,anmerkungen zur ,transkription ,das ,original ist in ,fraktur gesetzt4 ,im ,original gesperrter ,text ist so ausgezeichnet4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription befinden sich am ,ende des ,buches4 ,friedrich ,oldenbourg ,buch und ,bildung ,eine ,aufsatzfolge ,c4 ,h4 ,beck'sche ,verlagsbuchhandlung ,mnchen #aibe ,vorwort ,vor einem ,fest stellt man sich wohl an einen ,spiegel und prft1 ob der ,anzug sitzt1 ob die ,binde in ,ordnung1 ob das ,haar richtig liegt4 ,wer aber ,feste richtig zu feiern versteht1 der bleibt nicht bei diesen eitlen uerlichkeiten4 ,er blickt sich richtig ins ,gesicht1 d4 h4 er prft auch1 ob er als ,mensch zu dem bevorstehenden ,fest pat2 er scheut nicht davor zurck1 auch dem inneren ,menschen den ,spiegel vorzuhalten1 und wenn er dann manchen ,mangel entdeckt1 macht er eine mehr oder minder groe ,schublade auf und entnimmt ihr allerlei gute ,vorstze1 glttet mit ihnen hier eine ,falte1 deckt damit dort einen allzu strenden ,fleck1 und glcklich1 wenn es gelingt1 nach solcher ,arbeit mit dem ,bewutsein vollen ,erfolges unter die ,festgesellschaft zu treten4 ,er kann wirklich feiern1 auch wenn er wei1 da der ,ernst seiner guten ,vorstze harten ,werktag in ,aussicht stellt2 denn ein wahrer ,festtag ist nicht nur der schne ,abschlu nach einer ,zeit der ,arbeit1 er ist auch der ,auftakt des morgigen ,schaffens4 ,blieben wir nicht alle dem ,gestern etwas schuldig1 da wir uns des ,morgen mit seinen ,mglichkeiten freuen mssen1 wenn wir heute ein ,fest wirklich feiern wollen8 ,der deutsche ,buchhandel feiert in diesem ,jahr sein groes ,fest1 und nicht nur seine ,angehrigen1 sondern auch alle ,verwandten und ,freunde1 ja auch alle1 die mit ihm mehr pflichtmig als aus ,zuneigung verkehren1 werden mitfeiern4 ,der ,absicht1 ihnen allen1 meinen ,berufsgenossen in erster ,linie1 zu solcher ,spiegelschau zu verhelfen1 verdankt das vorliegende ,buch seine ,zusammenfgung aus zunchst unabhngig voneinander entstandenen ,reden und ,aufstzen4 ,ich wei1 es entstand kein ,spiegel aus herrlichem ,kristallglas1 auch das ,metall der ,hinterlegung ist nicht fleckenfrei1 und der ,rahmen ist weder aus edler ,bronze noch von kunstvoller ,schnitzerei4 ,so mag mancher1 der vom ,spiegelbild nicht entzckt ist1 ruhig lieber dem ,spiegel die ,schuld geben1 ehe er sich die ,laune verderben lt4 ,bedenken mge aber jeder1 da uns manchmal der bescheidenste ,scherben gute ,dienste leisten kann1 wenn ,besseres nicht greifbar ist4 ,wrde ich nicht den ,glauben haben1 da mein unvollkommenes ,machwerk doch da und dort durch ,anregung oder wenigstens durch ,widerspruch etwas wirken kann1 drfte ich es nicht geschrieben haben4 ,da ich es aber nicht nur schrieb1 sondern auch durch ,druck vervielfltigen lasse1 entsprang nicht meiner ,unbescheidenheit1 sondern der ,liebe zu meinem ,beruf1 ,beruf in jenem hheren ,sinne des ,schaffens zur ,erfllung einer gottgegebenen ,pflicht4 ,liebe aber ist am glcklichsten im ,schenken1 und hat sie nichts anderes1 so ist ihr auch bescheidene ,gabe lieber als leere ,hnde4 ,mnchen1 ,april #aibe4 ,dr4 ,friedrich ,oldenbourg ,politische ,bildung und staatsbrgerliche ,erziehung ,in ,zeiten des politischen ,tiefstandes eines ,volkes wird gerne nach ,wegen gesucht1 die es ermglichen1 wieder emporzuklimmen4 ,jede ,partei1 jeder ,stand1 ja fast jeder ,einzelmensch wei dann irgendein ,mittel1 das zur ,gesundung dienen soll4 ,so viele ,meinungen das bel zu bannen versprechen1 so gewi ist das eine1 da nur die dahinterstehende gute ,absicht wirklich wertvoll ist4 ,sie ist das einzig ,zusammenschlieende in dem ,vielerlei und insoferne auch der einzig brauchbare ,ausgangspunkt2 denn alle empfohlenen ,mittel1 auch wenn sie noch so gut sind1 mssen richtig und zu passender ,zeit angewendet werden1 sind also nicht an sich gut1 sondern nur1 wenn ihre ,voraussetzungen erfllt sind4 ,soll aber dieser gemeinsame ,wille der ,hilfsbereitschaft sich auswirken zum ,segen des ,ganzen1 so mu die ,bahn frei gemacht werden nach der ,richtung1 in der allein politisches ,leben zu finden ist1 in ,richtung auf den ,staat4 ,nicht ein ,staat ganz bestimmter ,form kann hiebei in ,frage kommen -- die ,wege wrden da ja gleich auseinanderfhren --1 zunchst handelt es sich nur um das ,bewutsein1 da ,politik ohne ,staat unmglich ist4 ,erst dieses ,bewutsein schafft die ,mglichkeit1 weiterzuplanen4 ,darum ist der ,inhalt der berschrift dieses ,aufsatzes von mir als die ,frage gedacht3 ,knnen politische ,bildung und staatsbrgerliche ,erziehung uns heute helfen1 helfen in jenem eindeutigen ,sinne8 ,nun glaube ich nicht1 da ich allein die richtige ,antwort geben kann2 ich bin aber berzeugt1 da die ,aufwerfung der obigen ,frage an sich schon ,wert besitzt4 ,je mehr das gleiche tun1 desto sicherer wird sie geklrt1 auch wenn die ,antworten weit auseinandergehen4 ,irgendwie wird dann der sachlich unantastbare ,kern gefunden1 losgelst von den ,schalen persnlicher ,gebundenheiten4 ,diese ,gebundenheiten eines ,buchhndlers1 der sich an der ,universitt geisteswissenschaftlichen ,studien hingab und dann als ,offizier den ,krieg mitmachte1 sind nicht schwer zu erkennen1 ja um so mehr fabar1 wenn man genau verfolgt1 welche ,zeugen er fr seine ,begriffsbestimmungen anfhrt4 ,diese aber sind die ,voraussetzungen fr alles ,weitere2 denn der ,hauptgrund dafr1 da die ,menschen soviel aneinander vorbeireden1 ist der1 da sie mit den gleichen ,worten ,verschiedenes ausdrcken4 ,in der von mir gewhlten berschrift sind im ganzen vier ,begriffe1 die verdeutlicht werden mssen4 ,alle ,politik ist ,kunst4 ,mit diesem ,wort begann ,heinrich von ,treitschke seine ,vorlesungen ber ,politik1 und wenn man ein beliebiges ,wrterbuch aufschlgt1 so findet man als erste verdeutlichende bersetzung des ,wortes ,politik ,staatskunst4 ,es ist wohl das ,beste1 daran festzuhalten1 da alle weiteren ,worterklrungen vom wahren ,sinn des ,wortes abirren4 ,es hat schon ,leute gegeben1 die ,politik als ,wissenschaft hinstellen wollten4 ,sie wurden dazu verleitet1 weil die ,politik des wissenschaftlichen ,rstzeuges nicht entraten kann4 ,es wird aber wohl niemandem einfallen1 die ,malerei als ,wissenschaft zu bezeichnen1 weil sie sich bei uns z4 ,b4 der ,mathematik in ,form der ,perspektive bedient4 ,alle ,politik ist ,kunst heit3 nur ein ,knstler kann sie beherrschen4 ,mu man darber noch mehr sagen in einer ,zeit1 wo von allen ,seiten nach dem ,manne gerufen wird1 der den politischen ,knoten unserer ,zeit lst1 und sei es durch scharfen ,hieb8 ,in einer ,zeit1 in der ,bismarcks letzter ,erinnerungsband die ganze ,kmmerlichkeit aller jener ,politiker zum ,bewutsein bringt1 die dem groen ,meister nicht etwa nachfolgten1 sondern genug zu knnen whnten1 um eigene ,wege zu gehen8 ,es lge nun nahe1 da ich an zweiter ,stelle erklrte1 was ich unter einem ,staatsbrger verstehe2 damit wrde ich aber nahezu die ,hauptsache meiner ,ausfhrungen vorwegnehmen1 denn man wird aus der berschrift herausgefhlt haben1 da ich eben der politischen ,bildung die staatsbrgerliche ,erziehung gegenberstelle4 ,dazu kommt1 da ich mich nicht ohne weiteres an ,treitschke anschlieen kann1 dem ich fr den ,begriff der ,politik folgte4 ,es ist eine aus ,frankreich herbergenommene radikale ,schrulle1 wenn man in dem ,worte ,untertan etwas ,ehrenrhriges sieht und dafr ,staatsbrger einsetzt4 ,untertan und ,staatsbrger sind zwei sich ganz und gar deckende ,begriffe1 nur da in jenem mehr ,verpflichtung1 in diesem mehr die ,berechtigung betont wird4 ,aber seit ,treitschke dies aussprach1 ist das ,wort ,untertan noch mehr in ,verruf gekommen2 es gibt keine ,regierenden und ,regierten mehr wie damals ,anfang der neunziger ,jahre des vorigen ,jahrhunderts4 ,das ,volk regiert sich ja selbst6 ,diese ,andeutung1 da gerade der ,staatsbrgerbegriff die groe ,frage der berschrift dieser ,ausfhrungen umschliet1 mu hier zunchst gengen4 ,einer eingehenden ,auslegung aber bedrfen noch die ,begriffe ,bildung und ,erziehung4 ,ich mchte hier geschichtlich vorgehen2 wir erhalten dadurch1 wie sich bald zeigen wird1 einen besonders klaren ,ausblick auf den ,weg1 der zurckgelegt werden soll4 ,das ,wort ,bildung hat manche ,wandlung in seiner ,bedeutung erlebt4 ,es wurde zwar hufig in der ersten ,hlfte des #ah4 ,jahrhunderts gebraucht1 aber immer im ,sinne von ,gestalt2 man sagte z4 ,b4 von einer schnen ,frau1 sie sei von ausgezeichneter ,bildung4 ,erst in der klassischen ,zeit1 hervorwachsend aus der ,aufklrungsphilosophie1 bahnt sich das ,wort in seiner geistigen ,bedeutung den ,weg4 ,die vielleicht klarste ,verwendung in der neuen ,bedeutung finden wir bei ,schiller in den philosophischen ,schriften4 ,er1 der ja die sthetische ,erziehung als ,forderung aufstellt1 mute ja auch am ehesten an den ursprnglichen ,wortsinn anknpfen knnen4 ,was ,plato sich von jedem ,ding dachte1 das ,vorhandensein einer ,idee1 eines idealen ,vorbildes in einer besseren ,welt1 das beherrscht ,schiller besonders im ,hinblick auf den ,menschen in jeder ,hinsicht1 vornehmlich aber in geistiger4 ,nicht der ,masse qualvoll abgerungen1 schlank und leicht1 wie aus dem ,nichts entsprungen1 steht das ,bild vor dem entzckten ,blick4 ,diese ,verse aus dem ,gedicht ,das ,ideal und das ,leben verdeutlichen am besten1 wie ,schiller sich jenes ,bild der besseren ,welt der ,gedanken dachte im ,gegensatz zu dem in ,wirklichkeit erscheinenden4 ,kurz sei ,goethes ,persnlichkeitsideal erwhnt4 ,erst beim alten ,goethe -- in ,wilhelm ,meisters ,wanderjahren und im zweiten ,teil des ,faust -- bezieht er ,staat und ,gesellschaft mit ein1 also in jener ,zeit1 die den politisch so entscheidenden ,jahren um die ,jahrhundertwende erst folgte4 ,die ,betrachtung gerade dieser ,zeit aber ist aus begreiflichen ,grnden fr uns von ausschlaggebender ,bedeutung4 ,es ist die ,zeit der geistigen ,geburt des neuen deutschen ,staates3 ,aus den weltbrgerlichen ,strebungen der ,aufklrungszeit und denen unseres klassischen ,zeitalters wchst das ,ideal des ,nationalstaates hervor4 ,am ,anfang dieser ,entwicklung steht ,wilhelm von ,humboldt2 er wird auch in der klassischen ,darstellung dieser ,entwicklung durch den ,berliner ,historiker ,meinecke an die ,spitze gestellt4 ,wohl mutet er uns noch allzusehr von weltbrgerlichen ,idealen erfllt an1 doch werden ,sie den ,fortschritt1 den wir ,humboldt hier verdanken1 sofort erkennen1 wenn ,sie sich einerseits die ,beziehungslosigkeit unserer klassischen ,dichter zum deutschen ,staatsgedanken vergegenwrtigen und dann folgende ,worte ,humboldts in sich aufnehmen3 ,die ,zivilisation ist die ,vermenschlichung der ,vlker in ihren ueren ,einrichtungen und ,gebruchen und der darauf ,bezug habenden ,gesinnung4 ,die ,kultur fgt dieser ,veredlung des gesellschaftlichen ,zustandes ,wissenschaft und ,kunst hinzu4 ,wenn wir aber in unserer ,sprache ,bildung sagen1 so meinen wir damit etwas zugleich ,hheres und mehr ,innerliches1 nmlich die ,sinnesart1 die sich aus der ,erkenntnis und dem ,gefhle des gesamten geistigen und sittlichen ,strebens harmonisch auf die ,empfindung und den ,charakter ergiet4 ,selbst noch ,weltbrger1 hat er mit dieser ,aufstellung des deutschen ,bildungsbegriffes im ,gegensatz zu den aus der ,fremde bernommenen ,begriffen ,zivilisation und ,kultur fr das ,deutschtum nach meiner ,ansicht mehr geleistet als mit all seinen staatsphilosophischen ,betrachtungen1 soviel auch diese sonst in der ,geschichte des deutschen ,nationalstaates eine ,rolle spielen mgen4 ,indem ich fr diese ,geschichte hinsichtlich der ,einzelheiten auf ,meinecke verweise1 wende ich mich nun zu jener ,gestalt1 die eben jenen deutschen ,bildungsbegriff1 gedrngt durch das ,gefhl fr ,deutschlands tiefste ,erniedrigung1 aus der ,enge der ,gedankenwelt einzelner1 ber ihrer ,zeit stehender ,persnlichkeiten hinaustrug in den ,kampf mit der ,not der ,zeit3 zu ,fichte4 ,es wre eine ,aufgabe fr sich1 an der ,hand der ,reden an die deutsche ,nation im einzelnen der ,frage nachzugehen1 wie ,fichte mit diesem ,hinaustreten in die ,arena des ,zeitkampfes nicht nur die politische ,gleichgltigkeit der ,gebildeten bekmpfte1 sondern gerade jenes ,bildungsideal der klassischen ,zeit zur politischen ,waffe umschmiedete4 ,hier kann nur in enger ,zusammenfassung das ,wesentliche herausgehoben werden4 ,ich schicke zwei ,stze der ersten ,rede voraus3 ,so ergibt sich denn also1 da das ,rettungsmittel1 dessen ,anzeige ich versprochen1 in der ,bildung bestehe zu einem durchaus neuen und bisher vielleicht als ,ausnahme bei einzelnen1 niemals aber als allgemeines und nationales ,selbst dagewesenes ,selbst und in der ,erziehung der ,nation4 ,und3 ,wir wollen durch die neue ,erziehung die ,deutschen zu einer ,gesamtheit bilden1 die in allen ihren einzelnen ,gliedern getrieben und belebt sei durch dieselbe eine ,angelegenheit4 ,aus diesen beiden ,stzen lt sich alles ,wesentliche entnehmen3 ,fichte fat erstens die ,nation als ein ,wesen auf1 das wie die ,einzelpersnlichkeit eine bestimmte ,willensrichtung haben kann1 und er fordert1 da dieser ,wille zur ,aufwrtsentwicklung1 zur ,bildung der nationalen ,persnlichkeit angespannt werde2 zweitens aber ist er sich klar darber1 da das ,idealbild zunchst nur bei den schon ,gebildeten in reinster ,form als ,ziel erkannt werden kann1 und darum ist es ,pflicht eben jener ,gebildeten1 an der ,erziehung der brigen ,teile der ,nation so zu arbeiten1 da sie mit richtigem ,zielstreben erfllt werden4 ,damit haben wir zum erstenmal eine klare ,trennung zwischen ,bildung und ,erziehung3 ,bei der ,erziehung ist das ,bild1 zu dem ein ,mensch herangebildet wird1 nicht in ihm selbst1 es ist vielmehr das ,ideal des ,erziehers4 ,wohl dachten ein ,schiller oder ,humboldt wie auch ,goethe nicht nur an die ,sichbildung1 wie sie ,fichte an einer ,stelle nennt1 auch sie waren sich klar darber1 da der ,mensch in seinem ,bildungsgang auch von auen beeinflut wird2 allein sie stellen1 selbst starke ,persnlichkeiten1 diesen ueren ,einflu so weit unter die ,sichbildung1 da z4 ,b4 ,goethe in ,wilhelm ,meisters ,lehrjahren nur ,wilhelms ,bildungsstreben herausarbeitet1 alle ,personen seiner ,umwelt erscheinen als von ihm bentztes ,mittel zum ,zweck1 nicht als durch bewute ,erziehung wirkende ,personen4 ,erst in den ,wanderjahren tritt bewute ,erziehungsttigkeit in ,erscheinung1 und mich dnken diese ,teile weniger ursprnglich4 ,humboldt widmet zwar in seinem ,buch ber den ,staat das #h4 ,kapitel der ,sittenverbesserung1 ist aber weit davon entfernt1 den ,begriff der ,erziehung dabei zu berhren2 er gibt vielmehr fast nur einen ,abri der ,philosophie ,schillers1 in dem er die berwindung des ,sinnlichen durch das ,schne im weitesten ,sinn des ,wortes verlangt4 ,die ,not der ,zeit1 von ,fichte tiefinnerlich empfunden1 brachte die ,wendung3 ,fichte erkannte1 da den ,deutschen nur geholfen werden kann1 wenn die ,wirkung der deutschen ,bildung1 wie wir sie vorhin in einem ,worte ,humboldts kennenlernten1 auf die breite ,masse des ,volkes ausgedehnt werde1 und dazu bedarf es der ,erziehung4 ,man sieht1 durch meine geschichtliche ,betrachtung fhrte ich lngst ber jene zur ,verstndigung notwendige ,begriffsbestimmung hinaus4 ,wir stehen schon mitten im ,kernpunkt der ,aufgabe1 das ,verhltnis von politischer ,bildung und staatsbrgerlicher ,erziehung zu bestimmen4 ,wir knnen feststellen1 da von ,fichte jedenfalls ein ,unterschied gemacht wurde zwischen ,bildung1 ,sichbildung und ,erziehung4 ,das ist wichtig2 denn wenn wir nun in groen ,zgen die geschichtliche ,betrachtung weiterfhren1 so zeigt sich1 da einerseits die ,philosophie1 ich erinnere besonders an ,herbart1 andrerseits die praktische ,erziehungsreform ,pestalozzis und seiner ,nachfolger die ,erziehung immer mehr zum ,mittelpunkt machten3 ,wir erhielten dadurch eine aufs hchste entwickelte ,erziehungswissenschaft -- gewi eine nicht zu unterschtzende ,errungenschaft4 ,allein die ,kehrseite von dieser ,entwicklung ist hchst unerfreulich3 ,wir verloren jene ,bildung der ,persnlichkeit aus eigenem ,streben heraus4 ,der ,idealismus verlor dadurch die ,bedeutung1 die er sich in der klassischen ,zeit erobert hatte4 ,es trat eine ,versachlichung eben dieses ,ideals ein1 was man vielleicht am besten dadurch bezeichnet3 ,an die ,stelle des ,ziels trat der ,zweck4 ,wir kamen so weit1 da man unter einem gebildeten ,menschen den verstand1 der z4 ,b4 wute1 welcher ,anzug der jeweils richtige ist2 wir sanken also bis auf die ,stufe jener ,zeit zurck1 in der hfische ,etikette die ,hauptsorge kleiner verschuldeter ,frstenhfe war4 ,gewi war der allgemein zunehmende ,materialismus schuld2 aber es sei nicht vergessen1 da auch die einseitige ,entwicklung der ,erziehungswissenschaft die ,verantwortung mit zu tragen hat1 wobei allerdings zu fragen ist1 ob eben diese ,entwicklung nicht selbst eine uerung des ,materialismus darstellt4 ,der ,rcksto blieb aber nicht aus3 ,als ,nietzsche sozusagen mit ,posaunentnen das ,ideal des bermenschen verkndet hatte1 da erlebte man bald jene ,vertreter des rcksichtslosen ,auslebens der eigenen ,person3 ,die ,erziehung wurde als ,schulmeisterei ber ,bord geworfen1 und das herrliche ,zeitalter des ,schwabingertums kam zur ,blte4 ,die ,frucht1 die folgte1 haben wir gekostet und der schlechte ,geschmack will nicht von der ,zunge weichen4 ,nietzsche selbst trifft fr den ,kenner keine ,schuld2 er war nur der ,auslser einer naturnotwendigen ,bewegung2 andere ,geistesgren1 die zwar auch den ,umschwung forderten1 aber nicht mit jenem schmetternden ,klang1 drangen nicht ber eine kleine ,gemeinde hinaus4 ,ich erinnere nur an ,lagarde4 ,noch stehen wir mitten in dieser ,revolution des ,geistes1 und die politische ,revolution ist nur ein ,ausschnitt aus dem ,riesenkampf1 der jetzt allenthalben tobt4 ,es ist nun fesselnd zu beobachten1 wie in dem ,ringen um neue geistige ,ziele um die ,jahrhundertwende die ,forderung nach staatsbrgerlicher ,erziehung auftauchte1 und wie man an ihrer ,lsung arbeitete3 ,man forderte1 da jedem ,deutschen auf der ,schule gelehrt werde1 welche ,rechte und ,pflichten er im ,staate besitze4 ,die einen wollten1 um mit ,treitschke zu sprechen1 durch starke ,betonung der ,pflichten gute ,untertanen erziehen und die ,umsturzgefahr bannen4 ,die anderen wollten mit ,betonung der ,rechte die ,lust nach mehr erwecken4 ,ich will hier nur in groen ,umrissen andeuten4 ,gemeinsam bleibt den ganzen ,bestrebungen ein parteipolitisches ,geprge3 ,von den ganz ,rckstndigen1 die das ,unmgliche wollten1 da der deutsche ,staat immer in der gleichen ,form erscheinen solle1 bis zu jenen ,phantasten1 die in der ,zertrmmerung der ,form ihr ,ziel sehen1 konnte man immer den gleichen ,grundfehler beobachten3 ,sie setzten die ,form fr den ,staat4 ,dazu kamen jene1 die mit geschichtlichen und erdkundlichen ,kenntnissen dem deutschen ,staatsbrger auf die ,beine helfen wollten1 ganz verkennend1 da nicht seine ,kenntnisse1 sondern die ,gesinnung den ,menschen zum ,staatsbrger macht1 da also gerade hier die ,steigerung der ,kenntnisse zum ,erlebnis unumgnglich notwendig ist4 ,wir befinden uns im ,brennpunkt des ,fragenkreises1 den ich angeschnitten habe4 ,um das empfinden zu lassen1 mchte ich zwei kleine ,geschichten erzhlen3 ,nicht lange vor dem ,kriege fuhr ein ,deutscher nach ,ostafrika4 ,auf dem ,schiff reiste auch der ,bruder eines in der ,kolonialgeschichte bekannten ,englnders mit4 ,wie nun die ,fahrt durch den ,suezkanal ging1 da fragte der ,englnder den ,deutschen -- und zwar vollkommen im ,ernst --1 auf welcher ,seite gypten lge4 ,dies ist die eine ,geschichte2 nun die andere3 ,vor einiger ,zeit teilte ein ,buchhndler in ,deutschbhmen im ,brsenblatt fr den deutschen ,buchhandel die beschmende ,tatsache mit1 da viele ,reichsdeutsche in den ,aufschriften der ,briefe die deutschen ,ortsnamen ,bhmens tschechisch schrieben1 obwohl selbstverstndlich nur fr den tschechoslowakischen ,inlandsverkehr tschechische ,aufschrift ,gesetz sei1 weil ja z4 ,b4 auch ,englnder und ,franzosen kein ,tschechisch knnen4 ,in diesen beiden ,geschichten hat man die ,erluterung dafr1 was ich von der deutschen ,erziehung zum ,staatsbrger halte3 ,man hat bei uns so gute ,kenntnisse1 da man z4 ,b4 ,praha fr ,prag schreiben kann1 aber nicht einmal so viel staatsbrgerliche ,gesinnung1 da man die unserem ,staate ferngehaltenen ,volksgenossen in ihrem ,kampf um die ,heimkehr zu uns untersttzt2 ja1 man fllt ihnen sogar in den ,rcken6 ,auf der andern ,seite sehen ,sie den ,englnder mit seiner uns unbegreiflichen geographischen ,unbildung2 glauben ,sie aber1 da er jemals zu solcher staatsbrgerlicher ,gesinnungslosigkeit fhig wre wie jene nochmal so gescheiten ,deutschen8 ,dabei handelt es sich bei jenen ,deutschen um ,kaufleute1 nicht um bewut vaterlandslose ,gesellen4 ,ich glaube deutlich gemacht zu haben1 was ich unter einem ,staatsbrger verstehe3 ,ich verstehe darunter einen ,menschen1 der von den ,lebensnotwendigkeiten seines ,staates berzeugt ist4 ,der rcksichtslose ,kriegsgewinnler und der ,flaumacher passen sowenig unter diesen ,begriff wie der berlufer und der ,meuterer4 ,ich erwhne dies1 um zu zeigen1 da in ,augenblicken der ueren ,gefahr fr den ,staat die berzeugung von den ,lebensnotwendigkeiten gar nicht so groe ,kenntnisse erfordert2 je mehr wir uns aber auf das ,gebiet der inneren ,staatsentwicklung begeben1 desto grer werden die ,anforderungen an die ,gesinnungstchtigkeit und naturgem mssen deshalb bei der ,unvollkommenheit der menschlichen ,natur die ,sttzen der ,gesinnung hier besonders krftig sein4 ,schon vor dem ,krieg hatte man erkannt1 welche ,krfte man diesem ,zwecke dienstbar machen knne und msse2 der einschlgige ,artikel in dem #aiab erschienenen ,handbuch der ,politik betont1 da man sich an den ,verstand durch ,vermittlung von ,kenntnissen1 an das ,gefhl durch ,weckung des ,gemeinschaftsgefhls und an den ,willen durch ,strkung des ,verantwortungsgefhls wenden msse4 ,man beging aber dabei zwei ,grundfehler3 ,man dachte viel zu sehr an ,menschen1 die bis zu einem gewissen ,grad schon eine gnstige ,einstellung zum ,staatsgedanken mitbrachten1 und glaubte deshalb der ,schule1 vor allem dem hheren ,schulwesen die ,hauptaufgabe zuweisen zu knnen4 ,zweitens aber war man sich nicht gengend klar darber1 da die ,willensbildung eben schon ber die ,erziehung hinausfhrt4 ,gehorsam und die ,bereitschaft sich unterzuordnen sind hufig nur die ,folge von ,gedankenlosigkeit und ,bequemlichkeit1 werden sie aber von einzelnen schon bewut und mit innerer berzeugung dem ,staate entgegengebracht1 so haben wir das ,gebiet der ,erziehung verlassen und stehen mitten in der ,selbstbildung4 ,damit sind wir an der ,stelle angelangt1 an der ber die politische ,bildung gesprochen werden mu4 ,politik ist ,kunst und ,bildung ist nach ,humboldt jene ,sinnesart1 die sich aus der ,erkenntnis und dem ,gefhle des gesamten geistigen und sittlichen ,strebens harmonisch auf die ,empfindung und den ,charakter ergiet4 ,es hiee blind sein1 wenn man ,anforderungen1 wie sie nach solcher ,deutung die politische ,bildung erfordert1 der ,gesamtheit eines ,volkes zumuten wollte4 ,die politische ,bildung ist ,sache der geistig und sittlich ,starken2 sie mssen das ,streben haben1 ber den ,untertan- und ,staatsbrgerbegriff hinauszukommen1 wie ihn ,treitschke gibt2 hier handelt es sich nicht mehr nur um ,rechte und ,pflichten2 hier kommt die ,bildung des ,willens zur ,einordnung allein nicht mehr in ,frage2 gestaltender ,wille1 der zur politischen ,tat befhigt1 ist hier die ,losung4 ,ehrgefhl1 ,pflichtgefhl1 ,disziplin1 ,entschlossenheit1 das lernt man nicht aus ,bchern1 sagt ,spengler und ich setze hinzu3 berhaupt nicht durch ,worte4 ,es wird1 fhrt ,spengler fort1 im strmenden ,dasein geweckt durch ein lebendiges ,vorbild#a4 ,ja1 nur das ,vorbild kann hier wirken und dieses bildet sich selbst1 aus eigenem ,willen und eigener sittlicher ,kraft4 ,da die politische ,bildung im ,deutschen ,reiche fehlte1 war unser ,unglck4 ,mu das bewiesen werden8 ,man denke an die ,gesinnung des ,volkes zu ,beginn des ,krieges und man wird nicht leugnen1 da wir damals ,staatsbrger genug hatten1 der ,mangel an politischer ,bildung aber hat dieses ,staatsbrgertum zum ,weibluten gebracht1 ohne da es zur politischen ,tat gekommen wre2 man verzettelte die ,krfte innen- und auenpolitisch auf schlecht erdachte ,einzelziele1 ohne sie so umzuformen1 da politische ,leistung htte erzielt werden knnen4 ,erinnert sei hier an die ,polenpolitik und an den ,burgfrieden des ,kanzlers1 deren ,folgen der ,verlust deutschen ,landes einerseits1 der ,umsturz andrerseits war4 ,nach meiner ,meinung mit einem gewissen ,recht wird von manchen ,seiten heute betont1 da alle jene ,mnner der ,kriegszeit1 die nun mit groen ,mitteln ,kritik an der politischen ,leitung whrend des ,krieges ben1 mit ihrer ,kritik sich selbst treffen4 ,sie htten sich durchsetzen mssen1 wenn in ihrem ,innern jenes ,bild vom deutschen ,staate so klar war4 ,sie taten es nicht und bewiesen eben deshalb1 da sie nicht stark genug waren4 ,das ist die ,schuld der ,vielen1 die das ,verhngnis erkannten3 ,sie setzten sich nicht durch4 ,gewi war es ein guter ,gedanke1 durch staatsbrgerliche ,erziehung im ,heere die ,stimmung zu heben1 doch fehlte es an den politisch ,gebildeten1 die ,kraft genug hatten1 dem ausgesogenen ,boden neue ,kraft zu geben1 von dem ,mangel an lebendigen ,krften gegen die unwiederbringlich verlorene ,stimmung der ,heimat ganz abgesehen4 ,das schuldig1 das die ,weltgeschichte ber ,deutschland sprach1 trifft uns alle1 nicht nur einen ,teil des ,volkes4 ,so erfllte sich das ,schicksal des deutschen ,staates2 er brach zusammen1 in dem ,augenblick1 als auch bei den ,feinden die innere ,kraft trotz der ,amerikahilfe im raschen ,abnehmen war4 ,ja1 der ,staat brach so zusammen1 da nicht einmal die ,eckpfeiler fr den ,neubau stehen blieben4 ,man baute aus ,dachpappe der ,weimarer ,fabrik eine ,baracke4 ,trotz aller ,flickerei weht der geringste ,wind durch die ,wnde und an mehr als einer ,stelle regnet es herein4 ,dann lachen immer die1 welche schon im alten ,staatsgebude keine rechte ,wohnung hatten1 sondern nur im ,hofe biwakierten1 und die anderen drngen sich scheu in bessere ,ecken4 ,das wird so lange dauern1 bis ,leute aufstehen1 die mit klarer ,zielstrebigkeit die formlosen ,haufen zur ,arbeit am ,neubau treiben4 ,das wird dann sein1 wenn das ,schicksal und nicht der ,schulmeister die ,masse zu staatsbrgerlicher ,gesinnung erzogen hat1 so da politische ,bildung der geistig ,hochstehenden zu klarem ,fhrerwillen aufsteigen kann4 ,wir hoffen auf diese ,zeit und glauben nicht1 da unser ,volk durch den ,zusammenbruch des alten1 schnen1 vielgeliebten ,hauses zugrunde geht4 ,wir haben die feste ,zuversicht1 da ein gerumiges ,gebude entstehen wird1 in dem alle ,deutsche ,platz haben werden1 da die ,mauern stark sein werden und da das ,haus von jenem ,geist erfllt sein wird1 in dem so viele drauen ihr ,leben geopfert haben4 ,aber es wre klglich1 wenn wir uns darauf beschrnken wollten zu warten1 bis sich das ,schicksal1 das wir erhoffen1 von selbst erfllt4 ,die ,zuversicht mu uns die ,kraft geben1 selbst gestaltend mitzuwirken1 jeder an seiner ,stelle4 ,ein ,gebildeter mu die ,entschlukraft haben1 sich aus der ,menge loszuringen2 er darf sich nicht treiben lassen1 sondern mu sich zu eigenem politischen ,wollen durchringen4 ,ein politisch ,lied mag ein garstig ,leid sein1 die wirklich staatsgestaltende politische ,tat gehrt zum ,hchsten1 was der ,mensch leisten kann1 denn bei ihr spannt er seinen ,willen nicht fr seine persnlichen ,zwecke1 sondern fr die der ,gesamtheit an4 ,wenn man aber fragt1 in welcher ,richtung diese ,willensanspannung nach meiner ,meinung zu gehen hat1 dann kann ich allen1 die der staatsbrgerlichen ,erziehung entwachsen sind1 nur sagen1 da es nun heit1 sich politische ,bildung zu erwerben4 ,man frage nicht nach einem ,programm hiefr1 denn alles ,groe bildet1 sobald wir es gewahr werden1 wie ,goethe sagt4 ,wirkliche ,bildung kann sich jeder nur selbst erwerben1 von auen kann er nur ,erziehung erhalten4 ,diese hat aber ihr ,teil geleistet1 wenn sie die staatsbrgerliche ,gesinnung erreicht hat1 die ber alles ,parteigeznk hinausfhrt zu der berzeugung von den ,lebensnotwendigkeiten des ,staates4 ,heute haben wir ,deutsche keinen ,staat1 er ist heute nur ,ziel1 das jede ,partei mit anderen ,farben ausmalt2 die ,hhe der politischen ,bildung bestimmt1 welche ,form der einst entstehende ,staat haben wird4 ,erinnern wir uns nochmals1 da ,politik ,kunst und da ,bildung ein ,begriff von hoher sittlicher ,gre ist1 und wir werden uns durch das ,schlagwortgetse der ,zeit hindurchfinden1 denn noch nicht trat bisher der alle ,deutsche umfassende ,staat1 den unsere ,besten erhofften1 in die ,erscheinung1 noch immer kreisen die ,raben um den ,berg1 obwohl die ,zahl der ,opfer fr diese ,zukunft ins ,riesenhafte gewachsen ist4 ,halten wir daran fest1 da ,bildung ein ,werden aus eigenem ,willen ist und da somit wahre ,erziehung nichts ,besseres leisten kann als eben jenen ,willen zu sthlen1 so gewinnen wir auch eine andere ,einstellung zur ,sehnsucht der ,zeit1 ja nicht nur zur ,sehnsucht1 sondern auch andrerseits zur ,furcht der ,zeit4 ,whrend der eine ,teil unseres ,volkes immer und immer wieder nach dem starken ,mann ruft1 der in dem ,wirrwarr unserer ,tage mit sicherer ,hand ,ordnung schafft1 frchtet die andere ,seite nichts mehr als eine solche ,persnlichkeit1 die der nun erreichten1 doch so lange ersehnten ,volksherrschaft 7,demokratie7 ein ,ende machen knnte4 ,wohl mchten diese ,leute1 da der ,fhige regiere1 aber diese ,fhigkeit soll nur ,sachkenntnis sein1 nicht ein zher ,wille1 der auch der ,whlermenge gegenber durchgreift1 wenn seine sachliche ,einsicht es fr geboten hlt4 ,diese ,leute wnschen ,fhrer1 die ihnen jede ,unannehmlichkeit ersparen und die keine ,anforderungen an die ,willenskraft der ,whler stellen4 ,trotzdem aber sollen sie gut regieren4 ,man sollte meinen1 da es nicht schwer zu erkennen wre1 wie unmglich das ist4 ,und doch gibt es viele ,gebildete1 die das nicht begreifen4 ,ja1 jene ,sehnsucht nach dem starken ,mann ist aufs engste verwandt mit dieser ,auffassung2 denn ,sehnsucht allein gibt kein ,anrecht auf ,erfllung4 ,wenn du ,sehnsucht danach hast1 auf der ,spitze eines ,berges den ,blick in die ,weite zu genieen1 so fhrt das zu nichts3 ,erst wenn du deinen ,willen anspannst und im ,schweie deines ,angesichts die steilen ,hnge berwindest1 ja vielleicht unter ,gefahr deines ,lebens ,felsen erkletterst1 kannst du auf ,erfllung deines ,wunsches rechnen4 ,nicht anders steht es mit einem ,volk1 das in die ,tiefe gestrzt ist3 es wird aus eigener ,kraft mit strkster ,willensanspannung wieder emporklettern mssen4 ,einen ,fhrer1 der es am ,seil hochzieht1 gibt es nicht4 ,wie aber dem1 der hei um den ,weg sich bemht1 schlielich immer klarer die einzuschlagende ,richtung in das ,bewutsein tritt1 so wird dem ,volk1 das mit ,anspannung aller ,kraft um seinen ,aufstieg ringt1 schlielich der ,fhrer entstehen1 der auf einfachstem ,wege zum ,ziel fhrt4 ,darum verzichte jeder auf den memmenhaften ,ruf nach dem starken ,mann2 er kralle sich vielmehr an seinem ,platz im ,gestein fest und strebe nach oben1 er bilde sich zu einem ,muskel1 einem ,nerv1 einer ,sehne des ,volkskrpers1 womit sich dieser ,krper emporziehen kann1 und er bilde sich zu einem ,geistesfunken1 durch den auch jene ,zellen dem ,streben nach oben nutzbar gemacht werden knnen1 die heute noch aus sinnlichem ,wohlbehagen in der ,mittelmigkeit die angenehmste ,regierung sehen4 ,diejenigen1 die bewut dem deutschen ,gedanken dienen wollen1 indem sie den ,staat1 den dieser ,gedanke erfllt1 mit allen ,krften wollen1 