,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #aija erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und altertmliche ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert2 fremdsprachliche ,zitate wurden nicht korrigiert4 ,einige ,abbildungen wurden zwischen die ,abstze verschoben und zum ,teil sinngem gruppiert1 um den ,textfluss nicht zu beeintrchtigen4 ,das ,original wurde in ,frakturschrift gesetzt4 ,besondere ,schriftschnitte wurden mit ,hilfe der folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 ,unterstrichen3 ,unterstriche ,fettdruck3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,pluszeichen ,antiqua3 ,tilden ,liebhaber-,ausgaben ,illustration ,knstler-,monographien ,in ,verbindung mit ,andern herausgegeben von ,h4 ,knackfu ,,lii ,verrocchio ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #aija ,verrocchio ,von ,hans ,mackowsky ,mit #hj ,abbildungen nach ,gemlden1 ,zeichnungen und ,skulpturen4 ,illustration ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #aija ,von diesem ,werke ist fr ,liebhaber und ,freunde besonders luxuris ausgestatteter ,bcher auer der vorliegenden ,ausgabe eine numerierte ,ausgabe veranstaltet1 von der nur #ej ,exemplare auf ,extra-,kunstdruckpapier hergestellt sind4 ,jedes ,exemplar ist in der ,presse sorgfltig numeriert 7von #a-ej7 und in einen reichen ,ganzlederband gebunden4 ,der ,preis eines solchen ,exemplars betrgt #bj ,m4 ,ein ,nachdruck der numerierten ,ausgabe1 auf welche jede ,buchhandlung ,bestellungen annimmt1 wird nicht veranstaltet4 ,die ,verlagshandlung4 ,druck von ,fischer ,wittig in ,leipzig4 ,inhalt4 ,seite ,i4 ,das ,urteil der ,nachwelt #c ,,ii4 ,die ,mitwelt #d ,,iii4 uere ,lebensumstnde4 ,aussehen und ,gestalt #h ,,iv4 ,erziehung1 ,lehrzeit und erste ,werke #ac ,v4 ,david #ai ,,vi4 ,das ,medicigrabmal #bf ,,vii4 ,der ,knabe mit dem ,delphin #cd ,,viii4 ,kleinere ,arbeiten fr die ,medici4 ,bsten4 ,reliefs4 ,wachsfiguren4 ,verrocchio als ,restaurator der ,antike und ,festdekorateur #dj ,,ix4 ,madonnen #eb ,x4 ,das ,ehrengrab des ,kardinals ,forteguerri #ee ,,xi4 ,das ,marmorrelief vom ,grabmal der ,francesca ,tornabuoni4 -- ,das ,silberrelief am ,johannisaltar #fj ,,xii4 ,christus und ,thomas an ,or ,san ,michele #fe ,,xiii4 ,das ,reiterdenkmal des ,colleoni #gj ,,xiv4 ,gemlde und ,zeichnungen #gf ,,xv4 ,die ,schule4 ,leonardo da ,vinci #ie ,illustration3 ,andrea del ,verrocchio4 7,holzschnitt in der zweiten ,auflage der ,knstlerbiographieen ,vasaris vom ,jahre #aefh47 ,verrocchio4 ,i4 ,ist der ,nachruhm1 den ein ,knstler geniet1 allein magebend fr seinen ,wert und sein ,talent8 ,leistet der immer wiederholte ,name die sicherste ,gewhr fr die ,gre dahingeschwundener ,meisterschaft8 ,und verleiht nur die stattliche ,zahl weithin sichtbarer ,werke einem ,knstler ,gewalt und ,fortwirken in die ,zukunft hinaus8 ,sobald diese und hnliche ,fragen aufgeworfen werden1 bleibt ,verrocchio hinter den ,anforderungen1 die man an den ,knstler von hchstem ,rang und ,wuchse stellt1 zurck4 ,sein ,name hallt nicht mit immer gleichem ,erzklang durch die ,jahrhunderte1 die uns von ihm trennen2 die ,schar seiner ,bewunderer ist nicht zu jener vlkerumfassenden ,gemeinde angeschwollen1 wie sie die ,herrlichsten unbersehbar umdrngt4 ,und wenn auch eines seiner nicht eben zahlreichen ,werke1 der ,colleoni1 den unbestrittenen ,ruhm geniet1 das schnste ,reiterdenkmal der ,welt zu sein1 so war es diesem ,werke doch nicht vorbehalten1 nachschaffenden ,generationen ,vorbild und ,muster zu werden4 ,zu den ,unerreichbaren1 die an den ,tafeln des berflusses gesessen1 gehrt ,verrocchio nicht4 ,er zhlt aber auch nicht zu jenen1 die nur der ,treue wissenschaftlicher ,forschung ein mhsam erhaltenes ,dasein danken4 ,goethe nennt ihn gelegentlich einen denkenden1 durchaus theoretisch begrndeten ,mann8 und hat1 ohne dem ,meister nher getreten zu sein1 mit diesen ,worten wohl den ,eindruck festgehalten1 den man seinerzeit mit dem ,namen ,verrocchio verband4 ,erst das ,verstndnis unserer ,tage fr die ,meister des ,quattrocento ist auch ,verrocchio zu gute gekommen4 ,aber diese ,umwertung vollzog sich zu rasch1 und die neu erwachte ,begeisterung machte sich mit einer allzu hohen ,einschtzung des ,knstlers ,luft4 ,der begreifliche ,wunsch1 das bescheidene ,lebenswerk des durchaus nicht fruchtbaren ,knstlers der neugewonnenen ,wertung seines ,talentes entsprechend zu vergrern1 zog ,kunstwerke in den ,kreis der ,betrachtung1 die nur der ,anregung1 nicht der eigenen ,hand ,verrocchios ihr ,dasein verdanken4 ,die ,opposition hat bereifrig ,widerspruch erhoben und das ,bild des ,meisters ins ,kleine verzerrt1 wie jene es ins ,formlose gesteigert hatten4 ,so stehen sich denn ,urteile gegenber1 die schlielich nur beweisen1 wie weit man noch von der ungetrbten ,erkenntnis der ,eigenart des ,meisters entfernt ist4 ,den ,weg dahin zu gelangen1 hat schon vor ,jahren ,wilhelm ,bode1 der verdienstvollste ,forscher ber ,verrocchio1 gewiesen2 es gilt1 heit es bei ihm1 ,verrocchio zu isolieren aus dem schwankenden und undeutlichen ,ensemble der ,arbeiten seiner ,werkstatt1 um sein ,eigenstes zu charakterisieren48 ,sein ,eigenstes6 ,aber die ,vielseitigkeit des ,knstlers macht schon die ersten ,schritte unsicher und gefahrvoll4 ,wir sind ungengend ber ihn unterrichtet4 ,wir wissen nur1 da er gebildhauert hat und gemalt1 da er die ,goldschmiedekunst und das ,studium der ,perspektive sowie der ,musik gepflegt hat4 ,drfen wir ,vasari trauen1 so war ,verrocchio berhaupt mehr zum ,studium der ,dinge als zur ,produktion geneigt1 und ,goethe htte ihn besser als irgend einer mit dem denkenden1 durchaus theoretisch begrndeten ,manne charakterisiert4 ,illustration3 ,abb4 #a4 ,lorenzo di ,credi4 ,bildnis des ,andrea del ,verrocchio4 ,florenz1 ,uffizien4 ,betrachten wir nun die kleine ,anzahl sicherer ,werke seiner kunstreichen1 bedchtigen und empfindungsvollen ,hand1 so haben wir fast ausschlielich ,arbeiten der ,bildhauerkunst vor uns4 ,und indem wir uns mit der ,form und dem ,gehalt dieser ,werke vertraut machen1 werden wir so klare ,vorstellungen von der ,eigenart ihres ,meisters erhalten1 da wir auch auf dem ,gebiete der anderen1 nachweislich von ihm gepflegten ,knste sein ,eigentum zu erkennen hoffen4 ,aus dem denkenden1 durchaus theoretisch begrndeten ,manne wird bei solcher ,betrachtung der ,knstler allmhlich erwachsen1 der1 durch die ,kraft seines ,talentes hinausgehoben ber die ,grenzen des ,jahrhunderts1 den ,weg bereitet und die ,steige richtig gemacht hat fr die ,greren1 die nach ihm kamen4 ,im ,quattrocento war1 auer ,donatello und ,quercia1 keiner so wenig ,quattrocentist wie ,verrocchio4 ,im ,vergleich zu jenen fehlt seiner ,kunst das ,zeitlose1 das ,ewige4 ,aber mit ,erfolg hat er die ,tradition berwunden1 nichts ,konventionelles haftet ihm an4 ,jede ,aufgabe1 die ihm gestellt ward1 hat er frei aus seiner knstlerischen ,empfindung heraus1 ohne nach einem ,vorbild zu schielen1 gelst4 ,alles drngt bei ihm schon aufs ,cinquecento4 ,wie er aber das neue ,jahrhundert mit eigenen ,augen nicht hat schauen drfen1 so steht er auch mit seiner ,kunst an der ,schwelle1 im ,vorhof4 ,er weist hinber mit einer ,gebrde1 wie in den ,bildern der ,zeit ,johannes1 der ,vorlufer ,christi1 auf den ,heiland deutet4 ,und der ,strkere1 der nach ihm kam1 in dessen ,weltruhm der bescheidnere ,verrocchios aufgegangen ist1 war der eigene ,schler und ,gehilfe ,leonardo da ,vinci4 ,,ii4 ,zur ,zeit1 als ,verrocchios ,talent sich entfaltete1 erscheint das knstlerische ,leben in ,florenz bunter und bewegter als in den ersten ,jahrzehnten des fnfzehnten ,jahrhunderts4 ,die ,trger des knstlerischen ,gedankens sind freilich von betrchtlich kleinerem ,wuchse als das ,eroberergeschlecht1 das der ,frhrenaissance die entscheidenden ,siege erfocht4 ,brunelleschi ist bereits zur ,ruhe gegangen1 ,donatello weilt in ,oberitalien1 ,l4 ,b4 ,alberti lebt1 theoretischen ,studien hingegeben1 in ,rom4 ,ghiberti1 stark gealtert1 ist dem ,grabe nahe4 #adeb erstrahlen in heller ,feuervergoldung die sogenannten ,paradiesespforten am florentiner ,baptisterium und zeigen den neuen malerischen ,reliefstil im ,verein mit einer goldschmiedeartig sauberen ,detailbehandlung4 ,in der ,umrahmung der ,thr tritt das vielleicht frheste ,beispiel der naturalistischen ,arabeske auf1 hervorgegangen aus der ,idealisierung der bei hohen ,festen an den ,kirchenthren blichen ,ausschmckung4 ,in ,s4 ,croce1 dem florentiner ,pantheon1 werden die ,grabmonumente des ,leonardo ,bruni und des ,carlo ,marzuppini errichtet4 ,an ihnen offenbart sich zum erstenmale die organische ,verbindung antiker und naturalistischer ,elemente1 wobei der ernstere ,bernardo ,rossellino mehr antiker ,form sich nhert1 der phantasievolle ,desiderio da ,settignano seinem naturalistischen ,empfinden sich freier berlt4 ,in der ,zartheit der ,reliefbehandlung mit den aufgehellten ,schatten1 in der ,verwendung verschiedenfarbiger ,steine macht sich deutlich das ,streben nach malerischer ,wirkung und koloristischem ,reiz geltend4 ,die farbigen ,terrakotten des ,luca della ,robbia1 die bunt bemalten ,thonfiguren und ,stuckreliefs1 die um die gleiche ,zeit beliebt werden1 verraten deutlich den ,wert1 den man der ,polychromie beima4 ,hinsichtlich des ,materiales stand das ,erz in der hchsten ,schtzung1 nicht nur1 weil die ,nhe und die ,ausgiebigkeit der ,marmorbrche den ,stein berhaupt entwertet htten1 sondern weil die ,bronze das grere technische ,geschick erforderte1 die ,zierlichkeit der ,form bis in die feinsten ,auslufer ermglichte und vor allem in dem reizvollen ,spiel von ,hell und ,dunkel1 das durch ,vergoldung und ,patinierung in den ,gegenstzen noch verschrft werden konnte1 dem ,streben nach malerischer ,wirkung vorzglich entgegenkam4 ,seit mit ,ghiberti #adee der letzte lebende ,gromeister des ,bronzegusses hingegangen war1 zeigte sich die jngere ,generation bemht1 dem ,marmor abzuzwingen1 was das flssige1 aber schwer zu bndigende ,erz besser und reiner geleistet htte4 ,den ,eroberern eines neuen ,stiles folgte die ,schar der glcklichen ,erben mit einer unersttlichen ,freude hinzuzuerfinden1 auszubauen1 zu erweitern1 mit den geschicktesten ,hnden von der ,welt1 mit einer grenzenlosen ,kombinationslust und einer ,flle von zierlichen ,einfllen4 ,illustration3 ,abb4 #b4 ,thronende ,madonna mit dem hl4 ,laurentius und dem hl4 ,georg4 ,bronzeplakette4 ,berlin1 ,knigl4 ,museen4 ,so fest und sicher fhlte man sich auf dem neu erworbenen ,boden1 da dicht neben dem goldenen ,baum des ,lebens mit seinen immer breiter ausladenden sten auch die graue ,theorie ,wurzel schlagen konnte4 ,die heute belanglos erscheinende ,frage von dem ,vorrang der ,knste1 insonderheit der ,wettstreit zwischen der ,malerei und der ,skulptur1 erfllte zur ,zeit alle ,werksttten und ,studierstuben mit anhaltendem ,gerusch und fand ,widerhall in smtlichen kunsttheoretischen ,schriften1 die in langer ,folge damals zu ,tage traten4 ,schon ,ghiberti gestand1 da seine ,liebe zum grten ,teile der ,malkunst gehre2 ,l4 ,b4 ,alberti rumt ihr1 der ,malerei1 indem er ihre ,stellung und ,wertschtzung bei den gepriesenen ,alten mit einem groen ,aufwand an historischer ,gelehrsamkeit untersucht1 den vornehmsten ,rang unter allen ,knsten ein4 ,filarete anerkennt1 da die ,skulptur zwar schwerer auszuben sei als die ,malerei1 da sie dem ,knstler weniger die ,mglichkeit sich zu korrigieren biete1 da sie auch der ,natur auerordentlich nahe komme1 aber die ,malerei sei die ,natur selbst84 ,spter hat auch ,leonardo die hitzig disputierte ,frage zu gunsten der ,malerei entschieden1 und es bedurfte eines so ganz in der plastischen ,form wurzelnden ,genius wie ,michelangelos und der ,ausgrabung der farblosen rmischen ,antiken1 um der ,skulptur den bisher von der ,malerei innegehabten ,ehrenplatz einzurumen4 ,illustration3 ,abb4 #c4 ,grabplatte des ,cosimo de' ,medici4 ,florenz1 ,san ,lorenzo4 ,und doch waren die ,florentiner vor allen brigen italienischen ,stmmen von ,natur aus fr das sichere ,erfassen der plastischen ,form mehr als fr das ,kolorit begabt1 und ihre ,malerei hat sich durchaus an der stets vorauseilenden ,plastik entwickelt4 ,ohne ,donatello sind ,maler wie ,fra ,filippo1 ,paolo ,uccello1 ,andrea del ,castagno1 auch ,botticelli und ,ghirlandajo nicht denkbar4 ,die ,generation1 der ,verrocchio angehrt1 sucht den ,wettstreit der ,knste praktisch zu schlichten4 ,die ,unternehmungslustigsten1 ,rstigsten und ,begabtesten bethtigen sich auf mehreren ,gebieten darstellender ,kunst1 um ihren ,ehrgeiz zu befriedigen1 oder suchen1 mit wechselndem ,glck1 die in der ,plastik gewonnenen ,resultate fr die ,malerei zu verwerten4 ,das ,experiment wird ihnen unter ,umstnden ,selbstzweck1 und gerade die ,besten unterliegen oft der ,gefahr1 durch technische ,tfteleien die ,wirkung des ,werkes und seine ,erhaltung zu beeintrchtigen4 ,man bezeichnet diese ,gruppe von ,knstlern1 als deren ausgeprgtester ,charakter ,antonio del ,pollajuolo zu gelten hat1 mit dem ,namen der ,maler-,plastiker1 aber das ,wort umfat manchmal noch zu wenig4 ,mit ,recht darf man sie die ,vielseitigen nennen im ,gegensatz zu den ,allseitigen1 auf deren ,errungenschaften ihre ,bemhungen fuen1 und zu den ,einseitigen1 die in ihrer ,kunst nur das betreffende znftige ,handwerk nach ,magabe ihrer ,krfte ben4 ,den ,vielseitigen1 soweit sie ,knstler sind1 heit ,darstellung der ,natur die unerbittliche ,wiedergabe des klar und nchtern ,erschauten bis in die ,einzelheiten4 ,sie wollen aber nicht nur schauen1 sie wollen ergrnden1 gesetzmig nachschaffen4 ,der ,doktor steckt ihnen allen im ,leibe4 ,und weil sie kluge ,florentiner sind1 nicht weiche1 trumerische ,venezianer1 verweilen sie beim wissenschaftlichen ,problem oft lnger1 eindringlicher und halsstarriger1 als es sich fr ihre ,kunstbung verlohnt4 ,ihre perspektivischen ,studien erweitern sich unter der ,teilnahme tief gelehrter ,mathematiker zu geometrischen ,raumanalysen schwierigster ,konstruktion1 ihr ,studium des ,nackten dringt vor bis an die ,grenze1 die erst spter die ,anatomen mit ,messer und ,schere berschreiten4 ,sie forschen und grbeln4 ,den ,lockrufen aus den ,grten des ,lebens antworten sie mit abwehrender ,gelassenheit1 wie ,paolo ,uccello der im ,schlafgemach harrenden ,gattin von seinem nchtlichen ,studiertisch herberruft3 ,was fr ein lieblich ,ding ist doch diese ,perspektive6 ,illustration3 ,abb4 #d4 ,david4 ,bronze4 ,florenz1 ,museo ,nazionale4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi in ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #e4 ,kopf des ,david4 ,bronze4 ,florenz1 ,museo ,nazionale4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi in ,florenz47 ,in eine solche knstlerisch und theoretisch sich krystallisierende ,welt hat das ,geschick ,verrocchio gewiesen4 ,mit den geschilderten ,geistes- und ,gesinnungsverwandten teilt er alle ,eigenheiten1 eine ,gabe indessen1 die jenen allen fehlt1 hebt seine ,person bedeutsam aus der ,genossenschaft heraus3 ein gelutertes ,schnheitsgefhl4 ,und da dieses die fhrende ,stimme in dem ,zusammenklang seiner ,fhigkeiten bernahm1 steigert seine ,kunst oft bis zur ,hhe uneingeschrnkter ,meisterschaft4 ,,iii4 ,der ,zuname del ,verrocchio deutet keinen besonderen ,vorzug in dem knstlerischen ,organismus des ,meisters an1 wie etwa den scharf erfassenden ,blick2 ein ,spitzname ist in dem ,beiwort nicht zu suchen4 ,auch zhlt unser ,knstler nicht zu den ,mitgliedern der in den ,schriftstcken damaliger ,zeit oft genannten ,familie der ,verrocchi4 ,vielmehr legte er sich den ,zunamen in dankbarer ,erinnerung an seinen ,lehrer1 den ,goldschmied ,giuliano de' ,verrocchi bei4 ,seine ,familie1 die ,cioni1 sind in sehr bescheidener brgerlicher ,schicht zu suchen4 ,der ,vater1 ,michele1 seines ,zeichens ,ziegelbrenner1 hatte auf seine alten ,tage die bequemere ,beschftigung eines ,mauteinnehmers ergriffen4 ,er war schon ber die ,fnfzig hinaus1 als ,mona ,gemma ihm den ,sohn ,andrea gebar4 ,das ,jahr steht nicht ganz fest2 entgegen der allgemein gltigen ,annahme geht aus den ,katastereintragungen des ,meisters #adcf als ,geburtsjahr hervor4 ,mit vier ,schwestern und zwei ,brdern wuchs ,andrea auf unter der ,obhut seiner ,stiefmutter ,nannina1 nachdem die eigene ,mutter bald nach seiner ,geburt gestorben war2 zum ,haushalt gehrte ferner ,mona ,ghita1 die ,gromutter4 ,das ,verhltnis zur ,stiefmutter scheint ein herzliches und ungetrbtes geblieben zu sein1 wenigstens hat sie ,andrea nach dem ,tode des ,vaters1 #adeb1 bei sich im ,hause behalten4 ,von den ,geschwistern interessieren uns die ltere ,schwester ,mona ,tita1 die einen ,barbier heiratete1 und deren ,kinder1 zwei ,tchter und ein ,sohn1 bei ,verrocchio im ,hause lebten2 sodann ein jngerer ,bruder1 ,tommaso1 ein ,tuchweber1 dessen ,armut bei zahlreicher ,nachkommenschaft ,verrocchio manchmal beschwerlich gefallen ist4 ,von ueren ,lebensereignissen erfahren wir so gut wie nichts4 ,im ,todesjahr des ,vaters1 #adeb1 traf unseren ,knstler das ,migeschick1 da er beim ,spiel mit ,altersgenossen drauen vor den ,thoren mit einem unglcklichen ,steinwurf einen ,wollarbeiter tdlich traf4 ,das ,gericht schritt ein1 sprach aber den ,fahrlssigen frei4 ,seine ,jugendjahre sind ausgefllt mit theoretischen ,studien2 besonderen ,eifer brachte er der ,geometrie entgegen4 ,gleichzeitig pflegte er die ,musik1 vermutlich schon als ,kind1 wie es die ,sitte der ,zeit mit sich brachte4 ,er lernte ,laute schlagen und rezitieren1 mit dem ,zweck1 den damals hauptschlich der musikalische ,unterricht verfolgte3 das ,organ reich und modulationsfhig zu machen4 ,vergebens indessen wrden wir uns eine ,vorstellung machen von der ,tragweite seiner musikalischen ,begabung und ,bethtigung4 ,dann tritt die ,lehrzeit an ihn heran4 ,florenz war von jeher die ,heimat der ,goldschmiede1 die ihre ,buden1 eine dicht bei der anderen1 auf dem ,ponte vecchio aufgeschlagen hatten4 ,die groen ,meister vor ihm hatten alle in der ,goldschmiedewerkstatt begonnen2 auch griff ,verrocchio zunchst zu diesem ,handwerk1 das seinen ,meister berdies gut zu nhren versprach4 ,aber eine ,thtigkeit allein gengte dem ,ehrgeiz des jungen ,knstlers nicht4 ,so trieb er ,malerei und ,architektur1 ,holzschnitzen und ,perspektive4 ,er wird sich gehrig getummelt haben in jenem ,kreise der ,theoretiker1 die zu ,baldovinetti und ,pollajuolo wie zu ihren ,fhrern emporblickten4 ,erst mit den sechziger ,jahren kommt ,licht in das ,halbdunkel dieses ,knstlerlebens4 ,verrocchio tritt in enge ,beziehungen zu der herrschenden ,familie der ,medici1 und nun umglnzt ihn bald junger ,ruhm4 ,auch fr die ,rucellai ist er thtig2 in dem durch ,marcotti bekannt gewordenen ,zibaldone des ,giovanni ,rucellai werden mehrere ,arbeiten ,verrocchios fr die ,familie leider ohne nhere ,bezeichnung des ,gegenstandes angefhrt4 ,illustration3 ,abb4 #f4 ,david4 7,aufnahme in der richtigen ,ansicht nach dem ,gipsabgu47 ,mehr und mehr verwchst er mit seiner ,werkstatt4 ,wir hren von keinem ffentlichen ,auftreten1 kein ,streit mit einem ,widersacher raubt ihm die ,ruhe zur ,arbeit1 kein ,ehrenamt beeintrchtigt die wohl angewendeten ,stunden seiner ,tage4 ,die ,strme1 die seine ,zeit durchbrausen1 brechen sich an den ,mauern dieser ,werkstatt1 kaum da der ,lrm der ,pazziverschwrung1 die doch dem ihm so nahe stehenden ,giuliano de' ,medici das ,leben kostete1 ihn fr ,augenblicke von der ,arbeit scheucht4 ,aber diese ,arbeit ist keine regelmige knstlerische ,produktion4 ,verrocchio liebt das ,erfinden1 das ,tfteln und das ,basteln4 ,allerhand ,experimente1 z4 ,b4 das ,formen ber der ,natur in einer weichen1 pulverisierten ,steinmasse1 die dem ,gips hnelt1 nehmen seine ,zeit hin4 ,gelegentlich staunen wir ber die ,reihe von ,jahren1 die seine ,arbeiten in der ,werkstatt herumstehen4 ,denn so sorgfltig er ausfhrt1 so reich er das ,einzelne gestaltet1 die ,frist1 die er zum ,vollenden braucht1 steht nicht immer im rechten ,verhltnis zum ,umfang der ,leistung4 ,illustration3 ,abb4 #g4 ,altes ,postament fr den ,david des ,verrocchio4 7,die ,bste1 spter aufgesetzt1 stellt den ,groherzog ,ferdinand ,i4 von ,toskana dar47 ,florenz1 ,palazzo vecchio4 ,vasari mchte den florentiner ,aufenthalt1 der fast die ganze ,lebenszeit ,verrocchios fllt1 mit einem ,besuche in ,rom unterbrechen4 ,sixtus ,,iv4 soll unseren ,knstler an den ppstlichen ,hof gerufen haben1 damit er zwlf ,apostelstatuen fr die sixtinische ,kapelle anfertige4 ,aber in den ,rechnungsbchern der ppstlichen ,kurie erscheint der ,name ,verrocchios nirgends1 und wir kennen die ,gold- und ,silberschmiede1 die ,sixtus' ,gunst genossen1 so genau wie die ,bildhauer4 ,hinzu kommt1 da sich ,vasari auch hinsichtlich einer anderen von ,verrocchio angeblich in ,rom gefertigten ,arbeit1 des ,tornabuonigrabes1 nachweislich geirrt hat1 so da wir einen ,aufenthalt des ,knstlers dort in ,abrede stellen mssen4 ,erst in den letzten ,jahren seines verhltnismig kurzen ,lebens hat er die ,kuppel seiner ,vaterstadt1 wohl schweren ,herzens wie alle seine ,landsleute1 aus den ,augen verloren4 ,frohe ,jahre waren ihm in ,venedig nicht beschieden4 ,mit der ,errichtung des dortigen ,reiterdenkmals fr den ,condottiere ,colleoni verbanden sich mannigfache ,krnkungen1 ,eiferschteleien und ,rivalitten1 die noch ber den ,tod hinaus den ,meister in seinem knstlerischen ,eigentum beeintrchtigen sollten4 ,ob diese ,reibungen den ,selbstbewuten und1 wie es scheint1 leicht ,verletzbaren frher gebrochen haben1 als man erwartet1 mag dahingestellt bleiben4 ,er ist #adhh in ,venedig gestorben1 wohl kurze ,zeit nach dem letzten ,kontrakt mit ,knig ,matthias ,corvinus von ,ungarn1 fr den er einen ,brunnen arbeiten sollte 7#bg4 ,august #adhh72 denn schon im ,oktober desselben ,jahres erwhnt sein ,lieblingsschler ,lorenzo di ,credi den ,meister als verstorben4 ,entgegen seinem letzten ,willen1 den er im ,juni #adhh aufsetzte1 wurde der ,leichnam nach ,florenz zurckgefhrt und dort in der ,familiengruft zu ,s4 ,ambrogio beigesetzt4 ,aber umsonst hat man schon im siebzehnten ,jahrhundert die ,grabsttte mit der schlichten ,inschrift1 die ,vasari berliefert1 gesucht4 ,illustration3 ,abb4 #h4 ,grabmal des ,piero und ,giovanni de' ,medici4 ,florenz1 alte ,sakristei von ,san ,lorenzo4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari in ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #i4 ,linker ,teil vom ,sarkophag des ,piero und ,giovanni de' ,medici4 ,florenz1 ,sakristei von ,san ,lorenzo4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,verrocchio ist ehelos geblieben4 ,fr seine ,angehrigen hat er gromtig gesorgt bis hinunter zu seinem ,famulus ,giusto4 ,von den ,nichten1 die ihm in ,florenz das ,haus fhrten1 hat die eine noch zu ,verrocchios ,lebzeiten einen ehrsamen ,frber geehelicht1 die zweite einen ,fabinder1 beide dank der ,mitgift1 die ihnen der ,onkel verschrieb4 ,seine beiden ,huser im ,sprengel von ,s4 ,ambrogio zu ,florenz1 von denen das eine an einen ,viktualienhndler vermietet war1 fielen den mnnlichen ,erben zu4 ,die knstlerische ,hinterlassenschaft kam an ,lorenzo di ,credi4 ,des ,meisters uere ,erscheinung ist in einem ,portrt des ,lorenzo di ,credi in den ,uffizien erhalten 7,abb4 #a71 dessen ,authentizitt neuerdings zu ,unrecht angezweifelt worden ist und das im wesentlichen mit dem bei ,vasari abgebildeten ,holzschnitt bereinstimmt 7s4 ,titelbild74 ,aus dem vollen bartlosen ,gesicht blicken unter steil gewlbten ,brauen ein ,paar ,augen von durchdringender ,schrfe und ruhiger ,klarheit1 die ,nase ist nicht edel1 aber gut geformt1 der ,mund ber dem ,doppelkinn fein gezeichnet und fest geschlossen2 aus der reinen1 wohlgerundeten ,stirn ist die leichte ,tuchkappe auf das halblange1 im ,nacken gelockte ,haar gerckt4 ,die fleischigen1 aber zierlich gebildeten ,hnde ruhen leicht bereinander4 ,das ,doppelkinn1 die breite ,brust und der kurze1 dicke ,arm lassen auf eine gewisse ,wohlbeleibtheit bei mittlerer ,gestalt schlieen4 ,das links seitlich zum offenen ,fenster einfallende ,licht spielt klar1 aber nchtern auf den ,formen und ,flchen4 ,der hervorstechende ,charakterzug ist eine hohe ,intelligenz4 ,die ,pedanterie und ,hausbackenheit1 die diesem friedlichen ,heimsitzer zu eigen scheint1 ist mehr dem sauberen1 aber schwunglosen ,pinsel ,credis zuzuschreiben1 als dem ,modell4 ,einer pathetischen ,steigerung1 wie sie sich in dem ,holzschnitt offenbart1 war ,credi nicht fhig4 ,illustration3 ,abb4 #aj4 ,teil des ,deckels vom ,sarkophag des ,piero und ,giovanni de' ,medici4 ,florenz1 ,sakristei von ,san ,lorenzo4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,so hat er uns mehr den ,znftler als den ,knstler im ,bilde berliefert4 ,und vielleicht haben die1 welche das ,gemlde als ein ,selbstbildnis ,peruginos erklrten1 an der ,dosis ,stubenhockertum ,ansto genommen1 die es enthlt und die mit ,verrocchio unvereinbar ist4 ,denn ,andrea war kein ,griesgram und kein ,einsiedler4 ,gleichwohl als denkender ,knstler war er verliebt in die ,einsamkeit1 ein ,feind von ,prunk1 ,lrm und ,getse4 ,vor dem ,schlfrigwerden1 dieser hchsten ,gefahr aller viel mit sich selbst ,lebenden1 bewahrten seine ,knstlerseele der ,wetteifer mit tchtigen ,genossen1 der ,kampf der widerstrebenden ,richtungen1 die scharfe ,kritik seiner ,zeitgenossen1 kurz1 alle jene ,vorteile1 die auf den ,pltzen des groen ,verkehrs1 wie ,florenz es war1 allein zu finden sind4 ,,iv4 ,zu den schwierigsten ,problemen1 die in dieser berall problematischen ,knstlerlaufbahn ,lsung heischen1 gehrt die ,frage nach dem ,lehrmeister ,verrocchios4 ltere ,quellen1 die ,vasari nachweisbar gekannt und benutzt hat1 machen den ,knstler einstimmig zu einem der letzten und hervorragendsten ,schler ,donatellos4 ,wenn aber der ,biograph sich vllig darber ausschweigt1 so kommt das einer schwerwiegenden ,kritik seiner litterarischen ,vorlagen gleich4 ,die gemeinsame ,arbeit der beiden ,knstler am ,lavabo von ,san ,lorenzo1 die ,vasari im ,leben ,donatellos erzhlt1 wird durch ,albertinis ,memoriale1 der lteren1 durchaus glaubwrdigen ,quelle1 widerlegt4 berdies war ,donatello gerade in den ,jahren1 in die eine ,lehrzeit ,verrocchios fallen mte1 von ,florenz abwesend4 ,und endlich finden wir in den ,werken des ,meisters kaum einen ,zug1 der auf ,donatello wiese4 ,wo der ,gegenstand1 wie etwa der ,colleoni1 einen ,vergleich mit ,donatello herausfordert1 sehen wir ein bewutes ,abweichen ,verrocchios von seinem mutmalichen ,vorbild4 ,dem technischen ,ungeschick ,donatellos beim ,bronzegu steht ,verrocchios virtuose ,behandlung des ,erzes gegenber1 der dramatisch erregten ,beweglichkeit ,donatellos die pathetische ,abgeklrtheit ,verrocchios1 dem leichten1 skizzenhaften ,wurf die bedchtige1 whlerische1 feinschmeckerische ,sorgfalt4 ,soll ein ,verhltnis der beiden festgelegt werden1 so drfen wir uns wohl am sichersten an ,pomponius ,gauricus halten1 der in seinem #aejb ber die ,bildhauerei erschienenen ,buche ,verrocchio den ,nebenbuhler des ,donatello1 doch erst als dieser schon ein ,greis war81 bezeichnet4 ,auf der weiteren ,umschau nach dem ,lehrmeister ist es verlockend1 bei ,bernardo ,rossellino zu verweilen4 ,nach ,vasari soll nmlich der junge ,verrocchio die ,madonna mit den ,engeln in der ,lnette des ,brunigrabes in ,s4 ,croce gearbeitet haben4 ,aber auch hier berwiegen chronologische und technische ,bedenken4 ,leonardo ,bruni1 der ,staatssekretr der florentiner ,republik1 starb #addd2 es ist nicht anzunehmen1 da man die ,ehrung des verdienstvollen ,staatsmannes und ,historiographen der ,republik hinausgezgert habe4 ,einem ,acht- oder ,neunjhrigen1 wie ,verrocchio zu dieser ,zeit war1 wird man aber keine ,marmormadonna zutrauen wollen1 auch nicht1 wenn sie1 wie die in ,frage stehende1 knstlerisch den brigen ,teilen des ,grabmales unterlegen ist4 ,so beschrnken wir uns denn fr ,verrocchio1 wie fr so viele ,knstler seiner ,zeit1 darauf1 die ,unterweisung in einer ,goldschmiedewerkstatt anzunehmen1 und zwar bei eben jenem ,giuliano ,verrocchi1 den del ,migliore namhaft macht4 ,erinnern doch seine spteren ,arbeiten mit ihrer ,freude an sauberen ,einzelheiten1 ihrer ,zierlichkeit und das hohe technische ,geschick1 das sie auszeichnet1 an eine derartige ,lehrzeit4 ,fr das1 was diese ,lehrstatt ihm etwa versagte1 fand er hinreichende knstlerische ,anregung in den ,werken1 die um ihn herum entstanden1 und auf die schon hingewiesen worden ist4 ,der ,zgling des ,edelschmiedes hat sich denn auch zunchst in der erlernten ,kunst bethtigt und zwar bis in die reifen ,mannesjahre hinein1 wie ,cellini ausdrcklich versichert4 ,von den ,proben seiner ,kunstfertigkeit liegt indessen keine mehr vor4 ,wir hren nur von zwei ,gefen1 die allen ,goldschmieden damals wohlbekannt waren und ihres besonderen ,beifalles sich zu rhmen hatten4 ,das eine war rund und reich verziert mit einer ,laubbordre1 mit ,fabeltieren und anderen ,seltsamkeiten1 wie sie dem dekorativen ,stil ,verrocchios eigen geblieben sind2 das zweite zeigte einen ,puttentanz1 ein seit ,donatello besonders beliebtes ,motiv1 das uns noch bei den ,zeichnungen des ,meisters beschftigen wird4 ,von den ,agraffen1 die der ,knstler fr die ,chorrcke des florentiner ,domkapitels gearbeitet hat1 mag eine ,bronzeplakette des ,berliner ,museums eine halbwegs deutliche ,vorstellung gewhren 7,abb4 #b74 ,sie zeigt auf reich verziertem ,throne1 den anschlieende ,schranken hofartig umfrieden1 die ,madonna von ,engeln verehrt und assistiert von dem heiligen ,laurentius und dem heiligen ,sebastian4 ,das verschwindend flache ,relief beweist1 da wir nur den ,probeausgu einer ziselierten1 fr den ,emailauftrag bestimmten ,platte vor uns haben4 ,das ,kompositionsschema1 die ,typen und die ,proportionen sind ,verrocchio eigentmlich1 wie auch der ,reichtum der ,faltengebung4 ,der fromme ,gegenstand und die runde ,form lassen wohl an geistlichen ,zierat denken4 ,im spteren ,dienste der prunkliebenden ,medici wird dem ,meister seine ,kunst ebenfalls zu statten gekommen sein4 ,die silberne ,hirschkuh1 die ,lorenzo #adgd bei ,gelegenheit des von ,polizian besungenen ,turniers zu ,ehren der ,simonetta ,vespucci auf dem ,helme trug1 ist eine ,arbeit ,verrocchios gewesen4 ,illustration3 ,abb4 #aa4 ,lavabo4 ,marmor4 ,florenz1 ,san ,lorenzo1 alte ,sakristei4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi in ,florenz47 ,das einzige erhaltene ,werk dieser ,thtigkeit1 das ,silberrelief fr den ,johannisaltar des ,baptisteriums1 erinnert nur seinem ,materiale nach an die ,goldschmiedekunst1 und fllt in so spte ,zeit1 da es hier nicht vorweggenommen werden darf4 ,was sonst an ,arbeiten aus der ,jugendzeit berliefert ist1 zeigt den ,meister auf anderen ,wegen4 ,leider ist auch hier vieles verloren1 darunter gleich jenes ,projekt1 das1 als das erste1 sicher zu datierende ,werk ,verrocchios von besonderer ,wichtigkeit fr die klare ,einsicht in seine ,entwickelung und fr die frh erworbene ,vielseitigkeit seiner knstlerischen ,kenntnisse gewesen wre4 ,zu den ,zierden des ,domes in ,orvieto gehrte ein wunderwirkendes ,madonnenbild1 nach der ,legende vom heiligen ,lukas selbst gemalt4 ,umflammt vom trben ,licht der ,kerzen1 fast erdrckt von der ,flle der ,weihgeschenke1 stand es nahe der ,eingangsthr unter einem in bescheidenen ,formen gehaltenen ,tabernakel4 ,das ,legat des fern von der ,heimat lebenden ,bischofs von ,ascoli1 ,francesco ,monaldeschi1 gab #adfa den ,vorstehern der ,dombauhtte ,veranlassung1 nach ,florenz und ,siena um ,zeichnungen fr den ,bau einer ,kapelle zu schreiben4 ,auer ,desiderio da ,settignano und ,giuliano da ,majano lieferte noch ein gewisser ,andrea ,michaelis einen ,entwurf ein4 ,zweifelsohne ist dieser ,andrea identisch mit ,andrea del ,verrocchio1 dem ,sohne des ,michele di ,cione4 ,mit seiner ,arbeit drang er indessen so wenig durch wie die beiden lteren ,meister4 ,der ,auftrag fiel1 einige ,jahre spter1 dem ,dombaumeister ,giovanni di ,meuccio zu1 dessen ,werk inzwischen schon wieder zu ,grunde gegangen ist4 ,der ,verlust dieses ,entwurfes ist um so mehr zu beklagen1 als wir auch nicht den leisesten ,anhalt zu einer ,rekonstruktion besitzen4 ,nur einmal noch ist ,verrocchio bauknstlerisch thtig gewesen1 allein nicht als ,raumknstler1 vielmehr als ,konstrukteur und ,mechaniker4 ,brunelleschis ,domkuppel1 ein ,werk1 von dem der ,meister rhmte1 es lasse an ,groartigkeit selbst die ,vorbilder der ,alten hinter sich1 war in ,verrocchios ,geburtsjahr vollendet worden4 ,wie eine ,glocke der ,sicherheit und des ,schutzes schien sie sich in ihrer ungeheuren ,spannung ber der ganzen ,stadt zu wlben4 ,die beim ,tode des ,meisters noch fehlende ,bekrnung durch die ,laterne hatten seine ,nachfolger in piettvoller ,beibehaltung des ursprnglichen ,entwurfes hinzugefgt4 ,am #bc4 ,april #adfg konnte der ,schlustein der in zierlichen ,renaissance-,formen gehaltenen ,laterne eingesegnet werden und der ,bau somit als vollendet gelten4 ,nur der ,abschlu des ,ganzen stand noch aus3 der ,knopf 7bottone7 und die ,kugel 7palla7 als ,trger des krnenden ,kreuzes4 ,fr die ,herstellung des kleineren in ,bronze zu gieenden ,bottone wandte sich die bauherrliche ,behrde an ,giovanni di ,bartolo1 der in ,gemeinschaft mit dem ,goldschmied ,bartolommeo ,fruosino den ,gu #adfg ausfhrte4 ,verrocchio war mit unter den ,sachverstndigen1 die die ,arbeit abzuschtzen hatten1 ein ,beweis1 wie gro das ,vertrauen in seine technische ,kenntnis war4 ,die auf dem ,knopf ruhende ,kugel von viel grerem ,mastabe stellte schwierigere ,anforderungen an den ,konstrukteur4 ,schon ber die ,art der ,herstellung brach ,meinungsverschiedenheit aus4 ,doch drangen in einer zahlreich besuchten ,konferenz diejenigen durch1 die eine ,ausfhrung in ,bronzegu1 keine getriebene ,kupferarbeit befrworteten 7,januar #adfg74 ,verrocchio stimmte mit ihnen4 ,die ,verhandlungen zgerten sich aber noch hinaus1 bis am #aj4 ,september #adfh ,verrocchio selbst den ,auftrag erhielt4 ,es ist sehr lehrreich1 auch bei dieser mechanischen ,ausgabe zu beobachten1 wie ,verrocchio technisch experimentiert4 ,er1 der seinerzeit selbst fr den ,gu eingetreten war1 bekehrt sich1 als es an die ,ausfhrung geht1 zur ,hmmerarbeit4 ,acht ,kupferplatten werden ber kugelfrmigen ,steinen zurecht gehmmert1 mit ,silber verltet und schlielich in ,feuer vergoldet4 ,vasari rhmt die ,findigkeit in der ,anbringung des inneren ,ganges1 der durch den ,hohlraum fhrte1 und die ,verankerung4 ,ende ,mai #adga konnte die #cjj ,scheffel ,korn fassende ,kugel hinaufgewunden werden1 und am #a4 ,juni wurde das ,kreuz1 dessen ,arme wertvolle ,reliquien bewahrten1 eingelassen4 ,bis auf die ,fassade stand nun der ,dom vollendet4 ,ein schreibseliger ,spezereihndler1 ,luca ,landucci1 dessen ,tagebcher sich erhalten haben1 erzhlt von dem ,feste1 das die ,bevlkerung sich machte4 ,die ,stadttrompeter schmetterten von der ,hhe herunter1 die ,geistlichkeit und viel ,volk stieg hinauf und stimmte oben ein weithinschallendes ,tedeum an4 ,illustration3 ,abb4 #ab4 ,der ,putto mit dem ,delphin4 ,bronze4 ,florenz1 ,hof des ,palazzo vecchio4 7,die ,aufstellung rhrt nicht von ,verrocchio her47 ,illustration3 ,abb4 #ac4 ,der ,putto mit dem ,delphin4 ,bronze4 ,florenz1 ,hof des ,palazzo vecchio4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi in ,florenz47 ,unter den fteren elementaren ,unbilden1 denen der ,dom ausgesetzt war1 hat nichts verheerender auf ,verrocchios ,werk gewirkt als der ,blitz1 der in der ,nacht vom #bg4 ,januar #afjj in die ,laterne schlug4 ,bis in die ,via de' ,servi flogen die ,marmortrmmer1 und alles schrie misericordia4 ,der ,groherzog ,ferdinand ,i4 lie das ,zerstrte genau nach dem alten ,muster wieder herstellen1 ,kreuz und ,kugel wurden neu vergoldet und zwei ,bleikassetten mit ,urkunden von ,papst ,clemens ,,viii4 und dem ,groherzog eingelassen1 in denen die ,gewalt der ,unwetter beschworen ward4 ,v4 ,im ,januar #adif1 wenige ,monate nach der ,vertreibung der ,medici1 reichte der berlebende ,bruder ,verrocchios1 ,tommaso1 bei den ,verwaltern des mediceischen ,vermgens eine ,liste der knstlerischen ,arbeiten ein1 die ,andrea im ,auftrag der ,familie ausgefhrt hatte4 ,vielleicht standen noch ,nachzahlungsposten aus1 die der unvermgende ,tuchweber jetzt eintreiben wollte4 ,diese ,liste1 die sich urschriftlich im ,archiv der ,uffizien befindet1 zhlt fnfzehn ,arbeiten auf1 die sich bis auf wenige nachweisen lassen1 und zeigt1 wie eng die ,verbindung ,verrocchios mit der kunstliebenden ,familie gewesen ist4 ,illustration3 ,abb4 #ad4 ,der ,putto mit dem ,delphin4 ,bronze4 ,florenz1 ,hof des ,palazzo vecchio4 ,als ,cosimo der ,alte #adfd starb1 scheint man zum erstenmal ,verrocchios knstlerische ,hand in ,anspruch genommen zu haben4 ,die ,signorie1 die ein pomphaftes ,grabmal mit ,ehrenstatue erwog1 konnte sich nicht schlssig machen1 und so ist es bei dem schlichten ,grabstein geblieben1 den die ,familie vor dem ,hauptaltar von ,san ,lorenzo ber der unterirdischen ,gruft in den ,fuboden senken lie4 ,entwurf und ,ausfhrung rhren von ,verrocchio her 7,abb4 #c74 ,der ,stein besteht in einer quadratischen ,platte1 die ein geometrisches ,muster1 in buntem ,marmor ausgefhrt1 aufweist4 ,jedes christliche ,zeichen oder ,symbol fehlt4 ,die ,zeichnung ist einfach3 in den viereckigen ,rahmen ist ein ,kreis eingeschrieben1 der seinerseits zwei sich kreuzende ,ellipsen einschliet2 die ,ecken fllen ,wappen mit den ,kugeln der ,medici4 ,der ,reiz des ,ganzen beruht in der ,farbigkeit1 die durch verschiedenartige ,steine und durch ,verwendung der ,bronze fr die ,wappenschilde erzielt wird4 ,wir werden noch an anderen ,arbeiten sehen1 wie sehr ,verrocchio die farbige ,inkrustation1 namentlich die ,verbindung von ,bronze mit buntem ,stein bevorzugt und sie1 wo er kann1 mit feinem ,geschmack verwendet4 ,die vertikalen ,arme der einen ,ellipse enthalten auf trapezfrmigen ,marmorplatten in ,bronzebuchstaben die ,inschrift1 die als einzigen ,ruhmestitel des ,verstorbenen den ihm ffentlich zuerkannten ,ehrennamen des pater patriae enthlt4 ,von der emprten ,volksmenge ist auch diesem ,grabstein trotz seiner ,schlichtheit bel mitgespielt worden 7#adid71 und es bedurfte erst der ,rehabilitierung der ,familie1 die ,greuel der ,verwstung zu tilgen und fr die ,wiederherstellung zu sorgen4 ,haben wir fr diese dekorative ,arbeit am ,sterbedatum des ,medicers einen chronologischen ,anhaltspunkt1 so mssen stilistische ,merkmale herhalten1 wenn wir eines der berhmtesten ,werke ,verrocchios1 der allgemeinen ,annahme entgegen1 ebenfalls in diese frhe ,zeit der knstlerischen ,reife setzen4 ,es handelt sich um die ,bronzestatue des jugendlichen ,david1 die im ,nationalmuseum zu ,florenz bewahrt wird 7,abb4 #d74 ,vasaris ,erzhlung ist diesbezglich besonders konfus2 er lt ,verrocchio die ,statue nach dem legendenhaften rmischen ,aufenthalt anfertigen und whrend der ,arbeit den ,meister noch die ,madonna in der ,lnette des ,brunigrabes meieln1 ,thatsachen1 die nicht nur unrichtig sind1 sondern sich ausschlieen4 ,die flchtige ,interpretierung eines von ,gaye publizierten ,dokumentes hat das ,jahr #adgf als sptesten ,termin der ,vollendung des ,david festsetzen wollen2 doch ist in jenem ,dokumente nur die ,rede von dem ,kaufpreis1 fr den die ,figur aus dem ,besitze der ,medici in die ,hnde der florentiner ,signorie berging4 ,vermutlich haben ,lorenzo und ,giuliano ,ursache gehabt1 der ,signorie mit berlassung der ,statue gefllig zu sein4 ,sie stand bis ins siebzehnte ,jahrhundert auf dem ,treppenabsatz vor der ,sala dell' orologio4 ,der ,platz war nicht ohne ,absicht gewhlt4 ,der heldenhafte ,knabe wahrte mit gezcktem ,schwerte eine ,thr1 la catena genannt1 bei der ein ,gerichtsdiener stndig die ,wache hielt1 um nur auf den ,befehl des jeweiligen ,oberhauptes der ,verwaltung zu ffnen oder zu schlieen4 ,david als jugendlicher ,volksbefreier war nicht nur ein ,held nach dem ,herzen jedes ehrlichen ,republikaners1 vor allem auch eine ,gestalt1 wie sie einem ,knstler damaliger ,zeit nicht gelegener sein konnte4 ,erblickte doch die ,frhrenaissance mit ihrer ,begeisterung fr alles noch in der ,entwickelung ,begriffene1 fr alles ,geschmeidige und ,reifende in der ,knabengestalt1 die eben sich zum ,jngling aufwachsen will1 eines ihrer vornehmsten knstlerischen ,ideale4 ,nackt1 mit gesenktem ,kopfe1 den ,fu auf dem ungefgen ,haupt des ,riesen1 die breite ,tartsche in der ,rechten1 so stand ,donatellos ,david seit dem ,exil ,cosimos im ,hof des ,regierungspalastes2 eine ,figur von streng geschlossenem ,umri1 voll von einer schwermtigen ,schnheit1 ber die hinaus das ,ungestm und die ,leidenschaftlichkeit jenes groen ,knstlers sich zu klren nie vermochten4 ,hlt man ,verrocchios ,figur daneben1 so springt der ungeheure ,unterschied in ,anlage1 ,ausfhrung und ,stimmung berraschend in die ,augen4 ,illustration3 ,abb4 #ae4 ,der ,knabe mit der ,posaune4 ,thon4 ,paris1 ,sammlung des ,herrn ,gustave ,dreyfu4 ,und ,david war ein ,knabe brunlicht und schn81 sagt die ,bibel4 ,so scheint er auch in der ,phantasie ,verrocchios gelebt zu haben4 ,im brigen hielt sich der ,meister nicht an die ,tradition3 jede ,andeutung der ,schleuder fehlt1 und das ,riesenschwert ist zu einer bescheidenen ,waffe1 fr die ,knabenhand passend geworden4 ,keck1 sicher1 leicht angeglht von dem ,feuer seines ersten ,triumphes1 blickt der ,knabe lchelnd vor sich hin2 die sehnige ,rechte hlt noch fest das ,schwert am ,griff1 die ,linke sttzt sich in dem ,gefhl frhlichen ,selbstbewutseins leicht auf die ,hfte4 ,ein knapper ,lederkoller umschliet den ,leib1 ,ledergamaschen schtzen ,wade und ,fu bis zu den ,zehen4 ,alle ,rnder der ,bekleidungsstcke sind ornamentiert2 eine ,palmette schmckt die ,brust1 ,rosetten zeigen in gewissenhafter ,anatomie die ,stelle der ,brustwarzen4 ,zwischen den ,fen liegt das wste ,haupt des erschlagenen ,riesen1 das mit seinem wirren ,haar und den groben ,formen den schwerltigen ,philister verrt4 ,in der mitten auf der ,stirn klaffenden ,wunde sa ehemals noch der ,stein fest4 ,illustration3 ,abb4 #af4 ,bste des ,giuliano de' ,medici4 ,gebrannter ,thon4 ,paris1 ,sammlung des ,herrn ,gustave ,dreyfu4 ,die ,figur1 obwohl zum grten ,teil bekleidet1 ist ganz als ,akt gedacht und empfunden4 ,die ,muskulatur und der ,knochenbau zeichnen sich aufs strengste durch das ,leder des ,kollers4 ,alles ist gestreckt1 schlank1 zierlich1 geschmeidig1 vor allem ,hnde und ,fe mit den starkknochigen ,gliedmaen1 den abgespreizten und gebogenen ,fingern1 der vorspringenden zweiten ,zehe und dem langen vordersten ,daumenglied4 ,mit starken1 ja strenden ,accenten sind die ,eigenheiten der ,natur im ,stadium der ,entwickelung betont4 bertrieben wirkt das ,sehnige der ,arme mit ,angabe der ,adern1 die von der ,anspannung der ,krfte noch geschwollen sind1 bertrieben die eckig heraustretenden ,ellenbogen1 namentlich am linken ,arme4 ,hier sehen wir einen durchaus jugendlichen ,knstler1 in dem die ,ehrfurcht vor der ,natur noch ber das ,schnheitsbedrfnis den ,sieg davontrgt4 ,in dem ein wenig nach vorn geneigten ,kopf1 der mit seiner ,lockenflle sich ber dem schmalen1 sehnigen ,hals und ber dem schlanken1 fast mageren ,krper wie eine schnblttrige ,blte entfaltet1 ist der ,zwiespalt zwischen knstlerischer ,idee und ,modell geschlichtet 7,abb4 #e74 ,auch hier ist alles zart und fein1 die ,knochen schmalgratig1 der ,umri fest und bestimmt1 das ,relief flach4 ,die das ,gesicht umringelnden ,locken1 mit hchster ,kunst in ,gruppen geteilt1 breit und ppig im ,nacken aufliegend1 zeigen den ,geschmack und die sauber detaillierende ,hand des ,goldschmiedes4 ,den empfindungsvollen ,knstler aber verrt wie nichts sonst in dieser ,figur ein zauberisches ,lcheln1 das die feinen ,formen berschimmert und mit den ,glanzlichtern und den ,reflexen des ,metalles um die ,wette leuchtet4 ,es nistet in den scharf zurckgezogenen ,mundwinkeln1 gleicht die ,hrten aus und verliert sich in dem leicht verschwimmenden ,blick1 der in eine beglckte ,ferne hinaustrumt4 ,dies ,lcheln hat vor ,verrocchio niemand zu bilden gewagt1 und da es ein lebendiges1 hin und her huschendes1 kein erstarrtes geworden ist1 zeugt von der hohen ,meisterschaft des jungen ,knstlers4 ,dies ,lcheln hat ,lionardo geerbt und es zu jener dolcezza verklrt1 die unwiderstehlich wirkt4 ,illustration3 ,abb4 #ag4 ,bste des ,lorenzo de' ,medici4 ,gebrannter ,thon4 ,boston 7,ver4 ,staaten71 ,sammlung des ,mr4 ,quincy ,shaw4 ,aber nicht nur die ,beseelung des ,ausdrucks durch eine der ,malerei nachempfundene1 mit ,licht und ,reflexen wirkende ,behandlung ist neu und eigenartig2 auch die rumliche ,auffassung der ,figur bedeutet einen gewaltigen ,fortschritt ber das bisher ,geleistete hinaus4 ,ein klares1 der knstlerischen ,idee entsprechendes ,raumbild wird nur gewonnen1 wenn man die reine ,frontansicht whlt 7,abb4 #f74 ,das ,motiv der erhobenen1 keck hervorgedrehten linken ,schulter mit dem eingesttzten ,arm spricht sich dann mit eindringlicher ,deutlichkeit aus4 ,die feinen berschneidungen und ,verkrzungen1 namentlich auf der rechten ,seite1 machen sich geltend2 das ,gegenspiel in der ,haltung der beiden ,krperseiten fngt an zu wirken4 ,man bewundert das sichere ,gefhl1 das die ,kardinalpunkte des ,standes und der ,bewegung klar hervorhebt1 z4 ,b4 durch die ehemals vergoldeten ,ornamente am ,hals- und am ,achselausschnitt des ,kollers und durch das ,gurtband4 ,der eckig aus dem reich bewegten ,umri herausspringende linke ,arm findet durch das gesenkte ,schwert in der ,rechten sein ,gegengewicht4 ,immer neue ,feinheiten1 die dem ,talent wie der ,einsicht des ,meisters gleiche ,ehre machen1 offenbaren sich4 ,durch das ,hervordrehen der linken ,schulter bewegt sich die ,figur freier und ungebundener im ,raum4 ,sie hat eine reiche ,profilansicht mit schn bewegter ,rckenlinie1 sie ist wirklich frei plastisch gedacht1 nicht als ,nischenfigur1 wie noch ,donatellos ,david4 ,sie strebt von jedem ,hintergrunde fort und verlangt durchaus freien ,raum um sich4 ,daher war sie auch vor dem ,pfeiler neben der ,catena nicht gnstig aufgestellt4 ,verrocchio hatte die ,figur gewi fr das ,innere des ,hofes im ,palazzo ,medici der ,via larga oder fr den ,garten einer der mediceischen ,villen bestimmt4 ,illustration3 ,abb4 #ah4 ,werkstatt des ,verrocchio4 ,portrtbste eines ,jnglings4 ,gebrannter ,thon4 ,london1 ,south ,kensington ,museum4 ,das ,postament1 das sich noch an der ehemaligen ,stelle erhalten hat1 lehrt wichtige ,thatsachen 7,abb4 #g74 ,der viereckige ,sockel aus graugrnem florentiner ,sandstein trgt eine leicht sich verjngende rote ,porphyrsule4 ,die ,figur stand also in einer ,hhe von etwa #aej cm4 ,ferner wird durch diese ,basis abermals erwiesen1 was kompositionell schon eine ,notwendigkeit ist1 da nmlich der ,kopf des getteten ,riesen zwischen den ,fen des ,knaben1 und nicht1 wie frher angenommen wurde1 seitwrts unter dem gezckten ,schwerte lag4 ,endlich sehen wir aus dieser ,aufstellung wieder ,verrocchios ,vorliebe fr farbige ,effekte3 die dunkel patinierte1 mit vergoldeten ,ornamenten schillernde und funkelnde ,bronze ber dem roten ,stein des ,postamentes4 ,da wir eine ,jugendarbeit vor uns haben1 lehren nicht nur einige ,mngel1 auf die hingewiesen wurde1 lehrt am deutlichsten die ,frische der ,auffassung1 die ,sorgfalt in der ,durcharbeitung und der sprudelnde ,reichtum in den ,einzelheiten4 ,man beachte z4 ,b4 das sorgfltig1 wenn auch unverstanden1 arabischen ,lettern nachgebildete ,ornament am ,saum des ,kollers4 ,fr den ,anmut und den ,liebreiz weist die ,figur zurck auf ,ghibertische ,gestalten1 etwa auf den lockigen ,esau1 der ,rckenfigur mit den beiden ,hunden1 in einem der ,reliefs der ,paradiesesthr4 ,die ausgezeichneten anatomischen ,kenntnisse1 die przise knappe ,art der ,formengebung deuten auf ,beziehungen zu ,antonio del ,pollajuolo4 ,pollajuolo1 wenige ,jahre jnger als ,verrocchio1 geno ja den ,ruhm1 der beste ,kenner des ,nackten zu sein1 und seine ,zeichnungen werden zweifelsohne auf ,verrocchios ,formanschauung bildend gewirkt haben4 ,illustration3 ,abb4 #ai4 ,weibliche ,portrtbste4 ,marmor4 ,florenz1 ,museo ,nazionale4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari in ,florenz47 ,gleichviel indessen1 an welchen ,vorbildern diese junge ,kraft gereift ist1 selbstherrlich und voll starker ,eigenart tritt sie mit ihrem ersten groen ,werke hervor4 ,auch als technische ,leistung kann kaum ,vollendeteres gefunden werden als dieser reine1 lckenlos aus der ,form geflossene1 liebevoll durchziselierte ,bronzegu4 ,das ,motiv1 so glcklich erfunden es ist1 so zwanglos natrlich es erscheint1 hat auffallend wenig ,nachahmung gefunden4 ,eine in den bertrieben gestreckten ,verhltnissen und dem blden ,ausdruck wenig anziehende ,thonstatuette des ,berliner ,museums kann nur als ,nachahmung1 nicht als ,aktstudium zu dem ,original ,verrocchios betrachtet werden4 ,zwei ,terracottastatuetten im ,south ,kensington ,museum zu ,london 7,nr4 #gfjb und #gdjb71 die augenscheinlich in ,florenz um #adij entstanden sind1 eine der ,robbia-,werkstatt angehrige im ,berliner ,museum 7,nr4 #abe7 und hnliche ,figrchen an anderen ,orten zeigen eine interessante ,kreuzung donatellesker und verrocchiesker ,motive4 ,brunlicht und schn81 wie ,verrocchio ihn gestaltet1 ist der ,david keinem spteren ,meister mehr gelungen4 ,michelangelo hat aus dem ,hirtenknaben den ,giganten gemacht1 der1 auf tapferer ,wacht den ,feind im ,auge1 ein ,selbstbekenntnis des bedrohten ,republikaners erscheint4 ,vielleicht ist das ,lcheln des ,verrocchioschen ,knaben nicht minder ein ,selbstbekenntnis des jungen ,meisters1 dem der erste ,wurf gelungen1 dies unschuldig-bermtige ,lcheln1 mit dem auch jung ,roland einst vor ,herrn ,milons alternde ,kraft trat3 ,um ,gott1 ,herr ,vater1 zrnt mir nicht1 ,da ich erschlug den groben ,wicht1 ,derweil ,ihr eben schliefet4 ,,vi4 ,der ,sohn ,cosimos1 ,piero mit dem ,beinamen der ,gichtbrchige1 sank zu schnell ins ,grab1 um1 was der ,vater angebahnt1 ausbauen zu knnen4 ,er hinterlie diese ,ehrenpflichten seinen ,shnen ,lorenzo und ,giuliano4 ,sie willfahrteten zunchst den ,gefhlen kindlicher ,piett1 indem sie ,verrocchio beauftragten1 in der ,sakristei von ,san ,lorenzo dem ,vater die ,grabsttte zu errichten4 ,zugleich sollten darin die ,gebeine des bereits #adfa verstorbenen ,oheims ,giovanni1 eines ,lieblingssohnes des alten ,cosimo1 beigesetzt werden4 ,was ,verrocchio geleistet hat1 ist als das magebende ,werk seines dekorativen ,stiles immer anerkannt und gefeiert worden1 schon von seinen ,zeitgenossen1 die nach der ,vollendung 7#adgb7 sich um das ,grabmal drngten1 als seien sie hergewiesen worden1 ein neues ,weltwunder zu schauen8 7,abb4 #h74 ,vllig unabhngig von dem ,aufbau und den ,formen des florentiner ,nischengrabes1 wie es ,bernardo ,rossellino und ,desiderio ausgebildet1 hat ,verrocchio eine neue und eigenartige ,lsung gefunden4 ,der ,wunsch der ,besteller1 die ,ursache hatten1 eine bescheidene uerliche ,form der blichen pomphaften ,aufbahrung mit der ,portrtstatue des ,toten vorzuziehen1 wird ihm den ,weg gewiesen haben4 ,so hat er nur eine groe1 schwere ,grablade unter eine ,bogenffnung gestellt1 die ursprnglich die ,sakristei mit der ,sakramentskapelle verband und die er durch ein gromaschiges ,strickwerk vergitterte4 ,der architektonische ,aufbau mit seinen schnen ,verhltnissen und den bei aller ,kraft reinen und edlen ,profilen lt die ,reife seiner baumeisterlichen ,kenntnisse bewundern4 ,der ,gesamteindruck erinnert in seiner ,wucht und ,schlichtheit an die ,antike2 so mgen unter ihren ,arkosolien die schweren ,sarkophage der ,scipionen und der rmischen ,kaiser aufgestellt gewesen sein4 ,aber der ,meister der ,frhrenaissance meidet den dstern ,ernst der ,alten und nimmt durch die ,farbigkeit und den spielenden ,reichtum des ,ornamentes der getragenen ,grundstimmung das ,schwere und das ,bedrckende4 ,der auf ,schildkrten ruhende1 weimarmorne ,untersatz zeigt in der oberen ,platte die schon vom ,grabstein des alten ,cosimo her bekannte farbige ,inkrustation4 ,im ,sarkophage ist roter ,porphyr1 dunkelgrner und weier ,marmor mit dem unruhigen ,glanze der ,bronze in koloristisch hchst effektvoller ,weise verarbeitet4 ,und in der ,laibung des ,bogens steigt der weie ,marmorstreifen mit dem reichen ,ornament zwischen ,profilen aus graugrnem ,macigno bis zur abschlieenden ,rosette hinan4 ,das ,ornament verbindet in geschmackvoller ,eigenart antike ,zierformen mit naturalistischen ,pflanzenmotiven4 ,an ,donatellos antikisierender ,dekoration hat sich ,verrocchio nicht geschult4 ,vielmehr greift er auf ,ghibertis ,prinzipien zurck und schliet sich1 soll ein ,vorbild durchaus namhaft gemacht werden1 in freier1 meisterlicher ,weise ,desiderio an1 dessen ,marzuppinigrab er eingehend studiert haben mu4 ,aber sein mnnlicher ,ernst fat und formt die ,natur anders als die von einer weiblich-zarten ,empfindung geleitete ,hand ,desiderios4 ,gegen die weichen ,rundungen des ,marzuppinigrabes wirkt das ,medicimonument kantig und kraus1 zugleich charaktervoller und weniger spielend4 ,wenn auch die ,verschiedenheit des ,materiales dort die weichere1 hier die energischere ,behandlung erforderte1 zuletzt sind es1 wie berall1 die ,temperamente1 die sich in lehrreicher ,verschiedenheit uern4 ,illustration3 ,abb4 #bj4 ,leonardo da ,vinci4 ,brustbild eines jungen ,mdchens4 ,wien1 ,sammlung des ,frsten ,lichtenstein4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,das ,relief ist stark herausgearbeitet1 wie es auch ,vettorio ,ghiberti an der #adfd vollendeten ,umrahmung der ,baptisteriumsthr des ,andrea ,pisano gethan hat1 doch ohne die ,hrte und ,schrfe1 die dort auffllt4 ,zier- und ,rankenwerk berspinnt nicht1 wie bei ,desiderio1 den ganzen architektonischen ,krper1 so da glatte ,flchen dem ,auge ,ruhe gewhren und auf dem ,wege des ,kontrastes das lebendige ,spiel der ,ornamentik steigern 7,abb4 #i74 ,so wohl berlegt das ,einzelne im ,zusammenhang mit dem ,ganzen erscheint1 so wenig erhalten wir den ,eindruck einer klgelnden ,erfindung1 einer ,verzettelung reizvoller ,einzelheiten4 ,reich und ruhig ist die ,erfindung gestrmt1 eingedmmt von jenem weisen ,mahalten1 in dem die knstlerische ,reife beschlossen liegt4 ,illustration3 ,abb4 #ba4 ,leonardo da ,vinci 7874 ,p4 ,scipio4 ,marmorrelief4 ,ehemals bei ,mr4 ,rattier in ,paris4 ,die ,wiedergabe der ,blumen1 der ,frchte1 der ,bltter ist so individuell1 da man an der ,mglichkeit eines derart eingehenden ,naturstudiums zweifeln und dem ,gedanken ,raum geben mchte1 ,verrocchio habe hier direkt ber der ,natur geformt4 ,soll er doch im ,abformen einzelner ,teile des menschlichen und tierischen ,krpers eine besondere ,geschicklichkeit besessen haben4 ,mit symbolischem ,hinweis auf die ,medici tritt im ,ornament der berhmte1 spitz geschliffene ,diamant1 das ,familienkleinod1 auf4 ,er krnt die ,spitze des ,sarkophages2 in einen ,ring gefat1 ist er anmutig durch den ,bltterstab in der ,bogenlaibung geschlungen1 auch aus der abschlieenden ,rosette springt er hervor4 ,wenn das geflochtene bronzene ,strickwerk namentlich auf dem ,deckel des ,sarkophages als naturalistische ,unmglichkeit getadelt worden ist1 so bersah man die knstlerische ,notwendigkeit1 ein ,motiv1 das den ganzen ,hintergrund beherrscht1 bereits im ,hauptstck der ,komposition andeutend vorwegzunehmen 7,abb4 #aj74 ber welchen ,reichtum die ,phantasie ,verrocchios gebot1 kann man an dem ,dekor der beiden ,vasen in der marmornen ,bogenlaibung erkennen1 aus denen ,festons mit abwechselnder ,wiederholung eines schn entfalteten palmenartigen ,gebindes und eines krausbltterigen ,lorbeerbschels emporsteigen4 ,die ,vase rechts ist mit einem ,puttentanze verziert1 bei dem namentlich die ,bewegung des vom ,rcken gesehenen1 um die ,ecke fliegenden ,engelknaben wahr und anmutig gegeben ist4 ,die ,vase links ist reicher mit ,ornament bedacht1 ihr figrlicher ,schmuck beschrnkt sich auf ,engelkpfe1 zwischen denen ,guirlanden hngen4 ,dadurch1 da beide ,vasen ber ,eck gestellt sind1 vertiefen sie die ziemlich flache ,kehlung des ,bogens und helfen die ,raumillusion verstrken4 ,wie beim ,grabstein des alten ,cosimo1 fehlt auch an diesem ,denkmal jeder ,hinweis auf die christliche ,weltanschauung3 gewi ein bedeutungsvolles ,kennzeichen fr die ,zeit4 ,mit ,ausnahme des spter in die ,bogenffnung eingefgten ,bretterverschlages1 der das gromaschige ,strickgeflecht1 das einen ,ausblick in die anstoende ,sakramentskapelle gewhren sollte1 um alle ,wirkung bringt und den rckseitigen ,anblick des ,sarkophages wehrt1 ist das ,werk von jeder ,entstellung frei geblieben4 ,die ,stifter ahnten kaum1 da sie sich zugleich ihr eigenes ,grabmal bauten4 ,sowohl ,giuliano als ,lorenzo haben neben dem ,vater und dem ,oheim in derselben gerumigen ,porphyrlade ihre ,ruhestatt gefunden bis #aeei1 als der ,groherzog ,cosimo ,i4 ihre ,leichen in die neue ,sakristei hinberschaffen lie1 wo man krzlich ihre ,srge unter der ,madonna des ,michelangelo gefunden hat4 ,so vllig neu diese ,lsung des ,nischengrabes erklrt werden mu1 so wenig hat sie ,schule gemacht4 ,nur einmal noch1 am ,grabmal des ,neri di ,gino ,capponi in ,sto4 ,spirito1 tritt das ,motiv der vergitterten ,bogennische auf4 ,sicher in deutlicher ,anlehnung an ,verrocchios ,vorbild2 denn wenn der dort ,beigesetzte auch schon #adeg gestorben und der ,sarkophag1 in den ,formen der ,donatelloschule1 zeitlich lter als ,verrocchios ,monument ist1 so kann das ,gitterwerk doch erst nach der berfhrung des ,grabmals aus der alten ,kirche in den ,neubau angebracht worden sein1 also nicht vor #adha1 dem ,jahre1 als in der neuen ,kirche die erste ,messe gelesen wurde4 -- ,illustration3 ,abb4 #bb4 ,der heilige ,hieronymus4 ,statuette4 ,gebrannter ,thon4 ,london1 ,south ,kensington ,museum4 ,illustration3 ,abb4 #bc4 ,maria mit dem ,kinde4 ,gebrannter ,thon4 ,florenz1 ,uffizien4 7,ehemals in ,s4 ,maria ,nuova47 