,anmerkungen zur ,transkription ,das ,original ist in ,fraktur gesetzt4 ,im ,original gesperrter ,text ist so ausgezeichnet4 ,im ,original in ,antiqua gesetzter ,text ist so markiert4 ,im ,original fetter ,text ist so dargestellt4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription befinden sich am ,ende des ,buches4 ,die ,philosophie unserer ,klassiker ,lessing ,herder ,schiller ,goethe ,von ,karl ,vorlnder #aibc ,j4 ,h4 ,w4 ,dietz ,nachf4 ,g4 m4 b4 ,h4 ,berlin und ,stuttgart ,alle ,rechte vorbehalten ,druck von ,j4 ,h4 ,w4 ,dietz ,nachf4 ,g4 m4 b4 ,h4 in ,stuttgart ,vorwort ,goethe sagt einmal in einem seiner ,sprche in ,prosa3 ,das ,klassische ist das ,gesunde1 das ,romantische ist das ,kranke4 ,von der gleichen ,ansicht ausgehend1 habe ich im vergangenen ,sommersemester die ,philosophie unserer ,klassiker ,lessing1 ,herder1 ,schiller1 ,goethe meinen ,zuhrern an der hiesigen ,universitt vorgetragen und lege sie nun hier1 erweitert und ergnzt1 einem breiteren ,leserkreise vor4 ,ich tue das in der berzeugung1 da es gerade in unserer ,zeit und gerade auch in der ,philosophie doppelt not tut1 gegenber aller ungesunden1 sich auf unklare ,gefhle sttzenden ,romantik 7verkappe sie sich hinter dem ,namen reiner sthetik oder ,theosophie oder ,lebensphilosophie oder ,patriotismus oder sonstwie immer71 auf die reinen ,quellen des ,wahren1 ,guten und ,schnen1 wie sie in dem ,denken und ,dichten unserer groen ,klassiker flieen1 nachdrcklichst hinzuweisen4 ,whrend der ,arbeit habe ich meine ,freude daran gehabt1 mich wieder einmal in ihre unvergnglichen1 ewig jungen und wahren ,gedankengnge vertiefen zu knnen1 und hoffe1 da es meinen ,lesern hnlich gehen wird4 ,mnster i4 ,w41 im ,september #aibb ,karl ,vorlnder ,inhalt ,seite ,vorwort ,,iii ,einleitung ,,vii ,lessing ,a4 ,jugendjahre #agbi bis #agfj 7,meien1 ,leipzig1 ,berlin7 #c ,auf der ,frstenschule zu ,meien -- ,auf der ,universitt ,leipzig -- ,nach ,berlin -- ,stellung zur ,religion um #agej -- ,religionsphilosophische und religionsgeschichtliche ,schriften der #ej;er ,jahre -- ,mit ,moses ,mendelssohn und ,f4 ,nicolai4 ,b4 ,das ,jahrzehnt #agfj bis #aggj #aa ,weitere religionsphilosophische ,entwicklung -- ,von ,christian ,wolff zu ,leibniz und ,spinoza -- ,philosophie der ,kunst 7sthetik73 ,der ,laokoon -- ,die ,hamburger ,dramaturgie4 ,c4 ,das letzte ,jahrzehnt #aggj bis #aghj #bf ,wiederum ,religionsphilosophie3 ,wolfenbtteler ,funde -- ,die ,fragmente eines ,ungenannten 7,reimarus7 -- ,der ,streit mit der ,orthodoxie 7,antigoeze7 -- ,ergebnisse4 ,d4 ,philosophische ,weltanschauung berhaupt #cg #a4 ,toleranz und ,vernunftreligion3 ,nathan der ,weise4 #b4 ,religions- und ,geschichtsphilosophie3 ,erziehung des ,menschengeschlechts4 #c4 ,ansichten ber den ,staat3 ,lessings politische ,entwicklung4 #d4 ,staats- und ,gesellschaftsphilosophie in3 ,ernst und ,falk4 #e4 ,letzter philosophischer ,standpunkt3 ,determinismus1 ,pantheismus1 ,spinozismus4 ,schlu3 ,lessings ,persnlichkeit #fj ,herder ,a4 ,der junge ,herder bis zur bersiedlung nach ,weimar #aggf #fe #a4 ,die ,jugend 7,mohrungen1 ,knigsberg7 #agdd bis #agfd -- ,kant und ,hamann #fe #b4 ,vorherrschend literarisch-sthetische ,epoche #agfe bis #aggb #fi ,in ,riga -- ,reisetagebuch -- ,in ,straburg3 ,vom ,ursprung der ,sprache4 #c4 ,vorherrschend religise ,periode #aggb bis #aggf #gb ,hofprediger in ,bckeburg -- lteste ,urkunde des ,menschengeschlechts -- ,auch eine ,philosophie usw4 -- ,vom ,erkennen und ,empfinden4 ,b4 ,die ,hhezeit #aggf bis #aghh #gg ,in ,weimar -- ,theologische ,schriften -- #a4 ,die ,ideen zur ,philosophie der ,geschichte der ,menschheit -- ,politische ,anschauungen -- ,kritik des ,christentums -- ,wirkung des ,werks -- #b4 ,die ,gesprche ber ,gott -- ,spinozismus4 ,c4 ,das ,ende #aghi bis #ahjc #ia ,altersjahre -- ,stellung zur ,franzsischen ,revolution -- ,goethes ,abwendung -- ,der ,kampf gegen ,kant -- ,tod4 ,schiller ,a4 ,die ,anfnge #aggi bis #aghf #ii ,auf der ,karlsschule -- ,die beiden medizinischen ,dissertationen -- ,rousseaus ,einflu3 ,ruber und ,jugendlyrik4 ,b4 ,die bergangszeit #aghg bis #agij #ajc ,die ,philosophischen ,briefe -- ,die ,gtter ,griechenlands und ,die ,knstler -- ,studium der ,geschichte -- ,erste ,bekanntschaft mit dem ,kritizismus4 ,c4 ,die ,hhezeit3 ,schiller als ,jnger ,kants #agia bis #agie #ajh ,geschichtliche ,entwicklung3 ,endgltige ,bekehrung zu ,kant -- ,die ersten sthetischen ,aufstze -- ,anmut und ,wrde -- ,die sthetischen ,briefe -- ,naive und sentimentalische ,dichtung4 ,d4 ,schillers ,philosophie in seiner ,reifezeit #aac #a4 ,methodisches und theoretische ,philosophie4 #b4 ,ethik4 #c4 sthetische ,ergnzung der ,ethik3 das ,sittlich-,erhabene und das ,sittlich-,schne4 #d4 ,stellung zu ,griechentum und ,christentum sowie zur ,religion berhaupt4 #e4 ,zusammenfassung und ,ergebnisse4 #f4 ,die ,grundzge von ,schillers sthetik4 #g4 ,schiller als ,politiker4 #h4 ,schiller1 der ,idealist4 ,goethe ,a4 ,anfnge #aggd bis #aggf #aea ,im ,elternhaus -- ,in ,leipzig -- ,in ,straburg3 ,berhrung mit der franzsischen ,philosophie1 mit ,herder -- ,erste ,bekanntschaft mit ,spinoza -- ,philosophische ,gedichte4 ,b4 ,das erste ,jahrzehnt in ,weimar4 ,die italienische ,reise #aggf bis #aghh #afj ,pantheismus -- ,neues ,spinoza-,studium -- ,nahe ,freundschaft mit ,herder -- ,naturwissenschaftliche ,studien 7,metamorphose der ,pflanzen7 -- ,einflu ,italiens auf seine ,natur- und ,kunstauffassung4 ,c4 ,erstes ,kant-,studium #aghi bis #ahid #afg ,lektre der ,kritik der reinen ,vernunft -- ,einflu der ,kritik der ,urteilskraft4 ,d4 ,der ,freundschaftsbund mit ,schiller #agid bis #ahje4 ,die ,altersjahre #ahje bis #ahcb #agb ,das glckliche ,ereignis vom ,sommer #agid -- ,das ,jahrzehnt mit ,schiller -- ,verhltnis zu andern ,denkern 7,schelling1 ,herder u4 a47 -- ,sptere philosophische ,studien u4 ,beziehungen4 ,e4 ,goethes ,philosophie in seiner ,reifezeit #agi #a4 ,theoretische ,philosophie4 #b4 ,ethik4 #c4 ,religionsauffassung4 #d4 ,politische ,stellung4 ,sozialismus in ,wilhelm ,meisters ,wanderjahren8 #e4 ,die ,kunst4 ,schlu4 ,zur ,literatur #ahi ,namenverzeichnis #aib ,einleitung ,die ,philosophie unserer ,klassiker ,wir wollen uns in diesen ,vorlesungen mit der ,philosophie unserer ,klassiker1 d4 h4 unserer klassischen deutschen ,dichter beschftigen4 ,wer sind diese ,klassiker8 ,wir wurden in meiner ,jugend gelehrt1 drei ,dichterpaare des achtzehnten ,jahrhunderts als solche zu betrachten3 ,klopstock und ,wieland1 ,lessing und ,herder1 ,schiller und ,goethe4 ,allein das erste ,paar drfte schon in der allgemeinen ,schtzung lngst aus deren ,mitte ausgeschieden sein4 ,mgen noch so starke ,wirkungen auch von ,wieland und ,klopstock auf die ,steigerung des dichterischen ,gefhls und der knstlerischen ,einbildungskraft1 auf die ,fortbildung unserer ,sprache und deren poetische ,form1 auf die ,lyrik insbesondere und den ,roman ausgegangen sein1 mgen sie noch in den ,schulstuben unserer ,primaner an der herkmmlichen ,stelle stehen3 in die ,masse unseres ,volkes sind sie nicht eingedrungen1 ja sogar in dem geistigen ,leben der groen ,mehrzahl unserer ,gebildeten fhren sie kein lebendiges ,dasein mehr4 ,was ,lessings bekanntes ,epigramm von ,klopstocks berhmtem ,messias-,epos sagte3 ,wer wird nicht einen ,klopstock loben6 ,doch wird ihn jeder lesen8 ,nein6 das gilt heute nicht blo von ,klopstock berhaupt mit seiner ,vereinigung von antiker ,form und christlich-germanischem1 zum ,teil fast nordisch-germanischem ,inhalt1 den selbst unsere begeistertsten ,nationalen kaum mehr bewundern1 ja vielfach gar nicht mehr kennen4 ,das gilt erst recht von ,wieland mit seiner dem franzsischen ,geschmack im ,zeitalter eines ,ludwigs ,,xv4 nachstrebenden1 vielfach ins ,lstern-,weichliche hinberspielenden ,denkweise und seiner geradezu abschreckenden ,weitschweifigkeit des ,stils4 ,vor allem aber1 beide kommen als ,philosophen1 also fr unser ,thema berhaupt nicht in ,betracht4 ,von dem frommen ,snger der ,messiade oder der ,erlser-,oden brauche ich das gar nicht erst nachzuweisen3 weder er selbst noch sonst jemand hat ,klopstock jemals fr die ,philosophie reklamiert4 ,und ,wieland hat sich zwar in seinen ,romanen1 sogar mit ,vorliebe1 mit ,gestalten1 die uns aus der griechischen ,philosophie bekannt sind1 von ,pythagoras1 ,demokrit und ,sokrates an bis zu dem ,wundermann ,peregrinus ,proteus und dem ,sptter ,lucian1 am meisten bezeichnenderweise mit solchen aus der ,periode ihres ,niedergangs1 beschftigt2 indes mit seinen oberflchlich-breiten ,errterungen fr philosophische ,methode oder ,wissenschaft1 ja nur fr die schrfere ,erfassung philosophischer ,probleme nicht das mindeste geleistet4 ,also bleibt es fr uns bei den beiden anderen ,paaren3 ,lessing und ,herder1 ,schiller und ,goethe1 die heute noch1 abgesehen vielleicht von dem minder bekannten ,herder1 bei allen denen lebendig sind1 die berhaupt von den ewigen ,geistesschtzen unserer klassischen ,literatur und ,dichtung zehren4 ,allein selbst bei diesen vier ,groen lt sich die ,frage aufwerfen3 ,sind sie wirklich ,philosophen im engeren ,sinne des ,wortes zu nennen8 ,hat doch keiner von ihnen ein philosophisches ,system entworfen1 keiner sich selbst fr einen ,philosophen ausgegeben1 keiner1 wenn wir von ,herders ,ideen absehen1 ein greres philosophisches ,buch geschrieben4 ,und doch1 so lange es1 um mit ,kantischen ,worten zu reden1 eine ,philosophie nicht blo nach dem ,schul-1 sondern auch nach dem ,weltbegriff1 mit anderen ,worten eine ,philosophie als ,weltanschauung gibt1 so lange werden auch ,lessing und ,herder1 ,schiller und ,goethe in die ,reihe der ,philosophen gehren4 ,allerdings1 und damit ergibt sich eine bestimmte ,grenze fr unsere ,darstellung1 nur1 insoweit sie ihre ,weltanschauung philosophisch zu begrnden versucht haben4 ,lessing ,a4 ,jugendjahre #agbi bis #agfj ,meien1 ,leipzig1 ,berlin 7,religionsphilosophie7 ,gleich der erste unserer vier ,klassiker1 ,lessing1 mutet uns so modern an1 als wre er einer der ,unseren1 mit seiner ,mannhaftigkeit und ,ehrlichkeit1 seiner ,geistesfreiheit und -klarheit4 ,und doch ist er vor beinahe zweihundert ,jahren in einer kleinen hinterwldlerischen ,stadt der schsischen ,lausitz geboren1 der ,sohn eines rechtglubigen lutherischen ,pastors1 der1 ursprnglich auch gelehrten ,studien zugewandt1 in dem abgelegenen kleinen ,nest immer mehr zum versauerten ,orthodoxen und kirchlichen ,eiferer geworden war4 ,sein ltester1 eben unser ,gotthold1 hat von ihm vielleicht die ,heibltigkeit im ,kampfe fr das als recht ,erkannte geerbt1 daneben eine gewisse ,achtung vor ehrlicher ,orthodoxie beibehalten4 ,aus seinem sechsten ,lebensjahr ist ein von einem herumziehenden ,maler gefertigtes ,bild von ihm und seinem ,bruder ,theophil erhalten3 dieser streichelt ein ,lmmchen1 ,gotthold wollte durchaus von einem groen ,haufen ,bcher umgeben gemalt sein4 ,kursachsen hatte seit der ,reformation die besten hheren ,schulen ,deutschlands4 ,so konnte der junge ,lessing seiner ,bcherliebhaberei genugsam frnen whrend der fnf ,jahre #agda bis #agdf1 die er auf der ,frstenschule ,sankt ,afra in ,meien -- neben dem noch heute bekannten ,schulpforta einem der ersten ,gymnasien des ,landes -- zubrachte4 ,so tyrannisch wie ,schiller und seine ,jugendgefhrten auf der ,karlsschule wurden die ,meiener ,frstenschler zwar nicht behandelt1 und ,lessing hat spter gern an seine ,schuljahre zurckgedacht4 ,aber der ,drill war doch auch hier stark und die ,abgeschlossenheit von allem ,modernen1 wie es damals die englische ,aufklrung zu vertreten angefangen hatte4 hnlich wie in dem ,knigsberger ,friedrichskolleg1 in dem ,kant ein ,jahrzehnt frher seine acht ,lehrjahre verbrachte1 waren ,religion mit #be 767 und ,latein mit #ae ,wochenstunden der ,mittelpunkt des ,unterrichts4 ,und doch1 alles dort eingeprgte ,massenwissen strengte ,gottholds schnell fassenden ,geist nicht an1 ja gengte ihm nicht4 ,die ,lektiones1 die anderen zu schwer werden1 sind ihm kinderleicht1 berichtete sein ,rektor von ihm1 es ist ein ,pferd1 das doppeltes ,futter haben mu4 ,am meisten zog seinen verstandesscharfen ,geist1 der auch spter die ,begriffsoperationen bis zum ,spielen mit ihnen geliebt hat1 der daher auch1 wie sein ,saladin und sein ,al-,hafi1 stets ein eifriger ,liebhaber des ,schachspiels gewesen ist1 die ,mathematik an3 er bersetzte den ,euklid und whlte zum ,thema seiner ,abgangsrede 7,juni #agdf7 die ,mathematik der ,barbaren1 also der ,nichtgriechen und -rmer4 ,ins ,philosophische schlgt die offizielle ,glckwunschungsrede1 die er zu ,neujahr #agdc an den ,vater schrieb1 deren ,thema der fr einen noch nicht ,vierzehnjhrigen besonders altklug anmutende ,satz ist1 da die ,menschheit im ,grunde weder einen besonderen ,fortschritt noch einen ,rckschritt zu verzeichnen habe1 sondern da jedes ,jahr dem anderen gleich sei4 ,es ist eben eine im blichen ,geleise der herrschenden ,leibniz-,wolffschen ,schulphilosophie einhergehende rhetorische ,schulbung eines besonders klugen ,knaben1 der den deutlichen ,ausspruch der ,vernunft1 das gttliche ,zeugnis der ,heiligen ,schrift und den unverwerflichen ,beifall seiner -- vierzehnjhrigen ,erfahrung auf seiner ,seite zu haben behauptet4 ,auch auf der ,universitt ,leipzig1 die der ,siebzehnjhrige im ,september #agdf1 nach dem ,wunsche des ,vaters als ,studiosus der ,theologie1 bezieht1 scheint er philosophisch keine besonderen neuen ,einsichten gewonnen zu haben4 ,wohl gehen in seinem inneren und ueren ,leben groe ,umwlzungen vor4 ,er sieht ein1 da die bloe ,bcherweisheit ihn wohl gelehrt1 aber nimmermehr zu einem ,menschen machen wrde4 ,er lebt in der reichen1 blhenden ,stadt1 wo man die ganze ,welt im kleinen sehen konnte1 dem ,klein-,paris in ,goethes ,faust4 ,er lernt ,tanzen1 ,reiten1 ,fechten1 verkehrt mit ,schauspielern und anderen leichten ,gesellen1 dichtet nach der ,zeitsitte leichte anakreontische ,liedchen ber ,liebe und ,wein1 schreibt seine ersten ,dramen1 gibt dann #agdh sein theologisches ,studium auf1 studiert kurze ,zeit ,medizin und geht zu ,ende des ,jahres1 als der erste freie ,literat1 der bewut auf ,anstellung im ,hof- und ,staatsdienst verzichtet1 nach der preuischen ,hauptstadt1 die er nur vorbergehend verlt1 um #agej_/ea in ,wittenberg den ,magistergrad1 der ungefhr dem heutigen ,dr4 phil4 entspricht1 zu erwerben4 ,erst ein in ernster ,auseinandersetzung mit dem ,vater zur ,rechtfertigung seines neuen ,lebensplans geschriebener ,brief vom #cj4 ,mai #agdi zeigt1 da er auch eine religise ,krisis hinter sich hat4 ,die ,zeit soll lehren1 schreibt er dem ,vater mit der ruhigen ,klarheit1 die nur eine selbsterrungene feste berzeugung verleiht1 ob der ein besserer ,christ ist1 der die ,grundstze der christlichen ,lehre im ,gedchtnis und oft1 ohne sie zu verstehen1 im ,munde hat1 in die ,kirche geht und alle ,gebruche mitmacht1 weil sie gewhnlich sind2 oder der1 der einmal klglich gezweifelt hat und durch den ,weg der ,untersuchung zur berzeugung gelangt ist oder sich wenigstens noch dazu zu gelangen bestrebt4 ,die christliche ,religion ist kein ,werk1 das man von seinen ,eltern auf ,treue und ,glauben annehmen soll4 ,und vom christlichen ,handeln bekennt er offen und scharf3 ,solange ich nicht sehe1 da man eines der vornehmsten ,gebote des ,christentums1 seinen ,feind zu lieben1 nicht besser beobachtet1 so lange zweifle ich1 ob diejenigen ,christen sind1 die sich davor ausgeben 444 ,diese festen und klaren ,stze des erst ,zwanzigjhrigen zeigen schon ganz den ,lessing der ,mannesjahre4 ,sie zeigen ihn ferner auf demjenigen ,gebiet philosophierend1 das bis zu seinem ,tode das ,hauptgebiet seines ,philosophierens gebildet hat3 dem der ,religion4 ,und sie zeigen ihn in derselben ,linie ttig1 wie die ,tendenzstcke unter seinen ,jugenddramen1 auf die wir hier nur hinweisen knnen2 und1 beilufig gesagt1 auf einem hnlichen ,wege1 wie ihn der nur fnf ,jahre ltere junge ,kant ging4 ,der junge ,gelehrte richtet sich gegen die ,pedanterie und ,schulfuchserei1 der ,freigeist gegen die oberflchlichen ,aufklrer1 welche alle ,frmmigkeit als ,beschrnktheit oder ,heuchelei verschreien1 aber doch auch den irreligisen ,freigeist vom ,vorwurf des ,lasters freisprechend2 und die ,juden1 wider die religise ,unduldsamkeit gegen ,andersglubige1 ein ,vorlufer seines ,nathan1 den er brigens schon um #agea geplant hat4 ,will man literarische ,einflsse geltend machen1 so kann man auf den des berhmten franzsischen ,skeptikers ,pierre ,bayle hinweisen1 jenes ersten ,begrnders der franzsischen ,aufklrung1 den schon der ,student ,lessing in den ,vorlesungen des ,professors ,christ kennengelernt hatte1 und dem er jetzt nhertrat4 ,mit ,bayle1 der berhaupt auf die erst allmhlich sich aus den ,fesseln der ,theologie losringenden freieren ,geister des damaligen ,deutschlands3 einen ,winckelmann1 einen ,friedrich den ,groen und andere mehr von nachhaltigem ,einflu gewesen ist1 verbanden ihn mancherlei gemeinsame ,geisteszge3 die ungeheure ,belesenheit und ,vielseitigkeit1 die dialektische ,meisterschaft1 der ,geist eindringender ,kritik1 aber auch die ,duldsamkeit gegen anderer berzeugung1 die ,kampfstellung infolgedessen nur gegen herrsch- und verdammungsschtige ,unduldsamkeit4 ,und neben ,bayle stand dann bald sein ,nachfolger und ,fortsetzer ,voltaire1 mit dem ,lessing ja in ,berlin als sein zeitweiser ,sekretr bekanntlich auch in persnliche1 zuletzt recht unliebsame ,berhrung geraten ist2 und neben ihm das ,haupt der ,enzyklopdisten1 der feurige ,diderot1 der durch ,gnge voll ,nacht zum glnzenden ,throne der ,wahrheit fhrt4 ,indes wir brauchen bei einem von ,jugend auf so selbstndigen ,geist wie ,lessing nicht einmal1 jedenfalls nicht immer fremde ,anste anzunehmen4 ,wie der dreiundzwanzigjhrige ,immanuel ,kant in seiner ,erstlingsschrift1 deren etwas selbstbewuten ,titel ,lessing in einem spter mit ,grund gestrichenen ,epigramm bespttelte1 das khne ,wort schrieb3 ,ich habe mir die ,bahn schon vorgezeichnet1 die ich halten will2 ich werde meinen ,lauf antreten1 und nichts soll mich hindern1 ihn fortzusetzen1 so schreibt in demselben ,alter auch der junge ,lessing zu ,wittenberg einem ,bekannten den ,vers ins ,album3 ,wie lange whrt's1 so bin ich hin ,und einer ,nachwelt untern ,fen2 ,was braucht sie1 wen sie tritt1 zu wissen8 ,wei ich nur1 wer ich bin4 ,und in einem ,gedicht des ,jahres #agdi hatte bereits der ,zwanzigjhrige1 unbewut und ohne dabei an sich selbst zu denken1 den stolzen ,adlerflug des freien ,genies beschrieben3 ,ein ,adler hebet sich von selbst der ,sonne zu1 ,sein ungelernter ,flug erhlt sich ohne ,ruh 444 ,ein ,geist1 den die ,natur zum ,mustergeist beschlo1 ,ist1 was er ist1 durch sich1 wird ohne ,regeln gro4 ,er geht1 so khn er geht1 auch ohne ,weiser sicher1 ,er schpfet aus sich selbst1 er ist sich ,schul und ,bcher4 ,in diese ,periode des ,ringens mit sich selbst und den anerzogenen ,vorstellungen1 die jeder ernsthafte ,mensch frher oder spter in sich durchmachen mu1 fallen mehrere ,bruchstck gebliebene religionsphilosophische ,lehrgedichte1 wie ,die ,religion 7verffentlicht ,november #agea7 und ber die menschliche ,glckseligkeit 7verffentlicht #agec71 auf die wir indes nicht nher eingehen3 einmal1 weil sie eben ,fragmente geblieben sind und nicht viel mehr als ,zeugnisse dieses inneren ,ringens darstellen2 dann auch1 weil sie doch noch nicht den ,lessing der ,reifezeit enthalten1 mit dem wir es vor allem zu tun haben4 ,es war wohl die ,zeit1 von der er spter 7um #aggi7 einmal rckschauend gesagt hat1 da er in ihr alle die verschiedenen neuerschienenen ,schriften fr und wider die ,religion gierig verschlungen habe1 ohne da ihn eine ganz befriedigt htte2 sie htten ihn vielmehr nur von einer ,seite zur anderen gerissen4 ,und nun kommt eine ,bemerkung1 die so recht ,lessings bis ans ,ende seines ,lebens ihm eigentmlich gebliebenes geistiges ,verhalten kennzeichnet3 ,je bndiger mir der eine das ,christentum erweisen wollte1 desto zweifelhafter ward ich4 ,je mutwilliger und triumphierender mir es der andere ganz zu ,boden treten wollte3 desto geneigter fhlte ich mich1 es wenigstens in meinem ,herzen aufrechtzuerhalten4 ,es ist die ,art des selbstndigen ,geistes1 der in ,dingen1 die doch schlielich durch das persnliche ,gefhl entschieden werden1 gegen ihm von fremder ,seite aufgezwungen werden sollende sogenannte ,verstandesbeweise sich wehrt2 der ,geist des ,mitrauens gegen sich aufblhende ,autoritten der einen oder der anderen ,seite1 gegen ,systemmacherei berhaupt1 die ihm einmal in einem scherzhaften ,liede die ,verse eingibt3 ,allen ,narren1 die sich isten1 ,zum ,exempel ,pietisten1 ,zum ,exempel ,atheisten1 ,zum ,exempel ,rabulisten -- -- -- -- -- -- ,quietisten und ,sophisten -- -- -- -- -- -- ,mag ich1 ,lessing1 nicht gefallen6 ,in diesen ,zusammenhang gehren auch die bei ihm so beliebten ,rettungen einzelner von der hergebrachten ,theologie1 sei es der liberalen oder der orthodoxen1 verketzerter ,persnlichkeiten oder ganzer ,richtungen1 deren ,recht auf ,ewigkeit er untersuchen1 denen er unverdiente ,flecken abwischen1 falsche ,verkleisterungen ihrer ,schwchen auflsen will4 ,dahin gehren z4 ,b4 die ,rettungen einzelner durch die ,autoritt eines ,luther niedergekmpften1 nur unseren gelehrten ,kirchenhistorikern bekannten ,mnner wie ,cochlus oder ,lemnius im sechzehnten ,jahrhundert2 dahin die des italienischen ,renaissancephilosophen ,cardano oder des deutschen ,predigers ,adam ,neuser1 die als ,atheisten verdammt worden waren1 weil sie -- das sptere ,nathan-,problem6 -- den ,schein der ,gleichberechtigung oder gar der ,minderwertigkeit des ,christentums gegenber dem ,islam nicht ganz vermieden hatten4 ,dahin auch die ,gedanken ber die ,herrnhuter 7#agej71 die im ,grunde genommen -- sie sind freilich auch nur ,fragmente geblieben -- so gut wie gar nicht von diesen ,leuten selbst handeln1 sondern sie nur zum ,ausgangspunkt seiner eigenen ketzerischen ,stze benutzen4 ,er gibt darin eine ,geschichte der ,weltweisheit wie der ,religion auf wenigen ,seiten1 von ,adam bis zur ,gegenwart1 d4 h4 von den sieben ,weisen ,griechenlands bis zu ,leibniz und ,wolff -- ,sokrates ist sein ,held1 ,jesus ein von ,gott erleuchteter ,lehrer --1 um daraus den ,schlu zu ziehen3 ,sie fllen den ,kopf1 und das ,herz bleibt leer4 ,man wird durchgngig finden1 da die ,menschen in der einen wie in der anderen nur immer haben vernnfteln1 niemals handeln wollen4 ,und doch ward der ,mensch zum ,tun und nicht zum ,vernnfteln erschaffen4 ,das haben die ,herrnhuter auf dem ,gebiet der ,religion zu ihrem ,ziel gemacht4 ,lessing wnscht1 da auch in der ,philosophie bald ein ,mann mit hnlichen ,gedanken auftreten mge 7wir denken dabei an ,j4 ,j4 ,rousseau oder an ,kants praktische ,philosophie74 ,bei diesem ,stand der ,dinge brauchen wir uns nicht lange mit einzelnen trotzdem vernnftelnden ,aufstellungen ,lessings selbst aus der nmlichen ,zeit1 dem ,beginn der fnfziger ,jahre1 aufzuhalten3 etwa dem ,christentum der ,vernunft1 das in #bg ,paragraphen aus den ,leibnizschen ,begriffen der ,vollkommenheit1 der ,harmonie1 der allmhlichen ,stufenfolge aller ,dinge und hnlichem aufgebaut wird und1 statt wie eine gesunde kritische ,philosophie mit der ,gottesidee etwa zu enden1 sogleich mit ,gott als dem einzigen vollkommensten ,wesen einsetzt1 whrend es mit einer mehr an ,schleiermacher als an ,kant erinnernden ,formulierung des menschlichen ,sittengesetzes schliet3 ,handle deinen individualischen 7wir sagen heute3 individuellen7 ,vollkommenheiten gem6 ,von der kirchlichen ,religionsauffassung hat er persnlich sich um diese ,zeit schon ganz frei gemacht3 ein fr die damaligen deutschen ,verhltnisse und fr seine eigene ,entwicklung sehr vielsagendes ,resultat4 ,das beweist unter anderem ein1 wenigstens hchstwahrscheinlich1 noch in die ,berliner ,zeit fallendes1 in seinem ,nachla gefundenes ,bruchstck ber die ,entstehung der geoffenbarten ,religion4 ,und so konnte er beinahe ein ,menschenalter spter in einem1 vielleicht eben dieser ,offenheit wegen ungedruckt gebliebenen1 ,vorwortentwurf zum ,nathan erklren3 ,nathans ,gesinnung gegenber jeder positiven ,religion ist von jeher die meinige gewesen4 ,dagegen hat er an einer1 wie man in jener ,zeit sagte1 natrlichen ,religion1 mit dem ,glauben an einen ,weltschpfer1 nicht blo damals1 sondern anscheinend bis an sein ,ende festgehalten4 ,so tritt er gelegentlich fr ,albrecht v4 ,hallers1 des auch von dem jungen ,kant hochgeschtzten ,schweizer ,naturforschers und ,dichters1 ,gottesglauben gegen den entschiedenen ,materialismus eines ,lamettrie ein1 der in seinem ,l'homme machine den ,menschen als ein mechanisches ,uhrwerk aufgefat hatte4 ,und auch philosophisch entfernt er sich in den fnfziger ,jahren noch wenig von der herrschenden ,leibniz-,wolffschen1 das heit durch den trockenen ,pedanten ,christian ,wolff verwsserten ,leibnizschen ,philosophie4 ,ganz seiner sonstigen1 frischen1 fr alle reinen ,gedanken aufgeschlossenen ,art entgegen1 meint er einmal #ageb in einer seiner ,rezensionen in der damals schon bestehenden ,vossischen ,zeitung zu ,berlin3 ,das ,neue sollte uns in den spekulativischen ,teilen der ,weltweisheit alle ,zeit verdchtig sein4 ,fr unseren ,zweck brauchen wir darum auch diese seine verhltnismig doch unbedeutenden ,buchbesprechungen aus den ,jahrgngen #agea bis #aged der ,vossischen nicht einzeln auf seinen philosophischen ,standpunkt hin zu durchmustern4 ,selbst nicht die ihrem ,titel nach philosophischste seiner ,abhandlungen3 die #agee aus ,anla einer ,preisaufgabe der ,berliner ,akademie der ,wissenschaften erschienene3 ,pope ein ,metaphysiker6 ,schon deshalb nicht1 weil sie nicht von ihm allein1 sondern gemeinsam mit dem in ,berlin neu gewonnenen ,freunde ,moses ,mendelssohn verfat ist4 ,und zweitens1 weil wir uns heute auch wohl kaum noch fr das ,thema interessieren3 #a4 welches der wahre ,sinn des ,satzes ,alles ist gut sei2 der in des ,englnders ,pope 7#afhi bis #agdd7 seinerzeit vielbewundertem ,lehrgedicht ,vom ,menschen 7#agbi7 vorkommt1 #b4 wieweit er mit ,leibniz' ,optimismus bereinstimme und #c4 ob ,popes ,system anzunehmen oder zu verwerfen sei4 ,sondern uns interessiert nur die ,art von ,lessings ,behandlung1 zu der ihm die ,aufgabe der ,akademie1 ber die er sich eigentlich mehr lustig macht1 blo den ,anla gibt3 seine reinliche ,scheidung zwischen ,dichter und ,metaphysiker4 ,gewi1 im weitesten ,sinne des ,wortes ist jeder ,metaphysiker ein ,dichter2 aber ein ,system in ,reime bringen heit noch nicht dichten4 ,ein philosophischer ,dichter ist darum noch kein ,philosoph1 ebensowenig wie ein poetischer ,weltweiser an sich schon ein wahrer ,poet3 dasselbe ,problem1 das ,kant vierzig ,jahre spter von der anderen ,seite her ebenso scharf in ,angriff genommen hat 7in seinem ,aufsatz ,von einem neuerdings erhobenen vornehmen ,ton in der ,philosophie1 #agif74 ,bei dieser ,gelegenheit nur ein paar kurze ,ausfhrungen ber ,lessings philosophisches ,verhltnis zu den ,berliner ,freunden ,moses ,mendelssohn und ,friedrich ,nicolai2 denn ihre persnlichen ,beziehungen zu behandeln1 ist hier nicht der ,ort4 ,gemeinsam mit beiden ist ihm im ,grunde nur ein ,allerallgemeinstes3 die ,zugehrigkeit zu der groen ,aufklrungsbewegung1 die in ,england ihren ,ursprung genommen1 dann nach ,frankreich sich verpflanzt hatte und jetzt1 um die ,mitte des achtzehnten ,jahrhunderts1 anfangs noch recht bescheiden1 auch in ,deutschland1 und hier wieder am strksten in dem von jeher freigeistigen und zum ,vorwitz neigenden ,berlin1 ihre ,schwingen zu regen begann4 ,im brigen verdankt ,lessing dem spteren ,diktator der ,berliner ,aufklrung und langjhrigen ,herausgeber der ,allgemeinen ,deutschen ,bibliothek von seiner philosophischen ,eigenart so gut wie nichts2 dem rhrend anhnglichen jdischen ,freunde -- das darf man sagen1 ohne dem braven ,moses ,mendelssohn zu nahe zu treten -- recht wenig4 ,wohl hat dieser ihm fters1 z4 ,b4 zu der ,pope-,schrift und zum ,laokoon1 ,material geliefert1 sicherlich auch manche philosophische ,einzelgedanken1 namentlich auf sthetischem ,gebiet1 in ihm angeregt4 ,aber bei aller warmen ,empfindung1 bei aller ,klarheit des ,stils fehlt ihm doch zu sehr die philosophische ,kraft und ,tiefe1 als da er dem groen ,freunde eine wesentliche ,frderung in seiner philosophischen ,entwicklung htte bieten knnen4 ,und schlielich auch der ,mut des ,genius4 ,wie htte es einem ,lessing begegnen knnen1 da er vor einem anderen ,menschen1 und wre es auch der ,alleszermalmer ,kant1 gleich ,mendelssohn scheu sich zurckgezogen htte6 ,b4 ,das ,jahrzehnt #agfj bis #aggj ,kant sagt einmal in seiner ,anthropologie1 da die ,grndung eines ,charakters1 d4 h4 in seinem ,zusammenhang die endgltige ,festsetzung einer ,weltanschauung1 bei den meisten ,menschen sich erst in ihrem vierten ,lebensjahrzehnt zu vollziehen pflege4 ,das drfte wenigstens fr die tieferen1 nicht schnell mit sich fertigen ,naturen zutreffen4 ,jedenfalls gilt es fr ,kant und fr ,lessing4 ,sei es1 da seine ,versetzung in ganz andere uere ,lebensumstnde1 unter ganz andere ,menschen1 in ganz andere ,beschftigungen als die gewohnten1 die seine ,berufung als ,sekretr des ,generals ,tauentzien nach ,breslau und ins preuische ,feldlager nach sich zog1 ihn um so strker auf sich selbst besinnen lie1 oder da seine innere ,entwicklung dahin drngte3 er fhlt1 da er jetzt erst zum ,manne herangereift1 ganz er selbst geworden ist4 ,nach der ,genesung von einer ,fieberkrankheit schreibt am #e4 ,august #agfd der bald ,fnfunddreiigjhrige an seinen ,freund ,ramler nach ,berlin3 ,die ernstliche ,epoche meines ,lebens naht heran2 ich beginne1 ein ,mann zu werden4 ,lessings religionsphilosophische und kirchengeschichtliche ,studien gehen fort4 ,aber sie werden jetzt methodischer4 ,er beginnt die frheste ,entwicklung des ,christentums an der ,quelle1 das heit in den ,werken der ,kirchenvter3 eines ,justin1 eines ,tertullian1 eines ,origenes und ,augustin1 zu studieren4 ,er schreibt eine ,abhandlung ber die von ,plutarch erwhnte ,richtung der ,elpistiker1 d4 h4 etwa ,hoffnungsfrohen1 und sucht bei dieser ,gelegenheit nachzuweisen1 da ohne die ,hoffnung auf ein zuknftiges ,leben keine ,religion gedacht werden knne4 ,eine ,ansicht1 die unseres ,erachtens schon durch den ,buddhismus und das ,judentum 7wenigstens dem grten ,teil seiner ,geschichte nach7 widerlegt wird2 weshalb1 beilufig gesagt1 auch ,kant letzterem einmal den ,charakter einer ,religion abspricht4 ,im brigen bemerkt ,lessing1 jene ,hoffnung habe unter den ,christen der ersten ,jahrhunderte viele falsche ,mrtyrer gemacht1 die fr nichts besser als ,selbstmrder zu halten seien4 ,eine zweite ,abhandlung ,von der ,art und ,weise der ,fortpflanzung und ,ausbreitung der christlichen ,religion wendet sich gegen die ,ansicht der ,kirchenvter und die damit bereinstimmende ihrer zeitgenssischen ,verteidiger1 die darin die unmittelbare ,hand ,gottes erblickt1 und macht demgegenber auf die vielen ,menschlichkeiten1 die sich dabei zugetragen haben1 berhaupt auf den ganz natrlichen ,lauf der ,dinge aufmerksam4 ,kurz1 er unterstellt auch die ,religionsgeschichte den ,gesetzen wissenschaftlicher ,kritik1 die sich brigens damals auch bereits innerhalb der protestantischen ,theologie zu regen begann3 ,sieh berall mit deinen eigenen ,augen6 ,verunstalte nichts1 beschnige nichts6 ,wie die ,folgerungen flieen1 la sie flieen6 ,hemme ihren ,strom nicht1 lenke ihn nicht6 ,jetzt erst werden auch seine philosophischen ,studien tiefer1 eindringender4 ,er wendet sich von dem ,nachahmer 7,wolff7 zur ,quelle 7,leibniz7 zurck4 ,noch in der ,pope-,schrift war der ,begriff des ,gedichts ganz im ,sinne der ,wolffschen ,schulphilosophie bestimmt worden4 hnliches war in der ,abhandlung ber die ,fabel und in den ,anmerkungen zu des ,englnders ,burke ,schrift ber das ,schne und ,erhabene 7#ageh7 geschehen4 ,jetzt1 in den sechziger ,jahren1 lernt er den echten ,leibniz eigentlich erst kennen1 dessen ,neue ,abhandlungen ber den menschlichen ,verstand 7franzsisch7 eben 7#agfe7 ihrer ,vergessenheit im ,staube der ,hannoverschen ,bibliothek entrissen worden waren4 ,lessing hat sie zu bersetzen angefangen1 auch ,material zu einer ,leibniz-,biographie gesammelt4 ,er hat nunmehr die ,kluft zwischen ,meister und ,schler so deutlich erkannt1 da er von der ,eingeschrnktheit und ,geschmacklosigkeit ,wolffs zu sprechen wagt4 ,und1 was vielleicht noch wichtiger1 er lernt jetzt auch den fast noch allgemein verfemten groen ,spinoza kennen und schtzen4 ,noch in dem ,pope-,aufsatz hatte er zwar nichts dagegen gehabt1 da der ihm anscheinend durch ,freund ,mendelssohn nher gebrachte ,shaftesbury das ,wort ,natur an die ,stelle des ,leibnizschen ,gott gesetzt hatte2 allein noch gar nicht daran gedacht1 da damit auch der ,standpunkt des jdisch-hollndischen ,weisen zusammenfllt1 den er noch den berufenen ,irrglubigen nennt4 ,jetzt hat er den ,spinoza zu wrdigen gelernt4 ,er ist1 eigentlich noch vor ,herder1 ,goethe und ,f4 ,h4 ,jacobi1 der ,wiederentdecker desselben geworden3 was allerdings erst gegen ,ende seines ,lebens deutlicher hervortreten und erst fnf ,jahre nach seinem ,tode allgemein bekannt werden sollte2 weshalb wir auf die ganze ,frage seines ,spinozismus noch einmal gegen ,schlu im ,zusammenhang zurckkommen werden4 ,wir werden ferner sehen1 wie sich aus der besseren ,wrdigung des echten ,leibniz und ,spinozas auch eine vertieftere1 seine ,berliner ,freunde berraschende ,stellung in seinen theologischen ,kmpfen der siebziger ,jahre1 im ,streite zwischen der ,orthodoxie und der ,aufklrung1 ergibt1 wie er immer mehr auch ber die letztere hinauswchst4 ,zunchst aber mssen wir jetzt eine ganz andere ,seite seines ,philosophierens ins ,auge fassen3 seine ,philosophie der ,kunst oder sthetik1 zu der die beiden groen ,schriften der sechziger ,jahre3 der ,laokoon 7#agff7 und die ,hamburger ,dramaturgie 7#agfg bis #agfi7 den ,grund gelegt haben1 hinter denen jetzt1 mindestens schriftstellerisch1 die religionsphilosophische ,arbeit durchaus zurcktritt4 ,dies ,jahrzehnt war vielmehr die ,zeit1 wo er nach dem ,worte des ,briten ,macaulay zum ersten ,kritiker ,europas sich emporschwang4 ,freilich nicht diese ,kritik im einzelnen knnen wir zum ,gegenstand unserer ,errterung machen1 auch nicht auf sthetische ,einzelheiten eingehen1 sondern blo die groen philosophischen ,grundzge hervorheben4 ,betrachtet man beide ,schriften nur von ihrer ,auenseite1 die vom lebendigen ,kunstbeispiel1 im ersten ,falle der ,plastik1 im anderen der ,bhne ausgeht1 so knnte man sie fr zufllig hingeworfene ,gelegenheitsschriften halten1 wie es ja fast bei allen ,werken ,lessings der ,fall zu sein scheint4 ,dringt man dagegen tiefer in sie ein1 so merkt man auch hier1 da eine zusammenhngende ,kunstansicht dahinter steckt3 eine ,kunstansicht1 die auf einer ausgedehnten ,kenntnis der zeitgenssischen sthetik1 ja der ,kunstschpfungen aller ,zeiten aufgebaut ist4 ,das ,nchste und ,grundlegendste ist1 da er -- was freilich schon der alte ,aristoteles festgestellt und natrlich auch ,platos ,weisheit bereits entdeckt hatte1 was aber erst durch ,kants ,begrndung zum unverlierbaren ,eigenbesitz der ,philosophie geworden ist -- das ,gebiet der ,kunst oder1 persnlicher ausgedrckt1 die gestaltende ,ttigkeit des schaffenden ,knstlers von der theoretischen des wissenschaftlichen1 von der praktischen des sittlichen ,menschen scheidet oder doch zu scheiden beginnt4 ,wir werden spter bei ,schiller und ,goethe sehen1 wie diese reinliche ,scheidung der drei menschlichen ,kulturgebiete3 ,wissenschaft1 ,ethik und ,kunst unter dem ,einflu ,kants schon weiter fortgeschritten ist4 ,der ,laokoon setzt sie1 wie schon sein ,nebentitel ber die ,grenzen der ,malerei und der ,poesie besagt1 innerhalb der ,knste zwischen ,poesie und ,malerei1 d4 h4 dem knstlerischen ,schaffen in ,wort1 ,rhythmus und ,melodie1 wie es ,dichtkunst und ,musik betreiben1 auf der einen1 und dem ,kunstschaffen in ,form und ,farbe1 wie es den bildenden ,knsten3 ,malerei1 ,bildhauerei und ,baukunst1 eigen ist1 auf der anderen ,seite fort4 ,lessing befand sich damit mitten in den ,problemen und der ,polemik1 die ber sie von den angesehensten ,theoretikern der ,gegenwart und letzten ,vergangenheit1 den ,franzosen ,dubos1 ,batteux und ,diderot1 den ,englndern ,hutcheson1 ,harris1 ,burke und ,home1 den ,schweizern ,bodmer und ,breitinger1 den ,deutschen ,mendelssohn1 ,nicolai und anderen gefhrt worden war4 ,speziell mit den beiden letzteren hatte er schon ein ,jahrzehnt zuvor lange teils mndliche1 teils schriftliche ,diskussionen ber ,ursprung und ,natur der tragischen ,empfindungen gepflogen2 ja in gewissem ,sinne hatten ihn ,mendelssohns ,betrachtungen ber die ,quellen und die ,verbindungen der schnen ,knste und ,wissenschaften auf das ,thema seines ,laokoon berhaupt gebracht4 ,und auerdem wollte er ,ordnung auch in der ,praxis der bildenden und der ,dichtkunst schaffen3 den ,hang zur ,allegorie 7z4 ,b4 ,oeser7 in jener1 den ,hang zur ,schilderungssucht 7,haller1 ,brockes1 ,ewald v4 ,kleist und ,gener7 in dieser bekmpfen4 ,und das ist ihm denn auch1 wenigstens fr ,poesie1 so ziemlich gelungen3 er hat der bis dahin fast allgemein gebten unkritischen ,vermischung der ,knste1 die nach der blendenden ,antithese des griechischen ,dichters ,simonides die ,dichtkunst einfach zu einer redenden ,malerei1 die bildende zu einer stummen ,poesie machen wollte1 den kritischen ,todessto versetzt4 ,dem ,gebiet der bildenden ,knste wies er die im ,raume nebeneinander geordneten sichtbaren ,krper1 dem der redenden das in der ,zeitfolge nacheinander geordnete ,gebiet der ,handlung zu4 ,gewi1 viele seiner ,einzelansichten sind durch die moderne ,kunstentwicklung und ,kunstanschauung1 ja zum ,teil schon durch die frhere ,kunstpraxis berholt4 ,wir werden z4 ,b4 heute nicht mehr so einseitig wie ,lessing der antikisierenden ,anschauung ,winckelmanns folgen und allein die ,schnheit1 nicht die ,wahrheit des ,ausdrucks fr den hchsten ,zweck der bildenden ,kunst erklren4 ,wir werden nicht so einseitig wie er die ,form vor der ,farbe1 die ,plastik vor der ,malerei bevorzugen4 ,und wenn er die ,landschafts-1 die ,historien-1 die ,genre-1 ja sogar die ,portrtmalerei verwirft1 wenn er infolgedessen die groen ,niederlnder1 sogar einen ,rembrandt geringschtzt1 was bleibt dann schlielich von der ,malerei noch brig8 ,es rcht sich hier1 da ,lessing1 hnlich wie ,kant1 obschon wohl in nicht so starkem ,mae wie dieser1 die lebendige ,anschauung1 ja wohl auch die warme ,empfnglichkeit fr die groen ,werke der bildenden ,knstler der ,renaissance1 der ,spanier1 der ,niederlnder gemangelt hat4 ,ist er doch1 als er endlich mit sechsundvierzig ,jahren vom ,frhjahr bis in den ,winter #agge ,italien bereisen konnte1 