,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #aijj erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und altertmliche ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert2 fremdsprachliche ,zitate wurden nicht korrigiert4 ,einige ,abbildungen wurden zwischen die ,abstze verschoben und zum ,teil sinngem gruppiert1 um den ,textfluss nicht zu beeintrchtigen4 ,das ,original wurde in ,frakturschrift gesetzt4 ,besondere ,schriftschnitte wurden mit ,hilfe der folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 ,unterstrichen3 ,unterstriche ,fettdruck3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,pluszeichen ,antiqua3 ,tilden ,liebhaber-,ausgaben ,illustration ,knstler-,monographien ,in ,verbindung mit ,andern herausgegeben von ,h4 ,knackfu ,,xlv ,liebermann ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #aijj ,liebermann ,von ,hans ,rosenhagen ,mit #aae ,abbildungen nach ,gemlden und ,zeichnungen ,illustration ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #aijj ,von diesem ,werke ist fr ,liebhaber und ,freunde besonders luxuris ausgestatteter ,bcher auer der vorliegenden ,ausgabe eine numerierte ,ausgabe veranstaltet1 von der nur #ej ,exemplare auf ,extra-,kunstdruckpapier hergestellt sind4 ,jedes ,exemplar ist in der ,presse sorgfltig numeriert 7von #a-ej7 und in einen reichen ,ganzlederband gebunden4 ,der ,preis eines solchen ,exemplars betragt #bj ,m4 ,ein ,nachdruck dieser ,ausgabe1 auf welche jede ,buchhandlung ,bestellungen annimmt1 wird nicht veranstaltet4 ,die ,verlagshandlung4 ,druck von ,fischer ,wittig in ,leipzig4 ,illustration3 ,max ,liebermann4 7,nach einer ,aufnahme der ,hofphotographen ,reichard ,lindner in ,berlin47 ,max ,liebermann4 ,illustration3 ,max ,liebermann als ,fnfundzwanzigjhriger in ,weimar4 ,weimar #ahgb4 ,die aufregendsten ,begebenheiten in der ,kunstgeschichte der letzten dreiig ,jahre1 die widerspruchsvollsten uerungen der ,zeitgenossen ber ,knstler und ,kunstwerke und schlielich der entscheidende ,sieg von ,anschauungen1 die der ,kunst am ,ende des neunzehnten ,jahrhunderts die charakteristische ,physiognomie gegeben1 stehen im unmittelbarsten ,zusammenhange mit dem ,dasein von zwei ,malern1 an deren ,bedeutung heute nur noch belwollende oder gegen alle ,entwickelung sich ,abschlieende zweifeln knnen4 ,der eine dieser ,maler ist ,edouard ,manet1 der andere ,max ,liebermann4 ,beide haben der ,kunst neue ,ziele gesetzt1 und wenn es auch bei ,manet wahrscheinlich und bei ,liebermann gewi ist1 da ,andere vor ihnen ,gleiches gewollt und dafr gekmpft haben1 so waren sie doch die ersten groen ,knstler1 die die latent gebliebenen ,ideen in vollkommenen ,kunstwerken zusammenfaten und damit die ,aufmerksamkeit der ,mitwelt auf sie hinlenkten4 ,und darauf ist es in der ,kunst immer angekommen4 ,unzweifelhaft ist ,manet der ,khnere von beiden2 aber darin begegnet er sich mit ,liebermann1 da er nicht in der ,darstellung der ,dinge an sich1 sondern in der ,schilderung ihrer ,zustnde unter der ,wirkung von ,luft und ,licht die zu lsende knstlerische ,aufgabe sah und so wieder zur ,malerei kam1 woraus sich mit ,notwendigkeit ein ,zusammenhang zwischen ihm und der alten ,kunst ergeben mute4 ,und auch darin besteht eine ,gemeinsamkeit zwischen beiden ,knstlern1 da sie alle ,bitternisse des ,verkanntseins in ihren ,absichten1 alle ,beschimpfungen der ,menge und die volle ,verachtung der in ihrem ,schlummer gestrten sthetik kosten muten4 ,manet hat leider nicht mehr das ,glck erlebt1 die ungeheure ,wirkung seines ,beispieles zu sehen2 aber ,liebermann wandelt noch in ungebrochener ,kraft unter uns und behauptet seine knstlerische ,stellung mit einer ,energie und einem ,erfolge1 die nur den heroischen ,erscheinungen der ,kunstgeschichte beschieden sind4 ,fast alle diejenigen1 die ber ,manet und ,liebermann geschrieben1 haben -- der ,eine mehr1 der ,andere weniger -- ihren uerungen den ,charakter von ,verteidigungsschriften geben mssen1 vor allem waren sie gentigt1 ihre ,helden gegen den ,vorwurf1 die ,gefhle des ,publikums durch die gewhlten ,stoffe verletzen zu wollen1 in ,schutz zu nehmen4 ,das ist bezeichnend genug fr die ,art des ,widerspruches1 mit dem die ,allgemeinheit den ,knstlern begegnete1 die1 wie jetzt feststeht1 eine neue ,schnheit aus der ,natur herausgesehen4 ,allerdings war der ,abstand von der neuen ,schnheit1 die jene beiden ,knstler brachten1 zu der1 die alle ,welt anerkannte1 noch niemals so gro gewesen4 ,man empfand das ,neue als eine ,beleidigung und verhielt sich danach4 ,man sah das ,wahre in den ,bildern ,manets und ,liebermanns fr ein bewutes ,herauskehren und ,betonen des ,hlichen an1 gegen das man sich wehren msse um jeden ,preis4 ,die schwersten ,geschtze aus dem ,arsenal der sthetik donnerten ,vernichtung gegen die ,frevler an den heiligsten ,gtern der ,menschheit4 ,und doch war im ,grunde weiter nichts geschehen1 als da ein paar ,maler das innerliche ,bedrfnis gefhlt hatten1 die ,welt1 wie sie war1 zu sehen und darzustellen1 also soweit als mglich1 objektiv zu sein4 ,illustration3 ,abb4 #a4 ,im ,atelier 7#ahgb74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,es ist sehr fraglich1 ob das ,ach- und ,wehgeschrei1 das sich ,ende der siebziger ,jahre des neunzehnten ,jahrhunderts ber die ,verrohung der ,knstler in ,deutschland zu erheben begann1 verstummt wre1 wenn man das ,zeugnis ,goethes dafr beigebracht htte1 da dieser verachtete ,naturalismus die ,morgenrte einer vorschreitenden ,epoche in der ,kunst bedeute4 ,hchst wahrscheinlich wrde man seinen von der allertiefsten ,einsicht in das ,wesen der ,kunst zeugenden ,ausspruch3 ,alle im ,rckschreiten und in der ,auflsung begriffenen ,epochen sind subjektiv1 dagegen aber haben alle vorschreitenden ,epochen eine objektive ,richtung4 -- ,jedes tchtige ,bestreben wendet sich aus dem ,inneren hinaus auf die ,welt1 wie man an allen groen ,epochen sieht1 die wirklich im ,streben und ,vorschreiten und alle objektiver ,natur waren8 dahin ausgelegt haben1 da die ,subjektivitt auf seiten der frechen ,neuerer1 und in ihren ,werken der ,niedergang der ,kunst offenbar sei4 ,aber es ist wohl berhaupt eine ,schwche der menschlichen ,natur1 ,subjektives und ,objektives miteinander zu verwechseln4 ,eins ist sicher3 ,niemals hat sensationslosere ,kunst mehr ,sensation gemacht als in den ,bildern ,manets und ,liebermanns1 und wenn man heute von diesem ,sensationellen1 das man einst den ,werken dieser ,knstler nachsagte1 nichts mehr bemerkt1 so liegt darin schon eine ,anerkennung ihrer ,bedeutung4 ,denn nicht sie haben sich gendert1 sondern die ganze ,kunst hat getrachtet1 ihnen hnlich zu werden1 ist ihnen nachgewachsen1 so da kein uerlicher ,gegensatz mehr besteht4 ,illustration3 ,abb4 #b4 ,die ,gnserupferinnen 7#ahgc74 ,in der knigl4 ,nationalgalerie zu ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #c4 ,die ,konservenmacherinnen 7#ahgc74 ,in ,berliner ,privatbesitz4 99 99 99 ,um die kunstgeschichtliche ,stellung eines ,knstlers zu przisieren und ihm zugleich als ,persnlichkeit gerecht zu werden1 ist zweierlei ntig3 ,nachzuweisen1 was ihn mit der ,vergangenheit verbindet und klarzulegen1 durch welches ,neue er sich von ihr unterscheidet4 ,ehe jedoch die knstlerische ,thtigkeit ,liebermanns eine ,untersuchung in diesem ,sinne erfhrt1 drfte es1 um durch ,wiederholungen von ,thatsachen nicht zu hufig aufgehalten zu werden1 angebracht sein1 ber sein ,leben und seine ,thtigkeit kurz zu berichten4 ,illustration3 ,abb4 #d4 ,der ,witwer 7#ahgc74 ,im ,besitz des ,herrn ,geheimen ,kommerzienrat ,spindler zu ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #e4 ,die ,invaliden im ,lotsenhause 7#ahgd74 7,mit ,erlaubnis der ,herren ,bruno und ,paul ,cassirer zu ,berlin47 ,max ,liebermann ist ein ,berliner ,kind4 ,er wurde am #bj4 ,juli #ahdga als ,sohn eines wohlhabenden ,fabrikanten geboren1 verlebte in dem behaglichen ,heim seiner ,eltern eine glckliche ,jugend und bezog nach auf einem ,gymnasium absolvierter ,schulzeit #ahfh die ,berliner ,universitt1 wo er sich in die philosophische ,fakultt inskribieren lie2 freilich ganz gegen seine ,neigung und nur1 um ein ,zerwrfnis mit seinem ,vater zu vermeiden1 der von dem ,wunsche des ,sohnes1 ,maler zu werden1 durchaus nichts hren wollte4 ,aber anstatt sich mit den ,ideen ,schellings und ,hegels bekannt zu machen1 zog es der junge ,liebermann vor1 heimlich die ,akademie zu besuchen und sich von ,karl ,steffeck in der ,kunst des ,malens unterrichten zu lassen4 ,er malte und zeichnete in dessen ,atelier ,menschen1 ,pferde1 ,hunde und war nach einem ,jahre so weit vorgeschritten1 da er an ,steffecks groem ,bilde ,sadowa8 mitmalen durfte4 ,aber obgleich sich der ,lehrer von seinen ,leistungen fr befriedigt erklrte -- ,liebermann selbst fhlte die ,unzulnglichkeit seiner ,ausbildung zu lebhaft1 als da er ,genge an seinen ,schlererfolgen gefunden htte4 ,mit ,einwilligung seines ,vaters1 der sich am ,ende doch entschlossen hatte1 der ,neigung des ,sohnes freien ,lauf zu lassen1 ging er nach anderthalbjhrigem ,studium bei ,steffeck im ,jahre #ahfi nach ,weimar4 ,es war nicht ,sympathie fr den dort noch vorhandenen berrest von klassizistischer ,kunst1 die den jungen ,knstler dorthin fhrte4 ,aber in der ,stadt ,goethes wirkte als ,lehrer an der ,kunstschule der ,belgier ,ferdinand ,pauwels 7geb4 #ahcj71 der als ,schler ,wappers den glnzenden malerischen ,stil und den ,realismus der belgischen ,historienmalerei mitgebracht hatte4 ,liebermann ging nun systematisch zu ,werke2 er zeichnete bei ,thumann fleiig nach ,gips und malte bei ,pauwels2 jedoch seine ,versuche1 ,bilder in der ,art seiner ,lehrer zu malen1 schlugen durchaus fehl4 ,da brachte ihn der ,zufall auf einen ,weg1 der knftig sein ,weg werden sollte4 ,nach einer glcklich berstandenen ,krankheit spazierte er an einem ,sommermorgen vor den ,thoren ,weimars4 ,auf einem ,felde1 an dem sein ,weg vorberfhrte1 sah er einen ,bauer mit seinen ,leuten arbeiten1 und wie er gern erzhlt1 ist ihm beim ,anblick dieser fleiigen ,menschen zuerst der ,gedanke gekommen3 ,das mut du malen1 genau so1 wie es ist4 ,wenn es nun auch nicht sofort dazu kam1 so war sich der junge ,maler doch darber klar geworden1 was ihn knstlerisch zu reizen vermochte4 #ahgc entstand ,liebermanns erstes greres ,bild ,die ,gnserupferinnen81 jetzt im ,besitze der ,berliner ,nationalgalerie4 ,als ,malerei1 trotz dem von ,munkaczy bernommenen schwrzlichen ,kolorit1 ziemlich akademisch1 erregte es durch seinen ,inhalt berall den heftigsten ,ansto4 ,man fand es unerhrt1 dem ,publikum den ,anblick eines so gewhnlichen ,schauspieles zu bieten3 ,alte hliche ,weiber in einer schwrzlichen ,scheune bei einer zwar ntzlichen1 aber doch eigentlich gemeinen ,arbeit4 ,indessen das ,bild machte1 wo es auch gezeigt wurde -- in ,weimar1 ,hamburg und ,berlin -- ,aufsehen und fand schlielich1 obwohl sich die gesamte ,kritik gegen den ,rhyparographen81 den ,apostel der ,hlichkeit8 ,liebermann aussprach1 seinen ,kufer4 ,das erhaltene ,geld benutzte der ermutigte ,knstler zu einer ,reise nach ,paris1 wo er sich sogleich mit ,munkaczy1 den er in jener ,zeit besonders lebhaft verehrte1 in ,verbindung setzte4 ,ein ,abstecher nach ,holland lie ihn das ,motiv zu den ,konservenmacherinnen8 finden1 die er1 nach dem kurzen ,ausfluge nach ,weimar zurckgekehrt1 sofort in ,angriff nahm4 #a ,diese ,angabe entspricht allein der ,wahrheit4 ,die in allen biographischen ,mitteilungen ber ,liebermann zu findende ,angabe1 der #bi4 ,juli #ahdi sei der ,geburtstag des ,knstlers1 erklrt sich daraus1 da der ,knstler in dem ihm zur ,durchsicht s4 ,z4 bersandten ,korrekturabzug des ihn betreffenden ,artikels in ,brockhaus' ,konversationslexikon die nderung des falschen ,datums und ,geburtsjahres versumt hat4 ,illustration3 ,abb4 #f4 ,bauernhof 7#ahge74 ,im ,privatbesitz in ,paris4 ,in ,weimar wirkte seit #ahgb neben ,pauwels noch ein zweiter ,belgier an der ,kunstschule3 der unter dem ,einflusse ,courbets stehende ,charles ,verlat4 ,seine fabelhafte ,routine im ,malen1 seine frische ,art1 die ,natur anzupacken1 waren nicht ohne ,eindruck auf ,liebermann geblieben und bten schon in dem neuen ,bilde ihre ,wirkung aus4 ,verlat war es1 der dem jungen ,knstler den ,rat gab1 die ,konservenmacherinnen8 nicht in ,deutschland auszustellen1 sondern auf die in ,antwerpen im ,sommer #ahgc stattfindende ,ausstellung zu schicken4 ,ein neuer ,erfolg6 ,das ,bild wurde nicht allein verkauft1 sondern mehrfach nachbestellt4 ,franzsische und belgische ,kunsthndler machten dem ,berliner ,maler ,anerbietungen1 und der junge ,knstler1 dem das ,ausland so viel mehr ,verstndnis und ,sympathien entgegenbrachte als sein ,vaterland1 entschlo sich kurzer ,hand1 dauernden ,aufenthalt in ,frankreich zu nehmen4 ,im ,dezember #ahgc siedelte ,liebermann nach ,paris ber4 ,illustration3 ,abb4 #g4 ,arbeiter im ,rbenfelde 7#ahgf74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,es gehrte damals einiger ,mut dazu1 sich als ,deutscher nach ,frankreich zu wagen4 ,der ,chauvinismus stand in ppigster ,blte1 jeder ,deutsche wurde beargwhnt4 ,liebermann jedoch blieb unangefochten4 ,munkaczy und sein ,talent hatten ihn empfohlen4 ,auerdem arbeitete er fleiig4 ,die ,werke der ,troyon1 ,daubigny1 ,corot und vor allem die ,bauernbilder ,millets1 die er in ,paris kennen lernte1 machten in ihm den ,wunsch lebendig1 auch selbst noch von den ,vorteilen der ,fontainebleau-,schule zu profitieren4 ,im ,sommer #ahgd zog er nach ,barbizon1 jenem kleinen1 im ,walde von ,fontainebleau gelegenen ,drfchen1 das durch ,rousseau und ,millet fr die ,kunst des neunzehnten ,jahrhunderts so wichtig geworden ist1 wie ,weimar fr dessen ,litteratur4 ,millet lebte allerdings dort noch unter den ,bumen1 die untereinander reden82 aber ,liebermann gelang es nicht mehr1 mit ihm persnlich in ,berhrung zu kommen1 zumal ,millet bald starb4 ,um so inniger schlo sich der junge ,knstler geistig an den verehrten ,meister an4 ,seine im ,salon #ahgf ausgestellten ,arbeiter im ,rbenfelde8 zeugen besser als alle ,worte dafr4 ,aber das von ,millet in die ,seele des ,berliner ,malers gesenkte ,samenkorn sollte erst auerhalb ,frankreichs wirklich aufgehen1 in ,holland4 ,illustration3 ,abb4 #h4 ,die ,geschwister 7#ahgf74 ,im ,privatbesitz in ,mainz4 7,nach einer ,radierung von ,professor ,karl ,kpping47 ,illustration3 ,abb4 #i4 ,die ,zimmermannswerkstatt 7#ahgg74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,man fhrt die ,hollandschwrmerei1 die die ,landschafter der ganzen ,welt seit zwanzig ,jahren befallen hat1 gern auf ein litterarisches ,ereignis1 auf das #ahgf erfolgte ,erscheinen von ,eugne ,fromentins geistvollem ,buche ,les matres d'autrefois8 zurck1 in dem der berhmte ,orientmaler ber die whrend einer ,reise in ,holland empfangenen ,eindrcke berichtet1 und das wegen der feinen ,analysen des technischen und geistigen ,inhaltes bedeutsamer ,meisterwerke in der ,kunstlitteratur ganz einzig dasteht4 ,es ist deshalb ntig1 festzustellen1 da ,liebermann1 der die ,aufmerksamkeit der deutschen ,maler auf ,holland besonders gelenkt hat1 seine ,motive von dorther geholt1 ehe ,fromentin jenes ,signal gab und die ,prophezeiung aussprechen konnte1 da man de la littrature la nature1 de la nature la peinture8 kommen werde4 ,die ,konservenmacherinnen81 die ,invaliden im ,lotsenhause8 und allerlei ,studien waren gemalt1 ehe ,fromentin seine ,reise nach ,holland antrat4 ,aber jenes ,land1 in dem so vielen ,malern die ,augen fr malerische ,schnheit geffnet wurden1 ist noch in anderer ,beziehung fr ,liebermann von ,bedeutung geworden3 er erfuhr von ,franz ,hals und ,rembrandt1 was groe ,kunst sei1 und begann im ,freien zu malen4 ,paris verlor nach diesen hollndischen ,studienreisen fr ,liebermann mehr und mehr an ,interesse1 und als im ,jahre #ahgh die ,eltern seine ,rckkehr verlangten1 setzte er ihren ,wnschen keinen ,widerstand entgegen4 ,kaum wieder daheim1 hatte er das ,unglck1 auf der dunklen ,treppe zu seinem ,atelier auszugleiten und das ,bein zu brechen4 ,die ,heilung nahm mehrere ,monate in ,anspruch1 und schlielich schickte man den ,knstler zur gnzlichen ,wiederherstellung nach ,gastein4 ,die guten ,wirkungen des ,bades blieben nicht aus1 und mit einer ,reise durch ,tirol nach ,venedig suchte sich der ,knstler fr die ausgestandenen ,schmerzen zu entschdigen4 ,zwei ,monate lang lie er den ,zauber ,venedigs und seiner ,kunst auf sich wirken4 ,malte er nicht1 so weilte er mit ,vorliebe in den ,slen der ,akademie1 die die figuren- und wahrheitsreichen ,bildercyklen von ,gentile ,bellini und ,carpaccio enthalten4 ,in ,venedig lernte ,liebermann mehrere ,mnchener ,knstler1 darunter auch ,lenbach1 kennen1 die ihm die ,vorteile1 die ,mnchen einem ,maler von seiner fortschrittlichen ,richtung bte1 so lebhaft zu schildern wuten1 da er sich kurzer ,hand entschlo1 gar nicht erst wieder nach ,berlin zurckzukehren1 sondern gleich nach ,mnchen zu gehen4 ,im ,dezember #ahgh langte er in ,bayerns ,hauptstadt an und machte sich sogleich an ein groes ,bild1 mit dem er die ,jahresausstellung von #ahgi zu beschicken gedachte4 ,das ,bild wurde vollendet1 von der ,jury der ,ausstellung mit ,ausdrcken der ,bewunderung entgegengenommen2 aber die ,wirkung1 die es im ,glaspalast ausbte1 uerte sich doch in sehr viel anderer ,form1 als der ,knstler erwartet hatte4 ,das ,bild stellte ,jesus unter den ,schriftgelehrten8 dar1 in einer den bayerischen ,klerus zu hellen ,zornausbrchen veranlassenden realistischen ,auffassung4 ,sogar im bayerischen ,landtage kam das ,bild zur ,besprechung1 und statt ,ehren und ,ruhm erntete der ,maler nur rger und ,verdru mit seiner ,schpfung4 ,obgleich namhafte ,knstler1 wie ,lenbach1 ,gedon und ,wagmller1 auf das ,wrmste fr ,liebermann ,partei nahmen und die auerordentlichen knstlerischen ,eigenschaften1 die der junge ,berliner darin gezeigt1 nicht genug zu rhmen wuten -- die ffentliche ,meinung lie sich nicht besnftigen4 ,liebermann hat nie wieder ein religises ,bild gemalt4 ,illustration3 ,abb4 #aj4 ,mutter und ,kind 7#ahgh74 ,im ,privatbesitz in ,hamburg4 ,whrend der ,kampf um jenen ,jesus unter den ,schriftgelehrten8 noch tobte1 weilte der ,knstler schon wieder in ,holland1 um ,stoffe zu neuen ,werken zu sammeln4 ,mnchen hatte zwar den ,ruhm1 einem bedeutenden jungen deutschen ,maler als ,aufenthaltsort zu dienen2 aber dieser zog es nach den gemachten ,erfahrungen doch vor1 seine ,bilder vorerst nach ,paris zu schicken1 wo man knstlerische ,empfindungen nicht mit anderen zusammenwarf4 ,trotz alledem leugnet ,liebermann nicht1 da der ,aufenthalt in ,mnchen1 die ,anregungen1 die sich aus dem ,verkehr mit gleichstrebenden ,knstlern dort ergaben1 sein ,schaffen in gnstigster ,weise beeinflut htten4 ,verlieen doch in den sechs ,jahren1 die er in ,mnchen weilte1 jene ,werke sein ,atelier1 die seinen ,ruhm begrndet und zur ,verjngung der deutschen ,kunst das ,meiste beigetragen haben4 ,indessen ist weder ,mnchen1 noch ,paris1 noch ,berlin als ,wiege der charaktervollen ,kunst ,liebermanns anzusehen1 sondern allein ,holland4 ,illustration3 ,abb4 #aa4 ,jesus unter den ,schriftgelehrten 7#ahgi74 ,nach einer ,zeichnung in ,berliner ,privatbesitz4 ,in ,holland fand ,liebermann sowohl in der ,natur1 wie bei den ,bewohnern der ,kste das als gegebenen ,zustand vor1 was ihm bei ,millet so bewunderungswrdig erschienen war3 die ,einfachheit4 ,er gehrt unter die ,ersten1 die ihren ,reiz ganz lebhaft empfunden und ihr in der ,kunst das ,wort geredet haben4 ,und weil ,liebermann die einfache ,natur geben wollte1 die die meisten ,menschen zu uninteressant finden1 um sie anzuschauen1 mute er suchen1 sie knstlerisch zu verklren4 ,er that es nicht1 indem er sie in ihrem ,wesen vernderte1 sondern indem er sie mit der ,schnheit des ,lebens umgab1 die ,luft und ,licht um die rmlichsten ,erscheinungen weben4 ,nichts war schn auf ,liebermanns ,bildern als das ,zustndliche4 ,im ,jahre #ahgi also malte ,liebermann whrend eines dreimonatlichen ,aufenthaltes in ,holland ,die ,kleinkinderschule in ,amsterdam81 die er zusammen mit einer abgenderten und in der ,farbe aufgehellten ,wiederholung der ,konservenmacherinnen8 in die ,pariser ,salonausstellung von #ahhj schickte4 ,im folgenden ,jahre entstand das kstliche ,altmnnerhaus in ,amsterdam81 das ihm in ,paris eine ,medaille eintrug1 die erste ,auszeichnung1 die einem ,deutschen nach dem ,kriege in ,frankreich zu teil wurde1 und die ,alte ,frau am ,fenster84 #ahha ist das ,geburtsjahr der in der ,berliner ,nationalgalerie befindlichen ,schusterwerkstatt8 und des auf dem ,umwege ber ,paris und ,berlin #aijj in die ,galerie des ,stdelschen ,instituts zu ,frankfurt gelangten ,hofes des ,waisenhauses in ,amsterdam84 ,das ,jahr #ahhc brachte ,die ,bleiche8 und #ahhd ein ,bild1 zu dem er die ,anregung in ,bayerns ,metropole erhalten hatte3 das ,mnchener ,bierkonzert84 ,inzwischen war ,liebermann in ,paris ,mitglied der vornehmsten der dortigen ,knstlervereinigungen1 des ,cercle des ,,xv81 geworden1 dem ,knstler wie ,stevens und ,bastien-,lepage angehrten1 und stellte seitdem alljhrlich im ,salon ,petit aus4 ,der ,aufenthalt in ,mnchen nahm #ahhd ein ,ende4 ,der ,knstler verheiratete sich in ,berlin1 wo er seitdem seinen stndigen ,wohnsitz hat2 aber ,holland blieb seine ,schatzkammer bis auf diesen ,tag4 ,die ,flachsscheuer in ,laren8 7in der ,nationalgalerie71 ,die ,frau mit den ,ziegen8 7,neue ,pinakothek1 ,mnchen71 ,die ,netzeflickerinnen8 7,kunsthalle zu ,hamburg71 ,hollndische ,dorfstrae81 ,spitalgarten in ,leyden81 ,in den ,dnen8 7,leipziger ,museum71 ,dnenarbeiter8 7,knigsberger ,galerie71 ,badende ,jungen81 ,sonntag in ,laren81 ,schulgang8 und viele andere seiner vorzglichsten ,bilder entstammen dieser ,unerschpflichen4 ,nur zuweilen einige ,motive von wo andersher1 wie etwa bei der ,gedchtnisfeier fr ,kaiser ,friedrich in ,ksen81 dem ,kinderspielplatz im ,tiergarten8 oder dem ,biergarten in ,brannenburg84 ,seit ,anfang der neunziger ,jahre hat sich ,liebermann auch der ,bildnismalerei zugewendet4 ,seine ,portrts gehren nicht nur zu den eigenartigsten1 sondern auch zu den knstlerisch strksten1 die in ,deutschland am ,ende des ,jahrhunderts entstanden sind4 ,bildnisse1 wie das des ,brgermeisters ,petersen 7,hamburg71 das von ,virchow1 ,gerhart ,hauptmann sind ,proben eines ,portrtstils1 ber den in der ganzen ,welt nur ein einziger ,knstler -- ,liebermann -- verfgt4 ,auch als ,radierer ist der ,knstler von ,bedeutung4 ,unter seinen ,kalte-,nadel-,arbeiten sind einige1 die den ,vergleich mit ,blttern ,rembrandts nicht zu scheuen brauchen2 in anderen tiefgetzten ,platten hat er ,wirkungen erreicht1 die es an malerischer ,haltung mit seinen ,bildern aufnehmen4 ,illustration3 ,abb4 #ab4 ,studie zu den ,konservenmacherinnen8 im ,leipziger ,museum4 ,liebermann hat sich die ,anerkennung seiner ,knstlerschaft ,schritt fr ,schritt erobern mssen1 wenigstens in ,deutschland1 und am allerlngsten hat man in ,berlin gezgert1 seinem ,talent die gebhrende ,wrdigung zu teil werden zu lassen4 ,in ,paris verstand und bewunderte ihn alle ,welt1 in ,mnchen wenigstens die ,knstler1 in seiner ,vaterstadt hat man ihn so lange bersehen1 als es nur irgend anging2 und noch heute sind gewisse ,kreise vorhanden1 die nicht zu fassen vermgen1 warum ,liebermann1 dessen ,schpfungen ihrer ,meinung nach so gar nichts ,ideales haben1 der von der ,schnheit1 wie sie sie verstehen1 nichts zu wissen scheint und nichts wissen will1 ein groer ,knstler sein soll4 ,es war wohl immer so in ,berlin1 da man in ,sachen des ,kunstgeschmackes nicht auf der ,hhe1 sondern recht eigentlich altmodisch war und nur das als knstlerisch schn gelten lassen mochte1 was auerhalb der jedem erreichbaren ,sphre lag4 ,und ferner verbindet man in ,berlin den ,begriff von ,schnheit gern mit der ,vorstellung einer hheren ,bildung1 die der gemeinen ,wirklichkeit mit ,vorsicht aus dem ,wege geht4 ,gegen die ,schnheit1 deren ,wesen ,wahrheit ist1 hat man in der ,stadt der ,intelligenz immer eine ,abneigung gehabt2 und wenn ,menzel nicht ,gelegenheit gefunden htte1 der ,wahrheit1 die er geben wollte1 ein historisches ,mntelchen umzuhngen1 und nicht zugleich ein witziger ,kopf gewesen wre -- die ,berliner wrden vielleicht auch heute noch im ,zweifel sein1 ob er ein wirklicher ,knstler oder nur eine ,modegre ist4 99 99 99 ,illustration3 ,abb4 #ac4 ,zeichnung 7#ahhj74 ,im ,besitz des knigl4 ,kupferstichkabinetts zu ,mnchen4 ,illustration3 ,abb4 #ad4 ,altmnnerhaus in ,amsterdam 7#ahhj74 ,im ,besitz der ,kunsthandlung ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #ae4 ,studie zum ,bilde ,altmnnerhaus in ,amsterdam8 7#ahhj74 ,kein ,meister fllt vom ,himmel1 am allerwenigsten in der ,kunst1 obschon in dieser nicht selten ,ereignisse zu bemerken sind1 die unvermittelt wirken4 ,beim nheren ,zusehen aber findet man auch bei diesen in der ,regel den beruhigenden ,zusammenhang mit vorhanden gewesenen ,ursachen4 ,sogar die groen ,eroberer1 von denen die ,kunstgeschichte zu erzhlen wei1 sind nur ,schritt fr ,schritt vorwrts gedrungen1 haben ,vorbilder gehabt und benutzt1 bis sie in sich so weit fertig waren1 um ,eigenes bieten zu knnen4 ,es gibt keinen groen ,knstler1 der zu ,beginn seiner ,thtigkeit nicht in die ,fustapfen seines ,lehrers oder eines frei gewhlten ,vorbildes getreten wre4 ,mag man an ,raffael oder ,rembrandt1 an ,drer oder ,tizian1 an ,franz ,hals oder ,velasquez denken4 ,sie gingen von einem ,vorhandenen aus1 und daran mit man ihre ,gre1 wie weit sie ber dieses hinausgelangt sind4 ,selbst ,menzel1 den man so leicht geneigt ist1 als ein knstlerisches ,phnomen zu betrachten1 ist nicht als fertiger ,knstler auf der ,bildflche erschienen1 sondern hat sich das ,seinige mhsam zusammengesucht4 ,nur darin ist er ein ,phnomen1 da er sich auerhalb der ,zeitstrmung hielt1 das ,schne nicht da suchte1 wo es ,andere schon lngst vorher entdeckt1 sondern dort1 wo es die ,anderen nicht vermutet hatten4 ,auch ,liebermann hat sich1 als er anfing1 sein knstlerisches ,rstzeug von ,anderen geliehen4 ,er besa schon1 als er bei ,steffeck arbeitete1 eine grndliche ,abneigung gegen den von ,cogniet und ,couture abstammenden ,berliner ,kolorismus4 ,er empfand das ,unwahre1 ,hohle1 ,gemachte dieser ,art zu malen zu lebhaft1 als da sie ihm irgendwie erstrebenswert erschienen wre4 ,auch die ,malerei von ,pauwels sagte ihm nicht besonders zu2 er fand auch sie noch zu pomps fr die ,darstellung der ,wirklichkeit1 um die es ihm nun einmal ging4 ,in ,mnchen hatten auf der internationalen ,kunstausstellung von #ahfi zum erstenmal ,courbet und ,munkaczy die ,aufmerksamkeit der jungen ,knstler ,deutschlands auf sich gelenkt4 ,die gemauerten1 derben ,farben des ,franzosen1 die vornehm wirkende schwrzliche ,untermalung des ,ungarn stellten den deutschen ,kolorismus bedenklich in den ,schatten4 ,die sparsame ,verwendung der warmen ,tne bei dem ,einen1 die ,vermeidung aller ausgleichenden ,lasuren bei dem ,anderen imponierten dem jngeren ,geschlecht4 ,die handfeste ,manier ,courbets stand so vorzglich in bereinstimmung mit seinen ,wirklichkeitsbildern1 und ,munkaczys ,dsterheit stimmte ausgezeichnet mit den romantischen ,typen1 die er zu zeigen liebte4 ,courbet und ,munkaczy waren es1 an deren ,bildern ,liebermann beim ,malen seiner ,gnserupferinnen8 gedacht4 ,jener hatte ihm ,mut gemacht1 anstatt des fr ,anfnger blichen ,historienbildes ein vllig antiakademisches ,motiv zu whlen2 dieser ermglichte es ihm1 eine malerische ,ausdrucksweise zu zeigen1 die von der allgemein blichen damals auffallend abwich4 ,man hat heute keine ,empfindung mehr fr das ,aufrhrerische in der ,tendenz des ,liebermannschen ,bildes2 aber vor dreiig ,jahren wirkte es und sogar auf einen so vorgeschrittenen ,knstler wie ,menzel4 ,er erkundigte sich bei dem ,kunsthndler ,lepke1 bei dem damals die ,gnserupferinnen8 7,abb4 #b7 zu sehen waren1 nach dem ,maler des ,bildes und drckte den ,wunsch aus1 ihn kennen zu lernen4 ,liebermann1 ungeheuer stolz auf das ,interesse1 das der von ihm bewunderte ,knstler an seinem ,bilde nimmt1 geht sofort nach seiner ,rckkehr von ,paris zu ,menzel und wird mit folgenden ,worten empfangen3 ,also ,sie sind der ,liebermann1 der das ,bild gemalt hat4 ,wissen ,sie was8 ,das ,bild sollte man ,ihnen um die ,ohren schlagen -- es ist ausgezeichnet2 aber so etwas macht man erst mit fnfzig48 ,liebermann hat erst lange nachher die ,bemerkung des berhmten ,knstlers richtig verstanden1 nmlich1 da er viel zu jung sei1 um sich eine derartige ,auflehnung gegen die ,tradition erlauben zu drfen1 da eine ,freiheit der ,mache in dem ,bilde wre1 die sich fr einen ,anfnger nicht schicke4 ,der beglckte junge ,maler hrte in jener ,zeit nur das ,lob4 ,und was htte ihn mehr darin bestrken knnen1 auf seinem ,wege fortzuschreiten1 als es von dieser ,seite zu empfangen6 ,es ist in der ,that etwas ,altmeisterliches in dem ,bilde4 ,der schwrzliche ,gesamtton hlt die paar ,farben in den ,kleidern und ,schrzen der alten ,weiber gut zusammen1 und wenn er dem ,knstler bei der ,berliner ,kritik damals auch den ,namen ,sohn der ,finsternis8 eintrug -- es gab in jener ,zeit wenige ,bilder1 die malerischer8 gewirkt htten4 ,aber in einem wich das ,bild noch viel weiter von dem blichen ab3 im ,inhalt4 ,nach damaliger ,gewohnheit war es als ,genrebild8 registriert worden1 wie unendlich fern jedoch stand es dem eigentlichen ,genre6 ,es erzhlte nichts und unterhielt nicht1 der ,knstler hatte in keiner ,richtung den ,versuch gemacht1 an das ,gemt oder den ,verstand der ,beschauer zu appellieren1 auch nicht die ,spur einer ,absicht gezeigt1 sich deren ,wohlwollen durch ,wiedergabe von ,schnheit und ,anmut zu erwerben4 ,das ,bild war ein ,bericht darber1 wie es aussieht1 wenn alte ,weiber in einer dunklen ,scheune sitzen und ,gnsen die feinen ,federn ausrupfen1 die fr die ,betten gebraucht werden4 ,der ,gegenstand erschien weder wrdig im ,sinne der alten sthetik1 noch sprte man jene von allen gemeinen ,zuflligkeiten gereinigte ,natrlichkeit1 die fr erlaubt galt4 ,fr den malerischen ,reiz des ,bildes1 die amsante ,wirkung der ,lichtquelle im ,hintergrunde hatte man kein ,gefhl4 ,man sah nur die ,sache und fand sie scheulich1 weil man nicht daran gewhnt war1 ,kunst anders als mit dem ,verstande zu betrachten1 und auch dieser nur auf das ,unterhaltende und ,belehrende1 nicht auf das ,wirkliche und ,richtige dressiert war4 ,illustration3 ,abb4 #af4 ,alte ,frau am ,fenster 7#ahhj74 ,im ,besitz der ,kunsthandlung ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #ag4 ,die ,spinnerinnen 7#ahhj74 ,im ,besitz des ,herrn ,professor ,franz von ,defregger in ,mnchen4 ,der ein ,jahr frher entstandene ,atelierwinkel8 7,abb4 #a71 in dem ein alter ,mann in ,mappen herumkramt1 war auch nicht malerisch im ,sinne der ,zeit4 ,dazu htten historische ,kostme1 glnzende ,waffen1 der ganze prunkende ,apparat einer auch uerlich auf ,unterscheidung von der ,mitwelt bedachten ,knstlerexistenz gehrt4 ,liebermann gab die an sich nchterne ,wand eines ,arbeitsraumes mit ein paar darauf hngenden1 nicht erkennbaren ,studien1 ein ,regal mit ,farbentpfen und eben jenen alten ,mann1 der eine ,zeichnung mit ,aufmerksamkeit betrachtet4 ,das ,malerische daran war nicht die ,sache selbst1 sondern das sanfte ,licht1 das in der brunlichen ,dmmerung leise ber die ,wand1 das ,regal und das weie ,haupt des ,alten flo1 dort eine ,farbe1 hier einen ,reflex1 da eine ,form sichtbar werden lie4 ,der junge ,knstler lt in diesem ,werke schon deutlich erkennen1 da er sich des ,unterschiedes zwischen pittoresk und malerisch wohl bewut ist4 ,illustration3 ,abb4 #ah4 ,die ,klpplerin 7#ahha74 ,im ,besitz der ,kunsthalle zu ,hamburg4 ,in den ,konservenmacherinnen8 und in den ,invaliden im ,lotsenhaus8 beginnt sich der schwrzliche ,ton der ,liebermannschen ,bilder schon aufzulichten4 ,statt ,beinschwarz verwendet der ,knstler ,asphalt1 auf dessen durchsichtigem ,braun die ,farben anfnglich warm und leuchtend stehen1 um allerdings spter durch die zersetzende ,kraft des ,bitumens stumpfer zu werden4 ,nach der psychologischen ,seite ist ein auerordentlicher ,fortschritt zu konstatieren4 ,die ,konservenmacherinnen8 7,abb4 #c7 -- derbe1 krftige ,weiber1 abgerackerte ,arbeitsfrauen und wunschlos gewordene alte ,mtterchen -- sitzen auf hlzernen ,bnken und ,fssern in einem dunklen1 niedrigen ,arbeitsraume an einem improvisierten ,tische und putzen mit kurzen ,messern die verschiedenartigsten ,gemse4 ,kein ,blick aus all' den ,augen fllt auf den ,beschauer4 ,keine der ,arbeiterinnen hat eine ,empfindung davon1 da eines ,malers ,auge auf ihr geruht4 ,die unendliche ,natrlichkeit in dem still vor sich ,hinbrten der ,einen1 die bewegliche ,geschftigkeit der ,anderen1 der unbewute ,ausdruck der zwlf oder dreizehn ,gesichter gibt der ,darstellung den wunderbarsten ,reiz4 ,unwillkrlich gert man in ,versuchung1 ,charakterstudien zu machen1 und ist erstaunt1 welche ,flle von ,individualitten der ,knstler in diesem einen ,bilde gibt4 ,freilich mu man lesen knnen in ,menschengesichtern1 wird dann aber von diesem ,bilde die berzeugung mitnehmen1 da sein ,urheber den ,menschen1 die er dargestellt1 bis ins ,herz gesehen hat4 ,dieselbe vollendete ,natrlichkeit zeigen die ,invaliden im ,lotsenhause8 7,abb4 #e74 ,dieses ruhige ,herumsitzen in dem hohen verrucherten ,raume um den qualmenden ,kamin1 halb nachdenklich1 halb gedankenlos1 entspricht auf das ,vollkommenste dem ,wesen der ,mnner1 die gewohnt sind1 wortlos ihre ,pflicht zu thun4 ,auch hier wieder wirkliche ,menschen1 nicht bloe ,typen1 und das ,rot in den ,hemden der bedchtig ihre ,thonpfeife rauchenden ,seeleute mit ihren sonderbaren hohen ,hten von feinster malerischer ,wirkung zwischen ,schwarz und ,braun4 ,illustration3 ,abb4 #ai4 lstudie zu den ,klpplerinnen8 7#ahha ,venedig74 ,illustration3 ,abb4 #bj4 ,schusterwerkstatt 7#ahha74 ,in der knigl4 ,nationalgalerie zu ,berlin4 ,liebermanns ,thtigkeit in ,paris und ,barbizon gipfelt in dem bald als ,arbeiter im ,rbenfelde81 bald als ,im ,runkelpark8 bezeichneten groen ,bilde 7,abb4 #g71 das als eines seiner ,hauptwerke gilt4 ,der geistige ,vater dieses ,bildes ist ja wohl ohne ,zweifel ,millet1 aber doch nur insoweit1 als der junge ,berliner durch diesen groen ,knstler auf die wirksame ,verbindung und den geistigen ,zusammenhang von ,mensch und ,landschaft hingewiesen wurde4 ,die ,anekdote1 von der bis zum ,erscheinen ,millets das ,bauernbild seine ,daseinsberechtigung hergenommen1 war fr ,liebermann von vornherein ein berwundener ,standpunkt1 und ehe er ,bilder ,millets gesehen1 war die ,darstellung arbeitender ,menschen das1 was ihn knstlerisch gereizt hatte4 ,nun gewann der ,mensch als ,erscheinung in der ,natur fr ihn eine tiefere ,bedeutung4 ,sein ,gefhl fr das ,verhltnis der ,erscheinung zu ihrer ,umgebung erfuhr durch das ,beispiel des bewunderten ,meisters die erwnschte ,bekrftigung4 ,auch das in ,barbizon entstandene ,bild ist noch sehr dunkel1 von einer schweren1 mehr an ,courbet als an ,millet erinnernden ,farbe2 aber in der ,landschaft und in der ,beleuchtung kndigt sich schon ein ,neues an4 ,ungehindert schweift der ,blick an ein paar ,bumen vorbei ber weite ,felder bis zu der hoch gelegenen1 von den ,gestalten der im ,vordergrunde thtigen ,arbeiter nicht berschnittenen ,horizontlinie4 ,sechs ,weiber und drei ,mnner schaufeln1 jten und graben auf dem ,acker4 ,zwei der ,weiber ruhen1 auf ihre ,hacken gesttzt1 aus4 ,in den ,figuren ist jede ,art von ,bewegung dargestellt1 die die ,feldarbeit erfordert1 so da die mit ,ausnahme eines weiter vorgerckten ,weibes in einer ,reihe ,arbeitenden fr die ,betrachtung reiche ,abwechselung bieten4 ,vielleicht aber ist dieses ,werk das einzige ,liebermanns1 bei dem man einen gewissen ,mangel an ,frische und ,unmittelbarkeit nachweisen knnte4 ,es zeigt des ,malers ganzes groes ,knnen1 aber es hat weniger ,natrlichkeit als seine sonstigen ,bilder4 ,die ,figuren sind zu nahe bei einander1 und einige posieren1 was bei ,liebermann sonst nie vorkommt4 ,das ,programmatische strt4 ,unter der ,wirkung von ,millet stehen auch zwei grere ,skizzen1 die je einen ,mann und eine ,frau in einem ,kartoffelacker arbeitend zeigen4 ,hinter beiden ,figuren sieht man dieselbe braunbewachsene ,bschung1 ber beiden den gleichen grauen ,oktoberhimmel4 ,die auerordentliche ,einfachheit des ,motives1 die wenigen ,farben bringen diese ,studien hnlichen ,schpfungen des ,meisters von ,barbizon ganz nahe4 ,aber schon in den ,geschwistern8 7,abb4 #h7 ist ,liebermann wieder frei von allen ,erinnerungen und ganz er selbst4 ,wie ausgezeichnet ist die ,haltung und ,bewegung des halbwchsigen ,mdchens gesehen1 dem die ,last des kleinen ,bruders zu schwer geworden1 und das sich das ,gewicht zu erleichtern sucht1 indem es das linke ,knie hochzieht und damit das ,kind sttzt6 ,ein ,lichtstrahl1 der den ,kopf des ,mdchens streift und das ,gesicht des ,kindes voll beleuchtet1 gibt ,modellierung und farbige ,gegenstze4 ,die ,annherung an ,franz ,hals sprt man bei den ,schpfungen dieser ,zeit wohl am lebhaftesten bei dem ,bilde ,mutter und ,kind8 7,abb4 #aj71 das schon ins ,monumentale gesteigerte ,intimitt verrt und mit einer geradezu verblffenden ,kraft und ,breite hingestrichen ist4 ,es spricht fr die auerordentliche ,beweglichkeit des ,knstlers1 da er nach dieser grozgigen ,leistung sich einem ,motiv zuwendet1 das ganz andere ,ansprche an ihn stellt und ,frhlichkeit und ,liebenswrdigkeit verlangt1 um zu wirken2 aber das ,gebiet der ,kinderdarstellung war schon in den beiden letzten ,bildern beschritten1 und die ,schilderung einer ,kleinkinderschule in ,amsterdam8 bot dem ,knstler eine sehr dankbare ,aufgabe4 ,wer htte dem ,naturalisten ,liebermann dieses offene ,auge fr ,kinderschnheit und ,anmut zugetraut8 ,gegen diese hbschen1 frischen1 naiven ,mdchen und ,bbchen1 die sich mit der ganzen ,unbefangenheit wirklicher ,kinder belustigen1 hier miteinander plaudern1 dort mit grogeffneten ,augen der ,erzhlung einer ,greren lauschen1 da ,schreib- und ,malversuche machen oder zusehen1 wie ein kleiner ,hungriger gelabt wird1 wirken die meisten von ,knaus gemalten ,kinder geziert und konventionell4 ,das ,heitere und ,bezaubernde der unschuldsvollen ,menschenblten wird noch gehoben durch einen ,gegensatz1 durch die ,anwesenheit der alten und runzligen ,herrscherin in diesem ,reich1 die neben dem ,kinderschulbnkchen auf einem erhhten ,sitz vor ihrem ,nhtisch sitzt und gedankenlos1 das ,geschwtz der ,kleinen im ,ohr1 einen ,strumpf strickt4 ,und lustig wie die ,kinder und hell wie der ,tag1 der ins ,zimmer hineinscheint1 sind die ,farben des ,bildes1 ,wei und ,rosa1 ,himmelblau und ,rot4 ,der ,maler sorgengefurchter ,gesichter1 zerarbeiteter ,hnde1 gebeugter ,rcken und des hoffnungslosen ,alters wei auch den ,sonnenschein des ,lebens1 lachende ,augen und blonde ,kinderkpfe darzustellen4 ,illustration3 ,abb4 #ba4 ,studie zur ,schusterwerkstatt84 ,illustration3 ,abb4 #bb4 ,der ,hof des ,waisenhauses in ,amsterdam 7#ahha74 ,im ,besitz des ,stdelschen ,kunstinstituts zu ,frankfurt am ,main4 ,illustration3 ,abb4 #bc4 ,studie zu einem hollndischen ,waisenmdchen 7#ahha74 ,zwischen diesen ,bildern des ,lebens kann der ,jesus unter den ,schriftgelehrten8 7,abb4 #aa7 nur als ein ,intermezzo angesehen werden1 als ein ,versuch des ,knstlers1 nachzuprfen1 ob sich seine ,art mit einem auerhalb der ,malerei als solcher liegenden ,gedanken verbinden lasse4 ,auch als ,rckfall in die ,menzelperiode8 hat man diesen ,jesus ,liebermanns bezeichnet2 aber mit der denselben ,stoff behandelnden ,lithographie ,menzels verbindet ihn nur die rationalistische ,auffassung1 nicht die knstlerische4 ,menzel htte nie gewagt1 unwissenschaftlich zu sein1 um wahrer zu wirken4 ,whrend ,menzels ,jesus als ein geistreich blickender ,judenknabe mit der traditionellen ,aureole unter stattlichen1 in reiche ,gewnder gehllten jdischen ,gelehrten in einer ,tempelhalle steht und seine ,mutter in der ,idealkleidung der ,marien herbeieilt1 ist ,liebermanns ,jesus ein flinker1 kleiner1 schlecht gewachsener1 wie ein ,hndler mit den ,hnden gestikulierender ,judenjunge1 die ,gelehrten gleichen ehrbaren1 polnischen ,juden im ,gebetsmantel und ,ort der ,handlung ist irgend eine kleinstdtische ,synagoge4 ,man kann ohne weiteres zugeben1 da fr den ,christusknaben sich leicht ein sympathischeres jdisches ,modell htte finden lassen2 aber ,liebermann hat wohl kaum die ,absicht gehabt1 einen neuen ,typus des jugendlichen ,christus in die ,welt zu setzen1 ihm lag wohl mehr daran1 das ,dramatische des ,vorganges zum ,ausdruck zu bringen4 ,wie der ,junge lebhaft und eindringlich und klug redet und die ,mnner zuhren und ber das ,gehrte nachdenken und staunen1 ist niemals berzeugender1 der ,vorgang selbst niemals konzentrierter geschildert worden4 ,menzel brauchte fr seinen ,jesus die ,aureole1 weil er sonst unter den stattlichen ,gestalten der ,schriftgelehrten verschwunden wre2 bei ,liebermann ist der kleine unscheinbare ,junge der natrliche ,mittelpunkt alles ,geschehens auf dem ,bilde1 und als ,malerei kann es dieses ,werk wohl mit fast allen ,bildern aufnehmen1 die dasselbe ,thema behandeln4 ,liebermanns ,jesus8 gehrt heute ,fritz von ,uhde1 der in seinen ,christusbildern hnliches gewollt1 viel mehr ,rcksicht auf die ,empfindungen der ,allgemeinheit genommen1 aber dafr auch niemals die steile knstlerische ,hhe erreicht hat1 die der ,berliner ,maler in dieser vielgeschmhten ,schpfung zeigt4 ,illustration3 ,abb4 #bd4 ,die ,bleiche 7#ahhb74 ,im ,privatbesitz in ,frankfurt am ,main4 ,vor sich selbst und seinen ,freunden glich ,liebermann diesen ,mierfolg bei dem groen ,publikum mit einem ,bilde aus1 das zu seinen kostbarsten ,schpfungen gehrt1 mit nichts auf der ,welt1 als mit sich selbst1 verglichen werden kann und den jungen ,knstler im ,auslande als den bedeutendsten ,vertreter der deutschen ,kunst erscheinen lie1 mit dem ,altmnnerhaus in ,amsterdam8 7,abb4 #ad74 ,mag auch das ,prinzip ,millets3 ,mettre l'homme vrai dans son milieu vrai8 bei der ,wahl des ,stoffes mitbestimmend gewirkt haben -- ,millet htte dieses ,bild schwerlich gemalt1 schwerlich malen knnen1 und ebensowenig wrde ,menzel imstande gewesen sein1 eine an sich so wenig uerliches ,interesse bietende ,wirklichkeit knstlerisch so interessant zu gestalten4 ,in dem ,altmnnerhaus8 knden sich ferner neue luminaristische ,bestrebungen an1 die fr ,liebermanns knftiges ,schaffen von besonderer ,bedeutung werden4 ,man sieht in den hinten von einem ,laubengange abgeschlossenen ,garten des ,oude ,mannenhuis84 ,in einer schattigen ,allee sind zu beiden ,seiten ,bnke aufgestellt1 auf denen sitzend die ,insassen des ,hauses den schnen ,tag genieen4 ,alte wrdige ,herren1 denen die schwarze ,kleidung und die weie ,binde den ,anschein des ,wohlgestelltseins gibt4 ,die ,anstaltsmtze auf den greisen ,kpfen sitzen sie bei einander1 brten vor sich hin1 rauchen mit ,behagen ihre langen ,pfeifen1 reden mit dem ,nachbar1 lesen ,zeitung oder lassen sich von der ,sonne bescheinen4 ,ein paar von ihnen stehen1 andere schreiten in dem ,laubengange auf und nieder4 ber den ,platanen und ,kastanien des ,gartens steht leuchtend die warme ,sonne und sendet ihre goldenen ,strahlen durch das grne ,laubdach4 ,lustig hpfen sie ber die alten ,gesichter1 die welken ,hnde1 die schwarzen ,rcke der ,mnner1 ber den sauberen ,kiesweg zu ihren ,fen4 ,wie eine ,sttte des ,friedens1 wohin der ,lrm des ,lebens1 seine ,sorgen und ,enttuschungen nicht mehr dringen1 liegt der ,garten da4 ,die auf den ,bnken haben abgeschlossen mit dem ,dasein2 aber der milde ,sommertag thut ihnen wohl1 und seine goldene ,sonne zaubert den ,schein des ,glckes um ihre greisen ,hupter4 ,ein prchtiges1 vershnliches ,bild4 ,von hnlicher innerlicher und uerlicher ,schnheit ist die ,alte ,frau am ,fenster8 7,abb4 #af71 die so ganz in das ,stopfen ihrer ,strmpfe vertieft ist1 da sie den hellen sonnigen ,frhlingstag vor dem kleinen ,fenster ihres armseligen ,zimmerchens nicht sieht4 ,sanft gleitet das ,tageslicht ber ihre groe weie ,haube1 das von tausend ,fltchen durchzogene ,gesicht und die alten steifen ,hnde4 ,man bemerkt schon1 da sie eine arme ,frau ist1 aber ,niemand wird verleitet1 sie fr besonders bedauernswert zu halten4 ,sie ist weder mit den ,augen eines ,mitleidigen1 noch mit denen eines ,sptters gesehen4 ,das ist das ,leben1 das ,schwerste und das ,selbstverstndlichste in einer ,erscheinung4 ,anstatt unser ,gefhl fr die bedrftige ,armut anzurufen1 lt ,liebermann sie arbeiten und zeigt1 wie selbst in der traurigsten ,htte die ,natur fr den1 der sehen kann1 tausend ,schnheiten ausbreitet4 ,seit ,pieter de ,hooch ist ein hollndisches ,interieur nicht feiner gemalt worden1 wenigstens nicht mit mehr ,empfindung fr den ,zauber des ,lichtes im ,raume4 ,ohne einem alten ,meister nachzugehen1 