,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #aibb erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und heute nicht mehr gebruchliche ,schreibweisen sowie ,schreibvarianten bleiben gegenber dem ,original unverndert1 sofern der ,sinn des ,texts dadurch nicht beeintrchtigt wird4 ,besondere ,schriftschnitte wurden mit ,hilfe der folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 fett3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,pluszeichen ,antiqua3 ,tilden ,liebhaber-,ausgaben ,illustration ,nr4 #ajg ,knstler-,monographien ,in ,verbindung mit ,anderen begrndet von ,h4 ,knackfu #ajg ,lovis ,corinth #aibb ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing ,lovis ,corinth von ,dr4 ,georg ,biermann ,mit #adj ,abbildungen nach ,gemlden1 ,zeichnungen usw41 darunter acht farbigen ,einschaltbildern ,zweite ,auflage ,illustration #aibb ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing ,druck von ,fischer ,wittig in ,leipzig ,vorwort zur zweiten ,auflage4 ,die vorliegende ,monographie erschien erstmalig im ,jahre #aiac4 ,nach dem ,verlauf von beinahe zehn ,jahren mu sie neu aufgelegt werden4 ,dieser ,zeitraum aber ist fr unsere ,stellung zu keinem der fhrenden deutschen ,knstler so entscheidend gewesen wie zu unserem ,meister4 ,einmal1 weil sich ,corinths ,bedeutung als schpferische ,persnlichkeit fast vom ,tage des ,erscheinens dieses ,buches an schrittweise immer strker im ,bewutsein unserer ,zeit durchgesetzt hat1 dann aber1 weil der ,verlauf gerade der jngsten expressionistischen ,kunstrichtung das ,werk des ,knstlers durchaus nicht beeintrchtigt1 vielmehr im ,gegenteil immer nachdrcklicher herausgehoben hat4 ,so ist es nicht etwa durch die ,jugend berholt worden1 sondern diese hat das wahrhaft ,unvergngliche seiner ,kunst besttigt und die berlegenheit seines schpferischen ,knnens immer eindrucksvoller dargetan4 ,als dieses ,buch zuerst erschien1 hatte es zu keinem geringen ,teil die besondere ,aufgabe1 ,einfhrung in das ,werk eines ,meisters zu sein1 ber dessen ,bedeutung damals die ,urteile zeitgenssischer ,kritik noch sehr weit auseinandergingen1 und damit war auch sein ,charakter im ,sinne einer durchaus leidenschaftlichen ,werbung fr die ,gre des ,malers von vornherein bestimmt4 ,nachdem im ,verlauf jener zehn ,jahre die ,lage insofern geklrt worden ist1 da wohl bei niemandem ernstlich ,zweifel gegen die kunstgeschichtliche ,bedeutsamkeit dieses ,werkes mehr bestehen1 galt es nunmehr bei der ,neubearbeitung dieser ,abhandlung1 von den inzwischen gegebenen ,tatsachen aus objektiv die ,wertung dieses ,schaffens zu unternehmen1 und es ist deshalb selbstverstndlich1 da die ,bearbeitung der zweiten ,auflage in mancher ,beziehung vollkommen neugestaltet werden mute4 ,nicht zuletzt gehren auch die verflossenen zehn ,jahre zu der fruchtbarsten und erfolgreichsten ,periode im ,leben des ,meisters1 und deshalb forderte gerade dieser ,abschnitt eine besondere ,behandlung4 ,dieser entspricht im wesentlichen auch die illustrative ,neugestaltung des ,buches1 in dem etwa ein ,dutzend weniger wichtiger ,arbeiten1 die in der ersten ,auflage abgebildet waren1 fehlen4 ,dafr sind zweiundzwanzig neue ,wiedergaben aufgenommen worden1 die die ,arbeit des ,knstlers im letzten ,jahrzehnt wenigstens einigermaen illustrieren4 ber den ,graphiker ,corinth ist inzwischen im ,verlag von ,fritz ,gurlitt aus der ,feder von ,dr4 ,karl ,schwarz ein sehr zuverlssig gearbeiteter ,katalog erschienen1 der diesen ,teil der ,corinthschen ,lebensarbeit grundlegend umschreibt4 ,hannover1 im ,februar #aibb4 ,prof4 ,georg ,biermann4 ,illustration3 ,abb4 #a4 ,rudolf ,rittner als ,florian ,geyer4 #aijh4 7,zu ,s4 #ic47 ,im ,besitze der ,frau ,carl ,toelle1 ,barmen4 ,lovis ,corinth ,corinth1 das ist ein starker ,eckpfeiler im ,tempel deutscher ,kunst4 ,der trgt in sich ,vergangenheit und ,zukunft4 ,denkt ihn euch weg aus den ,jahren der letzten ,kunstbewegung1 die heute bereits in die ,geschichte eingeordnet1 von ,klassizitt umweht erscheint -- und eine ,lcke klafft auf1 in die kein ,gleichwertiger treten knnte1 weil es keinen gibt4 ,corinth1 das ist heute ein ,begriff der ,kunst1 ein ,wollen1 eine ,kraft1 ein ,temperament1 ein ,ganzes in sich4 ,kein ,akademiker1 der nach ,rezepten malt1 keiner1 der wie andere bewut an einem ,punkte anknpft und in sich ,entwicklung im ,sinne des allgemeinen ,werdens empfand1 aber doch ,geist seiner ,zeit1 ,frucht des ,bodens1 der ihn gezeugt1 ,bejaher und ,weltverchter in eins1 ein ,riese nach ,knnen und ,temperament1 ein ,kind nach ,empfindung und ,ehrlichkeit4 ,schwer1 die letzte ,harmonie seines ,wesens in ,worte zu fassen4 ,illustration3 ,abb4 #b4 ,studienkopf4 #ahgi in ,knigsberg entstanden4 7,zu ,seite #cb47 ,zu ,corinth kam die ,kunst wie ein ,gttergeschenk4 ,schon als ,knabe1 da er ,fetzen bunten ,papiers zu mosaikhaften ,bildern zusammenklebte1 war er ,knstler4 ,seine kindliche ,phantasie irrte in ,mrchenwelten1 und hart stt sich der ,jngling1 der widerwillig in ,knigsberg die ,schulbank drckt1 an der ,realitt des ,lebens4 ,bei den ,fischern da oben an der ,nehrung wohnt fr ihn die ,freiheit1 da sind ,menschen ohne ,konvention1 eingespannt in den ,kreislauf ihrer trgen ,begierden und ,leidenschaften4 ,mit denen sitzt er tagelang zusammen1 versunken in das eintnige ,erleben dieser weltfernen ,einsamkeit1 ergriffen von der ,urkraft der ,schpfung1 die an die ,dnen brandet und ,mitleid nicht kennt4 ,die wchst ihm zum ,gleichnis auf fr den eigenen ,lebensweg4 ,von hier aus hat er die ,wanderung zum ,berge der ,kunst angetreten1 klaren ,auges1 seiner ,kraft sich bewut4 ,ohne ,straucheln1 ohne abzuirren1 hat er ber vierzig ,jahre lang gemalt1 in ,mnchen1 in ,antwerpen und ,paris1 in ,knigsberg und wiederum in ,mnchen1 bis er spt in ,berlin sehaft wird1 das ihn in entscheidenden ,jahren zu den ,seinen zhlt4 ,illustration3 ,abb4 #c4 ,akt aus der ,lfftz-,schule4 #ahhc4 ,im ,besitze des ,herrn ,gerhart ,hauptmann4 7,zu ,seite #cd47 ,corinth1 das ist die letzte ,einheit aus ,persnlichkeit und knstlerischer ,kraft1 die ,synthese aus innerem ,erleben und malerischem ,gefhl4 ,in seiner ,frhzeit1 als er u4 a4 das lebensstarke ,bildnis seines ,vaters malt1 liegt ihm noch ein ,schu reinen ,akademikertums im ,blute 7von ,knigsberg her1 wo er die erste technische ,schulung erhielt71 aber das hlt nicht lange vor4 ,das ,beispiel der ,alten1 die ihm wesensverwandt sind1 der ,rubens und ,hals vor allem1 lt ihn schnell gesunden -- und so sehr ihn auch der ,geschmack des ,tages in ,versuchung fhrt und zu billigen ,erfolgen lockt1 er verharrt standhaft und fest1 malt lieber berhaupt nicht1 als da er jenen ,modemalern ein ,zugestndnis machen mchte -- und er bleibt so1 was er immer gewesen -- ,corinth4 ,illustration3 ,abb4 #d4 ,othello4 #ahhd4 ,im ,besitze von ,brakls ,kunsthandlung1 ,mnchen4 7,zu ,seite #dj47 ,wie wenige ,knstler haben damals hnlich an ihrer ,persnlichkeit festgehalten1 wie wenige den ,mut der ,konsequenz besessen4 ,an ,talenten war gewi kein ,mangel1 wie spte ,entdeckungen lngst dargetan1 aber sie sind weggesplt worden von der breiten ,woge jenes schlimmen knstlerischen ,banausentums1 das die ffentliche ,meinung beherrschte1 das billigen ,eintagserfolgen nachhing1 das in jenen ,tagen -- man kann es heute ruhig aussprechen -- speziell das ,schicksal der sddeutschen ,kunst gewesen ist4 ,corinth erkannte fast zu spt1 da in ,mnchen seines ,bleibens nicht mehr sei -- das war der ,augenblick seiner letzten ,befreiung4 ,illustration3 ,studie vom ,jahre #ahhg4 7,zu ,seite #df47 ,abb4 #e4 ,berlin hat ihm raschen ,erfolg auch nicht gebracht4 ,aber es stellte ihn an der ,seite der ,leistikow und ,liebermann mitten hinein in den ,kampf1 der oft aussichtslos erscheinen mochte und doch der ,nhrsaft seines ,temperamentes geworden ist4 ,denn diese ,kraft brauchte zu ihrer ,entfaltung den ,widerstand1 brauchte die ,reibung1 brauchte den von berlieferung unbeschwerten ,boden riesenhafter ,dimension1 an deren ,peripherie erst langsam die ,morgenrte neuzeitlicher ,kultur aufdmmert4 ,illustration3 ,abb4 #f4 ,halbakt4 ,paris #ahhf4 7,zu ,seite #df47 ,illustration3 ,abb4 #g4 ,komplott4 #ahhd4 ,im ,besitze des ,herrn ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #dd47 ,heute ist ,corinth1 der ,sechzigjhrige1 ,gemeingut des knstlerischen ,deutschlands4 ,mag vieles von dem in kommenden ,zeiten vergehen und vor der ,kritik nicht mehr standhalten1 was ,tagesmeinung und ,geschmack auf scheinbar unerreichte ,hhe emporgehoben haben1 ,corinth wird bleiben1 wird wie ein einsam ragender ,fels in der ,geschichte unserer ,zeit immer bestehen4 ,weil das ,beste seines ,werkes1 das sich nicht in bersprudelndem ,reichtum der ,welt mitteilte1 die einsame ,gre unzeitlicher ,bedingtheit besitzt4 ,wer ,bilder wie den ,florian ,geyer oder die ,totenklage1 wer die ,kreuzabnahme oder die ,blendung ,simsons im ,geiste sieht 7um nur wenige ,beispiele zu nennen71 der fhlt zugleich1 da in solchen ,werken1 unabhngig von ,schlagworten gewisser ,richtungen1 ,ewigkeitswerte verschlossen sind1 die neben dem ,besten aus den groen ,kunstepochen der ,vergangenheit bestehen und auch die ,zukunft berdauern mssen1 weil sie zeitenlos im ,gefhl1 die starke innere ,leidenschaft haben1 ohne die hchste ,kunst nicht zu denken ist4 ,auf solchen und hnlichen ,bildern hat sich menschliche ,empfindung ein ,symbol fr ,ewigkeiten geformt4 ,und solche ,dinge wuchsen auf aus der ,reinheit einer ,kraft1 die nichts wollte als reine ,kunst4 ,form-,erleben und malerisches ,gestalten gaben die ,mittel des knstlerischen ,schaffens1 aber die ,quelle desselben sprang auf1 sprudelte hervor aus jener hheren ,geistigkeit1 die die ,seele des ,knstlers berstrmen lt aus der ,flle innerer ,gesichte4 ,die sind in ,corinths ,lebenswerk immer greifbar und offensichtlich1 mag er auch als lachender ,demokrit der ,erbrmlichkeiten dieser ,welt spotten oder in den ,gttern ,homers mit herzerquickendem ,humor ,gleichnisse bannen1 die aller ,prderie zum ,trotz die ,lacher auf seine ,seite ziehen4 ,und dann die ,radierungen1 ,zeichnungen und ,lithographien3 ,das sind die tglichen ,bekenntnisse dieser reichen ,imagination1 die immer der ,realitt spottete1 so sehr auf ,leben eingestellt1 auch rein uerlich ihre ,vorwrfe zum ,teil ansprechen4 ,ohne diese ,schpfungen1 die des ,knstlers ,meisterschaft im ,technischen verraten1 wre der ,blick in die letzten ,winkel dieser ,knstlerseele doch verschlossen4 ,darum vor allem sind gerade sie uns teuer -- ungeachtet ihres reichen knstlerischen ,gehaltes1 weil sie einmal die ,grundlagen fr die ,wertung des ,menschen sind1 der restlos auch den ,knstler offenbart1 daneben aber im ,sinne der allgemeinen ,kunstentwicklung zu ,momenten historischer ,betrachtung hinberleiten1 die ihrerseits wiederum ,corinths ,stellung im ,rahmen der gesamten ,kunstgeschichte deutlich und vielsagend unterstreichen4 ,illustration3 ,abb4 #h4 ,bildnis des ,vaters des ,knstlers4 #ahhg4 ,im ,besitze des ,knstlers4 7,zu ,seite #dg47 ,illustration3 ,abb4 #i4 ,falschspieler4 #ahhg4 7,zu ,seite #df47 ,corinth1 das ist der ,knstler und sein ,werk4 ,das ist ,einfhlung in das zeitlich unbegrenzte ,kapitel des rein ,menschlichen4 ,gewi ist der ,meister ein ,kind unserer ,zeit4 ,tiefe ,religiositt1 ein ,erbteil seiner urgermanischen ,rasse1 durchweht1 erhht hier und dort sogar mit den ,strahlen ,grnewaldscher ,imagination sein ,werk1 aber zeitlich ist er doch nur ganz bedingt zu verstehen4 ,wenn nach hundert ,jahren sich gegenber der gegenwrtigen ,kunst der groe ,proze der ,umwertung vollzogen haben wird1 wenn das ,zufllig-,menschliche versunken ist und nur die knstlerische ,leistung als solche noch zurckbleibt1 dann erst wird man erkennen1 wie dieser ,knstler als ein ,riese in seiner ,zeit stand1 stark1 knorrig1 oftmals herb1 aber immer unbeirrt im ,drange seines reinen ,knstlertums1 und wie die deutsche ,kunst der letzten fnfzig ,jahre nie einen ,greren besessen hat als ,lovis ,corinth4 ,illustration3 ,abb4 #aj4 ,sonntagsfrieden4 #ahhg4 ,im ,besitze des ,herrn ,julius ,freund1 ,berlin4 7,zu ,seite #dh47 ,dies ist ein zusammenfassendes ,bekenntnis zu ,corinth und seinem ,werk1 das einmal an anderer ,stelle verffentlicht1 trotzdem diesem ,buch den ,auftakt geben soll1 um den ,blick des ,lesers zunchst auf das ,gesamtwerk und die ,einheit von ,schpfung und ,persnlichkeit hinzulenken4 ,denn nachdem gerade das letzte ,jahrzehnt unzweideutig erwiesen hat1 da die moderne deutsche ,kunst kaum ber eine malerische und zeichnerische ,begabung verfgt1 die an ,bedeutung derjenigen von ,corinth gleichkme1 ist es notwendig1 diese ,tatsache ihrem ganzen ,umfang nach allem brigen vorauszustellen1 so sehr es auch immer ,zweck dieses ,buches bleibt1 sie im einzelnen zu begrnden4 ,heute steht das ,werk auch nicht mehr wie damals1 als die erste ,auflage dieses ,buches erschien1 im ,mittelpunkt kunstkritischer ,gegenstze4 ,es ist allmhlich in die ,zeit hineingewachsen und fast schon historisch geworden4 ,erst wenn man ,corinths stattliches ,lebenswerk ganz unabhngig von allen ueren ,berhrungspunkten mit dem ,werden der ,zeit betrachtet1 wenn man empfindet1 wie sich auf all diesen ,proben seines vielseitigen ,knnens auch der ,mensch im ,knstler restlos offenbart hat1 wie hier in einer selten erlebten ,treue gegen sich selbst alles innerer ,notwendigkeit1 ja man kann sagen1 einer ausgeglichenen ,weltanschauung entsprungen ist1 erst dann erscheinen auch die einzelnen ,proben seiner ,kunst als ,teile einer groen ,gesamtharmonie1 die trotz mancher ,unausgeglichenheit im einzelnen immer wieder zur ,bewunderung zwingt4 ,allein der ,persnlichkeitswert gibt der ,corinthschen ,kunst seine besondere ,note im ,rahmen der ,kunstgeschichte berhaupt2 der stellt ihn im ,nu auch ber hundert andere malende und vielleicht nicht minder bekannte ,zeitgenossen2 der wird auch noch nach drei und mehr ,jahrzehnten berechtigen1 den ,meister modern zu nennen1 so modern wie ,rembrandt oder ,hals sind oder alle ,knstler der ,vergangenheit und ,gegenwart1 die das ,kapitel der ,kunst durch sich bedeutend erweitern und der ,geschichte neue ,gedanken vermitteln konnten1 die vordem noch nicht zur harmonischen ,erfllung gekommen waren4 ,illustration3 ,abb4 #aa4 ,der ,schnapsriecher4 #ahhi4 ,im ,besitze von ,brakls ,kunsthandlung1 ,mnchen4 7,zu ,seite #dh47 ,illustration3 ,abb4 #ab4 ,das ,frhstck4 #ahij4 7,zu ,seite #dh47 ,man hat den ,meister gar oft mit einigen der groen ,knstler aus der ,vergangenheit in ,beziehung gebracht1 ohne da auch nur einer dieser ,vergleiche das ,wesensverwandte zu erschpfen vermchte4 ,an ,rubens z4 ,b4 erinnert vielfach die beiden ,malern innewohnende starke ,sinnlichkeit1 ihre ,freude am menschlichen ,krper1 ihr ,hang zu vielfigurigen1 von arkadischem ,geist erfllten ,kompositionen4 ,und doch sind der bewegliche ,flame und der schwerbltige ,ostpreue im ,innersten so weit voneinander entfernt wie die ,anschauungen zweier verschiedener ,welten1 die mehr noch als durch die ,jahrhunderte selbst1 durch innere ,gegenstze voneinander getrennt sind4 ,nher kommt der ,eigenart unseres ,meisters der ,hinweis auf den lustigen ,maler von ,haarlem1 ,franz ,hals1 wenn man an das ,milieu denkt1 in dem beide aufgewachsen sind1 an die dem ,leben entnommenen ,motive 7die bei ,corinth nur einen ,teil seines ,schaffens umschreiben71 in denen sich soviel frohe ,daseinsbejahung und ,ursprnglichkeit der ,empfindung widerspiegeln -- und wenn man nicht zuletzt auch an die technische ,entwicklung beider ,knstler erinnert1 die sich aus einer feinen koloristischen ,art der malerischen ,behandlung langsam zu jenem hchsten impressionistischen ,pinselstrich emporentwickelt hat1 bei dem man die ,malerei selbst nur noch als die souverne ,kunst empfindet1 mit den denkbar geringsten und bis zum uersten eingeschrnkten ,mitteln die grtmglichen ,wirkungen zu erzielen4 ,aber auch dieser ,vergleich stimmt nur von ungefhr1 genau wie ein hnlicher ,hinweis auf ,grnewald1 den ,meister des ,isenheimer ,altares1 den man gern genannt hat1 um den ,grad der ernsten und herben1 fast katholischen ,wirklichkeitsmalerei anzudeuten1 die einem vor den religisen ,szenen eines ,corinth zum ,bewutsein kommt4 ,wie wenig aber letzten ,endes alle diese zur alten ,kunst gesuchten ,beziehungen im einzelnen das ,charakteristische der ,corinthschen ,art zu erschpfen vermgen1 im ganzen gesehen bringen sie uns doch dem ,sinn seines ,wollens sehr nahe4 ,illustration3 ,abb4 #ac4 ,piet4 #ahhi4 ,im ,besitze des ,kaiser ,friedrich-,museums zu ,magdeburg4 7,zu ,seite #dh47 ,illustration3 ,abb4 #ad4 ,corinth im ,atelier4 ,nach einem ,gemlde von ,carl ,bublitz aus dem ,jahre #ahij4 ,ausschnitt4 7,zu ,seite #di47 ,denn eine so einfache und unkomplizierte ,natur1 als die ,corinth auf diesem oder jenem ,bilde wohl erscheint1 ist der ,knstler beileibe nicht4 ,hat er schon als bestes ,erbe seiner ostpreuischen ,abstammung eine gewisse auf die ,wirklichkeit eingestellte ,art der ,lebensanschauung bernommen1 so ist er auf der anderen ,seite doch auch ein ,poet von strkster ,innerlichkeit4 ,und wie er als ,mensch eine fast seltsame ,mischung von bullenhaftem ,kraftgefhl und einer fast kindlichen ,gutmtigkeit ist1 so als ,knstler heute in all seinen ,vorstellungen der ,wirklichkeit verbunden und morgen ein phantasiebeschwingter ,dichter1 der mit berlegenem ,humor zum klassischen ,sagenschatz oder mit bitterem ,ernst zu den ,legenden des ,neuen ,testamentes greift4 ,heute ein ,kmpfer fr ,recht und ,wahrheit1 wenn es darauf ankommt1 dem ,fortschritt in der ,kunst die ,wege zu ebnen1 morgen ein stiller ,trumer1 der sich ganz in das weite ,reich seiner ,phantasie verliert4 ,immer aber als ,mensch und ,knstler gleich sympathisch1 weil er eine ungewhnliche ,erscheinung ist1 die sich das stolze ,recht ihrer ,individualitt im ,kampfe und unter ,verzicht auf die frher blichen ueren ,ehren und die landlufige ,anerkennung der ,welt erobert hat4 ,illustration3 ,abb4 #ae4 ,susanna im ,bade4 #ahij4 7,zu ,seite #di47 ,illustration3 ,abb4 #af4 ,schwimmanstalt in ,knigsberg4 #ahij4 ,in ,berliner ,privatbesitz4 7,zu ,seite #di47 ,illustration3 ,abb4 #ag4 ,wirtshausgarten am ,pregel4 #ahic4 7,zu ,seite #di47 ,es mu schon an dieser ,stelle vorgreifend daran erinnert werden1 da ,corinth auch als ,knstler eine ,doppelerscheinung ist1 ,maler und ,literat4 ,der wurde er nicht durch ,zufall1 sondern genau wie es den ,knaben schon zum ,malerhandwerk trieb1 aus innerer ,notwendigkeit4 ,ein neuer ,delacroix also1 wenn man durchaus wiederum einen ,hinweis bei jenem kleinen ,kreis lterer ,knstler suchen mu1 die neben dem ,pinsel auch die ,feder zu fhren verstanden haben4 ,nur mit dem ,unterschied1 da ,delacroix' ,kunst immer fr sich bestehen wird und durch seine knstlerischen ,abhandlungen keine ,vertiefung erfhrt1 whrend der ,literat ,corinth -- sicher unbewut -- auch das ,verstndnis des ,menschen und ,knstlers erleichtert4 ,man wei1 da er im ,jahre #aiaj die ,monographie seines ,freundes und ,kampfgenossen1 des zu frh verstorbenen ,walter ,leistikow1 verffentlicht hat1 ein ,buch echter ,freundschaft1 das spter einmal auch als ,kulturdokument unserer ,zeit wertvoll sein wird4 ,denn diese ,schrift ist im ,grunde die ,geschichte der ,sezession und gibt damit ein bedeutsames ,stck ,berliner ,kulturgeschichte1 die von einem ihrer hervorragendsten ,vorkmpfer aufgezeichnet wurde4 ,wir haben von ,corinth ferner neben einem ,dutzend in ,zeitschriften verstreuter ,aufstze ber alte und moderne ,kunst1 die nicht minder vielsagend fr den ,knstler sind1 ein ,lehrbuch der ,malerei1 dessen starker ,erfolg unbedingt auch fr seine pdagogische ,begabung spricht und nicht zuletzt jene wundervollen ,legenden aus dem ,knstlerleben81 die als ,selbstbiographie authentischen ,wert besitzen und die uns deshalb auch hier besonders willkommen sein mssen1 wo es sich darum handelt1 der ,jugendentwicklung des ,meisters nachzugehen4 ,gerade diese ,geschichte des jungen ,heinrich ,stiemer1 der das ,pseudonym des ,verfassers ist1 fhrt zugleich tief hinein in die ,seele des ,knstlers4 ,hier sind alle ,voraussetzungen aufgezeichnet fr die ,entwicklung1 die der ,maler in spteren ,jahren genommen hat1 und es ist nicht der schlechteste ,beweis fr die originale ,gestaltungskraft des ,literaten1 wenn einem in diesem ,buche wie von ungefhr ein ,stck allgemeinen ,menschenschicksals zu begegnen scheint1 wenn man dies kleine ,kapitel aus dem ,leben eines ,knstlers verallgemeinernd ein ,knstlerleben berhaupt nennen darf4 ,was aber an dem ,literaten ,corinth im besonderen berrascht1 ist die ,tatsache1 da der oft als ungeschlacht gescholtene ,kraftmensch sich als ein zarter ,meister der ,stimmung1 als ein ,knstler auch des ,wortes erweist4 ,freilich1 wer ,corinth seinem wirklichen ,wesen nach kennt und liebt1 findet ihn hier nicht anders wie auf all seinen ,schpfungen3 als eine ,persnlichkeit von innerer ,harmonie1 als einen humorvollen ,beobachter des ,lebens1 dessen derbes ,lachen herzerfrischend auf uns eindringt1 als einen berlegenen ,demokrit1 der der kleinen ,umwelt von ,grund aus spottet4 ,alles in allem1 man mu den ,literaten ,corinth kennen gelernt haben1 bevor man dem ,knstler wirklich so gerecht werden kann1 wie es heute ,pflicht ist4 ,sind schon die ,legenden aus dem ,knstlerleben8 an sich eines der entzckendsten ,knstlerbcher aller ,zeiten1 so wird dies ,buch fr ,corinth als ,selbstbekenntnis immer der ,ausgangspunkt sein1 von dem aus man sich am ehesten auch seinem malerischen ,schaffen nhern darf4 ,corinths gesammelte ,schriften sind brigens #aiba von ,fritz ,gurlitt-,berlin in einer ebenso reichhaltigen wie typographisch vorbildlichen ,publikation herausgegeben worden4 ,illustration3 ,abb4 #ah4 ,kiefer am ,wasser4 #ahib4 7,zu ,seite #ea47 ,fr die richtige ,einstellung gegenber dem ,meister erscheint noch ein zweites ,moment besonders vielsagend1 das auch hier allgemein vorweggenommen werden soll3 die ,vielseitigkeit der knstlerischen ,arbeit selbst4 ,dabei ist zunchst noch nicht an den ,reichtum der sprudelnden ,knstlerphantasie gedacht1 die gleich souvern ,wirklichkeit1 mythologische ,gtterwelt und die berlieferungen der ,bibel durchschreitet und bildlich festhlt -- auch nicht daran1 wie auf diesen verschiedenen ,stoffgebieten immer wieder der ,mensch selbst nach einem ,ausdruck seiner ,weltanschauung ringt1 sondern vielmehr an die mannigfache ,bettigung im ,technischen4 ,man kann ,corinth ebensosehr einen ,maler wie einen ,graphiker nennen1 man wird sogar dem ,buchillustrator ein besonderes ,kapitel widmen mssen und darf daran erinnern1 da er in den ,anfngen der ,reinhardtschen ,bhne sogar fr das ,theater gearbeitet hat und eine seiner letzten ,arbeiten auf diesem ,gebiet die ,faustinszenierung fr das ,lessingtheater gewesen ist4 ,aber auch in dieser seltenen ,vielseitigkeit spricht sich doch nur jenes jedem groen und echten ,knstler eingeborene ,verlangen aus1 die ,welt mit allen nur erdenklichen ,mitteln in den besonderen ,kreis der persnlichen ,vorstellung einzuzwingen1 sie knstlerisch zu berwinden und zu neuen ,formen umzudeuten4 ,aber selbst der ,maler allein verfgt wiederum ber