werden einen dicken ,strich ziehen zwischen sich und jenen1 die politisch unerzogen und ungebildet nur ihrem ,vorteil leben4 ,sie werden mit ,goethe sprechen3 ,jene machen ,partei2 welch unerlaubtes ,beginnen6 ,aber unsere ,partei1 freilich1 versteht sich von selbst4 ,funoten #a ,harnack sagte #aijb in einem ,vortrag vor dem evangelisch-sozialen ,kongre das gleiche 7vergl4 ,reden und ,aufstze ,bd4 ,,ii1 ,gieen #aijf73 ,lernen knnen wir alles mgliche aus ,bchern und unpersnlichen berlieferungen1 gebildet werden knnen wir nur durch ,bildner1 durch ,persnlichkeiten1 deren ,kraft und ,leben uns ergreift4 ,buch und ,religion ,harnack sagt einmal in einem seiner ,aufstze#b1 da uns bisher noch eine ,kulturgeschichte des ,buches fehle4 ,und in der ,tat -- soviel einzelne ,bemerkungen ber die ,bedeutung des ,buches beigebracht werden knnen1 eine zusammenfassende ,behandlung dieses ,themas fehlt1 fehlt uns1 deren ,kultur von ,spengler eine ,bcher- und ,leserkultur genannt wird4 ,man mag sich zu dieser ,bemerkung ,spenglers stellen1 wie man will1 eines kann man nicht bestreiten3 ,in keiner ,kultur1 selbst der gyptischen nicht1 spielt das ,schrifttum eine solche ,rolle wie im ,abendland4 ,will man nun an die ,kulturgeschichte des ,buches herangehen1 so gehrt eigentlich ein wissenschaftliches ,rstzeug dazu von so unerhrter ,ausdehnung1 da ein ,einzelmensch nicht leicht in seinem ,besitz sein kann1 denn nicht nur die zusammenfassende ,darstellung fehlt bisher1 selbst an ,vorarbeiten ist nur sehr wenig geleistet3 ,wir haben zwar eine ,geschichte des ,buchhandels1 eine ,menge von ,einzelarbeiten ber verschiedene ,abschnitte dieser ,geschichte1 wir haben eine groe ,reihe von ,literaturgeschichten1 auch ,darstellungen aus der ,geschichte der ,wissenschaften1 in allen diesen mag mehr oder weniger zu finden sein ber den ,einflu des ,schrifttums auf die menschliche ,geistesentwicklung1 eine wirklich aufklrende ,schrift ber das ,verhltnis des ,schrifttums zu den verschiedenen ,erscheinungsformen der ,kultur1 zur ,wissenschaft1 zur ,politik1 zur ,religion1 zur ,kunst usw4 gibt es bis heute noch nicht4 ,es wre tricht1 aus dieser ,tatsache einen ,vorwurf zu machen4 ,denn ebensowenig wie die hohe ,blte mittelalterlicher ,kunst theoretische ,schriften ber die ,kunst als ,kulturerscheinung bentigte1 um in ,erscheinung zu treten1 ebensowenig hinderte das ,fehlen einer solchen ,schrift ber die ,bedeutung des ,schrifttums1 dessen strkste ,entfaltung und ,verwertung4 ,ja1 ich gehe noch weiter und sage3 ,wie erst nach der letzten groen ,stilepoche des ,abendlandes1 nach dem ,barock1 die theoretische ,kunstschriftstellerei -- ich erinnere an ,winkelmann und ,lessing -- wirklich ,boden fand1 ebenso wird und mu auch die abschlieende theoretische ,betrachtung der ,bedeutung des ,schrifttums nachhinken4 ,zur ,selbsterkenntnis gehrt ein gewisser ,grad von ,reife und ein ,leben mu gelebt sein1 ehe man darber schreibt4 ,darber aber kann kein ,zweifel sein -- auch wenn man den ,gedanken des ,unterganges des ,abendlandes ablehnt --2 wir haben in ,kunst1 ,literatur1 ,musik1 ,philosophie1 ja selbst der ,wissenschaft so groe ,epochen hinter uns1 da wir uns gestehen mssen3 ,es lohnt sich ,kulturgeschichte im obigen ,sinn zu schreiben1 d4 h4 ,rckschau zu halten4 ,denn wer kann hoffen1 da gerade unsere ,kultur von der ,vorsehung mit ewiger ,zeugungskraft begabt sei8 ,und weiter3 ,ist nicht gerade jene ,rckschau1 so sehr sie im einzelnen etwas ,zersetzendes an sich haben mag1 der ,nhrboden1 auf dem junge ,krfte erst recht zur ,entfaltung kommen8 ,ist nicht z4 ,b4 gerade der ,same des ,christentums da am besten aufgegangen1 wo die ,antike sich gleichsam in sich selbst zurckwandte8 ,man erinnere sich an die ,bedeutung des ,neuplatonismus fr das ,christentum1 oder an die ,tatsache1 da ,augustin den ,weg zum ,christentum ber ,cicero und ,plato fand4 ,wer der ,zukunft froh werden will1 mu einen ,summastrich unter die ,vergangenheit ziehen knnen und die ,soll- und ,habenseiten zusammenzhlen2 nur so wei er1 ob und wie weit er in die ,zukunft mit ,verlust oder ,gewinn eintritt4 ,an diesem ,vergleich kann man den ,kaufmann am ,schreiber dieser ,zeilen erkennen4 ,wie kann der wagen1 in solche ,rckschau einzutreten8 ,selbst wenn man bercksichtigt1 da er mit ,bchern handelt1 scheint es vermessen1 sich an die ,riesenarbeit einer ,kulturgeschichte des ,buches heranzuwagen1 noch dazu einen ,angriffspunkt zu whlen1 der ganz besonders fern zu liegen scheint4 ,doch habe ich darauf zu antworten3 ,ich will gar nicht erschpfend mein ,thema behandeln1 ich will vielmehr aus ,blumen1 die ich bisher auf meinem ,leserweg pflckte1 einen ,strau binden4 ,es wird ein ,feld-1 ,wald- und ,wiesenstrau sein1 wie sie eben sind3 ,die eine oder andere ,blte wird unansehnlich sein1 manche schon etwas welk vielleicht1 andere dagegen zu wenig aufgeblht1 trotzdem hoffe ich1 da die ,farben und der ,duft1 der solchen ,struen anhaftet1 andere auch veranlat1 solche ,strue zu pflcken1 und vielleicht findet sich einmal ein ,botaniker1 der nach streng wissenschaftlichen ,grundstzen seinen ,strau bindet4 ,zu weiterem ,nachdenken und ,forschen will ich anregen1 sonst nichts4 ,den ersten ,ansto zu meinen ,betrachtungen verdanke ich dem oben erwhnten ,worte ,harnacks4 ,da ich aber gerade dem ,verhltnis von ,buch und ,religion meine besondere ,beachtung schenkte1 hat mehrere ,grnde4 ,ich war mir von ,anfang bewut1 da die ,kulturgeschichte des ,buches ein wichtiges ,kapitel der ,gesellschaftslehre bildet4 ,gerade aber in dieser ,wissenschaft sind durch die ,untersuchungen von ,trltsch und ,max ,weber die religisen ,probleme stark1 ja in gewisser ,hinsicht vielleicht zu stark in den ,vordergrund gerckt worden4 ,dann aber wurde mir immer mehr klar1 da von allen ,kulturerscheinungen die ,religion die bedeutendste und bestimmendste ist4 ,burckhardt sagt in seinen weltgeschichtlichen ,betrachtungen3 ,hohe ,ansprche haben die ,religionen auf die ,mutterschaft ber die ,kulturen1 ja die ,religion ist eine ,vorbedingung jeder ,kultur1 die den ,namen verdient1 und kann sogar geradezu mit der einzig vorhandenen ,kultur zusammenfallen4 ,und ,spengler sagt3 ,alle ,wissenschaft ist an einer ,religion und unter den gesamten seelischen ,voraussetzungen einer ,religion erwachsen4 ,ich durfte also hoffen1 da ich die ,kulturgeschichte des ,buches in ihrem ,hauptstck erfasse1 wenn ich bei der ,religion beginne4 ,darber hinaus aber ist es fr mich1 der ich es von ,beruf mit dem ,buch zu tun habe1 eine ,frage von entscheidender ,bedeutung1 wie gerade das ,hchste im ,menschenleben vom ,schrifttum bestimmt wird4 ,ich sage wieder wie oben ,schrifttum2 denn es wre lcherlich1 die ,untersuchung erst bei der ,entstehung des ,wortes ,buch oder gar erst bei der ,erfindung der ,buchdruckerkunst beginnen zu wollen4 ,es gilt doch ,grundstzliches zu gewinnen1 darum mu auf den ,grund gegangen werden4 ,dieser aber ist im vorliegenden ,fall die ,schrift4 ,man frchte deshalb nicht eine unntige ,verbreiterung der ,fragestellung oder gar ein ,eingehen auf das religise ,schrifttum aller ,zeiten und ,vlker4 ,wer etwa ,heilers ,werk ber das ,gebet kennt1 wei1 wie schwer selbst ein ,einzelabschnitt wie dieser von einem ,menschen allein erschpfend behandelt werden kann4 ,und doch mu eine soziologische ,untersuchung wie die von mir gewagte auf vlkerkundlichen ,tatsachen aufbauen4 ,dies zeigt sich schon1 wenn wir uns die ,frage vorlegen nach den in der ,schrift wirksamen ,krften4 ,es leuchtet ein1 da die ,festhaltung einer ,tatsache oder gar eines ,gedankens durch ,schriftzeichen1 mge es sich um ,runenzeichen oder um primitive ,bilderschrift handeln1 auf den ,naturmenschen einen tiefen1 geheimnisvollen ,eindruck macht4 ,er1 der hauptschlich krperlich1 sinnlich lebt1 macht die ,erfahrung1 da es ein ,mittel gibt1 um zeitlich und rumlich in die ,ferne zu wirken4 ,projektion der ,rede in ,zeit und ,raum#c mu oft um so zauberhafter anmuten1 je mehr die verwendeten ,zeichen von einer ,bildzeichnung abweichen1 je grere ,kenntnisse dazu gehren1 das ,schriftsystem zu handhaben4 ,ein ,forscher#d hat das ,schriftproblem ganz aus dieser magischen ,grundlage zu lsen versucht und ein anderer betont die ,bedeutung der ,schrift als ,zaubermittel#e4 ,in den meisten vlkerkundlichen ,schriften ist aber wenig davon die ,rede1 da eben aus jener ,besonderheit die enge ,verbindung von ,schrift- und ,priestertum zu erklren ist4 ,wohl fand ich in manchen ,ausfhrungen#f ber das ,priestertum ,andeutungen1 wie sehr gerade bei den ,naturvlkern das ,priestertum auf der berlegenheit in geistiger ,hinsicht beruht1 ber seine ,bedeutung fr das ,schrifttum ist aber wenig gesagt1 und doch lge gerade bei uns in ,deutschland ein ,hinweis darauf so nahe1 war doch die ,runenschrift ausgesprochen eine ,priesterschrift und beherbergten im ,mittelalter doch die ,klster die ,vertreter des ,schrifttums4 ,doch halten wir als geheimnisvolle ,kraft der ,schrift die ,wirkung in ,zeit und ,raum fest4 ber die ,wirkung in die ,zeit wird noch manches zu sagen sein1 darum sei das wenige1 was hier ber die ,wirkung in den ,raum zu sagen ist1 vorangestellt4 ,greifen wir hier in unsere eigene ,geschichte1 die des ,christentums hinein1 so finden wir von den ,briefen der ,apostel angefangen bis in die jngste ,zeit hinein ,beispiele einer solchen ,wirkung der ,schrift in den ,raum4 ,ihr ist es zu verdanken1 da das ,christentum in der antiken ,welt trotz des fr damalige ,verkehrsverhltnisse bergroen ,raumes des rmischen ,reiches sich so rasch ausdehnte und zugleich inneren ,zusammenhang fand und befestigte4 ,und wie wre ,luthers rasche ,wirkung ber ganz ,deutschland und darber hinaus zu erklren1 wre nicht die ,verbreitung seiner ,schriften1 freilich gesteigert durch die ,druckkunst1 in einem ,grade mglich gewesen1 der nur noch bertroffen wird durch die ,verbreitung aller ,nachrichten mit ,hilfe der ,elektrizitt1 die jetzt im ,zeichen des ,radio einen ,hhepunkt erreicht zu haben scheint6 ,hier darf auch eine ,erscheinung nicht unerwhnt bleiben3 die ppstlichen ,hirtenbriefe4 ,die ,anhnger des evangelischen ,bekenntnisses waren bisher zu sehr geneigt1 die ,macht des ,erfolges zu unterschtzen1 wenn in allen ,kirchen der ganzen katholischen ,welt an einem ,tage ein- und dieselbe ,verlautbarung des ,kirchenoberhauptes verlesen wird4 ,bewut wird hier die berwindung des ,raumes durch die ,schrift in den ,dienst der ,zusammengehrigkeit gestellt und es ist gut1 da allenthalben die ,erkenntnis der ,bedeutung solcher ,verlautbarungen durchbricht4 ,doch noch weit mehr als die ,wirkung in den ,raum hat die in die ,zeit etwas ,zauberhaftes an sich4 ,dieser ,zauber mag bei ,naturvlkern1 die dem ,seelenkult dienten1 besonders wirksam sein1 so da hier schon eine enge ,berhrung mit dem ,religisen gegeben ist4 ,und in der ,tat scheint -- wie ich oben schon zeigte -- schon auf niederer ,stufe eine enge ,verbindung zwischen ,priesterschaft und ,schrifttum zu bestehen4 ,freilich ist das ,priestertum nicht gleichbedeutend mit ,religion1 aber zweifellos ist der ,priester der ,hter der religisen berlieferung4 ,so kommt es1 da wohl alle ,religionen durch heilige ,schriften leben und lebten mit ,ausnahme der vedischen des alten ,indiens#g4 ,die ,brahmanen1 die ,priesterkaste dieser ,religion1 kannten nur die mndliche berlieferung der alten heiligen ,gesnge4 ,wie die ,christen die ,bibel1 auf deutsch -- wie man sich immer wieder ins ,gedchtnis zurckrufen sollte -- das ,buch1 der ,islam den ,koran1 die ,buddhisten die ,reden ,buddhas und die folgenden kanonischen ,schriften als berlieferung besitzen1 so schrieb ,laotse1 der alte ,lehrer1 im ,taoteking seinem ,volk1 das er im ,zorn ber seine sittliche ,verworfenheit verlie1 die alten ,lehren seiner ,religion nieder1 damit es sich wieder daran emporraffe2 so waren die ,schriften ,kungfutses nichts anderes als eine ,sammlung der alten kanonischen ,schriften2 so besaen die persischen ,anhnger des ,zarathustra im ,avesta ihre heilige ,schrift4 ,da in gypten das ,schrifttum im religisen ,leben eine besonders groe ,rolle spielte1 erklrt sich zwanglos aus dem besonders gnstigen ,schreibstoff4 ,so bekam jeder ,tote eine ,reihe von ,papyrusrollen mit ins ,grab1 auf denen ,zauberformeln geschrieben waren1 um die ,gefahren der ,seele auf dem ,weg in den ,himmel zu berwinden4 ,in ,hermopolis verehrte man den ,mondgott ,thot auch als ,erfinder der ,schrift4 ,aus dem alten gypten lt sich auch ein ,beispiel der zeitlichen ,fernwirkung der ,schrift melden1 wie es kaum ein hnliches gibt3 ,im #ad4 ,jhdt4 v4 ,chr4 machte ,amenophis ,,iv4 den ,versuch1 die ,vielgtterei auszurotten und durch die alleinige ,verehrung der ,sonnenscheibe1 ,aten1 zu ersetzen4 ,mit ,hilfe seiner ,theologen wurde der ,kult systematisch durchgebildet4 ,er blieb eine ,episode4 ,aber die ,sonnenspekulationen blieben erhalten1 und man wird nicht fehlgehen1 da die ,logosspekulationen des gypters ,philo in ihnen wurzeln1 jene ,logosspekulationen1 die durch die christlichen ,theologen der alexandrinischen ,schule1 ,clemens1 ,origenes und ,athanasius1 von entscheidendem ,einflu auf das christliche ,dogma wurden1 durch dieses bis auf unsere ,zeit1 also schon im vierten ,jahrtausend1 wirksam sind4 ,lassen ,sie mich hier nur kurz erwhnen1 da auch bei den ,griechen eine reiche mythologische ,literatur bestand1 da der auf den ,buddhismus in ,indien folgende ,hinduismus unter ,zurckgreifen auf die vedische berlieferung eine reiche ,literatur bis auf unsere ,tage entwickelt hat1 mit der er in jngster ,zeit durch ,vertreter wie ,rabindranath ,tagore auch in das ,abendland herberwirkt4 ,eingehendere ,behandlung der zeitlichen und rumlichen ,fernwirkung des ,schrifttums erfordert hier aber das ,christentum1 wenn ich mich auch auf eine ,reihe von ,andeutungen beschrnken mu1 um mich tiefer schrfender ,betrachtung zuwenden zu knnen4 ,man bedenke1 da heute die ,bibel allein von der ,britischen ,bibelgesellschaft in ganzer ,ausdehnung in #ace ,sprachen1 das ,neue ,testament allein in #abg1 einzelne ,teile der ,bibel in #bie1 insgesamt also in #ecg ,sprachen vertrieben wird4 ,man berlege ferner1 da die ,britische ,bibelgesellschaft bis zum ,jahre #aijc schon gegen #cjj ,millionen biblische ,bcher hinausgab1 da noch von unzhlig vielen ,stellen ,bibeln gedruckt werden in unbekannt hohen ,auflagen1 so erhlt man eine rumliche ,fernwirkung von nie dagewesener ,ausdehnung1 d4 h4 fast wo ein ,mensch des ,lesens kundig ist1 steht ihm eine ,bibel zur ,verfgung4 ,daneben steht die um ber #a ,jahrtausend wirkende zeitliche ,fernwirkung der ,bibel in der von den ,kirchenvtern festgelegten ,gestalt1 der die ,wirkung der einzelnen ,teile des ,neuen ,testaments um mehrere1 des ,alten ,testaments um schwer zhlbare ,jahrhunderte vorangeht4 ,man denke der vielen fleiigen ,hnde1 die im ,altertum und ,mittelalter durch ,abschrift und bersetzung zur ,erhaltung und ,verbreitung der ,bibel beitrugen4 ,fnfzig ,evangelienhandschriften lie ,konstantin fr seine ,stadt ,konstantinopel herstellen1 und seit dem #d4 ,jahrhundert brgerte sich der ,brauch ein1 bei den heiligen ,bchern den ,schwur zu leisten4 ,vor allem aber betrachten ,sie in diesem ,zusammenhang ,luthers bersetzungstat1 die fr uns ,deutsche im ,verein mit der ,buchdruckerkunst erst den ,grund legte zu jener schon erwhnten mrchenhaften ,fernwirkung in alle ,teile der ,bevlkerung4 ,hier mag erwhnt sein1 da ich bei einer ,buchhndlerfamilie1 den ,nrnberger ,endter1 im #ag4 und #ah4 ,jahrhundert eine ,unzahl von evangelischen und katholischen ,bibelausgaben feststellen konnte1 angefangen von den vielen ,ausgaben der ,kurfrstenbibel im groen ,format bis zu lateinischen und deutschen ,ausgaben der ,vulgata1 sogar eine ganz auf ,pergament gedruckte lutherische ,ausgabe im ,oktavformat ging durch meine ,hnde4 ,weiter sei erwhnt die