freilich als offizieller ,reisebegleiter eines unreifen ,prinzen und seines militrischen ,gouverneurs1 wenn anders wir nach den trockenen und drftigen ,notizen seines ,tagebuches schlieen drfen1 selbst dort von den ,wundern der ,natur und ,kunst1 die nach ihm so viele ,nordlnder entzckt haben1 anscheinend wenig ergriffen worden4 ,in ihm herrschte eben1 hnlich wieder wie bei dem ihm berhaupt in so mancher ,hinsicht geistesverwandten ,kant1 auch in ,kunstdingen die norddeutsche ,reflexion1 der eindringende ,scharfsinn1 die ,neigung zum psychologischen ,zergliedern vor1 gegenber der ,gefhlswrme eines ,herder1 eines ,goethe oder gar eines ,heinse4 ,auch in seinem eigentlichen ,felde1 der ,poesie1 wird man seiner ,bevorzugung des ,epos und des spter noch besonders zu errternden ,dramas vor der ,lyrik nicht zuzustimmen brauchen4 ,obwohl im ,grunde doch auch fr die ,lyrik sein oberstes ,kunstgesetz zutrifft1 wenn man blo fr ,handlung das sinnverwandte ,bewegung einsetzt1 die auch durch die zarteste ,stimmungs- oder ,liebespoesie1 ja gerade durch diese 7man denke etwa an ,goethes ,sesenheimer ,lieder71 wenn ebenso auch ,handlung selbst durch ,goethes1 ,schillers und ,uhlands ,balladen geht4 ,ja man knnte in ,anwendung eines bekannten ,wortes von ,kant ber ,plato1 da man ihn besser verstehen knne1 als er sich selbst verstand1 untersuchen1 ob nicht aus ,lessings ,gedanken noch andere und fruchtbarere ,folgerungen zu ziehen sind1 als er selbst sie in dem ja leider unvollendet gebliebenen ,laokoon gezogen hat4 ,so knnte man mit ,schrempf aus dem ,motiv der ,liebe1 die nach der ,einleitung den groen alten ,meistern die ,hand zu fhren nicht mde geworden1 anknpfend an den platonischen ,eros1 von der bildenden auch nach der ,dichtkunst die ,linien hinberziehen und als deren eigentlichen ,gegenstand den menschlichen ,helden hinstellen1 wie ihn der ,laokoon in dem ,philoktet des ,sophokles zeichnet1 der weder weichlich noch verhrtet ist1 und von dem er sagt1 er sei das ,hchste1 was die ,weisheit hervorbringen1 die ,kunst nachahmen kann4 ,fr das ,auge der ,liebe drfte auch1 wie ,schrempf feinsinnig bemerkt1#a der scharfe ,gegensatz von ,schnheit und ,wahrheit des ,ausdrucks1 den ,lessing selbst noch zieht1 nicht vorhanden sein4 ,wir lieben doch einen ,menschen und deshalb auch seine ,nachbildung in der ,kunst 7man denke namentlich an die religise ,malerei671 wenn aus seinen ,zgen eine schne ,seele spricht1 auch wenn er auf krperliche ,schnheit keinen ,anspruch machen kann4 ,auch der ,bildner des ,laokoon erregt mein sthetisches ,wohlgefallen doch nur dadurch1 da er mir dessen ,seelengre bei allen seinen ,qualen zeigt4 ,lessing kann und will vielleicht auch nicht mehr behaupten1 als da die griechischen ,knstler selbst in der ,darstellung der ,leidenschaft1 mithin des ,ausdrucks1 die ,rcksicht auf die schne ,form nie vergessen haben4 ,es ist schade1 da der ,laokoon ein ,torso geblieben ist4 ,schon deshalb1 weil ,lessing sich in dem ,vorliegenden fast ganz auf den ,unterschied von ,poesie und ,malerei in der ,darstellung sinnlich sichtbarer ,gegenstnde beschrnkt hat4 ,wie er schon in seiner ,abhandlung ber die ,fabel 7#agei7 auch fr deren ,erzhlung eine ,handlung1 d4 h4 eine ,folge von ,vernderungen1 die ein ,ganzes ausmachen1 gefordert hatte1 so wollte er1 wie die in seinem ,nachla enthaltenen ,entwrfe zeigen1 in der beabsichtigten ,fortsetzung des ,laokoon seine ,haupt- und ,grundstze auf alle wichtigen ,stilfragen ausdehnen und nicht blo die redende und bildende ,kunst 7darunter gewi auch die im ,laokoon vernachlssigte ,baukunst71 sondern auch die ,musik1 ja sogar die ,tanzkunst bis zu einem gewissen ,grade in den ,kreis seiner ,untersuchung ziehen4 ,seine ,eigenart freilich und das ,geheimnis seiner heute noch fortdauernden ,wirkung auf uns liegt1 wie wir es zum ,teil schon sahen1 nicht in dem systematischen ,abschlieen1 sondern in dem stets lebendigen ,forschen1 das auch den ,leser zum ,mitphilosophieren zwingt4 ,er verschmht absichtlich fr seine im letzten ,grunde sehr berdachten ,untersuchungen die feste systematische ,form4 ,er will1 weder mit seinem ,laokoon noch spter mit seiner ,hamburger ,dramaturgie1 ein sthetisches ,lehrbuch liefern1 wie es nicht lange vorher1 als erster in ,deutschland1 der ,hallenser ,professor ,baumgarten mit seiner sthetica1 trocken und pedantisch genug1 der gelehrten ,welt gegeben hatte4 ,an systematischen ,lehrbchern1 bemerkt -- auch fr unsere ,zeit noch sehr passend -- gleich die ,vorrede zum ,laokoon1 haben wir ,deutsche berhaupt keinen ,mangel4 ,aus ein paar angenommenen ,worterklrungen in der schnsten ,ordnung alles1 was wir nur wollen1 herzuleiten1 darauf verstehen wir uns trotz einer ,nation der ,welt4 ,lessing dagegen whlt mit ,absicht den scheinbar regellosen ,weg des bald hierhin1 bald dorthin ablenkenden ,spaziergngers1 geht von lebendigen ,beispielen1 sei es der bildenden ,kunst oder der dichterischen ,praxis des ,sophokles und vor allem des ewig jungen ,vaters ,homer aus1 um aus ihnen erst zum ,schlu einige wenige allgemeine ,gesetze abzuleiten4 ,erst der sechzehnte ,abschnitt beginnt1 nach einem in der ,mitte abgebrochenen ,satze1 mit den ,worten3 ,doch ich will versuchen1 die ,sache aus ihren ersten ,grnden herzuleiten4 ,gerade darum eignen sich seine wichtigsten kunstphilosophischen ,schriften1 nicht zu vergessen auch die schne ,abhandlung ,wie die ,alten den ,tod gebildet1 noch heute so gut zur ,lektre unserer ,primaner und ,primanerinnen3 nicht etwa als unantastbare ,regel und ,richtschnur1 sondern als bestndiger ,anreiz zu eigenem ,nachdenken1 als ,anknpfungspunkt zu weiterfhrenden1 vielleicht mit einem anderen ,ergebnis oder besser noch mit der ,aussicht auf neu sich auftuende ,fragen schlieenden ,errterungen4 ,sie sind zugleich ein treffliches ,vorbild fr den zuknftigen ,schriftsteller oder ,redner1 da er uns seine ,gedanken nicht als fertige vortrage1 sondern sie vor unseren ,augen1 ja in unserer ,seele erst entstehen lasse1 wie ,homer den ,schild des ,achilleus4 ,da neben den entdeckten obersten ,kunstgesetzen auch noch eine ,flle fruchtbarer sthetischer ,einzelbegriffe gefunden oder festgestellt wird1 wie die ,wahl des fruchtbarsten ,augenblicks fr den ,dichter und den bildenden ,knstler1 die ,bestimmung des ,reizes als der ,schnheit in ,bewegung1 die ,behandlung des ,lcherlichen und des ,hlichen1 des ,furchtbaren1 des ,grlichen und des ,ekelhaften1 sei nur nebenher erwhnt4 ,auch die ,beziehungen der ,kunst zum ,staat1 zur ,religion werden1 wie jeder ,leser des ,laokoon wei1 bereits in den einleitenden ,errterungen berhrt4 ,und seine letzte kunstphilosophische ,abhandlung ,wie die ,alten den ,tod gebildet -- nmlich nicht als ,knochengerippe wie die ,nordlnder1 selbst ein ,holbein1 ,drer oder ,rethel1 sondern als den ,bruder des ,schlafes -- schliet mit einer tiefempfundenen und sehr zu denken gebenden1 gegen eine kunstfeindliche ,richtung innerhalb des ,protestantismus gerichteten ,bemerkung ber das ,verhltnis von ,kunst und ,religion3 ,nur die miverstandene ,religion kann uns von dem ,schnen entfernen2 es ist ein ,beweis fr die wahre1 fr die richtig verstandene wahre ,religion1 wenn sie uns berall auf das ,schne zurckbringt4 ,so wirkte denn der ,laokoon schon zur ,zeit seines ,erscheinens mchtig auf alle freieren ,geister in der bildenden ,kunst und der ,dichtung4 ,ein neuerer ,gelehrter hat sich die ,mhe genommen1 alle erreichbaren ,urteile der ,zeitgenossen ber die einzelnen ,schriften ,lessings zusammenzutragen4 ,aber wir bedrfen fr unseren philosophischen ,zweck nicht solches philologischen ,sammelns teilweise doch ganz wertloser uerungen von ,krethi und ,plethi4 ,uns gengt zu einer nochmaligen ,schlubeleuchtung von ,lessings kunstkritischer ,tat das ,urteil des einen ,goethe1 wie es sich im achten ,buche des zweiten ,teiles von ,dichtung und ,wahrheit findet4 ,man mu ,jngling sein1 so schreibt er noch nach vierundeinhalb ,jahrzehnten und doch mit lebendigster ,erinnerung an die eigene ,jnglingszeit1 um sich zu vergegenwrtigen1 welche ,wirkung ,lessings ,laokoon auf uns ausbte4 ,die ,wir1 das ist die junge ,generation1 die eine neue ,bltezeit der deutschen ,dichtung erstrebte und auch erreicht hat2 nicht die alte1 absterbende3 die trockenen ,gottschedianer auf der einen1 die empfindsame und in breiten ,beschreibungen sich ergehende sogenannte ,schweizer ,schule der ,haller1 ,bodmer und ,breitinger auf der anderen ,seite1 und doch auch die ,mnner des alten ,geschmacks1 die dem deutschen ,dichtergenius noch nichts zutrauten1 und zu denen selbst so groe ,geister wie ,immanuel ,kant und ,friedrich der ,groe gehrten4 ,goethe fhrt fort -- und nun kommt der feinste und wichtigste ,zug seiner ,charakteristik --3 indem uns dieses ,werk aus der ,region eines kmmerlichen ,anschauens in die freien ,gefilde des ,gedankens hinri4 ,mit dem kmmerlichen ,anschauen wird er wohl weniger das ,gebiet der bildenden ,kunst gemeint haben1 denn hier hatte ,johann ,winckelmann bereits ein ,jahrzehnt zuvor durch seine ,gedanken ber die ,nachahmung der griechischen ,werke in ,malerei und ,bildhauerkunst 7#agee7 und von neuem eben erst 7#agfd7 durch seine ,geschichte der ,kunst des ,altertums revolutionierend gewirkt1#b sondern die ,poesie4 ,die ,anschauung mu auch auf dem ,felde der sthetik durch den ,gedanken oder1 wie es kurz vorher bestimmter heit1 durch den ,begriff erst erleuchtet1 gewissermaen erst sehend gemacht werden4 ,denn1 wie ,kant an einer bedeutsamen ,stelle seiner ,kritik der reinen ,vernunft es formuliert3 ,begriffe ohne ,anschauungen sind freilich leer1 aber ,anschauungen ohne ,begriffe sind blind4 ,die so lange aus ,miverstndnis beider ,kunstarten hervorgegangene ,vermischung und ,verwischung von bildender und redender ,kunst1 wie sie in jener glnzenden ,antithese des ,simonides von der ,poesie als redender ,malerei und der ,malerei als der stummen ,poesie lag1 sie war nach ,goethes ,ausdruck nun durch die ,tat ,lessings auf einmal beseitigt worden2 die ,gipfel beider ,knste erschienen nun getrennt1 wie nahe auch ihre ,basen in dem schpferischen ,urquell alles ,kunstschaffens berhaupt zusammenstoen mochten4 ,und wenn er dann zum ,schlusse ausfhrt1 da sie1 d4 h4 die junge ,generation1 daraufhin alle bisherige anleitende und urteilende ,kritik wie einen abgetragenen ,rock weggeworfen htten1 so hat er damit die epochemachende tatschliche ,wirkung der ,lessingschen ,kunstschrift noch nach #de ,jahren aufs strkste gekennzeichnet4 ,in der ,tat hat denn auch der ,laokoon in dem nchsten ,vierteljahrhundert nach seinem ,erscheinen nach dem ,urteil ,wilhelm ,diltheys alle sthetische und literarische ,kritik bestimmt1 bis #agij ein noch ,grerer kam1 ,kant mit seiner ,kritik der ,urteilskraft1 die ,schiller und ,goethe1 wie wir spter sehen wollen1 zusammenfhren sollte4 ,allein nicht blo die sthetische ,theorie1 auch das dichterische ,schaffen selbst hat der ,laokoon nachhaltig beeinflut4 ,das haben nicht blo ,herder und ,wieland dankbar anerkannt 7der letztere z4 ,b4 bemerkt einmal an einer ,stelle1 wo er sich in eine lngere poetische ,beschreibung einlassen will3 ,hier zupft mich ,lessing am ,ohr671 das haben auch ,schiller und ,goethe selber praktisch beachtet4 ,denken wir nur an ,schillers groes kulturphilosophisches ,gedicht ,der ,spaziergang -- welcher ,unterschied gegen die trockenen ,lehrgedichte eines ,pope und ,haller6 -- oder an ,hermann und ,dorothea mit dem ,gang der ,lwenwirtin durch ihr ,besitztum4 ,und ihnen nach1 bewut oder unbewut1 unsere besten neueren ,dichter3 die ,gottfried ,keller1 ,konrad ,ferdinand ,meyer1 ,theodor ,storm und andere4 ,doch es wird ,zeit1 da wir uns der zweiten groen sthetischen ,tat ,lessings zuwenden1 seiner ,hamburger ,dramaturgie ,wenn das ,wesen der ,poesie ,handlung ist1 so stellt ihren ,hhepunkt die dramatische ,dichtung dar1 die ihren ,namen ja vom griechischen ,worte 7drn7 fr handeln hat und in ,akte1 d4 h4 ,handlungen1 zerfllt4 ,war dies ,thema im ,laokoon nur gestreift worden1 so kehrte ,lessing in seiner ,hamburger ,dramaturgie zu der theoretischen ,behandlung seines alten ,lieblingsfeldes1 des ,schauspiels1 zurck1 dem er inzwischen durch seine ,minna von ,barnhelm eine seiner unvergnglichsten ,gaben geschenkt hatte4#c ,auch diesmal wieder geht er1 ja in noch weit hherem ,grade als beim ,laokoon1 von der ,praxis aus3 den ,ausfhrungen des neugegrndeten1 als groes deutsches ,nationaltheater geplanten1 leider aber nach kaum zwei ,jahren aus ,mangel an ,interesse der magebenden ,kreise gescheiterten ,hamburger ,schauspielhauses1 zu dessen dramatischem ,berater er gewhlt worden war4 ,aus seiner ,besprechung dieser ,auffhrungen1 die sich infolge uerer ,umstnde immer mehr auf die theoretische ,seite beschrnkte1 erwuchs die berhmte ,hamburger ,dramaturgie 7#agfg bis #agfi73 jenes ,buch1 dessen ,verfasser dramatischer ,theoretiker1 erfahrener ,theatermann und dramatischer ,dichter zugleich war1 also alle drei erforderlichen ,eigenschaften in gleichem ,mae besa2 jenes ,buch1 von dem ,gervinus in seiner ,geschichte der deutschen ,dichtung 7,,iv1 ,s4 #cii7 sagt3 er kenne kein ,buch1 bei dem ein deutsches ,gemt ber den ,widerschein echt deutscher ,natur1 ,tiefe der ,erkenntnis1 ,gesundheit des ,kopfes1 ,energie des ,charakters und ,reinheit des ,geschmacks innigere ,freude und gerechtfertigteren ,stolz empfinden drfte4 ,wenn das ,drama nach ,diltheys zutreffendem ,wort eine vollendet vergegenwrtigte ,handlung ist1 die ,form der ,handlung aber nur in der ,einheit gefunden werden kann1 so bedarf gerade das ,drama vor allem strengster ,einheit der ,handlung4 ,die von den franzsischen sthetikern und ihren ,nachtretern1 den deutschen ,gottschedianern geforderten und dann in der dramatischen ,praxis der ,zeit fast ausnahmslos bis zur ,schablone mit pedantischer ngstlichkeit durchgefhrten zwei weiteren ,einheiten des ,ortes und der ,zeit1 wonach die ,handlung sich binnen vierundzwanzig ,stunden womglich in demselben ,raume abspielen mute1 sind mithin unerheblich4 ,die strkste ,wirkung entfaltet die tragische ,handlung4 ,wenn aber weiter alles menschliche ,tun dem unterschiedslosen ,gesetz von ,ursache und ,wirkung unterliegt1 so mu auch die von dem genialsten und scheinbar regellosesten aller bisherigen ,dramatiker1 dem groen ,shakespeare1 geschaffene dichterische ,welt ebenfalls einen lckenlosen ,zusammenhang der inneren und ueren ,motivierung dieser ,handlungen aufweisen4 ,eine jede von ihnen mu aus dem ,charakter der handelnden ,personen und der sie umgebenden ,welt 7ihrem ,milieu7 notwendig hervorgehen1 genauer hervorzugehen scheinen4 ,die ,tragdie insbesondere mu uns mitten in die tragischen ,charaktere1 in das ,werden ihrer ,leidenschaften versetzen1 so lebendig1 da auch dem ,zuschauer oder ,leser alles klar und durchsichtig vor die ,seele tritt4 ,wir mssen bei jedem ,schritt1 den der ,poet seine ,personen tun lt1 bekennen3 wir wrden ihn in dem nmlichen ,grade der ,leidenschaft1 bei der nmlichen ,lage der ,sache selbst getan haben4 ,unserem sthetiker scheint daher1 wie schon dem alten ,aristoteles in seiner ,poetik1 die ,tragdie einen viel philosophischeren ,charakter zu besitzen als die ,geschichte4 ,denn auf dem ,theater sollen wir nicht lernen1 was dieser oder jener einzelne ,mensch getan hat1 sondern -- was ,lessing offenbar fr eine philosophische ,einsicht hlt -- was jeder ,mensch unter gewissen gegebenen ,umstnden tun werde4 ,man kann bestreiten1 ob die recht verstandene ,geschichte wirklich vom philosophischen ,standpunkt aus dem ,drama untergeordnet ist4 ,tiefere ,geschichtschreiber und ,geschichtsphilosophen werden es nicht zugeben4 ,sagt doch z4 ,b4 ,auguste ,comte1 gerade die ,geschichte lehre savoir pour prvoir1 wissen1 um vorauszuwissen6 ,diese ,frage steht berhaupt auf einem anderen ,blatte1 und wir wollen ihr jetzt nicht weiter nachgehen4 ,die ,hauptfrage ist fr den ,dichter wie fr den ,theoretiker der ,tragdie eine andere1 die rein subjektive3 ,welches ,gefhl soll die echte ,tragdie im ,gemt des ,zuschauers erwecken8 ,damit kommen wir zu der berhmten aristotelischen ,begriffsbestimmung des ,trauerspiels1 von der uns hier nur der ,schlugedanke angeht1 da sie vermittels des ,mitleids und der ,furcht die ,reinigung derartiger ,leidenschaften hervorbringt4 ,wir wollen uns nicht mit den ,einzelheiten dieser berhmten ,definition1 die bekanntlich eine ganze ,literatur fr sich hervorgebracht hat1 aufhalten1 z4 ,b4 mit der ,frage1 ob die ,reinigung 7,katharsis7 eine ,luterung der genannten beiden ,leidenschaften selbst oder eine ,befreiung von ihnen bedeutet4 ,auch1 ob ,furcht bei ,aristoteles in dem von ,lessing angenommenen ,sinne gemeint ist1 sie sei das auf uns selbst bezogene ,mitleid1 mag zweifelhaft bleiben4 ,wir sind berhaupt nicht der von ,lessing noch mit den meisten seiner ,zeitgenossen geteilten ,meinung1 da ,aristoteles in diesen ,dingen eine unfehlbare ,richtschnur darstelle4 ,das ,wesentliche scheint mir vielmehr mit ,dilthey darin zu liegen1 da ,lessing1 ob mit oder ohne ,aristoteles1 das ,mitleid in seiner ganzen ,tiefe fat1 da wir es uns erweitert denken mssen zum ,mitempfinden berhaupt1 gleichsam zum ,miterzittern unseres ,innern1 wie wenn eine zweite ,saite mit der zuerst angeschlagenen mitzutnen beginnt1 so da also neben der ,mittrauer die ,mitfreude mitumfat wird4 ,so mute ,lessing den ,kern der ,handlung1 den ,kern der dramatischen ,charaktere eines ,shakespeare und anderer ,groen in der freien1 lebendigen ,bewegung groer ,leidenschaften erblicken1 wie er schon im ,laokoon das ,stoische als untheatralisch bezeichnet und die bloe ,bewunderung einen kalten ,affekt genannt hatte4 ,damit aber legt er den letzten ,grund des dichterischen ,schaffens in die ,hand des ,genies4 ,man hat ,lessing hufig der ,genieperiode des achtzehnten ,jahrhunderts schroff entgegengesetzt4 ,gewi1 er hat deren ,ausartungen nicht gebilligt4 ,und er selbst hat in dem ,epilog zu seiner ,dramaturgie allzu bescheiden von sich behauptet1 nicht einmal ein ,dichter1 viel weniger ein ,genie zu sein3 ,ich fhle die lebendige ,quelle nicht in mir1 die durch eigene ,kraft sich emporarbeitet1 durch eigene ,kraft in so reichen1 so frischen1 so reinen ,strahlen aufschiet2 ich mu alles durch ,druckwerk und ,rhren aus mir herauspressen4 ,sicherlich1 die kritische ,ader war in ihm strker als die produktive ,schpferkraft4 ,aber schon ,goethe hat auf diese ,selbstbezweifelung die richtige ,antwort gegeben3 ,lessing wollte den hohen ,titel eines ,genies ablehnen1 aber seine dauernden ,wirkungen zeugen wider ihn selber4 ,erinnern wir uns auch seiner ,jugendverse vom ,adlerflug des ,genies 7,s4 #f f474 ,er ist jedenfalls nicht blo selbst ein groes kritisches ,genie gewesen1 sondern hat vor allem auch das ,wesen des ,genies begriffen und seinen ,alleinwert fr die ,dichtkunst gewrdigt4 ,ich gebe ,ihnen im folgenden einige seiner ,aussprche wieder4 ,das ,genie trgt nach ihm die ,probe der ,regeln in sich1 es ist der geborene ,kunstrichter und lacht ber die ,grenzscheidungen der ,kritik4 ,es beweist durch die ,tat1 d4 h4 durch sein ,werk1 was mglich ist4 ,aus sich selbst1 aus seinem eigenen ,reichtum bringt es alle seine ,schpfungen hervor4 ,das hchste ,genie1 den gttlichen ,schpfer1 im kleinen nachahmend1 schafft sich seine eigene ,welt4 ,freilich an anderen ,stellen heit es doch wieder im ,geiste der alten ,zeit3 mit ,absicht dichten1 d4 h4 mit ,absicht nachahmen sei eben das1 was das ,genie von den kleinen ,dichtern und ,knstlern unterscheide4 ,zu dem ganz freien ,begriff des ,genies1 wie ihn ,kants ,kritik der ,urteilskraft lehrt1 ist ,lessing mithin doch nicht vllig vorgedrungen4 ,auch klebt er noch zu fest an den aristotelischen ,begriffen3 er hat sich von dem ,einflu der antiken ,schicksalstragdie1 die er in ,sophokles verehrte1 zu der rein modernen ,charaktertragdie1 welche die ,katastrophe einzig und allein aus der tragischen ,schuld des ,helden herleitet1 noch nicht gnzlich durchgerungen4 ,im letzten ,grunde darf doch die ,tragdie sich nicht damit begngen1 blo die ,darstellung einer rhrenden1 unser ,mitleid erregenden ,handlung zu sein2 sondern mu uns durch den in ihr sichtbar werdenden1 wenigstens inneren ,triumph der sittlich-vernnftigen ,weltordnung befreien und erheben4 ,deshalb befriedigt uns z4 ,b4 der ,ausgang von ,schillers ,rubern oder ,luise ,millerin mehr als der von ,hauptmanns ,webern1 was ich brigens zu meiner ,freude schon in ,abiturientenaufstzen westflischer ,oberprimaner klar auseinandergesetzt fand4 ,mit seiner im ,winter #agga_/gb verfaten ,emilia ,galotti1 sozusagen der praktischen ,verkrperung seiner dramatischen ,theorie1 schliet ,lessings sthetische ,epoche ab2 denn sein ,nathan von #aggf dient anderen ,zwecken4 ,noch einmal legt er hier in deren erstem ,aufzug dem ,maler ,conti geistvolle sthetische ,aussprche in den ,mund1 wie die1 da ,raffael das grte malerische ,genie gewesen wre1 auch wenn er unglcklicherweise ohne ,hnde wre geboren worden4 ,dann aber versiegt seine sthetische ,ader4 ,was er sthetisches der ,welt zu sagen gehabt hatte1 hatte er gesagt4 ,er wendet sich nun wieder den religisen1 zuletzt auch den geschichts-1 staats- und allgemein-philosophischen ,weltanschauungsfragen zu4 ,seine dramatischen ,theorien aber haben auf ,dichter1 sthetiker und die praktischen ,vertreter der ,schauspielkunst nachhaltig eingewirkt4 ,wie wir bei dem ,laokoon uns auf des einen ,goethe ,ausspruch bezogen haben1 so mchten wir hier auch nur auf das ,urteil unseres grten klassischen ,dramatikers hinweisen4 ,kein ,geringerer als ,friedrich ,schiller schreibt am #d4 ,juni #agii ber die ,hamburger ,dramaturgie an ,goethe3 ,lessing sei ber das1 was die ,kunst betreffe1 am klarsten gewesen1 habe am schrfsten und zugleich am liberalsten darber gedacht und das ,wesentlichste1 worauf es ankomme1 am unverrcktesten ins ,auge gefat4 ,und um zum ,schlusse auch noch einen ,mann der ,praxis zu zitieren3 der groe ,mime ,eduard ,devrient rhmt in seiner ,geschichte der deutschen ,schauspielkunst gerade ,lessing auch als deren ,befreier3 ,von nun an war der ,schauspieler von allem ,herkmmlichen1 von allen ,kunstmustern wieder unmittelbar an die ,natur gewiesen4 ,er hatte ,menschen1 er hatte ,leidenschaften1 ,schwchen und ,tugenden darzustellen1 ,gedanken und ,empfindungen auszusprechen2 wie er sie kannte1 wie er sie im eigenen ,leben fand4 ,die ,geschichte des deutschen ,herzens war ,gegenstand seiner ,kunst geworden4 ,c4 ,das letzte ,jahrzehnt #aggj bis #aghj ,religionsphilosophie ,im ,mai #aggj hatte ,lessing seine erste und -- letzte amtliche ,stellung angetreten3 die eines ,bibliothekars an der berhmten ,wolfenbtteler ,bibliothek1 bei deren reichen ,bcherschtzen er sich zunchst1 trotz aller ,einsamkeit1 ganz wohl fhlte4 ,unter ihren ungefhr sechstausend ,handschriften hatte er bereits im selben ,sommer eine lngst verloren geglaubte ,abhandlung des berhmten ,frhscholastikers ,berengar von ,tours ber die ,abendmahlslehre entdeckt1 ber die er dann im ,oktober desselben ,jahres einen ausfhrlichen ,vorbericht herausgab4 ,uns interessiert hier nicht die theologische ,seite des ,problems1 insbesondere ob und wieweit ,lessings ,behauptung berechtigt ist1 da ,berengars ,auffassung derjenigen ,luthers verwandt sei1 wodurch er sich1 wie er seiner spteren ,gattin ,eva ,knig ironisch schreibt1 bei unseren lutherischen ,theologen in den lieblichen ,geruch von ,rechtglubigkeit setzte und namentlich seinem alten ,vater noch eine letzte ,freude bereitete4 ,fr ihn war das ,ganze nur eine historisch-kritische ,frage2 denn er persnlich hatte lngst der dogmatischen ,auffassung ,lebewohl gesagt1 die ,friedrich ,,ii4 einmal gegen ,voltaire das emprendste und fr das hchste ,wesen beleidigendste ,dogma und zugleich den ,gipfel der ,tollheit und des ,bldsinns erklrt hat1 weil es darin bestehe3 seinen ,gott zu essen4 ,sondern uns interessieren auch hier wieder mehr seine beilufigen ,bemerkungen4 ,berengar war fr sein zeitgenssisches elftes ,jahrhundert ein ,aufklrer und ein ,ketzer gewesen4 ,dazu bemerkt der ihm geistesverwandte ,lessing3 ,das ,ding1 was man ,ketzer nennt1 hat eine sehr gute ,seite4 ,es ist ein ,mensch1 der mit seinen eigenen ,augen wenigstens hat sehen wollen4 ,die ,frage ist nur1 ob es gute ,augen gewesen1 mit welchen er selbst sehen wollen4 ,ja1 in gewissen ,jahrhunderten ist der ,name ,ketzer die grte ,empfehlung1 die von einem ,gelehrten auf die ,nachwelt gebracht werden knnen4 ,berengar hatte sich zuletzt freilich1 wie so viele nach ihm1 der ,kirche lblich unterworfen4 ,dazu meint der ,aufklrer des achtzehnten ,jahrhunderts3 ,ich wei nicht1 ob es ,pflicht ist1 ,glck und ,leben der ,wahrheit aufzuopfern 444 ,aber das1 wei ich1 ist ,pflicht1 wenn man ,wahrheit lehren will1 sie ganz oder gar nicht zu lehren1 sie klar und rund1 ohne ,rtsel1 ohne ,zurckhaltung1 ohne ,mitrauen in ihre ,kraft und ,ntzlichkeit zu lehren 444 ,ewig denkwrdige1 ewig nachahmenswerte ,worte6 ,und er lt auch den ,einwurf nicht gelten1 da die ,vorurteile und ,eindrcke unserer ersten ,erziehung doch nie auszurotten wren4 ,im ,gegenteil1 die ,begriffe1 die uns von ,wahrheit und ,unwahrheit in unserer ,kindheit beigebracht werden1 sind gerade die allerflachsten1 die sich am allerleichtesten durch selbsterworbene ,begriffe auf ewig berstreichen lassen4 ,der zweite ,fund 7#aggc7 betraf eine ,vorrede ,leibnizens zu der ,abhandlung eines ,altorfer ,gelehrten ,von den ewigen ,strafen4 ,auch hier setzte sich ,lessing zum ,erstaunen seiner aufklrerischen ,berliner ,freunde dafr ein1 da die ,lehre von der ,ewigkeit der ,hllenstrafen konsequenter sei und deshalb auch von dem groen ,leibniz1 der1 wenn es nach mir ginge1 nicht eine ,zeile vergebens mte geschrieben haben1 eher habe verteidigt werden knnen als die mildere ,auffassung des rationalistischen ,theologen ,eberhard4 ,von dem rohen und wsten ,begriff1 in dem so mancher ,theologe diese ,lehre nimmt1 knne selbstverstndlich bei einem ,manne wie ,leibniz keine ,rede sein4 ,die ,hlle ist nichts anderes als der ,inbegriff der natrlichen ,strafen4 ,seine bei dieser ,gelegenheit verteidigte ,unterscheidung von exoterischer1 d4 h4 fr die groe ,masse1 und esoterischer1 fr die tiefer ,denkenden bestimmter ,lehre scheint freilich in geradem ,widerspruch zu seinem vorhin zitierten schnen ,worte von der ,pflicht zur ,wahrheit zu stehen4 ,deutlicher drckt er sich darber in einem ,briefe vom #b4 ,februar #aggd an seinen ,bruder ,karl aus1 der ihm offenbar seine ,gegnerschaft gegen die ,aufklrung vorgeworfen hatte4 ,ich sollte es der ,welt mignnen1 da man sie mehr aufzuklren suche8 ,ich sollte es nicht von ,herzen wnschen1 da ein jeder ber die ,religion vernnftig denken mge8 ,er wrde sich selbst verabscheuen1 wenn er bei seinen ,sudeleien einen anderen ,zweck verfolgt htte6 ,er wolle nur nicht1 da das unreine ,wasser1 welches lngst nicht mehr zu brauchen1 eher weggegossen wrde1 als bis man wei1 woher reineres nehmen4 ,mit der ,orthodoxie war man1 ,gott sei ,dank1 ziemlich zu ,rande2 man hatte zwischen ihr und der ,philosophie eine ,scheidewand gezogen1 hinter welcher eine jede ihren ,weg fortgehen konnte1 ohne die andere zu hindern4 ,aber was tut man nun8 ,man reit diese ,scheidewand nieder und macht uns unter dem ,vorwand1 uns zu vernnftigen ,christen zu machen1 zu hchst unvernnftigen ,philosophen4 ,gotthold ,lessing ist also im letzten ,grunde viel radikaler als sein jngerer ,bruder1 der die neumodische ,aufklrungstheologie in ,schutz nimmt1 welche den gereinigten christlichen ,glauben beweisen will4 ,sein ,widerspruchsgeist und seine dialektische ,kunst verleitet ihn jedoch1 auch in der folgenden ,schrift1 die sich wiederum mit einem ,leibnizschen ,aufsatz1 diesmal gegen des ,andreas ,wissowatius ,einwurf wider die ,dreieinigkeit1 also einem anderen ,hauptdogma des ,christentums1 beschftigt1 allzu sehr die ,partei der angegriffenen ,orthodoxie zu nehmen4 ,er geht in dieser ,dialektik sogar so weit1 da er einmal meint1 einer bernatrlichen geoffenbarten ,wahrheit1 die wir nicht verstehen sollen1 gereiche diese ,unverstndlichkeit gerade zum undurchdringlichsten ,schilde2 womit wir dann glcklich bei des alten ,kirchenvaters ,credo1 quia absurdum 7,ich glaube1 weil es vernunftwidrig ist7 angekommen wren4 ,da das nicht seine wirkliche ,an- und ,absicht war1 sollte sich bald in einem greren ,waffengang zeigen4 ,es trat schon hervor in einer seiner bereits 7,s4 #h7 erwhnten ,rettungen3 ,von ,adam ,neusern einige authentische ,nachrichten 7#aggd73 in gewisser ,hinsicht einer unmittelbaren ,ergnzung zu der ,wissowatius-,schrift4 ,adam ,neuser war ein in der zweiten ,hlfte des sechzehnten ,jahrhunderts in ,heidelberg als ,pfarrer wirkender ,bekmpfer der ,dreieinigkeitslehre1 der dem ,henkerschicksal seines ,amtsbruders ,sylvan und seines berhmteren ,vorgngers ,servet in ,genf 7der bekanntlich wegen seines ,glaubens an einen ,gott statt der offiziellen ,dreigtterei ,tritheismus von ,kalvin1 unter dem ,beifall ,luthers und ,melanchthons1 auf den ,scheiterhaufen gebracht wurde7 nur dadurch entging1 da er sich vor der ,verfolgungswut seiner christlichen ,amtsbrder nach mancherlei ,irrfahrten zu dem trkischen ,grosultan rettete1 unter dessen ,schutz und in dessen ,dienst als ,dolmetscher er1 ,mohammedaner geworden1 #aegf starb4 ,aus seinem von ,lessing zum ersten ,male verffentlichten ,schreiben an einen unbekannten ,landsmann ergibt sich fr einen ,unbefangenen mindestens sein subjektiv gutes ,bewutsein4 ,allein1 wie es sein ,verteidiger bezglich der leider zur ,tat gewordenen ,hinrichtung ,sylvans ausfhrt1 die ,theologen verlangten ,blut1 durchaus ,blut4 ,nicht einmal ,zeit fr ,besserung zugestanden4 ,nur erst den ,kopf ab2 mit der ,besserung wird es sich schon finden1 so ,gott will6 ,woran ,lessing den ,stoseufzer schliet3 ,welch ein ,glck1 da die ,zeiten vorbei sind1 in welchen solche ,gesinnungen ,religion und ,frmmigkeit hieen6 ,da sie wenigstens unter dem ,himmel vorbei sind1 unter welchem wir leben6 ,aber welch ein demtigender ,gedanke1 wenn es mglich wre1 da sie auch unter diesem ,himmel einmal wiederkommen knnten6 ,den ,aufsatz ber ,neuser verffentlichte ,lessing zusammen mit einem inhaltlich verwandten ,von ,duldung der ,deisten1 das er als ,fragment eines ,ungenannten bezeichnete4 ,dies ,fragment1 das er unter den neuesten ,handschriften der ,wolfenbtteler ,bibliothek gefunden haben will1 handelt1 um mit ,lessing zu reden1 von der ,vortrefflichkeit und ,hinlnglichkeit der natrlichen ,religion und fordert die ,duldung fr ,anhnger1 welche sich1 wie der ,ungenannte sich ausdrckt1 in der ,erkenntnis und ,verehrung ,gottes blo an die gesunde ,vernunft halten4 ,der ,herausgeber beschrnkt sich auf eine kurze ,einleitung1 in der er die ,fragmente als mit der uersten ,freimtigkeit1 zugleich aber mit dem uersten ,ernst geschrieben1 kurz als die ,schrift eines offen und geradezu redenden wahren1 gesetzten ,deutschen charakterisiert2 und auf einige angehngte ,schluseiten1 auf denen er unter anderem die ,gesinnung des ,mohammedaner gewordenen ,neuser mit der verwandten des ungenannten ,deisten vergleicht1 zum ,schlu auch bereits sich ironisch ber das heutige vernnftige ,christentum uert1 von dem man nur eigentlich nicht wisse1 weder wo ihm die ,vernunft noch wo ihm das ,christentum sitzt4 ,der wirkliche ,verfasser war der im ,mrz #agfh verstorbene ,hamburger ,gelehrte und ,gymnasialprofessor ,hermann ,samuel ,reimarus4 ,das von ihm hinterlassene1 mehr als zweitausend ,seiten starke ,manuskript1 das seine ,tochter ,elise dem ihr seit #agfi befreundeten ,lessing anvertraut hatte1 war betitelt ,apologie oder ,schutzschrift fr die vernnftigen ,verehrer ,gottes1 womit die seit ihrem ,aufkommen in ,england um #agjj so genannten ,deisten1 d4 h4 ,anhnger eines allweisen und allgtigen ,gottes1 der jedoch die ,welt blo geschaffen hat1 aber sie nachher ihren eigenen ,gesetzen gem sich entwickeln lt1 gemeint sind4 ,das grndliche ,buch des beraus ehrlichen1 rechtschaffenen und selbstndigen ,verfassers stellt den vielleicht konsequentesten und scharfsinnigsten ,angriff dar1 der gegen das biblische ,christentum und seine jdische ,vorstufe -- der erste ,teil kritisiert das ,alte1 der zweite das ,neue ,testament -- bisher unternommen worden war4 ,reimarus bestreitet die ,glaubwrdigkeit religiser ,offenbarungen1 d4 h4 ,mitteilung religiser ,wahrheiten an einzelne ,personen bestimmter ,zeiten und ,vlker1 schon weil eine solche ,ausnahmebehandlung ,gottes ,gte und ,weisheit widersprechen wrde4 ,zudem trage weder das ,alte noch das ,neue ,testament den ,charakter einer solchen ,offenbarung4 ,sein ,standpunkt ging also ber den des damals den ffentlichen ,geist beherrschenden sogenannten aufgeklrten oder vernnftigen ,christentums an ,folgerichtigkeit und ,ehrlichkeit weit hinaus4 ,gerade deshalb hatte er unseren allen halben ,wahrheiten abgeneigten ,lessing angezogen1 obschon dieser sich durchaus nicht mit ihm identifizierte1 und er entschlo sich trotz des ,abratens seiner ,berliner ,freunde1 des weltklugen ,nicolai und des zaghaften oder mindestens vorsichtigen ,mendelssohn1 zu der ,verffentlichung4 ,da aber die ,berliner ,zensur die ,druckerlaubnis verweigerte1 so benutzte er die ,zensurfreiheit seines ,bibliothekamtes1 um wenigstens die ihm am wichtigsten erscheinenden ,abschnitte desselben als ,beitrge aus den ,papieren eines ,ungenannten herauszugeben4 ,es sind die berhmt gewordenen ,wolfenbtteler ,fragmente1 die von ihm selbst zum ,teil mit eigenen ,gegenstzen versehen wurden4 ,das von uns bereits erwhnte #aggd verffentlichte1 inhaltlich noch sehr gemigte ,fragment war ziemlich unbeachtet geblieben4 ,anders die fnf folgenden1 #aggg zusammen herausgegebenen4 ,schon die berschriften weisen auf den ,inhalt4 ,sie lauten3 #a4 ,von der ,verschreiung der ,vernunft auf den ,kanzeln4 #b4 ,unmglichkeit einer ,offenbarung1 die alle ,menschen auf eine gegrndete ,art glauben knnten4 #c4 ,durchgang der ,israeliten durchs ,rote ,meer4 #d4 ,da die ,bcher des ,alten ,testaments nicht geschrieben worden1 eine ,religion zu offenbaren4 #e4 ber die ,auferstehungsgeschichte4 ,wie verhlt sich nun ,lessings eigener ,standpunkt dazu8 ,lessing hat seine allgemeine ,antwort in einer ,reihe schlagender ,stze zusammengefat1 die er spter1 einen jeden einzelnen1 in glnzender ,form gegen die ,angriffe des ,hauptpastors ,goeze verteidigte und die seinen ,standpunkt gegenber der biblischen berlieferung mit auerordentlicher ,klarheit und ,knappheit wiedergeben3 #a4 ,die ,bibel enthlt offenbar mehr1 als zur ,religion gehrt4 #b4 ,es ist bloe ,hypothese 7,vermutung71 da die ,bibel in diesem ,mehreren gleich unfehlbar sei4 #c4 ,der ,buchstabe ist nicht der ,geist1 und die ,bibel ist nicht die ,religion4 #d4 ,folglich sind ,einwrfe gegen den ,buchstaben und gegen die ,bibel nicht eben auch ,einwrfe gegen den ,geist und gegen die ,religion4 #e4 ,auch war die ,religion1 ehe eine ,bibel war4 #f4 ,das ,christentum war1 ehe ,evangelisten und ,apostel geschrieben hatten4 ,es verlief eine geraume ,zeit1 ehe der erste von ihnen schrieb1 und eine sehr betrchtliche1 ehe der ganze ,kanon#d zustande kam4 #g4 ,es mag also von diesen ,schriften noch so viel abhangen1 so kann doch unmglich die ganze ,wahrheit der christlichen ,religion auf ihnen beruhen4 #h4 ,war ein ,zeitraum1 in welchem sie bereits so ausgebreitet war1 in welchem sie sich bereits so vieler ,seelen bemchtigt hatte und in welchem gleichwohl noch kein ,buchstabe aus dem von ihr aufgezeichnet war1 was bis auf uns gekommen ist1 so mu es auch mglich sein1 da alles1 was die ,evangelisten und ,apostel geschrieben haben1 wiederum verloren ginge und die von ihnen gelehrte ,religion doch bestnde4 #i4 ,die ,religion ist nicht wahr1 weil die ,evangelisten und ,apostel sie lehrten1 sondern sie lehrten sie1 weil sie wahr ist4 ,endlich #aj4 ,aus ihrer inneren ,wahrheit mssen die schriftlichen berlieferungen erklrt werden1 und alle schriftlichen berlieferungen knnen ihr keine innere ,wahrheit geben1 wenn sie keine hat4 ,man sieht1 ,lessings ,standpunkt ist keineswegs radikal4 ,er wird heute von vielen protestantischen ,theologen an ,radikalismus weit berboten und mu eigentlich von jedem vernnftig denkenden ,christen zugegeben werden4 ,aber ,lessing geht in der ,einleitung zu diesen ,stzen noch folgerichtiger vor und berwindet damit bereits -- hnlich wie spter ,kant und noch prinzipieller ,schleiermacher -- den ,standpunkt der ,aufklrung4 ,er1 der ,held des klaren ,verstandes1 grndet gleichwohl die ,religion auf ihren wahren ,quell3 das ,gefhl4 ,mchten auch smtliche ,einwnde des ,ungenannten dem kritischen ,verstand unwiderlegbar erscheinen1 so knnte nur der gelehrte ,theologe darber in ,verlegenheit geraten1 nicht der ,christ4 ,denn was gehen den ,christen dieses ,mannes ,hypothesen und ,erklrungen und ,beweise an8 ,ihm ist es doch einmal da1 das ,christentum1 welches er so wahr1 in welchem er sich so selig fhlet4 ,mag sein1 da ,lessing fr seine ,person anders gedacht hat3 jedenfalls hlt er sich hier in den ,grenzen der ,verteidigung eines persnlichen1 individuellen ,christentums1 das sich auf innere ,erfahrung grndet3 wie es innerhalb der evangelischen ,theologie in neuerer ,zeit die ,ritschlsche ,schule wieder erneuert hat4 ,zu der ,verffentlichung der ,fragmente gehrte damals ein gewaltiger ,mut4 ,warf doch ,lessing damit allen theologischen ,parteien den ,fehdehandschuh hin4 ,bald regnete es denn auch ,artikel1 ,flugschriften1 ,bcher1 am meisten natrlich seitens der ,rechtglubigen4 ,einer von ihnen1 der ,schuldirektor ,schumann aus ,hannover1 hatte in den von ,christus getanen ,wundern und in den in ihm erfllten ,weissagungen den ,beweis des ,geistes und der ,kraft erblicken wollen4 ,ihm erwiderte ,lessing in einem ebenso betitelten anonymen ,aufsatz4 ,er will zwar -- anscheinend aus blo taktischen ,grnden -- die ,tatschlichkeit solcher ,wunder nicht rundweg leugnen1 bestreitet jedoch1 da sie1 die wir doch nur auf ,treu und ,glauben anderer als wahr annehmen1 fr ,jesu anderweitige ,lehren beweisend sein knnten4 ,denn -- und nun kommt eine ,leibniz entlehnte wichtige ,unterscheidung -- zufllige ,geschichtswahrheiten 7,leibniz sagt vrits de fait1 d4 h4 ,tatsachen-,wahrheiten7 knnen der ,beweis von notwendigen ,vernunftwahrheiten nie werden4 ,wir alle1 fhrt ,lessing aus1 glauben1 da ein ,alexander der ,groe gelebt und einen groen ,teil ,asiens erobert hat2 aber wer wollte auf diese historische ,wahrheit eine wichtige philosophische oder moralische ,wahrheit grnden6 ,das ist der garstige breite ,graben1 ber den ich nicht hinber kann1 so oft und ernstlich ich auch den ,sprung versucht habe4 ,kann mir jemand hinberhelfen1 der tu es2 ich bitte1 ich beschwre ihn4 ,er verdient einen ,gotteslohn an mir4 ,noch milder und vershnlicher