erreicht ,liebermann hier dasselbe1 wie jener1 durch die sorgfltige ,beobachtung der ,natur1 und was wichtiger ist1 ihrer malerischen ,zustnde4 ,nichts von bernommenem in diesem ,bilde1 jeder ,pinselstrich die ,niederschrift eines ,erlebnisses vor der ,natur4 ,illustration3 ,abb4 #be4 ,hollndisches ,interieur 7#ahhb74 ,illustration3 ,abb4 #bf4 ,kinderspielplatz im ,berliner ,tiergarten 7#ahhb7 unvollendet4 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,aber es reizte den ,knstler1 dieselben ,probleme in schwierigeren ,fllen zu lsen4 ,der ,hof des ,waisenhauses in ,amsterdam8 7,abb4 #bb7 bedeutet schon in der ,farbe einen ,fortschritt gegen das ,altmnnerhaus84 ,hier erscheint zum erstenmal das wunderbare ,liebermannsche ,rot1 ein ,rot von einer ,nuance1 die auer ,liebermann ,niemand hat1 und das im ,ensemble seiner ,farben geradezu berckend wirkt4 ,man hat rechts im ,bilde die ,hinterfront des ,waisenhauses mit den ,backsteinpfeilern1 zwischen denen ,bnke stehen1 mit den hellgestrichenen ,fensterumrahmungen1 den vergitterten ,fenstern und dem ,blumenschmuck davor4 ,ein langer ,gang1 den links grne ,bume einfassen1 fhrt an dem ,hause vorber4 ,an seinem ,ende eine ,pforte in einem ,quergebude1 aus der die ,waisenmdchen in den ,hof gelangen4 ,ein schner warmer ,sommertag hat die ,kinder herausgelockt1 und nun fhren sie ihre halb schwarzen1 halb roten ,kleider1 ihre weien ,schrzen und ,hubchen im ,sonnenschein spazieren4 ,die ,kleineren spielen1 die lteren wandeln langsam unter den grnen ,bumen dahin1 und die ganz ,gesetzten haben ihr ,nhzeug zur ,hand genommen und sitzen1 an groen ,stcken ,linnen arbeitend1 auf den ,bnken am ,hause4 ,keins der ,mdchen sieht aus1 als wre es gemalt worden4 ,die vollendetste ,natrlichkeit in jeder ,bewegung1 im ,gesichtsausdruck4 ,durch ein ,wunder scheinen sie da auf die ,leinwand gebracht zu sein4 ,wie kstlich ist die ,perspektive des ,bildes6 ,man meint1 den ,sommerwind in den ,bumen rauschen zu hren und die ,sonnenstrahlen auf dem ,wege tanzen zu sehen4 ,als das ,bild #ahhb im ,salon erschien1 schrieb der ,pariser ,kunstkritiker ,hoched3 ,herr ,liebermann hat der ,sonne einige von ihren ,strahlen gestohlen und bedient sich ihrer wie ,phbus selbst48 ,auf alle ,flle ein ,bild1 wie es noch nie gemalt worden war4 ,dasselbe kann man von dem zweiten1 im selben ,salon ausgestellten1 jetzt in der ,nationalgalerie befindlichen ,bilde ,die ,schusterwerkstatt8 7,abb4 #bj7 sagen1 das ,hoched mit den fr den deutschen ,knstler hchst schmeichelhaften ,worten begrte3 ,wenn ,sie die ,geheimnisse des ,freilichts gefunden haben1 mein lieber ,manet1 ,herr ,liebermann versteht das ,licht im ,raume zu belauschen4 ,um sein kleines ,bild zu besitzen1 wrde ich gern #ejj qm ,malerei im ,salon hingeben48 ,aber nicht nur die ,wirkung des grauen ,tageslichtes im ,raume ist in unbertrefflicher ,weise geschildert1 auch die ,darstellung der ,menschen -- des ,schusters und seines ,lehrjungen -- ist ausgezeichnet4 ,jede ,bewegung erscheint der ,wirklichkeit abgesehen4 ,so fat der ,schuster die ,zange1 so hebt er den ,arm1 wenn er den ,absatz rund machen will4 ,und ber die fleiigen ,arbeiter fort blickt man durch ein groes ,fenster in die grne ,natur4 ,kein ,schwarz1 keine ,dunkelheit mehr im ,bilde4 ,das ,licht hat ,alles besiegt4 ,liebermanns ,bild gab den ,ansto zu einer ,bewegung in ,deutschland1 die man bis jetzt noch sprt4 ,ungefhr in dieser ,zeit -- die ,bilder sind #ahha gemalt -- lernte der ,knstler ,josef ,israels1 den grten ,vertreter einer hnlichen ,richtung in ,holland1 kennen4 ,man pflegt der damals beginnenden ,freundschaft der beiden bedeutenden ,maler einen groen ,einflu auf die ,entwickelung ,liebermanns zuzuschreiben2 aber wohl kaum mit ,recht4 ,in ,liebermanns ,entwickelung gibt es keine ,brche4 ,seit dem ,altmnnerhaus8 ist er auf einem selbstgefundenen ,wege geblieben4 ,wohl mglich aber1 da ,israels ihn dazu ermuntert hat1 sich mit den ,problemen zu beschftigen1 die die hollndische ,kste dem ,landschafts- und ,figurenmaler bieten4 ,nur einmal hat ,liebermann in einem ,bilde ein ,motiv behandelt1 das ,israels vor ihm gemalt1 im ,tischgebet8 7,abb4 #cb74 ,die ,kunst des ,hollnders besitzt viel mehr ,traditionelles als die des ,berliner ,knstlers4 ,in ihr steckt noch ein gutes ,teil von der malerischen ,kultur1 deren ,vater ,rembrandt ist4 ,ohne ,zweifel indessen hat ,israels den jngeren ,knstler darin bestrkt1 den beschrittenen ,weg weiterzugehen4 ,liebermann jedoch ist ein zu starkes ,temperament1 um berhaupt im ,fahrwasser eines ,anderen segeln zu knnen4 ,illustration3 ,abb4 #bg4 ,der ,weber 7#ahhc74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #bh4 ,mnchener ,bierkonzert 7#ahhc74 ,im ,besitz des ,herrn von ,kauffmann in ,florenz4 ,nachdem der ,knstler sich einmal der ,freilichtmalerei zugewendet1 haben ihn deren ,probleme dauernd beschftigt4 ,in der #ahhb entstandenen ,bleiche8 7,abb4 #bd7 lt er das ,licht des ,tages durch die dichtbelaubten ste eines ,birnbaumes ber grnen ,rasen und weie ,leinwand rieseln4 ,aber auch den ,lichtwirkungen im ,raume geht er noch weiter nach4 ,vor der ,schusterwerkstatt8 waren #ahhj ,die ,spinnerinnen8 7,abb4 #ag7 entstanden1 die zu dreien mit ihren ,rdern um einen mit ,kaffeeschlchen besetzten ,tisch sitzen1 whrend eine vierte am ,herde im ,winkel hantiert4 ,neben dem ,herde ist links ein ,fenster1 durch das man in ein ,grtchen sieht4 ,das graue ,tageslicht lt die weien ,hauben der ,alten aufleuchten und wird von einer hellen ,wand reflektiert4 ,zu den feinsten seiner ,bilder in dieser ,art gehrt jedoch ,der ,weber8 7,abb4 #bg74 ,die ,lichtquelle bilden zwei ,fenster im ,hintergrunde des engen ,gemaches4 ,der ,weber sitzt in seinem ,stuhle und will eben einen neuen ,faden einsetzen4 ,im ,vordergrunde1 auf einem ,schemel1 eine der reizendsten ,gestalten1 die ,liebermann geschaffen1 ein ,mdchen1 das mit einem groen ,rade den ,faden auf die ,spule dreht4 ,es ist nun wunderschn zu sehen1 wie das ,licht ber das ,gewebe im ,stuhl luft1 die verarbeiteten ,zge des ,webers beleuchtet1 um schlielich auf dem ,hubchen des ,mdchens1 dem verschlissenen ,rot ihrer ,taille1 ihrem wohlgeformten ,arm und dem sausenden ,rade auszuruhen4 ,man mu schon ,terborch citieren1 um eine ,vorstellung von der malerischen ,schnheit der ,kurbeldreherin anzuregen4 ,illustration3 ,abb4 #bi4 ,hollndischer ,bauer 7#ahhf74 lstudie4 ,illustration3 ,abb4 #cj4 ,hollndischer ,kanal 7#ahhd74 ,im knigl4 ,kupferstichkabinett zu ,dresden4 7,aus der ,liebermann-,mappe4 ,verlag von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin47 ,wenn man von einer ,menzelperiode ,liebermanns sprechen will1 so kann man es nur mit ,hinsicht auf ein paar ,bilder thun1 in denen der ,knstler es versucht hat1 in der ,art ,menzels eine ,vielheit von ,erscheinungen in einem ,bilde zu vereinigen4 ,das wichtigste dieser ,bilder ist das #ahhc gemalte ,mnchener ,bierkonzert8 7,abb4 #bh71 dem #ahgh ein weniger bekannt gewordenes1 von einem englischen ,kunsthndler falsch getauftes hnliches kleines ,werk ,in den ,champs-,elyses8 -- es zeigt ein paar ,kinderfrauen mit ihren ,schtzlingen auf einer ,bank im ,mnchener ,hofgarten -- voraufgegangen ist4 ,an ,menzel erinnert vor allem die zeichnerische ,durchbildung des ,ganzen4 ,jedes der vielen ,gesichter wirkt wie ein ,portrt4 ,selbst den ,posaunenblser in dem ,musikpavillon im ,hintergrunde sieht man noch ganz scharf4 ,liebermann bewhrt sich in dem ,bilde1 das bei ,menzel vielleicht ein ,gegenstck in dessen ,sonntag im ,tuileriengarten8 hat1 sowohl als ,beobachter1 wie als ,psycholog2 aber in mehr als einer ,hinsicht bedeutet diese ,leistung einen ,schritt ber ,menzel hinaus4 ,vor allem ist das ,bierkonzert8 malerischer als das ,menzelsche ,bild1 und die ,pointen sind nicht unterstrichen4 ,liebermann hat nicht den ,versuch gemacht1 den ,menzel nie unterlassen haben wrde1 den ,beschauer mit einigen ,gestalten in ,verbindung zu setzen4 ,bei dem lteren ,knstler wre man sofort darber im klaren3 ,mit dem ,manne hat der ,maler einen ,dichter1 mit jenem einen ,lebemann1 einen ,knstler oder sonst einen in der allgemeinen ,vorstellung gltigen ,typus darstellen wollen4 ,diese billige ,art1 die ,leute zu interessieren1 hat ,liebermann durchaus verschmht4 ,eine ,gruppe von so entzckender ,natrlichkeit1 wie die ,kinderfrau mit dem kleinen ,mdchen1 das sie aus einem ,glase trinken lt1 konnte nur ,liebermann geben1 und ein so kindliches ,kind1 wie den kleinen im ,sande spielenden ,blondkopf1 hat ,menzel in all' seinen ,bildern nicht aufzuweisen4 ,es ist ungemein viel ,leben in dem ,bilde1 und es wird erhht durch die berall umherhpfenden ,sonnenstrahlen4 ,vielleicht lt noch die ,gedchtnisfeier fr ,kaiser ,friedrich in ,ksen81 #ahhh gemalt 7,abb4 #ej71 an ,menzel denken1 an dessen ,gottesdienst in ,ksen82 aber doch nur fr einen oberflchlichen ,beschauer4 ,liebermann gibt eine feierliche ,impression von hohen grnen ,bumen1 frhlichem ,sonnenschein und schwarzgekleideten ,menschen1 ,menzel eine ausfhrliche ,schilderung mit allerlei amsanten ,nebenschlichkeiten4 ,bei ,liebermann ist die ,natur die ,hauptsache1 bei ,menzel die ,gesellschaft1 die den ,gottesdienst im ,freien in einem beliebten ,badeort besucht4 ,illustration3 ,abb4 #ca4 ,im ,walde 7#ahhd74 ,handzeichnung im ,kupferstichkabinett zu ,dresden4 7,aus der ,liebermann-,mappe4 ,verlag von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin47 #ahhd beschftigen den ,knstler noch einmal ,waisenmdchen8 7,abb4 #cf71 jetzt in der ,hamburger ,kunsthalle1 #ahhe malt er die ,hollndische ,dorfstrae8 7,abb4 #cg74 ,wieder ,holland1 wieder ,freilicht4 ,auf der von einem heftigen ,sommerregen nassen ,dorfstrae begegnen sich zwei frische1 junge ,dirnen2 die eine hat auf dem ,felde ,gras geschnitten1 die andere will ihre ,kuh auf die ,weide fhren4 ,die mit der ,kuh bleibt stehen1 die mit der ,karre hlt an1 und es werden ein paar ,worte gewechselt4 ,jede ,bewegung ist ausgezeichnet beobachtet3 ,wie das ,mdchen den ,strick hlt1 an den die ,kuh gefesselt ist2 wie diese das ,gras an der ,strae abrupft1 wie die zweite die ,karre gefat hlt1 wie ein ,mann in ,holzschuhen ber die ,strae geht1 ein ,junge eine ,kuh treibt1 ein ,ackerwagen dahinfhrt1 ein anderer ,junge ber einen ,zaun steigt4 ,und alles wird von einem weichen1 grauen ,licht und feuchter ,luft umsplt4 ,die ,pftzen auf der ,strae spiegeln den ,glanz des sich auflichtenden ,himmels wieder1 und die nassen grnen ,bltter der ,linden an der ,strae schtteln sich ber einem roten ,huschen4 ,illustration3 ,abb4 #cb4 ,das ,tischgebet 7#ahhd74 ,im ,besitz des ,herrn ,claassen auf ,knoop bei ,kiel4 ,illustration3 ,abb4 #cc4 ,portrtskizze 7#ahhd74 ,illustration3 ,abb4 #cd4 ,handzeichnung 7#ahhd74 ,mit der ,flachsscheuer in ,laren8 von #ahhg 7,abb4 #dd71 einem der wertvollsten ,bilder der ,berliner ,nationalgalerie1 tritt ,liebermann in die ,periode seines ,schaffens1 die man die epische nennen mchte1 wo er eine ,hhe1 ,macht und ,vollendung der ,anschauung und des knstlerischen ,ausdruckes erreicht hat1 wie kein anderer zeitgenssischer ,knstler4 ,millet und ,courbet haben zuerst gezeigt1 da der arbeitende ,mensch knstlerisch dargestellt werden knne1 ,courbet mit seiner massiven ,brutalitt1 ,millet in zarter lyrischer ,empfindung4 ,liebermann war es vorbehalten1 ihre ,absichten ins ,erhabene zu bertragen1 das gewaltige ,schluwort zu sprechen4 ,das ,thema erscheint durch ihn vollkommen erledigt1 und ,liebermann selbst hat sich1 wohl aus ,erkenntnis1 da er ,werke wie die ,flachsscheuer8 und die ,netzeflickerinnen8 in ihrer ,art nicht bertreffen knne1 anderen ,stoffgebieten zugewendet4 ,gegen seine ,flachsscheuer8 wirkt ,menzels vielbewundertes ,eisenwalzwerk8 kleinlich und komponiert4 ,man sieht auf ,liebermanns ,bild in einen niedrigen1 aus ,holz gebauten ,arbeitssaal1 den links vier1 hinten ein ,fenster beleuchten4 ,unter den ,fenstern links sitzen auf kleinen ,bnken ,burschen und ,mdchen und drehen groe ,holzrder1 die ,spulen in ,bewegung setzen4 ,in der ,mitte des ,raumes stehen1 mit ,flachsbndeln unter dem ,arm1 aus denen sie die ,fden drehen1 die jene aufspulen1 fnf ,spinnerinnen1 prachtvolle ,gestalten von der ,grenze des ,kindesalters bis zum reifen ,weibe4 ,vor dem ,fenster im ,hintergrunde noch mehrere hnliche ,erscheinungen1 rechts ein paar ,mdchen1 die frischen ,arbeitsstoff bringen1 und noch einige ,spinnerinnen4 ,die ,rder sausen1 die ,spulen fliegen1 und windschnell rhren die ,mdchen die ,hnde1 damit die ,fden1 die von ihnen aus bis zu den ,spulen an den ,fenstern gehen1 nicht reien4 ,helles ,licht strmt von links und von hinten durch den ,raum ber die ,kpfe der ,raddreher fort und umspielt mit frhlichem ,glanz die ,gestalten der ,spinnerinnen1 ihre weien ,hauben und die frischen ,gesichter darunter1 die blauen ,schrzen1 die dunklen ,rcke1 die fleiigen ,hnde und den gelben ,flachs4 ,es gleitet ber die grauen1 mit ,flocken bedeckten ,dielen1 die gelben ,holzschuhe der ,mdchen und ruhet nimmer4 ,das ,bild ist lebendig1 wie die ,wirklichkeit selbst3 ,man denkt berhaupt gar nicht daran1 da es gemalt ist1 und es ist doch ganz anders gemalt1 als die frheren ,bilder des ,knstlers1 breiter1 wuchtiger1 mit wenig ,rcksicht auf ,einzelheiten4 ,aber gerade diese ,art1 wo eine ,farbe einmal aus dem ,ensemble strker hervortritt1 weil das ,licht sie voll trifft1 andere ,farben zurcktreten1 weil sie kein direktes ,licht empfangen1 gibt eine unvergleichliche ,frische und ,wahrheit der ,erscheinung4 ,die ,impression gibt ,impressionen4 ,das ,auge schafft da weiter1 wo der ,maler nur andeutet4 ,und wieder das ,wunderbarste3 die ,natrlichkeit4 ,keine ,figur steht ,modell1 wie so viele auf ,menzels ,bild4 ,alles ist wie die ,wirklichkeit selbst1 als habe der ,maler die ,menschen heimlich durch einen ,spalt in der ,holzwand beobachtet4 ,illustration3 ,abb4 #ce4 ,hollndisches ,mdchen 7#ahhe74 ,zeichnung im knigl4 ,kupferstichkabinett zu ,dresden4 7,aus der ,liebermann-,mappe4 ,verlag von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin47 ,das landschaftliche ,gegenstck zu diesem ,prachtbilde sind die ,netzeflickerinnen8 7,abb4 #dg7 der ,hamburger ,kunsthalle1 des gigantischen ,naturgefhles ,liebermanns gewaltigste ,offenbarung4 ,das ist jenes ,bild1 vor dem man mit ,leichtigkeit nachweisen knnte1 da ,liebermann ein kompletter ,idealist ist4 ,jedenfalls hat niemand vor ihm aus einem scheinbar so rmlichen ,gegenstande einen so reichen ,schatz erhabenster ,poesie herausziehen und knstlerisch gestalten knnen4 ,dabei ist weder der ,natur oder1 was dasselbe sagt1 der ,wahrheit die geringste ,gewalt geschehen4 ,man blickt ber eine weite graugrne1 de ,ebene1 wie sie oft zwischen den ,dnen und ,deichen der ,nordsee zu finden ist4 ,auf dieser unendlichen1 melancholischen ,flche sind ,frauen und ,tchter der ,fischer beschftigt1 die beim letzten ,fange benutzten ,netze wieder in ,ordnung zu bringen4 ,sie breiten sie auf den ,boden aus1 um die beschdigten ,stellen zu finden1 ziehen die verzogenen ,maschen zurecht1 ergnzen die zerrissenen mit der ,filetnadel1 knpfen und stopfen4 ,ganz in der ,ferne fhrt ein mit ,krben beladener ,fischerkarren4 ,fast am ,rande des ,bildes sieht man vorn eine ,gestalt in das ,bild hineinschreiten1 eine junge ,fischerstochter1 gro1 blond und krftig1 mhsam ein schweres ,netz schleppend4 ,und nicht allein mit diesem hat sie zu thun1 sondern auch mit dem heftigen ,seewind1 der ihr im ,rcken sitzt1 sich in ihren ,kleidern fngt und ihre blonden ,haare1 die sie unter dem weien ,hubchen geborgen hatte1 flattern macht4 ,ein ,sinnbild des im ,kampfe mit den ,elementen erstarkten ,volkes steht sie da1 eine der charaktervollsten ,erscheinungen1 die ,liebermann geschaffen4 ,aber sie wre bedeutungslos1 wenn der sie nicht in diese herbe1 entsagungsvolle ,natur hineingesetzt htte1 in dieses ,stck ,erde1 um das sich ,sturm und ,meerflut streiten1 unter diesen grauen1 von zerrissenen ,wolken bedeckten ,himmel1 inmitten dieser ,menschen1 die hart um ihr ,dasein ringen mssen4 ,in innigerer ,verbindung sind ,mensch und ,landschaft kaum dargestellt worden1 der auf seine ,kraft angewiesene1 auf sich selbst gestellte ,mensch und die rauhe ,natur4 ,illustration3 ,abb4 #cf4 ,hollndische ,waisenmdchen 7#ahhe74 ,im ,besitz der ,kunsthalle zu ,hamburg4 ,illustration3 ,abb4 #cg4 ,hollndische ,dorfstrae 7#ahhe74 ,im ,provinzialmuseum zu ,hannover4 ,unter den ,schpfungen der folgenden ,jahre erscheint noch einmal ein ,werk von fast gleich starker ,wirkung3 ,die ,frau mit den ,ziegen8 7,abb4 #eb71 die der ,mnchener ,pinakothek gehrt4 ,auch hier wieder die unlsbare ,zusammengehrigkeit von ,mensch und ,scholle und wieder eine ungemein charaktervolle ,erscheinung1 deren krftige ,silhouette gegen die graugrne ,dne und den trostlos grauen ,himmel man1 einmal gesehen1 ebensowenig vergit1 wie die khne jener blonden ,fischerstochter4 ,wie eine ,personifikation der weltentrckten ,einsamkeit zieht die ,alte mit ihren beiden ,ziegen ber die sandige ,dne4 ,mit dem ,spitalgarten in ,leyden8 von #ahij kehrt ,liebermann zu dem ,stoffkreis zurck1 den er bereits in dem ,altmnnerhaus8 mit so viel ,erfolg erschlossen hatte2 aber in seiner ,kunst ist schon mehr ,freiheit1 sein ,blick mehr auf das groe ,ganze als auf die ,einzelheiten gerichtet4 ,zogen in jenem ,bilde die ernsten ,gestalten der von dem ,schauplatz des ,lebens abgetretenen ,mnner sogleich den ,blick des ,beschauers auf sich1 so sieht man hier zunchst den ,spitalgarten mit seinen buntblhenden ,beeten und erst dann die alten ,mtterchen auf den ,bnken am ,hause1 die der warme ,sonnenschein hinausgelockt hat1 wie sie1 den ,strickstrumpf zwischen den welken1 steifen ,hnden1 die mden1 alten ,glieder wrmen4 ,gibt er in diesem ,werke eine ,schilderung des vegetativen ,daseins1 so zeigt er in dem ,bilde ,die ,seiler8 7,abb4 #de7 das ,glck des stillen ,dahinarbeitens4 ,die ihre ,taue drehenden ,mnner schreiten1 unbekmmert um jeden ,zuschauer1 ihre ,bahnen unter dem grnen1 sonnendurchleuchteten ,baumdach auf und nieder4 ,sie thun nichts1 um den ,zuschauer zu amsieren2 sie arbeiten nur1 und der ,sonnenschein verklrt ihr ,thun4 ,illustration3 ,abb4 #ch4 ,das ,tchterchen des ,knstlers 7#ahhe74 ,besitzer3 ,der ,knstler4 ,der ,karren in den ,dnen8 7,studie dazu ,abb4 #fh7 berhrt noch einmal das in der ,frau mit den ,ziegen8 gelste ,motiv1 ohne doch1 obschon an sich wieder eine durch ihre ,selbstverstndlichkeit imponierende ,leistung1 die ,wirkung jenes ,bildes zu erreichen4 ,im ,jahre #ahij malt ,liebermann das ,bildnis des ,hamburger ,brgermeisters ,petersen 7,abb4 #eh7 und stellt sich damit sogleich in die ,reihe der ersten ,portrtmaler der ,zeit4 ,die ,verehrung des ,knstlers fr ,franz ,hals wird in eine ,that umgesetzt1 die die ,bewunderung aller ,kenner findet1 nur leider nicht die der ,familie des ,dargestellten1 und die darum bedauerlicherweise der ffentlichkeit vorenthalten wird1 der sie von ,rechts wegen gehrt4 ,das ,bildnis verdankt seine ,entstehung einer ,anregung des um die ,belebung des ,hamburger ,kunstlebens so hoch verdienten ,alfred ,lichtwark1 der es fr die unter seiner ,leitung stehende ,kunsthalle gewnscht hatte4 ,es stellt den etwas gebrechlichen1 alten ,herrn in seiner schwarzen althollndischen ,amtstracht mit dem weien ,mhlsteinkragen1 den spitzen spanischen ,hut im ,arm1 vor einem grauen ,grunde stehend1 dar4 ,auf den krftig modellierten1 von einem kurzen ,bart und starkem1 weiem ,haar umrahmten ,kopf fllt volles ,licht4 ,der ,darstellung fehlt jede ,pose1 wie der ,knstler auch nichts gethan hat1 um die ,runzeln und ,falten des ,alters auszulschen4 ,man wird nicht leicht ein geistreicher gemaltes ,portrt finden und noch weniger leicht eins1 das trotz der altertmlichen ,tracht keinen ,zweifel darber lt1 da der ,dargestellte ein ,mensch des neunzehnten ,jahrhunderts ist4 ,um so unbegreiflicher erscheint der ,wunsch der ,familie1 da das ,bild in der ,kunsthalle nicht aufgehngt werde4 ,das spter von dem ,berliner ,maler ,hugo ,vogel gemalte und in der ,kunsthalle zu sehende ,bildnis desselben1 inzwischen verstorbenen ,brgermeisters ist die lobendste ,kritik fr ,liebermanns ,schpfung4 ,wie das ,bildnis des ,doktor ,petersen nicht die erste ,leistung des ,knstlers auf diesem ,gebiete war1 so blieb es1 trotz der ungnstigen ,meinung der ,familie des ,portrtierten1 nicht seine letzte4 ,illustration3 ,abb4 #ci4 ,kinderstudie 7#ahhe74 ,besitzer3 ,der ,knstler4 ,als ,geschenk zu deren goldener ,hochzeit schuf er #ahib das ,doppelbildnis seiner ,eltern4 ,die ,malerei ziemlich sachlich1 die ,charakterschilderung sehr fein4 ,noch frher war das ,bildnis ,wilhelm ,bodes1 des ausgezeichneten ,direktors der ,berliner ,galerie1 entstanden1 eine ,kreidezeichnung fr ,schorers ,familienblatt 7,abb4 #ee74 ,die hnlichkeit war schlagend1 die ,haltung des ,gelehrten1 der ,ausdruck1 mit dem er die kleine ,renaissancebronze in seinen ,hnden kritisch prft1 von vollendeter ,wahrheit4 ,nicht weniger hervorragend als ,persnlichkeitsschilderung war das ,bildnis ,fritz von ,uhdes4 ,die ,portrts des ,grafen ,kayserlinck1 des ,professors ,bernstein1 ein ,damenbildnis1 folgten4 ,besonders gelungen erscheint das ,bildnis ,gerhart ,hauptmanns 7,abb4 #fc74 ,der feste ,blick der sinnenden ,augen unter der geistreichen ,stirn1 der willensstarke ,mund des ,dichters der ,weber8 sind unglaublich gut beobachtet4 ,man hat sofort das ,gefhl1 einer geistigen ,gewalt gegenber zu stehen4 ,das ,bildnis ,virchows 7,abb4 #ga7 war bemerkenswert wegen der ,sicherheit1 mit der ,liebermann den durchdringenden ,geist des ,forschers mit der ,zweifelsucht des ,gelehrten in dem ,antlitz des berhmten ,physiologen zu vereinigen gewut hatte4 ,eine berraschend farbenfrohe ,leistung war das ,portrt der ,gattin des ,knstlers 7,abb4 #fd71 die en plein air auf einer ,terrasse oder einem ,balkon sitzt4 ,die rosa ,bluse der in einem ,schaukelstuhl ,ruhenden1 der orangefarbene ,umschlag einer ,zeitschrift1 in der sie liest1 die helle sonnige ,luft geben dem ,bilde eine farbige ,heiterkeit1 die bei ,liebermann nicht gerade hufig erscheint4 ,eine der allerreizvollsten ,leistungen auf diesem ,gebiete war das ,bildnis der kleinen ,kthe1 der ,tochter des ,knstlers1 die in ihrem hellen ,kleidchen vor einer dunkelbraunen ,renaissancetruhe steht und eifrig in einem ,schlchen auf ihrem ,puppenherde rhrt4 ,in der auch lithographierten ,zeichnung1 die ,liebermann von ,theodor ,fontane gemacht hat 7,abb4 #ha71 sind sowohl die ,neigung fr ,humor1 die der ,dichter besa1 als auch sein liebenswrdiges ,poetentum und der vornehme1 gute ,mensch aufs glcklichste vereint zu finden4 ,auch das ,bildnis des belgischen ,bildhauers ,constantin ,meunier 7,abb4 #hh7 gibt die ,art des merkwrdigen ,mannes vorzglich wieder4 ,aus der letzten ,zeit wren als besonders lebens- und geistvolle ,schpfungen des ,knstlers die ,portrts des ,dichters ,eduard ,grisebach 7,abb4 #ge71 des durch seine ,forschungsreisen in ,persien bekannt gewordenen ,kunsthistorikers ,dr4 ,sarre1 des ,kunstfreundes und ,augenarztes ,dr4 ,max ,linde in ,lbeck und eines italienischen ,herrn zu erwhnen4 ,illustration3 ,abb4 #dj4 ,nhendes ,mdchen 7#ahhf74 ,federzeichnung4 ,illustration3 ,abb4 #da4 ,schweinefamilie 7#ahhf74 ,federzeichnung4 ,illustration3 ,abb4 #db4 ,hnde wrmen 7#ahhf74 ,kohlenskizze4 ,eine ,sommerreise in die bayerischen ,vorberge und nach ,tirol #ahic lenkt die ,aufmerksamkeit ,liebermanns auf ein ,problem1 das ihn schon in dem ,altmnnerhaus8 beschftigt hatte3 die ,darstellung von ,luft und ,sonne unter dem ,grn der ,bume4 ,der ,knstler hatte bemerkt1 da die ,bewegung der ,bltter dem ,sonnenlicht etwas ,flimmeriges gibt1 und da dieses ,flimmern das ,auge verhindert1 einen ,gegenstand in festen1 bestimmten ,formen zu sehen4 ,um also einen der ,wirklichkeit hnlichen ,eindruck hervorzurufen1 mute auf etwas verzichtet werden1 was bisher als ein wichtiges ,erfordernis in der ,malerei galt1 auf ein ausfhrliches ,betonen der ,form4 ,der ,knstler sah hufig unter der ,wirkung des zerstreuten ,sonnenlichts nur einen aufleuchtenden ,farbenfleck1 wo bei stetigem ,licht unbedingt auch die ,form vollkommen zur ,geltung gekommen wre4 ,die ,illusion des unter einem ,bltterdache gefangenen ,sonnenlichtes lie sich nur erreichen1 wenn die aufdringliche ,sachlichkeit beseitigt wurde4 ,liebermann malte jene bekannten ,alleen in ,rosenheim81 wo die ,sonne ber dichten grnen ,buchenkronen steht und ihre ,strahlen ber den ,waldboden tanzen lt1 immer und immer wieder1 bis er die ,schwierigkeiten so weit berwunden zu haben glaubte1 um auch eine kompliziertere ,aufgabe dieser ,art bewltigen zu knnen4 ,sie bot sich ihm in dem hbschen ,stdtchen ,brannenburg1 nicht weit von ,kufstein gelegen1 wo es einen berhmten ,biergarten mit schnen hohen1 alten ,bumen gibt4 ,diesen ,biergarten in ,brannenburg8 7,abb4 #fg7 hat ,liebermann an einem schnen ,sonntag1 wenn von nah und fern ,gste herbeistrmen1 um sich an dem guten ,biere des ,wirtes im ,schatten der ,bume gtlich zu thun1 gemalt4 ,die langen ,bnke neben den langen ,tischen sind von ,eingeborenen1 ,sommergsten und ,fremden dicht besetzt4 ,aus dem alten ,wirtshaus links werden die ,makrge getragen4 ,man ist lustig und guter ,dinge2 denn das ,bier ist gut1 und der ,aufenthalt unter den schattigen ,bumen angenehm4 ,man sieht sie alle dasitzen1 die braven ,leute in der grnen ,dmmerung1 aber der vorwitzige ,sonnenschein blendet4 ,man bemerkt schon1 da da eine ,buerin mit weien ,hemdsrmeln1 dort ein reicher ,viehhndler1 hier ein ,stadtherr sitzt1 aber man erkennt die ,menschen mehr an ihrer charakteristischen ,haltung1 an einem besonderen ,hut1 an der aufleuchtenden ,farbe des ,gewandes als an ihren ,gesichtern4 ,die ,illusion jedoch1 da man in einen wohlgefllten ,gasthofsgarten voll schner ,buchenbume blickt1 in dem die ,sonnenstrahlen neckisch ber den saubergekehrten ,gang1 ber ,tisch und ,bnke und die ,kpfe der ,leute hpfen1 ist vollkommen erreicht4 ,das ,liebermannsche ,bild1 eins der frischesten und heitersten1 die er gemalt1 hngt jetzt im ,luxembourg-,museum in ,paris1 fr das es vom franzsischen ,staate erworben wurde4 ,ein noch komplizierteres ,thema behandelt der ,knstler in dem ,schweinemarkt in ,amsterdam8 von #ahie1 wo ein ,durcheinander von hin- und hergehenden ,menschen1 von ,sonne1 ,luft und ,farben zu einem ,bilde wechselvollster ,lebensbethtigung gesammelt erscheint4 ,illustration3 ,abb4 #dc4 ,schweinefamilie 7#ahhf74 ,im ,privatbesitz in ,wiesbaden4 ,illustration3 ,abb4 #dd4 ,flachsscheuer in ,laren 7#ahhg74 ,in der knigl4 ,nationalgalerie zu ,berlin4 ,der sichere ,blick ,liebermanns fr charaktervolle ,typen1 den man an unzhligen ,studien des ,knstlers1 die ,mnner und ,frauen1 ,mdchen und ,kinder in allen mglichen ,thtigkeiten darstellen1 zu bewundern ,gelegenheit hat1 lie zwei sehr eigenartige ,bilder entstehen1 die wie wenige andere von ihm dafr zeugen1 da in seinem ,schaffen ein ,zug ins ,monumentale vorherrscht4 ,es sind das die lebensgroen ,darstellungen eines hollndischen ,kskopers1 der einmal als ,schreitender ,bauer8 7,abb4 #fi7 7in der ,knigsberger ,galerie71 das andere ,mal sitzend ausruhend ,in den ,dnen8 7,abb4 #gd7 7,leipziger ,museum7 von dem ,knstler gemalt wurde4 ,es gehrt schon etwas dazu1 aus einer solchen ,erscheinung1 der die meisten ,menschen im ,leben nichts absehen wrden1 ein ,bild zu machen1 ein lebensgroes1 anspruchsvolles ,bild2 aber ,liebermann fand keine ,schwierigkeit darin1 den ,alten in braunroter ,jacke und geflickten ,hosen1 dessen ,gesicht tausend ,fltchen durchziehen1 in das volle ,licht des hellen ,tages hinzustellen und zu malen4 ,und wie lebt dieser ,kerl im ,bilde1 der seine ,kiepe auf dem ,rcken1 den derben ,stock in der ,hand1 mit plumpen ,stiefeln zwischen den mit drftigem grauen ,hafer bewachsenen ,dnen daherstapft6 ,nichts ,pathetisches in diesem wetterharten ,gesellen1 der1 von dem schimmernden ,dnensande geblendet1 die ,augen zusammenkneift1 nur ,gre und ,wahrheit4 ,der sitzende ,kskoper hat vor dem ein ,jahr frher 7#ahid7 entstandenen schreitenden vielleicht eine flottere malerische ,behandlung voraus1 aber in der feinen ,beobachtung der ,wirklichkeit1 besonders auch in der schwierigen ,wiedergabe der allseitigen ,belichtung gibt keins der ,bilder dem anderen etwas nach4 ,illustration3 ,abb4 #de4 ,die ,seiler 7#ahhg74 ,besitzer3 ,herr ,geheimrat ,dr4 ,hnel in ,kiel4 ,immer lebhafter fhlt sich der ,knstler von solchen schwierigen ,lichtproblemen angezogen4 ,es reizt ihn1 den ,glanz der ,sonne auf unbekleideten ,menschenkrpern zu malen1 ,reflexe wiederzugeben1 die von lichtgetroffenem ,wasser und blitzendem ,dnensande herrhren1 und er nimmt nach einem ,aquarell1 das badende ,jungen an einem ,landsee zeigt1 -- auch als ,radierung vorhanden 7,abb4 #hd7 -- das groe ,bild ,badende ,jungen in ,zantvoort8 7,abb4 #hf7 in ,angriff4 ,liebermanns ,farben sind nie die hellsten gewesen1 und es ist nicht unwahrscheinlich1 da seine ,badenden ,jungen8 etwa neben der bekannten ,badenden8 von ,anders ,zorn trbe und grau wirken wrden2 aber an sich ist das ,liebermannsche ,bild so hell1 so voll von ,sonne1 da man frmlich geblendet ist1 wenn man lngere ,zeit auf diese von strahlendem ,licht berschtteten ,knabenkrper1 die glnzendweien ,hemden1 den blinkenden ,dnensand1 das funkelnde ,wasser geschaut hat4 ,und welche ,lichtwogen wirft erst der halbbedeckte ,himmel dem ,beschauer ins ,auge6 ,dabei ist nicht eine harte ,farbe1 kein einziger starker ,kontrast in dem ,bilde4 ,milde und weich umflutet die feuchte ,luft alles3 ,land1 ,wasser und ,menschen4 ,zugleich bietet das ,bild eine ,flle von ,bewegungsmotiven4 ,alle ,stadien des ,anziehens und des ,abtrocknens4 ,diesen ,badenden ,jungen81 die allerdings bereits gebadet haben1 von #ahif hat ,liebermann #ahii eine wirkliche ,badescene entgegengesetzt1 die die ,jungen im ,wasser zeigt1 unter leicht bedecktem ,himmel1 noch berzeugender und bei aller ,helligkeit wunderbar stark in der ,farbe 7,abb4 #aab74 ,ein ,meisterwerk6 ,illustration3 ,abb4 #df4 ,studie zu den ,netzeflickerinnen8 7#ahhg74 ,neben jenem ,zantvoorter ,bilde hat ,liebermann dann noch einmal ,weber8 gemalt1 keine ,wiederholung des kstlichen ,arbeitsidylls von #ahhb1 sondern einen vergrerten ,betrieb mit vielen ,personen und ,maschinen1 auch nicht mit so viel ,intimitt in den ,einzelheiten1 aber mit erhhten ,beleuchtungsschwierigkeiten4 ,illustration3 ,abb4 #dg4 ,die ,netzeflickerinnen 7#ahhh74 ,im ,besitz der ,kunsthalle zu ,hamburg4 ,das ,jahr #ahih findet den ,knstler wieder bei der ,gestaltung von ,vorwrfen1 die sich um die ,darstellung von ,menschen unter grnen ,bumen1 im ,schein der ,sonne drehen4 ,eins der liebenswrdigsten dieser ,bilder ist der ,sonntagnachmittag in ,laren8 7,abb4 #ajc7 mit den blitzsauberen fnf ,mejsjes1 die in ihrem ,feststaat1 mit blauen und roten ,schrzen und weien ,hubchen1 ,arm in ,arm1 lachend und scherzend1 die von ,bumen eingefate ,dorfstrae entlangspazieren4 ,der ,schulgang8 7,studien ,abb4 #id1 #ajg1 #ajh71 der eine ,flle gutgesehener ,kindergestalten in farbigen ,kleidern1 dem vielfenstrigen ,schulhause zueilend1 enthlt1 zeichnete sich durch ,frische in der ,darstellung von ,bewegungen laufender kleiner ,mdchen1 der ,kirchgang8 7,studie ,abb4 #ic7 mit einer alten ,buerin im ,vordergrunde durch eine in ihrer ,bescheidenheit schne1 von warmer ,sommersonne durchflutete ,landschaft aus4 ,dasselbe ,jahr brachte dem ,knstler die erste monumentale ,aufgabe1 den ,auftrag1 den ,festsaal eines in ,mecklenburg gelegenen ,schlosses mit ,fresken zu schmcken4 ,liebermann whlte eine ,darstellung der ,jahreszeiten ,sommer1 ,herbst und ,winter 7,abb4 #aja1 #ajb7 und gab darin gleichzeitig einen ,extrakt aus seinen ,werken1 wenigstens einige besonders charakteristische ,gestalten daraus1 zugleich aber auch einige fr ihn neue ,figuren1 worunter der ,pflger hinter seinen ,pferden eine der vorzglichsten ist1 die er berhaupt geschaffen4 ,bei diesen ,arbeiten empfand man recht deutlich das ,grozgige von ,liebermanns ,kunst1 seinen ,geschmack1 sein ,gefhl fr ,raumwirkung und die unendliche ,vornehmheit seines farbigen ,ausdruckes4 ,im ,jahre #ahii sammelte der ,knstler ,eindrcke fr neue ,arbeiten in ,scheveningen4 ,vor allem interessierte ihn das ,leben am ,strande4 ,er1 der bisher bestrebt war1 die natrlichen ,schnheiten der ,nordseekste1 das eigenartige ,volk der ,kstenbewohner und ,fischer1 den ,menschen in harter ,arbeit1 im mhseligen ,ringen mit den ,elementen1 fr die ,kunst zu gewinnen1 findet ,vergngen daran1 die internationale ,gesellschaft in einem ,weltbade zu beobachten1 den ,reitern und ,reiterinnen am ,strande nachzusehen1 ein ,auge auf glnzende ,frauentoiletten zu werfen1 sich um die ,haltung der ,lawn-,tennis-,spieler zu kmmern1 die ,spiele der ,kinder zu inspizieren -- kurz alles einzufangen1 was ihm malerisch dnkt4 ,sein ,blick1 der sich sonst an den reizvollen ,dunkelheiten verrucherter ,fischerstuben1 dem malerischen grauen ,dunst der ,dnen geweidet hatte1 fliegt durch die sonnendurchglnzte ,luft ber wohlgepflegte ,strandpromenaden1 der ,maler der ,armen und rmsten achtet auf das lustige ,wehen weier ,strandkostme1 begeistert sich fr ,eleganz und lt diesen neuen ,geist in glnzenden1 freudigen1 hellen ,farben und hchst amsanten ,kompositionen wiederklingen4 ,eine neue ,jugend scheint ber ihn gekommen4 ,oder steht er vor neuen ,zielen8 ,denn das ist das ,wunderbare an diesem ,knstler1 da er immer vorwrts strebt1 immer nach neuen ,wegen sucht1 auf denen er der ,natur entgegentreten1 sie fassen kann mit seinen starken ,armen4 ,das erhebt ihn weit ber diejenigen1 mit denen er einst in einer ,reihe zu stehen schien4 ,er ist niemals fertig in dem ,sinne1 da er glaubt1 auf dem erreichten ,punkte stehen bleiben zu knnen4 ,das ,ziel der ,meisten ist1 in ,behagen das gewonnene ,ansehen zu genieen1 das ,liebermanns ist1 ,kunst zu machen1 die ,grenzen seiner ,anschauung und seines ,knnens zu erweitern4 ,mag man's ,ehrgeiz nennen1 wie man es auch heien mchte -- es bleibt knstlerischer ,sinn1 und aus dem allein werden die groen ,werke und der ,ruhm geboren1 der die ,jahrhunderte berdauert4 ,illustration3 ,abb4 #dh4 ,studie zu den ,netzeflickerinnen8 7#ahhg74 ,illustration3 ,abb4 #di4 ,strickende ,frau 7#ahhh74 ,studie4 ,illustration3 ,abb4 #ej4 ,gedchtnisfeier fr ,kaiser ,friedrich in ,ksen 7#ahhh74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #ea4 ,hollndische ,nhschule 7#ahhi74 ,pastell4 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,liebermanns ,thtigkeit ist im vorstehenden aber nur zum kleinsten ,teil geschildert worden4 ,weit grer als die ,zahl seiner abgeschlossenen ,werke ist diejenige der der ,meinung des groen ,publikums nach unfertigen1 die man ,skizzen oder ,studien nennen mag4 ,es verlohnte nicht1 diese ,arbeiten zu erwhnen1 wenn in ihnen nicht ein groer ,teil von ,liebermanns feinsten knstlerischen ,offenbarungen steckte1 und wenn es mglich wre1 ein ,bild von seiner eminenten ,knstlerschaft zu geben1 ohne seine ,leistungen auf dieser ,seite einer eingehenden ,betrachtung zu unterziehen4 ,es gibt kaum einen zweiten ,knstler in der ,welt1 in dessen ,studien und ,skizzen sich der angeborene knstlerische ,sinn so auffllig bemerkbar machte1 wie bei ,liebermann4 ,wo andere ringen und sorgen1 das ,richtige zu treffen1 oder stmpern1 folgt er ruhig seinem ,gefhl1 und dieses ist bei ihm von einer solchen ,zuverlssigkeit1 da es ihn das ,rechte sofort finden lt4 ,das wunderbar wahre ,wort ,goethes3 ,das ,werk eines groen ,knstlers ist in jedem ,zustande fertig8 pat prachtvoll zu ,liebermanns ,thtigkeit in dieser ,richtung4 ,was heit denn das ,fertig81 von dem so viel gesprochen wird1 wenn man neue ,kunst zu alter in ,gegensatz bringen will8 ,gibt es berhaupt im letzten ,sinne fertige8 ,kunstwerke8 ,ganz gewi nicht4 ,kunst besteht auch gar nicht darin1 etwas so fertig zu machen1 so weit zu bringen1 da es mit der ,wirklichkeit verwechselt werden knnte1 sonst wren die ,figuren in den ,wachsfigurenkabinetten1 die1 wie gewhnliche ,menschen gekleidet1 herumstehen oder sitzen und vom ,publikum ob ihrer ,menschenhnlichkeit angesprochen werden1 die allerbewunderungswrdigsten ,kunstwerke4 ,die ,kunst kann nie ,wirklichkeit geben1 nur den ,schein derselben1 und dieser ,schein soll ,vorstellungen auslsen4 ,geschieht das nicht1 so taugt entweder die ,kunst nichts oder der ,beschauer hat kein oder nur ein verkmmertes ,vorstellungsvermgen4 ,die ,kunst vermag ,vorstellungen allgemeiner ,natur und solche besonderer ,natur hervorzurufen4 ,allgemeine sind die dimensionalen von ,hhe1 ,breite und ,tiefe1 die aufs innigste verbunden sind mit den ,vorstellungen von ,raum und ,form4 ,allgemeine ,vorstellungen sind auch noch ,mensch1 ,tier1 ,baum1 ,gebude u4 s4 w42 sie werden aber sofort zu besonderen1 wenn dafr gesetzt wird3 ,kind1 ,hund1 ,nadelbaum1 ,kirche4 ,je nach seiner ,absicht oder je nach ,bedrfnis kann der ,knstler allgemeine oder besondere ,vorstellungen erregen4 ,bis zu einem gewissen ,grade vermag er z4 ,b4 die ,vorstellung von einem ,menschen dadurch zu erzeugen1 da er ganz oberflchlich die ,verhltnisse einer menschlichen ,gestalt1 sei es mit dem ,zeichenstift1 sei es mit ,farbe auf einer ,flche richtig angibt4 ,fr bestimmte ,zwecke gengt dieser angedeutete ,mensch vollkommen1 ist fr solch ein allgemeines ,stadium fertig und kann sogar knstlerisch gut sein4 ,die allgemeine ,vorstellung von einem ,menschen zu einer besonderen und bestimmten zu machen1 ist nur insoweit eine ,aufgabe fr den ,knstler1 als es darauf ankommt1 allgemeinen ,vorstellungen eine bestimmte ,richtung zu geben4 ,soll die ,vorstellung einer sich bckenden ,frau angeregt werden1 wobei es ntig ist1 da man eine ,frau sieht1 die diese und keine andere ,bewegung macht1 so ist es zunchst durchaus nebenschlich1 ob diese ,frau nher zu erkennen ist oder nicht4 ,nur eins ist bei den verschiedenen ,stadien zur ,erreichung bestimmterer ,vorstellungen unbedingt erforderlich3 ,da das fr das einzelne ,stadium ,charakteristische herausgebracht ist4 ,man darf nicht in ,zweifel sein1 ob die sich bckende ,frau eine ,verneigung macht1 ob sie etwas aufhebt oder eine ,wurzel aus der ,erde reit4 ,und je einfacher die ,mittel sind1 mit denen eine solche je nach ,bedarf bestimmte oder unbestimmte1 fr den einzelnen ,fall aber charakteristische ,vorstellung erzeugt wird1 um so grer die ,kunst4 ,von hier aus wird man ausgehen mssen1 um den ,begriff des ,fertigen bei ,kunstwerken festzustellen4 ,unfertig ist ein ,kunstwerk1 im gegebenen ,falle ein ,bild dann1 wenn es dem ,knstler nicht gelungen ist1 die von ihm beabsichtigte ,vorstellung beim ,betrachtenden zu erzeugen4 ,wenn ,velasquez bei einigen seiner ,portrts die ,vorstellung eines ,mundes mit einem einzigen ,pinselstrich gibt1 so mag dieser ,mund sehr vielen ,menschen auch unfertig erscheinen1 weil ihnen diese ,art1 einen ,mund zu malen1 zu einfach dnkt4 ,nun ist aber die ,art von ,velasquez unzweifelhaft ,kunst1 whrend die ,art1 die jenen ,menschen als ,kunst erscheint1 der mhselig gemalte ,mund mit den deutlich sichtbaren ,lippen und dem ,glanzlicht auf deren ,wlbungen1 meist nicht ,kunst ist1 sondern nur der allgemein blichen ,vorstellung von einem ,munde mehr entspricht4 ,der ganze ,streit um fertig8 und unfertig8 dreht sich also wohl darum1 da die ,allgemeinheit unter fertigen ,kunstwerken solche versteht1 bei denen die ,ausfhrung der ,nebenschlichkeiten den konventionellen ,vorstellungen von diesen entspricht1 unfertig dagegen jene nennt1 bei denen das ,wesentliche auf ,kosten der ,nebenschlichkeiten charakteristisch und individuell gestaltet wurde4 ,bei ,beurteilung knstlerischer ,leistungen kommt es aber nur darauf an1 ob es der ,knstler vermocht hat1 das1 worauf es ankommt1 das ,wesentliche1 bestehe es nun in der ,darstellung eines ,charakters1 einer ,erscheinung1 eines ,vorgangs1 einer ,bewegung1 in der ,wiedergabe eines ,licht- oder ,farbenphnomens1 einer ,stimmung u4 s4 w4 charakteristisch und berzeugend zum ,ausdruck zu bringen4 ,alle die ,bilder1 auf denen die ,nebenschlichkeiten die ,hauptsache sind1 kommen als ,kunstwerke gewhnlich selten in ,betracht2 denn es widerspricht dem ,wesen der ,kunst1 der ,natur in ihren tausend ,einzelerscheinungen zu folgen2 sie mu generalisieren1 mu ganze ,erscheinungskomplexe zusammenfassen1 um bestimmte ,eindrcke zu erzeugen4 ,illustration3 ,abb4 #eb4 ,die ,frau mit den ,ziegen 7#ahij74 ,im ,besitz der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 ,illustration3 ,abb4 #ec4 ,ziegenstudien 7#ahij74 ,illustration3 ,abb4 #ed4 ,junge mit ,ziegen 7#ahhi74 ,handzeichnung im ,besitz der knigl4 ,nationalgalerie zu ,berlin4 ,von diesem ,standpunkt aus mu man1 um das richtige ,verhltnis zu ihnen zu gewinnen1 den ,studien1 ,skizzen und ,zeichnungen ,liebermanns gegenber treten4 ,sie sind niemals fertig in dem gewhnlichen ,sinne1 fast immer aber fertig in jenem hheren1 und darum nicht selten ganz hervorragende ,kunstwerke4 ,in ,liebermanns ,kunst drngt alles ungestm nach ,charakter4 ,fr ihn gewinnen jedoch viele ,erscheinungen erst ,charakter durch ,bewegung1 und er hat eine unglaubliche ,gewandtheit darin erlangt1 ,bewegungen zu beobachten und wiederzugeben4 ,von seinem ,mann mit der ,kuh8 7,abb4 #he7 sieht man eben nicht mehr1 als den ,rcken2 aber auch wenn dieser nicht gebeugt wre1 wrde man aus der ,art1 wie der ,mann geht1 den ,schlu ziehen mssen1 da er alt ist4 ,die ,kuh schnuppert nicht nur am ,grase1 sie frit2 man kann gar nicht daran zweifeln4 ,wie ausgezeichnet beobachtet ist die ,bewegung des ,jungen1 von dessen ,ziegen die eine vor-1 die andere rckwrts will 7,abb4 #ed76 ,die ,studien zu den ,spitzenklpplerinnen8 7,abb4 #ai7 und den ,netzeflickerinnen8 7,abb4 #dh71 zum ,schulgang8 7,abb4 #id71 zu dem seine ,sense dengelnden ,bauer 7,abb4 #fj71 zum ,schuster8 7,abb4 #ba7 und viele andere sind daraufhin anzusehen4 ,liebermann hat viele neue ,bewegungsmotive in die ,kunst gebracht4 ,aber neben seiner auerordentlichen ,fhigkeit1 mit einem ,nichts von ,mitteln zahlreiche ,vorstellungen anzuregen1 wofr in besonderem ,mae u4 a4 seine kleinen ,landschaftszeichnungen zeugen1 treten noch zwei andere ,eigenschaften bei seinen ,studien und ,zeichnungen hervor1 die ihn zu einer eigenartigen ,erscheinung machen3 die malerische ,empfindung und das sichere ,gefhl fr ,raumwirkung4 ,sollte man nicht glauben1 da einige der hier fast in ,originalgre wiedergegebenen ,bltter aus ,liebermanns kleinem ,taschenskizzenbuch1 wie ,kanal in ,leyden8 7,abb4 #aje71 ,kirmes in ,laren8 7,abb4 #aji71 ,schulgang8 7,abb4 #id7 ,reproduktionen nach farbigen ,originalen wren8 ,vermit man ,farbe bei der ,kohlenskizze der sich die ,hnde wrmenden ,frau 7,abb4 #db71 bei der ,kreidezeichnung ,nach ,hause8 7,abb4 #aaj71 bei der ,federzeichnung ,in den ,dnen8 7,abb4 #ajf78 ,alle diese ,bltter geben1 obwohl sie nur ,zeichnungen1 also schwarz und wei sind1 doch ganz vollkommene ,vorstellungen von den ,farbenwerten 7valeurs71 die der ,knstler in der ,natur fand4 ,natrlich kann man1 wo es sich nicht um ein fr allemal feststehende ,thatsachen1 wie1 da ,bume grn1 ein bewlkter ,himmel grau1 ein ,kornfeld gelb sind1 handelt1 ber eine einzelne ,farbe im ,unklaren sein1 aber man ist niemals im ,zweifel ber das ,verhltnis der ,farben zu einander1 die ,liebermann vor ,augen hatte4 ,und das ist es1 worauf es ankommt4 ,zur ,erreichung malerischer ,wirkungen gehrt aber noch ein anderes3 die ,bercksichtigung der ,lichtverhltnisse1 im ,grunde also auch eine ,darstellung von ,bewegungen1 aber nicht am ,individuum1 sondern am ,greren1 an der ,natur4 ,hierin ist ,liebermann ein ,meister ersten ,ranges1 und nur wenn es sich um ,spezialbeobachtungen handelt1 wie etwa bei den ,studienzeichnungen zum ,altmnnerhaus8 7,abb4 #ae7 oder zu den ,konservenmacherinnen8 7,abb4 #ab7 sieht er von einer ,wiedergabe luminaristischer ,zustnde ab4 ,welche bedeutsame ,rolle spielt das ,licht bei dem schon erwhnten ,schulgang8 7,abb4 #id71 dem ,mann mit der ,kuh81 dem ,lesenden ,mdchen8 7,abb4 #ff71 bei dem ,blatt ,in der ,sommerfrische8 7,abb4 #ih71 bei der ,portrtstudie8 7,abb4 #ij71 bei der ,zeichnung des ,kindes in der ,wiege 7,abb4 #eg76 -- ,illustration3 ,abb4 #ee4 ,wilhelm ,bode 7#ahij74 ,handzeichnung1 im ,besitz des ,herrn ,geheimrat ,dr4 von ,seidlitz in ,dresden4 ,illustration3 ,abb4 #ef4 ,schweinefamilie 7#ahij74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,nun zu dem ,raumgefhl ,liebermanns4 ,was heit ,raumgefhl8 ,zunchst ,empfindung fr das ,verhltnis der von einem ,raum umschlossenen ,erscheinungen zu diesem1 alsdann ,empfindung fr die wirkungsvollste und richtige ,verteilung der ,erscheinungen im ,raum und schlielich fr die ,begrenzung des ,raums selbst mit ,rcksicht auf die von ihm umschlossenen ,erscheinungen und des mit diesen beabsichtigten ,eindrucks4 ,auf den ,akademien