riesenhafte ,verbreitung mancher ,andachtsbcher4 ,ich erwhne1 von den ,mebchern1 ,gesang- und ,gebetbchern abgesehen1 als ,beispiele das ,buch von der ,nachfolge ,christi des ,thomas von ,kempen1 das seit dem #ae4 ,jahrhundert in zahllosen ,ausgaben und bersetzungen weiterwirkt1 weiter des evangelischen ,theologen ,arnd ,wahres ,christentum und sein ,paradiesgrtlein1 letzteres ein ,buch1 das im #ag4 ,jahrhundert wohl alle ,buchdrucker ,deutschlands in ungezhlten ,auflagen druckten4 ,dies mag an ,beispielen und ,hinweisen fr die uere ,machtentfaltung des ,schrifttums auf christlich-religisem ,gebiet gengen4 ,drfen wir aber nur diese ,lichtseite sehen8 ,gibt es nicht auch ,nachtseiten des ,schrifttums1 die auch ihre ,schatten auf die ,religion werfen8 ,nicht von der ,unzahl religionsloser oder religionsfeindlicher ,schriften soll hier die ,rede sein4 ,nein1 in sich selbst birgt das ,schrifttum einen tdlichen ,keim1 auch da1 wo es edelstes ,religionsgut vermittelt4 ,die ,schrift ist nur ein ,bild des gesprochenen ,wortes4 ,und wie uns auch das beste ,bild eines ,menschen uns diesen selbst nicht ersetzen kann1 ebensowenig kann die ,schrift das gesprochene ,wort ersetzen4 ,ihr fehlt der ,ton der ,stimme1 ihr fehlt die ,geste4 ,selbst wenn das ,geschriebene noch so lebendig anmutet1 man die hinter ihr stehende ,persnlichkeit greifen zu knnen meint1 die meisten ,fden1 die unsichtbar von der redenden ,person zu den ,hrern fhren1 sind zerschnitten4 ,man erinnere sich1 wie manche ,rede oder ,predigt1 die uns im ,innersten gepackt hat1 uns unbegreiflich schal anmutet1 wenn wir sie spter gedruckt lesen1 wie mancher ,satz als platt erscheint1 der unter dem ,blick der redenden ,persnlichkeit erschtternd wirkte4 ,ein ,ding soll man wissen1 sagt ,seuse1 so ungleich es ist1 wenn man ein ses ,saitenspiel selber hrt s erklingen1 im ,vergleich dazu1 da man nur davon hrt sprechen1 ebenso ungleich sind die ,worte1 die in der lauteren ,gnade empfangen werden und aus einem lebendigen ,herzen durch einen lebendigen ,mund ausflieen1 im ,vergleich zu den selbigen ,worten1 wenn sie auf das tote ,pergament kommen4 ,denn so erkalten sie1 ich wei nicht wie1 und verbleichen wie die abgebrochenen ,rosen4 ,durch die ,unzulnglichkeit schriftlicher bermittlung entsteht eine doppelte ,gefahr3 ,der ,leser liest aus den ,worten mit seiner ,phantasie das heraus1 was ihm entspricht1 er ist weniger gefesselt als der unter dem ,bann der ,rede ,stehende4 ,das ,gespenst der falschen ,deutung oder auch nur des ,miverstndnisses erhebt sich drohend4 ,da aber1 wo dem ,leser die ,phantasie mangelt1 fehlt berhaupt das wichtigste ,organ des ,verstehens1 das ,sich-in-den-anderen-,hineinversetzen4 ,die ,folge ist unfruchtbare ,kritik1 und an ,stelle des ,lesens1 d4 h4 des ,zusammenlesens der ,buchstaben zu ,gedanken des ,schreibers1 tritt ein ,zerlesen und ,zerpflcken3 ,die ,schrift ist tot1 wenn nicht der ,leser ihr ,leben gibt6 ,wie eine geprete ,blume trotz vielleicht gut erhaltener ,farbe tot ist und erst ,leben gewinnt1 wenn der ,beschauer sie sich auf blhender ,wiese1 vom ,wind bewegt1 von der ,sonne beschienen1 umgeben von ,gras und anderen ,blten1 denkt1 so hngt bei der ,schrift alles davon ab1 ob ein wirklicher ,leser da ist4 ,und darum hat ,paulus 7#a4 ,korinth4 #h1 #a7 recht1 wenn er sagt3 ,das ,wissen blhet auf4 ,denn ,wissen ist nur das ,ansammeln der toten ,tatsachen4 ,tatsachen sind tot1 solange nicht eine schpferische ,phantasie aus ihnen ,neues baut4 ,reden die ,leute schon viel1 so schreiben sie noch viel mehr aneinander vorbei4 ,ein wirklich guter ,schriftsteller wird daran erkannt1 da er mit seiner ,darstellungsweise den ,leser so anregt1 da mhelos dessen ,phantasie in ,kraft tritt1 um das an sich tote ,satzgefge zu beleben4 ,darum ist ein ,buch um so toter1 je wissenschaftlicher es ist2 denn um so mehr ist das mit den ,gedanken des ,schreibers eingetreten1 was ,fendt in seinem ,buch ber die ,entwicklung der christlichen ,gottesdienstformen ,versachlichung nennt4 ,nur nebenbei sei bemerkt1 da die fremdwortwtigen deutschen ,gelehrten ihre ,welscherei mit der ,wissenschaftlichkeit begrnden4 ,sie haben recht2 aber sie dienen damit eben jenem ,wissen1 das aufblht1 weil es keine ,phantasie gibt1 die diesen toten ,wortgebilden ,leben einhauchen kann4 ,unter diesen ,gesichtspunkten gesehen1 gewinnt die ,stellung ,christi zum geschriebenen ,wort ihren vollen ,sinn4 ,weh' euch1 ,schriftgelehrte und ,phariser1 ihr ,heuchler1 die ihr gleich seid wie die bertnchten ,grber1 welche auswendig hbsch scheinen1 aber inwendig sind sie voller ,totenbeine und alles ,unflats6 7,matth4 #bc1 #bg47 ,das heit eben1 da die ,schriftgelehrten und ,phariser ,buchstabenwissen die ,menge hatten1 nicht aber den ,sinn1 der hinter der ,schrift steht4 ,matth4 #bc1 #ag--bb liest sich wie eine ,predigt gegen die ,versachlichung4 ,zu den ,schriftgelehrten und ,pharisern ist ,mark4 #c1 #bh--cj das ,wort von der ,snde gegen den ,heiligen ,geist gesprochen4 ,an einer ,stelle 7,luk4 #aa1 #eb7 tritt deutlich hervor1 da ,jesus nicht wegen der ,versachlichung der alttestamentarischen berlieferung den ,schriftgelehrten und ,pharisern den ,hauptvorwurf macht1 sondern deswegen1 weil sie diese ,versachlichung zur ,norm erhoben1 indem sie fr sich allein die ,schriftkenntnis beanspruchten3 ,weh' euch ,schriftgelehrten6 ,denn ihr habt den ,schlssel der ,erkenntnis weggenommen und wehret denen1 die hineinwollen4 ,dieser ,schlssel der ,erkenntnis ist nichts anderes als jene unmittelbare ,aneignung des eigentlichen ,wortinhalts durch das eigene ,vorstellungsvermgen1 durch die ungebrochene ,phantasie1 wie gewhnlich gesagt wird1 d4 h4 eben durch jenes ,organ1 das im ,gegensatz zur ,wissenschaft aufs ,ganze geht und auf ,zergliederung verzichtet4 ,nichts ist trennender vom ,volke als ,wissenschaft1 sagt ,ricarda ,huch#h1 die ,trennung nach der wissenschaftlichen ,ausbildung lst im ,volke noch mehr auf als die ,trennung nach ,adel und ,reichtum4 ,solange die ,kultur auf der ,phantasie beruht1 ist sie dem ganzen ,volke zugnglich2 die ,wissenschaft vereinzelt1 ohne irgendeine neue ,erkenntnis zu schaffen4 ,sie zerlegt die einheitliche ,idee in ,begriffe und macht damit eine ,sprache1 die nur von ,eingeweihten verstanden werden kann2 durch die ,vorherrschaft dieser bewuten ,sprache verkmmert die anschauliche1 die aus dem ,unbewuten quillt1 die bewute wird immer drrer und lahmer1 da sie des ,zustroms aus der ,quelle entbehrt1 und putzt sich dementsprechend mit desto knstlicheren ,lappen auf4 ,es ist dies eine ,wahrheit1 die fr unsere wissenschaftsfreudige ,zeit schmerzlich ist4 ,da sie von einer ,frau so klar ausgesprochen wird1 zeigt1 da eben die ,frau unberhrter von der ,versachlichung unserer ,kultur blieb4 ,tritt nun hinsichtlich der religisen berlieferung eine ,trennung zwischen ,eingeweihten und ,uneingeweihten ein1 so ist die ,religion in der ,wurzel getroffen4 ,das ist die ,erkenntnis1 von der ,jesus durchdrungen war4 ,denn ausdrcklich betont er ja1 da er nicht gekommen sei1 um das ,gesetz aufzulsen1 und ,matth4 #e1 #ah sagt er3 ,bis da ,himmel und ,erde vergehe1 wird nicht zergehen der kleinste ,buchstabe1 noch ein ,tttel vom ,gesetze1 und auch ,lukas berichtet ,kap4 #af1 #ag das gleiche4 ,und wie oft beginnt seine ,antwort mit dem ,hinweis3 ,es steht geschrieben4 ,freilich mu hier auch das #e4 ,kapitel des ,matthus herangezogen werden1 in dem die mehrfache ,gegenbersetzung ,ihr habt gehrt1 da zu den ,alten gesagt ist und dann das ,ich aber sage euch wie ein ,bruch mit dem ,alten ,testament erscheint4 ,dieser soll nicht geleugnet werden1 aber gerade aus dieser ,stelle erkennt man1 da dieser ,bruch darin besteht1 da ,jesus ber das ,alte ,testament hinausgehen will4 ,er sagt mit kurzen ,worten3 ,es gengt nicht1 die ,verbote des ,gesetzes einzuhalten1 sondern es gilt1 die schlechte ,handlung durch die gute zu ersetzen4 ,jesus erkannte klar1 da eben jener ,bann1 in den die ,versachlichung der berlieferung seine ,zeit geschlagen hatte1 nicht nur durch den ,hinweis auf den ,schaden selbst -- er hat es ja mit herben ,worten den berheblichen ,eingeweihten gegenber oft getan -- gebrochen werden kann und darum mute er ber die ,gesetzesberlieferung hinausschreiten in die ,welt der freien1 gottbewuten1 sittlichen ,tat1 die weit entfernt ist von jener buchstblichen ,einhaltung geschriebener ,gebote1 die noch dazu1 wie er deutlich sah1 immer mehr verblat waren unter der ,einwirkung menschlicher ,gesetze3 ,ihr verlasset ,gottes ,gebot und haltet der ,menschen ,aufstze1 sagt er ,markus #g1 #h4 ,alexander von ,humboldt sagt wohl einmal1 da die ,sprache nicht nur ein 7ergon71 ein ,werk1 sondern auch eine 7energia71 eine lebendige ,kraft sei4 ,das gilt ebenso vom ,schrifttum1 und ,jesus hat das deutlich erkannt und suchte durch seine ,lehre eben jene lebendige ,kraft wirksam zu machen1 whrend die ,schriftgelehrten nur das ,werk1 die abgeschlossene ,sache1 kannten4 ,so steht die religise ,persnlichkeit des ,christus bewut einerseits im ,gegensatz zu dem ,schrifttum1 das seiner ,jugend ,religion vermittelte1 anderseits aber nicht minder bewut in ihm selbst2 nur sieht er es mit anderen ,augen als seine abgestumpfte ,zeit4 ,hat euch nicht ,moses das ,gesetz gegeben8 ,und niemand unter euch tut das ,gesetz4 7,joh4 #g1 #ae u4 ff47 ,er reckt sich zur ganzen ,gre seiner religisen ,persnlichkeit und bringt sich selbst zum ,opfer1 um dem toten ,buchstaben wieder neues ,leben zu geben4 ,er fhlt sich von ,gott dazu berufen und seines ,sieges im ,sinne der ,schrift sicher1 darum sagt er3 ,wer an mich glaubt1 wie die ,schrift saget1 von des ,leibes werden ,strme des lebendigen ,wassers flieen4 7,joh4 #g1 #cb47 ,so bekommt der ,anfang des ,johannesevangeliums seinen ,sinn3 ,im ,anfang war das ,wort1 und das ,wort war bei ,gott1 und ,gott war das ,wort4 ,dieses ,wort hatte hchste ,schpferkraft1 es war ,gestaltungskraft und ,sinn an sich3 ,dasselbige war im ,anfang bei ,gott4 ,alle ,dinge sind durch dasselbige gemacht1 und ohne dasselbige ist nichts gemacht1 was gemacht ist4 ,seine ,lebenskraft wirkte auch in den ,menschen3 ,in ihm war das ,leben1 und das ,leben war das ,licht der ,menschen4 ,da aber kommt eben jene ,finsternis der ,versachlichung1 jene geistlose ,buchstabenleserei1 die am ,sinn vorbeigeht1 indem sie meint1 mit dem buchstblichen ,inhalt das ,wesen ergriffen zu haben4 ,und das ,licht scheinet in die ,finsternis1 und die ,finsternis hat's nicht begriffen4 ,die groe ,wendung bringt der ,erlser3 ,und das ,wort ward ,fleisch4 ,das heit3 ,durch die ,person des ,heilands bekam das ,wort auch fr die ,umwelt1 der es toter ,buchstabe geworden war1 wieder ,leben1 ,sinn und lebendige ,kraft4 ,ich will mit dieser ,deutung nicht etwa das ,logosproblem1 mit dem sich so viele vom frhen ,christentum bis heute abgeqult haben1 hnlich gewaltsam lsen wie ,goethes ,faust1 der da sagt3 ,im ,anfang war die ,tat4 ,die geheimnisvolle ,kraft eben des ,wortes1 das bei ,gott dem ,schpfer von ,anfang an war und das die ,welt hervorrief1 kann ich so wenig fassen wie alle jene ,denker4 ,meine ,erklrung des ,anfangs des ,johannesevangeliums lt den geheimnisvollen ,kern des schpferischen ,logos unberhrt2 sie zeigt aber1 wie eben jener ,kern den ,menschen in ,vergessenheit kam1 weil sie die ,schale fr die ganze ,nu nahmen4 ,durch die ,person ,christi wurde diese ,schale gesprengt und die ,wirksamkeit und ,keimkraft des ,kernes den ,menschen zurckgegeben4 ,gerade die ,einstellung ,christi zur schriftlichen berlieferung ist es1 was seiner ,lehre das ,geprge gibt4 ,lassen ,sie mich hier kurz ,vergleiche mit dem ,buddhismus und dem ,islam ziehen4 ,wenn ,sie die religise ,gestalt des ,buddha betrachten1 so -- es ist das ja allbekannt -- finden ,sie manche ,zge1 die auch bei ,jesus zu finden sind3 ,er entstammt nicht der ,priesterkaste1 aber er ist hochgebildet und setzt wie der zwlfjhrige ,jesus seine ,umwelt durch seine ,begabung in ,erstaunen3 ,als er in das ,jnglingsalter eintrat -- ,lernt er das1 was seinem ,stande zukommt -- ,was bei anderen manches ,jahr erfordert -- ,leicht und sicher in nur wenigen ,tagen1 heit es in ,buddhas ,wandel1 einer der ltesten berlieferungen des ,buddhismus4 ,auch aus anderen ,stellen dieser ,schrift geht deutlich hervor1 da er reiches ,wissen hat und stolz darauf ist4 ,nun aber kommt der groe ,unterschied3 ,whrend ,jesus mit seinem religisen ,schpfertum der alten berlieferung ihren ,sinn zurckgibt1 aus totem ,wissen lebendige ,religion macht1 sucht der ,buddha die alte ,lehre seines ,landes1 die der ,seelenwanderung1 bewut zu verdrngen4 ,gewi tut er dies in an sich tief religiser1 aus strkstem ,erleben hervorquellender ,gedankenarbeit1 aber der ,bruch mit dem ,vorhergehenden ist da1 nicht nur uerlich wie bei ,jesus1 sondern innerlich4 ,wieweit allerdings auch bei ,buddha den ,ansto zu seiner ,wirksamkeit eine ,versachlichung der religisen berlieferung seiner ,zeit gegeben hat1 entzieht sich meiner ,beurteilung4 ,bezeichnend fr diesen groen ,religionsstifter ,indiens ist aber1 da auch er wie ,jesus nichts ,schriftliches hinterlie2 auch er predigte in lebendiger ,sprache unter ,verwendung von vielen ,bildern und ,vergleichen4 ,erst seine ,jnger schreiben seine ,reden auf4 ,anders ,mohammed1 der ,prophet des ,islams1 der weit unter dem indischen ,groen steht1 eben gerade deshalb1 weil er selbst seine ,lehre in ,schrift erstarren lie4 ,eine ,menge verschiedenster religiser berlieferungen hatten auf ihn eingewirkt1 und aus ihnen baute er seine neue ,lehre4 ,diese war aber eben aus berlieferung zusammengesetzt2 sie war keine ,auseinandersetzung mit ihr wie bei ,buddha oder eine ,zurckeroberung ihres innersten ,kerns wie bei ,jesus1 und darum wurde sie selbst rasch starre berlieferung1 die dann ,jahrhunderte als ,geiel die christliche ,welt schlug4 ,bemerkenswert ist die ,erzhlung1 die ,mohammed selbst von seiner ,berufung in der #if4 ,sure gibt3 ,allah selbst oder der ,engel ,gabriel war ihm erschienen und hatte ihn aufgefordert3 ,lies im ,namen deines ,herrn1 der dich schuf lies1 dein ,herr ist's1 der dich erkor1 den ,menschen schuf aus zhem ,blut und unterwies mit dem ,schreibrohr den ,menschen unterwies in dem1 was er nicht wute zuvor1 da las er1 die ,erscheinung wich von ihm1 er erwachte aus seinem ,traum und es war ihm1 als trge er die ,worte ins ,herz geschrieben4 ,also schon in seiner ,berufung spielt die ,bedeutung der ,schreibkunst eine besondere ,rolle4 ,deutlich tritt bei ,christus1 ,buddha und ,mohammed das ,verhltnis zum ,schrifttum hervor4 ,alle drei stehen in einer religisen berlieferung1 nur ,mohammed aber schafft selbst schriftliche berlieferung1 whrend der ,buddha und ,jesus mit der ganzen ,wucht des gesprochenen ,wortes wirken4 ,jesus allein aber ist der ,kmpfer gegen die ,versachlichung des lebendigen ,wortes4 ,auch in diesem ,punkt gibt es eine ,nachfolge ,christi4 ,das mge jeder bedenken1 der mit dem ,schrifttum zu tun hat1 aber auch jeder1 der religise ,persnlichkeiten oder religise ,gemeinschaftsformen auf ihren ,wert beurteilen will4 ,es liegt nahe1 da man die ,gefahr der ,versachlichung durch die ,schrift durch ,verwerfung der ,schrift berhaupt vermeiden mchte4 ,abgesehen davon aber1 da man damit die berlieferung hemmungslos der ,willkr preisgibt1 liegt darin doch auch eine ,verkennung des ,wertes der ,schrift fr die ,religion4 ,man wrde damit den ,kampf in falscher ,front fechten3 statt gegen die ,versachlichung des ,wortes fr dessen ,auslschung1 statt fr lebendigen ,leserwillen fr hemmungslose ,willkr4 ,lebendiger ,leserwille6 ,damit sind wir an dem ,punkt1 der wenigstens an zwei ,beispielen aus der ,geschichte des ,christentums herausgearbeitet werden soll1 zwei ,beispielen1 die trotz aller hnlichkeit doch von grter ,verschiedenheit sind3 ,augustin und ,luther4 ,verzehrt von der ,glut sinnlicher ,leidenschaft suchte ,augustin durch die ,philosophie den inneren ,seelenfrieden zu erringen4 ,ciceros ,hortensius vermochte aber nicht die ,bande zu lsen4 ,es folgte eine ,zeit1 in der ,augustin auf philosophischem ,wege sich christliche ,ideen aneignet4 ,die ,predigt des ,bischofs ,ambrosius von ,mailand mag den ,weg dahin gebahnt haben1 da es ,augustin gelang1 weiterhin tief beeinflut von ,gedankengngen des ,neuplatonismus1 zu einer verstandesmigen ,erfassung der christlichen ,heilslehre vorzudringen4 ,von dem ,einflu der ,predigten des ,mailnder ,bischofs abgesehen1 durchlief also ,augustin im wesentlichen eine ganze ,stufenleiter literarischer ,eindrcke1 und auch seine erste ,erfassung des ,christentums war rein literarisch1 wie aus seiner ,erzhlung im #f4 ,kapitel des #h4 ,buches seiner ,bekenntnisse deutlich wird4 ,vor allem in den ,schriften des ,apostel ,paulus hatte er1 wie er erzhlt1 hufig gelesen4 ,erst aber die ,erzhlung des ,pontidianus von jener ,bekehrung vor den ,toren ,triers fhrte ,augustin zu jenem ,hhepunkt#i in seinem ,leben1 in dem auf einmal das literarische ,wissen ,leben gewann1 um wie ein ,sturzbach die ganze ,persnlichkeit mitzureien4 ,um diesen ,vorgang zu erfassen1 mu ich kurz jene ,bekehrungsgeschichte an der ,hand von ,augustins ,bekenntnissen ins ,gedchtnis zurckrufen3 ,pontidianus hatte sich mit drei ,freunden vor den ,toren ,triers ergangen1 er und einer der ,freunde hatten sich zufllig von den beiden andern getrennt4 ,diese aber waren auf ihrem weiteren ,weg zu einer ,htte gelangt1 die ,mnchen gehrte4 ,sie fanden darin ein ,buch ber das ,leben des heiligen ,antonius4 ,der eine las1 ,staunen erfate ihn1 und er fing ,feuer1 und beim ,lesen kam ihm der ,gedanke1 selber so ein ,leben zu ergreifen4 ,sie sehen also1 worin bei ,augustin das ,erlebnis beim ,hren dieser ,geschichte bestanden haben mu3 ,er erkannte pltzlich1 da er bisher nur ,buchstaben gelesen hatte1 whrend jener vor ,trier ,bekehrte eben jenen lebendigen ,leserwillen aufgebracht hatte1 der das hinter den ,buchstaben verborgene ,leben selbst erfat2 er erkannte1 da ihm die eigene ,aufgeschlossenheit der berlieferung gegenber bisher gefehlt hatte4 ,mit dieser ,erkenntnis aber war das ,tor aufgestoen zu einem neuen ,leben3 ,er war fr das ,christentum1 das ,christentum fr ihn gewonnen4 ,anders bei ,luther4 ,sie wissen alle1 wie ,luther nach seinem ,eintritt ins ,kloster nicht nur mit ,fasten und ,beten1 sondern auch mit eifrigem ,studium um den inneren ,frieden rang4 ,gewi erinnert dieses ,ringen im gewissen ,sinne an jenes philosophische ,bemhen ,augustins1 aber fr ,luther stand von vornherein fest1 da er als ,christ1 als der er aufgewachsen und erzogen war1 jenes ,heil finden msse1 fr ihn kam eine ,wendung1 wie sie ,augustin von der sterbenden ,antike zum jungen ,christentum machen mute1 nicht in ,frage4 ,gerade darum aber konnte ihm kein solches ,erlebnis wie das des ,augustin pltzlich das ,tor ffnen4 ,mit zhem ,flei und nchterner ,geduld mute er jenen ,schutt der ,versachlichung hinwegrumen1 den die ,kirche aufgehuft hatte4 ,dann aber stand er erst an der berlieferung1 wie sie durch die ,bibel gegeben war4 ,augustin hatte die paulinischen ,schriften gelesen1 mute aber erst noch jenes ,erleben haben1 um sein ,damaskus zu erleben4 ,luther brauchte kein ,damaskus in diesem ,sinne1 gerade darum aber wurden fr ihn die ,schriften des ,paulus zum ,schlssel fr die biblische berlieferung4 ,dadurch war es ihm auch mglich1 fr das ,leben der christlichen berlieferung zu kmpfen1 und die grte ,tat in diesem ,kampf war eben die ,bibelbersetzung4 ,mit ihr war der ,weg frei fr jeden1 der eben mit seinem lebendigen ,leserwillen an die ,schrift heranging4 ,mit diesem ,vergleich der ,stellung ,augustins und ,luthers zum ,schrifttum ist nichts gesagt ber den ,wert der religisen ,persnlichkeiten4 ,die hier berhrten ,vergleichspunkte zeigen gerade1 wie verschieden der ,weg ,augustins und der ,luthers trotz aller hnlichkeiten sind4 ,im ,zusammenhang dieser ,betrachtungen aber sind sie zwei1 wenn auch ganz verschiedene ,zeugen fr den ,wert religiser berlieferung durch die ,schrift1 gleichzeitig aber auch zwei ,zeugen1 wenn auch ganz verschiedene1 fr die ,notwendigkeit1 da der ,leser das ,wesentliche dazu geben mu1 um dem ,geschriebenen ,leben zu verleihen2 denn was bedeutet letztlich ,luthers allein durch den ,glauben anderes als die ,aneignung der ,heilsberlieferung aus innerer ,seelenkraft8 ,wenn ,sie die ,galerien ,europas durchwandern und die ,darstellungen der ,verkndigung betrachten1 so werden ,sie bei den alten ,meistern fast immer die gleiche ,darstellung der ,verkndigung finden3 ,maria kniet am ,betschemel1 auf dem aufgeschlagen das ,gebetbuch liegt4 ,sie liest aber nicht mehr darin1 sondern sie hat den ,blick weggewendet1 dem ,verkndigungsengel zu4 ,noch deutlicher aber zeigt ein alter rheinischer ,meister der ,mnchner ,pinakothek1 wie der religise ,mensch zum ,buch steht3 ,vor dem noch aufgeschlagenen ,buch kniet der heilige ,franziskus1 sein ,blick aber richtet sich in die ,hhe1 wo in den ,wolken der ,gekreuzigte erscheint1 von dem die ,strahlen ausgehen1 die dem ,heiligen die ,wundmale ,christi aufdrcken4 ,im ,hintergrund aber sitzt ein ,genosse des ,heiligen1 tiefgebeugt ber ein ,buch4 ,er liest noch1 whrend der ,heilige das ,gelesene erlebt4 ,deutlicher kann die ,bedeutung des ,buches fr den religisen ,akt nicht veranschaulicht werden4 ,dieser aber gehorcht1 wie ,scheeler sagt1 einer ,eigengesetzlichkeit4 ,und ,otto hat in seinem bekannten ,buch ber das ,heilige deutlich gesagt1 wie eben dieses ,heilige jenseits aller geistiger ,arbeit liegt3 ,es ist nicht lehrbar1 nur erweckbar aus dem ,geiste4 ,man behauptet bisweilen dasselbe von der ,religion berhaupt und im ganzen4 ,mit ,unrecht4 ,in ihr ist sehr vieles lehrbar1 d4 h4 in ,begriffen berlieferbar und auch in schulmigen ,unterricht berfhrbar4 ,nur eben nicht dieser ihr ,hinter- und ,untergrund4 ,er kann nur angestoen1 angeregt1 erweckt werden4 ,und dies am wenigsten durch bloe ,worte4 ,luther sagt das gleiche nicht minder deutlich3 ,wenn du es im ,herzen wahrhaft fhlest1 so wird dir's ein gro' ,ding sein1 da du vielmehr stillschweigen wirst1 denn etwas davon sagen4 ,auch ,augustins ,gre soll hier nochmal sprechen3 ,es spricht zu allen1 sagt er1 aber die verstehen's nur1 die das ,vernommene drinn in ihrer ,seele mit der ,wahrheit zu vergleichen wissen4 ,damit stehe ich am ,ende meiner ,betrachtungen4 ,deutlich heben sich zwei ,dinge heraus3 ,einmal die ,kraft der schriftlichen berlieferung als ,reiz und ,veranlassung und damit ihr hoher ,wert fr den religisen ,menschen1 zum andern aber ihre ,belanglosigkeit fr den eigentlichen ,kern aller ,religion4 ,die ,persnlichkeit des ,lesers wird darum zur entscheidenden ,kraft4 ,mancherlei ,fragen tauchen nun auf1 von denen nur zwei berhrt seien3 ,ist mit solcher ,erkenntnis nur fr die ,religion die ,grenze der ,wirksamkeit des ,buches gegeben8 ,ich glaube3 ,nein2 auch alle anderen ,gebiete menschlicher ,kultur stehen unter dem gleichen ,gesetz1 soweit die ,wirksamkeit des ,schrifttums in ,frage kommt4 ,weiter aber3 ,was ist die praktische ,folgerung fr uns8 ,doch wohl nichts anderes als die ,prfung unserer religisen ,literatur daraufhin1 wieweit sie ,versachlichung ist1 ,sprache1 die nicht mehr tnt oder vielleicht nie getnt hat4 ,nur so werden wir die anregende ,kraft der berlieferung nutzbar machen1 nur so entsteht religise ,erkenntnis4 ,bescheiden aber sollen wir bekennen1 da ber dieser ,erkenntnis der ,glaube steht4 ,dieser ,glaube aber ist1 wie ein junger ,schweizer ,theologe#aj schn sagt1 ein ,innewerden1 da alle ,erkenntnis etwas anderes meint1 als sie selber gibt1 etwas hinter ihr selbst1 da sie nur ein ,hinweis ist auf etwas ,urlebendiges1 jenen ,ursprung1 der unser ,freiseinknnen und den ,reichtum des ,lebens erst mglich macht4 ,dieser ,glaube ist ehrfrchtige ,anschauung des gttlichen ,wunders4 ,darum lt sich nicht leicht ,tieferes ber das ,verhltnis des religisen ,menschen zum ,buch sagen als die ,schluworte des ,cherubinischen ,wandersmanns3 ,freund1 es ist immer genug4 ,im ,fall du mehr wilt lesen1 ,so geh' und werde selbst die ,schrift und selbst das ,wesen4 ,funoten #b ber ,anmerkungen in ,bchern 7siehe ,aus ,wissenschaft und ,leben1 ,gieen #aiaa47 #c ,hoernes1 ,natur- u4 ,urgeschichte d4 ,menschen1 ,wien u4 ,leipzig #aiji #d ,dawzel1 ,die ,anfnge der ,schrift1 ,leipzig #aiab #e ,weule1 ,vom ,kerbstock zum ,alphabet1 ,stuttgart #aiae #f ,schurtz1 ,urgeschichte der ,kultur1 ,leipzig u4 ,wien #aijj1 ,hoernes a4 a4 ,o4 bringt eine sehr treffende ,stelle aus ,vierkandt1 ,naturvlker und ,kulturvlker #g ,ich halte mich in der folgenden ,darstellung an ,richter1 ,die ,religionen der ,vlker1 ,mnchen und ,berlin #aibc #h ,der ,sinn der heiligen ,schrift1 ,leipzig #aiai #i ,harnack1 ,aus der ,friedens- und ,kriegsarbeit1 ,gieen #aiaf #aj ,emil ,brunner1 ,erlebnis1 ,erkenntnis und ,glaube1 #b4 u4 #c4 ,aufl41 ,tbingen #aibc ,buchhandel als ,beruf ,in einer ,buchhndlerzeitschrift las ich den ,satz3 ,beruf ist1 wozu sich einer berufen fhlt4 ,das ganze ,elend unserer ,zeit kann nicht besser gekennzeichnet werden1 als durch diese ,behauptung4 ,denn ist sie richtig1 wie viele ,menschen haben dann einen ,beruf8 ,fhlt sich ein ,straenkehrer zum ,straenkehren berufen8 ,hat sich nicht manch einer1 der frei seinen ,beruf whlte1 einmal berufen gefhlt1 merkt nun aber1 da er falsch gewhlt hat1 sei es1 weil er den ,beruf falsch beurteilt1 sei es1 da er seine ,begabung1 seine ,krfte falsch eingeschtzt1 oder1 da er die ,zukunftsmglichkeiten nicht richtig erkannt hat8 ,es ist gar nicht auszudenken1 welches ,elend der ,seele mit diesem ,satz als unabnderlich festgelegt ist3 ,die ganze ,tragik unerfllter und unerfllbarer ,wnsche dieses ,erdenlebens ist in diesem ,satz1 so wie er in jener ,zeitschrift gemeint ist1 beschlossen4 ,es gibt eine ,geschichte des ,wortes ,beruf2 sie wurde von dem ,berliner ,theologen ,holl in einem ,sitzungsbericht der preuischen ,akademie der ,wissenschaften kurz dargestellt von den ,anfngen bis zu ,luther4 ,dort findet man1 da es anfnglich im ,christentum nur eine ,berufung gab und das war die ,berufung des ,christenmenschen durch das ,evangelium4 ,dann war die ,berufung etwas1 was nur dem ,mnch zuteil wurde1 also eine ,berufung persnlichster ,art1 die nur die besonders ,auserwhlten unter den ,christen erlebten4 ,im ,mittelalter gert das ,berufsbewutsein in ,spannung mit demjenigen ,selbstgefhl1 das der fortgehende wirtschaftliche und politische ,aufstieg bei den schaffenden ,stnden hervorrief4 ,noch aber haben diese ,stnde nur einen ,dienst1 keinen ,beruf4 ,einen entscheidenden ,schritt vorwrts hat die ,mystik getan3 ,eckart bersetzt #a4 ,korinth4 #g1 #bj3 ,es sind nicht alle ,leute in einen ,weg zu ,gott gerufen und darum ist ihm auch der niederste ,stand mit der ,erlangung des ,hchsten vereinbar4 ,deshalb soll man auch in seinem ,stand bleiben und ,tauler bezeichnet sogar das ,amt als eine ,ladung1 einen ,ruf1 der an uns ergeht4 ,das ,wort ,beruf war aber eine ,bezeichnung1 die auch bei ,luther noch anfnglich rein kirchlich-religises ,geprge hatte4 ,erst ,luthers ,lehre vom allgemeinen ,priestertum brachte die groe ,wandlung3 ,die ,erfllung der von einem ,stand auferlegten ,pflichten ist ,gehorsam auf einen ,befehl ,gottes4 ,und so sagt ,luther3 ,es ist ,gott nicht um das ,werk zu tun1 sondern um den ,gehorsam4 ,hier bricht die geschichtliche ,betrachtung ,holls ab4 ,htte er sie weitergefhrt1 so htte er von solchem ,hhepunkt immer mehr1 wenn auch in ,wellenlinien herunterfhren mssen bis zu so selbstschtigen ,deutungen1 wie die eingangs erwhnte4 ,immer mehr ist die sittliche ,gre eines jenseitigen ,ziels dem persnlichen ,nutzen1 der ,erfllung diesseitiger ,wnsche zum ,opfer gefallen4 ,als einzigen ,lichtpunkt sehe ich noch jenen ,bildungsbegriff der klassischen ,zeit und des ,idealismus1 der wenigstens ein jenseitiges ,vollkommenheitsbild kennt1 wenn ihm auch die religise ,prgung mangelt4 ,zuletzt aber kommt die fast unverhllte ,diesseitigkeit zum ,durchbruch1 begrndet mit der berchtigten ,forderung des ,lebens4 ,gewi regt es sich unter der ,kruste solcher ,versachlichung und angenehmster ,broterwerb gilt nicht mehr als die ,summe sozialen ,fortschritts4 ,man erkennt auch langsam1 da der ,kampf etwa zwischen humanistischen und realistischen ,bildungsanstalten ganz falsche ,fronten zeigte1 denn auf beiden ,seiten war das ,stoffliche mit drckender ,schwere ber das ,sittlich-,geistige gelegt und das ,berechtigungswesen machte sich auch in diesen ,kmpfen mit seiner ganzen ,unsittlichkeit breit4 ,ist aber der ,bann wirklich schon gebrochen8 ,verzichten wir auf eine umfassende ,antwort und beschrnken wir uns darauf1 den ,buchhandel als ,beruf im ,rahmen der ,zeitlage zu betrachten4 ,es wird gar viel von den ,kulturpflichten des ,buchhndlers geredet und gar mancher ist tatschlich ,buchhndler geworden1 weil er damit der ,kultur nher zu sein glaubte1 als beim ,handel etwa mit ,heringen4 ,in ,wirklichkeit aber verschrieb er sich im besten ,fall einem tragischen ,konflikt1 im schlechteren wurde er zur ,possenfigur4 ,was ich mit dem tragischen ,konflikt meine8 ,nun1 ein tragischer ,konflikt mehr oder minder ist jedem ,beruf gegeben3 ,der ,industriearbeiter leidet unter dem ,fluch allein vom ,marktwert der ,ware ,arbeitskraft abzuhngen1 der ,kapitalist unter dem1 da er meint1 er besitze ,kapital1 obwohl das ,kapital von ihm ,besitz ergriffen hat2 der ,bauer sthnt unter der ,abhngigkeit vom ,wetter1 der ,knig unter der ,einsamkeit seiner ,stellung und so fort und fort4 ,der ,buchhndler aber ist mit dem ,fluch beladen1 mit geistigen ,gtern handeln zu mssen und darum ist er entweder nie ganz ein wirklicher ,kaufmann oder es verfolgt ihn der ,ha der ,geistigen1 die behaupten1 da er ,riemen aus ihrer ,haut schneide4 ,es ist eine besondere ,tragik3 so eingekeilt zwischen erdenschwerer wirtschaftlicher ,notwendigkeit und aufstrebender ,geistigkeit zu leben4 ,gewi gibt es viele1 die das nicht fhlen1 aber verlieren ,einsame wie ,friedrich der ,groe an ,tragik1 weil es eine ,menge ,frsten gab1 die sich nur der ,lichtseite ihres ,daseins zuwandten8 ,sind nicht die wenigen ,arbeiter1 die nicht nur gedankenlose ,gewerkschaftsmitglieder sind1 magebender fr das ,elend ihres ,standes1 als jene ,masse1 die im ,grund genommen das ,streben nach oben der ,organisation berlassen8 ,ist nicht der ,dichter menschlich der wertvollere1 der immer und immer wieder empfindet1 da sein ,werk aus der ,blostellung seines ,innersten entsteht8 ,und wiederum so fort und fort durch alle ,stnde und ,berufe4 ,der ,buchhndler aber1 der die ,schwere seines ,amtes nicht nur geistig erkennt1 sondern auch sittlich fhlt1 hat erst das richtige ,gefhl1 wozu er berufen ist3 ,er ist berufen seine ,pflicht zu tun1 gehorsam zu sein4 ,es ist lcherlich1 zu glauben1 da uns die ,vorsehung beruft1 mit einer mglichst angenehmen ,beschftigung das ,brot zu erwerben4 ,es ist darum im ,grunde ganz gleich1 ob einer ,buchhndler wird ganz aus freier ,wahl oder als ,sohn seines ,vaters1 wegen seiner ,freude an ,bchern oder weil gerade beim ,buchhndler eine ,lehrstelle frei war3 ,magebend fr seine ,wertung ist nichts als seine ,einstellung zu seiner ,berufspflicht4 ,das ,gebiet sittlicher ,wertung kennt keine ,erklrungen und ,entschuldigungen aus ,lust- und ,unlustgefhlen4 ,will also der ,buchhandel auf der ,hhe des ,sittengesetzes stehen1 dann mu er alles ,kulturgeschwtz zu ,hause lassen und klar und deutlich ,stellung zu seiner ,berufung nehmen4 ,er mu wie der ,held in der ,tragdie ber dem ,schicksal bleiben1 auch wenn er an diesem ,schicksal zugrunde geht2 sonst hat er seinen ,beruf nicht richtig erfat4 ,wie kann er ihn aber richtig erfassen8 ,es ist so leicht darauf zu antworten1 wenn