,,der ,,streit ,,ber ,,die ,,trag,,die von ,,theodor ,,lipps ,professor der ,philosophie in ,breslau4 ,inhalt4 ,einleitung4 ,die ,resignation des tragischen ,helden4 ,die poetische ,gerechtigkeit4 ,schuld und ,strafe4 ,die sittliche ,weltordnung4 ,das ,ende der poetischen ,gerechtigkeit4 ,die vorbergehende ,schmerzempfindung4 ,das ,mitleid4 ,genaueres ber die ,bedeutung des ,leidens4 ,die ,bestrafung der ,bsen und die ,macht des ,guten4 ,zwei ,gattungen der ,tragdie4 ,tragdie und ernstes ,schauspiel4 ,die poetische ,motivierung4 ,der ,untergang des ,helden4 ,schlu4 ,,einleitung4 ,so wenig wie die knstlerische ,thtigkeit1 ebenso wenig ist auch unser ,kunstgenu bedingt durch die verstndesmige ,einsicht in die ,grnde1 auf denen die ,wirkung des ,kunstwerkes beruht4 ,und es ist gut1 da es sich so verhlt4 ,wre es anders1 aller ,kunstgenu geriete ins ,schwanken4 ,vor allem drfte kein tragisches ,kunstwerk auf eine sichere und bei allen gleichartige ,wirkung rechnen4 ,so gro ist die ,unsicherheit und ,gegenstzlichkeit der ,anschauungen ber den ,grund unseres ,vergngens an tragischen ,gegenstnden4 ,die verstandesmige ,einsicht bedingt nicht den ,kunstgenu4 ,aber die vermeintliche ,einsicht1 die falsche ,theorie vermag ihn empfindlich zu schdigen4 ,nicht bei solchen1 die die ,theorie haben1 aber klug genug sind1 von ihr angesichts des ,kunstwerkes keinen ,gebrauch zu machen2 die sich zu ,hause an ihrer ,theorie der ,tragdie1 im ,theater an der ,tragdie erfreuen4 ,sie schaffen sich nur einen doppelten ,genu4 ,fr sie ist die ,theorie ein ,luxus1 den man ihnen wohl gnnen mag4 ,wohl aber mu die falsche ,theorie ,schaden stiften bei denjenigen1 die damit praktisch ,ernst machen4 ,sie suchen1 durch die ,theorie verleitet1 im ,kunstwerk1 was die ,theorie vorschreibt1 und finden natrlich1 was sie suchen4 ,und sie bersehen mit ihrem durch die ,theorie mileiteten ,blick1 was das ,kunstwerk bieten will und bietet4 ,vielleicht beruht die falsche ,theorie immerhin auf sthetischem ,boden2 sie ist hervorgegangen aus oberflchlicher und einseitiger ,betrachtung des ,kunstwerkes4 ,dies ist der bei weitem gnstigere ,fall4 ,schlimmer ist es1 wenn eine der ,kunst fremde ,theorie1 eine ,welt- oder ,lebensauffassung1 wie sie der ,philosoph aus der ,betrachtung der ,wirklichkeit gewonnen oder in seinen ,muestunden ertrumt hat1 dem ,kunstwerk untergeschoben1 und dies zum ,mittel gemacht wird1 jene ,welt- oder ,lebensauffassung zu verkndigen oder zu besttigen4 ,,die ,,resignation ,,des ,,tragischen ,,helden4 ,es giebt eine ,weltanschauung1 die1 ausgehend von der ,betrachtung des ,leides in der ,welt1 zur berzeugung gelangt1 da es besser wre1 die ,welt wre nicht4 ,das ,leid in der ,welt fordere eine ,erlsung4 ,diese sei gegeben in der ,abkehr vom ,leben1 der ,preisgabe des ,daseins1 der ,weltberwindung in diesem ,sinne4 ,im ,aufhren des ,daseins1 im ,nichtsein also1 sei die ,disharmonie der ,welt in ,harmonie aufgelst2 hier sei ,ruhe1 ,vershnung1 ,frieden4 ,lassen wir dahingestellt1 wie der ,verkndiger dieser pessimistischen ,weltanschauung seine ,lehre zu beweisen gedenkt4 ,nur dies interessiert uns hier einigermaen1 wie er die sonderbare ,vorstellung rechtfertigen will1 da das ,individuum nach ,preisgabe seines ,daseins1 da also das nicht mehr existierende ,individuum1 doch noch von eben dieser ,nichtexistenz etwas habe2 da es1 obgleich nicht mehr empfindend1 doch sein ,nichtsein als ,harmonie1 ,vershnung1 ,ruhe1 kurz irgendwie befriedigend empfinde4 ,denn die ,befriedigung1 die ich nicht empfinde1 ist ja doch fr mich keine ,befriedigung1 so sehr sie es fr einen anderen sein mag2 ,erlsung1 ,vershnung1 ,harmonie1 das alles sind ,worte1 die auf das nicht mehr existierende also auch nicht mehr empfindende ,individuum angewandt vllig ihren ,sinn verlieren4 ,was1 frage ich1 veranlat den ,vertreter jener ,theorie trotzdem mit diesen ,worten zu spielen1 statt berall das so klare und viel einfachere ,wort ,nichts an die ,stelle zu setzen4 ,das ,spiel ist ja allzuleicht zu durchschauen4 ,ruhe ist ein doppelsinniges ,wort4 ,ruhe ist ,abwesenheit der ,bewegung1 ,mangel des ,lebens1 also ,tod1 ,starrheit1 gleichfrmiges ,einerlei4 ,solcher ,ruhe erfreut sich der ,stein gegenber der ,pflanze1 die durch ,entziehung der ,wrme erstarrte ,natur gegenber der lebendigen4 ,ein ander ,mal ist ,ruhe gleichbedeutend mit ,ausruhen4 ,solches ,ausruhen ist nicht ,mangel des ,lebens1 sondern ungestrter ,ablauf desselben2 nicht aufgehobene ,bewegung1 sondern ungetrbtes ,gleichma vorhandener ,bewegung4 ,jene ,ruhe hat nichts ,erfreuliches2 mit ,bewegung und ,leben ist ja auch das ,fhlen aufgehoben4 ,diese schliet eine eigene und beglckende ,art des ,lebens- und ,selbstgefhls in sich4 ,nur wenn man mit logischer ,taschenspielerkunst jenem negativen ,begriff der ,ruhe diesen positiven ,begriff unterschiebt1 kann man auch jenen mit scheinbarem positivem ,inhalte erfllen4 ,noch schlimmer steht es mit den anderen1 an ,stelle des ,nichts gesetzten ,begriffen4 ,aufgehobene ,disharmonie ist nicht ohne weiteres ,harmonie1 sie ist an sich blo nicht vorhandene ,disharmonie1 ,leere1 ein ,nichts an ,stelle der ,disharmonie4 ,nicht1 wo nichts mehr erklingt1 sondern wo ,klnge ungestrt zusammenklingen1 ist ,harmonie4 ,und solche ,harmonie mu da sein1 wo ,disharmonie in ,harmonie aufgelst werden soll4 ,ohne die nachfolgende ,harmonie ist die ,auflsung ein leeres ,wort1 eine sonderbare ,erschleichung4--,und nicht anders ist es mit dem ,frieden1 der ,vershnung4 ,ich frage1 ist es recht1 solchen ,begriffsbetrug zu ben8 ,oder wie glaubt man dergleichen logischen ,leichtsinn verantworten zu knnen8 ,jener ,weltanschauung aber soll nun auch die ,tragdie zur ,besttigung dienen4 ,wir erfahren3 in der ,tragdie vollziehe der ,held die ,abwendung vom ,dasein und ,leben2 daraus gewinne der ,zuschauer den ,trost1 da auch ihm ein ,gleiches zu thun offen stehe4 ,die ,tragdie erschliee so dem ,geiste seine wahre ,heimat und die ,aussicht auf den stillen ,hafen hinter der sturmbewegten ,see des ,lebens4 ,hier haben wir zunchst neue ,worte an ,stelle des ,nichts4 ,schade1 da sie1 so poetisch auch immer1 und so wohlgeeignet die ,leere des ,nichts gefllig zu verschleiern1 doch auch nicht das ,nichts in ein ,etwas1 wohl gar in ein beglckendes ,etwas zu verwandeln vermgen4 ,man knnte meinen1 trotz der schnen ,worte bleibe der ,gedanke an jene ,leere vielmehr der erschrecklichsten einer1 und jene trostreiche ,aussicht sei alles eher als trostreich4 ,doch streiten wir darber nicht4--,der ,zuschauer soll jenen trostreichen ,gedanken haben4 ,gemeint kann aber doch wohl nur der ,zuschauer sein1 der an die pessimistische ,lehre glaubt1 und auch der nur unter der ,voraussetzung1 da er im ,trauerspiel1 das ja von allerlei redet1 nur nicht von ihm und seinen persnlichen und realen ,interessen1 noch die ,zeit findet1 zu diesen ,interessen abzuschweifen4 ,oder wo pflegen ,tragdien von ,zuschauern und ihren ,wnschen und ,aussichten zu handeln8 ,welche ,tragdie fllt so aus der ,rolle8 ,ich frchte nicht1 da man den ,sinn und die ,bedeutung dieser ,frage verkenne4 ,die ,fabel mag ausdrcklich enden mit dem ,fabula docet1 der ,nutzanwendung1 die sich an den ,leser oder ,hrer wendet2 das ,gleichnis mag sagen3 ,gehe hin und thue desgleichen4 ,und wenn sie es nicht ausdrcklich thun1 so sollen wir doch die ,lehre oder ,nutzanwendung aus ihnen ziehen4 ,beide sind eben ,belehrungen in knstlerischer ,form1 nicht reine ,kunstwerke4 ,dagegen will das reine ,kunstwerk nicht belehren1 am wenigsten ber unsere ,aussichten4 ,oder was wrde man sagen1 wenn jemand aus dem ,lustspiel1 in dem der ,held durchs groe ,loos aus materieller ,not befreit wird1 den trstlichen ,gedanken zge1 da auch ihm dergleichen begegnen knne4 ,was wrde man sagen1 wenn er uns gar erklrte1 dieser trstliche ,gedanke sei eben der ,grund und eigentliche ,inhalt seines ,kunstgenusses8 ,nun1 genau dasselbe mu man von demjenigen sagen1 der den ,genu am tragischen ,kunstwerk auf irgend welche trostreiche ,aussicht grndet1 die er fr sich daraus zieht4 ,das darstellende ,kunstwerk will wirken durch das1 was es darstellt1 durch die ,gestalten1 die es uns vorfhrt1 und das1 was diese ,gestalten innerhalb des ,kunstwerkes1--nicht irgend jemand sonst1 am wenigsten wir selbst1 auerhalb desselben1--sind und denken1 thun und erleiden4 ,in die ,gestalten1 in ihr ,denken1 ,thun und ,leiden sollen wir uns in unserer ,phantasie hineinversetzen und unser reales ,ich mit seinen ,wnschen und ,aussichten1 und damit zugleich die ganze sonstige ,welt der ,wirklichkeit nicht hineinmengen1 sondern vergessen4 ,die ,welt des darstellenden ,kunstwerkes ist nicht eine wirkliche1 sondern eben eine dargestellte2 eine ,welt der bloen ,vorstellung1 der ,phantasie1 des ,scheins4 ,sie ist jedesmal eine ,welt fr sich1 von der ,welt1 in der wir existieren1 durch eine absolute ,kluft getrennt4 ,diese ,welt und sie allein geht uns an1 wenn wir uns dem ,kunstwerk hingeben2 aus ihr allein knnen wir schpfen1 was wir aus dem ,kunstwerke schpfen wollen4 ,es besteht aber gerade das ,besondere des darstellenden ,kunstwerkes1 dasjenige1 was es vor dem ,schnen der ,wirklichkeit jederzeit voraus hat1 darin1 da es eine solche ,welt fr sich bildet1 aller wirklichen ,welt transcendent1 vllig losgelst von unseren ,wirklichkeitsinteressen2 es ist das ,auszeichnende des ,genusses am darstellenden ,kunstwerke1 da das ,schne in ihm zur ,geltung kommt und wirkt1 wie es an sich ist1 genossen wird in dem ,werte1 den es an sich hat1 nur verflochten in die ,beziehungen1 in die es im ,kunstwerke verflochten erscheint4 ,dagegen hebt jede ,einmischung eines ,gedankens1 der sich auf das bezieht1 was auerhalb des ,kunstwerkes liegt1 jede ,herzubringung eines ,interesses auer dem ,interesse am ,kunstwerk selbst und seinem ,inhalte das eigentliche ,wesen des ,kunstwerkes auf4 ,die ,vermengung ist nicht klger als die von ,traum und ,wirklichkeit1 der ,versuch vor allem1 trostreiche ,gedanken fr die ,wirklichkeit aus dem ,kunstwerke zu ziehen1 nicht geistreicher als der ,versuch1 das ,kapital1 das man im ,traume gewonnen1 im wachen ,leben auf ,zinsen zu legen4 ,doch weiter4 ,aus gewissen ,bedingungen folgt jedesmal in der ,tragdie das ,preisgeben des ,daseins seitens des ,helden4 ,er wendet sich vom ,leben--wenn er es thut--nicht auf ,grund einer philosophischen ,reflexion ber die ,vortrefflichkeit der ,nichtexistenz1 sondern weil ein groes ,leid1 ein unlsbarer ,konflikt ber ihn hereingebrochen ist4 ,warum dies8 ,man sagt uns1 der ,held msse durch die ,unlsbarkeit des ,konfliktes erst dazu gebracht werden1 die ,welt zu berwinden1 die instinktive ,todesfurcht abzuschtteln1 das ,nichtsein begehrenswert zu finden4 ,wie ihm das ,leiden1 so solle uns der ,anblick des ,leidens die ,vortrefflichkeit des ,nichtseins im ,vergleich zu den ,leiden des ,daseins zum ,bewutsein bringen4 ,auch sei die ,preisgabe des ,lebens fr den ,helden erst auf ,grund der ,unlsbarkeit des ,konfliktes verzeihlich4 ,denn von ,hause aus habe der ,einzelne die ,pflicht sich dem ,leben und seinen ,aufgaben zu erhalten1 obgleich diese ,aufgaben zuletzt auf nichts anderes hinauslaufen1 als darauf1 auch die brige ,welt zur ,abkehr vom ,leben reif zu machen4 ,aber ist damit nicht die ganze trstliche ,aussicht wiederum illusorisch gemacht8 ,angenommen der ,held entschlsse sich zur ,preisgabe des ,daseins ohne besondere ,veranlassung1 etwa unter ,recitation einiger ,lichtstrahlen aus pessimistischen ,werken4 ,dann knnten wir vielleicht aus seinem ,verhalten die trstliche ,zuversicht gewinnen1 da auch uns1 denen einstweilen die besondere ,veranlassung fehlt1 ein gleiches ,verhalten mglich sei4 ,wie aber1 wenn das ,gegenteil dieser ,annahme stattfindet8 ,da die ,veranlassung zur ,preisgabe des ,daseins beim ,helden der ,tragdie eine besondere1 da die ,bedingungen seines ,unterganges auerordentliche zu sein pflegen1 das tut ja doch wohl keine ,frage4 ,man hat sogar diese ,besonderheit oder ,auerordentlichkeit ber ,gebhr gesteigert4 ,der tragische ,konflikt1 sagte man1 setze jederzeit eine berhebung seitens des ,helden voraus4 ,dies bezweifle ich4 ,ich wte wenigstens nicht1 worin die berhebung einer ,,emilia ,,galotti bestehen sollte4 ,aber lassen wir diesen ,punkt hier noch unentschieden4 ,uns gengt1 da unter ,voraussetzung gewisser1 nicht alltglicher ,bedingungen1 und nur unter ,voraussetzung derselben1 der tragische ,held sich vom ,leben abzuwenden pflegt4 ,diese ,bedingungen mssen gewi1 so wenig alltglich immer1 mgliche und naturgeme1 sie mssen normale ,bedingungen sein4 ,ob sie dagegen irgend einmal wirklich waren1 oder grere oder geringere ,aussicht haben1 wirklich zu werden1 hat wiederum mit dem ,kunstwerke nichts zu thun4 ,angenommen aber1 wir knnen es nun einmal nicht lassen1 in die ,phantasiewelt des ,kunstwerkes die wirkliche ,welt hineinzumengen1 insbesondere ,nutzanwendungen auf uns selbst zu machen4 ,dann ist zum mindesten gefordert1 da die ,nutzanwendung dem entspreche1 woraus sie gezogen ist4 ,nun liegt im ,gedanken1 da wir knnen1 was der ,held kann1 ein ,vergleich des ,helden mit uns4 ,dieser ,vergleich hat1 wie bei ,vergleichen blich1 auch seine ,kehrseite4 ,der unlsbare ,konflikt besteht jetzt fr uns nicht4 ,wir mssen auch die ,mglichkeit1 bzw4 die grere oder geringere ,wahrscheinlichkeit zugeben1 da die ,bedingungen1 die ihn notwendig herbeifhren1 fr uns nicht eintreten werden4 ,natrlich mu dieser ,gedanke unsere trstliche ,zuversicht stren4 ,die ,mglichkeit oder ,wahrscheinlichkeit1 da wir nie in eine ,lage kommen werden1 in der die ,abwendung vom ,leben auch fr uns unvermeidlich und darum verzeihlich wre1 die uns zugleich von der instinktiven ,todesfurcht befreite1 so da wir das ,nichtsein dem ,dasein auch praktisch vorziehen knnten1 diese ,mglichkeit oder ,wahrscheinlichkeit mu uns sogar mit umso grerem ,schmerz und ,neid erfllen1 je trstlicher jene trstliche ,aussicht fr uns sein wrde4 ,daran ndert auch die ,behauptung nichts1 da in jedem ,menschen ,konflikte ruhen1 die ihrer ,natur nach unvershnlich sind1 und da es nur der ,zuflligkeit der ,verhltnisse zu danken sei1 wenn sie nicht zum ,ausbruch kommen4 ,denn die ruhenden1 nicht aufgebrochenen ,konflikte1 das sind eben doch ,konflikte1 die thatschlich nicht bestehen4 ,vielleicht brechen sie einmal aus4 ,aber die ,unsicherheit1 ob sie ausbrechen werden1 ob wir also ,aussicht haben1 es dem ,helden einmal nachmachen zu knnen oder nicht1 das ,hangen und ,bangen zwischen dieser ,aussicht und der gnzlichen ,aussichtslosigkeit mu uns in einen ,zustand marternder ,unruhe versetzen1 der erst recht das ,gegenteil ist von der erhebenden ,wirkung des tragischen ,kunstwerks4 ,lassen wir auch diesen ,punkt4 ,wenn wenigstens die ,voraussetzung dieser wunderbaren ,theorie zutrfe2 wenn wenigstens der ,held der ,tragdie wirklich berall resigniert vom ,leben sich abkehrte4 ,thatschlich ist ja auch dies nicht der ,fall4 ,oder wo ist in ,a,n,t,i,g,o,n,es herzzerreiender ,klage1 da sie das ,leben verlassen msse1 diese ,abkehr8 ,wo ist die ,resignation1 das ,abschtteln der ,todesfurcht1 das ,wegwerfen des ,daseins als eitel und wertlos8 ,was kann es auch nur fr einen ,sinn haben1 von ihr zu behaupten1 da sie das ,nichtsein den ,leiden des ,daseins vorziehe1 da ja bei ihr vielmehr das ganze ,leiden in der bitteren ,notwendigkeit des ,sterbens besteht8--,wo finden wir die ,resignation selbst bei einem ,,macbeth oder ,,richard ,,iii48 ,freilich1 da solche ,ausnahmen sich finden1 da nicht in allen ,tragdien der ,held zur ,resignation gelange1 dies wird ausdrcklich zugestanden4 ,die ,resignation1 sagt man uns1 bleibe eben in solchen ,fllen der ,reflexion des ,zuschauers berlassen4 ,aber damit ist doch wohl zugleich ausdrcklich zugestanden1 da die trstliche ,aussicht1 in welcher der eigentliche ,sinn der ,tragdie bestehen sollte1 ganz auerhalb des ,kunstwerkes steht1 und lediglich dem ,zuschauer zur ,last fllt1 der den ,dichter ergnzt oder korrigiert1 wie es ihm eben beliebt4 ,giebt die thatschliche ,resignation des ,helden uns das ,bewutsein1 da wir unter gleichen ,umstnden derselben ,resignation fhig sein wrden1 dann mu ebenso sicher der ,mangel der ,resignation1 der ja auch im ,kunstwerk wohl motiviert ist1 die berzeugung in uns wecken1 da wir unter gleichen ,umstnden ebenso unresigniert sein wrden4 ,gewinnen wir trotzdem auch im letzteren ,falle die ,zuversicht unserer eigenen ,resignationsfhigkeit1 so gelangen wir dazu auf unsere eigenen ,kosten und dem ,kunstwerk zum ,trotz4 ,wir knnen dann ebensowohl aus jeder beliebigen ,komdie die gleiche ,zuversicht schpfen4 ,das ,kunstwerk ist schlielich gnzlich gleichgiltig geworden4 ,reflexionen knnen wir ja jederzeit anstellen1 welche wir wollen4 ,fassen wir alles zusammen1 so leuchtet ein1 worin fr die ,theorie in ,wahrheit der ,genu des tragischen ,kunstwerkes besteht4 ,man geht ins ,theater1 um sich seiner glcklich gewonnenen ,weltanschauung zu freuen4 ,stimmt damit das aufgefhrte ,stck berein oder lt es sich so umdeuten1 da es damit bereinzustimmen scheint1 dann freut man sich auch an