,this text has been derived from ,,html files at ,projekt ,gutenberg - ,,de 7http3_/_/www4gutenberg#bjjj4;de_/nietzs che_/goetzend_/#j;inhalt4htm71 prepared by juergenredestb4es4 ,friedrich ,nietzsche ,gtzen-,dmmerung ,inhaltsverzeichnis ,vorwort ,sprche und ,pfeile ,das ,problem des ,sokrates ,die ,vernunft in der ,philosophie ,wie die wahre ,welt endlich zur ,fabel wurde ,moral als ,widernatur ,die vier grossen ,irrthmer ,die ,verbesserer der ,menschheit ,was den ,deutschen abgeht ,streifzge eines ,unzeitgemssen ,was ich den ,alten verdanke ,der ,hammer redet ,gtzen-,dmmerung oder ,wie man mit dem ,hammer philosophirt4 ,vorwort4 ,inmitten einer dstern und ber die ,maassen verantwortlichen ,sache seine ,heiterkeit aufrecht erhalten ist nichts ,kleines von - ,kunststck3 und doch1 was wre nthiger als ,heiterkeit8 ,kein ,ding gerth1 an dem nicht der bermuth seinen ,theil hat4 ,das ,zuviel von ,kraft erst ist der ,beweis der ,kraft4 - ,eine ,umwerthung aller ,werthe1 dies ,fragezeichen so schwarz1 so ungeheuer1 dass es ,schatten auf ,den wirft1 der es setzt - ein solches ,schicksal von ,aufgabe zwingt jeden ,augenblick1 in die ,sonne zu laufen1 einen schweren1 allzuschwer gewordnen ,ernst von sich zu schtteln4 ,jedes ,mittel ist dazu recht1 jeder ,fall ein ,glcksfall4 ,vor ,allem der ,krieg4 ,der ,krieg war immer die grosse ,klugheit aller zu innerlich1 zu tief gewordnen ,geister2 selbst in der ,verwundung liegt noch ,heilkraft4 ,ein ,spruch1 dessen ,herkunft ich der gelehrten ,neugierde vorenthalte1 war seit langem mein ,wahlspruch3 increscunt animi1 virescit volnere virtus4 ,eine andere ,genesung1 unter ,umstnden mir noch erwnschter1 ist ,gtzen aushorchen444 ,es giebt mehr ,gtzen als ,realitten in der ,welt3 das ist mein bser ,blick fr diese ,welt1 das ist auch mein bses ,ohr444 ,hier einmal mit dem ,hammer ,fragen stellen und1 vielleicht1 als ,antwort jenen berhmten hohlen ,ton hren1 der von geblhten ,eingeweiden redet - welches ,entzcken fr ,einen1 der ,ohren noch hinter den ,ohren hat1 - fr mich alten ,psychologen und ,rattenfnger1 vor dem gerade ,das1 was still bleiben mchte1 laut werden muss444 ,auch diese ,schrift - der ,titel verrth es - ist vor ,allem eine ,erholung1 ein ,sonnenfleck1 ein ,seitensprung in den ,mssiggang eines ,psychologen4 ,vielleicht auch ein neuer ,krieg8 ,und werden neue ,gtzen ausgehorcht8444 ,diese kleine ,schrift ist eine grosse ,kriegserklrung2 und was das ,aushorchen von ,gtzen anbetrifft1 so sind es dies ,mal keine ,zeitgtzen1 sondern ewige ,gtzen1 an die hier mit dem ,hammer wie mit einer ,stimmgabel gerhrt wird1 - es giebt berhaupt keine lteren1 keine berzeugteren1 keine aufgeblaseneren ,gtzen444 ,auch keine hohleren444 ,das hindert nicht1 dass sie die geglaubtesten sind2 auch sagt man1 zumal im vornehmsten ,falle1 durchaus nicht ,gtze444 ,turin1 am #cj4 ,september #ahhh1 am ,tage1 da das ,buch der ,umwerthung aller ,werthe zu ,ende kam4 ,,friedrich ,,nietzsche4 ,sprche und ,pfeile4 #a4 ,mssiggang ist aller ,psychologie ,anfang4 ,wie8 wre ,psychologie ein - ,laster8 #b4 ,auch der ,muthigste von uns hat nur selten den ,muth zu dem1 was er eigentlich weiss444 #c4 ,um allein zu leben1 muss man ein ,thier oder ein ,gott sein - sagt ,aristoteles4 ,fehlt der dritte ,fall3 man muss ,beides sein - ,philosoph444 #d4 ,alle ,wahrheit ist einfach4 - ,ist das nicht zwiefach eine ,lge8 - #e4 ,ich will1 ein fr alle ,mal1 ,vieles nicht wissen4 - ,die ,weisheit zieht auch der ,erkenntniss ,grenzen4 #f4 ,man erholt sich in seiner wilden ,natur am besten von seiner ,unnatur1 von seiner ,geistigkeit444 #g4 ,wie8 ist der ,mensch nur ein ,fehlgriff ,gottes8 ,oder ,gott nur ein ,fehlgriff des ,menschen8 - #h4 ,aus der ,kriegsschule des ,lebens4 - ,was mich nicht umbringt1 macht mich strker4 #i4 ,hilf dir selber3 dann hilft dir noch ,jedermann4 ,princip der ,nchstenliebe4 #aj4 ,dass man gegen seine ,handlungen keine ,feigheit begeht6 dass man sie nicht hinterdrein im ,stiche lsst6 - ,der ,gewissensbiss ist unanstndig4 #aa4 ,kann ein ,esel tragisch sein8 - ,dass man unter einer ,last zu ,grunde geht1 die man weder tragen1 noch abwerfen kann8444 ,der ,fall des ,philosophen4 #ab4 ,hat man sein warum8 des ,lebens1 so vertrgt man sich fast mit jedem wie8 - ,der ,mensch strebt nicht nach ,glck2 nur der ,englnder thut das4 #ac4 ,der ,mann hat das ,weib geschaffen - woraus doch8 ,aus einer ,rippe seines ,gottes1 - seines ,ideals444 #ad4 ,was8 du suchst8 du mchtest dich verzehnfachen1 verhundertfachen8 du suchst ,anhnger8 - ,suche ,nullen4 #ae4 ,posthume ,menschen - ich zum ,beispiel - werden schlechter verstanden als zeitgemsse1 aber besser gehrt4 ,strenger3 wir werden nie verstanden - und daher unsre ,autoritt444 #af4 ,unter ,frauen4 - ,die ,wahrheit8 ,oh ,sie kennen die ,wahrheit nicht6 ,ist sie nicht ein ,attentat auf alle unsre pudeurs8 - #ag4 ,das ist ein ,knstler1 wie ich ,knstler liebe1 bescheiden in seinen ,bedrfnissen3 er will eigentlich nur ,zweierlei1 sein ,brod und seine ,kunst1 - panem et ,circen444 #ah4 ,wer seinen ,willen nicht in die ,dinge zu legen weiss1 der legt wenigstens einen ,sinn noch hinein3 das heisst1 er glaubt1 dass ein ,wille bereits darin sei 7,princip des ,glaubens74 #ai4 ,wie8 ihr whltet die ,tugend und den gehobenen ,busen und seht zugleich scheel nach den ,vortheilen der ,unbedenklichen8 - ,aber mit der ,tugend verzichtet man auf ,vortheile444 7einem ,antisemiten an die ,hausthr47 #bj4 ,das vollkommene ,weib begeht ,litteratur1 wie es eine kleine ,snde begeht3 zum ,versuch1 im ,vorbergehn1 sich umblickend1 ob es ,jemand bemerkt und dass es ,jemand bemerkt444 #ba4 ,sich in lauter ,lagen begeben1 wo man keine ,scheintugenden haben darf1 wo man vielmehr1 wie der ,seiltnzer auf seinem ,seile1 entweder strzt oder steht - oder davon kommt444 #bb4 ,bse ,menschen haben keine ,lieder4 - ,wie kommt es1 dass die ,russen ,lieder haben8 #bc4 ,deutscher ,geist3 seit achtzehn ,jahren eine contradictio in adjecto4 #bd4 ,damit1 dass man nach den ,anfngen sucht1 wird man ,krebs4 ,der ,historiker sieht rckwrts2 endlich glaubt er auch rckwrts4 #be4 ,zufriedenheit schtzt selbst vor ,erkltung4 ,hat je sich ein ,weib1 das sich gut bekleidet wusste1 erkltet8 - ,ich setze den ,fall1 das es kaum bekleidet war4 #bf4 ,ich misstraue allen ,systematikern und gehe ihnen aus dem ,weg4 ,der ,wille zum ,system ist ein ,mangel an ,rechtschaffenheit4 #bg4 ,man hlt das ,weib fr tief - warum8 weil man nie bei ihm auf den ,grund kommt4 ,das ,weib ist noch nicht einmal flach4 #bh4 ,wenn das ,weib mnnliche ,tugenden hat1 so ist es zum ,davonlaufen2 und wenn es keine mnnlichen ,tugenden hat1 so luft es selbst davon4 #bi4 ,wie viel hatte ehemals das ,gewissen zu beissen8 welche guten ,zhne hatte es8 - ,und heute8 woran fehlt es8 - ,frage eines ,zahnarztes4 #cj4 ,man begeht selten eine bereilung allein4 ,in der ersten bereilung thut man immer zu viel4 ,eben darum begeht man gewhnlich noch eine zweite - und nunmehr thut man zu wenig444 #ca4 ,der getretene ,wurm krmmt sich4 ,so ist es klug4 ,er verringert damit die ,wahrscheinlichkeit1 von ,neuem getreten zu werden4 ,in der ,sprache der ,moral3 ,demuth4 - #cb4 ,es giebt einen ,hass auf ,lge und ,verstellung aus einem reizbaren ,ehrbegriff2 es giebt einen ebensolchen ,hass aus ,feigheit1 insofern die ,lge1 durch ein gttliches ,gebot1 verboten ist4 ,zu feige1 um zu lgen444 #cc4 ,wie wenig gehrt zum ,glcke6 ,der ,ton eines ,dudelsacks4 - ,ohne ,musik wre das ,leben ein ,irrthum4 ,der ,deutsche denkt sich selbst ,gott liedersingend4 #cd4 ,on ne peut penser et crire qu'assis 7,g4 ,flaubert74 - ,damit habe ich dich1 ,nihilist6 ,das ,sitzfleisch ist gerade die ,snde wider den heiligen ,geist4 ,nur die ergangenen ,gedanken haben ,werth4 #ce4 ,es giebt ,flle1 wo wir wie ,pferde sind1 wir ,psychologen1 und in ,unruhe gerathen3 wir sehen unsren eignen ,schatten vor uns auf und niederschwanken4 ,der ,psychologe muss von sich absehn1 um berhaupt zu sehn4 #cf4 ,ob wir ,immoralisten der ,tugend ,schaden thun8 - ,eben so wenig1 als die ,anarchisten den ,frsten4 ,erst seitdem diese angeschossen werden1 sitzen sie wieder fest auf ihrem ,thron4 ,moral3 man muss die ,moral anschiessen4 #cg4 ,du lufst voran8 - ,thust du das als ,hirt8 oder als ,ausnahme8 ,ein dritter ,fall wre der ,entlaufene444 ,erste ,gewissensfrage4 #ch4 ,bist du echt8 oder nur ein ,schauspieler8 ,ein ,vertreter8 oder das ,vertretene selbst8 - ,zuletzt bist du gar bloss ein nachgemachter ,schauspieler444 ,zweite ,gewissensfrage4 #ci4 ,der ,enttuschte spricht4 - ,ich suchte nach grossen ,menschen1 ich fand immer nur die ,affen ihres ,ideals4 #dj4 ,bist du ,einer1 der zusieht8 oder der ,hand anlegt8 - oder der wegsieht1 bei ,seite geht8444 ,dritte ,gewissensfrage4 #da4 ,willst du mitgehn8 oder vorangehn8 oder fr dich gehn8444 ,man muss wissen1 was man will und dass man will4 ,vierte ,gewissensfrage4 #db4 ,das waren ,stufen fr mich ich bin ber sie hinaufgestiegen1 - dazu musste ich ber sie hinweg4 ,aber sie meinten1 ich wollte mich auf ihnen zur ,ruhe setzen444 #dc4 ,was liegt daran1 das ich ,recht behalte6 ,ich habe zu viel ,recht4 - ,und wer heute am besten lacht1 lacht auch zuletzt4 #dd4 ,formel meines ,glcks3 ein ,ja1 ein ,nein1 eine gerade ,linie ein ,ziel444 ,das ,problem des ,sokrates4 #a4 ber das ,leben haben zu allen ,zeiten die ,weisesten gleich geurtheilt3 es taugt nichts444 ,immer und berall hat man aus ihrem ,munde denselben ,klang gehrt1 - einen ,klang voll ,zweifel1 voll ,schwermuth1 voll ,mdigkeit am ,leben1 voll ,widerstand gegen das ,leben4 ,selbst ,sokrates sagte1 als er starb3 leben - das heisst lange krank sein3 ich bin dem ,heilande ,asklepios einen ,hahn schuldig4 ,selbst ,sokrates hatte es satt4 - ,was beweist das8 ,worauf weist das8 - ,ehemals htte man gesagt 7- oh man hat es gesagt und laut genug und unsre ,pessimisten voran673 ,hier muss jedenfalls ,etwas wahr sein6 ,der consensus sapientium beweist die ,wahrheit4 - ,werden wir heute noch so reden8 ,drfen wir das8 ,hier muss jedenfalls ,etwas krank sein - geben wir zur ,antwort3 diese ,weisesten aller ,zeiten1 man sollte sie sich erst aus der ,nhe ansehn6 ,waren sie vielleicht allesammt auf den ,beinen nicht mehr fest8 spt8 wackelig8 dcadents8 ,erschiene die ,weisheit vielleicht auf ,erden als ,rabe1 den ein kleiner ,geruch von ,aas begeistert8444 #b4 ,mir selbst ist diese ,unehrerbietigkeit1 dass die grossen ,weisen ,niedergangs-,typen sind1 zuerst gerade in einem ,falle aufgegangen1 wo ihr am strksten das gelehrte und ungelehrte ,vorurtheil entgegensteht3 ich erkannte ,sokrates und ,plato als ,verfalls-,symptome1 als ,werkzeuge der griechischen ,auflsung1 als pseudogriechisch1 als antigriechisch 7,geburt der ,tragdie #ahgb71 jener consensus sapientium - das begriff ich immer besser - beweist am wenigsten1 dass sie ,recht mit dem hatten1 worber sie bereinstimmten3 er beweist vielmehr1 dass sie selbst1 diese ,weisesten1 irgend worin physiologisch bereinstimmten1 um auf gleiche ,weise negativ zum ,leben zu stehn1 - stehn zu mssen4 ,urtheile1 ,werthurtheile ber das ,leben1 fr oder wider1 knnen zuletzt niemals wahr sein3 sie haben nur ,werth als ,symptome1 sie kommen nur als ,symptome in ,betracht1 - an sich sind solche ,urtheile ,dummheiten4 ,man muss durchaus seine ,finger darnach ausstrecken und den ,versuch machen1 diese erstaunliche finesse zu fassen1 dass der ,werth des ,lebens nicht abgeschtzt werden kann4 ,von einem ,lebenden nicht1 weil ein solcher ,partei1 ja sogar ,streitobjekt ist und nicht ,richter2 von einem ,todten nicht1 aus einem andren ,grunde4 - ,von ,seiten eines ,philosophen im ,werth des ,lebens ein ,problem sehn bleibt dergestalt sogar ein ,einwurf gegen ihn1 ein ,fragezeichen an seiner ,weisheit1 eine ,unweisheit4 - ,wie8 und alle diese grossen ,weisen - sie wren nicht nur dcadents1 sie wren nicht einmal weise gewesen8 - ,aber ich komme auf das ,problem des ,sokrates zurck4 #c4 ,sokrates gehrte1 seiner ,herkunft nach1 zum niedersten ,volk3 ,sokrates war ,pbel4 ,man weiss1 man sieht es selbst noch1 wie hsslich er war4 ,aber ,hsslichkeit1 an sich ein ,einwand1 ist unter ,griechen beinahe eine ,widerlegung4 ,war ,sokrates berhaupt ein ,grieche8 ,die ,hsslichkeit ist hufig genug der ,ausdruck einer gekreuzten1 durch ,kreuzung gehemmten ,entwicklung4 ,im andren ,falle erscheint sie als niedergehende ,entwicklung4 ,die ,anthropologen unter den ,criminalisten sagen uns1 dass der typische ,verbrecher hsslich ist3 monstrum in fronte1 monstrum in animo4 ,aber der ,verbrecher ist ein dcadent4 ,war ,sokrates ein typischer ,verbrecher8 - ,zum ,mindesten widersprche dem jenes berhmte ,physiognomen-,urtheil nicht1 das den ,freunden des ,sokrates so anstssig klang4 ,ein ,auslnder1 der sich auf ,gesichter verstand1 sagte1 als er durch ,athen kam1 dem ,sokrates in's ,gesicht1 er sei ein monstrum1 - er berge alle schlimmen ,laster und ,begierden in sich4 ,und ,sokrates antwortete bloss3 ,sie kennen mich1 mein ,herr6 - #d4 ,auf dcadence bei ,sokrates deutet nicht nur die zugestandne ,wstheit und ,anarchie in den ,instinkten3 eben dahin deutet auch die ,superftation des ,logischen und jene ,rhachitiker-,bosheit1 die ihn auszeichnet4 ,vergessen wir auch jene ,gehrs-,hallucinationen nicht1 die1 als ,dmonion des ,sokrates1 in's ,religise interpretirt worden sind4 ,alles ist bertrieben1 buffo1 ,karikatur an ihm1 ,alles ist zugleich versteckt1 hintergedanklich1 unterirdisch4 - ,ich suche zu begreifen1 aus welcher ,idiosynkrasie jene sokratische ,gleichsetzung von ,vernunft ,tugend ,glck stammt3 jene bizarrste ,gleichsetzung1 die es giebt und die in ,sonderheit alle ,instinkte des lteren ,hellenen gegen sich hat4 #e4 ,mit ,sokrates schlgt der griechische ,geschmack zu ,gunsten der ,dialektik um3 was geschieht da eigentlich8 ,vor ,allem wird damit ein vornehmer ,geschmack besiegt2 der ,pbel kommt mit der ,dialektik obenauf4 ,vor ,sokrates lehnte man in der guten ,gesellschaft die dialektischen ,manieren ab3 sie galten als schlechte ,manieren1 sie stellten bloss4 ,man warnte die ,jugend vor ihnen4 ,auch misstraute man allein solchen ,prsentiren seiner ,grnde4 ,honnette ,dinge tragen1 wie honnette ,menschen1 ihre ,grnde nicht so in der ,hand4 ,es ist unanstndig1 alle fnf ,finger zeigen4 ,was sich erst beweisen lassen muss1 ist wenig werth4 berall1 wo noch die ,autoritt zur guten ,sitte gehrt1 wo man nicht begrndet1 sondern befiehlt1 ist der ,dialektiker eine ,art ,hanswurst3 man lacht ber ihn1 man nimmt ihn nicht ernst4 - ,sokrates war der ,hanswurst1 der sich ernst nehmen machte3 was geschah da eigentlich8 - #f4 ,man whlt die ,dialektik nur1 wenn man kein andres ,mittel hat4 ,man weiss1 dass man ,misstrauen mit ihr erregt1 dass sie wenig berredet4 ,nichts ist leichter wegzuwischen als ein ,dialektiker-,effekt3 die ,erfahrung jeder ,versammlung1 wo geredet wird1 beweist das4 ,sie kann nur ,nothwehr sein1 in den ,hnden ,solcher1 die keine andren ,waffen mehr haben4 ,man muss sein ,recht zu erzwingen haben3 eher macht man keinen ,gebrauch von ihr4 ,die ,juden waren deshalb ,dialektiker2 ,reinecke ,fuchs war es3 wie8 und ,sokrates war es auch8 - #g4 - ,ist die ,ironie des ,sokrates ein ,ausdruck von ,revolte8 von ,pbel-,ressentiment8 geniesst er als ,unterdrckter seine eigne ,ferocitt in den ,messerstichen des ,syllogismus8 ,rcht er sich an den ,vornehmen1 die er fascinirt8 - ,man hat1 als ,dialektiker1 ein schonungsloses ,werkzeug in der ,hand2 man kann mit ihm den ,tyrannen machen2 man stellt bloss1 indem man siegt4 ,der ,dialektiker berlsst seinem ,gegner den ,nachweis1 kein ,idiot zu sein3 er macht wthend1 er macht zugleich hlflos4 ,der ,dialektiker depotenzirt den ,intellekt seines ,gegners4 - ,wie8 ist ,dialektik nur eine ,form der ,rache bei ,sokrates8 #h4 ,ich habe zu verstehn gegeben1 womit ,sokrates abstossen konnte3 es bleibt um so mehr zu erklren1 dass er fascinirte4 - ,dass er eine neue ,art ,agon entdeckte1 dass er der erste ,fechtmeister davon fr die vornehmen ,kreise ,athen's war1 ist das ,eine4 ,er fascinirte1 indem er an den agonalen ,trieb der ,hellenen rhrte1 - er brachte eine ,variante in den ,ringkampf zwischen jungen ,mnnern und ,jnglingen4 ,sokrates war auch ein grosser ,erotiker4 #i4 ,aber ,sokrates errieth noch mehr4 ,er sah hinter seine vornehmen ,athener2 er begriff1 dass sein ,fall1 seine ,idiosynkrasie von ,fall bereits kein ,ausnahmefall war4 ,die gleiche ,art von ,degenerescenz bereitete sich berall im ,stillen vor3 das alte ,athen gieng zu ,ende4 - ,und ,sokrates verstand1 dass alle ,welt ihn nthig hatte1 - sein ,mittel1 seine ,kur1 seinen ,personal-,kunstgriff der ,selbst-,erhaltung444 berall waren die ,instinkte in ,anarchie2 berall war man fnf ,schritt weit vom ,excess3 das monstrum in animo war die allgemeine ,gefahr4 ,die ,triebe wollen den ,tyrannen machen2 man muss einen ,gegentyrannen erfinden1 der strker ist444 ,als jener ,physiognomiker dem ,sokrates enthllt hatte1 wer er war1 eine ,hhle aller schlimmen ,begierden1 liess der grosse ,ironiker noch ein ,wort verlauten1 das den ,schlssel zu ihm giebt4 ,dies ist wahr1 sagte er1 aber ich wurde ber alle ,herr4 ,wie wurde ,sokrates ber sich ,herr8 - ,sein ,fall war im ,grunde nur der extreme ,fall1 nur der in die ,augen springendste von dem1 was damals die allgemeine ,noth zu werden anfieng3 dass ,niemand mehr ber sich ,herr war1 dass die ,instinkte sich gegen einander wendeten4 ,er fascinirte als dieser extreme ,fall - seine furchteinflssende ,hsslichkeit sprach ihn fr jedes ,auge aus3 er fascinirte1 wie sich von selbst versteht1 noch strker als ,antwort1 als ,lsung1 als ,anschein der ,kur dieses ,falls4 - #aj4 ,wenn man nthig hat1 aus der ,vernunft einen ,tyrannen zu machen1 wie ,sokrates es that1 so muss die ,gefahr nicht klein sein1 dass etwas ,andres den ,tyrannen macht4 ,die ,vernnftigkeit wurde damals errathen als ,retterin1 es stand weder ,sokrates1 noch seinen ,kranken frei1 vernnftig zu sein1 - es war de rigueur1 es war ihr letztes ,mittel4 ,der ,fanatismus1 mit dem sich das ganze griechische ,nachdenken auf die ,vernnftigkeit wirft1 verrth eine ,nothlage3 man war in ,gefahr1 man hatte nur ,eine ,wahl3 entweder zu ,grunde zu gehn oder - absurd-vernnftig zu sein444 ,der ,moralismus der griechischen ,philosophen von ,plato ab ist pathologisch bedingt2 ebenso ihre ,schtzung der ,dialektik4 ,vernunft ,tugend ,glck heisst bloss3 man muss es dem ,sokrates nachmachen und gegen die dunklen ,begehrungen ein ,tageslicht in ,permanenz herstellen - das ,tageslicht der ,vernunft4 ,man muss klug1 klar1 hell um jeden ,preis sein3 jedes ,nachgeben an die ,instinkte1 an's ,unbewusste fhrt hinab444 #aa4 ,ich habe zu verstehn gegeben1 womit ,sokrates fascinirte3 er schien ein ,arzt1 ein ,heiland zu sein4 ,ist es nthig1 noch den ,irrthum aufzuzeigen1 der in seinem ,glauben an die ,vernnftigkeit um jeden ,preis lag8 - ,es ist ein ,selbstbetrug seitens der ,philosophen und ,moralisten1 damit schon aus der dcadence herauszutreten1 dass sie gegen dieselbe ,krieg machen4 ,das ,heraustreten steht ausserhalb ihrer ,kraft3 was sie als ,mittel1 als ,rettung whlen1 ist selbst nur wieder ein ,ausdruck der dcadence - sie verndern deren ,ausdruck1 sie schaffen sie selbst nicht weg4 ,sokrates war ein ,missverstndniss2 die ganze ,besserungs-,moral1 auch die christliche1 war ein ,missverstndniss444 ,das grellste ,tageslicht1 die ,vernnftigkeit um jeden ,preis1 das ,leben hell1 kalt1 vorsichtig1 bewusst1 ohne ,instinkt1 im ,widerstand gegen ,instinkte war selbst nur eine ,krankheit1 eine andre ,krankheit - und durchaus kein ,rckweg zur ,tugend1 zur ,gesundheit1 zum ,glck444 ,die ,instinkte bekmpfen mssen - das ist die ,formel fr dcadence3 so lange das ,leben aufsteigt1 ist ,glck gleich ,instinkt4 - #ab4 - ,hat er das selbst noch begriffen1 dieser ,klgste aller ,selbstberlister8 ,sagte er sich das zuletzt1 in der ,weisheit seines ,muthes zum ,tode8444 ,sokrates wollte sterben3 - nicht ,athen1 er gab sich den ,giftbecher1 er zwang ,athen zum ,giftbecher444 ,sokrates ist kein ,arzt sprach er leise zu sich3 der ,tod allein ist hier ,arzt444 ,sokrates selbst war nur lange krank444 ,die ,vernunft in der ,philosophie4 #a4 ,sie fragen mich1 was ,alles ,idiosynkrasie bei den ,philosophen ist8444 ,zum ,beispiel ihr ,mangel an historischem ,sinn1 ihr ,hass gegen die ,vorstellung selbst des ,werdens1 ihr gypticismus4 ,sie glauben einer ,sache eine ,ehre anzuthun1 wenn sie dieselbe enthistorisiren1 sub specie aetemi1 - wenn sie aus ihr eine ,mumie machen4 ,alles1 was ,philosophen seit ,jahrtausenden gehandhabt haben1 waren ,begriffs-,mumien2 es kam nichts ,wirkliches lebendig aus ihren ,hnden4 ,sie tdten1 sie stopfen aus1 diese ,herren ,begriffs-,gtzendiener1 wenn sie anbeten1 - sie werden ,allem lebensgefhrlich1 wenn sie anbeten4 ,der ,tod1 der ,wandel1 das ,alter ebensogut als ,zeugung und ,wachsthum sind fr sie ,einwnde1 - ,widerlegungen sogar4 ,was ist1 wird nicht2 was wird ist nicht444 ,nun glauben sie ,alle1 mit ,verzweiflung sogar1 an's ,seiende4 ,da sie aber dessen nicht habhaft werden1 suchen sie nach ,grnden1 weshalb man's ihnen vorenthlt4 ,es muss ein ,schein1 eine ,betrgerei dabei sein1 dass wir das ,seiende nicht wahrnehmen3 wo steckt der ,betrger8 - ,wir haben ihn1 schreien sie glckselig1 die ,sinnlichkeit ist's6 ,diese ,sinne1 die auch sonst so unmoralisch sind1 sie betrgen uns ber die wahre ,welt4 ,moral3 loskommen von dem ,sinnentrug1 vom ,werden1 von der ,historie1 von der ,lge1 - ,historie ist nichts als ,glaube an die ,sinne1 ,glaube an die ,lge4 ,moral3 ,neinsagen zu ,allem1 was den ,sinnen ,glauben schenkt1 zum ganzen ,rest der ,menschheit3 das ist ,alles ,volk4 ,philosoph sein1 ,mumie sein1 den ,monotono-,theismus durch eine ,todtengrber-,mimik darstellen6 - ,und weg vor ,allem mit dem ,leibe1 dieser erbarmungswrdigen ide fixe der ,sinne6 behaftet mit allen ,fehlern der ,logik1 die es giebt1 widerlegt1 unmglich sogar1 ob er schon frech genug ist1 sich als wirklich zu gebrden6444 #b4 ,ich nehme1 mit hoher ,ehrerbietung1 den ,namen ,heraklit's bei ,seite4 ,wenn das andre ,philosophen-,volk das ,zeugniss der ,sinne verwarf1 weil dieselben ,vielheit und ,vernderung zeigten1 verwarf er deren ,zeugniss1 weil sie die ,dinge zeigten1 als ob sie ,dauer und ,einheit htten4 ,auch ,heraklit that den ,sinnen ,unrecht4 ,dieselben lgen weder in der ,art1 wie die ,eleaten es glauben1 noch wie er es glaubte1 - sie lgen berhaupt nicht4 ,was wir aus ihrem ,zeugniss machen1 das legt erst die ,lge hinein1 zum ,beispiel die ,lge der ,einheit1 die ,lge der ,dinglichkeit1 der ,substanz1 der ,dauer444 ,die ,vernunft ist die ,ursache1 dass wir das ,zeugniss der ,sinne flschen4 ,sofern die ,sinne das ,werden1 das ,vergehn1 den ,wechsel zeigen1 lgen sie nicht444 ,aber damit wird ,heraklit ewig ,recht behalten1 dass das ,sein eine leere ,fiktion ist4 ,die scheinbare ,welt ist die einzige3 die wahre ,welt ist nur hinzugelogen444 #c4 - ,und was fr feine ,werkzeuge der ,beobachtung haben wir an unsren ,sinnen6 ,diese ,nase zum ,beispiel1 von der noch kein ,philosoph mit ,verehrung und ,dankbarkeit gesprochen hat1 ist sogar einstweilen das delikateste ,instrument1 das uns zu ,gebote steht3 es vermag noch ,minimaldifferenzen der ,bewegung zu constatiren1 die selbst das ,spektroskop nicht constatirt4 ,wir besitzen heute genau so weit ,wissenschaft1 als wir uns entschlossen haben1 das ,zeugniss der ,sinne anzunehmen1 - als wir sie noch schrfen1 bewaffnen1 zu ,ende denken lernten4 ,der ,rest ist ,missgeburt und ,noch-nicht-,wissenschaft3 will sagen ,metaphysik1 ,theologie1 ,psychologie1 ,erkenntnisstheorie4 ,oder ,formal-,wissenschaft1 ,zeichenlehre3 wie die ,logik und jene angewandte ,logik1 die ,mathematik4 ,in ihnen kommt die ,wirklichkeit gar nicht vor1 nicht einmal als ,problem2 ebensowenig als die ,frage1 welchen ,werth berhaupt eine solche ,zeichen-,convention1 wie die ,logik ist1 hat4 - #d4 ,die andre ,idiosynkrasie der ,philosophen ist nicht weniger gefhrlich3 sie besteht darin1 das ,letzte und das ,erste zu verwechseln4 ,sie setzen ,das1 was am ,ende kommt - leider6 denn es sollte gar nicht kommen6 - die hchsten ,begriffe1 das heisst die allgemeinsten1 die leersten ,begriffe1 den letzten ,rauch der verdunstenden ,realitt an den ,anfang als ,anfang4 ,es ist dies wieder nur der ,ausdruck ihrer ,art zu verehren3 das ,hhere darf nicht aus dem ,niederen wachsen1 darf berhaupt nicht gewachsen sein444 ,moral3 ,alles1 was ersten ,ranges ist1 muss causa sui sein4 ,die ,herkunft aus etwas ,anderem gilt als ,einwand1 als ,werth-,anzweifelung4 ,alle obersten ,werthe sind ersten ,ranges1 alle hchsten ,begriffe1 das ,seiende1 das ,unbedingte1 das ,gute1 das ,wahre1 das ,vollkommne - das ,alles kann nicht geworden sein1 muss folglich causa sui sein4 ,das ,alles aber kann auch nicht einander ungleich1 kann nicht mit sich im ,widerspruch sein444 ,damit haben sie ihren stupenden ,begriff ,gott444 ,das ,letzte1 ,dnnste1 ,leerste wird als ,erstes gesetzt1 als ,ursache an sich1 als ens realissimum444 ,dass die ,menschheit die ,gehirnleiden kranker ,spinneweber hat ernst nehmen mssen6 - ,und sie hat theuer dafr gezahlt6444 #e4 - ,stellen wir endlich dagegen1 auf welche verschiedne ,art wir 7- ich sage hflicher ,weise wir444 7 das ,problem des ,irrthums und der ,scheinbarkeit in's ,auge fassen4 ,ehemals nahm man die ,vernderung1 den ,wechsel1 das ,werden berhaupt als ,beweis fr ,scheinbarkeit1 als ,zeichen dafr1 dass ,etwas da sein msse1 das uns irre fhre4 ,heute umgekehrt sehen wir1 genau so weit als das ,vernunft-,vorurtheil uns zwingt1 ,einheit1 ,identitt1 ,dauer1 ,substanz1 ,ursache1 ,dinglichkeit1 ,sein anzusetzen1 uns gewissermaassen verstrickt in den ,irrthum1 necessitirt zum ,irrthum2 so sicher wir auf ,grund einer strengen ,nachrechnung bei uns darber sind1 dass hier der ,irrthum ist4 ,es steht damit nicht anders als mit den ,bewegungen des grossen ,gestirns3 bei ihnen hat der ,irrthum unser ,auge1 hier hat er unsre ,sprache zum bestndigen ,anwalt4 ,die ,sprache gehrt ihrer ,entstehung nach in die ,zeit der rudimentrsten ,form von ,psychologie3 wir kommen in ein grobes ,fetischwesen hinein1 wenn wir uns die ,grundvoraussetzungen der ,sprach-,metaphysik1 auf deutsch3 der ,vernunft1 zum ,bewusstsein bringen4 ,das sieht berall ,thter und ,thun3 das glaubt an ,willen als ,ursache berhaupt2 das glaubt an's ,ich1 an's ,ich als ,sein1 an's ,ich als ,substanz und projicirt den ,glauben an die ,ich-,substanz auf alle ,dinge - es schafft erst damit den ,begriff ,ding444 ,das ,sein wird berall als ,ursache hineingedacht1 untergeschoben2 aus der ,conception ,ich folgt erst1 als abgeleitet1 der ,begriff ,sein444 ,am ,anfang steht das grosse ,verhngniss von ,irrthum1 dass der ,wille ,etwas ist1 das wirkt1 - dass ,wille ein ,vermgen ist444 ,heute wissen wir1 dass er bloss ein ,wort ist444 ,sehr viel spter1 in einer tausendfach aufgeklrteren ,welt kam die ,sicherheit1 die subjektive ,gewissheit in der ,handhabung der ,vemunft-,kategorien den ,philosophen mit berraschung zum ,bewusstsein3 sie schlossen1 dass dieselben nicht aus der ,empirie stammen knnten1 - die ganze ,empirie stehe ja zu ihnen in ,widerspruch4 ,woher also stammen sie8 - ,und in ,indien wie in ,griechenland hat man den gleichen ,fehlgriff gemacht3 wir mssen schon einmal in einer hheren ,welt heimisch gewesen sein 7- statt in einer sehr viel niederen3 was die ,wahrheit gewesen wre671 wir mssen gttlich gewesen sein1 denn wir haben die ,vernunft6444 ,in der ,that1 ,nichts hat bisher eine naivere berredungskraft gehabt als der ,irrthum vom ,sein1 wie er zum ,beispiel von den ,eleaten formulirt wurde3 er hat ja jedes ,wort fr sich1 jeden ,satz fr sich1 den wir sprechen6 - ,auch die ,gegner der ,eleaten unterlagen noch der ,verfhrung ihres ,seins-,begriffs3 ,demokrit unter ,anderen1 als er sein ,atom erfand444 ,die ,vernunft in der ,sprache3 oh was fr eine alte betrgerische ,weibsperson6 ,ich frchte1 wir werden ,gott nicht los1 weil wir noch an die ,grammatik glauben444 #f4 ,man wird mir dankbar sein1 wenn ich eine so wesentliche1 so neue ,einsicht in vier ,thesen zusammendrnge3 ich erleichtere damit das ,verstehen1 ich fordere damit den ,widerspruch heraus4 ,erster ,satz4 ,die ,grnde1 darauf hin diese ,welt als scheinbar bezeichnet worden ist1 begrnden vielmehr deren ,realitt1 - eine andre ,art ,realitt ist absolut unnachweisbar4 ,zweiter ,satz4 ,die ,kennzeichen1 welche man dem wahren ,sein der ,dinge gegeben hat1 sind die ,kennzeichen des ,nicht ,seins1 des ,nichts1 - man hat die wahre ,welt aus dem ,widerspruch zur wirklichen ,welt aufgebaut3 eine scheinbare ,welt in der ,that1 insofern sie bloss eine moralisch-optische ,tuschung ist4 ,dritter ,satz4 ,von einer andren ,welt als dieser zu fabeln hat gar keinen ,sinn1 vorausgesetzt1 dass nicht ein ,instinkt der ,verleumdung1 ,verkleinerung1 ,verdchtigung des ,lebens in uns mchtig ist3 im letzteren ,falle rchen wir uns am ,leben mit der ,phantasmagorie eines anderen1 eines besseren ,lebens4 ,vierter ,satz4 ,die ,welt scheiden in eine wahre und eine scheinbare1 sei es in der ,art des ,christenthums1 sei es in der ,art ,kant's 7eines hinterlistigen ,christen zu guterletzt7 ist nur eine ,suggestion der dcadence1 - ein ,symptom niedergehenden ,lebens444 ,dass der ,knstler den ,schein hher schtzt als die ,realitt1 ist kein ,einwand gegen diesen ,satz4 ,denn der ,schein bedeutet hier die ,realitt noch einmal1 nur in einer ,auswahl1 ,verstrkung1 ,correctur444 ,der tragische ,knstler ist kein ,pessimist1 - er sagt gerade ,ja zu allem ,fragwrdigen und ,furchtbaren selbst1 er ist dionysisch444 ,wie die wahre ,welt endlich zur ,fabel wurde4 ,geschichte eines ,irrthums4 #a4 ,die wahre ,welt erreichbar fr den ,weisen1 den ,frommen1 den ,tugendhaften1 - er lebt in ihr1 er ist sie4 7lteste ,form der ,idee1 relativ klug1 simpel1 berzeugend4 ,umschreibung des ,satzes ich1 ,plato1 bin die ,wahrheit47 #b4 ,die wahre ,welt1 unerreichbar fr jetzt1 aber versprochen fr den ,weisen1 den ,frommen1 den ,tugendhaften 7fr den ,snder1 der ,busse thut74 7,fortschritt der ,idee3 sie wird feiner1 verfnglicher1 unfasslicher1 - sie wird ,weib1 sie wird christlich444 7 #c4 ,die wahre ,welt1 unerreichbar1 unbeweisbar1 unversprechbar1 aber schon als gedacht ein ,trost1 eine ,verpflichtung1 ein ,imperativ4 7,die alte ,sonne im ,grunde1 aber durch ,nebel und ,skepsis hindurch2 die ,idee sublim geworden1 bleich1 nordisch1 knigsbergisch47 #d4 ,die wahre ,welt - unerreichbar8 jedenfalls unerreicht4 ,und als unerreicht auch unbekannt4 ,folglich auch nicht trstend1 erlsend1 verpflichtend3 wozu knnte uns etwas ,unbekanntes verpflichten8444 7,grauer ,morgen4 ,erstes ,ghnen der ,vernunft4 ,hahnenschrei des ,positivismus47 #e4 ,die wahre ,welt - eine ,idee1 die zu ,nichts mehr ntz ist1 nicht einmal mehr verpflichtend1 - eine unntz1 eine berflssig gewordene ,idee1 folglich eine widerlegte ,idee3 schaffen wir sie ab6 7,heller ,tag2 ,frhstck2 ,rckkehr des bon sens und der ,heiterkeit2 ,schamrthe ,plato's2 ,teufelslrm aller freien ,geister47 #f4 ,die wahre ,welt haben wir abgeschafft3 welche ,welt blieb brig8 die scheinbare vielleicht8444 ,aber nein6 mit der wahren ,welt haben wir auch die scheinbare abgeschafft6 7,mittag2 ,augenblick des krzesten ,schattens2 ,ende des lngsten ,irrthums2 ,hhepunkt der ,menschheit2 ,,incipit ,,zarathustra47 ,moral als ,widernatur4 #a4 ,alle ,passionen haben eine ,zeit1 wo sie bloss verhngnissvoll sind1 wo sie mit der ,schwere der ,dummheit ihr ,opfer hinunterziehen - und eine sptere1 sehr viel sptere1 wo sie sich mit dem ,geist verheirathen1 sich vergeistigen4 ,ehemals machte man1 wegen der ,dummheit in der ,passion1 der ,passion selbst den ,krieg3 man verschwor sich zu deren ,vernichtung1 - alle alten ,moral-,unthiere sind einmthig darber il faut tuer les passions4 ,die berhmteste ,formel dafr steht im neuen ,testament1 in jener ,bergpredigt1 wo1 anbei gesagt1 die ,dinge durchaus nicht aus der ,hhe betrachtet werden4 ,es wird daselbst zum ,beispiel mit ,nutzanwendung auf die ,geschlechtlichkeit gesagt wenn dich dein ,auge rgert1 so reisse es aus3 zum ,glck handelt kein ,christ nach dieser ,vorschrift4 ,die ,leidenschaften und ,begierden vernichten1 bloss um ihrer ,dummheit und den unangenehmen ,folgen ihrer ,dummheit vorzubeugen1 erscheint uns heute selbst bloss als eine akute ,form der ,dummheit4 ,wir bewundern die ,zahnrzte nicht mehr1 welche die ,zhne ausreissen1 damit sie nicht mehr weh thun444 ,mit einiger ,billigkeit werde andrerseits zugestanden1 dass auf dem ,boden1 aus dem das ,christenthum gewachsen ist1 der ,begriff ,vergeistigung der ,passion gar nicht concipirt werden konnte4 ,die erste ,kirche kmpfte ja1 wie bekannt1 gegen die ,intelligenten zu ,gunsten der ,armen des ,geistes3 wie drfte man von ihr einen intelligenten ,krieg gegen die ,passion erwarten8 - ,die ,kirche bekmpft die ,leidenschaft mit ,ausschneidung in jedem ,sinne3 ihre ,praktik1 ihre ,kur ist der ,castratismus4 ,sie fragt nie3 wie vergeistigt1 verschnt1 vergttlicht man eine ,begierde8 - sie hat zu allen ,zeiten den ,nachdruck der ,disciplin auf die ,ausrottung 7der ,sinnlichkeit1 des ,stolzes1 der ,herrschsucht1 der ,habsucht1 der ,rachsucht7 gelegt4 - ,aber die ,leidenschaften an der ,wurzel angreifen heisst das ,leben an der ,wurzel angreifen3 die ,praxis der ,kirche ist lebensfeindlich444 #b4 ,dasselbe ,mittel1 ,verschneidung1 ,ausrottung1 wird instinktiv im ,kampfe mit einer ,begierde von ,denen gewhlt1 welche zu willensschwach1 zu degenerirt sind1 um sich ein ,maass in ihr auflegen zu knnen3 von jenen ,naturen1 die la ,trappe nthig haben1 im ,gleidiniss gesprochen 7und ohne ,gleichniss -71 irgend eine endgltige ,feindschafts-,erklrung1 eine ,kluft zwischen sich und einer ,passion4 ,die radikalen ,mittel sind nur den ,degenerirten unentbehrlich2 die ,schwche des ,willens1 bestinunter geredet1 die ,unfhigkeit1 auf einen ,reiz nicht zu reagiren1 ist selbst bloss eine andre ,form der ,degenerescenz4 ,die radikale ,feindschaft1 die ,todfeindschaft gegen die ,sinnlichkeit bleibt ein nachdenkliches ,symptom3 man ist damit zu ,vermuthungen ber den ,gesammt-,zustand eines dergestalt ,excessiven berechtigt4 - ,jene ,feindschaft1 jener ,hass kommt brigens erst auf seine ,spitze1 wenn solche ,naturen selbst zur ,radikal-,kur1 zur ,absage von ihrem ,teufel nicht mehr ,festigkeit genug haben4 ,man berschaue die ganze ,geschichte der ,priester und ,philosophen1 der ,knstler hinzugenommen3 das ,giftigste gegen die ,sinne ist nicht von den ,impotenten gesagt1 auch nicht von den ,asketen1 sondern von den unmglichen ,asketen1 von ,solchen1 die es nthig gehabt htten1 ,asketen zu sein444 #c4 ,die ,vergeistigung der ,sinnlichkeit heisst ,liebe3 sie ist ein grosser ,triumph ber das ,christenthum4 ,ein andrer ,triumph ist unsre ,vergeistigung der ,feindschaft4 ,sie besteht darin1 dass man tief den ,werth begreift1 den es hat1 ,feinde zu haben3 kurz1 dass man umgekehrt thut und schliesst als man ehedem that und schloss4 ,die ,kirche wollte zu allen ,zeiten die ,vernichtung ihrer ,feinde3 wir1 wir ,immoralisten und ,antichristen1 sehen unsern ,vortheil darin1 dass die ,kirche besteht444 ,auch im ,politischen ist die ,feindschaft jetzt geistiger geworden1 - viel klger1 viel nachdenklicher1 viel schonender4 ,fast jede ,partei begreift ihr ,selbsterhaltungs-,interesse darin1 dass die ,gegenpartei nicht von ,krften kommt2 dasselbe gilt von der grossen ,politik4 ,eine neue ,schpfung zumal1 etwa das neue ,reich1 hat ,feinde nthiger als ,freunde3 im ,gegensatz erst fhlt es sich nothwendig1 im ,gegensatz wird es erst nothwendig444 ,nicht anders verhalten wir uns gegen den inneren ,feind3 auch da haben wir die ,feindschaft vergeistigt1 auch da haben wir ihren ,werth begriffen4 ,man ist nur fruchtbar um den ,preis1 an ,gegenstzen reich zu sein2 man bleibt nur jung unter der ,voraussetzung1 dass die ,seele nicht sich streckt1 nicht nach ,frieden begehrt444 ,nichts ist uns fremder geworden als jene ,wnschbarkeit von ,ehedem1 die vom ,frieden der ,seele1 die christliche ,wnschbarkeit2 ,nichts macht uns weniger ,neid als die ,moral-,kuh und das fette ,glck des guten ,gewissens4 ,man hat auf das grosse ,leben verzichtet1 wenn man auf den ,krieg verzichtet444 ,in vielen ,fllen freilich ist der ,frieden der ,seele bloss ein ,missverstndniss1 - etwas ,anderes1 das sich nur nicht ehrlicher zu benennen weiss4 ,ohne ,umschweif und ,vorurtheil ein paar ,flle4 ,frieden der ,seele kann zum ,beispiel die sanfte ,ausstrahlung einer reichen ,animalitt in's ,moralische 7oder ,religise7 sein4 ,oder der ,anfang der ,mdigkeit1 der erste ,schatten1 den der ,abend1 jede ,art ,abend wirft4 ,oder ein ,zeichen davon1 dass die ,luft feucht ist1 dass ,sdwinde herankommen4 ,oder die ,dankbarkeit wider ,wissen fr eine glckliche ,verdauung 7,menschenliebe mitunter genannt74 ,oder das ,stille-werden des ,genesenden1 dem alle ,dinge neu schmecken und der wartet444 ,oder der ,zustand1 der einer starken ,befriedigung unsrer herrschenden ,leidenschaft folgt1 das ,wohlgefhl einer seltnen ,sattheit4 ,oder die ,altersschwche unsres ,willens1 unsrer ,begehrungen1 unsrer ,laster4 ,oder die ,faulheit1 von der ,eitelkeit berredet1 sich moralisch aufzuputzen4 ,oder der ,eintritt einer ,gewissheit1 selbst furchtbaren ,gewissheit1 nach einer langen ,spannung und ,marterung durch die ,ungewissheit4 ,oder der ,ausdruck der ,reife und ,meisterschaft mitten im ,thun1 ,schaffen1 ,wirken1 ,wollen1 das ruhige ,athmen1 die erreichte ,freiheit des ,willens444 ,gtzen-,dmmerung3 wer weiss8 vielleicht auch nur eine ,art ,frieden der ,seele444 #d4 - ,ich bringe ein ,princip in ,formel4 ,jeder ,naturalismus in der ,moral1 das heisst jede gesunde ,moral ist von einem ,instinkte des ,lebens beherrscht1 - irgend ein ,gebot des ,lebens wird mit einem bestimmten ,kanon von ,soll und ,soll nicht erfllt1 irgend eine ,hemmung und ,feindseligkeit auf dem ,wege des ,lebens wird damit bei ,seite geschafft4 ,die widernatrliche ,moral1 das heisst fast jede ,moral1 die bisher gelehrt1 verehrt und gepredigt worden ist1 wendet sich umgekehrt gerade gegen die ,instinkte des ,lebens1 - sie ist eine bald heimliche1 bald laute und freche ,verurtheilung dieser ,instinkte4 ,indem sie sagt ,gott sieht das ,herz an1 sagt sie ,nein zu den untersten und obersten ,begehrungen des ,lebens und nimmt ,gott als ,feind des ,lebens444 ,der ,heilige1 an dem ,gott sein ,wohlgefallen hat1 ist der ideale ,castrat444 ,das ,leben ist zu ,ende1 wo das ,reich ,gottes anfngt444 #e4 ,gesetzt1 dass man das ,frevelhafte einer solchen ,auflehnung gegen das ,leben begriffen hat1 wie sie in der christlichen ,moral beinahe sakrosankt geworden ist1 so hat man damit1 zum ,glck1 auch ,etwas ,andres begriffen3 das ,nutzlose1 ,scheinbare1 ,absurde1 ,lgnerische einer solchen ,auflehnung4 ,eine ,verurtheilung des ,lebens von ,seiten des ,lebenden bleibt zuletzt doch nur das ,symptom einer bestimmten ,art von ,leben3 die ,frage1 ob mit ,recht1 ob mit ,unrecht1 ist gar nicht damit aufgeworfen4 ,man msste eine ,stellung ausserhalb des ,lebens haben1 und andrerseits es so gut kennen1 wie ,einer1 wie ,viele1 wie ,alle1 die es gelebt haben1 um das ,problem vom ,werth des ,lebens berhaupt anrhren zu drfen3 ,grnde genug1 um zu begreifen1 dass das ,problem ein fr uns unzugngliches ,problem ist4 ,wenn wir von ,werthen reden1 reden wir unter der ,inspiration1 unter der ,optik des ,lebens3 das ,leben selbst zwingt uns ,werthe anzusetzen1 das ,leben selbst werthet durch uns1 wenn wir ,werthe ansetzen444 ,daraus folgt1 dass auch jene ,widernatur von ,moral1 welche ,gott als ,gegenbegriff und ,verurtheilung des ,lebens fasst1 nur ein ,werthurtheil des ,lebens ist - welches ,lebens8 ,welcher ,art von ,leben8 - ,aber ich gab schon die ,antwort3 des niedergehenden1 des geschwchten1 des mden1 des verurtheilten ,lebens4 ,moral1 wie sie bisher verstanden worden ist - wie sie zuletzt noch von ,schopenhauer formulirt wurde als ,verneinung des ,willens zum ,leben - ist der dcadence-,instinkt selbst1 der aus sich einen ,imperativ macht3 sie sagt3 geh zu ,grunde sie ist das ,urtheil ,verurtheilter444 #f4 ,erwgen wir endlich noch1 welche ,naivett es berhaupt ist1 zu sagen so und so sollte der ,mensch sein6 ,die ,wirklichkeit zeigt uns einen entzckenden ,reichthum der ,typen1 die ppigkeit eines verschwenderischen ,formenspiels und -,wechsels3 und irgend ein armseliger ,eckensteher von ,moralist sagt dazu3 nein6 der ,mensch sollte anders sein8444 ,er weiss es sogar1 wie er sein sollte1 dieser ,schlucker und ,mucker1 er malt sich an die ,wand und sagt dazu ecce homo6444 ,aber selbst wenn der ,moralist sich bloss an den ,einzelnen wendet und zu ihm sagt3 so und so solltest du sein6 hrt er nicht auf1 sich lcherlich zu machen4 ,der ,einzelne ist ein ,stck fatum1 von ,vorne und von ,hinten1 ein ,gesetz mehr1 eine ,nothwendigkeit mehr fr ,alles1 was kommt und sein wird4 ,zu ihm sagen ndere dich heisst verlangen1 dass ,alles sich ndert1 sogar rckwrts noch444 ,und wirklich1 es gab consequente ,moralisten1 sie wollten den ,menschen anders1 nmlich tugendhaft1 sie wollten ihn nach ihrem ,bilde1 nmlich als ,mucker3 dazu verneinten sie die ,welt6 ,keine kleine ,tollheit6 ,keine bescheidne ,art der ,unbescheidenheit6444 ,die ,moral1 insofern sie verurtheilt1 an sich1 nicht aus ,hinsichten1 ,rcksichten1 ,absichten des ,lebens1 ist ein spezifischer ,irrthum1 mit dem man kein ,mitleiden haben soll1 eine ,degenerirten-,idiosynkrasie1 die unsglich viel ,schaden gestiftet hat6444 ,wir ,anderen1 wir ,immoralisten1 haben umgekehrt unser ,herz weit gemacht fr alle ,art ,verstehn1 ,begreifen1 ,gutheissen4 ,wir verneinen nicht leicht1 wir suchen unsre ,ehre darin1 ,bejahende zu sein4 ,immer mehr ist uns das ,auge fr jene konomie aufgegangen1 welche alles ,das noch braucht und auszuntzen weiss1 was der heilige ,aberwitz des ,priesters1 der kranken ,vernunft im ,priester verwirft1 fr jene konomie im ,gesetz des ,lebens1 die selbst aus der widerlichen species des ,muckers1 des ,priesters1 des ,tugendhaften ihren ,vortheil zieht1 - welchen ,vortheil8 - ,aber wir selbst1 wir ,immoralisten sind hier die ,antwort444 - ,die vier grossen ,irrthmer4 #a4 ,irrthum der ,verwechslung von ,ursache und ,folge4 - ,es giebt keinen gefhrlicheren ,irrthum als die ,folge mit der ,ursache zu verwechseln3 ich heisse ihn die eigentliche ,verderbniss der ,vernunft4 ,trotzdem gehrt dieser ,irrthum zu den ltesten und jngsten ,gewohnheiten der ,menschheit3 er ist selbst unter uns geheiligt1 er trgt den ,namen ,religion1 ,moral4 ,jeder ,satz1 den die ,religion und die ,moral formulirt1 enthlt ihn2 ,priester und ,moral-,gesetzgeber sind die ,urheber jener ,verderbniss der ,vernunft4 - ,ich nehme ein ,beispiel3 ,jedermann kennt das ,buch des berhmten ,cornaro1 in dem er seine schmale ,dit als ,recept zu einem langen und glcklichen ,leben - auch tugendhaften - anrth4 ,wenige ,bcher sind so viel gelesen worden1 noch jetzt wird es in ,england jhrlich in vielen ,tausenden von ,exemplaren gedruckt4 ,ich zweifle nicht daran1 dass kaum ein ,buch 7die ,bibel1 wie billig1 ausgenommen7 so viel ,unheil gestiftet1 so viele ,leben verkrzt hat wie dies so wohlgemeinte ,curiosum4 ,grund dafr3 die ,verwechslung der ,folge mit der ,ursache4 ,der biedere ,italiner sah in seiner ,dit die ,ursache seines langen ,lebens3 whrend die ,vorbedingung zum langen ,leben1 die ausserordentliche ,langsamkeit des ,stoffwechsels1 der geringe ,verbrauch1 die ,ursache seiner schmalen ,dit war4 ,es stand ihm nicht frei1 wenig oder viel