man eben jene beiden ,spannungspole im ,auge behlt1 die ich oben andeutete6 ,als ,kaufmann mu der ,buchhndler sachlich handeln1 mu nchtern rechnen1 mu ,angebot und ,nachfrage in das richtige ,verhltnis bringen1 mu tun1 was rechnerisch ,nutzen bringt1 und lassen1 was zum ,schaden seiner ,wirtschaftskraft dient4 ,als ,mensch aber mu er der ,herkunft seiner ,ware aus den ,landen geistiger ,sehnsucht ,ehre erweisen4 ,zu beidem mu einiges gesagt werden3 ,man knnte einwenden1 da die harten ,notwendigkeiten des ,geschftslebens sich nie mit jenen ,idealen vertragen knnen4 ,und in der ,tat1 es gibt ,buchhndler1 denen es ganz gleichgltig ist1 was sie verkaufen1 wenn sie nur verkaufen4 ,sie sehen von jeder ,beziehung zum geistigen ,inhalt der ,bcher ab4 ,ja1 ich wage die ,behauptung1 es ist bei weitem die ,mehrzahl4 ,und doch ist das ganz falsch gedacht1 gerade kaufmnnisch falsch gedacht1 weil eben dadurch das verloren geht1 was der gute ,kaufmann braucht1 die ,warenkenntnis4 ,nur so ist zu erklren1 da der ,buchhandel der geistigen ,produktion so ratlos gegenbersteht4 ,eine ,unmenge ,verleger und noch mehr ,sortimenter qulen sich ab1 zwischen #cjjjj und #djjjj literarische ,geistesfrchte marktfhig zu machen4 ,ich glaube1 da der ,teil solcher ,ernte1 der letzten ,endes in die ,stampfmhle wandert1 erschreckend gro ist4 ,arbeit und ,kapital sind daran verloren4 ,das merken aber nur wenige ,auenstehende1 weil ganz im geheimen jener ,weg zur ,stampfmhle zurckgelegt werden kann4 ,die beteiligten ,buchhndler aber knnten das oft bei richtiger ,markt- und ,warenkenntnis vermeiden3 ,der ,verleger liee manches ungedruckt1 der ,sortimenter nhme vieles nicht auf ,lager4 ,heute meinen aber die meisten1 der ,wille1 bei einem kaufmnnischen ,vermittlungsgeschft ,nutzen herauszuschlagen1 mache zum ,kaufmann4 ,ich stelle den ,satz dagegen1 da kaufmnnischer ,erfolg1 der ohne ,warenkenntnis erzielt wird1 kein ,verdienst ist1 sondern ein ,glckszufall4 ,mit ,beruf hat das wenigstens gar nichts1 aber auch gar nichts zu tun4 ,anderseits wird man mir entgegenhalten1 da viele trostlos schlechte ,bcher in ,massen verkauft wrden1 der ,buchhndler1 ,verleger wie ,sortimenter1 kenne also den ,markt6 ,darauf ist zu erwidern1 da -- ich werde das noch genauer darlegen -- selbstverstndlich die groe ,menge der ,bcherkufer in ihren primitiven ,bedrfnissen leicht erkennbar ist4 ,vom ,standpunkt des ,berufes aber kommt es auch da auf die wertvolle ,oberschicht an4 ,wenn diese eben in ihren ,bedrfnissen nicht richtig erkannt wird1 so fehlt jede ,mglichkeit1 ein ,werturteil ber die kaufmnnische ,leistung abzugeben1 denn zur ,befriedigung niederer ,instinkte gehrt kein ,knnen1 sondern nur ,mangel an ,gewissen4 ,hier mu aber gesagt werden1 da es auch verfehlt ist1 den ,buchhandel fr die ,durchschlagskraft minderwertigen ,geschreibsels verantwortlich zu machen4 ,er steht zwischen ,schreibern1 die solches ,zeug verbrechen1 und ,lesern1 die es nicht nur kaufen1 sondern zu kaufen verlangen4 ,jedes ,volk hat nicht nur die ,regierung1 sondern auch den ,buchhandel1 den es verdient4 ,trsten kann hier nur die uerung1 die ,jakob ,burckhardt in seinen weltgeschichtlichen ,betrachtungen machte3 ,eine einzelne ,zeile in einem vielleicht sonst wertlosen ,autor kann dazu bestimmt sein1 da uns ein ,licht aufgeht1 welches fr unsere ganze ,entwicklung bestimmend ist4 ,wenn sich aber einer berufen fhlt1 durch den ,verkauf von literarischen ,schmarren sein ,brot zu verdienen1 so kommt der ,ruf aus diesseitigen ,gefilden und hat nichts zu tun mit jenem ,beruf1 der aus dem ,jenseits kommt4 ,das aber ist das ,elend unserer ,zeit1 da man eben die ,jenseitigkeit von ,luthers ,berufsbegriff wie vom idealistischen ,bildungsbegriff verloren hat4 ,das ,neueste in der ,welt1 sagt wieder ,burckhardt1 ist das ,verlangen nach ,bildung als ,menschenrecht1 welches ein verhlltes ,begehren nach ,wohlleben ist4 ,besser kann gar nicht gekennzeichnet werden1 wohin wir abgerutscht sind3 ,jeder fhlt sich berufen1 so angenehm wie mglich zu leben1 und auch im ,buchhandel ist dieser ,grundsatz ,trumpf4 ,wir werden vom ,schicksal solange auf die ,finger geklopft werden1 bis wir die ,abwegigkeit solcher ,gesinnung nicht nur erkannt haben1 sondern auch die ,nutzanwendung aus solcher ,erkenntnis gezogen haben3 ,nicht auf das ,werk kommt es an1 sondern auf den ,gehorsam4 ,das hat nichts mit frmmelnder ,gesinnung oder mit ,spenglers ,periode der zweiten ,religiositt zu tun4 ,im ,gegenteil1 es ist nur das ,erwachen aus dem ,rausche sinnlicher ,diesseitigkeit zur ,nchternheit des ,geistes4 ,gerade aber1 weil der ,buchhandel zwischen geistigem ,hhenflug und niederziehender ,erdenschwere eingespannt ist1 knnte er berufen sein1 die ,wende zu bringen3 ,er knnte am ehesten frei sein von der berheblichkeit jener ,geistigen1 die1 weil sie literarisch1 wissenschaftlich oder knstlerisch arbeiten1 nicht fhlen1 wie sehr sie nur ,ausdruck ihrer ,zeit sind2 er knnte aber auch die ,kurzsichtigkeit des ,wertens nur nach dem wirtschaftlichen ,nutzen als das kennzeichnen1 was sie ist3 als den absolutistischen ,regierungsfehler des ,frsten dieser ,welt4 ,vom buchhndlerischen ,markt oder ber ,grenzen der ,wirksamkeit des ,buches ,zwei geistige ,eigenschaften sind es1 die den tchtigen ,kaufmann auszeichnen3 einmal die ausgebildete ,begabung1 die ,beschaffenheit seiner ,ware zu beurteilen1 zum andern aber die ,urteilskraft1 die den ,markt fr seine ,ware richtig einschtzt4 ,von der ersten ,fhigkeit hngt die ,warenkenntnis ab1 die es an sich nur mit der inneren und ueren ,eigenschaft der ,ware zu tun hat4 ,aus der zweiten ,fhigkeit aber entsteht die ,marktkenntnis1 die1 fr sich betrachtet1 nur die absetzbare ,masse bestimmt4 ,auf den ,buchhandel angewandt1 richtet sich also die ,warenkenntnis zunchst nur auf die ,fragen3 ,ist der ,inhalt des ,buches gut8 ist es gut geschrieben8 wie ist das ,papier8 der ,druck8 der ,einband8 ,die ,marktkenntnis aber kann die ,fragen beantworten3 ,wie viele ,kufer kommen in ,frage8 wie verhlt sich zu dieser ,menge die zur ,verfgung stehende ,auflage8 ,nun ist es aber klar1 da ,waren- und ,marktkenntnis meist in strkster innerer ,wechselwirkung stehen4 ,edelste ,ware ist nicht in ,masse herstellbar1 und ,massenware mu auf das ,hauptkennzeichen der ,edelware verzichten3 auf die ,einzigartigkeit des ,einzelstcks4 ,ein wirklicher ,massenartikel kann nicht aus edelstem und darum seltenem ,stoff hergestellt werden4 ,darum druckt man z4 ,b4 ein ,rechenbuch fr ,volksschulen nicht auf feinstes ,hadernpapier und bindet es nicht in ,schweinsleder2 ,luxusdrucke aber werden beziffert1 um damit ihrer ,seltenheit ,ausdruck zu geben4 ,nun ist es leicht1 fr ein solches ,rechenbuch die mgliche ,absatzziffer zu bestimmen1 weil man die ,zahl der dafr in ,betracht kommenden ,schler feststellen kann1 und auch bei manchem wissenschaftlichen ,buch kann man fast auszhlen1 wie viele ,bchereien1 wie viele ,institute und wie viele private ,abnehmer dafr in ,frage kommen4 ,bei der groen ,menge des allgemeinen ,schrifttums ist aber solch leichte ,bestimmungsmglichkeit nicht gegeben und die ,festsetzung der ,auflagenhhe darum ein ,glcksspiel4 ,und doch lt sich der ,zufall in mancher ,hinsicht einschrnken1 wenn man die ,frage ernstlich prft3 ,wer kann alles fr das ,buch in ,frage kommen8 ,wo sind die ,grenzen der ,wirksamkeit eines ,buches8 ,jeder ,verleger legt sich diese ,frage bei der ,bestimmung der ,auflage1 jeder ,ladenbuchhndler sich die gleiche beim ,einkauf vor4 ,er beantwortet sie aber nur gefhlsmig4 ,und doch mu es trotz der ,unendlichkeit aller ,mglichkeiten wenigstens einige ,gesetze geben1 die den ,zufall zwar nicht einschrnken1 seine ,mglichkeiten aber gesetzmig bestimmen4 ,zunchst ist die ,frage aufzuwerfen1 ob es rumliche ,grenzen fr die ,wirksamkeit des ,buches gibt4 ,so hufig es vorkommen mag1 da die in ,frage kommenden ,leser eines ,buches rumlich geschlossen zusammenwohnen1 so ist doch damit keine rumliche ,grenze fr die ,wirksamkeit eines ,buches gegeben1 einfach deshalb1 weil der ,geist keine rumliche ,grenzen kennt4 ,ein ,buch1 das z4 ,b4 in dem besonderen ,dialekt einer ,gegend1 ja eines ,dorfes geschrieben ist1 wirkt schon ber dessen ,raum hinaus1 wenn ein ,forscher von auerhalb sich mit jenem ,dorf oder der ,gegend1 in der es liegt1 beschftigt1 ganz abgesehen davon1 da ja die ,bewohner des ,dorfes nicht festgebunden sind und den ,raum ihrer engeren ,heimat nicht nur verlassen knnen1 sondern wohl auch hufig verlassen4 ,warum sollte nicht ein ,siedler im brasilianischen ,urwald mit ,freuden ein ,buch seiner engeren ,heimat lesen1 auch wenn wenige ,kilometer von dieser ,heimat entfernt die ,mehrzahl der ,menschen den ,inhalt des ,buches aus sprachlichen oder sonstigen ,grnden nicht mehr verstehen oder wenigstens nicht mehr wrdigen knnen4 ,man kann also ruhig sagen3 ,rumliche ,grenzen gibt es fr die ,wirksamkeit des ,buches nicht4 ,es lge nun nahe1 auch die zeitlichen ,grenzen fr die ,wirksamkeit des ,buches zu leugnen1 weil wir jahrtausendalte schriftliche berlieferungen besitzen und lesen knnen4 ,und in gewissem ,sinne gibt es fr das ,buch eine zeitlich unbegrenzte ,wirkung2 d4 h4 solange es ,menschen gibt1 die den ,willen haben1 schriftliche berlieferung zu lesen1 kann ein ,buch wirken4 ,die so gezogene ,grenze erscheint uns wenigstens ebenso belanglos wie die ,tatsache1 da die ,wirksamkeit des ,buches rumlich auf diese ,erde beschrnkt bleibt4 ,wer tiefer eindringt1 der fhlt aber doch noch eine andere zeitliche ,grenze4 ,er fhlt1 da alte berlieferungen zwar in gewissem ,sinne weiterwirken1 da aber ein ,teil abstirbt1 ich glaube1 sogar ein wesentlicher4 ,ich bin z4 ,b4 der festen berzeugung1 da wir der ,weltanschauung etwa der ,zeit1 in der das ,nibelungenlied geschrieben ist1 so fremd gegenberstehen1 da wir zwar die groe knstlerische ,form1 gewisse allgemein menschliche ,zge der ,helden u4 a4 einigermaen erfassen knnen1 das ,lied selbst aber als ,persnlichkeitsuerung ist fr uns wie eine zersprungene ,glocke3 ,wir sehen die schne ,form1 wir erkennen das gute ,metall der ,legierung1 sie siegt aber nicht mehr4 ,da hilft keine ,nacherzhlung1 da hilft kein ,film1 auch wenn er knstlerisch hher stnde als unser jetziger ,nibelungenfilm mit seinen ,pappdeckelwldern1 dem auslaufenden ,drachenauge und der blutenden ,siegfriedwunde4 ,wir mssen uns damit abfinden1 da der ,buchstabe das ,bild eines gestorbenen ,lautes1 der geschriebene ,satz das ,bild eines ,gedankens ist1 das nur solange lebendig wirkt1 als die ,menschen fhig sind1 ebenso zu denken4 ,es mag ,gedanken geben1 die aller ,menschheit begreiflich sind1 solange es eine ,menschheit gibt -- ich bin sogar vom ,bestehen solcher ewiger ,wahrheiten berzeugt --1 das ndert aber nichts an der ,tatsache1 da ein ,buch1 das aus einer ,menge ,gedanken besteht1 eben doch in gewissem ,sinne mit seiner ,zeit stirbt4 ,mit ,spengler glaube ich1 da wir z4 ,b4 die ,antike niemals wirklich verstehen knnen1 womit nicht gesagt ist1 da der ,einflu unserer ,auffassung einer vergangenen ,menschheitsepoche nicht von grter ,bedeutung sein kann4 ,damit ist gezeigt1 wo die eigentlichen ,grenzen der ,wirksamkeit des ,buches zu suchen sind3 auf rein geistigem ,gebiet4 ,ich deutete schon oben an1 da die ,sprache eine dieser ,grenzen ist3 ,ein ,buch in franzsischer ,sprache ist einem ,deutschen1 der nicht ,franzsisch gelernt hat1 unverstndlich4 ,ich behaupte noch mehr3 ,wer nicht ganz in franzsischem ,wesen aufgewachsen und erzogen ist1 dem bleibt vieles letzten ,endes auch unverstndlich1 wenn er ,franzsisch gelernt hat4 ,eine restlose bersetzung einer ,dichtung in eine andere ,sprache ist unmglich1 es bleibt immer ein mehr oder minder wesentlicher ,teil unbersetzbar4 ,es leuchtet auch ein1 da ein ,buch ber die ,relativittstheorie nur dem physikalisch und philosophisch ,gebildeten verstndlich ist4 ,bei vielen ,bchern liegen also gewisse ,grenzen ihrer ,wirksamkeit offen zutage1 und doch fehlt auch hier ,wesentliches3 ,es sind nur die ,kenntnisse gegeben1 die ,vorbedingung fr das ,verstndnis des ,buches sind1 nichts ist aber ber die ,fhigkeit ausgesagt1 die zur ,aufnahme des ,inhalts unbedingt notwendig sind4 ,nun wird man zwar einwenden1 da auch die ,kenntnisse gewisse ,fhigkeiten beweisen2 beschftigt man sich aber mit der ,begabung der ,leserwelt berhaupt1 so erkennt man1 wie nahe das ,nichtverstehen auch bei den ,gebildeten liegt4 ,wir wundern uns oft1 wie es mglich ist1 da oft eine wichtige ,erkenntnis nur langsam und mit grten ,schwierigkeiten weitere ,kreise erfat4 ,stellt man aber eine ,untersuchung ber die ,verteilung der ,begabung in der menschlichen ,gesellschaft an1 so erklrt sich diese ,tatsache leicht4 ,schon um die ,mitte des vorigen ,jahrhunderts hat sich ein ,englnder mit der ,begabung des ,volkes befat1 ,francis ,galton 7,hereditary ,genius1 ,london #ahfi74 ,von einem ,deutschen1 ,otto ,ammon1 wurde auf diese ,untersuchungen aufgebaut und freilich mit gar manchem ,trugschlu und unter der ,einwirkung eines einseitigen ,darwinismus ,wertvolles zur ,begabungsschichtung einer ,bevlkerungsmasse klargestellt4 ,ich folge dem deutschen ,buch 7,die ,gesellschaftsordnung und ihre natrlichen ,grundlagen1 #a4 ,auflage1 ,jena #ahie71 um das ,wesentliche herauszuarbeiten4 ,jedes ,lebewesen vererbt auf seine ,nachkommen eine ,summe von ,einzeleigenschaften4 ,die ,gesetzmigkeit dieser ,vererbung steht nach dem ,mendelschen ,gesetz heute wissenschaftlich fest4 ,die mgliche ,mischung der ,eigenschaften ist aber bei der ,riesenzahl von ,einzelwesen1 die sich zur ,zeugung von ,nachkommen zusammenfinden knnen1 eine sehr groe4 ,auf dieser ,tatsache aufbauend1 lt sich eine ,rechnung aufmachen1 deren ,grundlagen sich am besten am ,wrfelspiel verdeutlichen lassen4 ,man denke sich z4 ,b4 die ,begabung einer ,bevlkerung im wesentlichen auf #d ,grundlagen aufgebaut1 deren jede in #f verschiedenen ,graden in ,frage kommt1 so kann man jeder sozusagen einen ,wrfel zuteilen1 jedem ,grad eine ,seite dieses ,wrfels4 ,nun ergibt sich1 da der gnstigste ,wurf mit #d mal #f ,augen und der ungnstigste mit #a mal #a ,auge nur je in einer ,zusammenstellung mglich ist1 die ,wrfe aber mit der ,quersumme #b und #e sind schon mit je #d1 die mit ,quersumme #bb und #f schon mit je #aj verschiedenen ,zusammenstellungen mglich4 ,die grte ,zahl von ,mischungen liegt in diesem ,fall bei der ,quersumme #ad1 die #adf verschiedene ,mglichkeiten der ,mischung gibt4 ,stellt man dieses mathematische ,ergebnis der verschiedenen ,mischungsmglichkeiten zeichnerisch dar1 so erhlt man die gestrichelte ,kurve der ,abb4 #a3 ,illustration ,nun ist die ,vierteilung der ,begabung natrlich durchaus willkrlich1 denn jede dieser ,gruppen lt sich wieder in eine ,unzahl ,einzelbegabungen auflsen4 ,fragt man nun1 wie die ,verhltnisse bei der ,annahme von mehr ,begabungsgruppen liegen1 so ergibt sich1 da die ,zahl der ,mittelmigkeit zu1 die der ,spitzenbegabungen1 sowohl im guten wie im schlechten ,sinne1 abnimmt2 bei ,begabungsgruppen gibt es eben die gnstigste ,quersumme von #dh und die ungnstigste von #h nur einmal unter im ganzen #afgifaf ,mglichkeiten der ,begabungsmischung1 whrend im obigen ,beispiel die ,quersumme #bd und #d einmal unter #abif mglich war4 ,gleiche ,einwirkung auf die ,kurve ergibt sich1 wenn man statt #f ,graden der ,begabung deren mehr annimmt4 ,nimmt man z4 ,b4 wie ,galton in seiner ,untersuchung ber die ,begabung von #a ,million ,menschen #af ,grade an1 so erhlt man die ausgezogene ,kurve der ,abb4 #a4 ,die ,zahl der ,einzelbegabungen ist zwar ebenso wie deren mglicher ,strkegrad in keiner ,weise festlegbar1 immerhin kann man ,galtons ,einteilung der ,begabung als grundlegendes ,bild gebrauchen1 man mu sich nur klar darber sein1 da eben wegen der ,vielzahl der mglichen ,einzelbegabungen und ihrer ,grade in ,wirklichkeit