,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der ,buchausgabe von #aiba so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und heute nicht mehr verwendete ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert2 fremdsprachliche ,ausdrcke wurden nicht korrigiert4 ,besondere ,schriftschnitte werden im vorliegenden ,text mit ,hilfe der folgenden ,symbole gekennzeichnet3 gesperrt3 ,pluszeichen ,kapitlchen3 ,tilden ,,naturalismus ,,idealismus ,,expressionismus ,,von ,,max ,,deri ,illustration ,f,,nfzehntes ,,bis ,,siebzehntes ,,tausend ,,verlag ,,von ,e4 ,a4 ,,seemann ,,in ,,leipzig #aiba ,i4 ,,theorie4 ,anpassung der ,gedanken an die ,tatsachen nennt man ,beobachtung1 gegenseitige ,anpassung der ,gedanken aneinander ,theorie4 ,dieser ,grundsatz1 den ,ernst ,mach formuliert hat1 leitet die folgenden ,feststellungen4 ,er sagt von vornherein1 da alle metaphysischen ,gesichtspunkte aus der ,untersuchung ausgeschaltet bleiben sollen4 ,das ,bewutsein des ,menschen wird als ,ergebnis eines jahrtausendelangen ,anpassungsprozesses der lebendigen ,materie an das ,milieu dieses ,daseins aufgefat4 ,woher dieses ,universum1 dieser ,kosmos8 stammt1 wird nicht gefragt4 ,ebensowenig1 wieso die lebendige ,substanz1 aus der sich der ,mensch aufbaut1 die ,fhigkeit der ,reaktion auf die ,eindrcke der ,auenwelt besitzt4 ,diese beiden ,voraussetzungen3 das ,dasein einer ,welt8 uerer ,vorhandenheiten1 und das ,in-ihr-,sein lebendig-reaktionsfhiger ,materie wird als ,gegebenes hingenommen4 ,und nur danach wird getrachtet1 die gegenseitigen ,abhngigkeiten sowohl der ueren ,objekte1 wie der inneren seelischen ,reaktionen1 wie auch der beiden ,gruppen voneinander mglichst genau und unvoreingenommen festzustellen und zu beschreiben4 ,beobachtung soll also der ,vorgang heien3 die ,tatsachen so lange mglichst genau in ,begriffen nachzubilden1 bis diese den ,erfahrungen mglichst eindeutig und widerspruchslos zugeordnet sind4 ,und ,theorie soll heien3 die auf ,grund der anpassenden ,nachbildung der ,tatsachen erlangten ,begriffe so lange immer wieder gegenseitig anzupassen1 bis sie auch untereinander1 im gesamten ,begriffskomplex1 keinerlei ,widersprche mehr enthalten4 ,dabei ist es nach neuerer ,anschauung -- die man besonders eindringlich und berzeugend in den ,schriften von ,moritz ,schlick vertreten findet -- keineswegs mglich1 ,eine bestimmte ,theorie1 also ,ein untereinander bis zur ,widerspruchslosigkeit angepates ,begriffsystem als das einzig und allein richtige8 zu erweisen4 ,sondern die moderne relativistische ,anschauung1 die jegliches ,absolute8 als eine ,fiktion erkannt zu haben glaubt1 steht auf dem ,standpunkt1 da jede ,theorie richtig8 ist1 die den ,tatsachen der ueren ,erfahrung ein geschlossenes ,begriffsystem eindeutig zuordnet4 ,die ,eindeutigkeit8 wird gefordert3 als ,resultat der ,anpassung der ,gedanken an die ueren ,tatsachen1 in der ,form1 da jeder ,tatsache auch nur ,ein ,begriffsgebilde zugeordnet erscheint4 ,und die ,geschlossenheit8 in der ,form1 da innerhalb des ,begriffsystemes kein ,widerspruch der einzelnen gedanklichen ,gebilde untereinander bestehen bleibt4 -- ,so gelten heute etwa beide kosmischen ,theorien1 sowohl die ptolemische1 wie die kopernikanische1 beide als richtig81 beide als mglich84 ,die ,theorie des ,ptolemus ordnet ihre ,gedanken den ,tatsachen der ,bewegungen der ,himmelskrper in ,der ,art zu1 da sie annimmt1 die ,erde stehe fest81 und die ,sonne sowie der ganze ,sternenhimmel drehten sich um diese ,erde als um ihren ,mittelpunkt4 ,sie kommt dabei dann weiterhin1 durch ,anpassung der ,begriffsbilder untereinander1 zu einem eindeutigen ,system von ,bewegungsbahnen3 zu ,kreisen1 ,ellipsen1 ,epizyklen und anderen komplizierten ,kurven1 in denen sich die einzelnen ,himmelskrper um den ,zentralpunkt der ,erde bewegen4 -- ,die ,anschauung des ,kopernikus dagegen nimmt die ,anpassung der ,vorstellungen an die ,tatsachen in ,der ,weise vor1 da sie die ,sonne als ,zentralpunkt auffat1 und die ,erde und die ,planeten sich um diesen ,mittelpunkt bewegen lt4 ,auch diese ,anschauung kommt dann durch ,anpassung der ,tatsachen-,abbildungen untereinander zu einem in sich widerspruchslosen1 geschlossenen ,begriffsystem2 hier aber ergeben sich als ,bewegungsbahnen der ,gestirne keine komplizierten ,kurven mehr1 sondern ausschlielich ,kreise und ,ellipsen4 -- ,beide ,anschauungen also sind1 nach moderner ,auffassung1 mglich und richtig84 ,die ,entscheidung aber1 welcher von diesen zweien man schlielich den ,vorzug gibt1 wird aus dem ,gesichtspunkte heraus getroffen1 da man -- die restlose ,tatsachen-,entsprechung und die restlose innere ,eindeutigkeit beider ,systeme vorausgesetzt -- jedes vorzieht1 das ein einfacheres1 ein weniger kompliziertes ,system von ,begriffen ergibt4 ,in diesem ,sinne gibt also letzthin das geistige konomie-,prinzip81 das einerseits von mglichst wenigen unbeweisbaren ,grund-,voraussetzungen ausgeht1 und andererseits zu der mglichst einfachen ,anordnung der beobachteten ,tatsachen fhrt1 den ,ausschlag bei der ,wahl einer ,theorie84 99 99 99 99 99 ,geht man nun mit diesem ,gesichtspunkte des konomie-,prinzipes der ,wissenschaft an die theoretische ,grundlegung eines bestimmten ,spezialgebietes1 so mu man demgem vor allem danach trachten1 bei der ,aufstellung jener unbeweisbaren8 -- das heit3 nicht mehr auf bereits vorher ,bekanntes zurckfhrbaren -- ,grund-,voraussetzungen1 die jede ,spezial-,theorie bentigt1 mit einer mglichst geringen ,anzahl auszukommen4 ,es handelt sich bei den vorliegenden ,untersuchungen um sthetische8 ,probleme1 das heit um ,fragen des ,kunstschaffens und des ,kunstgenieens4 ,zwei ganz allgemeine und fr alle ,teilgebiete geltende ,voraussetzungen haben wir dabei bereits gemacht3 erstens das tatschliche ,vorhandensein einer ,auenwelt1 und zweitens das tatschliche ,vorhandensein einer auf die ,eindrcke dieser ,auenwelt reagierenden lebendigen ,substanz4 ,nun wurden fr das sthetische ,teilgebiet bisher meist von allem ,anfang an noch zwei weitere ,grund-,voraussetzungen aufgestellt4 ,es wurde erstens behauptet1 da der ,knstler sein ,werk aus einer spezifischen8 ,eignung erstelle1 die die gewhnlichen8 ,menschen nicht besitzen4 ,eine wesentliche und qualitativ besondere schpferische8 ,fhigkeit sollte dem ,knstler8 innewohnen1 aus der allein ein ,kunstwerk erstehen knne4 ,sie sei dem ,knstler1 und blo diesem1 angeboren81 und ,keiner1 dem diese qualitative ,besonderheit fehle1 knne irgendwie fr den ,bezirk des ,kunstschaffens in ,anspruch genommen werden4 ,zweitens aber sollte auch der ,aufnehmende zum wahren8 ,kunstverstndnis von einer spezifischen ,eignung oder ,veranlagung abhngig sein1 die keineswegs bei allen ,menschen zu finden wre4 ,auch hier msse eine qualitative ,besonderheit als angeboren8 vorliegen1 wenn das ,bemhen um das ,erleben der ,kunstwerke zum wirklichen8 sthetischen ,erleben und zum wahren ,verstndnis8 der ,werke fhren solle4 ,wenn es nun gelingen wrde1 eine geschlossene sthetische ,theorie8 zu gewinnen1 die zwar von der willkrlichen ,voraussetzung absieht1 da ,knstler und ,kunstverstndige qualitativ besonders begabte ,menschen seien1 die aber dennoch zu einer eindeutigen ,zuordnung eines in sich widerspruchslosen ,begriffsystemes an die sthetischen ,tatsachen8 gelangt1 so wre damit ein ,resultat erreicht1 das einfacher8 wre1 weniger unbeweisbare ,prmissen enthielte1 und deshalb nach dem konomie-,prinzipe der ,wissenschaft den ,vorzug vor dem anderen ,system verdienen wrde4 -- ,ernst ,mach war es1 dem es im ,laufe eines langen und an wissenschaftlichen ,ergebnissen reichen ,lebens gelungen ist1 nachzuweisen1 da sich das alltgliche1 jedem ,menschen eignende ,denken8 von dem reinsten wissenschaftlichen ,denken der grten intellektuellen ,genies in keiner ,weise qualitativ1 sondern nur der ,schrfe und der ,intensitt nach unterscheide4 ,und so soll im ,folgenden versucht werden1 die ,tatsachen des sthetischen ,bereiches unter der ,voraussetzung anzuordnen1 da jene oben erwhnte spezifische8 ,fhigkeit des ,knstlers und des ,kunstgenieenden als etwas von den ,eigenschaften des gewhnlichen8 ,menschen qualitativ ,unterschiedenes nicht existiere2 sondern da sich das knstlerische ,gestalten und ,erleben in nichts als in seiner ,intensitt und in seiner ,tiefe von einem bestimmten alltglichen ,verhalten aller ,menschen unterscheidet4 ,der ,mensch wird in diese ,welt1 an die er sich in jahrtausendelangem ,proze angepat hat1 hineingeboren und nimmt mit seinen ,sinnesorganen die ,gegebenheiten dieser ,welt in einem weiten ,erfahrungskreise auf4 ,der weiteste ,umfang dieses ,kreises alles ,sichtbaren1 ,hrbaren1 ,riechbaren1 ,schmeckbaren und ,tastbaren heie1 in der ,ausdrucksweise von ,ernst ,mach1 gro ,u84 ,was auerhalb dieses weitesten ,bezirkes alles ,erfahrbaren ,u noch liegen mge1 wird wissenschaftlich nicht diskutiert4 ,jegliche ,metaphysik bleibt damit also von vornherein ausgeschlossen4 ,innerhalb dieses weitesten ,erfahrungsbezirkes ,u lebt nun der erwachsene ,mensch in dem kleineren ,umfang seiner ,leibeshlle1 die1 wiederum in ,machscher ,terminologie1 klein u8 genannt werden soll4 ,der ,mensch stellt einen geschlossenen krperlichen ,komplex vor1 der an einzelnen ,punkten ,reiz-,stellen8 fr ,eindrcke jener ,auenwelt ,u besitzt4 ,so sind die ,augen fr ,licht-,reize1 die ,ohren fr ,schallwellen1 die ,nase fr ,geruchsempfindungen1 die ,zunge fr ,schmeck-,erfahrungen1 die ,haut fr ,tast- und ,temperatur-,einwirkungen empfindlich4 ,diese ,reize werden durch die ,nervenbahnen zum ,zentralsystem geleitet1 das den ,sitz des ,bewutseins1 der ,seele8 bildet4 ,sind wir so weit gelangt1 so fragen wir nach der1 wiederum unmittelbar gegebenen1 nicht weiter beweisbaren8 ,zusammensetzung dieses ,bewutseins4 ,beobachtung lehrt uns1 da wir drei seelische ,grund-,gegebenheiten besitzen1 die nicht weiter auf frher ,bekanntes8 zurckfhrbar sind3 das ,erkennen ,denken1 intellektuelle ,funktion2 das ,fhlen emotionelle ,funktion2 und das ,wollen voluntaristische ,funktion4 ,prfen wir die ,zueinanderordnung1 die diese drei ,funktionen des menschlichen ,bewutseins untereinander einnehmen1 so finden wir ,folgendes4 ,sehen wir etwa einen ,baum1 so ist mit der rein sachlichen ,wahrnehmung des ,gegenstandes1 mit seinem ,erkennen81 unmittelbar ein spezifisches ,begleit-,gefhl8 mit-gegeben4 ,man kann sich1 sollte man daran zweifeln1 diese ,tatsache unmittelbar vergegenwrtigen1 wenn man entweder das ,objekt der ,betrachtung wechselt3 also einmal eine mchtige8 ,eiche1 dann eine schlanke8 ,birke1 eine ,trauerweide81 eine stolze8 ,zypresse als ,seh-,ding whlt4 ,die in ,anfhrungszeichen gesetzten ,attribute geben dabei ,hinweise auf die unmittelbare ,gefhls-,begleitung des intellektuell ,wahrgenommenen und ,erkannten84 ,oder man denke daran1 wie auerordentlich stark die noch nicht abgestumpfte ,gefhlsbegleitung bei vllig neuartigen ,erlebnissen ist4 ,sei es etwa1 da man in zoologischen ,grten oder in ,aquarien ,tiere zum ersten ,male sieht1 die man bisher noch nicht kannte2 sei es1 da man sich die unmittelbare ,verknpfung von erkennendem ,wahrnehmen und begleitender ,gefhlserschtterung vergegenwrtigt1 die man erfuhr1 als man zum erstenmal ein ,luftschiff oder ein ,flugzeug sah4 -- ,so erweist vielfaches ,erleben den unmittelbaren ,dualismus1 die grundlegende ,doppel-,gegebenheit des ,erkennens und des ,fhlens im menschlichen ,bewutsein4 ,diese beiden ,funktionen sind offenbar nicht hintereinander geschaltet1 sondern in unmittelbarem ,parallelismus einander nebengeordnet4 ,anders ist es beim ,wollen4 ,sieht man hier von den automatisch gewordenen ,reflex-,reaktionen ab1 so kann man klar beobachten1 wie jedes bewute8 ,wollen an das ,vorausgehen eines ,erkennens oder eines ,fhlens geknpft ist4 ,erst entweder wenn ich durch das ,thermometer erkannt8 habe1 da es kalt geworden ist1 kann ich die schtzende ,hlle wollen82 oder erst wenn ich gefhlt8 habe1 da es kalt zu werden beginnt1 kann ich die ,decke wollen84 ,so ordnet sich also die ,dreiheit der ,funktionen des erwachsenen menschlichen ,bewutseins in der ,form des folgenden ,schemas teils nebeneinander1 teils hintereinander an4 ,illustration3 ueres ,objekt ,aufnehmendes ,die drei ,funktionen des ,baum8 ,sinnesorgan menschlichen ,bewutseins ,auge8 ,ist der ,wissenschaftler nun dahin gelangt1 eine ,mehrheit von ,gegebenheiten als grundlegend bei einem ueren oder bei einem innerseelischen ,vorgang zu konstatieren1 so pflegt er weiterhin zu versuchen1 die einzelnen ,teilstcke des ,komplexes zu isolieren4 ,gelingt nmlich diese nach der ,methode der ,variation8 durchzufhrende ,isolierung einzelner ,elemente1 so kann man fr die ,beobachtung ,aufschlsse sowohl ber die spezielle ,artung der ,teilstcke1 wie ber die ,rolle erwarten1 die sie dem ,gesamtkomplex gegenber spielen4 ,wendet man diesen ,gesichtspunkt der mglichen ,isolierung der ,teilstcke eines ,komplexes auf die obige schematische ,zeichnung an1 so ist vorerst sofort ersichtlich1 da es ein isoliertes ,wollen8 nicht geben kann1 sofern kein ,zwang auf das lebendige ,bewutsein ausgebt wird4 ,zwar verlangt jedes ,du sollst81 da man sein ,wollen ohne vorherige ,bettigung des ,erkennens oder des ,fhlens1 also isoliert81 in ,funktion treten lasse4 ,doch derartige1 seien es erzieherische1 seien es gesetzliche ,befehle81 die nicht vor die gewollte ,handlung der ,einzelnen die ,einsicht oder das ,gefhl setzen1 sind eben anormale ,zwangs-,situationen1 die fr die ,beobachtung des frei lebenden ,bewutseins ausscheiden4 ,denn fr dieses ist jedes ,wollen1 das in seiner freien ,auswirkung zu einer ,handlung fhrt1 von einem vorausgehenden erkennenden oder von einem vorausgehenden fhlenden ,erlebnis bestimmt und determiniert4 ,anders aber als fr das ,wollen liegen die ,gegebenheiten des ,bewutseins fr das ,erkennen und fr das ,fhlen4 ,wenn auch die innigen ,verbundenheiten der drei ,funktionen des menschlichen ,bewutseins aus ihrem schon organisch bedingten ,zusammenhange letzten ,endes niemals vllig isolierbar sind1 so kann doch die ,einstellung81 die ,tendenz8 der ,bettigung sich vornehmlich auf die ,eine der ,funktionen sttzen oder richten4 ,und zwar hier im ,besonderen also entweder auf das ,erkennen oder auf das ,fhlen4 ,wir erleben vorerst vielfach1 da wir beim ,aufnehmen der ,naturgegebenheiten unser ,augenmerk hauptschlich auf das ,wahrnehmen1 das ,erkennen der ,tatschlichkeiten richten knnen1 indem wir uns bemhen1 unser ,fhlen und unser ,wollen mglichst auszuschalten4 ,diese isolierende ,einstellung der intellektuellen1 der erkennenden ,funktion fhrt zu dem1 was wir das wissenschaftliche8 ,verhalten nennen4 ,wenn wir also unser ,augenmerk darauf richten1 unsere gefhlsmigen ,reaktionen mglichst zurckzudrngen1 unser willentliches ,verhalten nicht lebendig werden zu lassen3 sondern einzig und allein mit unserer intellektuellen ,funktion die ,tatsachen unserer ueren und inneren ,erfahrung zu beobachten und zu beschreiben1 so befinden wir uns im ,bezirke der reinen ,wissenschaft4 ,oder1 strenger formuliert3 das mglichste ,isolieren der intellektuellen ,funktion des ,bewutseins fhrt zum wissenschaftlichen ,verhalten4 -- ,bevor wir uns nun der ,frage nach der ,isolierbarkeit des ,fhlens im menschlichen ,bewutsein zuwenden1 wird eine kurze ,einschaltung notwendig4 ,seit ,jahrhunderten mhen sich die ,menschen1 jene vorhin erwhnte1 angeblich qualitativ besondere ,eignung des ,knstlers und des wahrhaft8 ,kunst-,verstndigen definitorisch zu fassen4 ,die ,streitfrage geht dabei um das ,wesen des sthetischen ,schaffens8 und des sthetischen ,genieens84 ,da nun bereits seit langem so weit bereinstimmung erzielt ist1 da es sich in beiden ,fllen um spezifische ,gefhls-,verhaltungsweisen handelt1 wird andauernd danach gestrebt1 das ,wesen eben dieses sthetischen ,gefhles8 als eine spezifisch besondere1 von allen anderen ,gefhlen streng unterschiedene ,klasse festzustellen4 ,und das wichtigste ,problem wird demgem1 dieses sthetische8 ,fhlen von allen anderen ,gefhlen1 also vom gewhnlichen8 oder vulgren8 ,fhlen1 streng definitorisch zu unterscheiden4 ,da es nun einerseits bisher noch niemals gelungen ist1 die spezifische ,definition dieses sthetischen ,gefhls8 einwandfrei zu geben2 und da andererseits die ,theorie an ,einfachheit1 an konomie8 gewinnen wrde1 falls es gelingen sollte1 ohne eine grundlegende ,zweiteilung zwischen sthetischen8 und gewhnlichen8 ,gefhlen auszukommen1 sei die folgende ,anschauung der ,nachprfung durch das ,erleben empfohlen4 ,diese ,anschauung behauptet3 es gibt berhaupt kein spezifisch sthetisches ,gefhl4 ,ein ,wesensunterschied zwischen den ,gefhlen des ,kunstschaffens oder des ,kunstgenieens und denen des gewhnlichen8 ,lebens ist nicht aufzufinden1 weil er nicht vorhanden ist4 ,sondern so1 wie das vulgre8 ,denken aller ,menschen dem wissenschaftlichen8 ,denken selbst der grten intellektuellen ,genies im ,wesen vllig gleich ist2 und so1 wie zwischen diesen beiden nur ein ,grad-,unterschied besteht1 indem das wissenschaftliche ,genie auf ,grund einer mit grerer ,vollkommenheit durchgefhrten ,isolierung des ,denkens vom ,fhlen und vom ,wollen1 sowie auf ,grund strkerer ursprnglicher quantitativer ,veranlagung reichere oder umfassendere ,resultate erzielt3 so soll der hier vertretenen ,anschauung nach auch das vulgre8 ,fhlen dem sthetischen8 ,fhlen im ,wesen vllig gleich sein4 ,und auch zwischen diesen beiden ,gefhlsarten soll nur ein ,grad-,unterschied bestehen1 indem das knstlerische ,genie auf ,grund einer mit grerer ,vollkommenheit durchgefhrten ,isolierung des ,gefhls vom ,denken und vom ,wollen1 sowie auf ,grund strkerer ursprnglicher quantitativer ,veranlagung zu reicherem oder tieferem sthetischen ,erleben gelangt4 ,in gleicher ,weise also1 wie man im obigen ,bewutseins-,schema durch das mglichste ,isolieren der intellektuellen1 der erkennenden ,funktion des menschlichen ,bewutseins vom emotionellen und vom voluntaristischen ,bezirk zum wissenschaftlichen ,verhalten gelangte2 in gleicher ,weise fhrt1 dieser ,anschauung nach1 die mglichste ,ausschaltung des erkennenden und des willentlichen ,bezirkes1 und dabei die mglichst ausschlieliche ,einstellung auf das ,gefhlserlebnis in den sthetischen8 ,bezirk4 ,in strenger ,formulierung wrde also der nicht weiter zurckfhrbare1 sondern nur durch das unmittelbare ,erleben beweisbare ,grundsatz lauten3 das mglichste ,isolieren der emotionellen ,funktion des ,bewutseins fhrt zum sthetischen ,verhalten4 ,diese ,anschauung behauptet also3 es gibt kein spezifisch sthetisches8 ,gefhl4 ,sondern jedes ,gefhl1 und sei es1 welches immer -- sei es ein ethisches oder ein religises1 ein ,freude- oder ,trauergefhl1 ein ,zorn oder eine ,hingebung1 ein ,schmerz oder eine ,wollust -- kann sthetisch werden4 ,und es wird8 sthetisch eben dadurch1 da man es im ,erleben seines funktionalen ,ablaufes mglichst strenge und mglichst rein von allem ,intellektuellen und von allem ,willentlichen isoliert4 ,whrend man also bisher entweder drei weiterhin unbeweisbare ,voraussetzungen -- ber das sthetisch-produktive1 ber das sthetisch-rezeptive und ber das vulgre8 ,gefhl -- machen mute1 oder doch zumindest zwei unterschiedene ,arten von ,gefhls-,erlebnissen3 das spezifisch-sthetische8 ,fhlen und das vulgre8 ,fhlen als im ,wesen vllig verschieden behauptete1 wre durch die obige ,annahme der wissenschaftskonomische ,vorteil gewonnen1 an ,stelle dreier oder zweier unbeweisbarer ,grund-,gegebenheiten blo ,eine zu setzen1 die -- je nach dem ,grade ihrer ,isolierung sowie nach dem ,mae ihrer ,auswirkung -- das ,gebiet der ,kunst-,gefhle wie das der gewhnlichen8 ,gefhle einheitlich zu umfassen imstande wre4 ,da nun derartige ,grund-,behauptungen1 die man frher ,axiome8 nannte1 niemals im blichen ,sinne -- wie bereits einige ,male zugestanden -- durch weitere ,zurckfhrung auf bereits ,bekanntes8 unweigerlich feststellbar sind1 sondern ihre ,wahrheit81 ihre inner-seelische ,wirklichkeit8 nur im unmittelbaren ,erleben selbst erweisen oder eben nicht erweisen knnen1 mge ein ,beispiel diese ,anschauungsweise zu klren versuchen4 ,man denke sich auf eine weite ,gebirgsaussicht4 ,vor dem ,blick ein ,kreis von ,bergen mit ,matten und ,wiesen1 ,wldern und ,bschen1 hher hinauf ,gletscher und ,felszacken1 ,schneefelder und ,firnen1 darber der ,himmel mit reichen ,wolkenformen4 ,nun isoliere man vor diesem ,erlebnis vorerst die intellektuelle ,funktion1 das ,wahrnehmen und ,erkennen3 man verhalte sich also wissenschaftlich84 ,man wird fragen1 wie die ,berge heien1 wie hoch sie sind1 zu welchem ,staatsgebiete1 zu welcher ,bergkette sie gehren1 aus welchem geologischen ,material sie bestehen1 man kann sich fr ihre ,geschichte interessieren1 dafr1 ob sie bereits alle erstiegen1 ob sie bewohnt sind1 man kann ihre ,vegetation1 ihre ,bewsserungsverhltnisse1 ihr ,klima erkunden 4443 kurz1 man kann1 mit mglichster ,ausschaltung alles gefhlsmigen und willentlichen ,erlebens1 die reine ,wissenschaft8 der ,geographie8 im weitesten ,wortsinne treiben4 ,und man kann sich anders verhalten4 ,man kann sich mit mglichster ,ausschaltung alles jenes oben aufgezhlten ,intellektuellen1 und mit ,ausschaltung auch alles ,willentlichen -- das etwa den besseren ,aussichts-,punkt des ,nebenstehenden erstrebt81 oder einen der gesehenen ,berge ersteigen will81 oder eine erschaute vollfarbige ,blte pflcken und besitzen will8 --3 mglichst rein der ,gefhls-,begleitung der gesehenen ,objekte hingeben4 ,man setzt sich auf das ,gefhl zurck81 man lt dieses ,begleitgefhl der ,objekt-,konstellation mit mglichster ,isolierung rein und ungehemmt in sich schwingen4 ,tut man das1 achtet man wirklich auf nichts anderes als auf dieses isolierte ,erleben des ,gefhles-an-sich1 so kommt man in eine seelische ,verhaltungsweise1 die man von starken ,kunsterlebnissen her bereits kennt4 ,man ist intellektuell vllig abgeblendet81 und man ist willentlich vllig passiv81 man gibt sich rein dem ,gefhle hin3 und da erfhrt man sich als im spezifisch sthetischen ,verhalten lebend4 -- ,dieses sthetische ,verhalten steht also vllig parallel dem wissenschaftlichen ,verhalten4 ,entsteht das wissenschaftliche ,verhalten durch mglichst isolierendes ,einstellen auf die erkennende ,funktion den ,erlebnissen dieser ,welt gegenber2 so entsteht das sthetische ,verhalten durch mglichst isolierendes ,einstellen auf die fhlende ,funktion den ,erlebnissen dieser ,welt gegenber4 ,und ist ,wissenschaft keineswegs blo die ,lehre vom absolut ,wahren81 das es an sich8 ja nicht gibt1 sondern ist ,wissenschaft die ,lehre von der ,erkenntnis und vom ,irrtum im ,laufe der ,menschheitsentwicklung3 so ist sthetik keineswegs blo die ,lehre vom absolut ,schnen81 das es ja gleichfalls nicht gibt1 sondern sthetik ist die ,lehre vom ,schnen8 und vom ,hlichen8 im ,laufe der ,menschheitsentwicklung4 ,denn so wie die rztliche ,wissenschaft vom gesunden und vom kranken ,krper handelt1 so wie die ,volkswirtschaft die ,wissenschaft von dem ,vermgen und von den ,schulden1 so wie die ,elektrizittslehre die ,lehre von den positiven8 und von den negativen8 elektrischen ,vorgngen1 so wie die ,wrmelehre8 gleichzeitig auch ,kltelehre81 also die ,lehre von den ,temperaturen ber und unter der zuflligen menschlichen ,krpertemperatur ist3 so mssen die ,gesetze der sthetik81 das heit die immer wieder beobachteten ,ablufe dieses sthetischen ,verhaltens ihre ,gltigkeit bewahren1 wie immer auch die ,ergebnisse dieser ,verhaltungsweise1 sei es als positiv-schn1 als gleichgltig-nullwertig1 oder als negativ-hlich gewertet8 werden4 ,denn das ,vorzeichen des ,resultates kann niemals den funktionellen ,ablauf bestimmen oder definieren1 der zu gerade diesem ,resultat zuflligerweise gefhrt hat4 ,so darf also eine ,definition81 eine ,formel81 wenn sie allgemeine ,gltigkeit besitzen soll1 niemals davon abhngig gemacht werden1 mit welchem ,vorzeichen die einzelnen bestimmten ,gegebenheiten an die ,stelle der allgemein begrifflichen ,bestimmungsstcke eintreten4 -- ,nehmen wir also die ,grund-,these vorerst probeweise an3 sthetisches ,erleben ist isoliertes ,gefhls-,erleben1 so haben wir eine allgemeine1 fr alle ,gefhle geltende ,definition des sthetischen4 ,das ,kunst-sthetische wrde sich dann vom ,natur-sthetischen nur dadurch unterscheiden1 da in der ,natur die ,anlsse fr die ,gefhle1 die wir erleben1 ohne unser ,zutun und ganz unabhngig vom menschlichen ,dasein vorhanden sind -- auch wenn es berhaupt keine ,menschen gbe4 ,whrend die ,kunstwerke von einzelnen ,menschen erst gemachte ,gebilde sind1 die uns deren ,gefhle vermitteln4 ,es handelt sich demgem im ,kunstbereiche ausschlielich um ,gefhlserlebnisse4 ,so vage und unfabar nun ,gefhlserlebnisse sonst auch scheinen3 innerhalb der ,diskussion ber ,kunstwerke sind sie auf das sicherste fabar4 ,denn sie hngen an dem zu erlebenden ,objekt1 am ,kunstwerke1 das als fertig ,gestaltetes vorliegt4 ,mag bei der ,konzeption und whrend des ,schaffens selbst noch so viel ,irrationales mitgehen3 dies ,irrationale bezieht sich blo auf den ,schaffenden selbst whrend des ,werdeprozesses des ,kunstwerkes4 ,sowie der ,knstler1 der nichts ,anderes und nichts ,mehreres ist1 als ein ,gestalter eines knstlichen ,gefhls-,objektes1 sein ,tun zu ,ende gefhrt hat1 sowie also das ,kunstwerk als fertiges ,gebilde vorliegt1 besteht nicht nur die ,mglichkeit einer festen ,umgrenzung des ,gefhls-,erlebnisses1 sondern fr jeden ,geschulten sogar die ,sicherheit1 nichts zu erfahren oder zu erleben1 was nicht durch seinen ,anla in dem vorliegenden ,kunstwerk bndig zu erweisen wre4 ,der ,variationen1 der ,verflechtungen1 der ,harmonieverschiebungen oder ,linienkrmmungen mgen noch so viele gebracht sein3 in der festen ,bindung des ,erlebenden und des ,erlebten an das ,kunst-,objekt1 in der ,verklammerung1 mit der das vermittelte ,gefhl vom ,gesamtbau bis zum ,detail an der eben hier und eben so gebrachten ,formung des ,gebildes haftet1 darin liegt die ,sicherheit1 nicht mit leeren ,worten als ,laut-,schllen zu jonglieren1 sondern deren erlebte ,bedeutungs-,inhalte als eindeutig bestimmte ,tatsachen zu erlutern und zur ,diskussion zu stellen4 ,ohne nun hier auf eine noch ausfhrlichere ,ableitung einzugehen1 seien die ,definitionen des ,knstlers8 und des ,kunstwerkes8 gegeben1 die aus dem ,vorausgegangenen zu erfolgern sind4 ,knstler8 vorerst ist jener1 der imstande ist1 auf ,grund eines isolierten tiefen ,gefhles ein ,gebilde zu erstellen1 das dieses ,gefhl trgt4 -- ,der ,knstler unterscheidet sich also nach dieser ,auffassung vom gewhnlichen8 ,menschen nicht durch sein ,gefhl4 ,hunderte von ,menschen mag es geben1 und gibt es auch sicherlich1 die ebenso tief empfinden1 wie die groen und selbst die grten ,knstler1 und die auch imstande sind1 in ihrem sthetischen ,verhalten dieses tiefe ,fhlen vom ,denken und vom ,wollen mglichst rein zu isolieren4 ,was sie vom ,knstler unterscheidet1 ist blo das ,fehlen der zuflligen angeborenen ,fhigkeit1 sichtbare1 hrbare oder sprachliche ,gebilde zu erstellen1 die dieses ,gefhl tragen4 ,der ,knstler ist demgem ein mehr oder minder bedeutender8 ,mensch1 dem erstens die ,gabe besonders tiefen und intensiven ,fhlens eignet2 und der zweitens die ,fhigkeit besitzt1 dieses ,gefhl auch in einen objektiven ,trger zu fassen4 ,ein ,kunstwerk weiterhin ist ein von diesem ,menschen als ,knstler aus isolierter ,gefhls-,einstellung heraus gemachtes ,gebilde1 das imstande ist1 dem ,erlebenden das ,gefhl1 aus dem es entstand und das an ihm hngt1 zu vermitteln4 ,und so wie jeder ,mensch1 nicht etwa nur ein spezifisch ,begabter81 bei den naturhaft vorhandenen ,anla-,trgern fr ,gefhle zum sthetischen ,erleben gelangt1 indem er die ,gefhls-,begleitung des eben wahrgenommenen ,objektes im ,aufnehmen mglichst isoliert2 so gelangt auch jeder ,mensch1 ohne ,ausnahme1 einem ,kunstwerke gegenber zum sthetischen ,erleben1 indem er1 gleicherweise in mglichster ,isolierung1 jenes ,gefhl in sich lebendig macht und schwingen lt1 das durch die ,gegebenheiten dieses knstlichen ,gebildes getragen und vermittelt wird4 -- ,die theoretische ,orientierung wird nun auch im ,folgenden strenge dabei bleiben1 nicht1 wie meist bisher1 den ,begriff8 oder -- in platonischem ,sinne -- die ,idee8 eines ,dinges in den ,mittelpunkt der ,betrachtung zu stellen1 um von hier aus die naturhaften ,objekte als einzelne ,individuationen8 jener ,idee8 aufzufassen2 sondern sie wird auch in der ,theorie81 also im ,versuch der ,anpassung der ,gedanken aneinander8 immer wieder von der ,natur-,erfahrung ausgehen1 und alle ,ergebnisse