,this text has been derived from ,,html files at ,projekt ,gutenberg - ,,de 7http3_/_/www4gutenberg#bjjj4;de_/nietzs che_/jenseits_/#j;htmldir4htm71 ,friedrich ,nietzsche ,jenseits von ,gut und ,bse ,inhalt ,vorrede #a4 ,hauptstck3 ,von den ,vorurtheilen der ,philosophen4 #b4 ,hauptstck3 ,der freie ,geist4 #c4 ,hauptstck3 ,das religise ,wesen4 #d4 ,hauptstck3 ,sprche und ,zwischenspiele4 #e4 ,hauptstck3 ,zur ,naturgeschichte der ,moral4 #f4 ,hauptstck3 ,wir ,gelehrten4 #g4 ,hauptstck3 ,unsere ,tugenden4 #h4 ,hauptstck3 ,vlker und ,vaterlnder4 #i4 ,hauptstck3 ,was ist vornehm8 ,aus hohen ,bergen4 ,nachgesang4 ,jenseits von ,gut und ,bse ,vorspiel einer ,philosophie der ,zukunft4 ,vorrede4 ,vorausgesetzt1 dass die ,wahrheit ein ,weib ist -1 wie8 ist der ,verdacht nicht gegrndet1 dass alle ,philosophen1 sofern sie ,dogmatiker waren1 sich schlecht auf ,weiber verstanden8 dass der schauerliche ,ernst1 die linkische ,zudringlichkeit1 mit der sie bisher auf die ,wahrheit zuzugehen pflegten1 ungeschickte und unschickliche ,mittel waren1 um gerade ein ,frauenzimmer fr sich einzunehmen8 ,gewiss ist1 dass sie sich nicht hat einnehmen lassen3 - und jede ,art ,dogmatik steht heute mit betrbter und muthloser ,haltung da4 ,wenn sie berhaupt noch steht6 ,denn es giebt ,sptter1 welche behaupten1 sie sei gefallen1 alle ,dogmatik liege zu ,boden1 mehr noch1 alle ,dogmatik liege in den letzten ,zgen4 ,ernstlich geredet1 es giebt gute ,grnde zu der ,hoffnung1 dass alles ,dogmatisiren in der ,philosophie1 so feierlich1 so end- und letztgltig es sich auch gebrdet hat1 doch nur eine edle ,kinderei und ,anfngerei gewesen sein mge2 und die ,zeit ist vielleicht sehr nahe1 wo man wieder und wieder begreifen wird1 was eigentlich schon ausgereicht hat1 um den ,grundstein zu solchen erhabenen und unbedingten ,philosophen-,bauwerken abzugeben1 welche die ,dogmatiker bisher aufbauten1 - irgend ein ,volks-,aberglaube aus unvordenklicher ,zeit 7wie der ,seelen-,aberglaube1 der als ,subjekt- und ,ich-,aberglaube auch heute noch nicht aufgehrt hat1 ,unfug zu stiften71 irgend ein ,wortspiel vielleicht1 eine ,verfhrung von ,seiten der ,grammatik her oder eine verwegene ,verallgemeinerung von sehr engen1 sehr persnlichen1 sehr menschlich-allzumenschlichen ,thatsachen4 ,die ,philosophie der ,dogmatiker war hoffentlich nur ein ,versprechen ber ,jahrtausende hinweg3 wie es in noch frherer ,zeit die ,astrologie war1 fr deren ,dienst vielleicht mehr ,arbeit1 ,geld1 ,scharfsinn1 ,geduld aufgewendet worden ist1 als bisher fr irgend eine wirkliche ,wissenschaft3 - man verdankt ihr und ihren berirdischen ,ansprchen in ,asien und ,agypten den grossen ,stil der ,baukunst4 ,es scheint1 dass alle grossen ,dinge1 um der ,menschheit sich mit ewigen ,forderungen in das ,herz einzuschreiben1 erst als ungeheure und furchteinflssende ,fratzen ber die ,erde hinwandeln mssen3 eine solche ,fratze war die dogmatische ,philosophie1 zum ,beispiel die ,vedanta-,lehre in ,asien1 der ,platonismus in ,europa4 ,seien wir nicht undankbar gegen sie1 so gewiss es auch zugestanden werden muss1 dass der schlimmste1 langwierigste und gefhrlichste aller ,irrthmer bisher ein ,dogmatiker-,irrthum gewesen ist1 nmlich ,plato's ,erfindung vom reinen ,geiste und vom ,guten an sich4 ,aber nunmehr1 wo er berwunden ist1 wo ,europa von diesem ,alpdrucke aufathmet und zum ,mindesten eines gesunderen - ,schlafs geniessen darf1 sind wir1 deren ,aufgabe das ,wachsein selbst ist1 die ,erben von all der ,kraft1 welche der ,kampf gegen diesen ,irrthum grossgezchtet hat4 ,es hiess allerdings die ,wahrheit auf den ,kopf stellen und das ,perspektivische1 die ,grundbedingung alles ,lebens1 selber verleugnen1 so vom ,geiste und vom ,guten zu reden1 wie ,plato gethan hat2 ja man darf1 als ,arzt1 fragen3 woher eine solche ,krankheit am schnsten ,gewchse des ,alterthums1 an ,plato8 hat ihn doch der bse ,sokrates verdorben8 wre ,sokrates doch der ,verderber der ,jugend gewesen8 und htte seinen ,schlierling verdient8 - ,aber der ,kampf gegen ,plato1 oder1 um es verstndlicher und fr's ,volk zu sagen1 der ,kampf gegen den christlich-kirchlichen ,druck von ,jahrtausenden - denn ,christenthum ist ,platonismus fr's ,volk - hat in ,europa eine prachtvolle ,spannung des ,geistes geschaffen1 wie sie auf ,erden noch nicht da war3 mit einem so gespannten ,bogen kann man nunmehr nach den fernsten ,zielen schiessen4 ,freilich1 der europische ,mensch empfindet diese ,spannung als ,nothstand2 und es ist schon zwei ,mal im grossen ,stile versucht worden1 den ,bogen abzuspannen1 einmal durch den ,jesuitismus1 zum zweiten ,mal durch die demokratische ,aufklrung3 - als welche mit ,hlfe der ,pressfreiheit und des ,zeitunglesens es in der ,that erreichen drfte1 dass der ,geist sich selbst nicht mehr so leicht als ,noth empfindet6 7,die ,deutschen haben das ,pulver erfunden - alle ,achtung6 aber sie haben es wieder quitt gemacht - sie erfanden die ,presse47 ,aber wir1 die wir weder ,jesuiten1 noch ,demokraten1 noch selbst ,deutsche genug sind1 wir guten ,europer und freien1 sehr freien ,geister - wir haben sie noch1 die ganze ,noth des ,geistes und die ganze ,spannung seines ,bogens6 ,und vielleicht auch den ,pfeil1 die ,aufgabe1 wer weiss8 das ,ziel44444 ,sils-,maria1 ,oberengadin im ,juni #ahhe4 ,erstes ,hauptstck3 ,von den ,vorurtheilen der ,philosophen4 #a4 ,der ,wille zur ,wahrheit1 der uns noch zu manchem ,wagnisse verfhren wird1 jene berhmte ,wahrhaftigkeit1 von der alle ,philosophen bisher mit ,ehrerbietung geredet haben3 was fr ,fragen hat dieser ,wille zur ,wahrheit uns schon vorgelegt6 ,welche wunderlichen schlimmen fragwrdigen ,fragen6 ,das ist bereits eine lange ,geschichte1 - und doch scheint es1 dass sie kaum eben angefangen hat8 ,was ,wunder1 wenn wir endlich einmal misstrauisch werden1 die ,geduld verlieren1 uns ungeduldig umdrehn8 ,dass wir von dieser ,sphinx auch unserseits das ,fragen lernen8 ,wer ist das eigentlich1 der uns hier ,fragen stellt8 ,was in uns will eigentlich zur ,wahrheit8 - ,in der that1 wir machten langen ,halt vor der ,frage nach der ,ursache dieses ,willens1 - bis wir1 zuletzt1 vor einer noch grndlicheren ,frage ganz und gar stehen blieben4 ,wir fragten nach dem ,werthe dieses ,willens4 ,gesetzt1 wir wollen ,wahrheit3 warum nicht lieber ,unwahrheit8 ,und ,ungewissheit8 ,selbst ,unwissenheit8 - ,das ,problem vom ,werthe der ,wahrheit trat vor uns hin1 - oder waren wir's1 die vor das ,problem hin traten8 ,wer von uns ist hier ,oedipus8 ,wer ,sphinx8 ,es ist ein ,stelldichein1 wie es scheint1 von ,fragen und ,fragezeichen4 - ,und sollte man's glauben1 dass es uns schliesslich bednken will1 als sei das ,problem noch nie bisher gestellt1 - als sei es von uns zum ersten ,male gesehn1 in's ,auge gefasst1 gewagt8 ,denn es ist ein ,wagnis dabei1 und vielleicht giebt es kein grsseres4 #b4 ,wie knnte ,etwas aus seinem ,gegensatz entstehn8 ,zum ,beispiel die ,wahrheit aus dem ,irrthume8 ,oder der ,wille zur ,wahrheit aus dem ,willen zur ,tuschung8 ,oder die selbstlose ,handlung aus dem ,eigennutze8 ,oder das reine sonnenhafte ,schauen des ,weisen aus der ,begehrlichkeit8 ,solcherlei ,entstehung ist unmglich2 wer davon trumt1 ein ,narr1 ja ,schlimmeres2 die ,dinge hchsten ,werthes mssen einen anderen1 eigenen ,ursprung haben1 - aus dieser vergnglichen verfhrerischen tuschenden geringen ,welt1 aus diesem ,wirrsal von ,wahn und ,begierde sind sie unableitbar6 ,vielmehr im ,schoosse des ,sein's1 im ,unvergnglichen1 im verborgenen ,gotte1 im ,ding an sich - da muss ihr ,grund liegen1 und sonst nirgendswo6 - ,diese ,art zu urtheilen macht das typische ,vorurtheil aus1 an dem sich die ,metaphysiker aller ,zeiten wieder erkennen lassen2 diese ,art von ,werthschtzungen steht im ,hintergrunde aller ihrer logischen ,prozeduren2 aus diesem ihrem ,glauben heraus bemhn sie sich um ihr ,wissen1 um ,etwas1 das feierlich am ,ende als die ,wahrheit getauft wird4 ,der ,grundglaube der ,metaphysiker ist der ,glaube an die ,gegenstze der ,werthe4 ,es ist auch den ,vorsichtigsten unter ihnen nicht eingefallen1 hier an der ,schwelle bereits zu zweifeln1 wo es doch am nthigsten war3 selbst wenn sie sich gelobt hatten de omnibus dubitandum4 ,man darf nmlich zweifeln1 erstens1 ob es ,gegenstze berhaupt giebt1 und zweitens1 ob jene volksthmlichen ,werthschtzungen und ,werth-,gegenstze1 auf welche die ,metaphysiker ihr ,siegel gedrckt haben1 nicht vielleicht nur ,vordergrunds-,schtzungen sind1 nur vorlufige ,perspektiven1 vielleicht noch dazu aus einem ,winkel heraus1 vielleicht von ,unten hinauf1 ,frosch-,perspektiven gleichsam1 um einen ,ausdruck zu borgen1 der den ,malern gelufig ist8 ,bei allem ,werthe1 der dem ,wahren1 dem ,wahrhaftigen1 dem ,selbstlosen zukommen mag3 es wre mglich1 dass dem ,scheine1 dem ,willen zur ,tuschung1 dem ,eigennutz und der ,begierde ein fr alles ,leben hherer und grundstzlicherer ,werth zugeschrieben werden msste4 ,es wre sogar noch mglich1 dass was den ,werth jener guten und verehrten ,dinge ausmacht1 gerade darin bestnde1 mit jenen schlimmen1 scheinbar entgegengesetzten ,dingen auf verfngliche ,weise verwandt1 verknpft1 verhkelt1 vielleicht gar wesensgleich zu sein4 ,vielleicht6 - ,aber wer ist ,willens1 sich um solche gefhrliche ,vielleichts zu kmmern6 ,man muss dazu schon die ,ankunft einer neuen ,gattung von ,philosophen abwarten1 solcher1 die irgend welchen anderen umgekehrten ,geschmack und ,hang haben als die bisherigen1 - ,philosophen des gefhrlichen ,vielleicht in jedem ,verstande4 - ,und allen ,ernstes gesprochen3 ich sehe solche neue ,philosophen heraufkommen4 #c4 ,nachdem ich lange genug den ,philosophen zwischen die ,zeilen und auf die ,finger gesehn habe1 sage ich mir3 man muss noch den grssten ,theil des bewussten ,denkens unter die ,instinkt-,thtigkeiten rechnen1 und sogar im ,falle des philosophischen ,denkens2 man muss hier umlernen1 wie man in ,betreff der ,vererbung und des ,angeborenen umgelernt hat4 ,so wenig der ,akt der ,geburt in dem ganzen ,vor- und ,fortgange der ,vererbung in ,betracht kommt3 ebenso wenig ist ,bewusstsein in irgend einem entscheidenden ,sinne dem ,instinktiven entgegengesetzt1 - das meiste bewusste ,denken eines ,philosophen ist durch seine ,instinkte heimlich gefhrt und in bestimmte ,bahnen gezwungen4 ,auch hinter aller ,logik und ihrer anscheinenden ,selbstherrlichkeit der ,bewegung stehen ,werthschtzungen1 deutlicher gesprochen1 physiologische ,forderungen zur ,erhaltung einer bestimmten ,art von ,leben4 ,zum ,beispiel1 dass das ,bestimmte mehr werth sei als das ,unbestimmte1 der ,schein weniger werth als die ,wahrheit3 dergleichen ,schtzungen knnten1 bei aller ihrer regulativen ,wichtigkeit fr uns1 doch nur ,vordergrunds-,schtzungen sein1 eine bestimmte ,art von niaiserie1 wie sie gerade zur ,erhaltung von ,wesen1 wie wir sind1 noth thun mag4 ,gesetzt nmlich1 dass nicht gerade der ,mensch das ,maass der ,dinge ist44444 #d4 ,die ,falschheit eines ,urtheils ist uns noch kein ,einwand gegen ein ,urtheil2 darin klingt unsre neue ,sprache vielleicht am fremdesten4 ,die ,frage ist1 wie weit es lebenfrdernd1 lebenerhaltend1 ,arterhaltend1 vielleicht gar ,art-zchtend ist2 und wir sind grundstzlich geneigt zu behaupten1 dass die falschesten ,urtheile 7zu denen die synthetischen ,urtheile a priori gehren7 uns die unentbehrlichsten sind1 dass ohne ein ,geltenlassen der logischen ,fiktionen1 ohne ein ,messen der ,wirklichkeit an der rein erfundenen ,welt des ,unbedingten1 ,sich-selbst-,gleichen1 ohne eine bestndige ,flschung der ,welt durch die ,zahl der ,mensch nicht leben knnte1 - dass ,verzichtleisten auf falsche ,urtheile ein ,verzichtleisten auf ,leben1 eine ,verneinung des ,lebens wre4 ,die ,unwahrheit als ,lebensbedingung zugestehn3 das heisst freilich auf eine gefhrliche ,weise den gewohnten ,werthgefhlen ,widerstand leisten2 und eine ,philosophie1 die das wagt1 stellt sich damit allein schon jenseits von ,gut und ,bse4 #e4 ,was dazu reizt1 auf alle ,philosophen halb misstrauisch1 halb spttisch zu blicken1 ist nicht1 dass man wieder und wieder dahinter kommt1 wie unschuldig sie sind - wie oft und wie leicht sie sich vergreifen und verirren1 kurz ihre ,kinderei und ,kindlichkeit - sondern dass es bei ihnen nicht redlich genug zugeht3 whrend sie allesammt einen grossen und tugendhaften ,lrm machen1 sobald das ,problem der ,wahrhaftigkeit auch nur von ferne angerhrt wird4 ,sie stellen sich smmtlich1 als ob sie ihre eigentlichen ,meinungen durch die ,selbstentwicklung einer kalten1 reinen1 gttlich unbekmmerten ,dialektik entdeckt und erreicht htten 7zum ,unterschiede von den ,mystikern jeden ,rangs1 die ehrlicher als sie und tlpelhafter sind - diese reden von ,inspiration -73 whrend im ,grunde ein vorweggenommener ,satz1 ein ,einfall1 eine ,eingebung1 zumeist ein abstrakt gemachter und durchgesiebter ,herzenswunsch von ihnen mit hinterher gesuchten ,grnden vertheidigt wird3 - sie sind allesammt ,advokaten1 welche es nicht heissen wollen1 und zwar zumeist sogar verschmitzte ,frsprecher ihrer ,vorurtheile1 die sie ,wahrheiten taufen - und sehr ferne von der ,tapferkeit des ,gewissens1 das sich dies1 eben dies eingesteht1 sehr ferne von dem guten ,geschmack der ,tapferkeit1 welche dies auch zu verstehen giebt1 sei es um einen ,feind oder ,freund zu warnen1 sei es aus bermuth und um ihrer selbst zu spotten4 ,die ebenso steife als sittsame ,tartfferie des alten ,kant1 mit der er uns auf die dialektischen ,schleichwege lockt1 welche zu seinem kategorischen ,imperativ fhren1 richtiger verfhren - dies ,schauspiel macht uns ,verwhnte lcheln1 die wir keine kleine ,belustigung darin finden1 den feinen ,tcken alter ,moralisten und ,moralprediger auf die ,finger zu sehn4 ,oder gar jener ,hocuspocus von mathematischer ,form1 mit der ,spinoza seine ,philosophie - die ,liebe zu seiner ,weisheit zuletzt1 das ,wort richtig und billig ausgelegt - wie in ,erz panzerte und maskirte1 um damit von vornherein den ,muth des ,angreifenden einzuschchtern1 der auf diese unberwindliche ,jungfrau und ,pallas ,athene den ,blick zu werfen wagen wrde3 - wie viel eigne ,schchternheit und ,angreifbarkeit verrth diese ,maskerade eines einsiedlerischen ,kranken6 #f4 ,allmhlich hat sich mir herausgestellt1 was jede grosse ,philosophie bisher war3 nmlich das ,selbstbekenntnis ihres ,urhebers und eine ,art ungewollter und unvermerkter mmoires2 insgleichen1 dass die moralischen 7oder unmoralischen7 ,absichten in jeder ,philosophie den eigentlichen ,lebenskeim ausmachten1 aus dem jedesmal die ganze ,pflanze gewachsen ist4 ,in der ,that1 man thut gut 7und klug71 zur ,erklrung davon1 wie eigentlich die entlegensten metaphysischen ,behauptungen eines ,philosophen zu ,stande gekommen sind1 sich immer erst zu fragen3 auf welche ,moral will es 7will er -7 hinaus8 ,ich glaube demgemss nicht1 dass ein ,trieb zur ,erkenntniss der ,vater der ,philosophie ist1 sondern dass sich ein andrer ,trieb1 hier wie sonst1 der ,erkenntniss 7und der ,verkenntniss67 nur wie eines ,werkzeugs bedient hat4 ,wer aber die ,grundtriebe des ,menschen darauf hin ansieht1 wie weit sie gerade hier als inspirirende ,genien 7oder ,dmonen und ,kobolde -7 ihr ,spiel getrieben haben mgen1 wird finden1 dass sie ,alle schon einmal ,philosophie getrieben haben1 - und dass jeder ,einzelne von ihnen gerade sich gar zu gerne als letzten ,zweck des ,daseins und als berechtigten ,herrn aller brigen ,triebe darstellen mchte4 ,denn jeder ,trieb ist herrschschtig3 und als solcher versucht er zu philosophiren4 - ,freilich3 bei den ,gelehrten1 den eigentlich wissenschaftlichen ,menschen1 mag es anders stehn - besser1 wenn man will -1 da mag es wirklich so ,etwas wie einen ,erkenntnisstrieb geben1 irgend ein kleines unabhngiges ,uhrwerk1 welches1 gut aufgezogen1 tapfer darauf los arbeitet1 ohne dass die gesammten brigen ,triebe des ,gelehrten wesentlich dabei betheiligt sind4 ,die eigentlichen ,interessen des ,gelehrten liegen deshalb gewhnlich ganz wo anders1 etwa in der ,familie oder im ,gelderwerb oder in der ,politik2 ja es ist beinahe gleichgltig1 ob seine kleine ,maschine an diese oder jene ,stelle der ,wissenschaft gestellt wird1 und ob der hoffnungsvolle junge ,arbeiter aus sich einen guten ,philologen oder ,pilzekenner oder ,chemiker macht3 - es bezeichnet ihn nicht1 dass er dies oder jenes wird4 ,umgekehrt ist an dem ,philosophen ganz und gar nichts ,unpersnliches2 und insbesondere giebt seine ,moral ein entschiedenes und entscheidendes ,zeugniss dafr ab1 wer er ist - das heisst1 in welcher ,rangordnung die innersten ,triebe seiner ,natur zu einander gestellt sind4 #g4 ,wie boshaft ,philosophen sein knnen6 ,ich kenne nichts ,giftigeres als den ,scherz1 den sich ,epicur gegen ,plato und die ,platoniker erlaubte3 er nannte sie ,dionysiokolakes4 ,das bedeutet dem ,wortlaute nach und im ,vordergrunde ,schmeichler des ,dionysios1 also ,tyrannen-,zubehr und ,speichellecker2 zu alledem will es aber noch sagen das sind ,alles ,schauspieler1 daran ist nichts chtes 7denn ,dionysokolax war eine populre ,bezeichnung des ,schauspielers74 ,und das ,letztere ist eigentlich die ,bosheit1 welche ,epicur gegen ,plato abschoss3 ihn verdross die grossartige ,manier1 das ,sich-in-,scene-,setzen1 worauf sich ,plato sammt seinen ,schlern verstand1 - worauf sich ,epicur nicht verstand6 er1 der alte ,schulmeister von ,samos1 der in seinem ,grtchen zu ,athen versteckt sass und dreihundert ,bcher schrieb1 wer weiss8 vielleicht aus ,wuth und ,ehrgeiz gegen ,plato8 - ,es brauchte hundert ,jahre1 bis ,griechenland dahinter kam1 wer dieser ,gartengott ,epicur gewesen war4 - ,kam es dahinter8 - #h4 ,in jeder ,philosophie giebt es einen ,punkt1 wo die berzeugung des ,philosophen auf die ,bhne tritt3 oder1 um es in der ,sprache eines alten ,mysteriums zu sagen3 adventavit asinus pulcher et fortissimus4 #i4 ,gemss der ,natur wollt ihr leben8 ,oh ihr edlen ,stoiker1 welche ,betrgerei der ,worte6 ,denkt euch ein ,wesen1 wie es die ,natur ist1 verschwenderisch ohne ,maass1 gleichgltig ohne ,maass1 ohne ,absichten und ,rcksichten1 ohne ,erbarmen und ,gerechtigkeit1 fruchtbar und de und ungewiss zugleich1 denkt euch die ,indifferenz selbst als ,macht - wie knntet ihr gemss dieser ,indifferenz leben8 ,leben - ist das nicht gerade ein ,anders-sein-wollen1 als diese ,natur ist8 ,ist ,leben nicht ,abschtzen1 ,vorziehn1 ,ungerechtsein1 ,begrenzt-sein1 ,different-sein-wollen8 ,und gesetzt1 euer ,imperativ gemss der ,natur leben bedeute im ,grunde soviel als gemss dem ,leben leben - wie knntet ihr's denn nicht8 ,wozu ein ,princip aus dem machen1 was ihr selbst seid und sein msst8 - ,in ,wahrheit steht es ganz anders3 indem ihr entzckt den ,kanon eures ,gesetzes aus der ,natur zu lesen vorgebt1 wollt ihr etwas ,umgekehrtes1 ihr wunderlichen ,schauspieler und ,selbst-,betrger6 ,euer ,stolz will der ,natur1 sogar der ,natur1 eure ,moral1 euer ,ideal vorschreiben und einverleiben1 ihr verlangt1 dass sie der ,stoa gemss ,natur sei und mchtet alles ,dasein nur nach eurem eignen ,bilde dasein machen - als eine ungeheure ewige ,verherrlichung und ,verallgemeinerung des ,stoicismus6 ,mit aller eurer ,liebe zur ,wahrheit zwingt ihr euch so lange1 so beharrlich1 so hypnotisch-starr1 die ,natur falsch1 nmlich stoisch zu sehn1 bis ihr sie nicht mehr anders zu sehen vermgt1 - und irgend ein abgrndlicher ,hochmuth giebt euch zuletzt noch die ,tollhusler-,hoffnung ein1 dass1 weil ihr euch selbst zu tyrannisiren versteht - ,stoicismus ist ,selbst-,tyrannei -1 auch die ,natur sich tyrannisiren lsst3 ist denn der ,stoiker nicht ein ,stck ,natur8 ,aber dies ist eine alte ewige ,geschichte3 was sich damals mit den ,stoikern begab1 begiebt sich heute noch1 sobald nur eine ,philosophie anfngt1 an sich selbst zu glauben4 ,sie schafft immer die ,welt nach ihrem ,bilde1 sie kann nicht anders2 ,philosophie ist dieser tyrannische ,trieb selbst1 der geistigste ,wille zur ,macht1 zur ,schaffung der ,welt1 zur causa prima4 #aj4 ,der ,eifer und die ,feinheit1 ich mchte sogar sagen3 ,schlauheit1 mit denen man heute berall in ,europa dem ,probleme von der wirklichen und der scheinbaren ,welt auf den ,leib rckt1 giebt zu denken und zu horchen2 und wer hier im ,hintergrunde nur einen ,willen zur ,wahrheit und nichts weiter hrt1 erfreut sich gewiss nicht der schrfsten ,ohren4 ,in einzelnen und seltenen ,fllen mag wirklich ein solcher ,wille zur ,wahrheit1 irgend ein ausschweifender und abenteuernder ,muth1 ein ,metaphysiker-,ehrgeiz des verlornen ,postens dabei betheiligt sein1 der zuletzt eine ,handvoll ,gewissheit immer noch einem ganzen ,wagen voll schner ,mglichkeiten vorzieht2 es mag sogar puritanische ,fanatiker des ,gewissens geben1 welche lieber noch sich auf ein sicheres ,nichts als auf ein ungewisses ,etwas sterben legen4 ,aber dies ist ,nihilismus und ,anzeichen einer verzweifelnden sterbensmden ,seele3 wie tapfer auch die ,gebrden einer solchen ,tugend sich ausnehmen mgen4 ,bei den strkeren1 lebensvolleren1 nach ,leben noch durstigen ,denkern scheint es aber anders zu stehen3 indem sie ,partei gegen den ,schein nehmen und das ,wort perspektivisch bereits mit ,hochmuth aussprechen1 indem sie die ,glaubwrdigkeit ihres eigenen ,leibes ungefhr so gering anschlagen wie die ,glaubwrdigkeit des ,augenscheins1 welcher sagt die ,erde steht still1 und dermaassen anscheinend gut gelaunt den sichersten ,besitz aus den ,hnden lassen 7denn was glaubt man jetzt sicherer als seinen ,leib87 wer weiss1 ob sie nicht im ,grunde ,etwas zurckerobern wollen1 das man ehemals noch sicherer besessen hat1 irgend ,etwas vom alten ,grundbesitz des ,glaubens von ,ehedem1 vielleicht die unsterbliche ,seele1 vielleicht den alten ,gott1 kurz1 ,ideen1 auf welchen sich besser1 nmlich krftiger und heiterer leben liess als auf den modernen ,ideen8 ,es ist ,misstrauen gegen diese modernen ,ideen darin1 es ist ,unglauben an alles ,das1 was gestern und heute gebaut worden ist2 es ist vielleicht ein leichter berdruss und ,hohn eingemischt1 der das bric--brac von ,begriffen verschiedenster ,abkunft nicht mehr aushlt1 als welches sich heute der sogenannte ,positivismus auf den ,markt bringt1 ein ,ekel des verwhnteren ,geschmacks vor der ,jahrmarkts-,buntheit und ,lappenhaftigkeit aller dieser ,wirklichkeits-,philosophaster1 an denen nichts neu und cht ist als diese ,buntheit4 ,man soll darin1 wie mich dnkt1 diesen skeptischen ,anti-,wirklichen und ,erkenntniss-,mikroskopikern von heute ,recht geben3 ihr ,instinkt1 welcher sie aus der modernen ,wirklichkeit hinwegtreibt1 ist unwiderlegt1 - was gehen uns ihre rcklufigen ,schleichwege an6 ,das ,wesentliche an ihnen ist nicht1 dass sie zurck wollen3 sondern1 dass sie - weg wollen4 ,etwas ,kraft1 ,flug1 ,muth1 ,knstlerschaft mehr und sie wrden hinaus wollen1 - und nicht zurck6 - #aa4 ,es scheint mir1 dass man jetzt berall bemht ist1 von dem eigentlichen ,einflusse1 den ,kant auf die deutsche ,philosophie ausgebt hat1 den ,blick abzulenken und namentlich ber den ,werth1 den er sich selbst zugestand1 klglich hinwegzuschlpfen4 ,kant war vor ,allem und zuerst stolz auf seine ,kategorientafel1 er sagte mit dieser ,tafel in den ,hnden3 das ist das ,schwerste1 was jemals zum ,behufe der ,metaphysik unternommen werden konnte4 - ,man verstehe doch dies werden konnte6 er war stolz darauf1 im ,menschen ein neues ,vermgen1 das ,vermgen zu synthetischen ,urteilen a priori1 entdeckt zu haben4 ,gesetzt1 dass er sich hierin selbst betrog3 aber die ,entwicklung und rasche ,blthe der deutschen ,philosophie hngt an diesem ,stolze und an dem ,wetteifer aller ,jngeren1 womglich noch ,stolzeres zu entdecken - und jedenfalls neue ,vermgen6 - ,aber besinnen wir uns3 es ist an der ,zeit4 ,wie sind synthetische ,urtheile a priori mglich8 fragte sich ,kant1 - und was antwortete er eigentlich8 ,vermge eines ,vermgens3 leider aber nicht mit drei ,worten1 sondern so umstndlich1 ehrwrdig und mit einem solchen ,aufwande von deutschem ,tief- und ,schnrkelsinne1 dass man die lustige niaiserie allemande berhrte1 welche in einer solchen ,antwort steckt4 ,man war sogar ausser sich ber dieses neue ,vermgen1 und der ,jubel kam auf seine ,hhe1 als ,kant auch noch ein moralisches ,vermgen im ,menschen hinzu entdeckte3 - denn damals waren die ,deutschen noch moralisch1 und ganz und gar noch nicht real-politisch4 - ,es kam der ,honigmond der deutschen ,philosophie2 alle jungen ,theologen des ,tbinger ,stifts giengen alsbald in die ,bsche1 - alle suchten nach ,vermgen4 ,und was fand man nicht ,alles - in jener unschuldigen1 reichen1 noch jugendlichen ,zeit des deutschen ,geistes1 in welche die ,romantik1 die boshafte ,fee1 hineinblies1 hineinsang1 damals1 als man finden und erfinden noch nicht auseinander zu halten wusste6 ,vor ,allem ein ,vermgen fr's bersinnliche3 ,schelling taufte es die intellektuale ,anschauung und kam damit den herzlichsten ,gelsten seiner im ,grunde frommgelsteten ,deutschen entgegen4 ,man kann dieser ganzen bermthigen und schwrmerischen ,bewegung1 welche ,jugend war1 so khn sie sich auch in graue und greisenhafte ,begriffe verkleidete1 gar nicht mehr ,unrecht thun1 als wenn man sie ernst nimmt und gar etwa mit moralischer ,entrstung behandelt2 genug1 man wurde lter1 - der ,traum verflog4 ,es kam eine ,zeit1 wo man sich die ,stirne rieb3 man reibt sie sich heute noch4 ,man hatte getrumt3 voran und zuerst - der alte ,kant4 ,vermge eines ,vermgens - hatte er gesagt1 mindestens gemeint4 ,aber ist denn das - eine ,antwort8 ,eine ,erklrung8 ,oder nicht vielmehr nur eine ,wiederholung der ,frage8 ,wie macht doch das ,opium schlafen8 ,vermge eines ,vermgens1 nmlich der virtus dormitiva - antwortet jener ,arzt bei ,molire1 quia est in eo virtus dormitiva1 cujus est natura sensus assoupire4 ,aber dergleichen ,antworten gehren in die ,komdie1 und es ist endlich an der ,zeit1 die ,kantische ,frage ,wie sind synthetische ,urtheile a priori mglich8 durch eine andre ,frage zu ersetzen warum ist der ,glaube an solche ,urtheile nthig8 - nmlich zu begreifen1 dass zum ,zweck der ,erhaltung von ,wesen unsrer ,art solche ,urtheile als wahr geglaubt werden mssen2 weshalb sie natrlich noch falsche ,urtheile sein knnten6 ,oder1 deutlicher geredet und grob und grndlich3 synthetische ,urtheile a priori sollten gar nicht mglich sein3 wir haben kein ,recht auf sie1 in unserm ,munde sind es lauter falsche ,urtheile4 ,nur ist allerdings der ,glaube an ihre ,wahrheit nthig1 als ein ,vordergrunds-,glaube und ,augenschein1 der in die ,perspektiven-,optik des ,lebens gehrt4 - ,um zuletzt noch der ungeheuren ,wirkung zu gedenken1 welche die deutsche ,philosophie - man versteht1 wie ich hoffe1 ihr ,anrecht auf ,gnsefsschen8 - in ganz ,europa ausgebt hat1 so zweifle man nicht1 dass eine gewisse virtus dormitiva dabei betheiligt war3 man war entzckt1 unter edlen ,mssiggngern1 ,tugendhaften1 ,mystikern1 ,knstlern1 ,dreiviertels-,christen und politischen ,dunkelmnnern aller ,nationen1 ,dank der deutschen ,philosophie1 ein ,gegengift gegen den noch bermchtigen ,sensualismus zu haben1 der vom vorigen ,jahrhundert in dieses hinberstrmte1 kurz -sensus assoupire4444444 #ab4 ,was die materialistische ,atomistik betrifft3 so gehrt dieselbe zu den bestwiderlegten ,dingen1 die es giebt2 und vielleicht ist heute in ,europa ,niemand unter den ,gelehrten mehr so ungelehrt1 ihr ausser zum bequemen ,hand- und ,hausgebrauch 7nmlich als einer ,abkrzung der ,ausdrucksmittel7 noch eine ernstliche ,bedeutung zuzumessen - ,dank vorerst jenem ,polen ,boscovich1 der1 mitsammt dem ,polen ,kopernicus1 bisher der grsste und siegreichste ,gegner des ,augenscheins war4 ,whrend nmlich ,kopernicus uns berredet hat zu glauben1 wider alle ,sinne1 dass die ,erde nicht fest steht1 lehrte ,boscovich dem ,glauben an das ,letzte1 was von der ,erde feststand1 abschwren1 dem ,glauben an den ,stoff1 an die ,materie1 an das ,erdenrest- und ,klmpchen-,atom3 es war der grsste ,triumph ber die ,sinne1 der bisher auf ,erden errungen worden ist4 - ,man muss aber noch weiter gehn und auch dem atomistischen ,bedrfnisse1 das immer noch ein gefhrliches ,nachleben fhrt1 auf ,gebieten1 wo es ,niemand ahnt1 gleich jenem berhmteren metaphysischen ,bedrfnisse - den ,krieg erklren1 einen schonungslosen ,krieg auf's ,messer3 - man muss zunchst auch jener anderen und verhngnissvolleren ,atomistik den ,garaus machen1 welche das ,christenthum am besten und lngsten gelehrt hat1 der ,seelen-,atomistik4 ,mit diesem ,wort sei es erlaubt1 jenen ,glauben zu bezeichnen1 der die ,seele als etwas ,unvertilgbares1 ,ewiges1 ,untheilbares1 als eine ,monade1 als ein ,atomon nimmt3 diesen ,glauben soll man aus der ,wissenschaft hinausschaffen6 ,es ist1 unter uns gesagt1 ganz und gar nicht nthig1 die ,seele selbst dabei los zu werden und auf eine der ltesten und ehrwrdigsten ,hypothesen ,verzicht zu leisten3 wie es dem ,ungeschick der ,naturalisten zu begegnen pflegt1 welche1 kaum dass sie an die ,seele rhren1 sie auch verlieren4 ,aber der ,weg zu neuen ,fassungen und ,verfeinerungen der ,seelen-,hypothese steht offen3 und ,begriffe wie sterbliche ,seele und ,seele als ,subjekts-,vielheit und ,seele als ,gesellschaftsbau der ,triebe und ,affekte wollen frderhin in der ,wissenschaft ,brgerrecht haben4 ,indem der neue ,psycholog dem ,aberglauben ein ,ende bereitet1 der bisher um die ,seelen-,vorstellung mit einer fast tropischen ppigkeit wucherte1 hat er sich freilich selbst gleichsam in eine neue de und ein neues ,misstrauen hinaus gestossen - es mag sein1 dass die lteren ,psychologen es bequemer und lustiger hatten -3 zuletzt aber weiss er sich eben damit auch zum ,erfinden verurtheilt - und1 wer weiss8 vielleicht zum ,finden4 - #ac4 ,die ,physiologen sollten sich besinnen1 den ,selbsterhaltungstrieb als kardinalen ,trieb eines organischen ,wesens anzusetzen4 ,vor ,allem will etwas ,lebendiges seine ,kraft auslassen - ,leben selbst ist ,wille zur ,macht -3 die ,selbsterhaltung ist nur eine der indirekten und hufigsten ,folgen davon4 - ,kurz1 hier wie berall1 ,vorsicht vor berflssigen teleologischen ,principien6 - wie ein solches der ,selbsterhaltungstrieb ist 7man dankt ihn der ,inconsequenz ,spinoza's -74 ,so nmlich gebietet es die ,methode1 die wesentlich ,principien-,sparsamkeit sein muss4 #ad4 ,es dmmert jetzt vielleicht in fnf1 sechs ,kpfen1 dass ,physik auch nur eine ,welt-,auslegung und -,zurechtlegung 7nach uns6 mit ,verlaub gesagt7 und nicht eine ,welt-,erklrung ist3 aber1 insofern sie sich auf den ,glauben an die ,sinne stellt1 gilt sie als mehr und muss auf lange hinaus noch als mehr1 nmlich als ,erklrung gelten4 ,sie hat ,augen und ,finger fr sich1 sie hat den ,augenschein und die ,handgreiflichkeit fr sich3 das wirkt auf ein ,zeitalter mit plebejischem ,grundgeschmack bezaubernd1 berredend1 berzeugend1 - es folgt ja instinktiv dem ,wahrheits-,kanon des ewig volksthmlichen ,sensualismus4 ,was ist klar1 was erklrt8 ,erst ,das1 was sich sehen und tasten lsst1 - bis so weit muss man jedes ,problem treiben4 ,umgekehrt3 genau im ,widerstreben gegen die ,sinnenflligkeit bestand der ,zauber der platonischen ,denkweise1 welche eine vornehme ,denkweise war1 - vielleicht unter ,menschen1 die sich sogar strkerer und anspruchsvollerer ,sinne erfreuten1 als unsre ,zeitgenossen sie haben1 aber welche einen hheren ,triumph darin zu finden wussten1 ber diese ,sinne ,herr zu bleiben3 und dies mittels blasser kalter grauer ,begriffs-,netze1 die sie ber den bunten ,sinnen-,wirbel - den ,sinnen-,pbel1 wie ,plato sagte - warfen4 ,es war eine andre ,art ,genuss in dieser ,welt-berwltigung und ,welt-,auslegung nach der ,manier des ,plato1 als der es ist1 welchen uns die ,physiker von ,heute anbieten1 insgleichen die ,darwinisten und ,antitheologen unter den physiologischen ,arbeitern1 mit ihrem ,princip der kleinstmglichen ,kraft und der grsstmglichen ,dummheit4 ,wo der ,mensch nichts mehr zu sehen und zu greifen hat1 da hat er auch nichts mehr zu suchen - das ist freilich ein anderer ,imperativ als der ,platonische1 welcher aber doch fr ein derbes arbeitsames ,geschlecht von ,maschinisten und ,brckenbauern der ,zukunft1 die lauter grobe ,arbeit abzuthun haben1 gerade der rechte ,imperativ sein mag4 #ae4 ,um ,physiologie mit gutem ,gewissen zu treiben1 muss man darauf halten1 dass die ,sinnesorgane nicht ,erscheinungen sind im ,sinne der idealistischen ,philosophie3 als solche knnten sie ja keine ,ursachen sein6 ,sensualismus mindestens somit als regulative ,hypothese1 um nicht zu sagen als heuristisches ,princip4 - ,wie8 und ,andere sagen gar1 die ,aussenwelt wre das ,werk unsrer ,organe8 ,aber dann wre ja unser ,leib1 als ein ,stck dieser ,aussenwelt1 das ,werk unsrer ,organe6 ,aber dann wren ja unsre ,organe selbst - das ,werk unsrer ,organe6 ,dies ist1 wie mir scheint1 eine grndliche reductio ad absurdum3 gesetzt1 dass der ,begriff causa sui etwas grndlich ,absurdes ist4 ,folglich ist die ,aussenwelt nicht das ,werk unsrer ,organe -8 #af4 ,es giebt immer noch harmlose ,selbst-,beobachter1 welche glauben1 dass es unmittelbare ,gewissheiten gebe1 zum ,beispiel ich denke1 oder1 wie es der ,aberglaube ,schopenhauer's war1 ich will3 gleichsam als ob hier das ,erkennen rein und nackt seinen ,gegenstand zu fassen bekme1 als ,ding an sich1 und weder von ,seiten des ,subjekts1 noch von ,seiten des ,objekts eine ,flschung stattfnde4 ,dass aber unmittelbare ,gewissheit1 ebenso wie absolute ,erkenntniss und ,ding an sich1 eine contradictio in adjecto in sich schliesst1 werde ich hundertmal wiederholen3 man sollte sich doch endlich von der ,verfhrung der ,worte losmachen6 ,mag das ,volk glauben1 dass ,erkennen ein zu ,ende-,kennen sei1 der ,philosoph muss sich sagen3 wenn ich den ,vorgang zerlege1 der in dem ,satz ich denke ausgedrckt ist1 so bekomme ich eine ,reihe von verwegenen ,behauptungen1 deren ,begrndung schwer1 vielleicht unmglich ist1 - zum ,beispiel1 dass ich es bin1 der denkt1 dass berhaupt ein ,etwas es sein muss1 das denkt1 dass ,denken eine ,thtigkeit und ,wirkung seitens eines ,wesens ist1 welches als ,ursache gedacht wird1 dass es ein ,ich giebt1 endlich1 dass es bereits fest steht1 was mit ,denken zu bezeichnen ist1 - dass ich weiss1 was ,denken ist4 ,denn wenn ich nicht darber mich schon bei mir entschieden htte1 wonach sollte ich abmessen1 dass1 was eben geschieht1 nicht vielleicht ,wollen oder ,fhlen sei8 ,genug1 jenes ich denke setzt voraus1 dass ich meinen augenblicklichen ,zustand mit anderen ,zustnden1 die ich an mir kenne1 vergleiche1 um so festzusetzen1 was er ist3 wegen dieser ,rckbeziehung auf anderweitiges ,wissen hat er fr mich jedenfalls keine unmittelbare ,gewissheit4 - ,an ,stelle jener unmittelbaren ,gewissheit1 an welche das ,volk im gegebenen ,falle glauben mag1 bekommt dergestalt der ,philosoph eine ,reihe von ,fragen der ,metaphysik in die ,hand1 recht eigentliche ,gewissensfragen des ,intellekts1 welche heissen3 ,woher nehme ich den ,begriff ,denken8 ,warum glaube ich an ,ursache und ,wirkung8 ,was giebt mir das ,recht1 von einem ,ich1 und gar von einem ,ich als ,ursache1 und endlich noch von einem ,ich als ,gedanken-,ursache zu reden8 ,wer sich mit der ,berufung auf eine ,art ,intuition der ,erkenntniss getraut1 jene metaphysischen ,fragen sofort zu beantworten1 wie es ,der thut1 welcher sagt3 ich1 denke1 und weiss1 dass dies wenigstens wahr1 wirklich1 gewiss ist - der wird bei einem ,philosophen heute ein ,lcheln und zwei ,fragezeichen bereit finden4 ,mein ,herr1 wird der ,philosoph vielleicht ihm zu verstehen geben1 es ist unwahrscheinlich1 dass ,sie sich nicht irren3 aber warum auch durchaus ,wahrheit8 - #ag4 ,was den ,aberglauben der ,logiker betrifft3 so will ich nicht mde werden1 eine kleine kurze ,thatsache immer wieder zu unterstreichen1 welche von diesen ,aberglubischen ungern zugestanden wird1 - nmlich1 dass ein ,gedanke kommt1 wenn er will1 und nicht wenn ich will2 so dass es eine ,flschung des ,thatbestandes ist1 zu sagen3 das ,subjekt ich ist die ,bedingung des ,prdikats denke4 ,es denkt3 aber dass dies es gerade jenes alte berhmte ,ich sei1 ist1 milde geredet1 nur eine ,annahme1 eine ,behauptung1 vor ,allem keine unmittelbare ,gewissheit4 ,zuletzt ist schon mit diesem es denkt zu viel gethan3 schon dies es enthlt eine ,auslegung des ,vorgangs und gehrt nicht zum ,vorgange selbst4 ,man schliesst hier nach der grammatischen ,gewohnheit ,denken ist eine ,thtigkeit1 zu jeder ,thtigkeit gehrt ,einer1 der thtig ist1 folglich -4 ,ungefhr nach dem gleichen ,schema suchte die ltere ,atomistik zu der ,kraft1 die wirkt1 noch jenes ,klmpchen ,materie1 worin sie sitzt1 aus der heraus sie wirkt1 das ,atom2 strengere ,kpfe lernten endlich ohne diesen ,erdenrest auskommen1 und vielleicht gewhnt man sich eines ,tages noch daran1 auch seitens der ,logiker ohne jenes kleine es 7zu dem sich das ehrliche alte ,ich verflchtigt hat7 auszukommen4 #ah4 ,an einer ,theorie ist wahrhaftig nicht ihr geringster ,reiz1 dass sie widerlegbar ist3 gerade damit zieht sie feinere ,kpfe an4 ,es scheint1 dass die hundertfach widerlegte ,theorie vom freien ,willen ihre ,fortdauer nur noch diesem ,reize verdankt -3 immer wieder kommt jemand und fhlt sich stark genug1 sie zu widerlegen4 #ai4 ,die ,philosophen pflegen vom ,willen zu reden1 wie als ob er die bekannteste ,sache von der ,welt sei2 ja ,schopenhauer gab zu verstehen1 der ,wille allein sei uns eigentlich bekannt1 ganz und gar bekannt1 ohne ,abzug und ,zuthat bekannt4 ,aber es dnkt mich immer wieder1 dass ,schopenhauer auch in diesem ,falle nur gethan hat1 was ,philosophen eben zu thun pflegen3 dass er ein ,volks-,vorurtheil bernommen und bertrieben hat4 ,wollen scheint mir vor ,allem etwas ,complicirtes1 ,etwas1 das nur als ,wort eine ,einheit ist1 - und eben im ,einen ,worte steckt das ,volks-,vorurtheil1 das ber die allzeit nur geringe ,vorsicht der ,philosophen ,herr geworden ist4 ,seien wir also einmal vorsichtiger1 seien wir unphilosophisch -1 sagen wir3 in jedem ,wollen ist erstens eine ,mehrheit von ,gefhlen1 nmlich das ,gefhl des ,zustandes1 von dem weg1 das ,gefhl des ,zustandes1 zu dem hin1 das ,gefhl von diesem weg und hin selbst1 dann noch ein begleitendes ,muskelgefhl1 welches1 auch ohne dass wir ,arme und ,beine in ,bewegung setzen1 durch eine ,art ,gewohnheit1 sobald wir wollen1 sein ,spiel beginnt4 ,wie also ,fhlen und zwar vielerlei ,fhlen als ,ingredienz des ,willens anzuerkennen ist1 so zweitens auch noch ,denken3 in jedem ,willensakte giebt es einen commandirenden ,gedanken2 - und man soll ja nicht glauben1 diesen ,gedanken von dem ,wollen abscheiden zu knnen1 wie als ob dann noch ,wille brig bliebe6 ,drittens ist der ,wille nicht nur ein ,complex von ,fhlen und ,denken1 sondern vor ,allem noch ein ,affekt3 und zwar jener ,affekt des ,commando's4 ,das1 was ,freiheit des ,willens genannt wird1 ist wesentlich der berlegenheits-,affekt in ,hinsicht auf ,den1 der gehorchen muss3 ich bin frei1 er muss gehorchen - dies ,bewusstsein steckt in jedem ,willen1 und ebenso jene ,spannung der ,aufmerksamkeit1 jener gerade ,blick1 der ausschliesslich ,eins fixirt1 jene unbedingte ,werthschtzung jetzt thut dies und nichts ,anderes ,noth1 jene innere ,gewissheit darber1 dass gehorcht werden wird1 und was ,alles noch zum ,zustande des ,befehlenden gehrt4 ,ein ,mensch1 der will -1 befiehlt einem ,etwas in sich1 das gehorcht oder von dem er glaubt1 dass es gehorcht4 ,nun aber beachte man1 was das ,wunderlichste am ,willen ist1 - an diesem so vielfachen ,dinge1 fr welches das ,volk nur ,ein ,wort hat3 insofern wir im gegebenen ,falle zugleich die ,befehlenden und ,gehorchenden sind1 und als ,gehorchende die ,gefhle des ,zwingens1 ,drngens1 ,drckens1 ,widerstehens1 ,bewegens kennen1 welche sofort nach dem ,akte des ,willens zu beginnen pflegen2 insofern wir andererseits die ,gewohnheit haben1 uns ber diese ,zweiheit vermge des synthetischen ,begriffs ich hinwegzusetzen1 hinwegzutuschen1 hat sich an das ,wollen noch eine ganze ,kette von irrthmlichen ,schlssen und folglich von falschen ,werthschtzungen des ,willens selbst angehngt1 - dergestalt1 dass der ,wollende mit gutem ,glauben glaubt1 ,wollen genge zur ,aktion4 ,weil in den allermeisten ,fllen nur gewollt worden ist1 wo auch die ,wirkung des ,befehls1 also der ,gehorsam1 also die ,aktion erwartet werden durfte1 so hat sich der ,anschein in das ,gefhl bersetzt1 als ob es da eine ,nothwendigkeit von ,wirkung gbe2 genug1 der ,wollende glaubt1 mit einem ziemlichen ,grad von ,sicherheit1 dass ,wille und ,aktion irgendwie ,eins seien -1 er rechnet das ,gelingen1 die ,ausfhrung des ,wollens noch dem ,willen selbst zu und geniesst dabei einen ,zuwachs jenes ,machtgefhls1 welches alles ,gelingen mit sich bringt4 ,freiheit des ,willens - das ist das ,wort fr jenen vielfachen ,lust-,zustand des ,wollenden1 der befiehlt und sich zugleich mit dem ,ausfhrenden als ,eins setzt1 - der als solcher den ,triumph ber ,widerstnde mit geniesst1 aber bei sich urtheilt1 sein ,wille selbst sei es1 der eigentlich die ,widerstnde berwinde4 ,der ,wollende nimmt dergestalt die ,lustgefhle der ausfhrenden1 erfolgreichen ,werkzeuge1 der dienstbaren ,unterwillen oder ,unter-,seelen - unser ,leib ist ja nur ein ,gesellschaftsbau vieler ,seelen - zu seinem ,lustgefhle als ,befehlender hinzu4 ,l'effet c'est moi3 es begiebt sich hier1 was sich in jedem gut gebauten und glcklichen ,gemeinwesen begiebt1 dass die regierende ,klasse sich mit den ,erfolgen des ,gemeinwesens identificirt4 ,bei allem ,wollen handelt es sich schlechterdings um ,befehlen und ,gehorchen1 auf der ,grundlage1 wie gesagt1 eines ,gesellschaftsbaus vieler ,seelen3 weshalb ein ,philosoph sich das ,recht nehmen sollte1 ,wollen an sich schon unter den ,gesichtskreis der ,moral zu fassen3 ,moral nmlich als ,lehre von den ,herrschafts-,verhltnissen verstanden1 unter denen das ,phnomen ,leben entsteht4 - #bj4 ,dass die einzelnen philosophischen ,begriffe nichts ,beliebiges1 nichts ,fr-sich-,wachsendes sind1 sondern in ,beziehung und ,verwandtschaft zu einander emporwachsen1 dass sie1 so pltzlich und willkrlich sie auch in der ,geschichte des ,denkens anscheinend heraustreten1 doch eben so gut einem ,systeme angehren als die smmtlichen ,glieder der ,fauna eines ,erdtheils3 das verrth sich zuletzt noch darin1 wie sicher die verschiedensten ,philosophen ein gewisses ,grundschema von mglichen ,philosophien immer wieder ausfllen4 ,unter einem unsichtbaren ,banne laufen sie immer von ,neuem noch einmal die selbe ,kreisbahn3 sie mgen sich noch so unabhngig von einander mit ihrem kritischen oder systematischen ,willen fhlen3 irgend ,etwas in ihnen fhrt sie1 irgend ,etwas treibt sie in bestimmter ,ordnung hinter einander her1 eben jene eingeborne ,systematik und ,verwandtschaft der ,begriffe4 ,ihr ,denken ist in der ,that viel weniger ein ,entdecken1 als ein ,wiedererkennen1 ,wiedererinnern1 eine ,rck- und ,heimkehr in einen fernen uralten ,gesammt-,haushalt der ,seele1 aus dem jene ,begriffe einstmals herausgewachsen sind3 - ,philosophiren ist insofern eine ,art von ,atavismus hchsten ,ranges4 ,die wunderliche ,familien-,ahnlichkeit alles indischen1 griechischen1 deutschen ,philosophirens erklrt sich einfach genug4 ,gerade1 wo ,sprach-,verwandtschaft vorliegt1 ist es gar nicht zu vermeiden1 dass1 ,dank der gemeinsamen ,philosophie der ,grammatik - ich meine ,dank der unbewussten ,herrschaft und ,fhrung durch gleiche grammatische ,funktionen - von vornherein ,alles fr eine gleichartige ,entwicklung und ,reihenfolge der philosophischen ,systeme vorbereitet liegt3 ebenso wie zu gewissen andern ,mglichkeiten der ,welt-,ausdeutung der ,weg wie abgesperrt erscheint4 ,philosophen des ural-altaischen ,sprachbereichs 7in dem der ,subjekt-,begriff am schlechtesten entwickelt ist7 werden mit grosser ,wahrscheinlichkeit anders in die ,welt blicken und auf andern ,pfaden zu finden sein1 als ,indogermanen oder ,muselmnner3 der ,bann bestimmter grammatischer ,funktionen ist im letzten ,grunde der ,bann physiologischer ,werthurtheile und ,rasse-,bedingungen4 - ,so viel zur ,zurckweisung von ,locke's ,oberflchlichkeit in ,bezug auf die ,herkunft der ,ideen4 #ba4 ,die causa sui ist der beste ,selbst-,widerspruch1 der bisher ausgedacht worden ist1 eine ,art logischer ,nothzucht und ,unnatur3 aber der ausschweifende ,stolz des ,menschen hat es dahin gebracht1 sich tief und schrecklich gerade mit diesem ,unsinn zu verstricken4 ,das ,verlangen nach ,freiheit des ,willens1 in jenem metaphysischen ,superlativ-,verstande1 wie er leider noch immer in den ,kpfen der ,halb-,unterrichteten herrscht1 das ,verlangen1 die ganze und letzte ,verantwortlichkeit fr seine ,handlungen selbst zu tragen und ,gott1 ,welt1 ,vorfahren1 ,zufall1 ,gesellschaft davon zu entlasten1 ist nmlich nichts ,geringeres1 als eben jene causa sui zu sein und1 mit einer mehr als ,mnchhausen'schen ,verwegenheit1 sich selbst aus dem ,sumpf des ,nichts an den ,haaren in's ,dasein zu ziehn4 ,gesetzt1 ,jemand kommt dergestalt hinter die burische ,einfalt dieses berhmten ,begriffs freier ,wille und streicht ihn aus seinem ,kopfe1 so bitte ich ihn nunmehr1 seine ,aufklrung noch um einen ,schritt weiter zu treiben und auch die ,umkehrung jenes ,unbegriffs freier ,wille aus seinem ,kopfe zu streichen3 ich meine den unfreien ,willen1 der auf einen ,missbrauch von ,ursache und ,wirkung hinausluft4 ,man soll nicht ,ursache und ,wirkung fehlerhaft verdinglichen1 wie es die ,naturforscher thun 7und wer gleich ihnen heute im ,denken naturalisirt -7 gemss der herrschenden mechanistischen ,tlpelei1 welche die ,ursache drcken und stossen lsst1 bis sie ,wirkt2 man soll sich der ,ursache1 der ,wirkung eben nur als reiner ,begriffe bedienen1 das heisst als conventioneller ,fiktionen zum ,zweck der ,bezeichnung1 der ,verstndigung1 nicht der ,erklrung4 ,im ,an-sich giebt es nichts von ,causal-,verbnden1 von ,nothwendigkeit1 von psychologischer ,unfreiheit1 da folgt nicht die ,wirkung auf die ,ursache1 das regiert kein ,gesetz4 ,wir sind es1 die allein die ,ursachen1 das ,nacheinander1 das ,fr-einander1 die ,relativitt1 den ,zwang1 die ,zahl1 das ,gesetz1 die ,freiheit1 den ,grund1 den ,zweck erdichtet haben2 und wenn wir diese ,zeichen-,welt als an sich in die ,dinge hineindichten1 hineinmischen1 so treiben wir es noch einmal1 wie wir es immer getrieben haben1 nmlich mythologisch4 ,der unfreie ,wille ist ,mythologie3 im wirklichen ,leben handelt es sich nur um starken und schwachen ,willen4 - ,es ist fast immer schon ein ,symptom davon1 wo es bei ihm selber mangelt1 wenn ein ,denker bereits in aller ,causal-,verknpfung und psychologischer ,nothwendigkeit etwas von ,zwang1 ,noth1 ,folgen-,mssen1 ,druck1 ,unfreiheit herausfhlt3 es ist verrtherisch1 gerade so zu fhlen1 - die ,person verrth sich4 ,und berhaupt wird1 wenn ich recht beobachtet habe1 von zwei ganz entgegengesetzten ,seiten aus1 aber immer auf eine tief persnliche ,weise die ,unfreiheit des ,willens als ,problem gefasst3 die ,einen wollen um keinen ,preis ihre ,verantwortlichkeit1 den ,glauben an sich1 das persnliche ,anrecht auf ihr ,verdienst fahren lassen 7die eitlen ,rassen gehren dahin -72 die ,anderen wollen umgekehrt nichts verantworten1 an nichts schuld sein und verlangen1 aus einer innerlichen ,selbst-,verachtung heraus1 sich selbst irgend wohin abwlzen zu knnen4 ,diese ,letzteren pflegen sich1 wenn sie ,bcher schreiben1 heute der ,verbrecher anzunehmen2 eine ,art von socialistischem ,mitleiden ist ihre geflligste ,verkleidung4 ,und in der ,that1 der ,fatalismus der ,willensschwachen verschnert sich erstaunlich1 wenn er sich als la religion de la souffrance humaine einzufhren versteht3 es ist sein guter ,geschmack4 #bb4 ,man vergebe es mir als einem alten ,philologen1 der von der ,bosheit nicht lassen kann1 auf schlechte ,interpretations-,knste den ,finger zu legen - aber jene ,gesetzmssigkeit der ,natur1 von der ihr ,physiker so stolz redet1 wie als ob - - besteht nur ,dank eurer ,ausdeutung und schlechten ,philologie1 - sie ist kein ,thatbestand1 kein ,text1 vielmehr nur eine naiv-humanitre ,zurechtmachung und ,sinnverdrehung1 mit der ihr den demokratischen ,instinkten der modernen ,seele sattsam entgegenkommt6 berall ,gleichheit vor dem ,gesetz1 - die ,natur hat es darin nicht anders und nicht besser als wir3 ein artiger ,hintergedanke1 in dem noch einmal die pbelmnnische ,feindschaft gegen alles ,bevorrechtete und ,selbstherrliche1 insgleichen ein zweiter und feinerer ,atheismus verkleidet liegt4 ,ni dieu1 ni matre - so wollt auch ihr's4- und darum hoch das ,naturgesetz6 - nicht wahr8 ,aber1 wie gesagt1 das ist ,interpretation1 nicht ,text2 und es knnte ,jemand kommen1 der1 mit der entgegengesetzten ,absicht und ,interpretationskunst1 aus der gleichen ,natur und im ,hinblick auf die gleichen ,erscheinungen1 gerade die tyrannisch-rcksichtenlose und unerbittliche ,durchsetzung von ,machtansprchen herauszulesen verstnde1 - ein ,interpret1 der die ,ausnahmslosigkeit und ,unbedingtheit in allem ,willen zur ,macht dermaassen euch vor ,augen stellte1 dass fast jedes ,wort und selbst das ,wort ,tyrannei schliesslich unbrauchbar oder schon als schwchende und mildernde ,metapher - als zu menschlich - erschiene2 und der dennoch damit endete1 das ,gleiche von dieser ,welt zu behaupten1 was ihr behauptet1 nmlich dass sie einen nothwendigen und berechenbaren ,verlauf habe1 aber nicht1 weil ,gesetze in ihr herrschen1 sondern weil absolut die ,gesetze fehlen1 und jede ,macht in jedem ,augenblicke ihre letzte ,consequenz zieht4 ,gesetzt1 dass auch dies nur ,interpretation ist - und ihr werdet eifrig genug sein1 dies einzuwenden8 - nun1 um so besser4 - #bc4 ,die gesammte ,psychologie ist bisher an moralischen ,vorurtheilen und ,befrchtungen hngen geblieben3 sie hat sich nicht in die ,tiefe gewagt4 ,dieselbe als ,morphologie und ,entwicklungslehre des ,willens zur ,macht zufassen1 wie ich sie fasse - daran hat noch ,niemand in seinen ,gedanken selbst gestreift3 sofern es nmlich erlaubt ist1 in dem1 was bisher geschrieben wurde1 ein ,symptom von dem1 was bisher verschwiegen wurde1 zu erkennen4 ,die ,gewalt der moralischen ,vorurtheile ist tief in die geistigste1 in die anscheinend klteste und voraussetzungsloseste ,welt gedrungen - und1 wie es sich von selbst versteht1 schdigend1 