of ancient ,german books in ,london4 ,,html version by ,al ,haines4 ,this book content was graciously contributed by the ,gutenberg ,projekt-,,de4 ,that project is reachable at the web site http3_/_/gutenberg#bjjj4;de4 ,dieses ,buch wurde uns freundlicherweise vom ,gutenberg ,projekt-,,de zur ,verfgung gestellt4 ,das ,projekt ist unter der ,internet-,adresse http3_/_/gutenberg#bjjj4;de erreichbar4 ,zerbin 7oder die neuere ,philosophie7 ,jakob ,michael ,reinhold ,lenz ,o let those cities1 that of plenty's cup ,and her prosperities so largely taste1 ,with their superfluous riots hear these tears--,shakespeare ,wie mannigfaltig sind die ,arten des menschlichen ,elends6 ,wie unerschpflich ist diese ,fundgrube fr den ,dichter1 der mehr durch sein ,gewissen1 als durch ,eitelkeit und ,eigennutz sich gedrungen fhlt1 den vertaubten ,nerven des ,mitleids fr hundert ,elende1 die unsere ,modephilosophie mit grausamen ,lcheln von sich weist1 in seinen ,mitbrgern wieder aufzureizen6 ,wir leben in einem ,jahrhundert1 wo ,menschenliebe und ,empfindsamkeit nichts ,seltenes mehr sind3 woher kommt es denn1 da man so viel ,unglckliche unter uns antrifft8 ,sind das immer ,unwrdige1 die uns unsere durch hellere ,aussichten in die ,moral bereicherten ,verstandesfhigkeiten als solche darstellen8 ,ach6 ich frchte1 wir werden uns oft nicht ,zeit zur ,untersuchung lassen1 und1 weil wir unsere ,ungerechtigkeiten desto schner bemnteln gelernt haben1 aus allzugroer ,menschenfreundschaft desto unbiegsamere ,menschenfeinde werden1 die zuletzt an keinem ,dinge auer sich mehr die geringste moralische ,schnheit werden entdecken knnen1 und folglich auch sich berechtigt glauben1 an dem menschlichen ,geschlecht nur die ,gattung1 nie die ,individuen zu lieben4 ,folgende ,erzhlung1 die aus dem ,nachla eines ,magisters der ,philosophie in ,leipzig gezogen ist1 wird1 hoffe ich1 auf der groen ,karte menschlicher ,schicksale verschiedene neue ,wege entdecken1 fr welche zu warnen noch keinem unserer ,reisebeschreiber eingefallen ist1 ob schon unser ,held nicht der erste ,schiffbrchige darauf gewesen4 ,zerbin war ein junger ,berliner1 mit einer khnen1 glhenden ,einbildungskraft1 und einem ,herzen1 das alles aus sich zu machen verspricht1 einem ,herzen1 das seinem ,besitzer zum voraus zusagt1 sich durch kein ,schicksal1 sei es auch von welcher ,art es wolle1 erniedrigen zu lassen4 ,er hielt es des ,menschen fr unwrdig1 den ,umstnden nachzugeben1 und diese edle ,gesinnung 7ich kenne bei einem ,neuling im ,leben keine edlere7 war die ,quelle aller seiner nochmaligen ,unglcksflle4 ,er war der einzige ,sohn eines ,kaufmanns1 der seine unermelichen ,reichtmer durch die unwrdigsten ,mittel zusammengescharrt hatte1 und dessen ganze ,sorge im ,alter dahin ging1 seinen ,sohn zu eben diesem ,gewerbe abzurichten4 ,sein ,handel bestand aus ,geld1 welches er auf mehr als jdische ,zinsen auslieh1 wodurch er der ,wurm des ,verderbens so vieler ,familien geworden war1 deren ,shne sich1 durch ihn gereizt1 aufs ,spiel gelegt hatten1 oder zu andern unwiederbringlichen ,unordnungen gebracht worden waren4 ,umsonst1 da er itzt seinen ,sohn in alle den ,kunstgriffen unterrichtete1 womit er die ,unglcklichen in sein ,netz zu ziehen gewohnt gewesen1 umsonst1 da er ihm vorstellte1 wie leicht und bequem diese ,art zu gewinnen sei1 umsonst1 da er1 wegen seines offenen ,kopfs1 und der an ihm sich zeigenden ,talente1 alle mgliche ,liebkosungen affenmig an ihn verschwendete3 ,zerbins ,gradheit des ,herzens 7soll ich es lieber ,stolz nennen87 drang durch1 und weil er sahe1 da die ,grundstze seines ,vaters allen mglichen ,gegenvorstellungen des ,kindes entwachsen waren1 und er doch am ,ende der ,obermacht der vterlichen ,gewalt nicht wrde widerstehen knnen1 so wagte er einen herzhaften ,sprung aus all diesen ,zweideutigkeiten und1 ganz sich auf sich selbst verlassend1 entlief er seinem ,vater1 ohne auer seinem ,taschengelde einen ,heller mitzunehmen4 ,sich selbst alles zu danken zu haben1 war nun sein ,plan1 sein groer ,gedanke1 das ,luftschlo aller seiner ,wnsche4 ,und weil er von jeher auerordentliche ,handlungen in den ,zeitungen mit einem ,enthusiasmus gelesen1 der alle andere ,begierden in ihm zum ,schweigen brachte1 so war sein fester ,gesichtspunkt1 den ihm nichts auf der ,welt verrcken konnte1 nun1 unter einem fremden ,namen1 sich blo durch seine eignen ,krfte emporzubringen1 sodann als ein gemachter ,mann zu seinem ,vater zurckzukehren1 und ihn1 zur ,ersetzung des von ihm angerichteten ,schadens1 zu auerordentlichen ,handlungen der ,wohlttigkeit zu bewegen1 oder wenigstens nach seinem ,tode seine ,erbschaft dazu zu verwenden1 um auch von sich in den ,zeitungen reden zu machen4 ,meine ,leser sehen1 da wir unsern ,helden im geringsten nicht verschnern4 ,die edelsten ,gesinnungen unserer ,seele zeigen sich oft mehr in der ,art1 unsere ,entwrfe auszufhren1 als in den ,entwrfen selbst1 die auch bei dem vorzglichsten ,menschen eigenntzig sein mssen1 wenn ich den ,begriff dieses ,worts so weit ausdehnen will1 als er ausgedehnt werden kann4 ,vielleicht liegt die ,ursache in der ,natur der menschlichen ,seele und ihrer ,entschlieungen1 die1 wenn sie entstehen1 immer auf den ,baum der ,eigenliebe gepfropft werden1 und erst durch die ,zeit und ,anwendung der ,umstnde ihre ,uneigenntzigkeit erhalten4 ,man lobpreise mir1 was man wolle1 von ,tugend und ,weisheit2 ,tugend ist nie ,plan1 sondern ,ausfhrung schwieriger ,plane gewesen1 mgen sie auch von andern erfunden sein4 ,er wandte sich in ,leipzig zuerst an den ,professor ,gellert1 den er1 durch eine lebhafte ,schilderung seiner drftigen ,umstnde1 und durch alle mgliche ,zeichen eines guten ,kopfs1 leicht dahin bewegte1 da er ihn unentgeltlich in die ,zahl seiner ,zuhrer aufnahm1 und ihm zugleich eine ,menge ,informationen in der ,stadt verschaffte1 mit denen er1 so sparsam sie ihm auch bezahlt wurden1 ,kost und ,wohnung bestreiten konnte4 ,gellerts ,moral war1 wie natrlich1 sein ,lieblingsstudium2 er schrieb sie ,wort fr ,wort nach1 zeigte aber seine ,hefte keinem ,menschen1 sondern1 wenn er durch ftere ,lesung recht vertraut mit ihnen worden war1 verbrannte er sie1 um sie desto besser im ,gedchtnis zu behalten4 ,er trieb nach und nach auch andere ,wissenschaften1 und es glckte ihm1 durch seinen offenen ,kopf1 geheimen1 ungezierten ,flei1 und bestndigen ,glauben an den guten ,ausgang seiner ,bemhungen1 da er von dem ,professor ,gellert zum ,fhrer und ,mentor eines reichen jungen ,grafen aus ,dnemark empfohlen werden konnte4 ,er disputierte auch ber eine sehr wohl ausgearbeitete gelehrte ,abhandlung von der ,unmglichkeit1 die ,quadratur des ,zirkels zu finden1 und erhielt dadurch die ,erlaubnis1 als ,magister der ,mathematik1 ein ,privatkollegium ber die doppelte ,baukunst1 und ein anderes ber die ,algebra zu lesen1 von der er ein groer ,liebhaber war4 brigens gewann er dem ,grafen1 durch seine ihm natrliche ,anhnglichkeit an andere ,leute1 und ,teilnehmen an ihre kleinsten ,umstnde1 sein ganzes ,vertrauen ab4 ,wie schlpfrig sind doch die ,pfade durchs ,leben6 ,wie nah sind wir