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,nicht leicht findet man von dem ,medicigrabe rckschauend den ,weg1 der knstlerisch zu dem wenige ,schritte davon1 aber versteckt in einem ,seitenraum aufgestellten ,lavabo fhrt 7,abb4 #aa74 ,die ber das ,werk erhaltenen litterarischen ,zeugnisse verwirren eher die ,frage nach dem ,autor1 als da sie sie klrten4 ,die lteste ,quelle schreibt das ,lavabo ,rossellino zu1 ,vasari bezeichnet es als gemeinschaftliches ,werk von ,donatello und ,verrocchio4 ,fr die ,entstehungszeit erhalten wir durch den in der ,lnette angebrachten ,edelfalken mit dem ,diamantringe und dem ,spruchband1 der persnlichen ,impresa ,pieros des ,gichtbrchigen1 einen genauen ,anhalt2 es mu zu dessen ,lebzeiten und in seinem ,auftrage ausgefhrt sein1 also nicht spter als #adfi4 ,illustration3 ,abb4 #bd4 ,maria mit dem ,kinde4 ,marmor4 ,florenz1 ,museo ,nazionale4 ,die schon an das ,barock streifende ,khnheit des ,aufbaues1 der eminent malerische ,wurf der ,komposition1 der interessante ,wechsel stolz geschweifter ,rundungen1 strksten ,reliefs und zartester ,flchendekoration sprechen von einem ,baumeister und ,dekorator ersten ,ranges1 der an augenblicklicher1 starker ,wirkung dem ,bildner des ,medicigrabes sogar berlegen scheint4 ,aber nicht nur in den einzelnen ,formen1 dem ,lwenkopf1 den geflgelten weiblichen ,drachen1 die das ,becken tragen1 dem ,zahnschnitt1 der am ,deckel der ,porphyrlade genau so gebildet ist1 verrt sich hier wie dort der gleiche ,knstler1 auch in der ,polychromie des ,lavabo erkennen wir ein wesentliches ,dekorationsprinzip ,verrocchios wieder4 ,die ,ausfhrung aber ist in beiden ,werken verschieden4 ,im ,lavabo1 das zudem noch teilweise beschdigt ist1 hat eine flchtigere ,hand1 allerdings mit meisterlich sicherem ,verstndnis der ,formen1 den ,meiel gefhrt4 ,nicht berall die gleiche1 denn es macht sich eine ,divergenz zwischen der pedantischen ,ausfhrung der ,wandfllung und dem lebhaften1 ja strmischen ,schwung der freistehenden ,teile geltend4 ,und vielleicht ist der ,streit der ,quellen mit dem1 was das ,kunstwerk ber sich selbst aussagt1 am besten dahin zu schlichten1 da ,rossellino und ,verrocchio an dem effektvollen ,brunnen gemeinsam beteiligt gewesen sind1 wobei dem einen die ,wand1 dem anderen das ,becken und die ,vase zufielen4 ,wie dem auch sei1 das ,lavabo zhlt unter die geist- und phantasievollsten ,dekorationsstcke1 die das florentiner ,quattrocento berhaupt aufzuweisen hat4 ,alle spteren ,leistungen erscheinen drftig und nchtern gegen den ,reichtum und den ,schwung1 der diese ,formen zu einem ,ganzen gefgt hat4 ,illustration3 ,abb4 #be4 ,art des ,verrocchio4 ,maria mit dem ,kinde4 ,glasierter ,thon4 ,florenz1 ,sakristei von ,s4 ,croce4 ,zwei weitere dekorative ,arbeiten ,verrocchios lassen sich nicht mehr nachweisen4 ,der bronzene ,kandelaber1 fr den ,andrea #adfi ,zahlungen erhlt und den die ,signorie fr ihren ,audienzsaal bestellt hatte1 ist umsonst unter den noch im ,bargello erhaltenen gesucht worden4 ,vermutlich war er die ,nachbildung eines antiken ,bronzeleuchters4 ,illustration3 ,abb4 #bf4 ,werkstatt des ,verrocchio4 ,maria mit dem ,kinde4 ,farbiger ,stuck4 ,berlin1 ,knigl4 ,museen4 ,illustration3 ,abb4 #bg4 ,werkstatt des ,verrocchio4 ,maria mit dem ,kinde4 ,gebrannter ,thon4 ,london1 ,south ,kensington ,museum4 ,im ,oktober #adgd go ,verrocchio eine berhmte1 mit ,figuren und ,ornamenten verzierte groe ,glocke fr die ,vallombrosaner ,mnche in ,monte ,scalari4 ,nach der ,aufhebung des ,klosters 7#agge7 kam die ,glocke in den ,besitz des ,pfarrers von ,san ,pancrazio in ,val d',arno1 barst #ahae entzwei und wurde von ahnungsloser ,hand umgegossen4 ,,vii4 ,die schwere ,quadermasse des ,palazzo vecchio ffnet sich auf einen sulenumstandenen ,hof1 in dessen ,mitte ein ,springbrunn mit leisem ,fall seine ,wasser spielen lt4 ,nach dem grellen ,sonnenglanz und dem geruschvollen ,treiben auf dem belebtesten ,platze der ,stadt drauen herrscht hier ,dmmerung und ,stille4 ,grottenartig khl weht die ,luft aus dem ,dunkel des gewlbten ,umganges1 und ber die hohen ,mauern fllt das ,licht gedmpft wie in einen ,schacht4 ,seine hellsten ,strahlen treffen den geflgelten ,knaben mit dem zappelnden ,fisch in den ,armen1 der wie ein flchtig rastender ,vogel anmutig einen ,augenblick ber der ,wasserkunst zu verweilen scheint 7,abb4 #ab74 ,im ,lobe dieses ,werkes von ,verrocchio stimmen die lteren ,kunstrichter mit den neueren und neuesten ohne ,vorbehalt berein4 ,nichts kann heiterer und lebendiger seyn1 sagt ,rumohr in seinen ,italienischen ,forschungen81 als der ,ausdruck der ,mienen und der ,bewegung dieses ,kindes2 und nirgends unter den modernen ,erzgssen begegnet man einer so schnen ,behandlung des ,stoffes1 einem so musterhaften ,style4 ,bey tuschendem ,anschein halb fliegender1 halb rennender ,bewegung1 ruhet dennoch die vielfach ausgeladene ,gruppe durchhin sichtlich in ihrem ,schwerpuncte2 nach einem glcklichen ,gefhle gab der ,knstler dem ,kinde rundliche ,flle1 dem ,fische und den ,flgeln 7den meist ausgeladenen ,theilen7 eine gewisse kantige ,schrfe48 ,verrocchio hat mit diesem ,putto einen weit ber die ,grenzen quattrocentistischer ,formenentwickelung hinaus gediehenen ,typus geschaffen1 an den das ,barock1 ja selbst das ,rokoko anzuknpfen sich nicht entgehen lie4 ,in ,donatello wird der eigentliche ,schpfer der ,gattung gefeiert1 jener ,kinderfiguren1 die eine merkwrdige ,mitte zwischen den ,eroten der ,antike und den ,engeln der christlichen ,weltanschauung halten4 ,donatello verwendet sie mit aufflliger ,vorliebe und bedient sich ihrer wie dekorativer ,elemente4 ,aber bei ihrer ,bildung kmmert ihn nur der organische ,zusammenhang der ,krperteile1 nicht die ,gliederung der ,einzelform4 ,etwas ,summarisches liegt in seinem ,vorgehen der ,natur gegenber4 ,zum ,vergleich mit ,verrocchios ,brunnenputto eignet sich ,donatellos ,amor im ,bargello1 der lchelnd ber den zertretenen ,schlangen tnzelt4 ,weniger drall in der ,krperbildung1 erscheint er dennoch fast plump neben dem ,fischmnnchen4 ,auch mit dem ,bogen und dem aufgelegten ,pfeil1 die zu ergnzen die ,haltung der ,hnde ntigt1 ist er im ,umri gebundener und weit weniger frei im ,raum bewegt4 ,im ,kopf vollends offenbart sich ,donatellos antikische ,art1 von der sich ,verrocchios ,antikisieren 7s4 u4 ,s4 #di7 wesentlich unterscheidet4 ,auch ,luca della ,robbia hat die ,kindergestalt gleichfalls mit starker ,anlehnung an antike ,vorbilder zu einer seiner ,lieblingsdarstellungen gemacht1 doch bietet sich unter ihnen1 da sie alle ,reliefs geblieben sind1 keine zu lohnendem ,vergleiche dar4 ,hingegen deutet das ,christkind auf ,desiderios ,tabernakel in ,s4 ,lorenzo bereits auf ,verrocchio4 ,dieser segnende ,knabe zeigt schon die prallen ,formen1 die ,fettpolster an den ,gelenken1 die tief eingeschnittenen ,hautfalten4 ,aber bei ,desiderio berwiegt die erstaunliche ,formensicherheit die individuelle ,beseelung4 ,die ,anmut wirkt ein wenig gleichgltig1 und ein fast seelenloses ,raffinement spricht aus der ans ,akademische streifenden ,gltte und ,khle4 ,verrocchio aber gibt bei gleicher ,meisterschaft ber die ,form eine weit ursprnglichere ,natrlichkeit4 ,wie keiner vor ihm hat er sich ,l4 ,b4 ,albertis ,mahnung angelegen sein lassen3 auch beachte der ,knstler1 da unsere ,glieder in der ,kindheit rund1 gleichsam gedrechselt und wohlig fr das ,anfhlen sind48 ,verrocchios ,putto ist durchaus ,knabe1 whrend ,desiderio das ,kind im geschlechtsloseren ,sinne darstellt4 ,verrocchio hat andere ,proportionen1 einen krftigen1 gedrungenen ,krperbau1 ein strkeres ,relief4 ,seine ,formen erscheinen fester1 individueller1 sein ,lcheln frischer1 seine ,augen schalkhafter4 ,illustration3 ,abb4 #bh4 ,francesco di ,simone4 ,maria mit dem ,kinde4 ,marmor4 ,florenz1 ,museo ,nazionale4 ,und doch tritt bei dieser ,figur die ,freude an den ,einzelheiten durchaus vor dem ,entzcken ber das ,ganze zurck4 ,hier ist das ,motiv alles4 ,mit den nach allen ,seiten frei und khn in den ,raum ausfahrenden ,linien ist die schon beim ,david beobachtete ,raumillusion noch gesteigert4 ,unmglich1 sich diesen ,putto anders als im ,mittelpunkt einer architektonischen ,anlage1 der ,betrachtung von allen ,seiten zugnglich zu denken4 ,und welcher ,gegensatz zwischen den ,ansichten der ,vorder- und der ,rckseite 7,abb4 #ac u4 #ad74 ,wie ist der zwischen den derb zupackenden ,kinderfusten sich windende ,fisch geschickt in die ,bewegung der ,figur eingeordnet1 indem sein breiter glotzugiger ,schdel1 oben den linken ,flgel verdeckend1 ,abwechselung in die ,symmetrie der ,linien bringt1 sein gekrmmter ,schwanz rechts die ,lcke zwischen den abgespreizten ,linien des anderen ,flgels und des ,beines fllt4 ,in der ,vorderansicht erscheint der ,knabe fast nackt1 auf der ,rckseite ist mit dem in reichen wulstigen ,falten flatternden ,hemd eine ,belebung der ,flchen und ,formen angestrebt4 ,illustration3 ,abb4 #bi4 ,werkstatt des ,verrocchio4 ,maria mit dem ,kinde und einem ,engel4 ,marmor4 ,boston 7,ver4 ,staaten71 ,sammlung des ,mr4 ,quincy ,shaw4 ,das bis in malerische ,feinheiten hinein empfundene ,gegenspiel der verschiedenen ,stoffe wrde zu strkerer ,wirkung kommen ohne die fatale ,reinigung1 die sich die ,figur im ,beginn des neunzehnten ,jahrhunderts gefallen lassen mute4 ,nun hat die neue ,patina ungleichmig angesetzt1 und wo sie in einer nicht eben selten beobachteten ,muschelbildung aufliegt1 nicht nur die ,klarheit der ,form1 sondern auch die ,gleichmigkeit des ,gesamteindruckes empfindlich geschdigt4 ,in seinem handschriftlichen ,memorandum erwhnt ,tommaso ,verrocchio1 der ,bronzeputto sei fr die ,villa in ,careggi bestimmt gewesen4 ,er wird dort im ,hof oder im ,garten gestanden haben1 und wir haben guten ,grund1 die gleich hinterdrein aufgefhrten drei ,bronzekpfe und vier ,lwenmuler aus ,marmor mit dem ,brunnen als ,schmuck und ,wasserspeier in ,verbindung zu bringen4 ,das ergbe dann wieder eine polychrome ,wirkung1 wie ,verrocchio sie liebte4 ,genaueres lt sich indessen nicht feststellen1 denn die ,figur kam auf ,veranlassung des ,groherzogs ,cosimo zwischen #aeej und #aefh nach ,florenz in den ,hof des ,palazzo vecchio1 wo sie ,donatellos ,david verdrngte4 ,die schn gerundete ,porphyrschale mit dem marmornen ,baluster und dem dreistufigen ,untersatz rhrt aus dem sechzehnten ,jahrhundert von dem ,bildhauer ,tadda her4 ,mglich1 da dieser in dem ,kopf des ,balusters drei von jenen vier marmornen ,lwenkpfen aufs neue verwendete2 wenigstens zeigen sie ,verrocchieske ,formen und sind ersichtlich eingelassen4 ,mit feinem ,stilgefhl hat ,tadda in der ,komposition der architektonischen ,teile den ,charakter der ,frhrenaissance getroffen4 ,auch das ,wasser ist mit derselben ,zurckhaltung verwendet wie sie im ,quattrocento blich war4 ,mit groen rauschenden ,massen1 die das ,ohr anregen und die ,form silberig verschleiern1 arbeitet die ,frhrenaissance nicht4 ,aufs ,zierliche und ,gefllige ist ihr ,streben gerichtet1 und dem entspricht der dnne1 schillernde ,wasserstrahl1 dessen pltschernder ,fall gerade laut genug ist1 die trumerische ,stille ringsum wahrnehmbar zu machen4 ,und diese ,stille fhrt die ,erinnerung zurck in den ,cypressengarten der ,villa zu ,careggi1 wo ,lorenzo mit seinen philosophischen ,freunden so gern im ,gesprch weilte1 und wo der ,brunnen mit dem ,fischmnnchen ber alle gelehrten ,disputationen hinweg in den ,rosenduft und die ,abendkhle plauderte444 ,illustration3 ,abb4 #cj4 ,mino da ,fiesole4 ,grabmal des ,kardinals ,niccolo ,forteguerri4 ,marmor4 ,rom1 ,san ,clemente4 ,noch eines anderen ,putto wird in den lteren ,quellen gedacht4 ,er hielt in den beweglichen ,armen einen ,hammer und schlug damit die ,stunden an der ,uhr auf dem ,mercato nuovo4 ,derartige mechanische ,kunststcke erfreuten sich groer ,beliebtheit4 ,dello ,delli hatte eine hnliche ,figur fr den ,turm des ,stadthauses in ,siena gearbeitet4 ,den grten ,ruhm in dieser ,technik aber geno ,lorenzo della ,volpaia1 aus dessen ,werkstatt die berhmte ,uhr in der nach ihr benannten ,sala del ,oriuolo im florentiner ,rathause stammte4 ,erhalten bis auf unsere ,tage hat sich nur ein ,beispiel dieser ,art3 die hammerschlagenden ,mnner auf dem ,uhrturm in ,venedig4 ,sie geben1 wenigstens der ,mechanik nach1 eine ,vorstellung von der schnen und phantasievollen ,arbeit8 ,verrocchios4 ,illustration3 ,abb4 #ca4 ,skizze zum ,grabmal des ,kardinals ,niccolo ,forteguerri4 ,gebrannter ,thon4 ,london1 ,south ,kensington ,museum4 ,die leider modern berstrichene ,thonstatuette eines nackten1 ungeflgelten ,knaben1 im ,besitz von ,herrn ,g4 ,dreyfu zu ,paris1 nimmt das ,motiv des ,brunnenputtos noch einmal in einer leichten ,variation auf 7,abb4 #ae74 ,auf einer ,halbkugel stehend1 in eilender ,bewegung1 scheint der ,kleine eine ,posaune in der erhobenen ,rechten gehalten zu haben1 in die er mit vollen ,backen blst4 ,ein ,blick auf hnliche tubablasende ,putten ,donatellos in ,siena oder in ,padua zeigt nicht nur den ,abstand der beiden ,meister von einander1 sondern erhrtet nochmals an einem besonders einleuchtenden ,beispiel die ,unmglichkeit1 ,verrocchio in ein ,schulverhltnis zu ,donatello zu bringen4 ,illustration3 ,abb4 #cb4 ,grabmal des ,kardinals ,niccolo ,forteguerri4 ,pistoia1 ,kathedrale ,san ,jacopo4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,von den alcuni putti bellissimi1 die ,vasari erwhnt1 ist jede ,spur verloren gegangen4 ,vielleicht sind ,repliken davon in den grokpfigen1 mit leicht bereinander geschlagenen ,beinen halb aufgerichtet liegenden nackten ,kindern erhalten1 von denen zwei das ,berliner ,museum besitzt4 ,die ,hand ,verrocchios selbst wird niemand in ihnen erkennen1 fr die ,schule sind sie von ,wichtigkeit4 ,selbst ,albrecht ,drer hat nicht verschmht1 diesen ,verrocchiesken ,putto ohne ,umstnde fr das ,christkind auf der ,madonna mit der ,birne 7,wien7 zu verwenden4 ,und weiterhin sind die rundlichen1 pausbackigen ,engel des ,barock und noch des ,rokoko so unmittelbare ,nachkommen jener ,putten ,verrocchios1 da in der ,hitze des ,kunstmarktes die ,jahrhunderte und die ,nationalitten sich mitunter verwirren4 ,illustration3 ,abb4 #cc4 ,lorenzetti4 ,portrtstatue des ,kardinals ,niccolo ,forteguerri4 ,marmor4 ,pistoia1 ,liceo ,forteguerri4 ,,viii4 ,das ,brderpaar1 in dessen ,dienst ,verrocchio die ,vielseitigkeit seines ,talentes am hufigsten zu erproben hatte1 ist in zwei trefflichen ,thonbsten aus des ,meisters ,hand auf die ,nachwelt gekommen4 ,diese ,bsten1 leider in zwei ,privatsammlungen der ffentlichen ,aufmerksamkeit entrckt1 bedeuten um so mehr1 als sie die ,mnner in ihren kraftvollsten und glcklichsten ,lebensjahren darstellen4 ,die ,temperamente kontrastierten so stark wie die ,charaktere4 ,in ,lorenzo1 dem lteren ,bruder 7geb4 #addi71 lebte das etwas schwermtige und nicht recht gesunde ,blut des ,vaters auf1 in ,giuliano 7geb4 #adec7 die ,kraft und die ,lebensfreudigkeit des ,grovaters4 ,beide als glckliche ,erben fanden einen reichen ,familienbesitz vor1 ber den sie mit jener ,freigebigkeit verfgten1 wie sie den im berflu ,geborenen wohl ansteht4 ,die ,ruhmsucht des ,jahrhunderts loderte in beiden gleich hoch und hell4 ,die ,macht und das ,ansehen des ,hauses zu mehren1 war ihr einziger ,gedanke4 ,aber bei ,lorenzo1 dem melancholischen ,temperamente1 der schon in jungen ,jahren an kleineren und greren ,leiden krnkelte1 richtete sich der ,ehrgeiz mehr auf die ,ausbildung des ,verstandes und des ,gemtes1 ,giuliano1 der ,sanguiniker1 wetteiferte mit den ,gleichstehenden in der bung und ,beherrschung aller krperlichen ,krfte und ,fhigkeiten1 in der ,vornehmheit des ueren ,auftretens4 ,das ,ideal der vollentwickelten ,renaissance1 der vollendete ,hofmann1 der ,cortegiano1 meldet sich1 allerdings in diese beiden ,persnlichkeiten gespalten1 bereits an4 ,illustration3 ,abb4 #cd4 ,lorenzo di ,credi4 ,fliegender ,engel4 ,studie zum ,forteguerri-,grabmal4 ,silberstiftzeichnung4 ,london4 ,british ,museum4 ,kein ,wunder1 da ,lorenzo die feinsten und reichsten ,geister ebenso um sich zu scharen wute1 wie ,giuliano die ,blte der vornehmen ,welt4 ,die ,festlichkeiten1 mit denen sie nicht kargten1 die ,turniere1 die sie zu ,ehren ihrer ,herzensdamen ritten1 wurden von ,dichtern wie ,luca ,pulci und ,angelo ,poliziano besungen4 ,die platonische ,akademie1 mit ,marsilio ,ficino an der ,spitze1 versammelte sich gern in einer der ,villen des ,lorenzo4 ,lorenzo selbst war der ,dichtkunst zugethan1 und einer seiner schwermtig-einschmeichelnden ,verse1 darin er die flchtige ,schnheit der ,jugend bei der ,ungewiheit des ,morgen zum frohen ,genieen der ,stunde mahnt1 wird stets citiert1 wenn die ,sprache auf das ,ende der ,frhrenaissance kommt4 ,war ,lorenzo von denen1 die ihn begriffen1 verehrt1 von denen1 ber die er hinwegsah1 gefrchtet1 so war ,giuliano der erklrte ,liebling aller4 ,ohne ,zweifel ist er damals der volkstmlichste ,mann in ,florenz gewesen4 ,daher flammte die ,emprung auch um so heller auf1 als bei dem ,mordanschlag der ,pazzi ,giuliano1 die ,blume der ,ritterschaft1 sein ,leben unter den ,dolchen der ,verschwrer lassen mute4 ,wie ,csar lag er1 kaum fnfundzwanzigjhrig1 aufgebahrt in ,san ,lorenzo mit den allen sichtbaren einundzwanzig ,todeswunden4 ,die gesamte ,jugend der ,stadt legte ,trauerkleider an4 ,illustration3 ,abb4 #ce4 ,werkstatt des ,verrocchio4 ,sitzende ,engel mit dem ,namenszuge ,christi4 ,marmor4 ,berlin4 ,knigl4 ,museen4 ,nicht allzu lang vor jener ,katastrophe wird ,giuliano unserem ,meister zu der ,bste gesessen haben1 die eine der ,zierden der ,dreyfuschen ,sammlung zu ,paris bildet 7,abb4 #af74 ,mit vollendeter ,sicherheit ist der ,charakter getroffen1 aus der kecken ,haltung und ,wendung des ,kopfes nach links spricht ,unternehmungslust und ,wagemut4 ,die ,augen werfen einen herausfordernden ,blick zur ,seite und die vollen1 krftigen ,lippen schrzt ein ,zug von berlegenheit und ,verachtung der ,alltagswelt4 ,ein ironisches ,lcheln sitzt in den ,grbchen der ,wangen4 ,kraft1 ,stolz und ,selbstbewutsein lagern auf dem breiten ,gesicht1 das die ,locken schwer umkrnzen4 ,ein ,wunderwerk der ,waffenschmiedekunst ist der ,panzer1 der die breite ,brust deckt4 ,die ,halsberge umschliet einen ehernen ,nacken1 das ,medusenhaupt droht von der ,brust herab4 ,hier hat wieder der ,goldschmied die feinen ,finger im ,spiel gehabt1 whrend sich in der ,anlage des ,ganzen und im ,kopf der treffsichere ,charakteristiker offenbart4 ,in ,lorenzos ,bste 7bei ,mr4 ,shaw in ,boston1 ,abb4 #ag7 berwiegt der ,ausdruck groartiger ,willenskraft die melancholische ,grundstimmung4 ,die ,einzelformen1 ,stirn1 ,nase und ,mund1 sind von ,natur hier edler gebildet als bei ,giuliano4 ,die in der ,anlage weichen ,zge spannt und strafft eine ,energie1 die sich auch krperlicher ,leiden zu erwehren mht4 ,in der ,behandlung ist alles gro und schlicht4 ,unter den bis in den ,nacken glatt herabfallenden ,haaren zeichnet sich die schn gerundete ,form des ,schdels4 ,eine merkwrdige ,mischung aktiven und passiven ,seelenlebens verleiht dem ,bildnis seinen hohen psychologischen ,reiz3 ,der jungen ,augen wilde ,kraft1 ,des ,mundes ,trotz und herbes ,schweigen1 ,ein ,zug von ,traum und ,leidenschaft444 ,den weniger reich gezierten ,panzer schmcken auf der ,brust zwei einander zugekehrte wappenhaltende ,drachen1 die in hnlicher ,bildung bereits am ,lavabo beobachtet wurden1 und auf den ,schultergelenken zwei ,gorgonenhupter mit demselben furienhaften ,schrei1 den die ,meduse auf dem ,panzer des ,giuliano ausstt4 ,unter allen ,bsten ,lorenzos ist diese die am meisten sympathische4 ,spter machten ,lebenserfahrung und ,denkarbeit die ,zge hart1 und ,krankheit zog ihre tiefen ,furchen und ,falten4 ,verrocchios ,gestaltungskraft wird erst in der ,gegenberstellung dieser verwandten und doch so verschiedenen ,persnlichkeiten klar und mit ,bewunderung erkannt4 ,auch hinsichtlich der vollkommenen hnlichkeit trauen wir dem ,meister ohne jedes ,bedenken4 ,wenn wir die ein wenig lter dreinschauenden ,kpfe der ,brder auf ,bertoldos ,denkmnze1 die ,lorenzo zur ,erinnerung an die ,katastrophe von #adgh schlagen lie1 fr die chronologische ,fixierung unserer ,bsten zu ,hilfe nehmen1 so drfen wir ,verrocchios ,arbeiten in den ,anfang der siebziger ,jahre1 in die ,zeit des ,medicimonumentes1 setzen4 ,vermutlich wird ,verrocchio vom toten ,giuliano die ,maske genommen haben1 da er in dieser ,kunst ohne gleichen dastand4 ,das ,formen ber der ,natur1 bei dem der ,meister sich einer eigens erfundenen ,gumasse bediente1 ntzte er namentlich in ,verbindung mit dem ,wachsmodelleur ,orsini aus4 ,sie stellten zusammen lebensgroe ,statuen her1 in denen ,gesicht und ,hnde ber der ,natur in ,wachs nachgeformt1 das ,knochengerst von ,holz in ,kleidern aus natrlichen ,stoffen sich verbarg1 die ,haare durch eine ,percke ersetzt wurden4 ,so nahm das ,bedrfnis nach ,lebenswahrheit in der ,frhrenaissance denselben leicht abschssigen ,weg zum ,trivialen1 den unsere ,panoptikumkunst aus ,sensationsbedrfnis eingeschlagen hat1 mit dem schwerwiegenden ,unterschiede allerdings1 da damals ,knstler am ,werk waren4 ,man verfolgte auch ernsthaftere ,zwecke4 ,lorenzos ,freunde und ,angehrige lieen nmlich sein kostmiertes ,wachsbildnis als ,weihgeschenk und ,danksagung fr die glckliche ,errettung aus der ,pazziverschwrung aufstellen4 ,eine dieser ,wachsfiguren kam in die ,kirche des seligen ,chiarito und trug das ,kostm1 das ,lorenzo auf dem ,wege zu jenem verhngnisvollen ,hochamt angelegt hatte2 eine zweite1 mit dem brgerlichen ,lucco bekleidet1 stand in der ,annunziata1 eine dritte in ,s4 ,maria degli ,angeli unterhalb von ,assisi4 ,illustration3 ,abb4 #cf4 ,francesco di ,simone4 ,tabernakel4 ,marmor4 ,perugia4 ,chiesa di ,monteluce4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,unter den ,terracottabsten1 die schon der ,tracht nach dem ,ende der ,frhrenaissance angehren1 hat man neuerdings in einer bisher dem ,antonio del ,pollajuolo zugeschriebenen ,jnglingsbste das ,portrt des ,sohnes ,lorenzos1 ,piero il fiero 7geb4 #adga7 erkennen wollen und es ,verrocchio zugeteilt4 ,wenn auch die ,identifizierung der ,persnlichkeit stichhaltig ist1 die ,bestimmung auf ,verrocchio erregt ,bedenken4 ,der ,kopf1 der sich mehr durch ,frische der ,auffassung als durch individuelle ,durchbildung der ,einzelheiten auszeichnet1 zeigt wohl den ,stil1 aber nicht die ,merkmale der eigenen ,hand ,verrocchios4 ,illustration3 ,abb4 #cg4 ,grablegung ,christi4 ,thon4 ,berlin4 ,knigl4 ,museen4 ,illustration3 ,abb4 #ch4 ,der ,tod der ,francesca ,tornabuoni4 ,linke ,hlfte4 ,marmor4 ,florenz4 ,museo nazionale4 ,bei anderen mehrfach vorkommenden ,jnglingsbsten 7in ,berlin und ,london7 fhrt schon die grbere ,arbeit auf den ,gedanken an die ,werkstatt4 ,im ,typus aufs engste untereinander verwandt mit dem gescheitelten1 in ,locken aufliegenden ,haar1 dem breiten ,gesicht mit den etwas starren ,augen und dem freundlich-offenen ,ausdruck1 smtlich unterhalb der ,schultern abgeschnitten und in gebranntem ,thon ausgefhrt1 standen sie1 als ,portrts junger ,anverwandter1 der ,sitte der ,zeit gem1 auf den ,kaminen1 ber den ,thren und ,fenstern als ,zimmerschmuck 7,abb4 #ah74 ,illustration3 ,abb4 #ci4 ,der ,tod der ,francesca ,tornabuoni4 ,rechte ,hlfte4 ,marmor4 ,florenz4 ,museo nazionale4 ,eine hnliche1 in dem gleichen ,material hergestellte ,reihe von ,bsten lterer brtiger ,mnner1 denen durchgehends ,verrocchios ,christustypus zu ,grunde liegt -- in den ,sammlungen des ,muse ,cluny zu ,paris1 ehemals beim ,maler ,landsinger in ,mnchen1 im ,south ,kensington-,museum zu ,london1 im ,klosterhof der ,collegiata zu ,san ,gemignano -- gelten als ,studien zu jenen groen silbernen ,apostelstatuen1 die ,sixtus ,,iv4 angeblich bei ,verrocchio bestellte4 ,so apokryph1 wie bereits gesagt1 dieser ,auftrag samt dem daraus hergeleiteten rmischen ,aufenthalte erscheint1 so locker ist der ,zusammenhang dieser ,arbeiten mit der ,werkstatt des ,knstlers4 ,unter den ,schlern wird ,agnolo di ,polo als besonders geschickt in der ,ausfhrung derartiger ,thonarbeiten gerhmt2 indessen bietet das einzige von ihm beglaubigte ,werk1 eine ,christusbste im ,liceo ,forteguerri zu ,pistoja1 nicht gengende ,anhaltspunkte1 um eine oder die andere der erwhnten ,bsten mit ,sicherheit auf ihn zu bestimmen4 ,die ,darstellung weiblichen ,liebreizes mu eher bei den ,madonnen ,verrocchios gesucht werden1 als bei den wenigen ,frauenbsten1 die ihm die neuere ,kritik zuerkannt hat4 ,wenn indessen die schnste aller weiblichen ,portrtbsten des ,quattrocento mit ,verrocchio in ,verbindung gebracht wird1 so beweist dies nur1 wie hoch neuerdings der ,knstler geschtzt wird4 ,diese ,bste 7,abb4 #ai71 die das ,nationalmuseum zu ,florenz bewahrt1 stammt aus dem ,palazzo ,medici1 weshalb in der ,dargestellten auch eine ,angehrige jener ,familie vermutet worden ist4 ,doch sind bisher alle ,versuche1 die ,person zu identifizieren1 gescheitert4 ,sehr eigentmlich und gegen jede ,gepflogenheit ist schon der ,abschlu der ,bste mit den ganz sichtbaren1 lose ber der ,brust verschrnkten ,armen4 ,den ,kopf mit den ,ringellocken ber ,schlfen und ,ohren und den in ein seidenes ,mtzchen gesteckten ,zpfen ganz leis nach rechts und zurckgeneigt1 hlt die ,frau mit den schmalen1 langfingerigen ,hnden in den breiten ,grtel eingeschlagen einen ,primelstrau vor dem ,busen4 ,und aus diesen wunderbar geformten ,hnden mit den schlank zugespitzten ,fingern spricht mehr ,seele und ,geist1 als aus dem noch befangenen ,lcheln1 das in den ,winkeln des schnen ,mundes sitzt4 ,wer hat solche ,hnde bilden knnen8 ,gewi1 die ,hnde beim ,david mit ihrer anmutigen ,spreizung sind von hchster ,zierlichkeit1 und wenn der strkere ,knochenbau dort der weichen ,schnheit hier gewichen ist1 so kann dies bis zu einem gewissen ,grade recht wohl mit der ,verschiedenheit der ,persnlichkeiten und des ,materiales erklrt werden4 ,aber in diesen ,frauenhnden lebt eine seelenvolle ,anmut1 wie sie ,verrocchio auch in der schnsten seiner ,madonnen nicht auszudrcken vermocht hat4 ,wer ,leonardos ,hndestudien1 vor allem jene herrliche ,zeichnung in ,windsor ,castle mit einer den ,hnden auf unserer ,bste ganz verwandten ,stellung vor ,augen hat1 wird auch vor dieser ,bste1 zunchst zwar noch zgernd1 eher an den ,schler als an den ,meister denken4 ,indessen die ,merkmale zu ,gunsten ,leonardos mehren sich bald4 ,das ,mdchenbildnis in der ,galerie ,liechtenstein zu ,wien bietet ganz berraschende ,analogieen 7,abb4 #bj74 ,nicht nur in den uerlichkeiten der ,tracht und der ,frisur1 auch in der ,formauffassung verrt sich in beiden der gleiche ,knstler3 hier wie dort die breite1 flache ,anlage des ,gesichtes1 die weit auseinander liegenden ,augen mit den schwer herabfallenden ,lidern1 die dem ,blick etwas ,mdes1 ,verschleiertes geben1 der rein und scharf gezeichnete ,mund4 ,und wenn die neueste ,leonardoforschung ,recht behlt1 indem sie die ,hnde der ,windsorzeichnung als ,studie fr die nachweislich abgeschnittenen des ,wiener ,bildnisses ausgibt1 so erstreckt sich die hnlichkeit der ,bste mit dem ,portrt auch auf die ,hnde4 ,ganz leonardesk ist das ,hervorwlben der ,handgelenke1 sind die flachen ,falten mit den schmalen ,stegen1 die wesentlich von ,verrocchios wulstiger ,faltengebung abweichen1 ist die ungemeine und nie ins ,kleinliche sich verlierende ,sorgfalt der ,einzelheiten4 ,blickt aus dem ,wiener ,bild ein ,mdchenkopf1 dessen ,schnheit1 wie die rckseitige ,inschrift lautet1 noch durch ,tugendhaftigkeit erhht wird1 so lchelt aus der ,marmorbste die ,anmut der reifen ,frau1 die sich namentlich in der ,profilansicht sehr schn ausspricht4 ,haben wir also1 wie man gemeint hat1 dieselbe ,persnlichkeit und1 setze ich hinzu1 von demselben ,knstler vor uns1 so gewi aus verschiedenen ,lebensjahren4 ,in einer zweiten weit weniger individuellen ,marmorbste 7bei ,herrn ,g4 ,dreyfu in ,paris7 hat man wegen des ,wappens auf dem rmel des ,damastgewandes eine ,colleoni erkennen wollen und dementsprechend die ,arbeit ,verrocchios letzten in ,venedig verbrachten ,lebensjahren zugewiesen4 ,allein das ,wappenzeichen stimmt nur sehr ungefhr1 um nicht zu sagen gar nicht mit dem leicht kenntlichen jenes ,condottiere berein1 ,tracht und ,frisur zeigen die florentiner ,mode um #adgj1 und in der ,profilansicht rckt die ,bste ganz in die ,nhe jener1 die nicht recht berzeugend ,desiderio da ,settignano zugeschrieben werden4 ,eine bndige ,kritik ist hier unmglich1 da die ,bste1 am ,hals gebrochen und zusammengestckt1 auch noch durch zu scharfes ,reinigen erheblich gelitten hat4 ,am ,hinterkopf1 auf dem die sehr knstliche ,frisur mit eingeflochtenen ,bndern und ,blumen aufliegt1 kann die ehemalige ,sorgfalt des ,meiels noch erkannt werden4 ,in ihrem jetzigen ,zustand darf die ,arbeit keinen hheren ,anspruch erheben als unter dem ,sammelbegriff ,verrocchio katalogisiert zu werden4 ,eine weibliche ,thonbste bei ,mr4 ,foulc in ,paris ist ebenfalls nicht tadellos erhalten4 ,sie entzieht sich insofern meiner ,beurteilung1 als sie mir nur in einer ,abbildung bekannt geworden ist4 ,bei individueller ,belebung des ,kopfes1 in dem der sehr lebendige ,mund auffllt1 scheint sie mir ein gutes ,beispiel fr ,verrocchios ,auffassung weiblicher ,bildnisse abzugeben1 die sich auffllig derjenigen ,desiderios verwandt zeigt4 ,das ,gewand ist leider recht nchtern ausgefallen4 -- ,illustration3 ,die ,gerechtigkeit4 ,illustration3 ,die ,liebe4 ,illustration3 ,der ,glaube4 ,illustration3 ,die ,hoffnung4 ,abb4 #dj-dc4 ,marmorstatuetten1 zum ,tornabuonigrabe gehrig4 ,paris4 ,mme4 ,ed4 ,andr4 ,vasari spricht noch von zwei bronzenen ,reliefbildnissen1 ,idealportrts ,alexanders d4 ,gr4 und des ,knigs ,darius1 die ,lorenzo1 wenn nicht als ,geschenkgeber1 doch als ,mittelsmann an den kunstliebenden ,knig ,matthias ,corvinus nach ,ungarn sandte4 ,der ,verlust dieser ,arbeiten bringt uns um wichtige ,belegstcke fr das ,verhltnis ,verrocchios zur ,antike4 ,sicher griff der ,meister fr die ,typen auf die ,mnzen und die geschnittenen ,steine mit den ,bildnissen jener beiden ,herrscher zurck1 die sich im mediceischen ,palaste befanden1 seit der ,sammeleifer ,cosimos und seines ,sohnes ,piero sich diesem ,gebiet antiker ,kleinkunst zugewandt hatte4 ,ganz frei seiner ,phantasie wird indessen ,verrocchio in dem ,schmuck der ,rstungen1 deren ,verschiedenheit besonders gerhmt wird1 gefolgt sein4 ,war doch schon der ,brustharnisch des ,giuliano ein ,muster feinen ,geschmacks und sauberster ,waffenschmiedearbeit4 ,fr den ,verlust dieser ,werke mu an dieser ,stelle der ,hinweis auf das prchtige ,marmorrelief mit der ,inschrift ,p ,,scipioni aushelfen1 das seit dem ,tode seines letzten ,besitzers ,mr4 ,rattier in ,paris sich nirgends hat nachweisen lassen 7,abb4 #ba74 ,in den vornehm durchgebildeten ,formen mit dem verhaltenen ,lcheln1 dem spielenden ,reichtum der ,ornamente 7man beachte die ,schlngellinien der ,bnder71 in der ,reinheit des ,konturs bei scharfer ,profilstellung wird man auch hier an ,zeichnungen ,leonardos gemahnt1 vor allem an den groartigen ,kriegerkopf der ,malcolm-,collection4 ,in der ,that ist die ,grenze zwischen ,lehrer und ,schler abermals so unbestimmbar1 da ich mich1 ungeachtet der lebhaften ,parteinahme fr ,leonardo1 nicht getraue1 den entscheidenden ,schritt von einem zum anderen zu machen1 um so weniger1 als meine ,bemhungen das ,original zu ,gesicht zu bekommen1 ohne ,erfolg geblieben sind4 ,illustration3 ,abb4 #dd4 ,francesco di ,simone4 ,grabmal des ,rechtsgelehrten ,francesco ,tartagni4 ,marmor4 ,bologna4 ,san ,domenico4 ,auch als ,restaurator antiker ,kunstwerke hat ,verrocchio den ,medici gedient4 ,unter den vielen antiken ,torsi1 die ,cosimo der ,alte aus ,rom mitgebracht hatte1 befand sich ein ,marsyas1 der seiner ,zeit von ,donatello ergnzt und an der ,thr des ,medicipalastes1 die auf die ,via ,ginori hinausgeht1 aufgestellt worden war4 ,bald darauf war in ,lorenzos ,hnde ein ,marsyastorso aus rotem ,marmor gefallen1 den ,verrocchio zu ergnzen hatte1 und der ein ,gegenstck zu jenem ersten abgeben sollte4 ,die #adie erfolgte ,auflsung der mediceischen ,kunstschtze ist auch diesen ,antiken verhngnisvoll geworden4 ,zwar kamen sie1 nach ,wiederherstellung der ,familie #aeac augenscheinlich an ihren alten ,platz zurck1 wo sie der reisende ,rechtsgelehrte ,johann ,fichard aus ,frankfurt a4 ,m4 noch #aecf sah1 dann aber verliert sich beider ,spur vllig4 ,mit ,unrecht werden die ,marsyasstatuen ,nr4 #aee und #aef im ersten ,korridor der ,uffizien mit den von ,donatello und ,verrocchio ergnzten identifiziert4 ,nach ,fichards ,beschreibung war der von ,verrocchio in allen wesentlichen ,teilen1 mit ,ausnahme des ,kopfes vervollstndigte ,torso sitzend dargestellt4 ,wohl mglich1 da ihm zu dieser ,ergnzung derselbe ,cameo aus dem ,besitz der ,mediceer die notwendigen ,anhaltspunkte gab1 den ,michelangelo in dem interessanten ,relief seiner ,jugendjahre kopierte4 ,verrocchio verarbeitete dabei mit fast spielerischer ,geschicklichkeit ein ,stck roten ,marmors1 dessen weie ,adern die ,sehnen und ,nerven naturgetreu nachahmten2 und dieses gewi ebenso schwierige als geschmacklose ,kunststck befriedigte das naturalistische ,empfinden der ,zeit aufs hchste4 ,man durfte im fnfzehnten ,jahrhundert seinen ,nerven noch etwas zumuten6 ,illustration3 ,abb4 #de4 ,die ,enthauptung ,johannes des ,tufers4 ,getriebenes ,silber4 ,florenz4 ,museo dell' ,opera4 ,diese ,restauration bietet die schickliche ,gelegenheit1 das ,verhltnis ,verrocchios zur ,antike festzulegen4 ,er steht darin ganz auf dem ,boden der meisten und der hervorragendsten seiner ,zeitgenossen4 ,mit ihnen teilte er das ,gefhl1 die knstlerischen ,leistungen der ,gegenwart knnten sich wohl mit ,ehren neben denen der alten ,welt sehen lassen4 ,begeisterung ohne ,kritik kennt er als ,florentiner nicht4 ,der ,rat des ,l4 ,b4 ,alberti ist ihm stets gegenwrtig3 der ,anschlu an die ,formenbildung der ,antike sei durch selbstndiges ,naturstudium zu ersetzen4 ,er kopiert wohl gelegentlich z4 ,b4 jenen ,kandelaber fr den ,audienzsaal der ,signoren1 von dem ausdrcklich versichert wird1 er sei einem gewissen antiken ,gefe nachgebildet8 worden4 ,auch besa ,vasari in seiner ,sammlung von ,verrocchio ein ,terracottarelief1 einen ,pferdekopf nach der ,antike darstellend4 ,eine schne ,terracottastatuette des sitzenden heiligen ,hieronymus im ,south ,kensington ,museum zu ,london1 bei der der ,meister das ber den ,scho gelegte ,gewand aufs sorgfltigste studiert hat1 wiederholt das ,motiv des bekannten antiken ,dornausziehers1 der in vielen freien ,kopieen damals verbreitet war 7,abb4 #bb74 ,antike ,fabelwesen3 die weiblichen ,drachen1 die ,medusenhupter1 antike ,zierformen3 der ,lwenfu1 die ,schildkrten1 das ,fllhorn1 der ,kandelaber1 antikes ,ornament3 der ,fruchtkranz1 das ,akanthusblatt1 der ,palmettenfries1 die ,rosette verwendet ,verrocchio mit ,vorliebe1 aber stets sind sie frei nachgebildet1 geistvoll belebt1 eigenartig umgeformt4 ,aus all dem spricht das knstlerische ,hochgefhl der ,zeit1 das sich in der ,wiedergabe der ,natur8 d4 h4 unzhliger1 liebevoll beobachteter und peinlich nachgebildeter ,einzelheiten den ,alten schon berlegen fhlte4 ,ugolino ,verinos ,lobspruch1 der ,verrocchio dem ,phidias1 ein anderes ,mal dem ,lysipp gleichstellt1 htte das ,selbstgefhl unseres ,meisters gewi nicht in ,verlegenheit gebracht4 ,und nicht nur vor der erschreckenden ,lebenswahrheit des blutrnstig ,geschundenen mag er sich mit dem berechtigten ,stolze des selbstbewuten ,knstlers gefragt haben3 ,wer von den ,alten4448 ,illustration3 ,abb4 #df4 ,christus und der unglubige ,thomas4 ,bronze4 ,florenz4 ,or ,san ,michele4 ,das ,marmortabernakel von ,donatello4 ,dieses ausgebildete knstlerische ,selbstgefhl hinderte ,verrocchio indessen keineswegs seine ,kunstfertigkeit auch an ,aufgaben von nur dekorativer ,bedeutung zu setzen4 ,noch schlo der selbstbewute ,knstler nicht den pflichtgetreuen ,znftler aus4 ,so fertigte er zwanzig ,masken nach dem ,leben als ,schmuck ber die ,thren des ,palastes in der ,via larga4 ,auch hierbei wird ihm seine schon gerhmte ,kunst ber der ,natur zu formen zu statten gekommen sein4 ,vermutlich haben wir unter diesen ,masken an ,portrts ,verstorbener1 der ,familie ,nahestehender zu denken2 erfahren wir doch aus dem ,inventar der ,medici1 da derartige ,bildnisse mehrfach ber den ,thren angebracht waren4 ,auch besserte ,verrocchio die ber den ,loggien des ,hofes und den ,arkaden des ,gartens angebrachten antiken ,kpfe aus4 ,schlielich zhlt ,verrocchio auch unter die groen ,festdekorateure4 ,fr die beiden von ,pulci und ,polizian besungenen ,turniere1 die seine ,herren ,lorenzo und ,giuliano zu ,ehren der ,lucrezia de' ,donati und der ,simonetta ,vespucci #adfi und #adge ritten1 entwarf ,verrocchio den ganzen prunkhaften ,aufzug4 ,beim ,einritt in die ,schranken1 die auf der ,piazza ,s4 ,croce errichtet waren1 trugen ,pagen die violett und wei gemalte ,standarte vorauf4 ,auf diesem ,spiritello8 war ,lucrezia de' ,donati gemalt in azurnem1 mit ,gold und ,silber besticktem ,brokatkleid2 unter einem ,regenbogen strahlte die ,sonne hervor und warf einen lichten ,schein auf die ,gestalt1 die einen ,lorbeerzweig von einem drren ,stamme pflckt und ihn zum ,kranze windet4 ,auf dem ,regenbogen prangte in ,goldbuchstaben ,lorenzos ,devise3 le tems revient4 ,illustration3 ,abb4 #dg4 ,christus und der unglubige ,thomas4 ,bronze4 ,florenz4 ,or ,san ,michele4 ,glanzvoller und weit umfassender noch waren die von ,verrocchio geleiteten ,vorbereitungen zum ,empfang des ,herzogs ,galeazzo ,sforza1 der im ,mrz #adga mit seiner ,gemahlin ,bona von ,savoyen und einem ,gefolge von zweitausend ,personen seinen ,einzug in ,florenz hielt4 ,die frstlichen ,herrschaften stiegen im ,palast der ,medici ab4 ,alle ,reichtmer der ,familie prangten in den ,gemchern3 ber kostbarem ,mobiliar hingen flandrische ,teppiche2 antike ,skulpturen und moderne ,gemlde1 fr die der kunstliebende ,herzog besonderes ,verstndnis zeigte1 zierten ,ecken und ,wnde4 ,venezianische ,leuchter sprhten ,kerzenglanz1 und im groen ,festsaal1 wo die ,tafeln herrlich hergerichtet standen1 funkelte das ,silbergeschirr auf der kostbaren ,kredenz4 ,guirlanden rankten sich an ,wand und ,decke hin1 ,schalen mit orientalischem ,rucherwerk ergtzten ,gesicht und ,geruch4 ,wenn in dem oft citierten ,memorandum des ,tommaso auch noch von einem aparato8 die ,rede ist1 so ist der ,gedanke an eine ,festauffhrung wohl gestattet1 wie solche ja auch die ,signorie in drei ,kirchen der ,stadt zu ,ehren der fremden ,gste veranstaltete4 ,,ix4 ,die ansehnliche ,gruppe von ,madonnendarstellungen in ,marmor1 ,thon und ,stuckmasse1 die mit ,verrocchios ,namen belegt wird1 lt sich auf ein ,originalwerk des ,meisters zurckfhren4 ,bis vor seiner eben erfolgten berfhrung in die ,uffizien stand es versteckt in einem ,vorraum1 der zur ,galerie des ,spitals von ,s4 ,maria nuova fhrt4 ,in starkem ,hochrelief1 das in gewissen ,teilen hart an die ,grenze des ,freiplastischen rhrt1 zeigt es die ,madonna bis zu den ,hften1 liebevoll herniederlchelnd auf das nackte ,christkind1 das mit segnender ,gebrde auf einem prachtvollen ,kissen vor ihr auf einer ,brstung steht 7,abb4 #bc74 ,die ,gruppe ist in gebranntem ,thon ausgefhrt1 so da1 wie immer vor ,terracotten1 der ,gedanke an ein ,modell fr den ,bronzegu oder die ,marmorausfhrung lebendig wird4 ,nicht genug kann beklagt werden1 da wir keine ,nachricht ber den ,ursprung der ,arbeit besitzen2 die von ,vasari erwhnte1 aus der ,casa ,medici stammende ,madonna drfen wir in der unsrigen nicht erkennen1 weil weder das ,material -- dort war es ein ,marmorrelief -- noch die ,beschreibung -- das ,christkind am ,halse der ,mutter8 -- pat4 ,die in allen ,teilen gleich vollendete und schne ,arbeit gibt hinreichenden ,aufschlu ber das ,madonnenideal des ,verrocchio4 ,das ,quattrocento hatte mit der noch an die hieratische ,tradition anknpfenden ,darstellung der thronenden ,madonna gebrochen zu ,gunsten einer weltlicheren1 menschlich-intimeren ,auffassung4 ,die ,unberhrbare erschien den ,knstlern1 ihrer himmlischen ,wrde entkleidet1 in allen ,wochen- und ,kinderstuben im ,bilde der ,wchnerin und ,mutter selbst gegenwrtig zu sein4 ,und was da an ,muttersorge und ,mutterglck ihnen vor ,augen trat1 formten ihre geschickten ,hnde in naiver ,unbekmmertheit um den hohen ,gedanken1 dem sie dienen sollten4 ,nicht in dem1 was sie sahen1 unterschieden sich die ,knstler1 sondern in dem1 wie sie es sahen4 ,donatello greift1 leidenschaftlich und strmisch1 wie er empfindet1 die tragische ,seite des ,motivs auf4 ,seine ,madonnen sind den antiken ,heroinen1 den ,seherinnen1 den ,sibyllen verwandt2 wie jene haben sie tief in die ,arglist der ,herzen und in das ,leid der ,welt geblickt2 der ,schmerz der ,niobe lebt1 wenn auch durch ,resignation gedmpft1 in ihren groen1 fast starren ,augen4 ,als wten sie1 wie bald sie es dahingeben mssen1 umklammern sie mit dumpfer ,leidenschaftlichkeit das ,kind1 hllen es in die weiten ,falten ihres ,schleiertuches und ngstigen es mehr durch ihre wilde ,zrtlichkeit1 als da sie es zutraulich machten4 ,luca della ,robbia betont in seinen ,madonnen die ,jungfrau1 die mit dem ,kinde wie mit einem jngeren ,geschwister spielt4 ,ihre reinen ,blicke trbt kaum ein leiser ,schatten der drohenden ,zukunft4 ,alles ,anmutige1 ,tndelnde1 ,mdchenhafte ist diesen jungen ,mttern zu eigen4 ,ihre ,gewnder fallen schlicht und schmucklos1 whrend die ,donatellos reichere ,fltelung und bescheidenen ,zierat zeigen4 ,das ,kind1 nie so hlich wie das allerdings naturgetreuer gebildete des ,donatello1 schmiegt sich an die ,mutter1 in deren ,armen sein lachendes und leuchtendes ,kinderparadies beschlossen liegt4 ,bei ,donatello die drckende ,stimmung vor ,anbruch der ,tragdie1 bei ,luca die heitere ,zustndlichkeit des ,idylls4 ,verrocchios ,madonna dagegen ist eine vornehme ,frau im ,glck ihrer jungen ,mutterschaft4 ber dem leicht gewellten1 mit ,bndern durchflochtenen ,haar trgt sie ein zierlich gefaltetes ,schleiertuch2 der ,mantel ber dem schngesumten ,untergewand wird durch eine groe1 perlengefate ,agraffe zusammengehalten4 ,mit niedergeschlagenen ,augen und einem feinen1 zurckhaltenden ,lcheln betrachtet sie ihr schnes ,kind4 ,das ist ein ,bube mit einem allerliebsten ,lockenkopf1 ,pausbacken und vergngten ,kinderaugen4 ,noch nicht recht sicher auf seinen strammen ,beinchen1 greift er wie zum ,halt mit der ,linken an das ,manteltuch der ,mutter1 die ,rechte1 leicht von der ,mutter untersttzt1 macht die ,gebrde des ,segnens4 ,in dieser ,madonna ist die tiefe menschliche ,empfindung mit vornehmstem ,anstande gepaart4 ,die aufrecht stolze ,haltung der ,mutter spricht das ,bewutsein der ,reprsentation aus2 zugleich tritt die ,mutter damit vor dem ,kinde zurck4 ,in dem ,kinde wiederum ist viel angeborenes ,standesbewutsein lebendig2 sein ,lcheln streift schon ans ,huldvolle4 ,und dennoch erstarrt das ,menschliche nirgends in hfischer ,etikette4 ,aber die brgerliche ,sphre ist in dieser ,madonna bereits berwunden4 ,in ihre ,wochenstube ist sicher so vornehmer ,besuch gekommen1 wie ihn ,ghirlandajo im ,chor von ,s4 ,maria ,novella bei der heiligen ,anna einfhrt4 ,illustration3 ,abb4 #dh4 ,agnolo di ,polo4 ,christusbste4 ,bemalter ,thon4 ,pistoia4 ,liceo ,forteguerri4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,verrocchios ,formentwickelung kann an dieser ,arbeit vorzglich studiert werden4 ,den bisher betrachteten ,werken gegenber ist ein strkeres ,relief und ein ,zuwachs an ,motiven festzustellen1 die man bisher nicht nachweisen konnte4 ,fr den spteren ,stil des ,meisters ist namentlich die sehr reiche ,faltengebung des ,mantels der ,maria bemerkenswert4 ,die ,motive hufen sich schon und wrden vielleicht beunruhigen1 fnden sie nicht in dem nackten ,kinderkrper mit seinen groen ruhigen ,flchen auf der anderen ,seite einen wirksamen ,ausgleich4 ,dieses ,christkind ist in allen ,teilen der ,bruder des ,fischmnnchens1 nur da hier in dem weichen ,thon das ,schwammige und ,gedunsene des ,kinderkrpers noch besser zum ,ausdruck kommt1 als dort in der durch sptere ,patinierung mihandelten ,bronze4 ,das bestrickend anmutige ,lcheln der ,madonna konnten wir schon am ,david wahrnehmen1 hier tritt es zum frauenhaft ,lieblichen gehht und zugleich gemildert auf4 ,die ,hnde1 fleischig aber edel geformt1 liefern wohl den strksten ,beweis dafr1 da die weibliche ,marmorbste des ,bargello nicht ,verrocchio angehrt1 selbst wenn man die ,hnde dort mit den fein zugespitzten ,fingern als eine eigene ,schnheit des ,modells ansehen wollte4 ,von dem malerischen ,gefhl ,verrocchios spricht auch der ,umstand1 da er die ,plinthe des ,reliefs in die ,komposition mit hineinbezogen hat und sie als ,balustrade denkt1 auf der das ,kissen ruht und ber die hinweg der ,mantel der ,maria mit ein paar schnen ,faltenmotiven fllt4 ,so verschmilzt erst die ,sptrenaissance wieder den idealen ,raum mit der realen ,abgrenzung4 ,die im ,spitzbogen geschlossene1 blau bemalte ,hinterwand mit der strahlensprhenden ,taube als ,symbol des heiligen ,geistes und dem ,sockel mit der schlecht gemalten ,inschrift 7die in der ,abbildung weggelassen wurde7 sind sptere1 entstellende ,zuthaten4 ,es ist nun sehr lehrreich1 zu sehen1 wie sich die ,werkstatt und die ,schule des ,meisters mit diesem ,madonnentypus abfindet3 sie verallgemeinert die ,form und verweichlicht den ,ausdruck4 ,die angeblich aus der ,casa ,medici stammende ,madonna des ,bargello 7,abb4 #bd7 kann weder das ,werk sein1 das ,vasari im ,kabinett der ,groherzogin ber einer ,thr sah1 noch mchte man darin die eigenhndige ,ausfhrung des ,meisters erkennen4 ,die ,madonna ist glatt und slich im ,ausdruck1 das ,christkind steif in der ,haltung und ohne das herzliche ,lcheln4 ,in technischer ,hinsicht fllt das flach behandelte ,relief mit den gequetschten ,falten auf4 ,bei solchen entscheidenden ,abweichungen von der ,eigenart des ,meisters darf schlielich auch auf das ,material hingewiesen werden4 ,unter den gesicherten ,arbeiten ,verrocchios findet man keine in ,marmor ausgefhrten2 selbst bei groen ,auftrgen pflegte er die ,ausfhrung in diesem ,material ,gehilfen anheim zu stellen4 ,damit soll aber keineswegs die sehr enge ,beziehung gerade dieser ,madonna zu seiner ,werkstatt geleugnet werden4 ,sicher ist sie dort1 und zwar unter seinen ,augen1 entstanden1 worauf manche ,feinheiten hindeuten4 ,nur sind auch die ,schnheiten1 wie z4 ,b4 ,kopf und ,hand1 leer geblieben1 ohne die liebevolle ,vollendung1 die ,verrocchio diesen ,teilen vornehmlich angedeihen lt4 ,eine ,reihe ,verrocchiesker ,madonnenreliefs in ,thon1 ,robbiaarbeit und farbigem ,stuck lehnt sich mit greren oder geringeren ,freiheiten an diese ,marmorarbeit an und beweist mithin1 da das ,marmorrelief sich groer ,beliebtheit erfreut hat4 ,eine der schnsten ,repliken erkennt man in der glasierten ,terracotta der ,sakristei von ,s4 ,croce zu ,florenz 7,abb4 #be71 von der eine farbige ,stucknachbildung das ,berliner ,museum besitzt 7,abb4 #bf74 ,unter den ,thonnachbildungen befand sich eine besonders durch die zarte ,milde des ,madonnenkopfes bestechende zuletzt im englischen ,kunsthandel 7bei ,mr4 ,dibblee in ,manchester71 whrend eine zweite im ,south ,kensington-,museum zu ,london 7,nr4 #gegf7 das ,motiv erweitert1 in der ,ausfhrung vergrbert vorfhrt 7,abb4 #bg74 ,alle diese ,madonnen weichen mehr in der ,darstellung des ,kindes als in der der ,mutter von dem ,thonoriginal des ,verrocchio ab4 ,zunchst steht bei ihnen das ,christkind auf der linken ,seite1 whrend es bei ,verrocchio rechts steht4 ,ferner nhern sich diese ,nachahmer merkwrdigerweise in der ,formengebung des ,kinderkrpers viel mehr dem segnenden ,christkind des ,desiderio auf dem berhmten ,tabernakel von ,s4 ,lorenzo als dem ,kindertypus ihres ,meisters4 ,vor einigen darf man bestimmte ,knstlernamen aussprechen1 z4 ,b4 vor jener ziemlich blden ,marmormadonna des ,bargello mit dem ,wolkenhintergrund1 die ein ,werk des ,francesco di ,simone ist 7,abb4 #bh74 ,nur eine dieser1 dem ,verrocchio nahe verwandten ,madonnen -- bei ,mr4 ,quincy ,shaw in ,boston 7,abb4 #bi7 -- tritt aus dem bisher betrachteten ,kreise heraus4 ,in seiner ,komposition -- die ,madonna betet sitzend das auf ihrem ,schoe liegende ,kind an1 das ein herzugetretener ,engel sttzt -- geht die ,arbeit auf das berhmte ,vierfigurenbild des ,fra ,filippo in den ,uffizien zurck4 ,was ,verrocchio diesem ,meister zu danken hat1 soll bei der ,betrachtung seiner malerischen ,produkte gewrdigt werden2 hier genge der ,hinweis auf das frei benutzte ,vorbild4 ,die sehr sorgfltige1 ungemein glatte und saubere ,durchfhrung1 die etwas untersetzten ,verhltnisse des ,christusknaben1 die holde ,schwrmerei im ,kopfe des ,engels1 dem der ,davidtypus zu ,grunde liegt1 die sentimentale ,stimmung lassen an ,lorenzo di ,credi denken1 von dem wir aus ,verrocchios eigenem ,munde wissen1 da er bildhauerisch thtig war1 wenn auch keine gesicherten plastischen ,arbeiten von ihm nachweisbar sind4 ,das ,relief wurde auf einer ehemals den ,medici gehrigen ,villa ausgegraben und ruhte auf einem ,bronzesockel1 der zwei ,porphyrsulen mit trefflich ciselierten ,bronzekapitlen trug4 ,so zeigte auch die ,umrahmung mit ihrem koloristischen ,effekt den ,geschmack ,verrocchios1 wie das ,relief seinen ,stil4 ,nicht so sehr die ,plastiker indessen wie die ,maler haben das ,madonnenideal des ,verrocchio volkstmlich gemacht4 ,und wenn dabei ,namen wie ,botticelli1 ,ghirlandajo1 ,perugino1 ,credi1 von dem unvergleichlichen ,leonardo immer abgesehen1 in ,betracht kommen1 so darf ihnen vor ihren bildhauernden ,kameraden das ,lob gespendet werden1 da sie sich ihrem ,vorbilde gegenber von ,trockenheit und ,manieriertheit freier gehalten haben4 ,freilich auch die besten unter ihnen erreichen so wenig den ,meister wie jene4 ,lag doch gerade in der ,nacheiferung eines so selbstndig vorgehenden ,meisters die ,gefahr doppelt nahe1 das ,zarte zum ,schwchlichen1 den berflu zum ,kleinlichen herabzumindern4 ,bis zu einem gewissen ,grade unterlagen sie alle dieser ,gefahr4 ,keine ihrer ,madonnen glnzt so von ,huld und ,hoheit1 wie die ehemals in ,s4 ,maria nuova versteckte ,terracotta ,verrocchios4 ,vor ihr allein haben wir das ,gefhl1 am ,wendepunkt einer ,entwickelung zu stehen1 die das ,problem der ,madonna einer neuen ,lsung zufhrt4 ,in keiner anderen ,madonna des ,quattrocento meldet sich so deutlich die neue ,gesinnung der ,hochrenaissance1 die das ,brgerliche zum ,hfischen1 das ,ungezwungene zum ,feierlichen1 die ,zurckhaltung der ,scheu in die ,zurckhaltung der ,vornehmheit umwandelt4 ,illustration3 ,abb4 #di4 ,malpaga1 das ,schlo des ,colleoni4 ,x4 ,kurz vor dem ,weihnachtsfeste #adgc verschied in seinem ,palaste zu ,viterbo ,niccolo ,forteguerri1 der ,kardinal von ,teano4 ,die ,kirche verlor in dem ,kardinal nicht nur einen ihrer treuesten geistlichen ,diener1 sondern vor allem einen ihrer tapfersten und umsichtigsten ,heerfhrer4 ,abgesehen von seinen hervorragenden ,fhigkeiten hatten frh angeknpfte freundschaftliche ,beziehungen zu ,enea ,sylvia ,piccolomini 7spter ,papst ,pius ,,ii47 dem talentvollen ,juristen die glnzende ,laufbahn erffnet4 ,seit er von ,eugen ,,iv4 zum ,verwalter des ppstlichen ,patrimoniums mit dem ,sitz in ,viterbo ernannt worden war1 hatte er eine immer steigende ,vorliebe fr den ,aufenthalt in der ,stadt der schnen ,brunnen8 bekundet1 wo er in seinem ,palaste von den kriegerischen ,mhen sich erholte und seinen ,garten anbaute4 ,die ,vaterstadt ,pistoja sah ihn selten4 ,doch empfing sie den berhmten ,sohn stets mit groem ,geprnge1 besonders #adfj1 als er den roten ,hut erhielt1 und wenige ,jahre darauf1 ehe er sich als ppstlicher ,legat nach ,pisa begab1 um die ,truppen zum ,kreuzzug gegen die ,trken zu versammeln4 ,auch nach dem nur sechsjhrigen ,pontifikat ,pius' ,,ii4 blieb er in nchster ,beziehung zum heiligen ,stuhl4 ,er vollzog die ,inthronisation des neuen ,papstes ,paul ,,ii41 und als #adga abermals das ,conclave zusammentrat1 erschien ,forteguerris ,name auf der ,liste der ,papabili4 ,indessen ging nicht er1 sondern der ,kardinal ,rovere1 der den ,namen ,sixtus ,,iv4 annahm1 aus der ,wahl hervor4 ,dem ,zuge der ,zeit in der reichlichen ,ausbung ffentlicher ,mildthtigkeit ebenso sehr wie dem ,zuge seines wohlthtigen ,herzens folgend1 stiftete der ,kardinal in seinem ,todesjahre das ,liceo ,forteguerri zu ,pistoja1 mit der ,aufgabe1 armen ,studenten weiter zu helfen4 ,er mochte sich dabei dankbar erinnern1 da in seiner bedrckten ,jugend das ,stipendium der ,operai von ,s4 ,jacopo allein ihm den ,besuch der ,universitten ,bologna und ,siena und damit seine ehrenvolle ,laufbahn ermglicht hatte4 ,als er nun1 von den ,strapazen der ,feldzge aufgerieben1 am #ba4 ,dezember #adgc1 kaum vierundfnfzig ,jahre alt1 in seinem geliebten ,viterbo die ,augen schlo1 sumte man nicht1 sein ,gedchtnis dauernd zu ehren4 ,als ,titularkardinal von ,san ,clemente in ,rom wurde er dort beigesetzt und ihm von ,mino da ,fiesole das ,grabmal errichtet1 das wir erst seit #ahia wieder in seiner ursprnglichen ,gestalt sehen 7,abb4 #cj74 ,zugleich beschlo der ,gemeinderat seiner ,vaterstadt ,pistoja in einer ,sitzung vom #b4 ,januar #adgd1 zur ,errichtung eines ,ehrengrabes an geeigneter ,stelle die ,summe von #cjj ,goldgulden auszuwerfen4 ,unter den fnf ,modellen1 die zwei ,jahre spter vorlagen1 erhielt dasjenige des ,andrea del ,verrocchio aus ,florenz die meiste ,anzahl von ,stimmen und wurde zur ,ausfhrung angenommen 7#e4 ,mai #adgf74 ,allein dem ,vorhaben stellten sich bald ,schwierigkeiten entgegen4 ,zunchst erhhte ,verrocchio seine ,forderung auf #cej ,dukaten1 und whrend darber noch die ,verhandlung hin und her ging1 benutzte ein ,teil der ,kommission1 die ,operai von ,s4 ,jacopo1 die ,anwesenheit ,pieros del ,pollajuolo1 um ein neues ,modell zu erlangen4 ,nun standen sich die ,parteien gegenber3 ,andrea konnte sich an den ,kontrakt halten1 fr ,pieros ,modell traten auer der ,behrde von ,s4 ,jacopo noch die ,familie des ,verstorbenen und die ffentliche ,meinung ein4 ,in einem ,brief vom #aa4 ,mrz #adgg_/gh wandten sich die ,operai an ihren ,protektor ,lorenzo de' ,medici1 dem sie zugleich die ,modelle unterbreiteten4 ,mit der nicht nachweisbaren ,antwort ist uns ein wichtiges ,dokument sowohl fr ,lorenzos knstlerischen ,geschmack1 wie fr seine taktvolle ,vermittelung zwischen zwei ihm gleich nahestehenden ,knstlern verloren gegangen4 ,die ,thatsachen weisen darauf hin1 da ,lorenzo sich fr ,verrocchios ,modell entschieden hat4 ,eine fr ,verrocchio ungewhnlich flchtig gearbeitete ,thonskizze im ,south ,kensington-,museum zu ,london wird wertvoll1 indem sie uns die groartig angelegte ,komposition vorfhrt 7,abb4 #ca74 ,verrocchio stand diesmal einer ganz anderen ,aufgabe als beim ,medicimonument gegenber4 ,mute er dort das ,wrdevolle im ,unaufflligen zur ,geltung bringen1 so war hier das ,imposante ohne alle ,einschrnkung sein einziges ,ziel4 ,mit der ,phantasie eines ,barockmeisters1 die mit groen ,massen ein malerisches ,spiel beginnt und den ,widerstand des ,materiales lchelnd berwindet1 hat ,verrocchio die ungeheuere1 von einem ,nischenbogen berspannte ,mauerflche belebt4 ,als ,motiv whlte er den ,anbruch der ewigen ,seligkeit1 in die der ,verstorbene einzugehen bestimmt ist4 ,als habe er den schweren ,todesschlaf von sich geschttelt1 so kniet der ,kardinal auf dem ,deckel des ,sarkophages1 und whrend in der unteren ,region die drei theologischen ,tugenden des ,glaubens1 der ,hoffnung und der ,liebe ihn umschweben1 tragen ,engel in einer mandelfrmigen ,glorie ,christus selbst als gndigen ,richter dem fromm mit gefalteten ,hnden aufschauenden ,kirchenfrsten entgegen4 ,wo die neben ihm schaffenden ,meister nur die ,aufbahrung des ,toten in der ,kirche whrend der ,parentation zu verewigen wuten1 hat ,verrocchio ,handlung und ,bewegung gegeben1 indem er dem ,visionren sinnlich wahrnehmbare ,formen verlieh4 ,das ,neue und ,originelle der ,komposition erfhrt keine ,einschrnkung1 wenn man fr den oberen ,teil mit der ,mandorla auf das ,relief der ,grtelspende des ,nanni di ,banco ber der ,nordthr des ,florentiner ,domes hinweist1 das nicht nur in der ,anlage1 sondern auch in einzelnen ,motiven der die ,mandorla tragenden ,engel vorbildlich fr ,verrocchio gewesen ist4 ,illustration3 ,abb4 #ej4 ,giovanni ,antonio ,amadeo4 ,grabmal des ,bartolommeo ,colleoni4 ,marmor4 ,bergamo4 ,cappella ,colleoni4 7,die ,statue aus vergoldetem ,holz ist die ,arbeit zweier deutscher ,knstler1 #aeja47 ,die ,ausfhrung des ,werkes enttuscht aufs empfindlichste die ,erwartungen1 die der ,entwurf hervorrief 7,abb4 #cb74 ,im ,tadel dieses ,kunstwerkes mit den geschmacklos behandelten ,gewndern8 sind sich alle ,kritiker einig4 ,sie bersehen dabei aber allzusehr1 da1 abgesehen von den spteren ,verunstaltungen1 auch an den ursprnglichen ,teilen die sorgfltige ,hand ,verrocchios nicht thtig gewesen ist4 ,zwar nehmen ,vasari und seine ,ausschreiber die ,gestalten ,christi mit den ,engeln1 des ,glaubens und der ,hoffnung fr den ,meister selbst in ,anspruch1 wie auch in den ,rechnungsbchern von #adhc ausschlielich ,verrocchios ,name genannt wird1 aber hier mu sich die ,stilkritik ber die ,dokumente und ber die litterarische ,tradition hinwegsetzen4 ,weder die ,typen mit ihrer erstarrten ,freundlichkeit noch die gebauschten und wst zerknitterten ,falten lassen den ,gedanken an ,verrocchio aufkommen4 ,hier sind sich ,schler ziemlich selbstndig berlassen gewesen1 die den ,meister zu bertrumpfen suchten und damit keinem ,fehler der uerlichen ,nachahmung entgingen4 ,die ,schule ,verrocchios mit ,lorenzo di ,credi an der ,spitze ist seit #adgg_/gh in ,pistoja dokumentarisch nachweisbar2 spter ist auch ,agnolo di ,polo dort thtig4 ,andererseits hufen sich seit derselben ,zeit fr ,verrocchio die ,arbeiten in ,florenz1 so da er fr eine so groe ,arbeit1 wie seiner in ,pistoja wartete1 nicht selbst abkmmlich war4 ,seine ,gruppe mit ,thomas und ,christus ging der ,vollendung entgegen1 zugleich mute er fr das ,silberrelief am ,johannisaltar ,sorge tragen und bereits seit #adgi beschftigten ihn die ,vorarbeiten zu seinem ,reiter fr ,venedig4 ,zudem hatte ihm der ,auftrag fr das ,forteguerrigrabmal von vornherein allerhand ,differenzen eingetragen3 die ausgeworfene ,summe schien ihm nicht hinreichend und das ,vorschieben des ,piero del ,pollajuolo wird ihn ebenfalls nicht unempfindlich gelassen haben4 ,endlich lag ihm auch das ,material nicht4 ,alles ,grund genug hier nur die ,oberaufsicht1 die bei der ,nhe von ,pistoja und ,florenz ja leicht zu fhren war1 fr sich zu beanspruchen und die ,ausfhrung an ,gehilfen weiterzugeben4 ,dabei kommt ,lorenzo di ,credi vor allen anderen ,mitarbeitern des ,meisters in ,frage4 ,das ,werk scheint denn auch unter diesen bis #adhc hinreichend gefrdert worden zu sein4 ,verrocchios dauernde ,abwesenheit von ,florenz und sein schneller ,tod schufen dann ebenso verhngnisvolle ,verzgerung1 wie die allmhlich mangelnden ,gelder4 ,nach ,jahren vlligen ,stillstandes schlo man mit ,lorenzetti1 dem ,schwager ,giulio ,romanos1 dessen sich auch ,raphael gelegentlich fr die ,ausfhrung seiner plastischen ,entwrfe bediente1 ein neues ,abkommen 7#aead7 und ,lorenzetti meielte1 ohne sich an das ,modell zu halten1 die ,caritas mit den ,kindern und die knieende ,statue des ,kardinals4 ,bei dieser ,portrtstatue aber wich der ,knstler so sehr von der vorgesehenen ,stellung als ,teil des ,ganzen ab1 da man keinen ausreichenden ,platz fand1 sie einzuordnen2 und so befindet sie sich noch heute im ,liceo 7,abb4 #cc74 ,die ,vollendung der ,rckwand gab ,veranlassung1 das ,grab zu einem ,altar umzuwandeln1 an dem jedes ,jahr das ,fest des heiligen ,bartholomus gefeiert wurde4 ,erst #agec stellte ,gaetano ,masoni den ,sarkophag mit der schwachen ,bste und den abscheulichen weinenden ,putten auf und fhrte um die ,nische den geschmacklosen ,barockrahmen1 der das barbarische ,aussehen des ,ganzen bis zur ,unertrglichkeit steigert4 ,ein aufflliger ,mangel an ,entwrfen und ,skizzen beweist1 da ,verrocchio das ,werk nebenschlich behandelte und mit dem allerdings khn und eigenartig erdachten ,entwurfe seine persnliche knstlerische ,aufgabe als erledigt betrachtete4 ,dennoch mu man einige der erhaltenen ,thonskizzen eher mit diesem ,werke als mit irgend einem anderen in ,beziehung setzen4 ,dahin gehren zunchst die fliegenden ,engel der ,collection ,thiers im ,louvre1 ,gestalten voll echt ,verrocchiesken ,liebreizes1 in ppiger ,lockenflle und strmisch flatternder1 unruhig reicher ,faltengebung4 ,sie haben das ,vorbild fr viele andere1 die spter namentlich im ,werke der ,robbia auftreten1 hergegeben4 ,auf den ,spuren des ,nanni di ,banco hat hier auch ,verrocchio mit der ,tradition der aus der ,antike bernommenen1 lang hingestreckt fliegenden ,engel gebrochen4 ,eine ,zeichnung der ,malcolmschen ,sammlung im ,britischen ,museum zu ,london1 die gleichfalls ,studie zu einem mandorla-tragenden ,engel ist1 trgt auer den ,merkmalen der uerlichkeiten 7,silberstift1 wei gehht auf rot grundiertem ,papier7 auch stilistisch die ,kennzeichen der ,hand des ,lorenzo di ,credi und darf mithin als ,vorbereitung dieses fr die ,marmorausfhrung1 die allerdings betrchtlich geringer ausgefallen ist1 gelten 7,abb4 #cd74 ,illustration3 ,abb4 #ea4 ,reiterstatue des ,bartolommeo ,colleoni4 ,bronze4 ,venedig4 ,vor der ,kirche ,san ,giovanni e ,paolo4 ,an keiner ,stelle weicht die ,ausfhrung entscheidender von dem ,thonentwurf ab als am ,unterbau des ,sarkophages4 ,mit einer ,gedankenlosigkeit1 die fast ,bedenken gegen die ,authentizitt der ,skizze erregt1 sttzt den schwer mit der knieenden ,figur belasteten ,sarkophag ein geflgelter ,kranz1 wie ihn sehr hnlich ,donatello auf dem ,sockel seiner ,verkndigungsgruppe angebracht hat4 ,im ,monument selbst ruht der 7nicht zugehrige7 ,sarkophag auf einem ,postament1 das sitzende ,engelputten mit der ,inschrifttafel im ,relief zeigt4 ,auch diese ,putten1 die ,donatello zuerst als ,inschriftentrger verwandt hat1 sind besonders im ,schlerkreise des ,verrocchio beliebt4 ,es lassen sich dabei zwei ,typen von sitzenden und laufenden feststellen1 von denen der eine mit rckflatternden ,gewndern und den sauberen ,lockenkpfen auf ,credi1 der andere mit dem strhnigen ,haar und den glatt anliegenden ,hemdchen auf ,francesco di ,simone zurckgeht4 ,eine besonders gute ,reprsentation des ersten ,typus in seinem unmittelbaren ,anschlu an die ,sockelplatte des ,forteguerrigrabes besitzt das ,berliner ,museum 7,abb4 #ce74 ,ebendort finden wir auch ein ,thonrelief mit der ,grablegung1 das ber die ,form des beabsichtigten ,sarkophages wohl ,aufschlu geben kann4 ,meines ,erachtens ist diese mit grenzenloser ,sorgfalt durchgebildete ,skizze8 der weitaus schnste aller von ,verrocchio erhaltenen ,entwrfe und mahnt in seiner ,vollendung zu gesteigerter ,aufmerksamkeit hnlichen1 sorgloseren ,arbeiten gegenber 7,abb4 #cg74 ,in dem knieenden ,nikodemus1 der rechts den ,leichnam des ,herrn sttzt1 mu ohne ,widerspruch ein ,portrt erkannt werden1 so individuell sind die milden ,augen1 die scharf gebogene ,nase1 der energische ,mund4 ,lorenzettis nach #aeac erst ausgefhrte ,portrtstatue ,forteguerris zeigt im ,profil sehr verwandte1 wenngleich flauere ,zge1 desgleichen ,minos in ,rom befindliche liegende ,statue1 nur fehlen bei beiden die ,locken4 ,trotzdem ist der ,schlu wohl statthaft1 in dem ,nikodemus des ,reliefs den ,kardinal selbst zu erkennen4 ,und wenn wir nun dieses ,relief in die ,mitte der ,vorderwand des ,sarkophages setzen1 beiderseits umgeben von dem ,familien- und dem ,kardinalswappen1 kann eine sinnigere ,andeutung der hochherzigen ,mildthtigkeit1 die den ,verstorbenen auszeichnete1 erdacht werden8 ,und ist es nicht ein tiefer und poetischer ,gedanke1 das ,gttliche in seiner tiefsten ,erniedrigung und seiner herrlichsten ,erhhung mit dem ,verstorbenen in gleich innige ,beziehung zu bringen8 ,und endlich1 wo wre fr das ,totenbett eines hohen ,dieners der ,kirche eine wrdigere ,darstellung als die ,grablegung dessen1 der sein ,vorbild im ,leben wie im ,sterben war8 ,demnach htten wir uns die ursprngliche ,form des ,sarkophages analog dem ,michelozzos am ,brancaccigrabe in ,neapel vorzustellen4 ,im ,zusammenhang mit dem ,forteguerrimonument sei noch auf das ,tabernakel des ,francesco di ,simone in der ,chiesa di ,monteluce bei ,perugia hingewiesen 7,abb4 #cf74 ,in farbig bemaltem ,marmor ausgefhrt1 erstrebt die ,arbeit die ,wirkung der beliebten ,robbiawerke4 ,in den ,einzelheiten zeigt sie zumeist nur die ,unfhigkeit des ,schlers1 aus der leeren ,nachahmung zur ,nacheiferung fortzustreben1 zugleich in dem segnenden ,christkinde und den dekorativen ,einzelheiten eine ,anlehnung an ,desiderios ,manier1 dessen schon fters angedeutete ,beziehungen zu ,verrocchio und seiner ,werkstatt vielleicht geeignet sind1 die ,frage nach dem ,lehrer des ,verrocchio einer berraschenden ,lsung zuzufhren4 ,,xi4 ,die ,grnde1 die unseren ,meister von einer persnlichen ,anteilnahme an den ,arbeiten des ,forteguerrigrabes fern hielten1 bestimmten ihn auch1 einen hnlichen ,auftrag in ,florenz den ,hnden des ,franceso di ,simone anzuvertrauen1 nachdem die ,komposition festgelegt worden war4 ,und doch handelte es sich um das ,grabmal einer den ,medici sehr nahestehenden ,familie4 ,die eheliche ,verbindung der ,tochter ,francesca des durch ,umtriebe gegen die mediceische ,politik stark kompromittierten ,luca ,pitti mit ,giovanni ,tornabuoni1 dem ,oheim des ,magnifico und ,vorsteher der mediceischen ,filialbank in ,rom1 war #adff auf besonderes ,betreiben ,pieros des ,gichtbrchigen erfolgt4 ,nach elfjhriger ,ehe starb am #bc4 ,september #adgg ,francesca an den ,folgen einer ,geburt4 ,die ,leiche wurde nach ,florenz berfhrt und dort in ,s4 ,maria ,novella1 wo die ,tornabuoni ihr ,erbbegrbnis besaen1 beigesetzt4 ,verrocchio erhielt den ,auftrag1 das ,grabmal zu errichten1 wohl infolge seiner nahen ,beziehungen zu den ,verwandten der ,familie1 den ,medici4 ,von diesem ,grabe haben sich nur ,reste erhalten1 die eine ,rekonstruktion nicht mehr gestatten4 ,vermutlich befand es sich an einer der ,seitenwnde des hohen ,lettners1 der #aefe bei der ,erneuerung des ,kircheninnern durch den ,groherzog ,cosimo ,i4 abgetragen wurde4 ,daher denn auch das ,hauptstck1 das ,relief mit der sterbenden ,wchnerin1 aus dem mediceischen ,besitz in den ,bargello gelangt ist4 ,illustration3 ,abb4 #eb4 ,bartolommeo ,colleoni4 ,bronze4 ,venedig4 ,vor der ,kirche ,san ,giovanni e ,paolo4 ,wenn wir auf die nicht ganz klare ,beschreibung des ,inventars der ,medici von #afff zurckgreifen1 so drfen wir an einen ,sarkophag1 auf dessen ,ecken die allegorischen ,figuren der ,tugenden saen1 denken2 auf der ,stirnseite oder darber war dann das ,relief angebracht und ihren ,abschlu fand die ,komposition mit dem ,portrt der ,verstorbenen in einem ,medaillon4 ,damit htte ,verrocchio eine neue ,form auch fr das ,privatgrabmal gefunden1 die in ,benedettos ,strozzigrbern fortgewirkt haben drfte4 ,doch bietet schon das allein erhaltene ,relief genug des ,neuen und ,eigenartigen4 ,es zerfllt in zwei ,teile1 die ohne irgend welche architektonische ,trennung deutlich den ,eindruck zweier getrennter ,rumlichkeiten geben3 die ,wochenstube mit der eintretenden ,katastrophe und das ,vorzimmer1 in dem der bestrzte ,vater und die ,freunde des ,hauses versammelt sind 7,abb4 #ch u4 #ci74 ,die beklemmende ,luft des brgerlichen ,trauerspieles schlgt uns entgegen4 ,whrend rechts1 wo die ,frauen um die ,erschpfte bemht sind1 das laute ,wehgeschrei widerhallt1 ist drben1 links1 der ,schmerz in ,gegenwart der ,mnner wortloser1 verhaltener1 doch darum nicht minder erschtternd4 ,die ,darstellung laut ausbrechender ,klage und stumm verzweifelnden ,schmerzes war bisher auf den ,stoffkreis der heiligen ,schrift beschrnkt geblieben4 ,auf ,verrocchios ,thonrelief der ,grablegung gewahrt man1 in wie edlen ,grenzen der ,meister die ,affekte zu halten wute1 ohne1 wie ,donatello1 durch ein berma die innere ,hoheit des ,vorwurfes zu schdigen oder1 wie etwa ,antonio del ,pollajuolo auf dem ,blatte mit dem sogenannten ,tod des ,gattamelata8 das ,vulgre zu streifen4 ,auch auf dem ,tornabuonirelief zeigt der ,meister weise ,migung4 ,die das dnnstrhnige ,haar raufende ,greisin am ,fuende des ,bettlagers und die ekstatisch die ,zpfe zerrende ,junge am ,kopfende mit ihren schreiend weit geffneten ,mndern bringen die schrillsten ,tne in die erschtternde ,melodie der ,trauer2 aber um sie herum klingt alles zu dumpfen1 leisen ,lauten ab bis zu dem schwachen ,gewimmer1 das von den ,lippen der ,sterbenden zittert4 ,am ergreifendsten spricht sich der ,jammer in dem vorn vor dem ,bette niedergekauerten ,weibe aus1 das fassungslos ergeben die ,hnde vor die ,ohren hlt1 um nicht das ,geschrei der ,klagenden und die ,seufzer der ,herrin zu hren4 ,im ,vorzimmer lauscht der ,vater mit der ,sippe auf jeden ,ton1 der herausdringt4 ,zweifelsohne sind das alles ,bildnisse1 nicht nur der ,vater ,giovanni mit dem charakteristischen ,krmergesicht der florentiner ,kaufherrn1 auch die etwas stutzerhaften ,jnglinge links1 die im ,aufzug nur die verlegene ,scheu conventionell ,teilnehmender markieren4 ,und nun tritt unter die ,gruppe die ,wehmutter mit dem ,neugeborenen und bringt dem ,vater die ,nachricht1 da es drben zu ,ende geht4 ,mit dem sicheren ,blick des ,dramatikers hat der ,knstler aus dem ,verlauf der schmerzlichen ,begebenheiten die beiden ,momente herausgegriffen1 in denen die ,hauptpersonen dieses brgerlichen ,trauerspiels1 der ,vater und die ,mutter die hchste ,teilnahme des ,zuschauers anrufen4 ,was ihn dabei untersttzte1 darf zum ,teil auf die ,tradition seiner ,vaterstadt zurckgefhrt werden1 in der die ,kunst des spannenden ,erzhlens wie nirgends sonst in ,italien gebt und gemeistert wurde2 zum anderen1 kaum geringeren ,teil bleibt doch das ,verdienst des ,meisters unangetastet1 weil er gerade die fruchtbarsten ,momente erkannt hat4 ,die ,komposition bt bei allem ,figurenreichtum nirgends die ,klarheit und bersichtlichkeit ein4 ,in freier1 malerischer ,weise ist der ,reliefstil gehandhabt2 doch hat der ,bildhauer sich nicht1 wie ,ghiberti1 irgend welche bergriffe in das verfhrerisch benachbarte ,gebiet der ,malerei gestattet4 ,er gibt keine ,perspektive der ,rumlichkeiten1 in denen wir uns befinden4 ,er wirkt ausschlielich mit der bis in die feinsten ,nancen abgetnten ,schilderung einer groen1 leidenschaftlichen ,gemtsbewegung1 die das ,mitempfinden ber alle ,zuflligkeiten hinweg an die reinen ,quellen des ,ewig-,menschlichen fhrt4 ,wer fragt bei diesen ,figuren nach ,stand und ,namen8 ,das ,geschehnis ist so allgemein deutlich1 da sich die ,frage nach den von diesem ,unglck ,betroffenen erst einstellt1 wenn die erregte ,teilnahme zu ruhiger berlegung erkaltet4 ,in technischer ,hinsicht ist dem ,relief nichts ,gutes nachzurhmen4 ,abgesehen davon1 da abgebrochene ,gliedmaen und bestoene ,kpfe den ,eindruck stren1 ist die ,marmorarbeit trocken und kleinlich4 ,namentlich am ,faltenwurf1 den ,verrocchio nicht reich genug gestalten konnte1 zeigt sich1 wie geistlos der ,schler das ,modell bertragen hat4 ,auch in den ,krperverhltnissen1 die zum grten ,teil unnatrlich gestaucht sind1 von einigen ebenso unnatrlich gestreckten ,frauenkrpern abgesehen1 verrt sich eine unsichere ,schlerhand4 ,die ,verkrzung der etwas schrg gestellten ,bettstatt1 die brigens die ,form des antiken1 auf verzierten ,pfosten ruhenden lectus hat1 ist miraten4 ,die teils leer-freundlichen1 teils mrrischen ,kpfe mit ihren schweren ,augenlidern und der steifen ,haltung sind ebenso bezeichnend fr ,francesco di ,simone wie das ,stckchen ,arabeskenverzierung an den ,bettpfosten4 ,die gleiche ,hand gewahrt man in den ,statuetten der ,tugenden1 die ,madame ,andr in ,paris bewahrt 7,abb4 #dj-dc74 ,zu den drei theologischen ,tugenden1 ,glaube1 ,liebe1 ,hoffnung1 die jeden ,christen zieren sollen1 tritt noch die ,gerechtigkeit mit ,schwert und 7fehlender7 ,wage1 die der ,verstorbenen vermutlich besonders nachzurhmen war4 ,in ihrer conventionellen ,haltung mchte ich sie nicht einmal mehr auf die ,erfindung ,verrocchios zurckfhren4 ,zudem erscheinen drei dieser kurzbeinigen1 steif sitzenden ,allegorien in wrtlicher ,wiederholung an dem ,grabmal des ,rechtsgelehrten ,tartagni in ,san ,domenico zu ,bologna1 dem signierten ,hauptwerke des ,francesco di ,simone 7,abb4 #dd74 99 99 99 99 99 ,illustration3 ,abb4 #ec4 ,einzelteil vom ,reiterdenkmal des ,colleoni4 7,nach einer ,originalphotographie von ,c4 ,naya in ,venedig47 ,das ,relief mit der ,enthauptung ,johannis des ,tufers1 das ,verrocchio um die gleiche ,zeit beschftigte1 bietet nicht nur ,ersatz fr die ,virtuosenleistungen in der perspektivischen ,darstellung des ,raumes1 die man vergeblich auf den ,tornabuonirelief sucht1 sondern mu1 da es in ,silber getrieben ist1 fr alle verlorenen ,goldschmiedearbeiten des ,meisters entschdigen4 ,der ,dossale1 wie man den prachtvoll zierlichen ,silberaltar nannte1 den die ,zunft der ,kaufleute dem ,schutzpatron ihrer ,vaterstadt gestiftet hatte1 war bereits #adjb in dem gotisierenden ,stil des ,trecento bis auf die ,seitenteile vollendet4 ,die ,herstellung der beiden an ,ghiberti vergebenen ,bronzethren1 fr die wie alles1 was zur knstlerischen ,ausschmckung des ,baptisteriums diente1 die ,calimalazunft ,sorge tragen mute1 hatte die flssigen ,gelder so in ,anspruch genommen1 da die ,fortfhrung der ,arbeiten am ,dossale beiseite geschoben werden mute4 ,kurz vor ,ausstellung der zweiten ,thr fertigte ,michelozzo #adeb die silberne ,statue des ,tufers fr die leer gelassene ,mittelnische der ,vorderseite an4 ,endlich #adgg beschlo man das ganze1 schon ber hundert ,jahre in ,auftrag gegebene ,werk vollenden zu lassen4 ,die ,auswahl der ,geschichten ergab sich von selbst2 nachdem das ,leben des ,tufers in acht ,reliefs der ,vorderseite von dem ,aufbruch in die ,wste bis zu dem drohenden ,auftreten vor ,herodes dargestellt war1 blieben fr die linke ,seitenwand nur die ,begegnung der heiligen ,frauen und die ,geburt1 fr die rechte das ,gastmahl des ,herodes mit dem ,tanz der ,salome und die ,enthauptung brig4 ,der ,auftrag fiel an ,antonio del ,pollajuolo und an ,verrocchio1 vermutlich nicht ohne den ,rat der ,medici1 die in der ,zunft tonangebend waren4 ,pollajuolo reichte drei1 ,verrocchio zwei ,wachsmodelle ein4 ,nun aber mischten sich ein paar znftige ,goldschmiede ein und boten ihre ,kunstfertigkeit mit ,erfolg an4 ,schlielich einigten sich die ,parteien dahin1 alle vier ,knstler mit der ,anfertigung je eines ,reliefs zu betrauen 7#ac4 ,januar #adgi74 ,an ,verrocchio fiel die ,enthauptung 7,abb4 #de74 ,zwei mit hchster ,sorgfalt durchgefhrte ,statuetten in ,thon -- der vom ,rcken gesehene ltere ,krieger1 der nach dem ,streitkolben greift1 und der mitleidige1 gelockte ,jngling mit der ,schale -- beide im ,besitz des ,barons ,adolphe ,rothschild in ,paris1 lehren die ,art kennen1 wie ,verrocchio die ,arbeit vorbereitete4 ,so wird er jede einzelne ,figur in ,thon modelliert und dann der ,werkstatt zur bertragung in das ,edelmetall berlassen haben4 ,denn eine ,flle von ,unbeholfenheiten im ,stand der ,figuren und von ,formenfehlern1 die auf die mangelnde ,einsicht des betreffenden ,schlers schlieen lassen1 ntigen auch bei diesem ,relief die eigenhndige ,ausfhrung des ,meisters abzustreiten4 ,oder htte sich ,verrocchio je einen so detaillierten und doch so unverstandenen ,akt zu schulden kommen lassen1 wie die im ,modell gewi prachtvoll durchgefhrte ,rckenfigur des nackten ,henkers8 ,verrocchio hat die meist in die ,darstellung des ,gastmahls miteinbezogene ,scene selbstndig ausgestaltet und die der ,hinrichtung beiwohnenden ,figuren ber die sonst bliche ,zahl vermehrt4 ,auch in diesem ,relief bewhrt er die ,treffsicherheit des ,dramatikers3 er whlt den ,augenblick1 wo das ,schwert des ,henkers das leichtsinnige ,versprechen des ,herodes einlst1 und die kurze ,spanne zwischen dem ,aufblitzen der blanken ,schneide und dem ,todesseufzer des ,enthaupteten die ,gefhle bei den ,zeugen des traurigen ,geschehnisses pltzlich laut werden lt4 ,mit der ,empfindungslosigkeit einer guillotinierenden ,maschine holt der ,henker zum unerbittlichen ,streich aus2 rechts unter den gealterten ,centurionen der ,leibwache entbrennt ein mit ,thtlichkeiten drohender ,meinungskampf ber die ,leichtfertigkeit dieses ,mordes2 drben unter den jngeren ,kriegern herrscht ,mitleid1 ,grauen und ,abscheu4 ,und mitten in dem ,streit der ,worte und ,empfindungen kniet das ,opfer1 stumm1 todesbereit1 ganz in ,demut und ,gebet versunken4 ,nur ein groer ,meister konnte diese ,gegenstze ersinnen und so wirksam herausarbeiten4 ,das ,relief ist eine ,fundgrube fr die ,kenntnis der ,ornamentik bei ,verrocchio4 ,hierbei untersttzt auch die ,sorgfalt1 die der ausfhrende ,silberschmied gerade diesen ,teilen der ,arbeit1 der bung seiner ,hand entsprechend1 hat angedeihen lassen4 ,da findet man die schon am ,lavabo beobachteten ,lwen- und ,wolfsmasken als ,gelenkkpfe1 die ,rosetten und ,palmetten1 die ,schuppen auf den ,arm- und ,beinschienen1 die ,drachenflgel am ,helm -- alles ,zierformen1 die in diesem berflu keinem anderen ,knstler der ,zeit gelufig sind4 ,die ,koller schlieen1 wie beim ,david1 so eng an1 da sich die ,muskulatur durch das ,leder zeichnet2 auch die die ,zehen freilassenden ,gamaschen kommen aufs neue vor4 ,hnde und ,fe sind hchst zierlich geformt1 selbst bei dem kleinen ,mastab der ,figuren fehlt nicht die ,angabe der ,adern und der ,hautfalten4 ,der ,stand der ,figuren ist frei und sicher1 und schwierig verkrzte ,stellungen sind eher gesucht als gemieden4 ,der vom ,rcken gesehene1 breitbeinig aufgepflanzte ,krieger1 der in auffahrender ,wut mit der ,rechten zum ,streitkolben in der ,linken bergreift1 hat einen ,vergleich mit ,castagnos berhmten ,pippo ,spano nicht zu scheuen4 ,und wenn1 wie bei dem ,jngling links mit der wundervoll getriebenen ,kupferschale1 die ,stellung unsicher und tnzelnd erscheint1 ist eben nur der ,gehilfe der ,absicht des ,meisters nicht gerecht geworden4 ,in den dargestellten ,charakteren leben die ,gestalten der beiden hervorragendsten ,werke des ,meisters1 die ihn gleichzeitig mit diesem ,relief beschftigen1 wie ,nachklnge und ,vorahnungen4 ,der ,johanneskopf erscheint als eine leichte ,modifikation des ,christus1 der teilnahmsvolle ,jngling wie ein ,verwandter des ,thomas aus der ,gruppe an ,or ,san ,michele4 ,in den zornigen ,kriegern knnte man ,studien zum ,colleoni mutmaen2 hier wie dort mht sich der ,meister um den ,ausdruck wilder ,gre4 ,wenn ,verrocchio den schauerlichen ,vorgang aus dem ,dster der ,gefngnismauern1 in dem er sich sonst abzuspielen pflegt1 in eine prunkvolle ,halle im ,stile der ,pazzikapelle des ,brunelleschi verlegt1 so entspricht das dem ,streben nach ,glanz und ,feierlichkeit1 das ein besonderes ,kennzeichen seiner aristokratischen ,kunst ist4 ,sein ,schnheitsgefhl bewahrte ihn vor dem sthetischen ,migriff anderer ,knstler1 die uns die ,scene wenige ,augenblicke zeitlich weiter gerckt vorfhren mit dem blutigen ,kopf auf der silbernen ,schssel und dem noch immer knieenden ,rumpf mit dem ,blutstrom1 der den durchschnittenen ,adern im ,bogen spritzend entquillt4 ,nichts spricht so sehr fr den vollendeten ,kunstverstand des ,meisters1 als da er die hchste dramatische ,spannung mit den ,geboten der ,schnheit in eine reine knstlerische ,harmonie zu bringen gewut hat4 ,dem ,grlichen1 an dem ,donatello seine ,kraft mit einer gewissen ,wollust erprobt hat1 ging die zartere ,natur ,verrocchios instinktiv aus dem ,wege4 ,illustration3 ,abb4 #ed4 ,einzelteil vom ,reiterdenkmal des ,colleoni4 7,nach einer ,originalphotographie von ,c4 ,naya in ,venedig47 ,drei ,jahre nach der ,vollendung 7#adhj7 ward der ,dossale zum erstenmal aufgestellt1 aber nicht1 wie man ursprnglich beabsichtigt hatte1 als festliche ,bekleidungswand des ,altartisches1 sondern als ,altaraufsatz4 ,von dem verwirrenden ,glanz des in tausend ,lichtern spiegelnden und funkelnden ,edelmetalles mit den ,steinen und den ,emails kann man noch heutzutage einen ,eindruck bekommen1 wenn der ,altar1 wie regelmig seit #adhc1 am ,fest des heiligen ,johannes1 aus dem ,museo dell' ,opera hinber ins ,baptisterium geschafft wird und der glitzernde ,schrein ber der andchtig bewegten ,menge wie der heilige ,gral erglht4 ,,xii4 ,kein anderes ,werk fhrt so tief in die unregelmige1 oft unterbrochene und zersplitterte ,arbeitsweise unseres ,meisters ein1 als das ,hauptwerk seiner zweiten ,epoche1 die ,gruppe des ,christus und ,thomas an der ,ostfassade der ,kirche ,or ,san ,michele 7,abb4 #df74 ,aufgestellt an der belebtesten ,verkehrsstrae der ,stadt1 genau in der ,mitte der mit den weitbogigen ,fenstern geschmckten ,front1 lt das ,werk niemanden vorber ohne den ,tribut der ,bewunderung und der ,dankbarkeit fr seinen ,schpfer4 ,der ,auftrag zu dieser ,arbeit leitet zurck zu den ,anfngen der knstlerischen ,thtigkeit ,verrocchios4 ,als die ,seidenzunft 7,arte di ,por ,santa ,maria7 in der ersten ,hlfte des vierzehnten ,jahrhunderts den ,neubau der ,kirche auf sich nahm1 verpflichtete sie 7#acci7 durch ,vermittelung der ,signorie die zwlf mchtigsten ,znfte und die ,parte guelfa an den dreizehn ueren ,pilastern je ein ,tabernakel mit dem ,bilde ihres ,schutzheiligen aufzustellen4 ,whrend die ,znfte nach und nach der eingegangenen ,verpflichtung gengten1 wenn auch nicht ohne ,mahnung der ,signorie 7#adjf71 traf die ,parte guelfa erst um #adah ,maregeln1 indem sie ihren ,pfeiler an ,donatello vergab mit dem ,auftrag1 in dem ,tabernakel den hl4 ,ludwig von ,toulouse1 den besonderen ,schutzpatron der ,guelfen1 aufzustellen4 ,die letzte ,zahlung an ,donatello 7#adbc7 mag auch den ,termin der ,vollendung des ,ganzen angeben4 ,allein der ,volkspartei1 die mit den ,medici an der ,spitze immer siegreicher das ffentliche ,leben zu beherrschen begann1 gelang es bald1 die ,parte guelfa um ihr ,ehrendenkmal zu bringen4 ,ende #adei zwang man sie1 ihr ,tabernakel an das ,kollegium des ,handelsgerichts abzutreten1 und #adfc ward die lahmgelegte ,partei mit #aej ,goldgulden entschdigt4 ,inzwischen war die ,statue des hl4 ,ludwig schon entfernt worden1 vermutlich nach ,s4 ,croce1 wo sie heute noch ber dem inneren ,hauptportal steht2 die verhaten ,wappen lie man abmeieln1 und ,luca della ,robbias ,medaillon mit dem ,emblem des ,handelsgerichtes prangte ber dem ,tabernakel4 ,dies ,gehuse1 das in seinen reinen ,renaissanceformen dem ,geschmack der ,zeit vllig ,genge leistete1 blieb bestehen2 fr die neue figrliche ,fllung der ,nische verpflichtete man1 um #adfe1 ,verrocchio4 ,man darf wohl annehmen1 da die ,gunst der ,medici1 die mit ihrem ,ansehen und ihrem ,gelde die ,volkspartei sttzte1 ,verrocchio auch diese ,aufgabe eingetragen habe4 ,mit ,hilfe der ,dokumente knnen wir die langsamen ,fortschritte der groen ,arbeit genau kontrollieren4 ,die weitaus hufigsten ,zahlungen fallen zwischen die ,jahre #adgf und #adhj4 #adhb kaufen die ,vorsteher der ,mercanzia das ,thonmodell ,verrocchios an und lassen es in ihrem ,amtslokal aufstellen mit der ausdrcklichen ,begrndung1 da der ,entwurf eines so vollendeten ,kunstwerkes erhalten bleiben msse4 ,im ,april #adhc1 knapp vor dem ,termin der ,aufstellung1 wird dem ,meister fr seine ,arbeit in ,ansehung ihrer ,vorzglichkeit und berlegenheit ber die anderen dort aufgestellten ,statuen eine ,totalsumme von #hjj ,goldgulden zuerkannt4 ,endlich am #ba4 ,juni erfolgt die ,einstellung der ,figuren in das ,tabernakel1 worber das schon erwhnte ,tagebuch des ,luca ,landucci berichtet4 ,verrocchios bersiedelung nach ,venedig hat sowohl die ,regelmigkeit der ,auszahlungen als auch die ,vollendung der noch fehlenden ,kleinigkeiten beeintrchtigt4 #adhg wird ber ,ersuchen des ,meisters festgestellt1 wieviel ihm als ,restbetrag noch an ,geld gebhre2 die ausstehende ,summe1 die #bjj ,goldgulden nicht bersteigen drfe1 solle ihm nur unter der ,bedingung ausgezahlt werden1 da er sie als ,heiratsgut fr die ,tchter seines bedrftigen ,bruders ,tommaso bei der ,staatsschuldenverwaltung hinterlege1 eine ,verpflichtung1 der ,verrocchio testamentarisch nachgekommen ist4 ,dem ,ansuchen der ,mercanzia1 die ,kapitelle1 die ,konsolen der sttzenden ,unterlage und das ,wappen 7im ,kranze1 den die ,engel tragen7 vollenden zu lassen1 ist augenscheinlich nicht durchweg entsprochen worden2 wenigstens ist noch heute das ,rund des ,kranzes leer4 -- ,thomas1 der die ,seitenwunde des ,herrn tastet im ,zweifel an der ,wahrheit von der ,wiederkunft seines ,meisters1 ist ein in der italienischen ,plastik seltener ,vorwurf4 ,eine der frhesten ,darstellungen des ,mysteriums sieht man an der ,bronzethr von ,san ,paolo fuori in ,rom3 dort tritt ,thomas aus dem ,kreise der ,jnger auf den ,herrn zu4 ,kurz vor ,verrocchio hatte ,paolo ,uccello den ,vorgang ber der ,thr der jetzt mitsamt dem ,mercato vecchio verschwundenen ,kirche ,san ,tommaso gemalt1 sich aber nur ,donatellos verletzenden ,spott dabei zugezogen4 ,verrocchio stand vor einer ,aufgabe1 deren ,lsung im ,sinne der ,renaissance niemand vor ihm angestrebt1 geschweige denn gefunden hatte 7,abb4 #dg74 ,das ,zusammentreten zweier ,figuren zu einer geschlossenen ,gruppe ist eines der schwierigsten ,kompositionsprobleme4 ,in dem vorliegenden ,fall ward die ,aufgabe noch dadurch erschwert1 da die vorhandene ,nische ursprnglich nur zur ,aufnahme einer ,figur bestimmt war4 ,durch rumliche ,beschrnkung war schon ,nanni di ,banco bei der ,aufstellung seiner vier ,heiligen im ,tabernakel der ,schmiede in die rgste ,verlegenheit geraten1 aus der ihn nur ,donatellos energisch zurechtstutzende ,hand zu befreien gewut hatte4 ,verrocchio hat die ,milichkeit mit jener spielenden und genialen ,leichtigkeit berwunden1 die auch die schlimmste ,not zu einem willkommenen ,zufall umzuwandeln scheint4 ,die ,lebendigkeit und die ,schnheit der ,gruppe beruht auf dem verschieden erhhten ,stand der ,figuren und auf ihrer ,stellung zu einander4 ,dadurch da ,christus1 in die ,tiefe des ,nischenrundes gerckt1 erhht auf einem ,sockel steht und mit einer kaum merklichen ,wendung nach rechts die reine ,faceansicht hervorkehrt1 gewinnt die ,gestalt an ,bedeutung auch der ,masse nach vor dem ins ,profil gestellten1 auf tieferem ,plane herantretenden ,jnger4 ,wird durch diesen ,gegensatz der ,front- und ,profilstellung die ,raumempfindung auf das krftigste angeregt1 so gleicht die wunderbar sprechende1 erhobene ,rechte ,christi mit ihrem leichten ,vorragen sowohl die ,hhenunterschiede der ,stellung aus1 als sie auch die ,verbindung zwischen den ,ebenen1 innerhalb deren die ,figuren gedacht sind1 vermittelt4 ,wie