eine hnliche ,vielseitigkeit4 ,corinth ist ,portrtist1 ,landschafter1 ,stillebenmaler1 ,schilderer der ,antike und der ,legende1 aber berall doch unverkennbar als ,schpfer seiner ,bilder1 weil sich nirgends die ,persnlichkeit verleugnet1 der ,strich seines ,pinsels und die ,freude am ,gestalten1 da er immer innerlich voll ,figur ist -- um mit ,drer zu reden4 ,illustration3 ,abb4 #ai4 ,diogenes1 ,menschen suchend4 #ahib4 ,im ,besitze der ,frau ,moll1 ,berlin4 7,zu ,seite #ea47 ,eine der ganz wenigen groen ,erscheinungen unserer ,kunst und der ,kunstgeschichte berhaupt -- ein ,meister1 dessen technische ,knnerschaft lngst ber jede ,kritik erhaben ist1 der einen auch in kleinen ,schpfungen immer in den ,bann zieht1 einerlei1 ob man in ihnen ein ,stck erlebten allgemeinen ,menschenschicksals erkennen will oder nur den zufllig von ,knstlerlaune gestalteten ,ausdruck bewegten1 unvergnglichen ,lebens4 ,bevor indes die ,geschichte dieses ,knstlerschicksals und das ,werden dieser ,kunst im einzelnen aufgezeichnet werden soll1 sei zum besseren ,verstndnis jener ,stellung1 die ,corinth im groen ,rahmen aller ,kunstentfaltung auch heute schon beanspruchen darf1 rckwrtsschauend kurz noch der ,blick auf das ,wesensstarke frherer ,zeiten hingelenkt4 ,illustration3 ,abb4 #bj4 ,bildnis des ,freiherrn von ,geyling als ,georgsritter4 #ahic4 7,zu ,seite #ec47 ,jener ,schar von ,knstlern nmlich1 die dem ,geist ihrer ,zeit ein ,denkmal gesetzt haben1 indem sie aus der ,sehnsucht ihres ,jahrhunderts heraus den hchsten ,ausdruck der ,kunst erfanden und die ,ideen jener ,generation1 der sie angehrten1 in sich aufsogen und neugeformt auf die ,leinwand bannten1 steht eine andere ,art von ,malern gegenber1 deren ,werk allein der ,wirklichkeit entwachsen ist4 ,beide ,richtungen sind in der ,kunstgeschichte in wechselnder ,folge feststellbar4 ,ihre ,wertung vollzieht sich dabei immer im ,verhltnis der inneren ,beziehungen1 die die ,gegenwart zu ihnen unterhlt1 und wenn wir heute z4 ,b4 wieder strker den groen ,primitiven frhmittelalterlicher ,kunst zugewendet sind1 so bedeutet das noch lngst nicht1 da ,rembrandt und ,velazquez rein knstlerisch weniger zu bedeuten haben4 ,da aber unsere ,gegenwart zweifellos dem inneren ,sein gegenber dem ueren ,schein den ,vorzug gibt1 wird man vieles von dem1 was auch ,corinth geschaffen1 heute weniger seiner technischen ,bravour wegen1 sondern mehr als ,ausdruck und ,bekenntnis des inneren ,menschen werten4 ,in diesem ,sinne eben ist seine ,modernitt unabhngig von dem ,geschmack und der ,vorliebe der ,zeit4 ,denn gerade die besten ,schpfungen dieses ,meisters bleiben als ,bekenntnisse der ,persnlichkeit1 die oft den ,blick nach innen gekehrt hlt1 so unvergnglich wie jede groe ,kunst1 die nicht der ,alltglichkeit erwachsen ist4 ,illustration3 ,abb4 #ba4 ,bildnis des ,malers ,walter ,leistikow4 #ahic4 7,zu ,seite #eb47 ,darf deshalb in diesem ,sinne von der ,modernitt der ,corinthschen ,kunst gesprochen werden1 weil ihr1 ganz unabhngig von den ,motiven1 ein unerhrt starkes malerisches ,bewutsein und zugleich ,bekennertum eigen ist1 so verdichtet sich der ,begriff noch in dem ,gefhl1 wie gerade das ,werk dieses ,meisters reine ,kunst verschliet1 die an ,zeitgrenzen berhaupt nicht gebunden ist4 ,man wird einige seiner ,portrts sehen1 z4 ,b4 den ,florian ,geyer1 die des literarischen ,entstehungsgedankens lngst spotten1 die etwa wie der ,ritter ,willem von ,heythusen der ,brsseler ,galerie1 den wir einem ,frans ,hals danken1 weniger den ,ausdruck eines individuellen ,menschenschicksals als vielmehr einen ,menschen in seiner ,potenz -- als ,typ im allgemein ,menschlichen festgehalten haben4 ,und ganz hnlich ergeht es uns vor anderen ,werken des ,meisters1 die wie die ,szenen der ,kreuzigung8 oder selbst die burleske ,erziehung des ,zeus8 unserem ,geschlecht ber die ,spanne der ,jahrhunderte hinaus ,gedanken schlechthin vermittelt haben1 die immerfort symbolisch sein werden4 ,ja solche ,bilder sind gerade bei ,corinth fast ohne jede ,voraussetzung1 die sonst wohl die ,tradition gibt1 geworden4 ,sie sind nur das ,ergebnis der schpferischen ,persnlichkeit4 ,und das ,neue liegt bei ihnen weniger im ,motiv als in der ,art1 wie die knstlerische ,phantasie den ,blick auf allgemein menschliche ,dinge hinlenkt4 ,illustration3 ,abb4 #bb4 ,trifolium4 #ahie4 ,darmstadt1 ,museum4 7,zu ,seite #ed47 ,wollte man aber -- wie es schon einmal angedeutet wurde -- ,corinth selbst auf irgendeine ,linie einstellen1 die aus der ,vergangenheit heraus mit sicheren ,polen in die ,gegenwart weist1 man wrde ihm bitteres ,unrecht tun und seine ,persnlichkeit nutzlos verkleinern1 einerlei ob man ihn zu ,rubens oder ,hals in ,beziehung bringen wollte4 ,fr andere ,knstler besteht in viel hherem ,mae der ,satz zu ,recht1 da sie irgendwo eine frher gegebene ,anknpfung aufgegriffen und weiter entwickelt haben1 ja ganze ,kunstepochen sind nur durch den engen ,anschlu an ,vergangenes geworden 7,manets ,beziehungen zu ,velazquez -- die deutsche impressionistische ,landschaft in ihrem ,zusammenhang mit den alten ,hollndern72 ,corinth aber ist nur durch sich selbst1 seine ,malerei nur aus seinem ,temperament heraus geworden1 und darum ist auch seine ,stellung im ,rahmen der modernen ,kunst durchaus ungewhnlich1 viel mehr als die eines ,liebermann1 der berall fremde ,einflsse aufgegriffen und verarbeitet hat1 der bei ,menzel1 ,munkacsy1 ,israels und zuletzt bei den ,franzosen in die ,schule ging und in der ,tat oft nur die ,anregungen jener ,knstler mit der ihm eigenen ,routine persnlich umformte4 ,damit soll nicht gesagt sein1 da ,corinth nicht auch von den ,lehrern der ,vergangenheit befruchtet worden ist1 aber diese ,einflsse verschwinden wie von selbst unter dem ,eindruck des absolut ,eigenen und ,neuen1 unter dem zwingenden ,gefhl1 da er in jedem ,bilde ein ,stck von sich selbst gestaltet hat1 unter der ,bewunderung vor der groen ,ehrlichkeit und ,ursprnglichkeit seines ,wollens4 ,die ,folgerichtigkeit seiner knstlerischen ,entwicklung ist deshalb auch der beste ,teil seines interessanten und vielseitigen ,lebenswerkes1 und die ,empfindung1 da diese ,kunst fast unabhngig von der brigen ,entfaltung der neuzeitlichen ,malerei eigenwillig und stark geworden ist und so werden mute1 wie sie sich heute darstellt1 stempelt ihn selbst als ,persnlichkeit im ,rahmen unserer ,zeit zu einem ,typ fr sich1 der ohne ,parallele ist4 ,illustration3 ,abb4 #bc4 ,loge ,in ,treue fest84 #ahie4 ,im ,besitze der ,mnchner ,loge4 7,zu ,seite #ec47 ,lovis ,corinth ist am #ba4 ,juli #aheh in dem ostpreuischen ,flecken ,tapiau geboren und entstammt einer wohlhabenden ,bauernfamilie1 die ihren ,stammbaum bis ins siebzehnte ,jahrhundert zurckverfolgen kann4 ,der ,vater des ,knstlers1 ,franz ,heinrich1 war der ,sohn eines ,gutsbesitzers zu ,neuendorf und dessen ,gattin ,luise ,stiemer 7deren ,familiennamen ,corinth als ,pseudonym in der oben erwhnten ,selbstbiographie bernahm74 ,er hat eine ,zeitlang in ,pregelswalde gewohnt1 bis er nach ,tapiau bersiedelte4 ,hier wurde er am #b4 ,oktober #aheg mit der ,witwe des ,lohgerbermeisters ,fr4 ,wilh4 ,opitz1 die elf ,jahre lter als er war1 getraut2 sie brachte ihm auer einer ,lohgerbermhle auch noch einige ,shne mit in die ,ehe4 ,dieser ungleichen ,vereinigung ist ,lovis ,corinth entsprungen1 ein nachdenklicher1 unter allzu strenger ,erziehung etwas verschchterter ,knabe1 von dem in seiner ,jugend wohl niemand angenommen htte1 da er als ,knstler eines ,tages den guten altpreuischen ,namen seiner ,familie zu hohen ,ehren bringen sollte4 -- ,was in diesen ,mitteilungen besonders interessant erscheint1 ist die ,tatsache1 da es echtes1 gesundes ,bauernblut war1 dem unser ,meister entstammt1 ein bodenstndiges ,geschlecht1 das nie die besonderen ,merkmale seiner ,rasse verleugnet hat4 ,von seiner im ganzen freudlosen ,kindheit inmitten eines ihm widerwrtig und roh erscheinenden ,milieus hat ,corinth selbst meisterhaft erzhlt4 ,wie die ,einde des ,ortes etwas ,bengstigendes hatte1 wie die langen ,winterabende mhsam dahinschlichen1 wie hin und wieder nur die derben ,spe der ,knechte und ,mgde den ,knaben nachdenklich aufhorchen lieen1 wie im ganzen ,strenge und ,gottesfurcht das ,zeichen dieses ,hauses waren und der ,knabe oftmals frstelnd im leichten ,hemde auf dem von niedrigen ,gebuden eingefaten ,hofe stand1 in dem die roten ,blutpftzen von noch triefenden ,ochsenfellen seltsam bunte ,flecken auf den ,boden malten4 ,manches jener ,gesprche1 das der ,vater feilschend mit dem ,schlchter fhrte1 ist ihm in der ,erinnerung haften geblieben1 und auch da er dem ,zimmermann ,bekmann1 der des jungen ,heinrich ,stiemer besonderer ,freund war1 im ,grunde -- wenn man so sagen kann -- die ersten1 freilich recht primitiven knstlerischen ,anregungen verdankte4 ,dieser ,meister ,bekmann kam oft an ,winterabenden zu den befreundeten ,nachbarn herber und er scheint an dem ,jungen ein besonderes ,gefallen gefunden zu haben1 weil er ihm immer ,tiere aufzeichnete1 auch zuweilen ,menschenfresser und anderes spukhaftes ,zeug1 das die ,phantasie des ,knaben mchtig erregte4 ,und whrend der ,vater1 der inzwischen ,ratsherr geworden war1 gern die ,gelegenheit solchen ,besuches benutzte1 um nach dem nahen ,wirtshaus zu entschlpfen1 wo er mit den brigen ,honoratioren der ,stadt seine ,partie ,boston oder ,whist spielte1 spann die ,mutter einsam in der ,stube unermdlich und fleiig ihr ,pensum zu ,ende1 bis auch sie die ,ruhe suchte1 die der ,knabe1 in dessen ,phantasie ,onkel ,bekmanns ,zeichnungen weiterlebten1 so bald nicht finden sollte4 ,illustration3 ,abb4 #bd4 ,studie zur nebenstehenden ,kreuzabnahme4 ,illustration3 ,abb4 #be4 ,kreuzabnahme4 #ahie4 ,im ,besitze des ,staatssekretrs a4 ,d4 ,dernburg4 7,zu ,seite #ed47 ,illustration3 ,abb4 #bf4 ,bacchanale4 #ahif4 ,im ,besitze des ,herrn ,e4 ,kirchner1 ,mnchen4 7,zu ,seite #ee47 ,illustration3 ,abb4 #bg4 ,bacchantenzug4 #ahih4 ,im ,besitze des ,herrn ,ernst ,zaeslein1 ,grunewald4 7,zu ,seite #fb47 ,illustration3 ,abb4 #bh4 ,geburt der ,venus4 #ahif4 ,im ,besitze des ,knstlers4 7,zu ,seite #ee47 ,illustration3 ,abb4 #bi4 ,herbstblumen4 #ahie4 ,so streng auch sonst die ,erziehung des kleinen im ,sinne der ,mutter sptgeborenen ,nachkmmlings war1 so sehr scheinen doch die ,eltern und ganz besonders der ,vater an dem ,jungen gehangen zu haben4 ,die lteren ,stiefbrder waren alle ,handwerker geworden2 er1 der ,jngste1 der vielleicht dem vterlichen ,stolz wie von hherer ,art8 erschien1 sollte wie ,rembrandt1 des ,mllers ,sohn von ,leiden1 das gelehrte ,studium ergreifen1 und so kam der ,junge mit dem achten ,lebensjahre auf das ,gymnasium nach ,knigsberg4 ,er wurde bei einer ,schustersfrau1 der ,schwester seiner ,mutter1 untergebracht und trat nun -- reichlich verschchtert -- in diese neue ,welt ein4 ,alles war dem kleinen ,jungen neu3 die feinen ,jungens in der ,klasse1 das ewige ,hochdeutschsprechen und die fortwhrenden ,nrgeleien ber seine falsche ,aussprache1 endlich die vielen groen ,huser4 ,in seinem ,kopf ging ein ganzes ,rderwerk herum1 wogegen die ,lohmhle zu ,hause nichts war4 ,am besten gefiel es ihm noch beim ,ohm am ,schustertisch4 ,hier konnte er1 ganz ernst mit dem ,ohm und den ,gesellen1 ebenfalls auf einem ,dreibein sitzend1 hlzerne ,speilen in ,reste von ,sohlenstcken hineinhmmern48 ,so erzhlt ,corinth selbst von den ,eindrcken dieser neuen ,umgebung1 und er hat in diesem ,kapitel seines ,buches ein ,bild unverwstlich humorvoller ,wirklichkeitsmalerei gegeben1 das wie ein ,gemlde des alten ,jan ,steen anmutet4 ,leider starb der gute ,onkel schon wenige ,monate nach der ,ankunft des jungen ,lovis1 und nun begann eine schwere ,zeit fr den ,knaben4 ,die ,schustersthle und der ,tritt und die ,glaskugel1 die so komisch hell machen konnte1 wurden weggeholt --4 ,das ,leben mit der ,tante wurde einfrmig4 ,sie knauserte an allen ,ecken und ,kanten48 ,mit kstlichem ,humor schildert ,corinth1 wie er ,einkufe machen mute1 beim ,fleischer z4 ,b4 fr anderthalb ,dittchen ,karbonade8 einholte1 die ihm die ,ladnerin aus reinem ,mitleid verkaufte1 da der ,vater wohl von der ,fabrik sei4 ,wie er sich vor den ,kameraden aus der ,klasse schmte1 wenn er die selbst gekneteten ,brote zum ,backen in den ,laden des ,bckers bringen mute1 und wie er endlich gegen die ,tante zu revoltieren begann1 als er ,eimer von der ,bleiche nach ,hause tragen mute4 ,in diesen ,momenten packte ihn bitteres ,heimweh1 ,trnen strzten ihm aus den ,augen1 aber er mute aushalten4 -- ,whrend bei der ,tante der gute ,familienklatsch an ,sonntagnachmittagen umgeht1 sitzt ,lovis still dabei und zeichnet4 ,das besorgt er auch1 wenn die ,tante glaubt1 da er ,schularbeiten mache2 es ist sein einziger ,trost1 denn lngst war ihm die ,schule und ebenso die ,wohnung der ,tante zum ,greuel geworden48 ,aber das ,leben am ,pregel interessiert ihn gewaltig1 und die vielen ,schiffe und ,khne1 die in seiner ,einbildung nach fernen ,lndern1 zu ,menschenfressern1 ,indianern und ,malaien hinsteuern1 erregen seine ,phantasie1 und so ist auch ,knigsberg mit seinem bunten ,durcheinander1 das wie ein kleines ,amsterdam im fernen ,osten anmutet1 nicht ohne ,einflu auf die knstlerische ,entwicklung des ,knaben gewesen4 ,am ,schloberg sah er die ,soldaten exerzieren und an der ,fischerbrcke hrte er die ,hndlerinnen ihre ,waren laut anpreisen4 ,die ,tante zog eines ,tages fort aus ihrer ,wohnung am ,pregel zu ihrem ,schwiegersohn4 ,der ,knabe zog mit4 ,aber in der ,schule wollte es durchaus nicht glcken4 ,der ,ordinarius berichtete dem ,vater nach ,hause1 da der ,junge immer mehr auf ,abwege gerate1 doch das nderte wenig an der ,tatsache1 da dem jungen ,menschen der ,bcherranzen immer schwerer und die ,schulbnke immer hrter wurden84 ,illustration3 ,abb4 #cj4 ,graf ,keyserlingk4 #ahif4 ,im ,nachla des ,dichters4 7,zu ,seite #ee47 ,illustration3 ,abb4 #ca4 ,studie4 ,im ,besitze von ,j4 ,caspers ,kunstsalon1 ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #cb4 ,fleischerladen4 #ahig4 ,im ,besitze des ,herrn ,ernst ,zaeslein1 ,grunewald4 7,zu ,seite #eh47 ,illustration3 ,abb4 #cc4 ,stallinneres4 #ahig4 ,im ,besitze der ,modernen ,galerie ,thannhauser1 ,mnchen4 7,zu ,seite #eh47 ,endlich gelangte ,lovis aber doch in den ,besitz des ,berechtigungsscheines zum einjhrigen ,dienst1 und nun willigte auch der ,vater darein1 da er von der ,schule abgehen und ,maler werden durfte1 so schwer dem alten ,manne auch die ,enttuschung war1 da sein ,sohn kein ,studierter werden wollte4 ,corinth bezog zunchst die ,akademie in ,knigsberg4 ,in dem kleinen ,verein der jungen ,akademiker sang man1 wie der ,meister weiter erzhlt1 wohl spottend3 ,der ,storch steht oben auf dem ,haus1 ,der ,stiemer sieht sehr dammlich aus48 -- ,illustration3 ,abb4 #cd4 ,umschlagzeichnung zu ,corinths ,selbstbiographie4 ,illustration3 ,abb4 #ce4 ,selbstbildnis von #ahif4 ,im ,besitze des ,herrn ,dr4 ,a4 ,ulrich1 ,leipzig4 7,zu ,seite #ef47 ,aber er machte sich wenig daraus1 da sein ,innerstes voller ,ideen steckte4 ,und obwohl er all seinen ,kameraden an ,knnen weit berlegen war1 nahm er doch den ,akademiebetrieb nicht sonderlich ernst4 ,gern verbrachte er seine ,zeit bei einem seiner ,verwandten1 einem ,fleischermeister1 der ihn oft mit ins ,schlachthaus nahm1 wo der angehende ,knstler trotz dem ,unwillen der hier beschftigten ,leute gern malte4 ,ist auch aus dieser frhen ,zeit von solchen ,bildern nichts erhalten1 so wird man doch diese ,eindrcke nicht gering veranschlagen1 da ,corinth spter oftmals und gern die ,fleischerlden gemalt hat1 die ihn malerisch ebenso lockten wie ,rembrandt oder ,ostade die ,erscheinung eines aufgespannten toten ,ochsen4 ,ja1 man kann sogar weiter gehen und behaupten1 da in der ,art1 wie ,corinth schon in diesen akademischen ,lehrjahren unbewut das ,leben berall an seinen ursprnglichen ,punkten aufsucht1 vorgreifend ein ,teil seiner spteren knstlerischen ,entwicklung angedeutet ist4 ,illustration3 ,abb4 #cf4 ,die ,hexen4 #ahig4 ,im ,besitze des ,herrn ,dr4 ,a4 ,ulrich1 ,leipzig4 7,zu ,seite #eh47 ,wer wissen will1 wie ,corinth im brigen diese akademischen ,lehrjahre verbracht hat1 lese die oft etwas derb-drastischen ,kapitel in den ,legenden aus dem ,knstlerleben8 nach1 wo sich berall eine unbertreffliche ,beobachtung der ,wirklichkeit mit der ,kunst meisterhafter1 knapp und charakteristisch gehaltener ,schilderung eint4 ,einer der prchtigsten ,abschnitte dieses ,buches gilt dem ,leben in dem ,fischerdorf ,buxtehude auf der ,frischen ,nehrung1 wo ,corinth damals einen ,sommer in sem ,nichtstun verbrachte4 ,jede ,zeile ist hier ein ,bild derber ,ursprnglichkeit1 wie es vor ,jahrhunderten hnlich die ,steen1 ,hals1 ,ostade und ,teniers im ,holland des siebzehnten ,jahrhunderts malerisch festgehalten haben1 und man mag nur bedauern1 da uns gerade aus diesen ,monaten der ,maler ,corinth sehr im ,gegensatz zum ,literaten nichts mitgeteilt hat4 ,die ,erklrung dafr gibt der ,meister selbst an einer ,stelle1 wo er von einem ,zwiegesprch mit einem frisch angekommenen ,kollegen berichtet1 der neugierig nach seinen ,werken fragt4 ,meistens8 -- so erzhlt er -- habe ich die ,zeit verbracht1 indem ich den ,charakter der hiesigen ,fischer studierte1 was ja auch seinen ,reiz hat4 ,mit geschenktem ,schnaps werden sie alle recht mitteilsam und zutraulich1 und so habe ich vor lauter ,studieren und ,trinken keine ,zeit gehabt1 zu malen48 ,illustration3 ,abb4 #cg4 ,pfarrer ,moser4 #ahii4 ,in ,frankfurter ,privatbesitz4 7,zu ,seite #fb47 ,mit dieser ,schilderung aber von dem ,leben und ,treiben in dem ,dorfe an der ,nehrung schliet auch der erste ,teil seiner prchtigen ,selbstbiographie1 die im nchsten ,kapitel den ,leser gleich hineinfhrt in das ,bouguereau-,atelier der ,akademie ,julian1 in dem ,corinth seine akademische ,lehrzeit beenden sollte4 ,als eine seltene ,probe seiner akademischen ,lernjahre in ,knigsberg ist der mnnliche ,studienkopf des ,jahres #ahgi zu bezeichnen1 der in der ,malschule von ,prof4 ,gnther nach einem der blichen ,modelle gemalt ist4 ,als ,arbeit eines ,anfngers wird man sie nicht gering bewerten drfen1 so unpersnlich sie auch im ganzen anspricht 7,abb4 #b74 ,illustration3 ,abb4 #ch4 ,kreuzigung4 #ahig4 ,in der ,kirche zu ,tlz4 7,zu ,seite #ei47 ,illustration3 ,abb4 #ci4 ,aktstudie4 #ahii4 ,im ,besitze des ,museums zu ,knigsberg4 7,zu ,seite #fc47 ,illustration3 ,abb4 #dj4 ,bildnis ,max ,liebermanns4 #ahii4 ,im ,besitze der ,kunsthandlung ,carl ,nicolai1 ,charlottenburg4 7,zu ,seite #fd47 ,zwischen dem ,weggang von ,knigsberg und dem in der ,selbstbiographie anschlieenden ,pariser ,aufenthalt liegen die ,jahre von #ahhj bis #ahhd1 die ,corinth in ,mnchen verbrachte1 wo er auerdem ,gelegenheit hatte1 als ,soldat sein ,jahr abzudienen4 ,es kann nicht berraschen1 da es den starrnackigen ,ostpreuen damals nach der sddeutschen ,residenz hinzog1 weil der ,ruf ,mnchens als ,kunststadt nie hher gewertet worden ist als vielleicht gerade in jenen ,jahren4 ,und mit ,recht4 ,denn hier hat sich in der ,tat die ,erneuerung der modernen deutschen ,kunst vorbereitet4 ,nicht weil ,leibl und ,trbner hier wirkten1 die damals noch vllig unbekannte ,gren waren1 sondern weil gerade der akademische ,betrieb hier eine -- man kann sagen -- im brigen deutschen ,kunstschaffen unbekannte ,freiheit -- eine der ,natur zustrebende ,art der ,bettigung hatte1 aus der so viele unserer besten ,meister als starke und eigenwillige ,individualitten hervorgegangen sind4 ,es sei nur an die ,verdienste des alten ,piloty erinnert1 der1 selbst noch in traditioneller ,kunstanschauung vllig befangen1 als ,lehrer den ,jungen jene prachtvolle ,dosis ,selbstbewutsein1 ja jene neuen ,lehren vermittelt hat1 die unmittelbar dem ,aufschwung der deutschen ,malerei vorgearbeitet haben4 ,desgleichen an ,wilhelm von ,diez und ,ludwig ,lfftz1 in dessen ,schule ,corinth -- wie so viele seiner damaligen ,kollegen -- eintrat4 ,aus dieser ,mnchener ,zeit sind uns ebenfalls nur sehr sprliche ,proben seines ,knnens erhalten1 so der ,akt1 der einen der ,schcher einer ,kreuzigungsgruppe darstellen soll und zweifellos nach einem ,thema1 das der ,lehrer gestellt hat1 gemalt ist4 ,sehr bedeutsam treten bei diesem im ,besitz von ,gerhart ,hauptmann befindlichen ,bild der ,sinn fr die ,plastik des menschlichen ,krpers und doch auch ein gewisses selbstsicheres ,knnen hervor1 wenn die ,arbeit sonst auch noch keinen ,blick in die ,zukunft gestattet 7,abb4 #c74 ,im ganzen aber ist ,corinth auch in dieser ,zeit noch wenig produktiv gewesen1 wie es berhaupt als besondere ,eigenart seines sich entwickelnden ,talentes -- sogar noch im ,verlaufe der nchsten zehn ,jahre -- betont werden mu1 da er berall lieber in sich aufgenommen als knstlerisch produziert hat4 ,vielleicht sind von keinem ,maler der ,moderne so wenige ,frhwerke festzustellen und nachzuweisen wie von unserem ,meister1 und sicher ist es auch kein schlechtes ,zeichen seiner erwachenden ,knnerschaft1 da er gerade in seiner ,jugend mit seinen ,krften so sorgsam hausgehalten hat4 ,viel mag zu dieser ,sparsamkeit der ,bettigung auch ein gewisses mangelndes ,selbstvertrauen beigetragen haben1 das nur der etwas schwerflligen ,art des ,ostpreuen entsprach1 ja es scheint psychologisch durchaus begrndet1 da ,corinth eigentlich erst auf dem ,boden ,berlins1 in dieser von echter ,kampfesstimmung gehhten ,atmosphre1 spter ganz aus sich herausging1 als ihn das ,beispiel der ,kollegen und die bittere ,notwendigkeit des ,tages dazu zwangen4 ,einmal frei geworden aber in dieser neuen ,umgebung1 hat er versucht1 alle ,versumnisse der frheren ,jahre doppelt wett zu machen und der ,flle der ,gesichte1 dem sprudelnden ,reichtum seiner ,phantasie wirklich freie ,bahn zu schaffen4 ,die akademische ,lehrzeit in ,mnchen dagegen verschwindet in ein ,nichts1 empfnde man nicht unbewut1 da der ,einflu von ,lfftz auch fr ihn sein ,gutes gehabt hat und da gerade er ihn vorbereitend schon auf jene ,themen hingelenkt hat1 in denen er spter wirklich ein ,meister werden sollte4 ,illustration3 ,abb4 #da4 ,perseus und ,andromeda4 #aija4 ,im ,besitze der ,galerie ,h4 ,b4 ,simms1 ,hamburg4 7,zu ,seite #gb47 ,illustration3 ,abb4 #db4 ,in der ,hlle4 #aija4 ,im ,besitze von ,frau ,o4 ,moll4 ,illustration3 ,abb4 #dc4 ,der ,dichter ,peter ,hille4 #aijb4 ,im ,besitze der ,bremer ,kunsthalle4 7,zu ,seite #gb47 ,in ,mnchen war damals die sogenannte ,anekdotenmalerei besonders in der ,mode2 die ,technik schpfte vornehmlich von den alten ,meistern1 aber als ein beliebtes und billiges ,mittel wurde auch viel mit ,asphalt gemalt1 weil sich dadurch die ,lichtwirkung erhhte4 ,im ganzen schwammen die ,probleme der neuen ,zeit doch erst auf der ,oberflche1 und gerade bei ,corinth kann man feststellen1 wie sie sich mehr in uerlichen ,dingen erschpften und im ,grunde immer noch akademisch waren4 ,es wurde nach ,modellen gemalt und skizziert1 aber die ,themen waren in sich konventionell1 und so ist es auch verstndlich1 da er im ganzen leer ausging und sich lieber in eine andere1 wirklich neue ,welt fortsehnte1 von der aus seltsame ,kunde nach dem deutschen ,sden drang4 ,belgien und ,frankreich