des theoretischen ,denkens auch immer wieder an dieser ,erfahrung kontrollieren4 -- ,ein ,kunstwerk ist also ein von einem ,menschen aus einem ,gefhle heraus erstelltes ,gebilde1 das imstande ist1 einem anderen ,menschen das in ihm beschlossene ,gefhl zu vermitteln4 ,da demgem alle ,kunstwerks-,gefhle an ihre ,anla-,trger gebunden und durch sie bestimmt sind1 werden wir den ,versuch1 diese knstlich vermittelten ,gefhle weiterhin in unterschiedene ,klassen zu sondern1 in der ,weise vorzunehmen haben1 da wir eben ihre knstlichen ,anla-,trger in spezifisch verschiedene ,gruppen einzuteilen streben4 ,da ist nun leicht zu zeigen1 da in allen ,kunst-,gebieten3 im ,sichtbaren der bildenden ,knste1 im ,hrbaren der ,musik1 wie auch im ,wort-,bereiche der ,literatur1 nur vier verschiedene ,gestaltungsweisen jener knstlichen ,gebilde1 der ,kunstwerke1 mglich sind4 ,die erste mgliche ,gestaltung wird durch folgende berlegung abgegrenzt4 ,die ,natur ist uns im ,bereiche des ,sichtbaren -- den wir als ,beispiel-,komplex herausheben -- in den ueren ,objekten8 gegeben4 ,hat nun ein derartiges sichtbares ,natur-,objekt ein ,gefhl vermittelt1 das irgendwie bereichert oder erfreut hat1 so kann man danach streben1 sich dieses ,gefhl auch unabhngig vom gerade vorhandenen1 und vielleicht bald vergnglichen oder entschwindenden naturhaften ,anla mglichst dauernd zu bewahren4 ,man denke etwa an jene oben erwhnte ,berges-,aussicht1 die ja an das ,verweilen an dem ,aussichtspunkte gebunden ist2 oder man denke daran1 da die ,gefhls-,vermittlung1 die man erfhrt1 wenn man eine voll erblhte rote ,rose in grnem ,laub schauend erlebt1 mit dem ,hinwelken der ,rose selbst auch verschwindet4 ,hat man nun das ,bestreben1 sich gerade diese eben erfahrene1 durch das ,natur-,objekt vermittelte ,gefhls-,erschtterung zu erhalten1 so kann man dies ersichtlicherweise so zu bewerkstelligen versuchen1 da man das ,objekt1 an dem ja das vermittelte ,gefhl hngt1 in mglichster ,dauer zu bewahren trachtet4 ,um also1 sei es von dem wechselnden ,standpunkte des ,erlebenden1 sei es von der raschen ,vergnglichkeit des ,natur-,objektes unabhngig zu werden1 kann man versuchen1 dieses ,objekt zu kopieren81 nachzugestalten3 also eine knstliche8 ,nach-,bildung der ,natur-,gegebenheit nach ,form und ,farbe in mglichst dauerndem ,materiale als ,trger der ,gefhls-,vermittlung an die ,stelle des ursprnglich ,natur-vorhandenen ,gefhls-,trgers zu setzen4 ,dies zu behaupten1 vielmehr als nicht nur durchaus mglich1 sondern -- im ,laufe der ,kunstgeschichte -- auch als hundertfach wirklich1 klar vor ,augen zu stellen und zuzugeben1 scheint heute ,ketzerei4 ,und der ,einwurf des ,panoptikums8 liegt nahe zur ,hand4 ,doch einerseits ist noch niemals versucht worden1 einem wirklich bedeutenden und berragenden ,plastiker1 etwa einem ,donatello1 die ,aufgabe einer ,panoptikum-,gruppe8 zu stellen -- die er sicherlich in hinreiend-naturalistischer ,weise gelst htte --2 und andererseits ist alles1 was heute gegen diese knstlerische ,gestaltungsweise gesagt wird1 nur ,tages-,wort zum -- kunstpolitisch durchaus berechtigten -- ,kampfe gegen eine zuflligerweise gerade heute nicht lebendige und daher nicht erstrebte ,erlebens- und ,gestaltungsweise4 ,geht man aber hinter den ,tageskampf zurck1 sieht man die ,stilweisen vergangener ,kunstperioden durch1 so findet man diese bung der ,kunstwerks-,gestaltung1 die den naturhaften ,gefhls-,trger nach-gestaltet1 in weiten ,bezirken1 besonders gerade im jngst vergangenen ,naturalismus der zweiten ,hlfte des neunzehnten ,jahrhunderts1 auf das reichste gepflegt4 ,es gibt also1 erfahrungsgem1 eine ,kunstgestaltung1 die eine ,nach- oder ,ab-,gestaltung des naturhaften ,gefhls-,anlasses erstrebt4 ,ihrer ,tendenz nach4 ,es gibt beim ,schaffenden eine ,einstellung des ,bewutseins1 die nichts anderes will1 als eine ,wiedergabe des sehend unmittelbar erlebten ,natur-,inhaltes1 ohne dessen ,umgestaltung4 ,und man hat diese ,einstellung des ,bewutseins seit jeher ,naturnhe oder ,naturalismus oder ,realismus genannt4 ,damit htten wir die erste ,art mglicher ,kunstgestaltung erfahrungsgem festgelegt und definiert4 ,sie hlt sich mglichst enge an die ,natur1 und sie kann diese abbildhafte ,treue bis in das kleinste eben noch merkbare1 zufllige ,individualmerkmal zu treiben versuchen4 ,um also das ,gefhlserlebnis1 das irgendein ,natur-,komplex dem ,knstler vermittelt hat1 sich und anderen zu erhalten und immer wieder vermitteln zu knnen1 kann der ,knstler den ,anla-,trger des ,gefhles mglichst genau in seinen ,gegebenheiten so nachschaffen1 da er sich1 innerhalb des ,sichtbaren1 bemht1 die ,farben1 ,lichter und ,schatten sowie die ,formen des ,natur-,gegebenen mglichst genau in jener ,art wieder-zugeben1 wie er sie bei immer wiederholter ,betrachtung immer wieder vorfindet4 ,diese ,art der ,nach-,gestaltung wird sich dem ,vor-,bilde der ,natur asymptotisch81 also in nie vllig erflltem ,streben1 nhern4 ,doch die ,einstellung1 die ,tendenz1 das ,ziel des ,schaffens ist beim wahren objektiven ,naturalisten eben in diesem ,streben gegeben1 sein knstlich geschaffenes ,werk dem ,natur-,vorbilde mglichst anzugleichen1 um dann an diesem ,kunst-,werke mglichst jene ,gefhle wieder-zuerleben1 die an dem vergnglichen ,gefhls-,anla hingen4 ,und der ,aufnehmende1 der ,genieende wird sich einem derartigen naturalistischen ,kunstwerke gegenber genau so verhalten1 wie er sich der ,natur gegenber verhlt3 er gibt sich den lichtlichen1 farblichen und inhaltlich-formalen ,gegebenheiten des ,werkes -- in gleicher ,weise1 wie denen der ,natur -- passiv-aufnehmend hin4 ,so sicher aber1 wie es eine intendierte ,natur-,abschilderung und damit eine naturalistische ,kunst gibt1 so sicher auch ist diese ,natur-,wiedergabe nicht die einzige ,mglichkeit der ,kunstgestaltung4 ,der ,mensch ist in seinem ,schaffen nicht an die ,natur gebunden3 er kann die ,lichter1 ,farben und ,formen des ,natur-,gegebenen in seinen knstlichen ,gestaltungen verndern4 ,auch diese ,tatsache ist wiederum eine nur durch das unmittelbare ,erleben erweisbare ,gegebenheit des menschlichen ,bewutseins4 ,jene seelische ,fhigkeit1 die man ,phantasie8 nennt1 wurzelt nmlich mit dem ,keime ihres ,wesens darin1 da unsere ,erinnerungsbilder1 selbst die der festesten ,natur-,objekte1 keine starren ,gebilde sind1 sondern da sie sich1 sei es in ,teilstcke zerlegen und willkrlich wieder zusammensetzen lassen1 sei es in ihren ,frbungen und ,formungen ndern1 strecken und zusammendrcken1 dichten und dehnen1 kurz im allgemeinsten ,sinne variieren lassen4 ,damit wird das uralte ,problem von ,form8 und ,inhalt8 psychologisch klar4 ,in der objektiven ,natur existiert diese ,zweiheit nicht4 ,natur hat wirklich weder ,kern noch ,schale4 ,die ,form8 des ,eichenblattes bestimmt8 seinen ,inhalt81 der ,inhalt des ,lindenblattes ist8 seine ,form4 ,form -- in weitestem ,wortsinne1 also auch den farblichen ,komplex einschlieend -- und ,inhalt sind in der ,natur1 bis zu den zuflligsten ,variationen der ,einzelobjekte1 durchaus identisch4 ,und damit kennt auch naturalistische ,kunst dieses ,problem und diese ,zweiheit nicht4 ,auch hier -- beim naturalistischen ,drama wie beim naturalistischen ,bild -- sind ,inhalt und ,form dasselbe4 ,sowie man sich aber dem ,bewutsein des ,menschen zuwendet1 treten ,form und ,inhalt auseinander4 ,sowohl im ,phantasieleben des ,erkennens1 wie im ,phantasieleben des ,fhlens4 ,und die ,mglichkeit dieser ,zerfllung des ,naturgebildes in ,form und ,inhalt ruht eben darauf1 da unsere ,erinnerungsbilder keine starren ,gebilde1 sondern in weitestem ,ausmae in sich locker gefgt sind4 ,so kommt es im erkenntnismigen ,phantasiegebiete etwa zu dem ,denk-,gebilde des ,begriffes81 der ja nichts anderes als das ,resultat fast unbersehbarer naturhafter ,einzelerfahrungen gibt2 deren ,form8 dann der ,grenz-,umri8 ist1 in den sich die vielfachen individuellen ,inhalte8 gleicher ,art-,erfahrungen fassen lassen4 ,er gibt1 etwa als ,begriff des ,baumblattes81 das allgemeinste formale ,blattgebilde unter ,ausschaltung aller individuellen und zuflligen inhaltlichen ,variationen der beobachteten ,einzel-,exemplare1 und er vermag dies deshalb1 weil er so locker beweglich und schmiegsam ist1 da er imstande bleibt1 sich immer wieder jeder ,variation zu fgen4 -- ,und auch das gefhlsmige ,phantasiegebiet lebt ausschlielich von der ,mglichkeit der ,zerfllung von ,inhalt und ,form bei den menschlichen ,erinnerungs-,vorstellungen4 ,auch hier gibt selbst die produktivste ,leistung keine vllige ,neu-,schpfung irgendeines ,gebildes1 auch hier bleibt selbst die anscheinend freieste8 ,gestaltung letzten ,endes1 von ihrem ,ursprunge her1 durchaus an die ,gegebenheiten der ,naturerfahrung1 an die naturhaften ,vor-,erlebnisse gebunden4 ,phantasiebegabte ,knstler mgen dieser ,anschauung noch so energisch widersprechen4 ,der ,wissenschaftler mu feststellen1 da es kein einziges ,phantasie-,produkt gibt1 und schiene es noch so erfahrungsferne1 dessen inhaltliche ,elemente nicht aus ,erlebtem geholt sind4 ,phantasiegestaltung kann1 nach endgltiger ,form und endgltigem ,inhalt1 so herzhafte ,umgestaltung der ,erfahrung sein1 da man am ,ziel den ,ursprung nicht mehr leicht erkennen mag4 ,geht man jedoch die ,marken zurck1 achtet man auf die ,kerben1 die1 von frhester ,kindheit an1 die ,erlebnisse schlugen1 so fhrt der ,weg aufs sicherste zurck zu unser aller ,amme3 zur ,natur4 ,hat man die ,mglichkeit dieses ,auseinandertretens von ,form und ,inhalt innerhalb des ,phantasiebereiches einmal festgestellt1 so wird man weiterhin danach fragen1 ob sich vielleicht prinzipiell unterscheidbare ,arten dieser natur-fernen ,neu-,verbindungen beobachten lassen4 ,und da ergibt sich nun1 da sich bereits theoretisch81 das heit im ,gedanken-,experiment1 feststellen lt1 da es hier wieder nur drei im ,wesen verschiedene ,arten geben kann1 in denen man die natur-erfahrenen ,dinge und ,vorgnge zu natur-fernen ,gebilden zu verndern vermag4 ,und wenn auch diese ,gebilde1 wie alle ,tatsachen dieser ,welt1 mit tausendfachen bergngen und ,zwischenstufen ineinandergreifen1 so lassen sich zur orientierenden berschau dennoch relativ gesonderte ,gruppen scheiden4 ,die erste dieser ,verhaltungsweisen lst die ,erinnerungsbilder der ,naturobjekte aus ihrer erfahrungsgemen ,zusammensetzung oder aus ihrem erfahrungsgemen ,zusammenhang mit anderen ,objekten und stellt die derart gewonnenen ,teilstcke -- die aber durchaus in ihren naturgegebenen ,formungen bewahrt werden -- zu neuen1 in der ,wirklichkeit nicht vorhandenen ,ganz-,gebilden zusammen4 ,das nchstliegende ,beispiel sind die ,fabelwesen81 etwa die ,figur eines ,kentauren1 der aus einem naturalistischen ,menschen-,oberkrper und aus einem naturalistischen ,pferde-,leib zusammengesetzt wird4 ,diese ,art der ,zerstckung von natur-erfahrbaren ,objekten und der ,neu-,zusammensetzung der so erhaltenen ,teilstcke zu natur-unerfahrbaren ,gebilden beherrscht einen weiten ,bezirk1 besonders der nordischen ,phantasiettigkeit4 ,sie fhrt etwa ,bosch zu seinen ,fabeltieren1 deren eines etwa aus folgenden ,teilstcken besteht3 aus einer naturalistischen leeren ,eierschale1 einem naturalistischen ,vogelkopf1 naturalistischen ,entenbeinen1 naturalistischen ,fledermaus-,flgeln und einem gewhnlichen offenen ,taschenmesser als ,schwanz2 oder sie lt ,brueghel im ,kampf der ,kassenschrnke mit den ,sparbchsen8 phantasiemige ,vorgnge und ,zusammenhnge sich abspielen1 die in ihren inhaltlichen8 ,teilstcken wohl naturalistisch sind1 in dem ,formalen8 ihrer ,beziehung aufeinander jedoch in der ,wirklichkeit nicht vorkommen4 ,da diese ,art knstlerischer ,gestaltung also die einzelnen ,partial-,inhalte8 der ,teilkomplexe wohl in naturhafter ,verfassung wahrt1 die weitere naturferne ,form8 aber dadurch erreicht1 da sie die aus verschiedenen ,natur-,gegebenheiten hergeholten naturalistischen ,teilstcke untereinander in phantasieartig-willkrlichem ,wechsel verbindet1 wollen wir sie naturalistische ,permutation nennen4 ,das ,verstndnis dieser naturalistischen ,permutation pflegt beim ,kunst-,aufnehmenden keinen ,schwierigkeiten zu begegnen4 ,wir sind1 hauptschlich durch unsere ,traum-,erfahrungen1 derartigen ,neubildungen von ,kindheit an so sehr angepat1 da wir sie ohne weiteres zu verstehen8 pflegen2 das heit1 meist mhelos imstande sind1 das an ihnen hngende ,gefhl auch im ,nach-,erleben lebendig zu machen4 ,hat man sich durch die ,tatsache des ,vorhandenseins derartiger naturferner ,gebilde einmal an den ,gedanken gewhnt1 der phantasiemigen ,um-,gestaltung der ,natur-,objekte im ,prinzip nicht mehr feindlich gegenberzustehen1 so werden auch die zwei weiteren prinzipiell noch mglichen ,umformungen naturalistischer ,objekte keinem unbesiegbaren inneren ,widerstande mehr begegnen4 ,man bedenke vorher nur folgendes4 ,die ,einzelobjekte derselben ,gattung1 etwa die einzelnen menschlichen ,krper81 sind bei aller hnlichkeit doch auch so sehr voneinander verschieden1 da man in der phantasiemigen ,umgestaltung eines solchen ,krpers1 auch wenn man ihn nicht zerstckt1 sondern in seinem naturerfahrenen ,zusammenhange und ,aufbau belt1 sehr stark von den durchschnittlichen ,proportionen und von den formalen ,einzel-,gegebenheiten abweichen kann1 ohne seine ,erkennungsmglichkeit als menschliche ,figur8 zu vernichten4 ,diese ,tatsache der ,weite des ,erkennungsfeldes8 aller ,einzelobjekte benutzen nun die zwei noch mglichen phantasiemig-knstlerischen ,umarbeitungen8 der ,naturgegebenheiten4 ,sie bentzen sie dazu1 um ,einzelgebilde oder ,komplexe zu erstellen1 die wohl in ihren inhaltlichen8 ,gegebenheiten durchaus der ,wirklichkeit entnommen sind1 die aber in ihrer formalen ,ausgestaltung von jenen ,gegebenheiten1 in denen wir die erkannten ,inhalte in der ,natur zu finden gewohnt sind1 durchaus abweichen4 ,diese ,abweichung kann nun wieder nach zwei durchaus verschiedenen ,richtungen hin erfolgen4 ,die erste der zwei mglichen ,einstellungen geht so vor1 da sie sich bei der ,darstellung des ,wahrgenommenen bemht1 die individuellen ,einzelzge zu unterschlagen und die ,gesamtform ins ,allgemeinere8 auszugleichen4 ,achtet also jener zuerst besprochene ,naturalist8 darauf1 die ,natur-,gegebenheiten von der ,gesamtproportion bis zum kleinsten ,detail wiederzugeben1 achtet er etwa bei der ,darstellung eines ,baumes genauestens auf die ,dicke und ,konturfhrung des ,stammes1 auf die kleinste ,formenbiegung der ste1 auf die leiseste ,variation in ,verdickung oder ,verdnnung der ,zweige1 auf die ,frbung1 zufllige ,beleuchtung und ,beschattung1 zufllige ,haltung und ,stellung der ,bltter bis zur kleinsten ,knospe3 so sucht der ,knstler dieser anderen ,einstellungsart das ,allgemeine8 oder ,typische8 aus den vielen individuellen ,baum-,erlebnissen herauszuziehen4 ,er erreicht dies nun dadurch1 da er sich bestrebt1 die individuellen ,einzelmerkmale zu vernachlssigen1 dagegen all ,das zu bringen1 was sich gleicherweise bei allen ,einzelindividuen findet3 ,stamm1 ,krone1 ste und ,bltter in allgemeiner8 ,formung4 ,er gleicht die ,farben und ,lichter zu neutraler ,haltung aus1 gibt die ,astfhrungen und ,stammkonturen in stetig-kontinuierlichen ,krmmungen3 er erlebt mit besonderer ,einstellung jene ,zone1 die sich bei allen ,einzelerlebnissen derselben ,gattung vorfindet1 die also als ,gemeinsames brigbleibt1 wenn man viele ,individuen dieser ,gattung zur ,deckung8 bringt4 ,dem ,begriffsbild8 in seiner vlligen ,un-,individualitt wird das ,objekt genhert1 dem ,typus81 der ,idealfigur81 eben durch die ,unterschlagung und ,ausgleichung der individuellen ,merkmale1 mglichst nahe gebracht4 -- ,diese ,einstellung des knstlerischen ,um-,gestaltens wird seit jeher ,idealismus genannt4 ,doch es gibt noch eine weitere ,mglichkeit1 die naturnahe ,nach-,gestaltung zur naturfernen ,um-,gestaltung zu fhren4 ,dieser zweite ,weg1 das naturgegebene ,objekt in seiner ,ganzheit zu bewahren1 gleichwohl aber zu phantasieartigem ,ziele hin zu berschreiten1 kehrt die ,richtung der formalen ,umgestaltung nach der ,gegenseite4 ,auch hier wird das ,natur-,objekt als ,gesamt-,gebilde in seinem ,zusammenhange belassen4 -- ,wo aber die idealistische ,einstellung die naturhaften ,einzelmerkmale des ,objektes ausgleichend berbreitet1 die ,farben und ,linien und ,formen ber die ,variationen des ,klein-,einmaligen glttend hinwegfhrt3 da kann anders geartete ,einstellung diese gleichen ,individualmerkmale verstrken1 erhitzen1 intensivieren4 ,sie kann die ,kerben vertiefen1 die ,hebungen verdichten1 die ,kurven aufhhen1 die ,bewegung verstrken3 sie kann alle ,gegebenheiten des ,sichtbaren als bloe ,anweisungen8 betrachten1 die doppelt und dreifach zu intensivieren sind4 -- ,so wird auch hier1 wie im ,idealismus1 das einmalige ,erlebnis zum ber-,individuellen hin berschritten2 doch hier nicht in jener ,weise1 die durch ,ausgleichung der ,individualmerkmale die naturalistische ,form zum ewigen ,gleichma8 des ,idealismus fhrt2 sondern in der ,art1 da durch die ,verstrkung der ,individualmerkmale eine ,intensivierung der ,erlebnisse nach der aktiven ,seite hin erreicht wird4 ,fr diese ,art der knstlerischen ,gestaltung1 die -- ebenso wie der ,naturalismus1 die naturalistische ,permutation und der ,idealismus -- seit jeher periodenweise gepflegt wurde1 fehlte bis in die moderne ,zeit eine eigene ,wort-,bezeichnung2 sie wurde bald ,barock1 bald ,romantik1 bald ,sturm und ,drang8 genannt4 ,die neuere ,zeit hat nun einen ,namen angeboten1 der das ,wesen dieser seelischen ,verhaltungsweise ausgezeichnet trifft3 ,expressionismus4 ,nur das ,wort ist neu4 ,sein ,sinn ist so alt1 wie die europische ,kunst4 -- ,doch es ist ein gutes ,wort4 ,denn wo man frher die zeitlich festgelegten ,wrter ,barock8 oder ,romantik8 oder ,sturm und ,drang81 jedem ,historiker zu berechtigtem ,gruel1 aus ihrer zeitlich festgelegten ,bindung und ,bedeutung reien mute1 um ,verwandtes zu bezeichnen1 da bietet nun ein glcklicher ,zufall einen ,namen weiterer ,geltung zu inter-zeitlichem ,gebrauche an4 ,sicher waren ,romantik oder ,barock nicht historische ,vorstufen8 gegenwrtiger ,kunstart4 ,sicher aber auch war die psychologische ,verhaltungsweise1 aus der heraus sie geschaffen haben1 die gleiche wie heute4 ,man schafft heute wieder so1 wie die hellenistische ,sptantike1 wie ein ,teil der deutschen ,renaissance um #aejj1 wie das ,barock in ,rubens oder ,hndel1 in ,bach oder ,shakespeare1 wie der ,sturm und ,drang im jungen ,goethe und im jungen und alten ,beethoven1 wie die ,romantik in ,kleist oder ,delacroix geschaffen hatte3 man schafft der innerseelischen ,einstellung nach ebenso4 ,denn dort wie hier steigert man die aus dem ,naturerlebnis geholten ,merkmale zu hherer ,intensitt4 ,man erhht die ,spannungen des ,gesamtkomplexes1 man staffelt die ,szenen1 man verstrkt die ,ausbrche1 man kmpft in ,hieb und ,gegenhieb1 man steigert die ,melodiefhrung1 man wuchtet in den ,formen1 wird ekstatisch in den ,farben1 hmmert den ,rhythmus4 ,was nicht glhend von ,gipfeln rinnt1 gilt nicht4 ,nur was sich wie mit ,zangen ins ,blut schlgt1 das fat und hlt4 ,intensivierung der ,gestaltungen1 ,expression1 ,ausdruck gesteigerter ,erlebnisse1 bringt dieser ,stil4 99 99 99 99 99 ,mit dieser ,art intensivierender ,umformung der ,natur ist die letzte der mglichen ,variationen8 der ,natur-,objekte gegeben4 ,fassen wir also nochmals kurz zusammen1 so kann es1 wenn man von der ,natur-,erfahrung ausgeht1 nur folgende vier ,arten knstlerischer ,gestaltung geben4 ,erstens den ,naturalismus4 ,er bewahrt die ,so-,gegebenheiten der ,natur in ihrer ,frbung und ,formung mglichst in ,der ,art1 wie er sie bei immer wieder wiederholter ,betrachtung auen8 vorfindet4 -- ,er erreicht durch dieses ,nach-,schaffen1 da die an den knstlichen ,gebilden hngenden ,gefhle im ,kerne1 im ,wesen ihrer ,art jenen ,gefhlen gleichen1 die der ,mensch vor den ,original-,objekten der ,natur erlebt hat4 ,zweitens die naturalistische ,permutation4 ,sie zerstckt die ,ganz-,objekte der ,naturerfahrung in einzelne ,teile1 bewahrt diese mehr oder minder strenge in den ,so-,gegebenheiten ihrer ,frbung und ,formung2 setzt sie aber zu neuartigen1 in der ,natur nicht vorhandenen knstlichen ,komplexen zusammen4 -- ,sie erreicht dadurch1 da diese ,phantasie-,gebilde auch spezifische ,phantasie-,gefhle vermitteln1 die man in der objektiven ,auenwelt zu erleben nicht imstande wre4 ,drittens der ,idealismus4 ,er gleicht die ,einzelmerkmale des ,individuellen aus1 fhrt das einmalige ,naturobjekt zum ,typischen seiner ,gattung hin2 er bewahrt also dabei den ,gesamtbau des ,inhalts1 verndert aber seine individuelle ,form zum ,allgemeinen weiterer ,gltigkeit4 -- ,er erreicht dadurch ein ,gefhl weiterer ,schwebung1 allgemeiner ,geltung2 die ,stimmung jener ,dauer1 jenes scheinbaren ,immer-,lebens und ,immer-,bleibens1 das den ,ideen8 anhaftet4 ,viertens der ,expressionismus4 ,er intensiviert und bertreibt1 ebenfalls unter ,beibehaltung des ,gesamtbaus1 die ,einzelmerkmale1 die die individuellen ,gegebenheiten des erlebten ,natur-,objektes zeigen4 -- ,mag der ,idealismus den strksten ,ewigkeits-,atem8 haben3 er hat ihn auf ,grund eben des ,unterschlagens und ,zurckdrngens aller starken ,individual-,erlebnisse1 auf ,kosten alles ,rausches1 jeglichen ,strmens und ,drngens4 ,was er1 und damit alle ,klassik81 auf diese ,art erreicht1 ist ein ruhevolles ,bleiben und ,glnzen1 ein ,dauern ber ,jahrhunderte hin4 ,was ihn aber immer wieder beiseite drngt und beiseite drngen wird1 ist der notwendige ,fehler dieses ,vorzuges3 seine ,eintnigkeit und ,einfrmigkeit1 sein ,zwang zur ,ruhe und ,un-,aktivitt2 sein seelischer ,folie-,charakter1 dem alles ,sturmhafte ferne bleibt1 an dem alle ,verwirrungen und alles drngend zerrttende ,schicksal haftlos vorbeibrausen1 wie die ,wolken unter der eintnig blauenden ,wlbung des fernhin ruhenden thers4 ,der ,expressionismus dagegen erreicht jene ,intensitt und ,spannung der ,gefhle1 jenes sturmhaft ,ausbrechende und blutig ,bewegte1 das zur ,ergnzung jener klassischen ,ruhe von ,zeitspanne zu ,zeitspanne immer wieder notwendig1 immer wieder so ersehnt wird4 ,er erhht die ,spannungen der ,gefhle1 sprengt alle ,fesselungen an ,naturmgliches1 bricht alle ,dmme klassizistischer ,gebundenheit1 fhrt die ,gewalt des ,gefhls in der ,expression zu fast schrankenloser ,steigerung der ,ekstatik4 ,als ,selbstverstndlichkeit -- und ohne eine eigene ,klasse8 daraus bilden zu wollen -- sei blo noch angefhrt1 da jene ,zerstckung8 in einzelne ,teile1 und deren ,zusammensetzung zu ,neubildungen1 die von der naturalistischen ,permutation8 gepflegt wird1 ohne weiteres auch bei idealistischen und expressionistischen ,gestaltungen anwendbar ist4 ,hier werden eben aus den von verschiedenen ,ausgangstypen hergeholten idealistischen oder expressionistischen ,teilstcken die ,neu-,gebilde zusammengesetzt4 ,die ,sphinx8 gebe ein idealistisches1 der chinesische ,drache8 etwa ein expressionistisches ,beispiel4 ,da wir es nun im idealistischen wie im expressionistischen ,gebiete von vornherein mit natur-ferner ,einstellung zu tun haben1 ist diese ,kombination verschiedener ,teilstcke zu natur-unmglichen ,gestaltungen ja kein wesentlich neu hinzukommendes ,schaffensmerkmal4 -- ,versucht man nun die vier ,arten mglicher ,kunstgestaltung in eine ,tabelle zu fassen1 so ordnen sie sich vorerst in die beiden ,bezirke der ,naturnhe und der ,naturferne4 ,illustration ,der naturnahe ,bezirk1 der die naturalistischen ,kunstwerke umfat1 bleibt1 als ,basis und ,ausgangspunkt alles anderen1 in sich so einheitlich1 da er keiner weiteren ,unterteilung mehr bedarf4 ,der naturferne ,bezirk aber mu1 wie wir sahen1 eine geme ,anordnung der drei im ,wesen verschiedenen ,gruppen3 der naturalistischen ,permutation1 des ,idealismus und des ,expressionismus finden4 -- ,dabei symbolisieren wir die naturalistische ,permutation dadurch1 da wir das ,beispiel-,objekt1 den ,baum81 verkehrt ins ,blickfeld stellen4 ,diese ,tabelle zeigt schematisch die vier ,mglichkeiten knstlerischer ,gestaltung4 ,zweierlei wre dabei zum ,schlusse noch zu bemerken4 ,vorerst1 da es zwar so scheinen mag1 als wre alles ,bisherige rein im theoretischen ,gedanken-,experiment gefunden und festgestellt2 da dem aber keineswegs so ist4 ,denn diese graue ,theorie8 fingiert eine ,produktivitt81 die sie niemals besitzt4 ,keineswegs aus reiner berlegung8 knnen derartige ,ergebnisse gefunden werden4 ,es ist nur eine ,verfahrungsweise moderner wissenschaftlicher ,darstellungen1 da sie in ihrem ,aufbau den ,vorgang1 der zu ihren ,behauptungen gefhrt hat1 umzukehren pflegen4 ,aller ,erkenntnis ,mutter ist die ,erfahrung4 ,aus hunderten oder tausenden von ,einzelerfahrungen lst man dann die ,gemeinsamkeiten aus1 und gelangt damit1 immer mehr verallgemeinernd1 schlielich zu definitorischen8 ,stzen4 ,hat man derart auf induktivem ,wege diese ,allgemeinheiten einmal gefunden1 so kehrt man in der wissenschaftlichen ,darstellung gemeiniglich den ,bau um3 man stellt sich so1 als htte man die ,begriffspyramide nicht von der ,basis zur ,spitze aufgebaut2 sondern man setzt an die ,spitze der ,errterungen die allgemeinsten ,stze als ,voraussetzungen8 oder ,definitionen8 oder ,axiome81 um dann -- also nur scheinbar auf deduktivem8 ,wege -- die ,einzel-,ergebnisse aus ihnen abzuleiten84 ,und diese ,ableitung kann sich um so zwingender8 geben1 als ja1 bei vorher richtig vorgenommener ,induktion aus den ,einzelerfahrungen1 selbstverstndlich alle abgeleiteten8 ,einzelflle in den allgemeinen ,stzen von vornherein implizite bereits enthalten sein mssen4 ,doch man verfhrt bei der zusammengefaten ,darstellung deshalb in dieser ,weise1 weil damit ein ,system als reiner ,begriffs-,bau8 an ,klarheit und bersichtlichkeit gewinnt4 ,gleichwohl aber gibt erst die stndig wiederholte ,probe8 an den ,erfahrungen einem ,system seine wissenschaftliche ,berechtigung4 ,sollte sich herausstellen1 da auch nur ,eine der zugehrigen ,erfahrungstatsachen den systematisierten ,behauptungen nicht beizuordnen ist1 oder ihnen gar widerspricht1 so hat die ganze ,theorie81 und sei sie noch so klar und schn8 aufgebaut1 ihre ,berechtigung durchaus verloren4 ,denn nur jene ,theorie ist ja richtig8 oder wahr81 die smtlichen ,gegebenheiten eines ,erfahrungsgebietes ihr ,begriffsystem eindeutig und geschlossen zuordnet4 ,so mu und mag also erst die ,nachprfung an mglichst zahlreichen und aus mglichst verschiedenen ,gebieten und ,perioden geholten ,kunstwerks-,erlebnissen erweisen1 ob die dargelegten theoretischen ,errterungen sachlich-inneren wissenschaftlichen ,wert besitzen4 99 99 99 99 99 ,wir wollen nun im ,folgenden versuchen1 die in den vorstehenden kurzen ,ausfhrungen nur summarisch gegebenen theoretischen ,ableitungen durch die ,analyse von ,bild-,beispielen zu sttzen4 ,diese ,beispiele werden nicht historisch1 sondern durchaus nur psychologisch erlutert4 ,das heit1 es soll nicht die ,geschichte8 der ,werke erzhlt werden1 sondern die in den ,bildwerken gegebenen ,formungen werden auf jene seelische ,verhaltungsweise des ,knstlers zurckbezogen1 aus der heraus sie seinerzeit entstanden sind4 ,die ,errterungen des ,textes sind deshalb von hier ab durchaus an ,hand1 vielmehr an ,sicht8 der ,beispiele zu lesen4 ,jedes ,wort1 das im ,texte gebracht wird1 mu im ,bilde erlebt werden knnen4 ,denn die ,worte sollen ausschlielich jene ,gefhle nennen und bezeichnen1 die in den ,bildformungen gebracht sind4 -- ,die ,beispiele sind dabei gleichfalls vllig un-historisch1 nur nach psychologischen ,gesichtspunkten ausgewhlt und geordnet4 ,und sie sind gerade deshalb aus mglichst vielen verschiedenen ,stilperioden geholt1 um die ber-historische1 die allgemein-seelische ,geltung der vier mglichen ,arten des ,kunstschaffens3 des ,naturalismus1 der naturalistischen ,permutation1 des ,idealismus und des ,expressionismus mglichst allgemein zu erweisen4 ,,ii4 ,,beispiele4 ,a4 ,,naturn,,he4 ,naturalismus4 ,wir empfehlen dem ,leser1 sich fr die vorerst folgende ,gruppe von ,bildbeispielen1 fr die naturalistischen8 ,kunstwerke1 seinen naiven ,realismus8 nicht nehmen zu lassen4 ,wir wissen1 da es heute noch nicht wieder allgemein als angngig gilt1 sei es das wirkliche ,vorhandensein8 der ,objekte8 dieser ,welt zu behaupten1 sei es schon gar1 deren naturalistische ,kopie8 fr ein ,kunstwerk8 zu erklren4 ,doch wir stehen gegenber den zwei wesentlichen ,einwrfen1 die diesen beiden ,behauptungen stets gemacht werden1 auf dem ,standpunkte1 da erstens jene ,lehre1 die alle ,dinge und ,vorgnge dieser ,welt