,this text has been derived from ,,html files at ,projekt ,gutenberg - ,,de 7http3_/_/www4gutenberg#bjjj4;de_/nietzs che_/tragoedi_/tragoedi4htm71 ,friedrich ,nietzsche ,die ,geburt der ,tragdie ,versuch einer ,selbstkritik4 #a4 ,was auch diesem fragwrdigen ,buche zu ,grunde liegen mag3 es muss eine ,frage ersten ,ranges und ,reizes gewesen sein1 noch dazu eine tief persnliche ,frage1 - ,zeugniss dafr ist die ,zeit1 in der es entstand1 trotz der es entstand1 die aufregende ,zeit des deutsch-franzsischen ,krieges von #ahgj_/ga4 ,whrend die ,donner der ,schlacht von ,wrth ber ,europa weggiengen1 sass der ,grbler und ,rthselfreund1 dem die ,vaterschaft dieses ,buches zu ,theil ward1 irgendwo in einem ,winkel der ,alpen1 sehr vergrbelt und verrthselt1 folglich sehr bekmmert und unbekmmert zugleich1 und schrieb seine ,gedanken ber die ,griechen nieder1 - den ,kern des wunderlichen und schlecht zugnglichen ,buches1 dem diese spte ,vorrede 7oder ,nachrede7 gewidmet sein soll4 ,einige ,wochen darauf3 und er befand sich selbst unter den ,mauern von ,metz1 immer noch nicht losgekommen von den ,fragezeichen1 die er zur vorgeblichen ,heiterkeit der ,griechen und der griechischen ,kunst gesetzt hatte2 bis er endlich in jenem ,monat tiefster ,spannung1 als man in ,versailles ber den ,frieden berieth1 auch mit sich zum ,frieden kam und1 langsam von einer aus dem ,felde heimgebrachten ,krankheit genesend1 die ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste der ,musik letztgltig bei sich feststellte4 - ,aus der ,musik8 ,musik und ,tragdie8 ,griechen und ,tragdien-,musik8 ,griechen und das ,kunstwerk des ,pessimismus8 ,die wohlgerathenste1 schnste1 bestbeneidete1 zum ,leben verfhrendste ,art der bisherigen ,menschen1 die ,griechen - wie8 gerade sie hatten die ,tragdie nthig8 ,mehr noch - die ,kunst8 ,wozu - griechische ,kunst8 ,man errth1 an welche ,stelle hiermit das grosse ,fragezeichen vom ,werth des ,daseins gesetzt war4 ,ist ,pessimismus nothwendig das ,zeichen des ,niedergangs1 ,verfalls1 des ,missrathenseins1 der ermdeten und geschwchten ,instinkte8 - wie er es bei den ,indern war1 wie er es1 allem ,anschein nach1 bei uns1 den modernen ,menschen und ,europern ist8 ,giebt es einen ,pessimismus der ,strke8 ,eine intellektuelle ,vorneigung fr das ,harte1 ,schauerliche1 ,bse1 ,problematische des ,daseins aus ,wohlsein1 aus berstrmender ,gesundheit1 aus ,flle des ,daseins8 ,giebt es vielleicht ein ,leiden an der ,ueberflle selbst8 ,eine versucherische ,tapferkeit des schrfsten ,blicks1 die nach dem ,furchtbaren verlangt1 als nach dem ,feinde1 dem wrdigen ,feinde1 an dem sie ihre ,kraft erproben kann8 an dem sie lernen will1 was das ,frchten ist8 ,was bedeutet1 gerade bei den ,griechen der besten1 strksten1 tapfersten ,zeit1 der tragische ,mythus8 ,und das ungeheure ,phnomen des ,dionysischen8 ,was1 aus ihm geboren1 die ,tragdie8 - ,und wiederum3 das1 woran die ,tragdie starb1 der ,sokratismus der ,moral1 die ,dialektik1 ,gengsamkeit und ,heiterkeit des theoretischen ,menschen - wie8 knnte nicht gerade dieser ,sokratismus ein ,zeichen des ,niedergangs1 der ,ermdung1 ,erkrankung1 der anarchisch sich lsenden ,instinkte sein8 ,und die griechische ,heiterkeit des spteren ,griechenthums nur eine ,abendrthe8 ,der epikurische ,wille gegen den ,pessimismus nur eine ,vorsicht des ,leidenden8 ,und die ,wissenschaft selbst1 unsere ,wissenschaft - ja1 was bedeutet berhaupt1 als ,symptom des ,lebens angesehn1 alle ,wissenschaft8 ,wozu1 schlimmer noch1 woher - alle ,wissenschaft8 ,wie8 ,ist ,wissenschaftlichkeit vielleicht nur eine ,furcht und ,ausflucht vor dem ,pessimismus8 ,eine feine ,nothwehr gegen - die ,wahrheit8 ,und1 moralisch geredet1 etwas wie ,feig- und ,falschheit8 ,unmoralisch geredet1 eine ,schlauheit8 ,oh ,sokrates1 ,sokrates1 war das vielleicht dein ,geheimniss8 ,oh geheimnissvoller ,ironiker1 war dies vielleicht deine - ,ironie8 - - #b4 ,was ich damals zu fassen bekam1 etwas ,furchtbares und ,gefhrliches1 ein ,problem mit ,hrnern1 nicht nothwendig gerade ein ,stier1 jedenfalls ein neues ,problem3 heute wrde ich sagen1 dass es das ,problem der ,wissenschaft selbst war - ,wissenschaft zum ersten ,male als problematisch1 als fragwrdig gefasst4 ,aber das ,buch1 in dem mein jugendlicher ,muth und ,argwohn sich damals ausliess - was fr ein unmgliches ,buch musste aus einer so jugendwidrigen ,aufgabe erwachsen6 ,aufgebaut aus lauter vorzeitigen bergrnen ,selbsterlebnissen1 welche alle hart an der ,schwelle des ,mittheilbaren lagen1 hingestellt auf den ,boden der ,kunst - denn das ,problem der ,wissenschaft kann nicht auf dem ,boden der ,wissenschaft erkannt werden - ein ,buch vielleicht fr ,knstler mit dem ,nebenhange analytischer und retrospektiver ,fhigkeiten 7das heisst fr eine ,ausnahme- ,art von ,knstlern1 nach denen man suchen muss und nicht einmal suchen mchte44471 voller psychologischer ,neuerungen und ,artisten-,heimlichkeiten1 mit einer ,artisten-,metaphysik im ,hintergrunde1 ein ,jugendwerk voller ,jugendmuth und ,jugend-,schwermuth1 unabhngig1 trotzig-selbststndig auch noch1 wo es sich einer ,autoritt und eignen ,verehrung zu beugen scheint1 kurz ein ,erstlingswerk auch in jedem schlimmen ,sinne des ,wortes1 trotz seines greisenhaften ,problems1 mit jedem ,fehler der ,jugend behaftet1 vor allem mit ihrem ,viel zu lang1 ihrem ,sturm und ,drang3 andererseits1 in ,hinsicht auf den ,erfolg1 den es hatte 7in ,sonderheit bei dem grossen ,knstler1 an den es sich wie zu einem ,zwiegesprch wendete1 bei ,richard ,wagner7 ein bewiesenes ,buch1 ich meine ein solches1 das jedenfalls den ,besten seiner ,zeit genug gethan hat4 ,darauf hin sollte es schon mit einiger ,rcksicht und ,schweigsamkeit behandelt werden2 trotzdem will ich nicht gnzlich unterdrcken1 wie unangenehm es mir jetzt erscheint1 wie fremd es jetzt nach sechzehn ,jahren vor mir steht1 - vor einem lteren1 hundert ,mal verwhnteren1 aber keineswegs klter gewordenen ,auge1 das auch jener ,aufgabe selbst nicht fremder wurde1 an welche sich jenes verwegene ,buch zum ersten ,male herangewagt hat1 - die ,wissenschaft unter der ,optik des ,knstlers zu sehn1 die ,kunst aber unter der des ,lebens4444 #c4 ,nochmals gesagt1 heute ist es mir ein unmgliches ,buch1 - ich heisse es schlecht geschrieben1 schwerfllig1 peinlich1 bilderwthig und bilderwirrig1 gefhlsam1 hier und da verzuckert bis zum ,femininischen1 ungleich im ,tempo1 ohne ,willen zur logischen ,sauberkeit1 sehr berzeugt und deshalb des ,beweisens sich berhebend1 misstrauisch selbst gegen die ,schicklichkeit des ,beweisens1 als ,buch fr ,eingeweihte1 als ,musik fr ,solche1 die auf ,musik getauft1 die auf gemeinsame und seltene ,kunst-,erfahrungen hin von ,anfang der ,dinge an verbunden sind1 als ,erkennungszeichen fr ,blutsverwandte in artibus1 - ein hochmthiges und schwrmerisches ,buch1 das sich gegen das profanum vulgus der ,gebildeten von vornherein noch mehr als gegen das ,volk abschliesst1 welches aber1 wie seine ,wirkung bewies und beweist1 sich gut genug auch darauf verstehen muss1 sich seine ,mitschwrmer zu suchen und sie auf neue ,schleichwege und ,tanzpltze zu locken4 ,hier redete jedenfalls - das gestand man sich mit ,neugierde ebenso als mit ,abneigung ein - eine fremde ,stimme1 der ,jnger eines noch unbekannten ,gottes1 der sich einstweilen unter die ,kapuze des ,gelehrten1 unter die ,schwere und dialektische ,unlustigkeit des ,deutschen1 selbst unter die schlechten ,manieren des ,wagnerianers versteckt hat2 hier war ein ,geist mit fremden1 noch namenlosen ,bedrfnissen1 ein ,gedchtniss strotzend von ,fragen1 ,erfahrungen1 ,verborgenheiten1 welchen der ,name ,dionysos wie ein ,fragezeichen mehr beigeschrieben war2 hier sprach - so sagte man sich mit ,argwohn - etwas wie eine mystische und beinahe mnadische ,seele1 die mit ,mhsal und willkrlich1 fast unschlssig darber1 ob sie sich mittheilen oder verbergen wolle1 gleichsam in einer fremden ,zunge stammelt4 ,sie htte singen sollen1 diese neue ,seele - und nicht reden6 ,wie schade1 dass ich1 was ich damals zu sagen hatte1 es nicht als ,dichter zu sagen wagte3 ich htte es vielleicht gekonnt6 ,oder mindestens als ,philologe3 - bleibt doch auch heute noch fr den ,philologen auf diesem ,gebiete beinahe ,alles zu entdecken und auszugraben6 ,vor allem das ,problem1 dass hier ein ,problem vorliegt1 - und dass die ,griechen1 so lange wir keine ,antwort auf die ,frage was ist dionysisch8 haben1 nach wie vor gnzlich unerkannt und unvorstellbar sind444 #d4 ,ja1 was ist dionysisch8 - ,in diesem ,buche steht eine ,antwort darauf1 - ein ,wissender redet da1 der ,eingeweihte und ,jnger seines ,gottes4 ,vielleicht wrde ich jetzt vorsichtiger und weniger beredt von einer so schweren psychologischen ,frage reden1 wie sie der ,ursprung der ,tragdie bei den ,griechen ist4 ,eine ,grundfrage ist das ,verhltniss des ,griechen zum ,schmerz1 sein ,grad von ,sensibilitt1 - blieb dies ,verhltniss sich gleich8 oder drehte es sich um8 - jene ,frage1 ob wirklich sein immer strkeres ,verlangen nach ,schnheit1 nach ,festen1 ,lustbarkeiten1 neuen ,culten1 aus ,mangel1 aus ,entbehrung1 aus ,melancholie1 aus ,schmerz erwachsen ist8 ,gesetzt nmlich1 gerade dies wre wahr - und ,perikles 7oder ,thukydides7 giebt es uns in der grossen ,leichenrede zu verstehen -3 woher msste dann das entgegengesetzte ,verlangen1 das der ,zeit nach frher hervortrat1 stammen1 das ,verlangen nach dem ,hsslichen1 der gute strenge ,wille des lteren ,hellenen zum ,pessimismus1 zum tragischen ,mythus1 zum ,bilde alles ,furchtbaren1 ,bsen1 ,rthselhaften1 ,vernichtenden1 ,verhngnissvollen auf dem ,grunde des ,daseins1 - woher msste dann die ,tragdie stammen8 ,vielleicht aus der ,lust1 aus der ,kraft1 aus berstrmender ,gesundheit1 aus bergrosser ,flle8 ,und welche ,bedeutung hat dann1 physiologisch gefragt1 jener ,wahnsinn1 aus dem die tragische wie die komische ,kunst erwuchs1 der dionysische ,wahnsinn8 ,wie8 ,ist ,wahnsinn vielleicht nicht nothwendig das ,symptom der ,entartung1 des ,niedergangs1 der berspten ,cultur8 ,giebt es vielleicht - eine ,frage fr ,irrenrzte - ,neurosen der ,gesundheit8 der ,volks-,jugend und -,jugendlichkeit8 ,worauf weist jene ,synthesis von ,gott und ,bock im ,satyr8 ,aus welchem ,selbsterlebniss1 auf welchen ,drang hin musste sich der ,grieche den dionysischen ,schwrmer und ,urmenschen als ,satyr denken8 ,und was den ,ursprung des tragischen ,chors betrifft3 gab es in jenen ,jahrhunderten1 wo der griechische ,leib blhte1 die griechische ,seele von ,leben berschumte1 vielleicht endemische ,entzckungen8 ,visionen und ,hallucinationen1 welche sich ganzen ,gemeinden1 ganzen ,cultversammlungen mittheilten8 ,wie8 wenn die ,griechen1 gerade im ,reichthum ihrer ,jugend1 den ,willen zum ,tragischen hatten und ,pessimisten waren8 wenn es gerade der ,wahnsinn war1 um ein ,wort ,plato's zu gebrauchen1 der die grssten ,segnungen ber ,hellas gebracht hat8 ,und wenn1 andererseits und umgekehrt1 die ,griechen gerade in den ,zeiten ihrer ,auflsung und ,schwche1 immer optimistischer1 oberflchlicher1 schauspielerischer1 auch nach ,logik und ,logisirung der ,welt brnstiger1 also zugleich heiterer und wissenschaftlicher wurden8 ,wie8 knnte vielleicht1 allen modernen ,ideen und ,vorurtheilen des demokratischen ,geschmacks zum ,trotz1 der ,sieg des ,optimismus1 die vorherrschend gewordene ,vernnftigkeit1 der praktische und theoretische ,utilitarismus1 gleich der ,demokratie selbst1 mit der er gleichzeitig ist1 - ein ,symptom der absinkenden ,kraft1 des nahenden ,alters1 der physiologischen ,ermdung sein8 ,und gerade nicht - der ,pessimismus8 ,war ,epikur ein ,optimist - gerade als ,leidender8 - - ,man sieht1 es ist ein ganzes ,bndel schwerer ,fragen1 mit dem sich dieses ,buch belastet hat1 - fgen wir seine schwerste ,frage noch hinzu6 ,was bedeutet1 unter der ,optik des ,lebens gesehn1 - die ,moral8 4 4 4 #e4 ,bereits im ,vorwort an ,richard ,wagner wird die ,kunst - und nicht die ,moral - als die eigentlich metaphysische ,thtigkeit des ,menschen hingestellt2 im ,buche selbst kehrt der anzgliche ,satz mehrfach wieder1 dass nur als sthetisches ,phnomen das ,dasein der ,welt gerechtfertigt ist4 ,in der ,that1 das ganze ,buch kennt nur einen ,knstler-,sinn und - ,hintersinn hinter allem ,geschehen1 - einen ,gott1 wenn man will1 aber gewiss nur einen gnzlich unbedenklichen und unmoralischen ,knstler-,gott1 der im ,bauen wie im ,zerstren1 im ,guten wie im ,schlimmen1 seiner gleichen ,lust und ,selbstherrlichkeit inne werden will1 der sich1 ,welten schaffend1 von der ,noth der ,flle und ,ueberflle1 vom ,leiden der in ihm gedrngten ,gegenstze lst4 ,die ,welt1 in jedem ,augenblicke die erreichte ,erlsung ,gottes1 als die ewig wechselnde1 ewig neue ,vision des ,leidendsten1 ,gegenstzlichsten1 ,widerspruchreichsten1 der nur im ,scheine sich zu erlsen weiss3 diese ganze ,artisten-,metaphysik mag man willkrlich1 mssig1 phantastisch nennen -1 das ,wesentliche daran ist1 dass sie bereits einen ,geist verrth1 der sich einmal auf jede ,gefahr hin gegen die moralische ,ausdeutung und ,bedeutsamkeit des ,daseins zur ,wehre setzen wird4 ,hier kndigt sich1 vielleicht zum ersten ,male1 ein ,pessimismus jenseits von ,gut und ,bse an1 hier kommt jene ,perversitt der ,gesinnung zu ,wort und ,formel1 gegen welche ,schopenhauer nicht mde geworden ist1 im ,voraus seine zornigsten ,flche und ,donnerkeile zu schleudern1 - eine ,philosophie1 welche es wagt1 die ,moral selbst in die ,welt der ,erscheinung zu setzen1 herabzusetzen und nicht nur unter die ,erscheinungen 7im ,sinne des idealistischen terminus technicus71 sondern unter die ,tuschungen1 als ,schein1 ,wahn1 ,irrthum1 ,ausdeutung1 ,zurechtmachung1 ,kunst4 ,vielleicht lsst sich die ,tiefe dieses widermoralischen ,hanges am besten aus dem behutsamen und feindseligen ,schweigen ermessen1 mit dem in dem ganzen ,buche das ,christenthum behandelt ist1 - das ,christenthum als die ausschweifendste ,durchfigurirung des moralischen ,thema's1 welche die ,menschheit bisher anzuhren bekommen hat4 ,in ,wahrheit1 es giebt zu der rein sthetischen ,weltauslegung und ,welt-,rechtfertigung1 wie sie in diesem ,buche gelehrt wird1 keinen grsseren ,gegensatz als die christliche ,lehre1 welche nur moralisch ist und sein will und mit ihren absoluten ,maassen1 zum ,beispiel schon mit ihrer ,wahrhaftigkeit ,gottes1 die ,kunst1 jede ,kunst in's ,reich der ,lge verweist1 - das heisst verneint1 verdammt1 verurtheilt4 ,hinter einer derartigen ,denk- und ,werthungsweise1 welche kunstfeindlich sein muss1 so lange sie irgendwie cht ist1 empfand ich von jeher auch das ,lebensfeindliche1 den ingrimmigen rachschtigen ,widerwillen gegen das ,leben selbst3 denn alles ,leben ruht auf ,schein1 ,kunst1 ,tuschung1 ,optik1 ,nothwendigkeit des ,perspektivischen und des ,irrthums4 ,christenthum war von ,anfang an1 wesentlich und grndlich1 ,ekel und ,ueberdruss des ,lebens am ,leben1 welcher sich unter dem ,glauben an ein anderes oder besseres ,leben nur verkleidete1 nur versteckte1 nur aufputzte4 ,der ,hass auf die ,welt1 der ,fluch auf die ,affekte1 die ,furcht vor der ,schnheit und ,sinnlichkeit1 ein ,jenseits1 erfunden1 um das ,diesseits besser zu verleumden1 im ,grunde ein ,verlangen in's ,nichts1 an's ,ende1 in's ,ausruhen1 hin zum ,sabbat der ,sabbate - dies ,alles dnkte mich1 ebenso wie der unbedingte ,wille des ,christenthums1 nur moralische ,werthe gelten zu lassen1 immer wie die gefhrlichste und unheimlichste ,form aller mglichen ,formen eines ,willens zum ,untergang1 zum ,mindesten ein ,zeichen tiefster ,erkrankung1 ,mdigkeit1 ,missmuthigkeit1 ,erschpfung1 ,verarmung an ,leben1 - denn vor der ,moral 7in ,sonderheit christlichen1 das heisst unbedingten ,moral7 muss das ,leben bestndig und unvermeidlich ,unrecht bekommen1 weil ,leben etwas essentiell ,unmoralisches ist1 - muss endlich das ,leben1 erdrckt unter dem ,gewichte der ,verachtung und des ewigen ,nein's1 als begehrens-unwrdig1 als unwerth an sich empfunden werden4 ,moral selbst - wie8 sollte ,moral nicht ein ,wille zur ,verneinung des ,lebens1 ein heimlicher ,instinkt der ,vernichtung1 ein ,verfalls-1 ,verkleinerungs-1 ,verleumdungsprincip1 ein ,anfang vom ,ende sein8 ,und1 folglich1 die ,gefahr der ,gefahren8444 ,gegen die ,moral also kehrte sich damals1 mit diesem fragwrdigen ,buche1 mein ,instinkt1 als ein frsprechender ,instinkt des ,lebens1 und erfand sich eine grundstzliche ,gegenlehre und ,gegenwerthung des ,lebens1 eine rein artistische1 eine antichristliche4 ,wie sie nennen8 ,als ,philologe und ,mensch der ,worte taufte ich sie1 nicht ohne einige ,freiheit - denn wer wsste den rechten ,namen des ,antichrist8 - auf den ,namen eines griechischen ,gottes3 ich hiess sie die dionysische4 - #f4 ,man versteht1 an welche ,aufgabe ich bereits mit diesem ,buche zu rhren wagte8444 ,wie sehr bedauere ich es jetzt1 dass ich damals noch nicht den ,muth 7oder die ,unbescheidenheit87 hatte1 um mir in jedem ,betrachte fr so eigne ,anschauungen und ,wagnisse auch eine eigne ,sprache zu erlauben1 - dass ich mhselig mit ,schopenhauerischen und ,kantischen ,formeln fremde und neue ,werthschtzungen auszudrcken suchte1 welche dem ,geiste ,kantens und ,schopenhauers1 ebenso wie ihrem ,geschmacke1 von ,grund aus entgegen giengen6 ,wie dachte doch ,schopenhauer ber die ,tragdie8 ,was allem ,tragischen den eigenthmlichen ,schwung zur ,erhebung giebt - sagt er1 ,welt als ,wille und ,vorstellung ,,ii1 #die - ist das ,aufgehen der ,erkenntniss1 dass die ,welt1 das ,leben kein rechtes ,gengen geben knne1 mithin unsrer ,anhnglichkeit nicht werth sei3 darin besteht der tragische ,geist -1 er leitet demnach zur ,resignation hin4 ,oh wie anders redete ,dionysos zu mir6 ,oh wie ferne war mir damals gerade dieser ganze ,resignationismus6 - ,aber es giebt etwas viel ,schlimmeres an dem ,buche1 das ich jetzt noch mehr bedauere1 als mit ,schopenhauerischen ,formeln dionysische ,ahnungen verdunkelt und verdorben zu haben3 dass ich mir nmlich berhaupt das grandiose griechische ,problem1 wie mir es aufgegangen war1 durch ,einmischung der modernsten ,dinge verdarb6 ,dass ich ,hoffnungen anknpfte1 wo ,nichts zu hoffen war1 wo ,alles allzudeutlich auf ein ,ende hinwies6 ,dass ich1 auf ,grund der deutschen letzten ,musik1 vom deutschen ,wesen zu fabeln begann1 wie als ob es eben im ,begriff sei1 sich selbst zu entdecken und wiederzufinden - und das zu einer ,zeit1 wo der deutsche ,geist1 der nicht vor ,langem noch den ,willen zur ,herrschaft ber ,europa1 die ,kraft zur ,fhrung ,europa's gehabt hatte1 eben letztwillig und endgltig abdankte und1 unter dem pomphaften ,vorwande einer ,reichs- ,begrndung1 seinen ,uebergang zur ,vermittelmssigung1 zur ,demokratie und den modernen ,ideen machte6 ,in der ,that1 inzwischen lernte ich hoffnungslos und schonungslos genug von diesem deutschen ,wesen denken1 insgleichen von der jetzigen deutschen ,musik1 als welche ,romantik durch und durch ist und die ungriechischeste aller mglichen ,kunstformen3 berdies aber eine ,nervenverderberin ersten ,ranges1 doppelt gefhrlich1 bei einem ,volke1 das den ,trunk liebt und die ,unklarheit als ,tugend ehrt1 nmlich in ihrer doppelten ,eigenschaft als berauschendes und zugleich benebelndes ,narkotikum4 - ,abseits freilich von allen bereilten ,hoffnungen und fehlerhaften ,nutzanwendungen auf ,gegenwrtigstes1 mit denen ich mir damals mein erstes ,buch verdarb1 bleibt das grosse dionysische ,fragezeichen1 wie es darin gesetzt ist1 auch in ,betreff der ,musik1 fort und fort bestehen3 wie msste eine ,musik beschaffen sein1 welche nicht mehr romantischen ,ursprungs wre1 gleich der deutschen1 - sondern dionysischen8 4 4 4 #g4 - ,aber1 mein ,herr1 was in aller ,welt ist ,romantik1 wenn nicht ,ihr ,buch ,romantik ist8 ,lsst sich der tiefe ,hass gegen ,jetztzeit1 ,wirklichkeit und moderne ,ideen weiter treiben1 als es in ,ihrer ,artisten-,metaphysik geschehen ist8 - welche lieber noch an das ,nichts1 lieber noch an den ,teufel1 als an das ,jetzt glaubt8 ,brummt nicht ein ,grundbass von ,zorn und ,vernichtungslust unter aller ,ihrer contrapunktischen ,stimmen-,kunst und ,ohren-,verfhrerei hinweg1 eine wthende ,entschlossenheit gegen ,alles1 was jetzt ist1 ein ,wille1 welcher nicht gar zu ferne vom praktischen ,nihilismus ist und zu sagen scheint lieber mag ,nichts wahr sein1 als dass ihr ,recht httet1 als dass eure ,wahrheit ,recht behielte6 ,hren ,sie selbst1 mein ,herr ,pessimist und ,kunstvergttlicher1 mit aufgeschlossnerem ,ohre eine einzige ausgewhlte ,stelle ,ihres ,buches an1 jene nicht unberedte ,drachentdter-,stelle1 welche fr junge ,ohren und ,herzen verfnglich rattenfngerisch klingen mag3 wie8 ist das nicht das chte rechte ,romantiker-,bekenntniss von #ahcj1 unter der ,maske des ,pessimismus von #ahej hinter dem auch schon das bliche ,romantiker-,finale prludirt1 - ,bruch1 ,zusammenbruch1 ,rckkehr und ,niedersturz vor einem alten ,glauben1 vor dem alten ,gotte 4 4 4 ,wie8 ist ,ihr ,pessimisten-,buch nicht selbst ein ,stck ,antigriechenthum und ,romantik1 selbst etwas ebenso ,berauschendes als ,benebelndes1 ein ,narkotikum jedenfalls1 ein ,stck ,musik sogar1 deutscher ,musik8 ,aber man hre3 ,denken wir uns eine heranwachsende ,generation mit dieser ,unerschrockenheit des ,blicks1 mit diesem heroischen ,zug in's ,ungeheure1 denken wir uns den khnen ,schritt dieser ,drachentdter1 die stolze ,verwegenheit1 mit der sie allen den ,schwchlichkeitsdoktrinen des ,optimismus den ,rcken kehren1 um im ,ganzen und ,vollen1 resolut zu leben3 sollte es nicht nthig sein1 dass der tragische ,mensch dieser ,cultur1 bei seiner ,selbsterziehung zum ,ernst und zum ,schrecken1 eine neue ,kunst1 die ,kunst des metaphysischen ,trostes1 die ,tragdie als die ihm zugehrige ,helena begehren und mit ,faust ausrufen muss3 ,und sollt' ich nicht1 sehnschtigster ,gewalt1 ,in's ,leben zieh'n die einzigste ,gestalt8 ,sollte es nicht nthig sein8 4 4 4 ,nein1 drei ,mal nein6 ihr jungen ,romantiker3 es sollte nicht nthig sein6 ,aber es ist sehr wahrscheinlich1 dass es so endet1 dass ihr so endet1 nmlich getrstet1 wie geschrieben steht1 trotz aller ,selbsterziehung zum ,ernst und zum ,schrecken1 metaphysisch getrstet1 kurz1 wie ,romantiker enden1 christlich ,nein6 ,ihr solltet vorerst die ,kunst des diesseitigen ,trostes lernen1 - ihr solltet lachen lernen1 meine jungen ,freunde1 wenn anders ihr durchaus ,pessimisten bleiben wollt2 vielleicht dass ihr darauf hin1 als ,lachende1 irgendwann einmal alle metaphysische ,trsterei zum ,teufel schickt - und die ,metaphysik voran6 ,oder1 um es in der ,sprache jenes dionysischen ,unholds zu sagen1 der ,zarathustra heisst3 ,erhebt eure ,herzen1 meine ,brder1 hoch1 hher6 ,und vergesst mir auch die ,beine nicht6 ,erhebt auch eure ,beine1 ihr guten ,tnzer1 und besser noch3 ihr steht auch auf dem ,kopf6 ,diese ,krone des ,lachenden1 diese ,rosenkranz-,krone3 ich selber setzte mir diese ,krone auf1 ich selber sprach heilig mein ,gelchter4 ,keinen ,anderen fand ich heute stark genug dazu4 ,zarathustra der ,tnzer1 ,zarathustra der ,leichte1 der mit den ,flgeln winkt1 ein ,flugbereiter1 allen ,vgeln zuwinkend1 bereit und fertig1 ein ,selig-,leichtfertiger3 - ,zarathustra der ,wahrsager1 ,zarathustra der ,wahrlacher1 kein ,ungeduldiger1 kein ,unbedingter1 ,einer1 der ,sprnge und ,seitensprnge liebt3 ich selber setzte mir diese ,krone auf6 ,diese ,krone des ,lachenden1 diese ,rosenkranz-,krone3 euch1 meinen ,brdern1 werfe ich diese ,krone zu6 ,das ,lachen sprach ich heilig3 ihr hheren ,menschen1 lernt mir - lachen6 ,vorwort an ,richard ,wagner4 ,um mir alle die mglichen ,bedenklichkeiten1 ,aufregungen und ,missverstndnisse ferne zu halten1 zu denen die in dieser ,schrift vereinigten ,gedanken bei dem eigenthmlichen ,character unserer aesthetischen ,oeffentlichkeit ,anlass geben werden1 und um auch die ,einleitungsworte zu derselben mit der gleichen beschaulichen ,wonne schreiben zu knnen1 deren ,zeichen sie selbst1 als das ,petrefact guter und erhebender ,stunden1 auf jedem ,blatte trgt1 vergegenwrtige ich mir den ,augenblick1 in dem ,sie1 mein hochverehrter ,freund1 diese ,schrift empfangen werden3 wie ,sie1 vielleicht nach einer abendlichen ,wanderung im ,winterschnee1 den entfesselten ,prometheus auf dem ,titelblatte betrachten1 meinen ,namen lesen und sofort berzeugt sind1 dass1 mag in dieser ,schrift stehen1 was da wolle1 der ,verfasser etwas ,ernstes und ,eindringliches zu sagen hat1 ebenfalls dass er1 bei allem1 was er sich erdachte1 mit ,ihnen wie mit einem ,gegenwrtigen verkehrte und nur etwas dieser ,gegenwart ,entsprechendes niederschreiben durfte4 ,sie werden dabei sich erinnern1 dass ich zu gleicher ,zeit1 als ,ihre herrliche ,festschrift ber ,beethoven entstand1 das heisst in den ,schrecken und ,erhabenheiten des eben ausgebrochnen ,krieges mich zu diesen ,gedanken sammelte4 ,doch wrden diejenigen irren1 welche etwa bei dieser ,sammlung an den ,gegensatz von patriotischer ,erregung und aesthetischer ,schwelgerei1 von tapferem ,ernst und heiterem ,spiel denken sollten3 denen mchte vielmehr1 bei einem wirklichen ,lesen dieser ,schrift1 zu ihrem ,erstaunen deutlich werden1 mit welchem ernsthaft deutschen ,problem wir zu thun haben1 das von uns recht eigentlich in die ,mitte deutscher ,hoffnungen1 als ,wirbel und ,wendepunkt hingestellt wird4 ,vielleicht aber wird es fr eben dieselben berhaupt anstssig sein1 ein aesthetisches ,problem so ernst genommen zu sehn1 falls sie nmlich in der ,kunst nicht mehr als ein lustiges ,nebenbei1 als ein auch wohl zu missendes ,schellengeklingel zum ,ernst des ,daseins zu erkennen im ,stande sind3 als ob ,niemand wsste1 was es bei dieser ,gegenberstellung mit einem solchen ,ernste des ,daseins auf sich habe4 ,diesen ,ernsthaften diene zur ,belehrung1 dass ich von der ,kunst als der hchsten ,aufgabe und der eigentlich metaphysischen ,thtigkeit dieses ,lebens im ,sinne des ,mannes berzeugt bin1 dem ich hier1 als meinem erhabenen ,vorkmpfer auf dieser ,bahn1 diese ,schrift gewidmet haben will4 ,basel1 ,ende des ,jahres #ahgl4 #a4 ,wir werden viel fr die aesthetische ,wissenschaft gewonnen haben1 wenn wir nicht nur zur logischen ,einsicht1 sondern zur unmittelbaren ,sicherheit der ,anschauung gekommen sind1 dass die ,fortentwickelung der ,kunst an die ,duplicitt des ,apollinischen und des ,dionysischen gebunden ist3 in hnlicher ,weise1 wie die ,generation von der ,zweiheit der ,geschlechter1 bei fortwhrendem ,kampfe und nur periodisch eintretender ,vershnung1 abhngt4 ,diese ,namen entlehnen wir von den ,griechen1 welche die tiefsinnigen ,geheimlehren ihrer ,kunstanschauung zwar nicht in ,begriffen1 aber in den eindringlich deutlichen ,gestalten ihrer ,gtterwelt dem ,einsichtigen vernehmbar machen4 ,an ihre beiden ,kunstgottheiten1 ,apollo und ,dionysus1 knpft sich unsere ,erkenntniss1 dass in der griechischen ,welt ein ungeheurer ,gegensatz1 nach ,ursprung und ,zielen1 zwischen der ,kunst des ,bildners1 der apollinischen1 und der unbildlichen ,kunst der ,musik1 als der des ,dionysus1 besteht3 beide so verschiedne ,triebe gehen neben einander her1 zumeist im offnen ,zwiespalt mit einander und sich gegenseitig zu immer neuen krftigeren ,geburten reizend1 um in ihnen den ,kampf jenes ,gegensatzes zu perpetuiren1 den das gemeinsame ,wort ,kunst nur scheinbar berbrckt2 bis sie endlich1 durch einen metaphysischen ,wunderakt des hellenischen ,willens1 mit einander gepaart erscheinen und in dieser ,paarung zuletzt das ebenso dionysische als apollinische ,kunstwerk der attischen ,tragdie erzeugen4 ,um uns jene beiden ,triebe nher zu bringen1 denken wir sie uns zunchst als die getrennten ,kunstwelten des ,traumes und des ,rausches2 zwischen welchen physiologischen ,erscheinungen ein entsprechender ,gegensatz1 wie zwischen dem ,apollinischen und dem ,dionysischen zu bemerken ist4 ,im ,traume traten zuerst1 nach der ,vorstellung des ,lucretius1 die herrlichen ,gttergestalten vor die ,seelen der ,menschen1 im ,traume sah der grosse ,bildner den entzckenden ,gliederbau bermenschlicher ,wesen1 und der hellenische ,dichter1 um die ,geheimnisse der poetischen ,zeugung befragt1 wrde ebenfalls an den ,traum erinnert und eine hnliche ,belehrung gegeben haben1 wie sie ,hans ,sachs in den ,meistersingern giebt3 ,mein ,freund1 das grad' ist ,dichters ,werk1 dass er sein ,trumen deut' und merk'4 ,glaubt mir1 des ,menschen wahrster ,wahn wird ihm im ,traume aufgethan3 all' ,dichtkunst und ,poterei ist nichts als ,wahrtraum-,deuterei4 ,der schne ,schein der ,traumwelten1 in deren ,erzeugung jeder ,mensch voller ,knstler ist1 ist die ,voraussetzung aller bildenden ,kunst1 ja auch1 wie wir sehen werden1 einer wichtigen ,hlfte der ,poesie4 ,wir geniessen im unmittelbaren ,verstndnisse der ,gestalt1 alle ,formen sprechen zu uns1 es giebt nichts ,gleichgltiges und ,unnthiges4 ,bei dem hchsten ,leben dieser ,traumwirklichkeit haben wir doch noch die durchschimmernde ,empfindung ihres ,scheins3 wenigstens ist dies meine ,erfahrung1 fr deren ,hufigkeit1 ja ,normalitt1 ich manches ,zeugniss und die ,aussprche der ,dichter beizubringen htte4 ,der philosophische ,mensch hat sogar das ,vorgefhl1 dass auch unter dieser ,wirklichkeit1 in der wir leben und sind1 eine zweite ganz andre verborgen liege1 dass also auch sie ein ,schein sei2 und ,schopenhauer bezeichnet geradezu die ,gabe1 dass ,einem zu ,zeiten die ,menschen und alle ,dinge als blosse ,phantome oder ,traumbilder vorkommen1 als das ,kennzeichen philosophischer ,befhigung4 ,wie nun der ,philosoph zur ,wirklichkeit des ,daseins1 so verhlt sich der knstlerisch erregbare ,mensch zur ,wirklichkeit des ,traumes2 er sieht genau und gern zu3 denn aus diesen ,bildern deutet er sich das ,leben1 an diesen ,vorgngen bt er sich fr das ,leben4 ,nicht etwa nur die angenehmen und freundlichen ,bilder sind es1 die er mit jener ,allverstndigkeit an sich erfhrt3 auch das ,ernste1 ,trbe1 ,traurige1 ,finstere1 die pltzlichen ,hemmungen1 die ,neckereien des ,zufalls1 die bnglichen ,erwartungen1 kurz die ganze gttliche ,komdie des ,lebens1 mit dem ,inferno1 zieht an ihm vorbei1 nicht nur wie ein ,schattenspiel - denn er lebt und leidet mit in diesen ,scenen - und doch auch nicht ohne jene flchtige ,empfindung des ,scheins2 und vielleicht erinnert sich ,mancher1 gleich mir1 in den ,gefhrlichkeiten und ,schrecken des ,traumes sich mitunter ermuthigend und mit ,erfolg zugerufen zu haben3 ,es ist ein ,traum6 ,ich will ihn weiter trumen6 ,wie man mir auch von ,personen erzhlt hat1 die die ,causalitt eines und desselben ,traumes ber drei und mehr aufeinanderfolgende ,nchte hin fortzusetzen im ,stande waren3 ,thatsachen1 welche deutlich ,zeugniss dafr abgeben1 dass unser innerstes ,wesen1 der gemeinsame ,untergrund von uns allen1 mit tiefer ,lust und freudiger ,nothwendigkeit den ,traum an sich erfhrt4 ,diese freudige ,nothwendigkeit der ,traumerfahrung ist gleichfalls von den ,griechen in ihrem ,apollo ausgedrckt worden3 ,apollo1 als der ,gott aller bildnerischen ,krfte1 ist zugleich der wahrsagende ,gott4 ,er1 der seiner ,wurzel nach der ,scheinende1 die ,lichtgottheit ist1 beherrscht auch den schnen ,schein der inneren ,phantasie-,welt4 ,die hhere ,wahrheit1 die ,vollkommenheit dieser ,zustnde im ,gegensatz zu der lckenhaft verstndlichen ,tageswirklichkeit1 sodann das tiefe ,bewusstsein von der in ,schlaf und ,traum heilenden und helfenden ,natur ist zugleich das symbolische ,analogon der wahrsagenden ,fhigkeit und berhaupt der ,knste1 durch die das ,leben mglich und lebenswerth gemacht wird4 ,aber auch jene zarte ,linie1 die das ,traumbild nicht berschreiten darf1 um nicht pathologisch zu wirken1 widrigenfalls der ,schein als plumpe ,wirklichkeit uns betrgen wrde - darf nicht im ,bilde des ,apollo fehlen3 jene maassvolle ,begrenzung1 jene ,freiheit von den wilderen ,regungen1 jene weisheitsvolle ,ruhe des ,bildnergottes4 ,sein ,auge muss sonnenhaft1 gemss seinem ,ursprunge1 sein2 auch wenn es zrnt und unmuthig blickt1 liegt die ,weihe des schnen ,scheines auf ihm4 ,und so mchte von ,apollo in einem excentrischen ,sinne das gelten1 was ,schopenhauer von dem im ,schleier der ,maja befangenen ,menschen sagt4 ,welt als ,wille und ,vorstellung ,i1 ,s4 #daf ,wie auf dem tobenden ,meere1 das1 nach allen ,seiten unbegrnzt1 heulend ,wellenberge erhebt und senkt1 auf einem ,kahn ein ,schiffer sitzt1 dem schwachen ,fahrzeug vertrauend2 so sitzt1 mitten in einer ,welt von ,qualen1 ruhig der einzelne ,mensch1 gesttzt und vertrauend auf das principium individuationis4 ,ja es wre von ,apollo zu sagen1 dass in ihm das unerschtterte ,vertrauen auf jenes principium und das ruhige ,dasitzen des in ihm ,befangenen seinen erhabensten ,ausdruck bekommen habe1 und man mchte selbst ,apollo als das herrliche ,gtterbild des principii individuationis bezeichnen1 aus dessen ,gebrden und ,blicken die ganze ,lust und ,weisheit des ,scheines1 sammt seiner ,schnheit1 zu uns sprche4 ,an derselben ,stelle hat uns ,schopenhauer das ungeheure ,grausen geschildert1 welches den ,menschen ergreift1 wenn er pltzlich an den ,erkenntnissformen der ,erscheinung irre wird1 indem der ,satz vom ,grunde1 in irgend einer seiner ,gestaltungen1 eine ,ausnahme zu erleiden scheint4 ,wenn wir zu diesem ,grausen die wonnevolle ,verzckung hinzunehmen1 die bei demselben ,zerbrechen des principii individuationis aus dem innersten ,grunde des ,menschen1 ja der ,natur emporsteigt1 so thun wir einen ,blick in das ,wesen des ,dionysischen1 das uns am nchsten noch durch die ,analogie des ,rausches gebracht wird4 ,entweder durch den ,einfluss des narkotischen ,getrnkes1 von dem alle ursprnglichen ,menschen und ,vlker in ,hymnen sprechen1 oder bei dem gewaltigen1 die ganze ,natur lustvoll durchdringenden ,nahen des ,frhlings erwachen jene dionysischen ,regungen1 in deren ,steigerung das ,subjective zu vlliger ,selbstvergessenheit hinschwindet4 ,auch im deutschen ,mittelalter wlzten sich unter der gleichen dionysischen ,gewalt immer wachsende ,schaaren1 singend und tanzend1 von ,ort zu ,ort3 in diesen ,sanct-,johann- und ,sanct-,veittnzern erkennen wir die bacchischen ,chre der ,griechen wieder1 mit ihrer ,vorgeschichte in ,kleinasien1 bis hin zu ,babylon und den orgiastischen ,saken4 ,es giebt ,menschen1 die1 aus ,mangel an ,erfahrung oder aus ,stumpfsinn1 sich von solchen ,erscheinungen wie von ,volkskrankheiten1 spttisch oder bedauernd im ,gefhl der eigenen ,gesundheit abwenden3 die ,armen ahnen freilich nicht1 wie leichenfarbig und gespenstisch eben diese ihre ,gesundheit sich ausnimmt1 wenn an ihnen das glhende ,leben dionysischer ,schwrmer vorberbraust4 ,unter dem ,zauber des ,dionysischen schliesst sich nicht nur der ,bund zwischen ,mensch und ,mensch wieder zusammen3 auch die entfremdete1 feindliche oder unterjochte ,natur feiert wieder ihr ,vershnungsfest mit ihrem verlorenen ,sohne1 dem ,menschen4 ,freiwillig beut die ,erde ihre ,gaben1 und friedfertig nahen die ,raubthiere der ,felsen und der ,wste4 ,mit ,blumen und ,krnzen ist der ,wagen des ,dionysus berschttet3 unter seinem ,joche schreiten ,panther und ,tiger4 ,man verwandele das ,beethoven'sche ,jubellied der ,freude in ein ,gemlde und bleibe mit seiner ,einbildungskraft nicht zurck1 wenn die ,millionen schauervoll in den ,staub sinken3 so kann man sich dem ,dionysischen nhern4 ,jetzt ist der ,sclave freier ,mann1 jetzt zerbrechen alle die starren1 feindseligen ,abgrenzungen1 die ,noth1 ,willkr oder freche ,mode zwischen den ,menschen festgesetzt haben4 ,jetzt1 bei dem ,evangelium der ,weltenharmonie1 fhlt sich ,jeder mit seinem ,nchsten nicht nur vereinigt1 vershnt1 verschmolzen1 sondern eins1 als ob der ,schleier der ,maja zerrissen wre und nur noch in ,fetzen vor dem geheimnissvollen ,ur-,einen herumflattere4 ,singend und tanzend ussert sich der ,mensch als ,mitglied einer hheren ,gemeinsamkeit3 er hat das ,gehen und das ,sprechen verlernt und ist auf dem ,wege1 tanzend in die ,lfte emporzufliegen4 ,aus seinen ,gebrden spricht die ,verzauberung4 ,wie jetzt die ,thiere reden1 und die ,erde ,milch und ,honig giebt1 so tnt auch aus ihm etwas ,uebernatrliches3 als ,gott fhlt er sich1 er selbst wandelt jetzt so verzckt und erhoben1 wie er die ,gtter im ,traume wandeln sah4 ,der ,mensch ist nicht mehr ,knstler1 er ist ,kunstwerk geworden3 die ,kunstgewalt der ganzen ,natur1 zur hchsten ,wonnebefriedigung des ,ur-,einen1 offenbart sich hier unter den ,schauern des ,rausches4 ,der edelste ,thon1 der kostbarste ,marmor wird hier geknetet und behauen1 der ,mensch1 und zu den ,meisselschlgen des dionysischen ,weltenknstlers tnt der eleusinische ,mysterienruf3 ,ihr strzt nieder1 ,millionen8 ,ahnest du den ,schpfer1 ,welt8 - #b4 ,wir haben bis jetzt das ,apollinische und seinen ,gegensatz1 das ,dionysische1 als knstlerische ,mchte betrachtet1 die aus der ,natur selbst1 ohne ,vermittelung des menschlichen ,knstlers1 hervorbrechen1 und in denen sich ihre ,kunsttriebe zunchst und auf directem ,wege befriedigen3 einmal als die ,bilderwelt des ,traumes1 deren ,vollkommenheit ohne jeden ,zusammenhang mit der intellectuellen ,hhe oder knstlerischen ,bildung des ,einzelnen ist1 andererseits