Library / Earth / Ueber die schrecklichen Wirkungen des Aufsturzes eines Kometen auf die Erde
DES AUFSTURZES EINES KOMETEN AUF DIE ERDE***
Anmerkung:
_Wort_ = gesperrt
+Wort+ = antiqua
UEBER DIE SCHRECKLICHEN WIRKUNGEN DES AUFSTURZES EINES KOMETEN
AUF DIE ERDE
und �ber die vor f�nftausend Jahren gehabte Erscheinung dieser Art.
von
Dr. Aug. Heinr. Christ. Gelpke,
Schulrathe und Professor in Braunschweig
und Ehrenmitgliede der Gro�herzoglichen
mineralogischen Societ�t in Jena.
Leipzig, 1835.
Friedrich Fleischer.
Ehe ich die schrecklichen und furchtbaren Wirkungen, welche unser
Wohnort sowol in seinem innern Baue, als auch auf seiner Oberfl�che
leiden w�rde, wenn irgend ein bedeutender Weltk�rper, etwa von der
Gr��e unseres Mondes auf die Erde st�rzte, anf�hre, mu� ich zuvor eine
allgemeine Darstellung von der Entstehungsart desselben und seiner
allm�ligen Ausbildung zu geben suchen, um danach die furchtbaren
Wirkungen des Kometen, der an unsern Wohnort sto�en, seinen innern Bau
zertr�mmern und seine organische Sch�pfung zerst�ren und vernichten
w�rde, richtig beurtheilen zu k�nnen.
Die beiden gro�en, m�chtigen Hauptgesetze, durch welche unser Erdball
und �berhaupt die gro�en Weltk�rper, die mit ihrem funkelnden Lichte das
n�chtliche Gew�lbe des Himmels so prachtvoll schm�cken, und Millionen
Mal gr��er, als unser uns schon so gro� scheinender Erdk�rper sind, und
wodurch das Samenkorn in dem Scho�e der Erde gebildet wird und zu seiner
Entwicklung gelangt, sind die _Anziehungs-_ und _Absto�ungs_gesetze.
Alles, was wir um uns her und in den Tiefen der Erdschichten erblicken,
ist auf dem fl�ssigen Wege entstanden, das hei�t: der erste Zustand
aller nat�rlichen K�rper ist ein fl�ssiger gewesen. Wer verkennt dieses,
wenn er an die Entstehung des erhabenen Menschen aus einem kleinen,
einem Senfkorne an Gr��e gleichenden Eye denkt? Und wer w�rde es
glauben, wenn die Erfahrung solches nicht best�tigte, da� aus demselben
der gro�e erhabene Mensch entst�nde, der mit der Me�ruthe in der Hand
die ungeheuern Weiten der Welten, welche der Lichtstrahl, der in einer
Sekunde 41,000 Meilen macht, nicht in Jahrzehenden, sondern erst in
Jahrtausenden, und die Weite von dem, von Herschel zuletzt entdeckten
Weltengebiete in 1� Millionen von Jahren durchl�uft, auszumessen, und
die Gesetze, wodurch sie in dem gro�en Weltenraume schwebend erhalten
und umhergef�hrt werden, auszuforschen vermag? Ist aber der erste
Zustand des Menschen in diesem Eye nicht ein fl�ssiger?
Und wird _derselbe_ nicht dadurch in diesem kleinen Eye entwickelt, da�
von diesem, wenn es durch eine geheimni�volle Naturkraft angeregt und
belebt worden ist, die ihm zugef�hrten feinen Nahrungss�fte, verm�ge des
gro�en Anziehungsgesetzes der Natur, angezogen werden, und wenn solche
alsdann von ihm geh�rig verarbeitet worden sind, nach diesem und jenem
Theile seines kleinen Wesens hingef�hrt oder gleichsam hingesto�en
werden?
Ist aber der erste Zustand des Samenkornes in der H�lle der noch
unausgebildeten Frucht anders? Und wird die Entwicklung desselben nicht
durch gleiche Gesetze vollzogen?
Und sind die ungeheuren Felsenw�nde, die m�chtigen Erd- und
Steinschichten der Erde auf eine andere Weise entstanden? Sind sie nicht
alle aus einem fl�ssigen Zustande ins Dasein gekommen? Wer kann dieses
leugnen, wenn er die wellenf�rmige Bildung der Erdschichten und die
Krystallisationen in denselben, welche deutlich genug den Weg ihrer
Entstehungsart bezeichnen, mit Aufmerksamkeit betrachtet? Und mu� daher
nicht unser Wohnort, der aus diesen m�chtigen Felsenmassen
zusammengesetzt ist, auf eine gleiche Art entstanden sein?
Hieraus erhellet demnach, da� unser Wohnort einstens, als er dem _Chaos_
des unendlich gro�en Weltenraumes entschl�pfte, nichts weiter als eine
und zuerst wahrscheinlich unbedeutende Art vom Wasserballe gewesen sei,
der sich hierauf durch die Vereinigung mehrer solcher B�lle an Masse
vergr��ert hat und hinangewachsen, und so vielleicht dem Kometen vom
Jahre 1744, 1795 und 1796, in Ansehung des Naturbaues, gleich gewesen
ist[A].
[Anmerkung A: Diese Weltk�rper waren so durchsichtig, da� man
Fixsterne durch ihre Masse hervorfunkeln gesehen hat. Bryant machte
zuerst diese Entdeckung im Jahre 1744, darauf +Dr.+ Gerschen den 8.
und 9. November 1795 und +Dr.+ Olbers den 1. April 1796.]
Die Annahme einer solchen Entstehungsart unseres Wohnortes setzt aber
voraus, da� einstens der ungeheure Sch�pfungsraum, der eben so unendlich
ist, als das Wesen, welches ihn schuf und werden hie�, mit einem feinen
Weltenstoffe angef�llt und �bers�ttigt gewesen sein mu�, in welchem sich
hier und dort durch irgend einen Wink der h�hern Natur oder durch irgend
einen uns unbekannten Erzeugungsproze� Massen getrennt und zu kleinen
mehr fl�ssigen als festen Weltmassen, mit allen den Stoffen, woraus die
Weltk�rper bestehen, angef�llt, sich gebildet haben.
Da aber die Menge der kleinern Weltmassen, die dem Scho�e des gro�en
Weltenraumes entschl�pft waren, im Anfange unz�hlig gro� gewesen sein
mu�, weswegen sie beinahe schwebend an einander m�ssen gestanden haben,
wobei auch die anf�ngliche Richtung ihres Laufes, welche ihnen von dem
sie bildenden Stoffe mitgetheilt worden war, noch nicht geh�rig geordnet
sein konnte, so war es wol nat�rlich, da� sie aneinander sto�en, dadurch
auf einander fallen, und sich an Masse vergr��ern mu�ten.
Als nun hierauf ihre Menge geringer wurde, so konnte auch das
Zusammenflie�en derselben nicht mehr so h�ufig erfolgen, wodurch sie
daher mehr Ruhe in ihrem Innern genossen, und verm�gend wurden, die
ihnen beigemischten Theile fallen zu lassen, und Kerne und Schichten
in ihrem Innern zu bilden.
Diese Bildungsart ist aber nach eben denselben Gesetzen der
allgemeinen Schwere erfolget, nach welchen Wasser in einem Glase die
hineingesch�tteten und darin umherger�hrten Erdtheile fallen l��t, nach
welchen die schwersten Theile zuerst, hierauf die etwas minder schweren,
und zuletzt die leichtesten von ihnen niederfallen, wodurch sich alsdann
verschiedene Schichten auf dem Boden desselben bilden und anh�ufen.
Auf eben diese Weise mu�ten auch die kleinen Weltmassen, da sie noch
in ihrem fl�ssigen Zustande waren, die ihnen beigemischten Stoffe
niederfallen lassen, und zwar nach dem Punkte hin, der ihr
gemeinschaftlicher Schwerpunkt war und in ihrer Mitte lag. Um diesen
reiheten sich demnach die Stoffe, nach ihrer Schwere, kugelf�rmig, und
bildeten dadurch bei unserer Erde die verschiedenen Erdschichten.
Auf diese Weise kann das Innere derselben nicht hohl, auch nicht mit
Feuer oder Wasser, sondern es mu�, nach der Berechnung des Engl�nders
Hutten, der dritte oder vierte Theil von ihr mit einer Metallmasse
ausgef�llt sein[A]. Da wir aber nicht bis zu ihrem Innern, verm�ge
des Wassers, welches sich aus dem Meere, den Fl�ssen und den Quellen in
die Erdrinde �berall hineindr�ngt und womit sich daher jede Vertiefung
ausf�llt, hineindringen k�nnen[B], so kennen wir von ihr auch nur ihre
Rinde, und auch diese nur bis zu einer Tiefe von 3000 Fu�, das ist bis
zum siebentausendsten Theile ihrer ganzen Dicke[C].
[Anmerkung A: Bei der Ausmessung eines Grades auf der Erde 1735-1738
bemerkte Bouguer und Condamine, da� der 20,000 Fu� hohe Chimborasso
in Peru in S�damerika, aus Granit bestehend, das Pendel um 7-8
Linien von der senkrechten Linie ab, und an sich zog, welches
ebenfalls im Jahre 1774 bei dem Berge Shelallien in Schottland
von Maskelyne, der �ber 300 Beobachtungen an demselben angestellt
hat, beobachtet worden ist, worauf man eine Vergleichung der
Anziehungskraft dieser Granitgebirge mit der der Erde angestellt und
daraus hergeleitet hat, da� die Anziehungskraft der Erde sich zu der
dieser Berge wie 9 zu 5 verhalte. Da nun die Dichtigkeit des Granits
2� Mal gr��er als die des Wassers ist, so folgt daraus, da� die
mittlere Dichtigkeit der Erdkugel 4� Mal gr��er, als die des Wassers
sein mu�.]
[Anmerkung B: Wenn auch das in den Tiefen der Erde sich befindende
Wasser das Hineinsteigen zu ihrer Mitte nicht verhinderte, so w�rde
der Druck der Luft, der mit jeder zunehmenden Tiefe, von der �ber
ihr sich befindenden Lufts�ule immer gr��er wird, solches nicht
verstatten, indem dadurch die Luft in einer Tiefe von 7 Meilen
schon so zusammengedr�ckt ist, da� Eisen auf ihr, in einer Tiefe von
11 Meilen Gold, und in einer Tiefe von 12 bis 13 Meilen Platina,
welches, wie bekannt, 21 Mal schwerer als das Wasser ist, schwimmt.
Wie sollte der Mensch nun durch diese dichte Luft zu dem Innern der
Erde kommen? In einer Tiefe von _einer_ Meile w�rde er vielleicht
schon auf ihr schwimmen.]
[Anmerkung C: Diese Tiefe hat das Bergwerk bei Kuttenberg in B�hmen.
Da der Halbmesser der Erde, welcher ihre Dicke ausmacht, gleich 860
geogr. Meilen ist, so macht diese Tiefe von ihr = (860 � 24000)/3000
Fu� = 7000 Fu� aus.]
Nach der allgemeinen Schwere m��ten wir nun in dieser Erdrinde die
schwerste von allen Felsenmassen, das ist die Granitmasse, oder die
Granitschicht, oder das Granitgebirge �berall als die unterste
Erdschicht liegend finden. Hier�ber m��te das Kalkgebirge von der ersten
Entstehung, dann das von der zweiten oder das Fl�tzgebirge und hier�ber
die aufgeschwemmte Dammerde ruhen.
Indessen findet man fast nirgends in dem Innern der Erde diese Ordnung
der Lage, wobei die tief liegenden Schichten nirgend vollkommen
wagerecht liegen, sondern bald mehr bald weniger geneigt, und an vielen
Oertern, wie bei dem Montblanc, sogar ganz oder doch beinahe senkrecht
hingestellt. Und �berhaupt in den Schweizeralpen, im karpathischen
Gebirge, in den Pyren�en und beinahe in allen gro�en Gebirgen erblickt
man die ungeheuresten Felsenmassen h�ufig umgest�rzt und auf dem Kopfe
stehend. Hin und wieder liegen sie in einer umgebogenen krummlinigen
Richtung so, da� die hohle Seite nach Au�en hingewandt gerichtet steht.
Kurz es ist bei der Lage und Stellung der Schichten keine Lage und
Gestalt denkbar, welche bei diesen Felsenmassen noch Statt finden
konnten.
Alle diese ungeheuern Felsenmassen sind in ihrem Innern durch m�chtige
Spalten, Risse, Hohlungen und Kl�fte auf alle m�gliche Art und Weise von
einander getrennt, die bald in horizontaler, bald in schiefer Richtung
in ungeheuren Weiten durch sie dahin laufen, und bald senkrecht stehend,
wie wenn Felsenw�nde an Felsenw�nde geschoben und an einander gedr�ngt
worden w�ren, angetroffen werden, und die sich hin und wieder mit
Metallmassen, auch wol mit vegetabilischen und animalischen Produkten
ausgef�llt haben. Und von au�en sind jene auf alle Art und Weise �ber
einander hingeworfenen und hin und wieder umgest�rzten Felsenmassen
durch weite und tiefe Th�ler[A] von einander getrennt, wodurch tiefe
Seen hin und wieder entstanden sind, und wobei es sehr auffallend ist,
da� man oft an dieser Seite eine ganz andere Felsenschicht, und dabei
ganz anders hingestellt als an der andern Seite erblickt.
[Anmerkung A: Das gro�e Werk des von Sauss�re, �ber die Alpen,
ist voll von Beweisen, da� alle Th�ler, bis auf ihre kleinste
Ver�stelung, durch Umst�rzen der Schichten gebildet worden sind.
S. Gilbert Annal. Bd. 22 S. 168.]
Au�er diesen gro�en Naturwundern, wor�ber der aufmerksame Beobachter
in Verwunderung und stilles Erstaunen versetzt wird, und die er sich
auf die gew�hnliche Weise, durch die Macht des Feuers und der Fluthen,
nicht befriedigend zu erkl�ren vermag, siehet er Felsentr�mmer von
Granitmassen nicht blo� auf Ebenen, sondern auch auf H�gel und Berge,
fern von ihrem Geburtsorte, hingeworfen. So sind z.B. die Ebenen und
H�gel von Deutschland und Italien und die Bergr�cken des Juragebirges
mit den Granitbl�cken von den Alpen, die hier zu den H�hen von 5000 Fu�
und durch den 950 Fu� tiefen und �ber 3 Stunden breiten Genfersee
hinangefluthet sind, �bers�et.
Aber nicht allein auf den H�geln, Ebenen und Bergen dieser beiden
L�nder, sondern fast auf allen Ebenen, H�geln und Bergen von ganz
Europa bis zu den n�rdlichen Gebirgen dieses Erdtheils hin, liegen
die Granitbl�cke hin und wieder in bedeutender Menge und Gr��e[A]
ausgestreuet. Und auch in S�damerika in der Gegend von Potosi findet man
Granitfelsenst�cke, ohne errathen zu k�nnen, wie und woher sie hierher
gekommen sind. Und so wie die Erdrinde auf ihrer Oberfl�che mit
Granitbl�cken und andern Felsenst�cken �bers�et ist, so ist auch ihr
Inneres damit angef�llt, und sie liegen darin eben so zerstreut und
ausgebreitet, wie auf ihrer Fl�che.