importierten in jenen ,jahren hauptschlich nach ,deutschland4 ,die modernen ,flamen1 speziell ,leys und ,gallait1 hatten eine siegreiche ,invasion versucht1 und in der ,tat waren sie ja die ,vermittler zwischen einem neuen ,realismus und jener halb noch idealistisch befangenen ,kunstanschauung1 von der zum mindesten die deutschen ,akademiker noch nicht losgekommen waren4 ,das erklrt1 warum ,corinths nchstes ,ziel ,antwerpen war1 freilich ein ,ziel ohne ,erfllung4 ,illustration3 ,abb4 #dd4 ,familienbild4 #aijb4 ,im ,besitze des ,herrn ,max ,halbe4 7,zu ,seite #fe47 ,illustration3 ,abb4 #de4 ,frauenruber4 ,radierung4 ,im ,verlage von ,paul ,cassirer1 ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #df4 ,salome4 ,um #ahii4 7,zu ,s4 #ff47 ,im ,besitze der ,frau ,carl ,toelle1 ,barmen4 ,es kann zunchst berraschen1 da der ,maler nicht gleich nach ,paris ging1 sondern erst den ,umweg ber ,antwerpen machte1 wohin ihn vielleicht mehr das ,gefhl innerer ,verwandtschaft1 die seinen ,heimatboden mit der entfernten flmischen ,kste verbindet1 als die berzeugung hinzog1 hier wirklich dem neuen befruchtenden ,geist der ,zeit nher kommen zu knnen4 ,auch lockte ihn die gerade in den damaligen ,jahren ausgesprochen preuenfeindliche ,stimmung wenig1 sogleich die franzsische ,hauptstadt aufzusuchen4 ,auf jeden ,fall aber bedeutete diese endgltige ,abkehr von ,mnchen einen ,akt gewaltsamer ,selbstbefreiung1 der sich als ungemein heilsam erwiesen hat4 ,denn nicht nur die ,tatsache1 da jeden knstlerisch empfindenden ,menschen in solchen ,jahren des ,reifens die ,bekanntschaft fremder ,rassen und ,lnder von ,grund aus erregen und anregen mu1 ist auch fr unseren ,meister wichtig gewesen1 sondern erhhte ,bedeutung hat fr ihn der ,umstand1 da sich sein ,schritt einem ,lande mit kraftvoller ,eigenart und hoher knstlerischer ,tradition zuwandte4 ,die ,bekanntschaft der flmischen ,sittenmaler vom ,schlage der ,brueghel1 ,teniers u4 a41 vornehmlich aber das ,studium eines ,rubens und ,jordaens haben bewut die weitere ,entwicklung des ,malers stark beeinflut1 strker als alles1 was ihm vielleicht kurz nachher das moderne ,frankreich vermitteln konnte4 ,man darf es auch unterstreichen1 da ,corinth gerade in dem ,heimatlande dieser ,knstler den starken ,zusammenhang zwischen dem eigentlichen ,boden dieser ,kunst und dem ,spezifischen ihres ,wesens sehr schnell erkannt hat und da ihn angesichts der ,werke der alten ,meister das beglckende ,empfinden ihrer ,bodenstndigkeit und der ,treue gegen die eigene ,persnlichkeit berkam4 ,denn wenn sichtbar berhaupt ,einflsse irgendwelcher ,art das ,corinthsche ,schaffen berhrt und in bestimmte ,bahnen hingelenkt haben1 so sind es hchstens jene alten1 ihm wesensverwandten ,meister gewesen1 die ihm zuerst in ,antwerpen in der ganzen ,flle ihres ,temperamentes1 aber auch als ,verkrperer ihrer ,rasse bewut wurden4 ,da ,corinth schon in ,mnchen diese ,flamen kennen gelernt1 will gegenber dem kstlichen ,gefhl wenig besagen1 das ihn gefangennahm1 als er diese alten ,meister erst in ihrem eigenen ,lande wirklich neuentdeckte4 ,auch wir ,nichtknstler haben ja das gleiche ,gefhl auf unseren ,reisen so oft an uns erfahren2 es ist vielleicht die einzige ,genugtuung1 die einem das ,studium der ,kunstgeschichte berhaupt bieten kann1 weil es im ,geiste die ,scheide der ,jahrhunderte wegzieht und dem ,blick im ,nu die ganze ,persnlichkeit eines ,malers in seiner ,umwelt als feinen ,interpreten auch seiner ,zeit enthllt4 ,hier in ,antwerpen entstand jener ,othello81 der wie ein ,gegenstck zu dem von ,hals gemalten ,mulatten der ,kasseler ,galerie anspricht 7,abb4 #d74 ,das ist nicht der elegante ,held der ,shakespeareschen ,tragdie1 sondern ein vom ,schicksal in die belgische ,hafenstadt verschlagener ,neger1 sicher aber als ,portrt eine hervorragende ,leistung dieser frhen ,zeit4 ,indes1 fr ,corinth war die ,reise durch ,belgien und der kurze ,aufenthalt in ,antwerpen im ganzen nur ein ,umweg nach ,paris1 das gerade damals das ,ziel so vieler deutscher ,maler gewesen ist1 seitdem ,millets ,ruhm nach ,deutschland gedrungen war1 seitdem man in ,knstlerkreisen angefangen hatte1 selbst in ,manet einen neuen ,wegweiser zu sehen1 und man ,bastien-,lepage als eine ,art ,vermittler zwischen den beiden genannten ,knstlern besonders bewunderte4 ,und in ,paris gab es nur eine ,mglichkeit1 knstlerisch im ,sinne dieser neuen ,zeit gebildet zu werden1 das war die ,akademie ,julian1 deren ,mitglied ,corinth gegen ,ende des ,jahres #ahhd wird4 ,er selbst hat den ,eintritt bei ,bouguereau1 diesem fils naturel de ,ribera81 kstlich genug beschrieben3 wie die ,schler sich um den ,neuling drngten1 als er zum erstenmal das ,atelier betritt1 weil er mit seinem struppigen dunklen ,bart und viereckigen ,gesicht bizarr genug von den anderen abstach81 wie er sich zuerst geniert1 seine ,nationalitt zu verraten1 bis er doch das ,zugestndnis machen mu1 da er aus ,mnchen komme und dabei seinem ,kollegen ,bachmann 7der wenige ,zeit danach in geistiger ,umnachtung gestorben ist7 vorgestellt wird1 der ihm ber die erste etwas peinliche ,situation hinweghilft4 ,bouguereau aber fand ,gefallen an dem gros ,allemand8 und lie ihn seine ,anerkennung merken1 obwohl er ihm neben anderen platten ,weisheiten auch den ,rat gab1 mit zarten ,pinseln zu arbeiten1 whrend er selbst die entgegengesetzte ,technik handhabte4 ,umgekehrt unterwies ihn im nchsten ,monat ,tony ,robert ,fleury1 ja mit krftigen ,pinseln zu arbeiten und ,farbfleck neben ,farbfleck auf die ,leinwand zu setzen1 whrend dieser ,meister der ,kunst selbst mit kleinen ,pinseln malte und die ,tne ngstlich auf die ,leinwand strichelte4 -- ber seine ,lehrzeit in der ,akademie ,julian hat ,corinth in seiner ,selbstbiographie skizzenhaft umrissene ,schilderungen mit einer verblffenden ,beobachtungsgabe aufgezeichnet1 in denen nicht nur der starke ,eindruck widerklingt1 den die ,stadt1 das ,leben1 die ,menschen auf ihn machten1 sondern sich auch manches kulturgeschichtlich interessante ,zeitbild enthllt4 ,whrend der ,tag der ,arbeit gehrte1 durchzog man am ,abend im kleinen ,freundeskreis die ,thtres varits1 die ,cafs chantants1 besuchte im ,quartier latin den bal ,bullier und andere ,lokalitten1 aber billig mute es sein1 denn mit besonderen ,glcksgtern war keiner von ihnen gesegnet84 ,illustration3 ,abb4 #dg4 ,auf der ,redoute4 #ahih4 ,im ,besitze des ,herrn ,dr4 von ,wilcke1 ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #dh4 ,die ,gattin des ,knstlers4 #aijb4 ,im ,besitze des ,knstlers4 7,zu ,seite #gb47 ,illustration3 ,abb4 #di4 ,bildnis der ,gattin des ,knstlers4 #aijb4 ,im ,besitze des ,knstlers4 7,zu ,seite #gc47 ,illustration3 ,abb4 #ej4 ,selbstbildnis4 #aijc4 ,im ,besitze der ,frau ,o4 ,moll4 7,zu ,seite #gc47 ,sicher ist dieser fast dreijhrige ,pariser ,aufenthalt fr den ,werdegang des ,meisters von nachhaltigem ,einflu gewesen4 ,er hat viel und fleiig gearbeitet1 und whrend das ,leben der ,grostadt seinen geistigen ,horizont nicht unbetrchtlich erweiterte1 gelang es ihm in ,paris auch1 die erste ffentliche ,anerkennung in ,form einer mention honorable8 zu erringen1 die seinem ,komplott8 vom ,jahre #ahhd im ,salon des nchstfolgenden ,jahres zuteil wurde4 ,auch ber diesen ,erfolg hat uns ,corinth berichtet3 von den endlosen ,tagen ngstlicher ,erwartung1 ob seinem ,bilde ein admis8 von seiten der ,jury zuteil werden wrde1 von der tiefen ,erregung1 als endlich die sehnschtig erwartete ,nachricht eintraf1 von dem ,irren und ,suchen in den ,slen1 in denen die tausend und mehr ,bilder oft wie ,briefmarken bis oben an die ,decke hinaufhingen1 und dem ,moment1 wo er endlich seine ,arbeit hoch oben ber einem ,riesenschinken fast vllig unsichtbar wiederfand4 ,das war eine schlimme ,ernchterung fr den jungen ,knstler1 der nach der ,annahme seines ,bildes so stolz gewesen war4 ,das ,bild selbst ist noch vor dem ,einzug ins ,atelier ,bouguereaus in ,mnchen entstanden2 es ist in gleicher ,weise typisch fr den damals aufkommenden ,drang nach realistischer ,vertiefung und die von der ,mode bevorzugte ,genremalerei4 ,aber es hat ,qualitten knstlerischer ,art1 die es bedeutsam aus dem brigen ,schaffen dieser ,jahre herausheben 7,abb4 #g74 ,nicht nur weil die ,gruppe der ,verschwrer ungemein lebenswahr gesehen ist1 sondern weil hier auch der erfolgreiche ,versuch gemacht ist1 das ,licht als eigentlichen ,lebensfaktor des ,gemldes zu verwenden4 ,prachtvoll gelungen ist besonders der ,bernhardiner im ,vordergrunde4 ,illustration3 ,abb4 #ea4 ,gertrud ,eysoldt in ,wildes ,salome84 #aijc4 ,im ,besitze des ,herrn ,ernst ,zaeslein1 ,grunewald4 7,zu ,seite #ff u4 #gc47 ,illustration3 ,abb4 #eb4 ,fluch auf ,saul4 #aijb4 7,zu ,seite #gc47 ,andere ,arbeiten fhren unmittelbar zum ,atelier der ,akademie ,julian hin1 so der weibliche ,akt 7,abb4 #e u4 #f71 whrend die hier wiedergegebene ,komposition unter dem ,titel die ,falschspieler8 7,abb4 #i7 wie das vorher genannte ,komplott8 in strkerem ,mae fr die damals bevorzugte ,kunstrichtung als solche charakteristisch ist4 ,das ,bild existiert leider nicht mehr4 ,es ist spter in ,berlin einmal abgelehnt worden1 und da mag es der ,meister in einem ,moment des ,unmuts zerstrt haben4 ,und doch wird man gerade diesen ,verlust im ,hinblick auf die berhaupt sprlichen ,proben aus der ,frhzeit doppelt bedauern4 ,denn ,corinth hat hier bereits mit selbstherrlicher ,meisterschaft eine hchst dramatische ,szene wundervoll darzustellen vermocht1 wie auch das ganze ,milieu dieser ,apachenkneipe als ,kulturdokument besonders wertvoll ist4 ,die ,gruppe der in ,zwist geratenen ,menschen hebt sich scharf von dem von auen in die ,kaffeeschenke hereinflutenden ,licht ab1 und jede ,bewegung ist hier mit fast photographischer ,treue erfat4 ,illustration3 ,abb4 #ec4 ,gerhart ,hauptmann4 #aijd4 ,im ,besitze des ,herrn ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 7,zu ,seite #gf47 ,darf man daher im ganzen die ,frucht der ,pariser ,lehrjahre fr ,corinth nicht gering einschtzen1 so bedeutet der nach seiner ,rckkehr #ahhg beginnende erneute ,aufenthalt des ,meisters in ,knigsberg nicht minder eine ,zeit knstlerischer ,festigung4 ,ob er damals in ,wirklichkeit daran gedacht hat1 in der nchternen ostpreuischen ,hauptstadt dauernd sein ,zelt aufzuschlagen -- was nach den ,erfahrungen seiner ,jugend immerhin einigermaen verwunderlich wre -- entzieht sich unserer ,kenntnis4 ,vielleicht ist in erster ,linie die ,anhnglichkeit an seine ,familie1 insonderheit an seinen stammesechten ,vater die ,veranlassung gewesen1 sich seiner ,heimat wieder zuzuwenden1 und so gering auch der ,zahl nach die ,frucht dieser nur von wenigen ,reisen unterbrochenen ,knigsberger ,zeit gewesen ist1 wir danken ihr doch einige wenige ,meisterstcke1 die auch heute noch im ,rahmen des ,lebenswerkes einen erhhten ,rang beanspruchen drfen4 ,ja1 diese ,bilder zeigen den ,knstler zum erstenmal in voller ,selbstndigkeit und zum ,teil auf neuen ,wegen4 ,allen ,arbeiten voran ist aus dieser kurzen ,epoche das ausgezeichnete ,bildnis des ,vaters zu nennen 7,abb4 #h71 das sich noch heute im ,besitz des ,malers befindet und in seinem von dem durch das ,fenster hereinbrechenden ,lichte bestimmten blulich-weien ,gesamtton als erste starke impressionistische ,leistung gewertet werden mu4 ,daneben ist es als reine ,portrtmalerei im ,erfassen dieses stmmisch-starken ,charakters so individuell wie nur irgendein ,portrt dieser ,zeit4 ,sehr vielsagend fr das innige ,verhltnis zwischen ,vater und ,sohn ist der dem ,alten in die ,hand gegebene1 eben erffnete ,brief des ,jungen1 auf dem man deutlich die ,unterschrift ,lovis ,corinth8 lesen kann1 gewissermaen als ,signatur im ,sinne mancher alten ,meister4 -- ,genremalerei im reinen ,sinne ist ein zweites hier wiedergegebenes ,bild aus dem gleichen ,jahre unter dem ,titel ,sonntagsfrieden8 7,abb4 #aj71 wo die ,alte mit dem ,hndchen neben sich1 vom hellen ,licht getroffen1 auf der ,bank sitzt und andchtig in der ,bibel liest4 ,fast zu weich und sentimental ist dieses ,bild fr die sonst so kraftstrotzende ,art des ,knstlers1 aber es mag von einer jener ,stimmungen angeregt sein1 die uns alle in ,augenblicken berfallen1 wo man die ,lebensnte dieser ,welt erkennt4 ,malerisch hat dieses entfernt an ,leibl gemahnende ,stck prachtvolle ,qualitten1 die im ,sinne der kommenden ,entwicklung besonders hervorgehoben werden mssen4 ,in der genremigen ,auffassung erscheint der ,schnapsriecher8 vom ,jahre #ahhi dem zuletzt genannten ,bilde nahe verwandt 7,abb4 #aa74 ,auch dieses ,stck ist nicht ohne besondere malerische ,note und entfernt aus ,halsschem ,geiste geboren4 ,aber es steht doch bedeutend zurck hinter der im selben ,jahre entstandenen ergreifenden ,piet81 die heute das ,magdeburger ,museum sein eigen nennt 7,abb4 #ac74 ,hier begegnet uns zum erstenmal ein ,thema1 das im ,schaffen ,corinths seine hervorragende ,bedeutung hat1 und es mag an dieser ,stelle zurckgreifend auch an die ,einschtzung erinnert werden1 die einleitend bereits dem ,meister als religisem ,maler kurz zuteil wurde4 ,unter allen ,beweinungen1 die die christliche ,kunstgeschichte geschaffen hat1 wird man dieses ,bild eines unserer ,modernsten so leicht nicht vergessen4 ,denn es ist nicht nur von ergreifender ,stimmungsgewalt1 sondern in der diagonal gefaten ,komposition1 in der meisterhaften ,behandlung des toten ,krpers eine der strksten ,talentproben dieser ,jahre4 ,und was bei spteren ,schpfungen an allzu krftig aufgetragenem ,realismus der ,auffassung leicht verwirrt1 ist hier vllig ausgeschaltet4 ,das von blulich-weiem ,ton bestimmte1 mit ,asphalt gemalte ,bild wirkt gerade durch die diskrete ,behandlung dieser schmerzerfllten ,szene so ungemein wohltuend1 und etwas ,bezwingendes hat die ,art1 wie hier das ,licht1 das voll auf die ausgebreitete ,leinwand trifft und die ,krper mit hellen ,reflexen trifft oder tiefe ,schatten webt1 die ,gesamtkomposition in ,harmonie verstrickt4 ,wer aber dem ,meister gern seine auf hnlichen ,szenen allzu realistische ,art vorhlt1 vergesse nicht1 da er hier als ,dreiigjhriger eine ,schpfung gegeben hat1 die -- wie wir wissen -- ganz aus einem tiefen ,gefhl1 aus einer bis zur ,weichheit gestimmten ,seele heraus geformt wurde4 ,illustration3 ,abb4 #ed4 ,odysseus im ,kampfe mit dem ,bettler4 #aijc4 7,zu ,seite #gd47 ,gegenber diesem ,meisterwerke aber treten -- was ,inbrunst der ,empfindung anlangt -- alle brigen ,bilder dieser ,knigsberger ,jahre bescheiden zurck1 obwohl sie im einzelnen deutlich genug ein ,ausgreifen der knstlerischen ,krfte nach den verschiedensten ,seiten hin dartun4 ,das gilt vor allem fr das #ahij gemalte1 zum ,teil schon in breiten ,pinselstrichen hingesetzte ,frhstck81 bei dem der ,hauptakzent wiederum auf die durch das ,licht bedingte malerische ,behandlung gelegt ist4 ,wundervoll ist hier die farbige ,apostrophierung des ,stillebens auf dem ,tisch1 nicht weniger auch der ganz skizzenhaft gegebene ,kter im ,vordergrunde 7,abb4 #ab74 ,dagegen ist die im gleichen ,jahre gemalte ,susanna im ,bade8 mehr als ,studie1 d4 h4 als ,versuch1 einen ,frauenakt belebt vor einem indifferenten ,hintergrund aufzuzeichnen1 denn als geschlossene ,komposition interessant 7,abb4 #ae71 whrend die prchtige ,schwimmanstalt vom ,jahre #ahij1 die noch in ,knigsberg entstand und nach einem ,motiv des ,pregels gemalt wurde1 zum erstenmal den ,meister ganz im ,banne des ,pleinairismus zeigt 7,abb4 #af74 ,wie das ,sonnenlicht die malerische ,wirkung des ,bildes bestimmt1 wie man hier das ,widerspiel des atmosphrischen ,lebens empfindet1 wie das ,ganze rein zufllig gesehen zu sein scheint1 das greift in der ,tat bereits bemerkenswert einem groen ,kapitel neuer ,kunstgeschichte voraus1 die die hier vorgetragenen ,lehren zu ihrem ureigenen ,evangelium gemacht hat4 ,wundervoll ist auch hier die malerische ,durchbildung der menschlichen ,gestalten1 wie ja ,corinth von jeher ein ,meister in der ,herrschaft ber die ,anatomie des ,krpers gewesen ist4 ,an diese ,knigsberger ,zeit erinnert endlich der hier wiedergegebene ,ausschnitt aus einem ,gemlde seines damaligen ,freundes und ,kollegen ,karl ,bublitz1 der den ,meister im ,atelier vor dem ,bilde der eben erwhnten ,susanna gemalt hat 7,abb4 #ad74 ,corinth seinerseits hat dem ,schpfer dieses ,bildes gelegentlich eines spteren ,besuches in seiner ostpreuischen ,heimat 7im ,jahre #ahic7 zurckgegeben1 was er von ihm empfangen hat4 ,der ,wirtshausgarten am ,pregel8 zeigt ,bublitz nachdenklich vor einem ,glase ,bier sitzend1 interessiert hinausblickend auf das bewegte ,leben des ,flusses4 ,es ist hier fast die gleiche rtlichkeit festgehalten wie in der erwhnten ,schwimmanstalt 7,abb4 #ag74 ,das ,jahr #ahij brachte in ,corinths ,leben abermals eine entscheidende ,wendung4 ,knigsberg mit seiner zwar ostpreuisch echten1 aber doch im ,grunde kunstfremden ,atmosphre konnte auf die ,dauer den ,ehrgeiz unseres ,knstlers nicht befriedigen1 und da er schon als deutscher ,maler gewertet zu werden wnschte1 zog es ihn zum zweitenmal -- diesmal fr fast volle zehn ,jahre -- in die sddeutsche ,kunstmetropole ,mnchen4 ,der ,entschlu zur bersiedlung mag ,corinth leicht geworden sein1 wenn er auch immer gern bekennt1 wie ihn gerade die etwas modrige ,luft des ,mnchener ,kunstbetriebes in der ,folge stark ernchtert hat4 ,aber er wollte durchaus vorwrtskommen und innerhalb des groen ,wettstreites junger ,krfte entsprechend anerkannt sein4 ,und hat ihm auch ,mnchen als ,milieu entscheidende ,anregungen selbst kaum vermittelt -- wie ja berhaupt die bei anderen ,knstlern so oft bestimmenden ueren ,einflsse an ihm fast spurlos vorbergingen -- so zeigt doch gerade die auf diesem ,boden in den nchsten ,jahren geleistete ,arbeit eine stetige ,aufwrtsentwicklung seiner ,krfte1 so wenig diese auch damals schon zur vollen ,freiheit gelangt sind4 ,die ,erfllung seiner ,kunst wurde erst der ,boden der ,reichshauptstadt1 aber auf diesem sollte er leider erst verhltnismig spt seine ,wirksamkeit finden4 ,in den bereits mehrfach zitierten ,legenden aus dem ,knstlerleben8 finden sich einige ,kapitel1 die ,corinth in ,erinnerung an seinen zehnjhrigen ,mnchener ,aufenthalt geschrieben hat4 ,schilderungen sarkastischer ,art1 in denen er z4 ,b4 den im ,allotria-,kreise blichen ,gtzendienst und ,firlefanz wunderbar verspottet2 ,skizzen von einer derben ,ursprnglichkeit1 die niemand ungelesen lassen sollte1 den die ,persnlichkeit unseres ,meisters wirklich interessiert4 ,prchtig z4 ,b4 -- und vielleicht von keinem ,literaten bertroffen -- ist der ,abschnitt ber ,thomas ,theodor ,heine und ,mnchens ,knstlerleben am ,ende des vorigen ,jahrhunderts81 und bitter verdacht haben ihm seine ,kollegen jenes andere ,kapitel1 in dem die ,erinnerungen an den ,allotria-,kreis aufgezeichnet sind4 ,die haben sogar zu einer kleinen ,polemik gefhrt1 aus der ,corinth ganz zweifellos als ,sieger hervorgegangen ist1 nicht nur weil er dank seiner haarscharfen ,dialektik die ,lacher auf seiner ,seite hatte1 sondern weil man deutlich empfand1 wie peinlich auch den herrschenden ,herren in der ,mnchener ,knstlerrepublik diese der ,wirklichkeit abgelauschten ,schilderungen sein muten4 ,illustration3 ,abb4 #ee4 ,figurine zu ,minna von ,barnhelm4 #aijc4 7,zu ,seite #hf47 ,der zehnjhrige ,mnchener ,aufenthalt aber hat die ,kunst unseres ,malers weniger in der ,breite entwickelt 7weil numerisch gesehen die ,zahl der in jener ,epoche entstandenen ,gemlde kaum an ein einziges ,berliner ,jahr heranreicht7 als seine ,persnlichkeit -- vielleicht sogar im bewuten ,gegensatz zu dem brigen anerkannten ,mnchener ,kunstschaffen -- innerlich gefestigt4 ,vor allem aber erweitert sich der ,stoffkreis seiner ,kunst zusehends4 ,mehr denn je steht das ,portrt im ,vordergrunde seiner knstlerischen ,bettigung und wir werden sehen1 wie er gerade in ,mnchen eine ,reihe jener selbstbewuten ,mnnerbildnisse geschaffen hat1 die seinen ,namen als einen der ersten ,portrtisten unserer ,zeit lngst in das ,buch der ,kunstgeschichte eingeschrieben haben4 ,prinzipiell mag an dieser ,stelle betont sein1 da unserem ,meister berhaupt als ,objekt der ,mann -- wo er geistige ,potenz ist -- weitaus besser liegt als die ,frau4 ,ausnahmen sind in diesem ,sinne nur die ,bilder seiner spteren ,gattin1 der begabten ,malerin ,charlotte ,berend1 die daran anknpfenden ,familienbilder1 die auch eine ,art ,lebensbeichte sind1 und jene ,bildnisse von ,schauspielerinnen1 auf denen das ,buntschillernde eines besonderen ,milieus mit der ganzen ihm eigenen ,farbenfreudigkeit oder aber die bewute geistige berlegenheit ber den ,durchschnitt des edlen ,geschlechtes suggestiv eingefangen ist4 ,neben den ,portrts wendet sich ,corinth mehr als bisher auch der ,landschaft zu1 die seinem nach impressionistischer ,gestaltung drngenden ,bettigungstrieb besonders liegt1 und daneben widmet er sich gleichfalls gern auch vielfigurigen ,kompositionen1 einerlei ob diese ihre ,motive der ,wirklichkeit1 der biblischen ,geschichte oder gar der klassischen ,mythologie entlehnen4 ,das letztgenannte ,stoffgebiet ist ja -- wie man wei -- eine ,lieblingsdomne des ,corinthschen ,schaffens geworden1 und gerade in seinen ,beziehungen zur griechischen ,gtterwelt und zu den ,sagen ,homers hat sich der ,mensch im ,knstler vielleicht von seiner interessantesten ,seite enthllt4 ,illustration3 ,abb4 #ef4 ,blhender ,garten4 #aijd4 ,im ,besitze des ,herrn ,ernst ,zaeslein1 ,grunewald4 7,zu ,seite #gh47 ,illustration3 ,abb4 #eg4 ,tanzender ,derwisch4 #aijd4 ,im ,besitze der ,frau von ,nibelschtz4 7,zu ,seite #ge47 ,illustration3 ,abb4 #eh4 ,der ,harem4 #aijd4 ,in ,privatbesitz4 7,zu ,seite #ge47 ,in ,mnchen entsteht als eines der ersten berlieferten ,bilder jene ,landschaft mit den ,kiefern am ,wasser8 7,abb4 #ah74 ,ein anspruchsloses ,motiv aus ,bernried und doch in der knstlerischen ,wiedergabe voll von einer weichen1 getragenen atmosphrischen ,stimmung4 ,in der gleichen ,zeit aber arbeitet ,corinth auch an seiner ersten dem ,altertum entlehnten ,szene1 dem ,diogenes8 vom ,jahre #ahib 7,abb4 #ai74 ,auf die ,echtheit des antiken ,milieus ist hier kein besonderer ,wert gelegt1 denn sonst wrde auf diesem ,bilde als neugierige ,alte die gute ,hauswirtin des ,meisters nicht mit dem modernen ,marktkorbe erscheinen und noch weniger der ,alte im ,hintergrund1 dessen ,haupt ein schlecht gebgelter ,filzhut bedeckt4 ,aber die ,akte sind zeichnerisch gro gesehen1 und die humorvolle ,erscheinung des ,philosophen entschdigt reichlich fr das gnzlich ,unklassische dieser ,szene4 -- ,originell im besten ,sinne des ,wortes ist das ,portrt von ,walter ,leistikow1 das der ,meister ein ,jahr spter malte 7,abb4 #ba74 ,der ,knstler1 dessen ,monographie ,corinth nach dessen beklagenswertem ,tode geschrieben hat1 war ein alter ,bekannter aus ,knigsberg4 ,in ,dachau hatte man sich zufllig wiedergefunden1 und seit diesem ,tage sollten die beiden spteren ,vorkmpfer der ,sezession in enger ,freundschaft miteinander verbunden bleiben1 ja ,leistikow und kein anderer ist es gewesen1 der ,corinth spter zur bersiedelung nach ,berlin veranlat hat4 ,man kann dem ganz im ,profil gesehenen ,bildnis des ,grunewaldmalers grere malerische ,werte wohl kaum nachrhmen2 es strt auch die zu forcierte ,haltung des ,modells1 aber der ,kopf weist doch unverkennbare charakteristische ,zge und den nachdenklichen ,ernst dieses ,naturpoeten auf1 der zuzeiten einer der ganz berlegenen ,kmpfer mit der ,feder sein konnte4 ,anzuschlieen ist an dieser ,stelle das ,bildnis des ,freiherrn von ,geyling als ,georgsritter1 das ebenfalls #ahic entstanden ist und kunstgeschichtlich wie von selbst vielleicht einen interessanten ,vergleich zu dem berhmten ,halsschen ,kavalier ,wilhelm von ,heythusen der ,liechtensteingalerie gestattet1 weil hier wie dort typisches ,zeitkolorit gegeben ist und auch die aristokratische ,geste mit derselben malerischen ,knnerschaft festgehalten wurde 7,abb4 #bj74 ,entfernt mag unbewut an den ,maler von ,haarlem1 den berhmten ,schpfer jener unerreicht groen ,schtzenbilder1 auch das nchstfolgende ,stck erinnern1 obwohl dieses ,festmahl der ,logenbrder den ,abstand der ,jahrhunderte im ,vergleich zu jenen ,werken des alten ,hollnders kaum verleugnet 7,abb4 #bc74 ,ja an die selbstverstndliche ,meisterschaft der ,halsschen ,gruppenbildnisse reicht es nicht entfernt heran1 weil die ,komposition im ganzen zu wenig ,konzentration zeigt und die ,portrts fast durchweg etwas ,gewaltsames haben1 obwohl einzelne dieser preuischen1 in ,mnchen vereinten ,logenbrder individuell sehr gut erfat sind4 ,aber im ,vergleich mit spteren ,schpfungen verwandter ,art kann man vor diesem #ahie gemalten ,bilde beinahe von einem ,stillstand sprechen1 von einer ,verbeugung vor dem ,konventionellen1 das auch dem lieblichen ,trifolium8 der ,darmstdter ,galerie eigen ist1 so schn an sich der ,rhythmus des bewegten1 von blauen und grnen ,tnen gehhten ,bildes sein mag 7,abb4 #bb74 ,indes1 gerade solchen ,arbeiten gegenber spricht die prachtvolle ,kreuzabnahme8 desselben ,jahres1 die sich heute im ,besitz des ,staatssekretrs ,dernburg befindet1 wie eine fast revolutionre ,befreiung aus einer in der ,mnchener ,atmosphre latenten ,gefahr an4 ,denn hier ist alles neu3 der groartige ,verismus der ,auffassung1 die knappe1 zusammengedrngte ,komposition1 der ,grnewaldsche ,ernst1 der vorausgreifend schon das ,charakteristische spterer ,schpfungen dieser ,art umschliet4 ,vor einem solchen ,werke kann man in der ,tat nur noch an den ,meister des ,isenheimer ,altares denken1 so sehr ist der ,schmerz der ,totenklage auf einen einzigen ,ton gestimmt 7,abb4 #bd u4 #be74 ,nebenbei mag hier angemerkt sein1 da die ,gottesmutter nach der ,zugeherin des ,knstlers gemalt ist1 die uns vordem schon auf dem ,diogenesbilde begegnete4 ,illustration3 ,abb4 #ei4 ,die ,weiber von ,weinsberg4 #ahib_/ic4 ,aus den ,tragikomdien84 7,zu ,seite #hj47 ,illustration3 ,abb4 #fj4 ,maria ,antoinette4 #ahib_/ic4 ,aus den ,tragikomdien84 7,zu ,seite #hj47 ,in dem lustigen ,bacchanale8 vom ,jahre #ahif dagegen1 das einstmals in ,mnchen1 fr uns heute unbegreiflich1 abgelehnt wurde1 enthllt sich das ,dionysische heiterer ,lebenskunst1 mythologisch verklrt1 in reinster ,form 7,abb4 #bf74 ,botticellische ,frhlingsstimmung paart sich auf diesem ,bilde mit dem tanzfrohen ,rhythmus bewegter ,gestalten4 ,derbe ,sinnenfreudigkeit sucht einen ,gleichklang in der blumensprieenden ,landschaft4 ,ein dekorativer ,zug beherrscht die ,komposition1 der spter nur selten hnlich begegnet4 ,diesem ,werke nahe verwandt ist die auf eine hnliche ,note gestimmte ,geburt der ,venus81 die vielleicht in noch hherem ,mae die ,erinnerung an den genannten ,meister des ausgehenden ,florentiner ,quattrocento wachruft 7,abb4 #bh74 ,vielleicht darf man in diesem ,bilde auch entfernt ,bcklinsche ,reminiszenzen vermuten1 obwohl man gerade dieses ,meisters ,einflu sonst bei ,corinth am wenigsten feststellen kann2 das ,verlangen nach dekorativer ,wirkung ist auch hier unverkennbar4 ,illustration3 ,abb4 #fa4 ,joseph vor ,pharao4 #ahib_/ic4 ,aus den ,tragikomdien84 7,zu ,seite #hj47 ,illustration3 ,abb4 #fb4 ,bildnis des ,pianisten ,conrad ,ansorge4 #aijd4 7,zu ,s4 #gg47 ,im ,besitze der ,sezessionsgalerie in ,mnchen4 ,eine der bedeutendsten ,schpfungen dieser ,mnchener ,epoche ist das ,dichterbildnis des ,grafen ,keyserlingk1 das ,corinth im ,jahre #ahif gemalt hat 7,abb4 #cj74 ,einfach bis zur ,primitivitt1 legt es den knstlerischen ,nachdruck ganz und gar auf die physiognomische ,durchbildung des ,antlitzes4 ,seltsam bengstigend wirkt der starre ,blick des ,poeten1 die mehr als ,geist1 denn als ,krper empfundene ,gestalt dieses spter erblindeten ,dichters1 den unsere ,literatur mit zu den besten zhlt4 ,wollte man ein von hnlicher ,durchdringung des ,charakters erflltes ,bild namhaft machen1 man kme wie von selbst zu jenem kstlichen ,selbstportrt des ,meisters aus dem gleichen ,jahre 7,abb4 #ce74 ,durch das ,atelierfenster irrt der ,blick zu den ,husern von ,schwabing hin und das ,totengerippe neben dem ,knstler mag an die ,vergnglichkeit alles ,irdischen mahnen4 ,ernst und grbelnd sieht der ,knstler den ,beschauer an1 und man empfindet vor diesem willensstarken ,menschen deutlich1 da nachdenkliche ,stunden seinem ,leben den wahren ,reichtum zugefhrt haben4 ,vielleicht1 da man eines ,tages gerade dieses ,selbstbildnis in eine ,reihe mit den berhmten ,portrts der ,kunstgeschichte stellen wird1 obwohl sich der ,meister in den nachfolgenden ,jahren wie ,rembrandt gern und oft in wechselnder ,erscheinung portrtiert hat4 ,diese ,selbstbildnisse haben neben dem rein knstlerischen auch ein biographisches ,interesse4 ,sie sind ,belege fr ,seelenstimmungen und stellen nie den ganzen ,menschen dar1 aber alle zusammen spiegeln sie doch die ,vielseitigkeit eines ,geistes1 der in seinem ,verlangen nach knstlerischer ,universalitt nicht zu unterschtzen ist4 ,hier erscheint ,corinth in ,reflexionen befangen1 dort mit offenen ,armen der frohen ,lebenslust zugewandt4 ,hier ein ,draufgnger in mittelalterlicher ,rstung1 so wie er sich spter auf dem berhmten ,fahnentrger8 darstellt1 dort ganz erfllt von der ,freude an ,heim und ,familie4 ,immer aber berkommt den ,betrachter die ,empfindung1 da neben den rein malerischen ,aufgaben es in erster ,linie psychologische ,probleme gewesen sind1 deren er mit ,hilfe der ,farbe ,herr zu werden bemht war4 ,wie schon gesagt wurde1 erinnert diese ,folge der ,selbstportrts an den groen hollndischen ,meister1 dessen ,menschenschicksal nirgends so unmittelbar vor unser ,bewutsein tritt wie auf den jubilierenden ,bildnissen der glcklichen ,saskiazeit und im ,gegensatz dazu erschtternd auf jenen ,selbstportrts seiner ,sptzeit1 die ganz ,weltabkehr und ,resignation geworden sind4 ,psychologisch verwandte ,momente zeigen auch die ,corinthschen ,schpfungen dieser ,art1 allen voran das eben erwhnte ,selbstbildnis mit dem ,skelett4 ,illustration3 ,abb4 #fc4 ,grlender ,bacchant4 #aije4 ,im ,besitze der ,kunsthandlung ,carl ,nicolai1 ,charlottenburg4 7,zu ,seite #ha47 ,illustration3 ,abb4 #fd4 ,mutter und ,kind4 #aije4 ,im ,besitze des ,herrn ,konrad ,meyer1 ,knigsberg i4 ,p4 7,zu ,seite #hc47 ,illustration3 ,abb4 #fe4 ,bildnis des ,malers ,hans ,olde4 #aijd4 ,im ,besitze des ,herrn ,ernst ,zaeslein1 ,grunewald4 7,zu ,seite #gf47 ,illustration3 ,abb4 #ff4 ,hnde mit ,blumen4 #aijg4 ,im ,besitze des ,direktors ,stern1 ,berlin4 7,zu ,seite #ia47 ,illustration3 ,abb4 #fg4 ,des ,knstlers ,gattin mit ,ktzchen4 #aijd4 ,aus dem folgenden ,jahre stammen zwei ,bilder1 die ,corinth wiederum von einer neuen ,seite kennen lehren und doch an frher gekennzeichneten ,punkten anknpfen1 denen der ,meister auch in seiner ,selbstbiographie bedeutsam genug ,erwhnung getan hat4 ,man erinnere sich an die ,knigsberger ,zeit1 wie er mit dem ,onkel ,fleischer den ,schlachthof zu besuchen und hier nach den ,tieren zu zeichnen pflegte4 ,bei der ,schilderung des ,pariser ,lebens aber verweilt ,corinth auch bei dem schnen malerischen ,eindruck1 den die ,schlchterlden der franzsischen ,hauptstadt auf ihn gemacht haben4 ,solche ,reminiszenzen mgen fr ihn bei der ,entstehung jenes ersten bedeutenden ,fleischerladens8 mitgewirkt haben1 den er bei einem ,besuch in ,unterschftlarn an der ,isar #ahig gemalt hat 7,abb4 #cb74 ,es ist ein malerisch ungemein feines1 koloristisch in seinen wei-roten ,tnen stark vertieftes ,bild1 auf dem die ,wirkung des ,lichtes wiederum eine hervorragende ,rolle spielt4 ,etwas skizzenhafter ist das ,stallinnere8 gegeben1 bei dem man entfernt an ,zgelsche ,motive denken knnte1 wenn nicht die malerische ,handschrift auf einen so viel ursprnglicheren ,knstler hinwiese1 der hier seinem ,stoffgebiet ein neues1 ziemlich vereinzelt gebliebenes ,thema anzugliedern bemht ist 7,abb4 #cc74 ,dagegen begegnen in den beiden anderen ,hauptbildern dieses ,jahres1 den ,hexen8 und der prachtvollen ,kreuzigung8 in der ,kirche von ,tlz1 von frher her bekannte ,motive1 so neu auch die ,themen im einzelnen sind4 ,das erstgenannte ,werk zeigt in drastisch derber ,auffassung eine genreartige1 aber doch stark realistische ,szene ,mnchener ,lebens1 wie etwa ein hbsches ,modell fr die ,redoute vorbereitet wird und wie die neugierigen ,gevatterinnen aus der ,nachbarschaft ba erstaunt sind ber die frische1 vielleicht ein wenig zu ppige ,schnheit der jungen ,hexe1 die eben ihre ,toilette beendet und kommenden ,freuden des ,abends entgegenlacht 7,abb4 #cf74 ,das ,bild hat in dem ,gegensatz von ,hell und ,dunkel und speziell in der ,gruppe der alten ,weiber ,momente1 die entfernt an ,velazquez gemahnen knnten1 so gesucht auch dieser ,vergleich hier anmuten mag4 ,hat ,corinth hier dem ,leben eine etwas indiskrete ,szene abgelauscht1 so erschttert der tragische ,ernst jener ersten groen ,kreuzigungsgruppe1 die spter von andrer ,seite der ,kirche in ,tlz geschenkt worden ist 7,abb4 #ch74 ,hier ist nichts1 was nicht von der hchsten ,meisterschaft des ,knnens kndet1 und so grausam realistisch auch alle ,gebrden dieser ,schpfung sein mgen1 so berwltigend ist doch die furchtbare ,klage der vier ,menschen1 die den verscheidenden ,heiland umstehen1 dessen ,erscheinung wie jener ,christus am ,kreuz von ,grnewald im ,museum zu ,kolmar die ,zge des ,duldens mit dem gttlich hohen ,erlsergedanken verwebt4 ,prachtvoll ist die ,gestalt der klagenden ,magdalena1 wunderbar echt der tiefe fragende ,schmerz1 der sich im ,antlitz des ,johannes spiegelt1 welcher die in ,ohnmacht dahinsinkende ,gottesmutter sttzt4 ,vielleicht1 da ohne die ,grimassen schneidenden ,gesichter der beiden ,schcher das knstlerische ,moment dieses ,bildes noch besser zum ,durchbruch kme -- vielleicht1 da sich erst im ,gegensatz zu diesen brutal realistischen ,gesellen die erschtternde ,tragik1 von der die ,gruppe der ,klagenden erfllt ist1 voll empfinden lt4 ,einerlei1 das ,werk gehrt -- so wie es ist -- in die vorderste ,reihe jener ,kreuzigungsgruppen1 die uns von den ganz groen ,meistern der ,kunstgeschichte geschenkt worden sind1 und es ist durchaus nicht nebenschlich1 im besonderen darauf hinzuweisen1 da sich ,corinth in der religisen ,inbrunst seines ,gefhles hier dem deutschesten aller ,maler1 dem ,meister des ,kolmarer ,altares nhert4 ,aber es mu auch an dieser ,stelle gesagt werden1 da diese ,kreuzigung8 schlechthin als das ,bild seiner ,mnchener ,zeit angesprochen werden darf1 hnlich wie die frher genannte1 in ,knigsberg gemalte ,piet im ,magdeburger ,museum das ,werk seiner ersten selbstndigen ,periode ist4 ,vielleicht1 da man berhaupt -- auch in der ,folge -- dem ,knstler ,corinth in seiner wahren ,gre nie hnlich nahe kommt wie auf jenen religisen ,schpfungen1 auf denen sich das ,wesensstarke -- man mchte sagen -- ,urgermanische seiner ,art am unverflschtesten ausgesprochen hat4 ,sie kennzeichnen schlechthin die eine groe1 knstlerisch impulsiv gestaltende ,seite seines ,wesens1 die nie den ,ernst und die groe ,menschlichkeit verleugnen kann1 wie die arkadisch heiteren mythologischen ,bilder ihrerseits der krftigen ,lebensfreude ein ,denkmal setzen4 ,zwischen diesen beiden ,polen1 die den ,weltweisen und ,lebensknstler in sich begreifen1 scheint das ganze ,schaffen des ,meisters eingeschlossen4 ,illustration3 ,abb4 #fh4 ,unter dem ,kronleuchter4 #aije4 ,im ,besitze des ,herrn ,eduard ,krger1 ,berlin4 7,zu ,seite #hb47 ,illustration3 ,abb4 #fi4 ,im ,fleischerladen4 #aijf4 ,in rheinischem ,privatbesitz4 ,illustration3 ,abb4 #gj4 ,hektor4 #aije4 ,in ,wiener ,privatbesitz4 7,zu ,seite #ha47 ,dionysisch im besten ,sinne des ,wortes ist der ,bacchantenzug8 vom ,jahre #ahih1 der auf der ersten ,berliner ,sezessionsausstellung zum ersten ,male ffentlich gezeigt wurde 7,abb4 #bg74 ,gewi denkt man vor diesem ,bilde ohne weiteres an ,rubens1 aber in der ,art1 wie hier die weinseligen ,gestalten direkt vor einem rtlich aufflammenden ,abendhimmel gesehen sind1 wie gerade das ,licht die ,krper modelliert1 ist es doch ein ,beleg jener vom ,pleinairismus bestimmten neueren ,kunstanschauung4 -- ,nach der ,tlzer ,kreuzigungsgruppe hat sich ,corinth brigens bewut fr lngere ,zeit von den ,bildern groen ,formates ferngehalten1 weil bei ihnen die ,verkaufsmglichkeiten zu gering waren1 und sicher ist diese mit ,recht gebte ,enthaltsamkeit der ,entwicklung seines ,talentes zustatten gekommen4 ,auftrge waren damals im ganzen fr unseren ,meister noch groe ,seltenheiten1 und seine ,bilder fanden nur zu sehr billigen ,preisen ,kufer4 ,unter den ,werken der letzten ,mnchener ,jahre verdient noch ein ,bild besonders erwhnt zu werden4 ,es ist das ,bild des ,pfarrers ,moser vom ,jahre #ahii1 das sich in ,frankfurter ,privatbesitz befindet 7,abb4 #cg74 ,ein mnnlich starkes1 geistig vertieftes ,portrt1 das den gottesgelahrten ,herrn ungemein charakteristisch erfat hat4 ,wie hier alles ,gewicht auf den bedeutenden ,kopf gelegt ist1 demgegenber das knapp angedeutete ,milieu nur skizzenhaft umrissen erscheint1 das lt wiederum an eines jener unvergnglichen ,halsschen ,portrts wie das ,bild des zu seiner ,zeit berhmten ,herrn ,caspar ,sibelius von ,deventer 7heute in der ,sammlung ,borden in ,neuyork7 denken4 ,auch ist es berechtigt1 gerade vor einem solchen ,werke darauf hinzuweisen1 wie die malerische ,technik des ,corinthschen ,pinsels sich immer mehr auf ,knappheit reduziert1 wie die ,breite der ,pinselstriche zunimmt und wie doch auch ein sichtlich gesteigerter malerischer ,geschmack die ,valeurs zusammenfgt4 ,rein als ,studie ist in diesem ,sinne der prchtig modellierte ,frauenakt desselben ,jahres interessant1 den das ,museum zu ,knigsberg verwahrt und bei dem das ,schwarz der in breiten ,strichen hingemalten ,haare sehr hbsch gegen den weichen ,schmelz des ,krpers kontrastiert 7,abb4 #ci71 whrend das psychologisch ungemein ansprechende ,bildnis ,liebermanns1 das ,corinth im gleichen ,jahre gemalt hat1 in der ,reihe der ,mnnerportrts immer einen hervorragenden ,rang beanspruchen darf 7,abb4 #dj74 ,es bedeutet im ,leben unseres ,meisters fast den ersten bergang von dem ,mnchener ,aufenthalt in die herbere ,atmosphre der ,reichshauptstadt4 ,denn es kndet zuerst von den ,beziehungen1 die ,corinth mit dem kleinen ,kreise jener fortschrittlich gesinnten ,knstler ,berlins verband1 die spter seine ,kollegen und ,mitkmpfer in der ,sezession geworden sind4 ,ob nachher auch noch dieses oder jenes ,werk in ,mnchen entstand -- in dem ,augenblick1 wo ,corinth das ,portrt ,liebermanns whrend eines lngeren ,aufenthaltes in der ,reichshauptstadt gemalt hat1 ist innerlich auch sein ,entschlu gefat1 ,mnchen dauernd den ,rcken zu kehren4 ,wie er selbst ber die etwas vermoderte ,luft gedacht hat1 in der sich das offizielle knstlerische ,leben in der sddeutschen ,residenz abspielte1 wissen wir nur zu gut aus den der ,allotria8 und dem ,simplizissimuskreise gewidmeten ,kapiteln seiner ,selbstbiographie1 und fast will es scheinen1 als htten wir allen ,grund1 jenen ,augenblick zu preisen1 in dem der lngst erwogene ,entschlu zur ,tat wurde4 ,denn mag man die durch ,paris-,knigsberg-,mnchen bisher umschriebenen ,stufen seiner ,entwicklung auch nicht gering schtzen1 weil jede fr sich einen ,zuwachs an ,krften bedeutet1 so brachte doch erst ,berlin die letzte entscheidende ,wendung in sein ,leben1 eine ,wendung1 die man doppelt freudig begren mu1 weil sie das im ,grunde stark norddeutsch ausgeprgte ,temperament des ,knstlers zu einem wesensverwandten ,boden hingefhrt und mehr3 weil es ihn in einen groen knstlerischen ,kampf gestellt hat1 der seine ,krfte erst vollends entfalten mute4 ,illustration3 ,abb4 #ga4 ,die ,kindheit des ,zeus4 #aije4 ,in ,berliner ,privatbesitz4 7,zu ,seite #ha47 ,illustration3 ,abb4 #gb4 ,venus und ,mars4 #aijf4 7,zu ,seite #hf47 ,denn wenn einer von unseren modernen deutschen ,knstlern eine geborene ,kmpfernatur ist1 dann ist es ,corinth4 ,indem er sich mit seinem ,schaffen von ,anbeginn auf die ,seite jener kleinen mutigen ,schar stellte1 deren ,ehrgeiz niemals nach offizieller ,anerkennung gedurstet hat1 wurde er eine der ,hauptsttzen der ,berliner ,sezession1 die ihn auch heute noch als eigentlichen ,fhrer anerkennt4 ,freilich hat ,corinth auch fr die ,folge seine alten1 langjhrigen ,beziehungen zu ,mnchen nicht verleugnet4 ,die dortige ,sezession hat ihm stets eine ehrende ,aufnahme bereitet1 und er ist gern und oft auch zu lngerem und krzerem ,besuch nach ,mnchen zurckgekehrt4 ,bei einer solchen ,gelegenheit sind z4 ,b4 das ,bild der ,familie des ,dichters ,max ,halbe 7,abb4 #dd7 und ein ,portrt der anmutigen ,gattin ,halbes entstanden4 ,vor allem aber war es der ,aufenthalt an den bayrischen ,seen1 der ,corinth immer wieder nach dem ,sden gefhrt hat4 ,illustration3 ,abb4 #gc4 ,eisbahn4 #aijg4 ,im ,besitze der ,galerie ,arnold1 ,dresden4 7,zu ,seite #ia47 ,trotzdem aber bezeichnet die im ,jahre #aijj erfolgte bersiedlung des ,meisters nach ,berlin den wichtigsten ,wendepunkt in seinem ,leben1 und es ist ganz augenfllig1 wie von nun an nicht nur seine ,produktionsfreudigkeit im groen zunimmt1 sondern wie sich auch die knstlerischen ,krfte immer freier entfalten4 ,in der ,beziehung mutet die gegen ,ende #ahii gemalte groe ,salome8 im ,besitz der ,frau ,carl ,toelle in ,barmen wie ein erster ,auftakt auch zu einem neuen koloristischen ,stil an1 nicht nur weil die ,farbigkeit rhythmisch mehr gesteigert ist1 als auf frheren ,bildern dieser ,art1 sondern weil auch der ,pinselstrich an kaum verkennbarem ,schmi gewonnen hat4 ,aber auf diesem ,werke berrascht auf der anderen ,seite nicht minder auch die ,diskretion1 mit der ,corinth hier eines der blutrnstigsten ,themata der ,kunstgeschichte behandelt hat4 ,nichts wild ,perverses schlummert in dieser ,salome1 sondern -- she man nicht den ,kopf des ,tufers -- so kme man fast auf die ,vermutung1 ,corinth habe hier eine jener morgenlndisch heiteren ,szenen aus ,tausendundeiner ,nacht8 gestaltet1 als sei es ein lustiges ,spiel1 den ,vorstellungen eines fernen ,traumlandes entnommen1 was sich hier vor unseren ,augen enthllt 7,abb4 #df74 ,mehr ,hauptaktrice in der ,johannestragdie im wahrsten ,sinne des ,wortes als diese mit einem ,unterton des ,dekorativen inmitten einer orientalischen ,szene behandelte blutdrstige ,knigstochter ist jene ,eysoldt als ,salome1 die er spter nach dem ,leben gemalt hat 7,abb4 #ea74 ,berlin aber schenkte ihm vor allem einen ,kreis innerlich verwandter ,kollegen2 es hat dem ,hagestolzen sogar die viel jngere sympathische ,gattin in der ,gestalt der begabten ,malerin ,charlotte ,berend zugefhrt1 die eine ,zeitlang seine ,schlerin gewesen ist4 ,nur in ,berlin ist ,corinth auch als ,lehrer denkbar gewesen1 weil diese alles ,neue begierig suchende ,stadt auch mit ,sicherheit der rechte ,nhrboden fr einen stolzen knstlerischen ,nachwuchs sein mute4 ,und so ist auf diesem ,boden des ,meisters ,schaffen nicht nur selbst ungeheuer reich gewesen1 sondern es hat auch in hchstem ,mae fruchtbar und anregend auf die jngere ,generation gewirkt4 ,illustration3 ,abb4 #gd4 ,kreuzabnahme4 #aijf4 ,im ,besitze des ,museums zu ,leipzig4 7,zu ,seite #hc47 ,sehr vieles wird im ,laufe dieser ,ausfhrungen noch hervorgehoben werden mssen1 was im guten ,sinne der ,einflu des oft zu ,unrecht verkannten ,berliner ,kunstbetriebes1 mehr vielleicht noch die imponierende junge ,gre dieser ,stadt1 ihr starker ,rhythmus innerlichen ,lebens dem ,meister vermittelt haben1 und nicht minder scheint es begrndet1 gerade im ,zusammenhang hiermit darauf hinzuweisen1 da die ,lebensenergie dieser kosmopolitisch bewegten ,zentrale berhaupt der deutschen ,moderne den weitaus grten ,wertzuwachs gegeben hat4 ,gerade im ,geiste des in jenen ,jahren anhebenden knstlerischen ,kampfes1 der mit der ,begrndung der ,sezession einsetzt1 erscheint das immer mchtiger sich entfaltende ,schaffen ,corinths doppelt erstaunlich4 ,es ist im letzten getragen und vorwrts getrieben von dem ,rhythmus einer neuen ,zeit1 die den ,persnlichkeitswert wieder zu schtzen wei und mehr denn je nach ausgesprochenen ,kmpfernaturen verlangt4 ,schade nur1 da uns fr diese mehr als zwanzigjhrige ,entwicklung nicht auch autobiographische ,notizen unseres ,meisters zu ,gebote stehen wie fr seine ,jugendzeit2 man wrde dann besser noch empfinden1 was diese starke ,persnlichkeit an das ,leben gekettet hat1 was ihren ,krften den unerhrten ,auftrieb gab1 dem wir fortan begegnen -- und was den ,kmpfer im ,innersten mit seiner kleinen ,sezessionsgemeinde verband4 ,etwas von diesen nicht zu entbehrenden ,aufklrungen klingt in der schon erwhnten kstlichen ,biographie seines ,freundes ,walter ,leistikow wieder1 die ,corinth #aiaj verffentlicht hat1 deren ,wert daher immer wieder hervorgehoben werden mu4 ,aber gerade hier begegnen uns immer nur vereinzelte ,momente1 bei denen wohl die allgemeine ,stimmung durchzittert1 indes von sich selbst erzhlt ,corinth leider nur zu wenig4 ,illustration3 ,abb4 #ge4 ,selbstbildnis4 #aijg4 ,im ,besitze der ,kunsthalle zu ,mannheim4 7,zu ,seite #hf47 ,illustration3 ,abb4 #gf4 ,fcher mit der ,darstellung der tanzenden ,salome4 #aijf4 ,im ,besitze von ,frau ,mauthner1 ,berlin4 7,zu ,seite #hf47 ,illustration3 ,abb4 #gg4 ,die ,blendung ,simsons4 #aijg4 ,in ,mainzer ,galerie4 7,zu ,seite #hi47 ,illustration3 ,abb4 #gh4 ,martyrium4 #aijg4 ,im ,besitze des ,knstlers4 7,zu ,seite #hh47 brigens erkennt man vielleicht auch nirgends die ,schnellebigkeit unserer ,zeit so klar wie in jenem verhltnismig doch sehr kurzen ,kapitel ,berliner ,sezessionsgeschichte4 ,da diese heute unbedingt ein ,stck ,historie ist1 da die an jener ,sttte gezeigten ,werke zum groen ,teil bereits ,besitz klassischer deutscher ,kunst geworden sind1 gibt nicht wenig zu denken1 nicht minder auch1 wie das schnelle ,emporkommen gerade der ,jngsten das ,tempo unseres ,zeitalters auch knstlerisch kennzeichnet4 ,es mag bei dieser ,gelegenheit deshalb daran erinnert werden1 da diese ,zeit darum auch andere ,menschen und eine neue ,spezies von ,knstlernaturen verlangt1 deren berzeugung aus dem ,gefhl unserer ,tage herausgewachsen ist1 ja da die ganze ,vielgestaltigkeit unseres ,zeitalters neue ,menschen braucht1 die den ,mut des ,bekennertums von ,hause aus mit sich bringen4 ,fr diese neue ,zeit erscheint gerade ,corinth als ein prachtvoll-vorbildlicher ,typ4 ,er ist unbeirrt seinen knstlerischen ,zielen