ist die in ,gestalt eines formvollendeten ,zwiegesprchs wiedergegebene hbsche ,legende des ,kirchenvaters ,hieronymus von dem letzten ,vermchtnis des ,evangelisten ,johannes gehalten1 der seine ,jnger immer wieder ermahnt haben soll3 ,kinderchen1 liebt euch61 weil das allein1 wenn es geschieht1 hinlnglich genug ist4 ,mchte doch alle1 so schliet ,lessing1 welche das ,evangelium ,johannis trennt1 das ,testament ,johannis wieder vereinigen6 ,auch hier also wird das ,praktische ber das ,theoretische1 die ,liebe ber den ,glauben gestellt4 ,ein ,vorspiel zum ,nathan6 ,und ein ,vorbild fr die ,christenheit unserer ,zeit1 die in der ,erfllung dieses ,testaments seitdem eher zurck- als vorwrtsgekommen ist4 ,ein dritter1 diesmal von ,lessing mit seinem ,namen gezeichneter ,aufsatz1 die ,duplik 7d4 h4 eigentlich zweite ,antwort7 war an den ,superintendenten ,re in ,lessings ,wohnort gerichtet4 ,sie enthlt in ihrem ersten ,abschnitt1 mit dem sie den ,charakter des edlen ,ungenannten rechtfertigt1 den berhmten ,satz1 da der ganze ,wert des ,menschen nicht auf dem vermeintlichen ,besitz der ,wahrheit beruhe1 der vielmehr ruhig1 trge1 stolz mache1 sondern auf der aufrichtigen ,mhe1 die er angewandt hat1 hinter die ,wahrheit zu kommen2 denn nur durch die ,nachforschung der ,wahrheit erweitern sich alle seine ,krfte4 ,worauf dann das noch berhmtere ,gleichnis folgt3 ,wenn ,gott in seiner ,rechten alle ,wahrheit und in seiner ,linken den einzigen immer regen ,trieb nach ,wahrheit1 obschon mit dem ,zusatz1 mich immer und ewig zu irren1 verschlossen hielte und sprche zu mir3 ,whle61 ich fiele ihm mit ,demut in seine ,linke und sagte3 ,vater1 gib6 ,die reine ,wahrheit ist ja doch nur fr dich allein6 ,vielleicht verleitet ihn auch hier seine ,neigung zu glnzenden1 die ,gedanken scharf gegeneinander haltenden ,antithesen zu einer berscharfen ,formulierung der ,gegenstze1 so insbesondere durch den ,zusatz ewigen ,irrtums4 ,im brigen ist wohl niemals der ,wert reiner ,wahrheitsforschung schner formuliert worden4 ,in der ,sache selbst1 der ,verteidigung der ,ehrlichkeit seines ,ungenannten in ,sachen seines ,sturmangriffs gegen die biblische ,auferstehungsgeschichte1 ist seine ,taktik wiederum sehr zurckhaltend4 ,der ,ungenannte behaupte3 ,die ,auferstehung ,christi ist auch darum nicht zu glauben1 weil die ,nachrichten der ,evangelisten darin sich widersprechen4 ,sein theologischer ,gegner3 ,sie ist schlechterdings zu glauben2 denn die ,nachrichten widersprechen sich nicht4 ,er 7,lessing7 sage nur3 ,sie kann ihre gute ,richtigkeit haben1 obschon die ,nachrichten sich widersprechen4 ,aber seine1 sei es nun tatschliche oder taktische1 ,vershnlichkeit half ihm nichts4 ,ein neuer ,gegner1 angesehener und schrfer als die vorherigen1 trat wider ihn auf den ,plan4 ,es war der nur durch ,lessing zur ,unsterblichkeit gelangte ,hamburger ,hauptpastor ,johann ,melchior ,goeze4 ,im ,kampfe gegen diesen ,vertreter des rechtglubigen ,luthertums entstanden dann jene ,meisterstcke der ,polemik1 die in der ganzen ,weltliteratur kaum ihresgleichen besitzen4 ,zunchst1 ihnen vorausgesandt noch1 die verhltnismig noch friedliche ,parabel3 der ,vergleich des ,christentums mit einem unermelichen ,palast von sonderbarer1 namentlich nach auen hin sehr unregelmiger ,bauart1 zu dem vielerlei ,eingnge fhren1 und der sein ,hauptlicht von oben empfngt4 ,anstatt sich aber an der inneren ,helligkeit des ,palastes1 der ihn erfllenden gtigen ,weisheit und an der ,schnheit und ,ordnung zu erfreuen1 die sich von ihm ber das ganze ,land verbreitete -- mit anderen ,worten3 anstatt des ,tatenchristentums1 gerieten die vermeinten ,kenner seiner ,architektur in bestndige ,zwistigkeiten ber seine ,auenseite4 ,und zwar glaubte und behauptete ein jeder den allein richtigen ,grundri dazu von den ersten ,baumeistern berkommen zu haben4 ,allmhlich dachten sie nur noch an ihre ,grundrisse und gaben die wenigen1 die einmal einen von diesen geliebten ,grundrissen etwas nher zu beleuchten wagten1 fr ,mordbrenner des ,palastes selbst aus4 ,als nun einmal der ,wchter3 ,feuer im ,palast6 rief1 da strzte jeder -- nur nach seinem ,grundri1 um ihn als das ,kostbarste zu retten4 ,in ,wahrheit hatte der ,palast gar nicht gebrannt3 die erschrockenen ,wchter hatten ein ,nordlicht fr eine ,feuersbrunst gehalten4 ,die ,anwendung auf die christliche ,religion1 die mancherlei ,zugnge zu ihr1 ihre inneren ,vorzge1 und im ,gegensatz dazu die ,beschrnktheit und ,rechthaberei der unduldsamen ,konfessionellen ergibt sich von selbst4 ,die der ,parabel folgende ,bitte vergleicht den ,verfasser und seinen pastoralen ,gegner mit einem ,kruterkenner und einem ,schfer4 ,der letztere braucht nur an das ,wohl der ihm anvertrauten ,schflein zu denken4 ,der ,botaniker dagegen1 im weiteren ,sinne der ,mann der ,wissenschaft1 hat einen anderen ,beruf4 ,er mu auch die giftigen ,kruter -- und knnen ,gifte nicht auch ntzlich sein8 -- nicht blo selbst kennenlernen1 sondern auch andere damit bekannt machen4 ,lessing bittet den ,gegner1 sich dies klarzumachen und demgem sein bereiltes ,verdammungsurteil wider ihn zurckzunehmen4 ,als jedoch statt dessen ein nur noch schrferer ,angriff ,goezes erfolgte1 da ergeht sein ,absagungsschreiben1 das mit wahrhaften ,keulenschlgen vernichtend ber den ,herrn ,pastor herfhrt1 und das man ,satz fr ,satz lesen mu1 um einen ,begriff davon zu bekommen4 ,ich nehme daraus nur diejenige ,stelle1 in der er ,luthers ,geist gegen seinen ,nachtreter heraufbeschwrt3 ,sie1 ,herr ,pastor1 ,sie htten den allergeringsten ,funken ,lutherischen ,geistes8 444 ,luther1 ,du6 ,groer1 verkannter ,mann6 und von niemandem mehr verkannt als von den kurzsichtigen ,starrkpfen1 die1 ,deine ,pantoffeln in der ,hand1 den von ,dir gebahnten ,weg schreiend1 aber gleichgltig daherschlendern6 ,und er appelliert weiter von dem geschichtlichen ,luther an einen zuknftigen4 ,du hast uns von dem ,joche der ,tradition erlset1 wer erlset uns von dem unertrglicheren ,joche des ,buchstabens6 ,wer bringt uns endlich ein ,christentum1 wie ,du es jetzt lehren wrdest1 wie es ,christus selbst lehren wrde6 ,die sich anschlieenden ,axiomata 7,grundstze71 wenn es deren in dergleichen ,dingen gibt1 wider den ,herrn ,pastor ,goeze in ,hamburg haben wir bereits ,s4 #ca kennengelernt4 ,und die dann folgenden ,anti-,goezes bringen1 trotz ihrer wunderbaren ,form1 inhaltlich1 vor allem philosophisch1 aber auch fr die ,kenntnis von ,lessings religiser ,weltanschauung kaum etwas ,neues mehr3 man mte denn die scharfe ,wendung in dem ersten dieser zehn notgedrungenen ,beitrge dahin zhlen3 ,herr ,pastor1 wenn ,sie es dahin bringen1 da unsere ,lutherschen ,pastores unsere ,ppste werden2 da diese uns vorschreiben knnen1 wo wir aufhren sollen1 in der ,schrift zu forschen2 da diese unserem ,forschen1 der ,mitteilung unseres ,erforschten ,schranken setzen drfen3 so bin ich der erste1 der die ,ppstchen wieder mit dem ,papste vertauscht4 7,es gibt eben1 wie ,kant einmal sagt1 wenngleich wenig1 protestantische ,katholiken und erzkatholische1 vielleicht mehr1 ,protestanten47 ,auf ,lessings sptere1 zum ,teil erst aus seinem ,nachla bekanntgewordenen theologischen ,arbeiten1 die ihn in ,streit mit den liberalen ,theologen seiner ,zeit verwickelten -- den groen ,wespen1 die er damit aus ihrem ,loche gelockt hatte1 wie er spottet1 wollen wir nur hinweisen4 ,denn sie interessieren letzten ,endes doch mehr den ,theologen als den ,philosophen und sind berdies durch die kritische ,bibelforschung der letzten anderthalb ,jahrhunderte berholt4 ,dagegen mchte ich ,ihnen ein auf nur zwei ,blttern seines ,nachlasses aufgezeichnetes1 in sein letztes ,lebensjahr 7#aghj7 fallendes ,fragment3 ,die ,religion ,christi seiner ,bedeutung wegen wrtlich mitteilen4 ,es besteht aus acht kurzen ,paragraphen3 #a4 ,ob ,christus mehr als ,mensch gewesen1 das ist ein ,problem4 ,da er wahrer ,mensch gewesen1 wenn er es berhaupt gewesen2 da er nie aufgehrt hat1 ,mensch zu sein3 das ist ausgemacht4 #b4 ,folglich sind die ,religion ,christi und die christliche ,religion zwei ganz verschiedene ,dinge4 #c4 ,jene1 die ,religion ,christi1 ist diejenige ,religion1 die er als ,mensch selbst erkannte und bte2 die jeder ,mensch mit ihm gemein haben kann2 die jeder ,mensch um so viel mehr mit ihm gemein zu haben wnschen mu1 je erhabener und liebenswrdiger der ,charakter ist1 den er sich von ,christo als bloem ,menschen macht4 #d4 ,diese1 die christliche ,religion1 ist diejenige ,religion1 die es fr wahr annimmt1 da er mehr als ,mensch gewesen und ihn selbst als solchen zum ,gegenstand der ,verehrung macht4 #e4 ,wie diese beiden ,religionen1 die ,religion ,christi sowohl als die christliche1 in ,christo als in einer und eben derselben ,person bestehen knnen1 ist unbegreiflich4 #f4 ,kaum lassen sich die ,lehren und ,grundstze beider in einem und demselben ,buche finden4 ,wenigstens ist augenscheinlich1 da jene1 nmlich die ,religion ,christi1 ganz anders in den ,evangelisten enthalten ist als die christliche4 #g4 ,die ,religion ,christi ist mit den klarsten und deutlichsten ,worten darin enthalten4 #h4 ,die christliche hingegen so ungewi und vieldeutig1 da es schwerlich eine einzige ,stelle gibt1 mit welcher zwei ,menschen1 solange als die ,welt steht1 den nmlichen ,gedanken verbunden haben4 ,zur geplanten ,vollendung seiner theologischen ,arbeiten ist ,lessing nicht mehr gekommen4 ,krperliche ,krankheit1 verbunden mit schwerem seelischem ,druck1 nicht zum wenigsten infolge des ,todes seiner geliebten ,frau nach kaum anderthalbjhriger glcklichster ,ehe1 raffte den kaum ,zweiundfnfzigjhrigen vor der ,zeit dahin4 ,indes noch drei treffliche ,gaben haben uns seine letzten ,jahre beschert in drei ,arbeiten1 die uns zum ,schlusse noch einmal seine ,d4 ,philosophische ,weltanschauung im ,zusammenhang mit seiner ,ethik und ,religions- zugleich seine ,geschichts- und ,staatsauffassung vor ,augen fhren werden3 #a4 seinen ,nathan1 #b4 seine ,erziehung des ,menschengeschlechts und #c4 seine ,freimaurergesprche ,ernst und ,falk4 ,dazu wird #d4 zu bercksichtigen sein1 was ,f4 ,h4 ,jacobi von seinem bedeutsamen ,gesprch mit ,lessing im ,jahre #aghj ber den ,spinozismus berichtet hat4 #a4 ,toleranz und ,vernunftreligion3 ,nathan der ,weise ,als die ,aufregung ber die ,fragmente und ,lessings ,beigaben dazu unter den ,orthodoxen immer strker geworden war1 wurde auf ,andringen des braunschweigischen ,konsistoriums am #ac4 ,juli #aggh ,lessing vom ,herzog unter ,androhung schwerer ,ungnade jede fernere ,publikation dieser ,fragmente und anderer hnlicher ,schriften strengstens verboten4 ,daraufhin meinte er3 ,ich mu versuchen1 ob man mich auf meiner alten ,kanzel1 auf dem ,theater1 wenigstens noch ungestrt will predigen lassen4 ,im ,mai des folgenden ,jahres erschien sein dramatisches ,gedicht3 ,nathan der ,weise4 ,ich setze hier den ,inhalt des ,nathan als bekannt voraus und gehe auch auf die massenhafte ,literatur ber das ,stck mit keinem ,worte ein4 ber ,sinn und ,tendenz dieses seines letzten ,dramas ist unendlich viel gestritten worden4 ,und doch ist beides1 ,sinn und ,tendenz1 im ,grunde unendlich einfach und klar4 ,der ,verfasser selbst hat es in einer anfangs beabsichtigten ,vorrede in den ,satz zusammengefat1 sein ,stck wolle lehren1 da es nicht erst von gestern her unter allerlei ,volk ,leute gegeben1 die sich ber alle ,religion -- will sagen3 geoffenbarte ,religion -- hinweggesetzt htten und doch gute ,leute gewesen wren4 ,es ist die ,religion1 die allen sogenannten ,religionen oder vielmehr1 wie statt dieses im ,grunde blasphemischen und auch von ,kant und ,schiller mit ,recht getadelten ,plurals richtiger zu sagen ist3 ,religionsbekenntnissen1 als ihr echter ,kern zugrunde liegt3 die ,religion der ,menschlichkeit1 die ,religion1 wie ,kant es ausdrckt1 innerhalb der ,grenzen der bloen ,vernunft1 oder1 wie der ,neukantianer ,paul ,natorp es formuliert1 innerhalb der ,grenzen der ,humanitt3 gegen die auch der ,bekenner der sogenannten positiven ,religionen nichts einwenden kann1 wenn sie auch seinem religisen ,bedrfnis nicht gengen mag4 ,ich begnge mich1 ihre ,hauptzge mit den unvergnglichen ,versen ,lessings ,ihnen kurz vor ,augen zu fhren4 ,zunchst ihre bereinstimmung mit der wissenschaftlichen ,erkenntnis der ,natur3 ,der ,wunder hchstes ist1 ,da uns die wahren1 echten ,wunder so ,alltglich werden knnen1 werden sollen4 ,sodann die ,begrndung auf das ,gefhl1 die trstende ,lehre3 ,da ,ergebenheit ,in ,gott von unserm ,whnen ber ,gott ,so ganz und gar nicht abhngt4 ,und dennoch die ,verwahrung gegen bloe gefhlsmige ,schwrmerei3 ,begreifst du aber1 ,wie viel andchtig schwrmen leichter als ,gut handeln ist8 ,dieselbe ,ansicht1 die der treffliche deutsche ,mystiker ,meister ,eckhart mit den ,worten ausdrckt3 ,wre der ,mensch in ,verzckung1 wie ,sankt ,paulus war1 und wte einen siechen ,menschen1 der eines ,sppleins von ihm bedrfte1 ich achte es weit besser1 da du lieest aus ,minne von der ,verzckung und dientest dem ,drftigen in grerer ,minne4#e ,nichts anderes als eine andere ,anwendung seines ,testaments ,johannis 7,s4 #cc7 ist das ,fazit1 was die berhmte ,fabel von den drei ,ringen zieht3 ,wohlan6 ,es eifre jeder seiner unbestochnen ,von ,vorurteilen freien ,liebe nach6 und1 wie die ,worte weiter lauten1 genau dem neutestamentlichen ,spruch entsprechend3 ,an ihren ,frchten sollt ihr sie erkennen6 ,unbedingteste ,duldsamkeit fr alle ,meinungen ist ,grundprinzip3 ,ich habe nie verlangt1 da allen ,bumen eine ,rinde wachse1 sagt ,saladin4 ,wer seine ,religion1 wer seinen ,gott so auffat wie ,nathan-,lessing1 der mu einen ,sondergott fr bestimmte ,nationen oder ,individuen als eine ,herabsetzung des ,gottesbegriffs empfinden3 ,wem eignet ,gott8 ,was ist das fr ein ,gott1 ,der einem ,menschen eignet8 ,damit hngt denn auch der dramatisch vielleicht nicht sehr geschickte1 eher etwas enttuschende1 aber die ,idee des ,ganzen um so tiefer ausdrckende ,schlu zusammen3 da die vorher einander gegnerisch gegenberstehenden ,nationen und ,religionsbekenntnisse sich zu guter ,letzt1 hnlich wie heute im ,sozialismus1 als ,angehrige einer ,familie erkennen4 ,wenn man ,lessings ,humanittsdrama mit unbefangenem1 reinem ,gemt liest und auf sich wirken lt1 dann mu es einem wahrhaftig klglich vorkommen1 wenn ein ,eugen ,dhring oder -- etwas gemilderter1 aber vielleicht um so gefhrlicher -- ,adolf ,bartels in seinem ,buche ,lessing und die ,juden mit antisemitischen ,mtzchen gegen den ,juden oder judenhaften ,lessing zu ,felde zieht4 ,wer so handelt1 ist nicht wert1 da er dem ,volke der ,lessing und ,kant1 der ,schiller und ,goethe angehrt4 ,gewi1 es ist nicht zu bestreiten1 da der ,dichter die christlichen ,gestalten seines ,dramas1 insbesondere den offiziellen ,vertreter der ,kirche1 den ,patriarchen1 desgleichen die gutmtige1 aber beschrnkte ,dajah entschieden ungnstiger geschildert hat als die ,vertreter des ,islam1 des ,judentums1 der ,parsi-,religion4 ,meiner ,meinung nach war das eine logische ,notwendigkeit1 weil er sein ,stck eben fr ein christliches ,publikum schrieb1 dem er beweisen wollte1 da es in anderen ,religionsbekenntnissen ebenso gute oder bessere ,menschen geben knne4 ,htte er es fr ,mohammedaner oder ,juden geschrieben1 so htte er umgekehrt die ,vertreter der beiden brigen ,konfessionen heben mssen2 der ,patriarch wre dann eben ein ,rabbiner oder ein ,mufti geworden4 ,von einer ,herabsetzung des ,christentums als solchem kann keine ,rede sein4 ,ruft doch der ,klosterbruder1 brigens eine sehr sympathische ,christengestalt1 ,nathan gerade im entscheidenden ,augenblick die das ,christentum aufs hchste anerkennenden ,worte zu1 die jeder echte ,christ ,lessing selber zurufen knnte3 ,nathan1 ,ihr seid ein ,christ6 ein berer ,christ war nie6 ,die hchste sittliche ,wahrheit freilich steht fr den ,dichter mit ,recht ber den ,religionsbekenntnissen3 ,sind ,christ und ,jude eher ,christ und ,jude ,als ,mensch8 ,woran sich der gerade unserem ,lessing aus tiefster ,seele kommende ,ausruf ,nathans an den ,tempelherrn schliet3 ,ach1 wenn ich einen mehr in ,euch ,gefunden htte1 dem es gengt1 ein ,mensch ,zu heien6 ,ein ,wort1 das gerade heute jedem ,europer1 der sich zu einem sogenannten ,kulturvolk zhlt1 vor allem aber denen1 die sich der ,religion ,jesu zurechnen1 beschmend1 mahnend1 anfeuernd vor der ,seele stehen mte6 ,ja1 ,dilthey1 der sonst die ,gefhlsworte nicht liebt1 hat recht1 wenn er in diesem unvergnglichen ,gedicht1 ebenso wie in ,goethes ,iphigenie1 eine so reine ,seelengre verkndet sieht1 da kein ernster ,forscher der menschlichen ,natur es lesen knne1 ohne da sein ,auge feucht werde4 ,und ,lessing hatte recht1 wenn er als ,motto das ,wort des antiken ,dichters ber sein ,drama setzte3 ,introite1 nam et hic dii sunt61 zu deutsch3 ,tretet ein1 denn auch hier sind ,gtter4 ,inhaltlich dem ,nathan verwandt sind die letzten beiden -- bezeichnenderweise beide ohne seinen ,namen -- erschienenen ,schriften ,lessings3 #a4 die ,freimaurergesprche zwischen ,ernst und ,falk und #b4 ,die ,erziehung des ,menschengeschlechts4 ,der ,zeitfolge nach ist es einerlei1 welche von beiden wir zuerst behandeln4 ,von beiden ist ein erster ,teil schon #aggg bezw4 #aggh 7gleichfalls anonym7 und erst die zweite ,hlfte in ,lessings letztem ,lebensjahr 7#aghj7 verffentlicht worden4 ,wir ziehen es vor1 mit der #b4 ,religion und ,geschichtsphilosophie3 ,erziehung des ,menschengeschlechts zu beginnen1 weil ihr teils religions-1 teils geschichtsphilosophischer ,inhalt dem ,nathan nher steht als der teils geschichts-1 teils staatsphilosophische der ,gesprche fr ,freimurer4 ,die ersten dreiundfnfzig von den hundert ,paragraphen der ,erziehung waren bereits zusammen mit den fnf ,fragmenten des ,ungenannten1 also #aggg herausgegeben worden3 auch sie angeblich unter den ,bcherschtzen seiner ,bibliothek gefunden4 ,selbst dem ,sohne von ,reimarus stellt er sie noch in einem ,briefe vom #f4 ,april #aggh dar als herrhrend von einem guten ,freunde1 der sich gern allerlei ,hypothesen und ,systeme macht1 um das ,vergngen zu haben1 sie wieder einzureien1 mit dem fr sein innerstes ,wesen bezeichnenden ,schlusatz3 ,jeder sage1 was ihm ,wahrheit dnkt1 und die ,wahrheit selbst sei ,gott empfohlen6 ,als ,ganzes trgt die ,schrift gleichwohl1 wie mir scheint1 einen etwas konservativeren ,charakter als ,nathan der ,weise oder auch die ja nur zur ,selbstverstndigung niedergeschriebene ,religion ,christi4 ,der ,verfasser sieht hier die ,offenbarung als in einem gttlichen ,erziehungsplan der ,menschheit gelegen an4 ,wie die ,erziehung1 so gibt auch die ,offenbarung ihm zufolge nichts1 worauf die menschliche ,vernunft1 sich selbst berlassen1 nicht auch kommen wrde1 sie gibt ihm das ,wichtigste davon nur leichter und frher 7 #d72 und zwar1 gleich der ,erziehung1 nach einer bestimmten ,ordnung4 ,nach dieser ,einleitung1 enthalten in #a bis #g1 folgt dann von #h bis #eb die ,erziehung des israelitischen ,volkes durch das ,elementarbuch des ,alten ,testaments4 ,fr ein noch so rohes1 auf noch so kindlicher ,entwicklungsstufe stehendes ,volk bedurfte es noch einer ,erziehung durch unmittelbare1 sinnliche ,strafen und ,belohnungen 7 #af74 ,es wute noch nichts von einem zuknftigen ,leben1 von einer ,unsterblichkeit der ,seele 7 #ag74 ,die meisten anderen ,vlker waren noch weit hinter ihm zurckgeblieben1 einige glcklichere 7,griechen1 ,rmer7 allerdings durch das bloe ,licht ihrer natrlichen ,vernunft ihm zuvorgekommen 7 #bj1 #ba74 ,whrend des ,exils1 im ,verkehr mit den religis hher stehenden 7obwohl ohne ,offenbarung67 ,persern1 bekamen die ,juden dann einen reineren ,gottesbegriff1 die ,offenbarung ward durch die ,vernunft erhellt1 ihr ,glaube erhob sich von ihrem ,nationalgott ,jehova zu dem an einen ,gott 7 #ce ff474 ,so entwuchsen sie allmhlich ihrem ,elementarbuch1 insbesondere auch durch ihre ,bekanntschaft mit der griechischen ,philosophie in gypten 7 #db7 und suchten nun in ihre kindlich-einfltigen heiligen ,schriften allerlei ,anspielungen und ,fingerzeige1 oft recht spitzfindig-rabbinisch1 hineinzulegen 7 #dc bis #eb74 ,ein besserer ,pdagog mute kommen und dem ,kinde das erschpfte ,elementarbuch aus den ,hnden reien -- ,christus erschien 7 #ec74 ,das ,kind war zum ,knaben geworden1 der zum zweiten groen ,schritt der ,erziehung reif war 7 #eg ff474 ,christus ward der erste zuverlssige und praktische ,lehrer der ,unsterblichkeit der ,seele 7 #eh74 ,als zuverlssig galt er seinen ,zeitgenossen durch die in ihm erfllt scheinenden ,weissagungen1 durch seine ,wunder1 durch seine ,auferstehung4 ,ob wir noch jetzt diese ,wiederbelebung1 diese ,wunder beweisen knnen1 das lasse ich dahingestellt sein 444 ,alles das kann damals zur ,annehmung seiner ,lehre wichtig gewesen sein3 jetzt ist es zur ,erkennung der ,wahrheit seiner ,lehre so wichtig nicht mehr4 7 #ei47f ,christus lehrte aber auch praktisch das ,leben nach dieser ,lehre einrichten durch innere ,reinigkeit des ,herzens 7 #fa71 die dann seine ,jnger1 wenn auch mit anderen weniger einleuchtenden ,lehren vermischt1 unter andere ,vlker verbreiteten 7 #fb1 #fc74 ,so ward das ,neue ,testament das zweite1 bessere ,elementarbuch fr das ,menschengeschlecht 7 #fd7 und hat es seit #agjj ,jahren mehr als alle anderen ,bcher beschftigt und erleuchtet1 wenn auch vielleicht nur durch das ,licht1 welches der menschliche ,verstand selbst hineintrug 7 #fe74 ,es war auch gewi hchst ntig1 da man eine ,zeitlang dies ,buch fr das ,nonplusultra aller ,erkenntnis hielt 7 #fg74 ,und ,du1 fhigeres ,individuum1 der du an dem letzten ,blatte dieses ,elementarbuchs stampfest und glhest1 hte dich1 es deine schwcheren ,mitschler merken zu lassen1 was du witterst oder schon zu sehen beginnst6 7 #fh47 ,lessing bemht sich dann1 in uns freilich etwas knstlich erscheinenden ,ausfhrungen zu zeigen1 was auch die menschliche ,vernunft in den ,geheimnissen der ,dreieinigkeit1 der ,erbsnde1 der ,genugtuung des gttlichen ,sohnes fr sich finden knne 7 #gc bis #gg74 ,es sei nicht wahr1 meint er1 da ,spekulationen ber diese ,dinge jemals ,unheil gestiftet und der brgerlichen ,gesellschaft nachteilig geworden4 ,nicht den ,spekulationen1 sondern dem ,unsinn1 der ,tyrannei1 diesen ,spekulationen zu steuern1 ,menschen1 die ihre eigenen hatten1 nicht ihre eigenen zu gnnen1 sei dieser ,vorwurf zu machen 7 #gh74 ,aber noch eine hhere ,stufe1 die ,erziehung vom ,knaben oder ,jngling zum ,manne1 der das ,gute um seiner selbst1 nicht um knftiger ,belohnungen willen tut1 stehe der ,menschheit bevor4 ,oder soll das menschliche ,geschlecht auf diese hchste ,stufe der ,aufklrung und ,reinigkeit nie kommen8 7 #ha47 ,das wre eine ,lsterung des ,allgtigen4 ,nein1 sie wird gewi kommen1 so ruft er in glubigem ,vertrauen aus1 die ,zeit eines neuen1 ewigen ,evangeliums des ,geistes und der ,wahrheit1 die uns selbst in den ,elementarbchern des ,neuen ,bundes versprochen wird 7 #hf74 ,schon im dreizehnten und vierzehnten ,jahrhundert haben ,schwrmer -- ,lessing denkt wohl an ,mnner wie ,joachim von ,floris und ,amalrich von ,bene -- ein drittes ,zeitalter der ,welt prophezeit4 ,er macht dabei eine sehr gute ,bemerkung ber die ,schwrmer berhaupt1 bei der wir unwillkrlich auch an unsere heutigen politischen ,schwrmer denken3 ,der ,schwrmer tut oft sehr richtige ,blicke in die ,zukunft1 er kann diese ,zukunft nur nicht erwarten4 ,er wnscht diese ,zukunft beschleunigt und wnscht1 da sie durch ihn beschleunigt werde4 ,wozu sich die ,natur ,jahrtausende ,zeit nimmt1 soll in dem ,augenblick seines ,daseins reifen4 ,und er erkennt auch den egoistischen ,nebengedanken darin3 ,denn was hat er davon1 wenn das1 was er fr das ,bessere erkennt1 nicht auch bei seinen ,lebzeiten das ,bessere wird8 7 #ij47 ,demgegenber traut er auf die ewige ,vorsehung1 wenn auch manchmal ihre ,schritte ihm zurckzugehen scheinen sollten6 ,es ist nicht wahr1 da die krzeste ,linie immer die gerade ist4 7 #ia47 ,und nun kommt zum ,schlusse der sonst anscheinend so verstandeskhle ,lessing auf eine ,hypothese1 auf die1 wie er auch schon frher gelegentlich geuert hatte1#g schon die ltesten ,philosophen im ,abend- wie im ,morgenland gekommen seien3 die ,seelenwanderung 7 #ic ff474 ,kann ich nicht schon einmal da gewesen sein1 ohne da ich es mir selbst bewut bin1 und warum sollte ich nicht so oft wiederkommen1 als ich neue ,kenntnisse1 neue ,fertigkeiten zu erlangen geschickt bin 7 #ih1 #ii78 ,wir gehen nicht weiter auf diese ,hypothese ein4 ,vielleicht war es eben nur ein ,gedanke1 den er einmal in das ,publikum hineinwerfen wollte1 ohne dafr ffentlich einstehen zu wollen1 wie er ja auch die ,schrift nicht mit seinem ,namen gezeichnet hat4 ,aber ich habe sie ,ihnen schon der ,vollstndigkeit wegen nicht vorenthalten wollen2 schon um ,ihnen zu zeigen1 da ,lessing doch auch in ,stunden ein wenig -- ,schwrmer sein konnte4 ,fr die ,praxis des ,lebens hat er solche ,hypothesen nicht benutzt1 ja er warnt auch andere davor4 ,die ,vernunft1 sagt er einmal1 habe doch mit ,glck gegen die trichte ,begierde der ,menschen1 ihr ,schicksal in diesem ,leben voraus zu wissen1 geeifert3 wann werde es ihr gelingen1 ihnen die ,neugier nach ihrem ,schicksal in jenem ,leben ebenso verdchtig1 ebenso lcherlich zu machen8 ,toren seien die1 welche aus lauter ,sorgen um ein knftiges ,leben das gegenwrtige verlieren3 ,warum kann man ein knftiges ,leben nicht ebenso ruhig abwarten als einen knftigen ,tag8 ,lessing war ein viel zu frischer1 lebensvoller1 diesseitsfroher ,mensch1 um sich unfruchtbaren ,grbeleien hinzugeben4 ,und so wenden auch wir uns jetzt seinen ,gedanken ber die diesseitige ,gemeinschaft der ,menschen1 seinen ,ideen von ,geschichte und ,staat zu1 die1 soviel ich wei1 noch nirgends im ,zusammenhang behandelt worden sind und auf die wir freilich auch nur einige ,streiflichter werfen knnen und wollen4 #c4 ,ansichten ber den ,staat3 ,lessings politische ,entwicklung ,schon der sechzehnjhrige ,frstenschler hat den ,kriegslrm ganz aus der ,nhe kennengelernt4 ,am #i4 ,dezember #agde wurde die ,stadt ,meien bombardiert1 und wenige ,tage spter donnerte von dem nahen ,kesselsdorf der ,schlachtenlrm herber2 die ,stadt glich bald einem groen ,lazarett4 ,aber all das scheint dem ,primaner ,gotthold ,lessing1 in einem ,briefe an den ,vater ,pastor1 in erster ,linie doch nur als willkommener ,anla zu dienen1 um eher von der ,schule zur ,universitt zu kommen2 was ihm ja auch1 wie wir wissen1 gelungen ist4 ,auch sonst ist nichts von besonderen politischen ,interessen des ,jnglings aus seiner ,gymnasiasten- und ,studentenzeit bekannt4 ,er wird wohl1 was bekanntlich ,bismarck als ,ergebnis der humanistischen ,erziehung von sich und anderen behauptet hat -- und was1 beilufig gesagt1 auch unsere heutigen ,republikaner und ,sozialisten sich merken sollten1 anstatt gegen die ,lektre der antiken ,klassiker zu eifern1 die doch ein ,karl ,marx und ein ,ferdinand ,lassalle mit ,vorliebe bis an ihr ,ende gepflegt haben --1 das ,gymnasium mit republikanischen ,gesinnungen verlassen haben4 ,damit steht unter anderem auch die ,tatsache in ,einklang1 da der ,zwanzigjhrige einen politischen ,gegenwartsstoff zu einer republikanischen ,tragdie verarbeiten wollte4 ,im ,jahre #agdi hatte ein demokratischer ,berner ,patriot ,samuel ,henzi eine ,verschwrung gegen das dortige verrottete ,klassen- und ,willkrregiment weniger patrizischer ,familien angestiftet1 war aber entdeckt und hingerichtet worden4 ,unter dem frischen ,eindruck dieses ,ereignisses dichtete der junge ,lessing die anderthalb ,akte seines ,trauerspiels ,samuel ,henzi1 die er dann auch in der ersten ,sammlung seiner ,schriften verffentlichte3 ein fr seine ,zeit ungewhnliches ,wagnis4 ,da er im folgenden ,jahrzehnt ein antikes ,drama ,das befreite ,rom1 dessen ,hauptheld der alte ,knigsstrzer ,brutus war1 und eine ,verginia1 in deren ,titelheldin wir die ,vorluferin seiner spteren ,emilia ,galotti zu erblicken haben1 entwarf1 will vielleicht weniger besagen4 ,interessanter ist1 da er noch bis #agge hin eine antityrannische ,tragdie geplant hat1 deren ,held der berhmte ,sklavenfhrer ,spartakus sein sollte4 ,whrend in seinem ersten ,rmerdrama das ,volk noch1 hnlich wie bei ,shakespeare1 als ein wankelmtiger ,pbelhaufe dargestellt wird1 wurde hier ein erklrter ,proletarierfhrer zum ,helden gemacht1 der in einem 7erhaltenen7 ,selbstgesprch den ,ausspruch tut3 ,sollte sich der ,mensch nicht einer ,freiheit schmen1 die es verlangt1 da er ,menschen zu ,sklaven habe8 ,lessing tadelt in diesem ,zusammenhang auch die fast lcherliche ,verachtung eben des ,spartakus durch den rmischen ,geschichtschreiber1 der die ,gladiatoren noch unter die gewhnliche ,untergattung von ,menschen1 die ,sklaven1 stelle4 ,schade1 da er diesen ,plan nicht ausgefhrt hat4 ,lessing ist bekanntlich schon als zweiundzwanzigjhriger junger ,mann aus seiner schsischen ,heimat nach ,preuen gegangen4 ,aber es ist unrichtig1 ihn deshalb und etwa noch wegen seiner ,minna von ,barnhelm oder seines ,sekretrverhltnisses zu dem preuischen ,general v4 ,tauentzien1 wie es gewhnlich geschieht1 schlechtweg als ,verehrer des ,preuentums darzustellen4 ,gewi1 er besitzt eine ,vorliebe fr soldatische ,gestalten3 von dem jungen ,helden des ,trauerspiels ,philotas an1 auf das wir noch zurckkommen1 ber ,tellheim1 ,just und ,werner in der ,minna bis zu dem alten ,obersten ,odoardo ,galotti1 ja bis zu ,sultan ,saladin und dem jungen ,tempelherrn im ,nathan4 ,in jener ,zeit ngstlichen ,spiebrgertums war eben1 wie selbst ein so radikaler ,politiker wie ,franz ,mehring in seiner ,lessing-,legende hervorhebt1 der ,soldatenstand der einzige1 in dem sich1 wenigstens zu ,kriegszeiten1 persnliche ,tchtigkeit entfalten konnte3 ,im ,felde1 da ist der ,mann noch was wert1 und ,auf sich selber steht er da ganz allein1 wie ,schiller die ,wallensteinschen ,reiter singen lt4 ,so konnte ,lessing denken1 wenngleich er den ,krieg grundstzlich verwarf1 wie er in einer ,rezension ,rousseaus bemerkt3 ,sind wir deswegen auf der ,welt1 da wir einander umbringen sollen8 ,aber ihn deswegen zum begeisterten ,preuen und ,verehrer ,friedrichs des ,groen zu erheben1 wre verkehrt4 ,liegen von ihm auch nicht ganz so feindselige uerungen wie von dem berhmten ,winckelmann vor1 der das ,preuen1 dem er entstammte und entfloh1 um nach ,italien zu gehen1 geradezu gehat hat1 so schreibt doch noch der vierzigjhrige ,lessing im ,august #agfi an ,nicolai nach ,berlin3 ,sagen ,sie mir ja nichts von ,ihrer ,berlinischen ,freiheit zu denken und zu schreiben4 ,sie reduziert sich einzig und allein auf die ,freiheit1 gegen die ,religion so viel ,sottisen 7,dummheiten7 zu ,markte zu bringen1 als man will4 ,lassen ,sie es aber doch einmal einen in ,berlin versuchen1 ber andere ,dinge so frei zu schreiben1 als ,sonnenfels in ,wien geschrieben hat2 lassen ,sie einen in ,berlin auftreten1 der fr die ,rechte der ,untertanen1 der gegen ,aussaugung und ,despotismus seine ,stimme erheben wollte1 wie es jetzt sogar in ,frankreich und ,dnemark geschieht3 und ,sie werden bald die ,erfahrung haben1 welches ,land bis auf den heutigen ,tag das sklavischste ,land von ,europa ist6 ,ich denke1 das ist deutlich genug4 ,freilich1 die geliebten ,untertanen ,friedrichs ,,ii4 waren selbst daran schuld1 da er gegen ,ende seines ,lebens von ihnen sagen konnte3 ,ich bin es mde1 ber ,sklaven zu herrschen4 ,also von einer speziellen ,verehrung ,friedrichs ,,ii41 dem er zwar in der ,minna einige hbsche ,worte widmet1 aber dessen eigenmchtiges ,verfahren in militrischen ,dingen doch auch dies ,stck geielt1 oder gar des preuischen ,staatswesens jener ,zeit berhaupt kann keine ,rede sein4 ,die ,dienste der ,groen1 lt er vielmehr gerade seinen ,tellheim sagen1 sind gefhrlich und lohnen der ,mhe1 des ,zwanges1 der ,erniedrigung nicht1 die sie kosten4 ,ebenso ist selbstverstndlich der ,dichter ber jeden schsischen ,partikularismus erhaben4 ,und wie er am ,schlusse seines ,stckes die ,schsin ,minna mit dem ,preuen ,tellheim sich verbinden lt1 so will er auch nichts anderes sein als ein ,deutscher4 ,freilich nicht von der ,art1 die wir heute so zahlreich vertreten finden1 die von ihrem ,deutschtum viele und groe ,worte macht2 sondern von der ,art ,kants und ,schillers1 ,herders und ,goethes1 fr die ,patriotismus und ,weltbrgertum keine ,gegenstze waren4 ,gibt es im brigen ein schneres ,lob der deutschen ,sprache1 als wenn er den franzsischen ,windbeutel ,riccaut sie eine arme und plumpe ,sprak schelten lt1 weil sie ,dinge wie das ,betrgen ehrlich bei ihrem wahren ,namen nennt8 ,und sind nicht ,charaktere wie ,tellheim1 ,werner1 ,minna ,urbilder guter ,deutscher8 ,aber ,lessing1 werden seine und unsere ,gegner sagen1 hat sich ja selbst den ,patriotismus abgesprochen4 ,in der ,tat1 er hat am #af4 ,dezember #ageh seinem ,freunde ,gleim1 dem ,dichter der ,kriegslieder eines preuischen ,grenadiers1 geschrieben1 da das ,lob eines eifrigen ,patrioten nach seiner ,denkungsart das ,allerletzte wre1 wonach er geizen wrde3 des ,patrioten nmlich1 der mich vergessen lehrt1 da ich ein ,weltbrger sein sollte4 ,und am #ad4 ,februar #agei gar3 ,ich habe berhaupt von der ,liebe des ,vaterlandes 7es tut mir leid1 da ich ,ihnen meine ,schande gestehen mu7 keinen ,begriff1 und sie scheint mir aufs hchste eine heroische ,schwachheit1 die ich recht gern entbehre4 ,stze wie den letzten wrde heute wohl nur ein entschiedener ,kommunist unterschreiben4 ,aber der ,satz vorher bezeichnet als die ,veranlassung dieser uerung ,betrachtungen ber bertriebenen ,patriotismus1 die nicht sowohl ,gleims ,grenadiere als tausend ausschweifende ,reden1 die ich hier 7in ,berlin7 alle ,tage hren mu1 bei mir rege gemacht hatten4 ,und wenn er im weiteren ,verlauf des ,briefes von kleinen ,uneinigkeiten spricht1 die ,gleims und seine ,freundschaft nicht stren knnten und auch nicht gestrt haben1 so waren es offenbar nur uerungen eines bertriebenen preuischen ,partikularismus gewesen1 die er seiner deutschen und menschheitlichen ,gesinnung gem nicht mitmachen konnte4 ,da ,lessing vielmehr den ,patriotismus sogar in seinem hchsten1 dem ,opfersinn zu wrdigen versteht1 beweist sein gleichfalls #agei entstandenes ,drama ,philotas1 dessen ,kerngedanke darin besteht1 da der ,held1 ein kaum sechzehnjhriger antiker ,knigssohn1 der in die ,gefangenschaft des ,feindes geraten ist1 sich hnlich dem ,kodrus der ,griechen-1 dem ,regulus der ,rmersage freiwillig den ,tod gibt1 um nicht als ,geisel seinem ,vaterland einen ungnstigen ,frieden aufzuntigen4 ,und wie schmerzlich hat er es vermit und am eigenen ,leibe erfahren1 da wir ,deutsche noch keine ,nation waren6 ,weder in ,berlin noch in ,wien1 weder in ,hamburg noch in ,mannheim konnte der grte ,kritiker ,deutschlands1 konnte einer seiner besten ,dichter auf die ,dauer festen ,fu fassen4 ,bittere ,sarkasmen enthalten die letzten ,stcke seiner ,hamburger ,dramaturgie ber den gutherzigen ,einfall1 den sein nie zu erttender ,idealismus selber gehegt hatte1 den ,deutschen ein ,nationaltheater zu verschaffen1 da wir ,deutsche eben doch keine ,nation seien4 ,er redet dabei nicht von der politischen ,verfassung -- obwohl das ,monstrum des ,heiligen ,rmischen ,reiches ,teutscher ,nation jeden ,vernnftigen zu dem ,spott herausfordern mute1 den einer von den lustigen ,gesellen in ,auerbachs ,keller 7im ,faust7 darber ergiet --1 sondern blo von dem sittlichen ,charakter4 ,aber fast sollte man sagen1 dieser sei3 keinen haben zu wollen4 ,die reichen ,hamburger und sonstigen deutschen ,kapitalisten hatten eben fr andere1 materiellere ,dinge mehr ,geld brig als fr ,lessings ideale ,unternehmungen4 ,und so mute dieser noch in seinem fnften ,lebensjahrzehnt in die ,dienste eines ,kleinfrsten in einer einsamen deutschen ,kleinstadt gehen4 ,da ein ,mann wie ,lessing ein abgesagter ,gegner alles ,hflingstums und aller ,standesvorrechte war1 ist eigentlich selbstverstndlich4 ,mit ,recht hat schon ,franz ,mehring auf die scharfe ,kritik eines kniglichen ,hoffestes auf dem ,berliner ,schloplatz1 ein sogenanntes ,karussell oder ,ringelrennen1 das von dem anwesenden ,voltaire in glnzenden ,versen gepriesen wurde1 durch den einundzwanzigjhrigen ,dichter in dem sarkastischen ,gedicht ,auf ein ,karussell hingewiesen4 ,er hat auch einmal einen ,aufsatz ber die ,deutsche ,freiheit geschrieben1 die zu ,tacitus' ,zeiten und auch das ganze ,mittelalter hindurch wenigstens in der ,form der ,landstnde den ,absolutismus der ,frsten eingeschrnkt habe4 ,sollten wir nicht wenigstens in unseren ,schriften unaufhrlich gegen diese ungerechten ,vernderungen protestieren usw48 ,und seine ,emilia ,galotti1 ist sie etwas anderes als ein flammender1 ingrimmiger ,protest gegen frstliche ,willkr- und ,mtressenwirtschaft1 ein ,stck1 in dem sogar der gewi doch mavolle1 selbst an einem ,frstenhof lebende ,goethe den entscheidenden ,schritt zur sittlich erregten ,opposition gegen die tyrannische ,willkrherrschaft erblickte1 den dann des jungen ,schiller ,kabale und ,liebe zuerst vom italienischen auf einen deutschen ,schauplatz zu bertragen wagte8 ,so kann man in der ,tat -- es ist der eigentliche ,grundgedanke von ,mehrings ,lessing-,legende -- ,lessing als ersten glnzenden ,vertreter des aufstrebenden ,brgertums bezeichnen1 das nur seines groen ,vorkmpfers nicht wrdig war1 vielmehr durch wirtschaftliche und politische ,rckstndigkeit sich auszeichnete4 ,allein ,lessing geht ber diesen ,bourgeoisstandpunkt1 mindestens an einzelnen ,stellen seiner ,schriften1 noch erheblich hinaus4 ,so in dem merkwrdigen1 in der groen ,lessing-,ausgabe von ,lachmann und ,muncker 7,,xvi1 #ebj f47 in zwei ,fassungen vorliegenden kurzen ,gesprch ber die ,soldaten und ,mnche4 ,man streite darber1 ob es mehr ,soldaten oder ,mnche in der ,welt gebe4 ,aber wenn der ,landmann seine ,saat von ,schnecken und ,musen vernichtet sehe1 frage er nicht danach1 welcher von beiden es mehr seien4 ,und nun folgt in der lngeren ,fassung folgendes ,zwiegesprch3 ,b4 ,was sind denn ,soldaten8 ,a4 ,beschtzer des ,staats4 ,b4 ,und ,mnche sind ,sttzen der ,kirche4 ,a4 ,mit eurer ,kirche6 ,b4 ,mit eurem ,staate6 ,a4 ,trumst du8 ,der ,staat6 ,der ,staat6 ,das ,glck1 welches der ,staat jedem einzelnen ,gliede in diesem ,leben gewhrt4 ,b4 ,die ,seligkeit1 welche die ,kirche jedem ,menschen nach diesem ,leben verheit6 ,a4 ,verheit6 ,b4 ,gimpel6 ,so starke ,ketzereien in so zugespitzter ,form hat unser ,held allerdings vorsichtigerweise in seinem ,schreibpult zurckgehalten4 ,aber in milderer ,ausprgung erkennen wir doch die gleiche ,anschauung auch im ,nathan und in den ,freimaurergesprchen wieder4 ,im ,nathan in der eigenartigen ,gestalt des ,derwischs ,al-,hafi1 der es in der kapitalistischen ,welt nicht mehr aushalten kann -- denn ,borgen ist viel besser nicht als betteln1 so wie ,leihen1 auf ,wucher leihen nicht viel besser ist als stehlen2 und nun allerdings zum ,kampf dagegen sich nicht stark genug fhlt1 sondern1 um das ,werkzeug beider nicht zu sein -- an den ,ganges fliehen will4 ,am ,ganges1 am ,ganges nur gibt's ,menschen61 will sagen3 vom ,kapitalismus1 diesem ,plunder1 dieser ,plackerei erlste ,menschen4 ,von dieser ,lebensansicht fhlt selbst der weise und kaufmnnische ,nathan sich so ergriffen1 da er in den1 prinzipiell aufgefat1 anarchistischen ,ausruf ausbricht3 ,der wahre ,bettler ist doch einzig und allein der wahre ,knig6 -- ,und nun zu ,lessings #d4 ,staats- und ,gesellschaftsphilosophie in ,ernst und ,falk seinen ,gesprchen fr ,freimurer1 fnf an der ,zahl1 von denen die drei ersten #aggh1 die beiden letzten #aghj1 anonym auch sie unter dem ,zwange der ,zeit1 erschienen sind4 ,lessing hatte sich im ,jahre #agga zu ,braunschweig in die ,loge aufnehmen lassen 7der ja auch ,herder1 ,schiller und ,goethe beitraten71 aber schon ziemlich bald enttuscht wieder zurckgezogen4 ,wir sehen hier von allem auf die ,geschichte der ,freimaurerei ,bezglichen1 das in einzelnen ,gesprchen eine ziemlich bedeutende ,rolle spielt1 ab und beschrnken uns auf das1 was sich aus ihnen fr ,lessings philosophische1 insbesondere staats- und gesellschaftsphilosophische ,ansichten gewinnen lt4 ,das ,wichtigste in dieser ,hinsicht findet sich im zweiten1 einiges noch im vierten ,gesprch4 ,da ist es nun fr den ,sozialisten interessant1 sozialphilosophischen ,anschauungen zu begegnen1 die der ,verfasser zwar aus ihm vorangegangenen ,denkern1 wie den ,franzosen ,bodin und ,montesquieu1#h haben mag1 die aber bis zu einem gewissen ,grade schon an ,karl ,marx anklingen4 ,viele ,staaten1 lt er im ,verlauf des zweiten ,gesprchs dessen ,hauptwortfhrer 7,falk7 sagen1 wrden ein ganz verschiedenes ,klima1 folglich ganz verschiedene ,bedrfnisse und ,befriedigungen1 folglich ganz verschiedene ,gewohnheiten und ,sitten1 folglich ganz verschiedene ,sittenlehren1 folglich ganz verschiedene ,religionen haben4 ,erinnert das ,klima mehr an die beiden obengenannten ,geschichtsphilosophen1 so die ,bedrfnisse und ihre ,befriedigungen mit ihrem ganzen ideologischen berbau an ,marx-,engels' konomische ,geschichtsauffassung4 ,da solche ,anschauungen ,lessings aber von lange her in ihm lagen1 ergibt sich aus dem ,umstand1 da er bereits im ,januar #agec in einer ,rezension der ,vossischen ,zeitung die sogenannten moralischen ,ursachen der ,vlkerverschiedenheit geradezu als nichts anderes denn ,folgen der physischen 7er sagt noch3 physikalischen7 bezeichnet4 ,im brigen ist freilich seine ,staatsanschauung noch durchaus individualistisch1 ja sein ,staatsideal -- wir streiften den ,gedanken schon beim ,al-,hafi des ,nathan -- beinahe anarchistisch4 ,die ,ameisen werden als ,vorbild hingestellt1 weil sie die grte ,geschftigkeit und doch ,ordnung zeigen und einander sogar helfen1 obschon doch niemand sie zusammenhlt und regiert4 ,und nun folgen in der bei ,lessing so erfreuenden epigrammatischen ,krze ,schlag auf ,schlag die weiteren ,fragen und ,antworten3 ,ordnung mu also doch auch ohne ,regierung bestehen knnen4 -- ,wenn jedes einzelne sich selbst zu regieren wei1 warum nicht8 -- ,ob es wohl auch einmal mit den ,menschen dahin kommen wird8 -- ,wohl schwerlich6 -- ,schade6 -- ,jawohl6 ,des weiteren wirft ,falk die ,frage auf1 ob die ,menschen fr die ,staaten oder die ,staaten fr die ,menschen da sind8 ,die ,antwort wird dann in letzterem ,sinne gegeben4 ,die ,vereinigung der ,menschen zu ,staaten findet statt1 damit durch diese und in ihnen jeder einzelne seinen ,anteil von ,glckseligkeit desto besser und sicherer genieen kann4 ,die ,glckseligkeit des ,staates besteht in der ,summe der ,einzelglckseligkeiten aller seiner ,glieder4 ,auer dieser gibt es gar keine4 ,und nun folgt ein ,satz1 aus dem man allerdings auch eine sozialistische ,folgerung ziehen knnte4 ,jede andere ,glckseligkeit des ,staates1 bei welcher auch noch so wenig einzelne ,glieder leiden und leiden mssen1 ist ,bemntelung der ,tyrannei4 ,anders nichts6 ,und zwar ist das alles von der ,natur so eingerichtet4 ,trotzdem entspringen auch aus der denkbar besten ,staatsverfassung notwendig allerlei bel4 ,vor allem ist ein ,weltstaat1 schon wegen seiner ungeheuren ,gre1 nicht mglich1 sondern nur ,nationalstaaten4 ,und innerhalb derselben entstehen notgedrungen wiederum verschiedene ,stnde4 ,selbst die anfnglich gleiche ,verteilung des ,besitzes vorausgesetzt1 wrde doch diese gleiche ,verteilung keine zwei ,menschenalter hindurch bestehen bleiben4 ,einer wird sein ,eigentum besser zu nutzen wissen als der andere1 der es womglich dennoch unter mehr ,nachkommen zu verteilen haben wird4 ,es wird also reichere und rmere ,glieder geben1 aus dem wohlttigen ,feuer der unvermeidlich unangenehme ,rauch entstehen4 ,aber sollte man deshalb keinen ,rauchfang erfinden8 ,lessing denkt dabei nicht etwa an ,sozialisierung1 auf die ihn ,plato oder ,morus an sich gebracht haben knnten1 sondern an -- die ,freimaurer6 ,es ist recht sehr zu wnschen1 da es in jedem ,staate ,mnner geben mchte1 die erstens ber die ,vorurteile der ,vlkerschaft 7also in unserer heutigen ,sprache ber einseitigen ,nationalismus7 hinweg wren und genau wten1 wo ,patriotismus ,tugend zu sein aufhrt2 die zweitens den ,vorurteilen ihrer angeborenen ,religion nicht unterlgen1 nicht glaubten1 da alles notwendig gut und wahr sein msse1 was sie fr gut und wahr erkennen2 die endlich brgerliche ,hoheit nicht blendet und brgerliche ,geringfgigkeit nicht ekelt1 in deren ,gesellschaft der ,hohe sich gern herablt und der ,geringe sich dreist erhebt4 ,solche ,mnner1 die es freiwillig ber sich genommen haben1 den unvermeidlichen beln des ,staates entgegenzuarbeiten1 die jene vielleicht unentrinnbaren ,trennungen in ,nationen1 ,stnde1 ,religionsbekenntnisse nicht noch strker einreien lassen wollen1 als es die ,notwendigkeit erfordert1 und ihre ,folgen so unschdlich als mglich zu machen sich bestreben1 sind die ,freimaurer1 oder sollten es wenigstens sein4 ,die ,mitglieder einer unsichtbaren ,kirche1 deren wahre ,taten dahin zielen1 alles1 was man gemeiniglich gute ,taten nennt1 grtenteils entbehrlich zu machen1 eine wahrhafte ,internationale1 die freilich -- ebensowenig wie zurzeit die modernere ,internationale der ,arbeiter -- ihrer ,idee entspricht4 ,mit ,schrfe tadelt der ,freimaurer ,lessing namentlich die unsozialen ,inkonsequenzen der ,logen schon seiner ,zeit4 ,wenn ein aufgeklrter ,jude1 wenn ein ehrlicher ,schuster1 wenn ein erfahrener und treuer ,dienstbote es sich einfallen lt1 sich zur ,aufnahme zu melden1 so weist man sie ab3 ,wir sind unter uns so gute ,gesellschaft 444 ,prinzen1 ,grafen1 ,herren von1 ,offiziere1 ,rte von allerlei ,beschlag1 ,kaufleute1 ,knstler4 ,dazu das ,kapitale haben1 diese ,kapitale belegen1 sie auf den letzten ,pfennig zu nutzen suchen1 sich ankaufen wollen1 von ,knigen und ,frsten sich ,privilegien geben lassen usw4 ,sie scheinen ihm auf dem besten ,wege1 von ihren ursprnglichen ,zielen ganz abzukommen4 ,ob die heutigen ,logen nicht auch manchen dieser ,tadel verdienen8 ,etwas demokratischer mag ein ,teil von ihnen ja geworden sein2 aber grundstzlich herrscht doch wohl noch immer bei ihnen das ,prinzip der guten ,gesellschaft2 abgesehen davon1 da ,atheisten und da von der ,vollmitgliedschaft auch ,frauen heute noch ausgeschlossen sind4#i ,aber das ,bestehende verhlt sich zum wahren ,freimaurertum wie die bestehende1 sehr mangelhafte ,kirche1 ja1 man knnte erweiternd sagen3 alle religisen und politischen ,parteien der ,wirklichkeit1 zu ihrer ,idee4 ,und umgekehrt3 man kann die hchsten ,pflichten der ,maurerei erfllen1 ohne ,freimaurer zu heien4 ,wahre ,freimaurerei ist von jeher gewesen2 sie ist so alt wie die brgerliche ,gesellschaft 7hier natrlich im weitesten ,sinne gemeint74 ,und ihr jetziges ,schema1 fgen wir hinzu3 ihre ,zeremonien und alles damit ,zusammenhngende ist nur ,hlle und ,einkleidung4 ,die ,hauptsache aber1 die der ,verfasser mit voller ,deutlichkeit allerdings noch nicht ausspricht1 liegt in dem aus seiner ,gedankenreihe zu ziehenden ,schlusse3 ,man soll das wahre ,freimaurertum unter alle ,welt verbreiten4 ,wie es zu ,anfang in der kurzen ,widmung an ,ferdinand von ,braunschweig heit3 ,das ,volk lechzet schon lange und vergehet vor ,durst6 ,damit wre freilich dem ,freimaurer-,orden als ,geheimbund das ,urteil gesprochen4 #e4 ,lessings letzter philosophischer ,standpunkt3 ,determinismus1 ,pantheismus1 ,spinozismus ,schon in der ,emilia ,galotti hatte die ,grfin ,orsina ausgerufen3 ,das ,wort ,zufall ist ,gotteslsterung2 nichts unter der ,sonne ist ,zufall4 ,die in diesen ,stzen sich ausprgende ,anschauung von der notwendigen und ausnahmlosen ,naturbedingtheit alles schon ,geschehenen1 jetzt ,geschehenden1 noch ,geschehenwerdenden1 welche die ,philosophie ,determinismus1 das heit ,bestimmtheit zu nennen pflegt1 und die sich in religiser ,gestalt besonders im ,islam und im ,kalvinismus wiederfindet1 scheint ,lessing von jeher geteilt zu haben4 ,bereits eine ,rezension aus dem ,mrz #agec meint1 da die ,leugner der ,willensfreiheit wenigstens keine ,feinde der ,religion zu sein brauchen2 auch in seiner ,lehre von dem ,wesen des tragischen ,charakters sehen wir diese ,lehre aufleuchten4 ,deutlicher spricht sich seine ,vorrede zu des braunschweigischen ,abtes ,jerusalem ,philosophischen ,aufstzen 7#aggf71 also aus seinen letzten ,jahren ber dies ,problem aus4 ,was verlieren wir denn1 fragt ,lessing hier1 wenn man uns die ,freiheit abspricht8 ,und er antwortet3 ,etwas1 wenn es etwas ist1 was wir nicht brauchen 444 ,etwas1 dessen ,besitz uns weit unruhiger machen mte1 als das ,bewutsein seines ,gegenteils 444 ,fhlt sich doch auch der ,religise1 wie wir hinzusetzen mchten1 im ,schoe seines alles lenkenden und bestimmenden ,gottes ruhig und befriedigt4 ,ebenso mu auch der ,philosoph sich nach ,lessing sagen3 ,zwang und ,notwendigkeit1 nach welchem die ,vorstellung des ,besten wirket1 wieviel willkommener sind sie mir als kahle ,vermgenheit1 unter den nmlichen ,umstnden bald so1 bald anders handeln zu knnen6 ,und er fhrt fort3 ,ich danke dem ,schpfer1 da ich mu1 das ,beste mu4 ,wenn ich in diesen ,schranken selbst so viel ,fehltritte noch tue1 was wrde geschehen1 wenn ich mir ganz allein berlassen wre8 einer blinden ,kraft berlassen wre1 die sich nach keinen ,gesetzen richtet und mich darum nicht minder dem ,zufall unterwirft1 weil dieser ,zufall sein ,spiel in mir selbst hat8 ,zufall bedeutet also ,gesetzlosigkeit1 ,naturgesetzlichkeit ,ausschlieung jedes ,zufalls1 allgemeine ,geltung des ,kausalgesetzes 7,gesetzes von ,ursache und ,wirkung71 ohne das keine ,naturwissenschaft1 ja ,wissenschaft berhaupt denkbar ist4 ,gerade starke ,naturen haben das von jeher anerkannt und gleichwohl aus dem unversiegbaren ,quell ihrer ,persnlichkeit heraus zu diesem ,naturmechanismus ihr trotziges3 ,und dennoch6 gesprochen4 ,auf solche ,weise lst sich auch der anscheinende ,widerspruch zwischen jener ,orsinaschen ,verurteilung des ,zufalls und dem bekannten3 ,kein ,mensch mu mssen ,nathans1 dem dann das ,wort ,al-,hafis auf dem ,fue folgt3 ,was er fr gut erkennt1 das mu ein ,derwisch4 ,von der ,seite der ,ethik also oder der ,moral1 wie ,lessing sagt1 ist das ,system des ,determinismus geborgen4 ,aber1 fhrt er fort3 ob nicht die ,spekulation ,einwnde dagegen erheben knnte1 die sich nur durch ein zweites philosophisches ,system heben lieen8 ,mit diesem zweiten1 gemeine ,augen ebenso befremdenden ,system ist der ,spinozismus gemeint4 ,wir haben im ,laufe unserer bisherigen ,darstellung das ,wirken ,spinozas1 der bis dahin in ,deutschland nach ,lessings eigenem ,ausdruck wie ein toter ,hund angesehen worden war1 auf unseren ,dichter nur angedeutet4 ,wir wollen zunchst einen merkwrdigen undatierten1 aber wahrscheinlich aus der ,breslauer ,zeit stammenden kleinen ,aufsatz von ihm nachtrglich noch erwhnen3 ber die ,wirklichkeit der ,dinge auer ,gott4 ,dort wird geradezu gesagt3 ,es gibt kein ,dasein auer ,gott1 alle ,dinge sind in ihm wirklich4 ,die ,begriffe1 die ,gott von den wirklichen ,dingen hat1 sind diese wirklichen ,dinge selbst4 ,auch der #gc der ,erziehung des ,menschengeschlechts1 der von der gttlichen ,dreieinigkeit handelt1 fhrt den nmlichen ,gedanken aus4 ,das ist vlliger ,pantheismus 7,all-,gott-,lehre7 oder1 vielleicht noch genauer ausgedrckt1 ,panentheismus 7,all-in-,gott-,lehre74 ,ganz zu ,spinoza durchgedrungen aber ist ,lessing1 wie wir jetzt bestimmt wissen1 sptestens in seinem letzten ,lebensjahr4 ,am #e4 ,juli #aghj war ,goethes und ,hamanns ,freund1 der also philosophisch von ganz anderer ,seite herkommende ,dsseldorfer ,friedrich ,heinrich ,jacobi1 zum ,besuch in ,lessings einsamer ,bibliothek eingetroffen4#aj ,da erklrte dieser1 dem ,jacobi ,goethes berhmtes philosophisches ,gedicht ,prometheus zu lesen gegeben1 dem ,gaste zu dessen ,erstaunen3 ,er nehme durchaus kein rgernis an der ,anschauung ,goethes2 er habe im ,gegenteil den ,gesichtspunkt1 von dem aus das ,gedicht verfat sei1 schon lange aus der ersten ,hand1 nmlich aus ,spinoza4 ,und nun die ,hauptuerung3 ,die orthodoxen ,begriffe von der ,gottheit sind nicht mehr fr mich 7d4 h4 es gibt nur ein ,all74 ,ich wei nichts anderes4 ,sie werden durch einen ,besuch gestrt4 ,am folgenden ,morgen kommt ,lessing zur ,fortsetzung des ,gesprchs auf ,jacobis ,zimmer4 ,er bekennt sich von neuem als ,anhnger des ,pantheisten3 ,es gibt keine andere ,philosophie als die des ,spinoza4 ,und weiter als entschiedenen ,deterministen3 ,ich begehre keinen freien ,willen1 worein der helle ,kopf ,ihres ,spinoza sich doch auch zu finden wute4 ,auffallenderweise bekennt er sich bei dieser ,gelegenheit auch1 ganz im ,gegensatz zu der ,philosophie seiner ,zeit1 als ,gegner des erkenntnistheoretischen ,idealismus1 wie er von ,parmenides und ,plato begrndet1 von ,descartes ber ,leibniz bis zu ,kant und seinen ,nachfolgern verkndet worden und unseres ,erachtens unabweislich ist4 ,er erklrt es fr ein menschliches ,vorurteil1 da wir den ,gedanken als das ,erste und ,vornehmste betrachten und aus ihm alles herleiten wollen3 whrend doch alles1 die ,vorstellungen mit inbegriffen1 also ,ausdehnung1 ,bewegung1 ,gedanke offenbar von hheren ,prinzipien abhnge1 in einer hheren ,kraft gegrndet sei1 die noch lange nicht damit erschpft ist4 ,er bedenkt dabei nicht1 da dies ,ausgehen von einer alle ,begriffe bersteigenden1 gnzlich unbestimmten hheren ,kraft uns in alle ,dunkelheiten der ,metaphysik und ,theologie1 ja unter ,umstnden ,theosophie 7oder1 wie ,rudolf ,steiner es moderner umtauft3 ,anthroposophie7 hineinfhrt4 ,zur weiteren ,begrndung dieser pantheistischen ,metaphysik bezieht er sich auf einen merkwrdigen ,gedanken von ,leibniz1 wonach die ,gottheit sich in einem ,zustand bestndiger ,expansion 7,ausdehnung7 und ,kontraktion 7,zusammenziehung7 befnde1 womit zugleich ,leben und ,tod der ,individuen in der ,welt zusammenhngen soll2 mu aber selbst zugeben1 da diese ,stelle mit der sonstigen berzeugung des ,leibniz von einem persnlichen1 auerhalb der ,welt existierenden ,gott in ,widerspruch stehe4 ,lessing selbst1 setzt ,jacobi hinzu1 konnte sich mit dem ,gedanken eines unendlichen persnlichen ,wesens1 das unaufhrlich im ,genu seiner eigenen ,vollkommenheit schwelge1 nicht vertragen4 ,er verknpft mit demselben eine solche ,vorstellung von unendlicher -- ,langeweile1 da ihm angst und weh dabei werde4 ,von ,lessings ,freunden wollte1 als ,jacobi vier ,jahre nach dessen ,tode in seiner ,schrift ber die ,lehre des ,spinoza1 in ,briefen an ,moses ,mendelssohn dies ,gesprch verffentlichte1 niemand an eine solche nderung seiner ,ansichten1 die in der ,tat ein vlliges ,abweichen von den ,grundstzen der ,aufklrung darstellt1 glauben4 ,und es entspann sich darber #aghe_/hf ein uerst heftiger ,philosophenstreit1 der bei ,mendelssohns ohnehin krnklichem ,krper dessen ,tod beschleunigt hat4 ,wir werden bei ,herder und ,goethe darauf zurckzukommen haben4 ,ob ,lessing im ganzen mehr ,leibniz oder ,spinoza zugeneigt habe1 lt sich schwer entscheiden4 ,zu ,leibniz zogen ihn sicherlich dessen ,hauptgedanken von der ,entwicklung alles ,lebendigen1 von der ununterbrochenen ,stetigkeit des ,weltzusammenhanges1 von der ,verknpfung kleinster vorstellender mit kleinsten krperlichen ,einheiten in den ,monaden2 zu ,spinoza -- zuletzt doch1 wie es nach ,jacobis bestimmtem ,zeugnis scheint1 entscheidend -- die streng monistische ,folgerichtigkeit von dessen ,lehre4 ,schulmiger ,anhnger eines bestimmten ,systems1 also ,spinozist oder ,leibnizianer zu werden1 lag seiner unabhngigen ,natur berhaupt nicht4 ,auch ,jacobi gegenber hatte er eigentlich blo erklrt3 ,wenn ich mich nach jemand nennen soll1 so wei ich keinen anderen4 ,vllig einem1 und sei es auch der scharfsinnigste1 ,denker sich zuzuschwren1 hinderte ihn sein lebhaftes ,selbstndigkeitsgefhl4 ,damit kommen wir zum ,schlusse noch einmal zu ,lessings philosophischer und menschlicher ,persnlichkeit zurck4 ,mgen seine ,einzeltheorien auf den verschiedenen ,gebieten1 auf denen er gearbeitet hat1 in ,religions-1 ,kunst-1 ,geschichts- und ,staatsphilosophie1 heute in mancherlei ,hinsicht berholt sein3 was uns immer wieder zu ihm und seinen ,werken hinzieht1 ist seine einzigartige ,persnlichkeit4 ,schon seine ,sprache1 insbesondere seine ,prosa1 ist von groartiger ,eigenartigkeit4 ,solange ,deutsch geschrieben ist1 hat1 dnkt mich1 niemand wie ,lessing ,deutsch geschrieben1 hat schon einer1 der doch auch etwas davon verstand1 ,j4 ,g4 ,herder1 dem eben ,verstorbenen nachgerhmt2 und sein ,hauptbiograph 7,erich ,schmidt7 hat ihr im zweiten ,bande seines ,werkes ber ein halbes ,hundert ,lexikonseiten gewidmet2 auch ich habe ,ihnen mit ,absicht durch zahlreiche ,zitate seine ,stilart nahe zu bringen gesucht4 ,aber wenn ein ,franzose gesagt hat3 ,der ,stil ist der ,mann1 so kann man ebensogut sagen3 ,der ,mann macht den ,stil4 ,und so ist es bei ,lessing3 sein ,stil geht aus seiner kraftvollen ,persnlichkeit hervor4 ,diese ,ehrlichkeit1 diese ,mannhaftigkeit1 diese unbezhmbare ,wahrheitsliebe1 diese stete ,kampfbereitschaft gegen alles ,unrecht1 der ,ha gegen alle ,unterdrcker1 die ,liebe zu den ,unterdrckten1 die ,gleichgltigkeit gegen die eigene ,leistung1 sobald sie vollbracht ist1 sein mit ungescheuter ,selbstkritik verbundener echter ,stolz1 der ,mut und die ,selbstbeherrschung im ,unglck3 alle diese ,charaktereigenschaften -- von seinen intellektuellen ,vorzgen ganz zu schweigen -- haben sich selten in einem ,menschen so vereinigt wie in ,gotthold ,ephraim ,lessing4 ,gewi1 alle menschlichen ,handlungen sind naturbedingt4 ,jeder von uns wird unter bestimmten ,verhltnissen auch notwendig so handeln1 wie er es tut4 ,aber zu den ,beweggrnden1 und zwar den allerstrksten1 eben dieses ,handelns gehrt auch sein freilich wieder durch ,tausende von ,umstnden so oder so gewordener innerer ,mensch1 sein ,dmon1 wie schon der alte ,heraklit gesagt hat4 ,so berichtet denn auch derselbe ,jacobi1 der ,lessings ,determinismus bezeugt1 einen scheinbar ganz entgegengesetzten ,ausspruch von ihm3 ,wo keine ,selbstbestimmung ist1 keine ,freiheit1 da ist keine ,menschheit4 ,ja1 ,lessing1 der ,determinist ist zugleich ein radikaler ,prediger der ,freiheit auf allen ,gebieten gewesen3 in ,religion und ,staat1 ,ethik und ,erziehung4 ,und er hat sie1 hat seinen vollendeten ,unabhngigkeitssinn vor allem auch in sein eigenes ,leben hineingetragen4 ,er war gegen alles ,sektenmachen1 gegen alle ,engigkeit und ,beschrnktheit4 ,er hat auch keine ,schule gegrndet1 ja er wollte keine grnden4 ,er hat sich nicht in das ,universitts-1 das ,hof-1 das ,beamtenleben hineinbegeben4 ,er trat auch nie mit sogenannter ,wrde auf4 ,im ,gegenteil1 er warf die persnliche ,wrde gern weg1 weil er sich zutraute1 sie jeden ,augenblick wieder aufnehmen zu knnen 7,goethe74 ,nur ein ,pedant und ,philister von ,kopf und ,herz wird sich nie gehen lassen4 ,freilich solche ,menschen stehen dann in ihrer ,strke -- der ,starke ist am mchtigsten allein -- und ,hhe oft auch vereinsamt da1 wie ,lessing es einmal in seinen ,antiquarischen ,briefen in einem wundervollen ,selbstvergleich mit einer einsam ihr ,tagewerk vollziehenden ,windmhle ausgefhrt hat3 ,da stehe ich auf meinem ,platze ganz auer dem ,dorf auf einem ,sandhgel allein und komme zu niemandem und helfe niemandem und lasse mir von niemandem helfen4 ,wenn ich meinen ,steinen etwas aufzuschtten habe1 so mache ich es ab1 es mag sein mit welchem ,winde es will4 ,alle zweiunddreiig ,winde sind meine ,freunde4 ,von der ganzen weiten ,atmosphre verlange ich nicht einen ,finger breit mehr1 als gerade meine ,flgel zu ihrem ,umlauf brauchen4 ,nur diesen ,umlauf lasse man ihnen frei 444 ,wen meine ,flgel in die ,luft schleudern1 der hat es sich selbst zuzuschreiben4 ,nun1 ,lessing hat sein ,tagewerk wahrlich in reichlichem ,mae getan4 ,und er hat stets zu seinen ,taten gestanden3 ,was ich tat1 das tat ich61 wie er seinen ,tempelherrn sagen lt4 ,und dabei1 welch frischer ,lebensmut in ihm3 ,wer gesund ist und arbeiten will1 schreibt er einmal an seine ,eltern1 der hat nichts zu frchten2 ,krankheiten aber und dergleichen ,umstnde zu befrchten1 die auerstand setzen knnten zu arbeiten1 zeigt ein schlechtes ,vertrauen auf die ,vorsehung4 ,ich habe ein besseres und habe ,freunde4 ,aber er will sich nur an ,stellen festsetzen1 fr die er sich der geeignete ,mann fhlt3 ,wenn wir nicht versuchen1 welche ,sphre uns eigentlich zukommt1 wagen wir uns fters in eine falsche1 wo wir uns kaum ber das ,mittelmige erheben1 whrend wir uns in einer anderen zu einer bewundernswerten ,hhe htten schwingen knnen4 ,indessen wo er seiner ,meinung nach etwas ,edles und ,groes zu frdern vermag1 geht er1 wie oft auch enttuscht1 stets wieder darauf ein4 ,und wenn er dann wiederum scheitert1 so merken wir an der ,art seines ,rckzugs1 da auch in ihm dieselbe berlegung wie in uns vorhanden gewesen1 da jedoch in ihm eine grere ,wrme des ,herzens war als in uns 7,gervinus74 ,und er bewhrte diesen ,mut1 diese wahrhaft philosophische ,gesinnung auch im schwersten ,unglck und bis ans ,ende4 ,als ihm1 der nach langer ,wartezeit zum spten ,glck einer vortrefflichen ,frau gelangt ist1 diese ,frau samt dem ,neugeborenen nach kurzer ,krankheit wieder entrissen wird1 da schreibt er nur das freilich bittere ,wort3 ,ich wollte es auch einmal so gut haben wie andere ,menschen1 aber es ist mir schlecht bekommen4 ,und weiter an einen ,freund3 ,meine ,frau ist tot1 und diese ,erfahrung habe ich nun auch gemacht4 ,ich freue mich1 da mir viele dergleichen ,erfahrungen nicht mehr brig sein knnen zu machen1 und bin ganz leicht4 ,einige ,tage darauf3 ,wenn ich noch mit der einen ,hlfte meiner brigen ,tage das ,glck erkaufen knnte1 die andere ,hlfte in ,gesellschaft dieser ,frau zu verleben1 wie gern wollt' ich es tun6 ,aber das geht nicht1 und ich mu nur wieder anfangen1 meinen ,weg allein so fort zu duseln4 ,und ein halbes ,jahr spter1 nach allerlei anderem ,migeschick1 an die ,freundin ,elise ,reimarus3 ,doch ich bin zu stolz1 mich unglcklich zu denken1 knirsche eins mit den ,zhnen und lasse den ,kahn gehen1 wie ,wind und ,wellen wollen4 ,genug1 da ich ihn nicht selbst umstrzen will4 ,er sollte ihn noch zweiundeinhalb ,jahre treiben sehen1 mannhaft und unerschrocken wie immer1 bis ihm der ,tod das stets kampfbereite ,schwert des ,geistes aus der ,hand schlug4 ,man hat uns zu verschiedenen ,zeiten ,rembrandt1 ,goethe1 ,nietzsche1 ,fichte1 ,schopenhauer als ,erzieher gepriesen4 ,wir finden3 gerade ,lessing1 von dem wir nun ,abschied nehmen1 kann uns1 dem einzelnen und dem ganzen ,volke1 gerade in heutiger ,zeit ein ,vorbild1 ein ,erzieher sein4 ,denn er vereinigte mit der ,klarheit des ,kopfes1 die uns heute auch in der ,philosophie gegenber allen ,schwrmereien und ,rckwrtsereien so not tut1 die ,wrme des ,gefhls1 da wo sie am ,platze ist1 und die ,fhigkeit des ,willens zu festem1 entschlossenem ,handeln4 ,herder ,a4 ,der junge ,herder #a4 ,die ,jugend #agdd bis #agfd 7,mohrungen1 ,knigsberg7 ,herders ,persnlichkeit steht zu derjenigen ,lessings im schrfsten ,gegensatz4 ,lessing erscheint uns heute noch beinahe wie ein ,mitstreiter unserer ,geisteskmpfe1 wenigstens der religis-philosophischen4 ,und auch in denjenigen von ihm behandelten ,gegenstnden1 die uns ,modernen ferner liegen1 bleibt er1 allein durch seine unbertreffliche ,fragestellung1 immer fesselnd1 frisch und lebendig4 ,dem ,namen ,herders gegenber regt sich dagegen bei den meisten ,heutigen nicht viel mehr als eine mehr oder weniger verschwommene ,erinnerung1 da man einmal im ,schulunterricht von ihm gehrt1 da er unter anderem ,goethe beeinflut hat4 ,und doch hat auch ,herder mchtig auf ,zeitgenossen und ,nachwelt gewirkt1 war er vor allem in seiner ,jugend ein ,schriftsteller von geradezu erstaunlicher ,schaffenskraft1 auch im ,mannesalter noch bedeutend1 um dann freilich rasch zu einem verbitterten und grmlichen ,alter herabzusinken4 ,gleich ,lessing ist auch der anderthalb ,jahrzehnte nach ihm1 am #be4 ,august #agdd in dem zwischen ,sumpf1 ,wald und ,see gelegenen ostpreuischen ,stdtchen ,mohrungen geborene ,johann ,gottfried ,herder ein groer1 ja ein unbndiger ,leser gewesen3 schon daheim im elterlichen ,lehrer- und ,ksterhaus oder noch lieber auf einem ,baume des ,gartens oder am ,see und im ,wald der ,heimat4 ,und dann1 whrend und nachdem er die hhere ,stadtschule des rauhen1 pedantischen ,rektors ,grim durchlaufen1 in der drftigen ,schlafkammer im ,hause des harten ,diakonus ,trescho1 der die ,arbeitskraft des stillen und trumerischen angehenden ,jnglings in geistttendem ,abschreiberdienst ausbeutet1 bis der bald ,achtzehnjhrige durch die ,freundlichkeit eines russischen ,regimentswundarztes namens ,schwartz-,erler#aa aus dieser ,fron erlst und mit nach ,knigsberg genommen wurde4 ,hier erst atmet er geistig auf1 lt sich auf eigene ,faust als ,studiosus der ,theologie einschreiben und lernt in dem ,buchladen des ,verlegers ,kanter die ,gelehrtenwelt der ,hauptstadt kennen1 whrend er sich sein ,brot als junger1 anregender ,lehrer an demselben1 heute noch bestehenden1 ,friedrichskolleg verdient1 in dem ein ,menschenalter zuvor ,immanuel ,kant acht unfruchtbare ,schuljahre verbracht hatte4 ,dieser selbe ,kant1 jetzt achtunddreiigjhriger ,magister an der ,akademie1 also noch nicht ,mitglied der ,fakultt1 aber fr sich allein eine ganze ,fakultt1 wie ,rudolf ,haym sagt1 ist der erste groe ,geist gewesen1 der einen nachhaltigen ,einflu auf das begeisterungsfhige ,gemt des jugendlichen ,herder gebt hat4 ,wie gerade begabtere ,jnglinge auf der ,universitt oft von einem einzigen hervorragenden ,lehrer mehr ,anregung empfangen als von allen anderen zusammen1 so war es auch hier4 ,elf ,tage nach seiner ,immatrikulation1 am #ba4 ,august #agfb1 sitzt er zum erstenmal zu den ,fen des schon damals beliebten ,magisters1 der gerade ber den ,zusammenhang von ,geist und ,krper spricht1 sich ber den ,gespensterglauben in behaglicher ,ironie ergeht und schlielich das ,problem vom ,dasein ,gottes behandelt4 ,von ,stund' an hrte er alle ,vorlesungen des geliebten1 auch poetisch von ihm gefeierten ,weltweisen3 ,logik1 ,metaphysik1 ,moral1 ,mathematik1 physische ,geographie4 ,kant gewhrte dem talentvollen1 aber armen ,studenten1 der einmal auch des ,philosophen ,ideen ber ,zeit und ,ewigkeit in ,verse setzt1 die dieser dann am nchsten ,morgen mit ,anerkennung seinen ,zuhrern vorlas1 den unentgeltlichen ,besuch aller seiner ,vorlesungen4 ,noch nach mehr als einem ,menschenalter1 in seinen ,humanittsbriefen 7#agie71 hat der ,dichter dankbar dieser ,lehrstunden ,magister ,kants gedacht3 ,ich habe1 sagt er dort1 das ,glck genossen1 einen ,philosophen zu kennen1 der mein ,lehrer war4 ,er1 in seinen blhendsten ,jahren1 hatte die frhliche ,munterkeit eines ,jnglings1 die1 wie ich glaube1 ihn auch in sein greisestes ,alter begleitet4 ,seine offene1 zum ,denken gebaute ,stirn war ein ,sitz unzerstrbarer ,heiterkeit und ,freude4 ,die gedankenreichste ,rede flo von seinen ,lippen2 ,scherz und ,witz und ,laune standen ihm zu ,gebot1 und sein lehrender ,vortrag war der unterhaltendste ,umgang4 ,mit eben dem ,geist1 mit dem er ,leibniz1 ,wolff1 ,baumgarten1 ,crusius1 ,hume -- die angesehensten ,philosophen der ,zeit -- prfte und die ,naturgesetze ,keplers1 ,newtons1 der ,physiker verfolgte1 nahm er auch die damals erscheinenden ,schriften ,rousseaus1 seinen ,emil und seine ,heloise1 sowie jede ihm bekannt gewordene ,naturentdeckung auf1 wrdigte sie und kam immer zurck auf die unbefangene ,kenntnis der ,natur und auf moralischen ,wert des ,menschen4 ,menschen-1 ,vlker-1 ,naturgeschichte1 ,naturlehre1 ,mathematik und ,erfahrung waren die ,quellen1 aus denen er seinen ,vortrag und ,umgang belebte4 ,nichts ,wissenswrdiges war ihm gleichgltig2 keine ,kabale1 keine ,sekte1 kein ,vorteil1 kein ,namensehrgeiz hatte je fr ihn den mindesten ,reiz gegen die ,erweiterung und ,aufhellung der ,wahrheit4 ,er munterte auf und zwang angenehm zum ,selbstdenken2 ,despotismus war seinem ,gemt fremde4 ,dieser ,mann1 den ich mit grter ,dankbarkeit und ,hochachtung nenne1 ist ,immanuel ,kant2 sein ,bild steht angenehm vor mir4 ,diese ,charakteristik des einstigen ,lehrers ist fr unseren ,zweck auch deshalb von besonderem ,wert1 weil sie uns schon hier einen hervorstechenden ,zug von ,herders eigenem ,philosophieren zeigt4 ,weniger die systematische ,philosophie zieht ihn an1 als die geistreiche1 ber alle ,gegenstnde des geistigen ,lebens der ,menschheit und die ,natur in freier ,rede sich ergehende ,art des ,lehrers1 wie er denn schon damals sich selbst das ,philosophische ins ,dichterische bersetzte4 ,so waren und blieben ihm denn auch von ,kants ,schriften diejenigen am liebsten1 die am wenigsten philosophische ,systematik enthielten3 wie die populr geschriebenen ,beobachtungen ber das ,gefhl des ,schnen und ,erhabenen 7#agfd7 und die von ihm in einer ,knigsberger ,zeitung besprochenen ,trume eines ,geistersehers 7#agff74 ,daneben lie er sich durch ,kant zu ,hume und ,rousseau leiten1 von denen ihn der letztere in seiner ,natur- und ,gefhlsbegeisterung1 der schottische ,skeptiker in seiner ,abneigung gegen metaphysische ,spekulation bestrkte4 ,indessen schon in zwei #agfg zwischen beiden gewechselten ,briefen macht sich1 bei aller ,wrme in der ,form1 fr ein feineres ,auge doch bereits die allmhlich zwischen ,lehrer und ,schler sich ffnende ,kluft -- dort ,vernunft1 hier ,gefhl -- bemerkbar4 ,so sollte denn auch schon in der ostpreuischen ,hauptstadt eine ihm kongenialere ,persnlichkeit von vllig entgegengesetzter ,natur einen noch strkeren ,einflu auf des jungen ,herder rasch aufloderndes ,gemt gewinnen4 ,es war der damals noch ohne festen ,beruf in seinem ,elternhause lebende sogenannte ,magus des ,nordens ,johann ,georg ,hamann 7#agcj bis #aghh74 ,in geradem ,gegensatz zu seinem ,landsmann ,kant1 stellt ,hamann die ,leidenschaft ber die ,vernunft1 das persnliche ,gefhl ber den besonnenen ,willen1 ,tradition und ,geschichte ber philosophische ,abstraktion und den vieldeutigen ,begriff des vollen1 strmenden ,lebens ber den leeren ,wortkram1 die trockene ,schulfuchserei und das scholastische ,geschwtz der ,philosophen4 ,dieser ,herder rasch ans ,herz gewachsene wunderliche ,mensch sucht nicht1 sondern flieht1 wie ,khnemann treffend sagt1 den ,zusammenhang der ,gedanken1 bewegt sich grundstzlich in ,gedankensprngen4 ,wahrheiten1 ,grundstzen1 ,systemen1 so schreibt er selbst #agei an seinen ,freund ,lindner1 bin ich nicht gewachsen4 ,seine ,sache sind vielmehr nach seinem eigenen ,gestndnis ,brocken1 ,fragmente1 ,grillen1 ,einflle4 ,gott verlangt von uns keine ,kopfschmerzen1 sondern ,pulsschlge4 ,so lebt und webt er in den oft willkrlichsten ,einfllen1 ,ahnungen1 ,gefhlen4 ,demgem ist auch sein zwar geistvoller1 aber durchaus sprunghafter1 absichtlich in ,dunkelheiten sich ergehender ,stil4 ,im ,mittelpunkt des ,hamannschen ,denkens steht1 nicht ohne da eine auf ein ziemlich bles ,weltleben in ,london erfolgte pltzliche ,bekehrung dazu beigetragen htte1 die rein gefhlsmig aufgefate ,bibel4 ,daneben die ,offenbarung ,gottes in ,natur und ,geschichte4 ,beide sind ihm nichts anderes als verborgene ,chiffern1 deren ,schlssel wir in der ,heiligen ,schrift finden1 und schlielich auch in der ,sprache4 ,voll seherischen ,tiefblicks zeigt sich ,hamanns ,genie1 wenn er in die ,ursprnge des geistigen ,lebens bei dem einzelnen wie bei ganzen ,vlkern1 in die ,anfnge und das ,wachstum der ,sprache1 insbesondere der ,poesie1 dieser ,muttersprache des menschlichen ,geschlechts1 hineinleuchtet4 ,er will1 wie ein ,jahrhundert spter sein religiser ,gegenfler ,friedrich ,nietzsche1 seine ,leser nicht berzeugen1 sondern erregen1 unter sich zwingen4 ,und dieser ,mann ist mehr als irgendein anderer fortan -- mit ,ausnahme einer kurzen ,zeit1 von der wir noch sprechen werden -- von ,einflu auf den leicht erreg- und entzndbaren ,herder geworden4 ,in ihm fand er1 wie seine ,gattin in den ,lebenserinnerungen bezeugt1 was er suchte und bedurfte3 ein mitempfindendes1 liebevolles1 glhendes ,herz1 444 einen an ,gemt und ,geist hohen1 geweihten ,genius4 ,so trug er seinen ,hamann im ,herzen1 die innigste ,sympathie verknpfte sie beide fr ,zeit und ,ewigkeit4 ,noch spter in ,weimar war es fr ihn stets ein ,festtag1 so oft er einen ,brief seines geliebten ,hamann aus ,knigsberg1 zuletzt aus ,mnster erhielt2 seine ganze ,seele war bewegt1 ,freudentrnen standen in seinen ,augen4 #b4 ,die literarisch-sthetische ,epoche #agfe bis #aggb 7,riga1 ,reiseleben1 ,straburg7 ,zu ,ende des ,jahres #agfd begleitete der ,magus den scheidenden jungen ,freund bis zum ,tore4 ,denn dieser hatte sich entschieden1 eine ,lehrstelle an der ,domschule zu ,riga anzunehmen1 wurde spter dort auch ein gern gehrter ,prediger1 der echtes ,deutschtum und echtes ,menschentum -- auch heute noch keine ,gegenstze6 -- zu vereinen wute und1 in diesem ,falle doch mit ,hamann nicht identisch1 ein ,christentum von durchaus freier1 humaner ,form vertrat4 ,daneben aber begann jetzt seine1 bisher nur in einzelnen ,gedichten und ,selbstniederschriften gebte1 ,schriftstellerei4 ,im ,jahre #agfg 7kleinere ,aufstze mssen wir bergehen7 erschienen1 noch ohne seinen ,namen1 seine ,fragmente ber die neuere deutsche ,literatur1 #agfi seine ,kritischen ,wlder4 ,diese beiden ,schriften1 die ,herders ,namen zuerst in den literarischen ,kreisen bekannt machten1 haben zwar groe ,bedeutung fr die ,literaturgeschichte1 nicht in gleichem ,mae aber fr die ,philosophie4 ,erinnert die erste schon in ihrem ,titel an die ,literaturbriefe ,lessings1 mit dem berhaupt ,herder fast sein ganzes ,leben hindurch in ,zustimmung und ,widerspruch sich beschftigt hat1 so sind die ,kritischen ,wlder in ihrem wichtigsten ,teile eine ,kritik und ,weiterbildung des ,laokoon4 ,gegenber dem ,allgemeingltigen1 das fr ,lessing wie spter fr ,kant die ,hauptsache ist1 betont ,herder schon hier mit ,vorliebe die ,berechtigung des ,individuellen und historisch ,gewordenen4 ,lessings ,zweiteilung in ,malerei und ,poesie stellt er die ,dreiteilung in bildende ,knste1 ,tonkunst und ,dichtkunst entgegen1 die den drei ,grundbegriffen3 ,raum1 ,zeit und ,kraft entsprechen4 ,von der ,malerei wird bestimmter die ,plastik abgegrenzt1 der er auch eine besondere1 freilich erst ein ,jahrzehnt spter verffentlichte1 ,schrift gewidmet hat4 ,die ,malerei ist die ,kunst des ,gesichts-1 die ,musik die des ,gehr-1 die ,plastik die des ,tastsinns1 die ,dichtkunst die der ,phantasie4 ,schon aus diesen kurzen ,andeutungen sehen wir1 da ,herder reich an anregenden1 zum ,teil auch neuen ,gedanken ist1 ohne doch im eigentlichen ,sinne selbstschpferisch zu sein4 brigens hlt es seine unruhige1 bewegliche und auch -- selbstbewute ,natur auf die ,dauer nicht in der immerhin doch abgelegenen ,baltenstadt4 ,er tritt im ,mai #agfi eine groe ,seereise nach dem ,westen mit zunchst noch unbestimmtem ,ziele an4 ,auf dieser ,fahrt gibt er sich nun aber nicht etwa blo1 wie man denken knnte1 dem ,naturgenu des freien ,meeres hin1 sondern schreibt in seinem noch erhaltenen ,reisetagebuch -- der ,meister der gegenwrtigen ,schule der ,weisheit in ,darmstadt ,graf ,keyserling hat also einen berhmten ,vorgnger -- allerlei ,bekenntnisse1 ,selbstschilderungen1 ,rckblicke in die ,vergangenheit und ,vorblicke in die ,zukunft nieder1 die nicht nur eine noch heute anziehende ,lektre bilden1 sondern auch fr das ,verstndnis seines innersten ,wesens von ,bedeutung sind4 ,einen besonders breiten ,raum nimmt darin1 seiner bisherigen praktischen ,wirksamkeit entsprechend1 das ,problem der ,erziehung ein4 ,er entwirft mancherlei1 fr seine ,zeit sehr fortgeschrittene ,volksbildungsplne und ,zukunftsschulentwrfe1 die zum ,teil heute noch unsere ,gedanken beschftigen3 wie die strkere ,betonung der damals noch ganz zurcktretenden ,realien1 insbesondere ,geschichte1 ,geographie und ,naturkunde1 ,beginn mit franzsischem ,unterricht an ,stelle des alten scholastischen ,lateinbetriebs4 ,er fordert lebendigen ,lektre- und anregenden ,philosophieunterricht1 dessen ,methode1 wie bei ,rousseau und ,kant1 eine natrliche sein soll4 ,er trumt davon1 der ,bildungsreformator der ,ostseeprovinzen1 ja ,rulands zu werden1 denkt auch an eine grndliche ,reform der philosophischen ,wissenschaften und einen lebendigen ,unterricht darin im ,geiste ,kants4 ,und daneben an das1 was dann auch wirklich seine philosophische ,haupttat werden sollte3 an eine zusammenfassende1 auf vlkerpsychologischer ,unterlage ruhende ,philosophie der ,menschheitsgeschichte2 ,montesquieu soll dabei sein ,vorbild sein4 ,in ,paris lernt er den ihm in mancher ,beziehung geistesverwandten ,diderot kennen1 studiert er bildende ,kunst und ,theater4 ,dann reist er ber ,holland und ,hamburg1 wo er vierzehn anregende ,tage im ,umgang mit ,lessing verlebt und mit ,matthias ,claudius ,freundschaft schliet1 nach ,eutin1 um fr drei ,jahre ,reisebegleiter eines dortigen sechzehnjhrigen ,prinzen zu werden4 ,mit ihm reist er ber ,darmstadt1 wo er seine sptere ,frau1 die zwanzigjhrige ,karoline ,flachsland1 kennenlernt1 nach ,straburg4 ,sein ,straburger ,aufenthalt1 der ihn bald von der lstigen ,reisebegleiterstellung lst1 aber durch eine ntig gewordene ,augenkur sich noch ber ein halbes ,jahr in die ,lnge zog1 ist1 seitdem ,goethe ihn zum erstenmal in ,dichtung und ,wahrheit erzhlt1 mehr als hundertmal in seiner ,wichtigkeit fr unsere literarische ,entwicklung1 vor allem fr die des jugendlichen ,goethe1 geschildert worden4 ,er ist in der ,tat in dieser ,hinsicht kaum zu berschtzen4 ,war in der ,schtzung ,homers und ,shakespeares ,lessing schon vorangegangen1 so hat doch erst ,herder ihr