oft1 wenn wir den sichersten ,gipfel unserer ,wnsche erreicht zu haben meinen1 unserm ,untergange6 ,o du1 der du die ,herzen der ,menschen in ,hnden hast1 und ihnen nach ihrem innern ,wert auf die ,schale legst3 sollten die besten ,menschen nicht oft im ,fall sein1 deine ,waage anzuklagen8 ,aber du wgst in die ,vergangenheit und in die ,zukunft1 wer darf rechten1 wer kann bestehen vor dir8 ,glcklich das ,herz1 das1 bei allen scheinbaren ,ungerechtigkeiten seines ,schicksals1 noch immer die ,hand segnen kann1 die ihn schlgt6 ,unser ,held war bis hieher seinem groen ,zweck immer nher gerckt1 aber er hatte andere ,wnsche1 andere ,begierden1 die auch befriedigt sein wollten4 ,er hatte ein reizbares1 fr die ,vorzge der ,schnheit uerst empfindliches ,herz4 ,migkeit und ,gesundheit des ,krpers und ,geistes hatten sein ,gefhl frs bessere ,geschlecht noch in seiner ganzen ,schnellkraft erhalten1 und seine moralischen ,grundstze schienen ,winde zu sein1 dieses ,feuer immer heftiger anzublasen4 ,er war oft ganz elend1 so elend1 da er erschpfte ,wollustdiener1 unter denen sein ,graf auch war1 um ihre ,gleichgltigkeit1 und den ,geist freilassenden ,kaltsinn beneidete2 sah er aber das ungeheure ,leere1 das alle ihre ,stunden1 selbst ihre ,vergngen1 belastete1 sah er1 wie jmmerlich sie sich winden und zerren muten1 um wieder einmal einen ,tropfen ,freude an ihren ,herzen zu fhlen2 so trstete ihn das wieder ber seine innerlichen ,leiden1 und machte sie ihm unendlich schtzbar4 ,der ,graf ,altheim war1 bei seiner ,ankunft in ,leipzig1 an einen der reichsten ,bankiers empfohlen worden1 der aus einem gewissen ,eigensinn sich nie verheiraten wollte1 sondern1 mit seiner einzigen jungen und sehr schnen ,schwester1 eine der glnzendsten ,haushaltungen in ganz ,leipzig fhrte4 ,die ,bekanntschaft in dem ,hause des ,herrn ,freundlach 7so hie der ,bankier71 vielleicht auch die ftern ,vorstellungen ,zerbins1 hatten ihn von seinen vorigen ,ausschweifungen mit ,frauenzimmern von verdchtigem ,rufe zurckgebracht2 er war brigens eine der wchsernen ,seelen1 die sich gar zu gern von andern lenken lassen1 weil sie zu bequem1 und am ,ende zu unvermgend sind1 ihren ,verstand selber zu brauchen4 ,er wollte keinem ,menschen bels1 auer wenn er gegen ihn durch andere war aufgebracht worden1 alsdann aber war sein ,zorn auch unvershnlich1 solange das ,maschinenwerk des fremden ,verstandes1 der ihn in ,bewegung setzte1 fortwirkte4 ,er hatte ,zerbinen auf zu viele ,proben gesetzt1 um ihm nicht uneingeschrnkt zu trauen2 solange der also das ,regiment in seiner ,seele fhrte1 ging alles nach ,wunsch1 und er hatte so viel ,achtung fr ihn1 da er ihm allemal seine ,pension von seinen ,wechseln voraus bezahlte1 aus ,furcht1 er mchte durch jugendliche ,verschwendungen in die ,notwendigkeit gesetzt werden1 ,zerbinens ,finanzen in ,verwirrung zu bringen4 ,ganz anders ging es1 als eine weibliche ,gewalt sich des ,zepters in diesem ,herzen bemchtigte4 ,freundlach hatte eine ,schwester2 die ,grazien schienen bei ihrer ,geburt in ,beratschlagungen gesessen zu sein4 ,alles war auf ihrem ,gesicht1 auf ihrem ,krper vereinigt1 was bezaubern konnte1 groe schwarze ,augen1 die mehr sagten1 als sie fhlte1 ,mienen1 welche ebensoviel ,netze fr die ,freiheit der ,herzen waren4 ,zu unserer ,ritter ,unglck fing das unfreundliche zweiundzwanzigste ,jahr leis an ihre ,tr zu klopfen an1 zu dem sich die grauenvolle ,idee einer alten ,jungfer in scheulicher ,riesengestalt gesellte1 und den ersten ruhigen ,augenblick abzuwarten schien1 um sie mit all ihren ,schrecknissen zu berfallen4 ,sie hatte bis in ihr zwanzigstes ,jahr kokettiert1 das heit1 mit der sorgenfreiesten ,seele von der ,welt1 nur an den ,ktzel gedacht1 tglich einige zwanzig wohlfrisierte ,anbeter mit den untertnigsten ,reverenzen unten an ihrem ,fenster vorbeikriechen zu sehen1 jeder in ,gedanken der ,glckliche1 jeder der ,betrogene4 ,diese ,arten von ,wallfahrten waren das einzige ,mittel1 das ihre ,reize1 ihren guten ,humor1 ihre ganze ,wohlhbigkeit erhalten konnte1 so da jeder regnige ,herbst- oder ,wintertag ein wahrer ,leidenstag fr sie war4 ,sodann sanken all ihre schnen ,gesichtszge2 sie kroch in einen ,winkel2 schlug einen ,roman auf1 der ihr nicht schmeckte1 und in den sie kaum zwei ,zeilen gelesen hatte1 wo nicht gleich ihre ,gedanken sich an andere ,gegenstnde hefteten1 und so ineinander verwirrten1 da ihr das ,buch aus der ,hand fiel1 und sie wie aus einem tiefen ,traum erwachte4 ,so schlich ihr ,leben1 vom vierzehnten1 bis zum zwanzigsten ,jahr1 in einem ewigen ,dakapo unbedeutender ,eroberungen hin1 die1 wie die ,seifenblasen womit ,kinder spielen1 oft aneinander zerplatzten4 ,sehr oft hatte ihr ihre kleine scheckige ,phantasie ihre ,liebhaber und deren ,handlungen auch in einem falschen ,licht vorgespiegelt1 so da sie bisweilen ganz irre an ihnen ward1 und ihre ungereimtesten1 zuflligsten ,handlungen in einen ,roman zu bringen sich zermarterte1 ber den sie sich oft zu ihrem grten ,verdru sehr spt die ,augen mute ffnen lassen4 ,wie gesagt1 dieser ,zustand konnte nicht immer fortwhren2 sie mute auf eine ,versorgung denken4 ,schnen1 die ,mnner haben wollen1 sind wie eine ,flamme im ,walde1 die desto heftiger um sich frit1 je mehr ,widerstand sie antrifft4 ,nichts1 nichts wird verschont1 alle mgliche ,kunstgriffe werden angewandt1 was sich ihnen in ,weg stellt1 mu brennen4 ,unser unerfahrne ,zerbin war das erste ,schlachtopfer dieses weiblichen ,alexandergeistes4 ,nicht da ihre ,bemhungen auf ihn selbst abgerichtet waren1 sondern er sollte das ,instrument in ihrer ,hand sein1 auf ein andres ,herz ,jagd zu machen4 ,hohendorf1 ein schsischer ,offizier1 der in ,leipzig bei unserm ,zerbin die ,kriegsbaukunst erlernte1 hatte gleichfalls ein ,empfehlungsschreiben1 und durch dasselbe einen freien ,zutritt bei ,freundlach4 ,er war ein junger wohlgewachsener ,mensch2 ,mademoiselle ,freundlach hatte ihn durch hundert kleine ,streiche1 die bei ihr freilich unbedeutend waren1 an sich gezogen2 ihr gefielen seine leidenschaftlichen ,stellungen1 seine oft bis zum ,erhabnen beredte1 oft bis zum ,kindischen lppische ,sprache1 seine ,aufmerksamkeiten1 seine ,serenaden1 seine ,ausgaben ohne berlegung1 die sich alle aus ,fehlschlssen herschrieben1 und mit ,fehlschlssen endigten4 ,das einzige wunderte sie1 konnte sie mit ihrem gesamten ,verstande nicht klein kriegen1 da er ihr nie etwas vom ,heiraten vorsagte1 da er doch sonst hundert ,albernheiten zu ihren ,fen beging4 ,die wahre ,ursache davon aber war1 da er schon eine ,frau hatte1 zwar nur von der linken ,seite1 der er aber ein besiegeltes ,versprechen1 sie gleich nach seines ,vaters ,tode zu heiraten1 in den ,hnden ihres kniglichen ,notars hinterlassen hatte1 und die mit ihren zwei ,kindern gewi nicht ermangelt haben wrde1 sobald sie von einer neuen ,verbindung gehrt htte1 der ,braut ihren untertnigen ,glckwunsch abzustatten4 ,ob ,mademoiselle ,freundlach was davon gemerkt1 wei ich nicht1 genug1 sie fing an1 seit einiger ,zeit in alle ,beteuerungen und ,feierlichkeiten ,hohendorfs ,mitrauen zu setzen4 ,altheim war ganz