[Anmerkung A: So hat der 30-40,000 Kubikfu� enthaltende Granitblock,
woraus das Fu�gestell zu der Bilds�ule Peters des Gro�en gemacht
worden ist, im finnischen Meerbusen auf einem Kalkgebirge gelegen.
Und bei der Insel Usedom erheben sich mehre Granitspitzen auf dem
Baltischen Meere empor, und die schwedische Provinz Schonen, wie
auch die Halbinsel J�tland, sind mit diesen Granittr�mmern so
reichlich angef�llt, da� davon Mauern, Kirchen u.s.w. gebaut worden
sind.]
Aus diesem hier nur kleinen und schwach dargestellten Gem�lde von
dem Innern der Erde, wor�ber man Mehres und Ausf�hrlicheres in de la
Metherie's Theorie der Erde im 2. Theile, Bergmann's physikalischer
Beschreibung der Erdkugel im 1. Theile, Saussure's Alpenreisen und
in den Untersuchungen �ber den Ursprung und die Ausbildung der
gegenw�rtigen Anordnung des Weltgeb�udes von den Marsch�llen von
Bieberstein finden kann, folgt demnach, da� unser Wohnort durch m�chtige
Revolutionen in seinem Innern zerst�rt und zertr�mmert worden sei. Da
nun diese Zerst�rungen 1) nicht durch die Macht des unterirdischen
Feuers, welches wol einzelne Gegenden der Erdoberfl�che verw�sten,
Felsenmassen emporheben und sie zertr�mmern kann, aber nicht ungeheuere
Felsenmassen �ber Felsenmassen zu schleudern, sie umzust�rzen und wie
W�nde an W�nde zu reihen und dadurch Bergketten, von 70 Meilen, wie die
Pyren�en, und von 1700 Meilen, wie die Cordilleras in Amerika, zu bilden
vermag -- und 2) auch nicht durch die Macht der Fluthen, indem sich
dadurch jene vorhin angef�hrten Erscheinungen gar nicht erkl�ren lassen,
hervorgebracht werden konnten, so mu� eine andere, weit m�chtigere
Ursache diese gro�e Revolution in dem Innern der Erde hervorgebracht
haben. Und diese ist keine andere und kann keine andere sein, als ein
�fteres Aufst�rzen fremder festen Weltmassen auf unsere Erde, wodurch
die Rinde derselben zerst�rt, ihre Felsenmassen umhergeworfen und mit
fremden Felsenmassen vermischt worden sind.
Von der Behauptung dieser Wahrheit wird man sich durch folgende
Punkte, wie ich glaube, hinl�nglich �berzeugen: 1) durch den vorhin
dargestellten zertr�mmerten Bau der Erdrinde, besonders in ihren gro�en
Gebirgen, 2) durch den vorhin angef�hrten Lauf der kleinen Weltmassen,
der bei allen noch nicht geh�rig angeordnet worden ist, wie ich
vorhin angef�hrt habe. Und 3) durch die Erscheinung so vieler noch
unausgebildeter Weltmassen, die noch stets dem Scho�e des gro�en
Weltenraumes entschl�pfen, wenn sie sich durch den darin stets
ausgebreiteten Weltenstoff zu Weltmassen und Weltk�rpern gebildet
haben, von welchen die kleinen Massen, unter den Namen Feuerkugeln,
Sternschnuppen und Meteorsteine, so lange in dem Sch�pfungsraume
umherlaufen, bis ihre Schwungkraft durch das Nahekommen an irgend einen
gr��ern Weltk�rper geschw�cht oder wol ganz vernichtet wird, wo alsdann
eine Vereinigung ihrer Masse mit der des gr��ern erfolgt.
Hiervon �berzeugen uns folgende Beispiele: Im Jahre 1676 den 21. M�rz
erschien eine solche Kugel, die etwa � deutsche Meile im Durchmesser
besa�, und mit einer Geschwindigkeit von 160 geogr. Meilen in einer
Minute �ber Dalmatien, das Adriatische Meer und Italien dahin eilte,
s�dw�rts von Livorno zersprang, und zertr�mmert ins Meer fiel.
Im Jahre 1719 wurde eine solche Kugel in England beobachtet,
die in einer Minute 300 geogr. Meilen zur�cklegte, also weit die
Geschwindigkeit der Erde in ihrem Laufe, welche in einer Minute nur
240 Meilen macht, �bertraf, 3560 Fu� im Durchmesser besa�, und in einer
H�he von 64 deutschen Meilen erblickt wurde.
Im Jahre 1758 wurde hier ebenfalls eine solche Kugel erblickt, welche
in einer Sekunde 6 deutsche Meilen zur�cklegte, 4340 Fu� im Durchmesser
gro� war, und zuerst in einer H�he von 20 und nachher von 5-7 deutschen
Meilen gesehen wurde.
Und die letzte Erscheinung in dieser Art ist die Feuerkugel vom Jahre
1783 gewesen, welche in einer H�he von 12 bis 13 deutschen Meilen �ber
England und Frankreich dahin geeilt ist und auch in Rom und Hamburg soll
beobachtet worden sein. Mehres hier�ber findet man vom +D.+ Chladni,
�Ueber den Ursprung der von Pallas gefundenen und anderer ihr �hnlichen
Eisenmassen. Leipzig, 1794�, gesammelt.
Zu diesen merkw�rdigen Erscheinungen, welche nicht in unserer
Atmosph�re, indem diese nur 9 bis 10 Meilen hoch ist, erzeugt, und die
auch nicht von ihr getragen und umhergef�hrt werden k�nnen, weil diese
nicht ein Mal einen Wassertropfen umherzuf�hren vermag, geh�ren auch
die Meteorsteine, welche man, ihres Ursprungs wegen, jetzt Cosmolithen
nennt, und die theils in einer festen dichten Masse, theils in
einer por�sen Gestalt, und theils als Staub- und Wasserregen zu uns
herabgekommen sind, und wovon die gr��ern festen Massen das Gewicht von
_einem_ Pfunde bis zu dem von _hunderttausend Pfunden_ und dabei hin und
wieder die Gr��e eines Hauses gehabt haben.
Zum Beweise hiervon m�gen folgende Beispiele dienen:
Zuerst der Stein, dessen Herabfallen durch gerichtlich abgeh�rte Zeugen
und mit Dokumenten geh�rig best�tigt ist, der am 26. Mai 1751 in der
Gespannschaft Agram im obern Sclavonien herabfiel. An diesem Tage
n�mlich bemerkte man des Abends um 6 Uhr gegen Osten am Himmelsgew�lbe
eine Art von feuriger Kugel, welche, nachdem sie in zwei Theile mit sehr
gro�em, einen Kanonenschu� �bertreffenden Knalle zersprungen war, in
Gestalt zweier in einander verwickelten Ketten mit solchem Ger�usche,
als wenn eine gro�e Menge Wagen durch die Luft gew�lzt worden w�re,
auf die Erde gefallen, und von welchen das eine St�ck, 71 Pfund schwer,
in einen acht Tage zuvor gepfl�gten Acker, drei Klafter tief, in den
Boden hineingedrungen ist; das andere St�ck, 16 Pfund schwer, ist auf
eine Wiese, 2000 Schritt von jenem entfernt, niedergefallen, und hat
ebenfalls eine Spalte von 2 Ellen weit zur�ckgelassen. Von diesen
beiden St�cken ist das gr��ere, nebst der Urkunde dar�ber, von dem
bisch�flichen Consistorium zu Agram an das Kaiserliche Naturalienkabinet
in Wien geschickt worden, wo es aufbewahrt liegt. Ein anderer Stein von
dieser Art ist der, welcher 190 Pfund schwer, und seit Jahrhunderten auf
dem Rathhause zu Ellbogen in B�hmen, unter dem Namen der verw�nschte
Burggraf, gelegen hat, jetzt auf dem Kaiserlichen Naturalienkabinet in
Wien ebenfalls aufbewahrt wird. Ein anderer Stein von 270 Pfund ist bei
Ensisheim in Ober-Elsa� im Jahre 1492 den 7. November niedergefallen. Im
Jahre 1622 den 10. Januar ist in Devonshire in England eine Steinmasse
von 3� Fu� L�nge, 2� Fu� Breite und 2� Fu� Dicke, eine Elle tief in die
Erde geschlagen. Im Jahre 1668 den 19. oder 21. Junius fielen gro�e
Steine im Veronesischen nieder, von welchen der eine 200 Pfund wog.
Zu diesen Steinen geh�rt noch vorz�glich derjenige, welcher von einer
por�sen Masse und den Pallas im Jahre 1772 in Sibirien gefunden hat,
der 1600 Pfund schwer war, und von dem die Einwohner ihm erz�hlt haben,
da� er vom Himmel gefallen sei, weswegen sie ihn wie ein Heiligthum
verehrten. Und zu den gr��ten Steinen dieser Art geh�rt 1) derjenige,
welcher im Winter 1740 oder 1741 in Gr�nland, von der Gr��e eines
Hauses, mit einem furchtbaren Donner, wodurch die Menschen aufgeweckt
worden sind, niedergefallen ist. Und auch in Th�ringen soll ein Stein
von eben dieser Gr��e im Jahre 1135 oder 1136 niedergefallen sein.
2) Der Stein, von welchem Herr von Humbold in seinem �+Essai politique
etc. sur la nouvelle Espagne chap. 8. p. 293+� erw�hnt, da� er 300 bis
400 Zentner schwer sei und in der Gegend von Dorango in Mexiko liegen
soll. Und endlich 3) derjenige, welchen Bougainville am Platoflusse, der
100,000 Pfund zu seinem Gewichte haben soll, gesehen hat. Auch geh�rt
h�chst wahrscheinlich hierher der Eisenfelsen am rechten Ufer des
Senegals, von dessen Masse die Neger ihre Werkzeuge schmieden, indem
dieser Felsen ganz isolirt an jenem Orte zu liegen scheint[A].
[Anmerkung A: Das in den Geographien stets angef�hrte Eisen von
Senegambien scheint dieses zu sein.]
Au�er diesen festen Massen, welche zu uns herabgekommen sind, sind
auch solche in Staub und Regen, wie ich schon angef�hrt habe, zu uns
herabgefallen. Zu den merkw�rdigsten Staubregen dieser Art geh�rt
erstlich derjenige, welcher am 14. M�rz 1813 in Calabrien gefallen ist,
wo eine Menge von rothem Staube, vom Meere herkommend, unter Regen,
Blitz, Donner und einem besondern Get�se, und hin und wieder mit Steinen
vermischt, zur Erde fiel, wobei die Luft Stunden lang verfinstert und
die ganze Gegend mit Furcht und Schrecken angef�llt gewesen ist. Und zu
gleicher Zeit soll ein rother Schnee in Friaul gefallen sein. Zweitens
geh�rt hierher der starke Staubregen, welcher sich am Ende des
Septembers im Jahre 1815 auf dem Ostindischen Meere ereignet hat, wo
dasselbe noch am zweiten Tage, in einer Breite von 50 deutschen Meilen,
mit hohem rothen Staube bedeckt war[A].
[Anmerkung A: Mehres hier�ber findet man in dem Verzeichnisse der
herabgefallenen Stein- und Eisenmassen von Chladni, und in den
fortgesetzten Verzeichnissen dieser Massen in dem 22. und 23. Bande
von Gilbert's Annalen, und in der ersten Zeitschrift vom Jahre
1818.]
Alle diese Massen, die sich am Tage am Himmelsgew�lbe als vielfarbige,
sonderbar gestaltete W�lkchen, und des Nachts in der Gestalt von
brennenden, mit leuchtenden D�mpfen umgebenen und mit einem Schweife
versehenen Kugeln gezeigt haben, und die alle in Ansehung ihrer
Bestandtheile von einerlei Beschaffenheit sind, k�nnen nun keine
Erdprodukte sein. Denn sollten sie diese sein, so m��ten sie aus
feuerspeienden Bergen ausgeworfen und von ihnen umhergeschleudert worden
sein, und man m��te sie alsdann in der Gegend dieser Berge am h�ufigsten
antreffen, wo man aber fast gar keine findet. Und sollten sie aus
Bergen, die am Nord- und S�dpole, von welchen wir aber nichts wissen,
vorhanden sein sollen, ausgeworfen werden, so w�rden sie stets aus
einer und ebenderselben Gegend, und nicht aus allen Weltgegenden zu
uns kommen. Ferner sind auch die Berge nicht verm�gend, solche Massen
von 100 bis 100,000 Pfunden zu einer H�he von 60 bis 100 Meilen zu
schleudern und ihnen eine Wurfkraft, durch welche sie �ber L�nder
gef�hrt worden sind, mitzutheilen. Auch der m�chtige Blitzstrahl vermag
solche Massen nicht von den Felsenspitzen zu rei�en, und sie in eine
solche H�he zu schleudern; daher k�nnen diese Meteormassen keine
Erdprodukte sein. 2) K�nnen diese Massen, wie einige geglaubt haben,
auch nicht vom Monde zu uns gekommen sein, und noch von demselben zu uns
kommen, weil +a)+ ihre Anzahl, welche Chladni auf 300 angibt, viel zu
gro� ist, und +b)+ weil der Lauf beider Weltk�rper, der Erde und des
Mondes, ihre Ankunft vom Monde her nur in einer elliptischen Bahn
verstatten k�nnte, weswegen daher nur selten solche Meteormassen zu uns
herabfallen k�nnten. Der gro�e Geometer _La Place_, der die Mechanik des
Weltenbaues entdeckt und uns enth�llt hat, wurde durch den Anblick der
vielen Krater auf dem Monde, die von den heftigsten Revolutionen, welche
auf demselben m�ssen statt gefunden haben, zeugen, auch auf den Gedanken
gebracht, da� die Meteormassen wol vom Monde zu uns hergeschleudert
werden k�nnten. Als er aber zu berechnen anfing, und fand, da� eine
solche Masse in einer Sekunde 7773 Fu� machen mu�te[A], um aus dem
Gebiete der Anziehungskraft des Mondes in das der Erde zu kommen, so gab
er seine Meinung auf. Auch +Dr.+ Olbers war anfangs ebenfalls dieser
Meinung ergeben, wenn der Mond in seiner Erdn�he von 48,000 Meilen sich
bef�nde, und beide Weltk�rper, Erde und Mond, in einem Ruhestande sich
befinden. Da aber dieses nicht der Fall ist, so mu� jedem K�rper auf dem
Monde die Bewegung der Schnelligkeit und Richtung so mitgetheilt werden,
wie er dieselbe hat. Hierdurch w�rde der Stein in den Lauf eines
parabolischen Bogens versetzt werden, aber nicht zur Erde kommen. Und
3) k�nnen diese Massen nicht in der Atmosph�re erzeugt werden, weil
+a)+ diese nur 9 bis 10 Meilen hoch ist, und jene Massen in einer
H�he von 60 bis 100 Meilen, wie die dar�ber angestellten Berechnungen
beweisen[B], erblickt worden sind. +b)+ Ist die Atmosph�re in einer
H�he von 20 Meilen so d�nn, da� _eine_ Kubikmeile Luft nicht mehr als
_ein_ Pfund wiegt. Wie ist nunmehr denkbar, da� in dieser H�he und noch
weniger in der von 60 bis 100 Meilen sich Eisenmassen von 1000 bis
100,000 Pfund haben bilden k�nnen? Denn wo ist der Stoff dazu in
dieser H�he vorhanden? Und +c)+ wodurch sollten diese Meteormassen die
Schwungkraft erhalten haben, durch welche sie �ber ganze L�nder, mit
einer Geschwindigkeit, welche bei einigen die der Erde �bertroffen
hat, dahin gef�hrt worden sind, und mit welcher sie sich, in einem
parabolischen Bogen sanft zur Erde niederlassend, erhalten haben, wenn
sie beides nicht bei ihrem Entstehen im Weltenraume erhalten h�tten,
indem die Luft nicht einmal einen Wassertropfen, der nach seiner Bildung
sogleich zur Erde f�llt, fortzuf�hren vermag.
