,this text has been derived from ,,html files at ,projekt ,gutenberg - ,,de 7http3_/_/www4gutenberg#bjjj4;de_/nietzs che_/menschli_/#j;inhalt4htm71 prepared by juergenredestb4es4 ,menschliches1 ,allzumenschliches ,ein ,buch fr freie ,geister ,friedrich ,nietzsche ,inhalt ,an ,stelle einer ,vorrede ,von den ersten und letzten ,dingen ,zur ,geschichte der moralischen ,empfindungen ,das religise ,leben ,aus der ,seele der ,knstler und ,schriftsteller ,anzeichen hherer und niederer ,cultur ,der ,mensch im ,verkehr ,weib und ,kind ,ein ,blick auf den ,staat ,der ,mensch mit sich allein ,ein ,nachspiel ,menschliches1 ,allzumenschliches4 ,ein ,buch fr freie ,geister ,erster ,band ,an ,stelle einer ,vorrede4 - eine ,zeit lang erwog ich die verschiedenen ,beschftigungen1 denen sich die ,menschen in diesem ,leben berlassen und machte den ,versuch1 die beste von ihnen auszuwhlen4 ,aber es thut nicht noth1 hier zu erzhlen1 auf was fr ,gedanken ich dabei kam3 genug1 dass fr meinen ,theil mir ,nichts besser erschien1 als wenn ich streng bei meinem ,vorhaben verbliebe1 das heisst3 wenn ich die ganze ,frist des ,lebens darauf verwendete1 meine ,vernunft auszubilden und den ,spuren der ,wahrheit in der ,art und ,weise1 welche ich mir vorgesetzt hatte1 nachzugehen4 ,denn die ,frchte1 welche ich auf diesem ,wege schon gekostet hatte1 waren der ,art1 dass nach meinem ,urtheile in diesem ,leben nichts ,angenehmeres1 nichts ,unschuldigeres gefunden werden kann2 zudem liess mich jeder ,tag1 seit ich jene ,art der ,betrachtung zu ,hlfe nahm1 etwas ,neues entdecken1 das immer von einigem ,gewichte und durchaus nicht allgemein bekannt war4 ,da wurde endlich meine ,seele so voll von ,freudigkeit1 dass alle brigen ,dinge ihr ,nichts mehr anthun konnten4 ,aus dem ,lateinischen des ,cartesius4 ,vorrede4 #a4 ,es ist mir oft genug und immer mit grossem ,befremden ausgedrckt worden1 dass es etwas ,gemeinsames und ,auszeichnendes an allen meinen ,schriften gbe1 von der ,geburt der ,tragdie an bis zum letzthin verffentlichten ,vorspiel einer ,philosophie der ,zukunft3 sie enthielten allesammt1 hat man mir gesagt1 ,schlingen und ,netze fr unvorsichtige ,vgel und beinahe eine bestndige unvermerkte ,aufforderung zur ,umkehrung gewohnter ,werthschtzungen und geschtzter ,gewohnheiten4 ,wie8 ,alles nur - menschlich-allzumenschlich8 ,mit diesem ,seufzer komme man aus meinen ,schriften heraus1 nicht ohne eine ,art ,scheu und ,misstrauen selbst gegen die ,moral1 ja nicht bel versucht und ermuthigt1 einmal den ,frsprecher der schlimmsten ,dinge zu machen3 wie als ob sie vielleicht nur die bestverleumdeten seien8 ,man hat meine ,schriften eine ,schule des ,verdachts genannt1 noch mehr der ,verachtung1 glcklicherweise auch des ,muthes1 ja der ,verwegenheit4 ,in der ,that1 ich selbst glaube nicht1 dass jemals jemand mit einem gleich tiefen ,verdachte in die ,welt gesehn hat1 und nicht nur als gelegentlicher ,anwalt des ,teufels1 sondern ebenso sehr1 theologisch zu reden1 als ,feind und ,vorforderer ,gottes2 und wer etwas von den ,folgen errth1 die in jedem tiefen ,verdachte liegen1 etwas von den ,frsten und ,aengsten der ,vereinsamung1 zu denen jede unbedingte ,verschiedenheit des ,blicks den mit ihr ,behafteten verurtheilt1 wird auch verstehn1 wie oft ich zur ,erholung von mir1 gleichsam zum zeitweiligen ,selbstvergessen1 irgendwo unterzutreten suchte - in irgend einer ,verehrung oder ,feindschaft oder ,wissenschaftlichkeit oder ,leichtfertigkeit oder ,dummheit2 auch warum ich1 wo ich nicht fand1 was ich brauchte1 es mir knstlich erzwingen1 zurecht flschen1 zurecht dichten musste 7- und was haben ,dichter je ,anderes gethan8 und wozu wre alle ,kunst in der ,welt da874 ,was ich aber immer wieder am nthigsten brauchte1 zu meiner ,kur und ,selbst-,wiederherstellung1 das war der ,glaube1 nicht dergestalt einzeln zu sein1 einzeln zu sehn1 - ein zauberhafter ,argwohn von ,verwandtschaft und ,gleichheit in ,auge und ,begierde1 ein ,ausruhen im ,vertrauen der ,freundschaft1 eine ,blindheit zu ,zweien ohne ,verdacht und ,fragezeichen1 ein ,genuss an ,vordergrnden1 ,oberflchen1 ,nahem1 ,nchstem1 an ,allem1 was ,farbe1 ,haut und ,scheinbarkeit hat4 ,vielleicht1 dass man mir in diesem ,betrachte mancherlei ,kunst1 mancherlei feinere ,falschmnzerei vorrcken knnte3 zum ,beispiel1 dass ich wissentlich-willentlich die ,augen vor ,schopenhauer's blindem ,willen zur ,moral zugemacht htte1 zu einer ,zeit1 wo ich ber ,moral schon hellsichtig genug war2 insgleichen dass ich mich ber ,richard ,wagner's unheilbare ,romantik betrogen htte1 wie als ob sie ein ,anfang und nicht ein ,ende sei2 insgleichen ber die ,griechen1 insgleichen ber die ,deutschen und ihre ,zukunft - und es gbe vielleicht noch eine ganze lange ,liste solcher ,insgleichen8 - gesetzt aber1 dies ,alles wre wahr und mit gutem ,grunde mir vorgerckt1 was wisst ihr davon1 was knntet ihr davon wissen1 wie viel ,list der ,selbst-,erhaltung1 wie viel ,vernunft und hhere ,obhut in solchem ,selbst-,betruge enthalten ist1 - und wie viel ,falschheit mir noch noth hut1 damit ich mir immer wieder den ,luxus meiner ,wahrhaftigkeit gestatten darf8444 ,genug1 ich lebe noch2 und das ,leben ist nun einmal nicht von der ,moral ausgedacht3 es will ,tuschung1 es lebt von der ,tuschung444 aber nicht wahr8 da beginne ich bereits wieder und thue1 was ich immer gethan habe1 ich alter ,immoralist und ,vogelsteller - und rede unmoralisch1 aussermoralisch1 jenseits von ,gut und ,bse8 - #b4 - ,so habe ich denn einstmals1 als ich es nthig hatte1 mir auch die freien ,geister erfunden1 denen dieses schwermthig-muthige ,buch mit dem ,titel ,menschliches1 ,allzumenschliches gewidmet ist3 dergleichen freie ,geister giebt es nicht1 gab es nicht1 - aber ich hatte sie damals1 wie gesagt1 zur ,gesellschaft nthig1 um guter ,dinge zu bleiben inmitten schlimmer ,dinge 7,krankheit1 ,vereinsamung1 ,fremde1 ,acedia1 ,unthtigkeit73 als tapfere ,gesellen und ,gespenster1 mit denen man schwtzt und lacht1 wenn man ,lust hat zu schwtzen und zu lachen1 und die man zum ,teufel schickt1 wenn sie langweilig werden1 - als ein ,schadenersatz fr mangelnde ,freunde4 ,dass es dergleichen freie ,geister einmal geben knnte1 dass unser ,europa unter seinen ,shnen von ,morgen und ,uebermorgen solche muntere und verwegene ,gesellen haben wird1 leibhaft und handgreiflich und nicht nur1 wie in meinem ,falle1 als ,schemen und ,einsiedler-,schattenspiel3 daran mchte ich am wenigsten zweifeln4 ,ich sehe sie bereits kommen1 langsam1 langsam2 und vielleicht thue ich etwas1 um ihr ,kommen zu beschleunigen1 wenn ich zum ,voraus beschreibe1 unter welchen ,schicksalen ich sie entstehn1 auf welchen ,wegen ich sie kommen sehe8 - #c4 ,man darf vermuthen1 dass ein ,geist1 in dem der ,typus freier ,geist einmal bis zur ,vollkommenheit reif und sss werden soll1 sein entscheidendes ,ereigniss in einer grossen ,loslsung gehabt hat1 und dass er vorher um so mehr ein gebundener ,geist war und fr immer an seine ,ecke und ,sule gefesselt schien4 ,was bindet am festesten8 welche ,stricke sind beinahe unzerreissbar8 ,bei ,menschen einer hohen und ausgesuchten ,art werden es die ,pflichten sein3 jene ,ehrfurcht1 wie sie der ,jugend eignet1 jene ,scheu und ,zartheit vor allem ,altverehrten und ,wrdigen1 jene ,dankbarkeit fr den ,boden1 aus dem sie wuchsen1 fr die ,hand1 die sie fhrte1 fr das ,heiligthum1 wo sie anbeten lernten1 - ihre hchsten ,augenblicke selbst werden sie am festesten binden1 am dauerndsten verpflichten4 ,die grosse ,loslsung kommt fr solchermaassen ,gebundene pltzlich1 wie ein ,erdstoss3 die junge ,seele wird mit ,einem ,male erschttert1 losgerissen1 herausgerissen1 - sie selbst versteht nicht1 was sich begiebt4 ,ein ,antrieb und ,andrang waltet und wird ber sie ,herr wie ein ,befehl2 ein ,wille und ,wunsch erwacht1 fortzugehn1 irgend wohin1 um jeden ,preis2 eine heftige gefhrliche ,neugierde nach einer unentdeckten ,welt flammt und flackert in allen ihren ,sinnen4 ,lieber sterben als hier leben - so klingt die gebieterische ,stimme und ,verfhrung3 und dies hier1 dies zu ,hause ist ,alles1 was sie bis dahin geliebt hatte6 ,ein pltzlicher ,schrecken und ,argwohn gegen ,das1 was sie liebte1 ein ,blitz von ,verachtung gegen ,das1 was ihr ,pflicht hiess1 ein aufrhrerisches1 willkrliches1 vulkanisch stossendes ,verlangen nach ,wanderschaft1 ,fremde1 ,entfremdung1 ,erkltung1 ,ernchterung1 ,vereisung1 ein ,hass auf die ,liebe1 vielleicht ein tempelschnderischer ,griff und ,blick rckwrts1 dorthin1 wo sie bis dahin anbetete und liebte1 vielleicht eine ,gluth der ,scham ber ,das1 was sie eben that1 und ein ,frohlocken zugleich1 dass sie es that1 ein trunkenes inneres frohlockendes ,schaudern1 in dem sich ein ,sieg verrth - ein ,sieg8 ber was8 ber wen8 ein rthselhafter fragenreicher fragwrdiger ,sieg1 aber der erste ,sieg immerhin3 - dergleichen ,schlimmes und ,schmerzliches gehrt zur ,geschichte der grossen ,loslsung4 ,sie ist eine ,krankheit zugleich1 die den ,menschen zerstren kann1 dieser erste ,ausbruch von ,kraft und ,willen zur ,selbstbestimmung1 ,selbst-,werthsetzung1 dieser ,wille zum freien ,willen3 und wie viel ,krankheit drckt sich an den wilden ,versuchen und ,seltsamkeiten aus1 mit denen der ,befreite1 ,losgelste sich nunmehr seine ,herrschaft ber die ,dinge zu beweisen sucht6 ,er schweift grausam umher1 mit einer unbefriedigten ,lsternheit2 was er erbeutet1 muss die gefhrliche ,spannung seines ,stolzes abbssen2 er zerreisst1 was ihn reizt4 ,mit einem bsen ,lachen dreht er um1 was er verhllt1 durch irgend eine ,scham geschont findet3 er versucht1 wie diese ,dinge aussehn1 wenn man sie umkehrt4 ,es ist ,willkr und ,lust an der ,willkr darin1 wenn er vielleicht nun seine ,gunst dem zuwendet1 was bisher in schlechtem ,rufe stand1 - wenn er neugierig und versucherisch um das ,verbotenste schleicht4 ,im ,hintergrunde seines ,treibens und ,schweifens - denn er ist unruhig und ziellos unterwegs wie in einer ,wste - steht das ,fragezeichen einer immer gefhrlicheren ,neugierde4 ,kann man nicht alle ,werthe umdrehn8 und ist ,gut vielleicht ,bse8 und ,gott nur eine ,erfindung und ,feinheit des ,teufels8 ,ist ,alles vielleicht im letzten ,grunde falsch8 ,und wenn wir ,betrogene sind1 sind wir nicht eben dadurch auch ,betrger8 mssen wir nicht auch ,betrger sein8 - solche ,gedanken fhren und verfhren ihn1 immer weiter fort1 immer weiter ab4 ,die ,einsamkeit umringt und umringelt ihn1 immer drohender1 wrgender1 herzzuschnrender1 jene furchtbare ,gttin und mater saeva cupidinum - aber wer weiss es heute1 was ,einsamkeit ist8444 #d4 ,von dieser krankhaften ,vereinsamung1 von der ,wste solcher ,versuchs-,jahre ist der ,weg noch weit bis zu jener ungeheuren berstrmenden ,sicherheit und ,gesundheit1 welche der ,krankheit selbst nicht entrathen mag1 als eines ,mittels und ,angelhakens der ,erkenntniss1 bis zu jener reifen ,freiheit des ,geistes1 welche ebensosehr ,selbstbeherrschung und ,zucht des ,herzens ist und die ,wege zu vielen und entgegengesetzten ,denkweisen erlaubt -1 bis zu jener inneren ,umfnglichkeit und ,verwhnung des ,ueberreichthums1 welche die ,gefahr ausschliesst1 dass der ,geist sich etwa selbst in die eignen ,wege verlre und verliebte und in irgend einem ,winkel berauscht sitzen bliebe1 bis zu jenem ,ueberschuss an plastischen1 ausheilenden1 nachbildenden und wiederherstellenden ,krften1 welcher eben das ,zeichen der grossen ,gesundheit ist1 jener ,ueberschuss1 der dem freien ,geiste das gefhrliche ,vorrecht giebt1 auf den ,versuch hin leben und sich dem ,abenteuer anbieten zu drfen3 das ,meisterschafts-,vorrecht des freien ,geistes6 ,dazwischen mgen lange ,jahre der ,genesung liegen1 ,jahre voll vielfarbiger schmerzlich-zauberhafter ,wandlungen1 beherrscht und am ,zgel gefhrt durch einen zhen ,willen zur ,gesundheit1 der sich oft schon als ,gesundheit zu kleiden und zu verkleiden wagt4 ,es giebt einen mittleren ,zustand darin1 dessen ein ,mensch solchen ,schicksals spter nicht ohne ,rhrung eingedenk ist3 ein blasses feines ,licht und ,sonnenglck ist ihm zu eigen1 ein ,gefhl von ,vogel-,freiheit1 ,vogel-,umblick1 ,vogel-,uebermuth1 etwas ,drittes1 in dem sich ,neugierde und zarte ,verachtung gebunden haben4 ,ein freier ,geist - dies khle ,wort thut in jenem ,zustande wohl1 es wrmt beinahe4 ,man lebt1 nicht mehr in den ,fesseln von ,liebe und ,hass1 ohne ja1 ohne ,nein1 freiwillig nahe1 freiwillig ferne1 am liebsten entschlpfend1 ausweichend1 fortflatternd1 wieder weg1 wieder empor fliegend2 man ist verwhnt1 wie ,jeder1 der einmal ein ungeheures ,vielerlei unter sich gesehn hat1 - und man ward zum ,gegenstck ,derer1 welche sich um ,dinge bekmmern1 die sie nichts angehn4 ,in der ,that1 den freien ,geist gehen nunmehr lauter ,dinge an - und wie viele ,dinge6 - welche ihn nicht mehr bekmmern444 #e4 ,ein ,schritt weiter in der ,genesung3 und der freie ,geist nhert sich wieder dem ,leben1 langsam freilich1 fast widerspnstig1 fast misstrauisch4 ,es wird wieder wrmer um ihn1 gelber gleichsam2 ,gefhl und ,mitgefhl bekommen ,tiefe1 ,thauwinde aller ,art gehen ber ihn weg4 ,fast ist ihm zu ,muthe1 als ob ihm jetzt erst die ,augen fr das ,nahe aufgiengen4 ,er ist verwundert und sitzt stille3 wo war er doch8 ,diese nahen und nchsten ,dinge3 wie scheinen sie ihm verwandelt6 welchen ,flaum und ,zauber haben sie inzwischen bekommen6 ,er blickt dankbar zurck1 - dankbar seiner ,wanderschaft1 seiner ,hrte und ,selbstentfremdung1 seinen ,fernblicken und ,vogelflgen in kalte ,hhen4 ,wie gut1 dass er nicht wie ein zrtlicher dumpfer ,eckensteher immer zu ,hause1 immer bei sich geblieben ist6 er war ausser sich3 es ist kein ,zweifel4 ,jetzt erst sieht er sich selbst -1 und welche ,ueberraschungen findet er dabei6 ,welche unerprobten ,schauder6 ,welches ,glck noch in der ,mdigkeit1 der alten ,krankheit1 den ,rckfllen des ,genesenden6 ,wie es ihm gefllt1 leidend stillzusitzen1 ,geduld zu spinnen1 in der ,sonne zu liegen6 ,wer versteht sich gleich ihm auf das ,glck im ,winter1 auf die ,sonnenflecke an der ,mauer6 ,es sind die dankbarsten ,thiere von der ,welt1 auch die bescheidensten1 diese dem ,leben wieder halb zugewendeten ,genesenden und ,eidechsen3 - es giebt solche unter ihnen1 die keinen ,tag von sich lassen1 ohne ihm ein kleines ,loblied an den nachschleppenden ,saum zu hngen4 ,und ernstlich geredet3 es ist eine grndliche ,kur gegen allen ,pessimismus 7den ,krebsschaden alter ,idealisten und ,lgenbolde1 wie bekannt -7 auf die ,art dieser freien ,geister krank zu werden1 eine gute ,weile krank zu bleiben und dann1 noch lnger1 noch lnger1 gesund1 ich meine gesnder zu werden4 ,es ist ,weisheit darin1 ,lebens-,weisheit1 sich die ,gesundheit selbst lange ,zeit nur in kleinen ,dosen zu verordnen4 #f4 ,um jene ,zeit mag es endlich geschehn1 unter den pltzlichen ,lichtern einer noch ungestmen1 noch wechselnden ,gesundheit1 dass dem freien1 immer freieren ,geiste sich das ,rthsel jener grossen ,loslsung zu entschleiern beginnt1 welches bis dahin dunkel1 fragwrdig1 fast unberhrbar in seinem ,gedchtniss gewartet hatte4 ,wenn er sich lange kaum zu fragen wagte warum so abseits8 so allein8 ,allem entsagend1 was ich verehrte8 der ,verehrung selbst entsagend8 warum diese ,hrte1 dieser ,argwohn1 dieser ,hass auf die eigenen ,tugenden8 - jetzt wagt und fragt er es laut und hrt auch schon etwas wie ,antwort darauf4 ,du solltest ,herr ber dich werden1 ,herr auch ber die eigenen ,tugenden4 ,frher waren sie deine ,herren2 aber sie drfen nur deine ,werkzeuge neben andren ,werkzeugen sein4 ,du solltest ,gewalt ber dein ,fr und ,wider bekommen und es verstehn lernen1 sie aus- und wieder einzuhngen1 je nach deinem hheren ,zwecke4 ,du solltest das ,perspektivische in jeder ,werthschtzung begreifen lernen - die ,verschiebung1 ,verzerrung und scheinbare ,teleologie der ,horizonte und was ,alles zum ,perspektivischen gehrt2 auch das ,stck ,dummheit in ,bezug auf entgegengesetzte ,werthe und die ganze intellektuelle ,einbusse1 mit der sich jedes ,fr1 jedes ,wider bezahlt macht4 ,du solltest die nothwendige ,ungerechtigkeit in jedem ,fr und ,wider begreifen lernen1 die ,ungerechtigkeit als unablsbar vom ,leben1 das ,leben selbst als bedingt durch das ,perspektivische und seine ,ungerechtigkeit4 ,du solltest vor ,allem mit ,augen sehn1 wo die ,ungerechtigkeit immer am grssten ist3 dort nmlich1 wo das ,leben am kleinsten1 engsten1 drftigsten1 anfnglichsten entwickelt ist und dennoch nicht umhin kann1 sich als ,zweck und ,maass der ,dinge zu nehmen und seiner ,erhaltung zu ,liebe das ,hhere1 ,grssere1 ,reichere heimlich und kleinlich und unablssig anzubrckeln und in ,frage zu stellen1 - du solltest das ,problem der ,rangordnung mit ,augen sehn und wie ,macht und ,recht und ,umfnglichkeit der ,perspektive mit einander in die ,hhe wachsen4 ,du solltest - genug1 der freie ,geist weiss nunmehr1 welchem du sollst er gehorcht hat1 und auch1 was er jetzt kann1 was er jetzt erst - darf444 #g4 ,dergestalt giebt der freie ,geist sich in ,bezug auf jenes ,rthsel von ,loslsung ,antwort und endet damit1 indem er seinen ,fall verallgemeinert1 sich ber sein ,erlebniss also zu entscheiden4 ,wie es mir ergieng1 sagt er sich1 muss es jedem ergehn1 in dem eine ,aufgabe leibhaft werden und zur ,welt kommen will4 ,die heimliche ,gewalt und ,nothwendigkeit dieser ,aufgabe wird unter und in seinen einzelnen ,schicksalen walten gleich einer unbewussten ,schwangerschaft1 - lange1 bevor er diese ,aufgabe selbst in's ,auge gefasst hat und ihren ,namen weiss4 ,unsre ,bestimmung verfgt ber uns1 auch wenn wir sie noch nicht kennen2 es ist die ,zukunft1 die unserm ,heute die ,regel giebt4 ,gesetzt1 dass es das ,problem der ,rangordnung ist1 von dem wir sagen drfen1 dass es unser ,problem ist1 wir freien ,geister3 jetzt1 in dem ,mittage unsres ,lebens1 verstehn wir es erst1 was fr ,vorbereitungen1 ,umwege1 ,proben1 ,versuchungen1 ,verkleidungen das ,problem nthig hatte1 ehe es vor uns aufsteigen durfte1 und wie wir erst die vielfachsten und widersprechendsten ,noth- und ,glcksstnde an ,seele und ,leib erfahren mussten1 als ,abenteurer und ,weltumsegler jener inneren ,welt1 die ,mensch heisst1 als ,ausmesser jedes ,hher und ,uebereinander1 das gleichfalls ,mensch heisst - berallhin dringend1 fast ohne ,furcht1 nichts verschmhend1 nichts verlierend1 alles auskostend1 alles vom ,zuflligen reinigend und gleichsam aussiebend - bis wir endlich sagen durften1 wir freien ,geister3 ,hier - ein neues ,problem6 ,hier eine lange ,leiter1 auf deren ,sprossen wir selbst gesessen und gestiegen sind1 - die wir selbst irgend wann gewesen sind6 ,hier ein ,hher1 ein ,tiefer1 ein ,unter-uns1 eine ungeheure lange ,ordnung1 eine ,rangordnung1 die wir sehen hier - unser ,problem6 - #h4 - ,es wird keinem ,psychologen und ,zeichendeuter einen ,augenblick verborgen bleiben1 an welche ,stelle der eben geschilderten ,entwicklung das vorliegende ,buch gehrt 7oder gestellt ist -74 ,aber wo giebt es heute ,psychologen8 ,in ,frankreich1 gewiss2 vielleicht in ,russland2 sicherlich nicht in ,deutschland4 ,es fehlt nicht an ,grnden1 weshalb sich dies die heutigen ,deutschen sogar noch zur ,ehre anrechnen knnten3 schlimm genug fr ,einen1 der in diesem ,stcke undeutsch geartet und gerathen ist6 ,dies deutsche ,buch1 welches in einem weiten ,umkreis von ,lndern und ,vlkern seine ,leser zu finden gewusst hat - es ist ungefhr zehn ,jahr unterwegs - und sich auf irgend welche ,musik und ,fltenkunst verstehn muss1 durch die auch sprde ,auslnder-,ohren zum ,horchen verfhrt werden1 - gerade in ,deutschland ist dies ,buch am nachlssigsten gelesen1 am schlechtesten gehrt worden3 woran liegt das8 - ,es verlangt zu viel1 hat man mir geantwortet1 es wendet sich an ,menschen ohne die ,drangsal grober ,pflichten1 es will feine und verwhnte ,sinne1 es hat ,ueberfluss nthig1 ,ueberfluss an ,zeit1 an ,helligkeit des ,himmels und ,herzens1 an otium im verwegensten ,sinne3 - lauter gute ,dinge1 die wir ,deutschen von ,heute nicht haben und also auch nicht geben knnen4 - ,nach einer so artigen ,antwort rth mir meine ,philosophie1 zu schweigen und nicht mehr weiter zu fragen2 zumal man in gewissen ,fllen1 wie das ,sprchwort andeutet1 nur dadurch ,philosoph bleibt1 dass man - schweigt4 ,nizza1 im ,frhling #ahhf4 ,erstes ,hauptstck4 ,von den ersten und letzten ,dingen4 #a4 ,chemie der ,begriffe und ,empfindungen4 - ,die ,philosophischen ,probleme nehmen jetzt wieder fast in allen ,stcken dieselbe ,form der ,frage an1 wie vor zweitausend ,jahren4- wie kann ,etwas aus seinem ,gegensatz entstehen1 zum ,beispiel ,vernnftiges aus ,vernunftlosem1 ,empfindendes aus ,todtem1 ,logik aus ,unlogik1 interesseloses ,anschauen aus begehrlichem ,wollen1 ,leben fr ,andere aus ,egoismus1 ,wahrheit aus ,irrthmern8 ,die metaphysische ,philosophie half sich bisher ber diese ,schwierigkeit hinweg1 insofern sie die ,entstehung des ,einen aus dem ,andern leugnete und fr die hher gewertheten ,dinge einen ,wunder-,ursprung annahm1 unmittelbar aus dem ,kern und ,wesen des ,dinges an sich heraus4 ,die historische ,philosophie dagegen1 welche gar nicht mehr getrennt von der ,naturwissenschaft zu denken ist1 die allerjngste aller philosophischen ,methoden1 ermittelte in einzelnen ,fllen 7und vermuthlich wird diess in allen ihr ,ergebniss sein71 dass es keine ,gegenstze sind1 ausser in der gewohnten ,uebertreibung der populren oder metaphysischen ,auffassung und dass ein ,irrthum der ,vernunft dieser ,gegenberstellung zu ,grunde liegt3 nach ihrer ,erklrung giebt es1 streng gefasst1 weder ein unegoistisches ,handeln1 noch ein vllig interesseloses ,anschauen1 es sind beides nur ,sublimirungen1 bei denen das ,grundelement fast verflchtigt erscheint und nur noch fr die feinste ,beobachtung sich als vorhanden erweist4 - ,alles1 was wir brauchen und was erst bei der gegenwrtigen ,hhe der einzelnen ,wissenschaften uns gegeben werden kann1 ist eine ,chemie der moralischen1 religisen1 sthetischen ,vorstellungen und ,empfindungen1 ebenso aller jener ,regungen1 welche wir im ,gross- und ,kleinverkehr der ,cultur und ,gesellschaft1 ja in der ,einsamkeit an uns erleben3 wie1 wenn diese ,chemie mit dem ,ergebniss abschlsse1 dass auch auf diesem ,gebiete die herrlichsten ,farben aus niedrigen1 ja verachteten ,stoffen gewonnen sind8 ,werden ,viele ,lust haben1 solchen ,untersuchungen zu folgen8 ,die ,menschheit liebt es1 die ,fragen ber ,herkunft und ,anfnge sich aus dem ,sinn zu schlagen3 muss man nicht fast entmenscht sein1 um den entgegengesetzten ,hang in sich zu spren8 - #b4 ,erbfehler der ,philosophen4 - ,alle ,philosophen haben den gemeinsamen ,fehler an sich1 dass sie vom gegenwrtigen ,menschen ausgehen und durch eine ,analyse desselben an's ,ziel zu kommen meinen4 ,unwillkrlich schwebt ihnen der ,mensch als eine aeterna veritas1 als ein ,gleichbleibendes in allem ,strudel1 als ein sicheres ,maass der ,dinge vor4 ,alles1 was der ,philosoph ber den ,menschen aussagt1 ist aber im ,grunde nicht mehr1 als ein ,zeugniss ber den ,menschen eines sehr beschrnkten ,zeitraumes4 ,mangel an historischem ,sinn ist der ,erbfehler aller ,philosophen2 manche sogar nehmen unversehens die allerjngste ,gestaltung des ,menschen1 wie eine solche unter dem ,eindruck bestimmter ,religionen1 ja bestimmter politischer ,ereignisse entstanden ist1 als die feste ,form1 von der man ausgehen msse4 ,sie wollen nicht lernen1 dass der ,mensch geworden ist1 dass auch das ,erkenntnissvermgen geworden ist2 whrend ,einige von ihnen sogar die ganze ,welt aus diesem ,erkenntnissvermgen sich herausspinnen lassen4 - ,nun ist alles ,wesentliche der menschlichen ,entwickelung in ,urzeiten vor sich gegangen1 lange vor jenen vier tausend ,jahren1 die wir ungefhr kennen2 in diesen mag sich der ,mensch nicht viel mehr verndert haben4 ,da sieht aber der ,philosoph ,instincte am gegenwrtigen ,menschen und nimmt an1 dass diese zu den unvernderlichen ,thatsachen des ,menschen gehren und insofern einen ,schssel zum ,verstndniss der ,welt berhaupt abgeben knnen2 die ganze ,teleologie ist darauf gebaut1 dass man vom ,menschen der letzten vier ,jahrtausende als von einem ewigen redet1 zu welchem hin alle ,dinge in der ,welt von ihrem ,anbeginne eine natrliche ,richtung haben4 ,alles aber ist geworden2 es giebt keine ewigen ,thatsachen3 sowie es keine absoluten ,wahrheiten giebt4 - ,demnach ist das historische ,philosophiren von jetzt ab nthig und mit ihm die ,tugend der ,bescheidung4 #c4 ,schtzung der unscheinbaren ,wahrheiten4 - ,es ist das ,merkmal einer hhern ,cultur1 die kleinen unscheinbaren ,wahrheiten1 welche mit strenger ,methode gefunden wurden1 hher zu schtzen1 als die beglckenden und blendenden ,irrthmer1 welche metaphysischen und knstlerischen ,zeitaltern und ,menschen entstammen4 ,zunchst hat man gegen erstere den ,hohn auf den ,lippen1 als knne hier gar nichts ,gleichberechtigtes gegen einander stehen3 so bescheiden1 schlicht1 nchtern1 ja scheinbar entmuthigend stehen diese1 so schn1 prunkend1 berauschend1 ja vielleicht beseligend stehen jene da4 ,aber das mhsam ,errungene1 ,gewisse1 ,dauernde und desshalb fr jede weitere ,erkenntniss noch ,folgenreiche ist doch das ,hhere1 zu ihm sich zu halten ist mnnlich und zeigt ,tapferkeit1 ,schlichtheit1 ,enthaltsamkeit an4 ,allmhlich wird nicht nur der ,einzelne1 sondern die gesammte ,menschheit zu dieser ,mnnlichkeit emporgehoben werden1 wenn sie sich endlich an die hhere ,schtzung der haltbaren1 dauerhaften ,erkenntnisse gewhnt und allen ,glauben an ,inspiration und wundergleiche ,mittheilung von ,wahrheiten verloren hat4 - ,die ,verehrer der ,formen freilich1 mit ihrem ,maassstabe des ,schnen und ,erhabenen1 werden zunchst gute ,grnde zu spotten haben1 sobald die ,schtzung der unscheinbaren ,wahrheiten und der wissenschaftliche ,geist anfngt zur ,herrschaft zu kommen3 aber nur weil entweder ihr ,auge sich noch nicht dem ,reiz der schlichtesten ,form erschlossen hat oder weil die in jenem ,geiste erzogenen ,menschen noch lange nicht vllig und innerlich von ihm durchdrungen sind1 so dass sie immer noch gedankenlos alte ,formen nachmachen 7und diess schlecht genug1 wie es jemand thut1 dem nicht mehr viel an einer ,sache liegt74 ,ehemals war der ,geist nicht durch strenges ,denken in ,anspruch genommen1 da lag sein ,ernst im ,ausspinnen von ,symbolen und ,formen4 ,das hat sich verndert2 jener ,ernst des ,symbolischen ist zum ,kennzeichen der niederen ,cultur geworden2 wie unsere ,knste selber immer intellectualer1 unsere ,sinne geistiger werden1 und wie man zum ,beispiel jetzt ganz anders darber urtheilt1 was sinnlich wohltnend ist1 als vor hundert ,jahren3 so werden auch die ,formen unseres ,lebens immer geistiger1 fr das ,auge lterer ,zeiten vielleicht hsslicher1 aber nur weil es nicht zu sehen vermag1 wie das ,reich der inneren1 geistigen ,schnheit sich fortwhrend vertieft und erweitert und in wie fern uns ,allen der geistreiche ,blick jetzt mehr gelten darf1 als der schnste ,gliederbau und das erhabenste ,bauwerk4 #d4 ,astrologie und ,verwandtes4 - ,es ist wahrscheinlich1 dass die ,objecte des religisen1 moralischen und sthetischen ,empfindens ebenfalls nur zur ,oberflche der ,dinge gehren1 whrend der ,mensch gerne glaubt1 dass er hier wenigstens an das ,herz der ,welt rhre2 er tuscht sich1 weil jene ,dinge ihn so tief beseligen und so tief unglcklich machen1 und zeigt also hier denselben ,stolz wie bei der ,astrologie4 ,denn diese meint1 der ,sternenhimmel drehte sich um das ,loos des ,menschen2 der moralische ,mensch aber setzt voraus1 ,das1 was ihm wesentlich am ,herzen liege1 msse auch ,wesen und ,herz der ,dinge sein4 #e4 ,missverstndniss des ,traumes4 - ,im ,traume glaubte der ,mensch in den ,zeitaltern roher uranfnglicher ,cultur eine zweite reale ,welt kennen zu lernen2 hier ist der ,ursprung aller ,metaphysik4 ,ohne den ,traum htte man keinen ,anlass zu einer ,scheidung der ,welt gefunden4 ,auch die ,zerlegung in ,seele und ,leib hngt mit der ltesten ,auffassung des ,traumes zusammen1 ebenso die ,annahme eines ,seelenscheinleibes1 also die ,herkunft alles ,geisterglaubens1 und wahrscheinlich auch des ,gtterglaubens4 ,der ,todte lebt fort2 denn er erscheint dem ,lebenden im ,traume3 so schloss man ehedem1 durch viele ,jahrtausende hindurch4 #f4 ,der ,geist der ,wissenschaft im ,theil1 nicht im ,ganzen mchtig4 - ,die abgetrennten kleinsten ,gebiete der ,wissenschaft werden rein sachlich behandelt3 die allgemeinen grossen ,wissenschaften dagegen legen1 als ,ganzes betrachtet1 die ,frage - eine recht unsachliche ,frage freilich - auf die ,lippen3 wozu8 zu welchem ,nutzen8 ,wegen dieser ,rcksicht auf den ,nutzen werden sie1 als ,ganzes1 weniger unpersnlich1 als in ihren ,theilen behandelt4 ,bei der ,philosophie nun gar1 als bei der ,spitze der gesammten ,wissenspyramide1 wird unwillkrlich die ,frage nach dem ,nutzen der ,erkenntniss berhaupt aufgeworfen1 und jede ,philosophie hat unbewusst die ,absicht1 ihr den hchsten ,nutzen zuzuschreiben4 ,desshalb giebt es in allen ,philosophien so viel hochfliegende ,metaphysik und eine solche ,scheu vor den unbedeutend erscheinenden ,lsungen der ,physik2 denn die ,bedeutsamkeit der ,erkenntniss fr das ,leben soll so gross als mglich erscheinen4 ,hier ist der ,antagonismus zwischen den wissenschaftlichen ,einzelgebieten und der ,philosophie4 ,letztere will1 was die ,kunst will1 dem ,leben und ,handeln mglichste ,tiefe und ,bedeutung geben2 in ersteren sucht man ,erkenntniss und ,nichts weiter1 - was dabei auch herauskomme4 ,es hat bis jetzt noch keinen ,philosophen gegeben1 unter dessen ,hnden die ,philosophie nicht zu einer ,apologie der ,erkenntniss geworden wre2 in diesem ,puncte wenigstens ist ein jeder ,optimist1 dass dieser die hchste ,ntzlichkeit zugesprochen werden msse4 ,sie alle werden von der ,logik tyrannisirt3 und diese ist ihrem ,wesen nach ,optimismus4 #g4 ,der ,strenfried in der ,wissenschaft4 ,die ,philosophie schied sich von der ,wissenschaft1 als sie die ,frage stellte3 welches ist diejenige ,erkenntniss der ,welt und des ,lebens1 bei welcher der ,mensch am glcklichsten lebt8 ,diess geschah in den sokratischen ,schulen3 durch den ,gesichtspunct des ,glcks unterband man die ,blutadern der wissenschaftlichen ,forschung - und thut es heute noch4 #h4 ,pneumatische ,erklrung der ,natur4 - ,die ,metaphysik erklrt die ,schrift der ,natur gleichsam pneumatisch1 wie die ,kirche und ihre ,gelehrten es ehemals mit der ,bibel thaten4 ,es gehrt sehr viel ,verstand dazu1 um auf die ,natur die selbe ,art der strengeren ,erklrungskunst anzuwenden1 wie jetzt die -,philologen sie fr alle ,bcher geschaffen haben3 mit der ,absicht1 schlicht zu verstehen1 was die ,schrift sagen will1 aber nicht einen doppelten ,sinn zu wittern1 ja vorauszusetzen4 ,wie aber selbst in ,betreff der ,bcher die schlechte ,erklrungskunst keineswegs vllig berwunden ist und man in der besten gebildeten ,gesellschaft noch fortwhrend auf ,ueberreste allegorischer und mystischer ,ausdeutung stsst3 so steht es auch in ,betreff der ,natur - ja noch viel schlimmer4 #i4 ,metaphysische ,welt4 - ,es ist wahr1 es knnte eine metaphysische ,welt geben2 die absolute ,mglichkeit davon ist kaum zu bekmpfen4 ,wir sehen alle ,dinge durch den ,menschenkopf an und knnen diesen ,kopf nicht abschneiden2 whrend doch die ,frage brig bleibt1 was von der ,welt noch da wre1 wenn man ihn doch abgeschnitten htte4 ,diess ist ein rein wissenschaftliches ,problem und nicht sehr geeignet1 den ,menschen ,sorgen zu machen2 aber ,alles1 was ihnen bisher metaphysische ,annahmen werthvoll1 schreckenvoll1 lustvoll gemacht1 was sie erzeugt hat1 ist ,leidenschaft1 ,irrthum und ,selbstbetrug2 die allerschlechtesten ,methoden der ,erkenntniss1 nicht die allerbesten1 haben daran glauben lehren4 ,wenn man diese ,methoden1 als das ,fundament aller vorhandenen ,religionen und ,metaphysiken1 aufgedeckt hat1 hat man sie widerlegt4 ,dann bleibt immer noch jene ,mglichkeit brig2 aber mit ihr kann man gar ,nichts anfangen1 geschweige denn1 dass man ,glck1 ,heil und ,leben von den ,spinnenfden einer solchen ,mglichkeit abhngen lassen drfte4 - ,denn man knnte von der metaphysischen ,welt gar ,nichts aussagen1 als ein ,anderssein1 ein uns unzugngliches1 unbegreifliches ,anderssein2 es wre ein ,ding mit negativen ,eigenschaften4 - ,wre die ,existenz einer solchen ,welt noch so gut bewiesen1 so stnde doch fest1 dass die gleichgltigste aller ,erkenntnisse eben ihre ,erkenntniss wre3 noch gleichgltiger als dem ,schiffer in ,sturmesgefahr die ,erkenntniss von der chemischen ,analysis des ,wassers sein muss4 #aj4 ,harmlosigkeit der ,metaphysik in der ,zukunft4 - ,sobald die ,religion1 ,kunst und ,moral in ihrer ,entstehung so beschrieben sind1 dass man sie vollstndig sich erklren kann1 ohne zur ,annahme metaphysischer ,eingriffe am ,beginn und im ,verlaufe der ,bahn seine ,zuflucht zu nehmen1 hrt das strkste ,interesse an dem rein theoretischen ,problem vom ,ding an sich und der ,erscheinung auf4 ,denn wie es hier auch stehe3 mit ,religion1 ,kunst und ,moral rhren wir nicht an das ,wesen der ,welt an sich2 wir sind im ,bereiche der ,vorstellung1 keine ,ahnung kann uns weitertragen4 ,mit voller ,ruhe wird man die ,frage1 wie unser ,weltbild so stark sich von dem erschlossenen ,wesen der ,welt unterscheiden knne1 der ,physiologie und der ,entwickelungsgeschichte der ,organismen und ,begriffe berlassen4 #aa4 ,die ,sprache als vermeintliche ,wissenschaft4 - ,die ,bedeutung der ,sprache fr die ,entwickelung der ,cultur liegt darin1 dass in ihr der ,mensch eine eigene ,welt neben die andere stellte1 einen ,ort1 welchen er fr so fest hielt1 um von ihm aus die brige ,welt aus den ,angeln zu heben und sich zum ,herrn derselben zu machen4 ,insofern der ,mensch an die ,begriffe und ,namen der ,dinge als an aeternae veritates durch lange ,zeitstrecken hindurch geglaubt hat1 hat er sich jenen ,stolz angeeignet1 mit dem er sich ber das ,thier erhob3 er meinte wirklich in der ,sprache die ,erkenntniss der ,welt zu haben4 ,der ,sprachbildner war nicht so bescheiden1 zu glauben1 dass er den ,dingen eben nur ,bezeichnungen gebe1 er drckte vielmehr1 wie er whnte1 das hchste ,wissen ber die ,dinge mit den ,worten aus2 in der ,that ist die ,sprache die erste ,stufe der ,bemhung um die ,wissenschaft4 ,der ,glaube an die gefundene ,wahrheit ist es auch hier1 aus dem die mchtigsten ,kraftquellen geflossen sind4 ,sehr nachtrglich -jetzt erst - dmmert es den ,menschen auf1 dass sie einen ungeheuren ,irrthum in ihrem ,glauben an die ,sprache propagirt haben4 ,glcklicherweise ist es zu spt1 als dass es die ,entwickelung der ,vernunft1 die auf jenem ,glauben beruht1 wieder rckgngig machen knnte4 - ,auch die ,logik beruht auf ,voraussetzungen1 denen ,nichts in der wirklichen ,welt entspricht1 z4,b4 auf der ,voraussetzung der ,gleichheit von ,dingen1 der ,identitt des selben ,dinges in verschiedenen ,puncten der ,zeit3 aber jene ,wissenschaft entstand durch den entgegengesetzten ,glauben 7dass es dergleichen in der wirklichen ,welt allerdings gebe74 ,ebenso steht es mit der ,mathematik1 welche gewiss nicht entstanden wre1 wenn man von ,anfang an gewusst htte1 dass es in der ,natur keine exact gerade ,linie1 keinen wirklichen ,kreis1 kein absolutes ,grssenmaass gebe4 #ab4 ,traum und ,cultur4- ,die ,gehirnfunction1 welche durch den ,schlaf am meisten beeintrchtigt wird1 ist das ,gedchtniss3 nicht dass es ganz pausirte1 - aber es ist auf einen ,zustand der ,unvollkommenheit zurckgebracht1 wie es in ,urzeiten der ,menschheit bei jedermann am ,tage und im ,wachen gewesen sein mag4 ,willkrlich und verworren1 wie es ist1 verwechselt es fortwhrend die ,dinge auf ,grund der flchtigsten ,aehnlichkeiten3 aber mit der selben ,willkr und ,verworrenheit dichteten die ,vlker ihre ,mythologien1 und noch jetzt pflegen ,reisende zu beobachten1 wie sehr der ,wilde zur ,vergesslichkeit neigt1 wie sein ,geist nach kurzer ,anspannung des ,gedchtnisses hin und her zu taumeln beginnt und er1 aus blosser ,erschlaffung1 ,lgen und ,unsinn hervorbringt4 ,aber wir ,alle gleichen im ,traume diesem ,wilden2 das schlechte ,wiedererkennen und irrthmliche ,gleichsetzen ist der ,grund des schlechten ,schliessens1 dessen wir uns im ,traume schuldig machen3 so dass wir1 bei deutlicher ,vergegenwrtigung eines ,traumes1 vor uns erschrecken1 weil wir so viel ,narrheit in uns bergen4 - ,die vollkommene ,deutlichkeit aller ,traum-,vorstellungen1 welche den unbedingten ,glauben an ihre ,realitt zur ,voraussetzung hat1 erinnert uns wieder an ,zustnde frherer ,menschheit1 in der die ,hallucination ausserordentlich hufig war und mitunter ganze ,gemeinden1 ganze ,vlker gleichzeitig ergriff4 ,also3 im ,schlaf und ,traum machen wir das ,pensum frheren ,menschenthums noch einmal durch4 #ac4 ,logik des ,traumes4 - ,im ,schlafe ist fortwhrend unser ,nervensystem durch mannichfache innere ,anlsse in ,erregung1 fast alle ,organe secerniren und sind in ,thtigkeit1 das ,blut macht seinen ungestmen ,kreislauf1 die ,lage des ,schlafenden drckt einzelne ,glieder1 seine ,decken beeinflussen die ,empfindung verschiedenartig1 der ,magen verdaut und beunruhigt mit seinen ,bewegungen andere ,organe1 die ,gedrme winden sich1 die ,stellung des ,kopfes bringt ungewhnliche ,muskellagen mit sich1 die ,fsse1 unbeschuht1 nicht mit den ,sohlen den ,boden drckend1 verursachen das ,gefhl des ,ungewhnlichen ebenso wie die andersartige ,bekleidung des ganzen ,krpers1 - alles diess nach seinem tglichen ,wechsel und ,grade erregt durch seine ,aussergewhnlichkeit das gesammte ,system bis in die ,gehirnfunction hinein3 und so giebt es hundert ,anlsse fr den ,geist1 um sich zu verwundern und nach ,grnden dieser ,erregung zu suchen3 der ,traum aber ist das ,suchen und ,vorstellen der ,ursachen fr jene erregten ,empfindungen1 das heisst der vermeintlichen ,ursachen4 ,wer zum ,beispiel seine ,fsse mit zwei ,riemen umgrtet1 trumt wohl1 dass zwei ,schlangen seine ,fsse umringeln3 diess ist zuerst eine ,hypothese1 sodann ein ,glaube1 mit einer begleitenden bildlichen ,vorstellung und ,ausdichtung3 diese ,schlangen mssen die causa jener ,empfindung sein1 welche ich1 der ,schlafende1 habe1 - so urtheilt der ,geist des ,schlafenden4 ,die so erschlossene nchste ,vergangenheit wird durch die erregte ,phantasie ihm zur ,gegenwart4 ,so weiss jeder aus ,erfahrung1 wie schnell der ,trumende einen starken an ihn dringenden ,ton1 zum ,beispiel ,glockenluten1 ,kanonenschsse in seinen ,traum verflicht1 das heisst aus ihm hinterdrein erklrt1 so dass er zuerst die veranlassenden ,umstnde1 dann jenen ,ton zu erleben meint4 - ,wie kommt es aber1 dass der ,geist des ,trumenden immer so fehl greift1 whrend der selbe ,geist im ,wachen so nchtern1 behutsam und in ,bezug auf ,hypothesen so skeptisch zu sein pflegt8 so dass ihm die erste beste ,hypothese zur ,erklrung eines ,gefhls gengt1 um sofort an ihre ,wahrheit zu glauben8 7denn wir glauben im ,traume an den ,traum1 als sei er ,realitt1 das heisst wir halten unsre ,hypothese fr vllig erwiesen74 - ,ich meine3 wie jetzt noch der ,mensch im ,traume schliesst1 so schloss die ,menschheit auch im ,wachen viele ,jahrtausende hindurch3 die erste causa1 die dem ,geiste einfiel1 um irgend ,etwas1 das der ,erklrung bedurfte1 zu erklren1 gengte ihm und galt als ,wahrheit4 7,so verfahren nach den ,erzhlungen der ,reisenden die ,wilden heute noch47 ,im ,traum bt sich dieses uralte ,stck ,menschenthum in uns fort1 denn es ist die ,grundlage1 auf der die hhere ,vernunft sich entwickelte und in jedem ,menschen sich noch entwickelt3 der ,traum bringt uns in ferne ,zustnde der menschlichen ,cultur wieder zurck und giebt ein ,mittel an die ,hand1 sie besser zu verstehen4 ,das ,traumdenken wird uns jetzt so leicht1 weil wir in ungeheuren ,entwickelungsstrecken der ,menschheit gerade auf diese ,form des phantastischen und wohlfeilen ,erklrens aus dem ersten beliebigen ,einfalle heraus so gut eingedrillt worden sind4 ,insofern ist der ,traum eine ,erholung fr das ,gehirn1 welches am ,tage den strengeren ,anforderungen an das ,denken zu gengen hat1 wie sie von der hheren ,cultur gestellt werden4 - ,einen verwandten ,vorgang knnen wir geradezu als ,pforte und ,vorhalle des ,traumes noch bei wachem ,verstande in ,augenschein nehmen4 ,schliessen wir die ,augen1 so producirt das ,gehirn eine ,menge von ,lichteindrcken und ,farben1 wahrscheinlich als eine ,art ,nachspiel und ,echo aller jener ,lichtwirkungen1 welche am ,tage auf dasselbe eindringen4 ,nun verarbeitet aber der ,verstand 7mit der ,phantasie im ,bunde7 diese an sich formlosen ,farbenspiele sofort zu bestimmten ,figuren1 ,gestalten1 ,landschaften1 belebten ,gruppen4 ,der eigentliche ,vorgang dabei ist wiederum eine ,art ,schluss von der ,wirkung auf die ,ursache2 indem der ,geist fragt3 woher diese ,lichteindrcke und ,farben1 supponirt er als ,ursachen jene ,figuren1 ,gestalten3 sie gelten ihm als die ,veranlassungen jener ,farben und ,lichter1 weil er1 am ,tage1 bei offenen ,augen1 gewohnt ist1 zu jeder ,farbe1 jedem ,lichteindrucke eine veranlassende ,ursache zu finden4 ,hier also schiebt ihm die ,phantasie fortwhrend ,bilder vor1 indem sie an die ,gesichtseindrcke des ,tages sich in ihrer ,production anlehnt1 und gerade so macht es die ,traumphantasie3 - das heisst die vermeintliche ,ursache wird aus der ,wirkung erschlossen und nach der ,wirkung vorgestellt3 alles diess mit ausserordentlicher ,schnelligkeit1 so dass hier wie beim ,taschenspieler eine ,verwirrung des ,urtheils entstehen und ein ,nacheinander sich wie etwas ,gleichzeitiges1 selbst wie ein umgedrehtes ,nacheinander ausnehmen kann4 - ,wir knnen aus diesen ,vorgngen entnehmen1 wie spt das schrfere logische ,denken1 das ,strengnehmen von ,ursache und ,wirkung1 entwickelt worden ist1 wenn unsere ,vernunft- und ,verstandesfunctionen jetzt noch unwillkrlich nach jenen primitiven ,formen des ,schliessens zurckgreifen und wir ziemlich die ,hlfte unseres ,lebens in diesem ,zustande leben4 - ,auch der ,dichter1 der ,knstler schiebt seinen ,stimmungen und ,zustnden ,ursachen unter1 welche durchaus nicht die wahren sind2 er erinnert insofern an lteres ,menschenthum und kann uns zum ,verstndnisse desselben verhelfen4 #ad4 ,miterklingen4 - ,alle strkeren ,stimmungen bringen ein ,miterklingen verwandter ,empfindungen und ,stimmungen mit sich2 sie whlen gleichsam das ,gedchtniss auf4 ,es erinnert sich bei ihnen ,etwas in uns und wird sich hnlicher ,zustnde und deren ,herkunft bewusst4 ,so bilden sich angewhnte rasche ,verbindungen von ,gefhlen und ,gedanken1 welche zuletzt1 wenn sie blitzschnell hinter einander erfolgen1 nicht einmal mehr als ,complexe1 sondern als ,einheiten empfunden werden4 ,in diesem ,sinne redet man vom moralischen ,gefhle1 vom religisen ,gefhle1 wie als ob diess lauter ,einheiten seien3 in ,wahrheit sind sie ,strme mit hundert ,quellen und ,zuflssen4 ,auch hier1 wie so oft1 verbrgt die ,einheit des ,wortes ,nichts fr die ,einheit der ,sache4 #ae4 ,kein ,innen und ,aussen in der ,welt4 - ,wie ,demokrit die ,begriffe ,oben und ,unten auf den unendlichen ,raum bertrug1 wo sie keinen ,sinn haben1 so die ,philosophen berhaupt den ,begriff ,innen und ,aussen auf ,wesen und ,erscheinung der ,welt2 sie meinen1 mit tiefen ,gefhlen komme man tief in's ,innere1 nahe man sich dem ,herzen der ,natur4 ,aber diese ,gefhle sind nur insofern tief1 als mit ihnen1 kaum bemerkbar1 gewisse complicirte ,gedankengruppen regelmssig erregt werden1 welche wir tief nennen2 ein ,gefhl ist tief1 weil wir den begleitenden ,gedanken fr tief halten4 ,aber der tiefe ,gedanke kann dennoch der ,wahrheit sehr fern sein1 wie zum ,beispiel jeder metaphysische2 rechnet man vom tiefen ,gefhle die beigemischten ,gedankenelemente ab1 so bleibt das starke ,gefhl brig1 und dieses verbrgt ,nichts fr die ,erkenntniss1 als sich selbst1 ebenso wie der starke ,glaube nur seine ,strke1 nicht die ,wahrheit des ,geglaubten beweist4 #af4 ,erscheinung und ,ding an sich4 - ,die ,philosophen pflegen sich vor das ,leben und die ,erfahrung - vor ,das1 was sie die ,welt der ,erscheinung nennen - wie vor ein ,gemlde hinzustellen1 das ein fr alle ,mal entrollt ist und unvernderlich fest den selben ,vorgang zeigt3 diesen ,vorgang1 meinen sie1 msse man richtig ausdeuten1 um damit einen ,schluss auf das ,wesen zu machen1 welches das ,gemlde hervorgebracht habe3 also auf das ,ding an sich1 das immer als der zureichende ,grund der ,welt der ,erscheinung angesehen zu werden pflegt4 ,dagegen haben strengere ,logiker1 nachdem sie den ,begriff des ,metaphysischen scharf als den des ,unbedingten1 folglich auch ,unbedingenden festgestellt hatten1 jeden ,zusammenhang zwischen dem ,unbedingten 7der metaphysischen ,welt7 und der uns bekannten ,welt in ,abrede gestellt3 so dass in der ,erscheinung eben durchaus nicht das ,ding an sich erscheine1 und von jener auf dieses jeder ,schluss abzulehnen sei4 ,von beiden ,seiten ist aber die ,mglichkeit bersehen1 dass jenes ,gemlde - ,das1 was jetzt uns ,menschen ,leben und ,erfahrung heisst - allmhlich geworden ist1 ja noch vllig im ,werden ist und desshalb nicht als feste ,grsse betrachtet werden soll1 von welcher aus man einen ,schluss ber den ,urheber 7den zureichenden ,grund7 machen oder auch nur ablehnen drfte4 ,dadurch1 dass wir seit ,jahrtausenden mit moralischen1 sthetischen1 religisen ,ansprchen1 mit blinder ,neigung1 ,leidenschaft oder ,furcht in die ,welt geblickt und uns in den ,unarten des unlogischen ,denkens recht ausgeschwelgt haben1 ist diese ,welt allmhlich so wundersam bunt1 schrecklich1 bedeutungstief1 seelenvoll geworden1 sie hat ,farbe bekommen1 - aber wir sind die ,coloristen gewesen3 der menschliche ,intellect hat die ,erscheinung erscheinen lassen und seine irrthmlichen ,grundauffassungen in die ,dinge hineingetragen4 ,spt1 sehr spt - besinnt er sich3 und jetzt scheinen ihm die ,welt der ,erfahrung und das ,ding an sich so ausserordentlich verschieden und getrennt1 dass er den ,schluss von jener auf dieses ablehnt - oder auf eine schauerlich geheimnissvolle ,weise zum ,aufgeben unsers ,intellectes1 unsers persnlichen ,willens auffordert3 um dadurch zum ,wesenhaften zu kommen1 dass man wesenhaft werde4 ,wiederum haben ,andere alle charakteristischen ,zge unserer ,welt der ,erscheinung - das heisst der aus intellectuellen ,irrthmern herausgesponnenen und uns angeerbten ,vorstellung von der ,welt - zusammengelesen und anstatt den ,intellect als ,schuldigen anzuklagen1 das ,wesen der ,dinge als ,ursache dieses thatschlichen1 sehr unheimlichen ,weltcharakters angeschuldigt und die ,erlsung vom ,sein gepredigt4 - ,mit all diesen ,auffassungen wird der stetige und mhsame ,process der ,wissenschaft1 welcher zuletzt einmal in einer ,entstehungsgeschichte des ,denkens seinen hchsten ,triumph feiert1 in entscheidender ,weise fertig werden1 dessen ,resultat vielleicht auf diesen ,satz hinauslaufen drfte3 ,das1 was wir jetzt die ,welt nennen1 ist das ,resultat einer ,menge von ,irrthmern und ,phantasien1 welche in der gesammten ,entwickelung der organischen ,wesen allmhlich entstanden1 in einander verwachsen sind und uns jetzt als aufgesammelter ,schatz der ganzen ,vergangenheit vererbt werden1 - als ,schatz3 denn der ,werth unseres ,menschenthums ruht darauf4 ,von dieser ,welt der ,vorstellung vermag uns die strenge ,wissenschaft thatschlich nur in geringem ,maasse zu lsen - wie es auch gar nicht zu wnschen ist -1 insofern sie die ,gewalt uralter ,gewohnheiten der ,empfindung nicht wesentlich zu brechen vermag3 aber sie kann die ,geschichte der ,entstehung jener ,welt als ,vorstellung ganz allmhlich und schrittweise aufhellen - und uns wenigstens fr ,augenblicke ber den ganzen ,vorgang hinausheben4 ,vielleicht erkennen wir dann1 dass das ,ding an sich eines homerischen ,gelchters werth ist3 dass es so viel1 ja ,alles schien und eigentlich leer1 nmlich bedeutungsleer ist4 #ag4 ,metaphysische ,erklrungen4 - ,der junge ,mensch schtzt metaphysische ,erklrungen1 weil sie ihm in ,dingen1 welche er unangenehm oder verchtlich fand1 etwas hchst ,bedeutungsvolles aufweisen3 und ist er mit sich unzufrieden1 so erleichtert sich diess ,gefhl1 wenn er das innerste ,weltrthsel oder ,weltelend in dem wiedererkennt1 was er so sehr an sich missbilligt4 ,sich unverantwortlicher fhlen und die ,dinge zugleich interessanter finden - das gilt ihm als die doppelte ,wohlthat1 welche er der ,metaphysik verdankt4 ,spter freilich bekommt er ,misstrauen gegen die ganze metaphysische ,erklrungsart1 dann sieht er vielleicht ein1 dass jene ,wirkungen auf einem anderen ,wege eben so gut und wissenschaftlicher zu erreichen sind3 dass physische und historische ,erklrungen mindestens ebenso sehr jenes ,gefhl der ,unverantwortlichkeit herbeifhren1 und dass jenes ,interesse am ,leben und seinen ,problemen vielleicht noch mehr dabei entflammt wird4 #ah4 ,grundfragen der ,metaphysik4 - ,wenn einmal die ,entstehungsgeschichte des denkens geschrieben ist1 so wird auch der folgende ,satz eines ausgezeichneten ,logikers von einem neuen ,lichte erhellt dastehen3 ,das ursprngliche allgemeine ,gesetz des erkennenden ,subjects besteht in der inneren ,nothwendigkeit1 jeden ,gegenstand an sich1 in seinem eigenen ,wesen als einen mit sich selbst identischen1 also selbstexistirenden und im ,grunde stets gleichbleibenden und unwandelbaren1 kurz als eine ,substanz zu erkennen4 ,auch dieses ,gesetz1 welches hier ursprnglich genannt wird1 ist geworden3 es wird einmal gezeigt werden1 wie allmhlich1 in den niederen ,organismen1 dieser ,hang entsteht1 wie die blden ,maulwurfsaugen dieser ,organisationen zuerst ,nichts als immer das ,gleiche sehen1 wie dann1 wenn die verschiedenen ,erregungen von ,lust und ,unlust bemerkbarer werden1 allmhlich verschiedene ,substanzen unterschieden werden1 aber jede mit ,einem ,attribut1 das heisst einer einzigen ,beziehung zu einem solchen ,organismus4 - ,die erste ,stufe des ,logischen ist das ,urtheil2 dessen ,wesen besteht1 nach der ,feststellung der besten ,logiker1 im ,glauben4 ,allem ,glauben zu ,grunde liegt die ,empfindung des ,angenehmen oder ,schmerzhaften in ,bezug auf das empfindende ,subject4 ,eine neue dritte ,empfindung als ,resultat zweier vorangegangenen einzelnen ,empfindungen ist das ,urtheil in seiner niedrigsten ,form4 - ,uns organische ,wesen interessirt ursprnglich ,nichts an jedem ,dinge1 als sein ,verhltniss zu uns in ,bezug auf ,lust und ,schmerz4 ,zwischen den ,momenten1 in welchen wir uns dieser ,beziehung bewusst werden1 den ,zustnden des ,empfindens1 liegen solche der ,ruhe1 des ,nichtempfindens3 da ist die ,welt und jedes ,ding fr uns interesselos1 wir bemerken keine ,vernderung an ihm 7wie jetzt noch ein heftig ,interessirter nicht merkt1 dass jemand an ihm vorbeigeht74 ,fr die ,pflanze sind gewhnlich alle ,dinge ruhig1 ewig1 jedes ,ding sich selbst gleich4 ,aus der ,periode der niederen ,organismen her ist dem ,menschen der ,glaube vererbt1 dass es gleiche ,dinge giebt 7erst die durch hchste ,wissenschaft ausgebildete ,erfahrung widerspricht diesem ,satze74 ,der ,urglaube alles ,organischen von ,anfang an ist vielleicht sogar1 dass die ganze brige ,welt ,eins und unbewegt ist4 - ,am fernsten liegt fr jene ,urstufe des ,logischen der ,gedanke an ,causalitt3 ja jetzt noch meinen wir im ,grunde1 alle ,empfindungen und ,handlungen seien ,acte des freien ,willens2 wenn das fhlende ,individuum sich selbst betrachtet1 so hlt es jede ,empfindung1 jede ,vernderung fr etwas ,isolirtes1 das heisst ,unbedingtes1 ,zusammenhangloses3 es taucht aus uns auf1 ohne ,verbindung mit ,frherem oder ,spterem4 ,wir haben ,hunger1 aber meinen ursprnglich nicht1 dass der ,organismus erhalten werden will1 sondern jenes ,gefhl scheint sich ohne ,grund und ,zweck geltend zu machen1 es isolirt sich und hlt sich fr willkrlich4 ,also3 der ,glaube an die ,freiheit des ,willens ist ein ursprnglicher ,irrthum alles ,organischen1 so alt1 als die ,regungen des ,logischen in ihm existiren2 der ,glaube an unbedingte ,substanzen und an gleiche ,dinge ist ebenfalls ein ursprnglicher1 ebenso alter ,irrthum alles ,organischen4 ,insofern aber alle ,metaphysik sich vornehmlich mit ,substanz und ,freiheit des ,willens abgegeben hat1 so darf man sie als die ,wissenschaft bezeichnen1 welche von den ,grundirrthmern des ,menschen handelt1 doch so1 als wren es ,grundwahrheiten4 #ai4 ,die ,zahl4 - ,die ,erfindung der ,gesetze der ,zahlen ist auf ,grund des ursprnglich schon herrschenden ,irrthums gemacht1 dass es mehrere gleiche ,dinge gebe 7aber thatschlich giebt es nichts ,gleiches71 mindestens dass es ,dinge gebe 7aber es giebt kein ,ding74 ,die ,annahme der ,vielheit setzt immer voraus1 dass es ,etwas gebe1 das vielfach vorkommt3 aber gerade hier schon waltet der ,irrthum1 schon da fingiren wir ,wesen1 ,einheiten1 die es nicht giebt4 - ,unsere ,empfindungen von ,raum und ,zeit sind falsch1 denn sie fhren1 consequent geprft1 auf logische ,widersprche4 ,bei allen wissenschaftlichen ,feststellungen rechnen wir unvermeidlich immer mit einigen falschen ,grssen3 aber weil diese ,grssen wenigstens constant sind1 wie zum ,beispiel unsere ,zeit- und ,raumempfindung1 so bekommen die ,resultate der ,wissenschaft doch eine vollkommene ,strenge und ,sicherheit in ihrem ,zusammenhange mit einander2 man kann auf ihnen fortbauen - bis an jenes letzte ,ende1 wo die irrthmliche ,grundannahme1 jene constanten ,fehler1 in ,widerspruch mit den ,resultaten treten1 zum ,beispiel in der ,atomenlehre4 ,da fhlen wir uns immer noch zur ,annahme eines ,dinges oder stofflichen ,substrats1 das bewegt wird1 gezwungen1 whrend die ganze wissenschaftliche ,procedur eben die ,aufgabe verfolgt hat1 alles ,dingartige 7,stoffliche7 in ,bewegungen aufzulsen3 wir scheiden auch hier noch mit unserer ,empfindung ,bewegendes und ,bewegtes und kommen aus diesem ,zirkel nicht heraus1 weil der ,glaube an ,dinge mit unserem ,wesen von ,alters her verknotet ist4 - ,wenn ,kant sagt der ,verstand schpft seine ,gesetze nicht aus der ,natur1 sondern schreibt sie dieser vor1 so ist diess in ,hinsicht auf den ,begriff der ,natur vllig wahr1 welchen wir genthigt sind1 mit ihr zu verbinden 7,natur ,welt als ,vorstellung1 das heisst als ,irrthum71 welcher aber die ,aufsummirung einer ,menge von ,irrthmern des ,verstandes ist4 - ,auf eine ,welt1 welche nicht unsere ,vorstellung ist1 sind die ,gesetze der ,zahlen gnzlich unanwendbar3 diese gelten allein in der ,menschen-,welt4 #bj4 ,einige ,sprossen zurck4 - ,die eine1 gewiss sehr hohe ,stufe der ,bildung ist erreicht1 wenn der ,mensch ber aberglubische und religise ,begriffe und ,aengste hinauskommt und zum ,beispiel nicht mehr an die lieben ,englein oder die ,erbsnde glaubt1 auch vom ,heil der ,seelen zu reden verlernt hat3 ist er auf dieser ,stufe der ,befreiung1 so hat er auch noch mit hchster ,anspannung seiner ,besonnenheit die ,metaphysik zu berwinden4 ,dann aber ist eine rcklufige ,bewegung nthig3 er muss die historische ,berechtigung1 ebenso die psychologische in solchen ,vorstellungen begreifen1 er muss erkennen1 wie die grsste ,frderung der ,menschheit von dorther gekommen sei und wie man sich1 ohne eine solche rcklufige ,bewegung1 der besten ,ergebnisse der bisherigen ,menschheit berauben wrde4 - ,in ,betreff der philosophischen ,metaphysik sehe ich jetzt immer ,mehrere1 welche an das negative ,ziel 7dass jede positive ,metaphysik ,irrthum ist7 gelangt sind1 aber noch ,wenige1 welche einige ,sprossen rckwrts steigen2 man soll nmlich ber die letzte ,sprosse der ,leiter wohl hinausschauen1 aber nicht auf ihr stehen wollen4 ,die ,aufgeklrtesten bringen es nur so weit1 sich von der ,metaphysik zu befreien und mit ,ueberlegenheit auf sie zurckzusehen3 whrend es doch auch hier1 wie im ,hippodrom1 noth thut1 um das ,ende der ,bahn herumzubiegen4 #ba4 ,muthmaasslicher ,sieg der ,skepsis4 - ,man lasse einmal den skeptischen ,ausgangspunct gelten3 gesetzt1 es gbe keine andere1 metaphysische ,welt und alle aus der ,metaphysik genommenen ,erklrungen der uns einzig bekannten ,welt wren unbrauchbar fr uns1 mit welchem ,blick wrden wir dann auf ,menschen und ,dinge sehen8 ,diess kann man sich ausdenken1 es ist ntzlich1 selbst wenn die ,frage1 ob etwas ,metaphysisches wissenschaftlich durch ,kant und ,schopenhauer bewiesen sei1 einmal abgelehnt wrde4 ,denn es ist1 nach historischer ,wahrscheinlichkeit1 sehr gut mglich1 dass die ,menschen einmal in dieser ,beziehung im ,ganzen und ,allgemeinen skeptisch werden2 da lautet also die ,frage3 wie wird sich dann die menschliche ,gesellschaft1 unter dem ,einfluss einer solchen ,gesinnung1 gestalten8 ,vielleicht ist der wissenschaftliche ,beweis irgend einer metaphysischen ,welt schon so schwierig1 dass die ,menschheit ein ,misstrauen gegen ihn nicht mehr los wird4 ,und wenn man gegen die ,metaphysik ,misstrauen hat1 so giebt es im ,ganzen und ,grossen die selben ,folgen1 wie wenn sie direct widerlegt wre und man nicht mehr an sie glauben drfte4 ,die historische ,frage in ,betreff einer unmetaphysischen ,gesinnung der ,menschheit bleibt in beiden ,fllen die selbe4 #bb4 ,unglaube an das monumentum aere perennius4 - ,ein wesentlicher ,nachtheil1 welchen das ,aufhren metaphysischer ,ansichten mit sich bringt1 liegt darin1 dass das ,individuum zu streng seine kurze ,lebenszeit in's ,auge fasst und keine strkeren ,antriebe empfngt1 an dauerhaften1 fr ,jahrhunderte angelegten ,institutionen zu bauen2 es will die ,frucht selbst vom ,baume pflcken1 den es pflanzt1 und desshalb mag es jene ,bume nicht mehr pflanzen1 welche eine ,jahrhundert lange gleichmssige ,pflege erfordern und welche lange ,reihenfolgen von ,geschlechtern zu berschatten bestimmt sind4 ,denn metaphysische ,ansichten geben den ,glauben1 dass in ihnen das letzte endgltige ,fundament gegeben sei1 auf welchem sich nunmehr alle ,zukunft der ,menschheit niederzulassen und anzubauen genthigt sei2 der ,einzelne frdert sein ,heil1 wenn er zum ,beispiel eine ,kirche1 ein ,kloster stiftet1 es wird ihm1 so meint er1 im ewigen ,fortleben der ,seele angerechnet und vergolten1 es ist ,arbeit am ewigen ,heil der ,seele4 - ,kann die ,wissenschaft auch solchen ,glauben an ihre ,resultate erwecken8 ,in der ,that braucht sie den ,zweifel und das ,misstrauen als treuesten ,bundesgenossen2 trotzdem kann mit der ,zeit die ,summe der unantastbaren1 das heisst alle ,strme der ,skepsis1 alle ,zersetzungen berdauernden ,wahrheiten so gross werden 7zum ,beispiel in der ,ditetik der ,gesundheit71 dass man sich daraufhin entschliesst1 ewige ,werke zu grnden4 ,einstweilen wirkt der ,contrast unseres aufgeregten ,ephemeren-,daseins gegen die langathmige ,ruhe metaphysischer ,zeitalter noch zu stark1 weil die beiden ,zeiten noch zu nahe gestellt sind2 der einzelne ,mensch selber durchluft jetzt zu viele innere und ussere ,entwickelungen1 als dass er auch nur auf seine eigene ,lebenszeit sich dauerhaft und ein fr alle ,mal einzurichten wagt4 ,ein ganz moderner ,mensch1 der sich zum ,beispiel ein ,haus bauen will1 hat dabei ein ,gefhl1 als ob er bei lebendigem ,leibe sich in ein ,mausoleum vermauern wolle4 #bc4 ,zeitalter der ,vergleichung4 - je weniger die ,menschen durch das ,herkommen gebunden sind1 um so grsser wird die innere ,bewegung der ,motive1 um so grsser wiederum1 dem entsprechend1 die ussere ,unruhe1 das ,durcheinanderfluten der ,menschen1 die ,polyphonie der ,bestrebungen4 ,fr wen giebt es jetzt noch einen strengeren ,zwang1 an einen ,ort sich und seine ,nachkommen anzubinden8 ,fr wen giebt es berhaupt noch etwas streng ,bindendes8 ,wie alle ,stilarten der ,knste neben einander nachgebildet werden1 so auch alle ,stufen und ,arten der ,moralitt1 der ,sitten1 der ,culturen4 - ,ein solches ,zeitalter bekommt seine ,bedeutung dadurch1 dass in ihm die verschiedenen ,weltbetrachtungen1 ,sitten1 ,culturen verglichen und neben einander durchlebt werden knnen2 was frher1 bei der immer localisirten ,herrschaft jeder ,cultur1 nicht mglich war1 entsprechend der ,gebundenheit aller knstlerischen ,stilarten an ,ort und ,zeit4 ,jetzt wird eine ,vermehrung des sthetischen ,gefhls endgltig unter so vielen der ,vergleichung sich darbietenden ,formen entscheiden3 sie wird die meisten1 - nmlich alle1 welche durch dasselbe abgewiesen werden1 - absterben lassen4 ,ebenso findet jetzt ein ,auswhlen in den ,formen und ,gewohnheiten der hheren ,sittlichkeit statt1 deren ,ziel kein anderes1 als der ,untergang der niedrigeren ,sittlichkeiten sein kann4 ,es ist das ,zeitalter der ,vergleichung6 ,das ist sein ,stolz1 - aber billigerweise auch sein ,leiden4 ,frchten wir uns vor diesem ,leiden nicht6 ,vielmehr wollen wir die ,aufgabe1 welche das ,zeitalter uns stellt1 so gross verstehen1 als wir nur vermgen3 so wird uns die ,nachwelt darob segnen1 - eine ,nachwelt1 die ebenso sich ber die abgeschlossenen originalen ,volks-,culturen hinaus weiss1 als ber die ,cultur der ,vergleichung1 aber auf beide ,arten der ,cultur als auf verehrungswrdige ,alterthmer mit ,dankbarkeit zurckblickt4 #bd4 ,mglichkeit des ,fortschritts4 - ,wenn ein ,gelehrter der alten ,cultur es verschwrt1 nicht mehr mit ,menschen umzugehen1 welche an den ,fortschritt glauben1 so hat er ,recht4 ,denn die alte ,cultur hat ihre ,grsse und ,gte hinter sich und die historische ,bildung zwingt ,einen1 zuzugestehen1 dass sie nie wieder frisch werden kann2 es ist ein unausstehlicher ,stumpfsinn oder ebenso unleidliche ,schwrmerei nthig1 um diess zu leugnen4 ,aber die ,menschen knnen mit ,bewusstsein beschliessen1 sich zu einer neuen ,cultur fortzuentwickeln1 whrend sie sich frher unbewusst und zufllig entwickelten3 sie knnen jetzt bessere ,bedingungen fr die ,entstehung der ,menschen1 ihre ,ernhrung1 ,erziehung1 ,unterrichtung schaffen1 die ,erde als ,ganzes konomisch verwalten1 die ,krfte der ,menschen berhaupt gegen einander abwgen und einsetzen4 ,diese neue bewusste ,cultur tdtet die alte1 welche1 als ,ganzes angeschaut1 ein unbewusstes ,thier- und ,pflanzenleben gefhrt hat2 sie tdtet auch das ,misstrauen gegen den ,fortschritt1 -er ist mglich4 ,ich will sagen3 es ist voreilig und fast unsinnig1 zu glauben1 dass der ,fortschritt nothwendig erfolgen msse2 aber wie knnte man leugnen1 dass er mglich sei8 ,dagegen ist ein ,fortschritt im ,sinne und auf dem ,wege der alten ,cultur nicht einmal denkbar4 ,wenn romantische ,phantastik immerhin auch das ,wort ,fortschritt von ihren ,zielen 7z4,b4 abgeschlossenen originalen ,volks-,culturen7 gebraucht3 jedenfalls entlehnt sie das ,bild davon aus der ,vergangenheit2 ihr ,denken und ,vorstellen ist auf diesem ,gebiete ohne jede ,originalitt4 #be4 ,privat- und ,welt-,moral4 - ,seitdem der ,glaube aufgehrt hat1 dass ein ,gott die ,schicksale der ,welt im ,grossen leite und1 trotz aller anscheinenden ,krmmungen im ,pfade der ,menschheit1 sie doch herrlich hinausfhre1 mssen die ,menschen selber sich kumenische1 die ganze ,erde umspannende ,ziele stellen4 ,die ltere ,moral1 namentlich die ,kant's1 verlangt vom ,einzelnen ,handlungen1 welche man von allen ,menschen wnscht3 das war eine schne naive ,sache2 als ob ein jeder ohne ,weiteres wsste1 bei welcher ,handlungsweise das ,ganze der ,menschheit wohlfahre1 also welche ,handlungen berhaupt wnschenswerth seien2 es ist eine ,theorie wie die vom ,freihandel1 voraussetzend1 dass die allgemeine ,harmonie sich nach eingeborenen ,gesetzen des ,besserwerdens von selbst ergeben msse4 ,vielleicht lsst es ein zuknftiger ,ueberblick ber die ,bedrfnisse der ,menschheit durchaus nicht wnschenswerth erscheinen1 dass alle ,menschen gleich handeln1 vielmehr drften im ,interesse kumenischer ,ziele fr ganze ,strecken der ,menschheit specielle1 vielleicht unter ,umstnden sogar bse ,aufgaben zu stellen sein4 - ,jedenfalls muss1 wenn die ,menschheit sich nicht durch eine solche bewusste ,gesammtregierung zu ,grunde richten soll1 vorher eine alle bisherigen ,grade bersteigende ,kenntniss der ,bedingungen der ,cultur1 als wissenschaftlicher ,maassstab fr kumenische ,ziele1 gefunden sein4 ,hierin liegt die ungeheure ,aufgabe der grossen ,geister des nchsten ,jahrhunderts4 #bf4 ,die ,reaction als ,fortschritt4 - ,mitunter erscheinen schroffe1 gewaltsame und fortreissende1 aber trotzdem zurckgebliebene ,geister1 welche eine vergangene ,phase der ,menschheit noch einmal heraufbeschwren3 sie dienen zum ,beweis1 dass die neuen ,richtungen1 welchen sie entgegenwirken1 noch nicht krftig genug sind1 dass ,etwas an ihnen fehlt3 sonst wrden sie jenen ,beschwrern besseren ,widerpart halten4 ,so zeugt zum ,beispiel ,luther's ,reformation dafr1 dass in seinem ,jahrhundert alle ,regungen der ,freiheit des ,geistes noch unsicher1 zart1 jugendlich waren2 die ,wissenschaft konnte noch nicht ihr ,haupt erheben4 ,ja1 die gesammte ,renaissance erscheint wie ein erster ,frhling1 der fast wieder weggeschneit wird4 ,aber auch in unserem ,jahrhundert bewies ,schopenhauer's ,metaphysik1 dass auch jetzt der wissenschaftliche ,geist noch nicht krftig genug ist3 so konnte die ganze mittelalterliche christliche ,weltbetrachtung und ,mensch-,empfindung noch einmal in ,schopenhauer's ,lehre1 trotz der lngst errungenen ,vernichtung aller christlichen ,dogmen1 eine ,auferstehung feiern4 ,viel ,wissenschaft klingt in seine ,lehre hinein1 aber sie beherrscht dieselbe nicht1 sondern das alte1 wohlbekannte metaphysische ,bedrfniss4 ,es ist gewiss einer der grssten und ganz unschtzbaren ,vortheile1 welche wir aus ,schopenhauer gewinnen1 dass er unsere ,empfindung zeitweilig in ltere1 mchtige ,betrachtungsarten der ,welt und ,menschen zurckzwingt1 zu welchen sonst uns so leicht kein ,pfad fhren wrde4 ,der ,gewinn fr die ,historie und die ,gerechtigkeit ist sehr gross3 ich glaube1 dass es jetzt ,niemandem so leicht gelingen mchte1 ohne ,schopenhauer's ,beihlfe dem ,christenthum und seinen asiatischen ,verwandten ,gerechtigkeit widerfahren zu lassen3 was namentlich vom ,boden des noch vorhandenen ,christenthums aus unmglich ist4 ,erst nach diesem grossen ,erfolge der ,gerechtigkeit1 erst nachdem wir die historische ,betrachtungsart1 welche die ,zeit der ,aufklrung mit sich brachte1 in einem so wesentlichen ,puncte corrigirt haben1 drfen wir die ,fahne der ,aufklrung - die ,fahne mit den drei ,namen3 ,petrarca1 ,erasmus1 ,voltaire - von ,neuem weiter tragen4 ,wir haben aus der ,reaction einen ,fortschritt gemacht4 #bg4 ,ersatz der ,religion4 - ,man glaubt einer ,philosophie etwas ,gutes nachzusagen1 wenn man sie als ,ersatz der ,religion fr das ,volk hinstellt4 ,in der ,that bedarf es in der geistigen ,oekonomie gelegentlich berleitender ,gedankenkreise2 so ist der ,uebergang aus ,religion in wissenschaftliche ,betrachtung ein gewaltsamer1 gefhrlicher ,sprung1 ,etwas1 das zu widerrathen ist4 ,insofern hat man mit jener ,anempfehlung ,recht4 ,aber endlich sollte man doch auch lernen1 dass die ,bedrfnisse1 welche die ,religion befriedigt hat und nun die ,philosophie befriedigen soll1 nicht unwandelbar sind2 diese selbst kann man schwchen und ausrotten4 ,man denke zum ,beispiel an die christliche ,seelennoth1 das ,seufzen ber die innere ,verderbtheit1 die ,sorge um das ,heil1 - alles ,vorstellungen1 welche nur aus ,irrthmern der ,vernunft herrhren und gar keine ,befriedigung1 sondern ,vernichtung verdienen4 ,eine ,philosophie kann entweder so ntzen1 dass sie jene ,bedrfnisse auch befriedigt oder dass sie dieselben beseitigt2 denn es sind angelernte1 zeitlich begrnzte ,bedrfnisse1 welche auf ,voraussetzungen beruhen1 die denen der ,wissenschaft widersprechen4 ,hier ist1 um einen ,uebergang zu machen1 die ,kunst viel eher zu benutzen1 um das mit ,empfindungen berladene ,gemth zu erleichtern2 denn durch sie werden jene ,vorstellungen viel weniger unterhalten1 als durch eine metaphysische ,philosophie4 ,von der ,kunst aus kann man dann leichter in eine wirklich befreiende philosophische ,wissenschaft bergehen4 #bh4 ,verrufene ,worte4 - ,weg mit den bis zum ,ueberdruss verbrauchten ,wrtern ,optimismus und ,pessimismus6 ,denn der ,anlass1 sie zu gebrauchen1 fehlt von ,tag zu ,tage mehr3 nur die ,schwtzer haben sie jetzt noch so unumgnglich nthig4 ,denn wesshalb in aller ,welt sollte jemand ,optimist sein wollen1 wenn er nicht einen ,gott zu vertheidigen hat1 welcher die beste der ,welten geschaffen haben muss1 falls er selber das ,gute und ,vollkommene ist1 - welcher ,denkende hat aber die ,hypothese eines ,gottes noch nthig8 - ,es fehlt aber auch jeder ,anlass zu einem pessimistischen ,glaubensbekenntniss1 wenn man nicht ein ,interesse daran hat1 den ,advocaten ,gottes1 den ,theologen oder den theologisirenden ,philosophen rgerlich zu werden und die ,gegenbehauptung krftig aufzustellen3 dass das ,bse regiere1 dass die ,unlust grsser sei1 als die ,lust1 dass die ,welt ein ,machwerk1 die ,erscheinung eines bsen ,willens zum ,leben sei4 ,wer aber kmmert sich jetzt noch um die ,theologen - ausser den ,theologen8 - ,abgesehen von aller ,theologie und ihrer ,bekmpfung liegt es auf der ,hand1 dass die ,welt nicht gut und nicht bse1 geschweige denn die beste oder die schlechteste ist1 und dass diese ,begriffe gut und bse nur in ,bezug auf ,menschen ,sinn haben1 ja vielleicht selbst hier1 in der ,weise1 wie sie gewhnlich gebraucht werden1 nicht berechtigt sind3 der schimpfenden und verherrlichenden ,weltbetrachtung mssen wir uns in jedem ,falle entschlagen4 #bi4 ,vom ,dufte der ,blthen berauscht4 - ,das ,schiff der ,menschheit1 meint man1 hat einen immer strkeren ,tiefgang1 je mehr es belastet wird2 man glaubt1 je tiefer der ,mensch denkt1 je zarter er fhlt1 je hher er sich schtzt1 je weiter seine ,entfernung von den anderen ,thieren wird1 - je mehr er als das ,genie unter den ,thieren erscheint1 - um so nher werde er dem wirklichen ,wesen der ,welt und deren ,erkenntniss kommen3 diess thut er auch wirklich durch die ,wissenschaft1 aber er meint diess noch mehr durch seine ,religionen und ,knste zu thun4 ,diese sind zwar eine ,blthe der ,welt1 aber durchaus nicht der ,wurzel der ,welt nher1 als der ,stengel ist3 man kann aus ihnen das ,wesen der ,dinge gerade gar nicht besser verstehen1 obschon diess fast jedermann glaubt4 ,der ,irrthum hat den ,menschen so tief1 zart1 erfinderisch gemacht1 eine solche ,blthe1 wie ,religionen und ,knste1 herauszutreiben4 ,das reine ,erkennen wre dazu ausser ,stande gewesen4 ,wer uns das ,wesen der ,welt enthllte1 wrde uns ,allen die unangenehmste ,enttuschung machen4 ,nicht die ,welt als ,ding an sich1 sondern die ,welt als ,vorstellung 7als ,irrthum7 ist so bedeutungsreich1 tief1 wundervoll1 ,glck und ,unglck im ,schoosse tragend4 ,diess ,resultat fhrt zu einer ,philosophie der logischen ,weltverneinung3 welche brigens sich mit einer praktischen ,weltbejahung ebensogut wie mit deren ,gegentheile vereinigen lsst4 #cj4 ,schlechte ,gewohnheiten im ,schliessen4 - ,die gewhnlichsten ,irrschlsse der ,menschen sind diese3 eine ,sache existirt1 also hat sie ein ,recht4 ,hier wird aus der ,lebensfhigkeit auf die ,zweckmssigkeit1 aus der ,zweckmssigkeit auf die ,rechtmssigkeit geschlossen4 ,sodann3 eine ,meinung beglckt1 also ist sie die wahre1 ihre ,wirkung ist gut1 also ist sie selber gut und wahr4 ,hier legt man der ,wirkung das ,prdicat beglckend1 gut1 im ,sinne des ,ntzlichen1 bei und versieht nun die ,ursache mit dem selben ,prdicat gut1 aber hier im ,sinne des ,logisch-,gltigen4 ,die ,umkehrung der ,stze lautet3 eine ,sache kann sich nicht durchsetzen1 erhalten1 also ist sie unrecht2 eine ,meinung qult1 regt auf1 also ist sie falsch4 ,der ,freigeist1 der das ,fehlerhafte dieser ,art zu schliessen nur allzu hufig kennen lernt und an ihren ,folgen zu leiden hat1 unterliegt oft der ,verfhrung1 die entgegengesetzten ,schlsse zu machen1 welche im ,allgemeinen natrlich ebenso sehr ,irrschlsse sind3 eine ,sache kann sich nicht durchsetzen1 also ist sie gut2 eine ,meinung macht ,noth1 beunruhigt1 also ist sie wahr4 #ca4 ,das ,unlogische nothwendig4 - ,zu den ,dingen1 welche einen ,denker in ,verzweifelung bringen knnen1 gehrt die ,erkenntniss1 dass das ,unlogische fr den ,menschen nthig ist1 und dass aus dem ,unlogischen vieles ,gute entsteht4 ,es steckt so fest in den ,leidenschaften1 in der ,sprache1 in der ,kunst1 in der ,religion und berhaupt in ,allem1 was dem ,leben ,werth verleiht1 dass man es nicht herausziehen kann1 ohne damit diese schnen ,dinge heillos zu beschdigen4 ,es sind nur die allzu naiven ,menschen1 welche glauben knnen1 dass die ,natur des ,menschen in eine rein logische verwandelt werden knne2 wenn es aber ,grade der ,annherung an dieses ,ziel geben sollte1 was wrde da nicht ,alles auf diesem ,wege verloren gehen mssen6 ,auch der vernnftigste ,mensch bedarf von ,zeit zu ,zeit wieder der ,natur1 das heisst seiner unlogischen ,grundstellung zu allen ,dingen4 #cb4 ,ungerechtsein nothwendig4 - ,alle ,urtheile ber den ,werth des ,lebens sind unlogisch entwickelt und desshalb ungerecht4 ,die ,unreinheit des ,urtheils liegt erstens in der ,art1 wie das ,material vorliegt1 nmlich sehr unvollstndig1 zweitens in der ,art1 wie daraus die ,summe gebildet wird1 und drittens darin1 dass jedes einzelne ,stck des ,materials wieder das ,resultat unreinen ,erkennens ist und zwar diess mit voller ,nothwendigkeit4 ,keine ,erfahrung zum ,beispiel ber einen ,menschen1 stnde er uns auch noch so nah1 kann vollstndig sein1 so dass wir ein logisches ,recht zu einer ,gesammtabschtzung desselben htten2 alle ,schtzungen sind voreilig und mssen es sein4 ,endlich ist das ,maass1 womit wir messen1 unser ,wesen1 keine unabnderliche ,grsse1 wir haben ,stimmungen und ,schwankungen1 und doch mssten wir uns selbst als ein festes ,maass kennen1 um das ,verhltniss irgend einer ,sache zu uns gerecht abzuschtzen4 ,vielleicht wird aus alledem folgen1 dass man gar nicht urtheilen sollte2 wenn man aber nur