ein anderer ,mensch2 gerade zu1 ohne ,arges1 nicht so hinterm ,berge haltend1 nicht so unerklrbar1 als ,hohendorf4 ,das war ein ,mann fr ,renatchen 7so hie ,mademoiselle ,freundlach71 der ihr wenigstens ihr kleines ,kpfchen nicht zerbrach4 ,es kam nur darauf an1 ihn in dem ,grad verliebt zu machen1 als ,hohendorf war2 das fand aber anfangs ein wenig ,schwierigkeit4 ,er hatte zu viel ,wasser in seinem ,blut1 zu dickhutige ,nerven2 das ,feuer ihrer ,augen konnte den ,thermometer so geschwind nicht steigen machen4 ,das erste1 das ihr bei dieser ,verlegenheit in den ,wurf kam1 war ,zerbin2 die ,klte des ,grafen schien ihr nicht die ,frucht einer ohnmchtigen ,natur1 sondern einer durch lange ,verschanzungen bebollwerkten berlegung4 ,sie machte also einen ,plan1 diese ,festung zu unterminieren1 den unser scharfsinnige ,kriegsbaumeister einzusehen zu unwissend war1 ein ,triumph1 der ihrer aufgebrachten ,einbildung mehr schmeichelte1 als ,alexandern die ,eroberung von ,babylon2 und ihr erster ,angriff war auf ,zerbinen gerichtet1 den sie fr den ,kommendanten dieses ,platzes hielt4 ,zerbin6 ,dieser unerfahrne1 ungewahrsame1 mit allen ,rnken weiblicher ,list so gnzlich unbekannte ,hauptmann3 wie htte der einem ,angriff von der ,art lange widerstehen knnen8 ,es hatte sich noch nie ein ,frauenzimmer die ,mhe genommen1 seine ,unschuld zu erschttern1 da er nicht reich1 und noch weniger angenehm war1 obgleich seine uere ,gestalt ziemlich gut ins ,auge fiel4 ,er wute keine einzige1 ich sage keine einzige von den ,millionen artiger ,kleinigkeiten1 mit denen ,frauenzimmer von gutem ,ton heutzutage unterhalten werden2 er stand wie ,saul unter den ,propheten1 sobald er in eine ,gesellschaft von ,damen trat4 ,er sah lauter berirdische ,wesen auer seiner ,sphre an ihnen1 fr die er1 weil er kein einziges ihrer ,worte und ,handlungen begriff1 noch einsah1 eine so tiefe innerliche ,ehrfurcht fhlte1 da er bei jeder ,antwort1 die er ihnen geben mute1 lieber auf sein ,angesicht gefallen wre1 und angebetet htte4 ,mit einem solchen ,gegner war freilich der ,sieg nicht halsbrechend2 den ersten ,abend1 als er nach ,hause kam1 a er keinen ,bissen2 die ,nacht brachte er schlaflos auf stechenden ,federn zu2 den ,morgen verunglckten alle seine algebraischen ,rechnungen1 und er sah sich gentigt1 eine ,kur vorzuschtzen1 und seine ,zuhrer einen ,monat lang zu entfernen1 um sich vor ihnen nicht lcherlich zu machen4 ,hohendorf blieb demungeachtet sein vertrautester ,freund1 und er war so bermig treuherzig gegen ihn1 ihm im geringsten nicht den ,vorzug merken zu lassen1 den er in ,renatchens ,herzen zu haben schien1 sondern alles das mit seiner ,schchternheit so wohl zu bemnteln1 da er ihm sein ganzes ,vertrauen abgewann4 indessen betrog ihn diese ,schchternheit wohl zuweilen selber und es fing sich ein ,gespenst in seinem ,herzen an zu regen1 das er vorher kaum dem ,namen nach kannte1 die unbndigste ,eifersucht1 die jemals an der ,leber eines ,sterblichen genagt hat4 ,diese1 weil er sie des ,tags ber unterdrckte1 machte sich in der ,nacht ,luft1 und machte ihn bisweilen in ein lautes ,sthnen und ,weinen ausbrechen1 das ,altheim1 der in einem ,zimmer mit ihm schlief1 nicht unaufmerksam lassen konnte4 ,eine der originellsten ,szenen war es1 ,zerbin mit ,renatchen1 ,hohendorfen und ,altheim ,triset spielen zu sehen4 ,jede ,karte hatte in des armen ,liebessiechen ,ideen eine ,bedeutung1 deren geheimer mystischer ,sinn nur ihm1 und seinem ,abgott anschaulich war1 und sie dachte gerade bei jeder ,karte nichts4 ,er spielte erbrmlich1 und machte sie eine ,partie nach der andern verlieren1 und wenn sie im ,ernst bse auf ihn ward1 hielt er das fr die feinste ,einkleidung ihrer unendlichen ,leidenschaft fr ihn1 die kein anderes ,mittel wte1 sich ihm1 ohne von den andern bemerkt zu werden1 verstndlich zu machen4 ,sie1 die auer dem ,interesse ihrer groen ,passion1 kein anderes kannte als das elende ,interesse des kleinen ,kartenspiels1 konnte1 wenn er ihr mit allen zehn ,karten in der ,hand1 das ,herz-,as anspielte1 in ,feuer und ,flammen geraten1 das er alles sehr wohl zurechtzulegen wute1 und in ihren heftigen1 oft unbescheidenen ,verweisen allemal verstohlne ,winke der ,zrtlichkeit1 oder wohl gar das ,signal zu einem ,rendezvous zu entdecken glaubte1 nach dem er sich den andern ,tag die ,beine ablief1 ohne jemals ihr ,angesicht zu sehen4 ,der wrde ihm einen blen ,dienst geleistet haben1 der ihn auch nur von fernher auf die ,spur geholfen htte1 was der wahre ,bewegungsgrund ihrer ganzen ,maskerade gegen ihn sei4 ,er soll einmal wirklich die ganze ,nacht unter ihrem ,fenster gestanden haben1 weil sie ihm auf seine ,invite in ,koeur das ,neapolitain in ,karo gebracht hat1 das er1 wegen seiner viereckigen ,rautenfigur1 fr ein unfehlbares ,zeichen eines ,rendezvous unter dem ,fenster hielt4 ,es dauerte nicht lange1 so drang ,altheim in seinen ,kummer2 das heit1 ,zerbin gestand ihm1 da die ,reize ,renatchens nicht die ,reize eines ,menschen1 sondern der ,gottheit selber wren1 die sich unter ihrer ,gestalt auf ,erden sichtbar zeigen wollen4 ,altheim ward mitleidig mit seinen nchtlichen ,seufzern1 er ward neugierig--lstern1 verliebt4 ,der ,stolz1 ,zerbinen selbst1 und auch ,hohendorfen1 ihre vermeinte ,eroberung streitig zu machen1 beschleunigte seine verliebte ,bekehrung4 ,zerbin merkte dies1 denn was merkt das ,auge eines ,liebhabers nicht1 er fing an1 die ,verzweiflung1 die bisher auf seinem ,gesicht gewtet hatte1 in sich hineinzukehren1 und unter einer lachenden ,miene zu verbergen4 ,er ward gewitzigt1 gescheut1 ertrglich in ,frauenzimmergesellschaften1 und darum nur desto unglcklicher1 da er seinem ,herzen nie ,luft lassen durfte und der verborgene ,gram desto giftiger mit ,skorpionenklauen dran zwickte4 ,er sah nun deutlich aus der pltzlichen ,verwandlung ,renatchens gegen ihn1 da alle ihre ,anlockungen nur ein blinder ,angriff gewesen waren1 der eigentlich seinem ,herrn gegolten hatte4 ,die ,wunde war geschlagen1 er blutete--und niemand hatte ,mitleiden mit ihm4 ,sie tat kalt1 sprde1 bisweilen gar verchtlich gegen ihn1 um ihn vllig aus seinem ,irrtum nchtern zu machen1 nur1 wenn sie merkte1 da sein ,stolz zu tief gekrmmt worden war1 bekam er einen aufmerksamen ,blick1 um nicht1 wie ,petrarch sagt1 die ,demut1 die zu tief hinabgedruckt wird1 zur ,wut zu entflammen4 ,wer war unglcklicher1 wer war erleuchteter1 als er itzt1 ber die groe ,triebfeder weiblicher ,seelen8 ,er sah1 da kein andrer ,weg fr ihn brig war1 noch bei vollem ,verstande zu bleiben1 als das ,haus auf immer zu meiden1 und seinen ,wohltter in dem ,besitz der schnen ,beute zu lassen4 ,er setzte sich's fest vor1 brach es ein paarmal1 setzte sich's wieder vor1 schwur sich's1 bis er endlich ,meister ber sich ward1 und nun von ,altheimen im ,namen seiner ,geliebten groe ,vorwrfe darber erwartete3 aber leider6 man vermite ihn nicht einmal4 ,itzt nahm sein ,schicksal eine tragischere ,wendung4 ,da des ,menschen ,herz ein trotzig und verzagtes ,ding sei1 ist ein ,gemeinspruch1 der auch den ,allereinfltigsten auf den ,lippen schwebet1 den aber1 