freie ,bahn gebrochen1 vor allem aber im ,volkslied und der ,volksdichtung berhaupt den ,keim aller echten ,poesie enthllt4 ,der ,auszug aus einem ,briefwechsel ber ,ossian und der ,lieder alter ,vlker1 denen dann spter die epochemachenden ,stimmen der ,vlker in ,liedern folgten1 sowie die ,abhandlung ber ,shakespeare1 die beide #aggc in dem berhmten ,hefte ,von deutscher ,art und ,kunst verffentlicht wurden1 sind in jener ,straburger ,zeit entstanden4 ,ins philosophische ,gebiet gehrt aus jener ,zeit nur die aus ,anla eines ,preisausschreibens der ,berliner ,akademie ,ende #agga in wenigen ,wochen niedergeschriebene ,abhandlung ber den ,ursprung der ,sprache4 ,bis dahin gab es ber diesen ,gegenstand drei ,theorien3 #a4 die orthodox-kirchliche1 da die ,sprache dem ,menschen von ,gott unmittelbar anerschaffen sei2 #b4 die seit ,aristoteles bei den meisten ,philosophen bliche1 da sie von den ,menschen durch willkrliche bereinkunft 7,konvention7 behufs gegenseitiger ,verstndigung eingefhrt worden sei2 dazu war neuerdings #c4 die von dem franzsischen ,sensualisten ,condillac aufgestellte gekommen1 wonach sie aus der tierischen sich allmhlich entwickelt habe4 ,demgegenber vertritt nun ,herder einen neuen1 vermittelnden ,standpunkt4 ,der ,ursprung der ,sprache ist auch ihm kein willkrlich knstlicher1 sondern ein natrlicher4 ,rein menschlich aber auch darin1 da die ,sprache im engeren ,sinne des ,worts sich doch grundstzlich von den uns mit den ,tieren gemeinsamen bloen ,empfindungslauten unterscheidet4 ,sie ist erst mit der ,besinnung des ,menschen auf sich selbst1 also mit dem ,denken entstanden1 wenn auch in allen ursprnglichen ,sprachen noch ,reste reiner ,naturlaute sich finden4 ,ferner3 je nher der ,mensch noch dem ,naturzustande steht1 desto sinnlicher1 aber auch poetischer ist seine ,sprache2 je strker das bewute ,denken sich in ihm entwickelt1 desto abstrakter 7begriffsmiger7 wird sie4 ,unter dem ,einflu des verschiedenen ,klimas und der verschiedenen ,lebensweise bildeten sich dann verschiedene ,sprachen auf der ,erde aus4 ,und so findet denn die ,sprachenentwicklung und damit die gesamte ,bildung der ,menschheit im ,zusammenhang mit der nach einem hheren ,plane fortschreitenden ,entwicklung des ,menschengeschlechts berhaupt statt4 ,damit geht die ,sprachphilosophie in die spter von uns besonders zu behandelnde ,herdersche ,geschichtsphilosophie ber4 ,seine ,abhandlung von #aggb aber hat in ,deutschland den ersten ,grund zu einer brauchbaren ,sprachtheorie gelegt1 auf der dann1 mit ,wilhelm von ,humboldts ,forschungen beginnend1 allmhlich die moderne ,sprachwissenschaft sich aufbauen konnte4 ,unterdessen hatte ihres ,verfassers wechselvoller uerer ,lebensgang eine neue ,wendung erfahren4 ,der ,siebenundzwanzigjhrige war im ,april #agga als ,oberpfarrer und ,konsistorialrat nach ,bckeburg bergesiedelt4 ,damit beginnt eine neue ,epoche seiner geistig-seelischen ,entwicklung1 eine #c4 ,vorherrschend religise ,periode #aggb bis #aggf ,in der kleinen ,residenzstadt ,bckeburg1 zwischen einem aufgeklrten1 aber donquichotteartigen ,grafen1 der sich durch seine ,soldatenspielerei bekannt gemacht hat1 und seiner gemtstiefen1 pietistischen ,gemahlin1 seinen ,amtspflichten noch fremd gegenberstehend1 ohne ,freund1 bis er im ,mai #aggc seine ,karoline als ,gattin heimfhrt1 fhlt sich ,herder in den zwei ersten ,jahren uerlich wie innerlich vereinsamt4 ,so macht er denn jetzt eine neue innere ,wandlung durch4 ,der ,aufsatz ber den ,ursprung der ,sprache hatte ihn der ,aufklrung nahe gezeigt und deshalb auch das ,mifallen ,hamanns erregt1 mit dem daher ein beinahe dreijhriges ,stocken des ,briefwechsels eingetreten war4 ,jetzt wendet er sich zu ihm zurck und dem gleichgearteten ,lavater in ,zrich zu4 ,von nun an grndet er seine ,weltanschauung ganz auf religise ,gedanken1 die ihn von der strengen ,wissenschaft abfhren1 seinen ,schriften einen rein persnlichen ,charakter geben1 ihn oft in sich selbst sich zurckziehen lassen4 ,er entscheidet sich endgltig fr den geistlichen ,beruf1 stellt gegenber der herzensarmen und gedankenlosen ,zeit sein ,leben auf ,gott1 schreibt eine ,reihe -- bezeichnenderweise smtlich unvollendet gebliebener -- theologischer ,schriften4 ,wir lassen die rein theologischen1 wie die fnfzehn ,bltter an ,prediger 7#aggd71 die ,erluterungen zum ,neuen ,testament durch ,vergleichung mit der ,lehre des altpersischen ,zendavesta 7#agge7 und ,maran ,atha1 das ,buch der ,zukunft des ,herrn 7#aggi71 eine ,arbeit ber die ,offenbarung ,johannis1 beiseite und beschrnken uns auf die merkwrdige lteste ,urkunde des ,menschengeschlechts 7#aggd bis #aggf71 womit die ersten ,kapitel des ersten ,buches ,mose gemeint sind4 ,herder deutet sie nicht etwa rationalistisch1 wie ein ,jahrzehnt spter ,kant in seinem ,mutmalichen ,anfang der ,menschengeschichte und ,kant nachfolgend ,schiller es getan haben1 sieht sie aber auch nicht als absolute gttliche ,heilswahrheit an1 sondern -- als ein wundervolles ,beispiel morgenlndischer ,naturempfindung und zugleich urltester ,offenbarung ,gottes in der ,natur4 ,in ,wahrheit liegt ihm zufolge dieser ,moses zugeschriebenen1 aber einer orientalischen ,gesamtanschauung entstammenden ,schpfungsgeschichte das ,bild eines -- werdenden ,tages zugrunde und ist in den ,anordnungen des uralten ,schpfungslieds eine geheime ,bilderschrift1 geteilt nach der heiligen ,siebenzahl1 versteckt6 ,wir gehen nicht weiter auf diese und andere ,phantasien ein1 die natrlich auch damals nur bei ,hamann und seinem ,kreise ,bewunderung fanden1 darunter auch bei dem jungen ,goethe1 der begeistert ber den ,verfasser schrieb3 ,er ist in die ,tiefen seiner ,empfindung hinabgestiegen1 hat darin alle die hohe1 heilige ,kraft der simpeln ,natur aufgewhlt und fhrt sie nun in dmmerndem1 wetterleuchtendem1 hier und da morgenfreundlich lchelndem orphischem ,gesang vom ,aufgang herauf ber die weite ,welt1 nachdem er vorher die ,lasterbrut 767 der neueren ,geister1 ,de- und ,atheisten1 ,philologen1 ,textverbesserer1 ,orientalisten usw4 mit ,feuer und ,schwefel und ,flutsturm ausgetilgt6 brigens sind auch ,herders brige theologische ,schriften dieser ,epoche gegen die liberale ,zeittheologie gerichtet4 ,ja1 selbst seine ihrem ,titel nach ins philosophische ,feld schlagenden ,schriften der siebziger ,jahre sind tief in diesen ,geist getaucht4 ,so die #aggd anonym erschienene ,abhandlung ,auch eine ,philosophie der ,geschichte zur ,bildung der ,menschheit1 nur da sie in der ,form der ,denkweise unglubiger ,leser angepat ist4 ,im ,gegensatz zu der sonstigen ,geschichtsphilosophie des ,jahrhunderts fat sie den ,gesamtgang der geschichtlichen ,entwicklung als einen ,gang ,gottes durch die ,nationen1 als einen gttlichen ,erziehungsplan auf2 in letzterem ,bilde mithin ,lessings ,erziehung des ,menschengeschlechts verwandt1 aber viel gefhlsmiger als dieser4 ,ein fruchtbarer ,gedanke aber ist jedenfalls darin enthalten4 ,gegenber einem ,skeptizismus1 der berhaupt jeden tieferen ,sinn in der historischen ,entwicklung vermite1 und der ,ansicht der ,aufklrer andererseits1 die sozusagen prinzipiell einen ,fortschritt in ihr erblicken wollte1 vertritt ,herder1 obwohl auch er einen ,fortschritt durchaus nicht leugnet1 den wahrhaft geschichtlichen ,gedanken3 ,jedes ,volk und jede ,zeit hat seinen 7ihren7 ,mittelpunkt in sich selbst und ist nur um ihrer selbst willen da4 ,die verschiedenen ,epochen werden1 wobei es freilich ohne ,knstlichkeiten nicht abgeht1 mit den ,lebensaltern des ,einzelmenschen3 ,kindheit1 ,knaben-1 ,jnglings-1 und ,mannesalter1 verglichen4 ,auch das von der ,aufklrung1 ja selbst ,kant1 durchweg als finster betrachtete ,mittelalter wird zum erstenmal nach seinen wertvollen ,seiten 7,andacht und ,ritterehre1 ,liebeskhnheit und ,brgerstrke7 gewrdigt2 whrend gegen die ,gegenwart der ,vorwurf der ,mechanisierung des gesamten ,daseins1 der ,erstickung alles wahrhaft ,menschlichen erhoben wird4 ,gebt uns statt der bloen ,ausbildung des ,verstandes1 der ,papierkultur3 ,herz6 ,wrme6 ,blut6 ,menschheit6 ,leben6 ,dabei alles im echten ,sturm- und ,drangstil1 in abgerissenen ,stzen1 mit dunklen ,andeutungen1 ahnenden ,ausblicken und vielen ,ausrufungszeichen geschrieben4 ,ein ,vorlufer des spteren groen geschichtsphilosophischen ,werks1 aber noch in durchaus schwrmerischem ,gewande4 ,endlich entwirft ,herder in diesem ,jahr auch eine allerdings erst #aggh abgeschlossene ,psychologie3 ,vom ,erkennen und ,empfinden der menschlichen ,seele1 mit dem bezeichnenden ,untertitel3 ,bemerkungen und ,trume4 uerlich ist sie wieder1 wie so manche bedeutsame ,abhandlung der ,zeit 7von ,rousseau1 ,kant1 ,lessing1 ,mendelssohn71 durch eine akademische ,preisfrage veranlat4 ,natrlich wird das ,empfinden als das allein ursprngliche1 daher innige und tiefe ,element ber die daraus nur abgeleitete ,erkenntnis gestellt4 ,zwischen ,krper und ,seele existiert keine ,scheidewand2 beide stellen eine nur immer feinere ,hinaufluterung der ,gotteskraft dar4 ,auf diese ganz ,hamannsche ,weise wird -- fr uns auf den ersten ,blick sehr auffallend -- eine fast mystisch begrndete ,seelenlehre dennoch mit der ,physiologie verbunden1 wie damals der berhmte1 zugleich fromme und poetische ,albrecht von ,haller sie lehrte4 ,von den einfachsten ,elementen1 den ,reizen1 aufsteigend1 verfolgt dann ,herder den gesamten ,aufbau des seelischen ,lebens1 freilich nach seiner uns nun schon bekannten ,art ohne jede ,schrfe der ,grundbegriffe4 ,vielmehr sind ihm ,sinnlichkeit1 ,anschauung1 ,glaube1 ,gefhl die eigentlichen ,grundkrfte der menschlichen ,seele2 ,biographien1 vor allem ,selbstbiographien1 und ,dichter die besten ,fundgruben psychologischer ,erkenntnis4 ,denken1 ,wollen und ,fhlen -- welche eine kritische1 wissenschaftliche ,psychologie auseinanderzuhalten sich bemht --1 ihm sind sie alles dasselbe1 alle drei blo ,stufen einer einzigen ,kraft3 der ,energie unserer ,seele4 ,von reinen ,grundstzen1 wie kurz darauf ,kant sie aufstellte1 hlt ,herder nichts4 ,die hchste ,vernunft und1 was damit gleichgesetzt wird1 das reinste gttliche ,wollen stellt die ,liebe dar4 ,und dann folgt1 am ,schlu des ersten ,teiles1 der ihn pltzlich als -- ,spinozisten enthllende ,satz3 ,wollen wir dieses nicht dem heiligen ,johannes1 so mgen wir's dem ohne ,zweifel noch gttlicheren 767 ,spinoza glauben1 dessen ,philosophie und ,moral sich ganz um diese ,achse beweget4 ,der zweite ,teil bringt verhltnismig wenig ,neues hinzu4 ,bloes ,spekulieren1 heit es dort1 stumpft die ,seele1 bloes ,sentimentalisieren das ,herz ab2 beide gehren vielmehr zusammen und mssen sich untersttzen1 wie es im klassischen ,altertum gewesen sei4 ,gewi1 auch ,lessing hatte sich1 wie wir wissen1 auf das klassische ,altertum1 auf das ,testament ,johannis und auf ,spinoza berufen1 aber auf ganz anderem ,untergrund als dem des bloen ,gefhls4 ,fr ,herder dagegen sind sogar ,charakter und ,genie dasselbe4 ,genie oder 767 ,charakter heit ihm jede lebendige1 eigenartige ,menschenart4 ,kurz1 er hat1 zusammen mit ,hamann1 in diesen ,schriften eigentlich das theoretische ,programm der ,genieperiode jener siebziger ,jahre1 in der sie entstanden ist1 entwickelt4 ,sie tragen1 wie ,khnemann richtig bemerkt1 einen durchaus faustischen ,charakter1 erinnern an den ,faust der ersten ,monologe1 die ja wohl auch in ihrer ,urgestalt ungefhr zur selben ,zeit entstanden sind1 mit seinem berdru gegenber der bloen ,wortgelehrsamkeit1 mit seinem ,drngen nach urwchsiger ,natur und ,schpferkraft1 zum ,schauen und ,gefhl4 ,ja1 man kann sogar deutliche ,parallelen im ,ausdruck zwischen jenen ersten ,faustszenen und den ,herderschen ,schriften dieser ,jahre feststellen4 ,trotzdem ist von solchen hnlichkeiten in ,gedanken und ,ausdruck immer noch ein weiter ,weg bis zu der merkwrdigen ,these ,gnther ,jacobys1 der in einem beinahe #ejj ,seiten zhlenden ,buche ,herder als ,faust 7,leipzig #aiaa1 ,f4 ,meiner71 brigens mit viel ,geist und ,belesenheit zu begrnden versucht hat3 nicht etwa blo 7was auch wir vielleicht zu unterschreiben geneigt wren7 ,herdersche ,gedanken seien in weitem ,mae in jenen ,teilen des ,urfaust enthalten1 sondern geradezu ,herder sei ,faust1 d4 h4 seine inneren und ueren ,erlebnisse seien in dem ,faust des ersten ,teils1 wenigstens bis zur ,szene in ,auerbachs ,keller1 enthalten4 ,ich empfehle1 obschon ich die ,these selbst ablehne1 doch den ,lesern1 die sich fr das ,problem interessieren1 das wenig bekannt gewordene ,buch zum ,studium4 ,beide letztbesprochenen ,schriften ,herders aber1 ,auch eine ,philosophie und ,vom ,erkennen und ,empfinden1 sind trotz ihres rein philosophischen ,titels im letzten ,grunde religiser ,art3 nur da in der ersten die allem ,erdgeschehen zugrunde liegende ,gottheit in der geschichtlichen ,entwicklung1 in der zweiten im menschlichen ,einzelwesen und seinem ,denken und ,fhlen sich offenbart4 ,beide sind sie jnglinghafte ,vorlufer der beiden ,hauptwerke aus ,herders ,reifezeit1 die ihn philosophisch auf der ,hhe seiner ,entwicklung zeigen3 der ,ideen zur ,philosophie der ,geschichte der ,menschheit 7#aghd ff47 und der ,gesprche ber ,gott 7#aghf74 ,b4 ,die ,hhezeit ,am #a4 ,oktober #aggf waren ,herders in die ,stadt an der ,ilm eingezogen4 ,aber er fhlte sich in der neuen ,umgebung in den nchsten ,jahren noch wenig wohl3 vielmehr mannigfach eingeengt durch die zeitraubenden ,geschfte seines ,generalsuperintendentenamtes wie durch die ,rcksichten auf den ,hof4 ,auch zu dem jungen ,herzog1 der ihn gerufen1 ergab sich keine erquickliche ,stellung1 vor allem aber nicht zu ,goethe1 der doch diesen ,ruf bewirkt1 und der ihm jetzt in seinem kraftgenialischen ,treiben allem ,lebensernste abgewandt schien1 whrend ,goethe in ,herder den ewig krittelnden ,theologen erblickte4 ,in die ersten ,weimarer ,jahre fallen nur literarische ,aufstze1 die wir hier bergehen mssen4 #aghj_/ha erscheinen seine bedeutsamen ,briefe1 das ,studium der ,theologie betreffend1 ein ,erziehungsbuch fr knftige ,geistliche4 ,sie wollen keinen ,wissensstoff vermitteln1 sondern zur religisen ,persnlichkeit heranbilden4 ,die beiden ersten der vier ,teile des ,buches handeln vom ,alten und ,neuen ,testament1 aber in durchaus undogmatischem ,sinne4 ,man soll die ,bibel menschlich lesen1 d4 h4 so einfach und natrlich wie irgend ein anderes ,buch4 ,zugleich nhert er sich wieder der ,wissenschaft3 die jungen ,theologen sollen die ,hilfsmittel der ,sprachwissenschaft und der historischen ,kritik nicht verachten2 freilich wird auch ihr ,einklang mit dem wahren ,glauben hervorgekehrt4 ,dessen ,kern ist die ,persnlichkeit ,jesu1 der die volle ,offenbarung von ,gottes ,erziehungsplan mit der ,menschheit und zugleich das unendliche1 vor jedem vor uns liegende ,ziel darstellt4 ,so ist denn auch der dritte ,teil1 die ,dogmatik1 ganz undogmatisch1 der ,geist des ,christentums steht ber allem ,streit und ,hader1 erweist sich in ,taten der ,liebe4 ,in den beiden nchsten ,jahren 7#aghb und #aghc7 folgt dann das glnzende ,buch ,vom ,geist der hebrischen ,poesie1 das man nicht ohne ,grund als ein ,seitenstck zu ,winckelmanns ,wrdigung des ,griechentums1 nmlich als erste tiefere ,wrdigung des morgenlndischen ,geistes bezeichnet hat4 ,die ,rckwendung zur ,philosophie aber und zugleich sein bedeutendstes philosophisches ,werk wird veranlat durch das an ,goethes vierunddreiigstem ,geburtstag 7#bh4 ,august #aghc7 neu beginnende ,freundschaftsverhltnis zu diesem4 ,goethe steckte damals tief in naturwissenschaftlichen ,studien1 von dem ,streben getragen1 die gesamte ,natur in ihrer lebendigen ,einheit zu erfassen1 bis sie zuletzt im ,menschen zum ,bewutsein ihrer selbst und ihres ,schaffens gelangt4 ,das pate so recht zu ,herders ,grundgedanken4 ,und so kann man wohl verstehen1 wie beide sich in jener ,zeit durch gegenseitiges geistiges ,geben und ,nehmen tglich gefrdert fhlten2 wie denn ,goethe von ihren damaligen ,unterhaltungen noch nach ,jahren mit ,wohlgefallen berichtet3 ,unser tgliches ,gesprch beschftigte sich mit den ,uranfngen der ,wassererde und der darauf von alters her sich entwickelnden organischen ,geschpfe4 ,der ,uranfang und dessen unablssiges ,fortbilden ward immer besprochen und unser wissenschaftlicher ,besitz durch wechselseitiges ,mitteilen und ,bekmpfen gelutert und bereichert4 ,aus solchen ,gesprchen entstand dann ,herders grtes und reifstes ,werk1 dessen erster ,teil bereits im folgenden ,jahre 7#aghd7 herauskam1 die #a4 ,ideen zur ,philosophie der ,geschichte der ,menschheit ,es liegt in der ,natur der ,dinge1 da jemand1 der eine ,entwicklungsgeschichte der gesamten ,menschheit in groem ,stile zu entwerfen versucht1 weiter ausholt und der ,menschheitsgeschichte eine solche der belebten und unbelebten ,natur vorausschickt4 ,so hat ,kant seine ,philosophie der ,entwicklung -- denn eine solche verbirgt sich trotz alledem hinter seiner kritischen ,philosophie -- mit seiner bekannten groartigen ,weltentstehungslehre begonnen1 um von da zu geologischen und geographischen ,studien fortzuschreiten1 von ihnen zur ,anthropologie und zuletzt erst zu geschichtsphilosophischen ,abhandlungen berzugehen4 hnlich beginnt ein ,jahrhundert spter ,herbert ,spencer seine grogedachte ,entwicklungslehre mit der ,philosophie des ,unorganischen1 um daran nacheinander die ,prinzipien der ,biologie1 ,psychologie1 ,soziologie und ,ethik zu schlieen4 ,so setzt denn auch ,herder mit astronomischen ,betrachtungen ein2 sein erster ,satz lautet3 ,unsere ,erde ist ein ,stern unter ,sternen4 ,immerhin ist es doch etwas stark1 da der ganze erste ,teil mit seinen fnf ,bchern noch nichts vom eigentlichen ,thema enthlt1 ja selbst die weiteren fnf ,bcher des zweiten ,teils nur eben bis zur wirklichen ,menschheitsgeschichte heranfhren4 ,vielmehr behandelt ,buch #a astronomische1 geologische und physisch-geographische ,fragen1 ,buch #b und #c solche der ,biologie des ,pflanzen- und ,tierreichs1 wie man damals auch in der ,sprache der ,wissenschaft noch sagte4 ,allerdings von vornherein im ,vorausblick auf die ,krone der ,schpfung1 den ,menschen4 ,wie die ,erde ein ,mittelgeschpf unter den ,planeten1 so stellt der ,mensch ein ,mittelgeschpf unter den ,tieren der ,erde dar4 ,keine ,frage1 da dieser das ,ganze durchziehende ,grundgedanke der ,entwicklung uerst fruchtbar ist1 da auch im einzelnen reiche gedankliche ,anregungen gegeben1 da insbesondere der zu seiner ,zeit im ,grunde ja noch gar nicht bestehenden geographischen ,wissenschaft neue1 fruchtbare ,aufgaben gestellt werden4 ,auch der modernen ,abstammungslehre1 dem ,darwinismus1 steht ,herder bis zu einem gewissen ,grade nahe4 ,er betont immer wieder1 da die ,pflanzen und die ,tiere nach einem ,urtypus gebildet seien1 somit ein ,exemplar das andere erklre1 da eine ,stufenleiter der auftretenden ,unterschiede bestehe -- man erinnere sich der gleichzeitigen ,metamorphose der ,pflanzen und ,entdeckung des ,zwischenkieferknochens durch ,goethe --1 und da die verschiedenen ,lebewesen nacheinander aufgetreten seien4 ,er nimmt auch1 wie brigens schon der alte ,grieche ,heraklit und unser ,walter von der ,vogelweide1 einen ,kampf ums ,dasein an3 alles ist im ,streit gegeneinander1 weil alles selbst bedrngt ist4 ,und er teilt auch den ,gedanken der ,anpassung3 da nmlich die ,formen des ,lebenden den gegebenen ,bedingungen sich umwandeln4 ,indessen halten sich nach seiner ,meinung doch die durch uere ,einflsse bewirkten ,abnderungen in verhltnismig engen ,grenzen4 ,vor allem wird1 trotz gelegentlicher poetischer ,stze1 wie3 der ,menschen ltere ,brder sind die ,tiere1 der ,mensch vom ,tiere scharf abgegrenzt4 ,als der grundlegende ,unterschied wird brigens nicht etwa1 mit der heutigen ,naturwissenschaft1 das verschiedene ,gehirngewicht 7das auch ,herder schon kannte71 angegeben1 sondern die aufrechte ,stellung1 die ihm die ,hnde frei machte und somit zu aller ,kultur fhrte4 ,denn auf den ,menschen und seine ,kultur ist doch durch die ,vorsehung von ,anfang an alles abgezielt4 ,der ,mensch ist1 wie die sieben ,kapitel des vierten ,buches nacheinander ausfhren1 zur ,vernunftttigkeit1 zur ,kunst und ,sprache1 zu feineren ,trieben und zur ,freiheit1 zu lngerer ,lebensdauer und strkster ,verbreitung ber die ,erde organisiert1 zur ,humanitt1 ,religion und ,hoffnung auf ,unsterblichkeit gebildet4 ,ja1 der heutige ,mensch bildet hchstwahrscheinlich keinen ,abschlu1 sondern blo einen ,anfang4 ,denn1 wie auf unserer ,erde eine ,reihe aufsteigender ,formen und ,krfte herrscht1 die auf einen zusammenhngenden ,fortschritt hinzielen1 so ist selbst unsere ,humanitt nur die ,knospe zu einer zuknftigen ,blume1 und der jetzige ,zustand der ,menschheit wahrscheinlich das verbindende ,mittelglied zweier ,welten4 ,was den modern denkenden ,naturwissenschafter von heute auer dem poetischen ,stile an diesen ,gedanken strt1 ist das bestndige vorzeitige ,hineintragen von teleologischen1 d4 h4 ,zweckgedanken1 des ,wozu8 in die naturwissenschaftliche ,forschung1 die doch zunchst nach ,ursache und ,wirkung der ,dinge zu fragen hat4 ,aber diese teleologischen ,gedankengnge lagen in der ,zeit2 von ihnen1 von dem bestndigen ,einmischen der ,vorsehung in den ,natur- und ,geschichtsverlauf1 sind auch ,lessing1 ,schiller und ,goethe nicht frei4 ,mehr noch strt1 mich wenigstens1 die allzu gefhlsmige ,art1 die ,herders ganzes ,werk durchzieht und1 wie wir es freilich nach allem ,bisherigen von ihm erwarten muten1 ,empfindungen allzuoft an ,stelle von ,gedanken setzt4 ,das hielt doch auch schon ein zeitgenssischer ,denker dem geistreichen ,verfasser entgegen4 ,es war kein ,geringerer als ,immanuel ,kant1 der 7zunchst anonym7 am #d4 ,januar #aghe in der ,jenaischen ,allgemeinen ,literaturzeitung eine ausfhrliche ,besprechung des ersten ,teils von ,herders ,werk verffentlichte4#ab ,er gab dem ,leser -- wie es ,pflicht jedes wahrheitsliebenden ,rezensenten ist -- ein objektives ,bild des ,herderschen ,gedankenganges4 ,er lie auch den schriftstellerischen ,vorzgen seines einstigen ,schlers alle ,gerechtigkeit widerfahren1 rhmte den vielumfassenden ,blick1 ja das ,genie des sinnreichen und beredten ,verfassers1 seinen ,scharfsinn in ,auffindung von hnlichkeiten1 die ,khnheit seiner ,phantasie1 den groen ,gedankengehalt1 die bei einem ,theologen seltene ,vorurteilslosigkeit des ,denkens und im einzelnen manche ebenso schn gesagte als edel und wahr gedachte ,reflexionen4 ,allein er vermit1 wie uns dnkt mit ,recht1 die von einem ,philosophen zu erwartende logische ,pnktlichkeit in ,bestimmung der ,begriffe und sorgfltige ,unterscheidung und ,bewhrung der ,grundstze4 ,er kennzeichnet die ,hauptzge von ,herders ,wesen3 das warme ,gefhl1 die durchaus persnliche ,art1 den dichterischen ,stil1 das ,schwelgen in ,bildern und ,gleichnissen als ebensoviel ,schwchen des ,philosophen4 ,herder aber empfand die ,kritik ,kants als hmisch und platt1 als schief und umkehrend4 ,und diese ,empfindung wurde durch die lehrhafte ,schluermahnung1 er mge seinem lebhaften ,genie knftig einigen ,zwang auferlegen1 da die ,aufgabe der ,philosophie mehr im ,beschneiden als im ,treiben ppiger ,schlinge bestehe1 er solle daher weniger durch ,winke1 ,mutmaungen und ,gefhle als durch wissenschaftliche ,beobachtung und behutsame ,vernunft zu wirken suchen1 keineswegs in ihm abgeschwcht4 ,wtend schrieb er einem ,freunde3 ,ich bin vierzig ,jahre alt und sitze nicht mehr auf seinen metaphysischen ,schulbnken4 ,und die begeisterte ,zustimmung seiner ,freunde bestrkte ihn darin4 ,nur ,hamann nahm den ihm persnlich bekannten ,knigsberger ,denker dem ,freunde gegenber in ,schutz1 whrend ,knebel in dem ,rezensenten einen gelehrten ,esel und eine lichtscheue ,fledermaus erblicken wollte6 ,mit einer ,widerlegung ,kants in ,wielands ,teutschem ,merkur sprang auch ein ,anonymus ihm bei1 der sich dann als ,wielands ,schwiegersohn ,k4 ,l4 ,reinhold entpuppte und bald darauf in einen begeisterten ,anhnger ,kants verwandelte4 ,im ,herbst #aghe erschien dann der zweite ,teil der ,ideen4 ,auch er beschftigt sich1 mit ,ausnahme des einleitenden sechsten ,buches1 das eine ,art ,physiognomik1 also uere ,charakterisierung der verschiedenen ,menschenzweige 7von ,rassen will er nichts wissen7 entwirft1 durchaus noch mit allgemeinen ,problemen3 insbesondere mit der ,wechselwirkung der inneren 7,herder3 genetischen7 ,krfte der ,vlker und ihrer ueren1 namentlich klimatischen ,lebensbedingungen4 ,jedes ,volk besitzt einen einheitlichen ,charakter1 der eine besondere ,offenbarung der berall wirkenden gttlichen ,kraft darstellt4 ,je nach ,klima und ,bedrfnissen verndern sich auch der ,gebrauch der ,sinne1 die ,phantasie1 der praktische ,verstand1 die ,empfindungen und ,triebe1 die ,begriffe von der ,glckseligkeit1 dazu tritt berall der berwiegende ,einflu von berlieferung und ,gewohnheit4 ,das alles wird mit zahlreichen anschaulichen ,beispielen vom ,naturzustand an bis zur geschichtlichen ,entwicklung belegt4 ,die ,philosophie der ,menschheitsgeschichte besteht nicht in der ,betrachtung der ueren ,weltbegebenheiten1 sondern in der ,philosophie der ,kultur und der bildenden ,krfte der ,menschheit1 so wie sie sich geschichtlich entfaltet haben4 ,so setzt ,herder hier seine sprachphilosophischen ,errterungen 7,s4 #ga f47 fort und untersucht die ,entstehung der ,knste und ,wissenschaften4 ,besondere ,mhe hat ihm -- wir kommen damit zu ,herders politischen ,anschauungen -- das ,kapitel vom ,staate 7den ,regierungen1 wie er es nennt7 gemacht2 er hat es unter ,goethes ,einflu nicht weniger als dreimal umgearbeitet1 auch in seinen brigen ,schriften sich am seltensten darber geuert4 ,die ,politik lag seinem gefhlsmigen ,denken offenbar nicht4 ,auf diesem ,gebiet ist er auch in den extremsten1 ja wir drfen sagen3 rckstndigsten individualistischen ,vorstellungen befangen4 ,die ,natur1 und sie ist fr ihn das ,bestimmende1 erschafft blo ,familien und ,vlker1 keine ,staaten4 ,alle ,regierungen verdanken der ,not und dem ,krieg ihren ,ursprung und sind lediglich um dieser ,not willen da4 ,es wird unseren ,lesern vielleicht nicht unsympathisch sein1 wenn er bei dieser ,gelegenheit gegen die einseitige1 aber bis in die jngste ,zeit auch bei uns noch vorherrschend gewesene ,bewunderung der ,kriegshelden zu ,felde zieht2 so sagt er in starker bertreibung einmal3 die berhmtesten ,namen der ,welt sind ,wrger des ,menschengeschlechts1 gekrnte oder nach ,kronen ringende ,henker gewesen6 ,ebenso werden wir seinen ,kampf gegen jede ,art von ,despotismus1 sein wahrhaft christliches ,eintreten fr die ,idee des ewigen ,friedens1 seine ,auslegung des ,gottesgnadentums1 wonach die ,frsten sich der ihnen von der ,vorsehung verliehenen ,herrscherstellung durch eigene ,mhe erst wrdig machen mssen1 voll anerkennen4 ,auch sein1 des ,theologen1 ,eintreten fr die vllige ,freiheit der wissenschaftlichen1 knstlerischen und religisen ,bettigung1 gegen jede ,art von ,knebelung der ,wissenschaft durch ,inquisition oder ,zensur4 ,manche ,theologen von heute knnten sich ein ,muster daran nehmen6 ,um so mehr zu bedauern und hchstens durch die damaligen politischen ,zustnde erklrlich ist es1 da er den ,wert des ,staates noch so wenig erkennt1 da er ihm blo als eine knstliche ,maschine erscheint4 ,wenn ,herder in der ,glckseligkeit der einzelnen den ,endzweck der ,menschheit sah1 so fragte ihn ,kant in seiner ,besprechung des zweiten ,teils der ,ideen mit ,grund3 ob er denn etwa das ,wohlbehagen der im bloen ,genusse1 wie glckliche ,rinder oder ,schafe1 dahinlebenden ,bewohner der schnen ,sdseeinsel ,tahiti als hchstes ,ziel der ,menschheit betrachte8 ,ein ,ziel1 dem ,kant sein eigenes ,ideal einer nach ,begriffen des ,menschenrechts geordneten ,staatsverfassung gegenberstellte4 ,von einer ,antwort ,herders auf diese ,frage ist uns nichts bekannt4 ,dieser hatte seinerseits1 ohne ,kants ,namen1 dessen in seiner ersten geschichtsphilosophischen ,schrift ,idee zu einer allgemeinen ,geschichte in weltbrgerlicher ,absicht 7#aghd7 aufgestellten ,satz angegriffen1 da die ,naturanlagen des ,menschen nicht im ,individuum1 sondern in der ,gattung zu vollstndiger ,entwicklung zu kommen bestimmt seien4 ,auch dies weist der kritische ,philosoph in seiner ,besprechung mit berlegener ,ruhe zurck4 ,wir werden auf ,herders politische ,ansichten bei seiner ,stellung zur ,franzsischen ,revolution noch einmal kurz zu sprechen kommen4 ,hier sei nur um der ,vollstndigkeit willen noch erwhnt1 da das letzte 7zehnte7 ,buch des zweiten ,teiles die mehr geographische ,frage der ,urheimat des ,menschengeschlechts errtert1 die er in ,asien findet4 ,auch kommt er bei dieser ,gelegenheit auf seine lteste ,urkunde 7,s4 #gc7 und deren ,zuverlssigkeit zurck4 ,er geht sogar so weit1 mit der mosaischen berlieferung als ,tatsache anzunehmen1 hhere ,geister 7die ,elohim7 htten den ersten ,menschen die ,sprache gelehrt6 ,erst der dritte1 ,ostern #aghg erschienene ,teil des ,werkes geht dann zur eigentlichen ,geschichte ber4 ,er beschftigt sich zunchst mit den ,vlkern ,ost- und ,sdasiens1 sodann mit ,vorderasien und gypten1 darauf mit der griechischen ,kultur und zum ,schlu mit der ihm weniger liegenden rmischen ,geschichte4 ,mit jener genialen ,nachempfindung1 die von jeher seine ,strke war1 die ,lcken der damaligen ,geschichtsforschung und ,vlkerkunde ersetzend1 wei er von jedem dieser ,vlker ein charakteristisches ,bild zu entwerfen4 ,die ,hebrer treten in diesen ,jahren des ,geistesbundes mit ,goethe gegenber ihrer frheren ,vorzugsstellung zurck4 ,im vollen ,glanze seiner ,schnheit erscheint dagegen das ,griechentum4 ,das farbenreiche ,gemlde der altgriechischen ,sprache1 ,religion1 ,kunst1 ,sitte und ,politik gehrt zu den glnzenden ,partien des ,werks4 ,seinen ,abschlu erhlt der dritte ,band wieder durch eine ,reihe allgemeiner ,ausfhrungen 7,buch #ae71 welche die ,ergebnisse des ,bisherigen und so eigentlich die ,summe seiner ,geschichtsphilosophie ziehen4 ,die gesamte ,menschheitsgeschichte erscheint hier als eine reine ,naturgeschichte menschlicher ,krfte1 ,handlungen und ,triebe nach ,ort und ,zeit4 ,die ,philosophie der ,endzwecke1 die ,frage des ,wozu8 statt des ,woher8 wird jetzt ausdrcklich abgewiesen4 ,trotz alledem waltet in der ,geschichte ein tiefer ,sinn und ,zweck4 ,dieser ,zweck ist1 wir wissen es schon und hren es hier aufs neue1 die ,humanitt4 ,wie in der ueren ,natur1 so dienen auch in der ,geschichte die zerstrenden ,krfte letzten ,endes den erhaltenden4 ,der ,gang der ,geschichte ist zwar voll abgerissener ,ecken1 voll aus- und einspringender ,winkel1 aber er fhrt im ganzen doch vorwrts4 ,es ist1 so schlieen diese ,betrachtungen1 keine ,schwrmerei1 zu hoffen1 da1 wo irgend ,menschen wohnen1 einst auch vernnftige1 billige und glckliche ,menschen wohnen werden2 glcklich nicht nur durch ihre eigene1 sondern durch die gemeinschaftliche ,vernunft ihres ganzen ,brudergeschlechts4 ,damit wird freilich1 wie ,herders ,biograph ,rudolf ,haym 7,,ii1 #bcf7 richtig bemerkt1 die ,geschichtsphilosophie zum frommen ,glauben1 das ,naturgesetz zum moralischen ,gebot1 das ,herder denn auch etwas verschwommen also formuliert3 ,der ,mensch sei ,mensch1 er bilde sich seinen ,zustand nach dem1 was er fr das ,beste erkennt4 ,so wird der letzte ,zweck der ,geschichte1 den ,herder ja freilich nur in der ,glckseligkeit der einzelnen erblickt1 sittliche ,aufgabe des ,menschen3 eine an sich richtige ,erkenntnis1 die nur nicht1 wie es in den ,ideen geschieht1 mit der naturwissenschaftlichen ,darstellung dieser ,geschichte vermischt werden darf4 ber den erst #agia verffentlichten vierten und letzten ,teil der ,ideen knnen wir uns kurz fassen4 ,er leitet zu der ,geschichte des ,mittelalters ber1 die er dann in knapper bersicht schildert4 ,das ,bedeutendste darin ist die auerordentlich scharfe ,kritik des ,christentums und seiner ,hierarchie im #ag4 bezw4 #ai4 und die ,schilderung des ,endes dieser ,zeit im #bj4 ,buche4 ,das ,christentum erscheint1 offenbar wieder unter ,goethes ,einflu1 in wesentlich anderer1 ungnstigerer ,beleuchtung als in der ,bckeburger ,periode4 ,es ist fast1 als ob ein ,aufklrer diesen ,abschnitt geschrieben htte4 ,vorangestellt wird die ,person ,jesu in ihrer rein menschlichen ,gre4 ,dann aber in den strksten ,gegensatz zu der ,religion ,jesu die ,religion an dich 7,lessing und ,kant3 die ,religion ber ,christus7 gestellt1 die an die ,stelle deines lebendigen ,entwurfs zum ,wohl der ,menschen die gedankenlose ,anbetung deiner ,person und deines ,kreuzes setzte3 der trbe ,abflu deiner reinen ,quelle4 ,die berhmte dunkle ,schilderung der mittelalterlichen ,kirche1 die ein ,jahr spter ,kant zu einem anderthalb ,seiten langen ,satze seiner ,religion innerhalb der ,grenzen der bloen ,vernunft formte1 wird in dem ausfhrlichen ,kapitel des ,generalsuperintendenten der evangelischen ,kirche ,sachsen-,weimars noch berboten4 ,schon in der ersten christlichen ,zeit die jdische ,dialektik des ,apostels ,paulus1 die ,auffassung der ,welt als eines groen ,hospitals und der ,kirche als ,almosenkasse4 ,dann die ,folgsamkeit der unmndigen ,laienschaft1 die endlosen elenden ,lehrstreitigkeiten1 die ,konzile und ,synoden1 vielfach eine ,schande des ,christentums und des gesunden ,verstandes1 der fromme ,betrug zum ,prinzip erhoben1 die ,ausartung der ,taufe in eine ,teufelsbeschwrung1 des ,abendmahls zum sndenvergebenden ,mirakel1 zum ,reisegeld in die andere ,welt4 ,spter das dem ,geist ,christi ganz fremde widersinnige ,mnchs- und ,nonnentum2 schlielich das zweikpfige ,ungeheuer des ,staatschristentums 7das ja erst zu unseren ,zeiten allmhlich aus ,europa zu weichen beginnt4 ,k4 ,v474 ,sodann wird die ,vermischung des ,christentums mit einem ,meer andersartiger ,anschauungen3 der morgenlndischen1 griechischen1 lateinischen und zuletzt dem ,geiste der germanischen ,barbaren verfolgt1 wodurch es in der ,tat jedesmal eine andere ,form angenommen hat 7was man bis zur ,gegenwart fortsetzen knnte4 ,wo bleibt da das ,wesen des ,christentums8 ,k4 ,v474 ,gewi1 er bedauert es1 sein frheres ,lob des ,mittelalters -- man denke an die ,bckeburger ,zeit6 -- einschrnken zu mssen4 ,er erkennt auch den relativen ,wert mancher hierarchischen ,einrichtungen an2 er weilt gern in der schauerlichen ,dmmerung der ehrwrdigen mittelalterlichen ,dome4 ,allein er schtzt sie im besten ,falle doch nur als eine grobe ,hlse der berlieferung1 die von der ,kraft und dem berlegenden ,verstand derer 7die groen ,ppste des ,mittelalters67 zeugen1 die das ,gute in sie legten4 ,aber einen bleibenden ,wert besitzt sie nicht3 wenn die ,frucht reif ist1 zerspringt die ,schale4 ,und so schildert denn das letzte ,buch 7#bj7 das ,heraufziehen einer neuen ,zeit3 nach dem ,rittergeist und der heiligen ,narrheit der tollen ,kreuzzge das ,erwachen des ,handelsgeistes in den ,stdten ,norditaliens und der ,hansa1 das ,entstehen eines ,brgerstandes1 das ,aufkommen der ,landessprachen1 das allmhliche ,wiedererstehen der ,wissenschaften1 die ,erfindungen und ,entdeckungen3 kurz den ,beginn einer neuen europischen ,kultur durch ,betriebsamkeit1 ,wissenschaften und ,knste4 ,freilich1 an eine allgemeine durchgreifende ,bildung aller ,stnde und ,vlker war damals noch nicht zu denken1 und wann wird daran zu denken sein8 ,indessen1 mit diesem trstlichen ,ausblick schliet das ,werk1 geht die ,vernunft und die verstrkte gemeinschaftliche ,ttigkeit der ,menschen ihren unaufhaltbaren ,gang fort4 ,so ist denn doch noch etwas anderes mglich als ein ,zerfallen in ,einzelindividuen und deren ,wohlbehagen3 es gilt eine ,vernunft und eine gemeinsame ,ttigkeit der ,menschen1 die vielleicht dermaleinst eine durchgreifende ,bildung aller ,stnde und ,vlker herbeifhren wird4 ,in ,herders ,nachla hat sich noch ein ,entwurf fr einen folgenden fnften ,teil 7#ba4 bis #be4 ,buch7 gefunden4 ,allein auch er fhrt nur bis ins siebzehnte ,jahrhundert4 ,so wre also das ,werk sowieso ein ,torso geblieben4 ,ein vollendetes geschichtsphilosophisches ,system wollte ja der ,verfasser ohnehin nicht geben1 sondern nur ,ideen zu einem solchen4 ,in einem knappen ,gesamturteil ,herders ,ideen wirklich gerecht zu werden1 ist schwer4 ,vielleicht darf man zu seinem ,lobe rhmen1 da niemand vor ihm die ,menschheit so einheitlich1 so allumfassend und in so tiefen ,perspektiven gesehen hat 7,e4 ,khnemann7 oder1 wenn man bescheidenere ,worte vorzieht1 sagen1 da er den von ,leibniz zuerst zu nachdrcklicher ,geltung gebrachten ,entwicklungsgedanken von der ,natur auf die ,geschichte bertragen und sie in selbstndiger ,tat1 brigens auch mit groer ,belesenheit und einer ,flle von ,anregungen1 durchgefhrt hat4 ,diesen bedeutsamen ,vorzgen stehen freilich auch bedeutende ,schwchen gegenber4 ,schon die ihm von manchen ,kritikern als ,lob angerechnete ,methode1 da er die ,natur als ,geschichte1 die ,geschichte als ,natur behandelt1 hat doch auch eine gewisse begriffliche ,verschwommenheit und ,unbestimmtheit im ,gefolge1 die wir schon in ,kants ,besprechung hervorgehoben sahen4 ,mit seiner ganzen ,art hngt auch das immer wieder hervortretende berwiegen der ,empfindung ber den ,verstand1 des ,gefhls ber den ,begriff2 der ,phantasie ber die ,wissenschaft zusammen4 ,und ebenso die mangelnde ,nachwirkung des ,werks4 ,whrend ,lessing1 ganz mnnlich-krftig in seinem ,wesen1 uns heute noch anzieht1 so hat ,herder etwas frauenhaft ,weiches an sich1 was den modernen ,leser auf die ,dauer nicht zu fesseln vermag4 ,ich wenigstens fhle mich1 mu ich offen bekennen1 auerstande1 stundenlang hintereinander der oft zerflieenden und zudem heute wissenschaftlich veralteten ,darstellung der ,ideen mit ,aufmerksamkeit zu folgen4 ,auf seine ,zeit dagegen hat ihr ,verfasser stark gewirkt4 ,nicht nur sein engerer ,freundeskreis1 darunter ,mnner von der ,bedeutung eines ,hamann und ,goethe1 sondern auch ,naturforscher von dem ,rang eines ,blumenbach1 ,forster1 ,smmering haben mit ,begeisterung davon gesprochen4 ,von ,philosophen haben sie besonders auf ,schelling und ,hegel eingewirkt1 und aus uns nher liegender ,zeit hat ,hermann ,lotze bekannt1 da sein ,mikrokosmus eine mit den fortgeschrittenen wissenschaftlichen ,anschauungen der ,gegenwart begonnene ,wiederholung des ,herderschen ,unternehmens sei4 ,von unseren ,geschichtschreibern erinnert ,ranke am meisten an ihn4 ,aber in der heutigen ,geschichtswissenschaft und im geistigen ,leben der ,gegenwart spielt ,herders reifstes ,werk keine ,rolle mehr1 und die realistisch-wirtschaftliche ,geschichtsauffassung1 wie sie ,marx und ,engels vertreten haben1 hat ihm kaum etwas zu verdanken4 ,trotz alledem kann man mit einem gewissen ,recht mit ,gundolf ,herder als den ersten ,mensch mit historischem ,sinn bezeichnen1 der ,griechentum oder ,bibelwelt1 ,naturvlker oder ,shakespeare als geschichtliche ,erscheinungen in ihrer individuellen ,besonderheit