,die ,erziehung des ,menschengeschlechts ,gotthold ,ephraim ,lessing ,haec omnia inde esse quibusdam vera1 unde in quibusdam falsa sunt4 ,augustinus4 ,herausgegeben von ,gotthold ,ephraim ,lessing ,berlin1 #aghj ,vorbericht des ,herausgebers4 ,ich habe die erste ,hlfte dieses ,aufsatzes in meinen ,beytrgen bekannt gemacht4 ,itzt bin ich im ,stande1 das ,uebrige nachfolgen zu lassen4 ,der ,verfasser hat sich darum auf einen ,hgel gestellt1 von welchem er etwas mehr1 als den vorgeschriebenen ,weg seines heutigen ,tages zu bersehen glaubt4 ,aber er ruft keinen eilfertigen ,wanderer1 der nur das ,nachtlager bald zu erreichen wnscht1 von seinem ,pfade4 ,er verlangt nicht1 da die ,aussicht1 die ihn entzcket1 auch jedes andere ,auge entzcken msse4 ,und so1 dchte ich1 knnte man ihn ja wohl stehen und staunen lassen1 wo er steht und staunt6 ,wenn er aus der unermelichen ,ferne1 die ein sanftes ,abendroth seinem ,blicke weder ganz verhllt noch ganz entdeckt1 nun gar einen ,fingerzeig mitbrachte1 um den ich oft verlegen gewesen6 ,ich meyne diesen4--,warum wollen wir in allen positiven ,religionen nicht lieber weiter nichts1 als den ,gang erblicken1 nach welchem sich der menschliche ,verstand jedes ,orts einzig und allein entwickeln knnen1 und noch ferner entwickeln soll2 als ber eine derselben entweder lcheln1 oder zrnen8 ,diesen unsern ,hohn1 diesen unsern ,unwillen1 verdiente in der besten ,welt nichts3 und nur die ,religionen sollten ihn verdienen8 ,gott htte seine ,hand bey allem im ,spiele3 nur bey unsern ,irrthmern nicht8 4 #a4 ,was die ,erziehung bey dem einzeln ,menschen ist1 ist die ,offenbarung bey dem ganzen ,menschengeschlechte4 4 #b4 ,erziehung ist ,offenbarung1 die dem einzeln ,menschen geschieht3 und ,offenbarung ist ,erziehung1 die dem ,menschengeschlechte geschehen ist1 und noch geschieht4 4 #c4 ,ob die ,erziehung aus diesem ,gesichtspunkte zu betrachten1 in der ,pdagogik ,nutzen haben kann1 will ich hier nicht untersuchen4 ,aber in der ,theologie kann es gewi sehr groen ,nutzen haben1 und viele ,schwierigkeiten heben1 wenn man sich die ,offenbarung als eine ,erziehung des ,menschengeschlechts vorstellet4 4 #d4 ,erziehung giebt dem ,menschen nichts1 was er nicht auch aus sich selbst haben knnte3 sie giebt ihm das1 was er aus sich selber haben knnte1 nur geschwinder und leichter4 ,also giebt auch die ,offenbarung dem ,menschengeschlechte nichts1 worauf die menschliche ,vernunft1 sich selbst berlassen1 nicht auch kommen wrde3 sondern sie gab und giebt ihm die wichtigsten dieser ,dinge nur frher4 #e4 ,und so wie es der ,erziehung nicht gleichgltig ist1 in welcher ,ordnung sie die ,krfte des ,menschen entwickelt2 wie sie dem ,menschen nicht alles auf einmal beibringen kann3 eben so hat auch ,gott bey seiner ,offenbarung eine gewisse ,ordnung1 ein gewisses ,maa halten mssen4 4 #f4 ,wenn auch der erste ,mensch mit einem ,begriffe von einem ,einigen ,gotte sofort ausgestattet wurde3 so konnte doch dieser mitgetheilte1 und nicht erworbene ,begriff1 unmglich lange in seiner ,lauterkeit bestehen4 ,sobald ihn die sich selbst berlassene menschliche ,vernunft zu bearbeiten anfing1 zerlegte sie den ,einzigen ,unermelichen in mehrere ,ermelichere1 und gab jedem dieser ,theile ein ,merkzeichen4 4 #g4 ,so entstand natrlicher ,weise ,vielgtterey und ,abgtterey4 ,und wer wei1 wie viele ,millionen ,jahre sich die menschliche ,vernunft noch in diesen ,irrwegen wrde herumgetrieben haben2 ohngeachtet berall und zu allen ,zeiten einzelne ,menschen erkannten1 da es ,irrwege waren3 wenn es ,gott nicht gefallen htte1 ihr durch einen neuen ,sto eine bessere ,richtung zu geben4 4 #h4 ,da er aber einem jeden einzeln ,menschen sich nicht mehr offenbaren konnte1 noch wollte3 so whlte er sich ein einzelnes ,volk zu seiner besondern ,erziehung2 und eben das ungeschliffenste1 das verwildertste1 um mit ihm ganz von vorne anfangen zu knnen4 4 #i4 ,die war das ,israelitische ,volk1 von welchem man gar nicht einmal wei1 was es fr einen ,gottesdienst in ,aegypten hatte4 ,denn an dem ,gottesdienste der ,aegyptier durften so verachtete ,sklaven nicht ,theil nehmen3 und der ,gott seiner ,vter war ihm gnzlich unbekannt geworden4 4 #aj4 ,vielleicht1 da ihm die ,aegyptier allen ,gott1 alle ,gtter ausdrcklich untersagt hatten2 es in den ,glauben gestrzt hatten1 es habe gar keinen ,gott1 gar keine ,gtter2 ,gott1 ,gtter haben1 sey nur ein ,vorrecht der bessern ,aegyptier3 und das1 um es mit so viel grerm ,anscheine von ,billigkeit tyrannisiren zu drfen4--,machen ,christen es mit ihren ,sklaven noch itzt viel anders8-- 4 #aa4 ,diesem rohen ,volke also lie sich ,gott anfangs blos als den ,gott seiner ,vter ankndigen1 um es nur erst mit der ,idee eines auch ihm zustehenden ,gottes bekannt und vertraut zu machen4 4 #ab4 ,durch die ,wunder1 mit welchen er es aus ,aegypten fhrte1 und in ,kanaan einsetzte1 bezeugte er sich ihm gleich darauf als einen ,gott1 der mchtiger sey1 als irgend ein andrer ,gott4 4 #ac4 ,und indem er fortfuhr1 sich ihm als den ,mchtigsten von allen zu bezeugen--welches doch nur einer seyn kann1--gewhnte er es