[Anmerkung A: Eine Geschwindigkeit welche 7 Mal die des Schalls, der
in einer Sekunde 1040 Fu� macht, �bertrifft.]
[Anmerkung B: Die Feuerkugel oder Meteormasse, welche im Jahre 1783
den 10. August �ber England und Frankreich &c. fortlief, ist in
Hamburg gesehen worden. Da nun Hamburg von London 90 Meilen entfernt
ist, so mu� diese Masse, wenn sie in einem Winkel von 50� von
Hamburg aus gesehen worden ist, �ber 107 Meilen hoch geschwebt
haben. Ist sie in einem Winkel von 40� gesehen, so ist ihre H�he 75,
ist sie 30� hoch gesehen, so ist ihre H�he 50 Meilen, und ist sie
10� hoch gesehen worden, so ist ihre H�he 15 Meilen gewesen.]
Aus allen diesen folgt demnach, da� die Meteormassen Produkte des gro�en
Weltenraumes oder kleine Weltmassen sind.
Wenn sich nun solche Vereinigungen fremder K�rpermassen mit der unseres
Wohnortes in neueren Zeiten zugetragen haben, ist es dann wol nicht sehr
wahrscheinlich, da� in noch fr�hern Zeiten, besonders zu der, wo die
Menge der kleinen Weltmassen weit gr��er war, als jetzt, und viele von
ihnen, wo nicht alle, in einem noch unangeordneten Laufe dahin eilten,
weit mehre solcher Zusammenst�rze erfolgen mu�ten -- und da� auch Massen
von bedeutender Gr��e auf unsern Wohnort m�ssen gest�rzt sein, welche
nicht allein seinen innern Bau ersch�ttert und zerst�rt, sondern auch
Felsenmassen, als Berge, auf ihn m�ssen hingesetzt haben?
Vielleicht ist auf diese Art einstens Amerika, welches weit h�her als
die �brigen Erdtheile �ber der Meeresfl�che erhaben liegt, aufgesetzt
worden, wozu nur ein Weltk�rper, wie die Vesta[A] gro� ist, geh�rte, der
hierauf das Wasser daselbst weggedr�ngt und zu gro�en Wasserbergen auf
den Seiten der Erdoberfl�che angeh�uft hat, und wodurch vielleicht die
Zend- oder die Noahische oder eine andere Fluth des grauen Alterthums
hervorgebracht worden ist.
[Anmerkung A: Diese ist 14,800 Mal kleiner als unser Wohnort.]
Da� aber unser Wohnort mehre solcher Zusammenst�rze von bedeutenden
Weltmassen wirklich erlitten habe, zeigt deutlich, nicht allein, wie
schon angef�hrt ist, sein innerer Bau, sondern auch die gro�e Menge
von organischen Wesen, welche tief unter den Felsenmassen versch�ttet
liegen, und die ihr Grab nicht durch Fluthen, sondern nur durch
gewaltsame Versch�ttungen und Zusammenst�rzungen von Felsenmassen auf
Felsenmassen, da, wo sie liegen, k�nnen gefunden haben[A]. Denn, wenn
die ganze Menge von Ueberresten der Thiere durch Fluthen hierher gef�hrt
worden w�re, so w�rde man die Knochen derselben nicht so gut erhalten,
sondern vom Wasser zerst�rt und in Steinmassen umgeschaffen, wie man
viele von den Muscheln antrifft, oder in Abdr�cken dargestellt, und auch
nicht tief unter Felsen, wo nie Fluthen hingedrungen sind, antreffen und
angetroffen haben. Und selbst der gro�e Naturforscher Cuvier, welcher
nunmehr schon 78 Arten von S�uge- und eyerlegenden Thieren aus dem
Scho�e der Erde, worunter 49 in der jetzt lebenden Sch�pfung g�nzlich
unbekannte Arten sind, hervorgefunden hat, behauptet, da� die gro�en
Landthiere da, wo sie in der Erde liegend gefunden werden, auch gelebt
haben. Hieraus erhellet demnach, da� ein gro�er Theil von jenen Thieren,
wo nicht alle, durch einen Aufsturz eines fremden Weltk�rpers[B] auf
unsere Erde versch�ttet worden sei.
[Anmerkung A: Zu den Thieren, die h�chst wahrscheinlich da, wo ihre
Ueberreste gefunden werden, einstens gelebt haben, geh�rt vorz�glich
der Elephant, von welchem man fast in allen L�ndern Europa's
Ueberreste ausgegraben hat und noch ausgr�bt. So gr�bt man z.B.
in den Baumanns- und Scherzfeldischen H�hlen zuweilen eine Menge
Z�hne aus, die oft noch ihren nat�rlichen Glanz haben und in den
Kinnbacken festsitzen. So hat man auch bei Erfurt in Th�ringen
im Jahre 1698 in einer Tiefe von 24 Fu� ein Gerippe ausgegraben,
welches noch die Hirnschale mit 4 Backenz�hnen, 2 Eckz�hnen,
Schulterknochen, R�ckenwirbel, einige Rippen und verschiedene
Halsknochen besa�. Eben so hat man nicht weit von Langensalza im
Th�ringschen bei Tonne im Jahre 1695 ein solches Gerippe mit 2 acht
Fu� langen Eckz�hnen oder Fangz�hnen gefunden. Auch zwischen Br�ssel
und Rupelle sind 2 Gerippe mit Kinnbacken und Fangz�hnen -- auch in
Siebenb�rgen und Ungarn, an der Donau und am Rhein und fast in allen
L�ndern Europens sind sowol Knochen als Z�hne von diesem Thiere
ausgegraben worden. Ja, man hat sogar einen solchen in Kiesel
verwandelten Backenzahn auf Island gefunden. Weit h�ufiger aber
findet man dergleichen Z�hne in Sibirien an den Fl�ssen Obi,
Jenesei, Lena u.s.w. wo sie von einer L�nge von 9� Fu�, 6 Zoll im
Durchmesser und 400 Pfund schwer gefunden werden. Auch an andern
Oertern Asiens, Afrika's und Amerika's und zwar an solchen, von
welchen man wei�, da� daselbst nie Elephanten gehauset haben, hat
man Ueberreste davon gefunden. Mehres hier�ber findet man in meiner
�Allgemeinen Darstellung der Oberfl�chen der Weltk�rper unseres
Sonnengebietes. Seite 10, 11 u.s.w.�]
[Anmerkung B: Von den bei dem Dorfe Thiede, unweit Braunschweig,
aufgefundenen Knochen vom Mammuth, Nashorn, Dammhirsch &c. scheinen
diese hier gelebt und durch jene herbei str�mende Fluth in einen
Winkel zusammen getrieben zu sein, in welchem sie Schutz zu finden
glaubten, wo sie darauf unter dem Niederschlage der Wasserfluth
begraben worden sind.]
Aber wie furchtbar, wie grausenvoll m�ssen solche gro�e m�chtige
Naturscenen, welche nicht allein das Innere der Erde ersch�ttern, hier
und da die Felsenmassen zertr�mmern und die Ebenen verw�sten, sondern
auch die lebende Sch�pfung in einem Nu in ein Nichts verwandeln, sein!
Denn schon, wenn ein Weltk�rper von einer Gr��e, wie unser Mond, der
das Meerwasser unter der Linie zu einer H�he von 2 bis 3 Fu�, in einer
Breite von 30 bis 50 Grad[A] aber zu einer H�he von 20 bis 48, bisweilen
sogar auf 80 Fu�, wie es bei der Insel St. Malo der Fall ist, erhebt,
sich unserm Wohnorte n�hern, und n�her, als jener uns ist, kommen w�rde,
w�rde nicht allein das Meer aus seinen Ufern treten, und die ebenen, von
Menschenh�nden j�ngst bearbeiteten, lachenden Fluren der sch�nen Natur
�berschwemmen, sondern bei seinem immer N�herkommen, w�rde das Wasser
sich immer mehr zu Wasserbergen anh�ufen, hier und dort seinen Boden
g�nzlich verlassen, und endlich mit allen seinen Bewohnern �ber
Felsenmassen hin�berfluthen[B] und die sch�ne gr�nende Natur in ein
todtes Chaos und die lebende Sch�pfung in ein Nichts verwandeln. Und
wenn endlich jene Weltmasse auf unsern Weltk�rper st�rzen w�rde, so
w�rde nicht allein das Wasser unter ihr weggedr�ngt und zu den Seiten
mit Gewalt �ber Berge und Th�ler, �ber Fluren und W�lder zu str�men
gezwungen werden, wodurch das, was j�ngst noch Land war, zum Meere,
und was j�ngst noch Meer war, zum festen Lande w�rde umgeschaffen
werden, sondern es w�rde auch der Mittelpunkt der Erde, nebst ihrem
Schwerpunkte, und die Umw�lzung derselben um ihre Achse, sowol in
Ansehung ihrer Geschwindigkeit, wie auch ihrer Richtung nach ver�ndert
werden, wodurch das, was j�ngst auf ihr Nord- und S�dpol war, vielleicht
zum Aequator gemacht werden w�rde. -- Auch w�rde dieselbe in der Gestalt
und Lage ihrer Bahn, wie auch in ihrem Abstande vom Sonnenk�rper, und
in ihrem Umlaufe um denselben eine gro�e Ver�nderung zu leiden haben.
Solche gro�e und m�chtige Ver�nderungen m�chten sich also wol mit unserm
Erdk�rper zutragen, wenn ein Weltk�rper von Bedeutung auf ihn st�rzen
w�rde. -- Und da� derselbe schon solche gro�e Ver�nderungen mehr als ein
Mal erlitten habe, leuchtet aus dem bereits vorhin Angef�hrten, wie auch
daraus hervor, da� man Bewohner des tiefen Meeres auf den Gipfeln der
h�chsten Felsenmassen[C], wohin sie nur eine m�chtige grausenvolle Fluth
gef�hrt haben kann, begraben liegend gefunden hat. -- Aber auch daraus,
da� man in unsern Gegenden und in denen, welche mit denselben in
gleichem Abstande vom Aequator liegen, Ueberreste von Thieren, die
nur in hei�en Gegenden hausen k�nnen, in Menge unter der Erdmasse
versch�ttet angetroffen hat, welches daher voraussetzt, da� diese
Gegenden einstens warm m�ssen gewesen sein. Und eben so findet man in
unsern Gegenden unter der Erde Spuren von Meerbewohnern, und dar�ber
Ueberreste von Landthieren liegend, welches hinl�nglich den Beweis f�r
mehre Revolutionen, die unsere Gegenden einstens m�ssen erlitten haben,
darreicht. Jetzt fragt es sich, wird unser Weltk�rper eine solche
Revolution ein Mal wieder zu bef�rchten haben? Und wenn er solche zu
bef�rchten hat, wann wird alsdann dieselbe eintreten?
[Anmerkung A: Unter der Linie oder dem Aequator betr�gt die
Anziehungskraft der Sonne auf das Meer, nach La Lande's Berechnung,
23 Zoll und die des Mondes 3 � 23 = 69 Zoll, folglich von beiden
Weltk�rpern zugleich an 8 Fu�. Da aber der Widerstand des Grundes
des Meeres die Erhebung zu dieser H�he verhindert, so kann es sich
nur unter dem Aequator 2 bis 3 Fu� hoch erheben. Aber jenseit des
Aequators erhebt es sich bedeutender, so da� dessen H�he bei den
kanarischen Inseln, unter dem etwa 30. Grade n�rdl. Breite 7 bis 8
Fu� betr�gt; an den K�sten von Marocko und denen von Spanien bis
etwa auf den 37. Grad n�rdl. Breite auf 10 Fu�; an den K�sten von
Portugal und Spanien bis etwa auf den 43. Grad n�rdl. Breite auf 12
Fu�, vom Vorgebirge +Finis terrae+ bis zum Ausflusse der Garonne,
also bis zum 46. Grad n�rdl. Breite 15 Fu� &c. sich erhebt. Hierauf
nimmt diese H�he nach dem 48. Grade n�rdl. Breite wieder ab, und die
Fluthen werden bis nach dem Nordpole zu immer niedriger, wo sie
endlich ganz aufh�ren.]
[Anmerkung B: Wenn der Mond seinen Standort verlassen und zur
Erde herabfallen k�nnte, so w�rde er, wenn er 7740 Meilen von uns
entfernt w�re, das Meer 256 Fu� zu sich hinan erheben, und wenn er
1016 Meilen uns nahe gekommen w�re, so w�rde er dasselbe 15,000 Fu�
zu sich empor erheben, und daher solches zwingen, �ber die beinahe
h�chsten Berge hin�berzufluthen.]
[Anmerkung C: Del�c hat auf den Savoyischen Alpen, in einer H�he von
7844 Fu� �ber der Meeresfl�che erhaben, Ammoniten angetroffen. Und
nach der Versicherung des Don Ulloa sollen auf einem Kalkgebirge in
Peru, in einer H�he von 14,000 Fu�, und auf einem andern, in einer
H�he von 13,200 Fu�, Pektiniten und Ammoniten gefunden worden sein.]
In der ganzen Natur finden wir, wo wir unsere Blicke nur hinwerfen,
Vergehen und Entstehen zur Verj�ngung und Versch�nerung derselben. Denn
wenn der Wurm und der Baum ihre Bestimmung, dieser als Baum und jener
als Wurm erreicht haben, so sterben sie dahin, l�sen sich in ihre
Bestandtheile auf, und dienen dadurch der sch�nen Natur zur Verj�ngung
und Versch�nerung. So ist auch der m�chtige Felsen dem Zahne der Zeit
unterworfen, wie die Spitzen der Pyren�en durch ihr Vergehen beweisen.