wenn er sich an uns selbst wahr macht1 kein menschlicher ,scharfsinn1 wr' es auch des grtmglichen universellsten ,genies1 da ich so sagen mag1 auf der ,tat ertappen1 und ihm mit gehrig zubereiteter ,brust begegnen kann4 ,wir schwanken immer1 mssen zwischen ,hoffnung und ,verzweiflung schwanken2 die am khnsten beflgelte ,seele schwankt desto frchterlicher4 ,glcklich1 wessen starkgewordene ,vernunft in dieses ,schwanken selbst ein gewisses ,gleichgewicht zu bringen wei6 ,zerbin verzagte nun an sich und an der ,mglichkeit geliebt zu werden1 das gewhnliche ,schicksal der edelsten ,seelen1 die ihr ,unglck nicht zuflligen ,umstnden1 sondern ihrer eigenen ,unwrdigkeit zuzuschreiben so geneigt sind4 ,der ,geck wei sich aus einer solchen ,verschiebung sehr geschwind herauszufinden1 bei dem edlen ,mann aber frit sie1 wie ein ,wurm1 an der innern ,harmonie seiner ,krfte4 ,alle seine langgehegten und gewarteten ,vorstellungen1 ,empfindungen und ,entwrfe liegen nun auf einmal1 wie auf der ,folter ausgespannt1 verzerrt und zerrissen da2 der ganze ,mensch ist seiner ,vernichtung im ,angesicht4 ,er erholte sich zwar wieder1 seine ,seele nahm ihre vorige ,schnellkraft wieder1 aber nur um desto empfindlicher und untrstbarer zu leiden4 ,unterdessen nahmen die ,negoziationen zwischen ,altheim und ,renatchen ihren erwnschten ,fortgang1 und ,hohendorf1 der dieses nur zu bald inneward1 verzweifelte darber4 ,er kam oft zu ,zerbinen1 der1 hinter zugezogenen ,fenstergardinen1 in mathematischen ,bchern vergraben sa1 in denen er leider6 oft den ganzen ,tag emsig las1 ohne doch zwei ,zeilen zu verstehen1 auch an die erste ,seite immer wie gebannet blieb1 so sehr hatten seine ,gedanken1 wie ausgerissene unbndige ,hengste1 einen andern ,weg genommen4 ,das ,studium lag2 alle seine ,schler verlieen ihn2 ,hohendorf allein blieb ihm1 doch mehr um ihm seine ,not zu klagen1 als ,festungen erobern zu lernen4 ,zerbin hrte alle seine ,klagen1 ,verwnschungen1 ,schmh- und ,lsterungen ber ,altheim und ,renatchen mit groer ,geduld an1 und hatte nie das ,herz1 die seinigen dazuzufgen1 sondern akkompagnierte ihn aufs hchste mit einigen halberstickten ,seufzern1 oder einem frostigen ,lachen und einer so sokratischen ,miene1 da er den ,scharfsichtigsten selber betrogen haben wrde1 weil er fest entschlossen war1 und einen gewissen ,reiz drin fand1 sich mit dieser erknstelten ,gleichgltigkeit das ,herz abzustoen4--uere ,umstnde kamen dazu2 ,altheim blieb der warme1 sorgsame ,freund nicht mehr fr ihn2 zwei ,passionen knnen das ,herz eines gewhnlichen ,menschen nie zu gleicher ,zeit beschftigen2 dazu kam eine gewisse ,art von ,zurckhaltsamkeit gegen ihn1 weil er ihn selbst in ,renatchen verliebt gewut hatte4 ,ihr ,umgang war kalt1 trocken1 mrrisch2 er ging des ,morgens frh aus dem ,hause1 und kam des ,nachts spt heim2 sie wurden sich so fremd1 da sie sich freinander zu frchten anfingen4 ,der ,tod der ,freundschaft ist ,mitrauen3 seine ,wechsel kamen an2 er verga ,zerbinen die ,pension auszuzahlen2 ,zerbin war zu stolz1 ihn zu mahnen2 er wollte sich im geringsten nicht blo geben1 da er die ,vernderung seines ,herzens gegen ihn merkte4 ,das ,gefhl der ,freundschaft ist so zart1 da der geringste rauhe ,wind es absterben macht1 und oft in tdlichen ,ha verwandelt2 die ,liebe zankt und shnt sich wieder aus2 die ,freundschaft verbirgt ihren ,verdru1 und stirbt auf ewig4 ,zwei ,freunde sehen nur ein anders gestaltetes ,selbst aneinander2 sobald diese ,tuschung aufhrt1 mu ein ,freund vor dem andern erblassen und zittern4 ,zerbin1 der auer ,wohnung und ,tisch nichts frei hatte1 fing an1 die ,notwendigkeit einzusehen1 seinem ,schmerz1 dessen ,gegenstand nicht edel genug war1 ihn auf die ,lnge bei sich selbst zu rechtfertigen1 einige ,zerstreuung zu geben4 ,er wollte das ,schauspielhaus1 die ,kaffeehuser besuchen1 um nicht von dem ,alp ,hypochonder erdrckt zu werden1 der sich so gern zu einem ,kummer gesellt1 der durch keine ,leidenschaft mehr veredelt wird4 ,alle seine ,gelehrsamkeit hatte aus seinem ,kopf ,abschied genommen2 er mute wie ein ,schulknabe wieder von vorn anfangen1 und1 was das schlimmste war1 stellte sich ihm ,renatchen1 und alle mit ihr sich eingebildete ,freuden1 wie eine feindselige ,muse1 bei jedem ,schritt im ,wege1 und ri1 wie jenes ,ungewitter vor ,jerusalem1 in der nchsten ,stunde alles wieder ein1 was er in der vorigen mit ,mhe gebaut hatte4 ,meine ,leserinnen werden vielleicht bei dem ersten wahren ,gemlde einer ,mnnerseele erstaunen1 vielleicht aber auch bei ernsthafteren ,nachdenken den ,unglcklichen bedauren1 der das ,opfer einer so unredlichen ,politik ward4 ,wie gesagt1 seine ,schler verlieen ihn2 der ,mangel nagte und prete2 er geriet in ,schulden--und das--weil er zu verschmt1 zu stolz--vielleicht auch zu trge war1 jemand anders anzusprechen1 bei seiner ,aufwrterin1 die er1 sobald er sich das ,herz genommen haben wrde1 ,altheimen zu mahnen1 mit ,interessen zu bezahlen hoffte1 sich also dadurch die ,erniedrigung ersparte1 andern ,leuten ,verbindlichkeiten zu haben4 ,altheim wute indessen allen ,wendungen ,renatchens zu einem frmlichen ,heiratsverspruch so geschickt auszuweichen1 da sie es endlich mde ward1 auf neue ,kunstgriffe zu sinnen1 und sich lieber der angenehmen ,sicherheit berlie1 die die grten ,helden des ,altertums so oft vor dem ,ziel aller ihrer ,unternehmungen bereilte4 ,sie suchte nun aus seiner ,leidenschaft alle nur mgliche ,vorteile fr den gegenwrtigen ,augenblick zu ziehen1 und1 da der ,graf nichts weniger als geizig war1 verschwendete er unermeliche ,summen1 ihr tausend ,abwechselungen von ,vergngen zu verschaffen4 ,beide dachten an ,vermeidung des ,argwohns und an die ,zukunft nicht2 bse ,zungen sagten sogar schon in der ,stadt sich ins ,ohr1 ihre ,bekanntschaft sei von sichtbaren ,folgen gewesen4 ,ein ,teil dieser ,nachreden mochte sich auch wohl von ,hohendorf herschreiben2 sie bekamen sie selber zu ,ohren1 ohne sich darber sehr zu krnken1 oder ihre ,auffhrungen behutsamer einzurichten1 so da man am ,ende ,renatchen berall nur die ,grfin nannte4 ,zerbin hrte diese ,benennung und viel rgerliche ,anekdtchen in allen ,gesellschaften1 die er noch besuchte2 seine ,gttin so von ihrer ,wrde herabsteigen1 so tief erniedrigt zu sehen1 konnte nicht anders1 als den letzten ,keim der ,tugend in seinem ,herzen vergiften4 ,er suchte sich eine bessere ,meinung vom ,frauenzimmer zu verschaffen1 er suchte sein ,herz anderswo anzuhngen2 es war vergeblich4 ,der ,herr des ,hauses1 das er und der ,graf zusammen bewohnten1 hatte eine ,tochter1 die dem ,bcherlesen ungemein ergeben war1 und sich zu dem ,ende ganze ,wochen lang in ihr ,kabinett verschlo1 ohne sich anders als beim ,essen sehen zu lassen4 ,er beredete den ,grafen1 ihm bei seinem ,hausherrn die ,kost auszudingen1 welches der mit ,freuden tat1 weil dieser ,tisch wohlfeiler1 als der im ,gasthofe1 war1 und er zu seinen verliebten ,verschwendungen jetzt mehr als gewhnlich zu sparen anfing4 ,zerbin suchte bei ,hortensien 7so hie die ,tochter seines ,wirts7 wenigstens den ,trost einer gesellschaftlichen ,unterhaltung--aber