fr bloe ,vorstellungen8 von uns erklrt1 entweder tautologisch-berflssig oder metaphysisch-unbeweisbar1 in beiden ,fllen aber jedenfalls durchaus und vllig entbehrlich ist2 und wir sind zweitens der ,meinung1 da der andere ,einwurf1 der das rein naturalistische8 ,kunstwerk negiert1 indem er sein ,wesentliches in jenen individuellen ,klein-,vernderungen sehen will1 die die persnliche ,handschrift8 des ,knstlers ausmachen1 am ,kerne des ,problems1 nmlich an der ,frage nach dem ,wesen der seelischen ,einstellung des ,knstlers1 vllig vorbeigeht4 ,man erprobe also vorerst an ,hand der ,beispiele1 ob die im ersten ,teile gegebene ,theorie8 -- die erst nach vielfachen ,erlebnissen von ,kunstwerken1 also a posteriori8 aufgestellt worden ist -- nicht nur ein in sich widerspruchsloses ,system darstellt1 sondern auch die einzelnen ,begriffskomplexe den ,tatsachen der ,kunsterfahrung eindeutig zuordnet4 ,da das ,system geschlossen8 ist1 also in sich keinen ,widerspruch aufweist1 zeigten die ,ausfhrungen des theoretischen ,teiles1 sowie die an seinem ,schlusse gebrachte ,tabelle8 der mglichen ,kunstformen2 ob es dann aber auch den ,tatsachen des ,kunstgebietes gengend und eindeutig angepat ist1 kann nur die ,nachprfung an ,hand einer greren ,anzahl von ,beispielen erweisen4 -- ,sidenote3 ,abb4 #a4 ,die vier ,handzeichnungen ,albrecht ,drers geben in raschen ,strichen die ,gestalten von vier ,tieren4 ,man wird vielleicht sagen wollen1 da das ,knstlerische8 dieser vier ,skizzen darin beruhe1 da ,drer hier das ,wesentliche8 gebracht1 und das ,unwesentliche8 weggelassen habe4 ,diese weltlufige ,behauptung ist in mehrfacher ,beziehung nicht aufrecht zu halten1 das heit3 den ,tatsachen der ,erfahrung nicht gengend angepat4 ,denn einerseits werden wir gleich in der ,folge naturalistische ,beispiele kennen lernen1 in denen derselbe ,drer bis auf das kleinste noch sichtbar-erfahrbare ,element ins ,detail geht3 also auch alles ,unwesentliche8 bringt1 und dennoch ein ,kunstwerk schafft2 und andererseits ist der ,begriff des ,wesentlichen8 deshalb in diesem allgemeinen ,sinne unbrauchbar1 weil auch er nichts ,absolutes8 ist1 sondern sich1 in durchaus relativer ,weise1 in seinem ,bedeutungs-,inhalt stets danach richtet1 von welchem ,standpunkte aus und mit welchen ,zielen man eine ,sache betrachtet4 ,fr einen ,tiger ist bei der ,ziege8 etwas ganz anderes wesentlich81 als fr das ,ziegenlamm oder fr eine ,fliege2 fr den ,viehzchter etwas anderes als fr den ,wollhndler2 fr den ,plastiker etwas anderes als fr den ,dichter oder den ,philosophen2 fr den ,maler etwas anderes1 je nachdem er sich fr die ,farbe oder fr die ,form1 fr den ,kontur oder fr die ,valeur interessiert1 oder je nachdem1 in welcher weiteren ,stilphase und in welchem engeren ,charakterkomplexe er eben zufllig steht4 ,lassen wir also alle diese ,pseudo-,probleme beiseite und fragen die ,gestaltungen einfach danach3 ob es uns mglich ist1 sie auf eine seelische ,verhaltungsweise zurckzubeziehen1 aus der heraus sie mit ,wahrscheinlichkeit entstanden sind4 ,denn der wirkliche ,vorgang ist doch offenbar folgender4 ,der ,knstler sieht ein ,objekt und kommt auf ,grund dieses ,erlebnisses in eine bestimmte seelische ,verhaltungsweise4 ,aus dieser ,bewutseinslage heraus gestaltet er ein ,kunstwerk4 -- ,der ,aufnehmende sieht dann dieses ,kunstwerk4 ,er kann den ,knstler1 der nicht neben seinem ,werke bleibt1 nicht direkt fragen3 aus welcher ,bewutseinslage hast du dies ,bild erstellt8 -- ,doch er kann etwas anderes tun3 er kann das ,werk selbst erleben1 und sich durch das mglichst restlose ,aufnehmen seiner ,gegebenheiten in jene ,bewutseinslage tragen lassen1 die der ueren ,bildformung innerseelisch entspricht4 ,da sich nun die ,menschen des gleichen ,kulturkreises und nicht zu weit auseinanderliegender ,zeitperioden im ,wesentlichen ihrer seelischen ,reaktionen gleichen3 wird sich im ,bewutsein des ,erlebenden auf ,grund der ,kunstwerk-,gegebenheiten eine ,gefhls-,verfassung herstellen1 die jener in ziemlich weitem ,ausmae hnlich ist1 ja ihr bei einiger bung bis zu einem sehr hohen ,grade entspricht1 aus der heraus der ,knstler sein ,werk gestaltet hat4 ,hat sich nun diese ,gefhlslage im ,bewutsein des ,erlebenden eingestellt1 so hat er das ,werk verstanden84 ,es wird sich also in allen folgenden ,analysen ausschlielich darum handeln3 vorerst durch ,erleben des ,bildkomplexes dessen farblichen1 lichtlichen und inhaltlich-formalen ,gegebenheiten gefhls-vermittelnd in sich wirksam zu machen1 also durch ihre ,rckbeziehung auf die ,seelenlage des ,knstlers eben diese ,bewutseinsverfassung des ,kunstwerk-,gestalters in sich herzustellen2 um dann zu versuchen1 diese ,seelenlage mit entsprechenden ,worten analysierend zu beschreiben4 ,da zeigt es sich nun1 da ,drers ,interesse bei diesen vier ,tierfiguren auf ihren wirklichen8 ,stellungs- und ,bewegungs-,habitus eingestellt war4 ,beim ,lwen1 den er nicht so gut kannte81 bei dem ihm also reichere ,beobachtungen des ,wirklichen fehlten1 gelang es ihm keineswegs1 dieses ihm ,wesentliche8 einer ,lwen-,haltung und des ,lwen-,schrittes zu geben4 ,beim ,hund trifft er die ,haltung schon besser2 am besten aber den spitzen ,tritt der ,ziege und das platte ,liegen des ,frosches4 ,kein naiver und noch sthetisch unverdorbener8 ,beschauer wird in diesen ,zeichnungen etwas anderes als ,studien des wirklich-,lebendigen8 erleben knnen4 ,sidenote3 ,abb4 #b4 ,sidenote3 ,abb4 #c4 ,der ,tendenz nach gleich1 doch weitaus intensiver in der ,annherung an die ,natur stellen der ,hirschkfer8 und der ,feldhase8 das gleiche ,problem84 ,wir wrden die ,behauptung wagen1 da kein ,mensch1 und wre er der erfahrenste ,kunst-,historiker1 im ,wesentlichen dieser beiden ,natur-,studien die individuelle ,seele8 gerade ,drers erkennen knnte1 wenn er nicht bereits wte1 da die ,zeichnungen von ,drer sind4 ,nicht da man nicht in ,details1 im graphologischen ,duktus kleinster ,linien und ,kurven die ,handschrift8 ,drers nachzuweisen vermchte4 ,doch eben nur in minder wesentlichen ,details4 ,denn die ,grund-,einstellung des ,bewutseins1 die ,tendenz des ,schaffens ist so klar und eindeutig auf die ,wieder-,gabe eines eben jetzt objektiv8 ,gesehenen gerichtet1 da eben mit dieser ,einstellung fast alles in den ,darstellungen ,natur-,kopie wird1 und fast kein ,raum mehr fr persnliche ,vernderung8 dieses objektiv-,gesehenen brig bleibt4 ,man mu dabei auch noch bedenken1 da auch die ,natur8 nicht fr alle ,menschen die gleiche ist2 sondern da jeder ,mensch in kleinen ,abweichungen seine besondere8 ,natur sieht oder hrt4 ,definieren wir aber die ,wirklichkeit8 als ,das1 was der ,einzelne bei immer wiederholter ,erfahrung1 also im ,sehbereich bei immer wiederholter ,betrachtung auch immer wieder erfhrt und vorfindet3 so kann doch wirklich kein ,zweifel sein1 da dieser ,hirschkfer und dieser ,feldhase fr ,drer im ,wesentlichen des ,schaffensprozesses reine ,wiederholungen8 des ,objektes1 reine ,natur-,kopien waren4 ,sidenote3 ,abb4 #b4 ,drer hat dabei einen auerordentlich scharfen ,blick fr die ,objekte und eine unerhrte ,sicherheit1 dieses ,gesehene1 zuweilen bis zur fast vlligen ,vor-,tuschung des ,dreidimensionalen1 in der ,zeichnung auch wiederzugeben4 ,wie dieser ,hirschkfer seine ,beine setzt1 wie er das letzte ,fuglied leise tappend und tastend an den ,boden legt1 wie die lichten ,schatten zusammenlaufen2 wie dann das ,gefhl des leise ,komischen lebendig wird1 das diese ,kferbildung dadurch hat1 da sie1 mit ungeheuren ,greifzangen bewehrt1 dennoch so gnzlich wehrlos ist3 all das ist aus unmittelbarem ,wirklichkeits-,erleben unmittelbar in die ,zeichnung bertragen4 ,sidenote3 ,abb4 #c4 ,noch drastischer1 noch unmittelbarer1 noch wirklicher8 ist diese packende physiologische ,lebendigkeit beim ,feldhasen erreicht4 ,was an drollig-purzeligem1 krperlich-weichlebendigem ,sein in einem solchen jungen ,tiere drin ist1 was das durch die breit aufliegenden ,hinterbeine getragene1 sprungbereite ,hocken1 das weichwollige ,fell1 die ,schnuppernase mit den langen ,haarborsten1 die komisch langen ,ohrlffel an ,gefhlsvermittlung8 in der ,wirklichkeit1 beim lebendigen ,urbild1 brachten1 das ist diesem ,abbilde im ,wesentlichen als ,gefhlsbegleitung geblieben2 und zwar dadurch1 da die ,gefhls-,trger81 die ,farben1 ,lichter und ,formen mglichst so wiedergegeben sind1 wie sie sich bei der ,beobachtung der ,natur boten4 ,bei diesem ,bilde sich an ,drer81 und nicht am ,hasen8 freuen zu wollen1 wre wirklich vllige ,verzerrung jedes gesunden1 unmittelbar lebendigen ,gefhls-,erlebens4 ,was nun einem ,hasen recht ist1 mu auch einem ,menschen billig bleiben4 ,leibl hat die ,identitt von ,form und ,inhalt im naturalistischen ,bereiche wie selten ,einer erfhlt und in seine ,bilder gebracht4 ,er hat die restlose ,einstellung auf das ,objekt mit innigster ,hingabe gepflegt und damit ,gestaltungen geschaffen1 die allen ,saft und alle ,flle1 das berauschend ,intensive1 die ,dichtigkeit der ,struktur bis ins ,molekulare hinein1 das unmittelbar ,pulsierende reinster ,lebendigkeit bewahren4 ,so wird er ein ,meister und ein ,muster fr jene ,einstellung1 die so malen will1 wie ,alle es sehen82 die das ,auge in immer wiederholter ,dauerbetrachtung zum ,objekt wendet1 um auch nicht im ,kleinsten ,anderes zu geben1 als dieses vor-zeigt4 ,er wollte1 wie er selbst sagte1 nicht schn sehen1 sondern gut sehen81 er wollte die ,natur1 nicht seine ,natur8 geben4 ,sidenote3 ,abb4 #d4 ,so ist es etwa bei den ,drei ,buerinnen in der ,kirche84 ,drei ,jahre lang1 von #ahfh bis #ahgj1 tglich mehrere ,stunden1 und immer vor den ,modellen1 und immer in der ,kirche1 hat ,leibl an diesem ,bilde gesessen4 ,alles ist von ,einer ,ecke des ,bildes bis zur anderen durchgemalt81 in ,tausenden von ,fixations-,akten sind die ,gegebenheiten der ,stellungen1 der ,gesten1 der ,kpfe -- zufllig8-einmalige ,formung der ,gesichter in charakteristischer ,eigenart1 ob schn81 ob hlich8 -- des kostmlichen ,prunkes1 des stofflichen ,materiales ins ,bild bertragen4 ,bis in das letzte1 kleinste ,schrzenfltchen1 in jedes ,karo oder jeden ,streifen des ,stoffes1 bis in den letzten ,stich der ,stickerei des ,brusttuches geht ,leiblsche ,verliebtheit der ,augen4 ,von den ,figuren bis in das ,schnitzwerk der ,bank fliet jener ,blutstrom1 jene naturalistische ,richtigkeit8 durch das ,gemlde1 da die ,hand das ,auge ersetzen mchte1 um materiell-schmiegsam und rumlich-umfassend ,gesicht und ,hnde1 ,stoff und ,holz ab-zustreichen1 nach-zutasten1 sinnlich-wirklich zu umgreifen4 ,geht man dann vom ,kleinsten wieder zurck ins ,groe1 so findet und erlebt man drei ,menschen in so unmittelbarer ,lebendigkeit1 da es wirklich ist1 als se man ihnen leibhaftig gegenber4 ,die ,haltungen und ,gesten sind individuell unterschieden1 bis in die ,nasenflgel und die ,fingerfalten einmalig differenziert2 und dabei im ,ganzen so sehr ,natur1 da sich die ,begleitgefhle dieser ,darstellung fast berhaupt nicht mehr von den ,begleitgefhlen unterscheiden1 die wir von den lebenden ,modellen her aus unserem wirklichen8 ,erleben kennen4 ,sidenote3 ,abb4 #e4 ,leibls ,dorfpolitiker8 bringen fnf ,bauern1 in die ,ecke einer ,stube zusammengehockt2 ber einem ,blatt politisierend4 ,man merkt die ,fnfzahl der ,modelle1 die sich ,leibl zusammengeholt hat4 ,doch fr ,leibl1 den ungeistigsten1 aber naturnahesten aller ,maler1 ist ein ,modell8 nicht ein posierender ,ersatz8 fr die ,natur82 sondern ,natur und jedes ,stck oder ,stckchen von ihr sind ihm dasselbe4 ,er hatte die krftigsten und gleichsam beschrnktesten ,augen der ,nah-,sicht4 ,viel klger als der ,dmmste dieser ,bauern war er selbst nicht4 ,aber die ,zhigkeit seines buerischen ,wesens hat er auf das ,malen-an-sich geworfen1 fr das er begabt war1 wie ,holbein4 ,von der linken oberen bis zur rechten unteren ,bildecke holt er ,stck nach ,stck1 ,millimeter neben ,millimeter vom ,drauen in die ,bildtafel hinein1 ob ,gesicht oder ,schmutzrand an der ,stiefelsohle gilt ihm gleich4 ,das in naturalistischer ,komik in die ,verkrzung fliehende ,profil des linken ,flgelmannes1 das verdrckte ,gesicht des ,mittleren1 der verernstet-stupide ,ausdruck des ,nchsten1 das naive ,horcherprofil des ,rechten1 ,hnde1 ,fingerglieder1 ,zipfelmtzen1 ,stoff und ,leinen1 ,strumpfwolle und ,knpfe3 in immer wiederholtem ,dauerschauen und ,dauergenieen erlebt er die ,lebendigkeit jeglicher ,materie nach ,farbe und ,form1 mit dem ,pinsel das ,objekt so lange verfolgend und umschmeichelnd1 bis er die leibhaftige ,natur8 gefangen hlt4 ,ein naturalistisches ,kunstwerk ist dann gut1 ist dann schn81 wenn es die blutvoll-saftige ,lebendigkeit der ,natur mglichst nahe erreicht4 ,die ,natur ist unser uerster ,mastab der ,dichtigkeit8 und ,flle jeglicher ,materie und jeglicher sachlichen ,konstellation4 ,erreicht ein ,werk diese ,flle bis zu solcher ,nhe1 da es uns1 wie die ,natur1 den ,eindruck gibt1 das ,gefhl vermittelt81 als strme der ,saft des ,lebens so dicht durch seine ,bahnen1 da eine ,verletzung seiner materiellen ,struktur es zum ,bluten8 bringt3 dann erweckt es jenen ,rausch des ,wirklichen1 jenes unmittelbare ,lebendig-,sein1 das hchstes ,ziel aller ,naturalisten war4 ,und das in der geradezu fanatischen ,natur-,abschilderung ,leibls ein prachtvolles ,beispiel jener seelischen ,einstellung des ,von ,auen nach ,innen8 gibt1 die das ,schaffen aller naturalistischen ,zeiten ihrer ,tendenz nach unleugbar beherrscht hat4 ,sidenote3 ,abb4 #f4 ,dieses intensive1 und dabei sozusagen vllig kritiklose8 ,versenken in alle ,materie1 ohne jede wertende ,auswahl1 was immer sie auch sei1 schafft auch die seltene ,mglichkeit1 ,leibls ,bilder bis ins ,einzelnste durchsehen zu knnen1 ohne da sich die ,verbindungen zum ,ganzen lsen4 ,eben wie in der ,natur1 wo auch ein ,stck ,materie an sich ebenso etwas ,fertiges8 bedeutet1 wie der ganze ,komplex4 ,wenn ,leibl ein ,bild einmal durch stndige extreme ,nah-,sicht im ,grobau1 etwa in der ,gesamt-,perspektive verhauen8 hatte1 so nahm er sein ,messer und schnitt das ,ganze in ,teile4 ,die ,wildschtzen81 an denen er vier ,jahre lang1 von #ahhb bis #ahhf1 gesessen hatte1 und die bei intensivstem ,klein-,bau im ,gesamten rumlich milungen waren1 zerschnitt er so zu einzelnen ,fragmenten84 ,doch wie ein aus einem ,stamm geschnittenes ,scheit ,holz in sich ein ,ganzes bleibt1 mag es auch blutende ,wundflchen haben1 so bleiben diese ,stcke ,leiblscher ,bilder trotz ihrer brutalen ,schnittrnder lebende ,teile eines ,organismus4 ,denn die ,dichtigkeit der ,struktur1 die ,leibl dem ,ganzen ohne ,eine offene ,stelle gab1 mte die ,teilung -- wie in der ,natur -- gleichsam bis zum ,molekularen hin durchfhren1 um bloe ,bruchstcke und ,bausteine zu ergeben4 ,so wird auch hier die ,miederstudie8 ein ganzes ,bild81 ein volles ,kunstwerk81 das der eigenhndigen ,signierung wohl wert scheint4 ,man gehe auch hier diese wahre ,augen-,weide bis in das ,kleinste formaler und materialer ,struktur nach4 ,man krieche wie ein ,marienkfer ber eine ,blte oder wie eine ,ameise durch dichtes ,moos in alle ,ecken und ,furchen dieser ,bildung1 schmecke8 den ,material-,charakter der verschiedenen ,stoffe1 taste das ,gebilde wie mit ,fhlhrnern8 gleichsam als ,wirklichkeit8 ab3 und man wird abermals -- zwar kein geistiges1 aber das strkste und widerstandsfhigste materielle8 ,band erleben1 das diese ,gestaltungen zusammenhlt4 -- ,wer aber nun glauben wollte1 da objektiver ,naturalismus8 auf die ,wieder-,gabe derart rein materieller1 im ,wesen ihres ,charakters un-geistiger ,objekte und ,vorgnge beschrnkt sei1 der wrde ein weites ,fruchtfeld naturalistischer ,kunstbung leichthin bersehen4 ,denn es gibt auch einen ,naturalismus1 der sich nicht nur die materielle ,leiblichkeit zum ,ziele whlt1 sondern der die objektive ,wirklichkeit auch eines seelischen ,verhaltens kennt4 ,diese ,tatsache drfte durch folgende berlegung klar werden4 ,wir haben bereits einige ,male feststellen knnen1 da der ,bild-,inhalt im ,bereiche des ,naturalismus durch einen einmalig-bestimmten1 objektiv-ueren ,anla gegeben ist1 auf den sich das ,bewutsein des ,knstlers richtet und an den es sich gebunden hlt4 ,dieser uere ,anla kann nun aber zweifacher ,natur sein3 er kann entweder auf ,objekte der toten ,natur8 beschrnkt bleiben2 oder er kann ,lebendiges1 im besonderen den lebendigen ,menschen mit als ,objekt umfassen4 ,handelt es sich ausschlielich um ,objekte der toten ,natur81 so wird die ,einstellung des ,malers rein auf das ,abschildern dieser ,sachinhalte1 auf die ,wieder-,gabe der ,farben1 der ,lichter1 der ,strukturtnungen des ,materiales1 sowie der formalen ,gegebenheiten gerichtet sein4 ,das naturhaft ,gegebene wird damit in diesem ,falle1 bei unbelebtem81 also nicht mit willkrlicher ,eigenbewegung begabtem ,vorwurf1 vollauf erschpft4 ,es bleibt hier fr den ,naturalisten kein ,rest81 der in ,wirklichkeit dem ,sichtbaren noch hinzukme84 -- ,die ,landschaft und das ,stilleben sind hier die vllig entsprechenden ,objekte4 ,nun ist es allerdings weiterhin auch mglich -- wie dies eben ,leibl im ,wesentlichen tat -- auch alles ,lebendige81 also das mit willkrlicher ,eigenbewegung ,begabte1 auf seine tote uere ,hlle8 hin anzusehen3 indem der ,maler an den ,bewegungen als ,ausdrucks-,trgern eines lebendigen ,bewutseins8 vorbeigeht und seine ,aufmerksamkeit ausschlielich jenem ,natur-,teil des ,gegebenen zuwendet1 der in seiner ,form erhalten bliebe1 auch wenn der betreffende ,komplex nicht-lebendig wre4 ,tut man dies1 so vermag man den ,kreis der ,landschaft und des ,stillebens unter ,festhaltung der frheren ,einstellung auch zu berschreiten und in stetigstem bergange zu ,portrt und ,genre1 ja zur seelisch mehr minder toten8 ,darstellung selbst politisierender8 oder religiser8 oder geschichtlicher8 ,themen zu kommen4 ,wir wollen aber hier von allen diesen ,zwischenstufen absehen und uns dem ,gegen-,vorwurf der ,landschaft und des ,stillebens direkt zuwenden4 ,dieser zweite ,bezirk naturalistischer ,darstellungs-,mglichkeiten ist nun damit gegeben1 da der uere ,anla81 an den sich naturnahes ,schaffen gebunden hlt1 nicht ausschlielich der toten ,natur8 entstammen mu2 sondern da er auch den lebendigen ,menschen mit ,betonung seiner seelischen ,wirklichkeit mit umfassen kann4 ,und nun bedenke man1 welche ,weitung und ,vertiefung die naturalistische ,einstellung erfhrt1 wenn sie sich nicht blo an die uere ,hlle8 des ,unlebendigen -- und des ,lebendigen -- bindet1 sondern auch das seelische ,leben des ,modelles mit in den ,kreis der ,einwirkungen zieht4 ,denn um diese seelischen ,wahrwirklichkeiten des ,modelles1 nicht um die eigenpersnlichen des ,knstlers1 handelt es sich hier einzig und allein4 ,vom naturalistischen ,knstler wird in diesem ,bezirke erfordert1 nicht nur den objektiv-ueren1 sondern auch den objektiv-inneren1 den seelischen ,wirklichkeiten8 des lebendigen ,menschen als ,modelles reaktiv offen zu stehen2 also selbst so tief und so reich zu werden1 wie die innere ,natur des ,lebendigen ist3 an dieser seelisch lebendigen ,natur4 ,und er erreicht dies dadurch1 da er das ,modell nicht nur als totes8 ,objekt1 als ,trger von ,farben1 ,lichtern1 ,formen und einer ueren ,haut und ,leibeshlle sieht1 sondern auch als selbst lebendiges ,subjekt erfat4 ,als einen krperlichen und seelischen ,komplex1 der an den ,sachinhalten des ,lebens seinerseits gefhlsmige ,erschtterungen erfhrt1 die dann in ihm wirken2 und die1 wenn man ihn zum ,modell8 nimmt1 innerhalb seines1 des ,modell-,bewutseins1 in gleicher ,weise objektiv-vorhandene seelische ,wirklichkeiten8 sind1 wie alle sein ueres bestimmenden ,gegebenheiten der ,farbe1 des ,lichtes1 des ,materials und der ,formen auch4 ,diese seelischen ,zustnde8 des ,modelles sind aber nun vorerst im ueren nicht sichtbar1 solange dieses ein in sich unbewegtes ueres bleibt4 ,sowie man aber als naturalistischer ,maler8 nicht nur auf das ,unbewegliche8 des ,modelles achtet1 sondern auch auf die auf der ,bewegbarkeit seiner einzelnen ,krperteile beruhende ,mglichkeit1 auch sein direkt unsichtbares ,innerseelisches zu zeigen3 sowie man also die ,bewegungen der einzelnen ,krperteile1 des ,rumpfes1 der ,arme und ,beine1 des ,kopfes1 der ,hnde1 die ,verschiebungen der ,augen1 des ,mundes1 der ,stirne als zeigende ,faktoren erkennt1 als ,gesten81 die das unmittelbar-,unsichtbare des seelischen ,verhaltens mittelbar-sichtbar werden lassen2 sowie man dann diese naturhaft gegebenen ,gefhls-,zeiger wirklich innerlich reaktiv erlebt1 also so tief und so reich empfindet1 wie das wirkliche ,leben diese ,menschen selbst vertieft und erschttert hat3 dann bleibt man zwar ,naturalist81 aber man wird aus einem ,schilderer der ,oberflchen ein ,schilderer innerer ,schicksale4 -- ,geht man nun mit diesem ,gesichtspunkt etwa zu ,rembrandt1 so zeigen die ,bilder1 die er nach der ,mitte seiner dreiiger ,jahre gemalt hat1 die prachtvollsten ,beispiele fr diesen ,naturalismus objektiver seelischer ,wirklichkeiten4 ,sidenote3 ,abb4 #g4 ,die ,frau des ,tobias hatte1 hinter den erblindeten ,augen ihres ,mannes1 eine kleine ,ziege gestohlen und sie in einem ,verschlage des ,zimmers vor der ,ehrlichkeit des ,gatten versteckt4 ,nun1 wo sie das ,tier heimlich ins ,freie fhren wollte1 verriet es sich und sie durch sein ,struben und ,meckern4 ,und als sie mit einer kleinen ,lge das ,geschehene verdecken will1 da bedeutet ihr ihr ,mann1 der sie ja kannte1 ,schweigen1 und da er wohl wisse1 was geschehen sei4 ,eine kleine1 dumme ,geschichte aus dem alten ,mrchenbuche4 ,so alltglich1 da sie jederzeit und jede ,stunde in dieser ,welt1 die ihre ,gesetze jahrtausendelang dem ,besitzenden zum ,schutze1 doch nicht zur ,hilfe fr den ,armen gemacht hat1 geschehen konnte und geschehen ist4 ,wenn hier nun jemand einwrfe1 da schon mit der ,wahl des ,themas1 aus der ,geschichte des alten ,testamentes1 ,rembrandt den ,umkreis des ,naturalistischen verlassen htte1 so wrde er einen ,einwand erheben1 der nicht stichhaltig ist4 ,denn wenn ,rembrandt das ,bild auch die ,frau des ,tobias mit der ,ziege8 nennt3 er hat diesen ,tobias und seine ,frau wirklich gesehen84 ,denn er hat im ,laufe seines naturalistischen ,lebens und ,schaffens ,hunderte von wirklichen ,menschen in ,hunderten von ,situationen erlebt und beobachtet2 und er malt dann eine derartige alte ,geschichte so1 wie sie jederzeit neben ihm1 im ,holland des siebzehnten ,jahrhunderts1 um das ,jahr #afde1 an dem ,tage1 an dem er das ,bild malte1 sich htte abspielen knnen4 ,er setzt die beiden alten ,leute in ein kleines hollndisches ,zimmer4 ,das ,licht streicht durchs offene ,fenster herein1 in warmer ,flle und ,dichtigkeit4 ,es fliet ber alle greren und kleinen naturalistischen ,gegebenheiten der ,einrichtung und der ,gerte4 ,rembrandt setzt die kleine ,ziege ins ,licht1 wie sie sich sperrt gegen die fhrende ,hand2 er zeigt die ,frau in dem rgerlich-,sorgenvollen ihrer ,beugung2 er lt ,licht und ,farbe um den ,tobias flieen1 hellt ihn vorne etwas auf1 wrmt ihm dunkler den ,rcken4 ,und nun mu es sich weisen4 ,wie dieser ,tobias auf das ,erkennen des ,diebstahls reagiert1 wie seine reine ,ehrlichkeit sich mit der ,altersweisheit und der ,gte seines ,wesens paart3 darin wird sich zeigen mssen1 wie tief ,rembrandt selbst in die ,natur des ,menschen hineingesehen hat4 ,und er hat tief gesehen4 ,nicht etwa zornig und nicht unbeherrscht1 sondern im ,innersten verstehend1 hebt dieser alte ,mann den halben rechten ,arm1 und neigt den ,kopf ganz wenig nur zur ,hand4 ,sonst nichts4 ,doch wie in dieser leisesten ,bewegung1 als naturalistischer ,ausdrucks-,geste innerseelischer ,wirklichkeit1 das tiefste innere ,verstndnis deutlich wird und mit-gemalt ist1 wie sich der ,vorwurf ber das ,getane mit der ,weigerung paart1 noch ,lgen-,worte zu dieser unguten ,tat mit in den ,kauf zu nehmen1 wie dieser kleine ,gesten-,komplex ganz deutlich sagt3 ich wei es doch1 was du getan1 rede nicht drber weg3 das ist der ,kern4 ,nicht nur1 was tot8 am ,menschen ist1 auch was als lebendige ,regung in ihm lebt2 und dies wieder nicht als die ,regung eines beliebigen ,durchschnittsmenschen erlebt1 sondern als die eines ,besonderen1 ,auserwhlten83 das malt hier ,rembrandt1 der ,naturalist der ,seele4 -- ,dies war eine kleine1 dumme ,geschichte4 ,doch ,rembrandt hat auch ,greres gesehen und gemalt4 ,das ,grte1 was die ,geschichte naturalistischer ,seelenmalerei kennt4 ,wenn ,er nicht wre1 man htte es wirklich schwer1 zu erweisen1 da ,naturalismus nicht geringere ,tiefen des ,menschlichen zu geben vermag1 als ,idealismus oder ,expressionismus4 ,sidenote3 ,abb4 #h4 ,jakob segnet seine ,enkel ,ephraim und ,manasse4 ,wiederum ist es ein alt-testamentarisches ,thema2 doch wiederum ist es im allgemein-menschlichen ,sinne so gemalt1 wie es jederzeit und jeden ,orts geschehen knnte4 ,doch nicht jedes ,maler-,auge knnte es so sehen2 denn nicht jedes ,menschen-,herz knnte es so empfinden4 ,ein rein menschlich ,auserwhlter hat hier zufllig auch malen knnen4 ,drei ,seelenarten gilt es hier zu bringen1 zu erleben4 ,den alten ,mann1 halb schon erstorben1 mhselig nur und kaum noch hier zuhause2 das ,elternpaar1 geteilt in ihren ,seelen1 zwischen dem ,vater dort1 den ,shnen hier2 die ,kinder dann1 im ,kerne ohne inneres ,verstndnis dessen1 was sie eigentlich an dieses ,bett gerufen hat4 ,sidenote3 ,abb4 #i4 ,der ,alte lehnt1 herum-gedreht1 halb in den ,polstern1 halb an der angedrngt helfenden ,schulter des ,sohnes4 ,mit seinen ,augen sieht er drber fort ins ,leere1 verloren in der ,stimmung des ,gesichtes1 recht ausgehhlt vom langen ,leben4 ,den ,arm1 der kaum mehr folgen kann1 fhrt er zur ,segengeste ber den ,kopf des lteren ,knaben4 ,diese beiden ,knaben dann1 ohne jede flschende ,sentimentalitt1 in ihrer ,seelen-,wirklichkeit gesehen1 geben sich als die ,kinder1 die sie sind4 ,fr sie ist es etwas ,festlich-,besonderes1 da sie hereingerufen wurden1 und wo der ,jngere noch verspielt sich in die weiche ,decke drngt1 da ist der ltere gefat und fhlt sich als ,den1 mit dem jetzt ,feierliches vorgenommen wird4 ,doch wo das bis zur ,stumpfheit fast ,verreifte des ,alten und das noch nicht zu ,reicherem ,erblhte der ,kinder kein seelisches ,problem besonderer ,tiefe stellen konnten1 da weist sich ,rembrandts ,tiefe in der ,seelenmalerei der beiden ,eltern4 ,denn diese sind in innerlichem ,zwiespalt da4 ,die ,freude an den ,kindern1 an dem1 was diese an ,frohheit fr die ,gegenwart1 an vollerem ,versprechen fr die ,zukunft dem ,elternpaar bedeuten mssen1 mischt sich hier mit dem ,leiden und der ,trauer1 die das ,sterben des ,vaters weckt4 ,die ,mutter ist dabei weit nher ihren ,kindern als dem ,sterbenden4 ,ihr ,auge folgt der ,segengeste1 den ,mund umspielt trotz allem ein leise glcklich ,lcheln1 und ihre ,neigung mit dem ,kopfe gilt weit mehr dem ,sinne1 zum ,werdenden ihr ,ja zu sagen1 als zum ,vergehenden zu weinen4 ,den ,hhegrad des ,fhlens1 die tiefste ,stelle alles seelisch ,wirklichen im ,bilde bringt dann der ,vater4 ,wie er1 nun wirklich zwei-geteilt in seiner ,seele1 den ,kopf mit leiser ,neigung und das ,gesicht mit leiser ,drehung zum ,sterbenden hin wendet2 wie ,wrme des lehnenden ,sttzens in der ,schulter deutlich wird2 wie innigstes ,gefhl des ,mit-,erlebens den ,blick leicht seitlich auf die ,hand des ,vaters richtet1 und zugleich1 vom ,innersten des ,herzens her-geleitet1 die ,linke mit zrtlich-weich gespreizten ,fingern unter das mde1 fast schon todes-taube ,handgelenk des ,vaters fhrt1 um es in ,mildheit1 helfend1 sttzend zu leisem1 stumpfem ,streichen ber den ,scheitel des ,kindes weg-zu-leiten2 und wie doch schlielich um den ,mund ein traumhaft-halbgeteiltes1 zwar leise auch traurig-wehmtiges1 jedoch im ,kerne dennoch glckhaft zu den ,kindern ,hingewendetes der ,bewegung lebt3 das ist so innigster ,belebung1 so wirklichster1 natur-gegebenster ,beseelung voll1 da in der tiefen1 satten ,pracht der ,farben und in dem wrmend-leuchtenden des ,lichtes1 in dem lebendig-hllenden der ,schatten1 in dem flieend-kosenden des ,pinselstriches wohl alles ,ambiente1 alles was um den ,kern herum in ,rembrandts ,augen strahlen mochte1 gebracht sein mag2 doch das ,wesentliche seiner ,seele1 das ,herz des ,bildes lebt in jenen ,gesten1 die ,rembrandt in der ,natur als ,zeiger tiefer ,innerlichkeit gesehen hat1 weil er selbst ein ,tiefer1 selbst ein ,seltener in seinen eigenen inneren ,antworten auf sein ueres ,schicksal war4 -- ,und noch ein ,beispiel2 und abermals eine ,geschichte aus dem alten ,testament4 ,doch abermals so gemalt1 da nichts ,historisches81 sondern blo reine1 tiefe1 seltene ,menschlichkeit das ,bild gestaltet hat4 ,sidenote3 ,abb4 #aj4 ,david vor ,saul4 ,saul war in ,wahnsinn gefallen1 und jeder1 der ihm nahte1 war bedroht4 ,da sandte man den jungen ,david zu ihm1 damit er mit seinem ,harfenspiel das ,wten des ,besessenen beschwichtige4 ,als junger ,judenknabe steht ,david in der rechten ,ecke des ,bildes1 spielt seine ,weise und sieht1 verngstet halb1 halb seine ,augen auf das ,spiel gerichtet1 vom ,knig fort4 ,dieser sitzt da1 in groer ,figur1 die ,lanze an der ,hand1 mit der er jeden warf1 der sonst ihm nahte2 auch hier bereit1 aus seinem ,wahn heraus zu rasen4 ,doch wie die ,tne zu den ,ohren klingen1 da finden sie den ,weg zur ,seele1 hellen die ,umdsterung der ,wut und stillen alles ,rasen4 ,der ,griff des ,arms wird locker1 und stumpf geknickt lehnen ,gelenk und ,hand am ,schaft der ,lanze4 ,der ,krper sinkt in sich zusammen und gibt sich der ,entspannung hin4 ,und ,ton auf ,ton1 heilsame ,arzenei1 singt seinen ,weg zum ,herzen4 ,da lsen sich verkrampfte ,spannungen der ,seele immer mehr1 und aus den schauend weit gespannten ,lidern rinnen die ,trnen4 ,und horchend1 hrend1 trumend vor sich sehend1 den vollen ,blick der ,augen in die ,luft gerichtet1 greift die ,linke nach dem nchsten1 was sie findet1 und fhrt den ,vorhang1 der da hing1 die ,trnen wischend1 ber das ,gesicht4 ,so mit dem ,wenigsten der ,geste1 so breit und schlicht1 so ganz vom ,innersten des ,schmerzes aus4 ,nur wem als reifem1 innerlichem ,menschen ,schmerzlsendes jemalen nahe trat1 nur wer in ,wirklichkeit des ,lebens die tiefe ,quelle alt-geweinter ,trnen je erfahren hat1 die von den ,trnen kleiner ,kinder oder junger ,menschen so ,lebens-weit entfernt sind3 nur ,der kann hier dem ,wege ,rembrandts auch wirklich nahe sein4 ,denn so wie die ,natur1 in ihren seltensten und tiefsten ,bezirken1 das ,ma des naturalistischen ,knstlers ist3 so ist sie gleicherzeit auch das ,ma dessen1 der derartige naturalistische ,bilder nach-erleben1 sich innerlich zu eigen machen will4 -- ,noch ein ,rembrandt aus seinen reifen ,jahren gebe das letzte ,beispiel dieses ersten1 des naturalistischen ,bezirkes4 ,rembrandt hat im ,jahre #afej1 also in der ,mitte seiner vierziger ,jahre1 das ,bild gemalt1 in dem der alte ,tobias und seine ,frau auf die ,rckkehr ihres ,sohnes warten1 der dem erblindeten ,vater ein ,heilmittel bringen soll1 das diesem sein ,augenlicht zurckgibt4 ,in durchaus objektiv-naturalistischer ,einstellung ist das ,bild gemalt4 ,sidenote3 ,abb4 #aa4 ,rembrandt malt den ,tobias in seiner ,stube1 so wie er dort sa1 so wie er heute noch dort sitzen knnte4 ,das ,zimmer ist ein brgerlich-hollndischer ,raum1 das ,licht fllt durch das hohe ,fenster in die weich fllende ,luft1 die ,frau sitzt am ,rocken und spinnt4 ,sie spinnt mit den ,zweckgesten ihrer ,arbeit1 und das wrmende ,licht mag noch so weich und hllend fluten1 es whlt seinen ,weg und sein ,verweilen nicht anders1 als es die ,sonne an so manchem stillen ,tage tut4 ,so sehen die ,bume durch das ,fenster1 so liegt das ,tuch darunter auf dem ,tisch1 so hngt das ,vogelbauer oben1 so bauscht sich das ,gewand der ,spinnerin im ,sitzen2 und so verschwimmen in den ,ecken und an den ,wnden im halben ,dunkel allerlei ,gerte1 die auch das wirklich blickende ,auge nicht ins fixierte ,schauen zu nehmen brauchte4 ,der kleine ,wasserkessel steht auf dem ,dreifu in der ,flamme des ,kamins1 an den der alte ,tobias seinen ,polsterstuhl gerckt hat1 um seines ,sohnes ,rckkehr zu erharren4 ,er tut's4 ,er tut's in jener ,weise1 in der auch jeder andere alte ,mann1 in der auch heute noch ein ,greis1 in der wir ,alle1 wenn wir lter wren1 des ,schicksals harren knnten4 ,des rein wahrwirklichen1 nicht eines ,mrchenschicksals4 ,des rein ,wahrwirklichen irgendeiner ,nachricht oder ,botschaft1 auf deren ,kommen oder deren ,inhalt uns keinerlei ,einwirkung mglich ist4 ,in passiv ruhender ,bereitschaft4 ,und hier nun setzt die ,seelenmalerei des ,naturalisten ,rembrandt ein4 ,denn wie der ,menschen gar so viele sind1 und jeder eine andere ,seele hat1 wird jeder anders warten2 da gibt es ,mdchen1 wie bei ,courbet1 die im animalisch-,satten ihres ,leibes warten2 da gibt es ,knige1 wie bei ,menzel1 die im ichschtig ,betonten ihres ,herrentumes warten2 da gibt es ,bauern1 wie bei ,leibl1 die im breiten ,starren ihrer ,stumpfheit warten3 und da gibt es wohl auch hin und wieder einen alten1 weisen ,mann -- wie ,rembrandt einer war --1 der in der ,stille innerer ,resignation1 mit leiser ,hoffnung trber ,gegenwart1 im ,voraus schon verzeihend1 wenn fehlgeschlagenes ,mhen seinen ,sohn mit bitter leeren ,hnden wiederbringen sollte1 des ,sohnes wartet4 ,er legt die ,hnde vorn im ,scho zusammen1 und neigt den ,kopf4 ,sonst nichts4 ,doch dieses ,neigen1 leicht vornhin gebeugt1 dies stille1 kaum bewegte ,senken an die ,brust und etwas1 ganz ein wenig nur1 zur linken ,schulter1 dies ,in-,sich-,nehmen allen harrenden ,gefhles1 es fast verbergen und kaum sichtbar machen2 gerade dies so ,wenige der ,ausdrucksgeste fhrt sie zurck aufs innerste ,gefhl4 ,auf die ,wahrwirklichkeiten innersten ,gefhles4 -- ,wer auch ,rembrandt immer nur und immer wieder blo als den ,maler der ,haut der ,welt81 des ,lichtes und der ,farben nimmt und wertet1 der geht an seines ,wesens ,innerstem vorbei3 an dem unerhrt ,ergreifenden der schlichten ,ausdrucksgesten des gewhnlichen8 seelischen ,lebens1 die er malt4 ,jener bei ihm -- seitdem er1 reif und bewut geworden1 also etwa von seinem fnfunddreiigsten ,lebensjahre an1 sich nicht mehr selbst zu barocker ,grobewegung aufzwang -- bis zum uersten intimisierten ,gesten leisester ,beweglichkeit1 die mit einer ,reife sondersgleichen und mit einer ,weisheit1 die nur der mit-liebendste und mit-leidendste ,bruder seiner ,brder erreichen kann1 die strksten seelischen ,erschtterungen und ,erhebungen1 ,verzweiflungen und ,trstungen in das ,minimalste uerer ,bewegung fassen4 ,diese dann1 zum ,ursprungsort zurck-gelesen1 auf das sie zeugende ,gefhl zurck-gedeutet3 fhren eben auf jenes naturalistisch gemalte wirkliche ,bewutsein8 eines zu tiefst ergriffenen ,menschen4 99 99 99 99 99 ,zum ,schlusse dieses ,kapitels mag angesichts der ,wichtigkeit dieser ,feststellungen nochmals kurz zusammengefat werden1 was die ,beispiele naturalistischer ,malerei8 bei richtiger ,anpassung der ,gedanken an die ,tatsachen fr die ,theorie des ,naturalismus ergeben haben4 ,wir haben vorerst an den gebrachten ,bildern ,drers und ,leibls konstatieren knnen1 da es eine ,einstellung des knstlerischen ,bewutseins gibt1 die sich bemht1 die tatschlichen ,so-,gegebenheiten der ,natur mglichst genau so nach-zu-bilden1 wie sie bei immer wieder wiederholter ,betrachtung wahrgenommen werden4 ,so unweigerlich uns diese ,tatsache auch aus den gebrachten ,bildbeispielen hervorzugehen scheint1 so sei dennoch der wesentliche und wohl einzige ernst zu nehmende ,einwand1 der gegen diese ,behauptung erhoben zu werden pflegt1 kurz erwhnt und besprochen4 ,man pflegt zu behaupten1 da dasjenige1 was auch die in blichem ,sinne naturalistisch8 genannten ,bildungen erst zu wahren ,kunstwerken8 mache1 keineswegs ihre bereinstimmung mit dem ,natur-,vorbilde sei2 sondern gerade im ,gegenteile in jenen unvermeidbaren persnlichen ,abweichungen8 vom ,naturvorbilde liege1 in denen1 und seien sie noch so gering1 sich die persnliche ,natur-,auffassung8 des ,bildners verrate4 ,diese ,behauptung nun1 die das ,wesentliche dieser ,gestaltungen im klein-,persnlichen des ,pinselstriches8 sehen will -- die also etwa das ,wesen oder den ,wert ,leibls in die kleinviereckigen ,partikelchen seiner individuellen ,malweise verlegt1 eben in die ,art1 wie er mit dem ,pinsel die ,farbe auf die ,leinwand auftrug oder aufdrckte -- diese ,behauptung trifft zwar etwas ins ,seelische1 doch weit auerhalb des ,kernes der knstlerischen ,konzeption4 ,sie trifft blo gerade noch den ,hof81 die ,fransen8 des schaffenden ,bewutseins1 wie die ,psychologie die ,rand-,gegebenheiten dieser ,art nennt4 ,es ist1 wie wenn man zehn ,menschen gleicherweise konstatieren liee1 da von zwei vor ihnen liegenden ,stben der eine doppelt so lang ist1 als der andere2 sie hierauf diese ,tatsache mit denselben ,worten niederschreiben hiee3 um dann aus diesen gleichen ,worten nicht die ,gleichheit der ,beobachtungen zu entnehmen1 sondern aus den graphologischen8 ,unterschieden der ,buchstaben1 aus der klein-individuell abweichenden ,fhrung der die ,buchstaben bildenden ,linien und ,zge eine ,verschiedenheit der beobachtenden seelischen ,grundstellung der ,versuchspersonen zu konstruieren4 ,derartige verstiegene ,gewaltsamkeiten mssen aus exakten ,analysen ausgeschaltet bleiben4 ,und es mu also in gleicher ,weise festgehalten werden1 da das ,wesentliche der objektiv-naturalistischen ,einstellung1 der ,tendenz des ,schaffens1 dadurch nicht berhrt wird1 da nicht nur die ,bilder verschiedener naturalistischer ,perioden uerlich verschieden aussehen1 sondern da auch die ,bilder1 die zehn gleichzeitig lebende naturalistisch orientierte ,knstler vor demselben ,modell gleichzeitig malten1 alle untereinander persnliche ,differenzen aufweisen wrden4 ,die ,diskussion ber das ,wesentliche mu an diesen ,klein-,unterschieden vorbeigehen2 so sehr es dann auch jedem knstlerisch ,interessierten unbenommen bleibt1 sich auch am graphologischen ,duktus8 des ,striches oder der ,pinselfhrung feinste ,entzckungen und individuelle ,tnungen des allgemeinen ,erlebnisses zu holen4 -- ,beziehen sich diese ,feststellungen vorerst auf die objektiv-naturalistische ,wieder-,gabe des unmittelbar-uerlich ,sichtbaren1 so gelten sie andererseits in gleicher ,weise auch fr die naturalistische ,seelenmalerei84 ,auch hier lehrten uns unsere ,beispiele1 da es sich im ,wesentlichen der ,konzeption um die ,einstellung auf ein wirklich-,gegebenes1 und der ,tendenz nach um dessen ,ab-,gestaltung handelt4 ,denn wenn eine so und tatschlich vorhandene uere ,gegebenheit1 wie etwa die ,blindheit eines alten ,mannes1 mit der tatschlich vorhandenen ,begebenheit verknpft erscheint1 da ihm ein ,heilmittel fr seine ,augen gebracht werden soll3 so ist die an diesen ueren ,komplex angeschlossene und auf sie hin erfolgende seelische ,gesamthaltung dessen1 der dieses ,schicksal erfhrt1 in nicht geringerem ,grade etwas naturalistisch ,wirkliches81 als die verursachenden ueren ,anlsse auch4 ,es ist eben die ,wirklichkeit der inneren ,natur des ,menschen1 die der ,wirklichkeit der sie erzeugenden ueren ,natur der ,dinge und ,vorgnge als seelisches ,korrelat durchaus entspricht4 ,von der seelischen ,veranlagung dessen nun1 der dieses ,schicksal erleidet1 von der seelischen ,veranlagung des ,modelles also1 nicht des ,malers1 wird es abhngen1 wie das ,bewutsein auf sein ,schicksal reagiert3 ob es in ,stumpfheit und bldem ,bleiben verweilt2 ob es in tierhafter ,raserei das ,unzwingbare zwingen will2 ob es in kindhaftem ,spielen die ,zeit vertrdelt2 oder ob es schlielich in stiller ,resignation und sordinierter ,hoffnung eine ,tiefe der ,seele verrt1 die unter den ,menschen selten ist4 ,da nun wieder alle derartigen ,verhaltungsweisen mglich und wirklich sind1 da man in der wirklichen ,natur8 auch des seelischen ,lebens jener ,menschen1 die dem naturalistischen ,seelen-,maler als ,modelle dienen1 alle erdenkbaren ,stufen von frivoler ,oberflchlichkeit bis zu innigster ,tiefe findet3 wird sich1 letzten ,endes1 die seelische ,qualitt des naturalistischen ,knstlers darin offenbaren1 welche ,beispiele er wirklich auch sieht4 ,so reich und so tief ,welt und ihre seelischen ,wirklichkeiten sind3 so reich und so tief kann der naturalistische ,knstler sein4 ,er mu nur die ,reaktionsfhigkeit1 die rein menschliche ,bewutseins-,weite fr die ,flle auch aller innerseelischen ,wirklichkeiten besitzen4 ,sein ,ich ist nicht das ,ma der ,welt81 wie beim naturfernen ,knstler2 sondern die ,welt ist das ,ma1 an dem er gemessen wird4 ,so bleibt denn ebenso das gewhnlichst-banale1 wie das seltenste ,bewutsein eines ,menschen1 der ,modell einer ,darstellung wird1 sofern es in seiner ,art ein lebensfhiges1 an einen bestimmten und einmaligen ueren ,anla geknpftes und ohne jede ,vernderung lebensmgliches ,bewutsein ist3 objektive ,wirklichkeit4 ,es gehrt als innere ,natur8 in gleicher ,weise zu diesem ,wirklichen1 wie die uere ,natur84 ,und ist es vorerst und an sich auch unerkennbar1 so wird es eben nach seiner ,art und ,qualitt in ,gesten1 in tausendfach verschiedenen1 aber immer doch wirklichen und lebendigen ,gesten aus unsichtbarer innerer ,natur8 zu sichtbarer uerer ,natur82 als die es dann auch erkennbar und darstellbar ist4 ,da aber weiterhin innerhalb dieser ,erkennbarkeit etwa zwischen dem innerlichst stupiden ,glotzen der lebenslang-erstaunten ,bauern bei ,leibl1 und dem innerlichst-liebevollen1 hoffend resignierten ,sinnen des alten ,tobias bei ,rembrandt wohl in der ,art des ,gefhles1 nicht aber in seiner seelischen ,zugehrigkeit1 in seiner psychischen ,qualitt8 ein ,unterschied besteht3 deshalb sind eben so ,leibl wie ,rembrandt beide ,naturalisten84 -- ,es sei denn1 man wrde tatschlich und ernsthaft -- meist jedoch nur1 um den ,naturalismus schlecht zu machen8 -- alles ,seelische aus ihm ausgeschaltet wissen wollen1 indem man das an einen spezifisch-einmaligen ueren ,anla geknpfte menschliche ,bewutsein zu einem ,unwirklichen8 erklrte2 womit die innerste ,natur an sich8 zur ,nicht-,natur8 geworden wre -- was wiederum nicht absurder klnge1 als so manche andere ,behauptung der weltlufigen sthetik auch4 ,b4 ,,naturferne4 ,ist der ,bezirk der ,naturnhe durch die naturalistischen -- oder realistischen -- knstlerischen ,gestaltungen durchaus erschpft1 so teilt sich1 wie wir gesehen haben1 der naturferne ,bezirk in drei wesentlich unterscheidbare ,teilgebiete3 in das der naturalistischen ,permutation1 in das des ,idealismus und in das des ,expressionismus4 #a4 ,naturalistische ,permutation4 ,naturalistisch permutiert nannten wir jene knstlerischen ,gebilde1 die zwar in ihren ,einzelheiten die naturhafte ,formung wahren2 aber in der ,zusammenstellung dieser ,teilkomplexe zu ,ganzgebilden1 sei es der einzelnen ,figuren1 sei es des ,zusammenhanges der ,handlung1 von den erfahrbaren ,naturgegebenheiten abweichen4 ,sidenote3 ,abb4 #ab4 ,bereits das erste ,bild mag uns dabei ein ,beispiel dafr sein1 da die theoretisch in exakter ,weise voneinander trennbaren knstlerischen ,gestaltungsweisen in der ,praxis der ,kunstbung mit vielfachen ,zwischenstufen ineinander bergehen4 ,so zeigt das ,gefilde der ,seligen8 von ,arnold ,bcklin1 besonders in der weiblichen ,hauptfigur und in den ,hintergrunds-,darstellungen der lagernden und der reigenschlingenden ,frauen1 deutlich idealisierende ,tendenzen4 ,doch abermals mssen wir darauf hinweisen1 da es sich bei der ,aufstellung eines theoretischen ,begriffs-,systemes immer nur um die ,festlegung der ,prinzipien handeln kann1 zwischen deren ausgesprochensten ,typen dann dem wirklichen ,dasein das weiteste ,feld freier ,variation gewahrt bleibt4 ,dabei darf man aber nicht etwa glauben1 da damit das ,aufstellen von ,systemen oder ,theorien eine berflssige ,mhe wird4 ,sondern es ist hier1 im bewutseinswissenschaftlichen ,bereiche1 blo ebenso1 wie in jedem anderen1 etwa auch im naturwissenschaftlichen ,bezirk4 ,auch in diesem gelten ja die ,gesetze8 in exakter ,weise nur fr die rein begrifflichen ,konstruktionen der wirklichen ,ablufe1 niemals fr diese selbst2 denn auch hier stimmt8 kein ,gesetz mehr1 sowie man in die ,flle der naturgegebenen ,verwicklungen eintritt4 ,so aber1 wie es etwa im ,bereiche des ,optischen zum ,zwecke einer orientierenden ,ordnung wohl ,sinn und ,wert hat1 zu sagen1 da das ,sonnenspektrum aus den ,farben ,rot1 ,gelb1 ,grn1 ,blau und ,violett bestehe81 trotzdem diesen ,farben als reinen8 ,farben der geringste ,bezirk des ,spektrums gewahrt ist1 whrend die bergangs- und ,zwischenfarben einen weitaus breiteren ,raum bestreichen2 ebenso hat es innerhalb des bewutseinswissenschaftlichen ,bezirkes ,sinn und ,wert1 theoretische ,grenzscheiden aufzurichten1 ber die hinweg dann die lebendige ,wirklichkeit die ,flle ihrer ,variationen und ,kombinationen strmen lt4 ,so wird man bei unvoreingenommener ,beobachtung feststellen knnen1 da innerhalb des ,bcklinschen ,bildes die ,mehrzahl aller gebrachten ,gestaltungen im ,einzelnen ihres ,aufbaues durchaus naturnahe ,formung zeigen2 da jedoch der ,zusammenbau1 sei es der einzelnen ,figuren1 sei es der gesamten ,zustnde und ,vorgnge1 durchaus natur-unmgliche1 naturferne ,konstellationen bringen4 ,da ist vorerst die ,hauptfigur des ,kentauren4 ,sie bleibt in ihren beiden ,haupt-,teilen durchaus naturnahe4 ,sowohl der pralle1 stahlhaft-straffe ,pferdeleib1 wie auch der ,menschen-,oberkrper sind in sich durchaus natur-entsprechende ,teilstcke von wirklichen ,erfahrungen4 ,erst ihre ,zusammensetzung fhrt sie aus dem ,bezirk des ,natur-,mglichen hinaus4 ,gerade durch diese ,zusammenstellung aber wird dann ein spezifisches ,phantasie-,gefhl erregt1 das man im wirklichen ,dasein nicht zu erleben imstande wre4 ,diese ,einstellung mu nun auf das ,erleben des ganzen ,bildes geweitet werden4 ,nicht nur der ,kentaur1 nicht nur die beiden ,figuren der ,nymphen rechts1 die deutlich noch den ,ansatz von ,fisch-,leibern an ,stelle menschlicher ,beine zeigen3 sondern die gesamte ,bildvorstellung1 das ,aneinanderfgen und ,zusammenbringen derartiger ,fabel-,wesen mit natur-entsprechenden ,menschen-,figuren1 mit ,schwnen1 einem ,see1 naturalistisch gemalten ,felsen und ,bumen1 ,bschen und ,wiesenhngen3 all das bringt eine ,stimmung zustande1 die sich typisch sowohl von allem ,naturalistischen1 wie auch von allem ,idealistischen oder ,expressionistischen unterscheidet4 ,das durch derartige ,gestaltungen vermittelte ,gefhl trgt dabei einen deutlich phantastischen8 ,charakter4 ,dabei sieht ,bcklin die ,natur gnzlich un-sentimental1 zumeist in schrfster ,strackheit und ,geschliffenheit4 ,so sind hier die ,farben von stahlhafter ,gltte1 der ,wasserspiegel wie poliertes ,metall1 die ,formen -- der ,schwanenhlse etwa oder der ,bume des ,hintergrundes oder des ,uferrandes -- von gestrafftester ,spannung und ,fhrung4 ,fast luftlos1 bis in die ,ferne klar bestimmt umrissen1 vermitteln seine ,bilder auf diese ,art hufig das hallend-,harte1 das arkadisch in dnne1 reine ,atmosphre erhhte ,gefhl phantastisch-herber ,trume4 ,sidenote3 ,abb4 #ac4 ,bcklins ,triton und ,nereide8 gebe das zweite ,beispiel4 ,wiederum ist es nicht nur die ,zusammenfgung der ,tritonen-,figur aus ,menschen-,oberkrper und ,seetier-,leib2 sondern wiederum ist es die eigentmliche ,einstellung ,bcklins dem gesamten ,werke gegenber4 ,bcklin lehrte1 da der ,maler niemals unmittelbar vor und nach der ,natur malen solle1 sondern aus dem ,kopfe8 malen msse4 ,doch wenn man bedenkt1 da er sich stundenlang vor diese ,natur1 etwa an den ,strand des ,meeres1 setzte1 stundenlang das ,spiel der ,wellen1 ihr ,zerrinnen auf dem ,strande1 ihr ,schumen ber ,klippen schauend erfate1 auswendig lernte81 um erst dann im ,atelier aus dem ,kopfe8 zu malen3 so erkennt man1 da zwischen diesem ,verhalten und dem des ,naturalisten1 der das ,gesehene unmittelbar1 andauernd prfend und vergleichend1 auf die ,bildtafel bertrgt1 im ,wesentlichen der seelischen ,einstellung nicht der geringste ,unterschied besteht4 ,das ,verfahren ,bcklins ist schwieriger und wird oft zu grndlicherem ,erfassen der ,naturgegebenheiten fhren knnen2 aber es bleibt im ,wesen1 den einzelnen ,teilkomplexen gegenber1 ein objektiv-naturalistisches ,verhalten4 ,doch indem ,bcklin so verfuhr1 erleichterte er sich wieder die spezifische ,art seines ,gesamt-,gestaltens4 ,denn da er ja die ,ganz-,form seiner ,bilder nicht in naturalistischer ,art schuf1 htte ihn ein ,malen direkt vor der ,natur immer wieder in der ,konzeption des ,gesamten aufs empfindlichste stren mssen4 ,so aber konnte er die ,permutation und ,kombination der erlernten8 ,natur-,teile1 das freie ,um-,ordnen und ,zusammen-,stellen der einzelnen ,komplexe vllig frei schaffend im ,atelier vornehmen und so trotz des naturalistischen ,einzel-,materials seine vllig naturfern-phantasiemigen ,gesamtgebilde um vieles leichter und ungehemmter konzipieren4 ,und es ist der gleiche seelische ,grund1 der nahezu alle jene ,knstler1 die die ,schaffensart der naturalistischen ,permutation pflegten1 dazu gefhrt hat1 im ,atelier und aus dem ,kopfe8 zu malen4 ,die ,analyse der ,bcklinschen ,bilder wird also in erster ,linie die ,phantasie-,leistung betonen mssen4 ,und diese ,phantasie-,leistung wieder liegt vor allem im rein ,inhaltlichen der ,konzeption4 ,mit einer seltenen ,eindringlichkeit wird bei ,bcklin die ,wichtigkeit des ,sachinhaltes klar4 ,hier an dem1 in zeitlicher ,beschrnkung richtigen1 aber im ,allgemeinen seiner blichen ,verwendung falschen ,wort von der ausschlielichen ,wichtigkeit des ,wie8 eines ,bildwerkes und von der vlligen ,gleichgltigkeit des ,was81 des ,sachinhaltes der ,darstellung1 festhalten zu wollen1 wre beschrnkter ,fanatismus2 und nicht jene auf das ,erleben des historisch ,daseienden gegrndete ,relativitt aller ,anschauungen1 die wei1 da die ,sachen vor den ,worten da sind und da waren1 und da nichts unfruchtbarer wird1 als diese ,worte und ,schlagworte fr unumstlich ,bindendes zu nehmen1 nach dem sich ,werdendes zu richten htte4 ,der ,sachinhalt des ,bcklinschen ,bildes aber ist eine groe ,symbolgestaltung der mchtigen ,stimmung des weithin gebreiteten ,meeres4 ,menschliche und halbmenschliche ,symbolfiguren werden ,trger jenes un-mebaren und1 trotz aller ,kleinbewegung1 im ,ganzen so unerhrt dauernd wirkenden ,erlebnisses4 ,inmitten der ,meeresflche lagern auf einer ,felsenklippe ,triton und ,nereide4 ,die ,nereide3 breiteste vitale ,lebensflle1 unmittelbare ,freude am ,dasein und ,leben1 weich angeschmiegt an den ,stein2 ein ,wesen1 dessen ,krper nichts als die ,verdichtung der vier ,grund-,elemente von ,sonne1 ,wasser1 ,luft und ,erde scheint1 die in ihm das satteste ,dasein gewonnen haben4 ,sie gibt im uerlich-,formalen ihrer horizontalen ,bahn1 wie im innerlich ruhend-,sonnenden ihrer seelischen ,gelstheit den ,kontrast zur bewegteren ,schiefe des in ,haltung und ,seelenstimmung fast schmerzvoll aufgedrngten ,tritonen4 ,in ,gegenbewegung1 sie von links nach rechts1 er von rechts nach links gewendet1 verklammert sich das ,gefhl in der ,mitte des ,bildes zu breitem ,schlusse4 ,und wie sie spielend ihm eine ,handvoll ,wasser ins ,gesicht werfen will1 um ihn aus seiner ,hingegebenheit zu wecken1 wird jede ,spur von ,sentimentalitt1 auch nur vom ,fernsten her1 vermieden4 ,als wahrhaft innerliche ,personifikation1 kein uerliches1 sondern innerseelisches ,symbol fr diese grte ,weite aller ,einsamkeiten drngt sich dies ,halbwesen vom ,felsen auf1 biegt seinen ,leib1 dreht seinen ,kopf der fernsten ,dehnung des ,horizontes zu und schwimmt mit ,mund und ,augen in die ,ferne4 ,phantastik8 ist das ,wort1 das man fr derlei ,konzeptionen meist gebraucht4 ,und sein ,bedeutungsinhalt scheidet sich eben von reinen ,phantasiegebilden definitorisch dadurch ab1 da man mit diesem ,wort die ,gefhlsbegleitung jener ,schpfungen bezeichnet1 die mit den ,bausteinen des ,naturalistischen ,gebilde vllig naturferner ,art erstellen4 ,sidenote3 ,abb4 #ad4 ,so ist es auch bei der ,pest84 -- ,naturalistisch-permutierte ,gestaltungen begegnen erfahrungsgem beim ,publikum kaum irgendwelchen ,widerstnden oder ,schwierigkeiten des ,verstndnisses81 also des gefhlsmigen ,nach-,erlebens2 um so strker pflegen sie von den znftigen sthetikern angegriffen zu werden4 ,so hat diese znftige sthetik auch ,bcklin schweres ,unrecht angetan4 ,die ,kraft seiner ,visionen aber1 die restlose und fast niemals dienstbare8 ,symbolisierung allgemeiner ,themen und ,vorgnge fhrt die meisten seiner ,werke weit ber jenes ,niveau des literarischen ,geschichten-,malens8 hinaus1 auf das man ihn im ,zeitalter des ,impressionismus erniedrigen wollte4 ,so gibt auch hier wieder die ,strke der inhaltlichen ,erfindung und der formalen ,komposition dem ,bilde unmittelbare ,einschlagskraft4 ,durch die steil vertiefte1 schmale ,strae eines kleinen italienischen ,stdtchens rast die ,fabelfigur des ,pestdrachen4 ,was sie auf ihrem ,fluge mit den breiten ,fledermaus-,flgeln anweht1 wen der ,atem ihres schmalen ,schdels1 halb ,schlangenkopf1 halb ,vogelschnabel1 trifft1 der sinkt zu ,tode4 ,einmalig und un-abgebraucht in der ,erfindung und in der ,gestenfhrung1 herbe und ohne jede ,dienstbarkeit in der ,wendung des ,krpers1 in der ,haltung der ,arme und der ,beine sitzt die ,figur auf dem ,rcken des ,tieres1 beherrscht das ,zentrum der ,konzeption4 ,und berall wieder kann man erleben1 wie ,bcklin zum ,innersten seiner ,vision so gefunden hat1 da er naturalistische ,teil-,erfahrungen zu phantastisch-willkrlichen ,kombinationen zusammenfgte und erhhte4 ,sidenote3 ,abb4 #ae4 ,der ,tod auf den ,schienen8 von ,max ,klinger gebe ein ,beispiel1 wie derartige naturalistische ,permutationen zu naturferner ,phantastik des ,gesamt-,gebildes und des ,gesamt-,gefhles fhren knnen1 auch wenn smtliche einzelnen ,sachinhalte des ,bildes naturnahe bleiben4 ,dies tritt dann ein1 wenn die innere ,zusammenstellung81 die sachliche ,beziehung81 in die die ,inhalte gebracht werden1 der ,natur-,wirklichkeit nicht entspricht4 ,so ist hier in diesem ,blatte nicht nur keine ,stelle1 sondern auch keine ,figur oder ,ganz-,form zu finden1 die nicht durchaus naturalistisch empfunden und belassen wre4 ,indem aber in dem alten ,thema des ,totentanzes die moderne ,tatsache von ,eisenbahn-,unglcken1 der ,keim der ,konzeption1 so durchgebildet wird1 da sich der ,tod als naturalistisches1 gleichwohl aber lebendiges ,gerippe ber die naturalistischen ,geleise legt1 gerade an einer ,kurve der ,bahn1 die hart an einem ,gebirgsabsturze hinluft3 wird erreicht1 da sich abermals -- wie im kleineren ,gebilde des ,kentauren -- naturalistische ,teilstcke zu einem ,ganz-,erlebnis verbinden1 das durch seine ,un-,wirklichkeit bei und trotz allen ,detail-,wirklichkeiten den strksten ,grad der ,phantastik erhlt4 ,auch hier also ist es wieder der sachliche ,inhalt1 das ,was8 des ,bildes1 das in erster ,linie die ,eindruckskraft begrndet4 ,und auch hier wieder darf man an dieser sachlichen ,erfindung8 des ,knstlers nicht etwa vorbeigehen4 ,so wie ,farben und so wie allgemeine ,formen unmittelbar in einer rein gefhlsmigen knstlerischen ,konzeption geboren werden knnen1 so knnen auch sachliche ,inhalte unmittelbare ,trger einer rein knstlerischen ,stimmung werden4 ,es ist dabei nur zu bedenken1 da genau so im bildknstlerischen wie im literarischen ,bereiche ein gro empfundener sachlicher ,inhalt nur dann das ,werk zu einem groen ,kunstwerke werden lt1 wenn die ,form nach allen ihren ,elementen der ,gre des ,inhaltes gem ist2 wenn also das ,wie8 der literarischen oder bildknstlerischen ,bezwingung an ,intensitt dem ,sachinhalte entspricht4 ,und das scheint uns bei diesem ,blatte ,klingers der ,fall zu sein4 ,nicht nur ist die rein inhaltliche ,phantasie in der ,originalitt des ,zusammenfhrens von ,teil-,inhalten1 die bisher niemals noch verbunden worden waren1 von seltener ,fruchtbarkeit und ,strke2 sondern auch die rein formale ,ausgestaltung der naturalistischen ,teilstcke ist dicht und stark4 ,das lssig ,hingelagerte des ,todes1 sein so ruhendes ,warten in fast hhnender ,selbstverstndlichkeit1 im breiten ,liegen des ,oberkrpers und des hellen ,mantels und im locker gelsten der gekreuzten ,beine stehen in schlagendstem ,kontraste zu dem blank ,gegltteten des ,bahndammes und dem hell ,gestrafften1 ,eilenden der ,schienenfhrung4 ,kra treffen diese beiden ,gefhle im ,vordergrunde aufeinander2 voll und gesammelt in berragender ,ruhe und in der ,teilnahmlosigkeit zeitlos unvergnglicher ,natur bleiben die ,bergformen im ,mittel- und ,hintergrunde4 -- ,sidenote3 ,abb4 #af4 ,und nun sei als letztes ,bild dieser ,gruppe1 und als ,beispiel1 zu welcher ,flle und ,dichtigkeit sich diese ,schaffensart der naturalistischen ,permutation im ,phantasieleben des ,nordlnders zuweilen gesteigert hat1 der ,fall der ,engel8 gebracht1 den ,pieter ,brueghel -- in innerer ,abhngigkeit von hnlich starken phantastischen ,erfindungen des ,hieronymus ,bosch -- um die ,mitte des sechzehnten ,jahrhunderts gemalt hat4 ,in einer im ,einzelnen tatschlich unbersehbaren und unbeschreibbaren ,flle sind hier die ,kombinationen und ,permutationen naturalistischer ,teilerfahrungen