So wie nun Alles auf unserem Erdballe vergehet, wodurch sich die Natur
verj�ngt, so vergehen auch Welten und Weltengebiete, und neue treten
f�r sie zur Erneuerung und Verherrlichung der gro�en Sch�pfung wieder
hervor; daher sind auch schon Weltk�rper vergangen, und haben sich in
kleinere Massen, wie es mit der Ceres, Pallas, Juno und Vesta der Fall
gewesen zu sein scheint, aufgel�set, und so werden auch einst die
�brigen Weltk�rper unseres Sonnengebietes und nach und nach des ganzen
Sch�pfungsgebietes vergehen, und in neue Weltmassen umgeschaffen werden,
wenn sie dem gro�en Weltenplane das nicht mehr sind und leisten k�nnen,
was sie darnach sein und leisten sollen, n�mlich _einer bestm�glichst
gro�en Menge von lebenden Wesen zum Wohn- und Wonneplatze_ zu dienen.
Daher wird auch unser Wohnort einstens das nicht bleiben, was er jetzt
ist, sondern wird sich entweder in kleinere Massen aufl�sen, oder durch
den Aufsturz eines andern auf ihn an Masse vergr��ert werden.
Aber wann wird diese Zeit eintreten? Die Zeit, wo unser Wohnort nicht
mehr die F�lle von Nahrungsstoff seinen auf ihm lebenden Gesch�pfen wird
darreichen, und wo daher nicht mehr die Menge von Gesch�pfen auf ihm
sich wird freuen k�nnen, wird alsdann Statt finden, wenn die Erdachse
eine senkrechte Stellung gegen den Sonnenk�rper wird erhalten haben,
wo alsdann ein best�ndiger Fr�hling in den gem��igten und kalten Zonen
der Erde herrschen, und wo in diesen alles gr�nen und wol bl�hen, aber
nichts reifen wird, und wo daher nur die hei�e Zone bewohnt sein kann.
Nimmt man nach Piazzi und den neuern Astronomen die j�hrliche Abnahme
der schiefen Stellung gegen den Sonnenk�rper, welche im Jahre 1800
23� 27' 56" war, zu 0,443 an, so macht diese in 100 Jahren 44" aus,
wonach diese senkrechte Stellung nach 192,000 Jahren erfolgen mu�.
Also welche geraumvolle Zeit ist der Erde noch zu ihrem gegenw�rtigen
Zustande verg�nnt! Und welche geraumvolle Zeit hat die Menschheit
noch zur Entwicklung ihrer erhabensten Seelenkr�fte! Welche gro�e
Fortschritte wird sie daher in den K�nsten und Wissenschaften, besonders
in der Erd- und Himmelskunde, und in denen mit dieser verwandten, nicht
noch machen! Und welche f�r uns noch tiefe Geheimnisse in der Natur
werden von ihr nicht enth�llt werden, wenn sie so fortschreiten wird,
wie sie in den letzten 20 Jahren in der Aussp�hung der Kr�fte der Natur
fortgeschritten ist! Und auf welcher hohen Stufe der Ausbildung wird sie
dann nicht in den letzten Jahrhunderten dieser geraumvollen Zeitperiode
stehen!
Doch fragt es sich jetzt: haben wir nicht von einem andern Weltk�rper
fr�h oder sp�t eine Zerst�rung unsers Wohnortes und eine Vernichtung der
ganzen organischen Sch�pfung zu bef�rchten? Und wenn solches der Fall
ist, von welcher Art von Weltk�rpern haben wir dieses zu bef�rchten?
Wenn ein Mal eine solche Zerst�rung unseres Wohnortes sich ereignen
sollte, so kann diese nur von einem Kometen bewirkt werden, indem die
11 Planeten mit ihren 18 Nebenplaneten, welche mit der Erde fast in
gleicher Ebene ihren Lauf von Abend nach Morgen um den glanzvollen
Sonnenk�rper beginnen, in solcher genauen Verkettung zusammenstehen,
da� der eine von dem andern nichts zu bef�rchten hat. Denn bei ihnen
herrscht das genaueste Verh�ltni�ma� in Ansehung der Entfernung von
einander, auch stimmen ihre Massen und Gr��en mit ihren Entfernungen
�berein, welche wiederum mit den Umlaufszeiten in einem gewissen
Verh�ltnisse stehen.
So ist alles hier verkettet und nach der h�chsten Weisheit angeordnet,
wor�ber der nachdenkende Mensch, wenn er die� Alles �berblicket, in ein
tiefes Staunen und in eine stille Bewunderung �ber die Gr��e seines
Gottes versetzt wird.
Aber so ist es nicht mit den Kometen, weil diese das ganze Sonnenreich
durchkreuzen, und deswegen, bald von dieser, bald von jener Gegend des
Sonnengebietes hergeeilt kommen. Sie sind daher bald sehr nahe, bald
sehr weit von dem Alles belebenden Sonnenk�rper entfernt, durchschneiden
deswegen bald hier, bald dort die Bahn eines Planeten, und kommen bald
diesem, bald jenem sehr nahe. So durchwandern allein 48 Kometen den
Raum zwischen Erde und Venus, von welchen der im J. 1680 nur 96,000
geographische Meilen, der vom J. 1684 an 185,000 geographische Meilen
und der vom J. 1770 an 300,000 Meilen von uns entfernt waren.
Da nun die Anzahl dieser Weltk�rper, nach der Berechnung des
verstorbenen Staatsrath und Ritter Schubert's in Petersburg �ber
20 Millionen ist, die bald hier, bald dort bei ihrer Sonnenn�he in
die Bahn eines Planeten kommen, so ist es schon deswegen nicht sehr
unwahrscheinlich, da� einer von diesen ein Mal der Erde sehr nahe kommen
und eine gro�e Revolution auf ihr bewirken kann. Aber wir wissen dieses
weit gewisser aus der dar�ber angestellten Berechnung des Hrn. +Dr.+
Olbers in Bremen, nach welcher in einem Zeitraume von 88,000 Jahren ein
Komet der Erde so nahe kommen wird, wie der Mond uns ist.
In dem Zeitraume von 4 Millionen Jahren wird es sich ein Mal ereignen,
da� ein solcher Weltk�rper uns an 7700 geographische Meilen nahe kommt,
und das Wasser, wenn er der Erde an Masse gleich ist, zu 15,000 Fu�,
und wenn er dem Monde an Gr��e und Masse gleich ist, zu 256 Fu� erhoben
wird. Und in 220 Millionen Jahren wird ein solcher Weltk�rper mit der
Erde zusammensto�en, und jene vorhin angef�hrten furchtbaren und
grauenvollen Erscheinungen auf derselben hervorbringen.
_Nachtrag._
Wenn eine Hypothese �ber die Ausbildungsart der Erde den denkenden Leser
befriedigen soll, so mu� sie folgende Punkte geh�rig erl�utern, und
bestm�glichst ins reine Licht setzen: 1) Wodurch sind die Berge so hoch
aufgeth�rmt? 2) Wodurch sind die Erdschichten so schief und hin und
wieder senkrecht, wie ich angef�hrt habe, hingestellt, und wodurch
sind diese, wie die Tr�mmer eines Hauses hier und dort �ber und durch
einander hingeworfen worden? 3) Wodurch haben die gro�en Felsenmassen
die Spalten und Risse nach allen m�glichen Richtungen erhalten? 4) Woher
kommt es, da� man die Bewohner des tiefen Meeres auf den Gipfeln der
h�chsten Berge, und unter den Schichten derselben begraben findet?
5) Wodurch sind die Thiere und Pflanzen hei�er Gegenden in die
gem��igten und kalten Erdstriche gekommen? Und woher 6) sind endlich
die Ueberreste von den Thieren, welche wir gar nicht mehr in unserer
jetzigen organischen Sch�pfung finden, hergekommen?
Um alle diese Fragen geh�rig zu beantworten, ist keine Hypothese
g�nstiger, als die, in der vorhergehenden Abhandlung, von mir
aufgestellte: da� n�mlich _unser Wohnort durch die Aufst�rze
gr��erer Weltmassen, als diejenigen sind, welche man unter dem Namen
Meteorsteine, Feuerkugeln u.s.w. begreift, seine gegenw�rtige Ausbildung
erhalten_ habe, indem alle andern dar�ber angef�hrten Meinungen nur
einzelne Punkte, und auch diese nicht ein Mal geh�rig erl�utern.
Denn diejenigen Geologen, welche jene angef�hrten Erscheinungen durch
die Macht eines unterirdischen Feuers, und durch die der Fluthen, welche
aber beide nur eine untergeordnete Stelle bei der Ausbildung der Erde
gespielt haben, erl�utern wollen, nehmen in dem Innern der Erde ein
Feuer an, welches die Erdrinde hin und wieder aufgeworfen, die Schichten
derselben zerst�ckelt und die Felsentr�mmer umhergeworfen habe, wodurch
Spalten und Risse in den Schichten entstanden, und die Hohlungen
zwischen denselben gebildet worden sind. Hierauf sind, nach ihrer
Meinung, die Felsenmassen durch die Wasserfluthen weich gemacht worden
und haben sich hierauf in die Hohlungen und Kl�fte hinabgesenkt, wodurch
sie die vorhin angef�hrten Lagen und Stellungen gegen einander erhalten
haben. Ferner sollen durch die Macht der Fluthen Schichten hin und
wieder weggedr�ngt und Th�ler gebildet, und Granit, und andere
Felsenmassen durch die tiefsten Seen meilenweit fortgef�hrt, und zu
hohen Gebirgen hinangew�lzt worden sein. Und um die Erscheinung der
gro�en Landthiere, welche in unseren und anderen Gegenden der gem��igten
Erdzone tief unter Felsenmassen begraben gefunden werden, zu erl�utern,
nehmen einige Geologen Wasserfluthen an, welche sie aus den hei�en
Gegenden zu uns hin�bergef�hrt haben; andere hingegen nehmen eine
Ver�nderung der Erdachse an, wodurch unsere Gegenden, die vor derselben
hei� gewesen sein sollen, gem��igt geworden sind. Und der Verfasser der
Urwelt l��t sogar einen Erdtheil, der am S�dpole soll gelegen haben,
deswegen untergehen, wodurch, nach seiner Meinung, sich die Richtung
der Erdachse ver�ndert h�tte, ohne zu bedenken, da� dadurch gar keine
Ver�nderung in Ansehung der Erdachse, wenn solches der Fall gewesen
w�re, erfolgen konnte, indem der Schwerpunkt der Erde dadurch keine
Ver�nderung erlitten h�tte, weil der Erdtheil nicht von ihr weggenommen
w�re, sondern nur unter die Fluthen w�rde versenkt worden sein.
Gegen die hier nur kurz dargestellten S�tze �ber die Ausbildungsart
der Erdoberfl�che mu� ich zuvor, ehe ich die Unzul�nglichkeit derselben
darstelle, anf�hren, da� selbst der gro�e Naturforscher _Cuvier_,
wie ich schon angef�hrt habe, behauptet[A], da� alle diese gro�en
Naturwirkungen in und auf der Erde, wie sie ein Saussure, de Luc und
andere Geologen bei ihren Gebirgsreisen vorgefunden haben, sie nicht
hervorbringen k�nnen.
[Anmerkung A: Gilbert's Annalen der Physik Bd. 22. S. 117.]
Was nun zuerst das unterirdische Feuer anbetrifft, so ist nicht zu
l�ugnen, da� die Kraft desselben sehr gro� sein mu�, indem dadurch in
den neuern Zeiten Berge, der neue Berg bei Neapel im Jahre 1538 zu einer
H�he von 2000 Fu�, und der Xurollo im s�dlichen Amerika im Jahre 1759 zu
einer H�he von 1500 Fu�[A], und Inseln, sowol im Aeg�ischen, wie auch in
andern Meeren aus der Erde emporgehoben, und wiederum St�dte und ganze
Gegenden, wie bei Neapel die St�dte Herkulaneum und Pompeji und die
ganze Gegend um Modena[B], mit Staub und Asche versch�ttet sind.
[Anmerkung A: Dieser Berg entstand in dem angef�hrten Jahre den
14. September in einer Ebene, und ist mit mehren tausenden kleinen
rauchenden H�geln umgeben, und welcher im Jahre 1804, als der Herr
von Humboldt und Bonpland in diese Gegend kamen, noch brannte. In
seiner N�he befindet sich der Cotopaxi, dessen Flamme bei seinem
Ausbruche im Jahre 1738 �ber 2000 Fu� hoch empor stieg, und dessen
Get�se �ber 72 deutsche Meilen von ihm entfernt geh�rt worden ist.]
[Anmerkung B: Die St�dte Herkulaneum und Pompeji und die ganze
Gegend umher wurde im Jahre 79 nach Christi Geburt durch den Auswurf
des Vesuvs so sehr versch�ttet, da� man die Lage dieser St�dte nicht
anzugeben gewu�t hat, indem die Asche aus diesem Berge hin und
wieder �ber 112 Fu� hoch dar�ber lag.
Die Gegend bei Modena ist ebenfalls durch Ausbr�che von Vulkanen im
Jahre 97 vor Christi Geburt zur Zeit des Consulats C. Marcius und
Sept. Julius, nach Plinius im +II.+ Buche Kap. 53, verheert und
versch�ttet worden. Nach Ramazzini's Erz�hlung findet man hier 14
Fu� tief unter der Erde Ueberbleibsel von einer alten Stadt, H�user,
gepflasterte Stra�en u.s.w. Hierauf folgt, wie er hinzu f�gt, eine
feste Erde und unter dieser eine feuchte Erde, die mit vielen
Pflanzentheilen vermischt ist. Und unter dieser befinden sich in
einer Tiefe von 26 Fu� ganze B�ume, z.B. Nu�b�ume mit vielen Aesten,
Bl�ttern und Fr�chten, und hierauf trifft man wieder, 2 Fu� tiefer,
eine sehr zarte Kreide, die mit vielen Muschelschalen vermengt ist,
an. Nach seiner Angabe soll diese Kalklage 11 Fu� dick sein, worauf
sich aufs Neue wieder Aeste, Bl�tter und ganze B�ume befinden. Auf
diese Weise wechseln daselbst, bis zu einer Tiefe von 63 Fu�,
Kreideschichten und Lagen von einer feuchten, mit Pflanzentheilen
vermengten Erde mit einander ab. Hierauf folgt zuletzt eine Schicht
von Sand mit Muschelschalen und Steinen angef�llt.]
Ob nun gleich die Macht des unterirdischen Feuers sehr gro� ist, wie
sowol diese Wirkungen, als auch die der Erdbeben, wodurch ganze L�nder,
und fast ganze Erdtheile ersch�ttert worden sind[A], beweisen, so sind
solche doch nur lokal gewesen, und betreffen nur hier und da die
Erdrinde, und zwar da, wo ein Stoff dazu vorhanden war, welcher sich
mit dem Wasserstoffe verbinden konnte. Da nun in der Mitte der Erde
keine Wassermasse, nach der Wirkung der allgemeinen Schwere, bei der
Entstehungsart der Schichten, in dem Innern derselben vorhanden sein
kann, so kann auch daselbst ein solches die Erdoberfl�che �berall
zerst�rendes Feuer nicht Statt finden. Und wenn je daselbst solches
Statt gefunden und seine Wirkungen von da nach au�en hin ausge�bt h�tte,
so w�rden wir auch Felsenst�cke von dem Innern der Erde, und nicht blo�
von der Erdrinde auf ihrer Oberfl�che umhergeschleudert finden. Hieraus
folgt demnach, da� nie ein Feuer in der Mitte der Erde gelodert, und die
auf der Erdoberfl�che vorhandenen Verw�stungen angerichtet habe, sondern
da� solches immer nur unter der Erdrinde hier und dort gew�thet und
dieselbe da, wo es den geringsten Widerstand gefunden hat, aufgeworfen
habe; daher finden wir bald hier bald dort auf den Ebenen
trichterf�rmige Berge, und auf dem langen R�cken der Bergketten einzelne
Spitzen, als Vulkane, lodern, welche die ganze Macht des unterirdischen
Feuers darstellen.