dieser wirklichen oder vermeintlichen bereinstimmung4 ,will das ,stck sich durchaus nicht der ,weltanschauung fgen1 nun1 dann lt man das ,kunstwerk ,kunstwerk sein und begngt sich mit der ,freude an seiner eigenen ,weisheit4 ,das tragische ,kunstwerk ist eben1 so wenig wie irgendwelches ,kunstwerk1 dazu da ,weltanschauungen zu predigen oder zu besttigen1 pessimistische so wenig wie optimistische4 ,aber der ,dichter mu doch irgend eine ,weltanschauung haben1 und die mu in seinem ,werke zu ,tage treten4 ,und nur der wird das ,kunstwerk recht verstehen1 der sich auf den ,boden dieser ,weltanschauung stellt4--,ich frage3 ,warum dies alles8 ,mag der ,dichter als ,mensch1 sozusagen fr seinen ,privatgebrauch eine ,weltanschauung haben4 ,als ,dichter bedarf er keiner solchen1 es sei denn1 da es ihm darauf ankommt in seinen ,gestalten einen ,kampf der ,weltanschauungen zur ,darstellung zu bringen4 ,im brigen wird er sogar gut thun1 seine ,weltanschauung mglichst fr sich zu behalten4 ,was er in jedem ,falle braucht1 ist ,kenntnis der ,welt und des in ihr ,mglichen2 ,verstndnis fr das1 was in der ,welt ist und auf das menschliche ,gemt zu wirken vermag2 ,beherrschung der ,sprache1 in der die ,erscheinungen in der ,welt ihren ,sinn und ,inhalt zu offenbaren pflegen4 ,will man dies ,weltanschauung nennen1 so ist es doch nicht ,weltanschauung in dem hier vorausgesetzten philosophischen ,sinne des ,wortes4 ,so haben denn auch groe ,dichter keine oder eine sehr schwankende ,weltanschauung gehabt1 und hatten sie eine1 so hteten sie sich das ,kunstwerk zur ,darlegung und ,anpreisung dieser ,weltanschauung zu mibrauchen4 ,nur in einem ,sinne1 auer dem eben zugestandenen1 mu der ,dichter und jeder ,knstler als solcher ,weltanschauung haben und geben1 wenn nmlich unter ,welt die ,welt des ,kunstwerkes verstanden wird4 ,diese ,welt ist seine ,welt und diese ,welt allerdings mu ihm1 indem er sie schafft1 ,gegenstand einer klaren1 einheitlichen und von innerer ,wahrheit erfllten ,anschauung sein4 ,eben diese ,weltanschauung soll dann gewi auch der ,betrachter gewinnen4 ,,die ,,poetische ,,gerechtigkeit4 ,ich sagte schon1 da das tragische ,kunstwerk1 wie keine pessimistische1 so auch keine optimistische ,weltanschauung predige4 ,es hat mit beiden gleich viel oder gleich wenig zu thun4 ,es giebt aber eine ,theorie der ,tragdie1 die optimistisch genannt werden kann1 auch wohl sich selbst so nennt und die das tragische ,kunstwerk1 wenngleich in anderer ,weise1 darum doch nicht minder verflscht als die besprochene pessimistische4 ,die gemeinte ,theorie fordert1 da das bel1 das dem ,helden widerfhrt1 insbesondere sein schlielicher ,untergang1 als ,strafe des ,bsen1 als ,shne fr eine ,verschuldung erscheine4 ,sie kennt eine berall in der ,tragdie waltende poetische ,gerechtigkeit4 ,da es eine solche ,gerechtigkeit in der ,welt gebe1 da alle ,schuld sich auf ,erden rche1 dies soll der erhebende ,gedanke sein1 den das ,trauerspiel vergegenwrtige und in dessen ,vergegenwrtigung sein eigentlicher ,sinn bestehe4 ,wir fragen zunchst3 ,besteht denn1 wirklich jene ,gerechtigkeit in der ,welt1 rcht sich wirklich alle ,schuld auf ,erden8 ,soviel wir wissen1 nicht4 ,schuldige und ,unschuldige gehen unter3 ,unschuldige und ,schuldige bleiben erhalten und freuen sich ihres ,daseins4 ,die ,besten empfinden mit tiefem1 vielleicht vernichtendem ,schmerze1 was die ,bsen1 die ,oberflchlichen1 die sittlich ,stumpfen gleichgiltig oder mit lchelndem ,achselzucken ansehen4 ,darnach ist es ein unwahrer ,gedanke1 den die ,tragdie vergegenwrtigt oder es ist unwahr1 da ihn die ,tragdie vergegenwrtigt4 ,die ,tragdie vergegenwrtigt den ,gedanken nicht4 ,die ,tragdie vergegenwrtigt berhaupt keine allgemeine ,gedanken4 ,sie vergegenwrtigt nur sich selbst4 ,m,a,c,b,e,t,hs1 ,r,i,c,h,a,r,ds ,,iii4 ,schuld rcht sich2 vielleicht1 obgleich wir dies einstweilen bezweifeln1 auch die der ,,antigone1 ,,cordelia1 ,,ophelia4 ,aber diese ,gestalten gehren1 soviel ich sehe1 nicht der ,erde an1 sondern der ,tragdie2 nicht auf ,erden1 sondern in der ,welt der ,phantasie1 in der wir leben1 wenn wir die ,gestalten sehen1 rcht sich ihre ,schuld4 ,und da sie sich rcht1 das ist kein ,gedanke1 sondern eine ,thatsache1 die wir vor unseren ,augen erleben4 ,nicht dazu ist die ,tragdie da1 damit wir ,gedanken vollziehen1 sondern damit wir etwas erleben und davon ergriffen sind4 ,doch damit ist die ,theorie nicht beseitigt4 ,den ,gedanken sind wir los und damit die ,weltanschauung1 die in dem ,glauben an jenen ,gedanken besteht1 und damit ist viel gewonnen4 ,aber das ,erlebnis1 der einzelne ,fall der poetischen ,gerechtigkeit1 den uns die ,tragdie vorfhrt1 bleibt bestehen oder scheint bestehen zu bleiben4 ,und damit bliebe fr uns das ,wesentliche4 ,mag der ,gedanke oder die ,weltanschauung wahr sein oder falsch1 uns gengte der einzelne ,fall1 wie er auf der ,bhne uns entgegentritt4 ,in der ,welt der ,wirklichkeit braucht ein solcher ,fall nur mglich zu sein4 ,ist er zugleich auf der ,bhne wirklich und beruht darauf die ,wirkung der ,tragdie1 so hrt unser weiterer ,widerspruch gegen die ,theorie auf4 ,aber hier drngt sich sofort ein anderer naheliegender ,einwand auf4 ,es giebt auer der ,tragdie andere tragische ,kunstwerke4 ,man sollte meinen1 was den ,sinn der ,tragdie ausmache1 msse in irgend einer ,weise auch in sonstigen tragischen ,kunstwerken vergegenwrtigt sein4 ,wiefern aber leidet der ,,laokoon des plastischen ,bildwerks zur ,strafe fr eine ,schuld8 ,wo ist da die poetische1 oder wie es hier wohl heien mte1 plastische ,gerechtigkeit8 ,ich sehe das ,leiden deutlich genug1 aber woran sehe ich1 da ihm eine ,schuld voranging8 ,der ,,laokoon des ,dichters mag fr eine ,schuld leiden1 obgleich ich nicht wei1 worin sie bestehen sollte4 ,aber der ,,laokoon des ,dichters ist nun einmal nicht der plastische4 ,dieser ,thatbestand fr sich allein htte gengen mssen1 die ,schuld- und ,straftheorie1 oder die ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit zu ,falle zu bringen4 ,doch so eingewurzelte ,theorien sind nicht so leicht zu fllen4 ,vielleicht hilft man sich mit der ,bemerkung1 die gemeinsame ,bezeichnung plastischer und dramatischer ,kunstwerke als tragischer sei vllig zufllig1 beweise darum in der ,that nichts fr irgendwelche bereinstimmung in den ,grnden ihrer ,wirkung4 ,so fassen wir lieber die ,tragdie direkt ins ,auge4 ,der tragische ,held soll leiden zur ,strafe fr eine ,schuld4 ,diese ,behauptung ntigt die ,vertreter unserer ,theorie1 berall an den tragischen ,helden eine ,schuld aufzusuchen4 ,es gelingt ihnen denn auch berall etwas zu finden1 dem sie diesen ,namen glauben geben zu drfen4 ,,antigone erhebt sich gegen den ,trger der socialen ,ordnung2 ,,desdemona versndigt sich gegen die vterliche ,autoritt1 sie macht keinen ,versuch1 ,,brabantio durch ,bitten und ,thrnen zur ,einwilligung zu bewegen2 und nun gar der ,leichtsinn1 das ,taschentuch zu verlieren6--,,emilia ,,galotti hat keine tatschliche1 aber eine ,gedankenschuld auf sich geladen4--,so sehen wir1 kein ,unschuldiger1 nur ,schuldige werden vom tragischen ,geschick ereilt4 ,man wird nicht umhin knnen1 den ,scharfsinn zu bewundern1 der zu solchen ,schuldbeweisen aufgeboten worden ist4 ,im brigen gewhren sie ein wenig erfreuliches ,schauspiel4 ,als ob es nicht genug wre1 da der ,dichter seine ,helden leiden lt1 werden sie nun auch noch von den sthetikern mihandelt4 ,man zwingt sie erbarmungslos auf die ,anklagebank1 um alles an ihnen hervorzukehren1 das ,innerlichste und uerlichste1 das was sie gethan und das was sie1 zwar nicht gegen ihre eigene1 aber gegen des sthetikers bessere ,einsicht unterlassen haben1 ,fehler1 von denen ,dichter und ,kunstwerk wissen1 und solche1 von denen beide nichts wissen4 ,nachdem so das ,verborgenste ans ,licht gezogen ist1 pldiert man fr und wider4 ,wo der eine eine kleine ,schuld findet1 wittert der andere eine groe2 wo der eine milde gestimmt ist1 redet sich ein anderer in ,entrstung hinein4 ,alle aber stimmen sie schlielich in das ,schuldig ein3 ,was brauchen wir weiter ,zeugnis8 ,weg mit ihnen4 ,was aber will man denn eigentlich mit dem allem8 ,darum handelt es sich ja doch nicht1 ob die tragische ,persnlichkeit berhaupt unschuldig ist1 so unschuldig1 da auch derjenige1 der seiner ,theorie zuliebe einen ,tadel an ihr finden mu und will1 keinen zu finden vermag4 ,wir sind allzumal ,snder1 und die etwa ausgenommen sind1 die neugeborenen ,kinder oder die ,heiligen des ,himmels1 wird man gewi auch in ,zukunft nicht zu ,helden von ,tragdien machen4 ,nur das kann doch die ,frage sein1 ob der ,held eine ,schuld auf sich geladen hat1 fr die das ,leiden1 das ihn trifft1 als gerechte ,strafe erscheint1 eine ,schuld1 die nur mit ,vernichtung geshnt werden kann4 ,und dies wiederum nicht nach einem ,mastabe1 den wir speciell fr die ,tragdie zurecht schneiden mgen1 sondern nach demjenigen1 den unser natrliches sittliches ,gefhl uns an die ,hand giebt4 ,reden wir ganz speziell4 ,hat ein ,weib1 das ganz erfllt von reinster ,bruderliebe1 die heiligste ,verpflichtung1 die ihr diese ,bruderliebe auferlegt1 festhlt1 trotz der ,drohungen eines ,tyrannen1 angesichts der ,notwendigkeit elend dahinzusterben1 kurz1 hat ein ,weib1 das ebenso handelt wie ,,antigone1 und aus ebensolcher ,gesinnung1 durch dies ,handeln und durch diese ,gesinnung den ,tod verdient1 nicht irgend einen1 sondern den grausamen und schmachvollen1 wie ihn ,,antigone erleidet8 ,ist sie durch unser natrliches ,gefhl gerichtet1 als eine1 die nicht verdient1 weiterzuleben8 ,haben wir1 wenn sie ihrem schrecklichen ,schicksal verfllt1 das ,bewutsein1 ihr sei recht geschehen und weiter nichts1 und ist es dieses ,bewutsein1 ist es dies befriedigte ,gerechtigkeitsgefhl1 aus dem wir den erhabenen ,genu schpfen1 den uns die ,tragdie gewhrt8 ,man rede nicht von einem hheren sittlichen ,standpunkte gegenber dem ,kunstwerk4 ,reiner allerdings ist der ,standpunkt1 wir stehen nirgends auf einem reineren sittlichen ,standpunkt als gegenber dem tragischen ,kunstwerk4 ,aber er ist reiner1 nicht weil er dem natrlichen ,gefhl ,hohn spricht1 sondern sofern er eben dies ,gefhl unbeeinflut durch ,rcksichten1 wie sie der ,zusammenhang der ,wirklichkeit mit sich bringt1 zur ,geltung kommen lt4 ,,schuld ,,und ,,strafe4 ,doch urteilen wir nicht zu schnell4 ,sehen wir der ,theorie etwas nher ins ,gesicht4 ,worin denn soll jener hhere ,standpunkt bestehen8 ,ist er ein hherer1 weil er ein strengerer ist1 der mit nicht nach menschlichem ,mastabe1 sondern nach dem ,mastabe sittlicher ,vollkommenheit8 ,von sittlicher ,vollkommenheit allerdings bleibt ja alle menschliche ,tugend weit entfernt4 ,vielleicht sieht ein vollkommenes ,wesen1 sieht die ,gottheit die besten der ,menschen so weit von sich entfernt1 da das ,gute1 das an ihnen ist1 ihr unendlich klein erscheint4 ,besteht es darum fr sie gar nicht mehr8 ,darf sie es vllig fr nichts achten8 ,doch was reden wir8 ,sind denn wir die ,gottheit8 ,knnen wir denn einen anderen ,mastab haben als den menschlichen8 ,ist der ,dichter nicht ,mensch und wendet sich an ,menschen8 ,lassen wir uns aber jenen hheren ,standpunkt einen ,augenblick gefallen4 ,die besten der tragischen ,helden seien trotz ihres guten ,wollens so nichtswrdig1 als es von jenem hheren ,standpunkt irgend scheinen mag4 ,mssen sie darum vernichtet werden8 ,gewi wird einem absolut vollkommenen ,willen jede ,unvollkommenheit1 jeder ,mangel1 jedes ,bse widerstreben4 ,er wird demgem das ,bse berall aufzuheben und zu vernichten streben4 ,aber heit dies1 er wird die ,menschen vernichten8 ,sind denn die ,menschen die ,unvollkommenheit1 der ,mangel1 das ,bse8 ,sind sie das ,nichtseinsollende1 weil das ,nichtseinsollende ihnen anhaftet8 ,so gewi nur das1 was am ,menschen bse ist1 oder der ,mensch1 sofern er bse ist1 dem vollkommenen ,willen widerspricht1 so gewi kann die ,gegenwirkung dieses ,willens nur gegen dies ,bse gerichtet sein1 nicht gegen das ,ganze des ,menschen4 ,der vollkommene ,wille kann nicht seinen ,zorn von dem ,bsen auf das ganze ,wesen bertragen und so mit dem ,bsen auch das1 sei es noch so geringe ,gute1 oder den ,keim des ,guten1 der im ,menschen wohnt1 zugleich vernichten wollen4 ,dies ,gute mu er lieben und zu erhalten streben1 so gewi er das ,bse hat und aufzuheben strebt4 ,mgen wir vermge eines natrlichen ,irrtums unseres ,empfindens ,menschen hassen1 statt das ,bse in ihnen zu hassen1 dem vollkommenen sittlichen ,willen liegt solcher ,irrtum fern4 ,welche ,bedeutung drfen wir dann noch der ,strafe beimessen8--,strafe ist nicht unmittelbar ,aufhebung oder ,verneinung des ,bsen4 ,sie ist ,verhngung eines bels ber die ,person1 strender oder vernichtender ,eingriff in den ,bestand der ,persnlichkeit1 der diese oder jene ,seite der ,persnlichkeit treffen kann4 ,dies hindert doch nicht1 da ihr ganzes sittliches ,wesen einzig in jener ,reaktion des sittlichen ,willens1--wenn ein sittlich vollkommener ,wille als der ,strafende gedacht wird1 in der ,reaktion dieses sittlich vollkommenen ,willens--gegen das ,bse bestehen kann4 ,das ,bse aber ist einzig im ,innern der ,persnlichkeit als deren bser ,wille4 ,darnach hat die ,strafe ihre sittliche ,bedeutung1 nicht sofern sie in die ,persnlichkeit berhaupt strend und vernichtend eingreift1 sondern lediglich sofern dadurch der bse ,wille getroffen1 gebrochen1 vernichtet wird4 ,die ,strafe verfehlt ihren sittlichen ,zweck1 sie ist nicht ,strafe1 so sehr sie es nach der ,absicht des ,strafenden sein mag1 wenn nicht in dem ,gestraften das ,bewutsein entsteht1 da er gestraft und mit ,recht gestraft sei1 wenn ihm nicht in der ,strafe die ,nichtigkeit seines bsen ,wollens und die sittliche bermacht des ,willens1 der die ,strafe verhngt1 zum ,bewutsein kommt4 ,sie verdient ihren ,namen nur soweit dies der ,fall ist4 ,wie nun1 so frage ich1 steht es hiermit bei ,,antigone1 ,,emilia ,,galotti1 ,,maria ,,stuart und so vielen anderen8 ,erkennen sie die ,strafe1 die ihnen angeblich zu teil wird1 als solche an8 ,beugen sie sich1 wenn auch widerstrebend1 vor der sittlichen bermacht dessen1 der sie straft8 ,ist ihnen berhaupt die ,macht1 der sie unterliegen1 eine sittliche8--,das ,gegenteil ist der ,fall4 ,also ist ihre ,strafe thatschlich keine ,strafe4 ,die ,wirkung in ihrem ,innern1 die allein der strafende sittliche ,wille--wenn ihnen ein solcher gegenbersteht--wollen kann1 bleibt unerreicht4--,damit haben auch wir die sittliche ,befriedigung1 die uns die ,strafe gewhren soll1 nicht gewonnen4 ,denn auch unser sittliches ,bewutsein1 wenn es nicht vielmehr sittliche ,verblendung ist1 kann nur durch das ,bse am ,menschen verletzt1 also auch nur dadurch befriedigt oder wiederhergestellt werden1 da dies ,bse1 da das bse ,wollen des ,menschen durch die ,strafe getroffen1 und wenn es mglich ist1 aufgehoben wird4 ,doch es scheint1 wir haben hier noch eine ,mglichkeit auer ,acht gelassen4 ,noch in anderer1 als der eben bezeichneten ,weise kann die ,strafe sittliche ,bedeutung haben3 ,sie wendet sich nicht gegen das bse ,wollen in dem ,gestraften1 sondern gegen das ,bse oder ,nichtseinsollende in der sonstigen ,welt4 ,sie schreckt ab oder sie ermglicht die ,verwirklichung eines hheren1 ber die einzelne ,persnlichkeit hinausgehenden sittlichen ,zwecks4 ,zunchst nun verdient auch diese ,strafe den ,namen ,strafe nicht mehr4--,sollte die ,schuld- und ,straftheorie dennoch diesen ,strafbegriff im ,auge haben8 ,wer sind dann die ,abgeschreckten8 ,wir1 die ,zuschauer8 ,werden wir bei manchen tragischen ,helden nicht vielmehr wnschen1 es ihnen an sittlicher ,strke und edler ,leidenschaft gleichthun zu knnen8 ,oder wenn wir von dem abgeschreckt werden1 was an ihrem ,thun unvollkommen ist1 werden wir dann nicht auch vor dem1 was daran edel ist1 zurckschrecken mssen1 da doch ihr ,thun als ,ganzes die ,strafe zur ,folge hat8--,und welches sind die hheren sittlichen ,zwecke1 deren ,verwirklichung durch die ,bestrafung der ,helden ermglicht wird8 ,vergessen wir aber bei solchen ,fragen eines nicht4 ,von der erhebenden ,wirkung der ,tragdie ist hier die ,rede4 ,soweit die ,strafe als ,mittel der ,abschreckung oder der ,verwirklichung hherer sittlicher ,zwecke an dieser ,wirkung teil haben soll1 mu beides1 die ,abschreckung und die ,verwirklichung hherer ,zwecke1 in der ,tragdie uns entgegentreten4 ,wo aber findet dergleichen statt8 ,r,i,c,h,a,r,ds ,,iii4 ,fall fhrt eine glcklichere ,zeit herbei4 ,aber gerade diese ,wendung der ,dinge gehrt nicht mehr zur ,tragdie als solcher4 ,und wie steht es in der ,hinsicht mit den oben erwhnten ,tragdien8 ,so kann uns jener hhere1 weil strengere moralische ,standpunkt von unserem ,widerspruche gegen die ,schuldtheorie oder die ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit nicht bekehren4 ,,die ,,sittliche ,,weltordnung4 ,es giebt aber einen anderen1 nicht nur strengeren1 sondern umfassenderen oder weitsichtigeren und darum hheren ,standpunkt1 der jene ,theorie zu rechtfertigen scheinen knnte4 ,suchen wir uns auch diesen ,standpunkt verstndlich zu machen4 ,von ,natur1 so etwa knnte der ,vertreter