ausdrucksvoll und berzeugend ist diese ,gebrde1 die von beredter ,beweisfhrung zum ,segnen bergehen will6 ,wie dramatisch wirkt das ,herzutreten des ,thomas1 dessen ,umri mit bewegter ,linie ber den strengen architektonischen ,rahmen herausdrngt6 ,fast zitternd tastet sich diese edel geformte1 aber wenig durchgeistigte ,hand zu der heiligen ,stelle1 wo die ,lanze des ,longin die tiefe ,seitenwunde gestochen4 ,in ,demut senken sich die ,lider ber die beschmten ,augen1 und der ,kopf neigt sich derart1 da das groe stille ,leuchten von der ,stirn des ,auferstandenen auf dem ,lockenhaupt des geliebten1 nun endlich gewonnenen ,zweiflers widerstrahlt4 ,illustration3 ,abb4 #ee4 ,guidizani4 ,medaille mit dem ,bildnis des ,bartolommeo ,colleoni4 ,bronze4 ,berlin4 ,kgl4 ,mnzkabinett4 ,bei der ,gestaltung dieses neuen1 ganz selbstndig erfundenen ,christustypus hat der ,naturalist in ,verrocchio den semitischen ,stammcharakter nicht bersehen knnen und wollen4 ,mehr durch die ,reinheit als durch die ,schnheit der ,einzelformen ist hier gewirkt4 ,und wie sehr damit ,verrocchio den ,anforderungen seiner ,zeit gengt hat1 beweist wohl das ,urteil jenes gewissenhaft buchenden ,luca ,landucci3 dies sei der schnste ,christuskopf1 den bisher die ,kunst gebildet4 ,in groen mchtigen ,falten umbauscht das ,gewand den ,krper1 der krftig ohne ,flle1 sehnig ohne ,magerkeit erscheint1 als ein verklrter ,leib4 ,mit einfachen ,knebelriemen sind die ,sandalen an den ,fen befestigt4 ,im ,thomas lebt etwas von der ,eleganz des reichen ,jnglings aus dem ,evangelium4 ,die ,schrift wei zwar nichts zu berichten1 da er etwa durch ,stand und ,herkommen die einfachen ,fischer und ,zllner berragt htte4 ,aber der ,meister1 der die ,madonna aus ihrer schlichten ,brgerlichkeit in den ,bereich hfischer ,vornehmheit erhob1 adelte auch den einfachen ,jnger ,christi zu einem ,jngling von edlem ,anstand und ,betragen4 ,in diesem ,thomas kndet sich die ,auffassung des kommenden ,jahrhunderts an1 das1 namentlich unter ,raffaels ,beispiel1 die bisher beschrnkt und mhselig dreinschauenden ,apostelgestalten dem ,ideal des ,cortegiano1 jener ,idee des aristokratischen allseitigen ,menschen8 angenhert hat4 ,hier hat ,verrocchio eine ,seite des ,ideals vorgreifend geformt3 die ,anmut der ueren ,erscheinung4 ,zugleich diente ihm das als ,charakterisierungsmittel fr den oberflchlichen ,materialisten1 der1 wie er am ueren ,schein der ,dinge hngt1 auch auf sein ueres ,sorgfalt verwendet4 ,mit absichtsvollem ,geschmack sind diese ,locken geordnet und scheinen von wohlriechender ,salbe zu duften4 ,in vielfach gebrochenem1 knstlichem ,faltenspiel fllt der ,mantel ber die linke ,schulter zu den ,fen1 deren ,schnheit noch durch den ,schmuck des ,schuhwerkes gehoben wird4 ,die ,gestalt ist schlank und edel1 aber die ,schnheit der ueren ,erscheinung1 auf die das volle ,tageslicht fllt1 nicht der ,ausdruck tiefer ,innerlichkeit3 ein kstlich ,gef ohne ,inhalt4 ,nun ist der ,augenblick gekommen1 da diese in ,zweifeln erstarrte ,seele schamvoll zu der ,seligkeit erwacht1 von der der ,meister ihr redet3 selig sind1 die nicht sehen und doch glauben4 ,unter den restlos gelsten ,schwierigkeiten1 die allenthalben diese ,gruppe bei der ,ausfhrung geboten hat1 gebhrt der mhelosen ,aufzeigung und ,anordnung der charakteristischen ,gliedmaen1 der ,hnde und der ,fe das hchste ,lob4 ,alles steht klar und offen ohne ,verdunkelung und ohne ,gezwungenheit zu ,tage4 ,in den beiden verschiedenen ,hnden1 die den ,brustschlitz weiten1 ist noch einmal1 wie in ,brennpunkten1 das ,charakteristische der beiden ,trger der ,handlung gesammelt und rumlich so nah als mglich gegenbergestellt4 ,andererseits erscheinen die erhobene ,hand ,christi und der seitlich vorgestreckte ,fu des ,thomas wie die weit auseinander liegenden ,pole1 zwischen denen die uere und innere ,bewegung zuckt und schwingt4 ,ungeachtet dieser ,vorzge ist das ,kunstwerk nicht von ,tadel verschont geblieben4 ,burckhardt entdeckte zwar in der ,gruppe ,motive von schnstem ,gefhl1 fand auch die ,bewegung des ,christus mchtig berzeugend1 die beiden ,kpfe fast groartig frei und schn4 ,gleichwohl stieen sich er und in noch bedenklicherem ,mae ,rumohr an dem umstndlichen1 knitterigen ,faltenwurf1 an dem sehr geschmacklos behandelten ,gewande84 ,und neuerdings ist ,rumohrs weiterer ,tadel1 der ,charakter entschwinde bei dieser ,gruppe dem ,knstler unter dem ,bestreben ihn ganz zu erschpfen1 noch dahin verschrft worden1 das ,motiv sei berhaupt zu niedrig gegriffen4 ,diesen allzu einseitig gewisse ,schwchen des ,werkes betonenden ,ausstellungen gegenber mu mit um so gewichtigerem ,nachdruck die ,einheit des ,aufbaus und die ,tiefe der ,empfindung hervorgehoben werden4 ,im ganzen ,quattrocento wird man vergebens eine so eindrucksvolle1 so sicher und rund geschlossene ,gruppe suchen4 ,wenn irgendwo1 so scheint hier die formale ,befangenheit der ,zeit berwunden4 ,freilich im ,mantel des ,thomas darf wohl die spielerische ,unruhe der kleinen1 selbstgeflligen ,faltenmotive bekrittelt werden1 aber doch nur als ein ,tribut1 den ,verrocchio seiner ,zeit zollte4 ,man scheute zu sehr die groen freien ,flchen und zerstckelte sie lieber1 als da man sich des ,vorwurfs der ,leere aussetzte4 ,im einzelnen ergeben sich alle diese ,motive logisch aus der ,bewegung der ,figur2 da sie uns gehuft erscheinen1 liegt an der ,schulung unseres ,formempfindens durch die groen ,meister der klassischen ,zeit4 ,um so hher steigt die ,kunst ,verrocchios1 als ihn die ,freude am ,einzelnen nie zum ,nachteil des ,ganzen fortgerissen hat4 ,eine kluge ,bedchtigkeit hat ,sorge getragen1 da die ,klarheit des ,motivs und der ,krperstellung nirgends durch den ,faltenreichtum ,einbue erleide4 ,man mag ber das ,bestreben des ,meisters in der ,gewandbehandlung abweichender ,ansicht sein1 zugestanden mu werden1 da gegenber der ,thonmadonna aus ,s4 ,maria ,nuova die ,thomasgruppe einen ,fortschritt in der ,rundung und dem leichten ,quellen der ,falten bedeutet4 ,das hat auch ,vasaris in ,dingen des ,metiers stets unvoreingenommenes und ungetrbtes ,knstlerauge erkannt4 ,dadurch da ,andrea1 schreibt der ,aretiner1 die beiden ,figuren in schne und wohlgeordnete ,gewnder kleidete1 bewies er1 da er sich nicht minder1 wie ,donatello1 ,ghiberti und die anderen vor ihm auf die ,kunst des ,arrangements verstand2 das ,werk verdient es darum auch durchaus in einem ,tabernakel von ,donatellos ,hand aufgestellt zu sein48 ,illustration3 ,abb4 #ef4 ,einzelteil vom ,reiterdenkmal des ,colleoni4 ,die ,frage nach dem ,pathetischen bei ,verrocchio erheischt angesichts dieser ,gruppe ,bercksichtigung und ,beantwortung4 ,leicht haftet dem ,pathos die ,nebenbedeutung des ,geschraubten1 ,phrasenhaften1 des knstlich berhitzten1 des unwahr ,effektvollen an1 womit ein hohes ,empfinden um seinen ,wert gebracht wird4 ,mit einer solchen ,unterstellung thte man dem alten ,meister bitter ,unrecht4 ,verrocchios ,pathos ist wrdevolle ,gehaltenheit2 es drngt nach dem ,erhabenen1 dem ,groartigen1 dem ,heroischen4 ,verrocchio sucht den ,effekt1 aber er beherrscht ihn wie er sich selbst knstlerisch beherrscht4 ,er fhrt die ,empfindung zu einer ,hhe1 die den ,rckblick auf alles ,vorhergehende gestattet1 zugleich aber in dem ,beschauer atemlose ,spannung erzeugt4 ,das ,dramatische bleibt dabei latenter als z4 ,b4 bei ,donatello1 aber das ,seelische entfaltet sich um so reiner1 als es durch keine uere ,unruhe und ,leidenschaftlichkeit zurckgedrngt ist4 ,alle ,nachbildungen1 die dieses ,meisterwerk ganz oder auch nur in einzelnen ,teilen gefunden hat1 sprechen eher fr die hohe ,wertschtzung der ,arbeit als fr das einsichtige ,verstndnis ihrer ,vorzge4 ,in der farbigen ,terracottabste des ,agnolo di ,polo 7,abb4 #dh7 im ,liceo ,forteguerri zu ,pistoia ist der ,christuskopf des ,meisters leer und geistlos nachgeahmt4 ,im ,conservatorio della ,quiete hat ,giovanni della ,robbia die ganze ,gruppe nachgebildet1 sie aber1 indem er ,christus und ,thomas auf denselben ,plan stellte1 um ihre wirkungsvollste ,schnheit gebracht4 ,auch die ,maler haben sich das ,vorbild nicht entgehen lassen4 ,signorelli wiederholte die ,gruppe auf einem ,fresko der ,sagristia della ,cura des ,domes zu ,loreto2 ,perugino entlehnte die ,thomasgestalt seines ,meisters fr einen der ,apostel auf dem ,fresko mit der ,schlsselbergabe in der ,sixtinischen ,kapelle zu ,rom4 ,schlielich finden wir die ,gruppe ganz und teilweise auch bei den florentiner ,holzschneidern1 die um das ,jahr #adij ihre ,thtigkeit als ,bcherillustratoren beginnen4 ,eigenheiten wie das seitlich herausgestellte im ,knie gebogene ,bein und die ,draperie des ,mantels vom hl4 ,thomas werden berhaupt knstlerisches ,allgemeingut und bereichern den ,schatz an ,formen und ,motiven1 mit dem ,florenz die einheimischen sowohl wie die aus den benachbarten ,lokalschulen zugewanderten ,knstler versorgt4 -- ,nicht nur im ,weltenrichter 7auf dem ,forteguerrigrabmal7 und im ,verklrten dieser ,gruppe hat ,verrocchio sein ,christusideal verkrpert1 auch fr den am ,kreuz leidenden und sterbenden ,heiland wird er einen neuen eigenartigen ,ausdruck gefunden haben4 ,doch haben wir nur die drftige ,notiz bei ,vasari1 die von der ,existenz solcher in ,holz geschnitzter ,kruzifixe berichtet4 ,,xiii4 ,fast will es scheinen1 als sei ,verrocchio ausersehen gewesen1 die groen ,aufgaben1 die dem ,plastiker gestellt werden knnen1 eine nach der anderen vorzunehmen und zu lsen4 ,dem ,problem1 aus zwei ,figuren eine geschlossene ,gruppe zu bilden1 folgt1 als letzte und hchste ,forderung1 die ,vereinigung von ,ro und ,reiter2 der ,thomasgruppe1 das ,colleonimonument2 dem ,pathetischen das ,heroische444 ,unsere ,blicke ruhen fr die ,zeit des ,quattrocento lnger und liebevoller auf den ,frderern des geistigen ,lebens als auf den politisch thtigen ,gestalten1 bei denen sich in die ,bewunderung ein leichter ,schauer vor ,gewaltthat1 ,blut und ,mord zu mischen pflegt4 ,unter ihnen treffen wir die ,reprsentanten des ,condottieretumes1 ,sldnerfhrer1 die mit ihrer ,heerschar heute befehden1 wen sie gestern untersttzten4 ,von eigener ,politik halten sie sich fern1 und wenn sie ,verrat ben1 so thun sie es im ,auftrage der ,macht1 die sie fr den ,augenblick in ihre ,dienste genommen hat4 ,sie fhlen sich nicht gebunden1 sie gehen ihrem ,vorteil und dem ihrer in teurem ,sold stehenden ,mietlinge nach4 ,auf allen ,schlachtfeldern sind sie zu ,hause4 ,sie durchziehen die ,halbinsel von einem ,ende zum andern mit dem ,hochgefhl frei zu leben und frei zu sterben und stolz blicken sie von ihren schwerhufigen ,streitrossen herab auf das ,gehudel unter ihnen4 ,bartolommeo ,colleoni war unter diesen ,abenteurern einer der letzten1 zugleich eine der am groartigsten veranlagten ,naturen4 ,nicht seine ,thaten allein1 deren die ,geschichte mit ,ehren gedenkt1 seine ,gesinnung weckt in gleichem ,mae unsere ,bewunderung4 ,ha1 ,rache und ,neid lagen ihm fern4 ,denen1 die seine ,jugend verdsterten1 indem sie den ,vater mordeten und die ,mutter mit ihm ins ,gefngnis schleppten1 verzieh er4 ,er war milde gegen ,besiegte und ,gefangene4 ,die ,bildnisse der ,wrdigsten seiner ,mitbewerber im ,kriegshandwerke1 eines ,niccolo ,piccinini1 eines ,gattamelata1 eines ,sforza umgaben ihn in seinem ,schlosse ,malpaga und mit neidloser ,anerkennung rhmte er ihre ,verdienste4 ,empfindlich blieb er gegen ,hochmut2 ein verletzendes ,wort des ,dogen lie ihn zeitweilig mit ,venedig1 in dessen ,dienst er fast sein ,lebelang stand1 brechen1 obwohl die ,stadt ,lieblingsaufenthalt seiner ,gemahlin ,tisbe ,martinengo war4 ,illustration3 ,abb4 #eg4 ,die ,taufe ,christi4 ,florenz4 ,akademie4 ,auf der ,suche nach einem festen ,wohnsitz whlte er seine ,heimatstadt ,bergamo als ,residenz und das nahe liegende ,schlo ,malpaga als ,lustaufenthalt 7,abb4 #di74 ,achtzehn ,jahre wohnte er dort1 nachdem er das befestigte ,kastell mit allerhand ,bequemlichkeiten1 ,rumen fr die ,dienerschaft u4 s4 w4 hatte ausbauen lassen4 ,immer zahlreicher ward der ,hofstaat1 den der ,alternde um sich versammelte4 ,nicht weniger als sechshundert ,reiter befanden sich bei ihm als sein persnliches ,gefolge4 ,malpaga wurde der ,schauplatz prunkvoller ,frstenbesuche1 ,turniere und ,jagden1 aber auch eine ,sttte1 in der die ,wissenschaften und ,knste verstndnisvolle ,pflege fanden4 ,hier und in ,bergamo trat der ,gewaltige als ,bauherr und ,liebhaber der schnen ,knste auf1 wobei er1 wie ,reumont sagt1 von seinem kolossalischen ,vermgen einen ,gebrauch machte1 der ihn mehr ehrte1 als viele der ,mittel1 durch welche es zusammengebracht worden war48 ,ein treuergebener ,diener der ,kirche stiftete er bei ,bergamo zum ,andenken an seine verstorbene ,lieblingstochter ,medea das ,kloster della ,basella fr ,clarissinen und bedachte auch sonst die ,kirche reichlich4 ,bald nachdem er1 als echtes ,kind des ,quattrocento frh um seinen ,nachruhm besorgt1 seine ,grabkapelle in ,s4 ,maria ,maggiore in der oberen ,stadt begonnen hatte 7,abb4 #ej71 starb er am #a4 ,februar #adge auf seinem ,schlo ,malpaga1 gerade #ge ,jahre alt4 ,empfehlt der ,republik18 sagte er den venezianischen ,gesandten1 die sein ,sterbebett umstanden1 sie mge nie wieder einem ,feldherrn eine so unbeschrnkte ,machtgewalt einrumen wie mir48 ,von hchster ,freigebigkeit1 wie er war1 hinterlie er einen ansehnlichen ,teil seines ,vermgens der venezianischen ,republik4 ,zugleich aber erklrte er mit wahrhaft herrscherlichem ,selbstgefhl in seinem ,testament3 er schtze sich wrdig1 ganz ergebenst von der ,signorie zu erbitten1 da sie ihm ein erzenes ,reiterdenkmal zu ewigem ,gedchtnis auf dem ,markusplatze errichte48 ,am #cj4 ,juli #adgi trat man hierber in ,beratung und fate den einstimmigen ,beschlu1 dem ,verlangen des ,erblassers nachzukommen2 nur ber den ,platz behielt man sich das letzte ,wort noch vor4 ,eines aber stand von vornherein fest3 das ,denkmal sollte so prchtig als mglich werden4 ,von allen ,seiten berief man ,knstler1 von denen man das ,modell eines ,pferdes verlangte2 denn in der ,bildung des ,rosses lag eben die ,schwierigkeit4 ,bei den seit ,jahrhunderten ununterbrochenen knstlerischen ,beziehungen zwischen ,venedig und ,florenz kann es nicht ,wunder nehmen1 wenn auch ,verrocchio einen diesbezglichen ,auftrag erhielt4 ,zunchst formte er ein ,pferd in ,lebensgre aus weiem ,wachs1 ein ,stck von groer ,schnheit84 ,um es zollfrei durch das ,herzogtum ,ferrara zu bringen1 rief ,verrocchio die ,vermittelung des ferraresischen ,gesandten in ,florenz an und erhielt vom ,herzog ,ercole die kostenlose ,durchfuhr zugesichert4 ,im ,herbst #adha traf das ,modell in ,venedig ein und wurde mit zwei anderen von ,vellano und ,alessandro ,leopardi ausgestellt4 ,die ,wahl fiel auf ,verrocchios ,pferd4 ,zugleich aber begannen die ,intriganten ihr ,spiel und schoben den alten ,paduaner ,meister ,vellano vor1 damit er den ,reiter anfertige4 ,verrocchio1 der als ,fremder um so weniger solchen ,eingriffen widerstandsfhig zu sein fhlte1 zerstrte sein ,modell1 indem er ,beine und ,kopf abschnitt1 und drehte voller ,wut der ,stadt den ,rcken4 ,das lie sich die ,signorie nicht bieten2 ihm solle ja nicht einfallen1 nach ,venedig zurckzukehren1 gab sie ihm zu verstehen1 man wrde ihm ebenfalls den ,kopf abschneiden4 ,verrocchio blieb die ,antwort nicht schuldig1 wobei der ,zorn ihm die ,waffe in die ,hand drckte1 die die ,florentiner vor jeder anderen zu meistern verstanden4 ,boshaft1 scharf und witzig schrieb er zurck3 er dchte nicht ans ,zurckkehren1 im brigen ganz nach ,belieben1 nur sollte es ihnen schwer fallen1 ihm fr den abgeschnittenen einen neuen ,kopf aufzusetzen1 noch auch jemals seinem ,pferde einen zu verschaffen1 der so schn wre wie der1 den er anstatt des zertrmmerten ihm htte wiedergeben knnen4 ,diese ,worte trafen1 und mit dem wohlwollenden ,gelchter ber den ,witz des ,knstlers schlug die ,stimmung zu seinen ,gunsten um4 ,mit doppeltem ,gehalt rief der ,senat ,verrocchio zurck4 ,der so glnzend ausgestochene ,vellano zog grollend nach ,padua heim4 ,der andere ,zurckstehende1 ,leopardi1 verlie freiwillig den ,schauplatz1 da er wegen ,unregelmigkeiten in seinem ,mnzamt nach ,ferrara flchten mute4 ,erst nach ,verrocchios ,tode greift auch dieser ,mitbewerber in das ,werk ein4 ,die ,jahre1 die ,verrocchio bis zu seinem ,tode noch vergnnt waren1 hat er zwar grtenteils1 aber nicht ausschlielich dem ,reiterdenkmal geweiht4 ,es lag so wenig in seiner ,art1 nur ein ,eisen im ,feuer zu haben1 wie seine ,vermgenslage ihn zur ,annahme immer neuer ,auftrge ntigte4 ,der ,entwurf zum ,grabmal eines ,dogen beschftigte den ,meister vorbergehend4 ,dann wieder go er die ,artilleriegeschtze fr den groen ,rat4 ,ja1 er bernimmt noch wenige ,tage vor seinem ,tode eine ,verpflichtung gegenber dem ,knig ,matthias ,corvinus von ,ungarn betreffend die ,lieferung eines ,marmor-,brunnens 7#bg4 ,sept4 #adhh74 ,so kam es1 da der ,tod ihn ber dem unvollendeten ,werke ereilte4 ,die ,frage1 wieweit ,verrocchio das ,monument vorbereitet und gefrdert habe1 stt auf allerhand ,unklarheiten4 ,vasari berichtet irrtmlich1 der ,meister sei infolge einer ,erkltung beim ,gusse gestorben4 ,verrocchio schlgt selbst in seinem ,testament seinen ,lieblingsschler ,lorenzo di ,credi dem ,senat vor1 damit jener das von mir begonnene ,werk8 vollende4 ,credi gab indessen den ,auftrag weiter an einen sonst unbekannten florentiner ,bildhauer ,giovanni d',andrea di ,domenico 7geb4 #adee7 und erwhnt dabei ausdrcklich1 ,verrocchio habe die ,figur und das ,pferd im ,thonmodell hinterlassen4 ,wre mithin das ,wesentliche nicht vollendet gewesen1 so htte der treue ,lorenzo den ,ruhm seines ,meisters wohl kaum in so leichtfertiger ,weise aufs ,spiel gesetzt4 ,es handelte sich also vorwiegend um den ,gu4 ,an tchtigen ,bronzegieern aber glaubte die ,republik den geeigneten ,mann selbst stellen zu knnen1 eben jenen ,alessandro ,leopardi1 der als ,mnzschneider die feine ,ciselierarbeit gewi meisterhaft verstand4 ber seine ,unredlichkeit drckte sie gromtig ein ,auge zu und rief ihn unter ,zusicherung freien ,geleites #adhi nach ,venedig zurck4 ,illustration3 ,abb4 #eh4 ,kopf des ,johannes aus der ,taufe ,christi4 ,florenz4 ,akademie4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,leopardi fgte in uerster ,zurckhaltung die bescheidenen ,ornamente an der ,rstung1 dem ,zaumzeug und der ,satteldecke zu1 go und vergoldete die ,figur und stellte sie auf das prachtvolle1 mit sechs ,sulen schlank aufstrebende ,postament 7,abb4 #ea74 ,ihren ,markusplatz1 diese ungeheure ,empfangs- und ,ruhmeshalle1 gaben die ,venezianer fr das ,denkmal des fremden ,heerfhrers schlielich doch nicht her4 ,wenn sie statt dessen den ,platz vor der ,scuola di ,san ,marco bestimmten1 machten sie sich kein ,gewissen aus dieser ,klauberei an dem klaren ,wortlaut des ,testaments4 ,und wie der ,herr1 so der ,knecht4 ,durch die ,inschrift am ,sattelgurt ,,alexander ,,leopardvs ,v4 ,f4 ,,opvs hat ,leopardi mit wohlberechneter ,vieldeutigkeit der ,abbreviaturen den ,ruhm des ,werkes auf seine ,person zu lenken versucht1 indem er die ,auflsung des ,f4 in fecit oder in fudit anheimstellte4 ,zwar ist in allen ,dokumenten stets nur von der ,vollendung durch ,leopardi die ,rede und auch ,leopardis selbstverfate ,grabschrift preist ihn nur als den ,architekten des ,postamentes4 ,um aber alle ,stimmen zum ,schweigen zu bringen1 die den florentiner ,meister immer noch um das stolzeste ,werk seines jh abgebrochenen ,lebens bringen wollen1 mu nicht an den toten ,buchstaben einer unklaren ,inschrift gedeutelt und gedreht werden4 ,das ,werk selbst legt deutlich genug ,zeugnis ab fr seinen wahren ,meister4 ,zwei florentiner ,knstler1 ,paolo ,uccello und ,andrea del ,castagno haben die ersten magebenden ,versuche unternommen1 ,reiterdenkmler im ,sinne der ,renaissance aufzubauen4 ,ihre ,condottierestatuen an der ,eingangswand des florentiner ,domes sind zwar ,werke der ,malerei1 doch aber mit der ,absicht1 plastische ,werke vorzutuschen4 ,uccello1 der zwanzig ,jahr frher sich ans ,werk machte1 hat die ,aufgabe mit der schwunglosen ,gewissenhaftigkeit des ,naturalisten gelst1 ,castagno mit dem ,drang nach heroischer ,gestaltung1 der allerdings des ,meisters derbe ,bauernart hie und da zum ,klotzigen verfhrt hat4 ,aber gerade diese ,grundstimmung des pathetisch ,erregten stie auf ,verwandtes bei ,verrocchio1 und ,castagnos ,niccolo da ,tolentino gehrt sicher unter die ,werke1 die sich dem ,sinn des jugendlichen ,meisters frs ,leben einprgten4 ,an ,uccello ging er achtungslos vorber4 ,als ,verrocchio dann sein ,modell durch das ferraresische ,gebiet nach ,venedig brachte1 stand das knstlerische ,gebilde seines knftigen ,colleoni schon zu fest in ihm1 um durch den ,anblick von ,baroncellis ,reiter 7,borso d',este7 auf dem ,platz der ,hauptstadt oder durch ,donatellos vor dem ,santo in ,padua aufgestellten ,gattamelata noch modifiziert zu werden4 ,donatellos ,reiter fhrt ,uccellos naturalistisches ,bemhen unter ,bercksichtigung der ,antike zu neuen ,zielen4 ,verrocchios ,colleoni erreicht das ,ideal1 das ,castagno infolge einer gewissen ,dumpfheit und ,schwere seiner knstlerischen ,phantasie nur geahnt hat4 ,wenn ,uccello seinen ,hawkwood noch in strenger ,profilstellung als ,relief auffate1 so schritt ,castagno zu einem freieren ,raumbilde vor4 ,das ,herauswenden des ,pferdekopfes gibt bei ihm die ,vorstellung einer ,raumtiefe1 die bei ,uccello vermit wird4 ,sehr hnlich das ,verhltnis zwischen ,donatello und unserem ,meister4 ,auch das ,colleoniro wendet den ,kopf von der ,mittelachse seitwrts1 nach links4 ,von ,castagno hat ,verrocchio ferner die ,gangart seines ,pferdes bernommen4 ,nicht nur1 da er1 die modische ,gangart bercksichtigend1 einen ,pagnger gebildet hat1 vielmehr liegt die ,verwandtschaft in der ,art der ,beinstellung mit dem hoch erhobenen ,vorderfu und dem weit zurckgesetzten ,hinterbein4 ,daher denn auch beide der ,vorwurf trifft1 nicht ein frei ausschreitendes1 sondern ein1 eine unsichtbare ,last ziehendes ,pferd dargestellt zu haben4 ,auch an untergeordneten ,eigenheiten lt sich die ,verwandtschaft darthun3 an den krftigen ,falten des ,halses1 an dem bschelartig zwischen den ,ohren hochgebundenen ,haarschopf4 ,im brigen ist ,verrocchio dem lteren ,meister unendlich berlegen 7,abb4 #eb74 ,die krftige ,struktur des ,pferdeleibes hat ihn auf keinem ,ende zur ,plumpheit gefhrt2 viel ,eleganz steckt in der wuchtig einherschreitenden ,masse4 ,mit fast graziser ,biegung1 ein wenig unruhig im ,umri durch die hohe ,kruppe trabt das ,schlachtro daher2 man glaubt den ,schall der schweren ,hufe zu hren4 ,der ,kopf mit dem etwas breit vorspringenden ,untergesicht und den ber der ,stirn gescheitelten ,locken der ,mhne berstrahlt an ,schnheit das breitmaulige1 im ,verhltnis zum ,leibe ungefge ,haupt des ,castagnorosses4 ,wie es hier auf einem gedrungenen ,stiernacken aufsetzt1 neigt es sich dort in schnem ,bogen ber einem bei aller ,fleischigkeit noch schlanken ,halse4 ,in edlem ,ungestm blhen sich die ,nstern auf und das ,feuer des mutigen ,hengstes sprht aus den ,augen4 ,die ,anatomie des ,tierleibes zeugt von erstaunlicher ,sachkenntnis4 ,den ,zeitgenossen schien sie mit allen ,muskeln1 ,adern und ,hautfalten allzu selbstgefllig zur ,schau gestellt1 und sie urteilten daher1 das ,ro habe das ,aussehen eines abgehuteten ,pferdes4 ,wir werden darin genau wie in der sorgfltig in ,ringellocken aufliegenden ,mhne eine lngst beobachtete ,eigenschaft des berall gewissenhaft detaillierenden ,meisters aufs neue feststellen4 ,der ,reiter sitzt auf diesem mehr strammen als gedrungenen ,tier fast aufrecht strack zwischen den hohen ,bcken des ,sattels 7,abb4 #ec u4 #ed74 ,der reitende ,colleoni18 klagt ,wlfflin1 hat wohl ,energie genug1 eine eiserne ,kraft1 allein das ist nicht die schne ,bewegung48 ,das sollte sie auch gar nicht sein4 ,die ,venezianer saen steif im ,sattel1 und ihre ,art zu reiten1 wird im ,cortigiano verspottet4 ,hier aber kam sie in ihrer ,gerecktheit dem ,ausdruck an ,energie und ,gre zu statten4 ,es ist die ,verlegenheit fast aller ,bildhauer1 die ,figur des ,reiters der mchtig ausladenden ,masse des ,rosses gegenber zur ,geltung zu bringen4 ,verrocchio ist es gelungen4 ,mit der wie in einer ,aufwallung khnen ,trotzes herausgedrehten linken ,schulter1 der der ,kopf folgt1 macht der ,reiter die ,bewegung des ,rosses mit4 ,klar und frei berschneidet der ,reiterkopf die ,scheitelhhe des ,pferdes und dominiert ungezwungen ber dem ,ganzen4 ,eine ,sturmhaube deckt das gewaltige ,haupt mit den drohenden ,augen4 ,die ,entschiedenheit der ,bewegung und die ,macht des ,blickes stehen schon auf der ,hhe des neuen ,stiles1 der ,kunst des ,cinquecento4 ,im ,david1 der brigens auch das ,motiv der herausgekehrten ,schulter zeigt1 in der ,bste des ,giuliano finden wir die ,vorstufen zu dieser rcksichtslosen ,gre der ,bewegung4 ,aber neu und berraschend ist der ,typus4 ,haben wir es mit einem ,portrt des ,colleoni zu thun8 ,illustration3 ,abb4 #ei4 ,kopf ,christi aus der ,taufe ,christi4 ,florenz4 ,akademie4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,verrocchio hat den venezianischen ,feldhauptmann nie von ,angesicht gesehen4 ,wohl aber konnte er der ,medaille des ,guidizani das getreue ,bildnis seines ,helden entnehmen 7,abb4 #ee74 ,doch stand augenscheinlich in seiner ,phantasie ein ,heldentyp von schreckhafterer ,gre1 ein gewaltigeres ,lwenhaupt 7caput leonis7 als der zahnlose1 mit leicht berhngender ,nase und buschigen ,brauen zwar kraftvoll1 aber nicht bedeutend blickende ,kopf auf der ,medaille4 ,so nahm der ,meister denn in sein ,idealbildnis nur einige charakteristische ,details auf3 die ,bartlosigkeit1 den machtvollen ,nacken1 die finstren ,brauen und den lodernden ,blick4 ,im brigen lste er sich von allem ,portrthaften los in dem ,gefhl1 hier msse der ,reprsentant seines ,standes vor allem dargestellt werden4 ,auch dies wieder ein ,zug1 der ,verrocchio zu einem unmittelbaren ,vorlufer der klassischen ,kunst macht2 die gewichtige ,erscheinung galt der ,hochrenaissance unbedenklich mehr als die individuelle ,treue4 ,wie ,michelangelo in den ,feldherren der ,medicigrber1 hat auch ,verrocchio den ,charakter1 nicht die flchtige ,erscheinung der ,persnlichkeit festgehalten4 ,kpfe1 in denen das bis zur ,wildheit gesteigerte ,herrische sich aussprach1 hatte ,verrocchio schon im ,silberrelief der ,enthauptung des ,tufers geschaffen4 ,er brauchte nur auf ,typen1 wie die beiden streitenden ,feldhauptleute dort zurckzugreifen1 um die ,grundform des neuen ,charakterkopfes zu erfassen4 ,aber einen ,zug mute er jetzt zur ,dominante erheben1 der den rohen ,hauptleuten des ,herodes nicht eignete3 die berlegenheit einer hohen ,intelligenz4 ,sie bndigt die rcksichtslose ,entschlossenheit in diesem ,feldherrnantlitz1 sie glnzt aus den drohenden ,augen1 sie hat den befehlenden ,mund mit einem ,zug von ,weltverachtung umschrzt 7,abb4 #ef74 ,verrocchio hat das ,alter gewhlt1 in dem die ,thatkraft noch ungebrochen ,stand hlt gegenber den ersten ,anzeichen abnehmender krperlicher ,frische1 jenen bergang1 der das ,heldenhafte als die ,ausstrahlung eines unbeugsamen ,willens erscheinen lt4 ,das ,fleisch verliert schon seine ,festigkeit1 hngt herab1 die ,falten vertiefen sich1 aber das innere ,feuer lodert in alter ,glut4 ,gegenber der sorgfltig auf die ,einzelheiten ,bedacht nehmenden ,modellierung des ,pferdekrpers erkennt man in diesem nur in den groen entscheidenden ,formen angelegten ,kopf kaum die gleiche ,meisterhand4 ,es sind denn auch ,stimmen laut geworden1 die den ganzen ,reiter fr ,leopardi beansprucht haben1 andere1 die an eine ,mitarbeiterschaft des seit #adha nirgends recht nachweisbaren ,leonardo dachten4 ,wer ,leopardis zierliche1 ausschlielich dekorative ,art kennt1 wird die erste der beiden ,zumutungen ebenso entschieden abweisen1 wie die zweite hinfllig wird durch den neuerdings festgelegten ,thatbestand1 da ,leonardo seit #adha am ,reiterdenkmal des ,sforza in ,mailand thtig ist4 ,und schlielich1 fr das ,ro galt es ,aufzeigung genauer ,kenntnisse und ,belebung groer ,flchen2 der ,reiterkopf mute schon wegen der ,wirkung aus der ,hhe in groen allgemeinen ,formen gehalten werden4 ,acht ,jahre erst nach des ,meisters ,tode1 am #ba4 ,mrz #adif konnte das ,denkmal enthllt werden4 ,seit jener ,zeit haben die ,parteien fast ununterbrochen gewhlt1 das ,werk des ,auslnders dem ,verdienst eines ,einheimischen zuzuschreiben4 ,das ,werk selbst hat alles verleumderische ,gerede zu schanden gemacht4 ,dem ,florentiner1 niemand wagt es mehr zu bezweifeln1 verdankt die ,welt ihr groartigstes ,reiterdenkmal4 ,derselbe ,verrocchio1 der in dem ,werke seiner ,jugend1 im ,david1 den ,morgenglanz jungen1 kaum sich selbst bewuten ,heldentumes darstellte1 hat in seinem letzten den ,helden in seiner ,vollendung verkrpert4 ,seine ,leistung hat niemand bertroffen1 aber auch kaum einer hat seine noch unerfahrene ,kunst an ihr geschult4 ,leonardos ,francesco ,sforza ging im ,modell zu ,grunde1 und so bleibt ,albrecht ,drer der ,einzige1 der mit seinem ,ritter ,tod und ,teufel8 ,zeugnis bringt1 mit welch staunender ,bewunderung einer der ,grten emporgeblickt hat zur statua gentilissima del gran commendatore84 ,,xiv4 ,die ,gestalt des ,malers ,verrocchio lt sich nicht mit der gleichen ,schrfe herausarbeiten wie die des ,bildhauers4 ,das ,material ist ein unvergleichlich beschrnkteres1 und was mhsam aus der ,zerstreutheit wieder zusammengebracht worden ist1 gibt noch ,veranlassung zu manchem ,zweifel4 ,zwar ist man sich im groen und ganzen einig ber das1 was unter den knstlerischen ,begriff ,verrocchio fllt1 was aber als des ,meisters ,eigenstes anzusehen sei1 blieb noch unentschieden4 ,man schwankt auch hinsichtlich der ,wertschtzung dieser ,malereien4 ,dem kindlich-anmaenden ,urteil eines franzsischen ,gelehrten3 ,verrocchio htte klger gethan1 berhaupt die ,finger von ,pinsel und ,palette zu lassen1 steht die berschtzung alles1 das ,verrocchios ,namen trgt1 schroff gegenber4 ,die schriftliche ,tradition bietet keine sichere ,grundlage2 sie ist lckenhaft und versteckt ihre ,unwissenheit hinter amsanten ,histrchen4 ,knstlerischer ,ehrgeiz allein soll1 nach ,vasari1 ,verrocchio zur ,malerei gefhrt haben1 als einen1 dem hervorragende ,leistungen auf einem ,gebiete nicht gengten84 ,wie ihn die ,laune auf die ,malkunst brachte1 soll ihn dann der ,mimut ber die besseren ,leistungen seines ,schlers ,leonardo getrieben haben1 nie wieder ,pinsel und ,palette anzurhren4 ,das eine liegt so wenig im ,charakter unseres ,meisters wie das andere4 ,seine ,lust am technischen ,experiment1 die ,wertschtzung1 die seine ,zeit der ,kunst der ,malerei entgegenbrachte1 und der ,wettstreit mit seinen knstlerischen ,genossen haben ihn frhzeitig der ,malerei in die ,arme getrieben4 ,von einer ,reihe verloren gegangener ,arbeiten wird auch hier berichtet4 ,drei groe ,leinwandbilder mit ,herkulesthaten1 die ,albertini #aeaj im ,saale des alten ,rates im ,palazzo vecchio sah1 sind vielleicht identisch mit den im ,mediceerinventar erwhnten1 die #adie von der ,signorie konfisziert wurden4 ,sie deuten ebenso auf das von ,antonio del ,pollajuolo bevorzugte ,stoffgebiet wie die ,schlacht nackter ,mnner1 die ,verrocchio als ,entwurf fr eine ,fassade bestimmt hatte und die ebenfalls untergegangen ist4 ,illustration3 ,abb4 #fj4 ,die ,engel aus der ,taufe ,christi4 ,florenz4 ,akademie4 7,der knieende ,engel links von ,leonardo da ,vinci47 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi in ,florenz47 ,unter den erhaltenen ,arbeiten ist nur eine beglaubigt und nachweisbar3 die ,taufe ,christi1 fr die ,vallombrosaner ,mnche zu ,san ,salvi gemalt und gegenwrtig in der ,akademie zu ,florenz aufgestellt 7,abb4 #eg74 ,die ,holztafel ist fast quadratisch1 die ,figuren sind etwa zwei ,drittel lebensgro4 ,das ,gemlde steht in dem ,ruf1 unvollendet zu sein2 mit ,unrecht1 denn die ,mnche htten kaum eine unfertige ,arbeit abgenommen und bezahlt4 ,wenn es trotzdem immer wieder den ,eindruck des ,unvollendeten macht1 so liegt das an dem ,unbestande seiner ,technik4 ,das ,krapprot im ,mantel des ,tufers und in den ,fleischpartien ist verblichen1 also berall dort1 wo es als ,lasur auftrat2 bis zu welchem ,grade das ,bild vollendet8 war1 zeigen zur ,genge die feinen ,goldborden4 ,mit diesem ,rot im ,mantel1 dem lichten zarten ,blau im ,futter und dem krftigen ,fleischton mu das ,gemlde eine hnliche ,farbenstimmung gezeigt haben wie ,antonios del ,pollajuolo ,arbeiten4 ,an ihn erinnert auch das ,spiel des ,lichtes und der metallische ,glanz der ,farben4 ,illustration3 ,abb4 #fa4 ,kpfe der knieenden ,engel aus der ,taufe ,christi4 ,florenz4 ,akademie4 7,der ,kopf links von ,leonardo da ,vinci47 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,die ,figuren1 ganz besonders der ,tufer1 sind sehnig und hager1 der ,kontur ist hart und eckig4 ,die ,modellierung geht auf alle anatomischen ,einzelheiten gewissenhaft ein4 ,die ,eigenheiten des verrocchiesken ,typus lassen sich am ,kopf des ,tufers am besten erkennen3 die ,flachheit des ,auges und der umgebenden ,teile1 die hohe1 gewlbte ,stirn1 die eingearbeiteten ,mundwinkel 7,abb4 #eh74 ,die ,falten sind flach und gedrckt1 blechartig1 immer plastisch4 ,weniger rein offenbart sich der ,meister in der ,figur des ,heilands4 ,christus erscheint aus dem ursprnglichen ,umri gerckt1 wodurch die ,gestalt den unsicheren ,stand bekommen hat4 ,auch die ,technik weicht in diesem ,teil des ,gemldes von der rechten ,seite ab4 ,hier hat eine mit den ,wirkungen der lmalerei inniger vertraute ,hand gewaltet1 deren ,spuren auch im ,kopf ,christi sich bemerkbar machen4 ,ihr verdanken wir die weicheren bergnge1 das zarte ,halblicht1 die luftig-lockere ,flle der ,haare 7,abb4 #ei74 ,noch deutlicher macht sich der ,unterschied der beiden ,hnde in dem links knieenden ,engelpaar wahrnehmbar 7,abb4 #fj74 ,die dicht zusammengerckten ,kpfe 7,abb4 #fa7 legen von zwei durchaus verschieden gearteten ,individualitten ,zeugnis ab4 ,die eine1 die den nur bis zu den ,hnden sichtbaren ,engel malte1 geht mit mhsamer ,gewissenhaftigkeit der ,natur nach4 ,die andere1 die den im ,profil knieenden ,engel schuf1 whlt die schne ,linie aus dem reichen ,nebeneinander des ,naturvorbildes aus1 legt ,anmut in die ,haltung1 ,seele in den ,ausdruck und breitet ,duft und ,glanz ber das ,gebilde ihrer knstlerischen ,phantasie4 ,da wir in dieser ,persnlichkeit ,leonardo zu erkennen haben1 darf man ,vasari aufs ,wort glauben4 ,hat doch der junge ,meister1 der in allen ,teilen der ,figur1 nicht zum mindesten in dem ,reichtum des ,gewandes und der von ,verrocchio dort abweichenden ,faltengebung unverkennbar ist1 sich auch noch in dem dunkel vor dem weien ,gewandstck abzeichnenden ,grasbschel gleichsam mit seinem ,monogramm auf der ,tafel angemerkt4 ,ebenfalls ,leonardo gehrt1 wenn auch mit einiger ,einschrnkung1 die traumhaft weit in den ,hintergrund fhrende ,landschaft an4 ,wir verfolgen den ,lauf des ,jordans die felsigen ,fluufer entlang und befinden uns in einer ganz hnlichen toskanischen ,landschaft1 wie sie ,leonardo auf dem bekannten ,blatt in den ,uffizien mit dem ,datum #adgc gezeichnet hat4 ,die felsige ,kulisse1 die sich rechts hereinschiebt und die wie aus ,eisen geschnittene ,palme links zeigen1 in reiner ,tempera ausgefhrt1 wiederum die ,hand des lteren und strengeren ,meisters4 ,illustration3 ,abb4 #fb4 ,lorenzo di ,credi4 ,die ,taufe ,christi4 ,san ,domenico bei ,fiesole4 ,mit dem ,schatz an ,formkenntnissen1 den wir aus der eingehenden ,betrachtung der ,skulpturen ,verrocchios gewonnen haben1 lt sich ein ,rckschlu auf die ,entstehungszeit dieser ,tafel wagen4 ,die namentlich im ,nackten noch etwas unfreie ,nachbildung der ,natur und die ,faltengebung1 die vom ,reichtum und ,schwung der ,thomasgruppe noch entfernt ist1 erlauben auf eine frhe ,entstehung zu schlieen4 ,vieles gemahnt noch an den ,bronze-,david4 ,wenn ich die ,jahre um #adgj zur ,diskussion stelle1 so befinde ich mich in ,einklang mit ,vasaris ,angaben ber ,leonardos ,mitarbeiterschaft4 ,sehr frh1 bald nach #adfe1 ist ,leonardo in die ,werkstatt des ,verrocchio gekommen2 schon #adgb steht er als selbstndiger ,meister in der ,zunftliste4 ,als solcher wird er kaum mehr ,werke seines ,lehrherrn vollendet haben4 ,ernste und gehaltene ,feierlichkeit kennzeichnen die ,grundstimmung des ,werkes4 ,die ,landschaft mit ihrem verschleierten ,glanz trgt allerdings wesentlich zur ,erhhung dieser ,stimmung bei4 ,sie aber darf nicht zu ,rckschlssen auf den ,landschafter ,verrocchio mibraucht werden1 der sich auf diesem ,bilde nur sehr bescheiden ausgesprochen hat4 ,den ,vorgngern gegenber1 die den gleichen ,stoff dargestellt haben1 einem ,baldovinetti1 ,fra ,angelico1 selbst dem ,piero della ,francesca1 behauptet sich ,verrocchio als ,neuerer1 nicht in der traditionellen ,stellung der ,figuren zu einander1 sondern vielmehr in der ,freiheit der ,bewegung und der ,raumillusion durch ,aufgeben der steifen ,profil- und ,facestellungen4 ,in dieser ,hinsicht auf kein ,vorbild zurckfhrbar1 hat ,verrocchios ,taufe andererseits eifrig ,schule gemacht wie das ,altarbild des ,lorenzo di ,credi in ,san ,domenico bei ,fiesole 7,abb4 #fb7 und ,ghirlandaios ,fresko in ,s4 ,andrea zu ,brozzi bei ,florenz beweisen4 ,eine zweite ,tafel1 die ,vasari als besonders gelungen im ,besitz der ,nonnen von ,san ,domenico in ,florenz erwhnt1 wird in einer nach mannigfachen ,wanderungen jetzt zu ,budapest in der ,nationalgalerie aufbewahrten thronenden ,madonna mit ,heiligen und ,engeln erkannt4 ,das ,gemlde zeigt bei mangelhafter ,erhaltung durchaus verrocchieske ,formengebung1 aber keineswegs die ,sorgfalt und die ,empfindung1 die von eigenhndigen ,werken des ,meisters der ,taufe ,christi untrennbar sind4 ,mit einigen1 kompositionell aufs engste verwandten ,bildern gehrt es seiner ziemlich groben ,ausfhrung nach nur der ,werkstatt unseres ,meisters an4 ,besonders fruchtbar gestaltet sich1 der jngsten ,forschung zufolge1 die ,thtigkeit des ,meisters als ,madonnenmaler4 ,doch bleibt von den vielen1 ihm zugeschobenen ,madonnenbildern nur eines brig1 das sich eigenhndiger ,ausfhrung rhmen darf4 ,noch immer nicht wird die ,madonna in ,berlin 7,abb4 #fc71 ein ,bild1 das einst im ,mittelpunkte des lauten ,streites ber den ,knstler ,verrocchio stand1 gebhrend wertgeschtzt weder seiner eminenten kunstgeschichtlichen ,bedeutung1 noch seinen knstlerischen ,vorzgen entsprechend4 ,und doch lehrt keine andere ,tafel1 nicht einmal die ,taufe ,christi1 so bis in die ,nerven den ,maler ,verrocchio kennen als dieses mit beiendem ,hohn und mitleidigem ,spott berschttete ,bild4 ,maria1 bis zu den ,knieen sichtbar1 sitzt in felsiger ,landschaft mit dem ,kinde auf dem ,scho1 das die rmchen der ,mutter entgegenstreckt4 ,dies ,motiv ist schon von den plastischen ,madonnen des ,meisters her bekannt2 nur ist das ,kind hier auf dem ,schoe der ,mutter sitzend und unruhiger bewegt dargestellt4 ,im ,kopf der ,madonna finden wir alle ,merkmale verrocchiesker ,formengebung1 auch das anmutig sich von den feinen ,mundwinkeln her verbreitende ,lcheln wird nicht vermit4 ,das ,christkind in seiner drallen ,flle ist dem ,fischmnnchen stammverwandt4 ,mit dem ,reichtum seiner berschneidungen und der ,khnheit seiner ,verkrzungen legt dieser ,kinderkrper von einer ebenso kundigen wie sorgfltigen ,meisterhand ,zeugnis ab4 ,wenn trotzdem der erste ,eindruck der ,malerei kein unbedingt bestechender ist1 so liegt es1 hnlich wie bei der ,taufe ,christi1 an dem ,zustand der ,erhaltung4 ,das gelbliche ,incarnat mit den schweren braunen ,schatten strt4 ,wiederum heit es1 das ,gemlde sei unvollendet4 ,indessen meine ich1 da ebenfalls hier die ,lasuren abgerieben seien und nun die braune ,untermalung in den ,fleischpartien zu ,tage trete4 ,denn die ,einzelheiten sind hchst fein1 zierlich sauber3 das feinmaschige ,gewebe des bis unter die ,fe des ,kindes herabhngenden ,schleiers1 die ,sume am kirschroten ,gewand1 das ,muster auf den ,brokatrmeln mit den verschnrten ,senkeln1 das ,ornament auf der schweren ,holzscheibe1 die den ,heiligenschein der ,maria bildet4 ,in alle dem verrt sich der ,kunsthandwerker4 ,die hellen1 metallisch glnzenden ,farben weisen auf die ,taufe ,christi4 ,alles ist hell und khl wie auf den ,bildern der ,pollajuoli gehalten4 ,das gleiche kalte ,lichtblau des ,mantelfutters hier wie dort1 dasselbe orientalisch-bunte ,tuch1 das hier dem ,kinde um den ,leib gewunden ist1 dient dort dem ,tufling als ,lendentuch4 ,ein schwerer sthetischer ,vorwurf haftet an den ,hnden der ,berliner ,madonna mit den hlichen ,ngeln84 ,doch sind es genau dieselben kurz geschnittenen1 schwarz umrnderten ,ngel1 die man auch bei ,botticelli und den ,pollajuoli anstandslos hinzunehmen gewohnt ist4 ,die ,nagelpflege ist eine im ,quattrocento noch unbekannte ,toilettenkunst4 ,im brigen zeigt die in ihrer ganzen ,ausdehnung allein sichtbare linke ,hand der ,madonna alle ,merkmale des ,meisters3 das sichere ,zugreifen1 den mit plastischer ,schrfe erfaten ,umri1 das fein modellierte ,handgelenk1 die ,hautfalten am hochgebogenen ,daumenglied und das ,grbchen zwischen dem vierten und fnften ,finger4 ,diese ,hand hat die ,schule nicht oft genug wiederholen knnen1 sie findet man auch noch auf der ,anbetung der ,knige von ,leonardo in den ,uffizien4 ,illustration3 ,abb4 #fc4 ,maria mit dem ,kinde4 ,berlin1 ,knigl4 ,museen4 ,gemldegalerie4 ,die ,landschaft verwendet ,elemente1 die auf der ,taufe ,christi sich wiederholen4 ,der ,felsblock dort ist von der rechten auf die linke ,seite gerckt1 und das ,stckchen bergigen ,landes mit dem buschartigen ,baumwuchs1 das unter dem erhobenen ,arm des ,tufers erscheint1 wird selbst mit der ,einzelheit des hornfrmig ausgezackten ,berges auch auf der ,madonna wiedererkannt4 ,doch mu man sich frei machen von dem ,vorurteil1 in ,verrocchio den ,stimmungsdichter der ,landschaft zu sehen1 der erst mit ,leonardo aufgetreten ist4 ,die ,landschaft hat nur sekundre ,bedeutung in der ,kunst unseres ,meisters4 ,es fllt ihm nicht ein1 etwa durch ,staffage das ,interesse an dem ,landschaftlichen zu steigern4 ,sie soll nur den ,hintergrund beleben4 ,bei nherem ,zusehen merkt man allerdings1 wie wahr ,verrocchio auch im ,nebenschlichen bleibt4 ,weich und luftig hlt er die ,ferne1 den ,umri lt er in der ,luft verflimmern1 in jener strahlenden italienischen ,luft1 die unbestimmte ,formen nicht duldet2 plastisch und bestimmt wird er nach dem ,vordergrunde zu1 und doch tritt da noch alles diskret zurck gegen das starke ,relief des ,figrlichen1 das sich ungeschmlert behauptet4 ,nur fr das zarte ,ineinandergleiten der ,grnde fehlt ihm die ,nancierung der ,farbe und mithin auch wohl die ,reife der ,beobachtung4 ,mit dem ,herzen ist er bei der neuen ,landschafter-,richtung1 die mit dem unwahr bereinander gebauten ,kulissensystem aus dem ,trecento gebrochen hat4 ,seine ,eigenart bewahrt ihn indessen davor1 die stereotyp wiederkehrende ,arnoebene auch seinerseits fr sich zu entdecken und sie mit der ,treue des ,portrtisten zu konterfeien4 ,illustration3 ,abb4 #fd4 ,maria mit dem ,kinde4 ,frankfurt a4 ,m41 ,sammlung des ,herrn ,h4 von ,mumm4 ,im ,motiv geht das ,gemlde auf ,fra ,filippos sogenanntes ,vierfigurenbild in den ,uffizien zurck4 ,gleichwohl hielt sich ,verrocchio von jeder unfreien ,nachahmung fern4 ,seinen ,madonnentypus hat er ebenfalls aus dem des ,frate entwickelt4 ,die ,lngen- und ,breitenverhltnisse der ,kpfe zeigen auffllige ,verwandtschaft bei den beiden ,malern4 ,auch ,nebenschlichkeiten sind aus der sehr weltlich angehauchten ,kunst des ,dominikaners von ,verrocchio bernommen worden3 die fast geknstelte ,anordnung des ,schleiertuches mit der hornartigen ,verzierung1 die ,vorliebe fr ,schmuck und ,edelsteine4 ,ihn deswegen zu einem ,schler des ,fra ,filippo zu machen1 geht nicht an1 weil seine malerische ,ausdrucksweise1 seine ,technik vllig von der des alten ,lippi verschieden ist4 ,soll ein ,lehrmeister in der ,malerei fr ,verrocchio namhaft gemacht werden1 so wte ich keinen besseren als ,alesso ,baldovinetti vorzuschlagen1 den gewiegten ,experimentator1 bei dem auch die ,pollajuoli in die ,schule gegangen sind4 ,damit wrde sich denn der ,starrsinn erklren1 mit dem eine gewisse ,gruppe von ,kunsthistorikern vor allen ,gemlden unseres ,meisters und seiner ,schule sich noch immer auf den ,namen ,pollajuolo steift4 ,damit wre auch das gerade in der ,werkstatt ,verrocchios beliebte ,motiv der thronenden ,madonna mit ,heiligen vor baumberragten ,schranken 7vgl4 die ,abb4 #b1 #ge7 auf seinen wahren ,ursprung zurckgefhrt4 ,eine ganze ,gruppe von ,madonnenbildern rckt in die unmittelbare ,nhe dieses ,originalwerkes4 ,am genauesten nimmt das ,motiv eine ,madonna auf1 die ,herr von ,mumm in ,frankfurt a4 ,m4 besitzt 7,abb4 #fd74 ,drei andere ,tafelbilder in ,berlin 7,abb4 #fe71 in ,london bei ,mr4 ,butler und im ,stdelschen ,institut zu ,frankfurt a4 ,m4 lehnen sich in der ,komposition eher an die ,marmormadonna des ,bargello an4 ,die abgesonderte ,stellung1 die wir 7,s4 #ed7 dem ,madonnenrelief des ,mr4 ,shaw zuwiesen1 nimmt unter den malerischen ,arbeiten die ,madonna mit den ,engeln in ,london ein 7,national ,gallery ,nr4 #bif1 ,abb4 #ff74 ,alle diese ,gemlde zeichnen sich durch gewissenhafte1 fast pedantische ,sauberkeit der ,technik aus2 ihre ,schwche besteht im ,seelischen4 ,sie haben etwas ,starres im ,ausdruck1 wie auch ihre ,falten und ihr ,kontur an metallische ,hrte streifen4 ,man pflegt diese ,madonnenbilder neuerdings dem ,francesco ,botticini zuzuteilen1 einem sorgfltig ausfhrenden1 aber wenig eigenartigen ,meister1 der1 ohne unmittelbar ,gehilfe des ,verrocchio zu sein1 ganz unter dem ,eindruck der ,arbeiten ,verrocchios steht4 ,botticini gehrt nun auch das schne ,altarbild in der ,akademie zu ,florenz an1 auf dem die ,erzengel den kleinen ,tobias mit dem sonderbaren ,augenbalsam zum kranken ,vater heimgeleiten 7,abb4 #fg74 ,das ,bild fr die ,kapelle des ,gino ,capponi in ,st4 ,spirito zu ,florenz gemalt1 trgt schon seit dem sechzehnten ,jahrhundert den gelufigeren ,namen ,botticelli2 man begreift1 wie leicht die ,verwechslung stattfinden konnte4 ,weniger begreiflich ist1 wie sich diese freie1 groartig feierliche ,komposition bei einem ,meister vorfindet1 der nirgends sonst ber die ,tradition und ber eine ngstliche ,symmetrie hinausgekommen ist4 ,wir werden dies nur dahin erklren knnen1 indem wir an ,verrocchios geistigem ,anteil festhalten und nur die malerische ,ausfhrung ,botticini zukommen lassen4 ,die ,wanderung des jungen ,tobias mit einem ,engel oder auch mit dreien ist vorherrschend1 wenn auch nicht ausschlielich fr das ,haus gemalt worden als ,empfehlung eines bestimmten ,jnglings in den himmlischen ,schutz8 7,burckhardt74 ,vielleicht darf man auf unserem ,bilde an den kleinen ,alessandro ,capponi denken1 den letztgeborenen der zehn ,kinder des ,gino und der ,maddalena1 der schon in jungen ,jahren nach ,lyon ging1 um dort die kaufmnnischen ,interessen der ,familie zu vertreten4 ,da stellten sie denn daheim in der ,familienkapelle sein ,bild auf1 wie er unter dem ,geleit der ,erzengel auf den rauhen ,pfaden der ,fremde des ,weges schreitet4 ,illustration3 ,abb4 #fe4 ,maria mit dem ,kinde4 ,berlin1 ,knigl4 ,museen4 ,gemldegalerie4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,der ,vorwurf bot alles1 was das ,herz eines ,malers aus der zweiten ,hlfte des ,quattrocento erfreuen konnte4 ,lauter junge1 anmutige ,gestalten4 ,die ,bewegung leicht und lebhaft1 die seelische ,verknpfung zart und innig1 die ,gewnder mannigfaltig und reich1 die ,landschaft lockend4 ,nicht ganz ist dieser ,reichtum von der ,kunst des ,malers erschpft worden4 ,geschickt wechselt die paarweise hnlichkeit der mnnlichen ,typen im ,michael und im ,tobias und der weiblichen bei ,raphael und ,gabriel ab2 aber die ,anmut ihrer ,gesichter hat etwas ,befangenes1 ,unfreies4 ,die ,hnde1 in denen so viel eingehendes ,studium verrocchioscher ,formengebung sich offenbart1 wiederholen sich mehrfach in ihren ,stellungen2 ein ,pentiment an den ,hnden der ,mittelgruppe zeigt1 wie sich der ,maler abgemht hat1 das leichte ,ineinandergreifen des ,engels und des noch scheuen ,knaben auszudrcken4 ,so frisch und lebhaft die beiden himmlischen ,flgelmnner vorwrts drngen1 in der ,mittelgruppe stockt die ,bewegung2 es ist1 als hinderten die sich zwischen seinen ,beinen stauchenden ,falten den ,erzengel am ,ausschreiten4 ,das ,stoffliche ist mit hchster ,sorgfalt behandelt und mit jener hellen ,freude am ,bunten1 ,glnzenden und ,prunkenden1 das den ,kostmbildern des ausgehenden ,quattrocento in besonderem ,mae zu eigen ist4 ,die ,faltengebung darf ein ,muster des von ,l4 ,b4 ,alberti ausdrcklich anempfohlenen bewegten ,beiwerkes8 genannt werden4 ,fr das unruhig zurckflatternde ,gewand des ,gabriel scheint die einst in den ,grten der ,medici befindliche1 jetzt im ersten ,korridor der ,uffizien aufgestellte antike ,pomona 7,nr4 #ge7 die ,motive hergegeben zu haben4 ,mit hingebender ,liebe sind die ,glanzlichter und ,spiegelungen auf den blanken ,wnden der ,rstung studiert2 die ,faust mit dem gewaltigen1 aus purpursamtener ,scheide gezogenen ,schwert spiegelt sich in dem ,brustpanzer wie auch die ,finger auf der blanken ,kugel widerglnzen1 die sie so zierlich halten4 ,alle ,sume1 ,halskrausen1 ,bnder1 ,verschnrungen1 ,schnallen und ,schlsser bekunden die ,hand1 die ,gefallen am ,zierlichen findet2 auch die ornamentiert gepunkteten ,heiligenscheine weisen darauf hin4 ,das ist nicht ,verrocchio selbst1 steht aber in allerengster ,beziehung zu ihm1 genau so wie der scharfe ,umri mit dem feinen ,lichtrande1 die in ihrer ,starrheit an die ,allongepercke erinnernde ,lockenpracht1 die ,spreizung des kleinen ,fingers und viele andere ,einzelheiten unaufhrlich an ihn erinnern4 ,vollends aber verrt sich ,francesco ,botticini in der ,landschaft mit ihrem stimmungsvollen ,tiefblick auf die ,fluebene4 ,sie gleicht genau der ,thallandschaft auf der groen ,krnung der ,maria in ,london 7,nr4 #aabf71 dem sogenannten ,matteo ,palmieri-,bilde1 das1 infolge einer hnlichen ,namensverwechslung wie unser ,tobiasbild1 ,sandro ,botticelli zugeschrieben wurde4 ,in dieser ,landschaft lebt ,baldovinettis ,vorbild fort1 dem ,verrocchio in den zweifellos ihm zugehrigen ,werken weit selbstndiger gegenber steht4 ,die ,blumen und ,stauden1 die auf dem felsigen ,pfad wachsen1 sind mit leonardesker ,naturtreue beobachtet4 ,die ,eidechse links auf dem ,gestein darf sich dieses ,vorzuges weniger rhmen4 ,vllig miglckt ist der zottige ,kter1 ein schnder ,nachkomme des ,hndleins81 das der biblische ,dichter dem ,reisenden zur ,seite gibt4 ,illustration3 ,abb4 #ff4 ,maria mit dem ,kinde und ,engeln4 ,london1 ,national ,gallery4 ,die getragene ,feierlichkeit der ,auffassung1 die von keinem ,schema eingeengte ,komposition1 auch der ,reiz der drunten liegenden ,landschaft machen immer wieder ihren ,zauber geltend1 wenn es sich um die knstlerische ,bewertung der ,tafel handelt4 ,unsere stilkritischen ,errterungen werden zur ,genge dargethan haben1 inwieweit diese ,wirkung mit ,verrocchios ,ruhm verknpft werden darf4 ,botticini ist nie mehr ein solches ,werk gelungen4 ,von ihm selbst haben wir eine ziemlich schwache1 einst fr die ,badia zu ,florenz bestimmte ,replik der ,mittelgruppe 7,florenz1 ,akademie72 eine zweite1 ungenauere und flchtigere1 auch in kleinerem ,mastab gehaltene besitzt die ,sammlung ,morelli zu ,bergamo4 ,der ,tobias in ,london 7,national ,gallery ,nr4 #gha1 ,abb4 #fh7 rhrt ersichtlich von derselben ,hand her1 wie die dort befindliche ,madonna mit ,engeln 7,abb4 #ff74 ,auch fr diese und alle davon abhngigen ,bilder kommt ,botticini in ,betracht2 diese ,schrfe und ,hrte einerseits1 diese ,slichkeit andererseits darf man bei ,verrocchio nicht suchen4 ,von der ,berhmtheit der ,tafel bringt schlielich der ,stich in ,paris 7,abb4 #fi7 ,kunde1 von dem nur der rechte ,teil mit dem hl4 ,gabriel sich erhalten hat1 der aber sicher die ganze ,komposition reproduzierte1 wie das von ,tobias hineinschneidende ,mantelendchen beweist4 ,sein ,autor1 der ,gruppe der ,baldinistecher zugehrig1 fhrt den ,namen des ,meisters der feinen ,manier4 ,der ,kreis der ,malereien1 die mit ,verrocchio im ,zusammenhang stehen1 ist damit noch nicht geschlossen1 doch steht das1 dessen ,betrachtung etwa noch brig bliebe1 in zu losem ,zusammenhang mit der eigenen meisterlichen ,hand1 um hier weiteren ,raum in ,anspruch zu nehmen4 ,dem ,gegenstande nach fallen darunter am meisten ein paar ,frauenkpfe in ,berlin und in ,wien auf4 ,aus dem ,memorandum des ,tommaso erfahren wir1 da ,andrea fr ,lorenzo de' ,medici das ,bildnis der ,lucrezia de' ,donati gemalt habe1 der zu ,ehren ,lorenzo #adfi das von ,pulci besungene ,turnier veranstaltete4 ,das ,berliner ,bildnis 7,abb4 #gj7 mit der ebenso drohenden wie verlockenden ,inschrift3 ,rhr mich nicht an8 auf der ,vorderseite und der hoffnungslosen ,liebesklage auf der ,rckseite3 ,kaum ich's besessen1 mut' ich's auch beweinen8 bietet sich allerdings zu der ,vermutung an1 hier sei ,lorenzos ,geliebte von ,verrocchios ,hand gemalt erhalten4 ,ein zarter ,liebesroman scheint sich von einem ,spruch zum anderen herberzuweben4 ,aber das ,gemlde selbst trgt1 wie ich meine1 so deutlich alle ,spuren der jugendlichen ,hand des ,lorenzo di ,credi1 die mit der glatten ,technik eines ,emailmalers wetteifert1 da sich die ,phantasie von dem schmachtenden und gequlten ,prchen darber verflchtigen mu4 ,nicht minder halte ich das ,wiener ,frauenbildnis beim ,frsten ,liechtenstein 7,abb4 #bj7 fr das ,werk eines ,verrocchio-,schlers und zwar keines geringeren als des ,leonardo da ,vinci 7vgl4 auch ,s4 #df74 ,illustration3 ,abb4 #fg4 ,die ,reise des ,tobias4 ,florenz1 ,akademie4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 99 99 99 99 99 ,die ansehnliche ,masse angeblicher ,zeichnungen des ,meisters steht leider in umgekehrtem ,verhltnis zu der ,anzahl der eigenhndig ausgefhrten ,bltter4 ,man darf diese zu den grten ,seltenheiten rechnen1 wie sie auch knstlerisch den ersten ,platz nach den unerreichbaren ,handzeichnungen des ,leonardo einnehmen4 ,wer etwa in ihnen sogenannte ,bildhauerzeichnungen1 flchtig nur die groen ,linien einer ,komposition festlegende ,umrisse vermutet1 wird erstaunt sein ber die ungemessene ,sorgfalt1 die eingehende ,durcharbeitung1 den bei allem ,schwung der ,empfindung sauberen ,strich4 ,zwar fehlt es auch nicht an schnellen ,notizen eines ,bewegungsmotives1 aber dann zieht die ,feder die selben zarten und bestimmten ,linien1 die in den ausgefhrten ,studienblttern der ,kohlestift hinmalt4 ,leider sind gerade einige der schnsten ,zeichnungen von unerfahrener spterer ,hand bergangen worden1 so da viele ,feinheiten fr immer verloren sind1 und nur fr den einsichtsvoll ,prfenden noch der ,schimmer einstiger ,schnheit aufglnzt4 ,illustration3 ,abb4 #fh4 ,die ,reise des ,tobias4 ,london1 ,national ,gallery4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,derartige ,verunstaltungen trben den ,eindruck jener ,kreidezeichnung in den ,uffizien mit dem abwrts blickenden ,engelskopf1 von dem die ,forschung auszugehen hat 7,abb4 #ga74 ,ein ,ri durch die linke ,seite1 ein zugeflicktes ,loch auf der ,wange1 grobe ,schraffierungen1 unverstandene ,hinzufgung der ,augenwimpern1 schwerflliges ,nachziehen der leicht und frei vom ,scheitel herab sich kruselnden ,locken1 die ,durchlochung der ,umrisse zum ,zweck der ,pause -- alle diese ,unbilden von spterer ,hand schdigen wohl das ,blatt aufs empfindlichste1 haben aber doch nicht an den ,zauber rhren knnen1 der geheimnisvoll und schwer in ,worten zu deuten ber den ,formen dieses ,knabenkopfes liegt4 ,alles hier ist ,liebreiz und ,unschuld3 der halb ber dem biegsamen ,nacken geneigte ,lockenkopf1 die niedergeschlagenen ,augen1 die hohe reine ,stirn1 der schn bewegte ,mund4 ,eigentmlich rhrend wirkt dies noch nicht entfaltete ,leben1 diese noch geschlossene ,seelenknospe4 ,ein warmer ,sonnenstrahl1 ein erster ,triumph1 ein ,bewutwerden verborgener ,lebenskraft -- und das ,lcheln des jungen ,david blitzt auch ber diese noch traumumfangenen ,kinderzge4 ,der anschmiegenden ,weichheit des ,haares auf dem ,scheitel1 seinem zierlichen ,gekrusel um ,kopf und ,nacken1 dem schn geschwungenen ,rund der ,augenknochen1 den zarten ,formen des ,stumpfnschens1 dem falterhaft ber das breit angelegte ,gesicht hin- und herschwankenden ,lichterspiel mit seinen durchleuchteten ,schatten folgt das ,auge mit ,entzcken4 ,es liegt verlockend nah1 in diesem ,kopf eine ,studie zu dem einen der beiden knieenden ,engel auf dem ,bilde mit der ,taufe ,christi erkennen zu wollen1 um so mehr als die ,zeichnung die ,lcher der ,pause trgt4 ,aber abgesehen davon1 da diese ,durchlochung roh und ungeschickt ist und daher keinesfalls von ,verrocchio vorgenommen wurde1 bleibt auch die hnlichkeit zwischen ,zeichnung und ,bild beschrnkt4 ,verwandt1 aber weniger bestimmt in der ,formengebung und schon ans ,sliche streifend ist ein aufwrts blickender hnlicher ,kopf im ,besitz von ,herrn ,a4 von ,beckerath in ,berlin 7,abb4 #gb74 ,in der ,auffassung und ,formengebung zeigt er nahe ,beziehung zu dem ,engel auf der ,madonna in ,london 7,abb4 #ff71 die noch verstrkt wird dadurch1 da auf der ,rckseite des ,blattes1 leider dicht unter dem ,mund abgeschnitten1 die ,studie zum ,kopf des ,engels auf der ,gegenseite des gleichen ,bildes erhalten ist4 ,ein groer weiblicher ,kopf1 der mit der ,malcolm ,collection in das ,britische ,museum zu ,london gekommen ist1 erinnert in allen ,eigenheiten so auffllig an den ,engelskopf der ,uffizien1 da zweifelsohne auch in ihm eine ,zeichnung ,verrocchios vor uns liegt 7,abb4 #gc74 ,und zwar seine schnste1 wie man wohl hinzusetzen darf4 ,dieselbe ,technik -- schwarze ,kreide auf weiem1 leicht geripptem ,papier -- das gleiche breite ,oval mit der hohen ,stirn1 die gleiche ,neigung des ,kopfes mit den gesenkten ,lidern1 der gleiche1 noch traumhaft verschlossene ,liebreiz im ,ausdruck4 ,leider auch die gleiche ,erhaltung mit rohen berarbeitungen4 ,die ,haare sind bergangen1 die ,umrisse verstrkt1 die ,schatten teilweise geschwrzt4 ,illustration3 ,abb4 #fi4 ,meister der sogenannten feinen ,manier4 ,gabriel4 ,kupferstich4 ,paris1 ,bibliothque ,nationale4 ,vasari rhmt einige ,frauenkpfe mit schnem ,ausdruck und reicher ,haartracht1 die1 ihrer ,schnheit wegen1 ,leonardo da ,vinci immer nachahmte84 ,wer mchte daran zweifeln1 da wir in der ,londoner ,zeichnung einen dieser ,kpfe besitzen8 ,denn gerade der ,haarputz hat den ,knstler hier besonders beschftigt4 ,die ,freude an allerhand modischem ,zierat1 die sich in ,florenz seit der ,mitte des fnfzehnten ,jahrhunderts beobachten lt1 erstreckte sich auch auf die ,haartracht4 ,das ,haar1 um den ,reiz der damals geschtzten hohen ,frauenstirn zu steigern1 wird scharf aus dem ,gesicht gekmmt1 hinter die ,ohren gestrichen und1 mannigfach verflochten und verschnrt1 auf dem ,hinterkopf in ein seidenes ,mtzchen gesteckt1 dessen ,zipfel die ,ohren bedecken4 ,so schauen fast alle die schnen ,florentinerinnen aus1 die ,domenico ,veneziano gemalt hat oder die in den sog4 ,desideriobsten erhalten sind4 ,das ganze ,gesicht bleibt von jedem ,haarschmuck frei1 sogar die ,augenbrauen und die ,wimpern werden rasiert und mit ,pincetten herausgerissen4 ,die ganze ,masse des ,haares dient als ,schmuck ausschlielich des ,hinterkopfes4 ,um #adgj ndert sich diese ,mode4 ,das ,mtzchen gibt die ,haare an den ,schlfen frei1 die nun zierlich in ,locken aufgesteckt oder in losen ,strhnen herabhngend die ,ohren bedecken4 ,illustration3 ,abb4 #gj4 ,lorenzo di ,credi4 ,mdchenbildnis4 ,berlin1 ,knigl4 ,museen4 ,gemldegalerie4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,so trgt die ,frau auf der ,zeichnung in ,london das ,haar4 ,die ,zpfe1 ineinander verschlungen und verknotet1 sind mit ihren feinen1 dnnen ,enden auf der ,hhe des ,scheitels gesammelt und dort von einer ,agraffe zusammengehalten2 ber die ,schlfen und die ,ohren fallen sie locker und wellig auf die ,schultern herab4 ,kein ,wunder1 da ,leonardo derartiges zum ,vorbild nahm4 ,wir hren1 wie er die ,frisur wissenschaftlich zu ergrnden suchte4 ,aus den ,strudeln1 die ein ,wasser mit starkem ,geflle um eingerammte ,pflcke bildet1 entnahm seine ,phantasie ,anregung zu neuen ,haartrachten4 ,durch ,analogieschlu erkannte ,leonardo die ,gesetze1 nach denen sich die ,haare ordnen lieen2 sind doch auch die sprachlichen ,bezeichnungen alle von den ,eigenschaften des ,wassers herbergenommen4 ,so weit ging ,verrocchio nicht2 aber man sieht ihn auch hier als ,vorlufer und ,bahnbrecher1 wenn auch nicht als ,pfadfinder4 ,und noch ein zweites bewunderte ,leonardo an diesen ,kpfen3 die ,schnheit des ,ausdrucks4 ,die ,formen sind nicht schlank noch fein2 das zart ,nervse leonardesker ,schnheiten wird man vergebens suchen4 ,sie besitzen eine gesunde ,frische4 ,aber wie auf jenem ,engelskopf der ,uffizien klingt die ,melodie dieser ,seele leis und gedmpft4 ,etwas ,verschleiertes liegt ber diesem ,frauenwesen4 ,das ,trumerische1 das so rhrend aus den niedergeschlagenen ,augen blickt1 der ,adel reiner ,weiblichkeit1 der von dieser ,stirn glnzt -- das nahm ,leonardo gefangen4 ,er1 der selbst aus vornehmer ,familie stammte1 fhlte sich hier von verwandtem ,geiste angesprochen4 ,und nie mehr hat ihn die ,erinnerung an solche ,gestalten seines ,lehrers verlassen4 ,in einigen seiner frhen ,madonnen wirkt sie mit besonderer ,lebhaftigkeit nach4 ,die eingehende ,sorgfalt1 die ,verrocchio auf das ,studium des ,kinderkrpers verwandte1 besttigt ein beiderseits benutztes ,blatt im ,louvre1 das von ,morelli zu verdienten ,ehren gebracht worden ist4 ,es zeigt auf beiden ,seiten rasche ,federzeichnungen von nackten ,knaben jugendlichsten ,alters in den verschiedensten ,stellungen4 ,stehend1 sitzend1 liegend1 laufend1 von vorn1 von rckwrts mit heraufgezogenem ,bein1 mit erhobenem ,arm -- immer aufs neue mht sich der ,meister seinem rundlichen1 lockigen ,modell gegenber1 das wir schon im ,fischmnnchen und im ,jesusknaben der ,terracottamadonna kennen lernten4 ,es sind schnell erhaschte ,motive1 wie es die ,unruhe der ,kleinen notwendig machte1 nur ,bewegungsnotizen1 notations du geste enfantin4 ,namentlich die durch das angezogene ,bein in der ,vorderansicht entstehenden ,verkrzungen beschftigen den sorgsamen ,meister4 ,alles ist nur flchtig angedeutet2 der ,strich von ungleicher ,strke1 bald krftig und dick1 bald zart und leicht1 bald voll spielender ,anmut1 bald zitterig wie in nervser ,hast4 ,immer aber behauptet sich die ,herrschaft ber die ,form4 ,auf der ,rckseite 7,abb4 #gd7 hat ein ,zeitgenosse in etwas holperigen ,hexametern einen ,lobspruch auf den ,meister ,varochius8 gedichtet1 wodurch die ,zeichnung berflssigerweise auch noch dokumentarisch gesichert erscheint4 ,illustration3 ,abb4 #ga4 ,abwrts blickender ,engelskopf4 ,kreidezeichnung4 ,florenz1 ,uffizien4 ,die ,formenschrift dieses ,blattes mu fest im ,auge behalten werden1 um den ,hauptstock angeblicher ,zeichnungen ,verrocchios als ,arbeit eines bestimmten ,schlers aus dem ,werke des ,meisters ein fr alle ,mal auszuschalten4 ,die fnfundzwanzig ,blatt ,federzeichnungen1 die jetzt in ,paris 7#ab71 ,chantilly 7#h71 ,dijon 7#a71 ,london 7#b71 ,berlin 7#a7 und ,hamburg 7#a7 zerstreut sind1 bildeten einst1 wie ,mae1 ,art des ,papiers und ,wasserzeichen andeuten1 ein ,konvolut1 das sog4 ,skizzenbuch des ,verrocchio4 ,die berwiegende ,anzahl der vormals in ,paris angesammelten ,bltter legt die ,vermutung nahe1 da sich das ,ganze1 leider an den ,rndern beschnitten1 einst in franzsischem ,privatbesitz befand und erst im neunzehnten ,jahrhundert auseinander genommen und versprengt wurde4 ,die ,bltter sind beiderseits mit ,federzeichnungen bedeckt und enthalten auerdem zahlreiche ,briefentwrfe und ricordi4 ,die dargestellten ,gegenstnde wechseln in grter ,mannigfaltigkeit ab4 ,durchgehende ,kompositionsideen tauchen auf3 eine ,grabkapelle1 ein immer neugewandeltes ,madonnenmotiv1 sitzend mit dem ,kinde auf dem ,scho1 anbetend vor dem ,jesusknaben1 thronend von einem ,engel verehrt1 eine ,auferstehung ,christi1 ,heiligenfiguren1 einzeln und zu ,gruppen vereinigt2 dann wieder ,reiter- und ,pferdestudien1 junge ,stutzer im modischen ,kostm mit ,hunden an der ,koppel1 zwei ,fabinder1 ein ,wappenschild und nackte ,putten4 ,manches erinnert an bestimmte ,vorbilder3 ein ,aktstudium nach ,verrocchios ,david1 eines der ,pferde nach dem antiken ,viergespann auf dem ,dach von ,san ,marco zu ,venedig1 ein ,herkules mit dem ,lwenfell nach ,antonio del ,pollajuolo1 ein ,seekentaur mit einem ,weibe nach ,riccio4 ,sollte ,verrocchio sich selbst und andere kopiert haben8 ,sieht man nher zu1 so erstaunt man ber die grobe und unsichere ,hand1 die hier die ,feder gefhrt hat4 ,und abermals3 das sollte ,verrocchio gezeichnet haben1 noch dazu kurz vor seinem ,tode1 wie das gelegentlich notierte ,datum #adhg und die ,reminiscenzen an venezianische ,kunstwerke beweisen8 ,kein ,zweifel1 da wir einen zeichnenden ,bildhauer vor uns sehen1 aber dieser in den grundlegenden ,krperverhltnissen unsicher ,tastende ist nimmermehr der formgewandte ,meister des ,louvreblattes4 ,illustration3 ,abb4 #gb4 ,aufwrts blickender ,engelskopf4 ,kreidezeichnung4 ,berlin1 ,sammlung des ,herrn ,a4 von ,beckerath4 ,illustration3 ,abb4 #gc4 ,weiblicher ,kopf4 ,kreidezeichnung4 ,london1 ,british ,museum4 ,auf den ,verfertiger dieser hchst fragwrdigen ,leistungen fhrt sicherer noch als die stilkritische ,analyse ,inhalt und ,buchstabenform der handschriftlichen ,aufzeichnungen4 ,wir finden da 7auf dem ,hamburger ,blatte7 die ,notiz von zwei ,putten wie jener des ,andrea del ,verrocchio81 was doch keinesfalls ,andrea selbst so verzeichnet haben wird4 ,die ,handschrift selbst weist schlagende hnlichkeit mit der 7bei ,pini faksimilierten7 des ,francesco di ,simone auf4 ,seine engen ,beziehungen zu ,verrocchio haben wir schon berhrt2 wir wissen ferner1 da er in ,venedig gearbeitet hat und zwar eine ,kapelle in ,s4 ,giobbe1 und endlich enthlt das ,skizzenbuch das genaue ,studium des segnenden ,christuskindes1 das ,francesco am ,tabernakel der ,chiesa di ,monteluce bei ,perugia 7s4 ,s4 #dg7 ausgefhrt hat4 ,nun erklren sich auch die ,kopien und die ,unselbstndigkeiten1 die einem ,meister wie ,andrea nicht zugemutet werden drfen4 ,was man gegen ,francescos ,autorschaft angefhrt hat1 da nmlich in den ,randnotizen ein ,sohn gleichen ,namens erwhnt wird1 whrend die ,shne andere ,namen fhrten1 beruht hchst wahrscheinlich auf einem ,lesefehler4 ,so ist denn alles beisammen1 um1 wie ,morelli zuerst gethan1 in dem ,skizzenbuch die ,arbeit eines schwachen ,schlers8 nachzuweisen1 der eben jener ,francesco di ,simone ist4 ,mit der ,preisgabe dieser ,bltter werden die ,zeichnungen des ,verrocchio auf jene drei oder vier beschrnkt1 deren ,qualitt dem ,ruhme des ,meisters mehr zu statten kommt1 als es die ,quantitt der anderen jemals vermocht htte4 ,illustration3 ,abb4 #gd4 ,kinderstudien4 ,federzeichnung4 ,paris1 ,louvre4 7,nach einer ,photographie1 die ,mr4 ,jean ,guiffrey in ,paris freundlichst zur ,verfgung stellte47 ,,xv4 el chiaro fonte de humanitade e innata gentileza che ala pictura et ala sculptura e un ponte sopra del quale se passa cum destrezza l'alto ,andrea del ,verrocchio444 ,mit diesen ,versen hat ,giovanni ,santi in seiner fleiigen ,reimchronik das ,lob des hohen8 ,meisters verkndet4 ,und was er an ihm zu rhmen fand1 zeugt von besserer ,einsicht und lebendigerem ,kunstgefhl1 als der konventionelle ,vergleich mit ,lysipp und ,phidias1 zu dem die antiquarische ,gelehrsamkeit des ,ugolino ,verino sich aufgeschwungen hat4 ,aber in ,einem stimmen die beiden ,lobredner berein4 ,eine ,brcke1 die sicher hinberfhrt in das gelobte ,land der ,knste nennt ihn ,giovanni ,santi1 und ,ugolino spricht von dem ,quell1 aus dem sie alle1 deren ,namen durch die tyrrhenischen ,stdte fliegt81 ihr ,knnen geschpft haben4 ,hher noch als seine ,werke scheinen die ,zeitgenossen seine ,lehrthtigkeit angeschlagen zu haben4 ,und wenn es auch eine emphatische bertreibung ist1 da1 um in einem ,gleichnis der ,zeit zu reden1 aus ,verrocchios ,werkstatt mehr ,schler hervorgegangen sind als ,krieger aus dem ,bauch des trojanischen ,pferdes1 sein ,vorbild und seine ,lehre haben tiefe ,spuren hinterlassen und auf die ,entwickelung der florentiner ,kunst nachhaltig eingewirkt4 ,das ,wort ,schler8 darf dabei nicht allzu eng gefat werden1 liegt doch in dem direkten knstlerischen ,nachwuchs nur der kleinere ,ruhm der ,verrocchio-,werkstatt beschlossen4 ,wobei allerdings1 wie fast berall und immer1 von dem einzigen ,leonardo abzusehen ist4 ,unter diesen ,schlern hat ,lorenzo di ,credi 7#adei-aecg7 dem ,herzen des ,meisters am nchsten gestanden4 ,mehr als irgend ein anderer durfte ihm ,lorenzo zur ,hand gehen4 ,kontraktlich von ,verrocchio bernommene ,arbeiten erhlt ,credi zur selbstndigen ,ausfhrung4 ,als ,andrea in ,venedig weilt1 besucht er ihn mehrmals und stattet eingehende ,werkstattsberichte ab4 ,credi erbt die gesamte knstlerische ,hinterlassenschaft und er fhrt die ,leiche des toten ,meisters aus der ,lagunenstadt in die ,gruft von ,san ,ambrogio4 ,von der ,goldschmiedekunst1 genau wie sein ,meister1 kam ,lorenzo in die ,werkstatt des ,knstlers gerade zu der ,zeit1 als ,andrea per un suo cosi fatto umore81 wie ,vasari naiv sagt1 sich der ,malerei zuneigte4 ,wir wissen neuerdings aus ,dokumenten1 da ,verrocchio ,verpflichtungen mit der ,dombehrde in ,pistoja eingegangen war1 fr das ,oratorium der ,vergine di ,piazza ein ,gemlde zu liefern2 #adhe wird nun die ,behrde vorstellig1 das seit mehr als sechs ,jahren dem ,vernehmen nach nicht ganz vollendete ,bild zu ,ende zu fhren und aus ,verrocchios ,werkstatt an seinen ,bestimmungsort bringen zu lassen4 ,dort1 in dem inzwischen zur ,sakramentskapelle umgewandelten ,oratorium1 befindet sich die ,malerei noch heutigen ,tages als ,werk des ,lorenzo di ,credi 7,abb4 #ge74 ,das ist auch zweifelsohne der ,name1 der vor dem ,bilde ausgesprochen werden mu4 ,wie fr das ,forteguerrimonument1 so hat ,verrocchio fr das ,pistojeser ,dombild nur die knstlerische ,verantwortung auf sich genommen1 alles andere aber ,credi berlassen4 ,und vielleicht haben gerade die ,arbeiten an jenem ,grabmal den jungen ,maler von der ,vollendung des ,bildes abgehalten1 so da mehr als sechs ,jahre spter8 die behrdliche ,erinnerung erfolgen mute4 ,es ist nichts mit der ,annahme gewonnen1 ,verrocchio habe ,lorenzo den ,entwurf1 die ,komposition gegeben4 ,das ,schema der thronenden ,madonna mit ,heiligen vor ,marmorschranken ist das in des ,meisters ,werkstatt bliche4 ,die ,ausfhrung zeigt in jedem ,pinselstrich die peinlich saubere1 hier noch jugendlich zimperliche ,hand ,credis4 ,mit aller ,zierlichkeit rundet sie die ,formen und vertreibt die ,farben bis zu emailartiger ,gltte4 ,die ,architektur ist so wohl verstanden wie die ,landschaft gefllig4 ,verrocchios ,formengebung ist bis in ,kleinigkeiten nachgebildet1 aber alles ist nchterner1 hausbackener1 ohne ,schwung4 ,auch die ,farben sind die von ,verrocchio bekannten3 ein scharfes ,blau1 ein tiefes ,weinrot1 ein kaltes ,lila mit ,gelb4 ,die geduldigen ,finger des ,goldschmieds haben diesen persischen ,teppich gemalt4 ,nicht minder zeugt die ,erhaltung der ,tafel von der ,sorgfalt der ,ausfhrung4 ,an ,leonardo1 den ,werkstattsgenossen1 erinnert die ,art1 wie ,bume und ,bltter dunkel vor hellem ,grunde silhouettiert sind4 ,auch deutet eine erhaltene ,studie in ,form und ,technik -- ,silberstift auf rtlich grundiertem ,papier -- unabweislich auf ,credi3 die im ,louvre bewahrte ,zeichnung zum hl4 ,johannes dem ,tufer links4 ,eine im ,dresdener ,kupferstichkabinet befindliche schne1 doch berarbeitete ,madonnenstudie lt sich wohl ebenfalls am besten mit ,credi und der ,madonna auf diesem ,erstlingswerke in ,beziehung setzen 7,abb4 #gf74 ,die ,madonna mit dem hl4 ,leonardus und dem hl4 ,julian 787 im ,museum zu ,neapel 7,abb4 #gg7 steht auf der gleichen ,stilstufe und teilt1 bei geringerer ,erhaltung1 alle ,eigenschaften des ,pistojeser ,bildes4 ,credi hat spterhin noch mehrfach von diesem in der ,verrocchio-,werkstatt blichen ,kompositionsschema ,gebrauch gemacht4 ,auch in seinen ,gestalten sprt man bis an sein sptes ,lebensende die unauslschliche ,erinnerung an seinen ,meister4 ,credis ,kinderfiguren hngen alle von ,verrocchios ,vorbild ab4 ,in einem sorgfltig durchgefhrten ,bilde der benden ,magdalena im ,berliner ,museum bertrgt er eine gelegentliche1 durch besonders feine ,bemalung ausgezeichnete ,statuette ,verrocchios1 ebenfalls im ,berliner ,museum 7,abb4 #gh7 ohne wesentliche nderung auf die ,holztafel4 ,auffallend bleibt1 da ,credi selbstndige plastische ,arbeiten nicht unternommen hat4 ,da er die ntigen ,vorkenntnisse dazu besa1 wissen wir aus dem ,munde seines ,meisters selbst4 ,mit einiger ,sicherheit haben wir ja auch in ,credi den ,leiter der ,marmorwerkstatt in ,pistoja zur ,zeit der ,errichtung des ,forteguerri-,grabmals vermuten knnen4 ,indessen war nichts ,rhmliches von seiner ,thtigkeit dort zu vermelden4 ,hat er spter nochmals zu ,hammer und ,meiel gegriffen1 so vielleicht um das #adid datierte ,wappenschild mit den beiden ,engeln im groen ,saale des ,stadthauses von ,pistoja zu meieln 7,abb4 #gi71 eine ,arbeit1 die beraus deutliche ,beziehungen zur ,schule des ,verrocchio zeigt und in der ,sauberkeit der ,marmorbehandlung wie in dem gelegentlichen ,ungeschick der ,komposition sehr wohl den ausfhrenden ,knstler des ,grabmales im nahen ,dom vermuten lt4 ,illustration3 ,abb4 #ge4 ,lorenzo di ,credi4 ,madonna mit ,johannes dem ,tufer und dem hl4 ,zeno4 ,pistoja1 ,dom4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,was mag ,verrocchio zu diesem fleiigen1 aber knstlerisch unergiebigen ,talent1 zu diesem ,stern mit erborgtem ,licht gezogen haben8 ,war es jene lautere ,quelle von ,herzensgte und zarter ,empfindung81 die ,giovanni ,santi rhmt8 ,oder die ,anhnglichkeit1 ,verehrung und ,treue1 die hier wie fters das kleinere ,talent dem geliebten ,meister bewhrte8 ,was ,menschliches die zwei verbunden haben knnte1 ist tief versunken im ,schweigen der ,geschichte2 nicht einmal eine jener wohlfeilen ,knstleranekdoten spielt mit unsicherem ,licht ber die beiden ,gestalten hinweg4 ,nur das1 was sie knstlerisch einte1 kann noch erkannt werden4 ,und da wiederholt sich die ,erfahrung1 da dem groen ,meister der gewissenhafte ,handlanger oft nher steht als der geniale ,schler4 ,gerade die handwerkliche ,seite der ,kunstbung1 die technische ,fertigkeit1 auf die ,verrocchio so hohen ,wert legte1 wute ,credi sich mit einer ans ,pedantische grenzenden ,sorgfalt anzueignen4 ,vasari1 der ,credi noch persnlich gekannt hat1 erzhlt1 wie kaum grere ,bilder von seiner ,staffelei kamen1 da schon die kleineren ihm grenzenlose ,mhe bereiteten4 ,auf ,verrocchios technische ,experimente mu er ein aufmerksames ,auge gehabt haben2 bis in seine ,reifezeit war er bemht1 die ,dauerhaftigkeit und den ,schmelz seiner ,farben stetig zu erhhen4 ,dies ist ihm denn auch in hherem ,grade gelungen1 als die ,erzeugnisse seines ,pinsels es unbedingt wnschenswert erscheinen lassen4 ,wie er selbst1 erst #aecg1 an ,altersschwche gestorben1 so ist auch seine ,kunst1 der man nirgends das ,cinquecento anmerkt1 an ,altersschwche zu ,grunde gegangen4 ,sein ,ruhm besteht in seinem ,verhltnis zu ,verrocchio1 in seiner ,ergebenheit1 die unbedingt war wie seine ,zuverlssigkeit4 ,illustration3 ,abb4 #gf4 ,lorenzo di ,credi4 ,madonnenstudie4 ,silberstiftzeichnung4 ,dresden1 ,kupferstich-,kabinett4 ,genau so gering ist die ,originalitt des ,francesco di ,simone1 dessen ,spuren wir so oft im ,werke des ,verrocchio getroffen haben4 ,um ein geringes an ,jahren jnger als ,verrocchio hat ,francesco nicht seine ,lehrzeit in der ,werkstatt ,andreas durchgemacht4 ,sein ,hauptwerk1 das ,marmorgrab des ,rechtsgelehrten ,tartagni in ,san ,domenico zu ,bologna 7#adgg2 ,abb4 #dd71 ist im ,aufbau und in der ,ornamentik von ,desiderio abhngig1 im ,figrlichen und in der ,faltengebung zeigt es das ,vorbild des ,verrocchio bis zur ,unselbstndigkeit und mit fast allen ,fehlern1 denen der bereifrige ,nachahmer nie entgeht4 ,die ,arbeit ist sauber und gewissenhaft bis zur ,kleinlichkeit4 ,von ,erfindung kann kaum gesprochen werden1 und die ornamentale berladenheit bekundet keinen feineren ,geschmack4 ,dieselben ,mngel beeintrchtigen auch die brigen ,arbeiten des ,bildhauers1 dessen ,verbindung mit ,verrocchio persnlich und knstlerisch lockerer gewesen ist als das ,verhltnis zu ,credi4 ,illustration3 ,abb4 #gg4 ,lorenzo di ,credi4 ,madonna mit zwei ,heiligen4 ,neapel1 ,museum4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebrder ,alinari in ,florenz47 ,die ,arbeiten in gebranntem ,thon1 die von der ,hand des ,agnolo di ,polo berall in ,florenz zu sehen waren1 knnen wir1 vielleicht der ,unbestndigkeit ihres ,materials wegen1 nicht mehr nachweisen4 ,einigen ,ersatz indessen1 um ,verrocchios ,nachwirkung auf diesem fr ,florenz ganz eigentmlichen ,gebiet plastischer ,kunst zu beobachten1 bietet eine bestimmte ,gruppe von ,robbia-,arbeiten4 ,madonnen in bauschigem ,gewand und ,mantel1 das ,christkind auf einem ,kissen neben sich1 umflogen von den ,engeln des ,forteguerri-,grabes1 ,wiederholungen ganzer ,kompositionen ,verrocchios1 der ,taufe ,christi1 der ,enthauptung des ,johannes1 des ,thomas-,wunders1 ,putten1 die denen des ,verrocchio blutsverwandt sind1 werden in dieser ,kategorie angetroffen4 ,kunstgeschichtlich fhren sie in das ,atelier des letzten der drei ,robbia-,meister1 ,giovannis1 und sprechen eher fr die ,beliebtheit der benutzten ,originale als da sie die ,erfindungsarmut des ,nachahmers blostellten4 ,mit diesen ,arbeiten aus zweiter und dritter ,hand ist ,verrocchios ,kunst volkstmlich geworden4 ,man begegnet ihnen in der ,provinz hufiger als in ,florenz selbst4 ,es ist1 als htte die blhende ,stadt8 von ihrem berflusse hergegeben1 damit auch die bescheidenste ,dorfkirche zwischen den ,weingrten der ,arnoebene1 das entlegenste ,kloster auf dem ,kamm des ,gebirges ,teil habe an dem herrlichen ,wachstum in ihren ,mauern4 ,immer wieder indessen stt man auf ,maler1 wenn man ,verrocchios ,wirken als ,lehrer in vollem ,mae bersehen will4 ,in ,botticellis ,jugendentwickelung ist er der entscheidende ,faktor1 und ,ghirlandaio gert gleich bei seinen ersten ,schritten unter die ,herrschaft ,verrocchiesker ,formengebung und ,kompositionen4 ,das beweist1 wie bekannt und geschtzt die ,malerwerkstatt unseres ,meisters gewesen sein mu1 jene ,werkstatt1 in der das technische ,experiment1 das ,grundieren und ,anreiben der ,farben1 deren ,mischung und ,leuchtkraft1 kurz alles zum ,handwerk ,gehrige mit so wissenschaftlicher ,grndlichkeit betrieben wurde1 da augenscheinlich die ,produktion des ,meisters selbst darber zu kurz kam4 ,nicht allein die einheimischen1 auch die durchwandernden ,knstler hat diese ,pflanzsttte eingehender technischer ,studien festgehalten4 ,namentlich fr die angrenzenden umbrischen ,meister bildete ,florenz die ,hochschule knstlerischen ,schaffens1 an der niemand vorbergehen sollte4 ,die von jeher bestehenden ,beziehungen zwischen ,perugia und ,florenz hatten sich im ,quattrocento besonders eng geknpft4 ,so war denn auch dem jungen ,perugino von seinem ersten ,meister in der ,kunst immer eingeschrft worden3 nirgendwo als in ,florenz lebten so viele ausgezeichnete ,meister1 vornehmlich so viel tchtige ,maler4 ,der das sagte1 ,fiorenzo di ,lorenzo1 hatte1 nach seinen ,werken zu urteilen1 den ,segen der florentiner ,schule1 im besonderen die ,anregung von ,verrocchio her1 an sich selbst erfahren4 ,perugino folgte seinem ,rate1 und was er unter ,verrocchio gelernt1 bildet den eisernen ,bestand seines ,knnens1 setzte sich so in ihm fest1 da es auch ber den traurigen ,schleuderarbeiten seiner spteren ,periode nicht verloren gegangen ist4 ,peruginos ,madonnen mit den zchtig niedergeschlagenen ,augen1 die typische ,fustellung seiner ,heiligen1 die gespreizten ,handbewegungen1 die ,anordnung des ,mantels ber dem ,gewande1 seine nackten ,kinder mit den wie auf der ,drehbank gedrechselten8 ,gliedmaen -- all das geht ebenso auf ,verrocchio zurck1 wie sein mit den ,jahren immer leereres ,pathos zur ,karikatur eines meisterlichen ,vorzuges herabsinkt4 ,illustration3 ,abb4 #gh4 ,die bende ,magdalena4 ,thonstatuette1 alt bemalt und vergoldet4 ,berlin1 ,knigl4 ,museen4 ,mit ,credi und mit ,perugino weilt endlich auch der in ,verrocchios ,werkstatt1 fr den das ,wort ,dantes von ,homer gilt sovra gili altri com' aquila vola83 ,leonardo da ,vinci4 ,vasari wute wohl1 was er that1 als er mit der ,einfhrung dieses unbestreitbar grten italienischen ,knstlers einen neuen ,abschnitt seines biographischen ,werkes begann4 ,das ,promium1 mit dem ,vasari diesen neuen dritten ,teil einleitet1 schildert in raschem ,rckblick noch einmal das mhevolle ,hinauf2 dann ffnet sich die weite ,gipfelschau ber das gelobte ,land der ,hochrenaissance4 ,und als erste ,gestalt eines voll entwickelten ,hochrenaissancemeisters tritt ,leonardo auf4 ,seine ,verdienste werden ins hellste ,licht gesetzt3 die berirdische ,anmut1 die ,beseelung der ,gestalten1 die reiche ,flle der ,formen1 der zarte ,schmelz des ,kolorits4 ,kein ,hinweis auf ,verrocchio1 bei dem das alles wie in ,keimzellen vorgebildet liegt4 ,kein ,lob dieses ,meisters1 dessen grter ,ruhm es fortan bleibt1 einen solchen ,schler herangebildet zu haben4 ,mit einem ,hochgefhl1 als habe er thtig mit eingegriffen1 rhmt ,vasari die berwindung jener trockenen1 scharfen und harten ,methode8 der ,quattrocentoknstler mit ihrem fast eigensinnigen ,hang fr das schwer ,ausfhrbare und noch dazu oft ,ungefllige4 ,dieser knstlerisch einseitige ,standpunkt allein macht ,vasaris ,urteil ber ,verrocchio begreiflich3 hier habe ,studium und ,flei1 wie bei keinem anderen ,knstler1 die ,mngel natrlicher ,begabung ausgeglichen4 ,illustration3 ,abb4 #gi4 ,werkstatt des ,verrocchio4 ,engel mit dem 7ausgebrochenen7 ,wappen der ,stadt ,pistoja4 ,marmor4 ,im groen ,saal des ,stadthauses zu ,pistoja4 ,dem ,historiker erscheint der eine1 ,verrocchio1 nur die unbedingte ,vorstufe zum anderen1 ,leonardo1 weil die ,natur keine ,sprnge macht4 ,was bei dem ,lehrer ,ansatz war1 entwickelt sich zu voller ,blte beim ,schler4 ,oft ist es1 als sei ,verrocchios ganze ,kunstwelt ein ,mikrokosmus von ,leonardos knstlerischem ,weltall4 ,wir haben von den wissenschaftlichen ,studien ,andreas gehrt1 von seiner ,beschftigung mit der ,musik1 seinen genauen technischen ,kenntnissen auf allen ,gebieten knstlerischen ,schaffens1 und wir begreifen1 da nur in seiner ,werkstatt ,leonardos ,genie den rechten ,nhrboden finden konnte4 ,fr einen so regen1 unruhig suchenden ,geist wie ,leonardo boten indessen auch diese ,werkstatt und dieser ,lehrer ,gefahren4 ,die ,mannigfaltigkeit der einlaufenden ,auftrge lockten die ,wibegier von einem technischen ,gebiet aufs andere hinber4 ,verrocchios in allen ,angelegenheiten des ,handwerks pedantische ,grndlichkeit vererbte sich wohl auf ,leonardo1 zugleich aber auch eine launenhafte ,zersplitterung der ,arbeitskraft1 ein ,hang zu theoretischen ,grbeleien1 zu technischen ,spekulationen4 ,von einem persnlich innigeren ,verhltnis der ,knstler untereinander verlautet nichts4 ,wenn aber ,leonardo noch als in die ,zunft eingeschriebener ,meister ,jahre hindurch bei ,verrocchio bleibt1 so darf1 auch in ,anbetracht der liebenswrdigen ,umgangsformen ,leonardos1 auf ein gutes ,einvernehmen geschlossen werden1 das ,vasari umsonst mit der ,eifersucht des lteren zu trben versucht hat4 ,die knstlerische ,verbindung der beiden ist so eng gewesen1 da die ,kritik noch heute oft im unklaren ist1 wem von ihnen gewisse kaum zu unterscheidende ,werke angehren mssen4 ,fr unseren ,zweck tritt indessen die ,frage nach der ,abhngigkeit ,leonardos von ,verrocchio zurck gegen die nach der ,rckwirkung des genialen ,schlers auf seine ,umgebung4 ,fr die jungen ,leute1 die mit ,leonardo bei ,verrocchio thtig waren1 steht eine solche knstlerische ,rckwirkung fest4 ,ohne ,leonardos ,vorbild wren trotz ,verrocchio weder ,credi noch ,perugino die ,knstler geworden1 als welche wir sie kennen4 ,nun aber der ,meister selbst8 ,seltsam locken die ,thatsachen4 ,vor ,leonardos ,eintritt in die ,werkstatt knnen wir kein einziges ,werk ,verrocchios datieren1 mit ,ausnahme vielleicht des ,david4 ,dann mit dem ,ausgang der sechziger ,jahre setzt die stolze ,reihe ein in kaum unterbrochener ,folge1 mit steigender knstlerischer ,freiheit1 vom ,zarten zum ,anmutigen1 vom ,anmutigen zum ,groartigen4 ,eine von ,stufe zu ,stufe aufsteigende berwindung der maniera alquanto dura e crudetta lt sich feststellen1 immer zahlreicher werden die ,parallelen mit ,leonardo4 ,sollte diese von ,werk zu ,werk freier und vertiefter sich entfaltende ,kunst des vielbeschftigten ,meisters mit dem berraschend andauernden ,aufenthalt ,leonardos in der ,werkstatt bis #adhj ohne urschlichen ,zusammenhang sein8 ,immer wieder1 namentlich von franzsischer ,seite1 ist ein derartiger ,zusammenhang1 will sagen eine stndig wachsende ,abhngigkeit ,verrocchios von den knstlerischen ,idealen ,leonardos behauptet worden4 ,wie sehr mit ,unrecht1 haben hoffentlich die vorhergehenden ,kapitel dargethan4 ,die ,entwickelung ,verrocchios vollzieht sich so naturgem1 so zwingend logisch allein aus seiner knstlerischen ,veranlagung1 da ein ,eingriff des hheren ,genies ,leonardos unntig1 ja zweckwidrig erscheint4 ,wer ohne einen solchen nicht auszukommen vermeint1 hat wie ein schlechter dramatischer ,dichter den ,charakter seines ,helden geknickt1 statt ihn in ansteigender ,linie folgerichtig zu entwickeln4 ,was in ,verrocchios ,kunst ringt und sich befreien mchte1 ohne die ,fesseln ganz abstreifen zu knnen1 dieser ungemeine ,geist1 der nach einer strengeren und tieferen ,begrndung8 strebte -- das gerade macht ihn uns ,deutschen verstndlich und liebenswert4 ,ist doch diese ,verkettung starken ,talentes mit fast wissenschaftlicher ,grbelei das ,merkmal deutschen ,kunstschaffens von jeher gewesen4 ,solche ,talente1 suchende ,arbeiter1 schaffen nicht in erster ,linie fr den ,genieenden1 wie sie selbst in der bloen schnen ,erscheinung nicht ,befriedigung finden4 ,sie schleppen schwer an ihren ,gedanken4 ,auch im besten ,falle sind sie ein bergang1 eine ,brcke1 un ponte sopra del quale se passa cum destrezza1 wie der alte ,giovanni ,santi gedichtet hat4 ,sie sind ,pflger und ,semann1 deren ,aussaat von dem ,boden abhngt1 auf den sie fllt4 ,war dieser ,boden fruchtbar ,ackerland1 so ist ihr ,los zurckzutreten wie der ,landmann1 den von dem wohlbestellten ,felde die ,stunde des ,avelutens heimruft4