sucht man den jungen ,leuten eine ,ahnung von ,raumgefhl in der ,kompositionslehre beizubringen und kann doch hchstens denjenigen damit einen ,dienst erweisen1 denen der ,sinn fr rumliche ,wirkung von ,natur verliehen ist4 ,wre ,raumgefhl eine bei der ,mehrzahl der ,knstler anzutreffende ,eigenschaft1 so wrde man keinen ,grund haben1 sie bei ,liebermann zu rhmen4 ,raumgefhl spricht sich darin aus1 da eine bildliche ,darstellung1 handele es sich um ein ,portrt1 ein ,figurenbild oder eine ,landschaft1 so beschaffen ist1 da weder die ,gre des dargestellten ,gegenstandes zu der ,flche1 auf der er erscheint1 noch der ,ort1 wo er auf dieser erscheint1 noch die ,flche selbst in ihrer ,ausdehnung gendert werden knnen1 ohne eine empfindliche ,schdigung der ,gesamtwirkung herbeizufhren4 ,man sehe daraufhin einmal ,liebermanns ,kohlenstudie ,kartoffelernte8 7,abb4 #fb7 an4 ,wre es mglich1 das ,blatt nur um ,fingersbreite irgendwo zu beschneiden1 ohne es des glcklichen und knstlerischen ,verhltnisses der ,figur zur ,scholle1 der ,scholle zur ,luft zu berauben8 ,ganz gewi nicht4 ,die ganze ,komposition mte gendert werden1 wenn auf der ,zeichnung ,junge mit ,ziegen8 7,abb4 #ed7 der ,junge kleiner wirken sollte4 ,an den ,verhltnissen des sitzenden ,kskopers8 in der ,studie zum ,mann in den ,dnen8 7,abb4 #gc7 kann auch nicht das ,geringste gendert werden1 ohne das ,beste an der ,sache zu zerstren4 ,alles mu notwendig so sein1 wie es ist4 ,bei dem ,bilde selbst hat ,liebermann die ,komposition gendert1 um das ,abschlieende der ,dnen strker zu betonen1 als ihre de4 ,der ,kopf des ,bauern ragt nicht mehr ber die ,horizontlinie hinaus1 sondern steht gegen das ,graugrn der ,dne4 ,um der ,erscheinung des ,bauern mehr ,masse zu geben1 hat er ihn auf seinem ,sitz mehr vorgerckt1 und die ,kiepe auf dem ,rcken spricht strker mit1 indem man sie unverkrzt sieht4 ,man knnte die ,aufstellung solcher ,beispiele fr das feine ,raumgefhl ,liebermanns ins ,unendliche fortsetzen4 ,nur auf seine ,bildnisse sei noch hingewiesen1 wo es sich ebenfalls auf das glcklichste offenbart4 ,aber das ,lob1 das man dem ,knstler in dieser ,richtung spendet1 wrde bertrieben gescholten werden knnen1 wenn man nicht gleichzeitig betonte1 da ,liebermanns ,raumgefhl eine natrliche ,gabe ist1 nicht das ,produkt einer berlegung4 ,es lt sich manches durch ,herumprobieren finden1 bei ,liebermann ist die ,entscheidung fr das ,richtige1 ,wirksame sofort da4 ,in dieser ,selbstverstndlichkeit liegt ein groer ,teil des ,reizes1 den des ,knstlers flchtige ,studienblttchen ausben4 ,illustration3 ,abb4 #eg4 ,schlafendes ,kind 7#ahij74 ,handzeichnung4 ,eine gleich bedeutsame ,begabung zeigen seine lstudien nach der ,seite der ,farbengebung4 ,man mchte die ,menschen bedauern1 die nur ,klecksereien in einigen von diesen flchtigen ,farbennotizen sehen2 denn sie entbehren den groen ,genu1 etwas unendlich ,geschmackvolles bewundern zu knnen4 ,es gibt fr an groen malerischen ,kunstwerken erzogene ,augen kaum einen angenehmeren ,genu1 als gemalte ,studien ,liebermanns anzusehen4 ,die ,harmonie seiner wenigen ,farben ist zuweilen von hinreiender ,schnheit1 zeugt aber in den meisten ,fllen mindestens von einem ganz selten feinem ,geschmack4 ,er verwendet niemals reine1 sondern fast immer gebrochene ,farben1 ohne da diese jedoch flau oder schwchlich wirkten -- im ,gegenteil6 ,das ,ensemble seiner ,farben ist stets krftig und sogar ausgesprochen herb4 ,der ,knstler hat in der ,farbe nur jede ,brutalitt1 das ,schreien und das ,effektvolle1 was so vielen als das eigentlich ,malerische gilt4 ,wenn die ,bezeichnung nicht den ,beigeschmack von etwas ,nachgemachtem1 ,akademischem htte1 mchte man sagen1 seine ,farbengebung sei von altmeisterlicher ,schnheit4 ,der ,knstler begegnet sich mit den alten ,meistern jedoch nur in jenem hheren ,sinne1 in dem alle groe ,kunst sich hnlich sieht4 ,liebermanns ,kolorit ist viel zu individuell1 als da es von irgendwoher bernommen sein knnte1 aber es ist so fein1 da seine ,bilder oder auch nur seine gemalten ,studien in eine ,galerie alter ,meister aufgehngt1 neben den ,bildern der ,alten ebensowenig verlieren wrden1 wie sie neben einem japanischen ,holzschnitt verlieren4 ,wer fr das sprhende ,temperament1 den ,reiz der ,handschrift in ,liebermanns hingehauenen ,studien kein ,verstndnis besitzt1 sollte wenigstens die auerordentliche ,kultur bewundern knnen1 die in ,liebermanns ,farben steckt4 ,illustration3 ,abb4 #eh4 ,brgermeister ,dr4 ,petersen 7#ahij74 ,im ,besitz der ,kunsthalle zu ,hamburg4 ,was an den ,handzeichnungen des ,knstlers zu rhmen war1 gilt natrlich auch fr seine ,radierungen4 ,es ist klar1 da jemand1 der so malerische ,zeichnungen produziert1 auch in seinen ,nadelarbeiten nach hnlichen ,wirkungen strebt4 ,zu den ,tugenden von ,liebermanns ,handzeichnungen treten nun noch die ,zuflligkeitsreize der ,radierung4 ,zu leichte oder zu starke tzung der ,platte1 ,verletzungen des tzgrundes1 ,entgleisungen der ,nadel1 stehengebliebener ,grat u4 s4 w4 ,vor einem ,teil seiner ,radierungen mu man fast an ,kohlenzeichnungen denken1 so derb und rauh und breit ist die ,nadel ber die ,kupferplatte gefahren4 ,eine ,zeit lang hat er die ,technik des vernis mou sehr bevorzugt2 denn diese ,art1 wo die ,zeichnung auf einem ber den erweichten tzgrund gelegten dnnen ,papier gemacht wird1 gewhrte ihm die ,mglichkeit1 etwas herauszubringen1 was seinen ,handzeichnungen hnlich sah und gelegentlich noch malerischer wirkte4 ,in der letzten ,zeit findet er ,vergngen daran1 mit der kalten ,nadel zu arbeiten4 ,die uerst feinen ,linien1 die die ,schneidenadel in das ,kupfer grbt1 sind sehr geeignet1 die ,farblosigkeit von ,dnenlandschaften1 die weiche verschleiernde ,luft der ,kste und duftig in der ,ferne auftauchende ,kirchtrme und ,maste wiederzugeben 7,abb4 #hj74 ,und gerade diese ,bltter sind es1 vor denen die ,erinnerung an ,rembrandt wach wird1 an die sich weithin dehnenden ,ebenen und freien1 hohen und weichen ,lfte seiner radierten ,landschaften4 ,illustration3 ,abb4 #ei4 ,die ,schferin 7#ahij74 ,besitzer3 ,frst ,lichtenstein in ,wien4 99 99 99 ,wenn die neuere ,kunstbetrachtung auch den ,grundsatz hat1 die ,bewertung von ,kunstwerken nicht mehr in ,abhngigkeit zu bringen von dem ,gegenstndlichen1 wenn sie auch berzeugt ist1 da ein gutgemalter ,krbis ein greres ,kunstwerk ist1 als eine schlechtgemalte ,hochzeit zu ,cana1 so steht sie doch nicht an1 innerhalb der guten ,malerei auch dem ,stoffgebiet eine bestimmende ,stellung einzurumen2 denn sie kann sich der ,einsicht nicht verschlieen1 da ein grerer ,aufwand von knstlerischer ,intelligenz und ,konzentration dazu gehrt1 eine ,summe von ,lebenserscheinungen zusammenzufassen1 als die ,zustnde eines einzelnen leblosen ,objekts darzustellen4 ,es ist einfach undenkbar1 da ,liebermann die ,stellung als ,knstler einnehmen wrde1 die man ihm zuerkennt1 wenn er nur ,stilleben gemalt htte1 und ebensowenig wre man geneigt1 das ,genie ,menzels besonders hoch einzuschtzen1 wrde er sich darin erschpft haben1 die ,reliquien des ,rokoko knstlerisch zu verherrlichen4 ,neben dem ,knstlerischen hat auch der ,stoff in der ,kunst seine ,bedeutung4 ,alles ,talent ist verschwendet1 wenn der ,gegenstand nichts taugt48 ,ein schner ,teil von ,liebermanns ,erfolgen beruht unzweifelhaft auf dem ,gegenstande seiner ,kunst1 und deshalb verdient auch dieser eine nhere ,betrachtung4 ,illustration3 ,abb4 #fj4 ,der ,dengler4 ,radierung auf weichem ,grunde 7,vernis mou7 #ahij4 ,mit ,erlaubnis der ,photographischen ,gesellschaft zu ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #fa4 ,katwyk 7#ahij74 ,zeichnung4 ,illustration3 ,abb4 #fb4 ,kartoffelernte 7#ahia74 ,kohlenstudie4 ,es liegt eine gewisse ,ungerechtigkeit darin1 ,liebermann immer als den ,nachfolger1 wenn nicht gar ,nachahmer ,millets hinzustellen1 auch hinsichtlich seines ,stoffgebietes4 ,wenn er nicht ber ,millet hinausgekommen wre1 so wrde man ebensowenig von ihm sprechen1 wie man von ,fritz ,werner spricht1 der sich bemhte1 die ,wege ,menzels zu gehen4 ,man unterschtzt ,liebermanns knstlerische ,gesinnung und die neue ,schnheit1 die er in die ,kunst gebracht hat1 wenn man ihren ,ursprung auer ihm sucht und zu finden meint4 ,niemand wird leugnen1 da er derjenige war1 der in ,deutschland den ,blick auf die ,wandlungen gelenkt hat1 die in der franzsischen ,kunst seit #ahfj vor sich gegangen waren1 und so gleichsam ein ,apostel neuer knstlerischer ,lehren geworden ist2 wre aber nicht zugleich ein starker ,strom persnlicher knstlerischer ,macht von ihm ausgegangen1 so wrde man sich in ,deutschland vielleicht heute noch nicht viel um ,millet und seine knstlerischen ,grundstze bekmmern4 ,millet hat ,barbizon entdeckt1 mit seinen stillen1 wehmtigen ,bauern1 die1 als verrichteten sie feierliche ,handlungen1 das ,feld bestellen1 ,bume fllen1 ,strmpfe stricken und hren sammeln4 ,liebermann zog fr die ,mitwelt den ,schleier fort1 hinter dem eine vergessene ,welt lag1 voll ,eigenart und ,schnheit2 er that die ,thren auf zu den ,schatzkammern1 aus denen die feinsten ,maler des siebzehnten ,jahrhunderts geschpft1 er fand ,holland wieder1 das malerischste ,land der ,welt4 ,die ,rousseau1 ,troyon1 ,daubigny1 ,dupr1 die ,ehrwrdigen von ,fontainebleau hatten die ,prinzipien der hollndischen ,landschafter des siebzehnten ,jahrhunderts fr die ,gegenwart lebendig gemacht4 ,liebermann ging zu den ,quellen4 ,er hatte den ,mut1 sich nicht darum zu kmmern1 was und wo die anderen gemalt2 er sah selbst zu1 was es zu malen gab4 ,diese ,selbstndigkeit im ,ermitteln von malerischen ,motiven kndigt sich freilich in seinem ersten ,bilde1 den ,gnserupferinnen81 noch nicht an4 ,die ,idee zu solchen ,bildern lag in der ,luft4 ,paul ,meyerheim hatte #ahga eine ,schafschur8 gemalt4 ,es sei ferner an ,hirth du ,frnes' ,hopfenernte8 erinnert1 auf der sich sogar auch der dem ,ostade1 ,jan ,steen oder irgend einem anderen der hollndischen ,sittenmaler abgesehene ,lichteffekt mit dem ,fenster im ,hintergrunde und den darunter in schummeriger ,beleuchtung stehenden ,personen vorfindet4 ,nur da ,rudolf ,hirth noch nicht so vllig darauf verzichtet hatte1 dem ,publikum etwas zu erzhlen und inmitten der in ihre ,arbeit vertieften ,weiber ein ,liebespaar setzt4 ,auch ,liebermanns erste ,konservenmacherinnen8 -- die ,abb4 #c gibt die zweite ,wiederholung2 das im ,leipziger ,museum befindliche #ahgh gemalte ,bild hat damit weder in ,farbe noch ,komposition hnlichkeit -- zeigen noch keine vernderte knstlerische ,anschauung4 ,das ,licht- und ,schattenspiel rechts im ,hintergrunde ist beibehalten4 ,aber schon in den ,invaliden8 von #ahgd kndigt sich die ,gabe ,liebermanns1 eigenartige neue ,motive aus der ,wirklichkeit herauszusehen1 an1 und auch die knstlerische ,idee gelangt fester und strker zum ,ausdruck4 ,war auf den ersten ,bildern die ,lichtquelle im ,hintergrunde nur ,episode1 um dessen nchtliche ,schwrze aufzulichten1 so ist sie hier eben schon hauptschliche knstlerische ,idee1 mit ,verstndnis1 aber noch nicht eigentlich in einem neuen ,sinne durchgefhrt4 ,auch der ,bauernhof8 von #ahge 7,abb4 #f7 zeigt ein damals noch ungewhnliches ,motiv1 zugleich aber schon ein bemerkenswert sicheres ,gefhl fr die ,verteilung der hellen und dunklen ,flecken im ,bilde4 ,illustration3 ,abb4 #fc4 ,gerhart ,hauptmann4 ,pastell #ahib4 ,besitzer3 ,frst ,lichtenstein in ,wien4 ,illustration3 ,abb4 #fd4 ,damenbildnis 7#ahib74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,den ,arbeitern im ,rbenfelde8 glaubt man anzusehen1 wie sich der ,knstler bemht hat1 dem ,bannkreise ,millets fern zu bleiben4 ,whrend ,millets ,gestalten dessen ,landschaften leicht beherrschen1 lt ,liebermann die ,landschaft das groe ,wort fhren4 ,die ,figuren der ,arbeiter gehen fast darin auf4 ,daher erscheinen sie weniger bedeutend1 als die ,millets1 obgleich ihnen der ,knstler einen gewissen starken ,ausdruck hat geben wollen4 ,von nun an lt den ,knstler die ,empfindung1 da es ein ,mittel geben msse1 die ,einzelerscheinungen zu ,gunsten einer greren ,gesamtwirkung zurcktreten zu lassen1 nicht mehr los4 ,da es der bloe ,ton81 den es nur in ,bildern und nicht in der ,natur gibt1 nicht sein knne1 wird ihm immer klarer1 und er versucht zunchst1 das ,sonnenlicht als ,medium zu benutzen4 ,das kleine ,bild ,in den ,champs ,elyses8 steht am ,anfang der ,versuche2 es folgt das ,altmnnerhaus8 und als brillantes ,schlustck der ,waisenhaushof84 ,alle drei ,bilder lassen wieder den fabelhaft sicheren ,blick fr wirksame ,motive bemerken4 ,dergleichen war noch nie gemalt worden4 ,hatte das ,sonnenlicht1 das die ,wrterinnen mit den ,kindern auf der ,bank im ,grnen umflo1 den ,zweck1 das ,anmutige des ,vorganges zu erhhen1 so diente es auf den beiden anderen ,bildern dazu1 das ,mitgefhl des ,beschauers mit den dargestellten ,personen zu dmpfen1 das an und fr sich ,traurige der ,situation der alten ,hospitaliten und der elternlosen ,kinder zu verdecken4 ,dabei war kein ,angriff auf die ,wahrheit gemacht4 ,man konnte das gegebene ,objekt nicht leicht natrlicher in den ,dienst einer knstlerischen ,absicht stellen4 ,heute1 wo man die ,entwickelung ,liebermanns ganz oder doch zum grten ,teil berschauen kann1 bewundert man freilich weniger die ,durchfhrung der knstlerischen ,absicht1 als die ungeheure ,energie1 mit der der ,knstler sich die ,sache selbst erobert hat4 ,es ist alles gesagt1 kein ungelster ,rest geblieben1 eine ,flle von individuell schnen ,erscheinungen1 schnen ,bewegungen und schnen ,farben gegeben4 ,nirgends eine ,spur von ,koketterie1 sei es mit technischen ,fertigkeiten oder mit den ,neigungen des ,publikums4 ,die ,kleinkinderschule81 die ,frau am ,fenster8 und die ,schuster8 zeigen die ,anwendung der gleichen knstlerischen ,idee auf ,innenrume1 zum ,teil schon in meisterhafter ,weise4 ,die vereinfachten ,motive in den beiden letzten ,bildern erlauben dem ,knstler der ,beobachtung der ,zustnde eine grere ,aufmerksamkeit zuzuwenden1 die knstlerische ,absicht konzentrierter zu geben4 ,bei der ,frau am ,fenster8 und noch auffallender bei den ,schustern8 beherrscht das ,licht alles1 so da das ,sachliche eigentlich nur noch als dessen ,trger erscheint4 ,hier ist der ,anschlu an die alten ,meister bereits vollkommen erreicht1 ohne da er durch historische ,kostme oder den sogenannten ,galerieton markiert wre1 lediglich durch das ,bestreben in ihrer ,art zu arbeiten1 die im fortwhrenden ,befragen der ,natur bestand4 ,illustration3 ,abb4 #fe4 ,kinderbildnis 7#ahib74 ,federzeichnung4 ,es ist hier vielleicht die beste ,gelegenheit1 darzulegen1 warum das eine ,that war1 und warum die ,schuster8 ,liebermanns ein greres ,kunstwerk sind1 als etwa ,pilotys ,seni an ,wallensteins ,leiche84 ,illustration3 ,abb4 #ff4 ,lesendes ,mdchen 7#ahic74 ,originallithographie4 ,illustration3 ,abb4 #fg4 ,bierkeller in ,brannenburg4 7#ahic74 ,galrie du ,luxembourg in ,paris4 ,eigentlich wre die ,sache schon erledigt1 wenn man darauf hinwiese1 da ,pilotys ,bild eine ,theaterscene sei1 die ,schuster8 aber ein ,stck ,wirklichkeit vorstellten4 ,nun knnte jedoch gesagt werden1 da der selige ,piloty sicherlich nicht ohne ,modell gearbeitet1 also auch ,wirklichkeit vor sich gehabt habe1 genau wie ,liebermann4 ,das lt sich nicht leugnen2 es kommt nur darauf an1 ob man der ,wirklichkeit die blichen oder die feineren ,schnheiten absieht4 ,auf ,pilotys ,bild wird das ,licht des grauenden ,morgens von seidenen ,stoffen und ,vorhngen zurckgeworfen1 ein ,durcheinander von prchtigen ,farben glnzt auf4 ,das ,auge wird durch eine ,flle schner1 wohlklingender ,tne geblendet4 ,ein starker ,effekt4 ,liebermann bedarf keiner glnzenden ,farben1 um die ,suggestion des ,lichtes zu erzeugen1 er wendet keines der ,mittel an1 die man schon hundertmal gesehen1 malt nicht ,rezeptlicht1 sondern jenes ,licht1 das man nirgendwo anders sehen konnte1 als in jener ,werkstatt mit dem breiten ,fenster4 ,er malte kein lebendes ,bild1 sondern das ,leben1 keine bernommene ,anschauung1 sondern eigene4 ,piloty konnte nur eine berlieferte ,vorstellung von ,licht geben2 denn er schilderte kein persnliches knstlerisches ,erlebnis1 sondern ein geschichtliches ,ereignis4 ,von der ,seite des ,stoffes betrachtet1 sind ,seni und der tote ,wallenstein bedeutendere ,erscheinungen1 als der ,schuster mit seinem ,lehrling2 aber knstlerischer angesehen und wiedergegeben sind diese1 und sie stehen so hoch ber jenen1 wie das ,leben ber einem ,schauspiel1 wie individuelle ,beobachtung ber konventionellem ,nachahmen steht4 ,illustration3 ,abb4 #fh4 ,karre in den ,dnen 7#ahid74 ,zeichnung4 ,in ,liebermanns ,bleiche8 bemerkt man das ,bestreben des ,knstlers1 die ,einzelheiten zurcktreten zu lassen1 bereits deutlicher4 ,ein ruhiges mildes ,licht waltet im ,bilde4 ,auch der ,weber8 ist schon einfacher gemalt1 als der ,schuster84 ,zwischen diesen ,werken erscheinen immer wieder einige frhere ,absichten noch einmal aufgenommen1 wie bei der ,zimmermannswerkstatt8 von #ahgi 7,abb4 #i7 und jenen alten ,spinnerinnen8 7,abb4 #ag74 ,der ,mnchener ,biergarten8 ist eine ,fortentwickelung und ,vollendung der in den ,champs-,elyses8 angerhrten ,ideen4 ,die ,hollndischen ,waisenmdchen8 von #ahhd 7,kunsthalle in ,hamburg7 7,abb4 #cf7 stehen in ,zusammenhang mit den ,waisenmdchen von #ahha4 ,neben der reizend intimen ,dorfstrae8 7,abb4 #cg7 erscheint #ahhe ganz unvermittelt ein breit und keck gemaltes ,bild der kleinen ,tochter des ,knstlers 7,abb4 #ch7 im weien ,kleidchen1 die mit einer roten ,puppe spielt4 ,man mu nun doch schon einen alten ,meister zitieren1 um den ,eindruck dieses ,bildes nach der knstlerischen ,seite hin festzustellen3 ,franz ,hals4 ,illustration3 ,abb4 #fi4 ,schreitender ,bauer 7#ahid74 ,im stdtischen ,museum zu ,knigsberg i4 ,pr4 ,die #ahhf gemalte ,schweinefamilie8 7,abb4 #dc7 ist ein khner ,griff in eine bisher fr nicht darstellungswrdig gehaltene ,sphre4 ,das ,publikum sah nur1 da sich jemand erkhnte1 ihm emprende ,dinge anzubieten4 ,der ,gipfel des ,naturalismus schien erreicht4 ,da es ,kunst war1 die sich darin offenbarte1 wie ,liebermann das lustige ,gewuhsel kleiner ,ferkel am ,futtertroge dargestellt1 beachtete man nicht4 ,dann kam die ,flachsscheuer in ,laren81 das erste ,bild des ,knstlers1 wo die zeichnerische ,durchbildung zurcktritt und die ,form nur noch durch ,farbe unter ,wirkung des ,lichtes herausgebracht wird4 ,nicht allein die ,arbeitenden scheinen sich zu bewegen1 man meint auch die ,bewegung der ,luft zu sehen1 die von den sausenden ,rdern und fliegenden ,spulen erzeugt wird4 ,man hat nicht mehr den ,eindruck von etwas ,beobachtetem1 sondern den von ,wirklichkeit4 ,noch gewaltiger erscheinen die atmosphrischen ,mchte in den ,netzeflickerinnen84 ,der ,sturm braust1 der salzige ,odem des ,meeres umhllt ,menschen und ,landschaft4 ,nichts von ,zeichnung im gewhnlichen ,sinne1 aber groartige ,silhouetten und eine ,charakteristik der ,bewegungen1 wie sie noch nicht in der ,kunst existiert hat4 ,dann die ,frau mit den ,ziegen84 ,es wird immer bewundert werden1 wie ,liebermann darin die ,suggestion von ,licht hervorruft4 ,gar keine ,gegenstze von ,hell und ,dunkel1 sondern eine fast gleichmige1 trbe ,farbe2 dabei aber eine ,leuchtkraft1 als ob man in die ,natur she4 ,man mte schlielich wieder alle ,bilder des ,knstlers einzeln durchnehmen1 um zu zeigen1 wie er nicht nur durch neue1 noch von keinem ,frheren entdeckte ,stoffe1 sondern auch durch eigenartige ,behandlung derselben wirkt4 99 99 99 ,illustration3 ,abb4 #gj4 ,studie zum schreitenden ,bauer 7#ahid74 7,aus der ,liebermann-,mappe4 ,verlag von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin47 ,illustration3 ,abb4 #ga4 ,rudolf ,virchow 7#ahid74 ,pastell4 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,was ist nun aber das ,wesentliche in ,liebermanns ,kunst1 ihr ,sinn1 ihre ,schnheit1 und warum hat sie in so starkem ,mae die ,kunst am ,ausgang des neunzehnten ,jahrhunderts beeinflussen knnen8 ,die ,frage ist ebenso leicht zu stellen1 wie sie schwer zu beantworten ist4 ,liebermanns ,vorliebe fr die scheinbar gleichgltigsten ,dinge1 fr wenige1 schlichte ,farben1 fr arbeitende ,menschen1 fr ,licht1 seine ,abneigung gegen alles sogenannte ,ideale1 gegen ,pose und ,pathos und gemeine ,sensationen sind ,charaktereigentmlichkeiten von ihm1 aber das ,wesen seiner ,kunst wird damit noch nicht gekennzeichnet2 denn ,kunst ist1 auer einer ,summe von ,fhigkeiten und ,eigenschaften1 auch das ,ergebnis einer ,weltanschauung1 wenigstens kann man das von jeder groen ,kunst behaupten4 ,weltanschauung6 ,wie schaut ,liebermann die ,welt an8 ,die ,einen sagen mit den ,augen eines unerbittlichen ,naturalisten1 die ,anderen behaupten mit den ,augen eines ,mitleidigen4 ,vor allem sieht ,liebermann aber die ,welt wohl als ,maler an4 ,er hat selbst einmal ausgesprochen1 da es ihm darum ginge1 die ,natur malerisch aufzufassen1 da er keineswegs das sogenannte ,malerische wolle1 sondern die ,natur in ihrer ,einfachheit und ,gre4 ,sein ,naturalismus bestand darin1 da er der ,ansicht war1 man merke in den vorhandenen ,bildern zu deutlich1 da die ,natur fr den besonderen ,zweck zurecht gemacht worden2 und sein ,mitleid ist auf die einfache ,erkenntnis zurckzufhren1 da man ,natrlichkeit dort suchen msse1 wo sie noch vorhanden sei1 beim ,volke4 ,liebermann fand ferner1 da ,malerei ein ,handwerk geworden war und aufgehrt hatte1 eine ,kunst zu sein4 ,man bemhte sich nicht mehr1 das in der ,natur selbst ,gesehene1 sondern dafr durch bereinkommen festgesetzte ,hieroglyphen auf die ,leinwand zu bringen4 ,er wagte es1 dieses bereinkommen fr albern1 fr der ,kunst schdlich und gegen ihre ,weiterentwickelung gerichtet zu erklren4 ,er hat aber niemals behauptet und zu beweisen gesucht1 da die ganze ,kunst darin bestnde1 die ,natur nachzuahmen1 und wenn man ihn fr einen ,naturalisten hlt1 so nimmt man ,natrlichkeit fr ,natur4 ,kunst besteht niemals in ,nachahmung1 sondern in einem bersetzen der ,natur4 ,kunst setzt ,empfindung und geistige ,thtigkeit voraus1 und das aufgewendete ,ma beider bestimmt den ,wert ihrer ,erzeugnisse4 ,die ,benutzung der ,hieroglyphe aber drckt den ,aufwand von geistiger knstlerischer ,thtigkeit auf ein ,minimum herab und beschrnkt den ,ausdruck der persnlichen ,empfindung in hohem ,grade4 ,der vielgescholtene ,naturalismus ,liebermanns besteht eigentlich nur darin1 da er darauf verzichtete1 die ,stoffe zu