dieses ,standpunktes sich vernehmen lassen1 sind wir geneigt1 unser sittliches ,urteil zunchst auf das ,einzelne und das ,individuum zu beziehen4 ,indem wir uns als ,persnlichkeit fhlen und uns das ,recht unserer ,persnlichkeit zuschreiben1 knnen wir nicht umhin1 auch anderen das ,recht ihrer ,persnlichkeit zuzuerkennen4 ,das ,individuum1 meinen wir1 drfe sich als solches bethtigen und sein ,wollen1 sofern es ein an sich gutes sei1 behaupten1 auch gegen die ,schranken1 die ihm die objektive ,welt entgegenstellt1 und in leidenschaftlichem ,kampfe gegen dieselben4 ,nicht ihm1 sondern der unvollkommenen ,wirklichkeit falle die ,schuld zu1 wenn das ,individuum mit seinem guten ,wollen in diesem ,kampfe untergehe4 ,aber dieser ,standpunkt1 so meint man1 bestehe nicht vor einer hheren ,einsicht4 ber dem ,einzelnen stehe das ,allgemeine1 ber dem ,individuum der ,zusammenhang der ,welt1 ber dem individuellen ,wollen die objektive ,ordnung der ,dinge4 ,nicht im ,individuum1 sondern im ,ganzen1 der ,welt und ihren ,ordnungen verwirkliche sich der ,weltgeist1 die ,idee1 das ,absolute4 ,und nur die ,idee oder das ,absolute habe ein absolutes ,recht4 ,wer sich in einseitigem ,wollen1 in einseitiger ,betonung seiner ,persnlichkeit gegen die ,ordnung der ,dinge auflehne1 lehne sich gegen die ,idee auf und verfalle in ,schuld4 ,und diese ,schuld msse sich rchen4 ,die ,idee negire1 die ,wirklichkeit verschlinge den ,schuldigen1 und von ,rechtswegen4 ,wir mgen seine ,vernichtung menschlich beklagen1 aber mit der ,klage verbinde sich das erhabene und erhebende ,bewutsein von der siegenden ,allgewalt der ,idee4 ,in diesem ,bewutsein1 dem ehrfurchtsvollen ,schauer vor der ,idee1 bestehe der ,genu der ,tragdie4 ,viel ,wahres ohne ,zweifel liegt in solchen ,worten oder kann in ihnen liegen4 ,viel ,unwahrheit aber1 viel ,miverstndnis kann sich dahinter verbergen4 ,und mit je grerem ,pathos die ,worte auftreten1 um so grer ist die ,gefahr des ,miverstandes4--,andererseits fragt es sich1 wie viel von der ,wahrheit1 die in ihnen liegt1 auf die ,tragdie ,anwendung findet4 ,was meint man denn mit jener objektiven ,ordnung der ,dinge1 deren ,verletzung ,snde sei8 ,ist es die ,ordnung der ,dinge1 so wie sie ist1 der thatschliche ,bestand der ,welt8 ,diese ,ordnung der ,dinge bekmpft und verletzt jedes menschliche ,wollen und ,handeln1 nicht nur das des tragischen ,helden4 ,jedes ,wollen geht auf ,vernderung des ,weltbestandes4 ,was wirklich ist1 das brauchen wir nicht erst zu wollen und wollend herbeizufhren4 ,die ,gesetze der ,wirklichkeit freilich1 die hebt unser ,wollen nicht auf2 die aber tastet auch das ,wollen des tragischen ,helden nicht an4--,wre die objektive ,ordnung so gemeint1 und die ,verletzung dieser objektiven ,ordnung ,snde1 so wre jedes ,wollen sndhaft und strafwrdig4 ,das ,dasein des ,individuums wre das ,nichtseinsollende4 ,die absolute ,moral schlge in die ,moral der ,selbstvernichtung um4 ,indessen dies ist nicht die ,meinung der ,theorie1 oder braucht sie nicht zu sein4 ,nicht jedes ,wollen soll sich versndigen1 wohl aber dasjenige1 das seine natrlichen und sittlichen ,schranken berschreitet4 ,aber was heit dies8 ,ich kann zunchst die natrlichen ,schranken meines ,wollens in verschiedenem ,sinne berschreiten4 ,ich will oder unterfange mich zu thun1 was ich nicht hinausfhren kann4 ,wenn ich aber im ,voraus nicht wei1 oder nicht wissen kann1 welche ,umstnde mein ,wollen durchkreuzen werden1 wenn der ,zufall meine ,absichten scheitern lt8--,dann ist es lobenswert1 da ich gewollt habe1 wenn und in dem ,mae1 als ,ziel und ,motiv meines ,wollens lblich waren4 ,oder ich vertraute auf meine ,kraft2 auch solches ,selbstvertrauen ist gut4 ,ja selbst1 wenn mich der heftige ,drang eines nicht unedlen ,wollens der besseren ,verstandeseinsicht zum ,trotz an die ,mglichkeit der ,erreichung des ,zieles glauben und in diesem ,glauben handeln lt1 so hat dies greren inneren ,wert1 als wenn es der khlen ,einsicht so leicht gelungen wre mich zur ,aufgabe meines ,wollens zu bringen4 ,der ,leichtsinn freilich1 der die ,augen schliet1 wo die bessere ,einsicht sich aufdrngt1 der bermut1 das hartnackige ,festhalten des sichtlich ,unmglichen1 sie verdienen ,tadel4 ,aber immer bleibt auch hier das gute ,wollen gut4 ,und nicht streng1 aber bei aller ,strenge doch gerecht1 sondern ungerecht wre die ,strafe1 die nur jenes ,tadelnswerte anshe und den guten ,kern des ,wollens1 das ,treibende der guten ,gesinnung fr nichts achtete4 ,doch in dem ,falle1 von dem wir ausgingen1 und vielen anderen1 handelt es sich ja um kein ,wollen1 das in diesem ,sinne seine natrlichen ,schranken berschritte4 ,,antigone will nicht1 was nicht in ihrer ,macht lge4 ,sie will an ihrem ,bruder die letzte ,liebespflicht ben und sie bt sie4 ,nicht minder vollbringen ,,maria ,,stuart und ,,emilia ,,galotti1 was sie wollen4 ,nur in einem vllig anderen ,sinne stoen berhaupt die genannten1 ebensogut wie alle tragischen ,helden1 mit ,schranken ihres ,wollens zusammen4 ,indem sie ihr ,wollen verwirklichen1 kommen sie in ,konflikt mit der ,macht des ,schicksals und der ,macht der ,menschen1 die fr sie das ,schicksal bedeuten4 ,sie beugen sich nicht vor solcher ,macht2 darum gehen sie unter4 ,da sie sich nicht beugen1 darin besteht ihr berschreiten der natrlichen ,schranken2 sie sind unmig oder bermig in ihrem ,wollen1 wenn in der ,geneigtheit1 vor der ,macht sich zu beugen1 das ,ma besteht4 ,,antigone bleibt bei ihrer ,liebe dem ,tyrannen ,,kreon zum ,trotz2 darum mu sie sterben4 ,,maria ,,stuart1 deren ,frauenwrde mit ,fen getreten wird1 richtet sich stolz auf gegen ihre ,feindin und entscheidet damit ihr ,schicksal4 ,und auch ,,emilia ,,galotti brauchte nicht zu sterben1 wenn sie nicht ihre ,unschuld gegen den ,prinzen1 in dem sich die ,macht der ,verfhrung mit der ueren ,macht vereinigt1 aufrechterhalten wollte4 ,ist solche ,unmigkeit des ,wollens ,snde1 dann allerdings sind alle die ,genannten schuldig4--,in der ,that ist es vielfach nichts anderes1 als diese ,unmigkeit1 die man den tragischen ,helden zur ,last zu legen wei4 ,die absolute ,moral1 sie schlgt hier schlielich um in die bekannte ,moral ,f,a,l,s,t,a,f,fs1 nur da ,,falstaff an der ,stelle des ,wortes ,unmigkeit oder berma1 das weniger philosophisch klingende ,wort ,vorsicht gebraucht1 und da bei ihm die ,vorsicht nur der bessere ,teil der ,tapferkeit1 nicht wie hier1 der bessere ,teil aller ,tugend berhaupt ist4 ,es ist eben die ganze ,theorie der ,versndigung durch ,verletzung natrlicher ,schranken ein ,widerspruch in sich selbst4 ,nicht was ist1 ist heilig1 sondern was ist1 wie es sein soll4 ,dies ist keine ,wahrheit1 die man zu beweisen brauchte1 sondern eine ,tautologie4 ,nicht durch ,verletzung dessen1 was ist1 nur durch ,verletzung dessen1 was sein soll1 kann ich mich versndigen4 ,es giebt aber freilich eine ,stufenordnung dessen1 was sein soll2 ein ,system einander unter- und bergeordneter sittlicher ,zwecke4 ,ein ,inhalt meines ,wollens mag an sich gut sein1 aber er widerstreitet einem hheren sittlichen ,zweck2 dann ist mein ,wollen doch bse4 ,jene ,stufenordnung sittlicher ,zwecke1 jene ,ordnung des ,seinsollenden1 das ist die sittliche ,weltordnung4 ,ihr entspricht die natrliche ,ordnung der ,dinge1 oder sie entspricht ihr nicht4 ,soweit sie ihr entspricht1 ist in der natrlichen ,ordnung der ,dinge die ,idee verwirklicht4 ,oder was sollte die ,idee anders sein1 als der ,inbegriff oder die ,einheit des ,seinsollenden4 ,die ,verletzung dieser sittlichen ,weltordnung1 oder der natrlichen1 soweit sie mit der sittlichen sich deckt1 die nur ist ,auflehnung gegen die ,idee und ist ,snde4 ,erst von hier aus kann die ,frage gestellt werden1 in wiefern doch am ,ende auch das beste ,wollen der tragischen ,helden ,verschuldung in sich schlieen knne4 ,zugegeben1 da ,a,n,t,i,g,o,n,es ,wollen auf ,edles gerichtet war4 ,aber htte sie nicht durch die ,rcksicht1 zwar nicht auf ,k,r,e,o,ns ,macht1 aber doch auf das ,wohl oder die ,wrde des ,staates1 dessen ,herrscher er ist1 sich abhalten lassen mssen1 die ,pflicht zu ben1 die ihr die ,liebe and das ,gebot der ,gtter auferlegten8 ,hat nicht vielleicht ,,maria ,,stuart durch ihre ,art der ,,elisabeth entgegenzutreten an der ,zukunft ihres ,volkes1 an der ,weltgeschichte1 der ,entwickelung der ,menschheit oder dergl4 sich versndigt8 ,und ,,emilia ,,galotti und ,,desdemona8 ,liee sich nicht auch bei ihnen ein frevelhafter ,eingriff in die sittliche ,weltordnung auffinden8--obgleich wir einstweilen nicht wissen1 wo er gefunden werden sollte4 ,hier gilt zunchst ein ,einwand3 es giebt keine ,pflicht1 die ber die ,pflicht der ,aufrechterhaltung der eigenen sittlichen ,persnlichkeit ginge1 keinen sittlichen ,zweck1 dem die eigene sittliche ,wrde geopfert werden mte1 keine ,forderung3 ,wirf dich selbst weg1 damit fr die ,welt ,gutes daraus entstehe4 ,aber dies ist uns hier nicht das ,wesentlichste4--,wo ist denn in ,,sophokles' ,,antigone der ,staat1 das ,staatswohl1 die ,staatswrde8 ,wo pflegen denn in ,tragdien berhaupt die ,welt1 die ,weltgeschichte1 die ,menschheit aufzutreten8 ,die ,frage klingt trivial4 ,so trivial sie klingt1 so entscheidend ist sie4 ,wir kommen damit von neuem auf den eigentlichen ,grundirrtum aller ,weltanschauungstheorien4 ,das ,kunstwerk1 so sahen wir1 reprsentiert eine ,welt fr sich und nichts geht uns bei seiner ,betrachtung an und kann fr seine ,beurteilung in ,betracht kommen1 was nicht eben dieser ,welt angehrt4 ,dabei mu es bleiben1 mag nun das ,nichtdazugehrige ,staat1 ,volk1 ,welt1 ,weltgeschichte1 ,weltordnung oder sonstwie heien4 ,ich suche diese ,wahrheit1 weil sie von so groer ,wichtigkeit ist1 hier noch an einem ,beispiel aus einem anderen ,kunstgebiet zu illustrieren4 ,was wrde man sagen1 wenn jemand bei der ,betrachtung einer ,bauernscene von ,,adrian ,,van ,,ostade ,reflexionen darber anstellte1 ob die ,bauern auf dem ,bilde nicht besser thten zu arbeiten und fr ihr und ihrer ,familie gedeihliches ,fortkommen zu sorgen1 als so den ,tag zu verlungern2 ob sie durch ihre ,trgheit nicht ,pflichten verletzen gegen ihre ,dorfgemeinde1 gegen den ,staat1 schlielich gegen die ,menschheit8-- ,ich denke die ,antwort wre einfach genug4 ,man wrde--entweder dem ,lstigen den ,rcken kehren1 oder ihn folgendermaen zu belehren suchen4 ,die ,bauern auf diesem ,bilde1 so wrde man sagen1 sind1 wie du siehst1 nicht wirkliche1 sondern gemalte1 nicht der ,welt der ,wirklichkeit1 sondern der ,welt des ,bildes angehrige ,bauern1 und als solche knnen sie keine ,verpflichtungen verletzen1 als solche1 die ihnen im ,bilde entgegentreten und da von ihnen verletzt werden4 ,so ist beispielsweise keine ,gefahr1 da sie durch ihr ,gebahren irgend eine1 irgendwo in der wirklichen ,welt vorhandene ,dorfgemeinde schdigen4 ,sie knnen dies so wenig1 als diese ,dorfgemeinde sie in ihrer ,trgheit und ihrem ,behagen zu stren vermchte4 ,das eine wie das andere knnte nur geschehen1 wenn auch die ,dorfgemeinde auf dem ,bilde gegenwrtig wre1 also ,bauern und ,dorfgemeinde derselben ,welt knstlerischer ,darstellung angehrten1 und wenn zugleich der ,konflikt zwischen beiden mitgemalt wre1 oder aus der ,darstellung ohne freie ,zuthat des ,beschauers einleuchtete4 ,die ,erde1 so knnte der ,belehrende verdeutlichend fortfahren1 ist1 wie du weit1 vom ,monde sehr weit entfernt1 so weit1 da von uns ,erdbewohnern eine ,bercksichtigung der ,zwecke der etwaigen ,mondbewohner mit ,fug und ,recht nicht verlangt werden kann4 ,sehr viel grer aber noch ist die ,entfernung zwischen der ,welt dieses ,bildes und der ,welt der ,wirklichkeit1 oder unserer die ,wirklichkeit betreffenden ,gedanken4 ,sie ist genau so gro1 wie berhaupt die ,entfernung zwischen der ,welt der ,objekte1 die nur in der ,phantasie und fr sie existieren1 von der ,welt der ,wirklichkeit zu sein pflegt1 nmlich unendlich gro4 ,es besteht eine absolute ,kluft zwischen beiden ,welten1 die jeden ,weg zwischen ihnen und jede ,wechselwirkung vllig ausschliet4 ,diese ,kluft ist1 obgleich sie ohnehin einleuchtet1 doch zum berflu versinnlicht durch den ,rahmen des ,bildes4 ,in den ,rahmen ist das ,bild eingeschlossen1 er schliet die ,welt des ,bildes ab4 ,damit ist uns gesagt1 bis wohin bei ,betrachtung des ,bildes unsere ,gedanken reichen sollen4 ,was dann das ,bild wolle8--,es will behagliches1 sorgloses1 humorvolles ,dasein vor ,augen stellen4 ,glck in der ,beschrnkung1 auch wohl in der ,beschrnktheit4 ,den ,wert1 den dieses ,glck an sich1 so wie wir es da sehen1 besitzt1 nicht im ,zusammenhang der ,welt und ,weltordnung1 von dem nun einmal hier keine ,rede ist1 sondern abgesehen davon1 diesen ,wert will uns das ,bild eindringlich machen und genieen lassen4 ,eben dazu ist es da1 diese ,heraushebung und ,isolierung zum ,zweck des reinen durch keine ,weltrcksichten gestrten ,genusses macht es zum ,kunstwerk4-- ,ganz ebenso nun1 wie mit diesem ,bilde1 verhlt es sich auch mit der ,tragdie4 ,so wie jene ,o,s,t,a,d,eschen ,bauern keine ,pflichten verletzen knnen1 auer solchen1 die ihnen im ,bilde entgegentreten und da von ihnen verletzt werden1 so knnen sich die ,personen einer ,tragdie an keinem ,staat oder ,volk1 keiner ,welt1 ,weltgeschichte oder ,weltordnung versndigen1 auer soweit der ,dichter dergleichen in der ,tragdie1 in den ,personen1 ihren ,worten und ,handlungen sich verkrpern oder zur ,darstellung gelangen lt1 und sie versndigen sich dagegen immer genau soweit1 als sie eben in der ,tragdie1 der sie nun einmal ausschlielich angehren1 sich dagegen versndigen4 ,niemand frchtet1 wenn der ,held auf der ,bhne ,drohungen ausstt1 fr die ,sicherheit des ,theaterpublikums und bietet zu seinem ,schutze die stdtische ,polizei auf4 ,hier ist man sich der absoluten ,trennung zwischen der ,welt des ,kunstwerkes und der sonstigen ,welt wohl bewut4 ,man wei1 jene ,welt reicht bis zur ,umrahmung der ,bhne und nicht weiter4 ,so sollte man auch nicht dem ,helden ,konflikte aufbrden mit ,momenten der sittlichen ,weltordnung1 die mit dem ,kunstwerk genau so viel zu thun haben1 wie das ,theaterpublikum und die stdtische ,polizei4 ,jetzt sehen wir ein1 wie es sich mit dem hheren ,standpunkt in ,wahrheit verhlt4 ,nicht im ,leben ist unser sittliches ,urteil eingeschrnkt1 dem ,kunstwerk gegenber aber weltumfassend1 sondern vllig umgekehrt4 ,im ,leben mgen und sollen wir jede ,handlung hineinstellen in einen umfassenderen ,zusammenhang2 wir sollen sie schlielich betrachten unter dem ,gesichtspunkte der ganzen ,welt und ihrer sittlichen ,ordnung4 ,im ,kunstwerk dagegen ist sie hineingestellt und soll darum von uns hineingestellt werden in den ,zusammenhang einer begrenzten ,welt und ihrer sittlichen ,beziehungen4 ,dies eben ist der ,unterschied zwischen der praktisch sittlichen und der sthetischen1 darum nicht minder sittlichen ,betrachtungsweise4 ,keine der ,betrachtungsweisen ist ohne weiteres die hhere4 ,sie sind zunchst nur verschiedene ,betrachtungsweisen4 ,von der ,einsicht in ihre ,verschiedenheit hngt in jedem ,falle das ,verstndnis des ,kunstwerks in erster ,linie ab4 ,darnach lautet auch der ,tragdie gegenber jedesmal die ,frage3 ,wie weit reicht die in ihr dargestellte ,welt8 ,wo und wie weit insbesondere sind in den ,personen der ,tragdie ,dinge1 wie ,staat und ,volk1 ,welt1 ,weltgeschichte und sittliche ,weltordnung verkrpert8 ,wie verhlt sich in der ,tragdie der ,held zu ihnen und wie verhalten sie sich zum ,helden8 ,da ,,antigone1 weit entfernt1 sich gestraft zu fhlen1 bis zum ,tode das menschliche und gttliche ,recht ihrer ,liebe behauptet1 wurde schon betont4 ,ihre ,liebe und der ,gtter ,gebot1 das ist zunchst ihre sittliche ,weltordnung4 ,sie verletzt das ,gebot des ,herrschers4 ,aber auch den ,staat und sein sittliches ,recht8 ,wo ist der ,staat8 ,wo in der ,tragdie erscheint ,k,r,e,o,ns ,gebot als ,ausfluss seines sittlichen ,rechtes8 ,,kreon selbst erkennt1 da er unrecht gehandelt hat4 ,er klagt sich deswegen an4 ,er beruft sich nicht auf das ,recht des ,staates1 das er anerkennen msse und das auch ,,antigone htte anerkennen mssen4 ,er beruft sich auf keine sittliche ,weltordnung1 die ihn zu seiner ,handlungsweise ntige4 ,nicht als ,vertreter des ,rechtes oder der sittlichen ,weltordnung hat er gehandelt1 sondern als ,frevler an ,recht und ,sittlichkeit4 ,auch fr ihn vertritt ,,antigone die sittliche ,weltordnung4 ,also thut sie es thatschlich1 d4 h4 nach ,meinung der ,tragdie und des ,dichters2 sie thut es auch fr uns1 wenn wir das ,kunstwerk nehmen1 wie es ist4 ,oder soll ,,antigone am ,schlusse der ,tragdie als ,nrrin erscheinen1 die an ihr heiliges ,recht glaubt1 wo sie gefrevelt hat1 und ebenso ,,kreon als ,narr1 der verzweifelt1 wo er ,grund htte1 erhabene ,genugthuung zu verspren1 da er gewrdigt sei1 die sittliche ,weltordnung wieder ins ,gleiche zu bringen1 so wie wir der ,theorie zufolge ,genugthuung verspren sollen1 wenn wir diese poetische ,gerechtigkeit auf der ,bhne sich vollziehen sehen4 ,ist ,,sophokles' ,,antigone als ,posse gemeint8 ,will sie mit uns1 die wir doch nicht umhin knnen1 in ,a,n,t,i,g,o,n,es ,klage und ,k,r,e,o,ns ,selbstanklage des ,dichters ,meinung und den ,sinn des ,kunstwerkes zu erkennen1 ihr ,spiel treiben8 ,die gleiche ,frage liee sich sonst stellen4 ,auch ,,othello1 ,,emilia ,,galotti1 ,,maria ,,stuart sind ,possen1 der ,mohr1 der ,prinz von ,guastalla1 ,,elisabeth1 sie sind ,narren1 berall treibt der ,dichter1 ohne es zu sagen1 sein ,spiel mit uns1 wenn die ,selbstanklage der genannten ,personen ,selbstbetrug sein1 wenn ein ,,othello gar aus sittlichem ,irrtum sich selbst tten soll4 ,die ,genannten sind keine ,narren2 der ,dichter treibt nicht sein ,spiel mit uns4 ,nur die ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit macht sie zu ,narren4 ,nur sie treibt ihr ,spiel mit uns4 ,die poetische ,gerechtigkeit1 sie ist in der ,that das ,widerspiel aller ,gerechtigkeit4 ,gott sei ,dank1 so mssen wir mit ,,lessing sagen1 da es noch eine andere ,gerechtigkeit giebt1 als die poetische4 ,,das ,,ende ,,der ,,poetischen ,,gerechtigkeit4 ,aber soll nicht etwa die poetische ,gerechtigkeit etwas ganz anderes sein als die sonstige ,gerechtigkeit8 ,gewi1 hren wir sagen1 ist sie etwas anderes4 ,was sie auszeichnet1 ist1 da sie nicht bloe uere ,gerechtigkeit ist1 sich nicht lediglich in der ueren ,strafe vorverwirklicht4 ,wie gelinde ist die ,strafe der ,,desdemona1 der ,,cordelia fr geringe ,schuld2 wie furchtbar die ,m,a,c,b,e,t,hs4--,und inwiefern dies8--,die ,schuld der ,naiven kommt kaum zu ihrem ,bewutsein1 ,der ,zuschauer mu das ,gewissen fr sie haben2 so fr ,,lear1 ,,romeo und ,,julia1 ,,othello1 ,,desdemona1 ,,cordelia1 ,,ophelia4-- ,in der ,that eine sonderbare ,art1 die poetische ,gerechtigkeit zu rechtfertigen4 ,oder heit es nicht zum ,unrecht den ,hohn hinzufgen1 wenn ich einen ,menschen erst uerlich ber ,gebhr strafe und dann damit trste1 da ich ihm sage1 er habe ja sein gutes ,gewissen4 ,wird er nicht eben1 weil er ein gutes ,gewissen hat1 ein ,recht haben1 die ,strafe nicht als solche anzuerkennen1 sondern als unverdientes ,geschick abzuweisen8 ,freilich1 in den eben angefhrten ,worten ist vorausgesetzt1 der ,held befinde sich mit dem ,bewutsein seiner ,schuldlosigkeit im ,wahn4 ,was von diesem ,gedanken zu halten sei1 haben wir schon gesehen4 ,nicht nur die gestrafte ,person mte sich in jedem der angefhrten ,flle in ,selbsttuschung befinden1 sondern mit ihr zugleich das ganze ,kunstwerk1 dem sie angehrt1 und der ,dichter1 der dasselbe geschaffen hat4 ,der ,zuschauer1 der das ,gewissen fr den ,helden htte1 htte es zugleich fr den ,dichter und sein ,werk4 ,er verbesserte1 d4 h4 verflschte die ,tragdie nach seiner ,idee von poetischer ,gerechtigkeit4--,wir sehen hier die ,gerechtigkeitstheorie genau auf dem ,punkte angelangt1 auf dem sich die pessimistische ,theorie der ,resignation befand1 wenn sie die ,resignation1 weil nun einmal das ,kunstwerk nichts davon wute1 der ,reflexion des ,zuschauers berlie4 ,wenn wir aber davon absehen1 was wre das fr eine sittliche ,weltordnung1 die die ,strafe des ,helden dadurch milderte1 da sie ihn in sittlicher ,selbstverblendung liee4--,wie sinkt die ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit tiefer und tiefer mit jedem ,versuche1 sich zu retten4 ,es ist aber von hier nur ein ,schritt zur vlligen ,selbstaufhebung der ,theorie4 ,der ,schritt ist gethan1 sobald auf die innere ,strafe1 berhaupt auf das1 was im ,bewutsein der ,gestraften vorgeht1 das ,hauptgewicht oder alles ,gewicht gelegt wird2 wenn wir hren1 die poetische ,gerechtigkeit walte gar nicht im ,physischen1 sondern im ,psychischen4 ,ist es denn aber nicht so1 so kann man fragen1 da die grere ,strafe die innere ,strafe1 die ,strafe des bsen ,gewissens ist1 da andererseits die ,tugend in sich selbst den ,grund hchster ,befriedigung1 hchsten ,glckes trgt8 ,darauf antworte ich1 da ganz gewi in der ,tragdie die innere ,strafe nicht nur die grere1 sondern da sie diejenige ist1 auf die es bei der ,bestrafung des ,bsen einzig ankommt2 und da ohne ,zweifel die ,guten1 die vom ,schicksal verfolgt werden1 nur im ,bewutsein ihres guten ,wollens ihren ,lohn finden knnen4 ,aber was will das hier8 ,glaubt man die ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit dadurch vor dem ,bankrott bewahren zu knnen1 da man in dieser ,zuteilung innerer ,strafe und inneren ,lohnes1 die ja ganz gewi immer nach ,verdienst erfolgen wird1 die poetische ,gerechtigkeit findet8 ,man hat in der ,that den ,versuch gemacht1--ohne zu sehen1 da man damit der poetischen ,gerechtigkeit einen vllig neuen ,sinn gab und den ,boden der ,gerechtigkeits- oder ,straftheorie ganz und gar verlie4 ,die ,frage1 um die es sich bei dem ,streit um die poetische ,gerechtigkeit handelt1 ist ja doch einzig die und kann einzig die sein1 warum der ,held in der ,tragdie vom ,unglck verfolgt werde1 unter den ,schlgen des ,schicksals leide und schlielich physisch untergehe4 ,darber und nur darber ist ,streit1 ob dies ,leiden und dieser ,untergang berall als ,strafe fr eine entsprechende ,schuld zu fassen sei oder nicht4 ,dagegen befinden wir uns auf vllig anderem ,boden1 sobald es als poetische ,gerechtigkeit gepriesen wird1 da nicht nur die ,bsen in der ,marter des bsen ,gewissens ihre innere ,strafe1 sondern auch die ,guten1 bei allen ,schlgen das ,schicksals1 im ,bewutsein des ,guten ihren inneren ,lohn empfangen4 ,ja es ist damit die poetische ,gerechtigkeit im eigentlichen und ursprnglichen ,sinne des ,wortes aufs entschiedenste geleugnet4 ,ist das ,bewutsein des ,guten gerechter ,lohn1 also berechtigt1 dann hat es ganz gewi keinen ,sinn mehr1 das ,leiden1 das die ,trger dieses ,bewutseins trifft1 als verdiente ,strafe zu fassen4 ,ist es aber nicht verdiente ,strafe1 so ist es unverdientes ,geschick1 also ein ,geschehen1 in dem sich gar keine ,gerechtigkeit1 mithin auch keine poetische ,gerechtigkeit verwirklicht4 ,die ,theorie ist damit in ihr ,gegenteil umgeschlagen4 ,natrlich streiten wir gegen diese in ihr ,gegenteil umgeschlagene ,theorie nicht mehr4 ,wir streiten ebenso wenig gegen diejenige ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit1 die unter poetischer ,gerechtigkeit von vornherein1 freilich wiederum ohne davon ein ,bewutsein zu haben1 etwas versteht1 das mit ,gerechtigkeit irgend welcher ,art1 darum auch mit poetischer1 gar nichts zu thun hat4 ,nur gegen den unberechtigten ,wortgebrauch und die daraus notwendig entstehende ,verwirrung kmpfen wir auch in diesem ,falle4 ,es giebt eine fr das poetische ,kunstwerk berhaupt1 vor allem aber fr die ,tragdie giltige ,forderung der poetischen ,begrndung oder ,motivierung4 ,das ,schicksal des ,helden mu sich1 wie aus den ,umstnden und dem ,charakter derjenigen1 die ihm das ,schicksal bereiten1 so auch aus seinem eigenen ,charakter und ,handeln auf begreifliche ,weise ergeben4 ,sein ,leiden und ,untergang mu zufolge der ,art1 wie er auftritt und sich geberdet1 mglich erscheinen1 nicht in dem blo logischen ,sinne1 da wir die ,unmglichkeit nicht behaupten knnen1 sondern in dem sthetischen ,sinne1 da uns nach gewohnter ,vorstellungsweise einleuchtet1 wie es bei solchem ,verhalten1 zugleich unter ,voraussetzung solcher ,umstnde und eines solchen ,charakters der ,gegner1 so habe kommen knnen und am ,ende kommen mssen4 ,diese ,forderung nun und nichts anderes meinen einige1 wenn sie die ,forderung der poetischen ,gerechtigkeit stellen1 nur da sie sich ber ihre eigene ,meinung tuschen4 ,sie verwechseln die sachliche oder psychologische mit der moralischen ,begrndung und schieben jener diese1 ohne es zu wissen1 unter4 ,auch der ,held1 nicht die ,umstnde und ,gegner allein1 ist an seinem ,schicksal ,schuld1 so nmlich wie der ,regen ,schuld ist am ,wachstum der ,pflanzen1 oder die ,drre ,schuld ist an ihrem ,verwelken1 d4 h4 er ist ,mitursache desselben4 ,aus diesem ,schuldsein macht man ein ,schuldigsein4 ,der ,held der gewi jederzeit an seinem ,tod mit ,schuld ist1 wird des ,todes schuldig4 ,damit ist die ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit geboren4 ,sie beruht schlielich auf einem ,wortspiel4 ,hiermit nehmen wir ,abschied von der ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit und zugleich berhaupt von den ,theorien der ,tragdie1 die in dem ,kunstwerk statt des ,kunstwerkes ihre ,weltanschauung suchen und finden4 ,der ,vollstndigkeit halber wre auch noch diejenige ,theorie zu erwhnen gewesen1 die den ,helden und den ,zuschauer mit dem ausgleichenden1 besseren bzw4 fr den ,bsen schlimmeren ,jenseits trstet4 ,aber dagegen ist nichts ,neues zu sagen4 ,wir wissen1 da die ,tragdie abschliet1 wo sie abschliet4 ,lt sie der ,dichter1 wie im ,faust1 im ,jenseits abschlieen1 dann und nur dann kann sie auch fr uns im ,jenseits abschlieen4 ,dann aber braucht man uns nicht mehr mit der ,aussicht auf das ,jenseits zu trsten4 ,,die ,,vor,,bergehende ,,schmerzempfindung4 ,so gewi nun die vorher fertigen ,weltanschauungen die rgsten ,feinde des ,verstndnisses der ,tragdie sind1 so wenig ist damit gesagt1 da man nicht auch durch sonstige fertige ,theorien dies ,verstndnis hinreichend schdigen knne4 ,vor allem fertige psychologische ,theorien sind dafr wohl geeignet4 ,ich will es nicht unterlassen ein ,beispiel einer solchen ,theorie hier besonders namhaft zu machen4 ,der ,gedankengang der ,theorie ist folgender4 ,sie setzt als zugestanden voraus1 da die ,freude am ,tragischen auf dem gemeinsamen ,boden der ,freude am ,schmerz beruhe4 ,von da aus sucht sie nach einem allgemeinen ,zusammenhang zwischen ,freude und ,schmerz4 ,sie findet einen solchen in der ,thatsache1 da ,aufhren des ,schmerzes positives ,wonnegefhl sei4 ,daraus ergiebt sich der ,schlu1 da vorbergehende ,schmerzempfindung ,mittel sei zur ,erzeugung der ,wohlempfindung4 ,in verschiedener ,art nun kann aus vorbergehendem ,schmerz ,wohlempfindung entstehen4 ,auf einer ersten ,stufe bin ich selbst ,trger des ,schmerzes4 ,mein eigener ,schmerz vergeht1 und dies erweckt mir ,freude4 ,auf einer zweiten ,stufe erfhrt ein anderer einen krperlichen ,schmerz4 ,dieser ,schmerz kann fr mich ,grund der ,wohlempfindung werden nur1 wenn ich ihn mitempfinde1 wenn auch mein eigener ,krper von dem ,schmerz durchschauert wird4 ,daher kommt es1 da der ,indianer1 der sein ,opfer martert1 erst dann in ,jubel ausbricht1 wenn das ,opfer zu wimmern und zu schreien anfngt4 ,es ist die ,grausamkeitswollust1 die hier erklrt werden soll4 ,aber es ist leicht zu sehen1 wie schon hier die ,theorie zur ,erklrung dessen1 was sie erklren will1 unvermgend ist4 ,die vermeintliche ,erklrung aus der ,theorie ist in ,wirklichkeit eine ,aufhebung der ,theorie4 ,der ,indianer freut sich1 wenn das ,opfer wimmert und schreit4 ,das ,wimmern und ,schreien ist aber gewi nicht ,zeichen des aufhrenden1 sondern des jetzt erst recht fhlbar werdenden ,schmerzes4 ,es soll ja bewirken1 da nun auch der ,krper des ,marternden vom ,schmerz durchschauert wird4 ,wie ist dies mglich1 wenn nicht der ,marternde daraus den hchsten ,grad des ,schmerzes herausliest4--,und indem der ,marternde vom ,schmerz durchschauert wird1 indem er also den ,schmerz nachempfindet1 jubelt er4 ,sonach ist das ,dasein des ,schmerzes1 beim ,marternden sowohl wie beim ,opfer1 nicht das ,entschwinden desselben1 ,grund des ,jubels4 ,das ,entschwinden aber mte ihn erzeugen1 wenn die ,theorie hier am ,platze sein sollte4 ,offenbar erklrt sich der in ,rede stehende ,thatbestand auf ganz andere ,weise4 ,es hat keinen ,sinn zu sagen1 der ,marternde juble1 weil er vom ,schmerz des ,opfers durchschauert wird4 ,die ,mitempfindung des ,schmerzes ist nun einmal nicht ,freude1 sondern selbst ,schmerzempfindung4 ,und auch der ,schmerz des ,opfers selbst1 und abgesehen von dieser ,mitempfindung1 kann nicht ,gegenstand1 sondern nur mittelbarer ,grund der ,empfindung der ,freude sein4 ,er ist es1 sofern dem ,marternden in der ,wahrnehmung desselben seine ,fhigkeit ,schmerz zuzufgen1 seine berlegenheit ber das ,opfer zum unmittelbaren ,bewutsein kommt4 ,physischer ,schmerz ist dasjenige1 wogegen sich jedes lebende ,wesen zunchst und am allersichersten strubt4 ,indem ich solchen ,schmerz zufge1 erweise ich mich somit in besonderer ,weise dem fremden ,wesen bermchtig oder als ,herr ber dasselbe4 ,ich gewinne damit ein ,kraft- und ,selbstgefhl eigener ,art4 ,vollstndig aber kann dies erst zur ,geltung kommen1 wenn ich auch den moralischen ,widerstand des ,opfers gebrochen1 auch den ,stolz oder ,trotz niedergezwungen habe1 der es hindert1 seinen ,schmerz zu uern4 ,und davon giebt mir das ,wimmern und ,schreien ,zeugnis4--,dies ist der ,grund1 warum der ,indianer erst jubelt1 wenn das ,opfer wimmert und schreit4 ,in dem jedem ,menschen natrlichen und wohlberechtigten ,streben nach ,erhhung des ,gefhls eigenen ,knnens und eigener ,macht liegt der einzige positive ,grund der ,grausamkeitswollust4 ,wie berall1 so ist auch hier1 das was der verwerflichen ,handlung ,positives zu ,grunde liegt1 an sich nicht verwerflich2 das was sie verwerflich oder moralisch hlich macht1 ein lediglich ,negatives4 ,es ist in unserem ,falle der ,mangel der ,achtung vor der fremden ,persnlichkeit und ihrem unverletzten ,bestande1 der ,mangel also an wirksamer schmerzlicher ,mitempfindung1 wenn sie verletzt wird4 ,darnach erscheint schlielich der ,grund der ,grausamkeitswollust als gerade der entgegengesetzte von demjenigen1 den die ,theorie angiebt4 ,der ,indianer jubelt und kann jubeln nur darum1 weil er nicht in dem ,mae1 wie er es sein knnte und sollte1 von dem ,schmerz seines ,opfers durchschauert wird1 weil ebendeswegen der ,genu des erhhten ,macht- oder ,selbstgefhls unvermindert oder relativ unvermindert in ihm zur ,geltung kommen kann4 ,nur wenn man unter dem ,durchschauertwerden etwas vllig anderes versteht1 als die ,mitempfindung des ,schmerzes1 nmlich eben die fhllose oder ber das ,mitgefhl siegende ,genugthuung ber die eigene berlegenheit1 nur dann kann auch das ,durchschauertwerden als ,grund des ,jubels bezeichnet werden4 ,auf einer dritten ,stufe der ,freude am ,schmerz1 so erfahren wir weiter1 trete an die ,stelle des ,schmerz empfindenden ,krpers das ,bild desselben4 ,hier sei die ,freude am ,schmerz bereits eine aesthetische4 ,als ,beispiele von ,gegenstnden solcher ,freude werden die ,passions- und ,marterdarstellungen des #ad4 und #ae4 ,jahrhunderts angefhrt4 ,sie werden1 so meint unser ,aesthetiker1 von diesem ,standpunkt aus ,gegenstand einer milderen ,beurteilung4 ,auch hier mu ich bekennen durchaus nicht zu verstehen1 wie die ,freude am ,schmerz als eine ,art des ,wonnegefhls bezeichnet werden knne1 das mit dem ,aufhren des ,schmerzes sich verbinde4 ,jene bildlichen ,darstellungen verewigen ja eben fr unsere ,betrachtung den ,schmerz4 ,oder ist die ,meinung1 der ,betrachter der ,darstellungen erlebe es1 da in ihm eine schmerzliche ,mitempfindung erst erweckt werde1 dann schwinde8 ,gewi mte dies der ,fall sein1 wenn in ihm das mit dem ,aufhren des ,schmerzes verbundene ,wonnegefhl entstehen sollte4 ,wie aber sollte dies geschehen4 ,ohne ,zweifel schwindet unser ,gefhl des ,schmerzes1 oder wohl auch des ,widerwillens1 wenn wir uns vom ,anblick der ,marterdarstellungen wegwenden und sie vergessen2 und wir mgen dann ein sehr angenehmes ,gefhl der ,erleichterung und ,befreiung haben4 ,aber dies ,gefhl ist doch nicht ,genu an den ,darstellungen4 ,in der ,that hat auch unsere ,freude an jenen ,passions- und ,marterdarstellungen1 soweit sie vorhanden ist1 einen ganz anderen ,grund4 ,sie ist ,eines mit der ,freude am ,auerordentlichen1 in besonderer ,weise die ,phantasie ,packenden und ,erregenden1 von der gleich die ,rede sein wird4 ,oder aber sie ist wirklicher tragischer ,genu1 d4 h4 eine ,art des ,genusses1 die von der hier in ,rede stehenden ,theorie in keiner ,weise getroffen wird4 ,der ,theorie zufolge aber soll eben dieser eigentlich tragische ,genu erreicht werden auf der vierten ,stufe unserer ,freude am ,schmerz4 ,das ,besondere dieser ,stufe ist1 da wir den seelischen ,schmerz nachempfinden1 den wir in einem ,anderen vorstellen4 ,dieser seelische ,schmerz1 so wird uns gesagt1 ergreife uns am tiefsten1 wenn wir fr die ,persnlichkeit ,sympathie empfinden4 ,die ,wirkung werde die hchste sein1 wenn das ,leiden die ,folge von ,situationen and ,handlungen sei1 die wir auch um ihrer selbst willen als berechtigt anerkennen4 ,das ,mitleid wrde in diesem ,falle sich jedoch zu wahrhaftem ,entsetzen steigern mssen1 und die beabsichtigte ,wirkung1 die ,befreiung von dem ,schmerzgefhl1 in uns durch ein zurckbleibendes ,gefhl der ,bitterkeit beeintrchtigt werden1 wenn nicht das vorgestellte ,leiden dadurch begrndet wre1 da auch die ,ursache1 welche das ,leiden zur ,folge hat1 an sich gleichfalls berechtigt ist4 ,hierdurch erscheint das ,leiden als ein zwar schmerzliches1 aber notwendiges1 in seinen ,grnden tiefer liegendes4 ,ich frage wiederum3 ,wo ist das ,moment1 auf das fr die ,theorie alles ankommt1 das ,verschwinden des ,schmerzes8 ,wieso befreit die ,tragdie vom ,schmerz8 ,der ,held stirbt ja freilich schlielich und damit endet sein ,leid4 ,aber auch unser ,mitleid8 ,ist denn nicht auch der ,tod selbst1 umsomehr1 je wertvoller das ,dasein ist1 das er endet1 ,gegenstand unseres berechtigten ,schmerzes8 ,wie werden wir von diesem ,schmerz befreit8 ,soviel ich sehe1 einzig durch das ,fallen des ,vorhangs und die ,rckkehr ins ,leben4 ,vorausgesetzt ist auch dabei noch1 da das ,ende des ,stcks uns das ,stck vllig vergessen lt4 ,indem wir von der ,tragdie erlst sind1 die uns den ,schmerz bereitete1 sind wir von dem ,schmerz befreit4 ,der ,zweck der ,tragdie besteht dann darin1 da sie zu ,ende geht und vergessen wird4 ,der hat von der ,tragdie den vollkommensten ,genu1 der beim ,herausgehen aus dem ,theater aus vollster ,seele rufen kann3 ,gott sei ,dank1 da das berstanden ist4 ,natrlich ist dies nicht die ,meinung der ,theorie4 ,es ist nur ihre notwendige ,konsequenz4 ,da die ,meinung eine vllig andere ist1 zeigen die angefhrten nheren ,bestimmungen1 die vom ,standpunkte der ,theorie keinen rechten ,sinn geben4 ,der tragische ,held soll mit den ,handlungen1 durch die er sein ,leiden herbeifhrt1 im ,rechte sein1 damit unsere schmerzliche ,mitempfindung sich steigere4 ,andererseits sollen auch diejenigen1 die ihm feindlich entgegenstehen1 im ,rechte sein1 damit kein ,gefhl der ,bitterkeit in uns zurckbleibe4 ,aber warum soll das ,gefhl der ,bitterkeit in uns zurckbleiben1 und nicht vielmehr1 ebensowohl wie die schmerzliche ,mitempfindung weichen und dem ,wohlgefhl der ,befreiung platzmachen8 ,wre dies letztere der ,fall1 so wrde das ,gefhl der ,bitterkeit ja als eine wertvolle ,beigabe zum ,genu der ,tragdie angesehen werden mssen4 ,die ,theorie lt aber nicht einsehen1 wiefern beide ,gefhle hinsichtlich ihres ,gehens oder ,bleibens sich verschieden verhalten sollten4 ,in der ,that verhalten sie sich nicht verschieden4 ,d4 h4 die schmerzliche ,mitempfindung schwindet nicht1 so wenig als die ,bitterkeit schwinden wrde4 ,die ,tragdie will uns von jener ,mitempfindung so wenig befreien1 da vielmehr die ,dauer derselben ,bedingung ihrer ,wirkung ist4 ,nicht das ,aufhren des ,leidens1 sondern das vorhandene und von uns mitempfundene ,leiden ist in der ,tragdie1 wie bei jeder ,tragik1 der ,grund unseres ,genusses4 ,unser ,schmerz ist nicht ,vorlufer dieses ,genusses sondern sein notwendiger ,hintergrund4--,wir fragen jetzt3 ,wie ist dies mglich8 ,wie kann das ,schmerzliche1 ,schreckliche1 ,furchtbare erfreuen8 ,,das ,,mitleid4 ,auf diese ,frage kann zunchst eine ,antwort gegeben werden1 die nur eine nebenschliche ,wahrheit in sich schliet1 aber uns doch endlich auf festen ,boden gelangen lt4 ,man kennt die ,freude1 die vor allem ,kinder und ,ungebildete am ,gruseligen und ,gespensterhaften1 die ,freude1 die rohere ,naturen am ,grlichen und ,entsetzlichen haben4 ,diese ,freude haben wir kein ,recht1 so ohne weiteres zu verurteilen4 ,das ,positive an ihr1 die ,freude an dem1 was aus der ,alltglichkeit des ,lebens deutlich heraustritt1 nach irgend einer ,richtung die ,grenzen des ,gewhnlichen berschreitet1 und eben damit unsere ,vorstellungsfhigkeit in besonderem ,mae fat und in ,anspruch nimmt1 diese ,freude ist uns allen natrlich1 und sie ist eben damit wohl berechtigt4 ,ihr ,wert erhht sich1 wenn sie zur ,freude wird an dem1 was ein gesteigertes ,ma von ,wollen und ,knnen verrt1 was neue und ungeahnte ,krfte und ,wirkungen1 sei es ,krfte in der ,natur oder im ,menschen1 uns vor ,augen stellt4 ,eben diese ,freude nun findet auch in der ,tragik ihre ,stelle4 ,die ,kraft und das gewaltige ,ma sittlicher ,leidenschaft in ,,antigone gefllt2 und auch ,r,i,c,h,a,r,ds ,,iii4 frevelhafter ,trotz besitzt1 soweit darin auerordentliche ,kraft menschlichen ,wollens und ,knnens1 ungeheure ,energie der ,bethtigung einer ,persnlichkeit zu ,tage tritt1 ,wert1 sthetischen und1 wenn man das ,wort sittlich nicht ungebhrlich enge nimmt1 sittlichen ,wert4 ,was ihn uns verabscheuungswert macht1 ist nicht diese ,kraft1 sondern da sie nicht eingedmmt und in ,dienst genommen ist von ,regungen und ,leidenschaften hherer1 menschlicherer ,art4 ,damit ist doch die ,schnheit und ,erhabenheit nicht aufgehoben1 die dieser ,kraft als solcher eignet4 ,indessen die ,frage ist1 warum lt das ,kunstwerk1 das doch nur die ,schnheit zum ,zweck hat1 das ,erhabene in ,,richard ,,iii4 derart ins ,bse verkehrt erscheinen8 ,warum lt sie den ,trger der reinen sittlichen ,erhabenheit in ,,antigone dem ,leiden und ,untergang verfallen8 ,was will das ,verabscheuungswerte und ,schmerzliche1 das doch als solches das ,gegenteil des ,schnen ist1 im ,kunstwerke8--,da es nicht ,zweck sein kann1 so mu es ,mittel sein4 ,gehen wir von jetzt an ,schritt fr ,schritt4--,ein ,gegenstand1 der uns lieb war1 sei beschdigt1 zerstrt1 vernichtet2 ein prchtiger ,baum sei vom ,sturme geknickt1 eine ,gegend1 die uns ans ,herz gewachsen war1 durch den ,krieg zertreten4 ,dann empfinden wir den ,wert des ,gegenstandes deutlicher4 ,die ,pracht des ,baumes1 das was uns die ,gegend lieb und wert machte1 kommt uns zu klarerem ,bewutsein2 das ,bild wird erhabener oder lieblicher in unseren ,augen1 als es zuvor war4 ,so wird unser ,verlust ,gewinn1 nicht thatschlich1 aber fr unser ,empfinden4 ,es mischt sich in unserem ,gefhl des ,bedauerns oder der ,wehmut mit dem ,schmerz um die ,zerstrung ein erhhtes ,bewutsein des ,wertes1 ein erhhter und1 eben durch den ,schmerz1 vertiefter ,genu4 ,die ,wehmut wird zur sen ,wehmut1 je mehr der ,schmerz sich mildert1 und doch das ,bild des ,gegenstandes klar vor unseren ,augen bleibt4 ,doch damit sind wir noch nicht eigentlich bei der ,sache4 ,leblose ,gegenstnde leiden nicht2 sie wissen nichts von dem ,geschick1 das in ihr ,dasein eingriff1 sie empfinden keinen ,schmerz4 ,nur das ,lebendige leidet1 ,leben hat man gesagt sei ,leiden4 ,ganz sicher gilt das ,umgekehrte3 ,leiden ist ,leben4 ,das ,glied meines ,krpers1 das keinen ,schmerz mehr empfindet1 erweist sich damit als abgestorben4 ,umgekehrt ist ,schmerzempfindung ,zeichen des ,lebens4 ,die ,zufgung des ,schmerzes ist ,schdigung1 ,vergewaltigung1 kurz ,negation des ,lebens2 die ,empfindung desselben aber ist ,reaktion des ,lebendigen gegen die ,schdigung und ,vergewaltigung1 also ,lebensbethtigung1 ,lebensoffenbarung4--,in der ,kraft und ,eigenart dieser ,reaktion zeigt sich die ,kraft und ,art des geschdigten ,lebens4 ,je intensiver1 mannigfaltiger und feiner diese ,reaktion1 also die ,schmerzempfindung bei einem ,wesen ist1 ein umso energischeres1 reicheres und zarteres ,leben offenbart sich darin4 ,aber der ,schmerz verrt nicht nur das ,dasein und die ,art des ,lebens2 vielmehr1 wie nach ,obigem die ,zerstrung eines leblosen ,objektes uns seinen ,wert besser empfinden lt1 so bringt auch die ,schdigung des ,lebens1 die uns im ,schmerze sich kund giebt1 den ,wert dieses ,lebens zu deutlicherem ,bewutsein4 ,wir wissen nun erst1 was uns das ,leben und der ,trger des ,lebens bedeutet4 ,auch hier gewinnt das ,bild an ,erhabenheit und ,liebenswrdigkeit4 ,es gewinnt nur hier um so viel mehr1 je mehr von ,hause aus der ,wert des ,lebendigen den des ,leblosen berragt4 ,lebendiges und ,lebloses wurden hier als sich ausschlieende ,gegenstze gefat4 ,diesen ,gegensatz mssen wir nachtrglich in gewisser ,weise wieder zurcknehmen4 ,es bleibt dabei1 da ,lebloses nicht leidet4 ,aber was leblos ist1 kann unsere ,phantasie mit ,leben erfllen4 ,dann wird es auch in gewisser ,art leidensfhig4 ,die ,schdigung seines ,bestandes erscheint uns gleichfalls als eine ,lebensschdigung1 also als ein ,leiden4 ,so ist der ,baum leblos und bleibt es2 aber wir leihen ihm von unserem ,leben2 wir vermenschlichen ihn4 ,was ihn betrifft1 erscheint damit als menschenhnliches ,erleben und ,leiden4 ,seine ,verletzung oder ,zerstrung wird fr uns ,gegenstand nicht des gleichen1 aber eines hnlich gearteten ,interesses1 wie der strende oder zerstrende ,eingriff in menschliches ,dasein4 ,auch sein ,schicksal1 so knnen wir1 dem ,folgenden vorgreifend sagen1 mutet uns tragisch an4 ,das ,gefhl nun1 in dem sich mit dem ,weh1 das die ,wahrnehmung des ,schmerzes bereitet1 das erhhte ,bewutsein des ,wertes verbindet1 den das geschdigte ,leben besitzt1 dies ,gefhl knnen wir als ,mitleid bezeichnen4 ,dabei mssen wir aber uns bewut bleiben1 da es unendlich viele ,arten1 ich knnte besser sagen1 unendlich viele ,klangfarben des ,mitleids giebt4 ,das schmelzende1 weiche1 weichliche ,mitleid mag man miachten4 ,es giebt aber daneben ein ernstes1 erhabenes1 kraftvoll erregendes ,mitleid4 ,so verschieden die ,gegenstnde des ,mitleides1 so verschieden ist das mit jenem ,namen bezeichnete ,gefhl4 ,daran mag es zum ,teil liegen1 da wenig menschliche ,gefhle so miverstanden worden sind1 wie das ,mitleid4 ,diejenige ,erklrung1 die den ,ruhm grter ,oberflchlichkeit fr sich in ,anspruch nehmen darf1 macht aus dem ,mitleid ein ,leid1 das in dem ,beschauer durch eine ,art ,resonanz entstehe1 verbunden mit dem angenehmen ,bewutsein1 da es ihm1 dem ,beschauer1 besser ergehe4 ,dann allerdings wre das ,mitleid grober ,egoismus4 ,in ,wahrheit ist es davon das gerade ,gegenteil4 ,wir haben nicht ,mitleid mit dem ,nichtswrdigen1 von dem wir meinen1 da ihm gerade recht geschehe4 ,um so sicherer mit demjenigen1 den wir eines besseren ,loses wert halten4 ,wir haben es berall in dem ,mae1 als uns der ,leidende1 indem wir ihn leiden sehen1 und sein ,leid mitempfinden1 zugleich ,wertschtzung1 ,achtung1 ,liebe abzuntigen vermag4 ,also liegt im ,mitleid ,bewutsein des ,wertes1 ,achtung1 ,liebe1 nicht ,bewutsein eines materiellen1 sondern eines ,persnlichkeitswertes4 ,und es liegt darin erhhtes ,bewutsein dieses ,wertes1 erhht eben durch die ,wahrnehmung des ,leidens1 das der ,persnlichkeit widerfhrt4 ,wertbewutsein aber ist ,genu2 ,bewutsein persnlichen ,wertes ,genu der hchsten ,art4 ,dieses ,mitleid meint ,,lessing1 wenn er das ,mitleid eine se ,qual nennt1 und als ,zweck des ,trauerspieles bezeichnet4 ,furcht und ,mitleid sagt sein ,gewhrsmann ,,aristoteles4 ,er meint die ,furcht1 da auch uns1 die ,zuschauer1 hnliches ,leid treffen knne4 ,diese ,furcht lt ,,lessing in seiner eigenen ,betrachtung beiseite1 und mit ,recht4 ,denn1 wie wir wissen1 nicht was uns betreffen kann1 sondern was die ,gestalten der ,dichtung betrifft1 geht uns an1 wenn wir in der ,welt der ,dichtung leben4 ,nicht unsere ,reflexionen ber das1 was auerhalb des ,kunstwerkes liegt1 knnen die ,wirkung des ,kunstwerkes begrnden1 sondern nur das ,kunstwerk selbst4 ,in der ,that nun ist das ,mitleid die ,empfindung1 die angesichts jedes tragischen ,objektes sich in uns einstellt4 ,es fragt sich nur1 ob das ,mitleid zur ,bezeichnung jeder1 auch der hchsten ,art tragischer ,empfindung gengen kann4 ,es fragt sich in jedem ,falle1 welcher ,art das ,mitleid sein wird4--,am besten ist es1 wir lassen einstweilen den ,namen dahingestellt4 ,an dem ,streit um ,namen ist uns ja jedenfalls nichts gelegen4 ,,genaueres ,,ber ,,die ,,bedeutung ,,des ,,leidens4 ,bei aller ,tragik vermittelt das ,leiden den ,genu4 ,nach dem vorhin ,gesagten mu es dabei berall zunchst darauf ankommen1 was fr ein ,individuum es ist1 das leidet2 andrerseits1 wie tief es leidet4 ,je edler das ,individuum ist1 um so ,edleres kann in ihm durch das ,leiden offenbar werden1 und in seinem ,werte uns zum ,bewutsein kommen4 ,je tiefer das ,leiden geht1 um so eindringlicher wird uns jenes ,edle zum ,bewutsein gebracht4 ,was wollte uns das ,leiden all der liebenswerten ,gestalten1 der ,,antigone1 ,,gretchen1 ,,ophelia1 ,,desdemona bedeuten1 wenn nicht das ,bild ihrer ,persnlichkeit1 das uns durch das ,leiden geoffenbart und zugleich menschlich nher gerckt und heller erleuchtet wird1 eben dies liebenswerte wre4 ,und was wren sie uns trotz ihrer ,liebenswrdigkeit1 wenn uns nicht das ,leiden vergegenwrtigte1 was fr ,persnlichkeilen es sind1 in deren ,dasein das ,geschick so grausam eingreift1 welches ganz anderen ,geschickes wert4 ,eine gemeine ,natur1 die um ihr ,leben klagte1 wie ,,antigone1 oder um einen ,tag1 eine ,stunde1 einen ,augenblick ihres ,lebens bettelte1 wie ,,desdemona1 rhrte uns nicht1 wie ,,antigone und ,,desdemona uns rhren4 ,das ,letztere erweckte eher widrige ,empfindungen4 ,und weder ,a,n,t,i,g,o,n,es noch ,d,e,s,d,e,m,o,n,as ,untergang wrde uns zu so menschlich warmem ,anteil zwingen1 wenn sie statt klagend und damit die ,tiefe ihres ,leidens an den ,tag legend1 mit khler ,resignation dem ,tode die ,hand reichten4--,so wenig macht hier die ,resignation und das resignierte ,wegwerfen des ,lebens den eigentlichen ,sinn der ,tragik1 da solcher ,heroismus vielmehr die ganze ,tiefe der ,tragik zerstren mte4 ,im ,gesagten liegt ein weiteres ,moment im ,grunde schon eingeschlossen4 ,was fr ein ,individuum es ist1 das leidet und wie tief es leidet1--damit hngt unmittelbar zusammen die ,art1 wie das ,individuum leidet1 wie es das ,leiden ertrgt1 oder sich dagegen verhlt4 ,es offenbart sich ja vor allem in dieser ,art sich zum ,leiden zu verhalten das ,wesen der ,persnlichkeit2 es offenbart sich darin zugleich die ,tiefe des ,leidens4 ,auch der ,,laokoon der plastischen ,gruppe nimmt das ,leiden nicht mit ,resignation auf sich1 sondern kmpft dagegen an4 ,wie aber kommt gerade in diesem ,kampfe gegen das ,leiden die ,kraft und ,tchtigkeit der ,persnlichkeit zur ,geltung4 ,auch hier wird uns zugleich der ,wert der ,persnlichkeit und ihres ,lebens dadurch eindringlicher1 da es ein ,leiden1 da es die drohende ,vernichtung ist1 gegen welche die ,persnlichkeit so mchtig sich bumt1 und da sie trotz alles ,kampfes untergehen mu4 ,es fgt hier1 wie in allen ,fllen1 das ,bewutsein des ,leidens und ,untergangs zur ,freude an der ,persnlichkeit1 wie wir sie auch sonst verspren knnten1 etwas von der tieferen und wrmeren ,empfindung der ,liebe und ,ehrfurcht4 ,so untragisch das ,wegwerfen des ,lebens bei ,,antigone und ,,desdemona und nicht minder beim ,,laokoon wre1 so tragisch ist es in anderen ,fllen4 ,,romeo mu das ,leben wegwerfen1 so gewi ,,antigone es nicht darf4 ,wir kommen damit auf einen weiteren ,punkt4 ,nicht nur1 wer leidet1 wie tief das ,leiden geht and wie ihm der ,leidende begegnet1 bestimmt die ,hhe und die ,art des tragischen ,genusses4 ,auch das ist von ,bedeutung1 wovon oder worunter der ,held leidet1 was der ,gegenstand seines ,leidens ist4 ,das ,leiden meinten wir1 lasse die ,persnlichkeit offenbar werden4 ,das thut auch die ,freude1 der ,jubel1 das ,lachen4 ,sage mir1 worber ,du lachst1 und ich will ,dir sagen1 wer ,du bist4 ,doch mehr als dies alles that es der ,schmerz4 ,nichts lt so sehr ins ,innerste der ,persnlichkeit1 in den eigentlichen ,kern ihres ,wesens blicken1 als die ,schmerzempfindung2 so wie wir in die ,pflanze einschneiden1 vielleicht sie zerstren mssen1 um ihr innerstes ,leben zu sehen4 ,eben dabei aber ist es wesentlich1 was die ,empfindung des ,schmerzes erweckt4 ,dies braucht nicht berall dasselbe zu sein4 ,es kann je nach ,persnlichkeit und ,schicksal der verschiedensten ,art sein4 ,es ist bei ,,antigone und ,,romeo gegenstzlicher ,art4 ,trotzdem ist es bei beiden positiver ,faktor fr unseren tragischen ,genu4 ,wer she nicht mit liebendem oder ehrfrchtigem ,anteil auf die ,persnlichkeit1 in der ein menschlich wertvolles ,streben1 eine edle ,leidenschaft solche ,macht gewonnen hat1 da die ,persnlichkeit1 um das ,ziel ihres ,strebens betrogen1 des ,gegenstandes der ,leidenschaft beraubt1 den ,tod als ,erlsung begrt8 ,nicht weil die ,weggabe des ,lebens an sich irgend etwas ,erhebendes htte4 ,wer um nichts1 getrieben durch den ,schmerz um eine wertlose ,sache1 sein ,leben wegwrfe1 erschiene uns nicht gro und erhaben1 sondern jmmerlich4 ,sondern1 weil sich in der ,unmglichkeit weiter zu leben die ,tiefe eines edeln ,schmerzes1 und durch ihn hindurch die ,gre einer edeln ,leidenschaft kundgiebt4 ,solcher ,art ist der ,schmerz ,r,o,m,e,os4 ,dagegen ist1 wie schon oben gesagt1 fr ,,antigone eben die ,aussicht auf den ,tod der ,gegenstand des ,schmerzes4 ,sie hat ja ihr ,ziel1 die ,erfllung der ,liebespflicht an ihrem ,bruder1 erreicht4 ,so andersgeartet aber dieser ,schmerz ist1 so gewi hat doch auch er sein menschlich ,berechtigtes und menschlich ,anmutendes4 ,es ist etwas ,schnes1 ja ,entzckendes um ein ,menschenkind1 das jung und hoffend am ,leben hngt1 an das es glaubt und zu glauben sein gutes ,recht hat4 ,wenn nicht fr eine gewisse ,art philosophischer ,reflexion1 so doch fr das natrliche ,gefhl1 das ohne ,einmischung solcher ,reflexionen1 von denen nun einmal eine ,,antigone nichts wei1 sich dem ,eindruck des ,kunstwerkes hingiebt4 ,darauf allein aber kommt es an4 ,vielleicht meint jemand1 der klger ist als ,,antigone1 auch sie wrde1 wenn sie weiter lebte1 ,enttuschungen erfahren1 die ihr das ,leben nicht mehr so lebenswert erscheinen lieen4 ,dieser ,einwand wre in aller seiner ,klugheit so thricht1 wie der andere1 da es doch fr einen ,menschen in der ,lage ,r,o,m,e,os auch solche ,verpflichtungen gebe1 die ihn hindern mten das ,leben preiszugeben4 ,wer so redete1 mischte wiederum das ,wirkliche und in der wirklichen ,welt ,mgliche oder ,geforderte ins ,kunstwerk und zeigte1 da ihm vom ,sinne des ,kunstwerkes auch noch nicht das ,abc aufgegangen ist4 ,in der ,tragdie