[Anmerkung A: Das Erdbeben von 1601 den 1. September soll ganz
Europa und einen Theil von Asien ersch�ttert haben, und das von
1755 den 1. November, welches Lissabon zerst�rte, hat seine
Ersch�tterungen von Gr�nland bis nach Afrika ausgebreitet.]
Da sich nun aus dieser Wirkungsart dieses Feuers 1) die Entstehungsart
ganzer Bergketten von 70 bis 1000 Meilen[A] L�nge, dabei mit einer sehr
betr�chtlichen H�he, aber mit einer sehr unbedeutenden Breite, wobei
die Alpen nicht ein Mal eine Spur eines unterirdischen Feuers an sich
tragen; 2) die senkrechten und schief geneigten Lagen und Stellungen von
Felsenmassen, die eine L�nge von einer Meile haben; 3) das Hin�berwerfen
solcher Massen �ber einander, und 4) die Spalten und Hohlungen in
denselben, welche oft mehre Meilen weit in die L�nge fortgehen, auf
keine Weise erkl�ren lassen, so nehmen andere Geologen, um den Umsturz
so vieler Schichten, und den Grund ihrer schief liegenden und senkrecht
stehenden Stellung zu erkl�ren, ungeheuere H�hlen in dem Innern der Erde
an, welche einstens mit Wasser ausgef�llt gewesen, und in welche nachher
die Schichten hinabgesunken w�ren, ohne zu bedenken, da� die allgemeine
Schwere die Entstehung solcher H�hlen bei der Ausbildung der Erde nicht
verstatten konnte, indem sich, nach ihren Gesetzen, alles auf einander,
ohne eine L�cke zwischen sich zu lassen, dr�ngen mu�te.
[Anmerkung A: Die Cordilleras heben bei dem Feuerlande an und
breiten sich bis zu dem Berge St. Elios in Nordamerika aus, eine
L�nge von 1700 geogr. Meilen.]
Andere Geologen, um dieser Schwierigkeit auszuweichen, nehmen ein
Austrocknen, Verwittern, Aufl�sen der Schichten durch das Wasser und
andere zuf�llige Ursachen an, wodurch die Schichten gesunken und in
solche schiefe und senkrechte Lagen sollen gebracht worden sein. Wenn
sich nun aber auch die Lage einzelner Schichten dadurch erkl�ren l��t,
so l��t sich dadurch dennoch nicht die Lage derjenigen Schichten,
die einen Umfang von _einer_ Meile haben, und pl�tzlich senkrecht
hingestellt worden sind -- und auch nicht die Entstehungsart der hohen
und langen Bergketten erkl�ren.
Was nunmehr die Erscheinung der Seethiere auf den Gipfeln der h�chsten
Berge, auf welchen Don Ulloa Ammoniten und Pektiniten in einer H�he von
14,000 Fu�, auf einem Kalkgebirge in Peru, gefunden hat, anbetrifft,
so erkl�ren die Geologen diese Erscheinung durch das Nahekommen eines
Kometen der Erde, wodurch das Meer zu dieser H�he hinanzufluthen
gezwungen worden sei. Wenn nun aber ein Komet auf derselben solches
bewirken soll, so mu� er, wenn er von der Dichtigkeit und Gr��e unseres
Mondes ist, von welcher aber nur wenige erschienen sind, und das Meer
15,000 Fu� erheben soll, ihr 1016 geogr. Meilen nahe kommen. Ist er
aber von der Gr��e der Vesta, so mu� er, wenn er das Meer 8000 Fu� zu
sich hinan erheben will, 86 Meilen, und wenn er solches 32,000 Fu�
hinanfluthen lassen will, ihr 34 Meilen nahe kommen. Kommt aber ein
Weltk�rper so nahe unserm Wohnorte, so m�chte er wol von ihm gezwungen
werden, sich mit ihm zu vereinigen, um seine Erdmasse dadurch zu
vergr��ern.
Was nun endlich das Auffinden und Aufgraben der gro�en Landthiere in
unseren Gegenden anbetrifft, so mu� ich dar�ber zuvor bemerken, da�
Cuvier und andere gro�e Naturforscher durchaus behaupten, da� die Thiere
da, wo ihre Ueberreste gefunden werden, auch gehauset haben. Wenn aber
diese in unseren Gegenden und in denen, welche mit den unsrigen in einer
gleichen Zone liegen, sollen gelebt haben, so mu� diese unsere Zone
einstens hei� gewesen sein, um der Menge dieser gro�en Thiere den
geh�rigen Nahrungsstoff haben verschaffen zu k�nnen.
Wie ist aber diese zu einer gem��igten geworden? Hat sich etwa die W�rme
der Erde �berhaupt vermindert, wodurch unsere Gegenden k�lter geworden
sind? Oder hat die Erdachse eine andere Stellung nach der Sonne hin
erhalten, wodurch unsere Zone eine gem��igte geworden ist?
Alle diese Fragen, dergleichen ich noch mehre hinzuf�gen k�nnte, wie
auch diejenigen, welche gleich im Anfange �ber die Ausbildungsart der
Erde von mir aufgestellt worden sind, lassen sich durch die Aufst�rze
der Weltmassen auf unsere Erde am besten und befriedigendsten aufl�sen.
Denn durch das Niederst�rzen einer solchen Masse, nur von der Gr��e
einer Vesta, mu�ten die Felsenmassen der Erde da, wo sie hinst�rzte,
zertr�mmert, umhergeworfen und �ber einander angeh�uft werden, wodurch
daher diese Massen alle die vorhin angef�hrten Lagen und Stellungen
gegen einander erhalten haben und erhalten mu�ten, und wodurch sich
ebenfalls zwischen ihnen, da sie nicht alle dicht auf einander zu
liegen, und dicht bei einander zu stehen kommen konnten, Hohlungen
bildeten, welche nachher mit einer andern aufgel�seten Felsenmasse,
als die ihrige war, von der Fluth dahin gef�hrt, zum Theil ausgef�llt
worden, zum Theil aber leer geblieben sind.
Und da bei der Ann�herung einer solchen Weltmasse sich das Meer zu
ihr hinan erheben, �ber die h�chsten Berge dahin fluthen, und bei dem
Niedersturze derselben wieder weggedr�ngt werden, und zu den Seiten
hinabfluthen mu�te, so mu�ten auch auf den h�chsten Felsenspitzen, wo
das Meer hingefluthet war, die Bewohner desselben hier und dort haften
bleiben, wo man auch solche gefunden hat; und das Meer selbst mu�te,
so bald es nur etwas Ruhe geno�, seine ihm beigemischten Theile fallen
lassen, und dadurch die Ueberz�ge von dem Kalkgebirge der zweiten
Entstehung bilden, weswegen alle die blo� gestandenen Ecken und Seiten
der zertr�mmerten Felsenmassen mit dem angef�hrten Kalksteingebirge
�berzogen sind.
Wenn aber eine solche Masse, wie nur die Vesta ist, wodurch ein Gebirge,
wie das der Andes, welches 1700 Meilen lang ist, wol h�tte gebildet
werden k�nnen, auf die Erdoberfl�che gest�rzt w�re, so mu�te der
Schwerpunkt der Erde ver�ndert, und L�nder, die hei� waren, wie die
unsrigen, in gem��igte umgeschaffen werden, wobei aber die Richtung der
Erdachse gegen den Sonnenk�rper unver�ndert bleiben mu�te, weil der
Umschwung der Erde um dieselbe, der von Abend nach Morgen in einer
Richtung von 23 Grad aus der Ebene ihrer Bahn stets fortgeht, nicht von
der Gr��e ihrer Masse, sondern von dem ersten Ansto�e oder Umschwunge,
welchen sie bei ihrem Entstehen erhalten hat, abh�ngt. Daher ist
h�chst wahrscheinlich die Richtung der Erdachse bei allen den gro�en
Ver�nderungen unver�ndert geblieben, nur ist der Nordpol bei denselben
nicht �ber dem Erdpunkte, �ber welchem er vor jeder solchen gro�en
Ver�nderung lag, liegen geblieben, sondern hat, bei jedem gro�en
Aufsturze, einen neuen Erdpunkt erhalten.
Was man dieser Hypothese, welche alle jene aufgestellten Fragen
befriedigend beantwortet, und den Untergang von W�ldern, Bergen und
St�dten durch den Einsturz der tiefen H�hlen, auf welchen sie einstens
gestanden haben, so sch�n erkl�rt, vorz�glich entgegensetzt, ist die
abgeplattete Gestalt der Erde an ihren Polen, welche sie bei ihrem
Entstehen, da ihre Theile noch weich waren, durch den Umschwung um
ihre Achse erhalten hat, und die sie auch jetzt noch hat.
Wenn nun aber die Erde durch den Aufsturz eines solchen Weltk�rpers in
etwas umgedreht, so da� die damalige hei�e Gegend, also die unsrige,
nach dem Nordpole derselben hinger�ckt worden w�re, wie ist es alsdann
m�glich, da� die Lage der Gestalt der Erde so geblieben ist, wie sie im
Anfange war und noch ist? Bedenkt man aber, da� der Umschwung der Erde
um ihre Achse die Theile derselben in der Mitte, wo der Aequator liegt,
erhoben, und solche von den Seiten, das ist von den Polen her, weswegen
sie hier abgeplattet ist, dahin gezogen habe, so wie eine weiche
Thonkugel, die auf einen Stock gesteckt und umhergeschleudert wird, sich
in der Mitte erhebt und an den Seiten abplattet, so mu�te sich auch das
Meer, nachdem der Aufsturz der Weltmasse auf die Erde geschehen war,
unter dem neuen Aequator erheben, die nicht zu schweren und zu gro�en
Felsenmassen mit sich dahinf�hren und seine ihm beigemischten Theile
hier in gr��erer Menge, als an den Polen fallen lassen, wodurch sich
daher neue und h�here Schichten unter demselben, als an den Polen,
gebildet haben, und wobei dasselbe nicht eher in Ruhe kommen konnte,
bis das geh�rige Gleichgewicht der Theile unter dem Aequator mit dem
an den Polen da war.
Ferner, wenn die Erde ihre erste Gestalt behalten h�tte, so m��te
sie, nach den Gesetzen der allgemeinen Schwere, ein regelm��iger K�rper
sein, und die s�dliche Halbkugel m��te, in Ansehung der Schwere, der
n�rdlichen vollkommen gleichen. Da aber die� nicht der Fall ist, wie man
aus den Pendelversuchen wei�, so mu� irgend eine wichtige Ursache da
sein, welche sie ver�ndert hat; und diese ist und kann keine andere, als
ein Aufsturz einer Weltmasse auf ihre n�rdliche H�lfte sein, wodurch nur
allein eine gr��ere Schwere dieser Halbkugel hervorgebracht werden
konnte.
Da nach einer von dem verstorbenen Hofrath _Kl�gel_ m�hsam angestellten
genauen Berechnung �ber die wahre Gestalt der Erde, nach den
verschiedenen auf ihr geschehenen Gradmessungen, sich dieselbe, nach der
jetzigen Lage der Pole, auf keine Weise zu einem regelm��igen K�rper
eignen wollte, so nahm er andere Punkte auf ihr zur Lage ihrer Pole
an, und fand, da�, wenn man die Gegend unter dem Vorgebirge der guten
Hoffnung nach dem S�dpole hindrehen oder denselben hierher verlegen, und
den Nordpol in das stille Meer, etwa 40 Grad von dem jetzigen Nordpole
entfernt, versetzen w�rde, die Erde alsdann ein vollkommnes Ellipsoid
sei. Daher ist h�chst wahrscheinlich diese Lage der Erdpole die erste
bei der Bildung ihrer ersten Gestalt gewesen, wobei demnach die ganze
n�rdliche gem��igte Zone und auch unsere Gegenden ihre Lage unter dem
hei�en Himmelsstriche gehabt haben, wodurch daher diese einstens hei�
gewesen sind, und welche Lage sie erst durch den Aufsturz einer
Weltmasse auf die Erde verloren haben.
Siehe: Ausdehnungen der Erde; in den astronomischen Sammlungen +III.+
164-169 und _Malte Brun's_ Abri� der mathematischen und physischen
Geographie 1. Abtheilung von v. Zimmermann, mit Erl�uterungen
herausgegeben, Seite 92.
Auf diese Weise l��t sich demnach, wie ich glaube, nicht allein die
jetzige Gestalt der Erde erl�utern, sondern auch alle �brigen vorhin
angef�hrten Naturerscheinungen in und auf der Erde sind dadurch geh�rig
erl�utert worden.
Von allen diesen gro�en Ver�nderungen, welche die Erdoberfl�che erlitten
hat, scheint aber das jetzige Menschengeschlecht keine erlebt zu haben,
weil wir bei der gro�en Menge der Ueberreste der Landthiere, die theils
unter dem nachgelassenen Schlamme der Fluthen, theils unter Felsenmassen
begraben liegen, keine Ueberreste von Knochen der Menschen und auch
keine Versteinerungen von denselben, welche bei dem letzten gro�en
Aufsturze, wodurch die Mammuthsthiere, Rhinozerosse und andere gro�e
Thiere, deren Arten zum Theil gar nicht mehr in unserer jetzt lebenden
organischen Sch�pfung vorgefunden werden, zum Theil in w�rmeren
Erdtheilen leben, vernichtet worden sind, mit vernichtet worden w�ren,
finden. Denn das Beispiel von dem versteinerten Menschenskelette von
Guadeloupe ist, nach der genauen Untersuchung des Herrn Hofrath
Blumenbach in G�ttingen, ein Produkt, welches von keinem Pr�adamiten,
sondern h�chst wahrscheinlich von einem Caraiben herr�hrt[A]. Auffallend
ist hierbei noch, da� von den vielen Menschen, welche sowol durch die
gro�en Fluthen des Orients, wie auch durch die des Occidents umgekommen
sind[B], keine Ueberreste gefunden werden, wovon h�chst wahrscheinlich
die leichtere Aufl�sung der Kalkerde ihrer Knochen durch das Wasser die
Ursache ist.
[Anmerkung A: Gilbert's Annalen der Physik Bd. 22. Seite 177.]
[Anmerkung B: Siehe meine �Allgemeine Darstellung der Oberfl�che der
Weltk�rper und ihres Sonnengebietes�, S. 45.]