mit einer selten wieder erlebten ,treue gegen sich selbst nachgegangen1 die staunen macht1 und er hat die ihm von ,natur angeborene geistige berlegenheit auch im ,dienste seiner ,kunst wohl zu verwerten gewut4 ,das macht ihn als ,menschen und ,knstler so prachtvoll gro1 das wird unabhngig von der ,qualitt seiner malerischen ,arbeit seiner ,persnlichkeit immerfort einen hervorragenden ,platz in der ,geschichte unseres ,jahrhunderts sichern4 ,es wre verkehrt1 von ihm zu sagen1 da er -- kunsthistorisch gesehen -- irgendeine ,entwicklungslinie fortgesetzt und zu einem ,endpunkt gefhrt habe1 wie man es bei anderen ,meistern unserer ,zeit mit philologischer ,akribie so gerne zu beweisen sucht1 sondern bei ihm ist eine groe ,dosis echter ,menschlichkeit1 die in der bahnbrechenden ,kunst alter ,jahrhunderte lebt1 in ein neues ,gef gefllt worden1 und aus diesem ,gef heraus hat sich der ,zauber seiner ,schpfungen enthllt4 ,vielleicht1 da man diesen letzten ,reiz seinen ,werken nur ablauschen kann1 wenn man den ,menschen kennen und lieben gelernt hat1 diesen prchtig starken ,geist1 der um seiner herzgewinnenden ,ehrlichkeit willen jeden1 der das ,glck hatte1 ihm innerlich nahezutreten1 in seinen ,bann zieht4 ,man hat diesen ,knstler ,jahre hindurch verkannt und gering gewertet4 ,daran hatte er weniger ,schuld als die ,nchternheit eines ,jahrhunderts1 der er die knigliche ,flle seiner ,phantasie schenkte4 ,man hat seinen ,humor falsch gedeutet und den scheinbaren ,realismus seiner ,schpfungen aus ,empfindungen heraus verkehrt verstanden1 die ganz und gar mit dem ,knstlerischen nichts zu tun haben4 ,eine der ersten groen ,schpfungen der ,berliner ,jahre ist das ,gemlde ,perseus und ,andromeda8 7,abb4 #da74 ,das ,bild ist #aija gemalt und gibt einen bedeutsamen ,auftakt zu spteren ,werken aus verwandtem ,stoffgebiet4 ,und doch wird es immer fr sich gewertet werden mssen1 weil es eines der wenigen ,gemlde ist1 die wahrhaft monumental ansprechen4 ,wenn man durchaus kunstgeschichtliche ,reminiszenzen hren will1 dann kann man sagen1 da es ber die ,jahrhunderte hinweg unbedingt neben ,pisanellos ,heiligem ,georg8 in ,st4 ,anastasia zu ,verona steht1 jenem ,bilde1 auf dem sich das romantische italienische ,mittelalter ein unvergleichliches ,denkmal gesetzt hat4 ,mythologie 7antik oder christlich bleibt eins7 hier wie dort4 ,die etwas kokette ,erscheinung der befreiten ,schnen1 der in mittelalterlicher ,rstung verkleidete ,don ,juan der antiken ,gttergeschichte1 alles ist hier mit modernen ,augen gesehen1 modern auch mit leuchtendem ,kolorismus gemalt und voll der inneren souvernen ,gre eines ,knstlers1 der fortan im ,technischen nirgends mehr zaghaft erscheint4 ,nur wenige krftige ,linien geben der ,komposition ihren ,raumgehalt2 ein taufrischer ,humor hat die ,szene verklrt4 ,da die ,krfte ,corinths gerade in jenen ,jahren seiner ,berliner ,frhzeit gewaltig gereift sind1 ist unverkennbar4 ,immer mehr wird er zu einem ,virtuosen des ,pinsels1 wenn das ominse ,wort gestattet sein mag4 ,aber innerlich stark steht er ,portrtauftrgen doch nur dann gegenber1 wenn sie ihn -- wie man das beim ,bildnis des ,dichters ,peter ,hille 7heute im ,besitz der ,bremer ,kunsthalle7 deutlich genug empfindet -- bedeutenden ,persnlichkeiten nahebringen 7,abb4 #dc74 ,dieses ,bildnis steht in einer ,linie mit dem ,pfarrer ,moser und dem ,grafen ,keyserlingk4 ,illustration3 ,abb4 #gi4 ,blick auf die ,elbe bei ,altona4 7,zu ,seite #ajd47 ,im ,besitze der ,kunsthalle zu ,hamburg4 ,illustration3 ,abb4 #hj4 ,das ,urteil des ,paris4 #aijg4 ,im ,besitze der ,sammlung ,rothermundt1 ,dresden4 7,zu ,seite #hf47 ,in dem ,jahre #aijb1 in dem ,corinth das ,portrt des ,peter ,hille gemalt hat1 begegnet uns zum erstenmal in seinem ,schaffen jene ,frau1 die die ,gefhrtin seines ,lebens1 die ,mutter seiner beiden prchtigen ,kinder geworden ist1 ,charlotte ,berend1 die er als ,schlerin kennengelernt und die sich inzwischen zu einer ,knstlerin von ausgesprochener ,eigenart entwickelt hat4 ,das erste ,bildnis zeigt sie als ,braut des ,meisters mit dem ,bltenzweig in der ,hand1 koloristisch sehr fein abgewogen1 stehend vor grauem ,hintergrund mit seitwrts gewandtem ,kopf1 der ein krftig markiertes ,profil erkennen lt 7,abb4 #dh74 ,wenn ,corinth sich auf der ,signatur noch als der ,herr ,lehrer8 bezeichnet1 so weist das humorvoll auf jenen rein uerlichen ,zufall1 der den ,hagestolzen spt der ,ehe zugefhrt hat4 ,ein etwas spter1 aber noch im gleichen ,jahre entstandenes zweites ,bildnis1 das in jeder ,beziehung ungleich intimer und persnlicher anspricht1 zeigt die junge ,gattin sitzend im ,lehnstuhl1 vollgetroffen von dem von auen durch das ,fenster hereinbrechenden ,tageslicht 7,abb4 #di74 ,wie hier das ,antlitz in stille ,beschaulichkeit versunken ist und das ,licht die ,fleischpartien modelliert und wie man die ,empfindung hat1 da hier das ,bewutsein jungen ,glckes dem ,knstler bei seiner ,arbeit helfend zur ,seite gestanden1 das gibt gerade diesem weiblichen ,portrtstck einen unvergleichlichen ,reiz und hebt es turmhoch ber alle hnlichen ,frauenbildnisse1 die ,corinth im ,auftrag irgendwelcher ,besteller gemalt hat4 ,ein ,denkmal dieser neuen beruhigten ,stimmung1 die das ,schaffen des ,knstlers in jenem ,augenblick huslichen ,glckes berkommt1 ist auch das dritte ,bild1 auf dem er sich ein ,jahr spter mit der ,gattin im ,arm selbstportrtiert hat1 das von fern an das ppige ,doppelbildnis ,rembrandts mit ,saskia in ,dresden erinnert 7,abb4 #ej74 ,vor einem ,tisch mit ,frchten und ,wein sitzt der ,knstler1 das gefllte ,glas dem ,beschauer darbringend4 ,frohe ,sinnlichkeit atmet in diesem ,werke1 und auch die ,farbe1 das halb ,visionre des ,bildes unterstreicht bewut1 aber auch mildernd1 die auf ,lebensbejahung und ,daseinsfreude eingestellte ,note der ,szene1 die man im ,rahmen des ,biographischen besonders gern willkommen heit4 -- ,das hier abgebildete ,gemlde unter dem ,titel ,fluch auf ,saul81 das noch im ,jahre #aijb entstand1 existiert heute nur noch in einem ,bruchstck4 ,so kstlich die ,erscheinung des ,alten festgehalten ist1 so wenig glcklich und gelst spricht die ,komposition an1 und diese ,erkenntnis wird auch den ,meister veranlat haben1 sein ,bild spter zu zerstren 7,abb4 #eb74 ,dagegen zhlt das unter dem ,eindruck einer ,auffhrung von ,oskar ,wildes ,salome8 entstandene ,portrt der ,frau ,eysoldt unbedingt zu den strksten ,leistungen auf dem ,gebiet weiblicher ,bildnismalerei1 die ,corinth gelungen sind4 ,die tierisch perverse ,art dieser ,salome ist ausgezeichnet getroffen1 der skizzenhafte ,schmi tuscht bewut ber die abstoenden ,details der ,szene hinweg1 aber im ganzen wird man gerade diesem ,bilde das ,lob psychologischen ,durchdringens im ,motiv nicht vorenthalten knnen 7,abb4 #ea74 ,koloristisch ist das ,stck ganz auf einen kalten grau-weien ,ton gestimmt1 von dem sich hier und dort die malerisch krftig nuancierten ,valeurs abheben4 ,vorgreifend mag gegenber dieser ,schpfung weiter angedeutet sein1 da das literarische ,schaffen der ,zeit ,corinth in der ,folge mehr als einmal befruchtet hat2 man denke nur an den spter zu wertenden prachtvollen ,florian ,geyer1 an das ,bildnis der ,frau ,tilla ,durieux und anderes mehr4 ,ja1 ist nicht im ,letzten die ,vorstellungswelt gerade des bildenden ,knstlers oft dem ,theatralischen berhaupt verwandt6 ,von ,rembrandt wissen wir1 wie ganz bestimmte ,szenen seiner ,bilder und ,radierungen den ,eindrcken des ,theaters seiner ,zeit entsprungen sind1 wie ihm der ,bhneneindruck mit seinen festbestimmten ,kulissendistanzen oft den ,rahmen seiner ,kompositionen gegeben hat1 wie die visionre ,kraft seines ,goldlichtes an dem durch die ,bhnenbeleuchtung hervorgerufenen ,widerspiel von ,licht und ,schatten entzndet wurde4 ,und auch in ,corinths ,schaffen wirkt eine so drastisch derbe ,szene wie der hier farbig abgebildete ,kampf des ,odysseus mit dem ,bettler81 ebenfalls vom ,jahre #aijc1 wie die ,darstellung einer vor ,zuschauern gegebenen ,burleske4 ,denn hier ist alles auf den ,betrachter hin orientiert1 der ,ansprung des gttlichen ,dulders81 der mit derber ,faust seinem ,gegner ins ,antlitz greift1 der ,chorus der applaudierenden ,mnner und ,weiber und das ,geschlossene dieser ,komposition berhaupt 7,abb4 #ed74 ,hier begegnet der ,meister uns aber auch so ursprnglich in seinem ,temperament wie auf nur wenigen ,schpfungen dieser ,jahre4 ,der ,humor dieser ,szene ist wirklich drollig1 und wenn wir ehrlich sind1 mssen wir auch gestehen1 da ,corinth seinen ,homer im ,grunde viel besser verstanden hat1 als jene oft klassisch verbildeten ,philologen1 die uns in unserer ,jugend vor allem ,derben und moralisch irgendwie ,verletzenden behutsam durch berspringen einiger ,verse zu schtzen suchten4 ,so skizzenhaft brigens das ,bild -- ausgenommen die ,hauptgruppe -- angelegt ist1 so fein abgewogen ist es gerade in seinen koloristischen ,werten4 ,dies warme ,ziegelrot1 das mit dem khlen ,silbergrau hier und dort kontrastiert1 hebt sich aus der brunlichen ,gesamtharmonie fein heraus1 so da wir malerisch das ,werk unbedenklich als eine der besten ,leistungen bezeichnen drfen4 ,von geradezu fabelhafter suggestiver ,gewalt ist die ,gruppe der ,streitenden4 ,diese ,akte sind in ihrer ,bewegung meisterhaft erfat und bis ins letzte durchmodelliert4 ,hier spricht eine ,knnerschaft1 die immer exzeptionell bleibt und zeichnerische ,schwierigkeiten berhaupt nicht mehr kennt4 ,dieses ,bild aber steht als ,mittelglied zwischen dem in ,mnchen gemalten ,diogenes8 und allen nachfolgenden1 von der griechischen ,mythologie angeregten ,szenen1 die nicht immer hnlich ursprnglich gesehen1 meistens aber doch von derselben frohen ,lust erfllt sind und alles klassisch ,verklrte mit ,bewutsein meiden4 -- ,wie ein ,bruder jenes ,bettlers auf dem ,odysseusbilde mutet der in dem von reicher ,produktion gekrnten ,jahre #aijd entstandene ,tanzende ,derwisch8 an1 der ganz als ,skizze behandelt ist1 aber was ,meisterschaft in der ,bewltigung eines vom derben ,tanz bewegten ,krpers anlangt1 seinesgleichen sucht 7,abb4 #eg74 ,als ,beweis fr die souverne zeichnerische ,knnerschaft unseres ,knstlers verdient er darum auch an dieser ,stelle hervorgehoben zu werden4 ,illustration3 ,abb4 #ha4 ,paul ,baum4 #aijh4 ,im ,besitze der ,galerie ,arnold1 ,dresden4 7,zu ,seite #if47 ,vielleicht leitet er unbewut zu einer greren ,komposition ber1 die einer hnlichen ,freude am menschlichen ,akt ihre ,entstehung verdankt1 jener kstlichen ,haremsszene1 heute bei ,generaldirektor ,dr4 h4 c4 ,ganz in ,luzern1 die ganz wie ein hohes ,lied ppiger ,sinnlichkeit verstanden sein will 7,abb4 #eh74 ,ich glaube sogar1 da es einem ,rubens 7und wen packte nicht gerade vor einem solchen ,werke die ,erinnerung an den groen ,flamen67 kaum besser gelungen ist1 das ,fleisch eines ,frauenkrpers in seiner stolzen ppigkeit so sinnfllig zu machen1 wie man es hier empfindet4 ,dabei ist gerade dieses ,bild voll von einer reinen knstlerischen ,schnheit1 wenn man sieht1 wie aus dem ,licht heraus die malerischen ,werte entwickelt sind1 wie wunderbar weich z4 ,b4 der ,rckenakt modelliert ist und wie die ,skala engverwandter ,tne in der ,erscheinung des ,haremswchters ihren letzten ,ausklang erlebt4 ,auch dieses ,bild hat daher den ,anspruch als eines der ,hauptwerke im ,rahmen des ,corinthschen ,schaffens gewertet zu werden4 ,illustration3 ,abb4 #hb4 ,deutsche ,eiche4 #aijh4 ,im ,besitze des ,herrn ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #if74 ,illustration3 ,abb4 #hc4 ,die ,familie des ,knstlers4 #aiji4 ,im ,besitze des ,kestner-,museums zu ,hannover4 7,zu ,seite #ih47 ,das beraus fruchtbare ,jahr #aijd erhlt eine besondere ,bedeutung auch durch die imponierende ,zahl zeitgenssischer mnnlicher ,portrts1 die mittelbar die engen ,zusammenhnge unseres ,meisters mit dem brigen geistig-knstlerischen ,leben seiner ,epoche dartun4 ,allen voran ist hier das einfach erfate1 aber von hoher geistiger ,kraft und starker ,charakteristik erfllte ,bildnis des ,malerkollegen ,hans ,olde zu nennen1 dem ,corinth von der ,lfftzschule her befreundet gewesen ist 7,abb4 #fe74 ,daneben fesselt das auf den ersten ,blick vielleicht ein wenig fremdartig ansprechende ,bildnis des ,dichters ,gerhart ,hauptmann1 der -- wie wir sehen werden -- mittelbar durch sein ,schaffen in die knstlerische ,entwicklung ,corinths mehr als einmal eingegriffen hat4 ,dieses ,hauptmann-,portrt versucht mit aller ,energie das geistig ,bedeutsame des interessanten ,kopfes auszudrcken1 und man darf sagen1 da in diesem ,antlitz wirklich ein ,widerschein jener ,stunden aufzuleuchten scheint1 die uns die ,versunkene ,glocke81 den ,florian ,geyer8 und so vieles andere geschenkt haben 7,abb4 #ec74 ,als malerische ,leistung erscheint das ebenfalls in diesem ,jahre gemalte ,bildnis des ,pianisten ,conrad ,ansorge 7heute im ,besitze der ,sezessionsgalerie in ,mnchen7 ungleich bedeutender 7,abb4 #fb74 ,aber auch dieses ,portrtstck kann die ,hhe einer der geistigen ,gre des ,dargestellten gleichwertigen ,potenz im ,knstlerischen nicht verleugnen4 ,wie hier der ,pianist ganz zufllig in seinem ,garten sitzt -- der fr sich betrachtet ein kstliches ,landschaftsbild darbietet -- wie aber trotzdem das durchfurchte ,antlitz1 hinter dem eine echte ,leidenschaft zu schlummern scheint1 das ,auge des ,betrachters immer wieder in seinen ,bann zieht1 das zeugt von einer selbstverstndlichen ,gre des ,einfhlens in das ,wesensstarke des ,dargestellten1 die staunen macht1 die mehr noch die ,diskretion in der ,bewltigung einer so schwierigen ,aufgabe1 wie sie nur der hchsten ,knnerschaft zu lsen vergnnt ist1 bewundern lt4 ,man darf sagen1 da ,corinth auch in spteren ,jahren ber diese ,summe knstlerischer ,intuition bei ,portrtaufgaben nicht hinausgekommen ist1 vielleicht weil ihm fast nie wieder hnliche ,menschen begegnet sind1 die ihn um ihrer ,bedeutung willen innerlich in gleichem ,mae erregt haben2 es sei denn1 da man ihn selbst mit seinen ,selbstbildnissen in eine ,parallele dazu stellen will4 ,illustration3 ,abb4 #hd4 ,stilleben mit ,porzellanfigur4 #aiab4 ,im ,besitze der ,galerie ,arnold1 ,dresden4 ,aus dem fruchtbaren ,jahre #aijd stammt noch die prchtige ,szene unter dem ,titel ,frauenruber81 die hnlich monumental empfunden ist wie das frher genannte ,gemlde ,perseus und ,andromeda81 das als eines der ersten vorbildlichen ,werke auf ,berliner ,boden gewertet wurde4 ,beide ,bilder stehen in ,thema und ,behandlung wie zwei ,geschwister nebeneinander1 und was jenem zuerst erwhnten ,werke im besonderen nachgerhmt werden konnte1 trifft unbedingt auch auf die zuletztgenannte ,schpfung zu4 ,dagegen ist der ,blhende ,garten8 vom gleichen ,jahre auch in diesem ,zusammenhang nicht zu bersehen1 weil er wieder einmal ein ,beispiel reiner ,landschaftsmalerei ist1 der ,corinth eigentlich erst in den letzten zehn ,jahren in wahrhaft groem und alles berragenden ,stil nachgegangen ist 7,abb4 #ef74 ,illustration3 ,abb4 #he4 ,die ,versuchung des heiligen ,antonius4 #aijh4 ,im ,besitze des ,herrn ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #if47 ,im ganzen aber haben die hier behandelten ,beispiele seiner ,kunst unzweifelhaft dargetan1 da ,corinth auf dem ,boden der ,reichshauptstadt einen ,auftrieb seiner knstlerischen ,krfte erlebt hat1 der nicht zu verkennen ist4 ,nicht nur weil die glckliche ,wendung seines ueren ,lebens ihr ,teil dazu beigetragen hat1 ihm wirkliche ,schaffensfreudigkeit zu geben1 sondern weil das hastende ,gebrause einer ,weltstadt ihn innerlich mehr als einmal ergreifen mute4 ,wir sehen ihn geradezu als einen ,reprsentanten dieser neuen ,zeit1 und die ,geschichte der ,sezession beweist1 da er nicht minder auch einer ihrer besten ,vorkmpfer gewesen ist4 ,knstlerisch greift sein ,schaffen immer weiter aus4 ,whrend er der ,malerei seine ,hauptarbeit widmet1 werden seine radierten ,bltter1 seine ,zeichnungen und ,lithographien zu ,zeugnissen besonderer ,art1 die vereinzelt sogar noch vernehmlicher von seiner hohen ,menschlichkeit knden4 ,diesem ,teil seiner ,ttigkeit wird der ,biograph zwar spterhin noch in besonderer ,weise gerecht werden mssen1 aber trotzdem mgen an dieser ,stelle schon jene frhen ,arbeiten gewertet werden1 die leider nur noch in zwei ,exemplaren vorhanden sind1 in ,wien und ,hamburg1 und dennoch den kleinen ,zyklus von ,tragikomdien81 der im ,jahre #ahid begonnen wurde1 unter ,kennern sehr berhmt gemacht haben4 ,denn in der ,tat sind diese ,bltter ,zeugnisse von einer unverwstlichen und weitausgreifenden knstlerischen ,phantasie1 der sich -- so oft sie nur will -- auch ,episoden der ,geschichte durchaus modern offenbaren4 ,in diese kleine ,folge spukt alles hinein3 ,heidentum und ,christentum1 ,vorgeschichtliches und historisch berliefertes2 den ,ausschlag aber gibt fr die ,beurteilung einzig und allein der ,grad von ,knnen1 der diesem ,meister des ,stiftes eigen ist4 ,ich habe bei einem flchtigen ,besuch der ,wiener ,albertina das eine vollstndige ,exemplar dieser ,tragikomdien eingesehen und einige lose ,notizen aufgezeichnet1 die ihren ,inhalt nher umschreiben3 ,auf dem ,titelblatt sieht man eine ,frauenbste1 darber einen ,schweinskopf1 eine ,arbeit1 die1 wenn sie nicht von ,corinth wre1 nur ,felicien ,rops zum ,urheber haben knnte4 ,das erste ,blatt der ,folge zeigt das ,auge ,gottes1 eine auf einem ,faun reitende ,frau und daneben einen fetten ,kerl4 ,in der ,mitte hlt ein riesiger ,arm ein ,herz auf der ,wage4 ,was ,corinth hier verspotten wollte1 bedarf kaum einer ,erklrung4 ,auf dem zweiten ,blatt sieht man den ,auszug der ,weiber von ,weinsberg1 mit der mittelalterlichen ,stadtsilhouette im ,hintergrunde 7,abb4 #ei74 ,eine berckend stilechte ,schilderung der ,zeit von kstlicher ,komik4 ,wie die hageren ,mnner ihren ,ehehlften auf dem ,rcken sitzen1 wie die ,soldaten staunend dem ,auszug dieser viel zu mutigen ,weiber zuschauen1 das ist von einer so eindringlichen ,drastik1 da man kaum noch den ,sinn dieser ,sage anzudeuten braucht4 ,das dritte ,blatt schildert mit einem fast allzu stark betonten ,realismus den ,gang der ,knigin ,marie ,antoinette zum ,schafott unter ,trommelwirbel und dem ,gekreisch der ,marktweiber 7,abb4 #fj74 ,auf einem weiteren ,blatt versucht mit spttisch-berlegenem ,geist der ,knstler seinen bermut an der ,legende von der ,versuchung des heiligen ,antonius zu khlen4 ,hier sieht man ein ,weib auf den ,schultern eines ,faunes reiten als ,symbol fr den ,kampf christlicher ,moral gegen die ,sinnenlust des ,fleisches1 whrend das nchste ,blatt in den ,personen von ,alexander dem ,groen und ,diogenes die ,paradoxe des ruhmseligen ,tatendranges und sogenannter ,alltagsweisheit verkrpert4 ,kstlich ist auch die auf dem sechsten ,blatt festgehaltene ,parodie1 wie ,joseph dem ,pharao seine ,trume deutet1 diese ,mischung jdischer ,geschwtzigkeit und eines archaistisch1 fast stilecht gesehenen altgyptischen ,milieus 7,abb4 #fa71 dem das ,schlublatt einer chaotischen ,walpurgisnacht mit ungeheuerer ,turbulenz gegenbersteht4 ,illustration3 ,abb4 #hf4 ,der ,apostel ,paulus4 ,flgelbildnis vom ,altargemlde ,golgatha84 ,in der ,kirche von ,tapiau4 7,zu ,seite #ih47 ,alles in allem begegnet uns gerade auf diesem1 leider fast vllig unbekannt gebliebenen ,zyklus von ,radierungen die berlegenheit einer ,weltanschauung im ,verein mit dem sprudelnden ,reichtum einer echten ,knstlerphantasie1 die an keinerlei ,grenzen mehr gebunden zu sein scheint1 und vielleicht hat sich auch die ,ursprnglichkeit dieses ,temperamentes nirgends ein hnlich berzeugendes ,denkmal gesetzt1 denkt man nicht an jene knstlerisch allerdings ungleich strkeren ,zyklen der letzten ,jahre wie den ,gtz8 oder ,luther84 ,nach dieser im ,hinblick auf das malerische ,schaffen notwendigen kurzen ,ablenkung soll das nun anhebende ,kapitel ausschlielich der knstlerischen ,produktion des ,jahres #aije gewidmet sein4 ,ein weiteres ,selbstbildnis des ,meisters1 auf dem er sich als grlender ,bacchant8 karikiert hat1 mag den ,auftakt geben4 ,es ist fr sich wiederum ein ,beweis von jener dionysischen ,lebenslust1 die in ,augenblicken das ,schaffen ,corinths verklrt hat und fr die wir ohne ,mhe in den ,werken alter ,meister ,gleichnisse finden4 ,so denkt man vor diesem ,bilde an ,brouwer1 an den ,simson1 der an seinen ,ketten rttelt1 so wie ihn ,jan ,steen geschildert hat1 und an vieles andere1 was mit ,worten einfach nicht zu erschpfen ist4 ,mag das ,gemlde auch fr sich einer noch so bermtigen ,laune des ,augenblicks entsprungen sein1 malerisch ist es eine ,leistung von unvergleichlich hohem ,range4 ,wie hier die derbe ,grimasse mit wenigen krftigen ,pinselstrichen festgehalten1 wie alles nur skizzenhaft und doch von einer ursprnglichen ,wucht des knstlerischen ,temperamentes umrissen ist1 das gibt dieser kleinen ,probe malerischen ,knnens seinen einzig dastehenden ,wert 7,abb4 #fb74 ,in der ,technik nhert sich gerade dieses ,bild schon ganz den ,sptwerken eines ,hals4 ,denn jeder ,pinselstrich ist mit dem ,spachtel hingemeielt4 ,wie das ,weinlaub im ,haar nur mit zwei1 drei vom ,lichte gehhten ,farbflecken angedeutet ist1 so sind auch die ,furchen des ,antlitzes beinahe plastisch aus der ,farbe herausmodelliert worden4 -- ,technisch steht dem ,bilde das prchtige ,portrt eines ,hundes nahe1 das ,corinth fr einen ,wiener ,bekannten gemalt hat und das als ,stck bravourser ,malerei einen hohen ,rang beanspruchen darf 7,abb4 #gj74 ,trbner hat hnlich einmal eine ,dogge gemalt1 aber an ,verve ist er doch mit seinem ,hunde hinter dieser ,corinthschen ,bestie zurckgeblieben4 ,derartige ,schpfungen wollen im ,sinne dieser biographischen ,darstellung weniger neue ,belege fr das lngst begrndete ,knnen unseres ,knstlers1 als vielmehr ,beispiele seiner umfassenden malerischen ,begabung vermitteln1 whrend andere ,werke aus dieser ,zeit sicher unmittelbarer den ,blick zur ,werkstatt des ,knstlers hinlenken und seiner ,sinnesart einen weitaus besseren ,ausdruck gewhren4 ,als ein solches ,bild sei an dieser ,stelle die ,kindheit des ,zeus8 notiert1 die dem ,kampf des ,odysseus8 sehr nahe steht und doch im ,sinne der ,komposition von jenem wiederum stark verschieden ist 7,abb4 #ga74 ,nicht nur1 weil eine grere ,freiheit der ,bewegung diese durchweg gleichmig behandelten ,gestalten beherrscht1 sondern weil auch die ,landschaft hier bei der ,komposition wesentlich mitspricht und das ,burlesk-,dionysische krftig unterstreicht4 ,das ist ein echtes ,stck mythologischen ,lebens1 so wie es die ,kunstanschauung eines reinen ,naturvolkes erfunden und gestaltet hat1 und es ist wichtig1 auch an dieser ,stelle wiederum zu betonen1 da der krftige ,realismus solcher und hnlicher ,szenen besser jene ursprngliche ,note trifft als alles1 was die ,kunst vor solchen ,motiven mit dem ,kulturgehalt unserer ,zeit und einem fein abgewogenen1 aber doch wohl meist unechten ,sentiment erfllt hat4 ,vielleicht erkennt man den ,menschen ,corinth nirgends besser als auf derartigen ,schpfungen1 wo seiner ,phantasie keine ,grenzen gezogen sind1 aber seiner ursprnglichen und stammesechten ,art die schnsten ,mglichkeiten zum knstlerischen ,ausleben dargeboten werden4 ,im brigen braucht man an die malerischen ,vorzge1 an die zeichnerische ,pracht eines solchen ,bildes kaum noch besonders zu erinnern1 weil der artistische ,reiz mit vlliger ,selbstverstndlichkeit vor unser ,bewutsein tritt4 ,illustration3 ,abb4 #hg4 ,tilla ,durieux als spanische ,tnzerin4 #aijh4 7,zu ,seite #ic47 ,aus dem gleichen ,jahre stammt noch das hier abgebildete ,gemlde ,unter dem ,kronleuchter81 das in einem kstlichen ,farbenmosaik das ,flackernde des ,kronleuchters1 den ,glanz von ,glsern und ,tellern eingefangen und im ganzen eine ,interieurstimmung von uerst intimem ,reiz festgehalten hat 7,abb4 #fh74 ,ferner mu in diesem ,zusammenhang das gleichfalls #aije unter dem ,titel ,mutter und ,kind8 gemalte ,bild genannt werden1 das wiederum ein kleines ,stck persnlicher ,lebensbeichte bedeutet1 da die ,dargestellte die ,gattin des ,meisters und der nackte kleine ,kerl auf ihrem ,schoe der ,erstgeborene des ,knstlers1 sein ,sohn ,thomas ist 7,abb4 #fd74 ,illustration3 ,abb4 #hh4 ,bildnis des ,schriftstellers ,kerr4 #aijg4 ,im ,besitze des ,knstlers4 7,zu ,seite #ia47 ,illustration3 ,abb4 #hi4 ,kreuztragung4 #aiji4 ,im ,besitze des ,knstlers4 7,zu ,seite #if47 ,illustration3 ,abb4 #ij4 ,golgatha4 ,altargemlde4 ,in der ,kirche zu ,tapiau4 ,mit ,erlaubnis von ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #ih47 ,unter den zahlreichen ,werken des folgenden ,jahres steht die heute im ,leipziger ,museum befindliche ,kreuzabnahme8 obenan 7,abb4 #gd74 ,ja1 man kann sagen1 wenn der ,satz1 da die reine ,kunst berhaupt mit dem ,motiv nichts zu schaffen habe1 vor einem einzigen ,bilde zu erhrten wre1 man hier die ,probe aufs ,exempel machen knnte4 ,denn hier ist alles gro gesehen1 die malerische ,komposition1 die in der ,mitte durch den ,kreuzesstamm ihre ,achse erhlt1 die ,art1 wie die ,gruppe vor den ,abendhimmel gestellt ist1 wodurch dem ,licht wiederum die ,rolle des eigentlichen ,lebensfaktors zuerteilt wurde1 das ,gedankenvolle auf den einzelnen ,gesichtern der ,menschen und die ,verschiedenartigkeit ihrer ,temperamente1 der ,gegensatz zwischen dem von hinten gesehenen1 derb und teilnahmlos dreinschauenden ,kriegsknecht und der schmerzerfllten ,frauengruppe der rechten ,hlfte4 ,nichts ist auf diesem ,bilde bertrieben1 das ,groartigste an malerisch zeichnerischem ,knnen bedeutet aber doch der vom ,kreuze herabgeholte ,heiland1 dessen mdes ,dahinsinken ganz meisterhaft gesehen ist4 ,das ,leipziger ,museum darf sich zu diesem von einem ,kunstfreunde gestifteten ,werke aufrichtig beglckwnschen4 ,illustration3 ,abb4 #ia4 ,studie zur ,kreuztragung4 7,zu ,seite #ih47 ,illustration3 ,abb4 #ib4 ,federzeichnung nach einer ,frauenhand4 7,zu ,seite #ajh47 ,illustration3 ,abb4 #ic4 ,mutter und ,kind4 ,radierung4 ,leider ist die hier abgebildete1 nicht ohne einen ,stich ins ,burleske gegebene ,komposition ,venus und ,mars8 in diesem ursprnglichen ,zustand nicht mehr erhalten1 da der fettleibige1 vielleicht doch gar zu unhellenisch wiedergegebene ,kriegsgott spter der ,zerstrungswut des ,knstlers zum ,opfer gefallen ist 7,abb4 #gb74 -- ,dagegen ist der hier abgebildete ,fcher1 den ,corinth fr ,frau ,mauthner in ,berlin gemalt hat1 als ,beweis fr das gelegentlich von ihm versuchte bergreifen auf rein dekorativ kunstgewerbliche ,gebiete 7dem auch seine seltenen ,theaterentwrfe fr ,reinhardt beizurechnen sind7 7,abb4 #ee7 gewi nicht ohne ,interesse1 obwohl gerade die hier gegebene ,darstellung der tanzenden ,salome in ihrer starken ,anlehnung an archaistische ,vorbilder viel unpersnlicher anspricht als alle zuletzt behandelten ,arbeiten 7,abb4 #gf74 ,auf einem ,selbstportrt des nchstfolgenden ,jahres 7#aijg7 erscheint ,corinth mit entbltem ,oberkrper1 das ,glas ,wasser in der ,hand1 auf dem ,haupte ein lang herunterhngendes ,tuch gewissermaen als ouvrier par excellence84 ,und doch webt gerade in diesem ,antlitz ein nachdenklicher ,ernst1 eine verhaltene ,energie1 die der etwas derben ,physiognomie eine ,art hherer ,vergeistigung verleiht 7,abb4 #ge74 ,ist es vielleicht auch nicht das sympathischste unter seinen zahlreichen ,selbstbildnissen1 so sicherlich doch eines des besten1 was malerische ,verve und starke ,charakteristik anlangt4 ,technisch spielt auf diesem ,bilde der ,spachtel eine ,hauptrolle1 der noch strker auf einem anderen ,werke des gleichen ,jahres1 dem in der ,dresdner ,sammlung ,rothermundt befindlichen ,urteil des ,paris8 in die ,erscheinung tritt 7,abb4 #hj74 ,setzt das ,bild im ,thema die ,reihe der schon bekannten1 der homerischen ,gtterwelt entnommenen ,szenen fort1 so steht es eben in der technischen ,behandlung sehr im ,gegensatz zu allen frher erwhnten ,werken dieser ,art2 denn es ist krftiger in der ,betonung der farbigen ,valeurs und dabei im ganzen doch auf eine seltsam transzendentale ,note gestimmt1 so da man fast den ,eindruck bekommt1 als spiele sich diese entzckend naive ,szene hinter einem ganz feinen1 kaum fhlbaren ,nebelschleier ab4 ,dadurch wird die ,illusion bedeutend erhht1 und das ,wirklichkeitsmoment zugunsten einer gewollten ,verklrung merklich zurckgedrngt4 ,das ,bild atmet in jeder ,beziehung eine fast arkadische ,heiterkeit4 ,die ,freiheit der ,komposition1 die durch den schnen ,akt der ,liebesgttin in sich zusammengehalten wird1 berhrt ebenso wohltuend wie das ,gegenber der beteiligten ,gruppen1 links der ,gttinnen1 rechts des ,paris mit seinen ,schafen und des im ,hintergrunde harrenden und doch der ,szene nicht sehr diskret beiwohnenden olympischen ,sendboten4 ,besonders fein ist auch der ,ausblick auf das ,meer gegeben1 das hinter der gttlichen ,venus sichtbar wird wie ein feiner ,hinweis auf die ,geburt der ,anadyomene4 ,in sich aber ist die ,gruppe durch die ,handlung zu einer kstlichen ,konzentration gekommen4 ,wie die beiden ,gttinnen neiderfllt der nackten ,aphrodite zuschauen1 wie ,paris halb noch zgernd den ,apfel wgt und doch bereits durch das ,versprechen der ,verfhrerin gelockt wird1 das ist alles sehr fein und diskret1 aber auch mit einer meisterhaften berlegenheit angedeutet4 ,illustration3 ,abb4 #id4 ,susanna im ,bade4 #aiji4 ,in ,berliner ,privatbesitz4 7,zu ,seite #ig47 ,illustration3 ,abb4 #ie4 ,gott ,bacchus4 #aiji4 ,im ,besitze des ,museums zu ,knigsberg i4 ,p4 7,zu ,seite #ig47 ,illustration3 ,abb4 #if4 ,bildnis des ,anatomen ,edinger4 #aiji4 7,zu ,seite #ig47 ,dieser heiteren dionysischen ,welt stehen zwei andere ,schpfungen aus dem gleichen ,jahre mit einem fast zu brutalen ,realismus gegenber4 ,das groteske1 ,martyrium8 genannte ,werk aus dem ,besitze des ,knstlers will nicht als ,kreuzigung im ,sinne der ,bibel verstanden sein4 ,hier mag ,corinth in erster ,linie die ,anatomie dieses von einem ,kreuzesstamm hngenden ,krpers zur ,darstellung gereizt haben1 die ja in der ,tat auch mit einer unvergleichlichen ,knnerschaft ergrndet worden ist 7,abb4 #gh74 ,der ,meister hat dem ,schreiber dieser ,zeilen erzhlt1 wie er sich zu dem ,zweck einen ,athleten bestellt hatte1 der im ,atelier immer fr einige ,minuten -- solange er es berhaupt ertragen konnte -- an einem ,pfosten in die ,hhe gezogen wurde und wie er seine ,helfer bei dem etwas grausigen ,handwerk gleich mit auf dem ,bild verewigt habe4 ,so ist diese etwas blutrnstige ,szene entstanden1 die letzten ,endes doch nur dartut1 wie reiner knstlerischer ,wissensdurst der ,antrieb zu dieser ,schpfung gewesen ist4 -- ,auf einen verwandten ,ton ist die ebenfalls im ,jahre #aijg entstandene ,blendung ,simsons8 7heute als ,stiftung von ,alfred ,ganz in der ,mainzer ,galerie befindlich7 gestimmt1 die ,corinth selbst einmal als sein bestes ,werk bezeichnet hat 7,abb4 #gg74 ,und diese hohe ,wertung kann kaum berraschen4 ,mag man unwillkrlich vielleicht auch vor diesem ,bilde an ,rembrandts ,gemlde im ,frankfurter ,stdelschen ,institut erinnert werden1 weil hier wie dort das ,hinstrzen eines athletischen ,menschen das ,leitmotiv der bildlichen ,verkrperung ist1 so unterscheidet sich doch ,corinths ,darstellung in jeder ,beziehung von dem lteren ,vorbilde4 ,dort ist alles auf den ,effekt des silbrig-blulichen ,lichtes hingearbeitet1 der der ,komposition entfernt etwas von ,theaterpathos gibt2 hier dagegen handelt es sich fast ausschlielich um die ,anatomie des ,knstlerischen1 d4 h4 um die ,bewltigung dieses vor ,wut aufbrllenden ,riesen4 ,wie der ,krper diagonal im ,raum steht1 wie der ,kerl rechts sich mit der ,masse seines ,gewichtes auf den berwundenen ,feind geworfen1 wie ,simson mit der ,linken den ,kriegsknecht am ,halse wrgt1 selbst wie ,delila im ,hintergrund1 ber die ,bettlehne gebeugt1 ihrem verrterischen ,triumph beiwohnt1 das ist von einer die ganze ,szene erfllenden dramatischen ,leidenschaft1 die auch in einem so reichen ,lebenswerk einzig ist4 ,und fast mchte man sagen1 da die malerische ,technik auch von der ,vehemenz der ,handlung durchdrungen sei1 so hat der ,spachtel besonders im unteren ,teile mit breit hingemauerten ,farbflecken gearbeitet4 ,aber vor diesem hervorragenden ,meisterstck wird einem der eigentlich fr jedes groe knstlerische ,schaffen ,geltung habende ,satz wieder zum ,bewutsein gebracht1 da nmlich immer nur in wenigen ,arbeiten dem ,genius der groe ,wurf gelingt1 da oftmals zehn1 auch zwanzig ,bilder mittleren ,ranges 7wobei man diesen ,ausdruck im ,sinne der an sich hohen ,qualitt des ,corinthschen ,schaffens nicht miverstehen darf67 notwendig sind1 um die ,krfte eines ,knstlers ganz fr eine ,hauptschpfung seines ,lebens reif werden zu lassen4 ,denn so hoch auch an sich gerade die malerische ,produktion des ,jahres #aijg im ,schaffen unseres ,meisters steht1 so wenig reichen doch andere ,arbeiten dieser ,zeit an die ,blendung ,simsons8 heran4 ,das gilt bei aller augenflligen malerischen ,schnheit1 die hier helle sonnengehhte ,tne sucht1 ebenso von den ,hnden mit ,blumen81 einem delikaten1 fast stillebenhaft anmutenden ,bildnis der ,gattin 7,abb4 #ff71 wie von dem im ersten ,augenblick sehr fremdartig wirkenden ,portrt des ,schriftstellers ,alfred ,kerr 7,abb4 #hh74 ,aber gerade an diesem ,gemlde stellen wir die schon oft betonte souverne ,art fest1 mit der ,corinth einem geistig verwandten mnnlichen ,modell gegenbersteht4 -- ,als eine der seltenen ,proben fr die ,landschaftsmalerei des ,knstlers aus dieser ,zeit sei endlich noch die flott hingesetzte ,eisbahn8 erwhnt4 ,das ,motiv zu diesem ,bilde lieferte das winterliche ,treiben auf dem ,neuen ,see im ,tiergarten zu ,berlin 7,abb4 #gc74 ,illustration3 ,abb4 #ig4 ,totenklage4 #aijh4 ,im ,kestner-,museum zu ,hannover4 7,zu ,seite #if47 ,illustration3 ,abb4 #ih4 ,pferdestall4 ,nach dieser kleinen ,auswahl von ,werken aus der reichen ,ernte des ,jahres #aijg kann man vielleicht sagen1 ,corinth habe damals schon die ,hhe seines ,schaffens erklommen4 ,denn in der ,flle der ,gesichte lebt eine ,farbenfreudigkeit auf1 die alles ,bisherige in ,schatten stellt4 ,wir sehen den ,meister im ,vollbesitz aller ,mittel1 die ihm die ,herrschaft ber die ,form sichern1 wir sehen ihn in seiner ,arbeit bis an die ,grenzen hchsten monumentalen ,wollens vorwrts getrieben1 und doch bleibt auch in der ,folge noch unendlich viel1 was mindestens auf der gleichen ,hhe steht1 im einzelnen sogar sein ,schaffen menschlich noch mehr vertieft4 ,aber im ,vergleich zu dem brigen deutschen knstlerischen ,mhen dieser ,jahre erscheint die ,persnlichkeit unseres ,meisters fast singulr4 ,whrend der sogenannte ,impressionismus 7eine ,kennzeichnung der ,richtung1 die auf ,corinths ,schaffen im ganzen vielleicht berhaupt nicht zutrifft7 sonst in ,deutschland beinahe schon zu einer ,art ,rezeptmalerei geworden ist1 bricht er aus ,corinths ,seele mchtig und impulsiv hervor1 und kein ,bild entsteht von ihm1 das man nicht unter ,hunderten des brigen zeitgenssischen ,schaffens durch die ,handschrift des ,meisters sofort erkennen wrde4 ,dem ,blick des ,betrachters aber ffnen sich auf diesen ,werken alle ,tiefen einer von starker ,leidenschaft gehhten ,gedankenwelt2 berall empfindet man das nachhaltige innere ,erlebnis1 das in der ,farbe nach ,ausdruck ringt1 und dieses ,moment charakterisiert auch alle ,schpfungen der nachfolgenden ,jahre4 ,illustration3 ,abb4 #ii4 ,reiter4 #aiaa4 ,im ,besitze des ,herrn ,rittmeisters von ,wrede1 ,hannover4 ,wie die ,eysoldt als ,salome1 so erinnert das #aijh gemalte ,portrt der ,frau ,tilla ,durieux als spanische ,tnzerin wiederum an bhnenmige ,eindrcke 7,abb4 #hg71 wie sie sich strker noch in jenem unvergleichlichen ,bildnis ,rudolf ,rittners als ,florian ,geyer zu einem ,ewigkeitssymbol verdichtet haben 7,abb4 #a74 ,vielleicht da dieses heute in der ,galerie ,toelle befindliche ,werk berhaupt den nie wieder erreichten ,hhepunkt moderner ,portrtmalerei bezeichnet1 vielleicht da der ,eindruck nur auf uns1 die wir im ,banne der ,hauptmannschen ,dichtergre stehen1 so unaussprechlich bezwingend wirkt4 ,aber das eine mu solchen ,erwgungen gegenber doch betont werden1 da diese ,schpfung in nichts mehr an der bloen theatergemen ,reminiszenz klebt4 ,mag es ,rudolf ,rittner1 der unerreichte ,verkrperer der ,hauptmannschen ,gestalt sein oder sonstwer1 vor dem ,ahnen dieses mutigen und doch halb verzweifelten ,draufgngertums1 das uns1 einerlei in welches ,gewand es auch gekleidet sein mag1 fabelhaft echt1 ja symbolisch anspricht1 tritt der ,gedanke an den ,darsteller und die ,darstellungskunst von selbst zurck4 ,auf diesem ,bilde ist das ganze ,mittelalter1 die ,tragdie des ,rittertums im besonderen1 ,fleisch und ,blut geworden4 ,hier hat ein ,gedanke ,form gewonnen1 der hnlich bezwingend nur in ,verrocchios ,colleoni lebt1 diesem hchsten ,denkmal mittelalterlichen ,kondottierentums4 ,wer nach hundert ,jahren dies ,bild sehen wird1 mu erstaunt sein ber die gottbegnadete ,kraft eines ,menschen1 der im zwanzigsten ,jahrhundert noch so echte ,tne fr den damals die ,weltgeschichte bestimmenden ,gedanken lngst verklungener ,zeiten gefunden hat4 ,aber vielleicht sind es berhaupt nicht historische ,dinge1 die hier ,gestalt geworden sind2 vielleicht wird auch die nachfolgende ,epoche immer das in diesem ,meisterwerk empfinden1 was seine ,erscheinung gar nicht mehr an ,zeitgrenzen kettet1 das allgemein ,menschliche1 das berall mit dem ,tragischen verschwistert ist1 den ,kampf des ,mannes schlechthin gegen die druenden ,gefahren der ,welt1 das ,schicksal eines jeden von uns1 das uns mit jedem neuen ,tag dem ,streit entgegenfhrt1 auch wenn wir nicht das blanke ,schwert in der ,rechten und die zerfetzte ,fahne in der ,linken tragen4 ,gerade die geistige ,verklrung dieses ,florian ,geyer ist so bezwingend stark1 da das ,bild wie von selbst auch ber die eng gestellte ,spanne1 wo es zunchst aktuell gewesen1 hinauswchst2 ja man mchte behaupten1 da hier gar nicht ,rudolf ,rittner portrtiert wurde1 sondern da sich in diesem ,bilde der ,knstler selbst wiedergefunden hat4 ,so steht das ,bild gewissermaen auch als ,symbol ber dem ,leben und knstlerischen ,werden unseres ,meisters1 wie sich ein jeder darin entdecken mag1 dem hier vertraute ,klnge begegnen4 ,malerisch ist der ,florian ,geyer zweifellos eins der besten ,werke des ,knstlers4 ,der stahlblaue ,ton der ,rstung beherrscht wundervoll die ins brunlich ,warme verklingende ,gesamtharmonie1 und die ,durchbildung des ,kopfes mit seinen ,furchen und einer vor ,ingrimm verhaltenen ,leidenschaft spottet jeglicher ,beschreibung4 ,illustration3 ,abb4 #ajj4 ,donna gravida4 #aiji4 ,im ,besitze der ,kunsthandlung ,carl ,nicolai1 ,charlottenburg4 7,zu ,seite #ig47 ,illustration3 ,abb4 #aja4 ,der ,fahnentrger4 #aiaa4 ,im ,besitze des ,herrn ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #ajb47 ,vielleicht wird es schwer1 nach diesem neuen ,hhepunkt1 den die ,kunst unseres ,meisters erklommen1 noch die ,fhlung mit dem brigen ,schaffen des ,jahres #aijh zu gewinnen1 obwohl uns eine ganze ,anzahl hnlich meisterhafter ,schpfungen gerade in diesem ,zeitabschnitt begegnen4 ,an erster ,stelle sei hier ein wenn auch nur indirekt biblisch anmutendes ,thema genannt1 das ,corinth in seiner ,totenklage8 zu gestalten versucht hat1 heute im ,besitz des ,kestner-,museums in ,hannover 7,abb4 #ig74 ,bei diesem ,werke liegt der ,nachdruck hnlich wie bei der ,blendung ,simsons8 auf der kompositionellen ,vertiefung1 die in der kauernden ,gestalt des ,mittelgrundes ihren starken ,pol besitzt4 ,wie die athletische ,erscheinung dieses ,krpers und des erschlagenen ,jnglings vom ,licht umspielt ist1 wie sich alle ,gestalten beinahe riesengro von dem leuchtenden ,abendhimmel abheben1 das ist von suggestiver ,gewalt und einer unerhrt groen monumentalen ,pracht4 ,sie leidet auch nicht unter der vielleicht zu theatralisch akzentuierten ,klage um den ,gefallenen1 noch weniger unter dem bizarren ,gefhlsausdruck der die ,haare raufenden ,mutter rechts im ,hintergrunde4 ,bedeutsam allein bleibt das ,michelangeleske der ,hauptgruppe1 das ganz von selbst zum ,bewutsein kommt4 ,als ,komposition groen ,stiles1 als eine von ,rubensschem ,geist erfllte ,szene1 die im letzten trotzdem des lteren ,vorbildes spottet1 mag hier die groe ,darstellung der ,versuchung des heiligen ,antonius8 vom gleichen ,jahre angeschlossen sein 7,abb4 #he74 ,das ,bild wirkt wie eine ,orgie der ,sinnlichkeit und ist zugleich eines der am strksten dekorativ empfundenen ,werke dieser ,epoche4 ,ganz wundervoll ist dem ,gewirr der linken ,bildflche mit ihren lebensvollen ,frauenakten die fast von klassischer ,ruhe erfllte rechte ,hlfte gegenbergestellt4 ,orientalisches mischt sich mit jener derb zugreifenden ,sinnenlust1 die im ,krper des ,bers alle ,pulse in ,bewegung bringt und dem fast schreckerfllten ,ahnen seines ,unterliegens eine tragische ,weihe verleiht4 ,indes gerade auf dieser ,schpfung tritt das ,thema bescheiden hinter seiner eigentlichen malerischen ,gestaltung zurck4 ,wie in einem funkelnden ,mosaik spielen alle ,klnge der ,palette gegeneinander1 die ,wucht des ,pinsels mauert hier unter dem ,eindruck des ,lichtes die hchsten farbigen ,werte1 und das ,ungewollte1 vllig ,unakademische der ,komposition 7wann wre der ,meister einmal auch nur entfernt akademisch gewesen67 sichert dem ,ganzen den ,ausdruck starker ,monumentalitt4 ,diesem ,bilde lassen sich noch andere1 auf den gleichen ,ton gestimmte ,schpfungen angliedern1 die hier illustrativ leider nur zum ,teil behandelt werden knnen4 ,dagegen sind das ,bildnis des ,malers ,paul ,baum1 den ,corinth in dessen eigentlichem ,milieu1 in ,sluys in ,holland1 portrtiert hat 7,abb4 #ha7 und ebenso die ,studie nach einer deutschen ,eiche doch nur ,beweise einer stets bereiten1 alle ,erscheinungen des ,lebens beherrschenden ,gestaltungskunst 7,abb4 #hb74 ,illustration3 ,abb4 #ajb4 ,der ,sieger4 #aiaj4 7,zu ,seite #ajb47 ,im ,besitze der ,kunsthandlung ,j4 ,caspari1 ,mnchen4 ,nher kommt dem bezwingend ,menschlichen1 das im ,schaffen unseres ,meisters ewig neu nach ,ausdruck ringt1 ein ,bild wie die #aiji gemalte ,kreuztragung81 die in mancher ,beziehung an frhere ,darstellungen hnlicher ,art erinnert und trotzdem weder die tragische ,wucht eines biblisch erschtternden ,vorganges noch kompositionell jene von jeher bewhrte ,geschlossenheit der ,szene besitzt 7,abb4 #hi74 ,gegenber dem knstlich markierten ,gesichtsausdruck der klagenden ,gruppe rechts wirken weder der ,schmerz des ,heilands noch die perfide ,schadenfreude der ,kriegsknechte berzeugend1 aber das ,bild ist in ,einzelheiten doch voll starker1 malerischer ,eindringlichkeit4 ,weitaus besser 7weil als ,komposition geschlossener7 mutet die auf drei ,personen beschrnkte ,susanna im ,bade8 an1 die sich in ,berliner ,privatbesitz befindet 7,abb4 #id74 ,auch dieses ,bild ist in der ,hauptsache ,spachtelmalerei1 aber das ,ganze ist doch von einer buntschillernden ,farbigkeit1 und namentlich der ,akt hat alle ,vorzge jenes kstlichen ,duftes1 in dem der ,fleischmaler ,corinth von jeher1 wenn es sich um einen lebenswarmen ,krper handelte1 ein echter ,nachfahre des alten ,rubens war4 ,aus diesem ,jahre stammt noch ein hier nicht abgebildetes ,hauptwerk unseres ,knstlers1 jenes kstliche1 vielleicht allzu deutliche ,bild unter dem ,titel ,homerisches ,gelchter84 ,wie kaum eine andere ,arbeit ist gerade dieses ,stck vielsagend in dem ,sinne1 wie ,corinth die mythologische ,gtterwelt als ,gleichnis unseres ,lebens benutzt4 ,denn diese ,szene mit der lockeren ,liebesgttin1 die den hinkenden ,hephstus nur zu schnell vergessen hat und den ,gttern des ,olymps 7so wie es ,ovid in einem seiner ,gesnge schildert7 in ihrer ,snden ,maienblte vorgefhrt wird1 ist ein lustiges ,symbol auf jene leichtfertigen ,ehefrauen1 denen im ,gegensatze zu ,schiller die ,treue in der ,tat nur ein leerer ,wahn ist4 ,die suffisante ,miene eines gleichsam aus ,offenbachs ,burlesken entnommenen ,jupiters ist ebenso erfrischend wie der stille ,liebreiz jener mit ihrem ,galan berraschten himmlischen ,beaut1 die von den metallenen ,netzen ihres ,herrn ,gemahls eingesponnen1 in einer heikeln ,situation zur ,augenweide den ,gttern des ,olymp vorgefhrt wird1 die ihrerseits mit dem ,ausdruck ihres tout comprendre1 c'est tout pardonner8 nicht zurckhalten4 ,und whrend ,corinth gerade in diesem ,jahre alle ,hhen und ,tiefen seiner antikischen ,welt als ein ,mensch des zwanzigsten ,jahrhunderts mit dem ,vollgefhl echter ,menschlichkeit durchschreitet1 eine ,menschlichkeit1 die sich ganz hnlich auf dem ,knigsberger ,bacchanten-,bild1 dieser von ,licht und ,luft gehhten kstlichen dithyrambischen ,szene1 ,ausdruck schafft 7,abb4 #ie71 greifen sein eigenes ,familienleben1 das persnliche ,glcksgefhl auch in seinem ,schaffen wieder in die ,motive des ihn umgebenden ,alltags hinein4 ,in diesem ,sinne ist jene ,donna gravida81 die ,gattin1 die die kleine ostpreuisch urwchsige ,mine unter dem ,herzen trgt1 wiederum ein ,stck echter ,lebensbeichte4 ,ergreifend ist der ,ausdruck dieser von banger ,hoffnung erfllten ,mutter festgehalten 7,abb4 #ajj74 ,so lapidar wie das ,gefhl dieser ,minute1 ist auch die malerische ,handschrift des nur mit zwei ,tnen hingesetzten ,bildes4 ,unter den mnnlichen ,portrts dieses ,jahres steht dagegen das ,bildnis des ,anatomen ,edinger obenan 7,abb4 #if74 ,es hat kaum die geistige ,prgnanz frherer ,stcke dieser ,art1 ist dafr aber malerisch unter ,zuhilfenahme des reichen ,milieus sehr glcklich vertieft4 ,man mchte diesem ,bildnis gleich hier das zwei ,jahre spter entstandene andere ,gelehrtenportrt1 den ,professor ,ed4 ,meyer von der ,berliner ,universitt1 gegenberstellen1 das zwar nach seiner ganzen ,anlage von dem erstgenannten ,werke sehr verschieden ist1 sich aber doch im ,geistigen unmittelbar mit jenem berhrt 7,abb4 #ajc74 ,alfred ,lichtwark hat mit klugem ,blick das ,gemlde fr die ,hamburger ,kunsthalle erworben1 die berhaupt einige der besten ,werke aus der letzten ,schaffenszeit des ,knstlers1 darunter auch das ,hagenbeck-,portrt mit dem mchtigen ,walro 7,abb4 #ajd71 ihr eigen nennt4 ,meisterhaft ist auf dem ,bildnis des ,professors ,meyer der von frher her berlieferte malerische ,gedanke wiederaufgenommen1 den ,dargestellten mitten vor das ,fenster zu stellen1 durch das er vom ,licht eines winterlichen ,tages getroffen wird4 ,hier spielen darum