lebt nun einmal ,,antigone nicht weiter2 und von jenen ,verpflichtungen ,r,o,m,e,os ist in ,s,h,a,k,e,s,p,e,a,r,es ,stck keine ,rede4 ,die ,frage ist einzig3 ,ist ,a,n,t,i,g,o,n,es ,hngen am ,leben aus ihrer ,persnlichkeit1 ,r,o,m,e,os ,preisgabe des ,lebens aus der ,strke seiner ,liebe begreiflich1 und verspren wir eine erhebende ,wirkung von jener ,persnlichkeit und dieser edlen ,leidenschaft1 wenn wir das eine und das andere1 genau so wie es uns entgegentritt1 und ohne alle ,nebengedanken auf uns wirken lassen4 ,bejahen wir diese ,frage1 dann ist vielleicht weder ,,antigone noch ,,romeo in irgend welcher pessimistischen oder optimistischen ,moralvorlesung als ,musterbeispiel brauchbar4 ,ihr ,wert im ,kunstwerk wird doch dadurch um nichts verringert4 ,indessen1 so sehr wir berechtigt sind1 was ,,antigone leidet1 und was den ,gegenstand des ,schmerzes bei ,,romeo bildet1 nebeneinander und unter einen ,gesichtspunkt zu stellen1 so wenig hat doch jenes und dieses ,leiden dieselbe ,bedeutung fr die ,tragdie4 ,da ,,antigone dem ,tode entgegengeht1 so wie sie es thut1 macht sie zur tragischen ,gestalt1 darum noch nicht zur tragischen ,heldin4 ,soll sie dies sein1 so mu bei ihr noch ein ,moment hinzukommen1 das bei ,,romeo in dem ,gesagten bereits enthalten liegt4 ,welches ,moment dies ist1 das kommt ans am leichtesten zum ,bewutsein1 wenn wir uns wiederum des ,laokoonbildwerkes erinnern4 ,bisher konnten wir den ,,laokoon in allem mit den tragischen ,helden vergleichen und in eine ,linie stellen4 ,auch der zuletzt hervorgehobene ,faktor ist fr ihn1 wie fr die ,helden dei ,tragdie bedeutsam4 ,auch bei ihm ist der ,gegenstand des ,leidens nicht unwesentlich4 ,es ist weder gleichgltig noch tadelnswert1 sondern schn1 da er am ,leben hngt und fr sein ,leben kmpft1 an dem zu hngen und fr das zu kmpfen er ein ,recht hat4 ,aber die ,laokoongruppe ist kein ,drama1 ,,laokoon nicht ,held einer ,tragdie4 ,gewi knnte er es werden4 ,nicht der ,bildner1 aber der ,dichter kann ihn dazu machen4 ,er stelle in ,,laokoon einen ,menschen dar1 der ganz erfllt von dem ,gedanken sein bedrohtes ,vaterland zu retten1 trotz des ,widerspruchs der ,seinen1 und im ,kampfe mit der ,ungunst des ,geschickes an seinem edlen ,streben festhlt und schlielich um dieses edlen ,strebens willen untergeht2 und ich wte nicht1 was ihm zum tragischen ,helden fehlen sollte4 ,damit ist jenes ,moment bezeichnet4 ,die ,tragdie ist ,drama4 ,und das ,drama hat zum wesentlichen ,merkmal das ,wollen und ,handeln4 ,ein ,wollen und ,handeln mu im tragischen ,helden sich verwirklichen4 ,nicht ein beliebiges ,wollen und ,handeln1 sondern ein bedeutsames1 die ganze ,persnlichkeit des ,helden erfllendes4 ,dasselbe mu einen solchen ,inhalt haben1 da wir einsehen1 wie es die ganze ,persnlichkeit erfllen knne4 ,es mu die ,persnlichkeit erfllen knnen auch insofern1 als es aus ihrer innersten ,natur sich ergiebt4 ,eben dieses ,wollen und ,handeln mu in der ,tragdie zum ,leiden hinfhren4 ,es mu dasjenige sein1 wofr oder um dessen willen der ,held leidet4 ,den ,,laokoon des plastischen ,kunstwerkes aber sehen wir nur leiden1 ohne da uns zugleich ein bedeutsames ,wollen und ,handeln als ,grund dieses ,leidens vergegenwrtigt wrde4 ,hiermit scheidet sich die ,tragik der ,tragdie von der sonstigen1 nicht oder nicht im engeren und eigentlichen ,sinne dramatischen ,tragik4 ,was sie scheidet1 ist das ,wofr1 der ,grund des ,leidens in diesem besonderen1 eben nher bezeichneten ,sinne des ,wortes4 ,man mag den ,,laokoon des ,bildwerkes dramatisch1 dramatisch bewegt oder dramatisch lebendig nennen2 aber die ,tragik ist nicht dramatisch1 d4 h4 nicht dramatisch begrndet4 ,wie aber bei allen bisher bezeichneten und fr die tragische ,wirkung in ,anspruch genommenen ,momenten alles darauf ankam1 da in ihnen ein ,wertvolles der ,persnlichkeit offenbar werde und in seinem ,wert einleuchte1 so auch hier4 ,auch das ,wofr des ,leidens soll uns die ,persnlichkeit wertvoll machen und dadurch den tragischen4 ,genu1 der eben jederzeit ,genu eines ,wertvollen in der ,persnlichkeit ist1 bedingen4 ,das ,wofr meinten wir1 sei ein bedeutsames ,wollen und ,handeln4 ,es ist in den hier zunchst vorausgesetzten ,fllen ein gutes ,wollen und ,handeln4 ,insoweit leuchtet ohne weiteres ein1 wie es uns die ,persnlichkeit wertvoll machen knne4 ,gut ist ja gar nicht das einzelne auf den ,vollzug einer ,handlung gerichtete ,wollen als solches1 erst recht nicht das ,handeln an und fr sich1 sondern beides ist gut1 sofern ihm ein gutes ,motiv1 ein ,gutes der ,gesinnung1 des ,charakters1 kurz der ,persnlichkeit zu ,grunde liegt4 ,bei ,,antigone nun ist die ,that1 fr welche sie leidet1 die ,bestattung des ,bruders1 was sie dazu treibt1 die ,bruderliebe4 ,da diese ,liebe und das ,bewutsein der ,pflicht1 die sie auferlegt1 ,stand hlt angesichts des ,todes1 das zeigt uns die ,strke der ,liebe1 und damit das erhabene ,wesen der ,,antigone in seiner vollen ,herrlichkeit4--,es braucht wohl nicht mehr gesagt zu werden1 da die ,macht der ,bruderliebe in ,,antigone um so grer erscheinen mu--nicht je bereiter sie ist1 das ,leben als eitel und wertlos wegzuwerfen1 sondern je mehr sie am ,leben hngt1 und ihrer ,natur nach am ,leben zu hngen berechtigt ist4 ,danach fllt in ,,antigone dasjenige1 was1 oder worunter sie leidet--die ,aussicht auf den ,tod--und das1 wofr sie leidet1 auseinander4 ,dagegen ist bei ,,romeo beides zugleich und in ,einem gegeben4 ,er leidet fr seine ,liebe2 der ,verlust des ,gegenstandes seiner ,liebe ist zugleich das1 was er erleidet4 ,damit haben wir zwei verschiedene ,arten des ,trauerspiels gewonnen4 ,wir knnen sie auch so bezeichnen1 da wir sagen3 in der einen folge das ,leiden aus der ,verwirklichung eines wertvollen und erhabenen ,wollens1 in der andern bestehe es in der ,vereitelung eines solchen ,wollens4 ,diesem ,unterschiede entspricht ein ,unterschied in der sthetischen ,bedeutung des ,leidens4 ,bei ,,antigone behauptet sich das ,schne und ,gute trotz des ,leidens und im ,leiden2 bei ,,romeo erweist es sich erst im ,leiden4 ,,die ,,bestrafung ,,der ,b,,sen ,,und ,,die ,,macht ,,des ,,guten4 ,dieser ,unterschied zwischen ,arten des ,trauerspiels tritt aber zurck gegenber einem anderen1 tiefer greifenden4 ,wie fgt sich ,,macbeth unseren ,bestimmungen ein8 ,auch ,,macbeth leidet fr etwas4 ,aber nicht fr ein gutes ,wollen1 sondern fr ungeheure ,frevel4 ,offenbar hat hier das fr einen anderen ,sinn1 als oben4 ,ich knnte es verdeutlichen1 indem ich sagte1 ,,macbeth leide zur ,strafe fr seine ,frevel1 oder leide fr die ,schuld1 die er durch seine ,frevel auf sich geladen habe4 ,damit scheint die ,schuld- und ,straftheorie oder ,theorie der poetischen ,gerechtigkeit wenigstens teilweise wieder in ihr ,recht eingesetzt4 ,aber es fragt sich1 was wir unter ,strafe verstehen4 ,wir sahen oben1 was allein der ,strafe sittliche1 also sthetische ,bedeutung verleiht4 ,nmlich die ,reaktion des sittlichen ,willens--nicht gegen den ,bsen2 eine solche wre widersinnig und damit das ,gegenteil der ,reaktion eines sittlichen ,willens1--sondern gegen das ,bse4 ,der bse ,wille1 so sagten wir1 mu getroffen1 gebrochen berwunden werden2 oder die ,strafe ist nicht ,strafe1 sondern nutzlose und eben damit unser ,gefhl beleidigende ,schdigung4 ,dies besttigt uns die ,erfahrung4 ,wenn wir es auerhalb der ,bhne erleben1 da den ,verbrecher die ,strafe ereilt1 so halten wir dies freilich fr recht und in der ,ordnung4 ,aber eine erhebende ,wirkung verspren wir von dieser bloen ueren ,thatsache der ,bestrafung nicht1 die ,strafe mag noch so wohlverdient sein4 ,sie wird besonders wohlverdient erscheinen mssen1 wenn der ,verbrecher noch angesichts und whrend des ,vollzugs der ,strafe verstockt bleibt4 ,aber gerade dann sind wir von jeder erhebenden ,wirkung am weitesten entfernt4 ,vollends gilt dies1 wenn die ,strafe in ,verhngung des ,todes besteht4 ,solche ,strafe wird ja von nicht wenigen berhaupt als unrecht1 unsittlich1 emprend abgewiesen4 ,ihnen stehen andere entgegen1 denen sie zur ,aufrechterhaltung der ,rechtsordnung notwendig und darum gut erscheint4 ,lassen wir hier dahingestellt1 ob mit dieser ,aufrechterhaltung der ,rechtsordnung berall ein klarer und widerspruchslos denkbarer ,begriff sich verbindet4 ,welchen ,begriff wir allein damit verbinden knnen1 haben wir oben angedeutet1 und wir werden1 was die ,tragdie betrifft1 darauf zurckkommen4 ,einstweilen gengt uns da in jedem ,falle niemand zum ,anblick des ,vollzugs der ,todesstrafe sich drngt1 weil er einen sittlich erhebenden ,genu1 weil er sittliche ,genugthuung davon erwartet4 ,und auf der ,bhne sollten wir solchen ,genu1 solche sittliche ,genugthuung daraus schpfen6 ,wohl aber bt es eine erhebende und sittlich befreiende ,wirkung1 wenn wir sehen1 wie ,m,a,c,b,e,t,hs ,trotz getroffen1 sein ,glaube alles ,sittliche verhhnen zu knnen fr ihn selbst zu ,schanden geworden ist1 wie er also nicht nur gestraft ist1 sondern sich innerlich gestraft wei4 ,damit erfllt eben die ,strafe die ,forderung1 die wir ehemals an sie stellten1 wenn sie ihren ,namen verdienen solle4 ,die ,strafe1 die ,,macbeth erfhrt1 ist1 was die ,strafe der ,,antigone sein mte1 aber1 wie wir sahen1 ganz und gar nicht ist4 ,wir mssen aber1 was wir hier unter ,strafe verstehen1 oder in wiefern wir der ,strafe eine sittlich erhebende ,wirkung beimessen knnen1 noch genauer bestimmen4 ,wir mssen vor allem uns darber klar sein1 da auch bei der inneren ,wirkung der ,strafe nicht das ,gebrochensein1 das ,zuschandenwerden1 das darin sich verwirklichende ,leiden als solches den ,grund der sittlichen ,erhebung ausmacht4 ,das wre ein ,rckfall in den zurckgewiesenen ,fehler4 ,kein ,leiden1 wie es auch heien mag1 kann durch sein bloes ,dasein erfreuen4 ,der ,grund des ,genusses kann in keiner ,weise in einem lediglich ,negativen1 er kann auch nicht in der inneren ,negation bestehen4 ,sondern das macht hier wie berall den ,genu am ,leiden1 da in dem ,leiden ein positiv ,wertvolles der ,persnlichkeit zu ,tage kommt4 ,dies positiv ,wertvolle ist aber hier die ,stimme des ,gewissens und der ,wahrheit4 ,sie erwacht in der bsen ,persnlichkeit und schafft ihr durch ihr ,erwachen und ,sichregen das innere ,leiden4 ,das ,leiden erhebt und erzeugt ,genugthuung1 sofern in ihm die innere ,macht des ,guten aber das ,bse in der ,persnlichkeit sich kundgiebt4 ,hiergegen bleibt noch ein ,einwand zurckzuweisen4 ,kein ,leiden1 sagten wir1 schaffe durch sein bloes ,dasein ,genu4 ,aber giebt es nicht ,schadenfreude1 angenehmes ,gefhl der befriedigten ,rache8 ,solche ,gefhle mag man sonst nicht hochstellen4 ,sie knnten darum doch durch den besonderen ,charakter1 den sie der ,tragdie gegenber annehmen1 zum ,genu der ,tragdie beitragen4 ,in der ,that giebt es dergleichen4 ,wir knnen sogar von einer doppelten ,schadenfreude reden1 einer egoistischen und einer nichtegoistischen oder sittlichen4 ,wir empfinden zwar nicht ,freude an dem ,schaden1 dem ueren oder inneren ,leiden jedes ,beliebigen1 wohl aber knnen wir ,freude haben an dem ,schaden desjenigen1 der uns geschdigt1 sich uns berlegen gezeigt1 oder in irgend einer ,weise sich uns gegenber wirklich oder vermeintlich berhoben hat1 ja der auch nur durch das1 was er ist1 oder hat1 uns einen eigenen ,mangel fhlbar macht4 ,dies ist die egoistische ,schadenfreude4 ,dagegen ist es nicht egoistische ,schadenfreude1 aber doch auch ,schadenfreude1 wenn ich mich freue ber den ,schaden desjenigen1 der ,unrecht gethan hat1 gleichgiltig an wem es begangen wurde4 ,es kommt aber hier alles auf das psychologische ,verstndnis dessen an1 was wir ,schadenfreude nennen4 ,und dazu gehrt vor allem1 da wir uns des positiven ,kerns der ,schadenfreude bewut sind4 ,dieser ist bei der egoistischen ,schadenfreude ,genu des befreiten und gehobenen ,selbstgefhls4 ,darum eben heit sie egoistisch4 ,die ,schdigung1 die ich von der fremden ,persnlichkeit erfahren habe1 ihre berhebnug oder berlegenheit1 das ,bewutsein des eigenen ,mangels1 das alles bedeutet fr mich ,niederdrckung1 ,hemmung1 ,strung meines ,selbstgefhls4 ,von dem ,druck oder der ,strung fhle ich mich befreit durch den der fremden ,persnlichkeit zugefgten ,schaden4 ,aber wie ist dies mglich8 ,der mir zugefgte ,schaden wird ja nicht aufgehoben durch den ,schaden1 den mein ,schdiger erleidet4 ,es wird damit nur der ,schaden in der ,welt verdoppelt4 ,auch sonst wird mir kein faktischer ,gewinn1 der mein ,selbstgefhl heben knnte1 zu ,teil4 ,mein ,mangel wird nicht geringer4--,umso sicherer habe ich einen ideellen ,gewinn4 ,aber auch ihn ziehe ich nicht aus dem ,schaden1 den die fremde ,persnlichkeit erfhrt1 sondern aus dem mit dem ,bewutsein desselben verbundenen ,gedanken der ,hemmung oder ,verminderung des fremden ,selbstgefhls4 ,daher ich die ,schadenfreude erst empfinde1 wenn ich annehmen kann1 die fremde ,persnlichkeit habe den ,schaden nicht nur erfahren1 sondern fhle ihn auch und fhle sich dadurch in ihrem ,selbstgefhl getroffen4 ,die fremde ,persnlichkeit kann sich1 so meine ich1 nachdem sie den ,schaden erfahren hat1 nicht mehr so1 wie sie es that1 gegen mich berheben oder sich mir berlegen glauben2 ich brauche mich nicht mehr1 wie vorher1 durch den ,gedanken ihrer berhhung oder das ,nachempfinden ihres berlegenheitsbewutseins in mir gedrckt zu fhlen4--,damit ist zugleich gesagt1 da auch dann1 wenn ich von der fremden ,persnlichkeit thatschlichen ,schaden erfahren habe1 das ,bestreben ihr wieder zu schaden in dem ,gedanken1 da sie sich gegen mich berhebe oder mir berlegen fhle1 seinen eigentlichen ,grund hat1 da also auch bei solcher realen ,schdigung die darin liegende berhebung das mir eigentlich ,unertrgliche ist4 ,doch auch damit ist die ,schadenfreude nicht erklrt4 ,da ich nicht mehr den drckenden ,gedanken der fremden berhebung in mir vollziehe1 das schafft mir nicht die in der ,schadenfreude liegende positive und eigenartige ,lust4 ,jener drckende ,gedanke schwindet ja immer auch dann1 wenn ich ihn fr einen ,augenblick oder lngere ,zeit hindurch vergesse4 ,und doch ergiebt sich daraus kein der ,schadenfreude vergleichbares ,gefhl4 ,vielmehr mu noch ,eines hinzukommen2 und das ist der ,gedanke1 da die fremde ,persnlichkeit1 indem sie sich in ihrem eigenen ,selbst vermindert wei1 nicht umhin kann1 nunmehr mich1 oder wenn sie von mir nichts wei1 ,meinesgleichen als sich gleich1 und zu gleichem ,selbstbewutsein berechtigt anzuerkennen4 ,und wiederum ist dabei nicht das ,entscheidende1 da berhaupt mein ,selbst und ,selbstbewutsein anerkannt wird2--denn solche ,anerkennung finde ich ja sonst in allen mglichen ,individuen1 die sich nicht gegen mich berheben oder gar mir positiven ,respekt bekunden4 ,vielmehr kommt alles darauf an1 da eben die ,persnlichkeit1 die sich gegen mich berhob oder mir berlegen war1 ihrer berhebung oder ihrem berlegenheitsbewutsein zum ,trotz zur ,anerkennung sich gezwungen sieht4 ,dadurch gewinnt die ,anerkennung ein ,gewicht und fr mich einen ,wert1 den sonstige ,anerkennung fr mich nicht besitzt4 ,es schafft mir ,genugthuung1 mich in eine ,art von ,respekt gesetzt zu sehen1 da und gerade da1 wo kein solcher ,respekt und keine ,neigung dazu vorhanden war4 ,und in dieser ,genugthuung erst besteht die ,schadenfreude4--,weil sie darin besteht1 darum ist meine ,schadenfreude umso vollkommener1 je berlegener mir derjenige zu sein oder sich zu fhlen schien1 an dessen ,schaden ich mich freue1 und je vollkommener die bewute ,demtigung ist1 die ich bei ihm1 nachdem er den ,schaden erfahren hat1 meine annehmen zu drfen4--,man sieht1 es verhlt sich mit dieser egoistischen ,schadenfreude vllig analog wie mit der ,grausamkeitswollust1 von der oben die ,rede war4 ,die ,grausamkeitswollust ist eben am ,ende nur eine andere ,art der ,schadenfreude4 ,es braucht nun aber nicht mehr gesagt zu werden1 da solche egoistische ,schadenfreude ebenso gut wie die ,grausamkeitswollust dem ,kunstwerke gegenber ausgeschlossen ist4 ,der ,held der ,tragdie insbesondere schdigt uns nicht1 er wei nichts von berlegenheit und berhebung uns gegenber1 es hat keinen ,sinn sich mit ihm vergleichen oder messen zu wollen und ber das fr die eigene ,person ungnstige ,ergebnis der ,vergleichung und ,messung ihm zu grollen4 ,vor allem dem bewahrt uns die absolute ,kluft zwischen der ,welt des ,kunstwerkes und uns4 ,obgleich dies alles nicht gesagt zu werden braucht1 so ist es doch fr das ,verstndnis des ,kunstwerkes grundwesentlich es zu wissen4 ,wir betonten schon1 da das sittliche ,urteil gegenber dem ,kunstwerke reiner sei als unser sonstiges sittliches ,urteil1 und da es dies darum sei1 weil es von ,rcksichten auf das1 was auerhalb der ,welt des ,kunstwerkes liege1 frei bleibe4 ,hier nun sehen wir an einem ,punkte deutlich1 wiefern diese ,behauptung zutrifft4 ,was ist es denn1 das im ,leben vor allem unser sittliches ,urteil trbt8 ,gewi die ,beziehung auf uns und unser ,selbstgefhl4 ,statt eine ,person und ihr ,handeln nach ihrem eigenen ,werte und nur danach zu beurteilen1 sind wir geneigt sie vielmehr zu beurteilen nach dem realen oder ideellen ,gewinn oder ,verlust1 