leider6 mute er auch hier die gewhnliche ,leier wieder spielen sehen4 ,sie legte alles1 was er redte und tat1 als ,anstalten zu einer nhern ,verbindung mit ihr aus1 zu der sie denn auch nach der gewhnlichen ,taktweise einen ,schritt nach dem andern ihm entgegen tat4 ,es ist ein ,mann1 sagten alle ihre ,blicke1 alle ihre ,mienen1 alle ihre dahin abgerichteten1 ausgesuchten1 in ihrem ,kabinett ausstudierten ,reden2 er will dich heiraten6 ,du wirst ,brot bei ihm finden2 es ist doch besser ,frau ,magistern heien1 als ledig bleiben1 und er denkt honett4 ,er dachte aber nicht honett2 er wollte diese steifen1 abgezirkelten1 ausgerechneten ,schritte in den ,stand der heiligen ,ehe nicht tun1 so sehr ,algebraist er auch war--er wollte lieben4 ,er wollte ,anheften1 ,anschlieen eines ,herzens an das andere ohne konomische ,absichten--er wollte keine ,haushlterin1 er wollte ein ,weib1 die ,freude1 das ,glck1 die ,gespielin seines ,lebens2 ihre ,absichten gingen himmelweit auseinander2 er steuerte nach ,sden1 sie steuerte nach ,norden2 sie verstunden sich kein einzig ,wort4 ,doch glaubte sie ihn zu verstehen2 alle seine ,geflligkeiten1 alle seine ,liebkosungen 7denn was liebkost nicht ein ,mensch in der ,verzweiflung87 beantwortete sie mit einer stumpfen1 kalten ,sprdigkeit1 die ihn immer entweder mit ,blicken1 oder wohl gar mit ,worten1 auf den ,ehestand hinauswies1 als ob bis dahin keine ,verschwisterung der ,herzen mglich1 oder vielmehr1 als ob sie von keiner andern1 als die hinter den ,gardinen geschieht1 einige ,begriffe htte4 ,der arme ,mensch ging drauf1 verzehrte sich in sich selber4 ,er mute etwas lieben--,hier fing das ,schreckliche seiner ,geschichte an4 ,seine ,aufwrterin war ein junges1 schlankes1 rehfiges1 immer heitres und lustiges ,mdchen4 ,ihre ,gutherzigkeit war ohne ,grenzen1 ihr ,wuchs so schn als er sein konnte1 ihr ,gesicht nicht fein1 aber die ganze ,seele malte sich darin4 ,diese ,ehrlichkeit1 dieses sorgenfreier unendlich ,aufmunternde in ihrem ,auge verbreitete ,trost und ,freude auf allen ,gesichtern1 die sie ansahen2 lesen mochte sie nicht1 aber desto lieber tanzen1 welches ihre ,lebensgeister in der ihr so unnachahmbaren ,munterkeit erhielt4 ,in der ,tat war ihr gewhnlicher ,gang fast ein bestndiger ,tanz1 und wenn sie sprach1 jauchzte sie1 nicht um damit zu gefallen1 sondern1 weil das herzliche innerliche ,vergngen mit sich selbst und ihrem ,zustande keinen andern ,ausweg wute4 ,in ihrem ,anzug war sie immer sehr reinlich1 und an dieser ,tugend sowohl1 als selbst im ,geschmack1 lie sie ihre ,gebieterin unendlich weit hinter sich4--,wie vieles kommt auf den ,augenblick an1 zu wie vielen schrecklichen ,katastrophen war nur die ,zeit1 die ,verbindung kleiner1 oft unwichtig scheinender ,umstnde die ,lunte6 ,ach1 da unsere ,richter1 vielleicht in sptern bessern ,zeiten1 der gttlichen ,gerechtigkeit nachahmend1 auch dies auf die ,waagschale legten1 nicht die ,handlung selbst1 wie sie ins ,auge fllt1 sondern sie mit allen ihren ,veranlassungen und zwingenden ,ursachen richteten1 eh' sie sie zu bestrafen das ,herz htten6--,in einem der ,augenblicke1 wo die menschliche ,seele an all ihrem ,glck verzagt1 brachte ,marie 7so hie die ,aufwrterin7 ,zerbinen den ,kaffee aufs ,zimmer4 ,der ,herr des ,hauses war eben mit seiner ganzen ,familie zu einem ,landfestin zwei ,stunden vor der ,stadt herausgefahren1 von dem er vor ,abend nicht wiederkam4 ,zerbin hatte den ,morgen einem ,brger1 der ihm zu einem ,spazierritt schon vor einer ,woche das ,pferd geliehen1 den letzten ,groschen aus dem ,beutel gegeben2 es fiel ihm1 als er sie tanzend hereintreten sah1 ein1 indem die ,empfindung des ,mangels kalt und grauenvoll ber ihm schwebte1 dieses gutartige holde ,geschpf knne wohl in dem ,augenblick ebenso bedrftig sein1 und aus ,gre der ,seele1 oder aus jungfrulicher ,schchternheit1 ihren ,verdru ber das lange ,auenbleiben seiner ,bezahlung verbeien3 er fragte sie also mit einem ziemlich verwilderten ,gesicht3 ,jungfer6 ich bin ,ihr ja auch noch schuldig2 wieviel betrgt's denn8 ,ob sie nun aus seiner ,miene geschlossen1 da ihm die ,bezahlung itzt wohl schwerfallen drfte1 oder ob etwas in ihrem ,herzen fr ihn sprach1 das nur wnschte durch eine ,handlung der ,aufopferung sich ihm weisen zu knnen--genug1 sie wute mit einer so eigenen ,naivett ein erstauntes ,gesicht anzunehmen1 die ,hnde so bescheiden zu falten1 so beklemmt zurckzutreten1 da ,zerbin selber drber irreward4 ,sie mir schuldig1 mein ,herr8 seit wann denn8--,woher denn8--,hat ,sie mir nicht fnf ,gulden von ,ihrem ,lohn geliehen--und nachher noch fnfe von ,ihrer guten ,freundin verschafft8--,sie trumen4 ,ich glaube1 die gelehrten ,herren haben zuweilen ,erscheinungen4--,ich mu es ,ihr bezahlen1 ,jungfer4 ,ich will meine ,uhr versetzen4--,um meinen ,leserinnen und ,lesern dieses ,betragen unserer artigen ,buerin in ein besseres ,licht zu setzen1 mssen wir hier erinnern1 da sie ,tochter eines der reichsten ,schulzen aus einem benachbarten ,dorf war1 und nicht sowohl wegen des ,lohns1 als wegen alter ,verbindlichkeiten1 die ihr ,vater dem ,herrn vom ,hause hatte1 bei ihm diente4 ,sie setzte sich hierauf in eine noch feierlichere ,stellung1 und tat die schrecklichsten ,schwre1 da er ihr nichts schuldig wre2 er sprang auf1 weinte fr ,scham1 ,wut und ,dankbarkeit2 sie fing mit an zu weinen1 sagte1 wenn er wieder was ntig htte1 sollte er sich nur an sie wenden1 sie htte einen reichen ,vaterbruder in der ,vorstadt1 sie wrde schon ,mittel finden1 etwas von ihm zu bekommen2 er schlo sie in seine ,arme2 ihr bebenden ,lippen begegneten sich--,einsamkeit1 ,stille1 ,heimlichkeit1 tausend angsthafte1 freudenschaurige ,gefhle berraschten sie2 sie verstummten--sie gleiteten--sie fielen4 ,diese ,trunkenheit des ,glcks war die erste und einzige1 die ,zerbinen fr seine ,lebenszeit zugemessen war1 um ihn in desto tieferes ,elend hinabzustrzen4 ,zwar wuten beide auch nachmals noch ,gelegenheit zu finden1 ihre ,zrtlichkeiten zu wiederholen2 aber wie der erste ,schritt zum ,laster1 so mit ,rosen bestreut er auch sein mag1 immer andere nach sich zieht1 so ging es auch hier4 ,zerbins hohe ,begriffe von der ,heiligkeit1 aufgesparten ,glckseligkeit1 von dem ,himmel des ,ehestandes verschwanden4 ,die ,augen fingen ihm1 wie unsern ersten ,eltern1 an aufzugehen1 er sah alle ,dinge in ihrem rechten ,verhltnis1 sah bei der ,ehe nichts mehr1 als einen ,kontrakt zwischen zwei ,parteien aus politischen ,absichten4 ,hortensia und ihr steifes ,betragen hatte nun in seinen ,augen gar nichts ,widriges mehr1 da der ,vater eine ansehnliche ,stelle im ,magistrat bekleidete1 und zehntausend ,taler mitgeben konnte3 er ward vernnftig4 ,er hatte die ,liebe seiner ,marie zum voraus eingeerntet2 ,liebe schien ihm nun ein ,ingrediens1 das gar nicht in den ,heiratsverspruch gehrte2 die groe ,weisheit unserer heutigen ,philosophen ging ihm auf1 da ,ehe eine wechselseitige ,hlfleistung1 ,liebe eine vorbereilende ,grille sei2 eine ,miheirat schien seinem aufgeklrten ,verstande nun ein ebenso unverzeihbares ,verbrechen1 als es ihm ehemals der ,ehebruch