und ,mannigfaltigkeit fate und darstellte4 ,darin besteht sein unvergngliches historisches ,verdienst4 #b4 ,die ,gesprche ber ,gott ,diejenige ,schrift ,herders1 welche die seinen ,ideen zugrunde liegenden philosophischen ,anschauungen seiner ,reifezeit vielleicht am konzentriertesten zusammenfat1 ist das #aghg erschienene1 nur wenige ,druckbogen umfassende kleine ,buch ,gott4 ,einige ,gesprche1 auch wohl das ,spinoza-,bchlein genannt4 ,herder war philosophiegeschichtlich von ,leibniz ausgegangen4 ,schon ,magister ,kants ,vorlesungen hatten ihn auf diesen bis dahin grten deutschen ,philosophen aufmerksam gemacht4 ,christian ,wolff hat ihn1 der fnfzehn ,jahre jnger als ,lessing war1 schon nicht mehr beeinflut4 ,dagegen studierte er mit ,eifer ,leibniz an der ,quelle1 d4 h4 dessen #agfe bekannt gewordene1 gegen den englischen ,empiristen ,locke gerichtete ,neue ,versuche ber den menschlichen ,verstand4 ,in ,leibniz fand er den seinen eigenen ,grundanschauungen verwandten ,gedanken von der auf lebendige1 gttliche ,krfte zurckgefhrten1 zweckbeherrschten ,entwicklung im ,reiche der ,natur und des ,geistes1 welche beide sich zuletzt zu einer groen1 vorausbestimmten ,harmonie des gesamten ,weltalls zusammenschlieen4 ,damit verband er dann die damit leicht zu vereinende1 ihm gleichfalls sympathische ,gefhlsphilosophie des liebenswrdigen ,platos ,europas3 des ,englnders ,shaftesbury mit seinem ,optimismus und seiner1 freilich die ,wirklichkeiten des ,lebens stark verkennenden poetischen ,schnheitsphilosophie1 derzufolge die ,schnheit und ,harmonie des ,alls auf das ,dasein eines weisen und gtigen ,weltgeistes fhrt4 ,shaftesbury aber wurde fr ihn schlielich nur ein dichterischer ,dolmetsch des groen ,spinoza1 auf den ihn1 wie wir sahen1 eigene ,studien schon frher geleitet hatten1 und der ihm dann seit #aghc durch ,f4 ,h4 ,jacobi noch nher gebracht worden war4 ,schon um die ,mitte der siebziger ,jahre hatte er eine ,schrift ber diese seine drei philosophischen ,schutzheiligen geplant4 ,nun kam ,lessings ,bekenntnis zu der ,all-,eins-,lehre ,spinozas und der durch ,jacobi angefachte groe ,philosophenstreit ber ,lessing-,spinoza hinzu4 ,in diesen fhlt nun auch ,herder sich veranlat1 durch seine fnf ,gesprche ber ,gott einzugreifen4 ,das heit3 er wollte sich eigentlich nicht an dem ,streit beteiligen4 ,gesprche sind keine ,entscheidungen1 noch minder wollen sie ,zank erregen1 denn ber ,gott werde ich nie streiten1 so erklrt er von vornherein in seiner ,vorrede4 ,das erste ,gesprch stellt eine ,ehrenrettung des so lange verkannten niederlndischen ,weisen dar3 sowohl seines ,charakters als seiner ,lehre4 ,ein ,spinozist im strengen ,sinne will zwar auch ,theophron1 der offenbar ,herders ,standpunkt vertritt1 nicht heien4 ,er gibt vielmehr eine ,auslegung des ,spinozismus1 wie sie ,herders eigener ,persnlichkeit entspricht1 und das bedeutet bei ,herders ,subjektivismus etwas noch ganz anderes als bei ,lessing4 ,vor allem wird die ihm nicht passende streng logische ,seite desselben als kartesianische ,schlacken beseitigt1 das ,religise hervorgehoben4 ,spinoza ist nicht der ,atheist1 als den ihn haerfllte ,gegner ausgegeben haben4 ,vielmehr ist die ,gottheit fr ihn sogar der ,urquell alles ,denkens und ,seins1 andererseits auch das ,ziel alles ,denkens und ,fhlens4 ,er ist im ,gegenteil1 wie ,herder mit ,goethe sagt1 der strkste ,gottesglubige und beste ,christ 7theissimus et christianissimus71 eher ein ,schwrmer fr ,gottes ,dasein als ein ,leugner desselben zu nennen4 ,freilich ist dieser ,gott nicht auerhalb1 sondern in der ,welt1 die er -- was freilich nicht bei ,spinoza1 sondern bei ,leibniz steht -- mit seiner alles durchdringenden ,kraft erfllt1 indem er1 die ,urkraft1 sich in unendlichen ,einzelkrften auf unendliche ,weisen offenbart4 ,und diese ,urkraft stellt1 wie das dritte ,gesprch beweisen will1 zugleich die hchste ,weisheit und ,gte dar4 ,spinozas ,gott ist fr ,herder gleichzeitig ein denkendes1 wollendes und wirkendes ,wesen4 ,und doch kein ,gott der ,willkr4 ,deshalb bedeutet die ,naturgesetze erforschen ebensoviel als3 ,gottes ,gedanken nachdenken4 ,was den ,streit zwischen ,jacobi und ,mendelssohn betrifft1 so sucht das vierte ,gesprch beide ,standpunkte1 den der ,glaubens- und der ,aufklrungsphilosophie1 miteinander zu verbinden4 ,gottes ,dasein ist schon durch den gesunden ,verstand erweisbar4 ,die einzige ,richtung1 gegen die er sich wendet1 ohne sie ausdrcklich beim ,namen zu nennen1 ist der ,kritizismus4 ,auch zustimmende ,aussprche von ,dichtern aller ,zeiten werden zitiert2 wie denn berhaupt die ,gesprche1 an deren letztem auch eine ,frau 7,theano7 -- zu denken ist wohl an ,karoline1 ,herders ,gattin -- teilnimmt1 die ,herder eigentmliche poetische ,stilfrbung tragen4 ,schlielich wird das ,ergebnis1 in dem die drei ,unterredner zuletzt bereinstimmen1 in zehn ,stzen formuliert4 ,das ,wichtigste davon ist folgendes3 ,da ,gott selbst ,macht1 ,weisheit und ,gte ist1 so besitzt auch alles von ihm ,geschaffene diese ,eigenschaften4 ,alle die unzhligen ,organismen sind ,systeme lebendiger ,krfte1 die der ,weisheit1 ,gte und ,schnheit einer ,hauptkraft nach ewigen ,regeln dienen4 ,jedes ,wesen beharrt in sich selbst1 vereinigt sich mit ,gleichartigem1 scheidet sich von ,entgegengesetztem und verhnlicht sich in ,abdrcken1 die eine stetige ,reihe bilden4 ,es gibt in der gesamten ,schpfung keinen ,tod1 sondern nur ,verwandlung1 keine ,ruhe1 sondern nur lebendiges ,wirken von ,krften1 die aus dem ,chaos ,ordnung1 aus schlafenden wirkende ,fhigkeiten schafft4 ,alles ,bse ist nur ,schranke und ,gegensatz4 ,auch die ,fehler der ,menschen sind in den ,augen eines verstndigen ,geistes gut2 denn sie helfen ihm1 als ,kontraste1 zu mehr ,licht1 ,gte und ,wahrheit4 ,alles in allem1 wie der ,kenner sieht1 in der ,tat eine ,vereinigung von ,spinoza mit ,leibniz und ,shaftesbury4 ,von den eigentlich und naiv ,frommen3 ,lavater1 ,jacobi1 ,matthias ,claudius hatte sich ,herder damit gelst4 ,um so enger war der ,bund mit ,goethe1 der ,herders ,bchlein zu seinem ,geburtstag #bh4 ,august #aghg in ,rom empfing und sich in wahrhaft begeisterter ,weise darber uerte1 da er seine eigenen ,gedanken darin wiederfand4 ,er sah in dem damit besonders verwandten dritten ,teil der ,ideen sein liebwertestes ,evangelium1 fand das neue ,bchlein voll wrdiger ,gottesgedanken2 er werde es in seiner ,einsamkeit noch oft lesen und beherzigen1 auch -- was ja den inneren ,anteil eines ,lesers am besten zeigt -- ,anmerkungen dazu machen1 welche ,anla zu knftigen ,unterredungen geben knnen4 ,herder aber hatte mit seinem ,herzblut oder1 wie er an seinen ,schweizer ,freund ,g4 ,mller schrieb1 mit sonderbarer innerer berzeugung daran geschrieben4 ,es enthielt1 wie er sich zu ,schiller uerte1 seine eigene1 vollstndig berzeugende ,idee von ,gott4 ,er hatte es 7nach ,karolinens ,lebenserinnerungen7 mit der frmmsten ,seele verfat1 und sie teilte beim ,vorlesen des ,manuskripts1 wie auf gemeinsamen ,spaziergngen1 das ,glck der ,empfindungen und ,vorstellungen1 die ,spinoza in ihm erweckt1 in dem ,grade1 da ,himmel und ,erde ihnen neu waren6 ,und als ein ,gttinger ,rezensent von den bedenklichen ,folgen gesprochen hatte1 die ,herders ,spinozismus fr fromme ,gemter haben knnte1 da fuhr ,herder mit berechtigtem ,grimme und im ,vollgefhl seiner tiefreligisen ,weltanschauung los3 ,solche ,altweibertrstungen seien keine ,wahrheiten1 so wenig sie einen vernnftigen ,menschen trsten werden4 ,die ,leute wollen keinen ,gott als in ihrer ,uniform1 ein menschliches ,gabeltier1 dem sie hchstens den ,reichsapfel in die ,hand geben2 und dabei verkleistern sie sich die ,vernunft1 die einzige hohe ,idee wahrzunehmen1 die ihnen berall entgegenstrahlt1 an der alles hngt und die alles1 was man hoffen kann1 gibt3 ,trost1 ,heiterkeit1 ,wahrheit1 ,gewiheit1 ernstes1 ewiges ,dasein4 ,wer einen ,tropfen dieses ,wassers gekostet hat1 der wird nicht drsten in ,ewigkeit4 ,c4 ,das ,ende ,altersjahre4 ,der ,kampf gegen ,kant4 ,tod ,herders allzufrh zur ,reife gelangtem ,geist entspricht ein frhes ,veralten4 ,man merkt es schon an der ,wirkung seiner #aghh_/hi angetretenen italienischen ,reise4 ,dasselbe ,ereignis1 das ,goethe erst zur vollen ,mannes- und ,dichterreife entwickelte1 lt bei dem erst vierundvierzigjhrigen ,herder1 obwohl auch er sich von ,jugend auf nach ,italien gesehnt1 bereits den ,beginn des ,greisentums hervortreten4 ,er fhlt sich durch die neuen ,eindrcke weder beglckt noch gefrdert4 ,auch die innere ,differenz mit ,goethe fngt wieder an sich zu regen4 ,sie wird verstrkt durch ,herders ,enthusiasmus fr die ,franzsische ,revolution4 ,eigentlich politisches ,verstndnis hat ja diese ganze gefhls- und empfindungsmig eingestellte ,natur nie besessen4 ,aber er begeisterte sich anfangs mehr als die brigen ,weimarer ,gren fr die ,erhebung des ,nachbarvolkes1 in der sein ,humanittsideal zum ersten ,male sich ihm zu verwirklichen schien4 ,starke antimonarchische uerungen1 die sogar in seinen ,predigten zuweilen einen gewissen ,nachhall fanden1 wurden ber ihn kolportiert4 ,er1 der sonst das ,recht der ,tradition so hochgehalten hatte1 bekannte sich jetzt in seinen ,briefen1 die ,humanitt betreffend1 die #agib entworfen1 freilich erst spter zur ,ausfhrung kamen1 zur uneingeschrnkten ,demokratie1 der gem im ,staate nur ein einziger ,stand1 das ,volk1 existiert1 zu dem der ,knig sowohl als der ,bauer gehrt4 ,die ,franzsische ,revolution erklrte er fr das wichtigste ,ereignis der ,weltgeschichte seit ,vlkerwanderung und ,reformation4 ,er sieht in ihrem ,gefolge -- sehr unprophetisch6 -- ein neues ,zeitalter der ,literatur1 ,philosophie und ,religion fr ,deutschland heraufkommen4 ,allein sein ,feuer ist nur ein ,strohfeuer4 ,wie so viele andere1 wie ,klopstock und ,wieland und leider auch -- ,schiller1 fhlt er sich durch die ,gewaltttigkeiten1 die der ,verlauf der ,dinge in ,frankreich brachte1 ebenso rasch wieder abgestoen und pflegte spter zu sagen3 die ,revolution habe uns ein ,jahrhundert zurckgebracht4 ,und die ,humanittsbriefe 7#agic bis #agid71 anfangs ein ,stck ,zeitgeschichte1 verlieren sich immer mehr ins ,breite und verwandeln sich allgemach in uferlose ,betrachtungen ber alle mglichen ,dinge3 ,literatur1 ,kunst1 ,religion1 ,erziehung1 ,recht1 ,geschichte und ,vlkerkunde4 ,daneben gibt er in den ,jahren #agid bis #agih1 zu den theologischen ,interessen seiner ,bckeburger ,periode zurckkehrend1 eine ,reihe ,christlicher ,schriften heraus1 auf die wir nicht weiter einzugehen brauchen4 ,zu dem vorzeitigen ,altern ,herders tragen auch eine ,reihe uerer ,umstnde bei3 zunehmende ,krnklichkeit1 finanzielle ,sorgen1 die durch die anwachsende und heranwachsende ,familie immer drckender wurden4 ,vor allem aber das ,gefhl steigender ,vereinsamung4 ,schon #aghh war ihm im fernen ,mnster sein geliebter ,hamann gestorben4 ,und die neuen ,freundschaften1 die in den neunziger ,jahren kamen1 wie die des jungen ,jean ,paul1 oder das zeitweise nhere ,verhltnis zu einem ,vertreter der alten ,generation wie ,wieland1 gaben ihm1 abgesehen davon1 da sie vorbergehender ,natur waren1 keinen ,ersatz3 whrend doch gerade seine weiche ,natur fr die ,entfaltung ihres ,innenlebens von jeher der ,anregung durch andere bedurft hatte4 ,vor allem aber war es die endgltige ,abwendung ,goethes1 die ihn seine ,isolierung am bittersten empfinden und ihn immer grmlicher und verbitterter werden lie3 ,goethes1 der im ,jahre #agid seinen ,geistesbund mit ,friedrich ,schiller schlo4 ,ich kann diese ,ihnen ja aus der ,literaturgeschichte bekannten ,dinge hier nicht im einzelnen erzhlen1 zumal da wir auf ihre philosophische ,seite eben bei ,schiller und ,goethe noch einmal zurckkommen werden1 und begnge mich daher mit der kurzen ,zusammenfassung1 da in der geistigen ,entwicklung ,goethes ,herder-,nhe ,schiller-,ferne und wiederum ,schiller-,nhe ,herder-,ferne bedeutet4 ,gewi1 uerlich bleibt der ,bruch zunchst noch verschleiert4 ,im ,jahre #agie arbeiten alle drei noch gemeinsam an der vornehmsten literarischen ,zeitschrift1 die ,deutschland wohl je besessen hat1 an ,schillers ,horen1 zusammen4 ,indes er lt sich auf die ,dauer nicht hintanhalten4 ,vor allem begriff ,herder1 der ja selbst nie ein schaffender ,dichter1 sondern stets nur ein feiner ,nachempfinder fremder ,poesie gewesen ist1 den tief knstlerischen ,standpunkt der beiden anderen nicht1 der sie die ,aufgabe der ,kunst nicht in ,moralpredigt und -lehre1 sondern in freiem1 schpferischem ,gestalten1 ihren ,wert nicht in irgendwelchem brgerlichen oder erzieherischen ,nutzen1 sondern in der ,tiefe des ,schauens erblicken lie1 mit der echte ,dichterkraft das ,leben erfat4 ,so fllt ,schiller spter1 bei ,gelegenheit einiger besonders schwacher ,erzeugnisse des immerfort weiterschreibenden ,herder1 das scharfe ,urteil3 ,herder verfllt wirklich zusehends1 und man mchte sich zuweilen im ,ernst fragen1 ob einer1 der sich jetzt so unendlich trivial1 schwach und hohl zeigt1 wirklich jemals auerordentlich gewesen sein kann4 ,und ,goethe erklrte ebenfalls den ihm einst so nahe ,stehenden fr eine pathologische1 d4 h4 krankhafte ,natur4 ,noch einmal rafft sich dann in den letzten ,jahren vor seinem ,tode ,herders einst so reger1 jetzt mde gewordener ,geist zu zwei wenigstens quantitativ greren ,leistungen auf1 die beide gegen diejenige ,philosophie gerichtet sind1 der er seinen eigenen ,rckgang in der ,schtzung des ,publikums zuschrieb1 die kritische4 ,wir meinen die ,metakritik von #agii und die ,kalligone von #ahjj4 ,heute ist man sich wohl in allen1 auch den nicht kantfreundlichen ,kreisen darber einig1 da diese beiden ziemlich umfangreichen ,schriften -- die ,metakritik umfate zwei1 die ,kalligone gar drei ,bnde -- mit ihrem trockenen und geschmacklosen ,stil1 ihrer anmalichen ,selbstgeflligkeit und ihrer giftig-hmischen ,kritik des groen ,knigsberger ,philosophen einen beklagenswerten ,abfall von den ,leistungen des jungen und des reifen ,herder darstellen4 ,nur der ,inhalt wird1 zum ,teil wenigstens1 von einigen1 z4 ,b4 dem schon von uns genannten ,g4 ,jacoby1#ac verteidigt4 ,wir knnen uns darber kurz fassen4 ,das erste ,werk1 die ,meta-1 also eigentlich ,nachkritik -- der ,titel ist einer gleichartigen ,schrift ,hamanns nachgeahmt -- richtet sich gegen ,kants ,kritik der reinen ,vernunft4 ,aber ,herder hat den ,kern des ,kantischen ,problems berhaupt nicht verstanden4 ,selbst ein ihm gnstig gesinnter ,schriftsteller wie ,c4 ,siegel erklrt3 ,herder hatte keinen ,sinn und konnte keinen haben fr das eigentliche ,kantische ,problem3 er ist nicht ,erkenntnistheoretiker1 sondern ,erkenntnispsychologe4 7,s4 #hi47 ,fr den erkenntniskritischen ,standpunkt ,kants fehlt ihm jedes ,verstndnis4 ,man darf ihm zufolge die ,natur1 also auch die daraus hervorgegangene ,vernunft nicht kritisieren1 sondern hchstens psychologisch untersuchen4 ,daraus erklrt sich alles ,weitere4 ,hier und da findet sich gewi einmal ein geistreicher1 wenn auch nicht durchschlagender ,gedanke1 wenn er z4 ,b4 bei der ersten ,antinomie ,kants die ,unendlichkeit des ,raumes der ,einbildungskraft1 seine ,endlichkeit dem ,verstand zuschreibt4 ,bezeichnend fr ,herder wie fr alle ,dogmatiker 7,spinoza1 ,schelling1 ,hegel67 ist auch1 da fr ihn die ,gottheit nicht das ,ende1 sondern den ,ausgangspunkt1 nicht die oberste ,spitze1 sondern die unantastbare ,grundlage aller ,erkenntnis darstellt4 ,wie die ,metakritik gegen die erste1 so ist die #ahjj verffentlichte ,kalligone gegen die dritte ,kritik ,kants1 die ,kritik der ,urteilskraft1 d4 h4 gegen den sthetischen ,teil gerichtet4 ,sie will also ,herders sthetische ,theorie geben4 ,allein das schne ,kind des ,himmels1 wie er selbst den ,titel verdeutscht1 verdient seinen ,namen keineswegs4 ,sie gibt hchstens bezglich der einzelnen ,knste1 z4 ,b4 ber ihren ,zusammenhang mit den praktischen ,bedrfnissen des ,menschen1 hier und da einen anregenden ,gedanken1 hat aber ebenso wie das erste ,buch das ,kantische ,problem berhaupt nicht erfat1 reit vielmehr den ,gegner nur einfach herunter4 ,schon der ,grundgedanke der kritischen ,methode1 die begriffliche ,scheidung und ,abgrenzung des ,nichtzusammengehrigen voneinander1 z4 ,b4 die des ,schnen vom blo ,angenehmen und vom ,guten oder die zwischen ,schnem und ,erhabenem1 erregt ,herders ,mifallen4 ,er versteht nicht1 was der feine ,begriff der ,zweckmigkeit ohne ,zweck fr das sthetische bedeutet4 ,er fat einen anderen sthetischen ,grundbegriff ,kants1 den des freien ,spiels der ,empfindungen1 den ,schillers sthetische ,schriften so meisterhaft ausgelegt und weiter ausgebildet haben1 einfach in dem kindischen ,sinne von ,willkr und ,tndelei1 im ,gegensatz zu seinem eigenen ,ernst der ,notwendigkeit4 ,darber ist natrlich kein ,wort zu verlieren4 ,am bedauerlichsten ist1 da er1 der selbst einst ein anerkannter ,fhrer der jungen ,genies der siebziger ,jahre in der deutschen ,literatur gewesen1 jetzt nicht einmal die glnzende ,bestimmung der ,merkmale des ,genies durch seinen einstigen ,lehrer anerkennt1 sondern aus reiner ,oppositionslust bemkelt4 ,natrlich hat ,herder in seinem engeren ,kreise und darber hinaus bei einzelnen aus der ,reihe der allmhlich zahlreicher gewordenen ,gegner der ,kantischen ,philosophie1 zum ,teil begeisterte1 ,zustimmung gefunden1 von der ich eine ,anzahl heute nur humoristisch anmutender ,beispiele in meinem krzlich in zweiter ,auflage erschienenen ,buche ,kant -- ,schiller -- ,goethe 7,s4 #ahj bis #ahe7 gesammelt habe4 ,aber an den grten ,zeitgenossen1 an ,goethe und ,schiller1 ging seine im ,grunde nur aus ohnmchtiger ,wut entsprungene heftige ,opposition gegen die erkenntnistheoretischen und sthetischen ,grundlagen der kritischen ,philosophie1 die in ,privatbriefen von geradezu abstoenden ,wendungen noch berboten wurde1 ebenso wirkungslos vorber wie an der ganzen ,folgezeit4 ,diese letzten ,schriften bilden eines der traurigsten und beschmendsten ,kapitel im literarischen ,lebensweg ,herders1 der am #ah4 ,dezember #ahjc1 nicht ganz zwei ,monate vor ,immanuel ,kant1 seinen letzten ,atemzug getan hat4 ,doch nicht mit diesem trben ,eindruck wollen wir von ihm ,abschied nehmen4 ,sondern lieber an dasjenige denken1 was er in seinen jngeren und seinen ,reifejahren fr das deutsche ,schrifttum und fr deutsches ,wesen1 fr eine tiefere und freiere ,auffassung der ,poesie und der ,religion und vor allem der ,natur und der ,geschichte geleistet hat4 ,und wenn seine ,verdienste um die strengere ,philosophie auch nicht so gro sind wie die unserer anderen ,klassiker1 wenn er auch im ,geistesleben unserer ,gegenwart keine bedeutsame ,rolle mehr spielt1 so wollen wir an die edle ,gesinnung denken1 aus der sein bestes ,wirken hervorgewachsen ist1 und an den sie zusammenfassenden ,wahlspruch der auch auf seinem ,grabe steht und ,licht6 ,liebe6 ,leben6 lautet4 ,schiller ,kommt man von ,johann ,gottfried ,herder zu ,friedrich ,schiller1 namentlich dem jungen ,schiller1 so ist es einem1 als sei man von einem friedlich leuchtenden ,lichte geschieden und nahe sich einer hell lodernden ,flamme4 ,schiller1 der schon als sechsjhriger ,knabe in ,lorch gern vor seinen ,geschwistern den ,prediger auf der ,kanzel gespielt hat1 ist in ,wahrheit dem ganzen deutschen ,volke ein feuriger ,prediger der ,freiheit geworden4 ,darum ist er auch von jeher ein ,liebling des ,volkes und der ,jugend gewesen4 ,dem tut die ,tatsache keinen ,eintrag1 da mancher von uns1 vielleicht weil er auf der ,schule mit ,schillers ,gedichten und ,dramen gewissermaen berfttert worden ist1 vielleicht auch1 weil das unseren ,dichter kennzeichnende ,pathos den reifer ,gewordenen von sich abstt1 eine ,zeitlang seiner berdrssig geworden ist3 um so sicherer kehrt er spter1 wenn er1 lter und reifer geworden1 sich von neuem in seine ,weltanschauung vertieft1 dauernd und endgltig zu ihm zurck4 ,vor allem der1 welcher im allgemeinsten ,sinne des ,wortes philosophisch angelegt ist4 ,denn ,friedrich ,schiller ist der philosophischste unter unseren ,dichter-,klassikern4 ,a4 ,die ,anfnge 7#aggi bis #aghf7 ,schon als ,eleve auf der von dem ,wrttemberger ,herzog gegrndeten ,karlsschule1 welche die ,shne seiner ,beamten bekanntlich zwangsweise besuchen muten1 hat der heranwachsende ,knabe und ,jngling weit mehr als unsere ,primaner1 mehr auch als vor ihm ,lessing1 ,kant oder ,herder1 von ,philosophie erfahren4 ,wurde doch bereits der ,vierzehnjhrige mit sechs ,wochenstunden ,logik1 ,metaphysik und ,philosophie-,geschichte1 der ,sechzehnjhrige sogar mit nicht weniger als fnfzehn ,stunden ,philosophie und ,rhetorik geplagt6 ,trotzdem1 ja vielleicht eben wegen solcher ,massenzufuhr philosophischen ,stoffes trug dieser ,unterricht1 selbst unter einem so anregenden ,lehrer1 wie ihn die ,karlsschler zu ,schillers ,zeit in ,professor ,abel bekamen1 noch dazu unter dem herrschenden ,zwangssystem1 verhltnismig wenig ,frucht4 ,die ersten philosophischen ,produkte des ,neunzehn- bezw4 ,zwanzigjhrigen sind zwei dem rhetorisch begabten jungen ,manne von dem alten ,snder von ,herzog gndigst auferlegte ,lobreden zum ,preise der ,tugend im ,tempel der ,tugend1 d4 h4 zum ,geburtstag der freilich leidlich tugendhaft gewordenen herzoglichen ,mtresse ,franziska von ,hohenheim4 ,die eine betitelt sich3 ,gehrt allzuviel ,gte1 ,leutseligkeit und groe ,freigebigkeit im engsten ,verstand zur ,tugend81 die zweite3 ,die ,tugend1 in ihren ,folgen betrachtet4 ,wir gehen am besten ber diese freilich schon von dem glnzenden ,formtalent ebenso wie von der ppigen ,phantasie ihres ,verfassers zeugenden rhetorischen ,stilbungen mit ,schweigen hinweg4 ,gedanklich hher stehen die beiden fast zur selben ,zeit entstandenen medizinischen ,dissertationen1 die der ,zwanzigjhrige als ,probestck seiner medizinischen ,kenntnisse bei dem ,abgang von der ,akademie einreichen mute4 ,die erste1 eine ,philosophie der ,physiologie1 die uns nur zu etwa einem ,viertel 7#aa von #da ,paragraphen7 erhalten geblieben ist1 enthlt von wirklicher ,physiologie ziemlich wenig4 ,wurde doch auf der ,akademie die ,medizin fast ohne jedes ,demonstrationsmaterial betrieben4 ,es sind eben nur phantasievolle ,gedanken1 die ein begabter ,dilettant ohne den soliden ,untergrund von genauen ,fachkenntnissen oder fester ,methode entwickelt4 ,das ,urteil der ,professoren tadelte an der ,arbeit den gefhrlichen ,hang zum ,besserwissen1 der sich in der verwegenen ,sprache auch gegen die wrdigsten ,mnner uere1 den teils zu freien und schwulstigen1 teils zu blhenden und witzigen ,stil1 der den ,sinn oft dunkel lasse2 sie wurde deshalb auch nicht zum ,druck zugelassen und der ,verfasser1 um sein ,feuer doch ein wenig zu dmpfen1 noch zu einem weiteren ,jahr ,aufenthalt auf der ,akademie verurteilt4 ,mehr ,gnade fand im folgenden ,jahre 7#aghj7 die in allen ,ausgaben der ,smtlichen ,werke abgedruckte ,dissertation3 ber den ,zusammenhang der tierischen ,natur des ,menschen mit seiner geistigen4 ,beide ,abhandlungen betreffen im ,grunde das gleiche ,thema3 das ,verhltnis zwischen ,seele und ,geist4 ,in der ersten glaubt er1 bezeichnend fr die ,philosophie des reifen ,schiller1 in dem von dem berhmtesten ,physiologen der ,zeit ,albrecht v4 ,haller angenommenen ,nervengeist eine ,mittelkraft zwischen ,geist und ,materie1 ,seelischem und ,sinnlichem gefunden zu haben4 ,die zweite kommt dem ,materialismus mehr entgegen4 ,aber nicht in diesen ,schlerarbeiten1 auch nicht in der schulmigen ,beschftigung mit dem deutschen ,popularphilosophen ,garve und dem englischen ,popularphilosophen ,ferguson1 die beide einen verdnnten ,aufgu von ,shaftesburys ,schnheitsphilosophie darstellten1 fand die ,seele des jungen ,philosophen ihren wahren ,ausdruck4 ,wohl hat der englische ,philosoph der ,schnheit und der ,harmonie des ,eindrucks auf sein dichterisches ,gemt nicht ganz verfehlt4 ,aber weit mchtiger war der ,einflu des die ganze junge ,dichtergeneration jener ,tage befeuernden ,jean ,jacques ,rousseau4 ,in ,rousseau fand nach seinem eigenen ,gestndnis die ,indignation seiner in der ,tyrannei der ,karlsschule bestndig verletzten ,menschenwrde ,gehalt und ,gestalt1 ,erfllung und ,ziel4 ,seiner ,verherrlichung als eines ,riesen gegenber den ,zwergen seiner ,splitterrichter1 denen nie ,prometheus' ,feuer blies1 gilt eines seiner frhesten ,gedichte4 ,und ein spteres1 in die ,sammlung der ,werke aufgenommenes begrt ,rousseaus ,grab als ,monument von unserer ,zeiten ,schande1 als das ,grab dessen1 der aus ,christen ,menschen wirbt4 ,rousseaus ,zurck zur ,natur6 beim einzelnen und im ,staat gibt berhaupt ,schillers ganzer ,jugendzeit das ,geprge4 ,insbesondere auch seinen ersten ,dramen4 ,denn wie ,lessing in seinem ,nathan noch einmal seine alte ,kanzel1 das ,theater bestieg1 so hat der junge ,schiller1 wie die berschrift seines bekannten ,aufsatzes zeigt1 die ,schaubhne als moralische ,anstalt betrachtet4 ,gewi1 seine ,ruber sind noch stark von religis-biblischen ,gedanken durchsetzt3 wir brauchen nur an die erschtternde ,schilderung des ,jngsten ,gerichts in der ,szene zwischen ,franz ,moor und dem alten ,daniel zu erinnern4 ,und eben diesem ,bsewicht ,franz legt er mit ,vorliebe materialistische ,gedankengnge in den ,mund3 einmal sogar eine ,stelle aus seiner eigenen ,dissertation4 ,aber den ,hauptton gibt doch ,rousseaus ,natur- und ,freiheitsbegeisterung an1 ,rousseaus1 der ihn hingewiesen gegenber dem tintenklecksenden ,skulum auf ,plutarchs groe ,menschen1 ,rousseaus1 dessen ,opposition gegen die sogenannte ,zivilisation sich in dem ,munde seines ,karl ,moor erweitert zu einer ,art genialen ,anarchismus3 ,da verrammeln sie die ,natur mit abgeschmackten ,konventionen 444 ,ich soll meinen ,leib pressen in eine ,schnrbrust und meinen ,willen schnren in ,gesetze4 ,das ,gesetz hat zum ,schneckengang verdorben1 was ,adlerflug geworden wre4 ,das ,gesetz hat noch keinen groen ,mann gebildet1 aber die ,freiheit brtet ,kolosse und ,extremitten aus4 ,freilich1 zum ,schlu des ,dramas kommt sein ,held zu einem anderen ,ergebnis3 ,o ber mich ,narren1 der ich whnte 4441 die ,gesetze durch ,gesetzlosigkeit aufrechtzuhalten1 und der jetzt einsieht1 da zwei ,menschen wie ich den ganzen ,bau der sittlichen ,welt zugrunde richten wrden1 der sich sodann ganz folgerichtig der ,justiz ausliefert1 um sich aufs ,rad flechten zu lassen4 ,aus den ,gedichten des ersten ,jahrzehnts greifen wir drei zur ,kennzeichnung seiner weiteren philosophischen ,entwicklung heraus4 ,zunchst die beiden einander verwandten3 ,freigeisterei der ,leidenschaft 7spter gekrzt unter der berschrift ,kampf7 und ,resignation3 beide aus seinem leidenschaftlichen ,verhltnis zu ,charlotte von ,kalb entsprungen und beide nicht mit ,unrecht in ,franz ,mehrings ,schiller 7#aije7 zugleich als die einzigen wirklichen ,liebesgedichte ,schillers bezeichnet 7wenn man etwa von ,theklas ,der ,eichwald brauset absieht4 ,k4 ,v472 denn die berspannten ,oden an ,laura knnen ebensowenig als solche zhlen wie gelegentliche sptere ,albumverse an seine ,frau und andere ,damen4 ,beide ,gedichte1 namentlich das zweite1 zeigen eine ,weltanschauung1 die sich bereits der ,kantischen nhert1 ohne da er ,kant schon nher kennt oder gar nennt3 die ,kluft zwischen ,pflicht und ,sinnlichkeit4 ,im ersten bumt sich die ,sinnlichkeit auf gegen die grausame ,hrte des ,sittengesetzes2 im zweiten siegt das moralische ,reich1 freilich nur so1 da fr den entgangenen ,genu des ,diesseits die ,hoffnung auf einen ,lohn im ,jenseits in ,aussicht gestellt wird4 ,spter sucht er die ,vershnung zwischen beiden1 die berbrckung jener ,kluft4 ,schon das berhmte ,lied an die ,freude 7,ende #aghh71 im ,kreise seiner ,dresdener ,freunde gedichtet1 zeigt ihn in ganz anderer ,stimmung und ,weltauffassung4 ,die ,freude ist es jetzt1 welche die ,menschen verbindet1 einander gleich macht1 sie zur ,gte und zu ,gott1 dem liebenden ,vater des ,alls1 erhebt1 sie1 die ,urkraft und zugleich das ,endziel der ,natur4 ,seid umschlungen1 ,millionen6 ,diesen ,ku der ganzen ,welt61 so klingt es jetzt zu uns und dringt vertiefter noch in den freudevollen ,tnen von ,beethovens unsterblicher ,neunten -- vielleicht dem ,schnsten1 was ,musik je geschaffen hat -- in unsere ,seele4 ,b4 ,die bergangszeit 7#aghg bis #agij7 ,wem der groe ,wurf gelungen1 eines ,freundes ,freund zu sein6 -- ,schiller war es gelungen3 er hatte in ,gottfried ,krner 7dem ,vater ,theodors7 einen ,freund frs ,leben gefunden4 ,man kann nicht leicht den ,einflu berschtzen1 den ,krner whrend des ,jahrzehnts #aghd bis #agid auf die philosophische ,entwicklung des jngeren ,freundes gewonnen hat4 ,er spiegelt sich zunchst wider in den bis #aghf entstandenen ,philosophischen ,briefen zwischen ,julius 7,schiller7 und ,raphael 7,krner74 ,eingeschoben ist in sie ein wahrscheinlich schon aus ,schillers ,stuttgarter ,zeit herrhrendes ,stck3 die ,theosophie des ,julius1 die sich in poetisch-gefhlsmigen ,betrachtungen ber das ,universum als ,gedanke ,gottes1 ber unser ,verstehen der anderen ,geister durch ,philosophie und ,dichtung1 ber die ,liebe als allmchtigen ,magnet in der ,geisterwelt1 als ,quelle der ,andacht und erhabensten ,tugend und ber ,aufopferung ergeht1 um schlielich wieder zu der ,gleichung ,gott-,universum-,natur zurckzukehren4 ,diese ganze ,art zu philosophieren wird von ,julius-,schiller selbst spter sehr gut dadurch charakterisiert1 da er von ihr sagt3 ,mein ,herz suchte sich eine ,philosophie1 und die ,phantasie unterschob ihre ,trume4 ,die wrmste war mir die wahre4 ,von dieser ,gefhlsphilosophie hat ihn ,raphael-,krner befreit4 ,ehe wir das schildern1 mssen wir jedoch eines neuen ,momentes gedenken1 das gegen ,ende der achtziger ,jahre entscheidend in ,schillers geistige ,entwicklung eingreift3 des ,griechentums4 ,er liest1 wie er im ,august #aghh an ,freund ,krner schreibt1 fast nichts als ,homer 7den er leider1 weil des ,griechischen unkundig1 nicht an der ,quelle genieen kann7 und will in den nchsten zwei ,jahren keine modernen ,schriftsteller mehr lesen1 weil sie ihn nur von sich selbst abfhren4 ,er bedarf nach seinem ,bekenntnis der ,alten im hchsten ,grade1 um seinen eigenen ,geschmack zu reinigen1 ihn von ,spitzfindigkeit1 ,knstlichkeit und ,witzelei zur wahren ,einfachheit1 zur ,klassizitt zu fhren4 ,der poetisch-philosophische ,ertrag dieser ,zeit sind vor allem die beiden groen ,gedichte ,die ,gtter ,griechenlands 7#aghh7 und ,die ,knstler 7#aghi74 ,das erste1 das brigens1 abgesehen von seinen in der ,tat groen ,lngen1 auch den ,beifall des eben aus ,italien zurckgekehrten ,goethe bei seinem ersten ,zusammentreffen mit ,schiller zu ,rudolstadt fand1 reprsentiert zwar nicht eigentlich den antiken ,geist selber2 dafr ist es1 um zwei sptere ,schillersche ,begriffe zu brauchen1 zu wenig naiv1 zu sehr sentimentalisch gedacht4 ,es ist ein ,sehnsuchtslied1 der ,sehnsucht nach ,poesie und ,natur1 darum gegen die blo mechanische ,wissenschaft gerichtet1 die knechtisch dem ,gesetz der ,schwere dienende1 entgtterte ,natur3 ,wo jetzt nur1 wie unsere ,weisen sagen1 ,seelenlos ein ,feuerball sich dreht1 ,lenkte damals seinen goldnen ,wagen ,helios in stiller ,majestt4 ,und nicht minder wider -- das ,christentum3 ,einen zu bereichern unter allen1 ,mute diese ,gtterwelt vergehn1 der statt finsteren ,ernstes und traurigen ,entsagens einzig und allein das ,schne heilig war4 ,in demselben ,geiste1 dem ,schiller fortan treu blieb1 sind ,die ,knstler gehalten1 welche die ,kunst an die hchste ,stelle unter allen geistigen ,mchten setzen1 hher selbst als ,erkenntnis1 ,moral und ,religion4 ,nur durch das ,morgentor des ,schnen drangst du in der ,erkenntnis ,land1 mit dem mahnenden ,schluwort an die ,knstler selbst3 ,der ,menschheit ,wrde ist in eure ,hand gegeben1 ,bewahret sie6 ,die ,kunst ist ihm nunmehr ,anfang und letzte ,vollendung der ,menschenbildung4 ,ja1 sie kann dem damaligen ,schiller selbst ,ethik und ,religion ersetzen4 ,kann man1 so schreibt im ,einklang mit solcher ,anschauung der todkranke ,friedrich ,albert ,lange1 dieser groe ,sozialist1 den christlichen ,gedanken der ,ergebung schner auf philosophisch ausdrcken als mit jenen prachtvollen ,versen aus den ,knstlern3 ,mit dem ,geschick in hoher ,einigkeit1 ,gelassen hingesttzt auf ,grazien und ,musen1 ,empfngt er das ,gescho1 das ihn bedrut1 ,mit freundlich dargebotnem ,busen ,vom sanften ,bogen der ,notwendigkeit6 ,noch ein weiteres ,moment endlich gehrt in die ,entwicklung ,schillers zu ,ende der achtziger ,jahre3 das ,studium der ,geschichte1 das er bisher fast vllig verabsumt hatte4 ,tglich wird mir die ,geschichte teurer1 schreibt er am #ae4 ,april #aghf an ,krner4 ,ich wollte1 da ich zehn ,jahre hintereinander nichts als ,geschichte studiert htte4 ,ich glaube1 ich wrde ein ganz anderer ,kerl sein4 ,aus diesen seinen eifrigen historischen ,studien sind dann seine ,geschichte des ,dreiigjhrigen ,krieges1 ,der ,abfall der ,niederlande und einige kleinere ,arbeiten hervorgegangen4 ,trotzdem war die ,geschichtschreibung nicht das ,feld1 auf dem sein ,geist glnzen konnte4 ,um ,geschichtsforscher zu sein1 war er zu sehr ,dichter und ,philosoph4 ,seine historischen ,dramen sind vielmehr der eigentliche ,spiegel seiner ,geschichtsauffassung1 wo es um der ,menschheit groe ,gegenstnde geht1 geworden4 ,immerhin gaben seine geschichtlichen ,arbeiten wenigstens den ueren ,anla1 ihn als ,professor nach ,jena zu berufen4 ,am #bf4 und #bg4 ,mai des ,revolutionsjahres #aghi erffnete er dort sein ,kolleg1 dessen beide ersten ,vorlesungen unter dem ,titel ,was heit und zu welchem ,ende studiert man ,universalgeschichte8 in ,wielands ,teutschem ,merkur erschienen4 ,in der ersten entwarf er sein ,vorlesungsprogramm3 er wollte nicht fr ,brotgelehrte1 sondern fr philosophische ,kpfe lesen4 ,und so hat er sich auch ferner als wahrer ,professor der ,philosophie in seinen ,geschichtsvorlesungen bewhrt4#ad ,krner1 zu dem wir jetzt wieder zurckkehren1 wollte darin ,spuren kantischen ,philosophierens spren4 ,damit kommen wir zu unseres ,helden allmhlicher ,bekehrung zu ,kant1 die eben unter ,krners vorherrschendem ,einflu erfolgt ist1 der ihm schon frh1 aber anfangs immer vergebens von ,kant vorgepredigt hatte4 ,k4 ,l4 ,reinhold zwar1 der aus einem ,kloster entsprungene sterreichische ,barnabitermnch1 der in ,weimar ,wielands ,schwiegersohn geworden war und soeben durch seine gut geschriebenen ,briefe ber ,kantische ,philosophie ,wesentliches zur ,verbreitung der neuen ,lehre beigebracht hatte1 hat ihn zuerst1 als er im ,august #aghg eine ,woche bei ihm wohnte1 zur ,lektre einiger kleiner ,aufstze ,kants in der ,berliner ,monatsschrift veranlat1 unter denen ihn namentlich die ,idee zu einer allgemeinen ,geschichte in weltbrgerlicher ,absicht befriedigte1 so da er ,krner schrieb3 ,da ich ,kant noch lesen und vielleicht studieren werde1 scheint mir ziemlich ausgemacht4 ,bis dahin hatte ,schiller berhaupt1 seiner ,dichternatur folgend1 aus den wenigen philosophischen ,schriften1 die er gelesen1 sich nur das genommen1 was sich dichterisch fhlen und behandeln lt 7so an ,krner am #ae4 ,april #aghh74 ,aber der spiebrgerlich-ngstliche ,reinhold war ihm nicht sympathisch4 ,reinhold -- so lautet eine ,schillers ,eigenart noch weit mehr als diejenige ,reinholds charakterisierende ,bemerkung gegen ,krner -- wird sich nie zu khnen ,tugenden oder ,verbrechen1 weder im ,ideal noch in der ,wirklichkeit 7671 erheben1 und das ist schlimm4 ,so beruht denn ,schillers ,wendung zur kritischen ,philosophie weniger auf dem ,einflu des begeisterten neuen ,kantjngers ,reinhold1 der damals erklrte1 da ,kant nach hundert ,jahren die ,reputation 7den ,ruf7 von ,jesus ,christus haben werde1 als auf dem des kritischeren ,krner4 ,schon in dem ersten der ,philosophischen ,briefe hatte er seinen ,julius dem ,raphael schreiben lassen3 ,was hast ,du aus mir gemacht1 ,raphael8 ,was ist seit kurzem aus mir geworden6 444 ,ich empfand und war glcklich4 ,raphael hat mich denken gelehrt1 und ich bin auf dem ,wege1 meine ,erschaffung zu beweinen4 ,wenn er ihn dann weiter klagen lt3 ,du hast mir den ,glauben gestohlen1 der mir ,frieden gab2 ,du hast mich verachten gelehrt1 wo ich anbetete1 so haben wir das letztere schwerlich auf ,krner und ,schiller zu beziehen4 ,denn von schweren religisen ,kmpfen bei letzterem besitzen wir sonst nirgends das geringste ,zeugnis1 weder in seinen ,tausenden von ,briefen noch in seinen ,werken4 ,aber das erstere wird zutreffen4 ,durch ,krners ,einflu war an die ,stelle der bloen ,empfindung1 die sein bisheriges ,philosophieren beherrschte1 immer mehr das ,denken getreten4 ,den ,abschlu der ,philosophischen ,briefe nun bildet ein letzter ,brief des ,raphael1 der wirklich von ,krner an ,schiller am #d4 ,april #aghh geschrieben worden ist und1 noch ohne ,kants ,namen zu nennen1 ganz in dessen ,sinne darauf hinweist1 da aller ,philosophie eine anscheinend etwas trockene ,untersuchung ber die ,natur der menschlichen ,erkenntnis vorangehen msse4 ,schiller vermutet in seiner ,antwort vom #ae4 ,april richtig1 da des ,freundes ,wendung von den demtigenden ,grenzen des menschlichen ,wissens eine entfernte ,drohung mit dem ,kant enthalte6 ,noch strubt sich seine ,dichternatur gegen diese ,nchternheit4 ,und uere ,hindernisse 7,berufung nach ,jena1 ,verlobung1 ,heirat7 verhindern zunchst weiteres philosophisches ,studium1 auch die geplante ,antwort des ,julius auf ,raphaels letzten ,brief4 ,aber im ,novemberheft #agij der ,thalia erscheint ein ,abschnitt seiner ,vorlesung ber ,universalgeschichte als ,aufsatz unter der berschrift ,etwas ber die erste ,menschengesellschaft mit der ,bemerkung3 ,es ist wohl bei den wenigsten ,lesern ntig zu erinnern1 da diese ,ideen auf ,veranlassung eines ,kantischen ,aufsatzes in der ,berliner ,monatsschrift entstanden sind4 ,es war dies ,kants geistreiche und durchaus allgemeinverstndliche ,abhandlung ,mutmalicher ,anfang der ,menschengeschichte 7,januar #aghf74ae ,wenige ,monate spter erfolgte die entscheidende ,wendung zu dem kritischen ,philosophen4 ,c4 ,die ,hhezeit4 ,schiller als ,jnger ,kants 7#agia bis #agie7 ,das erste ,bekenntnis ,schillers zu ,kant stammt vom #c4 ,mrz #agia4 ,er berrascht ,freund ,krner mit der ,nachricht1 da er sich ,kants ,kritik der ,urteilskraft angeschafft habe und sie eifrig studiere4 ,sie reie ihn hin durch ihren lichtvollen1 geistreichen ,inhalt1 der ihm als sthetiker ja schon ziemlich vertraut sei1 und er lerne bei dieser ,gelegenheit auch die brige ,kantische ,philosophie kennen4 ,sie erscheine ihm als kein unbersteiglicher ,berg mehr2 er hege das grte ,verlangen1 sich nach und nach in sie hineinzuarbeiten6 ,ich will nun nicht1 wie ich es im ersten ,teil meines ,buches ,kant -- ,schiller -- ,goethe getan1 die ganze ,reihe der in den nchsten fnf ,jahren entstehenden philosophischen ,aufstze ,schillers in chronologischer ,folge durchmustern1 sondern lieber seine ,philosophie im ganzen1 d4 i4 in sachlichem ,zusammenhang zu schildern versuchen4 ,vorausschicken mchte ich allerdings doch im folgenden eine ,reihe besonders wichtiger persnlicher ,bekenntnisse ,schillers ber seine philosophische ,entwicklung in diesen ,jahren4 ,die ,titel seiner ,abhandlungen werden dabei1 mit einigen zwanglosen ,bemerkungen dazu1 von selbst erwhnt werden4 ,seit ,mitte ,dezember #agia war ,schiller durch ein ,jahresgehalt schleswig-holsteinischer ,verehrer1 eines ,prinzen von ,augustenburg und eines ,grafen ,schimmelmann1 zum ersten ,male in seinem ,leben instand gesetzt1 ohne ,nahrungssorgen ganz seinem inneren ,drange zu leben4 ,ich habe endlich einmal ,mue1 schrieb er seinem ,krner1 zu lernen und zu sammeln und fr die ,ewigkeit zu arbeiten4 ,und wie ernst betrieb er diese ,arbeit6 ,er studierte -- ,kantische ,philosophie4 ,mein ,entschlu ist unwiderruflich gefat1 sie nicht eher zu verlassen1 bis ich sie ergrndet habe1 wenn mich dieses auch drei ,jahre kosten knnte1 schreibt er am ,neujahrstag #agib4 ,er hat sich kurz vorher die beiden anderen ,kritiken ,kants angeschafft4 ,und er hat ,wort gehalten4 ,so sehr1 da er sich in den folgenden drei ,jahren aller dichterischen ,produktion enthlt1 um nur endlich einmal philosophisch mit sich selbst ins reine zu kommen4 ,im ,januar #agib erscheint in der ,thalia die erste jener durch ,gedankengehalt wie durch glnzende ,sprache gleich ausgezeichneten ,abhandlungen meist sthetischen ,inhalts1 die gleichmig den ,dichter wie den ,philosophen verraten3 ber den ,grund des ,vergngens an tragischen ,gegenstnden1 im folgenden ,monat eine zweite ber die tragische ,kunst4 ,beide sind in streng ,kantischem ,geiste geschrieben4 ,noch im ,oktober des ,jahres1 kurz vor ,beginn seines ,privatissimums ber sthetik1 steckt er bis an die ,ohren in ,kants ,urteilskraft4 ,gegenber ,krner haben sich jetzt die ,rollen umgetauscht3 ,schiller ist jetzt der eifrigere ,kantianer1 der den ,freund kritisch zurechtweist4 ,auch in ,kants theoretische ,philosophie hat er jetzt einzudringen begonnen4 ,aus einem groen ,briefe vom #ah4 ,februar #agic stammt sein begeistertes ,bekenntnis3 ,es ist gewi von einem sterblichen ,menschen kein greres ,wort noch gesprochen worden als dieses ,kantische1 was zugleich der ,inhalt seiner ganzen ,philosophie ist3 ,bestimme dich aus dir selbst6 ,sowie das in der theoretischen ,philosophie3 ,die ,natur steht unter dem ,verstandesgesetz4 ,und an seinen nach ,bonn bergesiedelten jungen ,freund ,fischenich schreibt er fast zur selben ,zeit auf die frohe ,kunde hin1 da ,kants ,philosophie dort bei ,lehrern und ,lernenden gute ,aufnahme finde3 ,bei der studierenden ,jugend wundert es mich brigens nicht sehr1 denn diese ,philosophie hat keinen anderen ,gegner zu frchten als ,vorurteile1 die -- ach1 knnte man das von der heutigen studierenden ,jugend doch auch sagen6 -- in jungen ,kpfen doch nicht zu besorgen sind4 ,die neue ,philosophie sei zudem1 fgt er am #bj4 ,mrz desselben ,jahres hinzu1 viel poetischer als die ,leibnizsche und habe einen weit greren ,charakter6 ,in ,anmut und ,wrde 7,februar #agic71 die zum ersten ,male ,schillers eigene sthetische ,theorie1 wenn auch nur als eine ,art ,vorlufer der sthetischen ,briefe entwickelt1 wendet er sich zum ersten ,male in seinen ,schriften ausdrcklich an den unsterblichen ,verfasser der ,kritik1 dem der ,ruhm gebhre1 die gesunde ,vernunft aus der philosophierenden wiederhergestellt zu haben1 und unter dem die ,moral endlich aufgehrt habe1 die ,sprache des ,vergngens zu reden4 ,freilich der ,zustimmung folgen jetzt auch die ,einwnde1 die unsere systematische ,darstellung spter zu schildern haben wird4 ,im folgenden ,jahre 7#agid7 kam dann ,kant1 der brigens schon im ,jahre #aghi durch einen gemeinsamen ,bekannten dem ,dichter einen ,gru hatte zugehen lassen1 in der zweiten ,auflage seiner ,religion innerhalb der ,grenzen der bloen ,vernunft in einer neu hinzugefgten ,anmerkung 7,s4 #bb meiner ,ausgabe7 ausfhrlich und in sehr freundlicher ,weise auf ,schillers ,einwnde gegen ihn zurck1 was den letzteren natrlich mit groer ,freude erfllte4 ,im ,mrz und ,april erschien weiter die ,abhandlung ,vom ,erhabenen in zwei ,teilen1 deren erster spter 7#ahja7 in einer umgearbeiteten1 von ,kant strker abweichenden ,gestalt unter dem ,titel ber das ,erhabene in die ,sammlung seiner ,kleinen prosaischen ,schriften aufgenommen wurde1 whrend der zweite die berschrift ber das ,pathetische erhielt4 ,sehr kantisch sind auch die vom ,februar #agic bis ,anfang #agid an den ,prinzen von ,augustenburg gerichteten zehn ,briefe gehalten4 ,kants ,philosophie1 heit es z4 ,b4 im ersten dieser ,briefe1 die sich so oft nachsagen lassen msse1 da sie nur immer einreie und nichts aufbaue -- was man bekanntlich auch so und so oft vom ,sozialismus behauptet hat --1 sei so fruchtbar1 da sie die festen ,grundsteine zu einem ,system der sthetik darbiete4 ,und der zweite unterscheidet das eigentliche ,gebude 7,kants7 von dem ,gerst1 das die ,handwerker 7die ,kantianer7 darum gelegt4 ,im sechsten1 zu ,anfang ,dezember #agih verfaten bekennt er1 da er im ,hauptpunkte der ,sittenlehre vollkommen kantisch denke4 ,das ,jahr #agid bringt am gleichen ,tage 7#ac4 ,juni7 die ,einladung zur ,mitarbeit an den ,horen an ,goethe und -- ,kant nebst einem dankbar bescheidenen ,begleitschreiben an den letzteren1 der freilich erst am #a4 ,mrz des folgenden ,jahres mit nicht allzu groem ,verstndnis seinem berhmtesten ,jnger erwidert hat4 ,wieder lt dieser im ,sommer #agid eine ,zeitlang alle ,arbeiten liegen1 um den ,kant zu studieren4 ,er steht jetzt auf dem ,hhepunkt seiner ,abwendung von der ,poesie1 so da ihm sogar vor der ,arbeit am eigenen ,entwurf zu seinem ,wallenstein graut 7671 denn ich glaube mit jedem ,tage mehr zu finden1 da ich eigentlich nichts weniger vorstellen kann als einen ,dichter 767 -- eine seltsame1 aber fr diese ,zeit bezeichnende ,selbsttuschung --1 und da hchstens da1 wo ich philosophieren will1 der poetische ,geist mich berrascht6 ,er habe im ,poetischen seit drei oder vier ,jahren -- also genau seit seiner ,wendung zur kritischen ,philosophie6 -- einen vllig neuen ,menschen angezogen4 ,vor allem aber gibt er in einem bedeutsamen ,briefe vom #bh4 ,oktober dieses ,jahres dem neugewonnenen ,freunde ,goethe gegenber seinem ,kantischen ,glauben einen so lebendigen ,ausdruck1 da wir seine ,stze wrtlich hierhersetzen mssen3 ,die ,kantische ,philosophie bt in den ,hauptpunkten selbst keine ,duldung aus und trgt einen viel zu rigoristischen 7strengen7 ,charakter1 als da eine ,akkomodation 7,anpassung7 mit ihr mglich wre4 ,aber dies macht ihr in meinen ,augen ,ehre1 denn es beweist1 wie wenig sie die ,willkr vertragen kann4 ,eine solche ,philosophie will daher auch nicht mit bloem ,kopfschtteln abgefertigt sein4 ,im offenen1 hellen und zugnglichen ,felde der ,untersuchung erbaut sie ihr ,system1 sucht nie den ,schatten und reserviert dem ,privatgefhl nichts1 aber so1 wie sie ihre ,nachbarn behandelt1 will sie wieder behandelt sein1 und es ist zu verzeihen1 wenn sie nichts als ,beweisgrnde achtet4 ,es erschreckt mich gar nicht zu denken1 da das ,gesetz der ,vernderung1 vor welchem kein menschliches und kein gttliches ,werk ,gnade findet1 auch die ,form dieser ,philosophie sowie jede andere zerstren wird2 aber die ,fundamente derselben werden dies ,schicksal nicht zu frchten haben1 denn so alt das ,menschengeschlecht ist und solange es eine ,vernunft gibt1 hat man sie stillschweigend anerkannt und im ganzen danach gehandelt4 ,im ,jahre #agie endlich erscheint die philosophische ,hauptschrift ,schillers1 seine ,briefe ber die sthetische ,erziehung des ,menschen1 die ,goethe wie einen kstlichen1 seiner ,natur analogen ,trank hinunterschlrfte1 und die gleichzeitig auch ,kant vortrefflich fand4 ,lagen ihnen doch nach ,schillers eigenem ,bekenntnis grtenteils ,kantische ,grundstze zugrunde4 ,wie denn berhaupt ber diejenigen ,ideen1 welche in dem praktischen ,teil des ,kantischen ,systems die herrschenden sind1 nur die ,philosophen entzweit1 die ,menschen von jeher einig gewesen seien4 ,schade1 da der einundsiebzigjhrige ,kant nicht mehr zu der von ihm geplanten ,besprechung der sthetischen ,briefe gekommen ist1 zu der er sich schon ,notizen gemacht hatte1 die ich zuerst in dem ,nachlawerk des groen ,knigsbergers entdeckt habe 7vergl4 ,kant -- ,schiller -- ,goethe1 ,s4 #cf1 ,anmerkung74 ,wie sehr brigens damals ,kants ,philosophie in alle mglichen ,kreise eingedrungen war1 davon gibt der ,schillersche ,briefwechsel dieser ,zeit zwei hbsche ,belege4 ,nach einer ,mitteilung ,goethes wurden ,kantische ,ideen von ,knstlern in allegorischen ,bildern dargestellt4 ,und ,schillers sthetische ,briefe wurden zusammen mit ,kants und ,reinholds ,schriften von einem ,zirkel -- preuischer ,husarenoffiziere1 die am ,rhein gegen die ,franzosen zu ,felde lagen1 eifrig studiert1 demselben ,kreise1 in dem spter auch ,schillers prchtiges ,reiterlied aus ,wallensteins ,lager mit ,enthusiasmus gesungen wurde4 ,neben dem umgearbeiteten ,aufsatz ber das ,erhabene 7,s4 #aaj7 erschien dann ,ende #agie und ,anfang #agif in den ,horen als letzte sthetische ,abhandlung ,schillers die ber naive und sentimentalische ,dichtung1 die fr ihn eine ,brcke zu der ber dem ,philosophieren der letzten ,jahre gnzlich zurckgetretenen poetischen ,produktion darstellen sollte4 ,diese regt sich nun endlich wieder1 und zwar1 gewissermaen zum ,abschied von seiner philosophischen ,epoche1 in jenen philosophischen ,gedichten1 die eine ,vereinigung von tiefstem ,gedankengehalt mit schwungvoller1 formvollendeter ,sprache darstellen1 wie sie seit ,platos ,tagen nicht dagewesen war und vielleicht nur von ,nietzsche1 wenigstens was die formale ,seite betrifft1 wieder erreicht worden ist4 ,philosophische ,lektre und ,errterungen ber sie1 namentlich mit dem neugewonnenen ,freunde ,goethe1 der jetzt immer mehr an die ,stelle ,krners tritt1 kommen zwar auch in ,zukunft noch vor1 sind aber nicht mehr das ,ausschlaggebende4 ,an den ,grundgedanken der kritischen ,philosophie hat er auch in diesem seinem letzten ,lebensjahrzehnt1 sowohl gegenber den lteren ,gegnern ,kants 7,herder und seinem ,kreis7 als auch den neuesten1 ber ihn hinausgewachsen sich dnkenden 7,fichte1 ,schelling1 der ,romantik berhaupt7 festgehalten4 ,wir wenden uns nun einer zusammenhngenden systematischen ,betrachtung von ,schillers ,philosophie zu1 soweit eine solche mglich ist4 ,d4 ,schillers ,philosophie in der ,reifezeit #a4 ,methodisches4 ,theoretische ,philosophie ,die erste ,aufgabe der ,philosophie mu eine methodische sein3 reinliche ,scheidung der drei ,gedankenwelten1 die dem ,erkennen1 dem ,wollen und der schaffenden ,phantasie in unserer ,seele entsprechen und seit ,platos ,zeiten unter den populren ,namen des ,wahren1 ,guten und ,schnen jedem von uns bekannt sind2 mit anderen ,worten3 der ,wissenschaft1 ,sittlichkeit und ,kunst4 ,dieser von ,kant an den ,anfang aller philosophischen ,arbeit gestellten methodischen ,scheidung stimmt auch ,schiller sogleich in seiner ersten sthetischen ,abhandlung ber den ,grund des ,vergngens an tragischen ,gegenstnden zu4 ,auch er will die ,kunst von ihren ernsteren ,schwestern unterscheiden3 der durch den ,verstand geleiteten ,wissenschaft1 der durch die ,vernunft geleiteten ,sittlichkeit4 ,ebenso hat er von ,kant gelernt1 da der ,transzendental-1 also der kritische ,philosoph sich keineswegs dafr ausgibt1 die ,mglichkeit der ,dinge selbst zu erklren1 sondern sich damit begngt1 die ,kenntnisse festzusetzen1 aus welchen die ,mglichkeit der ,erfahrung begriffen wird 7#ai4 sthetischer ,brief74 ,er hat ferner den idealistischen ,kern von ,kants ,philosophieren wohl erfat1 wenn er dessen ganze theoretische ,philosophie in den ,satz zusammenfat3 ,die ,natur steht unter dem ,verstandesgesetz1 demnach wei1 da die sogenannten ,naturgesetze von unserem ,verstand selbst gefunden und gemacht werden4 ,und er hat in seiner ersten groen und folgenreichen philosophischen ,unterredung mit ,goethe1 die wir bei diesem noch nher kennenlernen werden1 auch den grundlegenden ,unterschied zwischen ,erfahrung und ,idee in seiner ganzen ,tiefe begriffen4 ,so hat sich ,schiller auch theoretisch auf den ,boden der kritischen ,philosophie gestellt4 ,allein fr die genauere ,aus- und ,durchbildung dieser allgemeinen ,grundgedanken1 fr die ,philosophie der ,wissenschaft hat er sich1 wohl schon infolge seiner ,dichternatur1 weniger interessiert4 ,stand er doch namentlich den sichersten und exaktesten ,wissenschaften1 die in ,kants ,system eine so groe ,rolle spielen1 der ,mathematik und der mathematischen ,naturwissenschaft1 ziemlich fremd gegenber4 ,kants ,philosophie ist ihm vielmehr in erster ,linie geluterte ,lebensphilosophie gewesen4 ,er wrde daher wohl auch den bekannten ,satz ,fichtes unterschrieben haben3 ,was fr eine ,philosophie man whle1 hngt davon ab1 was fr ein ,mensch man ist4 ,jedenfalls ist sein stoffliches ,interesse in der ,philosophie in erster ,linie auf deren praktischen ,teil1 d4 h4 auf die ,ethik und sthetik gerichtet2 daneben werden wir seine politisch-philosophischen ,gedanken und seine1 freilich stark in den ,hintergrund tretende1 ,religionsphilosophie zu betrachten haben4 #b4 ,die ,ethik ,die ,ethik oder wissenschaftliche ,lehre der ,sittlichkeit hat sich allezeit vor ihrer ,vermischung mit dem ,gefhl zu hten gehabt4 ,so eng auch jedes sittliche ,wollen mit einem ,gefhl1 sei es der ,kraft oder der ,freiheit1 sei es der ,lust oder auch der ,unlust1 verbunden ist3 es darf nicht davon abhngig sein4 ,gewi1 ohne die ,wrme und ,weichheit des ,gefhls erscheint der ,wille1 und gerade der reinste und energischste am meisten1 hart und kalt2 man spricht dann von einem eisernen oder rauhen ,willen1 von starren1 kalten1 nchternen ,grundstzen4 ,ebenso wie man von bitteren oder grausamen ,wahrheiten redet1 wenn sie langgehegte ,lieblingstrume zerstren4 ,und so drngt sich denn echt menschlich das ,lustgefhl -- am verlockendsten in seinen feinsten ,gestalten1 den geistigen ,freuden und religisen ,gefhlen -- an das reine1 sittliche ,wollen mit einer fast unwiderstehlichen ,macht heran1 sucht ihm die ,reinheit und ,selbstndigkeit zu rauben1 die als etwas ,eingebildetes1 ,hohles1 ,unwirkliches hingestellt wird1 das sich der lebendigen ,wirklichkeit der ,gefhle beugen msse4 ,oder auch es zu berbieten1 zur moralischen oder religisen ,schwrmerei zu bertreiben1 der auch der ,schlaffste zuweilen gern sich hingibt1 um nur1 wie ,lessing seinen ,nathan sagen lie1 gut handeln nicht zu drfen4 ,diesem ,andringen des ,gefhls und damit der ,gefhrlichkeit einer bloen ,lust- oder ,glckslehre gegenber1 die schlielich von den individuellen und beliebigen ,gefhlen jedes einzelnen abhngt1 mu die ,ethik ihre ,selbstndigkeit zu wahren bestrebt sein1 auf die ,gefahr hin1 als rigoristisch1 d4 h4 berstreng verschrien zu werden4 ,das ist denn auch der ,kantischen ,ethik1 welche diese ,zge trgt1 bis zum heutigen ,tage oft genug1 ja meist begegnet4 ,und es heit gewhnlich1 das philosophische ,verdienst ,schillers bestehe darin1 den schroffen1 sittlichen ,rigorismus ,kants sthetisch gemildert zu haben4 ,wir sind anderer ,meinung1 und wir knnen uns auch nicht der ,ansicht ,kuno ,fischers 7allerdings nur in der ersten ,auflage seines ,schiller als ,philosoph7 anschlieen1 da unser ,dichter-,philosoph den sthetischen ,gesichtspunkt anfangs unter1 dann neben1 zuletzt aber ber den moralischen gestellt habe4 ,er hat vielmehr nicht blo in den ersten ,zeiten seiner ,kantbegeisterung1 sondern auch spter ,kants ethischen ,rigorismus in dem von uns bezeichneten methodischen ,sinne durchaus gebilligt4 ,so behauptet er dem anders gearteten ,goethe gegenber in seinem groen ,bekenntnisbrief vom #bh4 ,oktober #agid1 da der rigoristische ,charakter der kritischen ,philosophie ihr in seinen ,augen gerade ,ehre mache4 ,und dem ,gefhlsphilosophen ,schlosser1 ,goethes ,schwager1 der ,kants strenge ,methode angegriffen hatte1 liest er in einem ,briefe an ,goethe vom #i4 ,februar #agih grndlich genug den ,text4 ,es sei unverzeihlich1 da ein ,schriftsteller1 der auf eine gewisse ,ehre hlt1 auf einem so reinlichen ,feld1 wie es das philosophische durch ,kant geworden sei1 so unphilosophisch und unreinlich sich betragen darf4 ,er und ,goethe wten doch auch1 da der ,mensch auf der hchsten ,stufe seiner seelischen ,ttigkeit selbst als ein verbundenes ,ganze handle2 darum wrde es ihnen aber doch niemals einfallen1 dem ,zergliedern und ,unterscheiden1 worauf alles ,forschen beruht1 in der ,philosophie den ,krieg zu machen1 wie ja auch der ,chemiker die ,synthesen der ,natur absichtlich und knstlich aufhebe4 ,aber diese ,herren ,schlosser wollen sich auch durch die ,metaphysik hindurch riechen und fhlen1 wollen das ,physische vergeistigen und das ,geistige vermenschlichen4 ,und bald darauf1 am #b4 ,mrz1 wird auch die ,anwendung auf ,ethik und sthetik gemacht4 ,es sei bemerkenswert1 da die ,schlaffheit ber sthetische ,dinge immer sich mit der moralischen ,schlaffheit verbunden zeigt1 und da umgekehrt das reine ,streben nach dem hohen ,schnen1 also reine und strenge sthetik1 bei aller ,duldsamkeit gegen die menschliche ,natur1 dennoch den ,rigorismus im ,moralischen1 mithin reine und strenge ,ethik mit sich fhren werde4 ,die ,entgegensetzung von ,sinnlichkeit und ,sittlichkeit1 das ,heroische 7,khnemann71 lag ja eigentlich von ,anbeginn in ,schillers ,natur4 ,schon die ,schulrede des ,neunzehnjhrigen hatte den stoischen ,gedanken vertreten1 da das ,sittliche im ,kampfe sich am besten bewhre4 ,wir erinnern ferner an die ,gedichte ,kampf und ,resignation 7,s4 #ajb74 ,auch in seinen sthetischen ,abhandlungen tritt sie von ,anfang an hervor4 ,gleich in der ersten vom ,januar #agib finden sich ,gedanken wie3 ,das ,prinzip der ,sittlichkeit erfordert eine von jeder ,naturkraft1 also auch von moralischen ,trieben unabhngige ,vernunft2 das sittliche ,verdienst nimmt in umgekehrtem ,grade ab1 wie ,lust und ,neigung zunehmen2 das hchste moralische ,vergngen wird jederzeit von ,schmerz begleitet sein4 ,ebendeshalb seine ,vorliebe fr die ,tragdie6 ,aber die gleiche methodische ,anschauung bleibt auch spterhin herrschend4 ,wir verweisen auf die zahlreichen ,belegstellen in unserem ,kant -- ,schiller -- ,goethe und heben hier nur die wichtigsten hervor4 ,in dem noch nicht von uns erwhnten ,aufsatz ber die notwendigen ,grenzen beim ,gebrauch schner ,formen erklrt er1 da die moralische ,bestimmung des ,menschen vllige ,unabhngigkeit des ,willens von allem ,einflu sinnlicher ,antriebe erfordere1 whrend die1 noch heute von so vielen ber-,modernen verkndete1 sthetische ,moral die groe ,gefahr in sich berge1 da der ,ernst der moralischen ,gesetzgebung sich nach dem ,interesse der ,einbildungskraft richte und so -- ein ,kantischer ,ausdruck6 -- die ,sittlichkeit in ihren ,quellen vergiftet werde4 ,die ,sinnlichkeit wird als der natrliche innere ,feind aller ,moralitt bezeichnet 7ber den moralischen ,nutzen sthetischer ,sitten71 vor dem wir uns in die heilige ,freiheit der ,geister 7ber das ,erhabene7 in die unbezwingliche ,burg unserer moralischen ,freiheit 7ber das ,pathetische71 in den heiteren ,horizont der sittlichen ,ideen 7ber die tragische ,kunst71 in die ,freiheit der ,gedanken 7,ideal und ,leben7 flchten mssen4 ,ja1 der letzte 7#bd47 der ,briefe ber die sthetische ,erziehung des ,menschen1 die doch gewi den sthetischen ,gesichtspunkt so hoch wie mglich stellen1 bezeichnet ausdrcklich alle 444 ,glckseligkeitssysteme1 sie mgen den heutigen ,tag oder das ganze ,leben oder1 was sie um nichts ehrwrdiger macht1 die ganze ,ewigkeit zu ihrem ,gegenstand haben1 als blo einem ,ideal der ,begierde entsprungen1 mithin einer ,forderung1 die nur von einer ins ,absolute strebenden ,tierheit kann aufgeworfen werden4 ,hier wird sogar ,kants ,rigorismus von dem ,dichter-,philosophen noch bertroffen6 ,kurz1 wir drfen als das ,ergebnis dieser ,errterungen ber ,schillers ,stellung zu ,kants reiner ,ethik seinen ,satz aus ,anmut und ,wrde bezeichnen3 ber die ,sache selbst kann nach den von ,kant gefhrten ,beweisen unter denkenden ,kpfen1 die berzeugt sein wollen1 kein ,streit mehr sein1 und ich wte kaum1 wie man nicht lieber sein ganzes ,menschensein aufgeben1 als ber diese ,angelegenheit ein anderes ,resultat von der ,vernunft erhalten wollte4 ,freilich1 das ganze und volle ,menschentum ist mehr als bloe ,ethik4 ,die menschliche ,natur1 sagt der ,dichter in ,schiller1 ist ein verbundeneres ,ganze in der ,wirklichkeit1 als es dem ,philosophen1 der nur durch ,trennen etwas vermag1 erlaubt ist1 sie erscheinen zu lassen4 ,die reine ,ethik1 das hat ,schiller nirgends verhehlt1 bedarf in ihrer ,anwendung auf den wirklichen1 vollen ,menschen einer ,ergnzung nach der ,seite des ,gefhls4 ,diese ,gefhlsergnzung kann auf zweierlei ,weise erfolgen3 durch die sthetik und durch die ,religion4 ,die letztere ,lsung hat er nur angedeutet1 die erstere dagegen1 die seiner ,dichternatur zumeist am ,herzen lag1 in breiter ,ausfhrung gegeben4 ,ihr wenden wir uns zunchst zu4 #c4 ,die sthetische ,ergnzung der ,ethik3 das ,sittlich-,erhabene und das ,sittlich-,schne ,wenn strenge methodische ,scheidung der verschiedenen ,richtungen menschlichen ,bewutseins auch die erste ,aufgabe einer ,philosophie als ,wissenschaft ist1 so darf es doch dabei nicht sein ,bewenden haben4 ,wenn und nachdem ,selbstndigkeit und ,eigentmlichkeit der einzelnen ,gebiete durch ihre methodische ,isolierung gesichert sind1 knnen1 ja mssen nunmehr die ,verbindungsbrcken geschlagen werden4 ,das verbindende ,element aber1 das zunchst ferngehalten werden mute1 damit sie1 damit ,wissenschaft1 ,sittlichkeit und ,kunst ihre ,reinheit nicht verloren1 ist das ,gefhl4 ,ein ,sittenwesen ohne ,gefhl wre ein leerer ,schemen ohne ,fleisch von unserem ,fleisch und ,blut von unserem ,blut4 ,und mag es auch das ,vorrecht des ,dichters sein1 diesen ,quell aus verborgenen ,tiefen in seiner ganzen ,allgewalt darzustellen1 so ist es doch nicht1 wie ,schiller einmal sagt1 die ,dichtung beinahe allein1 welche die getrennten ,krfte der ,seele wieder in ,vereinigung bringt1 welche 444 gleichsam den ganzen ,menschen in uns wiederherstellt4 ,die ,philosophie hat vielmehr dasselbe ,interesse daran4 ,ist doch ohne das ,gefhl keine ,anwendung des durch die rein formale ,methode gefundenen obersten ,sittengesetzes auf den wirklichen ,menschen1 dies sinnlich-vernnftige ,mischwesen1 kurzum keine angewandte ,ethik mglich4 ,schon indem wir es als ,triebfeder unseres ,handelns denken1 wird notwendig ein ,gefhl mitgedacht4 ,dadurch nun1 da die ,sittlichkeit gefhlt wird1 tritt sie in den ,bereich der sthetik4 ,die beiden sthetischen ,grundbegriffe aber1 wenigstens zu ,kants und ,schillers ,zeiten1 waren das ,erhabene und das ,schne4 ,die ,form1 unter der das ,sittliche unserem ,gefhl zunchst erscheint1 ist das ,sittlich-,erhabene ,mit ,recht konnte ,kant unserem ,dichter an jener einzigen ,stelle1 wo er ihn in seinen ,schriften behandelt hat1#af zurufen3 da das ,gefhl des ,erhabenen unserer eigenen ,bestimmung uns mehr hinreie als alles ,schne1 und da ,herakles erst nach bezwungenen ,ungeheuern in den ,olymp emporsteige1 um hier ,fhrer der ,musen zu werden4 ,wem konnte eine solche ,lehre sympathischer sein als ,schiller1 dem ,prediger der ,freiheit1 wie ,goethe ihn einmal1 in bewutem ,gegensatz zu sich selber1 charakterisiert4 ,und wenn derselbe ,goethe an anderer ,stelle von dem toten ,freunde sagt3 ,die ,kantische ,philosophie1 die den ,menschen so hoch erhebt1 indem sie ihn einzuengen scheint1 hatte er mit ,freuden in sich aufgenommen1 so hatte er gerade dasjenige mit einem treffenden ,worte gekennzeichnet1 was die hnlichkeit beider ,persnlichkeiten1 die auch ,krner auffiel1 ausmacht1 die auf ihrem vorzugsweise sittlichen ,charakter beruht4 ,daher auch ,schillers ,vorliebe fr die ,tragdie1 deren ,begriff er ausdrcklich aus der ,lust am moralisch ,zweckmigen abgeleitet und im ,zusammenhang mit dem ,erhabenen entwickelt hat4 ,goethes ,lieblingscharaktere 7wir denken dabei etwa an ,gretchen und ,klrchen1 ,egmont und ,faust7 handeln nach dem ,affekt1 sagt ,gervinus einmal1 diejenigen ,schillers 7,verrina1 ,posa1 ,max ,piccolomini7 nach dem kategorischen ,imperativ der ,pflicht4 ,dieser ,grundrichtung des ,dichters ,schiller1 im ,sittlichen den wrdigsten ,stoff fr die vollendete ,kunstform zu suchen1 entspricht auch sein philosophisches ,verhalten4 ,wie stark er gerade von ,kants ,begriff des ,erhabenen gepackt wurde1 beweist schon die uere ,tatsache1 da die ,mehrzahl seiner sthetischen ,aufstze mit ihm1 und zwar vorzugsweise dem ,sittlich-,erhabenen1 sich beschftigt4 ,die beiden ,abhandlungen ber das ,tragische1 die beiden ,vom und ber das ,erhabene1 der grte ,teil der ,zerstreuten ,betrachtungen ber verschiedene sthetische ,gegenstnde1 der zweite ,teil von ,anmut und ,wrde gehren hierher3 whrend der ,entwicklung des ,begriffs des ,schnen eigentlich nur die ,anmut und die sthetischen ,briefe dienen1 die hier nicht genannten ,aufstze aber beide ,begriffe ungefhr gleich stark bercksichtigen4 ,wir begngen uns daher vorlufig mit diesen kurzen ,ausfhrungen1 zumal da wir spter noch einmal auf die ,vereinigung beider zurckzukommen haben4 ,schon im ,erhabenen liegt1 wie widerspruchsvoll es im ersten ,augenblick auch klingen mge1 das ,schne verborgen4 ,denn in das demtigende ,gefhl unserer ,unterwerfung unter das ,sittengesetz mischt sich bereits ein ,gefhl des ,stolzes und der ,lust darber1 da wir selbst in unserem eigenen ,inneren die ,idee dieses obersten ,gesetzes unseres ,handelns erzeugt haben1 da wir somit unsere eigenen ,gesetzgeber 7autonom71 da es unsere eigene ,persnlichkeit1 unser besseres ,selbst ist1 dem wir nach ,kant im freien ,selbstzwang gehorchen4 ,jetzt steht das ,gttliche1 d4 i4 das ,gute1 nicht mehr in feierlicher ,majestt vor unseren ,augen1 sondern es steigt hernieder von seinem ,weltenthron in die ,tiefe unseres ,herzens4 ,des ,gesetzes strenge ,fessel bindet ,nur den ,sklavensinn1 der es verschmht1 ,mit des ,menschen ,widerstand verschwindet ,auch des ,gottes ,majestt4 ,nunmehr werden ,sittlichkeit und ,natur einander vermhlt1 die ,natur ist sittlich geworden und das ,sittliche erscheint als ,natur3 beide zusammen machen erst den ganzen vollendeten ,menschen aus4 ,das ist das ,ideal des ,sittlich-,schnen1 das zwar1 wie wir an anderem ,orte nachgewiesen haben1 bei ,kant nicht vllig fehlte1 aber erst von ,schiller in seiner ganzen ,herrlichkeit uns vor ,augen gestellt worden ist4 ,es erinnert an das altgriechische ,schn-und-,gute1 aber die dort -- auer bei ,plato -- und dann wieder in der ,renaissance hervortretende ,vermischung beider ist jetzt vermieden1 die unbewute ,naivitt vertieft durch das sittliche ,bewutsein4 ,die ,kultur soll uns -- ein von ,kant bernommener ,gedanke6 -- auf dem ,wege der ,vernunft und ,freiheit zurckfhren zur wahren und echten ,natur und ,menschlichkeit3 ein ,gedanke1 der brigens in der ganzen1 von ,rousseau durchtrnkten ,zeit liegt und dem wir ja auch bei ,herder begegneten4 ,wie der ,gegensatz1 so lag auch das ,streben nach einer ,harmonie zwischen ,sinnlichkeit und ,sittlichkeit von ,anfang an in ,schillers ,natur4 ,wir haben es schon in seiner ,philosophie der ,physiologie1 in seinem ,begriff der ,mittelkraft kennengelernt4 ,und ebenso klingt es aus zahlreichen ,gedichten1 dramatischen ,stellen und ,briefen wieder4 ,von seinen philosophischen ,abhandlungen behandelt ,anmut und ,wrde eben dieses ,problem4 ,die sinnliche ,natur des ,menschen1 heit es hier1 ist seiner reinen ,geistesnatur beigesellt nicht als ,last1 die er abwerfen1 oder als grobe ,hlle1 die er abstreifen soll -- wie es oft genug mystische ,verzckung oder mnchische ,askese gefordert und zu ben versucht hat --1 sondern um sie aufs innigste mit seinem hheren ,selbst zu vereinbaren4 ,an dieser ,stelle glaubt er denn auch zum ersten ,male ,kant entgegentreten zu mssen1 dessen ,moralphilosophie die ,idee der ,pflicht mit einer ,hrte vorgetragen habe1 die alle ,grazie davon zurckschreckt und einen schwachen ,verstand leicht versuchen knnte1 auf dem ,wege einer finsteren und mnchischen ,asketik die moralische ,vollkommenheit zu suchen4 ,sicherlich wrde eine solche ,mideutung dem heiteren und freien ,geist des groen ,weltweisen unter allen die emprendste sein2 indes habe doch er selbst durch die strenge und grelle ,entgegensetzung beider ,prinzipien 7,pflicht und ,lust7 einen starken1 obgleich bei seiner ,absicht vielleicht kaum zu vermeidenden ,anla dazu gegeben4 ,schon die beschrnkenden ,zustze zeigen1 da er ,kant persnlich in ,schutz nehmen will1 der berdies die teils in grobem ,materialismus1 teils in nicht weniger bedenklichen ,perfektionsgrundstzen 7,vervollkommnungs-,moral7 aufgehende ,zeitmoral unnachsichtlich habe angreifen und deshalb der harte ,drako seiner ,zeit habe werden mssen1 weil sie ihm des weisen und milden ,solon noch nicht wert und empfnglich schien4 ,aber1 fhrt er fort1 womit hatten es die ,kinder des ,hauses verschuldet1 da er nur fr die ,knechte sorgte8 ,weil der moralische ,weichling dem ,gesetz der ,vernunft gern eine ,laxheit geben mchte1 die es zum ,spielball seines ,beliebens macht1 mute ihm deshalb eine ,starrheit beigelegt werden1 welche die kraftvolle uerung moralischer ,freiheit nur in eine rhmlichere ,art von ,knechtschaft verwandelt8 ,wir wollen hier nicht nher auf ,kants ,verteidigung eingehen1 der gerade auf diesen ,punkt in seiner ,religion innerhalb usw4 erwiderte und auch seinerseits eine frohe und mutige1 nicht ngstlich-sklavische ,gemtsstimmung als das der ,tugend eignende ,temperament angesehen wissen wollte4 ,inwieweit auch er das ,sittlich-,schne anerkennt1 haben wir an anderem ,orte 7,kant -- ,schiller -- ,goethe1 ,s4 #id bis #ajg7 ausfhrlich dargelegt4 ,hier haben wir es nur mit ,schillers ,entwicklung der sittlichen ,schnheit zu tun1 die sich auf die ,beschaffenheit des ,menschen als vernnftig-sinnlichen ,wesens grndet4 ,nach ,schiller mu des ,menschen sittliche ,denkart aus seiner gesamten ,menschheit hervorquellen1 sie mu ihm zur ,natur geworden sein4 ,denn der blo niedergeworfene ,feind kann wieder aufstehen1 aber der vershnte ist wahrhaft berwunden4 ,hiergegen lt sich meines ,erachtens der ,einwand machen1 da der wirkliche ,mensch1 wie er ist1 mit allen seinen ,schwchen1 eben immer wieder jenes ,aufstehens bedarf1 weil er das ,ideal der schnen ,seele1 die ,schiller als das ,siegel der vollendeten ,menschheit preist1 in der ,tat nie erreicht4 ,wie denn ,schiller selbst am ,anfang des ,abschnitts ber ,wrde zugesteht1 da jene ,charakterschnheit1 die reifste ,frucht seiner ,humanitt1 blo eine ,idee ist1 welcher gem zu werden er mit anhaltender ,wachsamkeit streben1 aber die er bei aller ,anstrengung nie ganz erreichen kann4 ,also ist doch auch die schne ,seele blo ein schnes ,ideal1 und es ist vom methodischen ,standpunkt aus gesehen sogar gefhrlich1 wenn ,schiller in diesem ,zusammenhang zugunsten der ,sinnlichkeit anfhrt1 sie erst leihe dem sittlichen ,menschen das ganze ,feuer ihrer ,gefhle zu dem ,triumph1 der ber sie selbst gefeiert wird4 ,denn was ist nicht schon alles in der ,weltgeschichte1 namentlich in ,religion und ,politik1 mit dem ,feuer der ,gefhle gerechtfertigt worden6 ,aber ein tiefer und schner ,gedanke liegt sicher im ,begriff der schnen ,seele1 nmlich1 da der ,mensch nicht dazu bestimmt ist1 einzelne sittliche ,handlungen zu verrichten1 sondern ein sittliches ,wesen zu sein1 wie ,schiller es in dem bekannten ,doppelvers ausgedrckt hat3 ,adel ist auch in der sittlichen ,welt4 ,gemeine ,naturen ,zahlen mit dem1 was sie tun1 edle mit dem1 was sie sind4 ,eine solche ,seele wei auch gar nicht um ihre eigene ,schnheit3 mit einer ,leichtigkeit1 als wenn blo der ,instinkt 767 aus ihr handelte -- freilich wieder ein gefhrlicher ,vergleich --1 bt sie der ,menschheit peinlichste ,pflichten aus4 ,die ,sinnlichkeit sieht jetzt nicht mehr am ,vernunftgesetz schwindelnd empor1 sondern der ,gesetzgeber selbst1 nmlich der ,gott in uns1 hat sich zum ,sinnlichen herabgeneigt und sieht sich befriedigt durch die bereinstimmung des ,zuflligen der ,natur mit dem ,notwendigen der ,vernunft4 ,das in dem aus ,lust und ,unlust gemischten ,gefhl der ,achtung angespannte ,gemt kommt zur ,auflsung1 ,ruhe und ,harmonie in dem ungemischten ,gefhl der ,liebe4 ,soweit die philosophische ,errterung in ,anmut und ,wrde4 ,es wrden sich dazu selbstverstndlich noch zahlreiche ,parallelstellen aus anderen ,abhandlungen1 namentlich aus den ,briefen ber sthetische ,erziehung1 die ja gerade diesen sthetischen ,zustand zum pdagogischen ,endziel machen1 sowie aus den ,bruchstcken der ,vorlesungen ber sthetik1 aus den ,gedichten und den ,briefen beibringen lassen4 ,unter den letzteren mchten wir den ,leser besonders auf zwei hinweisen4 ,einmal auf den schon in anderem ,zusammenhang erwhnten vierzehn ,seiten langen ,brief an ,krner vom #ah4 ,februar #agic1 wo unter anderem in ,anknpfung an eine der ,geschichte vom barmherzigen ,samariter verwandte ,erzhlung der ,unterschied einer gutherzigen1 ntzlichen1 rein moralischen1 gromtigen und sittlich-schnen ,handlung beleuchtet wird4 ,und auf den zehn ,tage spter an denselben ,freund gerichteten ,brief1 der ein wundervolles ,gleichnis1 das wir hnlich auch in ,vischers ,auch einer gefunden zu haben uns erinnern1 zu unserem ,thema bringt4 ,einen ,vogel im ,fluge nennt dort der ,dichter die glcklichste ,darstellung des durch die ,form bezwungenen ,stoffes1 der durch die ,kraft berwundenen ,schwere4 ,die ,schwerkraft verhalte sich nmlich ungefhr ebenso gegen die lebendige ,kraft des ,vogels1 wie sich bei reinen ,willensbestimmungen die ,neigung zu der gesetzgebenden ,vernunft verhlt4 ,der ,adler also1 der durch den reinen ther1 die ,wolken unter sich 7bei ,vischer3 nunc pluat1 jetzt mge es regnen67 der ,sonne zuschwebt1 ist an sich das ,symbol des ,erhabenen1 und ,flgel werden als ,symbol der ,freiheit gebraucht4 ,er stellt aber zugleich auch den ,sieg der reinen ,schnheit dar1 denn ,schnheit nehmen wir berall wahr1 wo die ,masse von der ,form und 444 von den lebendigen ,krften 444 vllig beherrscht wird4 ,dem entspricht dann genau1 um von anderen ,gedichten zu schweigen1 die vielleicht durch jenes ,kantische ,gleichnis von ,herakles als ,musaget 7,fhrer der ,musen7 im ,olymp angeregte herrliche ,schlustrophe der ,krone von ,schillers ,gedankenlyrik ,das ,ideal und das ,leben1 welche die ,himmelfahrt des von seinen ,erdenleiden erlsten ,herakles und seine ,begrung durch ,hebe1 die ,gttin der ewigen ,jugend1 schildert3 ,bis der ,gott1 des ,irdischen entkleidet1 ,flammend sich von ,menschen scheidet ,und des thers leichte ,lfte trinkt4 ,froh des neuen1 ungewohnten ,schwebens ,fliet er aufwrts1 und des ,erdenlebens ,schweres ,traumbild sinkt -- und sinkt -- und sinkt4 ,des ,olympus ,harmonien empfangen ,den ,verklrten in ,kronions ,saal1 ,und die ,gttin mit den ,rosenwangen ,reicht ihm lchelnd den ,pokal4 #d4 ,stellung zu ,griechentum und ,christentum und zur ,religion berhaupt ,mit ,gedankengngen wie dem letzten befinden wir uns ganz im ,banne griechischer1 genauer allerdings neuhellenischer ,anschauungen1 wie sie der ,humanittsstandpunkt unserer ,klassiker3 ,lessing und ,herder1 ,schiller und ,goethe1 wenn auch bei den einzelnen in verschiedenem ,mae und verschiedener ,frbung1 enthlt4 ,wie sollen wir ,heutigen uns dazu stellen8 ,gewi1 auch das ,sittliche darf den ,menschen nicht von seiner natrlichen ,grundlage lsen wollen4 ,weltflchtiges1 sinnen- und schnheitsfeindliches ,mnchtum1 sei es buddhistisches oder christliches1 das in allem ,sinnlichen nur ,snde sieht und daher einen aufs schrfste zu bekmpfenden ,feind in ihm erblickt1 kann nicht das ,ideal eines mit ,fleisch und ,blut bekleideten ,wesens sein1 das eine gleichmig harmonische ,ausbildung aller seiner ,fhigkeiten erstrebt4 ,noch nie ist1 nach einem bekannten ,spruche des rmischen ,dichters ,horaz1 die ,natur gewaltsam unterdrckt worden1 ohne sich dafr zu rchen4 ,so gesehen1 war es eine ,art ,akt geschichtlicher ,notwendigkeit1 da aus der ,mnchszelle selbst ,luther1 der ,befreier vom ,mnchtum1 erstand4 ,die natrlichen ,neigungen sind1 auch nach dem ,urteil eines so strengen ,ethikers wie ,kant1 an sich keineswegs etwas ,bses2 sie mssen nur in die ,bahn des ,guten gelenkt werden1 damit das ,gefhl1 das zur wahren ,freudigkeit des sittlichen ,handelns unentbehrlich ist1 um mit ,schiller zu sprechen1 eifrige ,teilnehmerin an der reinen ,sittlichkeit wird4 ,trotz alledem vermgen wir1 scheint mir1 heute zu jenem hellenischen ,harmoniegefhl1 jenem optimistischen ,glauben an die ,gte alles ,natrlichen1 jener lebensfrohen ,schnheitsreligion1 wie sie das ,zeitalter des ,perikles beseelte1 dann nach zwei ,jahrtausenden noch einmal im lebensfrohen ,geiste der ,renaissance und des ,humanismus zum ,ausdruck kam und auch noch in einzelnen philosophischen ,nachzglern des achtzehnten ,jahrhunderts1 wie ,shaftesbury1 lebendig wurde1 ebensowenig zurckkehren wie zu der glcklichen ,naivitt unseres ,kindesalters4 ,und wenn selbst in dem schnheitsdurstigen ,volke der alten ,griechen -- wobei wir von der ,volks- und ,mysterienreligion ganz absehen wollen -- ein ,xenophanes1 ein ,sokrates und vor allem1 bei all seinem ,schnheitsgefhl1 ein ,plato zur reinen ,geistigkeit hinstreben1 so ging es mit jenem naiven ,sich-eins-fhlen von ,natur und ,sittlichkeit erst recht zu ,ende1 seitdem das ,christentum mit seinem ,sndenbewutsein in die ,welt trat1 das nun kaum mehr auszurotten ist4 ,und hat es1 auch von einem ganz undogmatischen und unkirchlichen ,standpunkt aus1 der fr uns selbstverstndlich ist1 wirklich so unrecht damit8 ,wir verstehen dabei unter der ,snde freilich kein mystisch-religises ,gefhl1 sondern den ,egoismus1 der nur den eigenen ,vorteil sucht1 anstatt sich dem ,ganzen hinzugeben1 den ,eigenwillen1 den zu bndigen ,schiller selbst im ,kampf mit dem ,drachen als der ,pflichten schwerste bezeichnet hat4 ,trotzdem gibt er doch in einem ,brief an ,goethe vom #i4 ,juli #agif1 im ,anschlu an seine ,beurteilung von dessen ,wilhelm ,meister1 ,goethe recht3 ,die gesunde und schne ,natur braucht keine ,moral und1 wie er hinzusetzt1 auch keinen ,gott und keine ,unsterblichkeit1 die fr die sthetische ,geistesstimmung seines ,erachtens nie zu ernstlichen ,angelegenheiten und ,bedrfnissen werden knnen4 ,aber wo gibt es1 fragen wir1 solche ,naturen1 die ohne inneren ,kampf durch den bloen ,instinkt des ,gefhls in allen ,fllen von selber das ,richtige treffen8 ,sagt doch ,schiller selbst zu ,anfang seines ,ideal und ,leben1 da die ,vermhlung von ,sinnenglck