der uns oder unserem ,selbstgefhl aus ihrem ,dasein oder ,handeln erwchst oder erwachsen knnte4 ,da davon nicht nur gegenber der ,tragdie1 sondern gegenber jedem darstellenden ,kunstwerk--trotz aller ,theorien1 die das ,gegenteil behaupten und so den ,sinn des ,kunstwerkes in ,widersinn verkehren--keine ,rede ist und keine ,rede sein kann1 dies ist es zunchst1 was dem ,kunstwerk und damit auch der ,tragdie einen besonderen1 durch nichts in der ,welt zu ersetzenden sittlichen ,wert verleiht4 ,je weniger nun aber die egoistische ,schadenfreude beim ,genu der ,tragdie mitsprechen kann1 umsomehr scheint die andere1 die von uns oben zugestandene nichtegoistische ,schadenfreude dabei beteiligt zu sein4 ,dies leugne ich denn auch nicht4 ,sie ist nicht nur dabei beteiligt1 sondern sie macht das ,wesen des ,genusses aus4 ,die unegoistische oder sittliche ,schadenfreude ist eben gar nichts1 eine leere ,illusion1 oder sie ist jene ,freude an der inneren ,macht des ,guten1 auf die wir den tragischen ,genu zurckgefhrt haben4 ,was bei der egoistischen ,schadenfreude unser ,selbstgefhl1 das ist bei der nichtegoistischen oder sittlichen unser sittliches ,gefhl4 ,wie dort durch die berhebung gegen unsere ,person unser ,selbstgefhl1 so wird hier durch die berhebung gegen die ,forderungen unseres sittlichen ,bewutseins unser sittliches ,gefhl bedrckt1 gehemmt1 verletzt4 ,wir verspren hier wie dort ,genugthuung1 nicht weil durch das ,leiden die berhhung aufgehoben1 sondern weil sie in ,anerkennung dessen verwandelt ist1 wogegen die ,persnlichkeit sich erhob4 ,endlich ist auch hier wesentlich1 da eben derjenige zur ,anerkennung der sittlichen ,forderungen sich gezwungen sieht1 der mit aller ,gewalt sich dagegen strubte und vielleicht bis zuletzt sich dagegen strubt4 ,je mehr er sich strubt1 umsomehr kommt die innere ,macht des ,guten in jenem ,zwang der ,anerkennung zu ,tage4--,so hat die ,berufung auf die ,thatsache der ,schadenfreude nur unsere schon ausgesprochene ,anschauung besttigt4 ,welche ,bedeutung knnen nun noch bei ,tragdien von der ,art des ,,macbeth jene uns bekannten ,wendungen haben1 da in der ,tragdie die sittliche ,weltordnung wiederhergestellt erscheine1 da die ,idee triumphiere oder das ,recht geshnt werde8 ,die ,antwort liegt in dem bisher ,gesagten4 ,die sittliche ,weltordnung wird wiederhergestellt1 nicht in dieser ,allgemeinheit1 sondern sofern das ,gute im ,helden ,macht gewinnt4 ,seine berhebung ber die sittlichen ,forderungen1 das war die ,verkehrung der sittlichen ,weltordnung1 nmlich der sittlichen ,ordnung in der ,welt der ,tragdie4 ,da er sich beugt und wenn auch noch so unwillig beugen mu1 da ist ihre ,wiederherstellung4--,die ,idee triumphiert1 aber nicht als dies ,abstraktum1 sondern als die ,stimme des ,gewissens und der ,wahrheit im ,helden4--,damit ist dann auch schon dem ,rechte sein ,recht geworden4 ,das ,recht wird geshnt1 d4 h4 das ,rechtsbewutsein im ,helden1 das durch die bse ,leidenschaft niedergehalten war1 kommt zur ,geltung2 und eben damit findet unser ,rechtsbewutsein1 das er verneint hatte1 seine ,anerkennung4 ,jede sonstige ,shnung des ,rechtes ist eine inhaltleere ,phrase4 ,man hat auch wohl gesagt1 die sittliche ,weltordnung1 die ,idee1 das ,recht sei der eigentliche ,held der ,tragdie1 nicht die einzelne ,persnlichkeit4 ,von diesem ,satze kann der erste ,teil zugestanden werden1 wenn man den zweiten preisgiebt4 ,die sittliche ,weltordnung1 die ,idee1 das ,recht ist der ,held eben in der einzelnen ,persnlichkeit und genau so weit1 als es die einzelne ,persnlichkeit ist4 ,wir sind in diesen ,errterungen davon ausgegangen1 da ein ,,macbeth fr ungeheure ,frevel leide2 den ,sinn dieses fr suchte ich deutlich zu machen4 ,es leuchtet jetzt auch ein1 wie mit diesem ,moment die anderen oben unterschiedenen und als wesentlich fr den tragischen ,genu bezeichneten ,momente aufs engste zusammenhngen4 ,was ist der ,gegenstand des ,leidens fr ,,macbeth8 ,worunter leidet er8 uerlich betrachtet unter dem ,scheitern seiner ,plne1 tiefer gefat unter der ,anklage seines ,gewissens1 der ,notwendigkeit1 die sittliche ,weltordnung anzuerkennen4 ,die innere ,macht des ,guten1 die sich damit an ihm erweist1 mu aber umso grer erscheinen1 je gewaltiger in ihm die ,macht der bsen ,leidenschaft ist1 je heftiger er darum gegen das ,gute ankmpft4 ,insofern kommt es auch hier darauf an1 was fr eine ,persnlichkeit es ist1 die leidet1 und wie sie leidet oder zu dem sich verhlt1 was ihr das ,leiden schafft4 ,nicht die ,schwchlinge im ,bsen1 nicht diejenigen1 die noch von ihrem bsen ,wollen ablassen und1 ohne darber zu ,grunde zu gehen1 zum ,pfade der ,tugend zurckkehren knnen1 am wenigsten die weichlich ,bereuenden sind die tragisch wirksamsten ,gestalten1 soweit die tragische ,wirkung durch die ,wahrnehmung der inneren ,macht des ,guten ber das ,bse bedingt ist1 sondern die ,helden der bsen ,leidenschaft1 diejenigen1 die alles an ihre ,leidenschaft setzen1 und schlielich knirschend die sittliche ,weltordnung anerkennen1 aber doch eben sie anerkennen4 ,nur wo das ,bse ein gewaltiges ist1 bedarf es einer gewaltigen sittlichen ,macht1 um es zu brechen1 erst wenn es den ganzen ,menschen beherrscht1 so da er ohne die ,verwirklichung des bsen ,wollens nicht leben kann1 zeigt sich die sittliche ,macht1 die trotzdem sich ,anerkennung verschafft1 in ihrer vollen ,gre4 ,dann wird aber das bse ,wollen sich zu behaupten suchen mssen bis zum ,ende4 ,der ,held wird kmpfen und kmpfend untergehen4--,es ist wiederum eine wichtige ,einsicht1 die hier sich ergiebt4 ,sie ergiebt sich aber aus der richtigen ,fassung des ,sinnes der ,tragdie mit ,notwendigkeit4 ,endlich ist nicht minder deutlich1 da die ,wirkung einer ,tragdie von der hier in ,rede stehenden ,art sich steigert mit der ,tiefe des ,leidens4 ,in ihr zeigt sich ja wiederum die ,strke dessen1 wogegen der ,held--zuletzt vergeblich--ankmpft4 ,,zwei ,,gattungen ,,der ,,trag,,die4 ,wie verhalten sich jetzt die ,tragdien nach ,art des ,,macbeth zu ,,antigone und ,,romeo8 ,zunchst ist das ,grundthema bei ihnen allen eines und dasselbe4 ,es ist die ,macht1 nmlich die innere ,macht des ,guten4 ,zugleich sehen wir den ,unterschied4 ,in ,,antigone1 sagten wir1 bewhrt sich die ,macht des ,guten angesichts des ,leidens2 in ,,romeo erweist sie sich im ,leiden4 ,in ,,macbeth endlich kommt sie erst im ,leiden zur ,wirksamkeit4 ,wiederum1 sind jene beiden darin eins1 da es in der einen1 wie in der anderen das bel ist1 gegen das das ,gute in der ,persnlichkeit sich behauptet1 oder in dem es sich erweist4 ,dagegen bethtigt sich in ,,macbeth die ,macht des ,guten gegenber dem ,bsen4 ,wir knnten danach berhaupt ,tragdien des bels und ,tragdien des ,bsen unterscheiden und die beiden als die zwei ,hauptgattungen der ,tragdie einander gegenber stellen4 ,wir setzen indessen lieber statt dieser beiden ,namen die ,namen ,schicksalstragdie und ,charaktertragdie4 ,nicht weil bei der ,tragdie des bels der ,charakter1 bei der ,tragdie des ,bsen das ,schicksal keine ,bedeutung htte1 sondern weil das bel1 mit dem dort das ,gute der ,persnlichkeit in ,konflikt gert1 fr die ,persnlichkeit ,schicksal ist1 das ,bse1 gegen das hier das ,gute der ,persnlichkeit ,macht gewinnt1 der ,persnlichkeit selbst und ihrem ,charakter angehrt4 ,aber diese ,unterscheidung kann nicht als eine reinliche ,scheidung der vorhandenen ,tragdien gemeint sein4 ,so zutreffend sie ist1 so wenig kann sie die ,forderung in sich schlieen1 da ,tragdien jederzeit entweder nur der einen oder nur der anderen ,gattung angehren4 ,vielmehr hindert nichts1 da eine und dieselbe ,tragdie beide ,gattungen1 zugleich vergegenwrtige4 ,die ,gleichheit des ,grundthemas verbrgt die ,mglichkeit der ,vereinigung4 ,da die ,tragdie es mit ,menschen zu thun hat1 in denen ,gutes und ,bses sich zu mischen pflegt1 da die ,gre einer edlen ,leidenschaft mit bsem ,wollen sich verbinden1 ja zu ihm hinfhren kann1 dies lt sogar von vornherein erwarten1 da die meisten ,tragdien sich als ,vereinigungen der beiden ,gattungen darstellen werden4 ,darum bleibt doch der ,unterscheidung ihr guter ,sinn4 ,es gengt dafr1 da wir solche ,tragdien1 die mehr der einen ,gattung angehren1 solchen gegenberstellen knnen1 die mehr der anderen angehren1 da wir in jedem ,falle unterscheiden knnen1 in wiefern eine ,tragdie der einen oder der anderen ,gattung sich zuordne4 ,da wir damit zu einer reinlichen ,klassifikation der vorhandenen ,tragdien nicht gelangen1 darber kann uns der ,umstand trsten1 da ,tragdien auch nicht dazu da sind1 um von uns klassifiziert zu werden1 da sogar das ,verstndnis1 auf das es beim ,kunstwerk ankommt1 durch das ,bestreben der ,klassifikation eher verdunkelt zu werden pflegt4 ,es wird erhellt durch die ,erkenntnis und deutliche ,unterscheidung der ,grnde1 auf denen die ,wirkung der ,kunstwerke beruht4 ,eine solche ,unterscheidung der ,grnde der ,wirkung ist es darum1 woran uns schlielich allein gelegen ist4 ,mgen diese ,grnde noch so sehr ,hand in ,hand gehen1 so bleiben sie doch verschieden4 ,so gehen1 wenn wir ein ,beispiel wollen1 die eben unterschiedenen ,grnde der tragischen ,wirkung ,hand in ,hand1 ,schicksalstragdie und ,charaktertragdie sind vereinigt in ,,gretchen4 ,g,r,e,t,c,h,e,ns ,liebe und da sie der ,macht der ,verfhrung ,raum gegeben hat1 beides in ,einem fhrt sie ins ,leiden4 ,sie leidet fr ihre ,liebe und fr ihre ,schuld4 ,und indem sie beides thut1 indem die ,stimme des ,guten erwacht1 die in ihr eine ,zeitlang zurckgedrngt war1 und zugleich das ,liebe und ,gute1 das von vornherein in ihr war und auch der ,verirrung zu ,grunde lag1 jetzt erst recht eindringlich wird1 erweist sich in ihr das ,gute in doppelter ,art4 ,sie ist gerichtet1 so meint ,,mephisto im ,hinblick auf ihre ,schuld und im ,einklang mit den sthetikern der poetischen ,gerechtigkeit4 ,sie ist gerettet1 so verkndigt die ,stimme von oben1 fr die auch in dem ,gericht das ,sittliche der ,persnlichkeit sich geoffenbart hat4 ,an die ,vereinigung von ,schicksalstragik und ,charaktertragik in einer ,person1 nmlich der ,person des ,helden1 war hier zunchst gedacht4 ,die ,mglichkeit der ,vereinigung gewinnt einen weiteren ,umfang1 wenn wir die ,tragdie als ,ganzes ins ,auge fassen und bedenken1 da in einer und derselben ,tragdie ,vertretern der einen ,art der ,tragik ,vertreter der anderen ,art gegenbertreten knnen4 ,ist die ,tragik des ,helden ,schicksalstragik und ist es das bse ,wollen einer ,persnlichkeit1 wodurch ihm das ,schicksal bereitet wird1 so wird diese ,persnlichkeit garnicht umhin knnen1 zum ,trger einer ,art von ,charaktertragik zu werden4 ,sie wird es um so sicherer sein mssen1 je mehr sie neben dem ,helden hervortritt4 ,nicht der ,held macht ja die ,tragdie2 nicht ausschlielich1 sondern nur in erster ,linie verkrpert sich in ihm ihr ,sinn4 ,der versteht das ,kunstwerk schlecht1 der immer nur vom ,helden zu reden wei und nicht zugleich das ,ganze als ,ganzes fat1 als eine ,einheit1 in der nichts berflssig ist oder sein darf1 nichts dem einen beherrschenden ,gedanken vllig fremd gegenberstehen oder gar ihn verneinen darf4 ,so gehrt zur ,tragdie ,,antigone ,,kreon ebensowohl wie ,,antigone1 zur ,tragdie ,,maria ,,stuart ,,elisabeth ebensowohl wie ,,maria ,,stuart4 ,die innere ,macht des ,guten1 die in ,,antigone sich behauptet1 eben die mu in ,,kreon erwachen und ihm ein inneres ,leiden schaffen1 oder der ,sinn des ,ganzen1 der dort bejaht ist1 ist hier verneint4 ,und wir fassen den ,sinn der ,tragdie1 der eben in der ,thatsache jener inneren ,macht besteht1 nur halb1 wenn wir nur auf ,a,n,t,i,g,o,n,es und nicht zugleich auf ,k,r,e,o,ns ,leiden1 und was darin zu ,tage kommt1 achten4 hnlich verhlt es sich mit ,,maria ,,stuart und ,,elisabeth und in vielen anderen ,fllen4 ,,trag,,die ,,und ,,ernstes ,,schauspiel4 ,die innere ,macht des ,guten1 so betonten wir1 macht das ,thema des ,trauerspiels4 ,damit ist doch keineswegs ausgeschlossen1 da neben der inneren die uere ,macht des ,guten in einem ,trauerspiel uns entgegentritt4 ,es mu sogar so sein1 wenn das ,schicksal1 das den ,bsen niederwirft und das ,gute in ihm zum ,siege bringt1 in ,gestalt einer das ,gute wollenden ,persnlichkeit auf die ,bhne tritt4 ,freilich nhert sich das ,trauerspiel in dem ,mae1 als diese ,macht hervortritt und selbstndige ,bedeutung gewinnt1 dem ernsten ,schauspiele1 in dem eben diese ,macht des ,guten das eigentliche ,thema bildet4 ,so tritt in ,,richard ,,iii4 neben dem ,helden sein ,gegner ,,richmond mehr und mehr in den ,vordergrund1 um schlielich der eigentliche ,held des ,dramas zu werden4 ,,richard wird ,mittel zum ,zweck1 ,hindernis1 das dazu da ist1 von ,,richmond berwunden zu werden und ihn zu verherrlichen1 zugleich ,folie1 von der sich die ,lichtgestalt ,r,i,c,h,m,o,n,ds glnzender abhebt4 ,man wird diese ,teilung des ,interesses bedauern mssen1 sie zugleich aber unter den obwaltenden ,umstnden begreifen4 ,,richard klagt sich an1 er erkennt eine ber ihm stehende sittliche ,macht an4 ,aber gengt die ,art1 wie er es thut1 um uns soweit mit ihm auszushnen1 da sein ,ende fr uns ,gegenstand eines1 wenn auch ernsten1 so doch ungetrbten1 von ,bitterkeit oder ,abscheu freien ,genusses ist8 ,wrde selbst ein vollkommeneres inneres ,gebrochensein1 ein tiefergehendes seelisches ,leiden1 den ,eindruck von so viel ,verworfenheit bis zu dem ,grade zurckzudrngen vermgen1 da die ,genugthuung ber den ,sieg1 den das ,gute auch noch in einer solchen ,persnlichkeit davonzutragen vermag1 in uns die herrschende ,empfindung wrde8 ,ist das zermalmende ,bewutsein der begangenen ,frevel1 wie wir es von ,,richard ,,iii4 fordern mten1 bei seinem ,charakter berhaupt mglich8 ,wrden wir1 nach dem1 was wir gesehen und gehrt haben1 daran glauben knnen8--,verneint man diese ,fragen1 dann mu ,,richard ,,iii4 schlielich zurcktreten1 und die andere ,art der ,vershnung1 die im ueren ,sieg des ,guten1 dem ,sieg ber ,,richard besteht1 ,ersatz und ,ergnzung bieten4 ,dann htte aber freilich ,,richard ,,iii4 von vornherein in hherem ,grade zurcktreten und nicht als eigentlicher ,held des ,dramas erscheinen mssen4 ,die ,frage lautet eben schlielich3 ,ist nicht1 wie ganz gewi in anderen ,tragdien1 so auch schon in ,,richard ,,iii4 das ,ma des sittlich ,hlichen berschritten1 das dem ,helden der ,tragdie1 in der ja wie in jedem ,kunstwerk das ,hliche nur ,mittel zum ,zweck ist1 zugestanden werden darf8 ,von einer doppelten ,art der ,vershnung war hier die ,rede4 ,die eine besteht nur in uns1 als unsere ,vershntheit mit dem ,ausgang1 insbesondere mit dem ,helden und seinem ,geschick4 ,sie ist in diesem ,sinne subjektive und nur subjektive ,vershnung4 ,das1 womit wir vershnt oder ausgeshnt werden mssen1 ist das bel oder das ,bse1 das ,schicksal oder die ,persnlichkeit1 oder das eine und das andere zugleich4 ,was uns damit vershnt oder ausshnt1 ist das sittlich ,wertvolle in der ,persnlichkeit1 das in dem ,konflikt des ,helden mit dem ,schicksal oder mit sich selbst zu ,tage tritt4 ,diese ,vershnung und nur diese ist tragische ,vershnung4 ,ihr steht entgegen die objektive1 die in dem ,kunstwerk selbst sich vollziehende und von uns angeschaute ,vershnung1 der vershnliche ,ausgang1 die glckliche ,lsung4 ,diese ,vershnung bildet ,ziel und ,sinn des ernsten ,schauspiels4 ,auch hier kann1 wie der ,konflikt1 so die ,vershnung doppelter ,art sein4 ,der ,held1 der ,trger des ,guten1 besiegt das ihm entgegenstehende ,schicksal bezw4 die ,bsen1 die fr ihn das feindliche ,schicksal reprsentieren4 ,das bel wendet sich fr ihn zum ,guten4--,oder er berwindet die ihm und seinem ,glck entgegenstehende ,bosheit oder ,schwche der eigenen ,natur4 ,so hat selbst ,,iphigenie einen ,feind im eigenen ,herzen1 nmlich die ,lge1 zu berwinden4 ,der ,held berwindet das ,bse1 das heit hier nicht wie bei der ,tragdie1 sein besseres ,ich erwacht und kommt zur ,geltung gegenber der bsen ,leidenschaft und in dem ,konflikt und inneren ,leiden1 das ihm aus der ,verwirklichung seines leidenschaftlichen ,wollens erwchst2 sondern3 es vernichtet das ,bse1 es wird ,herr darber4 ,das ,gute im ,helden wird zum guten ,wollen und zur guten ,that2 der ,gegensatz des ,bsen und ,guten entscheidet sich2 nicht das ,bse1 sondern das ,gute wird schlielich verwirklicht3 das ,bse wandelt sich in das ,gute4 ,dieser ,sieg des ,guten dient dann wiederum dazu1 das bse ,schicksal1 nmlich dasjenige1 das aus dem bsen ,wollen erwuchs oder zu erwachsen drohte1 zum ,guten zu wenden4 ,so ist berall der vershnliche ,ausgang das ,ziel4 ,dem ,guten wird1 weil es da ist1 oder sich sieghaft durcharbeitet1 sein verdienter ,lohn4 ,erst1 indem wir diese objektive ,vershnung miterleben1 entsteht hier das ,gefhl der ,vershnung oder unsere ,vershntheit4 ,dieser ,gegensatz zwischen der nur subjektiven ,vershnung der ,tragdie und der zugleich objektiven des ernsten ,schauspiels lt sich noch in anderer ,weise bezeichnen4 ,dort ist das ,gute1 ich meine das persnlich oder sittlich ,gute1 an sich der ,gegenstand des ,genusses1 hier das ,gute mit ,rcksicht auf die ,verwirklichung seiner ,zwecke2 dort handelt es sich