Auf diese Weise ist demnach unser Wohnort durch Aufst�rze von Welten
gebildet, wodurch in seinem Innern H�hlen entstanden sind, die sich
nach und nach immer mehr mit Wasser angef�llt, dadurch ihren Raum immer
mehr vergr��ert, die Erdschichten d�nner gemacht, und sie zuletzt zum
Einst�rzen gebracht haben[A], wodurch daher manche Gegend von der
Erdoberfl�che verschwunden, und mit einem daf�r hervortretenden See
bezeichnet worden ist. Nach diesen Aufst�rzen von Welten haben darauf
Ueberschwemmungen und Feuerschl�nde die letzte Hand der Erde zu ihrer
Ausbildung dargereicht, haben einzelne Gegenden versch�ttet, sie tiefer
hinabgesenkt, hin und wieder St�dte von den Ufern des Meeres durch
angesp�lte Erdmassen getrennt, und niedrig gelegene W�lder mit
Erdschutte bedeckt.
[Anmerkung A: So wurde z.B. im Jahre 1618 den 25. August die Stadt
Plurs in der Landschaft Cleven in Graub�nden mit 2000 Menschen von
einem losgewordenen Bergst�cke zu Grunde gerichtet, und lie� einen
gro�en See zu ihrer Bezeichnung nach sich. Im Jahre 1702 den
5. Febr. sank ein Edelhof bei Friedrichshall in Norwegen, Berge
genannt, 600 Fu� in die Erde hinab, wobei 14 Menschen und 200 St�ck
Vieh ihr Leben verloren, und lie� einen Sumpf von 3 bis 400 Ellen
lang und halb so breit, nach sich zur�ck. Die Insel Pontiio bei
Negroponte im Aeg�ischen Meere sank, mit vielen andern in ihrer
Nachbarschaft liegenden, im Jahre 1758, ohne Merkmale des geringsten
Erdbebens, unter die Fluth des Wassers hinab. Und im Jahre 1763 den
1. Sept. ist ein St�ck Land von der Insel Banda Neira 5 Meilen im
Umfange, mit Menschen und Vieh in die Tiefe der Erde hinabgesunken.
Eben so sind auch Berge hinabgest�rzt und haben mit sich St�dte und
D�rfer versch�ttet. So st�rzte im Jahre 1714 den 14. Sept. ein Theil
des Berges Diableret in Unter-Wallis pl�tzlich ein, wodurch 55
Bauerh�user versch�ttet, 15 Menschen und mehr als 100 Ochsen und
K�he unter dem Schutt begraben wurden. Die Tr�mmer dieses Berges
haben ungef�hr einen Raum von einer franz�sischen Quadratmeile
eingenommen, und der durch diesen Sturz verursachte Staub bewirkte
bei heiterm Himmel eine solche Dunkelheit, da� man fast gar nichts
sehen konnte. Und durch die dadurch umhergeschleuderten Felsenmassen
sind Fl�sse in ihrem Laufe gehemmt und neue Seen zum Entstehen
gebracht worden. In Italien bei Norica spaltete sich ein Theil von
einem Berge und versank so tief in die Erde hinab, da� eine Schnur
von 294 Faden den Grund nicht erreichte. Und den 24. Junius 1765
sank der Berg Montepiano in Neapolis, der 1/10 Quadratmeile gro�
war, so tief in die Erde hinein, da� man jetzt kaum die Stelle noch
sieht. Und unter den neuern Naturscenen dieser Art ist die letzte,
welche sich am 2. Sept. 1806 in der Schweiz ereignete, eine der
merkw�rdigsten, wo in einem Zeitraum von wenigen Minuten ein Thal,
welches zwischen dem Zuger- und Lowerzer-See, von der Nordseite
aber von dem 3500 Fu� hohen Ro�berge und von der S�dseite von dem
4400 Fu� hohen Rigiberge eingeschlossen lag, von gewaltigen, mit
m�chtigem Krachen verbunden, losgerissenen Felsenmassen des
Rigiberges zerst�rt wurde, wobei das Dorf R�then, welches in diesem
Thale lag, mit einem Theile des Fu�es des Berges in die Tiefe der
Erde hinabsank, und die andern drei D�rfer Glogau, Busingen und
ein Theil von Lowerz, die sich au�er jenem noch hier befanden,
versch�ttet wurden, wobei 87 Bauerg�ter ganz und 60 nur zum Theil
untergegangen, und 484 Menschen, 170 St�ck Ochsen und 103 St�ck
Ziegen u.s.w. unter den Tr�mmern jener Felsenmasse begraben worden
sind. Siehe Bergmann's Physikalische Beschreibung der Erdkugel,
Delametherie's Theorie der Erde 2. Thl. und Zach's Monatl.
Korrespondenz. 15. Bd.]
So ist also alles in der gro�en Gotteswelt einer best�ndigen Ver�nderung
unterworfen, der Same keimt empor, hebt sich zum Baume hinan, und geht,
wenn er seine Bestimmung vollbracht hat, zur Erde �ber, um durch seine
aufgel�sten Theile die Natur zu erg�nzen und zu verj�ngen -- und so
vergehen auch Welten zur Verj�ngung und Verherrlichung der gro�en
Sch�pfung!!!
_Zusatz._
Eine solche grausenvolle Erdrevolution, wie vorhin angef�hrt ist, hat
das jetzige Menschengeschlecht, wenn wir dessen Existenz auf 2 bis 3000
Jahre vor Christus Geburt hinaufsetzen, mit welchem Zeitpunkte unsere
gew�hnliche Geschichte anhebt, nicht erlebt; aber ein �lteres Volk, das
_Zend-_ oder _Urvolk_ der Erde hat die Folgen von derselben empfunden,
wie in ihrem heiligen Buche der _Zend-Avesta_ angef�hrt ist[A]. Die�
Volk hat �ber 3000 Jahre auf den Hochebenen von Asien, dem jetzigen
Tibet gelebt, und sich nach denselben von da nach verschiedenen Gegenden
unseres Wohnortes ausgebreitet, und sich besonders astronomische
Kenntnisse zu erwerben gesucht, wie aus den Ueberresten derselben,
welche bei den Nachkommen von ihnen gefunden werden, auf das Deutlichste
erhellet, wohin z.B. die L�nge des Sonnenjahres von 365 Tagen[B] --
die Berechnung der Mond- und Sonnenfinsternisse bei den Brahminen der
Indier[C] -- die Aufzeichnung der Konjunktion von 4 Planeten im Jahre
2449 vor Chr. Geburt bei den Chinesen -- die Kenntni� der alten Schweden
von der L�nge des Sonnenjahres von 365� Tagen schon vor 2300 v. Chr. &c.
geh�ren. Denn nach der gro�en Revolution, wodurch der neunmonatliche
Sommer in einen neunmonatlichen Winter verwandelt wurde, breitete sich
die� Urvolk nach allen Gegenden der Erde aus. Ein Theil ging nach Osten
und stiftete das chinesische Reich, ein anderer nach Westen, von welchem
Abraham, der seinen Gott im Feuer verehrte, abstammte, ein Theil nach
S�dwesten, von welchem die Aegypter ihren Ursprung genommen haben, und
ein Theil nach S�den, von welchem die Perser abstammen.
[Anmerkung A: Dieses heilige Wort der Parser oder die Zend-Avesta,
welche in der Zend- oder Ursprache der V�lker der Erde geschrieben
ist, bestehet aus 21 Theilen, von welchen der Vendidad noch ganz
vorhanden ist, und in welchem die Vorschriften zu allen �ffentlichen
und Privathandlungen des Gottesdienstes, der Opfer und der h�ufigen
Reinigungen aufgezeichnet stehen. Von den �brigen 20 Theilen sind
nur noch Bruchst�cke da, welche lauter feierliche Gebete und Hymnen,
wie sie t�glich vor dem heiligen Feuer aller Wesen der Verehrung
verrichtet werden sollen, enthalten. Hierher geh�ren auch die
Jeschts oder die abgerissenen Bruchst�cke aus gr��ern Zendschriften,
welche voll von feierlichen Anrufungen sind, und unsern Perikopen,
die aus dem neuen Testamente genommen sind, gleichen.
Diese Zend-Avesta oder das heilige Wort, das in der Zendsprache
geschrieben ist, von welcher die Pohlrische und Parsische Sprache
abstammen, und die bis auf den heutigen Tag von den Priestern jener
V�lker noch erlernt und studirt werden mu�, um in solcher die Hymnen
und Loblieder auf das h�chste Wesen aus jenem Buche absingen zu
k�nnen, ist von Anquetil du Perron in das Franz�sische und von
Kleuker ins Deutsche �bersetzt worden.
Als im Jahre 1723 einige Theile dieses Buches nach England kamen,
so war kein Gelehrter daselbst zu finden, der nur eine Sylbe oder
Ziffer aus denselben h�tte entr�thseln k�nnen. Die� bewog den
feurigen und nach neuen Kenntnissen schmachtenden J�ngling Anquetil
du Perron zu dem k�hnen mit vielen Gefahren und Schwierigkeiten
verbundenen Entschlusse, zu den L�ndern hinzueilen, und die Oerter
aufzusuchen, wo er die Zend-Avesta oder das heilige, lebendige Wort
des Zoroasters aus den Urquellen selbst kennen lernen k�nnte. In
dieser Absicht suchte er seinen K�rper auf das �u�erste abzuh�rten,
gab ihm nur K�se, Milch und Wasser zur Nahrung, und schlief
des Nachts auf einer Matratze ohne Federbetten. Und da ihm die
versprochene Unterst�tzung zu seiner Reise zu lange ausblieb, so
lie� er sich als gemeiner Soldat der Kompagnie in die Liste der
Rekruten einschreiben und ging im November 1754 nach dem Orient
ab. Noch ehe er sich einschiffte, erhielt er vom K�nige eine Pension
von 500 Livres; die Kompagnie gab ihm die Reise frei, und als er
zu Pondichery ankam, bestimmte ihm diese eine ansehnliche
Unterst�tzung. Mit dem lebhaftesten Enthusiasmus verfolgte er
nunmehr seine Absicht, durchreisete zu Fu� und in verschiedenen
Richtungen einen gro�en Theil der Halbinsel, erwarb sich viele
wichtige Sprachkenntnisse, und machte zu Surate Bekanntschaft
mit zwei indianischen Gesetzgelehrten, nahm Unterricht in beiden
heiligen Sprachen Zend und Pohlri, und brachte es theils durch List,
theils mit Gewalt dahin, da� er ihnen ihre Geheimnisse und selbst
Zoroaster's heilige B�cher ablockte. Mit diesen und vielen andern
Handschriften in fast allen Sprachen Indiens kam er 1761 nach
Europa, reisete zuerst nach Oxford, um seine Manuscripte mit denen
auf der dortigen Universit�t zu vergleichen, und von da in sein
Vaterland, wo er einen Theil seiner liter�rischen Sch�tze der
k�nigl. Bibliothek schenkte. Er lebte nunmehr in Paris als
franz�sischer Dolmetscher f�r die orientalischen Sprachen, ward
Mitglied der Akademie der Inschriften und in seinen letzten Jahren
auch des Nationalinstituts, welches er aber wenige Monate vor seinem
Tode, aus Mi�vergn�gen mit der damaligen Lage der politischen
Angelegenheiten, verlie�. Er starb im Jahre 1805 in dem 74. Jahre
seines Alters.]
[Anmerkung B: Noah blieb gerade 365 Tage in seiner Arche, um diese
L�nge des Jahres seinen Nachkommen, wie es scheint, wichtig zu
machen, welche er als ein Heiligthum, von seinen Vorfahren erhalten,
verehrte.]
[Anmerkung C: Die Brahminen wissen nicht ein Mal, wie diese
Erscheinungen entstehen, glauben dabei die Sonne sei uns n�her, als
der Mond. Die Formeln zu den Berechnungen sind in Verse eingeh�llt,
welche sie dabei hersagen und die sie h�chst wahrscheinlich nicht
erfunden, sondern von ihren Vorfahren erhalten haben. S. mein
kleines Werk �Ueber das Urvolk der Erde�.]
In diesem heiligen Buche wird n�mlich angef�hrt, �da� ein Naturfeind,�
welcher nachher Drachenstern oder Schweifstern genannt wird, �von S�den
hergekommen und �ber die Erde dahin gefahren sei, und da� er dieselbe
habe vernichten wollen[A]. Im S�den verheerte er die Erde g�nzlich;
alles wurde mit einer Schw�rze, wie mit einer Nacht, �berzogen.
Gluthei�es Wasser fiel auf die B�ume herab, welche in dem Augenblicke
verdorreten und bis zur Wurzel hin verbrannten. Die Erde selbst wurde
verbrannt, und bestand noch kaum. Dennoch aber behielten Sonne und
Mond ihren Lauf. Gegen die Planeten k�mpfte der Naturfeind furchtbar�
(welches wohl nichts weiter hei�t, als er machte sie unsichtbar) �und
wollte der Welt Zerst�rung bringen, und Rauchwolken stiegen aus den
Feuern aller Orten empor. Neunzig Tage und neunzig N�chte dauerte dieser
Kampf. Hierauf wurde der Naturfeind geschlagen und zur�ckgeworfen.
Blitze kamen nunmehr vom Himmel herab, und Tropfen von ungeheurer Gr��e
fielen auf die Erde, und mannshoch bedeckte das Wasser die ganze Erde.�
[Anmerkung A: Bun-Dehesch +VII.+ und _Rhode_ �ber den Anfang unserer
Geschichte und die letzte Revolution der Erde. S. 17. 18.]
Das _Zend-_ oder _Urvolk_ lebte zu dieser Zeit in Eeri-ene[A], das ist,
in dem gelobten, gl�cklichen Eeri oder Ari, seinem Urlande gl�cklich,
weil es hier immer Sommer war. Pl�tzlich aber brach (als Wirkung des
Naturfeindes) der Winter in die Welt, welcher anf�nglich gelinde war und
nur 5 Monate dauerte, wodurch der Sommer 7 Monate lang war. Bald darauf
aber wuchs er zu 10 Monaten hinan, und nur zwei blieben f�r den Sommer
�brig (wie es jetzt in Tibet und auf dem Hochlande Asiens �berhaupt
der Fall ist). Nun verlie� das den Ackerbau liebende Volk sein hohes
gebirgiges Urland, und zog in niedrigere, w�rmere L�nder hinab. Dieser
Zug geschah unter seinem Anf�hrer Dsjemschid, dem Sohne Vwengham's, und
ging �ber Sogdho, Meru, Balkh u.s.w. bis in die Provinz Ver, Per oder
Persis, wo er die Burg Ver, d.h. Persepolis, erbauete, und da, wo dieses
Volk hinkam, fand es weder Thiere des Hauses, noch des Feldes, weder
Menschen, noch Hunde, noch Gefl�gel.
[Anmerkung A: Die Sylbe _ene_ bedeutet _gl�cklich_.]