der ,aufstieg der ,spitze zum ,talent und ,genie noch viel geringer ist1 wie natrlich auch die nach unten gerichtete ,spitze der ,minderbegabung weniger abfllt4 ,die ,masse einer ,bevlkerung ist also unbedingt der ,mittelmigkeit berantwortet4 ,aus ihr ragen ,talent und ,genie in jhem ,aufstieg hervor1 so da die ,absatzmglichkeit von ,bchern1 die an der ,grenze von ,mittelmigkeit und des ,talentes liegen1 was die von ihnen geforderten ,ansprche von ,aufnahmefhigkeit anlangt1 in einem ,fall noch verblffend gro1 im anderen1 wo es sich nur um eine verhltnismig geringe ,steigerung der ,schwierigkeit handelt1 schon auerordentlich gering sein kann4 ,obwohl also die ,mittelmigkeit vorherrscht1 besteht ein groer ,trost6 ,er liegt in der ,tatsache1 da der unter das ,mittelma der ,begabung fallende ,mensch sehr wohl in einer ,richtung ,hchstbegabung besitzen kann1 die nur durch ,minderbegabung in anderer ,richtung ausgeglichen wird4 ,und in der ,tat knnen wir bei ganz ,groen des ,geistes oder der ,seele ausgeprgte menschliche ,schwchen feststellen1 ja1 wir tun dies gerne1 weil gerade diese ,schwchen uns ber den ,abstand1 der uns im entscheidenden ,punkt von ihnen trennt1 hinwegtrstet4 ,illustration3 ,genie ,talent ,mittelgut ,schwachbegabt ,grenze der ,brauchbarkeit ,es ist also mit dem ,bild der allgemeinen ,verteilung der ,begabung nur ein ganz roher ,anhaltspunkt gegeben dafr1 wo die ,grenzen der ,wirksamkeit eines ,buches liegen4 ,immerhin leuchtet das wohl jedem ein1 da eben gerade das belanglose ,schrifttum den breitesten ,boden fr ,absatz hat4 ,es hat keinen ,sinn1 darber zu jammern1 da etwa die ,tarzan-,bcher einen ,absatzerfolg erzielen1 der im schreienden ,miverhltnis zum ,absatz der ,bcher steht1 die menschlich wirklich wertvoll sind1 von den ,klassikern gar nicht zu reden4 ,man wende nicht ein1 da die ,klassiker und auch die ,bibel doch in unzhligen ,ausgaben weit verbreitet seien4 ,wer nchtern denkt1 der wei1 da mit der ,verbreitung eines ,buches noch lange nicht bewiesen ist1 da dieses ,buch auch in dem ,umfange gelesen wird1 der seiner ,verbreitung entspricht4 ,in all diesen ,fllen handelt es sich um ,einflsse der ,mode oder gesellschaftlichen ,forderung1 die ein ,auseinanderfallen von ,markt und ,wirkungsmglichkeit der ,bcher herbeifhren4 ,die ,wirkung der ,mode ist fast immer zufllig und nicht vorherbestimmbar1 whrend uns das ,beispiel der ,klassiker die ,beruhigung verleiht1 da das wirklich ,wertvolle schlielich ,allgemeingeltung erhlt4 ,ich erinnere an die vielen ,bcherschrnke mit ,klassikern in der guten ,stube1 die nur dastehen1 weil es fr ungebildet gilt1 sie nicht zu besitzen4 ,die ,zahl derjenigen1 die das zur ,mode gewordene ,buch ,spenglers1 ,untergang des ,abendlandes1 wirklich gelesen haben1 schtze ich im ,vergleich zur ,zahl der verbreiteten ,stcke dieses ,werkes ganz gering ein4 ,die meisten knnen ber dieses ,buch nur deshalb reden1 weil sie da und dort einige uerungen ber seinen ,inhalt aufgeschnappt haben4 ,es hat aber keinen ,zweck1 sich ber diese ,verlogenheit zu wundern2 denn fr das ,mittelma sind die hchsten ,werke unserer ,klassiker ebensowenig fabar1 wie es ,spenglers schwere ,kost ist4 ,man kann auch nur schwer gegen diese ,verlogenheit ankmpfen2 denn abgesehen davon1 da die ,menge solch blinder ,schatzbesitzer geistig schwer erreichbar ist -- sie liest ja nur1 was sie erfreut1 und ,vorwrfe erfreuen nicht --1 ist es doch auch eine gute ,begleiterscheinung der hlichen ,tatsache1 da dem hinreichend ,begabten eine ,unmenge ,gelegenheit geschaffen wird1 in die ,welt des hochwertigen ,schrifttums einzudringen4 ,und in der ,tat6 ,wie hufig lesen ,raffkes ,kinder1 was ,raffke nur gekauft hat6 ,damit sind wir an einem entscheidenden ,punkt3 ,die ,gesamtbegabung eines ,menschen kommt nmlich nie zur vollen ,entwicklung6 ,das sei gerade am ,beispiel ,raffkes verdeutlicht3 ,wrde nmlich ,raffke seine ,begabung1 die er nur seinem wirtschaftlichen ,aufstieg widmete1 auch zur ,erfassung wertvollen ,schrifttums verwandt haben1 so wre er eben nicht vorwiegend wirtschaftlich vorwrtsgekommen4 ,zum wirtschaftlichen ,aufstieg gehrt nicht nur ,gewinnsucht1 sondern auch lebendige ,auffassungsgabe1 ,entschlukraft und sonst noch manche ,eigenschaft1 die ebensogut anderen ,gebieten zugewandt werden kann4 ,unerfreulich an der echten ,raffkegestalt ist ja meistens eben jene ,gewinnsucht als ,haupttriebkraft des ,willens und der ,mangel an sittlicher ,bremskraft beim ,einsatz der geistigen ,begabung4 ,daraus erklrt sich ohne weiteres die ,tatsache1 da ,raffkes ,kinder erfreulichere ,gestalten sein knnen und auch oft sind3 ,sie sind zu satt fr eine so starke ,entwicklung der ,gewinnsucht1 und ihre ,entwicklung in anderen ,lebensumstnden ist auch mehr vor der berwucherung der ,giftpflanze ,gewissenlosigkeit geschtzt4 ,die ,verschiebung in der ,verwendungsmglichkeit der ,begabung ist in diesem ,fall auch entscheidend fr die ,aufnahmefhigkeit fr wertvolles ,schrifttum4 ,gerade darum mu hier eine groe ,gedankenlosigkeit in dem ,ammonschen ,buche als solche gebrandmarkt werden3 ,ammon wies nmlich1 auf der ,einkommensverteilung im ,knigreich ,sachsen fuend1 darauf hin1 da die ,bevlkerungspyramide nach dem ,einkommen der der ,begabung sehr hnlich sei1 und er sah darin einen ,beweis dafr1 wie herrlich alles bestellt sei4 ,das ist natrlich barer ,unsinn2 denn an der ,spitze jener ,einkommenspyramide kann ein1 abgesehen von seinen wirtschaftlichen ,fhigkeiten1 ganz minderwertiger ,kerl stehen1 whrend manches ,talent1 ja ,genie nicht das zum ,leben ntigste ,einkommen hat4 ,ja noch mehr3 ,wer seine ganze ,willenskraft1 seine geistige ,begabung1 seine ,zeit ganz der ,wirtschaft widmet1 wird eben nur dort seinen ,erfolg haben1 und die ,begrenzung seiner sonstigen ,begabung ist belanglos1 wenn man nach seinem wirtschaftlichen ,erfolg fragt4 ,der gleiche ,mann kann krperlich und seelisch ein ,krppel1 auf gewissen geistigen ,gebieten ein ,trottel sein4 ,auch mu man sich darber klar sein1 da alle ,massenuntersuchungen1 also auch eine ber die ,mglichkeiten der ,einkommensverteilung einer ,bevlkerung einen hnlichen ,kurvenverlauf wie den der ,galtonschen ,begabungskurve ergeben mssen4 ,entsprechen also die ,tatsachen der ,kurve der ,mglichkeiten1 so ist das nicht weiter verwunderlich1 im vorliegenden ,fall aber auch keineswegs sozial befriedigend4 ,fr die hier einschlgige ,frage nach den ,grenzen der ,wirksamkeit des ,buches ergibt sich aus dem ,gesagten klar1 da wirtschaftliche ,leistungsfhigkeit und ,aufnahmefhigkeit fr hochwertiges ,schrifttum nicht nur nicht zusammenfallen1 sondern sich oft geradezu ausschlieen4 ,diese ,kluft zu berbrcken ist edelste soziale ,aufgabe nicht zum wenigsten des ,buchhandels1 der hier durch billiges ,angebot ausgleichend wirken kann4 ,ich zeigte oben1 wie die ,masse der ,bevlkerung hinsichtlich der ,begabung dem ,mittelma angehrt4 ,gerade darum aber ist es ein ,verbrechen1 wenn unntige ,schwierigkeiten zu den schon bestehenden gehuft werden4 ,das geschieht leider hufig1 indem die ,schwierigkeiten1 die der ,inhalt des ,buches an sich bietet1 noch um die weitere vermehrt wird1 da die ,darstellung in einer ,sprache gegeben wird1 die jede lebendige ,vorstellung erttet4 ,am schlimmsten steht es in dieser ,hinsicht mit der ,gelehrtensprache1 die oft in ein fr breitere ,kreise vollkommen unverstndliches ,kauderwelsch verfllt4 ,dadurch wird die ,wissenschaft vom ,volke abgesondert1 sie wird zur ,geheimwissenschaft4 ,die ,folgen knnen nicht schlimmer in ,erscheinung treten1 als sie bei uns in ,erscheinung getreten sind3 ,man vergegenwrtige sich nur einmal das geistige ,verhltnis der sozialistischen ,whler zum ,inhalt der sozialistischen ,lehre6 ,die ,masse dieser ,whlerschaft ist mit der ,lehre nur durch die ,hoffnung verknpft1 da sie diese ,lehre aus ihren ,nten herausfhren knne4 ,der eigentliche ,inhalt aber ist fr sie hinter ihrem ,sprachschatz fremder ,schlagworte verborgen4 ,es erscheint mir immer unbegreiflicher1 da gerade von ,gelehrten1 die ,groes von ihrem sozialen ,gewissen halten1 nicht eingesehen wird1 da die ,lebendigkeit der ,wissenschaftssprache nicht weniger soziale ,pflicht ist wie die des ,besitzenden1 sein ,kapital flssig zu machen4 ,es ist die ,abschlieung von der breiten ,masse auf ,grund des ,besitzes von ,geld- und ,sachgtern nicht verwerflicher als die auf ,grund von geistigen ,kenntnissen4 ,man entgegne nicht1 da die ,wissenschaft der starken ,verwendung von ,fremdworten nicht entraten knne1 ohne zu verflachen4 ,es gab und gibt bedeutende ,gelehrte1 die ihre ,werke in lebendiger ,sprache verfaten4 ,so komme ich zu meinem ketzerischen ,schlu3 ,die ,absatzmglichkeit eines ,buches ist nahezu unbeschrnkt1 wenn es in lebendiger ,sprache geschrieben ist4 ,die wenigsten ,schriftsteller und ,gelehrten haben hinsichtlich ihrer ,fhigkeiten einen so weiten ,abstand vom ,durchschnitt der ,bevlkerung1 da sie die ,einsamkeit des ,genies fr sich als ,entschuldigung in ,anspruch nehmen knnen1 wenn sie nur von einem kleinen ,kreis verstanden werden4 ,es gibt ,schlemmerlokale1 die nur ,frack1 ,smoking und ,lackschuhe dulden4 ,mge es auf geistigem ,gebiet bei uns keine solchen ,schlemmerlokale geben1 in denen nur der geduldet wird1 der seinen ,geist in volksfremde ,sprache kleidet6 ber die ,zukunft des ,buches ,es ist eine gefhrliche ,sache1 sich ber die ,zukunft des ,buches zu uern2 denn mit solchen uerungen haben schon eine groe ,menge ,menschen ihre ,unfhigkeit bewiesen1 die ,zukunft vorherzusagen3 ,als das moderne ,zeitungswesen immer mehr anschwoll1 hie es1 das sei der ,tod des ,buches2 kurz vor dem ,krieg konnte man im ,brsenblatt fr den deutschen ,buchhandel lange ,auseinandersetzungen lesen ber die ,frage1 ob das ,kino dem ,buchabsatz schade oder ntze1 und durch diese ,auseinandersetzungen klang als ,unterton die ,angst1 da dem ,buch schwere ,gefahr drohe4 ,trotz ,zeitung und trotz ,kino wuchs aber die deutsche ,bucherzeugung jhrlich zu immer grerem ,umfang an4 ,dann kam der ,krieg1 und rasch war man mit der ,bemerkung zur ,hand1 nun sei es mit dem ,buchabsatz zu ,ende4 ,und wie wurde es8 ,der ,stellungskrieg schuf eine ,menge neuer ,leser1 und gegen ,ende des ,kriegs waren die ,verlagslager gar mancher ,verleger nahezu leer4 ,nun gibt es ,leute1 die mit ngstlicher ,miene der ,befrchtung ,ausdruck gaben1 da das ,radiofieber dem ,buch den ,todessto versetzen werde4 ,schon aber kann man hren von ,riesenauflagen der ,radiobcher1 von unerwartet groem ,absatz von ,operntexten der fr ,fernbertragung aufgefhrten ,opern4 ,aber schon das letzte ,beispiel kann uns zeigen1 da es wohl berhaupt falsch ist1 von der ,zukunft des ,buches zu sprechen4 ,rein uerlich ist ja gewi der ,begriff ,buch etwas ,feststehendes3 ,man denkt an gefalzte und zusammengebundene ,papierbogen1 auf denen mit einer ,maschine ,buchstaben in ,druckerschwrze aufgedruckt sind1 deren ,reihenfolge einen mehr oder minder ertrglichen ,sinn gibt4 ,es ist aber doch wohl eine mige ,frage1 ob das ,buch unabhngig von seinem ,sinn ,zukunft hat4 ,schneidet man aber die ,frage nach der ,zukunft des ,buches unter ,bercksichtigung des ,buchinhaltes an1 so zerfllt die ,frage in ,tausende von ,einzelfragen4 ,das wrde allen ,leuten sofort einleuchten1 wenn eben jene ,naturgeschichte des ,buches geschrieben wre1 die geistesgeschichtlich aufzeigen mte1 welche ,stellung das ,buch jeweils in den verschiedenen ,zweigen des ,geisteslebens eingenommen hat4 ,es wrde nicht gengen1 wenn diese ,naturgeschichte des ,buches nur den ,zusammenhang groer geistiger ,bewegungen1 etwa der des ,humanismus oder der ,aufklrung1 mit den im ,buch liegenden ,mglichkeiten aufzeigen wrde4 ,in mhevoller ,kleinarbeit mte die ,bedeutung des ,schrifttums an sich fr alle ,zeiten und ,vlker1 die des gedruckten ,buches als ,massenerzeugnis im besonderen untersucht werden4 ,wie auch die ,ergebnisse solcher ,arbeit sein werden1 eines zeigt sich schon bei flchtigem berblick3 ,nicht nur die ,zeiten wandeln sich1 sondern auch der ,begriff ,buch1 selbstverstndlich nach seinem ,inhalt genommen4 ,man vergegenwrtige sich nur einmal1 welche ,wandlung z4 ,b4 die ,zeit der ,reformation uns ,deutschen fr den ,buchbegriff brachte3 ,die ,bibelbersetzungen1 die ,luthers voran1 ermglichten dem ,volke1 die schriftliche berlieferung der ,heilslehre selbst zu lesen1 der ,heilslehre1 die im ,mittelalter trotz mittelbarer berlieferung das ,volk mchtig ergriffen hatte4 ,mit einem ,schlage fast bekam damit das ,wort ,buch einen anderen ,sinn4 ,und heute1 in einer ,zeit1 die nach der klassischen ,literaturepoche liegt1 ist wieder die ,bedeutung eine andere fr die ,allgemeinheit als etwa vor #bjj ,jahren3 ,wir stellen an das unterhaltende ,buch andere ,anforderungen1 als sie damals berhaupt gestellt werden konnten4 ,und weiter3 ,welche ,wandlungen hat das wissenschaftliche ,buch durchgemacht6 ,der ,werkzeugcharakter1 den ihm das naturwissenschaftlich-technische ,zeitalter immer mehr gab1 wird wohl nicht mehr ganz verschwinden1 so sehr sich von allen ,seiten die ,versuche mehren1 auch der ,wissenschaft wieder ,werke zu schenken1 die mehr eine ,zusammenschau1 eine ,eingliederung in ein allgemeines ,weltbild ermglichen4 ,die ,zeiten1 in denen ein ,mensch das ,wissen seiner ,zeit etwa so in sich vereinigen konnte wie noch ,alexander von ,humboldt1 ist fr uns vorbei1 und darum mu auch unser ,verfahren1 zu einem ,weltbild zu kommen1 ein anderes sein4 ,das wird besonders deutlich am ,werk ,spenglers1 der den ,gedanken1 den der ,titel seines ,werkes ausspricht1 khn voranstellt1 um ihm dann seine wissenschaftlichen ,sttzen zu geben4 ,gewi mag er dem ,verfasser vom ,untergang des ,abendlandes zuerst aufgeblitzt sein1 als er auf einem ,gebiet1 etwa der ,geschichte der ,mathematik1 von unten anfangend eine ,entwicklungslinie suchte1 aber alle seine anderen ,untersuchungen standen dann unter der ,gewalt der zunchst einseitig gewonnenen ,erkenntnis4 ,so berechtigt vor wenigen ,jahrzehnten die ,ablehnung der ,arbeitsweise ,spenglers als unwissenschaftlich gewesen wre1 so notwendig ist heute gerade als wissenschaftliche ,forderung eine solche ,einseitigkeit1 um den toten ,punkt zu berwinden1 den uns das zunehmende ,fachgelehrtentum mit seinem ,zug zur ,vereinzelung gebracht hat4 ,dies ,wenige mag zeigen1 da jede ,zeit nicht nur dem ,buch allgemein1 sondern auch seinen verschiedenen ,gattungen eine bestimmte ,geistesrichtung zur ,pflicht macht4 ,ist man sich ber diese ,tatsache im klaren1 so ergibt sich notwendig eine andere ,einstellung zu der ,frage ber die ,zukunft des ,buches4 ,ganz von selbst bleibt man dann nicht mehr so an der ,oberflche hngen wie die ,vorkriegsbetrachtungen ber das ,kino1 die ich erwhnte4 ,man sucht vielmehr die ,regungen des ,zeitgeistes zu erfassen1 die insofern fr das ,buch von entscheidender ,bedeutung sind1 als sie nicht nur geeignet sind1 in das ,schrifttum einzudringen1 um dessen ,inhalt zu ndern1 sondern auch die ,wirkung haben1 zum ,schrifttum hin oder von ihm wegzufhren4 ,solcher ,einstellung fllt es nicht schwer zu zeigen1 warum die gewaltige ,entwicklung der ,tagespresse einen ,rckgang der ,bucherzeugung nicht gebracht hat3 ,diese ,entwicklung brachte eine ganz neue ,technik des ,lesens1 die im strksten ,gegensatz zu der frherer ,zeiten steht4 ,nicht mehr die beschauliche ,erfassung der knstlerischen ,einheit von ,stoff und ,form steht im ,vordergrund1 sondern die mglichst rasche ,erfassung dessen1 was der ,leser wissen will4 ,der ,leser sucht nur das ihm ,wesentliche zu erfassen1 und wie die ,zeitung berflogen wird1 so auch das ,buch4 ,das aber ergibt1 da in wesentlich krzerer ,zeit grere ,mengen gelesen werden knnen4 ,ich leugne nicht1 da es auch heute noch ,leute geben mag1 die noch im alten ,sinne lesen1 die ,masse der ,bcherkufer aber arbeitet nach jener neuzeitlichen ,lesetechnik1 