hemmend1 blendend1 verdrehend4 ,eine eigentliche ,physio-,psychologie hat mit unbewussten ,widerstnden im ,herzen des ,forschers zu kmpfen1 sie hat das ,herz gegen sich3 schon eine ,lehre von der gegenseitigen ,bedingtheit der guten und der schlimmen ,triebe1 macht1 als feinere ,immoralitt1 einem noch krftigen und herzhaften ,gewissen ,noth und berdruss1 - noch mehr eine ,lehre von der ,ableitbarkeit aller guten ,triebe aus den schlimmen4 ,gesetzt aber1 ,jemand nimmt gar die ,affekte ,hass1 ,neid1 ,habsucht1 ,herrschsucht als lebenbedingende ,affekte1 als ,etwas1 das im ,gesammt-,haushalte des ,lebens grundstzlich und grundwesentlich vorhanden sein muss1 folglich noch gesteigert werden muss1 falls das ,leben noch gesteigert werden soll1 - der leidet an einer solchen ,richtung seines ,urtheils wie an einer ,seekrankheit4 ,und doch ist auch diese ,hypothese bei weitem nicht die peinlichste und fremdeste in diesem ungeheuren fast noch neuen ,reiche gefhrlicher ,erkenntnisse3 - und es giebt in der ,that hundert gute ,grnde dafr1 dass ,jeder von ihm fernbleibt1 der es - kann6 ,andrerseits3 ist man einmal mit seinem ,schiffe hierhin verschlagen1 nun6 wohlan6 jetzt tchtig die ,zhne zusammengebissen6 die ,augen aufgemacht6 die ,hand fest am ,steuer6 - wir fahren geradewegs ber die ,moral weg1 wir erdrcken1 wir zermalmen vielleicht dabei unsren eignen ,rest ,moralitt1 indem wir dorthin unsre ,fahrt machen und wagen1 - aber was liegt an uns6 ,niemals noch hat sich verwegenen ,reisenden und ,abenteurern eine tiefere ,welt der ,einsicht erffnet3 und der ,psychologe1 welcher dergestalt ,opfer bringt - es ist nicht das sacrifizio dell'intelletto1 im ,gegentheil6 - wird zum ,mindesten dafr verlangen drfen1 dass die ,psychologie wieder als ,herrin der ,wissenschaften anerkannt werde1 zu deren ,dienste und ,vorbereitung die brigen ,wissenschaften da sind4 ,denn ,psychologie ist nunmehr wieder der ,weg zu den ,grundproblemen4 ,zweites ,hauptstck3 ,der freie ,geist4 #bd4 ,o sancta simplicitas6 ,in welcher seltsamen ,vereinfachung und ,flschung lebt der ,mensch6 ,man kann sich nicht zu ,ende wundern1 wenn man sich erst einmal die ,augen fr dies ,wunder eingesetzt hat6 ,wie haben wir ,alles um uns hell und frei und leicht und einfach gemacht6 wie wussten wir unsern ,sinnen einen ,freipass fr alles ,oberflchliche1 unserm ,denken eine gttliche ,begierde nach muthwilligen ,sprngen und ,fehlschlssen zu geben6 - wie haben wir es von ,anfang an verstanden1 uns unsre ,unwissenheit zu erhalten1 um eine kaum begreifliche ,freiheit1 ,unbedenklichkeit1 ,unvorsichtigkeit1 ,herzhaftigkeit1 ,heiterkeit des ,lebens1 um das ,leben zu geniessen6 ,und erst auf diesem nunmehr festen und granitnen ,grunde von ,unwissenheit durfte sich bisher die ,wissenschaft erheben1 der ,wille zum ,wissen auf dem ,grunde eines viel gewaltigeren ,willens1 des ,willens zum ,nicht-wissen1 zum ,ungewissen1 zum ,unwahren6 ,nicht als sein ,gegensatz1 sondern - als seine ,verfeinerung6 ,mag nmlich auch die ,sprache1 hier wie anderwrts1 nicht ber ihre ,plumpheit hinausknnen und fortfahren1 von ,gegenstzen zu reden1 wo es nur ,grade und mancherlei ,feinheit der ,stufen giebt2 mag ebenfalls die eingefleischte ,tartfferie der ,moral1 welche jetzt zu unserm unberwindlichen ,fleisch und ,blut gehrt1 uns ,wissenden selbst die ,worte im ,munde umdrehen3 hier und da begreifen wir es und lachen darber1 wie gerade noch die beste ,wissenschaft uns am besten in dieser vereinfachten1 durch und durch knstlichen1 zurecht gedichteten1 zurecht geflschten ,welt festhalten will1 wie sie unfreiwillig-willig den ,irrthum liebt1 weil sie1 die ,lebendige1 - das ,leben liebt6 #be4 ,nach einem so frhlichen ,eingang mchte ein ernstes ,wort nicht berhrt werden3 es wendet sich an die ,ernstesten4 ,seht euch vor1 ihr ,philosophen und ,freunde der ,erkenntniss1 und htet euch vor dem ,martyrium6 ,vor dem ,leiden um der ,wahrheit willen6 ,selbst vor der eigenen ,vertheidigung6 ,es verdirbt eurem ,gewissen alle ,unschuld und feine ,neutralitt1 es macht euch halsstarrig gegen ,einwnde und rothe ,tcher1 es verdummt1 verthiert und verstiert1 wenn ihr im ,kampfe mit ,gefahr1 ,verlsterung1 ,verdchtigung1 ,ausstossung und noch grberen ,folgen der ,feindschaft1 zuletzt euch gar als ,vertheidiger der ,wahrheit auf ,erden ausspielen msst3 - als ob die ,wahrheit eine so harmlose und tppische ,person wre1 dass sie ,vertheidiger nthig htte6 und gerade euch1 ihr ,ritter von der traurigsten ,gestalt1 meine ,herren ,eckensteher und ,spinneweber des ,geistes6 ,zuletzt wisst ihr gut genug1 dass nichts daran liegen darf1 ob gerade ihr ,recht behaltet1 ebenfalls dass bisher noch kein ,philosoph ,recht behalten hat1 und dass eine preiswrdigere ,wahrhaftigkeit in jedem kleinen ,fragezeichen liegen drfte1 welches ihr hinter eure ,leibworte und ,lieblingslehren 7und gelegentlich hinter euch selbst7 setzt1 als in allen feierlichen ,gebrden und ,trmpfen vor ,anklgern und ,gerichtshfen6 ,geht lieber bei ,seite6 ,flieht in's ,verborgene6 ,und habt eure ,maske und ,feinheit1 dass man euch verwechsele6 ,oder ein ,wenig frchte6 ,und vergesst mir den ,garten nicht1 den ,garten mit goldenem ,gitterwerk6 ,und habt ,menschen um euch1 die wie ein ,garten sind1 - oder wie ,musik ber ,wassern1 zur ,zeit des ,abends1 wo der ,tag schon zur ,erinnerung wird3 - whlt die gute ,einsamkeit1 die freie muthwillige leichte ,einsamkeit1 welche euch auch ein ,recht giebt1 selbst in irgend einem ,sinne noch gut zu bleiben6 ,wie giftig1 wie listig1 wie schlecht macht jeder lange ,krieg1 der sich nicht mit offener ,gewalt fhren lsst6 ,wie persnlich macht eine lange ,furcht1 ein langes ,augenmerk auf ,feinde1 auf mgliche ,feinde6 ,diese ,ausgestossenen der ,gesellschaft1 diese ,lang-,verfolgten1 ,schlimm-,gehetzten1 - auch die ,zwangs-,einsiedler1 die ,spinoza's oder ,giordano ,bruno's - werden zuletzt immer1 und sei es unter der geistigsten ,maskerade1 und vielleicht ohne dass sie selbst es wissen1 zu raffinirten ,rachschtigen und ,giftmischern 7man grabe doch einmal den ,grund der ,ethik und ,theologie ,spinoza's auf67 - gar nicht zu reden von der ,tlpelei der moralischen ,entrstung1 welche an einem ,philosophen das unfehlbare ,zeichen dafr ist1 dass ihm der philosophische ,humor davon lief4 ,das ,martyrium des ,philosophen1 seine ,aufopferung fr die ,wahrheit zwingt an's ,licht heraus1 was vom ,agitator und vom ,schauspieler in ihm steckte2 und gesetzt1 dass man ihm nur mit einer artistischen ,neugierde bisher zugeschaut hat1 so kann in ,bezug auf manchen ,philosophen der gefhrliche ,wunsch freilich begreiflich sein1 ihn auch einmal in seiner ,entartung zu sehn 7entartet zum ,mrtyrer1 zum ,bhnen- und ,tribnen-,schreihals74 ,nur dass man sich1 mit einem solchen ,wunsche1 darber klar sein muss1 was man jedenfalls dabei zu sehen bekommen wird3 - nur ein ,satyrspiel1 nur eine ,nachspiel-,farce1 nur den fortwhrenden ,beweis dafr1 dass die lange eigentliche ,tragdie zu ,ende ist3 vorausgesetzt1 dass jede ,philosophie im ,entstehen eine lange ,tragdie war4 - #bf4 ,jeder auserlesene ,mensch trachtet instinktiv nach seiner ,burg und ,heimlichkeit1 wo er von der ,menge1 den ,vielen1 den ,allermeisten erlst ist1 wo er die ,regel ,mensch vergessen darf1 als deren ,ausnahme3 - den ,einen ,fall ausgenommen1 dass er von einem noch strkeren ,instinkte geradewegs auf diese ,regel gestossen wird1 als ,erkennender im grossen und ausnahmsweisen ,sinne4 ,wer nicht im ,verkehr mit ,menschen gelegentlich in allen ,farben der ,noth1 grn und grau vor ,ekel1 berdruss1 ,mitgefhl1 ,verdsterung1 ,vereinsamung schillert1 der ist gewiss kein ,mensch hheren ,geschmacks2 gesetzt aber1 er nimmt alle diese ,last und ,unlust nicht freiwillig auf sich1 er weicht ihr immerdar aus und bleibt1 wie gesagt1 still und stolz auf seiner ,burg versteckt1 nun1 so ist ,eins gewiss3 er ist zur ,erkenntniss nicht gemacht1 nicht vorherbestimmt4 ,denn als solcher wrde er eines ,tages sich sagen mssen hole der ,teufel meinen guten ,geschmack6 aber die ,regel ist interessanter als die ,ausnahme1 - als ich1 die ,ausnahme6 - und wrde sich hinab begeben1 vor ,allem hinein4 ,das ,studium des durchschnittlichen ,menschen1 lang1 ernsthaft1 und zu diesem ,zwecke viel ,verkleidung1 ,selbstberwindung1 ,vertraulichkeit1 schlechter ,umgang - jeder ,umgang ist schlechter ,umgang ausser dem mit ,seines-,gleichen -3 das macht ein nothwendiges ,stck der ,lebensgeschichte jedes ,philosophen aus1 vielleicht das unangenehmste1 belriechendste1 an ,enttuschungen reichste ,stck4 ,hat er aber ,glck1 wie es einem ,glckskinde der ,erkenntniss geziemt1 so begegnet er eigentlichen ,abkrzern und ,erleichterern seiner ,aufgabe1 - ich meine sogenannten ,cynikern1 also ,solchen1 welche das ,thier1 die ,gemeinheit1 die ,regel an sich einfach anerkennen und dabei noch jenen ,grad von ,geistigkeit und ,kitzel haben1 um ber sich und ihres ,gleichen vor ,zeugen reden zu mssen3 - mitunter wlzen sie sich sogar in ,bchern wie auf ihrem eignen ,miste4 ,cynismus ist die einzige ,form1 in welcher gemeine ,seelen an ,das streifen1 was ,redlichkeit ist2 und der hhere ,mensch hat bei jedem grberen und feineren ,cynismus die ,ohren aufzumachen und sich jedes ,mal ,glck zu wnschen1 wenn gerade vor ihm der ,possenreisser ohne ,scham oder der wissenschaftliche ,satyr laut werden4 ,es giebt sogar ,flle1 wo zum ,ekel sich die ,bezauberung mischt3 da nmlich1 wo an einen solchen indiskreten ,bock und ,affen1 durch eine ,laune der ,natur1 das ,genie gebunden ist1 wie bei dem ,abb ,galiani1 dem tiefsten1 scharfsichtigsten und vielleicht auch schmutzigsten ,menschen seines ,jahrhunderts - er war viel tiefer als ,voltaire und folglich auch ein gut ,theil schweigsamer4 ,hufiger schon geschieht es1 dass1 wie angedeutet1 der wissenschaftliche ,kopf auf einen ,affenleib1 ein feiner ,ausnahme-,verstand auf eine gemeine ,seele gesetzt ist1 - unter rzten und ,moral-,physiologen namentlich kein seltenes ,vorkommniss4 ,und wo nur ,einer ohne ,erbitterung1 vielmehr harmlos vom ,menschen redet als von einem ,bauche mit zweierlei ,bedrfnissen und einem ,kopfe mit ,einem2 berall wo ,jemand immer nur ,hunger1 ,geschlechts-,begierde und ,eitelkeit sieht1 sucht und sehn will1 als seien es die eigentlichen und einzigen ,triebfedern der menschlichen ,handlungen2 kurz1 wo man schlecht vom ,menschen redet - und nicht einmal schlimm -1 da soll der ,liebhaber der ,erkenntniss fein und fleissig hinhorchen1 er soll seine ,ohren berhaupt dort haben1 wo ohne ,entrstung geredet wird4 ,denn der entrstete ,mensch1 und wer immer mit seinen eignen ,zhnen sich selbst 7oder1 zum ,ersatz dafr1 die ,welt1 oder ,gott1 oder die ,gesellschaft7 zerreisst und zerfleischt1 mag zwar moralisch gerechnet1 hher stehn als der lachende und selbstzufriedene ,satyr1 in jedem anderen ,sinne aber ist er der gewhnlichere1 gleichgltigere1 unbelehrendere ,fall4 ,und ,niemand lgt soviel als der ,entrstete4 - #bg4 ,es ist schwer1 verstanden zu werden3 besonders wenn man gangasrotogati denkt und lebt1 unter lauter ,menschen1 welche anders denken und leben1 nmlich kurmagati oder besten ,falles nach der ,gangart des ,frosches mandeikagati - ich thue eben ,alles1 um selbst schwer verstanden zu werden8 - und man soll schon fr den guten ,willen zu einiger ,feinheit der ,interpretation von ,herzen erkenntlich sein4 ,was aber die guten ,freunde anbetrifft1 welche immer zu bequem sind und gerade als ,freunde ein ,recht auf ,bequemlichkeit zu haben glauben3 so thut man gut1 ihnen von vornherein einen ,spielraum und ,tummelplatz des ,missverstndnisses zuzugestehn3 - so hat man noch1 zu lachen2 - oder sie ganz abzuschaffen1 diese guten ,freunde1 - und auch zu lachen6 #bh4 ,was sich am schlechtesten aus einer ,sprache in die andere bersetzen lsst1 ist das tempo ihres ,stils3 als welcher im ,charakter der ,rasse seinen ,grund hat1 physiologischer gesprochen1 im ,durchschnitts-tempo ihres ,stoffwechsels4 ,es giebt ehrlich gemeinte bersetzungen1 die beinahe ,flschungen sind1 als unfreiwillige ,vergemeinerungen des ,originals1 bloss weil sein tapferes und lustiges tempo nicht mit bersetzt werden konnte1 welches ber alles ,gefhrliche in ,dingen und ,worten wegspringt1 weghilft4 ,der ,deutsche ist beinahe des ,presto in seiner ,sprache unfhig3 also1 wie man billig schliessen darf1 auch vieler der ergtzlichsten und verwegensten ,nuances des freien1 freigeisterischen ,gedankens4 ,so gut ihm der ,buffo und der ,satyr fremd ist1 in ,leib und ,gewissen1 so gut ist ihm ,aristophanes und ,petronius unbersetzbar4 ,alles ,gravittische1 ,schwerflssige1 ,feierlich-,plumpe1 alle langwierigen und langweiligen ,gattungen des ,stils sind bei den ,deutschen in berreicher ,mannichfaltigkeit entwickelt1 - man vergebe mir die ,thatsache1 dass selbst ,goethe's ,prosa1 in ihrer ,mischung von ,steifheit und ,zierlichkeit1 keine ,ausnahme macht1 als ein ,spiegelbild der alten guten ,zeit1 zu der sie gehrt1 und als ,ausdruck des deutschen ,geschmacks1 zur ,zeit1 wo es noch einen deutschen ,geschmack gab3 der ein ,rokoko-,geschmack war1 in moribus et artibus4 ,lessing macht eine ,ausnahme1 ,dank seiner ,schauspieler-,natur1 die ,vieles verstand und sich auf ,vieles verstand3 er1 der nicht umsonst der bersetzer ,bayle's war und sich gerne in die ,nhe ,diderot's und ,voltaire's1 noch lieber unter die rmischen ,lustspieldichter flchtete3 - ,lessing liebte auch im tempo die ,freigeisterei1 die ,flucht aus ,deutschland4 ,aber wie vermchte die deutsche ,sprache1 und sei es selbst in der ,prosa eines ,lessing1 das tempo ,macchiavell's nachzuahmen1 der1 in seinem principe1 die trockne feine ,luft von ,florenz athmen lsst und nicht umhin kann1 die ernsteste ,angelegenheit in einem unbndigen ,allegrissimo vorzutragen3 vielleicht nicht ohne ein boshaftes ,artisten-,gefhl davon1 welchen ,gegensatz er wagt1 - ,gedanken1 lang1 schwer1 hart1 gefhrlich1 und ein tempo des ,galopps und der allerbesten muthwilligsten ,laune4 ,wer endlich drfte gar eine deutsche bersetzung des ,petronius wagen1 der1 mehr als irgend ein grosser ,musiker bisher1 der ,meister des presto gewesen ist1 in ,erfindungen1 ,einfllen1 ,worten3 - was liegt zuletzt an allen ,smpfen der kranken1 schlimmen ,welt1 auch der alten ,welt1 wenn man1 wie er1 die ,fsse eines ,windes hat1 den ,zug und ,athem1 den befreienden ,hohn eines ,windes1 der ,alles gesund macht1 indem er ,alles laufen macht6 ,und was ,aristophanes angeht1 jenen verklrenden1 complementren ,geist1 um dessentwillen man dem ganzen ,griechenthum verzeiht1 dass es da war1 gesetzt1 dass man in aller ,tiefe begriffen hat1 was da ,alles der ,verzeihung1 der ,verklrung bedarf3 - so wsste ich nichts1 was mich ber ,plato's ,verborgenheit und ,sphinx-,natur mehr hat trumen lassen als jenes glcklich erhaltene petit falt3 dass man unter dem ,kopfkissen seines ,sterbelagers keine ,bibel vorfand1 nichts gyptisches1 ,pythagoreisches1 ,platonisches1 - sondern den ,aristophanes4 ,wie htte auch ein ,plato das ,leben ausgehalten - ein griechisches ,leben1 zu dem er ,nein sagte1 - ohne einen ,aristophanes6 - #bi4 ,es ist die ,sache der ,wenigsten1 unabhngig zu sein3 - es ist ein ,vorrecht der ,starken4 ,und wer es versucht1 auch mit dem besten ,rechte dazu1 aber ohne es zu mssen1 beweist damit1 dass er wahrscheinlich nicht nur stark1 sondern bis zur ,ausgelassenheit verwegen ist4 ,er begiebt sich in ein ,labyrinth1 er vertausendfltigt die ,gefahren1 welche das ,leben an sich schon mit sich bringt2 von denen es nicht die kleinste ist1 dass ,keiner mit ,augen sieht1 wie und wo er sich verirrt1 vereinsamt und stckweise von irgend einem ,hhlen-,minotaurus des ,gewissens zerrissen wird4 ,gesetzt1 ein ,solcher geht zu ,grunde1 so geschieht es so ferne vom ,verstndniss der ,menschen1 dass sie es nicht fhlen und mitfhlen3 - und er kann nicht mehr zurck6 er kann auch zum ,mitleiden der ,menschen nicht mehr zurck6 - - #cj4 ,unsre hchsten ,einsichten mssen - und sollen6 - wie ,thorheiten1 unter ,umstnden wie ,verbrechen klingen1 wenn sie unerlaubter ,weise ,denen zu ,ohren kommen1 welche nicht dafr geartet und vorbestimmt sind4 ,das ,exoterische und das ,esoterische1 wie man ehedem unter ,philosophen unterschied1 bei ,indern1 wie bei ,griechen1 ,persern und ,muselmnnern1 kurz berall1 wo man eine ,rangordnung und nicht an ,gleichheit und gleiche ,rechte glaubte1 - das hebt sich nicht sowohl dadurch von einander ab1 dass der ,exoteriker draussen steht und von aussen her1 nicht von innen her1 sieht1 schtzt1 misst1 urtheilt3 das ,wesentlichere ist1 dass er von ,unten hinauf die ,dinge sieht1 - der ,esoteriker aber von ,oben herab6 ,es giebt ,hhen der ,seele1 von wo aus gesehen selbst die ,tragdie aufhrt1 tragisch zu wirken2 und1 alles ,weh der ,welt in ,eins genommen1 wer drfte zu entscheiden wagen1 ob sein ,anblick nothwendig gerade zum ,mitleiden und dergestalt zur ,verdoppelung des ,wehs verfhren und zwingen werde8444 ,was der hheren ,art von ,menschen zur ,nahrung oder zur ,labsal dient1 muss einer sehr unterschiedlichen und geringeren ,art beinahe ,gift sein4 ,die ,tugenden des gemeinen ,manns wrden vielleicht an einem ,philosophen ,laster und ,schwchen bedeuten2 es wre mglich1 dass ein hochgearteter ,mensch1 gesetzt1 dass er entartete und zu ,grunde gienge1 erst dadurch in den ,besitz von ,eigenschaften kme1 derentwegen man nthig htte1 ihn in der niederen ,welt1 in welche er hinab sank1 nunmehr wie einen ,heiligen zu verehren4 ,es giebt ,bcher1 welche fr ,seele und ,gesundheit einen umgekehrten ,werth haben1 je nachdem die niedere ,seele1 die niedrigere ,lebenskraft oder aber die hhere und gewaltigere sich ihrer bedienen3 im ersten ,falle sind es gefhrliche1 anbrckelnde1 auflsende ,bcher1 im anderen ,heroldsrufe1 welche die ,tapfersten zu ihrer ,tapferkeit herausfordern4 ,allerwelts-,bcher sind immer belriechende ,bcher3 der ,kleine-,leute-,geruch klebt daran4 ,wo das ,volk isst und trinkt1 selbst wo es verehrt1 da pflegt es zu stinken4 ,man soll nicht in ,kirchen gehn1 wenn man reine ,luft athmen will4 - - #ca4 ,man verehrt und verachtet in jungen ,jahren noch ohne jene ,kunst der ,nuance1 welche den besten ,gewinn des ,lebens ausmacht1 und muss es billigerweise hart bssen1 solchergestalt ,menschen und ,dinge mit ,ja und ,nein berfallen zu haben4 ,es ist ,alles darauf eingerichtet1 dass der schlechteste aller ,geschmcker1 der ,geschmack fr das ,unbedingte grausam genarrt und gemissbraucht werde1 bis der ,mensch lernt1 etwas ,kunst in seine ,gefhle zu legen und lieber noch mit dem ,knstlichen den ,versuch zu wagen3 wie es die rechten ,artisten des ,lebens thun4 ,das ,zornige und ,ehrfrchtige1 das der ,jugend eignet1 scheint sich keine ,ruhe zu geben1 bevor es nicht ,menschen und ,dinge so zurecht geflscht hat1 dass es sich an ihnen auslassen kann3 - ,jugend ist an sich schon etwas ,flschendes und ,betrgerisches4 ,spter1 wenn die junge ,seele1 durch lauter ,enttuschungen gemartert1 sich endlich argwhnisch gegen sich selbst zurck wendet1 immer noch heiss und wild1 auch in ihrem ,argwohne und ,gewissensbisse3 wie zrnt sie sich nunmehr1 wie zerreisst sie sich ungeduldig1 wie nimmt sie ,rache fr ihre lange ,selbst-,verblendung1 wie als ob sie eine willkrliche ,blindheit gewesen sei6 ,in diesem bergange bestraft man sich selber1 durch ,misstrauen gegen sein ,gefhl2 man foltert seine ,begeisterung durch den ,zweifel1 ja man fhlt schon das gute ,gewissen als eine ,gefahr1 gleichsam als ,selbst-,verschleierung und ,ermdung der feineren ,redlichkeit2 und vor ,allem1 man nimmt ,partei1 grundstzlich ,partei gegen die ,jugend4 - ,ein ,jahrzehend spter3 und man begreift1 dass auch dies ,alles noch - ,jugend war6 #cb4 ,die lngste ,zeit der menschlichen ,geschichte hindurch - man nennt sie die prhistorische ,zeit - wurde der ,werth oder der ,unwerth einer ,handlung aus ihren ,folgen abgeleitet3 die ,handlung an sich kam dabei ebensowenig als ihre ,herkunft in ,betracht1 sondern ungefhr so1 wie heute noch in ,china eine ,auszeichnung oder ,schande vom ,kinde auf die ,eltern zurckgreift1 so war es die rckwirkende ,kraft des ,erfolgs oder ,misserfolgs1 welche den ,menschen anleitete1 gut oder schlecht von einer ,handlung zu denken4 ,nennen wir diese ,periode die vormoralische ,periode der ,menschheit3 der ,imperativ erkenne dich selbst6 war damals noch unbekannt4 ,in den letzten zehn ,jahrtausenden ist man hingegen auf einigen grossen ,flchen der ,erde ,schritt fr ,schritt so weit gekommen1 nicht mehr die ,folgen1 sondern die ,herkunft der ,handlung ber ihren ,werth entscheiden zu lassen3 ein grosses ,ereigniss als ,ganzes1 eine erhebliche ,verfeinerung des ,blicks und ,maassstabs1 die unbewusste ,nachwirkung von der ,herrschaft aristokratischer ,werthe und des ,glaubens an ,herkunft1 das ,abzeichen einer ,periode1 welche man im engeren ,sinne als die moralische bezeichnen darf3 der erste ,versuch zur ,selbst-,erkenntniss ist damit gemacht4 ,statt der ,folgen die ,herkunft3 welche ,umkehrung der ,perspektive6 ,und sicherlich eine erst nach langen ,kmpfen und ,schwankungen erreichte ,umkehrung6 ,freilich3 ein verhngnissvoller neuer ,aberglaube1 eine eigenthmliche ,engigkeit der ,interpretation kam eben damit zur ,herrschaft3 man interpretirte die ,herkunft einer ,handlung im allerbestimmtesten ,sinne als ,herkunft aus einer ,absicht2 man wurde ,eins im ,glauben daran1 dass der ,werth einer ,handlung im ,werthe ihrer ,absicht belegen sei4 ,die ,absicht als die ganze ,herkunft und ,vorgeschichte einer ,handlung3 unter diesem ,vorurtheile ist fast bis auf die neueste ,zeit auf ,erden moralisch gelobt1 getadelt1 gerichtet1 auch philosophirt worden4 - ,sollten wir aber heute nicht bei der ,nothwendigkeit angelangt sein1 uns nochmals ber eine ,umkehrung und ,grundverschiebung der ,werthe schlssig zu machen1 ,dank einer nochmaligen ,selbstbesinnung und ,vertiefung des ,menschen1 - sollten wir nicht an der ,schwelle einer ,periode stehen1 welche1 negativ1 zunchst als die aussermoralische zu1 bezeichnen wre3 heute1 wo wenigstens unter uns ,immoralisten der ,verdacht sich regt1 dass gerade in dem1 was nicht-absichtlich an einer ,handlung ist1 ihr entscheidender ,werth belegen sei1 und dass alle ihre ,absichtlichkeit1 ,alles1 was von ihr gesehn1 gewusst1 bewusst werden kann1 noch zu ihrer ,oberflche und ,haut gehre1 - welche1 wie jede ,haut1 ,etwas verrth1 aber noch mehr verbirgt8 ,kurz1 wir glauben1 dass die ,absicht nur ein ,zeichen und ,symptom ist1 das erst der ,auslegung bedarf1 dazu ein ,zeichen1 das zu ,vielerlei und folglich fr sich allein fast nichts bedeutet1 - dass ,moral1 im bisherigen ,sinne1 also ,absichten-,moral ein ,vorurtheil gewesen ist1 eine ,voreiligkeit1 eine ,vorlufigkeit vielleicht1 ein ,ding etwa vom ,range der ,astrologie und ,alchymie1 aber jedenfalls ,etwas1 das berwunden werden muss4 ,die berwindung der ,moral1 in einem gewissen ,verstande sogar die ,selbstberwindung der ,moral3 mag das der ,name fr jene lange geheime ,arbeit sein1 welche den feinsten und redlichsten1 auch den boshaftesten ,gewissen von heute1 als lebendigen ,probirsteinen der ,seele1 vorbehalten blieb4 - #cc4 ,es hilft nichts3 man muss die ,gefhle der ,hingebung1 der ,aufopferung fr den ,nchsten1 die ganze ,selbstentusserungs-,moral erbarmungslos zur ,rede stellen und vor ,gericht fhren3 ebenso wie die sthetik der interesselosen ,anschauung1 unter welcher sich die ,entmnnlichung der ,kunst verfhrerisch genug heute ein gutes ,gewissen zu schaffen sucht4 ,es ist viel zu viel ,zauber und ,zucker in jenen ,gefhlen des fr ,andere1 des nicht fr mich1 als dass man nicht nthig htte1 hier doppelt misstrauisch zu werden und zu fragen3 sind es nicht vielleicht - ,verfhrungen8 - ,dass sie gefallen - ,dem1 der sie hat1 und ,dem1 der ihre ,frchte geniesst1 auch dem blossen ,zuschauer1 - dies giebt noch kein ,argument fr sie ab1 sondern fordert gerade zur ,vorsicht auf4 ,seien wir also vorsichtig6 #cd4 ,auf welchen ,standpunkt der ,philosophie man sich heute auch stellen mag3 von jeder ,stelle aus gesehn ist die ,irrthmlichkeit der ,welt1 in der wir zu leben glauben1 das ,sicherste und ,festeste1 dessen unser ,auge noch habhaft werden kann3 - wir finden ,grnde ber ,grnde dafr1 die uns zu ,muthmaassungen ber ein betrgerisches ,princip im ,wesen der ,dinge verlocken mchten4 ,wer aber unser ,denken selbst1 also den ,geist fr die ,falschheit der ,welt verantwortlich macht - ein ehrenhafter ,ausweg1 den jeder bewusste oder unbewusste advocatus dei geht -3 wer diese ,welt1 sammt ,raum1 ,zeit1 ,gestalt1 ,bewegung1 als falsch erschlossen nimmt3 ein ,solcher htte mindestens guten ,anlass1 gegen alles ,denken selbst endlich ,misstrauen zu lernen3 htte es uns nicht bisher den allergrssten ,schabernack gespielt8 und welche ,brgschaft dafr gbe es1 dass es nicht fortfhre1 zu thun1 was es immer gethan hat8 ,in allem ,ernste3 die ,unschuld der ,denker hat etwas ,rhrendes und ,ehrfurcht ,einflssendes1 welche ihnen erlaubt1 sich auch heute noch vor das ,bewusstsein hinzustellen1 mit der ,bitte1 dass es ihnen ehrliche ,antworten gebe3 zum ,beispiel ob es real sei1 und warum es eigentlich die ussere ,welt sich so entschlossen vom ,halse halte1 und was dergleichen ,fragen mehr sind4 ,der ,glaube an unmittelbare ,gewissheiten ist eine moralische ,naivett1 welche uns ,philosophen ,ehre macht3 aber - wir sollen nun einmal nicht nur moralische ,menschen sein6 ,von der ,moral abgesehn1 ist jener ,glaube eine ,dummheit1 die uns wenig ,ehre macht6 ,mag im brgerlichen ,leben das allzeit bereite ,misstrauen als ,zeichen des schlechten ,charakters gelten und folglich unter die ,unklugheiten gehren3 hier unter uns1 jenseits der brgerlichen ,welt und ihres ,ja's und ,nein's1 - was sollte uns hindern1 unklug zu sein und zu sagen3 der ,philosoph hat nachgerade ein ,recht auf schlechten ,charakter1 als das ,wesen1 welches bisher auf ,erden immer am besten genarrt worden ist1 - er hat heute die ,pflicht zum ,misstrauen1 zum boshaftesten ,schielen aus jedem ,abgrunde des ,verdachts heraus4 - ,man vergebe mir den ,scherz dieser dsteren ,fratze und ,wendung3 denn ich selbst gerade habe lngst ber ,betrgen und ,betrogenwerden anders denken1 anders schtzen gelernt und halte mindestens ein paar ,rippenstsse fr die blinde ,wuth bereit1 mit der die ,philosophen sich dagegen struben1 betrogen zu werden4 ,warum nicht8 ,es ist nicht mehr als ein moralisches ,vorurtheil1 dass ,wahrheit mehr werth ist als ,schein2 es ist sogar die schlechtest bewiesene ,annahme1 die es in der ,welt giebt4 ,man gestehe sich doch so viel ein3 es bestnde gar kein ,leben1 wenn nicht auf dem ,grunde perspektivischer ,schtzungen und ,scheinbarkeiten2 und wollte man1 mit der tugendhaften ,begeisterung und ,tlpelei mancher ,philosophen1 die scheinbare ,welt ganz abschlaffen1 nun1 gesetzt1 ihr knntet das1 - so bliebe mindestens dabei auch von eurer ,wahrheit nichts mehr brig6 ,ja1 was zwingt uns berhaupt zur ,annahme1 dass es einen wesenhaften ,gegensatz von wahr und falsch giebt8 ,gengt es nicht1 ,stufen der ,scheinbarkeit anzunehmen und gleichsam hellere und dunklere ,schatten und ,gesammttne des ,scheins1 - verschiedene valeurs1 um die ,sprache der ,maler zu reden8 ,warum drfte die ,welt1 die uns etwas angeht -1 nicht eine ,fiktion sein8 ,und wer da fragt3 aber zur ,fiktion gehrt ein ,urheber8 - drfte dem nicht rund geantwortet werden3 ,warum8 ,gehrt dieses ,gehrt nicht vielleicht mit zur ,fiktion8 ,ist es denn nicht erlaubt1 gegen ,subjekt1 wie gegen ,prdikat und ,objekt1 nachgerade ein ,wenig ironisch zu sein8 ,drfte sich der ,philosoph nicht ber die ,glubigkeit an die ,grammatik erheben8 ,alle ,achtung vor den ,gouvernanten3 aber wre es nicht an der ,zeit1 dass die ,philosophie dem ,gouvernanten-,glauben absagte8 - #ce4 ,oh ,voltaire6 ,oh ,humanitt6 ,oh ,bldsinn6 ,mit der ,wahrheit1 mit dem ,suchen der ,wahrheit hat es etwas auf sich2 und wenn der ,mensch es dabei gar zu menschlich treibt - il ne cherche le vrai que pour faire le bien - ich wette1 er findet nichts6 #cf4 ,gesetzt1 dass nichts ,anderes als real gegeben ist als unsre ,welt der ,begierden und ,leidenschaften1 dass wir zu keiner anderen ,realitt hinab oder hinauf knnen als gerade zur ,realitt unsrer ,triebe - denn ,denken ist nur ein ,verhalten dieser ,triebe zu einander -3 ist es nicht erlaubt1 den ,versuch zu machen und die ,frage zu fragen1 ob dies ,gegeben nicht ausreicht1 um aus ,seines-,gleichen auch die sogenannte mechanistische 7oder materielle7 ,welt zu verstehen8 ,ich meine nicht als eine ,tuschung1 einen ,schein1 eine ,vorstellung 7im ,berkeley'schen und ,schopenhauerischen ,sinne71 sondern als vom gleichen ,realitts-,range1 welchen unser ,affekt selbst hat1 - als eine primitivere ,form der ,welt der ,affekte1 in der noch ,alles in mchtiger ,einheit beschlossen liegt1 was sich dann im organischen ,prozesse abzweigt und ausgestaltet 7auch1 wie billig1 verzrtelt und abschwcht -71 als eine ,art von ,triebleben1 in dem noch smmtliche organische ,funktionen1 mit ,selbst-,regulirung1 ,assimilation1 ,ernhrung1 ,ausscheidung1 ,stoffwechsel1 synthetisch gebunden in einander sind1 - als eine ,vorform des ,lebens8 - ,zuletzt ist es nicht nur erlaubt1 diesen ,versuch zu machen3 es ist1 vom ,gewissen der ,methode aus1 geboten4 ,nicht mehrere ,arten von ,causalitt annehmen1 so lange nicht der ,versuch1 mit einer einzigen auszureichen1 bis an seine usserste ,grenze getrieben ist 7- bis zum ,unsinn1 mit ,verlaub zu sagen73 das ist eine ,moral der ,methode1 der man sich heute nicht entziehen darf2 - es folgt aus ihrer ,definition1 wie ein ,mathematiker sagen wrde4 ,die ,frage ist zuletzt1 ob wir den ,willen wirklich als wirkend anerkennen1 ob wir an die ,causalitt des ,willens glauben3 thun wir das - und im ,grunde ist der ,glaube daran eben unser ,glaube an ,causalitt selbst -1 so mssen wir den ,versuch machen1 die ,willens-,causalitt hypothetisch als die einzige zu setzen4 ,wille kann natrlich nur auf ,wille wirken - und nicht auf ,stoffe 7nicht auf ,nerven zum ,beispiel -73 genug1 man muss die ,hypothese wagen1 ob nicht berall1 wo ,wirkungen anerkannt werden1 ,wille auf ,wille wirkt - und ob nicht alles mechanische ,geschehen1 insofern eine ,kraft darin thtig wird1 eben ,willenskraft1 ,willens-,wirkung ist4 - ,gesetzt endlich1 dass es gelnge1 unser gesammtes ,triebleben als die ,ausgestaltung und ,verzweigung ,einer ,grundform des ,willens zu erklren - nmlich des ,willens zur ,macht1 wie es in ein ,satz ist -2 gesetzt1 dass man alle organischen ,funktionen auf diesen ,willen zur ,macht zurckfhren knnte und in ihm auch die ,lsung des ,problems der ,zeugung und ,ernhrung - es ist ,ein ,problem - fnde1 so htte man damit sich das ,recht verschafft1 alle wirkende ,kraft eindeutig zu bestimmen als3 ,wille zur ,macht4 ,die ,welt von innen gesehen1 die ,welt auf ihren intelligiblen ,charakter hin bestimmt und bezeichnet - sie wre eben ,wille zur ,macht und nichts ausserdem4 - #cg4 ,wie8 ,heisst das nicht1 populr geredet3 ,gott ist widerlegt1 der ,teufel aber nicht -8 ,im ,gegentheil6 ,im ,gegentheil1 meine ,freunde6 ,und1 zum ,teufel auch1 wer zwingt euch1 populr zu reden6 - #ch4 ,wie es zuletzt noch1 in aller ,helligkeit der neueren ,zeiten1 mit der franzsischen ,revolution gegangen ist1 jener schauerlichen und1 aus der ,nhe beurtheilt1 berflssigen ,posse1 in welche aber die edlen und schwrmerischen ,zuschauer von ganz ,europa aus der ,ferne her so lange und so leidenschaftlich ihre eignen ,emprungen und ,begeisterungen hinein interpretirt haben1 bis der ,text unter der ,interpretation verschwand3 so knnte eine edle ,nachwelt noch einmal die ganze ,vergangenheit missverstehen und dadurch vielleicht erst ihren ,anblick ertrglich machen4 - ,oder vielmehr3 ist dies nicht bereits geschehen8 waren wir nicht selbst - diese edle ,nachwelt8 ,und ist es nicht gerade jetzt1 insofern wir dies begreifen1 - damit vorbei8 #ci4 ,niemand wird so leicht eine ,lehre1 bloss weil sie glcklich macht1 oder tugendhaft macht1 deshalb fr wahr halten3 die lieblichen ,idealisten etwa ausgenommen1 welche fr das ,gute1 ,wahre1 ,schne schwrmen und in ihrem ,teiche alle ,arten von bunten plumpen und gutmthigen ,wnschbarkeiten durcheinander schwimmen lassen4 ,glck und ,tugend sind keine ,argumente4 ,man vergisst aber gerne1 auch auf ,seiten besonnener ,geister1 dass ,unglcklich-machen und ,bse-machen ebensowenig ,gegenargumente sind4 ,etwas drfte wahr sein3 ob es gleich im hchsten ,grade schdlich und gefhrlich wre2 ja es knnte selbst zur ,grundbeschaffenheit des ,daseins gehren1 dass man an seiner vlligen ,erkenntniss zu ,grunde gienge1 - so dass sich die ,strke eines ,geistes darnach bemsse1 wie viel er von der ,wahrheit gerade noch aushielte1 deutlicher1 bis zu welchem ,grade er sie verdnnt1 verhllt1 verssst1 verdumpft1 verflscht nthig htte4 ,aber keinem ,zweifel unterliegt es1 dass fr die ,entdeckung gewisser ,theile der ,wahrheit die ,bsen und ,unglcklichen begnstigter sind und eine grssere ,wahrscheinlichkeit des ,gelingens haben2 nicht zu reden von den ,bsen1 die glcklich sind1 - eine ,species1 welche von den ,moralisten verschwiegen wird4 ,vielleicht1 dass ,hrte und ,list gnstigere ,bedingungen zur ,entstehung des starken1 unabhngigen ,geistes und ,philosophen abgeben1 als jene sanfte feine nachgebende ,gutartigkeit und ,kunst des ,leicht-nehmens1 welche man an einem ,gelehrten schtzt und mit ,recht schtzt4 ,vorausgesetzt1 was voran steht1 dass man den ,begriff ,philosoph nicht auf den ,philosophen einengt1 der ,bcher schreibt - oder gar seine ,philosophie in ,bcher bringt6 - ,einen letzten ,zug zum ,bilde des freigeisterischen ,philosophen bringt ,stendhal bei1 den ich um des deutschen ,geschmacks willen nicht unterlassen will zu unterstreichen3 - denn er geht wider den deutschen ,geschmack4 ,pour tre bon philosophe1 sagt dieser letzte grosse ,psycholog1 il faut tre sec1 clair1 sans illusion4 ,un banquier1 qui a fait fortune1 a une partie du caractre requis pour faire des dcouvertes en philosophie1 c'est-'-dire pour voir clair dans ce qui est4 #dj4 ,alles1 was tief ist1 liebt die ,maske2 die allertiefsten ,dinge haben sogar einen ,hass auf ,bild und ,gleichniss4 ,sollte nicht erst der ,gegensatz die rechte ,verkleidung sein1 in der die ,scham eines ,gottes einhergienge8 ,eine fragwrdige ,frage3 es wre wunderlich1 wenn nicht irgend ein ,mystiker schon dergleichen bei sich gewagt htte4 ,es giebt ,vorgnge so zarter ,art1 dass man gut thut1 sie durch eine ,grobheit zu verschtten und unkenntlich zu machen2 es giebt ,handlungen der ,liebe und einer ausschweifenden ,grossmuth1 hinter denen nichts rthlicher ist1 als einen ,stock zu nehmen und den ,augenzeugen durchzuprgeln3 damit trbt man dessen ,gedchtniss4 ,mancher versteht sich darauf1 das eigne ,gedchtniss zu trben und zu misshandeln1 um wenigstens an diesem einzigen ,mitwisser seine ,rache zu haben3 - die ,scham ist erfinderisch4 ,es sind nicht die schlimmsten ,dinge1 deren man sich am schlimmsten schmt3 es ist nicht nur ,arglist hinter einer ,maske1 - es giebt so viel ,gte in der ,list4 ,ich knnte mir denken1 dass ein ,mensch1 der etwas ,kostbares und ,verletzliches zu bergen htte1 grob und rund wie ein grnes altes schwerbeschlagenes ,weinfass durch's ,leben rollte3 die ,feinheit seiner ,scham will es so4 ,einem ,menschen1 der ,tiefe in der ,scham hat1 begegnen auch seine ,schicksale und zarten ,entscheidungen auf ,wegen1 zu denen ,wenige je gelangen1 und um deren ,vorhandensein seine ,nchsten und ,vertrautesten nicht wissen drfen3 seine ,lebensgefahr verbirgt sich ihren ,augen und ebenso seine wieder eroberte ,lebens-,sicherheit4 ,ein solcher ,verborgener1 der aus ,instinkt das ,reden zum ,schweigen und ,verschweigen braucht und unerschpflich ist in der ,ausflucht vor ,mittheilung1 will es und frdert es1 dass eine ,maske von ihm an seiner ,statt in den ,herzen und ,kpfen seiner ,freunde herum wandelt2 und gesetzt1 er will es nicht1 so werden ihm eines ,tages die ,augen darber aufgehn1 dass es trotzdem dort eine ,maske von ihm giebt1 - und dass es gut so ist4 ,jeder tiefe ,geist braucht eine ,maske3 mehr noch1 um jeden tiefen ,geist wchst fortwhrend eine ,maske1 ,dank der bestndig falschen1 nmlich flachen ,auslegung jedes ,wortes1 jedes ,schrittes1 jedes ,lebens-,zeichens1 das er giebt4 - #da4 ,man muss sich selbst seine ,proben geben1 dafr dass man zur ,unabhngigkeit und zum ,befehlen bestimmt ist2 und dies zur rechten ,zeit4 ,man soll seinen ,proben nicht aus dem ,wege gehn1 obgleich sie vielleicht das gefhrlichste ,spiel sind1 das man spielen kann1 und zuletzt nur ,proben1 die vor uns selber als ,zeugen und vor keinem anderen ,richter abgelegt werden4 ,nicht an einer ,person hngen bleiben3 und sei sie die geliebteste1 - jede ,person ist ein ,gefngniss1 auch ein ,winkel4 ,nicht an einem ,vaterlande hngen bleiben3 und sei es das leidendste und hlfbedrftigste1 - es ist schon weniger schwer1 sein ,herz von einem siegreichen ,vaterlande los zu binden4 ,nicht an einem ,mitleiden hngen bleiben3 und glte es hheren ,menschen1 in deren seltne ,marter und ,hlflosigkeit uns ein ,zufall hat blicken lassen4 ,nicht an einer ,wissenschaft hngen bleiben3 und locke sie ,einen mit den kostbarsten1 anscheinend gerade uns aufgesparten ,funden4 ,nicht an seiner eignen ,loslsung hngen bleiben1 an jener wollstigen ,ferne und ,fremde des ,vogels1 der immer weiter in die ,hhe flieht1 um immer mehr unter sich zu sehn3 - die ,gefahr des ,fliegenden4 ,nicht an unsern eignen ,tugenden hngen bleiben und als ,ganzes das ,opfer irgend einer ,einzelheit an uns werden1 zum ,beispiel unsrer ,gastfreundschaft3 wie es die ,gefahr der ,gefahren bei hochgearteten und reichen ,seelen ist1 welche verschwenderisch1 fast gleichgltig mit sich selbst umgehn und die ,tugend der ,liberalitt bis zum ,laster treiben4 ,man muss wissen1 sich zu bewahren3 strkste ,probe der ,unabhngigkeit4 #db4 ,eine neue ,gattung von ,philosophen kommt herauf3 ich wage es1 sie auf einen nicht ungefhrlichen ,namen zu taufen4 ,so wie ich sie errathe1 so wie sie sich errathen lassen - denn es gehrt zu ihrer ,art1 irgend worin ,rthsel bleiben zu wollen -1 mchten diese ,philosophen der ,zukunft ein ,recht1 vielleicht auch ein ,unrecht darauf haben1 als ,versucher bezeichnet zu werden4 ,dieser ,name selbst ist zuletzt nur ein ,versuch1 und1 wenn man will1 eine ,versuchung4 #dc4 ,sind es neue ,freunde der ,wahrheit1 diese kommenden ,philosophen8 ,wahrscheinlich genug3 denn alle ,philosophen liebten bisher ihre ,wahrheiten4 ,sicherlich aber werden es keine ,dogmatiker sein4 ,es muss ihnen wider den ,stolz gehn1 auch wider den ,geschmack1 wenn ihre ,wahrheit gar noch eine ,wahrheit fr ,jedermann sein soll3 was bisher der geheime ,wunsch und ,hintersinn aller dogmatischen ,bestrebungen war4 ,mein ,urtheil ist mein ,urtheil3 dazu hat nicht leicht auch ein ,anderer das ,recht - sagt vielleicht solch ein ,philosoph der ,zukunft4 ,man muss den schlechten ,geschmack von sich abthun1 mit ,vielen bereinstimmen zu wollen4 ,gut ist nicht mehr gut1 wenn der ,nachbar es in den ,mund nimmt4 ,und wie knnte es gar ein ,gemeingut geben6 ,das ,wort widerspricht sich selbst3 was gemein sein kann1 hat immer nur wenig ,werth4 ,zuletzt muss es so stehn1 wie es steht und immer stand3 die grossen ,dinge bleiben fr die ,grossen brig1 die ,abgrnde fr die ,tiefen1 die ,zartheiten und ,schauder fr die ,feinen1 und1 im ,ganzen und ,kurzen1 alles ,seltene fr die ,seltenen4 - #dd4 ,brauche ich nach alledem noch eigens zu sagen1 dass auch sie freie1 sehr freie ,geister sein werden1 diese ,philosophen der ,zukunft1 - so gewiss sie auch nicht bloss freie ,geister sein werden1 sondern etwas ,mehreres1 ,hheres1 ,grsseres und ,grndlich-,anderes1 das nicht verkannt und verwechselt werden will8 ,aber1 indem ich dies sage1 fhle ich fast ebenso sehr gegen sie selbst1 als gegen uns1 die wir ihre ,herolde und ,vorlufer sind1 wir freien ,geister6 - die ,schuldigkeit1 ein altes dummes ,vorurtheil und ,missverstndniss von uns gemeinsam fortzublasen1 welches allzulange wie ein ,nebel den ,begriff freier ,geist undurchsichtig gemacht hat4 ,in allen ,lndern ,europa's und ebenso in ,amerika giebt es jetzt ,etwas1 das ,missbrauch mit diesem ,namen treibt1 eine sehr enge1 eingefangne1 an ,ketten gelegte ,art von ,geistern1 welche ungefhr das ,gegentheil von dem wollen1 was in unsern ,absichten und ,instinkten liegt1 - nicht zu reden davon1 dass sie in ,hinsicht auf jene heraufkommenden neuen ,philosophen erst recht zugemachte ,fenster und verriegelte ,thren sein mssen4 ,sie gehren1 kurz und schlimm1 unter die ,nivellirer1 diese flschlich genannten freien ,geister - als beredte und schreibfingrige ,sklaven des demokratischen ,geschmacks und seiner modernen ,ideen3 allesammt ,menschen ohne ,einsamkeit1 ohne eigne ,einsamkeit1 plumpe brave ,burschen1 welchen weder ,muth noch achtbare ,sitte abgesprochen werden soll1 nur dass sie eben unfrei und zum ,lachen oberflchlich sind1 vor ,allem mit ihrem ,grundhange1 in den ,formen der bisherigen alten ,gesellschaft ungefhr die ,ursache fr alles menschliche ,elend und ,missrathen zu sehn3 wobei die ,wahrheit glcklich auf den ,kopf zu stehn kommt6 ,was sie mit allen ,krften erstreben mchten1 ist das allgemeine grne ,weide-,glck der ,heerde1 mit ,sicherheit1 ,ungefhrlichkeit1 ,behagen1 ,erleichterung des ,lebens fr ,jedermann2 ihre beiden am reichlichsten abgesungnen ,lieder und ,lehren heissen ,gleichheit der ,rechte und ,mitgefhl fr alles ,leidende1 - und das ,leiden selbst wird von ihnen als ,etwas genommen1 das man abschaffen muss4 ,wir ,umgekehrten1 die wir uns ein ,auge und ein ,gewissen fr die ,frage aufgemacht haben1 wo und wie bisher die ,pflanze ,mensch am krftigsten in die ,hhe gewachsen ist1 vermeinen1 dass dies jedes ,mal unter den umgekehrten ,bedingungen geschehn ist1 dass dazu die ,gefhrlichkeit seiner ,lage erst in's ,ungeheure wachsen1 seine ,erfindungs- und ,verstellungskraft 7sein ,geist -7 unter langem ,druck und ,zwang sich in's ,feine und ,verwegene entwickeln1 sein ,lebens-,wille bis zum unbedingten ,macht-,willen gesteigert werden musste3 - wir vermeinen1 dass ,hrte1 ,gewaltsamkeit1 ,sklaverei1 ,gefahr auf der ,gasse und im ,herzen1 ,verborgenheit1 ,stoicismus1 ,versucherkunst und ,teufelei jeder ,art1 dass alles ,bse1 ,furchtbare1 ,tyrannische1 ,raubthier- und ,schlangenhafte am ,menschen so gut zur ,erhhung der ,species ,mensch dient1 als sein ,gegensatz3 - wir sagen sogar nicht einmal genug1 wenn wir nur so viel sagen1 und befinden uns jedenfalls1 mit unserm ,reden und ,schweigen an dieser ,stelle1 am andern ,ende aller modernen ,ideologie und ,heerden-,wnschbarkeit3 als deren ,antipoden vielleicht8 ,was ,wunder1 dass wir freien ,geister nicht gerade die mittheilsamsten ,geister sind8 dass wir nicht in jedem ,betrachte zu verrathen wnschen1 wovon ein ,geist sich frei machen kann und wohin er dann vielleicht getrieben wird8 ,und was es mit der gefhrlichen ,formel jenseits von ,gut und ,bse auf sich hat1 mit der wir uns zum ,mindesten vor ,verwechslung behten3 wir sind etwas ,anderes als libres-penseurs1 liberi pensatori1 ,freidenker und wie alle diese braven ,frsprecher der modernen ,ideen sich zu benennen lieben4 ,in vielen ,lndern des ,geistes zu ,hause1 mindestens zu ,gaste gewesen2 den dumpfen angenehmen ,winkeln immer wieder entschlpft1 in die uns ,vorliebe und ,vorhass1 ,jugend1 ,abkunft1 der ,zufall von ,menschen und ,bchern1 oder selbst die ,ermdungen der ,wanderschaft zu bannen schienen2 voller ,bosheit gegen die ,lockmittel der ,abhngigkeit1 welche in ,ehren1 oder ,geld1 oder mtern1 oder ,begeisterungen der ,sinne versteckt liegen2 dankbar sogar gegen ,noth und wechselreiche ,krankheit1 weil sie uns immer von irgend einer ,regel und ihrem ,vorurtheil losmachte1 dankbar gegen ,gott1 ,teufel1 ,schlaf und ,wurm in uns1 neugierig bis zum ,laster1 ,forscher bis zur ,grausamkeit1 mit unbedenklichen ,fingern fr ,unfassbares1 mit ,zhnen und ,mgen fr das ,unverdaulichste1 bereit zu jedem ,handwerk1 das ,scharfsinn und scharfe ,sinne verlangt1 bereit zu jedem ,wagniss1 ,dank einem berschusse von freiem ,willen1 mit ,vorder- und ,hinterseelen1 denen ,keiner leicht in die letzten ,absichten sieht1 mit ,vorder- und ,hintergrnden1 welche kein ,fuss zu ,ende laufen drfte1 ,verborgene unter den ,mnteln des ,lichts1 ,erobernde1 ob wir gleich ,erben und ,verschwendern gleich sehn1 ,ordner und ,sammler von frh bis ,abend1 ,geizhlse unsres ,reichthums und unsrer vollgestopften ,schubfcher1 haushlterisch im ,lernen und ,vergessen1 erfinderisch in ,schematen1 mitunter stolz auf ,kategorien-,tafeln1 mitunter ,pedanten1 mitunter ,nachteulen der ,arbeit auch am hellen ,tage2 ja1 wenn es noth thut1 selbst ,vogelscheuchen - und heute thut es noth3 nmlich insofern wir die geborenen geschworenen eiferschtigen ,freunde der ,einsamkeit sind1 unsrer eignen tiefsten mitternchtlichsten mittglichsten ,einsamkeit3 - eine solche ,art ,menschen sind wir1 wir freien ,geister6 und vielleicht seid auch ihr etwas davon1 ihr ,kommenden8 ihr neuen ,philosophen8 - ,drittes ,hauptstck3 ,das religise ,wesen4 #de4 ,die menschliche ,seele und ihre ,grenzen1 der bisher berhaupt erreichte ,umfang menschlicher innerer ,erfahrungen1 die ,hhen1 ,tiefen und ,fernen dieser ,erfahrungen1 die ganze bisherige ,geschichte der ,seele und ihre noch unausgetrunkenen ,mglichkeiten3 das ist fr einen geborenen ,psychologen und ,freund der grossen ,jagd das vorbestimmte ,jagdbereich4 ,aber wie oft muss er sich verzweifelt sagen3 ein ,einzelner6 ach1 nur ein ,einzelner6 und dieser grosse ,wald und ,urwald6 ,und so wnscht er sich einige hundert ,jagdgehlfen und feine gelehrte ,sprhunde1 welche er in die ,geschichte der menschlichen ,seele treiben knnte1 um dort sein ,wild zusammenzutreiben4 ,umsonst3 er erprobt es immer wieder1 grndlich und bitterlich1 wie schlecht zu allen ,dingen1 die gerade seine ,neugierde reizen1 ,gehlfen und ,hunde zu finden sind4 ,der belstand1 den es hat1 ,gelehrte auf neue und gefhrliche ,jagdbereiche auszuschicken1 wo ,muth1 ,klugheit1 ,feinheit in jedem ,sinne noth thun1 liegt darin1 dass sie gerade dort nicht mehr brauchbar sind1 wo die grosse ,jagd1 aber auch die grosse ,gefahr beginnt3 - gerade dort verlieren sie ihr ,sprauge und ihre ,sprnase4 ,um zum ,beispiel zu errathen und festzustellen1 was fr eine ,geschichte bisher das ,problem von ,wissen und ,gewissen in der ,seele der homines religiosi gehabt hat1 dazu msste ,einer vielleicht selbst so tief1 so verwundet1 so ungeheuer sein1 wie es das intellektuelle ,gewissen ,pascal's war3 und dann bedrfte es immer noch jenes ausgespannten ,himmels von heller1 boshafter ,geistigkeit1 welcher von ,oben herab dies ,gewimmel von gefhrlichen und schmerzlichen ,erlebnissen zu bersehn1 zu ordnen1 in ,formeln zu zwingen vermchte4 - ,aber wer thte mir diesen ,dienst6 ,aber wer htte ,zeit1 auf solche ,diener zu warten6 - sie wachsen ersichtlich zu selten1 sie sind zu allen ,zeiten so unwahrscheinlich6 ,zuletzt muss man ,alles selber thun1 um selber ,einiges zu wissen3 das heisst1 man hat viel zu thun6 - ,aber eine ,neugierde meiner ,art bleibt nun einmal das angenehmste aller ,laster1 - ,verzeihung6 ich wollte sagen3 die ,liebe zur ,wahrheit hat ihren ,lohn im ,himmel und schon auf ,erden4 - #df4 ,der ,glaube1 wie ihn das erste ,christenthum verlangt und nicht selten erreicht hat1 inmitten einer skeptischen und sdlich-freigeisterischen ,welt1 die einen ,jahrhunderte langen ,kampf von ,philosophenschulen hinter sich und in sich hatte1 hinzugerechnet die ,erziehung zur ,toleranz1 welche das imperium ,romanum gab1 - dieser ,glaube ist nicht jener treuherzige und brbeissige ,unterthanen-,glaube1 mit dem etwa ein ,luther oder ein ,cromwell oder sonst ein nordischer ,barbar des ,geistes an ihrem ,gotte und ,christenthum gehangen haben2 viel eher scholl jener ,glaube ,pascal's1 der auf schreckliche ,weise einem dauernden ,selbstmorde der ,vernunft hnlich sieht1 - einer zhen langlebigen wurmhaften ,vernunft1 die nicht mit ,einem ,male und ,einem ,streiche todtzumachen ist4 ,der christliche ,glaube ist von ,anbeginn ,opferung3 ,opferung aller ,freiheit1 alles ,stolzes1 aller ,selbstgewissheit des ,geistes2 zugleich ,verknechtung und ,selbst-,verhhnung1 ,selbst-,verstmmelung4 ,es ist ,grausamkeit und religiser ,phnicismus in diesem ,glauben1 der einem mrben1 vielfachen und viel verwhnten1 ,gewissen zugemuthet wird3 seine ,voraussetzung ist1 dass die ,unterwerfung des ,geistes unbeschreiblich wehe thut1 dass die ganze ,vergangenheit und ,gewohnheit eines solchen ,geistes sich gegen das ,absurdissimum wehrt1 als welches ihm der ,glaube entgegentritt4 ,die modernen ,menschen1 mit ihrer ,abstumpfung gegen alle christliche ,nomenklatur1 fhlen das ,schauerlich-,superlativische nicht mehr nach1 das fr einen antiken ,geschmack in der ,paradoxie der ,formel ,gott am ,kreuze lag4 ,es hat bisher noch niemals und nirgendswo eine gleiche ,khnheit im ,umkehren1 etwas gleich ,furchtbares1 ,fragendes und ,fragwrdiges gegeben wie diese ,formel3 sie verhiess eine ,umwerthung aller antiken ,werthe4 - ,es ist der ,orient1 der tiefe ,orient1 es ist der orientalische ,sklave1 der auf diese ,weise an ,rom und seiner vornehmen und frivolen ,toleranz1 am rmischen ,katholicismus des ,glaubens ,rache nahm3 - und immer war es nicht der ,glaube1 sondern die ,freiheit vom ,glauben1 jene halb stoische und lchelnde ,unbekmmertheit um den ,ernst des ,glaubens1 was die ,sklaven an ihren ,herrn1 gegen ihre ,herrn emprt hat4 ,die ,aufklrung emprt3 der ,sklave nmlich will ,unbedingtes1 er versteht nur das ,tyrannische1 auch in der ,moral1 er liebt wie er hasst1 ohne ,nuance1 bis in die ,tiefe1 bis zum ,schmerz1 bis zur ,krankheit1 - sein vieles verborgenes ,leiden emprt sich gegen den vornehmen ,geschmack1 der das ,leiden zu leugnen scheint4 ,die ,skepsis gegen das ,leiden1 im ,grunde nur eine ,attitude der aristokratischen ,moral1 ist nicht am wenigsten auch an der ,entstehung des letzten grossen ,sklaven-,aufstandes betheiligt1 welcher mit der franzsischen ,revolution begonnen hat4 #dg4 ,wo nur auf ,erden bisher die religise ,neurose aufgetreten ist1 finden wir sie verknpft mit drei gefhrlichen ,dit-,verordnungen3 ,einsamkeit1 ,fasten und