allmlig zu dem ,begriffe des ,einigen4 4 #ad4 ,aber wie weit war dieser ,begriff des ,einigen1 noch unter dem wahren transcendentalen ,begriffe des ,einigen1 welchen die ,vernunft so spt erst aus dem ,begriffe des ,unendlichen mit ,sicherheit schlieen lernen6 4 #ae4 ,zu dem wahren ,begriffe des ,einigen--wenn sich ihm auch schon die ,besserern des ,volks mehr oder weniger nherten--konnte sich doch das ,volk lange nicht erheben3 und dieses war die einzige wahre ,ursache1 warum es so oft seinen ,einigen ,gott verlie1 und den ,einigen1 d4 i4 ,mchtigsten1 in irgend einem andern ,gotte eines andern ,volks zu finden glaubte4 4 #af4 ,ein ,volk aber1 das so roh1 so ungeschickt zu abgezognen ,gedanken war1 noch so vllig in seiner ,kindheit war1 was war es fr einer moralischen ,erziehung fhig8 ,keiner andern1 als die dem ,alter der ,kindheit entspricht4 ,der ,erziehung durch unmittelbare sinnliche ,strafen und ,belohnungen4 4 #ag4 ,auch hier also treffen ,erziehung und ,offenbarung zusammen4 ,noch konnte ,gott seinem ,volke keine andere ,religion1 kein anders ,gesetz geben1 als eines1 durch dessen ,beobachtung oder ,nichtbeobachtung es hier auf ,erden glcklich oder unglcklich zu werden hoffte oder frchtete4 ,denn weiter als auf dieses ,leben gingen noch seine ,blicke nicht4 ,es wute von keiner ,unsterblichkeit der ,seele2 es sehnte sich nach keinem knftigen ,leben4 ,ihm aber nun schon diese ,dinge zu offenbaren1 welchen seine ,vernunft noch so wenig gewachsen war3 was wrde es bey ,gott anders gewesen seyn1 als der ,fehler des eiteln ,pdagogen1 der sein ,kind lieber bereilen und mit ihm prahlen1 als grndlich unterrichten will4 4 #ah4 ,allein wozu1 wird man fragen1 diese ,erziehung eines so rohen ,volkes1 eines ,volkes1 mit welchem ,gott so ganz von vorne anfangen mute8 ,ich antworte3 um in der ,folge der ,zeit einzelne ,glieder desselben so viel sichrer zu ,erziehern aller brigen ,vlker brauchen zu knnen4 ,er erzog in ihm die knftigen ,erzieher des ,menschengeschlechts4 ,das wurden ,juden1 das konnten nur ,juden werden1 nur ,mnner aus einem so erzogenen ,volke4 4 #ai4 ,denn weiter4 ,als das ,kind unter ,schlgen und ,liebkosungen aufgewachsen und nun zu ,jahren des ,verstandes gekommen war1 stie es der ,vater auf einmal in die ,fremde2 und hier erkannte es auf einmal das ,gute1 das es in seines ,vaters ,hause gehabt und nicht erkannt hatte4 4 #bj4 ,whrend da ,gott sein erwhltes ,volk durch alle ,staffeln einer kindischen ,erziehung fhrte3 waren die andern ,vlker des ,erdbodens bey dem ,lichte der ,vernunft ihren ,weg fortgegangen4 ,die meisten derselben waren weit hinter dem erwhlten ,volke zurckgeblieben3 nur einige waren ihm zuvorgekommen4 ,und auch das geschieht bey ,kindern1 die man fr sich aufwachsen lt2 viele bleiben ganz roh2 einige bilden sich zum ,erstaunen selbst4 4 #ba4 ,wie aber diese glcklichern ,einige nichts gegen den ,nutzen und die ,nothwendigkeit der ,erziehung beweisen3 so beweisen die wenigen heidnischen ,vlker1 die selbst in der ,erkenntni ,gottes vor dem erwhlten ,volke noch bis itzt einen ,vorsprung zu haben schienen1 nichts gegen die ,offenbarung4 ,das ,kind der ,erziehung fngt mit langsamen aber sichern ,schritten an2 es hohlt manches glcklicher organisirte ,kind der ,natur spt ein2 aber es hohlt es doch ein1 und ist alsdann nie wieder von ihm einzuholen4 4 #bb4 ,auf gleiche ,weise4 ,da1--die ,lehre von der ,einheit ,gottes bey ,seite gesetzt1 welche in den ,bchern des ,alten ,testaments sich findet1 und sich nicht findet--da1 sage ich1 wenigstens die ,lehre von der ,unsterblichkeit der ,seele1 und die damit verbundene ,lehre von ,strafe und ,belohnung in einem knftigen ,leben1 darum vllig fremd sind3 beweiset eben so wenig wider den gttlichen ,ursprung dieser ,bcher4 ,es kann dem ohngeachtet mit allen darinn enthaltenen ,wundern und ,prophezeyungen seine gute ,richtigkeit haben4 ,denn lat uns setzen1 jene ,lehren wrden nicht allein darinn vermit1 jene ,lehren wren auch sogar nicht einmal wahr1 lat uns setzen1 es wre wirklich fr die ,menschen in diesem ,leben alles aus3 wre darum das ,daseyn ,gottes minder erwiesen8 stnde es darum ,gotte minder frey1 wrde es darum ,gotte minder ziemen1 sich der zeitlichen ,schicksale irgend eines ,volks aus diesem vergnglichen ,geschlechte unmittelbar anzunehmen8 ,die ,wunder1 die er fr die ,juden that1 die ,prophezeyungen1 die er durch sie aufzeichnen lie1 waren ja nicht blos fr die wenigen sterblichen ,juden1 zu deren ,zeiten sie geschahen und aufgezeichnet wurden3 er hatte seine ,absichten damit auf das ganze jdische ,volk1 auf das ganze ,menschengeschlecht1 die hier auf ,erden vielleicht ewig dauern sollen1 wenn schon jeder einzelne ,jude1 jeder einzelne ,mensch auf immer dahin stirbt4 4 #bc4 ,noch einmal4 ,der ,mangel jener ,lehren in den ,schriften des ,alten ,testaments beweiset wider ihre ,gttlichkeit nichts4 ,moses war doch von ,gott gesandt1 obschon die ,sanktion seines ,gesetzes sich nur auf dieses ,leben erstreckte4 ,denn warum weiter8 ,er war ja nur an das ,israelitische ,volk1 an das damalige ,israelitische ,volk gesandt3 und sein ,auftrag war den ,kenntnissen1 den ,fhigkeiten1 den ,neigungen dieses damaligen israelitischen ,volks1 so wie der ,bestimmung des knftigen1 vollkommen angemessen4 ,das ist genug4 4 #bd4 ,so weit htte ,warburton auch nur gehen mssen1 und nicht weiter4 ,aber der gelehrte ,mann berspannte den ,bogen4 ,nicht zufrieden1 da der ,mangel jener ,lehren der gttlichen ,sendung ,mosis nichts schade3 er sollte ihm die gttliche ,sendung ,mosis sogar beweisen4 ,und wenn er diesen ,beweis noch aus der ,schicklichkeit eines solchen ,gesetzes fr ein solches ,volk zu fhren gesucht htte6 ,aber er nahm seine ,zuflucht zu einem von ,mose bis auf ,christum ununterbrochen fortdaurenden ,wunder1 nach welchem ,gott einen jeden einzeln ,juden gerade so glcklich oder unglcklich gemacht habe1 als es dessen ,gehorsam oder ,ungehorsam gegen das ,gesetz verdiente4 ,dieses ,wunder habe den ,mangel jener ,lehren1 ohne welche kein ,staat bestehen knne1 ersetzt2 und eine solche ,ersetzung eben beweise1 was jener ,mangel1 auf den ersten ,anblick1 zu verneinen scheine4 4 #be4 ,wie gut war es1 da ,warburton dieses anhaltende ,wunder1 in welches er das ,wesentliche der ,israelitischen ,theokratie setzte1 durch nichts erhrten1 durch nichts wahrscheinlich machen konnte4 ,denn htte er das gekonnt2 wahrlich--alsdenn erst htte er die ,schwierigkeit unauflslich gemacht4--,mir wenigstens4--,denn was die ,gttlichkeit der ,sendung ,mosis wieder herstellen sollte1 wrde an der ,sache selbst zweifelhaft gemacht haben1 die ,gott zwar damals nicht mittheilen1 aber doch gewi auch nicht erschweren wollte4 4 #bf4 ,ich erklre mich an dem ,gegenbilde der ,offenbarung4 ,ein ,elementarbuch fr ,kinder1 darf gar wohl dieses oder jenes wichtige ,stck der ,wissenschaft oder ,kunst1 die es vortrgt1 mit ,stillschweigen bergehen1 von dem der ,pdagog urtheilte1 da es den ,fhigkeiten der ,kinder1 fr die er schrieb1 noch nicht angemessen sey4 ,aber es darf schlechterdings nichts enthalten1 was den ,kindern den ,weg zu den zurckbehaltnen wichtigen ,stcken versperre oder verlege4 ,vielmehr mssen ihnen alle ,zugnge zu denselben sorgfltig offen gelassen werden3 und sie nur von einem einzigen dieser ,zugnge ableiten1 oder verursachen1 da sie denselben spter betreten1 wrde allein die ,unvollstndigkeit des ,elementarbuchs zu einem wesentlichen ,fehler desselben machen4 #bg4 ,also auch konnten in den ,schriften des ,alten ,testaments1 in diesen ,elementarbchern fr das rohe und im ,denken ungebte ,israelitische ,volk1 die ,lehre von der ,unsterblichkeit der ,seele und knftigen ,vergeltung gar wohl mangeln3 aber enthalten durften sie schlechterdings nichts1 was das ,volk1 fr das sie geschrieben waren1 auf dem ,wege zu dieser groen ,wahrheit auch nur versptet htte4 ,und was htte es1 wenig zu sagen1 mehr dahin versptet1 als wenn jene wunderbare ,vergeltung in diesem ,leben darinn wre versprochen1 und von dem wre versprochen worden1 der nichts verspricht1 was er nicht hlt8 4 #bh4 ,denn wenn schon aus der ungleichen ,austheilung der ,gter dieses ,lebens1 bey der auf ,tugend und ,laster so wenig ,rcksicht genommen zu seyn scheinet1 eben nicht der strengste ,beweis fr die ,unsterblichkeit der ,seele und fr ein anders ,leben1 in welchem jener ,knoten sich auflse1 zu fhren3 so ist doch wohl gewi1 da der menschliche ,verstand ohne jenem ,knoten noch lange nicht--und vielleicht auch nie--auf bessere und strengere ,beweise gekommen wre4 ,denn was sollte ihn antreiben knnen1 diese bessern ,beweise zu suchen8 ,die blosse ,neugierde8 4 #bi4 ,der und jener ,israelite mochte freylich wohl die gttlichen ,versprechungen und ,androhungen1 die sich auf den gesammten ,staat bezogen1 auf jedes einzelne ,glied desselben erstrecken1 und in dem festen ,glauben stehen1 da wer fromm sey auch glcklich seyn msse1 und wer unglcklich sey1 oder werde1 die ,strafe seiner ,missethat trage1 welche sich sofort wieder in ,segen verkehre1 sobald er von seiner ,missethat ablasse4--,ein solcher scheinet den ,hiob geschrieben zu haben2 denn der ,plan desselben ist ganz in diesem ,geiste4-- 4 #cj4 ,aber unmglich durfte die tgliche ,erfahrung diesen ,glauben bestrken3 oder es war auf immer bey dem ,volke1 das diese ,erfahrung hatte1 auf immer um die ,erkennung und ,aufnahme der ihm noch ungelufigen ,wahrheit geschehen4 ,denn wenn der ,fromme schlechterdings glcklich war1 und es zu seinem ,glcke doch wohl auch mit gehrte1 da seine ,zufriedenheit keine schrecklichen ,gedanken des ,todes unterbrachen1 da er alt und lebenssatt starb3 wie konnte er sich nach einem andern ,leben sehnen8 wie konnte er ber etwas nachdenken1 wornach er sich nicht sehnte8 ,wenn aber der ,fromme darber nicht nachdachte3 wer sollte es denn8 ,der ,bsewicht8 der die ,strafe seiner ,missethat fhlte1 und wenn er dieses ,leben verwnschte1 so gern auf jedes andere ,leben ,verzicht that8 4 #ca4 ,weit weniger verschlug es1 da der und jener ,israelite die ,unsterblichkeit der ,seele und knftige ,vergeltung1 weil sich das ,gesetz nicht darauf bezog1 gerade zu und ausdrcklich leugnete4 ,das ,leugnen eines ,einzeln--wre es auch ein ,salomo