zu essen1 seine ,frugalitt war nicht ein freier ,wille3 er wurde krank1 wenn er mehr ass4 ,wer aber kein ,karpfen ist1 thut nicht nur gut1 sondern hat es nthig1 ordentlich zu essen4 ,ein ,gelehrter unsrer ,tage1 mit seinem rapiden ,verbrauch an ,nervenkraft1 wrde sich mit dem rgime ,cornaro's zu ,grunde richten4 ,crede experto4 - #b4 ,die allgemeinste ,formel1 die jeder ,religion und ,moral zu ,grunde liegt1 heisst3 ,thue das und das1 lass das und das - so wirst du glcklich6 ,im andern ,falle444 ,jede ,moral1 jede ,religion ist dieser ,imperativ1 - ich nenne ihn die grosse ,erbsnde der ,vernunft1 die unsterbliche ,unvernunft4 ,in meinem ,munde verwandelt sich jene ,formel in ihre ,umkehrung - erstes ,beispiel meiner ,umwerthung aller ,werthe3 ein wohlgerathener ,mensch1 ein ,glcklicher1 muss gewisse ,handlungen thun und scheut sich instinktiv vor anderen ,handlungen1 er trgt die ,ordnung1 die er physiologisch darstellt1 in seine ,beziehungen zu ,menschen und ,dingen hinein4 ,in ,formel3 seine ,tugend ist die ,folge seines ,glcks444 ,langes ,leben1 eine reiche ,nachkommenschaft ist nicht der ,lohn der ,tugend1 die ,tugend ist vielmehr selbst jene ,verlangsamung des ,stoffwechsels1 die1 unter ,anderem1 auch ein langes ,leben1 eine reiche ,nachkommenschaft1 kurz den ,cornarismus im ,gefolge hat4 - ,die ,kirche und die ,moral sagen3 ein ,geschlecht1 ein ,volk wird durch ,laster und ,luxus zu ,grunde gerichtet4 ,meine wiederhergestellte ,vernunft sagt3 wenn ein ,volk zu ,grunde geht1 physiologisch degenerirt1 so folgen daraus ,laster und ,luxus 7das heisst das ,bedrfniss nach immer strkeren und hufigeren ,reizen1 wie sie jede erschpfte ,natur kennt74 ,dieser junge ,mann wird frhzeitig blass und welk4 ,seine ,freunde sagen3 daran ist die und die ,krankheit schuld4 ,ich sage3 dass er krank wurde1 dass er der ,krankheit nicht widerstand1 war bereits die ,folge eines verarmten ,lebens1 einer hereditren ,erschpfung4 ,der ,zeitungsleser sagt3 diese ,partei richtet sich mit einem solchen ,fehler zu ,grunde4 ,meine hhere ,politik sagt3 eine ,partei1 die solche ,fehler macht1 ist am ,ende - sie hat ihre ,instinkt-,sicherheit nicht mehr4 ,jeder ,fehler in jedem ,sinne ist die ,folge von ,instinkt-,entartung1 von ,disgregation des ,willens3 man definirt beinahe damit das ,schlechte4 ,alles ,gute ist ,instinkt - und1 folglich1 leicht1 nothwendig1 frei4 ,die ,mhsal ist ein ,einwand1 der ,gott ist typisch vom ,helden unterschieden 7in meiner ,sprache3 die leichten ,fsse das erste ,attribut der ,gttlichkeit74 #c4 ,irrthum einer falschen ,urschlichkeit4 - ,man hat zu allen ,zeiten geglaubt1 zu wissen1 was eine ,ursache ist3 aber woher nahmen wir unser ,wissen1 genauer1 unsern ,glauben1 hier zu wissen8 ,aus dem ,bereich der berhmten inneren ,thatsachen1 von denen bisher keine sich als thatschlich erwiesen hat4 ,wir glaubten uns selbst im ,akt des ,willens urschlich2 wir meinten da wenigstens die ,urschlichkeit auf der ,that zu ertappen4 ,man zweifelte insgleichen nicht daran1 dass alle antecedentia einer ,handlung1 ihre ,ursachen1 im ,bewusstsein zu suchen seien und darin sich wiederfnden1 wenn man sie suche - als ,motive3 man wre ja sonst zu ihr nicht frei1 fr sie nicht verantwortlich gewesen4 ,endlich1 wer htte bestritten1 dass ein ,gedanke verursacht wird8 dass das ,ich den ,gedanken verursacht8444 ,von diesen drei inneren ,thatsachen1 mit denen sich die ,urschlichkeit zu verbrgen schien1 ist die erste und berzeugendste die vom ,willen als ,ursache2 die ,conception eines ,bewusstseins 7,geistes7 als ,ursache und spter noch die des ,ich 7des ,subjekts7 als ,ursache sind bloss nachgeboren1 nachdem vom ,willen die ,urschlichkeit als gegeben feststand1 als ,empirie444 ,inzwischen haben wir uns besser besonnen4 ,wir glauben heute kein ,wort mehr von dem ,allen4 ,die innere ,welt ist voller ,trugbilder und ,irrlichter3 der ,wille ist eins von ihnen4 ,der ,wille bewegt nichts mehr1 erklrt folglich auch nichts mehr - er begleitet bloss ,vorgnge1 er kann auch fehlen4 ,das sogenannte ,motiv3 ein andrer ,irrthum4 ,bloss ein ,oberflchenphnomen des ,bewusstseins1 ein ,nebenher der ,that1 das eher noch die antecedentia einer ,that verdeckt1 als dass es sie darstellt4 ,und gar das ,ich6 ,das ist zur ,fabel geworden1 zur ,fiktion1 zum ,wortspiel3 das hat ganz und gar aufgehrt1 zu denken1 zu fhlen und zu wollen6444 ,was folgt daraus8 ,es giebt gar keine geistigen ,ursachen6 ,die ganze angebliche ,empirie dafr gieng zum ,teufel6 ,das folgt daraus6 - ,und wir hatten einen artigen ,missbrauch mit jener ,empirie getrieben1 wir hatten die ,welt daraufhin geschaffen als eine ,ursachen-,welt1 als eine ,willens-,welt1 als eine ,geister-,welt4 ,die lteste und lngste ,psychologie war hier am ,werk1 sie hat gar nichts ,anderes gethan3 alles ,geschehen war ihr ein ,thun1 alles ,thun ,folge eines ,willens1 die ,welt wurde ihr eine ,vielheit von ,thtern1 ein ,thter 7ein ,subjekt7 schob sich allem ,geschehen unter4 ,der ,mensch hat seine drei inneren ,thatsachen1 ,das1 woran er am festesten glaubte1 den ,willen1 den ,geist1 das ,ich1 aus sich herausprojicirt1 - er nahm erst den ,begriff ,sein aus dem ,begriff ,ich heraus1 er hat die ,dinge als seiend gesetzt nach seinem ,bilde1 nach seinem ,begriff des ,ichs als ,ursache4 ,was ,wunder1 dass er spter in den ,dingen immer nur wiederfand1 was er in sie gesteckt hatte8- ,das ,ding selbst1 nochmals gesagt1 der ,begriff ,ding1 ein ,reflex bloss vom ,glauben an's ,ich als ,ursache444 ,und selbst noch ,ihr ,atom1 meine ,herren ,mechanisten und ,physiker1 wie viel ,irrthum1 wie viel rudimentre ,psychologie ist noch in ,ihrem ,atom rckstndig6 - ,gar nicht zu reden vom ,ding an sich1 vom horrendum pudendum der ,metaphysiker6 ,der ,irrthum vom ,geist als ,ursache mit der ,realitt verwechselt6 ,und zum ,maass der ,realitt gemacht6 ,und ,gott genannt6 - #d4 ,irrthum der imaginren ,ursachen4 - ,vom ,traume auszugehn3 einer bestimmten ,empfindung1 zum ,beispiel in ,folge eines fernen ,kanonenschusses1 wird nachtrglich eine ,ursache untergeschoben 7oft ein ganzer kleiner ,roman1 in dem gerade der ,trumende die ,hauptperson ist74 ,die ,empfindung dauert inzwischen fort1 in einer ,art von ,resonanz3 sie wartet gleichsam1 bis der ,ursachentrieb ihr erlaubt1 in den ,vordergrund zu treten1 - nunmehr nicht mehr als ,zufall1 sondern als ,sinn4 ,der ,kanonenschuss tritt in einer causalen ,weise auf1 in einer anscheinenden ,umkehrung der ,zeit4 ,das ,sptere1 die ,motivirung1 wird zuerst erlebt1 oft mit hundert ,einzelnheiten1 die wie im ,blitz vorbergehn1 der ,schuss folgt444 ,was ist geschehen8 ,die ,vorstellungen1 welche ein gewisses ,befinden erzeugte1 wurden als ,ursache desselben missverstanden4 - ,thatschlich machen wir es im ,wachen ebenso4 ,unsre meisten ,allgemeingefhle - jede ,art ,hemmung1 ,druck1 ,spannung1 ,explosion im ,spiel und ,gegenspiel der ,organe1 wie in ,sonderheit der ,zustand des nervus sympathicus - erregen unsern ,ursachentrieb3 wir wollen einen ,grund haben1 uns so und so zu befinden1 - uns schlecht zu befinden oder gut zu befinden4 ,es gengt uns niemals1 einfach bloss die ,thatsache1 dass wir uns so und so befinden1 festzustellen3 wir lassen diese ,thatsache erst zu1 - werden ihrer bewusst -1 wenn wir ihr eine ,art ,motivirung gegeben haben4 - ,die ,erinnerung1 die in solchem ,falle1 ohne unser ,wissen1 in ,thtigkeit tritt1 fhrt frhere ,zustnde gleicher ,art und die damit verwachsenen ,causal-,interpretationen herauf1 - nicht deren ,urschlichkeit4 ,der ,glaube freilich1 dass die ,vorstellungen1 die begleitenden ,bewusstseins-,vorgnge die ,ursachen gewesen seien1 wird durch die ,erinnerung auch mit heraufgebracht4 ,so entsteht eine ,gewhnung an eine bestimmte ,ursachen-,interpretation1 die in ,wahrheit eine ,erforschung der ,ursache hemmt und selbst ausschliesst4 #e4 ,psychologische ,erklrung dazu4 - ,etwas ,unbekanntes auf etwas ,bekanntes zurckfhren1 erleichtert1 beruhigt1 befriedigt1 giebt ausserdem ein ,gefhl von ,macht4 ,mit dem ,unbekannten ist die ,gefahr1 die ,unruhe1 die ,sorge gegeben1 - der erste ,instinkt geht dahin1 diese peinlichen ,zustnde wegzuschaffen4 ,erster ,grundsatz3 irgend eine ,erklrung ist besser als keine4 ,weil es sich im ,grunde nur um ein ,loswerdenwollen drckender ,vorstellungen handelt1 nimmt man es nicht gerade streng mit den ,mitteln1 sie loszuwerden3 die erste ,vorstellung1 mit der sich das ,unbekannte als bekannt erklrt1 thut so wohl1 dass man sie fr wahr hlt4 ,beweis der ,lust 7der ,kraft7 als ,criterium der ,wahrheit4 - ,der ,ursachen-,trieb ist also bedingt und erregt durch das ,furchtgefhl4 ,das ,warum8 soll1 wenn irgend mglich1 nicht sowohl die ,ursache um ihrer selber willen geben1 als vielmehr eine ,art von ,ursache - eine beruhigende1 befreiende1 erleichternde ,ursache4 ,dass etwas schon ,bekanntes1 ,erlebtes1 in die ,erinnerung ,eingeschriebenes als ,ursache angesetzt wird1 ist die erste ,folge dieses ,bedrfnisses4 ,das ,neue1 das ,unerlebte1 das ,fremde wird als ,ursache ausgeschlossen4 - ,es wird also nicht nur eine ,art von ,erklrungen als ,ursache gesucht1 sondern eine ausgesuchte und bevorzugte ,art von ,erklrungen1 die1 bei denen am schnellsten1 am hufigsten das ,gefhl des ,fremden1 ,neuen1 ,unerlebten weggeschafft worden ist1 - die gewhnlichsten ,erklrungen4 - ,folge3 eine ,art von ,ursachen-,setzung berwiegt immer mehr1 concentrirt sich zum ,system und tritt endlich dominirend hervor1 das heisst andere ,ursachen und ,erklrungen einfach ausschliessend4 - ,der ,banquier denkt sofort an's ,geschft1 der ,christ an die ,snde1 das ,mdchen an seine ,liebe4 #f4 ,der ganze ,bereich der ,moral und ,religion gehrt unter diesen ,begriff der imaginren ,ursachen4 - ,erklrung der unangenehmen ,allgemeingefhle4 ,dieselben sind bedingt durch ,wesen1 die uns feind sind 7bse ,geister3 berhmtester ,fall - ,missverstndniss der ,hysterischen als ,hexen74 ,dieselben sind bedingt durch ,handlungen1 die nicht zu billigen sind 7das ,gefhl der ,snde1 der ,sndhaftigkeit einem physiologischen ,missbehagen untergeschoben - man findet immer ,grnde1 mit sich unzufrieden zu sein74 ,dieselben sind bedingt als ,strafen1 als eine ,abzahlung fr ,etwas1 das wir nicht htten thun1 das wir nicht htten sein sollen 7in impudenter ,form von ,schopenhauer zu einem ,satze verallgemeinert1 in dem die ,moral als ,das erscheint1 was sie ist1 als eigentliche ,giftmischerin und ,verleumderin des ,lebens3 jeder grosse ,schmerz1 sei er leiblich1 sei er geistig1 sagt aus1 was wir verdienen2 denn er knnte nicht an uns kommen1 wenn wir ihn nicht verdienten4 ,welt als ,wille und ,vorstellung1 #b1 #fff74 ,dieselben sind bedingt als ,folgen unbedachter1 schlimm auslaufender ,handlungen 7die ,affekte1 die ,sinne als ,ursache1 als schuld angesetzt2 physiologische ,nothstnde mit ,hlfe anderer ,nothstnde als verdient ausgelegt74 - ,erklrung der angenehmen ,allgemeingefhle4 ,dieselben sind bedingt durch ,gottvertrauen4 ,dieselben sind bedingt durch das ,bewusstsein guter ,handlungen 7das sogenannte gute ,gewissen1 ein physiologischer ,zustand1 der mitunter einer glcklichen ,verdauung zum ,verwechseln hnlich sieht74 ,dieselben sind bedingt durch den glcklichen ,ausgang von ,unternehmungen 7- naiver ,fehlschluss3 der glckliche ,ausgang einer ,unternehmung schafft einem ,hypochonder oder3 einem ,pascal durchaus keine angenehmen ,allgemeingefhle74 ,dieselben sind bedingt durch ,glaube1 ,liebe1 ,hoffnung - die christlichen ,tugenden4 - ,in ,wahrheit sind alle diese vermeintlichen ,erklrungen ,folgezustnde und gleichsam bersetzungen von ,lust oder ,unlust-,gefhlen in einen falschen ,dialekt3 man ist im ,zustande zu hoffen1 weil das physiologische ,grundgefhl wieder stark und reich ist2 man vertraut ,gott1 weil das ,gefhl der ,flle und ,strke ,einem ,ruhe giebt4 - ,die ,moral und ,religion gehrt ganz und gar unter die ,psychologie des ,irrthums3 in jedem einzelnen ,falle wird ,ursache und ,wirkung verwechselt2 oder die ,wahrheit mit der ,wirkung des als wahr ,geglaubten verwechselt2 oder ein ,zustand des ,bewusstseins mit der ,urschlichkeit dieses ,zustands verwechselt4 #g4 ,irrthum vom freien ,willen4 - ,wir haben heute kein ,mitleid mehr mit dem ,begriff freier ,wille3 wir wissen nur zu gut1 was er ist - das anrchigste ,theologen-,kunststck1 das es giebt1 zum ,zweck1 die ,menschheit in ihrem ,sinne verantwortlich zu machen1 das heisst sie von sich abhngig zu machen444 ,ich gebe hier nur die ,psychologie alles ,verantwortlichmachens4 - berall1 wo ,verantwortlichkeiten gesucht werden1 pflegt es der ,instinkt des ,strafen- und ,richten-,wollens zu sein1 der da sucht4 ,man hat das ,werden seiner ,unschuld entkleidet1 wenn irgend ein ,so-und-so ,sein auf ,wille1 auf ,absichten1 auf ,akte der ,verantwortlichkeit zurckgefhrt wird3 die ,lehre vom ,willen ist wesentlich erfunden zum ,zweck der ,strafe1 das heisst des ,schuldig-finden-wollens4 ,die ganze alte ,psychologie1 die ,willens-,psychiologie hat ihre ,voraussetzung darin1 dass deren ,urheber1 die ,priester an der ,spitze alter ,gemeinwesen1 sich ein ,recht schaffen wollten1 ,strafen zu verhngen - oder ,gott dazu ein ,recht schaffen wollten444 ,die ,menschen wurden frei gedacht1 um gerichtet1 um gestraft werden zu knnen1 - um schuldig werden zu knnen3 folglich musste jede ,handlung als gewollt1 der ,ursprung jeder ,handlung im ,bewusstsein liegend gedacht werden 7- womit die grundstzlichste ,falschmnzerei in psychologicis zum ,princip der ,psychologie selbst gemacht war444 7 ,heute1 wo wir in die umgekehrte ,bewegung eingetreten sind1 wo wir ,immoralisten zumal mit aller ,kraft den ,schuldbegriff und den ,strafbegriff aus der ,welt wieder herauszunehmen und ,psychologie1 ,geschichte1 ,natur1 die gesellschaftlichen ,institutionen und ,sanktionen von ihnen zu reinigen suchen1 giebt es in unsern ,augen keine radikalere ,gegnerschaft als die der ,theologen1 welche fortfahren1 mit dem ,begriff der sittlichen ,weltordnung die ,unschuld des ,werdens durch ,strafe und ,schuld zu durchseuchen4 ,das ,christenthum ist eine ,metaphysik des ,henkers444 #h4 ,was kann allein unsre ,lehre sein8 - ,dass ,niemand dem ,menschen seine ,eigenschaften giebt1 weder ,gott1 noch die ,gesellschaft1 noch seine ,eltern und ,vorfahren1 noch er selbst 7- der ,unsinn der hier zuletzt abgelehnten ,vorstellung ist als intelligible ,freiheit von ,kant1 vielleicht auch schon von ,plato gelehrt worden74 ,niemand ist dafr verantwortlich1 dass er berhaupt da ist1 dass er so und so beschaffen ist1 dass er unter diesen ,umstnden1 in dieser ,umgebung ist4 ,die ,fatalitt seines ,wesens ist nicht herauszulsen aus der ,fatalitt alles dessen1 was war und was sein wird4 ,er ist nicht die ,folge einer eignen ,absicht1 eines ,willens1 eines ,zwecks1 mit ihm wird nicht der ,versuch gemacht1 ein ,ideal von ,mensch oder ein ,ideal von ,glck oder ein ,ideal von ,moralitt zu erreichen1 - es ist absurd1 sein ,wesen in irgend einen ,zweck hin abwlzen zu wollen4 ,wir haben den ,begriff ,zweck erfunden3 in der ,realitt fehlt der ,zweck444 ,man ist nothwendig1 man ist ein ,stck ,verhngniss1 man gehrt zum ,ganzen1 man ist im ,ganzen1 - es giebt ,nichts1 was unser ,sein richten1 messen1 vergleichen1 verurtheilen knnte1 denn das hiesse das ,ganze richten1 messen1 vergleichen1 verurtheilen444 ,aber es giebt ,nichts ausser dem ,ganzen6 - ,dass ,niemand mehr verantwortlich gemacht wird1 dass die ,art des ,seins nicht auf eine causa prima zurckgefhrt werden darf1 dass die ,welt weder als ,sensorium1 noch als ,geist eine ,einheit ist1 dies erst ist die grosse ,befreiung1 - damit erst ist die ,unschuld des ,werdens wieder hergestellt444 ,der ,begriff ,gott war bisher der grsste ,einwand gegen das ,dasein444 ,wir leugnen ,gott1 wir leugnen die ,verantwortlichkeit in ,gott3 damit erst erlsen wir die ,welt4 - ,die ,verbesserer der ,menschheit4 #a4 ,man kennt meine ,forderung an den ,philosophen1 sich jenseits von ,gut und ,bse zu stellen1 - die ,illusion des moralischen ,urtheils unter sich zu haben4 ,diese ,forderung folgt aus einer ,einsicht1 die von mir zum ersten ,male formulirt worden ist3 dass es gar keine moralischen ,thatsachen giebt4 ,das moralische ,urtheil hat ,das mit dem religisen gemein1 dass es an ,realitten glaubt1 die keine sind4 ,moral ist nur eine ,ausdeutung gewisser ,phnomene1 bestimmter geredet1 eine ,missdeutung4 ,das moralische ,urtheil gehrt1 wie das religise1 einer ,stufe der ,unwissenheit zu1 auf der selbst der ,begriff des ,realen1 die ,unterscheidung des ,realen und ,imaginren noch fehlt3 so dass ,wahrheit auf solcher ,stufe lauter ,dinge bezeichnet1 die wir heute ,einbildungen nennen4 ,das moralische ,urtheil ist insofern nie wrtlich zu nehmen3 als solches enthlt es immer nur ,widersinn4 ,aber es bleibt als ,semiotik unschtzbar3 es offenbart1 fr den ,wissenden wenigstens1 die werthvollsten ,realitten von ,culturen und ,innerlichkeiten1 die nicht genug wussten1 um sich selbst zu verstehn4 ,moral ist bloss ,zeichenrede1 bloss ,symptomatologie3 man muss bereits wissen1 worum es sich handelt1 um von ihr ,nutzen zu ziehen4 #b4 ,ein erstes ,beispiel und ganz vorlufig4 ,zu allen ,zeiten hat man die ,menschen verbessern wollen3 dies vor ,allem hiess ,moral4 ,aber unter dem gleichen ,wort ist das ,allerverschiedenste von ,tendenz versteckt4 ,sowohl die ,zhmung der ,bestie ,mensch als die ,zchtung einer bestimmten ,gattung ,mensch ist ,besserung genannt worden3 erst diese zoologischen termini drcken ,realitten aus - ,realitten freilich1 von denen der typische ,verbesserer1 der ,priester1 ,nichts weiss - ,nichts wissen will444 ,die ,zhmung eines ,thieres seine ,besserung nennen ist in unsren ,ohren beinahe ein ,scherz4 ,wer weiss1 was in ,menagerien geschieht1 zweifelt daran1 dass die ,bestie daselbst verbessert wird4 ,sie wird geschwcht1 sie wird weniger schdlich gemacht1 sie wird durch den depressiven ,affekt der ,furcht1 durch ,schmerz1 durch ,wunden1 durch ,hunger zur krankhaften ,bestie4 - ,nicht anders steht es mit dem gezhmten ,menschen1 den der ,priester verbessert hat4 ,im frhen ,mittelalter1 wo in der ,that die ,kirche vor ,allem eine ,menagerie war1 machte man allerwrts auf die schnsten ,exemplare der blonden ,bestie ,jagd1 - man verbesserte zum ,beispiel die vornehmen ,germanen4 ,aber wie sah hinterdrein ein solcher verbesserter1 in's ,kloster verfhrter ,germane aus8 ,wie eine ,caricatur des ,menschen1 wie eine ,missgeburt3 er war zum ,snder geworden1 er stak im ,kfig1 man hatte ihn zwischen lauter schreckliche ,begriffe eingesperrt444 ,da lag er nun1 krank1 kmmerlich1 gegen sich selbst bswillig2 voller ,hass gegen die ,antriebe zum ,leben1 voller ,verdacht gegen ,alles1 was noch stark und glcklich war4 ,kurz1 ein ,christ444 ,physiologisch geredet3 im ,kampf mit der ,bestie kann ,krank machen das einzige ,mittel sein1 sie schwach zu machen4 ,das verstand die ,kirche3 sie verdarb den ,menschen1 sie schwchte ihn1 - aber sie nahm in ,anspruch1 ihn verbessert zu haben444 #c4 ,nehmen wir den andern ,fall der sogenannten ,moral1 den ,fall der ,zchtung einer bestimmten ,rasse und ,art4 ,das grossartigste ,beispiel dafr giebt die indische ,moral1 als ,gesetz des ,manu zur ,religion sanktionirt4 ,hier ist die ,aufgabe gestellt1 nicht weniger als vier ,rassen auf einmal zu zchten3 eine priesterliche1 eine kriegerische1 eine hndler- und ackerbauerische1 endlich eine ,dienstboten-,rasse1 die ,sudras4 ,ersichtlich sind wir hier nicht mehr unter ,thierbndigern3 eine hundert ,mal mildere und vernnftigere ,art ,mensch ist die ,voraussetzung1 um auch nur den ,plan einer solchen ,zchtung zu concipiren4 ,man athmet auf1 aus der christlichen ,kranken- und ,kerkerluft in diese gesndere1 hhere1 weitere ,welt einzutreten4 ,wie armselig ist das neue ,testament gegen ,manu1 wie schlecht riecht es6 - ,aber auch diese ,organisation hatte nthig1 furchtbar zu sein1 - nicht dies ,mal im ,kampf mit der ,bestie1 sondern mit ihrem ,gegensatz-,begriff1 dem ,nicht-,zucht-,menschen1 dem ,mischmasch-,menschen1 dem ,tschandala4 ,und wieder hatte sie kein andres ,mittel1 ihn ungefhrlich1 ihn schwach zu machen1 als ihn krank zu machen1 - es war der ,kampf mit der grossen ,zahl4 ,vielleicht giebt es nichts unserm ,gefhle ,widersprechenderes als diese ,schutzmaassregeln der indischen ,moral4 ,das dritte ,edikt zum ,beispiel 7,avadana-,sastra #a71 das von den unreinen ,gemsen1 ordnet an1 dass die einzige ,nahrung1 die den ,tschandala erlaubt ist1 ,knoblauch und ,zwiebeln sein sollen1 in ,anbetracht1 dass die heilige ,schrift verbietet1 ihnen ,korn oder ,frchte1 die ,krner tragen1 oder ,wasser oder ,feuer zu geben4 ,dasselbe ,edikt setzt fest1 dass das ,wasser1 welches sie nthig haben1 weder aus den ,flssen1 noch aus den ,quellen1 noch aus den ,teichen genommen werden drfe1 sondern nur aus den ,zugngen zu ,smpfen und aus ,lchern1 welche durch die ,fusstapfen der ,thiere entstanden sind4 ,insgleichen wird ihnen verboten1 ihre ,wsche zu waschen und sich selbst zu waschen1 da das ,wasser1 das ihnen aus ,gnade zugestanden wird1 nur benutzt werden darf1 den ,durst zu lschen4 ,endlich ein ,verbot an die ,sudra-,frauen1 den ,tschandala-,frauen bei der ,geburt beizustehen1 insgleichen noch eins fr die letzteren1 einander dabei beizustehen444 - ,der ,erfolg einer solchen ,sanitts-,polizei blieb nicht aus3 mrderische ,seuchen1 scheussliche ,geschlechtskrankheiten und darauf hin wieder das ,gesetz des ,messers1 die ,beschneidung fr die mnnlichen1 die ,abtragung der kleinen ,schamlippen fr die weiblichen ,kinder anordnend4 - ,manu selbst sagt3 die ,tschandala sind die ,frucht von ,ehebruch1 ,incest und ,verbrechen 7- dies die nothwendige ,consequenz des ,begriffs ,zchtung74 ,sie sollen zu ,kleidern nur die ,lumpen von ,leichnamen haben1 zum ,geschirr zerbrochne ,tpfe1 