leben knnte1 ohne abzuschtzen1 ohne ,abneigung und ,zuneigung zu haben6 - denn alles ,abgeneigtsein hngt mit einer ,schtzung zusammen1 ebenso alles ,geneigtsein4 ,ein ,trieb zu ,etwas oder von ,etwas weg1 ohne ein ,gefhl davon1 dass man das ,frderliche wolle1 dem ,schdlichen ausweiche1 ein ,trieb ohne eine ,art von erkennender ,abschtzung ber den ,werth des ,zieles1 existirt beim ,menschen nicht4 ,wir sind von vornherein unlogische und daher ungerechte ,wesen1 und knnen diess erkennen3 diess ist eine der grssten und unauflsbarsten ,disharmonien des ,daseins4 #cc4 ,der ,irrthum ber das ,leben zum ,leben nothwendig4 - ,jeder ,glaube an ,werth und ,wrdigkeit des ,lebens beruht auf unreinem ,denken2 er ist allein dadurch mglich1 dass das ,mitgefhl fr das allgemeine ,leben und ,leiden der ,menschheit sehr schwach im ,individuum entwickelt ist4 ,auch die seltneren ,menschen1 welche berhaupt ber sich hinaus denken1 fassen nicht dieses allgemeine ,leben1 sondern abgegrnzte ,theile desselben in's ,auge4 ,versteht man es1 sein ,augenmerk vornehmlich auf ,ausnahmen1 ich meine auf die hohen ,begabungen und die reinen ,seelen zu richten1 nimmt man deren ,entstehung zum ,ziel der ganzen ,weltentwickelung und erfreut sich an deren ,wirken1 so mag man an den ,werth des ,lebens glauben1 weil man nmlich die anderen ,menschen dabei bersieht3 also unrein denkt4 ,und ebenso1 wenn man zwar alle ,menschen in's ,auge fasst1 aber in ihnen nur eine ,gattung von ,trieben1 die weniger egoistischen1 gelten lsst und sie in ,betreff der anderen ,triebe entschuldigt3 dann kann man wiederum von der ,menschheit im ,ganzen ,etwas hoffen und insofern an den ,werth des ,lebens glauben3 also auch in diesem ,falle durch ,unreinheit des ,denkens4 ,mag man sich aber so oder so verhalten1 man ist mit diesem ,verhalten eine ,ausnahme unter den ,menschen4 ,nun ertragen aber gerade die allermeisten ,menschen das ,leben1 ohne erheblich zu murren1 und glauben somit an den ,werth des ,daseins1 aber gerade dadurch1 dass sich jeder allein will und behauptet1 und nicht aus sich heraustritt wie jene ,ausnahmen3 alles ,ausserpersnliche ist ihnen gar nicht oder hchstens als ein schwacher ,schatten bemerkbar4 ,also darauf allein beruht der ,werth des ,lebens fr den gewhnlichen1 alltglichen ,menschen1 dass er sich wichtiger nimmt1 als die ,welt4 ,der grosse ,mangel an ,phantasie1 an dem er leidet1 macht1 dass er sich nicht in andere ,wesen hineinfhlen kann und daher so wenig als mglich an ihrem ,loos und ,leiden theilnimmt4 ,wer dagegen wirklich daran theilnehmen knnte1 msste am ,werthe des ,lebens verzweifeln2 gelnge es ihm1 das ,gesammtbewusstsein der ,menschheit in sich zu fassen und zu empfinden1 er wrde mit einem ,fluche gegen das ,dasein zusammenbrechen1 - denn die ,menschheit hat im ,ganzen keine ,ziele1 folglich kann der ,mensch1 in ,betrachtung des ganzen ,verlaufes1 nicht darin seinen ,trost und ,halt finden1 sondern seine ,verzweifelung4 ,sieht er bei ,allem1 was er thut1 auf die letzte ,ziellosigkeit der ,menschen1 so bekommt sein eigenes ,wirken in seinen ,augen den ,charakter der ,vergeudung4 ,sich aber als ,menschheit 7und nicht nur als ,individuum7 ebenso vergeudet zu fhlen1 wie wir die einzelne ,blthe von der ,natur vergeudet sehen1 ist ein ,gefhl ber alle ,gefhle4 - ,wer ist aber desselben fhig8 ,gewiss nur ein ,dichter3 und ,dichter wissen sich immer zu trsten4 #cd4 ,zur ,beruhigung4- ,aber wird so unsere ,philosophie nicht zur ,tragdie8 ,wird die ,wahrheit nicht dem ,leben1 dem ,besseren feindlich8 ,eine ,frage scheint uns die ,zunge zu beschweren und doch nicht laut werden zu wollen3 ob man bewusst in der ,unwahrheit bleiben knne8 oder1 wenn man diess msse1 ob da nicht der ,tod vorzuziehen sei8 ,denn ein ,sollen giebt es nicht mehr2 die ,moral1 insofern sie ein ,sollen war1 ist ja durch unsere ,betrachtungsart ebenso vernichtet wie die ,religion4 ,die ,erkenntniss kann als ,motive nur ,lust und ,unlust1 ,nutzen und ,schaden bestehen lassen3 wie aber werden diese ,motive sich mit dem ,sinne fr ,wahrheit auseinandersetzen8 ,auch sie berhren sich ja mit ,irrthmern 7insofern1 wie gesagt1 ,neigung und ,abneigung und ihre sehr ungerechten ,messungen unsere ,lust und ,unlust wesentlich bestimmen74 ,das ganze menschliche ,leben ist tief in die ,unwahrheit eingesenkt2 der ,einzelne kann es nicht aus diesem ,brunnen herausziehen1 ohne dabei seiner ,vergangenheit aus tiefstem ,grunde gram zu werden1 ohne seine gegenwrtigen ,motive1 wie die der ,ehre1 ungereimt zu finden und den ,leidenschaften1 welche zur ,zukunft und zu einem ,glck in derselben hindrngen1 ,hohn und ,verachtung entgegenzustellen4 ,ist es wahr1 bliebe einzig noch eine ,denkweise brig1 welche als persnliches ,ergebniss die ,verzweifelung1 als theoretisches eine ,philosophie der ,zerstrung nach sich zge8 - ,ich glaube1 die ,entscheidung ber die ,nachwirkung der ,erkenntniss wird durch das ,temperament eines ,menschen gegeben3 ich knnte mir eben so gut1 wie jene geschilderte und bei einzelnen ,naturen mgliche ,nachwirkung1 eine andere denken1 vermge deren ein viel einfacheres1 von ,affecten reineres ,leben entstnde1 als das jetzige ist3 so dass zuerst zwar die alten ,motive des heftigeren ,begehrens noch ,kraft htten1 aus alter vererbter ,gewhnung her1 allmhlich aber unter dem ,einflusse der reinigenden ,erkenntniss schwcher wrden4 ,man lebte zuletzt unter den ,menschen und mit sich wie in der ,natur1 ohne ,lob1 ,vorwrfe1 ,ereiferung1 an ,vielem sich wie an einem ,schauspiel weidend1 vor dem man sich bisher nur zu frchten hatte4 ,man wre die ,emphasis los und wrde die ,anstachelung des ,gedankens1 dass man nicht nur ,natur oder mehr als ,natur sei1 nicht weiter empfinden4 ,freilich gehrte hierzu1 wie gesagt1 ein gutes ,temperament1 eine gefestete1 milde und im ,grunde frohsinnige ,seele1 eine ,stimmung1 welche nicht vor ,tcken und pltzlichen ,ausbrchen auf der ,hut zu sein brauchte und in ihren ,aeusserungen ,nichts von dem knurrenden ,tone und der ,verbissenheit an sich trge1 - jenen bekannten lstigen ,eigenschaften alter ,hunde und ,menschen1 die lange an der ,kette gelegen haben4 ,vielmehr muss ein ,mensch1 von dem in solchem ,maasse die gewhnlichen ,fesseln des ,lebens abgefallen sind1 dass er nur deshalb weiter lebt1 um immer besser zu erkennen1 auf ,vieles1 ja fast auf ,alles1 was bei den anderen ,menschen ,werth hat1 ohne ,neid und ,verdruss verzichten knnen1 ihm muss als der wnschenswertheste ,zustand jenes freie1 furchtlose ,schweben ber ,menschen1 ,sitten1 ,gesetzen und den herkmmlichen ,schtzungen der ,dinge gengen4 ,die ,freude an diesem ,zustande theilt er gerne mit und er hat vielleicht nichts ,anderes mitzutheilen1 - worin freilich eine ,entbehrung1 eine ,entsagung mehr liegt4 ,will man aber trotzdem mehr von ihm1 so wird er mit wohlwollendem ,kopfschtteln auf seinen ,bruder hinweisen1 den freien ,menschen der ,that1 und vielleicht ein ,wenig ,spott nicht verhehlen3 denn mit dessen ,freiheit hat es eine eigene ,bewandtniss4 ,zweites ,hauptstck4 ,zur ,geschichte der moralischen ,empfindungen4 #ce4 ,vortheile der psychologischen ,beobachtung4 - ,dass das ,nachdenken ber ,menschliches1 ,allzumenschliches - oder wie der gelehrtere ,ausdruck lautet3 die psychologische ,beobachtung - zu den ,mitteln gehre1 vermge deren man sich die ,last des ,lebens erleichtern knne1 dass die ,uebung in dieser ,kunst ,geistesgegenwart in schwierigen ,lagen und ,unterhaltung inmitten einer langweiligen ,umgebung verleihe1 ja dass man den dornenvollsten und unerfreulichsten ,strichen des eigenen ,lebens ,sentenzen abpflcken und sich dabei ein ,wenig wohler fhlen knne3 das glaubte man1 wusste man - in frheren ,jahrhunderten4 ,warum vergass es dieses ,jahrhundert1 wo wenigstens in ,deutschland1 ja in ,europa1 die ,armuth an psychologischer ,beobachtung durch viele ,zeichen sich zu erkennen giebt8 ,nicht gerade in ,roman1 ,novelle und philosophischer ,betrachtung1 - diese sind das ,werk von ,ausnahmemenschen2 schon mehr in der ,beurtheilung ffentlicher ,ereignisse und ,persnlichkeiten3 vor ,allem aber fehlt die ,kunst der psychologischen ,zergliederung und ,zusammenrechnung in der ,gesellschaft aller ,stnde1 in der man wohl viel ber ,menschen1 aber gar nicht ber den ,menschen spricht4 ,warum doch lsst man sich den reichsten und harmlosesten ,stoff der ,unterhaltung entgehen8 ,warum liest man nicht einmal die grossen ,meister der psychologischen ,sentenz mehr8 - denn1 ohne jede ,uebertreibung gesprochen3 der ,gebildete in ,europa1 der ,la ,rochefoucauld und seine ,geistes- und ,kunstverwandten gelesen hat1 ist selten zu finden2 und noch viel seltener ,der1 welcher sie kennt und sie nicht schmht4 ,wahrscheinlich wird aber auch dieser ungewhnliche ,leser viel weniger ,freude an ihnen haben1 als die ,form jener ,knstler ihm geben sollte2 denn selbst der feinste ,kopf ist nicht vermgend1 die ,kunst der ,sentenzen-,schleiferei gebhrend zu wrdigen1 wenn er nicht selber zu ihr erzogen ist1 in ihr gewetteifert hat4 ,man nimmt1 ohne solche practische ,belehrung1 dieses ,schaffen und ,formen fr leichter als es ist1 man fhlt das ,gelungene und ,reizvolle nicht scharf genug heraus4 ,desshalb haben die jetzigen ,leser von ,sentenzen ein verhltnissmssig unbedeutendes ,vergngen an ihnen1 ja kaum einen ,mund voll ,annehmlichkeit1 so dass es ihnen ebenso geht1 wie den gewhnlichen ,betrachtern von ,kameen3 als welche loben1 weil sie nicht lieben knnen und schnell bereit sind zu bewundern1 schneller aber noch1 fortzulaufen4 #cf4 ,einwand4- ,oder sollte es gegen jenen ,satz1 dass die psychologische ,beobachtung zu den ,reiz-1 ,heil- und ,erleichterungsmitteln des ,daseins gehre1 eine ,gegenrechnung geben8 ,sollte man sich genug von den unangenehmen ,folgen dieser ,kunst berzeugt haben1 um jetzt mit ,absichtlichkeit den ,blick der sich ,bildenden von ihr abzulenken8 ,in der ,that1 ein gewisser blinder ,glaube an die ,gte der menschlichen ,natur1 ein eingepflanzter ,widerwille vor der ,zerlegung menschlicher ,handlungen1 eine ,art ,schamhaftigkeit in ,hinsicht auf die ,nacktheit der ,seele mgen wirklich fr das gesammte ,glck eines ,menschen wnschenswerthere ,dinge sein1 als jene1 in einzelnen ,fllen hilfreiche ,eigenschaft der psychologischen ,scharfsichtigkeit2 und vielleicht hat der ,glaube an das ,gute1 an tugendhafte ,menschen und ,handlungen1 an eine ,flle des unpersnlichen ,wohlwollens in der ,welt die ,menschen besser gemacht1 insofern er dieselben weniger misstrauisch machte4 ,wenn man die ,helden ,plutarch's mit ,begeisterung nachahmt1 und einen ,abscheu davor empfindet1 den ,motiven ihres ,handelns anzweifelnd nachzuspren1 so hat zwar nicht die ,wahrheit1 aber die ,wohlfahrt der menschlichen ,gesellschaft ihren ,nutzen dabei3 der psychologische ,irrthum und berhaupt die ,dumpfheit auf diesem ,gebiete hilft der ,menschlichkeit vorwrts1 whrend die ,erkenntniss der ,wahrheit vielleicht durch die anregende ,kraft einer ,hypothese mehr gewinnt1 wie sie ,la ,rochefoucauld der ersten ,ausgabe seiner ,sentences et maximes morales vorangestellt hat3 ,ce que le monde nomme vertu n'est d'ordinaire qu'un fantame form par nos passions1 qui on donne un nom honnte pour faire impunment ce qu'on veut4 ,la ,rochefoucauld und jene anderen franzsischen ,meister der ,seelenprfung 7denen sich neuerdings auch ein ,deutscher1 der ,verfasser der ,psychologischen ,beobachtungen zugesellt hat7 gleichen scharf zielenden ,schtzen1 welche immer und immer wieder in's ,schwarze treffen1 - aber in's ,schwarze der menschlichen ,natur4 ,ihr ,geschick erregt ,staunen1 aber endlich verwnscht ein ,zuschauer1 der nicht vom ,geiste der ,wissenschaft1 sondern der ,menschenfreundlichkeit geleitet wird1 eine ,kunst1 welche den ,sinn der ,verkleinerung und ,verdchtigung in die ,seelen der ,menschen zu pflanzen scheint4 #cg4 ,trotzdem4- ,wie es sich nun mit ,rechnung und ,gegenrechnung verhalte3 in dem gegenwrtigen ,zustande einer bestimmten einzelnen ,wissenschaft ist die ,auferweckung der moralischen ,beobachtung nthig geworden1 und der grausame ,anblick des psychologischen ,secirtisches und seiner ,messer und ,zangen kann der ,menschheit nicht erspart bleiben4 ,denn hier gebietet jene ,wissenschaft1 welche nach ,ursprung und ,geschichte der sogenannten moralischen ,empfindungen fragt und welche im ,fortschreiten die verwickelten sociologischen ,probleme aufzustellen und zu lsen hat3 - die ltere ,philosophie kennt die letzteren gar nicht und ist der ,untersuchung von ,ursprung und ,geschichte der moralischen ,empfindungen unter drftigen ,ausflchten immer aus dem ,wege gegangen4 ,mit welchen ,folgen3 das lsst sich jetzt sehr deutlich berschauen1 nachdem an vielen ,beispielen nachgewiesen ist1 wie die ,irrthmer der grssten ,philosophen gewhnlich ihren ,ausgangspunct in einer falschen ,erklrung bestimmter menschlicher ,handlungen und ,empfindungen haben1 wie auf ,grund einer irrthmlichen ,analysis1 zum ,beispiel der sogenannten unegoistischen ,handlungen1 eine falsche ,ethik sich aufbaut1 dieser zu ,gefallen dann wiederum ,religion und mythologisches ,unwesen zu ,hlfe genommen werden1 und endlich die ,schatten dieser trben ,geister auch in die ,physik und die gesammte ,weltbetrachtung hineinfallen4 ,steht es aber fest1 dass die ,oberflchlichkeit der psychologischen ,beobachtung dem menschlichen ,urtheilen und ,schliessen die gefhrlichsten ,fallstricke gelegt hat und fortwhrend von ,neuem legt1 so bedarf es jetzt jener ,ausdauer der ,arbeit1 welche nicht mde wird1 ,steine auf ,steine1 ,steinchen auf ,steinchen zu hufen1 so bedarf es der enthaltsamen ,tapferkeit1 um sich einer solchen bescheidenen ,arbeit nicht zu schmen und jeder ,missachtung derselben ,trotz zu bieten4 ,es ist wahr3 zahllose einzelne ,bemerkungen ber ,menschliches und ,allzumenschliches sind in ,kreisen der ,gesellschaft zuerst entdeckt und ausgesprochen worden1 welche gewohnt waren1 nicht der wissenschaftlichen ,erkenntniss1 sondern einer geistreichen ,gefallsucht jede ,art von ,opfern darzubringen2 und fast unlsbar hat sich der ,duft jener alten ,heimath der moralistischen ,sentenz - ein sehr verfhrerischer ,duft - der ganzen ,gattung angehngt3 so dass seinetwegen der wissenschaftliche ,mensch unwillkrlich einiges ,misstrauen gegen diese ,gattung und ihre ,ernsthaftigkeit merken lsst4 ,aber es gengt1 auf die ,folgen zu verweisen3 denn schon jetzt beginnt sich zu zeigen1 welche ,ergebnisse ernsthaftester ,art auf dem ,boden der psychologischen ,beobachtung aufwachsen4 ,welches ist doch der ,hauptsatz zu dem einer der khnsten und kltesten ,denker1 der ,verfasser des ,buches ,ueber den ,ursprung der moralischen ,empfindungen vermge seiner ein- und durchschneidenden ,analysen des menschlichen ,handelns gelangt8 ,der moralische ,mensch1 sagt er1 steht der intelligiblen 7metaphysischen7 ,welt nicht nher1 als der physische ,mensch4 ,dieser ,satz1 hart und schneidig geworden unter dem ,hammerschlag der historischen ,erkenntniss1 kann vielleicht einmal1 in irgendwelcher ,zukunft1 als die ,axt dienen1 welche dem metaphysischen ,bedrfniss der ,menschen an die ,wurzel gelegt wird1 - ob mehr zum ,segen1 als zum ,fluche der allgemeinen ,wohlfahrt1 wer wsste das zu sagen8 - aber jedenfalls als ein ,satz der erheblichsten ,folgen1 fruchtbar und furchtbar zugleich1 und mit jenem ,doppelgesichte in die ,welt sehend1 welches alle grossen ,erkenntnisse haben4 #ch4 ,inwiefern ntzlich4 - ,also3 ob die psychologische ,beobachtung mehr ,nutzen oder ,nachtheil ber die ,menschen bringe1 das bleibe immerhin unentschieden2 aber fest steht1 dass sie nothwendig ist1 weil die ,wissenschaft ihrer nicht entrathen kann4 ,die ,wissenschaft aber kennt keine ,rcksichten auf letzte ,zwecke1 ebenso wenig als die ,natur sie kennt3 sondern wie diese gelegentlich ,dinge von der hchsten ,zweckmssigkeit zu ,stande bringt1 ohne sie gewollt zu haben1 so wird auch die chte ,wissenschaft1 als die ,nachahmung der ,natur in ,begriffen1 den ,nutzen und die ,wohlfahrt der ,menschen gelegentlich1 ja vielfach1 frdern und das ,zweckmssige erreichen1 - aber ebenfalls ohne es gewollt zu haben4 ,wem es aber bei dem ,anhauche einer solchen ,betrachtungsart gar zu winterlich zu ,muthe wird1 der hat vielleicht nur zu wenig ,feuer in sich3 er mge sich indessen umsehen und er wird ,krankheiten wahrnehmen1 in denen ,eisumschlge noth thun1 und ,menschen1 welche so aus ,gluth und ,geist zusammengeknetet sind1 dass sie kaum irgendwo die ,luft kalt und schneidend genug fr sich finden4 ,ueberdiess3 wie allzu ernste ,einzelne und ,vlker ein ,bedrfniss nach ,leichtfertigkeiten haben1 wie andere allzu ,erregbare und ,bewegliche zeitweilig schwere niederdrckende ,lasten zu ihrer ,gesundheit nthig haben3 sollten wir1 die geistigeren ,menschen eines ,zeitalters1 welches ersichtlich immer mehr in ,brand gerth1 nicht nach allen lschenden und khlenden ,mitteln1 die es giebt1 greifen mssen1 damit wir wenigstens so stetig1 harmlos und mssig bleiben1 als wir es noch sind1 und so vielleicht einmal dazu brauchbar werden1 diesem ,zeitalter als ,spiegel und ,selbstbesinnung ber sich zu dienen8 - #ci4 ,die ,fabel von der intelligibelen ,freiheit4 - ,die ,geschichte der ,empfindungen1 vermge deren wir jemanden verantwortlich machen1 also der sogenannten moralischen ,empfindungen verluft1 in folgenden ,hauptphasen4 ,zuerst nennt man einzelne ,handlungen gut oder bse ohne alle ,rcksicht auf deren ,motive1 sondern allein der ntzlichen oder schdlichen ,folgen wegen4 ,bald aber vergisst man die ,herkunft dieser ,bezeichnungen und whnt1 dass den ,handlungen an sich1 ohne ,rcksicht auf deren ,folgen1 die ,eigenschaft gut oder bse innewohne3 mit demselben ,irrthume1 nach welchem die ,sprache den ,stein selber als hart1 den ,baum selber als grn bezeichnet - also dadurch1 dass man1 was ,wirkung ist1 als ,ursache fasst4 ,sodann legt man das ,gut- oder ,bse-sein in die ,motive hinein und betrachtet die ,thaten an sich als moralisch zweideutig4 ,man geht weiter und giebt das ,prdicat gut oder bse nicht mehr dem einzelnen ,motive1 sondern dem ganzen ,wesen eines ,menschen1 aus dem das ,motiv1 wie die ,pflanze aus dem ,erdreich1 herauswchst4 ,so macht man der ,reihe nach den ,menschen fr seine ,wirkungen1 dann fr seine ,handlungen1 dann fr seine ,motive und endlich fr sein ,wesen verantwortlich4 ,nun entdeckt man schliesslich1 dass auch dieses ,wesen nicht verantwortlich sein kann1 insofern es ganz und gar nothwendige ,folge ist und aus den ,elementen und ,einflssen vergangener und gegenwrtiger ,dinge concrescirt3 also dass der ,mensch fr ,nichts verantwortlich zu machen ist1 weder fr sein ,wesen1 noch seine ,motive1 noch seine ,handlungen1 noch seine ,wirkungen4 ,damit ist man zur ,erkenntniss gelangt1 dass die ,geschichte der moralischen ,empfindungen die ,geschichte eines ,irrthums1 des ,irrthums von der ,verantwortlichkeit ist3 als welcher auf dem ,irrthum von der ,freiheit des ,willens ruht4 -,schopenhauer schloss dagegen so3 weil gewisse ,handlungen ,unmuth 7,schuldbewusstsein7 nach sich ziehen1 so muss es eine ,verantwortlichkeit geben2 denn zu diesem ,unmuth wre kein ,grund vorhanden1 wenn nicht nur alles ,handeln des ,menschen mit ,nothwendigkeit verliefe - wie es thatschlich1 und auch nach der ,einsicht dieses ,philosophen1 verluft -1 sondern der ,mensch selber mit der selben ,nothwendigkeit sein ganzes ,wesen erlangte1 - was ,schopenhauer leugnet4 ,aus der ,thatsache jenes ,unmuthes glaubt ,schopenhauer eine ,freiheit beweisen zu knnen1 welche der ,mensch irgendwie gehabt haben msse1 zwar nicht in ,bezug auf die ,handlungen1 aber in ,bezug auf das ,wesen3 ,freiheit also1 so oder so zu sein1 nicht so oder so zu handeln4 ,aus dem esse1 der ,sphre der ,freiheit und ,verantwortlichkeit1 folgt nach seiner ,meinung das operari1 die ,sphre der strengen ,causalitt1 ,nothwendigkeit und ,unverantwortlichkeit4 ,jener ,unmuth beziehe sich zwar scheinbar auf das operari - insofern sei er irrthmlich -1 in ,wahrheit aber auf das esse1 welches die ,that eines freien ,willens1 die ,grundursache der ,existenz eines ,individuums1 sei2 der ,mensch werde ,das1 was er werden wolle1 sein ,wollen sei frher1 als seine ,existenz4 - ,hier wird der ,fehlschluss gemacht1 dass aus der ,thatsache des ,unmuthes die ,berechtigung1 die vernnftige ,zulssigkeit dieses ,unmuthes geschlossen wird2 und von jenem ,fehlschluss aus kommt ,schopenhauer zu seiner phantastischen ,consequenz der sogenannten intelligibelen ,freiheit4 ,aber der ,unmuth nach der ,that braucht gar nicht vernnftig zu sein3 ja er ist es gewiss nicht1 denn er ruht auf der irrthmlichen ,voraussetzung1 dass die ,that eben nicht nothwendig htte erfolgen mssen4 ,also3 weil sich der ,mensch fr frei hlt1 nicht aber weil er frei ist1 empfindet er ,reue und ,gewissensbisse4 - ,ueberdiess ist dieser ,unmuth ,etwas1 das man sich abgewhnen kann1 bei vielen ,menschen ist er in ,bezug auf ,handlungen gar nicht vorhanden1 bei welchen viele andere ,menschen ihn empfinden4 ,er ist eine sehr wandelbare1 an die ,entwickelung der ,sitte und ,cultur geknpfte ,sache und vielleicht nur in einer verhltnissmssig kurzen ,zeit der ,weltgeschichte vorhanden4 -,niemand ist fr seine ,thaten verantwortlich1 ,niemand fr sein ,wesen2 richten ist soviel als ungerecht sein4 ,diess gilt auch1 wenn das ,individuum ber sich selbst richtet4 ,der ,satz ist so hell wie ,sonnenlicht1 und doch geht hier jedermann lieber in den ,schatten und die ,unwahrheit zurck3 aus ,furcht vor den ,folgen4 #dj4 ,das ,ueber-,thier4 - ,die ,bestie in uns will belogen werden2 ,moral ist ,nothlge1 damit wir von ihr nicht zerrissen werden4 ,ohne die ,irrthmer1 welche in den ,annahmen der ,moral liegen1 wre der ,mensch ,thier geblieben4 ,so aber hat er sich als etwas ,hheres genommen und sich strengere ,gesetze auferlegt4 ,er hat desshalb einen ,hass gegen die der ,thierheit nher gebliebenen ,stufen3 woraus die ehemalige ,missachtung des ,sclaven1 als eines ,nicht-,menschen1 als einer ,sache zu erklren ist4 #da4 ,der unvernderliche ,charakter4 - ,dass der ,charakter unvernderlich sei1 ist nicht im strengen ,sinne wahr2 vielmehr heisst dieser beliebte ,satz nur so viel1 dass whrend der kurzen ,lebensdauer eines ,menschen die einwirkenden ,motive gewhnlich nicht tief genug ritzen knnen1 um die aufgeprgten ,schriftzge vieler ,jahrtausende zu zerstren4 ,dchte man sich aber einen ,menschen von achtzigtausend ,jahren1 so htte man an ihm sogar einen absolut vernderlichen ,charakter3 so dass eine ,flle verschiedener ,individuen sich nach und nach aus ihm entwickelte4 ,die ,krze des menschlichen ,lebens verleitet zu manchen irrthmlichen ,behauptungen ber die ,eigenschaften des ,menschen4 #db4 ,die ,ordnung der ,gter und die ,moral4 - ,die einmal angenommene ,rangordnung der ,gter1 je nachdem ein niedriger1 hherer1 hchster ,egoismus das ,eine oder das ,andere will1 entscheidet jetzt ber das ,moralisch-sein oder ,unmoralisch-sein4 ,ein niedriges ,gut 7zum ,beispiel ,sinnengenuss7 einem hher geschtzten 7zum ,beispiel ,gesundheit7 vorziehen1 gilt als unmoralisch1 ebenso ,wohlleben der ,freiheit vorziehen4 ,die ,rangordnung der ,gter ist aber keine zu allen ,zeiten feste und gleiche2 wenn jemand ,rache der ,gerechtigkeit vorzieht1 so ist er nach dem ,maassstabe einer frheren ,cultur moralisch1 nach dem der jetzigen unmoralisch4 ,unmoralisch bezeichnet also1 dass ,einer die hheren1 feineren1 geistigeren ,motive1 welche die jeweilen neue ,cultur hinzugebracht hat1 noch nicht oder noch nicht stark genug empfindet3 es bezeichnet einen ,zurckgebliebenen1 aber immer nur dem ,gradunterschied nach4 - ,die ,rangordnung der ,gter selber wird nicht nach moralischen ,gesichtspuncten auf- und umgestellt2 wohl aber wird nach ihrer jedesmaligen ,festsetzung darber entschieden1 ob eine ,handlung moralisch oder unmoralisch sei4 #dc4 ,grausame ,menschen als zurckgeblieben4 - ,die ,menschen1 welche jetzt grausam sind1 mssen uns als ,stufen frherer ,culturen gelten1 welche brig geblieben sind3 das ,gebirge der ,menschheit zeigt hier einmal die tieferen ,formationen1 welche sonst versteckt liegen1 offen4 ,es sind zurckgebliebene ,menschen1 deren ,gehirn1 durch alle mglichen ,zuflle im ,verlaufe der ,vererbung1 nicht so zart und vielseitig fortgebildet worden ist4 ,sie zeigen uns1 was wir ,alle waren1 und machen uns erschrecken3 aber sie selber sind so wenig verantwortlich1 wie ein ,stck ,granit dafr1 dass es ,granit ist4 ,in unserm ,gehirne mssen sich auch ,rinnen und ,windungen finden1 welche jener ,gesinnung entsprechen1 wie sich in der ,form einzelner menschlicher ,organe ,erinnerungen an ,fischzustnde finden sollen4 ,aber diese ,rinnen und ,windungen sind nicht mehr das ,bett1 in welchem sich jetzt der ,strom unserer ,empfindung wlzt4 #dd4 ,dankbarkeit und ,rache4 - ,der ,grund1 wesshalb der ,mchtige dankbar ist1 ist dieser4 ,sein ,wohlthter hat sich durch seine ,wohlthat an der ,sphre des ,mchtigen gleichsam vergriffen und sich in sie eingedrngt3 nun vergreift er sich zur ,vergeltung wieder an der ,sphre des ,wohlthters durch den ,act der ,dankbarkeit4 ,es ist eine mildere ,form der ,rache4 ,ohne die ,genugthuung der ,dankbarkeit zu haben1 wrde der ,mchtige sich unmchtig gezeigt haben und frderhin dafr gelten4 ,desshalb stellt jede ,gesellschaft der ,guten1 das heisst ursprnglich der ,mchtigen1 die ,dankbarkeit unter die ersten ,pflichten4 - ,swift hat den ,satz hingeworfen1 dass ,menschen in dem selben ,verhltniss dankbar sind1 wie sie ,rache hegen4 #de4 ,doppelte ,vorgeschichte von ,gut und ,bse4 - ,der ,begriff gut und bse hat eine doppelte ,vorgeschichte3 nmlich einmal in der ,seele der herrschenden ,stmme und ,kasten4 ,wer die ,macht zu vergelten hat1 ,gutes mit ,gutem1 ,bses mit ,bsem1 und auch wirklich ,vergeltung bt1 also dankbar und rachschtig ist1 der wird gut genannt2 wer unmchtig ist und nicht vergelten kann1 gilt als schlecht4 ,man gehrt als ,guter zu den ,guten1 einer ,gemeinde1 welche ,gemeingefhl hat1 weil alle ,einzelnen durch den ,sinn der ,vergeltung mit einander verflochten sind4 ,man gehrt als ,schlechter zu den ,schlechten1 zu einem ,haufen unterworfener1 ohnmchtiger ,menschen1 welche kein ,gemeingefhl haben4 ,die ,guten sind eine ,kaste1 die ,schlechten eine ,masse wie ,staub4 ,gut und schlecht ist eine ,zeit lang so viel wie vornehm und niedrig1 ,herr und ,sclave4 ,dagegen sieht man den ,feind nicht als bse an3 er kann vergelten4 ,der ,troer und der ,grieche sind bei ,homer beide gut4 ,nicht ,der1 welcher uns ,schdliches zufgt1 sondern ,der1 welcher verchtlich ist1 gilt als schlecht4 ,in der ,gemeinde der ,guten vererbt sich das ,gute2 es ist unmglich1 dass ein ,schlechter aus so gutem ,erdreiche hervorwachse4 ,thut trotzdem ,einer der ,guten ,etwas1 das der ,guten unwrdig ist1 so verfllt man auf ,ausflchte2 man schiebt zum ,beispiel einem ,gott die ,schuld zu1 indem man sagt3 er habe den ,guten mit ,verblendung und ,wahnsinn geschlagen4 - ,sodann in der ,seele der ,unterdrckten1 ,machtlosen4 ,hier gilt jeder andere ,mensch als feindlich1 rcksichtslos1 ausbeutend1 grausam1 listig1 sei er vornehm oder niedrig2 bse ist das ,charakterwort fr ,mensch1 ja fr jedes lebende ,wesen1 welches man voraussetzt1 zum ,beispiel fr einen ,gott2 menschlich1 gttlich gilt so viel wie teuflisch1 bse4 ,die ,zeichen der ,gte1 ,hlfebereitschaft1 ,mitleid1 werden angstvoll als ,tcke1 ,vorspiel eines schrecklichen ,ausgangs1 ,betubung und ,ueberlistung aufgenommen1 kurz als verfeinerte ,bosheit4 ,bei einer solchen ,gesinnung des ,einzelnen kann kaum ein ,gemeinwesen entstehen1 hchstens die roheste ,form desselben3 so dass berall1 wo diese ,auffassung von gut und bse herrscht1 der ,untergang der ,einzelnen1 ihrer ,stmme und ,rassen nahe ist4 - ,unsere jetzige ,sittlichkeit ist auf dem ,boden der herrschenden ,stmme und ,kasten aufgewachsen4 #df4 ,mitleiden strker als ,leiden4 - ,es giebt ,flle1 wo das ,mitleiden strker ist1 als das eigentliche ,leiden4 ,wir empfinden es zum ,beispiel schmerzlicher1 wenn einer unserer ,freunde sich etwas ,schmhliches zu ,schulden kommen lsst1 als wenn wir selbst es thun4 ,einmal nmlich glauben wir mehr an die ,reinheit seines ,charakters1 als er2 sodann ist unsere ,liebe zu ihm1 wahrscheinlich eben dieses ,glaubens wegen1 strker1 als seine ,liebe zu sich selbst4 ,wenn auch wirklich sein ,egoismus mehr dabei leidet1 als unser ,egoismus1 insofern er die belen ,folgen seines ,vergehens strker zu tragen hat1 so wird das ,unegoistische in uns - dieses ,wort ist nie streng zu verstehen1 sondern nur eine ,erleichterung des ,ausdrucks - doch strker durch seine ,schuld betroffen1 als das ,unegoistische in ihm4 #dg4 ,hypochondrie4- ,es giebt ,menschen1 welche aus ,mitgefhl und ,sorge fr eine andere ,person hypochondrisch werden2 die dabei entstehende ,art des ,mitleidens ist nichts ,anderes1 als eine ,krankheit4 ,so giebt es auch eine christliche ,hypochondrie1 welche jene einsamen1 religis bewegten ,leute befllt1 die sich das ,leiden und ,sterben ,christi fortwhrend vor ,augen stellen4 #dh4 ,oekonomie der ,gte4 - ,die ,gte und ,liebe als die heilsamsten ,kruter und ,krfte im ,verkehre der ,menschen sind so kostbare ,funde1 dass man wohl wnschen mchte1 es werde in der ,verwendung dieser balsamischen ,mittel so konomisch wie mglich verfahren3 doch ist diess unmglich4 ,die ,oekonomie der ,gte ist der ,traum der verwegensten ,utopisten4 #di4 ,wohlwollen4- ,unter die kleinen1 aber zahllos hufigen und desshalb sehr wirkungsvollen ,dinge1 auf welche die ,wissenschaft mehr ,acht zu geben hat1 als auf die grossen seltenen ,dinge1 ist auch das ,wohlwollen zu rechnen2 ich meine jene ,aeusserungen freundlicher ,gesinnung im ,verkehr1 jenes ,lcheln des ,auges1 jene ,hndedrcke1 jenes ,behagen1 von welchem fr gewhnlich fast alles menschliche ,thun umsponnen ist4 ,jeder ,lehrer1 jeder ,beamte bringt diese ,zuthat zu dem1 was fr ihn ,pflicht ist1 hinzu2 es ist die fortwhrende ,bethtigung der ,menschlichkeit1 gleichsam die ,wellen ihres ,lichtes1 in denen ,alles wchst2 namentlich im engsten ,kreise1 innerhalb der ,familie1 grnt und blht das ,leben nur durch jenes ,wohlwollen4 ,die ,gutmthigkeit1 die ,freundlichkeit1 die ,hflichkeit des ,herzens sind immerquellende ,ausflsse des unegoistischen ,triebes und haben viel mchtiger an der ,cultur gebaut1 als jene viel berhmteren ,aeusserungen desselben1 die man ,mitleiden1 ,barmherzigkeit und ,aufopferung nennt4 ,aber man pflegt sie geringzuschtzen1 und in der ,that3 es ist nicht gerade viel ,unegoistisches daran4 ,die ,summe dieser geringen ,dosen ist trotzdem gewaltig1 ihre gesammte ,kraft gehrt zu den strksten ,krften4 - ,ebenso findet man viel mehr ,glck in der ,welt1 als trbe ,augen sehen3 wenn man nmlich richtig rechnet1 und nur alle jene ,momente des ,behagens1 an welchen jeder ,tag in jedem1 auch dem bedrngtesten ,menschenleben reich ist1 nicht vergisst4 #ej4 ,mitleiden erregen wollen4- ,la ,rochefoucauld trifft in der bemerkenswerthesten ,stelle seines ,selbst-,portraits 7zuerst gedruckt #afeh7 gewiss das ,rechte1 wenn er alle ,die1 welche ,vernunft haben1 vor dem ,mitleiden warnt1 wenn er rth1 dasselbe den ,leuten aus dem ,volke zu berlassen1 die der ,leidenschaften bedrfen 7weil sie nicht durch ,vernunft bestimmt werden71 um so weit gebracht zu werden1 dem ,leidenden zu helfen und bei einem ,unglck krftig einzugreifen2 whrend das ,mitleiden1 nach seinem 7und ,plato's7 ,urtheil1 die ,seele entkrfte4 ,freilich solle man ,mitleiden bezeugen1 aber sich hten1 es zu haben3 denn die ,unglcklichen seien nun einmal so dumm1 dass bei ihnen das ,bezeugen von ,mitleid das grsste ,gut von der ,welt ausmache4 - ,vielleicht kann man noch strker vor diesem ,mitleid-haben warnen1 wenn man jenes ,bedrfniss der ,unglcklichen nicht gerade als ,dummheit und intellectuellen ,mangel1 als eine ,art ,geistesstrung fasst1 welche das ,unglck mit sich bringt 7und so scheint es ja ,la ,rochefoucauld zu fassen71 sondern als etwas ganz ,anderes und ,bedenklicheres versteht4 ,vielmehr beobachte man ,kinder1 welche weinen und ,schreien1 damit sie bemitleidet werden1 und desshalb den ,augenblick abwarten1 wo ihr ,zustand in die ,augen fallen kann2 man lebe im ,verkehr mit ,kranken und ,geistig-,gedrckten und frage sich1 ob nicht das beredte ,klagen und ,wimmern1 das ,zur-,schau-tragen des ,unglcks im ,grunde das ,ziel verfolgt1 den ,anwesenden weh zu thun3 das ,mitleiden1 welches ,jene dann ussern1 ist insofern eine ,trstung fr die ,schwachen und ,leidenden1 als sie daran erkennen1 doch wenigstens noch ,eine ,macht zu haben1 trotz aller ihrer ,schwche3 die ,macht1 wehe zu thun4 ,der ,unglckliche gewinnt eine ,art von ,lust in diesem ,gefhl der ,ueberlegenheit1 welches das ,bezeugen des ,mitleides ihm zum ,bewusstsein bringt2 seine ,einbildung erhebt sich1 er ist immer noch wichtig genug1 um der ,welt ,schmerzen zu machen4 ,somit ist der ,durst nach ,mitleid ein ,durst nach ,selbstgenuss1 und zwar auf ,unkosten der ,mitmenschen2 es zeigt den ,menschen in der ganzen ,rcksichtslosigkeit seines eigensten lieben ,selbst3 nicht aber gerade in seiner ,dummheit1 wie ,la ,rochefoucauld meint4 - ,im ,zwiegesprche der ,gesellschaft werden ,dreiviertel aller ,fragen gestellt1 aller ,antworten gegeben1 um dem ,unterredner ein klein ,wenig weh zu thun2 desshalb drsten viele ,menschen so nach ,gesellschaft3 sie giebt ihnen das ,gefhl ihrer ,kraft4 ,in solchen unzhligen1 aber sehr kleinen ,dosen1 in welchen die ,bosheit sich geltend macht1 ist sie ein mchtiges ,reizmittel des ,lebens3 ebenso wie das ,wohlwollen1 in gleicher ,form durch die ,menschenwelt hin verbreitet1 das allezeit bereite ,heilmittel ist4 - ,aber wird es viele ,ehrliche geben1 welche zugestehen1 dass es ,vergngen macht1 wehe zu thun8 dass man sich nicht selten damit unterhlt - und gut unterhlt -1 anderen ,menschen wenigstens in ,gedanken ,krnkungen zuzufgen und die ,schrotkrner der kleinen ,bosheit nach ihnen zu schiessen8 ,die ,meisten sind zu unehrlich und ein paar ,menschen sind zu gut1 um von diesem ,pudendum ,etwas zu wissen2 diese mgen somit immerhin leugnen1 dass ,prosper ,mrime ,recht habe1 wenn er sagt3 ,sachez aussi qu'il n'y a rien de plus commun que de faire le mal pour le plaisir de le faire4 #ea4 ,wie der ,schein zum ,sein wird4 - ,der ,schauspieler kann zuletzt auch beim tiefsten ,schmerz nicht aufhren1 an den ,eindruck seiner ,person und den gesammten scenischen ,effect zu denken1 zum ,beispiel selbst beim ,begrbniss seines ,kindes2 er wird ber seinen eignen ,schmerz und dessen ,aeusserungen weinen1 als sein eigener ,zuschauer4 ,der ,heuchler1 welcher immer ein und die selbe ,rolle spielt1 hrt zuletzt auf1 ,heuchler zu sein2 zum ,beispiel ,priester1 welche als junge ,mnner gewhnlich bewusst oder unbewusst ,heuchler sind1 werden zuletzt natrlich und sind dann wirklich1 ohne alle ,affectation1 eben ,priester2 oder wenn es der ,vater nicht so weit bringt1 dann vielleicht der ,sohn1 der des ,vaters ,vorsprung benutzt1 seine ,gewhnung erbt4 ,wenn ,einer sehr lange und hartnckig ,etwas scheinen will1 so wird es ihm zuletzt schwer1 etwas ,anderes zu sein4 ,der ,beruf fast jedes ,menschen1 sogar des ,knstlers1 beginnt mit ,heuchelei1 mit einem ,nachmachen von ,aussen her1 mit einem ,copiren des ,wirkungsvollen4 ,der1 welcher immer die ,maske freundlicher ,mienen trgt1 muss zuletzt eine ,gewalt ber wohlwollende ,stimmungen bekommen1 ohne welche der ,ausdruck der ,freundlichkeit nicht zu erzwingen ist1 - und zuletzt wieder bekommen diese ber ihn ,gewalt1 er ist wohlwollend4 #eb4 ,der ,punct der ,ehrlichkeit beim ,betruge4 - ,bei allen grossen ,betrgern ist ein ,vorgang bemerkenswerth1 dem sie ihre ,macht verdanken4 ,im eigentlichen ,acte des ,betruges unter all den ,vorbereitungen1 dem ,schauerlichen in ,stimme1 ,ausdruck1 ,gebrden1 inmitten der wirkungsvollen ,scenerie1 berkommt sie der ,glaube an sich selbst3 dieser ist es1 der dann so wundergleich und bezwingend zu den ,umgebenden spricht4 ,die ,religionsstifter unterscheiden sich dadurch von jenen grossen ,betrgern1 dass sie aus diesem ,zustande der ,selbsttuschung nicht herauskommen3 oder sie haben ganz selten einmal jene helleren ,momente1 wo der ,zweifel sie berwltigt2 gewhnlich trsten sie sich aber1 diese helleren ,momente dem bsen ,widersacher zuschiebend4 ,selbstbetrug muss da sein1 damit ,diese und jene grossartig wirken4 ,denn die ,menschen glauben an die ,wahrheit dessen1 was ersichtlich stark geglaubt wird4 #ec4 ,angebliche ,stufen der ,wahrheit4 - ,einer der gewhnlichen ,fehlschlsse ist der3 weil ,jemand wahr und aufrichtig gegen uns ist1 so sagt er die ,wahrheit4 ,so glaubt das ,kind an die ,urtheile der ,eltern1 der ,christ an die ,behauptungen des ,stifters der ,kirche4 ,ebenso will man nicht zugeben1 dass alles jenes1 was die ,menschen mit ,opfern an ,glck und ,leben in frheren ,jahrhunderten vertheidigt haben1 ,nichts als ,irrthmer waren3 vielleicht sagt man1 es seien ,stufen der ,wahrheit gewesen4 ,aber im ,grunde meint man1 wenn ,jemand ehrlich an ,etwas geglaubt und fr seinen ,glauben gekmpft hat und gestorben ist1 wre es doch gar zu unbillig1 wenn eigentlich nur ein ,irrthum ihn beseelt habe4 ,so ein ,vorgang scheint der ewigen ,gerechtigkeit zu widersprechen2 desshalb decretirt das ,herz empfindender ,menschen immer wieder gegen ihren ,kopf den ,satz3 zwischen moralischen ,handlungen und intellectuellen ,einsichten muss durchaus ein nothwendiges ,band sein4 ,es ist leider anders2 denn es giebt keine ewige ,gerechtigkeit4 #ed4 ,die ,lge4 - ,wesshalb sagen zu allermeist die ,menschen im alltglichen ,leben die ,wahrheit8 - ,gewiss nicht1 weil ein ,gott das ,lgen verboten hat4 ,sondern erstens3 weil es bequemer ist2 denn die ,lge erfordert ,erfindung1 ,verstellung und ,gedchtniss4 7,wesshalb ,swift sagt3 wer eine ,lge berichtet1 merkt selten die schwere ,last1 die er bernimmt2 er muss nmlich1 um eine ,lge zu behaupten1 zwanzig andere erfinden47 ,sodann3 weil es in schlichten ,verhltnissen vortheilhaft ist1 direct zu sagen3 ich will diess1 ich habe diess gethan1 und dergleichen2 also weil der ,weg des ,zwangs und der ,autoritt sicherer ist1 als der der ,list4 - ,ist aber einmal ein ,kind in verwickelten huslichen ,verhltnissen aufgezogen worden1 so handhabt es ebenso natrlich die ,lge und sagt unwillkrlich immer ,das1 was seinem ,interesse entspricht2 ein ,sinn fr ,wahrheit1 ein ,widerwille gegen die ,lge an sich ist ihm ganz fremd und unzugnglich1 und so lgt es in aller ,unschuld4 #ee4 ,des ,glaubens wegen die ,moral verdchtigen4 - ,keine ,macht lsst sich behaupten1 wenn lauter ,heuchler sie vertreten2 die katholische ,kirche mag noch so viele weltliche ,elemente besitzen1 ihre ,kraft beruht auf jenen auch jetzt noch zahlreichen priesterlichen ,naturen1 welche sich das ,leben schwer und bedeutungstief machen1 und deren ,blick und abgehrmter ,leib von ,nachtwachen1 ,hungern1 glhendem ,gebete1 vielleicht selbst von ,geisselhieben redet2 ,diese erschttern die ,menschen und machen ihnen ,angst3 wie1 wenn es nthig wre1 so zu leben8 - diess ist die schauderhafte ,frage1 welche ihr ,anblick auf die ,zunge legt4 ,indem sie diesen ,zweifel verbreiten1 grnden sie immer von ,neuem wieder einen ,pfeiler ihrer ,macht2 selbst die ,freigesinnten wagen es nicht1 dem derartig ,selbstlosen mit hartem ,wahrheitssinn zu widerstehen und zu sagen3 ,betrogner du1 betrge nicht6 - ,nur die ,differenz der ,einsichten trennt sie von ihm1 durchaus keine ,differenz der ,gte oder ,schlechtigkeit2 aber was man nicht mag1 pflegt man gewhnlich auch ungerecht zu behandeln4 ,so spricht man von der ,schlauheit und der verruchten ,kunst der ,jesuiten1 aber bersieht1 welche ,selbstberwindung jeder einzelne ,jesuit sich auferlegt und wie die erleichterte ,lebenspraxis1 welche die jesuitischen ,lehrbcher predigen1 durchaus nicht ihnen1 sondern dem ,laienstande zu ,gute kommen soll4 ,ja man darf fragen1 ob wir ,aufgeklrten bei ganz gleicher ,taktik und ,organisation eben so gute ,werkzeuge1 ebenso bewundernswrdig durch ,selbstbesiegung1 ,unermdlichkeit1 ,hingebung sein wrden4 #ef4 ,sieg der ,erkenntniss ber das radicale ,bse4 - ,es trgt ,dem1 der weise werden will1 einen reichlichen ,gewinn ein1 eine ,zeit lang einmal die ,vorstellung vom grndlich bsen und verderbten ,menschen gehabt zu haben3 sie ist falsch1 wie die entgegengesetzte2 aber ganze ,zeitstrecken hindurch besass sie die ,herrschaft und ihre ,wurzeln haben sich bis in uns und unsere ,welt hinein verstet4 ,um uns zu begreifen1 mssen wir sie begreifen2 um aber dann hher zu steigen1 mssen wir ber sie hinwegsteigen4 ,wir erkennen dann1 dass es keine ,snden im metaphysischen ,sinne giebt2 aber1 im gleichen ,sinne1 auch keine ,tugenden2 dass dieses ganze ,bereich sittlicher ,vorstellungen fortwhrend im ,schwanken ist1 dass es hhere und tiefere ,begriffe von gut und bse1 sittlich und unsittlich giebt4 ,wer nicht viel mehr von den ,dingen begehrt1 als ,erkenntniss derselben1 kommt leicht mit seiner ,seele zur ,ruhe und wird hchstens aus ,unwissenheit1 aber schwerlich aus ,begehrlichkeit fehlgreifen 7oder sndigen1 wie die ,welt es heisst74 ,er wird die ,begierden nicht mehr verketzern und ausrotten wollen2 aber sein einziges ihn vllig beherrschendes ,ziel1 zu aller ,zeit so gut wie mglich zu erkennen1 wird ihn khl machen und alle ,wildheit in seiner ,anlage besnftigen4 ,ueberdiess ist er einer ,menge qulender ,vorstellungen losgeworden1 er empfindet ,nichts mehr bei dem ,worte ,hllenstrafen1 ,sndhaftigkeit1 ,unfhigkeit zum ,guten3 er erkennt darin nur die verschwebenden ,schattenbilder falscher ,welt- und ,lebensbetrachtungen4 #eg4 ,moral als ,selbstzertheilung des ,menschen4 - ,ein guter ,autor1 der wirklich das ,herz fr seine ,sache hat1 wnscht1 dass jemand komme und ihn selber dadurch vernichte1 dass er dieselbe ,sache deutlicher darstelle und die in ihr enthaltenen ,fragen ohne ,rest beantworte4 ,das liebende ,mdchen wnscht1 dass sie die hingebende ,treue ihrer ,liebe an der ,untreue des ,geliebten bewhren knne4 ,der ,soldat wnscht1 dass er fr sein siegreiches ,vaterland auf dem ,schlachtfeld falle4- denn in dem ,siege seines ,vaterlandes siegt sein hchstes ,wnschen mit4 ,die ,mutter giebt dem ,kinde1 was sie sich selber entzieht1 ,schlaf1 die beste ,speise1 unter ,umstnden ihre ,gesundheit1 ihr ,vermgen4 - ,sind das ,alles aber unegoistische ,zustnde8 ,sind diese ,thaten der ,moralitt ,wunder1 weil sie1 nach dem ,ausdrucke ,schopenhauer's1 unmglich und doch wirklich sind8 ,ist es nicht deutlich1 dass in all diesen ,fllen der ,mensch ,etwas von sich1 einen ,gedanken1 ein ,verlangen1 ein ,erzeugniss mehr liebt1 als etwas ,anderes von sich1 dass er also sein ,wesen zertheilt und dem einen ,theil den anderen zum ,opfer bringt8 ,ist es etwas wesentlich ,verschiedenes1 wenn ein ,trotzkopf sagt3 ich will lieber ber den ,haufen geschossen werden1 als diesem ,menschen da einen ,schritt aus dem ,wege gehn8 - ,die ,neigung zu ,etwas 7,wunsch1 ,trieb1 ,verlangen7 ist in allen genannten ,fllen vorhanden2 ihr nachzugeben1 mit allen ,folgen1 ist jedenfalls nicht unegoistisch4 - ,in der ,moral behandelt sich der ,mensch nicht als individuum1 sondern als dividuum4 #eh4 ,was man versprechen kann4 - ,man kann ,handlungen versprechen1 aber keine ,empfindungen2 denn diese sind unwillkrlich4 ,wer jemandem verspricht1 ihn immer zu lieben oder immer zu hassen oder ihm immer treu zu sein1 verspricht ,etwas1 das nicht in seiner ,macht steht2 wohl aber kann er solche ,handlungen versprechen1 welche zwar gewhnlich die ,folgen der ,liebe1 des ,hasses1 der ,treue sind1 aber auch aus anderen ,motiven entspringen knnen3 denn zu einer ,handlung fhren mehrere ,wege und ,motive4 ,das ,versprechen1 jemanden immer zu lieben1 heisst also3 so lange ich dich liebe1 werde ich dir die ,handlungen der ,liebe erweisen2 liebe ich dich nicht mehr1 so wirst du doch die selben ,handlungen1 wenn auch aus anderen ,motiven1 immerfort von mir empfangen3 so dass der ,schein in den ,kpfen der ,mitmenschen bestehen bleibt1 dass die ,liebe unverndert und immer noch die selbe sei4 - ,man verspricht also die ,andauer des ,anscheines der ,liebe1 wenn man ohne ,selbstverblendung jemandem immerwhrende ,liebe gelobt4 #ei4 ,intellect und ,moral4 - ,man muss ein gutes ,gedchtniss haben1 um gegebene ,versprechen halten zu knnen4 ,man muss eine starke ,kraft der ,einbildung haben1 um ,mitleid haben zu knnen4 ,so eng ist die ,moral an die ,gte des ,intellects gebunden4 #fj4 ,sich rchen wollen und -sich rchen4 -,einen ,rachegedanken haben und ausfhren heisst einen heftigen ,fieberanfall bekommen1 der aber vorbergeht3 einen ,rachegedanken aber haben1 ohne ,kraft und ,muth1 ihn auszufhren1 heisst ein chronisches ,leiden1 eine ,vergiftung an ,leib und ,seele mit sich herumtragen4 ,die ,moral1 welche nur auf die ,absichten sieht1 taxirt beide ,flle gleich2 fr gewhnlich taxirt man den ersten ,fall als den schlimmeren 7wegen der bsen ,folgen1 welche die ,that der ,rache vielleicht nach sich zieht74 ,beide ,schtzungen sind kurzsichtig4 #fa4 ,warten-knnen4 - ,das ,warten-knnen ist so schwer1 dass die grssten ,dichter es nicht verschmht haben1 das ,nicht-warten-knnen zum ,motiv ihrer ,dichtungen zu machen4 ,so ,shakespeare im ,othello1 ,sophokles im ,ajax3 dessen ,selbstmord ihm1 wenn er nur einen ,tag noch seine ,empfindung htte abkhlen lassen1 nicht mehr nthig geschienen htte1 wie der ,orakelspruch andeutet2 wahrscheinlich wrde er den schrecklichen ,einflsterungen der verletzten ,eitelkeit ein ,schnippchen geschlagen und zu sich gesprochen haben - wer hat denn nicht schon1 in meinem ,falle1 ein ,schaf fr einen ,helden angesehen8 ist es denn so etwas ,ungeheures8 ,im ,gegentheil1 es ist nur etwas allgemein ,menschliches3 ,ajax durfte sich dergestalt ,trost zusprechen4 ,die ,leidenschaft will nicht warten2 das ,tragische im ,leben grosser ,mnner liegt hufig nicht in ihrem ,conflicte mit der ,zeit und der ,niedrigkeit ihrer ,mitmenschen1 sondern in ihrer ,unfhigkeit1 ein ,jahr1 zwei ,jahre ihr ,werk zu verschieben2 sie knnen nicht warten4 - ,bei allen ,duellen haben die zurathenden ,freunde das ,eine festzustellen1 ob die betheiligten ,personen noch warten knnen3 ist diess nicht der ,fall1 so ist ein ,duell vernnftig1 insofern ,jeder von ,beiden sich sagt3 entweder lebe ich weiter1 dann muss jener augenblicklich sterben1 oder umgekehrt4 ,warten hiesse in solchem ,falle an jener furchtbaren ,marter der verletzten ,ehre angesichts ihres ,verletzers noch lnger leiden2 und diess kann eben mehr ,leiden sein1 als das ,leben berhaupt werth ist4 #fb4 ,schwelgerei der ,rache4 -,grobe ,menschen1 welche sich beleidigt fhlen1 pflegen den ,grad der ,beleidigung so hoch als mglich zu nehmen und erzhlen die ,ursache mit stark bertreibenden ,worten1 um nur in dem einmal erweckten ,hass- und ,rachegefhl sich recht ausschwelgen zu knnen4 #fc4 ,werth der ,verkleinerung4 - ,nicht wenige1 vielleicht die allermeisten ,menschen haben1 um ihre ,selbstachtung und eine gewisse ,tchtigkeit im ,handeln bei sich aufrecht zu erhalten1 durchaus nthig1 alle ihnen bekannten ,menschen in ihrer ,vorstellung herabzusetzen und zu verkleinern4 ,da aber die geringen ,naturen in der ,ueberzahl sind und es sehr viel daran liegt1 ob sie jene ,tchtigkeit haben oder verlieren1 so - #fd4 ,der ,auf brausende4 - ,vor ,einem1 der gegen uns aufbraust1 soll man sich in ,acht nehmen1 wie vor ,einem1 der uns einmal nach dem ,leben getrachtet hat3 denn dass wir noch leben1 das liegt an der ,abwesenheit der ,macht zu tdten2 gengten ,blicke1 so wre es lngst um uns geschehen4 ,es ist ein ,stck roher ,cultur1 durch ,sichtbarwerdenlassen der physischen ,wildheit1 durch ,furchterregen ,jemanden zum ,schweigen zu bringen4 - ,ebenso ist jener kalte ,blick1 welchen ,vornehme gegen ihre ,bedienten haben1 ein ,ueberrest jener kastenmssigen ,abgrnzungen zwischen ,mensch und ,mensch1 ein ,stck rohen ,alterthums2 die ,frauen1 die ,bewahrerinnen des ,alten1 haben auch dieses ,survival treuer bewahrt4 #fe4 ,wohin die ,ehrlichkeit fhren kann4 -,jemand hatte die ble ,angewohnheit1 sich ber die ,motive1 aus denen er handelte und die so gut und so schlecht waren wie die ,motive aller ,menschen1 gelegentlich ganz ehrlich auszusprechen4 ,er erregte erst ,anstoss1 dann ,verdacht1 wurde allmhlich geradezu verfehmt und in die ,acht der ,gesellschaft erklrt1 bis endlich die ,justiz sich eines so verworfenen ,wesens erinnerte1 bei ,gelegenheiten1 wo sie sonst kein ,auge hatte1 oder dasselbe zudrckte4 ,der ,mangel an ,schweigsamkeit ber das allgemeine ,geheimniss und der unverantwortliche ,hang1 zu sehen1 was ,keiner sehen will - sich selber - brachten ihn zu ,gefngniss und frhzeitigem ,tod4 #ff4 ,strflich1 nie gestraft4 - ,unser ,verbrechen gegen ,verbrecher besteht darin1 dass wir sie wie ,schufte behandeln4 #fg4 ,sancta simplicitas der ,tugend4 - ,jede ,tugend hat ,vorrechte3 zum ,beispiel diess1 zu dem ,scheiterhaufen eines ,verurtheilten ihr eigenes ,bndchen ,holz zu liefern4 #fh4 ,moralitt und ,erfolg4 - ,nicht nur die ,zuschauer einer ,that bemessen hufig das ,moralische oder ,unmoralische an derselben nach dem ,erfolge3 nein1 der ,thter selbst thut diess4 ,denn die ,motive und ,absichten sind selten deutlich und einfach genug1 und mitunter scheint selbst das ,gedchtniss durch den ,erfolg der ,that getrbt1 so dass man seiner ,that selber falsche ,motive unterschiebt oder die unwesentlichen ,motive als wesentliche behandelt4 ,der ,erfolg giebt oft einer ,that den vollen ehrlichen ,glanz des guten ,gewissens1 ein ,misserfolg legt den ,schatten von ,gewissensbissen ber die achtungswrdigste ,handlung4 ,daraus ergiebt sich die bekannte ,praxis des ,politikers1 welcher denkt3 gebt mir nur den ,erfolg3 mit ihm habe ich auch alle ehrlichen ,seelen auf meine ,seite gebracht - und mich vor mir selber ehrlich gemacht4 - ,auf hnliche ,weise soll der ,erfolg die bessere ,begrndung ersetzen4 ,noch jetzt meinen viele ,gebildete1 der ,sieg des ,christenthums ber die griechische ,philosophie sei ein ,beweis fr die grssere ,wahrheit des ersteren1 - obwohl in diesem ,falle nur das ,grbere und ,gewaltsamere ber das ,geistigere und ,zarte gesiegt hat4 ,wie es mit der grsseren ,wahrheit steht1 ist daraus zu ersehen1 dass die erwachenden ,wissenschaften ,punct um ,punct an ,epikur's ,philosophie angeknpft1 das ,christenthum aber ,punct um ,punct zurckgewiesen haben4 #fi4 ,liebe und ,gerechtigkeit4 - ,warum berschtzt man die ,liebe zu ,ungunsten der ,gerechtigkeit und sagt die schnsten ,dinge von ihr1 als ob sie ein viel hheres ,wesen als jene sei8 ,ist sie denn nicht ersichtlich dmmer als jene8 - ,gewiss1 aber gerade desshalb um so viel angenehmer fr ,alle4 ,sie ist dumm und besitzt ein reiches ,fllhorn2 aus ihm theilt sie ihre ,gaben aus1 an jedermann1 auch wenn er sie nicht verdient1 ja ihr nicht einmal dafr dankt4 ,sie ist unparteiisch wie der ,regen1 welcher1 nach der ,bibel und der ,erfahrung1 nicht nur den ,ungerechten1 sondern unter ,umstnden auch den ,gerechten bis auf die ,haut nass macht4 #gj4 ,hinrichtung4 - ,wie kommt es1 dass jede ,hinrichtung uns mehr beleidigt1 als ein ,mord8 ,es ist die ,klte der ,richter1 die peinliche ,vorbereitung1 die ,einsicht1 dass hier ein ,mensch als ,mittel benutzt wird1 um andere abzuschrecken4 ,denn die ,schuld wird nicht bestraft1 selbst wenn es eine gbe3 diese liegt in ,erziehern1 ,eltern1 ,umgebungen1 in uns1 nicht im ,mrder1 - ich meine die veranlassenden ,umstnde4 #ga4 ,die ,hoffnung4 - ,pandora brachte das ,fass mit den ,uebeln und ffnete es4 ,es war das ,geschenk der ,gtter an die ,menschen1 von ,aussen ein schnes verfhrerisches ,geschenk und ,glcksfass zubenannt4 ,da flogen all die ,uebel1 lebendige beschwingte ,wesen heraus3 von da an schweifen sie nun herum und thun den ,menschen ,schaden bei ,tag und ,nacht4 ,ein einziges ,uebel war noch nicht aus dem ,fass herausgeschlpft3 da schlug ,pandora nach ,zeus' ,willen den ,deckel zu und so blieb es darin4 ,fr immer hat der ,mensch nun das ,glcksfass im ,hause und meint ,wunder was fr einen ,schatz er in ihm habe2 es steht ihm zu ,diensten1 er greift darnach3 wenn es ihn gelstet2 denn er weiss nicht1 dass jenes ,fass1 welches ,pandora brachte1 das ,fass der ,uebel war1 und hlt das zurckgebliebene ,uebel fr das grsste ,glcksgut1 - es ist die ,hoffnung4 - ,zeus wollte nmlich1 dass der ,mensch1 auch noch so sehr durch die anderen ,uebel geqult1 doch das ,leben nicht wegwerfe1 sondern fortfahre1 sich immer von ,neuem qulen zu lassen4 ,dazu giebt er dem ,menschen die ,hoffnung3 sie ist in ,wahrheit das belste der ,uebel1 weil sie die ,qual der ,menschen verlngert4 #gb4 ,grad der moralischen ,erhitzbarkeit unbekannt4 - ,daran1 dass man gewisse erschtternde ,anblicke und ,eindrcke gehabt oder nicht gehabt hat1 zum ,beispiel eines unrecht gerichteten1 getdteten oder gemarterten ,vaters1 einer untreuen ,frau1 eines grausamen feindlichen ,ueberfalls1 hngt es ab1 ob unsere ,leidenschaften zur ,glhhitze kommen und das ganze ,leben lenken oder nicht4 ,keiner weiss1 wozu ihn die ,umstnde1 das ,mitleid1 die ,entrstung treiben knnen1 er kennt den ,grad seiner ,erhitzbarkeit nicht4 ,erbrmliche kleine ,verhltnisse machen erbrmlich2 es ist gewhnlich nicht die ,qualitt der ,erlebnisse1 sondern ihre ,quantitt1 von welcher der niedere und hhere ,mensch abhngt1 im ,guten und ,bsen4 #gc4 ,der ,mrtyrer wider ,willen4 - ,in einer ,partei gab es einen ,menschen1 der zu ngstlich und feige war1 um je seinen ,kameraden zu widersprechen3 man brauchte ihn zu jedem ,dienst1 man erlangte von ihm ,alles1 weil er sich vor der schlechten ,meinung bei seinen ,gesellen mehr als vor dem ,tode frchtete2 es war eine erbrmliche schwache ,seele4 ,sie erkannten diess und machten auf ,grund der erwhnten ,eigenschaften aus ihm einen ,heros und zuletzt gar einen ,mrtyrer4 ,obwohl der feige ,mensch innerlich immer ,nein sagte1 sprach er mit den ,lippen immer ja1 selbst noch auf dem ,schaffot1 als er fr die ,ansichten seiner ,partei starb3 neben ihm nmlich stand einer seiner alten ,genossen1 der ihn durch ,wort und ,blick so tyrannisirte1 dass er wirklich auf die anstndigste ,weise den ,tod erlitt und seitdem als ,mrtyrer und grosser ,charakter gefeiert wird4 #gd4 ,alltags-,maassstab4 - ,man wird selten irren1 wenn man extreme ,handlungen auf ,eitelkeit1 mittelmssige auf ,gewhnung und kleinliche auf ,furcht zurckfhrt4 #ge4 ,missverstndniss ber die ,tugend4 - ,wer die ,untugend in ,verbindung mit der ,lust kennen gelernt hat1 wie ,der1 welcher eine genussschtige ,jugend hinter sich hat1 bildet sich ein1 dass die ,tugend mit der ,unlust verbunden sein msse4 ,wer dagegen von seinen ,leidenschaften und ,lastern sehr geplagt worden ist1 ersehnt in der ,tugend die ,ruhe und das ,glck der ,seele4 ,daher ist es mglich1 dass zwei ,tugendhafte einander gar nicht verstehen4 #gf4 ,der ,asket4 - ,der ,asket macht aus der ,tugend eine ,noth4 #gg4 ,die ,ehre von der ,person auf die ,sache bertragen4 - ,man ehrt allgemein die ,handlungen der ,liebe und ,aufopferung zu ,gunsten des ,nchsten1 wo sie sich auch immer zeigen4 ,dadurch vermehrt man die ,schtzung der ,dinge1 welche in jener ,art geliebt werden oder fr welche man sich aufopfert3 obwohl sie vielleicht an sich nicht viel werth sind4 ,ein tapferes ,heer berzeugt von der ,sache1 fr welche es kmpft4 #gh4 ,ehrgeiz ein ,surrogat des moralischen ,gefhls4 - ,das moralische ,gefhl darf in solchen ,naturen nicht fehlen1 welche keinen ,ehrgeiz haben4 ,die ,ehrgeizigen behelfen sich auch ohne dasselbe1 mit fast gleichem ,erfolge4 - ,desshalb werden ,shne aus bescheidenen1 dem ,ehrgeiz abgewandten ,familien1 wenn sie einmal das moralische ,gefhl verlieren1 gewhnlich in schneller ,steigerung zu vollkommenen ,lumpen4 #gi4 ,eitelkeit bereichert4 - ,wie arm wre der menschliche ,geist ohne die ,eitelkeit6 ,so aber gleicht er einem wohlgefllten und immer neu sich fllenden ,waarenmagazin1 welches ,kufer jeder ,art anlockt3 ,alles fast knnen sie finden1 ,alles haben1 vorausgesetzt1 dass sie die gltige ,mnzsorte 7,bewunderung7 mit sich bringen4 #hj4 ,greis und ,tod4- ,abgesehen von den ,forderungen1 welche die ,religion stellt1 darf man wohl fragen3 warum sollte es fr einen alt gewordenen ,mann1 welcher die ,abnahme seiner ,krfte sprt1 rhmlicher sein1 seine langsame ,erschpfung und ,auflsung abzuwarten1 als sich mit vollem ,bewusstsein ein ,ziel zu setzen8 ,die ,selbsttdtung ist in diesem ,falle eine ganz natrliche naheliegende ,handlung1 welche als ein ,sieg der ,vernunft billigerweise ,ehrfurcht erwecken sollte3 und auch erweckt hat1 in jenen ,zeiten als die ,hupter der griechischen ,philosophie und die wackersten rmischen ,patrioten durch ,selbsttdtung zu sterben pflegten4 ,die ,sucht dagegen1 sich mit ngstlicher ,berathung von ,aerzten und peinlichster ,lebensart von ,tag zu ,tage fortzufristen1 ohne ,kraft1 dem eigentlichen ,lebensziel noch nher zu kommen1 ist viel weniger achtbar4 - ,die ,religionen sind reich an ,ausflchten vor der ,forderung der ,selbsttdtung3 dadurch schmeicheln sie sich bei ,denen ein1 welche in das ,leben verliebt sind4 #ha4 ,irrthmer des ,leidenden und des ,thters4 - ,wenn der ,reiche dem ,armen ein ,besitzthum nimmt 7zum ,beispiel ein ,frst dem ,plebejer die ,geliebte71 so entsteht in dem ,armen ein ,irrthum2 er meint1 jener msse ganz verrucht sein1 um ihm das ,wenige1 was er habe1 zu nehmen4 ,aber jener empfindet den ,werth eines einzelnen ,besitzthums gar nicht so tief1 weil er gewhnt ist1 viele zu haben3 so kann er sich nicht in die ,seele des ,armen versetzen und thut lange nicht so sehr ,unrecht1 als dieser glaubt4 ,beide haben von einander eine falsche ,vorstellung4 ,das ,unrecht des ,mchtigen1 welches am meisten in der ,geschichte emprt1 ist lange nicht so gross1 wie es scheint4 ,schon die angeerbte ,empfindung1 ein hheres ,wesen mit hheren ,ansprchen zu sein1 macht ziemlich kalt und lsst das ,gewissen ruhig3 wir ,alle sogar empfinden1 wenn der ,unterschied zwischen uns und einem andern ,wesen sehr gross ist1 gar ,nichts mehr von ,unrecht und tdten eine ,mcke zum ,beispiel ohne jeden ,gewissensbiss4 ,so ist es kein ,zeichen von ,schlechtigkeit bei ,xerxes 7den selbst alle ,griechen als hervorragend edel schildern71 wenn er dem ,vater seinen ,sohn nimmt und ihn zerstckeln lsst1 weil dieser ein ngstliches1 ominses ,misstrauen gegen den ganzen ,heerzug geussert hatte3 der ,einzelne wird in diesem ,falle wie ein unangenehmes ,insect beseitigt1 er steht zu niedrig1 um lnger qulende ,empfindungen bei einem ,weltherrscher erregen zu drfen4 ,ja1 jeder ,grausame ist nicht in dem ,maasse grausam1 als es der ,misshandelte glaubt2 die ,vorstellung des ,schmerzes ist nicht das ,selbe wie das ,leiden desselben4 ,ebenso steht es mit dem ungerechten ,richter1 mit dem ,journalisten1 welcher mit kleinen ,unredlichkeiten die ffentliche ,meinung irre fhrt4 ,ursache und ,wirkung sind in allen diesen ,fllen von ganz verschiedenen ,empfindungs- und ,gedankengruppen umgeben2 whrend man unwillkrlich voraussetzt1 dass ,thter und ,leidender gleich denken und empfinden1 und gemss dieser ,voraussetzung die ,schuld des ,einen nach dem ,schmerz des ,andern misst4 #hb4 ,haut der ,seele4 - ,wie die ,knochen1 ,fleischstcke1 ,eingeweide und ,blutgefsse mit einer ,haut umschlossen sind1 die den ,anblick des ,menschen ertrglich macht1 so werden die ,regungen und ,leidenschaften der ,seele durch die ,eitelkeit umhllt3 sie ist die ,haut der ,seele4 #hc4 ,schlaf der ,tugend4 - ,wenn die ,tugend geschlafen hat1 wird sie frischer aufstehen4 #hd4 ,feinheit der ,scham4 - ,die ,menschen schmen sich nicht1 etwas ,schmutziges zu denken1 aber wohl1 wenn sie sich vorstellen1 dass man ihnen diese schmutzigen ,gedanken zutraue4 #he4 ,bosheit ist selten4 - ,die meisten ,menschen sind viel zu sehr mit sich beschftigt1 um boshaft zu sein4 #hf4 ,das ,znglein an der ,wage4 - ,man lobt oder tadelt1 je nachdem das ,eine oder das ,andere mehr ,gelegenheit giebt1 unsere ,urtheilskraft leuchten zu lassen4 #hg4 ,lucas #ah1ad verbessert4 - ,wer sich selbst erniedrigt1 will erhhet werden4 #hh4 ,verhinderung des ,selbstmordes4 - ,es giebt ein ,recht1 wonach wir einem ,menschen das ,leben nehmen1 aber keines1 wonach wir ihm das ,sterben nehmen3 diess ist nur ,grausamkeit4 #hi4 ,eitelkeit4- ,uns liegt an der guten ,meinung der ,menschen1 einmal weil sie uns ntzlich ist1 sodann weil wir ihnen ,freude machen wollen 7,kinder den ,eltern1 ,schler den ,lehrern und wohlwollende ,menschen berhaupt allen brigen ,menschen74 ,nur wo jemandem die gute ,meinung der ,menschen wichtig ist1 abgesehen vom ,vortheil oder von seinem ,wunsche1 ,freude zu machen1 reden wir von ,eitelkeit4 ,in diesem ,falle will sich der ,mensch selber eine ,freude machen1 aber auf ,unkosten seiner ,mitmenschen1 indem er diese entweder zu einer falschen ,meinung ber sich verfhrt oder es gar auf einen ,grad der guten ,meinung absieht1 wo diese allen ,anderen peinlich werden muss 7durch ,erregung von ,neid74 ,der ,einzelne will gewhnlich durch die ,meinung ,anderer die ,meinung1 die er von sich hat1 beglaubigen und vor sich selber bekrftigen2 aber die mchtige ,gewhnung an ,autoritt - eine ,gewhnung1 die so alt als der ,mensch ist - bringt ,viele auch dazu1 ihren eigenen ,glauben an sich auf ,autoritt zu sttzen1 also erst aus der ,hand ,anderer anzunehmen3 sie trauen der ,urtheilskraft ,anderer mehr1 als der eigenen4 - ,das ,interesse an sich selbst1 der ,wunsch1 sich zu vergngen1 erreicht bei dem ,eitelen eine solche ,hhe1 dass er die ,anderen zu einer falschen1 allzu hohen ,taxation seiner selbst verfhrt und dann doch sich an die ,autoritt der ,anderen hlt3 also den ,irrthum herbeifhrt und doch ihm ,glauben schenkt4 - ,man muss sich also eingestehen1 dass die eitelen ,menschen nicht sowohl ,anderen gefallen wollen1 als sich selbst1 und dass sie so weit gehen1 ihren ,vortheil dabei zu vernachlssigen2 denn es liegt ihnen oft daran1 ihre ,mitmenschen ungnstig1 feindlich1 neidisch1 also schdlich gegen sich stimmen1 nur um die ,freude an sich selber1 den ,selbstgenuss1 zu haben4 #ij4 ,grnze der ,menschenliebe4 - ,jeder1 welcher sich dafr erklrt hat1 dass der ,andere ein ,dummkopf1 ein schlechter ,geselle sei1 rgert sich1 wenn ,jener schliesslich zeigt1 dass er es nicht ist4 #ia4 ,moralit larmoyante4 - ,wie viel ,vergngen macht die ,moralitt6 ,man denke nur1 was fr ein ,meer angenehmer ,thrnen schon bei ,erzhlungen edler1 grossmthiger ,handlungen geflossen ist6 - ,dieser ,reiz des ,lebens wrde schwinden1 wenn der ,glaube an die vllige ,unverantwortlichkeit berhand nhme4 #ib4 ,ursprung der ,gerechtigkeit4 - ,die ,gerechtigkeit 7,billigkeit7 nimmt ihren ,ursprung unter ungefhr gleich ,mchtigen1 wie diess ,thukydides 7in dem furchtbaren ,gesprche der athenischen und melischen ,gesandten7 richtig begriffen hat2 wo es keine deutlich erkennbare ,uebergewalt giebt und ein ,kampf zum erfolglosen1 gegenseitigen ,schdigen wrde1 da entsteht der ,gedanke sich zu verstndigen und ber die beiderseitigen ,ansprche zu verhandeln3 der ,charakter des ,tausches ist der anfngliche ,charakter der ,gerechtigkeit4 ,jeder stellt den ,andern zufrieden1 indem jeder bekommt1 was er mehr schtzt als der ,andere4 ,man giebt jedem1 was er haben will als das nunmehr ,seinige1 und empfngt dagegen das ,gewnschte4 ,gerechtigkeit ist also ,vergeltung und ,austausch unter der ,voraussetzung einer ungefhr gleichen ,machtstellung3 so gehrt ursprnglich die ,rache in den ,bereich der ,gerechtigkeit1 sie ist ein ,austausch4 ,ebenso die ,dankbarkeit4 - ,gerechtigkeit geht natrlich auf den ,gesichtspunct einer einsichtigen ,selbsterhaltung zurck1 also auf den ,egoismus jener ,ueberlegung3 wozu sollte ich mich nutzlos schdigen und mein ,ziel vielleicht doch nicht erreichen8 - ,soviel vom ,ursprung der ,gerechtigkeit4 ,dadurch1 dass die ,menschen1 ihrer intellectuellen ,gewohnheit gemss1 den ursprnglichen ,zweck sogenannter gerechter1 billiger ,handlungen vergessen haben und namentlich weil durch ,jahrtausende hindurch die ,kinder angelernt worden sind1 solche ,handlungen zu bewundern und nachzuahmen1 ist allmhlich der ,anschein entstanden1 als sei eine gerechte ,handlung eine unegoistische3 auf diesem ,anschein aber beruht die hohe ,schtzung derselben1 welche berdiess1 wie alle ,schtzungen1 fortwhrend noch im ,wachsen ist3 denn etwas ,hochgeschtztes wird mit ,aufopferung erstrebt1 nachgeahmt1 vervielfltigt und wchst dadurch1 dass der ,werth der aufgewandten ,mhe und ,beeiferung von jedem ,einzelnen noch zum ,werthe des geschtzten ,dinges hinzugeschlagen wird4 - ,wie wenig moralisch she die ,welt ohne die ,vergesslichkeit aus6 ,ein ,dichter knnte sagen1 dass ,gott die ,vergesslichkeit als ,thrhterin an die ,tempelschwelle der ,menschenwrde hingelagert habe4 #ic4 ,vom ,rechte des ,schwcheren4 - ,wenn sich jemand unter ,bedingungen einem ,mchtigeren unterwirft1 zum ,beispiel eine belagerte ,stadt1 so ist die ,gegenbedingung die1 dass man sich vernichten1 die ,stadt verbrennen und so dem ,mchtigen eine grosse ,einbusse machen kann4 ,desshalb entsteht hier eine ,art ,gleichstellung1 auf ,grund welcher ,rechte festgesetzt werden knnen4 ,der ,feind hat seinen ,vortheil an der ,erhaltung4 - ,insofern giebt es auch ,rechte zwischen ,sclaven und ,herren1 das heisst genau in dem ,maasse1 in welchem der ,besitz des ,sclaven seinem ,herrn ntzlich und wichtig ist4 ,das ,recht geht ursprnglich soweit1 als ,einer dem ,andern werthvoll1 wesentlich1 unverlierbar1 unbesiegbar und dergleichen erscheint4 ,in dieser ,hinsicht hat auch der ,schwchere noch ,rechte1 aber geringere4 ,daher das berhmte unusquisque tantum juris habet1 quantum potentia valet 7oder genauer3 quantum potentia valere creditur74 #id4 ,die drei ,phasen der bisherigen ,moralitt4 - ,es ist das erste ,zeichen1 dass das ,thier ,mensch geworden ist1 wenn sein ,handeln nicht mehr auf das augenblickliche ,wohlbefinden1 sondern auf das dauernde sich bezieht1 dass der ,mensch also ntzlich1 zweckmssig wird4- da bricht zuerst die freie ,herrschaft der ,vernunft heraus4 ,eine noch hhere ,stufe ist erreicht1 wenn er nach dem ,princip der ,ehre handelt2 vermge desselben ordnet er sich ein1 unterwirft sich gemeinsamen ,empfindungen1 und das erhebt ihn hoch ber die ,phase1 in der nur die persnlich verstandene ,ntzlichkeit ihn leitete3 er achtet und will geachtet werden1 das heisst3 er begreift den ,nutzen als abhngig von dem1 was er ber ,andere1 was ,andere ber ihn meinen4 ,endlich handelt er1 auf der hchsten ,stufe der bisherigen ,moralitt nach seinem ,maassstab ber die ,dinge und ,menschen1 er selber bestimmt fr sich und ,andere1 was ehrenvoll1 was ntzlich ist2 er ist zum ,gesetzgeber der ,meinungen geworden1 gemss dem immer hher entwickelten ,begriff des ,ntzlichen und ,ehrenhaften4 ,die ,erkenntnis befhigt ihn1 das ,ntzlichste1 das heisst den allgemeinen dauernden ,nutzen dem persnlichen1 die ehrende ,anerkennung von allgemeiner dauernder ,geltung der momentanen voranzustellen2 er lebt und handelt als ,collectiv-,individuum4 #ie4 ,moral des reifen ,individuums4 - ,man hat bisher als das eigentliche ,kennzeichen der moralischen ,handlung das ,unpersnliche angesehen2 und es ist nachgewiesen1 dass zu ,anfang die ,rcksicht auf den allgemeinen ,nutzen es war1 derentwegen man alle unpersnlichen ,handlungen lobte und auszeichnete4 ,sollte nicht eine bedeutende ,umwandelung dieser ,ansichten bevorstehen1 jetzt wo immer besser eingesehen wird1 dass gerade in der mglichst persnlichen ,rcksicht auch der ,nutzen fr das ,allgemeine am grssten ist3 so dass gerade das streng persnliche ,handeln dem jetzigen ,begriff der ,moralitt 7als einer allgemeinen ,ntzlichkeit7 entspricht8 ,aus sich eine ganze ,person machen und in ,allem1 was man thut1 deren hchstes ,wohl in's ,auge fassen - das bringt weiter1 als jene mitleidigen ,regungen und ,handlungen zu ,gunsten ,anderer4 ,wir ,alle leiden freilich noch immer an der allzugeringen ,beachtung des ,persnlichen an uns1 es ist schlecht ausgebildet1 - gestehen wir es uns ein3 man hat vielmehr unsern ,sinn gewaltsam von ihm abgezogen und dem ,staate1 der ,wissenschaft1 dem ,hlfebedrftigen zum ,opfer angeboten1 wie als ob es das ,schlechte wre1 das geopfert werden msste4 ,auch jetzt wollen wir fr unsere ,mitmenschen arbeiten1 aber nur so weit1 als wir unsern eigenen hchsten ,vortheil in dieser ,arbeit finden1 nicht mehr1 nicht weniger4 ,es kommt nur darauf an1 was man als seinen ,vortheil versteht2 gerade das unreife1 unentwickelte1 rohe ,individuum wird ihn auch am rohesten verstehen4 #if4 ,sitte und sittlich4- ,moralisch1 sittlich1 ethisch sein heisst ,gehorsam gegen ein altbegrndetes ,gesetz oder ,herkommen haben4 ,ob man mit ,mhe oder gern sich ihm unterwirft1 ist dabei gleichgltig1 genug1 dass man es thut4 ,gut nennt man ,den1 welcher wie von ,natur1 nach langer ,vererbung1 also leicht und gern das ,sittliche thut1 je nachdem diess ist 7zum ,beispiel ,rache bt1 wenn ,rache-ben1 wie bei den lteren ,griechen1 zur guten ,sitte gehrt74 ,er wird gut genannt1 weil er wozu gut ist2 da aber ,wohlwollen1 ,mitleiden und dergleichen in dem ,wechsel der ,sitten immer als gut wozu1 als ntzlich empfunden wurde1 so nennt man jetzt vornehmlich den ,wohlwollenden1 ,hlfreichen gut4 ,bse ist nicht sittlich 7unsittlich7 sein1 ,unsitte ben1 dem ,herkommen widerstreben1 wie vernnftig oder dumm dasselbe auch sei2 das ,schdigen des ,nchsten ist aber in allen den ,sittengesetzen der verschiedenen ,zeiten vornehmlich als schdlich empfunden worden1 so dass wir jetzt namentlich bei dem ,wort bse an die freiwillige ,schdigung des ,nchsten denken4 ,nicht das ,egoistische und das ,unegoistische ist der ,grundgegensatz1 welcher die ,menschen zur ,unterscheidung von sittlich und unsittlich1 gut und bse gebracht hat1 sondern3 ,gebundensein an ein ,herkommen1 ,gesetz1 und ,lsung davon4 ,wie das ,herkommen entstanden ist1 das ist dabei gleichgltig1 jedenfalls ohne ,rcksicht auf gut und bse oder irgend einen immanenten kategorischen ,imperativ1 sondern vor ,allem zum ,zweck der ,erhaltung einer ,gemeinde1 eines ,volkes2 jeder aberglubische ,brauch1 der auf ,grund eines falsch gedeuteten ,zufalls entstanden ist1 erzwingt ein ,herkommen1 welchem zu folgen sittlich ist2 sich von ihm lsen ist nmlich gefhrlich1 fr die ,gemeinschaft noch mehr schdlich als fr den ,einzelnen 7weil die ,gottheit den ,frevel und jede ,verletzung ihrer ,vorrechte an der ,gemeinde und nur insofern auch am ,individuum straft74 ,nun wird jedes ,herkommen fortwhrend ehrwrdiger1 je weiter der ,ursprung abliegt1 je mehr dieser vergessen ist2 die ihm gezollte ,verehrung huft sich von ,generation zu ,generation auf1 das ,herkommen wird zuletzt heilig und erweckt ,ehrfurcht2 und so ist jedenfalls die ,moral der ,piett eine viel ltere ,moral1 als die1 welche unegoistische ,handlungen verlangt4 #ig4 ,die ,lust in der ,sitte4 - ,eine wichtige ,gattung der ,lust und damit der ,quelle der ,moralitt entsteht aus der ,gewohnheit4 ,man thut das ,gewohnte leichter1 besser1 also lieber1 man empfindet dabei eine ,lust1 und weiss aus der ,erfahrung1 dass das ,gewohnte sich bewhrt hat1 also ntzlich ist2 eine ,sitte1 mit der sich leben lsst1 ist als heilsam1 frderlich bewiesen1 im ,gegensatz zu allen neuen1 noch nicht bewhrten ,versuchen4 ,die ,sitte ist demnach die ,vereinigung des ,angenehmen und des ,ntzlichen1 berdiess macht sie kein ,nachdenken nthig4 ,sobald der ,mensch ,zwang ausben kann1 bt er ihn aus1 um seine ,sitten durchzusetzen und einzufhren1 denn fr ihn sind sie die bewhrte ,lebensweisheit4 ,ebenso zwingt eine ,gemeinschaft von ,individuen jedes einzelne zur selben ,sitte4 ,hier ist der ,fehlschluss3 weil man sich mit einer ,sitte wohl fhlt oder wenigstens weil man vermittelst derselben seine ,existenz durchsetzt1 so ist diese ,sitte nothwendig1 denn sie gilt als die einzige ,mglichkeit1 unter der man sich wohl fhlen kann2 das ,wohlgefhl des ,lebens scheint allein aus ihr hervorzuwachsen4 ,diese ,auffassung des ,gewohnten als einer ,bedingung des ,daseins wird bis auf die kleinsten ,einzelheiten der ,sitte durchgefhrt3 da die ,einsicht in die wirkliche ,causalitt bei den niedrig stehenden ,vlkern und ,culturen sehr gering ist1 so sieht man mit aberglubischer ,furcht darauf1 dass ,alles seinen gleichen ,gang gehe2 selbst wo die ,sitte schwer1 hart1 lstig ist1 wird sie ihrer scheinbar hchsten ,ntzlichkeit wegen bewahrt4 ,man weiss nicht1 dass der selbe ,grad von ,wohlbefinden auch bei anderen ,sitten bestehen kann und dass selbst hhere ,grade sich erreichen lassen4 ,wohl aber nimmt man wahr1 dass alle ,sitten1 auch die hrtesten1 mit der ,zeit angenehmer und milder werden1 und dass auch die strengste ,lebensweise zur ,gewohnheit und damit zur ,lust werden kann4 #ih4 ,lust und socialer ,instinct4 - ,aus seinen ,beziehungen zu andern ,menschen gewinnt der ,mensch eine neue ,gattung von ,lust zu jenen ,lustempfindungen hinzu1 welche er aus sich selber nimmt2 wodurch er das ,reich der ,lustempfindung berhaupt bedeutend umfnglicher macht4 ,vielleicht hat er mancherlei1 das hierher gehrt1 schon von den ,thieren her berkommen1 welche ersichtlich ,lust empfinden1 wenn sie mit einander spielen1 namentlich die ,mtter mit den jungen4 ,sodann gedenke man der geschlechtlichen ,beziehungen1 welche jedem ,mnnchen ungefhr jedes ,weibchen interessant in ,ansehung der ,lust erscheinen lassen1 und umgekehrt4 ,die ,lustempfindung auf ,grund menschlicher ,beziehungen macht im ,allgemeinen den ,menschen besser2 die gemeinsame ,freude1 die ,lust mitsammen genossen1 erhht dieselbe1 sie giebt dem ,einzelnen ,sicherheit1 macht ihn gutmthiger1 lst das ,misstrauen1 den ,neid3 denn man fhlt sich selber wohl und sieht den ,andern in gleicher ,weise sich wohl fhlen4 ,die gleichartigen ,aeusserungen der ,lust