alle ,reflexe auf dem dunkelblauen ,talar1 und der etwas grobe1 aber doch nicht uninteressante ,gelehrtenkopf erhlt unter dem ,eindruck desselben ,lichtes den ,schein geistigen ,fluidums4 ,als ,gegensatz dazu betrachte man das noch im ,jahre #aiji vollendete groe ,bild mit der ,familie des ,knstlers1 das heute dem ,kestner-,museum in ,hannover gehrt 7,abb4 #hc74 ,wie die rtlichkeit und die erhobene ,palette in der ,rechten des ,malers andeuten1 ist es damals im ,atelier des ,knstlers entstanden4 ,der kleine ,thomas links ist im ,laufe der ,jahre schon zu einem sehr geweckten ,jungen herangewachsen1 der seinen ,herrn ,papa nur mit ,lovis anzureden pflegt1 whrend die kleine ,mine1 die dem ,vater so hnlich sieht wie ,thomas seiner ,mutter1 kaum die ersten ,wiegenmonate hinter sich gebracht hat4 ,frau ,charlotte ,berend aber -- die ,gattin unseres ,knstlers -- ist in bezaubernder ,mtterlichkeit gesehen1 whrend der ,meister selbst sich nur unfreiwillig in die ,rolle als ,familienvater zu schicken scheint4 ,prachtvoll sind auch auf diesem ,bilde die malerischen ,gegenstze von ,warm und ,dunkel gegeben4 ,illustration3 ,abb4 #ajc4 ,bildnis des ,professors ,ed4 ,meyer4 #aiaa4 ,im ,besitze der ,hamburger ,kunsthalle4 7,zu ,seite #ig47 ,illustration3 ,abb4 #ajd4 ,aus ,hagenbecks ,tierpark4 7,zu ,seite #ig47 ,illustration3 ,abb4 #aje4 ,stilleben mit ,figur4 #aiaa4 ,im ,besitze des ,herrn ,artur ,kraft1 ,berlin4 7,zu ,seite #ajf47 ,illustration3 ,abb4 #ajf4 ,stilleben4 #aiaa4 ,im ,besitze des ,herrn ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 7,zu ,seite #ajf47 ,aus ungefhr der gleichen ,zeit stammt noch jenes wiederum an ,grnewald gemahnende ,triptychon1 das ,corinth fr die ,kirche seiner kleinen ,heimatstadt ,tapiau gemalt hat 7,abb4 #hf1 #ij und #ia74 ,mag man auch ber ein ,jahrzehnt hinweg unbewut ,beziehungen von diesem ,bilde zu der ,kreuzigung in der ,kirche von ,tlz suchen1 so weist doch das letztgenannte ,werk auf den bewuten ,abstand malerischer ,entwicklung hin4 ,etwas ,alttestamentarisches ist der neuen ,schpfung eigen1 so sehr sie auch an die neutestamentliche berlieferung gebunden ist4 ,mag der ,apostel ,paulus z4 ,b41 der seiner ganzen ,auffassung nach mehr der ,realistik der prophetischen ,schilderungen des ,alten ,testamentes als dem ,typ des ritterlichen ,kmpfers angepat ist1 auf den ersten ,augenblick enttuschen1 so hat seine ,erscheinung doch eine von den ,mosaiken ,ravennas berkommene ,monumentalitt4 ,das ,mittelbild aber mit seiner erschtternden ,golgathastimmung sprengt den engen ,rahmen der biblischen ,geschichte4 ,es ist bis zum letzten dramatisch bewegt und durch eine ,stimmungsgewalt ausgezeichnet1 die von kaum einer anderen verwandten ,schpfung der ,kunstgeschichte je wieder erreicht wurde4 ,wirken aber in der ,tat nicht jene ,gegenstze1 die uns im ,schaffen des ,meisters berkommen1 herzbeklemmend6 ,ist es nicht1 als ob der ,reichtum einer grogestimmten ,menschenseele im ,knstler kaum noch seiner ,phantasie und seiner ,gestaltungskraft ,grenzen setzt4 ,heute dionysischer ,bejaher1 morgen intuitiv schpfender ,gebrer einer neuen ,vorstellungswelt1 die nicht mehr an ,grenzen gebunden ist und dazwischen auch ,untertan seinem eigenen menschlichen ,erleben3 was ist es1 das uns noch von der hchsten ,bewunderung vor dieser vielseitigen ,schaffensfreudigkeit fernhalten knnte8 ,erleben wir nicht mit und in dem ,werk eines ,lovis ,corinth wirklich alle ,schnheiten unserer eigenen unbegrenzten knstlerischen ,vorstellung1 und darf man einem solchen ,schpfer berhaupt allzu kleine menschliche oder gelegentliche malerische ,schwchen nachrechnen1 der uns in seinem1 viele hundert ,bilder umspannenden ,werke letzten ,endes doch nichts als jene groe ,menschlichkeit offenbart hat1 die in der ,kunst unserer ,tage immer seltener wird4 ,wie nchtern wirkt im ,hinblick auf diesen ,reichtum an ,temperament und ,phantasie der ganze brige ,impressionismus der ,berliner ,sezessionskollegen und wie souvern steht unser ,meister immer vor uns auf1 wenn er selbst diesem nchternen ,wirklichkeitsgebot der ,zeit folgt4 ,ja1 auch eine so innerlich unausgeglichene ,arbeit wie die ,schmiede des ,vulkan81 mit der an dieser ,stelle die ,produktion des ,jahres #aiaj eingeleitet sein mag1 die weder den ,humor frherer hnlicher ,schpfungen noch die ,wucht des farbigen ,ineinanderfgens der ,details verrt1 bleibt -- gemessen an der sonstigen ,nchternheit unserer ,tage -- immer noch als ,beweis einer ganz und gar dichterisch gewordenen ,vorstellungswelt interessant 7,abb4 #ajg74 ,da von hier aus allgemeine ,beziehungen zur lngst bekannten homerischen ,welt hinberlenken1 macht auch dieses ,werk immer wertvoll1 so sehr es ihm vielleicht an jener grotesk bezaubernden ,art1 die uns von verwandten ,schpfungen her bekannt ist1 und an jener kstlich krftigen ,durchbildung in der malerischen ,form gebrechen mag4 ,indes fr sich gesehen1 ist jedes ,detail auf diesem ,bilde1 so die prachtvollen ,putten im ,vordergrunde1 bemerkenswert genug1 auch wenn es im ganzen nicht entfernt an eine hnliche ,schpfung des gleichen ,jahres heranreichen kann1 wie sie in den ,waffen des ,mars8 vor unsere ,augen tritt 7,abb4 #ajh74 ,das knstlerische ,merkmal dieser ,arbeit ist ihre wundervolle ,geschlossenheit und die ,schnheit der ,linien1 der krftige ,strich der ,akte4 ,venus scheint sich zum ,auszug des ,kriegsgottes zu schmcken1 ,putten schleppen die ,waffen herbei4 ,des ,knstlers ,sohn ,thomas hlt das breite ,schwert in seinen ,kinderfusten4 ,eitel ,glanz und ,frhlingsahnen weben auf dem ,bilde1 und der ,reiz dieser ,stimmung wird noch durch die im ,hintergrunde angedeutete ,landschaft erhht4 -- ,diesem ,werke ist aus dem gleichen ,jahre das prachtvolle ,selbstbildnis in ,rstung anzuschlieen1 das unter dem ,titel ,der ,sieger8 bekannt geworden und hier farbig wiedergegeben ist 7,abb4 #ajb74 ,ernst1 ja fast mimutig schaut der ,knstler hier den ,betrachter an1 als gelte es eine nahe ,entscheidung4 ,an seine ,brust gelehnt steht vor ihm1 mit dem ,lorbeerkranz des kommenden ,sieges im ,arm1 eine blhend schne ,frau1 die die ,zge der ,gattin trgt4 ,sie ist in ein loses ,gewand gehllt1 in dem wenige blaue1 gelbe und grne ,tne wie der ,glanz eines ppigen ,emails schillern1 und gibt die ,bste frei4 ,als gelte es diesen kostbaren ,besitz gegen irgendeinen unsichtbaren ,feind zu verteidigen1 hat der ,ritter die erzgepanzerte ,faust auf ihre ,schulter gelegt1 whrend seine ,linke die ,lanze entschlossen umfat hlt4 ,wundervoll geschlossen aber steht diese ,gruppe vor dem brunlichhellen ,hintergrund wie ein ,symbol1 dessen ,bedeutung man nur von ungefhr errt4 ,malerisch ist hier jeder ,ton in eine bezwingende ,gesamtharmonie eingebettet1 die dieses ,werk zu einem der besten aus dem reichen ,schaffen des ,meisters stempelt4 -- ,besonders vielsagend wirkt gegenber der psychologischen ,note des zuletzt genannten ,gemldes ein zweites hnliches ,selbstbildnis in ,rstung1 das dem ,jahre #aiaa entstammt und unter dem ,titel der ,fahnentrger8 hier abgebildet ist 7,abb4 #aja74 ,fast will es scheinen1 als sei das ,werk wenige ,stunden oder ,tage nach dem ,sieger8 entstanden2 denn der psychologische ,moment zeigt im ganzen eine bewute ,steigerung dem ersterwhnten ,bilde gegenber1 das weniger eine ,heimkehr des ,siegers1 als einen ,auszug zum ,kampf zu verkrpern scheint4 ,anders der ,fahnentrger84 ,das ist der vom ,schlachtfeld heimgekehrte ,kmpfer1 der das siegreiche ,banner ber der ,schulter trgt und mit trotzigem ,selbstgefhl nach vollbrachter ,tat den vom ,helm befreiten ,schdel dem ,betrachter weist4 ,und als wenn auch in der ,malerei jenes frohlockende ,siegesbewutsein htte zum ,ausdruck kommen sollen1 spielen weie ,glanzlichter auf dem blulichen ,stahl der ,rstung4 ,hier atmet der ,trotz des mittelalterlichen ,rittertums1 aber mehr noch vielleicht der viel kstlichere ,trotz eines ,meisters1 der der ,welt und der ,mode der ,zeit niemals ,konzessionen gemacht hat4 ,hier begegnet uns ,lovis ,corinth auf der ,hhe seines ,lebens als der furchtlose ,typ seines ,geschlechtes1 als urgermanische ,vollkraft1 als zher ,trotz und verhaltene ,energie4 ,hier hat sich die ,persnlichkeit in ihrem eigensten ,wesen belauscht1 in einer jener glcklichen ,minuten1 wo er ganz er selbst gewesen ist4 ,vielleicht mag man darum mit ,recht gerade dieses ,selbstportrt das menschlich sympathischste nennen1 wie es knstlerisch fraglos eine der gelungensten ,schpfungen darstellt4 ,sieger8 und ,fahnentrger8 aber stehen als ,ausdruck der ,persnlichkeit innerlich unbedingt nebeneinander1 weil sie sich psychologisch ergnzen und den inneren ,menschen von zwei verschiedenen ,seiten erkennen lassen4 ,illustration3 ,abb4 #ajg4 ,in der ,schmiede des ,vulkan4 #aiaj4 7,zu ,seite #aja47 ,illustration3 ,abb4 #ajh4 ,die ,waffen des ,mars4 #aiaj4 ,im ,besitze der ,galerie ,arnold1 ,dresden4 7,zu ,seite #aja47 ,im brigen sind gerade die beiden ,jahre1 in denen die zuletzt erwhnten ,werke entstanden1 von einer ,produktionsfreudigkeit sondergleichen erfllt gewesen4 ,was bildlich an dieser ,stelle daher von dem reichen ,schaffen sonst mitgeteilt wird1 gibt immer nur wenige ,stichproben4 ,so mag die fast ganz skizzenhaft behandelte ,darstellung des ,heiligen ,michael8 mehr als ,vorstudie zu einer greren1 nicht ausgefhrten ,komposition von ,wert sein1 wie sie technisch eine auf uerste ,knappheit der ,mittel reduzierte ,handschrift verrt 7,abb4 #aaj74 ,was ,corinth im ,sinne eines reinen ,impressionismus kann1 lehrt vielleicht am sinnflligsten ein ,blick auf die kostbare ,ansicht der ,elbe bei ,altona81 die er in ,lichtwarks ,auftrag fr die ,kunsthalle in ,hamburg gemalt hat 7,abb4 #gi74 ,wie von einer hohen ,warte aus ist hier das buntbewegte ,elbpanorama mit wenigen ,farben festgehalten1 und bei allem ,eingehen aufs ,detail ist doch gerade diesem ,bilde1 als einem in dieser ,zeit seltenen ,beispiel fr die ,landschaftskunst des ,meisters1 eine bezwingende malerische ,geschlossenheit eigen4 ,es gehrt in die ,reihe jener ,schpfungen1 auf denen der neue ,geist unseres technisch-industriellen ,zeitalters zu ,worte gekommen ist4 ,bis weit an den fernen ,horizont schweift der ,blick des ,beschauers ber die von ,dampfern und ,seglern bewegten ,wasserflchen1 ber die ,schlote der ,fabriken am ,ufer4 ,illustration3 ,abb4 #aji4 ,photographische ,aufnahme des ,knstlers von ,h4 ,boll1 ,berlin4 #aiaa4 7,zu ,seite #ajg47 ,illustration3 ,abb4 #aaj4 ,der heilige ,michael4 ,im ,besitze der ,modernen ,galerie ,thannhauser1 ,mnchen4 7,zu ,seite #aja47 ,vor allem aber verlangt gerade an dieser ,stelle die bisher nur flchtig berhrte ,stillebenmalerei1 der sich ,corinth berhaupt erst seit #aiaj nachhaltiger zugewandt hat1 nach eingehender ,errterung4 ,drei groe ,stilleben aus dem ,jahre #aiaa sind diesem ,buche als ,proben dieses ,stoffgebietes beigefgt1 allen voran das farbig wiedergegebene ,rosenstilleben 7,abb4 #abj74 ,fr ,corinth bedeutet ,stilleben ,malerei an sich4 ,hier verlangt die knstlerische ,interpretation ,eingehen auf die ,wesensart der ,pflanzen und ,blumen und eine im ganzen ausgeglichene ,gesamtharmonie1 aus der heraus die ,gegenstnde ihr durch ,licht und ,atmosphre bedingtes hheres ,leben gewinnen4 ,aber so sehr man auch vor jedem dieser ,stilleben die ,liebe empfindet1 mit der der ,meister die ,arbeit seines ,pinsels1 oft auch des ,spachtels1 jeder ,einzelerscheinung untergeordnet hat1 so berzeugend gro ist immer der ,gesamteindruck solcher ,kompositionen4 ,an die ,wand gehngt1 sind diese ,bilder ,inbegriff der in ,buntheit sprhenden ,gottesnatur1 strahlender ,sonnenglanz1 der den ,blumen ihre kstliche ,pracht verleiht4 ,hin und wieder hat der ,meister auch derartige ,themen erweitert1 ganz im ,geiste der ,hollnder ,figrliches hinzugenommen oder gar die ,frchte und ,blumen um ,wildbret und ,glser bereichert1 wie wir es auf dem groen ,stilleben mit weiblicher ,figur sehen 7,abb4 #aje74 ,auch das dritte hier wiedergegebene ,stilleben variiert das ,thema sehr merklich1 indem es vor einem ,bltenkranz von ,zweigen ppige ,frchte1 ,trauben1 pfel1 ,pfirsiche u4 a4 aufbaut 7,abb4 #ajf74 ,aber immer spricht aus solchen1 rein aus der ,freude am ,malerischen heraus entstandenen ,bildern der ,vollblutinstinkt eines geborenen ,meisters der ,farbe1 und auch hier spiegelt sich etwas von der ppigen ,daseinsfreudigkeit wider1 die das ,zeichen des gesamten ,corinthschen ,schaffens ist4 ,wie berlegen der ,meister aber im ,laufe der ,zeit alle technischen ,mittel zu beherrschen gelernt hat1 das erkennt man vielleicht nirgends besser als hier1 wo jedes malerische ,sehen in die ,sprache der ,farbe umgesetzt ist4 ,illustration3 ,abb4 #aaa4 ,der ,wasserfall4 #aiaa4 ,im ,besitze des ,herrn ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #ajg47 ,an dieser ,stelle mag endlich noch aus den zahlreichen ,arbeiten des ,jahres #aiaa ein ,bild herausgegriffen werden1 das zweifellos im ,rahmen der bisher immer nur sprlich gepflegten ,landschaftsmalerei unseres ,knstlers eine besondere ,stellung beanspruchen darf4 ,es ist der groe ,wasserfall81 den ,corinth nach einem ,motiv des ,grdnertals bei ,bozen gemalt hat 7,abb4 #aaa74 ,man hat die ,empfindung1 als habe der ,knstler dies ,bild nicht so sehr seiner ,gesamterscheinung wegen gemalt1 sondern vielmehr um der ,einzelheiten willen4 ,wie die ,felsblcke inmitten des tosenden ,elementes gesehen und herausgemeielt sind1 wie die ganze ,natur einen ,zug ins ,monumentale bekommt1 wie hier an entlegener ,stelle etwas dramatisch ,ungestmes widerklingt1 das geht weniger auf ,kosten des ,motives als auf die persnliche knstlerische ,art seiner malerischen ,bewltigung4 ,illustration3 ,abb4 #aab4 ,skizze zum ,gemlde ,das ,paradies84 #aiab4 7,zu ,seite #aji47 ,illustration3 ,abb4 #aac4 ,das ,paradies4 #aiab4 7,zu ,seite #aji47 ,ein diesen ,zeilen eingestreutes ,bildnis zeigt den ,meister nach einer ,photographie vor der ,staffelei sitzend an dem frher erwhnten ,heiligen ,michael8 arbeitend 7,abb4 #aji74 ,es ist vor jener schweren ,krankheit aufgenommen1 der der ,meister gegen ,ende des ,jahres #aiaa anheimfiel und die ihm fr einige ,monate ,pinsel und ,palette aus der ,hand genommen hat4 ,aber kaum halb genesen1 hat er seine ,arbeit neu begonnen und inzwischen um ein weiteres ,jahrzehnt fortgefhrt4 ,fast noch auf dem ,krankenbette sind einige der hier dem ,text eingefgten kstlichen ,zeichnungen entstanden4 ,als er ,genesung suchend an der ,riviera1 in ,bordighera1 unter der ,pflege der ,gattin weilte und spter den ,sommer #aiab in ,bernried am ,starnberger ,see verbrachte1 ist er unausgesetzt ttig gewesen1 getrieben von einer ,schaffensfreudigkeit1 die geradezu wundernimmt4 ,an der ,riviera entstand z4 ,b4 jene einzige ,meeresstimmung81 auf der das bewegte ,element mit hchster technischer ,bravour gestaltet wurde 7,abb4 #abd71 whrend hnlich eine ,reihe prachtvoller1 zum ,teil mit farbigen ,stiften hingeschriebener ,studien die ,erinnerung an diesen ,aufenthalt an der italienischen ,kste noch vertiefen 7,abb4 #abe74 ,so die in ,tusche hingesetzte ,frauenhand1 vor der man an ,rembrandtsche ,studien denken mchte 7,abb4 #ib71 so auch die ,lithographie mit der auf dem ,stuhl sitzenden ,frau1 wo im ,hintergrunde mit wenigen ,strichen der sdliche ,schauplatz angedeutet ist 7,abb4 #abb74 ,das sind nur wenige ,beispiele fr die hohe ,wertschtzung1 die man auch den zeichnerischen ,arbeiten unseres ,meisters zuteil werden lassen mu1 die leider nur sprlich diesen ,text durchflechten knnen4 ,man sehe aus dieser ,zeit z4 ,b4 den ,mnnerakt 7,abb4 #abc71 wie gro erscheint hier allein die ,herrschaft ber die ,anatomie des ,krpers4 ,hunderte solcher ,zeichnungen sind im ,laufe der ,jahre entstanden und zum groen ,teil in den ,besitz von ,sammlern bergegangen4 ,fr das ,verstndnis ,corinthscher ,kunst sind 7wie eigentlich im ,schaffen eines jeden groen ,meisters7 solche ,skizzen nicht zu umgehen4 ,sie haben aber noch den besonderen ,vorzug1 da sie gewissermaen fr sich immer auch die malerische ,produktion erklrend vertiefen und da sie besonders wichtig sind1 wenn man an die unerhrte ,fruchtbarkeit denkt1 die ,corinth vornehmlich im letzten ,jahrzehnt als ,graphiker entfaltet hat4 ,illustration3 ,abb4 #aad4 ,venus mit ,spiegel und ,amor4 #aiae4 7,zu ,seite #abc47 ,gerade das ,jahr1 das unmittelbar auf die schwere ,erkrankung folgte1 ist von einer erstaunlichen ,schaffensfreudigkeit erfllt gewesen1 und technisch sind gerade die ,arbeiten dieser ,zeit in mancher ,hinsicht von denen der frheren ,epoche verschieden4 ,wir erleben eine ,steigerung im ,malerischen1 einen ,ausdruck hchster ,farbigkeit1 dem manchmal selbst die ,konzentration der ,form geopfert wird4 ,wuchtig und breit werden die ,pinselstriche auf die ,leinwand hingesetzt4 ,es ist1 als wenn die ,kraft des ,knstlers alle ,lichter seines reich bewegten ,innenlebens auch auf diese ,bilder bertrgt4 ,da der ,meister auch das rein ,formale sicher beherrscht1 beweist schlagend die hier abgebildete ,szene ,das ,paradies8 7,abb4 #aac74 ,illustration3 ,abb4 #aae4 ,bacchantin4 #aiac4 7,zu ,seite #abc47 ,zu dieser lebensgroen ,schpfung gibt es eine kleine ,vorstudie1 die der ,meister dem ,schreiber dieser ,zeilen als seinem l4 ,biographen8 gewidmet hat1 und wenn das ,lob des eigenen ,besitzes gerade an dieser ,stelle gestattet sei1 dann darf gesagt werden1 da jene vielleicht nur in wenigen ,minuten auf die ,leinwand hingeworfene ,skizze alles an sprudelndem ,reichtum der ,phantasie1 an einer groartigen malerischen ,verve enthlt1 was auf der kartonartigen1 monumental gedachten ,vergrerung der ,mittelgruppe gar nicht hnlich in ,erscheinung tritt 7,abb4 #aab74 ,dieser skizzenhafte1 aber darum gerade so ursprnglich behandelte ,entwurf eines mit allen ,mitteln jener nie versagenden knstlerischen ,phantasie gefgten szenischen ,vorganges ist fr die ,kunst unseres ,meisters vielleicht wie kaum eine zweite ,arbeit hnlich charakteristisch4 ber einem niedrigen ,hgel im ,hintergrunde geht die ,sonne auf4 ,links stehen ,flamingos mit langgestreckten ,hlsen1 nach ,nahrung suchend1 im ,wasser4 ,dahinter ein weiter ,ausblick auf einen neuen1 von ,tieren belebten ,see4 ,ganz im ,vordergrunde sieht man zwischen ,adam und ,eva1 von denen der erstere fast geblendet vom ,glanz dieser ,frhmorgenstimmung die ,hnde ber die ,augen hlt1 um in die ,weite zu sphen1 zwei ,rehe1 und rechts und links traben ,wolf und ,elefant heran 7der letztere mit seinem plumpen ,drhnen und mit erhobenem ,rssel gar kstlich gesehen71 whrend rechts1 ganz im ,vordergrunde1 ein ,tiger seine ,glieder im nassen ,tau der ,wiese reckt und in den ,zweigen ,affen ihr munteres ,spiel treiben4 ,wie der ,glanz des ,lichtes1 das auf dem ,hgel im ,hintergrund in feurigen ,bndeln entzndet ist1 die ,erscheinung der ,lebewesen -- ,mensch und ,tier -- malerisch hht1 wie es die ,umrisse der ,krper weich und aufsaugend modelliert und wie das ,ganze wirklich nur mit wenigen ,pinselstrichen hingeschrieben worden ist1 das ist von hchster impressionistischer ,meisterschaft4 ,die in der endgltigen ,ausfhrung berlebensgro und monumental behandelte ,mittelgruppe hat die genannte ,studie ins ,dekorativ-,erhabene gesteigert und besitzt vornehmlich in der berlegenen ,durchbildung des ,anatomisch-,zeichnerischen ihre ,hauptvorzge4 ,aber interessant gerade in einem solchen ,falle der ,gegensatz zwischen dem ursprnglich ,gesehenen und seiner endlichen ,verkrperung1 weil er wie von selbst auch den ,blick in die eigentliche ,werkstatt des ,schaffenden ffnet4 ,illustration3 ,abb4 #aaf4 ,orientalischer ,teppichhndler4 7,zu ,seite #abc47 ,in diesen ,jahren neu beginnender ,schaffensfreudigkeit erfhrt auch das graphische ,werk des ,meisters eine ungeheure ,bereicherung1 und wie erste ,vorboten auf die berraschende ,vielseitigkeit1 die ,corinth gerade im letzten ,jahrzehnt auf diesem ,gebiet entfaltet hat1 mssen aus dem ,jahre #aiaj zwei wichtige ,proben reiner ,buchillustrationen erwhnt werden1 die er im ,auftrag der von ,paul ,cassirer begrndeten ,pan-,presse8 vollendete4 ,unter dem ,gesamttitel ,bcher der ,bibel in der bersetzung ,martin ,luthers8 hat ,corinth hier zwei bibliophile ,ausgaben herausgebracht2 zuerst im ,jahre #aiaj das ,buch ,judith1 dem im nchstfolgenden ,jahre das ,hohe ,lied folgte4 -- ,beide ,publikationen haben einen wahrhaft monumentalen ,charakter4 ,und zu ihm stimmen jene kstlichen ,lithographien1 die der ,meister als ,randleisten1 ,vignetten und ganzseitige ,illustrationen beigesteuert hat1 die ihn wiederum als ,persnlichkeit knstlerisch in engster ,beziehung zu einem ,stoff offenbaren1 der seiner eigenen ,seele in beiden ,fllen durchaus verwandt ist 7,abb4 #aah1 #aai u4 #aba74 ,freilich derart1 da die ,stoffe dieser beiden ,gedichtbcher des ,alten ,testamentes weniger eine geschichtlich getreue ,wiedergabe ihres der ,zeit angemessenen ,kolorits1 als vielmehr eine menschlich tiefe1 von starker ,leidenschaft erfllte ,darstellung verlangten1 die dem ,wesen unseres ,meisters entsprach4 ,aber wer berhaupt in diesen von hchster knstlerischer ,phantasie erfllten ,schpfungen das ber die ,jahrhunderte hinaus ewig geltende moderne ,element sucht1 wer in dieser von ,blut und ,kampf erfllten ,schilderung des ,buches ,judith ein allgemein menschliches ,drama empfindet1 so wie einen im ,hohen ,lied das s-schmerzliche ,bewutsein einer nicht an ,zeiten geketteten ,liebesglut gefangennimmt1 der mu sagen1 da die hohe ,knnerschaft unseres ,meisters hier in ,form und ,ausdruck rein ,symbolisches gestaltet hat4 ,um das zu verstehen1 mu man zunchst den ,text des ,buches ,judith lesen1 der ein in vorgeschichtlicher ,zeit sich abspielendes ,drama erzhlt4 ,ein mchtiger ,eroberer zieht aus1 um ,vlker zu unterjochen1 um gegen die geheiligte ,religion einer ,rasse zu kmpfen1 die dem ,wege ihres ,gottes bisher1 allen ,schicksalsschlgen zum ,trotz1 gefolgt ist4 ,der ,sieg begleitet seine ,schritte2 schwle1 kaum verhaltene ,sinnlichkeit verklrt den ,triumph seines ,erfolges1 bis er dem letzten1 dem hchsten ,glanz seines siegreichen ,vordringens begegnen soll1 der seinen ,gott ber den der ,feinde stellen wird4 ,da tritt ihm ein ,weib entgegen1 schn wie der ,morgentau1 verfhrerisch wie der ,schein der ,sonne1 und an dem menschlich ,allzumenschlichen geht seine ganze ,genialitt zugrunde4 ,er unterliegt ihrem ,zauber1 wird ein ,opfer seiner eigenen ,wollust1 und ,judith1 das hebrische ,weib1 die keusche ,witib zieht heim1 das ,haupt des erschlagenen ,holofernes unter dem ,arme6 ,ein ,buch der ,lebensweisheit ist diese ,dichtung1 eine der hchsten dichterischen ,offenbarungen1 die uns aus alter ,zeit berkommen sind4 ,wie aber hat ,corinth das ,thema gestaltet6 ,er gab das ,tumultuarische der ,masseninszenierung1 gab das ,brutale kriegerischer ,stimmung1 den tosenden ,kampf der ,rosse und der ,streiter1 die imponierende ,allmacht des mchtigen ,feldherrn und die ,angst der ,juden1 die in der hchsten ,not zu ihrem ,gotte sich bekennen4 ,er gab ein ,drama typischen ,menschenschicksals1 das immer wiederkehrt4 ,aber daneben erzhlte er die ,geschichte jenes israelitischen ,weibes1 das sich ihrer ,schnheit wohlbewut ist und trotzdem den ,zauber