zum ,schmuck altes ,eisen1 zum ,gottesdienst nur die bsen ,geister2 sie sollen ohne ,ruhe von einem ,ort zum andern schweifen4 ,es ist ihnen verboten1 von links nach rechts zu schreiben und sich der rechten ,hand zum ,schreiben zu bedienen3 der ,gebrauch der rechten ,hand und des von ,links nach ,rechts ist bloss den ,tugendhaften vorbehalten1 den ,leuten von ,rasse4 - #d4 ,diese ,verfgungen sind lehrreich genug3 in ihnen haben wir einmal die arische ,humanitt1 ganz rein1 ganz ursprnglich1 - wir lernen1 dass der ,begriff reines ,blut der ,gegensatz eines harmlosen ,begriffs ist4 ,andrerseits wird klar1 in welchem ,volk sich der ,hass1 der ,tschandala-,hass gegen diese ,humanitt verewigt hat1 wo er ,religion1 wo er ,genie geworden ist444,unter diesem ,gesichtspunkte sind die ,evangelien eine ,urkunde ersten ,ranges2 noch mehr das ,buch ,henoch4 - ,das ,christenthum1 aus jdischer ,wurzel und nur verstndlich als ,gewchs dieses ,bodens1 stellt die ,gegenbewegung gegen jede ,moral der ,zchtung1 der ,rasse1 des ,privilegiums dar3 - es ist die antiarische ,religion par excellence3 das ,christenthum die ,umwerthung aller arischen ,werthe1 der ,sieg der ,tschandala ,werthe1 das ,evangelium den ,armen1 den ,niedrigen gepredigt1 der ,gesammt-,aufstand alles ,niedergetretenen1 ,elenden1 ,missrathenen1 ,schlechtweggekommenen gegen die ,rasse1 - die unsterbliche ,tschandala-,rache als ,religion der ,liebe444 #e4 ,die ,moral der ,zchtung und die ,moral der ,zhmung sind in den ,mitteln1 sich durchzusetzen1 vollkommen einander wrdig3 wir drfen als obersten ,satz hinstellen1 dass1 um ,moral zu machen1 man den unbedingten ,willen zum ,gegentheil haben muss4 ,dies ist das grosse1 das unheimliche ,problem1 dem ich am lngsten nachgegangen bin3 die ,psychologie der ,verbesserer der ,menschheit4 ,eine kleine und im ,grunde bescheidne ,thatsache1 die der sogenannten pia fraus1 gab mir den ersten ,zugang zu diesem ,problem3 die pia fraus1 das ,erbgut aller ,philosophen und ,priester1 die die ,menschheit verbesserten4 ,weder ,manu1 noch ,plato1 noch ,confucius1 noch die jdischen und christlichen ,lehrer haben je an ihrem ,recht zur ,lge gezweifelt4 ,sie haben an ganz andren ,rechten nicht gezweifelt444 ,in ,formel ausgedrckt drfte man sagen3 alle ,mittel1 wodurch bisher die ,menschheit moralisch gemacht werden sollte1 waren von ,grund aus unmoralisch4 - ,was den ,deutschen abgeht4 #a4 ,unter ,deutschen ist es heute nicht genug1 ,geist zu haben3 man muss ihn noch sich nehmen1 sich ,geist herausnehmen444 ,vielleicht kenne ich die ,deutschen1 vielleicht darf ich selbst ihnen ein paar ,wahrheiten sagen4 ,das neue ,deutschland stellt ein grosses ,quantum vererbter und angeschulter ,tchtigkeit dar1 so dass es den aufgehuften ,schatz von ,kraft eine ,zeit lang selbst verschwenderisch ausgeben darf4 ,es ist nicht eine hohe ,cultur1 die mit ihm ,herr geworden1 noch weniger ein delikater ,geschmack1 eine vornehme ,schnheit der ,instinkte2 aber mnnlichere ,tugenden1 als sonst ein ,land ,europa's aufweisen kann4 ,viel guther ,muth und ,achtung vor sich selber1 viel ,sicherheit im ,verkehr1 in der ,gegenseitigkeit der ,pflichten1 viel ,arbeitsamkeit1 viel ,ausdauer - und eine angeerbte ,mssigung1 welche eher des ,stachels als des ,hemmschuhs bedarf4 ,ich fge hinzu1 dass hier noch gehorcht wird1 ohne dass das ,gehorchen demthigt444 ,und ,niemand verachtet seinen ,gegner444 ,man sieht1 es ist mein ,wunsch1 den ,deutschen gerecht zu sein3 ich mchte mir darin nicht untreu werden1 - ich muss ihnen also auch meinen ,einwand machen4 ,es zahlt sich theuer1 zur ,macht zu kommen3 die ,macht verdummt444 ,die ,deutschen - man hiess sie einst das ,volk der ,denker3 denken sie heute berhaupt noch8 - ,die ,deutschen langweilen sich jetzt am ,geiste1 die ,deutschen misstrauen jetzt dem ,geiste1 die ,politik verschlingt allen ,ernst fr wirklich geistige ,dinge - ,deutschland1 ,deutschland ber ,alles1 ich frchte1 das war das ,ende der deutschen ,philosophie444 ,giebt es deutsche ,philosophen8 giebt es deutsche ,dichter8 giebt es gute deutsche ,bcher8 fragt man mich im ,ausland4 ,ich errthe1 aber mit der ,tapferkeit1 die mir auch in verzweifelten ,fllen zu eigen ist1 antworte ich3 ,ja1 ,bismarck6 - ,drfte ich auch nur eingestehn1 welche ,bcher man heute liest8444 ,vermaledeiter ,instinkt der ,mittelmssigkeit6 - #b4 - ,was der deutsche ,geist sein knnte1 wer htte nicht schon darber seine schwermthigen ,gedanken gehabt6 ,aber dies ,volk hat sich willkrlich verdummt1 seit einem ,jahrtausend beinahe3 nirgendswo sind die zwei grossen europischen ,narcotica1 ,alkohol und ,christenthum1 lasterhafter gemissbraucht worden4 ,neuerdings kam sogar noch ein drittes hinzu1 mit dem allein schon aller feinen und khnen ,beweglichkeit des ,geistes der ,garaus gemacht werden kann1 die ,musik1 unsre verstopfte verstopfende deutsche ,musik4 - ,wie viel verdriessliche ,schwere1 ,lahmheit1 ,feuchtigkeit1 ,schlafrock1 wie viel ,bier ist in der deutschen ,intelligenz6 ,wie ist es eigentlich mglich1 dass junge ,mnner1 die den geistigsten ,zielen ihr ,dasein weihn1 nicht den ersten ,instinkt der ,geistigkeit1 den ,selbsterhaltungs-,instinkt des ,geistes in sich fhlen - und ,bier trinken8444 ,der ,alkoholismus der gelehrten ,jugend ist vielleicht noch kein ,fragezeichen in ,absicht ihrer ,gelehrsamkeit - man kann ohne ,geist sogar ein grosser ,gelehrter sein -1 aber in jedem andren ,betracht bleibt er ein ,problem4 - ,wo fnde man sie nicht1 die sanfte ,entartung1 die das ,bier im ,geiste hervorbringt6 ,ich habe einmal in einem beinahe berhmt gewordnen ,fall den ,finger auf eine solche ,entartung gelegt - die ,entartung unsres ersten deutschen ,freigeistes1 des klugen ,david ,strauss1 zum ,verfasser eines ,bierbank-,evangeliums und neuen ,glaubens444 ,nicht umsonst hatte er der holden ,braunen sein ,gelbniss in ,versen gemacht - ,treue bis zum ,tod444 #c4 - ,ich sprach vom deutschen ,geiste3 dass er grber wird1 dass er sich verflacht4 ,ist das genug8 - ,im ,grunde ist es etwas ganz ,anderes1 das mich erschreckt3 wie es immer mehr mit dem deutschen ,ernste1 der deutschen ,tiefe1 der deutschen ,leidenschaft in geistigen ,dingen abwrts geht4 ,das ,pathos hat sich verndert1 nicht bloss die ,intellektualitt4 - ,ich berhre hier und da deutsche ,universitten3 was fr eine ,luft herrscht unter deren ,gelehrten1 welche de1 welche gengsam und lau gewordne ,geistigkeit6 ,es wre ein tiefes ,missverstndniss1 wenn man mir hier die deutsche ,wissenschaft einwenden wollte - und ausserdem ein ,beweis dafr1 dass man nicht ein ,wort von mir gelesen hat4 ,ich bin seit siebzehn ,jahren nicht mde geworden1 den entgeistigenden ,einfluss unsres jetzigen ,wissenschafts-,betriebs an's ,licht zu stellen4 ,das harte ,helotenthum1 zu dem der ungeheure ,umfang der ,wissenschaften heute jeden ,einzelnen verurtheilt1 ist ein ,hauptgrund dafr1 dass voller1 reicher1 tiefer angelegte ,naturen keine ihnen gemsse ,erziehung und ,erzieher mehr vorfinden4 ,unsre ,cultur leidet an ,nichts mehr1 als an dem berfluss anmaasslicher ,eckensteher und ,bruchstck-,humanitten2 unsre ,universitten sind1 wider ,willen1 die eigentlichen ,treibhuser fr diese ,art ,instinkt-,verkmmerung des ,geistes4 ,und ganz ,europa hat bereits einen ,begriff davon - die grosse ,politik tuscht ,niemanden444 ,deutschland gilt immer mehr als ,europa's ,flachland4 - ,ich suche noch nach einem ,deutschen1 mit dem ich auf meine ,weise ernst sein knnte1 - um wie viel mehr nach einem1 mit dem ich heiter sein drfte6 ,gtzen-,dmmerung3 ah wer begriffe es heute1 von was fr einem ,ernste sich hier ein ,einsiedler erholt6 - ,die ,heiterkeit ist an uns das ,unverstndlichste444 #d4 ,man mache einen berschlag3 es liegt nicht nur auf der ,hand1 dass die deutsche ,cultur niedergeht1 es fehlt auch nicht am zureichenden ,grund dafr4 ,niemand kann zuletzt mehr ausgeben als er hat - das gilt von ,einzelnen1 das gilt von ,vlkern4 ,giebt man sich fr ,macht1 fr grosse ,politik1 fr ,wirthschaft1 ,weltverkehr1 ,parlamentarismus1 ,militr-,interessen aus1 - giebt man das ,quantum ,verstand1 ,ernst1 ,wille1 ,selbstberwindung1 das man ist1 nach dieser ,seite weg1 so fehlt es auf der andern ,seite4 ,die ,cultur und der ,staat - man betrge sich hierber nicht - sind ,antagonisten3 ,cultur-,staat ist bloss eine moderne ,idee4 ,das ,eine lebt vom ,andern1 das ,eine gedeiht auf ,unkosten des ,anderen4 ,alle grossen ,zeiten der ,cultur sind politische ,niedergangs-,zeiten3 was gross ist im ,sinn der ,cultur war unpolitisch1 selbst antipolitisch4 - ,goethen gieng das ,herz auf bei dem ,phnomen ,napoleon1 - es gieng ihm zu beiden ,freiheits-,kriegen444 ,in demselben ,augenblick1 wo ,deutschland als ,grossmacht heraufkommt1 gewinnt ,frankreich als ,culturmacht eine vernderte ,wichtigkeit4 ,schon heute ist viel neuer ,ernst1 viel neue ,leidenschaft des ,geistes nach ,paris bergesiedelt2 die ,frage des ,pessimismus zum ,beispiel1 die ,frage ,wagner1 fast alle psychologischen und artistischen ,fragen werden dort unvergleichlich feiner und grndlicher erwogen als in ,deutschland1 - die ,deutschen sind selbst unfhig zu dieser ,art ,ernst4 - ,in der ,geschichte der europischen ,cultur bedeutet die ,heraufkunft des ,reichs vor allem ,eins3 eine ,verlegung des ,schwergewichts4 ,man weiss es berall bereits3 in der ,hauptsache - und das bleibt die ,cultur - kommen die ,deutschen nicht mehr in ,betracht4 ,man fragt3 habt ihr auch nur ,einen fr ,europa mitzhlenden ,geist aufzuweisen8 wie euer ,goethe1 euer ,hegel1 euer ,heinrich ,heine1 euer ,schopenhauer mitzhlte8 - ,dass es nicht einen einzigen deutschen ,philosophen mehr giebt1 darber ist des ,erstaunens kein ,ende4 - #e4 ,dem ganzen hheren ,erziehungswesen in ,deutschland ist die ,hauptsache abhanden gekommen3 ,zweck sowohl als ,mittel zum ,zweck4 ,dass ,erziehung1 ,bildung selbst ,zweck ist - und nicht das ,reich -1 dass es zu diesem ,zweck der ,erzieherbedarf - und nicht der ,gymnasiallehrer und ,universitts-,gelehrten - man vergass das444 ,erzieher thun noth1 die selbst erzogen sind1 berlegene1 vornehme ,geister1 in jedem ,augenblick bewiesen1 durch ,wort und ,schweigen bewiesen1 reife1 sss gewordene ,culturen1 - nicht die gelehrten ,rpel1 welche ,gymnasium und ,universitt der ,jugend heute als hhere ,ammen entgegenbringt4 ,die ,erzieherfehlen1 die ,ausnahmen der ,ausnahmen abgerechnet1 die erste ,vorbedingung der ,erziehung3 daher der ,niedergang der deutschen ,cultur4 - ,eine jener allerseltensten ,ausnahmen ist mein verehrungswrdiger ,freund ,jakob ,burckhardt in ,basel3 ihm zuerst verdankt ,basel seinen ,vorrang von ,humanitt4 - ,was die hheren ,schulen ,deutschlands thatschlich erreichen1 das ist eine brutale ,abrichtung1 um1 mit mglichst geringem ,zeitverlust1 eine ,unzahl junger ,mnner fr den ,staatsdienst nutzbar1 ausnutzbar zu machen4 ,hhere ,erziehung und ,unzahl - das widerspricht sich von vornherein4 ,jede hhere ,erziehung gehrt nur der ,ausnahme3 man muss privilegirt sein1 um ein ,recht auf ein so hohes ,privilegium zu haben4 ,alle grossen1 alle schnen ,dinge knnen nie ,gemeingut sein3 pulchrum est paucorum hominum4 - ,was bedingt den ,niedergang der deutschen ,cultur8 ,dass hhere ,erziehung kein ,vorrecht mehr ist - der ,demokratismus der allgemeinen1 der gemein gewordnen ,bildung444 ,nicht zu vergessen1 dass militrische ,privilegien den ,zu-,viel-,besuch der hheren ,schulen1 das heisst ihren ,untergang1 frmlich erzwingen4 - ,es steht ,niemandem mehr frei1 im jetzigen ,deutschland seinen ,kindern eine vornehme ,erziehung zu geben3 unsre hheren ,schulen sind allesammt auf die zweideutigste ,mittelmssigkeit eingerichtet1 mit ,lehrern1 mit ,lehrplnen1 mit ,lehrzielen4 ,und berall herrscht eine unanstndige ,hast1 wie als ob ,etwas versumt wre1 wenn der junge ,mann ,mit #bc ,jahren noch nicht fertig ist1 noch nicht ,antwort weiss auf die ,hauptfrage3 welchen ,beruf8 - ,eine hhere ,art ,mensch1 mit ,verlaub gesagt1 liebt nicht ,berufe1 genau deshalb1 weil sie sich berufen weiss444 ,sie hat ,zeit1 sie nimmt sich ,zeit1 sie denkt gar nicht daran1 fertig zu werden1 - mit dreissig ,jahren ist man1 im ,sinne hoher ,cultur1 ein ,anfnger1 ein ,kind4 - ,unsre berfllten ,gymnasien1 unsre berhuften1 stupid gemachten ,gymnasiallehrer sind ein ,skandal3 um diese ,zustnde in ,schutz zu nehmen1 wie es jngst die ,professoren von ,heidelberg gethan haben1 dazu hat man vielleicht ,ursachen1 - ,grnde dafr giebt es nicht4 #f4 - ,ich stelle1 um nicht aus meiner ,art zu fallen1 die ja-sagend ist und mit ,widerspruch und ,kritik nur mittelbar1 nur unfreiwillig zu thun hat1 sofort die drei ,aufgaben hin1 derentwegen man ,erzieher braucht4 ,man hat sehen zu lernen1 man hat denken zu lernen1 man hat sprechen und schreiben zu lernen3 das ,ziel in allen ,dreien ist eine vornehme ,cultur4 - ,sehen lernen - dem ,auge die ,ruhe1 die ,geduld1 das ,an-sich-herankommen-lassen angewhnen2 das ,urtheil hinausschieben1 den ,einzelfall von allen ,seiten umgehn und umfassen lernen4 ,das ist die erste ,vorschulung zur ,geistigkeit3 auf einen ,reiz nicht sofort reagiren1 sondern die hemmenden1 die abschliessenden ,instinkte in die ,hand bekommen4 ,sehen lernen1 so wie ich es verstehe1 ist beinahe ,das1 was die unphilosophische ,sprechweise den starken ,willen nennt3 das ,wesentliche daran ist gerade1 nicht wollen1 die ,entscheidung aussetzen knnen4 ,alle ,ungeistigkeit1 alle ,gemeinheit beruht auf dem ,unvermgen1 einem ,reize ,widerstand zu leisten - man muss reagiren1 man folgt jedem ,impulse4 ,in vielen ,fllen ist ein solches ,mssen bereits ,krankhaftigkeit1 ,niedergang1 ,symptom der ,erschpfung1 - fast ,alles1 was die unphilosophische ,rohheit mit dem ,namen ,laster bezeichnet1 ist bloss jenes physiologische ,unvermgen1 nicht zu reagiren4 - ,eine ,nutzanwendung vom ,sehen-gelernt-haben3 man wird als ,lernender berhaupt langsam1 misstrauisch1 widerstrebend geworden sein4 ,man wird ,fremdes1 ,neues jeder ,art zunchst mit feindseliger ,ruhe herankommen lassen1 - man wird seine ,hand davor zurckziehn4 ,das ,offenstehn mit allen ,thren1 das unterthnige ,auf-dem-,bauch-,liegen vor jeder kleinen ,thatsache1 das allzeit sprungbereite ,sich-hinein-,setzen1 ,sich-hinein-,strzen in ,andere und ,anderes1 kurz die berhmte moderne ,objektivitt ist schlechter ,geschmack1 ist unvornehm par excellence4 - #g4 ,denken lernen3 man hat auf unsren ,schulen keinen ,begriff mehr davon4 ,selbst auf den ,universitten1 sogar unter den eigentlichen ,gelehrten der ,philosophie beginnt ,logik als ,theorie1 als ,praktik1 als ,handwerk1 auszusterben4 ,man lese deutsche ,bcher3 nicht mehr die entfernteste ,erinnerung daran1 dass es zum ,denken einer ,technik1 eines ,lehrplans1 eines ,willens zur ,meisterschaft bedarf1 - dass ,denken gelernt sein will1 wie ,tanzen gelernt sein will1 als eine ,art ,tanzen444 ,wer kennt unter ,deutschen jenen feinen ,schauder aus ,erfahrung noch1 den die leichten ,fsse im ,geistigen in alle ,muskeln berstrmen6 - ,die steife ,tlpelei der geistigen ,gebrde1 die plumpe ,hand beim ,fassen - das ist in dem ,grade deutsch1 dass man es im ,auslande mit dem deutschen ,wesen berhaupt verwechselt4 ,der ,deutsche hat keine ,finger fr nuances444 ,dass die ,deutschen ihre ,philosophen auch nur ausgehalten haben1 vor ,allen jenen verwachsensten ,begriffs-,krppel1 den es je gegeben hat1 den grossen ,kant1 giebt keinen kleinen ,begriff von der deutschen ,anmuth4 - ,man kann nmlich das ,tanzen in jeder ,form nicht von der vornehmen ,erziehung abrechnen1 ,tanzen knnen mit den ,fssen1 mit den ,begriffen1 mit den ,worten2 habe ich noch zu sagen1 dass man es auch mit der ,feder knnen muss1 - dass man schreiben lernen muss8 - ,aber an dieser ,stelle wrde ich deutschen ,lesern vollkommen zum ,rthsel werden444 ,streifzge eines ,unzeitgemssen4 #a4 ,meine ,unmglichen4 - ,seneca3 oder der ,toreador der ,tugend4 - ,rousseau3 oder die ,rckkehr zur ,natur in impuris naturalibus4 - ,schiller3 oder der ,moral-,trompeter von ,sckingen4 - ,dante3 oder die ,hyne1 die in ,grbern dichtet4 - ,kant3 oder cant als intelligibler ,charakter4 -,victor ,hugo3 oder der ,pharus am ,meere des ,unsinns4 - ,liszt3 oder die ,schule der ,gelufigkeit - nach ,weibern4 - ,george ,sand3 oder lactea ubertas1 auf deutsch3 die ,milchkuh mit schnem ,stil4 - ,michelet3 oder die ,begeisterung1 die den ,rock auszieht444,carlyle3 oder ,pessimismus als zurckgetretenes ,mittagessen4 - ,john ,stuart ,mill3 oder die beleidigende ,klarheit4 - ,les frres de ,goncourt3 oder die beiden ,ajaxe im ,kampf mit ,homer4 ,musik von ,offenbach4 - ,zola3 oder die ,freude zu stinken4 - #b4 ,renan4 - ,theologie1 oder die ,verderbniss der ,vernunft durch die ,erbsnde 7das ,christenthum74 ,zeugniss ,renan1 der1 sobald er einmal ein ,ja oder ,nein allgemeinerer ,art risquirt1 mit peinlicher ,regelmssigkeit daneben greift4 ,er mchte zum ,beispiel la science und la noblesse in ,eins verknpfen3 aber la science gehrt zur ,demokratie1 das greift sich doch mit ,hnden4 ,er wnscht1 mit keinem kleinen ,ehrgeize1 einen ,aristokratismus des ,geistes darzustellen3 aber zugleich liegt er vor dessen ,gegenlehre1 dem vangile des humbles auf den ,knien und nicht nur auf den ,knien444 ,was hilft alle ,freigeisterei1 ,modernitt1 ,sptterei und ,wendehals-,geschmeidigkeit1 wenn man mit seinen ,eingeweiden ,christ1 ,katholik und sogar ,priester geblieben ist6 ,renan hat seine ,erfindsamkeit1 ganz wie ein ,jesuit und ,beichtvater1 in der ,verfhrung2 seiner ,geistigkeit fehlt das breite ,pfaffen-,geschmunzel nicht1 - er wird1 wie alle ,priester1 gefhrlich erst1 wenn er liebt4 ,niemand kommt ihm darin gleich1 auf eine lebensgefhrliche ,weise anzubeten444 ,dieser ,geist ,renan's1 ein ,geist1 der entnervt1 ist ein ,verhngniss mehr fr das arme1 kranke1 willenskranke ,frankreich4 - #c4 ,sainte-,beuve4 - ,nichts von ,mann2 voll eines kleinen ,ingrimms gegen alle ,mannsgeister4 ,schweift umher1 fein1 neugierig1 gelangweilt1 aushorcherisch1 - eine ,weibsperson im ,grunde1 mit einer ,weibs-,rachsucht und ,weibs-,sinnlichkeit4 ,als ,psycholog ein ,genie der mdisance2 unerschpflich reich an ,mitteln dazu2 ,niemand versteht besser1 mit einem ,lob ,gift zu mischen4 ,plebejisch in den untersten ,instinkten und mit dem ressentiment ,rousseau's verwandt3 folglich ,romantiker - denn unter allem romantisme grunzt und giert der ,instinkt ,rousseau's nach ,rache4 ,revolutionr1 aber durch die ,furcht leidlich noch im ,zaum gehalten4 ,ohne ,freiheit vor ,allem1 was ,strke hat 7ffentliche ,meinung1 ,akademie1 ,hof1 selbst ,port ,royal74 ,erbittert gegen alles ,grosse an ,mensch und ,ding1 gegen ,alles1 was an sich glaubt4 ,dichter und ,halbweib genug1 um das ,grosse noch als ,macht zu fhlen2 gekrmmt bestndig1 wie jener berhmte ,wurm1 weil er sich bestndig getreten fhlt4 ,als ,kritiker ohne ,maassstab1 ,halt und ,rckgrat1 mit der ,zunge des kosmopolitischen libertin fr ,vielerlei1 aber ohne den ,muth selbst zum ,eingestndniss der libertinage4 ,als ,historiker ohne ,philosophie1 ohne die ,macht des philosophischen ,blicks1 - deshalb die ,aufgabe des ,richtens in allen ,hauptsachen ablehnend1 die ,objektivitt als ,maske vorhaltend4 ,anders verhlt er sich zu allen ,dingen1 wo ein feiner1 vernutzter ,geschmack die hchste ,instanz ist3 da hat er wirklich den ,muth zu sich1 die ,lust an sich1 - da ist er ,meister4 - ,nach einigen ,seiten eine ,vorform ,baudelaire's4 - #d4 ,die imitatio ,christi gehrt zu den ,bchern1 die ich nicht ohne einen physiologischen ,widerstand in den ,hnden halte3 sie haucht einen parfum des ,ewig-,weiblichen aus1 zu dem man bereits ,franzose sein muss - oder ,wagnerianer444 ,dieser ,heilige hat eine ,art von der ,liebe zu reden1 dass sogar die ,pariserinnen neugierig werden4 - ,man sagt mir1 dass jener klgste ,jesuit1 ,a4 ,comte1 der seine ,franzosen auf dem ,umweg der ,wissenschaft nach ,rom fhren wollte1 sich an diesem ,buche inspirirt habe4 ,ich glaube es3 die ,religion des ,herzens444 #e4 ,g4 ,eliot4 - ,sie sind den christlichen ,gott los und glauben nun um1 so mehr die christliche ,moral festhalten zu mssen3 das ist eine englische ,folgerichtigkeit1 wir wollen sie den ,moral ,weiblein la ,eliot nicht verbeln4 ,in ,england muss man sich fr jede kleine ,emancipation von der ,theologie in furchteinflssender ,weise als ,moral-,fanatiker wieder zu ,ehren bringen4 ,das ist dort die ,busse1 die man zahlt4 - ,fr uns ,andre steht es anders4 ,wenn man den christlichen ,glauben aufgiebt1 zieht man sich damit das ,recht zur christlichen ,moral unter den ,fssen weg4 ,diese versteht sich schlechterdings nicht von selbst3 man muss diesen ,punkt1 den englischen ,flachkpfen zum ,trotz1 immer wieder an's ,licht stellen4 ,das ,christenthum ist ein ,system1 eine zusammengedachte und ganze ,ansicht der ,dinge4 ,bricht man aus ihm einen ,hauptbegriff1 den ,glauben an ,gott1 heraus1 so zerbricht man damit auch das ,ganze3 man hat nichts ,nothwendiges mehr zwischen den ,fingern4 ,das ,christenthum setzt voraus1 dass der ,mensch nicht wisse1 nicht wissen knne1 was fr ihn gut1 was bse ist3 er glaubt an ,gott1 der allein es weiss4 ,die christliche ,moral ist ein ,befehl2 ihr ,ursprung ist transscendent2 sie ist jenseits aller ,kritik1 alles ,rechts auf ,kritik2 sie hat nur ,wahrheit1 falls ,gott die ,wahrheit ist1 - sie steht und fllt mit dem ,glauben an ,gott4 - ,wenn thatschlich die ,englnder glauben1 sie wssten von sich aus1 intuitiv1 was gut und bse ist1 wenn sie folglich vermeinen1 das ,christenthum als ,garantie der ,moral nicht mehr nthig zu haben1 so ist dies selbst bloss die ,folge der ,herrschaft des christlichen ,werthurtheils und ein ,ausdruck von der ,strke und ,tiefe dieser ,herrschaft3 so dass der ,ursprung der englischen ,moral vergessen worden ist1 so dass das ,sehr-,bedingte ihres ,rechts auf ,dasein