erwecken die ,phantasie der ,mitempfindung1 das ,gefhl etwas ,gleiches zu sein3 das ,selbe thun auch die gemeinsamen ,leiden1 die selben ,unwetter1 ,gefahren1 ,feinde4 ,darauf baut sich dann wohl das lteste ,bndniss auf3 dessen ,sinn die gemeinsame ,beseitigung und ,abwehr einer drohenden ,unlust zum ,nutzen jedes ,einzelnen ist4 ,und so wchst der sociale ,instinct aus der ,lust heraus4 #ii4 ,das ,unschuldige an den sogenannten bsen ,handlungen4 - ,alle bsen ,handlungen sind motivirt durch den ,trieb der ,erhaltung oder1 noch genauer1 durch die ,absicht auf ,lust und ,vermeidung der ,unlust des ,individuums2 als solchermaassen motivirt1 aber nicht bse4 ,schmerz bereiten an sich existirt nicht1 ausser im ,gehirn der ,philosophen1 ebensowenig ,lust bereiten an sich 7,mitleid im ,schopenhauerischen ,sinne74 ,in dem ,zustand vor dem ,staate tdten wir das ,wesen1 sei es ,affe oder ,mensch1 welches uns eine ,frucht des ,baumes vorwegnehmen will1 wenn wir gerade ,hunger haben und auf den ,baum zulaufen3 wie wir es noch jetzt bei ,wanderungen in unwirthlichen ,gegenden mit dem ,thiere thun wrden4 - ,die bsen ,handlungen1 welche uns jetzt am meisten empren1 beruhen auf dem ,irrthume1 dass der ,andere1 welcher sie uns zufgt1 freien ,willen habe1 also dass es in seinem ,belieben gelegen habe1 uns diess ,schlimme nicht anzuthun4 ,dieser ,glaube an das ,belieben erregt den ,hass1 die ,rachlust1 die ,tcke1 die ganze ,verschlechterung der ,phantasie1 whrend wir einem ,thiere viel weniger zrnen1 weil wir diess als unverantwortlich betrachten4 ,leid thun nicht aus ,erhaltungstrieb1 sondern zur ,vergeltung - ist ,folge eines falschen ,urtheils und desshalb ebenfalls unschuldig4 ,der ,einzelne kann im ,zustande1 welcher vor dem ,staate liegt1 zur ,abschreckung andere ,wesen hart und grausam behandeln3 um seine ,existenz durch solche abschreckende ,proben seiner ,macht sicher zu stellen4 ,so handelt der ,gewaltthtige1 ,mchtige1 der ursprngliche ,staatengrnder1 welcher sich die ,schwcheren unterwirft4 ,er hat dazu das ,recht1 wie es jetzt noch der ,staat sich nimmt2 oder vielmehr3 es giebt kein ,recht1 welches diess hindern kann4 ,es kann erst dann der ,boden fr alle ,moralitt zurecht gemacht werden1 wenn ein grsseres ,individuum oder ein ,collectiv-,individuum1 zum ,beispiel die ,gesellschaft1 der ,staat1 die ,einzelnen unterwirft1 also aus ihrer ,vereinzelung herauszieht und in einen ,verband einordnet4 ,der ,moralitt geht der ,zwang voraus1 ja sie selber ist noch eine ,zeit lang ,zwang1 dem man sich1 zur ,vermeidung der ,unlust1 fgt4 ,spter wird sie ,sitte1 noch spter freier ,gehorsam1 endlich beinahe ,instinct3 dann ist sie wie alles lang ,gewhnte und ,natrliche mit ,lust verknpft - und heisst nun ,tugend4 #ajj4 ,scham4- ,die ,scham existirt berall1 wo es ein ,mysterium giebt2 diess aber ist ein religiser ,begriff1 welcher in der lteren ,zeit der menschlichen ,cultur einen grossen ,umfang hatte4 ,ueberall gab es umgrnzte ,gebiete1 zu welchen das gttliche ,recht den ,zutritt versagte1 ausser unter bestimmten ,bedingungen3 zu allererst ganz rumlich1 insofern gewisse ,sttten vom ,fusse der ,uneingeweihten nicht zu betreten waren und in deren ,nhe ,diese ,schauder und ,angst empfanden4 ,diess ,gefhl wurde vielfach auf andere ,verhltnisse bertragen1 zum ,beispiel auf die geschlechtlichen ,verhltnisse1 welche als ein ,vorrecht und ,adyton des reiferen ,alters den ,blicken der ,jugend1 zu deren ,vortheil1 entzogen werden sollten3 ,verhltnisse1 zu deren ,schutz und ,heilighaltung viele ,gtter thtig und im ehelichen ,gemache als ,wchter aufgestellt gedacht wurden4 7,im ,trkischen heisst desshalb diess ,gemach ,harem ,heiligthum1 wird also mit demselben ,worte bezeichnet1 welches fr die ,vorhfe der ,moscheen blich ist47 ,so ist das ,knigthum als ein ,centrum1 von wo ,macht und ,glanz ausstrahlt1 dem ,unterworfenen ein ,mysterium voller ,heimlichkeit und ,scham3 wovon viele ,nachwirkungen noch jetzt1 unter ,vlkern1 die sonst keineswegs zu den verschmten gehren1 zu fhlen sind4 ,ebenso ist die ganze ,welt innerer ,zustnde1 die sogenannte ,seele1 auch jetzt noch fr alle ,nicht-,philosophen ein ,mysterium1 nachdem diese1 endlose ,zeit hindurch1 als gttlichen ,ursprungs1 als gttlichen ,verkehrs wrdig geglaubt wurde3 sie ist demnach ein ,adyton und erweckt ,scham4 #aja4 ,richtet nicht4 - ,man muss sich hten1 bei der ,betrachtung frherer ,perioden nicht in ein ungerechtes ,schimpfen zu gerathen4 ,die ,ungerechtigkeit in der ,sclaverei1 die ,grausamkeit in der ,unterwerfung von ,personen und ,vlkern ist nicht mit unserem ,maasse zu messen4 ,denn damals war der ,instinct der ,gerechtigkeit noch nicht so weit gebildet4 ,wer darf dem ,genfer ,calvin die ,verbrennung des ,arztes ,servet vorwerfen8 ,es war eine consequente aus seinen ,ueberzeugungen fliessende ,handlung1 und ebenso hatte die ,inquisition ein gutes ,recht2 nur waren die herrschenden ,ansichten falsch und ergaben eine ,consequenz1 welche uns hart erscheint1 weil uns jene ,ansichten fremd geworden sind4 ,was ist brigens ,verbrennen eines ,einzelnen im ,vergleich mit ewigen ,hllenstrafen fr fast ,alle6 ,und doch beherrschte diese ,vorstellung damals alle ,welt1 ohne mit ihrer viel grsseren ,schrecklichkeit der ,vorstellung von einem ,gotte wesentlich ,schaden zu thun4 ,auch bei uns werden politische ,sectirer hart und grausam behandelt1 aber weil man an die ,nothwendigkeit des ,staates zu glauben gelernt hat1 so empfindet man hier die ,grausamkeit nicht so sehr wie dort1 wo wir die ,anschauungen verwerfen4 ,die ,grausamkeit gegen ,thiere bei ,kindern und ,italinern geht auf ,unverstndniss zurck2 das ,thier ist namentlich durch die ,interessen der kirchlichen ,lehre zu weit hinter den ,menschen zurckgesetzt worden4 - ,auch mildert sich vieles ,schreckliche und ,unmenschliche in der ,geschichte1 an welches man kaum glauben mchte1 durch die ,betrachtung1 dass der ,befehlende und der ,ausfhrende andere ,personen sind3 ersterer hat den ,anblick nicht und daher nicht den starken ,phantasie-,eindruck1 letzterer gehorcht einem ,vorgesetzten und fhlt sich unverantwortlich4 ,die meisten ,frsten und ,militrchefs erscheinen1 aus ,mangel an ,phantasie1 leicht grausam und hart1 ohne es zu sein4 - ,der ,egoismus ist nicht bse1 weil die ,vorstellung vom ,nchsten -das ,wort ist christlichen ,ursprungs und entspricht der ,wahrheit nicht - in uns sehr schwach ist2 und wir uns gegen ihn beinahe wie gegen ,pflanze und ,stein frei und unverantwortlich fhlen4 ,dass der ,andere leidet1 ist zu lernen3 und vllig kann es nie gelernt werden4 #ajb4 ,der ,mensch handelt immer gut4 - ,wir klagen die ,natur nicht als unmoralisch an1 wenn sie uns ein ,donnerwetter schickt und uns nass macht3 warum nennen wir den schdigenden ,menschen unmoralisch8 ,weil wir hier einen willkrlich waltenden1 freien ,willen1 dort ,nothwendigkeit annehmen4 ,aber diese ,unterscheidung ist ein ,irrthum4 ,sodann3 selbst das absichtliche ,schdigen nennen wir nicht unter allen ,umstnden unmoralisch2 man tdtet z4,b4 eine ,mcke unbedenklich mit ,absicht1 blos weil uns ihr ,singen missfllt1 man straft den ,verbrecher absichtlich und thut ihm ,leid an1 um uns und die ,gesellschaft zu schtzen4 ,im ersten ,falle ist es das ,individuum1 welches1 um sich zu erhalten oder selbst um sich keine ,unlust zu machen1 absichtlich ,leid thut2 im zweiten der ,staat4 ,alle ,moral lsst absichtliches ,schadenthun gelten bei ,nothwehr3 das heisst wenn es sich um die ,selbsterhaltung handelt6 ,aber diese beiden ,gesichtspuncte gengen1 um alle bsen ,handlungen gegen ,menschen1 von ,menschen ausgebt1 zu erklren3 man will fr sich ,lust oder will ,unlust abwehren2 in irgend einem ,sinne handelt es sich immer um ,selbsterhaltung4 ,sokrates und ,plato haben ,recht3 was auch der ,mensch thue1 er thut immer das ,gute1 das heisst3 ,das1 was ihm gut 7ntzlich7 scheint1 je nach dem ,grade seines ,intellectes1 dem jedesmaligen ,maasse seiner ,vernnftigkeit4 #ajc4 ,das ,harmlose an der ,bosheit4 - ,die ,bosheit hat nicht das ,leid des ,andern an sich zum ,ziele1 sondern unsern eigenen ,genuss1 zum ,beispiel als ,rachegefhl oder als strkere ,nervenaufregung4 ,schon jede ,neckerei zeigt1 wie es ,vergngen macht1 am ,andern unsere ,macht auszulassen und es zum lustvollen ,gefhle des ,uebergewichts zu bringen4 ,ist nun das ,unmoralische daran1 ,lust auf ,grund der ,unlust ,anderer zu haben8 ,ist ,schadenfreude teuflisch1 wie ,schopenhauer sagt8 ,nun machen wir uns in der ,natur ,lust durch ,zerbrechen von ,zweigen1 ,ablsen von ,steinen1 ,kampf mit wilden ,thieren und zwar1 um unserer ,kraft dabei bewusst zu werden4 ,das ,wissen darum1 dass ein ,anderer durch uns leidet1 soll hier die selbe ,sache1 in ,bezug auf welche wir uns sonst unverantwortlich fhlen1 unmoralisch machen8 ,aber wsste man diess nicht1 so htte man die ,lust an seiner eigenen ,ueberlegenheit auch nicht dabei1 diese kann eben sich nur im ,leide des ,anderen zuerkennen geben1 zum ,beispiel bei der ,neckerei4 ,alle ,lust an sich selber ist weder gut noch bse2 woher sollte die ,bestimmung kommen1 dass man1 um ,lust an sich selber zu haben1 keine ,unlust ,anderer erregen drfe8 ,allein vom ,gesichtspuncte des ,nutzens her1 das heisst aus ,rcksicht auf die ,folgen1 auf eventuelle ,unlust1 wenn der ,geschdigte oder der stellvertretende ,staat ,ahndung und ,rache erwarten lsst3 nur ,diess kann ursprnglich den ,grund abgegeben haben1 solche ,handlungen sich zu versagen4 - ,das ,mitleid hat ebensowenig die ,lust des ,andern zum ,ziele1 als1 wie gesagt1 die ,bosheit den ,schmerz des ,andern an sich4 ,denn es birgt mindestens zwei 7vielleicht mehr7 ,elemente einer persnlichen ,lust in sich und ist dergestalt ,selbstgenuss3 einmal als ,lust der ,emotion1 welcher ,art ,mitleid in der ,tragdie ist1 und dann1 wenn es zur ,that treibt1 als ,lust der ,befriedigung in der ,ausbung der ,macht4 ,steht uns berdiess eine leidende ,person sehr nahe1 so nehmen durch ,ausbung mitleidvoller ,handlungen uns selbst ein ,leid ab4 - ,abgesehen von einigen ,philosophen1 so haben die ,menschen das ,mitleid1 in der ,rangfolge moralischer ,empfindungen immer ziemlich tief gestellt3 mit ,recht4 #ajd4 ,nothwehr4- ,wenn man berhaupt die ,nothwehr als moralisch gelten lsst1 so muss man fast alle ,aeusserungen des sogenannten unmoralischen ,egoismus' auch gelten lassen3 man thut ,leid an1 raubt oder tdtet1 um sich zu erhalten oder um sich zu schtzen1 dem persnlichen ,unheil vorzubeugen2 man lgt1 wo ,list und ,verstellung das richtige ,mittel der ,selbsterhaltung sind4 ,absichtlich schdigen1 wenn es sich um unsere ,existenz oder ,sicherheit 7,erhaltung unseres ,wohlbefindens7 handelt1 wird als moralisch concedirt2 der ,staat schdigt selber unter diesem ,gesichtspunct1 wenn er ,strafen verhngt4 ,im unabsichtlichen ,schdigen kann natrlich das ,unmoralische nicht liegen1 da regiert der ,zufall4 ,giebt es denn eine ,art des absichtlichen ,schdigens1 wo es sich nicht um unsere ,existenz1 um die ,erhaltung unseres ,wohlbefindens handelt8 ,giebt es ein ,schdigen aus reiner ,bosheit1 zum ,beispiel bei der ,grausamkeit8 ,wenn man nicht weiss1 wie weh eine ,handlung thut1 so ist sie keine ,handlung der ,bosheit2 so ist das ,kind gegen das ,thier nicht boshaft1 nicht bse3 es untersucht und zerstrt dasselbe wie sein ,spielzeug4 ,weiss man aber je vllig1 wie weh eine ,handlung einem ,andern thut8 ,so weit unser ,nervensystem reicht1 hten wir uns vor ,schmerz3 reichte es weiter1 nmlich bis in die ,mitmenschen hinein1 so wrden wir ,niemandem ein ,leides thun 7ausser in solchen ,fllen1 wo wir es uns selbst thun1 also wo wir uns der ,heilung halber schneiden1 der ,gesundheit halber uns mhen und anstrengen74 ,wir schliessen aus ,analogie1 dass ,etwas jemandem weh thut1 und durch die ,erinnerung und die ,strke der ,phantasie kann es uns dabei selber bel werden4 ,aber welcher ,unterschied bleibt immer zwischen dem ,zahnschmerz und dem ,schmerze 7,mitleiden71 welchen der ,anblick des ,zahnschmerzes hervorruft8 ,also3 bei dem ,schdigen aus sogenannter ,bosheit ist der ,grad des erzeugten ,schmerzes uns jedenfalls unbekannt2 insofern aber eine ,lust bei der ,handlung ist 7,gefhl der eignen ,macht1 der eignen starken ,erregung71 geschieht die ,handlung1 um das ,wohlbefinden des ,individuums zu erhalten und fllt somit unter einen hnlichen ,gesichtspunct wie die ,nothwehr1 die ,nothlge4 ,ohne ,lust kein ,leben2 der ,kampf um die ,lust ist der ,kampf um das ,leben4 ,ob der ,einzelne diesen ,kampf so kmpft1 dass die ,menschen ihn gut1 oder so1 dass sie ihn bse nennen1 darber entscheidet das ,maass und die ,beschaffenheit seines ,intellects4 #aje4 ,die belohnende ,gerechtigkeit4 - ,wer vollstndig die ,lehre von der vlligen ,unverantwortlichkeit begriffen hat1 der kann die sogenannte strafende und belohnende ,gerechtigkeit gar nicht mehr unter den ,begriff der ,gerechtigkeit unterbringen3 falls diese darin besteht1 dass man jedem das ,seine giebt4 ,denn ,der1 welcher gestraft wird1 verdient die ,strafe nicht3 er wird nur als ,mittel benutzt1 um frderhin von gewissen ,handlungen abzuschrecken2 ebenso verdient ,der1 welchen man belohnt1 diesen ,lohn nicht3 er konnte ja nicht anders handeln1 als er gehandelt hat4 ,also hat der ,lohn nur den ,sinn einer ,aufmunterung fr ihn und ,andere1 um also zu spteren ,handlungen ein ,motiv abzugeben2 das ,lob wird dem ,laufenden in der ,rennbahn zugerufen1 nicht ,dem1 welcher am ,ziele ist4 ,weder ,strafe noch ,lohn sind ,etwas1 das ,einem als das ,seine zukommt2 sie werden ihm aus ,ntzlichkeitsgrnden gegeben1 ohne dass er mit ,gerechtigkeit ,anspruch auf sie zu erheben htte4 ,man muss ebenso sagen der ,weise belohnt nicht1 weil gut gehandelt worden ist1 als man gesagt hat der ,weise straft nicht1 weil schlecht gehandelt worden ist1 sondern damit nicht schlecht gehandelt werde4 ,wenn ,strafe und ,lohn fortfielen1 so fielen die krftigsten ,motive1 welche von gewissen ,handlungen weg1 zu gewissen ,handlungen hin treiben1 fort2 der ,nutzen der ,menschen erheischt ihre ,fortdauer2 und insofern ,strafe und ,lohn1 ,tadel und ,lob am empfindlichsten auf die ,eitelkeit wirken1 so erheischt der selbe ,nutzen auch die ,fortdauer der ,eitelkeit4 #ajf4 ,am ,wasserfall4 - ,beim ,anblick eines ,wasserfalles meinen wir in den zahllosen ,biegungen1 ,schlngelungen1 ,brechungen der ,wellen ,freiheit des ,willens und ,belieben zu sehen2 aber ,alles ist nothwendig1 jede ,bewegung mathematisch auszurechnen4 ,so ist es auch bei den menschlichen ,handlungen2 man msste jede einzelne ,handlung vorher ausrechnen knnen1 wenn man allwissend wre1 ebenso jeden ,fortschritt der ,erkenntniss1 jeden ,irrthum1 jede ,bosheit4 ,der ,handelnde selbst steckt freilich in der ,illusion der ,willkr2 wenn in einem ,augenblick das ,rad der ,welt still stnde und ein allwissender1 rechnender ,verstand da wre1 um diese ,pausen zu bentzen1 so knnte er bis in die fernsten ,zeiten die ,zukunft jedes ,wesens weitererzhlen und jede ,spur bezeichnen1 auf der jenes ,rad noch rollen wird4 ,die ,tuschung des ,handelnden ber sich1 die ,annahme des freien ,willens1 gehrt mit hinein in diesen auszurechnenden ,mechanismus4 #ajg4 ,unverantwortlichkeit und ,unschuld4 - ,die vllige ,unverantwortlichkeit des ,menschen fr sein ,handeln und sein ,wesen ist der bitterste ,tropfen1 welchen der ,erkennende schlucken muss1 wenn er gewohnt war1 in der ,verantwortlichkeit und der ,pflicht den ,adelsbrief seines ,menschenthums zu sehen4 ,alle seine ,schtzungen1 ,auszeichnungen1 ,abneigungen sind dadurch entwerthet und falsch geworden3 sein tiefstes ,gefhl1 das er dem ,dulder1 dem ,helden entgegenbrachte1 hat einem ,irrthume gegolten2 er darf nicht mehr loben1 nicht tadeln1 denn es ist ungereimt1 die ,natur und die ,nothwendigkeit zu loben und zu tadeln4 ,so wie er das gute ,kunstwerk liebt1 aber nicht lobt1 weil es ,nichts fr sich selber kann1 wie er vor der ,pflanze steht1 so muss er vor den ,handlungen der ,menschen1 vor seinen eignen stehen4 ,er kann ,kraft1 ,schnheit1 ,flle an ihnen bewundern1 aber darf keine ,verdienste darin finden3 der chemische ,process und der ,streit der ,elemente1 die ,qual des ,kranken1 der nach ,genesung lechzt1 sind ebensowenig ,verdienste1 als jene ,seelenkmpfe und ,nothzustnde1 bei denen man durch verschiedene ,motive hin- und hergerissen wird1 bis man sich endlich fr das mchtigste entscheidet - wie man sagt 7in ,wahrheit aber1 bis das mchtigste ,motiv ber uns entscheidet74 ,alle diese ,motive aber1 so hohe ,namen wir ihnen geben1 sind aus den selben ,wurzeln gewachsen1 in denen wir die bsen ,gifte wohnend glauben2 zwischen guten und bsen ,handlungen giebt es keinen ,unterschied der ,gattung1 sondern hchstens des ,grades4 ,gute ,handlungen sind sublimirte bse2 bse ,handlungen sind vergrberte1 verdummte gute4 ,das einzige ,verlangen des ,individuums nach ,selbstgenuss 7sammt der ,furcht1 desselben verlustig zu gehen7 befriedigt sich unter allen ,umstnden1 der ,mensch mag handeln1 wie er kann1 das heisst wie er muss3 sei es in ,thaten der ,eitelkeit1 ,rache1 ,lust1 ,ntzlichkeit1 ,bosheit1 ,list1 sei es in ,thaten der ,aufopferung1 des ,mitleids1 der ,erkenntniss4 ,die ,grade der ,urtheilsfhigkeit entscheiden1 wohin ,jemand sich durch diess ,verlangen hinziehen lsst2 fortwhrend ist jeder ,gesellschaft1 jedem ,einzelnen eine ,rangordnung der ,gter gegenwrtig1 wonach er seine ,handlungen bestimmt und die der ,anderen beurtheilt4 ,aber dieser ,maassstab wandelt sich fortwhrend1 viele ,handlungen werden bse genannt und sind nur dumm1 weil der ,grad der ,intelligenz1 welcher sich fr sie entschied1 sehr niedrig war4 ,ja1 in einem bestimmten ,sinne sind auch jetzt noch alle ,handlungen dumm1 denn der hchste ,grad von menschlicher ,intelligenz1 der jetzt erreicht werden kann1 wird sicherlich noch berboten werden3 und dann wird1 bei einem ,rckblick1 all unser ,handeln und ,urtheilen so beschrnkt und bereilt erscheinen1 wie uns jetzt das ,handeln und ,urtheilen zurckgebliebener wilder ,vlkerschaften beschrnkt und bereilt vorkommt4 - ,diess ,alles einzusehen1 kann tiefe ,schmerzen machen1 aber darnach giebt es einen ,trost3 solche ,schmerzen sind ,geburtswehen4 ,der ,schmetterling will seine ,hlle durchbrechen1 er zerrt an ihr1 er zerreisst sie3 da blendet und verwirrt ihn das unbekannte ,licht1 das ,reich der ,freiheit4 ,in solchen ,menschen1 welche jener ,traurigkeit fhig sind - wie wenige werden es sein6 - wird der erste ,versuch gemacht1 ob die ,menschheit aus einer moralischen sich in eine weise ,menschheit umwandeln knne4 ,die ,sonne eines neuen ,evangeliums wirft ihren ersten ,strahl auf die hchsten ,gipfel in der ,seele jener ,einzelnen3 da ballen sich die ,nebel dichter1 als je1 und neben einander lagert der hellste ,schein und die trbste ,dmmerung4 ,alles ist ,nothwendigkeit1 - so sagt die neue ,erkenntniss3 und diese ,erkenntniss selber ist ,nothwendigkeit4 ,alles ist ,unschuld3 und die ,erkenntniss ist der ,weg zur ,einsicht in diese ,unschuld4 ,sind ,lust1 ,egoismus1 ,eitelkeit nothwendig zur ,erzeugung der moralischen ,phnomene und ihrer hchsten ,blthe1 des ,sinnes fr ,wahrheit und ,gerechtigkeit der ,erkenntniss1 war der ,irrthum und die ,verirrung der ,phantasie das einzige ,mittel1 durch welches die ,menschheit sich allmhlich zu diesem ,grade von ,selbsterleuchtung und ,selbsterlsung zu erheben vermochte - wer drfte jene ,mittel geringschtzen8 ,wer drfte traurig sein1 wenn er das ,ziel1 zu dem jene ,wege fhren1 gewahr wird8 ,alles auf dem ,gebiete der ,moral ist geworden1 wandelbar1 schwankend1 ,alles ist im ,flusse1 es ist wahr3 - aber ,alles ist auch im ,strome3 nach ,einem ,ziele hin4 ,mag in uns die vererbte ,gewohnheit des irrthmlichen ,schtzens1 ,liebens1 ,hassens immerhin fortwalten1 aber unter dem ,einfluss der wachsenden ,erkenntniss wird sie schwcher werden3 eine neue ,gewohnheit1 die des ,begreifens1 ,nicht-,liebens1 ,nicht-,hassens1 ,ueberschauens1 pflanzt sich allmhlich in uns auf dem selben ,boden an und wird in ,tausenden von ,jahren vielleicht mchtig genug sein1 um der ,menschheit die ,kraft zu geben1 den weisen1 unschuldigen 7unschuld-bewussten7 ,menschen ebenso regelmssig hervorzubringen1 wie sie jetzt den unweisen1 unbilligen1 schuldbewussten ,menschen - das heisst die nothwendige ,vorstufe1 nicht den ,gegensatz von jenem - hervorbringt4 ,drittes ,hauptstck4 ,das religise ,leben4 #ajh4 ,der doppelte ,kampf gegen das ,uebel4 -,wenn uns ein ,uebel trifft1 so kann man entweder so ber dasselbe hinwegkommen1 dass man seine ,ursache hebt1 oder so1 dass man die ,wirkung1 welche es auf unsere ,empfindung macht1 verndert3 also durch ein ,umdeuten des ,uebels in ein ,gut1 dessen ,nutzen vielleicht erst spter ersichtlich sein wird4 ,religion und ,kunst 7auch die metaphysische ,philosophie7 bemhen sich1 auf die ,aenderung der ,empfindung zu wirken1 theils durch ,aenderung unseres ,urtheils ber die ,erlebnisse 7zum ,beispiel mit ,hlfe des ,satzes3 wen ,gott lieb hat1 den zchtigt er71 theils durch ,erweckung einer ,lust am ,schmerz1 an der ,emotion berhaupt 7woher die ,kunst des ,tragischen ihren ,ausgangspunct nimmt74 ,je mehr ,einer dazu neigt1 umzudeuten und zurechtzulegen1 um so weniger wird er die ,ursachen des ,uebels in's ,auge fassen und beseitigen2 die augenblickliche ,milderung und ,narkotisirung1 wie sie zum ,beispiel bei ,zahnschmerz gebruchlich ist1 gengt ihm auch in ernsteren ,leiden4 ,je mehr die ,herrschaft der ,religionen und aller ,kunst der ,narkose abnimmt1 um so strenger fassen die ,menschen die wirkliche ,beseitigung der ,uebel in's ,auge1 was freilich schlimm fr die ,tragdiendichter ausfllt - denn zur ,tragdie findet sich immer weniger ,stoff1 weil das ,reich des unerbittlichen1 unbezwinglichen ,schicksals immer enger wird -1 noch schlimmer aber fr die ,priester3 denn diese lebten bisher von der ,narkotisirung menschlicher ,uebel4 #aji4 ,gram ist ,erkenntniss4 - ,wie gern mchte man die falschen ,behauptungen der ,priester1 es gebe einen ,gott1 der das ,gute von uns verlangte1 ,wchter und ,zeuge jeder ,handlung1 jedes ,augenblickes1 jedes ,gedankens sei1 der uns liebe1 in allem ,unglck unser ,bestes wolle1 - wie gern mchte man diese mit ,wahrheiten vertauschen1 welche ebenso heilsam1 beruhigend und wohlthuend wren1 wie jene ,irrthmer6 ,doch solche ,wahrheiten giebt es nicht2 die ,philosophie kann ihnen hchstens wiederum metaphysische ,scheinbarkeiten 7im ,grunde ebenfalls ,unwahrheiten7 entgegensetzen4 ,nun ist aber die ,tragdie die1 dass man jene ,dogmen der ,religion und ,metaphysik nicht glauben kann1 wenn man die strenge ,methode der ,wahrheit im ,herzen und ,kopfe hat1 andererseits durch die ,entwickelung der ,menschheit so zart1 reizbar1 leidend geworden ist1 um ,heil- und ,trostmittel der hchsten ,art nthig zu haben2 woraus also die ,gefahr entsteht1 dass der ,mensch sich an der erkannten ,wahrheit verblute4 ,diess drckt ,byron in unsterblichen ,versen aus3 ,sorrow is knowledge3 they who know the most must mourn the deepst o'er the fatal truth1 the tree of knowledge is not that of life4 ,gegen solche ,sorgen hilft kein ,mittel besser1 als den feierlichen ,leichtsinn ,horazens1 wenigstens fr die schlimmsten ,stunden und ,sonnenfinsternisse der ,seele1 heraufzubeschwren und mit ihm zu sich selber zu sagen3 quid aeternis minorem consiliis animum fatigas8 cur non sub alta vel platano vel hac pinu jacentes - ,sicherlich aber ist ,leichtsinn oder ,schwermuth jeden ,grades besser1 als eine romantische ,rckkehr und ,fahnenflucht1 eine ,annherung an das ,christenthum in irgend einer ,form3 denn mit ihm kann man sich1 nach dem gegenwrtigen ,stande der ,erkenntniss1 schlechterdings nicht mehr einlassen1 ohne sein in intellectuales ,gewissen heillos zu beschmutzen und vor sich und ,anderen preiszugeben4 ,jene ,schmerzen mgen peinlich genug sein3 aber man kann ohne ,schmerzen nicht zu einem ,fhrer und ,erzieher der ,menschheit werden2 und wehe ,dem1 welcher diess versuchen mchte und jenes reine ,gewissen nicht mehr htte6 #aaj4 ,die ,wahrheit in der ,religion4 - ,in der ,periode der ,aufklrung war man der ,bedeutung der ,religion nicht gerecht geworden1 daran ist nicht zu zweifeln3 aber ebenso steht fest1 dass man1 in dem darauffolgenden ,widerspiel der ,aufklrung1 wiederum um ein gutes ,stck ber die ,gerechtigkeit hinausgieng1 indem man die ,religionen mit ,liebe1 selbst mit ,verliebtheit behandelte und ihnen zum ,beispiel ein tieferes1 ja das allertiefste ,verstndniss der ,welt zuerkannte2 welches die ,wissenschaft des dogmatischen ,gewandes zu entkleiden habe1 um dann in unmythischer ,form die ,wahrheit zu besitzen4 ,religionen sollen also - diess war die ,behauptung aller ,gegner der ,aufklrung - sensu allegorico1 mit ,rcksicht auf das ,verstehen der ,menge1 jene uralte ,weisheit aussprechen1 welche die ,weisheit an sich sei1 insofern alle wahre ,wissenschaft der neueren ,zeit immer zu ihr hin1 anstatt von ihr weg1 gefhrt habe3 so dass zwischen den ltesten ,weisen der ,menschheit und allen spteren ,harmonie1 ja ,gleichheit der ,einsichten walte und ein ,fortschritt der ,erkenntnisse - falls man von einem solchen reden wolle - sich nicht auf das ,wesen1 sondern die ,mittheilung desselben beziehe4 ,diese ganze ,auffassung von ,religion und ,wissenschaft ist durch und durch irrthmlich2 und ,niemand wrde jetzt noch zu ihr sich zu bekennen wagen1 wenn nicht ,schopenhauer's ,beredtsamkeit sie in ,schutz genommen htte3 diese laut tnende und doch erst nach einem ,menschenalter ihre ,hrer erreichende ,beredtsamkeit4 ,so gewiss man aus ,schopenhauer's religis-moralischer ,menschen- und ,weltdeutung sehr viel fr das ,verstndniss des ,christenthums und anderer ,religionen gewinnen kann1 so gewiss ist es auch1 dass er ber den ,werth der ,religion fr die ,erkenntniss sich geirrt hat4 ,er selbst war darin ein nur zu folgsamer ,schler der wissenschaftlichen ,lehrer seiner ,zeit1 welche allesammt der ,romantik huldigten und dem ,geiste der ,aufklrung abgeschworen hatten2 in unsere jetzige ,zeit hineingeboren1 wrde er unmglich vom sensus allegoricus der ,religion haben reden knnen2 er wrde vielmehr der ,wahrheit die ,ehre gegeben haben1 wie er es pflegte1 mit den ,worten3 noch nie hat eine ,religion1 weder mittelbar1 noch unmittelbar1 weder als ,dogma1 noch als ,gleichniss1 eine ,wahrheit enthalten4 ,denn aus der ,angst und dem ,bedrfniss ist eine jede geboren1 auf ,irrgngen der ,vernunft hat sie sich in's ,dasein geschlichen2 sie hat vielleicht einmal1 im ,zustande der ,gefhrdung durch die ,wissenschaft1 irgend eine philosophische ,lehre in ihr ,system hineingelogen1 damit man sie spter darin vorfinde3 aber diess ist ein ,theologenkunststck1 aus der ,zeit1 in welcher eine ,religion schon an sich selber zweifelt4 ,diese ,kunststcke der ,theologie1 welche freilich im ,christenthum1 als der ,religion eines gelehrten1 mit ,philosophie durchtrnkten ,zeitalters1 sehr frh schon gebt wurden1 haben auf jenen ,aberglauben vom sensus allegoricus hingeleitet1 noch mehr aber die ,gewohnheit der ,philosophen 7namentlich er ,halbwesen1 der dichterischen ,philosophen und der philosophirenden ,knstler71 alle die ,empfindungen1 welche sie in sich vorfanden1 als ,grundwesen des ,menschen berhaupt zu behandeln und somit auch ihren eigenen religisen ,empfindungen einen bedeutenden ,einfluss auf den ,gedankenbau ihrer ,systeme zu gestatten4 ,weil die ,philosophen vielfach unter dem ,herkommen religiser ,gewohnheiten1 oder mindestens unter der altvererbten ,macht jenes metaphysischen ,bedrfnisses philosophirten1 so gelangten sie zu ,lehrmeinungen1 welche in der ,that den jdischen oder christlichen oder indischen ,religionsmeinungen sehr hnlich sahen1 - hnlich nmlich1 wie ,kinder den ,mttern zu sehen pflegen1 nur dass in diesem ,falle die ,vter sich nicht ber jene ,mutterschaft klar waren1 wie diess wohl vorkommt1 - sondern in der ,unschuld ihrer ,verwunderung von einer ,familien-,aehnlichkeit aller ,religion und ,wissenschaft fabelten4 ,in der ,that besteht zwischen der ,religion und der wirklichen ,wissenschaft nicht ,verwandtschaft1 noch ,freundschaft1 noch selbst ,feindschaft3 sie leben auf verschiedenen ,sternen4 ,jede ,philosophie1 welche einen religisen ,kometenschweif in die ,dunkelheit ihrer letzten ,aussichten hinaus erglnzen lsst1 macht ,alles an sich verdchtig1 was sie als ,wissenschaft vortrgt3 es ist diess ,alles vermuthlich ebenfalls ,religion1 wenngleich unter dem ,aufputz der ,wissenschaft4 - ,uebrigens3 wenn alle ,vlker ber gewisse religise ,dinge1 zum ,beispiel die ,existenz eines ,gottes1 bereinstimmten 7was1 beilufig gesagt1 in ,betreff dieses ,punctes nicht der ,fall ist71 so wrde diess doch eben nur ein ,gegenargument gegen jene behaupteten ,dinge1 zum ,beispiel die ,existenz eines ,gottes sein3 der consensus gentium und berhaupt hominum kann billigerweise nur einer ,narrheit gelten4 ,dagegen giebt es einen consensus omnium sapientium gar nicht1 in ,bezug auf kein einziges ,ding1 mit jener ,ausnahme1 von welcher der ,goethe'sche ,vers spricht3 ,alle die ,weisesten aller der ,zeiten lcheln und winken und stimmen mit ein3 ,thricht1 auf ,bess'rung der ,thoren zu harren6 ,kinder der ,klugheit1 o habet die ,narren eben zum ,narren auch1 wie sich's gehrt6 ,ohne ,vers und ,reim gesprochen und auf unseren ,fall angewendet3 der consensus sapientium besteht darin1 dass der consensus gentium einer ,narrheit gilt4 #aaa4 ,ursprung des religisen ,cultus'4 - ,versetzen wir uns in die ,zeiten zurck1 in welchen das religise ,leben am krftigsten aufblhte1 so finden wir eine ,grundberzeugung vor1 welche wir jetzt nicht mehr theilen und derentwegen wir ein fr alle ,mal die ,thore zum religisen ,leben uns verschlossen sehen3 sie betrifft die ,natur und den ,verkehr mit ihr4 ,man weiss in jenen ,zeiten noch ,nichts von ,naturgesetzen2 weder fr die ,erde noch fr den ,himmel giebt es ein ,mssen2 eine ,jahreszeit1 der ,sonnenschein1 der ,regen kann kommen oder auch ausbleiben4 ,es fehlt berhaupt jeder ,begriff der natrlichen ,causalitt4 ,wenn man rudert1 ist es nicht das ,rudern1 was das ,schiff bewegt1 sondern ,rudern ist nur eine magische ,ceremonie1 durch welche man einen ,dmon zwingt1 das ,schiff zu bewegen4 ,alle ,erkrankungen1 der ,tod selbst ist ,resultat magischer ,einwirkungen4 ,es geht bei ,krankwerden und ,sterben nie natrlich zu2 die ganze ,vorstellung vom natrlichen ,hergang fehlt1 - sie dmmert erst bei den lteren ,griechen1 das heisst in einer sehr spten ,phase der ,menschheit1 in der ,conception der ber den ,gttern thronenden ,moira4 ,wenn ,einer mit dem ,bogen schiesst1 so ist immer noch eine irrationelle ,hand und ,kraft dabei2 versiegen pltzlich die ,quellen1 so denkt man zuerst an unterirdische ,dmonen und deren ,tcken2 der ,pfeil eines ,gottes muss es sein1 unter dessen unsichtbarer ,wirkung ein ,mensch auf einmal niedersinkt4 ,in ,indien pflegt 7nach ,lubbock7 ein ,tischler seinem ,hammer1 seinem ,beil und den brigen ,werkzeugen ,opfer darzubringen2 ein ,brahmane behandelt den ,stift1 mit dem er schreibt1 ein ,soldat die ,waffen1 die er im ,felde braucht1 ein ,maurer seine ,kelle1 ein ,arbeiter seinen ,pflug in gleicher ,weise4 ,die ganze ,natur ist in der ,vorstellung religiser ,menschen eine ,summe von ,handlungen bewusster und wollender ,wesen1 ein ungeheurer ,complex von ,willkrlichkeiten4 ,es ist in ,bezug auf ,alles1 was ausser uns ist1 kein ,schluss gestattet1 dass irgend ,etwas so und so sein werde1 so und so kommen msse2 das ungefhr ,sichere1 ,berechenbare sind wir3 der ,mensch ist die ,regel1 die ,natur die ,regellosigkeit1 - dieser ,satz enthlt die ,grundberzeugung1 welche rohe1 religis productive ,urculturen beherrscht4 ,wir jetzigen ,menschen empfinden gerade vllig umgekehrt3 je reicher jetzt der ,mensch sich innerlich fhlt1 je polyphoner sein ,subject ist1 um so gewaltiger wirkt auf ihn das ,gleichmaass der ,natur2 wir ,alle erkennen mit ,goethe in der ,natur das grosse ,mittel der ,beschwichtigung fr die moderne ,seele1 wir hren den ,pendelschlag der grssten ,uhr mit einer ,sehnsucht nach ,ruhe1 nach ,heimisch- und ,stillewerden an1 als ob wir dieses ,gleichmaass in uns hineintrinken und dadurch zum ,genuss unser selbst erst kommen knnten4 ,ehemals war es umgekehrt3 denken wir an rohe1 frhe ,zustnde von ,vlkern zurck oder sehen wir die jetzigen ,wilden in der ,nhe1 so finden wir sie auf das strkste durch das ,gesetz1 das ,herkommen bestimmt3 das ,individuum ist fast automatisch an dasselbe gebunden und bewegt sich mit der ,gleichfrmigkeit eines ,pendels4 ,ihm muss die ,natur - die unbegriffene1 schreckliche1 geheimnissvolle ,natur - als das ,reich der ,freiheit1 der ,willkr1 der hheren ,macht erscheinen1 ja gleichsam als eine bermenschliche ,stufe des ,daseins1 als ,gott4 ,nun aber fhlt jeder ,einzelne solcher ,zeiten und ,zustnde1 wie von jenen ,willkrlichkeiten der ,natur seine ,existenz1 sein ,glck1 das der ,familie1 des ,staates1 das ,gelingen aller ,unternehmungen abhngen3 einige ,naturvorgnge mssen zur rechten ,zeit eintreten1 andere zur rechten ,zeit ausbleiben4 ,wie kann man einen ,einfluss auf diese furchtbaren ,unbekannten ausben1 wie kann man das ,reich der ,freiheit binden8 so fragt er sich1 so forscht er ngstlich3 giebt es denn keine ,mittel1 jene ,mchte ebenso durch ein ,herkommen und ,gesetz regelmssig zu machen1 wie du selber regelmssig bist8 - ,das ,nachdenken der magie- und wunderglubigen ,menschen geht dahin1 der ,natur ein ,gesetz auf zulegen -3 und kurz gesagt1 der religise ,cultus ist das ,ergebniss dieses ,nachdenkens4 ,das ,problem1 welches jene ,menschen sich vorlegen1 ist auf das engste verwandt mit diesem3 wie kann der schwchere ,stamm dem strkeren doch ,gesetze dictiren1 ihn bestimmen1 seine ,handlungen 7im ,verhalten zum schwcheren7 leiten8 ,man wird zuerst sich der harmlosesten ,art eines ,zwanges erinnern1 jenes ,zwanges1 den man ausbt1 wenn man jemandes ,neigung erworben hat4 ,durch ,flehen und ,gebete1 durch ,unterwerfung1 durch die ,verpflichtung zu regelmssigen ,abgaben und ,geschenken1 durch schmeichelhafte ,verherrlichungen ist es also auch mglich1 auf die ,mchte der ,natur einen ,zwang auszuben1 insofern man sie sich geneigt macht3 ,liebe bindet und wird gebunden4 ,dann kann man ,vertrge schliessen1 wobei man sich zu bestimmtem ,verhalten gegenseitig verpflichtet1 ,pfnder stellt und ,schwre wechselt4 ,aber viel wichtiger ist eine ,gattung gewaltsameren ,zwanges1 durch ,magie und ,zauberei4 ,wie der ,mensch mit ,hlfe des ,zauberers einem strkeren ,feind doch zu schaden weiss und ihn vor sich in ,angst erhlt1 wie der ,liebeszauber in die ,ferne wirkt1 so glaubt der schwchere ,mensch auch die mchtigeren ,geister der ,natur bestimmen zu knnen4 ,das ,hauptmittel aller ,zauberei ist1 dass man ,etwas in ,gewalt bekommt1 das jemandem zu eigen ist1 ,haare1 ,ngel1 etwas ,speise von seinem ,tisch1 ja selbst sein ,bild1 seinen ,namen4 ,mit solchem ,apparate kann man dann zaubern2 denn die ,grundvoraussetzung lautet3 zu allem ,geistigen gehrt etwas ,krperliches2 mit dessen ,hlfe vermag man den ,geist zu binden1 zu ,schdigen1 zu vernichten2 das ,krperliche giebt die ,handhabe ab1 mit der man das ,geistige fassen kann4 ,so wie nun der ,mensch den ,menschen bestimmt1 so bestimmt er auch irgend einen ,naturgeist2 denn dieser hat auch sein ,krperliches1 an dem er zu fassen ist4 ,der ,baum und1 verglichen mit ihm1 der ,keim1 aus dem er entstand1 - dieses rthselhafte ,nebeneinander scheint zu beweisen1 dass in beiden ,formen sich ein und der selbe ,geist eingekrpert habe1 bald klein1 bald gross4 ,ein ,stein1 der pltzlich rollt1 ist der ,leib1 in welchem ein ,geist wirkt2 liegt auf einsamer ,haide ein ,block1 erscheint es unmglich1 an ,menschenkraft zu denken1 die ihn hierher gebracht habe1 so muss also der ,stein sich selbst hinbewegt haben1 das heisst3 er muss einen ,geist beherbergen4 ,alles1 was einen ,leib hat1 ist der ,zauberei zugnglich1 also auch die ,naturgeister4 ,ist ein ,gott geradezu an sein ,bild gebunden1 so kann man auch ganz directen ,zwang 7durch ,verweigerung der ,opfernahrung1 ,geisseln1 in-,fesseln-,legen und ,aehnliches7 gegen ihn ausben4 ,die geringen ,leute in ,china umwinden1 um die fehlende ,gunst ihres ,gottes zu ertrotzen1 das ,bild desselben1 der sie in ,stich gelassen hat1 mit ,stricken1 reissen es nieder1 schleifen es ber die ,strassen durch ,lehm- und ,dngerhaufen2 du ,hund von einem ,geiste1 sagen sie1 wir liessen dich in einem prchtigen ,tempel wohnen1 wir vergoldeten dich hbsch1 wir ftterten dich gut1 wir brachten dir ,opfer und doch bist du so undankbar4 ,aehnliche ,gewaltmaassregeln gegen ,heiligen- und ,muttergottesbilder1 wenn sie etwa bei ,pestilenzen oder ,regenmangel ihre ,schuldigkeit nicht thun wollten1 sind noch whrend dieses ,jahrhunderts in katholischen ,lndern vorgekommen4 - ,durch alle diese zauberischen ,beziehungen zur ,natur sind unzhlige ,ceremonien in's ,leben gerufen3 und endlich1 wenn der ,wirrwarr derselben zu gross geworden ist1 bemht man sich1 sie zu ordnen1 zu systematisiren1 so dass man den gnstigen ,verlauf des gesammten ,ganges der ,natur1 namentlich des grossen ,jahreskreislaufs1 sich durch einen entsprechenden ,verlauf eines ,proceduren-,systems zu verbrgen meint4 ,der ,sinn des religisen ,cultus' ist1 die ,natur zu menschlichem ,vortheil zu bestimmen und zu bannen1 also ihr eine ,gesetzlichkeit einzuprgen1 die sie von vornherein nicht hat2 whrend in der jetzigen ,zeit man die ,gesetzlichkeit der ,natur erkennen will1 um sich in sie zu schicken4 ,kurz1 der religise ,cultus ruht auf den ,vorstellungen der ,zauberei zwischen ,mensch und ,mensch2 und der ,zauberer ist lter1 als der ,priester4 ,aber ebenso ruht er auf anderen und edleren ,vorstellungen2 er setzt das sympathische ,verhltniss von ,mensch zu ,mensch1 das ,dasein von ,wohlwollen1 ,dankbarkeit1 ,erhrung ,bittender1 von ,vertrgen zwischen ,feinden1 von ,verleihung der ,unterpfnder1 von ,anspruch auf ,schutz des ,eigenthums voraus4 ,der ,mensch steht auch in sehr niederen ,culturstufen nicht der ,natur als ohnmchtiger ,sclave gegenber1 er ist nicht nothwendig der willenlose ,knecht derselben3 auf der griechischen ,stufe der ,religion1 besonders im ,verhalten zu den olympischen ,gttern1 ist sogar an ein ,zusammenleben von zwei ,kasten1 einer vornehmeren1 mchtigeren und einer weniger vornehmen zu denken2 aber beide gehren1 ihrer ,herkunft nach1 irgendwie zusammen und sind ,einer ,art1 sie brauchen sich vor einander nicht zu schmen4 ,das ist das ,vornehme in der griechischen ,religiositt4 #aab4 ,beim ,anblick gewisser antiker ,opfergerthschaften4 - ,wie manche ,empfindungen uns verloren gehen1 ist zum ,beispiel an der ,vereinigung des ,possenhaften1 selbst des ,obscnen1 mit dem religisen ,gefhl zu sehen3 die ,empfindung fr die ,mglichkeit dieser ,mischung schwindet1 wir begreifen es nur noch historisch1 dass sie existirte1 bei den ,demeter- und ,dionysosfesten1 bei den christlichen ,osterspielen und ,mysterien3 aber auch wir kennen noch das ,erhabene im ,bunde mit dem ,burlesken und dergleichen1 das ,rhrende mit dem ,lcherlichen verschmolzen3 was vielleicht eine sptere ,zeit auch nicht mehr verstehen wird4 #aac4 ,christenthum als ,alterthum4 - ,wenn wir eines ,sonntag ,morgens die alten ,glocken brummen hren1 da fragen wir uns3 ist es nur mglich6 diess gilt einem vor zwei ,jahrtausenden gekreuzigten ,juden1 welcher sagte1 er sei ,gottes ,sohn4 ,der ,beweis fr eine solche ,behauptung fehlt4 - ,sicherlich ist innerhalb unserer ,zeiten die christliche ,religion ein aus ferner ,vorzeit hereinragendes ,alterthum1 und dass man jene ,behauptung glaubt1 - whrend man sonst so streng in der ,prfung von ,ansprchen ist -1 ist vielleicht das lteste ,stck dieses ,erbes4 ,ein ,gott1 der mit einem sterblichen ,weibe ,kinder erzeugt2 ein ,weiser1 der auffordert1 nicht mehr zu arbeiten1 nicht mehr ,gericht zu halten1 aber auf die ,zeichen des bevorstehenden ,weltunterganges zu achten2 eine ,gerechtigkeit1 die den ,unschuldigen als stellvertretendes ,opfer annimmt2 jemand1 der seine jnger sein ,blut trinken heisst2 ,gebete um ,wundereingriffe2 ,snden an einem ,gott verbt1 durch einen ,gott gebsst2 ,furcht vor einem jenseits1 zu welchem der ,tod die ,pforte ist2 die ,gestalt des ,kreuzes als ,symbol inmitten einer ,zeit1 welche die ,bestimmung und die ,schmach des ,kreuzes nicht mehr kennt1 - wie schauerlich weht uns diess ,alles1 wie aus dem ,grabe uralter ,vergangenheit1 an6 ,sollte man glauben1 dass so ,etwas noch geglaubt wird8 #aad4 ,das ,ungriechische im ,christenthum4 - ,die ,griechen sahen ber sich die homerischen ,gtter nicht als ,herren und sich unter ihnen nicht als ,knechte1 wie die ,juden4 ,sie sahen gleichsam nur das ,spiegelbild der gelungensten ,exemplare ihrer eigenen ,kaste1 also ein ,ideal1 keinen ,gegensatz des eigenen ,wesens4 ,man fhlt sich mit einander verwandt1 es besteht ein gegenseitiges ,interesse1 eine ,art ,symmachie4 ,der ,mensch denkt vornehm von sich1 wenn er sich solche ,gtter giebt1 und stellt sich in ein ,verhltniss1 wie das des niedrigeren ,adels zum hheren ist2 whrend die italischen ,vlker eine rechte ,bauern-,religion haben1 mit fortwhrender ,aengstlichkeit gegen bse und launische ,machtinhaber und ,qulgeister4 ,wo die olympischen ,gtter zurcktraten1 da war auch das griechische ,leben dsterer und ngstlicher4 - ,das ,christenthum dagegen zerdrckte und zerbrach den ,menschen vollstndig und versenkte ihn wie in tiefen ,schlamm3 in das ,gefhl vlliger ,verworfenheit liess es dann mit ,einem ,male den ,glanz eines gttlichen ,erbarmens hineinleuchten1 so dass der ,ueberraschte1 durch ,gnade ,betubte1 einen ,schrei des ,entzckens ausstiess und fr einen ,augenblick den ganzen ,himmel in sich zu tragen glaubte4 ,auf diesen krankhaften ,excess des ,gefhls1 auf die dazu nthige tiefe ,kopf- und ,herz-,corruption wirken alle psychologischen ,erfindungen des ,christenthums hin3 es will vernichten1 zerbrechen1 betuben1 berauschen1 es will nur ,eins nicht3 das ,maass1 und desshalb ist es im tiefsten ,verstande barbarisch1 asiatisch1 unvornehm1 ungriechisch4 #aae4 ,mit ,vortheil religis sein4 - ,es giebt nchterne und gewerbstchtige ,leute1 denen die ,religion wie ein ,saum hheren ,menschenthums angestickt ist3 diese thun sehr wohl1 religis zu bleiben1 es verschnert sie4 - ,alle ,menschen1 welche sich nicht auf irgend ein ,waffenhandwerk verstehen - ,mund und ,feder als ,waffen eingerechnet - werden servil3 fr solche ist die christliche ,religion sehr ntzlich1 denn die ,servilitt nimmt darin den ,anschein einer christlichen ,tugend an und wird erstaunlich verschnert4 - ,leute1 welchen ihr tgliches ,leben zu leer und eintnig vorkommt1 werden leicht religis3 diess ist begreiflich und verzeihlich1 nur haben sie kein ,recht1 ,religiositt von ,denen zu fordern1 denen das tgliche ,leben nicht leer und eintnig verfliesst4 #aaf4 ,der ,alltags-,christ4 - ,wenn das ,christenthum mit seinen ,stzen vom rchenden ,gotte1 der allgemeinen ,sndhaftigkeit1 der ,gnadenwahl und der ,gefahr einer ewigen ,verdammniss1 ,recht htte1 so wre es ein ,zeichen von ,schwachsinn und ,charakterlosigkeit1 nicht ,priester1 ,apostel oder ,einsiedler zu werden und mit ,furcht und ,zittern einzig am eigenen ,heile zu arbeiten2 es wre unsinnig1 den ewigen ,vortheil gegen die zeitliche ,bequemlichkeit so aus dem ,auge zu lassen4 ,vorausgesetzt1 dass berhaupt geglaubt wird1 so ist der ,alltags-,christ eine erbrmliche ,figur1 ein ,mensch1 der wirklich nicht bis drei zhlen kann1 und der brigens1 gerade wegen seiner geistigen ,unzurechnungsfhigkeit1 es nicht verdiente1 so hart bestraft zu werden1 als das ,christenthum ihm verheisst4 #aag4 ,von der ,klugheit des ,christenthums4 - ,es ist ein ,kunstgriff des ,christenthums1 die vllige ,unwrdigkeit1 ,sndhaftigkeit und ,verchtlichkeit des ,menschen berhaupt so laut zu lehren1 dass die ,verachtung der ,mitmenschen dabei nicht mehr mglich ist4 ,er mag sndigen1 wie er wolle1 er unterscheidet sich doch nicht wesentlich von mir3 ich bin es1 der in jedem ,grade unwrdig und verchtlich ist1 so sagt sich der ,christ4 ,aber auch dieses ,gefhl hat seinen spitzigsten ,stachel verloren1 weil der ,christ nicht an seine individuelle ,verchtlichkeit glaubt3 er ist bse als ,mensch berhaupt und beruhigt sich ein ,wenig bei dem ,satze3 ,wir ,alle sind ,einer ,art4 #aah4 ,personenwechsel4 - ,sobald eine ,religion herrscht1 hat sie alle ,die zu ihren ,gegnern1 welche ihre ersten jnger gewesen wren4 #aai4 ,schicksal des ,christenthums4 - ,das ,christenthum entstand1 um das ,herz zu erleichtern2 aber jetzt msste es das ,herz erst beschweren1 um es nachher erleichtern zu knnen4 ,folglich wird es zu ,grunde gehen4 #abj4 ,der ,beweis der ,lust4 - ,die angenehme ,meinung wird als wahr angenommen3 diess ist der ,beweis der ,lust 7oder1 wie die ,kirche sagt1 der ,beweis der ,kraft71 auf welchen alle ,religionen so stolz sind1 whrend sie sich dessen doch schmen sollten4 ,wenn der ,glaube nicht selig machte1 so wrde er nicht geglaubt werden3 wie wenig wird er also werth sein6 #aba4 ,gefhrliches ,spiel4 - ,wer jetzt der religisen ,empfindung wieder in sich ,raum giebt1 der muss sie dann auch wachsen lassen1 er kann nicht anders4 ,da verndert sich allmhlich sein ,wesen1 es bevorzugt das dem religisen ,element ,anhngende1 ,benachbarte1 der ganze ,umkreis des ,urtheilens und ,empfindens wird umwlkt1 mit religisen ,schatten berflogen4 ,die ,empfindung kann nicht still stehen2 man nehme sich also in ,acht4 #abb4 ,die blinden ,schler4 - ,so lange ,einer sehr gut die ,strke und1 ,schwche seiner ,lehre1 seiner ,kunstart1 seiner ,religion kennt1 ist deren ,kraft noch gering4 ,der ,schler und ,apostel1 welcher fr die ,schwche der ,lehre1 der ,religion und so weiter1 kein ,auge hat1 geblendet durch das ,ansehen des ,meisters und durch seine ,piett gegen ihn1 hat desshalb gewhnlich mehr ,macht1 als der ,meister4 ,ohne die blinden ,schler ist noch nie der ,einfluss eines ,mannes und seines ,werkes gross geworden4 ,einer ,erkenntniss zum ,siege verhelfen heisst oft nur3 sie so mit der ,dummheit verschwistern1 dass das ,schwergewicht der letzteren auch den ,sieg fr die erstere erzwingt4 #abc4 ,abbruch der ,kirchen4 - ,es ist nicht genug an ,religion in der ,welt1 um die ,religionen auch nur zu vernichten4 #abd4 ,sndlosigkeit des ,menschen4 - ,hat man begriffen1 wie die ,snde in die ,welt gekommen ist1 nmlich durch ,irrthmer der ,vernunft1 vermge deren die ,menschen unter einander1 ja der einzelne ,mensch sich selbst fr viel schwrzer und bser nimmt1 als es thatschlich der ,fall ist1 so wird die ganze ,empfindung sehr erleichtert1 und ,menschen und ,welt erscheinen mitunter in einer ,glorie von ,harmlosigkeit1 dass es ,einem von ,grund aus wohl dabei wird4 ,der ,mensch ist inmitten der ,natur immer das ,kind an sich4 ,diess ,kind trumt wohl einmal einen schweren bengstigenden ,traum1 wenn es aber die ,augen aufschlgt1 so sieht es sich immer wieder im ,paradiese4 #abe4 ,irreligiositt der ,knstler4 - ,homer ist unter seinen ,gttern so zu ,hause3 und hat als ,dichter ein solches ,behagen an ihnen1 dass er jedenfalls tief unreligis gewesen sein muss2 mit dem1 was der ,volksglaube ihm entgegenbrachte - einen drftigen1 rohen1 zum ,theil schauerlichen ,aberglauben - verkehrte er so frei1 wie der ,bildhauer mit seinem ,thon1 also mit der selben ,unbefangenheit1 welche ,aeschylus und ,aristophanes besassen und durch welche sich in neuerer ,zeit die grossen ,knstler der ,renaissance1 sowie ,shakespeare und ,goethe auszeichneten4 #abf4 ,kunst und ,kraft der falschen ,interpretation4 - ,alle die ,visionen1 ,schrecken1 ,ermattungen1 ,entzckungen des ,heiligen sind bekannte ,krankheits-,zustnde1 welche von ihm1 auf ,grund eingewurzelter religiser und psychologischer ,irrthmer1 nur ganz anders1 nmlich nicht als ,krankheiten1 gedeutet werden4 - ,so ist vielleicht auch das ,dmonion des ,sokrates ein ,ohrenleiden1 das er sich1 gemss seiner herrschenden moralischen ,denkungsart1 nur anders1 als es jetzt geschehen wrde1 auslegt4 ,nicht anders steht es mit dem ,wahnsinn und ,wahnreden der ,propheten und ,orakelpriester2 es ist immer der ,grad von ,wissen1 ,phantasie1 ,bestrebung1 ,moralitt in ,kopf und ,herz der ,interpreten1 welcher daraus so viel gemacht hat4 ,zu den grssten ,wirkungen der ,menschen1 welche man ,genie's und ,heilige nennt1 gehrt es1 dass sie sich ,interpreten erzwingen1 welche sie zum ,heile der ,menschheit missverstehen4 #abg4 ,verehrung des ,wahnsinns4 - ,weil man bemerkte1 dass eine ,erregung hufig den ,kopf heller machte und glckliche ,einflle hervorrief1 so meinte man1 durch die hchsten ,erregungen werde man der glcklichsten ,einflle und ,eingebungen theilhaftig3 und so verehrte man den ,wahnsinnigen als den ,weisen und ,orakelgebenden4 ,hier liegt ein falscher ,schluss zu ,grunde4 #abh4 ,verheissungen der ,wissenschaft4 - ,die moderne ,wissenschaft hat als ,ziel3 so wenig ,schmerz wie mglich1 so lange leben wie mglich1 - also eine ,art von ewiger ,seligkeit1 freilich eine sehr bescheidene im ,vergleich mit den ,verheissungen der ,religionen4 #abi4 ,verbotene ,freigebigkeit4 - ,es ist nicht genug ,liebe und ,gte in der ,welt1 um noch davon an eingebildete ,wesen wegschenken zu drfen4 #acj4 ,fortleben des religisen ,cultus' im ,gemth4 - ,die katholische ,kirche1 und vor ihr aller antike ,cultus1 beherrschte das ganze ,bereich von ,mitteln1 durch welche der ,mensch in ungewhnliche ,stimmungen versetzt wird und der kalten ,berechnung des ,vortheils oder dem reinen ,vernunft-,denken entrissen wird4 ,eine durch tiefe ,tne erzitternde ,kirche1 dumpfe1 regelmssige1 zurckhaltende ,anrufe einer priesterlichen ,schaar1 welche ihre ,spannung unwillkrlich auf die ,gemeinde bertrgt und sie fast angstvoll lauschen lsst1 wie als wenn eben ein ,wunder sich vorbereitete1 der ,anhauch der ,architektur1 welche als ,wohnung einer ,gottheit sich in's ,unbestimmte ausreckt und in allen dunklen ,rumen das ,sich-,regen derselben frchten lsst1 - wer wollte solche ,vorgnge den ,menschen zurckbringen1 wenn die ,voraussetzungen dazu nicht mehr geglaubt werden8 ,aber die ,resultate von dem ,allen sind trotzdem nicht verloren3 die innere ,welt der erhabenen1 gerhrten1 ahnungsvollen1 tiefzerknirschten1 hoffnungsseligen ,stimmungen ist den ,menschen vornehmlich durch den ,cultus eingeboren worden2 was jetzt davon in der ,seele existirt1 wurde damals1 als er keimte1 wuchs und blhte1 gross gezchtet4 #aca4 ,religise ,nachwehen4 - ,glaubt man sich noch so sehr der ,religion entwhnt zu haben1 so ist es doch nicht in dem ,grade geschehen1 dass man nicht ,freude htte1 religisen ,empfindungen und ,stimmungen ohne begrifflichen ,inhalt zu begegnen1 zum ,beispiel in der ,musik2 und wenn eine ,philosophie uns die ,berechtigung von metaphysischen ,hoffnungen1 von dem dorther zu erlangenden tiefen ,frieden der ,seele aufzeigt und zum ,beispiel von dem ganzen sichern ,evangelium im ,blick der ,madonnen bei ,rafael spricht1 so kommen wir solchen ,aussprchen und ,darlegungen mit besonders herzlicher ,stimmung entgegen3 der ,philosoph hat es hier leichter1 zu beweisen1 er entspricht mit dem1 was er geben will1 einem ,herzen1 welches gern nehmen will4 ,daran bemerkt man1 wie die weniger bedachtsamen ,freigeister eigentlich nur an den ,dogmen ,anstoss nehmen1 aber recht wohl den ,zauber der religisen ,empfindung kennen2 es thut ihnen wehe1 letztere fahren zu lassen1 um der ersteren willen4 - ,die wissenschaftliche ,philosophie muss sehr auf der ,hut sein1 nicht auf ,grund jenes ,bedrfnisses - eines gewordenen und folglich auch vergnglichen ,bedrfnisses - ,irrthmer einzuschmuggeln3 selbst ,logiker sprechen von ,ahnungen der ,wahrheit in ,moral und ,kunst 7zum ,beispiel von der ,ahnung1 dass das ,wesen der ,dinge ,eins ist73 was ihnen doch verboten sein sollte4 ,zwischen den sorgsam erschlossenen ,wahrheiten und solchen geahnten ,dingen bleibt unberbrckbar die ,kluft1 dass jene dem ,intellect1 diese dem ,bedrfniss verdankt werden4 ,der ,hunger beweist nicht1 dass es zu seiner ,sttigung eine ,speise giebt1 aber er wnscht die ,speise4 ,ahnen bedeutet nicht das ,dasein einer ,sache in irgend einem ,grade erkennen1 sondern dasselbe fr mglich halten1 insofern man sie wnscht oder frchtet2 die ,ahnung trgt keinen ,schritt weit in's ,land der ,gewissheit4 - ,man glaubt unwillkrlich1 die religis gefrbten ,abschnitte einer ,philosophie seien besser bewiesen1 als die anderen2 aber es ist im ,grunde umgekehrt1 man hat nur den inneren ,wunsch1 dass es so sein mge1 - also dass das ,beseligende auch das ,wahre sei4 ,dieser ,wunsch verleitet uns1 schlechte ,grnde als gute einzukaufen4 #acb4 ,von dem christlichen ,erlsungsbedrfniss4 - ,bei sorgsamer ,ueberlegung muss es mglich sein1 dem ,vorgange in der ,seele eines ,christen1 welchen man ,erlsungsbedrfniss nennt1 eine ,erklrung abzugewinnen1 die frei von ,mythologie ist3 also eine rein psychologische4 ,bis jetzt sind freilich die psychologischen ,erklrungen religiser ,zustnde und ,vorgnge in einigem ,verrufe gewesen1 insoweit eine sich frei nennende ,theologie auf diesem ,gebiete ihr unerspriessliches ,wesen trieb3 denn bei ihr war es von vornherein1 sowie es der ,geist ihres ,stifters1 ,schleiermacher's1 vermuthen lsst1 auf die ,erhaltung der christlichen ,religion und das ,fortbestehen der christlichen ,theologen abgesehen2 als welche in der psychologischen ,analysis der religisen ,thatsachen einen neuen ,ankergrund und vor ,allem eine neue ,beschftigung gewinnen sollten4 ,unbeirrt von solchen ,vorgngern1 wagen wir folgende ,auslegung des bezeichneten ,phnomens4 ,der ,mensch ist sich gewisser ,handlungen bewusst1 welche in der gebruchlichen ,rangordnung der ,handlungen tief stehen1 ja er entdeckt in sich einen ,hang zu dergleichen ,handlungen1 der ihm fast so unvernderlich wie sein ganzes ,wesen erscheint4 ,wie gerne versuchte er sich in jener anderen ,gattung von ,handlungen1 welche in der allgemeinen ,schtzung als die obersten und hchsten anerkannt sind1 wie gerne fhlte er sich voll des guten ,bewusstseins1 welches einer selbstlosen ,denkweise folgen soll6 ,leider aber bleibt es eben bei diesem ,wunsche3 die ,unzufriedenheit darber1 demselben nicht gengen zu knnen1 kommt zu allen brigen ,arten von ,unzufriedenheit hinzu1 welche sein ,lebensloos berhaupt oder die ,folgen jener bse genannten ,handlungen in ihm erregt haben2 so dass eine tiefe ,verstimmung entsteht1 mit dem ,ausblicke nach einem ,arzte1 der diese1 und alle ihre ,ursachen1 zu heben vermchte4 - ,dieser ,zustand wrde nicht so bitter empfunden werden1 wenn der ,mensch sich nur mit anderen ,menschen unbefangen vergliche3 dann nmlich htte er keinen ,grund1 mit sich in einem besonderen ,maasse unzufrieden zu sein1 er trge eben nur an der allgemeinen ,last der menschlichen ,unbefriedigung und ,unvollkommenheit4 ,aber er vergleicht sich mit einem ,wesen1 welches allein jener ,handlungen fhig ist1 die unegoistisch genannt werden1 und im fortwhrenden ,bewusstsein einer selbstlosen ,denkweise lebt1 mit ,gott2 dadurch1 dass er in diesen hellen ,spiegel schaut1 erscheint ihm sein ,wesen so trbe1 so ungewhnlich verzerrt4 ,sodann ngstigt ihn der ,gedanke an das selbe ,wesen1 insofern dieses als strafende ,gerechtigkeit vor seiner ,phantasie schwebt3 in allen mglichen kleinen und grossen ,erlebnissen glaubt er seinen ,zorn1 seine ,drohung zu erkennen1 ja die ,geisselschlge seines ,richter- und ,henkerthums schon vorzuempfinden4 ,wer hilft ihm in dieser ,gefahr1 welche durch den ,hinblick auf eine unermessliche ,zeitdauer der ,strafe an ,grsslichkeit alle anderen ,schrecknisse der ,vorstellung berbietet8 #acc4 ,bevor wir diesen ,zustand in seinen weiteren ,folgen uns vorlegen1 wollen wir es doch uns eingestehen1 dass der ,mensch in diesen ,zustand nicht durch seine ,schuld und ,snde1 sondern durch eine ,reihe von ,irrthmern der ,vernunft gerathen ist1 dass es der ,fehler des ,spiegels war1 wenn ihm sein ,wesen in jenem ,grade dunkel und hassenswerth vorkam1 und dass jener ,spiegel sein ,werk1 das sehr unvollkommene ,werk der menschlichen ,phantasie und ,urtheilskraft war4 ,erstens ist ein ,wesen1 welches einzig rein unegoistischer ,handlungen fhig wre1 noch fabelhafter als der ,vogel ,phnix2 es ist deutlich nicht einmal vorzustellen1 schon desshalb1 weil der ganze ,begriff unegoistische ,handlung bei strenger ,untersuchung in die ,luft verstiebt4 ,nie hat ein ,mensch ,etwas gethan1 das allein fr ,andere und ohne jeden persnlichen ,beweggrund gethan wre2 ja wie sollte er ,etwas thun knnen1 das ohne ,bezug zu ihm wre1 also ohne innere ,nthigung 7welche ihren ,grund doch in einem persnlichen ,bedrfniss haben msste78 ,wie vermchte das ego ohne ego zu handeln8 - ,ein ,gott1 der dagegen ganz ,liebe ist1 wie gelegentlich angenommen wird1 wre keiner einzigen unegoistischen ,handlung fhig3 wobei man sich an einen ,gedanken ,lichtenberg's1 der freilich einer niedrigeren ,sphre entnommen ist1 erinnern sollte3 ,wir knnen unmglich fr ,andere fhlen1 wie man zu sagen pflegt2 wir fhlen nur fr uns4 ,der ,satz klingt hart1 er ist es aber nicht1 wenn er nur recht verstanden wird4 ,man liebt weder ,vater1 noch ,mutter1 noch ,frau1 noch ,kind1 sondern die angenehmen ,empfindungen1 die sie uns machen1 oder wie ,la ,rochefoucauld sagt3 si on croit aimer sa matresse pour l'amour d'elle1 on est bien trompe'4 ,wesshalb ,handlungen der ,liebe hher geschtzt werden1 als andere1 nmlich nicht ihres ,wesens1 sondern ihrer ,ntzlichkeit halber1 darber vergleiche man die schon vorher erwhnten ,untersuchungen ber den ,ursprung der moralischen ,empfindungen4 ,sollte aber ein ,mensch wnschen1 ganz wie jener ,gott1 ,liebe zu sein1 ,alles fr ,andere1 ,nichts fr sich zu thun1 zu wollen1 so ist letzteres schon desshalb unmglich1 weil er sehr viel fr sich thun muss1 um berhaupt ,anderen ,etwas zu ,liebe thun zu knnen4 ,sodann setzt es voraus1 dass der ,andere ,egoist genug ist1 um jene ,opfer1 jenes ,leben fr ihn1 immer und immer wieder anzunehmen3 so dass die ,menschen der ,liebe und ,aufopferung ein ,interesse an dem ,fortbestehen der liebelosen und aufopferungsunfhigen ,egoisten haben1 und die hchste ,moralitt1 um bestehen zu knnen1 frmlich die ,existenz der ,unmoralitt erzwingen msste 7wodurch sie sich freilich selber aufheben wrde74 - ,weiter4 die ,vorstellung eines ,gottes beunruhigt und demthigt so lange1 als sie geglaubt wird1 aber wie sie entstanden ist1 darber kann bei dem jetzigen ,stande der vlkervergleichenden ,wissenschaft kein ,zweifel mehr sein2 und mit der ,einsicht in jene ,entstehung fllt jener ,glaube dahin4 ,es geht dem ,christen1 welcher sein ,wesen mit dem ,gotte vergleicht1 so1 wie dem ,don ,quixote1 der seine eigne ,tapferkeit unterschtzt1 weil er die ,wunderthaten der ,helden aus den ,ritterromanen im ,kopfe hat2 der ,maassstab1 mit welchem in beiden ,fllen gemessen wird1 gehrt in's ,reich der ,fabel4 ,fllt aber die ,vorstellung des ,gottes weg1 so auch das ,gefhl der ,snde als eines ,vergehens gegen gttliche ,vorschriften1 als eines ,fleckens an einem gottgeweihten ,geschpfe4 ,dann bleibt wahrscheinlich noch jener ,unmuth brig1 welcher mit der ,furcht vor ,strafen der weltlichen ,gerechtigkeit1 oder vor der ,missachtung der ,menschen1 sehr verwachsen und verwandt ist2 der ,unmuth der ,gewissensbisse1 der schrfste ,stachel im ,gefhl der ,schuld1 ist immerhin abgebrochen1 wenn man einsieht1 dass man sich durch seine ,handlungen wohl gegen menschliches ,herkommen1 menschliche ,satzungen und ,ordnungen vergangen habe1 aber damit noch nicht das ewige ,heil der ,seele und ihre ,beziehung zur ,gottheit gefhrdet habe4 ,gelingt es dem ,menschen zuletzt noch1 die philosophische ,ueberzeugung von der unbedingten ,nothwendigkeit aller ,handlungen und ihrer vlligen ,unverantwortlichkeit zu gewinnen und in ,fleisch und ,blut aufzunehmen1 so verschwindet auch jener ,rest von ,gewissensbissen4 #acd4 ,ist nun der ,christ1 wie gesagt1 durch einige ,irrthmer in das ,gefhl der ,selbstverachtung gerathen1 also durch eine falsche unwissenschaftliche ,auslegung seiner ,handlungen und ,empfindungen1 so muss er mit hchstem ,erstaunen bemerken1 wie jener ,zustand der ,verachtung1 der ,gewissensbisse1 der ,unlust berhaupt1 nicht anhlt1 wie gelegentlich ,stunden kommen1 wo ihm dies ,alles von der ,seele weggeweht ist und er sich wieder frei und muthig fhlt4 ,in ,wahrheit hat die ,lust an sich selber das ,wohlbehagen an der eigenen ,kraft1 im ,bunde mit der nothwendigen ,abschwchung jeder tiefen ,erregung1 den ,sieg davongetragen2 der ,mensch liebt sich wieder1 er fhlt es1 - aber gerade diese ,liebe1 diese neue ,selbstschtzung1 kommt ihm unglaublich vor1 er kann in ihr allein das gnzlich unverdiente ,herabstrmen eines ,gnadenglanzes von ,oben sehen4 ,wenn er frher in allen ,begebnissen ,warnungen1 ,drohungen1 ,strafen und jede ,art von ,anzeichen des gttlichen ,zornes zu erblicken glaubte1 so deutet er jetzt in seine ,erfahrungen die gttliche ,gte hinein3 diess ,ereigniss kommt ihm liebevoll1 jenes wie ein hlfreicher ,fingerzeig1 ein drittes und namentlich seine ganze freudige ,stimmung als ,beweis vor1 dass ,gott gndig sei4 ,wie er frher im ,zustande des ,unmuthes namentlich seine ,handlungen falsch ausdeutete1 so jetzt namentlich seine ,erlebnisse2 die getrstete ,stimmung fasst er als ,wirkung einer ausser ihm waltenden ,macht auf1 die ,liebe1 mit der er sich im ,grunde selbst liebt1 erscheint als gttliche ,liebe2 ,das1 was er ,gnade und ,vorspiel der ,erlsung nennt1 ist in ,wahrheit ,selbstbegnadigung1 ,selbsterlsung4 #ace4 ,also3 eine bestimmte falsche ,psychologie1 eine gewisse ,art von ,phantastik in der ,ausdeutung der ,motive und ,erlebnisse ist die nothwendige ,voraussetzung davon1 dass ,einer zum ,christen werde und das ,bedrfniss der ,erlsung empfinde4 ,mit der ,einsicht in diese ,verirrung der ,vernunft und ,phantasie hrt man auf1 ,christ zu sein4 #acf4 ,von der christlichen ,askese und ,heiligkeit4 - ,so sehr einzelne ,denker sich bemht haben1 in den seltenen ,erscheinungen der ,moralitt1 welche man ,askese und ,heiligkeit zu nennen pflegt1 ein ,wunderding hinzustellen1 dem die ,leuchte einer vernnftigen ,erklrung in's ,gesicht zu halten1 beinahe schon ,frevel und ,entweihung sei3 so stark ist hinwiederum die ,verfhrung zu diesem ,frevel4 ,ein mchtiger ,antrieb der ,natur hat zu allen ,zeiten dazu gefhrt1 gegen jene ,erscheinungen berhaupt zu protestiren2 die ,wissenschaft1 insofern sie1 wie frher gesagt1 eine ,nachahmung der ,natur ist1 erlaubt sich wenigstens gegen die behauptete ,unerklrbarkeit1 ja ,unnahbarkeit derselben ,einsprache zu erheben4 ,freilich gelang es ihr bis jetzt nicht3 jene ,erscheinungen sind immer noch unerklrt1 zum grossen ,vergngen der erwhnten ,verehrer des moralisch-,wunderbaren4 ,denn1 allgemein gesprochen3 das ,unerklrte soll durchaus unerklrlich1 das ,unerklrliche durchaus unnatrlich1 bernatrlich1 wunderhaft sein1 - so lautet die ,forderung in den ,seelen aller ,religisen und ,metaphysiker 7auch der ,knstler1 falls sie zugleich ,denker sind72 whrend der wissenschaftliche ,mensch in dieser ,forderung das bse ,princip sieht4 - ,die allgemeine erste ,wahrscheinlichkeit1 auf welche man bei ,betrachtung der ,askese und ,heiligkeit zuerst gerth1 ist diese1 dass ihre ,natur eine complicirte ist3 denn fast berall1 innerhalb der physischen ,welt sowohl wie in der moralischen1 hat man mit ,glck das angeblich ,wunderbare auf das ,complicirte und mehrfach ,bedingte zurckgefhrt4 ,wagen wir es also1 einzelne ,antriebe in der ,seele der ,heiligen und ,asketen zunchst zu isoliren und zum ,schluss sie in einander uns verwachsen zu denken4 #acg4 ,es giebt einen ,trotz gegen sich selbst1 zu dessen sublimirtesten ,aeusserungen manche ,formen der ,askese gehren4 ,gewisse ,menschen haben nmlich ein so hohes ,bedrfniss1 ihre ,gewalt und ,herrschsucht auszuben1 dass sie1 in ,ermangelung anderer ,objecte1 oder1 weil es ihnen sonst immer misslungen ist1 endlich darauf verfallen1 gewisse ,theile ihres eigenen ,wesens1 gleichsam ,ausschnitte oder ,stufen ihrer selbst1 zu tyrannisiren4 ,so bekennt sich mancher ,denker zu ,ansichten1 welche ersichtlich nicht dazu dienen1 seinen ,ruf zu vermehren oder zu verbessern2 mancher beschwrt frmlich die ,missachtung ,anderer auf sich herab1 whrend er es leicht htte1 durch ,stillschweigen ein geachteter ,mann zu bleiben2 andere widerrufen frhere ,meinungen und scheuen es nicht1 frderhin inconsequent genannt zu werden3 im ,gegentheil1 sie bemhen sich darum und benehmen sich wie bermthige ,reiter1 welche das ,pferd1 erst wenn es wild geworden1 mit ,schweiss bedeckt1 scheu gemacht ist1 am liebsten mgen4 ,so steigt der ,mensch auf gefhrlichen ,wegen in die hchsten ,gebirge1 um ber seine ,aengstlichkeit und seine schlotternden ,kniee ,hohn zu lachen2 so bekennt sich der ,philosoph zu ,ansichten der ,askese1 ,demuth und ,heiligkeit1 in deren ,glanze sein eigenes ,bild auf das rgste verhsslicht wird4 ,dieses ,zerbrechen seiner selbst1 dieser ,spott ber die eigene ,natur1 dieses spernere se sperni1 aus dem die ,religionen so viel gemacht haben1 ist eigentlich ein sehr hoher ,grad der ,eitelkeit4 ,die ganze ,moral der ,bergpredigt gehrt hierher3 der ,mensch hat eine wahre ,wollust darin1 sich durch bertriebene ,ansprche zu vergewaltigen und dieses tyrannisch fordernde ,etwas in seiner ,seele nachher zu vergttern4 ,in jeder asketischen ,moral betet der ,mensch einen ,theil von sich als ,gott an und hat dazu nthig1 den brigen ,theil zu diabolisiren4 - #ach4 ,der ,mensch ist nicht zu allen ,stunden gleich moralisch1 diess ist bekannt3 beurtheilt man seine ,moralitt nach der ,fhigkeit zu grosser aufopfernder ,entschliessung und ,selbstverleugnung 7welche1 dauernd und zur ,gewohnheit geworden1 ,heiligkeit ist71 so ist er im ,affect am moralischsten2 die hhere ,erregung reicht ihm ganz neue ,motive dar1 welcher er1 nchtern und kalt wie sonst1 vielleicht nicht einmal fhig zu sein glaubte4 ,wie kommt diess8 ,wahrscheinlich aus der ,nachbarschaft alles ,grossen und hoch ,erregenden2 ist der ,mensch einmal in eine ausserordentliche ,spannung gebracht1 so kann er ebensowohl zu einer furchtbaren ,rache1 als zu einer furchtbaren ,brechung seines ,rachebedrfnisses sich entschliessen4 ,er will1 unter dem ,einflusse der gewaltigen ,emotion1 jedenfalls das ,grosse1 ,gewaltige1 ,ungeheure1 und wenn er zufllig merkt1 dass ihm die ,aufopferung seiner selbst ebenso oder noch mehr genugthut1 als die ,opferung des ,anderen1 so whlt er sie4 ,eigentlich liegt ihm also nur an der ,entladung seiner ,emotion2 da fasst er wohl1 um seine ,spannung zu erleichtern1 die ,speere der ,feinde zusammen und begrbt sie in seine ,brust4 ,dass in der ,selbstverleugnung1 und nicht nur in der ,rache1 etwas ,grosses liege1 musste der ,menschheit erst in langer ,gewhnung anerzogen werden2 eine ,gottheit1 welche sich selbst opfert1 war das strkste und wirkungsvollste ,symbol dieser ,art von ,grsse4 ,als die ,besiegung des schwerst zu besiegenden ,feindes1 die pltzliche ,bemeisterung eines ,affectes1 - als ,diess erscheint diese ,verleugnung2 und insofern gilt sie als der ,gipfel des ,moralischen4 ,in ,wahrheit handelt es sich bei ihr um die ,vertauschung der einen ,vorstellung mit der andern1 whrend das ,gemth seine gleiche ,hhe1 seinen gleichen ,fluthstand1 behlt4 ,ernchterte1 vom ,affect ausruhende ,menschen verstehen die ,moralitt jener ,augenblicke nicht mehr1 aber die ,bewunderung ,aller1 die jene miterlebten1 hlt sie aufrecht2 der ,stolz ist ihr ,trost1 wenn der ,affect und das ,verstndniss ihrer ,that weicht4 ,also3 im ,grunde sind auch jene ,handlungen der ,selbstverleugnung nicht moralisch1 insofern sie nicht streng in ,hinsicht auf ,andere gethan sind2 vielmehr giebt der ,andere dem hochgespannten ,gemthe nur eine ,gelegenheit1 sich zu erleichtern1 durch jene ,verleugnung4 #aci4 ,in mancher ,hinsicht sucht sich auch der ,asket das ,leben leicht zu machen1 und zwar gewhnlich durch die vollkommene ,unterordnung unter einen fremden ,willen oder unter ein umfngliches ,gesetz und ,ritual2 etwa in der ,art1 wie der ,brahmane durchaus ,nichts seiner eigenen ,bestimmung berlsst und sich in jeder ,minute durch eine heilige ,vorschrift bestimmt4 ,diese ,unterordnung ist ein mchtiges ,mittel1 um ber sich ,herr zu werden2 man ist beschftigt1 also ohne ,langeweile1 und hat doch keine ,anregung des ,eigenwillens und der ,leidenschaft dabei2 nach vollbrachter ,that fehlt das ,gefhl der ,verantwortung und damit die ,qual der ,reue4 ,man hat ein fr alle ,mal auf eigenen ,willen verzichtet1 und diess ist leichter1 als nur gelegentlich einmal zu verzichten2 sowie es auch leichter ist1 einer ,begierde ganz zu entsagen1 als in ihr ,maass zu halten4 ,wenn wir uns der jetzigen ,stellung des ,mannes zum ,staate erinnern1 so finden wir auch da1 dass der unbedingte ,gehorsam bequemer ist1 als der bedingte4 ,der ,heilige also erleichtert sich durch jenes vllige ,aufgeben der ,persnlichkeit sein ,leben1 und man tuscht sich1 wenn man in jenem ,phnomen das hchste ,heldenstck der ,moralitt bewundert4 ,es ist in jedem ,falle schwerer1 seine ,persnlichkeit ohne ,schwanken und ,unklarheit durchzusetzen1 als sich von ihr in der erwhnten ,weise zu lsen2 berdiess verlangt es viel mehr ,geist und ,nachdenken4 #adj4 ,nachdem ich1 in vielen der schwerer erklrbaren ,handlungen1 ,aeusserungen jener ,lust an der ,emotion an sich gefunden habe1 mchte ich auch in ,betreff der ,selbstverachtung1 welche zu den ,merkmalen der ,heiligkeit gehrt1 und ebenso in den ,handlungen der ,selbstqulerei 7durch ,hunger und ,geisselschlge1 ,verrenkungen der ,glieder1 ,erheuchelung des ,wahnsinns7 ein ,mittel erkennen1 durch welches jene ,naturen gegen die allgemeine ,ermdung ihres ,lebenswillens 7ihrer ,nerven7 ankmpfen3 sie bedienen sich der schmerzhaftesten ,reizmittel und ,grausamkeiten1 um fr ,zeiten wenigstens aus jener ,dumpfheit und ,langenweile aufzutauchen1 in welche ihre grosse geistige ,indolenz und jene geschilderte ,unterordnung unter einen fremden ,willen sie so hufig verfallen lsst4 #ada4 ,das gewhnlichste ,mittel1 welches der ,asket und ,heilige anwendet1 um sich das ,leben doch noch ertrglich und unterhaltend zu machen1 besteht in gelegentlichem ,kriegfhren und in dem ,wechsel von ,sieg und ,niederlage4 ,dazu braucht er einen ,gegner und findet ihn in dem sogenannten inneren ,feinde4 ,namentlich ntzt er seinen ,hang zur ,eitelkeit1 ,ehr- und ,herrschsucht1 sodann seine sinnlichen ,begierden aus1 um sein ,leben wie eine fortgesetzte ,schlacht und sich wie ein ,schlachtfeld ansehen zu drfen1 auf dem gute und bse ,geister mit wechselndem ,erfolge ringen4 ,bekanntlich wird die sinnliche ,phantasie durch die ,regelmssigkeit des geschlechtlichen ,verkehrs gemssigt1 ja fast unterdrckt1 umgekehrt1 durch ,enthaltsamkeit oder ,unordnung im ,verkehre entfesselt und wst4 ,die ,phantasie vieler christlichen ,heiligen war in ungewhnlichem ,maasse schmutzig2 vermge jener ,theorie1 dass diese ,begierden wirkliche ,dmonen seien1 die in ihnen wtheten1 fhlten sie sich nicht allzusehr verantwortlich dabei2 diesem ,gefhle verdanken wir die so belehrende ,aufrichtigkeit ihrer ,selbstzeugnisse4 ,es war in ihrem ,interesse1 dass dieser ,kampf in irgend einem ,grade immer unterhalten wurde1 weil durch ihn1 wie gesagt1 ihr des ,leben unterhalten wurde4 ,damit der ,kampf aber wichtig genug erscheine1 um andauernde ,theilnahme und ,bewunderung bei den ,nicht-,heiligen zu erregen1 musste die ,sinnlichkeit immer mehr verketzert und gebrandmarkt werden1 ja die ,gefahr ewiger ,verdammnis wurde so eng an diese ,dinge geknpft1 dass hchstwahrscheinlich durch ganze ,zeitalter hindurch die ,christen mit bsem ,gewissen ,kinder zeugten2 wodurch gewiss der ,menschheit ein grosser ,schade angethan worden ist4 ,und doch steht hier die ,wahrheit ganz auf dem ,kopfe3 was fr die ,wahrheit besonders unschicklich ist4 ,zwar hatte das ,christenthum gesagt3 jeder ,mensch sei in ,snden empfangen und geboren1 und im unausstehlichen ,superlativ-,christenthume des ,calderon hatte sich dieser ,gedanke noch einmal zusammengeknotet und verschlungen1 so dass er die verdrehteste ,paradoxie wagte1 die es giebt1 in dem bekannten ,verse3 die grsste ,schuld des ,menschen ist1 dass er geboren ward4 ,in allen pessimistischen ,religionen wird der ,zeugungsact als schlecht an sich empfunden1 aber keineswegs ist diese ,empfindung eine allgemein-menschliche2 selbst nicht einmal das ,urtheil aller ,pessimisten ist sich hierin gleich4 ,empedokles zum ,beispiel weiss gar ,nichts vom ,beschmenden1 ,teuflischen1 ,sndhaften in allen erotischen ,dingen2 er sieht vielmehr auf der grossen ,wiese des ,unheils eine einzige heil- und hoffnungsvolle ,erscheinung1 die ,aphrodite2 sie gilt ihm als ,brgschaft1 dass der ,streit nicht ewig herrschen1 sondern einem milderen ,dmon einmal das ,scepter berreichen werde4 ,die christlichen ,pessimisten der ,praxis hatten1 wie gesagt1 ein ,interesse daran1 dass eine andere ,meinung in der ,herrschaft blieb2 sie brauchten fr die ,einsamkeit und die geistige ,wstenei ihres ,lebens einen immer lebendigen ,feind3 und einen allgemein anerkannten ,feind1 durch dessen ,bekmpfung und ,ueberwltigung sie dem ,nicht-,heiligen sich immer von ,neuem wieder als halb unbegreifliche1 bernatrliche ,wesen darstellten4 ,wenn dieser ,feind endlich1 in ,folge ihrer ,lebensweise und ihrer zerstrten ,gesundheit1 die ,flucht fr immer ergriff1 so verstanden sie es sofort1 ihr ,inneres mit neuen ,dmonen bevlkert zu sehen4 ,das ,auf- und ,niederschwanken der ,wagschalen ,hochmuth und ,demuth unterhielt ihre grbelnden ,kpfe so gut1 wie der ,wechsel von ,begierde und ,seelenruhe4 ,damals diente die ,psychologie dazu1 alles ,menschliche nicht nur zu verdchtigen1 sondern zu