und die ,verfhrung der ,unschuld geschienen hatten4 ,in ein ,drfchen zu gehen1 und mit seinem freundlichen ,mariechen ,bauer zu werden--oder dem ,vorurteil aller honetten ,leute in ,leipzig ,trotz zu bieten und seine schne ,buerin im ,angesicht all seiner galanten ,bekanntschaften zu heiraten--welch ein unfrmlicher ,gedanke fr einen ,philosophen1 dem itzt erst die ,fackel der ,wahrheit zu leuchten anfing1 der itzt erst die ,beziehungen der ,menschen1 die ,abweichungen der ,stnde1 die ,torheiten phantastischer junger ,leute1 die ,irrtmer der ,phantasei1 und das unermeliche ,gebiet der ,wahrheit im echtesten ,licht bersah6 ,von dieser ,zeit an fate er den ,entschlu1 ,professor der konomischen ,wissenschaften1 nebenan des ,naturrechts1 des ,vlkerrechts1 der ,politik und der ,moral1 zu werden4 ,saubere ,moral1 die mit dem ,verderben eines unschuldigen ,mdchens anfing6 ,er rsonierte nun ungefhr also3 ,der ,trieb ist allen ,menschen gemein2 er ist ein ,naturgesetz4 ,die ,gesellschaft kann mich von den ,pflichten des ,naturgesetzes nicht lossagen1 als wenn diese den gesellschaftlichen ,pflichten entgegenstehen4 ,solange sie sich damit vereinigen lassen1 sind sie erlaubt--was sage ich8 sie sind ,pflicht4 ,ich darf also die ,achtung1 die ich der ,gesellschaft schuldig bin1 nicht aus den ,augen setzen4 ,folglich3 wenn ich ,marien dahin bringen kann1 da sie um einige ,zeit eine ,reise zu ihren ,verwandten vorschtzt1 so sie insgeheim nach ,berlin fhre1 wo ich gleichfalls meinen ,vater zu besuchen habe1 ihr dort ein ,zimmer miete1 das ,kind auf die ,rechnung meiner knftigen ,erbschaft von dem und dem alten ,bekannten meines ,vaters in der ,stille erziehen lasse--unterdessen wiederkomme und eine reiche ,partie--,marie bleibt immer mein1 und je verstohlner wir nachher zusammenkommen1 desto ser--,liebe hat ihre eigene ,sphre1 ihre eigene ,zwecke1 ihre eigene ,pflichten1 die von denen der ,ehe himmelweit unterschieden sind4 ,er setzte sich sogleich hin1 an seinen ,vater zu schreiben1 ihm durch die unvermutete ,entdeckung1 da er noch lebte1 eine ,freude zu machen1 und sich zugleich fr seine bedrngten ,umstnde1 und zu einer ,reise nach ,berlin1 eine ,hlfe von hundert ,friedrichd'or auszubitten4 ,in diesem ,augenblick trat ,marie ins ,zimmer4 ,er kleidete ihr sein ,projekt in solche lgen- und schmeichelhafte ,farben ein1 da sie mit ,trnen in alles willigte4 ,wiewohl sie ihm die ,freuden eines eingezogenen1 schuldlosen ,lebens1 in einem ,dorf1 wo ihr ,vater ihn mit beiden ,hnden wrde aufgenommen haben1 mit ,worten vormalte1 die ,steine erweicht haben wrden3 aber seine ,politik drang diesmal durch4 ,sie wollten sich in ,berlin so lange aufhalten1 bis sein ,vater tot wre1 und er frmliche ,anstalten zu einer ffentlichen ,verheiratung mit ihr machen knnte4 ,sie ergab sich endlich in seine hheren ,einsichten1 warf sich in seine ,arme1 drckte ihm ihre ,liebe nochmals auf die ,lippen1 und erhielt von ihm die ,versiegelung seiner noch immer ebenso heftigen ,leidenschaft4 ,alles ging gut3 er fing hierauf an1 statt der verdrlichen ,lehre von ,potenzen und ,exponenten1 ein ,kollegium ber die ,moral und eines ber das ,jus ,naturae zu lesen1 das ihm gar kein ,kopfbrechen kostete1 und ungemein gut von der ,lunge ging4 ,er bekam einen ,zulauf1 der unerhrt war1 und es whrte kein halbes ,jahr1 so lie er fr seine ,lesestunden ein neues ,kompendium der philosophischen ,moral1 gepfropft aufs ,natur- und ,vlkerrecht1 drucken1 das in allen gelehrten ,zeitungen bis an den ,himmel erhoben ward4 ,unterdessen blieb das arme ,mariechen1 die ,veranlassung aller dieser ,revolutionen1 ein unglckliches ,mittelding zwischen ,frau und ,jungfer2 ihre glckliche ,lustigkeit verlor sich2 die ,rosen auf ihren ,wangen starben2 die ,zeit ihrer ,entbindung nahte heran2 ,zerbin fing an verlegen zu werden1 wenn sie auf sein ,zimmer trat4 ,ein unangenehmer ,vorfall kam noch dazwischen4 ,dem ,hause des ,herrn ,freundlach gegenber lag ein ,kaffeehaus1 das ,hohendorf sowohl1 als ,altheim1 in der ,zeit ihrer ersten ,bekanntschaft mit ,renatchen1 gleich nach dem ,essen gewhnlich zu besuchen pflegten4 ,in der ,zeit des ,noviziats1 da es bei beiden noch immer hie3 ,ich aber steh1 und stampf1 und glhe1 ,und flieg im ,geiste hin zu ihr1 ,und bleib1 indem ich zu ihr fliehe1 ,stets unstet1 aber immer hier1 ,weil1 bis mich ,glck und ,freundschaft retten1 ,die oft ein langer ,schlaf befllt1 ,mich hier1 mit diamantnen ,ketten1 ,das ,schicksal angefesselt hlt4 ,uz4 ,obzwar ,hohendorf itzt fast gar keinen ,zutritt in dem ,hause mehr hatte1 oder doch wenigstens von dem ,idol seiner ,wnsche allemal sehr frostig empfangen ward3 so blieb doch ein gewisser ,zauber um dieses ,kaffeehaus schweben2 er fhlte allemal nach dem ,essen einen geheimen ,zug hinzugehen1 von dem er sich selbst nicht ,rechenschaft zu geben wute4 ,da sah er denn sein geliebtes ,renatchen sehr oft mit ,altheimen am ,fenster1 und rchte sich1 oder glaubte sich mit verachtungsvollen ,blicken recht herzlich an ihnen zu rchen4 ,altheim selbst kam auch noch bisweilen dahin1 wenn ,renatchen etwa sich nicht sprechen lie1 oder einen ,besuch bei einer ,verwandtin machte1 die er nicht wohl leiden konnte1 weil sie beiden immer so spitzfindige ,reden gab4 ,an einem dieser ,nachmittage kam ,hohendorf mit ,altheim in einem ,billardspiel1 wo mehrere ,personen um den ,einsatz spielten1 in einer sogenannten ,guerre zusammen1 und es traf sich unglcklicherweise1 da die beiden ,nebenbuhler grade aufeinander folgen muten4 ,hohendorf1 der schon lang eine ,gelegenheit an ,altheim suchte1 machte1 ohne da es ihm selbst ,vorteil brachte1 seinen ,ballen1 welches wider die ,regel vom ,spiel ist4 ,altheim zeigte seinen ,verdru darber2 ,hohendorf schttelte lchelnd den ,kopf2 als die ,reihe wieder an ihn kam1 machte er1 nun wirklich unversehens und wider ,willen1 den ,ballen des ,altheim zum andernmal4 ,altheim1 fest versichert1 da dies in der ,absicht geschehe1 ihn zu beleidigen1 warf ihm den ,billardstock ins ,gesicht2 sie griffen nach den ,degen2 man trennte sie2 den andern ,morgen ritten sie vor der ,stadt hinaus ins ,rosental1 sich auf ,pistolen zu schlagen1 wo ,altheim so glcklich oder so unglcklich war1 seinen ,gegner zu erlegen1 und sich ungesumt aus dem ,staube machte1 ohne nachher1 weder seiner ,geliebten1 noch unserm ,zerbin1 seinem ,mentor1 jemals mit einer ,silbe ,nachricht von sich zu geben4 ,zerbin wute also auch die anderweitigen ,schulden1 die er1 auf die ,rechnung der vom ,grafen zu bekommenden rckstndigen ,pension1 gemacht hatte1 nicht zu bezahlen2 er mute eine ganz andre ,haushaltung anfangen4 ,um seinen ,hausherrn in guter ,laune zu erhalten1 redete er nun1 bisweilen rtselhaft1 bisweilen ziemlich deutlich1 von gewissen ,absichten1 die er auf seine ,tochter htte1 deren ,jugend und ,schne sehr stark zu sinken anfing4 ,sobald ,marie bei ihren geheimen ,zusammenknften sich unruhig darber bezeigte1 wute er sie mit der ,notwendigkeit dieser ,maskerade zufrieden zu sprechen1 damit ihn der ,herr des ,hauses nicht wegen ,hausmiete und ,kostgeld mahnte1 welches in der ,tat auch nicht