zu einem ,hllenkessel von ,unholden vereinigt4 ,der ,krumme und der ,lahme1 der ,knopfgieer und der ,dovrealte1 ,fisch und ,krte1 ,mensch und ,sache1 ,schmetterling und ,fledermaus1 ,blasbalg und ,bltenblatt1 ,ritterhelm und ,krppelwesen1 ,rbenform und ,menschenarme3 in unbeschreiblichem1 nur unmittelbar erlebbarem ,chaos1 in immer wieder neue ,permutationen gebrendem ,rausch der ,phantasie werden ,hunderte naturalistischer ,teilbeobachtungen zu den unmglich-phantastischsten ,konglomeraten zusammengeschlossen1 ineinandergeschweit1 verbunden1 verflochten1 verzahnt1 verquetscht1 durcheinandergetrieben4 -- 99 99 99 99 99 ,so fhrt die naturalistische ,permutation zu ,gesamtgebilden1 die in den un-wirklichsten ,gebieten menschlicher ,phantasiettigkeit hausen2 und die dennoch von ihren naturalistischen ,klein-,bildungen aus eine phantastisch-unmittelbare ,lebendigkeit bewahren4 #b4 ,idealismus4 ,war das naturalistische ,kunstwerk dadurch definiert1 da es vom ,gesamten bis in das kleinste ,detail die ,gegebenheiten des ,naturvorbildes auf das ,genaueste nach-formte2 hatte die naturalistische ,permutation entweder die naturhaft bewahrten ,klein-,gebilde von ,teilstcken zu greren natur-unmglichen ,ganz-,gebilden zusammengesetzt1 oder auch naturalistische ,gro-,gebilde in natur-unwirkliche ,zusammenhnge sachlich-inhaltlicher ,beziehungen eingestellt2 so war idealistische ,gestaltung dadurch bestimmt1 da sie die ,individualmerkmale ausgleichend berbreitete und die ,gesamtform dem ,begriffsbilde annherte4 ,sidenote3 ,abb4 #ag4 ,die ,figur des ,idolino8 im ,museum in ,florenz gebe das erste ,beispiel4 ,nach ,stand- und ,spielbein klar geschieden1 ruht die ,last des ,krpers in freiem1 sicherem ,stehen auf den beiden ,sohlen der ,fe4 ,deutlich sind die beiden sttzenden ,sulen der ,oberschenkel vom ,rumpf getrennt1 deutlich sind die ,arme in den ,achseln1 den ,ellenbogen und den ,handgelenken geteilt und gelst1 deutlich hebt sich der ,hals vom ,rumpf1 der ,kopf vom ,hals4 berall hat eine ausgleichende ,hand die ,wlbungen ins ,geometrische gerundet1 die ,formen von allem ,klein-,individuellen gereinigt1 zum ,typus hingefhrt4 ,wo bei dem einen ,modell deutlicher1 bei dem anderen verwischter1 einmal diese1 einmal jene ,teilung oder ,kerbung zu finden war1 da hat hier idealistisch aufs ,allgemeine eingestellte ,gesinnung die wesentlichsten und wichtigsten ,teilungen unter dem ,gesichtspunkte herausgehoben und betont1 da ,klarheit1 ,deutlichkeit1 ,ma in allen ,dingen1 ,ordnung und abgestimmte ,harmonie das ,werk erbaue und beherrsche4 ,darum sind ,knchel und ,knie so ausdrcklich betont1 darum ist die in der ,natur meist nur angedeutete ,linie von ,hfte zur ,scham hinab und wiederum zur ,hfte hinauf in geschlossenem und geometrisch-beruhigtem ,flusse durchgezogen1 so da man den ,rumpf von seinen beiden ,beinen heben kann1 wie einen ,architrav von seinen tragenden ,sulen4 ,in wundervoll ausgeglichener ,rund-,modellierung sind ,bauch und ,brust geklrt1 in die greren1 typisch immer wiederkehrenden ,haupt-,teile geschieden4 ,so fhrt auch weiterhin klrende ,gesinnung1 die das ,allgemeinere1 allen einzelnen ,exemplaren wesentlich ,eigentmliche sucht1 des ,knstlers ,gefhl und ,hand bei ,hals und ,kopf1 bei ,haaren1 ,stirn und ,augen1 ,nase und ,mund4 ,in leichtem1 allgemeinem ,rhythmus hebt sich der rechte ,arm1 bricht sich leise in seinen hngenden ,gelenken der linke4 ,und dieser linke ,arm allein wrde gengen1 die ,gesinnung des ,ganzen zu zeigen4 ,wie er in runder ,flle1 lssig und doch gehalten1 in wundervollem ,allgemeinschwung seiner leisen ,bewegung sich klar in den ,gelenken hlt81 wie er1 bis in die letzte ,biegung seiner ,fingerspitzen1 das ,wirklichkeits-,entfernte1 zum ,greren und ,weiteren hin ,beruhigte seines ,gefhles weist3 das ist wohl klassische ,antike2 doch im ,wesen derartiger ,konzeption1 wie wir sehen werden1 allen idealistischen ,stilen von ihrer innerseelischen ,einstellung her zu eigen4 ,an diesem ,bildwerk mag man nun auch erkennen1 worin die ,gefahr alles ,idealismus und eben der ,fluch alles akademischen ,klassizismus ruht4 ,je nachdrcklicher und konsequenter man nmlich die ,individualmerkmale eines ,dinges unterschlgt und zum ,allgemeinen1 ,allen ,gemeinsamen hin ausgleicht1 desto strker nhert man sich dem reinen ,begriffsbilde1 das im ,grenzfalle am besten mit geometrisch konstruierten ,kurven zu umschreiben ist4 ,diese geometrischen ,gebilde aber haben dann1 von ihrem durch eine gesetzmige ,formel festgestellten ,ursprung her1 fast jede ,gefhlsbegleitung verloren4 ,wenn alle gebogenen ,formen des ,gebildes ,kreislinien1 alle ,wlbungen ,kugelflchen1 alle nicht-kurvigen ,grenzen gerade ,linien sind1 so wird die ,gefhlsbegleitung des ,gebildes als eines auf ,grund des ,erkennens8 wissenschaftlich ,konstruierten8 auf den geringsten ,grad sinken mssen2 und damit das ,werk desto mehr dem ,kunstbereiche verloren gehen1 je allgemeiner1 je typischer1 je idealistischer8 es ist4 ,dies haben die ,griechen wohl gefhlt4 ,sie stellten zwar jeweilig einen ,kanon8 auf1 der das gesetzlich81 also intellektuell ,gebundene jeder ,gestaltung von vornherein festlegen sollte4 ,doch einerseits wechselten sie ihre kanonischen ,systeme je nach der nderung1 die ihr ,gefhl im ,laufe der ,stilentwicklung erfuhr2 und andererseits banden sie sich auch in der ,zeit eines herrschenden ,kanons1 hier beim ,idolino etwa des polykletischen1 niemals strenge an die mathematisch errechneten ,bestimmungsstcke4 ,und gerade ,das ist ja das ,ausschlaggebende4 ,whrend ,drer durch die streng durchgefhrte geometrische ,konstruktion8 seiner ,figuren nur erreichte1 da diese gnzlich gefhls-verdet und leer erscheinen2 wichen die ,griechen bei allen ,bewegungen1 bei allen ,kurven- und ,flchenfhrungen1 wenn auch nur um ein ,kleines1 vom errechneten ,kanon ab und erreichten dadurch eben das in sich so leise ,bewegte des dauernd schwebenden ,gefhles4 ,sidenote3 ,abb4 #ah4 ,und auch dieser idealistische ,stil war nicht auf ein bestimmtes ,gestalten beschrnkt4 ,die ,figur der ,aurora1 der ,morgenrte8 von ,michelangelo zeigt bei allem ,gedrngteren1 massig ,beschwerteren ihrer ,bildung die gleiche idealistische ,gesinnung4 ,auch diese ,frauenfigur hier ist durch ,ausgleichung aller individuellen ,merkmale des ,modelles zum ,allgemeinen1 ,typischen erhht4 ,auch hier reit nicht ein einmalig-individuelles ,erleben den ,aufnehmenden in die persnlich bestimmte ,sphre des ,dargestellten2 sondern der weite ,bezirk einer ganz allgemeinen ,stimmung1 ein ,allgemeingefhl weitester ,tnung geht von dem ,werke aus4 ,viele ,einzelerlebnisse besonderer ,artung haben ihr ,gemeinsames in einen ,bezirk gesammelt1 der den ,morgen eines ,tages aufgehen lt1 wie den ,morgen vieler1 vieler ,tage1 die ,michelangelo durchlebt hat4 ,vom schwer ,gedrckten seiner ,seele1 vom lastend ,getrbten seines ,bewutseins her lst sich als ,symbolfigur der breite ,leib in schwerer1 voller ,schiebung seiner ,glieder vom ,fesselnden des ,schlafes los1 hebt sich in mchtiger ,gedrngtheit dem neuen ,tag entgegen4 ,klar zwar in allen ,teilungen1 klar im ,ansatz und in den ,biege-,gelenken seiner ,glieder1 klar auch in der ,fhrung der ,bewegungen2 doch dunkel berschattet in der ,seele und schwer umdstert im ,bewutsein3 zu jenem tragischen ,idealismus1 der ,michelangelos eigentlichste ,seelen-,heimat war4 -- ,sidenote3 ,abb4 #ai4 ,und so wie die ,einzelfigur1 so wird auch das ,handeln und ,geschehen dieser ,welt von idealistischer ,gesinnung ins ,allgemeine beruhigteren ,tuns phantasiemig erhht4 ,das ,grabmal der ,hegeso in ,athen gibt eines der wundervollsten ,beispiele des griechischen ,idealismus der lteren ,bltezeit4 ,vom ,ganzen her bereits so angefat1 da jede ,abweichung von der ,natur gestattet scheint1 die im ,sinne des ,gefhles getroffen worden ist4 ,so sind1 um die ,flche in ruhigem ,gesamtbau zu erstellen1 die natur-wirklichen ,proportionen nicht gewahrt4 ,die ,sitzende reicht mit dem ,kopf so hoch fast im ,relief1 wie die vor ihr ,stehende4 ,und dies deshalb1 damit das ,auge1 das seine ab-gewogenen ,wege sucht1 nicht durch ein allzu ,hartes1 im ,sinne idealistischen ,gefhles allzu ,herbes des ,absturzes von ,kopf zu ,kopf aus seiner ,gleite-,bahn gerissen werde4 ,so wie das ,bildwerk vor uns steht1 geht stilles ,schauen seinen ,weg vom rckgestellten ,fu der ,dienerin links unten1 das ,bein hinauf1 zu ,hfte1 ,brust und ,kopf2 neigt mit dem ,kopf nach vorne1 wird aufgenommen von dem ,kopf der ,frau1 der seine ,biegung der ,bahn des ,blickes breit entgegenhlt1 sinkt mit den ,falten ber ,brust und ,leib zum ,knie und schliet den ,weg ber den vorgestellten ,fu der ,frau1 der von dem hin-gebogenen der ,dienerin rund-angelehnt umfat wird4 ,und geht der ,blick noch einmal seine ,bahn1 so kann er in gleitendem ,schweben die ,guirlande nach-wiegen1 die sich durch das ,bildwerk vom ,kopf der ,dienerin ber deren rechten ,arm zum linken ,arm der ,frau und deren ,kopf wie ein breit und voll ,gehnge legt1 dem die erhobene rechte ,hand der ,frau1 die ein ,schmuckstck zur prfenden ,betrachtung aus dem ,kstchen nahm1 den ,schwerpunkt und die ,mittel-,ruhe gibt4 ,ganz wundervoll ist vom ,ganzen bis ins ,kleinste die ,ausgleichung alles einmalig-,individuellen zum ,allgemeinen weiter ,schwebung des ,gefhles durchgefhrt4 ,und hier auch wieder jener ,weisheit des ,gefhles voll1 die niemals in allzu feste ,regeln schnren wird1 was nur in lockerer ,bindung sein inneres ,leben behlt4 ,so weicht etwa die ganze ,komposition an der linken und an der rechten ,seite leicht ber den architektonischen ,rahmen hinaus1 bersplt mit leisen ,wellen das ,feste der ,gebundenheit4 ,und wie von hier aus bereits diese leise ,lsung in aller strengen ,bindung so herzbewegend sprbar wird1 so geht diese eigentmlich lockere ,strenge des ,gefhles in ,alles1 bis in die kleinste ,falte1 ein4 ,wie alle ,gelenke der beiden ,krper scheinbar so strenge in ihrer ,klarheit blo-gestellt und in ihrer ,funktion deutlich gemacht sind1 und wie dennoch in allen diesen ,gelenken eine leise ,lockerung1 ein ber-,fhren der ,bewegungen1 ein mildes ,modellieren deutlich wird2 wie sich in jeder ,falte ,klarheit des ,seins und ,bestimmtheit des ,verlaufes mit dem leise ,spielenden relativer ,freiheit einen3 das ist so liebevoll gesetzlich8 und dennoch leise gegen8 das ,gesetz1 begriffsnahe1 und dennoch lebendigen ,gefhles voll3 da man die ,fehl-,idee1 die so viel ,unheil fr die ,kunst gebracht hat1 fast begreifen knnte3 es gbe nur ,eine ,schnheit3 die des ,idealismus der klassischen ,antike4 ,in ,wahrheit gibt es ja so viele ,schnheiten81 wie es wertvolle ,gefhle gibt2 also unendlich viele4 ,doch ist zuzugeben1 da dem ,gefhl des ,idealismus eine besondere ,dauerhaftigkeit innezuwohnen scheint4 ,er besitzt sie ja von seinem ,ursprung her4 ,denn indem er alle stark einmalig1 also vergnglich8 sprechenden ,individualmerkmale tilgt1 erreicht er1 eben von diesem ,kerne her1 jenes ,allgemeingefhl der ,dauer1 das allen begriffsnahen ,bildungen so stark zu eigen ist4 ,sidenote3 ,abb4 #bj4 ,so mu es ihm aber auch milingen1 das ,dramatische81 das einmalig-,erschtternde eines ,konfliktes auf seinem ,hhepunkt zu geben4 ,wenn er1 im ,mrchen von ,orpheus und ,eurydike1 die ,szene sich zum ,vorwurf nimmt1 da sich1 am ,wendepunkt des dramatischen ,geschehens1 ,orpheus noch zu frh zu der ,geliebten wendet1 und sie damit fr allezeit verliert3 so wird unter seinen ,hnden auch hieraus ein gedmpft-geruhigtes ,verweilen1 ein ,bleiben ohne ,hast und ,tat4 ,wiederum ist die ,komposition ins ,wiegende ausgeglichenster ,statik gebracht4 ,vom rckgestellten ,fu des ,hermes links geht ,weg und ,blick den ,krperstamm hinauf1 mit dem ,profil zum ,kopf der ,eurydike1 dann hinber zum ,kopf des ,orpheus1 und durch dessen ,arm und ,krper zu dem entsprechend rckgestellten linken ,bein4 ,die ,falten ziehen leise singend1 im steten ,schreiten ,gluck'scher ,melodien ihre ,wege4 ,der ,mittelpunkt der ,konzeption liegt dort1 wo sich die ,kpfe der beiden ,liebenden zueinander neigen und ,schmerz und ,sehnsucht sich im ,blick des ,anderen die ,antwort sucht4 ,so tauchen sie im ,schauen ineinander1 und hier nun1 wo das ,herbste aufeinanderstt1 wo allzugroe ,sehnsucht das schon fast erreichte ,glck ins ,unglck umreit1 tragisch verfrhtes ,tun den ,gipfelpunkt der ,handlung in dramatischem ,schlage auftreiben mte -- da sordiniert die ,gesinnung des griechischen ,idealismus wiederum das ,geschehen zu still akkordhafter ,harmonie84 ,eurydike hebt ihre linke ,hand im still ,gelsten ihrer ,biegung auf und legt sie dem ,geliebten trstend an die ,schulter2 und ,orpheus wendet seine ,rechte in gleichfalls stillem ,schwung des ,armes zu ihrer ,hand1 zu sehnender ,berhrung4 ,und wie sich hier die ,neigungen der beiden ,kpfe1 der ,blick der ,augen1 die ,kurven dieser ,hnde sanft verschlingen1 wird stilles ,schweben eines tiefen ,allgemeingefhles1 weit fortgehht von jeder ,leidenschaft1 im ,stillsten1 ,reinsten einer idealistischen ,welt lebendig4 ,hermes tritt noch herzu1 schlingt seine ,linke um das ,gelenk des hingegeben hngenden ,armes der ,eurydike1 hlt sich sonst still und wartend bei den ,beiden3 und so wird es1 als ob ein reiner1 groer ,dreiklang1 ins ,moll gewendet1 leise sordiniert1 in ewig-gleichem ,schweben in den ,lften stnde4 -- ,wie fr die ,einzelfigur1 so mag auch fr mehrfigurige ,kompositionen noch gezeigt werden1 da innerhalb des ,umkreises ,einer ,gestaltensweise1 hier der idealistischen ,schaffensart1 sehr verschiedenartige ,tnungen des ,grundgefhles mglich sind4 ,zwei ,kompositionen ,michelangelos von der ,decke der sixtinischen ,kapelle in ,rom mgen dies erweisen4 ,war im ,idealismus der klassischen ,antike die ewige ,dauer8 inhaltlicher und formaler ,geklrtheit1 leise berwebt durch das ,schweben einer stillen ,melancholie1 das spezifische ,differenzgefhl dieses ,stiles1 so zeigt der tragische ,idealismus der italienischen ,hochrenaissance1 soweit er in ,michelangelo verkrpert und durch ihn getragen wird1 eine dunklere1 gepretere1 dramatischere ,frbung4 ,sidenote3 ,abb4 #ba4 ,auch die ,erschaffung ,evas8 idealisiert die ,komposition und die ,gestaltung4 ,vor nahezu neutraler ,folie1 vor einem ,wenigen raumhafter ,gegebenheiten1 ist das ,gebude der drei ,figuren errichtet4 ,idealisiert8 bis zum letzten ,detail1 also mit ,unterschlagung und berbreitung smtlicher individuellen ,merkmale1 sind auch hier ,raum und ,terrain1 ,hgel und ,baum1 ,figuren und ,gewand gegeben4 ,doch im ,gedrngteren der ,formen und der ,gesten fhrt die ,stimmung zu tragischerem ,gehaben4 ,angepret1 eingeschmiegt1 wie in ,gegen-,wendung gegen die ,bewegung der ,eva1 fast schmerz-geqult bei dieser ,geburt aus der dunkeln ,knickung der ,hfte1 drngt sich ,adam in die sttzende ,hhlung des ,hgels1 pret rechten ,arm und rechte ,seite an den gegenwirkenden ,stamm4 ,der ,kopf drngt nach rechts1 der linke ,arm drngt nach links und ffnet8 damit die linke ,seite4 ,und aus der fast rechtwinkligen ,knickung des ,krpers1 die die ruhend-horizontale ,basis der ,beine mit dem weg-gedrngten ,oberkrper gibt1 hebt sich die ,figur der ,eva auf ihren ,weg4 ,sie schliet mit ihrer ruhigen diagonalen ,schiefe das idealisiert-rechtwinklige ,dreieck der ,komposition1 dem ,adam und ,gottvater die beiden gebaut-statischen ,seiten geben4 ,und dieser ,gottvater steht wie ein massiger ,pfeiler im ,rechteckblock seines ,gewandes in unerschtterlicher1 majesttischer ,ruhe da4 ,was ist seiner ,macht die ,erschaffung des ,weibes -- ,das ,werk eines halben ,arms6 ,indem im ,gegenzuge gegen das ,neigen seines ,kopfes die rechte ,hand mit gewhrend nach oben gewendeter ,flche sich hebt1 indem sein halber ,arm1 nur bis zum ,ellenbogen zur ,aktivitt sich mhend1 die ,bahn des ,weges durch die ,luft beschreibt -- da hebt sich mit1 erschaffen und zum ,leben her-gezogen1 der ,krper ,evas aus der ,seite ,adams4 ,so mchtig ist ,schpferkraft im ,bau ,gottvaters hier gesammelt1 da glaubhaft wird1 da aus der ,gegen-,fhrung dieser ,hand und dieses ,hauptes1 die beide durch den ,schpfer-,blick genhrt werden1 ein ganzes1 volles1 freies ,menschen-,weib ersteht4 -- ,sidenote3 ,abb4 #bb4 ,gesteigert in der ,kraft1 doch durchaus noch im idealistischen ,bereiche1 lebt auch die ,erschaffung ,adams4 ,wiederum klrt idealistische ,gesinnung im ,unterschlagen alles ,ambiente und alles kleiner ,wirksamen den ,raum und hht die beiden ,hauptfiguren zum ,typus auf4 ,zwei dunklere ,komplexe1 rechts und links im ,raum verteilt und ausgewogen1 stehen einander gegenber4 ,schon in der ,kurve der allgemeinen groen ,fhrung1 der ruhend-lagernden des ,boden-,dreieckes links1 der schwebend-bleibenden der ,bogen-,rundung rechts1 symbolhaft und ,gefhls-vermittelnd wirkend4 ,denn so wie bereits von hier aus das ,gefhl lebendig wird1 da eine aktivere ,masse auf eine passivere zuschwebt1 so ist diese ,grundstimmung1 da das ,belebende von rechts her sich dem noch ,toten nhert1 bis in die letzte ,einzelheit festgehalten4 ,aus der ,grund-,gesinnung1 da das aktiv-schpfende ,prinzip im ,heranschweben durch den weiten ,raum1 weithin vor sich die ,strahlkraft seiner ,wirkung sendend1 schon von ,weitem her in der ,annherung die noch unbelebte ,materie zum ,leben weckte3 verdichtet sich dann dieses ,gefhl in der ,schpfergeste selbst4 ,schwebend-lagernd und noch immer fast mhelos breitet in der weiten ,hhlung des ,mantels ,gottvater seine ,glieder4 ber der horizontalen ,schichtung seines ,unterkrpers und der darunter schwebenden ,engelsfiguren dichtet sich das ,nest der ,putten4 ,doch als einzige aktive ,form hebt sich der ,arm -- hier allerdings nicht mehr der halbe1 wie bei der ,erschaffung ,evas1 sondern der ganze ,arm1 dem ,adam zu4 ,dieser aber1 der tot und unbewegt des ,atems harrte1 der ihm das ,blut durch seine ,adern strmen liee1 ist schon durch die bloe ,annherung ,gottvaters aus vor-geformter1 doch noch unbelebter ,materie zur ,ttigkeit erwacht4 ,die rechte ,seite schmiegt sich in prachtvoll durchgezogener ,kurve vom ,scheitel bis zum rechten ,fu noch lagernd-passiv dem ,boden an2 das linke ,bein aber hat sich zu aktiver ,regung angezogen und gibt mit seinem ,knie den ,sockel fr den ,arm1 durch den der ,lebensstrom voll in den ,krper rinnt4 ,so antwortet der weit-gelsten ,kurve der rechten ,krperseite die aktiv geprete und gespannte der linken1 aus der dann in dreifach konvergierender ,fhrung die ,richtungswerte von ,kopf und ,knie und dem dies ideelle ,dreieck ber-fahrenden ,arm zum ,lebens-,quell hin streben4 ,und will man die unerhrte ,kraft der rein inhaltlichen ,konzeption ermessen1 die ,gre der rein sachlichen ,phantasieleistung ,michelangelos1 so mu man bedenken1 da in jenen ,zeiten das berspringen8 eines ,funkens noch lange nicht jene banale naturwissenschaftliche ,erfahrung jedes ,kindes war1 als die es heute aus ,dutzenden von ,schul-,experimenten elektrischer ,natur in der ,gesinnung ,aller lebt4 ,sondern die ,idee81 in ,einem ,punkte der bis zu nahester ,nherung gefhrten ,spitzen zweier ,finger dies ,leben-,gebende nun letztlich in das noch ,tote berzuleiten1 ist damals so neu wie stark gewesen4 ,fast lechzend nach ,empfangen senkt sich die halb-lebendige ,hand ,adams1 der immer noch das eigene ,knie vom ,unterarm her die ,sttze geben mu1 der aktiv vor-gereckten ,hand ,gottvaters zu4 ,und von diesem ,konzeptions-,kern aus1 der abermals ,dramatisches der ,handlung zu idealistischer ,ruhe klrt1 ebbt dann der ,weg in breiter werdender ,bahn der beiden ,krper wiederum zurck zu dem lebend-,schwebenden der rechten und dem empfangend-,lagernden der linken ,bildhlfte4 -- 99 99 99 99 99 ,dies also ist ,idealismus4 ,er unterschlgt die individuellen ,einzelzge des einmalig ,erlebten und gleicht sie ins ,allgemeine aus4 ,der ,rhythmus seiner ,gestaltung hebt und senkt in gleichschrittigen ,intervallen die ,betonungen des ihm wichtigen allgemein ,typischen und die ,lockerungen des zu bergehenden ,einzelnen4 ,sie aber1 sie bleiben _/ in ewigen ,festen _/ an goldenen ,tischen4 _/ ,sie schreiten vom ,berge _/ zu ,bergen hinber3 _/ aus ,schlnden der ,tiefe _/ dampft ihnen der ,atem _/ erstickter ,titanen1 _/ gleich ,opfergerchen1 _/ ein leichtes ,gewlke48 ,so schreitet im ,wohl-,takt der getragene ,rhythmus idealistischer ,gesinnung2 zum ,land ,orplid1 das ferne leuchtet4 #c4 ,expressionismus4 ,haben wir bisher die spezifischen ,gefhle nach-erlebt1 die an den ,formungen des ,naturalismus1 der naturalistischen ,permutation und des ,idealismus hingen1 so bleibt noch die letzte ,formungsmglichkeit1 die des ,expressionismus1 zur ,verlebendigung brig4 ,und auch hier wird es sich darum handeln1 nachzuweisen1 da dieser ,bezirk1 der die ,individualmerkmale der ,erfahrung intensiviert1 vllig gleichberechtigt neben jenen anderen drei ,bezirken steht1 die jeweils die ,gefhls-,trger in ihrer naturhaften ,formung belieen1 oder sie zu phantastischen ,gebilden permutierten1 oder sie durch ,ausgleichung der ,gegebenheiten zu idealistischer ,gestaltung hin vernderten4 ,und dieser ,nachweis sei so versucht1 da der ,ausgang jeweils von den naturalistischen ,gegebenheiten her genommen und fters idealistische ,gebilde als ,gegenbeispiele herangezogen werden4 -- ,sidenote3 ,abb4 #bc4 ,das ,rasenstck8 ,drers gibt wiederum ein ,beispiel fr jene -- der ,tendenz nach -- fast vllig unpersnliche8 ,einstellung1 die sich mit aller ,intensitt bemht1 im ,ab-,bilde die naturgegebenen ,formungen des ,daseins in der ,zuflligkeit8 ihrer ,erscheinung mglichst zu bewahren4 ,auch hier kann behauptet werden1 da niemand1 der es nicht schon vorher wei81 erkennen knnte1 da dieses ,bild gerade von ,drer geschaffen worden ist4 ,denn die ,mutter dieser ,formen ist die ,natur84 ,in dieser ,versponnenheit1 in gerade diesem ,nebeneinander und ,durcheinander wachsen im heimischen ,norden ,stengel und ,bltter1 ,grser und ,blumen zu verwirrtem ,komplexe auf4 ,mit inniger ,treue gegen die ,natur gehen ,auge und ,hand ,drers allen ,verflechtungen und ,verwicklungen nach4 ,das ,kompaktere und ,verwachsene des ,grundstockes1 die ,durcheinanderfhrungen1 die durch die zufllige ,verteilung der ,samenkrner und ,wurzeln entstanden sind1 die ,lockerungen1 die dann durch den hheren ,wuchs der ,grser entstehen3 bis in die zartesten ,biegungen1 bis in die leisesten ,verschiebungen1 bis in das leichteste1 freieste1 ,licht und ,luft suchende strebende ,aufzittern der ,gras-hren geht verliebtestes ,empfinden den zartesten ,variationen nach1 erlebt sie als ,gegebenheiten drauen in der ,natur und hlt sie mit der naturalistischen ,treue des nordischen ,auges im ,ab-,bilde fest4 ,wie wenn man sie im stillen1 stetigen ,streben1 im inneren ,kreisen ihres ,saftes1 im mikroskopischen ,klein-,zellen-,bau innigsten ,drngens zum ,lichte erleben wrde1 so stehen diese bescheidenen ,liliputaner des ,pflanzenreiches in zitternder ,lebendigkeit vor uns4 ,nordische ,liebe fr ,unklarheit des ,sichtbaren1 fr ,dichtigkeit des ,komplexes1 fr grtmgliche ,flle und ,variation auf kleinstem ,raume hat sie gesehen und dann nach-geschaffen4 ,wo innigstes ,einfhlen in das still-stetige ,wachsen und ,zellenbauen der ,natur den ,stift ,drers in treuester ,haftung der vor-gegebenen ,formung verliebt folgen lt3 da baut das ,temperament ,grnewalds die ,gegebenheiten des ,sichtbaren zum ,ausdrucke seines eigenen inneren ,gefhles um4 ,sidenote3 ,abb4 #bd4 ,ein ,stck der ,vegetation vom ,isenheimer ,altar1 aus dem ,antonius- und ,paulus-,bilde1 gebe das ,gegenbeispiel4 ,die ,wurzeln der ,bume kriechen in aktiver ,streckung ber den ,boden1 nehmen die ,formen bewegungsfreier1 willkrlicher ,lebendigkeit an4 ,die ,pflanzen des ,vordergrundes schlagen mit ihren ,blttern wie mit ,flgeln1 kriechen mit ihnen ber den ,boden1 strecken ihre ,leiber wie ,hlse in die ,hhe1 drngen sich1 in ganz anderer ,art als bei ,drers ,rasenstck1 aktiv1 verlangend1 treibend ans ,licht4 ,und das mittlere ,bltenpaar peitscht seinen ,gabelzweig in die ,luft1 packt im ,zangengriff die ,hhe1 und wie die ,kpfe zweier aufgeschossener ,raketen sitzen die ,blten an den ,enden4 ,licht und ,schatten fluten als flssig-leuchtende ,materie ber die ,krper1 reien weite ,helligkeitsbahnen und tiefe ,dunkelschluchten durch das ,gelnde3 berall1 aus jeder ,farbe1 aus jeder ,form1 aus jeder ,helle oder ,dunkelheit spricht deutlich die ,intensivierung der vorgegebenen ,naturerfahrungen zu erhhtem ,ausdruck1 zur ,expression innerseelischen ,empfindens4 -- ,ein ,dreier-,paar3 ,hnde in naturalistischer1 in idealistischer1 in expressionistischer ,gestaltung4 ,sidenote3 ,abb4 #be4 ,ein ,hndepaar ,drers1 eine ,studie zum ,hellerschen ,altar4 ,die ,hnde eines ,modelles4 ,mag das unmittelbare ,temperament1 das auch ,drer von ,hause aus eigen war1 und das nur so lange ,jahre seines ,lebens durch die erkltende ,gltte miverstandener italienisch-idealistischer ,orientierung verschttet wurde1 hier auch strker mitsprechen1 mag ein ,nachdruck81 den sein ,griffel von diesem inneren ,temperamente her erfuhr1 auch an so manchen ,stellen leise expressionistisch bertrieben8 haben3 im ,kerne der ,einstellung und im ,wesentlichen der ,formung zeigt das ,blatt durchaus objektiv-naturalistische ,gesinnung und ,haltung4 ,man kann bis zum ,eide durchaus davon berzeugt sein1 da die ,hnde des ,modelles diese eigentmlich leicht gekrmmten ,finger1 diesen nach auen gebogenen ,daumen1 diese ,schwierigkeit der ,streckung des fnften ,fingers infolge geringer ,sehnen-,verkrzung1 diese1 gerade diese ,fhrung der ,adern auf dem ,handrcken1 die ja bei jedem ,menschen anders luft1 wirklich auch gezeigt8 hat4 ,bis in die ,faltung jedes ,fingergliedes1 bis in ,nagelform und in ,beugungsreste verfolgt das ,auge ,drers die ,so-,gegebenheiten der ,natur und hlt sie in der ,abschrift fest4 ,sidenote3 ,abb4 #bf4 ,dagegen nun das ,hnde-,paar aus ,michelangelos ,erschaffung ,adams4 ,wo ,drer die ,einzelmerkmale des ,gesehenen in ihrer ,art und ,form bewahrt2 da geht die idealistische ,gesinnung ,michelangelos ber alles individuell-,einmalige ausgleichend hinweg4 ,verfolgt man die obere ,kurve1 die vom linken ,rand des ,bildes ber das ,gelenk zur ,fingerkuppe fhrt1 so gleitet das ,gefhl in die breite ,bahn des ,allgemeinen1 hebt und senkt sich in gleichschrittigem ,rhythmus1 die angenhert-geometrische ,rundung betonend1 fhrt ber locker gehaltene1 rund erstellte ,gelenke1 breitet die ,innenflche zur gelsten ,hhlung empfangender ,passivitt2 strafft auch in der aktiven ,hand ,gottvaters kaum die ,sehnen1 bleibt in ,haltung und ,fhrung1 wiederum vom ,ganzen bis ins ,klein-,einzelne einer ,gliedkuppe oder eines ,nagels1 im ,bezirke ausgleichender ,gesinnung1 die die individuellen ,einmaligkeiten tausendfacher ,modellverschiedenheiten tilgt und mit der allgemeinen1 idealistischen ,form deckt4 ,war bei ,drers ,hnden der gefhlsmige ,eindruck durchaus der eines einmaligen1 individuell-bestimmten1 niemals sich wiederholenden ,erlebnisses2 so lebt die ,stimmung der ,hnde ,michelangelos in der ewigen ,wiederkehr des ,gleichen1 in dem1 was ,alle ,individuen ausgleichend berbreitet und umfat4 ,sidenote3 ,abb4 #bg4 ,und nun wende man den ,blick zuerst zurck zu ,drers ,hnden1 und dann1 im ,vergleich des ,erlebnisses1 zur ,hand des ,gekreuzigten ,grnewalds4 ,hat ,drer seine ,bildung als ,ab-,bildung geschaffen1 und alle individuellen ,so-,gegebenheiten treu bewahrt2 hat ,michelangelo das ,allgemeine des ,typus idealisierend vor-geholt1 indem er diese individuellen ,merkmale ausgleichend ber-sah2 so bohrt sich ,grnewald in diese ,kerben des ,einmaligen doppelt und dreifach ein1 verstrkt sie1 intensiviert sie1 wo und wie er nur kann4 ,man nehme wiederum den ,anlauf vom linken ,bildrand aus4 ,im strksten ,wogen schwillt die ,form des ,armes aus schmal verengtem ,ellenbogen nach beiden ,seiten auf1 stt seine ,wlbungen nach auen1 hhlt sich dann im ,abfall in die ,rinnen der ,sehnenzge ein1 verkrampft sich im ,engpa des ,gelenks der ,hand1 breitet den ,handteller zur ,wurzelplatte aus1 von der her dann die ,finger vor dunklem ,hintergrund ihr lautes ,schreien in den ,himmel schicken4 ,der ,nagel schnrt und pret die ,hand verstrkt ans ,holz1 die ,finger dehnen1 strecken sich und krmmen ihren ,ausdruck in die ,luft4 ,weit ab von der ,natur-,gegebenheit1 so weit wie ,michelangelo1 doch nach der ,gegen-,richtung1 zeigt sich hier die ,form4 ,weil ,grnewald das ,erschtternde dieses ,schrecknisses1 der ,schndung und der ,ttung ,christi1 aufs ,intensivste und aufs ,strkste aus dem ,herzen schreien wollte1 weil jede ,form ihr ,anklagen und ,rufen doppelt1 dreimal1 