommen ist, ist Strobilanthes Dyerianus aus Ostindien. Die
großen lanzettlichen, paarweise gestellten Blätter zeigen auf der
Oberseite ein prächtiges purpurrotes Lüstre, welches sich mit dem
wechselnden Lichte ändert. Die Pflanze erlangt ihre größte Schönheit an
schattiger Stelle. Durch häufiges Entspitzen sorge man für buschiges
Wachstum. Eine zweite sehr schöne Art ist Strobilanthes maculatus
(Vielfach unter dem Namen Ruellia maculata in Kultur) aus Indien, deren
dunkelgrüne, länglichlanzettliche Blätter zu beiden Seiten des Hauptnerves
je eine Reihe großer, reinweißer Flecken haben.
[Illustration: Sanchezia nobilis]
Eine andere sehr schöne, aber schon alte Art ist _Sanchezia nobilis
Hook._(52) aus dem tropischen Amerika. Die oval lanzettlichen, sehr
großen, paarweise gestellten glatten Blätter besitzen auf sattgrünem
Grunde schön goldgelb gefärbte breite Nerven. In mehr flachen als tiefen
Töpfen kann man in kurzer Zeit sehr schöne, ansehnliche Exemplare
heranziehen, wenn man ihnen recht lockere, mit faserigem Torf gemischte
Erde gibt.
[Illustration: Eranthemum leuconeuron]
Mehr für geschlossene Glaskästen sind die Arten der Gattung Eranthemum.
Ihre Blätter zeigen auf grünem bis schwarzbraunem Grunde prächtige
Zeichnungen in Weiß, Goldgelb oder Rot. Besonders schön sind einerseits
diejenigen Arten, deren Adern ein weißes oder rotes Netzwerk auf grünem
Grunde bilden, wie Eranthemum rubrovenium und E. sanguinolentum(53),
andererseits diejenigen Arten, welche auf dunkelschwarzbraunem Grunde
lebhaft rot und goldgelbe Zeichnungen besitzen, wie E. igneum(54).
[Illustration: Coffea arabica]
Rubiaceae
In unserer heimischen Flora sind die Rubiaceen durch Labkräuter,
Waldmeister und Färberröte vertreten, eine Gruppe, die weniger dekorativ
wirkt. In den Tropen dagegen finden sich unter den Rubiaceen zahlreiche
Arten, welche wert sind, ihrer Blätter wegen kultiviert zu werden. Leider
sind nur verhältnismäßig sehr wenige Arten in Kultur. Alle Rubiaceen
haben gegenständige Blätter, die sehr häufig lederartig, glänzend,
sattgrün sind. Die Pflanzen sind teils krautig, teils holzig. In der
Kultur verlangen sie sehr nahrhafte Erde und während der
Vegetationsperiode reichlich Wasser und wiederholten Dungguß. Während des
Winters hält man sie im geheizten Zimmer. Rubiaceen haben wie die
Acanthaceen besonders stark vom Ungeziefer zu leiden. Namentlich siedelt
sich auf ihnen die weiße Schmierlaus gern an. Häufiges Waschen und
Spritzen hält sie am besten frei vom Ungeziefer. Bekanntlich gehören zu
den Rubiaceen eine ganze Anzahl wichtiger Heil- und Genußmittel
liefernde Pflanzen. Die bekannteste und auch leicht im Zimmer zu haltende
Art ist der gewöhnliche *Kaffeebaum*, Coffea arabica L. Derselbe hat
mittelgroße, breitlanzettliche, lederartige, dunkelgrüne, glänzende
Blätter. Die Pflanze baut sich infolge der horizontal abstehenden Zweige
etwas sperrig. Die Anzucht gelingt leicht aus Samen, die man aber aus
einer Samenhandlung beziehen muß, weil die ungebrannten »Kaffeebohnen« in
den Kaufmannsläden nicht mehr keimfähig sind. Zu gutem Gedeihen verlangt
die Pflanze eine sehr nahrhafte, etwas schwere Erde, also Lehmzusatz und
während der Vegetationsperiode wiederholten Dungguß einer Tausendellösung
von Kalisalpeter. Bei guter Pflege blüht die Pflanze, die sich schnell zu
einem hübschen Bäumchen entwickelt, in wenigen Jahren und entwickelt aus
den reinweißen Blüten rote Beeren, in denen zwei Samen, die »Kaffeebohnen«
liegen. Direktes Sonnenlicht verträgt der Kaffeebaum nicht.