als rauschvolle ,wirklichkeit1 die wiederum des ,einzelnen nicht achtet1 sondern sogar das ,individuum zu vernichten und durch eine mystische ,einheitsempfindung zu erlsen sucht4 ,diesen unmittelbaren ,kunstzustnden der ,natur gegenber ist jeder ,knstler ,nachahmer1 und zwar entweder apollinischer ,traumknstler oder dionysischer ,rauschknstler oder endlich - wie beispielsweise in der griechischen ,tragdie - zugleich ,rausch- und ,traumknstler3 als welchen wir uns etwa zu denken haben1 wie er1 in der dionysischen ,trunkenheit und mystischen ,selbstentusserung1 einsam und abseits von den schwrmenden ,chren niedersinkt und wie sich ihm nun1 durch apollinische ,traumeinwirkung1 sein eigener ,zustand d4h4 seine ,einheit mit dem innersten ,grunde der ,welt in einem gleichnissartigen ,traumbilde offenbart4 ,nach diesen allgemeinen ,voraussetzungen und ,gegenberstellungen nahen wir uns jetzt den ,griechen1 um zu erkennen1 in welchem ,grade und bis zu welcher ,hhe jene ,kunsttriebe der ,natur in ihnen entwickelt gewesen sind3 wodurch wir in den ,stand gesetzt werden1 das ,verhltniss des griechischen ,knstlers zu seinen ,urbildern1 oder1 nach dem aristotelischen ,ausdrucke1 die ,nachahmung der ,natur tiefer zu verstehn und zu wrdigen4 ,von den ,trumen der ,griechen ist trotz aller ,traumlitteratur derselben und zahlreichen ,traumanecdoten nur vermuthungsweise1 aber doch mit ziemlicher ,sicherheit zu sprechen3 bei der unglaublich bestimmten und sicheren plastischen ,befhigung ihres ,auges1 sammt ihrer hellen und aufrichtigen ,farbenlust1 wird man sich nicht entbrechen knnen1 zur ,beschmung aller ,sptergeborenen1 auch fr ihre ,trume eine logische ,causalitt der ,linien und ,umrisse1 ,farben und ,gruppen1 eine ihren besten ,reliefs hnelnde ,folge der ,scenen vorauszusetzen1 deren ,vollkommenheit uns1 wenn eine ,vergleichung mglich wre1 gewiss berechtigen wrde1 die trumenden ,griechen als ,homere und ,homer als einen trumenden ,griechen zu bezeichnen3 in einem tieferen ,sinne als wenn der moderne ,mensch sich hinsichtlich seines ,traumes mit ,shakespeare zu vergleichen wagt4 ,dagegen brauchen wir nicht nur vermuthungsweise zu sprechen1 wenn die ungeheure ,kluft aufgedeckt werden soll1 welche die dionysischen ,griechen von den dionysischen ,barbaren trennt4 ,aus allen ,enden der alten ,welt - um die neuere hier bei ,seite zu lassen - von ,rom bis ,babylon knnen wir die ,existenz dionysischer ,feste nachweisen1 deren ,typus sich1 besten ,falls1 zu dem ,typus der griechischen verhlt1 wie der brtige ,satyr1 dem der ,bock ,namen und ,attribute verlieh1 zu ,dionysus selbst4 ,fast berall lag das ,centrum dieser ,feste in einer berschwnglichen geschlechtlichen ,zuchtlosigkeit1 deren ,wellen ber jedes ,familienthum und dessen ehrwrdige ,satzungen hinweg flutheten2 gerade die wildesten ,bestien der ,natur wurden hier entfesselt1 bis zu jener abscheulichen ,mischung von ,wollust und ,grausamkeit1 die mir immer als der eigentliche ,hexentrank erschienen ist4 ,gegen die fieberhaften ,regungen jener ,feste1 deren ,kenntniss auf allen ,land- und ,seewegen zu den ,griechen drang1 waren sie1 scheint es1 eine ,zeit lang vllig gesichert und geschtzt durch die hier in seinem ganzen ,stolz sich aufrichtende ,gestalt des ,apollo1 der das ,medusenhaupt keiner gefhrlicheren ,macht entgegenhalten konnte als dieser fratzenhaft ungeschlachten dionysischen4 ,es ist die dorische ,kunst1 in der sich jene majesttisch-ablehnende ,haltung des ,apollo verewigt hat4 ,bedenklicher und sogar unmglich wurde dieser ,widerstand1 als endlich aus der tiefsten ,wurzel des ,hellenischen heraus sich hnliche ,triebe ,bahnbrachen3 jetzt beschrnkte sich das ,wirken des delphischen ,gottes darauf1 dem gewaltigen ,gegner durch eine zur rechten ,zeit abgeschlossene ,vershnung die vernichtenden ,waffen aus der ,hand zu nehmen4 ,diese ,vershnung ist der wichtigste ,moment in der ,geschichte des griechischen ,cultus3 wohin man blickt1 sind die ,umwlzungen dieses ,ereignisses sichtbar4 ,es war die ,vershnung zweier ,gegner1 mit scharfer ,bestimmung ihrer von jetzt ab einzuhaltenden ,grenzlinien und mit periodischer ,uebersendung von ,ehrengeschenken2 im ,grunde war die ,kluft nicht berbrckt4 ,sehen wir aber1 wie sich unter dem ,drucke jenes ,friedensschlusses die dionysische ,macht offenbarte1 so erkennen wir jetzt1 im ,vergleiche mit jenen babylonischen ,saken und ihrem ,rckschritte des ,menschen zum ,tiger und ,affen1 in den dionysischen ,orgien der ,griechen die ,bedeutung von ,welterlsungsfesten und ,verklrungstagen4 ,erst bei ihnen erreicht die ,natur ihren knstlerischen ,jubel1 erst bei ihnen wird die ,zerreissung des principii individuationis ein knstlerisches ,phnomen4 ,jener scheussliche ,hexentrank aus ,wollust und ,grausamkeit war hier ohne ,kraft3 nur die wundersame ,mischung und ,doppelheit in den ,affecten der dionysischen ,schwrmer erinnert an ihn - wie ,heilmittel an tdtliche ,gifte erinnern -1 jene ,erscheinung1 dass ,schmerzen ,lust erwecken1 dass der ,jubel der ,brust qualvolle ,tne entreisst4 ,aus der hchsten ,freude tnt der ,schrei des ,entsetzens oder der sehnende ,klagelaut ber einen unersetzlichen ,verlust4 ,in jenen griechischen ,festen bricht gleichsam ein sentimentalischer ,zug der ,natur hervor1 als ob sie ber ihre ,zerstckelung in ,individuen zu seufzen habe4 ,der ,gesang und die ,gebrdensprache solcher zwiefach gestimmter ,schwrmer war fr die homerisch- griechische ,welt etwas ,neues und ,unerhrtes3 und insbesondere erregte ihr die dionysische ,musik ,schrecken und ,grausen4 ,wenn die ,musik scheinbar bereits als eine apollinische ,kunst bekannt war1 so war sie dies doch nur1 genau genommen1 als ,wellenschlag des ,rhythmus1 dessen bildnerische ,kraft zur ,darstellung apollinischer ,zustnde entwickelt wurde4 ,die ,musik des ,apollo war dorische ,architektonik in ,tnen1 aber in nur angedeuteten ,tnen1 wie sie der ,kithara zu eigen sind4 ,behutsam ist gerade das ,element1 als unapollinisch1 ferngehalten1 das den ,charakter der dionysischen ,musik und damit der ,musik berhaupt ausmacht1 die erschtternde ,gewalt des ,tones1 der einheitliche ,strom des ,melos und die durchaus unvergleichliche ,welt der ,harmonie4 ,im dionysischen ,dithyrambus wird der ,mensch zur hchsten ,steigerung aller seiner symbolischen ,fhigkeiten gereizt2 etwas ,nieempfundenes drngt sich zur ,aeusserung1 die ,vernichtung des ,schleiers der ,maja1 das ,einssein als ,genius der ,gattung1 ja der ,natur4 ,jetzt soll sich das ,wesen der ,natur symbolisch ausdrcken2 eine neue ,welt der ,symbole ist nthig1 einmal die ganze leibliche ,symbolik1 nicht nur die ,symbolik des ,mundes1 des ,gesichts1 des ,wortes1 sondern die volle1 alle ,glieder rhythmisch bewegende ,tanzgebrde4 ,sodann wachsen die anderen symbolischen ,krfte1 die der ,musik1 in ,rhythmik1 ,dynamik und ,harmonie1 pltzlich ungestm4 ,um diese ,gesammtentfesselung aller symbolischen ,krfte zu fassen1 muss der ,mensch bereits auf jener ,hhe der ,selbstentusserung angelangt sein1 die in jenen ,krften sich symbolisch aussprechen will3 der dithyrambische ,dionysusdiener wird somit nur von ,seinesgleichen verstanden6 ,mit welchem ,erstaunen musste der apollinische ,grieche auf ihn blicken6 ,mit einem ,erstaunen1 das um so grsser war1 als sich ihm das ,grausen beimischte1 dass ihm jenes ,alles doch eigentlich so fremd nicht sei1 ja dass sein apollinisches ,bewusstsein nur wie ein ,schleier diese dionysische ,welt vor ihm verdecke4 #c4 ,um dies zu begreifen1 mssen wir jenes kunstvolle ,gebude der apollinischen ,cultur gleichsam ,stein um ,stein abtragen1 bis wir die ,fundamente erblicken1 auf die es begrndet ist4 ,hier gewahren wir nun zuerst die herrlichen olympischen ,gttergestalten1 die auf den ,giebeln dieses ,gebudes stehen1 und deren ,thaten in weithin leuchtenden ,reliefs dargestellt seine ,friese zieren4 ,wenn unter ihnen auch ,apollo steht1 als eine einzelne ,gottheit neben anderen und ohne den ,anspruch einer ersten ,stellung1 so drfen wir uns dadurch nicht beirren lassen4 ,derselbe ,trieb1 der sich in ,apollo versinnlichte1 hat berhaupt jene ganze olympische ,welt geboren1 und in diesem ,sinne darf uns ,apollo als ,vater derselben gelten4 ,welches war das ungeheure ,bedrfniss1 aus dem eine so leuchtende ,gesellschaft olympischer ,wesen entsprang8 ,wer1 mit einer anderen ,religion im ,herzen1 an diese ,olympier herantritt und nun nach sittlicher ,hhe1 ja ,heiligkeit1 nach unleiblicher ,vergeistigung1 nach erbarmungsvollen ,liebesblicken bei ihnen sucht1 der wird unmuthig und enttuscht ihnen bald den ,rcken kehren mssen4 ,hier erinnert nichts an ,askese1 ,geistigkeit und ,pflicht3 hier redet nur ein ppiges1 ja triumphirendes ,dasein zu uns1 in dem alles ,vorhandene vergttlicht ist1 gleichviel ob es gut oder bse ist4 ,und so mag der ,beschauer recht betroffen vor diesem phantastischen ,ueberschwang des ,lebens stehn1 um sich zu fragen1 mit welchem ,zaubertrank im ,leibe diese bermthigen ,menschen das ,leben genossen haben mgen1 dass1 wohin sie sehen1 ,helena1 das in ssser ,sinnlichkeit schwebende ,idealbild ihrer eignen ,existenz1 ihnen entgegenlacht4 ,diesem bereits rckwrts gewandten ,beschauer mssen wir aber zurufen3 ,geh' nicht von dannen1 sondern hre erst1 was die griechische ,volksweisheit von diesem selben ,leben aussagt1 das sich hier mit so unerklrlicher ,heiterkeit vor dir ausbreitet4 ,es geht die alte ,sage1 dass ,knig ,midas lange ,zeit nach dem weisen ,silen1 dem ,begleiter des ,dionysus1 im ,walde gejagt habe1 ohne ihn zu fangen4 ,als er ihm endlich in die ,hnde gefallen ist1 fragt der ,knig1 was fr den ,menschen das ,allerbeste und ,allervorzglichste sei4 ,starr und unbeweglich schweigt der ,dmon2 bis er1 durch den ,knig gezwungen1 endlich unter gellem ,lachen in diese ,worte ausbricht3 ,elendes ,eintagsgeschlecht1 des ,zufalls ,kinder und der ,mhsal1 was zwingst du mich dir zu sagen1 was nicht zu hren fr dich das ,erspriesslichste ist8 ,das ,allerbeste ist fr dich gnzlich unerreichbar3 nicht geboren zu sein1 nicht zu sein1 nichts zu sein4 ,das ,zweitbeste aber ist fr dich - bald zu sterben4 ,wie verhlt sich zu dieser ,volksweisheit die olympische ,gtterwelt8 ,wie die entzckungsreiche ,vision des gefolterten ,mrtyrers zu seinen ,peinigungen4 ,jetzt ffnet sich uns gleichsam der olympische ,zauberberg und zeigt uns seine ,wurzeln4 ,der ,grieche kannte und empfand die ,schrecken und ,entsetzlichkeiten des ,daseins3 um berhaupt leben zu knnen1 musste er vor sie hin die glnzende ,traumgeburt der ,olympischen stellen4 ,jenes ungeheure ,misstrauen gegen die titanischen ,mchte der ,natur1 jene ber allen ,erkenntnissen erbarmungslos thronende ,moira jener ,geier des grossen ,menschenfreundes ,prometheus1 jenes ,schreckensloos des weisen ,oedipus1 jener ,geschlechtsfluch der ,atriden1 der ,orest zum ,muttermorde zwingt1 kurz jene ganze ,philosophie des ,waldgottes1 sammt ihren mythischen ,exempeln1 an der die schwermthigen ,etrurier zu ,grunde gegangen sind - wurde von den ,griechen durch jene knstlerische ,mittelwelt der ,olympier fortwhrend von ,neuem berwunden1 jedenfalls verhllt und dem ,anblick entzogen4 ,um leben zu knnen1 mussten die ,griechen diese ,gtter1 aus tiefster ,nthigung1 schaffen3 welchen ,hergang wir uns wohl so vorzustellen haben1 dass aus der ursprnglichen titanischen ,gtterordnung des ,schreckens durch jenen apollinischen ,schnheitstrieb in langsamen ,uebergngen die olympische ,gtterordnung der ,freude entwickelt wurde3 wie ,rosen aus dornigem ,gebsch hervorbrechen4 ,wie anders htte jenes so reizbar empfindende1 so ungestm begehrende1 zum ,leiden so einzig befhigte ,volk das ,dasein ertragen knnen1 wenn ihm nicht dasselbe1 von einer hheren ,glorie umflossen1 in seinen ,gttern gezeigt worden wre4 ,derselbe ,trieb1 der die ,kunst in's ,leben ruft1 als die zum ,weiterleben verfhrende ,ergnzung und ,vollendung des ,daseins1 liess auch die olympische ,welt entstehn1 in der sich der hellenische ,wille einen verklrenden ,spiegel vorhielt4 ,so rechtfertigen die ,gtter das ,menschenleben1 indem sie es selbst leben - die allein gengende ,theodicee6 ,das ,dasein unter dem hellen ,sonnenscheine solcher ,gtter wird als das an sich ,erstrebenswerthe empfunden1 und der eigentliche ,schmerz der homerischen ,menschen bezieht sich auf das ,abscheiden aus ihm1 vor allem auf das baldige ,abscheiden3 so dass man jetzt von ihnen1 mit ,umkehrung der silenischen ,weisheit1 sagen knnte1 das ,allerschlimmste sei fr sie1 bald zu sterben1 das ,zweitschlimmste1 berhaupt einmal zu sterben4 ,wenn die ,klage einmal ertnt1 so klingt sie wieder vom kurzlebenden ,achilles1 von dem blttergleichen ,wechsel und ,wandel des ,menschengeschlechts1 von dem ,untergang der ,heroenzeit4 ,es ist des grssten ,helden nicht unwrdig1 sich nach dem ,weiterleben zu sehnen1 sei es selbst als ,tagelhner4 ,so ungestm verlangt1 auf der apollinischen ,stufe1 der ,wille nach diesem ,dasein1 so eins fhlt sich der homerische ,mensch mit ihm1 dass selbst die ,klage zu seinem ,preisliede wird4 ,hier muss nun ausgesprochen werden1 dass diese von den neueren ,menschen so sehnschtig angeschaute ,harmonie1 ja ,einheit des ,menschen mit der ,natur1 fr die ,schiller das ,kunstwort naiv in ,geltung gebracht hat1 keinesfalls ein so einfacher1 sich von selbst ergebender1 gleichsam unvermeidlicher ,zustand ist1 dem wir an der ,pforte jeder ,cultur1 als einem ,paradies der ,menschheit begegnen mssten3 dies konnte nur eine ,zeit glauben1 die den ,emil ,rousseau's sich auch als ,knstler zu denken suchte und in ,homer einen solchen am ,herzen der ,natur erzogenen ,knstler ,emil gefunden zu haben whnte4 ,wo uns das ,naive in der ,kunst begegnet1 haben wir die hchste ,wirkung der apollinischen ,cultur zu erkennen3 welche immer erst ein ,titanenreich zu strzen und ,ungethme zu tdten hat und durch krftige ,wahnvorspiegelungen und lustvolle ,illusionen ber eine schreckliche ,tiefe der ,weltbetrachtung und reizbarste ,leidensfhigkeit ,sieger geworden sein muss4 ,aber wie selten wird das ,naive1 jenes vllige ,verschlungensein in der ,schnheit des ,scheines1 erreicht6 ,wie unaussprechbar erhaben ist deshalb ,homer1 der sich1 als ,einzelner1 zu jener apollinischen ,volkscultur verhlt1 wie der einzelne ,traumknstler zur ,traumbefhigung des ,volks und der ,natur berhaupt4 ,die homerische ,naivett ist nur als der vollkommene ,sieg der apollinischen ,illusion zu begreifen3 es ist dies eine solche ,illusion1 wie sie die ,natur1 zur ,erreichung ihrer ,absichten1 so hufig verwendet4 ,das wahre ,ziel wird durch ein ,wahnbild verdeckt3 nach diesem strecken wir die ,hnde aus1 und jenes erreicht die ,natur durch unsre ,tuschung4 ,in den ,griechen wollte der ,wille sich selbst1 in der ,verklrung des ,genius und der ,kunstwelt1 anschauen2 um sich zu verherrlichen1 mussten seine ,geschpfe sich selbst als verherrlichenwerth empfinden sie mussten sich in einer hheren ,sphre wiedersehn1 ohne dass diese vollendete ,welt der ,anschauung als ,imperativ oder als ,vorwurf wirkte ,dies ist die ,sphre der ,schnheit1 in der sie ihre ,spiegelbilder1 die ,olympischen1 sahen4 ,mit dieser ,schnheitsspiegelung kmpfte der hellenische ,wille gegen das dem knstlerischen correlative ,talent zum ,leiden und zur ,weisheit des ,leidens und als ,denkmal seines ,sieges steht ,homer vor uns1 der naive ,knstler4 #d4 ,ueber diesen naiven ,knstler giebt uns die ,traumanalogie einige ,belehrung ,wenn wir uns den ,trumenden vergegenwrtigen1 wie er1 mitten in der ,illusion der ,traumwelt und ohne sie zu stren1 sich zuruft es ist ein ,traum1 ich will ihn weiter trumen1 wenn wir hieraus auf eine tiefe innere ,lust des ,traumanschauens zu schliessen haben1 wenn wir andererseits1 um berhaupt mit dieser inneren ,lust am ,schauen trumen zu knnen1 den ,tag und seine schreckliche ,zudringlichkeit vllig vergessen haben mssen so drfen wir uns alle diese ,erscheinungen etwa in folgender ,weise1 unter der ,leitung des traumdeutenden ,apollo1 interpretiren4 ,so gewiss von den beiden ,hlften des ,lebens1 der wachen und der trumenden ,hlfte1 uns die erstere als die ungleich bevorzugtere1 wichtigere1 wrdigere1 lebenswerthere1 ja allein gelebte dnkt so mchte ich doch1 bei allem ,anscheine einer ,paradoxie1 fr jenen geheimnissvollen ,grund unseres ,wesens1 dessen ,erscheinung wir sind1 gerade die entgegengesetzte ,werthschtzung des ,traumes behaupten4 ,je mehr ich nmlich hin der ,natur jene allgewaltigen ,kunsttriebe und in ihnen eine inbrnstige ,sehnsucht zum ,schein1 zum ,erlstwerden durch den ,schein gewahr werde1 um so mehr fhle ich mich zu der metaphysischen ,annahme gedrngt1 dass das ,wahrhaft-,seiende und ,ur-,eine1 als das ewig ,leidende und ,widerspruchsvolle1 zugleich die entzckende ,vision1 den lustvollen ,schein1 zu seiner steten ,erlsung braucht3 welchen ,schein wir1 vllig in ihm befangen und aus ihm bestehend1 als das ,wahrhaft-,nichtseiende d4h4 als ein fortwhrendes ,werden in ,zeit1 ,raum und ,causalitt1 mit anderen ,worten1 als empirische ,realitt zu empfinden genthigt sind4 ,sehen wir also einmal von unsrer eignen ,realitt fr einen ,augenblick ab1 fassen wir unser empirisches ,dasein1 wie das der ,welt berhaupt1 als eine in jedem ,moment erzeugte ,vorstellung des ,ur-,einen1 so muss uns jetzt der ,traum als der ,schein des ,scheins1 somit als eine noch hhere ,befriedigung der ,urbegierde nach dem ,schein hin gelten4 ,aus diesem selben ,grunde hat der innerste ,kern der ,natur jene unbeschreibliche ,lust an dem naiven ,knstler und dem naiven ,kunstwerke1 das gleichlfalls nur ,schein des ,scheins ist4 ,rafael1 selbst einer jener unsterblichen ,naiven1 hat uns in einem gleichnissartigen ,gemlde jenes ,depotenziren des ,scheins zum ,schein1 den ,urprozess des naiven ,knstlers und zugleich der apollinischen ,cultur1 dargestellt4 ,in seiner ,transfiguration zeigt uns die untere ,hlfte1 mit dem besessenen ,knaben1 den verzweifelnden ,trgern1 den rathlos gengstigten ,jngern1 die ,wiederspiegelung des ewigen ,urschmerzes1 des einzigen ,grundes der ,welt der ,schein ist hier ,widerschein des ewigen ,widerspruchs1 des ,vaters der ,dinge4 ,aus diesem ,schein steigt nun1 wie ein ambrosischer ,duft1 eine visionsgleiche neue ,scheinwelt empor1 von der jene im ersten ,schein ,befangenen nichts sehen - ein leuchtendes ,schweben in reinster ,wonne und schmerzlosem1 aus weiten ,augen strahlenden ,anschauen4 ,hier haben wir1 in hchster ,kunstsymbolik1 jene apollinische ,schnheitswelt und ihren ,untergrund1 die schreckliche ,weisheit des ,silen1 vor unseren ,blicken und begreifen1 durch ,intuition1 ihre gegenseitige ,nothwendigkeit ,apollo aber tritt uns wiederum als die ,vergttlichung des principii individuationis entgegen1 in dem allein das ewig erreichte ,ziel des ,ur-,einen1 seine ,erlsung durch den ,schein1 sich vollzieht3 er zeigt uns1 mit erhabenen ,gebrden1 wie die ganze ,welt der ,qual nthig ist1 damit durch sie der ,einzelne zur ,erzeugung der erlsenden ,vision gedrngt werde und dann1 ins ,anschauen derselben versunken1 ruhig auf seinem schwankenden ,kahne1 inmitten des ,meeres1 sitze4 ,diese ,vergttlichung der ,individuation kennt1 wenn sie berhaupt imperativisch und ,vorschriften gebend gedacht wird1 nur ,ein ,gesetz1 das ,individuum d4h4 die ,einhaltung der ,grenzen des ,individuums1 das ,maass im hellenischen ,sinne4 ,apollo1 als ethische ,gottheit1 fordert von den ,seinigen das ,maass und1 um es einhalten zu knnen1 ,selbsterkenntniss4 ,und so luft neben der sthetischen ,nothwendigkeit der ,schnheit die ,forderung des ,erkenne dich selbst und des ,nicht zu viel6 her1 whrend ,selbstberhebung und ,uebermaass als die eigentlich feindseligen ,dmonen der nicht-apollinischen ,sphre1 daher als ,eigenschaften der vor-apollinischen ,zeit1 des ,titanenzeitalters1 und der ausser-apollinischen ,welt d4h4 der ,barbarenwelt1 erachtet wurden4 ,wegen seiner titanenhaften ,liebe zu den ,menschen musste ,prometheus von den ,geiern zerrissen werden1 seiner bermssigen ,weisheit halber1 die das ,rthsel der ,sphinx lste1 musste ,oedipus in einen verwirrenden ,strudel von ,unthaten strzen3 so interpretirte der delphische ,gott die griechische ,vergangenheit4 ,titanenhaft und barbarisch dnkte dem apollinischen ,griechen auch die ,wirkung1 die das ,dionysische erregte3 ohne dabei sich verhehlen zu knnen1 dass er selbst doch zugleich auch innerlich mit jenen gestrzten ,titanen und ,heroen verwandt sei4 ,ja er musste noch mehr empfinden3 sein ganzes ,dasein mit aller ,schnheit und ,mssigung ruhte auf einem verhllten ,untergrunde des ,leidens und der ,erkenntniss1 der ihm wieder durch jenes ,dionysische aufgedeckt wurde4 ,und siehe6 ,apollo konnte nicht ohne ,dionysus leben6 ,das ,titanische und das ,barbarische war zuletzt eine eben solche ,nothwendigkeit wie das ,apollinische6 ,und nun denken wir uns1 wie in diese auf den ,schein und die ,mssigung gebaute und knstlich gedmmte ,welt der ekstatische ,ton der ,dionysusfeier in immer lockenderen ,zauberweisen hineinklang1 wie in diesen das ganze ,uebermaass der ,natur in ,lust1 ,leid und ,erkenntniss1 bis zum durchdringenden ,schrei1 laut wurde3 denken wir uns1 was diesem dmonischen ,volksgesange gegenber der psalmodirende ,knstler des ,apollo1 mit dem gespensterhaften ,harfenklange1 bedeuten konnte6 ,die ,musen der ,knste des ,scheins verblassten vor einer ,kunst1 die in ihrem ,rausche die ,wahrheit sprach1 die ,weisheit des ,silen rief ,wehe6 ,wehe6 aus gegen die heiteren ,olympier4 ,das ,individuum1 mit allen seinen ,grenzen und ,maassen1 ging hier in der ,selbstvergessenheit der dionysischen ,zustnde unter und vergass die apollinischen ,satzungen4 ,das ,uebermaass enthllte sich als ,wahrheit1 der ,widerspruch1 die aus ,schmerzen geborene ,wonne sprach von sich aus dem ,herzen der ,natur heraus4 ,und so war1 berall dort1 wo das ,dionysische durchdrang1 das ,apollinische aufgehoben und vernichtet4 ,aber eben so gewiss ist1 dass dort1 wo der erste ,ansturm ausgehalten wurde1 das ,ansehen und die ,majestt des delphischen ,gottes starrer und drohender als je sich usserte4 ,ich vermag nmlich den dorischen ,staat und die dorische ,kunst mir nur als ein fortgesetztes ,kriegslager des ,apollinischen zu erklren3 nur in einem unausgesetzten ,widerstreben gegen das titanisch-barbarische ,wesen des ,dionysischen konnte eine so trotzig-sprde1 mit ,bollwerken umschlossene ,kunst1 eine so kriegsgemsse und herbe ,erziehung1 ein so grausames und rcksichtsloses ,staatswesen von lngerer ,dauer sein4 ,bis zu diesem ,punkte ist des ,weiteren ausgefhrt worden1 was ich am ,eingange dieser ,abhandlung bemerkte3 wie das ,dionysische und das ,apollinische in immer neuen auf einander folgenden ,geburten1 und sich gegenseitig steigernd das hellenische ,wesen beherrscht haben3 wie aus dem erzenen ,zeitalter1 mit seinen ,titanenkmpfen und seiner herben ,volksphilosophie1 sich unter dem ,walten des apollinischen ,schnheitstriebes die homerische ,welt entwickelt1 wie diese naive ,herrlichkeit wieder von dem einbrechenden ,strome des ,dionysischen verschlungen wird1 und wie dieser neuen ,macht gegenber sich das ,apollinische zur starren ,majestt der dorischen ,kunst und ,weltbetrachtung erhebt4 ,wenn auf diese ,weise die ltere hellenische ,geschichte1 im ,kampf jener zwei feindseligen ,principien1 in vier grosse ,kunststufen zerfllt3 so sind wir jetzt gedrngt1 weiter nach dem letzten ,plane dieses ,werdens und ,treibens zu fragen1 falls uns nicht etwa die letzterreichte ,periode1 die der dorischen ,kunst1 als die ,spitze und ,absicht jener ,kunsttriebe gelten sollte3 und hier bietet sich unseren ,blicken das erhabene und hochgepriesene ,kunstwerk der attischen ,tragdie und des dramatischen ,dithyrambus1 als das gemeinsame ,ziel beider ,triebe1 deren geheimnissvolles ,ehebndniss1 nach langem vorhergehenden ,kampfe1 sich in einem solchen ,kinde - das zugleich ,antigone und ,kassandra ist - verherrlicht hat4 #e4 ,wir nahen uns jetzt dem eigentlichen ,ziele unsrer ,untersuchung1 die auf die ,erkenntniss des dionysisch-apollinischen ,genius und seines ,kunstwerkes1 wenigstens auf das ahnungsvolle ,verstndniss jenes ,einheitsmysteriums gerichtet ist4 ,hier fragen wir nun zunchst1 wo jener neue ,keim sich zuerst in der hellenischen ,welt bemerkbar macht1 der sich nachher bis zur ,tragdie und zum dramatischen ,dithyrambus entwickelt4 ,hierber giebt uns das ,alterthum selbst bildlich ,aufschluss1 wenn es als die ,urvter und ,fackeltrger der griechischen ,dichtung ,homer und ,archilochus auf ,bildwerken1 ,gemmen u4s4w4 neben einander stellt1 in der sicheren ,empfindung1 dass nur diese ,beiden gleich vllig originalen ,naturen1 von denen aus ein ,feuerstrom auf die gesammte griechische ,nachwelt fortfliesse1 zu erachten seien4 ,homer1 der in sich versunkene greise ,trumer1 der ,typus des apollinischen1 naiven ,knstlers1 sieht nun staunend den leidenschaftlichen ,kopf des wild durch's ,dasein getriebenen kriegerischen ,musendieners ,archilochus3 und die neuere ,aesthetik wusste nur deutend hinzuzufgen1 dass hier dem objectiven ,knstler der erste subjective entgegen gestellt sei4 ,uns ist mit dieser ,deutung wenig gedient1 weil wir den subjectiven ,knstler nur als schlechten ,knstler kennen und in jeder ,art und ,hhe der ,kunst vor allem und zuerst ,besiegung des ,subjectiven1 ,erlsung vom ,ich und ,stillschweigen jedes individuellen ,willens und ,gelstens fordern1 ja ohne ,objectivitt1 ohne reines interesseloses ,anschauen nie an die geringste wahrhaft knstlerische ,erzeugung glauben knnen4 ,darum muss unsre ,aesthetik erst jenes ,problem lsen1 wie der ,lyriker als ,knstler mglich ist3 er1 der1 nach der ,erfahrung aller ,zeiten1 immer ich sagt und die ganze chromatische ,tonleiter seiner ,leidenschaften und ,begehrungen vor uns absingt4 ,gerade dieser ,archilochus erschreckt uns1 neben ,homer1 durch den ,schrei seines ,hasses und ,hohnes1 durch die trunknen ,ausbrche seiner ,begierde2 ist er1 der erste subjectiv genannte ,knstler1 nicht damit der eigentliche ,nichtknstler8 ,woher aber dann die ,verehrung1 die ihm1 dem ,dichter1 gerade auch das delphische ,orakel1 der ,herd der objectiven ,kunst1 in sehr merkwrdigen ,aussprchen erwiesen hat8 ,ueber den ,prozess seines ,dichtens hat uns ,schiller durch eine ihm selbst unerklrliche1 doch nicht bedenklich scheinende psychologische ,beobachtung ,licht gebracht2 er gesteht nmlich als den vorbereitenden ,zustand vor dem ,actus des ,dichtens nicht etwa eine ,reihe von ,bildern1 mit geordneter ,causalitt der ,gedanken1 vor sich und in sich gehabt zu haben1 sondern vielmehr eine musikalische ,stimmung 7,die ,empfindung ist bei mir anfangs ohne bestimmten und klaren ,gegenstand2 dieser bildet sich erst spter4 ,eine gewisse musikalische ,gemthsstimmung geht vorher1 und auf diese folgt bei mir erst die poetische ,idee74 ,nehmen wir jetzt das wichtigste ,phnomen der ganzen antiken ,lyrik hinzu1 die berall als natrlich geltende ,vereinigung1 ja ,identitt des ,lyrikers mit dem ,musiker - der gegenber unsre neuere ,lyrik wie ein ,gtterbild ohne ,kopf erscheint - so knnen wir jetzt1 auf ,grund unsrer frher dargestellten aesthetischen ,metaphysik1 uns in folgender ,weise den ,lyriker erklren4 ,er ist zuerst1 als dionysischer ,knstler1 gnzlich mit dem ,ur-,einen1 seinem ,schmerz und ,widerspruch1 eins geworden und producirt das ,abbild dieses ,ur-,einen als ,musik1 wenn anders diese mit ,recht eine ,wiederholung der ,welt und ein zweiter ,abguss derselben genannt worden ist2 jetzt aber wird diese ,musik ihm wieder wie in einem gleichnissartige ,traumbilde1 unter der apollinischen ,traumeinwirkung sichtbar4 ,jener bild- und begrifflose ,wiederschein des ,urschmerzes in der ,musik1 mit seiner ,erlsung im ,scheine1 erzeugt jetzt eine zweite ,spiegelung1 als einzelnes ,gleichniss oder ,exempel4 ,seine ,subjectivitt hat der ,knstler bereits in dem dionysischen ,prozess aufgegeben3 das ,bild1 das ihm jetzt seine ,einheit mit dem ,herzen der ,welt zeigt1 ist eine ,traumscene1 die jenen ,urwiderspruch und ,urschmerz1 sammt der ,urlust des ,scheines1 versinnlicht4 ,das ,ich des ,lyrikers tnt also aus dem ,abgrunde des ,seins3 seine ,subjectivitt im ,sinne der neueren ,aesthetiker ist eine ,einbildung4 ,wenn ,archilochus1 der erste ,lyriker der ,griechen1 seine rasende ,liebe und zugleich seine ,verachtung den ,tchtern des ,lykambes kundgiebt1 so ist es nicht seine ,leidenschaft1 die vor uns in orgiastischem ,taumel tanzt3 wir sehen ,dionysus und die ,mnaden1 wir sehen den berauschten ,schwrmer ,archilochus zum ,schlafe niedergesunken - wie ihn uns ,euripides in den ,bacchen beschreibt1 den ,schlaf auf hoher ,alpentrift1 in der ,mittagssonne -3 und jetzt tritt ,apollo an ihn heran und berhrt ihn mit dem ,lorbeer4 ,die dionysisch-musikalische ,verzauberung des ,schlfers sprht jetzt gleichsam ,bilderfunken um sich1 lyrische ,gedichte1 die in ihrer hchsten ,entfaltung ,tragdien und dramatische ,dithyramben heissen4 ,der ,plastiker und zugleich der ihm verwandte ,epiker ist in das reine ,anschauen der ,bilder versunken4 ,der dionysische ,musiker ist ohne jedes ,bild vllig nur selbst ,urschmerz und ,urwiederklang desselben4 ,der lyrische ,genius fhlt aus dem mystischen ,selbstentusserungs- und ,einheitszustande eine ,bilder- und ,gleichnisswelt hervorwachsen1 die eine ganz andere ,frbung1 ,causalitt und ,schnelligkeit hat als jene ,welt des ,plastikers und ,epikers4 ,whrend der ,letztgenannte in diesen ,bildern und nur in ihnen mit freudigem ,behagen lebt und nicht mde wird1 sie bis auf die kleinsten ,zge hin liebevoll anzuschauen1 whrend selbst das ,bild des zrnenden ,achilles fr ihn nur ein ,bild ist1 dessen zrnenden ,ausdruck er mit jener ,traumlust am ,scheine geniesst - so dass er1 durch diesen ,spiegel des ,scheines1 gegen das ,einswerden und ,zusammenschmelzen mit seinen ,gestalten geschtzt ist -1 so sind dagegen die ,bilder des ,lyrikers nichts als er selbst und gleichsam nur verschiedene ,objectivationen von ihm1 weshalb er als bewegender ,mittelpunkt jener ,welt ich sagen darf3 nur ist diese ,ichheit nicht dieselbe1 wie die des wachen1 empirisch- realen ,menschen1 sondern die einzige berhaupt wahrhaft seiende und ewige1 im ,grunde der ,dinge ruhende ,ichheit1 durch deren ,abbilder der lyrische ,genius bis auf jenen ,grund der ,dinge hindurchsieht4 ,nun denken wir uns einmal1 wie er unter diesen ,abbildern auch sich selbst als ,nichtgenius erblickt d4h4 sein ,subject1 das ganze ,gewhl subjectiver1 auf ein bestimmtes1 ihm real dnkendes ,ding gerichteter ,leidenschaften und ,willensregungen2 wenn es jetzt scheint als ob der lyrische ,genius und der mit ihm verbundene ,nichtgenius eins wre und als ob der ,erstere von sich selbst jenes ,wrtchen ich sprche1 so wird uns jetzt dieser ,schein nicht mehr verfhren knnen1 wie er allerdings diejenigen verfhrt hat1 die den ,lyriker als den subjectiven ,dichter bezeichnet haben4 ,in ,wahrheit ist ,archilochus1 der leidenschaftlich entbrannte liebende und hassende ,mensch nur eine ,vision des ,genius1 der bereits nicht mehr ,archilochus1 sondern ,weltgenius ist und der seinen ,urschmerz in jenem ,gleichnisse vom ,menschen ,archilochus symbolisch ausspricht3 whrend jener subjectiv wollende und begehrende ,mensch ,archilochus berhaupt nie und nimmer ,dichter sein kann4 ,es ist aber gar nicht nthig1 dass der ,lyriker gerade nur das ,phnomen des ,menschen ,archilochus vor sich sieht als ,wiederschein des ewigen ,seins2 und die ,tragdie beweist1 wie weit sich die ,visionswelt des ,lyrikers von jenem allerdings zunchst stehenden ,phnomen entfernen kann4 ,schopenhauer1 der sich die ,schwierigkeit1 die der ,lyriker fr die philosophische ,kunstbetrachtung macht1 nicht verhehlt hat1 glaubt einen ,ausweg gefunden zu haben1 den ich nicht mit ihm gehen kann1 whrend ihm allein1 in seiner tiefsinnigen ,metaphysik der ,musik1 das ,mittel in die ,hand gegeben war1 mit dem jene ,schwierigkeit entscheidend beseitigt werden konnte3 wie ich dies1 in seinem ,geiste und zu seiner ,ehre1 hier gethan zu haben glaube4 ,dagegen bezeichnet er als das eigenthmliche ,wesen des ,liedes ,folgendes 7,welt als ,wille und ,vorstellung ,i1 ,s4 #bie73 ,es ist das ,subject des ,willens1 d4h4 das eigene ,wollen1 was das ,bewusstsein des ,singenden fllt1 oft als ein entbundenes1 befriedigtes ,wollen 7,freude71 wohl noch fter aber als ein gehemmtes 7,trauer71 immer als ,affect1 ,leidenschaft1 bewegter ,gemthszustand4 ,neben diesem jedoch und zugleich damit wird durch den ,anblick der umgebenden ,natur der ,singende sich seiner bewusst als ,subjects des reinen1 willenlosen ,erkennens1 dessen unerschtterliche1 selige ,ruhe nunmehr in ,contrast tritt mit dem ,drange des immer beschrnkten1 immer noch drftigen ,wollens3 die ,empfindung dieses ,contrastes1 dieses ,wechselspieles ist eigentlich1 was sich im ,ganzen des ,liedes ausspricht und was berhaupt den lyrischen ,zustand ausmacht4 ,in diesem tritt gleichsam das reine ,erkennen zu uns heran1 um uns vom ,wollen und seinem ,drange zu erlsen3 wir folgen2 doch nur auf ,augenblicke3 immer von ,neuem entreisst das ,wollen1 die ,erinnerung an unsere persnlichen ,zwecke1 uns der ruhigen ,beschauung2 aber auch immer wieder entlockt uns dem ,wollen die nchste schne ,umgebung1 in welcher sich die reine willenlose ,erkenntniss uns darbietet4 ,darum geht im ,liede und der lyrischen ,stimmung das ,wollen 7das persnliche ,interesse des ,zwecks7 und das reine ,anschauen der sich darbietenden ,umgebung wundersam gemischt durch einander3 es werden ,beziehungen zwischen beiden gesucht und imaginirt2 die subjective ,stimmung1 die ,affection des ,willens1 theilt der angeschauten ,umgebung und diese wiederum jener ihre ,farbe im ,reflex mit3 von diesem ganzen so gemischten und getheilten ,gemthszustande ist das chte ,lied der ,abdruck4 ,wer vermchte in dieser ,schilderung zu verkennen1 dass hier die ,lyrik als eine unvollkommen erreichte1 gleichsam im ,sprunge und selten zum ,ziele kommende ,kunst charakterisirt wird1 ja als eine ,halbkunst1 deren ,wesen darin bestehen solle1 dass das ,wollen und das reine ,anschauen d4h4 der unaesthetische und der aesthetische ,zustand wundersam durch einander gemischt seien8 ,wir behaupten vielmehr1 dass der ganze ,gegensatz1 nach dem wie nach einem ,werthmesser auch noch ,schopenhauer die ,knste eintheilt1 der des ,subjectiven und des ,objectiven1 berhaupt in der ,aesthetik ungehrig ist1 da das ,subject1 das wollende und seine egoistischen ,zwecke frdernde ,individuum nur als ,gegner1 nicht als ,ursprung der ,kunst gedacht werden kann4 ,insofern aber das ,subject ,knstler ist1 ist es bereits von seinem individuellen ,willen erlst und gleichsam ,medium geworden1 durch das hindurch das eine wahrhaft seiende ,subject seine ,erlsung im ,scheine feiert4 ,denn dies muss uns vor allem1 zu unserer ,erniedrigung und ,erhhung1 deutlich sein1 dass die ganze ,kunstkomdie durchaus nicht fr uns1 etwa unsrer ,besserung und ,bildung wegen1 aufgefhrt wird1 ja dass wir ebensowenig die eigentlichen ,schpfer jener ,kunstwelt sind3 wohl aber drfen wir von uns selbst annehmen1 dass wir fr den wahren ,schpfer derselben schon ,bilder und knstlerische ,projectionen sind und in der ,bedeutung von ,kunstwerken unsre hchste ,wrde haben - denn nur als aesthetisches ,phnomen ist das ,dasein und die ,welt ewig gerechtfertigt3 - whrend freilich unser ,bewusstsein ber diese unsre ,bedeutung kaum ein andres ist als es die auf ,leinwand gemalten ,krieger von der auf ihr dargestellten ,schlacht haben4 ,somit ist unser ganzes ,kunstwissen im ,grunde ein vllig illusorisches1 weil wir als ,wissende mit jenem ,wesen nicht eins und identisch sind1 das sich1 als einziger ,schpfer und ,zuschauer jener ,kunstkomdie1 einen ewigen ,genuss bereitet4 ,nur soweit der ,genius im ,actus der knstlerischen ,zeugung mit jenem ,urknstler der ,welt verschmilzt1 weiss er etwas ber das ewige ,wesen der ,kunst2 denn in jenem ,zustande ist er1 wunderbarer ,weise1 dem unheimlichen ,bild des ,mhrchens gleich1 das die ,augen drehn und sich selber anschaun kann2 jetzt ist er zugleich ,subject und ,object1 zugleich ,dichter1 ,schauspieler und ,zuschauer4 #f4 ,in ,betreff des ,archilochus hat die gelehrte ,forschung entdeckt1 dass er das ,volkslied in die ,litteratur eingefhrt habe1 und dass ihm1 dieser ,that halber1 jene einzige ,stellung neben ,homer1 in der allgemeinen ,schtzung der ,griechen zukomme4 ,was aber ist das ,volkslied im ,gegensatz zu dem vllig apollinischen ,epos8 ,was anders als das perpetuum vestigium einer ,vereinigung des ,apollinischen und des ,dionysischen2 seine ungeheure1 ber alle ,vlker sich erstreckende und in immer neuen ,geburten sich steigernde ,verbreitung ist uns ein ,zeugniss dafr1 wie stark jener knstlerische ,doppeltrieb der ,natur ist3 der in analoger ,weise seine ,spuren im ,volkslied hinterlsst1 wie die orgiastischen ,bewegungen eines ,volkes sich in seiner ,musik verewigen4 ,ja es msste auch historisch nachweisbar sein1 wie jede an ,volksliedern reich productive ,periode zugleich auf das ,strkste durch dionysische ,strmungen erregt worden ist1 welche wir immer als ,untergrund und ,voraussetzung des ,volksliedes zu betrachten haben4 ,das ,volkslied aber gilt uns zu allernchst als musikalischer ,weltspiegel1 als ursprngliche ,melodie1 die sich jetzt eine parallele ,traumerscheinung sucht und diese in der ,dichtung ausspricht4 ,die ,melodie ist also das ,erste und ,allgemeine1 das deshalb auch mehrere ,objectivationen1 in mehreren ,texten1 an sich erleiden kann4 ,sie ist auch das bei weitem wichtigere und nothwendigere in der naiven ,schtzung des ,volkes4 ,die ,melodie gebiert die ,dichtung aus sich und zwar immer wieder von ,neuem2 nichts ,anderes will uns die ,strophenform des ,volksliedes sagen3 welches ,phnomen ich immer mit ,erstaunen betrachtet habe1 bis ich endlich diese ,erklrung fand4 ,wer eine ,sammlung von ,volksliedern z4,b4 des ,knaben ,wunderhorn auf diese ,theorie hin ansieht1 der wird unzhlige ,beispiele finden1 wie die fortwhrend gebrende ,melodie ,bilderfunken um sich aussprht3 die in ihrer ,buntheit1 ihrem jhen ,wechsel1 ja ihrem tollen ,sichberstrzen eine dem epischen ,scheine und seinem ruhigen ,fortstrmen wildfremde ,kraft offenbaren4 ,vom ,standpunkte des ,epos ist diese ungleiche und unregelmssige ,bilderwelt der ,lyrik einfach zu verurtheilen3 und dies haben gewiss die feierlichen epischen ,rhapsoden der apollinischen ,feste im ,zeitalter des ,terpander gethan4 ,in der ,dichtung des ,volksliedes sehen wir also die ,sprache auf das ,strkste angespannt1 die ,musik nachzuahmen3 deshalb beginnt mit ,archilochus eine neue ,welt der ,poesie1 die der homerischen in ihrem tiefsten ,grunde widerspricht4 ,hiermit haben wir das einzig mgliche ,verhltniss zwischen ,poesie und ,musik1 ,wort und ,ton bezeichnet3 das ,wort1 das ,bild1 der ,begriff sucht einen der ,musik analogen ,ausdruck und erleidet jetzt die ,gewalt der ,musik an sich4 ,in diesem ,sinne drfen wir in der ,sprachgeschichte des griechischen ,volkes zwei ,hauptstrmungen unterscheiden1 jenachdem die ,sprache die ,erscheinungs- und ,bilderwelt oder die ,musikwelt nachahmte4 ,man denke nur einmal tiefer ber die sprachliche ,differenz der ,farbe1 des syntaktischen ,bau's1 des ,wortmaterial's bei ,homer und ,pindar nach1 um die ,bedeutung dieses ,gegensatzes zu begreifen2 ja es wird ,einem dabei handgreiflich deutlich1 dass zwischen ,homer und ,pindar die orgiastischen ,fltenweisen des ,olympus erklungen sein mssen1 die noch im ,zeitalter des ,aristoteles1 inmitten einer unendlich entwickelteren ,musik1 zu trunkner ,begeisterung hinrissen und gewiss in ihrer ursprnglichen ,wirkung alle dichterischen ,ausdrucksmittel der gleichzeitigen ,menschen zur ,nachahmung aufgereizt haben4 ,ich erinnere hier an ein bekanntes1 unserer ,aesthetik nur anstssig dnkendes ,phnomen unserer ,tage4 ,wir erleben es immer wieder1 wie eine ,beethoven'sche ,symphonie die einzelnen ,zuhrer zu einer ,bilderrede nthigt1 sei es auch dass eine ,zusammenstellung der verschiedenen1 durch ein ,tonstck erzeugten ,bilderwelten sich recht phantastisch bunt1 ja widersprechend ausnimmt3 an solchen ,zusammenstellungen ihren armen ,witz zu ben und das doch wahrlich erklrenswerthe ,phnomen zu bersehen1 ist recht in der ,art jener ,aesthetik4 ,ja selbst wenn der ,tondichter in ,bildern ber eine ,composition geredet hat1 etwa wenn er eine ,symphonie als pastorale und einen ,satz als ,scene am ,bach1 einen anderen als lustiges ,zusammensein der ,landleute bezeichnet1 so sind das ebenfalls nur gleichnissartige1 aus der ,musik geborne ,vorstellungen - und nicht etwa die nachgeahmten ,gegenstnde der ,musik - ,vorstellungen1 die ber den dionysischen ,inhalt der ,musik uns nach keiner ,seite hin belehren knnen1 ja die keinen ausschliesslichen ,werth neben anderen ,bildern haben4 ,diesen ,prozess einer ,entladung der ,musik in ,bildern haben wir uns nun auf eine jugendfrische1 sprachlich schpferische ,volksmenge zu bertragen1 um zur ,ahnung zu kommen1 wie das strophische ,volkslied entsteht1 und wie das ganze ,sprachvermgen durch das neue ,princip der ,nachahmung der ,musik aufgeregt wird4 ,drfen wir also die lyrische ,dichtung als die nachahmende ,effulguration der ,musik in ,bildern und ,begriffen betrachten1 so knnen wir jetzt fragen3 als was erscheint die ,musik im ,spiegel der ,bildlichkeit und der ,begriffe8 ,sie erscheint als ,wille1 das ,wort im ,schopenhauerischen ,sinne genommen1 d4h4 als ,gegensatz der aesthetischen1 rein beschaulichen willenlosen ,stimmung4 ,hier unterscheide man nun so scharf als mglich den ,begriff des ,wesens von dem der ,erscheinung3 denn die ,musik kann1 ihrem ,wesen nach1 unmglich ,wille sein1 weil sie als solcher gnzlich aus dem ,bereich der ,kunst zu bannen wre - denn der ,wille ist das an sich ,unaesthetische -2 aber sie erscheint als ,wille4 ,denn um ihre ,erscheinung in ,bildern auszudrcken1 braucht der ,lyriker alle ,regungen der ,leidenschaft1 vom ,flstern der ,neigung bis zum ,grollen des ,wahnsinns2 unter dem ,triebe1 in apollinischen ,gleichnissen von der ,musik zu reden1 versteht er die ganze ,natur und sich in ihr nur als das ewig ,wollende1 ,begehrende1 ,sehnende4 ,insofern er aber die ,musik in ,bildern deutet1 ruht er selbst in der stillen ,meeresruhe der apollinischen ,betrachtung1 so sehr auch alles1 was er durch das ,medium der ,musik anschaut1 um ihn herum in drngender und treibender ,bewegung ist4 ,ja wenn er sich selbst durch dasselbe ,medium erblickt1 so zeigt sich ihm sein eignes ,bild im ,zustande des unbefriedigten ,gefhls3 sein eignes ,wollen1 ,sehnen1 ,sthnen1 ,jauchzen ist ihm ein ,gleichniss1 mit dem er die ,musik sich deutet4 ,dies ist das ,phnomen des ,lyrikers3 als apollinischer ,genius interpretirt er die ,musik durch das ,bild des ,willens1 whrend er selbst1 vllig losgelst von der ,gier des ,willens1 reines ungetrbtes ,sonnenauge ist4 ,diese ganze ,errterung hlt daran fest1 dass die ,lyrik eben so abhngig ist vom ,geiste der ,musik als die ,musik selbst1 in ihrer vlligen ,unumschrnktheit1 das ,bild und den ,begriff nicht braucht1 sondern ihn nur neben sich ertrgt4 ,die ,dichtung des ,lyrikers kann nichts aussagen1 was nicht in der ungeheuersten ,allgemeinheit und ,allgltigkeit bereits in der ,musik lag1 die ihn zur ,bilderrede nthigte4 ,der ,weltsymbolik der ,musik ist eben deshalb mit der ,sprache auf keine ,weise erschpfend beizukommen1 weil sie sich auf den ,urwiderspruch und ,urschmerz im ,herzen des ,ur-,einen symbolisch bezieht1 somit eine ,sphre symbolisirt1 die ber alle ,erscheinung und vor aller ,erscheinung ist4 ,ihr gegenber ist vielmehr jede ,erscheinung nur ,gleichniss3 daher kann die ,sprache1 als ,organ und ,symbol der ,erscheinungen1 nie und nirgends das tiefste ,innere der ,musik nach ,aussen kehren1 sondern bleibt immer1 sobald sie sich auf ,nachahmung der ,musik einlsst1 nur in einer usserlichen ,berhrung mit der ,musik1 whrend deren tiefster ,sinn1 durch alle lyrische ,beredsamkeit1 uns auch keinen ,schritt nher gebracht werden kann4 #g4 ,alle die bisher errterten ,kunstprincipien mssen wir jetzt zu ,hlfe nehmen1 um uns in dem ,labyrinth zurecht zu finden1 als welches wir den ,ursprung der griechischen ,tragdie bezeichnen mssen4 ,ich denke nichts ,ungereimtes zu behaupten1 wenn ich sage1 dass das ,problem dieses ,ursprungs bis jetzt noch nicht einmal ernsthaft aufgestellt1 geschweige denn gelst ist1 so oft auch die zerflatternden ,fetzen der antiken ,ueberlieferung schon combinatorisch an einander genht und wieder aus einander gerissen sind4 ,diese ,ueberlieferung sagt uns mit voller ,entschiedenheit1 dass die ,tragdie aus dem tragischen ,chore entstanden ist und ursprnglich nur ,chor und nichts als ,chor war3 woher wir die ,verpflichtung nehmen1 diesem tragischen ,chore als dem eigentlichen ,urdrama in's ,herz zu sehen1 ohne uns an den gelufigen ,kunstredensarten - dass er der idealische ,zuschauer sei oder das ,volk gegenber der frstlichen ,region der ,scene zu vertreten habe - irgendwie gengen zu lassen4 ,jener zuletzt erwhnte1 fr manchen ,politiker erhaben klingende ,erluterungsgedanke - als ob das unwandelbare ,sittengesetz von den demokratischen ,athenern in dem ,volkschore dargestellt sei1 der ber die leidenschaftlichen ,ausschreitungen und ,ausschweifungen der ,knige hinaus immer ,recht behalte - mag noch so sehr durch ein ,wort des ,aristoteles nahegelegt sein3 auf die ursprngliche ,formation der ,tragdie ist er ohne ,einfluss1 da von jenen rein religisen ,ursprngen der ganze ,gegensatz von ,volk und ,frst1 berhaupt jegliche politisch-sociale ,sphre ausgeschlossen ist2 aber wir mchten es auch in ,hinsicht auf die uns bekannte classische ,form des ,chors bei ,aeschylus und ,sophokles fr ,blasphemie erachten1 hier von der ,ahnung einer constitutionellen ,volksvertretung zu reden1 vor welcher ,blasphemie ,andere nicht zurckgeschrocken sind4 ,eine constitutionelle ,volksvertretung kennen die antiken ,staatsverfassungen in praxi nicht und haben sie hoffentlich auch in ihrer ,tragdie nicht einmal geahnt4 ,viel berhmter als diese politische ,erklrung des ,chors ist der ,gedanke ,a4 ,w4 ,schlegel's1 der uns den ,chor gewissermaassen als den ,inbegriff und ,extract der ,zuschauermenge1 als den idealischen ,zuschauer zu betrachten anempfiehlt4 ,diese ,ansicht1 zusammengehalten mit jener historischen ,ueberlieferung1 dass ursprnglich die ,tragdie nur ,chor war1 erweist sich als das was sie ist1 als eine rohe1 unwissenschaftliche1 doch glnzende ,behauptung1 die ihren ,glanz aber nur durch ihre concentrirte ,form des ,ausdrucks1 durch die echt germanische ,voreingenommenheit fr ,alles1 was idealisch genannt wird und durch unser momentanes ,erstauntsein erhalten hat4 ,wir sind nmlich erstaunt1 sobald wir das uns gut bekannte ,theaterpublicum mit jenem ,chore vergleichen und uns fragen1 ob es wohl mglich sei1 aus diesem ,publicum je etwas dem tragischen ,chore ,analoges herauszuidealisiren4 ,wir leugnen dies im ,stillen und wundern uns jetzt eben so ber die ,khnheit der ,schlegel'schen ,behauptung wie ber die total verschiedene ,natur des griechischen ,publicums4 ,wir hatten nmlich doch immer gemeint1 dass der rechte ,zuschauer1 er sei wer er wolle1 sich immer bewusst bleiben msse1 ein ,kunstwerk vor sich zu haben1 nicht eine empirische ,realitt3 whrend der tragische ,chor der ,griechen in den ,gestalten der ,bhne leibhafte ,existenzen zu erkennen genthigt ist4 ,der ,okeanidenchor glaubt wirklich den ,titan ,prometheus vor sich zu sehen und hlt sich selbst fr eben so real wie den ,gott der ,scene4 ,und das sollte die hchste und reinste ,art des ,zuschauers sein1 gleich den ,okeaniden den ,prometheus fr leiblich vorhanden und real zu halten8 ,und es wre das ,zeichen des idealischen ,zuschauers1 auf die ,bhne zu laufen und den ,gott von seinen ,martern zu befreien8 ,wir hatten an ein aesthetisches ,publicum geglaubt und den einzelnen ,zuschauer fr um so befhigter gehalten1 je mehr er im ,stande war1 das ,kunstwerk als ,kunst d4h4 aesthetisch zu nehmen2 und jetzt deutete uns der ,schlegel'sche ,ausdruck an1 dass der vollkommne idealische ,zuschauer die ,welt der ,scene gar nicht aesthetisch1 sondern leibhaft empirisch auf sich wirken lasse4 ,o ber diese ,griechen6 seufzen wir2 sie werfen uns unsre ,aesthetik um6 ,daran aber gewhnt1 wiederholten wir den ,sdllegel'schen ,spruch1 so oft der ,chor zur ,sprache kam4 ,aber jene so ausdrckliche ,ueberlieferung redet hier gegen ,schlegel3 der ,chor an sich1 ohne ,bhne1 also die primitive ,gestalt der ,tragdie und jener ,chor idealischer ,zuschauer vertragen sich nicht mit einander4 ,was wre das fr eine ,kunstgattung1 die aus dem ,begriff des ,zuschauers herausgezogen wre1 als deren eigentliche ,form der ,zuschauer an sich zu gelten htte4 ,der ,zuschauer ohne ,schauspiel ist ein widersinniger ,begriff4 ,wir frchten1 dass die ,geburt der ,tragdie weder aus der ,hochachtung vor der sittlichen ,intelligenz der ,masse1 noch aus dem ,begriff des schauspiellosen ,zuschauers zu erklren sei und halten dies ,problem fr zu tief1 um von so flachen ,betrachtungsarten auch nur berhrt zu werden4 ,eine unendlich werthvollere ,einsicht ber die ,bedeutung des ,chors hatte bereits ,schiller in der berhmten ,vorrede zur ,braut von ,messina verrathen1 der den ,chor als eine lebendige ,mauer betrachtete1 die die ,tragdie um sich herum zieht1 um sich von der wirklichen ,welt rein abzuschliessen und sich ihren idealen ,boden und ihre poetische ,freiheit zu bewahren4 ,schiller kmpft mit dieser seiner ,hauptwaffe gegen den gemeinen ,begriff des ,natrlichen1 gegen die bei der dramatischen ,poesie gemeinhin geheischte ,illusion4 ,whrend der ,tag selbst auf dem ,theater nur ein knstlicher1 die ,architektur nur eine symbolische sei und die metrische ,sprache einen idealen ,charakter trage1 herrsche immer noch der ,irrthum im ,ganzen3 es sei nicht genug1 dass man das nur als eine poetische ,freiheit dulde1 was doch das ,wesen aller ,poesie sei4 ,die ,einfhrung des ,chores sei der entscheidende ,schritt1 mit dem jedem ,naturalismus in der ,kunst offen und ehrlich der ,krieg erklrt werde4 - ,eine solche ,betrachtungsart ist es1 scheint mir1 fr die unser sich berlegen whnendes ,zeitalter das wegwerfende ,schlagwort ,pseudoidealismus gebraucht4 ,ich frchte1 wir sind dagegen mit unserer jetzigen ,verehrung des ,natrlichen und ,wirklichen am ,gegenpol alles ,idealismus angelangt1 nmlich in der ,region der ,wachsfigurencabinette4 ,auch in ihnen giebt es eine ,kunst1 wie bei gewissen beliebten ,romanen der ,gegenwart3 nur qule man uns nicht mit dem ,anspruch1 dass mit dieser ,kunst der ,schiller-,goethesche ,pseudoidealismus berwunden sei4 ,freilich ist es ein idealer ,boden1 auf dem1 nach der richtigen ,einsicht ,schillers1 der griechische ,satyrchor1 der ,chor der ursprnglichen ,tragdie1 zu wandeln pflegt1 ein ,boden hoch emporgehoben ber die wirkliche ,wandelbahn der ,sterblichen4 ,der ,grieche hat sich fr diesen ,chor die ,schwebegerste eines fingirten ,naturzustandes gezimmert und auf sie hin fingirte ,naturwesen gestellt4 ,die ,tragdie ist auf diesem ,fundamente emporgewachsen und freilich schon deshalb von ,anbeginn an einem peinlichen ,abkonterfeien der ,wirklichkeit enthoben gewesen4 ,dabei ist es doch keine willkrlich zwischen ,himmel und ,erde hineinphantasirte ,welt2 vielmehr eine ,welt von gleicher ,realitt und ,glaubwrdigkeit wie sie der ,olymp sammt seinen ,insassen fr den glubigen ,hellenen besass4 ,der ,satyr als der dionysische ,choreut lebt in einer religis zugestandenen ,wirklichkeit unter der ,sanction des ,mythus und des ,cultus4 ,dass mit ihm die ,tragdie beginnt1 dass aus ihm die dionysische ,weisheit der ,tragdie spricht1 ist ein hier uns eben so befremdendes ,phnomen wie berhaupt die ,entstehung der ,tragdie aus dem ,chore4 ,vielleicht gewinnen wir einen ,ausgangspunkt der ,betrachtung1 wenn ich die ,behauptung hinstelle1 dass sich der ,satyr1 das fingirte ,naturwesen1 zu dem ,culturmenschen in gleicher ,weise verhlt1 wie die dionysische ,musik zur ,civilisation4 ,von letzterer sagt ,richard ,wagner1 dass sie von der ,musik aufgehoben werde wie der ,lampenschein vom ,tageslicht4 ,in gleicher ,weise1 glaube ich1 fhlte sich der griechische ,culturmensch im ,angesicht des ,satyrchors aufgehoben3 und dies ist die nchste ,wirkung der dionysischen ,tragdie1 dass der ,staat und die ,gesellschaft1 berhaupt die ,klfte zwischen ,mensch und ,mensch einem bermchtigen ,einheitsgefhle weichen1 welches an das ,herz der ,natur zurckfhrt4 ,der metaphysische ,trost1 - mit welchem1 wie ich schon hier andeute1 uns jede wahre ,tragdie entlsst - dass das ,leben im ,grunde der ,dinge1 trotz allem ,wechsel der ,erscheinungen unzerstrbar mchtig und lustvoll sei1 dieser ,trost erscheint in leibhafter ,deutlichkeit als ,satyrchor1 als ,chor von ,naturwesen1 die gleichsam hinter aller ,civilisation unvertilgbar leben und trotz allem ,wechsel der ,generationen und der ,vlkergeschichte ewig dieselben bleiben4 ,mit diesem ,chore trstet sich der tiefsinnige und zum zartesten und schwersten ,leiden einzig befhigte ,hellene1 der mit schneidigem ,blicke mitten in das furchtbare ,vernidhtungstreiben der sogenannten ,weltgeschichte1 eben so wie in die ,grausamkeit der ,natur geschaut hat und in ,gefahr ist1 sich nach einer buddhaistischen ,verneinung des ,willens zu sehnen4 ,ihn rettet die ,kunst1 und durch die ,kunst rettet ihn sich - das ,leben4 ,die ,verzckung des dionysischen ,zustandes mit seiner ,vernichtung der gewhnlichen ,schranken und ,grenzen des ,daseins enthlt nmlich whrend seiner ,dauer ein lethargisches ,element1 in das sich alles persnlich in der ,vergangenheit ,erlebte eintaucht4 ,so scheidet sich durch diese ,kluft der ,vergessenheit die ,welt der alltglichen und der dionysischen ,wirklichkeit von einander ab4 ,sobald aber jene alltgliche ,wirklichkeit wieder ins ,bewusstsein tritt1 wird sie mit ,ekel als solche empfunden2 eine asketische1 willenverneinende ,stimmung ist die ,frucht jener ,zustnde4 ,in diesem ,sinne hat der dionysische ,mensch ,aehnlichkeit mit ,hamlet3 beide haben einmal einen wahren ,blick in das ,wesen der ,dinge gethan1 sie haben erkannt1 und es ekelt sie zu handeln2 denn ihre ,handlung kann nichts am ewigen ,wesen der ,dinge ndern1 sie empfinden es als lcherlich oder schmachvoll1 dass ihnen zugemuthet wird1 die ,welt1 die aus den ,fugen ist1 wieder einzurichten4 ,die ,erkenntniss tdtet das ,handeln1 zum ,handeln gehrt das ,umschleiertsein durch die ,illusion - das ist die ,hamletlehre1 nicht jene wohlfeile ,weisheit von ,hans dem ,trumer1 der aus zu viel ,reflexion1 gleichsam aus einem ,ueberschuss von ,mglichkeiten nicht zum ,handeln kommt2 nicht das ,reflectiren1 nein6 - die wahre ,erkenntniss1 der ,einblick in die grauenhafte ,wahrheit berwiegt jedes zum ,handeln antreibende ,motiv1 bei ,hamlet sowohl als bei dem dionysischen ,menschen4 ,jetzt verfngt kein ,trost mehr1 die ,sehnsucht geht ber eine ,welt nach dem ,tode1 ber die ,gtter selbst hinaus1 das ,dasein wird1 sammt seiner gleissenden ,wiederspiegelung in den ,gttern oder in einem unsterblichen ,jenseits1 verneint4 ,in der ,bewusstheit der einmal geschauten ,wahrheit sieht jetzt der ,mensch berall nur das ,entsetzliche oder ,absurde des ,seins1 jetzt versteht er das ,symbolische im ,schicksal der ,ophelia1 jetzt erkennt er die ,weisheit des ,waldgottes ,silen3 es ekelt ihn4 ,hier1 in dieser hchsten ,gefahr des ,willens1 naht sich1 als rettende1 heilkundige ,zauberin1 die ,kunst2 sie allein vermag jene ,ekelgedanken ber das ,entsetzliche oder ,absurde des ,daseins in ,vorstellungen umzubiegen1 mit denen sich leben lsst3 diese sind das ,erhabene als die knstlerische ,bndigung des ,entsetzlichen und das ,komische als die knstlerische ,entladung vom ,ekel des ,absurden4 ,der ,satyrchor des ,dithyrambus ist die rettende ,that der griechischen ,kunst2 an der ,mittelwelt dieser dionysischen ,begleiter erschpften sich jene vorhin beschriebenen ,anwandlungen4 #h4 ,der ,satyr wie der idyllische ,schfer unserer neueren ,zeit sind ,beide ,ausgeburten einer auf das ,ursprngliche und ,natrliche gerichteten ,sehnsucht2 aber mit welchem festen unerschrocknen ,griffe fasste der ,grieche nach seinem ,waldmenschen1 wie verschmt und weichlich tndelte der moderne ,mensch mit dem ,schmeichelbild eines zrtlichen fltenden weichgearteten ,hirten6 ,die ,natur1 an der noch keine ,erkenntniss gearbeitet1 in der die ,riegel der ,cultur noch unerbrochen sind - das sah der ,grieche in seinem ,satyr1 der ihm deshalb noch nicht mit dem ,affen zusammenfiel4 ,im ,gegentheil3 es war das ,urbild des ,menschen1 der ,ausdruck seiner hchsten und strksten ,regungen1 als begeisterter ,schwrmer1 den die ,nhe des ,gottes entzckt1 als mitleidender ,genosse1 in dem sich das ,leiden des ,gottes wiederholt1 als ,weisheitsverknder aus der tiefsten ,brust der ,natur heraus1 als ,sinnbild der geschlechtlichen ,allgewalt der ,natur1 die der ,grieche gewhnt ist mit ehrfrchtigem ,staunen zu betrachten4 ,der ,satyr war etwas ,erhabenes und ,gttliches3 so musste er besonders dem schmerzlich gebrochnen ,blick des dionysischen ,menschen dnken4 ,ihn htte der geputzte1 erlogene ,schfer beleidigt3 auf den unverhllten und unverkmmert grossartigen ,schriftzgen der ,natur weilte sein ,auge in erhabener ,befriedigung2 hier war die ,illusion der ,cultur von dem ,urbilde des ,menschen weggewischt1 hier enthllte sich der wahre ,mensch1 der brtige ,satyr1 der zu seinem ,gotte aufjubelt4 ,vor ihm schrumpfte der ,culturmensch zur lgenhaften ,caricatur zusammen4 ,auch fr diese ,anfnge der tragischen ,kunst hat ,schiller ,recht3 der ,chor ist eine lebendige ,mauer gegen die anstrmende ,wirklichkeit1 weil er - der ,satyrchor - das ,dasein wahrhaftiger1 wirklicher1 vollstndiger abbildet als der gemeinhin sich als einzige ,realitt achtende ,culturmensch4 ,die ,sphre der ,poesie liegt nicht ausserhalb der ,welt1 als eine phantastische ,unmglichkeit eines ,dichterhirns3 sie will das gerade ,gegentheil sein1 der ungeschminkte ,ausdruck der ,wahrheit und muss eben deshalb den lgenhaften ,aufputz jener vermeinten ,wirklichkeit des ,culturmenschen von sich werfen4 ,der ,contrast dieser eigentlichen ,naturwahrheit und der sich als einzige ,realitt gebrdenden ,culturlge ist ein hnlicher wie zwischen dem ewigen ,kern der ,dinge1 dem ,ding an sich1 und der gesammten ,erscheinungswelt3 und wie die ,tragdie mit ihrem metaphysischen ,troste auf das ewige ,leben jenes ,daseinskernes1 bei dem fortwhrenden ,untergange der ,erscheinungen1 hinweist1 so spricht bereits die ,symbolik des ,satyrchors in einem ,gleichniss jenes ,urverhltniss zwischen ,ding an sich und ,erscheinung aus4 ,jener idyllische ,schfer des modernen ,menschen ist nur ein ,konterfei der ihm als ,natur geltenden ,summe von ,bildungsillusionen2 der dionysische ,grieche will die ,wahrheit und die ,natur in ihrer hchsten ,kraft - er sieht sich zum ,satyr verzaubert4 ,unter solchen ,stimmungen und ,erkenntnissen jubelt die schwrmende ,schaar der ,dionysusdiener3 deren ,macht sie selbst vor ihren eignen ,augen verwandelt1 so dass sie sich als wiederhergestellte ,naturgenien1 als ,satyrn1 zu erblicken whnen4 ,die sptere ,constitution des ,tragdienchors ist die knstlerische ,nachahmung jenes natrlichen ,phnomens2 bei der nun allerdings eine ,scheidung von dionysischen ,zuschauern und dionysischen ,verzauberten nthig wurde4 ,nur muss man sich immer gegenwrtig halten1 dass das ,publicum der attischen ,tragdie sich selbst in dem ,chore der ,orchestra wiederfand1 dass es im ,grunde keinen ,gegensatz von ,publicum und ,chor gab3 denn alles ist nur ein grosser erhabener ,chor von tanzenden und singenden ,satyrn oder von solchen1 welche sich durch diese ,satyrn reprsentiren lassen4 ,das ,schlegel'sche ,wort muss sich uns hier in einem tieferen ,sinne erschliessen4 ,der ,chor ist der idealische ,zuschauer1 insofern er der einzige ,schauer ist1 der ,schauer der ,visionswelt der ,scene4 ,ein ,publicum von ,zuschauern1 wie wir es kennen1 war den ,griechen unbekannt3 in ihren ,theatern war es ,jedem1 bei dem in concentrischen ,bogen sich erhebenden ,terrassenbau des ,zuschauerraumes1 mglich1 die gesammte ,culturwelt um sich herum ganz eigentlich zu bersehen und in gesttigtem ,hinschauen selbst ,choreut sich zu whnen4 ,nach dieser ,einsicht drfen wir den ,chor1 auf seiner primitiven ,stufe in der ,urtragdie1 eine ,selbstspiegelung des dionysischen ,menschen nennen3 welches ,phnomen am deutlichsten durch den ,prozess des ,schauspielers zu machen ist1 der1 bei wahrhafter ,begabung1 sein von ihm darzustellendes ,rollenbild zum ,greifen wahrnehmbar vor seinen ,augen schweben sieht4 ,der ,satyrchor ist zu allererst eine ,vision der dionysischen ,masse1 wie wiederum die ,welt der ,bhne eine ,vision dieses ,satyrchors ist3 die ,kraft dieser ,vision ist stark genug1 um gegen den ,eindruck der ,realitt1 gegen die rings auf den ,sitzreihen gelagerten ,bildungsmenschen den ,blick stumpf und unempfindlich zu machen4 ,die ,form des griechischen ,theaters erinnert an ein einsames ,gebirgsthal3 die ,architektur der ,scene erscheint wie ein leuchtendes ,wolkenbild1 welches die im ,gebirge herumschwrmenden ,bacchen von der ,hhe aus erblicken1 als die herrliche ,umrahmung1 in deren ,mitte ihnen das ,bild des ,dionysus offenbar wird4 ,jene knstlerische ,urerscheinung1 die wir hier zur ,erklrung des ,tragdienchors zur ,sprache bringen1 ist1 bei unserer gelehrtenhaften ,anschauung ber die elementaren knstlerischen ,prozesse1 fast anstssig2 whrend nichts ausgemachter sein kann1 als dass der ,dichter nur dadurch ,dichter ist1 dass er von ,gestalten sich umringt sieht1 die vor ihm leben und handeln und in deren innerstes ,wesen er hineinblickt4 ,durch eine eigenthmliche ,schwche der modernen ,begabung sind wir geneigt1 uns das aesthetische ,urphnomen zu complicirt und abstract vorzustellen4 ,die ,metapher ist fr den chten ,dichter nicht eine rhetorische ,figur1 sondern ein stellvertretendes ,bild1 das ihm wirklich1 an ,stelle eines ,begriffes1 vorschwebt4 ,der ,character ist fr ihn nicht etwas aus zusammengesuchten ,einzelzgen componirtes ,ganzes1 sondern eine vor seinen ,augen aufdringlich lebendige ,person1 die von der gleichen ,vision des ,malers sich nur durch das fortwhrende ,weiterleben und ,weiterhandeln unterscheidet4 ,wodurch schildert ,homer so viel anschaulicher als alle ,dichter8 ,weil er um so viel mehr anschaut4 ,wir reden ber ,poesie so abstract1 weil wir alle schlechte ,dichter zu sein pflegen4 ,im ,grunde ist das aesthetische ,phnomen einfach2 man habe nur die ,fhigkeit1 fortwhrend ein lebendiges ,spiel zu sehen und immerfort von ,geisterschaaren umringt zu leben1 so ist man ,dichter2 man fhle nur den ,trieb1 sich selbst zu verwandeln und aus anderen ,leibern und ,seelen herauszureden1 so ist man ,dramatiker4 ,die dionysische ,erregung ist im ,stande1 einer ganzen ,masse diese knstlerische ,begabung mitzutheilen1 sich von einer solchen ,geisterschaar umringt zu sehen1 mit der sie sich innerlich eins weiss4 ,dieser ,prozess des ,tragdienchors ist das dramatische ,urphnomen3 sich selbst vor sich verwandelt zu sehen und jetzt zu handeln1 als ob man wirklich in einen andern ,leib1 in einen andern ,charakter eingegangen wre4 ,dieser ,prozess steht an dem ,anfang der ,entwickelung des ,dramas4 ,hier ist etwas ,anderes als der ,rhapsode1 der mit seinen ,bildern nicht verschmilzt1 sondern sie1 dem ,maler hnlich1 mit betrachtendem ,auge ausser sich sieht2 hier ist bereits ein ,aufgeben des ,individuums durch ,einkehr in eine fremde ,natur4 ,und zwar tritt dieses ,phnomen epidemisch auf3 eine ganze ,schaar fhlt sich in dieser ,weise verzaubert4 ,der ,dithyramb ist deshalb wesentlich von jedem anderen ,chorgesange unterschieden4 ,die ,jungfrauen1 die1 mit ,lorbeerzweigen in der ,hand1 feierlich zum ,tempel des ,apollo ziehn und dabei ein ,prozessionslied singen1 bleiben1 wer sie sind1 und behalten ihren brgerlichen ,namen3 der dithyrambische ,chor ist ein ,chor von ,verwandelten1 bei denen ihre brgerliche ,vergangenheit1 ihre sociale ,stellung vllig vergessen ist3 sie sind die zeitlosen1 ausserhalb aller ,gesellschaftssphren lebenden ,diener ihres ,gottes geworden4 ,alle andere ,chorlyrik der ,hellenen ist nur eine ungeheure ,steigerung des apollinischen ,einzelsngers2 whrend im ,dithyramb eine ,gemeinde von unbewussten ,schauspielern vor uns steht1 die sich selbst unter einander als verwandelt ansehen4 ,die ,verzauberung ist die ,voraussetzung aller dramatischen ,kunst4 ,in dieser ,verzauberung sieht sich der dionysische ,schwrmer als ,satyr1 und als ,satyr wiederum schaut er den ,gott d4h4 er sieht in seiner ,verwandlung eine neue ,vision ausser sich1 als apollinische ,vollendung seines ,zustandes4 ,mit dieser neuen ,vision ist das ,drama vollstndig4 ,nach dieser ,erkenntniss haben wir die griechische ,tragdie als den dionysischen ,chor zu verstehen1 der sich immer von neuem wieder in einer apollinischen ,bilderwelt entladet4 ,jene ,chorpartien1 mit denen die ,tragdie durchflochten ist1 sind also gewissermaassen der ,mutterschooss des ganzen sogenannten ,dialogs d4h4 der gesammten ,bhnenwelt1 des eigentlichen ,dramas4 ,in mehreren auf einander folgenden ,entladungen strahlt dieser ,urgrund der ,tragdie jene ,vision des ,dramas aus3 die durchaus ,traumerscheinung und insofern epischer ,natur ist1 andrerseits aber1 als ,objectivation eines dionysischen ,zustandes1 nicht die apollinische ,erlsung im ,scheine1 sondern im ,gegentheil das ,zerbrechen des ,individuums und sein ,einswerden mit dem ,ursein darstellt4 ,somit ist das ,drama die apollinische ,versinnlichung dionysischer ,erkenntnisse und ,wirkungen und dadurch wie durch eine ungeheure ,kluft vom ,epos abgeschieden4 ,der ,chor der griechischen ,tragdie1 das ,symbol der gesammten dionysisch erregten ,masse1 findet an dieser unserer ,auffassung seine volle ,erklrung4 ,whrend wir1 mit der ,gewhnung an die ,stellung eines ,chors auf der modernen ,bhne1 zumal eines ,opernchors1 gar nicht begreifen konnten1 wie jener tragische ,chor der ,griechen lter1 ursprnglicher1 ja wichtiger sein sollte1 als die eigentliche ,action1 - wie dies doch so deutlich berliefert war - whrend wir wiederum mit jener berlieferten hohen ,wichtigkeit und ,ursprnglichkeit nicht reimen konnten1 warum er doch nur aus niedrigen dienenden ,wesen1 ja zuerst nur aus bocksartigen ,satyrn zusammengesetzt worden sei1 whrend uns die ,orchestra vor der ,scene immer ein ,rthsel blieb1 sind wir jetzt zu der ,einsicht gekommen1 dass die ,scene sammt der ,action im ,grunde und ursprnglich nur als ,vision gedacht wurde1 dass die einzige ,realitt eben der ,chor ist1 der die ,vision aus sich erzeugt und von ihr mit der ganzen ,symbolik des ,tanzes1 des ,tones und des ,wortes redet4 ,dieser ,chor schaut in seiner ,vision seinen ,herrn und ,meister ,dionysus und ist darum ewig der dienende ,chor3 er sieht1 wie dieser1 der ,gott1 leidet und sich verherrlicht1 und handelt deshalb selbst nicht4 ,bei dieser1 dem ,gotte gegenber durchaus dienenden ,stellung ist er doch der hchste1 nmlich dionysische ,ausdruck der ,natur und redet darum1 wie diese1 in der ,begeisterung ,orakel- und ,weisheitssprche3 als der mitleidende ist er zugleich der weise1 aus dem ,herzen der ,welt die ,wahrheit verkndende4 ,so entsteht denn jene phantastische und so anstssig scheinende ,figur des weisen und begeisterten ,satyrs1 der zugleich der tumbe ,mensch im ,gegensatz zum ,gotte ist3 ,abbild der ,natur und ihrer strksten ,triebe1 ja ,symbol derselben und zugleich ,verknder ihrer ,weisheit und ,kunst3 ,musiker1 ,dichter1 ,tnzer1 ,geisterseher in einer ,person4 ,dionysus1 der eigentliche ,bhnenheld und ,mittelpunkt der ,vision1 ist gemss dieser ,erkenntniss und gemss der ,ueberlieferung1 zuerst1 in der allerltesten ,periode der ,tragdie1 nicht wahrhaft vorhanden1 sondern wird nur als vorhanden vorgestellt3 d4h4 ursprnglich ist die ,tragdie nur ,chor und nicht ,drama4 ,spter wird nun der ,versuch gemacht1 den ,gott als einen realen zu zeigen und die ,visionsgestalt sammt der verklrenden ,umrahmung als jedem ,auge sichtbar darzustellen2 damit beginnt das ,drama im engeren ,sinne4 ,jetzt bekommt der dithyrambische ,chor die ,aufgabe1 die ,stimmung der ,zuhrer bis zu dem ,grade dionysisch anzuregen1 dass sie1 wenn der tragische ,held auf der ,bhne erscheint1 nicht etwa den unfrmlich maskirten ,menschen sehen1 sondern eine gleichsam aus ihrer eignen ,verzckung geborene ,visionsgestalt4 ,denken wir uns ,admet mit tiefem ,sinnen seiner jngst abgeschiedenen ,gattin ,alcestis gedenkend und ganz im geistigen ,anschauen derselben sich verzehrend - wie ihm nun pltzlich ein hnlich gestaltetes1 hnlich schreitendes ,frauenbild in ,verhllung entgegengefhrt wird3 denken wir uns seine pltzliche zitternde ,unruhe1 sein strmisches ,vergleichen1 seine instinctive ,ueberzeugung - so haben wir ein ,analogon zu der ,empfindung1 mit der der dionysisch erregte ,zuschauer den ,gott auf der ,bhne heranschreiten sah1 mit dessen ,leiden er bereits eins geworden ist4 ,unwillkrlich bertrug er das ganze magisch vor seiner ,seele zitternde ,bild des ,gottes auf jene maskirte ,gestalt und lste ihre ,realitt gleichsam in eine geisterhafte ,unwirklichkeit auf4 ,dies ist der apollinische ,traumeszustand1 in dem die ,welt des ,tages sich verschleiert und eine neue ,welt1 deutlicher1 verstndlicher1 ergreifender als jene und doch schattengleicher1 in fortwhrendem ,wechsel sich unserem ,auge neu gebiert4 ,demgemss erkennen wir in der ,tragdie einen durchgreifenden ,stilgegensatz3 ,sprache1 ,farbe1 ,beweglichkeit1 ,dynamik der ,rede treten in der dionysischen ,lyrik des ,chors und andrerseits in der apollinischen ,traumwelt der ,scene als vllig gesonderte ,sphren des ,ausdrucks aus einander4 ,die apollinischen ,erscheinungen1 in denen sich ,dionysus objectivirt1 sind nicht mehr ein ewiges ,meer1 ein wechselnd ,weben1 ein glhend ,leben1 wie es die ,musik des ,chors ist1 nicht mehr jene nur empfundenen1 nicht zum ,bilde verdichteten ,krfte1 in denen der begeisterte ,dionysusdiener die ,nhe des ,gottes sprt3 jetzt spricht1 von der ,scene aus1 die ,deutlichkeit und ,festigkeit der epischen ,gestaltung zu ihm1 jetzt redet ,dionysus nicht mehr durch ,krfte1 sondern als epischer ,held1 fast mit der ,sprache ,homers4 #i4 ,alles1 was im apollinischen ,theile der griechischen ,tragdie1 im ,dialoge1 auf die ,oberflche kommt1 sieht einfach1 durchsichtig1 schn aus4 ,in diesem ,sinne ist der ,dialog ein ,abbild des ,hellenen1 dessen ,natur sich im ,tanze offenbart1 weil im ,tanze die grsste ,kraft nur potenziell ist1 aber sich in der ,geschmeidigkeit und ,ueppigkeit der ,bewegung verrth4 ,so berrascht uns die ,sprache der sophokleischen ,helden durch ihre apollinische ,bestimmtheit und ,helligkeit1 so dass wir sofort bis in den innersten ,grund ihres ,wesens zu blicken whnen1 mit einigem ,erstaunen1 dass der ,weg bis zu diesem ,grunde so kurz ist4 ,sehen wir aber einmal von dem auf die ,oberflche kommenden und sichtbar werdenden ,charakter des ,helden ab - der im ,grunde nichts mehr ist als das auf eine dunkle ,wand geworfene ,lichtbild d4h4 ,erscheinung durch und durch - dringen wir vielmehr in den ,mythus ein1 der in diesen hellen ,spiegelungen sich projicirt1 so erleben wir pltzlich ein ,phnomen1 das ein umgekehrtes ,verhltniss zu einem bekannten optischen hat4 ,wenn wir bei einem krftigen ,versuch1 die ,sonne in's ,auge zu fassen1 uns geblendet abwenden1 so haben wir dunkle farbige ,flecken gleichsam als ,heilmittel vor den ,augen3 umgekehrt sind jene ,lichtbilderscheinungen des sophokleischen ,helden1 kurz das ,apollinische der ,maske1 nothwendige ,erzeugungen eines ,blickes in's ,innere und ,schreckliche der ,natur1 gleichsam leuchtende ,flecken zur ,heilung des von grausiger ,nacht versehrten ,blickes4 ,nur in diesem ,sinne drfen wir glauben1 den ernsthaften und bedeutenden ,begriff der griechischen ,heiterkeit richtig zu fassen2 whrend wir allerdings den falsch verstandenen ,begriff dieser ,heiterkeit im ,zustande ungefhrdeten ,behagens auf allen ,wegen und ,stegen der ,gegenwart antreffen4 ,die leidvollste ,gestalt der griechischen ,bhne1 der unglckselige ,oedipus1 ist von ,sophokles als der edle ,mensch verstanden worden1 der zum ,irrthum und zum ,elend trotz seiner ,weisheit bestimmt ist1 der aber am ,ende durch sein ungeheures ,leiden eine magische segensreiche ,kraft um sich ausbt1 die noch ber sein ,verscheiden hinaus wirksam ist4 ,der edle ,mensch sndigt nicht1 will uns der tiefsinnige ,dichter sagen3 durch sein ,handeln mag jedes ,gesetz1 jede natrliche ,ordnung1 ja die sittliche ,welt zu ,grunde gehen1 eben durch dieses ,handeln wird ein hherer magischer ,kreis von ,wirkungen gezogen1 die eine neue ,welt auf den ,ruinen der umgestrzten alten grnden4 ,das will uns der ,dichter1 insofern er zugleich religiser ,denker ist1 sagen3 als ,dichter zeigt er uns zuerst einen wunderbar geschrzten ,prozessknoten1 den der ,richter langsam1 ,glied fr ,glied1 zu seinem eigenen ,verderben lst2 die echt hellenische ,freude an dieser dialektischen ,lsung ist so gross1 dass hierdurch ein ,zug von berlegener ,heiterkeit ber das ganze ,werk kommt1 der den schauderhaften ,voraussetzungen jenes ,prozesses berall die ,spitze abbricht4 ,im ,oedipus auf ,kolonos treffen wir diese selbe ,heiterkeit1 aber in eine unendliche ,verklrung emporgehoben2 dem vom ,uebermaasse des ,elends betroffenen ,greise gegenber1 der allem1 was ihn betrifft1 rein als ,leidender preisgegeben ist - steht die berirdische ,heiterkeit1 die aus gttlicher ,sphre herniederkommt und uns andeutet1 dass der ,held in seinem rein passiven ,verhalten seine hchste ,activitt erlangt1 die weit ber sein ,leben hinausgreift1 whrend sein bewusstes ,tichten und ,trachten im frheren ,leben ihn nur zur ,passivitt gefhrt hat4 ,so wird der fr das sterbliche ,auge unauflslich verschlungene ,prozessknoten der ,oedipusfabel langsam entwirrt - und die tiefste menschliche ,freude berkommt uns bei diesem gttlichen ,gegenstck der ,dialektik4 ,wenn wir mit dieser ,erklrung dem ,dichter gerecht geworden sind1 so kann doch immer noch gefragt werden1 ob damit der ,inhalt des ,mythus erschpft