lstern1 zu geisseln1 zu kreuzigen2 man wollte sich mglichst schlecht und bse finden1 man suchte die ,angst um das ,heil der ,seele1 die ,verzweiflung an der eignen ,kraft4 ,alles ,natrliche1 an welches der ,mensch die ,vorstellung des ,schlechten1 ,sndhaften anhngt 7wie er es zum ,beispiel noch jetzt in ,betreff des ,erotischen gewhnt ist71 belstigt1 verdstert die ,phantasie1 giebt einen scheuen ,blick1 lsst den ,menschen mit sich selber hadern und macht ihn unsicher und vertrauenslos2 selbst seine ,trume bekommen einen ,beigeschmack des gequlten ,gewissens4 ,und doch ist dieses ,leiden am ,natrlichen in der ,realitt der ,dinge vllig unbegrndet3 es ist nur die ,folge von ,meinungen ber die ,dinge4 ,man erkennt leicht1 wie die ,menschen dadurch schlechter werden1 dass sie das unvermeidlich-,natrliche als schlecht bezeichnen und spter immer als so beschaffen empfinden4 ,es ist der ,kunstgriff der ,religion und jener ,metaphysiker1 welche den ,menschen als bse und sndhaft von ,natur wollen1 ihm die ,natur zu verdchtigen und so ihn selber schlecht zu machen3 denn so lernt er sich als schlecht empfinden1 da er das ,kleid der ,natur nicht ausziehen kann4 ,allmhlich fhlt er sich1 bei einem langen ,leben im ,natrlichen1 von einer solchen ,last von ,snden bedrckt1 dass bernatrliche ,mchte nthig werden1 um diese ,last heben zu knnen2 und damit ist das schon besprochene ,erlsungsbedrfniss auf den ,schauplatz getreten1 welches gar keiner wirklichen1 sondern nur einer eingebildeten ,sndhaftigkeit entspricht4 ,man gehe die einzelnen moralischen ,aufstellungen der ,urkunden des ,christenthums durch und man wird berall finden1 dass die ,anforderungen berspannt sind1 damit der ,mensch ihnen nicht gengen knne2 die ,absicht ist nicht1 dass er moralischer werde1 sondern dass er sich mglichst sndhaft fhle4 ,wenn dem ,menschen diess ,gefhl nicht angenehm gewesen wre1 - wozu htte er eine solche ,vorstellung erzeugt und sich so lange an sie gehngt8 ,wie in der antiken ,welt eine unermessliche ,kraft von ,geist und ,erfindungsgabe verwendet worden ist1 um die ,freude am ,leben durch festliche ,culte zu mehren3 so ist in der ,zeit des ,christenthums ebenfalls unermesslich viel ,geist einem andern ,streben geopfert worden3 der ,mensch sollte auf alle ,weise sich sndhaft fhlen und dadurch berhaupt erregt1 belebt1 beseelt werden4 ,erregen1 beleben1 beseelen1 um jeden ,preis - ist das nicht das ,losungswort einer erschlafften1 berreifen1 bercultivirten ,zeit8 ,der ,kreis aller natrlichen ,empfindungen war hundertmal durchlaufen1 die ,seele war ihrer mde geworden3 da erfanden der ,heilige und der ,asket eine neue ,gattung von ,lebensreizen4 ,sie stellten sich vor ,aller ,augen hin1 nicht eigentlich zur ,nachahmung fr ,viele1 sondern als schauderhaftes und doch entzckendes ,schauspiel1 welches an jenen ,grnzen zwischen ,welt und ,ueberwelt aufgefhrt wurde1 wo ,jedermann damals bald himmlische ,lichtblicke1 bald unheimliche1 aus der ,tiefe lodernde ,flammenzungen zu erblicken glaubte4 ,das ,auge des ,heiligen1 hingerichtet auf die in jedem ,betracht furchtbare ,bedeutung des kurzen ,erdenlebens1 auf die ,nhe der letzten ,entscheidung ber endlose neue ,lebensstrecken1 diess verkohlende ,auge1 in einem halb vernichteten ,leibe1 machte die ,menschen der alten ,welt bis in alle ,tiefen erzittern2 hinblicken1 schaudernd wegblicken1 von ,neuem den ,reiz des ,schauspiels spren1 ihm nachgeben1 sich an ihm ersttigen1 bis die ,seele in ,gluth und ,fieberfrost erbebt1 - das war die letzte ,lust1 welche das ,alterthum erfand1 nachdem es selbst gegen den ,anblick von ,thier- und ,menschenkmpfen stumpf geworden war4 #adb4 ,um das ,gesagte zusammenzufassen3 jener ,seelenzustand1 dessen sich der ,heilige oder ,heiligwerdende erfreut1 setzt sich aus ,elementen zusammen1 welche wir ,alle recht wohl kennen1 nur dass sie sich unter dem ,einfluss anderer als religiser ,vorstellungen anders gefrbt zeigen und dann den ,tadel der ,menschen ebenso stark zu erfahren pflegen1 wie sie1 in jener ,verbrmung mit ,religion und letzter ,bedeutsamkeit des ,daseins1 auf ,bewunderung1 ja ,anbetung rechnen drfen1 - mindestens in frheren ,zeiten rechnen durften4 ,bald bt der ,heilige jenen ,trotz gegen sich selbst1 der ein naher ,verwandter der ,herrschsucht ist und auch dem ,einsamsten noch das ,gefhl der ,macht giebt2 bald springt seine angeschwellte ,empfindung aus dem ,verlangen1 seine ,leidenschaften dahinschiessen zu lassen1 ber in das ,verlangen1 sie wie wilde ,rosse zusammenstrzen zu machen1 unter dem mchtigen ,druck einer stolzen ,seele2 bald will er ein vlliges ,aufhren aller strenden1 qulenden1 reizenden ,empfindungen1 einen wachen ,schlaf1 ein dauerndes ,ausruhen im ,schoosse einer dumpfen1 thier- und pflanzenhaften ,indolenz2 bald sucht er den ,kampf und entzndet ihn in sich1 weil ihm die ,langeweile ihr ghnendes ,gesicht entgegenhlt3 er geisselt seine ,selbstvergtterung mit ,selbstverachtung und ,grausamkeit1 er freut sich an dem wilden ,aufruhre seiner ,begierden1 an dem scharfen ,schmerz der ,snde1 ja an der ,vorstellung des ,verlorenseins1 er versteht es1 seinem ,affect1 zum ,beispiel dem der ussersten ,herrschsucht1 einen ,fallstrick zu legen1 so dass er in den der ussersten ,erniedrigung bergeht und seine aufgehetzte ,seele durch diesen ,contrast aus allen ,fugen gerissen wird2 und zuletzt3 wenn es ihn gar nach ,visionen1 ,gesprchen mit ,todten oder gttlichen ,wesen gelstet1 so ist es im ,grunde eine seltene ,art von ,wollust1 welche er begehrt1 aber vielleicht jene ,wollust1 in der alle anderen in einen ,knoten zusammengeschlungen sind4 ,novalis1 eine der ,autoritten in ,fragen der ,heiligkeit durch ,erfahrung und ,instinct1 spricht das ganze ,geheimniss einmal mit naiver ,freude aus3 ,es ist wunderbar genug1 dass nicht lngst die ,association von ,wollust1 ,religion und ,grausamkeit die ,menschen aufmerksam auf ihre innige ,verwandtschaft und gemeinschaftliche ,tendenz gemacht hat4 #adc4 ,nicht ,das1 was der ,heilige ist1 sondern ,das1 was er in den ,augen der ,nicht-,heiligen bedeutet1 giebt ihm seinen welthistorischen ,werth4 ,dadurch1 dass man sich ber ihn irrte1 dass man seine ,seelenzustnde falsch auslegte und ihn von sich so stark als mglich abtrennte1 als etwas durchaus ,unvergleichliches und fremdartig-,uebermenschliches3 dadurch gewann er die ausserordentliche ,kraft1 mit welcher er die ,phantasie ganzer ,vlker1 ganzer ,zeiten beherrschen konnte4 ,er selbst kannte sich nicht2 er selbst verstand die ,schriftzge seiner ,stimmungen1 ,neigungen1 ,handlungen nach einer ,kunst der ,interpretation1 welche ebenso berspannt und knstlich war1 wie die pneumatische ,interpretation der ,bibel4 ,das ,verschrobene und ,kranke in seiner ,natur1 mit ihrer ,zusammenkoppelung von geistiger ,armuth1 schlechtem ,wissen1 verdorbener ,gesundheit1 berreizten ,nerven1 blieb seinem ,blick ebenso wie dem seiner ,beschauer verborgen4 ,er war kein besonders guter ,mensch1 noch weniger ein besonders weiser ,mensch3 aber er bedeutete ,etwas1 das ber menschliches ,maass in ,gte und ,weisheit hinausreiche4 ,der ,glaube an ihn untersttzte den ,glauben an ,gttliches und ,wunderhaftes1 an einen religisen ,sinn alles ,daseins1 an einen bevorstehenden letzten ,tag des ,gerichtes4 ,in dem abendlichen ,glanze einer ,weltuntergangs-,sonne1 welche ber die christlichen ,vlker hinleuchtete1 wuchs die ,schattengestalt des ,heiligen in's ,ungeheure3 ja bis zu einer solchen ,hhe1 dass selbst in unserer ,zeit1 die nicht mehr an ,gott glaubt1 es noch genug ,denker giebt1 welche an den ,heiligen glauben4 #add4 ,es versteht sich von selbst1 dass dieser ,zeichnung des ,heiligen1 welche nach dem ,durchschnitt der ganzen ,gattung entworfen ist1 manche ,zeichnung entgegengestellt werden kann1 welche eine angenehmere ,empfindung hervorbringen mchte4 ,einzelne ,ausnahmen jener ,gattung heben sich heraus1 sei es durch grosse ,milde und ,menschenfreundlichkeit1 sei es durch den ,zauber ungewhnlicher ,thatkraft2 andere sind im hchsten ,grade anziehend1 weil bestimmte ,wahnvorstellungen ber ihr ganzes ,wesen ,lichtstrme ausgiessen3 wie es zum ,beispiel mit dem berhmten ,stifter des ,christenthums der ,fall ist1 der sich fr den eingeborenen ,sohn ,gottes hielt und desshalb sich sndlos fhlte2 so dass er durch eine ,einbildung - die man nicht zu hart beurtheilen mge1 weil das ganze ,alterthum von ,gttershnen wimmelt - das selbe ,ziel erreichte1 das ,gefhl vlliger ,sndlosigkeit1 vlliger ,unverantwortlichkeit1 welches jetzt durch die ,wissenschaft ,jedermann sich erwerben kann4 - ,ebenfalls habe ich abgesehen von den indischen ,heiligen1 welche auf einer ,zwischenstufe zwischen dem christlichen ,heiligen und dem griechischen ,philosophen stehen und insofern keinen reinen ,typus darstellen3 die ,erkenntniss1 die ,wissenschaft - soweit es eine solche gab -1 die ,erhebung ber die anderen ,menschen durch die logische ,zucht und ,schulung des ,denkens wurde bei den ,buddhaisten als ein ,kennzeichen der ,heiligkeit ebenso gefordert1 wie die selben ,eigenschaften in der christlichen ,welt1 als ,kennzeichen der ,unheiligkeit1 abgelehnt und verketzert werden4 ,viertes ,hauptstck4 ,aus der ,seele der ,knstler und ,schriftsteller4 #ade4 ,das ,vollkommene soll nicht geworden sein4 - ,wir sind gewhnt1 bei allem ,vollkommenen die ,frage nach dem ,werden zu unterlassen3 sondern uns des ,gegenwrtigen zu freuen1 wie als ob es auf einen ,zauberschlag aus dem ,boden aufgestiegen sei4 ,wahrscheinlich stehen wir hier noch unter der ,nachwirkung einer uralten mythologischen ,empfindung4 ,es ist uns beinahe noch so zu ,muthe 7zum ,beispiel in einem griechischen ,tempel wie der von ,pstum71 als ob eines ,morgens ein ,gott spielend aus solchen ungeheuren ,lasten sein ,wohnhaus gebaut habe3 anderemale als ob eine ,seele urpltzlich in einen ,stein hineingezaubert sei und nun durch ihn reden wolle4 ,der ,knstler weiss1 dass sein ,werk nur voll wirkt1 wenn es den ,glauben an eine ,improvisation1 an eine wundergleiche ,pltzlichkeit der ,entstehung erregt2 und so hilft er wohl dieser ,illusion nach und fhrt jene ,elemente der begeisterten ,unruhe1 der blind greifenden ,unordnung1 des aufhorchenden ,trumens beim ,beginn der ,schpfung in die ,kunst ein1 als ,trugmittel1 um die ,seele des ,schauers oder ,hrers so zu stimmen1 dass sie an das pltzliche ,hervorspringen des ,vollkommenen glaubt4 - ,die ,wissenschaft der ,kunst hat dieser ,illusion1 wie es sich von selbst versteht1 auf das bestimmteste zu widersprechen und die ,fehlschlsse und ,verwhnungen des ,intellects aufzuzeigen1 vermge welcher er dem ,knstler in das ,netz luft4 #adf4 ,der ,wahrheitssinn des ,knstlers4 - ,der ,knstler hat in ,hinsicht auf das ,erkennen der ,wahrheiten eine schwchere ,moralitt1 als der ,denker2 er will sich die glnzenden1 tiefsinnigen ,deutungen des ,lebens durchaus nicht nehmen lassen und wehrt sich gegen nchterne1 schlichte ,methoden und ,resultate4 ,scheinbar kmpft er fr die hhere ,wrde und ,bedeutung des ,menschen2 in ,wahrheit will er die fr seine ,kunst wirkungsvollsten ,voraussetzungen nicht aufgeben1 also das ,phantastische1 ,mythische1 ,unsichere1 ,extreme1 den ,sinn fr das ,symbolische1 die ,ueberschtzung der ,person1 den ,glauben an etwas ,wunderartiges im ,genius3 er hlt also die ,fortdauer seiner ,art des ,schaffens fr wichtiger1 als die wissenschaftliche ,hingebung an das ,wahre in jeder ,gestalt1 erscheine diese auch noch so schlicht4 #adg4 ,die ,kunst als ,todtenbeschwrerin4 - ,die ,kunst versieht nebenbei die ,aufgabe zu conserviren1 auch wohl erloschene1 verblichene ,vorstellungen ein ,wenig wieder aufzufrben2 sie flicht1 wenn sie diese ,aufgabe lst1 ein ,band um verschiedene ,zeitalter und macht deren ,geister wiederkehren4 ,zwar ist es nur ein ,scheinleben wie ber ,grbern1 welches hierdurch entsteht1 oder wie die ,wiederkehr geliebter ,todten im ,traume1 aber wenigstens auf ,augenblicke wird die alte ,empfindung noch einmal rege und das ,herz klopft nach einem sonst vergessenen ,tacte4 ,nun muss man wegen dieses allgemeinen ,nutzens der ,kunst dem ,knstler selber es nachsehen1 wenn er nicht in den vordersten ,reihen der ,aufklrung und der fortschreitenden ,vermnnlichung der ,menschheit steht3 er ist zeitlebens ein ,kind oder ein ,jngling geblieben und auf dem ,standpunct zurckgehalten1 auf welchem er von seinem ,kunsttriebe berfallen wurde2 ,empfindungen der ersten ,lebensstufen stehen aber zugestandenermaassen denen frherer ,zeitlufte nher1 als denen des gegenwrtigen ,jahrhunderts4 ,unwillkrlich wird es zu seiner ,aufgabe1 die ,menschheit zu verkindlichen2 diess ist sein ,ruhm und seine ,begrnztheit4 #adh4 ,dichter als ,erleichterer des ,lebens4 - ,die ,dichter1 insofern auch sie das ,leben der ,menschen erleichtern wollen1 wenden den ,blick entweder von der mhseligen ,gegenwart ab oder verhelfen der ,gegenwart durch ein ,licht1 das sie von der ,vergangenheit herstrahlen machen1 zu neuen ,farben4 ,um diess zu knnen1 mssen sie selbst in manchen ,hinsichten rckwrts gewendete ,wesen sein3 so dass man sie als ,brcken zu ganz fernen ,zeiten und ,vorstellungen1 zu absterbenden oder abgestorbenen ,religionen und ,culturen gebrauchen kann4 ,sie sind eigentlich immer und nothwendig ,epigonen4 ,es ist freilich von ihren ,mitteln zur ,erleichterung des ,lebens einiges ,ungnstige zu sagen3 sie beschwichtigen und heilen nur vorlufig1 nur fr den ,augenblick2 sie halten sogar die ,menschen ab1 an einer wirklichen ,verbesserung ihrer ,zustnde zu arbeiten1 indem sie gerade die ,leidenschaft der ,unbefriedigten1 welche zur ,that drngen1 aufheben und palliativisch entladen4 #adi4 ,der langsame ,pfeil der ,schnheit4 - ,die edelste ,art der ,schnheit ist die1 welche nicht auf einmal hinreisst1 welche nicht strmische und berauschende ,angriffe macht 7eine solche erweckt leicht ,ekel71 sondern jene langsam einsickernde1 welche man fast unbemerkt mit sich forttrgt und die ,einem im ,traum einmal wiederbegegnet1 endlich aber1 nachdem sie lange mit ,bescheidenheit an unserm ,herzen gelegen1 von uns ganz ,besitz nimmt1 unser ,auge mit ,thrnen1 unser ,herz mit ,sehnsucht fllt4 - ,wonach sehnen wir uns beim ,anblick der ,schnheit8 ,darnach1 schn zu sein3 wir whnen1 es msse viel ,glck damit verbunden sein4 - ,aber das ist ein ,irrthum4 #aej4 ,beseelung der ,kunst4 - ,die ,kunst erhebt ihr ,haupt1 wo die ,religionen nachlassen4 ,sie bernimmt eine ,menge durch die ,religion erzeugter ,gefhle und ,stimmungen1 legt sie an ihr ,herz und wird jetzt selber tiefer1 seelenvoller1 so dass sie ,erhebung und ,begeisterung mitzutheilen vermag1 was sie vordem noch nicht konnte4 ,der zum ,strome angewachsene ,reichthum des religisen ,gefhls bricht immer wieder aus und will sich neue ,reiche erobern3 aber die wachsende ,aufklrung hat die ,dogmen der ,religion erschttert und ein grndliches ,misstrauen eingeflsst3 so wirft sich das ,gefhl1 durch die ,aufklrung aus der religisen ,sphre hinausgedrngt1 in die ,kunst2 in einzelnen ,fllen auch auf das politische ,leben1 ja selbst direct auf die ,wissenschaft4 ,ueberall1 wo man an menschlichen ,bestrebungen eine hhere dstere ,frbung wahrnimmt darf man vermuthen1 dass ,geistergrauen1 ,weihrauchduft und ,kirchenschatten daran hngen geblieben sind4 #aea4 ,wodurch das ,metrum verschnert4 - ,das ,metrum legt ,flor ber die ,realitt2 es veranlasst einige ,knstlichkeit des ,geredes und ,unreinheit des ,denkens2 durch den ,schatten1 den es auf den ,gedanken wirft1 verdeckt es bald1 bald hebt es hervor4 ,wie ,schatten nthig ist1 um zu verschnern1 so ist das ,dumpfe nthig1 um zu verdeutlichen4 - ,die ,kunst macht den ,anblick des ,lebens ertrglich1 dadurch dass sie den ,flor des unreinen ,denkens ber dasselbe legt4 #aeb4 ,kunst der hsslichen ,seele4 - ,man zieht der ,kunst viel zu enge ,schranken1 wenn man verlangt1 dass nur die geordnete1 sittlich im ,gleichgewicht schwebende ,seele sich in ihr aussprechen drfe4 ,wie in den bildenden ,knsten1 so auch giebt es in der ,musik und ,dichtung eine ,kunst der hsslichen ,seele1 neben der ,kunst der schnen ,seele2 und die mchtigsten ,wirkungen der ,kunst1 das ,seelenbrechen1 ,steinebewegen und ,thierevermenschlichen ist vielleicht gerade jener ,kunst am meisten gelungen4 #aec4 ,die ,kunst macht dem ,denker das ,herz schwer4 - ,wie stark das metaphysische ,bedrfniss ist und wie sich noch zuletzt die ,natur den ,abschied von ihm schwer macht1 kann man daraus entnehmen1 dass noch im ,freigeiste1 wenn er sich alles ,metaphysischen entschlagen hat1 die hchsten ,wirkungen der ,kunst leicht ein ,miterklingen der lange verstummten1 ja zerrissenen metaphysischen ,saite hervorbringen1 sei es zum ,beispiel1 dass er bei einer ,stelle der neunten ,symphonie ,beethoven's sich ber der ,erde in einem ,sternendome schweben fhlt1 mit dem ,traume der ,unsterblichkeit im ,herzen3 alle ,sterne scheinen um ihn zu flimmern und die ,erde immer tiefer hinabzusinken4 - ,wird er sich dieses ,zustandes bewusst1 so fhlt er wohl einen tiefen ,stich im ,herzen und seufzt nach dem ,menschen1 welcher ihm die verlorene ,geliebte1 nenne man sie nun ,religion oder ,metaphysik1 zurckfhre4 ,in solchen ,augenblicken wird sein intellectualer ,charakter auf die ,probe gestellt4 #aed4 ,mit dem ,leben spielen4 - ,die ,leichtigkeit und ,leichtfertigkeit der homerischen ,phantasie war nthig1 um das bermssig leidenschaftliche ,gemth und den berscharfen ,verstand des ,griechen zu beschwichtigen und zeitweilig aufzuheben4 ,spricht bei ihnen der ,verstand3 wie herbe und grausam erscheint dann das ,leben6 ,sie tuschen sich nicht1 aber sie umspielen absichtlich das ,leben mit ,lgen4 ,simonides rieth seinen ,landsleuten1 das ,leben wie ein ,spiel zu nehmen2 der ,ernst war ihnen als ,schmerz allzubekannt 7das ,elend der ,menschen ist ja das ,thema1 ber welches die ,gtter so gern singen hren7 und sie wussten1 dass einzig durch die ,kunst selbst das ,elend zum ,genusse werden knne4 ,zur ,strafe fr diese ,einsicht waren sie aber von der ,lust1 zu fabuliren1 so geplagt1 dass es ihnen im ,alltagsleben schwer wurde1 sich von ,lug und ,trug frei zu halten1 wie alles ,poetenvolk eine solche ,lust an der ,lge hat und obendrein noch die ,unschuld dabei4 ,die benachbarten ,vlker fanden das wohl mitunter zum ,verzweifeln4 #aee4 ,glaube an ,inspiration4 - ,die ,knstler haben ein ,interesse daran1 dass man an die pltzlichen ,eingebungen1 die sogenannten ,inspirationen glaubt2 als ob die ,idee des ,kunstwerks1 der ,dichtung1 der ,grundgedanke einer ,philosophie1 wie ein ,gnadenschein vom ,himmel herableuchte4 ,in ,wahrheit producirt die ,phantasie des guten ,knstlers oder ,denkers fortwhrend1 ,gutes1 ,mittelmssiges und ,schlechtes1 aber seine ,urtheilskraft1 hchst geschrft und gebt1 verwirft1 whlt aus1 knpft zusammen2 wie man jetzt aus den ,notizbchern ,beethoven's ersieht1 dass er die herrlichsten ,melodien allmhlich zusammengetragen und aus vielfachen ,anstzen gewissermaassen ausgelesen hat4 ,wer weniger streng scheidet und sich der nachbildenden ,erinnerung gern berlsst1 der wird unter ,umstnden ein grosser ,improvisator werden knnen2 aber die knstlerische ,improvisation steht tief im ,verhltniss zum ernst und mhevoll erlesenen ,kunstgedanken4 ,alle ,grossen waren grosse ,arbeiter1 unermdlich nicht nur im ,erfinden1 sondern auch im ,verwerfen1 ,sichten1 ,umgestalten1 ,ordnen4 #aef4 ,nochmals die ,inspiration4 - ,wenn sich die ,productionskraft eine ,zeit lang angestaut hat und am ,ausfliessen durch ein ,hemmnis gehindert worden ist1 dann giebt es endlich einen so pltzlichen ,erguss1 als ob eine unmittelbare ,inspiration1 ohne vorhergegangenes inneres ,arbeiten1 also ein ,wunder sich vollziehe4 ,diess macht die bekannte ,tuschung aus1 an deren ,fortbestehen1 wie gesagt1 das ,interesse aller ,knstler ein wenig zu sehr hngt4 ,das ,capital hat sich eben nur angehuft1 es ist nicht auf einmal vom ,himmel gefallen4 ,es giebt brigens auch anderwrts solche scheinbare ,inspiration1 zum ,beispiel im ,bereiche der ,gte1 der ,tugend1 des ,lasters4 #aeg4 ,die ,leiden des ,genius' und ihr ,werth4 - ,der knstlerische ,genius will ,freude machen1 aber wenn er auf einer sehr hohen ,stufe steht1 so fehlen ihm leicht die ,geniessenden2 er bietet ,speisen1 aber man will sie nicht4 ,das giebt ihm ein unter ,umstnden lcherlich-rhrendes ,pathos2 denn im ,grunde hat er kein ,recht1 die ,menschen zum ,vergngen zu zwingen4 ,seine ,pfeife tnt1 aber ,niemand will tanzen3 kann das tragisch sein8 - ,vielleicht doch4 ,zuletzt hat er als ,compensation fr diese ,entbehrung mehr ,vergngen beim ,schaffen1 als die brigen ,menschen bei allen anderen ,gattungen der ,thtigkeit haben4 ,man empfindet seine ,leiden bertrieben1 weil der ,ton seiner ,klage lauter1 sein ,mund beredter ist2 und in mitunter sind seine ,leiden wirklich sehr gross1 aber nur desshalb1 weil sein ,ehrgeiz1 sein ,neid so gross ist4 ,der wissende ,genius1 wie ,kepler und ,spinoza1 ist fr gewhnlich nicht so begehrlich und macht von seinen wirklich grsseren ,leiden und ,entbehrungen kein solches ,aufheben4 ,er darf mit grsserer ,sicherheit auf die ,nachwelt rechnen und sich der ,gegenwart entschlagen2 whrend ein ,knstler1 der diess thut1 immer ein verzweifeltes ,spiel spielt1 bei dem ihm wehe um's ,herz werden muss4 ,in ganz seltenen ,fllen1 - dann1 wenn im selben ,individuum der ,genius des ,knnens und des ,erkennens und der moralische ,genius sich verschmelzen - kommt zu den erwhnten ,schmerzen noch die ,gattung von ,schmerzen hinzu1 welche als die absonderlichsten ,ausnahmen in der ,welt zu nehmen sind3 die ausser- und berpersnlichen1 einem ,volke1 der ,menschheit1 der gesammten ,cultur1 allem leidenden ,dasein zugewandten ,empfindungen3 welche ihren ,werth durch die ,verbindung mit besonders schwierigen und entlegenen ,erkenntnissen erlangen 7,mitleid an sich ist wenig werth74 - ,aber welchen ,maassstab1 welche ,goldwage giebt es fr deren ,aechtheit8 ,ist es nicht fast geboten1 misstrauisch gegen ,alle zu sein1 welche von ,empfindungen dieser ,art bei sich reden8 #aeh4 ,verhngniss der ,grsse4 - ,jeder grossen ,erscheinung folgt die ,entartung nach1 namentlich im ,bereiche der ,kunst4 ,das ,vorbild des ,grossen reizt die eitleren ,naturen zum usserlichen ,nachmachen oder zum ,ueberbieten2 dazu haben alle grossen ,begabungen das ,verhngnissvolle an sich1 viele schwchere ,krfte und ,keime zu erdrcken und um sich herum gleichsam die ,natur zu verden4 ,der glcklichste ,fall in der ,entwickelung einer ,kunst ist der1 dass mehrere ,genie's sich gegenseitig in ,schranken halten2 bei diesem ,kampfe wird gewhnlich den schwcheren und zarteren ,naturen auch ,luft und ,licht gegnnt4 #aei4 ,die ,kunst dem ,knstler gefhrlich4 - ,wenn die ,kunst ein ,individuum gewaltig ergreift1 dann zieht es dasselbe zu ,anschauungen solcher ,zeiten zurck1 wo die ,kunst am krftigsten blhte1 sie wirkt dann zurckbildend4 ,der ,knstler kommt immer mehr in eine ,verehrung der pltzlichen ,erregungen1 glaubt an ,gtter und ,dmonen1 durchseelt die ,natur1 hasst die ,wissenschaft1 wird wechselnd in seinen ,stimmungen1 wie die ,menschen des ,alterthums1 und begehrt einen ,umsturz aller ,verhltnisse1 welche der ,kunst nicht gnstig sind1 und zwar diess mit der ,heftigkeit und ,unbilligkeit eines ,kindes4 ,an sich ist nun der ,knstler schon ein zurckbleibendes ,wesen1 weil er beim ,spiel stehen bleibt1 welches zur ,jugend und ,kindheit gehrt3 dazu kommt noch1 dass er allmhlich in andere ,zeiten zurckgebildet wird4 ,so entsteht zuletzt ein heftiger ,antagonismus zwischen ihm und den gleichalterigen ,menschen seiner ,periode und ein trbes ,ende2 so wie1 nach den ,erzhlungen der ,alten1 ,homer und ,aeschylus in ,melancholie zuletzt lebten und starben4 #afj4 ,geschaffene ,menschen4 - ,wenn man sagt1 der ,dramatiker 7und der ,knstler berhaupt7 schaffe wirklich ,charaktere1 so ist diess eine schne ,tuschung und ,uebertreibung1 in deren ,dasein und ,verbreitung die ,kunst einen ihrer ungewollten1 gleichsam berschssigen ,triumphe feiert4 ,in der ,that verstehen wir von einem wirklichen lebendigen ,menschen nicht viel und generalisiren sehr oberflchlich1 wenn wir ihm diesen und jenen ,charakter zuschreiben3 dieser unserer sehr unvollkommenen ,stellung zum ,menschen entspricht nun der ,dichter1 indem er ebenso oberflchliche ,entwrfe zu ,menschen macht 7in diesem ,sinne ,schafft71 als unsere ,erkenntniss der ,menschen oberflchlich ist4 ,es ist viel ,blendwerk bei diesen geschaffenen ,charakteren der ,knstler2 es sind durchaus keine leibhaftigen ,naturproducte1 sondern hnlich wie die gemalten ,menschen ein ,wenig allzu dnn1 sie vertragen den ,anblick aus der ,nhe nicht4 ,gar wenn man sagt1 der ,charakter des gewhnlichen lebendigen ,menschen widerspreche sich hufig1 der vom ,dramatiker geschaffene sei das ,urbild1 welches der ,natur vorgeschwebt habe1 so ist diess ganz falsch4 ,ein wirklicher ,mensch ist etwas ganz und gar ,nothwendiges 7selbst in jenen sogenannten ,widersprchen71 aber wir erkennen diese ,nothwendigkeit nicht immer4 ,der erdichtete ,mensch1 das ,phantasma1 will etwas ,nothwendiges bedeuten1 doch nur vor ,solchen1 welche auch einen wirklichen ,menschen nur in einer rohen1 unnatrlichen ,simplification verstehen3 so dass ein paar starke1 oft wiederholte ,zge1 mit sehr viel ,licht darauf und sehr viel ,schatten und ,halbdunkel herum1 ihren ,ansprchen vollstndig gengen4 ,sie sind also leicht bereit1 das ,phantasma als wirklichen1 nothwendigen ,menschen zu behandeln1 weil sie gewhnt sind1 beim wirklichen ,menschen ein ,phantasma1 einen ,schattenriss1 eine willkrliche ,abbreviatur fr das ,ganze zu nehmen4 - ,dass gar der ,maler und der ,bildhauer die ,idee des ,menschen ausdrcke1 ist eitel ,phantasterei und ,sinnentrug3 man wird vom ,auge tyrannisirt1 wenn man so ,etwas sagt1 da dieses vom menschlichen ,leibe selbst nur die ,oberflche1 die ,haut sieht2 der innere ,leib gehrt aber eben so sehr zur ,idee4 ,die bildende ,kunst will ,charaktere auf der ,haut sichtbar werden lassen2 die redende ,kunst nimmt das ,wort zu dem selben ,zwecke1 sie bildet den ,charakter im ,laute ab4 ,die ,kunst geht von der natrlichen ,unwissenheit des ,menschen ber sein ,inneres 7in ,leib und ,charakter7 aus3 sie ist nicht fr ,physiker und ,philosophen da4 #afa4 ,selbstberschtzung im ,glauben an ,knstler und ,philosophen4 - ,wir ,alle meinen1 es sei die ,gte eines ,kunstwerks1 eines ,knstlers bewiesen1 wenn er uns ergreift1 erschttert4 ,aber da msste doch erst unsere eigene ,gte in ,urtheil und ,empfindung bewiesen sein3 was nicht der ,fall ist4 ,wer hat mehr im ,reiche der bildenden ,kunst ergriffen und entzckt1 als ,bernini1 wer mchtiger gewirkt1 als jener nachdemosthenische ,rhetor1 welcher den asianischen ,stil einfhrte und durch zwei ,jahrhunderte zur ,herrschaft brachte8 ,diese ,herrschaft ber ganze ,jahrhunderte beweist ,nichts fr die ,gte und dauernde ,gltigkeit eines ,stils2 desshalb soll man nicht zu sicher in seinem guten ,glauben an irgend einen ,knstler sein3 ein solcher ist ja nicht nur der ,glaube an die ,wahrhaftigkeit unserer ,empfindung1 sondern auch an die ,unfehlbarkeit unseres ,urtheils1 whrend ,urtheil oder ,empfindung oder beides selber zu grob oder zu fein geartet1 berspannt oder roh sein knnen4 ,auch die ,segnungen und ,beseligungen einer ,philosophie1 einer ,religion beweisen fr ihre ,wahrheit ,nichts3 ebensowenig als das ,glck1 welches der ,irrsinnige von seiner fixen ,idee her geniesst1 ,etwas fr die ,vernnftigkeit dieser ,idee beweist4 #afb4 ,cultus des ,genius' aus ,eitelkeit4 - ,weil wir gut von uns denken1 aber doch durchaus nicht von uns erwarten1 dass wir je den ,entwurf eines ,rafaelischen ,gemldes oder eine solche ,scene wie die eines ,shakespeare'schen ,drama's machen knnten1 reden wir uns ein1 das ,vermgen dazu sei ganz bermssig wunderbar1 ein ganz seltener ,zufall1 oder1 wenn wir noch religis empfinden1 eine ,begnadigung von ,oben4 ,so frdert unsere ,eitelkeit1 unsere ,selbstliebe1 den ,cultus des ,genius'3 denn nur wenn dieser ganz fern von uns gedacht ist1 als ein miraculum1 verletzt er nicht 7selbst ,goethe1 der ,neidlose1 nannte ,shakespeare seinen ,stern der fernsten ,hhe2 wobei man sich jenes ,verses erinnern mag3 die ,sterne1 die begehrt man nicht74 ,aber von jenen ,einflsterungen unserer ,eitelkeit abgesehen1 so erscheint die ,thtigkeit des ,genie's durchaus nicht als etwas ,grundverschiedenes von der ,thtigkeit des mechanischen ,erfinders1 des astronomischen oder historischen ,gelehrten1 des ,meisters der ,taktik4 ,alle diese ,thtigkeiten erklren sich1 wenn man sich ,menschen vergegenwrtigt1 deren ,denken in ,einer ,richtung thtig ist1 die ,alles als ,stoff bentzen1 die immer ihrem innern ,leben und dem ,anderer mit ,eifer zusehen1 die berall ,vorbilder1 ,anreizungen erblicken1 die in der ,combination ihrer ,mittel nicht mde werden4 ,das ,genie thut auch ,nichts1 als dass es erst ,steine setzen1 dann bauen lernt1 dass es immer nach ,stoff sucht und immer an ihm herumformt4 ,jede ,thtigkeit des ,menschen ist zum ,verwundern complicirt1 nicht nur die des ,genie's3 aber keine ist ein ,wunder4 - ,woher nun der ,glaube1 dass es allein beim ,knstler1 ,redner und ,philosophen ,genie gebe8 dass nur sie ,intuition haben8 7womit man ihnen eine ,art von ,wunder-,augenglas zuschreibt1 mit dem sie direct in's ,wesen sehen67 ,die ,menschen sprechen ersichtlich dort allein von ,genius1 wo ihnen die ,wirkungen des grossen ,intellectes am angenehmsten sind und sie wiederum nicht ,neid empfinden wollen4 ,jemanden gttlich nennen heisst hier brauchen wir nicht zu wetteifern4 ,sodann3 alles ,fertige1 ,vollkommene wird angestaunt1 alles ,werdende unterschtzt4 ,nun kann ,niemand beim ,werke des ,knstlers zusehen1 wie es geworden ist2 das ist sein ,vortheil1 denn berall1 wo man das ,werden sehen kann1 wird man etwas abgekhlt4 ,die vollendete ,kunst der ,darstellung weist alles ,denken an das ,werden ab2 es tyrannisirt als gegenwrtige ,vollkommenheit4 ,desshalb gelten die ,knstler der ,darstellung vornehmlich als genial1 nicht aber die wissenschaftlichen ,menschen4 ,in ,wahrheit ist jene ,schtzung und diese ,unterschtzung nur eine ,kinderei der ,vernunft4 #afc4 ,der ,ernst des ,handwerks4 - ,redet nur nicht von ,begabung1 angeborenen ,talenten6 ,es sind grosse ,mnner aller ,art zu nennen1 welche wenig begabt waren4 ,aber sie bekamen ,grsse1 wurden ,genie's 7wie man sagt71 durch ,eigenschaften1 von deren ,mangel ,niemand gern redet1 der sich ihrer bewusst ist3 sie hatten ,alle jenen tchtigen ,handwerker-,ernst1 welcher erst lernt1 die ,theile vollkommen zu bilden1 bis er es wagt1 ein grosses ,ganzes zu machen2 sie gaben sich ,zeit dazu1 weil sie mehr ,lust am ,gutmachen des ,kleinen1 ,nebenschlichen hatten1 als an dem ,effecte eines blendenden ,ganzen4 ,das ,recept zum ,beispiel1 wie ,einer ein guter ,novellist werden kann1 ist leicht zu geben1 aber die ,ausfhrung setzt ,eigenschaften voraus1 ber die man hinwegzusehen pflegt1 wenn man sagt ich habe nicht genug ,talent4 ,man mache nur hundert und mehr ,entwrfe zu ,novellen1 keinen lnger als zwei ,seiten1 doch von solcher ,deutlichkeit1 dass jedes ,wort darin nothwendig ist2 man schreibe tglich ,anekdoten nieder1 bis man es lernt1 ihre prgnanteste1 wirkungsvollste ,form zu finden1 man sei unermdlich im ,sammeln und ,ausmalen menschlicher ,typen und ,charaktere1 man erzhle vor ,allem so oft es mglich ist und hre erzhlen1 mit scharfem ,auge und ,ohr fr die ,wirkung auf die anderen ,anwesenden1 man reise wie ein ,landschaftsmaler und ,costmzeichner1 man excerpire sich aus einzelnen ,wissenschaften alles ,das1 was knstlerische ,wirkungen macht1 wenn es gut dargestellt wird1 man denke endlich ber die ,motive der menschlichen ,handlungen nach1 verschmhe keinen ,fingerzeig der ,belehrung hierber und sei ein ,sammler von dergleichen ,dingen bei ,tag und ,nacht4 ,in dieser mannichfachen ,uebung lasse man einige zehn ,jahre vorbergehen3 was dann aber in der ,werksttte geschaffen wird1 darf auch hinaus in das ,licht der ,strasse4 - ,wie machen es aber die ,meisten8 ,sie fangen nicht mit dem ,theile1 sondern mit dem ,ganzen an4 ,sie thun vielleicht einmal einen guten ,griff1 erregen ,aufmerksamkeit und thun von da an immer schlechtere ,griffe1 aus guten1 natrlichen ,grnden4 - ,mitunter1 wenn ,vernunft und ,charakter fehlen1 um einen solchen knstlerischen ,lebensplan zu gestalten1 bernimmt das ,schicksal und die ,noth die ,stelle derselben und fhrt den zuknftigen ,meister schrittweise durch alle ,bedingungen seines ,handwerks4 #afd4 ,gefahr und ,gewinn im ,cultus des ,genius'4 - ,der ,glaube an grosse1 berlegene1 fruchtbare ,geister ist nicht nothwendig1 aber sehr hufig noch mit jenem ganz- oder halbreligisen ,aberglauben verbunden1 dass jene ,geister bermenschlichen ,ursprungs seien und gewisse wunderbare ,vermgen besssen1 vermittelst deren sie ihrer ,erkenntnisse auf ganz anderem ,wege theilhaftig wrden1 als die brigen ,menschen4 ,man schreibt ihnen wohl einen unmittelbaren ,blick in das ,wesen der ,welt1 gleichsam durch ein ,loch im ,mantel der ,erscheinung1 zu und glaubt1 dass sie ohne die ,mhsal und ,strenge der ,wissenschaft1 vermge dieses wunderbaren ,seherblickes1 etwas ,endgltiges und ,entscheidendes ber ,mensch und ,welt mittheilen knnten4 ,so lange das ,wunder im ,bereiche der ,erkenntniss noch ,glubige findet1 kann man vielleicht zugeben1 dass dabei fr die ,glubigen selber ein ,nutzen herauskomme1 insofern diese durch ihre unbedingte ,unterordnung unter die grossen ,geister1 ihrem eigenen ,geiste fr die ,zeit der ,entwickelung die beste ,disciplin und ,schule verschaffen4 ,dagegen ist mindestens fraglich1 ob der ,aberglaube vom ,genie1 von seinen ,vorrechten und ,sondervermgen fr das ,genie selber von ,nutzen sei1 wenn er in ihm sich einwurzelt4 ,es ist jedenfalls ein gefhrliches ,anzeichen1 wenn den ,menschen jener ,schauder vor sich selbst berfllt1 sei es nun jener berhmte ,csaren-,schauder oder der hier in ,betracht kommende ,genie-,schauder2 wenn der ,opferduft1 welchen man billigerweise allein einem ,gotte bringt1 dem ,genie in's ,gehirn dringt1 so dass er zu schwanken und sich fr etwas ,uebermenschliches zu halten beginnt4 ,die langsamen ,folgen sind3 das ,gefhl der ,unverantwortlichkeit1 der exceptionellen ,rechte1 der ,glaube1 schon durch seinen ,umgang zu begnadigen1 wahnsinnige ,wuth bei dem ,versuche1 ihn mit ,anderen zu vergleichen oder gar ihn niedriger zu taxiren und das ,verfehlte seines ,werkes in's ,licht zu setzen4 ,dadurch1 dass er aufhrt1 ,kritik gegen sich selbst zu ben1 fllt zuletzt aus seinem ,gefieder eine der ,schwungfedern nach der anderen aus3 jener ,aberglaube grbt die ,wurzeln seiner ,kraft an und macht ihn vielleicht gar zum ,heuchler1 nachdem seine ,kraft von ihm gewichen ist4 ,fr grosse ,geister selbst ist es also wahrscheinlich ntzlicher1 wenn sie ber ihre ,kraft und deren ,herkunft zur ,einsicht kommen1 wenn sie also begreifen1 welche rein menschlichen ,eigenschaften in ihnen zusammengeflossen sind1 welche ,glcksumstnde hinzutraten - also einmal anhaltende ,energie1 entschlossene ,hinwendung zu einzelnen ,zielen1 grosser persnlicher ,muth1 sodann das ,glck einer ,erziehung1 welche die besten ,lehrer1 ,vorbilder1 ,methoden frhzeitig darbot4 ,freilich1 wenn ihr ,ziel ist1 die grsstmgliche ,wirkung zu machen1 so hat die ,unklarheit ber sich selbst und jene ,beigabe eines halben ,wahnsinns immer viel gethan2 denn bewundert und beneidet hat man zu allen ,zeiten gerade jene ,kraft an ihnen1 vermge deren sie die ,menschen willenlos machen und zum ,wahne fortreissen1 dass bernatrliche ,fhrer vor ihnen her giengen4 ,ja1 es erhebt und begeistert die ,menschen1 jemanden im ,besitz bernatrlicher ,krfte zu glauben3 insofern hat der ,wahnsinn1 wie ,plato sagt1 die grssten ,segnungen ber die ,menschen gebracht4 - ,in einzelnen seltenen ,fllen mag dieses ,stck ,wahnsinn wohl auch das ,mittel gewesen sein1 durch welches eine solche nach allen ,seiten hin excessive ,natur fest zusammengehalten wurde3 auch im ,leben der ,individuen haben die ,wahnvorstellungen hufig den ,werth von ,heilmitteln1 welche an sich ,gifte sind2 doch zeigt sich endlich1 bei jedem ,genie1 das an seine ,gttlichkeit glaubt1 das ,gift in dem ,grade1 als das ,genie alt wird3 man mge sich zum ,beispiel ,napoleon's erinnern1 dessen ,wesen sicherlich gerade durch seinen ,glauben an sich und seinen ,stern und durch die aus ihm fliessende ,verachtung der ,menschen zu der mchtigen ,einheit zusammenwuchs1 welche ihn aus allen modernen ,menschen heraushebt1 bis endlich aber dieser selbe ,glaube in einen fast wahnsinnigen ,fatalismus bergieng1 ihn seines ,schnell- und ,scharfblickes beraubte und die ,ursache seines ,unterganges wurde4 #afe4 ,das ,genie und das ,nichtige4 - ,gerade die originellen1 aus sich schpfenden ,kpfe unter den ,knstlern knnen unter ,umstnden das ganz ,leere und ,schaale hervorbringen1 whrend die abhngigeren ,naturen1 die sogenannten ,talente1 voller ,erinnerungen an alles mgliche ,gute stecken und auch im ,zustand der ,schwche etwas ,leidliches produciren4 ,sind die ,originellen aber von sich selber verlassen1 so giebt die ,erinnerung ihnen keine ,hlfe3 sie werden leer4 #aff4 ,das ,publicum4 - ,von der ,tragdie begehrt das ,volk eigentlich nicht mehr1 als recht gerhrt zu werden1 um sich einmal ausweinen zu knnen2 der ,artist dagegen1 der die neue ,tragdie sieht1 hat seine ,freude an den geistreichen technischen ,erfindungen und ,kunstgriffen1 an der ,handhabung und ,vertheilung des ,stoffes1 an der neuen ,wendung alter ,motive1 alter ,gedanken4 ,seine ,stellung ist die sthetische ,stellung zum ,kunstwerk1 die des ,schaffenden2 die erstbeschriebene1 mit alleiniger ,rcksicht auf den ,stoff1 die des ,volkes4 ,von dem ,menschen dazwischen ist nicht zu reden1 er ist weder ,volk noch ,artist und weiss nicht1 was er will3 so ist auch seine ,freude unklar und gering4 #afg4 ,artistische ,erziehung des ,publicums4 - ,wenn das selbe ,motiv nicht hundertfltig durch verschiedene ,meister behandelt wird1 lernt das ,publicum nicht ber das ,interesse des ,stoffes hinauskommen2 aber zuletzt wird es selbst die ,nuancen1 die zarten1 neuen ,erfindungen in der ,behandlung dieses ,motives fassen und geniessen1 wenn es also das ,motiv lngst aus zahlreichen ,bearbeitungen kennt und dabei keinen ,reiz der ,neuheit1 der ,spannung mehr empfindet4 #afh4 ,knstler und sein ,gefolge mssen ,schritt halten4 - ,der ,fortgang von einer ,stufe des ,stils zur andern muss so langsam sein1 dass nicht nur die ,knstler1 sondern auch die ,zuhrer und ,zuschauer diesen ,fortgang mitmachen und genau wissen1 was vorgeht4 ,sonst entsteht auf einmal jene grosse ,kluft zwischen dem ,knstler1 der auf abgelegener ,hhe seine ,werke schafft1 und dem ,publicum1 welches nicht mehr zu jener ,hhe hinaufkann und endlich missmuthig wieder tiefer hinabsteigt4 ,denn wenn der ,knstler sein ,publicum nicht mehr hebt1 so sinkt es schnell abwrts1 und zwar strzt es um so tiefer und gefhrlicher1 je hher es ein ,genius getragen hat1 dem ,adler vergleichbar1 aus dessen ,fngen die in die ,wolken hinaufgetragene ,schildkrte zu ihrem ,unheil hinabfllt4 #afi4 ,herkunft des ,komischen4 - ,wenn man erwgt1 dass der ,mensch manche hunderttausend ,jahre lang ein im hchsten ,grade der ,furcht zugngliches ,thier war und dass alles ,pltzliche1 ,unerwartete ihn kampfbereit1 vielleicht todesbereit sein hiess1 ja dass selbst spter1 in socialen ,verhltnissen1 alle ,sicherheit auf dem ,erwarteten1 auf dem ,herkommen in ,meinung und ,thtigkeit beruhte1 so darf man sich nicht wundern1 dass bei allem ,pltzlichen1 ,unerwarteten in ,wort und ,that1 wenn es ohne ,gefahr und ,schaden hereinbricht1 der ,mensch ausgelassen wird1 in's ,gegentheil der ,furcht bergeht3 das vor ,angst zitternde1 zusammengekrmmte ,wesen schnellt empor1 entfaltet sich weit1 - der ,mensch lacht4 ,diesen ,uebergang aus momentaner ,angst in kurz dauernden ,uebermuth nennt man das ,komische4 ,dagegen geht im ,phnomen des ,tragischen der ,mensch schnell aus grossem1 dauerndem ,uebermuth in grosse ,angst ber2 da aber unter ,sterblichen der grosse dauernde ,uebermuth viel seltener1 als der ,anlass zur ,angst ist1 so giebt es viel mehr des ,komischen1 als des ,tragischen in der ,welt2 man lacht viel fter1 als dass man erschttert ist4 #agj4 ,knstler-,ehrgeiz4 - ,die griechischen ,knstler1 zum ,beispiel die ,tragiker dichteten1 um zu siegen2 ihre ganze ,kunst ist nicht ohne ,wettkampf zu denken3 die hesiodische gute ,eris1 der ,ehrgeiz1 gab ihrem ,genius die ,flgel4 ,nun verlangte dieser ,ehrgeiz vor ,allem1 dass ihr ,werk die hchste ,vortrefflichkeit vor ihren eigenen ,augen erhalte1 sowie sie also die ,vortrefflichkeit verstanden1 ohne ,rcksicht auf einen herrschenden ,geschmack und die allgemeine ,meinung ber das ,vortreffliche an einem ,kunstwerk2 und so blieben ,aeschylus und ,euripides lange ,zeit ohne ,erfolg1 bis sie sich endlich ,kunstrichter erzogen hatten1 welche ihr ,werk nach den ,maassstben wrdigten1 welche sie selber anlegten4 ,somit erstreben sie den ,sieg ber ,nebenbuhler nach ihrer eigenen ,schtzung1 vor ihrem eigenen ,richterstuhl1 sie wollen wirklich vortrefflicher sein2 dann fordern sie von ,aussen her ,zustimmung zu dieser eigenen ,schtzung1 ,besttigung ihres ,urtheils4 ,ehre erstreben heisst hier sich berlegen machen und wnschen1 dass es auch ffentlich so erscheine4 ,fehlt das ,erstere und wird das ,zweite trotzdem begehrt1 so spricht man von ,eitelkeit4 ,fehlt das ,letztere und wird es nicht vermisst1 so redet man von ,stolz4 #aga4 ,das ,nothwendige am ,kunstwerk4 - ,die1 welche so viel von dem ,nothwendigen an einem ,kunstwerk reden1 bertreiben1 wenn sie ,knstler sind1 in majorem artis gloriam1 oder wenn sie ,laien sind1 aus ,unkenntniss4 ,die ,formen eines ,kunstwerkes1 welche seine ,gedanken zum ,reden bringen1 also seine ,art zu sprechen sind1 haben immer etwas ,lssliches1 wie alle ,art ,sprache4 ,der ,bildhauer kann viele kleine ,zge hinzuthun oder weglassen3 ebenso der ,darsteller1 sei es ein ,schauspieler oder1 in ,betreff der ,musik1 ein ,virtuos oder ,dirigent4 ,diese vielen kleinen ,zge und ,ausfeilungen machen ihm heute ,vergngen1 morgen nicht1 sie sind mehr des ,knstlers als der ,kunst wegen da1 denn auch er bedarf1 bei der ,strenge und ,selbstbezwingung1 welche die ,darstellung des ,hauptgedankens von ihm fordert1 gelegentlich des ,zuckerbrodes und der ,spielsachen1 um nicht mrrisch zu werden4 #agb4 ,den ,meister vergessen machen4 - ,der ,clavierspieler1 der das ,werk eines ,meisters zum ,vortrag bringt1 wird am besten gespielt haben1 wenn er den ,meister vergessen liess und wenn es so erschien1 als ob er eine ,geschichte seines ,lebens erzhle oder jetzt eben ,etwas erlebe4 ,freilich3 wenn er nichts ,bedeutendes ist1 wird jedermann seine ,geschwtzigkeit verwnschen1 mit der er uns aus seinem ,leben erzhlt4 ,also muss er verstehen1 die ,phantasie des ,zuhrers fr sich einzunehmen4 ,daraus wiederum erklren sich alle ,schwchen und ,narrheiten des ,virtuosenthums4 #agc4 ,corriger la fortune4 - ,es giebt schlimme ,zuflligkeiten im ,leben grosser ,knstler1 welche zum ,beispiel den ,maler zwingen1 sein bedeutendstes ,bild nur als flchtigen ,gedanken zu skizziren oder zum ,beispiel ,beethoven zwangen1 uns in manchen grossen ,sonaten 7wie in der grossen ,b-dur7 nur den ungengenden ,clavierauszug einer ,symphonie zu hinterlassen4 ,hier soll der spterkommende ,knstler das ,leben der ,grossen nachtrglich zu corrigiren suchen3 was zum ,beispiel ,der thun wrde1 welcher1 als ein ,meister aller ,orchesterwirkungen1 uns jene1 dem ,clavier-,scheintode verfallene ,symphonie zum ,leben erweckte4 #agd4 ,verkleinern4 - ,manche ,dinge1 ,ereignisse oder ,personen1 vertragen es nicht1 im kleinen ,maassstabe behandelt zu werden4 ,man kann die ,laokoon-,gruppe nicht zu einer ,nippesfigur verkleinern2 sie hat ,grsse nothwendig4 ,aber viel seltener ist es1 dass etwas von ,natur ,kleines die ,vergrsserung vertrgt2 wesshalb es ,biographen immer noch eher gelingen wird1 einen grossen ,mann klein darzustellen1 als einen kleinen gross4 #age4 ,sinnlichkeit in der ,kunst der ,gegenwart4 - ,die ,knstler verrechnen sich jetzt hufig1 wenn sie auf eine sinnliche ,wirkung ihrer ,kunstwerke hinarbeiten2 denn ihre ,zuschauer oder ,zuhrer haben nicht mehr ihre vollen ,sinne und gerathen1 ganz wider die ,absicht des ,knstlers1 durch sein ,kunstwerk in - eine ,heiligkeit der ,empfindung1 welche der ,langweiligkeit nahe verwandt ist4 - ,ihre ,sinnlichkeit fngt vielleicht dort an1 wo die des ,knstlers gerade aufhrt1 sie begegnen sich also hchstens an ,einem ,puncte4 #agf4 ,shakespeare als ,moralist4 - ,shakespeare hat ber die ,leidenschaften viel nachgedacht und wohl von seinem ,temperamente her zu vielen einen sehr nahen ,zugang gehabt 7,dramatiker sind im ,allgemeinen ziemlich bse ,menschen74 ,aber er vermochte nicht1 wie ,montaigne1 darber zu reden1 sondern legte die ,beobachtungen ber die ,passionen den passionirten ,figuren in den ,mund3 was zwar wider die ,natur ist1 aber seine ,dramen so gedankenvoll macht1 dass sie alle anderen leer erscheinen lassen und leicht einen allgemeinen ,widerwillen gegen sie erwecken4 - ,die ,sentenzen ,schiller's 7welchen fast immer falsche oder unbedeutende ,einflle zu ,grunde liegen7 sind eben ,theatersentenzen und wirken als solche sehr stark3 whrend die ,sentenzen ,shakespeare's seinem ,vorbilde ,montaigne ,ehre machen und ganz ernsthafte ,gedanken in geschliffener ,form enthalten1 desshalb aber fr die ,augen des ,theaterpublicums zu fern und zu fein1 also unwirksam sind4 #agg4 ,sich gut zu ,gehr bringen4 - ,man muss nicht nur verstehen1 gut zu spielen1 sondern auch sich gut zu ,gehr zu bringen4 ,die ,geige in der ,hand des grssten ,meisters giebt nur ein ,gezirp von sich1 wenn der ,raum zu gross ist2 man kann da den ,meister mit jedem ,stmper verwechseln4 #agh4 ,das ,unvollstndige als das ,wirksame4 - ,wie ,relieffiguren dadurch so stark auf die ,phantasie wirken1 dass sie gleichsam auf dem ,wege sind1 aus der ,wand herauszutreten und pltzlich1 irgend wodurch gehemmt1 ,halt machen3 so ist mitunter die reliefartig unvollstndige ,darstellung eines ,gedankens1 einer ganzen ,philosophie wirksamer1 als die erschpfende ,ausfhrung3 man berlsst der ,arbeit des ,beschauers mehr1 er wird aufgeregt1 das1 was in so starkem ,licht und ,dunkel vor ihm sich abhebt1 fortzubilden1 zu ,ende zu denken und jenes ,hemmniss selber zu berwinden1 welches ihrem vlligen ,heraustreten bis dahin hinderlich war4 #agi4 ,gegen die ,originalen4 - ,wenn die ,kunst sich in den abgetragensten ,stoff kleidet1 erkennt man sie am besten als ,kunst4 #ahj4 ,collectivgeist4 - ,ein guter ,schriftsteller hat nicht nur seinen eigenen ,geist1 sondern auch noch den ,geist seiner ,freunde4 #aha4 ,zweierlei ,verkennung4 - ,das ,unglck scharfsinniger und klarer ,schriftsteller ist1 dass man sie fr flach nimmt und desshalb ihnen keine ,mhe zuwendet3 und das ,glck der unklaren1 dass der ,leser sich an ihnen abmht und die ,freude ber seinen ,eifer ihnen zu ,gute schreibt4 #ahb4 ,verhltniss zur ,wissenschaft4 - ,alle ,die haben kein wirkliches ,interesse an einer ,wissenschaft1 welche erst dann anfangen1 fr sie warm zu werden1 wenn sie selbst ,entdeckungen in ihr gemacht haben4 #ahc4 ,der ,schlssel4 - ,der eine ,gedanke1 auf den ein bedeutender ,mensch1 zum ,gelchter und ,spott der ,unbedeutenden1 grossen ,werth legt1 ist fr ihn ein ,schlssel zu verborgenen ,schatzkammern1 fr jene nicht mehr1 als ein ,stck alten ,eisens4 #ahd4 ,unbersetzbar4 - ,es ist weder das ,beste1 noch das ,schlechteste an einem ,buche1 was an ihm unbersetzbar ist4 #ahe4 ,paradoxien des ,autors4 - ,die sogenannten ,paradoxien des ,autors1 an welchen ein ,leser ,anstoss nimmt1 stehen hufig gar nicht im ,buche des ,autors1 sondern im ,kopfe des ,lesers4 #ahf4 ,witz4 - ,die witzigsten ,autoren erzeugen das kaum bemerkbarste ,lcheln4 #ahg4 ,die ,antithese4 - ,die ,antithese ist die enge ,pforte1 durch welche sich am liebsten der ,irrthum zur ,wahrheit schleicht4 #ahh4 ,denker als ,stilisten4 - ,die meisten ,denker schreiben schlecht1 weil sie uns nicht nur ihre ,gedanken1 sondern auch das ,denken der ,gedanken mittheilen4 #ahi4 ,gedanken im ,gedicht4 - ,der ,dichter fhrt seine ,gedanken festlich daher1 auf dem ,wagen des ,rhythmus'3 gewhnlich desshalb1 weil diese zu ,fuss nicht gehen knnen4 #aij4 ,snde wider den ,geist des ,lesers4 - ,wenn der ,autor sein ,talent verleugnet1 blos um sich dem ,leser gleich zu stellen1 so begeht er die einzige ,todsnde1 welche ihm ,jener nie verzeiht3 im ,fall er nmlich ,etwas davon merkt4 ,man darf dem ,menschen sonst alles ,bse nachsagen3 aber in der ,art1 wie man es sagt1 muss man seine ,eitelkeit wieder aufzurichten wissen4 #aia4 ,grnze der ,ehrlichkeit4 - ,auch dem ehrlichsten ,schriftsteller entfllt ein ,wort zu viel1 wenn er eine ,periode abrunden will4 #aib4 ,der beste ,autor4 - ,der beste ,autor wird der sein1 welcher sich schmt1 ,schriftsteller zu werden4 #aic4 ,drakonisches ,gesetz gegen ,schriftsteller4 - ,man sollte einen ,schriftsteller als einen ,missethter ansehen1 der nur in den seltensten ,fllen ,freisprechung oder ,begnadigung verdient3 das wre ein ,mittel gegen das ,ueberhandnehmen der ,bcher4 #aid4 ,die ,narren der modernen ,cultur4 - ,die ,narren der mittelalterlichen ,hfe entsprechen unseren ,feuilletonisten2 es ist die selbe ,gattung ,menschen1 halbvernnftig1 witzig1 bertrieben1 albern1 mitunter nur dazu da1 das ,pathos der ,stimmung durch ,einflle1 durch ,geschwtz zu mildern und den allzu schweren1 feierlichen ,glockenklang grosser ,ereignisse durch ,geschrei zu bertuben2 ehemals im ,dienste der ,frsten und ,adeligen1 jetzt im ,dienste von ,parteien 7wie in ,partei-,sinn und ,partei-,zucht ein guter ,theil der alten ,unterthnigkeit im ,verkehr des ,volkes mit dem ,frsten jetzt noch fortlebt74 ,der ganze moderne ,litteratenstand steht aber den ,feuilletonisten sehr nahe1 es sind die ,narren der modernen ,cultur1 welche man milder beurtheilt1 wenn man sie als nicht ganz zurechnungsfhig nimmt4 ,schriftstellerei als ,lebensberuf zu betrachten1 sollte billigerweise als eine ,art ,tollheit gelten4 #aie4 ,den ,griechen nach4 - ,der ,erkenntniss steht es gegenwrtig sehr im ,wege1 dass alle ,worte durch hundertjhrige ,uebertreibung des ,gefhls dunstig und aufgeblasen geworden sind4 ,die hhere ,stufe der ,cultur1 welche sich unter die ,herrschaft 7wenn auch nicht unter die ,tyrannei7 der ,erkenntniss stellt1 hat eine grosse ,ernchterung des ,gefhls und eine starke ,concentration aller ,worte vonnthen2 worin uns die ,griechen im ,zeitalter des ,demosthenes vorangegangen sind4 ,das ,ueberspannte bezeichnet alle modernen ,schriften2 und selbst wenn sie einfach geschrieben sind1 so werden die ,worte in denselben noch zu excentrisch gefhlt4 ,strenge ,ueberlegung1 ,gedrngtheit1 ,klte1 ,schlichtheit1 selbst absichtlich bis an die ,grnze hinab1 berhaupt ,an-sich-halten des ,gefhls und ,schweigsamkeit1 - das kann allein helfen4 - ,uebrigens ist diese kalte ,schreib- und ,gefhlsart1 als ,gegensatz1 jetzt sehr reizvoll3 und darin liegt freilich eine neue ,gefahr4 ,denn die scharfe ,klte ist so gut ein ,reizmittel1 als ein hoher ,wrmegrad4 #aif4 ,gute ,erzhler schlechte ,erklrer4 - ,bei guten ,erzhlern steht oft eine bewunderungswrdige psychologische ,sicherheit und ,consequenz1 soweit diese in den ,handlungen ihrer ,personen hervortreten kann1 in einem geradezu lcherlichen ,gegensatz zu der ,ungebtheit ihres psychologischen ,denkens3 so dass ihre ,cultur in dem einen ,augenblicke ebenso ausgezeichnet hoch1 als im nchsten bedauerlich tief erscheint4 ,es kommt gar zu hufig vor1 dass sie ihre eigenen ,helden und deren ,handlungen ersichtlich falsch erklren1 - es ist daran kein ,zweifel1 so unwahrscheinlich die ,sache klingt4 ,vielleicht hat der grsste ,clavierspieler nur wenig ber die technischen ,bedingungen und die specielle ,tugend1 ,untugend1 ,nutzbarkeit und ,erziehbarkeit jedes ,fingers 7daktylische ,ethik7 nachgedacht1 und macht grobe ,fehler1 wenn er von solchen ,dingen redet4 #aig4 ,die ,schriften von ,bekannten und ihre ,leser4 - ,wir lesen ,schriften von ,bekannten 7,freunden und ,feinden7 doppelt1 insofern fortwhrend unsere ,erkenntniss daneben flstert3 das ist von ihm1 ein ,merkmal seines inneren ,wesens1 seiner ,erlebnisse1 seiner ,begabung1 und wiederum eine andere ,art ,erkenntniss dabei festzustellen sucht1 was der ,ertrag jenes ,werkes an sich ist1 welche ,schtzung es berhaupt1 abgesehen von seinem ,verfasser1 verdient1 welche ,bereicherung des ,wissens es mit sich bringt4 ,diese beiden ,arten des ,lesens und ,erwgens stren sich1 wie das sich von selbst versteht1 gegenseitig4 ,auch eine ,unterhaltung mit einem ,freunde wird dann erst gute ,frchte der ,erkenntniss zeitigen1 wenn ,beide endlich nur noch an die ,sache denken1 und vergessen1 dass sie ,freunde sind4 #aih4 ,rhythmische ,opfer4 - ,gute ,schriftsteller verndern den ,rhythmus mancher ,periode blos desshalb1 weil sie den gewhnlichen ,lesern nicht die ,fhigkeit zuerkennen1 den ,tact1 welchem die ,periode in ihrer ersten ,fassung folgte1 zu begreifen3 desshalb erleichtern sie es ihnen1 indem sie bekannteren ,rhythmen den ,vorzug geben4 - ,diese ,rcksicht auf das rhythmische ,unvermgen der jetzigen ,leser hat schon manche ,seufzer entlockt1 denn ihr ist viel schon zum ,opfer gefallen4 - ,ob es guten ,musikern nicht hnlich ergeht8 #aii4 ,das ,unvollstndige als knstlerisches ,reizmittel4 - ,das ,unvollstndige ist oft wirksamer als die ,vollstndigkeit1 so namentlich in der ,lobrede3 fr ihre ,zwecke braucht man gerade eine anreizende ,unvollstndigkeit1 als ein irrationales ,element1 welches der ,phantasie des ,hrers ein ,meer vorspiegelt und gleich einem ,nebel die gegenberliegende ,kste1 also die ,begrnztheit des zu lobenden ,gegenstandes1 verdeckt4 ,wenn man die bekannten ,verdienste eines ,menschen erwhnt und dabei ausfhrlich und breit ist1 so lsst diess immer den ,argwohn aufkommen1 es seien die einzigen ,verdienste4 ,der vollstndig ,lobende stellt sich ber den ,gelobten1 er scheint ihn zu bersehen4 ,desshalb wirkt das ,vollstndige abschwchend4 #bjj4 ,vorsicht im ,schreiben und ,lehren4 - ,wer erst geschrieben hat und die ,leidenschaft des ,schreibens in sich fhlt1 lernt fast aus ,allem1 was er treibt und erlebt1 nur ,das noch heraus1 was schriftstellerisch mittheilbar ist4 ,er denkt nicht mehr an sich1 sondern an den ,schriftsteller und sein ,publicum2 er will die ,einsicht1 aber nicht zum eigenen ,gebrauche4 ,wer ,lehrer ist1 ist meistens unfhig1 etwas ,eigenes noch fr sein eigenes ,wohl zu treiben1 er denkt immer an das ,wohl seiner ,schler und jede ,erkenntniss erfreut ihn nur1 so weit er sie lehren kann4 ,er betrachtet sich zuletzt als einen ,durchweg des ,wissens und berhaupt als ,mittel1 so dass er den ,ernst fr sich verloren hat4 #bja4 ,schlechte ,schriftsteller nothwendig4 - ,es wird immer schlechte ,schriftsteller geben mssen1 denn sie entsprechen dem ,geschmack der unentwickelten1 unreifen ,altersclassen2 diese haben so gut ihr ,bedrfniss wie die reifern4 ,wre das menschliche ,leben lnger1 so wrde die ,zahl der reif gewordenen ,individuen berwiegend oder mindestens gleich gross mit der der unreifen ausfallen2 so aber sterben bei ,weitem die meisten zu jung1 das heisst es giebt immer viel mehr unentwickelte ,intellecte mit schlechtem ,geschmack4 ,diese begehren berdiess1 mit der grsseren ,heftigkeit der ,jugend1 nach ,befriedigung ihres ,bedrfnisses1 und sie erzwingen sich schlechte ,autoren4 #bjb4 ,zu nah und zu fern4 - ,der ,leser und der ,autor verstehen sich hufig desshalb nicht1 weil der ,autor sein ,thema zu gut kennt und es beinahe langweilig findet1 so dass er sich die ,beispiele erlsst1 die er zu ,hunderten weiss2 der ,leser aber ist der ,sache fremd und findet sie leicht schlecht begrndet1 wenn ihm die ,beispiele vorenthalten werden4 #bjc4 ,eine verschwundene ,vorbereitung zur ,kunst4 - ,an ,allem1 was das ,gymnasium trieb1 war das ,werthvollste die ,uebung im lateinischen ,stil3 diese war eben eine ,kunstbung1 whrend alle anderen ,beschftigungen nur das ,wissen zum ,zweck hatten4 ,den deutschen ,aufsatz voranzustellen1 ist ,barbarei1 denn wir haben keinen mustergltigen1 an ffentlicher ,beredtsamkeit emporgewachsenen deutschen ,stil2 will man aber durch den deutschen ,aufsatz die ,uebung im ,denken frdern1 so ist es gewiss besser1 wenn man einstweilen von ,stil dabei berhaupt absieht1 also zwischen der ,uebung im ,denken und der im ,darstellen scheidet4 ,letztere sollte sich auf mannichfache ,fassung eines gegebenen ,inhaltes beziehen und nicht auf selbstndiges ,erfinden eines ,inhaltes4 ,die blose ,darstellung bei gegebenem ,inhalte war die ,aufgabe des lateinischen ,stils1 fr welchen die alten ,lehrer eine lngst verloren gegangene ,feinheit des ,gehrs besassen4 ,wer ehemals gut in einer modernen ,sprache schreiben lernte1 verdankte es dieser ,uebung 7jetzt muss man sich nothgedrungen zu den lteren ,franzosen in die ,schule schicken72 aber noch mehr3 er bekam einen ,begriff von der ,hoheit und ,schwierigkeit der ,form und wurde fr die ,kunst berhaupt auf dem einzig richtigen ,wege vorbereitet1 durch ,praxis4 #bjd4 ,dunkles und ,ueberhelles neben einander4 - ,schriftsteller1 welche im ,allgemeinen ihren ,gedanken keine ,deutlichkeit zu geben verstehen1 werden im ,einzelnen mit ,vorliebe die strksten1 bertriebensten ,bezeichnungen und ,superlative whlen3 dadurch entsteht eine ,lichtwirkung1 wie bei ,fackelbeleuchtung auf verworrenen ,waldwegen4 #bje4 ,schriftstellerisches ,malerthum4 - ,einen bedeutenden ,gegenstand wird man am besten darstellen1 wenn man die ,farben zum ,gemlde aus dem ,gegenstande selber1 wie ein ,chemiker1 nimmt und sie dann wie ein ,artist verbraucht3 so dass man die ,zeichnung aus den ,grnzen und ,uebergngen der ,farben erwachsen lsst4 ,so bekommt das ,gemlde ,etwas von dem hinreissenden ,naturelement1 welches den ,gegenstand selber bedeutend macht4 #bjf4 ,bcher1 welche tanzen lehren4 - ,es giebt ,schriftsteller1 welche dadurch1 dass sie ,unmgliches als mglich darstellen und vom ,sittlichen und ,genialen so reden1 als ob beides nur eine ,laune1 ein ,belieben sei1 ein ,gefhl von bermthiger ,freiheit hervorbringen1 wie wenn der ,mensch sich auf die ,fussspitzen stellte und vor innerer ,lust durchaus tanzen msste4 #bjg4 ,nicht fertig gewordene ,gedanken4 - ,ebenso wie nicht nur das ,mannesalter1 sondern auch ,jugend und ,kindheit einen ,werth an sich haben und gar nicht nur als ,durchgnge und ,brcken zu schtzen sind1 so haben auch die nicht fertig gewordenen ,gedanken ihren ,werth4 ,man muss desshalb einen ,dichter nicht mit subtiler ,auslegung qulen und sich an der ,unsicherheit seines ,horizontes vergngen1 wie als ob der ,weg zu mehreren ,gedanken noch offen sei4 ,man steht an der ,schwelle2 man wartet wie bei der ,ausgrabung eines ,schatzes3 es ist1 als ob ein ,glcksfund von ,tiefsinn eben gemacht werden sollte4 ,der ,dichter nimmt ,etwas von der ,lust des ,denkers beim ,finden eines ,hauptgedankens vorweg und macht uns damit begehrlich1 so dass wir nach diesem haschen2 der aber gaukelt an unserm ,kopf vorber und zeigt die schnsten ,schmetterlingsflgel - und doch entschlpft er uns4 #bjh4 ,das ,buch fast zum ,menschen geworden4 - ,jeden ,schriftsteller berrascht es von ,neuem1 wie das ,buch1 sobald es sich von ihm gelst hat1 ein eigenes ,leben fr sich weiterlebt2 es ist ihm zu ,muthe1 als wre der eine ,theil eines ,insectes losgetrennt und gienge nun seinen eigenen ,weg weiter4 ,vielleicht vergisst er es fast ganz1 vielleicht erhebt er sich ber die darin niedergelegten ,ansichten1 vielleicht selbst versteht er es nicht mehr und hat jene ,schwingen verloren1 auf denen er damals flog1 als er jenes ,buch aussann3 whrenddem sucht es sich seine ,leser1 entzndet ,leben1 beglckt1 erschreckt1 erzeugt neue ,werke1 wird die ,seele von ,vorstzen und ,handlungen - kurz3 es lebt wie ein mit ,geist und ,seele ausgestattetes ,wesen und ist doch kein ,mensch4 - ,das glcklichste ,loos hat der ,autor gezogen1 welcher1 als alter ,mann1 sagen kann1 dass ,alles1 was von lebenzeugenden1 krftigenden1 erhebenden1 aufklrenden ,gedanken und ,gefhlen in ihm war1 in seinen ,schriften noch fortlebe und dass er selber nur noch die graue ,asche bedeute1 whrend das ,feuer berall hin gerettet und weiter getragen sei4 - ,erwgt man nun gar1 dass jede ,handlung eines ,menschen1 nicht nur ein ,buch1 auf irgend eine ,art ,anlass zu anderen ,handlungen1 ,entschlssen1 ,gedanken wird1 dass ,alles1 was geschieht1 unlsbar fest sich mit ,allem1 was geschehen wird1 verknotet1 so erkennt man die wirkliche ,unsterblichkeit1 die es giebt1 die der ,bewegung3 was einmal bewegt hat1 ist in dem ,gesammtverbande alles ,seienden1 wie in einem ,bernstein ein ,insect1 eingeschlossen und verewigt4 #bji4 ,freude im ,alter4 - ,der ,denker und ebenso der ,knstler1 welcher sein besseres ,selbst in ,werke geflchtet hat1 empfindet eine fast boshafte ,freude1 wenn er sieht1 wie sein ,leib und ,geist langsam von der ,zeit angebrochen und zerstrt werden1 als ob er aus einem ,winkel einen ,dieb an seinem ,geldschranke arbeiten she1 whrend er weiss1 dass dieser leer ist und alle ,schtze gerettet sind4 #baj4 ,ruhige ,fruchtbarkeit4 - ,die geborenen ,aristokraten des ,geistes sind nicht zu eifrig2 ihre ,schpfungen erscheinen und fallen an einem ruhigen ,herbstabend vom ,baume1 ohne hastig begehrt1 gefrdert1 durch ,neues verdrngt zu werden4 ,das unablssige ,schaffenwollen ist gemein und zeigt ,eifersucht1 ,neid1 ,ehrgeiz an4 ,wenn man ,etwas ist1 so braucht man eigentlich ,nichts zu machen1 - und thut doch sehr viel4 ,es giebt ber dem productiven ,menschen noch eine hhere ,gattung4 #baa4 ,achilles und ,homer4 - ,es ist immer wie zwischen ,achilles und ,homer3 der ,eine hat das ,erlebniss1 die ,empfindung1 der ,andere beschreibt sie4 ,ein wirklicher ,schriftsteller giebt dem ,affect und der ,erfahrung ,anderer nur ,worte1 er ist ,knstler1 um aus dem ,wenigen1 was er empfunden hat1 viel zu errathen4 ,knstler sind keineswegs die ,menschen der grossen ,leidenschaft1 aber hufig geben sie sich als solche in der unbewussten ,empfindung1 dass man ihrer gemalten ,leidenschaft mehr traut1 wenn ihr eigenes ,leben fr ihre ,erfahrung auf diesem ,gebiete spricht4 ,man braucht sich ja nur gehen zu lassen1 sich nicht zu beherrschen1 seinem ,zorn1 seiner ,begierde offenen ,spielraum zu gnnen1 sofort schreit alle ,welt3 wie leidenschaftlich ist er6 ,aber mit der tiefwhlenden1 das ,individuum anzehrenden und oft verschlingenden ,leidenschaft hat es ,etwas auf sich3 wer sie erlebt1 beschreibt sie gewiss nicht in ,dramen1 ,tnen oder ,romanen4 ,knstler sind hufig zgellose ,individuen1 soweit sie eben nicht ,knstler sind3 aber das ist etwas ,anderes4 #bab4 ,alte ,zweifel ber die ,wirkung der ,kunst4 - ,sollten ,mitleid und ,furcht wirklich1 wie ,aristoteles will1 durch die ,tragdie entladen werden1 so dass der ,zuhrer klter und ruhiger nach ,hause zurckkehre8 ,sollten ,geistergeschichten weniger furchtsam und aberglubisch machen8 ,es ist bei einigen physischen ,vorgngen1 zum ,beispiel bei dem ,liebesgenuss1 wahr1 dass mit der ,befriedigung eines ,bedrfnisses eine ,linderung und zeitweilige ,herabstimmung des ,triebes eintritt4 ,aber die ,furcht und das ,mitleid sind nicht in diesem ,sinne ,bedrfnisse bestimmter ,organe1 welche erleichtert werden wollen4 ,und auf die ,dauer wird selbst jeder ,trieb durch ,uebung in seiner ,befriedigung gestrkt1 trotz jener periodischen ,linderungen4 ,es wre mglich1 dass ,mitleid und ,furcht in jedem einzelnen ,falle durch die ,tragdie gemildert und entladen wrden3 trotzdem knnten sie im ,ganzen durch die tragische ,einwirkung berhaupt grsser werden1 und ,plato behielte doch ,recht1 wenn er meint1 dass man durch die ,tragdie insgesammt ngstlicher und rhrseliger werde4 ,der tragische ,dichter selbst wrde dann nothwendig eine dstere1 furchtvolle ,weltbetrachtung und eine weiche1 reizbare1 thrnenschtige ,seele bekommen1 desgleichen wrde es zu ,plato's ,meinung stimmen1 wenn die tragischen ,dichter und ebenso die ganzen ,stadtgemeinden1 welche sich besonders an ihnen ergtzen1 zu immer grsserer ,maass- und ,zgellosigkeit ausarten4 - ,aber welches ,recht hat unsere ,zeit berhaupt1 auf die grosse ,frage ,plato's nach dem moralischen ,einfluss der ,kunst eine ,antwort zu geben8 ,htten wir selbst die ,kunst1 - wo haben wir den ,einfluss1 irgend einen ,einfluss der ,kunst8 #bac4 ,freude am ,unsinn4 - ,wie kann der ,mensch ,freude am ,unsinn haben8 ,so weit nmlich auf der ,welt gelacht wird1 ist diess der ,fall2 ja man kann sagen1 fast berall wo es ,glck giebt1 giebt es ,freude am ,unsinn4 ,das ,umwerfen der ,erfahrung in's ,gegentheil1 des ,zweckmssigen in's ,zwecklose1 des ,nothwendigen in's ,beliebige1 doch so1 dass dieser ,vorgang keinen ,schaden macht und nur einmal aus ,uebermuth vorgestellt wird1 ergtzt1 denn es befreit uns momentan von dem ,zwange des ,nothwendigen1 ,zweckmssigen und ,erfahrungsgemssen1 in denen wir fr gewhnlich unsere unerbittlichen ,herren sehen2 wir spielen und lachen dann1 wenn das ,erwartete 7das gewhnlich bange macht und spannt7 sich1 ohne zu schdigen1 entladet4 ,es ist die ,freude der ,sclaven am ,saturnalienfeste4 #bad4 ,veredelung der ,wirklichkeit4 - ,dadurch1 dass die ,menschen in dem aphrodisischen ,triebe eine ,gottheit sahen und ihn mit anbetender ,dankbarkeit in sich wirkend fhlten1 ist im ,verlaufe der ,zeit jener ,affect mit hheren ,vorstellungsreihen durchzogen und dadurch thatschlich sehr veredelt worden4 ,so haben sich einige ,vlker1 vermge dieser ,kunst des ,idealisirens1 aus ,krankheiten grosse ,hlfsmchte der ,cultur geschaffen3 zum ,beispiel die ,griechen1 welche in frheren ,jahrhunderten an grossen ,nerven-,epidemien 7in der ,art der ,epilepsie und des ,veitstanzes7 litten und daraus den herrlichen ,typus der ,bacchantin herausgebildet haben4 - ,die ,griechen besassen nmlich ,nichts weniger1 als eine vierschrtige ,gesundheit2 - ihr ,geheimniss war1 auch die ,krankheit1 wenn sie nur ,macht hatte1 als ,gott zu verehren4 #bae4 ,musik4 - ,die ,musik ist nicht an und fr sich so bedeutungsvoll fr unser ,inneres1 so tief erregend1 dass sie als unmittelbare ,sprache des ,gefhls gelten drfte2 sondern ihre uralte ,verbindung mit der ,poesie hat so viel ,symbolik in die rhythmische ,bewegung1 in ,strke und ,schwche des ,tones gelegt1 dass wir jetzt whnen1 sie sprche direct zu in ,inneren und kme aus dem ,inneren4 ,die dramatische ,musik ist erst mglich1 wenn sich die ,tonkunst ein ungeheures ,bereich symbolischer ,mittel erobert hat1 durch ,lied1 ,oper und hundertfltige ,versuche der ,tonmalerei4 ,die absolute ,musik ist entweder ,form an sich1 im rohen ,zustand der ,musik1 wo das ,erklingen in ,zeitmaass und verschiedener ,strke berhaupt ,freude macht1 oder die ohne ,poesie schon zum ,verstndniss redende ,symbolik der ,formen1 nachdem in langer ,entwickelung beide ,knste verbunden waren und endlich die musicalische ,form ganz mit ,begriffs- und ,gefhlsfden durchsponnen ist4 ,menschen1 welche in der ,entwickelung der ,musik zurckgeblieben sind1 knnen das selbe ,tonstck rein formalistisch empfinden1 wo die ,fortgeschrittenen ,alles symbolisch verstehen4 ,an sich ist keine ,musik tief und bedeutungsvoll1 sie spricht nicht vom ,willen1 vom ,dinge an sich2 das konnte der ,intellect erst in einem ,zeitalter whnen1 welches den ganzen ,umfang des inneren ,lebens fr die musicalische ,symbolik erobert hatte4 ,der ,intellect selber hat diese ,bedeutsamkeit erst in den ,klang hineingelegt1 wie er in die ,verhltnisse von ,linien und ,massen bei der ,architektur ebenfalls ,bedeutsamkeit gelegt hat1 welche aber an sich den mechanischen ,gesetzen ganz fremd ist4 #baf4 ,gebrde und ,sprache4 - ,aelter als die ,sprache ist das ,nachmachen von ,gebrden1 welches unwillkrlich vor sich geht und jetzt noch1 bei einer allgemeinen ,zurckdrngung der ,gebrdensprache und gebildeten ,beherrschung der ,muskeln1 so stark ist1 dass wir ein bewegtes ,gesicht nicht ohne ,innervation unseres ,gesichts ansehen knnen 7man kann beobachten1 dass fingirtes ,ghnen bei ,einem1 der es sieht1 natrliches ,ghnen hervorruft74 ,die nachgeahmte ,gebrde leitete ,den1 der nachahmte1 zu der ,empfindung zurck1 welche sie im ,gesicht oder ,krper des ,nachgeahmten ausdrckte4 ,so lernte man sich verstehen3 so lernt noch das ,kind die ,mutter verstehen4 ,im ,allgemeinen mgen schmerzhafte ,empfindungen wohl auch durch ,gebrden ausgedrckt worden sein1 welche ,schmerz ihrerseits verursachen 7zum ,beispiel durch ,haar ausraufen1 die-,brust-schlagen1 gewaltsame ,verzerrungen und ,anspannungen der ,gesichtsmuskeln74 ,umgekehrt3 ,gebrden der ,lust waren selber lustvoll und eigneten sich dadurch leicht zum ,mittheilen des ,verstndnisses 7,lachen als ,aeusserung des ,gekitzeltwerdens1 welches lustvoll ist1 diente wiederum zum ,ausdruck anderer lustvoller ,empfindungen74 - ,sobald man sich in ,gebrden verstand1 konnte wiederum eine ,symbolik der ,gebrde entstehen3 ich meine1 man konnte ber eine ,tonzeichensprache sich verstndigen1 so zwar1 dass man zuerst ,ton und ,gebrde 7zu der er symbolisch hinzutrat71 spter nur den ,ton hervorbrachte4 - ,es scheint sich da in frher ,zeit das ,selbe oftmals ereignet zu haben1 was jetzt vor unseren ,augen und ,ohren in der ,entwickelung der ,musik1 namentlich der dramatischen ,musik1 vor sich geht3 whrend zuerst die ,musik1 ohne erklrenden ,tanz und ,mimus 7,gebrdensprache71 leeres ,gerusch ist1 wird durch lange ,gewhnung an jenes ,nebeneinander von ,musik und ,bewegung das ,ohr zur sofortigen ,ausdeutung der ,tonfiguren eingeschult und kommt endlich auf eine ,hhe des schnellen ,verstndnisses1 wo es der sichtbaren ,bewegung gar nicht mehr bedarf und den ,tondichter ohne dieselbe versteht4 ,man redet dann von absoluter ,musik1 das heisst von ,musik1 in der ,alles ohne weitere ,beihlfe sofort symbolisch verstanden wird4 #bag4 ,die ,entsinnlichung der hheren ,kunst4 - ,unsere ,ohren sind1 vermge der ausserordentlichen ,uebung des ,intellects durch die ,kunstentwickelung der neuen ,musik1 immer intellectualer geworden4 ,desshalb ertragen wir jetzt viel grssere ,tonstrke1 viel mehr ,lrm1 weil wir viel besser eingebt sind1 auf die ,vernunft in ihm hin zu horchen1 als unsere ,vorfahren4 ,thatschlich sind nun alle unsere ,sinne eben dadurch1 dass sie sogleich nach der ,vernunft1 also nach dem es bedeutet und nicht mehr nach dem es ist fragen1 etwas abgestumpft worden3 wie sich eine solche ,abstumpfung zum ,beispiel in der unbedingten ,herrschaft der ,temperatur der ,tne verrth2 denn jetzt gehren ,ohren1 welche die feineren ,unterscheidungen1 zum ,beispiel zwischen cis und des1 noch machen1 zu den ,ausnahmen4 ,in dieser ,hinsicht ist unser ,ohr vergrbert worden4 ,sodann ist die hssliche1 den ,sinnen ursprnglich feindselige ,seite der ,welt fr die ,musik erobert worden2 ihr ,machtbereich1 namentlich zum ,ausdruck des ,erhabenen1 ,furchtbaren1 ,geheimnissvollen1 hat sich damit erstaunlich erweitert2 unsere ,musik bringt jetzt ,dinge zum ,reden1 welche frher keine ,zunge hatten4 ,in hnlicher ,weise haben einige ,maler das ,auge intellectualer gemacht und sind weit ber ,das hinausgegangen1 was man frher ,farben- und ,formenfreude nannte4 ,auch hier ist die ursprnglich als hsslich geltende ,seite der ,welt vom knstlerischen ,verstande erobert worden4 - ,was ist von alledem die ,consequenz8 je gedankenfhiger ,auge und ,ohr werden1 um so mehr kommen sie an die ,grnze1 wo sie unsinnlich werden3 die ,freude wird in's ,gehirn verlegt1 die ,sinnesorgane selbst werden stumpf und schwach1 das ,symbolische tritt immer mehr an ,stelle des ,seienden1 - und so gelangen wir auf diesem ,wege so sicher zur ,barbarei1 wie auf irgend einem anderen4 ,einstweilen heisst es noch3 die ,welt ist hsslicher als je1 aber sie bedeutet eine schnere ,welt als je gewesen4 ,aber je mehr der ,ambraduft der ,bedeutung sich zerstreut und verflchtigt1 um so seltener werden ,die1 welche ihn noch wahrnehmen3 und die ,uebrigen bleiben endlich bei dem ,hsslichen stehen und suchen es direct zu geniessen1 was ihnen aber immer misslingen muss4 ,so giebt es in ,deutschland eine doppelte ,strmung der musicalischen ,entwickelung3 hier eine ,schaar von ,zehntausend mit immer hheren1 zarteren ,ansprchen und immer mehr nach dem es bedeutet hinhrend1 und dort die ungeheuere ,ueberzahl1 welche alljhrlich immer unfhiger wird1 das ,bedeutende auch in der ,form der sinnlichen ,hsslichkeit zu verstehen und desshalb nach dem an sich ,hsslichen und ,ekelhaften1 das heisst dem niedrig ,sinnlichen1 in der ,musik mit immer mehr ,behagen greifen lernt4 #bah4 ,der ,stein ist mehr ,stein als frher4 - ,wir verstehen im ,allgemeinen ,architektur nicht mehr1 wenigstens lange nicht in der ,weise1 wie wir ,musik verstehen4 ,wir sind aus der ,symbolik der ,linien und ,figuren herausgewachsen1 wie wir der ,klangwirkungen der ,rhetorik entwhnt sind1 und haben diese ,art von ,muttermilch der ,bildung nicht mehr vom ersten ,augenblick unseres ,lebens an eingesogen4 ,an einem griechischen oder christlichen ,gebude bedeutete ursprnglich ,alles ,etwas1 und zwar in ,hinsicht auf eine hhere ,ordnung der ,dinge3 diese ,stimmung einer unausschpflichen ,bedeutsamkeit lag um das ,gebude gleich einem zauberhaften ,schleier4 ,schnheit kam nur nebenbei in das ,system hinein1 ohne die ,grundempfindung des ,unheimlich-,erhabenen1 des durch ,gtternhe und ,magie ,geweihten1 wesentlich zu beeintrchtigen2 ,schnheit milderte hchstens das ,grauen1 - aber dieses ,grauen war berall die ,voraussetzung4 - ,was ist uns jetzt die ,schnheit eines ,gebudes8 ,das ,selbe wie das schne ,gesicht einer geistlosen ,frau3 etwas ,maskenhaftes4 #bai4 ,religise ,herkunft der neueren ,musik4 - ,die seelenvolle ,musik entsteht in dem wiederhergestellten ,katholicismus nach dem tridentinischen ,concil1 durch ,palestrina1 welcher dem neu erwachten innigen und tief bewegten ,geiste zum ,klange verhalf2 spter1 mit ,bach1 auch im ,protestantismus1 soweit dieser durch die ,pietisten vertieft und von seinem ursprnglich dogmatischen ,grundcharakter losgebunden worden war4 ,voraussetzung und nothwendige ,vorstufe fr beide ,entstehungen ist die ,befassung mit ,musik1 wie sie dem ,zeitalter der ,renaissance und ,vor-,renaissance zu eigen war1 namentlich jene gelehrte ,beschftigung mit ,musik1 jene im ,grunde wissenschaftliche ,lust an den ,kunststcken der ,harmonik und ,stimmfhrung4 ,andererseits musste auch die ,oper vorhergegangen sein3 in welcher der ,laie seinen ,protest gegen eine zu gelehrt gewordene kalte ,musik zu erkennen gab und der ,polyhymnia wieder eine ,seele schenken wollte4 - ,ohne jene tief religise ,umstimmung1 ohne das ,ausklingen des innerlichst-erregten ,gemthes wre die ,musik gelehrt oder opernhaft geblieben2 der ,geist der ,gegenreformation ist der ,geist der modernen ,musik 7denn jener ,pietismus in ,bach's ,musik ist auch eine ,art ,gegenreformation74 ,so tief sind wir dem religisen ,leben verschuldet4 - ,die ,musik war die ,gegenrenaissance im ,gebiete der ,kunst1 zu ihr gehrt die sptere ,malerei des ,murillo1 zu ihr vielleicht auch der ,barockstil3 mehr jedenfalls als die ,architektur der ,renaissance oder des ,alterthums4 ,und noch jetzt drfte man fragen3 wenn unsere neuere ,musik die ,steine bewegen knnte1 wrde sie diese zu einer antiken ,architektur zusammensetzen8 ,ich zweifle sehr4 ,denn ,das1 was in dieser ,musik regiert1 der ,affect1 die ,lust an erhhten1 weit gespannten ,stimmungen1 das ,lebendig-werden-wollen um jeden ,preis1 der rasche ,wechsel der ,empfindung1 die starke ,reliefwirkung in ,licht und ,schatten1 die ,nebeneinanderstellung der ,ekstase und des ,naiven1 - das hat ,alles schon einmal in den bildenden ,knsten regiert und neue ,stilgesetze geschaffen3 - es war aber weder im ,alterthum noch in der ,zeit der ,renaissance4 #bbj4 ,das ,jenseits in der ,kunst4 - ,nicht ohne tiefen ,schmerz gesteht man sich ein1 dass die ,knstler aller ,zeiten in ihrem hchsten ,aufschwunge gerade jene ,vorstellungen zu einer himmlischen ,verklrung hinaufgetragen haben1 welche wir jetzt als falsch erkennen3 sie sind die ,verherrlicher der religisen und philosophischen ,irrthmer der ,menschheit1 und sie htten diess nicht sein knnen ohne den ,glauben an die absolute ,wahrheit derselben4 ,nimmt nun der ,glaube an eine solche ,wahrheit berhaupt ab1 verblassen die ,regenbogenfarben um die ussersten ,enden des menschlichen ,erkennens und ,whnens3 so kann jene ,gattung von ,kunst nie wieder aufblhen1 welche1 wie die divina commedia1 die ,bilder ,rafael's1 die ,fresken ,michelangelo's1 die gothischen ,mnster1 nicht nur eine kosmische1 sondern auch eine metaphysische ,bedeutung der ,kunstobjecte voraussetzt4 ,es wird eine rhrende ,sage daraus werden1 dass es eine solche ,kunst1 einen solchen ,knstlerglauben gegeben habe4 #bba4 ,die ,revolution in der ,poesie4 - ,der strenge ,zwang1 welchen sich die franzsischen ,dramatiker auferlegten1 in ,hinsicht auf ,einheit der ,handlung1 des ,ortes und der ,zeit1 auf ,stil1 ,vers- und ,satzbau1 ,auswahl der ,worte und ,gedanken1 war eine so wichtige ,schule1 wie die des ,contrapuncts und der ,fuge in der ,entwickelung der modernen ,musik oder wie die ,gorgianischen ,figuren in der griechischen ,beredtsamkeit4 ,sich so zu binden1 kann absurd erscheinen2 trotzdem giebt es kein anderes ,mittel1 um aus dem ,naturalisiren herauszukommen1 als sich zuerst auf das allerstrkste 7vielleicht allerwillkrlichste7 zu beschrnken4 ,man lernt so allmhlich mit ,grazie selbst auf den schmalen ,stegen schreiten1 welche schwindelnde ,abgrnde berbrcken1 und bringt die hchste ,geschmeidigkeit der ,bewegung als ,ausbeute mit heim3 wie die ,geschichte der ,musik vor den ,augen aller ,jetztlebenden beweist4 ,hier sieht man1 wie ,schritt vor ,schritt die ,fesseln lockerer werden1 bis sie endlich ganz abgeworfen scheinen knnen3 dieser ,schein ist das hchste ,ergebniss einer nothwendigen ,entwickelung in der ,kunst4 ,in der modernen ,dichtkunst gab es keine so glckliche allmhliche ,herauswickelung aus den selbstgelegten ,fesseln4 ,lessing machte die franzsische ,form1 das heisst die einzige moderne ,kunstform1 zum ,gesptt in ,deutschland und verwies auf ,shakespeare1 und so verlor man die ,stetigkeit jener ,entfesselung und machte einen ,sprung in den ,naturalismus - das heisst in die ,anfnge der ,kunst zurck4 ,aus ihm versuchte sich ,goethe zu retten1 indem er sich immer von ,neuem wieder auf verschiedene ,art zu binden wusste2 aber auch der ,begabteste bringt es nur zu einem fortwhrenden ,experimentiren1 wenn der ,faden der ,entwickelung einmal abgerissen ist4 ,schiller verdankt die ungefhre ,sicherheit seiner ,form dem unwillkrlich verehrten1 wenn auch verleugneten ,vorbilde der franzsischen ,tragdie und hielt sich ziemlich unabhngig von ,lessing 7dessen dramatische ,versuche er bekanntlich ablehnte74 ,den ,franzosen selber fehlten nach ,voltaire auf einmal die grossen ,talente1 welche die ,entwickelung der ,tragdie aus dem ,zwange zu jenem ,scheine der ,freiheit fortgefhrt htten2 sie machten spter nach deutschem ,vorbilde auch den ,sprung in eine ,art von ,rousseau'schem ,naturzustand der ,kunst und experimentirten4 ,man lese nur von ,zeit zu ,zeit ,voltaire's ,mahomet1 um sich klar vor die ,seele zu stellen1 was durch jenen ,abbruch der ,tradition ein fr alle ,mal der europischen ,cultur verloren gegangen ist4 ,voltaire war der letzte der grossen ,dramatiker1 welcher seine vielgestaltige1 auch den grssten tragischen ,gewitterstrmen gewachsene ,seele durch griechisches ,maass bndigte1 - er vermochte ,das1 was noch kein ,deutscher vermochte1 weil die ,natur des ,franzosen der griechischen viel verwandter ist1 als die ,natur des ,deutschen -2 wie er auch der letzte grosse ,schriftsteller war1 der in der ,behandlung der ,prosa-,rede griechisches ,ohr1 griechische ,knstler-,gewissenhaftigkeit1 griechische ,schlichtheit und ,anmuth hatte2 ja wie er einer der letzten ,menschen gewesen ist1 welche die hchste ,freiheit des ,geistes und eine schlechterdings unrevolutionre ,gesinnung in sich vereinigen knnen1 ohne inconsequent und feige zu sein4 ,seitdem ist der moderne ,geist mit seiner ,unruhe1 seinem ,hass gegen ,maass und ,schranke1 auf allen ,gebieten zur ,herrschaft gekommen1 zuerst entzgelt durch das ,fieber der ,revolution und dann wieder sich ,zgel anlegend1 wenn ihn ,angst und ,grauen vor sich selber anwandelte1 - aber die ,zgel der ,logik1 nicht mehr des knstlerischen ,maasses4 ,zwar geniessen wir durch jene ,entfesselung eine ,zeit lang die ,poesien aller ,vlker1 alles an verborgenen ,stellen ,aufgewachsene1 ,urwchsige1 ,wildblhende1 ,wunderlich-,schne und ,riesenhaft-,unregelmssige1 vom ,volksliede an bis zum grossen ,barbaren ,shakespeare hinauf2 wir schmecken die ,freuden der ,localfarbe und des ,zeitcostms1 die allen knstlerischen ,vlkern bisher fremd waren2 wir benutzen reichlich die barbarischen ,avantagen unserer ,zeit1 welche ,goethe gegen ,schiller geltend machte1 um die ,formlosigkeit seines ,faust in das gnstigste ,licht zu stellen4 ,aber auf wie lange noch8 ,die hereinbrechende ,fluth von ,poesien aller ,stile aller ,vlker muss ja allmhlich das ,erdreich hinwegschwemmen1 auf dem ein stilles verborgenes ,wachsthum noch mglich gewesen wre2 alle ,dichter mssen ja experimentirende ,nachahmer1 wagehalsige ,copisten werden1 mag ihre ,kraft von ,anbeginn noch so gross sein2 das ,publicum endlich1 welches verlernt hat1 in der ,bndigung der darstellenden ,kraft1 in der organisirenden ,bewltigung aller ,kunstmittel die eigentlich knstlerische ,that zu sehen1 muss immer mehr die ,kraft um der ,kraft willen1 die ,farbe um der ,farbe willen1 den ,gedanken um des ,gedankens willen1 ja die ,inspiration um der ,inspiration willen schtzen1 es wird demgemss die ,elemente und ,bedingungen des ,kunstwerks gar nicht1 wenn nicht isolirt1 geniessen und zu guterletzt die natrliche ,forderung stellen1 dass der ,knstler isolirt sie ihm auch darreichen msse4 ,ja1 man hat die unvernnftigen ,fesseln der franzsisch-griechischen ,kunst abgeworfen1 aber unvermerkt sich daran gewhnt1 alle ,fesseln1 alle ,beschrnkung unvernnftig zu finden2 - und so bewegt sich die ,kunst ihrer ,auflsung entgegen und streift dabei - was freilich hchst belehrend ist - alle ,phasen ihrer ,anfnge1 ihrer ,kindheit1 ihrer ,unvollkommenheit1 ihrer einstmaligen ,wagnisse und ,ausschreitungen3 sie interpretirt1 im ,zu-,grunde-gehen1 ihre ,entstehung1 ihr ,werden4 ,einer der ,grossen1 auf dessen ,instinct man sich wohl verlassen kann und dessen ,theorie ,nichts weiter1 als ein dreissig ,jahre ,mehr von ,praxis fehlte1 - ,lord ,byron hat einmal ausgesprochen3 ,was die ,poesie im ,allgemeinen anlangt1 so bin ich1 je mehr ich darber nachdenke1 immer fester der ,ueberzeugung1 dass wir allesammt auf dem falschen ,wege sind1 ,einer wie der ,andere4 ,wir folgen ,alle einem innerlich falschen revolutionren ,system1 - unsere oder die nchste ,generation wird noch zu der selben ,ueberzeugung gelangen4 ,es ist diess der selbe ,byron1 welcher sagt3 ,ich betrachte ,shakespeare als das schlechteste ,vorbild1 wenn auch als den ausserordentlichsten ,dichter4 ,und sagt im ,grunde ,goethe's gereifte knstlerische ,einsicht aus der zweiten ,hlfte seines ,lebens nicht genau das ,selbe8 - jene ,einsicht1 mit welcher er einen solchen ,vorsprung ber eine ,reihe von ,generationen gewann1 dass man im ,grossen und ,ganzen behaupten kann1 ,goethe habe noch gar nicht gewirkt und seine ,zeit werde erst kommen8 ,gerade weil seine ,natur ihn lange ,zeit in der ,bahn der poetischen ,revolution festhielt1 gerade weil er am grndlichsten auskostete1 was ,alles indirect durch jenen ,abbruch der ,tradition an neuen ,funden1 ,aussichten1 ,hlfsmitteln entdeckt und gleichsam unter den ,ruinen der ,kunst ausgegraben worden war1 so wiegt seine sptere ,umwandelung und ,bekehrung so viel3 sie bedeutet1 dass er das tiefste ,verlangen empfand1 die ,tradition der ,kunst wieder zu gewinnen und den stehen gebliebenen ,trmmern und ,sulengngen des ,tempels mit der ,phantasie des ,auges wenigstens die alte ,vollkommenheit und ,ganzheit anzudichten1 wenn die ,kraft des ,armes sich viel zu schwach erweisen sollte1 zu bauen1 wo so ungeheure ,gewalten schon zum ,zerstren nthig waren4 ,so lebte er in der ,kunst als in der ,erinnerung an die wahre ,kunst3 sein ,dichten war zum ,hlfsmittel der ,erinnerung1 des ,verstndnisses alter1 lngst entrckter ,kunstzeiten geworden4 ,seine ,forderungen waren zwar in ,hinsicht auf die ,kraft des neuen ,zeitalters unerfllbar2 der ,schmerz darber wurde aber reichlich durch die ,freude aufgewogen1 dass sie einmal erfllt gewesen sind und dass auch wir noch an dieser ,erfllung theilnehmen knnen4 ,nicht ,individuen1 sondern mehr oder weniger idealische ,masken2 keine ,wirklichkeit1 sondern eine allegorische ,allgemeinheit2 ,zeitcharaktere1 ,localfarben zum fast ,unsichtbaren abgedmpft und mythisch gemacht2 das gegenwrtige ,empfinden und die ,probleme der gegenwrtigen ,gesellschaft auf die einfachsten ,formen zusammengedrngt1 ihrer reizenden1 spannenden1 pathologischen ,eigenschaften entkleidet1 in jedem andern als dem artistischen ,sinne wirkungslos gemacht2 keine neuen ,stoffe und ,charaktere1 sondern die alten1 lngst gewohnten in immerfort whrender ,neubeseelung und ,umbildung3 das ist die ,kunst1 so wie sie ,goethe spter verstand1 so wie sie die ,griechen1 ja auch die ,franzosen bten4 #bbb4 ,was von der ,kunst brig bleibt4 - ,es ist wahr1 bei gewissen metaphysischen ,voraussetzungen hat die ,kunst viel grsseren ,werth1 zum ,beispiel wenn der ,glaube gilt1 dass der ,charakter unvernderlich sei und das ,wesen der ,welt sich in allen ,charakteren und ,handlungen fortwhrend ausspreche3 da wird das ,werk des ,knstlers zum ,bild des ewig ,beharrenden1 whrend fr unsere ,auffassung der ,knstler seinem ,bilde immer nur ,gltigkeit fr eine ,zeit geben kann1 weil der ,mensch im ,ganzen geworden und wandelbar und selbst der einzelne ,mensch nichts ,festes und ,beharrendes ist4 - ,ebenso steht es bei einer andern metaphysischen ,voraussetzung3 gesetzt1 dass unsere sichtbare ,welt nur ,erscheinung wre1 wie es die ,metaphysiker annehmen1 so kme die ,kunst der wirklichen ,welt ziemlich nahe zu stehen3 denn zwischen der ,erscheinungswelt und der ,traumbild-,welt des ,knstlers gbe es dann gar zu viel ,aehnliches2 und die brigbleibende ,verschiedenheit stellte sogar die ,bedeutung der ,kunst hher1 als die ,bedeutung der ,natur1 weil die ,kunst das ,gleichfrmige1 die ,typen und ,vorbilder der ,natur darstellte4 - ,jene ,voraussetzungen sind aber falsch3 welche ,stellung bleibt nach dieser ,erkenntniss jetzt noch der ,kunst8 ,vor ,allem hat sie durch ,jahrtausende hindurch gelehrt1 mit ,interesse und ,lust auf das ,leben in jeder ,gestalt zu sehen und unsere ,empfindung so weit zu bringen1 dass wir endlich rufen3 wie es auch sei1 das ,leben1 es ist gut4 ,diese ,lehre der ,kunst1 ,lust am ,dasein zu haben und das ,menschenleben wie ein ,stck ,natur1 ohne zu heftige ,mitbewegung1 als ,gegenstand gesetzmssiger ,entwickelung anzusehen1 - diese ,lehre ist in uns hineingewachsen1 sie kommt jetzt als allgewaltiges ,bedrfniss des ,erkennens wieder an's ,licht4 ,man knnte die ,kunst aufgeben1 wrde damit aber nicht die von ihr gelernte ,fhigkeit einbssen3 ebenso wie man die ,religion aufgegeben hat1 nicht aber die durch sie erworbenen ,gemths-,steigerungen und ,erhebungen4 ,wie die bildende ,kunst und die ,musik der ,maassstab des durch die ,religion wirklich erworbenen und hinzugewonnenen ,gefhls-,reichthumes ist1 so wrde nach einem ,verschwinden der ,kunst die von ihr gepflanzte ,intensitt und ,vielartigkeit der ,lebensfreude immer noch ,befriedigung fordern4 ,der wissenschaftliche ,mensch ist die ,weiterentwickelung des knstlerischen4 #bbc4 ,abendrthe der ,kunst4 - ,wie man sich im ,alter der ,jugend erinnert und ,gedchtnissfeste feiert1 so steht bald die ,menschheit zur ,kunst im ,verhltniss einer rhrenden ,erinnerung an die ,freuden der ,jugend4 ,vielleicht dass niemals frher die ,kunst so tief und seelenvoll erfasst wurde1 wie jetzt1 wo die ,magie des ,todes dieselbe zu umspielen scheint4 ,man denke an jene griechische ,stadt in ,unteritalien1 welche an ,einem ,tage des ,jahres noch ihre griechischen ,feste feierte1 unter ,wehmuth und ,thrnen darber1 dass immer mehr die auslndische ,barbarei ber ihre mitgebrachten ,sitten triumphire2 niemals hat man wohl das ,hellenische so genossen1 nirgendswo diesen goldenen ,nektar mit solcher ,wollust geschlrft1 als unter diesen absterbenden ,hellenen4 ,den ,knstler wird man bald als ein herrliches ,ueberbleibsel ansehen und ihm1 wie einem wunderbaren ,fremden1 an dessen ,kraft und ,schnheit das ,glck frherer ,zeiten hieng1 ,ehren erweisen1 wie wir sie nicht leicht ,unseresgleichen gnnen4 ,das ,beste an uns ist vielleicht aus ,empfindungen frherer ,zeiten vererbt1 zu denen wir jetzt auf unmittelbarem ,wege kaum mehr kommen knnen2 die ,sonne ist schon hinuntergegangen1 aber der ,himmel unseres ,lebens glht und leuchtet noch von ihr her1 ob wir sie schon nicht mehr sehen4 ,fnftes ,hauptstck4 ,anzeichen hherer und niederer ,cultur4 #bbd4 ,veredelung durch ,entartung4 - ,aus der ,geschichte ist zu lernen1 dass der ,stamm eines ,volkes sich am besten erhlt1 in welchem die meisten ,menschen lebendigen ,gemeinsinn in ,folge der ,gleichheit ihrer gewohnten und undiscutirbaren ,grundstze1 also in ,folge ihres gemeinsamen ,glaubens haben4 ,hier erstarkt die gute1 tchtige ,sitte1 hier wird die ,unterordnung des ,individuums gelernt und dem ,charakter ,festigkeit schon als ,angebinde gegeben und nachher noch anerzogen4 ,die ,gefahr dieser starken1 auf gleichartige1 charaktervolle ,individuen gegrndeten ,gemeinwesen ist die allmhlich durch ,vererbung gesteigerte ,verdummung1 welche nun einmal aller ,stabilitt wie ihr ,schatten folgt4 ,es sind die ungebundneren1 viel unsichereren und moralisch schwcheren ,individuen1 an denen das geistige ,fortschreiten in solchen ,gemeinwesen hngt3 es sind die ,menschen1 welche ,neues und berhaupt ,vielerlei versuchen4 ,unzhlige dieser ,art gehen1 ihrer ,schwche wegen1 ohne sehr ersichtliche ,wirkung zu ,grunde2 aber im ,allgemeinen1 zumal wenn sie ,nachkommen haben1 lockern sie auf und bringen von ,zeit zu ,zeit dem stabilen ,elemente eines ,gemeinwesens eine ,wunde bei4 ,gerade an dieser wunden und schwach gewordenen ,stelle wird dem gesammten ,wesen etwas ,neues gleichsam inoculirt2 seine ,kraft im ,ganzen muss aber stark genug sein1 um dieses ,neue in sein ,blut aufzunehmen und sich zu assimiliren4 ,die abartenden ,naturen sind berall da von hchster ,bedeutung1 wo ein ,fortschritt erfolgen soll4 ,jedem ,fortschritt im ,grossen muss eine theilweise ,schwchung vorhergehen4 ,die strksten ,naturen halten den ,typus fest1 die schwcheren helfen ihn fortbilden4 - ,etwas ,aehnliches ergiebt sich fr den einzelnen ,menschen2 selten ist eine ,entartung1 eine ,verstmmelung1 selbst ein ,laster und berhaupt eine krperliche oder sittliche ,einbusse ohne einen ,vortheil auf einer anderen ,seite4 ,der krnkere ,mensch zum ,beispiel wird vielleicht1 inmitten eines kriegerischen und unruhigen ,stammes1 mehr ,veranlassung haben1 fr sich zu sein und dadurch ruhiger und weiser zu werden1 der ,einugige wird ,ein strkeres ,auge haben1 der ,blinde wird tiefer in's ,innere schauen und jedenfalls schrfer hren4 ,insofern scheint mir der berhmte ,kampf um's ,dasein nicht der einzige ,gesichtspunct zu sein1 aus dem das ,fortschreiten oder ,strkerwerden eines ,menschen1 einer ,rasse erklrt werden kann4 ,vielmehr muss zweierlei zusammen kommen3 einmal die ,mehrung der stabilen ,kraft durch ,bindung der ,geister in ,glauben und ,gemeingefhl2 sodann die ,mglichkeit1 zu hheren ,zielen zu gelangen1 dadurch dass entartende ,naturen und1 in ,folge derselben1 theilweise ,schwchungen und ,verwundungen der stabilen ,kraft vorkommen2 gerade die schwchere ,natur1 als die zartere und freiere1 macht alles ,fortschreiten berhaupt mglich4 ,ein ,volk1 das irgendwo anbrckelt und schwach wird1 aber im ,ganzen noch stark und gesund ist1 vermag die ,infection des ,neuen aufzunehmen und sich zum ,vortheil einzuverleiben4 ,bei dem einzelnen ,menschen lautet die ,aufgabe der ,erziehung so3 ihn so fest und sicher hinzustellen1 dass er als ,ganzes gar nicht mehr aus seiner ,bahn abgelenkt werden kann4 ,dann aber hat der ,erzieher ihm ,wunden beizubringen oder die ,wunden1 welche das ,schicksal ihm schlgt1 zu benutzen1 und wenn so der ,schmerz und das ,bedrfniss entstanden sind1 so kann auch in die verwundeten ,stellen etwas ,neues und ,edles inoculirt werden4 ,seine gesammte ,natur wird es in sich hineinnehmen und spter1 in ihren ,frchten1 die ,veredelung spren lassen4 - ,was den ,staat betrifft1 so sagt ,macchiavelli1 dass die ,form der ,regierungen von sehr geringer ,bedeutung ist1 obgleich halbgebildete ,leute anders denken4 ,das grosse ,ziel der ,staatskunst sollte ,dauer sein1 welche alles ,andere aufwiegt1 indem sie weit werthvoller ist1 als ,freiheit4 ,nur bei sicher begrndeter und verbrgter grsster ,dauer ist stetige ,entwickelung und veredelnde ,inoculation berhaupt mglich4 ,freilich wird gewhnlich die gefhrliche ,genossin aller ,dauer1 die ,autoritt1 sich dagegen wehren4 #bbe4 ,freigeist ein relativer ,begriff4 - ,man nennt ,den einen ,freigeist1 welcher anders denkt1 als man von ihm auf ,grund seiner ,herkunft1 ,umgebung1 seines ,standes und ,amtes oder auf ,grund der herrschenden ,zeitansichten erwartet4 ,er ist die ,ausnahme1 die gebundenen ,geister sind die ,regel2 diese werfen ihm vor1 dass seine freien ,grundstze ihren ,ursprung entweder in der ,sucht1 aufzufallen1 haben oder gar auf freie ,handlungen1 das heisst auf solche1 welche mit der gebundenen ,moral unvereinbar sind1 schliessen lassen4 ,bisweilen sagt man auch1 diese oder jene freien ,grundstze seien aus ,verschrobenheit und ,ueberspanntheit des ,kopfes herzuleiten2 doch spricht so nur die ,bosheit1 welche selber an ,das nicht glaubt1 was sie sagt1 aber damit schaden will3 denn das ,zeugniss fr die grssere ,gte und ,schrfe seines ,intellectes ist dem ,freigeist gewhnlich in's ,gesicht geschrieben1 so lesbar1 dass es die gebundenen ,geister gut genug verstehen4 ,aber die beiden andern ,ableitungen der ,freigeisterei sind redlich gemeint2 in der ,that entstehen auch viele ,freigeister auf die eine oder die andere ,art4 ,desshalb knnten aber die ,stze1 zu denen sie auf jenen ,wegen gelangten1 doch wahrer und zuverlssiger sein1 als die der gebundenen ,geister4 ,bei der ,erkenntniss der ,wahrheit kommt es darauf an1 dass man sie hat1 nicht darauf1 aus welchem ,antrieb man sie gesucht1 auf welchem ,wege man sie gefunden hat4 ,haben die ,freigeister ,recht1 so haben die gebundenen ,geister ,unrecht1 gleichgltig1 ob die ersteren aus ,unmoralitt zur ,wahrheit gekommen sind1 die anderen aus ,moralitt bisher an der ,unwahrheit festgehalten haben4 - ,uebrigens gehrt es nicht zum ,wesen des ,freigeistes1 dass er richtigere ,ansichten hat1 sondern vielmehr1 dass er sich von dem ,herkmmlichen gelst hat1 sei es mit ,glck oder mit einem ,misserfolg4 ,fr gewhnlich wird er aber doch die ,wahrheit oder mindestens den ,geist der ,wahrheitsforschung auf seiner ,seite haben3 er fordert ,grnde1 die ,anderen ,glauben4 #bbf4 ,herkunft des ,glaubens4 - ,der gebundene ,geist nimmt seine ,stellung nicht aus ,grnden ein1 sondern aus ,gewhnung2 er ist zum ,beispiel ,christ1 nicht weil er die ,einsicht in die verschiedenen ,religionen und die ,wahl zwischen ihnen gehabt htte2 er ist ,englnder1 nicht weil er sich fr ,england entschieden hat1 sondern er fand das ,christenthum und das ,englnderthum vor und nahm sie an ohne ,grnde1 wie jemand1 der in einem ,weinlande geboren wurde1 ein ,weintrinker wird4 ,spter1 als er ,christ und ,englnder war1 hat er vielleicht auch einige ,grnde zu ,gunsten seiner ,gewhnung ausfindig gemacht2 man mag diese ,grnde umwerfen1 damit wirft man ihn in seiner ganzen ,stellung nicht um4 ,man nthige zum ,beispiel einen gebundenen ,geist1 seine ,grnde gegen die ,bigamie vorzubringen1 dann wird man erfahren1 ob sein heiliger ,eifer fr die ,monogamie auf ,grnden oder auf ,angewhnung beruht4 ,angewhnung geistiger ,grundstze ohne ,grnde nennt man ,glauben4 #bbg4 ,aus den ,folgen auf ,grund und ,ungrund zurckgeschlossen4 - ,alle ,staaten und ,ordnungen der ,gesellschaft3 die ,stnde1 die ,ehe1 die ,erziehung1 das ,recht1 alles diess hat seine ,kraft und ,dauer allein in dem ,glauben der gebundenen ,geister an sie1 - also in der ,abwesenheit der ,grnde1 mindestens in der ,abwehr des ,fragens nach ,grnden4 ,das wollen die gebundenen ,geister nicht gern zugeben und sie fhlen wohl1 dass es ein ,pudendum ist4 ,das ,christenthum1 das sehr unschuldig in seinen intellectuellen ,einfllen war1 merkte von diesem ,pudendum ,nichts1 forderte ,glauben und ,nichts als ,glauben und wies das ,verlangen nach ,grnden mit ,leidenschaft ab2 es zeigte auf den ,erfolg des ,glaubens hin3 ihr werdet den ,vortheil des ,glaubens schon spren1 deutete es an1 ihr sollt durch ihn selig werden4 ,thatschlich verfhrt der ,staat ebenso und jeder ,vater erzieht in gleicher ,weise seinen ,sohn3 halte diess nur fr wahr1 sagt er1 du wirst spren1 wie gut diess thut4 ,diess bedeutet aber1 dass aus dem persnlichen ,nutzen1 den eine ,meinung eintrgt1 ihre ,wahrheit erwiesen werden soll1 die ,zutrglichkeit einer ,lehre soll fr die intellectuelle ,sicherheit und ,begrndetheit ,gewhr leisten4 ,es ist diess so1 wie wenn der ,angeklagte vor ,gericht sprche3 mein ,vertheidiger sagt die ganze ,wahrheit1 denn seht nur zu1 was aus seiner ,rede folgt3 ich werde freigesprochen4 - ,weil die gebundenen ,geister ihre ,grundstze ihres ,nutzens wegen haben1 so vermuthen sie auch beim ,freigeist1 dass er mit seinen ,ansichten ebenfalls seinen ,nutzen suche und nur ,das fr wahr halte1 was ihm gerade frommt4 ,da ihm aber das ,entgegengesetzte von dem zu ntzen scheint1 was seinen ,landes- oder ,standesgenossen ntzt1 so nehmen diese an1 dass seine ,grundstze ihnen gefhrlich sind2 sie sagen oder fhlen3 er darf nicht ,recht haben1 denn er ist uns schdlich4 #bbh4 ,der starke1 gute ,charakter4 - ,die ,gebundenheit der ,ansichten1 durch ,gewhnung zum ,instinct geworden1 fhrt zu dem1 was man ,charakterstrke nennt4 ,wenn jemand aus wenigen1 aber immer aus den gleichen ,motiven handelt1 so erlangen seine ,handlungen eine grosse ,energie2 stehen diese ,handlungen im ,einklange mit den ,grundstzen der gebundenen ,geister1 so werden sie anerkannt und erzeugen nebenbei in ,dem1 der sie thut1 die ,empfindung des guten ,gewissens4 ,wenige ,motive1 energisches ,handeln und gutes ,gewissen machen ,das aus1 was man ,charakterstrke nennt4 ,dem ,charakterstarken fehlt die ,kenntniss der vielen ,mglichkeiten und ,richtungen des ,handelns2 sein ,intellect ist unfrei1 gebunden1 weil er ihm in einem gegebenen ,falle vielleicht nur zwei ,mglichkeiten zeigt2 zwischen diesen muss er jetzt gemss seiner ganzen ,natur mit ,nothwendigkeit whlen1 und er thut diess leicht und schnell1 weil er nicht zwischen fnfzig ,mglichkeiten zu whlen hat4 ,die erziehende ,umgebung will jeden ,menschen unfrei machen1 indem sie ihm immer die geringste ,zahl von ,mglichkeiten vor ,augen stellt4 ,das ,individuum wird von seinen ,erziehern behandelt1 als ob es zwar etwas ,neues sei1 aber eine ,wiederholung werden solle4 ,erscheint der ,mensch zunchst als etwas ,unbekanntes1 nie ,dagewesenes1 so soll er zu etwas ,bekanntem1 ,dagewesenem gemacht werden4 ,einen guten ,charakter nennt man an einem ,kinde das ,sichtbarwerden der ,gebundenheit durch das ,dagewesene2 indem das ,kind sich auf die ,seite der gebundenen ,geister stellt1 bekundet es zuerst seinen erwachenden ,gemeinsinn2 auf der ,grundlage dieses ,gemeinsinns aber wird es spter seinem ,staate oder ,stande ntzlich4 #bbi4 ,maass der ,dinge bei den gebundenen ,geistern4 - ,von vier ,gattungen der ,dinge sagen die gebundenen ,geister1 sie seien im ,rechte4 ,erstens3 alle ,dinge1 welche ,dauer haben1 sind im ,recht2 zweitens3 alle ,dinge1 welche uns nicht lstig fallen1 sind im ,recht2 drittens3 alle ,dinge1 welche uns ,vortheil bringen1 sind im ,recht2 viertens3 alle ,dinge1 fr welche wir ,opfer gebracht haben1 sind im ,recht4 ,letzteres erklrt zum ,beispiel1 wesshalb ein ,krieg1 der wider ,willen des ,volkes begonnen wurde1 mit ,begeisterung fortgefhrt wird1 sobald erst ,opfer gebracht sind4 - ,die ,freigeister1 welche ihre ,sache vor dem ,forum der gebundenen ,geister fhren1 haben nachzuweisen1 dass es immer ,freigeister gegeben hat1 also dass die ,freigeisterei ,dauer hat1 sodann1 dass sie nicht lstig fallen wollen1 und endlich1 dass sie den gebundenen ,geistern im ,ganzen ,vortheil bringen2 aber weil sie von diesem ,letzten die gebundenen ,geister nicht berzeugen knnen1 ntzt es ihnen ,nichts1 den ersten und zweiten ,punct bewiesen zu haben4 #bcj4 ,esprit fort4 - ,verglichen mit ,dem1 welcher das ,herkommen auf seiner ,seite hat und keine ,grnde fr sein ,handeln braucht1 ist der ,freigeist immer schwach1 namentlich im ,handeln2 denn er kennt zu viele ,motive und ,gesichtspuncte und hat desshalb eine unsichere1 ungebte ,hand4 ,welche ,mittel giebt es nun1 um ihn doch verhltnissmssig stark zu machen1 so dass er sich wenigstens durchsetzt und nicht wirkungslos zu ,grunde geht8 ,wie entsteht der starke ,geist 7esprit fort78 ,es ist diess in einem einzelnen ,falle die ,frage nach der ,erzeugung des ,genius'4 ,woher kommt die ,energie1 die unbeugsame ,kraft1 die ,ausdauer1 mit welcher der ,einzelne1 dem ,herkommen entgegen1 eine ganz individuelle ,erkenntniss der ,welt zu erwerben trachtet8 #bca4 ,die ,entstehung des ,genie's4 - ,der ,witz des ,gefangenen1 mit welchem er nach ,mitteln zu seiner ,befreiung sucht1 die kaltbltigste und langwierigste ,bentzung jedes kleinsten ,vortheils kann lehren1 welcher ,handhabe sich mitunter die ,natur bedient1 um das ,genie - ein ,wort1 das ich bitte1 ohne allen mythologischen und religisen ,beigeschmack zu verstehen - zu ,stande zu bringen3 sie fngt es in einen ,kerker ein und reizt seine ,begierde1 sich zu befreien1 auf das usserste4 - ,oder mit einem anderen ,bilde3 jemand1 der sich auf seinem ,wege im ,walde vllig verirrt hat1 aber mit ungemeiner ,energie nach irgend einer ,richtung hin in's ,freie strebt1 entdeckt mitunter einen neuen ,weg1 welchen ,niemand kennt3 so entstehen die ,genies1 denen man ,originalitt nachrhmt4 - ,es wurde schon erwhnt1 dass eine ,verstmmelung1 ,verkrppelung1 ein erheblicher ,mangel eines ,organs hufig die ,veranlassung dazu giebt1 dass ein anderes ,organ sich ungewhnlich gut entwickelt1 weil es seine eigene ,function und noch eine andere zu versehen hat4 ,hieraus ist der ,ursprung mancher glnzenden ,begabung zu errathen4 - ,aus diesen allgemeinen ,andeutungen ber die ,entstehung des ,genius' mache man die ,anwendung auf den speciellen ,fall1 die ,entstehung des vollkommenen ,freigeistes4 #bcb4 ,vermuthung ber den ,ursprung der ,freigeisterei4 - ,ebenso wie die ,gletscher zunehmen1 wenn in den ,aequatorialgegenden die ,sonne mit grsserer ,gluth als frher auf die ,meere niederbrennt1 so mag auch wohl eine sehr starke1 um sich greifende ,freigeisterei ,zeugniss dafr sein1 dass irgendwo die ,gluth der ,empfindung ausserordentlich gewachsen ist4 #bcc4 ,die ,stimme der ,geschichte4 - ,im ,allgemeinen scheint die ,geschichte ber die ,erzeugung des ,genius' folgende ,belehrung zu geben3 misshandelt und qult die ,menschen1 - so ruft sie den ,leidenschaften ,neid1 ,hass und ,wetteifer zu - treibt sie zum ,aeussersten1 den ,einen wider den ,andern1 das ,volk gegen das ,volk1 und zwar durch ,jahrhunderte hindurch1 dann flammt vielleicht1 gleichsam aus einem bei ,seite fliegenden ,funken der dadurch entzndeten furchtbaren ,energie1 auf einmal das ,licht des ,genius' empor2 der ,wille1 wie ein ,ross durch den ,sporn des ,reiters wild gemacht1 bricht dann aus und springt auf ein anderes ,gebiet ber4 - ,wer zum ,bewusstsein ber die ,erzeugung des ,genius' kme und die ,art1 wie die ,natur gewhnlich verfhrt1 auch praktisch durchfhren wollte1 wrde gerade so bse und rcksichtslos wie die ,natur sein mssen4 - ,aber vielleicht haben wir uns verhrt4 #bcd4 ,werth der ,mitte des ,wegs4 - ,vielleicht ist die ,erzeugung des ,genius' nur einem begrnzten ,zeitraume der ,menschheit vorbehalten4 ,denn man darf von der ,zukunft der ,menschheit nicht zugleich alles ,das erwarten1 was ganz bestimmte ,bedingungen irgend welcher ,vergangenheit allein hervorzubringen vermochten2 zum ,beispiel nicht die erstaunlichen ,wirkungen des religisen ,gefhles4 ,dieses selbst hat seine ,zeit gehabt und vieles sehr ,gute kann nie wieder wachsen1 weil es allein aus ihm wachsen konnte4 ,so wird es nie wieder einen religis umgrnzten ,horizont des ,lebens und der ,cultur geben4 ,vielleicht ist selbst der ,typus des ,heiligen nur bei einer gewissen ,befangenheit des ,intellectes mglich1 mit der es1 wie es scheint1 fr alle ,zukunft vorbei ist4 ,und so ist die ,hhe der ,intelligenz vielleicht einem einzelnen ,zeitalter der ,menschheit aufgespart gewesen3 sie trat hervor - und tritt hervor1 denn wir leben noch in diesem ,zeitalter -1 als eine ausserordentliche1 lang angesammelte ,energie des ,willens sich ausnahmsweise auf geistige ,ziele durch ,vererbung bertrug4 ,es wird mit jener ,hhe vorbei sein1 wenn diese ,wildheit und ,energie nicht mehr gross gezchtet werden4 ,die ,menschheit kommt vielleicht auf der ,mitte ihres ,weges1 in der mittleren ,zeit ihrer ,existenz1 ihrem eigentlichen ,ziele nher1 als am ,ende4 ,es knnten ,krfte1 durch welche zum ,beispiel die ,kunst bedingt ist1 geradezu aussterben2 die ,lust am ,lgen1 am ,ungenauen1 am ,symbolischen1 am ,rausche1 an der ,ekstase knnte in ,missachtung kommen4 ,ja1 ist das ,leben erst im vollkommenen ,staate geordnet1 so ist aus der ,gegenwart gar kein ,motiv zur ,dichtung mehr zu entnehmen1 und es wrden allein die zurckgebliebenen ,menschen sein1 welche nach dichterischer ,unwirklichkeit verlangten4 ,diese wrden dann jedenfalls mit ,sehnsucht rckwrts schauen1 nach den ,zeiten des unvollkommenen ,staates1 der halb-barbarischen ,gesellschaft nach unseren ,zeiten4 #bce4 ,genius und idealer ,staat in ,widerspruch4 - ,die ,socialisten begehren fr mglichst ,viele ein ,wohlleben herzustellen4 ,wenn die dauernde ,heimath dieses ,wohllebens1 der vollkommene ,staat1 wirklich erreicht wre1 so wrde durch dieses ,wohlleben der ,erdboden1 aus dem der grosse ,intellect und berhaupt das mchtige ,individuum wchst1 zerstrt sein3 ich meine die starke ,energie4 ,die ,menschheit wrde zu matt geworden sein1 wenn dieser ,staat erreicht ist1 um den ,genius noch erzeugen zu knnen4 ,msste man somit nicht wnschen1 dass das ,leben seinen gewaltsamen ,charakter behalte und dass immer von ,neuem wieder wilde ,krfte und ,energien hervorgerufen werden8 ,nun will das warme1 mitfhlende ,herz gerade die ,beseitigung jenes gewaltsamen und wilden ,charakters1 und das wrmste ,herz1 das man sich denken kann1 wrde eben darnach am leidenschaftlichsten verlangen3 whrend doch gerade seine ,leidenschaft aus jenem wilden und gewaltsamen ,charakter des ,lebens ihr ,feuer1 ihre ,wrme1 ja ihre ,existenz genommen hat2 das wrmste ,herz will also ,beseitigung seines ,fundamentes1 ,vernichtung seiner selbst1 das heisst doch3 es will etwas ,unlogisches1 es ist nicht intelligent4 ,die hchste ,intelligenz und das wrmste ,herz knnen nicht in einer ,person beisammen sein1 und der ,weise1 welcher ber das ,leben das ,urtheil spricht1 stellt sich auch ber die ,gte und betrachtet diese nur als ,etwas1 das bei der ,gesammtrechnung des ,lebens mit abzuschtzen ist4 ,der ,weise muss jenen ausschweifenden ,wnschen der unintelligenten ,gte widerstreben1 weil ihm an dem ,fortleben seines ,typus' und an dem endlichen ,entstehen des hchsten ,intellectes gelegen ist2 mindestens wird er der ,begrndung des vollkommenen ,staates nicht frderlich sein1 insofern in ihm nur ermattete ,individuen ,platz haben4 ,christus dagegen1 den wir uns einmal als das wrmste ,herz denken wollen1 frderte die ,verdummung der ,menschen1 stellte sich auf die ,seite der geistig ,armen und hielt die ,erzeugung des grssten ,intellectes auf3 und diess war consequent4 ,sein ,gegenbild1 der vollkommene ,weise - diess darf man wohl vorhersagen - wird ebenso nothwendig der ,erzeugung eines ,christus hinderlich sein4 - ,der ,staat ist eine kluge ,veranstaltung zum ,schutz der ,individuen gegen einander3 bertreibt man seine ,veredelung1 so wird zuletzt das ,individuum durch ihn geschwcht1 ja aufgelst1 - also der ursprngliche ,zweck des ,staates am grndlichsten vereitelt4 #bcf4 ,die ,zonen der ,cultur4 - ,man kann gleichnissweise sagen1 dass die ,zeitalter der ,cultur den ,grteln der verschiedenen ,klimate entsprechen1 nur dass diese hinter einander und nicht1 wie die geographischen ,zonen1 neben einander liegen4 ,im ,vergleich mit der gemssigten ,zone der ,cultur1 in welche berzugehen unsere ,aufgabe ist1 macht die vergangene im ,ganzen und ,grossen den ,eindruck eines tropischen ,klima's4 ,gewaltsame ,gegenstze1 schroffer ,wechsel von ,tag und ,nacht1 ,gluth und ,farbenpracht1 die ,verehrung alles ,pltzlichen1 ,geheimnissvollen1 ,schrecklichen1 die ,schnelligkeit der hereinbrechenden ,unwetter1 berall das verschwenderische ,ueberstrmen der ,fllhrner der ,natur3 und dagegen1 in unserer ,cultur1 ein heller1 doch nicht leuchtender ,himmel1 reine1 ziemlich gleich verbleibende ,luft1 ,schrfe1 ja ,klte gelegentlich3 so heben sich beide ,zonen gegen einander ab4 ,wenn wir dort sehen1 wie die wthendsten ,leidenschaften durch metaphysische ,vorstellungen mit unheimlicher ,gewalt niedergerungen und zerbrochen werden1 so ist es uns zu ,muthe1 als ob vor unsern ,augen in den ,tropen wilde ,tiger unter den ,windungen ungeheurer ,schlangen zerdrckt wrden2 unserem geistigen ,klima fehlen solche ,vorkommnisse1 unsere ,phantasie ist gemssigt1 selbst im ,traume kommt uns ,das nicht bei1 was frhere ,vlker im ,wachen sahen4 ,aber sollten wir ber diese ,vernderung nicht glcklich sein drfen1 selbst zugegeben1 dass die ,knstler durch das ,verschwinden der tropischen ,cultur wesentlich beeintrchtigt sind und uns ,nicht-,knstler ein ,wenig zu nchtern finden8 ,insofern haben ,knstler wohl das ,recht1 den ,fortschritt zu leugnen1 denn in der ,that3 ob die letzten drei ,jahrtausende in den ,knsten einen fortschreitenden ,verlauf zeigen1 das lsst sich mindestens bezweifeln2 ebenso wird ein metaphysischer ,philosoph1 wie ,schopenhauer1 keinen ,anlass haben1 den ,fortschritt zu erkennen1 wenn er die letzten vier ,jahrtausende in ,bezug auf metaphysische ,philosophie und ,religion berblickt4 - ,uns gilt aber die ,existenz der gemssigten ,zone der ,cultur selbst als ,fortschritt4 #bcg4 ,renaissance und ,reformation4 - ,die italinische ,renaissance bar - in sich alle die positiven ,gewalten1 welchen man die moderne ,cultur verdankt - also ,befreiung des ,gedankens1 ,missachtung der ,autoritten1 ,sieg der ,bildung ber den ,dnkel der ,abkunft1 - ,begeisterung fr die ,wissenschaft und die wissenschaftliche ,vergangenheit der ,menschen1 ,entfesselung des ,individuums1 eine ,gluth der ,wahrhaftigkeit und ,abneigung gegen ,schein und blosen ,effect 7welche ,gluth in einer ganzen ,flle knstlerischer ,charaktere hervorloderte1 die ,vollkommenheit in ihren ,werken und ,nichts als ,vollkommenheit mit hchster sittlicher ,reinheit von sich forderten72 ja1 die ,renaissance hatte positive ,krfte1 welche in unserer bisherigen modernen ,cultur noch nicht wieder so mchtig geworden sind4 ,es war das goldene ,zeitalter dieses ,jahrtausends1 trotz aller ,flecken und ,laster4 ,dagegen hebt sich nun die deutsche ,reformation ab als ein energischer ,protest zurckgebliebener ,geister1 welche die ,weltanschauung des ,mittelalters noch keineswegs satt hatten und die ,zeichen seiner ,auflsung1 die ausserordentliche ,verflachung und ,verusserlichung des religisen ,lebens1 anstatt mit ,frohlocken1 wie sich gebhrt1 mit tiefem ,unmuthe empfanden4 ,sie warfen mit ihrer nordischen ,kraft und ,halsstarrigkeit die ,menschen wieder zurck1 erzwangen die ,gegenreformation1 das heisst ein katholisches ,christenthum der ,nothwehr1 mit den ,gewaltsamkeiten eines ,belagerungszustandes und verzgerten um zwei bis drei ,jahrhunderte ebenso das vllige ,erwachen und ,herrschen der ,wissenschaften1 als sie das vllige ,in-,eins-,verwachsen des antiken und des modernen ,geistes vielleicht fr immer unmglich machten4 ,die grosse ,aufgabe der ,renaissance konnte nicht zu ,ende gebracht werden1 der ,protest des inzwischen zurckgebliebenen deutschen ,wesens 7welches im ,mittelalter ,vernunft genug gehabt hatte1 um immer und immer wieder zu seinem ,heile ber die ,alpen zu steigen7 verhinderte diess4 ,es lag in dem ,zufall einer ausserordentlichen ,constellation der ,politik1 dass damals ,luther erhalten blieb und jener ,protest ,kraft gewann3 denn der ,kaiser schtzte ihn1 um seine ,neuerung gegen den ,papst als ,werkzeug des ,druckes zu verwenden1 und ebenfalls begnstigte ihn im ,stillen der ,papst1 um die protestantischen ,reichsfrsten als ,gegengewicht gegen den ,kaiser zu benutzen4 ,ohne diess seltsame ,zusammenspiel der ,absichten wre ,luther verbrannt worden wie ,huss - und die ,morgenrthe der ,aufklrung vielleicht etwas frher und mit schnerem ,glanze1 als wir jetzt ahnen knnen1 aufgegangen4 #bch4 ,gerechtigkeit gegen den werdenden ,gott4 - ,wenn sich die ganze ,geschichte der ,cultur vor den ,blicken aufthut als ein ,gewirr von bsen und edlen1 wahren und falschen ,vorstellungen und es ,einem beim ,anblick dieses ,wellenschlags fast seekrank zu ,muthe wird1 so begreift man1 was fr ein ,trost in der ,vorstellung eines werdenden ,gottes liegt3 dieser enthllt sich immer mehr in den ,verwandelungen und ,schicksalen der ,menschheit1 es ist nicht ,alles blinde ,mechanik1 sinn- und zweckloses ,durcheinanderspielen von ,krften4 ,die ,vergottung des ,werdens ist ein metaphysischer ,ausblick - gleichsam von einem ,leuchtthurm am ,meere der ,geschichte herab -1 an welchem eine allzuviel historisirende ,gelehrtengeneration ihren ,trost fand2 darber darf man nicht bse werden1 so irrthmlich jene ,vorstellung auch sein mag4 ,nur wer1 wie ,schopenhauer1 die ,entwickelung leugnet1 fhlt auch ,nichts von dem ,elend dieses historischen ,wellenschlags und darf desshalb1 weil er von jenem werdenden ,gotte und dem ,bedrfniss seiner ,annahme ,nichts weiss1 ,nichts fhlt1 billigerweise seinen ,spott auslassen4 #bci4 ,die ,frchte nach der ,jahreszeit4 - ,jede bessere ,zukunft1 welche man der ,menschheit anwnscht1 ist nothwendigerweise auch in manchem ,betracht eine schlechtere ,zukunft3 denn es ist ,schwrmerei1 zu glauben1 dass eine hhere neue ,stufe der ,menschheit alle die ,vorzge frherer ,stufen in sich vereinigen werde und zum ,beispiel auch die hchste ,gestaltung der ,kunst erzeugen msse4 ,vielmehr hat jede ,jahreszeit ihre ,vorzge und ,reize fr sich und schliesst die der anderen aus4 ,das1 was aus der ,religion und in ihrer ,nachbarschaft gewachsen ist1 kann nicht wieder wachsen1 wenn diese zerstrt ist2 hchstens knnen verirrte1 spt kommende ,absenker zur ,tuschung darber verleiten1 ebenso wie die zeitweilig ausbrechende ,erinnerung an die alte ,kunst3 ein ,zustand1 der wohl das ,gefhl des ,verlustes1 der ,entbehrung verrth1 aber kein ,beweis fr die ,kraft ist1 aus der eine neue ,kunst geboren werden knnte4 #bdj4 ,zunehmende ,severitt der ,welt4 - je hher die ,cultur eines ,menschen steigt1 um so mehr ,gebiete entziehen sich dem ,scherz1 dem ,spotte4 ,voltaire war fr die ,erfindung der ,ehe und der ,kirche von ,herzen dem ,himmel dankbar3 als welcher damit so gut fr unsere ,aufheiterung gesorgt habe4 ,aber er und seine ,zeit1 und vor ihm das sechszehnte ,jahrhundert1 haben diese ,themen zu ,ende gespottet2 es ist ,alles1 was jetzt ,einer auf diesem ,gebiete noch witzelt1 versptet und vor ,allem gar zu wohlfeil1 als dass es die ,kufer begehrlich machen knnte4 ,jetzt fragt man nach den ,ursachen2 es ist das ,zeitalter des ,ernstes4 ,wem liegt jetzt noch daran1 die ,differenzen zwischen ,wirklichkeit und anspruchsvollem ,schein1 zwischen dem1 was der ,mensch ist und was er vorstellen will1 in scherzhaftem ,lichte zu sehen2 das ,gefhl dieser ,contraste wirkt alsbald ganz anders1 wenn man nach den ,grnden sucht4 ,je grndlicher ,jemand das ,leben versteht1 desto weniger wird er spottet1 nur dass er zuletzt vielleicht noch ber die ,grndlichkeit seines ,verstehens spottet4 #bda4 ,genius der ,cultur4 - ,wenn jemand einen ,genius der ,cultur imaginiren wollte1 wie wrde dieser beschaffen sein8 ,er handhabt die ,lge1 die ,gewalt1 den rcksichtslosesten ,eigennutz so sicher als seine ,werkzeuge1 dass er nur ein bses dmonisches ,wesen zu nennen wre2 aber seine ,ziele1 welche hie und da durchleuchten1 sind gross und gut4 ,es ist ein ,centaur1 halb ,thier1 halb ,mensch und hat noch ,engelsflgel dazu am ,haupte4 #bdb4 ,wunder-,erziehung4 - ,das ,interesse in der ,erziehung wird erst von dem ,augenblick an grosse ,strke bekommen1 wo man den ,glauben an einen ,gott und seine ,frsorge aufgiebt3 ebenso wie die ,heilkunst erst erblhen konnte1 als der ,glaube an ,wunder-,curen aufhrte4 ,bis jetzt glaubt aber alle ,welt noch an die ,wunder-,erziehung3 aus der grssten ,unordnung1 ,verworrenheit der ,ziele1 ,ungunst der ,verhltnisse sah man ja die fruchtbarsten1 mchtigsten ,menschen erwachsen3 wie konnte diess doch mit rechten ,dingen zugehen8 - jetzt wird man1 bald auch in diesen ,fllen1 nher zusehen1 sorgsamer prfen3 ,wunder wird man dabei niemals entdecken4 ,unter gleichen ,verhltnissen gehen fortwhrend zahlreiche ,menschen zu ,grunde1 das einzelne gerettete ,individuum ist dafr gewhnlich strker geworden1 weil es diese schlimmen ,umstnde vermge unverwstlicher eingeborener ,kraft ertrug und diese ,kraft noch gebt und vermehrt hat3 so erklrt sich das ,wunder4 ,eine ,erziehung1 welche an kein ,wunder mehr glaubt1 wird auf dreierlei zu achten haben3 erstens1 wie viel ,energie ist vererbt8 zweitens1 wodurch kann noch neue ,energie entzndet werden8 drittens1 wie kann das ,individuum jenen so beraus vielartigen ,ansprchen der ,cultur angepasst werden1 ohne dass diese es beunruhigen und seine ,einartigkeit zersplittern1 - kurz1 wie kann das ,individuum in den ,contrapunct der privaten und ffentlichen ,cultur eingereiht werden1 wie kann es zugleich die ,melodie fhren und als ,melodie begleiten8 #bdc4 ,die ,zukunft des ,arztes4 - ,es giebt jetzt keinen ,beruf1 der eine so hohe ,steigerung zuliesse1 wie der des ,arztes2 namentlich nachdem die geistlichen ,aerzte1 die sogenannten ,seelsorger ihre ,beschwrungsknste nicht mehr unter ffentlichem ,beifall treiben drfen und ein ,gebildeter ihnen aus dem ,wege geht4 ,die hchste geistige ,ausbildung eines ,arztes ist jetzt nicht erreicht1 wenn er die besten neuesten ,methoden kennt und auf sie eingebt ist und jene fliegenden ,schlsse von ,wirkungen auf ,ursachen zu machen versteht1 derentwegen die ,diagnostiker berhmt sind3 er muss ausserdem eine ,beredtsamkeit haben1 die sich jedem ,individuum anpasst und ihm das ,herz aus dem ,leibe zieht1 eine ,mnnlichkeit1 deren ,anblick schon den ,kleinmuth 7den ,wurmfrass aller ,kranken7 verscheucht1 eine ,diplomaten-,geschmeidigkeit im ,vermitteln zwischen ,solchen1 welche ,freude zu ihrer ,genesung nthig haben und ,solchen1 die aus ,gesundheitsgrnden ,freude machen mssen 7und knnen71 die ,feinheit eines ,polizeiagenten und ,advocaten1 die ,geheimnisse einer ,seele zu verstehen1 ohne sie zu verrathen1 - kurz ein guter ,arzt bedarf jetzt der ,kunstgriffe und ,kunstvorrechte aller andern ,berufsclassen3 so ausgerstet1 ist er dann im ,stande1 der ganzen ,gesellschaft ein ,wohlthter zu werden1 durch ,vermehrung guter ,werke1 geistiger ,freude und ,fruchtbarkeit1 durch ,verhtung von bsen ,gedanken1 ,vorstzen1 ,schurkereien 7deren ekler ,quell so hufig der ,unterleib ist71 durch ,herstellung einer geistig-leiblichen ,aristokratie 7als ,ehestifter und ,eheverhinderer71 durch wohlwollende ,abschneidung aller sogenannten ,seelenqualen und ,gewissensbisse3 so erst wird er aus einem ,medicinmann ein ,heiland und braucht doch keine ,wunder zu thun1 hat auch nicht nthig1 sich kreuzigen zu lassen4 #bdd4 ,in der ,nachbarschaft des ,wahnsinns4 - ,die ,summe der ,empfindungen1 ,kenntnisse1 ,erfahrungen1 also die ganze ,last der ,cultur1 ist so gross geworden1 dass eine ,ueberreizung der ,nerven- und ,denkkrfte die allgemeine ,gefahr ist1 ja dass die cultivirten ,classen der europischen ,lnder durchweg neurotisch sind und fast jede ihrer grsseren ,familien in einem ,gliede dem ,irrsinn nahe gerckt ist4 ,nun kommt man zwar der ,gesundheit jetzt auf alle ,weise entgegen2 aber in der ,hauptsache bleibt eine ,verminderung jener ,spannung des ,gefhls1 jener niederdrckenden ,cultur-,last vonnthen1 welche1 wenn sie selbst mit schweren ,einbussen erkauft werden sollte1 uns doch zu der grossen ,hoffnung einer neuen ,renaissance ,spielraum giebt4 ,man hat dem ,christenthum1 den ,philosophen1 ,dichtern1 ,musikern eine ,ueberflle tief erregter ,empfindungen zu danken3 damit diese uns nicht berwuchern1 mssen wir den ,geist der ,wissenschaft beschwren1 welcher im ,ganzen etwas klter und skeptischer macht und namentlich den ,gluthstrom des ,glaubens an letzte endgltige ,wahrheiten abkhlt2 er ist vornehmlich durch das ,christenthum so wild geworden4 #bde4 ,glockenguss der ,cultur4 - ,die ,cultur ist entstanden wie eine ,glocke1 innerhalb eines ,mantels von grberem1 gemeinerem ,stoffe3 ,unwahrheit1 ,gewaltsamkeit1 unbegrnzte ,ausdehnung aller einzelnen ,ich's1 aller einzelnen ,vlker1 waren dieser ,mantel4 ,ist es an der ,zeit1 ihn jetzt abzunehmen8 ,ist das ,flssige erstarrt1 sind die guten1 ntzlichen ,triebe1 die ,gewohnheiten des edleren ,gemthes so sicher und allgemein geworden1 dass es keiner ,anlehnung an ,metaphysik und die ,irrthmer der ,religionen mehr bedarf1 keiner ,hrten und ,gewaltsamkeiten als mchtigster ,bindemittel zwischen ,mensch und ,mensch1 ,volk und ,volk8 - ,zur ,beantwortung dieser ,frage ist kein ,wink eines ,gottes uns mehr hlfreich3 unsere eigene ,einsicht muss da entscheiden4 ,die ,erdregierung des ,menschen im ,grossen hat der ,mensch selber in die ,hand zu nehmen1 seine ,allwissenheit muss ber dem weiteren ,schicksal der ,cultur mit scharfem ,auge wachen4 #bdf4 ,die ,cyklopen der ,cultur4 - ,wer jene zerfurchten ,kessel sieht1 in denen ,gletscher gelagert haben1 hlt es kaum fr mglich1 dass eine ,zeit kommt1 wo an der selben ,stelle ein ,wiesen- und ,waldthal mit ,bchen darin sich hinzieht4 ,so ist es auch in der ,geschichte der ,menschheit2 die wildesten ,krfte brechen ,bahn1 zunchst zerstrend1 aber trotzdem war ihre ,thtigkeit nthig1 damit spter eine mildere ,gesittung hier ihr ,haus aufschlage4 ,die schrecklichen ,energien - ,das1 was man das ,bse nennt - sind die cyklopischen ,architekten und ,wegebauer der ,humanitt4 #bdg4 ,kreislauf des ,menschenthums4 - ,vielleicht ist das ganze ,menschenthum nur eine ,entwickelungsphase einer bestimmten ,thierart von begrnzter ,dauer4 so dass der ,mensch aus dem ,affen geworden ist und wieder zum ,affen werden wird1 whrend ,niemand da ist1 der an diesem verwunderlichen ,komdienausgang irgend ein ,interesse nehme4 ,so wie mit dem ,verfalle der rmischen ,cultur und seiner wichtigsten ,ursache1 der ,ausbreitung des ,christenthums1 eine allgemeine ,verhsslichung des ,menschen innerhalb des rmischen ,reiches berhand nahm1 so knnte auch durch den einstmaligen ,verfall der allgemeinen ,erdcultur eine viel hher gesteigerte ,verhsslichung und endlich ,verthierung des ,menschen1 bis in's ,affenhafte1 herbeigefhrt werden4 - ,gerade weil wir diese ,perspective in's ,auge fassen knnen1 sind wir vielleicht im ,stande1 einem solchen ,ende der ,zukunft vorzubeugen4 #bdh4 ,trostrede eines desperaten ,fortschritts4 - ,unsere ,zeit macht den ,eindruck eines ,interim-,zustandes2 die alten ,weltbetrachtungen1 die alten ,culturen sind noch theilweise vorhanden1 die neuen noch nicht sicher und gewohnheitsmssig und daher ohne ,geschlossenheit und ,consequenz4 ,es sieht aus1 als ob ,alles chaotisch wrde1 das ,alte verloren gienge1 das ,neue nichts tauge und immer schwchlicher werde4 ,aber so geht es dem ,soldaten1 welcher marschiren lernt2 er ist eine ,zeit lang unsicherer und unbeholfener als je1 weil die ,muskeln bald nach dem alten ,system1 bald nach dem neuen bewegt werden und noch keines entschieden den ,sieg behauptet4 ,wir schwanken1 aber es ist nthig1 dadurch nicht ngstlich zu werden und das ,neu-,errungene etwa preiszugeben4 ,ueberdiess knnen wir in's ,alte nicht zurck1 wir haben die ,schiffe verbrannt2 es bleibt nur brig1 tapfer zu sein1 mag nun dabei diess oder jenes herauskommen4 - ,schreiten wir nur zu1 kommen wir nur von der ,stelle6 ,vielleicht sieht sich unser ,gebahren doch einmal wie ,fortschritt an2 wenn aber nicht1 so mag ,friedrich's des ,grossen ,wort auch zu uns gesagt sein und zwar zum ,troste3 ,ah1 mon cher ,sulzer1 vous ne connaissez pas assez cette race maudite1 laquelle nous appartenons4 #bdi4 ,an der ,vergangenheit der ,cultur leiden4 - ,wer sich das ,problem der ,cultur klar gemacht hat1 leidet dann an einem hnlichen ,gefhle wie ,der1 welcher einen durch unrechtmssige ,mittel erworbenen ,reichthum ererbt hat1 oder wie der ,frst1 der durch ,gewaltthat seiner ,vorfahren regiert4 ,er denkt mit ,trauer an seinen ,ursprung und ist oft beschmt1 oft reizbar4 ,die ganze ,summe von ,kraft1 ,lebenswillen1 ,freude1 welche er seinem ,besitze zuwendet1 balancirt sich oft mit einer tiefen ,mdigkeit3 er kann seinen ,ursprung nicht vergessen4 ,die ,zukunft sieht er wehmthig an1 seine ,nachkommen1 er weiss es voraus1 werden an der ,vergangenheit leiden wie er4 #bej4 ,manieren4 - ,die guten ,manieren verschwinden in dem ,maasse1 in welchem der ,einfluss des ,hofes und einer abgeschlossenen ,aristokratie nachlsst3 man kann diese ,abnahme von ,jahrzehnt zu ,jahrzehnt deutlich beobachten1 wenn man ein ,auge fr die ffentlichen ,acte hat3 als welche ersichtlich immer pbelhafter werden4 ,niemand versteht mehr1 auf geistreiche ,art zu huldigen und zu schmeicheln2 daraus ergiebt sich die lcherliche ,thatsache1 dass man in ,fllen1 wo man gegenwrtig ,huldigungen darbringen muss 7zum ,beispiel einem grossen ,staatsmanne oder ,knstler71 die ,sprache des tiefsten ,gefhls1 der treuherzigen1 ehrenfesten ,biederkeit borgt - aus ,verlegenheit und ,mangel an ,geist und ,grazie4 ,so scheint die ffentliche festliche ,begegnung der ,menschen immer ungeschickter1 aber gefhlvoller und biederer1 ohne diess zu sein4 - ,sollte es aber mit den ,manieren immerfort bergab gehen8 ,es scheint mir vielmehr1 dass die ,manieren eine tiefe ,curve machen und wir uns ihrem niedrigsten ,stande nhern4 ,wenn erst die ,gesellschaft ihrer ,absichten und ,principien sicherer geworden ist1 so dass diese formbildend wirken 7whrend jetzt die angelernten ,manieren frherer formbildender ,zustnde immer schwcher vererbt und angelernt werden71 so wird es ,manieren des ,umgangs1 ,gebrden und ,ausdrcke des ,verkehrs geben1 welche so nothwendig und schlicht natrlich erscheinen mssen1 als es diese ,absichten und ,principien sind4 ,die bessere ,vertheilung der ,zeit und ,arbeit1 die zur ,begleiterin jeder schnen ,mussezeit umgewandelte gymnastische ,uebung1 das vermehrte und strenger gewordene ,nachdenken1 welches selbst dem ,krper ,klugheit und ,geschmeidigkeit giebt1 bringt diess ,alles mit sich4 - ,hier knnte man nun freilich mit einigem ,spotte unserer ,gelehrten gedenken1 ob denn sie1 die doch ,vorlufer jener neuen ,cultur sein wollen1 sich in der ,that durch bessere ,manieren auszeichnen8 ,es ist diess wohl nicht der ,fall1 obgleich ihr ,geist willig genug dazu sein mag3 aber ihr ,fleisch ist schwach4 ,die ,vergangenheit ist noch zu mchtig in ihren ,muskeln3 sie stehen noch in einer unfreien ,stellung und sind zur ,hlfte weltliche ,geistliche1 zur ,hlfte abhngige ,erzieher vornehmer ,leute und ,stnde1 und berdiess durch ,pedanterie der ,wissenschaft1 durch veraltete geistlose ,methoden verkrppelt und unlebendig gemacht4 ,sie sind also1 jedenfalls ihrem ,krper nach und oft auch zu ,dreiviertel ihres ,geistes1 immer noch die ,hflinge einer alten1 ja greisenhaften ,cultur und als solche selber greisenhaft2 der neue ,geist1 der gelegentlich in diesen alten ,gehusen rumort1 dient einstweilen nur dazu1 sie unsicherer und ngstlicher zu machen4 ,in ihnen gehen sowohl die ,gespenster der ,vergangenheit1 als die ,gespenster der ,zukunft um3 was ,wunder1 wenn sie dabei nicht die beste ,miene machen1 nicht die geflligste ,haltung haben8 #bea4 ,zukunft der ,wissenschaft4 - ,die ,wissenschaft giebt ,dem1 welcher in ihr arbeitet und sucht1 viel ,vergngen1 ,dem1 welcher ihre ,ergebnisse lernt1 sehr wenig4 ,da allmhlich aber alle wichtigen ,wahrheiten der ,wissenschaft alltglich und gemein werden mssen1 so hrt auch dieses wenige ,vergngen auf3 so wie wir beim ,lernen des so bewunderungswrdigen ,einmaleins lngst aufgehrt haben1 uns zu freuen4 ,wenn nun die ,wissenschaft immer weniger ,freude durch sich macht und immer mehr ,freude1 durch ,verdchtigung der trstlichen ,metaphysik1 ,religion und ,kunst1 nimmt3 so verarmt jene grsste ,quelle der ,lust1 welcher die ,menschheit fast ihr gesammtes ,menschenthum verdankt4 ,desshalb muss eine hhere ,cultur dem ,menschen ein ,doppelgehirn1 gleichsam zwei ,hirnkammern geben1 einmal um ,wissenschaft1 sodann um ,nicht-,wissenschaft zu empfinden3 neben einander liegend1 ohne ,verwirrung1 trennbar1 abschliessbar2 es ist diess eine ,forderung der ,gesundheit4 ,im einen ,bereiche liegt die ,kraftquelle1 im anderen der ,regulator3 mit ,illusionen1 ,einseitigkeiten1 ,leidenschaften muss geheizt werden1 mit ,hlfe der erkennenden ,wissenschaft muss den bsartigen und gefhrlichen ,folgen einer ,ueberheizung vorgebeugt werden4 - ,wird dieser ,forderung der hheren ,cultur nicht gengt1 so ist der weitere ,verlauf der menschlichen ,entwickelung fast mit ,sicherheit vorherzusagen3 das ,interesse am ,wahren hrt auf1 je weniger es ,lust gewhrt2 die ,illusion1 der ,irrthum1 die ,phantastik erkmpfen sich ,schritt um ,schritt1 weil sie mit ,lust verbunden sind1 ihren ehemals behaupteten ,boden3 der ,ruin der ,wissenschaften1 das ,zurcksinken in ,barbarei ist die nchste ,folge2 von ,neuem muss die ,menschheit wieder anfangen1 ihr ,gewebe zu weben1 nachdem sie es1 gleich ,penelope1 des ,nachts zerstrt hat4 ,aber wer brgt uns dafr1 dass sie immer wieder die ,kraft dazu findet8 #beb4 ,die ,lust am ,erkennen4 - ,wesshalb ist das ,erkennen1 das ,element des ,forschers und ,philosophen1 mit ,lust verknpft8 ,erstens und vor ,allem1 weil man sich dabei seiner ,kraft bewusst wird1 also aus dem selben ,grunde1 aus dem gymnastische ,uebungen auch ohne ,zuschauer lustvoll sind4 ,zweitens1 weil man1 im ,verlauf der ,erkenntniss1 ber ltere ,vorstellungen und deren ,vertreter1 hinauskommt1 ,sieger wird oder wenigstens es zu sein glaubt4 ,drittens1 weil wir uns durch eine noch so kleine neue ,erkenntniss ber ,alle erhaben und uns als die ,einzigen fhlen1 welche hierin das ,richtige wissen4 ,diese drei ,grnde zur ,lust sind die wichtigsten1 doch giebt es1 je nach der ,natur des ,erkennenden1 noch viele ,nebengrnde4 - ,ein nicht unbetrchtliches ,verzeichniss von solchen giebt1 an einer ,stelle1 wo man es nicht suchen wrde1 meine paraenetische ,schrift ber ,schopenhauer3 mit deren ,aufstellungen sich jeder erfahrene ,diener der ,erkenntniss zufrieden geben kann1 sei es auch1 dass er den ironischen ,anflug1 der auf jenen ,seiten zu liegen scheint1 wegwnschen wird4 ,denn wenn es wahr ist1 dass zum ,entstehen des ,gelehrten eine ,menge sehr menschlicher ,triebe und ,triebchen zusammengegossen werden muss1 dass der ,gelehrte zwar ein sehr edles1 aber kein reines ,metall ist und aus einem verwickelten ,geflecht sehr verschiedener ,antriebe und ,reize besteht3 so gilt doch das ,selbe ebenfalls von ,entstehung und ,wesen des ,knstlers1 ,philosophen1 moralischen ,genie's - und wie die in jener ,schrift glorificirten grossen ,namen lauten4 ,alles ,menschliche verdient in ,hinsicht auf seine ,entstehung die ironische ,betrachtung3 desshalb ist die ,ironie in der ,welt so berflssig4 #bec4 ,treue als ,beweis der ,stichhaltigkeit4 - ,es ist ein vollkommenes ,zeichen fr die ,gte einer ,theorie1 wenn ihr ,urheber vierzig ,jahre lang kein ,misstrauen gegen sie bekommt2 aber ich behaupte1 dass es noch keinen ,philosophen gegeben hat1 welcher auf die ,philosophie1 die seine ,jugend erfand1 nicht endlich mit ,geringschtzung - mindestens mit ,argwohn - herabgesehen htte4 - ,vielleicht hat er aber nicht ffentlich von dieser ,umstimmung gesprochen1 aus ,ehrsucht oder - wie es bei edlen ,naturen wahrscheinlicher ist - aus zarter ,schonung seiner ,anhnger4 #bed4 ,zunahme des ,interessanten4 - ,im ,verlaufe der hheren ,bildung wird dem ,menschen ,alles interessant1 er weiss die belehrende ,seite einer ,sache rasch zu finden und den ,punct anzugeben1 wo eine ,lcke seines ,denkens mit ihr ausgefllt oder ein ,gedanke durch sie besttigt werden kann4 ,dabei verschwindet immer mehr die ,langeweile1 dabei auch die bermssige ,erregbarkeit des ,gemthes4 ,er geht zuletzt wie ein ,naturforscher unter ,pflanzen1 so unter ,menschen herum und nimmt sich selber als ein ,phnomen wahr1 welches nur seinen erkennenden ,trieb stark anregt4 #bee4 ,aberglauben im ,gleichzeitigen4 - ,etwas ,gieichzeitiges hngt zusammen1 meint man4 ,ein ,verwandter stirbt in der ,ferne1 zu gleicher ,zeit trumen wir von ihm1 - also6 ,aber zahllose ,verwandte sterben und wir trumen nicht von ihnen4 ,es ist wie bei den ,schiffbrchigen1 welche ,gelbde thun3 man sieht spter im ,tempel die ,votivtafeln ,derer1 welche zu ,grunde giengen1 nicht4 - ,ein ,mensch stirbt1 eine ,eule krchzt1 eine ,uhr steht still1 alles in ,einer ,nachtstunde3 sollte da nicht ein ,zusammenhang sein8 ,eine solche ,vertraulichkeit mit der ,natur1 wie diese ,ahnung sie annimmt1 schmeichelt den ,menschen4 - ,diese ,gattung des ,aberglaubens findet sich in verfeinerter ,form bei ,historikern und ,culturmalern wieder1 welche vor allem sinnlosen ,nebeneinander1 an dem doch das ,leben der ,einzelnen und der ,vlker so reich ist1 eine ,art ,wasserscheu zu haben pflegen4 #bef4 ,das ,knnen1 nicht das ,wissen1 durch die ,wissenschaft gebt4 - ,der ,werth davon1 dass man zeitweilig eine strenge ,wissenschaft streng betrieben hat1 beruht nicht gerade auf deren ,ergebnissen3 denn diese werden1 im ,verhltniss zum ,meere des ,wissenswerthen1 ein verschwindend kleiner ,tropfen sein4 ,aber es ergiebt einen ,zuwachs an ,energie1 an ,schlussvermgen1 an ,zhigkeit der ,ausdauer2 man hat gelernt1 einen ,zweck zweckmssig zu erreichen4 ,insofern ist es sehr schtzbar1 in ,hinsicht auf ,alles1 was man spter treibt1 einmal ein wissenschaftlicher ,mensch gewesen zu sein4 #beg4 ,jugendreiz der ,wissenschaft4 - ,das ,forschen nach ,wahrheit hat jetzt noch den ,reiz1 dass sie sich berall stark gegen den grau und langweilig gewordenen ,irrthum abhebt2 dieser ,reiz verliert sich immer mehr2 jetzt zwar leben wir noch im ,jugendzeitalter der ,wissenschaft und pflegen der ,wahrheit wie einem schnen ,mdchen nachzugehen2 wie aber1 wenn sie eines ,tages zum ltlichen1 mrrisch blickenden ,weibe geworden ist8 ,fast in allen ,wissenschaften ist die ,grundeinsicht entweder erst in jngster ,zeit gefunden oder wird noch gesucht2 wie anders reizt diess an1 als wenn alles ,wesentliche gefunden ist und nur noch eine kmmerliche ,herbstnachlese dem ,forscher brig bleibt 7welche ,empfindung man in einigen historischen ,disciplinen kennen lernen kann74 #beh4 ,die ,statue der ,menschheit4 - ,der ,genius der ,cultur verfhrt wie ,cellini1 als dieser den ,guss seiner ,perseus-,statue machte3 die flssige ,masse drohte1 nicht auszureichen1 aber sie sollte es3 so warf er ,schsseln und ,teller und was ihm sonst in die ,hnde kam1 hinein4 ,und ebenso wirft jener ,genius ,irrthmer1 ,laster1 ,hoffnungen1 ,wahnbilder und andere ,dinge von schlechterem wie von edlerem ,metalle hinein1 denn die ,statue der ,menschheit muss herauskommen und fertig werden2 was liegt daran1 dass hie und da geringerer ,stoff verwendet wurde8 #bei4 ,eine ,cultur der ,mnner4 - ,die griechische ,cultur der classischen ,zeit ist eine ,cultur der ,mnner4 ,was die ,frauen anlangt1 so sagt ,perikles in der ,grabrede ,alles mit den ,worten3 sie seien am besten1 wenn unter ,mnnern so wenig als mglich von ihnen gesprochen werde4 - ,die erotische ,beziehung der ,mnner zu den ,jnglingen war in einem1 unserem ,verstndniss unzugnglichen ,grade die nothwendige1 einzige ,voraussetzung aller mnnlichen ,erziehung 7ungefhr wie lange ,zeit alle hhere ,erziehung der ,frauen bei uns erst durch die ,liebschaft und ,ehe herbeigefhrt wurde71 aller ,idealismus der ,kraft der griechischen ,natur warf sich auf jenes ,verhltniss1 und wahrscheinlich sind junge ,leute niemals wieder so aufmerksam1 so liebevoll1 so durchaus in ,hinsicht auf ihr ,bestes 7virtus7 behandelt worden1 wie im sechsten und fnften ,jahrhundert1 - also gemss dem schnen ,spruche ,hlderlin's denn liebend giebt der ,sterbliche vom ,besten4 ,je hher dieses ,verhltniss genommen wurde1 um so tiefer sank der ,verkehr mit der ,frau3 der ,gesichtspunct der ,kindererzeugung und der ,wollust - ,nichts weiter kam hier in ,betracht2 es gab keinen geistigen ,verkehr1 nicht einmal eine eigentliche ,liebschaft4 ,erwgt man ferner1 dass sie selbst vom ,wettkampfe und ,schauspiele jeder ,art ausgeschlossen waren1 so bleiben nur die religisen ,culte als einzige hhere ,unterhaltung der ,weiber4 - ,wenn man nun allerdings in der ,tragdie ,elektra und ,antigone vorfhrte1 so ertrug man diess eben in der ,kunst1 obschon man es im ,leben nicht mochte3 so wie wir jetzt alles ,pathetische im ,leben nicht vertragen1 aber in der ,kunst gern sehen4 - ,die ,weiber hatten weiter keine ,aufgabe1 als ,schne1 machtvolle ,leiber hervorzubringen1 in denen der ,charakter des ,vaters mglichst ungebrochen weiter lebte1 und damit der berhand nehmenden ,nervenberreizung einer so hochentwickelten ,cultur entgegenzuwirken4 ,diess hielt die griechische ,cultur verhltnissmssig so lange jung2 denn in den griechischen ,mttern kehrte immer wieder der griechische ,genius zur ,natur zurck4 #bfj4 ,das ,vorurtheil ,zu ,gunsten der ,grsse4 - ,die ,menschen berschtzen ersichtlich alles ,grosse und ,hervorstechende4 ,diess kommt aus der bewussten oder unbewussten ,einsicht her1 dass sie es sehr ntzlich finden1 wenn ,einer alle ,kraft auf ,ein ,gebiet wirft und aus sich gleichsam ,ein monstrses ,organ macht4 ,sicherlich ist dem ,menschen selber eine gleichmssige ,ausbildung seiner ,krfte ntzlicher und glckbringender2 denn jedes ,talent ist ein ,vampyr1 welcher den brigen ,krften ,blut und ,kraft aussaugt1 und eine bertriebene ,production kann den begabtesten ,menschen fast zur ,tollheit bringen4 ,auch innerhalb der ,knste erregen die extremen ,naturen viel zu sehr die ,aufmerksamkeit2 aber es ist auch eine viel geringere ,cultur nthig1 um von ihnen sich fesseln zu lassen4 ,die ,menschen unterwerfen sich aus ,gewohnheit ,allem1 was ,macht haben will4 #bfa4 ,die ,tyrannen des ,geistes4 - ,nur wohin der ,strahl des mythus fllt1 da leuchtet das ,leben der ,griechen2 sonst ist es dster4 ,nun berauben sich die griechischen ,philosophen eben dieses ,mythus'3 ist es nicht1 als ob sie aus dem ,sonnenschein sich in den ,schatten1 in die ,dsterkeit setzen wollten8 ,aber keine ,pflanze geht dem ,lichte aus dem ,wege2 im ,grunde suchten jene ,philosophen nur eine hellere ,sonne1 der ,mythus war ihnen nicht rein1 nicht leuchtend genug4 ,sie fanden diess ,licht in ihrer ,erkenntniss1 in dem1 was jeder von ihnen seine ,wahrheit nannte4 ,damals aber hatte die ,erkenntniss noch einen grsseren ,glanz2 sie war noch jung und wusste noch wenig von allen ,schwierigkeiten und ,gefahren ihrer ,pfade2 sie konnte damals noch hoffen1 mit einem einzigen ,sprung an den ,mittelpunct alles ,seins zu kommen und von dort aus das ,rthsel der ,welt zu lsen4 ,diese ,philosophen hatten - einen handfesten ,glauben an sich und ihre ,wahrheit und warfen mit ihr alle ihre ,nachbarn und ,vorgnger nieder2 jeder von ihnen war ein streitbarer gewaltthtiger ,tyrann4 ,vielleicht war das ,glck im ,glauben an den ,besitz der ,wahrheit nie grsser in der ,welt1 aber auch nie die ,hrte1 der ,uebermuth1 das ,tyrannische und ,bse eines solchen ,glaubens4 ,sie waren ,tyrannen1 also ,das1 was jeder ,grieche sein wollte und was jeder war1 wenn er es sein konnte4 ,vielleicht macht nur ,solon eine ,ausnahme2 in seinen ,gedichten sagt er es1 wie er die persnliche ,tyrannis verschmht habe4 ,aber er that es aus ,liebe zu seinem ,werke1 zu seiner ,gesetzgebung2 und ,gesetzgeber sein ist eine sublimirtere ,form des ,tyrannenthums4 ,auch ,parmenides gab ,gesetze1 wohl auch ,pythagoras und ,empedokles2 ,anaximander grndete eine ,stadt4 ,plato war der fleischgewordene ,wunsch1 der hchste philosophische ,gesetzgeber und ,staatengrnder zu werden2 er scheint schrecklich an der ,nichterfllung seines ,wesens gelitten zu haben1 und seine ,seele wurde gegen sein ,ende hin voll der schwrzesten ,galle4 ,je mehr das griechische ,philosophenthum an ,macht verlor1 um so mehr litt es innerlich durch diese ,galligkeit und ,schmhsucht2 als erst die verschiedenen ,secten ihre ,wahrheiten auf den ,strassen verfochten1 da waren die ,seelen aller dieser ,freier der ,wahrheit durch ,eifer- und ,geifersucht vllig verschlammt1 das tyrannische ,element wthete jetzt als ,gift in ihrem ,krper4 ,diese vielen kleinen ,tyrannen htten sich roh fressen mgen2 es war kein ,funke mehr von ,liebe und allzuwenig ,freude an ihrer eigenen ,erkenntniss in ihnen brig geblieben4 - ,ueberhaupt gilt der ,satz1 dass ,tyrannen meistens ermordet werden und dass ihre ,nachkommenschaft kurz lebt1 auch von den ,tyrannen des ,geistes4 ,ihre ,geschichte ist kurz1 gewaltsam1 ihre ,nachwirkung bricht pltzlich ab4 ,fast von allen grossen ,hellenen kann man sagen1 dass sie zu spt gekommen scheinen1 so von ,aeschylus1 von ,pindar1 von ,demosthenes1 von ,thukydides2 ein ,geschlecht nach ihnen - und dann ist es immer vllig vorbei4 ,das ist das ,strmische und ,unheimliche in der griechischen ,geschichte4 ,jetzt zwar bewundert man das ,evangelium der ,schildkrte4 ,geschichtlich denken heisst jetzt fast so viel1 als ob zu allen ,zeiten nach dem ,satze ,geschichte gemacht worden wre3 mglichst wenig in mglichst langer ,zeit6 ,ach1 die griechische ,geschichte luft so rasch6 ,es ist nie wieder so verschwenderisch1 so maasslos gelebt worden4 ,ich kann mich nicht berzeugen1 dass die ,geschichte der ,griechen jenen natrlichen ,verlauf genommen habe1 der so an ihr gerhmt wird4 ,sie waren viel zu mannichfach begabt dazu1 um in jener schrittweisen ,manier allmhlich zu sein1 wie es die ,schildkrte im ,wettlauf mit ,achilles ist3 und das nennt man ja natrliche ,entwickelung4 ,bei den ,griechen geht es schnell vorwrts1 aber eben so schnell abwrts2 die ,bewegung der ganzen ,maschine ist so gesteigert1 dass ein einziger ,stein1 in ihre ,rder geworfen1 sie zerspringen macht4 ,ein solcher ,stein war zum ,beispiel ,sokrates2 in einer ,nacht war die bis dahin so wunderbar regelmssige1 aber freilich allzu schleunige ,entwickelung der philosophischen ,wissenschaft zerstrt4 ,es ist keine mssige ,frage1 ob nicht ,plato1 von der sokratischen ,verzauberung frei geblieben1 einen noch hheren ,typus des philosophischen ,menschen gefunden htte1 der uns auf immer verloren ist4 ,man sieht in die ,zeiten vor ihm wie in einer ,bildner-,werksttte solcher ,typen hinein4 ,das sechste und fnfte ,jahrhundert scheint aber doch noch mehr und ,hheres zu verheissen1 als es selber hervorgebracht hat2 aber es blieb bei dem ,verheissen und ,ankndigen4 ,und doch giebt es kaum einen schwereren ,verlust1 als den ,verlust eines ,typus'1 einer neuen1 bis dahin unentdeckt gebliebenen hchsten ,mglichkeit des philosophischen ,lebens4 ,selbst von den lteren ,typen sind die meisten schlecht berliefert2 es scheinen mir alle ,philosophen von ,thales bis ,demokrit ausserordentlich schwer erkennbar2 wem es aber gelingt1 diese ,gestalten nachzuschaffen1 der wandelt unter ,gebilden von mchtigstem und reinstem ,typus4 ,diese ,fhigkeit ist freilich selten1 sie fehlte selbst den spteren ,griechen1 welche sich mit der ,kunde der lteren ,philosophie befassten2 ,aristoteles zumal scheint seine ,augen nicht im ,kopfe zu haben1 wenn er vor den ,bezeichneten steht4 ,und so scheint es1 als ob diese herrlichen ,philosophen umsonst gelebt htten oder als ob sie gar nur die streit- und redelustigen ,schaaren der sokratischen ,schulen htten vorbereiten sollen4 ,es ist hier1 wie gesagt1 eine ,lcke1 ein ,bruch in der ,entwickelung2 irgend ein grosses ,unglck muss geschehen sein und die einzige ,statue1 an welcher man ,sinn und ,zweck jener grossen bildnerischen ,vorbung erkannt haben wrde1 zerbrach oder misslang3 was eigentlich geschehen ist1 ist fr immer ein ,geheimniss der ,werksttte geblieben4 - ,das1 was bei den ,griechen sich ereignete - dass jeder grosse ,denker im ,glauben daran1 ,besitzer der absoluten ,wahrheit zu sein1 zum ,tyrannen wurde1 so dass auch die ,geschichte des ,geistes bei den ,griechen jenen gewaltsamen1 bereilten und gefhrlichen ,charakter bekommen hat1 den ihre politische ,geschichte zeigt - diese ,art von ,ereignissen war damit nicht erschpft3 es hat sich vieles ,gleiche bis in die neueste ,zeit hinein begeben1 obwohl allmhlich seltener und jetzt schwerlich mehr mit dem reinen naiven ,gewissen der griechischen ,philosophen4 ,denn im ,ganzen redet jetzt die ,gegenlehre und die ,skepsis zu mchtig1 zu laut4 ,die ,periode der ,tyrannen des ,geistes ist vorbei4 ,in den ,sphren der hheren ,cultur wird es freilich immer eine ,herrschaft geben mssen1 - aber diese ,herrschaft liegt von jetzt ab in den ,hnden der ,oligarchen des ,geistes4 ,sie bilden1 trotz aller rumlichen und politischen ,trennung1 eine zusammengehrige ,gesellschaft1 deren ,mitglieder sich erkennen und anerkennen1 was auch die ffentliche ,meinung und die ,urtheile der auf die ,masse wirkenden ,tages- und ,zeitschriftsteller fr ,schtzungen der ,gunst oder ,abgunst in ,umlauf bringen mgen4 ,die geistige ,ueberlegenheit1 welche frher trennte und verfeindete1 pflegt jetzt zu binden3 wie knnten die ,einzelnen sich selbst behaupten und auf eigener ,bahn1 allen ,strmungen entgegen1 durch das ,leben schwimmen1 wenn sie nicht ihres ,gleichen hier und dort unter gleichen ,bedingungen leben shen und deren ,hand ergriffen1 im ,kampfe eben so sehr gegen den ochlokratischen ,charakter des ,halbgeistes und der ,halbbildung1 als gegen die gelegentlichen ,versuche1 mit ,hlfe der ,massenwirkung eine ,tyrannei aufzurichten8 ,die ,oligarchen sind einander nthig1 sie haben an einander ihre beste ,freude1 sie verstehen ihre ,abzeichen1 - aber trotzdem ist ein jeder von ihnen frei1 er kmpft und siegt an seiner ,stelle und geht lieber unter1 als sich zu unterwerfen4 #bfb4 ,homer4 - ,die grsste ,thatsache in der griechischen ,bildung bleibt doch die1 dass ,homer so frhzeitig panhellenisch wurde4 ,alle geistige und menschliche ,freiheit1 welche die ,griechen erreichten1 geht auf diese ,thatsache zurck4 ,aber zugleich ist es das eigentliche ,verhngniss der griechischen ,bildung gewesen1 denn ,homer