gewesen1--hielt den ,fortgang des gemeinen ,verstandes nicht auf1 und war an und fr sich selbst schon ein ,beweis1 da das ,volk nun einen groen ,schritt der ,wahrheit nher gekommen war4 ,denn ,einzelne leugnen nur1 was ,mehrere in ,ueberlegung ziehen2 und in ,ueberlegung ziehen1 warum man sich vorher ganz und gar nicht bekmmerte1 ist der halbe ,weg zur ,erkenntni4 4 #cb4 ,lat uns auch bekennen1 da es ein heroischer ,gehorsam ist1 die ,gesetze ,gottes beobachten1 blos weil es ,gottes ,gesetze sind1 und nicht1 weil er die ,beobachter derselben hier und dort zu belohnen verheissen hat2 sie beobachten1 ob man schon an der knftigen ,belohnung ganz verzweifelt1 und der zeitlichen auch nicht so ganz gewi ist4 4 #cc4 ,ein ,volk1 in diesem heroischen ,gehorsame gegen ,gott erzogen1 sollte es nicht bestimmt1 sollte es nicht vor allen andern fhig seyn1 ganz besondere gttliche ,absichten auszufhren8--,lat den ,soldaten1 der seinem ,fhrer blinden ,gehorsam leistet1 nun auch von der ,klugheit seines ,fhrers berzeugt werden1 und sagt1 was dieser ,fhrer mit ihm auszufhren sich nicht unterstehen darf8-- 4 #cd4 ,noch hatte das jdische ,volk in seinem ,jehova mehr den ,mchtigsten1 als den ,weisesten aller ,gtter verehrt2 noch hatte es ihn als einen eifrigen ,gott mehr gefrchtet1 als geliebt3 auch dieses zum ,beweise1 da die ,begriffe1 die es von seinem hchsten einigen ,gott hatte1 nicht eben die rechten ,begriffe waren1 die wir von ,gott haben mssen4 ,doch nun war die ,zeit da1 da diese seine ,begriffe erweitert1 veredelt1 berichtiget werden sollten1 wozu sich ,gott eines ganz natrlichen ,mittels bediente2 eines bessern richtigern ,maastabes1 nach welchem es ihn zu schtzen ,gelegenheit bekam4 4 #ce4 ,anstatt da es ihn bisher nur gegen die armseligen ,gtzen der kleinen benachbarten rohen ,vlkerschaften geschtzt hatte1 mit welchen es in bestndiger ,eifersucht lebte3 fing es in der ,gefangenschaft unter dem weisen ,perser an1 ihn gegen das ,wesen aller ,wesen zu messen1 wie das eine gebtere ,vernunft erkannte und verehrte4 4 #cf4 ,die ,offenbarung hatte seine ,vernunft geleitet1 und nun erhellte die ,vernunft auf einmal seine ,offenbarung4 4 #cg4 ,das war der erste wechselseitige ,dienst1 den beyde einander leisteten2 und dem ,urheber beyder ist ein solcher gegenseitiger ,einflu so wenig unanstndig1 da ohne ihm eines von beyden berflssig seyn wrde4 4 #ch4 ,das in die ,fremde geschickte ,kind sahe andere ,kinder1 die mehr wuten2 die anstndiger lebten1 und fragte sich beschmt3 warum wei ich das nicht auch8 warum lebe ich nicht auch so8 ,htte in meines ,vaters ,hause man mir das nicht auch beibringen2 dazu mich nicht auch anhalten sollen8 ,da sucht es seine ,elementarbcher wieder vor1 die ihm lngst zum ,ekel geworden1 um die ,schuld auf die ,elementarbcher zu schieben4 ,aber siehe6 es erkennet1 da die ,schuld nicht an den ,bchern liege1 da die ,schuld ledig sein eigen sey1 warum es nicht lngst eben das wisse1 eben so lebe4 4 #ci4 ,da die ,juden nunmehr1 auf ,veranlassung der reinern ,persischen ,lehre1 in ihrem ,jehova nicht blos den grten aller ,nationalgtter1 sondern ,gott erkannten2 da sie ihn als solchen in ihren wieder hervorgesuchten heiligen ,schriften um so eher finden und andern zeigen konnten1 als er wirklich darinn war2 da sie vor allen sinnlichen ,vorstellungen desselben einen eben so groen ,abscheu bezeugten1 oder doch in diesen ,schriften zu haben angewiesen wurden1 als die ,perser nur immer hatten3 was ,wunder1 da sie vor den ,augen des ,cyrus mit einem ,gottesdienste ,gnade fanden1 den er zwar noch weit unter dem reinen ,sabeismus1 aber doch auch weit ber die groben ,abgttereyen zu seyn erkannte1 die sich dafr des verlanen ,landes der ,juden bemchtiget hatten8 4 #dj4 ,so erleuchtet ber ihre eignen unerkannten ,schtze kamen sie zurck1 und wurden ein ganz andres ,volk1 dessen erste ,sorge es war1 diese ,erleuchtung unter sich dauerhaft zu machen4 ,bald war an ,abfall und ,abgtterey unter ihm nicht mehr zu denken4 ,denn man kann einem ,nationalgott wohl untreu werden1 aber nie ,gott1 so bald man ihn einmal erkannt hat4 4 #da4 ,die ,gottesgelehrten haben diese gnzliche ,vernderung des jdischen ,volks verschiedentlich zu erklren gesucht2 und ,einer1 der die ,unzulnglichkeit aller dieser verschiednen ,erklrungen sehr wohl gezeigt hat1 wollte endlich die augenscheinliche ,erfllung der ber die ,babylonische ,gefangenschaft und die ,wiederherstellung aus derselben ausgesprochnen und aufgeschriebnen ,weissagungen1 fr die wahre ,ursache derselben angeben4 ,aber auch diese ,ursache kann nur in so fern die wahre seyn1 als sie die nun erst vereitelten ,begriffe von ,gott voraus setzt4 ,die ,juden muten nun erst erkannt haben1 da ,wunderthun und das ,knftige vorhersagen1 nur ,gott zukomme2 welches beydes sie sonst auch den falschen ,gtzen beygeleget hatten1 wodurch eben ,wunder und ,weissagungen bisher nur einen so schwachen1 vergnglichen ,eindruck auf sie gemacht hatten4 4 #db4 ,ohne ,zweifel waren die ,juden unter den ,chaldern und ,persern auch mit der ,lehre von der ,unsterblichkeit der ,seele bekannter geworden4 ,vertrauter mit ihr wurden sie in den ,schulen der ,griechischen ,philosophen in ,aegypten4 4 #dc4 ,doch da es mit dieser ,lehre1 in ,ansehung ihrer heiligen ,schriften1 die ,bewandni nicht hatte1 die es mit der ,lehre von der ,einheit und den ,eigenschaften ,gottes gehabt hatte2 da jene von dem sinnlichen ,volke darum war grblich bersehen worden1 diese aber gesucht seyn wollte2 da auf diese noch ,vorbungen nthig gewesen waren1 und also nur ,anspielungen und ,fingerzeige ,statt gehabt hatten3 so konnte der ,glaube an die ,unsterblichkeit der ,seele natrlicher ,weise nie der ,glaube des gesammten ,volks werden4 ,er war und blieb nur der ,glaube einer gewissen ,sekte desselben4 4 #dd4 ,eine ,vorbung auf die ,lehre von der ,unsterblichkeit der ,seele1 nenne ich z4 ,e4 die gttliche ,androhung1 die ,missethat des ,vaters an seinen ,kindern bis ins dritte und vierte ,glied zu strafen4 ,die gewhnte die ,vter in ,gedanken mit ihren sptesten ,nachkommen zu leben1 und das ,unglck1 welches sie ber diese ,unschuldige gebracht hatten1 voraus zu fhlen4 4 #de4 ,eine ,anspielung nenne ich1 was blos die ,neugierde reizen und eine ,frage veranlassen sollte4 ,als die oft vorkommende ,redensart1 zu seinen ,vtern versammlet werden1 fr sterben4 4 #df4 ,einen ,fingerzeig nenne ich1 was schon irgend einen ,keim enthlt1 aus welchem sich die noch zurckgehaltne ,wahrheit entwickeln lt4 ,dergleichen war ,christi ,schlu aus der ,benennung ,gott ,abrahams1 ,isaacs und ,jacobs4 ,dieser ,fingerzeig scheint mir allerdings in einen strengen ,beweis ausgebildet werden zu knnen4 4 #dg4 ,in solchen ,vorbungen1 ,anspielungen1 ,fingerzeigen besteht die positive ,vollkommenheit eines ,elementarbuchs2 so wie die oben erwhnte ,eigenschaft1 da es den ,weg zu den noch zurckgehaltenen ,wahrheiten nicht erschwere1 oder versperre1 die negative ,vollkommenheit desselben war4 4 #dh4 ,setzt hierzu noch die ,einkleidung und den ,stil--#a7 die ,einkleidung der nicht wohl zu bergehenden abstrakten ,wahrheiten in ,allegorieen und lehrreiche einzelne ,flle1 die als wirklich geschehen erzhlet werden4 ,dergleichen sind die ,schpfung1 unter dem ,bilde des werdenden ,tages2 die ,quelle des moralischen ,bsen1 in der ,erzhlung vom verbotnen ,baume2 der ,ursprung der mancherlei ,sprachen1 in der ,geschichte vom ,thurmbaue zu ,babel1 u4 s4 w4 4 #di4 #b7 den ,stil--bald plan und einfltig1 bald poetisch1 durchaus voll ,tavtologieen1 aber solchen1 die den ,scharfsinn ben1 indem sie bald etwas anders zu sagen scheinen1 und doch das nehmliche sagen1 bald das nehmliche zu sagen scheinen1 und im ,grunde etwas anders bedeuten oder bedeuten knnen3-- 4 #ej4 ,und ihr habt alle gute ,eigenschaften eines ,elementarbuchs sowol fr ,kinder1 als fr ein kindisches ,volk4 4 #ea4 ,aber jedes ,elementarbuch ist nur fr ein gewisses ,alter4 ,das ihm entwachsene ,kind lnger1 als die ,meinung gewesen1 dabey zu verweilen1 ist schdlich4 ,denn um dieses auf eine nur einigermaassen ntzliche ,art thun zu knnen1 mu man mehr hineinlegen1 als darum liegt2 mehr hineintragen1 als es fassen kann4 ,man mu der ,anspielungen und ,fingerzeige zu viel suchen und machen1 die ,allegorieen zu genau ausschtteln1 die ,beyspiele zu umstndlich deuten1 die ,worte zu stark pressen4 ,das giebt dem ,kinde einen kleinlichen1 schiefen1 spitzfindigen ,verstand2 das macht es geheimnireich1 aberglubisch1 voll ,verachtung gegen alles ,faliche und ,leichte4 4 #eb4 ,die nehmliche ,weise1 wie die ,rabbinen ihre heiligen ,bcher behandelten6 ,der nehmliche ,charakter1 den sie dem ,geiste ihres ,volks dadurch ertheilten6 4 #ec4 ,ein bessrer ,pdagog mu kommen1 und dem ,kinde das erschpfte ,elementarbuch aus den ,hnden reien4--,christus kam4 4 #ed4 ,der ,theil des ,menschengeschlechts1 den ,gott in ,einen ,erziehungsplan hatte fassen wollen--,er hatte aber nur denjenigen in ,einen fassen wollen1 der durch ,sprache1 durch ,handlung1 durch ,regierung1 durch andere natrliche und politische ,verhltnisse in sich bereits verbunden war--war zu dem zweyten groen ,schritte der ,erziehung reif4 4 #ee4 ,das ist3 dieser ,theil des ,menschengeschlechts war in der ,ausbung seiner ,vernunft so weit gekommen1 da er zu seinen moralischen ,handlungen edlere1 wrdigere ,bewegungsgrnde bedurfte und brauchen konnte1 als zeitliche ,belohnung und ,strafen waren1 die ihn bisher geleitet hatten4 ,das ,kind wird ,knabe4 ,leckerey und ,spielwerk weicht der aufkeimenden ,begierde1 eben so frey1 eben so geehrt1 eben so glcklich zu werden1 als es sein lteres ,geschwister sieht4 4 #ef4 ,schon lngst waren die ,bessern von jenem ,theile des ,menschengeschlechts gewohnt1 sich durch einen ,schatten solcher edlern ,bewegungsgrnde regieren zu lassen4 ,um nach diesem ,leben auch nur in dem ,andenken seiner ,mitbrger fortzuleben1 that der ,grieche und ,rmer alles4 4 #eg4 ,es war ,zeit1 da ein andres wahres nach diesem ,leben zu gewrtigendes ,leben ,einflu auf seine ,handlungen gewnne4 4 #eh4 ,und so ward ,christus der erste zuverlssige1 praktische ,lehrer der ,unsterblichkeit der ,seele4 4 #ei4 ,der erste zuverlssige ,lehrer4--,zuverlssig durch die ,weissagungen1 die in ihm erfllt schienen2 zuverlssig durch die ,wunder1 die er verrichtete2 zuverlssig durch seine eigene ,wiederbelebung nach einem ,tode1 durch den er seine ,lehre versiegelt hatte4 ,ob wir noch itzt diese ,wiederbelebung1 diese ,wunder beweisen knnen3 das lasse ich dahin gestellt seyn4 ,so1 wie ich es dahin gestellt seyn lasse1 wer die ,person dieses ,christus gewesen4 ,alles das kann damals zur ,annehmung seiner ,lehre wichtig gewesen seyn3 itzt ist es zur ,erkennung der ,wahrheit dieser ,lehre so wichtig nicht mehr4 4 #fj4 ,der erste praktische ,lehrer4--,denn ein anders ist die ,unsterblichkeit der ,seele1 als eine philosophische ,speculation1 vermuthen1 wnschen1 glauben3 ein anders1 seine innern und ussern ,handlungen darnach einrichten4 4 #fa4 ,und dieses wenigstens lehrte ,christus zuerst4 ,denn ob es gleich bey manchen ,vlkern auch schon vor ihm eingefhrter ,glaube war1 da bse ,handlungen noch in jenem ,leben bestraft wrden3 so waren es doch nur solche1 die der brgerlichen ,gesellschaft ,nachtheil brachten1 und daher auch schon in der brgerlichen ,gesellschaft ihre ,strafe hatten4 ,eine innere ,reinigkeit des ,herzens in ,hinsicht auf ein andres ,leben zu empfehlen1 war ihm allein vorbehalten4 4 #fb4 ,seine ,jnger haben diese ,lehre getreulich fortgepflanzt4 ,und wenn sie auch kein ander ,verdienst htten1 als da sie einer ,wahrheit1 die ,christus nur allein fr die ,juden bestimmt zu haben schien1 einen allgemeinem ,umlauf unter mehrern ,vlkern verschaft htten3 so wren sie schon darum unter die ,pfleger und ,wohlthter des ,menschengeschlechts zu rechnen4 4 #fc4 ,da sie aber diese ,eine groe ,lehre noch mit andern ,lehren versetzten1 deren ,wahrheit weniger einleuchtend1 deren ,nutzen weniger erheblich war3 wie konnte das anders seyn8 ,lat uns sie darum nicht schelten1 sondern vielmehr mit ,ernst untersuchen3 ob nicht selbst diese beygemischten ,lehren ein neuer ,richtungssto fr die menschliche ,vernunft geworden4 4 #fd4 ,wenigstens ist es schon aus der ,erfahrung klar1 da die ,neutestamentlichen ,schriften1 in welchen sich diese ,lehren nach einiger ,zeit aufbewahret fanden1 das zweyte bere ,elementarbuch fr das ,menschengeschlecht abgegeben haben1 und noch abgeben4 4 #fe4 ,sie haben seit siebzehnhundert ,jahren den menschlichen ,verstand mehr als alle andere ,bcher beschftiget2 mehr als alle andere ,bcher erleuchtet1 sollte es auch nur das ,licht seyn1 welches der menschliche ,verstand selbst hineintrug4 4 #ff4 ,unmglich htte irgend ein ander ,buch unter so verschiednen ,vlkern so allgemein bekannt werden knnen3 und unstreitig hat das1 da so ganz ungleiche ,denkungsarten sich mit diesem nehmlichen ,buche beschftigten1 den menschlichen ,verstand mehr fortgeholfen1 als wenn jedes ,volk fr sich besonders sein eignes ,elementarbuch gehabt htte4 4 #fg4 ,auch war es hchst nthig1 da jedes ,volk dieses ,buch eine ,zeit lang fr das ,non plus ultra seiner ,erkenntnisse halten mute4 ,denn dafr mu auch der ,knabe sein ,elementarbuch vors erste ansehen2 damit die ,ungeduld1 nur fertig zu werden1 ihn nicht zu ,dingen fortreit1 zu welchen er noch keinen ,grund gelegt hat4 4 #fh4 ,und was noch itzt hchst wichtig ist3--,hte dich1 du fhigeres ,individuum1 der du an dem letzten ,blatte dieses ,elementarbuches stampfest und glhest1 hte dich1 es deine schwchere ,mitschler merken zu lassen1 was du witterst1 oder schon zu sehn beginnest4 4 #fi4 ,bis sie dir nach sind1 diese schwchere ,mitschler2--kehre lieber noch einmal selbst in dieses ,elementarbuch zurck1 und untersuche1 ob das1 was du nur fr ,wendungen der ,methode1 fr ,lckenbsser der ,didaktik hltst1 auch wohl nicht etwas ,mehrers ist4 4 #gj4 ,du hast in der ,kindheit des ,menschengeschlechts an der ,lehre von der ,einheit ,gottes gesehen1 da ,gott auch bloe ,vernunftswahrheiten unmittelbar offenbaret2 oder verstattet und einleitet1 da bloe ,vernunftswahrheiten als unmittelbar geoffenbarte ,wahrheiten eine ,zeit lang gelehret werden3 um sie geschwinder zu verbreiten1 und sie fester zu grnden4 4 #ga4 ,du erfhrst1 in dem ,knabenalter des ,menschengeschlechts1 an der ,lehre von der ,unsterblichkeit der ,seele1 das ,nehmliche4 ,sie wird in dem zweyten bessern ,elementarbuche als ,offenbarung geprediget1 nicht als ,resultat menschlicher ,schlsse gelehret4 4 #gb4 ,so wie wir zur ,lehre von der ,einheit ,gottes nunmehr des ,alten ,testaments entbehren knnen2 so wie wir allmlig1 zur ,lehre von der ,unsterblichkeit der ,seele1 auch des ,neuen ,testaments entbehren zu knnen anfangen3 knnten in diesem nicht noch mehr dergleichen ,wahrheiten vorgespiegelt werden1 die wir als ,offenbarungen so lange anstaunen sollen1 bis sie die ,vernunft aus ihren andern ausgemachten ,wahrheiten herleiten und mit ihnen verbinden lernen8 4 #gc4 ,z4 ,e4 die ,lehre von der ,dreyeinigkeit4--,wie1 wenn diese ,lehre den menschlichen ,verstand1 nach unendlichen ,verirrungen rechts und links1 nur endlich auf den ,weg bringen sollte1 zu erkennen1 da ,gott in dem ,verstande1 in welchem endliche ,dinge eins sind1 unmglich eins seyn knne2 da auch seine ,einheit eine