Die� sind demnach die Sagen oder Erz�hlungen auch der Zend-Avesta, dem
heiligen Buche der Hindu und Parser, welche deutlich lehren, da� eine
klimatische Ver�nderung mit der n�rdlichgem��igten Zone vorgegangen
sei--da� ein Schweifstern oder Komet diese gro�e Ver�nderung
hervorgebracht, und da� ein Volk der Erde diese gro�e Revolution erlebt
habe.
In diesem Urlande, welches Eeri-ene-veedjo, das eigentliche reine Eeri
oder Ari, genannt wird, stand unter _Vwengham_, dem Vater _Dsjems_
(Dsjemschids), der Prophet _Heomo_ (Hom) auf, und verk�ndigte das
Lichtgesetz _Ormuzd_ mit folgenden Worten:
�Durch Izeds[A] des Himmels habe ich
Gerechter Richter _Ormuzd_,
Im reingeschaffenen, ber�hmten Eeri
_Lebendige Wesen versammelt_.�
�Im reingeschaffenen, ber�hmten Eeri
Hat K�nig Dsjemschid,
Haupt der V�lker und Heerden,
_Lebendige Wesen versammelt_.�
�Mit himmlischen Izeds bin ich
Gerechter Richter _Ormuzd_
Im reinen, ber�hmten Eeri gewesen
Unter _begleitender Versammlung lebendiger Wesen_.�
�Mit himmlischen Menschen
Ist K�nig Dsjemschid
Im reinen, ber�hmten Eeri gewesen,
In _Begleitung versammleter Wesen_[B].�
[Anmerkung A: Geister, Engel der Alten.]
[Anmerkung B: Zend-Avesta von Kleuker Bd. +I.+ S. 114.]
Durch Ormuzd Lichtgesetz demnach und durch feierliche Gebete bewogen,
vereinigten sich die einzelnen St�mme des Urvolks zu einem Volke unter
dem K�nige Dsjemschid, und verlie�en unter seiner Anf�hrung, auf Ormuzd
Befehl, das rauhe Urland, und zogen gegen Mittag hin, um sich bessere
Wohnsitze zu suchen. Dieser Zug wird im folgenden Liede also
beschrieben:
�Dsjemschid herrschte! Was seine erhabene Zunge befahl, geschah eiligst.
Ihm und seinem Volke gab ich Speise und Verstand und langes Leben, ich
der ich Ormuzd bin. Seine Hand nahm von mir einen Dolch, dessen Sch�rfe
Gold, und dessen Griffel Gold war. Darauf bezog der K�nig Dsjemschid
dreihundert Theile der Erde; diese werden mit zahmen und wildem Vieh,
mit Menschen, Hunden und Gefl�gel, und rothgl�nzenden Feuern erf�llt.
Vor ihm sahe man in diesen Lustgegenden weder zahme noch wilde Thiere,
noch Menschen, noch rothflammende Feuer. Der eine Dsjemschid, Sohn
Vwenghams, lie� alles daselbst werden.�
Diesem Liede folgen hierauf noch f�nf andere Lieder von eben demselben
Inhalte, weswegen ich solche hier weggelassen habe.
Die Gr�nde, aus welchen das Urvolk sein Urland verlie� und andere L�nder
besuchte, sind eben so, wie ich sie vorhin angef�hrt habe, im ersten und
vierten Bruchst�cke genau angegeben worden. Und eben so findet sich im
Bun-Dehesch, einem Buche, welches in der Pohlvischen Sprache geschrieben
ist, und eine Sammlung[A] von verschiedenen Aufs�tzen �ber die
Sch�pfung, den Kampf zwischen Ormuzd und Ahrimann, dem b�sen Wesen,
�ber die reinen und unreinen Thiere, �ber die Bewegung der Sonne und
das dadurch bewirkte Jahr u.s.w., Uebersetzungen und Ausz�ge aus den
Zendschriften, und jene oben angef�hrte furchtbare Beschreibung von der
schrecklichen Zerst�rung der Erde durch den Drachenstern enth�lt.
[Anmerkung A: Diese Sammlung scheint zu der Zeit entstanden zu sein,
als die Zendschriften anfingen unverst�ndlich zu werden, weswegen
man kurze Ausz�ge aus jenen starken B�chern machte, und solche f�r
das Volk in die Landessprache (die Pohlvische) �bersetzte.]
Was nunmehr die Aechtheit, wie auch das hohe Alter jener Erz�hlungen
anbetrifft, so ist beides von Herrn Rhode in Breslau in dem kleinen
Werke: �Ueber das Alter und den Werth einiger morgenl�ndischen Urkunden,
in Beziehung auf Religion, Geschichte und Alterthumskunde, Breslau
1817,� gr�ndlich bewiesen und geh�rig dargethan worden, indem er
1) gezeigt hat, da� die gegenw�rtigen Zendschriften dieselben, oder
doch Bruchst�cke von denselben heiligen Schriften sind, welche die
alten Parser vor der Zerst�rung ihres Reiches durch Alexander besa�en.
2) Hat er solches aus dem Inhalte selbst hergeleitet, indem in demselben
nichts vorkommt, was auf sp�tere Zeiten hindeutet, sondern vielmehr ein
Religionssystem enth�lt, in welchem die Keime aller sp�ter in Asien
aufgebl�heten Religionen enthalten sind.
Da demnach die Aechtheit und das hohe Alter jener Zendschriften dadurch
bewiesen worden ist, so k�nnen wir auch jenen Erz�hlungen �ber die
gro�e Ver�nderung der Erde, durch den Naturfeind veranla�t, ihre
Glaubw�rdigkeit nicht absprechen, welche sie au�erdem noch, wegen
ihrer Eigenth�mlichkeit, an sich tragen; denn
1) Ihre Auswanderungsart geschah, nach der Denkungsart der alten V�lker,
auf den Befehl Gottes, weicht aber darin von der der sp�tern V�lker
ab, da� sie nicht von einem Andrange eines andern Volks, oder aus
L�sternheit nach fremden L�ndern, oder aus Raubsucht, sondern nur von
der klimatischen Ver�nderung ihres Landes, dem eingetretenen, 10 Monate
lang dauernden Winter veranla�t worden ist.
Die� war die Ursache, weshalb jenes Volk sein Hochland verlie�, nach
S�den hinab zu den angef�hrten L�ndern zog, und da, wo es hinkam, fand
es weder Menschen, noch zahmes Vieh.
2) Stimmt dieser Zug mit der geographischen Lage der Oerter vollkommen
�berein. Denn er ging von dem Hochlande, an beiden Seiten des Flusses
Gihin oder Oxus, in den engen P�ssen desselben, hinab. Hier wurde
zuerst am rechten Ufer das Stufenland Sogdho, und am linken Moore oder
Meru besetzt. Von hier ging der Zug nach Balkh oder Baktra, wo die
Zend-Avesta scheint aufgeschrieben worden zu sein. Und so kam er
nach manchem Hin- und Herstreifen nach Ver, Per oder Persis. Und wenn
sich nun auch ein Theil dieses Zuges nach Indus oder Armenien wandte,
so blieb doch von jetzt an Persis der Hauptsitz dieses Volkes, wo
Dsjemschid, wie schon oben angef�hrt ist, die Burg Persepolis erbauete,
deren Tr�mmer noch jetzt auf einer Anh�he zwischen den in Persis
entspringenden Fl�ssen Medus und Araxes liegen.
Jetzt bleibt mir nur noch �brig zu beweisen, da� _Eeri-ene_ oder das
gelobte gl�ckliche _Eeri_ oder _Ari_ kein anderes Land, als das jetzige
Tibet sei. Der Beweis daf�r liegt aber ganz deutlich in der Anf�hrung
des Berges _Albordy_, woran die ganze Mythologie dieses Volkes gekn�pft
ist, und den die Ausleger der _Zend-Avesta_ vergebens am Kaukasus
gesucht haben. Denn fast auf allen Seiten der Zendschriften wird
angef�hrt, da� der _Albordy_ in _Eeri-ene_ liege. Und in einer alten
Zendschrift dieses Urvolkes hei�t es mit d�rren Worten also:
�Von den Gew�ssern _Albordy's_, wo _Ormuzd_, der Gott dieses Volks
und _Mithra_, der Lucifer, wohnen, kommt ein Strom herab, der nur mit
Schiffen zu befahren ist, und Samen, Fruchtbarkeit in die Oerter von
_Meru_ und _Sogdho_, welche sich danach sehnen, bringt.�[A]
[Anmerkung A: Zend-Avesta Bd. 2. S. 222.]
Nach der geographischen Lage dieser beiden Oerter kann dieser Strom auch
kein anderer, als der Oxus sein, weil nur dieser zwischen beiden Oertern
hinabflie�t und schiffbar ist, und unter der Schneedecke des Albordy
entspringt.
Da nun diese Angaben in der _Zend-Avesta_ die Lage des Urlandes so
deutlich bezeichnen, und welche dazu noch durch die Sagen der Hindu und
Chinesen unterst�tzt werden, so kann man wol an der Richtigkeit der
angef�hrten Lage dieses Landes keinen Augenblick zweifeln. Au�erdem
ist in ganz Asien kein Land dazu geeignet, ein Volk vor einer solchen
m�chtigen Revolution, wie die oben angef�hrte war, wodurch h�chst
wahrscheinlich die ganze Oberfl�che der Erde mit Meeresfluthen bedeckt
und die ganze lebende Sch�pfung vernichtet worden ist, zu sch�tzen,
als diese Hochebene von Tibet, indem solche �ber 8000 Fu� �ber der
Meeresfl�che erhaben liegt[A], und dabei Berge hat, welche weit die
H�he eines Chimborasso's in Amerika, der 20,148 Pariser Fu� hoch ist,
�bertreffen. Denn der wei�e Berg oder _Tschumulari_ dieses Landes hat,
nach der trigonometrischen Messung des Lord _Teigmouth_, welche vor
einigen Jahren geschehen ist, eine H�he von 27,552 englische Fu�;[B] ein
anderer Gipfel dieses Gebirges, auf welchem jenes hervorragt, ist, nach
der Messung des Majors _Crawford_, 25,000 englische Fu� hoch, -- und so
sind noch zwei andere Gipfel des Gebirges dieses Landes da, welche mit
einer H�he von 23-24000 Fu� emporragen, wobei es nur zu bedauern ist,
da� man die H�he des _Albordy_ nicht gemessen hat.
[Anmerkung A: Ritter's Erdkunde 1. Th. S. 566.]
[Anmerkung B: Diese machen 26,000 Pariser Fu� aus.]
Diese hohen Gebirge sind demnach h�chst wahrscheinlich das Asyl dieses
Volkes gewesen, auf welchen es sich gegen die m�chtigen Meeresfluthen
gesch�tzt hat. Indessen werden diese dasselbe nicht dagegen gesch�tzt
haben, wenn der Schweifstern, welcher von S�den herkam, sich hier mit
der Erde vereinigt h�tte, weil alsdann die Wasserfluthen �ber die
h�chsten Spitzen dieser Gebirge w�rden dahingestr�mt sein.
Aus der vorhin angef�hrten Angabe aus der _Zend-Avesta_ �ber die H�he
des Wassers, welches auf die Erde fiel, und das Land hier, auf dieser
Hochebene, die 8000 Fu� hoch ist, mannshoch bedeckte, folgt, da� solches
�ber 8000 Fu� hoch, vom Meere an gerechnet, die L�nder hin und wieder
mu� bedeckt haben, und da� daher der Schweifstern sehr nahe der Erde mu�
gekommen sein, weil er sonst solches nicht h�tte bewirken k�nnen. Und
da durch ihn die klimatische Verfassung dieses Landes und auch die der
ganzen n�rdlichen gem��igten Zone ver�ndert worden ist, so mu� er sich
auch irgendwo mit der Erde, und zwar auf ihrer n�rdlichen H�lfte,
vereinigt haben. Auffallend ist hierbei, da� durch die vielen
Landspitzen und Vorgebirge an der s�dlichen Seite von Asien und Afrika,
und durch die Bildung der Gestalt dieses Erdtheils, wie auch durch die
von Amerika, ein solcher Fluthenzug, der einstens von S�den nach Norden
hingegangen und dem Laufe des Kometen gefolgt ist, best�tiget wird.
Daher haben schon l�ngst die Geologen einen solchen Zug in der
angegebenen Richtung aus der eben angef�hrten Gestalt und Bildung jener
Erdtheile angenommen, und dabei die Behauptung aufgestellt, da� durch
diesen die gro�en Landthiere aus S�den nach Norden, in unsere gem��igte
Zone, wo sie begraben liegen, gef�hrt worden w�ren, wie ich schon oben
angef�hrt und mit Gr�nden hinl�nglich, wie ich glaube, widerlegt habe.
Auf diese Weise stimmen demnach die Naturerscheinungen mit den Sagen
und Erz�hlungen der heiligen B�cher der Hindu und Parser �berein, und
best�tigen dadurch die in denselben angef�hrte gro�e Revolution der Erde
und zugleich das Dasein eines Urvolkes oder eines Volkes vor derselben,
welches diese gro�e Ver�nderung erlebt hat.
Wie lange nun aber dieses Urvolk auf der Erde gelebt und wie weit es
sich auf derselben ausgebreitet habe, dar�ber k�nnen wir zwar nichts
Bestimmtes, aber doch Vermuthungen aufstellen, welche einen nicht
geringen Grad von Wahrscheinlichkeit f�r sich haben. Was das Alter
dieses Volkes anbetrifft, so erhellet aus den Religionsbegriffen
desselben, welche die Zendschriften enthalten, da� die Verfasser
derselben in dem dritten Jahrtausend nach der Erschaffung des
Menschengeschlechts zu leben glaubten. Hiermit stimmen auch die
Chronologien der neuen Perser �berein, ob sie gleich unter sich und
in Ansehung der Geschichte von den Zendb�chern sehr abweichen, welche
jenen Zeitraum von der Sch�pfung der Menschen bis auf _Zoroaster_, dem
Verfasser der _Zendb�cher_, der unter dem K�nige von Iran, _Veschtasp_,
lebte[A], selten �ber 3000 Jahre setzen. Und dieser Zeitraum f�r das
Zendvolk ist nicht zu lang, wenn wir auf die Ueberreste von Kenntnissen,
besonders in der Sternkunde, welche die �ltesten V�lker unserer
gew�hnlichen geschichtlichen Nachrichten gehabt und als Heiligth�mer
verehrt, und die sie, wie ich gleich im Anfange angef�hrt habe, nur von
dem Urvolke k�nnen erhalten haben, hinblicken.