ist3 und hier zeigt sich1 dass die ganze ,auffassung des ,dichters nichts ist als eben jenes ,lichtbild1 welches uns1 nach einem ,blick in den ,abgrund1 die heilende ,natur vorhlt4 ,oedipus der ,mrder seines ,vaters1 der ,gatte seiner ,mutter1 ,oedipus der ,rthsellser der ,sphinx6 ,was sagt uns die geheimnissvolle ,dreiheit dieser ,schicksalsthaten8 ,es giebt einen uralten1 besonders persischen ,volksglauben1 dass ein weiser ,magier nur aus ,incest geboren werden knne3 was wir uns1 im ,hinblick auf den rthsellsenden und seine ,mutter freienden ,oedipus1 sofort so zu interpretiren haben1 dass dort1 wo durch weissagende und magische ,krfte der ,bann von ,gegenwart und ,zukunft1 das starre ,gesetz der ,individuation1 und berhaupt der eigentliche ,zauber der ,natur gebrochen ist1 eine ungeheure ,naturwidrigkeit - wie dort der ,incest - als ,ursache vorausgegangen sein muss2 denn wie knnte man die ,natur zum ,preisgeben ihrer ,geheimnisse zwingen1 wenn nicht dadurch1 dass man ihr siegreich widerstrebt1 d4h4 durch das ,unnatrliche8 ,diese ,erkenntniss sehe ich in jener entsetzlichen ,dreiheit der ,oedipusschicksale ausgeprgt3 derselbe1 der das ,rthsel der ,natur - jener doppeltgearteten ,sphinx - lst1 muss auch als ,mrder des ,vaters und ,gatte der ,mutter die heiligsten ,naturordnungen zerbrechen4 ,ja1 der ,mythus scheint uns zuraunen zu wollen1 dass die ,weisheit und gerade die dionysische ,weisheit ein naturwidriger ,greuel sei1 dass der1 welcher durch sein ,wissen die ,natur in den ,abgrund der ,vernichtung strzt1 auch an sich selbst die ,auflsung der ,natur zu erfahren habe4 ,die ,spitze der ,weisheit kehrt sich gegen den ,weisen3 ,weisheit ist ein ,verbrechen an der ,natur3 solche schreckliche ,stze ruft uns der ,mythus zu3 der hellenische ,dichter aber berhrt wie ein ,sonnenstrahl die erhabene und furchtbare ,memnonssule des ,mythus1 so dass er pltzlich zu tnen beginnt - in sophokleischen ,melodieen6 ,der ,glorie der ,passivitt stelle ich jetzt die ,glorie der ,activitt gegenber1 welche den ,prometheus des ,aeschylus umleuchtet4 ,was uns hier der ,denker ,aeschylus zu sagen hatte1 was er aber als ,dichter durch sein gleichnissartiges ,bild uns nur ahnen lsst1 das hat uns der jugendliche ,goethe in den verwegenen ,worten seines ,prometheus zu enthllen gewusst3 ,hier sitz ich1 forme ,menschen ,nach meinem ,bilde1 ,ein ,geschlecht1 das mir gleich sei1 ,zu leiden1 zu weinen1 ,zu geniessen und zu freuen sich ,und dein nicht zu achten1 ,wie ich6 ,der ,mensch1 in's ,titanische sich steigernd1 erkmpft sich selbst seine ,cultur und zwingt die ,gtter sich mit ihm zu verbinden1 weil er in seiner selbsteignen ,weisheit die ,existenz und die ,schranken derselben in seiner ,hand hat4 ,das ,wunderbarste an jenem ,prometheusgedicht1 das seinem ,grundgedanken nach der eigentliche ,hymnus der ,unfrmmigkeit ist1 ist aber der tiefe aeschyleische ,zug nach ,gerechtigkeit3 das unermessliche ,leid des khnen ,einzelnen auf der einen ,seite1 und die gttliche ,noth1 ja ,ahnung einer ,gtterdmmerung auf der andern1 die zur ,vershnung1 zum metaphysischen ,einssein zwingende ,macht jener beiden ,leidenswelten - dies alles erinnert auf das ,strkste an den ,mittelpunkt und ,hauptsatz der aeschyleischen ,weltbetrachtung1 die ber ,gttern und ,menschen die ,moira als ewige ,gerechtigkeit thronen sieht4 ,bei der erstaunlichen ,khnheit1 mit der ,aeschylus die olympische ,welt auf seine ,gerechtigkeitswagschalen stellt1 mssen wir uns vergegenwrtigen1 dass der tiefsinnige ,grieche einen unverrckbar festen ,untergrund des metaphysischen ,denkens in seinen ,mysterien hatte1 und dass sich an den ,olympiern alle seine skeptischen ,anwandelungen entladen konnten4 ,der griechische ,knstler insbesondere empfand im ,hinblick auf diese ,gottheiten ein dunkles ,gefhl wechselseitiger ,abhngigkeit3 und gerade im ,prometheus des ,aeschylus ist dieses ,gefhl symbolisirt4 ,der titanische ,knstler fand in sich den trotzigen ,glauben1 ,menschen schaffen und olympische ,gtter wenigstens vernichten zu knnen3 und dies durch seine hhere ,weisheit1 die er freilich durch ewiges ,leiden zu bssen gezwungen war4 ,das herrliche ,knnen des grossen ,genius1 das selbst mit ewigem ,leide zu gering bezahlt ist1 der herbe ,stolz des ,knstlers - das ist ,inhalt und ,seele der aeschyleischen ,dichtung1 whrend ,sophokles in seinem ,oedipus das ,siegeslied des ,heiligen prludirend anstimmt4 ,aber auch mit jener ,deutung1 die ,aeschylus dem ,mythus gegeben hat1 ist dessen erstaunliche ,schreckenstiefe nicht ausgemessen3 vielmehr ist die ,werdelust des ,knstlers1 die jedem ,unheil trotzende ,heiterkeit des knstlerischen ,schaffens nur ein lichtes ,wolken- und ,himmelsbild1 das sich auf einem schwarzen ,see der ,traurigkeit spiegelt4 ,die ,prometheussage ist ein ursprngliches ,eigenthum der gesammten arischen ,vlkergemeinde und ein ,document fr deren ,begabung zum ,tiefsinnig-,tragischen1 ja es mchte nicht ohne ,wahrscheinlichkeit sein1 dass diesem ,mythus fr das arische ,wesen eben dieselbe charakteristische ,bedeutung innewohnt1 die der ,sndenfallmythus fr das semitische hat1 und dass zwischen beiden ,mythen ein ,verwandtschaftsgrad existiert1 wie zwischen ,bruder und ,schwester4 ,die ,voraussetzung jenes ,prometheusmythus ist der berschwngliche ,werth1 den eine naive ,menschheit dem ,feuer beilegt als dem wahren ,palladium jeder aufsteigenden ,cultur3 dass aber der ,mensch frei ber das ,feuer waltet und es nicht nur durch ein ,geschenk vom ,himmel1 als zndenden ,blitzstrahl oder wrmenden ,sonnenbrand empfngt1 erschien jenen beschaulichen ,ur-,menschen als ein ,frevel1 als ein ,raub an der gttlichen ,natur4 ,und so stellt gleich das erste philosophische ,problem einen peinlichen unlsbaren ,widerspruch zwischen ,mensch und ,gott hin und rckt ihn wie einen ,felsblock an die ,pforte jeder ,cultur4 ,das ,beste und ,hchste1 dessen die ,menschheit theilhaftig werden kann1 erringt sie durch einen ,frevel und muss nun wieder seine ,folgen dahinnehmen1 nmlich die ganze ,fluth von ,leiden und von ,kmmernissen mit denen die beleidigten ,himmlischen das edel emporstrebende ,menschengeschlecht heimsuchen - mssen3 ein herber ,gedanke1 der durch die ,wrde1 die er dem ,frevel ertheilt1 seltsam gegen den semitischen ,sndenfallmythus absticht1 in welchem die ,neugierde1 die lgnerische ,vorspiegelung1 die ,verfhrbarkeit1 die ,lsternheit1 kurz eine ,reihe vornehmlich weiblicher ,affectionen als der ,ursprung des ,uebels angesehen wurde4 ,das1 was die arische ,vorstellung auszeichnet1 ist die erhabene ,ansicht von der activen ,snde als der eigentlich prometheischen ,tugend3 womit zugleich der ethische ,untergrund der pessimistischen ,tragdie gefunden ist1 als die ,rechtfertigung des menschlichen ,uebels1 und zwar sowohl der menschlichen ,schuld1 als des dadurch verwirkten ,leidens4 ,das ,unheil im ,wesen der ,dinge - das der beschauliche ,arier nicht geneigt ist wegzudeuteln -1 der ,widerspruch im ,herzen der ,welt offenbart sich ihm als ein ,durcheinander verschiedener ,welten1 z4,b4 einer gttlichen und einer menschlichen1 von denen jede als ,individuum im ,recht ist1 aber als einzelne neben einer andern fr ihre ,individuation zu leiden hat4 ,bei dem heroischen ,drange des ,einzelnen ins ,allgemeine1 bei dem ,versuche ber den ,bann der ,individuation hinauszuschreiten und das eine ,weltwesen selbst sein zu wollen1 erleidet er an sich den in den ,dingen verborgenen ,urwiderspruch d4h4 er frevelt und leidet4 ,so wird von den ,ariern der ,frevel als ,mann1 von den ,semiten die ,snde als ,weib verstanden1 so wie auch der ,urfrevel vom ,manne1 die ,ursnde vom ,weibe begangen wird4 ,uebrigens sagt der ,hexenchor3 ,wir nehmen das nicht so genau3 ,mit tausend ,schritten macht's die ,frau2 ,doch wie sie auch sich eilen kann1 ,mit einem ,sprunge macht's der ,mann4 ,wer jenen innersten ,kern der ,prometheussage versteht - nmlich die dem titanisch strebenden ,individuum gebotene ,nothwendigkeit des ,frevels - der muss auch zugleich das ,unapollinische dieser pessimistischen ,vorstellung empfinden2 denn ,apollo will die ,einzelwesen gerade dadurch zur ,ruhe bringen1 dass er ,grenzlinien zwischen ihnen zieht und dass er immer wieder an diese als an die heiligsten ,weltgesetze mit seinen ,forderungen der ,selbsterkenntniss und des ,maasses erinnert4 ,damit aber bei dieser apollinischen ,tendenz die ,form nicht zu gyptischer ,steifigkeit und ,klte erstarre1 damit nicht unter dem ,bemhen1 der einzelnen ,welle ihre ,bahn und ihr ,bereich vorzuschreiben1 die ,bewegung des ganzen ,see's ersterbe1 zerstrte von ,zeit zu ,zeit wieder die hohe ,fluth des ,dionysischen alle jene kleinen ,zirkel1 in die der einseitig apollinische ,wille das ,hellenenthum zu bannen suchte4 ,jene pltzlich anschwellende ,fluth des ,dionysischen nimmt dann die einzelnen kleinen ,wellenberge der ,individuen auf ihren ,rcken1 wie der ,bruder des ,prometheus1 der ,titan ,atlas1 die ,erde4 ,dieser titanische ,drang1 gleichsam der ,atlas aller ,einzelnen zu werden und sie mit breitem ,rcken hher und hher1 weiter und weiter zu tragen1 ist das ,gemeinsame zwischen dem ,prometheischen und dem ,dionysischen4 ,der aeschyleische ,prometheus ist in diesem ,betracht eine dionysische ,maske1 whrend in jenem vorhin erwhnten tiefen ,zuge nach ,gerechtigkeit ,aeschylus seine vterliche ,abstammung von ,apollo1 dem ,gotte der ,individuation und der ,gerechtigkeitsgrenzen1 dem ,einsichtigen verrth4 ,und so mchte das ,doppelwesen des aeschyleischen ,prometheus1 seine zugleich dionysische und apollinische ,natur in begrifflicher ,formel so ausgedrckt werden knnen3 ,alles ,vorhandene ist gerecht und ungerecht und in beidem gleich berechtigt4 ,das ist deine ,welt6 ,das heisst eine ,welt6 - #aj4 ,es ist eine unanfechtbare ,ueberlieferung1 dass die griechische ,tragdie in ihrer ltesten ,gestalt nur die ,leiden des ,dionysus zum ,gegenstand hatte und dass der lngere ,zeit hindurch einzig vorhandene ,bhnenheld eben ,dionysus war4 ,aber mit der gleichen ,sicherheit darf behauptet werden1 dass niemals bis auf ,euripides ,dionysus aufgehrt hat1 der tragische ,held zu sein1 sondern dass alle die berhmten ,figuren der griechischen ,bhne ,prometheus1 ,oedipus u4s4w4 nur ,masken jenes ursprnglichen ,helden ,dionysus sind4 ,dass hinter allen diesen ,masken eine ,gottheit steckt1 das ist der eine wesentliche ,grund fr die so oft angestaunte typische ,idealitt jener berhmten ,figuren4 ,es hat ich weiss nicht wer behauptet1 dass alle ,individuen als ,individuen komisch und damit untragisch seien3 woraus zu entnehmen wre1 dass die ,griechen berhaupt ,individuen auf der tragischen ,bhne nicht ertragen konnten4 ,in der ,that scheinen sie so empfunden zu haben3 wie berhaupt jene platonische ,unterscheidung und ,werthabschtzung der ,idee im ,gegensatze zum ,idol1 zum ,abbild tief im hellenischen ,wesen begrndet liegt4 ,um uns aber der ,terminologie ,plato's zu bedienen1 so wre von den tragischen ,gestalten der hellenischen ,bhne etwa so zu reden3 der eine wahrhaft reale ,dionysus erscheint in einer ,vielheit der ,gestalten1 in der ,maske eines kmpfenden ,helden und gleichsam in das ,netz des ,einzelwillens verstrickt4 ,so wie jetzt der erscheinende ,gott redet und handelt1 hnelt er einem irrenden strebenden leidenden ,individuum3 und dass er berhaupt mit dieser epischen ,bestimmtheit und ,deutlichkeit erscheint1 ist die ,wirkung des ,traumdeuters ,apollo1 der dem ,chore seinen dionysischen ,zustand durch jene gleichnissartige ,erscheinung deutet4 ,in ,wahrheit aber ist jener ,held der leidende ,dionysus der ,mysterien1 jener die ,leiden der ,individuation an sich erfahrende ,gott1 von dem wundervolle ,mythen erzhlen1 wie er als ,knabe von den ,titanen zerstckelt worden sei und nun in diesem ,zustande als ,zagreus verehrt werde3 wobei angedeutet wird1 dass diese ,zerstckelung1 das eigentlich dionysische ,leiden1 gleich einer ,umwandlung in ,luft1 ,wasser1 ,erde und ,feuer sei1 dass wir also den ,zustand der ,individuation als den ,quell und ,urgrund alles ,leidens1 als etwas an sich ,verwerfliches1 zu betrachten htten4 ,aus dem ,lcheln dieses ,dionysus sind die olympischen ,gtter1 aus seinen ,thrnen die ,menschen entstanden4 ,in jener ,existenz als zerstckelter ,gott hat ,dionysus die ,doppelnatur eines grausamen verwilderten ,dmons und eines milden sanftmthigen ,herrschers4 ,die ,hoffnung der ,epopten ging aber auf eine ,wiedergeburt des ,dionysus1 die wir jetzt als das ,ende der ,individuation ahnungsvoll zu begreifen haben3 diesem kommenden dritten ,dionysus erscholl der brausende ,jubelgesang der ,epopten4 ,und nur in dieser ,hoffnung giebt es einen ,strahl von ,freude auf dem ,antlitze der zerrissenen1 in ,individuen zertrmmerten ,welt3 wie es der ,mythus durch die in ewige ,trauer versenkte ,demeter verbildlicht1 welche zum ersten ,male wieder sich freut1 als man ihr sagt1 sie knne den ,dionysus nocheinmal gebren4 ,in den angefhrten ,anschauungen haben wir bereits alle ,bestandtheile einer tiefsinnigen und pessimistischen ,weltbetrachtung und zugleich damit die ,mysterienlehre der ,tragdie zusammen3 die ,grunderkenntniss von der ,einheit alles ,vorhandenen1 die ,betrachtung der ,individuation als des ,urgrundes des ,uebels1 die ,kunst als die freudige ,hoffnung1 dass der ,bann der ,individuation zu zerbrechen sei1 als die ,ahnung einer wiederhergestellten ,einheit4 - ,es ist frher angedeutet worden1 dass das homerische ,epos die ,dichtung der olympischen ,cultur ist1 mit der sie ihr eignes ,siegeslied ber die ,schrecken des ,titanenkampfes gesungen hat4 ,jetzt1 unter dem bermchtigen ,einflusse der tragischen ,dichtung1 werden die homerischen ,mythen von ,neuem umgeboren und zeigen in dieser ,metempsychose1 dass inzwischen auch die olympische ,cultur von einer noch tieferen ,weltbetrachtung besiegt worden ist4 ,der trotzige ,titan ,prometheus hat es seinem olympischen ,peiniger angekndigt1 dass einst seiner ,herrschaft die hchste ,gefahr drohe1 falls er nicht zur rechten ,zeit sich mit ihm verbinden werde4 ,in ,aeschylus erkennen wir das ,bndniss des erschreckten1 vor seinem ,ende bangenden ,zeus mit dem ,titanen4 ,so wird das frhere ,titanenzeitalter nachtrglich wieder aus dem ,tartarus ans ,licht geholt4 ,die ,philosophie der wilden und nackten ,natur schaut die vorbertanzenden ,mythen der homerischen ,welt mit der unverhllten ,miene der ,wahrheit an3 sie erbleichen1 sie zittern vor dem blitzartigen ,auge dieser ,gttin - bis sie die mchtige ,faust des dionysischen ,knstlers in den ,dienst der neuen ,gottheit zwingt4 ,die dionysische ,wahrheit bernimmt das gesammte ,bereich des ,mythus als ,symbolik ihrer ,erkenntnisse und spricht diese theils in dem ffentlichen ,cultus der ,tragdie1 theils in den geheimen ,begehungen dramatischer ,mysterienfeste1 aber immer unter der alten mythischen ,hlle aus4 ,welche ,kraft war dies1 die den ,prometheus von seinen ,geiern befreite und den ,mythus zum ,vehikel dionysischer ,weisheit umwandelte8 ,dies ist die heraklesmssige ,kraft der ,musik3 als welche1 in der ,tragdie zu ihrer hchsten ,erscheinung gekommen1 den ,mythus mit neuer tiefsinnigster ,bedeutsamkeit zu interpretiren weiss2 wie wir dies als das mchtigste ,vermgen der ,musik frher schon zu charakterisiren hatten4 ,denn es ist das ,loos jedes ,mythus1 allmhlich in die ,enge einer angeblich historischen ,wirklichkeit hineinzukriechen und von irgend einer spteren ,zeit als einmaliges ,factum mit historischen ,ansprchen behandelt zu werden3 und die ,griechen waren bereits vllig auf dem ,wege1 ihren ganzen mythischen ,jugendtraum mit ,scharfsinn und ,willkr in eine historisch-pragmatische ,jugendgeschichte umzustempeln4 ,denn dies ist die ,art1 wie ,religionen abzusterben pflegen3 wenn nmlich die mythischen ,voraussetzungen einer ,religion unter den strengen1 verstandesmssigen ,augen eines rechtglubigen ,dogmatismus als eine fertige ,summe von historischen ,ereignissen systematisirt werden und man anfngt1 ngstlich die ,glaubwrdigkeit der ,mythen zu vertheidigen1 aber gegen jedes natrliche ,weiterleben und ,weiterwuchern derselben sich zu struben1 wenn also das ,gefhl fr den ,mythus abstirbt und an seine ,stelle der ,anspruch der ,religion auf historische ,grundlagen tritt4 ,diesen absterbenden ,mythus ergriff jetzt der neugeborne ,genius der dionysischen ,musik3 und in seiner ,hand blhte er noch einmal1 mit ,farben1 wie er sie noch nie gezeigt1 mit einem ,duft1 der eine sehnschtige ,ahnung einer metaphysischen ,welt erregte4 ,nach diesem letzten ,aufglnzen fllt er zusammen1 seine ,bltter werden welk1 und bald haschen die spttischen ,luciane des ,alterthums nach den von allen ,winden fortgetragnen1 entfrbten und verwsteten ,blumen4 ,durch die ,tragdie kommt der ,mythus zu seinem tiefsten ,inhalt1 seiner ausdrucksvollsten ,form2 noch einmal erhebt er sich1 wie ein verwundeter ,held1 und der ganze ,ueberschuss von ,kraft1 sammt der weisheitsvollen ,ruhe des ,sterbenden1 brennt in seinem ,auge mit letztem1 mchtigem ,leuchten4 ,was wolltest du1 frevelnder ,euripides1 als du diesen ,sterbenden noch einmal zu deinem ,frohndienste zu zwingen suchtest8 ,er starb unter deinen gewaltsamen ,hnden3 und jetzt brauchtest du einen nachgemachten1 maskirten ,mythus1 der sich wie der ,affe des ,herakles mit dem alten ,prunke nur noch aufzuputzen wusste4 ,und wie dir der ,mythus starb1 so starb dir auch der ,genius der ,musik3 mochtest du auch mit gierigem ,zugreifen alle ,grten der ,musik plndern1 auch so brachtest du es nur zu einer nachgemachten maskirten ,musik4 ,und weil du ,dionysus verlassen1 so verliess dich auch ,apollo2 jage alle ,leidenschaften von ihrem ,lager auf und banne sie in deinen ,kreis1 spitze und feile dir fr die ,reden deiner ,helden eine sophistische ,dialektik zurecht - auch deine ,helden haben nur nachgeahmte maskirte ,leidenschaften und sprechen nur nachgeahmte maskirte ,reden4 #aa4 ,die griechische ,tragdie ist anders zu ,grunde gegangen als smmtliche ltere schwesterliche ,kunstgattungen3 sie starb durch ,selbstmord1 in ,folge eines unlsbaren ,conflictes1 also tragisch1 whrend jene alle in hohem ,alter des schnsten und ruhigsten ,todes verblichen sind4 ,wenn es nmlich einem glcklichen ,naturzustande gemss ist1 mit schner ,nachkommenschaft und ohne ,krampf vom ,leben zu scheiden1 so zeigt uns das ,ende jener lteren ,kunstgattungen einen solchen glcklichen ,naturzustand3 sie tauchen langsam unter1 und vor ihren ersterbenden ,blicken steht schon ihr schnerer ,nachwuchs und reckt mit muthiger ,gebrde ungeduldig das ,haupt4 ,mit dem ,tode der griechischen ,tragdie dagegen entstand eine ungeheure1 berall tief empfundene ,leere2 wie einmal griechische ,schiffer zu ,zeiten des ,tiberius an einem einsamen ,eiland den erschtternden ,schrei hrten der grosse ,pan ist todt3 so klang es jetzt wie ein schmerzlicher ,klageton durch die hellenische ,welt3 die ,tragdie ist todt6 ,die ,poesie selbst ist mit ihr verloren gegangen6 ,fort1 fort mit euch verkmmerten1 abgemagerten ,epigonen6 ,fort in den ,hades1 damit ihr euch dort an den ,brosamen der vormaligen ,meister einmal satt essen knnt6 ,als aber nun doch noch eine neue ,kunstgattung aufblhte1 die in der ,tragdie ihre ,vorgngerin und ,meisterin verehrte1 da war mit ,schrecken wahrzunehmen1 dass sie allerdings die ,zge ihrer ,mutter trage1 aber dieselben1 die jene in ihrem langen ,todeskampfe gezeigt hatte4 ,diesen ,todeskampf der ,tragdie kmpfte ,euripides2 jene sptere ,kunstgattung ist als neue reattische ,komdie bekannt4 ,in ihr lebte die entartete ,gestalt der ,tragdie fort1 zum ,denkmale ihres beraus mhseligen und gewaltsamen ,hinscheidens4 ,bei diesem ,zusammenhange ist die leidenschaftliche ,zuneigung begreiflich1 welche die ,dichter der neueren ,komdie zu ,euripides empfanden2 so dass der ,wunsch des ,philemon nicht weiter befremdet1 der sich sogleich aufhngen lassen mochte1 nur um den ,euripides in der ,unterwelt aufsuchen zu knnen3 wenn er nur berhaupt berzeugt sein drfte1 dass der ,verstorbene auch jetzt noch bei ,verstande sei4 ,will man aber in aller ,krze und ohne den ,anspruch1 damit etwas ,erschpfendes zu sagen1 dasjenige bezeichnen1 was ,euripides mit ,menander und ,philemon gemein hat und was fr jene so aufregend vorbildlich wirkte3 so gengt es zu sagen1 dass der ,zuschauer von ,euripides auf die ,bhne gebracht worden ist4 ,wer erkannt hat1 aus welchem ,stoffe die prometheischen ,tragiker vor ,euripides ihre ,helden formten und wie ferne ihnen die ,absicht lag1 die treue ,maske der ,wirklichkeit auf die ,bhne zu bringen1 der wird auch ber die gnzlich abweichende ,tendenz des ,euripides im ,klaren sein4 ,der ,mensch des alltglichen ,lebens drang durch ihn aus den ,zuschauerrumen auf die ,scene1 der ,spiegel1 in dem frher nur die grossen und khnen ,zge zum ,ausdruck kamen1 zeigte jetzt jene peinliche ,treue1 die auch die misslungenen ,linien der ,natur gewissenhaft wiedergiebt4 ,odysseus1 der typische ,hellene der lteren ,kunst1 sank jetzt unter den ,hnden der neueren ,dichter zur ,figur des ,graeculus herab1 der von jetzt ab als gutmthigverschmitzter ,haussclave im ,mittelpunkte des dramatischen ,interesse's steht4 ,was ,euripides sich in den aristophanischen ,frschen zum ,verdienst anrechnet1 dass er die tragische ,kunst durch seine ,hausmittel von ihrer pomphaften ,beleibtheit befreit habe1 das ist vor allem an seinen tragischen ,helden zu spren4 ,im ,wesentlichen sah und hrte jetzt der ,zuschauer seinen ,doppelgnger auf der euripideischen ,bhne und freute sich1 dass jener so gut zu reden verstehe4 ,bei dieser ,freude blieb es aber nicht3 man lernte selbst bei ,euripides sprechen1 und dessen rhmt er sich selbst im ,wettkampfe mit ,aeschylus3 wie durch ihn jetzt das ,volk kunstmssig und mit den schlausten ,sophisticationen zu beobachten1 zu verhandeln und ,folgerungen zu ziehen gelernt habe4 ,durch diesen ,umschwung der ffentlichen ,sprache hat er berhaupt die neuere ,komdie mglich gemacht4 ,denn von jetzt ab war es kein ,geheimniss mehr1 wie und mit welchen ,sentenzen die ,alltglichkeit sich auf der ,bhne vertreten knne4 ,die brgerliche ,mittelmssigkeit1 auf die ,euripides alle seine politischen ,hoffnungen aufbaute1 kam jetzt zu ,wort1 nachdem bis dahin in der ,tragdie der ,halbgott1 in der ,komdie der betrunkene ,satyr oder der ,halbmensch den ,sprachcharakter bestimmt hatten4 ,und so hebt der aristophanische ,euripides zu seinem ,preise hervor1 wie er das allgemeine1 allbekannte1 alltgliche ,leben und ,treiben dargestellt habe1 ber das ein ,jeder zu urtheilen befhigt sei4 ,wenn jetzt die ganze ,masse philosophiere1 mit unerhrter ,klugheit ,land und ,gut verwalte und ihre ,prozesse fhre1 so sei dies sein ,verdienst und der ,erfolg der von ihm dem ,volke eingeimpften ,weisheit4 ,an eine derartig zubereitete und aufgeklrte ,masse durfte sich jetzt die neuere ,komdie wenden1 fr die ,euripides gewissermaassen der ,chorlehrer geworden ist2 nur dass diesmal der ,chor der ,zuschauer eingebt werden musste4 ,sobald dieser in der euripideischen ,tonart zu singen gebt war1 erhob sich jene schachspielartige ,gattung des ,schauspiels1 die neuere ,komdie mit ihrem fortwhrenden ,triumphe der ,schlauheit und ,verschlagenheit4 ,euripides aber - der ,chorlehrer - wurde unaufhrlich gepriesen3 ja man wrde sich getdtet haben1 um noch mehr von ihm zu lernen1 wenn man nicht gewusst htte1 dass die tragischen ,dichter eben so todt seien wie die ,tragdie4 ,mit ihr aber hatte der ,hellene den ,glauben an seine ,unsterblichkeit aufgegeben1 nicht nur den ,glauben an eine ideale ,vergangenheit1 sondern auch den ,glauben an eine ideale ,zukunft4 ,das ,wort aus der bekannten ,grabschrift als ,greis leichtsinnig und grillig gilt auch vom greisen ,hellenenthume4 ,der ,augenblick1 der ,witz1 der ,leichtsinn1 die ,laune sind seine hchsten ,gottheiten2 der fnfte ,stand1 der des ,sclaven1 kommt1 wenigstens der ,gesinnung nach1 jetzt zur ,herrschaft3 und wenn jetzt berhaupt noch von griechischer ,heiterkeit die ,rede sein darf1 so ist es die ,heiterkeit des ,sclaven1 der nichts ,schweres zu verantworten1 nichts ,grosses zu erstreben1 nichts ,vergangenes oder ,zuknftiges hher zu schtzen weiss als das ,gegenwrtige4 ,dieser ,schein der griechischen ,heiterkeit war es1 der die tiefsinnigen und furchtbaren ,naturen der vier ersten ,jahrhunderte des ,christenthums so emprte3 ihnen erschien diese weibische ,flucht vor dem ,ernst und dem ,schrecken1 dieses feige ,sichgengenlassen am bequemen ,genuss nicht nur verchtlich1 sondern als die eigentlich antichristliche ,gesinnung4 ,und ihrem ,einfluss ist es zuzuschreiben1 dass die durch ,jahrhunderte fortlebende ,anschauung des griechischen ,alterthums mit fast unberwindlicher ,zhigkeit jene blassrothe ,heiterkeitsfarbe festhielt - als ob es nie ein sechstes ,jahrhundert mit seiner ,geburt der ,tragdie1 seinen ,mysterien1 seinen ,pythagoras und ,heraklit gegeben htte1 ja als ob die ,kunstwerke der grossen ,zeit gar nicht vorhanden wren1 die doch - jedes fr sich - aus dem ,boden einer solchen greisenhaften und sclavenmssigen ,daseinslust und ,heiterkeit gar nicht zu erklren sind und auf eine vllig andere ,weltbetrachtung als ihren ,existenzgrund hinweisen4 ,wenn zuletzt behauptet wurde1 dass ,euripides den ,zuschauer auf die ,bhne gebracht habe1 um zugleich damit den ,zuschauer zum ,urtheil ber das ,drama erst wahrhaft zu befhigen1 so entsteht der ,schein1 als ob die ltere tragische ,kunst aus einem ,missverhltniss zum ,zuschauer nicht herausgekommen sei und man mchte versucht sein1 die radicale ,tendenz des ,euripides1 ein entsprechendes ,verhltniss zwischen ,kunstwerk und ,publicum zu erzielen1 als einen ,fortschritt ber ,sophokles hinaus zu preisen4 ,nun aber ist ,publicum nur ein ,wort und durchaus keine gleichartige und in sich verharrende ,grsse4 ,woher soll dem ,knstler die ,verpflichtung kommen1 sich einer ,kraft zu accomodieren1 die ihre ,strke nur in der ,zahl hat8 ,und wenn er sich1 seiner ,begabung und seinen ,absichten nach1 ber jeden einzelnen dieser ,zuschauer erhaben fhlt1 wie drfte er vor dem gemeinsamen ,ausdruck aller dieser ihm untergeordneten ,capacitten mehr ,achtung empfinden als vor dem relativ am hchsten begabten einzelnen ,zuschauer8 ,in ,wahrheit hat kein griechischer ,knstler mit grsserer ,verwegenheit und ,selbstgenugsamkeit sein ,publicum durch ein langes ,leben hindurch behandelt als gerade ,euripides3 er1 der selbst da noch1 als die ,masse sich ihm zu ,fssen warf1 in erhabenem ,trotze seiner eigenen ,tendenz ffentlich in's ,gesicht schlug1 derselben ,tendenz1 mit der er ber die ,masse gesiegt hatte4 ,wenn dieser ,genius die geringste ,ehrfurcht vor dem ,pandmonium des ,publicums gehabt htte1 so wre er unter den ,keulenschlgen seiner ,misserfolge lngst vor der ,mitte seiner ,laufbahn zusammengebrochen4 ,wir sehen bei dieser ,erwgung1 dass unser ,ausdruck1 ,euripides habe den ,zuschauer auf die ,bhne gebracht1 um den ,zuschauer wahrhaft urtheilsfhig zu machen1 nur ein provisorischer war1 und dass wir nach einem tieferen ,verstndniss seiner ,tendenz zu suchen haben4 ,umgekehrt ist es ja allerseits bekannt1 wie ,aeschylus und ,sophokles ,zeit ihres ,lebens1 ja weit ber dasselbe hinaus1 im ,vollbesitze der ,volksgunst standen1 wie also bei diesen ,vorgngern des ,euripides keineswegs von einem ,missverhltniss zwischen ,kunstwerk und ,publicum die ,rede sein kann4 ,was trieb den reichbegabten und unablssig zum ,schaffen gedrngten ,knstler so gewaltsam von dem ,wege ab1 ber dem die ,sonne der grssten ,dichternamen und der unbewlkte ,himmel der ,volksgunst leuchteten8 ,welche sonderbare ,rcksicht auf den ,zuschauer fhrte ihn dem ,zuschauer entgegen8 ,wie konnte er aus zu hoher ,achtung vor seinem ,publicum - sein ,publicum missachten8 ,euripides fhlte sich - das ist die ,lsung des eben dargestellten ,rthsels - als ,dichter wohl ber die ,masse1 nicht aber ber1 zwei seiner ,zuschauer erhaben3 die ,masse brachte er auf die ,bhne1 jene beiden ,zuschauer verehrte er als die allein urtheilsfhigen ,richter und ,meister aller seiner ,kunst3 ihren ,weisungen und ,mahnungen folgend bertrug er die ganze ,welt von ,empfindungen1 ,leidenschaften und ,erfahrungen1 die bis jetzt auf den ,zuschauerbnken als unsichtbarer ,chor zu jeder ,festvorstellung sich einstellten1 in die ,seelen seiner ,bhnenhelden1 ihren ,forderungen gab er nach1 als er fr diese neuen ,charaktere auch das neue ,wort und den neuen ,ton suchte1 in ihren ,stimmen allein hrte er die gltigen ,richtersprche seines ,schaffens eben so wie die siegverheissende ,ermuthigung1 wenn er von der ,justiz des ,publicums sich wieder einmal verurtheilt sah4 ,von diesen beiden ,zuschauern ist der eine - ,euripides selbst1 ,euripides als ,denker1 nicht als ,dichter4 ,von ihm knnte man sagen1 dass die ausserordentliche ,flle seines kritischen ,talentes1 hnlich wie bei ,lessing1 einen productiv knstlerischen ,nebentrieb wenn nicht erzeugt1 so doch fortwhrend befruchtet habe4 ,mit dieser ,begabung1 mit aller ,helligkeit und ,behendigkeit seines kritischen ,denkens hatte ,euripides im ,theater gesessen und sich angestrengt1 an den ,meisterwerken seiner grossen ,vorgnger wie an dunkelgewordenen ,gemlden ,zug um ,zug1 ,linie um ,linie wiederzuerkennen4 ,und hier nun war ihm begegnet1 was dem in die tieferen ,geheimnisse der aeschyleischen ,tragdie ,eingeweihten nicht unerwartet sein darf3 er gewahrte etwas ,incommensurables in jedem ,zug und in jeder ,linie1 eine gewisse tuschende ,bestimmtheit und zugleich eine rthselhafte ,tiefe1 ja ,unendlichkeit des ,hintergrundes4 ,die klarste ,figur hatte immer noch einen ,kometenschweif an sich1 der in's ,ungewisse1 ,unaufhellbare zu deuten schien4 ,dasselbe ,zwielicht lag ber dem ,bau des ,drama's1 zumal ber der ,bedeutung des ,chors4 ,und wie zweifelhaft blieb ihm die ,lsung der ethischen ,probleme6 ,wie fragwrdig die ,behandlung der ,mythen6 ,wie ungleichmssig die ,vertheilung von ,glck und ,unglck6 ,selbst in der ,sprache der lteren ,tragdie war ihm vieles anstssig1 mindestens rthselhaft2 besonders fand er zu viel ,pomp fr einfache ,verhltnisse1 zu viel ,tropen und ,ungeheuerlichkeiten fr die ,schlichtheit der ,charaktere4 ,so sass er1 unruhig grbelnd1 im ,theater1 und er1 der ,zuschauer1 gestand sich1 dass er seine grossen ,vorgnger nicht verstehe4 ,galt ihm aber der ,verstand als die eigentliche ,wurzel alles ,geniessens und ,schaffens1 so musste er fragen und um sich schauen1 ob denn ,niemand so denke wie er und sich gleichfalls jene ,incommensurabilitt eingestehe4 ,aber die ,vielen und mit ihnen die besten ,einzelnen hatten nur ein misstrauisches ,lcheln fr ihn2 erklren aber konnte ihm ,keiner1 warum seinen ,bedenken und ,einwendungen gegenber die grossen ,meister doch im ,rechte seien4 ,und in diesem qualvollen ,zustande fand er den anderen ,zuschauer1 der die ,tragdie nicht begriff und deshalb nicht achtete4 ,mit diesem im ,bunde durfte er es wagen1 aus seiner ,vereinsamung heraus den ungeheuren ,kampf gegen die ,kunstwerke des ,aeschylus und ,sophokles zu beginnen - nicht mit ,streitschriften1 sondern als dramatischer ,dichter1 der seine ,vorstellung von der ,tragdie der berlieferten entgegenstellt4 - #ab4 ,bevor wir diesen anderen ,zuschauer bei ,namen nennen1 verharren wir hier einen ,augenblick1 um uns jenen frher geschilderten ,eindruck des ,zwiespltigen und ,incommensurabeln im ,wesen der aeschyleischen ,tragdie selbst in's ,gedchtniss zurckzurufen4 ,denken wir an unsere eigene ,befremdung dem ,chore und dem tragischen ,helden jener ,tragdie gegenber1 die wir beide mit unseren ,gewohnheiten ebensowenig wie mit der ,ueberlieferung zu reimen wussten - bis wir jene ,doppelheit selbst als ,ursprung und ,wesen der griechischen ,tragdie wiederfanden1 als den ,ausdruck zweier in einander gewobenen ,kunsttriebe1 des ,apollinischen und des ,dionysischen4 ,jenes ursprngliche und allmchtige dionysische ,element aus der ,tragdie auszuscheiden und sie rein und neu auf undionysischer ,kunst1 ,sitte und ,weltbetrachtung aufzubauen - dies ist die jetzt in heller ,beleuchtung sich uns enthllende ,tendenz des ,euripides4 ,euripides selbst hat am ,abend seines ,lebens die ,frage nach dem ,werth und der ,bedeutung dieser ,tendenz in einem ,mythus seinen ,zeitgenossen auf das ,nachdrcklichste vorgelegt4 ,darf berhaupt das ,dionysische bestehn8 ,ist es nicht mit ,gewalt aus dem hellenischen ,boden auszurotten8 ,gewiss1 sagt uns der ,dichter1 wenn es nur mglich wre3 aber der ,gott ,dionysus ist zu mchtig2 der verstndigste ,gegner - wie ,pentheus in den ,bacchen - wird unvermuthet von ihm bezaubert und luft nachher mit dieser ,verzauberung in sein ,verhngniss4 ,das ,urtheil der beiden ,greise ,kadmus und ,tiresias scheint auch das ,urtheil des greisen ,dichters zu sein3 das ,nachdenken der klgsten ,einzelnen werfe jene alten ,volkstraditionen1 jene sich ewig fortpflanzende ,verehrung des ,dionysus nicht um1 ja es gezieme sich1 solchen wunderbaren ,krften gegenber1 mindestens eine diplomatisch vorsichtige ,theilnahme zu zeigen3 wobei es aber immer noch mglich sei1 dass der ,gott an einer so lauen ,betheiligun2 ,anstoss nehme und den ,diplomaten - wie hier den ,kadmus - schliesslich in einen ,drachen verwandle4 ,dies sagt uns ein ,dichter1 der mit heroischer ,kraft ein langes ,leben hindurch dem ,dionysus widerstanden hat - um am ,ende desselben mit einer ,glorification seines ,gegners und einem ,selbstmorde seine ,laufhahn zu schliessen1 einem ,schwindelnden gleich1 der1 um nur dem entsetzlichen1 nicht mehr ertrglichen ,wirbel zu entgehn1 sich vom ,thurme herunterstrzt4 ,jene ,tragdie ist ein ,protest gegen die ,ausfhrbarkeit seiner ,tendenz2 ach1 und sie war bereits ausgefhrt6 ,das ,wunderbare war geschehn3 als der ,dichter widerrief1 hatte bereits seine ,tendenz gesiegt4 ,dionysus war bereits von der tragischen ,bhne verscheucht und zwar durch eine aus ,euripides redende dmonische ,macht4 ,auch ,euripides war in gewissem ,sinne nur ,maske3 die ,gottheit1 die aus ihm redete1 war nicht ,dionysus1 auch nicht ,apollo1 sondern ein ganz neugeborner ,dmon1 genannt ,sokrates4 ,dies ist der neue ,gegensatz3 das ,dionysische und das ,sokratische1 und das ,kunstwerk der griechischen ,tragdie ging an ihm zu ,grunde4 ,mag nun auch ,euripides uns durch seinen ,widerruf zu trsten suchen1 es gelingt ihm nicht3 der herrlichste ,tempel liegt in ,trmmern2 was ntzt uns die ,wehklage des ,zerstrers und sein ,gestndniss1 dass es der schnste aller ,tempel gewesen sei8 ,und selbst dass ,euripides zur ,strafe von den ,kunstrichtern aller ,zeiten in einen ,drachen verwandelt worden ist - wen mchte diese erbrmliche ,compensation befriedigen8 ,nhern wir uns jetzt jener sokratischen ,tendenz1 mit der ,euripides die aeschyleische ,tragdie bekmpfte und besiegte4 ,welches ,ziel - so mssen wir uns jetzt fragen - konnte die euripideische ,absicht1 das ,drama allein auf das ,undionysische zu grnden1 in der hchsten ,idealitt ihrer ,durchfhrung berhaupt haben8 ,welche ,form des ,drama's blieb noch brig1 wenn es nicht aus dem ,geburtsschoosse der ,musik1 in jenem geheimnissvollen ,zwielicht des ,dionysischen geboren werden sollte8 ,allein das dramatisirte ,epos3 in welchem apollinischen ,kunstgebiete nun freilich die tragische ,wirkung unerreichbar ist4 ,es kommt hierbei nicht auf den ,inhalt der dargestellten ,ereignisse an2 ja ich mchte behaupten1 dass es ,goethe in seiner projectirten ,nausikaa unmglich gewesen sein wrde1 den ,selbstmord jenes idyllischen ,wesens - der den fnften ,act ausfllen sollte - tragisch ergreifend zu machen2 so ungemein ist die ,gewalt des ,episch-,apollinischen1 dass es die schreckensvollsten ,dinge mit jener ,lust am ,scheine und der ,erlsung durch den ,schein vor unseren ,augen verzaubert4 ,der ,dichter des dramatisirten ,epos kann eben so wenig wie der epische ,rhapsode mit seinen ,bildern vllig verschmelzen3 er ist immer noch ruhig unbewegte1 aus weiten ,augen blickende ,anschauung1 die die ,bilder vorsich sieht4 ,der ,schauspieler in diesem dramatisirten ,epos bleibt im tiefsten ,grunde immer noch ,rhapsode2 die ,weihe des inneren ,trumens liegt auf allen seinen ,actionen1 so dass er niemals ganz ,schauspieler ist4 ,wie verhlt sich nun diesem ,ideal des apollinischen ,drama's gegenber das euripideische ,stck8 ,wie zu dem feierlichen ,rhapsoden der alten ,zeit jener jngere1 der sein ,wesen im platonischen ,jon also beschreibt3 ,wenn ich etwas ,trauriges sage1 fllen sich meine ,augen mit ,thrnen2 ist aber das1 was ich sage1 schrecklich und entsetzlich1 dann stehen die ,haare meines ,hauptes vor ,schauder zu ,berge1 und mein ,herz klopft4 ,hier merken wir nichts mehr von jenem epischen ,verlorensein im ,scheine1 von der affectlosen ,khle des wahren ,schauspielers1 der gerade in seiner hchsten ,thtigkeit1 ganz ,schein und ,lust am ,scheine ist4 ,euripides ist der ,schauspieler mit dem klopfenden ,herzen1 mit den zu ,berge stehenden ,haaren2 als sokratischer ,denker entwirft er den ,plan1 als leidenschaftlicher ,schauspieler fhrt er ihn aus4 ,reiner ,knstler ist er weder im ,entwerfen noch im ,ausfhren4 ,so ist das euripideische ,drama ein