geschlechtlicher ,enthaltsamkeit1 - doch ohne dass hier mit ,sicherheit zu entscheiden wre1 was da ,ursache1 was ,wirkung sei1 und ob hier berhaupt ein ,verhltniss von ,ursache und ,wirkung vorliege4 ,zum letzten ,zweifel berechtigt1 dass gerade zu ihren regelmssigsten ,symptomen1 bei wilden wie bei zahmen ,vlkern1 auch die pltzlichste ausschweifendste ,wollstigkeit gehrt1 welche dann1 ebenso pltzlich1 in ,busskrampf und ,welt- und ,willens-,verneinung umschlgt3 beides vielleicht als maskirte ,epilepsie deutbar8 ,aber nirgendswo sollte man sich der ,deutungen mehr entschlagen3 um keinen ,typus herum ist bisher eine solche ,flle von ,unsinn und ,aberglauben aufgewachsen1 keiner scheint bisher die ,menschen1 selbst die ,philosophen1 mehr interessirt zu haben1 - es wre an der ,zeit1 hier gerade ein ,wenig kalt zu werden1 ,vorsicht zu lernen1 besser noch3 wegzusehn1 wegzugehn4 - ,noch im ,hintergrunde der letztgekommenen ,philosophie1 der ,schopenhauerischen1 steht1 beinahe als das ,problem an sich1 dieses schauerliche ,fragezeichen der religisen ,krisis und ,erweckung4 ,wie ist ,willensverneinung mglich8 wie ist der ,heilige mglich8 - das scheint wirklich die ,frage gewesen zu sein1 bei der ,schopenhauer zum ,philosophen wurde und anfieng4 ,und so war es eine cht ,schopenhauerische ,consequenz1 dass sein berzeugtester ,anhnger 7vielleicht auch sein letzter1 was ,deutschland betrifft -71 nmlich ,richard ,wagner1 das eigne ,lebenswerk gerade hier zu ,ende brachte und zuletzt noch jenen furchtbaren und ewigen ,typus als ,kundry auf der ,bhne vorfhrte1 type vcu1 und wie er leibt und lebt2 zu gleicher ,zeit1 wo die ,irrenrzte fast aller ,lnder ,europa's einen ,anlass hatten1 ihn aus der ,nhe zu studiren1 berall1 wo die religise ,neurose - oder1 wie ich es nenne1 das religise ,wesen - als ,heilsarmee ihren letzten epidemischen ,ausbruch und ,aufzug gemacht hat4 - ,fragt man sich aber1 was eigentlich am ganzen ,phnomen des ,heiligen den ,menschen aller ,art und ,zeit1 auch den ,philosophen1 so unbndig interessant gewesen ist3 so ist es ohne allen ,zweifel der ihm1 anhaftende ,anschein des ,wunders1 nmlich der unmittelbaren ,aufeinanderfolge von ,gegenstzen1 von moralisch entgegengesetzt gewertheten ,zustnden der ,seele3 man glaubte hier mit ,hnden zu greifen1 dass aus einem schlechten ,menschen mit ,einem ,male ein ,heiliger1 ein guter ,mensch werde4 ,die bisherige ,psychologie litt an dieser ,stelle ,schiffbruch3 sollte es nicht vornehmlich darum geschehen sein1 weil sie sich unter die ,herrschaft der ,moral gestellt hatte1 weil sie an die moralischen ,werth-,gegenstze selbst glaubte1 und diese ,gegenstze in den ,text und ,thatbestand hineinsah1 hineinlas1 hinein deutete8 - ,wie8 ,das ,wunder nur ein ,fehler der ,interpretation8 ,ein ,mangel an ,philologie8 - #dh4 ,es scheint1 dass den lateinischen ,rassen ihr ,katholicismus viel innerlicher zugehrt1 als uns ,nordlndern das ganze ,christentum berhaupt3 und dass folglich der ,unglaube in katholischen ,lndern etwas ganz ,anderes zu bedeuten hat1 als in protestantischen - nmlich eine ,art ,emprung gegen den ,geist der ,rasse1 whrend er bei uns eher eine ,rckkehr zum ,geist 7oder ,ungeist -7 der ,rasse ist4 ,wir ,nordlnder stammen unzweifelhaft aus ,barbaren-,rassen1 auch in ,hinsicht auf unsere ,begabung zur ,religion3 wir sind schlecht fr sie begabt4 ,man darf die ,kelten ausnehmen1 welche deshalb auch den besten ,boden fr die ,aufnahme der christlichen ,infektion im ,norden abgegeben haben3 - in ,frankreich kam das christliche ,ideal1 soweit es nur die blasse ,sonne des ,nordens erlaubt hat1 zum ,ausblhen4 ,wie fremdartig fromm sind unserm ,geschmack selbst diese letzten franzsischen ,skeptiker noch1 sofern etwas keltisches ,blut in ihrer ,abkunft ist6 ,wie katholisch1 wie undeutsch riecht uns ,auguste ,comte's ,sociologie mit ihrer rmischen ,logik der ,instinkte6 ,wie jesuitisch jener liebenswrdige und kluge ,cicerone von ,port-,royal1 ,sainte-,beuve1 trotz all seiner ,jesuiten-,feindschaft6 ,und gar ,ernest ,renan3 wie unzugnglich klingt uns ,nordlndern die ,sprache solch eines ,renan1 in dem alle ,augenblicke irgend ein ,nichts von religiser ,spannung seine in feinerem ,sinne wollstige und bequem sich bettende ,seele um ihr ,gleichgewicht bringt6 ,man spreche ihm einmal diese schnen ,stze nach1 - und was fr ,bosheit und bermuth regt sich sofort in unserer wahrscheinlich weniger schnen und hrteren1 nmlich deutscheren ,seele als ,antwort6 -disons donc hardiment que la religion est un produit de l'homme normal1 que l'homme est le plus dans le vrai quand il est le plus religieux et le plus assur d'une destine infinie4444 ,c'est quand il est bon qu'il veut que la vertu corresponde un ordre ternel1 c'est quand il contemple les choses d'une manire dsintresse qu'il trouve la mort rvoltante et absurde4 ,comment ne pas supposer que c'est dans ces moments-l1 que l'homme voit le mieux84444 ,diese ,stze sind meinen ,ohren und ,gewohnheiten so sehr antipodisch1 dass1 als ich sie fand1 mein erster ,ingrimm daneben schrieb la niaiserie religieuse par excellence6 - bis mein letzter ,ingrimm sie gar noch lieb gewann1 diese ,stze mit ihrer auf den ,kopf gestellten ,wahrheit6 ,es ist so artig1 so auszeichnend1 seine eignen ,antipoden zu haben6 #di4 ,das1 was an der ,religiositt der alten ,griechen staunen macht1 ist die unbndige ,flle von ,dankbarkeit1 welche sie ausstrmt3 - es ist eine sehr vornehme ,art ,mensch1 welche so vor der ,natur und vor dem ,leben steht6 - ,spter1 als der ,pbel in ,griechenland zum bergewicht kommt1 berwuchert die ,furcht auch in der ,religion2 und das ,christenthum bereitete sich vor4- #ej4 ,die ,leidenschaft fr ,gott3 es giebt burische1 treuherzige und zudringliche ,arten1 wie die ,luther's1 - der ganze ,protestantismus entbehrt der sdlichen delicatezza4 ,es giebt ein orientalisches ,aussersichsein darin1 wie bei einem unverdient begnadeten oder erhobenen ,sklaven1 zum ,beispiel bei ,augustin1 der auf eine beleidigende ,weise aller ,vornehmheit der ,gebrden und ,begierden ermangelt4 ,es giebt frauenhafte ,zrtlichkeit und ,begehrlichkeit darin1 welche schamhaft und unwissend nach einer unio mystica et physica drngt3 wie bei ,madame de ,guyon4 ,in vielen ,fllen erscheint sie wunderlich genug als ,verkleidung der ,pubertt eines ,mdchens oder ,jnglings2 hier und da selbst als ,hysterie einer alten ,jungfer1 auch als deren letzter ,ehrgeiz3 - die ,kirche hat das ,weib schon mehrfach in einem solchen ,falle heilig gesprochen4 #ea4 ,bisher haben sich die mchtigsten ,menschen immer noch verehrend vor dem ,heiligen gebeugt1 als dem ,rthsel der ,selbstbezwingung und absichtlichen letzten ,entbehrung3 warum beugten sie sich8 ,sie ahnten in ihm - und gleichsam hinter dem ,fragezeichen seines gebrechlichen und klglichen ,anscheins - die berlegene ,kraft1 welche sich an einer solchen ,bezwingung erproben wollte1 die ,strke des ,willens1 in der sie die eigne ,strke und herrschaftliche ,lust wieder erkannten und zu ehren wussten3 sie ehrten ,etwas an sich1 wenn sie den ,heiligen ehrten4 ,es kam hinzu1 dass der ,anblick des ,heiligen ihnen einen ,argwohn eingab3 ein solches ,ungeheures von ,verneinung1 von ,wider-,natur wird nicht umsonst begehrt worden sein1 so sagten und fragten sie sich4 ,es giebt vielleicht einen ,grund dazu1 eine ganz grosse ,gefahr1 ber welche der ,asket1 ,dank seinen geheimen ,zusprechern und ,besuchern1 nher unterrichtet sein mchte8 ,genug1 die ,mchtigen der ,welt lernten vor ihm eine neue ,furcht1 sie ahnten eine neue ,macht1 einen fremden1 noch unbezwungenen ,feind3 - der ,wille zur ,macht war es1 der sie nthigte1 vor dem ,heiligen stehen zu bleiben4 ,sie mussten ihn fragen - - #eb4 ,im jdischen alten ,testament1 dem ,buche von der gttlichen ,gerechtigkeit1 giebt es ,menschen1 ,dinge und ,reden in einem so grossen ,stile1 dass das griechische und indische ,schriftenthum ihm nichts zur ,seite zu stellen hat4 ,man steht mit ,schrecken und ,ehrfurcht vor diesen ungeheuren berbleibseln dessen1 was der ,mensch einstmals war1 und wird dabei ber das alte ,asien und sein vorgeschobenes ,halbinselchen ,europa1 das durchaus gegen ,asien den ,fortschritt des ,menschen bedeuten mchte1 seine traurigen ,gedanken haben4 ,freilich3 wer selbst nur ein dnnes zahmes ,hausthier ist und nur ,hausthier-,bedrfnisse kennt 7gleich unsren ,gebildeten von heute1 die ,christen des gebildeten ,christenthums hinzugenommen -71 der hat unter jenen ,ruinen weder sich zu verwundern1 noch gar sich zu betrben - der ,geschmack am alten ,testament ist ein ,prfstein in ,hinsicht auf ,gross und ,klein -3 vielleicht1 dass er das neue ,testament1 das ,buch von der ,gnade1 immer noch eher nach seinem ,herzen findet 7in ihm ist viel von dem rechten zrtlichen dumpfen ,betbrder- und ,kleinen-,seelen-,geruch74 ,dieses neue ,testament1 eine ,art ,rokoko des ,geschmacks in jedem ,betrachte1 mit dem alten ,testament zu ,einem ,buche zusammengeleimt zu haben1 als ,bibel1 als das ,buch an sich3 das ist vielleicht die grsste ,verwegenheit und ,snde wider den ,geist1 welche das litterarische ,europa auf dem ,gewissen hat4 #ec4 ,warum heute ,atheismus8 - ,der ,vater in ,gott ist grndlich widerlegt2 ebenso der ,richter1 der ,belohner4 ,insgleichen sein freier ,wille3 er hrt nicht1 - und wenn er hrte1 wsste er trotzdem nicht zu helfen4 ,das ,schlimmste ist3 er scheint unfhig1 sich deutlich mitzutheilen3 ist er unklar8 - ,dies ist es1 was ich1 als ,ursachen fr den ,niedergang des europischen ,theismus1 aus vielerlei ,gesprchen1 fragend1 hinhorchend1 ausfindig gemacht habe2 es scheint mir1 dass zwar der religise ,instinkt mchtig im ,wachsen ist1 - dass er aber gerade die theistische ,befriedigung mit tiefem ,misstrauen ablehnt4 #ed4 ,was thut denn im ,grunde die ganze neuere ,philosophie8 ,seit ,descartes - und zwar mehr aus ,trotz gegen ihn1 als auf ,grund seines ,vorgangs - macht man seitens aller ,philosophen ein ,attentat auf den alten ,seelen-,begriff1 unter dem ,anschein einer ,kritik des ,subjekt- und ,prdikat-,begriffs - das heisst3 ein ,attentat auf die ,grundvoraussetzung der christlichen ,lehre4 ,die neuere ,philosophie1 als eine erkenntnisstheoretische ,skepsis1 ist1 versteckt oder offen1 antichristlich3 obschon1 fr feinere ,ohren gesagt1 keineswegs antireligis4 ,ehemals nmlich glaubte man an die ,seele1 wie man an die ,grammatik und das grammatische ,subjekt glaubte3 man sagte1 ,ich ist ,bedingung1 denke ist ,prdikat und bedingt - ,denken ist eine ,thtigkeit1 zu der ein ,subjekt als ,ursache gedacht werden muss4 ,nun versuchte man1 mit einer bewunderungswrdigen ,zhigkeit und ,list1 ob man nicht aus diesem ,netze heraus knne1 - ob nicht vielleicht das ,umgekehrte wahr sei3 denke ,bedingung1 ,ich bedingt2 ,ich also erst eine ,synthese1 welche durch das ,denken selbst gemacht wird4 ,kant wollte im ,grunde beweisen1 dass vom ,subjekt aus das ,subjekt nicht bewiesen werden knne1 - das ,objekt auch nicht3 die ,mglichkeit einer ,scheinexistenz des ,subjekts1 also der ,seele1 mag ihm nicht immer fremd gewesen sein1 jener ,gedanke1 welcher als ,vedanta-,philosophie schon einmal und in ungeheurer ,macht auf ,erden dagewesen ist4 #ee4 ,es giebt eine grosse ,leiter der religisen ,grausamkeit1 mit vielen ,sprossen2 aber drei davon sind die wichtigsten4 ,einst opferte man seinem ,gotte ,menschen1 vielleicht gerade solche1 welche man am besten liebte1 - dahin gehren die ,erstlings-,opfer aller ,vorzeit-,religionen1 dahin auch das ,opfer des ,kaisers ,tiberius in der ,mithrasgrotte der ,insel ,capri1 jener schauerlichste aller rmischen ,anachronismen4 ,dann1 in der moralischen ,epoche der ,menschheit1 opferte man seinem ,gotte die strksten ,instinkte1 die man besass1 seine ,natur2 diese ,festfreude glnzt im grausamen ,blicke des ,asketen1 des begeisterten ,wider-,natrlichen4 ,endlich3 was blieb noch brig zu opfern8 ,musste man nicht endlich einmal alles ,trstliche1 ,heilige1 ,heilende1 alle ,hoffnung1 allen ,glauben an verborgene ,harmonie1 an zuknftige ,seligkeiten und ,gerechtigkeiten opfern8 musste man nicht ,gott selber opfern und1 aus ,grausamkeit gegen sich1 den ,stein1 die ,dummheit1 die ,schwere1 das ,schicksal1 das ,nichts anbeten8 ,fr das ,nichts ,gott opfern - dieses paradoxe ,mysterium der letzten ,grausamkeit blieb dem ,geschlechte1 welches jetzt eben herauf kommt1 aufgespart3 wir ,alle kennen schon etwas davon4 - #ef4 ,wer1 gleich mir1 mit irgend einer rthselhaften ,begierde sich lange darum bemht hat1 den ,pessimismus in die ,tiefe zu denken und aus der halb christlichen1 halb deutschen ,enge und ,einfalt zu erlsen1 mit der er sich diesem ,jahrhundert zuletzt dargestellt hat1 nmlich in ,gestalt der ,schopenhauerischen ,philosophie2 wer wirklich einmal mit einem asiatischen und berasiatischen ,auge in die weltverneinendste aller mglichen ,denkweisen hinein und hinunter geblickt hat - jenseits von ,gut und ,bse1 und nicht mehr1 wie ,buddha und ,schopenhauer1 im ,bann und ,wahne der ,moral -1 der hat vielleicht ebendamit1 ohne dass er es eigentlich wollte1 sich die ,augen fr das umgekehrte ,ideal aufgemacht3 fr das ,ideal des bermthigsten lebendigsten und weltbejahendsten ,menschen1 der sich nicht nur mit dem1 was war und ist1 abgefunden und vertragen gelernt hat1 sondern es1 so wie es war und ist1 wieder haben will1 in alle ,ewigkeit hinaus1 unersttlich da capo rufend1 nicht nur zu sich1 sondern zum ganzen ,stcke und ,schauspiele1 und nicht nur zu einem ,schauspiele1 sondern im ,grunde zu ,dem1 der gerade dies ,schauspiel nthig hat - und nthig macht3 weil er immer wieder sich nthig hat - und nthig macht - - ,wie8 ,und dies wre nicht - circulus vitiosus deus8 #eg4 ,mit der ,kraft seines geistigen ,blicks und ,einblicks wchst die ,ferne und gleichsam der ,raum um den ,menschen3 seine ,welt wird tiefer1 immer neue ,sterne1 immer neue ,rthsel und ,bilder kommen ihm in ,sicht4 ,vielleicht war ,alles1 woran das ,auge des ,geistes seinen ,scharfsinn und ,tiefsinn gebt hat1 eben nur ein ,anlass zu seiner bung1 eine ,sache des ,spiels1 ,etwas fr ,kinder und ,kindskpfe4 ,vielleicht erscheinen uns einst die feierlichsten ,begriffe1 um die am meisten gekmpft und gelitten worden ist1 die ,begriffe ,gott und ,snde1 nicht wichtiger1 als dem alten ,manne ein ,kinder-,spielzeug und ,kinder-,schmerz erscheint1 - und vielleicht hat dann der alte ,mensch wieder ein andres ,spielzeug und einen andren ,schmerz nthig1 - immer noch ,kinds genug1 ein ewiges ,kind6 #eh4 ,hat man wohl beachtet1 in wiefern zu einem eigentlich religisen ,leben 7und sowohl zu seiner mikroskopischen ,lieblings-,arbeit der ,selbstprfung1 als zu jener zarten ,gelassenheit1 welche sich ,gebet nennt und eine bestndige ,bereitschaft fr das ,kommen ,gottes ist7 der ussere ,mssiggang oder ,halb-,mssiggang noth thut1 ich meine der ,mssiggang mit gutem ,gewissen1 von ,alters her1 von ,geblt1 dem das ,aristokraten-,gefhl nicht ganz fremd ist1 dass ,arbeit schndet1 - nmlich ,seele und ,leib gemein macht8 ,und dass folglich die moderne1 lrmende1 ,zeit-auskaufende1 auf sich stolze1 dumm-stolze ,arbeitsamkeit1 mehr als alles brige1 gerade zum ,unglauben erzieht und vorbereitet8 ,unter ,denen1 welche zum ,beispiel jetzt in ,deutschland abseits von der ,religion leben1 finde ich ,menschen von vielerlei ,art und ,abkunft der ,freidenkerei1 vor ,allem aber eine ,mehrzahl solcher1 denen ,arbeitsamkeit1 von ,geschlecht zu ,geschlecht1 die religisen ,instinkte aufgelst hat3 so dass sie gar nicht mehr wissen1 wozu ,religionen ntze sind1 und nur mit einer ,art stumpfen ,erstaunens ihr ,vorhandensein in der ,welt gleichsam registriren4 ,sie fhlen sich schon reichlich in ,anspruch genommen1 diese braven ,leute1 sei es von ihren ,geschften1 sei es von ihren ,vergngungen1 gar nicht zu reden vom ,vaterlande und den ,zeitungen und den ,pflichten der ,familie3 es scheint1 dass sie gar keine ,zeit fr die ,religion brig haben1 zumal es ihnen unklar bleibt1 ob es sich dabei um ein neues ,geschft oder ein neues ,vergngen handelt1 - denn unmglich1 sagen sie sich1 geht man in die ,kirche1 rein um sich die gute ,laune zu verderben4 ,sie sind keine ,feinde der religisen ,gebruche2 verlangt man in gewissen ,fllen1 etwa von ,seiten des ,staates1 die ,betheiligung an solchen ,gebruchen1 so thun sie1 was man verlangt1 wie man so ,vieles thut -1 mit einem geduldigen und bescheidenen ,ernste und ohne viel ,neugierde und ,unbehagen3 - sie leben eben zu sehr abseits und ausserhalb1 um selbst nur ein ,fr und ,wider in solchen ,dingen bei sich nthig zu finden4 ,zu diesen ,gleichgltigen gehrt heute die berzahl der deutschen ,protestanten in den mittleren ,stnden1 sonderlich in den arbeitsamen grossen ,handels- und ,verkehrscentren2 ebenfalls die berzahl der arbeitsamen ,gelehrten und der ganze ,universitts-,zubehr 7die ,theologen ausgenommen1 deren ,dasein und ,mglichkeit daselbst dem ,psychologen immer mehr und immer feinere ,rthsel zu rathen giebt74 ,man macht sich selten von ,seiten frommer oder auch nur kirchlicher ,menschen eine ,vorstellung davon1 wieviel guter ,wille1 man knnte sagen1 willkrlicher ,wille jetzt dazu gehrt1 dass ein deutscher ,gelehrter das ,problem der ,religion ernst nimmt2 von seinem ganzen ,handwerk her 7und1 wie gesagt1 von der handwerkerhaften ,arbeitsamkeit her1 zu welcher ihn sein modernes ,gewissen verpflichtet7 neigt er zu einer berlegenen1 beinahe gtigen ,heiterkeit gegen die ,religion1 zu der sich bisweilen eine leichte ,geringschtzung mischt1 gerichtet gegen die ,unsauberkeit des ,geistes1 welche er berall dort voraussetzt1 wo man sich1 noch zur ,kirche bekennt4 ,es gelingt dem ,gelehrten erst mit ,hlfe der ,geschichte 7also nicht von seiner persnlichen ,erfahrung aus71 es gegenber den ,religionen zu einem ehrfurchtsvollen ,ernste und zu einer gewissen scheuen ,rcksicht zu bringen2 aber wenn er sein ,gefhl sogar bis zur ,dankbarkeit gegen sie gehoben hat1 so ist er mit seiner ,person auch noch keinen ,schritt weit dem1 was noch als ,kirche oder ,frmmigkeit besteht1 nher gekommen3 vielleicht umgekehrt4 ,die praktische ,gleichgltigkeit gegen religise ,dinge1 in welche hinein er geboren und erzogen ist1 pflegt sich bei ihm zur ,behutsamkeit und ,reinlichkeit zu sublimiren1 welche die ,berhrung mit religisen ,menschen und ,dingen scheut2 und es kann gerade die ,tiefe seiner ,toleranz und ,menschlichkeit sein1 die ihn vor dem feinen ,nothstande ausweichen heisst1 welchen das ,toleriren selbst mit sich bringt4 - ,jede ,zeit hat ihre eigene gttliche ,art von ,naivett1 um deren ,erfindung sie andre ,zeitalter beneiden drfen3 - und wie viel ,naivett1 verehrungswrdige1 kindliche und unbegrenzt tlpelhafte ,naivett liegt in diesem berlegenheits-,glauben des ,gelehrten1 im guten ,gewissen seiner ,toleranz1 in der ahnungslosen schlichten ,sicherheit1 mit der sein ,instinkt den religisen ,menschen als einen minderwerthigen und niedrigeren ,typus behandelt1 ber den er selbst hinaus1 hinweg1 hinauf gewachsen ist1 - er1 der kleine anmaassliche ,zwerg und ,pbelmann1 der fleissig-flinke ,kopf- und ,handarbeiter der ,ideen1 der modernen ,ideen6 #ei4 ,wer tief in die ,welt gesehen hat1 errth wohl1 welche ,weisheit darin liegt1 dass die ,menschen oberflchlich sind4 ,es ist ihr erhaltender ,instinkt1 der sie lehrt1 flchtig1 leicht und falsch zu sein4 ,man findet hier und da eine leidenschaftliche und bertreibende ,anbetung der reinen ,formen1 bei ,philosophen wie bei ,knstlern3 mge ,niemand zweifeln1 dass wer dergestalt den ,cultus der ,oberflche nthig hat1 irgend wann einmal einen unglckseligen ,griff unter sie gethan hat4 ,vielleicht giebt es sogar hinsichtlich dieser verbrannten ,kinder1 der geborenen ,knstler1 welche den ,genuss des ,lebens nur noch in der ,absicht finden1 sein ,bild zu flschen 7gleichsam in einer langwierigen ,rache am ,leben -71 auch noch eine ,ordnung des ,ranges3 man knnte den ,grad1 in dem ihnen das ,leben verleidet ist1 daraus abnehmen1 bis wie weit sie sein ,bild verflscht1 verdnnt1 verjenseitigt1 vergttlicht zu sehn wnschen1 - man knnte die homines religiosi mit unter die ,knstler rechnen1 als ihren hchsten ,rang4 ,es ist die tiefe argwhnische ,furcht vor einem unheilbaren ,pessimismus1 der ganze ,jahrtausende zwingt1 sich mit den ,zhnen in eine religise ,interpretation des ,daseins zu verbeissen3 die ,furcht jenes ,instinktes1 welcher ahnt1 dass man der ,wahrheit zu frh habhaft werden knnte1 ehe der ,mensch stark genug1 hart genug1 ,knstler genug geworden ist4444 ,die ,frmmigkeit1 das ,leben in ,gott1 mit diesem ,blicke betrachtet1 erschiene dabei als die feinste und letzte ,ausgeburt der ,furcht vor der ,wahrheit1 als ,knstler-,anbetung und -,trunkenheit vor der consequentesten aller ,flschungen1 als der ,wille zur ,umkehrung der ,wahrheit1 zur ,unwahrheit um jeden ,preis4 ,vielleicht1 dass es bis jetzt kein strkeres ,mittel gab1 den ,menschen selbst zu verschnern1 als eben ,frmmigkeit3 durch sie kann der ,mensch so sehr ,kunst1 ,oberflche1 ,farbenspiel1 ,gte werden1 dass man an seinem ,anblicke nicht mehr leidet4 - #fj4 ,den ,menschen zu lieben um ,gottes ,willen - das war bis jetzt das vornehmste und entlegenste ,gefhl1 das unter ,menschen erreicht worden ist4 ,dass die ,liebe zum ,menschen ohne irgendeine heiligende ,hinterabsicht eine ,dummheit und ,thierheit mehr ist1 dass der ,hang zu dieser ,menschenliebe erst von einem hheren ,hange sein ,maass1 seine ,feinheit1 sein ,krnchen ,salz und ,stubchen ,ambra zu bekommen hat3 - welcher ,mensch es auch war1 der dies zuerst empfunden und erlebt hat1 wie sehr auch seine ,zunge gestolpert haben mag1 als sie versuchte1 solch eine ,zartheit auszudrcken1 er bleibe uns in alle ,zeiten heilig und verehrenswerth1 als der ,mensch1 der am hchsten bisher geflogen und am schnsten sich verirrt hat6 #fa4 ,der ,philosoph1 wie wir ihn verstehen1 wir freien ,geister als der ,mensch der umfnglichsten ,verantwortlichkeit1 der das ,gewissen fr die ,gesammt-,entwicklung des ,menschen hat3 dieser ,philosoph wird sich der ,religionen zu seinem ,zchtungs- und ,erziehungswerke bedienen1 wie er sich der jeweiligen politischen und wirthschaftlichen ,zustnde bedienen wird4 ,der auslesende1 zchtende1 das heisst immer ebensowohl der zerstrende als der schpferische und gestaltende ,einfluss1 welcher mit ,hlfe der ,religionen ausgebt werden kann1 ist je nach der ,art ,menschen1 die unter ihren ,bann und ,schutz gestellt werden1 ein vielfacher und verschiedener4 ,fr die ,starken1 ,unabhngigen1 zum ,befehlen1 ,vorbereiteten und ,vorbestimmten1 in denen die ,vernunft und ,kunst einer regierenden ,rasse leibhaft wird1 ist1 ,religion ein ,mittelmehr1 um ,widerstnde zu berwinden1 um herrschen zu knnen3 als ein ,band1 das ,herrscher und ,unterthanen gemeinsam bindet und die ,gewissen der ,letzteren1 ihr ,verborgenes und ,innerlichstes1 das sich gerne dem ,gehorsam entziehen mchte1 den ,ersteren verrth und berantwortet2 und falls einzelne ,naturen einer solchen vornehmen ,herkunft1 durch hohe ,geistigkeit1 einem abgezogeneren und beschaulicheren ,leben sich zuneigen und nur die feinste ,artung des ,herrschens 7ber ausgesuchte ,jnger oder ,ordensbrder7 sich vorbehalten1 so kann ,religion selbst als ,mittel benutzt werden1 sich ,ruhe vor dem ,lrm und der ,mhsal des grberen ,regierens und ,reinheit vor dem nothwendigen ,schmutz alles ,politik-,machens zu schaffen4 ,so verstanden es zum ,beispiel die ,brahmanen3 mit ,hlfe einer religisen ,organisation gaben sie sich die ,macht1 dem ,volke seine ,knige zu ernennen1 whrend sie sich selber abseits und ausserhalb hielten und fhlten1 als die ,menschen hherer und berkniglicher ,aufgaben4 ,inzwischen giebt die ,religion auch einem ,theile der ,beherrschten ,anleitung und ,gelegenheit1 sich auf einstmaliges ,herrschen und ,befehlen vorzubereiten1 jenen langsam heraufkommenden ,klassen und ,stnden nmlich1 in denen1 durch glckliche ,ehesitten1 die ,kraft und ,lust des ,willens1 der ,wille zur ,selbstbeherrschung1 immer im ,steigen ist3 - ihnen bietet die ,religion ,anstsse und ,versuchungen genug1 die ,wege zur hheren ,geistigkeit zu gehen1 die ,gefhle der grossen ,selbstberwindung1 des ,schweigens und der ,einsamkeit zu erproben3 - ,asketismus und ,puritanismus sind fast unentbehrliche ,erziehungs- und ,veredelungsmittel1 wenn eine ,rasse ber ihre ,herkunft aus dem ,pbel ,herr werden will und sich zur einstmaligen ,herrschaft emporarbeitet4 ,den gewhnlichen ,menschen endlich1 den ,allermeisten1 welche zum ,dienen und zum allgemeinen ,nutzen da sind und nur insofern dasein drfen1 giebt die ,religion eine unschtzbare ,gengsamkeit mit ihrer ,lage und ,art1 vielfachen ,frieden des ,herzens1 eine ,veredelung des ,gehorsams1 ein ,glck und ,leid mehr mit ,ihres-,gleichen und ,etwas von ,verklrung und ,verschnerung1 ,etwas von ,rechtfertigung des ganzen ,alltags1 der ganzen ,niedrigkeit1 der ganzen ,halbthier-,armuth ihrer ,seele4 ,religion und religise ,bedeutsamkeit des ,lebens legt ,sonnenglanz auf solche immer geplagte ,menschen und macht ihnen selbst den eigenen ,anblick ertrglich1 sie wirkt1 wie eine epikurische ,philosophie auf ,leidende hheren ,ranges zu wirken pflegt1 erquickend1 verfeinernd1 das ,leiden gleichsam ausntzend1 zuletzt gar heiligend und rechtfertigend4 ,vielleicht ist am ,christenthum und ,buddhismus nichts so ehrwrdig als ihre ,kunst1 noch den ,niedrigsten anzulehren1 sich durch ,frmmigkeit in eine hhere ,schein-,ordnung der ,dinge zu stellen und damit das ,gengen an der wirklichen ,ordnung1 innerhalb deren sie hart genug leben1 - und gerade diese ,hrte thut ,noth6 - bei sich festzuhalten4 #fb4 ,zuletzt freilich1 um solchen ,religionen auch die schlimme ,gegenrechnung zu machen und ihre unheimliche ,gefhrlichkeit an's ,licht zu stellen3 - es bezahlt sich immer theuer und frchterlich1 wenn ,religionen nicht als ,zchtungs- und ,erziehungsmittel in der ,hand des ,philosophen1 sondern von sich aus und souvern walten1 wenn sie selber letzte ,zwecke und nicht ,mittel neben anderen ,mitteln sein wollen4 ,es giebt bei dem ,menschen wie bei jeder anderen ,thierart einen berschuss von ,missrathenen1 ,kranken1 ,entartenden1 ,gebrechlichen1 nothwendig ,leidenden2 die gelungenen ,flle sind auch beim ,menschen immer die ,ausnahme und sogar in ,hinsicht darauf1 dass der ,mensch das noch nicht festgestellte ,thier ist1 die sprliche ,ausnahme4 ,aber noch schlimmer3 je hher geartet der ,typus eines ,menschen ist1 der durch ihn dargestellt wird1 um so mehr steigt noch die ,unwahrscheinlichkeit1 dass er gerth3 das ,zufllige1 das ,gesetz des ,unsinns im gesammten ,haushalte der ,menschheit zeigt sich am erschrecklichsten in seiner zerstrerischen ,wirkung auf die hheren ,menschen1 deren ,lebensbedingungen fein1 vielfach und schwer auszurechnen sind4 ,wie verhalten sich nun die genannten beiden grssten ,religionen zu diesem berschuss der misslungenen ,flle8 ,sie suchen zu erhalten1 im ,leben festzuhalten1 was sich nur irgend halten lsst1 ja sie nehmen grundstzlich fr sie ,partei1 als ,religionen fr ,leidende1 sie geben allen ,denen ,recht1 welche am ,leben wie an einer ,krankheit leiden1 und mchten es durchsetzen1 dass jede andre ,empfindung des ,lebens als falsch gelte und unmglich werde4 ,mchte man diese schonende und erhaltende ,frsorge1 insofern sie neben allen anderen auch dem hchsten1 bisher fast immer auch leidendsten ,typus des ,menschen gilt und galt1 noch so hoch anschlagen3 in der ,gesammt-,abrechnung gehren die bisherigen1 nmlich souvernen ,religionen zu den ,hauptursachen1 welche den ,typus ,mensch auf einer niedrigeren ,stufe festhielten1 - sie erhielten zu viel von dem1 was zu ,grunde gehn sollte4 ,man hat ihnen ,unschtzbares zu danken2 und wer ist reich genug an ,dankbarkeit1 um nicht vor alle dem arm zu werden1 was zum ,beispiel die geistlichen ,menschen des ,christenthums bisher fr ,europa gethan haben6 ,und doch1 wenn sie den ,leidenden ,trost1 den ,unterdrckten und ,verzweifelnden ,muth1 den ,unselbstndigen einen ,stab und ,halt gaben und die ,innerlich-,zerstrten und ,wild-,gewordenen von der ,gesellschaft weg in ,klster und seelische ,zuchthuser lockten3 was mussten sie ausserdem thun1 um mit gutem ,gewissen dergestalt grundstzlich an der ,erhaltung alles ,kranken und ,leidenden1 das heisst in ,that und ,wahrheit an der ,verschlechterung der europischen ,rasse zu arbeiten8 ,alle ,werthschtzungen auf den ,kopf stellen - das mussten sie6 ,und die ,starken zerbrechen1 die grossen ,hoffnungen ankrnkeln1 das ,glck in der ,schnheit verdchtigen1 alles ,selbstherrliche1 ,mnnliche1 ,erobernde1 ,herrschschtige1 alle ,instinkte1 welche dem hchsten und wohlgerathensten ,typus ,mensch zu eigen sind1 in ,unsicherheit1 ,gewissens-,noth1 ,selbstzerstrung umknicken1 ja die ganze ,liebe zum ,irdischen und zur ,herrschaft ber die ,erde in ,hass gegen die ,erde und das ,irdische verkehren - das stellte sich die ,kirche zur ,aufgabe und musste es sich stellen1 bis fr ihre ,schtzung endlich ,entweltlichung1 ,entsinnlichung und hherer ,mensch in ,ein ,gefhl zusammenschmolzen4 ,gesetzt1 dass man mit dem spttischen und unbetheiligten ,auge eines epikurischen ,gottes die wunderlich schmerzliche und ebenso grobe wie feine ,komdie des europischen ,christenthums zu berschauen vermchte1 ich glaube1 man fnde kein ,ende mehr zu staunen und zu lachen3 scheint es denn nicht1 dass ,ein ,wille ber ,europa durch achtzehn ,jahrhunderte geherrscht hat1 aus dem ,menschen eine sublime ,missgeburt zu machen8 ,wer aber mit umgekehrten ,bedrfnissen1 nicht epikurisch mehr1 sondern mit irgend einem gttlichen ,hammer in der ,hand auf diese fast willkrliche ,entartung und ,verkmmerung des ,menschen zutrte1 wie sie der christliche ,europer ist 7,pascal zum ,beispiel71 msste er da nicht mit ,grimm1 mit ,mitleid1 mit ,entsetzen schreien3 ,oh ihr ,tlpel1 ihr anmaassenden mitleidigen ,tlpel1 was habt ihr da gemacht6 ,war das eine ,arbeit fr eure ,hnde6 ,wie habt ihr mir meinen schnsten ,stein verhauen und verhunzt6 ,was nahmt ihr euch heraus6 - ,ich wollte sagen3 das ,christenthum war bisher die verhngnissvollste ,art von ,selbst-berhebung4 ,menschen1 nicht hoch und hart genug1 um am ,menschen als ,knstler gestalten zu drfen2 ,menschen1 nicht stark und fernsichtig genug1 um1 mit einer erhabenen ,selbst-,bezwingung1 das ,vordergrund-,gesetz des tausendfltigen ,missrathens und ,zugrundegehns walten zu lassen2 ,menschen1 nicht vornehm genug1 um die abgrndlich verschiedene ,rangordnung und ,rangkluft zwischen ,mensch und ,mensch zu sehen3 - solche ,menschen haben1 mit ihrem ,gleich vor ,gott1 bisher ber dem ,schicksale ,europa's gewaltet1 bis endlich eine verkleinerte1 fast lcherliche ,art1 ein ,heerdenthier1 etwas ,gutwilliges1 ,krnkliches und ,mittelmssiges1 herangezchtet ist1 der heutige ,europer4444 ,viertes ,hauptstck3 ,sprche und ,zwischenspiele4 #fc4 ,wer von ,grund aus ,lehrer ist1 nimmt alle ,dinge nur in ,bezug auf seine ,schler ernst1 - sogar sich selbst4 #fd4 ,die ,erkenntniss um ihrer selbst willen - das ist der letzte ,fallstrick1 den die ,moral legt3 damit verwickelt man sich noch einmal vllig in sie4 #fe4 ,der ,reiz der ,erkenntniss wre gering1 wenn nicht auf dem ,wege zu ihr so viel ,scham zu berwinden wre4 #fe a4 ,man ist am unehrlichsten gegen seinen ,gott3 er darf nicht sndigen6 #ff4 ,die ,neigung1 sich herabzusetzen1 sich bestehlen1 belgen und ausbeuten zu lassen1 knnte die ,scham eines ,gottes unter ,menschen sein4 #fg4 ,die ,liebe zu ,einem ist eine ,barbarei3 denn sie wird auf ,unkosten aller brigen ausgebt4 ,auch die ,liebe zu ,gott4 #fh4 ,das habe ich gethan sagt mein ,gedchtniss4 ,das kann ich nicht gethan haben - sagt mein ,stolz und bleibt unerbittlich4 ,endlich - giebt das ,gedchtniss nach4 #fi4 ,man hat schlecht dem ,leben zugeschaut1 wenn man nicht auch die ,hand gesehn hat1 die auf eine schonende ,weise - tdtet4 #gj4 ,hat man ,charakter1 so hat man auch sein typisches ,erlebniss1 das immer wiederkommt4 #ga4 ,der ,weise als ,astronom4 - ,so lange du noch die ,sterne fhlst als ein ber-dir1 fehlt dir noch der ,blick des ,erkennenden4 #gb4 ,nicht die ,strke1 sondern die ,dauer der hohen ,empfindung macht die hohen ,menschen4 #gc4 ,wer sein ,ideal erreicht1 kommt eben damit ber dasselbe hinaus4 #gc a4 ,mancher ,pfau verdeckt vor ,aller ,augen seinen ,pfauenschweif - und heisst es seinen ,stolz4 #gd4 ,ein ,mensch mit ,genie ist unausstehlich1 wenn er nicht mindestens noch zweierlei dazu besitzt3 ,dankbarkeit und ,reinlichkeit4 #ge4 ,grad und ,art der ,geschlechtlichkeit eines ,menschen reicht bis in den letzten ,gipfel seines ,geistes hinauf4 #gf4 ,unter friedlichen ,umstnden fllt der kriegerische ,mensch ber sich selber her4 #gg4 ,mit seinen ,grundstzen will man seine ,gewohnheiten tyrannisiren oder rechtfertigen oder ehren oder beschimpfen oder verbergen3 - zwei ,menschen mit gleichen ,grundstzen wollen damit wahrscheinlich noch etwas ,grund-,verschiedenes4 #gh4 ,wer sich selbst verachtet1 achtet sich doch immer noch dabei als ,verchter4 #gi4 ,eine ,seele1 die sich geliebt weiss1 aber selbst nicht liebt1 verrth ihren ,bodensatz3 - ihr ,unterstes kommt herauf4 #hj4 ,eine ,sache1 die sich aufklrt1 hrt auf1 uns etwas anzugehn4 - ,was meinte jener ,gott1 welcher anrieth3 erkenne dich selbst6 ,hiess es vielleicht3 hre auf1 dich etwas anzugehn6 werde objektiv6 - ,und ,sokrates8 - ,und der wissenschaftliche ,mensch8 - #ha4 ,es ist furchtbar1 im ,meere vor ,durst zu sterben4 ,msst ihr denn gleich eure ,wahrheit so salzen1 dass sie nicht einmal mehr - den ,durst lscht8 #hb4 ,mitleiden mit ,allen - wre ,hrte und ,tyrannei mit dir1 mein ,herr ,nachbar6 - #hc4 ,der ,instinkt4 - ,wenn das ,haus brennt1 vergisst man sogar das ,mittagsessen4 - ,ja3 aber man holt es auf der ,asche nach4 #hd4 ,das ,weib lernt hassen1 in dem ,maasse1 in dem es zu bezaubern - verlernt4 #he4 ,die gleichen ,affekte sind bei ,mann und ,weib doch im ,tempo verschieden3 deshalb hren ,mann und ,weib nicht auf1 sich misszuverstehn4 #hf4 ,die ,weiber selber haben im ,hintergrunde aller persnlichen ,eitelkeit immer noch ihre unpersnliche ,verachtung - fr das ,weib4 #hg4 ,gebunden ,herz1 freier ,geist4 - ,wenn man sein ,herz hart bindet und gefangen legt1 kann man seinem ,geist viele ,freiheiten geben3 ich sagte das schon ,ein ,mal4 ,aber man glaubt mir's nicht1 gesetzt1 dass man's nicht schon weiss44444 #hh4 ,sehr klugen ,personen fngt man an zu misstrauen1 wenn sie verlegen werden4 #hi4 ,frchterliche ,erlebnisse geben zu rathen1 ob ,der1 welcher sie erlebt1 nicht etwas ,frchterliches ist4 #ij4 ,schwere1 ,schwermthige ,menschen werden gerade durch das1 was ,andre schwer macht1 durch ,hass und ,liebe1 leichter und kommen zeitweilig an ihre ,oberflche4 #ia4 ,so kalt1 so eisig1 dass man sich an ihm die ,finger verbrennt6 ,jede ,hand erschrickt1 die ihn anfasst6 - ,und gerade darum halten ,manche ihn fr glhend4 #ib4 ,wer hat nicht fr seinen guten ,ruf schon einmal - sich selbst geopfert8 - #ic4 ,in der ,leutseligkeit ist ,nichts von ,menschenhass1 aber eben darum allzuviel von ,menschenverachtung4 #id4 ,reife des ,mannes3 das heisst den ,ernst wiedergefunden haben1 den man als ,kind hatte1 beim ,spiel4 #ie4 ,sich seiner ,unmoralitt schmen3 das ist eine ,stufe auf der ,treppe1 an deren ,ende man sich auch seiner ,moralitt schmt4 #if4 ,man soll vom ,leben scheiden wie ,odysseus von ,nausikaa schied1 - mehr segnend als verliebt4 #ig4 ,wie8 ,ein grosser ,mann8 ,ich sehe immer nur den ,schauspieler seines eignen ,ideals4 #ih4 ,wenn man sein ,gewissen dressirt1 so ksst es uns zugleich1 indem es beisst4 #ii4 ,der ,enttuschte spricht4 - ,ich horchte auf ,widerhall1 und ich hrte nur ,lob - #ajj4 ,vor uns selbst stellen wir uns ,alle einfltiger als wir sind3 wir ruhen uns so von unsern ,mitmenschen aus4 #aja4 ,heute mchte sich ein ,erkennender leicht als ,thierwerdung ,gottes fhlen4 #ajb4 ,gegenliebe entdecken sollte eigentlich den ,liebenden ber das geliebte ,wesen ernchtern4 ,wie8 es ist bescheiden genug1 sogar dich zu lieben8 ,oder dumm genug8 ,oder - oder - #ajc4 ,die ,gefahr im ,glcke4 - ,nun gereicht mir ,alles zum ,besten1 nunmehr liebe ich jedes ,schicksal3 - wer hat ,lust1 mein ,schicksal zu sein8 #ajd4 ,nicht ihre ,menschenliebe1 sondern die ,ohnmacht ihrer ,menschenliebe hindert die ,christen von heute1 uns - zu verbrennen4 #aje4 ,dem freien ,geiste1 dem ,frommen der ,erkenntniss - geht die pia fraus noch mehr wider den ,geschmack 7wider seine ,frmmigkeit7 als die impia fraus4 ,daher sein tiefer ,unverstand gegen die ,kirche1 wie er zum ,typus freier ,geist gehrt1 - als seine ,unfreiheit4 #ajf4 ,vermge der ,musik geniessen sich die ,leidenschaften selbst4 #ajg4 ,wenn der ,entschluss einmal gefasst ist1 das ,ohr auch fr den besten ,gegengrund zu schliessen3 ,zeichen des starken ,charakters4 ,also ein gelegentlicher ,wille zur ,dummheit4 #ajh4 ,es giebt gar keine moralischen ,phnomene1 sondern nur eine moralische ,ausdeutung von ,phnomenen44444 #aji4 ,der ,verbrecher ist hufig genug seiner ,that nicht gewachsen3 er verkleinert und verleumdet sie4 #aaj4 ,die ,advokaten eines ,verbrechers sind selten ,artisten genug1 um das schne ,schreckliche der ,that zu ,gunsten ihres ,thters zu wenden4 #aaa4 ,unsre ,eitelkeit ist gerade dann am schwersten zu verletzen1 wenn eben unser ,stolz verletzt wurde4 #aab4 ,wer sich zum ,schauen und nicht zum ,glauben vorherbestimmt fhlt1 dem sind alle ,glubigen zu lrmend und zudringlich3 er erwehrt sich ihrer4 #aac4 ,du willst ihn fr dich einnehmen8 ,so stelle dich vor ihm verlegen - #aad4 ,die ungeheure ,erwartung in ,betreff der ,geschlechtsliebe1 und die ,scham in dieser ,erwartung1 verdirbt den ,frauen von vornherein alle ,perspektiven4 #aae4 ,wo nicht ,liebe oder ,hass mitspielt1 spielt das ,weib mittelmssig4 #aaf4 ,die grossen ,epochen unsres ,lebens liegen dort1 wo wir den ,muth gewinnen1 unser ,bses als unser ,bestes umzutaufen4 #aag4 ,der ,wille1 einen ,affekt zu berwinden1 ist zuletzt doch nur der ,wille eines anderen oder mehrer anderer ,affekte4 #aah4 ,es giebt eine ,unschuld der ,bewunderung3 ,der hat sie1 dem es noch nicht in den ,sinn gekommen ist1 auch er knne einmal bewundert werden4 #aai4 ,der ,ekel vor dem ,schmutze kann so gross sein1 dass er uns hindert1 uns zu reinigen1 - uns zu rechtfertigen4 #abj4 ,die ,sinnlichkeit bereilt oft das ,wachsthum der ,liebe1 so dass die ,wurzel schwach bleibt und leicht auszureissen ist4 #aba4 ,es ist eine ,feinheit1 dass ,gott griechisch lernte1 als er ,schriftsteller werden wollte - und dass er es nicht besser lernte4 #abb4 ,sich ber ein ,lob freuen ist bei ,manchem nur eine ,hflichkeit des ,herzens - und gerade das ,gegenstck einer ,eitelkeit des ,geistes4 #abc4 ,auch das ,concubinat ist corrumpirt worden3 - durch die ,ehe4 #abd4 ,wer auf dem ,scheiterhaufen noch frohlockt1 triumphirt nicht ber den ,schmerz1 sondern darber1 keinen ,schmerz zu fhlen1 wo er ihn erwartete4 ,ein ,gleichniss4 #abe4 ,wenn wir ber ,jemanden umlernen mssen1 so rechnen wir ihm die ,unbequemlichkeit hart an1 die er uns damit macht4 #abf4 ,ein ,volk ist der ,umschweif der ,natur1 um zu sechs1 sieben grossen ,mnnern zu kommen4 - ,ja3 und um dann um sie herum zu kommen4 #abg4 ,allen rechten ,frauen geht ,wissenschaft wider die ,scham4 ,es ist ihnen dabei zu ,muthe1 als ob man damit ihnen unter die ,haut1 - schlimmer noch6 unter ,kleid und ,putz gucken wolle4 #abh4 ,je abstrakter die ,wahrheit ist1 die du lehren willst1 um so mehr musst du noch die ,sinne zu ihr verfhren4 #abi4 ,der ,teufel hat die weitesten ,perspektiven fr ,gott1 deshalb hlt er sich von ihm so fern3 - der ,teufel nmlich als der lteste ,freund der ,erkenntniss4 #acj4 ,was jemand ist1 fngt an1 sich zu verrathen1 wenn sein ,talent nachlsst1 - wenn er aufhrt1 zu zeigen1 was er kann4 ,das ,talent ist auch ein ,putz2 ein ,putz ist auch ein ,versteck4 #aca4 ,die ,geschlechter tuschen sich ber einander3 das macht1 sie ehren und lieben im ,grunde nur sich selbst 7oder ihr eigenes ideal1 um es geflliger auszudrcken -74 ,so will der ,mann das ,weib friedlich1 - aber gerade das ,weib ist wesentlich unfriedlich1 gleich der ,katze1 so gut es sich auch auf den ,anschein des ,friedens eingebt hat4 #acb4 ,man wird am besten fr seine ,tugenden bestraft4 #acc4 ,wer den ,weg zu seinem ,ideale nicht zu finden weiss1 lebt leichtsinniger und frecher1 als der ,mensch ohne ,ideal4 #acd4 ,von den ,sinnen her kommt erst alle ,glaubwrdigkeit1 alles gute ,gewissen1 aller ,augenschein der ,wahrheit4 #ace4 ,der ,pharisismus ist nicht eine ,entartung am guten ,menschen3 ein gutes ,stck davon ist vielmehr die ,bedingung von allem ,gut-sein4 #acf4 ,der ,eine sucht einen ,geburtshelfer fr seine ,gedanken1 der ,andre ,einen1 dem er helfen kann3 so entsteht ein gutes ,gesprch4 #acg4 ,im ,verkehre mit ,gelehrten und ,knstlern verrechnet man sich leicht in umgekehrter ,richtung3 man findet hinter einem merkwrdigen ,gelehrten nicht selten einen mittelmssigen ,menschen1 und hinter einem mittelmssigen ,knstler sogar oft - einen sehr merkwrdigen ,menschen4 #ach4 ,wir machen es auch im ,wachen wie im ,traume3 wir erfinden und erdichten erst den ,menschen1 mit dem wir verkehren - und vergessen es sofort4 #aci4 ,in der ,rache und in der ,liebe ist das ,weib barbarischer1 als der ,mann4 #adj4 ,rath als ,rthsel4 - ,soll das ,band nicht reissen1 - musst du erst drauf beissen4 #ada4 ,der ,unterleib ist der ,grund dafr1 dass der ,mensch sich nicht so leicht fr einen ,gott hlt4 #adb4 ,das zchtigste ,wort1 das ich gehrt habe3 ,dans le vritable amour c'est l'me1 qui enveloppe le corps4 #adc4 ,was wir am besten thun1 von dem mchte unsre ,eitelkeit1 dass es grade als ,das gelte1 was uns am schwersten werde4 ,zum ,ursprung mancher ,moral4 #add4 ,wenn ein ,weib gelehrte ,neigungen hat1 so ist gewhnlich ,etwas an ihrer ,geschlechtlichkeit nicht in ,ordnung4 ,schon ,unfruchtbarkeit disponirt zu einer gewissen ,mnnlichkeit des ,geschmacks2 der ,mann ist nmlich1 mit ,verlaub1 das unfruchtbare ,thier4 #ade4 ,mann und ,weib im ,ganzen verglichen1 darf man sagen3 das ,weib htte nicht das ,genie des ,putzes1 wenn es nicht den ,instinkt der zweiten ,rolle htte4 #adf4 ,wer mit ,ungeheuern kmpft1 mag zusehn1 dass er nicht dabei zum ,ungeheuer wird4 ,und wenn du lange in einen ,abgrund blickst1 blickt der ,abgrund auch in dich hinein4 #adg4 ,aus alten florentinischen ,novellen1 berdies - aus dem ,leben3 buona femmina e mala femmina vuol bastone4 ,sacchetti ,nov4 #hf4 #adh4 ,den ,nchsten zu einer guten ,meinung verfhren und hinterdrein an diese ,meinung des ,nchsten glubig glauben3 wer thut es in diesem ,kunststck den ,weibern gleich8 - #adi4 ,was eine ,zeit als bse empfindet1 ist gewhnlich ein unzeitgemsser ,nachschlag dessen1 was ehemals als gut empfunden wurde1 - der ,atavismus eines lteren ,ideals4 #aej4 ,um den ,helden herum wird ,alles zur ,tragdie1 um den ,halbgott herum ,alles zum ,satyrspiel2 und um ,gott herum wird ,alles - wie8 vielleicht zur ,welt8 - #aea4 ,ein ,talent haben ist nicht genug3 man muss auch eure ,erlaubniss dazu haben1 - wie8 meine ,freunde8 #aeb4 ,wo der ,baum der ,erkenntniss steht1 ist immer das ,paradies3 so reden die ltesten und die jngsten ,schlangen4 #aec4 ,was aus ,liebe gethan wird1 geschieht immer jenseits von ,gut und ,bse4 #aed4 ,der ,einwand1 der ,seitensprung1 das frhliche ,misstrauen1 die ,spottlust sind ,anzeichen der ,gesundheit3 alles ,unbedingte gehrt in die ,pathologie4 #aee4 ,der ,sinn fr das ,tragische nimmt mit der ,sinnlichkeit ab und zu4 #aef4 ,der ,irrsinn ist bei ,einzelnen etwas ,seltenes1 - aber bei ,gruppen1 ,parteien1 ,vlkern1 ,zeiten die ,regel4 #aeg4 ,der ,gedanke an den ,selbstmord ist ein starkes ,trostmittel3 mit ihm kommt man gut ber manche bse ,nacht hinweg4 #aeh4 ,unserm strksten ,triebe1 dem ,tyrannen in uns1 unterwirft sich nicht nur unsre ,vernunft1 sondern auch unser ,gewissen4 #aei4 ,man muss vergelten1 ,gutes und ,schlimmes3 aber warum gerade an der ,person1 die uns ,gutes oder ,schlimmes that8 #afj4 ,man liebt seine ,erkenntniss nicht genug mehr1 sobald man sie mittheilt4 #afa4 ,die ,dichter sind gegen ihre ,erlebnisse schamlos3 sie beuten sie aus4 #afb4 ,unser ,nchster ist nicht unser ,nachbar1 sondern dessen ,nachbar - so denkt jedes ,volk4 #afc4 ,die ,liebe bringt die hohen und verborgenen ,eigenschaften eines ,liebenden an's ,licht1 - sein ,seltenes1 ,ausnahmsweises3 insofern tuscht sie leicht ber ,das1 was ,regel an ihm ist4 #afd4 ,jesus sagte zu seinen ,juden3 das ,gesetz war fr ,knechte1 - liebt ,gott1 wie ich ihn liebe1 als sein ,sohn6 ,was geht uns ,shne ,gottes die ,moral an6 - #afe4 ,angesichts jeder ,partei4 - ,ein ,hirt hat immer auch noch einen ,leithammel nthig1 - oder er muss selbst gelegentlich ,hammel sein4 #aff4 ,man lgt wohl mit dem ,munde2 aber mit dem ,maule1 das man dabei macht1 sagt man doch noch die ,wahrheit4 #afg4 ,bei harten ,menschen ist die ,innigkeit eine ,sache der ,scham - und etwas ,kostbares4 #afh4 ,das ,christenthum gab dem ,eros ,gift zu trinken3 - er starb zwar nicht daran1 aber entartete1 zum ,laster4 #afi4 ,viel von sich reden kann auch ein ,mittel sein1 sich zu verbergen4 #agj4 ,im ,lobe ist mehr ,zudringlichkeit1 als im ,tadel4 #aga4 ,mitleiden wirkt an einem ,menschen der ,erkenntniss beinahe zum ,lachen1 wie zarte ,hnde an einem ,cyklopen4 #agb4 ,man umarmt aus ,menschenliebe bisweilen einen ,beliebigen 7weil man nicht ,alle umarmen kann73 aber gerade ,das darf man dem ,beliebigen nicht verrathen44444 #agc4 ,man hasst nicht1 so lange man noch gering schtzt1 sondern erst1 wenn man gleich oder hher schtzt4 #agd4 ,ihr ,utilitarier1 auch ihr liebt alles utile nur als ein ,fuhrwerk eurer ,neigungen1 - auch ihr findet eigentlich den ,lrm seiner ,rder unausstehlich8 #age4 ,man liebt zuletzt seine ,begierde1 und nicht das ,begehrte4 #agf4 ,die ,eitelkeit ,andrer geht uns nur dann wider den ,geschmack1 wenn sie wider unsre ,eitelkeit geht4 #agg4 ,ober ,das1 was ,wahrhaftigkeit ist1 war vielleicht noch ,niemand wahrhaftig genug4 #agh4 ,klugen ,menschen glaubt man ihre ,thorheiten nicht3 welche ,einbusse an ,menschenrechten6 #agi4 ,die ,folgen unsrer ,handlungen fassen uns am ,schopfe1 sehr gleichgltig dagegen1 dass wir uns inzwischen gebessert haben4 #ahj4 ,es giebt eine ,unschuld in der ,lge1 welche das ,zeichen des guten ,glaubens an eine ,sache ist4 #aha4 ,es ist unmenschlich1 da zu segnen1 wo ,einem geflucht wird4 #ahb4 ,die ,vertraulichkeit des berlegenen erbittert1 weil sie nicht zurckgegeben werden darf4 - #ahc4 ,nicht dass du mich belogst1 sondern dass ich dir nicht mehr glaube1 hat mich erschttert4 - #ahd4 ,es giebt einen bermuth der ,gte1 welcher sich wie ,bosheit ausnimmt4 #ahe4 ,er missfllt mir4 - ,warum8 - ,ich bin ihm nicht gewachsen4 - ,hat je ein ,mensch so geantwortet8 ,fnftes ,hauptstck3 ,zur ,naturgeschichte der ,moral4 #ahf4 ,die moralische ,empfindung ist jetzt in ,europa ebenso fein1 spt1 vielfach1 reizbar1 raffinirt1 als die dazu gehrige ,wissenschaft der ,moral noch jung1 anfngerhaft1 plump und grobfingrig ist3 - ein anziehender ,gegensatz1 der bisweilen in der ,person eines ,moralisten selbst sichtbar und leibhaft wird4 ,schon das ,wort ,wissenschaft der ,moral ist in ,hinsicht auf ,das1 was damit bezeichnet wird1 viel zu hochmthig und wider den guten ,geschmack3 welcher immer ein ,vorgeschmack fr die bescheideneren ,worte zu sein pflegt4 ,man sollte1 in aller ,strenge1 sich eingestehn1 was hier auf lange hinaus noch noth thut1 was vorlufig allein ,recht hat3 nmlich ,sammlung des ,materials1 begriffliche ,fassung und ,zusammenordnung eines ungeheuren ,reichs zarter ,werthgefhle und ,werthunterschiede1 welche leben1 wachsen1 zeugen und zu ,grunde gehn1 - und1 vielleicht1 ,versuche1 die wiederkehrenden und hufigeren ,gestaltungen dieser lebenden ,krystallisation anschaulich zu machen1 - als ,vorbereitung zu einer ,typenlehre der ,moral4 ,freilich3 man war bisher nicht so bescheiden4 ,die ,philosophen allesammt forderten1 mit einem steifen ,ernste1 der lachen macht1 von sich etwas sehr viel ,hheres1 ,anspruchsvolleres1 ,feierlicheres1 sobald sie sich mit der ,moral als ,wissenschaft befassten3 sie wollten die ,begrndung der ,moral1 - und jeder ,philosoph hat bisher geglaubt1 die ,moral begrndet zu haben2 die ,moral selbst aber galt als gegeben4 ,wie ferne lag ihrem plumpen ,stolze jene unscheinbar dnkende und in ,staub und ,moder belassene ,aufgabe einer ,beschreibung1 obwohl fr sie kaum die feinsten ,hnde und ,sinne fein genug sein knnten6 ,gerade dadurch1 dass die ,moral-,philosophen die moralischen facta nur grblich1 in einem willkrlichen ,auszuge oder als zufllige ,abkrzung kannten1 etwa als ,moralitt ihrer ,umgebung1 ihres ,standes1 ihrer ,kirche1 ihres ,zeitgeistes1 ihres ,klima's und ,erdstriches1 - gerade dadurch1 dass sie in ,hinsicht auf ,vlker1 ,zeiten1 ,vergangenheiten schlecht unterrichtet und selbst wenig wissbegierig waren1 bekamen sie die eigentlichen ,probleme der ,moral gar nicht zu ,gesichte3 - als welche alle erst bei einer ,vergleichung vieler ,moralen auftauchen4 ,in aller bisherigen ,wissenschaft der ,moral fehlte1 so wunderlich es klingen mag1 noch das ,problem der ,moral selbst3 es fehlte der ,argwohn dafr1 dass es hier etwas ,problematisches gebe4 ,was die ,philosophen ,begrndung der ,moral nannten und von sich forderten1 war1 im rechten ,lichte gesehn1 nur eine gelehrte ,form des guten ,glaubens an die herrschende ,moral1 ein neues ,mittel ihres ,ausdrucks1 also ein ,thatbestand selbst innerhalb einer bestimmten ,moralitt1 ja sogar1 im letzten ,grunde1 eine ,art ,leugnung1 dass diese ,moral als ,problem gefasst werden drfe3 - und jedenfalls das ,gegenstck einer ,prfung1 ,zerlegung1 ,anzweiflung1 ,vivisektion eben dieses ,glaubens4 ,man hre zum ,beispiel1 mit welcher beinahe verehrenswrdigen ,unschuld noch ,schopenhauer seine eigene ,aufgabe hinstellt1 und man mache seine ,schlsse ber die ,wissenschaftlichkeit einer ,wissenschaft1 deren letzte ,meister noch wie die ,kinder und die alten ,weibchen reden3 - das ,princip1 sagt er 7p4 #acf der ,grundprobleme der ,moral71 der ,grundsatz1 ber dessen ,inhalt alle ,ethiker eigentlich einig sind2 neminem laede1 immo omnes1 quantum potes1 juva - das ist eigentlich der ,satz1 welchen zu begrnden alle ,sittenlehrer sich abmhen4444 das eigentliche ,fundament der ,ethik1 