mehrfach in das ,gewissen der ,gemeinde und zum ,himmel schicken sollte3 deshalb intensiviert er1 ber-treibt er jede ,form so weit1 da sie zwar noch erkennbar bleibt1 doch ihre ,eindruckskraft weit ber die der vorgeformten ,naturgegebenheit hinausgeht4 ,so wird die ,lngung der ,finger ber-trieben1 so wird etwa auch dort1 wo im ,absetzen des ,daumens vom ,daumenballen ,naturform eine leise ,kerbung zeigt1 der ,daumen ab-geschnrt1 damit er in dem diskontinuierlich-pltzlichen seines ,aufsprungs und seiner ,reckung1 der ,biegung und der ,richtung1 im berhhten der ,farben und des ,lichterglanzes ,ausdruck8 gebe fr das ,gefhl1 das mit seltenem ,sturme in der ,seele ,grnewalds eingeschlossen war4 -- ,und was fr ,pflanzen und fr ,hnde gilt1 gilt gleicherweise fr ,gesicht1 fr ,krper und fr ,komposition4 ,nun kann die ,analyse wohl schon rascher vorwrtsgehen4 ,sidenote3 ,abb4 #bh4 ,der ,baumeister ,hieronymus8 von ,drer gibt wiederum das ,beispiel1 wie ein ,gesicht des ,menschen1 in das zuflliges ueres ,schicksal und angeborenes inneres ,temperament1 in ,spiel und ,gegenspiel1 in ,ruf und ,antwort an dieser ,wand zusammenstoend1 ihre ,runen eingeschrieben haben1 mglichst treu in seiner ,so-,gegebenheit als ,portrt8 bewahrt werden kann4 ,ein einmaliger ,mensch81 an einem ,tage1 in einer ,stunde hat so ihm sein ,gesicht gewiesen4 ,hat so ausgesehen84 ,etwas bekmmert und zerplagt1 von grbeliger ,arbeit1 die ihm anscheinend nicht allzuleicht fiel1 mitgenommen und verherbt1 bereits im ,abbau seiner ,lebensenergie1 nicht allzu weitsichtig und berschaulich1 kein ,philosoph8 des ,lebens3 ein einmaliger1 wahrer ,mensch4 ,sidenote3 ,abb4 #bi4 ,dagegen ,adams ,kopf aus ,michelangelos ,erschaffung84 ,wirklich auch von ,michelangelo erschaffen84 ,der ,kopf des ,ersten ,menschen1 im ,allgemeinen seines ,typus4 ,in klarem ,bau hebt sich der ,hals aus weiter1 runder ,grube1 die zwischen ,schultern und ,schlsselbeinen ausgehoben ist4 ,in allgemeiner1 weiter ,wendung seiner klaren ,muskelbahnen dreht er den ,kopf ins neigende ,profil1 schickt seinen breiten ,blick1 die allgemein-gelste ,stimmung seines ,mundes der lebengebenden ,gottvater-,hand entgegen4 ,in groen ,flchen1 in allgemeinen ,linienzgen steht das ,gebilde da1 sind ,haar und ,ohr1 sind alle ,teile des ,gesichtes1 vom ,grten bis ins ,kleinste1 bis zu den ,nasenflgeln und den ,augenbrauen von der ,natur entfernt84 ,sidenote3 ,abb4 #cj4 ,und nun eine ,studie von ,grnewald zu einem singenden8 ,engel des ,isenheimer ,altares4 ,all das1 was an ,verschiebungen des ,gesichtes beim ffnen des ,mundes1 ,verziehen der ,lippen1 ,verdrcken der ,augen1 ,verfalten der ,stirne bei einem singenden ,knaben etwa zu beobachten8 ist1 ist hier ber-betont1 verstrkt1 zu bermigem ,ausdruck intensiviert4 ,die ,formen quellen wieder wie ber-lebendig vor1 der ,umri luft damit in strksten ,hebungen und ,senkungen um das ,gebilde1 ,verquetschungen und ,pressungen1 ,verflochtensein von ,falten auf der ,stirne1 als wren sie verwachsenes ,wurzelwerk1 das ,vorstrecken der ,nase1 das ,aufquellen der ,backen1 das pressend ineinander verknetete der ,formen3 weit ab von jeglicher ,natur des ,hieronymus-,kopfes ,drers2 weiter noch ab von jener ,ausgeglichenheit und ,allgemeinheit1 die ,michelangelos ,kopf des ,adam zeigte4 ,expression1 ,ausdruck innerseelischen ,temperamentes hat auch hier die ,formen ber-geformt1 ber-betont1 zum fast schreienden ,offenbaren ,grnewaldschen ,fhlens fortgefhrt4 -- ,jede begriffliche ,teilung eines ,erfahrungsgebietes ist zwar notwendig1 um die geistige ,beherrschung ber die sonst verwirrend unbeherrschbare ,flle des ,tatschlichen zu ermglichen2 doch sie wird eben dieser ,flle des ,tatschlichen nie gerecht4 ,sie scheidet in umzirkte ,gruppen1 was in ,wirklichkeit durcheinandergeht -- so fhrt sie etwa theoretisch8 eine reinliche begriffliche ,scheidung zwischen ,warmbltlern8 und ,kaltbltlern81 zwischen ,amphibien8 und ,fischen8 durch1 die der ,wirklichkeit nicht entspricht -- und sie wird damit zu einer ,gefahr fr alles lebendige ,erleben4 ,soll eine begrifflich-systematische ,orientierung also nicht mehr ,fehler besitzen1 als eben nur die notwendigen ,fehler ihrer ,vorzge -- was1 bei der ,relativitt aller ,dinge1 eben ,vollkommenheit8 bedeutet --1 so mu jenes lebendige ,erleben ihre ,umgrenzungen und prinzipiellen ,einteilungen immer wieder als unfeste und verschiebliche begreifen4 ,es mu bereit bleiben1 der ,gefahr der ,sterilitt eines starr behaupteten und intolerant durchgefhrten ,systemes dadurch zu begegnen1 da es jeder ,theorie8 in desto weiterem ,umfange ,relativitt8 zugesteht1 je weniger es sich um eine reine ,begriffswissenschaft1 wie etwa die ,geometrie1 handelt1 je mehr blo der theoretische berbau fr reichste ,erfahrungs-,wirklichkeit gegeben werden soll4 ,um dies an einem ,beispiele zu erweisen1 soll noch gezeigt werden1 wie auch im ,bewutseinsleben ,eines ,menschen die drei theoretisch gesonderten ,einstellungen des ,naturalismus1 des ,idealismus und des ,expressionismus im kurzen ,zeitraum weniger ,jahre bei- und nacheinander wohnen knnen4 ,sidenote3 ,abb4 #ca4 ,den ,kopf eines jungen ,mdchens8 zeichnet ,drer im ,jahre #aeae1 in schlichter1 naturnaher ,einstellung4 ,kein besonderes8 ,gesicht1 ein ,durchschnittsmensch1 mit allen jenen kleinen ,verschiebungen um den ,typus8 des menschlichen ,gesichtes herum1 die infolge der unbersehbaren ,versponnenheiten und ,verwicklungen organischer ,bildung immer auftreten4 ,in der ,kopfformung1 im ,verhltnis der leereren ,gesichtsteile zwischen ,ohren und ,augen1 ,nase und ,mund zu eben diesen ,teilstcken1 in der ,bildung dann eben dieser ,details sind alle individuellen ,besonderheiten belassen und gepflegt4 ,und so ergibt sich als ,resultat das bestimmte ,gefhl1 einem einmaligen8 und einem wirklichen8 ,menschen gegenberzustehen1 der dieser ,zeichnung sicherlich glich1 dem diese ,zeichnung sicherlich bis ins letzte hnlich8 war4 ,sidenote3 ,abb4 #cb4 ,im ,jahre #aejf hatte dieser selbe ,drer den ,kopf einer ,frau mit glatt gescheiteltem ,haar8 gezeichnet4 ,er ist einer der wenigen seiner konstruierten8 ,kpfe1 in denen ,drer1 der geometrisch errechneten und abgezirkelten1 also gefhlsleeren ,form leise ausweichend1 das vllig tote ,gerst geometrisch erdachter ,proportion8 innerlich verlebendigt hat4 ,so kommt denn eine ,einstellung zustande1 die von idealistisch-erfhlter ,formausgleichung her dem ,kopf das ,einmalige bestimmter und zeitlich beschrnkter ,existenz nimmt1 um ihm dafr die ruhige ,gre des ,dauer-,lebens und ,dauer-,bleibens begriffsnaher ,formung zu verleihen4 ,es soll dabei nicht verschwiegen werden1 da man auch diesem ,kopfe noch anmerkt1 da ausgleichender ,idealismus ,drers ,innerstem eigentlich nicht entsprach4 ,sondern da im ,gegenteil ,drer von ,hause aus in seinen frhen ,werken durchaus expressionistisch orientiert war4 ,er verschttete blo durch ,selbst-,vergewaltigung zu italienisch-idealistischer ,gesinnung alle diese ursprnglichen ,quellen seiner ,eigenart2 ohne dabei -- da es eben ein verstandesmig-gewollter1 ein rechnerisch-geometrischer ,begriffs-,schematismus war1 den er sich aufzwang -- jemals wirklich den innerlich erlebten1 vom ,allgemeingefhle her strmenden echten ,idealismus sdlndischer ,natur und ,volksart zu erreichen4 ,so ist denn auch in diesem ,kopfe beides1 sowohl das rechnerisch-,konstruierte1 wie auch das expressionistisch-,zupackende in ,resten noch deutlich zu erfhlen4 ,das kalt ,geometrisierte in den ,konturen und der ,modellierung des ,halses2 das energischer die ,formen ber-,betonende in einem gewissen ber-spannten von ,blick1 ,nase und ,mund4 ,es ist fast1 als htte eine zupackende ,hand mit sehnigem ,griff in die idealistisch-ausgeglichene ,form dieses ,gesichtes gefat1 und1 im ,zusammenpressen der ,finger1 die schmale ,grat-,bahn aufgehht1 die ,nase und ,mund durch die breiten ,flchen des ,scheitels1 der ,stirne1 der ,wangen und des ,kinnes ziehen4 ,hier in dieser schmalen ,zone1 zu deren ,seiten auch der ,blick der ,augen1 etwas abrupt in die ,winkel verschoben1 aus der allgemeinen ,richtungs-,harmonie der groen ,kopfbewegung ausbricht1 hier biegen sich die ,kuppe und die ,flgel der ,nase und die gespannt schwellenden ,formen der ,lippen in innerlich pulsierendem1 innerlich stoendem ,gefhle1 dem die allgemein-ruhende ,form nicht gem war4 ,dennoch aber bleibt die ,allgemein-,stimmung1 das ,grogefhl dieses ,kopfes ein ,idealistisches4 ,in weiter1 freier ,klarheit hebt sich der ,hals von den ,schultern1 wendet sich der ,kopf im ,genick1 hebt sich das ,kinn1 laden die ,formen zu breitestem ,schwunge aus4 ,das akkordhaft-ariose ,tnen der italienisch-idealistischen ,art ist hier ,drer in hohem ,mae gelungen4 ,will man nun den eigentlichen ,drer1 will man ihn am ,quell seines ursprnglichen ,wesens1 nmlich als ,expressionisten kennen lernen1 so mu man entweder zu seinen frhen ,holzschnitten der ,apokalypse1 oder spterhin dann zu zeichnerisch-raschen1 noch nicht konstruktiv8 umgearbeiteten ,entwrfen gehen2 wie etwa dem ,memento mei8 vom ,jahre #aeje oder der ,beweinung vom ,jahre #aebb4 ,um hier jedoch den ,vergleich mit den zwei anderen ,kopf-,zeichnungen besser und nachdrcklicher durchfhren zu knnen1 sei die ,zeichnung gezeigt1 die ,drer im ,jahre #aead von seiner ,mutter gemacht hat4 ,sidenote3 ,abb4 #cc4 ,wiederum ein ,gesicht84 ,das ,gesicht einer ,frau1 deren ,leib durch den ,mibrauch von achtzehn ,geburten zerstrt1 deren ,geist durch ,arbeit und sorgenvolle ,mhen zeitlebens auerordentlich beschwert war4 ,und nun1 da ,drer sie1 die ,dreiundsechzigjhrige1 der ihr ,mann und fnfzehn ihrer ,kinder bereits vor-gestorben waren1 kurz vor ihrem eigenen ,tode vor seine ,augen und vor seinen ,griffel nimmt1 da denkt er weder an ,konstruktion81 noch ist er persnlich unbeteiligt genug1 um die objektiv-naturalistische ,einstellung bewahren zu knnen4 ,denn wo fr den ,maler1 der das ,bewutsein des ,portrtierten sonst nicht kennt1 die ,runen1 die die ihrem ,schicksal antwortende ,seele in das ,antlitz grbt1 die einzige ,mglichkeit sind1 auf ,innerseelisches des ,modells zu schlieen3 da kennt hier ,drer dieses ,modell seit mehr als vierzig ,jahren4 ,und damit wei er mehr1 als ihm die objektiven ,formen sagen4 ,dies ,mehr nun wird bei ihm gefhlserschtternd wirksam4 ,so grbt es auch die ,runen strker1 schlgt die ,kerben tiefer1 intensiviert die ,so-,gegebenheiten der ,natur zu strkerem ,ausdruck4 ,er berhht so das vom ,leben ,leergesplte dieses ,halses1 verherbt den ,mund1 buckelt und hhlt die ,backen1 verstiert den ,blick der ,augen1 ber-spannt die ,stirne im ,kleingeriesel ihrer ,sorgenwellen3 und steigert so die ,formen des ,gegebenen1 ,gesehenen zum ,ausdruck gefhlsmig erlebter ,innerlichkeit1 intensiviert sie zu expressionistischer ,natur-,ferne4 ,so zeigt die ,dreiheit dieser ,kpfe1 was wir ja auch aus eigenem ,innenleben wissen3 da in ,einem ,bewutsein1 zeitlich voneinander geschieden1 alle drei wesentlichen ,grund-,verhaltungsmglichkeiten gefhlsmiger ,einstellung dasein knnen4 -- ,haben wir bisher nur ,teilstcke betrachtet und untereinander verglichen1 so mag nun vorerst die ganze ,figur als ,bild -- diese noch im ,dreier-,komplex -- und dann zum ,schlusse die kompliziertere ,bild-,komposition ,wesen und innerliche ,berechtigung des ,expressionismus erweisen4 ,sidenote3 ,abb4 #cd4 ,zuerst der ,christus an der ,sule8 ,rembrandts1 gemalt etwa im ,jahre #afdf1 in ,rembrandts ,vierzigstem4 ,ein kleines ,bild4 ,doch voll und reif im ,knstlerischen4 ,ein schwchlich mder ,jngling ists1 kein ,christus4 ,das berhhende1 naturhaftes ,erfahren berschreitende lag nicht in ,rembrandts ,seele4 ,nachdem er die gezwungenen ,posen seiner ,jugendart verlassen hatte1 hat er den ,christus immer wieder als reinen ,menschen gemalt1 dem ,hoheit8 niemals eignet4 ,dafr verinnerlicht er ihn im menschlichen ,gefhl4 ,rein naturalistisch ist das ,bild empfunden4 ,ohne jede ,abweichung von der ,natur84 ,wahrwirklich so im ,krper1 wie im ,seelischen4 ,der ,jngling stellt sich an die ,wand1 rckt das rechte ,bein als eckig hingestelltes ,spielbein vor1 neigt sich im magern ,krper und der schwachen ,brust nach vorne1 senkt still den ,kopf und bleibt4 ,bleibt dem ,auge und dem ,malen ,rembrandts1 der mit sicherster ,gewhr des ,treffens1 die ,beine so1 den ,krper so1 die ,hnde lax verschrnkt1 den ,kopf gesunken und geneigt1 das ,ganze in das warme ,licht des ,zimmers eingehllt1 das ,objekt8 fat4 ,sein ,seelisches zu deuten81 tut weder ,rembrandt1 noch der ,analyse not4 ,der ,jngling war1 schon als ,modell1 im ,innersten so traurig-mde1 so milde-gtig und hingebungsvoll geneigt1 da im rein krperlichen ,neigen der ,figur und ihres ,kopfes das ,hingegebene und ,mit-,leid ,weckende innerseelischer ,wahrwirklichkeit zutage tritt1 wie es im ,leben selbst geschah4 ,demgegenber dann der ,stabtrger8 der klassischen ,antike4 ,sidenote3 ,abb4 #ce4 ,in ,stand- und ,spielbein klar geschieden1 mit dem wohltnenden ,rhythmus1 der alle ,eckigkeiten und ,besonderheiten einmalig zuflliger ,haltung zum ,wesentlichen abgestimmter ,bewegung ausgleicht1 tragen die beiden ,beine1 als ,sulen-,sttzen deutlich vom ,rumpf getrennt1 den ,oberkrper1 der leicht und klar in der ,teilung der ,hftgelenke von den ,sttzen hebbar ist4 ,zu fast geometrisch allgemeinster ,ausgleichung ist die ,rundung der ,schenkel1 ist die zur ,scham in reiner ,bogenform und reiner ,symmetrie sich senkende ,grenzlinie des ,krperstammes1 sind alle senkrechten und wagerechten ,teilmodellierungen der ,oberflche gefhrt4 ,klar sitzt der ,hals1 klar dreht sich im ,scharnier der ,kopf1 klar ist sein ,oval1 klar seine ,teilung des ,gesichts2 und klar ist auch die ,teilung des ruhig hngenden ,armes durchgefhrt4 ,das idealistische ,gesamtgefhl ist uns vom ,idolino8 her bereits bekannt3 eine sordinierte und leise melancholisch berbreitete ,harmonie beruhigt klarer ,gre4 ,sidenote3 ,abb4 #cf4 ,zum ,gegenpole dieses beruhigt-idealistischen ,gefhles mu nun jener ,weg geleiten1 der gegenstzliches ,verfahren beim ,gestalten whlt4 ,wo ,individual-,merkmale einmal bleiben knnen2 das andere ,mal zum ,allgemeinen hin zu berbreiten sind2 da knnen sie zum dritten ,male in sich verstrkt1 erhht1 vergrert werden4 ,der ,wilhelm ,tell8 von ,hodler sei hier das ,beispiel4 ,er ist so wenig naturwahr1 wie der ,doryphoros4 ,doch so verschieden von ihm1 wie rechts von links4 ,um hundertachtzig ,grade1 in gestrecktem ,winkel1 fhren1 von gemeinsamem ,ursprung her1 die beiden ,wege auseinander1 um1 unvershnbar weit1 an einander feindlichsten ,zielen zu enden4 ,aus weit aufklaffendem ,wolkenri tritt ,tell hervor4 ,nicht ,tell nur soll er sein2 sondern ,symbolgestaltung des ,befreiers84 ,das ,allgemeingefhl1 das wache ,menschen dazu treibt1 gegen ,ungerechtigkeit und ,vergewaltigung1 gegen jene ,beschrnkung der persnlichen ,freiheit also1 die nicht von der ,gemeinschaft1 sondern von verbrecherisch herrschenden ,einzelnen auferlegt wird1 mit aller starken ,macht inneren ,willens aufzustehen1 soll hier gestaltet werden4 ,da taugt kein einmaliges ,modell8 dazu2 da taugt auch nicht verklrte ,harmonie des ,idealistischen4 ,sondern erhitzt vom ,innersten her1 symbolhaft aufgetrieben1 aufgeworfen1 von der strksten ,intensitt des innerseelischen ,gefhles genhrt1 mssen ,formen erstehen1 die dann eben an ,ausdruckskraft und ,freiheitswillen alles bertnen1 was naturhafte ,bildung zu erstellen pflegt4 ,vom ,sohlen-,sauge-,tritt der ,fe aus1 die wie verklammert an dem ,boden haften1 hebt sich durch die ,doppelbahn der beiden berbreit-gespreizten ,beine der ,strom des ,kraftgefhles zu den ,hften auf und baut hier mit dem dunklen ,gurt den strack gestellten ,sockel fr den ,oberkrper4 ,in breitem ,schwunge fliet der ,kraftstrom weiter ber ,brust und ,schultern hinauf zum ,kopf1 der wie ein ,rammbr festgewuchtet steht2 treibt weiter durch die beiden ,arme1 staut sich am rechten ,rande an der ,armbrust und wird hier rck-geschlossen zu dem ,griff der ,faust2 hebt auf der linken ,seite den rechten ,arm des ,tell in innerlich erpretem ,schwunge auf1 zur freien1 breiten ,hand3 so stoen dreimal offene ,formen1 die ,hand1 die ,armbrust und das ,face-,gesicht1 unwiderstehlich durch den ,raum nach vorne4 ,allberall bemerkt man dann die ,intensivierung der ,naturgegebenheiten4 ,vom vorhin schon erwhnten ,sauge-,tritt der ,sohlen an1 der das ,anschmiegsame flacher ,menschenfe in unerhrter ,energie verstrkt2 ber die vorgetriebenen ,muskeln beider ,unterschenkel2 ber die treibend-zgige ,verklammertheit des ,krperstamms1 der wie ein ,felsblock raumgefestet steht2 bis zu dem ,schdel1 der1 um als ,rammbr des ,gewalt-,vorstoes zu wirken1 ins kubisch-,rechteckige seiner ,form verdichtet wird2 bis zu den beiden ,falten8 auf der ,stirn1 die1 um die ,energie malos zu erhhen und um dem dunklen breiten ,bart den ,gegenpart zu halten1 aus ,stirnrunzeln zwischen den ,augenbrauen zu kleinen1 festen ,kugelkuppen intensiviert8 werden3 berall merkt man die ,tendenz am ,werke1 die individuellen ,so-,gegebenheiten der ,natur zu ber-hhen1 sie auf-zustrken1 sie zu ,gefhlssymbolen8 umzuzwingen1 um inneren ,allgemeingefhlen des ,gestaltenden ,ausdruck zu verleihen4 ,nimmt man die ganze ,figur nochmals in ,blick und ,fhlen1 so gibt sie tatschlich wohl ,strkstes berhhter ,kraft1 geht mit unwiderstehlichem ,sto uns entgegen und reit durch ihre ,formenbildung zu jener seelischen ,gewaltmacht hoch1 die nur der ,expressionismus bringen kann4 -- ,hat man sich einmal an die spezifische ,art der ,abweichungen von der ,natur8 angepat1 die durch die expressionistische ,gestaltungsgepflogenheit begrndet sind1 und nimmt man nicht mehr als falsch8 oder schlecht gezeichnet81 was eben dadurch verursacht ist1 da es einem ,gefhle ,ausdruck geben soll81 so wird man auch reicheren expressionistischen ,bildkompositionen gegenber leicht die gerechte ,einstellung finden knnen4 ,mit dem ,aufkommen expressionistischer ,bild-,kompositionen tritt aber zugleich auch die ,frage nach dem sachlichen ,inhalte der ,bilder1 nach dem ,was8 der ,darstellung1 bedeutungsvoll hervor4 ,die allgemeine ,bedeutung jedes ,menschen1 auch des ,nicht-,knstlers1 tritt vor allem darin zutage1 welchen ,lebens-,inhalten er sein ,interesse zuwendet4 ,auch wenn ein ,mensch die zufllige ,begabung des ,festhaltens seiner erlebten oder ertrumten ,seeleninhalte in den ,formen einer ,kunstbettigung nicht besitzt1 kann ihm rein menschliche ,seltenheit oder ,bedeutung eignen4 ,sie wird dann eben in der ,seltenheit seiner ,bewutseinsinhalte und in seinem daraus folgenden ,tun und ,lassen zutage treten4 ,vermag er andererseits diese ,inhalte knstlerisch zu fassen1 so wird er als bedeutender ,mensch nebenbei noch zum bedeutenden ,knstler4 ,nun gibt es aber eine groe ,zahl allgemeiner ,lebensinhalte1 die den bedeutendsten wie den unbedeutendsten ,menschen gemeinsam sind4 ,so etwa alles1 was als vaterlndische oder religise berlieferung1 als ,sage oder ,mrchen ,allen gleichermaen vermittelt wird2 weiterhin dann die unentrinnbaren1 jedem im ,laufe seines ,daseins bestimmten ,erlebnisse der ,familie und ihrer ,verwirrungen1 der ,berufswahl und des ,kampfes um materielle ,sicherheit1 die ,freuden der ,jugend1 die ,taten der ,reife1 die ,lasten des ,alters1 das ,kommen und ,schwinden der ,liebe und des ,leides1 das stetig sich ,nhernde der ,stunde des ,sterbens4 ,besonders die ,dreizahl von ,jugend1 ,liebe und ,tod gibt jedem ,leben sein ,gerst4 ,bei diesen allen ,menschen gemeinsamen ,sachinhalten sind es nun wieder die spezifischen knstlerischen ,fassungen1 die den bedeutenden ,seltenen vom unbedeutenden ,durchschnittsknstler unterscheiden4 ,wie dieser ,zweite durch das ,pflegen nchstgelegener1 billigster ,assoziationen sein menschliches ,durchschnittsma verrt1 dem dann das flach-dienstbare der formalen ,ausgestaltung entspricht1 so wird ein ,grerer1 ,seltenerer -- neben der phantasiemigen ,erfindung vllig neuer ,sachinhalte -- dort1 wo diese ,inhalte durch ,tradition oder durch das ,allen gemeinsame ,lebensschicksal vor-gegeben sind1 durch neuartige ,assoziationen sowie durch originale formale ,formung des ,werkes sein berdurchschnittliches erweisen4 ,sidenote3 ,abb4 #cg4 ,in dieser zweiten ,lage ist ,hodler1 als er im ,jahre #ahie die ,eurhythmie8 malt4 ,er hat diesem ,werke keinen guten ,namen gegeben1 denn dieser fhrt -- aus beschrnkt-theoretischem ,interesse -- an dem ,gefhlsinhalt des ,bildes vorbei1 indem er ein ueres betont1 das durch ein weitaus greres ,inneres berrufen wird4 ,doch die ,namengebung des ,bildes ist auch nicht leicht1 weil nun und in der ,folge wieder einmal jene vorhin erwhnten alten1 lngst erlebten1 lngst dargestellten ,themen gebracht werden1 die als bleibende und immer wieder gegebene ,erschtterungsinhalte menschlichen ,lebens zu wirken beginnen1 wie sie auch in der ,zukunft immer wieder wirken werden4 ,leben und ,liebe1 ,enttuschung und ,tod1 ,kampf und ,verzweiflung1 ,verzicht und ,ergeben4 ,so kann man am besten zwei -- leicht variierte -- ,verszeilen eines ,gedichtes von ,stefan ,george der ,melodie des ,bildes als ,text unterlegen3 ,so zieht ihr im ,dmmer und euer ,geleit ,ist lchelnder ,strahl1 ihr1 die sinkende ,zeit4 ,ihr1 die sinkende ,zeit3 vom sachlichen ,inhalte der ,idee geht die ,konzeption aus1 wie dies immer noch bei gesunder naturferner ,kunstbung der ,fall war4 ,das ,alter des ,verzichtens1 da ,alles gesagt ist im stummen ,verein81 wenn die ,sonne nicht mehr1 wie der ,jugend1 vom ,horizont sich hebend vor den ,augen steht1 wenn sie auch nicht mehr zur ,lebensmittagsreife auf den ,scheitel glht1 sondern wenn sie sich in den ,rcken niedergesenkt hat1 so da der eigene ,lebensschatten vor den ,fen den ,rest des ,weges ins ,dunkel laufen lt2 wenn man die ,zeit nicht mehr sprt als den ,jger1 dem man im ,jugendsturme weit vorauseilt1 wenn man auch nicht mehr mit ihr in ttiger ,reife im ,gleichschritt geht1 sondern wenn sie vorbei- und vorausstrmt1 und es ist1 als wenn ihr ,strom den ,rest des ,lebens aus dem ,krper splte3 dann wandeln die ,mden zu ,grabe4 ,den ,weg des ,verzichtens4 ,ein altes ,lied4 ,und wieder einmal mu sich erweisen1 ob die ,kraft knstlerischer ,schpfung dies doch auch immer wieder fr jeden ,einzelnen als ,erlebnis ,neue in eine neue ,fassung zwingen kann4 ,hodler kann es4 ,nie noch sind in frheren ,gestaltungen diese fnf ,mnner so zu ,grabe geschritten4 ,in fnffacher ,ordnung zur ,mitte gebunden4 ,leise tnt im ,bilderlebnis das ,erlebnis eines ,zeitablaufes mit1 das so schwer und so selten in ,bilddarstellungen zu zwingen ist4 ,es tritt hier herauf1 weil wohl die ,fnf in strenger ,komposition zur ,bildmitte hin gebunden sind1 so da sich das ,gerst der ,formung fr das ,gefhl des ,beschauers statisch gebaut und damit frontal-verweilend vor die ,augen stellt1 als ,darstellung eines formal anscheinend ,dauernden durch den ,bildrahmen nochmals gebunden2 weil aber dann innerhalb dieses statisch-bleibenden ,gerstes der inhaltliche ,sinn der ,darstellung1 das ,schreitende des ,zuges1 profilmig vorbei-gerichtet ist1 im ,bilde vorbeigeht1 ohne da die leiseste formale ,hemmung ein ,verweilen deuten wrde4 ,so gibt die ,vereinigung dieser beiden ,gegebenheiten dem ,erlebnis das langsam-,vergehende1 das wandelnde ,vorberziehen4 ,nicht etwa des ,einzelnen1 sondern der gesamten ,bindung4 ,so da das ,allgemeine1 alles ,einmalige bertnend1 im breithin ,geleitenden des ,gefhles lebendig wird4 ,mit wundervoller und seltenster knstlerischer ,weisheit ist dabei der ,klang von beiden ,seiten her zur ,mitte aufgehht1 so da er wie das ,brausen eines ,fnfakkordes klingt1 bei dem der ,mittelton die ,fhrung hat4 ,nicht nur die ,vereinzelung und leise ,erhhung der ,mittelfigur1 auch die inner-seelische ,abstimmung schafft hier am ,werk4 ,sind die ,randfiguren noch lebenskrftiger1 noch strker im ,bau der ,krper und der ,gesinnung der ,gesichter1 sind sie auch rein formal noch lebensfhiger und erdennher1 als der ,mittelmann1 so gibt der ,kopf dann als der strkste ,trger alles inhaltlich-,seelischen das innerlichste ,zeichen4 ,die ,randgestalten neigen alle zwar den ,nacken1 gebeugt von ,lebenslasten und ,schicksalsfron1 nach vorne1 und im ,sinken ihres ,kopfes ist zwar der ,blick zur ,erde mitgesunken2 doch einen ,rest aktiven ,erlebens bewahrt noch ,jeder4 ,besonders wo1 im vorderen ,plan1 der ,eine noch sein ,kinn in leichtem ,lebenstrotz zur ,brust hin drngt1 der ,zweite noch die ,spuren seines ,unwillens trgt1 den ihm das ,leben aufgezwungen hat4 ,auch dieser ,trotz verklingt bei den ,genossen4 ,doch whrend alle ,vier das ,haupt nur sinken lassen1 fllt es beim ,mittleren nicht nur vornber1 sondern auch zum ,bild heraus4 ,damit aber wird er1 der ,haar-,entlaubte1 zum ber-,reifsten1 zunchst dem ,hingehen ,geweihten4 ,und er ist auch der ,einzige1 bei dem jetzt unerbittlich die ,forderung ersteht1 naturfernem ,gestalten recht willig gegenberzutreten1 um es richtig zu lesen4 ,sein ,krper wird nach unten hin so breit1 als saugte das ,gewand sich an den ,boden4 ,nach oben hin geht dann die ,fhrung von ,brust und ,rcken schmal zum ,hals zusammen1 zu schmal fr naturalistisches ,erleben4 ,der ,arm1 der einzige im ,bilde1 schmiegt sich aus schmaler ,schulter in die ,form und lngt sich1 hingegeben hngend1 zur ber-,lnge1 um zur ,bewahrung des geschlossenen ,umrisses den ,knick des ,knies zu decken4 ,sollen diese ,abweichungen von der ,natur8 verstanden werden1 so drfen sie nicht am ueren der ,erfahrungen des ,lebens gemessen sein1 sondern am ,inneren des ,gefhles4 ,hier aber werden sie unmittelbar lebendig4 ,denn dadurch1 da sich zwischen den ungebrochenen ,kurven1 vorne ber ,leib und ,brust1 hinten ber den ,rcken1 der ganze ,bau der ,figur aus breitem ,bett nach oben hin kontinuierlich und stetig so schmal zusammenzieht1 wirkt dann der ,kopf1 als wre er abgeschnrt4 ,und da sich diese ,schmalheit seiner ,ansatzflche mit seinem ,auen-,neigen eint1 wird es1 als ob er demnchst fiele3 als ,kopf vom ,rumpf1 als ,frucht vom ,lebensbaum4 ,so lebensmde und so sterbensreif neigt hier der ,mittlere1 als ,einziger1 den kahlen ,schdel aus der schmalen ,spur4 ,so wird er auch zum ,einzigen1 der wirklich ganz bereits verzichtet hat4 ,und also schwillt bei ihm das ,tnen dieses ,sterbeklanges in dunkler ,frbung auf1 wird ,er zum ,grab-,geweihten1 den nher noch am ,leben ,stehende den letzten ,weg geleiten4 -- ,sidenote3 ,abb4 #ch4 ,als nchstes ,beispiel diene ,hodlers ,bild ,jngling vom ,weibe bewundert8 aus dem ,jahre #aijc4 ,es bringt ,reife der ,komposition vereint mit sicherster ,gestaltung4 ,denkt man die jetzt nur mehr im ,beiwerk sich noch verkrmelnden ,reste naturalistischer ,anschauung3 die ,rasenfleckchen auf dem ,boden1 die ,wolkenecken und etwa noch die ,unsymmetrie der ,bltter an den ,zweigen in den ,jnglingshnden aus dem ,bilde fort1 so bleibt ein reines ,werk4 ,die alte ,wahrheit1 da der ,zwang des ,einen ,geschlechtes zum ,anderen ,unwiderstehlichkeit einschlieen kann1 soll hier in der -- auch im inhaltlichen ,gegensinne geltenden -- ,fassung gestaltet werden1 da die ,bewunderung des ,weibes fr den ,mann zum sachlichen ,thema wird4 ,um diese ,unwiderstehlichkeit symbolmig glaubhaft zu machen und ihr den unwidersprechlich strksten ,inhalt zu geben1 wird die ,frau in der ,mehrzahl1 der ,jngling als ,einzelner gebracht4 ,und um sich dreifach zu sichern1 haben sich die ,frauen zusammengetan1 um strker zu sein im ,verein4 ,diese ,bindung der drei ,mittelfiguren in ,einer ,phalanx des ,widerstandes soll die strkste1 die unlsbarste sein3 also wird sie in architektonischer ,formung vollzogen4 ,von der links an die ,schulter gehefteten ,hand der ,ersten der ,drei geht die ,bahn der ,bindung in strengen ,brechungen rechter ,winkel zur anderen ,schulter1 den ,weg des ,arms hinab1 die ,horizontalflche der ,handrcken als ,brcke hinber zur ,mittleren1 den ,arm hinauf1 zur ,schulter herber1 den ,arm hinunter1 die ,brcke hinum1 den ,arm hinauf1 zur ,schulter herum1 den ,arm hinab4 ,die linke ,randfigur schliet sich noch zu weiterer ,hilfe heran1 auch sie1 in klarer ,dorsalansicht1 im ,sthlernen ihres ,rckgrates aufs uerste zum ,widerstand bereit4 ,so gehen die vier ,reprsentantinnen1 nachdem sie sich aufs ,strkste aneinandergefesselt und damit in gegenseitiger ,sttze zu vierfacher ,kraft vereint haben1 stolz und gefat dem ,jngling entgegen4 ,und dieser kommt im ,siegerschritt daher4 ,leichthin beschwingt fast setzt er seine ,fe4 ,die ,arme lssig1 ohne ,tun1 hat er zu schmuckhaftem ,gehaben frei4 ,so sicher fhlt er sich4 ,und also ward das ,schicksal auch