nicht mehr empfunden wird4 ,fr den ,englnder ist die ,moral noch kein ,problem444 #f4 ,george ,sand4 - ,ich las die ersten lettres d'un voyageur3 wie ,alles1 was von ,rousseau stammt1 falsch1 gemacht1 ,blasebalg1 bertrieben4 ,ich halte diesen bunten ,tapeten-,stil nicht aus2 ebensowenig als die ,pbel-,ambition nach genersen ,gefhlen4 ,das ,schlimmste freilich bleibt die ,weibskoketterie mit ,mnnlichkeiten1 mit ,manieren ungezogener ,jungen4 - ,wie kalt muss sie bei alledem gewesen sein1 diese unausstehliche ,knstlerin6 ,sie zog sich auf wie eine ,uhr - und schrieb444 ,kalt1 wie ,hugo wie ,balzac1 wie alle ,romantiker1 sobald sie dichteten6 ,und wie selbstgefllig sie dabei dagelegen haben mag1 diese fruchtbare ,schreibe-,kuh1 die etwas ,deutsches im schlimmen ,sinne an sich hatte1 gleich ,rousseau selbst1 ihrem ,meister1 und jedenfalls erst beim ,niedergang des franzsischen ,geschmacks mglich war6 - ,aber ,renan verehrt sie444 #g4 ,moral fr ,psychologen4 - ,keine ,colportage-,psychologie treiben6 ,nie beobachten1 um zu beobachten6 ,das giebt eine falsche ,optik1 ein ,schielen1 etwas ,erzwungenes und bertreibendes4 ,erleben als ,erleben-,wollen - das gerth nicht4 ,man darf nicht im ,erlebniss nach sich hinblicken1 jeder ,blick wird da zum bsen ,blick4 ,ein geborner ,psycholog htet sich aus ,instinkt1 zu sehn1 um zu sehn2 dasselbe gilt vom gebornen ,maler4 ,er arbeitet nie nach der ,natur1 - er berlsst seinem ,instinkte1 seiner camera obscura das ,durchsieben und ,ausdrcken des ,falls1 der ,natur1 des ,erlebten444 ,das ,allgemeine erst kommt ihm zum ,bewusstsein1 der ,schluss1 das ,ergebniss3 er kennt jenes willkrliche ,abstrahiren vom einzelnen ,falle nicht4 - ,was wird daraus1 wenn man es anders macht8 ,zum ,beispiel nach ,art der ,pariser romanciers gross und klein ,colportage-,psychologie treibt8 ,das lauert gleichsam der ,wirklichkeit auf1 das bringt jeden ,abend eine ,handvoll ,curiositten mit nach ,hause444 ,aber man sehe nur1 was zuletzt herauskommt - ein ,haufen von ,klecksen1 ein ,mosaik besten ,falls1 in jedem ,falle etwas ,zusammen-,addirtes1 ,unruhiges1 ,farbenschreiendes4 ,das ,schlimmste darin erreichen die ,goncourt3 sie setzen nicht drei ,stze zusammen1 die nicht dem ,auge1 dem ,psychologen-,auge einfach weh thun4 - ,die ,natur1 knstlerisch abgeschtzt1 ist kein ,modell4 ,sie bertreibt1 sie verzerrt1 sie lsst ,lcken4 ,die ,natur ist der ,zufall4 ,das ,studium nach der ,natur scheint mir ein schlechtes ,zeichen3 es verrth ,unterwerfung1 ,schwche1 ,fatalismus1 - dies ,im-,staube-,liegen vor petits faits ist eines ganzen ,knstlers unwrdig4 ,sehen1 was ist - das gehrt einer andern ,gattung von ,geistern4 zu1 den antiartistischen1 den ,thatschlichen4 ,man muss wissen1 wer man ist444 #h4 ,zur ,psychologie des ,knstlers4 - ,damit es ,kunst giebt1 damit es irgend ein sthetisches ,thun und ,schauen giebt1 dazu ist eine physiologische ,vorbedingung unumgnglich3 der ,rausch4 ,der ,rausch muss erst die ,erregbarkeit der ganzen ,maschine gesteigert haben3 eher kommt es zu keiner ,kunst4 ,alle noch so verschieden bedingten ,arten des ,rausches haben dazu die ,kraft3 vor ,allem der ,rausch der ,geschlechtserregung1 diese lteste und ursprnglichste ,form des ,rausches4 ,insgleichen der ,rausch1 der im ,gefolge aller grossen ,begierden1 aller starken ,affekte kommt2 der ,rausch des ,festes1 des ,wettkampfs1 des ,bravourstcks1 des ,siegs1 aller extremen ,bewegung2 der ,rausch der ,grausamkeit2 der ,rausch in der ,zerstrung2 der ,rausch unter gewissen meteorologischen ,einflssen1 zum ,beispiel der ,frhlingsrausch2 oder unter dem ,einfluss der ,narcotica2 endlich der ,rausch des ,willens1 der ,rausch eines berhuften und geschwellten ,willens4 - ,das ,wesentliche am ,rausch ist das ,gefhl der ,kraftsteigerung und ,flle4 ,aus diesem ,gefhle giebt man an die ,dinge ab1 man zwingt sie von uns zu nehmen1 man vergewaltigt sie1 - man heisst diesen ,vorgang ,idealisiren4 ,machen wir uns hier von einem ,vorurtheil los3 das ,idealisiren besteht nicht1 wie gemeinhin geglaubt wird1 in einem ,abziehn oder ,abrechnen des ,kleinen1 des ,nebenschlichen4 ,ein ungeheures ,heraustreibender ,hauptzge ist vielmehr das ,entscheidende1 so dass die andern darber verschwinden4 #i4 ,man bereichert in diesem ,zustande ,alles aus seiner eignen ,flle3 was man sieht1 was man will1 man sieht es geschwellt1 gedrngt1 stark1 berladen mit ,kraft4 ,der ,mensch dieses ,zustandes verwandelt die ,dinge1 bis sie seine ,macht wiederspiegeln1 - bis sie ,reflexe seiner ,vollkommenheit sind4 ,dies ,verwandeln mssen in's ,vollkommne ist - ,kunst4 ,alles selbst1 was er nicht ist1 wird trotzdem ihm zur ,lust an sich2 in der ,kunst geniesst sich der ,mensch als ,vollkommenheit4 - ,es wre erlaubt1 sich einen gegenstzlichen ,zustand auszudenken1 ein spezifisches ,antiknstlerthum des ,instinks1 - eine ,art zu sein1 welche alle ,dinge verarmte1 verdnnte1 schwindschtig machte4 ,und in der ,that1 die ,geschichte ist reich an solchen ,anti-,artisten1 an solchen ,ausgehungerten des ,lebens3 welche mit ,nothwendigkeit die ,dinge noch an sich nehmen1 sie auszehren1 sie magerer machen mssen4 ,dies ist zum ,beispiel der ,fall des echten ,christen1 ,pascal's zum ,beispiel3 ein ,christ1 der zugleich ,knstler wre1 kommt nicht vor444 ,man sei nicht kindlich und wende mir ,raffael ein oder irgend welche homopathische ,christen des neunzehnten ,jahrhunderts3 ,raffael sagte ,ja1 ,raffael machte ,ja1 folglich war ,raffael kein ,christ444 #aj4 ,was bedeutet der von mir in die sthetik eingefhrte ,gegensatz-,begriff apollinisch und dionysisch1 beide als ,arten des ,rausches begriffen8 - ,der apollinische ,rausch hlt vor ,allem das ,auge erregt1 so dass es die ,kraft der ,vision bekommt4 ,der ,maler1 der ,plastiker1 der ,epiker sind ,visionre par excellence4 ,im dionysischen ,zustande ist dagegen das gesammte ,affekt-,system erregt und gesteigert3 so dass es alle seine ,mittel des ,ausdrucks mit einem ,male entladet und die ,kraft des ,darstellens1 ,nachbildens1 ,transfigurirens1 ,verwandelns1 alle ,art ,mimik und ,schauspielerei zugleich heraustreibt4 ,das ,wesentliche bleibt die ,leichtigkeit der ,metamorphose1 die ,unfhigkeit1 nicht zu reagiren 7- hnlich wie bei gewissen ,hysterischen1 die auch auf jeden ,wink hin in je de ,rolle eintreten74 ,es ist dem dionysischen ,menschen unmglich1 irgend eine ,suggestion nicht zu verstehn1 er bersieht kein ,zeichen des ,affekts1 er hat den hchsten ,grad des verstehenden und errathenden ,instinkts1 wie er den hchsten ,grad von ,mittheilungs-,kunst besitzt4 ,er geht in jede ,haut1 in jeden ,affekt ein3 er verwandelt sich bestndig4 - ,musik1 wie wir sie heute verstehn1 ist gleichfalls eine ,gesammt-,erregung und -,entladung der ,affekte1 aber dennoch nur das berbleibsel von einer viel volleren ,ausdrucks-,welt des ,affekts1 ein blosses residuum des dionysischen ,histrionismus4 ,man hat1 zur ,ermglichung der ,musik als ,sonderkunst1 eine ,anzahl ,sinne1 vor ,allem den ,muskelsinn still gestellt 7relativ wenigstens3 denn in einem gewissen ,grade redet noch aller ,rhythmus zu unsern ,muskeln73 so dass der ,mensch nicht mehr ,alles1 was er fhlt1 sofort leibhaft nachahmt und darstellt4 ,trotzdem ist ,das der eigentlich dionysische ,normalzustand1 jedenfalls der ,urzustand2 die ,musik ist die langsam erreichte ,spezifikation desselben auf ,unkosten der nchstverwandten ,vermgen4 #aa4 ,der ,schauspieler1 der ,mime1 der ,tnzer1 der ,musiker1 der ,lyriker sind in ihren ,instinkten grundverwandt und an sich ,eins1 aber allmhlich spezialisirt und von einander abgetrennt - bis selbst zum ,widerspruch4 ,der ,lyriker blieb am lngsten mit dem ,musiker geeint2 der ,schauspieler mit dem ,tnzer4 - ,der ,architekt stellt weder einen dionysischen1 noch einen apollinischen ,zustand dar3 hier ist es der grosse ,willensakt1 der ,wille1 der ,berge versetzt1 der ,rausch des grossen ,willens1 der zur ,kunst verlangt4 ,die mchtigsten ,menschen haben immer die ,architekten inspirirt2 der ,architekt war stets unter der ,suggestion der ,macht4 ,im ,bauwerk soll sich der ,stolz1 der ,sieg ber die ,schwere1 der ,wille zur ,macht versichtbaren2 ,architektur ist eine ,art ,macht-,beredsamkeit in ,formen1 bald berredend1 selbst schmeichelnd1 bald bloss befehlend4 ,das hchste ,gefhl von ,macht und ,sicherheit kommt in dem zum ,ausdruck1 was grossen ,stil hat4 ,die ,macht1 die keinen ,beweis mehr nthig hat2 die es verschmht1 zu gefallen2 die schwer antwortet2 die keinen ,zeugen um sich fhlt2 die ohne ,bewusstsein davon lebt1 dass es ,widerspruch gegen sie giebt2 die in sich ruht1 fatalistisch1 ein ,gesetz unter ,gesetzen3 ,das redet als grosser ,stil von sich4 - #ab4 ,ich las das ,leben ,thomas ,carlyle's1 diese farce wider ,wissen und ,willen1 diese heroisch-moralische ,interpretation dyspeptischer ,zustnde4 - ,carlyle1 ein ,mann der starken ,worte und ,attitden1 ein ,rhetor aus ,noth1 den bestndig das ,verlangen nach einem starken ,glauben agairt und das ,gefhl der ,unfhigkeit dazu 7- darin ein typischer ,romantiker674 ,das ,verlangen nach einem starken ,glauben ist nicht der ,beweis eines starken ,glaubens1 vielmehr das ,gegentheil4 ,hat man ihn1 so darf man sich den schnen ,luxus der ,skepsis gestatten3 man ist sicher genug1 fest genug1 gebunden genug dazu4 ,carlyle betubt ,etwas in sich durch das fortissimo seiner ,verehrung fr ,menschen starken ,glaubens und durch seine ,wuth gegen die weniger ,einfltigen3 er bedarf des ,lrms4 ,eine bestndige leidenschaftliche ,unredlichkeit gegen sich - das ist sein proprium1 damit ist und bleibt er interessant4 - ,freilich1 in ,england wird er gerade wegen seiner ,redlichkeit bewundert444 ,nun1 das ist englisch2 und in ,anbetracht1 dass die ,englnder das ,volk des vollkommnen cant sind1 sogar billig1 und nicht nur1 begreiflich4 ,im ,grunde ist ,carlyle ein englischer ,atheist1 der seine ,ehre darin sucht1 es nicht zu sein4 #ac4 ,emerson4 - ,viel aufgeklrter1 schweifender1 vielfacher1 raffinirter als ,carlyle1 vor ,allem glcklicher444 ,ein ,solcher1 der sich instinktiv bloss von ,ambrosia nhrt1 der das ,unverdauliche in den ,dingen zurcklsst4 ,gegen ,carlyle gehalten ein ,mann des ,geschmacks4 - ,carlyle1 der ihn sehr liebte1 sagte trotzdem von ihm3 er giebt uns nicht genug zu beissen3 was mit ,recht gesagt sein mag1 aber nicht zu ,ungunsten ,emerson's4 - ,emerson hat jene gtige und geistreiche ,heiterkeit1 welche allen ,ernst entmuthigt2 er weiss es schlechterdings nicht1 wie alt er schon ist und wie jung er noch sein wird1 - er knnte von sich mit einem ,wort ,lope de ,vega's sagen3 yo me sucedo a mi mismo4 ,sein ,geist findet immer ,grnde1 zufrieden und selbst dankbar zu sein2 und bisweilen streift er die heitere ,transscendenz jenes ,biedermanns1 der von einem verliebten ,stelldichein tamquam re bene gesta zurckkam4 ,ut desint vires1 sprach er dankbar1 tamen est laudanda voluptas4 - #ad4 ,anti-,darwin4 - ,was den berhmten ,kampf um's ,leben betrifft1 so scheint er mir einstweilen mehr behauptet als bewiesen4 ,er kommt vor1 aber als ,ausnahme2 der ,gesammt-,aspekt des ,lebens ist nicht die ,nothlage1 die ,hungerlage1 vielmehr der ,reichthum1 die ppigkeit1 selbst die absurde ,verschwendung1 - wo gekmpft wird1 kmpft man um ,macht444 ,man soll nicht ,malthus mit der ,natur verwechseln4 - ,gesetzt aber1 es giebt diesen ,kampf - und in der ,that1 er kommt vor -1 so luft er leider umgekehrt aus als die ,schule ,darwin's wnscht1 als man vielleicht mit ihr wnschen drfte3 nmlich zu ,ungunsten der ,starken1 der ,bevorrechtigten1 der glcklichen ,ausnahmen4 ,die ,gattungen wachsen nicht in der ,vollkommenheit3 die ,schwachen werden immer wieder ber die ,starken ,herr1 - das macht1 sie sind die grosse ,zahl1 sie sind auch klger444 ,darwin hat den ,geist vergessen 7- das ist englisch671 die ,schwachen haben mehr ,geist444 ,man muss ,geist nthig haben1 um ,geist zu bekommen1 - man verliert ihn1 wenn man ihn nicht mehr nthig hat4 ,wer die ,strke hat1 entschlgt sich des ,geistes 7- lass fahren dahin6 denkt man heute in ,deutschland - das ,reich muss uns doch bleiben44474 ,ich verstehe unter ,geist1 wie man sieht1 die ,vorsicht1 die ,geduld1 die ,list1 die ,verstellung1 die grosse ,selbstbeherrschung und ,alles1 was mimicry ist 7zu letzterem gehrt ein grosser ,theil der sogenannten ,tugend74 #ae4 ,psychologen-,casuistik4 - ,das ist ein ,menschenkenner3 wozu studirt er eigentlich die ,menschen8 ,er will kleine ,vortheile ber sie erschnappen1 oder auch grosse1 - er ist ein ,politikus6444 ,jener da ist auch ein ,menschenkenner3 und ihr sagt1 der wolle ,nichts damit fr sich1 das sei ein grosser ,unpersnlicher4 ,seht schrfer zu6 ,vielleicht will er sogar noch einen schlimmeren ,vortheil3 sich den ,menschen berlegen fhlen1 auf sie herabsehn drfen1 sich nicht mehr mit ihnen verwechseln4 ,dieser ,unpersnliche ist ein ,menschen-,verchter3 und jener ,erstere ist die humanere ,species1 was auch der ,augenschein sagen mag4 ,er stellt sich wenigstens gleich1 er stellt sich hinein444 #af4 ,der psychologische ,takt der ,deutschen scheint mir durch eine ganze ,reihe von ,fllen in ,frage gestellt1 deren ,verzeichniss vorzulegen mich meine ,bescheidenheit hindert4 ,in ,einem ,falle wird es mir nicht an einem grossen ,anlasse fehlen1 meine ,these zu begrnden3 ich trage es den ,deutschen nach1 sich ber ,kant und seine ,philosophie der ,hinterthren1 wie ich sie nenne1 vergriffen zu haben1 - das war nicht der ,typus der intellektuellen ,rechtschaffenheit4 - ,das ,andre1 was ich nicht hren mag1 ist ein berchtigtes und3 die ,deutschen sagen1 ,goethe und ,schiller1 - ich frchte1 sie sagen ,schiller und ,goethe444 ,kennt man noch nicht diesen ,schiller8 - ,es giebt noch schlimmere und2 ich habe mit meinen eigenen ,ohren1 allerdings nur unter ,universitts-,professoren1 gehrt ,schopenhauer und ,hartmann #ag4 ,die geistigsten ,menschen1 vorausgesetzt1 dass sie die muthigsten sind1 erleben auch bei weitem die schmerzhaftesten ,tragdien3 aber eben deshalb ehren sie das ,leben1 weil es ihnen seine grsste ,gegnerschaft entgegenstellt4 #ah4 ,zum intellektuellen ,gewissen4 - ,nichts scheint mir heute seltner als die echte ,heuchelei4 ,mein ,verdacht ist gross1 dass diesem ,gewchs die sanfte ,luft unsrer ,cultur nicht zutrglich ist4 ,die ,heuchelei gehrt in die ,zeitalter des starken ,glaubens3 wo man selbst nicht bei der ,nthigung1 einen andern ,glauben zur ,schau zu tragen1 von dem ,glauben losliess1 den man hatte4 ,heute lsst man ihn los2 oder1 was noch gewhnlicher1 man legt sich noch einen zweiten ,glauben zu1 - ehrlich bleibt man in jedem ,falle4 ,ohne ,zweifel ist heute eine sehr viel grssere ,anzahl von berzeugungen mglich als ehemals3 mglich1 das heisst erlaubt1 das heisst unschdlich4 ,daraus entsteht die ,toleranz gegen sich selbst4 - ,die ,toleranz gegen sich selbst gestattet mehrere berzeugungen3 diese selbst leben vertrglich beisammen1 - sie hten sich1 wie alle ,welt heute1 sich zu compromittiren4 ,womit compromittirt man sich heute8 ,wenn man ,consequenz hat4 ,wenn man in gerader ,linie geht4 ,wenn man weniger als fnfdeutig ist4 ,wenn man echt ist444 ,meine ,furcht ist gross1 dass der moderne ,mensch fr einige ,laster einfach zu bequem ist3 so dass diese geradezu aussterben4 ,alles ,bse1 das vom starken ,willen bedingt ist - und vielleicht giebt es nichts ,bses ohne ,willensstrke - entartet1 in unsrer lauen ,luft1 zur ,tugend444 ,die wenigen ,heuchler1 die ich kennen lernte1 machten die ,heuchelei nach3 sie waren1 wie heutzutage fast jeder zehnte ,mensch1 ,schauspieler4 - #ai4 ,schn und hsslich4 - ,nichts ist bedingter1 sagen wir beschrnkter1 als unser ,gefhl des ,schnen4 ,wer es losgelst von der ,lust des ,menschen am ,menschen denken wollte1 verlre sofort ,grund und ,boden unter den ,fssen4 ,das ,schne an sich ist bloss ein ,wort1 nicht einmal ein ,begriff4 ,im ,schnen setzt sich der ,mensch als ,maass der ,vollkommenheit2 in4 ausgesuchten ,fllen betet er sich darin an4 ,eine ,gattung kann gar nicht anders als dergestalt zu sich allein ja sagen4 ,ihr unterster ,instinkt1 der der ,selbsterhaltung und ,selbsterweiterung1 strahlt noch in solchen ,sublimitten aus4 ,der ,mensch glaubt die ,welt selbst mit ,schnheit berhuft1 - er vergisst sich als deren ,ursache4 ,er allein hat sie mit ,schnheit beschenkt1 ach6 nur mit einer sehr menschlich-allzumenschlichen ,schnheit4444 ,im ,grunde spiegelt sich der ,mensch in den ,dingen1 er hlt ,alles fr schn1 was ihm sein ,bild zurckwirft3 das ,urtheil schn ist seine ,gattungs-,eitelkeit4444 ,dem ,skeptiker nmlich darf ein kleiner ,argwohn die ,frage in's ,ohr flstern3 ist wirklich damit die ,welt verschnt1 dass gerade der ,mensch sie fr schn nimmt8 ,er hat sie vermenschlicht3 das ist ,alles4 ,aber ,nichts1 gar ,nichts verbrgt uns1 dass gerade der ,mensch das ,modell des ,schnen abgbe4 ,wer weiss1 wie er sich in den ,augen eines hheren ,geschmacksrichters ausnimmt8 ,vielleicht gewagt8 vielleicht selbst erheiternd8 vielleicht ein wenig arbitrr8444 ,oh ,dionysos1 ,gttlicher1 warum ziehst du mich an den ,ohren8 fragte ,ariadne einmal bei einem jener berhmten ,zwiegesprche auf ,naxos ihren philosophischen ,liebhaber4 ,ich finde eine ,art ,humor in deinen ,ohren1 ,ariadne3 warum sind sie nicht noch lnger8 #bj4 ,nichts ist schn1 nur der ,mensch ist schn3 auf dieser ,naivett ruht alle sthetik1 sie ist deren erste ,wahrheit4 ,fgen wir sofort noch deren zweite hinzu3 ,nichts ist hsslich als der entartende ,mensch1 - damit ist das ,reich des sthetischen ,urtheils umgrenzt4 - ,physiologisch nachgerechnet1 schwcht und betrbt alles ,hssliche den ,menschen4 ,es erinnert ihn an ,verfall1 ,gefahr1 ,ohnmacht2 er bsst thatschlich dabei ,kraft ein4 ,man kann die ,wirkung des ,hsslichen mit dem ,dynamometer messen4 ,wo der ,mensch berhaupt niedergedrckt wird1 da wittert er die ,nhe von etwas ,hsslichem4 ,sein ,gefhl der ,macht1 sein ,wille zur ,macht1 sein ,muth1 sein ,stolz - das fllt mit dem ,hsslichen1 das steigt mit dem ,schnen444 ,im einen wie im andern ,falle machen wir einen ,schluss3 die ,prmissen dazu sind in ungeheurer ,flle im ,instinkte aufgehuft4 ,das ,hssliche wird verstanden als ein ,wink und ,symptom der ,degenerescenz3 was im ,entferntesten an ,degenerescenz erinnert1 das wirkt in uns das ,urtheil hsslich4 ,jedes ,anzeichen von ,erschpfung1 von ,schwere1 von ,alter1 von ,mdigkeit1 jede ,art ,unfreiheit1 als ,krampf1 als ,lhmung1 vor ,allem der ,geruch1 die ,farbe1 die ,form der ,auflsung1 der ,verwesung1 und sei es auch in der letzten ,verdnnung zum ,symbol - das ,alles ruft die gleiche ,reaktion hervor1 das ,werthurtheil hsslich4 ,ein ,hass springt da hervor3 wen hasst da der ,mensch8 ,aber es ist kein ,zweifel3 den ,niedergang seines ,typus4 ,er hasst da aus dem tiefsten ,instinkte der ,gattung heraus2 in diesem ,hass ist ,schauder1 ,vorsicht1 ,tiefe1 ,fernblick1 - es ist der tiefste ,hass1 den es giebt4 ,um seinetwillen ist die ,kunst tief444 #ba4 ,schopenhauer4 ,schopenhauer1 der letzte ,deutsche1 der in ,betracht kommt 7der ein europisches ,ereigniss gleich ,goethe1 gleich ,hegel1 gleich ,heinrich ,heine ist1 und nicht bloss ein lokales1 ein nationales71 ist fr einen ,psychologen ein ,fall ersten ,ranges3 nmlich als bsartig genialer ,versuch1 zu ,gunsten einer nihilistischen ,gesammt-,abwerthung des ,lebens gerade die ,gegen-,instanzen1 die grossen ,selbstbejahungen des ,willens zum ,leben1 die ,exuberanz-,formen des ,lebens in's ,feld zu fhren4 ,er hat1 der ,reihe nach1 die ,kunst1 den ,heroismus1 das ,genie1 die ,schnheit1 das grosse ,mitgefhl1 die ,erkenntniss1 den ,willen zur ,wahrheit1 die ,tragdie als ,folgeerscheinungen der ,verneinung oder der ,verneinungs-,bedrftigkeit des ,willens interpretirt - die grsste psychologische ,falschmnzerei1 die es1 das ,christenthum abgerechnet1 in der ,geschichte giebt4 ,genauer zugesehn ist er darin bloss der ,erbe der christlichen ,interpretation3 nur dass er auch das vom ,christenthum ,abgelehnte1 die grossen ,cultur-,thatsachen der ,menschheit noch in einem christlichen1 das heisst nihilistischen ,sinne gut zu heissen wusste 7- nmlich als ,wege zur ,erlsung1 als ,vorformen der ,erlsung1 als ,stimulantia des ,bedrfnisses nach ,erlsung444 7 #bb4 ,ich nehme einen einzelnen ,fall4 ,schopenhauer spricht von der ,schnheit mit einer schwermthigen ,gluth1 - warum letzten ,grundes8 ,weil er in ihr eine ,brcke sieht1 auf der man weiter gelangt1 oder ,durst bekommt1 weiter zu gelangen444 ,sie ist ihm die ,erlsung vom ,willen auf ,augenblicke - sie lockt zur ,erlsung fr immer444 ,insbesondere preist er sie als ,erlserin vom ,brennpunkte des ,willens1 von der ,geschlechtlichkeit1 - in der ,schnheit sieht er den ,zeugetrieb verneint444 ,wunderlicher ,heiliger6 ,irgend ,jemand widerspricht dir1 ich frchte1 es ist die ,natur4 ,wozu giebt es berhaupt ,schnheit in ,ton1 ,farbe1 ,duft1 rhythmischer ,bewegung in der ,natur8 ,was treibt die ,schnheit heraus8- ,glcklicherweise widerspricht ihm auch ein ,philosoph4 ,keine geringere ,autoritt als die des gttlichen ,plato 7- so nennt ihn ,schopenhauer selbst7 hlt einen andern ,satz aufrecht3 dass alle ,schnheit zur ,zeugung reize1 - dass dies gerade das proprium ihrer ,wirkung sei1 vom ,sinnlichsten bis hinauf in's ,geistigste444 #bc4 ,plato geht weiter4 ,er sagt mit einer ,unschuld1 zu der man ,grieche sein muss und nicht ,christ1 dass es gar keine platonische ,philosophie geben wrde1 wenn es nicht so schne ,jnglinge in ,athen gbe3 deren ,anblick sei es erst1 was die ,seele des ,philosophen in einen erotischen ,taumel versetze und ihr keine ,ruhe lasse1 bis sie den ,samen aller hohen ,dinge in ein so schnes ,erdreich hinabgesenkt habe4 ,auch ein wunderlicher ,heiliger6 - man traut seinen ,ohren nicht1 gesetzt selbst1 dass man ,plato traut4 ,zum ,mindesten errth man1 dass in ,athen anders philosophirt wurde1 vor ,allem ffentlich4 ,nichts ist weniger griechisch als die ,begriffs-,spinneweberei eines ,einsiedlers1 amor intellectualis dei nach ,art des ,spinoza4 ,philosophie nach ,art des ,plato wre eher als ein erotischer ,wettbewerb zu definiren1 als eine ,fortbildung und ,verinnerlichung der alten agonalen ,gymnastik und deren ,voraussetzungen444 ,was wuchs zuletzt aus dieser philosophischen ,erotik ,plato's heraus8 ,eine neue ,kunstform des griechischen ,agon1 die ,dialektik4 - ,ich erinnere noch1 gegen ,schopenhauer und zu ,ehren ,plato's1 daran1 dass auch die ganze hhere ,cultur und ,litteratur des klassischen ,frankreichs auf dem ,boden des geschlechtlichen ,interesses aufgewachsen ist4 ,man darf berall bei ihr die ,galanterie1 die ,sinne1 den ,geschlechts-,wettbewerb1 das ,weib suchen1 - man wird nie umsonst suchen444 #bd4 ,l'art pour l'art4 - ,der ,kampf gegen den ,zweck in der ,kunst ist immer der ,kampf gegen die moralisirende ,tendenz in der ,kunst1 gegen ihre ,unterordnung unter die ,moral4 ,l'art pour l'art heisst3 der ,teufel hole die ,moral6 - ,aber selbst noch diese ,feindschaft verrth die bergewalt des ,vorurtheils4 ,wenn man den ,zweck des ,moralpredigens und ,menschen-,verbesserns von der ,kunst ausgeschlossen hat1 so folgt daraus noch lange nicht1 dass die ,kunst berhaupt zwecklos1 ziellos1 sinnlos1 kurz l'art pour l'art - ein ,wurm1 der sich in den ,schwanz beisst - ist4 ,lieber gar keinen ,zweck als einen moralischen ,zweck6 - so redet die blosse ,leidenschaft4 ,ein ,psycholog fragt dagegen3 was thut alle ,kunst8 lobt sie nicht8 verherrlicht sie nicht8 whlt sie nicht aus8 zieht sie nicht hervor8 ,mit dem ,allen strkt oder schwcht sie gewisse ,werthschtzungen444 ,ist dies nur ein ,nebenbei8 ein ,zufall8 ,etwas1 bei dem der ,instinkt des ,knstlers gar nicht betheiligt wre8 ,oder aber3 ist es nicht die ,voraussetzung dazu1 dass der ,knstler kann4448 ,geht dessen unterster ,instinkt auf die ,kunst oder nicht vielmehr auf den ,sinn der ,kunst1 das ,leben8 auf eine ,wnschbarkeit von ,leben8- ,die ,kunst ist das grosse ,stimulans zum ,leben3 wie knnte man sie als zwecklos1 als ziellos1 als l'art pour l'art verstehn8 - ,eine ,frage bleibt zurck3 die ,kunst bringt auch vieles ,hssliche1 ,harte1 ,fragwrdige des ,lebens zur ,erscheinung1 - scheint sie nicht damit vom ,leben zu entleiden8 - ,und in der ,that1 es gab ,philosophen1 die ihr diesen ,sinn liehn3 loskommen vom ,willen lehrte ,schopenhauer als ,gesammt-,absicht der ,kunst1 zur ,resignation stimmen verehrte er als die grosse ,ntzlichkeit der ,tragdie4 - ,aber dies - ich gab es schon zu verstehn - ist ,pessimisten-,optik und bser ,blick -3 man muss an die ,knstler selbst appelliren4 ,was theilt der tragische ,knstler von sich mit8 ,ist es nicht gerade der ,zustand ohne ,furcht vor dem ,furchtbaren und ,fragwrdigen1 das er zeigt8 - ,dieser ,zustand selbst ist eine hohe ,wnschbarkeit2 wer ihn kennt1 ehrt ihn mit den hchsten ,ehren4 ,er theilt ihn mit1 er muss ihn mittheilen1 vorausgesetzt1 dass er ein ,knstler ist1 ein ,genie der ,mittheilung4 ,die ,tapferkeit und ,freiheit des ,gefhls vor einem mchtigen ,feinde1 vor einem erhabenen ,ungemach1 vor einem ,problem1 das ,grauen erweckt - dieser siegreiche ,zustand ist es1 den der tragische ,knstler auswhlt1 den er verherrlicht4 ,vor der ,tragdie feiert das ,kriegerische in unserer ,seele seine ,saturnalien2 wer ,leid gewohnt ist1 wer ,leid aufsucht1 der heroische ,mensch preist mit der ,tragdie sein ,dasein1 - ihm allein kredenzt der ,tragiker den ,trunk dieser sssesten ,grausamkeit4 - #be4 ,mit ,menschen frlieb nehmen1 mit seinem ,herzen offen ,haus halten1 das ist liberal1 das ist aber bloss liberal4 ,man erkennt die ,herzen1 die der vornehmen ,gastfreundschaft fhig sind1 an den vielen verhngten ,fenstern und geschlossenen ,lden3 ihre besten ,rume halten sie leer4 ,warum doch8 - ,weil sie ,gste erwarten1 mit denen man nicht frlieb nimmt #bf4 ,wir schtzen uns nicht genug mehr1 wenn wir uns mittheilen4 ,unsre eigentlichen ,erlebnisse sind ganz und gar nicht geschwtzig4 ,sie knnten sich selbst nicht mittheilen1 wenn sie wollten4 ,das macht1 es fehlt ihnen das ,wort4 ,wofr wir ,worte haben1 darber sind wir auch schon hinaus4 ,in allem ,reden liegt ein ,gran ,verachtung4 ,die ,sprache1 scheint es1 ist nur fr ,durchschnittliches1 ,mittleres1 ,mittheilsames erfunden4 ,mit der ,sprache vulgarisirt sich bereits der ,sprechende4 - ,aus einer ,moral fr ,taubstumme und andere ,philosophen4 #bg4 ,dies ,bildniss ist bezaubernd schn6444 ,das ,litteratur-,weib1 unbefriedigt1 aufgeregt1 de in ,herz und ,eingeweide1 mit schmerzhafter ,neugierde jederzeit auf den ,imperativ hinhorchend1 der aus den ,tiefen seiner ,organisation aut liberi aut libri flstert3 das ,litteratur-,weib1 gebildet genug1 die ,stimme der ,natur zu verstehn1 selbst wenn sie ,latein redet und andrerseits eitel und ,gans genug1 um im ,geheimen auch noch franzsisch mit sich zu sprechen je me verrai1 je me lirai1 je m'extasierai et je dirai3 ,possible1 que j'aie eu tant d'esprit8 #bh4 ,die ,unpersnlichen kommen zu ,wort4 - ,nichts fllt uns leichter1 als weise1 geduldig1 berlegen zu sein4 ,wir triefen vom l der ,nachsicht und des ,mitgefhls1 wir sind auf eine absurde ,weise gerecht1 wir verzeihen ,alles4 ,eben darum sollten wir uns etwas strenger halten2 eben darum sollten wir uns1 von ,zeit zu ,zeit1 einen kleinen ,affekt1 ein kleines ,laster von ,affect zchten4 ,es mag uns sauer angehn2 und unter uns lachen wir vielleicht ber den ,aspekt1 den wir damit geben4 ,aber was hilft es6 ,wir haben keine andre ,art mehr brig von ,selbstberwindung3 dies ist unsre ,asketik1 unser ,bsserthum444 ,persnlich werden - die ,tugend des ,unpersnlichen444 #bi4 ,aus einer ,doctor-,promotion4 - ,was ist die ,aufgabe alles hheren ,schulwesens8 - ,aus dem ,menschen eine ,maschine zu machen4 - ,was ist das ,mittel dazu8 - ,er muss lernen1 sich langweilen4 - ,wie erreicht man das8 - ,durch den ,begriff der ,pflicht4 - ,wer ist sein ,vorbild dafr8 - ,der ,philolog3 der lehrt ochsen4 - ,wer ist der vollkommene ,mensch8 - ,der ,staats-,beamte4 - ,welche ,philosophie giebt die hchste ,formel fr den ,staats-,beamten8 - ,die ,kant's3 der ,staats-,beamte als ,ding an sich zum ,richter gesetzt ber den ,staats-,beamten als ,erscheinung4 - #cj4 ,das ,recht auf ,dummheit4 - ,der ermdete und langsam athmende ,arbeiter1 der gutmthig blickt1 der die ,dinge gehen lsst1 wie sie gehn3 diese typische ,figur1 der man jetzt1 im ,zeitalter der ,arbeit 7und des ,reichs6 -7 in allen ,klassen der ,gesellschaft begegnet1 nimmt heute gerade die ,kunst fr sich in ,anspruch1 eingerechnet das ,buch1 vor ,allem das ,journal1 - um wie viel mehr die schne ,natur1 ,italien444 ,der ,mensch des ,abends1 mit den entschlafenen wilden ,trieben1 von denen ,faust redet1 bedarf der ,sommerfrische1 des ,seebads1 der ,gletscher1 ,bayreuth's444 ,in solchen ,zeitaltern hat die ,kunst ein ,recht auf reine ,thorheit1 - als eine ,art ,ferien fr ,geist1 ,witz und ,gemth4 ,das verstand ,wagner4 ,die reine ,thorheit stellt wieder her444 #ca4 ,noch ein ,problem der ,dit4 - ,die ,mittel1 mit denen ,julius ,csar sich gegen ,krnklichkeiten und ,kopfschmerz vertheidigte3 ungeheure ,mrsche1 einfachste ,lebensweise1 ununterbrochner ,aufenthalt im ,freien1 bestndige ,strapazen - das sind1 in's ,grosse gerechnet1 die ,erhaltungs- und ,schutz-,maassregeln berhaupt gegen die extreme ,verletzlichkeit jener subtilen und unter hchstem ,druck arbeitenden ,maschine1 welche ,genie heisst4 - #cb4 ,der ,immoralist redet4 - ,einem ,philosophen geht ,nichts mehr wider den ,geschmack als der ,mensch1 sofern er wnscht444 ,sieht er den ,menschen nur in seinem ,thun1 sieht er dieses tapferste1 listigste1 ausdauerndste ,thier verirrt selbst in labyrinthische ,nothlagen1 wie bewunderungswrdig erscheint ihm der ,mensch6 ,er spricht ihm noch zu444 ,aber der ,philosoph verachtet den wnschenden ,menschen1 auch den wnschbaren ,menschen - und berhaupt alle ,wnschbarkeiten1 alle ,ideale des ,menschen4 ,wenn ein ,philosoph ,nihilist sein knnte1 so wrde er es sein1 weil er das ,nichts hinter allen ,idealen des ,menschen findet4 ,oder noch nicht einmal das ,nichts1 - sondern nur das ,nichtswrdige1 das ,absurde1 das ,kranke1 das ,feige1 das ,mde1 alle ,art ,hefen aus dem ausgetrunkenen ,becher seines ,lebens444 ,der ,mensch1 der als ,realitt so verehrungswrdig ist1 wie kommt es1 dass er keine ,achtung verdient1 sofern er wnscht8 ,muss er es bssen1 so tchtig als ,realitt zu sein8 ,muss er sein ,thun1 die ,kopf- und ,willensanspannung in allem ,thun1 mit einem ,gliederstrecken im ,imaginren und ,absurden ausgleichen8 - ,die ,geschichte seiner ,wnschbarkeiten war bisher die partie honteuse des ,menschen3 man soll sich hten1 zu lange in ihr zu lesen4 ,was den ,menschen rechtfertigt1 ist seine ,realitt1 - sie wird ihn ewig rechtfertigen4 ,um wie viel mehr werth ist der wirkliche ,mensch1 verglichen mit irgend einem bloss gewnschten1 ertrumten1 erstunkenen und erlogenen ,menschen8 mit irgend einem idealen ,menschen8444 ,und nur der ideale ,mensch geht dem ,philosophen wider den ,geschmack4 #cc4 ,naturwerth des ,egoismus4 - ,die ,selbstsucht ist so viel werth1 als ,der physiologisch werth ist1 der sie hat3 sie kann sehr viel werth sein1 sie kann nichtswrdig und verchtlich sein4 ,jeder ,einzelne darf darauf hin angesehen werden1 ob er die aufsteigende oder die absteigende ,linie des ,lebens darstellt4 ,mit einer ,entscheidung darber hat man auch einen ,kanon dafr1 was seine ,selbstsucht werth ist4 ,stellt er das ,aufsteigen der ,linie dar1 so ist in der ,that sein ,werth ausserordentlich1 - und um des ,gesammt-,lebens willen1 das mit ihm einen ,schritt weiter thut1 darf die ,sorge um ,erhaltung1 um ,schaffung seines optimum von ,bedingungen selbst extrem sein4 ,der ,einzelne1 das ,individuum1 wie ,volk und ,philosoph das bisher verstand1 ist ja ein ,irrthum3 er ist nichts fr sich1 kein ,atom1 kein ,ring der ,kette1 nichts bloss ,vererbtes von ,ehedem1 - er ist die ganze ,eine ,linie ,mensch bis zu ihm hin selber noch444 ,stellt er die absteigende ,entwicklung1 den ,verfall1 die chronische ,entartung1 ,erkrankung dar 7- ,krankheiten sind1 in's ,grosse gerechnet1 bereits ,folgeerscheinungen des ,verfalls1 nicht dessen ,ursachen71 so kommt ihm wenig ,werth zu1 und die erste ,billigkeit will1 dass er den ,wohlgerathenen so wenig als mglich wegnimmt4 ,er ist bloss noch deren ,parasit444 #cd4 ,christ und ,anarchist4 - ,wenn der ,anarchist1 als ,mundstck niedergehender ,schichten der ,gesellschaft1 mit einer schnen ,entrstung ,recht1 ,gerechtigkeit1 gleiche ,rechte verlangt1 so steht er damit nur unter dem ,drucke seiner ,unkultur1 welche nicht zu begreifen weiss1 warum er eigentlich leidet1 - woran er arm ist1 an ,leben444 ,ein ,ursachen-,trieb ist in ihm mchtig3 ,jemand muss schuld daran sein1 dass er sich schlecht befindet444 ,auch thut ihm die schne ,entrstung selber schon wohl1 es ist ein ,vergngen fr alle armen ,teufel1 zu schimpfen1 - es giebt einen kleinen ,rausch von ,macht4 ,schon die ,klage1 das ,sich-,beklagen1 kann dem ,leben einen ,reiz geben1 um dessentwillen man es aushlt3 eine feinere ,dosis ,rache ist in jeder ,klage1 man wirft sein ,schlechtbefinden1 unter ,umstnden selbst seine ,schlechtigkeit ,denen1 die anders sind1 wie ein ,unrecht1 wie ein unerlaubtes ,vorrecht vor4 ,bin ich eine canaille1 so solltest du es auch sein3 auf diese ,logik hin macht man ,revolution4 - ,das ,sich-,beklagen taugt in keinem ,falle etwas3 es stammt aus der ,schwche4 ,ob man sein ,schlecht-,befinden ,andern oder sich selber zu misst -4 ,ersteres thut der ,socialist1 ,letzteres zum ,beispiel der ,christ -1 macht keinen eigentlichen ,unterschied4 ,das ,gemeinsame1 sagen wir auch das ,unwrdige daran ist1 dass jemand schuld daran sein soll1 dass man leidet - kurz1 dass der ,leidende sich gegen sein ,leiden den ,honig der ,rache verordnet4 ,die ,objekte dieses ,rach-,bedrfnisses als eines ,lust-,bedrfnisses sind ,gelegenheits-,ursachen3 der ,leidende findet berall ,ursachen1 seine kleine ,rache zu khlen1 - ist er ,christ1 nochmals gesagt1 so findet er sie in sich444 ,der ,christ und der ,anarchist - ,beide sind dcadents4 - ,aber auch wenn der ,christ die ,welt verurtheilt1 verleumdet1 beschmutzt1 so thut er es aus dem gleichen ,instinkte1 aus dem der socialistische ,arbeiter die ,gesellschaft verurtheilt1 verleumdet1 beschmutzt3 das jngste ,gericht selbst ist noch der ssse ,trost der ,rache - die ,revolution1 wie sie auch der socialistische ,arbeiter erwartet1 nur etwas ferner gedacht444 ,das ,jenseits selbst - wozu ein ,jenseits1 wenn es nicht ein ,mittel wre1 das ,diesseits zu beschmutzen8444 #ce4 ,kritik der ,dcadence-,moral4 ,eine altruistische ,moral1 eine ,moral1 bei der die ,selbstsucht verkmmert -1 bleibt unter allen ,umstnden ein schlechtes ,anzeichen4 ,dies gilt vom ,einzelnen1 dies gilt namentlich von ,vlkern4 ,es fehlt am ,besten1 wenn es an der ,selbstsucht zu fehlen beginnt4 ,instinktiv das ,sich-,schdliche whlen1 ,gelockt-werden durch uninteressirte ,motive giebt beinahe die ,formel ab fr dcadence4 ,nicht seinen ,nutzen suchen - das ist bloss das moralische ,feigenblatt fr eine ganz andere1 nmlich physiologische ,thatschlichkeit3 ich weiss meinen ,nutzen nicht mehr zu finden ,disgregation der ,instinkte6 - ,es ist zu ,ende mit ihm1 wenn der ,mensch altruistisch wird4 - ,statt naiv zu sagen1 ich bin nichts mehr werth1 sagt die ,moral ,lge im ,munde des dcadent3 ,nichts ist etwas werth1 - das ,leben ist nichts werth444 ,ein solches ,urtheil bleibt zuletzt eine grosse ,gefahr1 es wirkt ansteckend1 - auf dem ganzen morbiden ,boden der ,gesellschaft wuchert es bald zu tropischer ,begriffs-,vegetation empor1 bald als ,religion 7,christenthum71 bald als ,philosophie 7,schopenhauerei74 ,unter ,umstnden vergiftet eine solche aus ,fulniss gewachsene ,giftbaum-,vegetation mit ihrem ,dunste weithin1 auf ,jahrtausende hin das ,leben444 #cf4 ,moral fr rzte4 - ,der ,kranke ist ein ,parasit der ,gesellschaft4 ,in einem gewissen ,zustande ist es unanstndig1 noch lnger zu leben4 ,das ,fortvegetiren in feiger ,abhngigkeit von rzten und ,praktiken1 nachdem der ,sinn vom ,leben1 das ,recht zum ,leben verloren gegangen ist1 sollte bei der ,gesellschaft eine tiefe ,verachtung nach sich ziehn4 ,die rzte wiederum htten die ,vermittler dieser ,verachtung zu sein1 - nicht ,recepte1 sondern jeden ,tag eine neue ,dosis ,ekel vor ihrem ,patienten444 ,eine neue ,verantwortlichkeit schaffen1 die des ,arztes1 fr alle ,flle1 wo das hchste ,interesse des ,lebens1 des aufsteigenden ,lebens1 das rcksichtsloseste ,nieder- und ,beiseite-,drngen des entartenden ,lebens verlangt - zum ,beispiel fr das ,recht auf ,zeugung1 fr das ,recht1 geboren zu werden1 fr das ,recht1 zu leben444 ,auf eine stolze ,art sterben1 wenn es nicht mehr mglich ist1 auf eine stolze ,art zu leben4 ,der ,tod1 aus freien ,stcken gewhlt1 der ,tod zur rechten ,zeit1 mit ,helle und ,freudigkeit1 inmitten von ,kindern und ,zeugen vollzogen3 so dass ein wirkliches ,abschiednehmen noch mglich ist1 wo ,der noch da ist1 der sich verabschiedet1 insgleichen ein wirkliches ,abschtzen des ,erreichten und ,gewollten1 eine ,summirung des ,lebens - ,alles im ,gegensatz zu der erbrmlichen und schauderhaften ,komdie1 die das ,christenthum mit der ,sterbestunde getrieben hat4 ,man soll es dem ,christenthume nie vergessen1 dass es die ,schwche des ,sterbenden zu ,gewissens-,nothzucht1 dass es die ,art des ,todes selbst zu ,werth-,urtheilen ber ,mensch und ,vergangenheit gemissbraucht hat6 - ,hier gilt es1 allen ,feigheiten des ,vorurtheils zum ,trotz1 vor ,allem die richtige1 das heisst physiologische ,wrdigung des sogenannten natrlichen ,todes herzustellen3 der zuletzt auch nur ein unnatrlicher1 ein ,selbstmord ist4 ,man geht nie durch jemand ,anderes zu ,grunde1 als durch sich selbst4 ,nur ist es der ,tod unter den verchtlichsten ,bedingungen1 ein unfreier ,tod1 ein ,tod zur unrechten ,zeit1 ein ,feiglings ,tod4 ,man sollte1 aus ,liebe zum ,leben -1 den ,tod anders wollen1 frei1 bewusst1 ohne ,zufall1 ohne berfall444 ,endlich ein ,rath fr die ,herrn ,pessimisten und andere dcadents4 ,wir haben es nicht in der ,hand1 zu verhindern1 geboren zu werden3 aber wir knnen diesen ,fehler - denn bisweilen ist es ein ,fehler - wieder gut machen4 ,wenn man sich abschafft1 thut man die achtungswrdigste ,sache1 die es giebt3 man verdient beinahe damit1 zu leben444 ,die ,gesellschaft1 was sage ich6 ,das ,leben selber hat mehr ,vortheil davon1 als durch irgend welches ,leben in ,entsagung1 ,bleichsucht und andrer ,tugend -1 man hat die ,andern von seinem ,anblick befreit1 man hat das ,leben von einem ,einwand befreit444 ,der ,pessimismus1 pur1 vert1 beweist sich erst durch die ,selbst-,widerlegung der ,herrn ,pessimisten3 man muss einen ,schritt weiter gehn in seiner ,logik1 nicht bloss mit ,wille und ,vorstellung1 wie ,schopenhauer es that1 das ,leben verneinen -1 man muss ,schopenhauern zuerst verneinen444 ,der ,pessimismus1 anbei gesagt1 so ansteckend er ist1 vermehrt trotzdem nicht die ,krankhaftigkeit einer ,zeit1 eines ,geschlechts im ,ganzen3 er ist deren ,ausdruck4 ,man verfllt ihm1 wie man der ,cholera verfllt3 man muss morbid genug dazu schon angelegt sein4 ,der ,pessimismus selbst macht keinen einzigen dcadent mehr2 ich erinnere an das ,ergebniss der ,statistik1 dass die ,jahre1 in denen die ,cholera wthet1 sich in der ,gesammt-,ziffer der ,sterbeflle nicht von andern ,jahrgngen unterscheiden4 #cg4 ,ob wir moralischer geworden sind4 - ,gegen meinen ,begriff jenseits von ,gut und ,bse hat sich1 wie zu erwarten stand1 die ganze ,ferocitt der moralischen ,verdummung1 die bekanntlich in ,deutschland als die ,moral selber gilt -1 in's ,zeug geworfen3 ich htte artige ,geschichten davon zu erzhlen4 ,vor ,allem gab man mir die unleugbare berlegenheit unsrer ,zeit im sittlichen ,urtheil zu berdenken1 unsern wirklich hier gemachten ,fortschritt3 ein ,cesare ,borgia sei1 im ,vergleich mit uns1 durchaus nicht als ein hherer ,mensch1 als eine ,art bermensch1 wie ich es thue1 aufzustellen444 ,ein ,schweizer ,redakteur1 vom ,bund1 gieng so weit1 nicht ohne seine ,achtung vor dem ,muth zu solchem ,wagniss auszudrcken1 den ,sinn meines ,werks dahin zu verstehn1 dass ich mit demselben die ,abschaffung aller anstndigen ,gefhle beantragte4 ,sehr verbunden6 - ,ich erlaube mir1 als ,antwort1 die ,frage aufzuwerfen1 ob wir wirklich moralischer geworden sind4 ,dass alle ,welt das glaubt1 ist bereits ein ,einwand dagegen444 ,wir modernen ,menschen1 sehr zart1 sehr verletzlich und hundert ,rcksichten gebend und nehmend1 bilden uns in der ,that ein1 diese zrtliche ,menschlichkeit1 die wir darstellen1 diese erreichte ,einmthigkeit in der ,schonung1 in der ,hlfsbereitschaft1 im gegenseitigen ,vertrauen sei ein positiver ,fortschritt1 damit seien wir weit ber die ,menschen der ,renaissance hinaus4 ,aber so denkt jede ,zeit1 so muss sie denken4 ,gewiss ist1 dass wir uns nicht in ,renaissance-,zustnde hineinstellen drften1 nicht einmal hineindenken3 unsre ,nerven hielten jene ,wirklichkeit nicht aus1 nicht zu reden von unsern ,muskeln4 ,mit diesem ,unvermgen ist aber kein ,fortschritt bewiesen1 sondern nur eine andre1 eine sptere ,beschaffenheit1 eine schwchere1 zrtlichere1 verletzlichere1 aus der sich nothwendig eine rcksichtenreiche ,moral erzeugt4 ,denken wir unsre ,zartheit und ,sptheit1 unsre physiologische ,alterung weg1 so verlre auch unsre ,moral der ,vermenschlichung sofort ihren ,werth - an sich hat keine ,moral ,werth -3 sie wrde uns selbst ,geringschtzung machen4 ,zweifeln wir andrerseits nicht daran1 dass wir ,modernen mit unsrer dick wattirten ,humanitt1 die durchaus an keinen ,stein sich stossen ,will1 den ,zeitgenossen ,cesare ,borgia's eine ,komdie zum ,todtlachen abgeben wrden4 ,in der ,that1 wir sind ber die ,maassen unfreiwillig spasshaft1 mit unsren modernen ,tugenden444 ,die ,abnahme der feindseligen und misstrauenweckenden ,instinkte - und das wre ja unser ,fortschritt - stellt nur eine der ,folgen in der allgemeinen ,abnahme der ,vitalitt dar3 es kostet hundert ,mal mehr ,mhe1 mehr ,vorsicht1 ein so bedingtes1 so sptes ,dasein durchzusetzen4 ,da hilft man sich gegenseitig1 da ist ,jeder bis zu einem gewissen ,grade ,kranker und ,jeder ,krankenwrter4 ,das heisst dann ,tugend -3 unter ,menschen1 die das ,leben noch anders kannten1 voller1 verschwenderischer1 berstrmender1 htte man's anders genannt1 ,feigheit vielleicht1 ,erbrmlichkeit1 ,altweiber-,moral444 ,unsre ,milderung der ,sitten - das ist mein ,satz1 das ist1 wenn man will1 meine ,neuerung - ist eine ,folge des ,niedergangs2 die ,hrte und ,schrecklichkeit der ,sitte kann umgekehrt eine ,folge des berschusses von ,leben sein3 dann nmlich darf auch ,viel gewagt1 ,viel herausgefordert1 ,viel auch vergeudet werden4 ,was ,wrze ehedem des ,lebens war1 fr uns wre es ,gift444 ,indifferent zu sein - auch das ist eine ,form der ,strke - dazu sind wir gleichfalls zu alt1 zu spt3 unsre ,mitgefhls-,moral1 vor der ich als der ,erste gewarnt habe1 ,das1 was man l'impressionisme morale nennen knnte1 ist ein ,ausdruck mehr der physiologischen berreizbarkeit1 die ,allem1 was dcadent ist1 eignet4 ,jene ,bewegung1 die mit der ,mitleids-,moral ,schopenhauer's versucht hat1 sich wissenschaftlich vorzufhren - ein sehr unglcklicher ,versuch6 - ist die eigentliche dcadence-,bewegung in der ,moral1 sie ist als solche tief verwandt mit der christlichen ,moral4 ,die starken ,zeiten1 die vornehmen ,culturen sehen im ,mitleiden1 in der ,nchstenliebe1 im ,mangel an ,selbst und ,selbstgefhl etwas ,verchtliches4 - ,die ,zeiten sind zu messen nach ihren positiven ,krften - und dabei ergiebt sich jene so