zugleich khles und feuriges ,ding1 zum ,erstarren und zum ,verbrennen gleich befhigt2 es ist ihm unmglich1 die apollinische ,wirkung des ,epos zu erreichen1 whrend es andererseits sich von den dionysischen ,elementen mglichst gelst hat1 und jetzt1 um berhaupt zu wirken1 neue ,erregungsmittel braucht1 die nun nicht mehr innerhalb der beiden einzigen ,kunsttriebe1 des apollinischen und des dionysischen1 liegen knnen4 ,diese ,erregungsmittel sind khle paradoxe ,gedanken - an ,stelle der apollinischen ,anschauungen - und feurige ,affecte - an ,stelle der dionysischen ,entzckungen - und zwar hchst realistisch nachgemachte1 keineswegs in den ,aether der ,kunst getauchte ,gedanken und ,affecte4 ,haben wir demnach so viel erkannt1 dass es ,euripides berhaupt nicht gelungen ist1 das ,drama allein auf das ,apollinische zu grnden1 dass sich vielmehr seine undionysische ,tendenz in eine naturalistische und unknstlerische verirrt hat1 so werden wir jetzt dem ,wesen des aesthetischen ,sokratismus schon nher treten drfen2 dessen oberstes ,gesetz ungefhr so lautet3 alles muss verstndig sein1 um schn zu sein2 als ,parallelsatz zu dem sokratischen nur der ,wissende ist tugendhaft4 ,mit diesem ,kanon in der ,hand maass ,euripides alles ,einzelne und rectificirte es gemss diesem ,princip3 die ,sprache1 die ,charaktere1 den dramaturgischen ,aufbau1 die ,chormusik4 ,was wir im ,vergleich mit der sophokleischen ,tragdie so hufig dem ,euripides als dichterischen ,mangel und ,rckschritt anzurechnen pflegen1 das ist zumeist das ,product jenes eindringenden kritischen ,prozesses1 jener verwegenen ,verstndigkeit4 ,der euripideische ,prolog diene uns als ,beispiel fr die ,productivitt jener rationalistischen ,methode4 ,nichts kann unserer ,bhnentechnik widerstrebender sein als der ,prolog im ,drama des ,euripides4 ,dass eine einzelne auftretende ,person am ,eingange des ,stckes erzhlt1 wer sie sei1 was der ,handlung vorangehe1 was bis jetzt geschehen1 ja was im ,verlaufe des ,stckes geschehen werde1 das wrde ein moderner ,theaterdichter als ein muthwilliges und nicht zu verzeihendes ,verzichtleisten auf den ,effect der ,spannung bezeichnen4 ,man weiss ja alles1 was geschehen wird2 wer wird abwarten wollen1 dass dies wirklich geschieht8 - da ja hier keinesfalls das aufregende ,verhltniss eines wahrsagenden ,traumes zu einer spter eintretenden ,wirklichkeit stattfindet4 ,ganz anders reflectirte ,euripides4 ,die ,wirkung der ,tragdie beruhte niemals auf der epischen ,spannung1 auf der anreizenden ,ungewissheit1 was sich jetzt und nachher ereignen werde3 vielmehr auf jenen grossen rhetorisch-lyrischen ,scenen1 in denen die ,leidenschaft und die ,dialektik des ,haupthelden zu einem breiten und mchtigen ,strome anschwoll4 ,zum ,pathos1 nicht zur ,handlung bereitete ,alles vor3 und was nicht zum ,pathos vorbereitete1 das galt als verwerflich4 ,das aber1 was die genussvolle ,hingabe an solche ,scenen am strksten erschwert1 ist ein dem ,zuhrer fehlendes ,glied1 eine ,lcke im ,gewebe der ,vorgeschichte2 so lange der ,zuhrer noch ausrechnen muss1 was diese und jene ,person bedeute1 was dieser und jener ,conflict der ,neigungen und ,absichten fr ,voraussetzungen habe1 ist seine volle ,versenkung in das ,leiden und ,thun der ,hauptpersonen1 ist das athemlose ,mitleiden und ,mitfrchten noch nicht mglich4 ,die aeschyleisch-sophokleische ,tragdie verwandte die geistreichsten ,kunstmittel1 um dem ,zuschauer in den ersten ,scenen gewissermaassen zufllig alle jene zum ,verstndniss nothwendigen ,fden in die ,hand zu geben3 ein ,zug1 in dem sich jene edle ,knstlerschaft bewhrt1 die das nothwendige ,formelle gleichsam maskirt und als ,zuflliges erscheinen lsst4 ,immerhin aber glaubte ,euripides zu bemerken1 dass whrend jener ersten ,scenen der ,zuschauer in eigenthmlicher ,unruhe sei1 um das ,rechenexempel der ,vorgeschichte auszurechnen1 so dass die dichterischen ,schnheiten und das ,pathos der ,exposition fr ihn verloren ginge4 ,deshalb stellte er den ,prolog noch vor die ,exposition und legte ihn einer ,person in den ,mund1 der man ,vertrauen schenken durfte3 eine ,gottheit musste hufig den ,verlauf der ,tragdie dem ,publicum gewissermaassen garantieren und jeden ,zweifel an der ,realitt des ,mythus nehmen3 in hnlicher ,weise1 wie ,descartes die ,realitt der empirischen ,welt nur durch die ,appellation an die ,wahrhaftigkeit ,gottes und seine ,unfhigkeit zur ,lge zu beweisen vermochte4 ,dieselbe gttliche ,wahrhaftigkeit braucht ,euripides noch einmal am ,schlusse seines ,drama's1 um die ,zukunft seiner ,helden dem ,publicum sicher zu stellen2 dies ist die ,aufgabe des berchtigten deux ex machina4 ,zwischen der epischen ,vorschau und ,hinausschau liegt die dramatischlyrische ,gegenwart1 das eigentliche ,drama4 ,so ist ,euripides als ,dichter vor allem der ,wiederhall seiner bewussten ,erkenntnisse2 und gerade dies verleiht ihm eine so denkwrdige ,stellung in der ,geschichte der griechischen ,kunst4 ,ihm muss im ,hinblick auf sein kritisch-productives ,schaffen oft zu ,muthe gewesen sein als sollte er den ,anfang der ,schrift des ,anaxagoras fr das ,drama lebendig machen1 deren erste ,worte lauten3 im ,anfang war alles beisammen2 da kam der ,verstand und schuf ,ordnung4 ,und wenn ,anaxagoras mit seinem ,nous unter den ,philosophen wie der erste ,nchterne unter lauter ,trunkenen erschien1 so mag auch ,euripides sein ,verhltniss zu den anderen ,dichtern der ,tragdie unter einem hnlichen ,bilde begriffen haben4 ,so lange der einzige ,ordner und ,walter des ,alls1 der ,nous1 noch vom knstlerischen ,schaffen ausgeschlossen war1 war noch alles in einem chaotischen ,urbrei beisammen2 so musste ,euripides urtheilen1 so musste er die trunkenen ,dichter als der erste ,nchterne verurtheilen4 ,das1 was ,sophokles von ,aeschylus gesagt hat1 er thue das ,rechte1 obschon unbewusst1 war gewiss nicht im ,sinne des ,euripides gesagt3 der nur so viel htte gelten lassen1 dass ,aeschylus1 weil er unbewusst schaffe1 das ,unrechte schaffe4 ,auch der gttliche ,plato redet vom schpferischen ,vermgen des ,dichters1 insofern dies nicht die bewusste ,einsicht ist1 zu allermeist nur ironisch und stellt es der ,begabung des ,wahrsagers und ,traumdeuters gleich2 sei doch der ,dichter nicht eher fhig zu dichten als bis er bewusstlos geworden sei1 und kein ,verstand mehr in ihm wohne4 ,euripides unternahm es1 wie es auch ,plato unternommen hat1 das ,gegenstck des unverstndigen ,dichters der ,welt zu zeigen2 sein aesthetischer ,grundsatz alles muss bewusst sein1 um schn zu sein1 ist1 wie ich sagte1 der ,parallelsatz zu dem sokratischen alles muss bewusst sein1 um gut zu sein4 ,demgemss darf uns ,euripides als der ,dichter des aesthetischen ,sokratismus gelten4 ,sokrates aber war jener zweite ,zuschauer1 der die ltere ,tragdie nicht begriff und deshalb nicht achtete2 mit ihm im ,bunde wagte ,euripides1 der ,herold eines neuen ,kunstschaffens zu sein4 ,wenn an diesem die ltere ,tragdie zu ,grunde ging1 so ist also der aesthetische ,sokratismus das mrderische ,princip3 insofern aber der ,kampf gegen das ,dionysische der lteren ,kunst gerichtet war1 erkennen wir in ,sokrates den ,gegner des ,dionysus1 den neuen ,orpheus1 der sich gegen ,dionysus erhebt und1 obschon bestimmt1 von den ,mnaden des athenischen ,gerichtshofes zerrissen zu werden1 doch den bermchtigen ,gott selbst zur ,flucht nthigt3 welcher1 wie damals1 als er vor dem ,edonerknig ,lykurg floh1 sich in die ,tiefen des ,meeres rettete1 nmlich in die mystischen ,fluthen eines die ganze ,welt allmhlich berziehenden ,geheimcultus4 #ac4 ,dass ,sokrates eine enge ,beziehung der ,tendenz zu ,euripides habe1 entging dem gleichzeitigen ,alterthume nicht2 und der beredteste ,ausdruck fr diesen glcklichen ,sprsinn ist jene in ,athen umlaufende ,sage1 ,sokrates pflege dem ,euripides im ,dichten zu helfen4 ,beide ,namen wurden von den ,anhngern der guten alten ,zeit in einem ,athem genannt1 wenn es galt1 die ,volksverfhrer der ,gegenwart aufzuzhlen3 von deren ,einflusse es herrhre1 dass die alte marathonische vierschrtige ,tchtigkeit an ,leib und ,seele immer mehr einer zweifelhaften ,aufklrung1 bei fortschreitender ,verkmmerung der leiblichen und seelischen ,krfte1 zum ,opfer falle4 ,in dieser ,tonart1 halb mit ,entrstung1 halb mit ,verachtung1 pflegt die aristophanische ,komdie von jenen ,mnnern zu reden1 zum ,schrecken der ,neueren1 welche zwar ,euripides gerne preisgeben1 aber sich nicht genug darber wundern knnen1 dass ,sokrates als der erste und oberste ,sophist1 als der ,spiegel und ,inbegriff aller sophistischen ,bestrebungen bei ,aristophanes erscheine3 wobei es einzig einen ,trost gewhrt1 den ,aristophanes selbst als einen lderlich lgenhaften ,alcibiades der ,poesie an den ,pranger zu stellen4 ,ohne an dieser ,stelle die tiefen ,instincte des ,aristophanes gegen solche ,angriffe in ,schutz zu nehmen1 fahre ich fort1 die enge ,zusammengehrigkeit des ,sokrates und des ,euripides aus der antiken ,empfindung heraus zu erweisen2 in welchem ,sinne namentlich daran zu erinnern ist1 dass ,sokrates als ,gegner der tragischen ,kunst sich des ,besuchs der ,tragdie enthielt1 und nur1 wenn ein neues ,stck des ,euripides aufgefhrt wurde1 sich unter den ,zuschauern einstellte4 ,am berhmtesten ist aber die nahe ,zusammenstellung beider ,namen in dem delphischen ,orakelspruche1 welcher ,sokrates als den ,weisesten unter den ,menschen bezeichnet1 zugleich aber das ,urtheil abgab1 dass dem ,euripides der zweite ,preis im ,wettkampfe der ,weisheit gebhre4 ,als der dritte in dieser ,stufenleiter war ,sophokles genannt2 er1 der sich gegen ,aeschylus rhmen durfte1 er thue das ,rechte und zwar1 weil er wisse1 was das ,rechte sei4 ,offenbar ist gerade der ,grad der ,helligkeit dieses ,wissens dasjenige1 was jene drei ,mnner gemeinsam als die drei ,wissenden ihrer ,zeit auszeichnet4 ,das schrfste ,wort aber fr jene neue und unerhrte ,hochschtzung des ,wissens und der ,einsicht sprach ,sokrates1 als er sich als den ,einzigen vorfand1 der sich eingestehe1 nichts zu wissen2 whrend er1 auf seiner kritischen ,wanderung durch ,athen1 bei den grssten ,staatsmnnern1 ,rednern1 ,dichtern und ,knstlern vorsprechend1 berall die ,einbildung des ,wissens antraf4 ,mit ,staunen erkannte er1 dass alle jene ,berhmtheiten selbst ber ihren ,beruf ohne richtige und sichere ,einsicht seien und denselben nur aus ,instinct trieben4 ,nur aus ,instinct3 mit diesem ,ausdruck berhren wir ,herz und ,mittelpunkt der sokratischen ,tendenz4 ,mit ihm verurtheilt der ,sokratismus eben so die bestehende ,kunst wie die bestehende ,ethik3 wohin er seine prfenden ,blicke richtet1 sieht er den ,mangel der ,einsicht und die ,macht des ,wahns und schliesst aus diesem ,mangel auf die innerliche ,verkehrtheit und ,verwerflichkeit des ,vorhandenen4 ,von diesem einen ,punkte aus glaubte ,sokrates das ,dasein corrigieren zu mssen3 er1 der ,einzelne1 tritt mit der ,miene der ,nichtachtung und der ,ueberlegenheit1 als der ,vorlufer einer ganz anders gearteten ,cultur1 ,kunst und ,moral1 in eine ,welt hinein1 deren ,zipfel mit ,ehrfurcht zu erhaschen wir uns zum grssten ,glcke rechnen wrden4 ,dies ist die ungeheuere ,bedenklichkeit1 die uns jedesmal1 ,angesichts des ,sokrates1 ergreift und die uns immer und immer wieder anreizt1 ,sinn und ,absicht dieser fragwrdigsten ,erscheinung des ,alterthums zu erkennen4 ,wer ist das1 der es wagen darf1 als ein ,einzelner das griechische ,wesen zu verneinen1 das als ,homer1 ,pindar und ,aeschylus1 als ,phidias1 als ,perikles1 als ,pythia und ,dionysus1 als der tiefste ,abgrund und die hchste ,hhe unserer staunenden ,anbetung gewiss ist8 ,welche dmonische ,kraft ist es1 die diesen ,zaubertrank in den ,staub zu schtten sich erkhnen darf8 ,welcher ,halbgott ist es1 dem der ,geisterchor der ,edelsten der ,menschheit zurufen muss3 ,weh6 ,weh6 ,du hast sie zerstrt1 die schne ,welt1 mit mchtiger ,faust2 sie strzt1 sie zerfllt6 ,einen ,schlssel zu dem ,wesen des ,sokrates bietet uns jene wunderbare ,erscheinung1 die als ,dmonion des ,sokrates bezeichnet wird4 ,in besonderen ,lagen1 in denen sein ungeheurer ,verstand in's ,schwanken gerieth1 gewann er einen festen ,anhalt durch eine in solchen ,momenten sich ussernde gttliche ,stimme4 ,diese ,stimme mahnt1 wenn sie kommt1 immer ab4 ,die instinctive ,weisheit zeigt sich bei dieser gnzlich abnormen ,natur nur1 um dem bewussten ,erkennen hier und da hindernd entgegenzutreten4 ,whrend doch bei allen productiven ,menschen der ,instinct gerade die schpferisch-affirmative ,kraft ist1 und das ,bewusstsein kritisch und abmahnend sich gebrdet3 wird bei ,sokrates der ,instinct zum ,kritiker1 das ,bewusstsein zum ,schpfer - eine wahre ,monstrositt per defectum6 ,und zwar nehmen wir hier einen monstrosen defectus jeder mystischen ,anlage wahr1 so dass ,sokrates als der specifische ,nicht-,mystiker zu bezeichnen wre1 in dem die logische ,natur durch eine ,superftation eben so excessiv entwickelt ist wie im ,mystiker jene instinctive ,weisheit4 ,andrerseits aber war es jenem in ,sokrates erscheinenden logischen ,triebe vllig versagt1 sich gegen sich selbst zu kehren2 in diesem fessellosen ,dahinstrmen zeigt er eine ,naturgewalt1 wie wir sie nur bei den allergrssten instinctiven ,krften zu unsrer schaudervollen ,ueberraschung antreffen4 ,wer nur einen ,hauch von jener gttlichen ,naivett und ,sicherheit der sokratischen ,lebensrichtung aus den platonischen ,schriften gesprt hat1 der fhlt auch1 wie das ungeheure ,triebrad des logischen ,sokratismus gleichsam hinter ,sokrates in ,bewegung ist1 und wie dies durch ,sokrates wie durch einen ,schatten hindurch angeschaut werden muss4 ,dass er aber selbst von diesem ,verhltniss eine ,ahnung hatte1 das drckt sich in dem wrdevollen ,ernste aus1 mit dem er seine gttliche ,berufung berall und noch vor seinen ,richtern geltend machte4 ,ihn darin zu widerlegen war im ,grunde eben so unmglich als seinen die ,instincte auflsenden ,einfluss gut zu heissen4 ,bei diesem unlsbaren ,conflicte war1 als er einmal vor das ,forum des griechischen ,staates gezogen war1 nur eine einzige ,form der ,verurtheilung geboten1 die ,verbannung2 als etwas durchaus ,rthselhaftes1 ,unrubricirbares1 ,unaufklrbares htte man ihn ber die ,grenze weisen drfen1 ohne dass irgend eine ,nachwelt im ,recht gewesen wre1 die ,athener einer schmhlichen ,that zu zeihen4 ,dass aber der ,tod und nicht nur die ,verbannung ber ihn ausgesprochen wurde1 das scheint ,sokrates selbst1 mit vlliger ,klarheit und ohne den natrlichen ,schauder vor dem ,tode1 durchgesetzt zu haben3 er ging in den ,tod1 mit jener ,ruhe1 mit der er nach ,plato's ,schilderung als der letzte der ,zecher im frhen ,tagesgrauen das ,symposion verlsst1 um einen neuen ,tag zu beginnen2 indess hinter ihm1 auf den ,bnken und auf der ,erde1 die verschlafenen ,tischgenossen zurckbleiben1 um von ,sokrates1 dem wahrhaften ,erotiker1 zu trumen4 ,der sterbende ,sokrates wurde das neue1 noch nie sonst geschaute ,ideal der edlen griechischen ,jugend3 vor allen hat sich der typische hellenische ,jngling1 ,plato1 mit aller inbrnstigen ,hingebung seiner ,schwrmerseele vor diesem ,bilde niedergeworfen4 #ad4 ,denken wir uns jetzt das eine grosse ,cyklopenauge des ,sokrates auf die ,tragdie gewandt1 jenes ,auge1 in dem nie der holde ,wahnsinn knstlerischer ,begeisterung geglht hat - denken wir uns1 wie es jenem ,auge versagt war1 in die dionysischen ,abgrnde mit ,wohlgefallen zu schauen - was eigentlich musste es in der erhabenen und hochgepriesenen tragischen ,kunst1 wie sie ,plato nennt1 erblicken8 ,etwas recht ,unvernnftiges1 mit ,ursachen1 die ohne ,wirkungen1 und mit ,wirkungen1 die ohne ,ursachen zu sein schienen1 dazu das ,ganze so bunt und mannichfaltig1 dass es einer besonnenen ,gemthsart widerstreben msse1 fr reizbare und empfindliche ,seelen aber ein gefhrlicher ,zunder sei4 ,wir wissen1 welche einzige ,gattung der ,dichtkunst von ihm begriffen wurde1 die aesopische ,fabel3 und dies geschah gewiss mit jener lchelnden ,anbequemung1 mit welcher der ehrliche gute ,gellert in der ,fabel von der ,biene und der ,henne das ,lob der ,poesie singt3 ,du siehst an mir1 wozu sie ntzt1 ,dem1 der nicht viel ,verstand besitzt ,die ,wahrheit durch ein ,bild zu sagen4 ,nun aber schien ,sokrates die tragische ,kunst nicht einmal die ,wahrheit zu sagen3 abgesehen davon1 dass sie sich an den wendet1 der nicht viel ,verstand besitzt1 also nicht an den ,philosophen3 ein zweifacher ,grund1 von ihr fern zu bleiben4 ,wie ,plato1 rechnete er sie zu den schmeichlerischen ,knsten1 die nur das ,angenehme1 nicht das ,ntzliche darstellen und verlangte deshalb bei seinen ,jngern ,enthaltsamkeit und strenge ,absonderung von solchen unphilosophischen ,reizungen2 mit solchem ,erfolge1 dass der jugendliche ,tragdiendichter ,plato zu allererst seine ,dichtungen verbrannte1 um ,schler des ,sokrates werden zu knnen4 ,wo aber unbesiegbare ,anlagen gegen die sokratischen ,maximen ankmpften1 war die ,kraft derselben1 sammt der ,wucht jenes ungeheuren ,charakters1 immer noch gross genug1 um die ,poesie selbst in neue und bis dahin unbekannte ,stellungen zu drngen4 ,ein ,beispiel dafr ist der eben genannte ,plato3 er1 der in der ,verurtheilung der ,tragdie und der ,kunst berhaupt gewiss nicht hinter dem naiven ,cynismus seines ,meisters zurckgeblieben ist1 hat doch aus voller knstlerischer ,nothwendigkeit eine ,kunstform schaffen mssen1 die gerade mit den vorhandenen und von ihm abgewiesenen ,kunstformen innerlich verwandt ist4 ,der ,hauptvorwurf1 den ,plato der lteren ,kunst zu machen hatte1 - dass sie ,nachahmung eines ,scheinbildes sei1 also noch einer niedrigeren ,sphre als die empirische ,welt ist1 angehre - durfte vor allem nicht gegen das neue ,kunstwerk gerichtet werden3 und so sehen wir denn ,plato bestrebt ber die ,wirklichkeit hinaus zu gehn und die jener ,pseudo-,wirklichkeit zu ,grunde liegende ,idee darzustellen4 ,damit aber war der ,denker ,plato auf einem ,umwege ebendahin gelangt1 wo er als ,dichter stets heimisch gewesen war und von wo aus ,sophokles und die ganze ltere ,kunst feierlich gegen jenen ,vorwurf protestirten4 ,wenn die ,tragdie alle frheren ,kunstgattungen in sich aufgesaugt hatte1 so darf dasselbe wiederum in einem excentrischen ,sinne vom platonischen ,dialoge gelten1 der1 durch ,mischung aller vorhandenen ,stile und ,formen erzeugt1 zwischen ,erzhlung1 ,lyrik1 ,drama1 zwischen ,prosa und ,poesie in der ,mitte schwebt und damit auch das strenge ltere ,gesetz der einheitlichen sprachlichen ,form durchbrochen hat2 auf welchem ,wege die cynischen ,schriftsteller noch weiter gegangen sind1 die in der grssten ,buntscheckigkeit des ,stils1 im ,hin- und ,herschwanken zwischen prosaischen und metrischen ,formen auch das litterarische ,bild des rasenden ,sokrates1 den sie im ,leben darzustellen pflegten1 erreicht haben4 ,der platonische ,dialog war gleichsam der ,kahn1 auf dem sich die schiffbrchige ltere ,poesie sammt allen ihren ,kindern rettete3 auf einen engen ,raum zusammengedrngt und dem einen ,steuermann ,sokrates ngstlich unterthnig fuhren sie jetzt in eine neue ,welt hinein1 die an dem phantastischen ,bilde dieses ,aufzugs sich nie satt sehen konnte4 ,wirklich hat fr die ganze ,nachwelt ,plato das ,vorbild einer neuen ,kunstform gegeben1 das ,vorbild des ,roman's3 der als die unendlich gesteigerte aesopische ,fabel zu bezeichnen ist1 in der die ,poesie in einer hnlichen ,rangordnung zur dialektischen ,philosophie lebt1 wie viele ,jahrhunderte hindurch dieselbe ,philosophie zur ,theologie3 nmlich als ancilla4 ,dies war die neue ,stellung der ,poesie1 in die sie ,plato unter dem ,drucke des dmonischen ,sokrates drngte4 ,hier berwchst der philosophische ,gedanke die ,kunst und zwingt sie zu einem engen ,sich- ,anklammern an den ,stamm der ,dialektik4 ,in dem logischen ,schematismus hat sich die apollinische ,tendenz verpuppt3 wie wir bei ,euripides etwas ,entsprechendes und ausserdem eine ,uebersetzung des ,dionysischen in den naturalistischen ,affect wahrzunehmen hatten4 ,sokrates1 der dialektische ,held im platonischen ,drama1 erinnert uns an die verwandte ,natur des euripideischen ,helden1 der durch ,grund und ,gegengrund seine ,handlungen vertheidigen muss und dadurch so oft in ,gefahr gerth1 unser tragisches ,mitleiden einzubssen3 denn wer vermchte das optimistische ,element im ,wesen der ,dialektik zu verkennen1 das in jedem ,schlusse sein ,jubelfest feiert und allein in khler ,helle und ,bewusstheit athmen kann3 das optimistische ,element1 das1 einmal in die ,tragdie eingedrungen1 ihre dionysischen ,regionen allmhlich berwuchern und sie nothwendig zur ,selbstvernichtung treiben muss - bis zum ,todessprunge in's brgerliche ,schauspiel4 ,man vergegenwrtige sich nur die ,consequenzen der sokratischen ,stze3 ,tugend ist ,wissen2 es wird nur gesndigt aus ,unwissenheit2 der ,tugendhafte ist der ,glckliche3 in diesen drei ,grundformen des ,optimismus liegt der ,tod der ,tragdie4 ,denn jetzt muss der tugendhafte ,held ,dialektiker sein1 jetzt muss zwischen ,tugend und ,wissen1 ,glaube und ,moral ein nothwendiger sichtbarer ,verband sein1 jetzt ist die transscendentale ,gerechtigkeitslsung des ,aeschylus zu dem flachen und frechen ,princip der poetischen ,gerechtigkeit mit seinem blichen deus ex machina erniedrigt4 ,wie erscheint dieser neuen sokratisch-optimistischen ,bhnenwelt gegenber jetzt der ,chor und berhaupt der ganze musikalisch-dionysische ,untergrund der ,tragdie8 ,als etwas ,zuflliges1 als eine auch wohl zu missende ,reminiscenz an den ,ursprung der ,tragdie2 whrend wir doch eingesehen haben1 dass der ,chor nur als ,ursache der ,tragdie und des ,tragischen berhaupt verstanden werden kann4 ,schon bei ,sophokles zeigt sich jene ,verlegenheit in ,betreff des ,chors - ein wichtiges ,zeichen1 dass schon bei ihm der dionysische ,boden der ,tragdie zu zerbrckeln beginnt4 ,er wagt es nicht mehr1 dem ,chor den ,hauptantheil der ,wirkung anzuvertrauen1 sondern schrnkt sein ,bereich dermaassen ein1 dass er jetzt fast den ,schauspielern coordinirt erscheint1 gleich als ob er aus der ,orchestra in die ,scene hineingehoben wrde3 womit freilich sein ,wesen vllig zerstrt ist1 mag auch ,aristoteles gerade dieser ,auffassung des ,chors seine ,beistimmung geben4 ,jene ,verrckung der ,chorposition1 welche ,sophokles jedenfalls durch seine ,praxis und1 der ,ueberlieferung nach1 sogar durch eine ,schrift anempfohlen hat1 ist der erste ,schritt zur ,vernichtung des ,chors1 deren ,phasen in ,euripides1 ,agathon und der neueren ,komdie mit erschreckender ,schnelligkeit auf einander folgen4 ,die optimistische ,dialektik treibt mit der ,geissel ihrer ,syllogismen die ,musik aus der ,tragdie3 d4h4 sie zerstrt das ,wesen der ,tragdie1 welches sich einzig als eine ,manifestation und ,verbildlichung dionysischer ,zustnde1 als sichtbare ,symbolisirung der ,musik1 als die ,traumwelt eines dionysischen ,rausches interpretiren lsst4 ,haben wir also sogar eine schon vor ,sokrates wirkende antidionysische ,tendenz anzunehmen1 die nur in ihm einen unerhrt grossartigen ,ausdruck gewinnt3 so mssen wir nicht vor der ,frage zurckschrecken1 wohin denn eine solche ,erscheinung wie die des ,sokrates deute3 die wir doch nicht im ,stande sind1 ,angesichts der platonischen ,dialoge1 als eine nur auflsende negative ,macht zu begreifen4 ,und so gewiss die allernchste ,wirkung des sokratischen ,triebes auf eine ,zersetzung der dionysischen ,tragdie ausging1 so zwingt uns eine tiefsinnige ,lebenserfahrung des ,sokrates selbst zu der ,frage1 ob denn zwischen dem ,sokratismus und der ,kunst nothwendig nur ein antipodisches ,verhltniss bestehe und ob die ,geburt eines knstlerischen ,sokrates berhaupt etwas in sich ,widerspruchsvolles sei4 ,jener despotische ,logiker hatte nmlich hier und da der ,kunst gegenber das ,gefhl einer ,lcke1 einer ,leere1 eines halben ,vorwurfs1 einer vielleicht versumten ,pflicht4 ,oefters kam ihm1 wie er im ,gefngniss seinen ,freunden erzhlt1 ein und dieselbe ,traumerscheinung1 die immer dasselbe sagte3 ,sokrates1 treibe ,musik6 ,er beruhigt sich bis zu seinen letzten ,tagen mit der ,meinung1 sein ,philosophieren sei die hchste ,musenkunst1 und glaubt nicht recht1 dass eine ,gottheit ihn an jene gemeine1 populre ,musik erinnern werde4 ,endlich im ,gefngniss versteht er sich1 um sein ,gewissen gnzlich zu entlasten1 auch dazu1 jene von ihm gering geachtete ,musik zu treiben4 ,und in dieser ,gesinnung dichtet er ein ,promium auf ,apollo und bringt einige aesopische ,fabeln in ,verse4 ,das war etwas der dmonischen warnenden ,stimme ,aehnliches1 was ihn zu diesen ,uebungen drngte1 es war seine apollinische ,einsicht1 dass er wie ein ,barbarenknig ein edles ,gtterbild nicht verstehe und in der ,gefahr sei1 sich an einer ,gottheit zu versndigen - durch sein ,nichtsverstehn4 ,jenes ,wort der sokratischen ,traumerscheinung ist das einzige ,zeichen einer ,bedenklichkeit ber die ,grenzen der logischen ,natur3 vielleicht - so musste er sich fragen - ist das mir ,nichtverstndliche doch nicht auch sofort das ,unverstndige8 ,vielleicht giebt es ein ,reich der ,weisheit1 aus dem der ,logiker verbannt ist8 ,vielleicht ist die ,kunst sogar ein nothwendiges ,correlativum und ,supplement der ,wissenschaft8 #ae4 ,im ,sinne dieser letzten ahnungsvollen ,fragen muss nun ausgesprochen werden1 wie der ,einfluss des ,sokrates1 bis auf diesen ,moment hin1 ja in alle ,zukunft hinaus1 sich1 gleich einem in der ,abendsonne immer grsser werdenden ,schatten1 ber die ,nachwelt hin ausgebreitet hat1 wie derselbe zur ,neuschaffung der ,kunst - und zwar der ,kunst im bereits metaphysischen1 weitesten und tiefsten ,sinne - immer wieder nthigt und1 bei seiner eignen ,unendlichkeit1 auch deren ,unendlichkeit verbrgt4 ,bevor dies erkannt werden konnte1 bevor die innerste ,abhngigkeit jeder ,kunst von den ,griechen1 den ,griechen von ,homer bis auf ,sokrates1 berzeugend dargethan war1 musste es uns mit diesen ,griechen ergehen wie den ,athenern mit ,sokrates4 ,fast jede ,zeit und ,bildungsstufe hat einmal sich mit tiefem ,missmuthe von den ,griechen zu befreien gesucht1 weil ,angesichts derselben alles ,selbstgeleistete1 scheinbar vllig ,originelle1 und recht aufrichtig ,bewunderte pltzlich ,farbe und ,leben zu verlieren schien und zur misslungenen ,copie1 ja zur ,caricatur zusammenschrumpfte4 ,und so bricht immer von ,neuem einmal der herzliche ,ingrimm gegen jenes anmaassliche ,vlkchen hervor das sich erkhnte1 alles ,nichteinheimische fr alle ,zeiten als barbarisch zu bezeichnen3 wer sind jene1 fragt man sich1 die1 obschon sie nur einen ephemeren historischen ,glanz1 nur lcherlich engbegrenzte ,institutionen1 nur eine zweifelhafte ,tchtigkeit der ,sitte aufzuweisen haben und sogar mit hsslichen ,lastern gekennzeichnet sind1 doch die ,wrde und ,sonderstellung unter den ,vlkern in ,anspruch nehmen1 die dem ,genius unter der ,masse zukommt8 ,leider war man nicht so glcklich den ,schierlingsbecher zu finden1 mit dem ein solches ,wesen einfach abgethan werden konnte3 denn alles ,gift1 das ,neid1 ,verlumdung und ,ingrimm in sich erzeugten1 reichte nicht hin1 jene selbstgenugsame ,herrlichkeit zu vernichten4 ,und so schmt und frchtet man sich vor den ,griechen2 es sei denn1 dass ,einer die ,wahrheit ber alles achte und so sich auch diese ,wahrheit einzugestehn wage1 dass die ,griechen unsere und jegliche ,cultur als ,wagenlenker in den ,hnden haben1 dass aber fase immer ,wagen und ,pferde von zu geringem ,stoffe und der ,glorie ihrer ,fhrer unangemessen sind1 die dann es fr einen ,scherz erachten1 ein solches ,gespann in den ,abgrund zu jagen3 ber den sie selbst1 mit dem ,sprunge des ,achilles1 hinwegsetzen4 ,um die ,wrde einer solchen ,fhrerstellung auch fr ,sokrates zu erweisen1 gengt es in ihm den ,typus einer vor ihm unerhrten ,daseinsform zu erkennen1 den ,typus des theoretischen ,menschen1 ber dessen ,bedeutung und ,ziel zur ,einsicht zu kommen1 unsere nchste ,aufgabe ist4 ,auch der theoretische ,mensch hat ein unendliches ,gengen am ,vorhandenen1 wie der ,knstler1 und ist wie jener vor der praktischen ,ethik des ,pessimismus und vor seinen nur im ,finsteren leuchtenden ,lynkeusaugen1 durch jenes ,gengen geschtzt4 ,wenn nmlich der ,knstler bei jeder ,enthllung der ,wahrheit immer nur mit verzckten ,blicken an dem hngen bleibt1 was auch jetzt1 nach der ,enthllung1 noch ,hlle bleibt1 geniesst und befriedigt sich der theoretische ,mensch an der abgeworfenen ,hlle und hat sein hchstes ,lustziel in dem ,prozess einer immer glcklichen1 durch eigene ,kraft gelingenden ,enthllung4 ,es gbe keine ,wissenschaft1 wenn ihr nur um jene eine nackte ,gttin und um nichts ,anderes zu thun wre4 ,denn dann msste es ihren ,jngern zu ,muthe sein1 wie ,solchen1 die ein ,loch gerade durch die ,erde graben wollten3 von denen ein ,jeder einsieht1 dass er1 bei grsster und lebenslnglicher ,anstrengung1 nur ein ganz kleines ,stck der ungeheuren ,tiefe zu durchgraben im ,stande sei1 welches vor seinen ,augen durch die ,arbeit des ,nchsten wieder berschttet wird1 so dass ein ,dritter wohl daran zu thun scheint1 wenn er auf eigne ,faust eine neue ,stelle fr seine ,bohrversuche whlt4 ,wenn jetzt nun ,einer zur ,ueberzeugung beweist1 dass auf diesem directen ,wege das ,antipodenziel nicht zu erreichen sei1 wer wird noch in den alten ,tiefen weiterarbeiten wollen1 es sei denn1 dass er sich nicht inzwischen gengen lasse1 edles ,gestein zu finden oder ,naturgesetze zu entdecken4 ,darum hat ,lessing1 der ehrlichste theoretische ,mensch1 es auszusprechen gewagt1 dass ihm mehr am ,suchen der ,wahrheit als an ihr selbst gelegen sei3 womit das ,grundgeheimniss der ,wissenschaft1 zum ,erstaunen1 ja ,aerger der ,wissenschaftlichen1 aufgedeckt worden ist4 ,nun steht freilich neben dieser vereinzelten ,erkenntniss1 als einem ,excess der ,ehrlichkeit1 wenn nicht des ,uebermuthes1 eine tiefsinnige ,wahnvorstellung1 welche zuerst in der ,person des ,sokrates zur ,welt kam1 jener unerschtterliche ,glaube1 dass das ,denken1 an dem ,leitfaden der ,causalitt1 bis in die tiefsten ,abgrnde des ,seins reiche1 und dass das ,denken das ,sein nicht nur zu erkennen1 sondern sogar zu corrigiren im ,stande sei4 ,dieser erhabene metaphysische ,wahn ist als ,instinct der ,wissenschaft beigegeben und fhrt sie immer und immer wieder zu ihren ,grenzen1 an denen sie in ,kunst umschlagen muss3 auf welchees eigentlich1 bei diesem ,mechanismus1 abgesehn ist4 ,schauen wir jetzt1 mit der ,fackel dieses ,gedankens1 auf ,sokrates hin3 so erscheint er uns als der ,erste1 der an der ,hand jenes ,instinctes der ,wissenschaft nicht nur leben1 sondern - was bei weitem mehr ist - auch sterben konnte3 und deshalb ist das ,bild des sterbenden ,sokrates als des durch ,wissen und ,grnde der ,todesfurcht enthobenen ,menschen das ,wappenschild1 das ber dem ,eingangsthor der ,wissenschaft einen ,jeden an deren ,bestimmung erinnert1 nmlich das ,dasein als begreiflich und damit als gerechtfertigt erscheinen zu machen3 wozu freilich wenn die ,grnde nicht reichen1 schliesslich auch der ,mythus dienen muss1 den ich sogar als nothwendige ,consequenz1 ja als ,absicht der ,wissenschaft soeben bezeichnete4 ,wer sich einmal anschaulich macht1 wie nach ,sokrates1 dem ,mystagogen der ,wissenschaft1 eine ,philosophenschule nach der anderen1 wie ,welle auf ,welle1 sich ablst1 wie eine nie geahnte ,universalitt der ,wissensgier in dem weitesten ,bereich der gebildeten ,welt und als eigentliche ,aufgabe fr jeden hher ,befhigten die ,wissenschaft auf die hohe ,see fhrte1 von der sie niemals seitdem wieder vllig vertrieben werden konnte1 wie durch diese ,universalitt erst ein gemeinsames ,netz des ,gedankens ber den gesammten ,erdball1 ja mit ,ausblicken auf die ,gesetzlichkeit eines ganzen ,sonnensystems1 gespannt wurde2 wer dies ,alles1 sammt der erstaunlich hohen ,wissenspyramide der ,gegenwart1 sich vergegenwrtigt1 der kann sich nicht entbrechen1 in ,sokrates den einen ,wendepunkt und ,wirbel der sogenannten ,weltgeschichte zu sehen4 ,denn dchte man sich einmal diese ganze unbezifferbare ,summe von ,kraft1 die fr jene ,welttendenz verbraucht worden ist1 nicht im ,dienste des ,erkennens1 sondern auf die praktischen d4h4 egoistischen ,ziele der ,individuen und ,vlker verwendet1 so wre wahrscheinlich in allgemeinen ,vernichtungskmpfen und fortdauernden ,vlkerwanderungen die instinctive ,lust zum ,leben so abgeschwcht1 dass1 bei der ,gewohnheit des ,selbstmordes1 der ,einzelne vielleicht den letzten ,rest von ,pflichtgefhl empfinden msste1 wenn er1 wie der ,bewohner der ,fidschiinseln1 als ,sohn seine ,eltern1 als ,freund seinen ,freund erdrosselt3 ein praktischer ,pessimismus1 der selbst eine grausenhafte ,ethik des ,vlkermordes aus ,mitleid erzeugen knnte - der brigens berall in der ,welt vorhanden ist und vorhanden war1 wo nicht die ,kunst in irgend welchen ,formen1 besonders als ,religion und ,wissenschaft1 zum ,heilmittel und zur ,abwehr jenes ,pesthauchs erschienen ist4 ,angesichts dieses praktischen ,pessimismus ist ,sokrates das ,urbild des theoretischen ,optimisten1 der in dem bezeichneten ,glauben an die ,ergrndlichkeit der ,natur der ,dinge dem ,wissen und der ,erkenntniss die ,kraft einer ,universalmedizin beilegt und im ,irrthum das ,uebel an sich begreift4 ,in jene ,grnde einzudringen und die wahre ,erkenntniss vom ,schein und vom ,irrthum zu sondern1 dnkte dem sokratischen ,menschen der edelste1 selbst der einzige wahrhaft menschliche ,beruf zu sein3 so wie jener ,mechanismus der ,begriffe1 ,urtheile und ,schlsse von ,sokrates ab als hchste ,bethtigung und bewunderungswrdigste ,gabe der ,natur ber alle anderen ,fhigkeiten geschtzt wurde4 ,selbst die erhabensten sittlichen ,thaten1 die ,regungen des ,mitleids1 der ,aufopferung1 des ,heroismus und jene schwer zu erringende ,meeresstille der ,seele1 die der apollinische ,grieche ,sophrosyne nannte1 wurden von ,sokrates und seinen gleichgesinnten ,nachfolgern bis auf die ,gegenwart hin aus der ,dialektik des ,wissens abgeleitet und demgemss als lehrbar bezeichnet4 ,wer die ,lust einer sokratischen ,erkenntniss an sich erfahren hat und sprt1 wie diese1 in immer weiteren ,ringen1 die ganze ,welt der ,erscheinungen zu umfassen sucht1 der wird von da an keinen ,stachel1 der zum ,dasein drngen knnte1 heftiger empfinden als die ,begierde1 jene ,eroberung zu vollenden und das ,netz undurchdringbar fest zu spinnen4 ,einem so ,gestimmten erscheint dann der platonische ,sokrates als der ,lehrer einer ganz neuen ,form der griechischen ,heiterkeit und ,daseinsseligkeit1 welche sich in ,handlungen zu entladen sucht und diese ,entladung zumeist in maeeutischen und erziehenden ,einwirkungen auf edle ,jnglinge1 zum ,zweck der endlichen ,erzeugung des ,genius1 finden wird4 ,nun aber eilt die ,wissenschaft1 von ihrem krftigen ,wahne angespornt1 unaufhaltsam bis zu ihren ,grenzen1 an denen ihr im ,wesen der ,logik verborgener ,optimismus scheitert4 ,denn die ,peripherie des ,kreises der ,wissenschaft hat unendlich viele ,punkte1 und whrend noch gar nicht abzusehen ist1 wie jemals der ,kreis vllig ausgemessen werden knnte1 so trifft doch der edle und begabte ,mensch1 noch vor der ,mitte seines ,daseins und unvermeidlich1 auf solche ,grenzpunkte der ,peripherie1 wo er in das ,unaufhellbare starrt4 ,wenn er hier zu seinem ,schrecken sieht1 wie die ,logik sich an diesen ,grenzen um sich selbst ringelt und endlich sich in den ,schwanz beisst - da bricht die neue ,form der ,erkenntniss durch1 die tragische ,erkenntniss1 die1 um nur ertragen zu werden1 als ,schutz und ,heilmittel die ,kunst braucht4 ,schauen wir1 mit gestrkten und an den ,griechen erlabten ,augen1 auf die hchsten ,sphren derjenigen ,welt1 die uns umfluthet1 so gewahren wir die in ,sokrates vorbildlich erscheinende ,gier der unersttlichen optimistischen ,erkenntniss in tragische ,resignation und ,kunstbedrftigkeit umgeschlagen3 whrend allerdings dieselbe ,gier1 auf ihren niederen ,stufen1 sich kunstfeindlich ussern und vornehmlich die dionysisch-tragische ,kunst innerlich verabscheuen muss1 wie dies an der ,bekmpfung der aeschyleischen ,tragdie durch den ,sokratismus beispielsweise dargestellt wurde4 ,hier nun klopfen wir1 bewegten ,gemthes1 an die ,pforten der ,gegenwart und ,zukunft3 wird jenes ,umschlagen zu immer neuen ,configurationen des ,genius und gerade des musiktreibenden ,sokrates fhren8 ,wird das ber das ,dasein gebreitete ,netz der ,kunst1 sei es auch unter dem ,namen der ,religion oder der ,wissenschaft1 immer fester und zarter geflochten werden oder ist ihm bestimmt1 unter dem ruhelos barbarischen ,treiben und ,wirbeln1 das sich jetzt die ,gegenwart nennt1 in ,fetzen zu reissen8 - ,besorgt1 doch nicht trostlos stehen wir eine kleine ,weile bei ,seite1 als die ,beschaulichen1 denen es erlaubt ist1 ,zeugen jener ungeheuren ,kmpfe und ,uebergnge zu sein4 ,ach6 ,es ist der ,zauber dieser ,kmpfe1 dass1 wer sie schaut1 sie auch kmpfen muss6 #af4 ,an diesem ausgefhrten historischen ,beispiel haben wir klar zu machen gesucht1 wie die ,tragdie an dem ,entschwinden des ,geistes der ,musik eben so gewiss zu ,grunde geht1 wie sie aus diesem ,geiste allein geboren werden kann4 ,das ,ungewhnliche dieser ,behauptung zu mildern und andererseits den ,ursprung dieser unserer ,erkenntniss aufzuzeigen1 mssen wir uns jetzt freien ,blicks den analogen ,erscheinungen der ,gegenwart gegenber stellen2 wir mssen mitten hinein in jene ,kmpfe treten1 welche1 wie ich eben sagte1 zwischen der unersttlichen optimistischen ,erkenntniss und der tragischen ,kunstbedrftigkeit in den hchsten ,sphren unserer jetzigen ,welt gekmpft werden4 ,ich will hierbei von allen den anderen gegnerischen ,trieben absehn1 die zu jeder ,zeit der ,kunst und gerade der ,tragdie entgegenarbeiten und die auch in der ,gegenwart in dem ,maasse siegesgewiss um sich greifen1 dass von den theatralischen ,knsten z4,b4 allein die ,posse und das ,ballet in einem einigermaassen ppigen ,wuchern ihre vielleicht nicht fr ,jedermann wohlriechenden ,blthen treiben4 ,ich will nur von der erlauchtesten ,gegnerschaft der tragischen ,weltbetrachtung reden und meine damit die in ihrem tiefsten ,wesen optimistische ,wissenschaft1 mit ihrem ,ahnherrn ,sokrates an der ,spitze4 ,alsbald sollen auch die ,mchte bei ,namen genannt werden1 welche mir eine ,wiedergeburt der ,tragdie - und welche andere selige ,hoffnungen fr das deutsche ,wesen6 - zu verbrgen scheinen4 ,bevor wir uns mitten in jene ,kmpfe hineinstrzen1 hllen wir uns in die ,rstung unsrer bisher eroberten ,erkenntnisse4 ,im ,gegensatz zu allen denen1 welche beflissen sind1 die ,knste aus einem einzigen ,princip1 als dem nothwendigen ,lebensquell jedes ,kunstwerks abzuleiten1 halte ich den ,blick auf jene beiden knstlerischen ,gottheiten der ,griechen1 ,apollo und ,dionysus1 geheftet und erkenne in ihnen die lebendigen und anschaulichen ,reprsentanten zweier in ihrem tiefsten ,wesen und ihren hchsten ,zielen verschiedenen ,kunstwelten4 ,apollo steht vor mir1 als der verklrende ,genius des principii individuationis1 durch den allein die ,erlsung im ,scheine wahrhaft zu erlangen ist3 whrend unter dem mystischen ,jubelruf des ,dionysus der ,bann der ,individuation zersprengt wird und der ,weg zu den ,mttern des ,sein's1 zu dem innersten ,kern der ,dinge offen liegt4 ,dieser ungeheuere ,gegensatz1 der sich zwischen der plastischen ,kunst als der apollinischen und der ,musik als der dionysischen ,kunst klaffend aufthut1 ist einem ,einzigen der grossen ,denker in dem ,maasse offenbar geworden1 dass er1 selbst ohne jene ,anleitung der hellenischen ,gttersymbolik1 der ,musik einen verschiedenen ,charakter und ,ursprung vor allen anderen ,knsten zuerkannte1 weil sie nicht1 wie jene alle1 ,abbild der ,erscheinung1 sondern unmittelbar ,abbild des ,willens selbst sei und also zu allem ,physischen der ,welt das ,metaphysische1 zu aller ,erscheinung das ,ding an sich darstelle4 7,schopenhauer1 ,welt als ,wille und ,vorstellung ,i1 p4 #caj74 ,auf diese wichtigste ,erkenntniss aller ,aesthetik1 mit der1 in einem ernstern ,sinne genommen1 die ,aesthetik erst beginnt1 hat ,richard ,wagner1 zur ,bekrftigung ihrer ewigen ,wahrheit1 seinen ,stempel gedrckt1 wenn er im ,beethoven feststellt1 dass die ,musik nach ganz anderen aesthetischen ,principien als alle bildenden ,knste und berhaupt nicht nach der ,kategorie der ,schnheit zu bemessen sei3 obgleich eine irrige ,aesthetik1 an der ,hand einer missleiteten und entarteten ,kunst1 von jenem in der bildnerischen ,welt geltenden ,begriff der ,schnheit aus sich gewhnt habe1 von der ,musik eine hnliche ,wirkung wie von den ,werken der bildenden ,kunst zu fordern1 nmlich die ,erregung des ,gefallens an schnen ,formen4 ,nach der ,erkenntniss jenes ungeheuren ,gegensatzes fhlte ich eine starke ,nthigung1 mich dem ,wesen der griechischen ,tragdie und damit der tiefsten ,offenbarung des hellenischen ,genius zu nahen3 denn erst jetzt glaubte ich des ,zaubers mchtig zu sein1 ber die ,phraseologie unserer blichen ,aesthetik hinaus1 das ,urproblem der ,tragdie mir leibhaft vor die ,seele stellen zu knnen3 wodurch mir ein so befremdlich eigenthmlicher ,blick in das ,hellenische vergnnt war1 dass es mir scheinen musste1 als ob unsre so stolz sich gebrdende classisch-hellenische ,wissenschaft in der ,hauptsache bis jetzt nur an ,schattenspielen und ,aeusserlichkeiten sich zu weiden gewusst habe4 ,jenes ,urproblem mchten wir vielleicht mit dieser ,frage berhren3 welche aesthetische ,wirkung entsteht1 wenn jene an sich getrennten ,kunstmchte des ,apollinischen und des ,dionysischen neben einander in ,thtigkeit gerathen8 ,oder in krzerer ,form3 wie verhlt sich die ,musik zu ,bild und ,begriff8 - ,schopenhauer1 dem ,richard ,wagner gerade fr diesen ,punkt eine nicht zu berbietende ,deutlichkeit und ,durchsichtigkeit der ,darstellung nachrhmt1 ussert sich hierber am ausfhrlichsten in der folgenden ,stelle1 die ich hier in ihrer ganzen ,lnge wiedergeben werde4 ,welt als ,wille und ,vorstellung ,i1 p4 #cji3 ,diesem allen zufolge knnen wir die erscheinende ,welt1 oder die ,natur1 und die ,musik als zwei verschiedene ,ausdrcke derselben ,sache ansehen1 welche selbst daher das allein ,vermittelnde der ,analogie beider ist1 dessen ,erkenntniss erfordert wird1 um jene ,analogie einzusehen4 ,die ,musik ist demnach1 wenn als ,ausdruck der ,welt angesehen eine im hchsten ,grad allgemeine ,sprache1 die sich sogar zur ,allgemeinheit der ,begriffe ungefhr verhlt wie diese zu den einzelnen ,dingen4 ,ihre ,allgemeinheit ist aber keineswegs jene leere ,allgemeinheit der ,abstraction1 sondern ganz anderer ,art und ist verbunden mit durchgngiger deutlicher ,bestimmtheit4 ,sie gleicht hierin den geometrischen ,figuren und den ,zahlen1 welche als die allgemeinen ,formen aller mglichen ,objecte der ,erfahrung und auf alle a priori anwendbar1 doch nicht abstract1 sondern anschaulich und durchgngig bestimmt sind4 ,alle mglichen ,bestrebungen1 ,erregungen und ,aeusserungen des ,willens1 alle jene ,vorgnge im ,innern des ,menschen1 welche die ,vernunft in den weiten negativen ,begriff ,gefhl wirft1 sind durch die unendlich vielen mglichen ,melodien auszudrcken1 aber immer in der ,allgemeinheit blosser ,form1 ohne den ,stoff1 immer nur nach dem ,ansich1 nicht nach der ,erscheinung1 gleichsam die innerste ,seele derselben1 ohne ,krper4 ,aus diesem innigen ,verhltniss1 welches die ,musik zum wahren ,wesen aller ,dinge hat1 ist auch dies zu erklren1 dass1 wenn zu irgend einer ,scene1 ,handlung1 ,vorgang1 ,umgebung1 eine passende ,musik ertnt1 diese uns den geheimsten ,sinn derselben aufzuschliessen scheint und als der richtigste und deutlichste ,commentar dazu auftritt2 imgleichen1 dass es ,dem1 der sich dem ,eindruck einer ,symphonie ganz hingiebt1 ist1 als she er alle mglichen ,vorgnge des ,lebens und der ,welt an sich vorberziehen3 dennoch kann er1 wenn er sich besinnt1 keine ,aehnlichkeit angeben zwischen jenem ,tonspiel und den ,dingen1 die ihm vorschwebten4 ,denn die ,musik ist1 wie gesagt1 darin von allen anderen ,knsten verschieden1 dass sie nicht ,abbild der ,erscheinung1 oder richtiger1 der adquaten ,objectitt des ,willens1 sondern unmittelbar ,abbild des ,willens selbst ist und also zu allem ,physischen der ,welt das ,metaphysische1 zu aller ,erscheinung das ,ding an sich darstellt4 ,man knnte demnach die ,welt ebensowohl verkrperte ,musik1 als verkrperten ,willen nennen3 daraus also ist es erklrlich1 warum ,musik jedes ,gemlde1 ja jede ,scene des wirklichen ,lebens und der ,welt1 sogleich in erhhter ,bedeutsamkeit hervortreten lsst2 freilich um so mehr1 je analoger ihre ,melodie dem innern ,geiste der gegebenen ,erscheinung ist4 ,hierauf beruht es1 dass man ein ,gedicht als ,gesang1 oder eine anschauliche ,darstellung als ,pantomime1 oder beides als ,oper der ,musik unterlegen kann4 ,solche einzelne ,bilder des ,menschenlebens1 der allgemeinen ,sprache der ,musik untergelegt1 sind nie mit durchgngiger ,nothwendigkeit ihr verbunden oder entsprechend2 sondern sie stehen zu ihr nur im ,verhltniss eines beliebigen ,beispiels zu einem allgemeinen ,begriff3 sie stellen in der ,bestimmtheit der ,wirklichkeit ,dasjenige dar1 was die ,musik in der ,allgemeinheit blosser ,form aussagt4 ,denn die ,melodien sind gewissermaassen1 gleich den allgemeinen ,begriffen1 ein ,abstractum der ,wirklichkeit4 ,diese nmlich1 also die ,welt der einzelnen ,dinge1 liefert das ,anschauliche1 das ,besondere und ,individuelle1 den einzelnen ,fall1 sowohl zur ,allgemeinheit der ,begriffe1 als zur ,allgemeinheit der ,melodien1 welche beide ,allgemeinheiten einander aber in gewisser ,hinsicht entgegengesetzt sind2 indem die ,begriffe nur die allererst aus der ,anschauung abstrahirten ,formen1 gleichsam die abgezogene ussere ,schale der ,dinge enthalten1 also ganz eigentlich ,abstracta sind2 die ,musik hingegen den innersten aller ,gestaltung vorhergngigen ,kern1 oder das ,herz der ,dinge giebt4 ,dies ,verhltniss liesse sich recht gut in der ,sprache der ,scholastiker ausdrcken1 indem man sagte3 die ,begriffe sind die universalia post rem1 die ,musik aber giebt die universalia ante rem1 und die ,wirklichkeit die universalia in re4 ,dass aber berhaupt eine ,beziehung zwischen einer ,composition und einer anschaulichen ,darstellung mglich ist1 beruht1 wie gesagt1 darauf1 dass beide nur ganz verschiedene ,ausdrcke desselben innern ,wesens der ,welt sind4 ,wann nun im einzelnen ,fall eine solche ,beziehung wirklich vorhanden ist1 also der ,componist die ,willensregungen1 welche den ,kern einer ,begebenheit ausmachen1 in der allgemeinen ,sprache der ,musik auszusprechen gewusst hat3 dann ist die ,melodie des ,liedes1 die ,musik der ,oper ausdrucksvoll4 ,die vom ,componisten aufgefundene ,analogie zwischen jenen beiden muss aber aus der unmittelbaren ,erkenntniss des ,wesens der ,welt1 seiner ,vernunft unbewusst1 hervorgegangen und darf nicht1 mit bewusster ,absichtlichkeit1 durch ,begriffe vermittelte ,nachahmung sein3 sonst spricht die ,musik nicht das innere ,wesen1 den ,willen selbst aus2 sondern ahmt nur seine ,erscheinung ungengend nach2 wie dies alle eigentlich nachbildende ,musik thut4 - ,wir verstehen also1 nach der ,lehre ,schopenhauer's1 die ,musik als die ,sprache des ,willens unmittelbar und fhlen unsere ,phantasie angeregt1 jene zu uns redende1 unsichtbare und doch so lebhaft bewegte ,geisterwelt zu gestalten und sie in einem analogen ,beispiel uns zu verkrpern4 ,andrerseits kommt ,bild und ,begriff1 unter der ,einwirkung einer wahrhaft entsprechenden ,musik1 zu einer erhhten ,bedeutsamkeit4 ,zweierlei ,wirkungen pflegt also die dionysische ,kunst auf das apollinische ,kunstvermgen auszuben3 die ,musik reizt zum gleichnissartigen ,anschauen der dionysischen ,allgemeinheit1 die ,musik lsst sodann das gleichnissartige ,bild in hchster ,bedeutsamkeit hervortreten4 ,aus diesen an sich verstndlichen und keiner tieferen ,beobachtung unzugnglichen ,thatsachen erschliesse ich die ,befhigung der ,musik1 den ,mythus d4h4 das bedeutsamste ,exempel zu gebren und gerade den tragischen ,mythus3 den ,mythus1 der von der dionysischen ,erkenntniss in ,gleichnissen redet4 ,an dem ,phnomen des ,lyrikers habe ich dargestellt1 wie die ,musik im ,lyriker darnach ringt1 in apollinischen ,bildern ber ihr ,wesen sich kund zu geben3 denken wir uns jetzt1 dass die ,musik in ihrer hchsten ,steigerung auch zu einer hchsten ,verbildlichung zu kommen suchen muss1 so mssen wir fr mglich halten1 dass sie auch den symbolischen ,ausdruck fr ihre eigentliche dionysische ,weisheit zu finden wisse2 und wo anders werden wir diesen ,ausdruck zu suchen haben1 wenn nicht in der ,tragdie und berhaupt im ,begriff des ,tragischen8 ,aus dem ,wesen der ,kunst1 wie sie gemeinhin nach der einzigen ,kategorie des ,scheines und der ,schnheit begriffen wird1 ist das ,tragische in ehrlicher ,weise gar nicht abzuleiten2 erst aus dem ,geiste der ,musik heraus verstehen wir eine ,freude an der ,vernichtung des ,individuums4 ,denn an den einzelnen ,beispielen einer solchen ,vernichtung wird uns nur das ewige ,phnomen der dionysischen ,kunst deutlich gemacht1 die den ,willen in seiner ,allmacht gleichsam hinter dem principio individuationis1 das ewige ,leben jenseit aller ,erscheinung und trotz aller ,vernichtung zum ,ausdruck bringt4 ,die metaphysische ,freude am ,tragischen ist eine ,uebersetzung der instinctiv unbewussten dionysischen ,weisheit in die ,sprache des ,bildes3 der ,held1 die hchste ,willenserscheinung1 wird zu unserer ,lust verneint1 weil er doch nur ,erscheinung ist1 und das ewige ,leben des ,willens durch seine ,vernichtung nicht berhrt wird4 ,wir glauben an das ewige ,leben1 so ruft die ,tragdie2 whrend die ,musik die unmittelbare ,idee dieses ,lebens ist4 ,ein ganz verschiednes ,ziel hat die ,kunst des ,plastikers3 hier berwindet ,apollo das ,leiden des ,individuums durch die leuchtende ,verherrlichung der ,ewigkeit der ,erscheinung1 hier siegt die ,schnheit ber das dem ,leben inhrirende ,leiden1 der ,schmerz wird in einem gewissen ,sinne aus den ,zgen der ,natur hinweggelogen4 ,in der dionysischen ,kunst und in deren tragischer ,symbolik redet uns dieselbe ,natur mit ihrer wahren1 unverstellten ,stimme an3 ,seid wie ich bin6 ,unter dem unaufhrlichen ,wechsel der ,erscheinungen die ewig schpferische1 ewig zum ,dasein zwingende1 an diesem ,erscheinungswechsel sich ewig befriedigende ,urmutter6 #ag4 ,auch die dionysische ,kunst will uns von der ewigen ,lust des ,daseins berzeugen3 nur sollen wir diese ,lust nicht in den ,erscheinungen1 sondern hinter den ,erscheinungen suchen4 ,wir sollen erkennen1 wie alles1 was entsteht1 zum leidvollen ,untergange bereit sein muss1 wir werden gezwungen in die ,schrecken der ,individualexistenz hineinzublicken - und sollen doch nicht erstarren3 ein metaphysischer ,trost reisst uns momentan aus dem ,getriebe der ,wandelgestalten heraus4 ,wir sind wirklich in kurzen ,augenblicken das ,urwesen selbst und fhlen dessen unbndige ,daseinsgier und ,daseinslust2 der ,kampf1 die ,qual1 die ,vernichtung der ,erscheinungen dnkt uns jetzt wie nothwendig1 bei dem ,uebermaass von unzhligen1 sich in's ,leben drngenden und stossenden ,daseinsformen1 bei der berschwnglichen ,fruchtbarkeit des ,weltwillens2 wir werden von dem wthenden ,stachel dieser ,qualen in demselben ,augenblicke durchbohrt1 wo wir gleichsam mit der unermesslichen ,urlust am ,dasein eins geworden sind und wo wir die ,unzerstrbarkeit und ,ewigkeit dieser ,lust in dionysischer ,entzckung ahnen4 ,trotz ,furcht und ,mitleid sind wir die glcklich-,lebendigen1 nicht als ,individuen1 sondern als das eine ,lebendige1 mit dessen ,zeugungslust wir verschmolzen sind4 ,die ,entstehungsgeschichte der griechischen ,tragdie sagt uns jetzt mit lichtvoller ,bestimmtheit1 wie das tragische ,kunstwerk der ,griechen wirklich aus dem ,geiste der ,musik herausgeboren ist3 durch welchen ,gedanken wir zum ersten ,male dem ursprnglichen und so erstaunlichen ,sinne des ,chors gerecht geworden zu sein glauben4 ,zugleich aber mssen wir zugeben1 dass die vorhin aufgestellte ,bedeutung des tragischen ,mythus den griechischen ,dichtern1 geschweige den griechischen ,philosophen1 niemals in begrifflicher ,deutlichkeit durchsichtig geworden ist2 ihre ,helden sprechen gewissermaassen oberflchlicher als sie handeln1 der ,mythus findet in dem gesprochnen ,wort durchaus nicht seine adquate ,objectivation4 ,das ,gefge der ,scenen und die anschaulichen ,bilder offenbaren eine tiefere ,weisheit1 als der ,dichter selbst in ,worte und ,begriffe fassen kann3 wie das ,gleiche auch bei ,shakespeare beobachtet wird1 dessen ,hamlet z4,b4 in einem hnlichen ,sinne oberflchlicher redet als er handelt1 so dass nicht aus den ,worten heraus1 sondern aus dem vertieften ,anschauen und ,ueberschauen des ,ganzen jene frher erwhnte ,hamletlehre zu entnehmen ist4 ,in ,betreff der griechischen ,tragdie1 die uns freilich nur als ,wortdrama entgegentritt1 habe ich sogar angedeutet1 dass jene ,incongruenz zwischen ,mythus und ,wort uns leicht verfhren knnte1 sie fr flacher und bedeutungsloser zu halten1 als sie ist1 und demnach auch eine oberflchlichere ,wirkung fr sie vorauszusetzen1 als sie nach den ,zeugnissen der ,alten gehabt haben muss3 denn wie leicht vergisst man1 dass1 was dem ,wortdichter nicht gelungen war1 die hchste ,vergeistigung und ,idealitt des ,mythus zu erreichen1 ihm als schpferischem ,musiker in jedem ,augenblick gelingen konnte6 ,wir freilich mssen uns die ,uebermacht der musikalischen ,wirkung fast auf gelehrtem ,wege reconstruiren1 um etwas von jenem unvergleichlichen ,troste zu empfangen1 der der wahren ,tragdie zu eigen sein muss4 ,selbst diese musikalische ,uebermacht aber wrden wir nur1 wenn wir ,griechen wren1 als solche empfunden haben3 whrend wir in der ganzen ,entfaltung der griechischen ,musik - der uns bekannten und vertrauten1 so unendlich reicheren gegenber - nur das in schchternem ,kraftgefhle angestimmte ,jnglingslied des musikalischen ,genius zu hren glauben4 ,die ,griechen sind1 wie die gyptischen ,priester sagen1 die ewigen ,kinder1 und auch in der tragischen ,kunst nur die ,kinder1 welche nicht wissen1 welches erhabene ,spielzeug unter ihren ,hnden entstanden ist und - zertrmmert wird4 ,jenes ,ringen des ,geistes der ,musik nach bildlicher und mythischer ,offenbarung1 welches von den ,anfngen der ,lyrik bis zur attischen ,tragdie sich steigert1 bricht pltzlich1 nach eben erst errungener ppiger ,entfaltung1 ab und verschwindet gleichsam von der ,oberflche der hellenischen ,kunst3 whrend die aus diesem ,ringen geborne dionysische ,weltbetrachtung in den ,mysterien weiterlebt und in den wunderbarsten ,metamorphosen und ,entartungen nicht aufhrt1 ernstere ,naturen an sich zu ziehen ,ob sie nicht aus ihrer mystischen ,tiefe einst wieder als ,kunst emporsteigen wird8 ,hier beschftigt uns die ,frage1 ob die ,macht1 an deren ,entgegenwirken die ,tragdie sich brach1 fr alle ,zeit genug ,strke hat1 um das knstlerische ,wiedererwachen der ,tragdie und der tragischen ,weltbetrachtung zu verhindern4 ,wenn die alte ,tragdie durch den dialektischen ,trieb zum ,wissen und zum ,optimismus der ,wissenschaft aus ihrem ,gleise gedrngt wurde1 so wre aus dieser ,thatsache auf einen ewigen ,kampf zwischen der theoretischen und der tragischen ,weltbetrachtung zu schliessen2 und erst nachdem der ,geist der ,wissenschaft bis an seine ,grenze gefhrt ist1 und sein ,anspruch auf universale ,gltigkeit durch den ,nachweis jener ,grenzen vernichtet ist drfte auf eine ,wiedergeburt der ,tragdie zu hoffen sein3 fr welche ,culturform wir das ,symbol des musiktreibenden ,sokrates1 in dem frher errterten ,sinne1 hinzustellen htten4 ,bei dieser ,gegenberstellung verstehe ich unter dem ,geiste der ,wissenschaft jenen zuerst in der ,person des ,sokrates an's ,licht gekommenen ,glauben an die ,ergrndlichkeit der ,natur und an die ,universalheilkraft des ,wissens4 ,wer sich an die nchsten ,folgen dieses rastlos vorwrtsdringenden ,geistes der ,wissenschaft erinnert1 wird sich sofort vergegenwrtigen1 wie durch ihn der ,mythus vernichtet wurde und wie durch diese ,vernichtung die ,poesie aus ihrem natrlichen idealen ,boden1 als eine nunmehr heimathlose1 verdrngt war4 ,haben wir mit ,recht der ,musik die ,kraft zugesprochen1 den ,mythus wieder aus sich gebren zu knnen1 so werden wir den ,geist der ,wissenschaft auch auf der ,bahn zu suchen haben1 wo er dieser mythenschaffenden ,kraft der ,musik feindlich entgegentritt4 ,dies geschieht in der ,entfaltung des neueren attischen ,dithyrambus1 dessen ,musik nicht mehr das innere ,wesen1 den ,willen selbst aussprach1 sondern nur die ,erscheinung ungengend1 in einer durch ,begriffe vermittelten ,nachahmung wiedergab3 von welcher innerlich entarteten ,musik sich die wahrhaft musikalischen ,naturen mit demselben ,widerwillen abwandten1 den sie vor der kunstmrderischen ,tendenz des ,sokrates hatten4 ,der sicher zugreifende ,instinct des ,aristophanes hat gewiss das ,rechte erfasst1 wenn er ,sokrates selbst1 die ,tragdie des ,euripides und die ,musik der neueren ,dithyrambiker in dem gleichen ,gefhle des ,hasses zusammenfasste und in allen drei ,phnomenen die ,merkmale einer degenerirten ,cultur witterte4 ,durch jenen neueren ,dithyrambus ist die ,musik in frevelhafter ,weise zum imitatorischen ,conterfei der ,erscheinung z4,b4 einer ,schlacht1 eines ,seesturmes gemacht und damit allerdings ihrer mythenschaffenden ,kraft gnzlich beraubt worden4 ,denn wenn sie unsere ,ergetzung nur dadurch zu erregen sucht1 dass sie uns zwingt1 usserliche ,analogien zwischen einem ,vorgange des ,lebens und der ,natur und gewissen rhythmischen ,figuren und charakteristischen ,klngen der ,musik zu suchen1 wenn sich unser ,verstand an der ,erkenntniss dieser ,analogien befriedigen soll1 so sind wir in eine ,stimmung herabgezogen1 in der eine ,empfngniss des ,mythischen unmglich ist2 denn der ,mythus will als ein einziges ,exempel einer in's ,unendliche hinein starrenden ,allgemeinheit und ,wahrheit anschaulich empfunden werden4 ,die wahrhaft dionysische ,musik tritt uns als ein solcher allgemeiner ,spiegel des ,weltwillens gegenber3 jenes anschauliche ,ereigniss1 das sich in diesem ,spiegel bricht1 erweitert sich sofort fr unser ,gefhl zum ,abbilde einer ewigen ,wahrheit4 ,umgekehrt wird ein solches anschauliches ,ereigniss durch die ,tonmalerei des neueren ,dithyrambus sofort jedes mythischen ,charakters entkleidet2 jetzt ist die ,musik zum drftigen ,abbilde der ,erscheinung geworden und darum unendlich rmer als die ,erscheinung selbst3 durch welche ,armuth sie fr unsere ,empfindung die ,erscheinung selbst noch herabzieht1 so dass jetzt z4,b4 eine derartig musikalisch imitirte ,schlacht sich in ,marschlrm1 ,signalklngen u4s4w4 erschpft1 und unsere ,phantasie gerade bei diesen ,oberflchlichkeiten festgehalten wird4 ,die ,tonmalerei ist also in jeder ,beziehung das ,gegenstck zu der mythenschaffenden ,kraft der wahren ,musik3 durch sie wird die ,erscheinung noch rmer als sie ist1 whrend durch die dionysische ,musik die einzelne ,erscheinung sich zum ,weltbilde bereichert und erweitert4 ,es war ein mchtiger ,sieg des undionysischen ,geistes1 als er1 in der ,entfaltung des neueren ,dithyrambus1 die ,musik sich selbst entfremdet und sie zur ,sclavin der ,erscheinung herabgedrckt hatte4 ,euripides1 der in einem hhern ,sinne eine durchaus unmusikalische ,natur genannt werden muss1 ist aus eben diesem ,grunde leidenschaftlicher ,anhnger der neueren dithyrambischen ,musik und verwendet mit der ,freigebigkeit eines ,rubers alle ihre ,effectstcke und ,manieren4 ,nach einer anderen ,seite sehen wir die ,kraft dieses undionysischen1 gegen den ,mythus gerichteten ,geistes in ,thtigkeit1 wenn wir unsere ,blicke auf das ,ueberhandnehmen der ,charakterdarstellung und des psychologischen ,raffinements in der ,tragdie von ,sophokles ab richten4 ,der ,charakter soll sich nicht mehr zum ewigen ,typus erweitern lassen1 sondern im ,gegentheil so durch knstliche ,nebenzge und ,schattirungen1 durch feinste ,bestimmtheit aller ,linien individuell wirken1 dass der ,zuschauer berhaupt nicht mehr den ,mythus1 sondern die mchtige ,naturwahrheit und die ,imitationskraft des ,knstlers empfindet4 ,auch hier gewahren wir den ,sieg der ,erscheinung ber das ,allgemeine und die ,lust an dem einzelnen gleichsam anatomischen ,prparat1 wir athmen bereits die ,luft einer theoretischen ,welt1 welcher die wissenschaftliche ,erkenntniss hher gilt als die knstlerische ,wiederspiegelung einer ,weltregel4 ,die ,bewegung auf der ,linie des ,charakteristischen geht schnell weiter3 whrend noch ,sophokles ganze ,charactere malt und zu ihrer raffinirten ,entfaltung den ,mythus ins ,joch spannt1 malt ,euripides bereits nur noch grosse einzelne ,charakterzge1 die sich in heftigen ,leidenschaften zu ussern wissen2 in der neuern attischen ,komdie giebt es nur noch ,masken mit einem ,ausdruck1 leichtsinnige ,alte1 geprellte ,kuppler1 verschmitzte ,sclaven in unermdlicher ,wiederholung4 ,wohin ist jetzt der mythenbildende ,geist der ,musik8 ,was jetzt noch von ,musik brig ist1 das ist entweder ,aufregungs- oder ,erinnerungsmusik d4h4 entweder ein ,stimulanzmittel fr stumpfe und verbrauchte ,nerven oder ,tonmalerei4 ,fr die erstere kommt es auf den untergelegten ,text kaum noch an3 schon bei ,euripides geht es1 wenn seine ,helden oder ,chre erst zu singen anfangen1 recht lderlich zu2 wohin mag es bei seinen frechen ,nachfolgern gekommen sein8 ,am allerdeutlichsten aber offenbart sich der neue undionysische ,geist in den ,schlssen der neueren ,dramen4 ,in der alten ,tragdie war der metaphysische ,trost am ,ende zu spren gewesen1 ohne den die ,lust an der ,tragdie berhaupt nicht zu erklren ist2 am reinsten tnt vielleicht im ,oedipus auf ,kolonos der vershnende ,klang aus einer anderen ,welt4 ,jetzt1 als der ,genius der ,musik aus der ,tragdie entflohen war1 ist1 im strengen ,sinne1 die ,tragdie todt3 denn woher sollte man jetzt jenen metaphysischen ,trost schpfen knnen8 ,man suchte daher nach einer irdischen ,lsung der tragischen ,dissonanz2 der ,held1 nachdem er durch das ,schicksal hinreichend gemartert war1 erntete in einer stattlichen ,heirat1 in gttlichen ,ehrenbezeugungen einen wohlverdienten ,lohn4 ,der ,held war zum ,gladiator geworden1 dem man1 nachdem er tchtig geschunden und mit ,wunden berdeckt war1 gelegentlich die ,freiheit schenkte4 ,der deus ex machina ist an ,stelle des metaphysischen ,trostes getreten4 ,ich will nicht sagen1 dass die tragische ,weltbetrachtung berall und vllig durch den andrngenden ,geist des ,undionysischen zerstrt wurde3 wir wissen nur1 dass sie sich aus der ,kunst gleichsam in die ,unterwelt1 in einer ,entartung zum ,geheimcult1 flchten musste4 ,aber auf dem weitesten ,gebiete der ,oberflche des hellenischen ,wesens wthete der verzehrende ,hauch jenes ,geistes1 welcher sich in jener ,form der griechischen ,heiterkeit kundgiebt1 von der bereits frher1 als von einer greisenhaft unproductiven ,daseinslust1 die ,rede war2 diese ,heiterkeit ist ein ,gegenstck zu der herrlichen ,naivett der lteren ,griechen1 wie sie1 nach der gegebenen ,charakteristik1 zu fassen ist als die aus einem dsteren ,abgrunde hervorwachsende ,blthe der apollinischen ,cultur1 als der ,sieg1 den der hellenische ,wille durch seine ,schnheitsspiegelung ber das ,leiden und die ,weisheit des ,leidens davontrgt4 ,die edelste ,form jener anderen ,form der griechischen ,heiterkeit1 der alexandrinischen1 ist die ,heiterkeit des theoretischen ,menschen3 sie zeigt dieselben charakteristischen ,merkmale1 die ich soeben aus dem ,geiste des ,undionysischen ableitete - dass sie die dionysische ,weisheit und ,kunst bekmpft1 dass sie den ,mythus aufzulsen trachtet1 dass sie an ,stelle eines metaphysischen ,trostes eine irdische ,consonanz1 ja einen eigenen deus ex machina setzt1 nmlich den ,gott der ,maschinen und ,schmelztiegel1 d4h4 die im ,dienste des hheren ,egoismus erkannten und verwendeten ,krfte der ,naturgeister1 dass sie an eine ,correctur der ,welt durch das ,wissen1 an ein durch die ,wissenschaft geleitetes ,leben glaubt und auch wirklich im ,stande ist1 den einzelnen ,menschen in einen allerengsten ,kreis von lsbaren ,aufgaben zu bannen1 innerhalb dessen er heiter zum ,leben sagt3 ,ich will dich3 du bist werth erkannt zu werden4 #ah4 ,es ist ein ewiges ,phnomen3 immer findet der gierige ,wille ein ,mittel1 durch eine ber die ,dinge gebreitete ,illusion seine ,geschpfe im ,leben festzuhalten und zum ,weiterleben zu zwingen4 ,diesen fesselt die sokratische ,lust des ,erkennens und der ,wahn1 durch dasselbe die ewige ,wunde des ,daseins heilen zu knnen1 jenen umstrickt der vor seinen ,augen wehende verfhrerische ,schnheitsschleier der ,kunst1 jenen wiederum der metaphysische ,trost1 dass unter dem ,wirbel der ,erscheinungen das ewige ,leben unzerstrbar weiterfliesst3 um von den gemeineren und fast noch krftigeren ,illusionen1 die der ,wille in jedem ,augenblick bereithlt1 zu schweigen4 ,jene drei ,illusionsstufen sind berhaupt nur fr die edler ausgestatteten ,naturen1 von denen die ,last und ,schwere des ,daseins berhaupt mit tieferer ,unlust empfunden wird und die durch ausgesuchte ,reizmittel ber diese ,unlust hinwegzutuschen sind4 ,aus diesen ,reizmitteln besteht alles1 was wir ,cultur nennen3 je nach der ,proportion der ,mischungen haben wir eine vorzugsweise sokratische oder knstlerische oder tragische ,cultur3 oder wenn man historische ,exemplificationen erlauben will3 es giebt entweder eine alexandrinische oder eine hellenische oder eine buddhaistische ,cultur4 ,unsere ganze moderne ,welt ist in dem ,netz der alexandrinischen ,cultur befangen und kennt als ,ideal den mit hchsten ,erkenntnisskrften ausgersteten1 im ,dienste der ,wissenschaft arbeitenden theoretischen ,menschen1 dessen ,urbild und ,stammvater ,sokrates ist4 ,alle unsere ,erziehungsmittel haben ursprnglich dieses ,ideal im ,auge3 jede andere ,existenz hat sich mhsam nebenbei emporzuringen1 als erlaubte1 nicht als beabsichtigte ,existenz4 ,in einem fast erschreckenden ,sinne ist hier eine lange ,zeit der ,gebildete allein in der ,form des ,gelehrten gefunden worden2 selbst unsere dichterischen ,knste haben sich aus gelehrten ,imitationen entwickeln mssen1 und in dem ,haupteffect des ,reimes erkennen wir noch die ,entstehung unserer poetischen ,form aus knstlichen ,experimenten mit einer nicht heimischen1 recht eigentlich gelehrten ,sprache4 ,wie unverstndlich msste einem chten ,griechen der an sich verstndliche moderne ,culturmensch ,faust erscheinen1 der durch alle ,facultten unbefriedigt strmende1 aus ,wissenstrieb der ,magie und dem ,teufel ergebene ,faust1 den wir nur zur ,vergleichung neben ,sokrates zu stellen haben1 um zu erkennen1 dass der moderne ,mensch die ,grenzen jener sokratischen ,erkenntnisslust zu ahnen beginnt und aus dem weiten wsten ,wissensmeere nach einer ,kste verlangt4 ,wenn ,goethe einmal zu ,eckermann1 mit ,bezug auf ,napoleon1 ussert3 ,ja mein ,guter1 es giebt auch eine ,productivitt der ,thaten1 so hat er1 in anmuthig naiver ,weise1 daran erinnert1 dass der nicht theoretische ,mensch fr den modernen ,menschen etwas ,unglaubwrdiges und ,staunenerregendes ist1 so dass es wieder der ,weisheit eines ,goethe bedarf1 um auch eine so befremdende ,existenzform begreiflich1 ja verzeihlich zu finden4 ,und nun soll man sich nicht verbergen1 was im ,schoosse dieser sokratischen ,cultur verborgen liegt6 ,der unumschrnkt sich whnende ,optimismus6 ,nun soll man nicht erschrecken1 wenn die ,frchte dieses ,optimismus reifen1 wenn die von einer derartigen ,cultur bis in die niedrigsten ,schichten hinein durchsuerte ,gesellschaft allmhlich unter ppigen ,wallungen und ,begehrungen erzittert1 wenn der ,glaube an das ,erdenglck ,aller1 wenn der ,glaube an die ,mglichkeit einer solchen allgemeinen ,wissenscultur allmhlich in die drohende ,forderung eines solchen alexandrinischen ,erdenglckes1 in die ,beschwrung eines ,euripideischen deus ex machina umschlgt6 ,man soll es merken3 die alexandrinische ,cultur braucht einen ,sclavenstand1 um auf die ,dauer existieren zu knnen3 aber sie leugnet1 in ihrer optimistischen ,betrachtung des ,daseins1 die ,nothwendigkeit eines solchen ,standes und geht deshalb1 wenn der ,effect ihrer schnen ,verfhrungs und ,beruhigungsworte von der ,wrde des ,menschen und der ,wrde der ,arbeit verbraucht ist1 allmhlich einer grauenvollen ,vernichtung entgegen4 ,es giebt nichts ,furchtbareres als einen barbarischen ,sclavenstand1 der seine ,existenz als ein ,unrecht zu betrachten gelernt hat und sich anschickt1 nicht nur fr sich1 sondern fr alle ,generationen ,rache zu nehmen4 ,wer wagt es1 solchen drohenden ,strmen entgegen1 sicheren ,muthes an unsere blassen und ermdeten ,religionen zu appelliren1 die selbst in ihren ,fundamenten zu ,gelehrtenreligionen entartet sind3 so dass der ,mythus1 die nothwendige ,voraussetzung jeder ,religion1 bereits berall gelhmt ist1 und selbst auf diesem ,bereich jener optimistische ,geist zur ,herrschaft gekommen ist1 den wir als den ,vernichtungskeim unserer ,gesellschaft eben bezeichnet haben4 ,whrend das im ,schoosse der theoretischen ,cultur schlummernde ,unheil allmhlich den modernen ,menschen zu ngstigen beginnt1 und er1 unruhig1 aus dem ,schatze seiner ,erfahrungen nach ,mitteln greift1 um die ,gefahr abzuwenden1 ohne selbst an diese ,mittel recht zu glauben2 whrend er also seine eigenen ,consequenzen zu ahnen beginnt3 haben grosse allgemein angelegte ,naturen1 mit einer unglaublichen ,besonnenheit1 das ,rstzeug der ,wissenschaft selbst zu bentzen gewusst1 um die ,grenzen und die ,bedingtheit des ,erkennens berhaupt darzulegen und damit den ,anspruch der ,wissenschaft auf universale ,geltung und universale ,zwecke entscheidend zu leugnen3 bei welchem ,nachweise zum ersten ,male jene ,wahnvorstellung als solche erkannt wurde1 welche1 an der ,hand der ,causalitt1 sich anmaasst1 das innerste ,wesen der ,dinge ergrnden zu knnen4 ,der ungeheuren ,tapferkeit und ,weisheit ,kant's und ,schopenhauer's ist der schwerste ,sieg gelungen1 der ,sieg ber den im ,wesen der ,logik verborgen liegenden ,optimismus1 der wiederum der ,untergrund unserer ,cultur ist4 ,wenn dieser an die ,erkennbarkeit und ,ergrndlichkeit aller ,weltrthsel1 gesttzt auf die ihm unbedenklichen aeternae veritates1 geglaubt und ,raum1 ,zeit und ,causalitt als gnzlich unbedingte ,gesetze von allgemeinster ,gltigkeit behandelt hatte1 offenbarte ,kant1 wie diese eigentlich nur dazu dienten1 die blosse ,erscheinung1 das ,werk der ,maja1 zur einzigen und hchsten ,realitt zu erheben und sie an die ,stelle des innersten und wahren ,wesens der ,dinge zu setzen und die wirkliche ,erkenntniss von diesem dadurch unmglich zu machen1 d4h41 nach einem ,schopenhauer'schen ,ausspruche1 den ,trumer noch fester einzuschlfern 7,w4 a4 ,w4 u4 ,v4 ,i1 p4 #dih74 ,mit dieser ,erkenntniss ist eine ,cultur eingeleitet1 welche ich als eine tragische zu bezeichnen wage3 deren wichtigstes ,merkmal ist1 dass an die ,stelle der ,wissenschaft als hchstes ,ziel die ,weisheit gerckt wird1 die sich1 ungetuscht durch die verfhrerischen ,ablenkungen der ,wissenschaften1 mit unbewegtem ,blicke dem ,gesammtbilde der ,welt zuwendet und in diesem das ewige ,leiden mit sympathischer ,liebesempfindung als das eigne ,leiden zu ergreifen sucht4 ,denken wir uns eine heranwachsende ,generation mit dieser ,unerschrockenheit des ,blicks1 mit diesem heroischen ,zug ins ,ungeheure1 denken wir uns den khnen ,schritt dieser ,drachentdter1 die stolze ,verwegenheit1 mit der sie allen den ,schwchlichkeitsdoctrinen jenes ,optimismus den ,rcken kehren1 um im ,ganzen und ,vollen resolut zu leben3 sollte es nicht nthig sein1 dass der tragische ,mensch dieser ,cultur1 bei seiner ,selbsterziehung zum ,ernst und zum ,schrecken1 eine neue ,kunst1 die ,kunst des metaphysischen ,trostes1 die ,tragdie als die ihm zugehrige ,helena begehren und mit ,faust ausrufen muss3 ,und sollt' ich nicht1 sehnschtigster ,gewalt1 ,in's ,leben ziehn die einzigste ,gestalt8 ,nachdem aber die sokratische ,cultur von zwei ,seiten aus erschttert ist und das ,scepter ihrer ,unfehlbarkeit nur noch mit zitternden ,hnden zu halten vermag1 einmal aus ,furcht vor ihren eigenen ,consequenzen1 die sie nachgerade zu ahnen beginnt1 sodann weil sie selbst von der ewigen ,gltigkeit ihres ,fundamentes nicht mehr mit dem frheren naiven ,zutrauen berzeugt ist3 so ist es ein trauriges ,schauspiel1 wie sich der ,tanz ihres ,denkens sehnschtig immer auf neue ,gestalten strzt1 um sie zu umarmen1 und sie dann pltzlich wieder1 wie ,mephistopheles die verfhrerischen ,lamien1 schaudernd fahren lsst4 ,das ist ja das ,merkmal jenes ,bruches1 von dem ,jedermann als von dem ,urleiden der modernen ,cultur zu reden pflegt1 dass der theoretische ,mensch vor seinen ,consequenzen erschrickt und unbefriedigt es nicht mehr wagt sich dem furchtbaren ,eisstrome des ,daseins anzuvertrauen3 ngstlich luft er am ,ufer auf und ab4 ,er will nichts mehr ganz haben1 ganz auch mit aller der natrlichen ,grausamkeit der ,dinge4 ,soweit hat ihn das optimistische ,betrachten verzrtelt4 ,dazu fhlt er1 wie eine ,cultur1 die auf dem ,princip der ,wissenschaft aufgebaut ist1 zu ,grunde gehen muss1 wenn sie anfngt1 unlogisch zu werden d4h4 vor ihren ,consequenzen zurck zu fliehen4 ,unsere ,kunst offenbart diese allgemeine ,noth3 umsonst dass man sich an alle grossen productiven ,perioden und ,naturen imitatorisch anlehnt1 umsonst dass man die ganze ,weltlitteratur zum ,troste des modernen ,menschen um ihn versammelt und ihn mitten unter die ,kunststile und ,knstler aller ,zeiten hinstellt1 damit er ihnen1 wie ,adam den ,thieren1 einen ,namen gebe3 er bleibt doch der ewig ,hungernde1 der ,kritiker ohne ,lust und ,kraft1 der alexandrinische ,mensch1 der im ,grunde ,bibliothekar und ,corrector ist und an ,bcherstaub und ,druckfehlern elend erblindet4 #ai4 ,man kann den innersten ,gehalt dieser sokratischen ,cultur nicht schrfer bezeichnen1 als wenn man sie die ,cultur der ,oper nennt3 denn auf diesem ,gebiete hat sich diese ,cultur mit eigener ,naivett ber ihr ,wollen und ,erkennen ausgesprochen1 zu unserer ,verwunderung1 wenn wir die ,genesis der ,oper und die ,thatsachen der ,opernentwicklung mit den ewigen ,wahrheiten des ,apollinischen und des ,dionysischen zusammenhalten4 ,ich erinnere zunchst an die ,entstehung des stilo rappresentativo und des ,recitativs4 ,ist es glaublich1 dass diese gnzlich verusserlichte1 der ,andacht unfhige ,musik der ,oper von einer ,zeit mit schwrmerischer ,gunst1 gleichsam als die ,wiedergeburt aller wahren ,musik1 empfangen und gehegt werden konnte1 aus der sich soeben die unaussprechbar erhabene und heilige ,musik ,palestrina's erhoben hatte8 ,und wer mchte andrerseits nur die zerstreuungsschtige ,ueppigkeit jener ,florentiner ,kreise und die ,eitelkeit ihrer dramatischen ,snger fr die so ungestm sich verbreitende ,lust an der ,oper verantwortlich machen8 ,dass in derselben ,zeit1 ja in demselben ,volke neben dem ,gewlbebau ,palestrinischer ,harmonien1 an dem das gesammte christliche ,mittelalter gebaut hatte1 jene ,leidenschaft fr eine halbmusikalisch ,sprechart erwachte1 vermag ich mir nur aus einer im ,wesen des ,recitativs mitwirkenden ausserknstlerischen ,tendenz zu erklren4 ,dem ,zuhrer1 der das ,wort unter dem ,gesange deutlich vernehmen will1 entspricht der ,snger dadurch1 dass er mehr spricht als singt und dass er den pathetischen ,wortausdruck in diesem ,halbgesange verschrft3 durch diese ,verschrfung des ,pathos erleichtert er das ,verstndniss des ,wortes und berwindet jene brig gebliebene ,hlfte der ,musik4 ,die eigentliche ,gefahr1 die ihm jetzt droht1 ist die1 dass er der ,musik einmal zur ,unzeit das ,obergewicht ertheilt1 wodurch sofort ,pathos der ,rede und ,deutlichkeit des ,wortes zu ,grunde gehen msste3 whrend er andrerseits immer den ,trieb zu musikalischer ,entladung und zu virtuosenhafter ,prsentation seiner ,stimme fhlt4 ,hier kommt ihm der ,dichter zu ,hlfe1 der ihm genug ,gelegenheiten zu lyrischen ,interjectionen1 ,wort- und ,sentenzenwiederholungen u4s4w4 zu bieten weiss3 an welchen ,stellen der ,snger jetzt in dem rein musikalischen ,elemente1 ohne ,rcksicht auf das ,wort1 ausruhen kann4 ,dieser ,wechsel affectvoll eindringlicher1 doch nur halb gesungener ,rede und ganz gesungener ,interjection1 der im ,wesen des stilo rappresentativo liegt1 dies rasch wechselnde ,bemhen1 bald auf den ,begriff und die ,vorstellung1 bald auf den musikalischen ,grund des ,zuhrers zu wirken1 ist etwas so gnzlich ,unnatrliches und den ,kunsttrieben des ,dionysischen und des ,apollinischen in gleicher ,weise so innerlich ,widersprechendes1 dass man auf einen ,ursprung des ,recitativs zu schliessen hat1 der ausserhalb aller knstlerischen ,instincte liegt4 ,das ,recitativ ist nach dieser ,schilderung zu definiren als die ,vermischung des epischen und des lyrischen ,vortrags und zwar keinesfalls die innerlich bestndige ,mischung1 die bei so gnzlich disparaten ,dingen nicht erreicht werden konnte1 sondern die usserlichste mosaikartige ,conglutination1 wie etwas ,derartiges im ,bereich der ,natur und der ,erfahrung gnzlich vorbildlos ist4 ,dies war aber nicht die ,meinung jener ,erfinder des ,recitativs3 vielmehr glauben sie selbst und mit ihnen ihr ,zeitalter1 dass durch jenen stilo rappresentativo das ,geheimniss der antiken ,musik gelst sei1 aus dem sich allein die ungeheure ,wirkung eines ,orpheus1 ,amphion1 ja auch der griechischen ,tragdie erklren lasse4 ,der neue ,stil galt als die ,wiedererweckung der wirkungsvollsten ,musik1 der altgriechischen3 ja man durfte sich1 bei der allgemeinen und ganz volksthmlichen ,auffassung der homerischen ,welt als der ,urwelt1 dem ,traume berlassen1 jetzt wieder in die paradiesischen ,anfnge der ,menschheit hinabgestiegen zu sein1 in der nothwendig auch die ,musik jene unbertroffne ,reinheit1 ,macht und ,unschuld gehabt haben msste1 von der die ,dichter in ihren ,schferspielen so rhrend zu erzhlen wussten4 ,hier sehen wir in das innerlichste ,werden dieser recht eigentlich modernen ,kunstgattung1 der ,oper3 ein mchtiges ,bedrfniss erzwingt sich hier eine ,kunst1 aber ein ,bedrfniss unaesthetischer ,art3 die ,sehnsucht zum ,idyll1 der ,glaube an eine urvorzeitliche ,existenz des knstlerischen und guten ,menschen4 ,das ,recitativ galt als die wiederentdeckte ,sprache jenes ,urmenschen2 die ,oper als das wiederaufgefundene ,land jenes idyllisch oder heroisch guten ,wesens1 das zugleich in allen seinen ,handlungen einem natrlichen ,kunsttriebe folgt1 das bei allem1 was es zu sagen hat1 wenigstens etwas singt1 um1 bei der leisesten ,gefhlserregung1 sofort mit voller ,stimme zu singen4 ,es ist fr uns jetzt gleichgltig1 dass mit diesem neugeschaffnen ,bilde des paradiesischen ,knstlers die damaligen ,humanisten gegen die alte kirchliche ,vorstellung vom an sich verderbten und verlornen ,menschen ankmpften3 so dass die ,oper als das ,oppositionsdogma vom guten ,menschen zu verstehen ist1 mit dem aber zugleich ein ,trostmittel gegen jenen ,pessimismus gefunden war1 zu dem gerade die ,ernstgesinnten jener ,zeit1 bei der grauenhaften ,unsicherheit aller ,zustnde1 am strksten gereizt waren4 ,genug1 wenn wir erkannt haben1 wie der eigentliche ,zauber und damit die ,genesis dieser neuen ,kunstform in der ,befriedigung eines gnzlich unaesthetischen ,bedrfnisses liegt1 in der optimistischen ,verherrlichung des ,menschen an sich1 in der ,auffassung des ,urmenschen als des von ,natur guten und knstlerischen ,menschen3 welches ,princip der ,oper sich allmhlich in eine drohende und entsetzliche ,forderung umgewandelt hat1 die wir1 im ,angesicht der socialistischen ,bewegungen der ,gegenwart1 nicht mehr berhren knnen4 ,der gute ,urmensch will seine ,rechte3 welche paradiesischen ,aussichten6 ,ich stelle daneben noch eine eben so deutliche ,besttigung meiner ,ansicht1 dass die ,oper auf den gleichen ,principien mit unserer alexandrinischen ,cultur aufgebaut ist4 ,die ,oper ist die ,geburt des theoretischen ,menschen1 des kritischen ,laien1 nicht des ,knstlers3 eine der befremdlichsten ,thatsachen in der ,geschichte aller ,knste4 ,es war die ,forderung recht eigentlich unmusikalischer ,zuhrer1 dass man vor allem das ,wort verstehen msse3 so dass eine ,wiedergeburt der ,tonkunst nur zu erwarten sei1 wenn man irgend eine ,gesangesweise entdecken werde1 bei welcher das ,textwort ber den ,contrapunkt wie der ,herr ber den ,diener herrsche4 ,denn die ,worte seien um so viel edler als das begleitende harmonische ,system1 um wie viel die ,seele edler als der ,krper sei4 ,mit der laienhaft unmusikalischen ,rohheit dieser ,ansichten wurde in den ,anfngen der ,oper die ,verbindung von ,musik1 ,bild und ,wort behandelt2 im ,sinne dieser ,aesthetik kam es auch in den vornehmen ,laienkreisen von ,florenz1 durch hier patronisirte ,dichter und ,snger1 zu den ersten ,experimenten4 ,der kunstohnmchtige ,mensch erzeugt sich eine ,art von ,kunst1 gerade dadurch1 dass er der unknstlerische ,mensch an sich ist4 ,weil er die dionysische ,tiefe der ,musik nicht ahnt1 verwandelt er sich den ,musikgenuss zur verstandesmssigen ,wort- und ,tonrhetorik der ,leidenschaft im stilo rappresentativo und zur ,wohllust der ,gesangesknste2 weil er keine ,vision zu schauen vermag1 zwingt er den ,maschinisten und ,decorationsknstler in seinen ,dienst2 weil er das wahre ,wesen des ,knstlers nicht zu erfassen weiss1 zaubert er vor sich den knstlerischen ,urmenschen nach seinem ,geschmack hin d4h4 den ,menschen1 der in der ,leidenschaft singt und ,verse spricht4 ,er trumt sich in eine ,zeit hinein1 in der die ,leidenschaft ausreicht1 um ,gesnge und ,dichtungen zu erzeugen3 als ob jeder ,affect im ,stande gewesen sei1 etwas ,knstlerisches zu schaffen4 ,die ,voraussetzung der ,oper ist ein falscher ,glaube ber den knstlerischen ,prozess und zwar jener idyllische ,glaube1 dass eigentlich jeder empfindende ,mensch ,knstler sei4 ,im ,sinne dieses ,glaubens ist die ,oper der ,ausdruck des ,laienthums in der ,kunst1 das seine ,gesetze mit dem heitern ,optimismus des theoretischen ,menschen dictirt4 ,sollten wir wnschen1 die beiden eben geschilderten1 bei der ,entstehung der ,oper wirksamen ,vorstellungen unter einen ,begriff zu vereinigen1 so wrde uns nur brig bleiben1 von einer idyllischen ,tendenz der ,oper zu sprechen3 wobei wir uns allein der ,ausdrucksweise und ,erklrung ,schillers zu bedienen htten4 ,entweder1 sagt dieser1 ist die ,natur und das ,ideal ein ,gegenstand der ,trauer1 wenn jene als verloren1 dieses als unerreicht dargestellt wird4 ,oder beide sind ein ,gegenstand der ,freude1 indem sie als wirklich vorgestellt werden4 ,das erste giebt die ,elegie in engerer1 das andere die ,idylle in weitester ,bedeutung4 ,hier ist nun sofort auf das gemeinsame ,merkmal jener beiden ,vorstellungen in der ,operngenesis aufmerksam zu machen1 dass in ihnen das ,ideal nicht als unerreicht1 die ,natur nicht als verloren empfunden wird4 ,es gab nach dieser ,empfindung eine ,urzeit des ,menschen1 in der er am ,herzen der ,natur lag und bei dieser ,natrlichkeit zugleich das ,ideal der ,menschheit1 in einer paradiesischen ,gte und ,knstlerschaft1 erreicht hatte3 von welchem vollkommnen ,urmenschen wir alle abstammen sollten1 ja dessen getreues ,ebenbild wir noch wren3 nur mssten wir ,einiges von uns werfen1 um uns selbst wieder als diesen ,urmenschen zu erkennen1 vermge einer freiwilligen ,entusserung von berflssiger ,gelehrsamkeit1 von berreicher ,cultur4 ,der ,bildungsmensch der ,renaissance liess sich durch seine opernhafte ,imitation der griechischen ,tragdie zu einem solchen ,zusammenklang von ,natur und ,ideal1 zu einer idyllischen ,wirklichkeit zurckgeleiten1 er benutzte diese ,tragdie1 wie ,dante den ,virgil benutzte1 um bis an die ,pforten des ,paradieses gefhrt zu werden3 whrend er von hier aus selbstndig noch weiter schritt und von einer ,imitation der hchsten griechischen ,kunstform zu einer ,wiederbringung aller ,dinge1 zu einer ,nachbildung der ursprnglichen ,kunstwelt des ,menschen berging4 ,welche zuversichtliche ,gutmthigkeit dieser verwegenen ,bestrebungen1 mitten im ,schoosse der theoretischen ,cultur6 - einzig nur aus dem trstenden ,glauben zu erklren1 dass der ,mensch an sich der ewig tugendhafte ,opernheld1 der ewig fltende oder singende ,schfer sei1 der sich endlich immer als solchen wiederfinden msse1 falls er sich selbst irgendwann einmal wirklich auf einige ,zeit verloren habe1 einzig die ,frucht jenes ,optimismus1 der aus der ,tiefe der sokratischen ,weltbetrachtung hier wie eine ssslich verfhrerische ,duftsule emporsteigt4 ,es liegt also auf den ,zgen der ,oper keinesfalls jener elegische ,schmerz eines ewigen ,verlustes1 vielmehr die ,heiterkeit des ewigen ,wiederfindens1 die bequeme ,lust an einer idyllischen ,wirklichkeit1 die man wenigstens sich als wirklich in jedem ,augenblicke vorstellen kann3 wobei man vielleicht einmal ahnt1 dass diese vermeinte ,wirklichkeit nichts als ein phantastisch lppisches ,getndel ist1 dem jeder1 der es an dem furchtbaren ,ernst der wahren ,natur zu messen und mit den eigentlichen ,urscenen der ,menschheitsanfnge zu vergleichen vermchte1 mit ,ekel zurufen msste3 ,weg mit dem ,phantom6 ,trotzdem wrde man sich tuschen1 wenn man glaubte1 ein solches tndelndes ,wesen1 wie die ,oper ist1 einfach durch einen krftigen ,anruf1 wie ein ,gespenst1 verscheuchen zu knnen4 ,wer die ,oper vernichten will1 muss den ,kampf gegen jene alexandrinische ,heiterkeit aufnehmen1 die sich in ihr so naiv ber ihre ,lieblingsvorstellung ausspricht1 ja deren eigentliche ,kunstform sie ist4 ,was ist aber fr die ,kunst selbst von dem ,wirken einer ,kunstform zu erwarten1 deren ,ursprnge berhaupt nicht im aesthetischen ,bereiche liegen1 die sich vielmehr aus einer halb moralischen ,sphre auf das knstlerische ,gebiet hinbergestohlen hat und ber diese hybride ,entstehung nur hier und da einmal hinwegzutuschen vermochte8 ,von welchen ,sften nhrt sich dieses parasitische ,opernwesen1 wenn nicht von denen der wahren ,kunst8 ,wird nicht zu muthmaassen sein1 dass1 unter seinen idyllischen ,verfhrungen1 unter seinen alexandrinischen ,schmeichelknsten1 die hchste und wahrhaftig ernst zu nennende ,aufgabe der ,kunst - das ,auge vom ,blick in's ,grauen der ,nacht zu erlsen und das ,subject durch den heilenden ,balsam des ,scheins aus dem ,krampfe der ,willensregungen zu retten - zu einer leeren und zerstreuenden ,ergetzlichkeitstendenz entarten werde8 ,was wird aus den ewigen ,wahrheiten des ,dionysischen und des ,apollinischen1 bei einer solchen ,stilvermischung1 wie ich sie am ,wesen des stilo rappresentativo dargelegt habe8 wo die ,musik als ,diener1 das ,textwort als ,herr betrachtet1 die ,musik mit dem ,krper1 das ,textwort mit der ,seele verglichen wird8 wo das hchste ,ziel bestenfalls auf eine umschreibende ,tonmalerei gerichtet sein wird1 hnlich wie ehedem im neuen attischen ,dithyrambus8 wo der ,musik ihre wahre ,wrde1 dionysischer ,weltspiegel zu sein1 vllig entfremdet ist1 so dass ihr nur brig bleibt1 als ,sclavin der ,erscheinung1 das ,formenwesen der ,erscheinung nachzuahmen und in dem ,spiele der ,linien und ,proportionen eine usserliche ,ergetzung zu erregen4 ,einer strengen ,betrachtung fllt dieser verhngnissvolle ,einfluss der ,oper auf die ,musik geradezu mit der gesammten modernen ,musikentwicklung zusammen2 dem in der ,genesis der ,oper und im ,wesen der durch sie reprsentirten ,cultur lauernden ,optimismus ist es in bengstigender ,schnelligkeit gelungen1 die ,musik ihrer dionysischen ,weltbestimmung zu entkleiden und ihr einen formenspielerischen1 vergnglichen ,charakter aufzuprgen3 mit welcher ,vernderung nur etwa die ,metamorphose des aeschyleischen ,menschen in den alexandrinischen ,heiterkeitsmenschen verglichen werden drfte4 ,wenn wir aber mit ,recht in der hiermit angedeuteten ,exemplification das ,entschwinden des dionysischen ,geistes mit einer hchst aufflligen1 aber bisher unerklrten ,umwandlung und ,degeneration des griechischen ,menschen in ,zusammenhang gebracht haben - welche ,hoffnungen mssen in uns aufleben1 wenn uns die allersichersten ,auspicien den umgekehrten ,prozess1 das allmhliche ,erwachen des dionysischen ,geistes in unserer gegenwrtigen ,welt1 verbrgen6 ,es ist nicht mglich1 dass die gttliche ,kraft des ,herakles ewig im ppigen ,frohndienste der ,omphale erschlafft4 ,aus dem dionysischen ,grunde des deutschen ,geistes ist eine ,macht emporgestiegen1 die mit den ,urbedingungen der sokratischen ,cultur nichts gemein hat und aus ihnen weder zu erklren noch zu entschuldigen ist1 vielmehr von dieser ,cultur als das ,schrecklich ,unerklrliche1 als das ,uebermchtig-,feindselige empfunden wird1 die deutsche ,musik1 wie wir sie vornehmlich in ihrem mchtigen ,sonnenlaufe von ,bach zu ,beethoven1 von ,beethoven zu ,wagner zu verstehen haben4 ,was vermag die erkenntnisslsterne ,sokratik unserer ,tage gnstigsten ,falls mit diesem aus unerschpflichen ,tiefen emporsteigenden ,dmon zu beginnen8 ,weder von dem ,zacken- und ,arabeskenwerk der ,opernmelodie aus1 noch mit ,hlfe des arithmetischen ,rechenbretts der ,fuge und der contrapunktischen ,dialektik will sich die ,formel finden lassen1 in deren dreimal gewaltigem ,licht man jenen ,dmon sich unterwrfig zu machen und zum ,reden zu zwingen vermchte4 ,welches ,schauspiel1 wenn jetzt unsere ,aesthetiker1 mit dem ,fangnetz einer ihnen eignen ,schnheit1 nach dem vor ihnen mit unbegreiflichem ,leben sich tummelnden ,musikgenius schlagen und haschen1 unter ,bewegungen1 die nach der ewigen ,schnheit ebensowenig als nach dem ,erhabenen beurtheilt werden wollen4 ,man mag sich nur diese ,musikgnner einmal leibhaft und in der ,nhe besehen1 wenn sie so unermdlich ,schnheit6 ,schnheit6 rufen1 ob sie sich dabei wie die im ,schoosse des ,schnen gebildeten und verwhnten ,lieblingskinder der ,natur ausnehmen oder ob sie nicht vielmehr fr die eigne ,rohheit eine lgnerisch verhllende ,form1 fr die eigne empfindungsarme ,nchternheit einen aesthetischen ,vorwand suchen3 wobei ich z4,b4 an ,otto ,jahn denke4 ,vor der deutschen ,musik aber mag sich der ,lgner und ,heuchler in ,acht nehmen3 denn gerade sie ist1 inmitten aller unserer ,cultur1 der einzig reine1 lautere und luternde ,feuergeist1 von dem aus und zu dem hin1 wie in der ,lehre des grossen ,heraklit von ,ephesus1 sich alle ,dinge in doppelter ,kreisbahn bewegen3 alles1 was wir jetzt ,cultur1 ,bildung1 ,civilisation nennen1 wird einmal vor dem untrglichen ,richter ,dionysus erscheinen mssen4 ,erinnern wir uns sodann1 wie dem aus gleichen ,quellen strmenden ,geiste der deutschen ,philosophie1 durch ,kant und ,schopenhauer1 es ermglicht war1 die zufriedne ,daseinslust der wissenschaftlichen ,sokratik1 durch den ,nachweis ihrer ,grenzen1 zu vernichten1 wie durch diesen ,nachweis eine unendlich tiefere und ernstere ,betrachtung der ethischen ,fragen und der ,kunst eingeleitet wurde1 die wir geradezu als die in ,begriffe gefasste dionysische ,weisheit bezeichnen knnen3 wohin weist uns das ,mysterium dieser ,einheit zwischen der deutschen ,musik und der deutschen ,philosophie1 wenn nicht auf eine neue ,daseinsform1 ber deren ,inhalt wir uns nur aus hellenischen ,analogien ahnend unterrichten knnen8 ,denn diesen unausmessbaren ,werth behlt fr uns1 die wir an der ,grenzscheide zweier verschiedener ,daseinsformen stehen1 das hellenische ,vorbild1 dass in ihm auch alle jene ,uebergnge und ,kmpfe zu einer classisch-belehrenden ,form ausgeprgt sind3 nur dass wir gleichsam in umgekehrter ,ordnung die grossen ,hauptepochen des hellenischen ,wesens analogisch durcherleben und zum ,beispiel jetzt aus dem alexandrinischen ,zeitalter rckwrts zur ,periode der ,tragdie zu schreiten scheinen4 ,dabei lebt in uns die ,empfindung1 als ob die ,geburt eines tragischen ,zeitalters fr den deutschen ,geist nur eine ,rckkehr zu sich selbst1 ein seliges ,sichwiederfinden zu bedeuten habe1 nachdem fr eine lange ,zeit ungeheure von aussen her eindringende ,mchte den in hlfloser ,barbarei der ,form dahinlebenden zu einer ,knechtschaft unter ihrer ,form gezwungen hatten4 ,jetzt endlich darf er1 nach seiner ,heimkehr zum ,urquell seines ,wesens1 vor allen ,vlkern khn und frei1 ohne das ,gngelband einer romanischen ,civilisation1 einherzuschreiten wagen3 wenn er nur von einem ,volke unentwegt zu lernen versteht1 von dem berhaupt lernen zu knnen schon ein hoher ,ruhm und eine auszeichnende ,seltenheit ist1 von den ,griechen4 ,und wann brauchten wir diese allerhchsten ,lehrmeister mehr als jetzt1 wo wir die ,wiedergeburt der ,tragdie erleben und in ,gefahr sind1 weder zu wissen1 woher sie kommt1 noch uns deuten zu knnen1 wohin sie will8 #bj4 ,es mchte einmal1 unter den ,augen eines unbestochenen ,richters1 abgewogen werden1 in welcher ,zeit und in welchen ,mnnern bisher der deutsche ,geist von den ,griechen zu lernen am krftigsten gerungen hat2 und wenn wir mit ,zuversicht annehmen1 dass dem edelsten ,bildungskampfe ,goethe's1 ,schiller's und ,winckelmann's dieses einzige ,lob zugesprochen werden msste1 so wre jedenfalls hinzuzufgen1 dass seit jener ,zeit und den nchsten ,einwirkungen jenes ,kampfes1 das ,streben auf einer gleichen ,bahn zur ,bildung und zu den ,griechen zu kommen1 in unbegreiflicher ,weise schwcher und schwcher geworden ist4 ,sollten wir1 um nicht ganz an dem deutschen ,geist verzweifeln zu mssen1 nicht daraus den ,schluss ziehen drfen1 dass in irgend welchem ,hauptpunkte es auch jenen ,kmpfern nicht gelungen sein mchte1 in den ,kern des hellenischen ,wesens einzudringen und einen dauernden ,liebesbund zwischen der deutschen und der griechischen ,cultur herzustellen8 ,so dass vielleicht ein unbewusstes ,erkennen jenes ,mangels auch in den ernsteren ,naturen den verzagten ,zweifel erregte1 ob sie1 nach solchen ,vorgngern1 auf diesem ,bildungswege noch weiter wie jene und berhaupt zum ,ziele kommen wrden4 ,deshalb sehen wir seit jener ,zeit das ,urtheil ber den ,werth der ,griechen fr die ,bildung in der bedenklichsten ,weise entarten2 der ,ausdruck mitleidiger ,ueberlegenheit ist in den verschiedensten ,feldlagern des ,geistes und des ,ungeistes zu hren2 anderwrts tndelt eine gnzlich wirkungslose ,schnrednerei mit der griechischen ,harmonie1 der griechischen ,schnheit1 der griechischen ,heiterkeit4 ,und gerade in den ,kreisen1 deren ,wrde es sein knnte1 aus dem griechischen ,strombett unermdet1 zum ,heile deutscher ,bildung1 zu schpfen1 in den ,kreisen der ,lehrer an den hheren ,bildungsanstalten hat man am besten gelernt1 sich mit den ,griechen zeitig und in bequemer ,weise abzufinden1 nicht selten bis zu einem sceptischen ,preisgeben des hellenischen ,ideals und bis zu einer gnzlichen ,verkehrung der wahren ,absicht aller ,alterthumsstudien4 ,wer berhaupt in jenen ,kreisen sich nicht vllig in dem ,bemhen1 ein zuverlssiger ,corrector von alten ,texten oder ein naturhistorischer ,sprachmikroskopiker zu sein1 erschpft hat1 der sucht vielleicht auch das griechische ,alterthum1 neben anderen ,alterthmern1 sich historisch anzueignen1 aber jedenfalls nach der ,methode und mit den berlegenen ,mienen unserer jetzigen gebildeten ,geschichtsschreibung4 ,wenn demnach die eigentliche ,bildungskraft der hheren ,lehranstalten wohl noch niemals niedriger und schwchlicher gewesen ist1 wie in der ,gegenwart1 wenn der ,journalist1 der papierne ,sclave des ,tages1 in jeder ,rcksicht auf ,bildung den ,sieg ber den hheren ,lehrer davongetragen hat1 und ,letzterem nur noch die bereits oft erlebte ,metamorphose brig bleibt1 sich jetzt nun auch in der ,sprechweise des ,journalisten1 mit der leichten ,eleganz dieser ,sphre1 als heiterer gebildeter ,schmetterling zu bewegen - in welcher peinlichen ,verwirrung mssen die derartig ,gebildeten einer solchen ,gegenwart jenes ,phnomen anstarren1 das nur etwa aus dem tiefsten ,grunde des bisher unbegriffnen hellenischen ,genius analogisch zu begreifen wre1 das ,wiedererwachen des dionysischen ,geistes und die ,wiedergeburt der ,tragdie8 ,es giebt keine andere ,kunstperiode1 in der sich die sogenannte ,bildung und die eigentliche ,kunst so befremdet und abgeneigt gegenbergestanden htten1 als wir das in der ,gegenwart mit ,augen sehn4 ,wir verstehen es1 warum eine so schwchliche ,bildung die wahre ,kunst hasst2 denn sie frchtet durch sie ihren ,untergang4 ,aber sollte nicht eine ganze ,art der ,cultur1 nmlich jene sokratisch- alexandrinische1 sich ausgelebt haben1 nachdem sie in eine so zierlich-schmchtige ,spitze1 wie die gegenwrtige ,bildung ist1 auslaufen konnte6 ,wenn es solchen ,helden1 wie ,schiller und ,goethe1 nicht gelingen durfte1 jene verzauberte ,pforte zu erbrechen1 die in den hellenischen ,zauberberg fhrt1 wenn es bei ihrem muthigsten ,ringen nicht weiter gekommen ist als bis zu jenem sehnschtigen ,blick1 den die ,goethische ,iphigenie vom barbarischen ,tauris aus nach der ,heimat ber das ,meer hin sendet1 was bliebe den ,epigonen solcher ,helden zu hoffen1 wenn sich ihnen nicht pltzlich1 an einer ganz anderen1 von allen ,bemhungen der bisherigen ,cultur unberhrten ,seite die ,pforte von selbst aufthte - unter dem mystischen ,klange der wiedererweckten ,tragdienmusik4 ,mge uns ,niemand unsern ,glauben an eine noch bevorstehende ,wiedergeburt des hellenischen ,alterthums zu verkmmern suchen2 denn in ihm finden wir allein unsre ,hoffnung fr eine ,erneuerung und ,luterung des deutschen ,geistes durch den ,feuerzauber der ,musik4 ,was wssten wir sonst zu nennen1 was in der ,verdung und ,ermattung der jetzigen ,cultur irgend welche trstliche ,erwartung fr die ,zukunft erwecken knnte8 ,vergebens sphen wir nach einer einzigen krftig gesteten ,wurzel1 nach einem ,fleck fruchtbaren und gesunden ,erdbodens3 berall ,staub1 ,sand1 ,erstarrung1 ,verschmachten4 ,da mchte sich ein trostlos ,vereinsamter kein besseres ,symbol whlen knnen1 als den ,ritter mit ,tod und ,teufel1 wie ihn uns ,drer gezeichnet hat1 den geharnischten ,ritter mit dem erzenen1 harten ,blicke1 der seinen ,schreckensweg1 unbeirrt durch seine grausen ,gefhrten1 und doch hoffnungslos1 allein mit ,ross und ,hund zu nehmen weiss4 ,ein solcher ,drerscher ,ritter war unser ,schopenhauer3 ihm fehlte jede ,hoffnung1 aber er wollte die ,wahrheit4 ,es giebt nicht ,seinesgleichen4 - ,aber wie verndert sich pltzlich jene eben so dster geschilderte ,wildniss unserer ermdeten ,cultur1 wenn sie der dionysische ,zauber berhrt6 ,ein ,sturmwind packt alles ,abgelebte1 ,morsche1 ,zerbrochne1 ,verkmmerte1 hllt es wirbelnd in eine rothe ,staubwolke und trgt es wie ein ,geier in die ,lfte4 ,verwirrt suchen unsere ,blicke nach dem ,entschwundenen3 denn was sie sehen1 ist wie aus einer ,versenkung an's goldne ,licht gestiegen1 so voll und grn1 so ppig lebendig1 so sehnsuchtsvoll unermesslich4 ,die ,tragdie sitzt inmitten dieses ,ueberflusses an ,leben1 ,leid und ,lust1 in erhabener ,entzckung1 sie horcht einem fernen schwermthigen ,gesange - er erzhlt von den ,mttern des ,seins1 deren ,namen lauten3 ,wahn1 ,wille1 ,wehe4 - ,ja1 meine ,freunde1 glaubt mit mir an das dionysische ,leben und an die ,wiedergeburt der ,tragdie4 ,die ,zeit des sokratischen ,menschen ist vorber3 krnzt euch mit ,epheu1 nehmt den ,thyrsusstab zur ,hand und wundert euch nicht1 wenn ,tiger und ,panther sich schmeichelnd zu euren ,knien niederlegen4 ,jetzt wagt es nur1 tragische ,menschen zu sein3 denn ihr sollt erlst werden4 ,ihr sollt den dionysischen ,festzug von ,indien nach ,griechenland geleiten6 ,rstet euch zu hartem ,streite1 aber glaubt an die ,wunder eures ,gottes6 #ba4 ,von diesen exhortativen ,tnen in die ,stimmung zurckgleitend1 die dem ,beschaulichen geziemt1 wiederhole ich1 dass nur von den ,griechen gelernt werden kann1 was ein solches wundergleiches pltzliches ,aufwachen der ,tragdie fr den innersten ,lebensgrund eines ,volkes zu bedeuten hat4 ,es ist das ,volk der tragischen ,mysterien1 das die ,perserschlachten schlgt3 und wiederum braucht das ,volk1 das jene ,kriege gefhrt hat1 die ,tragdie als nothwendigen ,genesungstrank4 ,wer wrde gerade bei diesem ,volke1 nachdem es durch mehrere ,generationen von den strksten ,zuckungen des dionysischen ,dmon bis in's ,innerste erregt wurde1 noch einen so gleichmssig krftigen ,erguss des einfachsten politischen ,gefhls1 der natrlichsten ,heimatsinstincte1 der ursprnglichen mnnlichen ,kampflust vermuthen8 ,ist es doch bei jedem bedeutenden ,umsichgreifen dionysischer ,erregungen immer zu spren1 wie die dionysische ,lsung von den ,fesseln des ,individuums sich am allerersten in einer bis zur ,gleichgltigkeit1 ja ,feindseligkeit gesteigerten ,beeintrchtigung der politischen ,instincte fhlbar macht1 so gewiss andererseits der staatenbildende ,apollo auch der ,genius des principii individuationis ist und ,staat und ,heimatssinn nicht ohne ,bejahung der individuellen ,persnlichkeit leben knnen4 ,von dem ,orgiasmus aus fhrt fr ein ,volk nur ein ,weg1 der ,weg zum indischen ,buddhaismus1 der1 um berhaupt mit seiner ,sehnsucht in's ,nichts ertragen zu werden1 jener seltnen ekstatischen ,zustnde mit ihrer ,erhebung ber ,raum1 ,zeit und ,individuum bedarf3 wie diese wiederum eine ,philosophie fordern1 die es lehrt1 die unbeschreibliche ,unlust der ,zwischenzustnde durch eine ,vorstellung zu berwinden4 ,eben so nothwendig gerth ein ,volk1 von der unbedingten ,geltung der politischen ,triebe aus1 in eine ,bahn usserster ,verweltlichung1 deren grossartigster1 aber auch erschrecklichster ,ausdruck das rmische imperium ist4 ,zwischen ,indien und ,rom hingestellt und zu verfhrerischer ,wahl gedrngt1 ist es den ,griechen gelungen1 in classischer ,reinheit eine dritte ,form hinzuzuerfinden1 freilich nicht zu langem eigenen ,gebrauche1 aber eben darum fr die ,unsterblichkeit4 ,denn dass die ,lieblinge der ,gtter frh sterben1 gilt in allen ,dingen1 aber eben so gewiss1 dass sie mit den ,gttern dann ewig leben4 ,man verlange doch von dem ,alleredelsten nicht1 dass es die haltbare ,zhigkeit des ,leders habe2 die derbe ,dauerhaftigkeit1 wie sie z4,b4 dem rmischen ,nationaltriebe zu eigen war1 gehrt wahrscheinlich nicht zu den nothwendigen ,prdicaten der ,vollkommenheit4 ,wenn wir aber fragen1 mit welchem ,heilmittel es den ,griechen ermglicht war1 in ihrer grossen ,zeit1 bei der ausserordentlichen ,strke ihrer dionysischen und politischen ,triebe1 weder durch ein ekstatisches ,brten1 noch durch ein verzehrendes ,haschen nach ,weltmacht und ,weltehre sich zu erschpfen1 sondern jene herrliche ,mischung zu erreichen1 wie sie ein edler1 zugleich befeuernder und beschaulich stimmender ,wein hat1 so mssen wir der ungeheuren1 das ganze ,volksleben erregenden1 reinigenden und entladenden ,gewalt der ,tragdie eingedenk sein2 deren hchsten ,werth wir erst ahnen werden1 wenn sie uns1 wie bei den ,griechen1 als ,inbegriff aller prophylaktischen ,heilkrfte1 als die zwischen den strksten und an sich verhngnissvollsten ,eigenschaften des ,volkes waltende ,mittlerin entgegentritt4 ,die ,tragdie saugt den hchsten ,musikorgiasmus in sich hinein1 so dass sie geradezu die ,musik1 bei den ,griechen1 wie bei uns1 zur ,vollendung bringt1 stellt dann aber den tragischen ,mythus und den tragischen ,helden daneben1 der dann1 einem mchtigen ,titanen gleich1 die ganze dionysische ,welt auf seinen ,rcken nimmt und uns davon entlastet3 whrend sie andrerseits durch denselben tragischen ,mythus1 in der ,person des tragischen ,helden1 von dem gierigen ,drange nach diesem ,dasein zu erlsen weiss1 und mit mahnender ,hand an ein anderes ,sein und an eine hhere ,lust erinnert1 zu welcher der kmpfende ,held durch seinen ,untergang1 nicht durch seine ,siege sich ahnungsvoll vorbereitet4 ,die ,tragdie stellt zwischen die universale ,geltung ihrer ,musik und den dionysisch empfnglichen ,zuhrer ein erhabenes ,gleichniss1 den ,mythus1 und erweckt bei jenem den ,schein1 als ob die ,musik nur ein hchstes ,darstellungsmittel zur ,belebung der plastischen ,welt des ,mythus sei4 ,dieser edlen ,tuschung vertrauend darf sie jetzt ihre ,glieder zum dithyrambischen ,tanze bewegen und sich unbedenklich einem orgiastischen ,gefhle der ,freiheit hingeben1 in welchem sie als ,musik an sich1 ohne jene ,tuschung1 nicht zu schwelgen wagen drfte4 ,der ,mythus schtzt uns vor der ,musik1 wie er ihr andrerseits erst die hchste ,freiheit giebt4 ,dafr verleiht die ,musik1 als ,gegengeschenk1 dem tragischen ,mythus eine so eindringliche und berzeugende metaphysische ,bedeutsamkeit1 wie sie ,wort und ,bild1 ohne jene einzige ,hlfe1 nie zu erreichen vermgen2 und insbesondere berkommt durch sie den tragischen ,zuschauer gerade jenes sichere ,vorgefhl einer hchsten ,lust1 zu der der ,weg durch ,untergang und ,verneinung fhrt1 so dass er zu hren meint1 als ob der innerste ,abgrund der ,dinge zu ihm vernehmlich sprche4 ,habe ich dieser schwierigen ,vorstellung mit den letzten ,stzen vielleicht nur einen vorlufigen1 fr ,wenige sofort verstndlichen ,ausdruck zu geben vermocht1 so darf ich gerade an dieser ,stelle nicht ablassen1 meine ,freunde zu einem nochmaligen ,versuche anzureizen und sie zu bitten1 an einem einzelnen ,beispiele unsrer gemeinsamen ,erfahrung sich fr die ,erkenntniss des allgemeinen ,satzes vorzubereiten4 ,bei diesem ,beispiele darf ich mich nicht auf jene beziehn1 welche die ,bilder der scenischen ,vorgnge1 die ,worte und ,affecte der handelnden ,personen benutzen1 um sich mit dieser ,hlfe der ,musikempfindung anzunhern2 denn diese alle reden nicht ,musik als ,muttersprache und kommen auch1 trotz jener ,hlfe1 nicht weiter als in die ,vorhallen der ,musikperception1 ohne je deren innerste ,heiligthmer berhren zu drfen2 manche von diesen1 wie ,gervinus1 gelangen auf diesem ,wege nicht einmal in die ,vorhallen4 ,sondern nur an diejenigen habe ich mich zu wenden1 die1 unmittelbar verwandt mit der ,musik1 in ihr gleichsam ihren ,mutterschooss haben und mit den ,dingen fast nur durch unbewusste ,musikrelationen in ,verbindung stehen4 ,an diese chten ,musiker richte ich die ,frage1 ob sie sich einen ,menschen denken knnen1 der den dritten ,act von ,tristan und ,isolde ohne alle ,beihlfe von ,wort und ,bild rein als ungeheuren symphonischen ,satz zu percipiren im ,stande wre1 ohne unter einem krampfartigen ,ausspannen aller ,seelenflgel zu verathmen8 ,ein ,mensch1 der wie hier das ,ohr gleichsam an die ,herzkammer des ,weltwillens gelegt hat1 der das rasende ,begehren zum ,dasein als donnernden ,strom oder als zartesten zerstubten ,bach von hier aus in alle ,adern der ,welt sich ergiessen fhlt1 er sollte nicht jhlings zerbrechen8 ,er sollte es ertragen1 in der elenden glsernen ,hlle des menschlichen ,individuums1 den ,wiederklang zahlloser ,lust - und ,weherufe aus dem weiten ,raum der ,weltennacht zu vernehmen1 ohne bei diesem ,hirtenreigen der ,metaphysik sich seiner ,urheimat unaufhaltsam zuzuflchten8 ,wenn aber doch ein solches ,werk als ,ganzes percipirt werden kann1 ohne ,verneinung der ,individualexistenz1 wenn eine solche ,schpfung geschaffen werden konnte1 ohne ihren ,schpfer zu zerschmettern - woher nehmen wir die ,lsung eines solchen ,widerspruches8 ,hier drngt sich zwischen unsre hchste ,musikerregung und jene ,musik der tragische ,mythus und der tragische ,held1 im ,grunde nur als ,gleichniss der alleruniversalsten ,thatsachen1 von denen allein die ,musik auf directem ,wege reden kann4 ,als ,gleichniss wrde nun aber der ,mythus1 wenn wir als rein dionysische ,wesen empfnden1 gnzlich wirkungslos und unbeachtet neben uns stehen bleiben1 und uns keinen ,augenblick abwendig davon machen1 unser ,ohr dem ,wiederklang der universalia ante rem zu bieten4 ,hier bricht jedoch die apollinische ,kraft1 auf ,wiederherstellung des fast zersprengten ,individuums gerichtet1 mit dem ,heilbalsam einer wonnevollen ,tuschung hervor3 pltzlich glauben wir nur noch ,tristan zu sehen1 wie er bewegungslos und dumpf sich fragt3 die alte ,weise2 was weckt sie mich8 ,und was uns frher wie ein hohles ,seufzen aus dem ,mittelpunkte des ,seins anmuthete1 das will uns jetzt nur sagen1 wie d und leer das ,meer4 ,und wo wir athemlos zu erlschen whnten1 im krampfartigen ,sichausrecken aller ,gefhle1 und nur ein ,weniges uns mit dieser ,existenz zusammenknpfte1 hren und sehen wir jetzt nur den zum ,tode verwundeten und doch nicht sterbenden ,helden1 mit seinem verzweiflungsvollen ,rufe3 ,sehnen6 ,sehnen6 ,im ,sterben mich zu sehnen1 vor ,sehnsucht nicht zu sterben6 ,und wenn frher der ,jubel des ,horns nach solchem ,uebermaass und solcher ,ueberzahl verzehrender ,qualen fast wie der ,qualen hchste uns das ,herz zerschnitt1 so steht jetzt zwischen uns und diesem ,jubel an sich der jauchzende ,kurwenal1 dem ,schiffe1 das ,isolden trgt1 zugewandt4 ,so gewaltig auch das ,mitleiden in uns hineingreift1 in einem gewissen ,sinne rettet uns doch das ,mitleiden vor dem ,urleiden der ,welt1 wie das ,gleichnissbild des ,mythus uns vor dem unmittelbaren ,anschauen der hchsten ,weltidee1 wie der ,gedanke und das ,wort uns vor dem ungedmmten ,ergusse des unbewussten ,willens rettet4 ,durch jene herrliche apollinische ,tuschung dnkt es uns1 als ob uns selbst das ,tonreich wie eine plastische ,welt gegenber trte1 als ob auch in ihr nur ,tristan's und ,isoldens ,schicksal1 wie in einem allerzartesten und ausdrucksfhigsten ,stoffe1 geformt und bildnerisch ausgeprgt worden sei4 ,so entreisst uns das ,apollinische der dionysischen ,allgemeinheit und entzckt uns fr die ,individuen2 an diese fesselt es unsre ,mitleidserregung1 durch diese befriedigt es den nach grossen und erhabenen ,formen lechzenden ,schnheitssinn2 es fhrt an uns ,lebensbilder vorbei und reizt uns zu gedankenhaftem ,erfassen des in ihnen enthaltenen ,lebenskernes4 ,mit der ungeheuren ,wucht des ,bildes1 des ,begriffs1 der ethischen ,lehre1 der sympathischen ,erregung reisst das ,apollinische den ,menschen aus seiner orgiastischen ,selbstvernichtung empor und tuscht ihn ber die ,allgemeinheit des dionysischen ,vorganges hinweg zu dem ,wahne1 dass er ein einzelnes ,weltbild1 z4,b4 ,tristan und ,isolde1 sehe und es1 durch die ,musik1 nur noch besser und innerlicher sehen solle4 ,was vermag nicht der heilkundige ,zauber des ,apollo1 wenn er selbst in uns die ,tuschung aufregen kann1 als ob wirklich das ,dionysische1 im ,dienste des ,apollinischen1 dessen ,wirkungen zu steigern vermchte1 ja als ob die ,musik sogar wesentlich ,darstellungskunst fr einen apollinischen ,inhalt sei8 ,bei jener prstabilirten ,harmonie1 die zwischen dem vollendeten ,drama und seiner ,musik waltet1 erreicht das ,drama einen hchsten1 fr das ,wortdrama sonst unzugnglichen ,grad von ,schaubarkeit4 ,wie alle lebendigen ,gestalten der ,scene in den selbstndig bewegten ,melodienlinien sich zur ,deutlichkeit der geschwungenen ,linie vor uns vereinfachen1 ertnt uns das ,nebeneinander dieser ,linien in dem mit dem bewegten ,vorgange auf zarteste ,weise sympathisirenden ,harmonienwechsel3 durch welchen uns die ,relationen der ,dinge in sinnlich wahrnehmbarer1 keinesfalls abstracter ,weise1 unmittelbar vernehmbar werden1 wie wir gleichfalls durch ihn erkennen1 dass erst in diesen ,relationen das ,wesen eines ,charakters und einer ,melodienlinie sich rein offenbare4 ,und whrend uns so die ,musik zwingt1 mehr und innerlicher als sonst zu sehen1 und den ,vorgang der ,scene wie ein zartes ,gespinnst vor uns auszubreiten1 ist fr unser vergeistigtes1 in's ,innere