welches man wie den ,stein der ,weisen seit ,jahrtausenden sucht4 - ,die ,schwierigkeit1 den angefhrten ,satz zu begrnden1 mag freilich gross sein - bekanntlich ist es auch ,schopenhauern damit nicht geglckt -2 und wer einmal grndlich nachgefhlt hat1 wie abgeschmackt-falsch und sentimental dieser ,satz ist1 in einer ,welt1 deren ,essenz ,wille zur ,macht ist -1 der mag sich daran erinnern lassen1 dass ,schopenhauer1 obschon ,pessimist1 eigentlich - die ,flte blies4444 ,tglich1 nach ,tisch3 man lese hierber seinen ,biographen4 ,und beilufig gefragt3 ein ,pessimist1 ein ,gott- und ,welt-,verneiner1 der vor der ,moral ,haltmacht1 - der zur ,moral ,ja sagt und ,flte blst1 zur laede-neminem-,moral3 wie8 ist das eigentlich - ein ,pessimist8 #ahg4 ,abgesehn noch vom ,werthe solcher ,behauptungen wie es giebt in uns einen kategorischen ,imperativ1 kann man immer noch fragen3 was sagt eine solche ,behauptung von dem sie ,behauptenden aus8 ,es giebt ,moralen1 welche ihren ,urheber vor ,anderen rechtfertigen sollen2 andre ,moralen sollen ihn beruhigen und mit sich zufrieden stimmen2 mit anderen will er sich selbst an's ,kreuz schlagen und demthigen2 mit andern will er ,rache ben1 mit andern sich verstecken1 mit andern sich verklren und hinaus1 in die ,hhe und ,ferne setzen2 diese ,moral dient ihrem ,urheber1 um zu vergessen1 jene1 um sich oder ,etwas von sich vergessen zu machen2 mancher ,moralist mchte an der ,menschheit ,macht und schpferische ,laune ausben2 manch ,anderer1 vielleicht gerade auch ,kant1 giebt mit seiner ,moral zu verstehn3 was an mir achtbar ist1 das ist1 dass ich gehorchen kann1 - und bei euch soll es nicht anders stehn1 als bei mir6 - kurz1 die ,moralen sind auch nur eine ,zeichensprache der ,affekte4 #ahh4 ,jede ,moral ist1 im ,gegensatz zum laisser aller1 ein ,stck ,tyrannei gegen die ,natur1 auch gegen die ,vernunft3 das ist aber noch kein ,einwand gegen sie1 man msste denn selbst schon wieder von irgend einer ,moral aus dekretiren1 dass alle ,art ,tyrannei und ,unvernunft unerlaubt sei4 ,das ,wesentliche und ,unschtzbare an jeder ,moral ist1 dass sie ein langer ,zwang ist3 um den ,stoicismus oder ,port-,royal oder das ,puritanerthum zu verstehen1 mag man sich des ,zwangs erinnern1 unter dem bisher jede ,sprache es zur ,strke und ,freiheit gebracht1 - des metrischen ,zwangs1 der ,tyrannei von ,reim und ,rhythmus4 ,wie viel ,noth haben sich in jedem ,volke die ,dichter und die ,redner gemacht6 - einige ,prosaschreiber von heute nicht ausgenommen1 in deren ,ohr ein unerbittliches ,gewissen wohnt - um einer ,thorheit willen1 wie utilitarische ,tlpel sagen1 welche sich damit klug dnken1 - aus ,unterwrfigkeit gegen ,willkr-,gesetze1 wie die ,anarchisten sagen1 die sich damit frei1 selbst freigeistisch whnen4 ,der wunderliche ,thatbestand ist aber1 dass ,alles1 was es von ,freiheit1 ,feinheit1 ,khnheit1 ,tanz und meisterlicher ,sicherheit auf ,erden giebt oder gegeben hat1 sei es nun in dem ,denken selbst1 oder im ,regieren1 oder im ,reden und berreden1 in den ,knsten ebenso wie in den ,sittlichkeiten1 sich erst vermge der ,tyrannei solcher ,willkr-,gesetze entwickelt hat2 und allen ,ernstes1 die ,wahrscheinlichkeit dafr ist nicht gering1 dass gerade dies ,natur und natrlich sei - und nicht jenes laisser aller6 jeder ,knstler weiss1 wie fern vom ,gefhl des ,sichgehen-lassens sein natrlichster ,zustand ist1 das freie ,ordnen1 ,setzen1 ,verfgen1 ,gestalten in den ,augenblicken der ,inspiration1 - und wie streng und fein er gerade da tausendfltigen ,gesetzen gehorcht1 die aller ,formulirung durch ,begriffe gerade auf ,grund ihrer ,hrte und ,bestimmtheit spotten 7auch der festeste ,begriff hat1 dagegen gehalten1 etwas ,schwimmendes1 ,vielfaches1 ,vieldeutiges -74 ,das ,wesentliche1 im ,himmel und auf ,erden1 wie es scheint1 ist1 nochmals gesagt1 dass lange und in ,einer ,richtung gehorcht werde3 dabei kommt und kam auf die ,dauer immer ,etwas heraus1 dessentwillen es sich lohnt1 auf ,erden zu leben1 zum ,beispiel ,tugend1 ,kunst1 ,musik1 ,tanz1 ,vernunft1 ,geistigkeit1 - irgend etwas ,verklrendes1 ,raffinirtes1 ,tolles und ,gttliches4 ,die lange ,unfreiheit des ,geistes1 der misstrauische ,zwang in der ,mittheilbarkeit der ,gedanken1 die ,zucht1 welche sich der ,denker auferlegte1 innerhalb einer kirchlichen und hfischen ,richtschnur oder unter aristotelischen ,voraussetzungen zu denken1 der lange geistige ,wille1 ,alles1 was geschieht1 nach einem christlichen ,schema auszulegen und den christlichen ,gott noch in jedem ,zufalle wieder zu entdecken und zu rechtfertigen1 - all dies ,gewaltsame1 ,willkrliche1 ,harte1 ,schauerliche1 ,widervernnftige hat sich als das ,mittel herausgestellt1 durch welches dem europischen ,geiste seine ,strke1 seine rcksichtslose ,neugierde und feine ,beweglichkeit angezchtet wurde3 zugegeben1 dass dabei ebenfalls unersetzbar viel an ,kraft und ,geist erdrckt1 erstickt und verdorben werden musste 7denn hier wie berall zeigt sich die ,natur1 wie sie ist1 in ihrer ganzen verschwenderischen und gleichgltigen ,grossartigkeit1 welche emprt1 aber vornehm ist74 ,dass ,jahrtausende lang die europischen ,denker nur dachten1 um ,etwas zu beweisen -heute ist uns umgekehrt jeder ,denker verdchtig1 der ,etwas beweisen will -1 dass ihnen bereits immer feststand1 was als ,resultat ihres strengsten ,nachdenkens herauskommen sollte1 etwa wie ehemals bei der asiatischen ,astrologie oder wie heute noch bei der harmlosen christlich-moralischen ,auslegung der nchsten persnlichen ,ereignisse zu ,ehren ,gottes und zum ,heil der ,seele3 - diese ,tyrannei1 diese ,willkr1 diese strenge und grandiose ,dummheit hat den ,geist erzogen2 die ,sklaverei ist1 wie es scheint1 im grberen und feineren ,verstande das unentbehrliche ,mittel auch der geistigen ,zucht und ,zchtung4 ,man mag jede ,moral darauf hin ansehn3 die ,natur in ihr ist es1 welche das laisser aller1 die allzugrosse ,freiheit hassen lehrt und das ,bedrfniss nach beschrnkten ,horizonten1 nach nchsten ,aufgaben pflanzt1 - welche die ,verengerung der ,perspektive1 und also in gewissem ,sinne die ,dummheit1 als eine ,lebens- und ,wachsthums-,bedingung lehrt4 ,du sollst gehorchen1 irgend wem1 und auf lange3 sonst gehst du zu ,grunde und verlierst die letzte ,achtung vor dir selbst - dies scheint mir der moralische ,imperativ der ,natur zu sein1 welcher freilich weder kategorisch ist1 wie es der alte ,kant von ihm verlangte 7daher das sonst -71 noch an den ,einzelnen sich wendet 7was liegt ihr am ,einzelnen671 wohl aber an ,vlker1 ,rassen1 ,zeitalter1 ,stnde1 vor ,allem aber an das ganze ,thier ,mensch1 an den ,menschen4 #ahi4 ,die arbeitsamen ,rassen finden eine grosse ,beschwerde darin1 den ,mssiggang zu ertragen3 es war ein ,meisterstck des englischen ,instinktes1 den ,sonntag in dem ,maasse zu heiligen und zu langweiligen1 dass der ,englnder dabei wieder unvermerkt nach seinem ,wochen- und ,werktage lstern wird3 - als eine ,art klug erfundenen1 klug eingeschalteten ,fastens1 wie dergleichen auch in der antiken ,welt reichlich wahrzunehmen ist 7wenn auch1 wie billig bei sdlndischen ,vlkern1 nicht gerade in ,hinsicht auf ,arbeit -74 ,es muss ,fasten von vielerlei ,art geben2 und berall1 wo mchtige ,triebe und ,gewohnheiten herrschen1 haben die ,gesetzgeber dafr zu sorgen1 ,schalttage einzuschieben1 an denen solch ein ,trieb in ,ketten gelegt wird und wieder einmal hungern lernt4 ,von einem hheren ,orte aus gesehn1 erscheinen ganze ,geschlechter und ,zeitalter1 wenn sie mit irgend einem moralischen ,fanatismus behaftet auftreten1 als solche eingelegte ,zwangs- und ,fastenzeiten1 whrend welchen ein ,trieb sich ducken und niederwerfen1 aber auch sich reinigen und schrfen lernt2 auch einzelne philosophische ,sekten 7zum ,beispiel die ,stoa inmitten der hellenistischen ,cultur und ihrer mit aphrodisischen ,dften berladenen und geil gewordenen ,luft7 erlauben eine derartige ,auslegung4 - ,hiermit ist auch ein ,wink zur ,erklrung jenes ,paradoxons gegeben1 warum gerade in der christlichsten ,periode ,europa's und berhaupt erst unter dem ,druck christlicher ,werthurtheile der ,geschlechtstrieb sich bis zur ,liebe 7amour-passion7 sublimirt hat4 #aij4 ,es giebt ,etwas in der ,moral ,plato's1 das nicht eigentlich zu ,plato gehrt1 sondern sich nur an seiner ,philosophie vorfindet1 man knnte sagen1 trotz ,plato3 nmlich der ,sokratismus1 fr den er eigentlich zu vornehm war4 ,keiner will sich selbst ,schaden thun1 daher geschieht alles ,schlechte unfreiwillig4 ,denn der ,schlechte fgt sich selbst ,schaden zu3 das wrde er nicht thun1 falls er wsste1 dass das ,schlechte schlecht ist4 ,demgemss ist der ,schlechte nur aus einem ,irrthum schlecht2 nimmt man ihm seinen ,irrthum1 so macht man ihn notwendig - gut4 - ,diese ,art zu schliessen riecht nach dem ,pbel1 der am ,schlechthandeln nur die leidigen ,folgen in's ,auge fasst und eigentlich urtheilt es ist dumm1 schlecht zu handeln2 whrend er gut mit ntzlich und angenehm ohne ,weiteres als identisch nimmt4 ,man darf bei jedem ,utilitarismus der ,moral von vornherein auf diesen gleichen ,ursprung rathen und seiner ,nase folgen3 man wird selten irre gehn4 - ,plato hat ,alles gethan1 um etwas ,feines und ,vornehmes in den ,satz seines ,lehrers hinein zu interpretiren1 vor ,allem sich selbst -1 er1 der verwegenste aller ,interpreten1 der den ganzen ,sokrates nur wie ein populres ,thema und ,volkslied von der ,gasse nahm1 um es in's ,unendliche und ,unmgliche zu variiren3 nmlich in alle seine eignen ,masken und ,vielfltigkeiten4 ,im ,scherz gesprochen1 und noch dazu homerisch3 was ist denn der platonische ,sokrates1 wenn nicht prsthe ,plton opithn te ,plton msse te ,chmaira4 #aia4 ,das alte theologische ,problem von ,glauben und ,wissen - oder1 deutlicher1 von ,instinkt und ,vernunft - also die ,frage1 ob in ,hinsicht auf ,werthschtzung der ,dinge der ,instinkt mehr ,autoritt verdiene1 als die ,vernnftigkeit1 welche nach ,grnden1 nach einem ,warum81 als nach ,zweckmssigkeit und ,ntzlichkeit geschtzt und gehandelt wissen will1 - es ist immer noch jenes alte moralische ,problem1 wie es zuerst in der ,person des ,sokrates auftrat und lange vor dem ,christenthum schon die ,geister gespaltet hat4 ,sokrates selbst hatte sich zwar mit dem ,geschmack seines ,talentes - dem eines berlegenen ,dialektikers - zunchst auf ,seiten der ,vernunft gestellt2 und in ,wahrheit1 was hat er sein ,leben lang gethan1 als ber die linkische ,unfhigkeit seiner vornehmen ,athener zu lachen1 welche ,menschen des ,instinktes waren gleich allen vornehmen ,menschen und niemals gengend ber die ,grnde ihres ,handelns ,auskunft geben konnten8 ,zuletzt aber1 im ,stillen und ,geheimen1 lachte er auch ber sich selbst3 er fand bei sich1 vor seinem feineren ,gewissen und ,selbstverhr1 die gleiche ,schwierigkeit und ,unfhigkeit4 ,wozu aber1 redete er sich zu1 sich deshalb von den ,instinkten lsen6 ,man muss ihnen und auch der ,vernunft zum ,recht verhelfen1 - man muss den ,instinkten folgen1 aber die ,vernunft berreden1 ihnen dabei mit guten ,grnden nachzuhelfen4 ,dies war die eigentliche ,falschheit jenes grossen geheimnissreichen ,ironikers2 er brachte sein ,gewissen dahin1 sich mit einer ,art ,selbstberlistung zufrieden zu geben3 im ,grunde hatte er das ,irrationale im moralischen ,urtheile durchschaut4 - ,plato1 in solchen ,dingen unschuldiger und ohne die ,verschmitztheit des ,plebejers1 wollte mit ,aufwand aller ,kraft - der grssten ,kraft1 die bisher ein ,philosoph aufzuwenden hatte6 - sich beweisen1 dass ,vernunft und ,instinkt von selbst auf ,ein ,ziel zugehen1 auf das ,gute1 auf ,gott2 und seit ,plato sind alle ,theologen und ,philosophen auf der gleichen ,bahn1 - das heisst1 in ,dingen der ,moral hat bisher der ,instinkt1 oder wie die ,christen es nennen1 der ,glaube1 oder wie ich es nenne1 die ,heerde gesiegt4 ,man msse denn ,descartes ausnehmen1 den ,vater des ,rationalismus 7und folglich ,grossvater der ,revolution71 welcher der ,vernunft allein ,autoritt zuerkannte3 aber die ,vernunft ist nur ein ,werkzeug1 und ,descartes war oberflchlich4 #aib4 ,wer der ,geschichte einer einzelnen ,wissenschaft nachgegangen ist1 der findet in ihrer ,entwicklung einen ,leitfaden zum ,verstndniss der ltesten und gemeinsten ,vorgnge alles ,wissens und ,erkennens3 dort wie hier sind die voreiligen ,hypothesen1 die ,erdichtungen1 der gute dumme ,wille zum ,glauben1 der ,mangel an ,misstrauen und ,geduld zuerst entwickelt1 - unsre ,sinne lernen es spt1 und lernen es nie ganz1 feine treue vorsichtige ,organe der ,erkenntniss zu sein4 ,unserm ,auge fllt es bequemer1 auf einen gegebenen ,anlass hin ein schon fter erzeugtes ,bild wieder zu erzeugen1 als das ,abweichende und ,neue eines ,eindrucks bei sich festzuhalten3 letzteres braucht mehr ,kraft1 mehr ,moralitt4 ,etwas ,neues hren ist dem ,ohre peinlich und schwierig2 fremde ,musik hren wir schlecht4 ,unwillkrlich versuchen wir1 beim ,hren einer andren ,sprache1 die gehrten ,laute in ,worte einzuformen1 welche uns vertrauter und heimischer klingen3 so machte sich zum ,beispiel der ,deutsche ehemals aus dem gehrten arcubalista das ,wort ,armbrust zurecht4 ,das ,neue findet auch unsre ,sinne feindlich und widerwillig2 und berhaupt herrschen schon bei den einfachsten ,vorgngen der ,sinnlichkeit die ,affekte1 wie ,furcht1 ,liebe1 ,hass1 eingeschlossen die passiven ,affekte der ,faulheit4 - ,so wenig ein ,leser heute die einzelnen ,worte 7oder gar ,silben7 einer ,seite smmtlich abliest - er nimmt vielmehr aus zwanzig ,worten ungefhr fnf nach ,zufall heraus und errth den zu diesen fnf ,worten muthmaasslich zugehrigen ,sinn -1 eben so wenig sehen wir einen ,baum genau und vollstndig1 in ,hinsicht auf ,bltter1 ,zweige1 ,farbe1 ,gestalt2 es fllt uns so sehr viel leichter1 ein ,ungefhr von ,baum hin zu phantasiren4 ,selbst inmitten der seltsamsten ,erlebnisse machen wir es noch ebenso3 wir erdichten uns den grssten ,theil des ,erlebnisses und sind kaum dazu zu zwingen1 nicht als ,erfinder irgend einem ,vorgange zuzuschauen4 ,dies ,alles will sagen3 wir sind von ,grund aus1 von ,alters her - an's ,lgen gewhnt4 ,oder1 um es tugendhafter und heuchlerischer1 kurz angenehmer auszudrcken3 man ist viel mehr ,knstler als man weiss4 - ,in einem lebhaften ,gesprch sehe ich oftmals das ,gesicht der ,person1 mit der ich rede1 je nach dem ,gedanken1 den sie ussert1 oder den ich bei ihr hervorgerufen glaube1 so deutlich und feinbestimmt vor mir1 dass dieser ,grad von ,deutlichkeit weit ber die ,kraft meines ,sehvermgens hinausgeht3 - die ,feinheit des ,muskelspiels und des ,augen-,ausdrucks muss also von mir hinzugedichtet sein4 ,wahrscheinlich machte die ,person ein ganz anderes ,gesicht oder gar keins4 #aic4 ,quidquid luce fuit1 tenebris agit3 aber auch umgekehrt4 ,was wir im ,traume erleben1 vorausgesetzt1 dass wir es oftmals erleben1 gehrt zuletzt so gut zum ,gesammt-,haushalt unsrer ,seele1 wie irgend etwas wirklich ,erlebtes3 wir sind vermge desselben reicher oder rmer1 haben ein ,bedrfniss mehr oder weniger und werden schliesslich am hellen lichten ,tage1 und selbst in den heitersten ,augenblicken unsres wachen ,geistes1 ein ,wenig von den ,gewhnungen unsrer ,trume gegngelt4 ,gesetzt1 dass ,einer in seinen ,trumen oftmals geflogen ist und endlich1 sobald er trumt1 sich einer ,kraft und ,kunst des ,fliegens wie seines ,vorrechtes bewusst wird1 auch wie seines eigensten beneidenswerthen ,glcks3 ein ,solcher1 der jede ,art von ,bogen und ,winkeln mit dem leisesten ,impulse verwirklichen zu knnen glaubt1 der das ,gefhl einer gewissen gttlichen ,leichtfertigkeit kennt1 ein nach1 ,oben ohne ,spannung und ,zwang1 ein nach ,unten ohne ,herablassung und ,erniedrigung - ohne ,schwere6 - wie sollte der ,mensch solcher ,traum-,erfahrungen und ,traum-,gewohnheiten nicht endlich auch fr seinen wachen ,tag das ,wort ,glck anders gefrbt und bestimmt finden6 wie sollte er nicht anders nach ,glck - verlangen ,aufschwung1 so wie dies von ,dichtern beschrieben wird1 muss ihm1 gegen jenes ,fliegen gehalten1 schon zu erdenhaft1 muskelhaft1 gewaltsam1 schon zu schwer sein4 #aid4 ,die ,verschiedenheit der ,menschen zeigt sich nicht nur in der ,verschiedenheit ihrer ,gtertafeln1 also darin1 dass sie verschiedene ,gter fr erstrebenswerth halten und auch ber das ,mehr und ,weniger des ,werthes1 ber die ,rangordnung der gemeinsam anerkannten ,gter mit einander uneins sind3 - sie zeigt sich noch mehr in dem1 was ihnen als wirkliches ,haben und ,besitzen eines ,gutes gilt4 ,in ,betreff eines ,weibes zum ,beispiel gilt dem ,bescheideneren schon die ,verfgung ber den ,leib und der ,geschlechtsgenuss als ausreichendes und genugthuendes ,anzeichen des ,habens1 des ,besitzens2 ein ,anderer1 mit seinem argwhnischeren und anspruchsvolleren ,durste nach ,besitz1 sieht das ,fragezeichen1 das nur ,scheinbare eines solchen ,habens1 und will feinere ,proben1 vor ,allem1 um zu wissen1 ob das ,weib nicht nur ihm sich giebt1 sondern auch fr ihn lsst1 was sie hat oder gerne htte -3 so erst gilt es ihm als besessen4 ,ein ,dritter aber ist auch hier noch nicht am ,ende seines ,misstrauens und ,habenwollens1 er fragt sich1 ob das ,weib1 wenn es ,alles fr ihn lsst1 dies nicht etwa fr ein ,phantom von ihm thut3 er will erst grndlich1 ja abgrndlich gut gekannt sein1 um berhaupt geliebt werden zu knnen1 er wagt es1 sich errathen zu lassen -4 ,erst dann fhlt er die ,geliebte vllig in seinem ,besitze1 wenn sie sich nicht mehr ber ihn betrgt1 wenn sie ihn um seiner ,teufelei und versteckten ,unersttlichkeit willen eben so sehr liebt1 als um seiner ,gte1 ,geduld und ,geistigkeit willen4 ,jener mchte ein ,volk besitzen3 und alle hheren ,cagliostro- und ,catilina-,knste sind ihm zu diesem ,zwecke recht4 ,ein ,anderer1 mit einem feineren ,besitzdurste1 sagt sich man darf nicht betrgen1 wo man besitzen will -1 er ist gereizt und ungeduldig bei der ,vorstellung1 dass eine ,maske von ihm ber das ,herz des ,volks gebietet3 also muss ich mich kennen lassen und1 vorerst1 mich selbst kennen6 ,unter hlfreichen und wohlthtigen ,menschen findet man jene plumpe ,arglist fast regelmssig vor1 welche sich ,den1 dem geholfen werden soll1 erst zurecht macht3 als ob er zum ,beispiel ,hlfe verdiene1 gerade nach ihrer ,hlfe verlange1 und fr alle ,hlfe sich ihnen tief dankbar1 anhnglich1 unterwrfig beweisen werde1 - mit diesen ,einbildungen verfgen sie ber den ,bedrftigen wie ber ein ,eigenthum1 wie sie aus einem ,verlangen nach ,eigenthum berhaupt wohlthtige und hlfreiche ,menschen sind4 ,man findet sie eiferschtig1 wenn man sie beim ,helfen kreuzt oder ihnen zuvorkommt4 ,die ,eltern machen unwillkrlich aus dem ,kinde etwas ihnen hnliches - sie nennen das ,erziehung -1 keine ,mutter zweifelt im ,grunde ihres ,herzens daran1 am ,kinde sich ein ,eigenthum geboren zu haben1 kein ,vater bestreitet sich das ,recht1 es seinen ,begriffen und ,werthschtzungen unterwerfen zu drfen4 ,ja1 ehemals schien es den ,vtern billig1 ber ,leben und ,tod des ,neugebornen 7wie unter den alten ,deutschen7 nach ,gutdnken zu verfgen4 ,und wie der ,vater1 so sehen auch jetzt noch der ,lehrer1 der ,stand1 der ,priester1 der ,frst in jedem neuen ,menschen eine unbedenkliche ,gelegenheit zu neuem ,besitze4 ,woraus folgt44444 #aie4 ,die ,juden - ein ,volk geboren zur ,sklaverei1 wie ,tacitus und die ganze antike ,welt sagt1 das auserwhlte ,volk unter den ,vlkern1 wie sie selbst sagen und glauben - die ,juden haben jenes ,wunderstck von ,umkehrung der ,werthe zu ,stande gebracht1 ,dank welchem das ,leben auf der ,erde fr ein ,paar ,jahrtausende einen neuen und gefhrlichen ,reiz erhalten hat3 - ihre ,propheten haben reich gottlos bse gewaltthtig sinnlich in ,eins geschmolzen und zum ersten ,male das ,wort ,welt1 zum ,schandwort gemnzt4 ,in dieser ,umkehrung der ,werthe 7zu der es gehrt1 das ,wort fr ,arm als synonym mit ,heilig und ,freund zu brauchen7 liegt die ,bedeutung des jdischen ,volks3 mit ihm beginnt der ,sklaven-,aufstand in der ,moral4 #aif4 ,es giebt unzhlige dunkle ,krper neben der ,sonne zu erschliessen1 - solche die wir nie sehen werden4 ,das ist1 unter uns gesagt1 ein ,gleichniss2 und ein ,moral-,psycholog liest die gesammte ,sternenschrift nur als eine ,gleichniss- und ,zeichensprache1 mit der sich ,vieles verschweigen lsst4 #aig4 ,man missversteht das ,raubthier und den ,raubmenschen 7zum ,beispiele ,cesare ,borgia7 grndlich1 man missversteht die ,natur1 so lange man noch nach einer ,krankhaftigkeit im ,grunde dieser gesndesten aller tropischen ,unthiere und ,gewchse sucht1 oder gar nach einer ihnen eingeborenen ,hlle -3 wie es bisher fast alle ,moralisten gethan haben4 ,es scheint1 dass es bei den ,moralisten einen ,hass gegen den ,urwald und gegen die ,tropen giebt8 ,und dass der tropische ,mensch um jeden ,preis diskreditirt werden muss1 sei es als ,krankheit und ,entartung des ,menschen1 sei es als eigne ,hlle und ,selbst-,marterung8 ,warum doch8 ,zu ,gunsten der gemssigten ,zonen8 ,zu ,gunsten der gemssigten ,menschen8 ,der ,moralischen8 ,der ,mittelmssigen8 - ,dies zum ,kapitel ,moral als ,furchtsamkeit4 - #aih4 ,alle diese ,moralen1 die sich an die einzelne ,person wenden1 zum ,zwecke ihres ,glckes1 wie es heisst1 - was sind sie ,anderes1 als ,verhaltungs-,vorschlge im ,verhltniss zum ,grade der ,gefhrlichkeit1 in welcher die einzelne ,person mit sich selbst lebt2 ,recepte gegen ihre ,leidenschaften1 ihre guten und schlimmen ,hnge1 so fern sie den ,willen zur ,macht haben und den ,herrn spielen mchten2 kleine und grosse ,klugheiten und ,knsteleien1 behaftet mit dem ,winkelgeruch alter ,hausmittel und ,altweiber-,weisheit2 allesammt in der ,form barock und unvernnftig - weil sie sich an ,alle wenden1 weil sie generalisiren1 wo nicht generalisirt werden darf -1 allesammt unbedingt redend1 sich unbedingt nehmend1 allesammt nicht nur mit ,einem ,korne ,salz gewrzt1 vielmehr erst ertrglich1 und bisweilen sogar verfhrerisch1 wenn sie berwrzt und gefhrlich zu riechen lernen1 vor ,allem nach der anderen ,welt3 ,das ist ,alles1 intellektuell gemessen1 wenig werth und noch lange nicht ,wissenschaft1 geschweige denn ,weisheit1 sondern1 nochmals gesagt und dreimal gesagt1 ,klugheit1 ,klugheit1 ,klugheit1 gemischt mit ,dummheit1 ,dummheit1 ,dummheit1 - sei es nun jene ,gleichgltigkeit und ,bildsulenklte gegen die hitzige ,narrheit der ,affekte1 welche die ,stoiker anriethen und ankurirten2 oder auch jenes ,nicht-mehr-,lachen und ,nicht-mehr-,weinen des ,spinoza1 seine so naiv befrwortete ,zerstrung der ,affekte durch ,analysis und ,vivisektion derselben2 oder jene ,herabstimmung der ,affekte auf ein unschdliches ,mittelmaass1 bei welchem sie befriedigt werden drfen1 der ,aristotelismus der ,moral2 selbst ,moral als ,genuss der ,affekte in einer absichtlichen ,verdnnung und ,vergeistigung durch die ,symbolik der ,kunst1 etwa als ,musik1 oder als ,liebe zu ,gott und zum ,menschen um ,gotteswillen - denn in der ,religion haben die ,leidenschaften wieder ,brgerrecht1 vorausgesetzt dass2 zuletzt selbst jene entgegenkommende und muthwillige ,hingebung an die ,affekte1 wie sie ,hafis und ,goethe gelehrt haben1 jenes khne ,fallen-lassen der ,zgel1 jene geistig- leibliche licentia morum in dem ,ausnahmefalle alter weiser ,kuze und ,trunkenbolde1 bei denen es wenig ,gefahr mehr hat4 ,auch ,dies zum ,kapitel ,moral als ,furchtsamkeit4 #aii4 ,insofern es zu allen ,zeiten1 so lange es ,menschen giebt1 auch ,menschenheerden gegeben hat 7,geschlechts-,verbnde1 ,gemeinden1 ,stmme1 ,vlker1 ,staaten1 ,kirchen7 und immer sehr viel ,gehorchende im ,verhltniss zu der kleinen ,zahl ,befehlender1 - in ,anbetracht also1 dass ,gehorsam bisher am besten und lngsten unter ,menschen gebt und gezchtet worden ist1 darf man billig voraussetzen1 dass durchschnittlich jetzt einem jeden das ,bedrfniss darnach angeboren ist1 als eine ,art formalen ,gewissens1 welches gebietet3 du sollst irgend ,etwas unbedingt thun1 irgend ,etwas unbedingt lassen1 kurz du sollst4 ,dies ,bedrfniss sucht sich zu sttigen und seine ,form mit einem ,inhalte zu fllen2 es greift dabei1 gemss seiner ,strke1 ,ungeduld und ,spannung1 wenig whlerisch1 als ein grober ,appetit1 zu und nimmt an1 was ihm nur von irgend welchen ,befehlenden - ,eltern1 ,lehrern1 ,gesetzen1 ,standesvorurtheilen1 ffentlichen ,meinungen - in's ,ohr gerufen wird4 ,die seltsame ,beschrnktheit der menschlichen ,entwicklung1 das ,zgernde1 ,langwierige1 oft ,zurcklaufende und ,sich-,drehende derselben beruht darauf1 dass der ,heerden-,instinkt des ,gehorsams am besten und auf ,kosten der ,kunst des ,befehlens vererbt wird4 ,denkt man sich diesen ,instinkt einmal bis zu seinen letzten ,ausschweifungen schreitend1 so fehlen endlich geradezu die ,befehlshaber und ,unabhngigen2 oder sie leiden innerlich am schlechten ,gewissen und haben nthig1 sich selbst erst eine ,tuschung vorzumachen1 um befehlen zu knnen3 nmlich als ob auch sie nur gehorchten4 ,dieser ,zustand besteht heute thatschlich in ,europa3 ich nenne ihn die moralische ,heuchelei der ,befehlenden4 ,sie wissen sich nicht anders vor ihrem schlechten ,gewissen zu schtzen als dadurch1 dass sie sich als ,ausfhrer lterer oder hherer ,befehle gebrden 7der ,vorfahren1 der ,verfassung1 des ,rechts1 der ,gesetze oder gar ,gottes7 oder selbst von der ,heerden-,denkweise her sich ,heerden-,maximen borgen1 zum ,beispiel als erste ,diener ihres ,volks oder als ,werkzeuge des gemeinen ,wohls4 ,auf der anderen ,seite giebt sich heute der ,heerdenmensch in ,europa das ,ansehn1 als sei er die einzig erlaubte ,art ,mensch1 und verherrlicht seine ,eigenschaften1 vermge deren er zahm1 vertrglich und der ,heerde ntzlich ist1 als die eigentlich menschlichen ,tugenden3 also ,gemeinsinn1 ,wohlwollen1 ,rcksicht1 ,fleiss1 ,mssigkeit1 ,bescheidenheit1 ,nachsicht1 ,mitleiden4 ,fr die ,flle aber1 wo man der ,fhrer und ,leithammel nicht entrathen zu knnen glaubt1 macht man heute ,versuche ber ,versuche1 durch ,zusammen-,addiren kluger ,heerdenmenschen die ,befehlshaber zu ersetzen3 dieses ,ursprungs sind zum ,beispiel alle reprsentativen ,verfassungen4 ,welche ,wohlthat1 welche ,erlsung von einem unertrglich werdenden ,druck trotz ,alledem das ,erscheinen eines unbedingt ,befehlenden fr diese ,heerdenthier-,europer ist1 dafr gab die ,wirkung1 welche das ,erscheinen ,napoleon's machte1 das letzte grosse ,zeugniss3 - die ,geschichte der ,wirkung ,napoleon's ist beinahe die ,geschichte des hheren ,glcks1 zu dem es dieses ganze ,jahrhundert in seinen werthvollsten ,menschen und ,augenblicken gebracht hat4 #bjj4 ,der ,mensch aus einem ,auflsungs-,zeitalter1 welches die ,rassen durch einander wirft1 der als ,solcher die ,erbschaft einer vielfltigen ,herkunft im ,leibe hat1 das heisst gegenstzliche und oft nicht einmal nur gegenstzliche ,triebe und ,werthmaasse1 welche mit einander kmpfen und sich selten ,ruhe geben1 - ein solcher ,mensch der spten ,culturen und der gebrochenen ,lichter wird durchschnittlich ein schwcherer ,mensch sein3 sein grndlichstes ,verlangen geht darnach1 dass der ,krieg1 der er ist1 einmal ein ,ende habe2 das ,glck erscheint ihm1 in bereinstimmung mit einer beruhigenden 7zum ,beispiel epikurischen oder christlichen7 ,medizin und ,denkweise1 vornehmlich als das ,glck des ,ausruhens1 der ,ungestrtheit1 der ,sattheit1 der endlichen ,einheit1 als ,sabbat der ,sabbate1 um mit dem heiligen ,rhetor ,augustin zu reden1 der selbst ein solcher ,mensch war4 - ,wirkt aber der ,gegensatz und ,krieg in einer solchen ,natur wie ein ,lebensreiz und -,kitzel mehr -1 und ist andererseits zu ihren mchtigen und unvershnlichen ,trieben auch die eigentliche ,meisterschaft und ,feinheit im ,kriegfhren mit sich1 also ,selbst-,beherrschung1 ,selbst-berlistung hinzuvererbt und angezchtet3 so entstehen jene zauberhaften ,unfassbaren und ,unausdenklichen1 jene zum ,siege und zur ,verfhrung vorherbestimmten ,rthselmenschen1 deren schnster ,ausdruck ,alciblades und ,caesar 7- denen ich gerne jenen ersten ,europer nach meinem ,geschmack1 den ,hohenstaufen ,friedrich den ,zweiten zugesellen mchte71 unter ,knstlern vielleicht ,lionardo da ,vinci ist4 ,sie erscheinen genau in den selben ,zeiten1 wo jener schwchere ,typus1 mit seinem ,verlangen nach ,ruhe1 in den ,vordergrund tritt4- beide ,typen gehren zu einander und entspringen den gleichen ,ursachen4 #bja4 ,so lange die ,ntzlichkeit1 die in den moralischen ,werthurtheilen herrscht1 allein die ,heerden-,ntzlichkeit ist1 so lange der ,blick einzig der ,erhaltung der ,gemeinde zugewendet ist1 und das ,unmoralische genau und ausschliesslich in dem gesucht wird1 was dem ,gemeinde-,bestand gefhrlich scheint3 so lange kann es noch keine ,moral der ,nchstenliebe geben4 ,gesetzt1 es findet sich auch da bereits eine bestndige kleine bung von ,rcksicht1 ,mitleiden1 ,billigkeit1 ,milde1 ,gegenseitigkeit der ,hlfeleistung1 gesetzt1 es sind auch auf diesem ,zustande der ,gesellschaft schon alle jene ,triebe thtig1 welche spter mit ,ehrennamen1 als ,tugenden bezeichnet werden und schliesslich fast mit dem ,begriff ,moralitt in ,eins zusammenfallen3 in jener ,zeit gehren sie noch gar nicht in das ,reich der moralischen ,werthschtzungen - sie sind noch aussermoralisch4 ,eine mitleidige ,handlung zum ,beispiel heisst in der besten ,rmerzeit weder gut noch bse1 weder moralisch noch unmoralisch2 und wird sie selbst gelobt1 so vertrgt sich mit diesem ,lobe noch auf das ,beste eine ,art unwilliger ,geringschtzung1 sobald sie nmlich mit irgend einer ,handlung zusammengehalten wird1 welche der ,frderung des ,ganzen1 der res publica1 dient4 ,zuletzt ist die ,liebe zum ,nchsten immer etwas ,nebenschliches1 zum ,theil ,conventionelles und ,willkrlich-,scheinbares im ,verhltniss zur ,furcht vor dem ,nchsten4 ,nachdem das ,gefge der ,gesellschaft im ,ganzen festgestellt und gegen ussere ,gefahren gesichert erscheint1 ist es diese ,furcht vor dem ,nchsten1 welche wieder neue ,perspektiven der moralischen ,werthschtzung schafft4 ,gewisse starke und gefhrliche ,triebe1 wie ,unternehmungslust1 ,tollkhnheit1 ,rachsucht1 ,verschlagenheit1 ,raubgier1 ,herrschsucht1 die bisher in einem gemeinntzigen ,sinne nicht nur geehrt unter anderen ,namen1 wie billig1 als den eben gewhlten sondern gross-gezogen und -gezchtet werden mussten 7weil man ihrer in der ,gefahr des ,ganzen gegen die ,feinde des ,ganzen bestndig bedurfte71 werden nunmehr in ihrer ,gefhrlichkeit doppelt stark empfunden - jetzt1 wo die ,abzugskanle fr sie fehlen - und schrittweise1 als unmoralisch1 gebrandmarkt und der ,verleumdung preisgegeben4 ,jetzt kommen die gegenstzlichen ,triebe und ,neigungen zu moralischen ,ehren2 der ,heerden-,instinkt zieht1 ,schritt fr ,schritt1 seine ,folgerung4 ,wie viel oder wie wenig ,gemein-,gefhrliches1 der ,gleichheit ,gefhrliches in einer ,meinung1 in einem ,zustand und ,affekte1 in einem ,willen1 in einer ,begabung liegt1 das ist jetzt die moralische ,perspektive3 die ,furcht ist auch hier wieder die ,mutter der ,moral4 ,an den hchsten und strksten ,trieben1 wenn sie1 leidenschaftlich ausbrechend1 den ,einzelnen weit ber den ,durchschnitt und die ,niederung des ,heerdengewissens hinaus und hinauf treiben1 geht das ,selbstgefhl der ,gemeinde zu ,grunde1 ihr ,glaube an sich1 ihr ,rckgrat gleichsam1 zerbricht3 folglich wird man gerade diese ,triebe am besten brandmarken und verleumden4 ,die hohe unabhngige ,geistigkeit1 der ,wille zum ,alleinstehn1 die grosse ,vernunft schon werden als ,gefahr empfunden2 ,alles1 was den ,einzelnen ber die ,heerde hinaushebt und dem ,nchsten ,furcht macht1 heisst von nun an bse2 die billige1 bescheidene1 sich einordnende1 gleichsetzende ,gesinnung1 das ,mittelmaass der ,begierden kommt zu moralischen ,namen und ,ehren4 ,endlich1 unter sehr friedfertigen ,zustnden1 fehlt die ,gelegenheit und ,nthigung immer mehr1 sein ,gefhl zur ,strenge und ,hrte zu erziehn2 und jetzt beginnt jede ,strenge1 selbst in der ,gerechtigkeit1 die ,gewissen zu stren2 eine hohe und harte ,vornehmheit und ,selbst-,verantwortlichkeit beleidigt beinahe und erweckt ,misstrauen1 das ,lamm1 noch mehr das ,schlaf gewinnt an ,achtung4 ,es giebt einen ,punkt von krankhafter ,vermrbung und ,verzrtlichung in der ,geschichte der ,gesellschaft1 wo sie selbst fr ihren ,schdiger1 den ,verbrecher ,partei nimmt1 und zwar ernsthaft und ehrlich4 ,strafen3 das scheint ihr irgendworin unbillig1 - gewiss ist1 dass die ,vorstellung ,strafe und ,strafen-,sollen ihr wehe thut1 ihr ,furcht macht4 ,gengt es nicht1 ihn ungefhrlich machen8 ,wozu noch strafen8 ,strafen selbst ist frchterlich6 - mit dieser ,frage zieht die ,heerden-,moral1 die ,moral der ,furchtsamkeit ihre letzte ,consequenz4 ,gesetzt1 man knnte berhaupt die ,gefahr1 den ,grund zum ,frchten abschaffen1 so htte man diese ,moral mit abgeschafft3 sie wre nicht mehr nthig1 sie hielte sich selbst nicht mehr fr nthig6 - ,wer das ,gewissen des heutigen ,europers prft1 wird aus tausend moralischen ,falten und ,verstecken immer den gleichen ,imperativ herauszuziehen haben1 den ,imperativ der ,heerden-,furchtsamkeit3 wir wollen1 dass es irgendwann einmal ,nichts mehr zu frchten giebt6 ,irgendwann einmal - der ,wille und ,weg dorthin heisst heute in ,europa berall der ,fortschritt4 #bjb4 ,sagen wir es sofort noch einmal1 was wir schon hundert ,mal gesagt haben3 denn die ,ohren sind fr solche ,wahrheiten - fr unsere ,wahrheiten - heute nicht gutwillig4 ,wir wissen es schon genug1 wie beleidigend es klingt1 wenn ,einer berhaupt den ,menschen ungeschminkt und ohne ,gleichniss zu den ,thieren rechnet2 aber es wird beinahe als ,schuld uns angerechnet werden1 dass wir gerade in ,bezug auf die ,menschen der modernen ,ideen bestndig die ,ausdrcke ,heerde1 ,heerden-,instinkte und dergleichen gebrauchen4 ,was hilft es6 ,wir knnen nicht anders3 denn gerade hier liegt unsre neue ,einsicht4 ,wir fanden1 dass in allen moralischen ,haupturtheilen ,europa einmthig geworden ist1 die ,lnder noch hinzugerechnet1 wo ,europa's ,einfluss herrscht3 man weiss ersichtlich in ,europa1 was ,sokrates nicht zu wissen meinte1 und was jene alte berhmte ,schlange einst zu lehren verhiess1 - man weiss heute1 was ,gut und ,bse ist4 ,nun muss es hart klingen und schlecht zu ,ohren gehn1 wenn wir immer von ,neuem darauf bestehn3 was hier zu wissen glaubt1 was hier mit seinem ,loben und ,tadeln sich selbst verherrlicht1 sich selbst gut heisst1 ist der ,instinkt des ,heerdenthiers ,mensch3 als welcher zum ,durchbruch1 zum bergewicht1 zur ,vorherrschaft ber andere ,instinkte gekommen ist und immer mehr kommt1 gemss der wachsenden physiologischen ,annherung und ,anhnlichung1 deren ,symptom er ist4 ,moral ist heute in ,europa ,heerdenthier-,moral3 - also nur1 wie wir die ,dinge verstehn1 ,eine ,art von menschlicher ,moral1 neben der1 vor der1 nach der viele andere1 vor ,allem hhere ,moralen mglich sind oder sein sollten4 ,gegen eine solche ,mglichkeit1 gegen ein solches ,sollte wehrt sich aber diese ,moral mit allen ,krften3 sie sagt hartnckig und unerbittlich ich bin die ,moral selbst1 und ,nichts ausserdem ist ,moral6 - ja mit ,hlfe einer ,religion1 welche den sublimsten ,heerdenthier-,begierden zu ,willen war und schmeichelte1 ist es dahin gekommen1 dass wir selbst in den politischen und gesellschaftlichen ,einrichtungen einen immer sichtbareren ,ausdruck dieser ,moral finden3 die demokratische ,bewegung macht die ,erbschaft der christlichen4 ,dass aber deren ,tempo fr die ,ungeduldigeren1 fr die ,kranken und ,schtigen des genannten ,instinktes noch viel zu langsam und schlfrig ist1 dafr spricht das immer rasender werdende ,geheul1 das immer unverhlltere ,zhnefletschen der ,anarchisten-,hunde1 welche jetzt durch die ,gassen der europischen ,cultur schweifen3 anscheinend im ,gegensatz zu den friedlich-arbeitsamen ,demokraten und ,revolutions-,ideologen1 noch mehr zu den tlpelhaften ,philosophastern und ,bruderschafts-,schwrmern1 welche sich ,socialisten nennen und die freie ,gesellschaft wollen1 in ,wahrheit aber ,eins mit ihnen ,allen in der grndlichen und instinktiven ,feindseligkeit gegen jede andre ,gesellschafts-,form als die der autonomen ,heerde 7bis hinaus zur ,ablehnung selbst der ,begriffe ,herr und ,knecht - ni dieu ni matre heisst eine socialistische ,formel -72 ,eins im zhen ,widerstande gegen jeden ,sonder-,anspruch1 jedes ,sonder-,recht und ,vorrecht 7das heisst im letzten ,grunde gegen jedes ,recht3 denn dann1 wenn ,alle gleich sind1 braucht ,niemand mehr ,rechte -72 ,eins im ,misstrauen gegen die strafende ,gerechtigkeit 7wie als ob sie eine ,vergewaltigung am ,schwcheren1 ein ,unrecht an der nothwendigen ,folge aller frheren ,gesellschaft wre -72 aber ebenso ,eins in der ,religion des ,mitleidens1 im ,mitgefhl1 soweit nur gefhlt1 gelebt1 gelitten wird 7bis hinab zum ,thier1 bis hinauf zu ,gott3 - die ,ausschweifung eines ,mitleidens mit ,gott gehrt in ein demokratisches ,zeitalter -72 ,eins allesammt im ,schrei und der ,ungeduld des ,mitleidens1 im ,todhass gegen das ,leiden berhaupt1 in der fast weiblichen ,unfhigkeit1 ,zuschauer dabei bleiben zu knnen1 leiden lassen zu knnen2 ,eins in der unfreiwilligen ,verdsterung und ,verzrtlichung1 unter deren ,bann ,europa von einem neuen ,buddhismus bedroht scheint2 ,eins im ,glauben an die ,moral des gemeinsamen ,mitleidens1 wie als ob sie die ,moral an sich sei1 als die ,hhe1 die erreichte ,hhe des ,menschen1 die alleinige ,hoffnung der ,zukunft1 das ,trostmittel der ,gegenwrtigen1 die grosse ,ablsung aller ,schuld von ,ehedem3 - ,eins allesammt im ,glauben an die ,gemeinschaft als die ,erlserin1 an die ,heerde also1 an sich444444 #bjc4 ,wir1 die wir eines andren ,glaubens sind -1 wir1 denen die demokratische ,bewegung nicht bloss als eine ,verfalls-,form der politischen ,organisation1 sondern als ,verfalls-1 nmlich ,verkleinerungs-,form des ,menschen gilt1 als seine ,vermittelmssigung und ,werth-,erniedrigung3 wohin mssen wir mit unsren ,hoffnungen greifen8 - ,nach neuen ,philosophen1 es bleibt keine ,wahl2 nach ,geistern1 stark und ursprnglich genug1 um die ,anstsse zu entgegengesetzten ,werthschtzungen zu geben und ewige ,werthe umzuwerthen1 umzukehren2 nach ,vorausgesandten1 nach ,menschen der ,zukunft1 welche in der ,gegenwart den ,zwang und ,knoten anknpfen1 der den ,willen von ,jahrtausenden auf neue ,bahnen zwingt4 ,dem ,menschen die ,zukunft des ,menschen als seinen ,willen1 als abhngig von einem ,menschen-,willen zu lehren und grosse ,wagnisse und ,gesammt-,versuche von ,zucht und ,zchtung vorzubereiten1 um damit jener schauerlichen ,herrschaft des ,unsinns und ,zufalls1 die bisher ,geschichte hiess1 ein ,ende zu machen - der ,unsinn der grssten ,zahl ist nur seine letzte ,form -3 dazu wird irgendwann einmal eine neue ,art von ,philosophen und ,befehlshabern nthig sein1 an deren ,bilde sich ,alles1 was auf ,erden an verborgenen1 furchtbaren und wohlwollenden ,geistern dagewesen ist1 blass und verzwergt ausnehmen mchte4 ,das ,bild solcher ,fhrer ist es1 das vor unsern ,augen schwebt3 - darf ich es laut sagen1 ihr freien ,geister8 ,die ,umstnde1 welche man zu ihrer ,entstehung theils schaffen1 theils ausntzen msste2 die muthmaasslichen ,wege und ,proben1 vermge deren eine ,seele zu einer solchen ,hhe und ,gewalt aufwchse1 um den ,zwang zu diesen ,aufgaben zu empfinden2 eine ,umwerthung der ,werthe1 unter deren neuem ,druck und ,hammer ein ,gewissen gesthlt1 ein ,herz in ,erz verwandelt wrde1 dass es das ,gewicht einer solchen ,verantwortlichkeit ertrge2 andererseits die ,nothwendigkeit solcher ,fhrer1 die erschreckliche ,gefahr1 dass sie ausbleiben oder missrathen und entarten knnten - das sind unsre eigentlichen ,sorgen und ,verdsterungen1 ihr wisst es1 ihr freien ,geister8 das sind die schweren fernen ,gedanken und ,gewitter1 welche ber den ,himmel unseres ,lebens hingehn4 ,es giebt wenig so empfindliche ,schmerzen1 als einmal gesehn1 errathen1 mitgefhlt zu haben1 wie ein ausserordentlicher ,mensch aus seiner ,bahn gerieth und entartete3 wer aber das seltene ,auge fr die ,gesammt-,gefahr hat1 dass der ,mensch selbst entartet1 wer1 gleich uns1 die ungeheuerliche ,zuflligkeit erkannt hat1 welche bisher in ,hinsicht auf die ,zukunft des ,menschen ihr ,spiel spielte - ein ,spiel1 an dem keine ,hand und nicht einmal ein ,finger ,gottes mitspielte6 - wer das ,verhngniss1 errth1 das in der bldsinnigen ,arglosigkeit und ,vertrauensseligkeit der modernen ,ideen1 noch mehr in der ganzen christlich-europischen ,moral verborgen liegt3 der leidet an einer ,bengstigung1 mit der sich keine andere vergleichen lsst1 - er fasst es ja mit ,einem ,blicke1 was ,alles noch1 bei einer gnstigen ,ansammlung und ,steigerung von ,krften und ,aufgaben1 aus dem ,menschen zu zchten wre1 er weiss es mit allem ,wissen seines ,gewissens1 wie der ,mensch noch unausgeschpft fr die grssten ,mglichkeiten ist1 und wie oft schon der ,typus ,mensch an geheimnissvollen ,entscheidungen und neuen ,wegen gestanden hat3 - er weiss es noch besser1 aus seiner schmerzlichsten ,erinnerung1 an was fr erbrmlichen ,dingen ein ,werdendes hchsten ,ranges bisher gewhnlich zerbrach1 abbrach1 absank1 erbrmlich ward4 ,die ,gesammt-,entartung des ,menschen1 hinab bis zu dem1 was heute den socialistischen ,tlpeln und ,flachkpfen als ihr ,mensch der ,zukunft erscheint1 - als ihr ,ideal6 - diese ,entartung und ,verkleinerung des ,menschen zum vollkommenen ,heerdenthiere 7oder1 wie sie sagen1 zum ,menschen der freien ,gesellschaft71 diese ,verthierung des ,menschen zum ,zwergthiere der gleichen ,rechte und ,ansprche ist mglich1 es ist kein ,zweifel6 ,wer diese ,mglichkeit einmal bis zu ,ende gedacht hat1 kennt einen ,ekel mehr1 als die brigen ,menschen1 - und vielleicht auch eine neue ,aufgabe64444 ,sechstes ,hauptstck3 ,wir ,gelehrten4 #bjd4 ,auf die ,gefahr hin1 dass ,moralisiren sich auch hier als ,das herausstellt1 was es immer war - nmlich als ein unverzagtes montrer ses plaies1 nach ,balzac -1 mchte ich wagen1 einer ungebhrlichen und schdlichen ,rangverschiebung entgegenzutreten1 welche sich heute1 ganz unvermerkt und wie mit dem besten ,gewissen1 zwischen ,wissenschaft und ,philosophie herzustellen droht4 ,ich meine1 man muss von seiner ,erfahrung aus - ,erfahrung bedeutet1 wie mich dnkt1 immer schlimme ,erfahrung8 - ein ,recht haben1 ber eine solche hhere ,frage des ,rangs mitzureden3 um nicht wie die ,blinden von der ,farbe oder wie ,frauen und ,knstler gegen die ,wissenschaft zu reden 7ach1 diese schlimme ,wissenschaft6 seufzt deren ,instinkt und ,scham1 sie kommt immer dahinter6 -74 ,die ,unabhngigkeits-,erklrung des wissenschaftlichen ,menschen1 seine ,emancipation von der ,philosophie1 ist eine der feineren ,nachwirkungen des demokratischen ,wesens und ,unwesens3 die ,selbstverherrlichung und ,selbstberhebung des ,gelehrten steht heute berall in voller ,blthe und in ihrem besten ,frhlinge1 - womit noch nicht gesagt sein soll1 dass in diesem ,falle ,eigenlob lieblich rche4 ,los von allen ,herren6 - so will es auch hier der pbelmnnische ,instinkt2 und nachdem sich die ,wissenschaft mit glcklichstem ,erfolge der ,theologie erwehrt hat1 deren ,magd sie zu lange war1 ist sie nun in vollem bermuthe und ,unverstande darauf hin aus1 der ,philosophie ,gesetze zu machen und ihrerseits einmal den ,herrn - was sage ich6 den ,philosophen zu spielen4 ,mein ,gedchtniss - das ,gedchtniss eines wissenschaftlichen ,menschen1 mit ,verlaub6 - strotzt von ,naivetten des ,hochmuths1 die ich seitens junger ,naturforscher und alter rzte ber ,philosophie und ,philosophen gehrt habe 7nicht zu reden von den gebildetsten und eingebildetsten aller ,gelehrten1 den ,philologen und ,schulmnnern1 welche ,beides von ,berufs wegen sind -74 ,bald war es der ,spezialist und ,eckensteher1 der sich instinktiv berhaupt gegen alle synthetischen ,aufgaben und ,fhigkeiten zur ,wehre setzte2 bald der fleissige ,arbeiter1 der einen ,geruch von otium und der vornehmen ppigkeit im ,seelen-,haushalte des ,philosophen bekommen hatte und sich dabei beeintrchtigt und verkleinert fhlte4 ,bald war es jene ,farben-,blindheit des ,ntzlichkeits-,menschen1 der in der ,philosophie ,nichts sieht1 als eine ,reihe widerlegter ,systeme und einen verschwenderischen ,aufwand1 der ,niemandem zu ,gute kommt4 ,bald sprang die ,furcht vor verkappter ,mystik und ,grenzberichtigung des ,erkennens hervor2 bald die ,missachtung einzelner ,philosophen1 welche sich unwillkrlich zur ,missachtung der ,philosophie verallgemeinert hatte4 ,am hufigsten endlich fand ich bei jungen ,gelehrten hinter der hochmthigen ,geringschtzung der ,philosophie die schlimme ,nachwirkung eines ,philosophen selbst1 dem man zwar im ,ganzen den ,gehorsam gekndigt hatte1 ohne doch aus dem ,banne seiner wegwerfenden ,werthschtzungen anderer ,philosophen herausgetreten zu sein3 - mit dem ,ergebniss einer ,gesammt-,verstimmung gegen alle ,philosophie4 7,dergestalt scheint mir zum ,beispiel die ,nachwirkung ,schopenhauer's auf das neueste ,deutschland zu sein3 - er hat es mit seiner unintelligenten ,wuth auf ,hegel dahin gebracht1 die ganze letzte ,generation von ,deutschen aus dem ,zusammenhang mit der deutschen ,cultur herauszubrechen1 welche ,cultur1 ,alles wohl erwogen1 eine ,hhe und divinatorische ,feinheit des historischen ,sinns gewesen ist3 aber ,schopenhauer selbst war gerade an dieser ,stelle bis zur ,genialitt arm1 unempfnglich1 undeutsch47 berhaupt in's ,grosse gerechnet1 mag es vor ,allem das ,menschliche1 ,allzumenschliche1 kurz die ,armseligkeit der neueren ,philosophen selbst gewesen sein1 was am grndlichsten der ,ehrfurcht vor der ,philosophie ,abbruch gethan und dem pbelmnnischen ,instinkte die ,thore aufgemacht hat4 ,man gestehe es sich doch ein1 bis zu welchem ,grade unsrer modernen ,welt die ganze ,art der ,heraklite1 ,plato's1 ,empedokles'1 und wie alle diese kniglichen und prachtvollen ,einsiedler des ,geistes geheissen haben1 abgeht2 und mit wie gutem ,rechte ,angesichts solcher ,vertreter der ,philosophie1 die heute ,dank der ,mode ebenso oben-auf als unten-durch sind - in ,deutschland zum ,beispiel die beiden ,lwen von ,berlin1 der ,anarchist ,eugen ,dhring und der ,amalgamist ,eduard von ,hartmann - ein braver ,mensch der ,wissenschaft sich besserer ,art und ,abkunft fhlen darf4 ,es ist in ,sonderheit der ,anblick jener ,mischmasch-,philosophen1 die sich ,wirklichkeits-,philosophen oder ,positivisten nennen1 welcher ein gefhrliches ,misstrauen in die ,seele eines jungen1 ehrgeizigen ,gelehrten zu werfen im ,stande ist3 das sind ja besten ,falls selbst ,gelehrte und ,spezialisten1 man greift es mit ,hnden6 - das sind ja allesammt berwundene und unter die ,botmssigkeit der ,wissenschaft ,zurckgebrachte1 welche irgendwann einmal mehr von sich gewollt haben1 ohne ein ,recht zu diesem mehr und seiner ,verantwortlichkeit zu haben - und die jetzt1 ehrsam1 ingrimmig1 rachschtig1 den ,unglauben an die ,herren-,aufgabe und ,herrschaftlichkeit der ,philosophie mit ,wort und ,that reprsentiren4 ,zuletzt3 wie knnte es auch anders sein6 ,die ,wissenschaft blht heute und hat das gute ,gewissen reichlich im ,gesichte1 whrend ,das1 wozu die ganze neuere ,philosophie allmhlich gesunken ist1 dieser ,rest ,philosophie von heute1 ,misstrauen und ,missmuth1 wenn nicht ,spott und ,mitleiden gegen sich rege macht4 ,philosophie auf ,erkenntnisstheorie reduzirt1 thatschlich nicht mehr als eine schchterne ,epochistik und ,enthaltsamkeitslehre3 eine ,philosophie1 die gar nicht ber die ,schwelle hinweg kommt und sich peinlich das ,recht zum ,eintritt verweigert - das ist ,philosophie in den letzten ,zgen1 ein ,ende1 eine ,agonie1 ,etwas das ,mitleiden macht4 ,wie knnte eine solche ,philosophie - herrschen6 #bje4 ,die ,gefahren fr die ,entwicklung des ,philosophen sind heute in ,wahrheit so vielfach1 dass man zweifeln mchte1 ob diese ,frucht berhaupt noch reif werden kann4 ,der ,umfang und der ,thurmbau der ,wissenschaften ist in's ,ungeheure gewachsen1 und damit auch die ,wahrscheinlichkeit1 dass der ,philosoph schon als ,lernender mde wird oder sich irgendwo festhalten und spezialisiren lsst3 so dass er gar nicht mehr auf seine ,hhe1 nmlich zum berblick1 ,umblick1 ,niederblick kommt4 ,oder er gelangt zu spt hinauf1 dann1 wenn seine beste ,zeit und ,kraft schon vorber ist2 oder beschdigt1 vergrbert1 entartet1 so dass sein ,blick1 sein ,gesammt-,werthurtheil wenig mehr bedeutet4 ,gerade die ,feinheit seines intellektuellen ,gewissens lsst ihn vielleicht unterwegs zgern und sich verzgern2 er frchtet die ,verfhrung zum ,dilettanten1 zum ,tausendfuss und ,tausend-,fhlhorn1 er weiss es zu gut1 dass ,einer1 der vor sich selbst die ,ehrfurcht verloren hat1 auch als ,erkennender nicht mehr befiehlt1 nicht mehr fhrt3 er msste denn schon zum grossen ,schauspieler werden wollen1 zum philosophischen ,cagliostro und ,rattenfnger der ,geister1 kurz zum ,verfhrer4 ,dies ist zuletzt eine ,frage des ,geschmacks3 wenn es selbst nicht eine ,frage des ,gewissens wre4 ,es kommt hinzu1 um die ,schwierigkeit des ,philosophen noch einmal zu verdoppeln1 dass er von sich ein ,urtheil1 ein ja oder ,nein1 nicht ber die ,wissenschaften1 sondern ber das ,leben und den ,werth des ,lebens verlangt1 - dass er ungern daran glauben lernt1 ein ,recht oder gar eine ,pflicht zu diesem ,urtheile zu haben1 und sich nur aus den umfnglichsten - vielleicht strendsten1 zerstrendsten - ,erlebnissen heraus und oft zgernd1 zweifelnd1 verstummend seinen ,weg zu jenem ,rechte und jenem ,glauben suchen muss4 ,in der ,that1 die ,menge hat den ,philosophen lange ,zeit verwechselt und verkannt1 sei es mit dem wissenschaftlichen ,menschen und idealen ,gelehrten1 sei es mit dem religis-gehobenen entsinnlichten entweltlichten ,schwrmer und ,trunkenbold ,gottes2 und hrt man gar heute jemanden loben1 dafr1 dass er weise lebe oder als ein ,philosoph1 so bedeutet es beinahe nicht mehr1 als klug und abseits4 ,weisheit3 das scheint dem ,pbel eine ,art ,flucht zu sein1 ein ,mittel und ,kunststck1 sich gut aus einem schlimmen ,spiele herauszuziehn2 aber der rechte ,philosoph - so scheint es uns1 meine ,freunde8 - lebt unphilosophisch und unweise1 vor ,allem unklug1 und fhlt die ,last und ,pflicht zu hundert ,versuchen und ,versuchungen des ,lebens3 - er risquirt sich bestndig1 er spielt das schlimme ,spiel44444 #bjf4 ,im ,verhltnisse zu einem ,genie1 das heisst zu einem ,wesen1 welches