erfllet4 ,denn wie die ,phalanx an dem ,einzelnen vorbeigeht1 verklammert und verzahnt1 wie sie in fest vereintem ,willen1 sich nicht zu rhren und zu regen1 geradeaus die ,bahn zu gehen und ,jenes nicht zu achten3 an ,ihm vorbeigeht -- da dreht es mit ,gewalt ihnen den ,hals4 ,wie er vorbeigeht1 sinnend und verspielt zugleich1 da zwingt er sie4 ,mit nichts als seiner ,gegenwart4 ,sie gehen weiter2 doch im ,gehen dreht es den ,kopf ihnen herum1 un-wider-stehlich1 ihm nach-zu-sehen4 ,der ,nchsten dreht es gar den ,krper mit2 sie weicht der ,zwangsgewalt aus ihrer ,form4 ,der rechte ,arm geht mit und aus der ,klammer zweier ,hnde weicht im ersten ,paar die eine4 ,er lst den ,halt4 ,und wie er1 nicht achtend der ,ver-fhrten1 weitergeht1 so klingt die ,zwangsmacht seiner ,gegenwart nach links hin ab4 ,das ,kraftfeld zieht die ,linien immer lockerer4 ,die ,zweite1 ,dritte1 ,vierte wenden nur den ,kopf4 ,doch alle ,blicke gleiten seine ,bahn1 ihm nach4 ,sie wollten nicht2 jedoch sie muten4 ,es war ein ,strkeres in ihm2 das sie bezwang4 ,gibt es noch jemand1 der sich der ,gefhlsgewalt expressionistischer ,gestaltung wehren kann8 ,er mag sich noch so fest an ,altes binden2 lt er die ganze ,szene nicht im ,rcken1 geht er an ihr auch nur vorbei1 so zwingt sie ihn4 ,zu sich4 ,zu ihrer neuen-alten ,art2 in jenen wertvollsten ,bezirk1 den vielfaches ,erleben spenden kann3 die ,allgemeingefhle menschlichen ,bewutseins in ,formen jener ,art zu fassen1 die gegen das naturalistisch-,wirkliche zu ,trgern groen seelischen ,geschehens werden knnen4 ,so einsichtig und klar wird alle ,theorie1 wenn ein ,erlebnis sie mit dem ,bedeutungsinhalt fllt4 ,kein ,mensch mehr1 dem dies ,bild lebendig geworden ist1 wird daran zweifeln knnen1 da hier dem ,satze recht gegeben wird1 der alle ,abweichungen von der ,natur im ,kunstbereiche dann berechtigt glaubt1 wenn ein ,gefhl als ,formentreibendes dahinter stand4 ,und auch der ,weg wird vllig klar1 auf dem es zu diesem ,verhalten kommen mu4 ,als ,erstes erscheint eine ,summe von ,einzelerlebnissen gegeben1 die1 alle aus gleicher ,gruppe einer ,lebenserfahrung geholt1 auf das ,bewutsein des ,schaffenden in ihrer einmaligen ,besonderheit gewirkt haben4 ,dann blieb von allen diesen ,individual-,erlebnissen ein ,rest1 eine ,erinnerungssumme als ,allgemeingefhl im ,bewutsein des ,knstlers4 ,dann aber sollte dieses ,allgemeingefhl eben als ,allgemeines gestaltet werden4 ,da hierzu einmalig-individuelle1 also naturalistische ,formen nicht taugen1 ist ersichtlich1 weil ja deren ,begleitgefhl immer die spezifisch-einmalige ,tnung behalten wrde4 ,also mssen ,formen gestaltet werden1 die erstlich von den naturalistisch-individuellen ,gegebenheiten abweichen2 und zweitens diese ,abweichung so vollziehen1 da sie ,trger des ,allgemeingefhles1 ,symbole8 fr seine allgemeine ,artung werden4 ,diese ,formen1 dann nicht mehr passiv-abwartend1 sondern aktiv-nachbildend aufgenommen1 durch ,einfhlung8 verlebendigt1 werden aus ,zeigern des ,gefhles1 das sie geboren hat1 zu ,zeugern1 die dieses ,gefhl wieder-schaffen3 indem sie im ,erlebenden durch rcklufige ,assoziation8 jenes ,gefhl heraufzwingen1 dem sie ihrer formalen ,natur nach zugehren4 ,und diese ,einsichtigkeit und ,wahrheit8 der theoretischen ,behauptungen ist ja nichts ,verwunderliches1 da diese ja aus dem ,erleben der ,kunstwerke geholt wurden4 ,so mssen sie zu den ,tatsachen1 aus denen sie abgeleitet wurden1 mit derselben ,exaktheit und ,sicherheit stimmen1 wie dies fr alle anderen ,gesetze8 gilt1 die ja1 selbst auch im physikalischen ,bereiche1 nichts sind1 als abgekrzte ,beschreibungen84 ,selbst die ,fallgesetze8 der ,dynamik sind nichts ,mehreres und nichts ,hheres3 sie beschreiben in konventionellen ,zeichen die ,tatsachen des freien ,falles im ,raume und stimmen immer nur ebenso annherungsweise auf den speziellen ,fall1 wie die psychologischen ,gesetze8 der sthetik auch4 ,denn dort wie hier werden diese gesammelten ,erfahrungsformeln fr den idealen ,proze8 aufgestellt1 dem dort wie hier dann die ,wirklichkeit ihre nie fehlenden ,strungen1 etwa der ueren oder inneren ,reibungswiderstnde1 dort der ,luft1 hier seelischer ,hemmungen1 und meist noch ein ganzes ,bndel weiterer ,irrationalitten zugesellt4 ,doch dies braucht nicht zu hindern1 bei neuen ,erlebnissen1 deren spezifischer ,ausgestaltung man noch nicht angepat ist1 jene ,kurzbeschreibungen81 jene ,gesetze8 dem neuen ,erscheinungskomplex gleicher ,art auch zugrunde zu legen1 um mit ihrer ,erfahrungs-,hilfe das noch ,unbekannte zu bezwingen1 zu verstehen83 es in seinem dort ueren1 hier inneren ,wesen zu durchschauen und damit1 dort erkennend1 hier erfhlend1 zu erfassen4 ,diese ,erwgungen mgen dazu bereiten1 nun auch heftigeren ,umformungen der ,natur mit willigem ,gefhle nachzugehen4 ,tut man dies bei den naturfernen ,werken vergangener ,stile ohne jeden inneren ,widerstand1 weil man sich ihrer spezifischen ,ausgestaltung bereits von ,jugend auf angepat hat2 nimmt man hier etwa in der ,isokephalie8 der ,griechen1 in dem abstrakten ,grobau der ,mosaiken1 in der bertreibung aller ,bewegungen bei ,michelangelo1 in den strksten ,verzerrungen ,grnewalds1 willig ber all diese ,unmglichkeiten8 der ,form hinweg den ,weg zu dem zugrunde liegenden ,gefhl3 so steht man den neuen ,umformungen1 den noch ungewohnten ,unmglichkeiten8 unserer ,tage allzurasch von vornherein abweisend gegenber4 ,jedoch auch hier bedarf es nur einer willigen ,anpassung an die spezifische ,sprache81 an die oft eigenwillig neue ,ausdrucksform1 um diese neue ,sprache zu verstehen1 und damit die den ,formen zugrunde liegenden ,gefhle1 die ja im ,wesen immer dieselben waren und auch dieselben bleiben werden1 unmittelbar im eigenen ,bewutsein lebendig zu machen4 ,sidenote3 ,abb4 #ci4 ,der ,tag81 im ,jahre #aijj gemalt1 gibt eine derart eigenwillige ,gestaltung4 ,die kommende ,sonne4 ,wen gnstige ,stunde das ,emporsteigen des ,gestirnes fter hat schauen lassen1 der kennt das ,erlebnis dieser ,allgewalt4 ,in unwiderstehlichstem ,heben steigt der ,ball4 ,der ,mensch steht da1 festet seinen ,blick an den ,horizont4 ,er sieht den ,rand der ,glutkugel erscheinen1 in stetigstem ,vorrcken steigen und steigen4 ,so fremd1 so ferne und so bermchtig1 da zorniger ,wille ihn fassen kann1 den ,ball zu zwingen1 auf seiner ,bahn zu halten4 ,doch er mag den ganzen ,trotz seines ,menschentumes zusammennehmen1 er mag mit innerlichstem ,krampf dem ,gestirne die ,bahn verbieten3 in stetiger ,gewalt steigt es und steigt1 hebt es sich seinen ,weg4 ,zur ,ohnmacht wird der ,trotz1 zur ,kleinheit wird der ,wille vernichtet vor der ,menschliches verachtenden ,kraft des wirkenden ,gestirnes4 ,natur in ihrer ,allgewalt4 ,weit berragend irdisches ,ermessen4 ,sie steigt und steigt1 weil sie steigen will4 ,fast hhnend hebt sie sich empor1 hher und hher4 -- ,da sendet sie ihre ,blendkraft ins trotzende ,auge4 ,ein ,flammenberma3 und weggewendet kehrt sich der ,mensch in seine ,kleinheit4 ,zwei ,wesenheiten also begleiten den ,weg der ,sonne3 die ,gewalt ihres ,hebens2 die ,blendkraft ihres ,scheines4 ,stellt sich ein naturalistischer ,maler1 mit den so sehr ins ,engste beschrnkten ,mitteln seiner ,kunst1 diese ,erlebnisinhalte als ,aufgabe1 so greift er ins ,unmgliche4 ,niemals knnte naturnahe ,fassung dieses ,erleben auch nur im ,fernsten vermitteln4 ,nicht nur1 da die ,farben hier vllig versagen2 auch im ,formalen bleibt der runde ,ball die so viele ,bildversuche zum fast ,lcherlichen herniederziehende rote ,apfelsine81 die die ,welt wie eine ,laterne kleinen ,menschenwerkes kmmerlich erleuchtet4 ,hier sind ,schranken des ,materiales8 errichtet1 die von dessen engem ,vermgen gegenber allem naturhaft-,kosmischen beschmendsten ,bericht geben4 ,um wie viel reicher das unmittelbare ,erleben der ,natur ist1 als dessen ,darstellungsmglichkeit in jeder ,kunstart1 und wie vermessen daher1 in objektiv-naturalistischen ,darstellungen den ganzen ,kosmos8 begriffen zu glauben1 mag man an solchem ,beispiele erkennen4 ,doch wo selbst ,goethe an der ,schilderung vorbeigeht1 vom ,flammenberma betroffen81 wo selbst seine ,sprachkraft und ,sprachschpfung so sehr versagt3 ,sie tritt hervor6 -- und1 leider schon geblendet1 kehr ich mich weg1 vom ,augenschmerz durchdrungen81 wo er1 vom ,feuermeer umschlungen81 sich abwenden mu3 ,so bleibe denn die ,sonne mir im ,rcken82 da hat doch auch ,goethe wieder gefhlt1 da nur naturferne ,bildung1 die etwa die ,worte und ,gegebenheiten der ,sprache vllig vermeiden knnte1 diesem ,geschehen noch am ehesten gerecht zu werden vermchte4 ,ungeheures ,getse verkndet das ,herannahen der ,sonne48 ,und so knnte etwa das groe ,orchester der symphonischen ,gestaltung aus ungeheurem ,getse aller ,instrumente die ,glutkraft reinsten ,feuerscheines emporleuchten lassen in strahlenden ,fanfaren4 ,geht aber ,malerei an diese ,aufgabe1 so kann es niemals die einer naturnahen ,orientierung sein4 ,niemals htte selbst der ,lichtmaler8 ,rembrandt an dergleichen nur gedacht4 ,und so oft auch der ,sonnenfanatiker van ,gogh daran gedacht und die ,glut seiner ,farben daran versucht hat3 er mute scheitern4 ,denn er wollte die ,sonne als ,sonne1 als ,himmels-,krper8 malen2 und so schmolz sie ihm ,form und ,farben fort1 zerfra ihm ,auge und ,gehirn4 ,denn schon die rein quantitative bergre ihrer ,intensitt mute alles ins ,nichts zerschlagen1 was die ,palette oder die graphische ,form an ,kleingebilden in ,parallele stellen wollte4 ,da demgem der ,weg objekthaften ,darstellens der ueren ,gegebenheiten unmglich wird1 bleibt nur der andere ,weg der symbolhaften ,darstellung des inneren ,erlebnisses4 ,und hier wieder mu diesen ,symboltrgern bei einem ueren und inneren ,formate1 das in der ,proportion mglichen ,erlebens zu unserem ,auge steht1 die ,kraft gegeben werden1 mit den ,mitteln des ,sichtbaren so zu werken und zu wirken1 da zwanghaftes ,steigen und blendendstes ,sein sich vereinen4 ,hodler erstellt das ,symbol in nackten weiblichen ,figuren4 ,sie sind ihm gut1 sowohl die aktive ,kraft1 wie das passive ,erleiden zu tragen4 ,das zwanghafte ,steigen zu vermitteln1 verwendet er nun alle ,elemente naturferner ,gestaltung4 ,er ist dabei nun khner als in der ,eurhythmie84 ,um das ,zwanghafte der ,bewegung zu geben1 bindet er vorerst den ganzen ,komplex in die strksten ,fesseln4 ,zu sicherem ,verweilen fhrt die frontal gerichtete ,fnfzahl der ,figuren4 ,in strengste ,kompositionslinien ist sie gebunden4 ,die vertikale ,mittelfigur baut die ,achse des ,bildes4 ,von der dunklen ,horizontalen des unteren ,bodenstreifens nahe am ,bildrande ab fassen parallele ,bogenformen die ,komposition und binden sie zur ,mitte4 ,vom ,knie der ,linken mit leichtem ,heben in der ,mitte zum ,knie der ,rechten -- die ,horizontlinie des ,bodens -- die ,bahn der ,ellenbogen -- die ,linie der ,scheitel -- die ,begrenzung des ,himmels3 fnfmal wiederholt sich die ,fesselung in einen flachen ,bogen1 um die ,hhentendenz zu binden4 ,und viermal1 je zweimal von jeder ,seite binden die ,richtungslinien der ,arme und der ,kpfe den ,bau zur ,mitte4 ,so steht und bleibt ein ,gebude1 schon von hier aus als ,anordnung un-wirklich1 ber-wirklich1 jedes schlechthin naturalistisch ,gegebene des ,zusammenseins von fnf ,figuren weit negierend4 ,nachdem so die formale ,hlle gegeben ist1 fllt die inhaltliche ,konzeption den ,kern4 ,aus dem ,kreise der ,genossinnen hebt sich strahlend die ,mittlere empor4 ,sie ist das ,symbol der aufgehenden ,sonne4 ,unwiderstehlich soll ihr ,aufgang dem ,gefhle wirken4 ,denn wir haben gesehen1 da erstlich ihr ,streben nach oben das zwanghaft ,innerlichste1 gegen alle ,fesselung ,steigende sein mu2 und da sich zweitens mit diesem ,treibenden innersten ,mssens die strahlendste ,kraft1 die leuchtendste ,blendung vereinen soll4 ,so haben wir es so oft in ,wirklichkeit erlebt4 ,und im ,symbol soll dieses ,gefhl gestaltet werden1 das1 in diesen beiden ,komponenten1 als ,erinnerungssumme in uns ,allen lebt1 die wir so oft schon die ,sonne vom ,horizont in den ,himmel aufsteigen sahen4 ,zwanghafte ,lsung also vorerst aus festester ,bindung4 ,nun wird die fnffache ,bogen-,fesselung gefhlsmig lebendig4 ,und jede ,unwirklichkeit8 und jede ,unmglichkeit8 ist gestattet1 wenn sie die ,bindung verstrken1 die ,lsung unwiderstehlicher machen hilft4 ,so wird erstlich die ,fhrung der ,beine in die unterste ,bogenform eingezwungen4 ,gegen jede mgliche anatomische ,gestalt und gegen jede natrliche ,haltung werden die ,unterschenkel gebogen1 zum mglichst lckenlosen ,schlieen der ,reihung der ,kniee gebracht4 ,am deutlichsten und khnsten im linken ,unterschenkel der mittleren ,figur1 dem die ,vergewaltigung8 der ,form aufgezwungen wird1 damit er dem ,allgemeingefhle diene4 ,denn da der linke ,fu1 in natur-mglicher ,haltung1 durch sein ,vorstoen ber die ,bogenform diese ,bindung8 zerreien wrde1 wird er eben im ,gelenk gebrochen81 in die ,rund-,fhrung eingezwungen4 ,naturalistische ,anpassung wird dadurch gestrt4 ,man versuche jedoch1 diese so in den ,bogen gezwungene ,form nicht naturhaft1 sondern als ,symbolform der ,bindung zu sehen3 und sie wird mit der ,reihung der anderen zum ,sockel1 von dem aus die ,lsung der ,mittelfigur erfolgt4 ,denn ihr zwanghaftes sich ,heben kann nur dann stark und unwiderstehlich wirken1 wenn glaubhaft wird1 da sie trotz ,allem1 was sie fesseln will1 und gegen ,alles1 was sich mit flachlastender ,schwere an sie anhngt3 emporsteigt4 ,empor sich hebt1 als lste sie sich zur ,freiheit aus einer ,bindung1 die1 mag sie formal noch so gesichert erscheinen1 von ihr nie als ernstlich gefhlte1 als innerlich hindernde empfunden wurde2 sondern die in treibend-innerlichster ,selbstverstndlichkeit verlassen wird4 ,so hebt das rechte ,bein in stetem ,ziehen die ,figur empor1 so streckt der ,krper sich in seine ,vertikale1 so heben sich die beiden ,arme auf zum ,himmel1 so wendet ,zielgefhl die offenen ,flchen der ,hnde1 die einzeln vorsteigenden ,strahlenspitzen der ,finger nach oben1 so gibt ein berlegen-mheloses ,antlitz die unbedingte ,sicherheit3 sie steigt empor4 ,und um dann weiterhin das strahlend-,blendende zu geben1 hebt sie die beiden ,arme zu eckig-scharfem ,rahmen um den ,kopf4 ,denn gerundete ,fhrung wrde hier das herbe ,blendende der ,strahlung vllig schwchen4 ,so mu auch hier ,natur zur ,ausdruckskraft anatomisch unmglicher ,formung gezwungen werden4 ,die rechtwinklig-eckigen ,brechungen stechen im ,gefhle1 an ihnen prallt das ,nahende zurck1 so wie sich ,auge und ,gefhl des ,menschen vor strahlend hellem ,licht erschrocken wenden4 ,im ,blendungsbogen biegen sich die ,leiber der ,gefhrtinnen4 ,die nchsten ganz zurckgeschreckt1 gekrampft gewendet vor der ,flut des ,lichtes4 ,die weiteren in milder ,dmmerung2 vielleicht1 bejahend im ,gefhl1 der ,morgen links1 entsagend in der ,wendung1 rechts der ,abend4 ,so klingt im tiefer ,zurckgesetzten und im ,linderen der ,bewegung der ,randfiguren1 im ,runderen der ,fhrung ihrer ,gesten1 im ,dunkleren des ,tones und ,haar-,beschatteteren ihrer ,krper der ,donnerklang der ,mittelzone zu leiseren ,akkorden ab4 ,und also ist die ,aufgabe gelst1 ein ,bild erstellt1 das innerem ,gefhl lebendig wird4 ,zwanghaftes ,steigen und blendendstes ,sein erreicht4 ,der werdende ,tag1 die kommende ,sonne sind aufs ,intensivste1 und dennoch erlebnisfhig dem ,auge gestaltet4 -- ,sidenote3 ,abb4 #dj4 ,wer sich mit den ,vergewaltigungen8 des anatomisch-,richtigen im ,bild des ,tages8 nicht gleich befreunden mag1 dem sei als ,gegenbeispiel ein ,bild gezeigt1 das ,hodler drei ,jahre nach dem ,tag8 gemalt hat4 ,die ,wahrheit8 soll symbolmig gestaltet werden4 ,wenn es nun wahr ist1 da expressionistisches ,gestalten nicht an der ,wirklichkeit des ,seins1 sondern an der ,intensitt des inneren ,gefhles gemessen werden mu1 das die ,naturabweichungen erzwingt und mit dem ,treibenden seines ,gestaltungswillens erfllt1 so wird in diesem ,bereiche all ,das schlecht und ohne ,wert1 was eben diese ,zwangs-,intensitt vermissen lt4 ,die ,wahrheit8 hier1 die ,laster1 ,lug und ,trug vertreibt1 ist aus hnlichem ,gesamtgefhle geboren1 wie der ,tag84 ,auch hier soll strahlendes ,erleuchten die dunklen ,triebe scheuchen4 ,hier ist die ,siegfigur stehend gebildet4 ,aus dunklem ,kreis hebt sie sich hell ins ,licht4 ,doch lebt man sie nach1 fhlt man ihr auf den ,kern -- so bleibt sie lahm4 ,trotz ihrer anatomisch greren ,richtigkeit1 trotz des naturhaft ,mglicheren ihres ,baues1 bleibt sie gestellt und taub4 ,nichts ,treibendes1 nichts unwiderstehlich ,mitzwingendes hat ihr ,stehen oder ihre ,bewegung4 ,die ,geste der ,beine wie der ,arme wie des ,kopfes bleiben einfhlendem ,bestreben stumm und tot4 ,und auch die ,kurven der ,dunkelgestalten haben mehr naturalistisch-,wegeilendes als zwanghaft-,weggeschrecktes4 ,sie sind von ihren abgewandten ,vorderflchen her empfunden und gestaltet1 statt da die ,wahrheit8 sie im ,rcken trfe1 sie von sich stiee4 ,dies kann sie nicht1 weil sie in sich zu schwach ist1 zu wenig ,ausdruck ihrer selbst4 ,die ganze ,konzeption ist trocken1 das ganze ,werk erdacht mehr1 als erfhlt2 eine in der inneren ,energie des ,wirkens schwache ,stunde hat eine schwache ,expression geboren4 ,sieht man von hier auf die ,figur des ,tags8 zurck1 so wirkt diese doppelt stark4 ,vergleicht man bis ins ,einzelne die hnlichkeit der ,geste beider ,arme etwa1 so wird das ,intensive ihrer ,brechung gegen die ,lahmheit jener mglicheren8 ,armhaltung bei der ,wahrheit8 restlos klar4 ,und damit das ,prinzip4 ,je strker der ,trieb des inneren ,gefhles1 desto strkere ,vergewaltigungen kann er tragen2 wo bei schwcherem ,gefhle schon kleine ,wagnisse der ,umformung zu ,mibildungen werden4 -- ,es gehrt zum ,wesen der ,monumental-,kunst1 da ihr jenes ,pathos eignet1 das ,distanz erzwingt4 ,wo das intime ,kunstwerk dadurch definiert ist1 da es den ,erlebenden unmittelbar an sich heranlt1 ihm als ,lyrik unmittelbar ins ,herz spricht1 als ,kammermusik nahe in die ,ohren spielt1 als ,bild ihn mit in seinen ,rahmen nimmt2 da treibt ihn das ,monumentalwerk1 sei es als groes heroisches ,drama oder als ,symphonie oder als ,wandgemlde1 weit zurck1 auf da er aus weiterem ,abstande her die ,schwungkraft finde1 sich zu einer ,gre aufzurecken1 die dem ,eindruck standhlt4 ,um nun zu zeigen1 zu welcher ,gre natur-fernster ,monumentalitt1 zu welch weitesten ,allgemeingefhlen seltenster ,strke1 wie wir sie an ,hand naturalistischer ,bildformungen niemals wrden erleben knnen1 gerade die expressionistische ,gestaltungsgepflogenheit zu fhren vermag1 sei auch noch ein ,monumentalgemlde ,hodlers gebracht2 und zwar in -- fast grotesk wirkendem -- ,vergleiche zu einem ,bilde hnlichen ,themas1 das ,hodler noch in seiner naturalistischen ,frhzeit gemalt hat4 ,sidenote3 ,abb4 #da4 ,die ,reformatoren8 aus dem ,jahre #ahhd zeigen ,calvin im ,gesprche mit vier ,genossen im ,hofe der ,genfer ,hochschule4 ,in objektiv naturalistischer ,einstellung ist versucht1 die ,situation so zu geben1 wie sie sich zu ihrer ,zeit abgespielt haben mochte4 ,die ,szenerie und die ,kostme1 wohl auch das ,portrthafte1 werden aus alten ,urkunden oder von den noch heute bestehenden ,gegebenheiten hergenommen1 die ,raumanordnung und die ,zusammenstellung der ,figuren1 neben erst leise sich regenden kompositorischen ,prinzipien1 im ,unmittelbaren des naturalistischen ,bhnenbildes8 zu verlebendigen gesucht4 ,die ,gesten sind solche des naturalistischen ,nachdenkens1 ,horchens1 ,redens1 ,diskutierens1 und nur die lehrhaft abweisende rechte ,hand ,calvins versucht im schrfer ,schneidenden der ,fgung und im ,steileren ihrer ,haltung eine leise berbetonung zu erreichen4 ,doch trotz dieser ,details und trotz der geringen ,sonderung ,calvins von den ,genossen und trotz der ,variation in den ,gegenbewegungen der beiden ueren ,mnner1 bleibt die ,darstellung ein gestelltes ,bild1 das jeder berzeugungskraft ermangelt4 ,wer nichts von der ,geschichte8 wei1 dem sagt die ,darstellung nicht mehr1 als da fnf ,mnner miteinander diskutieren2 was eine herzlich gleichgltige ,angelegenheit bleibt4 ,da demgem erst die ,benennung dieses ,bildes den von ihm gemeinten ,sinn erklren mu1 da also1 was es sagen will1 nicht in ihm selber lebt und durch das rein ,sichtbare bereits erfllt wird1 ist es ein schlechtes8 ,bild4 ,denn dann erst wird ein ,bild in blem ,sinne zu dem1 was meist literarisch8 genannt wird1 wenn mit den ,mitteln der ,sprache erst eine ,geschichte8 erzhlt werden mu1 bevor man den vom ,bildinhalt gemeinten ,sinn erkennen kann4 ,dann eben ist dieser sachliche ,inhalt in seinem ,formalen nicht erfllt1 dann ist es kein ,bild8 mehr1 sondern wird ,illustration8 zu einem ,text1 der zum ,verstndnis des ,gemalten vorher bekannt sein mu4 ,dies mu sich jedes ,streiten darber1 ob ,sachinhalte8 betonter ,art in ,bildern berhaupt erlaubt8 sind1 stets vor ,augen halten4 ,sie sind als ,literarisches8 nur dann verboten81 wenn sie nicht in den ,farben und den ,lichtern1 in den ,figuren und deren ,gesten1 im ,formalen ihrer ,gestaltung und in der kompositionellen ,fassung unmittelbar visuell zu erleben sind2 sie sind aber nicht nur erlaubt81 sondern sogar1 je bedeutender1 ergreifender1 seltener sie sind1 desto inniger zu wnschen1 zu erstreben und zu pflegen1 wenn sie im ,sichtbaren des ,bildes restlos ihre ,erfllung finden4 -- ,fragt man aber1 wie etwa die auerordentlich starke ,gemtsbewegung1 die die ,probleme der ,reformation doch allen ,menschen brachten1 nun wirklich in ihrem ,rauschmigen gefhlserschtternd bildhaft zu fassen wre1 so wird die ,antwort wieder nur lauten knnen1 da diese ,fassung nur irgendwie im ,allgemeinsten1 ohne jede naturalistisch-berichtende ,erzhlung erfolgen knne2 in einer naturfernen ,gestaltung1 die symbolhaft erlebbar machen mte1 was als allgemeines1 groes ,grundgefhl den ,erlebenskomplex der ,reformation8 begleitet hat4 ,sidenote3 ,abb4 #db4 ,und so trgt auch die zweite ,fassung dieses ,themas1 die ,hodler eine volle ,generation nach der ersten1 im ,jahre #aiac1 gemalt hat1 nicht mehr den ,titel ,die ,reformatoren81 sondern3 ,reformation84 ,und auch diese ,namengebung ist noch zu eng1 und wohl nur eine ,kirchturms-,benennung der ,stadt ,hannover1 wo dieses ,bild den allzu kleinen ,rathaussaal zersprengt4 ,hodler selbst nannte es1 in innerlicher ,gemheit3 ,einmtigkeit84 ,denn da diese ,einigung auf ,einen ,schwur fr ,eine ,sache gerade den ,reformationsgedanken treffen mu1 ist nirgends ,bild-inhaltlich oder ,bild-formal erlebbar4 ,es knnte auch was immer sein3 es mu nur gro-bedeutend ,alle hier ergreifen und ergriffen haben4 ,ja es knnte selbst die schlechteste ,gesinnung1 es brauchte keineswegs ein ,schwur1 es kann ,verschwrung8 sein3 ob ,freiheit1 ,gleichheit1 ,liebe aller ,menschen2 ob ,raub und ,mord1 ,krieg1 ,niedertracht1 ,verrat1 blutigste ,rachsucht rufen3 es ist von rein visueller ,bild-,erfllung her nicht zu entscheiden4 ,nur ,eines ist gewi3 ,einmtigkeit6 ,mehr als ein halbes ,hundert weit berlebensgroer mnnlicher ,figuren4 ,und ,alle in dem gleichen ,tun des ,arm-,erhebens4 ,schon in der ,konzeption von bergroer ,kraft4 ,wenn wir nicht staunend an uns selbst1 an jedem ,baum erlebten1 wie stetig neu erzeugter ,zellenwuchs im ,treibenden des ,werdens und organischen ,gedeihens das ,kind zum ,groen wie das ,reis zur ,eiche werden lt2 wenn wir nicht wten1 und1 wenn auch in kleinerem ,mae1 von uns selbst her kennten1 wie eine tglich neue ,sammlung des ,gefhles auf ,einen ,punkt1 auf ,einen ,menschen1 auf ,eine ,sache die ,intensitt und ,flle unserer ,selbst zu ungeahnter ,strke fhren kann2 wenn wir nicht nacherlebend ahnten1 wie ,hodler hier1 von der ,idee entzndet1 aus ,kleinerem wachsend1 und tglich neu zu ,grerem sich rufend1 an jedem neuen ,mann sich neu gestrkt1 an jedem ,schwrenden emporgerissen hat3 wir wrden nicht ermessen knnen1 was hier an ,gre des ,gefhles1 an ,wurf des ,ganzen1 an intensivster ,form ,gestalt gewann4 ,das ,rufende des ,werkes ist so gro1 die ,wucht so einheitlich1 so berrennend1 da eine ,wort-,umschreibung kaum vonnten wird4 ,wie wenn man smtliche ,pedale einer ,orgel zum ,brausen eines ,einklangs trte1 auf dem sich dann ein arioser ,ruf kraftvoller ,frbung hher noch erhbe3 so steht hier vor der ,mauer der gedrngten ,leiber gefhlsgestoener ,genossen dieser ,eine1 den ,ruf des ,mutes ,aller in ,einem ,mut zu sammeln4 ,einmtigkeit soll aller ,gesten einziges ,leben sein4 ,so recken ,alle ihre ,arme hoch zum ,himmel1 bei ,allen gleich1 bei ,allen ,einer ,art4 ,das innere ,gefhl treibt von den ,sohlen aus die ,form in ihre ,richtung1 streckt sie im ,stoen1 lngt so ihre ,form4 ,so weist der ,arm nach oben1 beteuert so den ,schwur der ,herzen1 sichert die ,gesinnung4 ,doch da den ,vielen vorn ein ,fhrender erstanden ist1 dem sie sich anvertrauen1 so weisen aller ,hnde ,flchen auch nach vorn zu diesem1 bauen ihm einen ,zaun4 ,er aber steht als ,einziger erhht1 schon farblich als der ,strkste wirkend in einem dunkeln rtlich ,braun zwischen dem ,rot und ,gelb und dem ,orange der ,genossen4 ,die ,zange seiner berhhten ,beine fat in felsenstarkem ,griff den ,boden1 die ,geste seiner ,arme greift1 bei ihm als ,einzigem1 ins ,breite2 er hebt den linken ,arm zur ,horizontale1 schlgt ihn zum rechten hin zurck1 schwingt diesen rechten in breitem ,bogen aus3 vereinigt so der ,anderen ,rufen und leitet es in weitem ,schwung nach oben zum klar erstellten ,gipfel seines ,fingers4 ,was kaum mehr mglich schien1 wird so erreicht3 er hlt dem ,wogen stand1 er sammelt die ,gesinnung ,aller1 nimmt ihr ,gefhl in breitem ,strome auf1 verstrkt den ,chor1 reit ihn nochmals empor3 und berruft so die ,gemeinschaft mit einem ,klang von solcher ,mchtigkeit1 da wie im ,gipfelschlag das ,gefhl der ,einmtigkeit8 in expressionistischem ,schwunge in die ,hhen steigt4 -- ,schon von der theoretischen ,ableitung her mu es unwahrscheinlich scheinen1 da diese ,gestaltungsgepflogenheit des ,expressionismus eine in der modernen ,zeit zum erstenmal entdeckte8 und gepflegte sei4 ,denn die ,menschen haben sich in den wenigen ,jahrtausenden ihrer ,geschichte1 die wir berblicken1 im ,wesen ihrer ,art und ihres ,wirkens so auerordentlich wenig gendert1 da es schon von vornherein kaum denkbar scheint1 sie sollten eine so wesentliche ,kunstart erst in den heutigen ,tagen gefunden8 haben4 ,und in ,wirklichkeit haben ja auch alle jene ,zeiten1 die wir ,sturm und ,drang1 ,barock oder ,romantik oder ,hellenismus nennen mgen1 die spezifisch expressionistische ,schaffensart gepflegt4 ,der ,strkste1 der innerlich ,grte und ,ergriffenste dieser ,expressionisten in der europischen ,vergangenheit war ,matthias ,grnewald4 ,neben ihm wird zahm1 was alle anderen ,knstler dieser ,richtung geschaffen haben4 ,er stellt die hchsten ,anforderungen an die ,bereitschaft des ,nacherlebenden1 sich durch strkstes ,ergreifen innerlichen ,gefhles am weitesten von der ,naturform weg1 zu den natur-unmglichsten ,gebilden tragen zu lassen4 ,sein ,isenheimer ,altar1 gemalt um das ,jahr #aeaj1 mag uns als ,beispiel dienen4 ,und von dessen ,darstellungen wieder die ,kreuzigung und die ,auferstehung4 ,sidenote3 ,abb4 #dc4 ,die ,kreuzigung des ,isenheimer ,altares bringt von vornherein in grten ,dimensionen durchaus un-einheitliche und willkrliche8 ,proportionen4 ,fnfmal wechselt der ,mastab der ,figuren in dem ,einen ,bilde4 ,vom ,christus in der ,mitte zum ,tufer rechts1 zu ,johannes und ,maria links1 zur ,magdalena zu ,fen des ,kreuzesstammes1 zum ,lamme3 in andauernd wechselndem1 andauernd verringertem ,mastab ist die ,grenproportion der ,figuren gebracht4 ,denn ,grnewald ist es um den ,ausdruck einer innerseelischen ,vision zu tun1 und diese ist ihm eben so erschienen1 da in fnffach gestufter ,folge die ,figuren vor ihm erstanden4 ,die mchtigste von allen1 doppelt und dreimal grer als die anderen1 ist die ,gestalt ,christi4 ,die naturhaft gegebenen ,merkmale eines gekreuzigten ,menschen sind zur strksten ,intensivierung hin erhht4 ,grnewald bringt sie nicht so1 wie sie sich dem beobachtenden ,auge des ,naturalisten zeigen2 er gleicht sie nicht aus1 wie idealistische ,gesinnung es so oft tat2 sondern er berhht sie1 erhitzt sie1 kerbt sie doppelt1 dreifach und vielfach4 ,an die obere ,flche des ,kreuzesbalkens1 den die ziehende ,last nach unten biegt1 greifen die ,arme1 hochgezwungen1 ins berweite hingespannt2 der ,riesenleib hngt an ihnen1 nicht gesttzt durch das zu tiefe ,fubrett1 sondern nur schmerzvoll sich anstemmend gegen den durch die beiden ,fe gehmmerten ,nagel4 ,diese ,fe schwellen ins ,ungeme auf1 wellen ihre ,formen zum ,ausdruck strksten ,schmerzes4 ,die ,beine winden ihre ,bahn nach oben1 lebendig zgig streicht ,gewaltgefhl durch ihre ,form1 drosselt und wirbelt den ,kraftstrom im ,gelenk1 baucht sich in ,oberschenkeln und ,hften zu weitem ,bogen aus4 ,dann ist es1 als schlrfte ungemessener ,schmerz an schwchster ,leibesstelle1 zwischen ,rippenrand und ,hften1 die ,seiten ein1 da das ,gefhl herdroht1 als risse gar der ,unterkrper hier lastend ab4 ,auf die ihren ,kontur weit ausstoende ,brust hngt dann der ,kopf herab1 als risse auch er wieder im ,fallen aus den ,schultern4 ,und ber aufgehhte ,muskelberge und durch tiefe ,sehnengruben drngt das ,gefhl im ,auftrieb durch die beiden ,arme1 steigt wellend1 wogend auf zu den gespreizten ,hnden1 die mit dem ,intensivsten innerlich getriebener ,form ihr ,leid und ,leiden1 ,grnewalds ,verzweiflung ber diese ,tat1 zum ,himmel schreien4 ,und neben der ,figur dieses berheilands1 sein fahles ,grnlichgrau vor dunklem1 weitem ,himmel mit gellend roten ,farben links und rechts begleitend1 stehen die ,figuren des ,restes seiner ,gemeinde4 ,rechts der ,tufer4 ,wie ,pfhle stoen seine ,beine stumpf den ,boden1 wie einen unbewegten ,klotz tragen sie ,leib und ,kopf3 der ganze ,krper des ,johannes ist nur der ,sprungblock fr den rechten ,arm4 ,wie explodierend aus der ,hlle1 so stt der ,ellenbogen vor1 so bumen ,unterarm und ,hand sich auf den ,christus zu3 denn er1 der ,tufer1 ist es1 der wei1 was hier geschah1 da hier das grte ,unheil1 das ein ,glubiger erdenken kann1 zur ,tat geworden ist4 ,und um dies ,unheil aller ,welt zu weisen1 und um1 trotz allem1 aller ,welt zu rufen1 da ,dieser hier zum ,weltenherrscher wachsen wird1 zeigt diese ,hand4 ,und wie vom innersten ,gefhle aus1 vom ,herzen ,grnewalds gestoen und getrieben1 die ,form hier wird1 die ,form der ,hand1 da spannt es ihr im ,zeigen den ,daumen zum ,zerreien ab1 da treibt es ihr im ,weisen den ,zeige-,finger zeugend zu ber-groer ,lnge aus3 da ber-treibt es diese ,form1 gestoen vom ,gefhle her1 zum ,ausdrucks-,zeiger1 da intensiviert es die naturalistische ,gestaltung zum naturhaft ganz un-mglichen1 expressionistisch ,ausdrucks-tragenden und ,ausdrucks-vermittelnden ,gebilde4 ,sidenote3 ,abb4 #dd4 ,nicht anders ist es auf der linken ,seite4 ,hier hat ,johannes sich der weigewandeten ,maria zugesellt1 der einzigen geruhigten ,figur des ,bildes4 ,doch ihre ,ruhe ist nicht die des ,lebens1 ist ,sterbens-,stille1 ,unlebendig-,sein4 ,in jhem ,winkel bricht sie in der ,hfte um1 zurck-geschlagen von dem1 was ihre ,augen sahen4 ,hinter der stillen ,totenmaske ihres ,angesichts ist alles ,leben starr geworden2 und nur die ,hnde halten lose noch den ,griff1 zu dem ,entsetzen sie zusammenschlug4 ,johannes packt sie an mit seiner ,linken1 als knnte dieser ,zangengriff sie retten1 sthnt ihr sein doppelt ,leid ins ,angesicht2 und lngt dann seinen rechten ,arm1 lngt ihn ins doppelt-berlange1 auf da er von seiner fernen schmalen rechten ,schulter aus zu ihrer rechten ,hfte fassen knne1 um ihr ,zusammenbrechen auf-zusttzen4 ,denn da hier ,form nicht ihren ,mastab an ,dem finden kann1 was wirklich8 ist1 da hier als ,ma der ,form auf ihre ,richtigkeit8 nur das ,gefhl gilt1 das sie treibt und zeugt1 das sie verzerrt1 verlngt1 verkrzt1 verdichtet oder lst1 so mu sie auch an dem ,gefhl allein gemessen werden1 das sie geboren hat4 ,sidenote3 ,abb4 #de4 ,sidenote3 ,abb4 #df4 ,und so auch ,magdalena4 ,aus ihrer ,verworfenheit ward sie geweckt1 gehoben durch ,ihn1 den ,einen1 ,einzigen1 den sie wahrhaft je geliebt4 ,ihn haben sie ans ,kreuz geschlagen1 ,ihn ihr genommen4 ,in ihrem malos fassungslosen ,schmerze um den ,geliebten schleppt sie sich ihm nach4 ,wie eine ,riesenschnecke kriecht ihr ,leib am ,boden1 schiebt sich das flssig in sich lebendige ,gewand hinzu4 ,aus diesem breiten1 saugend angesaugten ,sockel hebt sich ihr ,schmerz und ihre ,liebe auf zu ihm4 ,so wchst ihr in der ,sehnsucht auch ihr ,leib1 die ,glieder folgen in ihren ,maen diesem ,sehnen1 schwingen vom ,knieen an den ,bogen ihres ,leibes in doppelter ,erhhung zu den ,hften auf4 ,der ,ausdruck ihrer ,liebe schafft ihr so den ,sockel fr den ,schmerz1 den nun ,gesicht und ,hnde aufwrts rufen4 ,die ,arme strecken sich und lngen sich im ,winden1 ,gefhl treibt sie so nah wie mglich dem ,kreuzerhhten zu4 ,und wo der ,leib nun seine ,grenze findet1 dort ringt er aus verschrnkt-verkrampften ,hnden sich nochmals hoch1 dehnt seine ,form ins uerste1 lt bis ins letzte ,fingerglied die ,klage stoen1 die ,form von dem ,gefhl bis zum ,zerreienden des ,ausdrucks fllen4 -- ,so steht ein ,ganz-,gebilde da1 das weltenfern von jeder ,natur-,gemheit ist1 und dennoch schn84 ,schn fr denjenigen1 den das ,gefhl1 das aus den ,formen schreit1 erschttert und ergreift4 ,und damit dann bereichert4 ,was aber ,allgemeines daraus gefolgert werden kann1 ist doch1 da ein ,kunstgebilde nicht daran gebunden ist1 die ,formen der ,natur-,gegebenheit zu wiederholen4 ,sondern da es sich vom ,gefhle tragen lassen kann3 so wie zu still beruhigtem ,gestalten des ,allgemeinen2 so auch zu berhitzt-erhhtem brennender ,gefhle4 ,als letztes ,beispiel dieser ber-steigerten ,gestaltung sei noch die ,auferstehung des ,altares von ,isenheim gebracht4 ,sidenote3 ,abb4 #dg4 ,sidenote3 ,abb4 #dh4 ,in mehrfach gebrochener ,bahn fhrt ber den nach links hingestrzten ,krieger im ,vordergrunde1 die nach rechts hin strmende ,breite des ,leichentuches1 die wiederum nach links gewendeten ,beine des ,auferstehenden der ,weg zur ,zentralzone der ,konzeption1 zum ,oberkrper ,christi4 ,wie ein ,schuppentier in seinen ,panzer eingewachsen strzt der ,krieger im ,vordergrunde rcklings hin2 zu seiner ,linken strzt ein zweiter ihm auf seinen ,leib2 im ,hintergrunde zerschmettert sich ein dritter im ,vornberfallen seinen ,schdel selbst am ,boden4 -- ,aus breiter ,bahn des verlebendigt aufstreichenden ,tuches lsen sich die ,fe4 ,wie wenn das ,knochenskelett des ,menschen keinerlei ,grenzen der ,beweglichkeit kennte1 wie wenn es biegsam wre in seinen ,rhren1 wie zher ,stahl1 so schwingt der ,unterkrper ,christi von den ,spitzen der gelngten ,fe im ,doppelstrom nach links hin zu den ,hften auf1 biegt sich wie in innerer ,schnellkraft eines ,bogens auf zum ,kopf4 ,durch ,knie und ,hfte streicht wiederum der ,strom durchtreibenden ,gefhls1 als wre die ,form von kochender ,materie erfllt4 ,und wo das ,auge dreimal hin und her gerissen wurde auf seiner ,bahn das ,bild empor3 da richtet sich die ,brust jetzt in die ,vertikale1 hlt schwebend still und bleibt dem breiten ,blick4 ,und von den ,schultern aus treiben zwei ,bogen nach rechts und links1 biegen auch hier die ,arme gegen ihr ,skelett zu voller ,rundung auf1 breiten die flachen ,hnde auenwrts3 und geben so mit ,brust und ,schultern den gefaten ,rahmen fr beruhigt stilles ,sein4 ,aus allem ,sturm und ,drang der ,bildgestaltung steigt so zu ewiglich erlster ,stille des ,gefhles der ,erlserkopf empor4 ,gefat ins ,rund der weiten ,aureole1 vor still gestirntem ,himmel4 ,ins ,lichte lst die ,form des ,kopfs sich auf1 verschwimmt im ,schein1 so da das ,hchste1 ,letzte dieses ,bildes das stille1 breite ,schauen des ,erlsers1 des ,erlsten bleibt4 -- ,es drfte nicht notwendig sein1 mit ,grnewaldschen ,fingern darauf hinzuweisen1 wo hier allberall die ,formen der ,naturgegebenheiten zum ,ausdruck inneren ,gefhles umgezwungen sind4 ,denn dieser ,ausdruck ist bei ,grnewald von solcher ,strke1 von solch unwiderstehlicher ,gewalt des ,fassens1 da der ,beschauer in seine ,formenbahnen hineingerissen wird1 bevor er noch die ,zeit fand1 sie an ,naturgegebenheiten abzumessen4 ,so mag denn gerade die unmittelbare ,ausdruckskraft der ,bildgestaltung ,grnewalds erweisen1 wie das ,erleben allezeit und allerorten mehr und frher ist1 als jede ,lehre4 ,,schluss4 ,so drfte wohl von theoretischer wie von praktischer ,seite her klar geworden sein1 da es nicht etwa nur eine einzige mgliche und richtige8 ,gestaltungsgepflogenheit in den ,knsten gibt1 sondern da mehrere1 vllig gleichgeordnete und vllig gleichberechtigte ,gestaltungsweisen nebeneinander oder nacheinander zu konstatieren und anzuerkennen sind4 ,schlt man aus den tausendfachen ,mischformen der knstlerischen ,wirklichkeit die mglichst begriffsreinen ,typen heraus1 so findet man eben die besprochenen vier ,arten3 im naturnahen ,bezirk ,eine1 die naturalistische oder realistische ,kunstform2 im naturfernen ,bezirke die drei ,mglichkeiten permutativer1 idealistischer und expressionistischer ,vernderung der naturgegebenen ,gebilde4 -- ,nun bleiben aber noch zwei beraus wichtige ,fragen zu beantworten4 ,erstens die nach der spezifischen ,differenz81 auf ,grund deren man die in diese drei letzten ,gruppen gehrenden knstlerischen ,umformungen der ,naturgegebenheiten von anderen1 nicht-knstlerischen ,umformungen -- etwa von primitiv-kindlichen1 oder von zweckhaft-technischen1 oder von abrupt-zuflligen1 oder von nichtgekonnt-dilettantischen -- definitorisch unterscheiden kann4 ,und zweitens die nach dem ,werte1 den man dem einzelnen ,kunstwerke zuspricht4 ,beide ,fragen lassen sich eindeutig aus der ,definition des ,kunstwerkes beantworten1 die wir allen unseren bisherigen ,errterungen zugrunde gelegt haben4 ,scheut man vor sprachlicher ,schwerflligkeit nicht zurck1 um die zur ,fixierung des ,begriffes notwendigen ,merkmale alle in ,einem ,satze aufgezhlt zu haben1 so lautet diese ,definition endgltig folgendermaen3 ,ein ,kunstwerk ist ein von einem ,menschen aus einem ,gefhle heraus knstlich gemachtes ,gebilde1 das dieses ,gefhl trgt und das gleichzeitig imstande ist1 dieses ,gefhl auch einem anderen ,menschen zu vermitteln4 ,aus dieser ,definition folgt nun unmittelbar1 welche ,umformungen des naturgegebenen ,vorbildes in allen jenen ,fllen1 in denen kein naturalistisches ,kunstwerk erstellt werden soll1 zu den spezifisch knstlerischen zu rechnen sind3 denn nach dieser ,definition fhrt eine ,umformung der ,natur nur dann1 aber dann auch immer zu einem unnaturalistischen ,kunstwerk1 wenn sie auf ,grund eines ,gefhles erfolgt ist4 ,die nhere ,ableitung der diese naturfernen ,gefhle tragenden ,formen der ,gefhls-,symbole81 kann hier nicht erfolgen4 ,doch wird man1 wenn man die naturfernen ,kunstgebilde1 sei es ,michelangelos oder ,grnewalds1 in der ,erinnerung heraufzwingt oder neu in den ,blick nimmt1 unmittelbar erleben -- worauf wir auch mehrfach im ,text der ,analysen hingewiesen haben --1 da alle diese knstlerischen ,umformungen bei hingebender ,einfhlung ,gefhle in uns hervorrufen1 die spezifisch an ihnen hngen4 ,als derartige sachinhaltlose ,trger fr ,allgemeingefhle wurden sie dann in die ,formen der ,sach-,gegebenheiten eingearbeitet und konnten diese -- theoretisch gesprochen -- so weit verndern1 wie das ,erkennungsfeld8 reicht1 also die sachliche ,erkennbarkeit des ,dargestellten noch gewahrt wird4 ,damit ist auch gesagt1 wie sich alle ,form-,umbildungen knstlerischer ,art von den ,deformierungen infolge ,nicht-,knnens8 unterscheiden4 ,bei dieser zweiten ,klasse erfhrt das nachsprende ,gefhl deutlich das ,erlebnis eines ,ungeschickten1 eines ,gehemmten1 ,dilettantischen1 das nicht gewollt ist1 das hindernd8 mit dem ,sachkomplex verbunden ist1 das ,gefhl fesselnd8 oder strend8 begleitet2 im ersten ,falle der rein gefhlsmig-knstlerischen ,um-,formungen werden umgekehrt gerade vom ,allgemeingefhle des sachinhaltlich ,gebrachten her alle ,abweichungen1 eben als eingearbeitete echte ,gefhlssymbole1 aufs intensivste gefhlsverstrkend und erhhend lebendig4 ,damit ist nun bereits auch ein ,teil der zweiten1 der ,wert-,frage beantwortet4 ,fassen wir die obige ,definition des ,kunstwerkes kurz zusammen1 indem wir sagen3 ein ,kunstwerk ist ein knstlich gemachter ,trger fr ein ,gefhl3 so bietet diese ,definition zwei ,stellen1 die wertend ergriffen werden knnen4 ,erstens das knstlich gemacht84 ,voraussetzung zur ,herstellung eines knstlichen ,gebildes ist1 da man die ,technik8 beherrscht1 die zum ,resultate in gerade diesem ,kunstgebiete fhren soll3 da man auch1 rein ,hand-,werks-mig1 erstellen kann1 was man gefhlsmig erstellen will4 ,damit wird reichere ,erfahrung oft schon auf den ersten ,blick sehen oder hren1 ob diesem rein ,technischen das berdurchschnittlich-positive1 das allgemein-nullwertige oder das unterdurchschnittlich-negative ,prdikat zu verleihen sei3 also ob das ,bild1 die ,statue1 das ,bauwerk2 das ,lied1 die ,sonate1 die ,symphonie2 das ,gedicht1 der ,roman1 das ,drama2 der ,tanz oder die ,schauspielergeste2 bis zu ,schlittschuhlauf oder rhythmischer ,gymnastik hinunter3 gut oder schlecht gemacht8 sei4 ,gut8 oder schlecht8 sind also ,prdikate1 die der technischen ,beherrschung1 dem ,knnen innerhalb der betreffenden ,kunstart zugeschrieben werden4 ,nun bietet aber die oben gegebene ,definition des ,kunstwerkes noch eine zweite wertend angreifbare ,stelle3 ein ,kunstwerk ist ein knstlich gemachter ,trger fr ein ,gefhl4 ,da wir nun durchaus von der ,voraussetzung ausgegangen sind1 da der ,knstler ein ,mensch sei1 wie wir alle1 so mu fr uns auch das durch sein ,werk vermittelte ,gefhl durchaus aus dem ,bezirke jener ,gefhle stammen1 die wir aus unserem eigenen ,leben zumindest hnlich bereits kennen4 ,der ,knstler mag diese ,gefhle variieren1 erhhen1 vertiefen1 er mag von strkster ,phantasiebegabung her die ,fhigkeit besitzen1 ganz neue ,kombinationen dieser ,lebens-,gefhle einzufhren3 so wie sich keine ,form1 und wre sie die natur-fernste1 denken lt1 die nicht in ihrem letzten ,kerne auf die ,naturerfahrung zurckfhrbar sein mu2 so ist auch kein ,gefhl mglich1 dessen letzte ,komponenten oder ,keimzellen nicht aus den ,erfahrungen des gewhnlichen ,lebens8 stammen4 ,damit wird aber die ,wertung der im ,kunstwerke gebrachten ,gefhle auf die ,wert-,skala zurckgefhrt1 die wir auch im gewhnlichen ,leben8 ,gefhlen gegenber immer anwenden1 und neue spezifisch sthetische8 ,wert-,prinzipien8 werden berflssig4 ,das im ,kunstwerke gebrachte ,gefhl ist damit aber wiederum durchaus von der seelisch-geistigen ,bedeutung8 abhngig1 die der ,knstler als ,mensch besitzt4 ,fragen wir nun weiter nach den ,gesichtspunkten1 unter denen wir die ,gefhle der gewhnlichen ,menschen8 werten1 so finden wir1 da wir dies nach ihrer ,seltenheit81 sei es an ,art oder ,intensitt oder ,tiefe1 tun1 in der sie ber die allgemein-durchschnittlichen1 allen ,menschen mehr oder minder eignenden banalen8 ,lebensgefhle hinausgehen4 ,und so ist es denn auch bei den ,kunstwerks-,gefhlen4 ,ein ,knstler mag also die ,technik8 seiner ,kunstart noch so gut beherrschen1 er mag artistisch8 noch so viel knnen81 das ,kunstwerk mag also rein technisch noch so gut8 sein3 wenn uns der ,knstler rein als ,mensch81 -- und damit das von ihm erstellte ,kunstwerk -- keine ,gefhle mitzuteilen8 hat1 die ber den ,durchschnitts-,komplex1 den wir selbst alle auch besitzen1 sichtlich hinausgehen1 so kann das ,kunstwerk fr uns keinen ,erlebens-,wert des ihm zugrunde liegenden1 von ihm vermittelten ,gefhles besitzen4 ,es wird dann eben ein gutes81 aber ein banales8 ,werk4 ,so geht denn neben der rein technischen ,wertung von gut8 und schlecht8 die rein sthetische ,wertung nebenher1 die von bedeutend8 oder unbedeutend81 von wertvoll8 oder wertlos8 fr das ,erleben1 oder1 wie man meist sagt1 von schn8 oder hlich8 spricht4 ,diese ,wertung aber gibt den ,ausschlag4 ,und von dieser ,einstellung aus schreiben wir dann den knstlich vermittelten ,gefhlen81 und damit deren ,trgern1 den ,kunstwerken8 die ,vorzeichen des bereichernd-positiven3 ,schnen81 unbewegt-lassend-nullwertigen3 ,gleichgltigen81 oder strend-negativen3 ,hlichen8 zu4 ,so mu man also bei der ,wertung8 eines ,kunstwerkes scharf die beiden ,wertungspaare unterscheiden3 ein ,kunstwerk ist dann gut8 oder schlecht81 wenn es eine ,beherrschung oder ,nichtbeherrschung des rein ,technischen seiner ,kunstart zeigt2 und ein ,kunstwerk ist dann wertvoll83 gleich schn81 oder wertlos83 gleich banal81 oder abstoend83 gleich hlich81 wenn es uns ein ,gefhl vermittelt1 das uns bereichert1 gleichgltig lt oder zur ,abwehr strt4 -- ,gesagt sei nur noch -- ohne hier den exakten ,nachweis zu fhren --1 da ber die technische ,gte8 oder ,schlechtheit8 eines ,kunstwerkes1 sowie ber die ,art1 die ,zugehrigkeit8 des in ihm gebrachten ,gefhles unter ,erfahrenen kein dauernder ,streit sein kann1 sondern da hier unbedingte ,einigkeit herstellbar sein mu und auch herstellbar ist2 da aber ber den ,wert des gebrachten ,gefhles niemals ,einigkeit ,aller herstellbar sein kann4 ,denn dieser ,wert ist ein ,bereicherungs-,wert3 er hngt also als ,verhltnis-,gre8 nicht nur von der neuen ,einnahme8 ab1 sondern1 wie jede ,einnahme1 in ihrem ,zuwachs-,wert ebenso auch von dem bereits vorhandenen seelischen ,besitz81 von dem bereits frher erworbenen gefhlsmigen ,vermgen84 ,so wie die ,grenznutzentheorie8 in der ,soziologie feststellt1 da die subjektive ,wertschtzung eines wirtschaftlichen ,gutes um so geringer wird1 je mehr von derselben ,art sich bereits im ,besitze desselben ,wirtschaftssubjektes befindet82 so kann ein und dasselbe ,gefhlserlebnis fr den bereits seelisch reichen ,menschen nichts1 fr den seelisch noch armen ,alles bedeuten4 ,und umgekehrt kann oft ein erschtternd-groes ,gefhlserlebnis von dem bedeutenden ,menschen kraft seiner eigenen rein menschlichen ,bedeutung auch erfat1 aufgenommen und dann als uerst wertvoll empfunden werden2 whrend ein weniger bedeutender ,mensch die ,gre und ,seltenheit jenes ,gefhles zuweilen gar nicht zu erkennen1 damit berhaupt nicht zu erleben1 also auch nicht zu werten8 vermag4 ,so erweist sich der ,gefhls-,gehalt des ,kunstwerkes als ein absoluter82 der sthetische ,wert aber1 der ihm von den verschiedenen ,erlebenden zugesprochen wird1 als durchaus relativ84 ,dennoch stellt sich bei weiterer ,betrachtung diese ,relativitt des sthetischen ,werturteiles als nicht so vllig anarchisch8 heraus1 wie es nach dem eben ,erluterten den ,anschein hat4 ,denn die ,menschen des gleichen ,kulturkreises oder nicht zu weit entfernter ,kulturkreise sammeln sich doch wieder auf ,grund hnlicher ,erziehung1 hnlicher ,einflsse1 hnlicher ,vorerlebnisse1 kurz hnlichen geographischen und geistigen ,milieus in ,gruppen1 denen gleichsam vergleichbar-hnlicher seelischer ,vor-,besitz eignet4 ,so wird das sthetische ,werturteil zum ,gruppen-,urteil1 das von enger oder weiter umzirkten ,gemeinschaften in hnlicher ,gleichheit den ,kunstwerken gegenber gefllt wird1 wie jene auch den ,lebens-inhalten gegenber gruppenmig hnlich reagieren4 ,gleichwohl wrde sich1 wollte man immer in die letzten ,feinheiten des ,persnlichen8 eindringen1 auch immer wieder die unbedingte ,relativitt des sthetischen ,werturteiles feststellen lassen4 99 99 99 99 99 ,so liegt denn alles daran1 den ,glauben an die ,eine81 an die absolute8 ,schnheit in der ,kunstentwicklung aufzugeben2 und zu erkennen1 da es im ,bewutseinsleben des ,menschen wenige ,dinge gibt1 die in so hohem ,grade relativ sind1 wie gerade diese ,schnheit84 ,denn da das ,kunstwerk ein knstlicher ,vermittler fr ,gefhle8 ist1 sind so viele ,schnheiten8 denkbar und erlebbar1 wie es eben fr den ,einzelnen oder fr die ,gemeinschaft wertvolle ,gefhle gibt4 ,und mag selbst fr den ,einzelnen in der kurzen ,dauer ,einer ,lebenszeit wirklich auch ,ein ,gefhl das bevorzugte bleiben -- obzwar selbst ,das bei der weitaus grten ,zahl der ,menschen nicht der ,fall ist --1 so mu doch allgemeine ,betrachtung feststellen1 da innerhalb der verschiedenen ,gruppen im ,wechsel der ,zeiten und ,jahrhunderte eben dieses bevorzugte ,gefhl andauernd seinen ,charakter ndert4 ,gerade die psychologische ,stilgeschichte8 -- die ,geschichte des beliebtesten8 ,allgemeingefhles in einer begrenzten ,zeitspanne -- grndet ja hierauf ihre innere ,berechtigung4 ,auf ,grund der ,kenntnis dieses ,stilwandels als ,gefhlswechsels und damit des ,formenwandels der knstlichen ,trger8 dieser ,gefhle1 eben der ,kunstwerke -- also durchaus a posteriori -- war es ja auch erst mglich1 in begrifflicher ,formulierung des idealen ,prozesses8 die vier wesentlich verschiedenen ,formausbildungen theoretisch8 nachzukonstruieren2 und damit die vier berhaupt mglichen8 ,gefhls-,klassen1 also ,stil-,arten1 innerhalb der ,knste gruppenmig fest zu umgrenzen4 ,und wir sind damit verpflichtet1 unsere ,erlebensbereitschaft im ,laufe der ,jahrhunderte in durchaus gleicher ,weise den naturalistischen1 den permutativen1 den idealistischen und den expressionistischen ,kunstformungen offen zu halten4 -- ,nun gibt es aber unter den hundertfach verschiedenen ,mglichkeiten1 zu den ,inhalten dieser ,welt und dieses ,lebens ,stellung zu nehmen1 auch jenes ,gegensatz-,paar1 das die ,dinge und ,vorgnge dieses ,daseins einmal als ,gewordene und dann wieder als ,werdende auffat4 ,fassen wir die ,kunstwerke1 die wir berhaupt kennen1 als ,gewordene1 als ,fertige1 als ,bleibende auf1 so mssen wir uns so einstellen und so entscheiden1 wie wir es bisher getan haben4 ,vor den ,augen der ,geschichte8 sind die verschiedenen ,stil-,ausformungen gleichberechtigt1 wie sie die ,orientierung der jeweiligen ,gemeinschaft im ,wechsel der ,zeiten entstehen lt und als gerade bevorzugte pflegt4 ,sowie wir also ,kunst-,geschichte treiben oder sobald wir als ,kunsthungrige hinter die ,erlebnisse des gegenwrtigen ,tages in die ,vergangenheit zurckgehen1 mssen wir die grte ,beweglichkeit der ,einstellung walten lassen und mit jenen ,mastben messen1 die die jeweiligen ,zeiten im ,wechsel der ,generationen bereit halten und verteilen4 ,wer historischen ,kunstwerken wirklich innerlich gerecht werden will1 der mu eben imstande sein1 gleichsam mit den verschiedenen ,zeiten auch seinen persnlich-eigenwilligen individuellen ,charakter zu ndern und jeweils zu verleugnen1 was er vorher noch erstrebt und angebetet hatte4 ,anders wird es aber1 wenn wir uns nicht mehr auf die ,kunstwerke als ,gewordene1 historisch ,fertige einstellen1 sondern wenn wir die werdende ,kunst unserer eigenen ,tage miterleben4 ,hier kann es natrlich nur ,ein gerade erstrebtes ,gefhl der ,gemeinschaft1 also nur ,eine gerade gesuchte ,schnheit8 geben4 ,denn im ewigen ,flu der ,entwicklung hat1 vom ,tage aus betrachtet1 nur das jeweils eben ,lebendige recht4 ,so sehr also fr alle historische ,betrachtung die ,erfahrung die ,mutter der ,weisheit1 und weiteste ,toleranz dann deren ,tochter ist2 so sehr darf dagegen kmpferische ,einseitigkeit die ,kunstpolitik8 des ,tages lenken und begleiten4 ,hier wird die seelische ,einstellung aller derer1 die den ,sinn des ,lebens in der ,entwicklung sehen1 die zu hemmen ein ,verbrechen an eben diesem ,sinn des ,lebens ist1 keineswegs jene ,toleranz bettigen drfen1 die der reife ,stolz des ,erfahrenen ist4 ,sondern gegen jeden ,versuch jener klebend ,konservativen1 jener geistig ,trgen1 die immer wieder gerade mit ihrer ,generation den ,gipfel und hchsten ,entwicklungspunkt erreicht zu haben glauben und behaupten -- und deren ,hemmungs-,gewalten ja doch niemals diese ,weiterentwicklung aufzuhalten vermgen1 sondern immer wieder nur zu lebenzerstrenden gewaltsamen ,revolutionen fhren -- mu das gesunde ,lebendige das ,recht des ,tages immer wieder fordern und erkmpfen4 ,kampf aber bedingt ,einseitigkeit1 fixierende ,isolierung ,eines ,zieles1 ,beschrnkung aus der ,relativitt auf ,eine postulierte ,absolutheit84 ,und so werden wir von dieser ,einstellung auf ,werdendes des ,tages aus sagen mssen3 mgen auch mehrere ,kunstarten historisch und psychologisch mglich und wirklich und berechtigt sein3 fr die eben lebende ,generation ist immer nur ,eine die ,einzige zu ,erstrebende1 die ,einzige zu ,erkmpfende1 ist ,eine die ,absolute4 ,fragt man nun1 welche dies aber fr uns heute lebende ,menschen wre1 so kann die ,antwort kaum zweifelhaft sein4 ,nach zwei ,generationen naturalistischer ,kunstbung seit der ,mitte des vorigen ,jahrhunderts ist unser ,erleben gegen naturalistische ,gefhle vllig abgestumpft4 ,wir haben so viel dieses ,gutes8 aufgenommen und im ,besitze1 da seine ,wertschtzung8 fast schon in ,ablehnung umgeschlagen ist4 ,weitere ,pflege der naturalistischen ,kunstbung scheint also nach der seelischen ,grenznutzentheorie8 vllig ausgeschlossen4 -- ,die idealistische ,gestaltungsgepflogenheit dagegen scheint wieder von anderer ,seite her vllig unmglich4 ,die deutsche bildende ,kunst ist von der ,renaissancezeit an bis weit in die ,mitte des neunzehnten ,jahrhunderts hinein1 also seit mehr als dreihundert ,jahren1 durch die falsche1 weil vllig milieu-ungeme ,einstellung auf idealistisch-klassizistische ,gestaltungsgepflogenheit so vllig verdet worden1 dem rckschauenden ,blick bietet sich hier ein so grliches ,trmmerfeld vergeblichen ,bemhens1 gescheiterter ,existenzen1 verwsteter ,gesinnung1 da es vllig unmglich scheint1 einen idealistischen ,stil fr die kommende ,generation zu erwarten1 auch nur zu wnschen4 -- ,so bleibt die expressionistische ,gestaltungsgepflogenheit als die letzte1 die einzige brig4 ,mag sie heute noch im ,sturm der ,zeugung unreife ,formen gebren1 wankende ,gebilde erstellen1 die ,wege nach vorerst noch schiefen oder falschen ,richtungen roden1 in ,kubismus und ,futurismus selbst in zukunftslosen ,sackgassen sich festrennen3 die ,richtung ist gewiesen1 das ,ziel gestellt und gegeben3 in aktiver ,auswirkung des ,gefhles zur ,intensivierung der ,naturformen zu schreiten1 die ,natur zu berrufen1 ,kraft zu bauen1 ,symphonien tnen zu lassen1 ,dramen zu errichten1 ,bildkomplexe zu erstellen1 die die ,naturgebilde nur als ,sockel fr den strksten ,schwung in hchste ,phantasiebereiche nutzen4 ,,abbildungen ,einige ,formulierungen und ,bildanalysen dieser ,schrift hat der ,verfasser seinem greren ,werke ,die ,malerei im neunzehnten ,jahrhundert8 entnommen1 das im ,herbst #aiai im ,verlage von ,paul ,cassirer in ,berlin erschienen ist4 ,illustration3 ,abb4 #a ,drer ,vier ,tierstudien ,illustration3 ,abb4 #b ,drer ,hirschkfer ,illustration3 ,abb4 #c ,drer ,junger ,feldhase ,illustration3 ,abb4 #d ,leibl ,drei ,frauen in der ,kirche ,mit ,genehmigung von ,j4 ,j4 ,weber in ,leipzig ,illustration3 ,abb4 #e ,leibl ,dorfpolitiker ,mit ,genehmigung der ,photographischen ,gesellschaft in ,berlin-,charlottenburg ,illustration3 ,abb4 #f ,leibl ,miederstudie ,mit ,genehmigung der ,photographischen ,gesellschaft in ,berlin-,charlottenburg ,illustration3 ,abb4 #g ,rembrandt ,frau des ,tobias mit der ,ziege ,illustration3 ,abb4 #h ,rembrandt ,jacobs ,segen ,illustration3 ,abb4 #i ,rembrandt ,jacobs ,segen 7,teil7 ,illustration3 ,abb4 #aj ,rembrandt ,david vor ,saul ,illustration3 ,abb4 #aa ,rembrandt ,tobias und seine ,frau ,illustration3 ,abb4 #ab ,bcklin ,gefilde der ,seligen ,mit ,genehmigung der ,photographischen ,gesellschaft in ,berlin-,charlottenburg ,illustration3 ,abb4 #ac ,bcklin ,triton und ,nerede ,mit ,genehmigung der ,photographischen ,union in ,mnchen ,illustration3 ,abb4 #ad ,bcklin ,die ,pest ,mit ,genehmigung der ,photographischen ,union in ,mnchen ,illustration3 ,abb4 #ae ,klinger ,tod auf den ,schienen 7,vom ,tode ,i1 #h7 ,verlag von ,amsler ,ruthardt1 ,berlin ,illustration3 ,abb4 #af ,brueghel d4 4 ,fall der ,engel ,illustration3 ,abb4 #ag ,idolino ,illustration3 ,abb4 #ah ,michelangelo ,der ,morgen4 ,vom ,grabmal ,lorenzos ,illustration3 ,abb4 #ai ,grabmal der ,hegeso1 ,athen ,illustration3 ,abb4 #bj ,orpheusrelief ,illustration3 ,abb4 #ba ,michelangelo ,erschaffung ,evas ,illustration3 ,abb4 #bb ,michelangelo ,erschaffung ,adams ,illustration3 ,abb4 #bc ,drer ,das groe ,rasenstck ,illustration3 ,abb4 #bd ,grnewald ,isenheimer ,altar4 ,antonius und ,paulus in der ,wste4 ,teilstck ,illustration3 ,abb4 #be ,drer ,hndestudie ,illustration3 ,abb4 #bf ,michelangelo ,teilstck aus der ,erschaffung ,adams ,illustration3 ,abb4 #bg ,grnewald ,teilstck aus der ,kreuzigung ,illustration3 ,abb4 #bh ,drer ,baumeister ,hieronymus 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,die ,einmtigkeit 7,die ,reformation7 ,mit ,genehmigung des ,verlags ,rascher ,co41 ,zrich ,illustration3 ,abb4 #dc ,grnewald ,isenheimer ,altar4 ,kreuzigung ,illustration3 ,abb4 #dd ,grnewald ,isenheimer ,altar ,teilstck3 ,johannes und ,maria ,illustration3 ,abb4 #de ,grnewald ,isenheimer ,altar4 ,teilstck3 ,magdalena ,illustration3 ,abb4 #df ,grnewald ,isenheimer ,altar ,teilstck3 ,magdalena ,illustration3 ,abb4 #dg ,grnewald ,isenheimer ,altar ,himmelfahrt ,christi ,illustration3 ,abb4 #dh ,grnewald ,isenheimer ,altar ,himmelfahrt ,teilstck ,druck von ,ernst ,hedrich ,nachf41 ,g4 ,m4 ,b4 ,h41 ,leipzig