[Anmerkung A: Wie lange _Dsjemschid_ und seine Nachkommen in der
Burg von Ver oder Per (Persis) geherrscht haben, ist aus den
Zendschriften nicht zu ersehen. Inde� werden in denselben _Athvian_
und sein Sohn _Feridun_ genannt. Dieser hatte mehre Kinder, welche
unter sich uneins wurden, und das gro�e Reich in zwei Reiche, in
_Tur_ und _Ari_ (_Iran_) theilten, welche durch den Flu� _Oxus_ von
einander getrennt wurden. In _Iran_ war _Veschtasp_ der f�nfte
K�nig, welcher nach neuern Persischen Schriftstellern seine Residenz
nach _Balkh_ oder _Baktra_ verlegte, um n�her den Grenzen von Tur
zu sein. Die� baktrische Reich wurde zuletzt von den Assyrern
unterjocht, von welchem Zeitpunkte an unsere gew�hnlichen
geschichtlichen Nachrichten erst anheben. Da in den Zendb�chern
keine Erw�hnung von dieser Unterjochung geschieht, auch nicht die
geringste Anspielung auf die gro�en St�dte Ninive oder Babel in
denselben gemacht wird, und die Namen der beiden V�lker, Meder und
Perser, obgleich die Nachbarn in Tur und Indien h�ufig in denselben
vorkommen, nicht erw�hnt werden, so folgt daraus doch wol, _da� die
Verfasser der Zendschriften in dem alten Baktrischen Reiche m�ssen
gelebt haben, und die Geschichte ihres Volks von der Zeit erz�hlen,
ehe solches von den Assyrern unterjocht worden ist_. Mehres hier�ber
in _Rhode's_: �Ueber das Alter und den Werth der morgenl�ndischen
Urkunde, S. 36 u.s.w.�]
Und wenn dies Urvolk in dem Besitze solcher Kenntnisse war, wie die
des Thierkreises voraussetzen, und denselben erfunden hat, wie solches
h�chst wahrscheinlich ist, weil es ihn von keinem andern Volke hat
erhalten k�nnen, und dabei die L�nge des Sonnenjahres kannte, wie aus
der _Zend-Avesta_ erhellet, auch Sonnen- und Mondfinsternisse berechnen
konnte, wie die Berechnungen der Braminen beweisen, die solche nur von
ihm k�nnen erhalten haben; so mu� es eine geraumvolle Zeit auf der Erde
gelebt haben, um durch m�hsame Beobachtungen des Himmels, und durch
angestrengtes Nachdenken �ber den Lauf der Welten an demselben nach und
nach dahin gekommen zu sein.
Wie weit sich aber die� Volk vor der letzten gro�en Revolution auf der
Erde ausgebreitet habe, dar�ber findet man in der _Zend-Avesta_ keine
Belehrung.
* * *
Ehe ich aber die Resultate der Religionsbegriffe der Parser und Hindu,
welche aus dem Urvolke ausgegangen sind, anf�hren kann, mu� ich zuvor
von den Schriften beider V�lker Folgendes bemerken: Was zuerst die
Zendschriften der Parser anbetrifft, so sind diese zwar voll von
historischen Begebenheiten, aber sie enthalten durchaus keine Anspielung
auf die gro�en Begebenheiten bei und nach der Assyrischen Unterjochung,
sondern stellen das Zendvolk als selbstst�ndig und eins unter einem
eingebornen K�nig lebend dar. Hieraus folgt demnach, da� die Abfassung
s�mmtlicher Zendschriften vor den Zeitpunkt der Eroberung des Staats
durch die Assyrer gesetzt werden mu�. Denn durch die Assyrische
Unterjochung h�rte die Existenz jenes Staats und jenes Volkes auf, und
wurde in drei Satrapien, Baktra, Medien und Persis getheilt. In Medien
bildete sich durch die Einmischung der assyrischen Sprache das Pehlvi
oder die Pehlvische Sprache, und in Persis durch Einmischung indischer
Dialekte, das Parsi. Nach Absch�ttelung des Assyrischen Joches wurde
unter den Meder-K�nigen das Pehlvi _Haupt-_ und _Hofsprache_, und nach
Cyrus trat das Parsi an die Stelle.
In dieser Hinsicht, wie wir sehen, sind die Zendschriften schon sehr
wichtig f�r die fr�here Geschichte, aber ihr Werth vergr��ert sich noch
durch die Darstellung des Religionswesens in dem fr�hesten Alterthume.
Das Zendvolk, dessen Schriften wir eben erw�hnt haben, ist mit den alten
Hindu, sowol wegen des urspr�nglichen Vaterlandes, als auch durch seine
Sprache, wie _Anquetil du Perron_ bewiesen hat, nahe verwandt; daher
m�ssen auch die Religionen beider V�lker, wenn sie auch als Sekten von
einander abweichen, viel Gemeinsames mit einander haben. Die Quellen,
woraus wir das Religionssystem der Hindu sch�pfen, sind die Veda's[A],
welche von den Braminen eben so heilig gehalten werden, wie die Perser
ihre Zendschriften halten. Au�erdem gleichen sie denselben sowol in
Ansehung der Form, weil sie aus Gebeten, Hymnen und Gespr�chen zwischen
einem _Seher_ und der Gottheit, wie in der _Zend-Avesta_, bestehen, wie
auch in Ansehung der Gegenst�nde der Verehrung, indem die Hymnen und
Gebete, wie in der _Zend-Avesta_, an die Sonne, den Mond, das Feuer,
Wasser u.s.w. gerichtet sind. Und selbst der Ton, in welchem die Gebete
u.s.w. abgefa�t sind, hat in beiden Schriften die �berraschendste
Aehnlichkeit. Au�er diesen Veda's haben die Hindu noch das Gesetzbuch
des _Menu's_, welches aber, wie Herr _Rhode_ gr�ndlich gezeigt hat,
nicht so alt ist, wie die Veda's sind; und endlich besitzen sie noch die
Fragmente aus dem _Shastak_ des Brahma, welche _Holwell_ bekannt gemacht
hat[B], und die von _Kleuker_ und _Rhode_ f�r �cht gehalten und zu den
�ltesten indischen Schriften gez�hlt werden.
[Anmerkung A: Die besten Nachrichten �ber die Veda's verdanken wir
Colebrooke.]
[Anmerkung B: Holwell's merkw�rdige Nachrichten von Hindostan &c.
�bersetzt von Kleuker, 1ster Bd.]
Aus allen diesen Quellen lassen sich demnach die Haupts�tze der ganzen
Religion beider V�lker ziemlich vollst�ndig herleiten, wie solches von
Herrn _Rhode_ in den nachstehenden S�tzen geschehen ist, und woraus man
deutlich ersiehet, da� diese S�tze die Grundpfeiler aller geoffenbarten
Religionen sind:
1) Es ist ein ewiges, h�chstes, nothwendiges, heiliges, allm�chtiges
Wesen, Brahma, oder _Zervane Akerene_, d.i. der Ewige, Anbeginnlose
genannt, von dem alles, was da ist, seinen Ursprung, in dem alles seinen
letzten Grund hat.
2) Das unendliche Wesen brachte im Anbeginn mehre gro�e g�ttliche Wesen
hervor, denen es so viel von seiner Gr��e, seinen Eigenschaften, seiner
Macht und Herrlichkeit mittheilte, als m�glich war.
3) Eins oder mehrere der erstgeschaffenen Wesen fielen durch Mi�brauch
ihrer Freiheit von ihrem Sch�pfer ab, wurden b�se, und Urquell alles
B�sen in der Welt.
4) Das unendliche Wesen beschlo� nun, die sichtbare materielle Welt
durch seine ersten Machthaber schaffen zu lassen, und sie wurde
geschaffen.
5) Der Zweck der Sch�pfung der K�rperwelt ist kein anderer, als durch
sie die von ihrem Sch�pfer abgefallenen Wesen wieder zur�ckzuf�hren, sie
wieder gut, und dadurch alles B�se auf ewig verschwinden zu machen.
6) Der Ewige hat zur Dauer der K�rperwelt einen Zeitraum von
zw�lftausend Jahren bestimmt, welcher in vier Zeitalter abgetheilt ist.
In dem ersten Zeitalter herrscht das gute (erhaltende) Princip allein,
im zweiten wird das b�se (zerst�rende) Princip schon wirksam, doch
untergeordnet; im dritten herrschen beide gemeinschaftlich; im vierten
hat das B�se (zerst�rende) die Oberhand, und f�hrt das Ende der Welt
herbei.
7) Die Regierung der Welt h�ngt zwar im Allgemeinen von dem unendlichen
Wesen ab, das alles nach seinem Rathschlusse und in seiner Weisheit
bestimmt; die besondere Verwaltung ist aber zun�chst dem ersten gro�en
Wesen und von diesem wieder einer Menge vermittelnder Wesen, Erzengeln,
Engeln und Schutzgeistern �bertragen, die einander zu- und untergeordnet
sind, und in denen sich oft Naturwesen und Naturkr�fte nicht verkennen
lassen.
8) Die Seelen der Menschen sind vom Anfange der Sch�pfung an,
als geistige, selbstst�ndige, freihandelnde Wesen vorhanden. Sie
m�ssen sich blos auf der Erde mit einem K�rper vereinigen, um eine
Pr�fungswanderung, im Kampfe gegen das B�se, zu machen. Nach dem Tode,
wo sie ewig fortleben, werden die Guten in den Wohnsitzen der seligen
Geister, dem Himmel, belohnt; die B�sen hingegen in den Wohnungen der
Teufel, der H�lle, gestraft.
9) Was den Menschen ihren Kampf auf der Erde erschwert, sind die Devs,
Teufel oder b�sen Geister, welche sie Tag und Nacht umlauern, um sie zum
B�sen zu verf�hren. Aber der Sch�pfer hat sich des schwachen Menschen
erbarmt, und ihm seinen Willen in einer, von erleuchteten Propheten
schriftlich verfa�ten Offenbarung kund gethan. Befolgt der Mensch diesen
Willen seines Sch�pfers, so gewinnt er dadurch Kraft, nicht allein den
Verf�hrungen der Teufel zu widerstehen, sondern sich auch schon durch
Heiligkeit in diesem Leben zu einer innigen Vereinigung mit der Gottheit
zu erheben.
10) Im letzten Zeitraume, gegen das Ende der Welt, wo das b�se Princip
die Oberhand hat, und das Gute ganz von der Erde zu verschwinden
scheint, wird Gott den Menschen einen Erl�ser senden, der dem B�sen
wehrt, Religion, Tugend und Gerechtigkeit wieder herrschend macht,
und das Reich der b�sen Geister zerst�rt, indem er das Reich Gottes
verherrlicht.
11) Sind nun die zur Weltdauer bestimmten zw�lftausend Jahre verflossen,
so wird die Erde durch Feuer vernichtet werden, aber eine neuere sch�ne
Erde tritt an ihre Stelle[A]. Aus diesen Religionss�tzen, wovon sich
Spuren in den Religionen aller asiatischen V�lker und auch bei denen,
welche in andern Erdtheilen wohnen, vorfinden, wie auch aus der Kenntni�
des Thierkreises, der von dem Urvolke erfunden und von da �berall
ausgegangen ist, weswegen wir ihn fast bei allen V�lkern der Erde
vorfinden, und wo er in Ansehung der Folge der Zeichen ganz unver�ndert
geblieben ist, folgt doch wol, da� alle V�lker der Erde von dem Urvolke
m�ssen ausgegangen sein, und diese Kenntnisse zugleich mitgenommen
haben.
[Anmerkung A: Diese S�tze, wenn auch nicht alle, wurden in den
Schulen der alten Philosophen als Geheimnisse gelehrt und dem Volke
vorenthalten, wie solches auch von den Essenern geschah, wovon sich
ein Theil mit dem Philosophiren �ber diese S�tze, ein anderer aber
mit der darin liegenden Sittenlehre besch�ftigte. S. Richter's
Christenthum und die �ltesten Religionen des Orients, 1819.]
Dieses Ausgehen der V�lker von dem Urstamme oder Urvolke wird auch
deutlich und bestimmt im Bun-Dehesch (+XV+) angef�hrt, wo es hei�t,
da� alle V�lker Asiens aus dem Urstamme hervorgingen. Die Anzahl der
Urst�mme wird daselbst auf funfzehn gesetzt. Von diesen funfzehn St�mmen
wanderten _neun_ �ber das indische Meer, und _sechs_ blieben in Asien
zur�ck. Unter diesen betrachteten sich die _Arier_[A] als das Hauptvolk
oder fortdauernde Urvolk. Der Stamm _Mazendr_ bev�lkerte den obern Theil
von Tur, d.i. die Gegend um die Quellen des Oxus und Indus, und Awir
oder Ophir, welches nach Moses das eigentliche Indien ist. Ferner
bev�lkerte der Stamm _Tschines_, _Dai_ und _Satat_, wovon der erste
Stamm mit Kathai einerlei ist, und Chinas bedeutet.
[Anmerkung A: Von diesen stammen, nach Herodot, die Meder ab.]
Von den neun St�mmen, welche �ber das Meer gingen, gingen einige, wo
nicht alle, nach Afrika �ber, indem kein anderes Meer, als der persische
und arabische Meerbusen zum leichten Uebergange da ist. Zu diesen
St�mmen geh�rten h�chst wahrscheinlich die Aegyptier, wie die
Verwandtschaft ihrer Sprache und ihrer Religion mit der des Urvolks
hinl�nglich beweiset. Dieser �gyptische Stamm bestand aus mehreren
St�mmen, wovon der eine schw�rzlich von Farbe, und dadurch dem hei�en
Klima sich schon angebildet hatte, der andere aber von einer hellern
Farbe war. Diese Wanderung mu� aber schon sehr fr�h geschehen sein,
indem dieses Volk in Theben schon eine bewunderungsw�rdige Stufe von
Kultur erlangt und schon ein Weltreich gestiftet hatte, ehe es uns
einmal bekannt geworden ist, und wie es unserer gew�hnlichen Geschichte
bekannt wurde, schon wieder von seiner H�he herabgesunken war.
Aus den Schriften der Parser und Hindu l��t sich zwar die Bev�lkerung
Amerika's, weil dieser Erdtheil erst in neuern Zeiten bev�lkert worden
ist, nicht herleiten, aber wir finden in dem neusten Gem�lde von _Malte
Bruns_ den Ursprung der Amerikaner von Asien her, �ber eine Reihe von
Inseln mit Eisschollen angef�llt, von einer b�sen Nation daselbst
vertrieben, nach ihrer Sage, sehr gut dargestellt.
Auf diese Weise stammen demnach alle jetzt lebenden V�lker von dem
einstigen Urvolke in Asien her, und wir k�nnen daher, nach der Vernunft
und Geschichte, keine geh�rigen Gr�nde f�r das Entstehen der Menschen
von mehren Menschenpaaren, hier und dort in den verschiedenen
Erdtheilen, aufstellen.
* * * * *
Friedrich Fleischer.
_�F� in �Friedrich� unsichtbar_
Das gro�e Werk des von Sauss�re, �ber die Alpen
_so im Original (�Sauss�re� mit �)_
in S�damerika in der Gegend von Potosi
_so im Original_
Mehres hier�ber findet man vom +D.+ Chladni,
_so im Original: �Dr.� ?_
Im Jahre 1668 den 19. oder 21. Junius
_Original: �21 Junius� (ohne Punkt)_
da, wo sie liegen, k�nnen gefunden haben[A].
_Original: �haben[A]� (ohne Punkt)_
Gegen die Planeten k�mpfte der Naturfeind furchtbar�
_� fehlt im Original_
In _Begleitung versammleter Wesen_[B].�
_� fehlt im Original_