entweder zeugt oder gebiert1 beide ,worte in ihrem hchsten ,umfange genommen -1 hat der ,gelehrte1 der wissenschaftliche ,durchschnittsmensch immer etwas von der alten ,jungfer3 denn er versteht sich gleich dieser nicht auf die zwei werthvollsten ,verrichtungen des ,menschen4 ,in der ,that1 man gesteht ihnen ,beiden1 den ,gelehrten und den alten ,jungfern1 gleichsam zur ,entschdigung die ,achtbarkeit zu - man unterstreicht in diesen ,fllen die ,achtbarkeit - und hat noch an dem ,zwange dieses ,zugestndnisses den gleichen ,beisatz von ,verdruss4 ,sehen wir genauer zu3 was ist der wissenschaftliche ,mensch8 ,zunchst eine unvornehme ,art ,mensch1 mit den ,tugenden einer unvornehmen1 das heisst nicht herrschenden1 nicht autoritativen und auch nicht selbstgenugsamen ,art ,mensch3 er hat ,arbeitsamkeit1 geduldige ,einordnung in ,reih und ,glied1 ,gleichmssigkeit und ,maass im ,knnen und ,bedrfen1 er hat den ,instinkt fr ,seines gleichen und fr ,das1 was ,seinesgleichen nthig hat1 zum ,beispiel jenes ,stck ,unabhngigkeit und grner ,weide1 ohne welches es keine ,ruhe der ,arbeit giebt1 jenen ,anspruch auf ,ehre und ,anerkennung 7die zuerst und zuoberst ,erkennung1 ,erkennbarkeit voraussetzt -71 jenen ,sonnenschein des guten ,namens1 jene bestndige ,besiegelung seines ,werthes und seiner ,ntzlichkeit1 mit der das innerliche ,misstrauen1 der ,grund im ,herzen aller abhngigen ,menschen und ,heerdenthiere1 immer wieder berwunden werden muss4 ,der ,gelehrte hat1 wie billig1 auch die ,krankheiten und ,unarten einer unvornehmen ,art3 er ist reich am kleinen ,neide und hat ein ,luchsauge fr das ,niedrige solcher ,naturen1 zu deren ,hhen er nicht hinauf kann4 ,er ist zutraulich1 doch nur wie ,einer1 der sich gehen1 aber nicht strmen lsst2 und gerade vor dem ,menschen des grossen ,stroms steht er um so klter und verschlossener da1 - sein ,auge ist dann wie ein glatter widerwilliger ,see1 in dem sich kein ,entzcken1 kein ,mitgefhl mehr kruselt4 ,das ,schlimmste und ,gefhrlichste1 dessen ein ,gelehrter fhig ist1 kommt ihm vom ,instinkte der ,mittelmssigkeit seiner ,art3 von jenem ,jesuitismus der ,mittelmssigkeit1 welcher an der ,vernichtung des ungewhnlichen ,menschen instinktiv arbeitet und jeden gespannten ,bogen zu brechen oder - noch lieber6 - abzuspannen sucht4 ,abspannen nmlich1 mit ,rcksicht1 mit schonender ,hand natrlich -1 mit zutraulichem ,mitleiden abspannen3 das ist die eigentliche ,kunst des ,jesuitismus1 der es immer verstanden hat1 sich als ,religion des ,mitleidens einzufhren4 - #bjg4 ,wie dankbar man auch immer dem objektiven ,geiste entgegenkommen mag - und wer wre nicht schon einmal alles ,subjektiven und seiner verfluchten ,ipsissimositt bis zum ,sterben satt gewesen6 - zuletzt muss man aber auch gegen seine ,dankbarkeit ,vorsicht lernen und der bertreibung ,einhalt thun1 mit der die ,entselbstung und ,entpersnlichung des ,geistes gleichsam als ,ziel an sich1 als ,erlsung und ,verklrung neuerdings gefeiert wird3 wie es namentlich innerhalb der ,pessimisten-,schule zu geschehn pflegt1 die auch gute ,grnde hat1 dem interesselosen ,erkennen ihrerseits die hchsten ,ehren zu geben4 ,der objektive ,mensch1 der nicht mehr flucht und schimpft1 gleich dem ,pessimisten1 der ideale ,gelehrte1 in dem der wissenschaftliche ,instinkt nach tausendfachem ,ganz- und ,halb-,missrathen einmal zum ,auf- und ,ausblhen kommt1 ist sicherlich eins der kostbarsten ,werkzeuge1 die es giebt3 aber er gehrt in die ,hand eines ,mchtigeren4 ,er ist nur ein ,werkzeug1 sagen wir3 er ist ein ,spiegel1 - er ist kein ,selbstzweck4 ,der objektive ,mensch ist in der ,that ein ,spiegel3 vor ,allem1 was erkannt werden will1 zur ,unterwerfung gewohnt1 ohne eine andre ,lust1 als wie sie das ,erkennen1 das ,abspiegeln giebt1 - er wartet1 bis ,etwas kommt1 und breitet sich dann zart hin1 dass auch leichte ,fusstapfen und das ,vorberschlpfen geisterhafter ,wesen nicht auf seiner ,flche und ,haut verloren gehen4 ,was von ,person an ihm noch brig ist1 dnkt ihm zufllig1 oft willkrlich1 noch fter strend3 so sehr ist er sich selbst zum ,durchgang und ,wiederschein fremder ,gestalten und ,ereignisse geworden4 ,er besinnt sich auf ,sich zurck1 mit ,anstrengung1 nicht selten falsch2 er verwechselt sich leicht1 er vergreift sich in ,bezug auf die eignen ,nothdrfte und ist hier allein unfein und nachlssig4 ,vielleicht qult ihn die ,gesundheit oder die ,kleinlichkeit und ,stubenluft von ,weib und ,freund1 oder der ,mangel an ,gesellen und ,gesellschaft1 - ja1 er zwingt sich1 ber seine ,qual nachzudenken3 umsonst6 ,schon schweift sein ,gedanke weg1 zum allgemeineren ,falle1 und morgen weiss er so wenig als er es gestern wusste1 wie ihm zu helfen ist4 ,er hat den ,ernst fr sich verloren1 auch die ,zeit3 er ist heiter1 nicht aus ,mangel an ,noth1 sondern aus ,mangel an ,fingern und ,handhaben fr seine ,noth4 ,das gewohnte ,entgegenkommen gegen jedes ,ding und ,erlebniss1 die sonnige und unbefangene ,gastfreundschaft1 mit der er ,alles annimmt1 was auf ihn stsst1 seine ,art von rcksichtslosem ,wohlwollen1 von gefhrlicher ,unbekmmertheit um ,ja und ,nein3 ach1 es giebt genug ,flle1 wo er diese seine ,tugenden bssen muss6 - und als ,mensch berhaupt wird er gar zu leicht das caput mortuum dieser ,tugenden4 ,will man ,liebe und ,hass von ihm1 ich meine ,liebe und ,hass1 wie ,gott1 ,weib und ,thier sie verstehn -3 er wird thun1 was er kann1 und geben1 was er kann4 ,aber man soll sich nicht wundern1 wenn es nicht viel ist1 - wenn er da gerade sich uncht1 zerbrechlich1 fragwrdig und morsch zeigt4 ,seine ,liebe ist gewollt1 sein ,hass knstlich und mehr un tour de force1 eine kleine ,eitelkeit und bertreibung4 ,er ist eben nur cht1 so weit er objektiv sein darf3 allein in seinem heitern ,totalismus ist er noch ,natur und natrlich4 ,seine spiegelnde und ewig sich glttende ,seele weiss nicht mehr zu bejahen1 nicht mehr zu verneinen2 er befiehlt nicht2 er zerstrt auch nicht4 ,je ne mprise presque rien - sagt er mit ,leibnitz3 man berhre und unterschtze das presque nicht6 ,er ist auch kein ,mustermensch2 er geht ,niemandem voran1 noch nach2 er stellt sich berhaupt zu ferne1 als dass er ,grund htte1 zwischen ,gut und ,bse ,partei zu ergreifen4 ,wenn man ihn so lange mit dem ,philosophen verwechselt hat1 mit dem csarischen ,zchter und ,gewaltmenschen der ,cultur3 so hat man ihm viel zu hohe ,ehren gegeben und das ,wesentlichste an ihm bersehen1 - er ist ein ,werkzeug1 ein ,stck ,sklave1 wenn gewiss auch die sublimste ,art des ,sklaven1 an sich aber ,nichts1 - presque rien6 ,der objektive ,mensch ist ein ,werkzeug1 ein kostbares1 leicht verletzliches und getrbtes ,mess-,werkzeug und ,spiegel-,kunstwerk1 das man schonen und ehren soll2 aber er ist kein ,ziel1 kein ,ausgang und ,aufgang1 kein complementrer ,mensch1 in dem das brige ,dasein sich rechtfertigt1 kein ,schluss - und noch weniger ein ,anfang1 eine ,zeugung und erste ,ursache1 nichts ,derbes1 ,mchtiges1 ,auf-sich-,gestelltes1 das ,herr sein will3 vielmehr nur ein zarter ausgeblasener feiner beweglicher ,formen-,topf1 der auf irgend einen ,inhalt und ,gehalt erst warten muss1 um sich nach ihm zu gestalten1 - fr gewhnlich ein ,mensch ohne ,gehalt und ,inhalt1 ein selbstloser ,mensch4 ,folglich auch ,nichts fr ,weiber1 in parenthesi4 - #bjh4 ,wenn heute ein ,philosoph zu verstehen giebt1 er sei kein ,skeptiker1 - ich hoffe1 man hat ,das aus der eben gegebenen ,abschilderung des objektiven ,geistes herausgehrt8 - so hrt alle ,welt das ungern2 man sieht ihn darauf an1 mit einiger ,scheu1 man mchte so ,vieles fragen1 fragen444 ja1 unter furchtsamen ,horchern1 wie es deren jetzt in ,menge giebt1 heisst er von da an gefhrlich4 ,es ist ihnen1 als ob sie1 bei seiner ,ablehnung der ,skepsis1 von ,ferne her irgend ein bses bedrohliches ,gerusch hrten1 als ob irgendwo ein neuer ,sprengstoff versucht werde1 ein ,dynamit des ,geistes1 vielleicht ein neuentdecktes ,russisches ,nihilin1 ein ,pessimismus bonae voluntatis1 der nicht bloss ,nein sagt1 ,nein will1 sondern - schrecklich zu denken6 ,nein thut4 ,gegen diese ,art von gutem ,willen - einem ,willen zur wirklichen thtlichen ,verneinung des ,lebens - giebt es anerkanntermaassen heute kein besseres ,schlaf- und ,beruhigungsmittel1 als ,skepsis1 den sanften holden einlullenden ,mohn ,skepsis2 und ,hamlet selbst wird heute von den rzten der ,zeit gegen den ,geist und sein ,rumoren unter dem ,boden verordnet4 ,hat man denn nicht alle ,ohren schon voll von schlimmen ,geruschen8 sagt der ,skeptiker1 als ein ,freund der ,ruhe und beinahe als eine ,art von ,sicherheits-,polizei3 dies unterirdische ,nein ist frchterlich6 ,stille endlich1 ihr pessimistischen ,maulwrfe6 ,der ,skeptiker nmlich1 dieses zrtliche ,geschpf1 erschrickt allzuleicht2 sein ,gewissen ist darauf eingeschult1 bei jedem ,nein1 ja schon bei einem entschlossenen harten ,ja zu zucken und etwas wie einen ,biss zu spren4 ,ja6 und ,nein6 - das geht ihm wider die ,moral2 umgekehrt liebt er es1 seiner ,tugend mit der edlen ,enthaltung ein ,fest zu machen1 etwa indem er mit ,montaigne spricht3 was weiss ich8 ,oder mit ,sokrates3 ich weiss1 dass ich ,nichts weiss4 ,oder3 hier traue ich mir nicht1 hier steht mir keine ,thr offen4 ,oder3 gesetzt1 sie stnde offen1 wozu gleich eintreten6 ,oder3 wozu ntzen alle vorschnellen ,hypothesen8 ,gar keine ,hypothesen machen knnte leicht zum guten ,geschmack gehren4 ,msst ihr denn durchaus etwas ,krummes gleich gerade biegen8 ,durchaus jedes ,loch mit irgend welchem ,werge ausstopfen8 ,hat das nicht ,zeit8 ,hat die ,zeit nicht ,zeit8 ,oh ihr ,teufelskerle1 knnt ihr denn gar nicht warten8 ,auch das ,ungewisse hat seine ,reize1 auch die ,sphinx ist eine ,circe1 auch die ,circe war eine ,philosophin4 - ,also trstet sich ein ,skeptiker2 und es ist wahr1 dass er einigen ,trost nthig hat4 ,skepsis nmlich ist der geistigste ,ausdruck einer gewissen vielfachen physiologischen ,beschaffenheit1 welche man in gemeiner ,sprache ,nervenschwche und ,krnklichkeit nennt2 sie entsteht jedes ,mal1 wenn sich in entscheidender und pltzlicher ,weise lang von einander abgetrennte ,rassen oder ,stnde kreuzen4 ,in dem neuen ,geschlechte1 das gleichsam verschiedene ,maasse und ,werthe in's ,blut vererbt bekommt1 ist ,alles ,unruhe1 ,strung1 ,zweifel1 ,versuch2 die besten ,krfte wirken hemmend1 die ,tugenden selbst lassen einander nicht wachsen und stark werden1 in ,leib und ,seele fehlt ,gleichgewicht1 ,schwergewicht1 perpendikulre ,sicherheit4 ,was aber in solchen ,mischlingen am tiefsten krank wird und entartet1 das ist der ,wille3 sie kennen das ,unabhngige im ,entschlusse1 das tapfere ,lustgefhl im ,wollen gar nicht mehr1 - sie zweifeln an der ,freiheit des ,willens auch noch in ihren ,trumen4 ,unser ,europa von heute1 der ,schauplatz eines unsinnig pltzlichen ,versuchs von radikaler ,stnde- und folglich ,rassenmischung1 ist deshalb skeptisch in allen ,hhen und ,tiefen1 bald mit jener beweglichen ,skepsis1 welche ungeduldig und lstern von einem ,ast zum andern springt1 bald trbe wie eine mit ,fragezeichen berladene ,wolke1 - und seines ,willens oft bis zum ,sterben satt6 ,willenslhmung3 wo findet man nicht heute diesen ,krppel sitzen6 ,und oft noch wie geputzt6 ,wie verfhrerisch herausgeputzt6 ,es giebt die schnsten ,prunk- und ,lgenkleider fr diese ,krankheit2 und dass zum ,beispiel das ,meiste von dem1 was sich heute als ,objektivitt1 ,wissenschaftlichkeit1 l'art pour l'art1 reines willensfreies ,erkennen in die ,schaulden stellt1 nur aufgeputzte ,skepsis und ,willenslhmung ist1 - fr diese ,diagnose der europischen ,krankheit will ich einstehn4 - ,die ,krankheit des ,willens ist ungleichmssig ber ,europa verbreitet3 sie zeigt sich dort am grssten und vielfltigsten1 wo die ,cultur schon am lngsten heimisch ist1 sie verschwindet im dem ,maasse1 als der ,barbar noch - oder wieder - unter dem schlotterichten ,gewande von westlndischer ,bildung sein ,recht geltend macht4 ,im jetzigen ,frankreich ist demnach1 wie man es ebenso leicht erschliessen als mit ,hnden greifen kann1 der ,wille am schlimmsten erkrankt2 und ,frankreich1 welches immer eine meisterhafte ,geschicklichkeit gehabt hat1 auch die verhngnisvollen ,wendungen seines ,geistes in's ,reizende und ,verfhrerische umzukehren1 zeigt heute recht eigentlich als ,schule und ,schaustellung aller ,zauber der ,skepsis sein ,cultur-bergewicht ber ,europa4 ,die ,kraft zu wollen1 und zwar einen ,willen lang zu wollen1 ist etwas strker schon in ,deutschland1 und im deutschen ,norden wiederum strker als in der deutschen ,mitte2 erheblich strker in ,england1 ,spanien und ,corsika1 dort an das ,phlegma1 hier an harte ,schdel gebunden1 - um nicht von ,italien zu reden1 welches zu jung ist1 als dass es schon wsste1 was es wollte1 und das erst beweisen muss1 ob es wollen kann -1 aber am allerstrksten und erstaunlichsten in jenem ungeheuren ,zwischenreiche1 wo ,europa gleichsam nach ,asien zurckfliesst1 in ,russland4 ,da ist die ,kraft zu wollen seit langem zurckgelegt und aufgespeichert1 da wartet der ,wille - ungewiss1 ob als ,wille der ,verneinung oder der ,bejahung - in bedrohlicher ,weise darauf1 ausgelst zu werden1 um den ,physikern von heute ihr ,leibwort abzuborgen4 ,es drften nicht nur indische ,kriege und ,verwicklungen in ,asien dazu nthig sein1 damit ,europa von seiner grssten ,gefahr entlastet werde1 sondern innere ,umstrze1 die ,zersprengung des ,reichs in kleine ,krper und vor ,allem die ,einfhrung des parlamentarischen ,bldsinns1 hinzugerechnet die ,verpflichtung fr ,jedermann1 zum ,frhstck seine ,zeitung zu lesen4 ,ich sage dies nicht als ,wnschender3 mir wrde das ,entgegengesetzte eher nach dem ,herzen sein1 - ich meine eine solche ,zunahme der ,bedrohlichkeit ,russlands1 dass ,europa sich entschliessen msste1 gleichermaassen bedrohlich zu werden1 nmlich ,einen ,willen zu bekommen1 durch das ,mittel einer neuen ber ,europa herrschenden ,kaste1 einen langen furchtbaren eigenen ,willen1 der sich ber ,jahrtausende hin ,ziele setzen knnte3 - damit endlich die langgesponnene ,komdie seiner ,kleinstaaterei und ebenso seine dynastische wie demokratische ,vielwollerei zu einem ,abschluss kme4 ,die ,zeit fr kleine ,politik ist vorbei3 schon das nchste ,jahrhundert bringt den ,kampf um die ,erd-,herrschaft1 - den ,zwang zur grossen ,politik4 #bji4 ,inwiefern das neue kriegerische ,zeitalter1 in welches wir ,europer ersichtlich eingetreten sind1 vielleicht auch der ,entwicklung einer anderen und strkeren ,art von ,skepsis gnstig sein mag1 darber mchte ich mich vorlufig nur durch ein ,gleichniss ausdrcken1 welches die ,freunde der deutschen ,geschichte schon verstehen werden4 ,jener unbedenkliche ,enthusiast fr schne grossgewachsene ,grenadiere1 welcher1 als ,knig von ,preussen1 einem militrischen und skeptischen ,genie - und damit im ,grunde jenem neuen1 jetzt eben siegreich heraufgekommenen ,typus des ,deutschen - das ,dasein gab1 der fragwrdige tolle ,vater ,friedrichs des ,grossen1 hatte in ,einem ,punkte selbst den ,griff und die ,glcks-,kralle des ,genies3 er wusste1 woran es damals in ,deutschland fehlte1 und welcher ,mangel hundert ,mal ngstlicher und dringender war1 als etwa der ,mangel an ,bildung und gesellschaftlicher ,form1 - sein ,widerwille gegen den jungen ,friedrich kam aus der ,angst eines tiefen ,instinktes4 ,mnner fehlten2 und er argwhnte zu seinem bittersten ,verdrusse1 dass sein eigner ,sohn nicht ,manns genug sei4 ,darin betrog er sich3 aber wer htte an seiner ,stelle sich nicht betrogen8 ,er sah seinen ,sohn dem ,atheismus1 dem esprit1 der gensslichen ,leichtlebigkeit geistreicher ,franzosen verfallen3 - er sah im ,hintergrunde die grosse ,blutaussaugerin1 die ,spinne ,skepsis1 er argwhnte das unheilbare ,elend eines ,herzens1 das zum ,bsen wie zum ,guten nicht mehr hart genug ist1 eines zerbrochnen ,willens1 der nicht mehr befiehlt1 nicht mehr befehlen kann4 ,aber inzwischen wuchs in seinem ,sohne jene gefhrlichere und hrtere neue ,art der ,skepsis empor - wer weiss1 wie sehr gerade durch den ,hass des ,vaters und durch die eisige ,melancholie eines einsam gemachten ,willens begnstigt8 - die ,skepsis der verwegenen ,mnnlichkeit1 welche dem ,genie zum ,kriege und zur ,eroberung nchst verwandt ist und in der ,gestalt des grossen ,friedrich ihren ersten ,einzug in ,deutschland hielt4 ,diese ,skepsis verachtet und reisst trotzdem an sich2 sie untergrbt und nimmt in ,besitz2 sie glaubt nicht1 aber sie verliert sich nicht dabei2 sie giebt dem ,geiste gefhrliche ,freiheit1 aber sie hlt das ,herz streng2 es ist die deutsche ,form der ,skepsis1 welche1 als ein fortgesetzter und in's ,geistigste gesteigerter ,fridericianismus1 ,europa eine gute ,zeit unter die ,botmssigkeit des deutschen ,geistes und seines kritischen und historischen ,misstrauens gebracht hat4 ,dank dem unbezwinglich starken und zhen ,manns-,charakter der grossen deutschen ,philologen und ,geschichts-,kritiker 7welche1 richtig angesehn1 allesammt auch ,artisten der ,zerstrung und ,zersetzung waren7 stellte sich allmhlich und trotz aller ,romantik in ,musik und ,philosophie ein neuer ,begriff vom deutschen ,geiste fest1 in dem der ,zug zur mnnlichen ,skepsis entscheidend hervortrat3 sei es zum ,beispiel als ,unerschrockenheit des ,blicks1 als ,tapferkeit und ,hrte der zerlegenden ,hand1 als zher ,wille zu gefhrlichen ,entdeckungsreisen1 zu vergeistigten ,nordpol-,expeditionen unter den und gefhrlichen ,himmeln4 ,es mag seine guten ,grnde haben1 wenn sich warmbltige und oberflchliche ,menschlichkeits-,menschen gerade vor diesem ,geiste bekreuzigen3 cet esprit fataliste1 ironique1 mphistophlique nennt ihn1 nicht ohne ,schauder1 ,michelet4 ,aber will man nachfhlen1 wie auszeichnend diese ,furcht vor dem ,mann im deutschen ,geiste ist1 durch den ,europa aus seinem dogmatischen ,schlummer geweckt wurde1 so mge man sich des ehemaligen ,begriffs erinnern1 der mit ihm berwunden werden musste1 - und wie es noch nicht zu lange her ist1 dass ein vermnnlichtes ,weib es in zgelloser ,anmaassung wagen durfte1 die ,deutschen als sanfte herzensgute willensschwache und dichterische ,tlpel der ,theilnahme ,europa's zu empfehlen4 ,man verstehe doch endlich das ,erstaunen ,napoleon's tief genug1 als er ,goethen zu sehen bekam3 es verrth1 was man sich ,jahrhunderte lang unter dem deutschen ,geiste gedacht hatte4 ,voil un homme6 - das wollte sagen3 ,das ist ja ein ,mann6 ,und ich hatte nur einen ,deutschen erwartet6 - - #baj4 ,gesetzt also1 dass im ,bilde der ,philosophen der ,zukunft irgend ein ,zug zu rathen giebt1 ob sie nicht vielleicht1 in dem zuletzt angedeuteten ,sinne1 ,skeptiker sein mssen1 so wre damit doch nur ein ,etwas an ihnen bezeichnet - und nicht sie selbst4 ,mit dem gleichen ,rechte drften sie sich ,kritiker nennen lassen2 und sicherlich werden es ,menschen der ,experimente sein4 ,durch den ,namen1 auf welchen ich sie zu taufen wagte1 habe ich das ,versuchen und die ,lust am ,versuchen schon ausdrcklich unterstrichen3 geschah dies deshalb1 weil sie1 als ,kritiker an ,leib und ,seele1 sich des ,experiments in einem neuen1 vielleicht weiteren1 vielleicht gefhrlicheren ,sinne zu bedienen lieben8 ,mssen sie1 in ihrer ,leidenschaft der ,erkenntniss1 mit verwegenen und schmerzhaften ,versuchen weiter gehn1 als es der weichmthige und verzrtelte ,geschmack eines demokratischen ,jahrhunderts gut heissen kann8 - ,es ist kein ,zweifel3 diese ,kommenden werden am wenigsten jener ernsten und nicht unbedenklichen ,eigenschaften entrathen drfen1 welche den ,kritiker vom ,skeptiker abheben1 ich meine die ,sicherheit der ,werthmaasse1 die bewusste ,handhabung einer ,einheit von ,methode1 den gewitzten ,muth1 das ,alleinstehn und ,sich-verantworten-knnen2 ja1 sie gestehen bei sich eine ,lust am ,neinsagen und ,zergliedern und eine gewisse besonnene ,grausamkeit zu1 welche das ,messer sicher und fein zu fhren weiss1 auch noch1 wenn das ,herz blutet4 ,sie werden hrter sein 7und vielleicht nicht immer nur gegen sich71 als humane ,menschen wnschen mgen1 sie werden sich nicht mit der ,wahrheit einlassen1 damit sie ihnen gefalle oder sie erhebe und begeistere3 - ihr ,glaube wird vielmehr gering sein1 dass gerade die ,wahrheit solche ,lustbarkeiten fr das ,gefhl mit sich bringe4 ,sie werden lcheln1 diese strengen ,geister1 wenn ,einer vor ihnen sagte jener ,gedanke erhebt mich3 wie sollte er nicht wahr sein8 ,oder3 jenes ,werk entzckt mich3 wie sollte es nicht schn sein8 ,oder3 jener ,knstler vergrssert mich3 wie sollte er nicht gross sein8 - sie haben vielleicht nicht nur ein ,lcheln1 sondern einen chten ,ekel vor allem derartig ,schwrmerischen1 ,idealistischen1 ,femininischen1 ,hermaphroditischen bereit1 und wer ihnen bis in ihre geheimen ,herzenskammern zu folgen wsste1 wrde schwerlich dort die ,absicht vorfinden1 christliche ,gefhle mit dem antiken ,geschmacke und etwa gar noch mit dem modernen ,parlamentarismus zu vershnen 7wie dergleichen ,vershnlichkeit in unserm sehr unsicheren1 folglich sehr vershnlichen ,jahrhundert sogar bei ,philosophen vorkommen soll74 ,kritische ,zucht und jede ,gewhnung1 welche zur ,reinlichkeit und ,strenge in ,dingen des ,geistes fhrt1 werden diese ,philosophen der ,zukunft nicht nur von sich verlangen3 sie drften sie wie ihre ,art ,schmuck selbst zur ,schau tragen1 - trotzdem wollen sie deshalb noch nicht ,kritiker heissen4 ,es scheint ihnen keine kleine ,schmach1 die der ,philosophie angethan wird1 wenn man dekretirt1 wie es heute so gern geschieht3 ,philosophie selbst ist ,kritik und kritische ,wissenschaft - und gar nichts ausserdem6 ,mag diese ,werthschtzung der ,philosophie sich des ,beifalls aller ,positivisten ,frankreichs und ,deutschlands erfreuen 7- und es wre mglich1 dass sie sogar dem ,herzen und ,geschmacke ,kant's geschmeichelt htte3 man erinnere sich der ,titel seiner ,hauptwerke -73 unsre neuen ,philosophen werden trotzdem sagen3 ,kritiker sind ,werkzeuge des ,philosophen und eben darum1 als ,werkzeuge1 noch lange nicht selbst ,philosophen6 ,auch der grosse ,chinese von ,knigsberg war nur ein grosser ,kritiker4 - #baa4 ,ich bestehe darauf1 dass man endlich aufhre1 die philosophischen ,arbeiter und berhaupt die wissenschaftlichen ,menschen mit den ,philosophen zu verwechseln1 - dass man gerade hier mit ,strenge ,jedem das ,seine und ,jenen nicht zu ,viel1 ,diesen nicht viel zu ,wenig gebe4 ,es mag zur ,erziehung des wirklichen ,philosophen nthig sein1 dass er selbst auch auf allen diesen ,stufen einmal gestanden hat1 auf welchen seine ,diener1 die wissenschaftlichen ,arbeiter der ,philosophie1 stehen bleiben1 - stehen bleiben mssen2 er muss selbst vielleicht ,kritiker und ,skeptiker und ,dogmatiker und ,historiker und berdies ,dichter und ,sammler und ,reisender und ,rthselrather und ,moralist und ,seher und freier ,geist und beinahe ,alles gewesen sein1 um den ,umkreis menschlicher ,werthe und ,werth-,gefhle zu durchlaufen und mit vielerlei ,augen und ,gewissen1 von der ,hhe in jede ,ferne1 von der ,tiefe in jede ,hhe1 von der ,ecke in jede ,weite1 blicken zu knnen4 ,aber dies ,alles sind nur ,vorbedingungen seiner ,aufgabe3 diese ,aufgabe selbst will etwas ,anderes1 - sie verlangt1 dass er ,werthe schaffe4 ,jene philosophischen ,arbeiter nach dem edlen ,muster ,kant's und ,hegel's haben irgend einen grossen ,thatbestand von ,werthschtzungen - das heisst ehemaliger ,werthsetzungen1 ,werthschpfungen1 welche herrschend geworden sind und eine ,zeit lang ,wahrheiten genannt werden - festzustellen und in ,formeln zu drngen1 sei es im ,reiche des ,logischen oder des ,politischen 7,moralischen7 oder des ,knstlerischen4 ,diesen ,forschern liegt es ob1 alles bisher ,geschehene und ,geschtzte bersichtlich1 berdenkbar1 fasslich1 handlich zu machen1 alles ,lange1 ja die ,zeit selbst1 abzukrzen und die ganze ,vergangenheit zu berwltigen3 eine ungeheure und wundervolle ,aufgabe1 in deren ,dienst sich sicherlich jeder feine ,stolz1 jeder zhe ,wille befriedigen kann4 ,die eigentlichen ,philosophen aber sind ,befehlende und ,gesetzgeber3 sie sagen so soll es sein61 sie bestimmen erst das ,wohin8 und ,wozu8 des ,menschen und verfgen dabei ber die ,vorarbeit aller philosophischen ,arbeiter1 aller berwltiger der ,vergangenheit1 - sie greifen mit schpferischer ,hand nach der ,zukunft1 und ,alles1 was ist und war1 wird ihnen dabei zum ,mittel1 zum ,werkzeug1 zum ,hammer4 ,ihr ,erkennen ist ,schaffen1 ihr ,schaffen ist eine ,gesetzgebung1 ihr ,wille zur ,wahrheit ist - ,wille zur ,macht4 - ,giebt es heute solche ,philosophen8 ,gab es schon solche ,philosophen8 ,muss es nicht solche ,philosophen geben84444 #bab4 ,es will mir immer mehr so scheinen1 dass der ,philosoph als ein nothwendiger ,mensch des ,morgens und bermorgens sich jederzeit mit seinem ,heute in ,widerspruch befunden hat und befinden musste3 sein ,feind war jedes ,mal das ,ideal von ,heute4 ,bisher haben alle diese ausserordentlichen ,frderer des ,menschen1 welche man ,philosophen nennt1 und die sich selbst selten als ,freunde der ,weisheit1 sondern eher als unangenehme ,narren und gefhrliche ,fragezeichen fhlten -1 ihre ,aufgabe1 ihre harte1 ungewollte1 unabweisliche ,aufgabe1 endlich aber die ,grsse ihrer ,aufgabe darin gefunden1 das bse ,gewissen ihrer ,zeit zu sein4 ,indem sie gerade den ,tugenden der ,zeit das ,messer vivisektorisch auf die ,brust setzten1 verriethen sie1 was ihr eignes ,geheimniss war3 um eine neue ,grsse des ,menschen zu wissen1 um einen neuen ungegangenen ,weg zu seiner ,vergrsserung4 ,jedes ,mal deckten sie auf1 wie viel ,heuchelei1 ,bequemlichkeit1 ,sich-gehen-lassen und ,sich-fallen lassen1 wie viel ,lge unter dem bestgeehrten ,typus ihrer zeitgenssischen ,moralitt versteckt1 wie viel ,tugend berlebt sei2 jedes ,mal sagten sie3 wir mssen dorthin1 dorthinaus1 wo ihr heute am wenigsten zu ,hause seid4 ,angesichts einer ,welt der modernen ,ideen1 welche ,jedermann in eine ,ecke und ,spezialitt bannen mchte1 wrde ein ,philosoph1 falls es heute ,philosophen geben knnte1 gezwungen sein1 die ,grsse des ,menschen1 den ,begriff ,grsse gerade in seine ,umfnglichkeit und ,vielfltigkeit1 in seine ,ganzheit im ,vielen zu setzen3 er wrde sogar den ,werth und ,rang darnach bestimmen1 wie viel und vielerlei ,einer tragen und auf sich nehmen1 wie weit ,einer seine ,verantwortlichkeit spannen knnte4 ,heute schwcht und verdnnt der ,zeitgeschmack und die ,zeittugend den ,willen1 ,nichts ist so sehr zeitgemss als ,willensschwche3 also muss1 im ,ideale des ,philosophen1 gerade ,strke des ,willens1 ,hrte und ,fhigkeit zu langen ,entschliessungen in den ,begriff ,grsse hineingehren2 mit so gutem ,rechte als die umgekehrte ,lehre und das ,ideal einer blden entsagenden demthigen selbstlosen ,menschlichkeit einem umgekehrten ,zeitalter angemessen war1 einem solchen1 das gleich dem sechszehnten ,jahrhundert an seiner aufgestauten ,energie des ,willens und den wildesten ,wssern und ,sturmfluthen der ,selbstsucht litt4 ,zur ,zeit des ,sokrates1 unter lauter ,menschen des ermdeten ,instinktes1 unter conservativen ,altathenern1 welche sich gehen liessen - zum ,glck1 wie sie sagten1 zum ,vergngen1 wie sie thaten - und die dabei immer noch die alten prunkvollen ,worte in den ,mund nahmen1 auf die ihnen ihr ,leben lngst kein ,recht mehr gab1 war vielleicht ,ironie zur ,grsse der ,seele nthig1 jene sokratische boshafte ,sicherheit des alten ,arztes und ,pbelmanns1 welcher schonungslos in's eigne ,fleisch schnitt1 wie in's ,fleisch und ,herz des ,vornehmen1 mit einem ,blick1 welcher verstndlich genug sprach3 verstellt euch vor mir nicht6 ,hier - sind wir gleich6 ,heute umgekehrt1 wo in ,europa das ,heerdenthier allein zu ,ehren kommt und ,ehren vertheilt1 wo die ,gleichheit der ,rechte allzuleicht sich in die ,gleichheit im ,unrechte umwandeln knnte3 ich will sagen in gemeinsame ,bekriegung alles ,seltenen1 ,fremden1 ,bevorrechtigten1 des hheren ,menschen1 der hheren ,seele1 der hheren ,pflicht1 der hheren ,verantwortlichkeit1 der schpferischen ,machtflle und ,herrschaftlichkeit - heute gehrt das ,vornehm-sein1 das ,fr-sich-sein-wollen1 das ,anders-sein-knnen1 das ,allein-stehn und auf-eigne-,faust-leben-mssen zum ,begriff ,grsse2 und der ,philosoph wird ,etwas von seinem eignen ,ideal verrathen1 wenn er aufstellt3 der soll der ,grsste sein1 der der ,einsamste sein kann1 der ,verborgenste1 der ,abweichendste1 der ,mensch jenseits von ,gut und ,bse1 er ,herr seiner ,tugenden1 der berreiche des ,willens2 dies eben soll ,grsse heissen3 ebenso vielfach als ganz1 ebenso weit als voll sein knnen4 ,und nochmals gefragt3 ist heute - ,grsse mglich8 #bac4 ,was ein ,philosoph ist1 das ist deshalb schlecht zu lernen1 weil es nicht zu lehren ist3 man muss es wissen1 aus ,erfahrung1 - oder man soll den ,stolz haben1 es nicht zu wissen4 ,dass aber heutzutage alle ,welt von ,dingen redet1 in ,bezug auf welche sie keine ,erfahrung haben kann1 gilt am meisten und schlimmsten vom ,philosophen und den philosophischen ,zustnden3 - die ,wenigsten kennen sie1 drfen sie kennen1 und alle populren ,meinungen ber sie sind falsch4 ,so ist zum ,beispiel jenes cht philosophische ,beieinander einer khnen ausgelassenen ,geistigkeit1 welche presto luft1 und einer dialektischen ,strenge und ,nothwendigkeit1 die keinen ,fehltritt thut1 den meisten ,denkern und ,gelehrten von ihrer ,erfahrung her unbekannt und darum1 falls jemand davon vor ihnen reden wollte1 un glaubwrdig4 ,sie stellen sich jede ,nothwendigkeit als ,noth1 als peinliches ,folgen-mssen und ,gezwungen-werden vor2 und das ,denken selbst gilt ihnen als etwas ,langsames1 ,zgerndes1 beinahe als eine ,mhsal und oft genug als des ,schweisses der ,edlen werth - aber ganz und gar nicht als etwas ,leichtes1 ,gttliches und dem ,tanze1 dem bermuthe1 ,nchst-,verwandtes6 ,denken und eine ,sache ernst nehmen1 schwer nehmen - das gehrt bei ihnen zu einander3 so allein haben sie es erlebt -4 ,die ,knstler mgen hier schon eine feinere ,witterung haben4- sie1 die nur zu gut wissen1 dass gerade dann1 wo sie ,nichts mehr willkrlich und ,alles nothwendig machen1 ihr ,gefhl von ,freiheit1 ,feinheit1 ,vollmacht1 von schpferischem ,setzen1 ,verfgen1 ,gestalten auf seine ,hhe kommt1 - kurz1 dass ,nothwendigkeit und ,freiheit des ,willens dann bei ihnen ,eins sind4 ,es giebt zuletzt eine ,rangordnung seelischer ,zustnde1 welcher die ,rangordnung der ,probleme gemss ist2 und die hchsten ,probleme stossen ohne ,gnade ,jeden zurck1 der ihnen zu nahen wagt1 ohne durch ,hhe und ,macht seiner ,geistigkeit zu ihrer ,lsung vorherbestimmt zu sein4 ,was hilft es1 wenn gelenkige ,allerwelts-,kpfe oder ungelenke brave ,mechaniker und ,empiriker sich1 wie es heute so vielfach geschieht1 mit ihrem ,plebejer-,ehrgeize in ihre ,nhe und gleichsam an diesen ,hof der ,hfe drngen6 ,aber auf solche ,teppiche drfen grobe ,fsse nimmermehr treten3 dafr ist im ,urgesetz der ,dinge schon gesorgt2 die ,thren bleiben diesen ,zudringlichen geschlossen1 mgen sie sich auch die ,kpfe daran stossen und zerstossen6 ,fr jede hohe ,welt muss man geboren sein2 deutlicher gesagt1 man muss fr sie gezchtet sein3 ein ,recht auf ,philosophie - das ,wort im grossen ,sinne genommen - hat man nur ,dank seiner ,abkunft1 die ,vorfahren1 das ,geblt entscheidet auch hier4 ,viele ,geschlechter mssen der ,entstehung des ,philosophen vorgearbeitet haben2 jede seiner ,tugenden muss einzeln erworben1 gepflegt1 fortgeerbt1 einverleibt worden sein1 und nicht nur der khne leichte zarte ,gang und ,lauf seiner ,gedanken1 sondern vor ,allem die ,bereitwilligkeit zu grossen ,verantwortungen1 die ,hoheit herrschender ,blicke und ,niederblicke1 das ,sich-,abgetrennt-,fhlen von der ,menge und ihren ,pflichten und ,tugenden1 das leutselige ,beschtzen und ,vertheidigen dessen1 was missverstanden und verleumdet wird1 sei es ,gott1 sei es ,teufel1 die ,lust und bung in der grossen ,gerechtigkeit1 die ,kunst des ,befehlens1 die ,weite des ,willens1 das langsame ,auge1 welches selten bewundert1 selten hinauf blickt1 selten liebt4444 ,siebentes ,hauptstck3 ,unsere ,tugenden4 #bad4 ,unsere ,tugenden8 - ,es ist wahrscheinlich1 dass auch wir noch unsere ,tugenden haben1 ob es schon billigerweise nicht jene treuherzigen und vierschrtigen ,tugenden sein werden1 um derentwillen wir unsere ,grossvter in ,ehren1 aber auch ein wenig uns vom ,leibe halten4 ,wir ,europer von bermorgen1 wir ,erstlinge des zwanzigsten ,jahrhunderts1 - mit aller unsrer gefhrlichen ,neugierde1 unsrer ,vielfltigkeit und ,kunst der ,verkleidung1 unsrer mrben und gleichsam versssten ,grausamkeit in ,geist und ,sinnen1 - wir werden vermuthlich1 wenn wir ,tugenden haben sollten1 nur solche haben1 die sich mit unsren heimlichsten und herzlichsten ,hngen1 mit unsern heissesten ,bedrfnissen am besten vertragen lernten3 wohlan1 suchen wir einmal nach ihnen in unsren ,labyrinthen6 - woselbst sich1 wie man weiss1 so mancherlei verliert1 so mancherlei ganz verloren geht4 ,und giebt es etwas ,schneres1 als nach seinen eigenen ,tugenden suchen8 ,heisst dies nicht beinahe schon3 an seine eigne ,tugend glauben8 ,dies aber an seine ,tugend glauben - ist dies nicht im ,grunde dasselbe1 was man ehedem sein gutes ,gewissen nannte1 jener ehrwrdige langschwnzige ,begriffs-,zopf1 den sich unsre ,grossvter hinter ihren ,kopf1 oft genug auch hinter ihren ,verstand hngten8 ,es scheint demnach1 wie wenig wir uns auch sonst altmodisch und grossvterhaft-ehrbar dnken mgen1 in ,einem sind wir dennoch die wrdigen ,enkel dieser ,grossvter1 wir letzten ,europer mit gutem ,gewissen3 auch wir noch tragen ihren ,zopf4 - ,ach6 ,wenn ihr wsstet1 wie es bald1 so bald schon - anders kommt644444 #bae4 ,wie es im ,reich der ,sterne mitunter zwei ,sonnen sind1 welche die ,bahn ,eines ,planeten bestimmen1 wie in gewissen ,fllen ,sonnen verschiedener ,farbe um einen einzigen ,planeten leuchten1 bald mit rothem ,lichte1 bald mit grnen ,lichte1 und dann wieder gleichzeitig ihn treffend und bunt berfluthend3 so sind wir modernen ,menschen1 ,dank der complicirten ,mechanik unsres ,sternenhimmels - durch verschiedene ,moralen bestimmt2 unsre ,handlungen leuchten abwechselnd in verschiedenen ,farben1 sie sind selten eindeutig1 - und es giebt genug ,flle1 wo wir bunte ,handlungen thun4 #baf4 ,seine ,feinde lieben8 ,ich glaube1 das ist gut gelernt worden3 es geschieht heute tausendfltig1 im ,kleinen und im ,grossen2 ja es geschieht bisweilen schon das ,hhere und ,sublimere - wir lernen verachten1 wenn wir lieben1 und gerade wenn wir am besten lieben3 - aber alles dies unbewusst1 ohne ,lrm1 ohne ,prunk1 mit jener ,scham und ,verborgenheit der ,gte1 welche dem ,munde das feierliche1 ,wort und die ,tugend-,formel verbietet4 ,moral als ,attitde - geht uns heute wider den ,geschmack4 ,dies ist auch ein ,fortschritt3 wie es der ,fortschritt unsrer ,vter war1 dass ihnen endlich ,religion als ,attitde wider den ,geschmack gieng1 eingerechnet die ,feindschaft und ,voltairische ,bitterkeit gegen die ,religion 7und was ,alles ehemals zur ,freigeist-,gebrdensprache gehrte74 ,es ist die ,musik in unserm ,gewissen1 der ,tanz in unserm ,geiste1 zu dem alle ,puritaner-,litanei1 alle ,moral-,predigt und ,biedermnnerei nicht klingen will4 #bag4 ,sich vor ,denen in ,acht nehmen1 welche einen hohen ,werth darauf legen1 dass man ihnen moralischen ,takt und ,feinheit in der moralischen ,unterscheidung zutraue6 ,sie vergeben es uns nie1 wenn sie sich einmal vor uns 7oder gar an uns7 vergriffen haben1 - sie werden unvermeidlich zu unsern instinktiven ,verleumdern und ,beeintrchtigern1 selbst wenn sie noch unsre ,freunde bleiben4 - ,selig sind die ,vergesslichen3 denn sie werden auch mit ihren ,dummheiten fertig4 #bah4 ,die ,psychologen ,frankreichs - und wo giebt es heute sonst noch ,psychologen8 - haben immer noch ihr bitteres und vielfltiges ,vergngen an der btise bourgeoise nicht ausgekostet1 gleichsam als wenn genug1 sie verrathen etwas damit4 ,flaubert zum ,beispiel1 der brave ,brger von ,rouen1 sah1 hrte und schmeckte zuletzt nichts ,anderes mehr3 es war seine ,art von ,selbstqulerei und feinerer ,grausamkeit4 ,nun empfehle ich1 zur ,abwechslung - denn es wird langweilig -1 ein anderes ,ding zum ,entzcken3 das ist die unbewusste ,verschlagenheit1 mit der sich alle guten dicken braven ,geister des ,mittelmaasses zu hheren ,geistern und deren ,aufgaben verhalten1 jene feine verhkelte jesuitische ,verschlagenheit1 welche tausend ,mal feiner ist1 als der ,verstand und ,geschmack dieses ,mittelstandes in seinen besten ,augenblicken - sogar auch als der ,verstand seiner ,opfer -3 zum abermaligen ,beweise dafr1 dass der ,instinkt unter allen ,arten von ,intelligenz1 welche bisher entdeckt wurden1 die intelligenteste ist4 ,kurz1 studirt1 ihr ,psychologen1 die ,philosophie der ,regel im ,kampfe mit der ,ausnahme3 da habt ihr ein ,schauspiel1 gut genug fr ,gtter und gttliche ,boshaftigkeit6 ,oder1 noch heutlicher3 treibt ,vivisektion am guten ,menschen1 am homo bonae voluntatis an euch6 #bai4 ,das moralische ,urtheilen und ,verurtheilen ist die ,lieblings-,rache der ,geistig-,beschrnkten an ,denen1 die es weniger sind1 auch eine ,art ,schadenersatz dafr1 dass sie von der ,natur schlecht bedacht wurden1 endlich eine ,gelegenheit1 ,geist zu bekommen und fein zu werden3 - ,bosheit vergeistigt4 ,es thut ihnen im ,grunde ihres ,herzens wohl1 dass es einen ,maassstab giebt1 vor dem auch die mit ,gtern und ,vorrechten des ,geistes berhuften ihnen gleich stehn3 - sie kmpfen fr die ,gleichheit ,aller vor ,gott und brauchen beinahe dazu schon den ,glauben an ,gott4 ,unter ihnen sind die krftigsten ,gegner des ,atheismus4 ,wer ihnen sagte eine hohe ,geistigkeit ist ausser ,vergleich mit irgend welcher ,bravheit und ,achtbarkeit eines eben nur moralischen ,menschen1 wrde sie rasend machen3 - ich werde mich hten1 es zu thun4 ,vielmehr mchte ich ihnen mit meinem ,satze schmeicheln1 dass eine hohe ,geistigkeit selber nur als letzte ,ausgeburt moralischer ,qualitten besteht2 dass sie eine ,synthesis aller jener ,zustnde ist1 welche den nur moralischen ,menschen nachgesagt werden1 nachdem sie1 einzeln1 durch lange ,zucht und bung1 vielleicht in ganzen ,ketten von ,geschlechtern erworben sind2 dass die hohe ,geistigkeit eben die ,vergeistigung der ,gerechtigkeit und jener gtigen ,strenge ist1 welche sich beauftragt weiss1 die ,ordnung des ,ranges in der ,welt aufrecht zu erhalten1 unter den ,dingen selbst - und nicht nur unter ,menschen4 #bbj4 ,bei dem jetzt so volksthmlichen ,lobe des ,uninteressirten muss man sich1 vielleicht nicht ohne einige ,gefahr1 zum ,bewusstsein bringen1 woran eigentlich das ,volk ,interesse nimmt1 und was berhaupt die ,dinge sind1 um die sich der gemeine ,mann grndlich und tief kmmert3 die ,gebildeten eingerechnet1 sogar die ,gelehrten1 und wenn nicht ,alles trgt1 beinahe auch die ,philosophen4 ,die ,thatsache kommt dabei heraus1 dass das ,allermeiste von dem1 was feinere und verwhntere ,geschmcker1 was jede hhere ,natur interessirt und reizt1 dem durchschnittlichen ,menschen gnzlich uninteressant scheint3 - bemerkt er trotzdem eine ,hingebung daran1 so nennt er sie dsintress und wundert sich1 wie es mglich ist1 uninteressirt zu handeln4 ,es hat ,philosophen gegeben1 welche dieser ,volks-,verwunderung noch einen verfhrerischen und mystisch-jenseitigen ,ausdruck zu verleihen wussten 7- vielleicht weil sie die hhere ,natur nicht aus ,erfahrung kannten87 - statt die nackte und herzlich billige ,wahrheit hinzustellen1 dass die uninteressirte ,handlung eine sehr interessante und interessirte ,handlung ist1 vorausgesetzt44444 ,und die ,liebe8 - ,wie6 ,sogar eine ,handlung aus ,liebe soll unegoistisch sein8 ,aber ihr ,tlpel -6 ,und das ,lob des ,aufopfernden8 - ,aber wer wirklich ,opfer gebracht hat1 weiss1 dass er etwas dafr wollte und bekam1 - vielleicht etwas von sich fr etwas von sich - dass er hier hingab1 um dort mehr zu haben1 vielleicht um berhaupt mehr zu sein oder sich doch als mehr zu fhlen4 ,aber dies ist ein ,reich von ,fragen und ,antworten1 in dem ein verwhnterer ,geist sich ungern aufhlt3 so sehr hat hier bereits die ,wahrheit nthig1 das ,ghnen zu unterdrcken1 wenn sie antworten muss4 ,zuletzt ist sie ein ,weib3 man soll ihr nicht ,gewalt anthun4 #bba4 ,es kommt vor1 sagte ein moralistischer ,pedant und ,kleinigkeitskrmer1 dass ich einen uneigenntzigen ,menschen ehre und auszeichne3 nicht aber1 weil er uneigenntzig ist1 sondern weil er mir ein ,recht darauf zu haben scheint1 einem anderen ,menschen auf seine eignen ,unkosten zu ntzen4 ,genug1 es fragt sich immer1 wer er ist und wer ,jener ist4 ,an ,einem zum ,beispiele1 der zum ,befehlen bestimmt und gemacht wre1 wrde ,selbst-,verleugnung und bescheidenes ,zurcktreten nicht eine ,tugend1 sondern die ,vergeudung einer ,tugend sein3 so scheint es mir4 ,jede unegoistische ,moral1 welche sich unbedingt nimmt und an ,jedermann wendet1 sndigt nicht nur gegen den ,geschmack3 sie ist eine ,aufreizung zu ,unterlassungs-,snden1 eine ,verfhrung mehr unter der ,maske der ,menschenfreundlichkeit - und gerade eine ,verfhrung und ,schdigung der ,hheren1 ,seltneren1 ,bevorrechteten4 ,man muss die ,moralen zwingen1 sich zu allererst vor der ,rangordnung zu beugen1 man muss ihnen ihre ,anmaassung in's ,gewissen schieben1 - bis sie endlich mit einander darber in's ,klare kommen1 das es unmoralisch ist zu sagen3 was dem ,einen recht ist1 ist dem ,andern billig4 - ,also mein moralistischer ,pedant und bonhomme3 verdiente er es wohl1 dass man ihn auslachte1 als er die ,moralen dergestalt zur ,moralitt ermahnte8 ,aber man soll nicht zu viel ,recht haben1 wenn man die ,lacher auf seiner ,seite haben will2 ein ,krnchen ,unrecht gehrt sogar zum guten ,geschmack4 #bbb4 ,wo heute ,mitleiden gepredigt wird - und1 recht gehrt1 wird jetzt keine andre ,religion mehr gepredigt - mge der ,psycholog seine ,ohren aufmachen3 durch alle ,eitelkeit1 durch allen ,lrm hindurch1 der diesen ,predigern 7wie allen ,predigern7 zu eigen ist1 wird er einen heiseren1 sthnenden1 chten ,laut von ,selbst-,verachtung hren4 ,sie gehrt zu jener ,verdsterung und ,verhsslichung ,europa's1 welche jetzt ein ,jahrhundert lang im ,wachsen ist 7und deren erste ,symptome schon in einem nachdenklichen ,briefe ,galiani's an ,madame d',epinay urkundlich verzeichnet sind73 wenn sie nicht deren ,ursache ist6 ,der ,mensch der modernen ,ideen1 dieser stolze ,affe1 ist unbndig mit sich selbst unzufrieden3 dies steht fest4 ,er leidet3 und seine ,eitelkeit will1 dass er nur mit leidet444444 #bbc4 ,der europische ,mischmensch - ein leidlich hsslicher ,plebejer1 ,alles in ,allem - braucht schlechterdings ein ,kostm3 er hat die ,historie nthig als die ,vorrathskammer der ,kostme4 ,freilich bemerkt er dabei1 dass ihm keines recht auf den ,leib passt1 - er wechselt und wechselt4 ,man sehe sich das neunzehnte ,jahrhundert auf diese schnellen ,vorlieben und ,wechsel der ,stil-,maskeraden an2 auch auf die ,augenblicke der ,verzweiflung darber1 dass uns nichts steht -4 ,unntz1 sich romantisch oder klassisch oder christlich oder florentinisch oder barokko oder national vorzufhren1 in moribus et artibus3 es kleidet nicht6 ,aber der ,geist1 insbesondere der historische ,geist1 ersieht sich auch noch an dieser ,verzweiflung seinen ,vortheil3 immer wieder wird ein neues ,stck ,vorzeit und ,ausland versucht1 umgelegt1 abgelegt1 eingepackt1 vor allem studirt3 - wir sind das erste studirte ,zeitalter in puncto der ,kostme1 ich meine der ,moralen1 ,glaubensartikel1 ,kunstgeschmcker und ,religionen1 vorbereitet wie noch keine ,zeit es war1 zum ,karneval grossen ,stils1 zum geistigsten ,fasching-,gelchter und bermuth1 zur transscendentalen ,hhe des hchsten ,bldsinns und der aristophanischen ,welt-,verspottung4 ,vielleicht1 dass wir hier gerade das ,reich unsrer ,erfindung noch entdecken1 jenes ,reich1 wo auch wir noch original sein knnen1 etwa als ,pazodisten der ,weltgeschichte und ,hanswrste ,gottes1 - vielleicht dass1 wenn auch ,nichts von heute sonst ,zukunft hat1 doch gerade unser ,lachen noch ,zukunft hat6 #bbd4 ,der historische ,sinn 7oder die ,fhigkeit1 die ,rangordnung von ,werthschtzungen schnell zu errathen1 nach welchen ein ,volk1 eine ,gesellschaft1 ein ,mensch gelebt hat1 der divinatorische ,instinkt fr die ,beziehungen dieser ,werthschtzungen1 fr das ,verhltniss der ,autoritt der ,werthe zur ,autoritt der wirkenden ,krfte73 dieser historische ,sinn1 auf welchen wir ,europer als auf unsre ,besonderheit ,anspruch machen1 ist uns im ,gefolge der bezaubernden und tollen ,halbbarbarei gekommen1 in welche ,europa durch die demokratische ,vermengung der ,stnde und ,rassen gestrzt worden ist1 - erst das neunzehnte ,jahrhundert kennt diesen ,sinn1 als seinen sechsten ,sinn4 ,die ,vergangenheit von jeder ,form und ,lebensweise1 von ,culturen1 die frher hart neben einander1 ber einander lagen1 strmt ,dank jener ,mischung in uns moderne ,seelen aus1 unsre ,instinkte laufen nunmehr berallhin zurck1 wir selbst sind eine ,art ,chaos -3 schliesslich ersieht sich der ,geist1 wie gesagt1 seinen ,vortheil dabei4 ,durch unsre ,halbbarbarei in ,leib und ,begierde haben wir geheime ,zugnge berallhin1 wie sie ein vornehmes ,zeitalter nie besessen hat1 vor ,allem die ,zugnge zum ,labyrinthe der unvollendeten ,culturen und zu jeder ,halbbarbarei1 die nur jemals auf ,erden dagewesen ist2 und insofern der betrchtlichste ,theil der menschlichen ,cultur bisher eben ,halbbarbarei war1 bedeutet historischer ,sinn beinahe den ,sinn und ,instinkt fr ,alles1 den ,geschmack und die ,zunge fr ,alles3 womit er sich sofort als ein unvornehmer ,sinn ausweist4 ,wir geniessen zum ,beispiel ,homer wieder3 vielleicht ist es unser glcklichster ,vorsprung1 dass wir ,homer zu schmecken verstehen1 welchen die ,menschen einer vornehmen ,cultur 7etwa die ,franzosen des siebzehnten ,jahrhunderts1 wie ,saint-,evremond1 der ihm den esprit vaste vorwirft1 selbst noch ihr ,ausklang ,voltaire7 nicht so leicht sich anzueignen wissen und wussten1 - welchen zu geniessen sie sich kaum erlaubten4 ,das sehr bestimmte ,ja und ,nein ihres ,gaumens1 ihr leicht bereiter ,ekel1 ihre zgernde ,zurckhaltung in ,bezug auf alles ,fremdartige1 ihre ,scheu vor dem ,ungeschmack selbst der lebhaften ,neugierde1 und berhaupt jener schlechte ,wille jeder vornehmen und selbstgengsamen ,cultur1 sich eine neue ,begehrlichkeit1 eine ,unbefriedigung am ,eignen1 eine ,bewunderung des ,fremden einzugestehen3 alles dies stellt und stimmt sie ungnstig selbst gegen die besten ,dinge der ,welt1 welche nicht ihr ,eigenthum sind oder ihre ,beute werden knnten1 - und kein ,sinn ist solchen ,menschen unverstndlicher1 als gerade der historische ,sinn und seine unterwrfige ,plebejer-,neugierde4 ,nicht anders steht es mit ,shakespeare1 dieser erstaunlichen spanisch-maurisch-schsischen ,geschmacks-,synthesis1 ber welchen sich ein ,altathener aus der ,freundschaft des ,aeschylus halbtodt gelacht oder gergert haben wrde3 aber wir - nehmen gerade diese wilde ,buntheit1 dies ,durcheinander des ,zartesten1 ,grbsten und ,knstlichsten1 mit einer geheimen ,vertraulichkeit und ,herzlichkeit an1 wir geniessen ihn als das gerade uns aufgesparte ,raffinement der ,kunst und lassen uns dabei von den widrigen ,dmpfen und der ,nhe des englischen ,pbels1 in welcher ,shakespeare's ,kunst und ,geschmack lebt1 so wenig stren1 als etwa auf der ,chiaja ,neapels3 wo wir mit allen unsren ,sinnen1 bezaubert und willig1 unsres ,wegs gehn1 wie sehr auch die ,cloaken der ,pbel-,quartiere in der ,luft sind4 ,wir ,menschen des historischen ,sinns3 wir haben als solche unsre ,tugenden1 es ist nicht zu bestreiten1 - wir sind anspruchslos1 selbstlos1 bescheiden1 tapfer1 voller ,selbstberwindung1 voller ,hingebung1 sehr dankbar1 sehr geduldig1 sehr entgegenkommend3 - wir sind mit ,alledem vielleicht nicht sehr geschmackvoll4 ,gestehen wir es uns schliesslich zu3 was uns ,menschen des historischen ,sinns am schwersten zu fassen1 zu fhlen1 nachzuschmecken1 nachzulieben ist1 was uns im ,grunde voreingenommen und fast feindlich findet1 das ist gerade das ,vollkommene und ,letzthin - ,reife in jeder ,cultur und ,kunst1 das eigentlich ,vornehme an ,werken und ,menschen1 ihr ,augenblick glatten ,meers und halkyonischer ,selbstgenugsamkeit1 das ,goldene und ,kalte1 welches alle ,dinge zeigen1 die sich vollendet haben4 ,vielleicht steht unsre grosse ,tugend des historischen ,sinns in einem nothwendigen ,gegensatz zum guten ,geschmacke1 mindestens zum allerbesten ,geschmacke1 und wir vermgen gerade die kleinen kurzen und hchsten ,glcksflle und ,verklrungen des menschlichen ,lebens1 wie sie hier und da einmal aufglnzen1 nur schlecht1 nur zgernd1 nur mit ,zwang in uns nachzubilden3 jene ,augenblicke und ,wunder1 wo eine grosse ,kraft freiwillig vor dem ,maasslosen und ,unbegrenzten stehen blieb -1 wo ein berfluss von feiner ,lust in der pltzlichen ,bndigung und ,versteinerung1 im ,feststehen und ,sich-,fest-,stellen auf einem noch zitternden ,boden genossen wurde4 ,das ,maass ist uns fremd1 gestehen wir es uns2 unser ,kitzel ist gerade der ,kitzel des ,unendlichen1 ,ungemessenen4 ,gleich dem ,reiter auf vorwrts schnaubendem ,rosse lassen wir vor dem ,unendlichen die ,zgel fallen1 wir modernen ,menschen1 wir ,halbbarbaren - und sind erst dort in unsrer ,seligkeit1 wo wir auch am meisten - in ,gefahr sind4 #bbe4 ,ob ,hedonismus1 ob ,pessimismus1 ob ,utilitarismus1 ob ,eudmonismus3 alle diese ,denkweisen1 welche nach ,lust und ,leid1 das heisst nach ,begleitzustnden und ,nebensachen den ,werth der ,dinge messen1 sind ,vordergrunds-,denkweisen und ,naivetten1 auf welche ein ,jeder1 der sich gestaltender ,krfte und eines ,knstler-,gewissens bewusst ist1 nicht ohne ,spott1 auch nicht ohne ,mitleid herabblicken wird4 ,mitleiden mit euch6 das ist freilich nicht das ,mitleiden1 wie ihr es meint3 das ist nicht ,mitleiden mit der socialen ,noth1 mit der ,gesellschaft und ihren ,kranken und ,verunglckten1 mit ,lasterhaften und ,zerbrochnen von ,anbeginn1 wie sie rings um uns zu ,boden liegen2 das ist noch weniger ,mitleiden mit murrenden gedrckten aufrhrerischen ,sklaven-,schichten1 welche nach ,herrschaft - sie nennen's ,freiheit - trachten4 ,unser ,mitleiden ist ein hheres fernsichtigeres ,mitleiden3 - wir sehen1 wie der ,mensch sich verkleinert1 wie ihr ihn verkleinert6 - und es giebt ,augenblicke1 wo wir gerade eurem ,mitleiden mit einer unbeschreiblichen ,bengstigung zusehn1 wo wir uns gegen dies ,mitleiden wehren -1 wo wir euren ,ernst gefhrlicher als irgend welche ,leichtfertigkeit finden4 ,ihr wollt womglich - und es giebt kein tolleres womglich - das ,leiden abschaffen2 und wir8 - es scheint gerade1 wir wollen es lieber noch hher und schlimmer haben1 als je es war6 ,wohlbefinden1 wie ihr es versteht - das ist ja kein ,ziel1 das scheint uns ein ,ende6 ,ein ,zustand1 welcher den ,menschen alsbald lcherlich und verchtlich macht1 - der seinen ,untergang wnschen macht6 ,die ,zucht des ,leidens1 des grossen ,leidens - wisst ihr nicht1 dass nur diese ,zucht alle ,erhhungen des ,menschen bisher geschaffen hat8 ,jene ,spannung der ,seele im ,unglck1 welche ihr die ,strke anzchtet1 ihre ,schauer im ,anblick des grossen ,zugrundegehens1 ihre ,erfindsamkeit und ,tapferkeit im ,tragen1 ,ausharren1 ,ausdeuten1 ,ausntzen des ,unglcks1 und was ihr nur je von ,tiefe1 ,geheimniss1 ,maske1 ,geist1 ,list1 ,grsse geschenkt worden ist3 - ist es nicht ihr unter ,leiden1 unter der ,zucht des grossen ,leidens geschenkt worden8 ,im ,menschen ist ,geschpf und ,schpfer vereint3 im ,menschen ist ,stoff1 ,bruchstck1 berfluss1 ,lehm1 ,koth1 ,unsinn1 ,chaos2 aber im ,menschen ist auch ,schpfer1 ,bildner1 ,hammer-,hrte1 ,zuschauer-,gttlichkeit und siebenter ,tag3 - versteht ihr diesen ,gegensatz8 ,und dass euer ,mitleid dem ,geschpf im ,menschen gilt1 dem1 was geformt1 gebrochen1 geschmiedet1 gerissen1 gebrannt1 geglht1 gelutert werden muss1 - dem1 was nothwendig leiden muss und leiden soll8 ,und unser ,mitleid - begreift ihr's nicht1 wem unser umgekehrtes ,mitleid gilt1 wenn es sich gegen euer ,mitleid wehrt1 als gegen die schlimmste aller ,verzrtelungen und ,schwchen8 - ,mitleid also gegen ,mitleid6 - ,aber1 nochmals gesagt1 es giebt hhere ,probleme als alle ,lust- und ,leid- und ,mitleid-,probleme2 und jede ,philosophie1 die nur auf diese hinausluft1 ist eine ,naivett4 - #bbf4 ,wir ,immoralisten6 - ,diese ,welt1 die uns angeht1 in der wir zu frchten und zu lieben haben1 diese beinahe unsichtbare unhrbare ,welt feinen ,befehlens1 feinen ,gehorchens1 eine ,welt des ,beinahe in jedem ,betrachte1 hklich1 verfnglich1 spitzig1 zrtlich3 ja1 sie ist gut vertheidigt gegen plumpe ,zuschauer und vertrauliche ,neugierde6 ,wir sind in ein strenges ,garn und ,hemd von ,pflichten eingesponnen und knnen da nicht heraus -1 darin eben sind wir ,menschen der ,pflicht1 auch wir6 ,bisweilen1 es ist wahr1 tanzen wir wohl in unsern ,ketten und zwischen unsern ,schwertern2 fter1 es ist nicht minder wahr1 knirschen wir darunter und sind ungeduldig ber all die heimliche ,hrte unsres ,geschicks4 ,aber wir mgen thun1 was wir wollen3 die ,tlpel und der ,augenschein sagen gegen uns das sind ,menschen ohne ,pflicht - wir haben immer die ,tlpel und den ,augenschein gegen uns6 #bbg4 ,redlichkeit1 gesetzt1 dass dies unsre ,tugend ist1 von der wir nicht losknnen1 wir freien ,geister - nun1 wir wollen mit aller ,bosheit und ,liebe an ihr arbeiten und nicht mde werden1 uns in unsrer ,tugend1 die allein uns brig blieb1 zu vervollkommnen3 mag ihr ,glanz einmal wie ein vergoldetes blaues spttisches ,abendlicht ber dieser alternden ,cultur und ihrem dumpfen dsteren ,ernste liegen bleiben6 ,und wenn dennoch unsre ,redlichkeit eines ,tages mde wird und seufzt und die ,glieder streckt und uns zu hart findet und es besser1 leichter1 zrtlicher haben mchte1 gleich einem angenehmen ,laster3 bleiben wir hart1 wir letzten ,stoiker6 und schicken wir ihr zu ,hlfe1 was wir nur an ,teufelei in uns haben - unsern ,ekel am ,plumpen und ,ungefhren1 unser nitimur in vetitum1 unsern ,abenteuerer-,muth1 unsre gewitzte und verwhnte ,neugierde1 unsern feinsten verkapptesten geistigsten ,willen zur ,macht und ,welt-berwindung1 der begehrlich um alle ,reiche der ,zukunft schweift und schwrmt1 - kommen wir unserm ,gotte mit allen unsern ,teufeln zu ,hlfe6 ,es ist wahrscheinlich1 dass man uns darob verkennt und verwechselt3 was liegt daran6 ,man wird sagen3 ihre ,redlichkeit - das ist ihre ,teufelei1 und gar nichts mehr6 was liegt daran6 ,und selbst wenn man ,recht htte6 ,waren nicht alle ,gtter bisher dergleichen heilig gewordne umgetaufte ,teufel8 ,und was wissen wir zuletzt von uns8 ,und wie der ,geist heissen will1 der uns fhrt8 7es ist eine ,sache der ,namen47 ,und wie viele ,geister wir bergen8 ,unsre ,redlichkeit1 wir freien ,geister1 - sorgen wir dafr1 dass sie nicht unsre ,eitelkeit1 unser ,putz und ,prunk1 unsre ,grenze1 unsre ,dummheit werde6 ,jede ,tugend neigt zur ,dummheit1 jede ,dummheit zur ,tugend2 dumm bis zur ,heiligkeit sagt man in ,russland1 - sorgen wir dafr1 dass wir nicht aus ,redlichkeit zuletzt noch zu ,heiligen und ,langweiligen werden6 ,ist das ,leben nicht hundert ,mal zu kurz1 sich in ihm - zu langweilen8 ,man msste schon an's ewige ,leben glauben1 um4444 #bbh4 ,man vergebe mir die ,entdeckung1 dass alle ,moral-,philosophie bisher langweilig war und zu den ,schlafmitteln gehrte - und dass die ,tugend durch nichts mehr in meinen ,augen beeintrchtigt worden ist1 als durch diese ,langweiligkeit ihrer ,frsprecher2 womit ich noch nicht deren allgemeine ,ntzlichkeit verkannt haben mchte4 ,es liegt viel daran1 dass so wenig ,menschen als mglich ber ,moral nachdenken1 - es liegt folglich sehr viel daran1 dass die ,moral nicht etwa eines ,tages interessant werde6 ,aber man sei unbesorgt6 ,es steht auch heute noch so1 wie es immer stand3 ich sehe ,niemanden in ,europa1 der einen ,begriff davon htte 7oder gbe71 dass das ,nachdenken ber ,moral gefhrlich1 verfnglich1 verfhrerisch getrieben werden knnte1 - dass ,verhngniss darin liegen knnte6 ,man sehe sich zum ,beispiel die unermdlichen unvermeidlichen englischen ,utilitarier an1 wie sie plump und ehrenwerth in den ,fusstapfen ,bentham's1 daher wandeln1 dahin wandeln 7ein homerisches ,gleichniss sagt es deutlicher71 so wie er selbst schon in den ,fusstapfen des ehrenwerthen ,helvtius wandelte 7nein1 das war kein gefhrlicher ,mensch1 dieser ,helvtius674 ,kein neuer ,gedanke1 ,nichts von feinerer ,wendung und ,faltung eines alten ,gedankens1 nicht einmal eine wirkliche ,historie des frher ,gedachten3 eine unmgliche ,litteratur im ,ganzen1 gesetzt1 dass man sie nicht mit einiger ,bosheit sich einzusuern versteht4 ,es hat sich nmlich auch in diese ,moralisten 7welche man durchaus mit ,nebengedanken lesen muss1 falls man sie lesen muss-71 jenes alte englische ,laster eingeschlichen1 das cant heisst und moralische ,tartfferie ist1 dies ,mal unter die neue ,form der ,wissenschaftlichkeit versteckt2 es fehlt auch nicht an geheimer ,abwehr von ,gewissensbissen1 an denen billigerweise eine ,rasse von ehemaligen ,puritanern bei aller wissenschaftlichen ,befassung mit ,moral leiden wird4 7,ist ein ,moralist nicht das ,gegenstck eines ,puritaners8 ,nmlich als ein ,denker1 der die ,moral als fragwrdig1 fragezeichenwrdig1 kurz als ,problem nimmt8 ,sollte ,moralisiren nicht - unmoralisch sein87 ,zuletzt wollen sie ,alle1 dass die englische ,moralitt ,recht bekomme3 insofern gerade damit der ,menschheit1 oder dem allgemeinen ,nutzen oder dem ,glck der ,meisten1 nein6 dem ,glcke ,englands am besten gedient wird2 sie mchten mit allen ,krften sich beweisen1 dass das ,streben nach englischem ,glck1 ich meine nach comfort und fashion 7und1 an hchster ,stelle1 einem ,sitz im ,parlament7 zugleich auch der rechte ,pfad der ,tugend sei1 ja dass1 so viel ,tugend es bisher in der ,welt gegeben hat1 es eben in einem solchen ,streben bestanden habe4 ,keins von allen diesen schwerflligen1 im ,gewissen beunruhigten ,heerdenthieren 7die die ,sache des ,egoismus als ,sache der allgemeinen ,wohlfahrt zu fhren unternehmen -7 will etwas davon wissen und riechen1 dass die allgemeine ,wohlfahrt kein ,ideal1 kein ,ziel1 kein irgendwie fassbarer ,begriff1 sondern nur ein ,brechmittel ist1 - dass1 was dem ,einen billig ist1 durchaus noch nicht dem ,andern billig sein kann1 dass die ,forderung ,einer ,moral fr ,alle die ,beeintrchtigung gerade der hheren ,menschen ist1 kurz1 dass es eine ,rangordnung zwischen ,mensch und ,mensch1 folglich auch zwischen ,moral und ,moral giebt4 ,es ist eine bescheidene und grndlich mittelmssige ,art ,mensch1 diese utilitarischen ,englnder1 und1 wie gesagt3 insofern sie langweilig sind1 kann man nicht hoch genug von ihrer ,utilitt denken4 ,man sollte sie noch ermuthigen3 wie es1 zum ,theil1 mit nachfolgenden ,reimen versucht worden ist4 ,heil euch1 brave ,karrenschieber1 ,stets je lnger1 desto lieber1 ,steifer stets an ,kopf und ,knie1 ,unbegeistert1 ungespssig1 ,unverwstlich-mittelmssig1 ,sans genie et sans esprit6 #bbi4 ,es bleibt in jenen spten ,zeitaltern1 die auf ,menschlichkeit stolz sein drfen1 so viel ,furcht1 so viel ,aberglaube der ,furcht vor dem wilden grausamen ,thiere zurck1 ber welches ,herr geworden zu sein eben den ,stolz jener menschlicheren ,zeitalter ausmacht1 dass selbst handgreifliche ,wahrheiten wie auf ,verabredung ,jahrhunderte lang unausgesprochen bleiben1 weil sie den ,anschein haben1 jenem wilden1 endlich abgetdteten ,thiere wieder zum ,leben zu verhelfen4 ,ich wage vielleicht etwas1 wenn ich eine solche ,wahrheit mir entschlpfen lasse3 mgen ,andre sie wieder einfangen und ihr so viel ,milch der frommen ,denkungsart zu trinken geben1 bis sie still und vergessen in ihrer alten ,ecke liegt4 - ,man soll ber die ,grausamkeit umlernen und die ,augen aufmachen2 man soll endlich ,ungeduld lernen1 damit nicht lnger solche unbescheidne dicke ,irrthmer tugendhaft und dreist herumwandeln1 wie sie zum ,beispiel in ,betreff der ,tragdie von alten und neuen ,philosophen aufgefttert worden sind4 ,fast ,alles1 was wir hhere ,cultur nennen1 beruht auf der ,vergeistigung und ,vertiefung der ,grausamkeit - dies ist mein ,satz2 jenes wilde ,thier ist gar nicht abgetdtet worden1 es lebt1 es blht1 es hat sich nur - vergttlicht4 ,was die schmerzliche ,wollust der ,tragdie ausmacht1 ist ,grausamkeit2 was im sogenannten tragischen ,mitleiden1 im ,grunde sogar in allem ,erhabenen bis hinauf zu den hchsten und zartesten ,schaudern der ,metaphysik1 angenehm wirkt1 bekommt seine ,sssigkeit allein von der eingemischten ,ingredienz der ,grausamkeit4 ,was der ,rmer in der ,arena1 der ,christ in den ,entzckungen des ,kreuzes1 der ,spanier ,angesichts von ,scheiterhaufen oder ,stierkmpfen1 der ,japanese von heute1 der sich zur ,tragdie drngt1 der ,pariser ,vorstadt-,arbeiter1 der ein ,heimweh nach blutigen ,revolutionen hat1 die ,wagnerianerin1 welche mit ausgehngtem ,willen ,tristan und ,isolde ber sich ergehen lsst1 - was diese ,alle geniessen und mit geheimnissvoller ,brunst in sich hineinzutrinken trachten1 das sind die ,wrztrnke der grossen ,circe ,grausamkeit4 ,dabei muss man freilich die tlpelhafte ,psychologie von ,ehedem davon jagen1 welche von der ,grausamkeit nur zu lehren wusste1 dass sie beim ,anblicke fremden ,leides entstnde3 es giebt einen reichlichen1 berreichlichen ,genuss auch am eignen ,leiden1 am eignen ,sich-leiden-machen1 - und wo nur der ,mensch zur ,selbst-,verleugnung im religisen ,sinne oder zur ,selbstverstmmelung1 wie bei ,phniziern und ,asketen1 oder berhaupt zur ,entsinnlichung1 ,entfleischung1 ,zerknirschung1 zum puritanischen ,busskrampfe1 zur ,gewissens-,vivisektion und zum ,pascalischen sacrifizio dell'intelletto sich berreden lsst1 da wird er heimlich durch seine ,grausamkeit gelockt und vorwrts gedrngt1 durch jene gefhrlichen ,schauder der gegen sich selbst gewendeten ,grausamkeit4 ,zuletzt erwge man1 dass selbst der ,erkennende1 indem er seinen ,geist zwingt1 wider den ,hang des ,geistes und oft genug auch wider die ,wnsche seines ,herzens zu erkennen - nmlich ,nein zu sagen1 wo er bejahen1 lieben1 anbeten mchte -1 als ,knstler und ,verklrer der ,grausamkeit waltet2 schon jedes ,tief- und ,grndlich-,nehmen ist eine ,vergewaltigung1 ein ,wehe-thun-wollen am ,grundwillen des ,geistes1 welcher unablssig zum ,scheine und zu den ,oberflchen hin will1 - schon in jedem ,erkennen-,wollen ist ein ,tropfen ,grausamkeit4 #bcj4 ,vielleicht versteht man nicht ohne ,weiteres1 was ich hier von einem ,grundwillen des ,geistes gesagt habe3 man gestatte mir eine ,erluterung4 - ,das befehlerische ,etwas1 das vom ,volke der ,geist genannt wird1 will in sich und um sich herum ,herr sein und sich als ,herrn fhlen3 es hat den ,willen aus der ,vielheit zur ,einfachheit1 einen zusammenschnrenden1 bndigenden1 herrschschtigen und wirklich herrschaftlichen ,willen4 ,seine ,bedrfnisse und ,vermgen sind hierin die selben1 wie sie die ,physiologen fr ,alles1 was lebt1 wchst und sich vermehrt1 aufstellen4 ,die ,kraft des ,geistes1 ,fremdes sich anzueignen1 offenbart sich in einem starken ,hange1 das ,neue dem ,alten anzuhnlichen1 das ,mannichfaltige zu vereinfachen1 das gnzlich ,widersprechende zu bersehen oder wegzustossen3 ebenso wie er bestimmte ,zge und ,linien am ,fremden1 an jedem ,stck ,aussenwelt willkrlich strker unterstreicht1 heraushebt1 sich zurecht flscht4 ,seine ,absicht geht dabei auf ,einverleibung neuer ,erfahrungen auf ,einreihung neuer ,dinge unter alte ,reihen1 - auf ,wachsthum also2 bestimmter noch1 auf das ,gefhl des ,wachsthums1 auf das ,gefhl der vermehrten ,kraft4 ,diesem selben ,willen dient ein scheinbar entgegengesetzter ,trieb des ,geistes1 ein pltzlich herausbrechender ,entschluss zur ,unwissenheit1 zur willkrlichen ,abschliessung1 ein ,zumachen seiner ,fenster1 ein inneres ,neinsagen zu diesem oder jenem ,dinge1 ein ,nicht-heran-kommen-lassen1 eine ,art ,vertheidigungs-,zustand gegen vieles ,wissbare1 eine ,zufriedenheit mit dem ,dunkel1 mit dem abschliessenden ,horizonte1 ein ,ja-sagen und ,gut-heissen der ,unwissenheit3 wie dies ,alles nthig ist je nach dem ,grade seiner aneignenden ,kraft1 seiner ,verdauungskraft1 im ,bilde geredet - und wirklich gleicht der ,geist am meisten noch einem ,magen4 ,insgleichen gehrt hierher der gelegentliche ,wille des ,geistes1 sich tuschen zu lassen1 vielleicht mit einer muthwilligen ,ahnung davon1 dass es so und so nicht steht1 dass man es so und so eben nur gelten lsst1 eine ,lust an aller ,unsicherheit und ,mehrdeutigkeit1 ein frohlockender ,selbstgenuss an der willkrlichen ,enge und ,heimlichkeit eines ,winkels1 am ,allzunahen1 am ,vordergrunde1 am ,vergrsserten1 ,verkleinerten1 ,verschobenen1 ,verschnerten1 ein ,selbstgenuss an der ,willkrlichkeit aller dieser ,machtusserungen4 ,endlich gehrt hierher jene nicht unbedenkliche ,bereitwilligkeit des ,geistes1 andere ,geister zu tuschen und sich vor ihnen zu verstellen1 jener bestndige ,druck und ,drang einer schaffenden1 bildenden1 wandelfhigen ,kraft3 der ,geist geniesst darin seine ,masken-,vielfltigkeit und ,verschlagenheit1 er geniesst auch das ,gefhl seiner ,sicherheit darin1 - gerade durch seine ,proteusknste ist er ja am besten vertheidigt und versteckt6 - ,diesem ,willen zum ,schein1 zur ,vereinfachung1 zur ,maske1 zum ,mantel1 kurz zur ,oberflche - denn jede ,oberflche ist ein ,mantel - wirkt jener sublime ,hang des ,erkennenden entgegen1 der die ,dinge tief1 vielfach1 grndlich nimmt und nehmen will3 als eine ,art ,grausamkeit des intellektuellen ,gewissens und ,geschmacks1 welche jeder tapfere ,denker bei sich anerkennen wird1 gesetzt dass er1 wie sich gebhrt1 sein ,auge fr sich selbst lange genug gehrtet und gespitzt hat und an strenge ,zucht1 auch an strenge ,worte gewhnt ist4 ,er wird sagen es ist etwas ,grausames im ,hange meines ,geistes3 - mgen die ,tugendhaften und ,liebenswrdigen es ihm auszureden suchen6 ,in der ,that1 es klnge artiger1 wenn man uns1 statt der ,grausamkeit1 etwa eine ausschweifende ,redlichkeit nachsagte1 nachraunte1 nachrhmte1 - uns freien1 sehr freien ,geistern3 - und so klingt vielleicht wirklich einmal unser - ,nachruhm8 ,einstweilen - denn es hat ,zeit bis dahin - mchten wir selbst wohl am wenigsten geneigt sein1 uns mit dergleichen moralischen ,wort-,flittern und -,franzen aufzuputzen3 unsre ganze bisherige ,arbeit verleidet uns gerade diesen ,geschmack und seine muntere ppigkeit4 ,es sind schne glitzernde klirrende festliche ,worte3 ,redlichkeit1 ,liebe zur ,wahrheit1 ,liebe zur ,weisheit1 ,aufopferung fr die ,erkenntniss1 ,heroismus des ,wahrhaftigen1 - es ist ,etwas daran1 das ,einem den ,stolz schwellen macht4 ,aber wir ,einsiedler und ,murmelthiere1 wir haben uns lngst in aller ,heimlichkeit eines ,einsiedler-,gewissens berredet1 dass auch dieser wrdige ,wort-,prunk zu dem alten ,lgen-,putz1 -,plunder und -,goldstaub der unbewussten menschlichen ,eitelkeit gehrt1 und dass auch unter solcher schmeichlerischen ,farbe und bermalung der schreckliche ,grundtext homo natura wieder heraus erkannt werden muss4 ,den ,menschen nmlich zurckbersetzen in die ,natur2 ber die vielen eitlen und schwrmerischen ,deutungen und ,nebensinne ,herr werden1 welche bisher ber jenen ewigen ,grundtext homo natura gekritzelt und gemalt wurden2 machen1 dass der ,mensch frderhin vor dem ,menschen steht1 wie er heute schon1 hart geworden in der ,zucht der ,wissenschaft1 vor der anderen ,natur steht1 mit unerschrocknen ,oedipus-,augen und verklebten ,odysseus-,ohren1 taub gegen die ,lockweisen alter metaphysischer ,vogelfnger1 welche ihm allzulange zugefltet haben3 du bist mehr6 du bist hher6 du bist anderer ,herkunft6 - das mag eine seltsame und tolle ,aufgabe sein1 aber es ist eine ,aufgabe - wer wollte das leugnen6 ,warum wir sie whlten1 diese tolle ,aufgabe8 ,oder anders gefragt3 warum berhaupt ,erkenntniss8 - ,jedermann wird uns darnach fragen4 ,und wir1 solchermaassen gedrngt1 wir1 die wir uns hunderte ,male selbst schon ebenso gefragt haben1 wir fanden und finden keine bessere ,antwort4444 #bca4 ,das ,lernen verwandelt uns1 es thut ,das1 was alle ,ernhrung thut1 die auch nicht bloss erhlt -3 wie der ,physiologe weiss4 ,aber im ,grunde von uns1 ganz da unten1 giebt es freilich etwas ,unbelehrbares1 einen ,granit von geistigem ,fatum1 von vorherbestimmter ,entscheidung und ,antwort auf vorherbestimmte ausgelesene ,fragen4 ,bei jedem kardinalen ,probleme redet ein unwandelbares das bin ich2 ber ,mann und ,weib zum ,beispiel kann ein ,denker nicht umlernen1 sondern nur auslernen1 - nur zu ,ende entdecken1 was darber bei ihm feststeht4 ,man findet bei ,zeiten gewisse ,lsungen von ,problemen1 die gerade uns starken ,glauben machen2 vielleicht nennt man sie frderhin seine berzeugungen4 ,spter - sieht man in ihnen nur ,fusstapfen zur ,selbsterkenntniss1 ,wegweiser zum ,probleme1 das wir sind1 - richtiger1 zur grossen ,dummheit1 die wir sind1 zu unserem geistigen ,fatum1 zum ,unbelehrbaren ganz da unten4 - ,auf diese reichliche ,artigkeit hin1 wie ich sie eben gegen mich selbst begangen habe1 wird es mir vielleicht eher schon gestattet sein1 ber das ,weib an sich einige ,wahrheiten herauszusagen3 gesetzt1 dass man es von vornherein nunmehr weiss1 wie sehr es eben nur - meine ,wahrheiten sind4 - #bcb4 ,das ,weib will selbstndig werden3 und dazu fngt es an1 die ,mnner ber das ,weib an sich aufzuklren - das gehrt zu den schlimmsten ,fortschritten der allgemeinen ,verhsslichung ,europa's4 ,denn was mssen diese plumpen ,versuche der weiblichen ,wissenschaftlichkeit und ,selbst-,entblssung ,alles an's ,licht bringen6 ,das ,weib hat so viel ,grund zur ,scham2 im ,weibe ist so viel ,pedantisches1 ,oberflchliches1 ,schulmeisterliches1 ,kleinlich-,anmaassliches1 ,kleinlich-,zgelloses und -,unbescheidenes versteckt - man studire nur seinen ,verkehr mit ,kindern6 -1 das im ,grunde bisher durch die ,furcht vor dem ,manne am besten zurckgedrngt und gebndigt wurde4 ,wehe1 wenn erst das ,ewig-,langweilige am ,weibe - es ist reich daran6 - sich hervorwagen darf6 wenn es seine ,klugheit und ,kunst1 die der ,anmuth1 des ,spielens1 ,sorgen-,wegscheuchens1 ,erleichterns und ,leicht-,nehmens1 wenn es seine feine ,anstelligkeit zu angenehmen ,begierden grndlich und grundstzlich zu verlernen beginnt6 ,es werden schon jetzt weibliche ,stimmen laut1 welche1 beim heiligen ,aristophanes6 ,schrecken machen1 es wird mit medizinischer ,deutlichkeit gedroht1 was zuerst und zuletzt das ,weib vom ,manne will4 ,ist es nicht vom schlechtesten ,geschmacke1 wenn das ,weib sich dergestalt anschickt1 wissenschaftlich zu werden8 ,bisher war glcklicher ,weise das ,aufklren ,mnner-,sache1 ,mnner-,gabe - man blieb damit unter sich2 und man darf sich zuletzt1 bei ,allem1 was ,weiber ber das ,weib schreiben1 ein gutes ,misstrauen vorbehalten1 ob das ,weib ber sich selbst eigentlich ,aufklrung will - und wollen kann ,wenn ein ,weib damit nicht einen neuen ,putz fr sich sucht - ich denke doch1 das ,sich-,putzen gehrt zum ,ewig-,weiblichen8 - nun1 so will es vor sich ,furcht erregen3 - es will damit vielleicht ,herrschaft4 ,aber es will nicht ,wahrheit3 was liegt dem ,weibe an ,wahrheit6 ,nichts ist von ,anbeginn an dem ,weibe fremder1 widriger1 feindlicher als ,wahrheit1 - seine grosse ,kunst ist die ,lge1 seine hchste ,angelegenheit ist der ,schein und die ,schnheit4 ,gestehen wir es1 wir ,mnner3 wir ehren und lieben gerade diese ,kunst und diesen ,instinkt am ,weibe3 wir1 die wir es schwer haben und uns gerne zu unsrer ,erleichterung zu ,wesen gesellen1 unter deren ,hnden1 ,blicken und zarten ,thorheiten uns unser ,ernst1 unsre ,schwere und ,tiefe beinahe wie eine ,thorheit erscheint4 ,zuletzt stelle ich die ,frage3 hat jemals ein ,weib selber schon einem ,weibskopfe ,tiefe1 einem ,weibsherzen ,gerechtigkeit zugestanden8 ,und ist es nicht wahr1 dass1 im ,grossen gerechnet1 das ,weib bisher vom ,weibe selbst am meisten missachtet wurde - und ganz und gar nicht von uns8 - ,wir ,mnner wnschen1 dass das ,weib nicht fortfahre1 sich durch ,aufklrung zu compromittiren3 wie es ,manns-,frsorge und ,schonung des ,weibes war1 als die ,kirche dekretirte3 mulier taceat in ecclesia6 ,es geschah zum ,nutzen des ,weibes1 als ,napoleon der allzuberedten ,madame de ,stal zu verstehen gab3 mulier taceat in politicis6 - und ich denke1 dass es ein rechter ,weiberfreund ist1 der den ,frauen heute zuruft3 mulier taceat de muliere6 #bcc4 ,es verrth ,corruption der ,instinkte - noch abgesehn davon1 dass es schlechten ,geschmack verrth -4 wenn ein ,weib sich gerade auf ,madame ,roland oder ,madame de ,stal oder ,monsieur ,george ,sand beruft1 wie als ob damit etwas zu ,gunsten des ,weibes an sich bewiesen wre4 ,unter ,mnnern sind die ,genannten die drei komischen ,weiber an sich - nichts mehr6 - und gerade die besten unfreiwilligen ,gegen-,argumente gegen ,emancipation und weibliche ,selbstherrlichkeit4 #bcd4 ,die ,dummheit in der ,kche2 das ,weib als ,kchin2 die schauerliche ,gedankenlosigkeit1 mit der die ,ernhrung der ,familie und des ,hausherrn besorgt wird6 ,das ,weib versteht nicht1 was die ,speise bedeutet3 und will ,kchin sein6 ,wenn das ,weib ein denkendes ,geschpf wre1 so htte es ja1 als ,kchin seit ,jahrtausenden1 die grssten physiologischen ,thatsachen finden1 insgleichen die ,heilkunst in seinen ,besitz bringen mssen6 ,durch schlechte ,kchinnen - durch den vollkommenen ,mangel an ,vernunft in der ,kche ist die ,entwicklung des ,menschen am lngsten aufgehalten1 am schlimmsten beeintrchtigt worden3 es steht heute selbst noch wenig besser4 ,eine ,rede an hhere ,tchter4 #bce4 ,es giebt ,wendungen und ,wrfe des ,geistes1 es giebt ,sentenzen1 eine kleine ,handvoll ,worte1 in denen eine ganze ,cultur1 eine ganze ,gesellschaft sich pltzlich krystallisirt4 ,dahin gehrt jenes gelegentliche ,wort der ,madame de ,lambert an ihren ,sohn3 mon ami1 ne vous permettez jamais que de folies1 qui vous feront grand plaisir3 - beilufig das mtterlichste und klgste ,wort1 das je an einen ,sohn gerichtet worden ist4 #bcf4 ,das1 was ,dante und ,goethe vom ,weibe geglaubt haben - jener1 indem er sang ella guardava suso1 ed io in lei1 dieser1 indem er es bersetzte das ,ewig-,weibliche zieht uns hinan -3 ich zweifle nicht1 dass jedes edlere ,weib sich gegen diesen ,glauben wehren wird1 denn es glaubt eben das vom ,ewig-,mnnlichen444 #bcg4 ,sieben ,weibs-,sprchlein4 ,wie die lngste ,weile fleucht1 kommt ein ,mann zu uns gekreucht6 ,alter1 ach6 und ,wissenschaft giebt auch schwacher ,tugend ,kraft4 ,schwarz ,gewand und ,schweigsamkeit kleidet jeglich ,weib - gescheidt4 ,wem im ,glck ich dankbar bin8 ,gott6 - und meiner ,schneiderin4 ,jung3 beblmtes ,hhlenhaus4 ,alt3 ein ,drache fhrt heraus4 ,edler ,name1 hbsches ,bein1 ,mann dazu3 oh wr' er mein6 ,kurze ,rede1 langer ,sinn - ,glatteis fr die ,eselin6 #bcg4 ,die ,frauen sind von den ,mnnern bisher wie ,vgel behandelt worden1 die von irgend welcher ,hhe sich hinab zu ihnen verirrt haben3 als etwas ,feineres1 ,verletzlicheres1 ,wilderes1 ,wunderlicheres1 ,ssseres1 ,seelenvolleres1 - aber als ,etwas1 das man einsperren muss1 damit es nicht davonfliegt4 #bch4 ,sich im ,grundprobleme ,mann und ,weib zu vergreifen1 hier den abgrndlichsten ,antagonismus und die ,nothwendigkeit einer ewig-feindseligen ,spannung zu leugnen1 hier vielleicht von gleichen ,rechten1 gleicher ,erziehung1 gleichen ,ansprchen und ,verpflichtungen zu trumen3 das ist ein typisches ,zeichen von ,flachkpfigkeit1 und ein ,denker1 der an dieser gefhrlichen ,stelle sich flach erwiesen hat - flach im ,instinkte6 -1 darf berhaupt als verdchtig1 mehr noch1 als verrathen1 als aufgedeckt gelten3 wahrscheinlich wird er fr alle ,grundfragen des ,lebens1 auch des zuknftigen ,lebens1 zu kurz sein und in keine ,tiefe hinunter knnen4 ,ein ,mann hingegen1 der ,tiefe hat1 in seinem ,geiste1 wie in seinen ,begierden1 auch jene ,tiefe des ,wohlwollens1 welche der ,strenge und ,hrte fhig ist1 und leicht mit ihnen verwechselt wird1 kann ber das ,weib immer nur orientalisch denken3 er muss das ,weib als ,besitz1 als verschliessbares ,eigenthum1 als etwas zur ,dienstbarkeit ,vorbestimmtes und in ihr sich ,vollendendes fassen1 - er muss sich hierin auf die ungeheure ,vernunft ,asiens1 auf ,asiens ,instinkt-berlegenheit stellen3 wie dies ehemals die ,griechen gethan haben1 diese besten ,erben und ,schler ,asiens1 welche1 wie bekannt1 von ,homer bis zu den ,zeiten des ,perikles1 mit zunehmen - der ,cultur und ,umfnglichkeit an ,kraft1 ,schritt fr ,schritt auch strenger gegen das ,weib1 kurz orientalischer geworden sind4 ,wie nothwendig1 wie logisch1 wie selbst menschlich-wnschbar dies war3 mge man darber bei sich nachdenken6 #bci4 ,das schwache ,geschlecht ist in keinem ,zeitalter mit solcher ,achtung von ,seiten der ,mnner behandelt worden als in unserm ,zeitalter - das gehrt zum demokratischen ,hang und ,grundgeschmack1 ebenso wie die ,unehrerbietigkeit vor dem ,alter -3 was ,wunder1 dass sofort wieder mit dieser ,achtung ,missbrauch getrieben wird8 ,man will mehr1 man lernt fordern1 man findet zuletzt jenen ,achtungszoll beinahe schon krnkend1 man wrde den ,wettbewerb um ,rechte1 ja ganz eigentlich den ,kampf vorziehn3 genug1 das ,weib verliert an ,scham4 ,setzen wir sofort hinzu1 dass es auch an ,geschmack verliert4 ,es verlernt den ,mann zu frchten3 aber das ,weib1 das das ,frchten verlernt1 giebt seine weiblichsten ,instinkte preis4 ,dass das ,weib sich hervor wagt1 wenn das ,furcht-,einflssende am ,manne1 sagen wir bestimmter1 wenn der ,mann im ,manne nicht mehr gewollt und grossgezchtet wird1 ist billig genug1 auch begreiflich genug2 was sich schwerer begreift1 ist1 dass ebendamit - das ,weib entartet4 ,dies geschieht heute3 tuschen wir uns nicht darber6 ,wo nur der industrielle ,geist ber den militrischen und aristokratischen ,geist gesiegt hat1 strebt jetzt das ,weib nach der wirthschaftlichen und rechtlichen ,selbstndigkeit eines ,commis3 das ,weib als ,commis steht an der ,pforte der sich bildenden modernen ,gesellschaft4 ,indem es sich dergestalt neuer ,rechte bemchtigt1 ,herr zu werden trachtet und den ,fortschritt des ,weibes auf seine ,fahnen und ,fhnchen schreibt1 vollzieht sich mit schrecklicher ,deutlichkeit das ,umgekehrte3 das ,weib geht zurck4 ,seit der franzsischen ,revolution ist in ,europa der ,einfluss des ,weibes in dem ,maasse geringer geworden1 als es an ,rechten und ,ansprchen zugenommen hat2 und die ,emancipation des ,weibes1 insofern sie von den ,frauen selbst 7und nicht nur von mnnlichen ,flachkpfen7 verlangt und gefrdert wird1 ergiebt sich dergestalt als ein merkwrdiges ,symptom von der zunehmenden ,schwchung und ,abstumpfung der allerweiblichsten ,instinkte4 ,es ist ,dummheit in dieser ,bewegung1 eine beinahe maskulinische ,dummheit1 deren sich ein wohlgerathenes ,weib - das immer ein kluges ,weib ist - von ,grund aus zu schmen htte4 ,die ,witterung dafr verlieren1 auf welchem ,boden man am sichersten zum ,siege kommt2 die bung in seiner eigentlichen ,waffenkunst vernachlssigen2 sich vor dem ,manne gehen lassen1 vielleicht sogar bis zum ,buche1 wo man sich frher in ,zucht und feine listige ,demuth nahm2 dem ,glauben des ,mannes an ein im ,weibe verhlltes grundverschiedenes ,ideal1 an irgend ein ,ewig- und ,nothwendig-,weibliches mit tugendhafter ,dreistigkeit entgegenarbeiten2 dem ,manne es nachdrcklich und geschwtzig ausreden1 dass das ,weib gleich einem zarteren1 wunderlich wilden und oft angenehmen ,hausthiere erhalten1 versorgt1 geschtzt1 geschont werden msse2 das tppische und entrstete ,zusammensuchen all des ,sklavenhaften und ,leibeigenen1 das die ,stellung des ,weibes in der bisherigen ,ordnung der ,gesellschaft an sich gehabt hat und noch hat 7als ob ,sklaverei ein ,gegenargument und nicht vielmehr eine ,bedingung jeder hheren ,cultur1 jeder ,erhhung der ,cultur sei73 - was bedeutet dies ,alles1 wenn nicht eine ,anbrckelung der weiblichen ,instinkte1 eine ,entweiblichung8 ,freilich1 es giebt genug bldsinnige ,frauen-,freunde und ,weibs-,verderber unter den gelehrten ,eseln mnnlichen ,geschlechts1 die dem ,weibe anrathen1 sich dergestalt zu entweiblichen und alle die ,dummheiten nachzumachen1 an denen der ,mann in ,europa1 die europische ,mannhaftigkeit krankt1 - welche das ,weib bis zur allgemeinen ,bildung1 wohl gar zum ,zeitungslesen und ,politisiren herunterbringen mchten4 ,man will hier und da selbst ,freigeister und ,litteraten aus den ,frauen machen3 als ob ein ,weib ohne ,frmmigkeit fr einen tiefen und gottlosen ,mann nicht etwas vollkommen ,widriges oder ,lcherliches wre -2 man verdirbt fast berall ihre ,nerven mit der krankhaftesten und gefhrlichsten aller ,arten ,musik 7unsrer deutschen neuesten ,musik7 und macht sie tglich hysterischer und zu ihrem ersten und letzten ,berufe1 krftige ,kinder zu gebren1 unbefhigter4 ,man will sie berhaupt noch mehr cultiviren und1 wie man sagt1 das schwache ,geschlecht durch ,cultur stark machen3 als ob nicht die ,geschichte so eindringlich wie mglich lehrte1 dass ,cultivirung des ,menschen und ,schwchung - nmlich ,schwchung1 ,zersplitterung1 ,ankrnkelung der ,willenskraft1 immer mit einander ,schritt gegangen sind1 und dass die mchtigsten und einflussreichsten ,frauen der ,welt 7zuletzt noch die ,mutter ,napoleon's7 gerade ihrer ,willenskraft - und nicht den ,schulmeistern6 - ihre ,macht und ihr bergewicht ber die ,mnner verdankten4 ,das1 was am ,weibe ,respekt und oft genug ,furcht einflsst1 ist seine ,natur1 die natrlicher ist als die des ,mannes1 seine chte raubthierhafte listige ,geschmeidigkeit1 seine ,tigerkralle unter dem ,handschuh1 seine ,naivett im ,egoismus1 seine ,unerziehbarkeit und innerliche ,wildheit1 das ,unfassliche1 ,weite1 ,schweifende seiner ,begierden und ,tugenden44444 ,was1 bei aller ,furcht1 fr diese gefhrliche und schne ,katze ,weib ,mitleiden macht1 ist1 dass es leidender1 verletzbarer1 liebebedrftiger und zur ,enttuschung verurtheilter erscheint als irgend ein ,thier4 ,furcht und ,mitleiden3 mit diesen ,gefhlen stand bisher der ,mann vor dem ,weibe1 immer mit einem ,fusse schon in der ,tragdie1 welche zerreisst1 indem sie entzckt -4 ,wie8 ,und damit soll es nun zu ,ende sein8 ,und die ,entzauberung des ,weibes ist im ,werke8 ,die ,verlangweiligung des ,weibes kommt langsam herauf8 ,oh ,europa6 ,europa6 ,man kennt das ,thier mit ,hrnern1 welches fr dich immer am anziehendsten war1 von dem dir immer wieder ,gefahr droht6 ,deine alte ,fabel knnte noch einmal zur ,geschichte werden1 - noch einmal- knnte eine ungeheure ,dummheit ber dich ,herr werden und dich davon tragen6 ,und unter ihr kein ,gott versteckt1 nein6 nur eine ,idee1 eine moderne ,idee644444 ,achtes ,hauptstck3 ,vlker und ,vaterlnder4 #bdj4 ,ich hrte1 wieder einmal zum ersten ,male - ,richard ,wagner's ,ouverture zu den ,meistersingern3 das ist eine prachtvolle1 berladene1 schwere und spte ,kunst1 welche den ,stolz hat1 zu ihrem ,verstndniss zwei ,jahrhunderte ,musik als noch lebendig vorauszusetzen3 - es ehrt die ,deutschen1 dass sich ein solcher ,stolz nicht verrechnete6 ,was fr ,sfte und ,krfte1 was fr ,jahreszeiten und ,himmelsstriche sind hier nicht gemischt6 ,das muthet uns bald alterthmlich1 bald fremd1 herb und berjung an1 das ist ebenso willkrlich als pomphaft-herkmmlich1 das ist nicht selten schelmisch1 noch fter derb und grob1 - das hat ,feuer und ,muth und zugleich die schlaffe falbe ,haut von ,frchten1 welche zu spt reif werden4 ,das strmt breit und voll3 und pltzlich ein ,augenblick unerklrlichen ,zgerns1 gleichsam eine ,lcke1 die zwischen ,ursache und ,wirkung aufspringt1 ein ,druck1 der uns trumen macht1 beinahe ein ,alpdruck -1 aber schon breitet und weitet sich wieder der alte ,strom von ,behagen aus1 von vielfltigstem ,behagen1 von altem und neuem ,glck1 sehr eingerechnet das ,glck des ,knstlers an sich selber1 dessen er nicht ,hehl haben will1 sein erstauntes glckliches ,mitwissen um die ,meisterschaft seiner hier verwendeten ,mittel1 neuer neuerworbener unausgeprobter ,kunstmittel1 wie er uns zu verrathen scheint4 ,alles in ,allem keine ,schnheit1 kein ,sden1 ,nichts von sdlicher feiner ,helligkeit des ,himmels1 ,nichts von ,grazie1 kein ,tanz1 kaum ein ,wille zur ,logik2 eine gewisse ,plumpheit sogar1 die noch unterstrichen wird1 wie als ob der ,knstler uns sagen wollte3 sie gehrt zu meiner ,absicht2 eine schwerfllige ,gewandung1 etwas ,willkrlich-,barbarisches und ,feierliches1 ein ,geflirr von gelehrten und ehrwrdigen ,kostbarkeiten und ,spitzen2 etwas ,deutsches1 im besten und schlimmsten ,sinn des ,wortes1 etwas auf deutsche ,art ,vielfaches1 ,unfrmliches und ,unausschpfliches2 eine gewisse deutsche ,mchtigkeit und berflle der ,seele1 welche keine ,furcht hat1 sich unter die ,raffinements des ,verfalls zu verstecken1 - die sich dort vielleicht erst am wohlsten fhlt2 ein rechtes chtes ,wahrzeichen der deutschen ,seele1 die zugleich jung und veraltet1 bermrbe und berreich noch an ,zukunft ist4 ,diese ,art ,musik drckt am besten aus1 was ich von den ,deutschen halte3 sie sind von ,vorgestern und von bermorgen1 - sie haben noch kein ,heute4 #bda4 ,wir guten ,europer3 auch wir haben ,stunden1 wo wir uns eine herzhafte ,vaterlnderei1 einen ,plumps und ,rckfall in alte ,lieben und ,engen gestatten - ich gab eben eine ,probe davon -1 ,stunden nationaler ,wallungen1 patriotischer ,beklemmungen und allerhand anderer alterthmlicher ,gefhls-berschwemmungen4 ,schwerflligere ,geister1 als wir sind1 mgen mit dem1 was sich bei uns auf ,stunden beschrnkt und in ,stunden zu ,ende spielt1 erst in lngeren ,zeitrumen fertig werden1 in halben ,jahren die ,einen1 in halben ,menschenleben die ,anderen1 je nach der ,schnelligkeit und ,kraft1 mit der sie verdauen und ihre ,stoffe wechseln4 ,ja1 ich knnte mir dumpfe zgernde ,rassen denken1 welche auch in unserm geschwinden ,europa halbe ,jahrhunderte nthig htten1 um solche atavistische ,anflle von ,vaterlnderei und ,schollenkleberei zu berwinden und wieder zur ,vernunft1 will sagen zum guten ,europerthum zurckzukehren4 ,und indem ich ber diese ,mglichkeit ausschweife1 begegnet mir's1 dass ich ,ohrenzeuge eines ,gesprchs von zwei alten ,patrioten werde1 - sie hrten beide offenbar schlecht und sprachen darum um so lauter4 ,der hlt und weiss von ,philosophie so viel als ein ,bauer oder ,corpsstudent - sagte der ,eine -3 der ist noch unschuldig4 ,aber was liegt heute daran6 ,es ist das ,zeitalter der ,massen3 die liegen vor allem ,massenhaften auf dem ,bauche4 ,und so auch in politicis4 ,ein ,staatsmann1 der ihnen einen neuen ,thurm von ,babel1 irgend ein ,ungeheuer von ,reich und ,macht aufthrmt1 heisst ihnen gross3 - was liegt daran1 dass wir ,vorsichtigeren und ,zurckhaltenderen einstweilen noch nicht vom alten ,glauben lassen1 es sei allein der grosse ,gedanke1 der einer ,that und ,sache ,grsse giebt4 ,gesetzt1 ein ,staatsmann brchte sein ,volk in die ,lage1 frderhin grosse ,politik treiben zu mssen1 fr welche es von ,natur schlecht angelegt und vorbereitet ist3 so dass es nthig htte1 einer neuen zweifelhaften ,mittelmssigkeit zu ,liebe seine alten und sicheren ,tugenden zu opfern1 - gesetzt1 ein ,staatsmann verurtheilte sein ,volk zum ,politisiren berhaupt1 whrend dasselbe bisher ,besseres zu thun und zu denken hatte und im ,grunde seiner ,seele einen vorsichtigen ,ekel vor der ,unruhe1 ,leere und lrmenden ,zankteufelei der eigentlich politisirenden ,vlker nicht los wurde3 - gesetzt1 ein solcher ,staatsmann stachle die eingeschlafnen ,leidenschaften und ,begehrlichkeiten seines ,volkes auf1 mache ihm aus seiner bisherigen ,schchternheit und ,lust am ,danebenstehn einen ,flecken1 aus seiner ,auslnderei und heimlichen ,unendlichkeit eine ,verschuldung1 entwerthe ihm seine herzlichsten ,hnge1 drehe sein ,gewissen um1 mache seinen ,geist eng1 seinen ,geschmack national1 - wie6 ein ,staatsmann1 der dies ,alles thte1 den sein ,volk in alle ,zukunft hinein1 falls es ,zukunft hat1 abbssen msste1 ein solcher ,staatsmann wre gross8 ,unzweifelhaft6 antwortete ihm der andere alte ,patriot heftig3 sonst htte er es nicht gekonnt6 ,es war toll vielleicht1 so etwas zu wollen8 ,aber vielleicht war alles ,grosse im ,anfang nur toll6 - ,missbrauch der ,worte6 schrie sein ,unterredner dagegen3 - stark6 stark6 stark und toll6 ,nicht gross6 - ,die alten ,mnner hatten sich ersichtlich erhitzt1 als sie sich dergestalt ihre ,wahrheiten in's ,gesicht schrieen2 ich aber1 in meinem ,glck und ,jenseits1 erwog1 wie bald ber den ,starken ein ,strkerer ,herr werden wird2 auch dass es fr die geistige ,verflachung eines ,volkes eine ,ausgleichung giebt1 nmlich durch die ,vertiefung eines anderen4 - #bdb4 ,nenne man es nun ,civilisation oder ,vermenschlichung oder ,fortschritt1 worin jetzt die ,auszeichnung der ,europer gesucht wird2 nenne man es einfach1 ohne zu loben und zu tadeln1 mit einer politischen ,formel die demokratische ,bewegung ,europa's3 hinter all den moralischen und politischen ,vordergrnden1 auf welche mit solchen ,formeln hingewiesen wird1 vollzieht sich ein ungeheurer physiologischer ,prozess1 der immer mehr in ,fluss gerth1 - der ,prozess einer ,anhnlichung der ,europer1 ihre wachsende ,loslsung von den ,bedingungen1 unter denen klimatisch und stndisch gebundene ,rassen entstehen1 ihre zunehmende ,unabhngigkeit von jedem bestimmten milieu1 das ,jahrhunderte lang sich mit gleichen ,forderungen in ,seele und ,leib einschreiben mchte1 - also die langsame ,heraufkunft einer wesentlich bernationalen und nomadischen ,art ,mensch1 welche1 physiologisch geredet1 ein ,maximum von ,anpassungskunst und -kraft als ihre typische ,auszeichnung besitzt4 ,dieser ,prozess des werdenden ,europers1 welcher durch grosse ,rckflle im ,tempo verzgert werden kann1 aber vielleicht gerade damit an ,vehemenz und ,tiefe gewinnt und wchst - der jetzt noch wthende ,sturm und ,drang des ,national-,gefhls gehrt hierher1 insgleichen der eben heraufkommende ,anarchismus -3 dieser ,prozess luft wahrscheinlich auf ,resultate hinaus1 auf welche seine naiven ,befrderer und ,lobredner1 die ,apostel der modernen ,ideen1 am wenigsten rechnen mchten4 ,die selben neuen ,bedingungen1 unter denen im ,durchschnitt eine ,ausgleichung und ,vermittelmssigung des ,menschen sich herausbilden wird - ein ntzliches arbeitsames1 vielfach brauchbares und anstelliges ,heerdenthier ,mensch -1 sind im hchsten ,grade dazu angethan1 ,ausnahme-,menschen der gefhrlichsten und anziehendsten ,qualitt den ,ursprung zu geben4 ,whrend nmlich jene ,anpassungskraft1 welche immer wechselnde ,bedingungen durchprobirt und mit jedem ,geschlecht1 fast mit jedem ,jahrzehend1 eine neue ,arbeit beginnt1 die ,mchtigkeit des ,typus gar nicht mglich macht2 whrend der ,gesammt-,eindruck solcher zuknftiger ,europer wahrscheinlich der von vielfachen geschwtzigen willensarmen und usserst anstellbaren ,arbeitern sein wird1 die des ,herrn1 des ,befehlenden bedrfen wie des tglichen ,brodes2 whrend also die ,demokratisirung ,europa's auf die ,erzeugung eines zur ,sklaverei im feinsten ,sinne vorbereiteten ,typus hinausluft3 wird1 im ,einzel- und ,ausnahmefall1 der starke ,mensch strker und reicher gerathen mssen1 als er vielleicht jemals bisher gerathen ist1 - ,dank der ,vorurtheilslosigkeit seiner ,schulung1 ,dank der ungeheuren ,vielfltigkeit von bung1 ,kunst und ,maske4 ,ich wollte sagen3 die ,demokratisirung ,europa's ist zugleich eine unfreiwillige ,veranstaltung zur ,zchtung von ,tyrannen1- das ,wort in jedem ,sinne verstanden1 auch im geistigsten4 #bdc4 ,ich hre mit ,vergngen1 dass unsre ,sonne in rascher ,bewegung gegen das ,sternbild des ,herkules hin begriffen ist3 und ich hoffe1 dass der ,mensch auf dieser ,erde es darin der ,sonne gleich thut4 ,und wir voran1 wir guten ,europer6 - #bdd4 ,es gab eine ,zeit1 wo man gewohnt war1 die ,deutschen mit ,auszeichnung tief zu nennen3 jetzt1 wo der erfolgreichste ,typus des neuen ,deutschthums nach ganz andern ,ehren geizt und an ,allem1 was ,tiefe hat1 vielleicht die ,schneidigkeit vermisst1 ist der ,zweifel beinahe zeitgemss und patriotisch1 ob man sich ehemals mit jenem ,lobe nicht betrogen hat3 genug1 ob die deutsche ,tiefe nicht im ,grunde etwas ,anderes und ,schlimmeres ist - und ,etwas1 das man1 ,gott sei ,dank1 mit ,erfolg loszuwerden im ,begriff steht4 ,machen wir also den ,versuch1 ber die deutsche ,tiefe umzulernen3 man hat ,nichts dazu nthig1 als ein wenig ,vivisektion der deutschen ,seele4 - ,die deutsche ,seele ist vor ,allem vielfach1 verschiedenen ,ursprungs1 mehr zusammen- und bereinandergesetzt1 als wirklich gebaut3 das liegt an ihrer ,herkunft4 ,ein ,deutscher1 der sich erdreisten wollte1 zu behaupten zwei ,seelen wohnen1 ach6 in meiner ,brust wrde sich an der ,wahrheit arg vergreifen1 richtiger1 hinter der ,wahrheit um viele ,seelen zurckbleiben4 ,als ein ,volk der ungeheuerlichsten ,mischung und ,zusammenrhrung von ,rassen1 vielleicht sogar mit einem bergewicht des vor-arischen ,elementes1 als ,volk der ,mitte in jedem ,verstande1 sind die ,deutschen unfassbarer1 umfnglicher1 widerspruchsvoller1 unbekannter1 unberechenbarer1 berraschender1 selbst erschrecklicher1 als es andere ,vlker sich selber sind3 - sie entschlpfen der ,definition und sind damit schon die ,verzweiflung der ,franzosen4 ,es kennzeichnet die ,deutschen1 dass bei ihnen die ,frage was ist deutsch8 niemals ausstirbt4 ,kotzebue kannte seine ,deutschen gewiss gut genug3 ,wir sind erkannt jubelten sie ihm zu1 - aber auch ,sand glaubte sie zu kennen4 ,jean ,paul wusste1 was er that1 als er sich ergrimmt gegen ,fichte's verlogne1 aber patriotische ,schmeicheleien und bertreibungen erklrte1 - aber es ist wahrscheinlich1 dass ,goethe anders ber die ,deutschen dachte1 als ,jean ,paul1 wenn er ihm auch in ,betreff ,fichtens ,recht gab4 ,was ,goethe eigentlich ber die ,deutschen gedacht hat8 - ,aber er hat ber viele ,dinge um sich herum nie deutlich geredet und verstand sich zeitlebens auf das feine ,schweigen3 - wahrscheinlich hatte er gute ,grnde dazu4 ,gewiss ist1 dass es nicht die ,freiheitskriege waren1 die ihn freudiger aufblicken liessen1 so wenig als die franzsische ,revolution1 - das ,ereigniss1 um dessentwillen er seinen ,faust1 ja das ganze ,problem ,mensch umgedacht hat1 war das ,erscheinen ,napoleon's4 ,es giebt ,worte ,goethe's1 in denen er1 wie vom ,auslande her1 mit einer ungeduldigen ,hrte ber ,das abspricht1 was die ,deutschen sich zu ihrem ,stolze rechnen3 das berhmte deutsche ,gemth definirt er einmal als ,nachsicht mit fremden und eignen ,schwchen4 ,hat er damit ,unrecht8 - es kennzeichnet die ,deutschen1 dass man ber sie selten vllig ,unrecht hat4 ,die deutsche ,seele hat ,gnge und ,zwischengnge in sich1 es giebt in ihr ,hhlen1 ,verstecke1 ,burgverliesse2 ihre ,unordnung hat viel vom ,reize des ,geheimnissvollen2 der ,deutsche versteht sich auf die ,schleichwege zum ,chaos4 ,und wie jeglich ,ding sein ,gleichniss liebt1 so liebt der ,deutsche die ,wolken und ,alles1 was unklar1 werdend1 dmmernd1 feucht und verhngt ist3 das ,ungewisse1 ,unausgestaltete1 ,sich-,verschiebende1 ,wachsende jeder ,art fhlt er als tief4 ,der ,deutsche selbst ist nicht1 er wird1 er entwickelt sich4 ,entwicklung ist deshalb der eigentlich deutsche ,fund und ,wurf im grossen ,reich philosophischer ,formeln3 - ein regierender ,begriff1 der1 im ,bunde mit deutschem ,bier und deutscher ,musik1 daran arbeitet1 ganz ,europa zu verdeutschen4 ,die ,auslnder stehen erstaunt und angezogen vor den ,rthseln1 die ihnen die ,widerspruchs-,natur im ,grunde der deutschen ,seele aufgiebt 7welche ,hegel in ,system gebracht1 ,richard ,wagner zuletzt noch in ,musik gesetzt hat74 ,gutmthig und tckisch - ein solches ,nebeneinander1 widersinnig in ,bezug auf jedes andre ,volk1 rechtfertigt sich leider zu oft in ,deutschland3 man lebe nur eine ,zeit lang unter ,schwaben6 ,die ,schwerflligkeit des deutschen ,gelehrten1 seine gesellschaftliche ,abgeschmacktheit vertrgt sich zum ,erschrecken gut mit einer innewendigen ,seiltnzerei und leichten ,khnheit1 vor der bereits alle ,gtter das ,frchten gelernt haben4 ,will man die deutsche ,seele ad oculos demonstrirt1 so sehe man nur in den deutschen ,geschmack1 in deutsche ,knste und ,sitten hinein3 welche burische ,gleichgltigkeit gegen ,geschmack6 ,wie steht da das ,edelste und ,gemeinste neben einander6 ,wie unordentlich und reich ist dieser ganze ,seelen-,haushalt6 ,der ,deutsche schleppt an seiner ,seele2 er schleppt an ,allem1 was er erlebt4 ,er verdaut seine ,ereignisse schlecht1 er wird nie damit fertig2 die deutsche ,tiefe ist oft nur eine schwere zgernde ,verdauung4 ,und wie alle ,gewohnheits-,kranken1 alle ,dyspeptiker den ,hang zum ,bequemen haben1 so liebt der ,deutsche die ,offenheit und ,biederkeit3 wie bequem ist es1 offen und bieder zu sein6 - ,es ist heute vielleicht die gefhrlichste und glcklichste ,verkleidung1 auf die sich der ,deutsche versteht1 dies ,zutrauliche1 ,entgegenkommende1 die-,karten-,aufdeckende der deutschen ,redlichkeit3 sie ist seine eigentliche ,mephistopheles-,kunst1 mit ihr kann er es noch weit bringen6 ,der ,deutsche lsst sich gehen1 blickt dazu mit treuen blauen leeren deutschen ,augen - und sofort verwechselt das ,ausland ihn mit seinem ,schlafrocke6 - ,ich wollte sagen3 mag die deutsche ,tiefe sein1 was sie will1 - ganz unter uns erlauben wir uns vielleicht ber sie zu lachen8 - wir thun gut1 ihren ,anschein und guten ,namen auch frderhin in ,ehren zu halten und unsern alten ,ruf1 als ,volk der ,tiefe1 nicht zu billig gegen preussische ,schneidigkeit und ,berliner ,witz und ,sand zu verussern4 ,es ist fr ein ,volk klug1 sich fr tief1 fr ungeschickt1 fr gutmthig1 fr redlich1 fr unklug gelten zu machen1 gelten zu lassen3 es knnte sogar - tief sein6 ,zuletzt3 man soll seinem ,namen ,ehre machen1 - man heisst nicht umsonst das tiusche ,volk1 das ,tusche-,volk444 #bde4 ,die gute alte ,zeit ist dahin1 in ,mozart hat sie sich ausgesungen3 - wie glcklich wir1 dass zu uns sein ,rokoko noch redet1 dass seine gute ,gesellschaft1 sein zrtliches ,schwrmen1 seine ,kinderlust am ,chinesischen und ,geschnrkelten1 seine ,hflichkeit des ,herzens1 sein ,verlangen nach ,zierlichem1 ,verliebtem1 ,tanzendem1 ,thrnenseligem1 sein ,glaube an den ,sden noch an irgend einen ,rest in uns appelliren darf6 ,ach1 irgend wann wird es einmal damit vorbei sein6 - aber wer darf zweifeln1 dass es noch frher mit dem ,verstehen und ,schmecken ,beethoven's vorbei sein wird6 - der ja nur der ,ausklang eines ,stil-bergangs und ,stil-,bruchs war und nicht1 wie ,mozart1 der ,ausklang eines grossen ,jahrhunderte langen europischen ,geschmacks4 ,beethoven ist das ,zwischen-,begebniss einer alten mrben ,seele1 die bestndig zerbricht1 und einer zuknftigen berjungen ,seele1 welche bestndig kommt2 auf seiner ,musik liegt jenes ,zwielicht von ewigem ,verlieren und ewigem ausschweifendem ,hoffen1 - das selbe ,licht1 in welchem ,europa gebadet lag1 als es mit ,rousseau getrumt1 als es um den ,freiheitsbaum der ,revolution getanzt und endlich vor ,napoleon beinahe angebetet hatte4 ,aber wie schnell verbleicht jetzt gerade dies ,gefhl1 wie schwer ist heute schon das ,wissen um dies ,gefhl1 - wie fremd klingt die ,sprache jener ,rousseau1 ,schiller1 ,shelley1 ,byron an unser ,ohr1 in denen zusammen das selbe ,schicksal ,europa's den ,weg zum ,wort gefunden hat1 das in ,beethoven zu singen wusste6 - ,was von deutscher ,musik nachher gekommen ist1 gehrt in die ,romantik1 das heisst in eine1 historisch gerechnet1 noch krzere1 noch flchtigere1 noch oberflchlichere ,bewegung1 als es jener grosse ,zwischenakt1 jener bergang ,europa's von ,rousseau zu ,napoleon und zur ,heraufkunft der ,demokratie war4 ,weber3 aber was ist uns heute ,freischtz und ,oberon6 ,oder ,marschner's ,hans ,heiling und ,vampyr6 ,oder selbst noch ,wagner's ,tannhuser6 ,das ist verklungene1 wenn auch noch nicht vergessene ,musik4 ,diese ganze ,musik der ,romantik war berdies nicht vornehm genug1 nicht ,musik genug1 um auch anderswo ,recht zu behalten1 als im ,theater und vor der ,menge2 sie war von vornherein ,musik zweiten ,ranges1 die unter wirklichen ,musikern wenig in ,betracht kam4 ,anders stand es mit ,felix ,mendelssohn1 jenem halkyonischen ,meister1 der um seiner leichteren reineren beglckteren ,seele willen schnell verehrt und ebenso schnell vergessen wurde3 als der schne ,zwischenfall der deutschen ,musik4 ,was aber ,robert ,schumann angeht1 der es schwer nahm und von ,anfang an auch schwer genommen worden ist - es ist der ,letzte1 der eine ,schule gegrndet hat -3 gilt es heute unter uns nicht als ein ,glck1 als ein ,aufathmen1 als eine ,befreiung1 dass gerade diese ,schumann'sche ,romantik berwunden ist8 ,schumann1 in die schsische ,schweiz seiner ,seele flchtend1 halb ,wertherisch1 halb ,jean-,paulisch geartet1 gewiss nicht ,beethovenisch6 gewiss nicht ,byronisch6 - seine ,manfred-,musik ist ein ,missgriff und ,missverstndniss bis zum ,unrechte -1 ,schumann mit seinem ,geschmack1 der im ,grunde ein kleiner ,geschmack war1 7nmlich ein gefhrlicher1 unter ,deutschen doppelt gefhrlicher ,hang zur stillen ,lyrik und ,trunkenboldigkeit des ,gefhls71 bestndig bei ,seite gehend1 sich scheu verziehend und zurckziehend1 ein edler ,zrtling1 der in lauter anonymem ,glck und ,weh schwelgte1 eine ,art ,mdchen und noli me tangere von ,anbeginn3 dieser ,schumann war bereits nur noch ein deutsches ,ereigniss in der ,musik1 kein europisches mehr1 wie ,beethoven es war1 wie1 in noch umfnglicherem ,maasse1 ,mozart es gewesen ist1 - mit ihm drohte der deutschen ,musik ihre grsste ,gefahr1 die ,stimme fr die ,seele ,europa's zu verlieren und zu einer blossen ,vaterlnderei herabzusinken4 - #bdf4 - ,welche ,marter sind deutsch geschriebene ,bcher fr ,den1 der das dritte ,ohr hat6 ,wie unwillig steht er neben dem langsam sich drehenden ,sumpfe von ,klngen ohne ,klang1 von ,rhythmen ohne ,tanz1 welcher bei ,deutschen ein ,buch genannt wird6 ,und gar der ,deutsche1 der ,bcher liest6 ,wie faul1 wie widerwillig1 wie schlecht liest er6 ,wie viele ,deutsche wissen es und fordern es von sich zu wissen1 dass ,kunst in jedem guten ,satze steckt1 - ,kunst1 die errathen sein will1 sofern der ,satz verstanden sein will6 ,ein ,missverstndniss ber sein ,tempo zum ,beispiel3 und der ,satz selbst ist missverstanden6 ,dass man ber die rhythmisch entscheidenden ,silben nicht im ,zweifel sein darf1 dass man die ,brechung der allzustrengen ,symmetrie als gewollt und als ,reiz fhlt1 dass man jedem staccato1 jedem rubato ein feines geduldiges ,ohr hinhlt1 dass man den ,sinn in der ,folge der ,vocale und ,diphthongen rth1 und wie zart und reich sie in ihrem ,hintereinander sich frben und umfrben knnen3 wer unter bcherlesenden ,deutschen ist gutwillig genug1 solchergestalt ,pflichten und ,forderungen anzuerkennen und auf so viel ,kunst und ,absicht in der ,sprache hinzuhorchen8 ,man hat zuletzt eben das ,ohr nicht dafr3 und so werden die strksten ,gegenstze des ,stils nicht gehrt1 und die feinste ,knstlerschaft ist wie vor ,tauben verschwendet4 - ,dies waren meine ,gedanken1 als ich merkte1 wie man plump und ahnungslos zwei ,meister in der ,kunst der ,prosa mit einander verwechselte1 ,einen1 dem die ,worte zgernd und kalt herabtropfen1 wie von der ,decke einer feuchten ,hhle - er rechnet auf ihren dumpfen ,klang und ,wiederklang - und einen ,anderen1 der seine ,sprache wie einen biegsamen ,degen handhabt und vom ,arme bis zur ,zehe hinab das gefhrliche ,glck der zitternden berscharfen ,klinge fhlt1 welche beissen1 zischen1 schneiden will4 - #bdg4 ,wie wenig der deutsche ,stil mit dem ,klange und mit den ,ohren zu thun hat1 zeigt die ,thatsache1 dass gerade unsre guten ,musiker schlecht schreiben4 ,der ,deutsche liest nicht laut1 nicht fr's ,ohr1 sondern bloss mit den ,augen3 er hat seine ,ohren dabei in's ,schubfach gelegt4 ,der antike ,mensch las1 wenn er las - es geschah selten genug - sich selbst etwas vor1 und zwar mit lauter ,stimme2 man wunderte sich1 wenn jemand leise las und fragte sich insgeheim nach ,grnden4 ,mit lauter ,stimme3 das will sagen1 mit all den ,schwellungen1 ,biegungen1 ,umschlgen des ,tons und ,wechseln des ,tempo's1 an denen die antike ffentliche ,welt ihre ,freude hatte4 ,damals waren die ,gesetze des ,schrift-,stils die selben1 wie die des ,rede-,stils2 und dessen ,gesetze hiengen zum ,theil von der erstaunlichen ,ausbildung1 den raffinirten ,bedrfnissen des ,ohrs und ,kehlkopfs ab1 zum andern ,theil von der ,strke1 ,dauer und ,macht der antiken ,lunge4 ,eine ,periode ist1 im ,sinne der ,alten1 vor ,allem ein physiologisches ,ganzes1 insofern sie von ,einem ,athem zusammengefasst wird4 ,solche ,perioden1 wie sie bei ,demosthenes1 bei ,cicero vorkommen1 zwei ,mal schwellend und zwei ,mal absinkend und ,alles innerhalb ,eines ,athemzugs3 das sind ,gensse fr antike ,menschen1 welche die ,tugend daran1 das ,seltene und ,schwierige im ,vortrag einer solchen ,periode1 aus ihrer eignen ,schulung zu schtzen wussten3 - wir haben eigentlich kein ,recht auf die grosse ,periode1 wir ,modernen1 wir ,kurzathmigen in jedem ,sinne6 ,diese ,alten waren ja insgesammt in der ,rede selbst ,dilettanten1 folglich ,kenner1 folglich ,kritiker1 - damit trieben sie ihre ,redner zum ussersten2 in gleicher ,weise1 wie im vorigen ,jahrhundert1 als alle ,italiner und ,italinerinnen zu singen verstanden1 bei ihnen das ,gesangs-,virtuosenthum 7und damit auch die ,kunst der ,melodik -7 auf die ,hhe kam4 ,in ,deutschland aber gab es 7bis auf die jngste ,zeit1 wo eine ,art ,tribnen-,beredtsamkeit schchtern und plump genug ihre jungen ,schwingen regt7 eigentlich nur ,eine ,gattung ffentlicher und ungefhr kunstmssiger ,rede3 das ist die von der ,kanzel herab4 ,der ,prediger allein wusste in ,deutschland1 was eine ,silbe1 was ein ,wort wiegt1 inwiefern ein ,satz schlgt1 springt1 strzt1 luft1 ausluft1 er allein hatte ,gewissen in seinen ,ohren1 oft genug ein bses ,gewissen3 denn es fehlt nicht an ,grnden dafr1 dass gerade von einem ,deutschen ,tchtigkeit in der ,rede selten1 fast immer zu spt erreicht wird4 ,das ,meisterstck der deutschen ,prosa ist deshalb billigerweise das ,meisterstck ihres grssten ,predigers3 die ,bibel war bisher das beste deutsche ,buch4 ,gegen ,luther's ,bibel gehalten ist fast alles brige nur ,litteratur - ein ,ding1 das nicht in ,deutschland gewachsen ist und darum auch nicht in deutsche ,herzen hinein wuchs und wchst3 wie es die ,bibel gethan hat4 #bdh4 ,es giebt zwei ,arten des ,genie's3 eins1 welches vor allem zeugt und zeugen will1 und ein andres1 welches sich gern befruchten lsst und gebiert4 ,und ebenso giebt es unter den genialen ,vlkern solche1 denen das ,weibsproblem der ,schwangerschaft und die geheime ,aufgabe des ,gestaltens1 ,ausreifens1 ,vollendens zugefallen ist - die ,griechen zum ,beispiel waren ein ,volk dieser ,art1 insgleichen die ,franzosen -2 und andre1 welche befruchten mssen und die ,ursache neuer ,ordnungen des ,lebens werden1 - gleich den ,juden1 den ,rmern und1 in aller ,bescheidenheit gefragt1 den ,deutschen8 - ,vlker geqult und entzckt von unbekannten ,fiebern und unwiderstehlich aus sich herausgedrngt1 verliebt und lstern nach fremden ,rassen 7nach solchen1 welche sich befruchten lassen -7 und dabei herrschschtig wie ,alles1 was sich voller ,zeugekrfte und folglich von ,gottes ,gnaden weiss4 ,diese zwei ,arten des ,genie's suchen sich1 wie ,mann und ,weib2 aber sie missverstehen auch einander1 - wie ,mann und ,weib4 #bdi4 ,jedes ,volk hat seine eigne ,tartfferie1 und heisst sie seine ,tugenden4 - ,das ,beste1 was man ist1 kennt man nicht1 - kann man nicht kennen4 #bej4 ,was ,europa den ,juden verdankt8 - ,vielerlei1 ,gutes und ,schlimmes1 und vor allem ,eins1 das vom ,besten und ,schlimmsten zugleich ist3 den grossen ,stil in der ,moral1 die ,furchtbarkeit und ,majestt unendlicher ,forderungen1 unendlicher ,bedeutungen1 die ganze ,romantik und ,erhabenheit der moralischen ,fragwrdigkeiten - und folglich gerade den anziehendsten1 verfnglichsten und ausgesuchtesten ,theil jener ,farbenspiele und ,verfhrungen zum ,leben1 in deren ,nachschimmer heute der ,himmel unsrer europischen ,cultur1 ihr ,abend-,himmel1 glht1 - vielleicht verglht4 ,wir ,artisten unter den ,zuschauern und ,philosophen sind dafr den ,juden - dankbar4 #bea4 ,man muss es in den ,kauf nehmen1 wenn einem ,volke1 das am nationalen ,nervenfieber und politischen ,ehrgeize leidet1 leiden will -1 mancherlei ,wolken und ,strungen ber den ,geist ziehn1 kurz1 kleine ,anflle von ,verdummung3 zum ,beispiel bei den ,deutschen von ,heute bald die antifranzsische ,dummheit1 bald die antijdische1 bald die antipolnische1 bald die christlich-romantische1 bald die ,wagnerianische1 bald die teutonische1 bald die preussische 7man sehe sich doch diese armen ,historiker1 diese ,sybel und ,treitzschke und ihre dick verbundenen ,kpfe an -71 und wie sie ,alle heissen mgen1 diese kleinen ,benebelungen des deutschen ,geistes und ,gewissens4 ,mge man mir verzeihn1 dass auch ich1 bei einem kurzen gewagten ,aufenthalt auf sehr inficirtem ,gebiete1 nicht vllig von der ,krankheit verschont blieb und mir1 wie alle ,welt1 bereits ,gedanken ber ,dinge zu machen anfieng1 die mich nichts angehn3 erstes ,zeichen der politischen ,infektion4 ,zum ,beispiel ber die ,juden3 man hre4 - ,ich bin noch keinem ,deutschen begegnet1 der den ,juden gewogen gewesen wre2 und so unbedingt auch die ,ablehnung der eigentlichen ,antisemiterei von ,seiten aller ,vorsichtigen und ,politischen sein mag1 so richtet sich doch auch diese ,vorsicht und ,politik nicht etwa gegen die ,gattung des ,gefhls selber1 sondern nur gegen seine gefhrliche ,unmssigkeit1 insbesondere gegen den abgeschmackten und schandbaren ,ausdruck dieses unmssigen ,gefhls1 - darber darf man sich nicht tuschen4 ,dass ,deutschland reichlich genug ,juden hat1 dass der deutsche ,magen1 das deutsche ,blut ,noth hat 7und noch auf lange ,noth haben wird71 um auch nur mit diesem ,quantum ,jude fertig zu werden - so wie der ,italiner1 der ,franzose1 der ,englnder fertig geworden sind1 in ,folge einer krftigeren ,verdauung -3 das ist die deutliche ,aussage und ,sprache eines allgemeinen ,instinktes1 auf welchen man hren1 nach welchem man handeln muss4 ,keine neuen ,juden mehr hinein lassen6 ,und namentlich nach dem ,osten 7auch nach streich7 zu die ,thore zusperren6 also gebietet der ,instinkt eines ,volkes1 dessen ,art noch schwach und unbestimmt ist1 so dass sie leicht verwischt1 leicht durch eine strkere ,rasse ausgelscht werden knnte4 ,die ,juden sind aber ohne allen ,zweifel die strkste1 zheste und reinste ,rasse1 die jetzt in ,europa lebt2 sie verstehen es1 selbst noch unter den schlimmsten ,bedingungen sich durchzusetzen 7besser sogar1 als unter gnstigen71 vermge irgend welcher ,tugenden1 die man heute gern zu ,lastern stempeln mchte1 - ,dank1 vor ,allem1 einem resoluten ,glauben1 der sich vor den modernen ,ideen nicht zu schmen braucht2 sie verndern sich1 wenn sie sich verndern1 immer nur so1 wie das russische ,reich seine ,eroberungen macht1 - als ein ,reich1 das ,zeit hat und nicht von ,gestern ist -3 nmlich nach dem ,grundsatze so langsam als mglich6 ,ein ,denker1 der die ,zukunft ,europa's auf seinem ,gewissen hat1 wird1 bei allen ,entwrfen1 welche er bei sich ber diese ,zukunft macht1 mit den ,juden rechnen wie mit den ,russen1 als den zunchst sichersten und wahrscheinlichsten ,faktoren im grossen ,spiel und ,kampf der ,krfte4 ,das1 was heute in ,europa ,nation genannt wird und eigentlich mehr eine res facta als nata ist 7ja mitunter einer res ficta et picta zum ,verwechseln hnlich sieht -71 ist in jedem ,falle etwas ,werdendes1 ,junges1 ,leicht-,verschiebbares1 noch keine ,rasse1 geschweige denn ein solches aere perennius1 wie es die ,juden-,art ist3 diese ,nationen sollten sich doch vor jeder hitzkpfigen ,concurrenz und ,feindseligkeit sorgfltig in ,acht nehmen6 ,dass die ,juden1 wenn sie wollten - oder1 wenn man sie dazu zwnge1 wie es die ,antisemiten zu wollen scheinen -1 jetzt schon das bergewicht1 ja ganz wrtlich die ,herrschaft ber ,europa haben knnten1 steht fest2 dass sie nicht darauf hin arbeiten und ,plne machen1 ebenfalls4 ,einstweilen wollen und wnschen sie vielmehr1 sogar mit einiger ,zudringlichkeit1 in ,europa1 von ,europa ein- und aufgesaugt zu werden1 sie drsten darnach1 endlich irgendwo fest1 erlaubt1 geachtet zu sein und dem ,nomadenleben1 dem ewigen ,juden ein ,ziel zu setzen -2 und man sollte diesen ,zug und ,drang 7der vielleicht selbst schon eine ,milderung der jdischen ,instinkte ausdrckt7 wohl beachten und ihm entgegenkommen3 wozu es vielleicht ntzlich und billig wre1 die antisemitischen ,schreihlse des ,landes zu verweisen4 ,mit aller ,vorsicht entgegenkommen1 mit ,auswahl2 ungefhr so wie der englische ,adel es thut4 ,es liegt auf der ,hand1 dass am unbedenklichsten noch sich die strkeren und bereits fester geprgten ,typen des neuen ,deutschthums mit ihnen einlassen knnten1 zum ,beispiel der adelige ,offizier aus der ,mark3 es wre von vielfachem ,interesse1 zu sehen1 ob sich nicht zu der erblichen ,kunst des ,befehlens und ,gehorchens - in ,beidem ist das bezeichnete ,land heute klassisch - das ,genie des ,geldes und der ,geduld 7und vor allem etwas ,geist und ,geistigkeit1 woran es reichlich an der bezeichneten ,stelle fehlt -7 hinzuthun1 hinzuzchten liesse4 ,doch hier ziemt es sich1 meine heitere ,deutschthmelei und ,festrede abzubrechen3 denn ich rhre bereits an meinen ,ernst1 an das europische ,problem1 wie ich es verstehe1 an die ,zchtung einer neuen ber ,europa1 regierenden ,kaste4 - #beb4 ,das ist keine philosophische ,rasse - diese ,englnder3 ,bacon bedeutet einen ,angriff auf den philosophischen ,geist berhaupt1 ,hobbes1 ,hume und ,locke eine ,erniedrigung und ,werth-,minderung des ,begriffs ,philosoph fr mehr als ein ,jahrhundert4 ,gegen ,hume erhob und hob sich ,kant2 ,locke war es1 von dem ,schelling sagen durfte3 je mprise ,locke2 im ,kampfe mit der englisch-mechanistischen ,welt-,vertlpelung waren ,hegel und ,schopenhauer 7mit ,goethe7 einmthig1 jene beiden feindlichen ,brder-,genies in der ,philosophie1 welche nach den entgegengesetzten ,polen des deutschen ,geistes auseinander strebten und sich dabei ,unrecht thaten1 wie sich eben nur ,brder ,unrecht thun4 - ,woran es in ,england fehlt und immer gefehlt hat1 das wusste jener ,halb-,schauspieler und ,rhetor gut genug1 der abgeschmackte ,wirrkopf ,carlyle1 welcher es unter leidenschaftlichen ,fratzen zu verbergen suchte1 was er von sich selbst wusste3 nmlich woran es in ,carlyle fehlte - an eigentlicher ,macht der ,geistigkeit1 an eigentlicher ,tiefe des geistigen ,blicks1 kurz1 an ,philosophie4 - ,es kennzeichnet eine solche unphilosophische ,rasse1 dass sie streng zum ,christenthume hlt3 sie braucht seine ,zucht zur ,moralisirung und ,veranmenschlichung4 ,der ,englnder1 dsterer1 sinnlicher1 willensstrker und brutaler als der ,deutsche - ist eben deshalb1 als der ,gemeinere von ,beiden1 auch frmmer als der ,deutsche3 er hat das ,christenthum eben noch nthiger4 ,fr feinere ,nstern hat selbst dieses englische ,christenthum noch einen cht englischen ,nebengeruch von ,spleen und alkoholischer ,ausschweifung1 gegen welche es aus guten ,grnden als ,heilmittel gebraucht wird1 - das feinere ,gift nmlich gegen das grbere3 eine feinere ,vergiftung ist in der ,that bei plumpen ,vlkern schon ein ,fortschritt1 eine ,stufe zur ,vergeistigung4 ,die englische ,plumpheit und ,bauern-,ernsthaftigkeit wird durch die christliche ,gebrdensprache und durch ,beten und ,psalmensingen noch am ertrglichsten verkleidet1 richtiger3 ausgelegt und umgedeutet2 und fr jenes ,vieh von ,trunkenbolden und ,ausschweifenden1 welches ehemals unter der ,gewalt des ,methodismus und neuerdings wieder als ,heilsarmee moralisch grunzen lernt1 mag wirklich ein ,busskrampf die verhltnissmssig hchste ,leistung von ,humanitt sein1 zu der es gesteigert werden kann3 so viel darf man billig zugestehn4 ,was aber auch noch am humansten ,englnder beleidigt1 das ist sein ,mangel an ,musik1 im ,gleichniss 7und ohne ,gleichniss -7 zu reden3 er hat in den ,bewegungen seiner ,seele und seines ,leibes keinen ,takt und ,tanz1 ja noch nicht einmal die ,begierde nach ,takt und ,tanz1 nach ,musik4 ,man hre ihn sprechen2 man sehe die schnsten ,englnderinnen gehn - es giebt in keinem ,lande der ,erde schnere ,tauben und ,schwne1 - endlich3 man hre sie singen6 ,aber ich verlange zu viel44444 #bec4 ,es giebt ,wahrheiten1 die am besten von mittelmssigen ,kpfen erkannt werden1 weil sie ihnen am gemssesten sind1 es giebt ,wahrheiten1 die nur fr mittelmssige ,geister ,reize und ,verfhrungskrfte besitzen - - auf diesen vielleicht unangenehmen ,satz wird man gerade jetzt hingestossen1 seitdem der ,geist achtbarer1 aber mittelmssiger ,englnder - ich nenne ,darwin1 ,john ,stuart ,mill und ,herbert ,spencer - in der mittleren ,region des europischen ,geschmacks zum bergewicht zu gelangen anhebt4 ,in der ,that1 wer mchte die ,ntzlichkeit davon anzweifeln1 dass zeitweilig solche ,geister herrschen8 ,es wre ein ,irrthum1 gerade die hochgearteten und abseits fliegenden ,geister fr besonders geschickt zu halten1 viele kleine gemeine ,thatsachen festzustellen1 zu sammeln und in ,schlsse zu drngen3 - sie sind vielmehr1 als ,ausnahmen1 von vornherein in keiner gnstigen ,stellung zu den ,regeln4 ,zuletzt haben sie mehr zu thun1 als nur zu erkennen - nmlich etwas ,neues zu sein1 etwas ,neues zu bedeuten1 neue ,werthe darzustellen6 ,die ,kluft zwischen ,wissen und ,knnen ist vielleicht grsser1 auch unheimlicher als man denkt3 der ,knnende im grossen ,stil1 der ,schaffende wird mglicherweise ein ,unwissender sein mssen1 - whrend andererseits zu wissenschaftlichen ,entdeckungen nach der ,art ,darwin's eine gewisse ,enge1 ,drre und fleissige ,sorglichkeit1 kurz1 etwas ,englisches nicht bel disponiren mag4 - ,vergesse man es zuletzt den ,englndern nicht1 dass sie schon ,ein ,mal mit ihrer tiefen ,durchschnittlichkeit eine ,gesammt-,depression des europischen ,geistes verursacht haben3 ,das1 was man die modernen ,ideen oder die ,ideen des achtzehnten ,jahrhunderts oder auch die franzsischen ,ideen nennt - ,das also1 wogegen sich der deutsche ,geist mit tiefem ,ekel erhoben hat -1 war englischen ,ursprungs1 daran ist nicht zu zweifeln4 ,die ,franzosen sind nur die ,affen und ,schauspieler dieser ,ideen gewesen1 auch ihre besten ,soldaten1 insgleichen leider ihre ersten und grndlichsten ,opfer3 denn an der verdammlichen ,anglomanie der modernen ,ideen ist zuletzt die me franaise so dnn geworden und abgemagert1 dass man sich ihres sechszehnten und siebzehnten ,jahrhunderts1 ihrer tiefen leidenschaftlichen ,kraft1 ihrer erfinderischen ,vornehmheit heute fast mit ,unglauben erinnert4 ,man muss aber diesen ,satz historischer ,billigkeit mit den ,zhnen festhalten und gegen den ,augenblick und ,augenschein vertheidigen3 die europische noblesse - des ,gefhls1 des ,geschmacks1 der ,sitte1 kurz1 das ,wort in jedem hohen ,sinne genommen - ist ,frankreich's ,werk und ,erfindung1 die europische ,gemeinheit1 der ,plebejismus der modernen ,ideen -,englands4- #bed4 ,auch jetzt noch ist ,frankreich der ,sitz der geistigsten und raffinirtesten ,cultur ,europa's und die hohe ,schule des ,geschmacks3 aber man muss dies ,frankreich des ,geschmacks zu finden wissen4 ,wer zu ihm gehrt1 hlt sich gut verborgen3 - es mag eine kleine ,zahl sein1 in denen es leibt und lebt1 dazu vielleicht ,menschen1 welche nicht auf den krftigsten ,beinen stehn1 zum ,theil ,fatalisten1 ,verdsterte1 ,kranke1 zum ,theil ,verzrtelte und ,verknstelte1 solche1 welche den ,ehrgeiz haben1 sich zu verbergen4 ,etwas ist ,allen gemein3 sie halten sich die ,ohren zu vor der rasenden ,dummheit und dem lrmenden ,maulwerk des demokratischen bourgeois4 ,in der ,that wlzt sich heut im ,vordergrunde ein verdummtes und vergrbertes ,frankreich1 - es hat neuerdings1 bei dem ,leichenbegngniss ,victor ,hugo's1 eine wahre ,orgie des ,ungeschmacks und zugleich der ,selbstbewunderung gefeiert4 ,auch etwas ,anderes ist ihnen gemeinsam3 ein guter ,wille1 sich der geistigen ,germanisirung zu erwehren - und ein noch besseres ,unvermgen dazu6 ,vielleicht ist jetzt schon ,schopenhauer in diesem ,frankreich des ,geistes1 welches auch ein ,frankreich des ,pessimismus ist1 mehr zu ,hause und heimischer geworden1 als er es je in ,deutschland war2 nicht zu reden von ,heinrich ,heine1 der den feineren und anspruchsvolleren ,lyrikern von ,paris lange schon in ,fleisch und ,blut bergegangen ist1 oder von ,hegel1 der heute in ,gestalt ,taine's - das heisst des ersten lebenden ,historikers - einen beinahe tyrannischen ,einfluss ausbt4 ,was aber ,richard ,wagner betrifft3 je mehr sich die franzsische ,musik nach den wirklichen ,bedrfnissen der me moderne gestalten lernt1 um so mehr wird sie wagnerisiren1 das darf man vorhersagen1 - sie thut es jetzt schon genug6 ,es ist dennoch dreierlei1 was auch heute noch die ,franzosen mit ,stolz als ihr ,erb und ,eigen und als unverlornes ,merkmal einer alten ,cultur-berlegenheit ber ,europa aufweisen knnen1 trotz aller freiwilligen oder unfreiwilligen ,germanisirung und ,verpbelung des ,geschmacks3 einmal die ,fhigkeit zu artistischen ,leidenschaften1 zu ,hingebungen an die ,form1 fr welche das ,wort l'art pour l'art1 neben tausend anderen1 erfunden ist3 - dergleichen hat in ,frankreich seit drei ,jahrhunderten nicht gefehlt und immer wieder1 ,dank der ,ehrfurcht vor der kleinen ,zahl1 eine ,art ,kammermusik der ,litteratur ermglicht1 welche im brigen ,europa sich suchen lsst -4 ,das ,zweite1 worauf die ,franzosen eine berlegenheit ber ,europa begrnden knnen1 ist ihre alte vielfache moralistische ,cultur1 welche macht1 dass man im ,durchschnitt selbst bei kleinen romanciers der ,zeitungen und zuflligen boulevardiers de ,paris eine psychologische ,reizbarkeit und ,neugierde findet1 von der man zum ,beispiel in ,deutschland keinen ,begriff 7geschweige denn die ,sache67 hat4 ,den ,deutschen fehlen dazu ein paar ,jahrhunderte moralistischer ,art1 welche1 wie gesagt1 ,frankreich sich nicht erspart hat2 wer die ,deutschen darum naiv nennt1 macht ihnen aus einem ,mangel ein ,lob zurecht4 7,als ,gegensatz zu der deutschen ,unerfahrenheit und ,unschuld in voluptate psychologica1 die mit der ,langweiligkeit des deutschen ,verkehrs nicht gar zu fern verwandt ist1 - und als gelungenster ,ausdruck einer cht franzsischen ,neugierde und ,erfindungsgabe fr dieses ,reich zarter ,schauder mag ,henri ,beyle gelten1 jener merkwrdige vorwegnehmende und vorauslaufende ,mensch1 der mit einem ,napoleonischen ,tempo durch sein ,europa1 durch mehrere ,jahrhunderte der europischen ,seele lief1 als ein ,aussprer und ,entdecker dieser ,seele3 - es hat zweier ,geschlechter bedurft1 um ihn irgendwie einzuholen1 um einige der ,rthsel nachzurathen1 die ihn qulten und entzckten1 diesen wunderlichen ,epicureer und ,fragezeichen-,menschen1 der ,frankreichs letzter grosser ,psycholog war -74 ,es giebt noch einen dritten ,anspruch auf berlegenheit3 im ,wesen der ,franzosen ist eine halbwegs gelungene ,synthesis des ,nordens und ,sdens gegeben1 welche sie viele ,dinge begreifen macht und andre ,dinge thun heisst1 die ein ,englnder nie begreifen wird2 ihr dem ,sden periodisch zugewandtes und abgewandtes ,temperament1 in dem von ,zeit zu ,zeit das provenalische und ligurische ,blut berschumt1 bewahrt sie vor dem schauerlichen nordischen ,grau in ,grau und der sonnenlosen ,begriffs-,gespensterei und ,blutarmuth1 - unsrer deutschen ,krankheit des ,geschmacks1 gegen deren bermaass man sich augenblicklich mit grosser ,entschlossenheit ,blut und ,eisen1 will sagen3 die grosse ,politik verordnet hat 7gemss einer gefhrlichen ,heilkunst1 welche mich warten und warten1 aber bis jetzt noch nicht hoffen lehrt -74 ,auch jetzt noch giebt es in ,frankreich ein ,vorverstndniss und ein ,entgegenkommen fr jene seltneren und selten befriedigten ,menschen1 welche zu umfnglich sind1 um in irgend einer ,vaterlnderei ihr ,genge zu finden und im ,norden den ,sden1 im ,sden den ,norden zu lieben wissen1 - fr die geborenen ,mittellndler1 die guten ,europer4 - ,fr sie hat ,bizet ,musik gemacht1 dieses letzte ,genie1 welches eine neue ,schnheit und ,verfhrung gesehn1 - der ein ,stck ,sden der ,musik entdeckt hat4 #bee4 ,gegen die deutsche ,musik halte ich mancherlei ,vorsicht fr geboten4 ,gesetzt1 dass ,einer den ,sden liebt1 wie ich ihn liebe1 als eine grosse ,schule der ,genesung1 im ,geistigsten und ,sinnlichsten1 als eine unbndige ,sonnenflle und ,sonnen-,verklrung1 welche sich ber ein selbstherrliches1 an sich glaubendes ,dasein breitet3 nun1 ein ,solcher wird sich etwas vor der deutschen ,musik in ,acht nehmen lernen1 weil sie1 indem sie seinen ,geschmack zurck verdirbt1 ihm die ,gesundheit mit zurck verdirbt4 ,ein solcher ,sdlnder1 nicht der ,abkunft1 sondern dem ,glauben nach1 muss1 falls er von der ,zukunft der ,musik trumt1 auch von einer ,erlsung der ,musik vom ,norden trumen und das ,vorspiel einer tieferen1 mchtigeren1 vielleicht bseren und geheimnissvolleren ,musik in seinen ,ohren haben1 einer berdeutschen ,musik1 welche vor dem ,anblick des blauen wollstigen ,meers und der mittellndischen ,himmels-,helle nicht verklingt1 vergilbt1 verblasst1 wie es alle deutsche ,musik thut1 einer bereuropischen ,musik1 die noch vor den braunen ,sonnen-,untergngen der ,wste ,recht behlt1 deren ,seele mit der ,palme verwandt ist und unter grossen schnen einsamen ,raubthieren heimisch zu sein und zu schweifen versteht44444 ,ich knnte mir eine ,musik denken1 deren seltenster ,zauber darin bestnde1 dass sie von ,gut und ,bse nichts mehr wsste1 nur dass vielleicht irgend ein ,schiffer-,heimweh1 irgend welche goldne ,schatten und zrtliche ,schwchen hier und da ber sie hinwegliefen3 eine ,kunst1 welche von grosser ,ferne her die ,farben einer untergehenden1 fast unverstndlich gewordenen moralischen ,welt zu sich flchten she1 und die gastfreundlich und tief genug zum ,empfang solcher spten ,flchtlinge wre4 - #bef4 ,dank der krankhaften ,entfremdung1 welche der ,nationalitts-,wahnsinn zwischen die ,vlker ,europa's gelegt hat und noch legt1 ,dank ebenfalls den ,politikern des kurzen ,blicks und der raschen ,hand1 die heute mit seiner ,hlfe obenauf sind und gar nicht ahnen1 wie sehr die auseinanderlsende ,politik1 welche sie treiben1 nothwendig nur ,zwischenakts-,politik sein kann1 - ,dank ,alledem und manchem heute ganz ,unaussprechbaren werden jetzt die unzweideutigsten ,anzeichen bersehn oder willkrlich und lgenhaft umgedeutet1 in denen sich ausspricht1 dass ,europa ,eins werden will4 ,bei allen tieferen und umfnglicheren ,menschen dieses ,jahrhunderts war es die eigentliche ,gesammt-,richtung in der geheimnissvollen ,arbeit ihrer ,seele1 den ,weg zu jener neuen ,synthesis vorzubereiten und versuchsweise den ,europer der ,zukunft vorwegzunehmen3 nur mit ihren ,vordergrnden1 oder in schwcheren ,stunden1 etwa im ,alter1 gehrten sie zu den ,vaterlndern1 - sie ruhten sich nur von sich selber aus1 wenn sie ,patrioten wurden4 ,ich denke an ,menschen wie ,napoleon1 ,goethe1 ,beethoven1 ,stendhal1 ,heinrich ,heine1 ,schopenhauer3 man verarge mir es nicht1 wenn ich auch ,richard ,wagner zu ihnen rechne1 ber den man sich nicht durch seine eignen ,missverstndnisse verfhren lassen darf1 - ,genies seiner ,art haben selten das ,recht1 sich selbst zu verstehen4 ,noch weniger freilich durch den ungesitteten ,lrm1 mit dem man sich jetzt in ,frankreich gegen ,richard ,wagner sperrt und wehrt3 - die ,thatsache bleibt nichtsdestoweniger bestehen1 dass die franzsische ,spt-,romantik der ,vierziger ,jahre und ,richard ,wagner auf das ,engste und ,innigste zu einander1 gehren4 ,sie sind sich in allen ,hhen und ,tiefen ihrer ,bedrfnisse verwandt1 grundverwandt3 ,europa ist es1 das ,eine ,europa1 dessen ,seele sich durch ihre vielfltige und ungestme ,kunst hinaus1 hinauf drngt und sehnt - wohin8 in ein neues ,licht8 nach einer neuen ,sonne8 ,aber wer mchte genau aussprechen1 was alle diese ,meister neuer ,sprachmittel nicht deutlich auszusprechen wussten8 ,gewiss ist1 dass der gleiche ,sturm und ,drang sie qulte1 dass sie auf gleiche ,weise suchten1 diese letzten grossen ,suchenden6 ,allesammt beherrscht von der ,litteratur bis in ihre ,augen und ,ohren - die ersten ,knstler von weltlitterarischer ,bildung - meistens sogar selber ,schreibende1 ,dichtende1 ,vermittler und ,vermischer der ,knste und der ,sinne 7,wagner gehrt als ,musiker unter die ,maler1 als ,dichter unter die ,musiker1 als ,knstler berhaupt unter die ,schauspieler72 allesammt ,fanatiker des ,ausdrucks um jeden ,preis - ich hebe ,delacroix hervor1 den ,nchstverwandten ,wagner's -1 allesammt grosse ,entdecker im ,reiche des ,erhabenen1 auch des ,hsslichen und ,grsslichen1 noch grssere ,entdecker im ,effekte1 in der ,schaustellung1 in der ,kunst der ,schaulden1 allesammt ,talente weit ber ihr ,genie hinaus -1 ,virtuosen durch und durch1 mit unheimlichen ,zugngen zu ,allem1 was verfhrt1 lockt1 zwingt1 umwirft1 geborene ,feinde der ,logik und der geraden ,linien1 begehrlich nach dem ,fremden1 dem ,exotischen1 dem ,ungeheuren1 dem ,krummen1 dem ,sich-,widersprechenden2 als ,menschen ,tantalusse des ,willens1 heraufgekommene ,plebejer1 welche sich im ,leben und ,schaffen eines vornehmen tempo1 eines lento unfhig wussten1 - man denke zum ,beispiel an ,balzac - zgellose ,arbeiter1 beinahe ,selbst-,zerstrer durch ,arbeit2 ,antinomisten und ,aufrhrer in den ,sitten1 ,ehrgeizige und ,unersttliche ohne ,gleichgewicht und ,genuss2 allesammt zuletzt an dem christlichen ,kreuze zerbrechend und niedersinkend 7und das mit ,fug und ,recht3 denn wer von ihnen wre tief und ursprnglich genug zu einer ,philosophie des ,antichrist gewesen8 -7 im ,ganzen eine verwegen-wagende1 prachtvoll-gewaltsame1 hochfliegende und hoch emporreissende ,art hherer ,menschen1 welche ihrem ,jahrhundert - und es ist das ,jahrhundert der ,menge6 - den ,begriff hherer ,mensch erst zu lehren hatte ,mgen die deutschen ,freunde ,richard ,wagner's darber mit sich zu ,rathe gehn1 ob es in der ,wagnerischen ,kunst etwas schlechthin ,deutsches giebt1 oder ob nicht gerade deren ,auszeichnung ist1 aus berdeutschen ,quellen und ,antrieben zu kommen3 wobei nicht unterschtzt werden mag1 wie zur ,ausbildung seines ,typus gerade ,paris unentbehrlich war1 nach dem ihn in der entscheidendsten ,zeit die ,tiefe seiner ,instinkte verlangen hiess1 und wie die ganze ,art seines ,auftretens1 seines ,selbst-,apostolats erst ,angesichts des franzsischen ,socialisten-,vorbilds sich vollenden konnte4 ,vielleicht wird man1 bei einer feineren ,vergleichung1 zu ,ehren der deutschen ,natur ,richard ,wagner's finden1 dass er es in ,allem strker1 verwegener1 hrter1 hher getrieben hat1 als es ein ,franzose des neunzehnten ,jahrhunderts treiben knnte1 - ,dank dem ,umstande1 dass wir ,deutschen der ,barbarei noch nher stehen als die ,franzosen -2 vielleicht ist sogar das ,merkwrdigste1 was ,richard ,wagner geschaffen hat1 der ganzen so spten lateinischen ,rasse fr immer und nicht nur fr heute unzugnglich1 unnachfhlbar1 unnachahmbar3 die ,gestalt des ,siegfried1 jenes sehr freien ,menschen1 der in der ,that bei weitem zu frei1 zu hart1 zu wohlgemuth1 zu gesund1 zu antikatholisch fr den ,geschmack alter und mrber ,culturvlker sein mag4 ,er mag sogar eine ,snde wider die ,romantik gewesen sein1 dieser antiromanische ,siegfried3 nun1 ,wagner hat diese ,snde reichlich quitt gemacht1 in seinen alten trben ,tagen1 als er - einen ,geschmack vorwegnehmend1 der inzwischen ,politik geworden ist - mit der ihm eignen religisen ,vehemenz den ,weg nach ,rom1 wenn nicht zu gehn1 so doch zu predigen anfieng4 - ,damit man mich1 mit diesen letzten ,worten1 nicht missverstehe1 will ich einige krftige ,reime zu ,hlfe nehmen1 welche auch weniger feinen ,ohren es verrathen werden1 was ich will1 - was ich gegen den letzten ,wagner und seine ,parsifal-,musik will4 - ,ist das noch deutsch8 - ,aus deutschem ,herzen kam dies schwle ,kreischen8 ,und deutschen ,leibs ist dies ,sich-selbst-,entfleischen8 ,deutsch ist dies ,priester-,hndespreitzen1 ,dies weihrauch-dftelnde ,sinne-,reizen8 ,und deutsch dies ,stocken1 ,strzen1 ,taumeln1 ,dies ungewisse ,bimbambaumeln8 ,dies ,nonnen-ugeln1 ,ave-,glocken-,bimmeln1 ,dies ganze falsch verzckte ,himmel-berhimmeln8 - ,ist ,das noch deutsch8 - ,erwgt6 ,noch steht ihr an der ,pforte3 - ,denn1 was ihr hrt1 ist ,rom1 - ,rom's ,glaube ohne ,worte6 ,neuntes ,hauptstck3 ,was ist vornehm8 #beg4 ,jede ,erhhung des ,typus ,mensch war bisher das ,werk einer aristokratischen ,gesellschaft - und so wird es immer wieder sein3 als einer ,gesellschaft1 welche an eine lange ,leiter der ,rangordnung und ,werthverschiedenheit von ,mensch und ,mensch glaubt und ,sklaverei in irgend einem ,sinne nthig hat4 ,ohne das ,pathos der ,distanz1 wie es aus dem eingefleischten ,unterschied der ,stnde1 aus dem bestndigen ,ausblick und ,herabblick der herrschenden ,kaste auf ,unterthnige und ,werkzeuge und aus ihrer ebenso bestndigen bung im ,gehorchen und ,befehlen1 ,nieder- und ,fernhalten erwchst1 knnte auch jenes andre geheimnissvollere ,pathos gar nicht erwachsen1 jenes ,verlangen nach immer neuer ,distanz-,erweiterung innerhalb der ,seele selbst1 die ,herausbildung immer hherer1 seltnerer1 fernerer1 weitgespannterer1 umfnglicherer ,zustnde1 kurz eben die ,erhhung des ,typus ,mensch1 die fortgesetzte ,selbst-berwindung des ,menschen1 um eine moralische ,formel in einem bermoralischen ,sinne zu nehmen4 ,freilich3 man darf sich ber die ,entstehungsgeschichte einer aristokratischen ,gesellschaft 7also der ,voraussetzung jener ,erhhung des ,typus ,mensch -7 keinen humanitren ,tuschungen hingeben3 die ,wahrheit ist hart4 ,sagen wir es uns ohne ,schonung1 wie bisher jede hhere ,cultur auf ,erden angefangen hat6 ,menschen mit einer noch natrlichen ,natur1 ,barbaren in jedem furcht baren ,verstande des ,wortes1 ,raubmenschen1 noch im ,besitz ungebrochner ,willenskrfte und ,macht-,begierden1 warfen sich auf schwchere1 gesittetere1 friedlichere1 vielleicht handeltreibende oder viehzchtende ,rassen1 oder auf alte mrbe ,culturen1 in denen eben die letzte ,lebenskraft in glnzenden ,feuerwerken von ,geist und ,verderbniss verflackerte4 ,die vornehme ,kaste war im ,anfang immer die ,barbaren-,kaste3 ihr bergewicht lag nicht vorerst in der physischen ,kraft1 sondern in der seelischen1 - es waren die ganzeren ,menschen 7was auf jeder ,stufe auch so viel mit bedeutet als die ganzeren ,bestien74 #beh4 ,corruption1 als der ,ausdruck davon1 dass innerhalb der ,instinkte ,anarchie droht1 und dass der ,grundbau der ,affekte1 der ,leben heisst1 erschttert ist3 ,corruption ist1 je nach dem ,lebensgebilde1 an dem sie sich zeigt1 etwas ,grundverschiedenes4 ,wenn zum ,beispiel eine ,aristokratie1 wie die ,frankreichs am ,anfange der ,revolution1 mit einem sublimen ,ekel ihre ,privilegien wegwirft und sich selbst einer ,ausschweifung ihres moralischen ,gefhls zum ,opfer bringt1 so ist dies ,corruption3 - es war eigentlich nur der ,abschlussakt jener ,jahrhunderte dauernden ,corruption1 vermge deren sie ,schritt fr ,schritt ihre herrschaftlichen ,befugnisse abgegeben und sich zur ,funktion des ,knigthums 7zuletzt gar zu dessen ,putz und ,prunkstck7 herabgesetzt hatte4 ,das ,wesentliche an einer guten und gesunden ,aristokratie ist aber1 dass sie sich nicht als ,funktion 7sei es des ,knigthums1 sei es des ,gemeinwesens71 sondern als dessen ,sinn und hchste ,rechtfertigung fhlt1 - dass sie deshalb mit gutem ,gewissen das ,opfer einer ,unzahl ,menschen hinnimmt1 welche um ihretwillen zu unvollstndigen ,menschen1 zu ,sklaven1 zu ,werkzeugen herabgedrckt und vermindert werden mssen4 ,ihr ,grundglaube muss eben sein1 dass die ,gesellschaft nicht um der ,gesellschaft willen dasein drfe1 sondern nur als ,unterbau und ,gerst1 an dem sich eine ausgesuchte ,art ,wesen zu ihrer hheren ,aufgabe und berhaupt zu einem hheren ,sein emporzuheben vermag3 vergleichbar jenen sonnenschtigen ,kletterpflanzen auf ,java - man nennt sie ,sipo ,matador -1 welche mit ihren ,armen einen ,eichbaum so lange und oft umklammern1 bis sie endlich1 hoch ber ihm1 aber auf ihn gesttzt1 in freiem ,lichte ihre ,krone entfalten und ihr ,glck zur ,schau tragen knnen4 - #bei4 ,sich gegenseitig der ,verletzung1 der ,gewalt1 der ,ausbeutung enthalten1 seinen ,willen dem des ,andern gleich setzen3 dies kann in einem gewissen groben ,sinne zwischen ,individuen zur guten ,sitte werden1 wenn die ,bedingungen dazu gegeben sind 7nmlich deren thatschliche hnlichkeit in ,kraftmengen und ,werthmaassen und ihre ,zusammengehrigkeit innerhalb ,eines ,krpers74 ,sobald man aber dies ,princip weiter nehmen wollte und womglich gar als ,grundprincip der ,gesellschaft1 so wrde es sich sofort erweisen als ,das1 was es ist3 als ,wille zur ,verneinung des ,lebens1 als ,auflsungs- und ,verfalls-,princip4 ,hier muss man grndlich auf den ,grund denken und sich aller empfindsamen ,schwchlichkeit erwehren3 ,leben selbst ist wesentlich ,aneignung1 ,verletzung1 berwltigung des ,fremden und ,schwcheren1 ,unterdrckung1 ,hrte1 ,aufzwngung eigner ,formen1 ,einverleibung und mindestens1 mildestens1 ,ausbeutung1 - aber wozu sollte man immer gerade solche ,worte gebrauchen1 denen von ,alters her eine verleumderische ,absicht eingeprgt ist8 ,auch jener ,krper1 innerhalb dessen1 wie vorher angenommen wurde1 die ,einzelnen sich als gleich behandeln - es geschieht in jeder gesunden ,aristokratie -1 muss selber1 falls er ein lebendiger und nicht ein absterbender ,krper ist1 alles ,das gegen andre ,krper thun1 wessen sich die ,einzelnen in ihm gegen einander enthalten3 er wird der leibhafte ,wille zur ,macht sein mssen1 er wird wachsen1 um sich greifen1 an sich ziehn1 bergewicht gewinnen wollen1 - nicht aus irgend einer ,moralitt oder ,immoralitt heraus1 sondern weil erlebt1 und weil ,leben eben ,wille zur ,macht ist4 ,in keinem ,punkte ist aber das gemeine ,bewusstsein der ,europer widerwilliger gegen ,belehrung1 als hier2 man schwrmt jetzt berall1 unter wissenschaftlichen ,verkleidungen sogar1 von kommenden ,zustnden der ,gesellschaft1 denen der ausbeuterische ,charakter abgehn soll3 - das klingt in meinen ,ohren1 als ob man ein ,leben zu erfinden versprche1 welches sich aller organischen ,funktionen enthielte4 ,die ,ausbeutung gehrt nicht einer verderbten oder unvollkommnen und primitiven ,gesellschaft an3 sie gehrt in's ,wesen des ,lebendigen1 als organische ,grundfunktion1 sie ist eine ,folge des eigentlichen ,willens zur ,macht1 der eben der ,wille des ,lebens ist4 - ,gesetzt1 dies ist als ,theorie eine ,neuerung1 - als ,realitt ist es das ,ur-,faktum aller ,geschichte3 man sei doch so weit gegen sich ehrlich6 - #bfj4 ,bei einer ,wanderung durch die vielen feineren und grberen ,moralen1 welche bisher auf ,erden geherrscht haben oder noch herrschen1 fand ich gewisse ,zge regelmssig mit einander wiederkehrend und aneinander geknpft3 bis sich mir endlich zwei ,grundtypen verriethen1 und ein ,grundunterschied heraussprang4 ,es giebt ,herren-,moral und ,sklaven-,moral2 - ich fge sofort hinzu1 dass in allen hheren und gemischteren ,culturen auch ,versuche der ,vermittlung beider ,moralen zum ,vorschein kommen1 noch fter das ,durcheinander derselben und gegenseitige ,missverstehen1 ja bisweilen ihr hartes ,nebeneinander - sogar im selben ,menschen1 innerhalb ,einer ,seele4 ,die moralischen ,werthunterscheidungen sind entweder unter einer herrschenden ,art entstanden1 welche sich ihres ,unterschieds gegen die beherrschte mit ,wohlgefhl bewusst wurde1 - oder unter den ,beherrschten1 den ,sklaven und ,abhngigen jeden ,grades4 ,im ersten ,falle1 wenn die ,herrschenden es sind1 die den ,begriff gut- bestimmen1 sind es die erhobenen stolzen ,zustnde der ,seele1 welche als das ,auszeichnende und die ,rangordnung ,bestimmende empfunden werden4 ,der vornehme ,mensch trennt die ,wesen von sich ab1 an denen das ,gegentheil solcher gehobener stolzer ,zustnde zum ,ausdruck kommt3 er verachtet sie4 ,man bemerke sofort1 dass in dieser ersten ,art ,moral der ,gegensatz gut und schlecht so viel bedeutet wie vornehm und verchtlich3 - der ,gegensatz gut und bse ist anderer ,herkunft4 ,verachtet wird der ,feige1 der ngstliche1 der ,kleinliche1 der an die enge ,ntzlichkeit ,denkende2 ebenso der ,misstrauische mit seinem unfreien ,blicke1 der ,sich-,erniedrigende1 die ,hunde-,art von ,mensch1 welche sich misshandeln lsst1 der bettelnde ,schmeichler1 vor ,allem der ,lgner3 - es ist ein ,grundglaube aller ,aristokraten1 dass das gemeine ,volk lgnerisch ist4 ,wir ,wahrhaftigen - so nannten sich im alten ,griechenland die ,adeligen4 ,es liegt auf der ,hand1 dass die moralischen ,werthbezeichnungen berall zuerst auf ,menschen und erst abgeleitet und spt auf ,handlungen gelegt worden sind3 weshalb es ein arger ,fehlgriff ist1 wenn ,moral-,historiker von ,fragen den ,ausgang nehmen wie warum ist die mitleidige ,handlung gelobt worden8 ,die vornehme ,art ,mensch fhlt sich als werthbestimmend1 sie hat nicht nthig1 sich gutheissen zu lassen1 sie urtheilt was mir schdlich ist1 das ist an sich schdlich1 sie weiss sich als ,das1 was berhaupt erst ,ehre den ,dingen verleiht1 sie ist wertheschaffend4 ,alles1 was sie an sich kennt1 ehrt sie3 eine solche ,moral ist ,selbstverherrlichung4 ,im ,vordergrunde steht das ,gefhl der ,flle1 der ,macht1 die berstrmen will1 das ,glck der hohen ,spannung1 das ,bewusstsein eines ,reichthums1 der schenken und abgeben mchte3 - auch der vornehme ,mensch hilft dem ,unglcklichen1 aber nicht oder fast nicht aus ,mitleid1 sondern mehr aus einem ,drang1 den der berfluss von ,macht erzeugt4 ,der vornehme ,mensch ehrt in sich den ,mchtigen1 auch ,den1 welcher ,macht ber sich selbst hat1 der zu reden und zu schweigen versteht1 der mit ,lust ,strenge und ,hrte gegen sich bt und ,ehrerbietung vor allem ,strengen und ,hrten hat4 ,ein hartes ,herz legte ,wotan mir in die ,brust heisst es in einer alten skandinavischen ,saga3 so ist es aus der ,seele eines stolzen ,wikingers heraus mit ,recht gedichtet4 ,eine solche ,art ,mensch ist eben stolz darauf1 nicht zum ,mitleiden gemacht zu sein3 weshalb der ,held der ,saga warnend hinzufgt wer jung schon kein hartes ,herz hat1 dem wird es niemals hart4 ,vornehme und ,tapfere1 welche so denken1 sind am entferntesten von jener ,moral1 welche gerade im ,mitleiden oder im ,handeln fr ,andere oder im dsintressement das ,abzeichen des ,moralischen sieht2 der ,glaube an sich selbst1 der ,stolz auf sich selbst1 eine ,grundfeindschaft und ,ironie gegen ,selbstlosigkeit gehrt eben so bestimmt zur vornehmen ,moral wie eine leichte ,geringschtzung und ,vorsicht vor den ,mitgefhlen und dem warmen ,herzen4 - ,die ,mchtigen sind es1 welche zu ehren verstehen1 es ist ihre ,kunst1 ihr ,reich der ,erfindung4 ,die tiefe ,ehrfurcht vor dem ,alter und vor dem ,herkommen - das ganze ,recht steht auf dieser doppelten ,ehrfurcht -1 der ,glaube und das ,vorurtheil zu ,gunsten der ,vorfahren und zu ,ungunsten der ,kommenden ist typisch in der ,moral der ,mchtigen2 und wenn umgekehrt die ,menschen der modernen ,ideen beinahe instinktiv an den ,fortschritt und die ,zukunft glauben und der ,achtung vor dem ,alter immer mehr ermangeln1 so verrth sich damit genugsam schon die unvornehme ,herkunft dieser ,ideen4 ,am meisten ist aber eine ,moral der ,herrschenden dem gegenwrtigen ,geschmacke fremd und peinlich in der ,strenge ihres ,grundsatzes1 dass man nur gegen ,seinesgleichen ,pflichten habe2 dass man gegen die ,wesen niedrigeren ,ranges1 gegen alles ,fremde nach ,gutdnken oder wie es das ,herz will handeln drfe und jedenfalls jenseits von ,gut und ,bse -3 hierhin mag ,mitleiden und dergleichen gehren4 ,die ,fhigkeit und ,pflicht zu langer ,dankbarkeit und langer ,rache - beides nur innerhalb seines ,gleichen -1 die ,feinheit in der ,wiedervergeltung1 das ,begriffs-,raffinement in der ,freundschaft1 eine gewisse ,nothwendigkeit1 ,feinde zu haben 7gleichsam als ,abzugsgrben fr die ,affekte ,neid ,streitsucht bermuth1 - im ,grunde1 um gut freund sein zu knnen73 ,alles das sind typische ,merkmale der vornehmen ,moral1 welche1 wie angedeutet1 nicht die ,moral der modernen ,ideen ist und deshalb heute schwer nachzufhlen1 auch schwer auszugraben und aufzudecken ist4 - ,es steht anders mit dem zweiten ,typus der ,moral1 der ,sklaven-,moral4 ,gesetzt1 dass die ,vergewaltigten1 ,gedrckten1 ,leidenden1 ,unfreien1 ,ihrer-selbst-,ungewissen und ,mden moralisiren3 was wird das ,gleichartige ihrer moralischen ,werthschtzungen sein8 ,wahrscheinlich wird ein pessimistischer ,argwohn gegen die ganze ,lage des ,menschen zum ,ausdruck kommen1 vielleicht eine ,verurtheilung des ,menschen mitsammt seiner ,lage4 ,der ,blick des ,sklaven ist abgnstig fr die ,tugenden des ,mchtigen3 er hat ,skepsis und ,misstrauen1 er hat ,feinheit des ,misstrauens gegen alles ,gute1 was dort geehrt wird -1 er mchte sich berreden1 dass das ,glck selbst dort nicht cht sei4 ,umgekehrt werden die ,eigenschaften hervorgezogen und mit ,licht bergossen1 welche dazu dienen1 ,leidenden das ,dasein zu erleichtern3 hier kommt das ,mitleiden1 die gefllige hlfbereite ,hand1 das warme ,herz1 die ,geduld1 der ,fleiss1 die ,demuth1 die ,freundlichkeit zu ,ehren -1 denn das sind hier die ntzlichsten ,eigenschaften und beinahe die einzigen ,mittel1 den ,druck des ,daseins auszuhalten4 ,die ,sklaven-,moral ist wesentlich ,ntzlichkeits-,moral4 ,hier ist der ,herd fr die ,entstehung jenes berhmten ,gegensatzes gut und bse3 - in's ,bse wird die ,macht und ,gefhrlichkeit hinein empfunden1 eine gewisse ,furchtbarkeit1 ,feinheit und ,strke1 welche die ,verachtung nicht aufkommen lsst4 ,nach der ,sklaven-,moral erregt also der ,bse ,furcht2 nach der ,herren ,moral ist es gerade der ,gute1 der ,furcht erregt und erregen will1 whrend der schlechte ,mensch als der verchtliche empfunden wird4 ,der ,gegensatz kommt auf seine ,spitze1 wenn sich1 gemss der ,sklavenmoral-,consequenz1 zuletzt nun auch an den ,guten dieser ,moral ein ,hauch von ,geringschtzung hngt - sie mag leicht und wohlwollend sein -1 weil der ,gute innerhalb der ,sklaven-,denkweise jedenfalls der ungefhrliche ,mensch sein muss3 er ist gutmthig1 leicht zu betrgen1 ein bischen dumm vielleicht1 un bonhomme4 berall1 wo die ,sklaven-,moral zum bergewicht kommt1 zeigt die ,sprache eine ,neigung1 die ,worte gut und dumm einander anzunhern4 - ,ein letzter ,grundunterschied3 das ,verlangen nach ,freiheit1 der ,instinkt fr das ,glck und die ,feinheiten des ,freiheits-,gefhls gehrt ebenso nothwendig zur ,sklaven-,moral und -,moralitt1 als die ,kunst und ,schwrmerei in der ,ehrfurcht1 in der ,hingebung das regelmssige ,symptom einer aristokratischen ,denk- und ,werthungsweise ist4 - ,hieraus lsst sich ohne ,weiteres verstehn1 warum die ,liebe als ,passion - es ist unsre europische ,spezialitt - schlechterdings vornehmer ,abkunft sein muss3 bekanntlich gehrt ihre ,erfindung den provenalischen ,ritter-,dichtern zu1 jenen prachtvollen erfinderischen ,menschen des gai saber1 denen ,europa so ,vieles und beinahe sich selbst verdankt4 - #bfa4 ,zu den ,dingen1 welche einem vornehmen ,menschen vielleicht am schwersten zu begreifen sind1 gehrt die ,eitelkeit3 er wird versucht sein1 sie noch dort zu leugnen1 wo eine andre ,art ,mensch sie mit beiden ,hnden zu fassen meint4 ,das ,problem ist fr ihn1 sich ,wesen vorzustellen1 die eine gute ,meinung ber sich zu erwecken suchen1 welche sie selbst von sich nicht haben - und also auch nicht verdienen -1 und die doch hinterdrein an diese gute ,meinung selber glauben4 ,das erscheint ihm zur ,hlfte so geschmacklos und unehrerbietig vor sich selbst1 zur andren ,hlfte so barock-unvernnftig1 dass er die ,eitelkeit gern als ,ausnahme fassen mchte und sie in den meisten ,fllen1 wo man von ihr redet1 anzweifelt4 ,er wird zum ,beispiel sagen3 ich kann mich ber meinen ,werth irren und andererseits doch verlangen1 dass mein ,werth gerade so1 wie ich ihn ansetze1 auch von ,andern anerkannt werde1 - aber das ist keine ,eitelkeit 7sondern ,dnkel oder1 in den hufigeren ,fllen1 ,das1 was ,demuth1 auch ,bescheidenheit genannt wird74 ,oder auch3 ich kann mich aus vielen ,grnden ber die gute ,meinung ,anderer freuen1 vielleicht weil ich sie ehre und liebe und mich an jeder ihrer ,freuden erfreue1 vielleicht auch weil ihre gute ,meinung den ,glauben an meine eigne gute ,meinung bei mir unterschreibt und krftigt1 vielleicht weil die gute ,meinung ,anderer1 selbst in ,fllen1 wo ich sie nicht theile1 mir doch ntzt oder ,nutzen verspricht1 - aber das ist ,alles nicht ,eitelkeit4 ,der vornehme ,mensch muss es sich erst mit ,zwang1 namentlich mit ,hlfe der ,historie1 vorstellig machen1 dass1 seit unvordenklichen ,zeiten1 in allen irgendwie abhngigen ,volksschichten der gemeine ,mensch nur ,das war1 was er galt3 - gar nicht daran gewhnt1 ,werthe selbst anzusetzen1 mass er auch sich keinen andern ,werth bei1 als seine ,herren ihm beimassen 7es ist das eigentliche ,herrenrecht1 ,werthe zu schaffen74 ,mag man es als die ,folge eines ungeheuren ,atavismus begreifen1 dass der gewhnliche ,mensch auch jetzt noch immer erst auf eine ,meinung ber sich wartet und sich dann derselben instinktiv unterwirft3 aber durchaus nicht bloss einer guten ,meinung1 sondern auch einer schlechten und unbilligen 7man denke zum ,beispiel an den grssten ,theil der ,selbstschtzungen und ,selbstunterschtzungen1 welche glubige ,frauen ihren ,beichtvtern ablernen1 und berhaupt der glubige ,christ seiner ,kirche ablernt74 ,thatschlich wird nun1 gemss dem langsamen ,heraufkommen der demokratischen ,ordnung der ,dinge 7und seiner ,ursache1 der ,blutvermischung von ,herren und ,sklaven71 der ursprnglich vornehme und seltne ,drang1 sich selbst von sich aus einen ,werth zuzuschreiben und von sich gut zu denken1 mehr und mehr ermuthigt und ausgebreitet werden3 aber er hat jeder ,zeit einen lteren1 breiteren und grndlicher einverleibten ,hang gegen sich1 - und im ,phnomene der ,eitelkeit wird dieser ltere ,hang ,herr ber den jngeren4 ,der ,eitle freut sich ber jede gute ,meinung1 die er ber sich hrt 7ganz abseits von allen ,gesichtspunkten ihrer ,ntzlichkeit1 und ebenso abgesehn von wahr und falsch71 ebenso wie er an jeder schlechten ,meinung leidet3 denn er unterwirft sich beiden1 er fhlt sich ihnen unterworfen1 aus jenem ltesten ,instinkte der ,unterwerfung1 der an ihm ausbricht4 - ,es ist der ,sklave im ,blute des ,eitlen1 ein ,rest von der ,verschmitztheit des ,sklaven - und wie viel ,sklave ist zum ,beispiel jetzt noch im ,weibe rckstndig6 welcher zu guten ,meinungen ber sich zu verfhren sucht2 es ist ebenfalls der ,sklave1 der vor diesen ,meinungen nachher sofort selbst niederfllt1 wie als ob er sie nicht hervorgerufen htte4 - ,und nochmals gesagt3 ,eitelkeit ist ein ,atavismus4 #bfb4 ,eine ,art entsteht1 ein ,typus wird fest und stark unter dem langen ,kampfe mit wesentlich gleichen ungnstigen ,bedingungen4 ,umgekehrt weiss man