erfolgte1 und seine ,sicherheit und stillschweigende ,verbindlichkeit gegen ,hortensien immer grer machte4 ,seine ganze ,hoffnung1 der letzte ,anker1 den er ausgeworfen1 stand nun auf die ,antwort von seinem ,vater4 ,man stelle sich ,mariens ,entzcken vor1 als sie ihm selbst den ,brief aus ,berlin von dem ,posthause brachte1 und den bergang zu ihrer ,verzweiflung1 als sie nun aus seinem ,munde hrte1 da auch hier der ,tau zerrissen sei4 ,sein ,vater war1 durch einen der khnsten ,diebsthle1 da man ihn selbst und seine alte ,magd geknebelt hatte1 rein ausgeplndert worden1 und itzt im allerkmmerlichsten ,mangel1 da er1 wegen seines bekannten ,wuchers1 bei niemand einmal ,mitleiden fand4 ,er bat seinen ,sohn1 ihn1 wo mglich1 mit ,geld zu untersttzen1 oder zu sich nach ,leipzig kommen zu lassen4 ,es blieb ,marien nichts brig1 als ,weinen und ,schluchzen2 sie warf sich ihm zu ,fen2 er sollte mit ihr in ihr ,dorf gehen1 um ihr bei ihrem ,vater ,vergebung zu verschaffen4 ,alles war umsonst2 er stellte ihr vor1 da eine ,geschichte von der ,art1 wenn sie bekannt wrde1 ihn unfehlbar um seine ,stelle bei der ,universitt bringen wrde1 da er sich durch sein ,ansehen1 durch seinen ,kredit1 durch seine ,gelehrsamkeit wohl noch so weit bringen wrde1 sein berlinisches ,projekt mit ihr auch hier in ,leipzig auszufhren1 da er ein ,werk unter der ,presse htte1 fr welches ihm der ,buchhndler dreihundert ,taler geboten1 da er die zur ,erziehung des ,kindes verwenden wolle1 da sie ihm versprechen solle1 sich an ihre ,freundin in der ,vorstadt zu wenden1 ihr ihren ,zustand zu gestehen1 eine schleunige ,krankheit bei ihr vorzuschtzen1 unter dem ,vorwand in ihrem ,hause zu bleiben1 bis die ,entbindung vorber wre1 und unter der ,zeit eine andere ,magd in ihre ,stelle zu mieten usw4 ,sie versprach alles aus ,liebe zu ihm2 sie ging von ihm1 fest entschlossen1 allen mglichen ,strmen des ,schicksals ,trotz zu bieten1 um ihm seine ,ehre und guten ,namen in der ,stadt zu erhalten2 an den ihrigen dachte sie nicht einmal4 ,ihre ,hnde noch na von den ,trnen1 mit denen er sie beschworen hatte1 die ,sache geheimzuhalten1 dachte1 sah1 begriff sie keine ,schwierigkeiten bei dieser ,sache1 fing sogleich an1 den ,anfang ihrer ,rolle zu spielen1 und sich bei ihrer ,jungfer ber ,kopfweh und ,fieberschauer zu beklagen4 ,den ,nachmittag hatte sie den ,plan gemacht1 ihrer ,freundin einen ,besuch zu geben1 und da1 gleich als ob sie unvermutet von einem hitzigen ,fieber berfallen wre1 sich zu ,bette zu legen4 ,aber wie wenig wute das gute ,mdchen1 was sie versprochen hatte6 ,als sie zu ihrer ,freundin kam1 fand sie sie eben im ,ausrumen begriffen1 weil sie ihre ,miete aufgesagt hatte1 und ein anderes ,haus beziehen wollte4 ,mann und ,frau hatten1 wie es bei dergleichen ,gelegenheit zu gehen pflegt1 ,hndel zusammen bekommen1 und maulten itzt miteinander4 ,sie ward mit einem bewlkten ,gesicht empfangen2 die ,furcht1 ihr zur ungelegenen ,stunde zu kommen1 verschlo ihr den ,mund4 ,das ,herz entfiel ihr2 all ihre ,anschlge verwirrten sich1 sie wute nicht aus noch ein4 ,sie sagte ihrer ,freundin1 da ihr nicht wohl wre2 sie ward kaltsinnig bedauert4 ,ach1 ein ,ton der ,stimme1 eine trockene ,miene ist1 in dergleichen ,gelegenheiten1 schchternen und zarten ,seelen ein ,donnerschlag6 ,sie kam halb ohnmchtig wieder nach ,hause1 und doch liebte sie ,zerbinen zu sehr1 um ihn durch ,erzhlung dieses ersten milungenen ,versuchs in ,bekmmernis zu setzen4 ,sie sah nun ihr ,schicksal als eine ,strafe ,gottes fr ihren ,leichtsinn an1 der hchste ,grad der ,melancholei1 und fand ihren ,trost1 ihre ,wollust in verborgenen ,trnen4 ,sie wagte es dennoch1 nach ein paar ,tagen zum andernmal hinzugeben1 nachdem sie ,zerbinen eingebildet hatte1 es sei alles schon in ,richtigkeit3 sie fand ,ihre ,freundin nicht zu ,hause4 ,auch dies sah sie als etwas bernatrliches an2 ihr ,herz entfiel ihr immer mehr2 es war1 als ob ihr jemand zuriefe3 du sollst dich deiner ,freundin nicht entdecken6--,o ,richter1 ,richter1 habt ihr die ,gefhle eines jungen ,mdchens je zu ,rat gezogen1 wenn ihr ber ihre ,tat zu sprechen hattet6 ,ahndet ihr1 was das heit1 seine ,schande einer andern entdecken1 was fr berwindung das kostet1 was fr ein ,kampf zwischen ,tod und ,leben in einer weiblichen ,seele1 die noch nicht schamlos geworden ist1 da entstehen mu8 ,sie fate nun den ,vorsatz1 in die ,hnde ,gottes1 nicht in die ,hnde der ,menschen zu fallen1 wie sie nachher ihrem ,beichtvater selber gestanden hat4 ,sie wollte sich ihrem ,schicksal berlassen1 und das ,schlimmste abwarten1 ohne ,zerbin oder irgend einem ,menschen ein ,wort davon zu sagen4--,die ,taschen1 die damals auch ,personen geringen ,standes durchgngig trugen1 verhehlten ihren ,zustand2 kurz1 die ,frucht ihrer verbotenen ,vertraulichkeit kam1 nach ihrem letzten ,gestndnis1 tot auf die ,welt4 ,nach den ,gesetzen ist eine verhehlte ,schwangerschaft allein hinlnglich1 einer ,weibsperson das ,leben abzusprechen1 wenn man auch keine ,spur einer ,gewaltttigkeit an dem ,kinde gewahr wird4 ,marie hatte das ihrige in der ,geschwindigkeit ins ,heu verbergen wollen1 da eben das ,haus1 wegen eines ,schmauses in der ,vakantzeit1 voller ,gste war1 und sie alle ,augenblicke gebraucht wurde4 ,der ,kutscher war in ihrer ,abwesenheit auf den ,heuboden gestiegen1 den ,pferden etwas ,futter zu langen1 und er war der erste ,angeber dieses unglcklichen ,mdchens4 ,sie ward gefnglich eingezogen3 ,zerbin lie sich nichts merken4 ,man stelle sich die ,entschlossenheit1 die ,gromut1 die ,liebe dieses unglcklichen ,schlachtopfers vor3 sie war durch keine ,mittel dahin zu bringen1 den ,vater ihres ,kindes herauszugeben4 ,alle ,klugheit1 alle ,strenge der ,obrigkeit war umsonst2 nichts als unzusammenhngende ,erdichtungen konnten sie aus ihr bringen4 ,das war eine ,szene1 als ihr ,vater1 der ,schulz aus dem ,reichsdorf1 zu ihr ins ,gefngnis trat4 ,du ,alleweltsh--1 war sein ,willkomm1 was machst du hier8 ,hab ich dich so gelehrt1 ,gottes ,gebot aus den ,augen setzen8 ,sie weinte4 ,durch ,henkershand dich verlieren--,wer ist der ,vater dazu gewesen1 sag mir's6 ,gottes ,gericht soll mich verfolgen1 wo ich es nicht so weit bringe1 da der ,kerl--hier kniff er die ,daumen ein1 sah in die ,hhe1 bi die ,zhne zusammen1 und ,schaum trat ihm vor den ,mund4 ,sie weinte immer fort4 ,o du ,gottsvergessene--nenn mir den ,kerl nur6--,er setzte sich bei ihr auf eine zerbrochene ,tonne nieder4 ,ich wei ihn nicht1 ,vater1 ich kenn ihn nicht4 ,du kennst ihn nicht--so wird ,gott ihn finden1 ,gottes ,gericht ihn finden6 ,du kennst ihn nicht8 ,du wirst dir doch nicht im ,schlaf so was haben anrsonieren lassen--,meine einzige ,tochter auf dem ,schafott--,nenn mir ihn1 sag mir ihn1 ich will ihm nichts zu leide tun6 --,freilich war's so gut als im ,schlaf1 ,vater1 im ,rausch1 ,vater6 als wir von einer ,hochzeit kamen4 ,es war ein ,schuhmachersgesell1 den ,mainzer nennten sie ihn4 ,gott wird ihn finden1 den ,schuhmachersgesellen--,o mein ,kind1 mein ,kind6 ,hier umarmte er sie heulend1 und drckte sie1 unter erschrecklichem ,schluchsen1 zu wiederholten ,malen an sein ,herz4 ,wenn ich mich hier in deine ,stelle setzte1 du bist jung2 du kannst noch lange leben-- ,ich berlebte es nicht-- ,ich hatte dir mein neues ,haus zugedacht2 es ist unter ,dach2 du sollst mir den ,nagler ,rein heiraten2 es ist ein junges frisches ,blut1 und hat dich jederzeit so lieb gehabt4 ,alle ,abend bin ich mit meinem alten ,weibe hinspaziert1 und haben nach dem ,bau gesehen und von dir geredt1 wie wir im ,winter so vergngt miteinander leben1 und fleiig zueinander zu ,licht gehen wollten4 ',ich habe noch fnf ,pfund von dem schnen weien ,flachs2 die soll sie mir abspinnen helfen'1 sagte sie4 ',sie wird doch itzt in der ,stadt nicht so galant geworden sein1 da sie das ,spinnrad nicht mehr in die ,hand nehmen darf'--ach1 du gottloses ,kind6 es war1 als ob sie das im prophetischen ,geist gesagt htte4 ,sie1 auf seine ,hand weinend3 ,knnt ,ihr mir denn nicht verzeihen1 ,vater8 ,er1 der ,nagler ,rein1 stund denn so dabei und lchelte1 und die ,trnen quollen ihm in die ,augen4 ,sag ich doch1 es war1 als ob's uns allen geahndt htte4 ,grt den guten ,rein1 sagt1 ich werde noch in der ,ewigkeit fr ihn beten1 da er eine bessere ,frau bekomme1 als ich ihm gewesen wre4 ,sagt ihm1 es soll ihm nicht leid sein um mich4 ,wem sollt' es nicht leid sein um dich4 ,hier heulte er wieder an ihrem ,halse4 ,darf deine ,mutter auch kommen1 dich zu sehen8 ,meine ,mutter--wo ist sie--wo ist meine gute ,mutter8 ,geschwind lat sie hereinkommen6 ,ich habe nicht lange mehr hier zu bleiben4 ,walter 7so hie der ,alte7 schlug in die ,hnde4 ,ist denn keine ,gnade1 kein ,pardon nicht mglich8 ,ich will mich dem ,gerichtsherrn zu ,fen werfen-- ,meine ,mutter1 ,walter6--,ich schwr ,euch1 es stirbt kein ,mensch so gern als ich--sie flog an die ,tr3 ,meine ,mutter6 ,lat meine ,mutter hereinkommen6 ,hier traten die ,mutter und einige ,verwandtinnen herein2 es ging ein allgemeines ,geheul an1 das den ,kerkermeister selber aus seiner ,fassung brachte1 da er das ,zimmer verlassen mute4 ,die grausame ,stunde rckte heran4 ,man sprach noch immer in der ,stadt davon1 sie wrde ,gnade bekommen2 bis zum letzten ,augenblick1 noch da ihr die ,augen verbunden wurden1 stand das ,volk in dieser ,erwartung2 man konnte es nicht begreifen1 nicht fassen1 da eine so liebenswrdige ,gestalt unter ,henkershnden umkommen sollte2 der ,prediger war nicht imstande1 ihr ein einziges ,trostwort zuzusprechen--vergeblich6 ,die ,gesetze waren zu streng1 der ,fall zu deutlich2 sie ward enthauptet4 ,sie hat bis an den letzten ,augenblick die liebenswrdige1 milde ,heiterkeit in ihren ,mienen1 sogar in ihrer ganzen ,stellung1 in dem nachlssigen ,herabsinken ihrer ,arme und des ,haupts1 noch beibehalten1 die ihren ,charakter so vorzglich auszeichnete4 ,sie stand da1 etwa wie eine von den ersten ,bekennerinnen des ,christentums1 die fr ihren ,glauben ,schmach und ,martern getrost entgegensahen4 ,sie wandte sich noch oft sehnsuchtsvoll herum1 gleich als ob ihre ,augen unter dem gedrngten ,haufen ,volks jemanden mit ,unruhe suchten4 ,jedermann sagte1 sie suche ihren ,liebhaber1 und die nah bei ihr gestanden1 versichern1 sie haben sie noch in den letzten ,augenblicken einen ,namen sehr undeutlich aussprechen hren1 der von einem heftigen ,trnenausbruch begleitet wurde4 ,sie hielt sich sodann eine ,minute die ,hand vor die ,augen1 welche sie hierauf1 wie auer sich1 halb ohnmchtig dem ,scharfrichter reichte1 weil sie sich nicht mehr auf den ,fen erhalten konnte4 ,er band ihr die ,augen zu--und die schne ,seele flog gen ,himmel4 ,zwei1 drei ,tage war alles in der ,stadt in ,bestrzung2 man sprach in allen ,gesellschaften von nichts1 als der schnen ,kindermrderin4 ,man schrieb ,gedichte und ,abhandlungen ber diesen ,vorfall3 ,zerbin ging bei alledem wie betubt umher1 das gewhnliche ,schicksal abgewrdigter ,seelen1 wenn sie in auerordentliche ,umstnde kommen4 ,wenn ich einen ,roman schriebe1 so wrde ich es nimmer wagen1 meine ,geschichte mit einem ,selbstmorde zu schlieen1 um den ,verdacht der ,nachahmung zu vermeiden1 da diese ,saite nun einmal von einer ,meisterhand ist abgegriffen worden4 ,so aber darf ich mich von meiner ,urkunde nicht entfernen1 und welch ein ,unterschied ist es nicht mit alledem unter einem ,selbstmorde1 der1 durch die ,zaubereien einer raphaelischen ,einbildungskraft1 zu einer schnen ,tat ward1 und das hchste ,glck des ,liebhabers befrderte1 und unter einem1 der nichts1 als die gerechte ,folge einer schndlichen ,tat1 und mehr wie eine ,strafe des ,himmels1 als wie ein ,fehltritt einer verirrten ,leidenschaft anzusehen war6 ,er kroch1 unter der ,last seiner ,schuld1 und der ihm allein empfindbaren ,vorwrfe aller seiner ,zeitverwandten1 stumm und sinnenlos zu der ihn erwartenden ,schlachtbank4 ,folgende ,papiere1 die man in seinem ,schreibpult gefunden1 knnen dennoch einiges ,mitleiden fr ihn rege machen4 ,wir wollen sie1 unter den ,zeichen ,a und ,b1 nach ,mutmaung der ,zeit1 in der sie geschrieben sein knnen1 hier einrcken4 ,a4 ,ich komme zu dir1 meine ,marie--ich komme1 mich mit dir vor denselben ,richterstuhl zu stellen1 und von dir mein ,urteil zu erwarten4 ,die ,welt verdammt mich1 es ist mir gleichgltig1 aber du--solltest du keine ,verzeihung fr mich haben1 ,heilige6--,so soll es mir s sein1 wenigstens von dir meine ,strafe zu erhalten4 ,du allein hast das ,recht dazu4 ,b4 ,ich schreibe dieses1 sie vor den ,augen der ganzen ,welt zu rechtfertigen4 ,unsere ,ehe war kein ,verbrechen2 zwar war sie von keiner ,priesterhand eingeweiht1 aber durch unverstellt brennende ,ksse versiegelt1 durch frchterliche ,schwre besttigt4 ,dieser ,lehnstuhl1 an dem wir beide auf den ,knieen gelegen1 dieses ,bette1 auf dem ich mich noch heulend herumwlze1 sind ,zeugen davon4 ,ich war die einzige ,ursache1 da unsere ,verbindung nicht ffentlich besttigt ward--meine eingebildete ,gelehrsamkeit1 mein ,hochmut waren die einzigen ,hindernisse4 ,ich schmeichelte ihr1 ich wrde sie nach ,berlin bringen1 und meinem ,vater vorstellen1 blo um ihre ,wnsche1 ihre ,bitten in die ,lnge zu ziehen4 ,ich kann nicht trauren ber alles dieses2 mein ,herz ist zu hart4 ,aber da sie mich nicht verraten hat1 da sie fr mich gestorben ist1 war zu gromtig2 das verdiente ich nicht6 ,ich eile ihr das zu sagen--ich warne alles ,frauenzimmer vor einer so grenzenlosen ,liebe gegen unwrdige ,gegenstnde4 ,ich wollte ihr nichts aufopfern2 sie opferte mir alles auf4 ,ich kann mich nicht hassen1 aber ich verachte mich6 ,er schlich1 ohne einem ,menschen ein ,wort zu sagen1 in trbsinniger ,schwermut einige ,tage hin1 sprach selbst von dieser ,geschichte mit ,hortensien und andern1 wiewohl allemal sehr kurz4 ,am dritten ,tage abends kam er nicht zu ,hause2 den vierten ,tag ward am ,morgen seine ,leiche in dem zu der ,zeit mit ,wasser angefllten ,stadtgraben gefunden1 in den er sich vom ,wall herabgestrzt hatte4 ,jedermann erschrak2 bis endlich1 bei ,durchsuchung seiner hinterlassenen ,papiere1 den ,leuten die ,augen aufgingen4 ,hortensia ward schwermtig1 und ,renatchen soll nach der ,zeit die ,religion verndert haben1 und in ein ,kloster gegangen sein4