transcendentale ,einheit seyn msse1 welche eine ,art von ,mehrheit nicht ausschliet8--,mu ,gott wenigstens nicht die vollstndigste ,vorstellung von sich selbst haben8 d4 i4 eine ,vorstellung1 in der sich alles befindet1 was in ihm selbst ist4 ,wrde sich aber alles in ihr finden1 was in ihm selbst ist1 wenn auch von seiner nothwendigen ,wirklichkeit1 so wie von seinen brigen ,eigenschaften1 sich blos eine ,vorstellung1 sich blos eine ,mglichkeit fnde8 ,diese ,mglichkeit erschpft das ,wesen seiner brigen ,eigenschaften3 aber auch seiner nothwendigen ,wirklichkeit8 ,mich dnkt nicht4--,folglich kann entweder ,gott gar keine vollstndige ,vorstellung von sich selbst haben3 oder diese vollstndige ,vorstellung ist eben so nothwendig wirklich1 als er es selbst ist c4--,freylich ist das ,bild von mir im ,spiegel nichts als eine leere ,vorstellung von mir1 weil es nur das von mir hat1 wovon ,lichtstrahlen auf seine ,flche fallen4 ,aber wenn denn nun dieses ,bild alles1 alles ohne ,ausnahme htte1 was ich selbst habe3 wrde es sodann auch noch eine leere ,vorstellung1 oder nicht vielmehr eine wahre ,verdopplung meines ,selbst seyn8--,wenn ich eine hnliche ,verdopplung in ,gott zu erkennen glaube3 so irre ich mich vielleicht nicht so wohl1 als da die ,sprache meinen ,begriffen unterliegt2 und so viel bleibt doch immer unwidersprechlich1 da diejenigen1 welche die ,idee davon populr machen wollen1 sich schwerlich falicher und schicklicher htten ausdrcken knnen1 als durch die ,benennung eines ,sohnes1 den ,gott von ,ewigkeit zeugt4 4 #gd4 ,und die ,lehre von der ,erbsnde4--,wie1 wenn uns endlich alles berfhrte1 da der ,mensch auf der ersten und niedrigsten ,stufe seiner ,menschheit1 schlechterdings so ,herr seiner ,handlungen nicht sey1 da er moralischen ,gesetzen folgen knne8 4 #ge4 ,und die ,lehre von der ,genugthuung des ,sohnes4--,wie1 wenn uns endlich alles nthigte1 anzunehmen3 da ,gott1 ungeachtet jener ursprnglichen ,unvermgenheit des ,menschen1 ihm dennoch moralische ,gesetze lieber geben1 und ihm alle ,uebertretungen1 in ,rcksicht auf seinen ,sohn1 d4 i4 in ,rcksicht auf den selbststndigen ,umfang aller seiner ,vollkommenheiten1 gegen den und in dem jede ,unvollkommenheit des ,einzeln verschwindet1 lieber verzeihen wollen2 als da er sie ihm nicht geben1 und ihn von aller moralischen ,glckseligkeit ausschliessen wollen1 die sich ohne moralische ,gesetze nicht denken lt8 4 #gf4 ,man wende nicht ein1 da dergleichen ,vernnfteleyen ber die ,geheimnisse der ,religion untersagt sind4--,das ,wort ,geheimni bedeutete1 in den ersten ,zeiten des ,christenthums1 ganz etwas anders1 als wir itzt darunter verstehen2 und die ,ausbildung geoffenbarter ,wahrheiten in ,vernunftswahrheiten ist schlechterdings nothwendig1 wenn dem menschlichen ,geschlechte damit geholfen seyn soll4 ,als sie geoffenbaret wurden1 waren sie freylich noch keine ,vernunftswahrheiten2 aber sie wurden geoffenbaret1 um es zu werden4 ,sie waren gleichsam das ,facit1 welches der ,rechenmeister seinen ,schlern voraus sagt1 damit sie sich im ,rechnen einigermaassen darnach richten knnen4 ,wollten sich die ,schler an dem voraus gesagten ,facit begngen3 so wrden sie nie rechnen lernen1 und die ,absicht1 in welcher der gute ,meister ihnen bey ihrer ,arbeit einen ,leitfaden gab1 schlecht erfllen4 4 #gg4 ,und warum sollten wir nicht auch durch eine ,religion1 mit deren historischen ,wahrheit1 wenn man will1 es so milich aussieht1 gleichwohl auf nhere und bessere ,begriffe vom gttlichen ,wesen1 von unsrer ,natur1 von unsern ,verhltnissen zu ,gott1 geleitet werden knnen1 auf welche die menschliche ,vernunft von selbst nimmermehr gekommen wre8 4 #gh4 ,es ist nicht wahr1 da ,speculationen ber diese ,dinge jemals ,unheil gestiftet1 und der brgerlichen ,gesellschaft nachtheilig geworden4-- ,nicht den ,speculationen3 dem ,unsinne1 der ,tyranney1 diesen ,speculationen zu steuern2 ,menschen1 die ihre eigenen hatten1 nicht ihre eigenen zu gnnen1 ist dieser ,vorwurf zu machen4 4 #gi4 ,vielmehr sind dergleichen ,speculationen--mgen sie im ,einzeln doch ausfallen1 wie sie wollen--unstreitig die schicklichsten ,uebungen des menschlichen ,verstandes berhaupt1 so lange das menschliche ,herz berhaupt1 hchstens nur vermgend ist1 die ,tugend wegen ihrer ewigen glckseligen ,folgen zu lieben4 4 #hj4 ,denn bey dieser ,eigenntzigkeit des menschlichen ,herzens1 auch den ,verstand nur allein an dem ben wollen1 was unsere krperlichen ,bedrfnisse betrift1 wrde ihn mehr stumpfen1 als wetzen heissen4 ,er will schlechterdings an geistigen ,gegenstnden gebt seyn1 wenn er zu seiner vlligen ,aufklrung gelangen1 und diejenige ,reinigkeit des ,herzens hervorbringen soll1 die uns1 die ,tugend um ihrer selbst willen zu lieben1 fhig macht4 4 #ha4 ,oder soll das menschliche ,geschlecht auf diese hchste ,stufen der ,aufklrung und ,reinigkeit nie kommen8 ,nie8 4 #hb4 ,nie8--,la mich diese ,lsterung nicht denken1 ,allgtiger6--,die ,erziehung hat ihr ,ziel2 bey dem ,geschlechte nicht weniger als bey dem ,einzeln4 ,was erzogen wird1 wird zu ,etwas erzogen4 4 #hc4 ,die schmeichelnden ,aussichten1 