verflachte1 indem er centralisirte1 und lste die ernsteren ,instincte der ,unabhngigkeit auf4 ,von ,zeit zu ,zeit erhob sich aus dem tiefsten ,grunde des ,hellenischen der ,widerspruch gegen ,homer2 aber er blieb immer siegreich4 ,alle grossen geistigen ,mchte ben neben ihrer befreienden ,wirkung auch eine unterdrckende aus2 aber freilich ist es ein ,unterschied1 ob ,homer oder die ,bibel oder die ,wissenschaft die ,menschen tyrannisiren4 #bfc4 ,begabung4 - ,in einer so hoch entwickelten ,menschheit1 wie die jetzige ist1 bekommt von ,natur ,jeder den ,zugang zu vielen ,talenten mit4 ,jeder hat angeborenes ,talent1 aber nur ,wenigen ist der ,grad von ,zhigkeit1 ,ausdauer1 ,energie angeboren und anerzogen1 so dass er wirklich ein ,talent wird1 also wird1 was er ist1 das heisst3 es in ,werken und ,handlungen entladet4 #bfd4 ,der ,geistreiche entweder berschtzt oder unterschtzt4 - ,unwissenschaftliche1 aber begabte ,menschen schtzen jedes ,anzeichen von ,geist1 sei es nun1 dass er auf wahrer oder falscher ,fhrte ist2 sie wollen vor ,allem1 dass der ,mensch1 der mit ihnen verkehrt1 sie gut mit seinem ,geist unterhalte1 sie ansporne1 entflamme1 zu ,ernst und ,scherz fortreisse und jedenfalls vor der ,langenweile als krftigstes ,amulet schtze4 ,die wissenschaftlichen ,naturen wissen dagegen1 dass die ,begabung1 allerhand ,einflle zu haben1 auf das strengste durch den ,geist der ,wissenschaft gezgelt werden msse2 nicht ,das1 was glnzt1 scheint1 erregt1 sondern die oft unscheinbare ,wahrheit ist die ,frucht1 welche er vom ,baum der ,erkenntniss zu schtteln wnscht4 ,er darf1 wie ,aristoteles1 zwischen ,langweiligen und ,geistreichen keinen ,unterschied machen1 sein ,dmon fhrt ihn durch die ,wste ebenso wie durch tropische ,vegetation1 damit er berall nur an dem ,wirklichen1 ,haltbaren1 ,aechten seine ,freude habe4 - ,daraus ergiebt sich1 bei unbedeutenden ,gelehrten1 eine ,missachtung und ,verdchtigung des ,geistreichen berhaupt1 und wiederum haben geistreiche ,leute hufig eine ,abneigung gegen die ,wissenschaft3 wie zum ,beispiel fast alle ,knstler4 #bfe4 ,die ,vernunft in der ,schule4 - ,die ,schule hat keine wichtigere ,aufgabe1 als strenges ,denken1 vorsichtiges ,urtheilen1 consequentes ,schliessen zu lehren3 desshalb hat sie von allen ,dingen abzusehen1 die nicht fr diese ,operationen tauglich sind1 zum ,beispiel von der ,religion4 ,sie kann ja darauf rechnen1 dass menschliche ,unklarheit1 ,gewhnung und ,bedrfniss spter doch wieder den ,bogen des allzustraffen ,denkens abspannen4 ,aber so lange ihr ,einfluss reicht1 soll sie ,das erzwingen1 was das ,wesentliche und ,auszeichnende am ,menschen ist- ,vernunft und ,wissenschaft des ,menschen allerhchste ,kraft - wie wenigstens ,goethe urtheilt4 - ,der grosse ,naturforscher von ,baer findet die ,ueberlegenheit aller ,europer im ,vergleich zu ,asiaten in der eingeschulten ,fhigkeit1 dass sie ,grnde fr ,das1 was sie glauben1 angeben knnen1 wozu ,diese aber vllig unfhig sind4 ,europa ist in die ,schule des consequenten und kritischen ,denkens gegangen1 ,asien weiss immer noch nicht zwischen ,wahrheit und ,dichtung zu unterscheiden und ist sich nicht bewusst1 ob seine ,ueberzeugungen aus eigener ,beobachtung und regelrechtem ,denken oder aus ,phantasien stammen4 - ,die ,vernunft in der ,schule hat ,europa zu ,europa gemacht3 im ,mittelalter war es auf dem ,wege1 wieder zu einem ,stck und ,anhngsel ,asiens zu werden1 - also den wissenschaftlichen ,sinn1 welchen es den ,griechen verdankte1 einzubssen4 #bff4 ,unterschtzte ,wirkung des gymnasialen ,unterrichts4 - ,man sucht den ,werth des ,gymnasiums selten in den ,dingen1 welche wirklich dort gelernt und von ihm unverlierbar heimgebracht werden1 sondern in denen1 welche man lehrt1 welche der ,schler sich aber nur mit ,widerwillen aneignet1 um sie1 so schnell er darf1 von sich abzuschtteln4 ,das ,lesen der ,classiker - das giebt jeder ,gebildete zu - ist so1 wie es berall getrieben wird1 eine monstrse ,procedur3 vor jungen ,menschen1 welche in keiner ,beziehung dazu reif sind1 von ,lehrern1 welche durch jedes ,wort1 oft durch ihr ,erscheinen schon einen ,mehlthau ber einen guten ,autor legen4 ,aber darin liegt der ,werth1 der gewhnlich verkannt wird1 - dass diese ,lehrer die abstracte ,sprache der hhern ,cultur reden1 schwerfllig und schwer zum ,verstehen1 wie sie ist1 aber eine hohe ,gymnastik des ,kopfes2 dass ,begriffe1 ,kunstausdrcke1 ,methoden1 ,anspielungen in ihrer ,sprache fortwhrend vorkommen1 welche die jungen ,leute im ,gesprche ihrer ,angehrigen und auf der ,gasse fast nie hren4 ,wenn die ,schler nur hren1 so wird ihr ,intellect zu einer wissenschaftlichen ,betrachtungsweise unwillkrlich prformirt4 ,es ist nicht mglich1 aus dieser ,zucht vllig unberhrt von der ,abstraction als reines ,naturkind herauszukommen4 #bfg4 ,viele ,sprachen lernen4 - ,viele ,sprachen lernen fllt das ,gedchtniss mit ,worten1 statt mit ,thatsachen und ,gedanken1 aus1 whrend diess ein ,behltniss ist1 welches bei jedem ,menschen nur eine bestimmt begrnzte ,masse von ,inhalt aufnehmen kann4 ,sodann schadet das ,lernen vieler ,sprachen1 insofern es den ,glauben1 ,fertigkeiten zu haben1 erweckt und thatschlich auch ein gewisses verfhrerisches ,ansehen im ,verkehre verleiht2 es schadet sodann auch indirect dadurch1 dass es dem ,erwerben grndlicher ,kenntnisse und der ,absicht1 auf redliche ,weise die ,achtung der ,menschen zu verdienen1 entgegenwirkt4 ,endlich ist es die ,axt1 welche dem feineren ,sprachgefhl innerhalb der ,muttersprache an die ,wurzel gelegt wird3 diess wird dadurch unheilbar beschdigt und zu ,grunde gerichtet4 ,die beiden ,vlker1 welche die grssten ,stilisten erzeugten1 ,griechen und ,franzosen1 lernten keine fremden ,sprachen4 - ,weil aber der ,verkehr der ,menschen immer kosmopolitischer werden muss1 und zum ,beispiel ein rechter ,kaufmann in ,london jetzt schon sich in acht ,sprachen schriftlich und mndlich verstndlich zu machen hat1 so ist freilich das ,viele-,sprachen-lernen ein nothwendiges ,uebel2 welches aber zuletzt zum ,aeussersten kommend1 die ,menschheit zwingen wird1 ein ,heilmittel zu finden3 und in irgend einer fernen ,zukunft wird es eine neue ,sprache1 zuerst als ,handelssprache1 dann als ,sprache des geistigen ,verkehres berhaupt1 fr ,alle geben1 so gewiss1 als es einmal ,luft-,schifffahrt giebt4 ,wozu htte auch die ,sprachwissenschaft ein ,jahrhundert lang die ,gesetze der ,sprache studirt und das ,nothwendige1 ,werthvolle1 ,gelungene an jeder einzelnen ,sprache abgeschtzt6 #bfh4 ,zur ,kriegsgeschichte des ,individuums4 - ,wir finden in ein einzelnes ,menschenleben1 welches durch mehrere ,culturen geht1 den ,kampf zusammengedrngt1 welcher sich sonst zwischen zwei ,generationen1 zwischen ,vater und ,sohn1 abspielt3 die ,nhe der ,verwandtschaft verschrft diesen ,kampf1 weil jede ,partei schonungslos das ihr so gut bekannte ,innere der anderen ,partei mit hineinzieht2 und so wird dieser ,kampf im einzelnen ,individuum am erbittertsten sein2 hier schreitet jede neue ,phase ber die frheren mit grausamer ,ungerechtigkeit und ,verkennung von deren ,mitteln und ,zielen hinweg4 #bfi4 ,um eine ,viertelstunde frher4 - ,man findet gelegentlich ,einen1 der mit seinen ,ansichten ber seiner ,zeit steht1 aber doch nur um so viel1 dass er die ,vulgransichten des nchsten ,jahrzehnts vorwegnimmt4 ,er hat die ffentliche ,meinung eher1 als sie ffentlich ist1 das heisst3 er ist einer ,ansicht1 die es verdient trivial zu werden1 eine ,viertelstunde eher in die ,arme gefallen1 als ,andere4 ,sein ,ruhm pflegt aber viel lauter zu sein1 als der ,ruhm der wirklichen ,grossen und ,ueberlegenen4 #bgj4 ,die ,kunst1 zu lesen4 - jede starke ,richtung ist einseitig2 sie nhert sich der ,richtung der geraden ,linie und ist wie diese ausschliessend1 das heisst sie berhrt nicht viele andere ,richtungen1 wie diess schwache ,parteien und ,naturen in ihrem wellenhaften ,hin- und ,hergehen thun3 das muss man also auch den ,philologen nachsehen1 dass sie einseitig sind4 ,herstellung und ,reinhaltung der ,texte1 nebst der ,erklrung derselben1 in einer ,zunft jahrhundertelang fortgetrieben1 hat endlich jetzt die richtigen ,methoden finden lassen2 das ganze ,mittelalter war tief unfhig zu einer streng philologischen ,erklrung1 das heisst zum einfachen ,verstehenwollen dessen1 was der ,autor sagt1 - es war ,etwas1 diese ,methoden zu finden1 man unterschtze es nicht6 ,alle ,wissenschaft hat dadurch erst ,continuitt und ,stetigkeit gewonnen1 dass die ,kunst des richtigen ,lesens1 das heisst die ,philologie1 auf ihre ,hhe kam4 #bga4 ,die ,kunst1 zu schliessen4 - ,der grsste ,fortschritt1 den die ,menschen gemacht haben1 liegt darin1 dass sie richtig schliessen lernen4 ,das ist gar nicht so etwas ,natrliches1 wie ,schopenhauer annimmt1 wenn er sagt3 zu schliessen sind ,alle1 zu urtheilen ,wenige fhig1 sondern ist spt erlernt und jetzt noch nicht zur ,herrschaft gelangt4 ,das faische ,schliessen ist in lteren ,zeiten die ,regel3 und die ,mythologien aller ,vlker1 ihre ,magie und ihr ,aberglaube1 ihr religiser ,cultus1 ihr ,recht sind die unerschpflichen ,beweis-,fundsttten fr diesen ,satz4 #bgb4 ,jahresringe der individuellen ,cultur4 - ,die ,strke und ,schwche der geistigen ,productivitt hngt lange nicht so an der angeerbten ,begabung1 als an dem mitgegebenen ,maasse von ,spannkraft4 ,die meisten jungen ,gebildeten von dreissig ,jahren gehen um diese ,frhsonnenwende ihres ,lebens zurck und sind fr neue geistige ,wendungen von da an unlustig4 ,desshalb ist dann gleich wieder zum ,heile einer fort und fort wachsenden ,cultur eine neue ,generation nthig1 die es nun aber ebenfalls nicht weit bringt3 denn um die ,cultur des ,vaters nachzuholen1 muss der ,sohn die angeerbte ,energie1 welche der ,vater auf jener ,lebensstufe1 als er den ,sohn zeugte1 selber besass1 fast aufbrauchen2 mit dem kleinen ,ueberschuss kommt er weiter 7denn weil hier der ,weg zum zweiten ,mal gemacht wird1 geht es ein ,wenig schneller vorwrts2 der ,sohn verbraucht1 um das ,selbe zu lernen1 was der ,vater wusste1 nicht ganz so viel ,kraft74 ,sehr spannkrftige ,mnner1 wie zum ,beispiel ,goethe1 durchmessen so viel als kaum vier ,generationen hinter einander vermgen2 desshalb kommen sie aber zu schnell voraus1 so dass die anderen ,menschen sie erst in dem nchsten ,jahrhundert einholen1 vielleicht nicht einmal vllig1 weil durch die hufigen ,unterbrechungen die ,geschlossenheit der ,cultur1 die ,consequenz der ,entwickelung geschwcht worden ist4 - ,die gewhnlichen ,phasen der geistigen ,cultur1 welche im ,verlauf der ,geschichte errungen ist1 holen die ,menschen immer schneller nach4 ,sie beginnen gegenwrtig in die ,cultur als religis bewegte ,kinder einzutreten und bringen es vielleicht im zehnten ,lebensjahre zur hchsten ,lebhaftigkeit dieser ,empfindungen1 gehen dann in abgeschwchtere ,formen 7,pantheismus7 ber1 whrend sie sich der ,wissenschaft nhern2 kommen ber ,gott1 ,unsterblichkeit und dergleichen ganz hinaus1 aber verfallen den ,zaubern einer metaphysischen ,philosophie4 ,auch diese wird ihnen endlich unglaubwrdig2 die ,kunst scheint dagegen immer mehr zu gewhren1 so dass eine ,zeit lang die ,metaphysik kaum noch in einer ,umwandelung zur ,kunst oder als knstlerisch verklrende ,stimmung brig bleibt und fortlebt4 ,aber der wissenschaftliche ,sinn wird immer gebieterischer und fhrt den ,mann hin zur ,naturwissenschaft und ,historie und namentlich zu den strengsten ,methoden des ,erkennens1 whrend der ,kunst eine immer mildere und anspruchslosere ,bedeutung zufllt4 ,diess ,alles pflegt sich jetzt innerhalb der ersten dreissig ,jahre eines ,mannes zu ereignen4 ,es ist die ,recapitulation eines ,pensums1 an welchem die ,menschheit vielleicht dreissigtausend ,jahre sich abgearbeitet hat4 #bgc4 ,zurckgegangen1 nicht zurckgeblieben4 - ,wer gegenwrtig seine ,entwickelung noch aus religisen ,empfindungen heraus anhebt und vielleicht lngere ,zeit nachher in ,metaphysik und ,kunst weiterlebt1 der hat sich allerdings ein gutes ,stck zurckbegeben und beginnt sein ,wettrennen mit anderen modernen ,menschen unter ungnstigen ,voraussetzungen3 er verliert scheinbar ,raum und ,zeit4 ,aber dadurch1 dass er sich in jenen ,bereichen aufhielt1 wo ,gluth und ,energie entfesselt werden und fortwhrend ,macht als vulcanischer ,strom aus unversiegbarer ,quelle strmt1 kommt er dann1 sobald er sich nur zur rechten ,zeit von jenen ,gebieten getrennt hat1 um so schneller vorwrts1 sein ,fuss ist beflgelt1 seine ,brust hat ruhiger1 lnger1 ausdauernder athmen gelernt4 - ,er hat sich nur zurckgezogen1 um zu seinem ,sprunge gengenden ,raum zu haben3 so kann selbst etwas ,frchterliches1 ,drohendes in diesem ,rckgange liegen4 #bgd4 ,ein ,ausschnitt unseres ,selbst als knstlerisches ,object4 - ,es ist ein ,zeichen berlegener ,cultur1 gewisse ,phasen der ,entwickelung1 welche die geringeren ,menschen fast gedankenlos durchleben und von der ,tafel ihrer ,seele dann wegwischen1 mit ,bewusstsein festzuhalten und ein getreues ,bild davon zu entwerfen3 denn diess ist die hhere ,gattung der ,malerkunst1 welche nur ,wenige verstehen4 ,dazu wird es nthig1 jene ,phasen knstlich zu isoliren4 ,die historischen ,studien bilden die ,befhigung zu diesem ,malerthum aus1 denn sie fordern uns fortwhrend auf1 bei ,anlass eines ,stckes ,geschichte1 eines ,volkes - oder ,menschenlebens uns einen ganz bestimmten ,horizont von ,gedanken1 eine bestimmte ,strke von ,empfindungen1 das ,vorwalten dieser1 das ,zurcktreten jener vorzustellen4 ,darin1 dass man solche ,gedanken- und ,gefhlssysteme aus gegebenen ,anlssen schnell reconstruiren kann1 wie den ,eindruck eines ,tempels aus einigen zufllig stehen gebliebenen ,sulen und ,mauerresten1 besteht der historische ,sinn4 ,das nchste ,ergebniss desselben ist1 dass wir unsere ,mitmenschen als ganz bestimmte solche ,systeme und ,vertreter verschiedener ,culturen verstehen1 das heisst als nothwendig1 aber als vernderlich4 ,und wiederum1 dass wir in unserer eigenen ,entwickelung ,stcke heraustrennen und selbstndig hinstellen knnen4 #bge4 ,cyniker und ,epikureer4 - ,der ,cyniker erkennt den ,zusammenhang zwischen den vermehrten und strkeren ,schmerzen des hher cultivirten ,menschen und der ,flle von ,bedrfnissen2 er begreift also1 dass die ,menge von ,meinungen ber das ,schne1 ,schickliche1 ,geziemende1 ,erfreuende ebenso sehr reiche ,genuss-1 aber auch ,unlustquellen entspringen lassen musste4 ,gemss dieser ,einsicht bildet er sich zurck1 indem er viele dieser ,meinungen aufgiebt und sich gewissen ,anforderungen der ,cultur entzieht2 damit gewinnt er ein ,gefhl der ,freiheit und der ,krftigung2 und allmhlich1 wenn die ,gewohnheit ihm seine ,lebensweise ertrglich macht1 hat er in der ,that seltnere und schwchere ,unlustempfindungen1 als die cultivirten ,menschen1 und nhert sich dem ,hausthier an2 berdiess empfindet er ,alles im ,reiz des ,contrastes und - schimpfen kann er ebenfalls nach ,herzenslust2 so dass er dadurch wieder hoch ber die ,empfindungswelt des ,thieres hinauskommt4 - ,der ,epikureer hat den selben ,gesichtspunct wie der ,cyniker2 zwischen ihm und jenem ist gewhnlich nur ein ,unterschied des ,temperamentes4 ,sodann benutzt der ,epikureer seine hhere ,cultur1 um sich von den herrschenden ,meinungen unabhngig zu machen2 er erhebt sich ber dieselben1 whrend der ,cyniker nur in der ,negation bleibt4 ,er wandelt gleichsam in windstillen1 wohlgeschtzten1 halbdunkelen ,gngen1 whrend ber ihm1 im ,winde1 die ,wipfel der ,bume brausen und ihm verrathen1 wie heftig bewegt da draussen die ,welt ist4 ,der ,cyniker dagegen geht gleichsam nackt draussen im ,windeswehen umher und hrtet sich bis zur ,gefhllosigkeit ab4 #bgf4 ,mikrokosmus und ,makrokosmus der ,cultur4 - ,die besten ,entdeckungen ber die ,cultur macht der ,mensch in sich selbst1 wenn er darin zwei heterogene ,mchte waltend findet4 ,gesetzt1 es lebe ,einer eben so sehr in der ,liebe zur bildenden ,kunst oder zur ,musik als er vom ,geiste der ,wissenschaft fortgerissen werde1 und er sehe es als unmglich an1 diesen ,widerspruch durch ,vernichtung der einen und volle ,entfesselung der anderen ,macht aufzuheben3 so bleibt ihm nur brig1 ein so grosses ,gebude der ,cultur aus sich zu gestalten1 dass jene beiden ,mchte1 wenn auch an verschiedenen ,enden desselben1 in ihm wohnen knnen1 whrend zwischen ihnen vershnende ,mittelmchte1 mit berwiegender ,kraft1 um nthigen falls den ausbrechenden ,streit zu schlichten1 ihre ,herberge haben4 ,ein solches ,gebude der ,cultur im einzelnen ,individuum wird aber die grsste ,aehnlichkeit mit dem ,culturbau in ganzen ,zeitperioden haben und eine fortgesetzte analogische ,belehrung ber denselben abgeben4 ,denn berall1 wo sich die grosse ,architektur der ,cultur entfaltet hat1 war ihre ,aufgabe1 die einander widerstrebenden ,mchte zur ,eintracht vermge einer bermchtigen ,ansammelung der weniger unvertrglichen brigen ,mchte zu zwingen1 ohne sie desshalb zu unterdrcken und in ,fesseln zu schlagen4 #bgg4 ,glck und ,cultur4 - ,der ,anblick der ,umgebungen unserer ,kindheit erschttert uns3 das ,gartenhaus1 die ,kirche mit den ,grbern1 der ,teich und der ,wald1 - diess sehen wir immer als ,leidende wieder4 ,mitleid mit uns selbst ergreift uns1 denn was haben wir seitdem ,alles durchgelitten6 ,und hier steht jegliches noch so still1 so ewig da3 nur wir sind so anders1 so bewegt2 selbst etliche ,menschen finden wir wieder1 an welchen die ,zeit nicht mehr ihren ,zahn gewetzt hat1 als an einem ,eichenbaume3 ,bauern1 ,fischer1 ,waldbewohner - sie sind die selben4 - ,erschtterung1 ,selbstmitleid im ,angesichte der niederen ,cultur ist das ,zeichen der hheren ,cultur2 woraus sich ergiebt1 dass durch diese das ,glck jedenfalls nicht gemehrt worden ist4 ,wer eben ,glck und ,behagen vom ,leben ernten will1 der mag nur immer der hheren ,cultur aus dem ,wege gehen4 #bgh4 ,gleichniss vom ,tanze4 - ,jetzt ist es als das entscheidende ,zeichen grosser ,cultur zu betrachten1 wenn jemand jene ,kraft und ,biegsamkeit besitzt1 um ebenso rein und streng im ,erkennen zu sein als1 in andern ,momenten1 auch befhigt1 der ,poesie1 ,religion und ,metaphysik gleichsam hundert ,schritte vorzugeben und ihre ,gewalt und ,schnheit nachzuempfinden4 ,eine solche ,stellung zwischen zwei so verschiedenen ,ansprchen ist sehr schwierig1 denn die ,wissenschaft drngt zur absoluten ,herrschaft ihrer ,methode1 und wird diesem ,drngen nicht nachgegeben1 so entsteht die andere ,gefahr eines schwchlichen ,auf- und ,niederschwankens zwischen verschiedenen ,antrieben4 ,indessen3 um wenigstens mit einem ,gleichniss einen ,blick auf die ,lsung dieser ,schwierigkeit zu erffnen1 mge man sich doch daran erinnern1 dass der ,tanz nicht das ,selbe wie ein mattes ,hin- und ,hertaumeln zwischen verschiedenen ,antrieben ist4 ,die hohe ,cultur wird einem khnen ,tanze hnlich sehen3 wesshalb1 wie gesagt1 viel ,kraft und ,geschmeidigkeit noth thut4 #bgi4 ,von der ,erleichterung des ,lebens4 - ,ein ,hauptmittel1 um sich das ,leben zu erleichtern1 ist das ,idealisiren aller ,vorgnge desselben2 man soll sich aber aus der ,malerei recht deutlich machen1 was idealisiren heisst4 ,der ,maler verlangt1 dass der ,zuschauer nicht zu genau1 zu scharf zusehe1 er zwingt ihn in eine gewisse ,ferne zurck1 damit er von dort aus betrachte2 er ist genthigt1 eine ganz bestimmte ,entfernung des ,betrachters vom ,bilde vorauszusetzen2 ja er muss sogar ein ebenso bestimmtes ,maass von ,schrfe des ,auges bei seinem ,betrachter annehmen2 in solchen ,dingen darf er durchaus nicht schwanken4 ,jeder also1 der sein ,leben idealisiren will1 muss es nicht zu genau sehen wollen und seinen ,blick immer in eine gewisse ,entfernung zurckbannen4 ,dieses ,kunststck verstand zum ,beispiel ,goethe4 #bhj4 ,erschwerung als ,erleichterung und umgekehrt4 - ,vieles1 was auf gewissen ,stufen des ,menschen ,erschwerung des ,lebens ist1 dient einer hheren ,stufe als ,erleichterung1 weil solche ,menschen strkere ,erschwerungen des ,lebens kennen gelernt haben4 ,ebenso kommt das ,umgekehrte vor3 so hat zum ,beispiel die ,religion ein doppeltes ,gesicht1 je nachdem ein ,mensch zu ihr hinaufblickt1 um von ihr sich seine ,last und ,noth abnehmen zu lassen1 oder auf sie hinabsieht1 wie auf die ,fessel1 welche ihm angelegt ist1 damit er nicht zu hoch in die ,lfte steige4 #bha4 ,die hhere ,cultur wird nothwendig missverstanden4 - ,wer sein ,instrument nur mit zwei ,saiten bespannt hat1 wie die ,gelehrten1 welche ausser dem ,wissenstrieb nur noch einen anerzogenen religisen haben1 der versteht solche ,menschen nicht1 welche auf mehr ,saiten spielen knnen4 ,es liegt im ,wesen der hheren vielsaitigeren ,cultur1 dass sie von der niederen immer falsch gedeutet wird2 wie diess zum ,beispiel geschieht1 wenn die ,kunst als eine verkappte ,form des ,religisen gilt4 ,ja ,leute1 die nur religis sind1 verstehen selbst die ,wissenschaft als ,suchen des religisen ,gefhls1 so wie ,taubstumme nicht wissen1 was ,musik ist1 wenn nicht sichtbare ,bewegung4 #bhb4 ,klagelied4 - ,es sind vielleicht die ,vorzge unserer ,zeiten1 welche ein ,zurcktreten und eine gelegentliche ,unterschtzung der vita contemplativa mit sich bringen4 ,aber eingestehen muss man es sich1 dass unsere ,zeit arm ist an grossen ,moralisten1 dass ,pascal1 ,epictet1 ,seneca1 ,plutarch wenig noch gelesen werden1 dass ,arbeit und ,fleiss - sonst im ,gefolge der grossen ,gttin ,gesundheit - mitunter wie eine ,krankheit zu ,wthen scheinen4 ,weil ,zeit zum ,denken und ,ruhe im ,denken fehlt1 so erwgt man abweichende ,ansichten nicht mehr3 man begngt sich1 sie zu hassen4 ,bei der ungeheuren ,beschleunigung des ,lebens wird ,geist und ,auge an ein halbes oder falsches ,sehen und ,urtheilen gewhnt1 und jedermann gleicht den ,reisenden1 welche ,land und ,volk von der ,eisenbahn aus kennen lernen4 ,selbstndige und vorsichtige ,haltung der ,erkenntniss schtzt man beinahe als eine ,art ,verrcktheit ab1 der ,freigeist ist in ,verruf gebracht1 namentlich durch ,gelehrte1 welche an seiner ,kunst1 die ,dinge zu betrachten1 ihre ,grndlichkeit und ihren ,ameisenfleiss vermissen und ihn gern in einen einzelnen ,winkel der ,wissenschaft bannen mchten3 whrend er die ganz andere und hhere ,aufgabe hat1 von einem einsam gelegenen ,standorte aus den ganzen ,heerbann der wissenschaftlichen und gelehrten ,menschen zu befehligen und ihnen die ,wege und ,ziele der ,cultur zu zeigen4 - ,eine solche ,klage1 wie die eben abgesungene1 wird wahrscheinlich ihre ,zeit haben und von selber einmal1 bei einer gewaltigen ,rckkehr des ,genius' der ,meditation1 verstummen4 #bhc4 ,hauptmangel der thtigen ,menschen4 - ,den ,thtigen fehlt gewhnlich die hhere ,thtigkeit3 ich meine die individuelle4 ,sie sind als ,beamte1 ,kaufleute1 ,gelehrte1 das heisst als ,gattungswesen thtig1 aber nicht als ganz bestimmte einzelne und einzige ,menschen2 in dieser ,hinsicht sind sie faul4 - ,es ist das ,unglck der ,thtigen1 dass ihre ,thtigkeit fast immer ein ,wenig unvernnftig ist4 ,man darf zum ,beispiel bei dem geldsammelnden ,banquier nach dem ,zweck seiner rastlosen ,thtigkeit nicht fragen3 sie ist unvernnftig4 ,die ,thtigen rollen1 wie der ,stein rollt1 gemss der ,dummheit der ,mechanik4 - ,alle ,menschen zerfallen1 wie zu allen ,zeiten so auch jetzt noch1 in ,sclaven und ,freie2 denn wer von seinem ,tage nicht zwei ,drittel fr sich hat1 ist ein ,sclave1 er sei brigens wer er wolle3 ,staatsmann1 ,kaufmann1 ,beamter1 ,gelehrter4 #bhd4 ,zu ,gunsten der ,mssigen4 - ,zum ,zeichen dafr1 dass die ,schtzung des beschaulichen ,lebens abgenommen hat1 wetteifern die ,gelehrten jetzt mit den thtigen ,menschen in einer ,art von hastigem ,genusse1 so dass sie also diese ,art1 zu geniessen1 hher zu schtzen scheinen1 als die1 welche ihnen eigentlich zukommt und welche in der ,that viel mehr ,genuss ist4 ,die ,gelehrten schmen sich des otium4 ,es ist aber ein edel ,ding um ,musse und ,mssiggehen4 - ,wenn ,mssiggang wirklich der ,anfang aller ,laster ist1 so befindet er sich also wenigstens in der nchsten ,nhe aller ,tugenden2 der mssige ,mensch ist immer noch ein besserer ,mensch als der thtige4 - ,ihr meint doch nicht1 dass ich mit ,musse und ,mssiggehen auf euch ziele1 ihr ,faulthiere8 - #bhe4 ,die moderne ,unruhe4 - ,nach dem ,westen zu wird die moderne ,bewegtheit immer grsser1 so dass den ,amerikanern die ,bewohner ,europa's insgesammt sich als ruheliebende und geniessende ,wesen darstellen1 whrend diese doch selbst wie ,bienen und ,wespen durcheinander fliegen4 ,diese ,bewegtheit wird so gross1 dass die hhere ,cultur ihre ,frchte nicht mehr zeitigen kann2 es ist1 als ob die ,jahreszeiten zu rasch auf einander folgten4 ,aus ,mangel an ,ruhe luft unsere ,civilisation in eine neue ,barbarei aus4 ,zu keiner ,zeit haben die ,thtigen1 das heisst die ,ruhelosen1 mehr gegolten4 ,es gehrt desshalb zu den nothwendigen ,correcturen1 welche man am ,charakter der ,menschheit vornehmen muss1 das beschauliche ,element in grossem ,maasse zu verstrken4 ,doch hat schon jeder ,einzelne1 welcher in ,herz und ,kopf ruhig und stetig ist1 das ,recht zu glauben1 dass er nicht nur ein gutes ,temperament1 sondern eine allgemein ntzliche ,tugend besitze und durch die ,bewahrung dieser ,tugend sogar eine hhere ,aufgabe erflle4 #bhf4 ,inwiefern der thtige faul ist4 - ,ich glaube1 dass jeder ber jedes ,ding1 ber welches ,meinungen mglich sind1 eine eigene ,meinung haben muss1 weil er selber ein eigenes1 nur einmaliges ,ding ist1 das zu allen anderen ,dingen eine neue1 nie dagewesene ,stellung einnimmt4 ,aber die ,faulheit1 welche im ,grunde der ,seele des ,thtigen liegt1 verhindert den ,menschen1 das ,wasser aus seinem eigenen ,brunnen zu schpfen4 - ,mit der ,freiheit der ,meinungen steht es wie mit der ,gesundheit3 beide sind individuell1 von beiden kann kein allgemein gltiger ,begriff aufgestellt werden4 ,das1 was das eine ,individuum zu seiner ,gesundheit nthig hat1 ist fr ein anderes schon ,grund zur ,erkrankung1 und manche ,mittel und ,wege zur ,freiheit des ,geistes drfen hher entwickelten ,naturen als ,wege und ,mittel zur ,unfreiheit gelten4 #bhg4 ,censor vitae4 ,der ,wechsel von ,liebe und ,hass bezeichnet fr eine lange ,zeit den inneren ,zustand eines ,menschen1 welcher frei in seinem ,urtheile ber das ,leben werden will2 er vergisst nicht und trgt den ,dingen ,alles nach1 ,gutes und ,bses4 ,zuletzt1 wenn die ganze ,tafel seiner ,seele mit ,erfahrungen voll geschrieben ist1 wird er das ,dasein nicht verachten und hassen1 aber es auch nicht lieben1 sondern ber ihm liegen bald mit dem ,auge der ,freude1 bald mit dem der ,trauer1 und1 wie die ,natur1 bald sommerlich1 bald herbstlich gesinnt sein4 #bhh4 ,nebenerfolg4 - ,wer ernstlich frei werden will1 wird dabei ohne allen ,zwang die ,neigung zu ,fehlern und ,lastern mit verlieren2 auch ,aerger und ,verdruss werden ihn immer seltener anfallen4 ,sein ,wille nmlich will ,nichts angelegentlicher1 als ,erkennen und das ,mittel dazu1 das heisst3 den andauernden ,zustand1 in dem er am tchtigsten zum ,erkennen ist4 #bhi4 ,werth der ,krankheit4 - ,der ,mensch1 der krank zu ,bette liegt1 kommt mitunter dahinter1 dass er fr gewhnlich an seinem ,amte1 ,geschfte oder an seiner ,gesellschaft krank ist und durch sie jede ,besonnenheit ber sich verloren hat3 er gewinnt diese ,weisheit aus der ,musse1 zu welcher ihn seine ,krankheit zwingt4 #bij4 ,empfindung auf dem ,lande4 - ,wenn man nicht feste1 ruhige ,linien am ,horizonte seines ,lebens hat1 ,gebirgs- und ,waldlinien gleichsam1 so wird der innerste ,wille des ,menschen selber unruhig1 zerstreut und begehrlich wie das ,wesen des ,stdters3 er hat kein ,glck und giebt kein ,glck4 #bia4 ,vorsicht der freien ,geister4 - ,freigesinnte1 der ,erkenntniss allein lebende ,menschen werden ihr usserliches ,lebensziel1 ihre endgltige ,stellung zu ,gesellschaft und ,staat bald erreicht finden und zum ,beispiel mit einem kleinen ,amte oder einem ,vermgen1 das gerade zum ,leben ausreicht1 gerne sich zufrieden geben2 denn sie werden sich einrichten so zu leben1 dass eine grosse ,verwandelung der usseren ,gter1 ja ein ,umsturz der politischen ,ordnungen ihr ,leben nicht mit umwirft4 ,auf alle diese ,dinge verwenden sie so wenig wie mglich an ,energie1 damit sie mit der ganzen angesammelten ,kraft und gleichsam mit einem langen ,athem in das ,element des ,erkennens hinabtauchen4 ,so knnen sie hoffen1 tief zu tauchen und auch wohl auf den ,grund zu sehen4 - ,von einem ,ereigniss wird ein solcher ,geist gerne nur einen ,zipfel nehmen1 er liebt die ,dinge in der ganzen ,breite und ,weitschweifigkeit ihrer ,falten nicht3 denn er will sich nicht in diese verwickeln4 - ,auch er kennt die ,wochentage der ,unfreiheit1 der ,abhngigkeit1 der ,dienstbarkeit4 ,aber von ,zeit zu ,zeit muss ihm ein ,sonntag der ,freiheit kommen1 sonst wird er das ,leben nicht aushalten4 - ,es ist wahrscheinlich1 dass selbst seine ,liebe zu den ,menschen vorsichtig und etwas kurzathmig sein wird1 denn er will sich nur1 so weit es zum ,zwecke der ,erkenntniss nthig ist1 mit der ,welt der ,neigungen und der ,blindheit einlassen4 ,er muss darauf vertrauen1 dass der ,genius der ,gerechtigkeit ,etwas fr seinen ,jnger und ,schtzling sagen wird1 wenn anschuldigende ,stimmen ihn arm an ,liebe nennen sollten4 - ,es giebt in seiner ,lebens- und ,denkweise einen verfeinerten ,heroismus1 welcher es verschmht1 sich der grossen ,massen-,verehrung1 wie sein grberer ,bruder es thut1 anzubieten und still durch die ,welt und aus der ,welt zu gehen pflegt4 ,was fr ,labyrinthe er auch durchwandert1 unter welchen ,felsen sich auch sein ,strom zeitweilig durchgeqult hat - kommt er an's ,licht1 so geht er hell1 leicht und fast geruschlos seinen ,gang und lsst den ,sonnenschein bis in seinen ,grund hinab spielen4 #bib4 ,vorwrts4 - ,und damit vorwrts auf der ,bahn der ,weisheit1 guten ,schrittes1 guten ,vertrauens6 ,wie du auch bist1 so diene dir selber als ,quell der ,erfahrung6 ,wirf das ,missvergngen ber dein ,wesen ab1 verzeihe dir dein eignes ,ich1 denn in jedem ,falle hast du an dir eine ,leiter mit hundert ,sprossen1 auf welchen du zur ,erkenntniss steigen kannst4 ,das ,zeitalter1 in welches du dich mit ,leidwesen geworfen fhlst1 preist dich selig dieses ,glckes wegen2 es ruft dir zu1 dass dir jetzt noch an ,erfahrungen zu ,theil werde1 was ,menschen spterer ,zeit vielleicht entbehren mssen4 ,missachte es nicht1 noch religis gewesen zu sein2 ergrnde es vllig1 wie du noch einen chten ,zugang zur ,kunst gehabt hast4 ,kannst du nicht gerade mit ,hlfe dieser ,erfahrungen ungeheuren ,wegstrecken der frheren ,menschheit verstndnisvoller nachgehen8 ,sind nicht gerade auf dem ,boden1 welcher dir mitunter so missfllt1 auf dem ,boden des unreinen ,denkens1 viele der herrlichsten ,frchte lterer ,cultur aufgewachsen8 ,man muss ,religion und ,kunst wie ,mutter und ,amme geliebt haben1 - sonst kann man nicht weise werden4 ,aber man muss ber sie hinaus sehen1 ihnen entwachsen knnen2 bleibt man in ihrem ,banne1 so versteht man sie nicht4 ,ebenso muss dir die ,historie vertraut sein und das vorsichtige ,spiel mit den ,wagschalen3 einerseits-andererseits4 ,wandle zurck1 in die ,fussstapfen tretend1 in welchen die ,menschheit ihren leidvollen grossen ,gang durch die ,wste der ,vergangenheit machte3 so bist du am gewissesten belehrt1 wohin alle sptere ,menschheit nicht wieder gehen kann oder darf4 ,und indem du mit aller ,kraft vorausersphen willst1 wie der ,knoten der ,zukunft noch geknpft wird1 bekommt dein eigenes ,leben den ,werth eines ,werkzeuges und ,mittels zur ,erkenntniss4 ,du hast es in der ,hand zu erreichen1 dass all dein ,erlebtes3 die ,versuche1 ,irrwege1 ,fehler1 ,tuschungen1 ,leidenschaften1 deine ,liebe und deine ,hoffnung1 in deinem ,ziele ohne ,rest aufgehn4 ,dieses ,ziel ist1 selber eine nothwendige ,kette von ,cultur-,ringen zu werden und von dieser ,nothwendigkeit aus auf die ,nothwendigkeit im ,gange der allgemeinen ,cultur zu schliessen4 ,wenn dein ,blick stark genug geworden ist1 den ,grund in dem dunklen ,brunnen deines ,wesens und deiner ,erkenntnisse zu sehen1 so werden dir vielleicht auch in seinem ,spiegel die fernen ,sternbilder zuknftiger ,culturen sichtbar werden4 ,glaubst du1 ein solches ,leben mit einem solchen ,ziele sei zu mhevoll1 zu ledig aller ,annehmlichkeiten8 ,so hast du noch nicht gelernt1 dass kein ,honig ssser als der der ,erkenntniss ist und dass die hngenden ,wolken der ,trbsal dir noch zum ,euter dienen mssen1 aus dem du die ,milch zu deiner ,labung melken wirst4 ,kommt das ,alter1 so merkst du erst recht1 wie du der ,stimme der ,natur ,gehr gegeben1 jener ,natur1 welche die ganze ,welt durch ,lust beherrscht3 das selbe ,leben1 welches seine ,spitze im ,alter hat1 hat auch seine ,spitze in der ,weisheit1 in jenem milden ,sonnenglanz einer bestndigen geistigen ,freudigkeit2 beiden1 dem ,alter und der ,weisheit1 begegnest du auf ,einem ,bergrcken des ,lebens1 so wollte es die ,natur4 ,dann ist es ,zeit und kein ,anlass zum ,zrnen1 dass der ,nebel des ,todes naht4 ,dem ,lichte zu - deine letzte ,bewegung2 ein jauchzen der ,erkenntniss - dein letzter ,laut4 ,sechstes ,hauptstck4 ,der ,mensch im ,verkehr4 #bic4 ,wohlwollende ,verstellung4 - ,es ist hufig im ,verkehre mit ,menschen eine wohlwollende ,verstellung nthig1 als ob wir die ,motive ihres ,handelns nicht durchschauten4 #bid4 ,copien4 - ,nicht selten begegnet man ,copien bedeutender ,menschen2 und den ,meisten gefallen1 wie bei ,gemlden1 so auch hier1 die ,copien besser als die ,originale4 #bie4 ,der ,redner4 - ,man kann hchst passend reden und doch so1 dass alle ,weldt ber das ,gegentheil schreit3 nmlich dann1 wenn man nicht zu aller ,welt redet4 #bif4 ,mangel an ,vertraulichkeit4 - ,mangel an ,vertraulichkeit unter ,freunden ist ein ,fehler1 der nicht gergt werden kann1 ohne unheilbar zu werden4 #big4 ,zur ,kunst des ,schenkens4 - ,eine ,gabe ausschlagen zu mssen1 blos weil sie nicht auf die rechte ,weise angeboten wurde1 erbittert gegen den ,geber4 #bih4 ,der gefhrlichste ,parteimann4 - ,in jeder ,partei ist ,einer1 der durch sein gar zu glubiges ,aussprechen der ,parteigrundstze die ,uebrigen zum ,abfall reizt4 #bii4 ,rathgeber des ,kranken4 ,wer einem ,kranken seine ,rathschlge giebt1 erwirbt sich ein ,gefhl von ,ueberlegenheit ber ihn1 sei es1 dass sie angenommen oder dass sie verworfen werden4 ,desshalb hassen reizbare und stolze ,kranke die ,rathgeber noch mehr als ihre ,krankheit4 #cjj4 ,doppelte ,art der ,gleichheit4 - ,die ,sucht nach ,gleichheit kann sich so ussern1 dass man entweder alle ,anderen zu sich hinunterziehen mchte 7durch ,verkleinern1 ,secretiren1 ,beinstellen7 oder sich mit ,allen hinauf 7durch ,anerkennen1 ,helfen1 ,freude an fremdem ,gelingen74 #cja4 ,gegen ,verlegenheit4 - ,das beste ,mittel1 sehr verlegenen ,leuten zu ,hlfe zu kommen und sie zu beruhigen1 besteht darin1 dass man sie entschieden lobt4 #cjb4 ,vorliebe fr einzelne ,tugenden4 - ,wir legen nicht eher besonderen ,werth auf den ,besitz einer ,tugend1 bis wir deren vllige ,abwesenheit an unserem ,gegner wahrnehmen4 #cjc4 ,warum man widerspricht4 - ,man widerspricht oft einer ,meinung1 whrend uns eigentlich nur der ,ton1 mit dem sie vorgetragen wurde1 unsympathisch ist4 #cjd4 ,vertrauen und ,vertraulichkeit4 - ,wer die ,vertraulichkeit mit einer anderen ,person geflissentlich zu erzwingen sucht1 ist gewhnlich nicht sicher darber1 ob er ihr ,vertrauen besitzt4 ,wer des ,vertrauens sicher ist1 legt auf ,vertraulichkeit wenig ,werth4 #cje4 ,gleichgewicht der ,freundschaft4 - ,manchmal kehrt1 im ,verhltniss von uns zu einem andern ,menschen1 das rechte ,gleichgewicht der ,freundschaft zurck1 wenn wir in unsre eigene ,wagschale einige ,gran ,unrecht legen4 #cjf4 ,die gefhrlichsten ,aerzte4 - ,die gefhrlichsten ,aerzte sind die1 welche es dem geborenen ,arzte als geborene ,schauspieler mit vollkommener ,kunst der ,tuschung nachmachen4 #cjg4 ,wann ,paradoxien am ,platze sind4 - ,geistreichen ,personen braucht man mitunter1 um sie fr einen ,satz zu gewinnen1 denselben nur in der ,form einer ungeheuerlichen ,paradoxie vorzulegen4 #cjh4 ,wie muthige ,leute gewonnen werden4 - ,muthige ,leute berredet man dadurch zu einer ,handlung1 dass man dieselbe gefhrlicher darstellt1 als sie ist4 #cji4 ,artigkeiten4 - ,unbeliebten ,personen rechnen wir die ,artigkeiten1 welche sie uns erweisen1 zum ,vergehen an4 #caj4 ,warten lassen4 - ,ein sicheres ,mittel1 die ,leute aufzubringen und ihnen bse ,gedanken in den ,kopf zu setzen1 ist1 sie lange warten zu lassen4 ,diess macht unmoralisch4 #caa4 ,gegen die ,vertraulichen4 - ,leute1 welche uns ihr volles ,vertrauen schenken1 glauben dadurch ein ,recht auf das unsrige zu haben4 ,diess ist ein ,fehlschluss2 durch ,geschenke erwirbt man keine ,rechte4 #cab4 ,ausgleichsmittel4 - ,es gengt oft1 einem ,andern1 dem man einen ,nachtheil zugefgt hat1 ,gelegenheit zu einem ,witze ber uns zu geben1 um ihm persnlich ,genugthuung zu schaffen1 ja um ihn fr uns gut zu stimmen4 #cac4 ,eitelkeit der ,zunge4 - ,ob der ,mensch seine schlechten ,eigenschaften und ,laster verbirgt oder mit ,offenheit sie eingesteht1 so wnscht doch in beiden ,fllen seine ,eitelkeit einen ,vortheil dabei zu haben3 man beachte nur1 wie fein er unterscheidet1 vor wem er jene ,eigenschaften verbirgt1 vor wem er ehrlich und offenherzig wird4 #cad4 ,rcksichtsvoll4 - ,niemanden krnken1 ,niemanden beeintrchtigen wollen kann ebensowohl das ,kennzeichen einer gerechten1 als einer ngstlichen ,sinnesart sein4 #cae4 ,zum ,disputiren erforderlich4 - ,wer seine ,gedanken nicht auf ,eis zu legen versteht1 der soll sich nicht in die ,hitze des ,streites begeben4 #caf4 ,umgang und ,anmaassung4 - ,man verlernt die ,anmaassung1 wenn man sich immer unter verdienten ,menschen weiss2 ,allein-sein pflanzt ,uebermuth4 ,junge ,leute sind anmaassend1 denn sie gehen mit ,ihresgleichen um1 welche alle ,nichts sind1 aber gerne viel bedeuten4 #cag4 ,motiv des ,angriffs4 - ,man greift nicht nur an1 um jemandem wehe zu thun1 ihn zu besiegen1 sondern vielleicht auch nur1 um sich seiner ,kraft bewusst zu werden4 #cah4 ,schmeichelei4 - ,personen1 welche unsere ,vorsicht im ,verkehr mit ihnen durch ,schmeicheleien betuben wollen1 wenden ein gefhrliches ,mittel an1 gleichsam einen ,schlaftrunk1 welcher1 wenn er nicht einschlfert1 nur um so mehr wach erhlt4 #cai4 ,guter ,briefschreiber4 - ,der1 welcher keine ,bcher schreibt1 viel denkt und in unzureichender ,gesellschaft lebt1 wird gewhnlich ein guter ,briefschreiber sein4 #cbj4 ,am hsslichsten4 - ,es ist zu bezweifeln1 ob ein ,vielgereister irgendwo in der ,welt hsslichere ,gegenden gefunden hat1 als im menschlichen ,gesichte4 #cba4 ,die ,mitleidigen4 - ,die mitleidigen1 im ,unglck jederzeit hlfreichen ,naturen sind selten zugleich die sich mitfreuenden3 beim ,glck der ,anderen haben sie ,nichts zu thun1 sind berflssig1 fhlen sich nicht im ,besitz ihrer ,ueberlegenheit und zeigen desshalb leicht ,missvergngen4 #cbb4 ,verwandte eines ,selbstmrders4 - ,verwandte eines ,selbstmrders rechnen es ihm bel an1 dass er nicht aus ,rcksicht auf ihren ,ruf am ,leben geblieben ist4 #cbc4 ,undank vorauszusehen4 - ,der1 welcher etwas ,grosses schenkt1 findet keine ,dankbarkeit2 denn der ,beschenkte hat schon durch das ,annehmen zu viel ,last4 #cbd4 ,in geistloser ,gesellschaft4 - ,niemand dankt dem geistreichen ,menschen die ,hflichkeit1 wenn er sich einer ,gesellschaft gleichstellt1 in der es nicht hflich ist1 ,geist zu zeigen4 #cbe4 ,gegenwart von ,zeugen4 - ,man springt einem ,menschen1 der in's ,wasser fllt1 noch einmal so gern nach1 wenn ,leute zugegen sind1 die es nicht wagen4 #cbf4 ,schweigen4 - ,die fr beide ,parteien unangenehmste ,art1 eine ,polemik zu erwidern1 ist1 sich rgern und schweigen3 denn der ,angreifende erklrt sich das ,schweigen gewhnlich als ,zeichen der ,verachtung4 #cbg4 ,das ,geheimniss des ,freundes4 - ,es wird ,wenige geben1 welche1 wenn sie um ,stoff zur ,unterhaltung verlegen sind1 nicht die geheimeren ,angelegenheiten ihrer ,freunde preisgeben4 #cbh4 ,humanitt4 - ,die ,humanitt der ,berhmtheiten des ,geistes besteht darin1 im ,verkehre mit ,unberhmten auf eine verbindliche ,art ,unrecht zu behalten4 #cbi4 ,der ,befangene4 - ,menschen1 die sich in der ,gesellschaft nicht sicher fhlen1 benutzen jede ,gelegenheit1 um an einem ,nahegestellten1 dem sie berlegen sind1 diese ,ueberlegenheit ffentlich1 vor der ,gesellschaft1 zu zeigen1 zum ,beispiel durch ,neckereien4 #ccj4 ,dank4 - ,eine feine ,seele bedrckt es1 sich ,jemanden zum ,dank verpflichtet zu wissen2 eine grobe1 sich ,jemandem4 #cca4 ,merkmal der ,entfremdung4 - ,das strkste ,anzeichen von ,entfremdung der ,ansichten bei zwei ,menschen ist diess1 dass beide sich gegenseitig einiges ,ironische sagen1 aber keiner von beiden das ,ironische daran fhlt4 #ccb4 ,anmaassung bei ,verdiensten4 - ,anmaassung bei ,verdiensten beleidigt noch mehr1 als ,anmaassung von ,menschen ohne ,verdienst4 denn schon das ,verdienst beleidigt4 #ccc4 ,gefahr in der ,stimme4 - ,mitunter macht uns im ,gesprche der ,klang der eigenen ,stimme verlegen und verleitet uns zu ,behauptungen1 welche gar nicht unserer ,meinung entsprechen4 #ccd4 ,im ,gesprche4 - ,ob man im ,gesprche dem ,andern vornehmlich ,recht giebt oder ,unrecht1 ist durchaus die ,sache der ,angewhnung3 das ,eine wie das ,andere hat ,sinn4 #cce4 ,furcht vor dem ,nchsten4 - ,wir frchten die feindselige ,stimmung des ,nchsten1 weil wir befrchten1 dass er durch diese ,stimmung hinter unsere ,heimlichkeiten kommt4 #ccf4 ,durch ,tadel auszeichnen4 - ,sehr angesehene ,personen ertheilen selbst ihren ,tadel so1 dass sie uns damit auszeichnen wollen4 ,es soll uns aufmerksam machen1 wie angelegentlich sie sich mit uns beschftigen4 ,wir verstehen sie ganz falsch1 wenn wir ihren ,tadel sachlich nehmen und uns gegen ihn vertheidigen2 wir rgern sie dadurch und entfremden uns ihnen4 #ccg4 ,verdruss am ,wohlwollen ,anderer4 - ,wir irren uns ber den ,grad1 in welchem wir uns gehasst1 gefrchtet glauben3 weil wir selber zwar gut den ,grad unserer ,abweichung von einer ,person1 ,richtung1 ,partei kennen1 jene ,andern aber uns sehr oberflchlich kennen und desshalb auch nur oberflchlich hassen4 ,wir begegnen oft einem ,wohlwollen1 welches uns unerklrlich ist2 verstehen wir es aber1 so beleidigt es uns1 weil es zeigt1 dass man uns nicht ernst1 nicht wichtig genug nimmt4 #cch4 ,sich kreuzende ,eitelkeiten4 - ,zwei sich begegnende ,personen1 deren ,eitelkeit gleich gross ist1 behalten hinterdrein von einander einen schlechten ,eindruck1 weil jede so mit dem ,eindruck beschftigt war1 den sie bei der andern hervorbringen wollte1 dass die andere auf sie keinen ,eindruck machte2 beide merken endlich1 dass ihr ,bemhen verfehlt ist und schieben je der andern die ,schuld zu4 #cci4 ,unarten als gute ,anzeichen4 - ,der berlegene ,geist hat an den ,tactlosigkeiten1 ,anmaassungen1 ja ,feindseligkeiten ehrgeiziger ,jnglinge gegen ihn sein ,vergngen2 es sind die ,unarten feuriger ,pferde1 welche noch keinen ,reiter getragen haben und doch in ,kurzem so stolz sein werden1 ihn zu tragen4 #cdj4 ,wann es rathsam ist1 ,unrecht zu behalten4 - ,man thut gut1 gemachte ,anschuldigungen1 selbst wenn sie uns ,unrecht thun1 ohne ,widerlegung hinzunehmen1 im ,fall der ,anschuldigende darin ein noch grsseres ,unrecht unsererseits sehen wrde1 wenn wir ihm widersprchen und etwa gar ihn widerlegten4 ,freilich kann ,einer auf diese ,weise immer ,unrecht haben und immer ,recht behalten und zuletzt mit dem besten ,gewissen von der ,welt der unertrglichste ,tyrann und ,qulgeist werden2 und was vom ,einzelnen gilt1 kann auch bei ganzen ,classen der ,gesellschaft vorkommen4 #cda4 ,zuwenig geehrt4 - ,sehr eingebildete ,personen1 denen man ,zeichen von geringerer ,beachtung gegeben hat1 als sie erwarteten1 versuchen lange1 sich selbst und ,andere darber irre zu fhren und werden spitzfindige ,psychologiker1 um herauszubekommen1 dass der ,andere sie doch gengend geehrt hat3 erreichen sie ihr ,ziel nicht1 reisst der ,schleier der ,tuschung1 so geben sie sich einer um so grsseren ,wuth hin4 #cdb4 ,urzustnde in der ,rede nachklingend4 - ,in der ,art1 wie jetzt die ,mnner im ,verkehre ,behauptungen aufstellen1 erkennt man oft einen ,nachklang der ,zeiten1 wo dieselben sich besser auf ,waffen1 als auf irgend ,etwas verstanden3 sie handhaben ihre ,behauptungen bald wie zielende ,schtzen ihr ,gewehr1 bald glaubt man das ,sausen und ,klirren der ,klingen zu hren2 und bei einigen ,mnnern poltert eine ,behauptung herab wie ein derber ,knttel4 - ,frauen dagegen sprechen so1 wie ,wesen1 welche ,jahrtausende lang am ,webstuhl sassen oder die ,nadel fhrten oder mit ,kindern kindisch waren4 #cdc4 ,der ,erzhler4 - ,wer ,etwas erzhlt1 lsst leicht merken1 ob er erzhlt1 weil ihn das ,factum interessirt oder weil er durch die ,erzhlung interessiren will4 ,im letzteren ,falle wird er bertreiben1 ,superlative gebrauchen und ,aehnliches thun4 ,er erzhlt dann gewhnlich schlechter1 weil er nicht so sehr an die ,sache1 als an sich denkt4 #cdd4 ,der ,vorleser4 - ,wer dramatische ,dichtungen vorliest1 macht ,entdeckungen ber seinen ,charakter3 er findet fr gewisse ,stimmungen und ,scenen seine ,stimme natrlicher1 als fr andere1 etwa fr alles ,pathetische oder fr das ,scurrile1 whrend er vielleicht im gewhnlichen ,leben nur nicht ,gelegenheit hatte1 ,pathos oder ,scurrilitt zu zeigen4 #cde4 ,eine ,lustspiel-,scene1 welche im ,leben vorkommt4 - ,jemand denkt sich eine geistreiche ,meinung ber ein ,thema aus1 um sie in einer ,gesellschaft vorzutragen4 ,nun wrde man im ,lustspiel anhren und ansehen1 wie er mit allen ,segeln an den ,punct zu kommen und die ,gesellschaft dort einzuschiffen sucht1 wo er seine ,bemerkung machen kann3 wie er fortwhrend die ,unterhaltung nach ,einem ,ziele schiebt1 gelegentlich die ,richtung verliert1 sie wiedergewinnt1 endlich den ,augenblick erreicht3 fast versagt ihm der ,athem - und da nimmt ihm ,einer aus der ,gesellschaft die ,bemerkung vom ,munde weg4 ,was wird er thun8 ,seiner eigenen ,meinung opponiren8 #cdf4 ,wider ,willen unhflich4 - ,wenn jemand wider ,willen einen ,andern unhflich behandelt1 zum ,beispiel nicht grsst1 weil er ihn nicht erkennt1 so wurmt ihn diess1 obwohl er nicht seiner ,gesinnung einen ,vorwurf machen kann2 ihn krnkt die schlechte ,meinung1 welche er bei dem ,andern erzeugt hat1 oder er frchtet die ,folgen einer ,verstimmung1 oder ihn schmerzt es1 den ,andern verletzt zu haben1 - also ,eitelkeit1 ,furcht oder ,mitleid knnen rege werden1 vielleicht auch alles zusammen4 #cdg4 ,verrther-,meisterstck4 - ,gegen den ,mitverschworenen den krnkenden ,argwohn zu ussern1 ob man nicht von ihm verrathen werde1 und diess gerade in dem ,augenblicke1 wo man selbst ,verrath bt1 ist ein ,meisterstck der ,bosheit1 weil es den ,andern persnlich occupirt und ihn zwingt1 eine ,zeit lang sich sehr unverdchtig und offen zu benehmen1 so dass der wirkliche ,verrther sich freie ,hand gemacht hat4 #cdh4 ,beleidigen und beleidigt werden4 - ,es ist weit angenehmer1 zu beleidigen und spter um ,verzeihung zu bitten1 als beleidigt zu werden und ,verzeihung zu gewhren4 ,der1 welcher das ,erste thut1 giebt ein ,zeichen von ,macht und nachher von ,gte des ,charakters4 ,der ,andere1 wenn er nicht als inhuman gelten will1 muss schon verzeihen2 der ,genuss an der ,demthigung des ,anderen ist dieser ,nthigung wegen gering4 #cdi4 ,im ,disput4 - ,wenn man zugleich einer anderen ,meinung widerspricht und dabei seine eigene entwickelt1 so verrckt gewhnlich die fortwhrende ,rcksicht auf die andere ,meinung die natrliche ,haltung der eigenen3 sie erscheint absichtlicher1 schrfer1 vielleicht etwas bertrieben4 #cej4 ,kunstgriff4 - ,wer etwas ,schwieriges von einem ,andern erlangen will1 muss die ,sache berhaupt nicht als ,problem fassen1 sondern schlicht seinen ,plan hinlegen1 als sei er die einzige ,mglichkeit2 er muss es verstehen1 wenn im ,auge des ,gegners der ,einwand1 der ,widerspruch dmmert1 schnell abzubrechen und ihm keine ,zeit zu geben4 #cea4 ,gewissensbisse nach ,gesellschaften4 - ,warum haben wir nach gewhnlichen ,gesellschaften ,gewissensbisse8 ,weil wir wichtige ,dinge leicht genommen haben1 weil wir bei der ,besprechung von ,personen nicht mit voller ,treue gesprochen oder weil wir geschwiegen haben1 wo wir reden sollten1 weil wir gelegentlich nicht aufgesprungen und fortgelaufen sind1 kurz weil wir uns in der ,gesellschaft benahmen1 als ob wir zu ihr gehrten4 #ceb4 ,man wird falsch beurtheilt4 - ,wer immer darnach hinhorcht1 wie er beurtheilt wird1 hat immer ,aerger4 ,denn wir werden schon von ,denen1 welche uns am nchsten stehen 7am besten kennen71 falsch beurtheilt4 ,selbst gute ,freunde lassen ihre ,verstimmung mitunter in einem missgnstigen ,worte aus2 und wrden sie unsere ,freunde sein1 wenn sie uns genau kennten8 - ,die ,urtheile der ,gleichgltigen thun sehr weh1 weil sie so unbefangen1 fast sachlich klingen4 ,merken wir aber gar1 dass ,jemand1 der uns feind ist1 uns in einem geheim gehaltenen ,puncte so gut kennt1 wie wir uns1 wie gross ist dann erst der ,verdruss6 #cec4 ,tyrannei des ,portraits4 - ,knstler und ,staatsmnner1 die schnell aus einzelnen ,zgen das ganze ,bild eines ,menschen oder ,ereignisses combiniren1 sind am meisten dadurch ungerecht1 dass sie hinterdrein verlangen1 das ,ereigniss oder der ,mensch msse wirklich so sein1 wie sie es malten2 sie verlangen geradezu1 dass ,einer so begabt1 so verschlagen1 so ungerecht sei1 wie er in ihrer ,vorstellung lebt4 #ced4 ,der ,verwandte als der beste ,freund4 - ,die ,griechen1 die so gut wussten1 was ein ,freund sei1 - sie allein von allen ,vlkern haben eine tiefe1 vielfache philosophische ,errterung der ,freundschaft2 sodass ihnen zuerst1 und bis jetzt zuletzt1 der ,freund als ein lsenswerthes ,problem erschienen ist - diese selben ,griechen haben die ,verwandten mit einem ,ausdrucke bezeichnet1 welcher der ,superlativ des ,wortes ,freund ist4 ,diess bleibt mir unerklrlich4 #cee4 ,verkannte ,ehrlichkeit4 - ,wenn jemand im ,gesprche sich selber citirt 7ich sagte damals1 ich pflege zu sagen71 so macht diess den ,eindruck der ,anmaassung1 whrend es hufiger gerade aus der entgegengesetzten ,quelle hervorgeht1 mindestens aus ,ehrlichkeit1 welche den ,augenblick nicht mit den ,einfllen schmcken und herausputzen will1 welche einem frheren ,augenblicke angehren4 #cef4 ,der ,parasit4 - ,es bezeichnet einen vlligen ,mangel an vornehmer ,gesinnung1 wenn ,jemand lieber in ,abhngigkeit1 auf ,anderer ,kosten1 leben will1 um nur nicht arbeiten zu mssen1 gewhnlich mit einer heimlichen ,erbitterung gegen ,die1 von denen er abhngt4 - ,eine solche ,gesinnung ist viel hufiger bei ,frauen als bei ,mnnern1 auch viel verzeihlicher 7aus historischen ,grnden74 #ceg4 ,auf dem ,altar der ,vershnung4 - ,es giebt ,umstnde1 wo man eine ,sache von einem ,menschen nur so erlangt1 dass man ihn beleidigt und sich verfeindet3 dieses ,gefhl1 einen ,feind zu haben1 qult ihn so1 dass er gern das erste ,anzeichen einer milderen ,stimmung zur ,vershnung bentzt und jene ,sache auf dem ,altar dieser ,vershnung opfert1 an der ihm frher so viel gelegen war1 dass er sie um keinen ,preis geben wollte4 #ceh4 ,mitleid fordern als ,zeichen der ,anmaassung4 - ,es giebt ,menschen1 welche1 wenn sie in ,zorn gerathen und die ,anderen beleidigen1 dabei erstens verlangen1 dass man ihnen ,nichts bel nehme und zweitens1 dass man mit ihnen ,mitleid habe1 weil sie so heftigen ,paroxysmen unterworfen sind4 ,so weit geht die menschliche ,anmaassung4 #cei4 ,kder4 - ,jeder ,mensch hat seinen ,preis1 - das ist nicht wahr4 ,aber es findet sich wohl fr ,jeden ein ,kder1 an den er anbeissen muss4 ,so braucht man1 um manche ,personen fr eine ,sache zu gewinnen1 dieser ,sache nur den ,glanz des ,menschenfreundlichen1 ,edlen1 ,mildthtigen1 ,aufopfernden zu geben - und welcher ,sache knnte man ihn nicht geben8 - ,es ist das ,zuckerwerk und die ,nscherei ihrer ,seele2 andere haben anderes4 #cfj4 ,verhalten beim ,lobe4 - ,wenn gute ,freunde die begabte ,natur loben1 so wird sie sich fters aus ,hflichkeit und ,wohlwollen darber erfreut zeigen1 aber in ,wahrheit ist es ihr gleichgltig4 ,ihr eigentliches ,wesen ist ganz trge dagegen und um keinen ,schritt dadurch aus der ,sonne oder dem ,schatten1 in dem sie liegt1 herauszuwlzen2 aber die ,menschen wollen durch ,lob eine ,freude machen und man wrde sie betrben1 wenn man sich ber ihr ,lob nicht freute4 #cfa4 ,die ,erfahrung des ,sokrates4 - ,ist man in einer ,sache ,meister geworden1 so ist man gewhnlich eben dadurch in den meisten andern ,sachen ein vlliger ,stmper geblieben2 aber man urtheilt gerade umgekehrt1 wie diess schon ,sokrates erfuhr4 ,diess ist der ,uebelstand1 welcher den ,umgang mit ,meistern unangenehm macht4 #cfb4 ,mittel der ,verthierung4 - ,im ,kampf mit der ,dummheit werden die billigsten und sanftesten ,menschen zuletzt brutal4 ,sie sind damit vielleicht auf dem rechten ,wege der ,vertheidigung2 denn an die dumme ,stirn gehrt1 als ,argument1 von ,rechtswegen die geballte ,faust4 ,aber weil1 wie gesagt1 ihr ,charakter sanft und billig ist1 so leiden sie durch diese ,mittel der ,nothwehr mehr als sie ,leid zufgen4 #cfc4 ,neugierde4 - ,wenn die ,neugierde nicht wre1 wrde wenig fr das ,wohl des ,nchsten gethan werden4 ,aber die ,neugierde schleicht sich unter dem ,namen der ,pflicht oder des ,mitleides in das ,haus des ,unglcklichen und ,bedrftigen4 - ,vielleicht ist selbst an der vielberhmten ,mutterliebe ein gut ,stck ,neugierde4 #cfd4 ,verrechnung in der ,gesellschaft4 - ,dieser wnscht interessant zu sein durch seine ,urtheile1 jener durch seine ,neigungen und ,abneigungen1 der ,dritte durch seine ,bekanntschaften1 ein ,vierter durch seine ,vereinsamung - und sie verrechnen sich ,alle4 ,denn ,der1 vor dem das ,schauspiel aufgefhrt wird1 meint selber dabei das einzig in ,betracht kommende ,schauspiel zu sein4 #cfe4 ,duell4 - ,zu ,gunsten aller ,ehrenhndel und ,duelle ist zu sagen1 dass1 wenn ,einer ein so reizbares ,gefhl hat1 nicht leben zu wollen1 wenn ,der und ,der das und das ber ihn sagt oder denkt1 er ein ,recht hat1 die ,sache auf den ,tod des ,einen oder des ,andern ankommen zu lassen4 ,darber1 dass er so reizbar ist1 ist gar nicht zu rechten1 damit sind wir die ,erben der ,vergangenheit1 ihrer ,grsse sowohl wie ihrer ,uebertreibungen1 ohne welche es nie eine ,grsse gab4 ,existirt nun ein ,ehren-,kanon1 welcher ,blut an ,stelle des ,todes gelten lsst1 so dass nach einem regelmssigen ,duell das ,gemth erleichtert ist1 so ist diess eine grosse ,wohlthat1 weil sonst viele ,menschenleben in ,gefahr wren4 - ,so eine ,institution erzieht brigens die ,menschen in ,vorsicht auf ihre ,aeusserungen und macht den ,umgang mit ihnen mglich4 #cff4 ,vornehmheit und ,dankbarkeit4 - ,eine vornehme ,seele wird sich gern zur ,dankbarkeit verpflichtet fhlen und den ,gelegenheiten1 bei denen sie sich verpflichtet1 nicht ngstlich aus dem ,wege zu gehen2 ebenso wird sie nachher gelassen in den ,aeusserungen der ,dankbarkeit sein2 whrend niedere ,seelen sich gegen alles ,verpflichtet werden struben oder nachher in den ,aeusserungen ihrer ,dankbarkeit bertrieben und allzu sehr beflissen sind4 ,letzteres kommt brigens auch bei ,personen von niederer ,herkunft oder gedrckter ,stellung vor3 eine ,gunst1 ihnen erwiesen1 deucht ihnen ein ,wunder von ,gnade4 #cfg4 ,die ,stunden der ,beredtsamkeit4 - ,der ,eine hat1 um gut zu sprechen1 jemanden nthig1 der ihm entschieden und anerkannt berlegen ist1 der ,andere kann nur vor ,einem1 den er berragt1 vllige ,freiheit der ,rede und glckliche ,wendungen der ,beredtsamkeit finden3 in beiden ,fllen ist es der selbe ,grund2 jeder von ihnen redet nur gut1 wenn er sans gne redet1 der ,eine1 weil er vor dem ,hheren den ,antrieb der ,concurrenz1 des ,wettbewerbs nicht fhlt1 der ,andere ebenfalls desshalb angesichts des ,niederen4 - ,nun giebt es eine ganz andere ,gattung von ,menschen1 die nur gut reden1 wenn sie im ,wetteifer1 mit der ,absicht zu siegen1 reden4 ,welche von beiden ,gattungen ist die ehrgeizigere3 die1 welche aus erregter ,ehrsucht gut1 oder die1 welche aus eben diesen ,motiven schlecht oder gar nicht spricht8 #cfh4 ,das ,talent zur ,freundschaft4 - ,unter den ,menschen1 welche eine besondere ,gabe zur ,freundschaft haben1 treten zwei ,typen hervor4 ,der ,eine ist in einem fortwhrenden ,aufsteigen und findet fr jede ,phase seiner ,entwickelung einen genau zugehrigen ,freund4 ,die ,reihe von ,freunden1 welche er auf diese ,weise erwirbt1 ist unter sich selten im ,zusammenhang1 mitunter in ,misshelligkeit und ,widerspruch3 ganz dem entsprechend1 dass die spteren ,phasen in seiner ,entwickelung die frheren ,phasen aufheben oder beeintrchtigen4 ,ein solcher ,mensch mag im ,scherz eine ,leiter heissen4 - ,den andern ,typus vertritt ,der1 welcher eine ,anziehungskraft auf sehr verschiedene ,charaktere und ,begabungen ausbt1 so dass er einen ganzen ,kreis von ,freunden gewinnt2 diese aber kommen dadurch selber unter einander in freundschaftliche ,beziehung1 trotz aller ,verschiedenheit4 ,einen solchen ,menschen nenne man einen ,kreis3 denn in ihm muss jene ,zusammengehrigkeit so verschiedener ,anlagen und ,naturen irgendwie vorgebildet sein4 - ,uebrigens ist die ,gabe1 gute ,freunde zu haben1 in manchem ,menschen viel grsser1 als die ,gabe1 ein guter ,freund zu sein4 #cfi4 ,taktik im ,gesprch4 - ,nach einem ,gesprch mit jemandem ist man am besten auf den ,mitunterredner zu sprechen1 wenn man ,gelegenheit hatte1 seinen ,geist1 seine ,liebenswrdigkeit vor ihm im ganzen ,glanze zu zeigen4 ,diess benutzen kluge ,menschen1 welche jemanden sich gnstig stimmen wollen1 indem sie bei der ,unterredung ihm die besten ,gelegenheiten zu einem guten ,witz und dergleichen zuschieben4 ,es wre ein lustiges ,gesprch zwischen zwei sehr ,klugen zu denken1 welche sich gegenseitig gnstig stimmen wollen und sich desshalb die schnen ,gelegenheiten im ,gesprch hin und her zuwerfen1 whrend keiner sie annimmt3 so dass das ,gesprch im ,ganzen geistlos und unliebenswrdig verliefe1 weil ,jeder dem ,andern die ,gelegenheit zu ,geist und ,liebenswrdigkeit zuwiese4 #cgj4 ,entladung des ,unmuthes4 - ,der ,mensch1 dem ,etwas misslingt1 fhrt diess ,misslingen lieber auf den bsen ,willen eines ,anderen1 als auf den ,zufall zurck4 ,seine gereizte ,empfindung wird dadurch erleichtert1 eine ,person und nicht eine ,sache sich als ,grund seines ,misslingens zu denken2 denn an ,personen kann man sich rchen1 die ,unbilden des ,zufalls aber muss man hinunterwrgen4 ,die ,umgebung eines ,frsten pflegt desshalb1 wenn diesem ,etwas misslungen ist1 einen einzelnen ,menschen als angebliche ,ursache ihm zu bezeichnen und im ,interesse aller ,hflinge aufzuopfern2 denn der ,missmuth des ,frsten wrde sich sonst an ihnen ,allen auslassen1 da er ja an der ,schicksalsgttin selber keine ,rache nehmen kann4 #cga4 ,die ,farbe der ,umgebung annehmen4 - ,warum ist ,neigung und ,abneigung so ansteckend1 dass man kaum in der ,nhe einer stark empfindenden ,person leben kann1 ohne wie ein ,gefss mit ihrem ,fr und ,wider angefllt zu werden8 ,erstens ist die vllige ,enthaltung des ,urtheils sehr schwer1 mitunter fr unsere ,eitelkeit geradezu unertrglich2 sie trgt da gleiche ,farbe mit der ,gedanken- und ,empfindungsarmuth oder mit der ,aengstlichkeit1 der ,unmnnlichkeit3 und so werden wir wenigstens dazu fortgerissen1 ,partei zu nehmen1 vielleicht gegen die ,richtung unserer ,umgebung1 wenn diese ,stellung unserm ,stolze mehr ,vergngen macht4 ,gewhnlich aber - das ist das ,zweite - bringen wir uns den ,uebergang von ,gleichgltigkeit zu ,neigung oder ,abneigung gar nicht zum ,bewusstsein1 sondern allmhlich gewhnen wir uns an die ,empfindungsweise unserer ,umgebung1 und weil sympathisches ,zustimmen und ,sichverstehen so angenehm ist1 tragen wir bald alle ,zeichen und ,parteifarben dieser ,umgebung4 #cgb4 ,ironie4 - ,die ,ironie ist nur als pdagogisches ,mittel am ,platze1 von seiten eines ,lehrers im ,verkehr mit ,schlern irgend welcher ,art3 ihr ,zweck ist ,demthigung1 ,beschmung1 aber von jener heilsamen ,art1 welche gute ,vorstze erwachen lsst und ,dem1 welcher uns so behandelte1 ,verehrung1 ,dankbarkeit als einem ,arzte entgegenbringen heisst4 ,der ,ironische stellt sich unwissend und zwar so gut1 dass die sich mit ihm unterredenden ,schler1 getuscht sind und in ihrem guten ,glauben an ihr eigenes ,besserwissen dreist werden und sich ,blssen aller ,art geben2 sie verlieren die ,behutsamkeit und zeigen sich1 wie sie sind1 - bis in einem ,augenblick die ,leuchte1 die sie dem ,lehrer in's ,gesicht hielten1 ihre ,strahlen sehr demthigend auf sie selbst zurckfallen lsst4 - ,wo ein solches ,verhltniss1 wie zwischen ,lehrer und ,schler1 nicht stattfindet1 ist sie eine ,unart1 ein gemeiner ,affect4 ,alle ironischen ,schriftsteller rechnen auf die alberne ,gattung von ,menschen1 welche sich gerne allen ,anderen mit dem ,autor zusammen berlegen fhlen wollen1 als welchen sie fr das ,mundstck ihrer ,anmaassung ansehen4 - ,die ,gewhnung an ,ironie1 ebenso wie die an ,sarkasmus1 verdirbt brigens den ,charakter1 sie verleiht allmhlich die ,eigenschaft einer schadenfrohen ,ueberlegenheit3 man ist zuletzt einem bissigen ,hunde gleich1 der noch das ,lachen gelernt hat1 ausser dem ,beissen4 #cgc4 ,anmaassung4 - ,vor ,nichts soll man sich so hten1 als vor dem ,aufwachsen jenes ,unkrautes1 welches ,anmaassung heisst und uns jede gute ,ernte verdirbt2 denn es giebt ,anmaassung in der ,herzlichkeit1 in der ,ehrenbezeigung1 in der wohlwollenden ,vertraulichkeit1 in der ,liebkosung1 im freundschaftlichen ,rathe1 im ,eingestehen von ,fehlern1 in dem ,mitleid fr ,andere1 und alle diese schnen ,dinge erwecken ,widerwillen1 wenn jenes ,kraut dazwischen wchst4 ,der ,anmaassende1 das heisst ,der1 welcher mehr bedeuten will als er ist oder gilt1 macht immer eine falsche ,berechnung4 ,zwar hat er den augenblicklichen ,erfolg fr sich1 insofern die ,menschen1 vor denen er anmaassend ist1 ihm gewhnlich das ,maass von ,ehre zollen1 welches er fordert1 aus ,angst oder ,bequemlichkeit2 aber sie nehmen eine schlimme ,rache dafr1 insofern sie ebensoviel1 als er ber das ,maass forderte1 von dem ,werthe subtrahiren1 den sie ihm bis jetzt beilegten4 ,es ist ,nichts1 was die ,menschen sich theurer bezahlen lassen1 als ,demthigung4 ,der ,anmaassende kann sein wirkliches grosses ,verdienst so in den ,augen der ,andern verdchtigen und klein machen1 dass man mit staubigen ,fssen darauf tritt4 ,selbst ein stolzes ,benehmen sollte man sich nur dort erlauben1 wo man ganz sicher sein kann1 nicht missverstanden und als anmaassend betrachtet zu werden1 zum ,beispiel vor ,freunden und ,gattinnen4 ,denn es giebt im ,verkehre mit ,menschen keine grssere ,thorheit1 als sich den ,ruf der ,anmaassung zuzuziehen2 es ist noch schlimmer1 als wenn man nicht gelernt hat1 hflich zu lgen4 #cgd4 ,zwiegesprch4 - ,das ,zwiegesprch ist das vollkommene ,gesprch1 weil ,alles1 was der ,eine sagt1 seine bestimmte ,farbe1 seinen ,klang1 seine begleitende ,gebrde in strenger ,rcksicht auf den ,anderen1 mit dem gesprochen wird1 erhlt1 also dem entsprechend1 was beim ,briefverkehr geschieht1 dass ein und der selbe zehn ,arten des seelischen ,ausdrucks zeigt1 je nachdem er bald an ,diesen1 bald an ,jenen schreibt4 ,beim ,zwiegesprch giebt es nur eine einzige ,strahlenbrechung des ,gedankens3 diese bringt der ,mitunterredner hervor1 als der ,spiegel1 in welchem wir unsere ,gedanken mglichst schn wiedererblicken wollen4 ,wie aber ist es bei zweien1 bei dreien und mehr ,mitunterrednern8 ,da verliert nothwendig das ,gesprch an individualisirender ,feinheit1 die verschiedenen ,rcksichten kreuzen sich1 heben sich auf2 die ,wendung1 welche dem ,einen wohlthut1 ist nicht der ,sinnesart des ,andern gemss4 ,desshalb wird der ,mensch im ,verkehr mit ,mehreren gezwungen1 sich auf sich zurckzuziehen1 die ,thatsachen hinzustellen1 wie sie sind1 aber jenen spielenden ,aether der ,humanitt den ,gegenstnden zu nehmen1 welcher ein ,gesprch zu den angenehmsten ,dingen der ,welt macht4 ,man hre nur den ,ton1 in welchem ,mnner im ,verkehr mit ganzen ,gruppen von ,mnnern zu reden pflegen1 es ist als ob der ,grundbass aller ,rede der sei3 das bin ich1 das sage ich1 nun haltet davon1 was ihr wollt6 ,diess ist der ,grund1 wesshalb geistreiche ,frauen bei ,dem1 welcher sie in der ,gesellschaft kennen lernte1 meistens einen befremdenden1 peinlichen1 abschreckenden ,eindruck hinterlassen3 es ist das ,reden zu ,vielen1 vor ,vielen1 welches sie aller geistigen ,liebenswrdigkeit beraubt und nur das bewusste ,beruhen auf sich selbst1 ihre ,taktik und die ,absicht auf ffentlichen ,sieg in grellem ,lichte zeigt3 whrend die selben ,frauen im ,zwiegesprche wieder zu ,weibern werden und ihre geistige ,anmuth wiederfinden4 #cge4 ,nachruhm4 - ,auf die ,anerkennung einer fernen ,zukunft hoffen1 hat nur ,sinn1 wenn man die ,annahme macht1 dass die ,menschheit wesentlich unverndert bleibe und dass alles ,grosse nicht fr ,eine1 sondern fr alle ,zeiten als gross empfunden werden msse4 ,diess ist aber ein ,irrthum2 die ,menschheit1 in allem ,empfinden und ,urtheilen ber ,das1 was schn und gut ist1 verwandelt sich sehr stark2 es ist ,phantasterei1 von sich zu glauben1 dass man eine ,meile ,wegs voraus sei und dass die gesammte ,menschheit unsere ,strasse ziehe4 ,zudem3 ein ,gelehrter1 der verkannt wird1 darf jetzt bestimmt darauf rechnen1 dass seine ,entdeckung von ,anderen auch gemacht wird1 und dass ihm besten ,falls einmal spter von einem ,historiker zuerkannt wird1 er habe diess und jenes auch schon gewusst1 sei aber nicht im ,stande gewesen1 seinem ,satz ,glauben zu verschaffen4 ,nicht-anerkannt-werden wird von der ,nachwelt immer als ,mangel an ,kraft ausgelegt4 - ,kurz1 man soll der hochmthigen ,vereinsamung nicht so leicht das ,wort reden4 ,es giebt brigens ,ausnahmeflle2 aber zumeist sind es unsere ,fehler1 ,schwchen und ,narrheiten1 welche die ,anerkennung unserer grossen ,eigenschaften verhindern4 #cgf4 ,von den ,freunden4 - ,ueberlege nur mit dir selber einmal1 wie verschieden die ,empfindungen1 wie getheilt die ,meinungen selbst unter den nchsten ,bekannten sind2 wie selbst gleiche ,meinungen in den ,kpfen deiner ,freunde eine ganz andere ,stellung oder ,strke haben1 als in deinem2 wie hundertfltig der ,anlass kommt zum ,missverstehen1 zum feindseligen ,auseinanderfliehen4 ,nach alledem wirst du dir sagen3 wie unsicher ist der ,boden1 auf dem alle unsere ,bndnisse und ,freundschaften ruhen1 wie nahe sind kalte ,regengsse oder bse ,wetter1 wie vereinsamt ist jeder ,mensch6 ,sieht ,einer diess ein und noch dazu1 dass alle ,meinungen und deren ,art und ,strke bei seinen ,mitmenschen ebenso nothwendig und unverantwortlich sind wie ihre ,handlungen1 gewinnt er das ,auge fr diese innere ,nothwendigkeit der ,meinungen aus der unlsbaren ,verflechtung von ,charakter1 ,beschftigung1 ,talent1 ,umgebung1 - so wird er vielleicht die ,bitterkeit und ,schrfe jener ,empfindung los1 mit der jener ,weise rief3 ,freunde1 es giebt keine ,freunde6 ,er wird sich vielmehr eingestehen3 ja es giebt ,freunde1 aber der ,irrthum1 die ,tuschung ber dich fhrte sie dir zu2 und ,schweigen mssen sie gelernt haben1 um dir ,freund zu bleiben2 denn fast immer beruhen solche menschliche ,beziehungen darauf1 dass irgend ein paar ,dinge nie gesagt werden1 ja dass an sie nie gerhrt wird2 kommen diese ,steinchen aber in's ,rollen1 so folgt die ,freundschaft hinterdrein und zerbricht4 ,giebt es ,menschen1 welche nicht tdtlich zu verletzen sind1 wenn sie erfhren1 was ihre vertrautesten ,freunde im ,grunde von ihnen wissen8 - ,indem wir uns selbst erkennen und unser ,wesen selber als eine wandelnde ,sphre der ,meinungen und ,stimmungen ansehen und somit ein ,wenig geringschtzen lernen1 bringen wir uns wieder in's ,gleichgewicht mit den ,uebrigen4 ,es ist wahr1 wir haben gute ,grnde1 jeden unserer ,bekannten1 und seien es die grssten1 gering zu achten2 aber eben so gute1 diese ,empfindung gegen uns selber zu kehren4 - ,und so wollen wir es mit einander aushalten1 da wir es ja mit uns aushalten2 und vielleicht kommt jedem auch einmal die freudigere ,stunde1 wo er sagt3 ,freunde1 es giebt keine ,freunde6 so rief der sterbende ,weise2 ,feinde1 es giebt keinen ,feind6 - ruf' ich1 der lebende ,thor4 ,siebentes ,hauptstck4 ,weib und ,kind4 #cgg4 ,das vollkommene ,weib4 - ,das vollkommene ,weib ist ein hherer ,typus des ,menschen1 als der vollkommene ,mann3 auch etwas viel ,selteneres4 - ,die ,naturwissenschaft der ,thiere bietet ein ,mittel1 diesen ,satz wahrscheinlich zu machen4 #cgh4 ,freundschaft und ,ehe4 - ,der beste ,freund wird wahrscheinlich die beste ,gattin bekommen1 weil die gute ,ehe auf dem ,talent zur ,freundschaft beruht4 #cgi4 ,fortleben der ,eltern4 - ,die unaufgelsten ,dissonanzen im ,verhltniss von ,charakter und ,gesinnung der ,eltern klingen in dem ,wesen des ,kindes fort und machen seine innere ,leidensgeschichte aus4 #chj4 ,von der ,mutter her4 - ,jedermann trgt ein ,bild des ,weibes von der ,mutter her in sich3 davon wird er bestimmt1 die ,weiber berhaupt zu verehren oder sie geringzuschtzen oder gegen sie im ,allgemeinen gleichgltig zu sein4 #cha4 ,die ,natur corrigiren4 - ,wenn man keinen guten ,vater hat1 so soll man sich einen anschaffen4 #chb4 ,vter und ,shne4 - ,vter haben viel zu thun1 um es wieder gut zu machen1 dass sie ,shne haben4 #chc4 ,irrthum vornehmer ,frauen4 - ,die vornehmen ,frauen denken1 dass eine ,sache gar nicht da ist1 wenn es nicht mglich ist1 von ihr in der ,gesellschaft zu sprechen4 #chd4 ,eine ,mnnerkrankheit4 - ,gegen die ,mnnerkrankheit der ,selbstverachtung hilft es am sichersten1 von einem klugen ,weibe geliebt zu werden4 #che4 ,eine ,art der ,eifersucht4 - ,mtter sind leicht eiferschtig auf die ,freunde ihrer ,shne1 wenn diese besondere ,erfolge haben4 ,gewhnlich liebt eine ,mutter sich mehr in ihrem ,sohn1 als den ,sohn selber4 #chf4 ,vernnftige ,unvernunft4 - ,in der ,reife des ,lebens und des ,verstandes berkommt den ,menschen das ,gefhl1 dass sein ,vater ,unrecht hatte1 ihn zu zeugen4 #chg4 ,mtterliche ,gte4 - ,manche ,mutter braucht glckliche geehrte ,kinder1 manche unglckliche3 sonst kann sich ihre ,gte als ,mutter nicht zeigen4 #chh4 ,verschiedene ,seufzer4 - ,einige ,mnner haben ber die ,entfhrung ihrer ,frauen geseufzt1 die meisten darber1 dass ,niemand sie ihnen entfhren wollte4 #chi4 ,liebesheirathen4 - ,die ,ehen1 welche aus ,liebe geschlossen werden 7die sogenannten ,liebesheirathen71 haben den ,irrthum zum ,vater und die ,noth 7das ,bedrfniss7 zur ,mutter4 #cij4 ,frauenfreundschaft4 - ,frauen knnen recht gut mit einem ,manne ,freundschaft schliessen2 aber um diese aufrecht zu erhalten - dazu muss wohl eine kleine physische ,antipathie mithelfen4 #cia4 ,langeweile4 - ,viele ,menschen1 namentlich ,frauen1 empfinden die ,langeweile nicht1 weil sie niemals ordentlich arbeiten gelernt haben4 #cib4 ,ein ,element der ,liebe4 - ,in jeder ,art der weiblichen ,liebe kommt auch ,etwas von der mtterlichen ,liebe zum ,vorschein4 #cic4 ,die ,einheit des ,ortes und das ,drama4 - ,wenn die ,ehegatten nicht beisammen lebten1 wrden die guten ,ehen hufiger sein4 #cid4 ,gewhnliche ,folgen der ,ehe4 - ,jeder ,umgang1 der nicht hebt1 zieht nieder1 und umgekehrt2 desshalb sinken gewhnlich die ,mnner etwas1 wenn sie ,frauen nehmen1 whrend die ,frauen etwas gehoben werden4 ,allzu geistige ,mnner bedrfen eben so sehr der ,ehe1 als sie ihr wie einer widrigen ,medicin widerstreben4 #cie4 ,befehlen lehren4 - ,kinder aus bescheidenen ,familien muss man eben so sehr das ,befehlen durch ,erziehung lehren1 wie andere ,kinder das ,gehorchen4 #cif4 ,verliebt werden wollen4 - ,verlobte1 welche die ,convenienz zusammengefgt hat1 bemhen sich hufig1 verliebt zu werden1 um ber den ,vorwurf der kalten1 berechnenden ,ntzlichkeit hinwegzukommen4 ,ebenso bemhen sich ,solche1 die ihres ,vortheils wegen zum ,christenthum umlenken1 wirklich fromm zu werden2 denn so wird das religise ,mienenspiel ihnen leichter4 #cig4 ,kein ,stillstand in der ,liebe4 - ,ein ,musiker1 der das langsame ,tempo liebt1 wird die selben ,tonstcke immer langsamer nehmen4 ,so giebt es in keiner ,liebe ein ,stillstehen4 #cih4 ,schamhaftigkeit4 - ,mit der ,schnheit der ,frauen nimmt im ,allgemeinen ihre ,schamhaftigkeit zu4 #cii4 ,ehe von gutem ,bestand4 - ,eine ,ehe1 in der ,jedes durch das ,andere ein individuelles ,ziel erreichen will1 hlt gut zusammen1 zum ,beispiel wenn die ,frau durch den ,mann berhmt1 der ,mann durch die ,frau beliebt werden will4 #djj4 ,proteus-,natur4- ,weiber werden aus ,liebe ganz zu dem1 als was sie in der ,vorstellung der ,mnner1 von denen sie geliebt werden1 leben4 #dja4 ,lieben und besitzen4 - ,frauen lieben meistens einen bedeutenden ,mann so1 dass sie ihn allein haben wollen4 ,sie wrden ihn gern in ,verschluss legen1 wenn nicht ihre ,eitelkeit widerriethe3 diese will1 dass er auch vor ,anderen bedeutend erscheine4 #djb4 ,probe einer guten ,ehe4 - ,die ,gte einer ,ehe bewhrt sich dadurch1 dass sie einmal eine ,ausnahme vertrgt4 #djc4 ,mittel1 ,alle zu ,allem zu bringen4 - ,man kann ,jedermann so durch ,unruhen1 ,aengste1 ,ueberhufung von ,arbeit und ,gedanken abmatten und schwach machen1 dass er einer ,sache1 die den ,schein des ,complicirten hat1 nicht mehr widersteht1 sondern ihr nachgiebt1 - das wissen die ,diplomaten und die ,weiber4 #djd4 ,ehrbarkeit und ,ehrlichkeit4 - ,jene ,mdchen1 welche allein ihrem ,jugendreize die ,versorgung fr's ganze ,leben verdanken wollen und deren ,schlauheit die gewitzigten ,mtter noch souffliren1 wollen ganz das ,selbe wie die ,hetren1 nur dass sie klger und unehrlicher als diese sind4 #dje4 ,masken4 - ,es giebt ,frauen1 die1 wo man bei ihnen auch nachsucht1 kein ,inneres haben1 sondern reine ,masken sind4 ,der ,mann ist