verschwenderische und verhngnissreiche ,zeit der ,renaissance als die letzte grosse ,zeit1 und wir1 wir ,modernen mit unsrer ngstlichen ,selbst-,frsorge und ,nchstenliebe1 mit unsren ,tugenden der ,arbeit1 der ,anspruchslosigkeit1 der ,rechtlichkeit1 der ,wissenschaftlichkeit - sammelnd1 konomisch1 machinal - als eine schwache ,zeit444 ,unsre ,tugenden sind bedingt1 sind herausgefordert durch unsre ,schwche444 ,die ,gleichheit1 eine gewisse thatschliche ,anhnlichung1 die sich in der ,theorie von gleichen ,rechten nur zum ,ausdruck bringt1 gehrt wesentlich zum ,niedergang3 die ,kluft zwischen ,mensch und ,mensch1 ,stand und ,stand1 die ,vielheit der ,typen1 der ,wille1 selbst zu sein1 sich abzuheben1 ,das1 was ich ,pathos der ,distanz nenne1 ist jeder starken ,zeit zu eigen4 ,die ,spannkraft1 die ,spannweite zwischen den ,extremen wird heute immer kleiner1 - die ,extreme selbst verwischen sich endlich bis zur hnlichkeit444 ,alle unsre politischen ,theorien und ,staats-,verfassungen1 das deutsche ,reich durchaus nicht ausgenommen1 sind ,folgerungen1 ,folge-,nothwendigkeiten des ,niedergangs2 die unbewusste ,wirkung der dcadence ist bis in die ,ideale einzelner ,wissenschaften hinein ,herr geworden4 ,mein ,einwand gegen die ganze ,sociologie in ,england und ,frankreich bleibt1 dass sie nur die ,verfalls-,gebilde der ,societt aus ,erfahrung kennt und vollkommen unschuldig die eigenen ,verfalls-,instinkte als ,norm des sociologischen ,werthurteils nimmt4 ,das niedergehende ,leben1 die ,abnahme aller organisirenden1 das heisst trennenden1 ,klfte aufreissenden1 unter- und berordnenden ,kraft formulirt sich in der ,sociologie von heute zum ,ideal444 ,unsre ,socialisten sind dcadents1 aber auch ,herr ,herbert ,spencer ist ein dcadent1 - er sieht im ,sieg des ,altruismus etwas ,wnschenswerthes6444 #ch4 ,mein ,begriff von ,freiheit4 - ,der ,werth einer ,sache liegt mitunter nicht in dem1 was man mit ihr erreicht1 sondern in dem1 was man fr sie bezahlt1 - was sie uns kostet4 ,ich gebe ein ,beispiel4 ,die liberalen ,institutionen hren alsbald auf1 liberal zu sein1 sobald sie erreicht sind3 es giebt spter keine rgeren und grndlicheren ,schdiger der ,freiheit1 als liberale ,institutionen4 ,man weiss ja1 was sie zu ,wege bringen3 sie unterminiren den ,willen zur ,macht1 sie sind die zur ,moral erhobene ,nivellirung von ,berg und ,tal1 sie machen klein1 feige und gensslich1 - mit ihnen triumphirt jedesmal das ,heerdenthier4 ,liberalismus3 auf deutsch ,heerden-,verthierung444 ,dieselben ,institutionen bringen1 so lange sie noch erkmpft werden1 ganz andere ,wirkungen hervor2 sie frdern dann in der ,that die ,freiheit auf eine mchtige ,weise4 ,genauer zugesehn1 ist es der ,krieg1 der diese ,wirkungen hervorbringt1 der ,krieg um liberale ,institutionen1 der als ,krieg die illiberalen ,instinkte dauern lsst4 ,und der ,krieg erzieht zur ,freiheit4 ,denn was ist ,freiheit6 ,dass man den ,willen zur ,selbstverantwortlichkeit hat4 ,dass man die ,distanz1 die uns abtrennt1 festhlt4 ,dass man gegen ,mhsal1 ,hrte1 ,entbehrung1 selbst gegen das ,leben gleichgltiger wird4 ,dass man bereit ist1 seiner ,sache ,menschen zu opfern1 sich selber nicht abgerechnet4 ,freiheit bedeutet1 dass die mnnlichen1 die kriegs- und siegsfrohen ,instinkte die ,herrschaft haben ber andre ,instinkte1 zum ,beispiel ber die des ,glcks4 ,der freigewordne ,mensch1 um wie viel mehr der freigewordne ,geist1 tritt mit ,fssen auf die verchtliche ,art von ,wohlbefinden1 von dem ,krmer1 ,christen1 ,khe1 ,weiber1 ,englnder und andre ,demokraten trumen4 ,der freie ,mensch ist ,krieger4 - ,wonach misst sich die ,freiheit1 bei ,einzelnen1 wie bei ,vlkern8 ,nach dem ,widerstand1 der berwunden werden muss1 nach der ,mhe1 die es kostet1 oben zu bleiben4 ,den hchsten ,typus freier ,menschen htte man dort zu suchen1 wo bestndig der hchste ,widerstand berwunden wird3 fnf ,schritt weit von der ,tyrannei1 dicht an der ,schwelle der ,gefahr der ,knechtschaft4 ,dies ist psychologisch wahr1 wenn man hier unter den ,tyrannen unerbittliche und furchtbare ,instinkte begreift1 die das ,maximum von ,autoritt und ,zucht gegen sich herausfordern - schnster ,typus ,julius ,caesar -2 dies ist auch politisch wahr1 man mache nur seinen ,gang durch die ,geschichte4 ,die ,vlker1 die ,etwas werth waren1 werth wurden1 wurden dies nie unter liberalen ,institutionen3 die grosse ,gefahr machte ,etwas aus ihnen1 das ,ehrfurcht verdient1 die ,gefahr1 die uns unsre ,hlfsmittel1 unsre ,tugenden1 unsre ,wehr und ,waffen1 unsern ,geist erst kennen lehrt1 - die uns zwingt1 stark zu sein444 ,erster ,grundsatz3 man muss es nthig haben1 stark zu sein3 sonst wird man's nie4 - ,jene grossen ,treibhuser fr starke1 fr die strkste ,art ,mensch1 die es bisher gegeben hat1 die aristokratischen ,gemeinwesen in der ,art von ,rom und ,venedig verstanden ,freiheit genau in dem ,sinne1 wie ich das ,wort ,freiheit verstehe3 als ,etwas1 das man hat und nicht hat1 das man will1 das man erobert444 #ci4 ,kritik der ,modernitt4 - ,unsre ,institutionen taugen nichts mehr3 darber ist man einmthig4 ,aber das liegt nicht an ihnen1 sondern an uns4 ,nachdem uns alle ,instinkte abhanden gekommen sind1 aus denen ,institutionen wachsen1 kommen uns ,institutionen berhaupt abhanden1 weil wir nicht mehr zu ihnen taugen4 ,demokratismus war jeder ,zeit die ,niedergangs-,form der organisirenden ,kraft3 ich habe schon in ,menschliches1 ,allzumenschliches #a1 #cah die moderne ,demokratie sammt ihren ,halbheiten1 wie deutsches ,reich1 als ,verfallsform des ,staats gekennzeichnet4 ,damit es ,institutionen giebt1 muss es eine ,art ,wille1 ,instinkt1 ,imperativ geben1 antiliberal bis zur ,bosheit3 den ,willen zur ,tradition1 zur ,autoritt1 zur ,verantwortlichkeit auf ,jahrhunderte hinaus1 zur ,solidaritt von ,geschlechter-,ketten vorwrts und rckwrts in infinitum4 ,ist dieser ,wille da1 so grndet sich ,etwas wie das imperium ,romanum3 oder wie ,russland1 die einzige ,macht1 die heute ,dauer im ,leibe hat1 die warten kann1 die ,etwas noch versprechen kann1 - ,russland der ,gegensatz-,begriff zu der erbrmlichen europischen ,kleinstaaterei und ,nervositt1 die mit der ,grndung des deutschen ,reichs in einen kritischen ,zustand eingetreten ist444 ,der ganze ,westen hat jene ,instinkte nicht mehr1 aus denen ,institutionen wachsen1 aus denen ,zukunft wchst3 seinem modernen ,geiste geht vielleicht ,nichts so sehr wider den ,strich4 ,man lebt fr heute1 man lebt sehr geschwind1 - man lebt sehr unverantwortlich3 dies gerade nennt man ,freiheit4 ,was aus ,institutionen ,institutionen macht1 wird verachtet1 gehasst1 abgelehnt3 man glaubt sich in der ,gefahr einer neuen ,sklaverei1 wo das ,wort ,autoritt auch nur laut wird4 ,so weit geht die dcadence im ,werth-,instinkte unsrer ,politiker1 unsrer politischen ,parteien3 sie ziehn instinktiv vor1 was auflst1 was das ,ende beschleunigt444 ,zeugniss die moderne ,ehe4 ,aus der modernen ,ehe ist ersichtlich alle ,vernunft abhanden gekommen3 das giebt aber keinen ,einwand gegen die ,ehe ab1 sondern gegen die ,modernitt4 ,die ,vernunft der ,ehe - sie lag in der juristischen ,alleinverantwortlichkeit des ,mannes3 damit hatte die ,ehe ,schwergewicht1 whrend sie heute auf beiden ,beinen hinkt4 ,die ,vernunft der ,ehe - sie lag in ihrer principiellen ,unlsbarkeit3 damit bekam sie einen ,accent1 der1 dem ,zufall von ,gefhl1 ,leidenschaft und ,augenblick gegenber1 sich ,gehr zu schaffen wusste4 ,sie lag insgleichen in der ,verantwortlichkeit der ,familien fr die ,auswahl der ,gatten4 ,man hat mit der wachsenden ,indulgenz zu ,gunsten der ,liebes-,heirath geradezu die ,grundlage der ,ehe1 ,das1 was erst aus ihr eine ,institution macht1 eliminirt4 ,man grndet eine ,institution nie und nimmermehr auf eine ,idiosynkrasie1 man grndet die ,ehe nicht1 wie gesagt1 auf die ,liebe1 - man grndet sie auf den ,geschlechtstrieb1 auf den ,eigenthumstrieb 7,weib und ,kind als ,eigenthum71 auf den ,herrschafts-,trieb1 der sich bestndig das kleinste ,gebilde der ,herrschaft1 die ,familie1 organisirt1 der ,kinder und ,erben braucht1 um ein erreichtes ,maass von ,macht1 ,einfluss1 ,reichthum auch physiologisch festzuhalten1 um lange ,aufgaben1 um ,instinkt-,solidaritt zwischen ,jahrhunderten vorzubereiten4 ,die ,ehe als ,institution begreift bereits die ,bejahung der grssten1 der dauerhaftesten ,organisationsform in sich3 wenn die ,gesellschaft selbst nicht als ,ganzes fr sich gutsagen kann bis in die fernsten ,geschlechter hinaus1 so hat die ,ehe berhaupt keinen ,sinn4 - ,die moderne ,ehe verlor ihren ,sinn1 - folglich schafft man sie ab4 - #dj4 ,die ,arbeiter-,frage4 - ,die ,dummheit1 im ,grunde die ,instinkt-,entartung1 welche heute die ,ursache aller ,dummheiten ist1 liegt darin1 dass es eine ,arbeiter-,frage giebt4 ber gewisse ,dinge fragt man nicht3 erster ,imperativ des ,instinktes4 - ,ich sehe durchaus nicht ab1 was man mit dem europischen ,arbeiter machen will1 nachdem man erst eine ,frage aus ihm gemacht hat4 ,er befindet sich viel zu gut1 um nicht ,schritt fr ,schritt mehr zu fragen1 unbescheidner zu fragen4 ,er hat zuletzt die grosse ,zahl fr sich4 ,die ,hoffnung ist vollkommen vorber1 dass hier sich eine bescheidene und selbstgengsame ,art ,mensch1 ein ,typus ,chinese zum ,stande herausbilde3 und dies htte ,vernunft gehabt1 dies wre geradezu eine ,nothwendigkeit gewesen4 ,was hat man gethan8 - ,alles1 um auch die ,voraussetzung dazu im ,keime zu vernichten1 - man hat die ,instinkte1 vermge deren ein ,arbeiter als ,stand mglich1 sich selber mglich wird1 durch die unverantwortlichste ,gedankenlosigkeit in ,grund und ,boden zerstrt4 ,man hat den ,arbeiter militrtchtig gemacht1 man hat ihm das ,coalitions-,recht1 das politische ,stimmrecht gegeben3 was ,wunder1 wenn der ,arbeiter seine ,existenz heute bereits als ,nothstand 7moralisch ausgedrckt als ,unrecht -7 empfindet8 ,aber was will man8 nochmals gefragt4 ,will man einen ,zweck1 muss man auch die ,mittel wollen3 will man ,sklaven1 so ist man ein ,narr1 wenn man sie zu ,herrn erzieht4 - #da4 ,freiheit1 die ich nicht meine444 ,in solchen ,zeiten1 wie heute1 seinen ,instinkten berlassen sein1 ist ein ,verhngniss mehr4 ,diese ,instinkte widersprechen1 stren sich1 zerstren sich unter einander2 ich definirte das ,moderne bereits als den physiologischen ,selbst-,widerspruch4 ,die ,vernunft der ,erziehung wrde wollen1 dass unter einem eisernen ,drucke wenigstens ,eins dieser ,instinkt-,systeme paralysirt wrde1 um einem andren zu erlauben1 zu ,krften zu kommen1 stark zu werden1 ,herr zu werden4 ,heute msste man das ,individuum erst mglich machen1 indem man dasselbe beschneidet3 mglich1 das heisst ganz444 ,das ,umgekehrte geschieht3 der ,anspruch auf ,unabhngigkeit1 auf freie ,entwicklung1 auf laisser aller wird gerade von ,denen am hitzigsten gemacht1 fr die kein ,zgel zu streng wre - dies gilt in politicis1 dies gilt in der ,kunst4 ,aber das ist ein ,symptom der dcadence3 unser moderner ,begriff ,freiheit ist ein ,beweis von ,instinkt-,entartung mehr4 - #db4 ,wo ,glaube noth thut4 - ,nichts ist seltner unter ,moralisten und ,heiligen als ,rechtschaffenheit2 vielleicht sagen sie das ,gegentheil1 vielleicht glauben sie es selbst4 ,wenn nmlich ein ,glaube ntzlicher1 wirkungsvoller1 berzeugender ist1 als die bewusste ,heuchelei1 so wird1 aus ,instinkt1 die ,heuchelei alsbald zur ,unschuld3 erster ,satz zum ,verstndniss grosser ,heiliger4 ,auch bei den ,philosophen1 einer andren ,art von ,heiligen1 bringt es das ganze ,handwerk mit sich1 dass sie nur gewisse ,wahrheiten zulassen3 nmlich solche1 auf die hin ihr ,handwerk die ffentliche ,sanktion hat1 - ,kantisch geredet1 ,wahrheiten der praktischen ,vernunft4 ,sie wissen1 was sie beweisen mssen1 darin sind sie praktisch1 - sie erkennen sich unter einander daran1 dass sie ber die ,wahrheiten bereinstimmen4 - ,du sollst nicht lgen - auf deutsch3 hten ,sie sich1 mein ,herr ,philosoph1 die ,wahrheit zu sagen444 #dc4 ,den ,conservativen in's ,ohr gesagt4 - ,was man frher nicht wusste1 was man heute weiss1 wissen knnte -1 eine ,rckbildung1 eine ,umkehr in irgend welchem ,sinn und ,grade ist gar nicht mglich4 ,wir ,physiologen wenigstens wissen das4 ,aber alle ,priester und ,moralisten haben daran geglaubt1 - sie wollten die ,menschheit auf ein frheres ,maass von ,tugend zurckbringen1 zurckschrauben4 ,moral war immer ein ,prokrustes-,bett4 ,selbst die ,politiker haben es darin den ,tugendpredigern nachgemacht3 es giebt auch heute noch ,parteien1 die als ,ziel den ,krebsgang aller ,dinge trumen4 ,aber es steht ,niemandem frei1 ,krebs zu sein4 ,es hilft nichts3 man muss vorwrts1 will sagen ,schritt fr ,schritt weiter in der dcadence 7- dies meine ,definition des modernen ,fortschritts444 74 ,man kann diese ,entwicklung hemmen und1 durch ,hemmung1 die ,entartung selber stauen1 aufsammeln1 vehementer und pltzlicher machen3 mehr kann man nicht4 - #dd4 ,mein ,begriff vom ,genie4 - ,grosse ,mnner sind wie grosse ,zeiten ,explosiv-,stoffe1 in denen eine ungeheure ,kraft aufgehuft ist2 ihre ,voraussetzung ist immer1 historisch und physiologisch1 dass lange auf sie hin gesammelt1 gehuft1 gespart und bewahrt worden ist1 - dass lange keine ,explosion stattfand4 ,ist die ,spannung in der ,masse zu gross geworden1 so gengt der zuflligste ,reiz1 das ,genie1 die ,that1 das grosse ,schicksal in die ,welt zu rufen4 ,was liegt dann an ,umgebung1 an ,zeitalter1 an ,zeitgeist1 an ffentlicher ,meinung6 - ,man nehme den ,fall ,napoleon's4 ,das ,frankreich der ,revolution1 und noch mehr das der ,vorrevolution1 wrde aus sich den entgegengesetzten ,typus1 als der ,napoleon's ist1 hervorgebracht haben3 es hat ihn auch hervorgebracht4 ,und weil ,napoleon anders war1 ,erbe einer strkeren1 lngeren1 lteren ,civilisation als die1 welche in ,frankreich in ,dampf und ,stcke gieng1 wurde er hier ,herr1 war er allein hier ,herr4 ,die grossen ,menschen sind nothwendig1 die ,zeit1 in der sie erscheinen1 ist zufllig2 dass sie fast immer ber dieselbe ,herr werden1 liegt nur darin1 dass sie strker1 dass sie lter sind1 dass lnger auf sie hin gesammelt worden ist4 ,zwischen einem ,genie und seiner ,zeit besteht ein ,verhltniss1 wie zwischen stark und schwach1 auch wie zwischen alt und jung3 die ,zeit ist relativ immer viel jnger1 dnner1 unmndiger1 unsicherer1 kindischer4 - ,dass man hierber in ,frankreich heute sehr anders denkt 7in ,deutschland auch3 aber daran liegt nichts71 dass dort die ,theorie vom milieu1 eine wahre ,neurotiker-,theorie1 sakrosankt und beinahe wissenschaftlich geworden ist und bis unter die ,physiologen ,glauben findet1 das riecht nicht gut1 das macht ,einem traurige ,gedanken4 - ,man versteht es auch in ,england nicht anders1 doch darber wird sich kein ,mensch betrben4 ,dem ,englnder stehen nur zwei ,wege offen1 sich mit dem ,genie und grossen ,manne abzufinden3 entweder demokratisch in der ,art ,buckle's oder religis in der ,art ,carlyle's4 - ,die ,gefahr1 die in grossen ,menschen und ,zeiten liegt1 ist ausser ordentlich2 die ,erschpfung jeder ,art1 die ,sterilitt folgt ihnen auf dem ,fusse4 ,der grosse ,mensch ist ein ,ende2 die grosse ,zeit1 die ,renaissance zum ,beispiel1 ist ein ,ende4 ,das ,genie - in ,werk1 in ,that - ist nothwendig ein ,verschwender3 dass es sich ausgiebt1 ist seine ,grsse444 ,der ,instinkt der ,selbsterhaltung ist gleichsam ausgehngt2 der bergewaltige ,druck der ausstrmenden ,krfte verbietet ihm jede solche ,obhut und ,vorsicht4 ,man nennt das ,aufopferung2 man rhmt seinen ,heroismus darin1 seine ,gleichgltigkeit gegen das eigne ,wohl1 seine ,hingebung fr eine ,idee1 eine grosse ,sache1 ein ,vaterland3 ,alles ,missverstndnisse444 ,er strmt aus1 er strmt ber1 er verbraucht sich1 er schont sich nicht1 - mit ,fatalitt1 verhngnissvoll1 unfreiwillig1 wie das ,ausbrechen eines ,flusses ber seine ,ufer unfreiwillig ist4 ,aber weil man solchen ,explosiven viel verdankt1 hat man ihnen auch viel dagegen geschenkt1 zum ,beispiel eine ,art hherer ,moral444 ,das ist ja die ,art der menschlichen ,dankbarkeit3 sie missversteht ihre ,wohlthter4- #de4 ,der ,verbrecher und was ihm verwandt ist4 - ,der ,verbrecher-,typus1 das ist der ,typus des starken ,menschen unter ungnstigen ,bedingungen1 ein krank gemachter starker ,mensch4 ,ihm fehlt die ,wildniss1 eine gewisse freiere und gefhrlichere ,natur und ,daseinsform1 in der ,alles1 was ,waffe und ,wehr im ,instinkt des starken ,menschen ist1 zu ,recht besteht4 ,seine ,tugenden sind von der ,gesellschaft in ,bann gethan2 seine lebhaftesten ,triebe1 die er mitgebracht hat1 verwachsen alsbald mit den niederdrckenden ,affekten1 mit dem ,verdacht1 der ,furcht1 der ,unehre4 ,aber dies ist beinahe das ,recept zur physiologischen ,entartung4 ,wer ,das1 was er am besten kann1 am liebsten thte1 heimlich thun muss1 mit langer ,spannung1 ,vorsicht1 ,schlauheit1 wird anmisch2 und weil er immer nur ,gefahr1 ,verfolgung1 ,verhngniss von seinen ,instinkten her erntet1 verkehrt sich auch sein ,gefhl gegen diese ,instinkte - er fhlt sie fatalistisch4 ,die ,gesellschaft ist es1 unsre zahme1 mittelmssige1 verschnittene ,gesellschaft1 in der ein naturwchsiger ,mensch1 der vom ,gebirge her oder aus den ,abenteuern des ,meeres kommt1 nothwendig zum ,verbrecher entartet4 ,oder beinahe nothwendig3 denn es giebt ,flle1 wo ein solcher ,mensch sich strker erweist als die ,gesellschaft3 der ,corse ,napoleon ist der berhmteste ,fall4 ,fr das ,problem1 das hier vorliegt1 ist das ,zeugniss ,dostoiewsky's von ,belang - ,dostoiewsky's1 des einzigen ,psychologen1 anbei gesagt1 von dem ich ,etwas zu lernen hatte3 er gehrt zu den schnsten ,glcksfllen meines ,lebens1 mehr selbst noch als die ,entdeckung ,stendhal's4 ,dieser tiefe ,mensch1 der zehn ,mal ,recht hatte1 die oberflchlichen ,deutschen gering zu schtzen1 hat die sibirischen ,zuchthusler1 in deren ,mitte er lange lebte1 lauter schwere ,verbrecher1 fr die es keinen ,rckweg zur ,gesellschaft mehr gab1 sehr anders empfunden als er selbst erwartete - ungefhr als aus dem besten1 hrtesten und werthvollsten ,holze geschnitzt1 das auf russischer ,erde berhaupt wchst4 ,verallgemeinern wir den ,fall des ,verbrechers3 denken wir uns ,naturen1 denen1 aus irgend einem ,grunde1 die ffentliche ,zustimmung fehlt1 die wissen1 dass sie nicht als wohlthtig1 als ntzlich empfunden werden1 - jenes ,tschandala-,gefhl1 dass man nicht als gleich gilt1 sondern als ausgestossen1 unwrdig1 verunreinigend4 ,alle solche ,naturen haben die ,farbe des ,unterirdischen auf ,gedanken und ,handlungen2 an ihnen wird ,jegliches bleicher als an ,solchen1 auf deren ,dasein das ,tageslicht ruht4 ,aber fast alle ,existenzformen1 die wir heute auszeichnen1 haben ehemals unter dieser halben ,grabesluft gelebt3 der wissenschaftliche ,charakter1 der ,artist1 das ,genie1 der freie ,geist1 der ,schauspieler1 der ,kaufmann1 der grosse ,entdecker444 ,so lange der ,priester als oberster ,typus galt1 war jede werthvolle ,art ,mensch entwerthet444 ,die ,zeit kommt - ich verspreche das - wo er als der niedrigste gelten wird1 als unser ,tschandala1 als die verlogenste1 als die unanstndigste ,art ,mensch444 ,ich richte die ,aufmerksamkeit darauf1 wie noch jetzt1 unter dem mildesten ,regiment der ,sitte1 das je auf ,erden1 zum ,mindesten in ,europa1 geherrscht hat1 jede ,abseitigkeit1 jedes lange1 allzulange ,unterhalb1 jede ungewhnliche1 undurchsichtige ,daseinsform jenem ,typus nahe bringt1 den der ,verbrecher vollendet4 ,alle ,neuerer des ,geistes haben eine ,zeit das fahle und fatalistische ,zeichen des ,tschandala auf der ,stirn3 nicht1 weil sie so empfunden wrden1 sondern weil sie selbst die furchtbare ,kluft fhlen1 die sie von allem ,herkmmlichen und in ,ehren ,stehenden trennt4 ,fast jedes ,genie kennt als eine seiner ,entwicklungen die catilinarische ,existenz1 ein ,hass-1 ,rache- und ,aufstands-,gefhl gegen ,alles1 was schon ist1 was nicht mehr wird444 ,catilina - die ,prexistenz-,form jedes ,caesar4 - #df4 ,hier ist die ,aussicht frei4 - ,es kann ,hhe der ,seele sein1 wenn ein ,philosoph schweigt2 es kann ,liebe sein1 wenn er sich widerspricht2 es ist eine ,hflichkeit des ,erkennenden mglich1 welche lgt4 ,man hat nicht ohne ,feinheit gesagt3 il est indigne des grands coeurs de rpandre le trouble1 qu'ils ressentent3 nur muss man hinzufgen1 dass vor dem ,unwrdigsten sich nicht zu frchten ebenfalls ,grsse der ,seele sein kann4 ,ein ,weib1 das liebt1 opfert seine ,ehre2 ein ,erkennender1 welcher liebt1 opfert vielleicht seine ,menschlichkeit2 ein ,gott1 welcher liebte1 ward ,jude444 #dg4 ,die ,schnheit kein ,zufall4 - ,auch die ,schnheit einer ,rasse oder ,familie1 ihre ,anmuth und ,gte in allen ,gebrden wird erarbeitet3 sie ist1 gleich dem ,genie1 das ,schlussergebniss der accumulirten ,arbeit von ,geschlechtern4 ,man muss dem guten ,geschmacke grosse ,opfer gebracht haben1 man muss um seinetwillen ,vieles gethan1 ,vieles gelassen haben - das siebzehnte ,jahrhundert ,frankreichs ist bewunderungswrdig in ,beidem -1 man muss in ihm ein ,princip der ,wahl1 fr ,gesellschaft1 ,ort1 ,kleidung1 ,geschlechtsbefriedigung gehabt haben1 man muss ,schnheit dem ,vortheil1 der ,gewohnheit1 der ,meinung1 der ,trgheit vorgezogen haben4 ,oberste ,richtschnur3 man muss sich auch vor sich selber nicht gehen lassen4 - ,die guten ,dinge sind ber die ,maassen kostspielig3 und immer gilt das ,gesetz1 dass wer sie hat1 ein ,andrer ist1 als wer sie erwirbt4 ,alles ,gute ist ,erbschaft3 was nicht ererbt ist1 ist unvollkommen1 ist ,anfang444 ,in ,athen waren zur ,zeit ,cicero's1 der darber seine berraschung ausdrckt1 die ,mnner und ,jnglinge bei weitem den ,frauen an ,schnheit berlegen3 aber welche ,arbeit und ,anstrengung im ,dienste der ,schnheit hatte daselbst das mnnliche ,geschlecht seit ,jahrhunderten von sich verlangt6 - ,man soll sich nmlich ber die ,methodik hier nicht