blickendes ,auge die ,welt der ,bhne eben so unendlich erweitert als von innen heraus erleuchtet4 ,was vermchte der ,wortdichter ,analoges zu bieten1 der mit einem viel unvollkommneren ,mechanismus1 auf indirectem ,wege1 vom ,wort und vom ,begriff aus1 jene innerliche ,erweiterung der schaubaren ,bhnenwelt und ihre innere ,erleuchtung zu erreichen sich abmht8 ,nimmt nun zwar auch die musikalische ,tragdie das ,wort hinzu1 so kann sie doch zugleich den ,untergrund und die ,geburtssttte des ,wortes danebenstellen und uns das ,werden des ,wortes1 von innen heraus1 verdeutlichen4 ,aber von diesem geschilderten ,vorgang wre doch eben so bestimmt zu sagen1 dass er nur ein herrlicher ,schein1 nmlich jene vorhin erwhnte apollinische ,tuschung sei1 durch deren ,wirkung wir von dem dionysischen ,andrange und ,uebermaasse entlastet werden sollen4 ,im ,grunde ist ja das ,verhltniss der ,musik zum ,drama gerade das umgekehrte3 die ,musik ist die eigentliche ,idee der ,welt1 das ,drama nur ein ,abglanz dieser ,idee1 ein vereinzeltes ,schattenbild derselben4 ,jene ,identitt zwischen der ,melodienlinie und der lebendigen ,gestalt1 zwischen der ,harmonie und den ,charakterrelationen jener ,gestalt ist in einem entgegengesetzten ,sinne wahr1 als es uns1 beim ,anschauen der musikalischen ,tragdie1 dnken mchte4 ,wir mgen die ,gestalt uns auf das ,sichtbarste bewegen1 beleben und von innen heraus beleuchten1 sie bleibt immer nur die ,erscheinung1 von der es keine ,brcke giebt1 die in die wahre ,realitt1 in's ,herz der ,welt fhrte4 ,aus diesem ,herzen heraus aber redet die ,musik2 und zahllose ,erscheinungen jener ,art drften an der gleichen ,musik vorberziehn1 sie wrden nie das ,wesen derselben erschpfen1 sondern immer nur ihre verusserlichten ,abbilder sein4 ,mit dem populren und gnzlich falschen ,gegensatz von ,seele und ,krper ist freilich fr das schwierige ,verhltniss von ,musik und ,drama nichts zu erklren und alles zu verwirren2 aber die unphilosophische ,rohheit jenes ,gegensatzes scheint gerade bei unseren ,aesthetikern1 wer weiss aus welchen ,grnden1 zu einem gern bekannten ,glaubensartikel geworden zu sein1 whrend sie ber einen ,gegensatz der ,erscheinung und des ,dinges an sich nichts gelernt haben oder1 aus ebenfalls unbekannten ,grnden1 nichts lernen mochten4 ,sollte es sich bei unserer ,analysis ergeben haben1 dass das ,apollinische in der ,tragdie durch seine ,tuschung vllig den ,sieg ber das dionysische ,urelement der ,musik davongetragen und sich diese zu ihren ,absichten1 nmlich zu einer hchsten ,verdeutlichung des ,drama's1 nutzbar gemacht habe1 so wre freilich eine sehr wichtige ,einschrnkung hinzuzufgen3 in dem allerwesentlichsten ,punkte ist jene apollinische ,tuschung durchbrochen und vernichtet4 ,das ,drama1 das in so innerlich erleuchteter ,deutlichkeit aller ,bewegungen und ,gestalten1 mit ,hlfe der ,musik1 sich vor uns ausbreitet1 als ob wir das ,gewebe am ,webstuhl im ,auf - und ,niederzucken entstehen sehen - erreicht als ,ganzes eine ,wirkung1 die jenseits aller apollinischen ,kunstwirkungen liegt4 ,in der ,gesammtwirkung der ,tragdie erlangt das ,dionysische wieder das ,uebergewicht2 sie schliesst mit einem ,klange1 der niemals von dem ,reiche der apollinischen ,kunst her tnen knnte4 ,und damit erweist sich die apollinische ,tuschung als das1 was sie ist1 als die whrend der ,dauer der ,tragdie anhaltende ,umschleierung der eigentlichen dionysischen ,wirkung3 die doch so mchtig ist1 am ,schluss das apollinische ,drama selbst in eine ,sphre zu drngen1 wo es mit dionysischer ,weisheit zu reden beginnt und wo es sich selbst und seine apollinische ,sichtbarkeit verneint4 ,so wre wirklich das schwierige ,verhltniss des ,apollinischen und des ,dionysischen in der ,tragdie durch einen ,bruderbund beider ,gottheiten zu symbolisiren3 ,dionysus redet die ,sprache des ,apollo1 ,apollo aber schliesslich die ,sprache des ,dionysus3 womit das hchste ,ziel der ,tragdie und der ,kunst berhaupt erreicht ist4 #bb4 ,mag der aufmerksame ,freund sich die ,wirkung einer wahren musikalischen ,tragdie rein und unvermischt1 nach seinen ,erfahrungen vergegenwrtigen4 ,ich denke das ,phnomen dieser ,wirkung nach beiden ,seiten hin so beschrieben zu haben1 dass er sich seine eignen ,erfahrungen jetzt zu deuten wissen wird4 ,er wird sich nmlich erinnern1 wie er1 im ,hinblick auf den vor ihm sich bewegenden ,mythus1 zu einer ,art von ,allwissenheit sich gesteigert fhlte1 als ob jetzt die ,sehkraft seiner ,augen nicht nur eine ,flchenkraft sei1 sondern in's ,innere zu dringen vermge1 und als ob er die ,wallungen des ,willens1 den ,kampf der ,motive1 den anschwellenden ,strom der ,leidenschaften1 jetzt1 mit ,hlfe der ,musik1 gleichsam sinnlich sichtbar1 wie eine ,flle lebendig bewegter ,linien und ,figuren vor sich sehe und damit bis in die zartesten ,geheimnisse unbewusster ,regungen hinabtauchen knne4 ,whrend er so einer hchsten ,steigerung seiner auf ,sichtbarkeit und ,verklrung gerichteten ,triebe bewusst wird1 fhlt er doch eben so bestimmt1 dass diese lange ,reihe apollinischer ,kunstwirkungen doch nicht jenes beglckte ,verharren in willenlosem ,anschauen erzeugt1 das der ,plastiker und der epische ,dichter1 also die eigentlich apollinischen ,knstler1 durch ihre ,kunstwerke bei ihm hervorbringen3 das heisst die in jenem ,anschauen erreichte ,rechtfertigung der ,welt der individuatio1 als welche die ,spitze und der ,inbegriff der apollinischen ,kunst ist4 ,er schaut die verklrte ,welt der ,bhne und verneint sie doch4 ,er sieht den tragischen ,helden vor sich in epischer ,deutlichkeit und ,schnheit und erfreut sich doch an seiner ,vernichtung4 ,er begreift bis in's ,innerste den ,vorgang der ,scene und flchtet sich gern in's ,unbegreifliche4 ,er fhlt die ,handlungen des ,helden als gerechtfertigt und ist doch noch mehr erhoben1 wenn diese ,handlungen den ,urheber vernichten4 ,er schaudert vor den ,leiden1 die den ,helden treffen werden und ahnt doch bei ihnen eine hhere1 viel bermchtigere ,lust4 ,er schaut mehr und tiefer als je und wnscht sich doch erblindet4 ,woher werden wir diese wunderbare ,selbstentzweiung1 dies ,umbrechen der apollinischen ,spitze1 abzuleiten haben1 wenn nicht aus dem dionysischen ,zauber1 der1 zum ,schein die apollinischen ,regungen auf's ,hchste reizend1 doch noch diesen ,ueberschwang der apollinischen ,kraft in seinen ,dienst zu zwingen vermag4 ,der tragische ,mythus ist nur zu verstehen als eine ,verbildlichung dionysischer ,weisheit durch apollinische ,kunstmittel2 er fhrt die ,welt der ,erscheinung an die ,grenzen1 wo sie sich selbst verneint und wieder in den ,schooss der wahren und einzigen ,realitt zurckzuflchten sucht2 wo sie dann1 mit ,isolden1 ihren metaphysischen ,schwanengesang also anzustimmen scheint3 ,in des ,wonnemeeres wogendem ,schwall1 in der ,duft - ,wellen tnendem ,schall1 in des ,weltathems wehendem ,all ertrinken - versinken unbewusst - hchste ,lust6 ,so vergegenwrtigen wir uns1 an den ,erfahrungen des wahrhaft aesthetischen ,zuhrers1 den tragischen ,knstler selbst1 wie er1 gleich einer ppigen ,gottheit der individuatio1 seine ,gestalten schafft1 in welchem ,sinne sein ,werk kaum als ,nachahmung der ,natur zu begreifen wre - wie dann aber sein ungeheurer dionysischer ,trieb diese ganze ,welt der ,erscheinungen verschlingt1 um hinter ihr und durch ihre ,vernichtung eine hchste knstlerische ,urfreude im ,schoosse des ,ur-,einen ahnen zu lassen4 ,freilich wissen von dieser ,rckkehr zur ,urheimat1 von dem ,bruderbunde der beiden ,kunstgottheiten in der ,tragdie und von der sowohl apollinischen als dionysischen ,erregung des ,zuhrers unsere ,aesthetiker nichts zu berichten1 whrend sie nicht mde werden1 den ,kampf des ,helden mit dem ,schicksal1 den ,sieg der sittlichen ,weltordnung oder eine durch die ,tragdie bewirkte ,entladung von ,affecten als das eigentlich ,tragische zu charakterisiren3 welche ,unverdrossenheit mich auf den ,gedanken bringt1 sie mchten berhaupt keine aesthetisch erregbaren ,menschen sein und beim ,anhren der ,tragdie vielleicht nur als moralische ,wesen in ,betracht kommen4 ,noch nie1 seit ,aristoteles1 ist eine ,erklrung der tragischen ,wirkung gegeben worden1 aus der auf knstlerische ,zustnde1 auf eine aesthetische ,thtigkeit der ,zuhrer geschlossen werden drfte4 ,bald soll ,mitleid und ,furchtsamkeit durch die ernsten ,vorgnge zu einer erleichternden ,entladung gedrngt werden1 bald sollen wir uns bei dem ,sieg guter und edler ,principien1 bei der ,aufopferung des ,helden im ,sinne einer sittlichen ,weltbetrachtung erhoben und begeistert fhlen2 und so gewiss ich glaube1 dass fr zahlreiche ,menschen gerade das und nur das die ,wirkung der ,tragdie ist1 so deutlich ergiebt sich daraus1 dass diese alle1 sammt ihren interpretirenden ,aesthetikern1 von der ,tragdie als einer hchsten ,kunst nichts erfahren haben4 ,jene pathologische ,entladung1 die ,katharsis des ,aristoteles1 von der die ,philologen nicht recht wissen1 ob sie unter die medicinischen oder die moralischen ,phnomene zu rechnen sei1 erinnert an eine merkwrdige ,ahnung ,goethe's4 ,ohne ein lebhaftes pathologisches ,interesse1 sagt er1 ist es auch mir niemals gelungen1 irgend eine tragische ,situation zu bearbeiten1 und ich habe sie daher lieber vermieden als aufgesucht4 ,sollte es wohl auch einer von den ,vorzgen der ,alten gewesen sein1 dass das hchste ,pathetische auch nur aesthetisches ,spiel bei ihnen gewesen wre1 da bei uns die ,naturwahrheit mitwirken muss1 um ein solches ,werk hervorzubringen8 ,diese so tiefsinnige letzte ,frage drfen wir jetzt1 nach unseren herrlichen ,erfahrungen1 bejahen1 nachdem wir gerade an der musikalischen ,tragdie mit ,staunen erlebt haben1 wie wirklich das hchste ,pathetische doch nur ein aesthetisches ,spiel sein kann3 weshalb wir glauben drfen1 dass erst jetzt das ,urphnomen des ,tragischen mit einigem ,erfolg zu beschreiben ist4 ,wer jetzt noch nur von jenen stellvertretenden ,wirkungen aus ausseraesthetischen ,sphren zu erzhlen hat und ber den pathologisch - moralischen ,prozess sich nicht hinausgehoben fhlt1 mag nur an seiner aesthetischen ,natur verzweifeln3 wogegen wir ihm die ,interpretation ,shakespeare's nach der ,manier des ,gervinus und das fleissige ,aufspren der poetischen ,gerechtigkeit als unschuldigen ,ersatz anempfehlen4 ,so ist mit der ,wiedergeburt der ,tragdie auch der aesthetische ,zuhrer wieder geboren1 an dessen ,stelle bisher in den ,theaterrumen ein seltsames ,quidproquo1 mit halb moralischen und halb gelehrten ,ansprchen1 zu sitzen pflegte1 der ,kritiker4 ,in seiner bisherigen ,sphre war ,alles knstlich und nur mit einem ,scheine des ,lebens bertncht4 ,der darstellende ,knstler wusste in der ,that nicht mehr1 was er mit einem solchen1 kritisch sich gebrdenden ,zuhrer zu beginnen habe und sphte daher1 sammt dem ihn inspirirenden ,dramatiker oder ,operncomponisten1 unruhig nach den letzten ,resten des ,lebens in diesem anspruchsvoll den und zum ,geniessen unfhigen ,wesen4 ,aus derartigen ,kritikern bestand aber bisher das ,publicum2 der ,student1 der ,schulknabe1 ja selbst das harmloseste weibliche ,geschpf war wider sein ,wissen bereits durch ,erziehung und ,journale zu einer gleichen ,perception eines ,kunstwerks vorbereitet4 ,die edleren ,naturen unter den ,knstlern rechneten bei einem solchen ,publicum auf die ,erregung moralisch - religiser ,krfte1 und der ,anruf der sittlichen ,weltordnung trat vikarirend ein1 wo eigentlich ein gewaltiger ,kunstzauber den chten ,zuhrer entzcken sollte4 ,oder es wurde vom ,dramatiker eine grossartigere1 mindestens aufregende ,tendenz der politischen und socialen ,gegenwart so deutlich vorgetragen1 dass der ,zuhrer seine kritische ,erschpfung vergessen und sich hnlichen ,affecten berlassen konnte1 wie in patriotischen oder kriegerischen ,momenten1 oder vor der ,rednerbhne des ,parlaments oder bei der ,verurtheilung des ,verbrechens und des ,lasters3 welche ,entfremdung der eigentlichen ,kunstabsichten hier und da geradezu zu einem ,cultus der ,tendenz fhren musste4 ,doch hier trat ein1 was bei allen erknstelten ,knsten von jeher eingetreten ist1 eine reissend schnelle ,depravation jener ,tendenzen1 so dass zum ,beispiel die ,tendenz1 das ,theater als ,veranstaltung zur moralischen ,volksbildung zu verwenden1 die zu ,schiller's ,zeit ernsthaft genommen wurde1 bereits unter die unglaubwrdigen ,antiquitten einer berwundenen ,bildung gerechnet wird4 ,whrend der ,kritiker in ,theater und ,concert1 der ,journalist in der ,schule1 die ,presse in der ,gesellschaft zur ,herrschaft gekommen war1 entartete die ,kunst zu einem ,unterhaltungsobject der niedrigsten ,art1 und die aesthetische ,kritik wurde als das ,bindemittel einer eiteln1 zerstreuten1 selbstschtigen und berdies rmlich - unoriginalen ,geselligkeit benutzt1 deren ,sinn jene ,schopenhauerische ,parabel von den ,stachelschweinen zu verstehen giebt2 so dass zu keiner ,zeit so viel ber ,kunst geschwatzt und so wenig von der ,kunst gehalten worden ist4 ,kann man aber mit einem ,menschen noch verkehren1 der im ,stande ist1 sich ber ,beethoven und ,shakespeare zu unterhalten8 ,mag ,jeder nach seinem ,gefhl diese ,frage beantworten3 er wird mit der ,antwort jedenfalls beweisen1 was er sich unter ,bildung vorstellt1 vorausgesetzt dass er die ,frage berhaupt zu beantworten sucht und nicht vor ,ueberraschung bereits verstummt ist4 ,dagegen drfte mancher edler und zarter von der ,natur ,befhigte1 ob er gleich in der geschilderten ,weise allmhlich zum kritischen ,barbaren geworden war1 von einer eben so unerwarteten als gnzlich unverstndlichen ,wirkung zu erzhlen haben1 die etwa eine glcklich gelungene ,lohengrinauffhrung auf ihn ausbte3 nur dass ihm vielleicht jede ,hand fehlte1 die ihn mahnend und deutend anfasste1 so dass auch jene unbegreiflich verschiedenartige und durchaus unvergleichliche ,empfindung1 die ihn damals erschtterte1 vereinzelt blieb und wie ein rthselhaftes ,gestirn nach kurzem ,leuchten erlosch4 ,damals hatte er geahnt1 was der aesthetische ,zuhrer ist4 #bc4 ,wer recht genau sich selber prfen will1 wie sehr er dem wahren aesthetischen ,zuhrer verwandt ist oder zur ,gemeinschaft der sokratisch - kritischen ,menschen gehrt1 der mag sich nur aufrichtig nach der ,empfindung fragen1 mit der er das auf der ,bhne dargestellte ,wunder empfngt3 ob er etwa dabei seinen historischen1 auf strenge psychologische ,causalitt gerichteten ,sinn beleidigt fhlt1 ob er mit einer wohlwollenden ,concession gleichsam das ,wunder als ein der ,kindheit verstndliches1 ihm entfremdetes ,phnomen zulsst oder ob er irgend etwas ,anderes dabei erleidet4 ,daran nmlich wird er messen knnen1 wie weit er berhaupt befhigt ist1 den ,mythus1 das zusammengezogene ,weltbild1 zu verstehen1 der1 als ,abbreviatur der ,erscheinung1 das ,wunder nicht entbehren kann4 ,das ,wahrscheinliche ist aber1 dass fast ,jeder1 bei strenger ,prfung1 sich so durch den kritisch - historischen ,geist unserer ,bildung zersetzt fhle1 um nur etwa auf gelehrtem ,wege1 durch vermittelnde ,abstractionen1 sich die einstmalige ,existenz des ,mythus glaublich zu machen4 ,ohne ,mythus aber geht jede ,cultur ihrer gesunden schpferischen ,naturkraft verlustig3 erst ein mit ,mythen umstellter ,horizont schliesst eine ganze ,culturbewegung zur ,einheit ab4 ,alle ,krfte der ,phantasie und des apollinischen ,traumes werden erst durch den ,mythus aus ihrem wahllosen ,herumschweifen gerettet4 ,die ,bilder des ,mythus mssen die unbemerkt allgegenwrtigen dmonischen ,wchter sein1 unter deren ,hut die junge ,seele heranwchst1 an deren ,zeichen der ,mann sich sein ,leben und seine ,kmpfe deutet3 und selbst der ,staat kennt keine mchtigeren ungeschriebnen ,gesetze als das mythische ,fundament1 das seinen ,zusammenhang mit der ,religion1 sein ,herauswachsen aus mythischen ,vorstellungen verbrgt4 ,man stelle jetzt daneben den abstracten1 ohne ,mythen geleiteten ,menschen1 die abstracte ,erziehung1 die abstracte ,sitte1 das abstracte ,recht1 den abstracten ,staat3 man vergegenwrtige sich das regellose1 von keinem heimischen ,mythus gezgelte ,schweifen der knstlerischen ,phantasie3 man denke sich eine ,cultur1 die keinen festen und heiligen ,ursitz hat1 sondern alle ,mglichkeiten zu erschpfen und von allen ,culturen sich kmmerlich zu nhren verurtheilt ist - das ist die ,gegenwart1 als das ,resultat jenes auf ,vernichtung des ,mythus gerichteten ,sokratismus4 ,und nun steht der mythenlose ,mensch1 ewig hungernd1 unter allen ,vergangenheiten und sucht grabend und whlend nach ,wurzeln1 sei es dass er auch in den entlegensten ,alterthmern nach ihnen graben msste4 ,worauf weist das ungeheure historische ,bedrfniss der unbefriedigten modernen ,cultur1 das ,umsichsammeln zahlloser anderer ,culturen1 das verzehrende ,erkennenwollen1 wenn nicht auf den ,verlust des ,mythus1 auf den ,verlust der mythischen ,heimat1 des mythischen ,mutterschoosses8 ,man frage sich1 ob das fieberhafte und so unheimliche ,sichregen dieser ,cultur etwas ,anderes ist1 als das gierige ,zugreifen und ,nach-,nahrung- ,haschen des ,hungernden - und wer mchte einer solchen ,cultur noch etwas geben wollen1 die durch alles1 was sie verschlingt1 nicht zu sttigen ist und bei deren ,berhrung sich die krftigste1 heilsamste ,nahrung in ,historie und ,kritik zu verwandeln pflegt8 ,man msste auch an unserem deutschen ,wesen schmerzlich verzweifeln1 wenn es bereits in gleicher ,weise mit seiner ,cultur unlsbar verstrickt1 ja eins geworden wre1 wie wir das an dem civilisirten ,frankreich zu unserem ,entsetzen beobachten knnen2 und das1 was lange ,zeit der grosse ,vorzug ,frankreichs und die ,ursache seines ungeheuren ,uebergewichts war1 eben jenes ,einssein von ,volk und ,cultur1 drfte uns1 bei diesem ,anblick1 nthigen1 darin das ,glck zu preisen1 dass diese unsere so fragwrdige ,cultur bis jetzt mit dem edeln ,kerne unseres ,volkscharakters nichts gemein hat4 ,alle unsere ,hoffnungen strecken sich vielmehr sehnsuchtsvoll nach jener ,wahrnehmung aus1 dass unter diesem unruhig auf und nieder zuckenden ,culturleben und ,bildungskrampfe eine herrliche1 innerlich gesunde1 uralte ,kraft verborgen liegt1 die freilich nur in ungeheuren ,momenten sich gewaltig einmal bewegt und dann wieder einem zuknftigen ,erwachen entgegentrumt4 ,aus diesem ,abgrunde ist die deutsche ,reformation hervorgewachsen3 in deren ,choral die ,zukunftsweise der deutschen ,musik zuerst erklang4 ,so tief1 muthig und seelenvoll1 so berschwnglich gut und zart tnte dieser ,choral ,luther's1 als der erste dionysische ,lockruf1 der aus dichtverwachsenem ,gebsch1 im ,nahen des ,frhlings1 hervordringt4 ,ihm antwortete in wetteiferndem ,wiederhall jener weihevoll bermthige ,festzug dionysischer ,schwrmer1 denen wir die deutsche ,musik danken - und denen wir die ,wiedergeburt des deutschen ,mythus danken werden6 ,ich weiss1 dass ich jetzt den theilnehmend folgenden ,freund auf einen hochgelegenen ,ort einsamer ,betrachtung fhren muss1 wo er nur wenige ,gefhrten haben wird1 und rufe ihm ermuthigend zu1 dass wir uns an unseren leuchtenden ,fhrern1 den ,griechen1 festzuhalten haben4 ,von ihnen haben wir bis jetzt1 zur ,reinigung unserer aesthetischen ,erkenntniss1 jene beiden ,gtterbilder entlehnt1 von denen jedes ein gesondertes ,kunstreich fr sich beherrscht und ber deren gegenseitige ,berhrung und ,steigerung wir durch die griechische ,tragdie zu einer ,ahnung kamen4 ,durch ein merkwrdiges ,auseinanderreissen beider knstlerischen ,urtriebe musste uns der ,untergang der griechischen ,tragdie herbeigefhrt erscheinen3 mit welchem ,vorgange eine ,degeneration und ,umwandlung des griechischen ,volkscharakters im ,einklang war1 uns zu ernstem ,nachdenken auffordernd1 wie nothwendig und eng die ,kunst und das ,volk1 ,mythus und ,sitte1 ,tragdie und ,staat1 in ihren ,fundamenten verwachsen sind4 ,jener ,untergang der ,tragdie war zugleich der ,untergang des ,mythus4 ,bis dahin waren die ,griechen unwillkrlich genthigt1 alles ,erlebte sofort an ihre ,mythen anzuknpfen1 ja es nur durch diese ,anknpfung zu begreifen3 wodurch auch die nchste ,gegenwart ihnen sofort sub specie aeterni und in gewissem ,sinne als zeitlos erscheinen musste4 ,in diesen ,strom des ,zeitlosen aber tauchte sich eben so der ,staat wie die ,kunst1 um in ihm vor der ,last und der ,gier des ,augenblicks ,ruhe zu finden4 ,und gerade nur so viel ist ein ,volk - wie brigens auch ein ,mensch - werth1 als es auf seine ,erlebnisse den ,stempel des ,ewigen zu drcken vermag3 denn damit ist es gleichsam entweltlicht und zeigt seine unbewusste innerliche ,ueberzeugung von der ,relativitt der ,zeit und von der wahren1 d4h4 der metaphysischen ,bedeutung des ,lebens4 ,das ,gegentheil davon tritt ein1 wenn ein ,volk anfngt1 sich historisch zu begreifen und die mythischen ,bollwerke um sich herum zu zertrmmern3 womit gewhnlich eine entschiedene ,verweltlichung1 ein ,bruch mit der unbewussten ,metaphysik seines frheren ,daseins1 in allen ethischen ,consequenzen1 verbunden ist4 ,die griechische ,kunst und vornehmlich die griechische ,tragdie hielt vor ,allem die ,vernichtung des ,mythus auf3 man musste sie mit vernichten1 um1 losgelst von dem heimischen ,boden1 ungezgelt in der ,wildniss des ,gedankens1 der ,sitte und der ,that leben zu knnen4 ,auch jetzt noch versucht jener metaphysische ,trieb1 sich eine1 wenngleich abgeschwchte ,form der ,verklrung zu schaffen1 in dem zum ,leben drngenden ,sokratismus der ,wissenschaft3 aber auf den niederen ,stufen fhrte derselbe ,trieb nur zu einem fieberhaften ,suchen1 das sich allmhlich in ein ,pandmonium berallher zusammengehufter ,mythen und ,superstitionen verlor3 in dessen ,mitte der ,hellene dennoch ungestillten ,herzens sass1 bis er es verstand1 mit griechischer ,heiterkeit und griechischem ,leichtsinn1 als ,graeculus1 jenes ,fieber zu maskiren oder in irgend einem orientalisch dumpfen ,aberglauben sich vllig zu betuben4 ,diesem ,zustande haben wir uns1 seit der ,wiedererweckung des alexandrinisch - rmischen ,alterthums im fnfzehnten ,jahrhundert1 nach einem langen schwer zu beschreibenden ,zwischenacte1 in der aufflligsten ,weise angenhert4 ,auf den ,hhen dieselbe berreiche ,wissenslust1 dasselbe ungesttigte ,finderglck1 dieselbe ungeheure ,verweltlichung1 daneben ein heimatloses ,herumschweifen1 ein gieriges ,sichdrngen an fremde ,tische1 eine leichtsinnige ,vergtterung der ,gegenwart oder stumpf betubte ,abkehr1 ,alles sub specie saeculi1 der ,jetztzeit3 welche gleichen ,symptome auf einen gleichen ,mangel im ,herzen dieser ,cultur zu rathen geben1 auf die ,vernichtung des ,mythus4 ,es scheint kaum mglich zu sein1 mit dauerndem ,erfolge einen fremden ,mythus berzupflanzen1 ohne den ,baum durch dieses ,ueberpflanzen heillos zu beschdigen3 welcher vielleicht einmal stark und gesund genug ist1 jenes fremde ,element mit furchtbarem ,kampfe wieder auszuscheiden1 fr gewhnlich aber siech und verkmmert oder in krankhaftem ,wuchern sich verzehren muss4 ,wir halten so viel von dem reinen und krftigen ,kerne des deutschen ,wesens1 dass wir gerade von ihm jene ,ausscheidung gewaltsam eingepflanzter fremder ,elemente zu erwarten wagen und es fr mglich erachten1 dass der deutsche ,geist sich auf sich selbst zurckbesinnt4 ,vielleicht wird ,mancher meinen1 jener ,geist msse seinen ,kampf mit der ,ausscheidung des ,romanischen beginnen3 wozu er eine usserliche ,vorbereitung und ,ermuthigung in der siegreichen ,tapferkeit und blutigen ,glorie des letzten ,krieges erkennen drfte1 die innerliche ,nthigung aber in dem ,wetteifer suchen muss1 der erhabenen ,vorkmpfer auf dieser ,bahn1 ,luther's ebensowohl als unserer grossen ,knstler und ,dichter1 stets werth zu sein4 ,aber nie mge er glauben1 hnliche ,kmpfe ohne seine ,hausgtter1 ohne seine mythische ,heimat1 ohne ein ,wiederbringen aller deutschen ,dinge1 kmpfen zu knnen6 ,und wenn der ,deutsche zagend sich nach einem ,fhrer umblicken sollte1 der ihn wieder in die lngst verlorne ,heimat zurckbringe1 deren ,wege und ,stege er kaum mehr kennt - so mag er nur dem wonnig lockenden ,rufe des dionysischen ,vogels lauschen1 der ber ihm sich wiegt und ihm den ,weg dahin deuten will4 #bd4 ,wir hatten unter den eigenthmlichen ,kunstwirkungen der musikalischen ,tragdie eine apollinische ,tuschung hervorzuheben1 durch die wir vor dem unmittelbaren ,einssein mit der dionysischen ,musik gerettet werden sollen1 whrend unsre musikalische ,erregung sich auf einem apollinischen ,gebiete und an einer dazwischengeschobenen sichtbaren ,mittelwelt entladen kann4 ,dabei glaubten wir beobachtet zu haben1 wie eben durch diese ,entladung jene ,mittelwelt des scenischen ,vorgangs1 berhaupt das ,drama1 in einem ,grade von innen heraus sichtbar und verstndlich wurde1 der in aller sonstigen apollinischen ,kunst unerreichbar ist3 so dass wir hier1 wo diese gleichsam durch den ,geist der ,musik beschwingt und emporgetragen war1 die hchste ,steigerung ihrer ,krfte und somit in jenem ,bruderbunde des ,apollo und des ,dionysus die ,spitze ebensowohl der apollinischen als der dionysischen ,kunstabsichten anerkennen mussten4 ,freilich erreichte das apollinische ,lichtbild gerade bei der inneren ,beleuchtung durch die ,musik nicht die eigenthmliche ,wirkung der schwcheren ,grade apollinischer ,kunst2 was das ,epos oder der beseelte ,stein vermgen1 das anschauende ,auge zu jenem ruhigen ,entzcken an der ,welt der individuatio zu zwingen1 das wollte sich hier1 trotz einer hheren ,beseeltheit und ,deutlichkeit1 nicht erreichen lassen4 ,wir schauten das ,drama an und drangen mit bohrendem ,blick in seine innere bewegte ,welt der ,motive - und doch war uns1 als ob nur ein ,gleichnissbild an uns vorberzge1 dessen tiefsten ,sinn wir fast zu errathen glaubten und das wir1 wie einen ,vorhang1 fortzuziehen wnschten1 um hinter ihm das ,urbild zu erblicken4 ,die hellste ,deutlichkeit des ,bildes gengte uns nicht3 denn dieses schien eben sowohl ,etwas zu offenbaren als zu verhllen2 und whrend es mit seiner gleichnissartigen ,offenbarung zum ,zerreissen des ,schleiers1 zur ,enthllung des geheimnissvollen ,hintergrundes aufzufordern schien1 hielt wiederum gerade jene durchleuchtete ,allsichtbarkeit das ,auge gebannt und wehrte ihm1 tiefer zu dringen4 ,wer dies nicht erlebt hat1 zugleich schauen zu mssen und zugleich ber das ,schauen hinaus sich zu sehnen1 wird sich schwerlich vorstellen1 wie bestimmt und klar diese beiden ,prozesse bei der ,betrachtung des tragischen ,mythus nebeneinander bestehen und nebeneinander empfunden werden3 whrend die wahrhaft aesthetischen ,zuschauer mir besttigen werden1 dass unter den eigenthmlichen ,wirkungen der ,tragdie jenes ,nebeneinander die merkwrdigste sei4 ,man bertrage sich nun dieses ,phnomen des aesthetischen ,zuschauers in einen analogen ,prozess im tragischen ,knstler1 und man wird die ,genesis des tragischen ,mythus verstanden haben4 ,er theilt mit der apollinischen ,kunstsphre die volle ,lust am ,schein und am ,schauen und zugleich verneint er diese ,lust und hat eine noch hhere ,befriedigung an der ,vernichtung der sichtbaren ,scheinwelt4 ,der ,inhalt des tragischen ,mythus ist zunchst ein episches ,ereigniss mit der ,verherrlichung des kmpfenden ,helden3 woher stammt aber jener an sich rthselhafte ,zug1 dass das ,leiden im ,schicksale des ,helden1 die schmerzlichsten ,ueberwindungen1 die qualvollsten ,gegenstze der ,motive1 kurz die ,exemplification jener ,weisheit des ,silen1 oder1 aesehetisch ausgedrckt1 das ,hssliche und ,disharmonische1 in so zahllosen ,formen1 mit solcher ,vorliebe immer von ,neuem dargestellt wird und gerade in dem ppigsten und jugendlichsten ,alter eines ,volkes1 wenn nicht gerade an diesem ,allen eine hhere ,lust percipirt wird8 ,denn dass es im ,leben wirklich so tragisch zugeht1 wrde am wenigsten die ,entstehung einer ,kunstform erklren2 wenn anders die ,kunst nicht nur ,nachahmung der ,naturwirklichkeit1 sondern gerade ein metaphysisches ,supplement der ,naturwirklichkeit ist1 zu deren ,ueberwindung neben sie gestellt4 ,der tragische ,mythus1 sofern er berhaupt zur ,kunst gehrt1 nimmt auch vollen ,antheil an dieser metaphysischen ,verklrungsabsicht der ,kunst berhaupt3 was verklrt er aber1 wenn er die ,erscheinungswelt unter dem ,bilde des leidenden ,helden vorfhrt8 ,die ,realitt4 dieser ,erscheinungswelt am wenigsten1 denn er sagt uns gerade3 ,seht hin6 ,seht genau hin6 ,dies ist euer ,leben6 ,dies ist der ,stundenzeiger an eurer ,daseinsuhr6 ,und dieses ,leben zeigte der ,mythus1 um es vor uns damit zu verklren8 ,wenn aber nicht1 worin liegt dann die aesthetische ,lust1 mit der wir auch jene ,bilder an uns vorberziehen lassen8 ,ich frage nach der aesthetischen ,lust und weiss recht wohl1 dass viele dieser ,bilder ausserdem mitunter noch eine moralische ,ergetzung1 etwa unter der ,form des ,mitleides oder eines sittlichen ,triumphes1 erzeugen knnen4 ,wer die ,wirkung des ,tragischen aber allein aus diesen moralischen ,quellen ableiten wollte1 wie es freilich in der ,aesthetik nur allzu lange blich war1 der mag nur nicht glauben1 etwas fr die ,kunst damit gethan zu haben3 die vor ,allem ,reinheit in ihrem ,bereiche verlangen muss4 ,fr die ,erklrung des tragischen ,mythus ist es gerade die erste ,forderung1 die ihm eigenthmliche ,lust in der rein aesthetischen ,sphre zu suchen1 ohne in das ,gebiet des ,mitleids1 der ,furcht1 des ,sittlich - ,erhabenen berzugreifen4 ,wie kann das ,hssliche und das ,disharmonische1 der ,inhalt des tragischen ,mythus1 eine aesthetische ,lust erregen8 ,hier nun wird es nthig1 uns mit einem khnen ,anlauf in eine ,metaphysik der ,kunst hinein zu schwingen1 indem ich den frheren ,satz wiederhole1 dass nur als ein aesthetisches ,phnomen das ,dasein und die ,welt gerechtfertigt erscheint3 in welchem ,sinne uns gerade der tragische ,mythus zu berzeugen hat1 dass selbst das ,hssliche und ,disharmonische ein knstlerisches ,spiel ist1 welches der ,wille1 in der ewigen ,flle seiner ,lust1 mit sich selbst spielt4 ,dieses schwer zu fassende ,urphnomen der dionysischen ,kunst wird aber auf directem ,wege einzig verstndlich und unmittelbar erfasst in der wunderbaren ,bedeutung der musikalischen ,dissonanz3 wie berhaupt die ,musik1 neben die ,welt hingestellt1 allein einen ,begriff davon geben kann1 was unter der ,rechtfertigung der ,welt als eines aesthetischen ,phnomens zu verstehen ist4 ,die ,lust1 die der tragische ,mythus erzeugt1 hat eine gleiche ,heimat1 wie die lustvolle ,empfindung der ,dissonanz in der ,musik4 ,das ,dionysische1 mit seiner selbst am ,schmerz percipirten ,urlust1 ist der gemeinsame ,geburtsschooss der ,musik und des tragischen ,mythus4 ,sollte sich nicht inzwischen dadurch1 dass wir die ,musikrelation der ,dissonanz zu ,hlfe nahmen1 jenes schwierige ,problem der tragischen ,wirkung wesentlich erleichtert haben8 ,verstehen wir doch jetzt1 was es heissen will1 in der ,tragdie zugleich schauen zu wollen und sich ber das ,schauen hinaus zu sehnen3 welchen ,zustand wir in ,betreff der knstlerisch verwendeten ,dissonanz eben so zu charakterisiren htten1 dass wir hren wollen und ber das ,hren uns zugleich hinaussehnen4 ,jenes ,streben in's ,unendliche1 der ,flgelschlag der ,sehnsucht1 bei der hchsten ,lust an der deutlich percipirten ,wirklichkeit1 erinnern daran1 dass wir in beiden ,zustnden ein dionysisches ,phnomen zu erkennen haben1 das uns immer von ,neuem wieder das spielende ,aufhauen und ,zertrmmern der ,individualwelt als den ,ausfluss einer ,urlust offenbart1 in einer hnlichen ,weise1 wie wenn von ,heraklit dem ,dunklen die weltbildende ,kraft einem ,kinde verglichen wird1 das spielend ,steine hin und her setzt und ,sandhaufen aufbaut und wieder einwirft4 ,um also die dionysische ,befhigung eines ,volkes richtig abzuschtzen1 drften wir nicht nur an die ,musik des ,volkes1 sondern eben so nothwendig an den tragischen ,mythus dieses ,volkes als den zweiten ,zeugen jener ,befhigung zu denken haben4 ,es ist nun1 bei dieser engsten ,verwandtschaft zwischen ,musik und ,mythus1 in gleicher ,weise zu vermuthen1 dass mit einer ,entartung und ,depravation des ,einen eine ,verkmmerung der ,anderen verbunden sein wird3 wenn anders in der ,schwchung des ,mythus berhaupt eine ,abschwchung des dionysischen ,vermgens zum ,ausdruck kommt4 ,ueber ,beides drfte uns aber ein ,blick auf die ,entwicklung des deutschen ,wesens nicht in ,zweifel lassen3 in der ,oper wie in dem abstracten ,charakter unseres mythenlosen ,daseins1 in einer zur ,ergetzlichkeit herabgesunkenen ,kunst1 wie in einem vom ,begriff geleiteten ,leben1 hatte sich uns jene gleich unknstlerische1 als am ,leben zehrende ,natur des sokratischen ,optimismus enthllt4 ,zu unserem ,troste aber gab es ,anzeichen dafr1 dass trotzdem der deutsche ,geist in herrlicher ,gesundheit1 ,tiefe und dionysischer ,kraft unzerstrt1 gleich einem zum ,schlummer niedergesunknen ,ritter1 in einem unzugnglichen ,abgrunde ruhe und trume3 aus welchem ,abgrunde zu uns das dionysische ,lied emporsteigt1 um uns zu verstehen zu geben1 dass dieser deutsche ,ritter auch jetzt noch seinen uralten dionysischen ,mythus in selig - ernsten ,visionen trumt4 ,glaube ,niemand1 dass der deutsche ,geist seine mythische ,heimat auf ewig verloren habe1 wenn er so deutlich noch die ,vogelstimmen versteht1 die von jener ,heimat erzhlen4 ,eines ,tages wird er sich wach finden1 in aller ,morgenfrische eines ungeheuren ,schlafes3 dann wird er ,drachen tdten1 die tckischen ,zwerge vernichten und ,brnnhilde erwecken - und ,wotan's ,speer selbst wird seinen ,weg nicht hemmen knnen6 ,meine ,freunde1 ihr1 die ihr an die dionysische ,musik glaubt1 ihr wisst auch1 was fr uns die ,tragdie bedeutet4 ,in ihr haben wir1 wiedergeboren aus der ,musik1 den tragischen ,mythus - und in ihm drft ihr ,alles hoffen und das ,schmerzlichste vergessen6 ,das ,schmerzlichste aber ist fr uns alle - die lange ,entwrdigung1 unter der der deutsche ,genius1 entfremdet von ,haus und ,heimat1 im ,dienst tckischer ,zwerge lebte4 ,ihr versteht das ,wort - wie ihr auch1 zum ,schluss1 meine ,hoffnungen verstehen werdet4 #be4 ,musik und tragischer ,mythus sind in gleicher ,weise ,ausdruck der dionysischen ,befhigung eines ,volkes und von einander untrennbar4 ,beide entstammen einem ,kunstbereiche1 das jenseits des ,apollinischen liegt2 beide verklren eine ,region1 in deren ,lustaccorden die ,dissonanz eben so wie das schreckliche ,weltbild reizvoll verklingt2 beide spielen mit dem ,stachel der ,unlust1 ihren beraus mchtigen ,zauberknsten vertrauend2 beide rechtfertigen durch dieses ,spiel die ,existenz selbst der schlechtesten ,welt4 ,hier zeigt sich das ,dionysische1 an dem ,apollinischen gemessen1 als die ewige und ursprngliche ,kunstgewalt1 die berhaupt die ganze ,welt der ,erscheinung in's ,dasein ruft3 in deren ,mitte ein neuer ,verklrungsschein nthig wird1 um die belebte ,welt der ,individuation im ,leben festzuhalten4 ,knnten wir uns eine ,menschwerdung der ,dissonanz denken - und was ist sonst der ,mensch8 - so wrde diese ,dissonanz1 um leben zu knnen1 eine herrliche ,illusion brauchen1 die ihr einen ,schnheitsschleier ber ihr eignes ,wesen decke4 ,dies ist die wahre ,kunstabsicht des ,apollo3 in dessen ,namen wir alle jene zahllosen ,illusionen des schnen ,scheins zusammenfassen1 die in jedem ,augenblick das ,dasein berhaupt lebenswerth machen und zum ,erleben des nchsten ,augenblicks drngen4 ,dabei darf von jenem ,fundamente aller ,existenz1 von dem dionysischen ,untergrunde der ,welt1 genau nur soviel dem menschlichen ,individuum in's ,bewusstsein treten1 als von jener apollinischen ,verklrungskraft wieder berwunden werden kann1 so dass diese beiden ,kunsttriebe ihre ,krfte in strenger wechselseitiger ,proportion1 nach dem ,gesetze ewiger ,gerechtigkeit1 zu entfalten genthigt sind4 ,wo sich die dionysischen ,mchte so ungestm erheben1 wie wir dies erleben1 da muss auch bereits ,apollo1 in eine ,wolke gehllt1 zu uns herniedergestiegen sein2 dessen ppigste ,schnheitswirkungen wohl eine nchste ,generation schauen wird4 ,dass diese ,wirkung aber nthig sei1 dies wrde ,jeder am sichersten1 durch ,intuition1 nachempfinden1 wenn er einmal1 sei es auch im ,traume1 in eine althellenische ,existenz sich zurckversetzt fhlte3 im ,wandeln unter hohen ionischen ,sulengngen1 aufwrtsblickend zu einem ,horizont1 der durch reine und edle ,linien abgeschnitten ist1 neben sich ,wiederspiegelungen seiner verklrten ,gestalt in leuchtendem ,marmor1 rings um sich feierlich schreitende oder zart bewegte ,menschen1 mit harmonisch tnenden ,lauten und rhythmischer ,gebrdensprache - wrde er nicht1 bei diesem fortwhrenden ,einstrmen der ,schnheit1 zu ,apollo die ,hand erhebend ausrufen mssen3 ,seliges ,volk der ,hellenen6 ,wie gross muss unter euch ,dionysus sein1 wenn der delische ,gott solche ,zauber fr nthig hlt1 um euren dithyrambischen ,wahnsinn zu heilen6 - ,einem so ,gestimmten drfte aber ein greiser ,athener1 mit dem erhabenen ,auge des ,aeschylus zu ihm aufblickend1 entgegnen3 ,sage aber auch dies1 du wunderlicher ,fremdling3 wie viel musste dies ,volk leiden1 um so schn werden zu knnen6 ,jetzt aber folge mir zur ,tragdie und opfere mit mir im ,tempel beider ,gottheiten6