um das ,dasein des ,guten1 hier um seine ,bethtigung1 seine ,leistungen1 seinen ,erfolg4 ,man hat gefragt1 was in der ,tragdie wichtiger sei1 der ,charakter oder die ,handlung4 ,in dieser ,unbestimmtheit mu die ,frage abgewiesen werden4 ,in jedem ,drama mu der ,charakter in ,handlungen und ,erlebnissen sich bethtigen und berall mssen die ,handlungen und ,erlebnisse aus einem entsprechenden ,charakter begreiflich werden4 ,insofern sind beide gleich wichtig4 ,beides ist gar nicht von einander zu trennen4 ,wohl aber hat die obige ,frage ihr gutes ,recht1 wenn sie zu wissen verlangt1 worauf die ,tragdie eigentlich abziele4 ,die ,tragdie1 so mssen wir sagen1 zielt durchaus auf den ,charakter ab1 sie weist uns von den ,handlungen und ,erlebnissen auf den ,charakter1 der darin sich kundgiebt1 whrend das ernste ,schauspiel vielmehr uns vom ,charakter auf die ,handlungen und ,erlebnisse hinweist1 die daraus flieen4 ,dort haben die ,handlungen und ,erlebnisse ,bedeutung1 sofern sie uns ein ,wertvolles im ,charakter enthllen1 hier soll vielmehr der ,charakter die ,handlungen und ,erlebnisse uns wertvoll und erfreulich machen4 ,indem man diesen ,gegensatz zwischen ,tragdie und ernstem ,schauspiel bersah und die dem ernsten ,schauspiel angehrige objektive ,vershnung1 die objektive ,lsung des ,konflikts auch von der ,tragdie forderte1 mute man zu den oben zurckgewiesenen1 die ,tragdie verflschenden ,theorien gelangen4 ,man suchte die ,lsung im ,jenseits1 sei es dem alles ,unrecht ausgleichenden1 besseren ,jenseits1 sei es dem ,jenseits1 das mit dem ,frieden des ,nichts gleichbedeutend ist1 in jedem ,falle also in etwas1 von dem der sthetiker allerlei wissen mag1 das ,kunstwerk aber nichts wei4 ,oder man suchte im ,leiden und ,untergang selbst die uere ,lsung und lie zu dem ,zweck die ,armen schuldig werden1 die der ,dichter unschuldig hatte leiden lassen4 ,allen solchen ,klgeleien gegenber mssen wir festhalten1 da in der ,tragdie der ,konflikt thatschlich ungelst bleibt4 ,weder ist das ,leiden selbst die ,lsung noch folgt ihm die ,lsung4 ,die ,tragdie vertrgt keine uere ,lsung1 weil in ihr die ganze ,bedeutung des ,konfliktes darauf beruht1 durch sein ,vorhandensein und das daraus entspringende ,leiden unmittelbar ein sittlich ,schnes zu vergegenwrtigen4 ,da die ,tragdie nichts wei von glcklichem ,ausgang1 da ihr der uere ,erfolg des ,handelns so garnichts bedeutet1 die ,begriffe der ,belohnung des ,guten und der ,bestrafung des ,bsen im uerlichen ,sinne ihrer ,natur so vllig fremd sind1 vielmehr statt dessen alles in ihr abzielt auf die ,vergegenwrtigung des ,guten im ,menschen1 der inneren ,macht dieses ,guten und des ,wertes1 den es an und fr sich hat--1 dieser hchste sittliche ,standpunkt ist es1 der erst die ,tragdie als solche konstituiert1 der ihr zugleich ihre besondere sittliche und damit sthetische ,bedeutung giebt4 ,,die ,,poetische ,,motivierung4 ,es giebt nichts ,schneres und ,erhabeneres auf der ,welt1 als das ,schne und ,gute1 was im ,menschen ist4 ,darum gewhrt die ,tragdie den erhabensten ,genu4 ,immerhin ist dieser ,genu an das schmerzliche ,mitfhlen des ,leides gebunden4 ,hier erwchst der ,tragdie die ,aufgabe1 ,sorge zu tragen1 da der ,schmerz nur dient1 den ,genu zu vermitteln und ihm den erhaben ernsten ,charakter zu geben1 den ,charakter der ,liebe und ,ehrfurcht1 den er zu tragen bestimmt ist2 da kein ,gefhl des ,schmerzes1 der ,unlust1 der ,verletztheit brig bleibt1 das nicht in jenen ,genu sich auflste4 ,die subjektive ,vershnung1 die einzige1 die fr die ,tragdie gefordert ist1 mu eine vollstndige sein4 ,daraus ergeben sich verschiedene ,forderungen4 ,schon oben meinten wir1 die ,tragdie1 als dramatisches ,kunstwerk1 erheische1 da das ,wollen und ,handeln des ,helden zum ,leiden hinfhre4 ,jemehr dies der ,fall ist1 jemehr der ,held zu seinem ,leiden positive ,veranlassung giebt1 so da wir es mit einer gewissen ,notwendigkeit so kommen sehen1 desto eher fgen wir uns darein1 desto leichter knnen wir uns im tragischen ,genusse mit ihm vershnt fhlen4 ,hierauf reduziert sich das ,recht der frher erwhnten ,forderung1 da das ,leiden des ,helden auf einer berhebung desselben beruhen msse4 ,in der ,that wird das ,verhalten des ,helden in vielen ,fllen mit diesem ,namen bezeichnet werden knnen4 ,in keinem ,falle wird sich ja sein ,wollen und ,handeln in den ,schranken des ,alltagsmenschen halten1 fr den die ,migung die hchste ,tugend ist4 ,da es auch sthetiker giebt1 die die ,migung so hoch stellen1 und von diesem sittlichen ,standpunkte aus sich in eine sittliche ,entrstung gegen die reinsten tragischen ,gestalten hineinreden1 das beweist nur1 welche begriffsverwirrende ,macht die einmal feststehende ,theorie besitzt4 ,da andererseits der bse ,charakter des ,helden ein gewisses ,ma der ,bosheit nicht berschreiten drfe1 dies zu bemerken hat uns schon oben ,,richard ,,iii ,gelegenheit gegeben4 ,im brigen ist die ,bemerkung so alt1 wie die sthetik der ,tragdie4 ,nicht der eingefleischte ,teufel1 nur das menschlich verstndliche ,bse1 das ,bse1 das aus relativ berechtigter ,wurzel stammt und zugleich der ,gre nicht entbehrt1 macht den inneren ,sieg des ,guten begreiflich und unsere ,ausshnung mit dem ,bilde des ,helden mglich4 ,will man ein ,beispiel1 wie der ,dichter es anfngt bei aller ,macht des ,bsen uns doch an die ,mglichkeit1 da das ,gute zum ,siege komme1 glauben zu lassen1 so sehe man1 wie ,,macbeth zum ,bsen getrieben wird1 nicht durch ursprngliche ,niedertracht1 sondern durch gewaltigen ,ehrgeiz1 wie dieser ,ehrgeiz knstlich geschrt wird durch die eigentliche ,teufelin1 die ,lady ,,macbeth1 wie ,,macbeth1 einmal auf der ,bahn des ,bsen1 nicht mehr anders kann1 als weiter strmen4 ,dies alles lt ihn gewi nicht schuldiger und die ,strafe gerechter erscheinen1 wohl aber wird uns1 wenn wir auf dies alles achten1 sein bses ,thun durchaus menschlich verstndlich und ebendamit das ,erwachen der ,stimme des ,guten begreiflich4 ,zugleich dient es1 uns die schlieliche ,ausshnung mit ihm zu ermglichen4 ,so gewi nun aber das ,wollen und ,handeln des ,helden zum ,leiden hinfhren mu1 so widersinnig wre die ,forderung1 da es fr sich allein dazu hinfhren solle4 ,man hat gesagt1 in der ,tragdie msse nicht nur der ,untergang des ,helden aus dem ,konflikt1 sondern auch der ,konflikt aus dem ,charakter des ,helden mit ,notwendigkeit folgen4 ,das ist schlecht ausgedrckt oder leere ,schwrmerei4 ,nichts1 was irgend ein ,mensch thut1 folgt lediglich aus seinem ,charakter2 fr nichts ist er allein die zureichende ,ursache4 ,alles folgt nur aus ihm und den hinzukommenden ueren ,umstnden4 ,bei ,,emilia ,,galotti wre zu ,konflikt und ,untergang kein ,anla1 wenn sie nicht dem ,prinzen begegnete1 bei ,,antigone nicht1 wenn nicht ,,kreon ein ,tyrann wre1 und so in allen mglichen ,fllen4 ,aus verschiedenen ,bedingungen ergeben sich verschiedene ,folgen4 ,so ist es vollends ein nichtiges ,reden1 wenn behauptet wird1 das ,leiden des tragischen ,helden sei prdestiniert in dem ,sinne1 da der ,held so handeln mte1 wie er handelt und wenn er auch die ganze kausale ,verkettung mit ,gewiheit berblickte1 durch die ihn diese ,that zum ,untergange fhrt4 ,oder was soll es fr einen ,sinn haben1 da ,,othello ,,desdemona ermorden mte1 auch wenn er den ,thatbestand kennte1 aus dem sich die ,grundlosigkeit seiner ,eifersucht ergiebt8 ,aber den ,zufall meint man doch aus der ,tragdie ausschlieen zu mssen4 ,hier kommt alles auf den ,sinn des ,wortes an4 ,meint man den ,zufall1 der im ,gegensatze steht zum urschlichen ,zusammenhang der ,dinge8 ,dieser ,zufall besteht nirgends4 ,kein ,wunder1 wenn er auch in der ,tragdie nicht besteht4 ,oder meint man den ,zufall als ,gegensatz dessen1 was ich will und durch mein ,wollen zuwege bringe8 ,diesen ,zufall giebt es berall und vor allem in der ,tragdie4 ,es ist in diesem ,sinne ,zufall fr ,,antigone1 da ,,kreon ist1 wie er ist2 fr ,,richard1 da es ,personen giebt1 gegen die er sich so verhalten kann1 wie er es thut4 ,oder haben ,,antigone und ,,richard auch dies verschuldet8 ,nur freilich der in der ,tragdie waltende ,zufall1 oder wenn man lieber will1 das1 alles ,handeln und ,leiden der ,personen und vor allem des ,helden mitbedingende ,schicksal mu uns verstndlich sein4 ,nicht nur so1 da wir daran glauben knnen4 ,ohne dies wre alle ,wirkung in ,frage gestellt4 ,sondern in dem ,sinne1 da es sich einfgt in einen uns vertrauten ,zusammenhang der ,dinge4 ,wir mssen auch1 soweit das ,schicksal das ,leiden bedingt1 in gewisser ,weise es mit ,notwendigkeit so kommen sehen4 ,damit verliert das ,schicksal das ,schreckliche oder ,entsetzliche1 das dem wider alles natrliche ,erwarten hereinbrechenden ,schicksal eignete und den tragischen ,genu bedrohte4 ,in diesem ,punkte verfehlt es die speciell sogenannte ,schicksalstragdie4 ,ihr besonderer ,name rechtfertigt sich gewi nicht dadurch1 da in ihr das ,schicksal blinder wre als sonst4 ,blind1 und eben darum den ,gesetzen des ,zufalls oder der ,wahrscheinlichkeit gehorchend ist das ,schicksal sonst1 im ,leben und in der ,tragdie4 ,in der ,schicksalstragdie dagegen ist es vielmehr sehend1 ein boshaftes ,wesen1 das mit kindischem ,eigensinn sich an uerlichkeiten heftet1 ,menschen vernichtet1 weil es sich dies nun einmal in den ,kopf gesetzt hat1 oder weil ein ,wahnwitziger einen thrichten ,fluch ausgesprochen hat4 ,in dies menschlich boshafte1 kindisch und toll gewordene ,schicksal1 finden wir uns nicht1 wie in die durch ,erfahrung uns vertraut gewordene blinde ,naturnotwendigkeit4 ,eben darum ist es so entsetzlich und so untragisch4 ,darin liegt zugleich1 da auch das ,schicksal des ,helden1 soweit es im bsen ,wollen ,anderer besteht--ebenso wie nach ,obigem das bse ,wollen des ,helden selbst--uns menschlich verstndlich sein und ein gewisses relatives ,recht in sich tragen msse4 ,dies um so sicherer1 je weniger relatives ,unrecht auf der ,gegenseite zu finden ist4 ,so erscheint ,k,r,e,o,ns ,wten gegen ,,antigone von seinem ,standpunkte aus in gewisser ,art berechtigt und dadurch von seiner ,seite her das ,beleidigende des ber ,,antigone verhngten ,leidens gemildert4 ,das ,leiden der ,,antigone selbst freilich wird damit nicht geringer4 ,aber darum handelt es sich auch hier nicht4 ,alle die hier gestellten ,forderungen zielen nicht darauf ab1 da das ,leiden gemindert1 sondern da unser ,schmerz ber das ,leiden vershnbarer gemacht werde4 ,vershnbarer1--das heit nach oben ,gesagtem3 fhiger1 in den ,genu1 den die ,tragdie gewhren will1 sich aufzulsen1 nicht um zu verschwinden1 sondern um darin fortzuleben als das ,moment des ,ernstes und heiligen ,schauers1 das diesem ,genusse vor anderen eignet4--,drfen wir1 so kann jetzt gefragt werden1 diesen ,genu noch mit dem ,namen nennen1 den wir der tragischen ,empfindung auf ihrer ersten ,stufe zugestehen muten8 ,ist der tragische ,genu1 wie wir ihn jetzt kennen gelernt haben1 noch bloes ,mitleid8 ,man kann gewi den ,sinn des ,wortes ,mitleid so umfassend nehmen4 ,sicher ist1 da wir uns von dem1 was wir damals zunchst so nannten1 weit entfernt haben4 ,mitleid war uns das schmerzlich freudige ,bewutsein vom ,werte eines ,lebendigen1 das leidet1 abgesehen noch von dem specifischen1 im hchsten ,mae sittlichen ,werte1 den ein ,leidender und sein ,leiden gewinnt1 indem sich in ihm in bestimmter ,art das ,gute als innerlich siegende ,macht erweist4 ,jetzt sehen wir eben in diesem ,werte den besonderen ,gegenstand des ,genusses4 ,damit erhebt sich der ,genu an der ,tragdie ber das ,gefhl des ,mitleids gegenber einem beliebigen tragischen ,objekt so hoch1 als sich dieser specifische ,wertinhalt erhebt ber das bloe ,dasein eines ,lebendigen4 ,es ist beide ,male ,empfindung von derselben ,art2 nur hier1 bei der ,tragdie1 wie es in der ,natur des ,dramas liegt1 in ,flu gebracht1 potenziert und in einem ,punkte von hchster ,bedeutung zusammengefat4 ,,der ,,untergang ,,des ,,helden4 ,indessen wir sind mit dem ,bilde des ,genusses1 den die ,tragdie gewhren will1 noch nicht vllig zum ,abschlu gelangt4 ,wir haben schlielich noch im ,ganzen die ,frage zu stellen1 auf die wir gelegentlich und im ,einzelnen schon eine ,antwort gaben4 ,wozu der ,tod des tragischen ,helden8 ,warum mu ,,antigone sterben8 ,weil sie nur angesichts des ,todes die volle ,macht ihrer ,bruderliebe an den ,tag legen kann1 und die ,drohung ,k,r,e,o,ns nicht etwa nachtrglich als ,scherz sich erweisen darf4 ,warum ,,romeo8 ,weil nur der tdliche ,schmerz die ,macht seiner ,leidenschaft voll offenbaren kann4 ,warum endlich ,,richard ,,iii48 ,da sein ,untergang notwendig ist1 wenn der ,triumph ,r,i,c,h,m,o,n,ds ein vollkommener1 die ,herrschaft besserer ,zeiten1 die mit ihm anbricht1 unzweifelhaft sein soll1 kommt fr die ,tragik in ,,richard nicht in ,betracht4 ,wohl aber dies1 da auch er1 so wie er einmal ist1 und nach solchen ,zunichtewerden seines ganzen ,wollens nicht weiter leben kann4 ,darum stirbt er zwar keineswegs resigniert1 aber er strzt sich in den ,kampf1 um zu siegen oder unterzugehen4 ,soweit erscheint der ,tod in verschiedenen ,tragdien verschieden begrndet4 ,es lassen sich aber zugleich die verschiedenen ,grnde in einen zusammenfassen4 ,der tragische ,konflikt ist unlsbar und wir haben gesehen1 warum er es sein mu4 ,ebendarum1 mu er abgeschnitten werden4 ,die ,endlosigkeit des ,konfliktes und ,leidens wrde wiederum die ,vershnung1 nmlich die ,vershnung unseres ,gefhles mit sich selbst1 aufheben4 ,das endlose ,leiden wre nicht tragisch1 sondern entsetzlich4 ,aus diesem ,grunde ist der ,tod notwendig1 nicht fr den ,helden1 sondern fr uns1 nicht objektiv1 sondern fr unser ,empfinden4 ,zugleich ist durch den ,tod alles unntige und dem ,kunstwerk widersprechende ,fragen abgeschnitten3 ,was wrde aus ,,richard1 wenn er weiter lebte8 ,was wird aus ihm oder ,,antigone in irgend welchem ,jenseits8--,im ,kunstwerk ist es zu ,ende2 und wir haben nicht das ,kunstwerk auf unsere ,kosten weiterzudichten4 ,nicht vorwrts soll unser ,blick gehen1 ber das ,kunstwerk hinaus1 in das ,gebiet unserer ,reflexionen1 sondern haften soll er und nach rckwrts gehen4 ,das kann er aber jetzt in besonderer ,weise4 ,der ,tod ist das ,ende des ,leidens1 auch in dem ,sinne1 da mit ihm erst die ,wirkung des ,leidens auf uns sich abschliet und vollendet4 ,der ,freund1 der leidet1 erscheint uns liebens- und achtungswerter4 ,er erscheint uns in dem ganzen ,wert1 den er fr uns hatte1 wenn er uns entrissen ist4 ,so auch tritt uns die ganze ,erhabenheit und ,schnheit der ,,antigone ins ,bewutsein1 wenn sie dahingegangen ist4 ,wir wissen1 was sie war1 wenn sie nicht mehr ist4 ,und ebenso wird bei ,,richard ,,iii41 was an ihm ,wertvolles war und in seinem ,leiden zu ,tage getreten ist1 erst mit seinem ,tod uns vllig gegenwrtig4 ,der ,tod wirkt verklrend1 nicht objektiv1 sondern in unseren ,augen1 nicht den ,helden1 sondern sein ,bild verklrend4 ,und er wirkt zugleich andererseits mildernd1 reinigend4 ,solange ,,antigone lebte1 war sie verflochten in den ,streit der ,leidenschaften2 und in ihm mochte sie gelegentlich herb und verletzend erscheinen4 ,solche ,gedanken treten zurck angesichts des ,todes4 ,so lange ,,richard ,,iii4 lebte1 haftete unser ,blick an dem ,schrecklichen1 was sein ,wollen und ,thun als solches fr uns hatte und haben mute4 ,dies einzelne ,wollen und ,thun verschwindet1 wie alles ,einzelne1 angesichts des ,todes4 ,der ,tod ffnet die ,augen fr das ,ganze der ,persnlichkeit1 fr das1 was sie im ,ganzen w a r4 ,und da sehen wir auch das ,gute und berechtigt ,menschliche1 was selbst dem verletzenden oder schrecklichen einzelnen ,wollen und ,thun zu ,grunde lag4 ,es ist wiederum keine objektiv1 sondern eine subjektiv reinigende1 ich meine eine unsere ,betrachtung1 unser ,bild des ,helden reinigende ,wirkung1 von der ich hier spreche4 ,,schluss4 ,in dieser reinigenden und jener verklrenden ,wirkung des ,todes vollendet sich endlich der ,sinn und ,zweck der ,tragdie4 ,nach dem ,gesagten ist der ,tod1 der physische ,untergang1 nichts weniger1 als dasjenige1 was den eigentlichen ,sinn der ,tragdie macht2 sosehr auch die ,meinung in ,geltung sein mag4 ,er ist vielmehr ein durchaus sekundres1 dienendes1 immerhin um des ,zweckes willen notwendiges ,moment4 ,dieser ,zweck der ,tragdie ist aber1 um nun unser ,ergebnis noch einmal in ,eines zusammenzufassen1 kein anderer als der1 uns die ,macht des ,guten in einer ,persnlichkeit genieen zu lassen1 wie sie im ,leiden zu ,tage tritt und gegen bel und ,bses sich bethtigt1 uns von dem ,werte dieses ,guten den denkbar tiefsten und reinsten ,eindruck zu geben1 einen ,eindruck1 der nicht1 wie so oft im ,leben1 getrbt ist durch den ,gedanken an uns selbst1 an ueren ,erfolg1 an ,lohn und ,strafe1 der im ,gegensatz zu allem ,haften am ,einzelnen und an der ,oberflche des ,geschehens und ,thuns dem ,ganzen der ,persnlichkeit und ihrem innersten ,wesen gerecht wird4 ,die ,tragdie fordert dafr nichts1 als da wir uns ihr ganz hingeben und nichts ,fremdes einmischen1 da wir vor allem nicht in unseren ,reflexionen und ,theorien statt im ,kunstwerk unsere ,befriedigung suchen4