ihrer ,keuschheit kennt4 ,er stellte der grausamen ,wirklichkeit den ,duft zarter lyrischer ,stimmung gegenber und fate auch sie ganz aus dem mnnlichen ,instinkt heraus1 der alle ,reflexionen verneint1 wo der ,preis des ,kampfes so real empfunden ist wie hier4 ,er wurde in seinen ,gestalten archaisch1 assyrisch-babylonisch und hat sich trotzdem nie einen ,augenblick von der ,gegenwart1 von dem ,empfinden unserer ,zeit entfernt4 ,weil er nichts als reine ,menschlichkeit gab und weitentlegene ,dinge mit dem ,mastab ewiger ,gebote gemessen hat4 ,illustration3 ,abb4 #aag4 ,bildnis des ,malers ,r4 ,sieger4 #aiab4 7,zu ,seite #abc47 ,gerade dieser ,stoff1 der auf jeder ,seite des ,buches von einer neuen ,leidenschaft entzndet ist1 hat das ,wesensverwandte in der ,seele seines ,interpreten berhrt4 ,es werden hier lngst bekannte ,klnge laut1 die ebensosehr von den frher behandelten mythologischen ,szenen wie von der groartigen ,inbrunst seiner religisen ,darstellungen herbertnen und die doch letzten ,endes immer ,bekenntnisse der wesensstarken menschlichen ,eigenart ihres ,schpfers sind4 ,technisch hat ,corinth gerade mit diesen ,lithographien wiederum glnzend bewiesen1 wie er auch die ,behandlung eines ,themas ihren ueren knstlerischen ,gesetzen anzupassen vermag4 berall sind die ,momente mit wenigen charakteristischen ,farben umrissen1 die dem rein ,zeichnerischen ebenso wie dem ,malerischen gerecht werden4 ,illustration3 ,abb4 #aah4 ,aus dem ,hohen ,lied4 ,lithographie4 ,verlag von ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #aaj47 ,illustration3 ,abb4 #aai4 ,schlustck aus dem ,hohen ,lied4 ,lithographie4 ,verlag von ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,s4 #aaj47 ,und was von diesem ,buch ,judith gilt1 hat vielleicht noch in hherem ,mae fr die zweite buchknstlerische ,arbeit1 das ,hohe ,lied ,salomonis ,geltung1 deren ,illustrationen ebenfalls lithographiert sind4 ,um den etwas schwlen ,zauber dieser ,dichtung zu verstehen1 mag daran erinnert werden1 da hier verliebte ,ekstase nach einem fast bersinnlichen ,ausdruck gesucht hat4 ,diesen zu formen1 lehnt ,corinth ab4 ,dafr aber sieht er um so schrfer hinter der sen ,rede die ,realitt der ,tatsachen1 und fr ihn verkrpert diese ,grtnerin im ,weinberg1 die nicht nur mit der ,seele ihren ,geliebten sucht1 schlechthin den ,typ des verliebten ,weibes1 das einmal hchster ,raserei verfallen ist4 ,man kann dem ,hohen ,lied ,salomonis gewi nicht nachsagen1 da es die tragische ,wucht jenes ,buches ,judith besitzt4 ,aber was in dieser ,dichtung der realen ,vorstellungswelt ,mglichkeiten der ,darstellung preisgibt1 hat ,corinth auch in diesem ,werke wunderbar gestaltet1 und zwar mit einer ,diskretion1 die seinen knstlerischen ,absichten in der ,tat alle ,ehre macht4 ,illustration3 ,abb4 #abj4 ,rosen4 #aiaa4 ,im ,besitze des ,herrn ,buchenau1 ,niendorf4 7,zu ,seite #aje47 ,illustration3 ,abb4 #aba4 ,aus dem ,buch ,judith4 #aiaa4 ,lithographie4 ,verlag von ,paul ,cassirer1 ,berlin4 7,zu ,seite #aaj47 ,illustration3 ,abb4 #abb4 ,lithographie4 #aiab4 7,zu ,seite #ajh47 ,illustration3 ,abb4 #abc4 ,skizze4 ,illustration3 ,abb4 #abd4 ,meeresstimmung4 #aiab4 ,im ,besitze des ,herrn ,dr4 ,victor ,klinkhardt1 ,leipzig4 7,zu ,seite #ajh47 ,illustration3 ,abb4 #abe4 ,auf der ,veranda in ,bordighera4 #aiab4 7,zu ,seite #ajh47 ,indes gibt dieser ,hinweis auf die ersten greren ,schpfungen der ,buchillustration nur eine sehr unvollkommene ,vorstellung von der reichen ,ernte1 die gerade das letzte ,jahrzehnt auf diesem ,gebiete gezeitigt hat4 ,wre ,corinth ein ,leben lang nur als ,graphiker ttig gewesen1 er hinterliee ein ,gesamtwerk von geradezu erstaunlicher ,groartigkeit1 das schon allein dazu berechtigte1 ihn als einen der auf diesem ,gebiet bahnbrechenden ,meister aller ,zeiten anzusprechen4 ,der im ,vorwort erwhnte ,katalog von ,schwarz1 der erstmalig #aiag erschien1 verzeichnet allein rund #bej ,nummern1 und wenn man bedenkt1 da gerade die letzten ,jahre dem ,zeichner1 ,radierer und ,buchknstler ununterbrochen neue ,aufgaben beschert haben1 da gerade in diesen ,jahren vielleicht seine groartigsten ,folgen entstanden sind1 die -- wenn man schon kunstgeschichtlich vergleichen mchte -- vielleicht nur im ,werke eines ,rembrandt1 ,callot oder ,goya ,gegenbeispiele besitzen1 dann mu man bescheiden vor solcher ,schaffenskraft eines ,sechzigjhrigen stillestehen4 ,das ,meiste und ,wichtigste1 was ,corinth in diesem ,lebensabschnitt geschaffen hat1 ist bei ,fritz ,gurlitt in ,berlin erschienen1 und bei dieser ,gelegenheit wre es unrecht zu verschweigen1 da ,wolfgang ,gurlitt berhaupt derjenige gewesen ist1 der sich als ,kunsthndler und ,verleger am nachhaltigsten fr unseren ,meister eingesetzt hat4 ,seiner ,anregung ist es nicht zuletzt zu danken1 wenn heute das ,werk des ,knstlers in einigen der hervorragendsten ,privatsammlungen zum ,teil vereinigt ist1 und unter diesen drfte die bedeutende ,galerie von ,hauptwerken des ,malers1 fast aus allen ,perioden seines ,schaffens1 die der ,generaldirektor ,dr4 h4 c4 ,alfred ,ganz in seiner schnen ,villa in ,st4 ,niklausen bei ,luzern1 wo ,corinth im ,frhjahr #aiba mehrere ,wochen als ,gast verweilte 7um bei der ,gelegenheit auch das ,portrt des ,besitzers zu malen71 sein eigen nennt1 wohl einzigartig dastehen4 ,im genannten ,verlag sind auch jene graphischen ,zyklen erschienen1 die vor allem die ,stellung unseres ,meisters als ,graphiker fr alle ,zeiten begrnden werden4 ,da eine ,knstlernatur wie ,corinth eines ,tages zum ,gtz von ,berlichingen8 kommen mute1 kann eigentlich niemanden berraschen1 der die ,wesensart dieses kerndeutschen ,meisters erkannt hat1 der in sich schon einmal die ,tragik eines ,florian ,geyer empfand und auf einem seiner besten ,bilder knstlerisch gestaltet hat4 ,aber dieser ,gtz81 dessen ,leben und ,fehden8 nach der ,originalhandschrift ,corinth mit #ae ,lithographien und reichem ,buchschmuck illustrierte1 ist fortan fr jeden1 der auch die ,zeit historisch zu sehen vermag1 nur vorstellbar unter dem ,ausdruck der ,corinthschen ,kunst4 ,wie der ,meister seinen ,helden gesehen1 wie er ihm durch das vielleicht in der ,verwandtschaft der ,rasse ruhende ,gefhl ,gestalt und ,formung seines bewegten ,lebensschicksals gegeben hat1 das ist so erstaunlich1 wie hnlich ,goethes ,frhwerk immer durch die ,hhe intuitiver ,einfhlung unvergnglich bestehen wird4 ,diese ,art1 ,geschichte zu gestalten1 die mehr ist als bloe ,illustration im ,sinne z4 ,b4 einer leichter beschwingten ,begabung1 wie sie etwa ,slevogt eignet1 ist von ewiger ,daseinskraft getragen1 und es ist bestimmt nicht bertrieben1 wenn man diesem ,gtz8 eines ,lovis ,corinth in der ,kunstgeschichte eine ,stellung prophezeit1 wie sie etwa ,goyas ,tauromachie8 auf ,jahrhunderte hinaus behaupten wird4 ,auch dem ,goetheschen ,reineke ,fuchs8 ist ,corinth in der gleichen ,folge des ,gurlittschen ,bilderbuches8 gerecht geworden und hnlich wie beim ,gtz8 begegnete er hier einem ,stoff1 der seiner ,lust am ,fabulieren mchtig entgegenkam4 ,in seinem ,martin ,luther8 aber und im ,fridericus ,rex81 die ebenfalls an der gleichen ,stelle erschienen sind1 waren es wieder die historischen ,gestalten im ,sinne einer weltgeschichtlichen ,idee1 die unseren ,meister tief ergreifen muten 7,abb4 #acd74 ,kraft und ,bekennertum1 die hier geschichtlich personifiziert erscheinen1 trafen in ,corinth auf eine wesensverwandte ,note1 und es ist sicher nicht zuviel gesagt1 wenn man behauptet1 da in der ,folge unsere eigene ,vorstellung sehr stark von den ,formungen1 die der ,knstler hier seinen ,gestalten gegeben hat1 abhngen wird4 ,denn solchen ,themen hat ,corinth die eigene ,persnlichkeit angeglichen1 die in mehr als einer ,beziehung einem ,gtz und ,luther innerlich nahe steht4 ,bei der ,anna ,boleyn8 dagegen1 die er mit ,herbert ,eulenberg ebenfalls in dieser ,folge herausgegeben hat1 war es vorwiegend der berwltigende ,eindruck jenes von den ,massen bewegten ,kolossalfilms1 der seine ,phantasie erregen mute1 die hier unmittelbar aus dem ,erschauten heraus ihren knstlerischen ,niederschlag erlebt 7,abb4 #ach74 ,fr die gleiche ,folge hat ,corinth sodann ,bettina von ,arnims ,der tolle ,invalide8 illustriert und ein ,,abc entworfen1 in dem sich noch einmal der dem ,knstler eingeborene ,humor in voller ,breite entldt4 ,unter den reinen ,mappenwerken aber1 die die ,gurlitt-,presse ebenfalls in den letzten ,jahren herausgebracht hat1 sind die ,folge ,die ersten ,menschen8 mit sieben ,originalradierungen und der lithographierte ,zyklus ,die ,offenbarung ,johannis8 -- ein ,thema1 das ,corinth fr mein ,gefhl am wenigsten glcklich gestaltet hat -- weiterhin zu nennen4 ,viel mehr lag ihm als ,motiv ,die ,liebschaften des ,zeus8 nach ,ovid1 das als ,folge an gleicher ,stelle erschienen ist und graphisch jene ,linie fortsetzt1 die dem ,leser lngst durch die mythologischen ,szenen und ,bilder des ,malers ,corinth vertraut ist4 ,an den sommerlichen ,aufenthalt am ,walchensee erinnert eine ,mappe des gleichen ,verlages 7,abb4 #ace7 und als ,dokument seines brgerlichen ,lebens1 das hier eine wundervolle knstlerische ,verklrung findet1 ein ,zyklus ,familie84 hnlich hat der ,meister von sich und seinem huslichen ,leben in einer prachtvollen radierten ,folge unter dem ,titel ,bei den ,corinthern8 7im ,verlag von ,e4 ,a4 ,seemann1 ,leipzig7 ein einzigartiges knstlerisches ,bekenntnis abgelegt1 das alles besttigt1 was vordem auf diesen ,seiten ber ,corinths ,verhltnis zu ,weib und ,kind zu lesen war4 ,der gleiche ,verlag brachte auch noch einen ,zyklus von sieben farbigen ,lithographien unter dem ,titel ,im ,paradies8 heraus4 ,und hnlich gebhrt ,wilhelm ,hausensteins geistvollem ,buch3 ,von ,corinth und ber ,corinth81 an dieser ,stelle eine besondere ,erwhnung4 ,da aber ,schriftsteller wie ,meier-,graefe und ,hausenstein1 die vor einigen ,jahren noch sehr abwartend dem ,werk des ,meisters gegenberstanden1 als die erste ,auflage dieser ,monographie lngst erschienen war1 sich heute rckhaltlos zu der ,gre unseres ,knstlers bekennen und die damals an dieser ,stelle leidenschaftlich geforderte ,anerkennung lngst durch ,wort und ,schrift besttigt haben1 beweist im ganzen vielsagend genug nicht nur den so oft feststellbaren ,wandel kunstkritischen ,urteils gegenber den ,dingen der ,zeit1 sondern gibt auch ,corinth selbst endlich den ,triumph restloser ,anerkennung von seiten seiner ,generation1 die ihm bis auf die ,hhe seines ,lebens merkwrdigerweise versagt geblieben ist4 ,illustration3 ,abb4 #abf4 ,odysseus im ,kampfe mit den ,freiern4 #aiac4 ,illustration3 ,abb4 #abg4 ,kampf der ,freier mit ,odysseus4 #aiac4 ,illustration3 ,abb4 #abh4 ,theseus und ,ariadne4 #aiac4 ,illustration3 ,abb4 #abi4 ,aus einer ,bilderreihe ,ritter und ,drache84 #aiad4 ,illustration3 ,abb4 #acj4 ,aus einer ,bilderreihe ,ritter und ,drache84 #aiad4 ,mit diesen ,hinweisen aber ist der ,reichtum graphischen ,schaffens aus dem letzten ,jahrzehnt erst mehr angedeutet als erschpft4 ,abbildungen1 die an dieser ,stelle aus der ersten ,auflage in voller ,wertung ihrer ,bedeutung fr die frhere ,periode bernommen wurden1 wollen den ,weg1 den der ,graphiker ,corinth inzwischen genommen1 mehr vorausdeutend unterstreichen1 als rein knstlerisch gegenber so viel wichtigeren ,blttern der letzten ,jahre1 die nur zu einem geringen ,teil neu aufgenommen werden konnten1 besonders hervorheben4 ,zusammenfassend aber darf gesagt werden1 da das ,kapitel1 das im ganzen ,corinths graphisches ,schaffen umreit1 immerfort zu den wesentlichsten ,bestandteilen neuerer ,kunstgeschichte gehren wird4 ,auch dieses ist ,bekenntnis menschlichen ,seins und ,ausdruck jener ,persnlichkeit1 die vielleicht am reinsten den knstlerischen ,geist unserer ,epoche widerspiegelt und fr sich neben wenigen der noch ,lebenden oder zu frh ,verstorbenen 7wie etwa ,paula ,modersohn7 berechtigt ist1 deutsches ,kunstschaffen auch im europischen ,sinne zu vertreten4 ,illustration3 ,abb4 #aca4 ,selbstbildnis4 #aiah4 ,illustration3 ,abb4 #acb4 ,reiterbildnis4 #aiag4 7,zu ,seite #abc47 ,illustration3 ,abb4 #acc4 ,unter dem ,weihnachtsbaum4 ,radierung4 ,verlag von ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #acd4 ,martin ,luther4 ,aus der ,reihe farbiger ,lithographien4 ,verlag von ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 7,zu ,seite #aae47 ,in dieser ,zeitspanne aber1 der der ,graphiker ,lovis ,corinth die reichste ,entfaltung seines einzigartigen ,talentes dankt1 hat der ,maler hnlich eine ,entwicklung genommen1 die das bis dahin aufgezeichnete und umrissene ,werk seines ,lebens erst zu voller ,reife gebracht hat4 ,wer ,corinth in den letzten ,jahren beobachten konnte1 mu ber dies alleinstehende1 vielleicht nie erlebte ,wunder der ,natur staunen1 die einem halb schon gebrochenen ,krper noch jene ,flle unerhrter malerischer ,klnge und mehr noch die ,gre bildnerischer ,form entlocken konnte1 in der ,corinth seine vom ,lebenspuls durchtrnkten ,gesichte hat gestalten knnen4 ,in dem ,augenblick nmlich1 wo die sonst so zitternde ,hand ,pinsel und ,palette fate1 hatte sie die ,kraft ungeschwchter ,jugend4 ,und wer nur halbwegs die ,flle dieser ,produktion gerade in den letzten ,jahren zu bersehen vermag1 mu immer wieder den ,atem verhalten vor dem einzigen ,wunder1 das dem ,verfall krperlicher ,krfte die ,summe intuitiver und hchster knstlerischer ,schaffenslust gegenberstellt4 ,ja1 man darf sagen1 da alles1 was an dieser ,stelle mit breiten ,strichen die ,zeugung dieses ,lebens anschaulich zu machen versucht hat1 beinahe ein ,nichts bedeutet gegenber dem ,reichtum1 den erst das letzte ,jahrzehnt gezeitigt hat1 das im wahren ,sinne diesem einzigen ,knstlerdasein letzte ,erfllung geschenkt hat4 ,die ursprngliche ,kraft reinen ,portrtaufgaben gegenber scheint zwar in dieser ,lebensspanne sichtbar zu verblassen1 vielleicht weil der jetzt ganz nach innen gekehrte ,blick des ,meisters berhaupt dem einzelnen ,menschen gar nicht mehr die ,bedeutung zuerkennt1 die er vordem noch als ,objekt seiner malerischen ,schpferfreudigkeit besessen hat1 vielleicht auch1 weil ,corinth der sichtbaren ,natur immer weiter entrckt1 die sich fr ihn fortan auf herrlichen ,stilleben und grandios geschauten ,landschaften zu durchaus inneren ,gesichten vergeistigt4 ,denn dies ist in der ,tat der geheime ,sinn all der glutdurchhhten ,farbenlust1 den die ,werke der letzten ,epoche kennzeichnen1 da sie immer augenflliger der wahren ,existenz gttlichen ,seins zustreben und organisches ,leben -- einerlei ob ,landschaft oder ,stilleben -- von innen her1 beinahe metaphysisch sehen und widerspiegeln4 ,schaut man aber von diesen kstlichsten ,dokumenten malerisch-farbigen ,seins auf die ,arbeiten aus frherer ,zeit zurck1 dann steht man gebannt vor der ,folgerichtigkeit und inneren ,wahrhaftigkeit1 die diesem unbeirrt ,ringenden ein ,leben lang -- und ohne da er wie beispielsweise ,liebermann1 der fast immer irgendwie ueren ,einflssen erlegen ist1 einem ,fremden geopfert hat -- den ,weg der ,vollendung gewiesen haben4 ,diese ,bilder1 von denen wenigstens einige wichtige ,proben dieser ,neuauflage illustrativ eingefgt werden konnten1 sind malerisch das ,strkste1 das deutsche ,kunst seit mindestens zwei ,menschenaltern zu vergeben hatte4 ,vor diesen ,werken verblassen wie von selbst alle kunstgeschichtlichen ,reminiszenzen1 die vielleicht dem einen oder anderen ,gemlde aus frherer ,zeit gegenber ,berechtigung hatten4 ,nicht einmal der ,hinweis auf sonstige europische ,produktion der ,epoche 7am allerwenigsten auf die franzsische ,kunst7 ist gestattet4 ,sie sind rein und bar jeder ,voraussetzung ebenso typische wie grandiose und fr die gesamte deutsche ,kunstgeschichte als einzige ,gipfel zu wertende ,werke dieses ,meisters4 ,illustration3 ,abb4 #ace4 ,blick auf den ,walchensee4 ,radierung4 ,verlag von ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 7,zu ,seite #aag47 ,illustration3 ,abb4 #acf4 ,stilleben mit blauer ,vase4 #aiag4 ,illustration3 ,abb4 #acg4 ,blumen und ,obst4 ,illustration3 ,abb4 #ach4 ,anna ,boleyn4 ,lithographie4 ,verlag von ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 7,zu ,seite #aaf47 ,illustration3 ,abb4 #aci4 ,im ,harem4 ,radierung4 ,verlag von ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 ,technisch sind diese ,bilder das ,ergebnis eines langen und vielseitigen ,knstlerlebens4 ,sie sind es aber auch 7,abb4 #aad u4 fg471 die heute nachfolgender ,jugend voranleuchten und die von keinem der ,jngeren malerisch berholt werden4 ,man kann im brigen diese ,betrachtungen nicht schlieen1 ohne auch noch der kleineren ,tatsachen zu gedenken1 die den ,aufstieg dieses ,lebens rein uerlich begleiten4 ,da ein ,knstler wie ,corinth1 der nie der ,mode die geringste ,konzession gemacht und unbeirrt durch ,anerkennung oder ,mierfolg seinen ,weg mit der ihm eingeborenen berzeugungstreue gegangen ist1 in dem offiziellen ,deutschland der letzten kaiserlichen ,zeit ohne jene ueren ,ehrungen geblieben ist1 die den damaligen ,lieblingen in so reichem ,mae zuteil geworden sind1 ist selbstverstndlich4 ,aber die ,sezession1 die ,jahre hindurch die entscheidenden ,werke des ,knstlers auf ihren ,ausstellungen gezeigt1 hat #aiab ihrem alten ,kampfgenossen und ,fhrer eine groe ,gesamtausstellung seiner ,werke in den alten schnen ,rumen am ,kurfrstendamm bereitet1 und es kann gesagt werden1 da vielleicht erst durch diese ,ausstellung ,corinths wirkliche ,stellung im ,rahmen der modernen deutschen ,kunst weiten ,kreisen entscheidend nahegebracht worden ist4 ,als sich dann spter die ,sezession in zwei ,gruppen schied1 ist ,corinth als ,fhrer der eigentlichen ,stammgruppe ,prsident der ,sezession geworden1 die ihn schon vor der ,spaltung #aiaa zum ,fhrer berufen hatte4 ,dies ,amt bekleidet er nun schon seit ,jahren1 und wenn gerade diese ,sezession heute noch einen entscheidenden ,faktor im ,kunstleben der ,reichshauptstadt darstellt1 so ist das nicht zuletzt das ,verdienst ihres ,prsidenten1 der beizeiten auch dem talentvollen jungen ,nachwuchs ,tor und ,tr geffnet hat4 ,in einer ,zeit aber1 wo man sich in ,deutschland ber diese starke ,persnlichkeit noch sehr im unklaren war1 hat das ,ausland mehrfach das ,werk des ,meisters ausgezeichnet1 indem es ihm1 wie auf der letzten groen ,internationalen in ,amsterdam1 die groe goldene ,medaille verlieh4 ,die ,revolution hat dann auch die ,widerstnde1 die bis dahin in dem offiziellen ,berlin gegen ihn bestanden1 mit einem ,schlage beseitigt1 und reichlich spt ist ihm endlich auch der ,professortitel verliehen worden1 ber den sich ,corinth selbst wie ein ,kind gefreut hat1 weil er die ,tatsache im ,sinne spter aber ausgleichender ,gerechtigkeit empfand4 ,auch seine engere ostpreuische ,heimat hat sich inzwischen laut und freudig zu ihm bekannt und sich ihres sechzigjhrigen ,sohnes erinnert1 indem ihn seine ,vaterstadt ,tapiau zum ,ehrenbrger ernannte und die philosophische ,fakultt der ,universitt ,knigsberg ihm den ,dr4 h4 c4 verlieh4 ,mag heute auch noch ,corinths ,ruhm auf ,deutschland selbst und die angrenzenden ,lnder beschrnkt sein1 einmal kommt der ,tag1 wo das ,werk des ,meisters auch in den ,gesichtskreis der internationalen ,welt eintritt1 und dann wird man vielleicht sogar jenseits des ,ozeans erkennen1 da nicht nur das deutsche ,kunstschaffen dieser ,zeit1 sondern mehr noch die europische ,kunst unserer ,epoche in ,corinth einen ihrer vollwertigsten ,reprsentanten und ,meister besessen hat4 ,illustration3 ,abb4 #adj4 ,der ,knstler mit dem ,tod4 ,radierung4 ,verlag von ,fritz ,gurlitt1 ,berlin4 ,in seltener ,prophetie hat einmal vor ,jahren1 in der ,zeit der zweiten ,mnchener ,epoche ,corinths1 der ,dichterfreund ,max ,halbe das ,schicksal unseres ,meisters vorausgesehen1 indem er folgende ,strophen niederschrieb3 ,dir ist bestimmt zu wandern auf ,erden1 ,der anderen ihr ,glck soll deines nicht werden4 ,sollst suchen und irren in unsteter ,hast1 ,an reichster ,tafel friedloser ,gast4 ,und wie du auch jagst von ,westen nach ,osten1 ,den ,jammer der ,welt1 du sollst ihn durchkosten1 ,und wo du nur irrst in ,nord und ,sd1 ,dein ,krutlein1 dein ,krutlein nimmer wohl blht4 ,zu suchen bist du verdammt auf ,erden1 ,der anderen ihr ,glck soll deines nicht werden1 ,der anderen ihr ,frieden1 dir leiht er nicht ,ruh'1 ,ein flchtiger ,wanderer1 ein ,kmpfer bist du4 ,verzeichnis der ,abbildungen4 ,abb4 ,seite #a4 ,rudolf ,rittner als ,florian ,geyer4 #aijh4 ,farbiges ,titelbild #b4 ,studienkopf4 #ahgi in ,knigsberg entstanden #a #c4 ,akt aus der ,lfftz-,schule4 #ahhc #b #d4 ,othello4 #ahhd #c #e4 ,studie vom ,jahre #ahhg #d #f4 ,halbakt4 ,paris #ahhf #d #g4 ,komplott4 #ahhd #e #h4 ,bildnis des ,vaters des ,knstlers4 #ahhg #f #i4 ,falschspieler4 #ahhg #g #aj4 ,sonntagsfrieden4 #ahhg #h #aa4 ,der ,schnapsriecher4 #ahhi #i #ab4 ,das ,frhstck4 #ahij #aj #ac4 ,piet4 #ahhi4 ,im ,besitze des ,kaiser ,friedrich-,museums zu ,magdeburg #aa #ad4 ,corinth im ,atelier4 ,nach einem ,gemlde von ,carl ,bublitz aus dem ,jahre #ahij4 ,ausschnitt #ab #ae4 ,susanna im ,bade4 #ahij #ac #af4 ,schwimmanstalt in ,knigsberg4 #ahij #ad #ag4 ,wirtshausgarten am ,pregel4 #ahic #ae #ah4 ,kiefer am ,wasser4 #ahib #af #ai4 ,diogenes1 ,menschen suchend4 #ahib #ag #bj4 ,bildnis des ,freiherrn von ,geyling als ,georgsritter4 #ahic #ah #ba4 ,bildnis des ,malers ,walter ,leistikow4 #ahic #ai #bb4 ,trifolium4 #ahie4 ,darmstadt1 ,museum #bj #bc4 ,loge ,in ,treue fest84 #ahie4 ,im ,besitze der ,mnchner ,loge #ba #bd4 ,studie zur ,kreuzabnahme #bb #be4 ,kreuzabnahme4 #ahie #bc #bf4 ,bacchanale4 #ahif #bd #bg4 ,bacchantenzug4 #ahih #bd #bh4 ,geburt der ,venus4 #ahif4 ,im ,besitze des ,knstlers #be #bi4 ,herbstblumen4 #ahie #bf #cj4 ,graf ,keyserlingk4 #ahif #bg #ca4 ,studie #bh #cb4 ,fleischerladen4 #ahig #bh #cc4 ,stallinneres4 #ahig #bi #cd4 ,umschlagzeichnung zu ,corinths ,selbstbiographie #cj #ce4 ,selbstbildnis von #ahif #cj #cf4 ,die ,hexen4 #ahig #ca #cg4 ,pfarrer ,moser4 #ahii #cb #ch4 ,kreuzigung4 #ahig4 ,in der ,kirche zu ,tlz #cc #ci4 ,aktstudie4 #ahii4 ,im ,besitze des ,museums zu ,knigsberg #cd #dj4 ,bildnis ,max ,liebermanns4 #ahii #ce #da4 ,perseus und ,andromeda4 #aija #cf #db4 ,in der ,hlle4 #aija #cg #dc4 ,der ,dichter ,peter ,hille4 #aijb4 ,im ,besitze der ,bremer ,kunsthalle #ch #dd4 ,familienbild4 #aijb #ci #de4 ,frauenruber4 ,radierung4 #aiaa #dj #df4 ,salome4 ,um #ahii4 ,farbiges ,einschaltbild zw4 #dj_/da #dg4 ,auf der ,redoute4 #ahih #da #dh4 ,die ,gattin des ,knstlers4 #aijb4 ,im ,besitze des ,knstlers #db #di4 ,bildnis der ,gattin des ,knstlers4 #aijb4 ,im ,besitze des ,knstlers #dc #ej4 ,selbstbildnis4 #aijc #dd #ea4 ,gertrud ,eysoldt in ,wildes ,salome84 #aijc #de #eb4 ,fluch auf ,saul4 #aijb #df #ec4 ,gerhart ,hauptmann4 #aijd #dg #ed4 ,odysseus im ,kampfe mit dem ,bettler4 #aijc4 ,farbiges ,einschaltbild zw4 #dh_/di #ee4 ,figurine zu ,minna von ,barnhelm4 #aijc #ej #ef4 ,blhender ,garten4 #aijd #ea #eg4 ,tanzender ,derwisch4 #aijd4 ,im ,besitze der ,frau von ,nibelschtz #eb #eh4 ,der ,harem4 #aijd4 ,in ,leipziger ,privatbesitz #ec #ei4 ,die ,weiber von ,weinsberg4 #ahib_/ic4 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