malen1 die alle malten1 und so zu malen1 wie die ,akademien lehrten1 kurzum1 da er das ,schema hate und statt der bewhrten alten ,entdeckungen neue machen wollte4 ,liebermann schaut die ,welt als ,empiriker an1 und weil er kein ,system dafr hat1 wie er sich der ,natur anders gegenberstellen knnte1 denn als ,einer1 der von ihr belehrt sein will1 ist eine ,naivett in seiner ,kunst1 wie bei einem der ,primitiven4 ,seine ,kunst wird ferner dadurch gekennzeichnet1 da er nach ,gre strebt und nach ,einfachheit1 in ,formen und ,linien sowohl1 als in ,farben1 und endlich durch sein ,nachdrucklegen auf das ,charakteristische4 ,alle diese ,neigungen erscheinen in seinen ,schpfungen vereint oder einzeln1 ganz stark oder schwcher1 je nachdem ihn der ,gegenstand knstlerisch gereizt hat4 ,der ,empiriker in ,liebermann lt diesen ,knstler auch immer frisch erscheinen4 ,er erschrickt weder vor den ,wandlungen des ,geschmackes1 noch vor neuen wissenschaftlichen ,entdeckungen1 die auf die ,anschauungen der ,knstler ,einflu gewinnen knnen4 ,er ist immer bereit1 zu lernen1 aber er verschmht es1 die empfangenen ,belehrungen von sich zu geben1 ehe sie mit seinen ,erfahrungen zusammengewachsen sind4 ,darum hat seine ,kunst niemals aufgehrt1 interessant zu sein1 und darum scheint sie auch dem ,wechsel der ,kunstmode so wenig unterworfen4 ,man mag ,liebermanns ,bilder nicht alle gleich gut finden1 niemals wird man sagen knnen1 sie seien langweilig2 man wei immer1 warum1 aus welchem knstlerischen ,grunde sie gemalt wurden1 und wird stets das ,vorhandensein einer knstlerischen ,pointe bemerken4 ,illustration3 ,abb4 #gb4 ,nhende ,frau 7#ahid74 ,zeichnung4 ,illustration3 ,abb4 #gc4 ,studie zu3 ,in den ,dnen84 ,liebermanns ,stoffkreis ist nur uerlich charakteristisch fr das ,wesen seiner ,kunst4 ,nicht menschliches ,mitleid lie ihn ,gefallen finden an armen ,arbeitern und ,bauersleuten1 sondern der ,instinkt1 da bei ihnen und auf ihrer ,scholle viel mehr fr einen ,knstler zu holen war1 als zwischen den ,mauern der ,stadt4 ,weil er sie nicht mit den ,augen eines sich klger1 gebildeter oder wohlhabender ,dnkenden ansah1 weil er sie nicht dem ,gelchter preisgab1 weil er sie in seinen ,bildern weder ,komdien1 noch ,tragdien auffhren lie1 mute er sie durchaus aus ,mitleid malen4 ,mit demselben ,rechte knnte man behaupten1 ,menzel zeichne einen ,pferdemaulkorb aus der ,barockzeit aus ,freude darber1 da man den ,tieren in unserer ,zeit1 auch wenn sie bissig wren1 ein so schweres ,martyrium nicht mehr zumute4 ,es ist bezeichnend genug1 da man nach menschlichen ,vorwnden auch da forscht1 wo knstlerische gengen knnten und sollten4 ,schlielich ist es doch eigentlich ,holland1 das ,stck ,erde1 wo eine wassergesttigte ,luft das ,licht heller1 die ,umrisse weicher1 die ,farben harmonischer macht1 was ,liebermann dazu bringt1 ,fischer und ,schfer1 ,arbeiter und arme ,leute zu malen4 ,an ,hollands ,atmosphre konnte er die ,bewegungen des ,lichtes1 an seiner ,bevlkerung ,bewegungsmotive der menschlichen ,gestalt besser beobachten1 als irgendwo4 ,das war fr ihn entscheidend und vielleicht dazu der ,wunsch1 den ,leuten1 die vom ,knstler ideale ,erscheinungen verlangen1 zu zeigen1 da man dieser nicht bedrfe1 um sich als ,knstler zu legitimieren4 ,illustration3 ,abb4 #gd4 ,in den ,dnen 7#ahie74 ,in der stdtischen ,galerie zu ,leipzig4 ,die ,kunst soll fr diejenigen ,organe bilden1 mit denen wir sie auffassen2 thut sie das nicht1 so verfehlt sie ihren ,zweck und geht ohne die eigentliche ,wirkung an uns vorber48 ,darum verzichtet ,liebermann darauf1 seinen ,bildern einen unterhaltenden ,inhalt zu geben2 denn er beabsichtigt nicht1 sich an den ,verstand der ,beschauer seiner ,bilder zu wenden1 sondern er will ihre ,augen erfreuen1 indem er ihnen irgend etwas ,schnes zeigt1 was er mit seinen forschenden ,knstleraugen in der ,natur oder in einer armen ,htte gesehen4 ,und gerade weil er sich nicht darum kmmert1 was das ,publikum gemalt haben mchte1 hat seine ,kunst von ,anfang an etwas ,provozierendes fr die ,menge gehabt4 ,vielleicht nicht ganz ohne ,schuld des ,malers4 ,da er sah1 wie grndlich man ihn miverstand1 wie wenig ,eindruck sein ernsthaftes ,ringen mit der ,natur den ,leuten machte1 packte ihn wohl manchmal die ,lust1 dem ,philister gehrig einzuheizen4 ,er ging dem ,natrlich-,schnen gelegentlich nicht ohne ,absichtlichkeit aus dem ,wege1 um recht sinnfllig zu zeigen1 da es nur ein ,schnes gebe1 das unantastbar sei1 das ,knstlerisch-,schne4 ,jeder andere1 als ein wirklich groer ,knstler1 htte dabei den ,krzeren gezogen4 ,liebermann wuchs1 je mehr ,widerstnde er zu berwinden hatte1 seine ,kunst wurde immer freier1 der letzte ,rest von bernommener ,technik abgestoen4 ,der ,knstler scheint jetzt nur er selbst und keine ,spur von ,anschauungen1 die andere vor ihm besessen1 ist in seinen ,bildern noch zu finden4 ,allerdings macht es manchmal den ,eindruck1 als fehle seinen letzten ,schpfungen die ,vollendung1 die frhere ,arbeiten von ihm besitzen4 ,ein ,irrtum6 ,wenn zwanzig ,jahre vergangen sein werden1 wird man finden1 da ,liebermanns letzte ,bilder genau das enthalten1 was der ,knstler zeigen wollte4 ,ist doch das ,publikum hinter die ,feinheiten des ,altmnnerhauses8 und der ,waisenmdchen81 des ,schusters8 und der ,netzeflickerinnen8 erst gekommen1 nachdem sie die ,patina des ,alters angesetzt hatten4 ,das ,wesen der ,liebermannschen ,kunst ist ,beweglichkeit1 nicht in dem ,sinne1 da der ,maler heut diesen1 morgen jenen ,anschauungen nachgeht1 sondern darin1 da er sich bemht1 alle knstlerischen ,schnheiten1 die in der ,natur vorhanden sind1 so weit es ihm sein ,talent erlaubt1 festzustellen1 nicht sprungweise1 vielmehr von ,fall zu ,fall4 ,seine ,methode hat hierbei fast etwas von ,wissenschaftlichkeit4 ,zunchst fhlt er das ,vorhandensein irgend eines knstlerischen ,reizes1 er sucht ihm beizukommen1 prft ihn auf seinen ,wert und stellt ihn dann1 nachdem seine ,verwendbarkeit erwiesen1 in den ,dienst grerer ,absichten4 ,diese ,methode hat dem ,knstler mit ,recht den ,ehrentitel eines ,pfadfinders8 und ,bahnbrechers8 eingetragen4 ,illustration3 ,abb4 #ge4 ,eduard ,grisebach 7#ahif74 ,illustration3 ,abb4 #gf4 ,strandhuser 7#ahie74 ,radierung4 ,im ,besitz von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin4 ,liebermanns ,kunst htte niemals befruchtend wirken1 niemals eine neue ,kunst in ,deutschland zeugen knnen1 wenn sie nicht absolut mnnlich gewesen wre vom ersten ,augenblicke an4 ,darin liegt aber vielleicht auch eine ,erklrung fr ihre versptete ,anerkennung von seiten des ,publikums4 ,wie ,leibl1 ,menzel und ,bcklin in ,deutschland1 ,millet1 ,courbet und ,manet in ,frankreich1 brachte ,liebermann zeugungsfhige mnnliche ,kunst zu einer ,zeit hervor1 wo eine weibliche ,kunst mit ihrer ,neigung fr das ,unterhaltsame und ,launische1 fr die ,abwechselung alle ,aufmerksamkeit auf sich zog4 ,nicht im ,gefhl eigener ,armut1 sondern aus dem ,bewutsein heraus1 da es sein gutes ,recht sei1 das ,gute seiner ,vorgnger zu benutzen1 um mglichst bald und sicher zu seinen ,zielen zu gelangen1 hat er ,anschlu an ,courbet und ,millet gesucht4 ,er hat auch1 als er in ,deutschland zu wirken begann1 nichts ,entliehenes oder ,fremdes weitergegeben1 sondern ,eigenes4 ,er ist kein ,planet1 der sein ,licht von einer ,sonne erhlt1 sondern ein ,fixstern1 der im eigenen ,glanze am ,himmel der ,kunst leuchtet4 ,die herbe ,mnnlichkeit in ,liebermanns ,schpfungen verhindert die ,meisten1 sich mit seiner ,kunst vertraut zu machen4 ,hat man sie aber einmal kennen und lieben gelernt1 so wird man finden1 da sie trotz ihrer scheinbaren ,rauheit unendlich fein ist und eine ,flle von zarten ,schnheiten besitzt1 wie kaum eine andere4 ,illustration3 ,abb4 #gg4 ,lesendes ,mdchen 7#ahie74 ,original in der knigl4 ,nationalgalerie zu ,berlin4 ,der ,empiriker ,liebermann arbeitet mit dem ,knstler ,liebermann gemeinsam4 ,er ist immer geneigt1 seine ,entdeckungen den hheren ,gesetzen der ,kunst unterzuordnen1 was leider von vielen anderen ,malern vergessen wird1 so da ihre ,bilder zuweilen eher wie physikalische ,demonstrationsobjekte als wie ,bilder wirken4 ,als man entdeckt hatte1 da das in seine prismatischen ,bestandteile zerlegte ,licht im ,bilde viel heller und lebendiger wirke als der einfache helle ,ton1 nahm auch ,liebermann diese ,neuerung auf1 aber in einer ,weise1 da sie sich niemand aufdrngte4 ,keine ,spur von der aufflligen ,manier der ,pointillisten und ,neo-,impressionisten4 ,es ist einer der ,grundstze ,liebermanns1 da ,kunst nie aussehen drfe wie ,arbeit4 ,und whrend ,andere ,bilder malen1 in denen neue ,entdeckungen als ,selbstzweck erscheinen1 wird man kein ,bild ,liebermanns namhaft machen knnen1 das diesen ,eindruck hervorriefe2 und doch war er selbst einer der glcklichsten ,entdecker1 der von keinem ,anderen noch empfundene und entdeckte ,stimmungsreize auf die ,leinwand gebracht hat4 ,illustration3 ,abb4 #gh4 ,dnenlandschaft 7#ahie74 7,aus der ,liebermann-,mappe4 ,verlag von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin47 ,illustration3 ,abb4 #gi4 ,laren 7#ahie74 ,handzeichnung4 99 99 99 ,man kann von jeder starken ,knstlerpersnlichkeit behaupten1 da sie ,wirkung auf die ,kunst ihrer ,zeit ausbe2 aber nur dem ist es beschieden1 nachhaltigen ,einflu zu gewinnen1 der die ,grenzen der knstlerischen ,anschauungen zu erweitern vermag1 der einen neuen ,geist1 eine neue ,gesinnung gegenber dem ,objekt der ,kunst -- der ,natur zeigt4 ,wenn ,liebermann der deutschen ,kunst am ,ausgang des neunzehnten ,jahrhunderts eine vernderte ,richtung gab1 so hat daran das als wichtig erkannte ,neue in seiner ,gesinnung mindestens ebensoviel ,anteil als das stofflich ,neue in seinen ,bildern4 ,die von ihm ausgehende ,wirkung ist nicht damit gekennzeichnet1 da gesagt wird1 er habe den ,naturalismus oder ,realismus nach ,deutschland importiert4 ,das war gar nicht ntig1 denn man htte ja1 wenn das ,bedrfnis vorgelegen haben wrde1 sich mit dem ,realismus bekannt zu machen1 bei ,menzel lange vor ,liebermann ,gelegenheit dazu gehabt4 ,nein1 ,liebermanns ,that bestand darin1 da er eine neue ,art1 die ,wirklichkeit zu sehen1 in die ,kunst brachte1 und zeigte1 da es nicht darauf ankme1 die ,wirklichkeit wiederzugeben1 sondern das1 was dem ,knstlerauge als ,wirklichkeit erscheint4 ,schon darum ist der ,knstler kein ,naturalist1 wofern das ,wesen eines solchen darin besteht1 da er als ,person gnzlich hinter seinem ,werke verschwindet4 ,im ,gegenteil1 ,liebermann hat die ,kunst recht eigentlich vor der ,gefahr bewahrt1 im ,naturalismus zu ersticken1 indem er dahin drngte1 die ,natur nicht im ,kleinen1 sondern im ,groen und persnlich zu sehen4 ,an die ,stelle der ,beobachtung unwichtiger ,kleinigkeiten und ,nebenschlichkeiten setzte er die ,beobachtung des ,wesentlichen1 der ,gesamterscheinung1 der farbigen ,gegenstze1 der sich aus diesen ergebenden ,linien und ,formen und das ,verhalten derselben unter der ,wirkung von ,licht4 ,illustration3 ,abb4 #hj4 ,stranddorf 7#ahie74 ,kalt-,nadel-,arbeit4 ,erschienen bei ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #ha4 ,theodor ,fontane 7#ahif74 ,kreidezeichnung4 ,in der knigl4 ,nationalgalerie zu ,berlin4 ,liebermann war unter den deutschen ,malern der erste1 der die ,entdeckungen der ,landschafter in konsequenter ,weise auf das ,figurenbild bertrug1 der den bergang von der ,stimmung8 zum ,milieu8 fand4 ,seine ,landschaften1 in denen ,menschen sich bewegen1 sind ebenso gut ,milieudarstellungen1 wie seine ,interieurs ,stimmungsstcke4 ,diese ,richtung des ,blickes auf die ,gesamterscheinung bedingt in seinen ,bildern alles4 ,er gert selten in ,versuchung1 zu ausfhrlich zu werden1 weil er sich bewut ist1 da ,ausfhrlichkeit bei einer gewissen ,grenze die ,wahrheit im groen aufheben mu2 und um einen ,ersatz dafr zu bieten1 strebt er nach ,ausdruck1 und zwar nach ,ausdruck durch ,charakterisierung4 ,es war schon bei ,erwhnung seiner ,studien darauf hingewiesen worden1 mit welcher ,unermdlichkeit ,liebermann ,charakteristik sucht4 ,in einer ,landschaft1 so resmiert er1 sieht man in einiger ,entfernung von dem einzelnen ,menschen wenig mehr1 als den ,umri der ,gestalt1 und sucht sich unwillkrlich durch ,beobachtung von ,haltung und ,bewegungen ber die ,persnlichkeit klar zu werden2 von einem ,baum bemerkt man1 wenn man nicht in nchster ,nhe ist1 auch nur die ,form und die ,farbe4 ,was das ,auge nicht zu unterscheiden vermag1 darf im ,bilde nicht durchgebildet werden4 ,whrend die alten ,maler ihre ,bilder so malten1 da sie jeden ,gegenstand auf denselben -- einen ,baum1 einen ,menschen1 eine ,wiese1 eine ,ziege -- fr sich darstellten und auf diese ,weise den ,eindruck hervorrufen1 als verfgten sie zum ,unterschiede vom normalen ,menschen ber mehr als einen ,augenpunkt1 sucht ,liebermann1 und mit ihm die ganze neuere ,kunst1 eine ,landschaft oder einen ,innenraum mit den von ihnen umschlossenen ,erscheinungen1 von einer ganz bestimmten ,stelle aus1 mit einem ,augenpunkt gesehen1 wiederzugeben4 ,daher die groe ,rolle1 die die ,farben oder vielmehr die durch das ,licht nancierten ,tonmassen in seinen ,bildern spielen4 ,allerdings noch nicht in seinen ersten1 obwohl er sich auch schon in diesen zuweilen geneigt zeigt1 die ,lokalfarbe durch den ,lokalton zu ersetzen4 ,illustration3 ,abb4 #hb4 ,kinderbildnis 7#ahif74 ,besitzer3 ,der ,knstler4 ,trotz dieses scheinbar ,negativen in ,liebermanns ,bildern wohnt ihnen doch eine groe suggestive ,kraft bei4 ,das erreicht der ,knstler durch ,anwendung einer ,reihe von ,mitteln1 die einer ,betrachtung wohl wert sind4 ,sein ,hauptaugenmerk richtet ,liebermann vor allem darauf1 bei dem ,beschauer das ,gefhl des ,rumlichen hervorzurufen4 ,bei seinen lteren ,bildern hat er sich mit ,vorliebe der nach dem ,hintergrunde verlaufenden ,linien hierzu bedient1 spter1 wo er viel mit ,horizontalen in der ,komposition arbeitet1 gibt er das ,rumliche lediglich durch ,luft und ,farbenperspektive oder durch sinnvolle ,lichtfhrung4 ,ein ,meisterstck in dieser ,hinsicht ist die ,frau mit den ,ziegen81 in dem er die riesige ,tiefe des ,bildes durch eine fast unmerkliche ,abtnung des ,graugrns der ,dne in ,verbindung mit der ,bewegung der ,alten hervorruft4 ,von hnlicher ,feinheit ist die ,illusion des ,rumlichen bei dem ,mann mit der ,kuh81 dem ,schreitenden ,bauer84 ,bei anderen ,gelegenheiten sind es ,menschengestalten in uerst wirksamen allmhlichen ,verkleinerungen1 durch die er die ,vorstellung von einer unendlichen ,ausdehnung des ,raumes erreicht1 so besonders bei den ,netzeflickerinnen81 den ,badenden ,jungen81 beim ,biergarten in ,rosenheim81 bei der ,bleiche81 bei der ,gedchtnisfeier fr ,kaiser ,friedrich8 und anderen ,bildern4 ,bei der ,verfgung ber das ,rumliche seiner ,bilder wird ,liebermann von einem bewundernswerten ,feingefhl fr die glckliche ,verteilung der ,erscheinungen darin untersttzt4 ,es wird nie vorkommen1 da eine ,figur1 wo er sie auch hingestellt haben mag1 in irgend einem ,verhltnis zu gro oder zu klein wirkt oder die ,meinung erweckt1 sie wrde an einer anderen ,stelle im ,bilde vorteilhafter erscheinen4 ,keine ,gestalt in dem ,bilde ,flachsscheuer in ,laren81 die nicht an dem ,platze wre1 wo sie dem ,gesamteindruck am meisten ntzt4 ,dieses ,gefhl1 da alles genau so sein und bleiben msse1 wie es ist1 gegenber den ,liebermannschen ,bildern trgt nicht wenig zu ihrer starken ,wirkung bei4 ,es grenzt an ,naivett1 zu glauben1 da dieser ,eindruck durch eine bloe ,abschrift der ,natur hervorgerufen werden knne4 ,wenn auch natrliche ,begabung mitwirkt1 es ist ,kunst1 die in diesem ,falle als ,natur erscheint4 ,von ,komposition in dem blichen ,sinne ist in den ,bildern ,liebermanns nichts zu merken1 aber man darf darum nicht meinen1 sie fehle ganz4 ,wie sich der ,knstler bemht1 den ,eindruck zu vermeiden1 als habe irgend eine der ,figuren seiner ,bilder ,modell gestanden1 ebenso ist er bestrebt1 den ,gedanken an eine ,gesetzmigkeit in der ,anordnung des ,bildinhaltes nicht aufkommen zu lassen4 ,alles scheint ,zufall und ist doch ,absicht4 ,eine ,erklrung findet dieser ,eindruck darin1 da der ,knstler der ,natur gegenber keine vorgefate ,kompositionsidee im ,kopfe hat4 ,er wendet das ,gesetz nicht auf die ,gelegenheit an1 sondern sucht das ,gegebene gesetzmig zu fassen1 was viel mehr knstlerischen ,geist verrt1 als wenn aus den ,gesetzen der ,komposition ,zwangsjacken fr die ,natur geschmiedet werden4 ,es ist kaum mglich1 ,liebermann auf diesem ,gebiete zu fassen4 ,wenn man glaubt1 sich an einem seiner ,bilder klar gemacht zu haben1 wie er komponiert hat1 so lt ein anderes ,bild nur zu leicht das ,thrichte dieser ,annahme erkennen4 ,illustration3 ,abb4 #hc4 ,strand in ,scheveningen 7#ahif74 ,lithographie4 ,illustration3 ,abb4 #hd4 ,badende ,knaben 7#ahif74 ,radierung4 ,eigentum von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin4 ,weder in den ,gnserupferinnen81 noch in den ,konservenmacherinnen8 ist die ,komposition sehr originell zu nennen1 obschon sie zwanglos erscheint4 ,bei den ,arbeitern im ,rbenfelde8 macht sich die ,absicht1 von der ,schablone loszukommen1 angenehmer bemerkbar als die ,art1 wie es geschieht4 ,es ist kein rechter ,zusammenhang da4 ,die ,unterordnung der ,figuren unter die ,landschaft gibt eine etwas gewaltsame ,geschlossenheit4 ,um so glcklicher ist die ,abwendung von den ,regeln der ,schule im ,altmnnerhaus84 ,man kann wirklich nicht leicht ein paar ,dutzend ,menschen besser in einem ,bilde verteilen1 ohne sie einzeln wirken und dabei doch den ,raum so auerordentlich stark mitsprechen zu lassen1 wie es auf ,liebermanns ,bild der ,fall ist4 ,die stark in ,verkrzung gesehene ,bank links mit den ,mnnern daraus wird aufs unaufflligste durch den vor dem ,zeitungsleser stehenden ,alten1 die hinten im ,gange stehende ,gruppe und den im ,laubengang ,promenierenden mit der ,bank rechts und den darauf ,sitzenden in ,verbindung gebracht4 ,wie mchtig und schlielich doch wie unauffllig wirkt der fast die ,hlfte des ,bildes einnehmende ,erdboden mit den leisen ,sonnenflecken als ,stimmungsfaktor6 ,er ist es1 der den ,eindruck der ,abgeschiedenheit vom ,leben1 des einsamen ,ausruhens1 den die ,gestalten der alten ,mnner mit ihren schwarzen ,rcken und weien ,halsbinden erwecken1 verstrkt4 ,der ,hof des ,waisenmdchenhauses in ,amsterdam8 hat scheinbar eine gewisse hnlichkeit in der ,komposition mit jenem ,bilde1 besonders durch die mit ,gestalten besetzte ,diagonale1 die die ,flche des ,bildes von rechts unten nach links oben schneidet2 aber im ,grunde ist doch alles anders4 ,beim ,altmnnerhaus8 schritt der ,beschauer gewissermaen auf die ,bank links zu1 hier wrde er geradeswegs auf die ,pforte im ,hintergrunde stoen4 ,das soll aber nicht sein1 und so wird sein ,blick gefangen genommen durch die ,gruppe der jungen ,nherinnen rechts im ,vordergrunde4 ,um die ,diagonale im ,bilde zu unterbrechen und zu verdecken und zugleich1 um die das ,auge auf sich ziehende ,masse des ,wei zu vermehren1 sitzt das eine ,mdchen mit seiner ,nharbeit vor den brigen an der ,erde4 ,die ,gruppe erscheint in khler ,beleuchtung und bildet dadurch einen wirksamen ,gegensatz zu dem ,sonnengeflimmer im brigen ,bilde1 was aber wieder durch die reichliche ,verwendung von ,wei unauffllig geschieht4 ,das ,wei von vorn klingt dann an den verschiedenen ,gestalten des ,mittelgrundes in ,schrzen und ,hauben aus und findet schlielich ,abschlu in den sonnenbeglnzten ,figuren im ,hintergrunde4 ,illustration3 ,abb4 #he4 ,heimkehrender ,bauer mit ,kuh 7#ahif74 ,im ,privatbesitz in ,paris4 ,eins der ,geheimnisse der ,wirkung von ,liebermanns ,bildern besteht indessen ohne ,zweifel darin1 da das ,terrain als ,stimmungsfaktor verwendet wird4 ,sei es graugelb wie bei der ,flachsscheuer81 graugrn wie bei der ,frau mit den ,ziegen81 gelbgrn wie bei der ,kuhhirtin81 warmbraun1 mit khlgrnen ,reflexen dazwischen1 wie bei dem ,sonntag in ,laren8 -- immer ist dadurch der ,ausdruck des ,bildes bestimmt und ihm eine unerschtterliche ,tonigkeit gegeben4 ,dazu dient es in besonderem ,mae als ,reflektor der ,lichtmassen1 die der ,knstler vom grauen oder sonnigen ,himmel oder durch ,fenster ber ,landschaften oder ,innenrume schttet4 ,wenige ,maler vor ,liebermann -- die ,hollnder des siebzehnten ,jahrhunderts nicht in ,betracht gezogen -- haben durch ,benutzung einer scheinbaren ,nebenschlichkeit solche ,wirkungen zu erreichen gesucht1 keiner besa die ,khnheit1 den nackten ,boden in diesem ,sinne zu verwenden4 ,gras1 ,blumen1 ,wasser drfen bei den ,anderen nicht fehlen4 ,man frchtet sonst1 uninteressant zu sein4 ,liebermann hat gezeigt1 da es fr einen wirklichen ,maler nichts ,uninteressantes gibt4 ,er ist von unzhligen ,knstlern nachgeahmt worden4 ,man hat ihm von den weien ,mtzen bis zu den ,holzschuhen1 von den ,greisenspitlern bis zu den ,fischerhusern ganz ,holland abgesehen2 aber kaum ,einer hat etwas von dem ,wirksamen an ,liebermanns ,bildern in dessen ,darstellung des ,grundes gesucht1 aus dem seine ,bume wachsen1 auf dem seine ,menschen sich bewegen4 ,und wenn man auch viele ,bilder aufzhlen knnte1 bei denen die ,horizontlinie bis nahe an den oberen ,rand des ,rahmens oder gar noch darber hinaus liegt1 wo also eigentlich alles ,terrain ist -- es sind ganz wenige1 wo eine gleich starke und zugleich diskrete ,wirkung mit so einfachen ,mitteln erzielt wurde4 ,man stelle sich den ,schreitenden ,bauer8 oder die ,dorfstrae8 ohne den ,stimmungsreiz vor1 der dort von der schmutziggrauen ,dne1 hier von der durchnten ,strae kommt -- die ,bilder wren nicht annhernd das1 was sie sind4 ,bei den ,badenden ,jungen8 gibt der ,licht und ,wrme zurckstrahlende ,strand erst die volle ,illusion des glhenden1 hellen ,sommertages4 ,illustration3 ,abb4 #hf4 ,badende ,jungen 7#ahig74 ,im ,privatbesitz in ,frankfurt am ,main4 ,um die ,suggestion von ,luft8 im ,bilde zu erzeugen1 bedarf ,liebermann nicht des blauen ,himmels oder der ,wolken1 nur des ,lichtes4 ,er nanciert damit auf das feinste4 ,man vergleiche daraufhin nur den ,kinderspielplatz im ,tiergarten8 7,abb4 #bf7 mit dem ,schulgang8 7,abb4 #id71 den ,biergarten in ,brannenburg8 7,abb4 #fg7 mit der ,gedchtnisfeier fr ,kaiser ,friedrich8 7,abb4 #ej71 worauf berall nicht das gefunden wird1 was bei ,bildern ,luft8 heit1 aber man meint1 in jedem ,falle eine andere ,art von ,luft zu empfinden1 die da unter den grnen ,bumen weht4 ,und wie malt er ,licht6 ,es gibt viele ,maler1 die ungleich heller malen als ,liebermann1 viele1 deren ,farben sehr viel weniger materiell sind als die seinen2 aber von wenigen ,bildern hat man so lebhaft die ,empfindung1 da in ihnen das ,wesen des ,lichtes so vollkommen ausgedrckt wre1 als von jenen ,liebermanns2 denn er malt nicht ,effekte1 sondern ,beobachtungen4 ,es liegt ihm gar nicht daran1 zu verblffen4 ,da man das absolute ,licht nicht malen kann1 wei jeder4 ,es mu also in seinen ,wirkungen auf die ,dinge dargestellt werden4 ,whrend andere diese ,wirkungen dort suchen1 wo sie am meisten auffallen1 wo leuchtende ,farben das ,licht glnzend zurckwerfen und starke ,gegenstze von ,dunkel und ,helle entstehen1 hat ,liebermann in den ,bildern seiner mittleren ,periode1 die fr die ,beurteilung seiner ,wirkung auf die deutsche ,malerei einstweilen noch als die ausschlaggebende gilt1 obwohl die letzte ,periode vielleicht noch bedeutungsvoller werden kann1 bewiesen1 da man dergleichen nicht bedarf1 um lichtvolle ,bilder zu malen4 ,die ,farben in seiner ,flachsscheuer81 in den ,netzeflickerinnen81 der ,frau mit den ,ziegen8 sind alles andere1 nur nicht leuchtend2 man kann sie eher trbe oder schmutzig nennen2 aber wer je diese ,bilder unter anderen1 farbigeren in ,ausstellungen gesehen hat1 wird sich erinnern1 wie lumins sie jenen gegenber erschienen1 wie die ,sonnigkeit der anderen ,bilder verblich gegen das milde ,licht1 das die ,bilder ,liebermanns ausstrmten1 auf denen es doch nur graue1 dunkle ,wolken und schwere ,farben gab4 ,die ,erklrung fr diese ,erscheinung ist wohl darin zu suchen1 da die ,schatten in den ,liebermannschen ,bildern in einem weniger gegenstzlichen ,verhltnis zu den ,lichtpartien stehen als in anderen ,bildern4 ,seine ,bilder sind nicht hell1 aber sie wirken so1 und das gibt den ,ausschlag4 ,illustration3 ,abb4 #hg4 ,mdchen mit ,kuh 7#ahig74 ,pastell4 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,liebermann hat in diesen ,werken durchaus das ,prinzip der alten ,meister zu dem seinen gemacht1 und man kann ihre ,wirkung kaum besser beschreiben1 als mit den ,worten1 die ein feiner ,kenner#b gebraucht1 um den ,eindruck ,rembrandtscher ,bilder zu schildern3 ,was bei dem ersten ,blick an seinen ,gemlden frappiert1 ist die massenhafte ,wirkung und harmonische ,haltung4 ,man hnge eins seiner ,bilder unter zwanzig andere1 auf der ,stelle wird man es daraus hervorstechen sehen durch die ,flle und ,belebtheit des ,kolorits1 und mehr noch durch die mchtige ,harmonie der ,tonart4 ,hierin ist er wirklich originell und meisterhaft1 und hiermit machte er zu seiner ,zeit um so greres ,aufsehen1 als man damals fleiiges gelecktes ,auspinseln mit glnzenden ,farben fr koloriert hielt und vom ,helldunkelen in weitlufigen ,kompositionen1 vom ,zusammenhalten des ,lichts und ,schattens in bestimmten ,massen1 welche ,gruppen bilden1 keine wahre ,vorstellung hatte48 #b ,eduard ,koloff1 ,rembrandts ,leben und ,werke81 #ahec4 ,illustration3 ,abb4 #hh4 ,constantin ,meunier 7#ahig74 ,im ,besitz ,constantin ,meuniers4 ,illustration3 ,abb4 #hi4 ,studie 7#ahih74 ,in den ,bildern seiner ersten ,zeit1 die fr ihn als ,maler weniger charakteristisch sind als die von ,anfang der achtziger ,jahre an entstandenen1 erscheint ,liebermann in gewissem ,sinne fast konventionell4 ,er ist geschmackvoller als die ,zeitgenossen1 ihnen in geistiger ,beziehung1 vor allem in dem tiefen ,ernst seiner ,absichten und ,anschauungen berlegen1 aber seine malerischen ,ausdrucksmittel stimmen im groen und ganzen doch mit denen der brigen ,knstler berein4 ,seine letzte ,periode1 deren ,beginn noch in die erste ,hlfte der neunziger ,jahre fllt1 zeigt den ,knstler bei dem ,bestreben1 farbiger zu werden1 sein ,kolorit aufzulichten4 ,er lst zu diesem ,zweck die ,tonmassen auf1 indem er nanciert1 viele ,abstufungen sehen lt4 ,dabei hat allerdings sein ,strich8 gelitten und die ,technik scheinbar etwas ,kleinliches erhalten1 aber er ist der ,natur wieder um einige ,schritte nher gekommen1 und seine letzten ,bilder lassen erkennen1 da er sich auch in diesem neuen ,sinne wieder einer ,vollendung nhert4 ,trotz ihrer groen ,helligkeit fehlt diesen ,bildern nicht das ,ambiante4 ,liebermann begegnet sich hier recht eigentlich mit ,manet1 mit dem ,meister1 dessen knstlerische ,grundstze mit den seinen die grte hnlichkeit haben4 ,das ,verhltnis der beiden ,knstler zu einander in ihrer ,malerei ist -- mit vielen ,einschrnkungen natrlich -- hnlich wie das von ,rembrandt zu ,velasquez4 ,illustration3 ,abb4 #ij4 ,portrtstudie 7#ahih74 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,der ,vergleich mit ,rembrandt drngt sich aber noch in einer besonderen ,beziehung auf4 ,es soll indessen damit ,liebermann kein ,relief gegeben werden4 ,es handelt sich vielmehr darum1 die von den farblosen ,reproduktionen seiner ,bilder erzeugten ,vorstellungen in einer bestimmten ,richtung zu ergnzen4 ,wenn man nmlich von ,liebermanns ,farben sagt1 sie seien wahr1 so stellen sich vielleicht ,viele diese ,farben so reich und bunt vor1 wie man sie in der ,natur zu sehen gewohnt ist4 ,man wrde genau denselben ,irrtum begehen1 wenn man ,rembrandts ,farben1 die doch auch fr wahr gelten1 in diesem ,sinne mit denen in der ,natur vergleichen wollte4 ,die ,wahrheit von ,liebermanns ,farben besteht1 gerade wie bei jenem ,gttlichen1 nur in der ,wahrheit ihres ,verhltnisses zu einander4 ,wenn man zugibt1 da ,rembrandts ,wei1 das wie heller ,bernstein aussieht oder perlgrau ist1 ,wei sei1 so stimmen auch alle brigen ,farben in ihrem vertieften ,glanz dazu4 ,genau so ist es bei ,liebermann4 ,sein ,grn gleicht nicht dem in der ,natur1 aber neben der ,hautfarbe seiner ,menschen1 dem dumpfen ,ton ihrer ,gewnder wirkt es so wie in der ,natur4 ,die ,logik des farbigen ,ausdruckes gibt den ,bildern des ,knstlers jenen harmonischen ,ton1 der sie dem ,auge so angenehm macht4 ,das ist ja berhaupt ,malerei1 da das ,verhltnis der ,farben zu einander wahr und harmonisch1 gesetzmig und zugleich schn wirkt4 ,insofern erscheint die ,kunst ,liebermanns nicht sowohl auf ,beobachtung als auf ,empfindung aufgebaut4 ,es steht nicht ,wissenschaft1 sondern ,kultur dahinter4 ,das ,thatschliche in seinen ,bildern macht immer den ,eindruck1 als habe es unter der ,kontrolle eines besonders gut organisierten ,geschmackes gestanden4 ,jene1 die von ,liebermanns ,bildern behaupten1 ihnen fehle die ,schnheit1 mgen doch einmal seine ,farben auf sich wirken lassen4 ,gewi1 sie gleien nicht und glnzen nicht1 sie haben nichts ,berauschendes und ,pikantes1 aber sie besitzen dafr eine unendlich feine ,harmonie in sich4 ,wie er ein ,wei zu ,grau und ,blau1 ein ,grn zu ,braun und dazwischen ein ,rot setzt -- das mu man sehen1 um bemerken zu knnen1 da so etwas nicht alle ,tage mit diesem ,geschmack1 mit diesem sicheren ,gefhl fr ,schnheit im ,verhltnis geschieht4 ,unbekmmert um akademische ,schulregeln und ,satzungen1 versenkte er sich in die unbetretenen ,regionen des freien ,naturwirkens und brachte von seinen ,ausflgen das ,geheimnis einer ,malerei mit1 die zu ihren ,farben weniger ,ocker und ,asphalt als ,herz und ,seele verwendet48 ,illustration3 ,abb4 #ia4 ,menukarte 7#ahih74 ,da solchen ,vorzgen gewisse ,mngel gegenberstehen mssen1 ist bei der ,unzulnglichkeit der menschlichen ,natur begreiflich4 ,liebermann macht wundervolle ,zeichnungen1 aber er ist nicht eigentlich1 was man einen ,zeichner nennt4 ,er sieht nicht ,linien in der ,natur1 sondern ,farben1 nicht ,formen1 sondern ,flecken4 ,man vermit daher bei seinen letzten1 malerischen ,arbeiten jene ,durchbildung1 die eine ,verschmelzung zeichnerischer und malerischer ,anschauung vorstellen wrde1 und die das letzte ,ziel der ,kunst in der ,flche8 bildet4 ,soll man ihm daraus einen ,vorwurf machen8 ,heit es nicht seine ,verdienste schmlern1 wenn man etwas von ihm verlangt1 was auerhalb seiner ,macht steht8 ,da ,liebermann zeichnen kann1 auch mit dem ,pinsel1 beweisen seine ersten ,bilder1 die -- es sei nur an das ,bierkonzert erinnert -- in der zeichnerischen ,durchbildung mit denen ,menzels wetteifern knnten4 ,unzweifelhaft sind diese ersten ,bilder fertiger8 als seine letzten2 aber sind sie knstlerischer8 ,kunst besteht nicht in ,ausfhrlichkeit1 auch ,schnheit nicht4 ,die knstlerischen ,absichten ,liebermanns haben seit diesen ersten ,bildern eine ,wandlung erfahren4 ,zu dem1 was er damals ausdrcken wollte1 gengte jene1 in ihren ,mitteln wenig eigenartige ,methode2 fr die ,darstellung der ,phnomene1 die ihn jetzt anziehen1 gengt sie nicht1 ist dazu sogar ganz unbrauchbar4 ,das ist berhaupt der ,punkt1 wo die ltere ,richtung in der ,kunst der neueren vllig verstndnislos gegenbersteht4 ,sie hlt die impressionistische ,art zu malen fr ein ,ziel1 whrend sie doch nur ein ,mittel ist1 um auszudrcken1 was in jener alten ,art nicht ausgedrckt werden konnte4 ,sie ist von dieser so verschieden1 wie ,rembrandts ,kunst von der der ,eycks4 ,es wird immer ntig sein1 einige ,vorteile aufzugeben1 um andere zu gewinnen2 es darf nur nicht unbedacht geschehen4 ,gewisse ,dinge sind allerdings vielleicht berhaupt unmglich4 ,die klare ,zeichnung ,drers wird nie mit dem ,ambianten von ,velasquez zu vereinigen sein4 ,wenn ,liebermann sich beifallen liee1 seine letzten ,bilder zeichnerisch so durchzubilden1 wie seine ersten1 so wrden sie unzweifelhaft das verlieren1 was er ihnen hauptschlich geben wollte3 ,leben und ,bewegung4 ,illustration3 ,abb4 #ib4 ,kinderstudie 7#ahih74 ,leben und ,bewegung darzustellen1 das ist es1 worin ,liebermann die ,aufgabe seiner ,kunst sieht4 ,als er begann1 war es die materiellste aller ,bewegungen1 die ihn anzog1 die ,arbeit4 ,er hat ,gnserupferinnen1 ,konservenmacherinnen1 ,feldarbeiter1 ,weber1 ,seiler1 ,kartoffelgrber1 ,netzeflickerinnen1 ,schuster1 ,klpplerinnen1 ,nherinnen u4 s4 w4 gemalt4 ,dann kamen einfachere ,bewegungen3 ,gehen1 laufen1 tragen1 wiegen1 spielen1 ,vieh hten1 reiten1 fahren und endlich die immateriellen ,bewegungen3 das ,wehen der ,luft1 das ,eilen des ,lichtes4 ,auf ,liebermanns ,bildern geschieht nichts1 sie wollen nicht mit dem ,verstande betrachtet1 sie wollen gesehen sein4 ,was ist daran1 wenn sieben junge und wenig hbsche ,hollnderinnen 7,abb4 #ea7 in weien ,hauben1 dunklen ,kleidern und blauen ,schrzen vor dem ,hause auf einer ,bank sitzen und nhen1 die eine an einem groen ,stck ,linnen1 die anderen an ,tchern und dergleichen8 ,gar nichts1 wenn nicht ein geschmackvolles ,stck ,malerei gezeigt wrde1 wenn man nicht die verschiedenen ,arten1 ein und dieselbe ,arbeit zu verrichten1 an ihnen beobachten knnte4 ,mag das ,bild auch den allgemeinen ,vorstellungen von fertig8 nicht entsprechen1 ,eins ist bis ins ,letzte vollkommen gegeben3 die ,bewegung des ,arbeitens4 ,kein anderer ,knstler hat sie intimer dargestellt4 ,ein anderer wrde vielleicht ,mhe darauf verwendet haben1 die ,gesichter mit den gesenkten ,augen1 die ,hnde mit den flinken ,fingern recht ausfhrlich zu malen2 ,liebermann fand einer ganz genauen ,darstellung nur wert1 wie die ,mdchen sich beim ,arbeiten halten1 welche ,bewegungen ihre ,arme machen4 ,er sah das ,wesentliche1 jener das ,nebenschliche1 ,zufllige4 ,kunst ist ,wahl1 wie ,whistler meint4 ,bei solchen ,gelegenheiten wird man darber klar1 und in dem1 was er whlt1 erkennt man die ,eigenart eines ,knstlers4 ,der triviale ,knstler sucht das ,leichtdarstellbare1 der bedeutende die ,schwierigkeiten4 ,jener wiederholt und variiert bekannte und oft dargestellte ,motive1 dieser schaut sich nach neuen um4 ,daraus erklrt sich auch ,liebermanns ,vorliebe fr ,darstellungen aus der sogenannten niederen ,sphre des ,volkes1 hinter der von ,einigen dekadente ,neigungen vermutet werden4 ,was man dem in den behaglichsten ,verhltnissen von der ,welt lebenden ,knstler als eine ,marotte anrechnet1 ist einfach ein konsequenter ,vorgang in der ,entwickelungsgeschichte der ,kunst4 ,die ,kunst mte nicht ,spiegel der ,kultur sein1 wenn die sozialen ,bewegungen der ,gegenwart ohne ,wirkung auf sie geblieben wren4 ,illustration3 ,abb4 #ic4 ,studie zum ,kirchgang in ,laren8 7#ahih74 ,als die ,religion die ,gemter beherrschte1 als die ,erlangung eines ,platzes im himmlischen ,jenseits ,zweck und ,ziel des ,lebens schien1 malte man die ,gottheit und die ,heiligen1 zu denen man betend die ,hnde erhob2 als sich dann die ,augen vom goldglnzenden ,himmel zur ,erde wandten1 sah man1 wie schn diese war1 wie voller ,freuden4 ,und man malte1 was man von dieser ,schnheit und diesen ,freuden nur erreichen konnte3 die ,macht des ,frsten und des ,reichtums1 die ,anmut des ,weibes und die ,kraft des ,mannes4 ,darauf wieder ein kurzes ,besinnen auf den ,himmel1 auf die ,macht der gttlichen ,herrschaft1 auf die ,erlsungswerke des ,heilandes und der ,heiligen1 dann beginnt die ,betrachtung der ,welt vom sozialen ,standpunkt4 ,die ,maler schildern nach einander den ,glanz des ,knigstums1 die ,pracht der ,hfe1 die adlige ,eleganz der ,vornehmen1 die stille ,wrde des ,brgertums4 ,ein ,elementarereignis1 die ,revolution1 tritt hier ein und hindert die ,kunst am ,weitergehen4 ,sie vermag sich in dem entstandenen ,durcheinander von alten und neuen ,anschauungen1 von ,recht und ,gewalt nicht zurechtzufinden und macht ,selbstbetrachtungen1 sie flchtet in die ,vergangenheit und erlebt noch einmal ihr ganzes ,dasein4 ,erst als sie an dem ,punkt angelangt ist1 wo sie von der ,revolution gestrt wurde1 erwacht sie aus ihrem ,traumleben und schaut wieder mit wachen ,augen in die ,welt4 ,dem ,brgertum vermag sie nicht mehr viel abzugewinnen1 und nachdem sie sich eine kurze ,zeit mit den ,bauern amsiert1 beginnt sie den ,stand zu betrachten1 der ihr jetzt als der herrschende erscheint3 den ,stand der arbeitenden ,menschen4 ,courbet schuf das ,programm1 ,millet entfernte das ,tendenzise daraus1 ,liebermann verband den neuen ,stoff mit neuen knstlerischen ,ausdrucksmitteln4 ,illustration3 ,abb4 #id4 ,studie zum ,schulgang8 7#ahih74 ,es ist nicht anzunehmen1 da der ,knstler aus einem ,bedrfnis nach ,sensation sich seinen ,stoffen zugewendet hat4 ,man wrde dann irgendwo ein ,auerhalbstehen spren4 ,nein1 die ,idee lag in der ,luft und bot der ,kunst ,aufgaben1 die zur ,lsung reizten1 wenigstens einen ,knstler reizen muten1 der erkannt hatte1 da alles brige bereits gesagt war und die ,malerei nicht weiter kme1 wenn das ,oftgesagte nur immer wiederholt wrde4 ,liebermann suchte das ,leben zu packen an einer ,seite1 an der man es in ,deutschland noch nicht gepackt hatte4 ,es ist ziemlich gleichgltig fr die ,beurteilung des ,wertes von ,liebermanns ,schaffen1 ob man dem ,knstler das als ,instinkt oder als berlegung1 als ein richtiges ,gefhl oder kluge ,absicht auslegen will -- die ,art1 wie er die ,sache angriff und durchfhrte1 erscheint zu unbefangen1 wirkt zu unmittelbar und lebhaft1 als da man an ,berechnung glauben drfte4 ,jan ,veth1 der hollndische ,zeichner und ,maler1 der neben dem ausgezeichneten ,hermann ,helferich1 neben dem feinsinnigen ,ludwig ,kaemmerer1 ,woldemar von ,seidlitz1 ,cornelius ,gurlitt1 neben ,richard ,muther und ,richard ,graul das ,besondere von ,liebermanns ,kunst am feinsten erfat hat1 besttigt diese ,annahme1 indem er sich ber ihn folgendermaen uert3 ,ich mchte behaupten1 der innere ,wert seines knstlerischen ,wesens liege in der ,unbefangenheit1 wie er zu sehen1 nachzufhlen1 wiederzugeben vermag4 ,ich als ,hollnder und meine ,landsleute1 wir knnen das besser als andere erkennen4 ,haben wir doch seit unserer ,kindheit traulichen ,verkehr mit allem dem1 was wohl die besten ,gemlde ,liebermanns uns schildern4 ,jene ,gestalten aus dem ,altmnnerhaus1 jene ,waisenmdchen1 jene ,flachsspinnerinnen1 ,wscherinnen und ,klpplerinnen1 jene ,fischer und ,netzeflickerinnen1 jene ,hirten1 ,schuster1 ,bauern und ,weber1 wir haben sie allesamt nher kennen gelernt1 als es ,liebermann selbst mglich gewesen ist4 ,er aber wei an ihnen etwas ,charakteristisches zu entdecken1 etwas1 das wir zu sehen verlernt haben und das vielleicht doch ihr wirkliches ,wesen am nchsten berhrt48 ,illustration3 ,abb4 #ie4 ,alte ,frau 7#ahih74 ,zeichnung4 ,aus der ,liebermann-,mappe4 ,wenn ,liebermann sich aus anderen als knstlerischen ,grnden der ,darstellung arbeitender ,menschen und einer den ,meisten reizlos erscheinenden ,natur zugewendet htte1 wrde dieses nicht mit der ,andacht geschehen sein1 die man seinen ,schpfungen anmerkt4 ,man wird ihn nie auf einer gedankenlosen ,betrachtung und ,wiedergabe der ,natur ertappen1 aber immer wird man finden1 da er den empfangenen ,eindruck mglichst unmittelbar berliefern will4 ,daher die auerordentliche ,frische in seinen ,arbeiten1 aber auch gelegentliche ,unvollkommenheit4 ,mehr als bei anderen ,malern ist bei ,liebermann die ,kunst ,temperamentssache4 ,hat er irgend eine ,erscheinung1 eine ,bewegung1 die ihn anregte1 erfat und1 sei es mit dem ,pinsel1 sei es mit dem ,stift1 fixiert1 so interessiert ihn leicht das brige nicht weiter4 ,er vermag seine ,begeisterung nicht immer gengend lange warm zu halten1 und so erscheinen manche seiner ,arbeiten nicht soweit gebracht1 wie man wohl wnschen mchte4 ,seine knstlerische ,konzentration ist mehr intensiver1 als extensiver ,art4 ,daher die im ,verhltnis zu seinen wichtigeren ,schpfungen so ungeheure ,masse von ,studien und ,skizzen4 ,so wunderbar dieselben zum grten ,teil sind1 soviel echter knstlerischer ,geist darin steckt und so reich1 gesund und schpferisch ,liebermann in ihnen erscheint -- es wird immer ,bedauern erregen1 da diese kolossale ,potenz ihre ,mittel nicht rationeller verwendet hat4 ,wenn man auch von keinem ,mangel an ,wollen sprechen darf1 die ,thatsache1 da ,liebermann als ,knstler hufig nur dem ,augenblicke gelebt hat1 ist nicht zu leugnen4 ,indem man dieser ,ansicht ,worte gibt1 fragt man sich bereits1 ob die impulsive ,art1 sich der ,natur zu nhern1 nicht eigentlich das ,groe und ,unbegreifliche in ,liebermanns ,kunst ist1 ob in diesen ,augenblicksarbeiten nicht eine ,erhhung der ,persnlichkeit gefunden werden mu1 die so beinahe hinreiender wirkt1 als wenn sie sich offiziell in uerlich imposanten ,werken darstellte8 ,es ist nicht schwer1 in einer umstndlichen ,beschreibung etwas zu schildern1 aber es gehrt ,geist dazu1 in einem kurzen ,satze das ,wesen der ,sache erschpfend zu kennzeichnen4 ,von solchem ,geiste ist viel in ,liebermann1 in seinen ,studien und ,skizzen4 ,er findet es langweilig1 eine ,abhandlung zu liefern1 wo es ein ,aperu auch thut4 ,und wenn man seine ,frische rhmt1 die ,lebendigkeit seines knstlerischen ,ausdruckes -- denkt man da nicht fast mehr an seine mit schneller ,hand auf die ,leinwand gebrachten ,impressionen1 als an seine eigentlichen ,bilder8 ,und ,liebermanns ,geschmack6 ,wrde man ihn so hoch preisen drfen1 wenn er nicht von jedem ,wisch leuchtete1 den er als ,knstler berhrt hat8 ,wer auer ,liebermann hat in ,deutschland berhaupt ,studien und ,skizzen von einer so starken knstlerischen ,haltung1 so persnlich in allem aufzuweisen8 ,menzel6 -- nun ja1 ,menzel1 aber bewundert man sie nicht eigentlich mehr mit dem ,verstande1 als mit den ,sinnen8 ,es sind merkwrdige ,arbeiten4 ,man ist erstaunt1 welche ,schwierigkeiten berwunden wurden1 welche ,kraft des ,sehens1 welche unglaubliche ,handgeschicklichkeit der ,knstler besitzt1 aber es fehlt ihnen das eigentlich ,hinreiende1 ,erwrmende4 ,vor den ,studien ,menzels erscheint die ,kunst unendlich schwer1 von denen ,liebermanns mchte man glauben1 sie seien zu machen ganz leicht4 ,man bewundert dort die auerordentliche ,konzentration des ,willens zum ,sehen1 hier ,empfindung1 spielende ,kraft und ,inspiration4 ,in ,menzels ,studien ist alles gesagt1 jeder ,zweifel gelst1 aber auch jede mitschaffende ,thtigkeit des ,beschauers ausgeschlossen2 sie haben die berzeugende ,kraft des ,positiven4 ,bei ,liebermann dagegen ist alles ,selbstverstndliche verschwiegen1 nur das gesagt1 was den ,vorstellungen des ,beschauers ihren ,weg vorschreibt4 ,er deutet nur an und ntigt dadurch den ,betrachtenden1 ,mitknstler zu werden4 ,liebermanns ,kunst ist in hohem ,grade suggestiv4 ,das ist der ,grund1 warum ,menzel so ,vielen1 ,liebermann so verhltnismig ,wenigen verstndlich ist4 ,jener kann vollstndig vom ,verstande begriffen werden1 das ,gefhl braucht ihm gegenber kaum in ,thtigkeit gesetzt zu werden2 diesem kann man nur mit dem ,gefhl und mit ,aufwand eigener ,phantasie nher kommen4 ,illustration3 ,abb4 #if4 ,umschlagzeichnung fr die ,liebermann-,mappe4 7,,xxv ,lichtdrucke nach ,max ,liebermann4 ,verlag von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin47 ,alle diese ,vergleiche knnten berflssig erscheinen1 wenn es mglich wre1 die ,eigenart ,liebermanns fr sich darzustellen2 aber er ist gerade in dem gro1 worin er sich von anderen ,groen1 also auch von ,menzel1 unterscheidet1 und man bekme ein falsches ,bild vom deutschen ,realismus1 wrde nicht gezeigt1 wie wenig hnlich sich seine beiden bedeutendsten ,vertreter sehen4 ,jedenfalls spielen die so lebhaft gefhlten und schlielich nicht vollendeten ,bilder in ,liebermanns ,lebenswerk keine geringe ,rolle4 ,die sich darin uernde ,unerschpflichkeit von knstlerischer ,kraft1 der bestndig darin vorhandene knstlerische ,sinn sprechen lauter fast noch1 als die abgeschlossenen ,werke1 dafr1 da ,liebermann eine ,natur8 ist1 ein ,wesen1 das das ,ma seines ,wertes in sich trgt4 ,und noch ,eins kann man diesen ,skizzen nachrhmen und dem ,meister1 der sie schuf3 sie sind frei von aller ,methode4 ,es ist unmglich1 ,liebermanns ,art1 die ,natur anzupacken1 in ,regeln zu spannen4 ,auf immer neuen ,wegen naht er sich ihr und scheut nicht vor dem1 was als nicht darstellbar gilt4 ,dieser ,khnheit und ,unerschrockenheit verdankt er seine schnsten knstlerischen ,erfolge und den ,einflu1 den er auf die deutsche ,kunst noch besitzt1 obgleich die ,bewegung scheinbar ber ihn bereits fortgeschritten ist4 ,bei fast allen ,knstlern in ,liebermanns ,alter ist man gewi1 da sie nichts ,neues mehr bieten werden2 von ihm1 der nicht aufgehrt hat1 sich zu rhren1 kann man noch alles mgliche erwarten und erwartet es auch4 ,illustration3 ,abb4 #ig4 ,studie zu einem biblischen ,thema 7#ahih74 ,die ,wirkung1 die ,liebermann auf die deutsche ,kunst noch immer ausbt1 beruht nicht zum wenigsten in der von ihm ausgehenden erzieherischen ,kraft4 ,er brachte als erster eine gegenwrtige1 nicht eine der ,vergangenheit entnommene malerische ,kultur nach ,deutschland4 ,er