in der ,wissenschaft nicht weniger als in der schnen ,literatur4 ,immer mehr prgt sich dies auch auf dem ,bchermarkt selbst aus1 denn ganz andere ,mengen knnen verschlungen werden1 und natrlicherweise folgte der so entstandenen gesteigerten ,nachfrage ein greres ,angebot4 ,es hat keinen ,zweck1 hierber zu jammern2 denn der auflsenden ,wirkung1 die solche ,entwicklung haben mu1 stehen auch ,vorteile gegenber1 vor allem der1 da eine viel grere ,zahl von ,schriftstellern zu ,worte kommt4 ,das ist deshalb von ,bedeutung1 weil wir nicht gut verlangen knnen1 da unser ,schrifttum etwa stndig auf der ,hhe der klassischen ,zeit bleibe4 ,nicht jede ,zeit kann ,gren wie ,goethe und ,schiller1 ,kant und ,fichte haben4 ,eine ,folge aber der neuen ,lesetechnik ist der immer lauter ertnende ,ruf nach der ,abbildung1 die ein viel rascheres ,ergreifen des ,inhalts mglich macht1 als es die zu ,worten und ,stzen geordneten ,buchstaben vermgen4 ,heute ist kein geographisches ,lehrbuch ohne reichliche ,beigabe von ,bildern und ,skizzen mehr mglich1 und das medizinische ,lehrbuch wird fast in erster ,linie nach der ,gte der gebotenen ,abbildungen eingeschtzt4 ,die ,riesenauflagen von bebilderten ,zeitschriften1 ja solchen1 in denen das ,bild fast allein erzhlt1 beweisen1 da die groe ,masse der ,leser zum ,bilderbuch bergegangen ist4 ,das ,kino ist eine ,erscheinung1 die ganz in diesen ,rahmen pat3 ,der rein sachliche ,inhalt eines ,romans kann ja viel rascher im ,kino erfat werden als durch das ,lesen eines ,buches1 und es ist lcherlich zu glauben1 da der eifrige ,kinobesucher als ,romanleser je zu einer ,erfassung ,kellerscher ,kunst in dem ,sinne kommen kann1 wie die ,leser der ,kellerschen ,zeit sie als selbstverstndlich ansahen4 ,damit ist nicht ausgeschlossen1 da er auf ganz anderem ,weg zu einem ,genu der ,kunst ,gottfried ,kellers kommen kann2 in diesem ,fall ist aber eben dann der sachliche ,inhalt ganz zurcktretend1 das ,knstlerische und ,reinmenschliche wird ohne ,spannung genossen1 rein beschaulich1 die ,spannung des modernen ,bilderromans ist schon wegen der ,raschheit1 in der sie erzeugt und gelst wird1 so etwas ganz anderes als die des alten ,romans1 da ,vergleiche nicht mehr gezogen werden knnen4 ,so kommt es1 da groe ,teile unseres ,schrifttums nur aus geschichtlicher ,einstellung auf einen anderen1 vergangenen ,zeitgeist genossen werden4 ,man wird einwenden1 da doch viele ,bcher des schngeistigen ,schrifttums unserer ,zeit in keiner ,weise dem ,kinogeschmack entsprechen und doch weite ,verbreitung finden4 ,dem ist entgegenzuhalten1 da zweifellos eine groe ,menge ,gebildeter dem ,kino wenn nicht feindlich1 so doch ablehnend auch heute noch gegenbersteht1 d4 h4 nicht in dem ,mae von der ,sucht zu sehen statt zu lesen ergriffen sind1 da sie nicht auch noch den guten literarischen ,roman genieen knnten4 ,darber hinaus gibt es noch ,leute1 die mit snobistischer ,gnnerhaftigkeit die gute ,literatur pflegen1 besonders wenn sie gut angezogen ist4 ,das alles ndert aber nichts an der ,tatsache1 da die breite ,lesermasse ganz anders geartet ist3 ,als ,beweis nenne ich nur den ,erfolg von ,tarzan und den der ,magazine1 mit denen wir innerhalb eines ,jahres beglckt wurden4 ,daneben luft eine andere ,erscheinung1 die der geistigen ,lage unserer ,zeit ebenso entspricht wie die ,freude am ,bild3 ,es ist die ,beliebtheit seelischer ,zerfaserung1 wie sie z4 ,b4 gerade von den groen ,russen gepflegt wurde4 ,sie ist in ihrer ,unerbittlichkeit dem ,kino verwandt2 denn wie dieses beschrnkt sie die ,phantasie des ,lesers und bindet ihn an eine strenge ,eindeutigkeit4 ,das wird mit einem ,schlage klar1 wenn man sich fragt1 ob auch nur eine ,person der neuzeitlichen ,romane in dem ,mae als das eigene seelische ,abbild betrachtet werden knnte1 wie das mit ,goethes ,werther der ,fall war4 ,es ist klar1 da der ,leser sich um so leichter in einer ,romangestalt wiederfinden kann1 je mehr deren ,schilderung mit allgemein menschlichen ,zgen aufgebaut ist1 je weniger ,einzelzge bercksichtigt sind1 die der ,vorstellung vom eigenen ,ich widersprechen4 ,so zeigt sich auch hier1 da der ,leser unserer ,zeit beim ,lesen viel weniger ,anteil nimmt1 als er betrachtet4 ,selbst die ,form wird mehr kritisch-sthetisch gewertet1 als da die ,seele im gleichen ,rhythmus mitschwingt4 ,es ist eine ,versachlichung literarischer ,kunst eingetreten1 die der vorwiegend geschichtlich eingestellten ,kunstbetrachtung entspricht4 ,schon aber bahnt sich eine neue ,entwicklung an1 die in noch durchgreifenderer ,weise vom ,schrifttum wegfhrt als die ,sucht nach bildlicher ,darstellung3 ,das gesprochene ,wort1 der lebendige ,klang gewinnt wieder mehr ,bedeutung4 ,die junge ,lyrik1 wie sie mit den ,neutnern begann1 suchte zuerst wieder ,klang in die ,dichtung zu bringen1 hatten ihre ,vertreter doch erkannt1 da der ,ton unserer ,dichtung in vieler ,hinsicht stumpf geworden war1 da die ,glocke einen ,sprung hatte1 da das ,metall1 der ,stoff zwar noch ,laut gab1 aber keinen singenden ,ton4 ,ihr hrt mit tauben ,ohren1 ,und sprecht mit stummem ,mund1 lautete der ,vorwurf von ,arno ,holz an die alten ,dichter4 ,diese ,erkenntnis aber einer geistigen ,oberschicht konnte sich nur in einer ,bewegung auf schmalster ,grundlage auswirken4 ,die breite ,masse des ,volkes war noch nicht so weit1 da sie unter der ,tonlosigkeit der ,zeitstimme litt4 ,erst die ,aufrttelung durch ,krieg und ,revolution brachte hier ,wandlung1 wenn auch gern zugegeben sein soll1 da die ,jugendbewegung schon vorher bis in die ,arbeiterkreise hinein die ,sehnsucht nach ,klang in sich trug4 ,sie suchte aber mehr unter ,anknpfung an geschichtlich berliefertes das ,lied zurckzugewinnen1 als da sie ganz allgemein die ,stumpfheit unserer ,sprache im gesamten ,schrifttum empfand4 ,die ,erschtterungen seit ,kriegsbeginn aber zeigten1 da mit dem geschriebenen und gedruckten ,wort eben nur der begnadete ,knstler tief wirken kann4 ,der aber fehlte und fehlt einstweilen noch1 und so erklrt sich die ,erscheinung1 da der ,redner auch da geradezu triumphierte1 wo sich der geistige ,inhalt seiner ,rede in keiner ,weise mit den ,leitartikeln der ,presse messen konnte3 ,die ,gewalt des mit dem ,klang der innerlich ergriffenen ,persnlichkeit gesprochenen ,wortes zeigte sich dem feingeschliffenen gedruckten ,wort weit berlegen1 und zwar nicht nur beim ,volk1 sondern auch bei weitesten ,kreisen der ,gebildeten4 ,ich erlebte es1 da ein ausgewhlter ,kreis von fhrenden ,leuten des ,handels und der ,industrie1 dazu ,beamte bis zu ,ministern1 einem bekannten ,volksredner ber zwei ,stunden in atemloser ,spannung lauschte und die meisten erst hinterher gewahr wurden1 da der ,redner ja ber den ,gegenstand1 ber den er eigentlich sprechen sollte1 so gut wie nichts gesagt hatte4 ,die ,entwicklung des ,radio wird der ,neigung zum gesprochenen ,wort wohl noch weiter ,vorschub leisten1 doch glaube ich1 da sehr bald die ,sehnsucht nach der lebendigen ,gebrde auch diese ,entwicklung wieder in andere ,richtung lenken wird2 denn das ,wesentliche unserer ,zeitrichtung ist die ,flucht vor allem ,toten1 die ,sehnsucht nach dem ,ausdruck lebendiger ,persnlichkeit4 ,darum bewegen wir uns in gewissem ,sinn vom ,buch immer mehr weg trotz aller ,vergrerung buchgewerblicher ,erzeugung4 ,diese verdankt ihren ,aufschwung der ,tatsache1 da das ,buch zum ,werkzeug wurde1 nicht nur in der ,wissenschaft1 nicht nur als ,schulbuch in weitestem ,sinne1 sondern nicht minder das schne ,buch1 das in einem ,fall ,text zu einem ,kinostck1 im anderen zu einem ,radiovortrag oder zu der beliebten ,seelenanatomie ist4 ,man beachte1 wie viele ,leute heute ,goethes ,tasso wirklich nur mehr als ,text zu einer schauspielerischen ,leistung eines bestimmten ,bhnenknstlers genieen1 wie sehr etwa bei ,darstellern wie ,pallenberg die ,frage nach dem ,gehalt des ,stckes1 nach seinem knstlerischen ,wert zurcktritt gegenber der ,freude an der ,lebendigkeit der vorgezauberten ,bhnenfigur4 ,man prfe in diesem ,zusammenhang den ,erfolg eines ,buches wie das von ,ford4 ,wurde es von den meisten nicht deshalb zur ,hand genommen1 weil man in ihm brauchbare ,rezepte vermutete8 ,man werfe mir nicht vor1 da ich zu schwarz male4 ,diese ,betrachtungen haben nichts zu tun mit ,weltschmerz4 ,wrden wir heute in einer ,zeit blhenden ,schrifttums stehen wie etwa zur ,zeit ,goethes1 dann wre uns das ,buch eben deshalb etwas1 weil es das beste oder eines der besten ,ausdrucksmittel unserer ,zeit wre4 ,da wir aber heute kein ,schrifttum haben1 das uns in diesem ,sinne bestes ,ausdrucksmittel unseres ,empfindens ist1 weil wir keine ,vertreter schriftstellerischer ,kunst haben1 die uns ergreifen knnten nicht nur allgemein menschlich1 sondern gerade als ,menschen unserer aufgewhlten ,zeit1 so knnen wir eben nicht mit ,literatur unser seelisches ,gleichgewicht herstellen2 denn sie ist zwar ,ausdruck unserer ,zeit1 nicht mehr aber hat sie die knstlerische ,kraft1 um die ,spannung zu lsen1 die uns alle in ,bann hlt4 ,wir knnen1 einzeln genommen1 vielleicht durch ein ,gedicht ,mrikes1 ,kellers oder auch durch das eines neuzeitlichen ,dichters erschttert werden1 ja gar mancher flieht vielleicht zu ,goethe oder noch weiter zurck zu einem ,groen unseres ,schrifttums1 das ist aber nicht entscheidend fr die groe ,masse1 die wie zu allen ,zeiten ihre ,kunst haben will1 die ,kunst1 die vollendeter1 ,spannung lsender ,ausdruck ihrer ,zeit ist1 die ,stil ist4 ,ist es schwarz gesehen1 wenn man gesteht1 da man in einer ,zeit lebt1 die ihr ,innerstes durch schriftstellerische ,kunst nicht ausdrcken kann8 ,wre es nicht feige1 diesem ,gestndnis auszuweichen8 ,ja noch mehr1 wre es nicht undankbar gegenber dem ,segen an knstlerischem ,schrifttum1 den unser ,volk aufweisen kann1 wollte man die ,pause nicht wahr haben1 die nun eingetreten ist auf dem ,gebiete des knstlerischen ,schrifttums8 ,ebensowenig wie der einzelne ,mensch kann auch ein ,volk immerzu schpferisch sein auf allen ,gebieten4 ,das ist die traurige1 aber doch menschlich groe ,erkenntnis unserer ,zeit4 ,da sie ,spengler mit so groem ,erfolg aussprach1 verdankt er dem ,umstand1 da er damit die ,zeit von dem ,druck eines ungewissen ,etwas befreite1 das man wohl gefhlt1 aber nicht erkannt hatte4 ,am wenigsten ist ,grund1 mir als ,buchhndler ,schwarzseherei vorzuwerfen1 denn der ,mglichkeiten des ,buches als ,werkzeug sind heute noch so viele1 da die ,notwendigkeit des ,rckgangs der ,erzeugung solcher ,bcher weit ab liegt4 ,ja noch mehr1 es ist eine der ,aufgaben unserer ,zeit1 dem ,buch als ,werkzeug einerseits eine immer zweckmigere ,form1 andrerseits eine immer grere ,verbreitung zu geben4 ,man wird nun sagen1 da es doch trostlos wre1 wenn nur diese nchterne ,seite des ,buches als ,wirkungsfeld bliebe4 ,auch wird man die ,frage aufwerfen3 ,gibt es denn keine ,ewigkeitswerte unseres ,schrifttums8 ,beide ,einwendungen sind mehr als berechtigt4 ,aber gerade aus ihrer ,verbindung lt sich die ,antwort fr beide gewinnen4 ,der ,wert1 den unser klassisches ,schrifttum in sich birgt und der als berzeitlich bezeichnet werden kann1 ist nicht ein ,wert1 der ohne weiteres erkannt noch viel weniger nutzbar gemacht werden kann1 denn er wurzelt in persnlichstem ,knstlertum4 ,nirgends gilt der ,satz1 da das ,ererbte erworben werden mu1 wenn man es besitzen will1 mehr als in diesem ,zusammenhang4 ,es ist ,aufgabe genug1 in dieser ,richtung alles zu tun1 was geschehen mu1 um diese ,quellen offen zu halten4 ,wir mssen uns klar darber sein1 da jede ,zeit eine andere ,einstellung zu ,goethe z4 ,b4 hat1 da die ,wege1 auf denen man ihr die ,gre dieser ,persnlichkeit nahe bringen mu1 verschieden sind4 ,diese ,wege zu bahnen durch sinnvolle ,zusammenstellung und ,auswahl sowohl1 wie durch entsprechende uere ,form1 ist eine ,pflicht1 deren ,erfllung gerade dann am wenigsten versumt werden darf1 wenn das ,schrifttum der eigenen ,zeit die ,gre nicht erreichen kann1 die jenem ,erbe entspricht4 ,man bedenke1 da ,krieg und ,revolution eine vollkommen neue ,schicht von ,lesern erzeugt hat1 die zwar ,leser im neuzeitlichen ,sinne sind1 in deren ,reihen aber viele sind1 die fr ,wertvolleres gewonnen werden knnen als fr den ,kitsch des ,tages4 ,ihnen unsere ,schtze so billig als mglich und doch geschmackvoll zu bieten1 ist zwar eine in ,angriff genommene1 aber noch nicht erfllte ,aufgabe4 ,sie beginnt schon beim ,lesebuch in der ,schule und es ist einer der wichtigsten ,fortschritte unserer ,zeit1 da die ,schule keine ,lesebcher mehr will1 die nach dem belehrenden ,inhalt zusammengestellt sind1 da das literarisch wertvolle ,buch die ,forderung des ,tages ist2 bedauerlich ist nur die ,wegerziehung vom ,buch als knstlerisch geschlossenes ,ganzes1 die in dem ,augenblick in gewissen ,schulkreisen einsetzte1 wo erste ,krfte bemht sind1 den ,erwachsenen das ,lesebuch als knstlerisch berechtigte ,form der ,darbietung unseres ,erbes nahezubringen4 ,weiterhin gilt es1 sich dem ,schrifttum unserer ,zeit nicht zu verschlieen4 ,denn in ihm liegt eine wichtige ,mglichkeit1 das ,gesicht unserer ,zeit den folgenden ,geschlechtern zu bewahren2 auch diese sollen uns dereinst zu verstehen suchen1 wie wir dem ,sinn der ,geschichte nachgraben4 ,wir mssen unser ,schrifttum dafr gewinnen1 da es in vermehrtem ,mae dazu hilft1 das groe ,erbe an die neu heranreifenden ,schichten heranzubringen1 denn die ,leserschaft ist bestimmend dafr1 da unser ,schrifttum in seinen wertvollen ,teilen als lebendige ,kraft erhalten bleibt4 ,ein wesentlicher ,teil unseres heutigen schriftstellerischen ,schaffens gehrt aber der ,tagespresse und in dieser ,tatsache liegen bisher nur ganz unvollkommen gentzte ,mglichkeiten4 ,der ,groteil der ,presse und des ihm dienenden ,schrifttums hat gewi den guten ,willen1 seine ,leser zum guten1 wertvollen ,buch hinzufhren1 aber die ,planlosigkeit mit der dieser ,wille sich auswirkt1 bringt sie um den ,erfolg des ,bemhens4 ,nur mit ,hilfe des ,schrifttums unserer ,zeit knnen wir uns der ,geschichte berliefern1 aber auch nur mit seiner ,hilfe knnen wir das zur ,geschichte gewordene ,schrifttum unserer groen ,zeiten als lebendige ,kraft erhalten4 ,aus der ,geschichte heraus wird uns aber auch dereinst ein neuer ,morgen des ,schrifttums anbrechen1 der ,morgen eines ,tages1 an dem neue ,blten aufbrechen werden an den ,struchern und ,bumen1 die heute vielleicht nur buntes ,laub tragen4 ,wie wir in der ,nacht leichter in uns hineinsehen1 uns auch der ,ewigkeit mehr aufschlieen knnen1 als im ,getriebe des ,tages1 so gilt es auch heute1 das ,gestern mit prfendem ,sinn zu berdenken1 der ,mglichkeit1 ja der unbeschrnkten ,mglichkeit des ,morgen1 die ,seele zu ffnen auch dadurch1 da wir durch ,ruhe ,krfte sammeln4 ,es gibt eine ,ruhe1 die der erste ,auftakt zur ,leistung ist4 ,ich hre1 wie die deutsche ,seele in sich hineinhorcht4 ,sie mag zunchst erschrecken ber die ,stille1 die der ,untergang der ,sonne um sie verbreitet4 ,schon aber hat sie begonnen1 die ,ewigkeit wieder zu vernehmen1 die ihr in der ,zeit des ,erfolges von ,wissenschaft und ,technik zu einem ,rechenbegriff geworden war4 ,je tiefer wir in diese ,ewigkeit hineintauchen1 um so gekrftigter wird uns das ,morgen finden1 denn aller ,wert der ,persnlichkeit ist bestimmt durch die berwindung toter ,versachlichung und durch die in die ,ewigkeit wirkende ,kraft wirklichen ,lebens4 ,der ,gehalt an ,persnlichkeit aber bestimmt auch die ,zukunft des ,buches4 ,inhalt ,vorwort #e ,politische ,bildung und staatsbrgerliche ,erziehung #g ,buch und ,religion #bi ,buchhandel als ,beruf #ei ,vom buchhndlerischen ,markt oder ber ,grenzen der ,wirksamkeit des ,buches #fi ber die ,zukunft des ,buches #hg ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription ,offensichtliche ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,der ,schmutztitel wurde entfernt4