die man dem ,jnglinge erfnet2 die ,ehre1 der ,wohlstand1 die man ihm vorspiegelt3 was sind sie mehr1 als ,mittel1 ihn zum ,manne zu erziehen1 der auch dann1 wenn diese ,aussichten der ,ehre und des ,wohlstandes wegfallen1 seine ,pflicht zu thun vermgend sey4 4 #hd4 ,darauf zwecke die menschliche ,erziehung ab3 und die gttliche reiche dahin nicht8 ,was der ,kunst mit dem ,einzeln gelingt1 sollte der ,natur nicht auch mit dem ,ganzen gelingen8 ,lsterung6 ,lsterung6 4 #he4 ,nein2 sie wird kommen1 sie wird gewi kommen1 die ,zeit der ,vollendung1 da der ,mensch1 je berzeugter sein ,verstand einer immer bessern ,zukunft sich fhlet1 von dieser ,zukunft gleichwohl ,bewegungsgrnde zu seinen ,handlungen zu erborgen1 nicht nthig haben wird2 da er das ,gute thun wird1 weil es das ,gute ist1 nicht weil willkhrliche ,belohnungen darauf gesetzt sind1 die seinen flatterhaften ,blick ehedem blos heften und strken sollten1 die innern bessern ,belohnungen desselben zu erkennen4 4 #hf4 ,sie wird gewi kommen1 die ,zeit eines neuen ewigen ,evangeliums1 die uns selbst in den ,elementarbchern des ,neuen ,bundes versprochen wird4 4 #hg4 ,vielleicht1 da selbst gewisse ,schwrmer des dreizehnten und vierzehnten ,jahrhunderts einen ,strahl dieses neuen ewigen ,evangeliums aufgefangen hatten2 und nur darum irrten1 da sie den ,ausbruch desselben so nahe verkndigten4 4 #hh4 ,vielleicht war ihr dreyfaches ,alter der ,welt keine so leere ,grille2 und gewi hatten sie keine schlimme ,absichten1 wenn sie lehrten1 da der ,neue ,bund eben so wohl antiquiret werden msse1 als es der ,alte geworden4 ,es blieb auch bey ihnen immer die nehmliche ,oekonomie des nehmlichen ,gottes4 ,immer--sie meine ,sprache sprechen zu lassen--der nehmliche ,plan der allgemeinen ,erziehung des ,menschengeschlechts4 4 #hi4 ,nur da sie ihn bereilten2 nur da sie ihre ,zeitgenossen1 die noch kaum der ,kindheit entwachsen waren1 ohne ,aufklrung1 ohne ,vorbereitung1 mit ,eins zu ,mnnern machen zu knnen glaubten1 die ihres dritten ,zeitalters wrdig wren4 4 #ij4 ,und eben das machte sie zu ,schwrmern4 ,der ,schwrmer thut oft sehr richtige ,blicke in die ,zukunft3 aber er kann diese ,zukunft nur nicht erwarten4 ,er wnscht diese ,zukunft beschleuniget2 und wnscht1 da sie durch ihn beschleuniget werde4 ,wozu sich die ,natur ,jahrtausende ,zeit nimmt1 soll in dem ,augenblicke seines ,daseyns reifen4 ,denn was hat er davon1 wenn das1 was er fr das ,bessere erkennt1 nicht noch bey seinen ,lebzeiten das ,bessere wird8 ,kmmt er wieder8 ,glaubt er wieder zu kommen8--,sonderbar1 da diese ,schwrmerey allein unter den ,schwrmern nicht mehr ,mode werden will6 4#ia4 ,geh deinen unmerklichen ,schritt1 ewige ,vorsehung6 ,nur la mich dieser ,unmerklichkeit wegen an dir nicht verzweifeln4--,la mich an dir nicht verzweifeln1 wenn selbst deine ,schritte mir scheinen sollten1 zurck zu gehen6--,es ist nicht wahr1 da die krzeste ,linie immer die gerade ist4 4 #ib4 ,du hast auf deinem ewigen ,wege so viel mitzunehmen6 so viel ,seitenschritte zu thun6--,und wie8 wenn es nun gar so gut als ausgemacht wre1 da das groe langsame ,rad1 welches das ,geschlecht seiner ,vollkommenheit nher bringt1 nur durch kleinere schnellere ,rder in ,bewegung gesetzt wrde1 deren jedes sein ,einzelnes eben dahin liefert8 4 #ic4 ,nicht anders6 ,eben die ,bahn1 auf welcher das ,geschlecht zu seiner ,vollkommenheit gelangt1 mu jeder einzelne ,mensch 7der frher1 der spter7 erst durchlaufen haben4--,in einem und eben demselben ,leben durchlaufen haben8 ,kann er in eben demselben ,leben ein sinnlicher ,jude und ein geistiger ,christ gewesen seyn8 ,kann er in eben demselben ,leben beyde berhohlet haben8 4 #id4 ,das wohl nun nicht6--,aber warum knnte jeder einzelne ,mensch auch nicht mehr als einmal auf dieser ,welt vorhanden gewesen seyn8 4 #ie4 ,ist diese ,hypothese darum so lcherlich1 weil sie die lteste ist8 weil der menschliche ,verstand1 ehe ihn die ,sophisterey der ,schule zerstreut und geschwcht hatte1 sogleich darauf verfiel8 4 #if4 ,warum knnte auch ,ich nicht hier bereits einmal alle die ,schritte zu meiner ,vervollkommung gethan haben1 welche blos zeitliche ,strafen und ,belohnungen den ,menschen bringen knnen8 4 #ig4 ,und warum nicht ein andermal alle die1 welche zu thun1 uns die ,aussichten in ewige ,belohnungen1 so mchtig helfen8 4 #ih4 ,warum sollte ich nicht so oft wiederkommen1 als ich neue ,kenntnisse1 neue ,fertigkeiten zu erlangen geschickt bin8 ,bringe ich auf ,einmal so viel weg1 da es der ,mhe wieder zu kommen etwa nicht lohnet8 4 #ii4 ,darum nicht8--,oder1 weil ich es vergesse1 da ich schon da gewesen8 ,wohl mir1 da ich das vergesse4 ,die ,erinnerung meiner vorigen ,zustnde1 wrde mir nur einen schlechten ,gebrauch des gegenwrtigen zu machen erlauben4 ,und was ich auf itzt vergessen mu1 habe ich denn das auf ewig vergessen8 4 #ajj4 ,oder1 weil so zu viel ,zeit fr mich verloren gehen wrde8--,verloren8 --,und was habe ich denn zu versumen8 ,ist nicht die ganze ,ewigkeit mein8 ,ende dieses ,projekt ,gutenberg ,etextes ,die ,erziehung des ,menschengeschlechts1 von ,gotthold ,ephraim ,lessing4