zeigte1 da die ,harmonie der ,farben in einem ,bilde durch das ,verhltnis der ,farben zu einander1 nicht durch einen braunen1 schwarzen oder grauen ,ton erreicht werden msse2 er wies auf ,licht und ,luft als die groen ,medien der ,malerei hin1 die ,schnheit brchten und das ,widerstrebende vereinten4 ,er zeigte1 da ,schnheit ,charakter sei1 bestimmt und individuell ausgedrckt1 da es auf ,beobachtung der ,natur1 nicht auf ihre ,nachahmung ankme4 ,er predigte1 ohne zu reden1 ,rckkehr zur ,natur1 ,einfachheit und ,gre1 erschtterte durch die ,macht seines ,beispiels das ,ansehen der toten und von den ,akademikern so hochgehaltenen ,ideale und1 was die ,hauptsache ist3 er brachte neue ,ideale und half damit den ,glauben zerstren an die ,ewiggltigkeit der von der alten ,kunst1 besonders von der der ,renaissance aufgestellten ,ideale4 ,gerade hierin geht er ber ,menzel hinaus1 der freilich auch nicht gewillt war1 sich der ,vergangenheit zu beugen1 dessen ,kunst aber die ,grozgigkeit und ,einfachheit fehlt1 ohne die es nun einmal keine ,ideale gibt4 ,und trotz alledem hat ,liebermanns ,kunst nichts ,theoretisches4 ,er huldigt nur dem einen ,grundsatz1 der ,knstler msse sich von der ,natur inspirieren lassen1 von einem von ihr empfangenen ,eindruck ausgehen und nicht mit einem fertigen ,plane vor sie hintreten4 ,fr sich selbst hat er die ,richtigkeit dieses ,grundsatzes jedenfalls schlagend bewiesen1 und wenn sich ,andere dazu bekennen1 so ist es freilich sehr fraglich1 ob sie zu denselben ,resultaten gelangen werden1 wie ,liebermann1 aber sie werden sicher viele der ,irrtmer vermeiden1 mit denen sich die idealistische ,malerei um ihr einstiges ,ansehen gebracht hat4 99 99 99 ,illustration3 ,abb4 #ih4 ,in der ,sommerfrische 7#ahih74 ,zeichnung4 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,die ,anerkennung1 die gegenwrtig nach langem ,zgern und ,zureden und mit manchen ,einschrnkungen ,liebermann entgegengebracht wird1 macht leider ,halt vor seinen jngsten ,werken1 in denen er sich der ,lsung luminaristischer ,probleme widmet1 und auch seinen ,bildnissen steht die ,allgemeinheit noch sehr skeptisch gegenber4 ,dafr gibt es nur zwei ,erklrungen3 entweder hat sich die knstlerische ,kraft ,liebermanns verringert1 oder aber er ist1 wie schon einmal1 seiner ,zeit wieder weit voraus4 ,zu der ersten ,annahme scheint man durch ,beobachtungen1 die man bei anderen ,knstlern sehr oft machen kann1 berechtigt1 die ,mglichkeit der anderen wird schon darum nicht gern zugestanden1 weil sie geeignet ist1 das ,kunstgefhl des ,urteilenden als unsicher zu kennzeichnen4 ,es bedarf indessen nur einigen ,nachdenkens1 um die ,haltlosigkeit jener den ,knstler verkleinernden ,meinung klarzustellen4 ,fast alle die ,knstler1 bei denen man ein ,nachlassen der knstlerischen ,potenz bemerkt1 haben dasselbe meist dadurch verschuldet1 da sie ihr knstlerisches ,gewissen materiellen ,vorteilen geopfert und1 statt ,kunst1 ,geld machen wollten4 ,nicht gebte ,fhigkeiten gehen verloren1 und eines schnen ,tages bemerkt solch ein ,knstler1 da es ihm einfach unmglich ist1 eine neue knstlerische ,aufgabe zu lsen4 ,er malt ruhig nach seinem bewhrten ,rezept weiter2 das ,knstlerische in seinen ,bildern wird immer konventioneller1 und schlielich hrt er berhaupt auf1 ,knstler zu sein4 ,nun hat ,liebermann eher alles andere gethan1 als aufgehrt1 seine ,fhigkeiten in ,atem zu halten4 ,er hat nie die geringste ,neigung zur ,bequemlichkeit gezeigt1 und jedes neue knstlerische ,problem entzndete noch immer seinen ganzen ,ehrgeiz4 ,wenn seine letzten ,arbeiten weniger wirksam erscheinen1 als seine frheren1 so wird man nie behaupten knnen1 da ihnen die ,frische fehle1 und indem man ihnen diese ,eigenschaft zuerkennt1 sagt man eigentlich schon1 da ein berschu von ,kraft da ist4 ,bei ,abnahme von ,kraft aber gibt es keinen berschu mehr1 und deshalb lt sich die ,behauptung von einem ,nachlassen der knstlerischen ,kraft ,liebermanns nicht gut aufrecht erhalten4 ,so bleibt schlielich nichts anderes brig1 als anzunehmen1 da dem ,beschauer die ,fhigkeit mangele1 die neuen ,absichten des ,knstlers zu erkennen1 und da daraus die ,unterschtzung seiner ,leistung resultierte4 ,und so ist es in der ,that4 ,man versteht diese neuen ,bilder nicht1 wenn man nicht vergit1 wie der ,knstler hnliche ,aufgaben im ,altmnnerhaus8 und im ,waisenhausgarten8 behandelt hat4 ,man versteht auch ,liebermanns ,bildnisse nicht1 weil man all' die glatten rasselosen ,portrts im ,kopfe hat1 denen man berall in unseren ,husern und noch fter in unseren ,ausstellungen begegnet4 ,illustration3 ,abb4 #ii4 ,die ,kuhhirtin4 ,im ,privatbesitz in ,frankfurt am ,main4 ,illustration3 ,abb4 #ajj4 ,schreibende ,dame 7#ahih74 ,zeichnung4 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,der ,knstler verfhrt bei seinen ,bildnissen hnlich1 wie bei seinen sonstigen ,bildern4 ,er will ,menschen darstellen und dabei auch den flchtigsten ,ausdruck des ,lebens festhalten4 ,daher fehlt seinen ,portrts das ,feierliche1 ,zurechtgemachte1 jede ,art von ,pose2 zugleich aber vermeidet ,liebermann sorgsam jede berhhung des ,ausdruckes4 ,seine ,menschen sind belebt1 aber nicht aufgeregt4 ,sie sind gesehen in einem ,moment geistiger ,gegenwart1 whrend dessen sie nicht daran dachten1 einem ,maler ,modell zu sitzen oder zu stehen4 ,bei dem ,bildnis von ,liebermanns kleinem ,tchterchen 7,abb4 #ch7 bemerkt man dieses ,bestreben des ,knstlers am deutlichsten1 weil man zugleich die ,ursache vor ,augen hat4 ,blitzschnell hat der ,vater den ,ausdruck der ,lust erfat1 mit dem die ,kleine die rote ,puppe zwischen ihren ,hndchen anjauchzt4 ,in diesem momentanen ,ausdruck liegt das ganze ,wesen des ,kindes4 ,bei den ,bildnissen der groen ,menschen konnte er natrlich den ueren ,anla fr die augenblickliche ,stimmung nicht mitmalen1 darum wird die ,absicht des ,knstlers von ,vielen nicht verstanden4 ,natrlichkeit erscheint den meisten noch nicht als eine notwendige ,art der ,auffassung4 ,und doch3 ,wie weit entfernt sind ,liebermanns ,bildnisse von der ,momentphotographie6 ,das ,zufllige ist ihm ein ,reiz1 kein ,endzweck4 ,knauf hielt es noch fr ntig1 ,mommsens und ,helmholtz' ,bedeutung fr die ,wissenschaft durch den ,apparat des ,studierzimmers klarzustellen4 ,er htte auch ,virchow wohl im anatomischen ,museum oder mindestens mit dem ,mikroskop beschftigt vorgefhrt4 ,liebermann bedurfte gar keiner uerlichen ,zuthat1 um den ,gelehrten als solchen zu charakterisieren4 ,ein ,lichtstrahl thut's auch1 der ber den feinen ,schdel gleitet und die tausend charaktervollen ,linien beleuchtet1 die die ,thtigkeit des ,denkens und ,forschens in das ,antlitz des ,gelehrten gezeichnet1 und der halb mde1 halb beobachtende ,blick der ,augen4 ,wie prachtvoll ist die nervse ,spannung im ,gesicht des ,dichters ,grisebach als charakterisierendes ,moment benutzt1 und wie kstlich ist die ,mischung von liebenswrdigem ,selbstbewutsein und freiem ,menschentum in ,fontanes ,wesen getroffen6 ,man ist bei uns nicht gewhnt1 praktische ,psychologie in ,verbindung mit knstlerischen ,absichten zu sehen und zweifelt an der geistigen ,vertiefung von ,liebermanns ,portrts1 weil man sich nicht vorstellen kann1 da der ,knstler zwei ,aufgaben gleichzeitig lst4 ,so betrachten die einen seine ,bildnisse nur von der ,seite der ,persnlichkeitsschilderung1 die anderen nur von der ,malerei4 ,dabei fhlen sich beide ,parteien wenig befriedigt1 denn ,liebermann hat die geistige ,auffassung von der knstlerischen nicht getrennt1 so da man dem ,psychologen ,liebermann nicht folgen kann1 wenn man sich um den ,maler nicht kmmert und umgekehrt4 ,auch hierin liegt ein ,beweis fr das ,streben des ,knstlers nach ,einfachheit1 obgleich zunchst der ,anschein erweckt ist1 als seien die ,bildnisse ,liebermanns komplizierte ,leistungen4 ,er sucht den ,gegenstand mit dem knstlerischen ,ausdruck zu identifizieren1 was entschieden eine ,vereinfachung bedeutet4 ,und gerade beim ,portrt erscheint das schwierig1 weil es mit seinem geistigen ,inhalt eine ,unterordnung der knstlerischen ,tendenz zu fordern scheint4 ,illustration3 ,abb4 #aja4 ,der ,sommer 7#ahih74 ,wanddekoration fr ein ,schlo in ,mecklenburg4 ,illustration3 ,abb4 #ajb4 ,der ,winter 7#ahih74 ,wanddekoration fr ein ,schlo in ,mecklenburg4 ,illustration3 ,abb4 #ajc4 ,sonntag in ,laren 7#ahih74 ,in ,privatbesitz in ,berlin4 7,mit ,erlaubnis von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin47 ,je besser man ,liebermann als ,knstler kennen lernt1 um so weniger ist man geneigt1 ihn fr einen ,naturalisten oder auch nur fr einen ,realisten zu halten4 ,er ist vor allem ,knstler1 mithin mehr1 als blo der ,vertreter einer ,richtung4 ,der ,gegenstand der ,kunst ist doch nur teilweise bestimmend fr die ,wirkungen1 die der ,knstler erzielt4 ,man kann sagen1 ,liebermann malt nichts ,poetisches1 aber fehlt es darum seinen ,bildern an ,poesie8 ,wenn ein ,maler die ,stimmung eines ,sonntagsnachmittags auf einer ,dorfstrae dem ,beschauer so zu bermitteln vermag1 da dieser das ,behagliche der ,stunde vollkommen mitfhlt1 und diese ,wirkung dadurch erzielt1 da er ein paar ,mdchen zeigt1 die am hellen ,tage in sauberen ,kleidern in einer ,reihe auf der ,strae daherschlendern1 so kann man die ,wirkung wohl poetisch nennen4 ,umgekehrt kann ein anderer ,maler den ,tanz der ,horen malen und die poetische ,wirkung doch ausbleiben4 ,man verwechselt einfach wieder ,subjekt und ,objekt4 ,die ideale oder reale ,wirkung hat mit dem ,objekt des ,knstlers gar nichts zu thun1 sondern hngt von ihm1 von seiner ,thtigkeit ab4 ,und wo man auch hinschaut in der ,kunst -- immer wirken jene ,werke am meisten ideal1 die sehr realistisch sind4 ,mag man an ,homers ,odyssee oder ,michelangelos ,moses1 an ,rembrandts ,nachtwache oder ,goethes ,faust1 an ,romeo und ,julia oder die ,hilanderas des ,velasquez denken4 ,wie an sich nichts gut oder bse ist1 sondern erst das ,urteil dazu kommen mu1 um zu entscheiden1 so hngt die ,bestimmung von idealistisch und realistisch in der ,kunst davon ab1 ob der ,knstler ,empfindungen zu erregen vermag1 die ber das ,beschrnkte des von ihm gewhlten ,gegenstandes hinausgehen oder nicht4 ,je zwangloser und zugleich sicherer die ,phantasie des ,kunstgenieenden geleitet1 und je strker sie in ,bewegung gebracht wird1 um so idealer das ,kunstwerk4 ,das sind die stumpfen ,geister1 die das ,ideale in der ,kunst in ,handgreiflichkeiten suchen1 die die ,attribute idealer ,erscheinungen schon fr das ,ideale halten1 fr die der ,todesengel etwa eine hhere ,vorstellung ist als der ,tod4 ,fr die wird ,liebermann freilich immer der ,realist bleiben1 weil sie nur das ,wahre in seiner ,kunst sehen1 nicht die wahre ,empfindung1 die unendlich viel mehr ist4 ,die ,vorstellung von ,liebermann als ,knstler hngt ja natrlich aufs innigste mit dem ,gegenstande seiner ,kunst1 mit weiten grauen ,dnenlandschaften1 mit ,waisenmdchen1 mit ,fischern und ,arbeitenden zusammen1 aber das ,wesentliche bleibt doch die ,persnlichkeit ,liebermanns1 die ,art1 wie er sich zu diesem ,gegenstndlichen verhalten hat4 ,geht man dem auf den ,grund1 so wird man finden1 da sein ,bestreben darauf gerichtet war1 in dieser armen ,wirklichkeit das ,schne zu suchen1 ihre ,mngel zu umkleiden mit dem ,gewande der ,kunst4 ,sein ,verdienst ist aber um so hher zu veranschlagen1 als die von ihm gewhlten knstlerischen ,mittel die allerfeinsten sind und die von ihm erreichten ,wirkungen ihnen entsprechen4 ,illustration3 ,abb4 #ajd4 ,spielende ,kinder 7#ahii74 ,zeichnung4 ,im ,privatbesitz in ,berlin4 ,zu dem ,begriff realistische ,kunst8 gehrt ganz entschieden das ,unterstreichen der ,wirklichkeit4 ,realistisch ist ,menzel1 weil ihm der ,fingernagel genau so wichtig ist1 wie der ganze ,mensch4 ,man denke sich ihn ohne militrische ,uniformen1 ohne die prickelnden ,niedlichkeiten des ,rokoko1 kurz1 ohne jene ,einzelheiten1 die seine ,schpfungen so gut gesehen1 so vollkommen erscheinen lassen1 und man wird entdecken1 da in ihnen1 in all' diesen kleinen ,wirklichkeiten und ,pikanterien das ,wesentliche von ,menzels ,kunst steckt und ihre ,wirkung ausmacht1 whrend ,liebermann nur die groe ,wirklichkeit gibt4 ,es ist auch ganz sicher1 da die meisten ,menschen von ,menzels ,bildern die ,empfindungen mitnehmen1 sie seien treue ,wiedergaben der ,natur1 und ebenso sicher1 da sie bemerken1 ,liebermanns ,bilder seien oberflchliche1 unvollkommene ,wiedergaben der ,natur4 ,ein ,zeichen1 da sie keinen ,sinn haben fr die groen ,schnheiten der ,natur1 und da sie ,natur nur dort sehen1 wo es ins ,einzelne geht1 da erst die unterstrichene1 bemerkbar gemachte ,wirklichkeit ihnen ,wirklichkeit zu sein scheint4 ,hier sind aber die ,grenzen zwischen realistischer und idealistischer ,kunst4 ,menzel betont die ,realitt bis ins uerste1 ,liebermann nur das ,notwendige1 ihre groen ,formen3 er scheidet sie in ,wesentliches und ,unwesentliches1 er entwickelt ,urteilskraft1 ,menzel mehr ,sehkraft und ,handgeschicklichkeit4 ,dieser geht der ,natur mit ,schrauben und ,hebeln zu ,leibe1 ,liebermann sucht ihr mit ,gefhl nahe zu kommen4 ,ohne ,menzels ,bedeutung anzutasten1 kann man doch sagen1 da seine ,kunst ohne erzieherische ,kraft war1 nicht weil sie nicht ,kunst gewesen wre1 sondern weil ihr das ,befreiende fehlt4 ,liebermann aber1 der so fein in der ,natur whlt1 der nicht an das ,verblffen durch ,fertigkeiten denkt und1 trotz manchmal trber ,farben1 einen ,farbengeschmack verrt1 wie ihn nur die ,besten besaen1 bte ,wirkung auf die zeitgenssische ,kunst aus4 ,und gerade das ,idealistische bei ,liebermann1 sein ,beispiel1 wie die ,wirklichkeit gepackt werden knne1 ohne das ,nebenschliche1 sein inniges ,verhltnis zu dem mchtigsten ,idealisierer aller ,wirklichkeit1 zum ,licht1 lt ihn so einzig erscheinen4 ,illustration3 ,abb4 #aje4 ,kanal in ,leyden 7#ahii74 ,zeichnung4 ,illustration3 ,abb4 #ajf4 ,in den ,dnen 7#ahii74 ,federzeichnung4 ,realistisch ist ,liebermanns ,kunst nur soweit1 als sie keinen idealistischen ,inhalt besitzt und ihren ,mastab in der realen ,wirklichkeit hat2 ihre ,absicht aber1 die ,natur in ihrer ,einfachheit und ,gre malerisch aufzufassen1 ohne ,atelier und ,theaterkram und ,hadern1 ist die idealste von der ,welt1 und nicht was wir meinen1 sondern wie wir's meinen81 darin liegt das ,entscheidende4 ,man knnte ja auch behaupten1 ,liebermann sei ein temperamentsloser ,knstler1 denn in seinem ganzen ,lebenswerk findet sich kein ,bild1 in dem es eine ,darstellung von leidenschaftlichen ,empfindungen gibt4 ,ruhig1 ernst1 ohne ,lust und ohne ,klage verrichten seine ,menschen ihre ,arbeit1 selbst seine ,kinder fhren nicht eigentlich ausgelassene ,spiele4 ,es wird aber niemand beifallen1 diese ,behauptung aufzustellen1 denn die ,art1 wie der ,knstler diese ruhigen ,existenzen schildert1 zeugt von einem so leidenschaftlichen ,empfinden bei ihm1 von einem so strmischen und begehrlichen ,werben um die ,natur und von einer solchen innerlichen ,begeisterung1 da die ,bezeichnung temperamentslos8 fr ,liebermann und seine ,kunst ganz sinnlos wre4 ,nur fr die alleruerlichste ,betrachtung erscheint er uninteressiert4 ,aber noch ,eins spricht fr die idealistische ,tendenz der ,liebermannschen ,kunst3 da sie nach einem ,monumentalstil drngt4 ,illustration3 ,abb4 #ajg4 ,studie zum ,schulgang8 7#ahii74 ,illustration3 ,abb4 #ajh4 ,studie zum ,schulgang8 7#ahii74 ,die ganze ,anschauungsweise des ,knstlers seit ,mitte der achtziger ,jahre ist fest auf den ,stil gerichtet1 auf die ,art1 wie er die ,erscheinungen der ,natur fr das ,auge als geschlossene ,einheit1 als ,bild zusammenfat1 wie er vermeidet1 da die von ihm dargestellten ,bewegungen als ,unruhe empfunden werden1 wie er es erreicht1 da jede ,einzelheit im ,bilde als abhngig vom ,ganzen1 als ,notwendigkeit empfunden wird4 ,wenn man das feine ,raumgefhl ,liebermanns rhmt1 so lobt man eigentlich schon etwas1 was zu seinem ,stil gehrt4 ,die ,gliederung des ,raumes ergibt sich natrlich auch bei ihm durch ,linien1 durch die beherrschende ,macht der ,vertikalen und ,horizontalen und ,verwendung von ,gegenstzen1 sowohl in ,linien als in ,proportionen4 ,je weniger ,mittel1 desto feiner die ,wirkung4 ,die ,gre der ,bildflche hat auch hier keine ,bedeutung4 ,die typische ,gre der ,form und ,gestaltung1 gleichviel ob farbig oder grau in grau1 ist allein magebend48 ,liebermanns ,handzeichnungen haben nicht weniger ,stil als seine ,bilder4 ,besonders fein ist1 wie schon an anderer ,stelle hervorgehoben1 bei ihm die ,empfindung fr das ,verhltnis1 ohne die keine monumentale ,wirkung denkbar ist4 ,die ,hauptfigur in seinen ,netzeflickerinnen8 7,abb4 #dg7 wirkt darum so mchtig1 weil sie einen ,gegensatz in der ,kleinheit der anderen ,gestalten hat4 ,ihre ,bewegung1 an sich nicht stark1 erscheint so1 weil sie sich in dem geschleiften ,netz fortsetzt1 weil die der anderen ,gestalten viel weniger deutlich gemacht ist4 ,die ,erscheinung der ,frau mit den ,ziegen8 7,abb4 #eb7 macht einen so ungeheuren ,eindruck1 weil sie in der ,linie zusammenfliet mit der der ,ziege1 die die ,frau am ,seil sich nachzieht4 ,wie auffallend wird die ,bewegung des ,arbeitens der ,mdchen in der ,flachsscheuer8 7,abb4 #dd7 gemacht durch die unbewegten ,linien des ,geblkes und der den ,raum durchlaufenden ,fden4 ,in diesem ,bilde machen sich die ,haltung gebenden ,vertikalen und ,horizontalen besonders stark bemerkbar und ebenso die ,bevorzugung der ,profilstellung1 die an die ,schpfungen der ,primitiven denken lt4 ,die vielen ,vertikalen und ,horizontalen geben aber den ,bildern ,liebermanns nicht nur die ,einfachheit und ,gre1 sondern auch den ernsten ,ausdruck4 ,selbst die einfachsten seiner ,schpfungen1 wie etwa die ,kuhhirtin8 7,abb4 #ii7 oder der ,bauer mit der ,kuh8 7,abb4 #he7 oder die ,schafhirtin8 7,abb4 #ei71 die durch ihren ,inhalt harmlos erscheinen knnten1 erhalten durch die ,darstellungsweise etwas ,erhabenes1 ,monumentales4 ,illustration3 ,abb4 #aji4 ,kirme in ,laren 7#ahii74 ,zeichnung4 ,illustration3 ,abb4 #aaj4 ,aus ,scheveningen 7#ahii74 ,von den einfachen stillen ,farben1 die durch sinngeme ,verteilung und ruhige ,fleckenwirkung soviel zu dem grozgigen ,eindruck der ,bilder beitragen1 war bereits die ,rede4 ,alles kommt zusammen1 um eine ,steigerung des ,natrlichen ins ,erhabene herbeizufhren und so den ,schpfungen ,liebermanns ,stil zu geben4 ,wie er den ,weg gewiesen hat von dem blo ,malerischen zur wirklichen ,malerei1 so zeigt er auch1 wie man zu einem ,stil gelangen kann1 ohne die ,eselsbrcke des ,stilisierens4 ,es ist ewig schade1 da man sich diese bedeutungsvolle ,seite von ,liebermanns ,kunst theoretisch klar machen mu1 da dem ,knstler keine ,wandflchen zur ,verfgung gestanden haben1 wo er vor allem ,volke htte beweisen knnen1 wie gro und schn und rein er eine ,welt sieht und darzustellen wei1 die man bis zu seinem ,erscheinen ohne diese ,eigenschaften glaubte4 ,die ,dekorationen fr den ,saal eines ,mecklenburger ,schlosses 7,abb4 #aja u4 #ajb7 sind leider der ffentlichkeit entzogen4 ,wie besttigen sie aber die ,ansicht1 da ,liebermanns ,kunst alle ,kennzeichen der ,monumentalitt trgt6 ,es ist ein eigenes ,schicksal1 da die einzigen drei ,knstler des neunzehnten ,jahrhunderts1 die berufen waren1 einer von der ,malerei bisher noch nicht dargestellten ,erscheinungswelt im ,sinne groer ,kunst den hchsten ,ausdruck zu geben1 die vermocht hatten1 ,wesen und ,fhlen ihrer ,zeit in neuer ,weise zu fassen und zu gestalten1 da diese drei ,knstler -- der ,franzose ,millet1 der ,deutsche ,liebermann und der ,italiener ,segantini -- nicht ,gelegenheit gefunden haben1 der ,nachwelt in auch uerlich monumentalen ,werken ,spuren ihres ,daseins zu hinterlassen4 ,um wieviel grer wrden sie erscheinen6 ,aber trotzdem3 ,die ,kunst der drei wird ewig leben1 weil sie einen ewigen ,typus fr die ,kunst lebendig gemacht hat1 den des arbeitenden ,menschen4 ,und gerade das ,zeitlose seiner ,erscheinung ist es1 was ihn so mchtig aus den ,werken der drei ,knstler wirken lt4 -- ,illustration3 ,abb4 #aaa4 ,nach ,hause 7#ahii74 ,kreidezeichnung4 ,illustration3 ,abb4 #aab4 ,badende ,jungen4 ,vielleicht erwartet man jetzt eine ,klarlegung der ,mngel von ,liebermanns ,kunst1 und vielleicht wre es nicht schwierig1 sie zu bieten1 aber die ,gelegenheit erscheint schlecht gewhlt2 denn ber ,liebermann schreiben1 heit immer noch die ,grnde darthun1 um derentwillen er bewundert werden mu4 ,eine eingeschrnkte ,bewunderung aber macht niemandem warm4 ,jeder ,knstler hat die ,mngel seiner ,tugenden1 also auch ,liebermann4 ,es gab und gibt ,knstler1 die ,gewaltigeres vollbracht haben1 die bezwingendere1 erhebendere ,werke schufen1 aber es gibt wenige ,knstler1 die die ,natur inniger1 treuer erfat und natrlicher dargestellt haben4 ,er ist kein ,virtuose4 ,das wre ein ,widerspruch zu seiner ganzen ,art2 aber er hat ,naivett und jene unbedingte ,hingabe an seinen ,gegenstand1 ohne die groe ,kunstwerke nicht geschaffen werden4 ,es sieht zuweilen unbeholfen aus1 was er macht1 aber immer fhlt man1 da es ihm um die ganze1 nicht um die halbe ,wahrheit und ,kunst geht4 ,er ist mehr als blo ein ,maler1 er ist eine ,persnlichkeit1 eine feine1 starke und im tiefsten ,grunde ihres ,wesens knstlerische ,persnlichkeit4 ,das gibt seinem ,schaffen die ,bedeutung1 seinen ,werken die unvergngliche ,lebenskraft und erklrt die ,gre seiner ,wirkung auf die ,kunst seiner ,zeit1 aber es ergibt sich daraus auch die ,schwierigkeit1 das letzte ,wort ber ihn zu sagen4 ,das ,beste von ,liebermanns ,kunst lt sich nur fhlen1 nicht durch die ,sprache ausdrcken4 ,es gibt in der ,natur ein ,zugngliches und ein ,unzugngliches4 ,dieses unterscheide und bedenke man wohl und habe ,respekt4 ,es ist uns schon geholfen1 wenn wir es berall nur wissen1 wiewohl es immer sehr schwer bleibt1 zu sehen1 wo das eine aufhrt und das andere beginnt4 -- ,wer es aber wei und klug ist1 wird sich am ,zugnglichen halten1 und indem er in dieser ,region nach allen ,seiten geht und sich befestigt1 wird er sogar auf diesem ,wege dem ,unzugnglichen etwas abgewinnen knnen1 wiewohl er hier doch zuletzt gestehen wird1 da manchen ,dingen nur bis zu einem gewissen ,grade beizukommen ist und die ,natur immer etwas ,problematisches hinter sich behalte1 welches zu ergrnden die menschlichen ,fhigkeiten nicht hinreichen48 ,illustration3 ,abb4 #aac4 ,kartoffelernte 7#ahie74 ,im ,besitz der ,kunsthandlung von ,bruno ,paul ,cassirer in ,berlin4