aus den ,erfahrungen der ,zchter1 dass ,arten1 denen eine berreichliche ,ernhrung und berhaupt ein ,mehr von ,schutz und ,sorgfalt zu ,theil wird1 alsbald in der strksten ,weise zur ,variation des ,typus neigen und reich an ,wundern und ,monstrositten 7auch an monstrsen ,lastern7 sind4 ,nun sehe man einmal ein aristokratisches ,gemeinwesen1 etwa eine alte griechische ,polis oder ,venedig1 als eine1 sei es freiwillige1 sei es unfreiwillige ,veranstaltung zum ,zweck der ,zchtung an3 es sind da ,menschen bei einander und auf sich angewiesen1 welche ihre ,art durchsetzen wollen1 meistens1 weil sie sich durchsetzen mssen oder in furchtbarer ,weise ,gefahr laufen1 ausgerottet zu werden4 ,hier fehlt jene ,gunst1 jenes bermaass1 jener ,schutz1 unter denen die ,variation begnstigt ist2 die ,art hat sich als ,art nthig1 als ,etwas1 das sich gerade vermge seiner ,hrte1 ,gleichfrmigkeit1 ,einfachheit der ,form berhaupt durchsetzen und dauerhaft machen kann1 im bestndigen ,kampfe mit den ,nachbarn oder mit den aufstndischen oder ,aufstand drohenden ,unterdrckten4 ,die mannichfaltigste ,erfahrung lehrt sie1 welchen ,eigenschaften vornehmlich sie es verdankt1 dass sie1 allen ,gttern und ,menschen zum ,trotz1 noch da ist1 dass sie noch immer obgesiegt hat3 diese ,eigenschaften nennt sie ,tugenden1 diese ,tugenden allein zchtet sie gross4 ,sie thut es mit ,hrte1 ja sie will die ,hrte2 jede aristokratische ,moral ist unduldsam1 in der ,erziehung der ,jugend1 in der ,verfgung ber die ,weiber1 in den ,ehesitten1 im ,verhltnisse von ,alt und jung1 in den ,strafgesetzen 7welche allein die ,abartenden in's ,auge fassen73 - sie rechnet die ,unduldsamkeit selbst unter die ,tugenden1 unter dem ,namen ,gerechtigkeit4 ,ein ,typus mit wenigen1 aber sehr starken ,zgen1 eine ,art strenger kriegerischer klug-schweigsamer1 geschlossener und verschlossener ,menschen 7und als solche vom feinsten ,gefhle fr die ,zauber und nuances der ,societt7 wird auf diese ,weise ber den ,wechsel der ,geschlechter hinaus festgestellt2 der bestndige ,kampf mit immer gleichen ungnstigen ,bedingungen ist1 wie gesagt1 die ,ursache davon1 dass ein ,typus fest und hart wird4 ,endlich aber entsteht einmal eine ,glckslage1 die ungeheure ,spannung lsst nach2 es giebt vielleicht keine ,feinde mehr unter den ,nachbarn1 und die ,mittel zum ,leben1 selbst zum ,genusse des ,lebens sind berreichlich da4 ,mit ,einem ,schlage reisst das ,band und der ,zwang der alten ,zucht3 sie fhlt sich nicht mehr als nothwendig1 als ,dasein-bedingend1 - wollte sie fortbestehn1 so knnte sie es nur als eine ,form des ,luxus1 als archaisirender ,geschmack4 ,die ,variation1 sei es als ,abartung 7in's ,hhere1 ,feinere1 ,seltnere71 sei es als ,entartung und ,monstrositt1 ist pltzlich in der grssten ,flle und ,pracht auf dem ,schauplatz1 der ,einzelne wagt einzeln zu sein und sich abzuheben4 ,an diesen ,wendepunkten der ,geschichte zeigt sich neben einander und oft in einander verwickelt und verstrickt ein herrliches vielfaches urwaldhaftes ,heraufwachsen und ,emporstreben1 eine ,art tropisches ,tempo im ,wetteifer des ,wachsthums und ein ungeheures ,zugrundegehen und ,sich-zu-,grunde-,richten1 ,dank den wild gegeneinander gewendeten1 gleichsam explodirenden ,egoismen1 welche um ,sonne und ,licht mit einander ringen und keine ,grenze1 keine ,zgelung1 keine ,schonung mehr aus der bisherigen ,moral zu entnehmen wissen4 ,diese ,moral selbst war es1 welche die ,kraft in's ,ungeheure aufgehuft1 die den ,bogen auf so bedrohliche ,weise gespannt hat - - jetzt ist1 jetzt wird sie berlebt4 ,der gefhrliche und unheimliche ,punkt ist erreicht1 wo das grssere1 vielfachere1 umfnglichere ,leben ber die alte ,moral hinweg lebt2 das ,individuum steht da1 genthigt zu einer eigenen ,gesetzgebung1 zu eigenen ,knsten und ,listen der ,selbst-,erhaltung1 ,selbst-,erhhung1 ,selbst-,erlsung4 ,lauter neue ,wozu's1 lauter neue ,womit's1 keine gemeinsamen ,formeln mehr1 ,missverstndniss und ,missachtung mit einander im ,bunde1 der ,verfall1 ,verderb und die hchsten ,begierden schauerlich verknotet1 das ,genie der ,rasse aus allen ,fllhrnern des ,guten und ,schlimmen berquellend1 ein verhngnissvolles ,zugleich von ,frhling und ,herbst1 voll neuer ,reize und ,schleier1 die1 der jungen1 noch unausgeschpften1 noch unermdeten ,verderbniss zu eigen sind4 ,wieder ist die ,gefahr da1 die ,mutter der ,moral1 die grosse ,gefahr1 dies ,mal in's ,individuum verlegt1 in den ,nchsten und ,freund1 auf die ,gasse1 in's eigne ,kind1 in's eigne ,herz1 in alles ,eigenste und ,geheimste von ,wunsch und ,wille3 was werden jetzt die ,moral-,philosophen zu predigen haben1 die um diese ,zeit heraufkommen8 ,sie entdecken1 diese scharfen ,beobachter und ,eckensteher1 dass es schnell zum ,ende geht1 dass ,alles um sie verdirbt und verderben macht1 dass ,nichts bis bermorgen steht1 ,eine ,art ,mensch ausgenommen1 die unheilbar ,mittelmssigen4 ,die ,mittelmssigen allein haben ,aussicht1 sich fortzusetzen1 sich fortzupflanzen1 - sie sind die ,menschen der ,zukunft1 die einzig berlebenden2 seid wie sie6 werdet mittelmssig6 heisst nunmehr die alleinige ,moral1 die noch ,sinn hat1 die noch ,ohren findet4 - ,aber sie ist schwer zu predigen1 diese ,moral der ,mittelmssigkeit6 - sie darf es ja niemals eingestehn1 was sie ist und was sie will6 sie muss von ,maass und ,wrde und ,pflicht und ,nchstenliebe reden1 - sie wird noth haben1 die ,ironie zu verbergen6 - #bfc4 ,es giebt einen ,instinkt fr den ,rang1 welcher1 mehr als ,alles1 schon das ,anzeichen eines hohen ,ranges ist2 es giebt eine ,lust an den ,nuancen der ,ehrfurcht1 die auf vornehme ,abkunft und ,gewohnheiten rathen lsst4 ,die ,feinheit1 ,gte und ,hhe einer ,seele wird gefhrlich auf die ,probe gestellt1 wenn ,etwas an ihr vorber geht1 das ersten ,ranges ist1 aber noch nicht von den ,schaudern der ,autoritt vor zudringlichen ,griffen und ,plumpheiten gehtet wird3 ,etwas1 das1 unabgezeichnet1 unentdeckt1 versuchend1 vielleicht willkrlich verhllt und verkleidet1 wie ein lebendiger ,prfstein seines ,weges geht4 ,zu wessen ,aufgabe und bung es gehrt1 ,seelen auszuforschen1 der wird sich in mancherlei ,formen gerade dieser ,kunst bedienen1 um den letzten ,werth einer ,seele1 die unverrckbare eingeborne ,rangordnung1 zu der sie gehrt1 festzustellen3 er wird sie auf ihren ,instinkt der ,ehrfurcht hin auf die ,probe stellen4 ,diffrence engendre haine3 die ,gemeinheit mancher ,natur sprtzt pltzlich wie schmutziges ,wasser hervor1 wenn irgend ein heiliges ,gefss1 irgend eine ,kostbarkeit aus verschlossenen ,schreinen1 irgend ein ,buch mit den ,zeichen des grossen ,schicksals vorbergetragen wird2 und andrerseits giebt es ein unwillkrliches ,verstummen1 ein ,zgern des ,auges1 ein ,stillewerden aller ,gebrden1 woran sich ausspricht1 dass eine ,seele die ,nhe des ,verehrungswrdigsten fhlt4 ,die ,art1 mit der im ,ganzen bisher die ,ehrfurcht vor der ,bibel in ,europa aufrecht erhalten wird1 ist vielleicht das beste ,stck ,zucht und ,verfeinerung der ,sitte1 das ,europa dem ,christenthume verdankt3 solche ,bcher der ,tiefe und der letzten ,bedeutsamkeit brauchen zu ihrem ,schutz eine von ,aussen kommende ,tyrannei von ,autoritt1 um jene ,jahrtausende von ,dauer zu gewinnen1 welche nthig sind1 sie auszuschpfen und auszurathen4 ,es ist ,viel erreicht1 wenn der grossen ,menge 7den ,flachen und ,geschwind-,drmen aller ,art7 jenes ,gefhl endlich angezchtet ist1 dass sie nicht an ,alles rhren drfe2 dass es heilige ,erlebnisse giebt1 vor denen sie die ,schuhe auszuziehn und die unsaubere ,hand fern zu halten hat1 - es ist beinahe ihre hchste ,steigerung zur ,menschlichkeit4 ,umgekehrt wirkt an den sogenannten ,gebildeten1 den ,glubigen der modernen ,ideen1 vielleicht ,nichts so ekelerregend1 als ihr ,mangel an ,scham1 ihre bequeme ,frechheit des ,auges und der ,hand1 mit der von ihnen an ,alles gerhrt1 geleckt1 getastet wird2 und es ist mglich1 dass sich heut im ,volke1 im niedern ,volke1 namentlich unter ,bauern1 immer noch mehr relative ,vornehmheit des ,geschmacks und ,takt der ,ehrfurcht vorfindet1 als bei der zeitunglesenden ,halbwelt des ,geistes1 den ,gebildeten4 #bfd4 ,es ist aus der ,seele eines ,menschen nicht wegzuwischen1 was seine ,vorfahren am liebsten und bestndigsten gethan haben3 ob sie etwa emsige ,sparer waren und ,zubehr eines ,schreibtisches und ,geldkastens1 bescheiden und brgerlich in ihren ,begierden1 bescheiden auch in ihren ,tugenden2 oder ob sie an's ,befehlen von frh bis spt gewhnt lebten1 rauhen ,vergngungen hold und daneben vielleicht noch rauheren ,pflichten und ,verantwortungen2 oder ob sie endlich alte ,vorrechte der ,geburt und des ,besitzes irgendwann einmal geopfert haben1 um ganz ihrem ,glauben - ihrem ,gotte - zu leben1 als die ,menschen eines unerbittlichen und zarten ,gewissens1 welches vor jeder ,vermittlung errthet4 ,es ist gar nicht mglich1 dass ein ,mensch nicht die ,eigenschaften und ,vorlieben seiner ,eltern und ,altvordern im ,leibe habe3 was auch der ,augenschein dagegen sagen mag4 ,dies ist das ,problem der ,rasse4 ,gesetzt1 man kennt ,einiges von den ,eltern1 so ist ein ,schluss auf das ,kind erlaubt3 irgend eine widrige ,unenthaltsamkeit1 irgend ein ,winkel-,neid1 eine plumpe ,sich-,rechtgeberei - wie diese ,drei zusammen zu allen ,zeiten den eigentlichen ,pbel-,typus ausgemacht haben - dergleichen muss auf das ,kind so sicher bergehn1 wie verderbtes ,blut2 und mit ,hlfe der besten ,erziehung und ,bildung wird man eben nur erreichen1 ber eine solche ,vererbung zu tuschen4 - ,und was will heute ,erziehung und ,bildung ,anderes6 ,in unsrem sehr volksthmlichen1 will sagen pbelhaften ,zeitalter muss ,erziehung und ,bildung wesentlich die ,kunst1 zu tuschen1 sein1 - ber die ,herkunft1 den vererbten ,pbel in ,leib und ,seele hinweg zu tuschen4 ,ein ,erzieher1 der heute vor ,allem ,wahrhaftigkeit predigte und seinen ,zchtlingen bestndig zuriefe seid wahr6 seid natrlich6 gebt euch1 wie ihr seid6 - selbst ein solcher tugendhafter und treuherziger ,esel wrde nach einiger ,zeit zu jener furca des ,horaz greifen lernen1 um naturam expellere3 mit welchem ,erfolge8 ,pbel usque recurret4 - #bfe4 ,auf die ,gefahr hin1 unschuldige ,ohren missvergngt zu machen1 stelle ich hin3 der ,egoismus gehrt zum ,wesen der vornehmen ,seele1 ich meine jenen unverrckbaren ,glauben1 dass einem ,wesen1 wie wir sind1 andre ,wesen von ,natur unterthan sein mssen und sich ihm zu opfern haben4 ,die vornehme ,seele nimmt diesen ,thatbestand ihres ,egoismus ohne jedes ,fragezeichen hin1 auch ohne ein ,gefhl von ,hrte ,zwang1 ,willkr darin1 vielmehr wie ,etwas1 das im ,urgesetz der ,dinge begrndet sein mag3 - suchte sie nach einem ,namen dafr1 so wrde sie sagen es ist die ,gerechtigkeit selbst4 ,sie gesteht sich1 unter ,umstnden1 die sie anfangs zgern lassen1 zu1 dass es mit ihr ,gleichberechtigte giebt2 sobald sie ber diese ,frage des ,rangs im ,reinen ist1 bewegt sie sich unter diesen ,gleichen und ,gleichberechtigten mit der gleichen ,sicherheit in ,scham und zarter ,ehrfurcht1 welche sie im ,verkehre mit sich selbst hat1 - gemss einer eingebornen himmlischen ,mechanik1 auf welche sich alle ,sterne verstehn4 ,es ist ein ,stck ihres ,egoismus mehr1 diese ,feinheit und ,selbstbeschrnkung im ,verkehre mit ihres ,gleichen - jeder ,stern ist ein solcher ,egoist -3 sie ehrt sich in ihnen und in den ,rechten1 welche sie an dieselben abgiebt1 sie zweifelt nicht1 dass der ,austausch von ,ehren und ,rechten als ,wesen alles ,verkehrs ebenfalls zum naturgemssen ,zustand der ,dinge gehrt4 ,die vornehme ,seele giebt1 wie sie nimmt1 aus dem leidenschaftlichen und reizbaren ,instinkte der ,vergeltung heraus1 welcher auf ihrem ,grunde liegt4 ,der ,begriff ,gnade hat inter pares keinen ,sinn und ,wohlgeruch2 es mag eine sublime ,art geben1 ,geschenke von ,oben her gleichsam ber sich ergehen zu lassen und wie ,tropfen durstig aufzutrinken3 aber fr diese ,kunst und ,gebrde hat die vornehme ,seele kein ,geschick4 ,ihr ,egoismus hindert sie hier3 sie blickt ungern berhaupt nach ,oben1 - sondern entweder vor sich1 horizontal und langsam1 oder hinab3 - sie weiss sich in der ,hhe4- #bff4 ,wahrhaft hochachten kann man nur1 wer sich nicht selbst sucht4 - ,goethe an ,rath ,schlosser4 #bfg4 ,es giebt ein ,sprchwort bei den ,chinesen1 das die ,mtter schon ihre ,kinder lehren3 siao-sin mache dein ,herz klein6 ,dies ist der eigentliche ,grundhang in spten ,civilisationen3 ich zweifle nicht1 dass ein antiker ,grieche auch an uns ,europern von ,heute zuerst die ,selbstverkleinerung herauserkennen wrde1 - damit allein schon giengen wir ihm wider den ,geschmack4 - #bfh4 ,was ist zuletzt die ,gemeinheit8 - ,worte sind ,tonzeichen fr ,begriffe2 ,begriffe aber sind mehr oder weniger bestimmte ,bildzeichen fr oft wiederkehrende und zusammen kommende ,empfindungen1 fr ,empfindungs-,gruppen4 ,es gengt noch nicht1 um sich einander zu verstehen1 dass man die selben ,worte gebraucht3 man muss die selben ,worte auch fr die selbe ,gattung innerer ,erlebnisse gebrauchen1 man muss zuletzt seine ,erfahrung mit einander gemein haben4 ,deshalb verstehen sich die ,menschen ,eines ,volkes besser unter einander1 als ,zugehrige verschiedener ,vlker1 selbst wenn sie sich der gleichen ,sprache bedienen2 oder vielmehr1 wenn ,menschen lange unter hnlichen ,bedingungen 7des ,klima's1 des ,bodens1 der ,gefahr1 der ,bedrfnisse1 der ,arbeit7 zusammen gelebt haben1 so entsteht daraus ,etwas1 das sich versteht1 ein ,volk4 ,in allen ,seelen hat eine gleiche ,anzahl oft wiederkehrender ,erlebnisse die ,oberhand gewonnen ber seltner kommende3 auf sie hin versteht man sich1 schnell und immer schneller - die ,geschichte der ,sprache ist die ,geschichte eines ,abkrzungs-,prozesses -2 auf dies schnelle ,verstehen hin verbindet man sich1 enger und immer enger4 ,je grsser die ,gefhrlichkeit1 um so grsser ist das ,bedrfniss1 schnell und leicht ber ,das1 was noth thut1 bereinzukommen2 sich in der ,gefahr nicht misszuverstehn1 das ist es1 was die ,menschen zum ,verkehre schlechterdings nicht entbehren knnen4 ,noch bei jeder ,freundschaft oder ,liebschaft macht man diese ,probe3 ,nichts derart hat ,dauer1 sobald man dahinter kommt1 dass ,einer von ,beiden bei gleichen ,worten anders fhlt1 meint1 wittert1 wnscht1 frchtet1 als der ,andere4 7,die ,furcht vor dem ewigen ,missverstndniss3 das ist jener wohlwollende ,genius1 der ,personen verschiedenen ,geschlechts so oft von bereilten ,verbindungen abhlt1 zu denen ,sinne und ,herz rathen - und nicht irgend ein ,schopenhauerischer ,genius der ,gattung -67 ,welche ,gruppen von ,empfindungen innerhalb einer ,seele am schnellsten wach werden1 das ,wort ergreifen1 den ,befehl geben1 das entscheidet ber die gesammte ,rangordnung ihrer ,werthe1 das bestimmt zuletzt ihre ,gtertafel4 ,die ,werthschtzungen eines ,menschen verrathen etwas vom ,aufbau seiner ,seele1 und worin sie ihre ,lebensbedingungen1 ihre eigentliche ,noth sieht4 ,gesetzt nun1 dass die ,noth von jeher nur solche ,menschen einander angenhert hat1 welche mit hnlichen ,zeichen hnliche ,bedrfnisse1 hnliche ,erlebnisse andeuten konnten1 so ergiebt sich im ,ganzen1 dass die leichte ,mittheilbarkeit der ,noth1 dass heisst im letzten ,grunde das ,erleben von nur durchschnittlichen und gemeinen ,erlebnissen1 unter allen ,gewalten1 welche ber den ,menschen bisher verfgt haben1 die gewaltigste gewesen sein muss4 ,die hnlicheren1 die gewhnlicheren ,menschen waren und sind immer im ,vortheile1 die ,ausgesuchteren1 ,feineren1 ,seltsameren1 schwerer ,verstndlichen bleiben leicht allein1 unterliegen1 bei ihrer ,vereinzelung1 den ,unfllen und pflanzen sich selten fort4 ,man muss ungeheure ,gegenkrfte anrufen1 um diesen natrlichen1 allzunatrlichen progressus in simile1 die ,fortbildung des ,menschen in's hnliche1 ,gewhnliche1 ,durchschnittliche1 ,heerdenhafte - in's ,gemeine6 - zu kreuzen4 #bfi4 ,je mehr ein ,psycholog - ein geborner1 ein unvermeidlicher ,psycholog und ,seelen-,errather - sich den ausgesuchteren ,fllen und ,menschen zukehrt1 um so grsser wird seine ,gefahr1 am ,mitleiden zu ersticken3 er hat ,hrte und ,heiterkeit nthig1 mehr als ein andrer ,mensch4 ,die ,verderbniss1 das ,zugrundegehen der hheren ,menschen1 der fremder gearteten ,seelen ist nmlich die ,regel3 es ist schrecklich1 eine solche ,regel immer vor ,augen zu haben4 ,die vielfache ,marter des ,psychologen1 der dieses ,zugrundegehen entdeckt hat1 der diese gesammte innere ,heillosigkeit des hheren ,menschen1 dieses ewige ,zu spt6 in jedem ,sinne1 erst einmal und dann fast immer wieder entdeckt1 durch die ganze ,geschichte hindurch1 - kann vielleicht eines ,tages zur ,ursache davon werden1 dass er mit ,erbitterung sich gegen sein eignes ,loos wendet und einen ,versuch der ,selbst-,zerstrung macht1 - dass er selbst verdirbt4 ,man wird fast bei jedem ,psychologen eine verrtherische ,vorneigung und ,lust am ,umgange mit alltglichen und wohlgeordneten ,menschen wahrnehmen3 daran verrth sich1 dass er immer einer ,heilung bedarf1 dass er eine ,art ,flucht und ,vergessen braucht1 weg von dem1 was ihm seine ,einblicke und ,einschnitte1 was ihm sein ,handwerk auf's ,gewissen gelegt hat4 ,die ,furcht vor seinem ,gedchtniss ist ihm eigen4 ,er kommt vor dem ,urtheile ,anderer leicht zum ,verstummen3 er hrt mit einem unbewegten ,gesichte zu1 wie dort verehrt1 bewundert1 geliebt1 verklrt wird1 wo er gesehen hat1 - oder er verbirgt noch sein ,verstummen1 indem er irgend einer ,vordergrunds-,meinung ausdrcklich zustimmt4 ,vielleicht geht die ,paradoxie seiner ,lage so weit in's ,schauerliche1 dass die ,menge1 die ,gebildeten1 die ,schwrmer gerade dort1 wo er das grosse ,mitleiden neben der grossen ,verachtung gelernt hat1 ihrerseits die grosse ,verehrung lernen1 - die ,verehrung fr grosse ,mnner und ,wunderthiere1 um derentwillen man das ,vaterland1 die ,erde1 die ,wrde der ,menschheit1 sich selber segnet und in ,ehren hlt1 auf welche man die ,jugend hinweist1 hinerzieht4444 ,und wer weiss1 ob sich nicht bisher in allen grossen ,fllen eben das ,gleiche begab3 dass die ,menge einen ,gott anbetete1 - und dass der ,gott nur ein armes ,opferthier war6 ,der ,erfolg war immer der grsste ,lgner1 und das ,werk selbst ist ein ,erfolg2 der grosse ,staatsmann1 der ,eroberer1 der ,entdecker ist in seine ,schpfungen verkleidet1 bis in's ,unerkennbare2 das ,werk1 das des ,knstlers1 des ,philosophen1 erfindet erst ,den1 welcher es geschaffen hat1 geschaffen haben soll2 die grossen ,mnner1 wie sie verehrt werden1 sind kleine schlechte ,dichtungen hinterdrein2 in der ,welt der geschichtlichen ,werthe herrscht die ,falschmnzerei4 ,diese grossen ,dichter zum ,beispiel1 diese ,byron1 ,musset1 ,poe1 ,leopardi1 ,kleist1 ,gogol1 - so wie sie nun einmal sind1 vielleicht sein mssen3 ,menschen der ,augenblicke1 begeistert1 sinnlich1 kindskpfisch1 im ,misstrauen und ,vertrauen leichtfertig und pltzlich2 mit ,seelen1 an denen gewhnlich irgend ein ,bruch verhehlt werden soll2 oft mit ihren ,werken ,rache nehmend fr eine innere ,besudelung1 oft mit ihren ,aufflgen ,vergessenheit suchend vor einem allzutreuen ,gedchtniss1 oft in den ,schlamm verirrt und beinahe verliebt1 bis sie den ,irrlichtern um die ,smpfe herum gleich werden und sich zu ,sternen verstellen - das ,volk nennt sie dann wohl ,idealisten -1 oft mit einem langen ,ekel kmpfend1 mit einem wiederkehrenden ,gespenst von ,unglauben1 der kalt macht und sie zwingt1 nach gloria zu schmachten und den ,glauben an sich aus den ,hnden berauschter ,schmeichler zu fressen3 - welche ,marter sind diese grossen ,knstler und berhaupt die hheren ,menschen fr ,den1 der sie einmal errathen hat6 ,es ist so begreiflich1 dass sie gerade vom ,weibe - welches hellseherisch ist in der ,welt des ,leidens und leider auch weit ber seine ,krfte hinaus hlf- und rettungsschtig - so leicht jene ,ausbrche unbegrenzten hingebendsten ,mitleids erfahren1 welche die ,menge1 vor ,allem die verehrende ,menge1 nicht versteht und mit neugierigen und selbstgeflligen ,deutungen berhuft4 ,dieses ,mitleiden tuscht sich regelmssig ber seine ,kraft2 das ,weib mchte glauben1 dass ,liebe ,alles vermag1 - es ist sein eigentlicher ,glaube4 ,ach1 der ,wissende des ,herzens errth1 wie arm1 dumm1 hlflos1 anmaaslich1 fehlgreifend1 leichter zerstrend als rettend auch die beste tiefste ,liebe ist6 - ,es ist mglich1 dass unter der heiligen ,fabel und ,verkleidung von ,jesu ,leben einer der schmerzlichsten ,flle vom ,martyrium des ,wissens um die ,liebe verborgen liegt3 das ,martyrium des unschuldigsten und begehrendsten ,herzens1 das an keiner ,menschen-,liebe je genug hatte1 das ,liebe1 ,geliebt-werden und ,nichts ausserdem verlangte1 mit ,hrte1 mit ,wahnsinn1 mit furchtbaren ,ausbrchen gegen ,die1 welche ihm ,liebe verweigerten2 die ,geschichte eines armen ,ungesttigten und ,unersttlichen in der ,liebe1 der die ,hlle erfinden musste1 um ,die dorthin zu schicken1 welche ihn nicht lieben wollten1 - und der endlich1 wissend geworden ber menschliche ,liebe1 einen ,gott erfinden musste1 der ganz ,liebe1 ganz ,lieben- knnen ist1 - der sich der ,menschen-,liebe erbarmt1 weil sie gar so armselig1 so unwissend ist6 ,wer so fhlt1 wer dergestalt um die ,liebe weiss -1 sucht den ,tod4 - ,aber warum solchen schmerzlichen ,dingen nachhngen8 ,gesetzt1 dass man es nicht muss4 - #bgj4 ,der geistige ,hochmuth und ,ekel jedes ,menschen1 der tief gelitten hat - es bestimmt beinahe die ,rangordnung1 wie tief ,menschen leiden knnen -1 seine schaudernde ,gewissheit1 von der er ganz durchtrnkt und gefrbt ist1 vermge seines ,leidens mehr zu wissen1 als die ,klgsten und ,weisesten wissen knnen1 in vielen fernen entsetzlichen ,welten bekannt und einmal zu ,hause gewesen zu sein1 von denen ihr nichts wisst64444444 dieser geistige schweigende ,hochmuth des ,leidenden1 dieser ,stolz des ,auserwhlten der ,erkenntniss1 des ,eingeweihten1 des beinahe ,geopferten findet alle ,formen von ,verkleidung nthig1 um sich vor der ,berhrung mit zudringlichen und mitleidigen ,hnden und berhaupt vor ,allem1 was nicht ,seinesgleichen im ,schmerz ist1 zu schtzen4 ,das tiefe ,leiden macht vornehm2 es trennt4 ,eine der feinsten ,verkleidungs-,formen ist der ,epicureismus und eine gewisse frderhin zur ,schau getragene ,tapferkeit des ,geschmacks1 welche das ,leiden leichtfertig nimmt und sich gegen alles ,traurige und ,tiefe zur ,wehre setzt4 ,es giebt heitere ,menschen1 welche sich der ,heiterkeit bedienen1 weil sie um ihretwillen missverstanden werden3 - sie wollen missverstanden sein4 ,es giebt wissenschaftliche ,menschen1 welche sich der ,wissenschaft bedienen1 weil dieselbe einen heiteren ,anschein giebt1 und weil ,wissenschaftlichkeit darauf schliessen lsst1 dass der ,mensch oberflchlich ist3 - sie wollen zu einem falschen ,schlusse verfhren4 ,es giebt freie freche ,geister1 welche verbergen und verleugnen mchten1 dass sie zerbrochene stolze unheilbare ,herzen sind2 und bisweilen ist die ,narrheit selbst die ,maske fr ein unseliges allzugewisses ,wissen4 - ,woraus sich ergiebt1 dass es zur feineren ,menschlichkeit gehrt1 ,ehrfurcht vor der ,maske zu haben und nicht an falscher ,stelle ,psychologie und ,neugierde zu treiben4 #bga4 ,was am tiefsten zwei ,menschen trennt1 das ist ein verschiedener ,sinn und ,grad der ,reinlichkeit4 ,was hilft alle ,bravheit und gegenseitige ,ntzlichkeit1 was hilft aller guter ,wille fr einander3 zuletzt bleibt es dabei - sie knnen sich nicht riechen6 ,der hchste ,instinkt der ,reinlichkeit stellt den mit ihm ,behafteten in die wunderlichste und gefhrlichste ,vereinsamung1 als einen ,heiligen3 denn eben das ist ,heiligkeit - die hchste ,vergeistigung des genannten ,instinktes4 ,irgend ein ,mitwissen um eine unbeschreibliche ,flle im ,glck des ,bades1 irgend eine ,brunst und ,durstigkeit1 welche die ,seele bestndig aus der ,nacht in den ,morgen und aus dem ,trben1 der ,trbsal1 in's ,helle1 ,glnzende1 ,tiefe1 ,feine treibt -3 eben so sehr als ein solcher ,hang auszeichnet - es ist ein vornehmer ,hang -1 trennt er auch4 - ,das ,mitleiden des ,heiligen ist das ,mitleiden mit dem ,schmutz des ,menschlichen1 ,allzumenschlichen4 ,und es giebt ,grade und ,hhen1 wo das ,mitleiden selbst von ihm als ,verunreinigung1 als ,schmutz gefhlt wird44444 #bgb4 ,zeichen der ,vornehmheit3 nie daran denken1 unsre ,pflichten zu ,pflichten fr ,jedermann herabzusetzen2 die eigne ,verantwortlichkeit nicht abgeben wollen1 nicht theilen wollen2 seine ,vorrechte und deren ,ausbung unter seine ,pflichten rechnen4 #bgc4 ,ein ,mensch1 der nach ,grossem strebt1 betrachtet ,jedermann1 dem er auf seiner ,bahn begegnet1 entweder als ,mittel oder als ,verzgerung und ,hemmniss - oder als zeitweiliges ,ruhebett4 ,seine ihm eigenthmliche hochgeartete ,gte gegen ,mitmenschen ist erst mglich1 wenn er auf seiner ,hhe ist und herrscht4 ,die ,ungeduld und sein ,bewusstsein1 bis dahin immer zur ,komdie verurtheilt zu sein - denn selbst der ,krieg ist eine ,komdie und verbirgt1 wie jedes ,mittel den ,zweck verbirgt -1 verdirbt ihm jeden ,umgang3 diese ,art ,mensch kennt die ,einsamkeit und was sie vom ,giftigsten an sich hat4 #bgd4 ,das ,problem der ,wartenden4 - ,es sind ,glcksflle dazu nthig und vielerlei ,unberechenbares1 dass ein hherer ,mensch1 in dem die ,lsung eines ,problems schlft1 noch zur rechten ,zeit zum ,handeln kommt - zum ,ausbruch1 wie man sagen knnte4 ,es geschieht durchschnittlich nicht1 und in allen ,winkeln der ,erde sitzen ,wartende1 die es kaum wissen1 in wiefern sie warten1 noch weniger aber1 dass sie umsonst warten4 ,mitunter auch kommt der ,weckruf zu spt1 jener ,zufall1 der die ,erlaubniss zum ,handeln giebt1 - dann1 wenn bereits die beste ,jugend und ,kraft zum ,handeln durch ,stillsitzen verbraucht ist2 und wie ,mancher fand1 eben als er aufsprang1 mit ,schrecken seine ,glieder eingeschlafen und seinen ,geist schon zu schwer6 ,es ist zu spt - sagte er sich1 unglubig ber sich geworden und nunmehr fr immer unntz4 - ,sollte1 im ,reiche des ,genie's1 der ,raffael ohne ,hnde1 das ,wort im weitesten ,sinn verstanden1 vielleicht nicht die ,ausnahme1 sondern die ,regel sein8 - ,das ,genie ist vielleicht gar nicht so selten3 aber die fnfhundert ,hnde1 die es nthig hat1 um den kairs1 die rechte ,zeit - zu tyrannisiren1 um den ,zufall am ,schopf zu fassen6 #bge4 ,wer das ,hohe eines ,menschen nicht sehen will1 blickt um so schrfer nach dem1 was niedrig und ,vordergrund an ihm ist - und verrth sich selbst damit4 #bgf4 ,bei aller ,art von ,verletzung und ,verlust ist die niedere und grbere ,seele besser daran1 als die vornehmere3 die ,gefahren der letzteren mssen grsser sein1 ihre ,wahrscheinlichkeit1 dass sie verunglckt und zu ,grunde geht1 ist sogar1 bei der ,vielfachheit ihrer ,lebensbedingungen1 ungeheuer4 - ,bei einer ,eidechse wchst ein ,finger nach1 der ihr verloren gieng3 nicht so beim ,menschen4 - #bgg4 - ,schlimm genug6 ,wieder die alte ,geschichte6 ,wenn man sich sein ,haus fertig gebaut hat1 merkt man1 unversehens ,etwas dabei gelernt zu haben1 das man schlechterdings htte wissen mssen1 bevor man zu bauen - anfieng4 ,das ewige leidige ,zu spt6 - ,die ,melancholie alles ,fertigen644444 #bgh4 - ,wanderer1 wer bist du8 ,ich sehe dich deines ,weges gehn1 ohne ,hohn1 ohne ,liebe1 mit unerrathbaren ,augen2 feucht und traurig wie ein ,senkblei1 das ungesttigt aus jeder ,tiefe wieder an's ,licht gekommen - was suchte es da unten8 -1 mit einer ,brust1 die nicht seufzt1 mit einer ,lippe1 die ihren ,ekel verbirgt1 mit einer ,hand1 die nur noch langsam greift3 wer bist du8 was thatest du8 ,ruhe dich hier aus3 diese ,stelle ist gastfreundlich fr ,jedermann1 - erhole dich6 ,und wer du auch sein magst3 was gefllt dir jetzt8 ,was dient dir zur ,erholung8 ,nenne es nur3 was ich habe1 biete ich dir an6 - ,zur ,erholung8 ,zur ,erholung8 ,oh du ,neugieriger1 was sprichst du da6 ,aber gieb mir1 ich bitte - - ,was8 ,was8 sprich es aus6 - ,eine ,maske mehr6 ,eine zweite ,maske644444 #bgi4 ,die ,menschen der tiefen ,traurigkeit verrathen sich1 wenn sie glcklich sind3 sie haben eine ,art1 das ,glck zu fassen1 wie als ob sie es erdrcken und ersticken mchten1 aus ,eifersucht1 - ach1 sie wissen zu gut1 dass es ihnen davonluft6 #bhj4 ,schlimm6 ,schlimm6 ,wie8 geht er nicht - zurck8 - ,ja6 ,aber ihr versteht ihn schlecht1 wenn ihr darber klagt4 ,er geht zurck1 wie jeder1 der einen grossen ,sprung thun will4 - - #bha4 - ,wird man es mir glauben8 aber ich verlange1 dass man mir es glaubt3 ich habe immer nur schlecht an mich1 ber mich gedacht1 nur in ganz seltnen ,fllen1 nur gezwungen1 immer ohne ,lust zur ,sache1 bereit1 von ,mir abzuschweifen1 immer ohne ,glauben an das ,ergebniss1 ,dank einem unbezwinglichen ,misstrauen gegen die ,mglichkeit der ,selbst-,erkenntniss1 das mich so weit gefhrt hat1 selbst am ,begriff unmittelbare ,erkenntniss1 welchen sich die ,theoretiker erlauben1 eine contradictio in adjecto zu empfinden3 - diese ganze ,thatsache ist beinahe das ,sicherste1 was ich ber mich weiss4 ,es muss eine ,art ,widerwillen in mir geben1 etwas ,bestimmtes ber mich zu glauben4 - ,steckt darin vielleicht ein ,rthsel8 ,wahrscheinlich2 aber glcklicherweise keins fr meine eigenen ,zhne4 - ,vielleicht verrth es die species1 zu der ich gehre8 - ,aber nicht mir3 wie es mir selbst erwnscht genug ist4 #bhb4 ,aber was ist dir begegnet8 - ,ich weiss es nicht1 sagte er zgernd2 vielleicht sind mir die ,harpyien ber den ,tisch geflogen4 - ,es kommt heute bisweilen vor1 dass ein milder mssiger zurckhaltender ,mensch pltzlich rasend wird1 die ,teller zerschlgt1 den ,tisch umwirft1 schreit1 tobt1 alle ,welt beleidigt - und endlich bei ,seite geht1 beschmt1 wthend ber sich1 - wohin8 wozu8 ,um abseits zu verhungern8 ,um an seiner ,erinnerung zu ersticken8 - ,wer die ,begierden einer hohen whlerischen ,seele hat und nur selten seinen ,tisch gedeckt1 seine ,nahrung bereit findet1 dessen ,gefahr wird zu allen ,zeiten gross sein3 heute aber ist sie ausserordentlich4 ,in ein lrmendes und pbelhaftes ,zeitalter hineingeworfen1 mit dem er nicht aus ,einer ,schssel essen mag1 kann er leicht vor ,hunger und ,durst1 oder1 falls er endlich dennoch zugreift - vor pltzlichem ,ekel zu ,grunde gehn4 - ,wir haben wahrscheinlich ,alle schon an ,tischen gesessen1 wo wir nicht hingehrten2 und gerade die ,geistigsten von uns1 die am schwersten zu ernhren sind1 kennen jene gefhrliche dyspepsia1 welche aus einer pltzlichen ,einsicht und ,enttuschung ber unsre ,kost und ,tischnachbarschaft entsteht1 - den ,nachtisch-,ekel4 #bhc4 ,es ist eine feine und zugleich vornehme ,selbstbeherrschung1 gesetzt1 dass man berhaupt loben will1 immer nur da zu loben1 wo man nicht bereinstimmt3 - im andern ,falle wrde man ja sich selbst loben1 was wider den guten ,geschmack geht - freilich eine ,selbstbeherrschung1 die einen artigen ,anlass und ,anstoss bietet1 um bestndig missverstanden zu werden4 ,man muss1 um sich diesen wirklichen ,luxus von ,geschmack und ,moralitt gestatten zu drfen1 nicht unter ,tlpeln des ,geistes leben1 vielmehr unter ,menschen1 bei denen ,missverstndnisse und ,fehlgriffe noch durch ihre ,feinheit belustigen1 - oder man wird es theuer bssen mssen6 - ,er lobt mich3 also giebt er mir ,recht - diese ,eselei von ,schlussfolgerung verdirbt uns ,einsiedlern das halbe ,leben1 denn es bringt die ,esel in unsre ,nachbarschaft und ,freundschaft4 #bhd4 ,mit einer ungeheuren und stolzen ,gelassenheit leben2 immer jenseits -4 ,seine ,affekte1 sein ,fr und ,wider willkrlich haben und nicht haben1 sich auf sie herablassen1 fr ,stunden2 sich auf sie setzen1 wie auf ,pferde1 oft wie auf ,esel3 - man muss nmlich ihre ,dummheit so gut wie ihr ,feuer zu ntzen wissen4 ,seine dreihundert ,vordergrnde sich bewahren2 auch die schwarze ,brille3 denn es giebt ,flle1 wo uns ,niemand in die ,augen1 noch weniger in unsre ,grnde sehn darf4 ,und jenes spitzbbische und heitre ,laster sich zur ,gesellschaft whlen1 die ,hflichkeit4 ,und ,herr seiner vier ,tugenden bleiben1 des ,muthes1 der ,einsicht1 des ,mitgefhls1 der ,einsamkeit4 ,denn die ,einsamkeit ist bei uns eine ,tugend1 als ein sublimer ,hang und ,drang der ,reinlichkeit1 welcher errth1 wie es bei ,berhrung von ,mensch und ,mensch - in ,gesellschaft - unvermeidlich-unreinlich zugehn muss4 ,jede ,gemeinschaft macht1 irgendwie1 irgendwo1 irgendwann - gemein4 #bhe4 ,die grssten ,ereignisse und ,gedanken - aber die grssten ,gedanken sind die grssten ,ereignisse - werden am sptesten begriffen3 die ,geschlechter1 welche mit ihnen gleichzeitig sind1 erleben solche ,ereignisse nicht1 - sie leben daran vorbei4 ,es geschieht da ,etwas1 wie im ,reich der ,sterne4 ,das ,licht der fernsten ,sterne kommt am sptesten zu den ,menschen2 und bevor es nicht angekommen ist1 leugnet der ,mensch1 dass es dort - ,sterne giebt4 ,wie viel ,jahrhunderte braucht ein ,geist1 um begriffen zu werden8 - das ist auch ein ,maassstab1 damit schafft man auch eine ,rangordnung und ,etiquette1 wie sie noth thut3 fr ,geist und ,stern4 - #bhf4 ,hier ist die ,aussicht frei1 der ,geist erhoben4 - ,es giebt aber eine umgekehrte ,art von ,menschen1 welche auch auf der ,hhe ist und auch die ,aussicht frei hat - aber hinab blickt4 #bhg4 - ,was ist vornehm8 ,was bedeutet uns heute noch das ,wort vornehm8 ,woran verrth sich1 woran erkennt man1 unter diesem schweren verhngten ,himmel der beginnenden ,pbelherrschaft1 durch den ,alles undurchsichtig und bleiern wird1 den vornehmen ,menschen8 - ,es sind nicht die ,handlungen1 die ihn beweisen1 - ,handlungen sind immer vieldeutig1 immer unergrndlich -2 es sind auch die ,werke nicht4 ,man findet heute unter ,knstlern und ,gelehrten genug von ,solchen1 welche durch ihre ,werke verrathen1 wie eine tiefe ,begierde nach dem ,vornehmen hin sie treibt3 aber gerade dies ,bedrfniss nach dem ,vornehmen ist von ,grund aus verschieden von den ,bedrfnissen der vornehmen ,seele selbst1 und geradezu das beredte und gefhrliche ,merkmal ihres ,mangels4 ,es sind nicht die ,werke1 es ist der ,glaube1 der hier entscheidet1 der hier die ,rangordnung feststellt1 um eine alte religise ,formel in einem neuen und tieferen ,verstande wieder aufzunehmen3 irgend eine ,grundgewissheit1 welche eine vornehme ,seele ber sich selbst hat1 ,etwas1 das sich nicht suchen1 nicht finden und vielleicht auch nicht verlieren lsst4- ,die vornehme ,seele hat ,ehrfurcht vor sich4- #bhh4 ,es giebt ,menschen1 welche auf eine unvermeidliche ,weise ,geist haben1 sie mgen sich drehen und wenden1 wie sie wollen1 und die ,hnde vor die verrtherischen ,augen halten 7- als ob die ,hand kein ,verrther wre6 -73 schliesslich kommt es immer heraus1 dass sie ,etwas haben1 das sie verbergen1 nmlich ,geist4 ,eins der feinsten ,mittel1 um wenigstens so lange als mglich zu tuschen und sich mit ,erfolg dmmer zu stellen als man ist - was im gemeinen ,leben oft so wnschenswerth ist wie ein ,regenschirm -1 heisst ,begeisterung3 hinzugerechnet1 was hinzu gehrt1 zum ,beispiel ,tugend4 ,denn1 wie ,galiani sagt1 der es wissen musste -3 vertu est enthousiasme4 #bhi4 ,man hrt den ,schriften eines ,einsiedlers immer auch ,etwas von dem ,wiederhall der de1 ,etwas von dem ,flstertone und dem scheuen ,umsichblicken der ,einsamkeit an2 aus seinen strksten ,worten1 aus seinem ,schrei selbst klingt noch eine neue und gefhrlichere ,art des ,schweigens1 ,verschweigens heraus4 ,wer ,jahraus1 ,jahrein und ,tags und ,nachts allein mit seiner ,seele im vertraulichen ,zwiste und ,zwiegesprche zusammengesessen hat1 wer in seiner ,hhle - sie kann ein ,labyrinth1 aber auch ein ,goldschacht sein - zum ,hhlenbr oder ,schatzgrber oder ,schatzwchter und ,drachen wurde3 dessen ,begriffe selber erhalten zuletzt eine eigne ,zwielicht-,farbe1 einen ,geruch ebenso sehr der ,tiefe als des ,moders1 etwas ,unmittheilsames und ,widerwilliges1 das jeden ,vorbergehenden kalt anblst4 ,der ,einsiedler glaubt nicht daran1 dass jemals ein ,philosoph - gesetzt1 dass ein ,philosoph immer vorerst ein ,einsiedler war - seine eigentlichen und letzten ,meinungen in ,bchern ausgedrckt habe3 schreibt man nicht gerade ,bcher1 um zu verbergen1 was man bei sich birgt8 - ja er wird zweifeln1 ob ein ,philosoph letzte und eigentliche ,meinungen berhaupt haben knne1 ob bei ihm nicht hinter jeder ,hhle noch eine tiefere ,hhle liege1 liegen msse - eine umfnglichere fremdere reichere ,welt ber einer ,oberflche1 ein ,abgrund hinter jedem ,grunde1 unter jeder ,begrndung4 ,jede ,philosophie ist eine ,vordergrunds-,philosophie - das ist ein ,einsiedler-,urtheil3 es ist etwas ,willkrliches daran1 dass er hier stehen blieb1 zurckblickte1 sich umblickte1 dass er hier nicht mehr tiefer grub und den ,spaten weglegte1 - es ist auch etwas ,misstrauisches daran4 ,jede ,philosophie verbirgt auch eine ,philosophie2 jede ,meinung ist auch ein ,versteck1 jedes ,wort auch eine ,maske4 #bij4 ,jeder tiefe ,denker frchtet mehr das ,verstanden-werden1 als das ,missverstanden-werden4 ,am ,letzteren leidet vielleicht seine ,eitelkeit2 am ,ersteren aber sein ,herz1 sein ,mitgefhl1 welches immer spricht3 ach1 warum wollt ihres auch so schwer haben1 wie ich8 #bia4 ,der ,mensch1 ein vielfaches1 verlogenes1 knstliches und undurchsichtiges ,thier1 den andern ,thieren weniger durch ,kraft als durch ,list und ,klugheit unheimlich1 hat das gute ,gewissen erfunden1 um seine ,seele einmal als einfach zu geniessen2 und die ganze ,moral ist eine beherzte lange ,flschung1 vermge deren berhaupt ein ,genuss im ,anblick der ,seele mglich wird4 ,unter diesem ,gesichtspunkte gehrt vielleicht viel ,mehr in den ,begriff ,kunst hinein1 als man gemeinhin glaubt4 #bib4 ,ein ,philosoph3 das ist ein ,mensch1 der bestndig ausserordentliche ,dinge erlebt1 sieht1 hrt1 argwhnt1 hofft1 trumt2 der von seinen eignen ,gedanken wie von ,aussen her1 wie von ,oben und ,unten her1 als von seiner ,art ,ereignissen und ,blitzschlgen getroffen wird2 der selbst vielleicht ein ,gewitter ist1 welches mit neuen ,blitzen schwanger geht2 ein verhngnissvoller ,mensch1 um den herum es immer grollt und brummt und klafft und unheimlich zugeht4 ,ein ,philosoph3 ach1 ein ,wesen1 das oft von sich davon luft1 oft vor sich ,furcht hat1 - aber zu neugierig ist1 um nicht immer wieder zu sich zu kommen444444 #bic4 ,ein ,mann1 der sagt3 das gefllt mir1 das nehme ich zu eigen und will es schtzen und gegen ,jedermann vertheidigen2 ein ,mann1 der eine ,sache fhren1 einen ,entschluss durchfhren1 einem ,gedanken ,treue wahren1 ein ,weib festhalten1 einen ,verwegenen strafen und niederwerfen kann2 ein ,mann1 der seinen ,zorn und sein ,schwert hat1 und dem die ,schwachen1 ,leidenden1 ,bedrngten1 auch die ,thiere gern zufallen und von ,natur zugehren1 kurz ein ,mann1 der von ,natur ,herr ist1 - wenn ein solcher ,mann ,mitleiden hat1 nun6 dies ,mitleiden hat ,werth6 ,aber was liegt am ,mitleiden ,derer1 welche leiden6 ,oder ,derer1 welche gar ,mitleiden predigen6 ,es giebt heute fast berall in ,europa eine krankhafte ,empfindlichkeit und ,reizbarkeit fr ,schmerz1 insgleichen eine widrige ,unenthaltsamkeit in der ,klage1 eine ,verzrtlichung1 welche sich mit ,religion und philosophischem ,krimskrams zu etwas ,hherem aufputzen mchte1 - es giebt einen frmlichen ,cultus des ,leidens4 ,die ,unmnnlichkeit dessen1 was in solchen ,schwrmerkreisen ,mitleid getauft wird1 springt1 wie ich meine1 immer zuerst in die ,augen4 - ,man muss diese neueste ,art des schlechten ,geschmacks krftig und grndlich in den ,bann thun2 und ich wnsche endlich1 dass man das gute ,amulet gai saber sich dagegen um ,herz und ,hals lege1 - frhliche ,wissenschaft1 um es den ,deutschen zu verdeutlichen4 #bid4 ,das olympische ,laster4 - ,jenem ,philosophen zum ,trotz1 der als chter ,englnder dem ,lachen bei allen denkenden ,kpfen eine ble ,nachrede zu schaffen suchte - das ,lachen ist ein arges ,gebreste der menschlichen ,natur1 welches jeder denkende ,kopf zu berwinden bestrebt sein wird 7,hobbes7 -1 wrde ich mir sogar eine ,rangordnung der ,philosophen erlauben1 je nach dem ,range ihres ,lachens - bis hinauf zu denen1 die des goldnen ,gelchters fhig sind4 ,und gesetzt1 dass auch ,gtter philosophiren1 wozu mich mancher ,schluss schon gedrngt hat -1 so zweifle ich nicht1 dass sie dabei auch auf eine bermenschliche und neue ,weise zu lachen wissen - und auf ,unkosten aller ernsten ,dinge6 ,gtter sind spottlustig3 es scheint1 sie knnen selbst bei heiligen ,handlungen das ,lachen nicht lassen4 #bie4 ,das ,genie des ,herzens1 wie es jener grosse ,verborgene hat1 der ,versucher-,gott und geborene ,rattenfnger der ,gewissen1 dessen ,stimme bis in die ,unterwelt jeder ,seele hinabzusteigen weiss1 welcher nicht ein ,wort sagt1 nicht einen ,blick blickt1 in dem nicht eine ,rcksicht und ,falte der ,lockung lge1 zu dessen ,meisterschaft es gehrt1 dass er zu scheinen versteht - und nicht ,das1 was er ist1 sondern was ,denen1 die ihm folgen1 ein ,zwang mehr ist1 um sich immer nher an ihn zu drngen1 um ihm immer innerlicher und grndlicher zu folgen3 - das ,genie des ,herzens1 das alles ,laute und ,selbstgefllige verstummen macht und horchen lehrt1 das die rauhen ,seelen glttet und ihnen ein neues ,verlangen zu kosten giebt1 - still zu liegen wie ein ,spiegel1 dass sich der tiefe ,himmel auf ihnen spiegele -2 das ,genie des ,herzens1 das die tlpische und berrasche ,hand zgern und zierlicher greifen lehrt2 das den verborgenen und vergessenen ,schatz1 den ,tropfen ,gte und ssser ,geistigkeit unter trbem dickem ,eise errth und eine ,wnschelruthe fr jedes ,korn ,goldes ist1 welches lange im ,kerker vielen ,schlamms und ,sandes begraben lag2 das ,genie des ,herzens1 von dessen ,berhrung jeder reicher fortgeht1 nicht begnadet und berrascht1 nicht wie von fremdem ,gute beglckt und bedrckt1 sondern reicher an sich selber1 sich neuer als zuvor1 aufgebrochen1 von einem ,thauwinde angeweht und ausgehorcht1 unsicherer vielleicht1 zrtlicher zerbrechlicher zerbrochener1 aber voll ,hoffnungen1 die noch keinen ,namen haben1 voll neuen ,willens und ,strmens1 voll neuen ,unwillens und ,zurckstrmens444444 aber was thue ich1 meine ,freunde8 ,von wem rede ich zu euch8 ,vergass ich mich soweit1 dass ich euch nicht einmal seinen ,namen nannte8 es sei denn1 dass ihr nicht schon von selbst erriethet1 wer dieser fragwrdige ,geist und ,gott ist1 der in solcher ,weise gelobt sein will4 ,wie es nmlich einem jeden ergeht1 der von ,kindesbeinen an immer unterwegs und in der ,fremde war1 so sind auch mir manche seltsame und nicht ungefhrliche ,geister ber den ,weg gelaufen1 vor ,allem aber der1 von dem ich eben sprach1 und dieser immer wieder1 kein ,geringerer nmlich1 als der ,gott ,dionysos1 jener grosse ,zweideutige und ,versucher ,gott1 dem ich einstmals1 wie ihr wisst1 in aller ,heimlichkeit und ,ehrfurcht meine ,erstlinge dargebracht habe - als der ,letzte1 wie mir scheint1 der ihm ein ,opfer dargebracht hat3 denn ich fand ,keinen1 der es verstanden htte1 was ich damals that4 ,inzwischen lernte ich ,vieles1 ,allzuvieles ber die ,philosophie dieses ,gottes hinzu1 und1 wie gesagt1 von ,mund zu ,mund1 - ich1 der letzte jnger und ,eingeweihte des ,gottes ,dionysos3 und ich drfte wohl endlich einmal damit anfangen1 euch1 meinen ,freunden1 ein ,wenig1 so weit es mir erlaubt ist1 von dieser ,philosophie zu kosten zu geben8 ,mit halber ,stimme1 wie billig3 denn es handelt sich dabei um mancherlei ,heimliches1 ,neues1 ,fremdes1 ,wunderliches1 ,unheimliches4 ,schon dass ,dionysos ein ,philosoph ist1 und dass also auch ,gtter philosophiren1 scheint mir eine ,neuigkeit1 welche nicht unverfnglich ist und die vielleicht gerade unter ,philosophen ,misstrauen erregen mchte1 - unter euch1 meine ,freunde1 hat sie schon weniger gegen sich1 es sei denn1 dass sie zu spt und nicht zur rechten ,stunde kommt3 denn ihr glaubt heute ungern1 wie man mir verrathen hat1 an ,gott und ,gtter4 ,vielleicht auch1 dass ich in der ,freimthigkeit meiner ,erzhlung weiter gehn muss1 als den strengen ,gewohnheiten eurer ,ohren immer liebsam ist8 ,gewisslich gieng der genannte ,gott bei dergleichen ,zwiegesprchen weiter1 sehr viel weiter1 und war immer um viele ,schritt mir voraus4444 ja ich wrde1 falls es erlaubt wre1 ihm nach ,menschenbrauch schne feierliche ,prunk- und ,tugendnamen beizulegen1 viel ,rhmens von seinem ,forscher- und ,entdecker-,muthe1 von seiner gewagten ,redlichkeit1 ,wahrhaftigkeit und ,liebe zur ,weisheit zu machen haben4 ,aber mit all diesem ehrwrdigen ,plunder und ,prunk weiss ein solcher ,gott nichts anzufangen4 ,behalte dies1 wrde er sagen1 fr dich und deines ,gleichen und wer sonst es nthig hat6 ,ich - habe keinen ,grund1 meine ,blsse zu decken6 - ,man errth3 es fehlt dieser ,art von ,gottheit und ,philosophen vielleicht an ,scham8 - ,so sagte er einmal3 unter ,umstnden liebe ich den ,menschen - und dabei spielte er auf ,ariadne an1 die zugegen war -3 der ,mensch ist mir ein angenehmes tapferes erfinderisches ,thier1 das auf ,erden nicht seines ,gleichen hat1 es findet sich in allen ,labyrinthen noch zurecht4 ,ich bin ihm gut3 ich denke oft darber nach1 wie ich ihn noch vorwrts bringe und ihn strker1 bser und tiefer mache1 als er ist4 - ,strker1 bser und tiefer8 fragte ich erschreckt4 ,ja1 sagte er noch ,ein ,mal1 strker1 bser und tiefer2 auch schner - und dazu lchelte der ,versucher-,gott mit seinem halkyonischen ,lcheln1 wie als ob er eben eine bezaubernde ,artigkeit gesagt habe4 ,man sieht hier zugleich3 es fehlt dieser ,gottheit nicht nur an ,scham -2 und es giebt berhaupt gute ,grnde dafr1 zu muthmaassen1 dass in einigen ,stcken die ,gtter insgesammt bei uns ,menschen in die ,schule gehn knnten4 ,wir ,menschen sind - menschlicher444 #bif4 ,ach1 was seid ihr doch1 ihr meine geschriebenen und gemalten ,gedanken6 ,es ist nicht lange her1 da wart ihr noch so bunt1 jung und boshaft1 voller ,stacheln und geheimer ,wrzen1 dass ihr mich niesen und lachen machtet - und jetzt8 ,schon habt ihr eure ,neuheit ausgezogen1 und einige von euch sind1 ich frchte es1 bereit1 zu ,wahrheiten zu werden3 so unsterblich sehn sie bereits aus1 so herzbrechend rechtschaffen1 so langweilig6 ,und war es jemals anders8 ,welche ,sachen schreiben und malen wir denn ab1 wir ,mandarinen mit chnesischem ,pinsel1 wir ,verewiger der ,dinge1 welche sich schreiben lassen1 was vermgen wir denn allein abzumalen8 ,ach1 immer nur ,das1 was eben welk werden will und anfngt1 sich zu verriechen6 ,ach1 immer nur abziehende und erschpfte ,gewitter und gelbe spte ,gefhle6 ,ach1 immer nur ,vgel1 die sich mde flogen und verflogen und sich nun mit der ,hand haschen lassen1 - mit unserer ,hand6 ,wir verewigen1 was nicht mehr lange leben und fliegen kann1 mde und mrbe ,dinge allein6 ,und nur euer ,nachmittag ist es1 ihr meine geschriebenen und gemalten ,gedanken1 fr den allein ich ,farben habe1 viel ,farben vielleicht1 viel bunte ,zrtlichkeiten und fnfzig ,gelbs und ,brauns und ,grns und ,roths3 - aber ,niemand errth mir daraus1 wie ihr in eurem ,morgen aussahet1 ihr pltzlichen ,funken und ,wunder meiner ,einsamkeit1 ihr meine alten geliebten - - schlimmen ,gedanken6 ,aus hohen ,bergen4 ,nachgesang4 ,oh ,lebens ,mittag6 ,feierliche ,zeit6 ,oh ,sommergarten6 ,unruhig ,glck im ,stehn und ,sphn und ,warten3 - ,der ,freunde harr' ich1 ,tag und ,nacht bereit1 ,wo bleibt ihr ,freunde8 ,kommt6 's ist ,zeit6 's ist ,zeit6 ,war's nicht fr euch1 dass sich des ,gletschers ,grau ,heut schmckt mit ,rosen8 ,euch sucht der ,bach1 sehnschtig drngen1 stossen ,sich ,wind und ,wolke hher heut in's ,blau1 ,nach euch zu sphn aus fernster ,vogel-,schau4 ,im ,hchsten ward fr euch mein ,tisch gedeckt - ,wer wohnt den ,sternen ,so nahe1 wer des ,abgrunds grausten ,fernen8 ,mein ,reich - welch ,reich hat weiter sich gereckt8 ,und meinen ,honig - wer hat ihn geschmeckt84444 - ,da seid ihr1 ,freunde6 - ,weh1 doch ich bin's nicht1 ,zu dem ihr wolltet8 ,ihr zgert1 staunt - ach1 dass ihr lieber grolltet6 ,ich - bin's nicht mehr8 ,vertauscht ,hand1 ,schritt1 ,gesicht8 ,und was ich bin1 euch ,freunden - bin ich's nicht8 ,ein ,andrer ward ich8 ,und mir selber fremd8 ,mir selbst entsprungen8 ,ein ,ringer1 der zu oft sich selbst bezwungen8 ,zu oft sich gegen eigne ,kraft gestemmt1 ,durch eignen ,sieg verwundet und gehemmt8 ,ich suchte1 wo der ,wind am schrfsten weht8 ,ich lernte wohnen1 ,wo ,niemand wohnt1 in den ,eisbr-,zonen1 ,verlernte ,mensch und ,gott1 ,fluch und ,gebet8 ,ward zum ,gespenst1 das ber ,gletscher geht8 - ,ihr alten ,freunde6 ,seht6 ,nun blickt ihr bleich1 ,voll ,lieb' und ,grausen6 ,nein1 geht6 ,zrnt nicht6 ,hier - knntet ihr nicht hausen3 ,hier zwischen fernstem ,eis- und ,felsenreich - ,hier muss man ,jger sein und gemsengleich4 ,ein schlimmer ,jger ward ich6 - ,seht1 wie steil ,gespannt mein ,bogen6 ,der ,strkste war's1 der solchen ,zug gezogen--3 ,doch wehe nun6 ,gefhrlich ist der ,pfeil1 ,wie kein ,pfeil1 - fort von hier6 ,zu eurem ,heil644444 ,ihr wendet euch8 - ,oh ,herz1 du trugst genung1 ,stark blieb dein ,hoffen3 ,halt neuen ,freunden deine ,thren offen6 ,die alten lass6 ,lass die ,erinnerung6 ,warst einst du jung1 jetzt - bist du besser jung6 ,was je uns knpfte1 ,einer ,hoffnung ,band1 - ,wer liest die ,zeichen1 ,die ,liebe einst hineinschrieb1 noch1 die bleichen8 ,dem ,pergament vergleich ich's1 das die ,hand zu fassen scheut1 - ihm gleich verbrunt1 verbrannt4 ,nicht ,freunde mehr1 das sind - wie nenn' ich's doch8 - ,nur ,freunds-,gespenster6 ,das klopft mir wohl noch ,nachts an ,herz und ,fenster1 ,das sieht mich an und spricht3 wir waren's doch8-- ,oh welkes ,wort1 das einst wie ,rosen roch6 ,oh ,jugend-,sehnen1 das sich missverstand6 ,die ich ersehnte1 ,die ich mir selbst verwandt-verwandelt whnte1 ,dass alt sie wurden1 hat sie weggebannt3 ,nur wer sich wandelt1 bleibt mit mir verwandt4 ,oh ,lebens ,mittag6 ,zweite ,jugendzeit6 ,oh ,sommergarten6 ,unruhig ,glck im ,stehn und ,sphn und ,warten6 ,der ,freunde harr' ich1 ,tag und ,nacht bereit1 ,der neuen ,freunde6 ,kommt6 's ist ,zeit6 's ist ,zeit6 ,dies ,lied ist aus1 - der ,sehnsucht ssser ,schrei ,erstarb im ,munde3 ,ein ,zaubrer that's1 der ,freund zur rechten ,stunde1 ,der ,mittags-,freund - nein6 fragt nicht1 wer es sei - ,um ,mittag war's1 da wurde ,eins zu ,zwei444 ,nun feiern wir1 vereinten ,siegs gewiss1 ,das ,fest der ,feste3 ,freund ,zarathustra kam1 der ,gast der ,gste6 ,nun lacht die ,welt1 der grause ,vorhang riss1 ,die ,hochzeit kam fr ,licht und ,finsterniss444