zu beklagen1 der sich mit solchen fast gespenstischen1 nothwendig unbefriedigenden ,wesen einlsst1 aber gerade sie vermgen das ,verlangen des ,mannes auf das strkste zu erregen3 er sucht nach ihrer ,seele - und sucht immer fort4 #djf4 ,die ,ehe als langes ,gesprch4 - ,man soll sich beim ,eingehen einer ,ehe die ,frage vorlegen3 glaubst du1 dich mit dieser ,frau bis in's ,alter hinein gut zu unterhalten8 ,alles ,andere in der ,ehe ist transitorisch1 aber die meiste ,zeit des ,verkehrs gehrt dem ,gesprche an4 #djg4 ,mdchentrume4 - ,unerfahrene ,mdchen schmeicheln sich mit der ,vorstellung1 dass es in ihrer ,macht stehe1 einen ,mann glcklich zu machen2 spter lernen sie1 dass es so viel heisst als3 einen ,mann geringschtzen1 wenn man annimmt1 dass es nur eines ,mdchens bedrfe1 um ihn glcklich zu machen4 - ,die ,eitelkeit der ,frauen verlangt1 dass ein ,mann mehr sei1 als ein glcklicher ,gatte4 #djh4 ,aussterben von ,faust und ,gretchen4 - ,nach der sehr einsichtigen ,bemerkung eines ,gelehrten hneln die gebildeten ,mnner des gegenwrtigen ,deutschland einer ,mischung von ,mephistopheles und ,wagner1 aber durchaus nicht ,fausten3 welchen die ,grossvter 7in ihrer ,jugend wenigstens7 in sich rumoren fhlten4 ,zu ihnen passen also - um jenen ,satz fortzusetzen - aus zwei ,grnden die ,gretchen nicht4 ,und weil sie nicht mehr begehrt werden1 so sterben sie1 scheint es1 aus4 #dji4 ,mdchen als ,gymnasiasten4 - ,um ,alles in der ,welt nicht noch unsere ,gymnasialbildung auf die ,mdchen bertragen6 ,sie1 die hufig aus geistreichen1 wissbegierigen1 feurigen jungen - ,abbilder ihrer ,lehrer macht6 #daj4 ,ohne ,nebenbuhlerinnen4 - ,frauen merken es einem ,manne leicht an1 ob seine ,seele schon in ,besitz genommen ist2 sie wollen ohne ,nebenbuhlerinnen geliebt sein und verargen ihm die ,ziele seines ,ehrgeizes1 seine politischen ,aufgaben1 seine ,wissenschaften und ,knste1 wenn er eine ,leidenschaft zu solchen ,sachen hat4 ,es sei denn1 dass er durch diese glnze1 - dann erhoffen sie1 im ,falle einer ,liebesverbindung mit ihm1 zugleich einen ,zuwachs ihres ,glanzes2 wenn es so steht1 begnstigen sie den ,liebhaber4 #daa4 ,der weibliche ,intellect4 - ,der ,intellect der ,weiber zeigt sich als vollkommene ,beherrschung1 ,gegenwrtigkeit des ,geistes1 ,benutzung aller ,vortheile4 ,sie vererben ihn als ihre ,grundeigenschaft auf ihre ,kinder1 und der ,vater giebt den dunkleren ,hintergrund des ,willens dazu4 ,sein ,einfluss bestimmt gleichsam ,rhythmus und ,harmonie1 mit denen das neue ,leben abgespielt werden soll2 aber die ,melodie desselben stammt vom ,weibe4 - ,fr ,solche gesagt1 welche ,etwas sich zurecht zu legen wissen3 die ,weiber haben den ,verstand1 die ,mnner das ,gemth und die ,leidenschaft4 ,dem widerspricht nicht1 dass die ,mnner thatschlich es mit ihrem ,verstande so viel weiterbringen3 sie haben die tieferen1 gewaltigeren ,antriebe2 diese tragen ihren ,verstand1 der an sich etwas ,passives ist1 so weit4 ,die ,weiber wundern sich im ,stillen oft ber die grosse ,verehrung1 welche die ,mnner ihrem ,gemthe zollen4 ,wenn die ,mnner vor ,allem nach einem tiefen1 gemthvollen ,wesen1 die ,weiber aber nach einem klugen1 geistesgegenwrtigen und glnzenden ,wesen bei der ,wahl ihres ,ehegenossen suchen1 so sieht man im ,grunde deutlich1 wie der ,mann nach dem idealisirten ,manne1 das ,weib nach dem idealisirten ,weibe sucht1 also nicht nach ,ergnzung1 sondern nach ,vollendung der eigenen ,vorzge4 #dab4 ,ein ,urtheil ,hesiod's bekrftigt4 - ,ein ,zeichen fr die ,klugheit der ,weiber ist es1 dass sie es fast berall verstanden haben1 sich ernhren zu lassen1 wie ,drohnen im ,bienenkorbe4 ,man erwge doch1 was das aber ursprnglich bedeuten will und warum die ,mnner sich nicht von den ,frauen ernhren lassen4 ,gewiss weil die mnnliche ,eitelkeit und ,ehrsucht grsser als die weibliche ,klugheit ist2 denn die ,frauen haben es verstanden1 sich durch ,unterordnung doch den berwiegenden ,vortheil1 ja die ,herrschaft zu sichern4 ,selbst das ,pflegen der ,kinder knnte ursprnglich von der ,klugheit der ,weiber als ,vorwand benutzt sein1 um sich der ,arbeit mglichst zu entziehen4 ,auch jetzt noch verstehen sie1 wenn sie wirklich thtig sind1 zum ,beispiel als ,haushlterinnen1 davon ein sinnverwirrendes ,aufheben zu machen3 so dass von den ,mnnern das ,verdienst ihrer ,thtigkeit zehnfach berschtzt zu werden pflegt4 #dac4 ,die ,kurzsichtigen sind verliebt4 - ,mitunter gengt schon eine strkere ,brille1 um den ,verliebten zu heilen2 und wer die ,kraft der ,einbildung htte1 um ein ,gesicht1 eine ,gestalt sich zwanzig ,jahre lter vorzustellen1 gienge vielleicht sehr ungestrt durch das ,leben4 #dad4 ,frauen im ,hass4 - ,im ,zustande des ,hasses sind ,frauen gefhrlicher1 als ,mnner2 zuvrderst weil sie durch keine ,rcksicht auf ,billigkeit in ihrer einmal erregten feindseligen ,empfindung gehemmt werden1 sondern ungestrt ihren ,hass bis zu den letzten ,consequenzen anwachsen lassen1 sodann weil sie darauf eingebt sind1 wunde ,stellen 7die jeder ,mensch1 jede ,partei hat7 zu finden und dort hinein zu stechen3 wozu ihnen ihr dolchspitzer ,verstand treffliche ,dienste leistet 7whrend die ,mnner beim ,anblick von ,wunden zurckhaltend1 oft grossmthig und vershnlich gestimmt werden74 #dae4 ,liebe4 - ,die ,abgtterei1 welche die ,frauen mit der ,liebe treiben1 ist im ,grunde und ursprnglich eine ,erfindung der ,klugheit1 insofern sie ihre ,macht durch alle jene ,idealisirungen der ,liebe erhhen und sich in den ,augen der ,mnner als immer begehrenswerther darstellen4 ,aber durch die ,jahrhundertelange ,gewhnung an diese bertriebene ,schtzung der ,liebe ist es geschehen1 dass sie in ihr eigenes ,netz gelaufen sind und jenen ,ursprung vergessen haben4 ,sie selber sind jetzt noch mehr die ,getuschten1 als die ,mnner1 und leiden desshalb auch mehr an der ,enttuschung1 welche fast nothwendig im ,leben jeder ,frau eintreten wird - sofern sie berhaupt ,phantasie und ,verstand genug hat1 um getuscht und enttuscht werden zu knnen4 #daf4 ,zur ,emancipation der ,frauen4 - ,knnen die ,frauen berhaupt gerecht sein1 wenn sie so gewohnt sind1 zu lieben1 gleich fr oder wider zu empfinden8 ,daher sind sie auch seltener fr ,sachen1 mehr fr ,personen eingenommen3 sind sie es aber fr ,sachen1 so werden sie sofort deren ,parteignger und verderben damit die reine unschuldige ,wirkung derselben4 ,so entsteht eine nicht geringe ,gefahr1 wenn ihnen die ,politik und einzelne ,theile der ,wissenschaft anvertraut werden 7zum ,beispiel ,geschichte74 ,denn was wre seltener1 als eine ,frau1 welche wirklich wsste1 was ,wissenschaft ist8 ,die besten nhren sogar im ,busen gegen sie eine heimliche ,geringschtzung1 als ob sie irgend wodurch ihr berlegen wren4 ,vielleicht kann diess ,alles anders werden1 einstweilen ist es so4 #dag4 ,die ,inspiration im ,urtheile der ,frauen4 - ,jene pltzlichen ,entscheidungen ber das ,fr und ,wider1 welche ,frauen zu geben pflegen1 die blitzschnellen ,erhellungen persnlicher ,beziehungen durch ihre hervorbrechenden ,neigungen und ,abneigungen1 kurz die ,beweise der weiblichen ,ungerechtigkeit sind von liebenden ,mnnern mit einem ,glanz umgeben worden1 als ob alle ,frauen ,inspirationen von ,weisheit htten1 auch ohne den delphischen ,kessel und die ,lorbeerbinde3 und ihre ,aussprche werden noch lange nachher wie sibyllinische ,orakel interpretirt und zurechtgelegt4 ,wenn man aber erwgt1 dass fr jede ,person1 fr jede ,sache sich etwas geltend machen lsst1 aber ebenso gut auch ,etwas gegen sie1 dass alle ,dinge nicht nur zwei-1 sondern drei- und vierseitig sind1 so ist es beinahe ,schwer1 mit solchen pltzlichen ,entscheidungen gnzlich fehl zu greifen2 ja man knnte sagen3 die ,natur der ,dinge ist so eingerichtet1 dass die ,frauen immer ,recht behalten4 #dah4 ,sich lieben lassen4 - ,weil die eine von zwei liebenden ,personen gewhnlich die liebende1 die andere die geliebte ,person ist1 so ist der ,glaube entstanden1 es gbe in jedem ,liebeshandel ein gleichbleibendes ,maass von ,liebe3 je mehr eine davon an sich reisse1 um so weniger bleibe fr die andere ,person brig4 ,ausnahmsweise kommt es vor1 dass die ,eitelkeit jede der beiden ,personen berredet1 sie sei die1 welche geliebt werden msse2 so dass sich beide lieben lassen wollen3 woraus sich namentlich in der ,ehe mancherlei halb drollige1 halb absurde ,scenen ergeben4 #dai4 ,widersprche in weiblichen ,kpfen4 - ,weil die ,weiber so viel mehr persnlich als sachlich sind1 vertragen sich in ihrem ,gedankenkreise ,richtungen1 die logisch mit einander in ,widerspruch sind3 sie pflegen sich eben fr die ,vertreter dieser ,richtungen der ,reihe nach zu begeistern und nehmen deren ,systeme in ,bausch und ,bogen an2 doch so1 dass berall dort eine todte ,stelle entsteht1 wo eine neue ,persnlichkeit spter das ,uebergewicht bekommt4 ,es kommt vielleicht vor1 dass die ganze ,philosophie im ,kopf einer alten ,frau aus lauter solchen todten ,stellen besteht4 #dbj4 ,wer leidet mehr8 - ,nach einem persnlichen ,zwiespalt und ,zanke zwischen einer ,frau und einem ,manne leidet der eine ,theil am meisten bei der ,vorstellung1 dem anderen ,wehe gethan zu haben2 whrend jener am meisten bei der ,vorstellung leidet1 dem andern nicht genug ,wehe gethan zu haben1 wesshalb er sich bemht1 durch ,thrnen1 ,schluchzen und verstrte ,mienen1 ihm noch hinterdrein das ,herz schwer zu machen4 #dba4 ,gelegenheit zu weiblicher ,grossmuth4 - ,wenn man sich ber die ,ansprche der ,sitte einmal in ,gedanken hinwegsetzt1 so knnte man wohl erwgen1 ob nicht ,natur und ,vernunft den ,mann auf mehrfache ,verheirathung nach einander anweist1 etwa in der ,gestalt1 dass er zuerst im ,alter von zwei und zwanzig ,jahren ein lteres ,mdchen heirathet1 das ihm geistig und sittlich berlegen ist und seine ,fhrerin durch die ,gefahren der zwanziger ,jahre 7,ehrgeiz1 ,hass1 ,selbstverachtung1 ,leidenschaften aller ,art7 werden kann4 ,die ,liebe dieser wrde spter ganz in das ,mtterliche bertreten1 und sie ertrge es nicht nur1 sondern frderte es auf die heilsamste ,weise1 wenn der ,mann in den dreissiger ,jahren mit einem ganz jungen ,mdchen eine ,verbindung eingienge1 dessen ,erziehung er selber in die ,hand nhme4 - ,die ,ehe ist fr die zwanziger ,jahre einnthiges1 fr die dreissiger ein ntzliches1 aber nicht nthiges ,institut3 fr das sptere ,leben wird sie oft schdlich und befrdert die geistige ,rckbildung des ,mannes4 #dbb4 ,tragdie der ,kindheit4 - ,es kommt vielleicht nicht selten vor1 dass edel- und hochstrebende ,menschen ihren hrtesten ,kampf in der ,kindheit zu bestehen haben3 etwa dadurch1 dass sie ihre ,gesinnung gegen einen niedrig denkenden1 dem ,schein und der ,lgnerei ergebenen ,vater durchsetzen mssen1 oder fortwhrend1 wie ,lord ,byron1 im ,kampfe mit einer kindischen und zornwthigen ,mutter leben4 ,hat man so ,etwas erlebt1 so wird man sein ,leben lang es nicht verschmerzen1 zu wissen1 wer ,einem eigentlich der grsste1 der gefhrlichste ,feind gewesen ist4 #dbc4 ,eltern-,thorheit4 - ,die grbsten ,irrthmer in der ,beurtheilung eines ,menschen werden von dessen ,eltern gemacht3 diess ist eine ,thatsache1 aber wie soll man sie erklren8 ,haben die ,eltern zu viele ,erfahrung von dem ,kinde und knnen sie diese nicht mehr zu einer ,einheit zusammenbringen8 ,man bemerkt1 dass ,reisende unter fremden ,vlkern nur in der ersten ,zeit ihres ,aufenthaltes die allgemeinen unterscheidenden ,zge eines ,volkes richtig erfassen2 je mehr sie das ,volk kennen lernen1 desto mehr verlernen sie1 das ,typische und ,unterscheidende an ihm zu sehen4 ,sobald sie nah-sichtig werden1 hren ihre ,augen auf1 fern-sichtig zu sein4 ,sollten die ,eltern desshalb falsch ber das ,kind urtheilen1 weil sie ihm nie fern genug gestanden haben8 - ,eine ganz andere ,erklrung wre folgende3 die ,menschen pflegen ber das ,nchste1 was sie umgiebt1 nicht mehr nachzudenken1 sondern es nur hinzunehmen4 ,vielleicht ist die gewohnheitsmssige ,gedankenlosigkeit der ,eltern der ,grund1 wesshalb sie1 einmal genthigt ber ihre ,kinder zu urtheilen1 so schief urtheilen4 #dbd4 ,aus der ,zukunft der ,ehe4 - ,jene edlen1 freigesinnten ,frauen1 welche die ,erziehung und ,erhebung des weiblichen ,geschlechtes sich zur ,aufgabe stellen1 sollen einen ,gesichtspunct nicht bersehen3 die ,ehe in ihrer hheren ,auffassung gedacht1 als ,seelenfreundschaft zweier ,menschen verschiedenen ,geschlechts1 also so1 wie sie von der ,zukunft erhofft wird1 zum ,zweck der ,erzeugung und ,erziehung einer neuen ,generation geschlossen1 - eine solche ,ehe1 welche das ,sinnliche gleichsam nur als ein seltenes1 gelegentliches ,mittel fr einen grsseren ,zweck gebraucht1 bedarf wahrscheinlich1 wie man besorgen muss1 einer natrlichen ,beihlfe1 des ,concubinats2 denn wenn aus ,grnden der ,gesundheit des ,mannes das ,eheweib auch zur alleinigen ,befriedigung des geschlechtlichen ,bedrfnisses dienen soll1 so wird bei der ,wahl einer ,gattin schon ein falscher1 den angedeuteten ,zielen entgegengesetzter ,gesichtspunct maassgebend sein3 die ,erzielung der ,nachkommenschaft wird zufllig1 die glckliche ,erziehung hchst unwahrscheinlich4 ,eine gute ,gattin1 welche ,freundin1 ,gehlfin1 ,gebrerin1 ,mutter1 ,familienhaupt1 ,verwalterin sein soll1 ja vielleicht abgesondert von dem ,manne ihrem eigenen ,geschft und ,amte vorzustehen hat1 kann nicht zugleich ,concubine sein3 es hiesse im ,allgemeinen zu viel von ihr verlangen4 ,somit knnte in ,zukunft das ,umgekehrte dessen eintreten1 was zu ,perikles' ,zeiten in ,athen sich begab3 die ,mnner1 welche damals an ihren ,eheweibern nicht viel mehr als ,concubinen hatten1 wandten sich nebenbei zu den ,aspasien1 weil sie nach den ,reizen einer kopf- und herzbefreienden ,geselligkeit verlangten1 wie eine solche nur die ,anmuth und geistige ,biegsamkeit der ,frauen zu schaffen vermag4 ,alle menschlichen ,institutionen1 wie die ,ehe1 gestatten nur einen mssigen ,grad von praktischer ,idealisirung1 widrigenfalls sofort grobe ,remeduren nthig werden4 #dbe4 ,sturm- und ,drangperiode der ,frauen4 - ,man kann in den drei oder vier civilisirten ,lndern ,europa's aus den ,frauen durch einige ,jahrhunderte von ,erziehung ,alles machen1 was man will1 selbst ,mnner1 freilich nicht in geschlechtlichem ,sinne1 aber doch in jedem anderen ,sinne4 ,sie werden unter einer solchen ,einwirkung einmal alle mnnlichen ,tugenden und ,strken angenommen haben1 dabei allerdings auch deren ,schwchen und ,laster mit in den ,kauf nehmen mssen3 so viel1 wie gesagt1 kann man erzwingen4 ,aber wie werden wir den dadurch herbeigefhrten ,zwischenzustand aushalten1 welcher vielleicht selber ein paar ,jahrhunderte dauern kann1 whrend denen die weiblichen ,narrheiten und ,ungerechtigkeiten1 ihr uraltes ,angebinde1 noch die ,uebermacht ber alles ,hinzugewonnene1 ,angelernte behaupten8 ,diese ,zeit wird es sein1 in welcher der ,zorn den eigentlich mnnlichen ,affect ausmacht1 der ,zorn darber1 dass alle ,knste und ,wissenschaften durch einen unerhrten ,dilettantismus berschwemmt und verschlammt sind1 die ,philosophie durch sinnverwirrendes ,geschwtz zu ,tode geredet1 die ,politik phantastischer und parteiischer als je1 die ,gesellschaft in voller ,auflsung ist1 weil die ,bewahrerinnen der alten ,sitte sich selber lcherlich geworden und in jeder ,beziehung ausser der ,sitte zu stehen bestrebt sind4 ,hatten nmlich die ,frauen ihre grsste ,macht in der ,sitte1 wonach werden sie greifen mssen1 um eine hnliche ,flle der ,macht wiederzugewinnen1 nachdem sie die ,sitte aufgegeben haben8 #dbf4 ,freigeist und ,ehe4 - ,ob die ,freigeister mit ,frauen leben werden8 ,im ,allgemeinen glaube ich1 dass sie1 gleich den wahrsagenden ,vgeln des ,alterthums1 als die ,wahrdenkenden1 ,wahrheit-,redenden der ,gegenwart es vorziehen mssen1 allein zu fliegen4 #dbg4 ,glck der ,ehe4 - ,alles ,gewohnte zieht ein immer fester werdendes ,netz von ,spinneweben um uns zusammen2 und alsobald merken wir1 dass die ,fden zu ,stricken geworden sind und dass wir selber als ,spinne in der ,mitte sitzen1 die sich hier gefangen hat und von ihrem eigenen ,blute zehren muss4 ,desshalb hasst der ,freigeist alle ,gewhnungen und ,regeln1 alles ,dauernde und ,definitive1 desshalb reisst er1 mit ,schmerz1 das ,netz um sich immer wieder auseinander3 wiewohl er in ,folge dessen an zahlreichen kleinen und grossen ,wunden leiden wird1 - denn jene ,fden muss er von sich1 von seinem ,leibe1 seiner ,seele abreissen4 ,er muss dort lieben lernen1 wo er bisher hasste1 und umgekehrt4 ,ja es darf fr ihn nichts ,unmgliches sein1 auf das selbe ,feld ,drachenzhne auszusen1 auf welches er vorher die ,fllhrner seiner ,gte ausstrmen liess4 - ,daraus lsst sich abnehmen1 ob er fr das ,glck der ,ehe geschaffen ist4 #dbh4 ,zunahe4 - ,leben wir zu nahe mit einem ,menschen zusammen1 so geht es uns so1 wie wenn wir einen guten ,kupferstich immer wieder mit blossen ,fingern anfassen3 eines ,tages haben wir schlechtes beschmutztes ,papier und ,nichts weiter mehr in den ,hnden4 ,auch die ,seele eines ,menschen wird durch bestndiges ,angreifen endlich abgegriffen2 mindestens erscheint sie uns endlich so1 - wir sehen ihre ursprngliche ,zeichnung und ,schnheit nie wieder4 - ,man verliert immer durch den allzuvertraulichen ,umgang mit ,frauen und ,freunden2 und mitunter verliert man die ,perle seines ,lebens dabei4 #dbi4 ,die goldene ,wiege4 - ,der ,freigeist wird immer aufathmen1 wenn er sich endlich entschlossen hat1 jenes mutterhafte ,sorgen und ,bewachen1 mit welchem die ,frauen um ihn walten1 von sich abzuschtteln4 ,was schadet ihm denn ein rauherer ,luftzug1 den man so ngstlich von ihm wehrte1 was bedeutet ein wirklicher ,nachtheil1 ,verlust1 ,unfall1 eine ,erkrankung1 ,verschuldung1 ,bethrung mehr oder weniger in seinem ,leben1 verglichen mit der ,unfreiheit der goldenen ,wiege1 des ,pfauenschweif-,wedels und der drckenden ,empfindung1 noch dazu dankbar sein zu mssen1 weil er wie ein ,sugling gewartet und verwhnt wird8 ,desshalb kann sich die ,milch1 welche die mtterliche ,gesinnung der ihn umgebenden ,frauen reicht1 so leicht in ,galle verwandeln4 #dcj4 ,freiwilliges ,opferthier4 - ,durch ,nichts erleichtern bedeutende ,frauen ihren ,mnnern1 falls diese berhmt und gross sind1 das ,leben so sehr1 als dadurch dass sie gleichsam das ,gefss der allgemeinen ,ungunst und gelegentlichen ,verstimmung der brigen ,menschen werden4 ,die ,zeitgenossen pflegen ihren grossen ,mnnern viel ,fehlgriffe und ,narrheiten1 ja ,handlungen grober ,ungerechtigkeit nachzusehen1 wenn sie nur ,jemanden finden1 den sie als eigentliches ,opferthier zur ,erleichterung ihres ,gemthes misshandeln und schlachten drfen4 ,nicht selten findet eine ,frau den ,ehrgeiz in sich1 sich zu dieser ,opferung anzubieten1 und dann kann freilich der ,mann sehr zufrieden sein1 - falls er nmlich ,egoist genug ist1 um sich einen solchen freiwilligen ,blitz-1 ,sturm- und ,regenableiter in seiner ,nhe gefallen zu lassen4 #dca4 ,angenehme ,widersacher4 - ,die naturgemsse ,neigung der ,frauen zu ruhigem1 gleichmssigem1 glcklich zusammenstimmendem ,dasein und ,verkehren1 das ,oelgleiche und ,beschwichtigende ihrer ,wirkungen auf dem ,meere des ,lebens1 arbeitet unwillkrlich dem heroischeren inneren ,drange des ,freigeistes entgegen4 ,ohne dass sie es merken1 handeln die ,frauen so1 als wenn man dem wandernden ,mineralogen die ,steine vom ,wege nimmt1 damit sein ,fuss nicht daran stosse1 - whrend er gerade ausgezogen ist1 um daran zu stossen4 #dcb4 ,missklang zweier ,consonanzen4 - ,die ,frauen wollen dienen und haben darin ihr ,glck3 und der ,freigeist will nicht bedient sein und hat darin sein ,glck4 #dcc4 ,xanthippe4 - ,sokrates fand eine ,frau1 wie er sie brauchte1 - aber auch er htte sie nicht gesucht1 falls er sie gut genug gekannt htte3 so weit wre auch der ,heroismus dieses freien ,geistes nicht gegangen4 ,thatschlich trieb ihn ,xanthippe in seinen eigenthmlichen ,beruf immer mehr hinein1 indem sie ihm ,haus und ,heim unhuslich und unheimlich machte3 sie lehrte ihn1 auf den ,gassen und berall dort zu leben1 wo man schwtzen und mssig sein konnte und bildete ihn damit zum grssten athenischen ,gassen-,dialektiker aus3 der sich zuletzt selber mit einer zudringlichen ,bremse vergleichen musste1 welche dem schnen ,pferde ,athen von einem ,gotte auf den ,nacken gesetzt sei1 um es nicht zur ,ruhe kommen zu lassen4 #dcd4 ,fr die ,ferne blind4 - ,ebenso wie die ,mtter eigentlich nur ,sinn und ,auge fr die augen- und sinnflligen ,schmerzen ihrer ,kinder haben1 so vermgen die ,gattinnen hoch strebender ,mnner es nicht ber sich zu gewinnen1 ihre ,ehegenossen leidend1 darbend und gar missachtet zu sehen1 - whrend vielleicht alles diess nicht nur die ,wahrzeichen einer richtigen ,wahl ihrer ,lebenshaltung1 sondern schon die ,brgschaften dafr sind1 dass ihre grossen ,ziele irgendwann einmal erreicht werden mssen4 ,die ,frauen intriguiren im ,stillen immer gegen die hhere ,seele ihrer ,mnner2 sie wollen dieselbe um ihre ,zukunft1 zu ,gunsten einer schmerzlosen1 behaglichen ,gegenwart1 betrgen4 #dce4 ,macht und ,freiheit4 - ,so hoch ,frauen ihre ,mnner ehren1 so ehren sie doch die von der ,gesellschaft anerkannten ,gewalten und ,vorstellungen noch mehr3 sie sind seit ,jahrtausenden gewohnt1 vor allem ,herrschenden gebckt1 die ,hnde auf die ,brust gefaltet1 einherzugehen und missbilligen alle ,auflehnung gegen die ffentliche ,macht4 ,desshalb hngen sie sich1 ohne es auch nur zu beabsichtigen1 vielmehr wie aus ,instinct1 als ,hemmschuh in die ,rder eines freigeisterischen unabhngigen ,strebens und machen unter ,umstnden ihre ,gatten aufs ,hchste ungeduldig1 zumal wenn diese sich noch vorreden1 dass ,liebe es sei1 was die ,frauen im ,grunde dabei antreibe4 ,die ,mittel der ,frauen missbilligen und grossmthig die ,motive dieser ,mittel ehren1 - das ist ,mnner-,art und oft genug ,mnner-,verzweiflung4 #dcf4 ,ceterum censeo4 - ,es ist zum ,lachen1 wenn eine ,gesellschaft von ,habenichtsen die ,abschaffung des ,erbrechts decretirt1 und nicht minder zum ,lachen ist es1 wenn ,kinderlose an der praktischen ,gesetzgebung eines ,landes arbeiten3 - sie haben ja nicht genug ,schwergewicht in ihrem ,schiffe1 um sicher in den ,ocean der ,zukunft hineinsegeln zu knnen4 ,aber ebenso ungereimt erscheint es1 wenn ,der1 welcher die allgemeinste ,erkenntniss und die ,abschtzung des gesammten ,daseins zu seiner ,aufgabe erkoren hat1 sich mit persnlichen ,rcksichten auf eine ,familie1 auf ,ernhrung1 ,sicherung1 ,achtung von ,weib und ,kind1 belastet und vor sein ,teleskop jenen trben ,schleier aufspannt1 durch welchen kaum einige ,strahlen der fernen ,gestirnwelt hindurchzudringen vermgen4 ,so komme auch ich zu dem ,satze1 dass in den ,angelegenheiten der hchsten philosophischen ,art alle ,verheiratheten verdchtig sind4 #dcg4 ,zuletzt4 - ,es giebt mancherlei ,arten von ,schierling1 und gewhnlich findet das ,schicksal eine ,gelegenheit1 dem ,freigeiste einen ,becher dieses ,giftgetrnkes an die ,lippen zu setzen1 - um ihn zu strafen1 wie dann alle ,welt sagt4 ,was thun dann die ,frauen um ihn8 ,sie werden schreien und wehklagen und vielleicht die ,sonnenuntergangs-,ruhe des ,denkers stren3 wie sie es im ,gefngniss von ,athen thaten4 ,o ,kriton1 heisse doch jemanden diese ,weiber da fortfhren6 sagte endlich ,sokrates4 - ,achtes ,hauptstck4 ,ein ,blick auf den ,staat4 #dch4 ,um das ,wort bitten4 - ,der demagogische ,charakter und die ,absicht1 auf die ,massen zu wirken1 ist gegenwrtig allen politischen ,parteien gemeinsam3 sie alle sind genthigt1 der genannten ,absicht wegen1 ihre ,principien zu grossen ,alfresco-,dummheiten umzuwandeln und sie so an die ,wand zu malen4 ,daran ist ,nichts mehr zu ndern1 ja es ist berflssig1 auch nur einen ,finger dagegen aufzuheben2 denn auf diesem ,gebiete gilt1 was ,voltaire sagt3 quand la populace se mle de raisonner1 tout est perdu4 ,seitdem diess geschehen ist1 muss man sich den neuen ,bedingungen fgen1 wie man sich fgt1 wenn ein ,erdbeben die alten ,grnzen und ,umrisse der ,bodengestalt verrckt und den ,werth des ,besitzes verndert hat4 ,ueberdiess3 wenn es sich nun einmal bei aller ,politik darum handelt1 mglichst ,vielen das ,leben ertrglich zu machen1 so mgen immerhin diese ,mglichst-,vielen auch bestimmen1 was sie unter einem ertrglichen ,leben verstehen2 trauen sie sich den ,intellect zu1 auch die richtigen ,mittel zu diesem ,ziele zu finden1 was hlfe es1 daran zu zweifeln8 ,sie wollen nun einmal ihres ,glckes und ,unglckes eigene ,schmiede sein2 und wenn dieses ,gefhl der ,selbstbestimmung1 der ,stolz auf die fnf1 sechs ,begriffe1 welche ihr ,kopf birgt und zu ,tage bringt1 ihnen in der ,that das ,leben so angenehm macht1 dass sie die fatalen ,folgen ihrer ,beschrnktheit gern ertragen3 so ist wenig einzuwenden1 vorausgesetzt1 dass die ,beschrnktheit nicht so weit geht1 zu verlangen1 es solle ,alles in diesem ,sinne zur ,politik werden1 es solle jeder nach solchem ,maassstabe leben und wirken4 ,zuerst nmlich muss es ,einigen mehr als je1 erlaubt sein1 sich der ,politik zu enthalten und ein ,wenig bei ,seite zu treten3 dazu treibt auch sie die ,lust an der ,selbstbestimmung1 und auch ein kleiner ,stolz mag damit verbunden sein1 zu schweigen1 wenn zu ,viele oder berhaupt nur ,viele reden4 ,sodann muss man es diesen ,wenigen nachsehen1 wenn sie das ,glck der ,vielen1 verstehe man nun darunter ,vlker oder ,bevlkerungsschichten1 nicht so wichtig nehmen und sich hie und da eine ironische ,miene zu ,schulden kommen lassen2 denn ihr ,ernst liegt anderswo1 ihr ,glck ist ein anderer ,begriff1 ihr ,ziel ist nicht von jeder plumpen ,hand1 welche eben nur fnf ,finger hat1 zu umspannen4 ,endlich kommt - was ihnen gewiss am schwersten zugestanden wird1 aber ebenfalls zugestanden werden muss - von ,zeit zu ,zeit ein ,augenblick1 wo sie aus ihren schweigsamen ,vereinsamungen heraustreten und die ,kraft ihrer ,lungen wieder einmal versuchen3 dann rufen sie nmlich einander zu wie ,verirrte in einem ,walde1 um sich einander zu erkennen zu geben und zu ermuthigen2 wobei freilich ,mancherlei laut wird1 was den ,ohren1 fr welche es nicht bestimmt ist1 bel klingt4 - ,nun1 bald darauf ist es wieder stille im ,walde1 so stille1 dass man das ,schwirren1 ,summen und ,flattern der zahllosen ,insecten1 welche in1 ber und unter ihm leben1 wieder deutlich vernimmt4 - #dci4 ,cultur und ,kaste4 - ,eine hhere ,cultur kann allein dort entstehen1 wo es zwei unterschiedene ,kasten der ,gesellschaft giebt3 die der ,arbeitenden und die der ,mssigen1 zu wahrer ,musse ,befhigten2 oder mit strkerem ,ausdruck3 die ,kaste der ,zwangs-,arbeit und die ,kaste der ,frei-,arbeit4 ,der ,gesichtspunct der ,vertheilung des ,glcks ist nicht wesentlich1 wenn es sich um die ,erzeugung einer hheren ,cultur handelt2 jedenfalls aber ist die ,kaste der ,mssigen die leidensfhigere1 leidendere1 ihr ,behagen am ,dasein ist geringer1 ihre ,aufgabe grsser4 ,findet nun gar ein ,austausch der beiden ,kasten statt1 so1 dass die stumpferen1 ungeistigeren ,familien und ,einzelnen aus der oberen ,kaste in die niedere herabgesetzt werden und wiederum die freieren ,menschen aus dieser den ,zutritt zur hheren erlangen3 so ist ein ,zustand erreicht1 ber den hinaus man nur noch das offene ,meer unbestimmter ,wnsche sieht4 - ,so redet die verklingende ,stimme der alten ,zeit zu uns2 aber wo sind noch ,ohren1 sie zu hren8 #ddj4 ,von ,geblt4 - ,das1 was ,mnner und ,frauen von ,geblt vor ,anderen voraus haben und was ihnen unzweifelhaftes ,anrecht auf hhere ,schtzung giebt1 sind zwei durch ,vererbung immer mehr gesteigerte ,knste3 die ,kunst1 befehlen zu knnen1 und die ,kunst des stolzen ,gehorsams4 - ,nun entsteht berall1 wo das ,befehlen zum ,tagesgeschft gehrt 7wie in der grossen ,kaufmanns- und ,industrie-,welt71 etwas ,aehnliches wie jene ,geschlechter von ,geblt1 aber ihnen fehlt die vornehme ,haltung im ,gehorsam1 welche bei jenen eine ,erbschaft feudaler ,zustnde ist und die in unserem ,cultur-,klima nicht mehr wachsen will4 #dda4 ,subordination4 - ,die ,subordination1 welche im ,militr- und ,beamtenstaate so hoch geschtzt wird1 wird uns bald ebenso unglaublich werden1 wie die geschlossene ,taktik der ,jesuiten es bereits geworden ist2 und wenn diese ,subordination nicht mehr mglich ist1 lsst sich eine ,menge der erstaunlichsten ,wirkungen nicht mehr erreichen1 und die ,welt wird rmer sein4 ,sie muss schwinden1 denn ihr ,fundament schwindet3 der ,glaube an die unbedingte ,autoritt1 an die endgltige ,wahrheit2 selbst in ,militrstaaten ist der physische ,zwang nicht ausreichend1 sie hervorzubringen1 sondern die angeerbte ,adoration vor dem ,frstlichen wie vor etwas ,uebermenschlichem4 - ,in freieren ,verhltnissen ordnet man sich nur auf ,bedingungen unter1 in ,folge gegenseitigen ,vertrages1 also mit allen ,vorbehalten des ,eigennutzes4 #ddb4 ,volksheere4 - ,der grsste ,nachtheil der jetzt so verherrlichten ,volksheere besteht in der ,vergeudung von ,menschen der hchsten ,civilisation2 nur durch die ,gunst aller ,verhltnisse giebt es deren berhaupt1 - wie sparsam und ngstlich sollte man mit ihnen umgehen1 da es grosser ,zeitrume bedarf1 um die zuflligen ,bedingungen zur ,erzeugung so zart organisirter ,gehirne zu schaffen6 ,aber wie die ,griechen in ,griechenblut wtheten1 so die ,europer jetzt in ,europerblut3 und zwar werden relativ am meisten immer die ,hchstgebildeten zum ,opfer gebracht1 ,die1 welche eine reichliche und gute ,nachkommenschaft verbrgen2 ,solche nmlich stehen im ,kampfe voran1 als ,befehlende1 und setzen sich berdiess1 ihres hheren ,ehrgeizes wegen1 den ,gefahren am meisten aus4 - ,der grobe ,rmer-,patriotismus ist jetzt1 wo ganz andere und hhere ,aufgaben gestellt sind1 als patria und honor1 entweder etwas ,unehrliches oder ein ,zeichen der ,zurckgebliebenheit4 #ddc4 ,hoffnung als ,anmaassung4 - ,unsere gesellschaftliche ,ordnung wird langsam wegschmelzen1 wie es alle frheren ,ordnungen gethan haben1 sobald die ,sonnen neuer ,meinungen mit neuer ,gluth ber die ,menschen hinleuchteten4 ,wnschen kann man diess ,wegschmelzen nur1 indem man hofft3 und hoffen darf man vernnftigerweise nur1 wenn man sich und seinesgleichen mehr ,kraft in ,herz und ,kopf zutraut1 als den ,vertretern des ,bestehenden4 ,gewhnlich also wird diese ,hoffnung eine ,anmaassung1 eine ,ueberschtzung sein4 #ddd4 ,krieg4 - ,zu ,ungunsten des ,krieges kann man sagen3 er macht den ,sieger dumm1 den ,besiegten boshaft4 ,zu ,gunsten des ,krieges3 er barbarisirt in beiden eben genannten ,wirkungen und macht dadurch natrlicher2 er ist fr die ,cultur ,schlaf oder ,winterszeit1 der ,mensch kommt krftiger zum ,guten und ,bsen aus ihm heraus4 #dde4 ,im ,dienste des ,frsten4 - ,ein ,staatsmann wird1 um vllig rcksichtslos handeln zu knnen1 am besten thun1 nicht fr sich1 sondern fr einen ,frsten sein ,werk auszufhren4 ,von dem ,glanze dieser allgemeinen ,uneigenntzigkeit wird das ,auge des ,beschauers geblendet1 so dass er jene ,tcken und ,hrten1 welche das ,werk des ,staatsmannes mit sich bringt1 nicht sieht4 #ddf4 ,eine ,frage der ,macht1 nicht des ,rechtes4 - ,fr ,menschen1 welche bei jeder ,sache den hheren ,nutzen in's ,auge fassen1 giebt es bei dem ,socialismus1 falls er wirklich die ,erhebung der ,jahrtausende lang ,gedrckten1 ,niedergehaltenen gegen ihre ,unterdrcker ist1 kein ,problem des ,rechtes 7mit der lcherlichen1 weichlichen ,frage3 wie weit soll man seinen ,forderungen nachgeben871 sondern nur ein ,problem der ,macht 7wie weit kann man seine ,forderungen benutzen872 also wie bei einer ,naturmacht1 zum ,beispiel dem ,dampfe1 welcher entweder von dem ,menschen in seine ,dienste1 als ,maschinengott1 gezwungen wird1 oder1 bei ,fehlern der ,maschine1 das heisst ,fehlern der menschlichen ,berechnung im ,bau derselben1 sie und den ,menschen mit zertrmmert4 ,um jene ,machtfrage zu lsen1 muss man wissen1 wie stark der ,socialismus ist1 in welcher ,modification er noch als mchtiger ,hebel innerhalb des jetzigen politischen ,krftespiels benutzt werden kann2 unter ,umstnden msste man selbst ,alles thun1 ihn zu krftigen4 ,die ,menschheit muss bei jeder grossen ,kraft - und sei es die gefhrlichste - daran denken1 aus ihr ein ,werkzeug ihrer ,absichten zu machen4 - ,ein ,recht gewinnt sich der ,socialismus erst dann1 wenn es zwischen den beiden ,mchten1 den ,vertretern des ,alten und ,neuen1 zum ,kriege gekommen zu sein scheint1 wenn aber dann das kluge ,rechnen auf mglichste ,erhaltung und ,zutrglichkeit auf ,seiten beider ,parteien das ,verlangen nach einem ,vertrag entstehen lsst4 ,ohne ,vertrag kein ,recht4 ,bis jetzt giebt es aber auf dem bezeichneten ,gebiete weder ,krieg1 noch ,vertrge1 also auch keine ,rechte1 kein ,sollen4 #ddg4 ,benutzung der kleinsten ,unredlichkeit4 - ,die ,macht der ,presse besteht darin1 dass jeder ,einzelne1 der ihr dient1 sich nur ganz wenig verpflichtet und verbunden fhlt4 ,er sagt fr gewhnlich seine ,meinung1 aber sagt sie einmal auch nicht1 um seiner ,partei oder der ,politik seines ,landes oder endlich sich selbst zu ntzen4 ,solche kleine ,vergehen der ,unredlichkeit oder vielleicht nur einer unredlichen ,verschwiegenheit sind von dem ,einzelnen nicht schwer zu tragen1 doch sind die ,folgen ausserordentlich1 weil diese kleinen ,vergehen von ,vielen zu gleicher ,zeit begangen werden4 ,jeder von ,diesen sagt sich3 fr so geringe ,dienste lebe ich besser1 kann ich mein ,auskommen finden2 durch den ,mangel solcher kleinen ,rcksichten mache ich mich unmglich4 ,weil es beinahe sittlich gleichgltig erscheint1 eine ,zeile1 noch dazu vielleicht ohne ,namensunterschrift1 mehr zu schreiben oder nicht zu schreiben1 so kann ,einer1 der ,geld und ,einfluss hat1 jede ,meinung zur ffentlichen machen4 ,wer da weiss1 dass die meisten ,menschen in ,kleinigkeiten schwach sind1 und seine eigenen ,zwecke durch sie erreichen will1 ist immer ein gefhrlicher ,mensch4 #ddh4 ,allzu lauter ,ton bei ,beschwerden4 - ,dadurch1 dass ein ,nothstand 7zum ,beispiel die ,gebrechen einer ,verwaltung1 ,bestechlichkeit und ,gunstwillkr in politischen oder gelehrten ,krperschaften7 stark bertrieben dargestellt wird1 verliert zwar die ,darstellung bei den ,einsichtigen ihre ,wirkung1 aber wirkt um so strker auf die ,nichteinsichtigen 7welche bei einer sorgsamen maassvollen ,darlegung gleichgltig geblieben wren74 ,da diese aber bedeutend in der ,mehrzahl sind und strkere ,willenskrfte1 ungestmere ,lust zum ,handeln in sich beherbergen1 so wird jene ,uebertreibung zum ,anlass von ,untersuchungen1 ,bestrafungen1 ,versprechen1 ,reorganisationen4 - ,insofern ist es ntzlich1 ,nothstnde bertrieben darzustellen4 #ddi4 ,die anscheinenden ,wettermacher der ,politik4 - ,wie das ,volk bei ,dem1 welcher sich auf das ,wetter versteht und es um einen ,tag voraussagt1 im ,stillen annimmt1 dass er das ,wetter mache1 so legen selbst ,gebildete und ,gelehrte mit einem ,aufwand von aberglubischem ,glauben grossen ,staatsmnnern alle die wichtigen ,vernderungen und ,conjuncturen1 welche whrend ihrer ,regierung eintraten1 als deren eigenstes ,werk bei1 wenn es nur ersichtlich ist1 dass jene ,etwas davon eher wussten1 als ,andere1 und ihre ,berechnung darnach machten3 sie werden also ebenfalls als ,wettermacher genommen - und dieser ,glaube ist nicht das geringste ,werkzeug ihrer ,macht4 #dej4 ,neuer und alter ,begriff der ,regierung4 - ,zwischen ,regierung und ,volk so zu scheiden1 als ob hier zwei getrennte ,machtsphren1 eine strkere1 hhere mit einer schwcheren1 niederen1 verhandelten und sich vereinbarten1 ist ein ,stck vererbter politischer ,empfindung1 welches der historischen ,feststellung der ,machtverhltnisse in den in eisten ,staaten noch jetzt genau entspricht4 ,wenn zum ,beispiel ,bismarck die constitutionelle ,form als einen ,compromiss zwischen ,regierung und ,volk bezeichnet1 so redet er gemss einem ,princip1 welches seine ,vernunft- in der ,geschichte hat 7ebendaher freilich auch den ,beisatz von ,unvernunft1 ohne den nichts ,menschliches existiren kann74 ,dagegen soll man nun lernen - gemss einem ,princip1 welches rein aus dem ,kopfe entsprungen ist und erst ,geschichte machen soll -1 dass ,regierung ,nichts als ein ,organ des ,volkes sei1 nicht ein vorsorgliches1 verehrungswrdiges ,oben im ,verhltniss zu einem an ,bescheidenheit gewhnten ,unten4 ,bevor man diese bis jetzt unhistorische und willkrliche1 wenn auch logischere ,aufstellung des ,begriffs ,regierung annimmt1 mge man doch ja die ,folgen erwgen3 denn das ,verhltniss zwischen ,volk und ,regierung ist das strkste vorbildliche ,verhltniss1 nach dessen ,muster sich unwillkrlich der ,verkehr zwischen ,lehrer und ,schler1 ,hausherrn und ,dienerschaft1 ,vater und ,familie1 ,heerfhrer und ,soldat1 ,meister und ,lehrling bildet4 ,alle diese ,verhltnisse gestalten sich jetzt1 unter dem ,einflusse der herrschenden constitutionellen ,regierungsform1 ein ,wenig um - sie werden ,compromisse4 ,aber wie mssen sie sich verkehren und verschieben1 ,namen und ,wesen wechseln1 wenn jener allerneueste ,begriff berall sich der ,kpfe bemeistert hat6 - wozu es aber wohl ein ,jahrhundert noch brauchen drfte4 ,hierbei ist ,nichts mehr zu wnschen1 als ,vorsicht und langsame ,entwickelung4 #dea4 ,gerechtigkeit als ,parteien-,lockruf4 - ,wohl knnen edle 7wenn auch nicht gerade sehr einsichtsvolle7 ,vertreter der berrschenden ,classe sich geloben3 wir wollen die ,menschen als gleich behandeln1 ihnen gleiche ,rechte zugestehen2 insofern ist eine socialistische ,denkungsweise1 welche auf ,gerechtigkeit ruht1 mglich1 aber wie gesagt nur innerhalb der herrschenden ,classe1 welche in diesem ,falle die ,gerechtigkeit mit ,opfern und ,verleugnungen bt4 ,dagegen ,gleichheit der ,rechte fordern1 wie es die ,socialisten der unterworfenen ,kaste thun1 ist nimmermehr der ,ausfluss der ,gerechtigkeit1 sondern der ,begehrlichkeit4 - ,wenn man der ,bestie blutige ,fleischstcke aus der ,nhe zeigt und wieder wegzieht1 bis sie endlich brllt3 meint ihr1 dass diess ,gebrll ,gerechtigkeit bedeute8 #deb4 ,besitz und ,gerechtigkeit4 - ,wenn die ,socialisten nachweisen1 dass die ,eigenthums-,vertheilung in der gegenwrtigen ,menschheit die ,consequenz zahlloser ,ungerechtigkeiten und ,gewaltsamkeiten ist1 und in summa die ,verpflichtung gegen etwas so unrecht ,begrndetes ablehnen3 so sehen sie nur etwas ,einzelnes4 ,die ganze ,vergangenheit der alten ,cultur ist auf ,gewalt1 ,sclaverei1 ,betrug1 ,irrthum aufgebaut2 wir knnen aber uns selbst1 die ,erben aller dieser ,zustnde1 ja die ,concrescenzen aller jener ,vergangenheit1 nicht wegdecretiren und drfen nicht ein einzelnes ,stck herausziehen wollen4 ,die ungerechte ,gesinnung steckt in den ,seelen der ,nicht-,besitzenden auch1 sie sind nicht besser als die ,besitzenden und haben kein moralisches ,vorrecht1 denn irgend wann sind ihre ,vorfahren ,besitzende gewesen4 ,nicht gewaltsame neue ,vertheilungen1 sondern allmhliche ,umschaffungen des ,sinnes thun noth1 die ,gerechtigkeit muss in ,allen grsser werden1 der gewaltthtige ,instinct schwcher4 #dec4 ,der ,steuermann der ,leidenschaften4 - ,der ,staatsmann erzeugt ffentliche ,leidenschaften1 um den ,gewinn von der dadurch erweckten ,gegenleidenschaft zu haben4 ,um ein ,beispiel zu nehmen3 so weiss ein deutscher ,staatsmann wohl1 dass die katholische ,kirche niemals mit ,russland gleiche ,plne haben wird1 ja sich viel lieber mit den ,trken verbnden wrde1 als mit ihm2 ebenso weiss er1 dass ,deutschland alle ,gefahr von einem ,bndnisse ,frankreichs mit ,russland droht4 ,kann er es nun dazu bringen1 ,frankreich zum ,herd und ,hort der katholischen ,kirche zu machen1 so hat er diese ,gefahr auf eine lange ,zeit beseitigt4 ,er hat demnach ein ,interesse daran1 ,hass gegen die ,katholiken zu zeigen und durch ,feindseligkeiten aller ,art die ,bekenner der ,autoritt des ,papstes in eine leidenschaftliche politische ,macht zu verwandeln1 welche der deutschen ,politik feindlich ist und sich naturgemss mit ,frankreich1 als dem ,widersacher ,deutschlands1 verschmelzen muss3 sein ,ziel ist ebenso nothwendig die ,katholisirung ,frankreichs1 als ,mirabeau in der ,dekatholisirung das ,heil seines ,vaterlandes sah4 - ,der eine ,staat will also die ,verdunkelung von ,millionen ,kpfen eines anderen ,staates1 um seinen ,vortheil aus dieser ,verdunkelung zu ziehen4 ,es ist diess die selbe ,gesinnung1 welche die republicanische ,regierungsform des nachbarlichen ,staates - le dsordre organis1 wie ,mrimee sagt - aus dem alleinigen ,grunde untersttzt1 weil sie von dieser annimmt1 dass sie das ,volk schwcher1 zerrissener und kriegsunfhiger mache4 #ded4 ,die ,gefhrlichen unter den ,umsturz-,geistern4 - ,man theile ,die1 welche auf einen ,umsturz der ,gesellschaft bedacht sind1 in ,solche ein1 welche fr sich selbst1 und in ,solche1 welche fr ihre ,kinder und ,enkel ,etwas erreichen wollen4 ,die ,letzteren sind die ,gefhrlicheren2 denn sie haben den ,glauben und das gute ,gewissen der ,uneigenntzigkeit4 ,die ,anderen kann man abspeisen3 dazu ist die herrschende ,gesellschaft immer noch reich und klug genug4 ,die ,gefahr beginnt1 sobald die ,ziele unpersnlich werden2 die ,revolutionre aus unpersnlichem ,interesse drfen alle ,vertheidiger des ,bestehenden als persnlich interessirt ansehen und sich desshalb ihnen berlegen fhlen4 #dee4 ,politischer ,werth der ,vaterschaft4 - ,wenn der ,mensch keine ,shne hat1 so hat er kein volles ,recht1 ber die ,bedrfnisse eines einzelnen ,staatswesens mitzureden4 ,man muss selber mit den ,anderen sein ,liebstes daran gewagt haben2 das erst bindet an den ,staat fest2 man muss das ,glck seiner ,nachkommen in's ,auge fassen1 also vor ,allem ,nachkommen haben1 um an allen ,institutionen und deren ,vernderung rechten1 natrlichen ,antheil zu nehmen4 ,die ,entwickelung der hhern ,moral hngt daran1 dass ,einer ,shne hat2 diess stimmt ihn unegoistisch1 oder richtiger3 es erweitert seinen ,egoismus der ,zeitdauer nach1 und lsst ihn ,ziele ber seine individuelle ,lebenslnge hinaus mit ,ernst verfolgen4 #def4 ,ahnenstolz4 - ,auf eine ununterbrochene ,reihe guter ,ahnen bis zum ,vater herauf darf man mit ,recht stolz sein1 - nicht aber auf die ,reihe2 denn diese hat jeder4 ,die ,herkunft von guten ,ahnen macht den chten ,geburtsadel aus2 eine einzige ,unterbrechung in jener ,kette1 ,ein bser ,vorfahr also hebt den ,geburtsadel auf4 ,man soll jeden1 welcher von seinem ,adel redet1 fragen3 hast du keinen gewaltthtigen1 habschtigen1 ausschweifenden1 boshaften1 grausamen ,menschen unter deinen ,vorfahren8 ,kann er darauf in gutem ,wissen und ,gewissen mit ,nein antworten1 so bewerbe man sich um seine ,freundschaft4 #deg4 ,sclaven und ,arbeiter4 - ,dass wir mehr ,werth auf ,befriedigung der ,eitelkeit1 als auf alles brige ,wohlbefinden 7,sicherheit1 ,unterkommen1 ,vergngen aller ,art7 legen1 zeigt sich in einem lcherlichen ,grade daran1 dass jedermann 7abgesehen von politischen ,grnden7 die ,aufhebung der ,sclaverei wnscht und es auf's ,aergste verabscheut1 ,menschen in diese ,lage zu bringen3 whrend jeder sich sagen muss1 dass die ,sclaven in allen ,beziehungen sicherer und glcklicher leben1 als der moderne ,arbeiter1 dass ,sclavenarbeit sehr wenig ,arbeit im ,verhltniss zu der des ,arbeiters ist4 ,man protestirt im ,namen der ,menschenwrde3 das ist aber1 schlichter ausgedrckt1 jene liebe ,eitelkeit1 welche das ,nicht-gleich-gestelltsein1 das ,oeffentlich-niedriger-geschtzt-werden1 als das hrteste ,loos empfindet4 - ,der ,cyniker denkt anders darber1 weil er die ,ehre verachtet3 - und so war ,diogenes eine ,zeitlang ,sclave und ,hauslehrer4 #deh4 ,leitende ,geister und ihre ,werkzeuge4 - ,wir sehen grosse ,staatsmnner und berhaupt alle ,die1 welche sich vieler ,menschen zur ,durchfhrung ihrer ,plne bedienen mssen1 bald so1 bald so verfahren3 entweder whlen sie sehr fein und sorgsam die zu ihren ,plnen passenden ,menschen aus und lassen ihnen dann verhltnissmssige grosse ,freiheit1 weil sie wissen1 dass die ,natur dieser ,ausgewhlten sie eben dahin treibt1 wohin sie selber ,jene haben wollen2 oder sie whlen schlecht1 ja nehmen was ihnen unter die ,hand kommt1 formen aber aus jedem ,thone etwas fr ihre ,zwecke ,taugliches4 ,diese letzte ,art ist die gewaltsamere1 sie begehrt auch unterwrfigere ,werkzeuge2 ihre ,menschenkenntniss ist gewhnlich viel geringer1 ihre ,menschenverachtung grsser1 als bei den erstgenannten ,geistern1 aber die ,maschine1 welche sie construiren1 arbeitet gemeinhin besser1 als die ,maschine aus der ,werksttte jener4 #dei4 ,willkrliches ,recht nothwendig4 - ,die ,juristen streiten1 ob das am vollstndigsten durchgedachte ,recht oder das am leichtesten zu verstehende in einem ,volke zum ,siege kommen solle4 ,das erste1 dessen hchstes ,muster das rmische ist1 erscheint dem ,laien als unverstndlich und desshalb nicht als ,ausdruck seiner ,rechtsempfindung4 ,die ,volksrechte1 wie zum ,beispiel die germanischen1 waren grob1 aberglubisch1 unlogisch1 zum ,theil albern1 aber sie entsprachen ganz bestimmten vererbten heimischen ,sitten und ,empfindungen4 - ,wo aber ,recht nicht mehr1 wie bei uns1 ,herkommen ist1 da kann es nur befohlen1 ,zwang sein2 wir haben ,alle kein herkmmliches ,rechtsgefhl mehr1 desshalb mssen wir uns ,willkrsrechte gefallen lassen1 die der ,ausdruck der ,nothwendigkeit sind1 dass es ein ,recht geben msse4 ,das logischste ist dann jedenfalls das annehmbarste1 weil es das unparteilichste ist3 zugegeben selbst1 dass in jedem ,falle die kleinste ,maasseinheit im ,verhltniss von ,vergehen und ,strafe willkrlich angesetzt ist4 #dfj4 ,der grosse ,mann der ,masse4 - ,das ,recept zu dem1 was die ,masse einen grossen ,mann nennt1 ist leicht gegeben4 ,unter allen ,umstnden verschaffe man ihr ,etwas1 das ihr sehr angenehm ist1 oder setze ihr erst in den ,kopf1 dass diess und jenes sehr angenehm wre1 und gebe es ihr dann4 ,doch um keinen ,preis sofort3 sondern man erkmpfe es mit grsster ,anstrengung oder scheine es zu erkmpfen4 ,die ,masse muss den ,eindruck haben1 dass eine mchtige1 ja unbezwingliche ,willenskraft da sei2 mindestens muss sie da zu sein scheinen4 ,den starken ,willen bewundert jedermann1 weil ,niemand ihn hat und ,jedermann sich sagt1 dass1 wenn er ihn htte1 es fr ihn und seinen ,egoismus keine ,grnze mehr gbe4 ,zeigt sich nun1 dass ein solcher starker ,wille etwas der ,masse sehr ,angenehmes bewirkt1 statt auf die ,wnsche seiner ,begehrlichkeit zu hren1 so bewundert man noch einmal und wnscht sich selber ,glck4 ,im ,uebrigen habe er alle ,eigenschaften der ,masse3 um so weniger schmt sie sich vor ihm1 um so mehr ist er populr4 ,also3 er sei gewaltthtig1 neidisch1 ausbeuterisch1 intrigant1 schmeichlerisch1 kriechend1 aufgeblasen1 je nach ,umstnden alles4 #dfa4 ,frst und ,gott4 - ,die ,menschen verkehren mit ihren ,frsten vielfach in hnlicher ,weise wie mit ihrem ,gotte1 wie ja vielfach auch der ,frst der ,reprsentant des ,gottes1 mindestens sein ,oberpriester war4 ,diese fast unheimliche ,stimmung von ,verehrung und ,angst und ,scham war und ist viel schwcher geworden1 aber mitunter lodert sie auf und heftet sich an mchtige ,personen1 berhaupt4 ,der ,cultus des ,genius' ist ein ,nachklang dieser ,gtter-,frsten-,verehrung4 ,ueberall1 wo man sich bestrebt1 einzelne ,menschen in das ,uebermenschliche hinaufzuheben1 entsteht auch die ,neigung1 ganze ,schichten des ,volkes sich roher und niedriger vorzustellen1 als sie wirklich sind4 #dfb4 ,meine ,utopie4 - ,in einer besseren ,ordnung der ,gesellschaft wird die schwere ,arbeit und ,noth des ,lebens ,dem zuzumessen sein1 welcher am wenigsten durch sie leidet1 also dem ,stumpfesten1 und so schrittweise aufwrts bis zu ,dem1 welcher fr die hchsten sublimirtesten ,gattungen des ,leidens am empfindlichsten ist und desshalb selbst noch bei der grssten ,erleichterung des ,lebens leidet4 #dfc4 ,ein ,wahn in der ,lehre vom ,umsturz4 - ,es giebt politische und sociale ,phantasten1 welche feurig und beredt zu einem ,umsturz aller ,ordnungen auffordern1 in dem ,glauben1 dass dann sofort das stolzeste ,tempelhaus schnen ,menschenthums gleichsam von selbst sich erheben werde4 ,in diesen gefhrlichen ,trumen klingt noch der ,aberglaube ,rousseau's nach1 welcher an eine wundergleiche1 ursprngliche1 aber gleichsam verschttete ,gte der menschlichen ,natur glaubt und den ,institutionen der ,cultur1 in ,gesellschaft1 ,staat1 ,erziehung1 alle ,schuld jener ,verschttung beimisst4 ,leider weiss man aus historischen ,erfahrungen1 dass jeder solche ,umsturz die wildesten ,energien als die lngst begrabenen ,furchtbarkeiten und ,maasslosigkeiten fernster ,zeitalter von ,neuem zur ,auferstehung bringt3 dass also ein ,umsturz wohl eine ,kraftquelle in einer mattgewordenen ,menschheit sein kann1 nimmermehr aber ein ,ordner1 ,baumeister1 ,knstler1 ,vollender der menschlichen ,natur4 - ,nicht ,voltaire's maassvolle1 dem ,ordnen1 ,reinigen und ,umbauen zugeneigte ,natur1 sondern ,rousseau's leidenschaftliche ,thorheiten und ,halblgen haben den optimistischen ,geist der ,revolution wachgerufen1 gegen den ich rufe3 ,ecrasez l'infame6 ,durch ihn ist der ,geist der ,aufklrung und der fortschreitenden ,entwickelung auf lange verscheucht worden - sehen wir zu - ein ,jeder bei sich selber - ob es mglich ist1 ihn wieder zurckzurufen6 #dfd4 ,maass4 - ,die volle ,entschiedenheit des ,denkens und ,forschens1 also die ,freigeisterei1 zur ,eigenschaft des ,charakters geworden1 macht im ,handeln mssig3 denn sie schwcht die ,begehrlichkeit1 zieht viel von der vorhandenen ,energie an sich1 zur ,frderung geistiger ,zwecke1 und zeigt das ,halbntzliche oder ,unntze und ,gefhrliche aller pltzlichen ,vernderungen4 #dfe4 ,auferstehung des ,geistes4 - ,auf dem politischen ,krankenbette verjngt ein ,volk gewhnlich sich selbst und findet seinen ,geist wieder1 den es im ,suchen und ,behaupten der ,macht allmhlich verlor4 ,die ,cultur verdankt das ,allerhchste den politisch geschwchten ,zeiten4 #dff4 ,neue ,meinungen im alten ,hause4 - ,dem ,umsturz der ,meinungen folgt der ,umsturz der ,institutionen nicht sofort nach1 vielmehr wohnen die neuen ,meinungen lange ,zeit im verdeten und unheimlich gewordenen ,hause ihrer ,vorgngerinnen und conserviren es selbst1 aus ,wohnungsnoth4 #dfg4 ,schulwesen4 - ,das ,schulwesen wird in grossen ,staaten immer hchstens mittelmssig sein1 aus dem selben ,grunde1 aus dem in grossen ,kchen besten ,falls mittelmssig gekocht wird4 #dfh4 ,unschuldige ,corruption4 - ,in allen ,instituten1 in welche nicht die scharfe ,luft der ffentlichen ,kritik hineinweht1 wchst eine unschuldige ,corruption auf1 wie ein ,pilz 7also zum ,beispiel in gelehrten ,krperschaften und ,senaten74 #dfi4 ,gelehrte als ,politiker4 - ,gelehrten1 welche ,politiker werden1 wird gewhnlich die komische ,rolle zugetheilt1 das gute ,gewissen einer ,politik sein zu mssen4 #dgj4 ,der ,wolf hinter dem ,schafe versteckt4 - ,fast jeder ,politiker hat unter gewissen ,umstnden einmal einen ehrlichen ,mann so nthig1 dass er1 gleich einem heisshungrigen ,wolfe1 in einen ,schafstall bricht3 nicht aber um dann den geraubten ,widder zu fressen1 sondern um sich hinter seinen wolligen ,rcken zu verstecken4 #dga4 ,glckszeiten4 - ,ein glckliches ,zeitalter ist desshalb gar nicht mglich1 weil die ,menschen es nur wnschen wollen1 aber nicht haben wollen und jeder ,einzelne1 wenn ihm gute ,tage kommen1 frmlich um ,unruhe und ,elend beten lernt4 ,das ,schicksal der ,menschen ist auf glckliche ,augenblicke eingerichtet - jedes ,leben hat solche -1 aber nicht auf glckliche ,zeiten4 ,trotzdem werden diese als das jenseits der ,berge in der ,phantasie des ,menschen bestehen bleiben1 als ,erbstck der ,urvter2 denn man hat wohl den ,begriff des ,glckszeitalters seit uralten ,zeiten her jenem ,zustande entnommen1 in dem der ,mensch1 nach gewaltiger ,anstrengung durch ,jagd und ,krieg1 sich der ,ruhe bergiebt1 die ,glieder streckt und die ,fittige des ,schlafes um sich rauschen hrt4 ,es ist ein falscher ,schluss1 wenn der ,mensch jener alten ,gewhnung gemss sich vorstellt1 dass er nun auch nach ganzen ,zeitrumen der ,noth und ,mhsal eines ,zustandes des ,glcks in entsprechender ,steigerung und ,dauer theilhaftig werden knne4 #dgb4 ,religion und ,regierung4 - ,solange der ,staat oder1 deutlicher1 die ,regierung sich als ,vormund zu ,gunsten einer unmndigen ,menge bestellt weiss und um ihretwillen die ,frage erwgt1 ob die ,religion zu erhalten oder zu beseitigen sei3 wird sie hchst wahrscheinlich sich immer fr die ,erhaltung der ,religion entscheiden4 ,denn die ,religion befriedigt das einzelne ,gemth in ,zeiten des ,verlustes1 der ,entbehrung1 des ,schreckens1 des ,misstrauens1 also da1 wo die ,regierung sich ausser ,stande fhlt1 direct ,etwas zur ,linderung der seelischen ,leiden des ,privatmannes zu thun3 ja selbst bei allgemeinen1 unvermeidlichen und zunchst unabwendbaren ,uebeln 7,hungersnthen1 ,geldkrisen1 ,kriegen7 gewhrt die ,religion eine beruhigte1 abwartende1 vertrauende ,haltung der ,menge4 ,ueberall1 wo die nothwendigen oder zuflligen ,mngel der ,staatsregierung oder die gefhrlichen ,consequenzen dynastischer ,interessen dem ,einsichtigen sich bemerklich machen und ihn widerspnstig stimmen1 werden die ,nicht-,einsichtigen den ,finger ,gottes zu sehen meinen und sich in ,geduld den ,anordnungen von ,oben 7in welchem ,begriff gttliche und menschliche ,regierungsweise gewhnlich verschmelzen7 unterwerfen3 so wird der innere brgerliche ,frieden und die ,continuitt der ,entwickelung gewahrt4 ,die ,macht1 welche in der ,einheit der ,volksempfindung1 in gleichen ,meinungen und ,zielen fr ,alle1 liegt1 wird durch die ,religion beschtzt und besiegelt1 jene seltenen ,flle abgerechnet1 wo eine ,priesterschaft mit der ,staatsgewalt sich ber den ,preis nicht einigen kann und in ,kampf tritt4 ,fr gewhnlich wird der ,staat sich die ,priester zu gewinnen wissen1 weil er ihrer allerprivatesten1 verborgenen ,erziehung der ,seelen benthigt ist und ,diener zu schtzen weiss1 welche scheinbar und usserlich ein ganz anderes ,interesse vertreten4 ,ohne ,beihlfe der ,priester kann auch jetzt noch keine ,macht legitim werden3 wie ,napoleon begriff4 - ,so gehen absolute vormundschaftliche ,regierung und sorgsame ,erhaltung der ,religion nothwendig mit einander4 ,dabei ist vorauszusetzen1 dass die regierenden ,personen und ,classen ber den ,nutzen1 welchen ihnen die ,religion gewhrt1 aufgeklrt werden und somit bis zu einem ,grade sich ihr berlegen fhlen1 insofern sie dieselbe als ,mittel gebrauchen3 wesshalb hier die ,freigeisterei ihren ,ursprung hat4 - ,wie aber1 wenn jene ganz verschiedene ,auffassung des ,begriffes der ,regierung1 wie sie in demokratischen ,staaten gelehrt wird1 durchzudringen anfngt8 ,wenn man in ihr ,nichts als das ,werkzeug des ,volkswillen sieht1 kein ,oben im ,vergleich zu einem ,unten1 sondern lediglich eine ,function des alleinigen ,souverains1 des ,volkes8 ,hier kann auch nur die selbe ,stellung1 welche das ,volk zur ,religion einnimmt1 von der ,regierung eingenommen werden2 jede ,verbreitung von ,aufklrung wird bis in ihre ,vertreter hineinklingen mssen1 eine ,benutzung und ,ausbeutung der religisen ,triebkrfte und ,trstungen zu staatlichen ,zwecken wird nicht so leicht mglich sein 7es sei denn1 dass mchtige ,parteifhrer zeitweilig einen ,einfluss ben1 welcher dem des aufgeklrten ,despotismus hnlich sieht74 ,wenn aber der ,staat keinen ,nutzen mehr aus der ,religion selber ziehen darf oder das ,volk viel zu mannichfach ber religise ,dinge denkt1 als dass es der ,regierung ein gleichartiges1 einheitliches ,vorgehen bei religisen ,maassregeln gestatten drfte1 - so wird nothwendig sich der ,ausweg zeigen1 die ,religion als ,privatsache zu behandeln und dem ,gewissen und der ,gewohnheit jedes ,einzelnen zu berantworten4 ,die ,folge ist zu allererst diese1 dass das religise ,empfinden verstrkt erscheint1 insofern versteckte und unterdrckte ,regungen desselben1 welchen der ,staat unwillkrlich oder absichtlich keine ,lebensluft gnnte1 jetzt hervorbrechen und bis in's ,extreme ausschweifen2 spter erweist sich1 dass die ,religion von ,secten berwuchert wird und dass eine ,flle von ,drachenzhnen in dem ,augenblicke gest worden ist1 als man die ,religion zur ,privatsache machte4 ,der ,anblick des ,streites1 die feindselige ,bloslegung aller ,schwchen religiser ,bekenntnisse lsst endlich keinen ,ausweg mehr zu1 als dass jeder ,bessere und ,begabtere die ,irreligiositt zu seiner ,privatsache macht3 als welche ,gesinnung nun auch in dem ,geiste der regierenden ,personen die ,ueberhand bekommt und1 fast wider ihren ,willen1 ihren ,maassregeln einen religionsfeindlichen ,charakter giebt4 ,sobald diess eintritt1 wandelt sich die ,stimmung der noch religis bewegten ,menschen1 welche frher den ,staat als etwas ,halb- oder ,ganzheiliges adorirten1 in eine entschieden staatsfeindliche um2 sie lauern den ,maassregeln der ,regierung auf1 suchen zu hemmen1 zu kreuzen1 zu beunruhigen1 so viel sie knnen1 und treiben dadurch die ,gegenpartei1 die irreligise1 durch die ,hitze ihres ,widerspruchs in eine fast fanatische ,begeisterung fr den ,staat hinein2 wobei im ,stillen noch mitwirkt1 dass in diesen ,kreisen die ,gemther seit der ,trennung von der ,religion eine ,leere spren und sich vorlufig durch die ,hingebung an den ,staat einen ,ersatz1 eine ,art von ,ausfllung zu schaffen suchen4 ,nach diesen1 vielleicht lange dauernden ,uebergangskmpfen entscheidet es sich endlich1 ob die religisen ,parteien noch stark genug sind1 um einen alten ,zustand heraufzubringen und das ,rad zurckzudrehen3 in welchem ,falle unvermeidlich der aufgeklrte ,despotismus 7vielleicht weniger aufgeklrt und ngstlicher1 als frher7 den ,staat in die ,hnde bekommt1 - oder ob die religionslosen ,parteien sich durchsetzen und die ,fortpflanzung ihrer ,gegnerschaft1 einige ,generationen hindurch1 etwa durch ,schule und ,erziehung1 untergraben und endlich unmglich machen4 ,dann aber lsst auch bei ihnen jene ,begeisterung fr den ,staat nach3 immer deutlicher tritt hervor1 dass mit jener religisen ,adoration1 fr welche er ein ,mysterium1 eine berweltliche ,stiftung ist1 auch das ehrfrchtige und piettvolle ,verhltniss zu ihm erschttert ist4 ,frderhin sehen die ,einzelnen immer nur die ,seite an ihm1 wo er ihnen ntzlich oder schdlich werden kann1 und drngen sich mit allen ,mitteln heran1 um ,einfluss auf ihn zu bekommen4 ,aber diese ,concurrenz wird bald zu gross1 die ,menschen und ,parteien wechseln zu schnell1 strzen sich gegenseitig zu wild vom ,berge wieder herab1 nachdem sie kaum oben angelangt sind4 ,es fehlt allen ,maassregeln1 welche von einer ,regierung durchgesetzt werden1 die ,brgschaft ihrer ,dauer2 man scheut vor ,unternehmungen zurck1 welche auf ,jahrzehnte1 ,jahrhunderte hinaus ein stilles ,wachsthum haben mssten1 um reife ,frchte zu zeitigen4 ,niemand fhlt eine andere ,verpflichtung gegen ein ,gesetz mehr1 als die1 sich augenblicklich der ,gewalt1 welche ein ,gesetz einbrachte1 zu beugen3 sofort geht man aber daran1 es durch eine neue ,gewalt1 eine neu zu bildende ,majoritt zu unterminiren4 ,zuletzt - man kann es mit ,sicherheit aussprechen - muss das ,misstrauen gegen alles ,regierende1 die ,einsicht in das ,nutzlose und ,aufreibende dieser kurzathmigen ,kmpfe die ,menschen zu einem ganz neuen ,entschlusse drngen3 zur ,abschaffung des ,staatsbegriffs1 zur ,aufhebung des ,gegensatzes privat und ffentlich4 ,die ,privatgesellschaften ziehen ,schritt vor ,schritt die ,staatsgeschfte in sich hinein3 selbst der zheste ,rest1 welcher von der alten ,arbeit des ,regierens brigbleibt 7jene ,thtigkeit zum ,beispiel welche die ,privaten gegen die ,privaten sicher stellen soll71 wird zu allerletzt einmal durch ,privatunternehmer besorgt werden4 ,die ,missachtung1 der ,verfall und der ,tod des ,staates1 die ,entfesselung der ,privatperson 7ich hte mich zu sagen3 des ,individuums7 ist die ,consequenz des demokratischen ,staatsbegriffes2 hier liegt seine ,mission4 ,hat er seine ,aufgabe erfllt - die wie alles ,menschliche viel ,vernunft und ,unvernunft im ,schoosse trgt -1 sind alle ,rckflle der alten ,krankheit berwunden1 so wird ein neues ,blatt im ,fabelbuche der ,menschheit entrollt1 auf dem man allerlei seltsame ,historien und vielleicht auch einiges ,gute lesen wird4 - ,um das ,gesagte noch einmal kurz zu sagen3 das ,interesse der vormundschaftlichen ,regierung und das ,interesse der ,religion gehen mit einander ,hand in ,hand1 so dass1 wenn letztere abzusterben beginnt1 auch die ,grundlage des ,staates erschttert wird4 ,der ,glaube an eine gttliche ,ordnung der politischen ,dinge1 an ein ,mysterium in der ,existenz des ,staates ist religisen ,ursprungs3 schwindet die ,religion1 so wird der ,staat unvermeidlich seinen alten ,isisschleier verlieren und keine ,ehrfurcht mehr erwecken4 ,die ,souvernitt des ,volkes1 in der ,nhe gesehen1 dient dazu1 auch den letzten ,zauber und ,aberglauben auf dem ,gebiete dieser ,empfindungen zu verscheuchen2 die moderne ,demokratie ist die historische ,form vom ,verfall des ,staates4 - ,die ,aussicht1 welche sich durch diesen sichern ,verfall ergiebt1 ist aber nicht in jedem ,betracht eine unglckselige3 die ,klugheit und der ,eigennutz der ,menschen sind von allen ihren ,eigenschaften am besten ausgebildet2 wenn den ,anforderungen dieser ,krfte der ,staat nicht mehr entspricht1 so wird am wenigsten das ,chaos eintreten1 sondern eine noch zweckmssigere ,erfindung1 als der ,staat es war1 zum ,siege ber den ,staat kommen4 ,wie manche organisirende ,gewalt hat die ,menschheit schon absterben sehen1 - zum ,beispiel die der ,geschlechtsgenossenschaft1 als welche ,jahrtausende lang viel mchtiger war1 als die ,gewalt der ,familie1 ja lngst1 bevor diese bestand1 schon waltete und ordnete4 ,wir selber sehen den bedeutenden ,rechts- und ,machtgedanken der ,familie1 welcher einmal1 so weit wie rmisches ,wesen reichte1 die ,herrschaft besass1 immer blasser und ohnmchtiger werden4 ,so wird ein spteres ,geschlecht auch den ,staat in einzelnen ,strecken der ,erde bedeutungslos werden sehen1 - eine ,vorstellung1 an welche viele ,menschen der ,gegenwart kaum ohne ,angst und ,abscheu denken knnen4 ,an der ,verbreitung und ,verwirklichung dieser ,vorstellung zu arbeiten1 ist freilich ein ander ,ding3 man muss sehr anmaassend von seiner ,vernunft denken und die ,geschichte kaum halb verstehen1 um schon jetzt die ,hand an den ,pflug zu legen1 - whrend noch ,niemand die ,samenkrner aufzeigen kann1 welche auf das zerrissene ,erdreich nachher gestreut werden sollen4 ,vertrauen wir also der ,klugheit und dem ,eigennutz der ,menschen1 dass jetzt noch der ,staat eine gute ,weile bestehen bleibt und zerstrerische ,versuche bereifriger und voreiliger ,halbwisser abgewiesen werden6 #dgc4 ,der ,socialismus in ,hinsicht auf seine ,mittel4 - ,der ,socialismus ist der phantastische jngere ,bruder des fast abgelebten ,despotismus1 den er beerben will2 seine ,bestrebungen sind also im tiefsten ,verstande reactionr4 ,denn er begehrt eine ,flle der ,staatsgewalt1 wie sie nur je der ,despotismus gehabt hat1 ja er berbietet alles ,vergangene dadurch1 dass er die frmliche ,vernichtung des ,individuums anstrebt3 als welches ihm wie ein unberechtigter ,luxus der ,natur vorkommt und durch ihn in ein zweckmssiges ,organ des ,gemeinwesens umgebessert werden soll4 ,seiner ,verwandtschaft wegen erscheint er immer in der ,nhe aller excessiven ,machtentfaltungen1 wie der alte typische ,socialist ,plato am ,hofe des sicilischen ,tyrannen2 er wnscht 7und befrdert unter ,umstnden7 den csarischen ,gewaltstaat dieses ,jahrhunderts1 weil er1 wie gesagt1 sein ,erbe werden mchte4 ,aber selbst diese ,erbschaft wrde fr seine ,zwecke nicht ausreichen1 er braucht die allerunterthnigste ,niederwerfung aller ,brger vor dem unbedingten ,staate1 wie niemals etwas ,gleiches existirt hat2 und da er nicht einmal auf die alte religise ,piett fr den ,staat mehr rechnen darf1 vielmehr an deren ,beseitigung unwillkrlich fortwhrend arbeiten muss - nmlich weil er an der ,beseitigung aller bestehenden ,staaten arbeitet -1 so kann er sich nur auf kurze ,zeiten1 durch den ussersten ,terrorismus1 hie und da einmal auf ,existenz ,hoffnung machen4 ,desshalb bereitet er sich im ,stillen zu ,schreckensherrschaften vor und treibt den halb gebildeten ,massen das ,wort ,gerechtigkeit wie einen ,nagel in den ,kopf1 um sie ihres ,verstandes vllig zu berauben 7nachdem dieser ,verstand schon durch die ,halbbildung sehr gelitten hat7 und ihnen fr das bse ,spiel1 das sie spielen sollen1 ein gutes ,gewissen zu schaffen4 - ,der ,socialismus kann dazu dienen1 die ,gefahr aller ,anhufungen von ,staatsgewalt recht brutal und eindringlich zu lehren und insofern vor dem ,staate selbst ,misstrauen einzuflssen4 ,wenn seine rauhe ,stimme in das ,feldgeschrei so viel ,staat wie mglich einfllt1 so wird dieses zunchst dadurch lrmender1 als je3 aber bald dringt auch das entgegengesetzte mit um so grsserer ,kraft hervor3 so wenig ,staat wie mglich4 #dgd4 ,die ,entwickelung des ,geistes1 vom ,staate gefrchtet4 - ,die griechische ,polis war1 wie jede organisirende politische ,macht1 ausschliessend und misstrauisch gegen das ,wachsthum der ,bildung1 ihr gewaltiger ,grundtrieb zeigte sich fast nur lhmend und hemmend fr dieselbe4 ,sie wollte keine ,geschichte1 kein ,werden in der ,bildung gelten lassen2 die in dem ,staatsgesetz festgestellte ,erziehung sollte alle ,generationen verpflichten und auf ,einer ,stufe festhalten4 ,nicht anders wollte es spter auch noch ,plato fr seinen idealen ,staat4 ,trotz der ,polis entwickelte sich also die ,bildung3 indirect freilich und wider ,willen half sie mit1 weil die ,ehrsucht des ,einzelnen in der ,polis auf's ,hchste angereizt wurde1 so dass er1 einmal auf die ,bahn geistiger ,ausbildung gerathen1 auch in ihr bis in's letzte ,extrem fortgieng4 ,dagegen soll man sich nicht auf die ,verherrlichungsrede des ,perikles berufen3 denn sie ist nur ein grosses optimistisches ,trugbild ber den angeblich nothwendigen ,zusammenhang von ,polis und athenischer ,cultur2 ,thukydides lsst sie1 unmittelbar bevor die ,nacht ber ,athen kommt 7die ,pest und der ,abbruch der ,tradition71 noch einmal wie eine verklrende ,abendrthe aufleuchten1 bei der man den schlimmen ,tag vergessen soll1 der ihr vorangieng4 #dge4 ,der europische ,mensch und die ,vernichtung der ,nationen4 - ,der ,handel und die ,industrie1 der ,bcher- und ,briefverkehr1 die ,gemeinsamkeit aller hheren ,cultur1 das schnelle ,wechseln von ,ort und ,landschaft1 das jetzige ,nomadenleben aller ,nicht-,landbesitzer1 - diese ,umstnde bringen nothwendig eine ,schwchung und zuletzt eine ,vernichtung der ,nationen1 mindestens der europischen1 mit sich3 so dass aus ihnen allen1 in ,folge fortwhrender ,kreuzungen1 eine ,mischrasse1 die des europischen ,menschen1 entstehen muss4 ,diesem ,ziele wirkt jetzt bewusst oder unbewusst die ,abschliessung der ,nationen durch ,erzeugung nationaler ,feindseligkeiten entgegen1 aber langsam geht der ,gang jener ,mischung dennoch vorwrts1 trotz jener zeitweiligen ,gegenstrmungen3 dieser knstliche ,nationalismus ist brigens so gefhrlich wie der knstliche ,katholicismus es gewesen ist1 denn er ist in seinem ,wesen ein gewaltsamer ,noth- und ,belagerungszustand1 welcher von ,wenigen ber ,viele verhngt ist1 und braucht ,list1 ,lge und ,gewalt1 um sich in ,ansehen zu halten4 ,nicht das ,interesse der ,vielen 7der ,vlker71 wie man wohl sagt1 sondern vor ,allem das ,interesse bestimmter ,frstendynastien1 sodann das bestimmter ,classen des ,handels und der ,gesellschaft1 treibt zu diesem ,nationalismus2 hat man diess einmal erkannt1 so soll man sich nur ungescheut als guten ,europer ausgeben und durch die ,that an der ,verschmelzung der ,nationen arbeiten3 wobei die ,deutschen durch ihre alte bewhrte ,eigenschaft1 ,dolmetscher und ,vermittler der ,vlker zusein1 mitzuhelfen vermgen4 - ,beilufig3 das ganze ,problem der ,juden ist nur innerhalb der nationalen ,staaten vorhanden1 insofern hier berall ihre ,thatkrftigkeit und hhere ,intelligenz1 ihr in langer ,leidensschule von ,geschlecht zu ,geschlecht angehuftes ,geist- und ,willens-,capital1 in einem neid- und hasserweckenden ,maasse zum ,uebergewicht kommen muss1 so dass die litterarische ,unart fast in allen jetzigen ,nationen berhand nimmt - und zwar je mehr diese sich wieder national gebrden -1 die ,juden als ,sndenbcke aller mglichen ffentlichen und inneren ,uebelstnde zur ,schlachtbank zu fhren4 ,sobald es sich nicht mehr um ,conservirung von ,nationen1 sondern um die ,erzeugung einer mglichst krftigen europischen ,mischrasse handelt1 ist der ,jude als ,ingredienz ebenso brauchbar und erwnscht1 als irgend ein anderer nationaler ,rest4 ,unangenehme1 ja gefhrliche ,eigenschaften hat jede ,nation1 jeder ,mensch2 es ist grausam1 zu verlangen1 dass der ,jude eine ,ausnahme machen soll4 ,jene ,eigenschaften mgen sogar bei ihm in besonderem ,maasse gefhrlich und abschreckend sein2 und vielleicht ist der jugendliche ,brsen-,jude die widerlichste ,erfindung des ,menschengeschlechtes berhaupt4 ,trotzdem mchte ich wissen1 wie viel man bei einer ,gesammtabrechnung einem ,volke nachsehen muss1 welches1 nicht ohne unser ,aller ,schuld1 die leidvollste ,geschichte unter allen ,vlkern gehabt hat und dem man den edelsten ,menschen 7,christus71 den reinsten ,weisen 7,spinoza71 das mchtigste ,buch und das wirkungsvollste ,sittengesetz der ,welt verdankt4 ,ueberdiess3 in den dunkelsten ,zeiten des ,mittelalters1 als sich die asiatische ,wolkenschicht schwer ber ,europa gelagert hatte1 waren es jdische ,freidenker1 ,gelehrte und ,aerzte1 welche das ,banner der ,aufklrung und der geistigen ,unabhngigkeit unter dem hrtesten persnlichen ,zwange festhielten und ,europa gegen ,asien vertheidigten2 ihren ,bemhungen ist es nicht am wenigsten zu danken1 dass eine natrlichere1 vernunftgemssere und jedenfalls unmythische ,erklrung der ,welt endlich wieder zum ,siege kommen konnte und dass der ,ring der ,cultur1 welcher uns jetzt mit der ,aufklrung des griechisch-rmischen ,alterthums zusammenknpft1 unzerbrochen blieb4 ,wenn das ,christenthum ,alles gethan hat1 um den ,occident zu orientalisiren1 so hat das judenthum wesentlich mit dabei geholfen1 ihn immer wieder zu occidentalisiren3 was in einem bestimmten ,sinne so viel heisst als ,europa's ,aufgabe und ,geschichte zu einer ,fortsetzung der griechischen zumachen4 #dgf4 ,scheinbare ,ueberlegenheit des ,mittelalters4 - ,das ,mittelalter zeigt in der ,kirche ein ,institut mit einem ganz universalen1 die gesammte ,menschheit in sich begreifenden ,ziele1 noch dazu einem solchen1 welches den - vermeintlich - hchsten ,interessen derselben galt3 dagegen gesehen1 machen die ,ziele der ,staaten und ,nationen1 welche die neuere ,geschichte zeigt1 einen beklemmenden ,eindruck2 sie erscheinen kleinlich1 niedrig1 materiell1 rumlich beschrnkt4 ,aber dieser verschiedene ,eindruck auf die ,phantasie soll unser ,urtheil ja nicht bestimmen2 denn jenes universale ,institut entsprach erknstelten1 auf ,fictionen beruhenden ,bedrfnissen1 welche es1 wo sie noch nicht vorhanden waren1 erst erzeugen musste 7,bedrfniss der ,erlsung72 die neuen ,institute helfen wirklichen ,nothzustnden ab2 und die ,zeit kommt1 wo ,institute entstehen1 um den gemeinsamen wahren ,bedrfnissen aller ,menschen zu dienen und das phantastische ,urbild1 die katholische ,kirche1 in ,schatten und ,vergessenheit zu stellen4 #dgg4 ,der ,krieg unentbehrlich4 - ,es ist eitel ,schwrmerei und ,schnseelenthum1 von der ,menschheit noch viel 7oder gar3 erst recht viel7 zu erwarten1 wenn sie verlernt hat1 ,kriege zu fhren4 ,einstweilen kennen wir keine anderen ,mittel1 wodurch mattwerdenden ,vlkern jene rauhe ,energie des ,feldlagers1 jener tiefe unpersnliche ,hass1 jene ,mrder-,kaltbltigkeit mit gutem ,gewissen1 jene gemeinsame organisirende ,gluth in der ,vernichtung des ,feindes1 jene stolze ,gleichgltigkeit gegen grosse ,verluste1 gegen das eigene ,dasein und das der ,befreundeten1 jenes dumpfe erdbebenhafte ,erschttern der ,seele ebenso stark und sicher mitgetheilt werden knnte1 wie diess jeder grosse ,krieg thut3 von den hier hervorbrechenden ,bchen und ,strmen1 welche freilich ,steine und ,unrath aller ,art mit sich wlzen und die ,wiesen zarter ,culturen zu ,grunde richten1 werden nachher unter gnstigen ,umstnden die ,rderwerke in den ,werksttten des ,geistes mit neuer ,kraft umgedreht4 ,die ,cultur kann die ,leidenschaften1 ,laster und ,bosheiten durchaus nicht entbehren4 - ,als die kaiserlich gewordenen ,rmer der ,kriege etwas mde wurden1 versuchten sie aus ,thierhetzen1 ,gladiatorenkmpfen und ,christenverfolgungen sich neue ,kraft zu gewinnen4 ,die jetzigen ,englnder1 welche im ,ganzen auch dem ,kriege abgesagt zu haben scheinen1 ergreifen ein anderes ,mittel1 um jene entschwindenden ,krfte neu zu erzeugen3 jene gefhrlichen ,entdeckungsreisen1 ,durchschiffungen1 ,erkletterungen1 zu wissenschaftlichen ,zwecken1 wie es heisst1 unternommen1 in ,wahrheit1 um berschssige ,kraft aus ,abenteuern und ,gefahren aller ,art mit nach ,hause zu bringen4 ,man wird noch vielerlei solche ,surrogate des ,krieges ausfindig machen1 aber vielleicht durch sie immer mehr einsehen1 dass eine solche hoch cultivirte und daher nothwendig matte ,menschheit1 wie die der jetzigen ,europer1 nicht nur der ,kriege1 sondern der grssten und furchtbarsten ,kriege - also zeitweiliger ,rckflle in die ,barbarei - bedarf1 um nicht an den ,mitteln der ,cultur ihre ,cultur und ihr ,dasein selber einzubssen4 #dgh4 ,fleiss im ,sden und ,norden4 - ,der ,fleiss entsteht auf zwei ganz verschiedene ,arten4 ,die ,handwerker im ,sden werden fleissig1 nicht aus ,erwerbstrieb1 sondern aus der bestndigen ,bedrftigkeit der ,anderen4 ,weil immer ,einer kommt1 der ein ,pferd beschlagen1 einen ,wagen ausbessern lassen will1 so ist der ,schmied fleissig4 ,kme ,niemand1 so wrde er auf dem ,markte herumlungern4 ,sich zu ernhren1 das hat in einem fruchtbaren ,lande wenig ,noth1 dazu brauchte er nur ein sehr geringes ,maass von ,arbeit1 jedenfalls keinen ,fleiss2 schliesslich wrde er betteln und zufrieden sein4 - ,der ,fleiss englischer ,arbeiter hat dagegen den ,erwerbssinn hinter sich3 er ist sich seiner selbst und seiner ,ziele bewusst und will mit dem ,besitz die ,macht1 mit der ,macht die grsstmgliche ,freiheit und individuelle ,vornehmheit4 #dgi4 ,reichthum als ,ursprung eines ,gebltsadels4 - ,der ,reichthum erzeugt nothwendig eine ,aristokratie der ,rasse1 denn er gestattet die schnsten ,weiber zu whlen1 die besten ,lehrer zu besolden1 er gnnt dem ,menschen ,reinlichkeit1 ,zeit zu krperlichen ,uebungen und vor ,allem ,abwendung von verdumpfender krperlicher ,arbeit4 ,soweit verschafft er alle ,bedingungen1 um1 in einigen ,generationen1 die ,menschen vornehm und schn sich bewegen1 ja selbst handeln zu machen3 die grssere ,freiheit des ,gemthes1 die ,abwesenheit des ,erbrmlich-,kleinen1 der ,erniedrigung vor ,brodgebern1 der ,pfennig-,sparsamkeit4 - ,gerade diese negativen ,eigenschaften sind das reichste ,angebinde des ,glckes fr einen jungen ,menschen2 ein ganz ,armer richtet sich gewhnlich durch ,vornehmheit der ,gesinnung zu ,grunde1 er kommt nicht vorwrts und erwirbt ,nichts1 seine ,rasse ist nicht lebensfhig4 - ,dabei ist aber zu bedenken1 dass der ,reichthum fast die gleichen ,wirkungen ausbt1 wenn ,einer dreihundert ,thaler oder dreissigtausend jhrlich verbrauchen darf3 es giebt nachher keine wesentliche ,progression der begnstigenden ,umstnde mehr4 ,aber weniger zu haben1 als ,knabe zu betteln und sich zu erniedrigen1 ist furchtbar3 obwohl fr ,solche1 welche ihr ,glck im ,glanze der ,hfe1 in der ,unterordnung unter ,mchtige und ,einflussreiche suchen oder welche ,kirchenhupter werden wollen1 es der rechte ,ausgangspunct sein mag4 7- ,es lehrt1 gebckt sich in die ,hhlengnge der ,gunst einzuschleichen47 #dhj4 ,neid und ,trgheit in verschiedener ,richtung4 - ,die beiden gegnerischen ,parteien1 die socialistische und die nationale - oder wie die ,namen in den verschiedenen ,lndern ,europa's lauten mgen - sind einander wrdig3 ,neid und ,faulheit sind die bewegenden ,mchte in ihnen beiden4 ,in jenem ,heerlager will man so wenig als mglich mit den ,hnden arbeiten1 in diesem so wenig als mglich mit dem ,kopf2 in letzterem hasst und neidet man die hervorragenden1 aus sich wachsenden ,einzelnen1 welche sich nicht gutwillig in ,reih und ,glied zum ,zwecke einer ,massenwirkung stellen lassen2 in ersterem die bessere1 usserlich gnstiger gestellte ,kaste der ,gesellschaft1 deren eigentliche ,aufgabe1 die ,erzeugung der hchsten ,culturgter1 das ,leben innerlich um so viel schwerer und schmerzensreicher macht4 ,gelingt es freilich1 jenen ,geist der ,massenwirkung zum ,geiste der hheren ,classen der ,gesellschaft zu machen1 so sind die socialistischen ,schaaren ganz im ,rechte1 wenn sie auch usserlich zwischen sich und jenen zu nivelliren suchen1 da sie ja innerlich1 in ,kopf und ,herz1 schon mit einander nivellirt sind4 - ,lebt als hhere ,menschen und thut immerfort die ,thaten der hheren ,cultur1 - so gesteht euch ,alles1 was da lebt1 euer ,recht zu1 und die ,ordnung der ,gesellschaft1 deren ,spitze ihr seid1 ist gegen jeden bsen ,blick und ,griff gefeit6 #dha4 ,grosse ,politik und ihre ,einbussen4 - ,ebenso wie ein ,volk die grssten ,einbussen1 welche ,krieg und ,kriegsbereitschaft mit sich bringen1 nicht durch die ,unkosten des ,krieges1 die ,stauungen im ,handel und ,wandel erleidet1 ebenso nicht durch die ,unterhaltung der stehenden ,heere - so gross diese ,einbussen auch jetzt sein mgen1 wo acht ,staaten ,europa's jhrlich die ,summe von zwei bis drei ,milliarden darauf verwenden -1 sondern dadurch1 dass ,jahr aus ,jahr ein die tchtigsten1 krftigsten1 arbeitsamsten ,mnner in ausserordentlicher ,anzahl ihren eigentlichen ,beschftigungen und ,berufen entzogen werden1 um ,soldaten zu sein3 ebenso erleidet ein ,volk1 welches sich anschickt1 grosse ,politik zu treiben und unter den mchtigsten ,staaten sich eine entscheidende ,stimme zu sichern1 seine grssten ,einbussen nicht darin1 worin man sie gewhnlich findet4 ,es ist wahr1 dass es von diesem ,zeitpuncte ab fortwhrend eine ,menge der hervorragendsten ,talente auf dem ,altar des ,vaterlandes oder der nationalen ,ehrsucht opfert1 whrend frher diesen ,talenten1 welche jetzt die ,politik verschlingt1 andere ,wirkungskreise offen standen4 ,aber abseits von diesen ffentlichen ,hekatomben1 und im ,grunde viel grauenhafter als diese1 begiebt sich ein ,schauspiel1 welches fortwhrend in hunderttausend ,acten gleichzeitig sich abspielt3 jeder tchtige1 arbeitsame1 geistvolle1 strebende ,mensch eines solchen nach politischen ,ruhmeskrnzen lsternen ,volkes wird von dieser ,lsternheit beherrscht und gehrt seiner eigenen ,sache nicht mehr1 wie frher1 vllig an3 die tglich neuen ,fragen und ,sorgen des ffentlichen ,wohles verschlingen eine tgliche ,abgabe von dem ,kopf- und ,herz-,capitale jedes ,brgers3 die ,summe all dieser ,opfer und ,einbussen an individueller ,energie und ,arbeit ist so ungeheuer1 dass das politische ,aufblhen eines ,volkes eine geistige ,verarmung und ,ermattung1 eine geringere ,leistungsfhigkeit zu ,werken1 welche grosse ,concentration und ,einseitigkeit verlangen1 fast mit ,nothwendigkeit nach sich zieht4 ,zuletzt darf man fragen3 lohnt sich denn all diese ,blthe und ,pracht des ,ganzen 7welche ja doch nur als ,furcht der anderen ,staaten vor dem neuen ,coloss und als dem ,auslande abgerungene ,begnstigung der nationalen ,handels- und ,verkehrs-,wohlfahrt zu ,tage tritt71 wenn dieser groben und buntschillernden ,blume der ,nation alle die edleren1 zarteren1 geistigeren ,pflanzen und ,gewchse1 an welchen ihr ,boden bisher so reich war1 zum ,opfer gebracht werden mssen8 #dhb4 ,und nochmals gesagt4 - ,oeffentliche ,meinungen - private ,faulheiten4 ,neuntes ,hauptstck4 ,der ,mensch mit sich allein4 #dhc4 ,feinde der ,wahrheit4 - ,ueberzeugungen sind gefhrlichere ,feinde der ,wahrheit1 als ,lgen4 #dhd4 ,verkehrte ,welt4 - ,man kritisirt einen ,denker schrfer1 wenn er einen uns unangenehmen ,satz hinstellt2 und doch wre es vemnftiger1 diess zu thun1 wenn sein ,satz uns angenehm ist4 #dhe4 ,charaktervoll4 - ,charaktervoll erscheint ein ,mensch weit hufiger1 weil er immer seinem ,temperamente1 als weil er immer seinen ,principien folgt4 #dhf4 ,das ,eine1 was ,noth thut4 - ,eins muss man haben3 entweder einen von ,natur leichten ,sinn oder einen durch ,kunst und ,wissen erleichterten ,sinn4 #dhg4 ,die ,leidenschaft fr ,sachen4 - ,wer seine ,leidenschaft auf ,sachen 7,wissenschaften1 ,staatswohl1 ,culturinteressen1 ,knste7 richtet1 entzieht seiner ,leidenschaft fr ,personen viel ,feuer 7selbst wenn sie ,vertreter jener ,sachen sind1 wie ,staatsmnner1 ,philosophen1 ,knstler ,vertreter ihrer ,schpfungen sind74 #dhh4 ,die ,ruhe in der ,that4 - ,wie ein ,wasserfall im ,sturz langsamer und schwebender wird1 so pflegt der grosse ,mensch der ,that mit mehr ,ruhe zu handeln1 als seine strmische ,begierde vor der ,that es erwarten liess4 #dhi4 ,nicht zu tief4 - ,personen1 welche eine ,sache in aller ,tiefe erfassen1 bleiben ihr selten auf immer treu4 ,sie haben eben die ,tiefe an's ,licht gebracht3 da giebt es immer viel ,schlimmes zu sehen4 #dij4 ,wahn der ,idealisten4 - ,alle ,idealisten bilden sich ein1 die ,sachen1 welchen sie dienen1 seien wesentlich besser1 als die anderen ,sachen in der ,welt1 und wollen nicht glauben1 dass wenn ihre ,sache berhaupt gedeihen soll1 sie genau des selben bel riechenden ,dngers bedarf1 welchen alle anderen menschlichen ,unternehmungen nthig haben4 #dia4 ,selbstbeobachtung4 - ,der ,mensch ist gegen sich selbst1 gegen ,auskundschaftung und ,belagerung durch sich selber1 sehr gut vertheidigt1 er vermag gewhnlich nicht mehr von sich1 als seine ,aussenwerke wahrzunehmen4 ,die eigentliche ,festung ist ihm unzugnglich1 selbst unsichtbar1 es sei denn1 dass ,freunde und ,feinde die ,verrther machen und ihn selber auf geheimem ,wege hineinfhren4 #dib4 ,der richtige ,beruf4 - ,mnner halten selten einen ,beruf aus1 von dem sie nicht glauben oder sich einreden1 er sei im ,grunde wichtiger1 als alle anderen4 ,ebenso geht es ,frauen mit ihren ,liebhabern4 #dic4 ,adel der ,gesinnung4 - ,der ,adel der ,gesinnung besteht zu einem grossen ,teil aus ,gutmthigkeit und ,mangel an ,misstrauen1 und enthlt also gerade ,das1 worber sich die gewinnschtigen und erfolgreichen ,menschen so gerne mit ,ueberlegenheit und ,spott ergehen4 #did4 ,ziel und ,wege4 - ,viele sind hartnckig in ,bezug auf den einmal eingeschlagenen ,weg1 ,wenige in ,bezug auf das ,ziel4 #die4 ,das ,emprende an einer individuellen ,lebensart4 - ,alle sehr individuellen ,maassregeln des ,lebens bringen die ,menschen gegen ,den1 der sie ergreift1 auf2 sie fhlen sich durch die aussergewhnliche ,behandlung1 welche jener sich angedeihen lsst1 erniedrigt1 als gewhnliche ,wesen4 #dif4 ,vorrecht der ,grsse4 - ,es ist das ,vorrecht der ,grsse1 mit geringen ,gaben hoch zu beglcken4 #dig4 ,unwillkrlich vornehm4 - ,der ,mensch betrgt sich unwillkrlich vornehm1 wenn er sich gewhnt hat1 von den ,menschen ,nichts zu wollen und ihnen immer zu geben4 #dih4 ,bedingung des ,heroenthums4 - ,wenn ,einer zum ,helden werden will1 so muss die ,schlange vorher zum ,drachen geworden sein1 sonst fehlt ihm sein rechter ,feind4 #dii4 ,freund4 - ,mit ,freude1 nicht ,mitleiden1 macht den ,freund4 #ejj4 ,ebbe und ,fluth zu benutzen4 - ,man muss zum ,zwecke der ,erkenntniss jene innere ,strmung zu benutzen wissen1 welche uns zu einer ,sache hinzieht und wiederum jene1 welche uns nach einer ,zeit von der ,sache fortzieht4 #eja4 ,freude an sich4- ,freude an der ,sache so sagt man3 aber in ,wahrheit1 ist es ,freude an sich vermittelst einer ,sache4 #ejb4 ,der ,bescheidene4 - ,wer gegen ,personen bescheiden ist1 zeigt gegen ,sachen 7,stadt1 ,staat1 ,gesellschaft1 ,zeit1 ,menschheit7 um so strker seine ,anmaassung4 ,das ist seine ,rache4 #ejc4 ,neid und ,eifersucht4 - ,neid und ,eifersucht sind die ,schamtheile der menschlichen ,seele4 ,die ,vergleichung kann vielleicht fortgesetzt werden4 #ejd4 ,der vornehmste ,heuchler4 - ,gar nicht von sich zu reden1 ist eine sehr vornehme ,heuchelei4 #eje4 ,verdruss4 - ,der ,verdruss ist eine krperliche ,krankheit1 welche keineswegs dadurch schon gehoben ist1 dass die ,veranlassung zum ,verdruss hinterdrein beseitigt wird4 #ejf4 ,vertreter der ,wahrheit4 - ,nicht wenn es gefhrlich ist1 die ,wahrheit zu sagen1 findet sie am seltensten ,vertreter1 sondern wenn es langweilig ist4 #ejg4 ,beschwerlicher noch1 als ,feinde4 - ,die ,personen1 von deren sympathischem ,verhalten wir nicht unter allen ,umstnden berzeugt sind1 whrend uns irgend ein ,grund 7z4,b4 ,dankbarkeit7 verpflichtet1 den ,anschein der unbedingten ,sympathie unsererseits aufrecht zu erhalten1 qulen unsere ,phantasie viel mehr1 als unsere ,feinde4 #ejh4 ,die freie ,natur4 - ,wir sind so gern in der freien ,natur1 weil diese keine ,meinung ber uns hat4 #eji4 ,jeder in ,einer ,sache berlegen4 - ,in civilisirten ,verhltnissen fhlt sich ,jeder jedem ,anderen in ,einer ,sache wenigstens berlegen3 darauf beruht das allgemeine ,wohlwollen1 insofern ,jeder einer ist1 der unter ,umstnden helfen kann und desshalb sich ohne ,scham helfen lassen darf4 #eaj4 ,trostgrnde4 - ,bei einem ,todesfall braucht man zumeist ,trostgrnde1 nicht sowohl um die ,gewalt des ,schmerzes zu lindern1 als um zu entschuldigen1 dass man sich so leicht getrstet fhlt4 #eaa4 ,die ,ueberzeugungstreuen4 - ,wer viel zu thun hat1 behlt seine allgemeinen ,ansichten und ,standpuncte fast unverndert bei4 ,ebenso jeder1 der im ,dienst einer ,idee arbeitet3 er wird die ,idee selber nie mehr prfen1 dazu hat er keine ,zeit mehr2 ja es geht gegen sein ,interesse1 sie berhaupt noch fr discutirbar zu halten4 #eab4 ,moralitt und ,quantitt4 - ,die hhere ,moralitt des einen ,menschen1 im ,vergleich zu der eines anderen1 liegt oft nur darin1 dass die ,ziele quantitativ grsser sind4 ,jenen zieht die ,beschftigung mit dem ,kleinen1 im engen ,kreise1 nieder4 #eac4 ,das ,leben als ,ertrag des ,lebens4 - ,der ,mensch mag sich noch so weit mit seiner ,erkenntniss ausrecken1 sich selber noch so objectiv vorkommen3 zuletzt trgt er doch ,nichts davon1 als seine eigene ,biographie4 #ead4 ,die eherne ,nothwendigkeit4 - ,die eherne ,nothwendigkeit ist ein ,ding1 von dem die ,menschen im ,verlauf der ,geschichte einsehen1 dass es weder ehern noch nothwendig ist4 #eae4 ,aus der ,erfahrung4 - ,die ,unvernunft einer ,sache ist kein ,grund gegen ihr ,dasein1 vielmehr eine ,bedingung desselben4 #eaf4 ,wahrheit4 - ,niemand stirbt jetzt an tdtlichen ,wahrheiten3 es giebt zu viele ,gegengifte4 #eag4 ,grundeinsicht4 - ,es giebt keine prstabilirte ,harmonie zwischen der ,frderung der ,wahrheit und dem ,wohle der ,menschheit4 #eah4 ,menschenloos4 - ,wer tiefer denkt1 weiss1 dass er immer ,unrecht hat1 er mag handeln und urtheilen1 wie er will4 #eai4 ,wahrheit als ,circe4 - ,der ,irrthum hat aus ,thieren ,menschen gemacht2 sollte die ,wahrheit im ,stande sein1 aus dem ,menschen wieder ein ,thier zu machen8 #ebj4 ,gefahr unserer ,cultur4 - ,wir gehren einer ,zeit an1 deren ,cultur in ,gefahr ist1 an den ,mitteln der ,cultur zu ,grunde zu gehen4 #eba4 ,grsse heisst3 ,richtung-geben4 - ,kein ,strom ist durch sich selber gross und reich3 sondern dass er so viele ,nebenflsse aufnimmt und fortfhrt1 das macht ihn dazu4 ,so steht es auch mit allen ,grssen des ,geistes4 ,nur darauf kommt es an1 dass ,einer die ,richtung angiebt1 welcher dann so viele ,zuflsse folgen mssen2 nicht darauf1 ob er von ,anbeginn arm oder reich begabt ist4 #ebb4 ,schwaches ,gewissen4 - ,menschen1 welche von ihrer ,bedeutung fr die ,menschheit sprechen1 haben in ,bezug auf gemeine brgerliche ,rechtlichkeit im ,halten von ,vertrgen1 ,versprechungen1 ein schwaches ,gewissen4 #ebc4 ,geliebt sein wollen4 - ,die ,forderung1 geliebt zu werden1 ist die grsste der ,anmaassungen4 #ebd4 ,menschenverachtung4 - ,das unzweideutigste ,anzeichen von einer ,geringschtzung der ,menschen ist diess1 dass man ,jedermann nur als ,mittel zu seinem ,zwecke oder gar nicht gelten lsst4 #ebe4 ,anhnger aus ,widerspruch4 - ,wer die ,menschen zur ,raserei gegen sich gebracht hat1 hat sich immer auch eine ,partei zu seinen ,gunsten erworben4 #ebf4 ,erlebnisse vergessen4 - ,wer viel denkt1 und zwar sachlich denkt1 vergisst leicht seine eigenen ,erlebnisse1 aber nicht so die ,gedanken1 welche durch jene hervorgerufen wurden4 #ebg4 ,festhalten einer ,meinung4 - ,der ,eine hlt eine ,meinung fest1 weil er sich ,etwas darauf einbildet1 von selbst auf sie gekommen zu sein1 der ,andere1 weil er sie mit ,mhe gelernt hat und stolz darauf ist1 sie begriffen zu haben3 ,beide also aus ,eitelkeit4 #ebh4 ,das ,licht scheuen4 - ,die gute ,that scheut ebenso ngstlich das ,licht1 als die bse ,that3 diese frchtet1 durch das ,bekanntwerden komme der ,schmerz 7als ,strafe71 jene frchtet1 durch das ,bekanntwerden schwinde die ,lust 7jene reine ,lust an sich selbst nmlich1 welche sofort aufhrt1 sobald eine ,befriedigung der ,eitelkeit hinzutritt74 #ebi4 ,die ,lnge des ,tages4 - ,wenn man viel hineinzustecken hat1 so hat ein ,tag hundert ,taschen4 #ecj4 ,tyrannengenie4 - ,wenn in der ,seele eine unbezwingliche ,lust dazu rege ist1 sich tyrannisch durchzusetzen1 und das ,feuer bestndig unterhlt1 so wird selbst eine geringe ,begabung 7bei ,politikern1 ,knstlern7 allmhlich zu einer fast unwiderstehlichen ,naturgewalt4 #eca4 ,das ,leben des ,feindes4 - ,wer davon lebt1 einen ,feind zu bekmpfen1 hat ein ,interesse daran1 dass er am ,leben bleibt4 #ecb4 ,wichtiger4 - ,man nimmt die unerklrte dunkle ,sache wichtiger1 als die erklrte helle4 #ecc4 ,abschtzung erwiesener ,dienste4 - ,dienstleistungen1 die uns jemand erweist1 schtzen wir nach dem ,werthe1 den ,jener darauf legt1 nicht nach dem1 welchen sie fr uns haben4 #ecd4 ,unglck4 - ,die ,auszeichnung1 welche im ,unglck liegt 7als ob es ein ,zeichen von ,flachheit1 ,anspruchslosigkeit1 ,gewhnlichkeit sei1 sich glcklich zu fhlen71 ist so gross1 dass wenn ,jemand ,einem sagt3 ,aber wie glcklich ,sie sind6 man gewhnlich protestirt4 #ece4 ,phantasie der ,angst4 - ,die ,phantasie der ,angst ist jener bse ffische ,kobold1 der dem ,menschen gerade dann noch auf den ,rcken springt1 wenn er schon am schwersten zu tragen hat4 #ecf4 ,werth abgeschmackter ,gegner4 - ,man bleibt mitunter einer ,sache nur desshalb treu1 weil ihre ,gegner nicht aufhren1 abgeschmackt zu sein4 #ecg4 ,werth eines ,berufes4 - ,ein ,beruf macht gedankenlos2 darin liegt sein grsster ,segen4 ,denn er ist eine ,schutzwehr1 hinter welche man sich1 wenn ,bedenken und ,sorgen allgemeiner ,art ,einen anfallen1 erlaubtermaassen zurckziehen kann4 #ech4 ,talent4 - ,das ,talent manches ,menschen erscheint geringer als es ist1 weil er sich immer zu grosse ,aufgaben gestellt hat4 #eci4 ,jugend4 - ,die ,jugend ist unangenehm2 denn in ihr ist es nicht mglich oder nicht vernnftig1 productiv zu sein1 in irgend einem ,sinne4 #edj4 ,zugrosse ,ziele4 - ,wer sich ffentlich grosse ,ziele stellt und hinterdrein im ,geheimen einsieht1 dass er dazu zu schwach ist1 hat gewhnlich auch nicht ,kraft genug1 jene ,ziele ffentlich zu widerrufen und wird dann unvermeidlich zum ,heuchler4 #eda4 ,im ,strome4 - ,starke ,wasser reissen viel ,gestein und ,gestrpp mit sich fort1 starke ,geister viel dumme und verworrene ,kpfe4 #edb4 ,gefahren der geistigen ,befreiung4 - ,bei der ernstlich gemeinten geistigen ,befreiung eines ,menschen hoffen im ,stillen auch seine ,leidenschaften und ,begierden ihren ,vortheil sich zu ersehen4 #edc4 ,verkrperung des ,geistes4 - ,wenn ,einer viel und klug denkt1 so bekommt nicht nur sein ,gesicht1 sondern auch sein ,krper ein kluges ,aussehen4 #edd4 ,schlecht sehen und schlecht hren4 - ,wer wenig sieht1 sieht immer weniger2 wer schlecht hrt1 hrt immer ,einiges noch dazu4 #ede4 ,selbstgenuss in der ,eitelkeit4 - ,der ,eitele will nicht sowohl hervorragen1 als sich hervorragend fhlen1 desshalb verschmht er kein ,mittel des ,selbstbetruges und der ,selbstberlistung4 ,nicht die ,meinung der ,anderen1 sondern seine ,meinung von ,deren ,meinung liegt ihm am ,herzen4 #edf4 ,ausnahmsweise eitel4 - ,der fr gewhnlich ,selbstgengsame ist ausnahmsweise eitel und fr ,ruhm- und ,lobsprche empfnglich1 wenn er krperlich krank ist4 ,in dem ,maasse1 in welchem er sich verliert1 muss er sich aus fremder ,meinung1 von ,aussen her1 wieder zu gewinnen suchen4 #edg4 ,die ,geistreichen4 - ,der hat keinen ,geist1 welcher den ,geist sucht4 #edh4 ,wink fr ,parteihupter4 - ,wenn man die ,leute dazu treiben kann1 sich ffentlich fr ,etwas zu erklren1 so hat man sie meistens auch dazu gebracht1 sich innerlich dafr zu erklren2 sie wollen frderhin als consequent erfunden werden4 #edi4 ,verachtung4 - ,die ,verachtung durch ,andere ist dem ,menschen empfindlicher1 als die durch sich selbst4 #eej4 ,schnur der ,dankbarkeit4 - ,es giebt sclavische ,seelen1 welche die ,erkenntlichkeit fr erwiesene ,wohlthaten so weit treiben1 dass sie sich mit der ,schnur der ,dankbarkeit selbst erdrosseln4 #eea4 ,kunstgriff des ,propheten4 - ,um die ,handlungsweise gewhnlicher ,menschen im ,voraus zu errathen1 muss man annehmen1 dass sie immer den mindesten ,aufwand an ,geist machen1 um sich aus einer unangenehmen ,lage zu befreien4 #eeb4 ,das einzige ,menschenrecht4 - ,wer vom ,herkmmlichen abweicht1 ist das ,opfer des ,aussergewhnlichen2 wer im ,herkmmlichen bleibt1 ist der ,sclave desselben4 ,zu ,grunde gerichtet wird man auf jeden ,fall4 #eec4 ,unter das ,thier hinab4 - ,wenn der ,mensch vor ,lachen wiehert1 bertrifft er alle ,thiere durch seine ,gemeinheit4 #eed4 ,halbwissen4 - ,der1 welcher eine fremde ,sprache wenig spricht1 hat mehr ,freude daran1 als ,der1 welcher sie gut spricht4 ,das ,vergngen ist bei den ,halbwissenden4 #eee4 ,gefhrliche ,hlfbereitschaft4 - ,es giebt ,leute1 welche das ,leben den ,menschen erschweren wollen1 aus keinem andern ,grunde1 als um ihnen hinterdrein ihre ,recepte zur ,erleichterung des ,lebens1 zum ,beispiel ihr ,christenthum1 anzubieten4 #eef4 ,fleiss und ,gewissenhaftigkeit4 - ,fleiss und ,gewissenhaftigkeit sind oftmals dadurch ,antagonisten1 dass der ,fleiss die ,frchte sauer vom ,baume nehmen will1 die ,gewissenhaftigkeit sie aber zu lange hngen lsst1 bis sie herabfallen und sich zerschlagen4 #eeg4 ,verdchtigen4 - ,menschen1 welche man nicht leiden kann1 sucht man sich zu verdchtigen4 #eeh4 ,die ,umstnde fehlen4 - ,viele ,menschen warten ihr ,leben lang auf die ,gelegenheit1 auf ihre ,art gut zu sein4 #eei4 ,mangel an ,freunden4 - ,der ,mangel an ,freunden lsst auf ,neid oder ,anmaassung schliessen4 ,mancher verdankt seine ,freunde nur dem glcklichen ,umstande1 dass er keinen ,anlass zum ,neide hat4 #efj4 ,gefahr in der ,vielheit4 - ,mit einem ,talente mehr steht man oft unsicherer1 als mit einem weniger3 wie der ,tisch besser auf drei1 als auf vier ,fssen steht4 #efa4 ,den ,andern zum ,vorbild4 - ,wer ein gutes ,beispiel geben will1 muss seiner ,tugend einen ,gran ,narrheit zusetzen3 dann ahmt man nach und erhebt sich zugleich ber den ,nachgeahmten1 - was die ,menschen lieben4 #efb4 ,zielscheibe sein4 - ,die bsen ,reden ,anderer ber uns gelten oft nicht eigentlich uns1 sondern sind die ,aeusserungen eines ,aergers1 einer ,verstimmung aus ganz anderen ,grnden4 #efc4 ,leicht resignirt4 - ,man leidet wenig an versagten ,wnschen1 wenn man seine ,phantasie gebt hat1 die ,vergangenheit zu verhsslichen4 #efd4 ,in ,gefahr4 - ,man ist am ,meisten in ,gefahr1 berfahren zu werden1 wenn man eben einem ,wagen ausgewichen ist4 #efe4 ,je nach der ,stimme die ,rolle4 - ,wer gezwungen ist1 lauter zu reden1 als er gewohnt ist 7etwa vor einem ,halb-,tauben oder vor einem grossen ,auditorium71 bertreibt gewhnlich die ,dinge1 welche er mitzutheilen hat4 - ,mancher wird zum ,verschwrer1 bswilligen ,nachredner1 ,intriguanten1 blos weil seine ,stimme sich am besten zu einem ,geflster eignet4 #eff4 ,liebe und ,hass4 - ,liebe und ,hass sind nicht blind1 aber geblendet vom ,feuer1 das sie selber mit sich tragen4 #efg4 ,mit ,vortheil angefeindet4 - ,menschen1 welche der ,welt ihre ,verdienste nicht vllig deutlich machen knnen1 suchen sich eine starke ,feindschaft zu erwecken4 ,sie haben dann den ,trost1 zu denken1 dass diese zwischen ihren ,verdiensten und deren ,anerkennung stehe - und dass mancher ,andere das ,selbe vermuthe3 was sehr vortheilhaft fr ihre ,geltung ist4 #efh4 ,beichte4 - ,man vergisst seine ,schuld1 wenn man sie einem ,andern gebeichtet hat1 aber gewhnlich vergisst der ,andere sie nicht4 #efi4 ,selbstgengsamkeit4 - ,das goldene ,vliess der ,selbstgengsamkeit schtzt gegen ,prgel1 aber nicht gegen ,nadelstiche4 #egj4 ,schatten in der ,flamme4 - ,die ,flamme ist sich selber nicht so hell1 als den ,anderen1 denen sie leuchtet3 so auch der ,weise4 #ega4 ,eigene ,meinungen4 - ,die erste ,meinung1 welche uns einfllt1 wenn wir pltzlich ber eine ,sache befragt werden1 ist gewhnlich nicht unsere eigene1 sondern nur die landlufige1 unserer ,kaste1 ,stellung1 ,abkunft zugehrige2 die eigenen ,meinungen schwimmen selten oben auf4 #egb4 ,herkunft des ,muthes4 - ,der gewhnliche ,mensch ist muthig und unverwundbar wie ein ,held1 wenn er die ,gefahr nicht sieht1 fr sie keine ,augen hat4 ,umgekehrt3 der ,held hat die einzig verwundbare ,stelle auf dem ,rcken1 also dort1 wo er keine ,augen hat4 #egc4 ,gefahr im ,arzte4 - ,man muss fr seinen ,arzt geboren sein1 sonst geht man an seinem ,arzt zu ,grunde4 #egd4 ,wunderliche ,eitelkeit4 - ,wer dreimal mit ,dreistigkeit das ,wetter prophezeit hat und ,erfolg hatte1 der glaubt im ,grunde seiner ,seele ein ,wenig an seine ,prophetengabe4 ,wir lassen das ,wunderliche1 ,irrationelle gelten1 wenn es unserer ,selbstschtzung schmeichelt4 #ege4 ,beruf4 - ,ein ,beruf ist das ,rckgrat des ,lebens4 #egf4 ,gefahr persnlichen ,einflusses4 - ,wer fhlt1 dass er auf einen ,anderen einen grossen innerlichen ,einfluss ausbt1 muss ihm ganz freie ,zgel lassen1 ja gelegentliches ,widerstreben gern sehen und selbst herbeifhren3 sonst wird er unvermeidlich sich einen ,feind machen4 #egg4 ,den ,erben gelten lassen4 - ,wer etwas ,grosses in selbstloser ,gesinnung begrndet hat1 sorgt dafr1 sich ,erben zu erziehen4 ,es ist das ,zeichen einer tyrannischen und unedlen ,natur1 in allen mglichen ,erben seines ,werkes seine ,gegner zu sehen und gegen sie im ,stande der ,nothwehr zu leben4 #egh4 ,halbwissen4 - ,das ,halbwissen ist siegreicher1 als das ,ganzwissen3 es kennt die ,dinge einfacher1 als sie sind1 und macht daher seine ,meinung fasslicher und berzeugender4 #egi4 ,nicht geeignet zum ,parteimann4 - ,wer viel denkt1 eignet sich nicht zum ,parteimann3 er denkt sich zu bald durch die ,partei hindurch4 #ehj4 ,schlechtes ,gedchtniss4 - ,der ,vortheil des schlechten ,gedchtnisses ist1 dass man die selben guten ,dinge mehrere ,male zum ,ersten ,male geniesst4 #eha4 ,sich ,schmerzen machen4 - ,rcksichtslosigkeit des ,denkens ist oft das ,zeichen einer unfriedlichen inneren ,gesinnung1 welche ,betubung begehrt4 #ehb4 ,mrtyrer4 - ,der ,jnger eines ,mrtyrers leidet mehr1 als der ,mrtyrer4 #ehc4 ,rckstndige ,eitelkeit4 - ,die ,eitelkeit mancher ,menschen1 die es nicht nthig htten1 eitel zu sein1 ist die briggebliebene und gross gewachsene ,gewohnheit aus der ,zeit her1 wo sie noch kein ,recht hatten1 an sich zu glauben und diesen ,glauben erst von ,andern in kleiner ,mnze einbettelten4 #ehd4 ,punctum saliens der ,leidenschaft4 - ,wer im ,begriff ist1 in ,zorn oder in einen heftigen ,liebesaffect zu gerathen1 erreicht einen ,punct1 wo die ,seele voll ist wie ein ,gefss3 aber doch muss ein ,wassertropfen noch hinzukommen1 der gute ,wille zur ,leidenschaft 7den man gewhnlich auch den bsen nennt74 ,es ist nur dieses ,pnctchen nthig1 dann luft das ,gefss ber4 #ehe4 ,gedanke des ,unmuthes4 - ,es ist mit den ,menschen wie mit den ,kohlenmeilern im ,walde4 ,erst wenn die jungen ,menschen ausgeglht haben und verkohlt sind1 gleich jenen1 dann werden sie ntzlich4 ,so lange sie dampfen und rauchen1 sind sie vielleicht interessanter1 aber unntz und gar zu hufig unbequem4 - ,die ,menschheit verwendet schonungslos jeden ,einzelnen als ,material zum ,heizen ihrer grossen ,maschinen3 aber wozu dann die ,maschinen1 wenn alle ,einzelnen 7das heisst die ,menschheit7 nur dazu ntzen1 sie zu unterhalten8 ,maschinen1 die sich selbst ,zweck sind1 - ist das die umana commedia8 #ehf4 ,vom ,stundenzeiger des ,lebens4 - ,das ,leben besteht aus seltenen einzelnen ,momenten von hchster ,bedeutsamkeit und unzhlig vielen ,intervallen1 in denen uns besten ,falls die ,schattenbilder jener ,momente umschweben4 ,die ,liebe1 der ,frhling1 jede schne ,melodie1 das ,gebirge1 der ,mond1 das ,meer - ,alles redet nur einmal ganz zum ,herzen3 wenn es berhaupt je ganz zu ,worte kommt4 ,denn viele ,menschen haben jene ,momente gar nicht und sind selber ,intervalle und ,pausen in der ,symphonie des wirklichen ,lebens4 #ehg4 ,angreifen oder eingreifen4 - ,wir machen hufig den ,fehler1 eine ,richtung oder ,partei oder ,zeit lebhaft anzufeinden1 weil wir zufllig nur ihre verusserlichte ,seite1 ihre ,verkmmerung oder die ihnen nothwendig anhaftenden ,fehler ihrer ,tugenden zu sehen bekommen1 - vielleicht weil wir selbst an diesen vornehmlich theilgenommen haben4 ,dann wenden wir ihnen den ,rcken und suchen eine entgegengesetzte ,richtung2 aber das ,bessere wre1 die starken guten ,seiten aufzusuchen oder an sich selber auszubilden4 ,freilich gehrt ein krftigerer ,blick und besserer ,wille dazu1 das ,werdende und ,unvollkommene zu frdern1 als es in seiner ,unvollkommenheit zu durchschauen und zu verleugnen4 #ehh4 ,bescheidenheit4 - ,es giebt wahre ,bescheidenheit 7das heisst die ,erkenntniss1 dass wir nicht unsere eigenen ,werke sind72 und recht wohl geziemt sie dem grossen ,geiste1 weil gerade er den ,gedanken der vlligen ,unverantwortlichkeit 7auch fr das ,gute1 was er schafft7 fassen kann4 ,die ,unbescheidenheit des ,grossen hasst man nicht1 insofern er seine ,kraft fhlt1 sondern weil er seine ,kraft dadurch erst erfahren will1 dass er die ,anderen verletzt1 herrisch behandelt und zusieht1 wie weit sie es aushalten4 ,gewhnlich beweist diess sogar den ,mangel an sicherem ,gefhl der ,kraft und macht somit die ,menschen an seiner ,grsse zweifeln4 ,insofern ist ,unbescheidenheit vom ,gesichtspuncte der ,klugheit aus sehr zu widerrathen4 #ehi4 ,des ,tages erster ,gedanke4 - ,das beste ,mittel1 jeden ,tag gut zu beginnen1 ist3 beim ,erwachen daran zu denken1 ob man nicht wenigstens einem ,menschen an diesem ,tage eine ,freude machen knne4 ,wenn diess als ein ,ersatz fr die religise ,gewhnung des ,gebetes gelten drfte1 so htten die ,mitmenschen einen ,vortheil bei dieser ,aenderung4 #eij4 ,anmaassung als letztes ,trostmittel4 - ,wenn man ein ,missgeschick1 seinen intellectuellen ,mangel1 seine ,krankheit sich so zurecht legt1 dass man hierin sein vorgezeichnetes ,schicksal1 seine ,prfung oder die geheimnissvolle ,strafe fr frher ,begangenes sieht1 so macht man sich sein eigenes ,wesen dadurch interessant und erhebt sich in der ,vorstellung ber seine ,mitmenschen4 ,der stolze ,snder ist eine bekannte ,figur in allen kirchlichen ,secten4 #eia4 ,vegetation des ,glckes4 - ,dicht neben dem ,wehe der ,welt1 und oft auf seinem vulcanischen ,boden1 hat der ,mensch seine kleinen ,grten des ,glckes angelegt2 ob man das ,leben mit dem ,blicke ,dessen betrachtet1 der vom ,dasein ,erkenntniss allein will1 oder ,dessen1 der sich ergiebt und resignirt1 oder ,dessen1 der an der berwundenen ,schwierigkeit sich freut1 - berall wird er etwas ,glck neben dem ,unheil aufgesprosst finden - und zwar um so mehr ,glck1 je vulcanischer der ,boden war nur wre es lcherlich1 zu sagen1 dass mit diesem ,glck das ,leiden selbst gerechtfertigt sei4 #eib4 ,die ,strasse der ,vorfahren4 - ,es ist vernnftig1 wenn jemand das ,talent1 auf welches sein ,vater oder ,grossvater ,mhe verwendet hat1 an sich selbst weiter ausbildet und nicht zu etwas ganz ,neuem umschlgt2 er nimmt sich sonst die ,mglichkeit1 zum ,vollkommenen in irgend einem ,handwerk zu gelangen4 ,desshalb sagt das ,sprchwort3 ,welche ,strasse sollst du reiten8 - die deiner ,vorfahren4 #eic4 ,eitelkeit und ,ehrgeiz als ,erzieher4 - ,so lange ,einer noch nicht zum ,werkzeug des allgemeinen menschlichen ,nutzens geworden ist1 mag ihn der ,ehrgeiz peinigen2 ist jenes ,ziel aber erreicht1 arbeitet er mit ,nothwendigkeit wie eine ,maschine zum ,besten ,aller1 so mag dann die ,eitelkeit kommen2 sie wird ihn im ,kleinen vermenschlichen1 geselliger1 ertrglicher1 nachsichtiger machen1 dann1 wenn der ,ehrgeiz die grobe ,arbeit 7ihn ntzlich zu machen7 an ihm vollendet hat4 #eid4 ,philosophische ,neulinge4 - ,hat man die ,weisheit eines ,philosophen eben eingenommen1 so geht man durch die ,strassen mit dem ,gefhle1 als sei man umgeschaffen und ein grosser ,mann geworden2 denn man findet lauter ,solche1 welche diese ,weisheit nicht kennen1 hat also ber ,alles eine neue unbekannte ,entscheidung vorzutragen3 weil man ein ,gesetzbuch anerkennt1 meint man jetzt auch sich als ,richter gebrden zu mssen4 #eie4 ,durch ,missfallen gefallen4 - ,die ,menschen1 welche lieber auffallen und dabei missfallen wollen1 begehren das ,selbe wie ,die1 welche nicht auffallen und gefallen wollen1 nur in einem viel hheren ,grade und indirect1 vermittelst einer ,stufe1 durch welche sie sich scheinbar von ihrem ,ziele entfernen4 ,sie wollen ,einfluss und ,macht1 und zeigen desshalb ihre ,ueberlegenheit1 selbst so1 dass sie unangenehm empfunden wird2 denn sie wissen1 dass ,der1 welcher endlich zur ,macht gelangt ist1 fast in ,allem was er thut und sagt1 gefllt1 und dass selbst1 wo er missfllt1 er doch noch zu gefallen scheint4 - ,auch der ,freigeist1 und ebenso der ,glubige1 wollen ,macht1 um durch sie einmal zu gefallen2 wenn ihnen ihrer ,lehre wegen ein beles ,schicksal1 ,verfolgung1 ,kerker1 ,hinrichtung1 droht1 so freuen sie sich des ,gedankens1 dass ihre ,lehre auf diese ,weise der ,menschheit eingeritzt und eingebrannt wird2 sie nehmen es hin als ein schmerzhaftes1 aber krftiges1 wenngleich spt wirkendes ,mittel1 um doch noch zur ,macht zu gelangen4 #eif4 ,casus belli und ,aehnliches - ,der ,frst1 welcher zu dem gefassten ,entschlusse1 ,krieg mit dem ,nachbar zu fhren1 einen casus belli ausfindig macht1 gleicht dem ,vater1 der seinem ,kinde eine ,mutter unterschiebt1 welche frderhin als solche gelten soll4 ,und sind nicht fast alle ffentlich bekannt gemachten ,motive unserer ,handlungen solche untergeschobene ,mtter8 #eig4 ,leidenschaft und ,recht4 - ,niemand spricht leidenschaftlicher von seinem ,rechte1 als ,der1 welcher im ,grunde seiner ,seele einen ,zweifel an seinem ,rechte hat4 ,indem er die ,leidenschaft auf seine ,seite zieht1 will er den ,verstand und dessen ,zweifel betuben3 so gewinnt er das gute ,gewissen und mit ihm den ,erfolg bei den ,mitmenschen4 #eih4 ,kunstgriff des ,entsagenden4 - ,wer gegen die ,ehe protestirt nach ,art der katholischen ,priester wird diese nach ihrer niedrigsten1 gemeinsten ,auffassung zu verstehen suchen4 ,ebenso wer die ,ehre bei den ,zeitgenossen von sich abweist1 wird deren ,begriff niedrig fassen2 so erleichtert er sich die ,entbehrung und den ,kampf dagegen4 ,uebrigens wird ,der1 welcher sich im ,ganzen viel versagt1 sich im ,kleinen leicht ,indulgenz geben4 ,es wre mglich1 dass ,der1 welcher ber den ,beifall der ,zeitgenossen erhaben ist1 doch die ,befriedigung kleiner ,eitelkeiten sich nicht versagen will4 #eii4 ,lebensalter der ,anmaassung4 - ,zwischen dem sechsundzwanzigsten und dreissigsten ,jahre liegt bei begabten ,menschen die eigentliche ,periode der ,anmaassung2 es ist die ,zeit der ersten ,reife1 mit einem starken ,rest von ,suerlichkeit4 ,man fordert auf ,grund dessen1 was man in sich fhlt1 von ,mensen1 welche ,nichts oder wenig davon sehen1 ,ehre und ,demthigung1 und rcht sich1 weil diese zunchst ausbleiben1 durch jenen ,blick1 jene ,gebrde der ,anmaassung1 jenen ,ton der ,stimme1 die ein feines ,ohr und ,auge an allen ,productionen jenes ,alters1 seien es ,gedichte1 ,philosophien1 oder ,bilder und ,musik1 wiedererkennt4 ,aeltere erfahrene ,mnner lcheln dazu und mit ,rhrung gedenken sie dieses schnen ,lebensalters1 in dem man bse ber das ,geschick ist1 so viel zu sein und so wenig zu scheinen4 ,spter scheint man wirklich mehr1 - aber man hat den guten ,glauben verloren1 viel zu sein3 man bleibe denn zeitlebens ein unverbesserlicher ,narr der ,eitelkeit4 #fjj4 ,trgerisch und doch haltbar4 - ,wie man1 um an einem ,abgrund vorbeizugehen oder einen tiefen ,bach auf einem ,balken zu berschreiten1 eines ,gelnders bedarf1 nicht um sich daran festzuhalten1 - denn es wrde sofort mit ,einem zusammenbrechen1 sondern um die ,vorstellung der ,sicherheit fr das ,auge zu erwecken1 - so bedarf man als ,jngling solcher ,personen1 welche uns unbewusst den ,dienst jenes ,gelnders erweisen2 es ist wahr1 sie wrden uns nicht helfen1 wenn wir uns wirklich1 in grosser ,gefahr1 auf sie sttzen wollten1 aber sie geben die beruhigende ,empfindung des ,schutzes in der ,nhe 7zum ,beispiel ,vter1 ,lehrer1 ,freunde1 wie sie1 alle drei1 gewhnlich sind74 #fja4 ,lieben lernen4 - ,man muss lieben lernen1 gtig sein lernen1 und diess von ,jugend auf2 wenn ,erziehung und ,zufall uns keine ,gelegenheit zur ,uebung dieser ,empfindungen geben1 so wird unsere ,seele trocken und selbst zu einem ,verstndnisse jener zarten ,erfindungen liebevoller ,menschen ungeeignet4 ,ebenso muss der ,hass gelernt und genhrt werden1 wenn ,einer ein tchtiger ,hasser werden will3 sonst wird auch der ,keim dazu allmhlich absterben4 #fjb4 ,die ,ruine als ,schmuck4 - ,solche1 die viele geistige ,wandlungen durchmachen1 behalten einige ,ansichten und ,gewohnheiten frherer ,zustnde bei1 welche dann wie ein ,stck unerklrlichen ,alterthums und grauen ,mauerwerks in ihr neues ,denken und ,handeln hineinragen3 oft zur ,zierde der ganzen ,gegend4 #fjc4 ,liebe und ,ehre4 - ,die ,liebe begehrt1 die ,furcht meidet4 ,daran liegt es1 dass man nicht zugleich von derselben ,person wenigstens in dem selben ,zeitraume1 geliebt und geehrt werden kann4 ,denn der ,ehrende erkennt die ,macht an1 das heisst er frchtet sie3 sein ,zustand ist ,ehrfurcht4 ,die ,liebe aber erkennt keine ,macht an1 ,nichts was trennt1 abhebt1 ber- und unterordnet4 ,weil sie nicht ehrt1 so sind ehrschtige ,menschen insgeheim oder ffentlich gegen das ,geliebtwerden widerspnstig4 #fjd4 ,vorurtheil fr die kalten ,menschen4 - ,menschen1 welche rasch ,feuer fangen1 werden schnell kalt und sind daher im ,ganzen unzuverlssig4 ,desshalb giebt es fr alle ,die1 welche immer kalt sind oder sich so stellen1 das gnstige ,vorurtheil1 dass es besonders vertrauenswerthe zuverlssige ,menschen seien3 man verwechselt sie mit ,denen1 welche langsam ,feuer fangen und es lange festhalten4 #fje4 ,das ,gefhrliche an freien ,meinungen4 - ,das leichte ,befassen mit freien ,meinungen giebt einen ,reiz1 wie eine ,art jucken2 giebt man ihm mehr nach1 so fngt man an1 die ,stellen zu reiben2 bis zuletzt eine offene schmerzende ,wunde entsteht1 das heisst3 bis die freie ,meinung uns in unserer ,lebensstellung1 unsern menschlichen ,beziehungen zu stren1 zu qulen beginnt4 #fjf4 ,begierde nach tiefem ,schmerz4 - ,die ,leidenschaft lsst1 wenn sie vorber ist1 eine dunkele ,sehnsucht nach sich selber zurck und wirft im ,verschwinden noch einen verfhrerischen ,blick zu4 ,es muss doch eine ,art von ,lust gewhrt haben1 mit ihrer ,geissel geschlagen worden zu sein4 ,die mssigeren ,empfindungen erscheinen dagegen schaal2 man will1 wie es scheint1 die heftigere ,unlust immer noch lieber als die matte ,lust4 #fjg4 ,unmuth ber andere und die ,welt4 - ,wenn wir1 wie so hufig1 unsern ,unmuth an ,anderen auslassen1 whrend wir ihn eigentlich ber uns empfinden1 erstreben wir im ,grunde eine ,umnebelung und ,tuschung unseres ,urtheils3 wir wollen diesen ,unmuth a posteriori motiviren durch die ,versehen1 ,mngel der ,anderen und uns selber so aus den ,augen verlieren4 - ,die religis strengen ,menschen1 welche gegen sich selber unerbittliche ,richter sind1 haben zugleich am meisten ,uebles der ,menschheit berhaupt nachgesagt3 ein ,heiliger1 welcher sich die ,snden und den ,anderen die ,tugenden vorbehlt1 hat nie gelebt3 ebensowenig wie jener1 welcher nach ,buddha's ,vorschrift sein ,gutes vor den ,leuten verbirgt und ihnen sein ,bses allein sehen lsst4 #fjh4 ,ursache und ,wirkung verwechselt4 - ,wir suchen unbewusst die ,grundstze und ,lehrmeinungen1 welche unserem ,temperamente angemessen sind1 so dass es zuletzt so aussieht1 als ob die ,grundstze und ,lehrmeinungen unseren ,charakter geschaffen1 ihm ,halt und ,sicherheit gegeben htten3 whrend es gerade umgekehrt zugegangen ist4 ,unser ,denken und ,urtheilen soll nachtrglich1 so scheint es1 zur ,ursache unseres ,wesens gemacht werden3 aber thatschlich ist unser ,wesen die ,ursache1 dass wir so und so denken und urtheilen4 - ,und was bestimmt uns zu dieser fast unbewussten ,komdie8 ,die ,trgheit und ,bequemlichkeit und nicht am wenigsten der ,wunsch der ,eitelkeit1 durch und durch als consistent1 in ,wesen und ,denken einartig erfunden zu werden3 denn diess erwirbt ,achtung1 giebt ,vertrauen und ,macht4 #fji4 ,lebensalter und ,wahrheit4 - junge ,leute lieben das ,interessante und ,absonderliche1 gleichgltig wie wahr oder falsch es ist4 ,reifere ,geister lieben ,das an der ,wahrheit1 was an ihr interessant und absonderlich ist4 ,ausgereifte ,kpfe endlich lieben die ,wahrheit auch in ,dem1 wo sie schlicht und einfltig erscheint und dem gewhnlichen ,menschen ,langeweile macht1 weil sie gemerkt haben1 dass die ,wahrheit das ,hchste an ,geist1 was sie besitzt1 mit der ,miene der ,einfalt zu sagen pflegt4 #faj4 ,die ,menschen als schlechte ,dichter4 - ,so wie schlechte ,dichter im zweiten ,theil des ,verses zum ,reime den ,gedanken suchen1 so pflegen die ,menschen in der zweiten ,hlfte des ,lebens1 ngstlicher geworden1 die ,handlungen1 ,stellungen1 ,verhltnisse zu suchen1 welche zu denen ihres frheren ,lebens passen1 so dass usserlich ,alles wohl zusammenklingt3 aber ihr ,leben ist nicht mehr von einem starken ,gedanken beherrscht und immer wieder neu bestimmt1 sondern an die ,stelle desselben tritt die ,absicht1 einen ,reim zu finden4 #faa4 ,langeweile und ,spiel4 - ,das ,bedrfniss zwingt uns zur ,arbeit1 mit deren ,ertrage das ,bedrfniss gestillt wird2 das immer neue ,erwachen der ,bedrfnisse gewhnt uns an die ,arbeit4 ,in den ,pausen aber1 in welchen die ,bedrfnisse gestillt sind und gleichsam schlafen1 berfllt uns die ,langeweile4 ,was ist diese8 ,es ist die ,gewhnung an ,arbeit berhaupt1 welche sich jetzt als neues1 hinzukommendes ,bedrfniss geltend macht2 sie wird um so strker sein1 je strker ,jemand gewhnt ist zu arbeiten1 vielleicht sogar je strker ,jemand an ,bedrfnissen gelitten hat4 ,um der ,langeweile zu entgehen1 arbeitet der ,mensch entweder ber das ,maass seiner sonstigen ,bedrfnisse hinaus oder er erfindet das ,spiel1 das heisst die ,arbeit1 welche kein anderes ,bedrfniss stillen soll1 als das nach ,arbeit berhaupt4 ,wer des ,spieles berdrssig geworden ist und durch neue ,bedrfnisse keinen ,grund zur ,arbeit hat1 den berfllt mitunter das ,verlangen nach einem dritten ,zustand1 welcher sich zum ,spiel verhlt1 wie ,schweben zum ,tanzen1 wie ,tanzen zum ,gehen1 nach einer seligen1 ruhigen ,bewegtheit3 es ist die ,vision der ,knstler und ,philosophen von dem ,glck4 #fab4 ,lehre aus ,bildern4 - ,betrachtet man eine ,reihe ,bilder von sich selber1 von den ,zeiten der letzten ,kindheit bis zu der der ,mannesreife1 so findet man mit einer angenehmen ,verwunderung1 dass der ,mann dem ,kinde hnlicher sieht1 als der ,mann dem ,jnglinge3 dass also1 wahrscheinlich diesem ,vorgange entsprechend1 inzwischen eine zeitweilige ,alienation vom ,grundcharakter eingetreten ist1 ber welche die gesammelte1 geballte ,kraft des ,mannes wieder ,herr wurde4 ,dieser ,wahrnehmung entspricht die andere1 dass alle die starken ,einwirkungen von ,leidenschaften1 ,lehrern1 politischen ,ereignissen1 welche in dem ,jnglingsalter uns herumziehen1 spter wieder auf ein festes ,maass zurckgefhrt erscheinen3 gewiss1 sie leben und wirken in uns fort1 aber das ,grundempfinden und ,grundmeinen hat doch die ,uebermacht und benutzt sie wohl als ,kraftquellen1 nicht aber mehr als ,regulatoren1 wie diess wohl in den zwanziger ,jahren geschieht4 ,so erscheint auch das ,denken und ,empfinden des ,mannes dem seines kindlichen ,lebensalters wieder gemsser1 - und diese innere ,thatsache spricht sich in der erwhnten usseren aus4 #fac4 ,stimmklang der ,lebensalter4 - ,der ,ton1 indem ,jnglinge reden1 loben1 tadeln1 dichten1 missfllt dem ,aelter gewordenen1 weil er zu laut ist und zwar zugleich dumpf und undeutlich wie der ,ton in einem ,gewlbe1 der durch die ,leerheit eine solche ,schallkraft bekommt2 denn das ,meiste1 was ,jnglinge denken1 ist nicht aus der ,flle ihrer eigenen ,natur herausgestrmt1 sondern ist ,anklang1 ,nachklang von dem1 was in ihrer ,nhe gedacht1 geredet1 gelobt1 getadelt worden ist4 ,weil aber die ,empfindungen 7der ,neigung und ,abneigung7 viel strker1 als die ,grnde fr jene1 in ihnen nachklingen1 so entsteht1 wenn sie ihre ,empfindung wieder laut werden lassen1 jener dumpfe1 hallende ,ton1 welcher fr die ,abwesenheit oder die ,sprlichkeit von ,grnden das ,kennzeichen abgiebt4 ,der ,ton des reiferen ,alters ist streng1 kurz abgebrochen1 mssig laut1 aber1 wie alles deutlich ,articulirte1 sehr weit tragend4 ,das ,alter endlich bringt hufig eine gewisse ,milde und ,nachsicht in den ,klang und verzuckert ihn gleichsam3 in manchen ,fllen freilich versuert sie ihn auch4 #fad4 ,zurckgebliebene und vorwegnehmende ,menschen4 - ,der unangenehme ,charakter1 welcher voller ,misstrauen ist1 alles glckliche ,gelingen der ,mitbewerbenden und ,nchsten mit ,neid fhlt1 gegen abweichende ,meinungen gewaltthtig und aufbrausend ist1 zeigt1 dass er einer frheren ,stufe der ,cultur zugehrt1 also ein ,ueberbleibsel ist3 denn die ,art1 in welcher er mit den ,menschen verkehrt1 war die rechte und zutreffende fr die ,zustnde eines ,faustrecht-,zeitalters2 es ist ein zurckgebliebener ,mensch4 ,ein anderer ,charakter1 welcher reich an ,mitfreude ist1 berall ,freunde gewinnt1 alles ,wachsende und ,werdende liebevoll empfindet1 alle ,ehren und ,erfolge ,anderer mitgeniesst und kein ,vorrecht1 das ,wahre allein zu erkennen1 in ,anspruch nimmt1 sondern voll eines bescheidenen ,misstrauens ist1 - das ist ein vorwegnehmender ,mensch1 welcher einer hheren ,cultur der ,menschen entgegenstrebt4 ,der unangenehme ,charakter stammt aus den ,zeiten1 wo die rohen ,fundamente des menschlichen ,verkehrs erst zu bauen waren1 der andere lebt auf deren hchsten ,stockwerken1 mglichst entfernt von dem wilden ,thier1 welches in den ,kellern1 unter den ,fundamenten der ,cultur1 eingeschlossen wthet und heult4 #fae4 ,trost fr ,hypochonder4 - ,wenn ein grosser ,denker zeitweilig hypochondrischen ,selbstqulereien unterworfen ist1 so mag er sich zum ,troste sagen3 es ist deine eigene grosse ,kraft1 von der dieser ,parasit sich nhrt und wchst2 wre sie geringer1 so wrdest du weniger zu leiden haben4 ,ebenso mag der ,staatsmann sprechen1 wenn ,eifersucht und ,rachegefhl1 berhaupt die ,stimmung des bellum omnium contra omnes1 zu der er als ,vertreter einer ,nation nothwendig eine starke ,begabung haben muss1 sich gelegentlich auch in seine persnlichen ,beziehungen eindrngt und ihm das ,leben schwer macht4 #faf4 ,der ,gegenwart entfremdet4 - ,es hat grosse ,vortheile1 seiner ,zeit sich einmal in strkerem ,maasse zu entfremden und gleichsam von ihrem ,ufer zurck in den ,ocean der vergangenen ,weltbetrachtungen getrieben zu werden4 ,von dort aus nach der ,kste zu blickend1 berschaut man wohl zum ersten ,male ihre gesammte ,gestaltung und hat1 wenn man sich ihr wieder nhert1 den ,vortheil1 sie besser im ,ganzen zu verstehen1 als ,die1 welche sie nie verlassen haben4 #fag4 ,auf persnlichen ,mngeln sen und ernten4 - ,menschen wie ,rousseau verstehen es1 ihre ,schwchen1 ,lcken1 ,laster gleichsam als ,dnger ihres ,talentes zu benutzen4 ,wenn jener die ,verdorbenheit und ,entartung der ,gesellschaft als leidige ,folge der ,cultur beklagt1 so liegt hier eine persnliche ,erfahrung zu ,grunde2 deren ,bitterkeit giebt ihm die ,schrfe seiner allgemeinen ,verurtheilung und vergiftet die ,pfeile1 mit denen er schiesst2 er entlastet sich zunchst als ein ,individuum und denkt ein ,heilmittel zu suchen1 das direct der ,gesellschaft1 aber indirect und vermittelst jener1 auch ihm zu ,nutze ist4 #fah4 ,philosophisch gesinnt sein4 - ,gewhnlich strebt man darnach1 fr alle ,lebenslagen und ,ereignisse eine ,haltung des ,gemthes1 eine ,gattung von ,ansichten zu erwerben1 - das nennt man vornehmlich philosophisch gesinnt sein4 ,aber fr die ,bereicherung der ,erkenntniss mag es hheren ,werth haben1 nicht in dieser ,weise sich zu uniformiren1 sondern auf die leise ,stimme der verschiedenen ,lebenslagen zu hren2 diese bringen ihre eigenen ,ansichten mit sich4 ,so nimmt man erkennenden ,antheil am ,leben und ,wesen ,vieler1 indem man sich selber nicht als starres1 bestndiges1 ,eines ,individuum behandelt4 #fai4 ,im ,feuer der ,verachtung4 - ,es ist ein neuer ,schritt zum ,selbstndigwerden1 wenn man erst ,ansichten zu ussern wagt1 die als schmhlich fr ,den gelten1 welcher sie hegt2 da pflegen auch die ,freunde und ,bekannten ngstlich zu werden4 ,auch durch dieses ,feuer muss die begabte ,natur hindurch2 sie gehrt sich hinterdrein noch vielmehr selber an4 #fbj4 ,aufopferung4 - ,die grosse ,aufopferung wird1 im ,falle der ,wahl1 einer kleinen ,aufopferung vorgezogen3 weil wir fr die grosse uns durch ,selbstbewunderung entschdigen1 was uns bei der kleinen nicht mglich ist4 #fba4 ,liebe als ,kunstgriff4 - ,wer etwas ,neues wirklich kennen lernen will 7sei es ein ,mensch1 ein ,ereigniss1 ein ,buch71 der thut gut1 dieses ,neue mit aller mglichen ,liebe aufzunehmen1 von ,allem1 was ihm daran feindlich1 anstssig1 falsch vorkommt1 schnell das ,auge abzuwenden1 ja es zu vergessen3 so dass man zum ,beispiel dem ,autor eines ,buches den grssten ,vorsprung giebt und geradezu1 wie bei einem ,wettrennen1 mit klopfendem ,herzen danach begehrt1 dass er sein ,ziel erreiche4 ,mit diesem ,verfahren dringt man nhmlich der neuen ,sache bis an ihr ,herz1 bis an ihren bewegenden ,punct3 und diess heisst eben sie kennen lernen4 ,ist man soweit1 so macht der ,verstand hinterdrein seine ,restrictionen2 jene ,ueberschtzung1 jenes zeitweilige ,aushngen des kritischen ,pendels war eben nur der ,kunstgriff1 die ,seele einer ,sache herauszulocken4 #fbb4 ,zu gut und zu schlecht von der ,welt denken4 - ,ob man zu gut oder zu schlecht von den ,dingen denkt1 man hat immer den ,vortheil dabei1 eine hhere ,lust einzuernten3 denn bei einer vorgefassten zu guten ,meinung legen wir gewhnlich mehr ,sssigkeit in die ,dinge 7,erlebnisse7 hinein1 als sie eigentlich enthalten4 ,eine vorgefasste zu schlechte ,meinung verursacht eine angenehme ,enttuschung3 das ,angenehme1 das an sich in den ,dingen lag1 bekommt einen ,zuwachs durch das ,angenehme der ,ueberraschung4 - ,ein finsteres ,temperament wird brigens in beiden ,fllen die umgekehrte ,erfahrung machen4 #fbc4 ,tiefe ,menschen4 - ,diejenigen1 welche ihre ,strke in der ,vertiefung der ,eindrcke haben - man nennt sie gewhnlich tiefe ,menschen - sind bei allem ,pltzlichen verhltnissmssig gefasst und entschlossen3 denn im ersten ,augenblick war der ,eindruck noch flach1 er wird dann erst tief4 ,lange vorhergesehene1 erwartete ,dinge oder ,personen regen aber solche ,naturen am meisten auf und machen sie fast unfhig1 bei der endlichen ,ankunft derselben noch ,gegenwrtigkeit des ,geistes zu haben4 #fbd4 ,verkehr mit dem hheren ,selbst4 - ,ein jeder hat seinen guten ,tag1 wo er sein hheres ,selbst findet2 und die wahre ,humanitt verlangt1 jemanden nur nach diesem ,zustande und nicht nach den ,werktagen der ,unfreiheit und ,knechtung zu schtzen4 ,man soll zum ,beispiel einen ,maler nach seiner hchsten ,vision1 die er zu sehen und darzustellen vermochte1 taxiren und verehren4 ,aber die ,menschen selber verkehren sehr verschieden mit diesem ihrem hheren ,selbst und sind hufig ihre eigenen ,schauspieler1 insofern sie ,das1 was sie in jenen ,augenblicken sind1 spter immer wieder nachmachen4 ,manche leben in ,scheu und ,demuth vor ihrem ,ideale und mchten es verleugnen3 sie frchten ihr hheres ,selbst1 weil es1 wenn es redet1 anspruchsvoll redet4 ,dazu hat es eine geisterhafte ,freiheit zu kommen und fortzubleiben wie es will2 es wird desswegen hufig eine ,gabe der ,gtter genannt1 whrend eigentlich alles ,andere ,gabe der ,gtter 7des ,zufalls7 ist3 jenes aber ist der ,mensch selber4 #fbe4 ,einsame ,menschen4 - ,manche ,menschen sind so sehr an das ,alleinsein mit sich selber gewhnt1 dass sie sich gar nicht mit ,anderen vergleichen1 sondern in einer ruhigen1 freudigen ,stimmung1 unter guten ,gesprchen mit sich1 ja mit ,lachen ihr monologisches ,leben fortspinnen4 ,bringt man sie aber dazu1 sich mit ,anderen zu vergleichen1 so neigen sie zu einer grbelnden ,unterschtzung ihrer selbst3 so dass sie gezwungen werden mssen1 eine gute1 gerechte ,meinung ber sich erst von ,anderen wieder zu lernen3 und auch von dieser erlernten ,meinung werden sie immer wieder ,etwas abziehen und abhandeln wollen4 - ,man muss also gewissen ,menschen ihr ,alleinsein gnnen und nicht so albern sein1 wie es hufig geschieht1 sie desswegen zu bedauern4 #fbf4 ,ohne ,melodie4 - ,es giebt ,menschen1 denen ein sttiges ,beruhen in sich selbst und ein harmonisches ,sich-zurecht-legen aller ihrer ,fhigkeiten so zu eigen ist1 dass ihnen jede zielesetzende ,thtigkeit widerstrebt4 ,sie gleichen einer ,musik1 welche aus lauter langgezogenen harmonischen ,accorden besteht1 ohne dass je auch nur der ,ansatz zu einer gegliederten bewegten ,melodie sich zeigte4 ,alle ,bewegung von ,aussen her dient nur1 dem ,kahne sofort wieder sein neues ,gleichgewicht auf dem ,see harmonischen ,wohlklangs zu geben4 ,moderne ,menschen werden gewhnlich auf's ,aeusserste ungeduldig1 wenn sie solchen ,naturen begegnen1 aus denen ,nichts wird1 ohne dass man ihnen sagen drfte1 dass sie ,nichts sind4 ,aber in einzelnen ,stimmungen erregt ihr ,anblick jene ungewhnliche ,frage3 wozu berhaupt ,melodie8 ,warum gengt es uns nicht1 wenn das ,leben sich ruhevoll in einem tiefen ,see spiegelt8 - ,das ,mittelalter war reicher an solchen ,naturen als unsere ,zeit4 ,wie selten trifft man noch auf einen1 der so recht friedlich und froh mit sich auch im ,gedrnge fortleben kann1 zu sich redend wie ,goethe3 das ,beste ist die tiefe ,stille1 in der ich gegen die ,welt lebe und wachse1 und gewinne1 was sie mir mit ,feuer und ,schwert nicht nehmen knnen4 #fbg4 ,leben und ,erleben4 - ,sieht man zu1 wie ,einzelne mit ihren ,erlebnissen - ihren unbedeutenden alltglichen ,erlebnissen - umzugehen wissen1 so dass diese zu einem ,ackerland werden1 das dreimal des ,jahres ,frucht trgt2 whrend ,andere - und wie ,viele6 - durch den ,wogenschlag der aufregendsten ,schicksale1 der mannigfaltigsten ,zeit- und ,volksstrmungen hindurchgetrieben werden und doch immer leicht1 immer obenauf1 wie ,kork1 bleiben3 so ist man endlich versucht1 die ,menschheit in eine ,minoritt 7,minimalitt7 ,solcher einzutheilen1 welche aus ,wenigem ,viel zu machen verstehen3 und in eine ,majoritt ,derer1 welche aus ,vielem ,wenig zu machen verstehen2 ja man trifft auf jene umgekehrten ,hexenmeister1 welche1 anstatt die ,welt aus ,nichts1 aus der ,welt ein ,nichts schaffen4 #fbh4 ,ernst im ,spiele4 - ,in ,genua hrte ich zur ,zeit der ,abenddmmerung von einem ,thurme her ein langes ,glockenspiel3 das wollte nicht enden und klang1 wie unersttlich an sich selber1 ber das ,gerusch der ,gassen in den ,abendhimmel und die ,meerluft hinaus1 so schauerlich1 so kindisch zugleich1 so wehmuthsvoll4 ,da gedachte ich der ,worte ,plato's und fhlte sie auf einmal im ,herzen3 alles ,menschliche insgesammt ist des grossen ,ernstes nicht werth2 trotzdem-- #fbi4 ,von der ,ueberzeugung und der ,gerechtigkeit4 - ,das1 was der ,mensch in der ,leidenschaft sagt1 verspricht1 beschliesst1 nachher in ,klte und ,nchternheit zu vertreten - diese ,forderung gehrt zu den schwersten ,lasten1 welche die ,menschheit drcken4 ,die ,folgen des ,zornes1 der aufflammenden ,rache1 der begeisterten ,hingebung in alle ,zukunft hin anerkennen zu mssen - das kann zu einer um so grsseren ,erbitterung gegen diese ,empfindungen reizen1 je mehr gerade mit ihnen allerwrts und namentlich von den ,knstlern ein ,gtzendienst getrieben wird4 ,diese zchten die ,schtzung der ,leidenschaften gross und haben es immer gethan2 freilich verherrlichen sie auch die furchtbaren ,genugthuungen der ,leidenschaft1 welche ,einer an sich selber nimmt1 jene ,racheausbrche mit ,tod1 ,verstmmelung1 freiwilliger ,verbannung im ,gefolge1 und jene ,resignation des zerbrochnen ,herzens4 ,jedenfalls3 halten sie die ,neugierde nach den ,leidenschaften wach1 es ist1 als ob sie sagen wollten3 ihr habt ohne ,leidenschaften gar ,nichts erlebt4 - ,weil man ,treue geschworen1 vielleicht gar einem rein fingirten ,wesen1 wie einem ,gotte1 weil man sein ,herz hingegeben hat1 einem ,frsten1 einer ,partei1 einem ,weibe1 einem priesterlichen ,orden1 einem ,knstler1 einem ,denker1 im ,zustande eines verblendeten ,wahnes1 welcher ,entzckung ber uns legte und jene ,wesen als jeder ,verehrung1 jedes ,opfers wrdig erscheinen liess - ist man nun unentrinnbar fest gebunden8 ,ja haben wir uns denn damals nicht selbst betrogen8 ,war es nicht ein hypothetisches ,versprechen1 unter der freilich nicht laut gewordenen ,voraussetzung1 dass jene ,wesen1 denen wir uns weihten wirklich die ,wesen sind1 als welche sie in unserer ,vorstellung erschienen8 ,sind wir verpflichtet1 unsern ,irrthmern treu zu sein1 selbst mit der ,einsicht1 dass wir durch diese ,treue an unserem hheren ,selbst ,schaden stiften8 - ,nein1 es giebt kein ,gesetz1 keine ,verpflichtung der ,art1 wir mssen ,verrther werden1 ,untreue ben1 unsere ,ideale immer wieder preisgeben4 ,aus einer ,periode des ,lebens in die andere schreiten wir nicht1 ohne diese ,schmerzen des ,verrathes zu machen und auch daran wieder zu leiden4 ,wre es nthig1 dass wir uns1 um diesen ,schmerzen zu entgehen1 vor den ,aufwallungen unserer ,empfindung hten mssten8 ,wrde dann die ,welt nicht zu de1 zu gespenstisch fr uns werden8 ,vielmehr wollen wir uns fragen1 ob diese ,schmerzen bei einem ,wechsel der ,ueberzeugung nothwendig sind oder ob sie nicht von einer irrthmlichen ,meinung und ,schtzung abhngen4 ,warum bewundert man ,den1 welcher seiner ,ueberzeugung treu bleibt1 und verachtet ,den1 welcher sie wechselt8 ,ich frchte1 die ,antwort muss sein3 weil ,jedermann voraussetzt1 dass nur ,motive gemeineren ,vortheils oder persnlicher ,angst einen solchen ,wechsel veranlassen4 ,das heisst3 man glaubt im ,grunde1 dass ,niemand seine ,meinungen verndert1 so lange sie ihm vortheilhaft sind1 oder wenigstens so lange sie ihm keinen ,schaden bringen4 ,steht es aber so1 so liegt darin ein schlimmes ,zeugniss ber die intellectuelle ,bedeutung aller ,ueberzeugungen4 ,prfen wir einmal1 wie ,ueberzeugungen entstehen1 und sehen wir zu1 ob sie nicht bei ,weitem berschtzt werden3 dabei wird sich ergeben1 dass auch der ,wechsel von ,ueberzeugungen unter allen ,umstnden nach falschem ,maasse bemessen wird und dass wir bisher zu viel an diesem ,wechsel zu leiden pflegten4 #fcj4 ,ueberzeugung ist der ,glaube1 in irgend einem ,puncte der ,erkenntniss im ,besitze der unbedingten ,wahrheit zu sein4 ,dieser ,glaube setzt also voraus1 dass es unbedingte ,wahrheiten gebe2 ebenfalls1 dass jene vollkommenen ,methoden gefunden seien1 um zu ihnen zu gelangen2 endlich1 dass jeder1 der ,ueberzeugungen habe1 sich dieser vollkommenen ,methoden bediene4 ,alle drei ,aufstellungen beweisen sofort1 dass der ,mensch der ,ueberzeugungen nicht der ,mensch des wissenschaftlichen ,denkens ist2 er steht im ,alter der theoretischen ,unschuld vor uns und ist ein ,kind1 wie erwachsen er auch sonst sein mge4 ,ganze ,jahrtausende aber haben in jenen kindlichen ,voraussetzungen gelebt und aus ihnen sind die mchtigsten ,kraftquellen der ,menschheit herausgestrmt4 jene zahllosen ,menschen1 welche sich fr ihre ,ueberzeugungen opferten1 meinten es fr die unbedingte ,wahrheit zu thun4 ,sie alle hatten ,unrecht darin3 wahrscheinlich hat noch nie ein ,mensch sich fr die ,wahrheit geopfert2 mindestens wird der dogmatische ,ausdruck seines ,glaubens unwissenschaftlich oder halbwissenschaftlich gewesen sein4 ,aber eigentlich wollte man ,recht behalten1 weil man meinte1 ,recht haben zu mssen4 ,seinen ,glauben sich entreissen lassen1 das bedeutete vielleicht seine ewige ,seligkeit in ,frage stellen4 ,bei einer ,angelegenheit von dieser ussersten ,wichtigkeit war der ,wille gar zu hrbar der ,souffleur des ,intellects4 ,die ,voraussetzung jedes ,glubigen jeder ,richtung war1 nicht widerlegt werden zu knnen2 erwiesen sich die ,gegengrnde als sehr stark1 so blieb ihm immer noch brig1 die ,vernunft berhaupt zu verlstern und vielleicht gar das credo quia absurdum est als ,fahne des ussersten ,fanatismus aufzupflanzen4 ,es ist nicht der ,kampf der ,meinungen1 welcher die ,geschichte so gewaltthtig gemacht hat1 sondern der ,kampf des ,glaubens an die ,meinungen1 das heisst der ,ueberzeugungen4 ,wenn doch alle ,die1 welche so gross von ihrer ,ueberzeugung dachten1 ,opfer aller ,art ihr brachten und ,ehre1 ,leib und ,leben in ihrem ,dienste nicht schonten1 nur die ,hlfte ihrer ,kraft der ,untersuchung gewidmet htten1 mit welchem ,rechte sie an dieser oder jener ,ueberzeugung hiengen1 auf welchem ,wege sie zu ihr gekommen seien3 wie friedfertig she die ,geschichte der ,menschheit aus6 ,wieviel mehr des ,erkannten wrde es geben6 ,alle die grausamen ,scenen bei der ,verfolgung der ,ketzer jeder ,art wren uns aus zwei ,grnden erspart geblieben3 einmal weil die ,inquisitoren vor ,allem in sich selbst inquirirt htten und ber die ,anmaassung1 die unbedingte ,wahrheit zu vertheidigen1 hinausgekommen wren2 sodann weil die ,ketzer selber so schlecht begrndeten ,stzen1 wie die ,stze aller religisen ,sectirer und ,rechtglubigen sind1 keine weitere ,theilnahme geschenkt haben wrden1 nachdem sie dieselben untersucht htten4 #fca4 ,aus den ,zeiten her1 in welchen ,menschen daran gewhnt waren1 an den ,besitz der unbedingten ,wahrheit zu glauben1 stammt ein tiefes ,missbehagen an allen skeptischen und relativistischen ,stellungen zu irgendwelchen ,fragen der ,erkenntniss2 man zieht meistens vor1 sich einer ,ueberzeugung1 welche ,personen von ,autoritt haben 7,vter1 ,freunde1 ,lehrer1 ,frsten71 auf ,gnade oder ,ungnade zu ergeben1 und hat1 wenn man diess nicht thut1 eine ,art von ,gewissensbissen4 ,dieser ,hang ist ganz begreiflich und seine ,folgen geben kein ,recht zu heftigen ,vorwrfen gegen die ,entwickelung der menschlichen ,vernunft4 ,allmhlich muss aber der wissenschaftliche ,geist im ,menschen jene ,tugend der vorsichtigen ,enthaltung zeitigen1 jene weise ,mssigung1 welche im ,gebiet des praktischen ,lebens bekannter ist1 als im ,gebiet des theoretischen ,lebens1 und welche zum ,beispiel ,goethe im ,antonio dargestellt hat1 als einen ,gegenstand der ,erbitterung fr alle ,tasso's1 das heisst fr die unwissenschaftlichen und zugleich thatlosen ,naturen4 ,der ,mensch der ,ueberzeugung hat in sich ein ,recht1 jenen ,menschen des vorsichtigen ,denkens1 den theoretischen ,antonio1 nicht zu begreifen2 der wissenschaftliche ,mensch hinwiederum hat kein ,recht1 jenen desshalb zu tadeln1 er bersieht ihn und weiss ausserdem1 im bestimmten ,falle1 dass jener sich an ihn noch anklammern wird1 so wie es ,tasso zuletzt mit ,antonio thut4 #fcb4 ,wer nicht durch verschiedene ,ueberzeugungen hindurchgegangen ist1 sondern in dem ,glauben hngen bleibt1 in dessen ,netz er sich zuerst verfieng1 ist unter allen ,umstnden eben wegen dieser ,unwandelbarkeit ein ,vertreter zurckgebliebener ,culturen2 er ist gemss diesem ,mangel an ,bildung 7welche immer ,bildbarkeit voraussetzt7 hart1 unverstndig1 unbelehrbar1 ohne ,milde1 ein ewiger ,verdchtiger1 ein ,unbedenklicher1 der zu allen ,mitteln greift1 seine ,meinung durchzusetzen1 weil er gar nicht begreifen kann1 dass es andere ,meinungen geben msse2 er ist1 in solchem ,betracht1 vielleicht eine ,kraftquelle und in allzu frei und schlaff gewordenen ,culturen sogar heilsam1 aber doch nur1 weil er krftig anreizt1 ihm ,widerpart zu halten3 denn dabei wird das zartere ,gebilde der neuen ,cultur1 welche zum ,kampf mit ihm gezwungen ist1 selber stark4 #fcc4 ,wir sind im ,wesentlichen noch dieselben ,menschen1 wie die des ,zeitalters der ,reformation3 wie sollte es auch anders sein8 ,aber dass wir uns einige ,mittel nicht mehr erlauben1 um mit ihnen unsrer ,meinung zum ,siege zu verhelfen1 das hebt uns gegen jene ,zeit ab und beweist1 dass wir einer hhern ,cultur angehren4 ,wer jetzt noch1 in der ,art der ,reformations-,menschen1 ,meinungen mit ,verdchtigungen1 mit ,wuthausbrchen bekmpft und niederwirft1 verrth deutlich1 dass er seine ,gegner verbrannt haben wrde1 falls er in anderen ,zeiten gelebt htte1 und dass er zu allen ,mitteln der ,inquisition seine ,zuflucht genommen haben wrde1 wenn er als ,gegner der ,reformation gelebt htte4 ,diese ,inquisition war damals vernnftig1 denn sie bedeutete nichts ,anderes1 als den allgemeinen ,belagerungszustand1 welcher ber den ganzen ,bereich der ,kirche verhngt werden musste1 und der1 wie jeder ,belagerungszustand1 zu den ussersten ,mitteln berechtigte1 unter der ,voraussetzung nmlich 7welche wir jetzt nicht mehr mit jenen ,menschen theilen71 dass man die ,wahrheit1 in der ,kirche1 habe1 und um jeden ,preis mit jedem ,opfer zum ,heile der ,menschheit bewahren msse4 ,jetzt aber giebt man ,niemandem so leicht mehr zu1 dass er die ,wahrheit habe3 die strengen ,methoden der ,forschung haben genug ,misstrauen und ,vorsicht verbreitet1 so dass ,jeder1 welcher gewaltthtig in ,wort und ,werk ,meinungen vertritt1 als ein ,feind unserer jetzigen ,cultur1 mindestens als ein zurckgebliebener empfunden wird4 ,in der ,that3 das ,pathos1 dass man die ,wahrheit habe1 gilt jetzt sehr wenig im ,verhltniss zu jenem freilich milderen und klanglosen ,pathos des ,wahrheit-,suchens1 welches nicht mde wird1 umzulernen und neu zu prfen4 #fcd4 ,uebrigens ist das methodische ,suchen der ,wahrheit selber das ,resultat jener ,zeiten1 in denen die ,ueberzeugungen mit einander in ,fehde lagen4 ,wenn nicht dem ,einzelnen an seiner ,wahrheit1 das heisst an seinem ,rechtbehalten gelegen htte1 so gebe es berhaupt keine ,methode der ,forschung2 so aber1 bei dem ewigen ,kampfe der ,ansprche verschiedener ,einzelner auf unbedingte ,wahrheit1 gieng man ,schritt vor ,schritt weiter1 um unumstssliche ,prinzipien zu finden1 nach denen das ,recht der ,ansprche geprft und der ,streit geschlichtet werden knne4 ,zuerst entschied man nach ,autoritten1 spter1 kritisirte man sich gegenseitig die ,wege und ,mittel1 mit denen die angebliche ,wahrheit gefunden worden war2 dazwischen gab es eine ,periode1 wo man die ,consequenzen des gegnerischen ,satzes zog und vielleicht sie als schdlich und unglcklich machend erfand3 woraus dann sich fr ,jedermanns ,urtheil ergeben sollte1 dass die ,ueberzeugung des ,gegners einen ,irrthum enthalte4 ,der persnliche ,kampf der ,denker hat schliesslich die ,methoden so verschrft1 dass wirklich ,wahrheiten entdeckt werden konnten und dass die ,irrgnge frherer ,methoden vor ,jedermanns ,blicken blosgelegt sind4 #fce4 ,im ,ganzen sind die wissenschaftlichen ,methoden mindestens ein ebenso wichtiges ,ergebniss der ,forschung als irgend ein sonstiges ,resultat3 denn auf der ,einsicht in die ,methode beruht der wissenschaftliche ,geist1 und alle ,resultate der ,wissenschaft knnten1 wenn jene ,methoden verloren giengen1 ein erneutes ,ueberhandnehmen des ,aberglaubens und des ,unsinns nicht verhindern4 ,es mgen geistreiche ,leute von den ,ergebnissen der ,wissenschaft lernen so viel sie wollen3 man merkt es immer noch ihrem ,gesprche und namentlich den ,hypothesen in demselben an1 dass ihnen der wissenschaftliche ,geist fehlt3 sie haben nicht jenes instinctive ,misstrauen gegen die ,abwege des ,denkens1 welches in der ,seele jedes wissenschaftlichen ,menschen in ,folge langer ,uebung seine ,wurzeln eingeschlagen hat4 ,ihnen gengt es1 ber eine ,sache berhaupt irgendeine ,hypothese zu finden1 dann sind sie ,feuer und ,flamme fr dieselbe und meinen1 damit sei es gethan4 ,eine ,meinung haben heisst bei ihnen schon3 dafr sich fanatisiren und sie als ,ueberzeugung frderhin sich an's ,herz legen4 ,sie erhitzen sich bei einer unerklrten ,sache fr den ersten ,einfall ihres ,kopfes1 der einer ,erklrung derselben hnlich sieht3 woraus sich1 namentlich auf dem ,gebiete der ,politik1 fortwhrend die schlimmsten ,folgen ergeben4 - ,desshalb sollte jetzt ,jedermann mindestens eine ,wissenschaft von ,grund aus kennen gelernt haben3 dann weiss er doch1 was ,methode heisst und wie nthig die usserste ,besonnenheit ist4 ,namentlich ist den ,frauen dieser ,rath zu geben2 als welche jetzt rettungslos die ,opfer aller ,hypothesen sind1 zumal wenn diese den ,eindruck des ,geistreichen1 ,hinreissenden1 ,belebenden1 ,krftigenden machen4 ,ja bei genauerem ,zusehen bemerkt man1 dass der allergrsste ,theil aller ,gebildeten noch jetzt von einem ,denker ,ueberzeugungen und ,nichts als ,ueberzeugungen begehrt1 und dass allein eine geringe ,minderheit ,gewissheit will4 ,jene wollen stark fortgerissen werden1 um dadurch selber einen ,kraftzuwachs zu erlangen2 diese ,wenigen haben jenes sachliche ,interesse1 welches von persnlichen ,vortheilen1 auch von dem des erwhnten ,kraftzuwachses absieht4 ,auf jene bei ,weitem berwiegende ,classe wird berall dort gerechnet1 wo der ,denker sich als ,genie benimmt und bezeichnet1 also wie ein hheres ,wesen drein schaut1 welchem ,autoritt zukommt4 ,insofern das ,genie jener ,art die ,glut der ,ueberzeugungen unterhlt und ,misstrauen gegen den vorsichtigen und bescheidenen ,sinn der ,wissenschaft weckt1 ist es ein ,feind der ,wahrheit und wenn es sich auch noch so sehr als deren ,freier glauben sollte4 #fcf4 ,es giebt freilich auch eine ganz andere ,gattung der ,genialitt1 die der ,gerechtigkeit2 und ich kann mich durchaus nicht entschliessen1 dieselbe niedriger zu schtzen1 als irgend eine philosophische1 politische oder knstlerische ,genialitt4 ,ihre ,art ist es1 mit herzlichem ,unwillen ,allem aus dem ,wege zu gehen1 was das ,urtheil ber die ,dinge blendet und verwirrt2 sie ist folglich eine ,gegnerin der ,ueberzeugungen1 denn sie will ,jedem1 sei es ein ,belebtes oder ,todtes1 ,wirkliches oder ,gedachtes1 das ,seine geben - und dazu muss sie es rein erkennen2 sie stellt daher jedes ,ding in das beste ,licht und geht um dasselbe mit sorgsamem ,auge herum4 ,zuletzt wird sie selbst ihrer ,gegnerin1 der blinden oder kurzsichtigen ,ueberzeugung 7wie ,mnner sie nennen3 - bei ,weibern heisst sie ,glaube7 geben was der ,ueberzeugung ist - um der ,wahrheit willen4 #fcg4 ,aus den ,leidenschaften wachsen die ,meinungen2 die ,trgheit des ,geistes lsst diese zu ,ueberzeugungen erstarren4 - ,wer sich aber freien1 rastlos lebendigen ,geistes fhlt1 kann durch bestndigen ,wechsel diese ,erstarrung verhindern2 und ist er gar insgesammt ein denkender ,schneeballen1 so wird er berhaupt nicht ,meinungen1 sondern nur ,gewissheiten und genau bemessene ,wahrscheinlichkeiten in seinem ,kopfe haben4 - ,aber wir1 die wir gemischten ,wesens sind und bald vom ,feuer durchglht1 bald vom ,geiste durchkltet sind1 wollen vor der ,gerechtigkeit knieen1 als der einzigen ,gttin1 welche wir ber uns anerkennen4 ,das ,feuer in uns macht uns fr gewhnlich ungerecht und1 im ,sinne jener ,gttin1 unrein2 nie drfen wir in diesem ,zustande ihre ,hand fassen1 nie liegt dann das ernste ,lcheln ihres ,wohlgefallens auf uns4 ,wir verehren sie als die verhllte ,isis unsers ,lebens2 beschmt bringen wir ihr unsern ,schmerz als ,busse und ,opfer dar1 wenn das ,feuer uns brennt und verzehren will4 ,der ,geist ist es1 der uns rettet1 dass wir nicht ganz verglhen und verkohlen2 er reisst uns hier und da fort von dem ,opferaltare der ,gerechtigkeit oder hllt uns in ein ,gespinnst aus ,asbest4 ,vom ,feuer erlst1 schreiten wir dann1 durch den ,geist getrieben von ,meinung zu ,meinung1 durch den ,wechsel der ,parteien1 als edle ,verrther aller ,dinge1 die berhaupt verrathen werden knnen - und dennoch ohne ein ,gefhl von ,schuld4 #fch4 ,der ,wanderer4 - ,wer nur einigermaassen zur ,freiheit der ,vernunft gekommen ist1 kann sich auf ,erden nicht anders fhlen1 denn als ,wanderer1 - wenn auch nicht als ,reisender nach einem letzten ,ziele3 denn dieses giebt es nicht4 ,wohl aber will er zusehen und die ,augen dafr offen haben1 was ,alles in der ,welt eigentlich vorgeht2 desshalb darf er sein ,herz nicht allzufest an alles ,einzelne anhngen2 es muss in ihm selber etwas ,wanderndes sein1 das seine ,freude an dem ,wechsel und der ,vergnglichkeit habe4 ,freilich werden einem solchen ,menschen bse ,nchte kommen1 wo er mde ist und das ,thor der ,stadt1 welche ihm ,rast bieten sollte1 verschlossen findet2 vielleicht1 dass noch dazu1 wie im ,orient1 die ,wste bis an das ,thor reicht1 dass die ,raubthiere bald ferner bald nher her heulen1 dass ein starker ,wind sich erhebt1 dass ,ruber ihm seine ,zugthiere wegfhren4 ,dann sinkt fr ihn wohl die schreckliche ,nacht wie eine zweite ,wste auf die ,wste1 und sein ,herz wird des ,wanderns mde4 ,geht ihm dann die ,morgensonne auf1 glhend wie eine ,gottheit des ,zornes1 ffnet sich die ,stadt1 so sieht er in den ,gesichtern der hier ,hausenden vielleicht noch mehr ,wste1 ,schmutz1 ,trug1 ,unsicherheit1 als vor den ,thoren - und der ,tag ist fast schlimmer1 als die ,nacht4 ,so mag es wohl einmal dem ,wanderer ergehen2 aber dann kommen1 als ,entgelt1 die wonnevollen ,morgen anderer ,gegenden und ,tage1 wo er schon im ,grauen des ,lichtes die ,musenschwrme im ,nebel des ,gebirges nahe an sich vorbertanzen sieht1 wo ihm nachher1 wenn er still1 in dem ,gleichmaass der ,vormittagsseele1 unter ,bumen sich ergeht1 aus deren ,wipfeln und ,laubverstecken heraus lauter gute und helle ,dinge zugeworfen werden1 die ,geschenke aller jener freien ,geister1 die in ,berg1 ,wald und ,einsamkeit zu ,hause sind und welche1 gleich ihm1 in ihrer bald frhlichen bald nachdenklichen ,weise1 ,wanderer und ,philosophen sind4 ,geboren aus den ,geheimnissen der ,frhe1 sinnen sie darber nach1 wie der ,tag zwischen dem zehnten und zwlften ,glockenschlage ein so reines1 durchleuchtetes1 verklrt-heiteres ,gesicht haben knne3 - sie suchen die ,philosophie des ,vormittages4 ,unter ,freunden4 ,ein ,nachspiel4 #a4 ,schn ist's1 mit einander schweigen1 ,schner1 mit einander lachen1 - ,unter seidenem ,himmels-,tuche ,hingelehnt zu ,moos und ,buche ,lieblich laut mit ,freunden lachen ,und sich weisse ,zhne zeigen4 ,macht' ich's gut1 so woll'n wir schweigen2 ,macht' ich's schlimm -1 so woll'n wir lachen ,und es immer schlimmer machen1 ,schlimmer machen1 schlimmer lachen1 ,bis wir in die ,grube steigen4 ,freunde6 ja6 ,so soll's geschehn8 - ,amen6 ,und auf ,wiedersehn6 #b4 ,kein ,entschuld'gen6 ,kein ,verzeihen6 ,gnnt ihr ,frohen1 ,herzens-,freien ,diesem unvernnft'gen ,buche ,ohr und ,herz und ,unterkunft6 ,glaubt mir1 ,freunde1 nicht zum ,fluche ,ward mir meine ,unvernunft6 ,was ich finde1 was ich suche - ,stand das je in einem ,buche8 ,ehrt in mir die ,narren-,zunft6 ,lernt aus diesem ,narrenbuche1 ,wie ,vernunft kommt - zur ,vernunft6 ,also1 ,freunde1 soll's geschehn8 - ,amen6 ,und auf ,wiedersehn6