vergreifen3 eine blosse ,zucht von ,gefhlen und ,gedanken ist beinahe ,null 7- hier liegt das grosse ,missverstndniss der deutschen ,bildung1 die ganz illusorisch ist73 man muss den ,leib zuerst berreden4 ,die strenge ,aufrechterhaltung bedeutender und gewhlter ,gebrden1 eine ,verbindlichkeit1 nur mit ,menschen zu leben1 die sich nicht gehen lassen1 gengt vollkommen1 um bedeutend und gewhlt zu werden3 in zwei1 drei ,geschlechtern ist bereits ,alles verinnerlicht4 ,es ist entscheidend ber das ,loos von ,volk und ,menschheit1 dass man die ,cultur an der rechten ,stelle beginnt - nicht an der ,seele 7wie es der verhngnissvolle ,aberglaube der ,priester und ,halb-,priester war73 die rechte ,stelle ist der ,leib1 die ,gebrde1 die ,dit1 die ,physiologie1 der ,rest folgt daraus444 ,die ,griechen bleiben deshalb das erste ,cultur-,ereigniss der ,geschichte - sie wussten1 sie thaten1 was ,noth that2 das ,christenthum1 das den ,leib verachtete1 war bisher das grsste ,unglck der ,menschheit4 - #dh4 ,fortschritt in meinem ,sinne4 - ,auch ich rede von ,rckkehr zur ,natur1 obwohl es eigentlich nicht ein ,zurckgehn1 sondern ein ,hinaufkommen ist - hinauf in die hohe1 freie1 selbst furchtbare ,natur und ,natrlichkeit1 eine solche1 die mit grossen ,aufgaben spielt1 spielen darf 44 ,um es im ,gleichniss zu sagen3 ,napoleon war ein ,stck ,rckkehr zur ,natur1 so wie ich sie verstehe 7zum ,beispiel in rebus tacticis1 noch mehr1 wie die ,militrs wissen1 im ,strategischen74 - ,aber ,rousseau - wohin wollte der eigentlich zurck8 ,rousseau1 dieser erste moderne ,mensch1 ,idealist und canaille in ,einer ,person2 der die moralische ,wrde nthig hatte1 um seinen eignen ,aspekt auszuhalten2 krank vor zgelloser ,eitelkeit und zgelloser ,selbstverachtung4 ,auch diese ,missgeburt1 welche sich an die ,schwelle der neuen ,zeit gelagert hat1 wollte ,rckkehr zur ,natur - wohin1 nochmals gefragt1 wollte ,rousseau zurck8 - ,ich hasse ,rousseau noch in der ,revolution3 sie ist der welthistorische ,ausdruck fr diese ,doppelheit von ,idealist und canaille4 ,die blutige farce1 mit der sich diese ,revolution abspielte1 ihre ,immoralitt1 geht mich wenig an3 was ich hasse1 ist ihre ,rousseau'sche ,moralitt - die sogenannten ,wahrheiten der ,revolution1 mit denen sie immer noch wirkt und alles ,flache und ,mittelmssige zu sich berredet4 ,die ,lehre von der ,gleichheit6444 ,aber es giebt gar kein giftigeres ,gift3 denn sie scheint von der ,gerechtigkeit selbst gepredigt1 whrend sie das ,ende der ,gerechtigkeit ist444 ,den ,gleichen ,gleiches1 den ,ungleichen ,ungleiches - das wre die wahre ,rede der ,gerechtigkeit3 und1 was daraus folgt1 ,ungleiches niemals gleich machen4 - ,dass es um jene ,lehre von der ,gleichheit herum so schauerlich und blutig zu gieng1 hat dieser modernen ,idee par excellence eine ,art ,glorie und ,feuerschein gegeben1 so dass die ,revolution als ,schauspiel auch die edelsten ,geister verfhrt hat4 ,das ist zuletzt kein ,grund1 sie mehr zu achten4 - ,ich sehe nur ,einen1 der sie empfand1 wie sie empfunden werden muss1 mit ,ekel - ,goethe444 #di4 ,goethe - kein deutsches ,ereigniss1 sondern ein europisches3 ein grossartiger ,versuch1 das achtzehnte ,jahrhundert zu berwinden durch eine ,rckkehr zur ,natur1 durch ein ,hinaufkommen zur ,natrlichkeit der ,renaissance1 eine ,art ,selbstberwindung von ,seiten dieses ,jahrhunderts4 - ,er trug dessen strkste ,instinkte in sich3 die ,gefhlsamkeit1 die ,natur-,idolatrie1 das ,antihistorische1 das ,idealistische1 das ,unreale und ,revolutionre 7- letzteres ist nur eine ,form des ,unrealen74 ,er nahm die ,historie1 die ,naturwissenschaft1 die ,antike1 insgleichen ,spinoza zu ,hlfe1 vor ,allem die praktische ,thtigkeit2 er umstellte sich mit lauter geschlossenen ,horizonten2 er lste sich nicht vom ,leben ab1 er stellte sich hinein2 er war nicht verzagt und nahm so viel als mglich auf sich1 ber sich1 in sich4 ,was er ,wollte1 das war ,totalitt2 er bekmpfte das ,auseinander von ,vernunft1 ,sinnlichkeit1 ,gefhl1 ,wille 7- in abschreckendster ,scholastik durch ,kant gepredigt1 den ,antipoden ,goethe's71 er disciplinirte sich zur ,ganzheit1 er schuf sich444 ,goethe war1 inmitten eines unreal gesinnten ,zeitalters1 ein berzeugter ,realist3 er sagte ja zu ,allem1 was ihm hierin verwandt war1 - er hatte kein grsseres ,erlebniss als jenes ens realissimum1 genannt ,napoleon4 ,goethe concipirte einen starken1 hochgebildeten1 in aller ,leiblichkeiten geschickten1 sich selbst im ,zaume habenden1 vor sich selber ehrfrchtigen ,menschen1 der sich den ganzen ,umfang und ,reichthum der ,natrlichkeit zu gnnen wagen darf1 der stark genug zu dieser ,freiheit ist2 den ,menschen der ,toleranz1 nicht aus ,schwche1 sondern aus ,strke1 weil er ,das1 woran die durchschnittliche ,natur zu ,grunde gehn wrde1 noch zu seinem ,vortheile zu brauchen weiss2 den ,menschen1 fr den es nichts ,verbotenes mehr giebt1 es sei denn die ,schwche1 heisse sie nun ,laster oder ,tugend444 ,ein solcher freigewordner ,geist steht mit einem freudigen und vertrauenden ,fatalismus mitten im ,all1 im ,glauben1 dass nur das ,einzelne verwerflich ist1 dass im ,ganzen sich ,alles erlst und bejaht - er verneint nicht mehr444 ,aber ein solcher ,glaube ist der hchste aller mglichen ,glauben3 ich habe ihn auf den ,namen des ,dionysos getauft4 - #ej4 ,man knnte sagen1 dass in gewissem ,sinne das neunzehnte ,jahrhundert ,das alles auch erstrebt hat1 was ,goethe als ,person erstrebte3 eine ,universalitt im ,verstehn1 im ,gutheissen1 ein ,ansich-heran-kommen-lassen von ,jedwedem1 einen verwegnen ,realismus1 eine ,ehrfurcht vor allem ,thatschlichen4 ,wie kommt es1 dass das ,gesammt-,ergebniss kein ,goethe1 sondern ein ,chaos ist1 ein nihilistisches ,seufzen1 ein ,nicht-wissen-wo-aus-noch-ein1 ein ,instinkt von ,ermdung1 der in praxi fortwhrend dazu treibt1 zum achtzehnten ,jahrhundert zurckzugreifen8 7- zum ,beispiel als ,gefhls-,romantik1 als ,altruismus und ,hyper-,sentimentalitt1 als ,femininismus im ,geschmack1 als ,socialismus in der ,politik47 ,ist nicht das neunzehnte ,jahrhundert1 zumal in seinem ,ausgange1 bloss ein verstrktes verrohtes achtzehntes ,jahrhundert1 das heisst ein dcadence-,jahrhundert8 ,so dass ,goethe nicht bloss fr ,deutschland1 sondern fr ganz ,europa bloss ein ,zwischenfall1 ein schnes ,umsonst gewesen wre8 - ,aber man missversteht grosse ,menschen1 wenn man sie aus der armseligen ,perspektive eines ffentlichen ,nutzens ansieht4 ,dass man keinen ,nutzen aus ihnen zu ziehn weiss1 das gehrt selbst vielleicht zur ,grsse444 #ea4 ,goethe ist der letzte ,deutsche1 vor dem ich ,ehrfurcht habe3 er htte drei ,dinge empfunden1 die ich empfinde1 - auch verstehen wir uns ber das ,kreuz444 ,man fragt mich fter1 wozu ich eigentlich deutsch schriebe3 nirgendswo wrde ich schlechter gelesen1 als im ,vaterlande4 ,aber wer weiss zuletzt1 ob ich auch nur wnsche1 heute gelesen zu werden8 - ,dinge schaffen1 an denen umsonst die ,zeit ihre ,zhne versucht2 der ,form nach1 der ,substanz nach um eine kleine ,unsterblichkeit bemht sein - ich war noch nie bescheiden genug1 weniger von mir zu verlangen4 ,der ,aphorismus1 die ,sentenz1 in denen ich als der ,erste unter ,deutschen ,meister bin1 sind die ,formen der ,ewigkeit2 mein ,ehrgeiz ist1 in zehn ,stzen zu sagen1 was jeder ,andre in einem ,buche sagt1 - was jeder ,andre in einem ,buche nicht sagt444 ,ich habe der ,menschheit das tiefste ,buch gegeben1 das sie besitzt1 meinen ,zarathustra3 ich gebe ihr ber kurzem das unabhngigste4 - ,was ich den ,alten verdanke4 #a4 ,zum ,schluss ein ,wort ber jene ,welt1 zu der ich ,zugnge gesucht1 zu der ich vielleicht einen neuen ,zugang gefunden habe - die alte ,welt4 ,mein ,geschmack1 der der ,gegensatz eines duldsamen ,geschmacks sein mag1 ist auch hier fern davon1 in ,bausch und ,bogen ja zu sagen3 er sagt berhaupt nicht gern ja1 lieber noch ,nein1 am allerliebsten gar nichts444 ,das gilt von ganzen ,culturen1 das gilt von ,bchern1 - es gilt auch von ,orten und ,landschaften4 ,im ,grunde ist es eine ganz kleine ,anzahl antiker ,bcher1 die in meinem ,leben mitzhlen2 die berhmtesten sind nicht darunter4 ,mein ,sinn fr ,stil1 fr das ,epigramm als ,stil erwachte fast augenblicklich bei der ,berhrung mit ,sallust4 ,ich habe das ,erstaunen meines verehrten ,lehrers ,corssen nicht vergessen1 als er seinem schlechtesten ,lateiner die allererste ,censur geben musste -1 ich war mit ,einem ,schlage fertig4 ,gedrngt1 streng1 mit so viel ,substanz als mglich auf dem ,grunde1 eine kalte ,bosheit gegen das schne ,wort1 auch das schne ,gefhl - daran errieth ich mich4 ,man wird1 bis in meinen ,zarathustra hinein1 eine sehr ernsthafte ,ambition nach rmischem ,stil1 nach dem aere perennius im ,stil bei mir wiedererkennen4 - ,nicht anders ergieng es mir bei der ersten ,berhrung mit ,horaz4 ,bis heute habe ich an keinem ,dichter dasselbe artistische ,entzcken gehabt1 das mir von ,anfang an eine ,horazische ,ode gab4 ,in gewissen ,sprachen ist ,das1 was hier erreicht ist1 nicht einmal zu wollen4 ,dies ,mosaik von ,worten1 wo jedes ,wort als ,klang1 als ,ort1 als ,begriff1 nach rechts und links und ber das ,ganze hin seine ,kraft ausstrmt1 dies minimum in ,umfang und ,zahl der ,zeichen1 dies damit erzielte maximum in der ,energie der ,zeichen - das ,alles ist rmisch und1 wenn man mir glauben will1 vornehm par excellence4 ,der ganze ,rest von ,poesie wird dagegen etwas zu ,populres1 - eine blosse ,gefhls-,geschwtzigkeit444 #b4 ,den ,griechen verdanke ich durchaus keine verwandt starken ,eindrcke2 und1 um es geradezu herauszusagen1 sie knnen uns nicht sein1 was die ,rmer sind4 ,man lernt nicht von den ,griechen - ihre ,art ist zu fremd1 sie ist auch zu flssig1 um imperativisch1 um klassisch zu wirken4 ,wer htte je an einem ,griechen schreiben gelernt6 ,wer htte es je ohne die ,rmer gelernt6444 ,man wende mir ja nicht ,plato ein4 ,im ,verhltniss zu ,plato bin ich ein grndlicher ,skeptiker und war stets ausser ,stande1 in die ,bewunderung des ,artisten ,plato1 die unter ,gelehrten herkmmlich ist1 einzustimmen4 ,zuletzt habe ich hier die raffinirtesten ,geschmacksrichter unter den ,alten selbst auf meiner ,seite4 ,plato wirft1 wie mir scheint1 alle ,formen des ,stils durcheinander1 er ist damit ein erster dcadent des ,stils3 er hat etwas hnliches auf dem ,gewissen1 wie die ,cyniker1 die die satura ,menippea erfanden4 ,dass der ,platonische ,dialog1 diese entsetzlich selbstgefllige und kindliche ,art ,dialektik1 als ,reiz wirken knne1 dazu muss man nie gute ,franzosen gelesen haben1 - ,fontenelle zum ,beispiel4 ,plato ist langweilig4 - ,zuletzt geht mein ,misstrauen bei ,plato in die ,tiefe3 ich finde ihn so abgeirrt von allen ,grundinstinkten der ,hellenen1 so vermoralisirt1 so prexistent-christlich - er hat bereits den ,begriff gut als obersten ,begriff -1 dass ich von dem ganzen ,phnomen ,plato eher das harte ,wort hherer ,schwindel oder1 wenn man's lieber hrt1 ,idealismus - als irgend ein andres gebrauchen mchte4 ,man hat theuer dafr bezahlt1 dass dieser ,athener bei den gyptern in die ,schule gieng 7- oder bei den ,juden in ,agypten84447 ,im grossen ,verhngniss des ,christenthums ist ,plato jene ,ideal genannte ,zweideutigkeit und ,fascination1 die den edleren ,naturen des ,alterthums es mglich machte1 sich selbst misszuverstehn und die ,brcke zu betreten1 die zum ,kreuz fhrte444 ,und wie viel ,plato ist noch im ,begriff ,kirche1 in ,bau1 ,system1 ,praxis der ,kirche6 - ,meine ,erholung1 meine ,vorliebe1 meine ,kur von allem ,platonismus war zu jeder ,zeit ,thukydides4 ,thukydides und1 vielleicht1 der principe ,machiavell's sind mir selber am meisten verwandt durch den unbedingten ,willen1 sich ,nichts vorzumachen und die ,vernunft in der ,realitt zu sehn1 - nicht in der ,vernunft1 noch weniger in der ,moral444 ,von der jmmerlichen ,schnfrberei der ,griechen in's ,ideal1 die der klassisch gebildete ,jngling als ,lohn fr seine ,gymnasial-,dressur in's ,leben davontrgt1 kurirt ,nichts so grndlich als ,thukydides4 ,man muss ihn ,zeile fr ,zeile umwenden und seine ,hintergedanken so deutlich ablesen wie seine ,worte3 es giebt wenige so hintergedankenreiche ,denker4 ,in ihm kommt die ,sophisten-,cultur1 will sagen die ,realisten-,cultur1 zu ihrem vollendeten ,ausdruck3 diese unschtzbare ,bewegung inmitten des eben allerwrts losbrechenden ,moral- und ,ideal-,schwindels der sokratischen ,schulen4 ,die griechische ,philosophie als die dcadence des griechischen ,instinkts2 ,thukydides als die grosse ,summe1 die letzte ,offenbarung jener starken1 strengen1 harten ,thatschlichkeit1 die dem lteren ,hellenen im ,instinkte lag4 ,der ,muth vor der ,realitt unterscheidet zuletzt solche ,naturen wie ,thukydides und ,plato3 ,plato ist ein ,feigling vor der ,realitt1 - folglich flchtet er in's ,ideal2 ,thukydides hat sich in der ,gewalt1 folglich behlt er auch die ,dinge in der ,gewalt444 #c4 ,in den ,griechen schne ,seelen1 goldene ,mitten und andre ,vollkommenheiten auszuwittern1 etwa an ihnen die ,ruhe in der ,grsse1 die ideale ,gesinnung1 die hohe ,einfalt bewundern - vor dieser hohen ,einfalt1 einer niaiserie allemande zu guterletzt1 war ich durch den ,psychologen behtet1 den ich in mir trug4 ,ich sah ihren strksten ,instinkt1 den ,willen zur ,macht1 ich sah sie zittern vor der unbndigen ,gewalt dieses ,triebs1 - ich sah alle ihre ,institutionen wachsen aus ,schutzmaassregeln1 um sich vor einander gegen ihren inwendigen ,explosivstoff sicher zu stellen4 ,die ungeheure ,spannung im ,innern entlud sich dann in furchtbarer und rcksichtsloser ,feindschaft nach ,aussen3 die ,stadtgemeinden zerfleischten sich unter einander1 damit die ,stadtbrger jeder einzelnen vor sich selber ,ruhe fnden4 ,man hatte es nthig1 stark zu sein3 die ,gefahr war in der ,nhe -1 sie lauerte berall4 ,die prachtvoll geschmeidige ,leiblichkeit1 der verwegene ,realismus und ,immoralismus1 der dem ,hellenen eignet1 ist eine ,noth1 nicht eine ,natur gewesen4 ,er folgte erst1 er war nicht von ,anfang an da4 ,und mit ,festen und ,knsten wollte man auch nichts ,andres als sich obenauf fhlen1 sich obenauf zeigen3 es sind ,mittel1 sich selber zu verherrlichen1 unter ,umstnden vor sich ,furcht zu machen444 ,die ,griechen auf deutsche ,manier nach ihren ,philosophen beurtheilen1 etwa die ,biedermnnerei der sokratischen ,schulen zu ,aufschlssen darber benutzen1 was im ,grunde hellenisch sei6444 ,die ,philosophen sind ja die dcadents des ,griechenthums1 die ,gegenbewegung gegen den alten1 den vornehmen ,geschmack 7- gegen den agonalen ,instinkt1 gegen die ,polis1 gegen den ,werth der ,rasse1 gegen die ,autoritt des ,herkommens74 ,die sokratischen ,tugenden wurden gepredigt1 weil sie den ,griechen abhanden gekommen waren3 reizbar1 furchtsam1 unbestndig1 ,komdianten allesammt1 hatten sie ein paar ,grnde zu viel1 sich ,moral predigen zu lassen4 ,nicht1 dass es ,etwas geholfen htte3 aber grosse ,worte und ,attitden stehen dcadents so gut444 #d4 ,ich war der erste1 der1 zum ,verstndniss des lteren1 des noch reichen und selbst berstrmenden hellenischen ,instinkts1 jenes wundervolle ,phnomen ernst nahm1 das den ,namen des ,dionysos trgt3 es ist einzig erklrbar aus einem ,zuviel von ,kraft4 ,wer den ,griechen nachgeht1 wie jener tiefste ,kenner ihrer ,cultur1 der heute lebt1 wie ,jakob ,burckhardt in ,basel1 der wusste sofort1 dass damit ,etwas gethan sei3 ,burckhardt fgte seiner ,cultur der ,griechen einen eignen ,abschnitt ber das genannte ,phnomen ein4 ,will man den ,gegensatz1 so sehe man die beinahe erheiternde ,instinkt-,armuth der deutschen ,philologen1 wenn sie in die ,nhe des ,dionysischen kommen4 ,der berhmte ,lobeck zumal1 der mit der ehrwrdigen ,sicherheit eines zwischen ,bchern ausgetrockneten ,wurms in diese ,welt geheimnissvoller ,zustnde hineinkroch und sich berredete1 damit wissenschaftlich zu sein1 dass er bis zum ,ekel leichtfertig und kindisch war1 - ,lobeck hat mit allem ,aufwande von ,gelehrsamkeit zu verstehn gegeben1 eigentlich habe es mit allen diesen ,curiositten ,nichts auf sich4 ,in der ,that mchten die ,priester den ,theilhabern an solchen ,orgien einiges nicht ,werthlose mitgetheilt haben1 zum ,beispiel1 dass der ,wein zur ,lust anrege1 dass der ,mensch unter ,umstnden von ,frchten lebe1 dass die ,pflanzen im ,frhjahr aufblhn1 im ,herbst verwelken4 ,was jenen so befremdlichen ,reichthum an ,riten1 ,symbolen und ,mythen orgiastischen ,ursprungs angeht1 von dem die antike ,welt ganz wrtlich berwuchert ist1 so findet ,lobeck an ihm einen ,anlass1 noch um einen ,grad geistreicher zu werden4 ,die ,griechen1 sagt er ,aglaophamus ,i1 #fgb1 hatten sie nichts ,anderes zu thun1 so lachten1 sprangen1 rasten sie umher1 oder1 da der ,mensch mitunter auch dazu ,lust hat1 so sassen sie nieder1 weinten und jammerten4 ,andere kamen dann spter hinzu und suchten doch irgend einen ,grund fr das auffallende ,wesen2 und so entstanden zur ,erklrung jener ,gebruche jene zahllosen ,festsagen und ,mythen4 ,auf der andren ,seite glaubte man1 jenes possirliche ,treiben1 welches nun einmal an den ,festtagen stattfand1 gehre auch nothwendig zur ,festfeier1 und hielt es als einen unentbehrlichen ,theil des ,gottesdienstes fest4 - ,das ist verchtliches ,geschwtz1 man wird einen ,lobeck nicht einen ,augenblick ernst nehmen4 ,ganz anders berhrt es uns1 wenn wir den ,begriff griechisch prfen1 den ,winckelmann und ,goethe sich gebildet haben1 und ihn unvertrglich mit jenem ,elemente finden1 aus dem die dionysische ,kunst wchst1 - mit dem ,orgiasmus4 ,ich zweifle in der ,that nicht daran1 dass ,goethe etwas ,derartiges grundstzlich aus den ,mglichkeiten der griechischen ,seele ausgeschlossen htte4 ,folglich verstand ,goethe die ,griechen nicht4 ,denn erst in den dionysischen ,mysterien1 in der ,psychologie des dionysischen ,zustands spricht sich die ,grundthatsache des hellenischen ,instinkts aus - sein ,wille zum ,leben4 ,was verbrgte sich der ,hellene mit diesen ,mysterien8 ,das ewige ,leben1 die ewige ,wiederkehr des ,lebens2 die ,zukunft in der ,vergangenheit verheissen und geweiht2 das triumphirende ,ja zum ,leben ber ,tod und ,wandel hinaus2 das wahre ,leben als das ,gesammt-,fortleben durch die ,zeugung1 durch die ,mysterien der ,geschlechtlichkeit4 ,den ,griechen war deshalb das geschlechtliche ,symbol das ehrwrdige ,symbol an sich1 der eigentliche ,tiefsinn innerhalb der ganzen antiken ,frmmigkeit4 ,alles ,einzelne im ,akte der ,zeugung1 der ,schwangerschaft1 der ,geburt erweckte die hchsten und feierlichsten ,gefhle4 ,in der ,mysterienlehre ist der ,schmerz heilig gesprochen3 die ,wehen der ,gebrerin heiligen den ,schmerz berhaupt1 - alles ,werden und ,wachsen1 alles ,zukunft-,verbrgende bedingt den ,schmerz444 ,damit es die ,lust des ,schaffens giebt1 damit der ,wille zum ,leben sich ewig selbst bejaht1 muss es auch ewig die ,qual der ,gebrerin geben444 ,dies ,alles bedeutet das ,wort ,dionysos3 ich kenne keine hhere ,symbolik als diese griechische ,symbolik1 die der ,dionysien4 ,in ihr ist der tiefste ,instinkt des ,lebens1 der zur ,zukunft des ,lebens1 zur ,ewigkeit des ,lebens1 religis empfunden1 - der ,weg selbst zum ,leben1 die ,zeugung1 als der heilige ,weg444 ,erst das ,christenthum1 mit seinem ,ressentiment gegen das ,leben auf dem ,grunde1 hat aus der ,geschlechtlichkeit etwas ,unreines gemacht3 es warf ,koth auf den ,anfang1 auf die ,voraussetzung unseres ,lebens444 #e4 ,die ,psychologie des ,orgiasmus als eines berstrmenden ,lebens- und ,kraftgefhls1 innerhalb dessen selbst der ,schmerz noch als ,stimulans wirkt1 gab mir den ,schlssel zum ,begriff des tragischen ,gefhls1 das sowohl von ,aristoteles als in ,sonderheit von unsern ,pessimisten missverstanden worden ist4 ,die ,tragdie ist so fern davon1 ,etwas fr den ,pessimismus der ,hellenen im ,sinne ,schopenhauer's zu beweisen1 dass sie vielmehr als dessen entscheidende ,ablehnung und ,gegen-,instanz zu gelten hat4 ,das ja sagen zum ,leben selbst noch in seinen fremdesten und hrtesten ,problemen2 der ,wille zum ,leben1 im ,opfer seiner hchsten ,typen der eignen ,unerschpflichkeit frohwerdend - das nannte ich dionysisch1 das errieth ich als die ,brcke zur ,psychologie des tragischen ,dichters4 ,nicht um von ,schrecken und ,mitleiden loszukommen1 nicht um sich von einem gefhrlichen ,affekt durch dessen vehemente ,entladung zu reinigen - so verstand es ,aristoteles -3 sondern um1 ber ,schrecken und ,mitleid hinaus1 die ewige ,lust des ,werdens selbst zu sein1 - jene ,lust1 die auch noch die ,lust am ,vernichten in sich schliesst444 ,und damit berhre ich wieder die ,stelle1 von der ich einstmals ausgieng - die ,geburt der ,tragdie war meine erste ,umwerthung aller ,werthe3 damit stelle ich mich wieder auf den ,boden zurck1 aus dem mein ,wollen1 mein ,knnen wchst - ich1 der letzte ,jnger des ,philosophen ,dionysos1 - ich1 der ,lehrer der ewigen ,wiederkunft444 ,der ,hammer redet4 ,also sprach ,zarathustra - #c1 #ij4 ,warum so hart6 - sprach zum ,diamanten einst die ,kchen-,kohle3 sind wir denn nicht ,nah-,verwandte8 ,warum so weich8 ,oh meine ,brder1 also frage ich euch3 seid ihr denn nicht - meine ,brder8 ,warum so weich1 so weichend und nachgebend8 ,warum ist so viel ,leugnung1 ,verleugnung in eurem ,herzen8 so wenig ,schicksal in eurem ,blicke8 ,und wollt ihr nicht ,schicksale sein und ,unerbittliche3 wie knntet ihr einst mit mir - siegen8 ,und wenn eure ,hrte nicht blitzen und schneiden und zerschneiden will3 wie knntet ihr einst mit mir - schaffen8 ,alle ,schaffenden nmlich sind hart4 ,und ,seligkeit muss es euch dnken1 eure ,hand auf ,jahrtausende zu drcken wie auf ,wachs1 - - ,seligkeit1 auf dem ,willen von ,jahrtausenden zu schreiben wie auf ,erz1 - hrter als ,erz1 edler als ,erz4 ,ganz hart allein ist das ,edelste4 ,diese neue ,tafel1 oh meine ,brder1 stelle ich ber euch3 werdet hart6 - -