Caprifoliaceae
Eine sehr harte Caprifoliacee, die man ebensowohl zu den Blattpflanzen,
wie zu den Blütenpflanzen rechnen kann, ist Viburnum Tinus L., in den
Gärten meist unter dem Namen Laurus Tinus verbreitet, welches in
Südeuropa und Nordafrika heimisch ist. Sein immergrünes, hartes,
rauhhariges Laub ist nicht besonders groß, aber sehr dicht gestellt und
bildet einen schönen Hintergrund zu den zahlreichen rötlichweißen Blüten,
welche im Frühlinge in Dolden erscheinen. Entsprechend ihrer Heimat hält
man die Pflanze im Winter ganz kühl, aber frostfrei. Im Sommer gibt man
reichlich Wasser und Nahrung. Im übrigen ist die Pflanze nicht
anspruchsvoll; man kann sie sehr wohl auch an dunkleren Stellen
aufstellen, z. B. mit Aucuba und Evonymus zusammen, mit deren
glänzender Belaubung ihre stumpfgrünen Blatter schön kontrastieren.
[Illustration: Viburnum Tinus]
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FOOTNOTES
Seit Erstellung des Buches haben sich unvermeidliche Änderungen an den
botanischen Namen der besprochenen Pflanzenarten ergeben. Der
Korrekturleser hat daher in solchen Fällen Fußnoten auf die im Jahr 2007
gültigen Namen in den Text eingefügt.
1 =Asplenium nidus L.
2 =Phlebodium aureum (L.) J. Sm.
3 =Pteris cretica var. albolineata Hook.
4 =Pteris multifida Poiret
5 =Pteris aspericaulis var. tricolor T. Moore ex Lowe
6 =Adiantum raddianum K. Presl
7 =Adiantum capillus-veneris L.
8 hort.
9 ?=Selaginella watsonii Underwood
10 =Araucaria columnaris (G. Forst.) Hook.
11 Eine den meisten Palmen vorzüglich zusagende Erde, die in der
berühmten Palmengärtnerei zu Herrenhausen verwendet wird, besteht
aus zwei Teilen Lauberde, zwei Teilen Marscherde und einem Teil
Kuhlagererde. As Drainage wird daselbst Coaks in haselnußgroßen
Stücken verwendet.
12 =Livistona chinensis var. chinensis
13 =Livistona rotundifolia (Lam.) Mart.
14 =Livistona saribus Merr.
15 =Washingtonia robusta H. Wendl.
16 =Washingtonia filifera H. Wendl.
17 ?=Washingtonia sonorae S. Watson =Washingtonia robusta H. Wendl.
18 =Brahea armata S. Watson
19 Rhapis excelsa Henry
20 =Ptychosperma macarthurii H. Wendl.
21 =Archontophoenix cunninghamiana H. Wendl. & Drude
22 =Chamaedorea elatior Mart.
23 =Chamaedorea ernesti-augusti H. Wendl.
24 =Lytocaryum weddellianum Toledo
25 =Syagrus romanzoffiana Glassmann
26 =Syagrus romanzoffiana Glassmann
27 =Gibasis geniculata Rohweder
28 =Yucca gloriosa var. recurvifolia Engelm.
29 =Yucca aloifolia L.
30 ?=Cordyline fruticosa A. Chev.
31 =Cordyline fruticosa A. Chev.
32 =Cordyline fruticosa A. Chev.
33 ?=Cordyline cannifolia R. Br.
34 =Dracaena reflexa var. angustifolia Baker
35 =Molineria capitulata Herb.
36 =Musa × paradisiaca L.
37 =Musa acuminata Colla
38 =Maranta cristata Nees & Mart.
39 =Stromanthe thalia J.M.A. Braga
40 =Peperomia argyreia E. Morren
41 =Peperomia fraseri C. DC.
42 =Ficus pumila L.
43 =Euonymus japonicus Thunb.
44 =Begonia grandis Dryand.
45 =Gravesia guttata Triana
46 ?=Miconia calvescens Schrank & Mart.
47 =Tetrapanax papyrifer K. Koch
48 =Pogostemon cablin Benth.
49 =Plectranthus scutellarioides R. Br.
50 =Plectranthus scutellarioides R. Br.
51 =Plectranthus scutellarioides R. Br.
52 =Sanchezia oblonga Ruiz & Pav.
53 =Hypoestes lasiostegia var. sanguinolenta (Van Houtte) Benoist
54 =Aphelandra maculata (Tafalla ex Nees) Voss