und ,seelenfrieden nur dem olympischen ,zeus gegeben sei1 whrend dem ,menschen zwischen beiden nur die bange ,wahl bleibe4 ,und hat gerade er doch in seinen ,dramen keine rein harmonische schne ,seele1 wie ,goethe in seiner ,iphigenie oder der ,prinzessin im ,tasso1 zu schaffen vermocht1 sondern gerade in seinen hervorragendsten ,frauengestalten1 wie ,maria ,stuart1 ,johanna1 ,thekla1 die ,erhebung des schnen ,charakters zu sittlicher ,gre dargestellt4 ,die reine ,harmonie mag uns als schnes ,ideal vorleuchten1 frs ,leben taugt der sittliche ,kampf4 ,schiller und noch strker1 wie wir gleich hinzufgen knnen1 ,goethe stehen jedenfalls mehr auf der ,griechenseite und gegen das ,christentum4 ,daher auch ihre ,unzufriedenheit mit dem von ,kant angenommenen ,hang zum radikalen ,bsen in der ,menschennatur4 ,die ,griechen dagegen erscheinen ihm als ,muster jener ungebrochenen ,einheit und ,ganzheit des ,menschenwesens3 ,zugleich voll ,form und voll ,flle1 zugleich philosophierend und bildend1 zugleich zart und energisch1 sehen wir sie die ,jugend der ,phantasie mit der ,mnnlichkeit der ,vernunft in einer herrlichen ,menschheit vereinigen4 ,bei dieser ,gelegenheit einige ,bemerkungen ber ,schillers ,verhltnis zur ,religion berhaupt4 ,wir haben schon frher bemerkt1 da von einem mit schweren inneren ,kmpfen verbundenen schroffen ,bruch mit den biblischen ,jugendanschauungen in des ,dichters religiser ,entwicklung nichts zu merken ist4 ,die ,stellung des reifen ,schiller zur ,religion kennzeichnet sich am krzesten durch sein bekanntes ,distichon1 das ,mein ,glaube berschrieben ist3 ,welche ,religion ich bekenne8 -- ,keine von allen1 ,die du mir nennst6 -- ,und warum keine8 -- ,aus ,religion6 ,daraus ergibt sich eine ,ablehnung aller sogenannten positiven ,religionsbekenntnisse aus reinem1 das ,gttliche mit dem ,guten gleichsetzendem ,religionsgefhl1 strker fast noch als bei ,lessing und ,herder4 ,es ist daher auch unglaublich tricht1 wie es zuweilen geschieht1 aus seiner ,jungfrau von ,orleans oder ,maria ,stuart -- im ersten ,falle aus der sympathischen ,charakterisierung der frommen ,titelheldin1 im zweiten aus der schwrmerischen ,schilderung des katholischen ,kultus durch den jungen ,fanatiker ,mortimer -- eine ,verherrlichung der rmischen ,kirche herauszulesen4 ,gerade so tricht1 nebenbei bemerkt1 wie die der mittelalterlich-feudalen ,anschauung des ,ritters ,dunois entsprechende3 ,fr seinen ,knig mu das ,volk sich opfern1 ,das ist das ,schicksal und ,gesetz der ,welt als ,schillers persnliche politische ,ansicht auszugeben4 ,er stand seiner ganzen ,bildung und ,gesinnung nach hoch ber konfessionellen ,gegenstzen und wute daher beiden ihr historisches und sthetisches ,recht zu geben1 wobei in letzterem ,falle der englisch-schottische ,kalvinismus natrlich ungnstig abschneiden mute4 ,bezeichnend fr seine ablehnende ,stellung zum kirchlichen ,christentum waren schon seine ,gtter ,griechenlands1 ist aus der spteren ,zeit sein ,urteil ber ,kants ,religionsschrift von #agib1 die aus ,rcksichten auf die preuische ,zensur in ,jena gedruckt und von dem eifrig interessierten ,dichter schon vor ,vollendung des ,drucks eingesehen wurde4 ,mit ,kants freier1 sinnbildlicher bezw4 moralischer ,auslegung der christlichen ,lehren von der ,erlsung1 vom ,logos1 von ,himmel und ,hlle1 vom ,reiche ,gottes erklrt er sich zwar einverstanden4 ,aber radikaler als ,kant und sein ,freund ,krner1 hegt er ,bedenken gegen den pdagogischen ,zweck1 den der ,philosoph in dieser ,schrift mit ihrer ,anknpfung der ,resultate des philosophischen ,denkens an die -- ,kindervernunft 767 verfolge3 nmlich das ,vorhandene nicht wegzuwerfen1 solange noch ein ,nutzen davon zu erwarten sei1 sondern es vielmehr zu veredeln4 ,die sogenannten ,religionsverteidiger wrden bei ihrer bekannten ,beschaffenheit1 wie er sich recht sarkastisch uert1 seine ,untersttzung annehmen1 seine philosophischen ,grnde aber wegwerfen2 so habe ,kant dann weiter nichts getan1 als das morsche ,gebude der ,dummheit geflickt4 ,so scharf stand ,schiller der ,orthodoxie gegenber4 ,auch ber das ,verhltnis der ,religion zur ,ethik uert er sich zur selben ,zeit in der ,abhandlung ,vom ,erhabenen ziemlich absprechend3 ,nur die ,religion1 nicht aber die ,moral stellt ,beruhigungsgrnde fr unsere ,sinnlichkeit auf4 ,die ,moral befolgt die ,vorschrift der ,vernunft unerbittlich und ohne alle ,rcksicht auf das ,interesse unserer ,sinnlichkeit2 die ,religion aber ist es1 die zwischen den ,forderungen der ,vernunft und dem ,anliegen der ,sinnlichkeit eine ,ausshnung1 eine bereinkunft zu stiften sucht4 ,ebenso in einer aus #agid stammenden uerung zu einer ,kritik seines auch von uns bereits 7,s4 #ajb7 berhrten ,jugendgedichts ,resignation3 ,so 7d4 h4 sich in ihrer ,rechnung betrogen zu sehen7 kann und soll es jeder ,tugend und jeder ,resignation ergehen1 die blo deswegen ausgebt wird1 weil sie in einem anderen ,leben gute ,zahlung erwartet4 ,unsere moralischen ,pflichten binden uns nicht kontraktmig1 sondern unbedingt4 ,tugenden1 die blo gegen ,assignation an knftige ,gter ausgebt werden1 taugen nichts4 ,die ,tugend hat innere ,notwendigkeit1 auch wenn es kein anderes ,leben gbe4 ,das ,gedicht ist also nicht gegen die wahre ,tugend1 sondern nur gegen die ,religionstugend gerichtet1 welche mit dem ,weltschpfer einen ,akkord schliet und gute ,handlungen auf ,interessen ausleiht1 und diese interessierte ,tugend verdient mit ,recht jene strenge ,abfertigung des ,genius4 ,entgegenkommender spricht sich ein ,brief an ,goethe vom #ag4 ,august #agie im ,anschlu an eine ,besprechung der ,bekenntnisse einer schnen ,seele in ,wilhelm ,meister aus3 ,ich finde in der christlichen ,religion virtualiter die ,anlage zu dem ,hchsten und ,edelsten1 und die verschiedenen ,erscheinungen derselben im ,leben scheinen mir blo deswegen so widrig und abgeschmackt1 weil sie verfehlte ,darstellungen dieses ,hchsten sind4 ,hlt man sich an den eigentmlichen ,charakterzug des ,christentums1 der es von allen monotheistischen ,religionen unterscheidet1 so liegt er in nichts anderem als in der ,aufhebung des ,gesetzes oder des ,kantischen ,imperativs1 an dessen ,stelle das ,christentum eine freie ,neigung gesetzt haben will4 ,es ist also in seiner reinen ,form ,darstellung schner ,sittlichkeit oder der ,menschwerdung des ,heiligen und in diesem ,sinne die einzige sthetische ,religion4 ,worauf dann freilich die beiende ,schlubemerkung folgt3 ,daher ich es mir auch erklre1 warum diese ,religion bei der weiblichen ,natur so viel ,glck gemacht und nur in ,weibern noch in einer gewissen ertrglichen ,form angetroffen wird4 #e4 ,zusammenfassung und ,ergebnisse ,doch kehren wir noch einmal zu unserm ,hauptthema zurck3 ,gengt die blo sthetische ,gemtsstimmung schner ,sittlichkeit wirklich zu einer uns vllig befriedigenden ,weltanschauung8 ,knnen ,sittlichkeit und ,menschennatur in der ,tat restlos ineinander aufgehen8 ,wir meinen3 ,auf die ,dauer nein61 und berufen uns dabei auf das ,urteil aller erfahrenen ,menschenkenner1 unter anderem auch auf das in ,kants ,anthropologie zitierte eines so wenig christlich ,denkenden wie ,friedrich der ,groe von der verfluchten ,rasse1 der wir angehren4 ,der ,ri zwischen ,sein und ,sollen1 ,wirklichkeit und ,ideal besteht nun einmal1 so gewi wie das ,schlechte1 andere sagen3 die ,schwachheit der menschlichen ,natur4 ,und solange das ,bse nicht ausstirbt1 darf auch der ,kampf dagegen nicht aufhren1 ist immer neue ,erhebung1 tgliche ,wiedergeburt des ,guten in uns notwendig4 ,mgen wir uns zeitweise in jenen ,zustand vermhlter ,natur 7,sinnenglck7 und ,sittlichkeit 7,seelenfrieden7 versetzen knnen3 er hlt nicht dauernd stand vor den tausend ,widerwrtigkeiten des ,lebens4 ,in ,lagen1 wo wir die moralische ,feuerprobe bestehen mssen1 reicht das ,natrliche1 auch in seiner veredelten ,gestalt als ,sittlich-,schnes nicht aus2 das ,sittlich-,erhabene mu hinzutreten1 uns emporziehen in die unbezwingliche ,burg unseres besseren ,selbst4 ,schnheit ist1 im ,krperlichen wie im ,seelischen1 allzu hufig nicht gepaart mit ,strke4 ,lassen sich ferner mit schner ,sittlichkeit1 mit den edlen ,neigungen des ,mitleids 7,schopenhauer7 und der ,sympathie 7,shaftesbury7 allein die groen ffentlichen ,aufgaben in ,staat und ,gesellschaft lsen8 ,nein4 ,der reine sthet neigt zur ruhigen ,betrachtung der ,dinge anstatt zur ,tat1 zu beschaulichem ,selbstgenu statt des ,wirkens fr andere1 trgt daher einen ausgesprochen geistesaristokratischen1 dagegen unpolitischen und unsozialen ,charakter4 ,doch wir werden auf ,schillers ,verhltnis zum ,staat noch besonders zu sprechen kommen4 ,jedenfalls fordert das ,sittengesetz der ,pflicht andere ,taten von uns als das ,schwelgen in ,gefhlen4 ,das ,ideal der ,pflanze1 das der lyrischen1 am liebsten in sich selbst ruhenden ,natur ,herders so zusagte1 eignet sich nicht zum ,vorbild fr den ,menschen1 der nicht zum ,vegetieren1 sondern zum ,handeln geboren ist4 ,schiller1 der in ,kants ,schule gegangen war1 setzt darum in seinem ,distichon ,das ,hchste bezeichnenderweise ein wollend hinzu2 denn er wute1 da im ,gegensatz zur ganzen ,natur der ,mensch das ,wesen ist1 welches will4 ,auch die ,tatsache1 da er in ,anmut und ,wrde1 brigens auch darin ,kant folgend1 ,anmut als besonderen ,ausdruck der weiblichen ,tugend darstellt1 die sich nach seiner ,meinung selten zu der hchsten ,idee sittlicher ,reinheit erhebt und es selten weiter als zu affektierten 7gefhlsmigen7 ,handlungen bringt1 beweist1 da sie dem ,dichter nicht als ,kennzeichen des vollen ,menschen gilt1 wie andererseits freilich auch nicht allein die ,wrde des ,mannes4 ,mit einem ,worte3 ,erhabene und schne ,sittlichkeit besitzen beide ihren eigenen ,wert4 ,keine ,harmonie ohne voraufgegangenen ,kampf1 aber das ,ziel des ,kampfes ,harmonie6 ,will dagegen ein jedes von beiden fr sich allein alles bedeuten1 so wird es notwendig einseitig1 wie das die groen geschichtlichen ,erscheinungen gezeigt haben4 ,der christliche ,dualismus traut der menschlichen ,natur zu wenig zu und ist deshalb oft sinnen-1 ja menschenfeindlich geworden4 ,selbst ein ,luther1 der doch ein neues1 weltfrmiges ,christentum stiften wollte1 verzweifelt an der eigenen ,vernunft und ,kraft4 ,das alte ,griechentum dagegen und seine ,wiedergeburt in der ,zeit der ,renaissance des fnfzehnten ,jahrhunderts und wiederum in der ,zeit unserer klassischen ,dichtung traut ihr zuviel zu1 wenn es allen ,halt und ,mastab in das souverne ,belieben des ,einzelmenschen verlegt4 ,was soll nun unser sittliches ,zukunftsideal sein8 ,um es einmal mit ,f4 ,a4 ,lange in religis-sthetischem ,bilde auszudrcken3 erhabene ,domeshallen mit himmelanstrebenden ,trmen oder die klassisch-schnen ,sulenordnungen hellenischer ,tempel8 ,ich denke1 viele von uns werden doch mit dem ,sozialisten ,lange neben jenem heiteren ,tempel der ,freude wenigstens eine gotische ,kapelle fr bekmmerte ,gemter schon im ,hinblick auf das soziale ,elend nicht entbehren wollen4 ,die moderne ,ethik sollte meines ,erachtens beide ,elemente1 das antike ,harmoniegefhl und den sittlichen ,idealismus der ,tat1 der sich umsetzt in krftiges politisch-soziales ,handeln1 in sich aufzunehmen und womglich zu einer hheren ,einheit zu verbinden suchen4 #f4 ,die ,grundzge von ,schillers sthetik#ag ,in dem ,grundstandpunkt1 da das knstlerische ,schaffen und ,genieen eine besondere1 von denen der ,wissenschaft und ,sittlichkeit grundstzlich geschiedene ,provinz des menschlichen ,geistes darstellt1 sahen wir unseren ,dichter-,philosophen dem ,verfasser der ,kritik der ,urteilskraft folgen4 ,desgleichen teilt er mit ihm die ,ansicht1 da das knstlerische ,erleben eine ,bewegung des ,gefhls darstellt und die ,lust am ,schnen weder durch logische ,begriffe vermittelt noch durch sittliche ,gebote beeinflut ist4 ,aber er sucht1 ber ,kant hinausgehend1 einen objektiven ,mastab der ,schnheit festzustellen und glaubt ihn in einem langen ,schreiben an ,krner vom #ah4 ,februar #agic1 das er zu einer besonderen ,schrift ,kallias auszuarbeiten gedachte1 in dem ,satze3 ,schnheit ist ,freiheit in der ,erscheinung gefunden zu haben4 ,dieser an und fr sich etwas dunkle ,satz soll besagen3 ,im sthetischen ,urteil erscheint uns die ganze ,natur1 einschlielich des ,menschen1 als die ,darstellung von freien1 ihr eigenes ,leben und ,gesetz erfllenden ,wesen4 ,den ,ausdruck dieses eigentmlichen ,wesens einer jeden ,person1 eines jeden ,dinges nennt ,schiller1 vielleicht durch ,aristoteles und seine modernen ,nachfolger1 vielleicht auch schon durch ,fichte beeinflut1 dessen ,form4 ,schon auf dem theoretischen und dem ethischen ,gebiet des ,kritizismus spielt die ,form eine sehr bedeutsame ,rolle1 wie ich in meiner ,doktor-,dissertation#ah nachgewiesen habe4 ,schiller bertrgt das nun auch auf das sthetische ,gebiet4 ,er unterscheidet drei ,begriffe3 die gestaltende ,form1 den zu gestaltenden ,stoff und den schaffenden ,knstler4 ,knstlerisch arbeiten heit eben3 dem ,stoffe ,form geben1 den ,stoff durch die ,form vertilgen1 wie es in der neunten ,strophe von ,ideal und ,leben von den heiteren ,regionen1 wo die neuen ,formen wohnen1 beschrieben wird3 ,aber dringt bis in der ,schnheit ,sphre1 ,und im ,staube bleibt die ,schwere ,mit dem ,stoff1 den sie beherrscht1 zurck4 ,nicht der ,masse qualvoll abgerungen1 ,schlank und leicht1 wie aus dem ,nichts gesprungen ,steht das ,bild vor dem entzckten ,blick4 ,alle ,zweifel1 alle ,kmpfe schweigen ,in des ,sieges hoher ,sicherheit1 ,ausgestoen hat es jeden ,zeugen ,menschlicher ,bedrftigkeit4 ,ein weiterer ,begriff der ,schillerschen sthetik ist der sthetische oder schne ,schein4 ,in der ,wissenschaft wollen wir das ,wirkliche erkennen1 in der ,ethik dem ,guten durch unser ,handeln ,wirklichkeit verschaffen2 der ,gegenstand des sthetischen ,triebes dagegen ist der bloe ,schein der ,dinge1 an dem nur der ,blick sich zu weiden vermag1 der ,blick auf eine nur der dichtenden ,seele wahrnehmbare eigene ,welt4 ,im ,gegensatz zu der ,arbeit der ,wissenschaft1 dem ,tun des ,guten erweist der sthetische ,schein sich als bloes ,spiel3 ein ,spiel jedoch1 das die ,gesamtheit der menschlichen ,gemtskrfte in ,anspruch nimmt4 ,die ,kunst versetzt sie in ein freies ,spiel miteinander1 d4 h4 eine rein sich selbst gengende ,bewegung1 die an keinen bestimmten ,zweck gebunden ist1 wie denn ,kant die sthetische ,zweckmigkeit1 im ,gegensatz zur praktischen1 als ,zweckmigkeit ohne ,zweck bezeichnet hatte4 ,mit dem ,angenehmen1 ,guten und ,wahren ist es dem ,menschen ernst2 mit dem ,schnen spielt er1 d4 h4 er erfreut sich an ihm mit seiner vollen ,menschennatur4 ,der ,mensch spielt nur1 wo er in voller ,bedeutung des ,wortes ,mensch ist1 und er ist nur da ganz ,mensch1 wo er spielt4 7#ae4 sthetischer ,brief47 ,die ,wirkung des ,schnen ist entweder eine schmelzende 7auflsende7 oder eine energische 7anspannende74 ,auflsend wirkt die ,schnheit1 indem sie uns im ,spieltrieb von der einseitigen ,spannung des ,stoff- 7,sach-7 oder des ,formtriebs befreit und fhlen lehrt1 sobald wir ,gefahr laufen1 zu verknchern1 denken1 wenn wir verdumpfen4 ,anspannend dagegen1 wenn sie beide ,teile in ihrer ,kraft erhlt1 der ,erschlaffung entgegenwirkt4 ,so belebt das ,schne samt dem ,erhabenen 7denn nichts anderes ist eigentlich die energische ,schnheit7 alle ,krfte unserer ,seele und stellt uns in der vollen ,einheit unseres lebendigen ,wesens dar4 ,wenden wir uns nun zum ,schlusse ,schillers ,anwendung der sthetischen ,theorie auf sein eigenstes ,schaffensgebiet1 die ,dichtung1 zu4 ,die ,hauptschrift1 zugleich diejenige1 nach deren ,vollendung er von der ,philosophie wieder zum poetischen ,schaffen bergeht1 ist die groe ,abhandlung von #agie_/if ,ueber naive und sentimentalische ,dichtung1 die man wohl ein einziges ,zwiegesprch mit ,goethe genannt hat1 der dem naiven1 so wie ,schiller dem sentimentalen1 ,dichter entspricht4 ,sie geht aus von dem ,reiz1 den das ,naive1 ,natrliche auf den ,kulturmenschen ausbt4 ,die ,naivitt eines ,kindes oder eines ,naturmenschen erfreut und rhrt uns als ein ,sieg der ,natureinfalt ber die ,knstelei der ,zivilisation4 ,auch das ,genie ist naiv1 reine ,naturkraft2 wobei ,natur als das ,dasein der ,dinge nach eigenen und unabnderlichen ,gesetzen verstanden wird4 ,in der ,blume1 der ,quelle1 dem bemoosten ,stein1 dem ,vogelsang1 der ,kindheit lieben wir das ruhige ,wirken aus sich1 die ewige ,einheit mit sich selbst4 ,sie sind1 was wir waren und was wir wieder werden sollen4 ,bewahrer der ,natur sind nun in erster ,linie die ,dichter1 sei es1 da sie ,natur sind oder die verlorene suchen4 ,das dichterische ,genie ist gleichsam der zur ,person gewordene ,spieltrieb1 der ja ebenfalls nach seelischen ,einfllen und ,gefhlen1 nicht nach logischen ,begriffen verfhrt4 ,naive ,dichter sind ,homer und ,shakespeare2 sentimental 7gefhlvoll7 ist ,werther1 der den ,homer liest4 ,dem ,naiven ist die ,natur eine ,selbstverstndlichkeit1 dem ,sentimentalen ist sie ein ,ziel seiner ,sehnsucht4 ,naiv ist deshalb die ,antike in ihrer ,bltezeit1 ihrer ungebrochenen ,einheit von ,natur und ,kultur2 sentimental das ,christentum1 in dem sich dieser ,bruch vollzogen hat1 aber auch der moderne ,mensch berhaupt4 ,und ferner kehrt in dem ,kontrast naiv-sentimental der uns bekannte ,gegensatz der harmonischen schnen ,seele auf der einen1 des sittlich-erhabenen ,charakters auf der anderen ,seite wieder4 ,die ,hauptgattungen der sentimentalen1 mithin spezifisch modernen ,poesie sind die ,satire1 die ,elegie und die ,idylle1 ber die sich dann der ,verfasser im einzelnen geistreich und mit anschaulichen ,beispielen aus der ganzen ,weltliteratur ergeht4 ,alle drei betreffen das ,verhltnis zwischen ,ideal und ,wirklichkeit3 die ,satire1 die strafende wie die spottende1 stellt den ,abstand beider voneinander1 die ,elegie das ,ideal als ein verlorenes1 die ,idylle dasselbe als erreicht dar4 ,gro und echt ist die ,dichtung nur1 wo ,gedanken und ,gefhle von allgemeinmenschlicher ,bedeutung1 nicht blo subjektives ,fhlen des ,dichters den ,stoff beseelt4 ,so mu aus der scherzhaften ,satire die berlegenheit der schnen ,seele1 aus der strafenden oder pathetischen der erhabene ,charakter sprechen2 mu die ,sehnsucht der ,elegie nach einem verlorenen ,ideal gehen1 die ,idylle uns nicht in ein arkadisches ,schferleben1 sondern in den ,zukunftsstand einer neuen1 harmonisch vollendeten ,menschheit -- also das1 was der ,sozialist ,utopie nennt -- fhren4 ,schillers ,sentimentalitt bedeutet jedenfalls keine ,rousseau-,klopstock-,ossiansche ,empfindsamkeit1 im ,gegenteil herben ,lebensrealismus4 ,er unterscheidet auch wirkliche und wahre ,natur4 ,wir wollen in dem ,werk des ,dichters nicht die ,zuflligkeiten der ,wirklichkeit1 etwa die natrlichen ,ausbrche der ,leidenschaft1 dargestellt sehen1 wenigstens nicht als sein eigentliches ,ziel1 sondern eine innere ,notwendigkeit des ,daseins4 ,mit dem ,affentalent gemeiner ,nachahmung1 wie es auch heute noch der extreme ,naturalismus predigt1 ist es nicht getan2 nur in ,kopf und ,herz von knstlerisch-menschlich ausgebildeten ,dichterpersnlichkeiten formt sich auch der niedere ,stoff zu edlem ,gebilde4 ,die ,gefahr fr den naiven ,dichter besteht im ,herabsinken zum ,platten1 ,geistlosen1 ,gewhnlichen2 die fr den sentimentalen in der berspannung zum ,gehalt- und ,gestaltlosen einer schwrmerisch schrankenlosen ,einbildungskraft4 ,die ,aufgabe der ,poesie ist weder angenehme ,erholung im gewhnlichen ,sinne des ,wortes noch moralische ,besserung und ,belehrung4 ,der ,geisteszustand der meisten ,menschen ist -- wie wahr trifft ,schillers tief sozialer ,blick hier auch noch die ,gegenwart6 -- auf der einen ,seite anspannende und erschpfende ,arbeit1 auf der anderen erschlaffender ,genu4 ,die ,dichtkunst aber verlangt einen ganzen und vollen ,menschen1 einen offenen ,sinn1 ein erweitertes ,herz1 einen frischen und ungeschwchten ,geist4 ,darum -- das ,wort behlt auch heute noch seine volle ,geltung -- die ,seltenheit wirklich guten ,geschmacks und entsprechenden ,urteils in ,fragen der ,poesie1 die nur aus feinster und edelster ,bildung des ,herzens und des ,geistes hervorgehen knnen4 ,endlich3 dem naiven ,dichter entspricht der ,realist1 dem sentimentalen der ,idealist4 ,der erste lt sich in seinem ,denken und ,tun durch die bloe ,erfahrung bestimmen1 der zweite durch die ,vernunft4 ,whrend der ,realist nur an das ,nchste1 an den ,einzelfall denkt1 strebt der ,idealist bis zu den obersten ,voraussetzungen aller ,erkenntnis vorzudringen1 worber er freilich oft das ,besondere vernachlssigt1 so da er an ,einsicht verliert1 was er an bersicht gewinnt4 ,des letzteren ,charakter wird eine ,hoheit und ,gre zeigen1 deren der ,realist nicht fhig ist4 ,dieser redet in ,sachen des ,geschmacks dem ,vergngen1 in ,sachen der ,moral der ,glckseligkeit das ,wort2 ja selbst in der ,religion vergit er seinen ,vorteil nicht gern1 wenn er ihn auch durch den ,begriff des hchsten ,gutes zu veredeln und zu heiligen sucht4 ,der ,idealist erstrebt die ,freiheit selbst auf ,kosten seines ,wohlstandes4 ,er vergit freilich ber seinem ,sen und ,pflanzen fr die ,ewigkeit hufig die ,gegenwart1 ber dem ,ganzen1 fr das er leben mchte1 den einzelnen4 ,der ,realist wird oft wrdiger handeln1 als es seine ,theorie zult1 whrend der ,idealist fters erhabener denkt1 als er handelt4 ,beide unterliegen noch besonderen ,gefahren3 der ,realist der einer blinden und wahllosen ,ergebung in die ,macht der ,umstnde1 der ,idealist derjenigen1 ein ,phantast zu werden4 ,auch hier liegt das wahre ,ideal in der ,vereinigung3 beide sind notwendige ,menschentypen1 aber beide ergnzen einander4 ,wie wahr der ,dichter hier die ,wirklichkeit gesehen1 wird jeder ,leser mit uns gefhlt haben4 ,so mndet auch ,schillers1 des ,idealisten sthetik wie seine ,dichtung1 wie sein ganzes ,schaffen schlielich in eine ,philosophie des ,lebens aus4 #g4 ,schiller als ,politiker ,es wrde uns etwas an unserem ,schiller fehlen1 wollten wir nicht von seinem ,verhltnis zu demjenigen reden1 was auf der groen ,weltbhne vor sich geht1 ,wo um der ,menschheit groe ,gegenstnde1 ,um ,freiheit und um ,herrschaft wird gerungen1 mit anderen ,worten von seiner ,stellung zur ,politik4 ,schiller ist von ,anfang an politisch interessiert gewesen4 ,freilich besteht ein groer ,unterschied zwischen dem jungen und dem lteren ,schiller4 ,uns ist leider nur ein kurzer berblick mglich4#ai ,die politische ,stimmung des aus kleinen1 engen ,verhltnissen stammenden1 dann in der ,karlsschule unter hrtestem ,druck und ,drill gehaltenen ,jnglings ist leidenschaftliche ,opposition1 reprsentiert durch ,die ,ruber1 ber deren allgemeine ,bedeutung wir uns schon auf ,seite #aja f4 ausgesprochen haben1 und die schon in ihrem ,motto ,in tyrannos 7gegen die ,tyrannen7 und mit ihrer ,titelvignette1 dem aufsteigenden1 grimmig seine ,pranken erhebenden ,lwen die revolutionre ,gesinnung ihres ,dichters ausdrcken4 ,dasselbe ,gesicht zeigen die gleichzeitig entstandenen leidenschaftlichen ,gedichte der ,anthologie auf das ,jahr #aghb1 z4 ,b4 ,die schlimmen ,monarchen4 ,kein ,wunder1 wenn ein zeitgenssischer1 anscheinend etwas grenwahnsinnig angelegter ,frst ber den von der ,jugend vergtterten jungen ,dichter-,revolutionr die uerung getan haben soll3 ,wenn ich mit dem ,gedanken umgegangen wre1 die ,welt zu erschaffen1 und vorausgesehen htte1 da ,schillers ,ruber darin wrden geschrieben werden1 so htte ich die ,welt nicht erschaffen6 -- ,der ,fiesko ist zwar schon wesentlich zahmer1 aber doch ein republikanisches ,trauerspiel1 das den ,pflzer ,philistern1 in deren ,adern kein rmisches ,blut flo1 schon zu weit ging4 ,kabale und ,liebe dagegen ist wieder eine soziale ,tragdie1 in der selbst nach dem ,urteil eines politisch so gemigten ,mannes wie ,h4 ,hettner ,fulnis und ,verderbnis als der ,grundzug aller unserer staatlichen und gesellschaftlichen ,einrichtungen zum ,vorschein kommen4 ,khner als ,lessing in seiner ,emilia ,galotti wagt der ,dichter es1 die ,handlung nach ,deutschland zu verlegen4 ,die gewissenlose ,kabale der ,hofkreise gegenber den natrlichen ,rechten des ,herzens1 die ,mtressenwirtschaft1 die ,klassenjustiz1 der ,verkauf der ,landeskinder3 das alles wird mit solcher ,lebenswahrheit und in so glhenden ,farben geschildert1 da das ,drama auch heute1 nach #adj ,jahren1 noch wie ein ,blitz in ein empfngliches1 natrlich empfindendes ,publikum einschlgt1 wenn es mit ,feuer gespielt wird1 wie ich es selbst bei einer ,auffhrung durch ,schler im ,jahre nach der ,revolution erlebte4 ,in einer ffentlichen ,vorlesung vor der ,kurpflzischen ,deutschen ,gesellschaft zu ,mannheim am #bf4 ,juni #aghd -- spter unter dem ,titel ber die ,schaubhne1 als moralische ,anstalt betrachtet unter seine ,werke aufgenommen -- verkndet ,schiller es geradezu als den ,beruf der ,bhne1 ihre ,gerichtsbarkeit da auszuben1 wo das ,gebiet der weltlichen ,gesetze sich endigt4 ,wenn die ,gerechtigkeit fr ,gold verblindet und im ,solde der ,laster schwelgt1 wenn die ,frevel der ,mchtigen ihrer ,ohnmacht spotten und ,menschenfurcht den ,arm der ,obrigkeit bindet1 bernimmt die ,schaubhne ,schwert und ,wage und reit die ,laster vor einen schrecklichen ,richterstuhl4 ,wie stark in jenen ,zeiten sein politisches ,interesse war1 geht unter anderem auch daraus hervor1 da ihm damals ein zuknftiges ,wirken als ,staatsmann als ,wunsch vorschwebte4 ,einer seiner ,jugendfreunde hat einmal geuert3 ,wenn ,schiller nicht ein groer ,dichter geworden wre1 so htte er gewi eine bedeutsame ,rolle im politischen ,leben gespielt1 freilich mit dem bezeichnenden ,zusatz3 er wrde sie dann wohl als ,festungsgefangener geendet haben4 ,und der ,musiker ,andreas ,streicher1 der #aghb mit ihm aus ,stuttgart floh1 berichtete von ihrer ,trennungsstunde im ,mrz #aghe3 wie er 7,streicher7 ,kapellmeister1 so htte ,schiller damals -- ,minister werden wollen6 ,vielleicht hngt damit innerlich schon der ,keim zu dem spteren ,don ,carlos zusammen1 in dem ja ,marquis ,posa seine vlkerbeglckenden ,plne als ,minister ,knig ,philipps verwirklichen will4 ,anfangs war bekanntlich das ,stck anders gedacht3 als ein tragisches ,familiengemlde im kniglichen ,hause und zugleich als ein ,tendenzstck gegen die ,jesuiten3 eine ,menschenart1 welche der ,dolch der ,tragdie bisher nur gestreift hat1 und gegen die ,inquisition1 deren ,schandfleck er1 um die prostituierte ,menschheit zu rchen1 frchterlich an den ,pranger stellen wollte4 ,whrend der jahrelangen ,ausarbeitung nderte sich dann1 mit der inneren ,entwicklung des ,dichters1 auch der ,plan des ,dramas4 ,so wie es jetzt vorliegt1 stellt es eine ,anwendung der ethischen ,zeitgedanken3 ,humanitt1 ,weltbrgertum1 ,glaubens- und ,gedankenfreiheit auf den ,staat dar1 verkndet durch den begeisterten ,mund des idealistischen und dabei doch als weltklug geschilderten ,malteserritters4 ,mit ,kabale und ,liebe verglichen1 haben wir freilich nur einen stark abgeblaten ,liberalismus vor uns3 nicht mehr ,rousseau1 sondern ,montesquieu1 dessen ,geist der ,gesetze er ungefhr gleichzeitig studiert4 ,gewi wird ,mnnerstolz vor ,knigsthronen -- ich kann nicht ,frstendiener sein6 -- und ,kampf gegen den ,despotismus gepredigt4 ,aber von der ,masse des ,volkes ist kaum1 von einem sozialen ,untergrund gar nicht mehr die ,rede4 ,das ,ganze spielt sich in der ,sphre des ,hoflebens ab4 ,auf den ,thronfolger setzt ,posa seine ,hoffnung4 ,also ,kronprinzenliberalismus6 ,immerhin ist ,schiller in dieser und der zunchst folgenden ,zeit noch lebhaft politisch interessiert4 ,was ist den ,menschen wichtiger als die glcklichste ,verfassung der ,gesellschaft1 in der alle unsere ,krfte zum ,treiben gebracht werden sollen8 schreibt er an die ,schwestern von ,lengefeld am #d4 ,dezember #aghh4 ,auch seine ,geschichte des ,abfalls der ,vereinigten ,niederlande 7#aghh7 ist1 wie der einleitende ,abschnitt zeigt1 von der ja schon im ,don ,carlos hervortretenden ,sympathie fr den ,freiheitskampf eines kleinen1 bedrngten ,volkes um sein ,recht gegen die furchtbaren ,krfte der ,tyrannei diktiert4 ,in diesen ,zusammenhang gehren auch die schon unter dem ,einflu ,kants geschriebenen kleinen geschichtsphilosophischen ,aufstze2 vor allem aber die bereits behandelte ,antrittsrede ber das ,studium der ,universalgeschichte1 welche ,stze enthlt wie den folgenden3 ,alle denkenden ,kpfe verknpft jetzt ein weltbrgerliches ,band4 ,oder3 ,unser menschliches ,jahrhundert -- an einer anderen ,stelle heit es statt dessen3 ,das ,zeitalter der ,vernunft -- herbeizufhren1 haben sich alle vorhergehenden ,zeitalter angestrengt4 ,und zum ,schlusse den ,appell an seine jugendlichen ,zuhrer1 auch ihrerseits zu diesem weltgeschichtlichen ,ergebnis beizutragen4 ,fast zur selben ,zeit1 als ,friedrich ,schiller vom ,jenaer ,universittskatheder diese ,worte sprach 7,mai #aghi71 hatte man jenseits des ,rheins den ,staat der ,vernunft in die ,wirklichkeit zu bersetzen begonnen3 in der ,franzsischen ,revolution4 ,sie hat in ihren ersten ,jahren1 wie wohl alle groen ,geister des damaligen ,deutschlands1 darunter sogar den alten ,messiassnger ,klopstock und den konservativen ,minister ,goethe1 selbstverstndlich auch ,schiller in ihren ,bann gezogen4 ,aber nur wenige dieser ,gren1 darunter der alte ,immanuel ,kant1 blieben diesem politischen ,idealismus auch ber die sogenannte ,schreckenszeit hinaus treu4 ,auch ,schiller fhlte sich durch die terroristischen ,handlungen des ,konvents1 vor allem die ,hinrichtung des ,knigs1 dermaen abgeschreckt1 da er an ,krner am #h4 ,februar #agic die entsetzten ,worte schrieb3 ,ich kann seit vierzehn ,tagen keine franzsische ,zeitung lesen1 so sehr ekeln diese elenden ,schindersknechte mich an6 ,das schrieb der einstige ,strmer und ,drnger1 den der ,konvent selbst im ,august #agib zusammen mit ,washington1 ,klopstock und ,pestalozzi zum ,ehrenbrger der franzsischen ,republik ernannt hatte4 ,und diese ablehnende ,stimmung hat er dann beibehalten4 ,sie spiegelt sich wider in den bekannten abschreckenden ,schilderungen des ,aufruhrs und der weiblichen ,hynen in der ,glocke2 wo der ,dichter des ,idealismus sich sogar dahin versteigt1 von ewig ,blinden zu sprechen1 denen man des ,lichtes ,himmelsfackel nicht leihen drfe1 hingegen als hchstes staatliches ,gut die heilige brgerliche ,ordnung preist4 ,man kann zur psychologischen ,erklrung dieser ,tatsache auf seine vernderten ueren ,lebensverhltnisse hinweisen4 ,er war nicht mehr der literarische ,vagabund von ehedem1 sondern ein sehaft gewordener ,jenaer ,professor1 ein ehrsamer ,ehemann und ,familienvater1 ein ,weimarischer ,hofrat1 der sich schlielich mit ,rcksicht auf die hfischen ,beziehungen seiner ,frau auch die sogenannte ,erhebung in den ,adelstand gefallen lie4 ,fr uns ist es wichtiger1 die innere1 die philosophische ,wandlung zu verfolgen1 die dieser politischen ,wandlung zugrunde lag4 ,wir haben dafr seit einigen ,jahrzehnten eine ausgezeichnete ,quelle in den ursprnglichen1 #agic geschriebenen philosophischen ,briefen an den ,prinzen von ,augustenburg1 von denen die sptere ,fassung der gedruckten ,briefe ber die sthetische ,erziehung des ,menschen 7#agie7 in sehr wesentlichen ,stcken abweicht4 ,ohne hier auf alle ,einzelheiten eingehen zu knnen1 mssen wir doch das fr unser ,thema ,wichtigste1 schon weil es manche hnlichkeiten mit der ,gegenwart aufweist1 herausheben4 ,es findet sich namentlich in dem ausfhrlichen zweiten ,briefe vom #ah4 ,juli #agic1 wobei ich allerdings eine andere1 rein sachlich bestimmte ,reihenfolge einzuschlagen mir gestatte4 ,vor den in der ,revolution gemachten ,erfahrungen1 schreibt er hier an den brigens freidenkenden ,prinzen1 konnte man sich allenfalls mit dem lieblichen ,wahne schmeicheln1 da der unmerkliche1 aber ununterbrochene ,einflu denkender ,kpfe1 die seit ,jahrhunderten ausgestreuten ,keime der ,wahrheit1 der aufgehufte ,schatz von ,erfahrung die ,gemter allmhlich zum ,empfang des ,besseren gestimmt und so eine ,epoche vorbereitet haben mten1 wo die ,philosophie den moralischen ,weltbau bernehmen und das ,licht ber die ,finsternis siegen knnte4 ,man sei in der theoretischen ,kultur1 also in der ,erkenntnis schon so weit vorgedrungen gewesen1 da auch die ehrwrdigsten ,sulen des ,aberglaubens zu wanken anfingen und der ,thron tausendjhriger ,vorurteile erschttert ward4 ,und als nun eine geistreiche1 mutvolle1 lange ,zeit als ,muster betrachtete ,nation daran ging1 ihren positiven ,gesellschaftszustand gewaltsam zu verlassen1 um sich in den ,naturstand zurckzuversetzen1 fr den die ,vernunft die alleinige und absolute ,herrscherin ist1 da mute jeder1 der sich ,mensch nennt1 vor allem jeder ,selbstdenker den lebhaftesten ,anteil daran nehmen4 ,denn wenn ein ,gesetz des weisen ,solon denjenigen ,brger verdammt1 der bei einem ,aufstand keine ,partei nimmt1 wie konnte man in diesem ,falle1 wo das groe ,schicksal der ,menschheit zur ,frage gebracht ist1 neutral bleiben1 ohne sich der strafbarsten ,gleichgltigkeit gegen das1 was dem ,menschen das ,heiligste sein mu1 schuldig zu machen6 ,denn hier ist eine ,angelegenheit1 ber welche sonst nur das ,recht des ,strkeren und die ,konvenienz zu entscheiden htte1 vor dem ,richterstuhl reiner ,vernunft anhngig gemacht1 die1 wie es an einer anderen ,stelle im ,anschlu an ,kants ,ethik heit1 den ,menschen als ,selbstzweck respektiert und behandelt4#bj ,und bei den ,gesetzen hat ein jeder ,selbstdenker1 als ,beisitzer jenes ,vernunftgerichts1 mitzusprechen1 indem er sie als mitbestellter ,reprsentant der ,vernunft zu diktieren berechtigt und aufrechtzuerhalten verpflichtet ist4 ,aber1 wie es in einem ,distichon von #agig heit1 der groe ,moment fand ein kleines ,geschlecht4 ,der ,gebrauch1 den das franzsische ,volk von diesem groen ,geschenk des ,augenblicks machte1 bewies1 da das ,menschengeschlecht der vormundschaftlichen ,gewalt noch nicht entwachsen ist1 da das liberale ,regiment der ,vernunft da noch zu frhe kommt1 wo man kaum damit fertig wird1 sich der brutalen ,gewalt der ,tierheit zu erwehren1 und da derjenige noch nicht reif ist zur brgerlichen ,freiheit1 dem noch so vieles zur menschlichen fehlt4 ,rohe1 gesetzlose ,triebe -- man hrt den ,dichter der ,glocke --1 die nach aufgehobenem ,band der brgerlichen ,ordnung 444 mit unlenksamer ,wut ihrer tierischen ,befriedigung zueilen in den niederen1 und der noch niedrigere ,anblick der ,erschlaffung und ,entartung des ,charakters in den zivilisierten ,klassen3 das ist die ,signatur der ,gegenwart4 ,wir wollen diesen ,stzen nicht entgegenhalten1 was ,immanuel ,kant in demselben ,jahre #agic in seiner ,religionsschrift ber die angeblich mangelnde ,reife zur ,freiheit schreibt4 ,schiller jedenfalls stellt sich auf einen pessimistischen ,standpunkt4 ,auch fr ihn bleibt gewi politische und brgerliche ,freiheit immer und ewig das heiligste aller ,gter1 das wrdigste ,ziel aller ,anstrengungen und das groe ,zentrum aller ,kultur4 ,und wenn das ,vernunftgesetz auf den ,thron erhoben und wahre ,freiheit zur ,grundlage des ,staatsgebudes gemacht wre1 schreibt er1 so wollte ich auf ewig von den ,musen ,abschied nehmen und dem herrlichsten aller ,kunstwerke1 der ,monarchie der ,vernunft1 alle meine ,ttigkeit widmen4 ,allein jeder ,versuch einer ,staatsverfassung aus ,prinzipien -- und jede andere ist bloes ,not- und ,flickwerk6 -- kann fr ihn nur in ,frage kommen1 wenn der ,charakter der ,menschheit von seinem tiefen ,verfall wieder emporgehoben ist1 und das sei -- eine ,arbeit fr mehr als ein ,jahrhundert6 ,daraus zieht nun unser ,dichter die ,folgerung3 weniger die ,aufklrung des ,verstandes1 fr die schon genug geschehen sei1 als die sittliche ,reinigung und ,strkung des ,willens1 vor allem aber die ,veredlung der ,gefhle sei fr jetzt das ,wichtigste4 ,es ist das ,programm der sthetischen ,kultur1 das dann die sthetischen ,briefe von #agie in reicher ,begrndung und ,ausfhrung weiter entwickeln4 ,hierauf nher einzugehen1 zu zeigen1 wie nach ,schillers ,auffassung die sthetische ,erziehung den ,menschen aus dem ,notstaat der ,wirklichkeit allmhlich zum ,vernunftstaat emporfhrt1 drfen wir uns um so eher versagen1 als wir ja die ganze ,frage von ,schillers ethisch-sthetischem ,ideal schon oben ausfhrlich genug behandelt haben und -- diese ganze1 ihm als ,dichter freilich naheliegende und durch den ,verkehr mit gleichgesinnten ,geistern wie ,goethe und ,wilhelm v4 ,humboldt sicherlich noch gestrkte sthetische ,auffassung mit ,bezug auf politische ,dinge sich doch eigentlich als ein groer ,trugschlu erwiesen hat4 ,rein sthetische ,kultur vermag nicht einmal den einzelnen politisch reif und mndig zu machen1 geschweige denn ein ganzes ,volk4 ,gewi1 eine starke ,beimischung ethisch-sthetischer ,kultur wrde dem deutschen ,machtstaat von #ahff bis #aiah nichts geschadet haben und auch unserem heutigen angeblichen ,kulturstaat nichts schaden4 ,indes1 das ist nicht die erste ,frage4 ,die ,vorbedingung fr einen wahrhaften ,staat der ,vernunft1 wie ihn ja auch ,schiller letzten ,endes erstrebt1 ist1 wie wir inzwischen gelernt haben1 die politisch-konomische ,befreiung der ,massen4 ,und da knnen wir mit ,befriedigung feststellen1 da der ,idealist ,schiller in dieser ,beziehung1 d4 h4 hinsichtlich der konomischen ,grundlage alles staatlichen ,lebens1 wenigstens nicht ganz blind gewesen ist4#ba ,sie alle werden seine bekannte ,strophe aus dem ,erscheinungsjahr der sthetischen ,briefe 7#agie7 kennen3 ,einstweilen1 bis den ,bau der ,welt ,philosophie zusammenhlt1 ,erhlt sie das ,getriebe ,durch ,hunger und durch ,liebe4 ,und vielleicht auch den noch deutlicheren ,doppelvers1 den er den bloen ,moralpredigern von ,menschenwrde entgegenhlt3 ,nichts mehr davon1 ich bitt' euch4 ,zu essen gebt ihm1 zu wohnen4 ,habt ihr die ,ble bedeckt1 gibt sich die ,wrde von selbst4 ,genau dasselbe sagt er im vierten ,briefe an den ,prinzen 7,november #agih73 ,der ,mensch ist noch sehr wenig1 wenn er warm wohnt und sich satt gegessen hat2 aber er mu warm wohnen und satt zu essen haben1 wenn sich die bessere ,natur in ihm regen soll4 ,schon der zweite ,brief hatte ausgefhrt1 da das ,bedrfnis und der ,drang der physischen ,lage1 die ,abhngigkeit des ,menschen von tausend ,verhltnissen1 die ihm ,fesseln anlegen1 seinen ,aufflug in die ,regionen des ,idealischen1 speziell auch die der ,kunst1 verhindern1 womit die wirtschaftliche ,grundlage jenes in den ,briefen von #agie gepredigten idealen ,reiches der sthetischen ,kultur zugegeben ist4 ,mit der ,verbesserung ihres physischen ,zustandes1 heit es demgem im vierten ,briefe ganz marxistisch1 mu man das ,aufklrungswerk bei einer ,nation beginnen4 ,denn der zahlreichere ,teil der ,menschen wird durch den harten ,kampf mit dem physischen ,bedrfnis viel zu sehr ermdet und abgespannt1 als da er sich zu einem neuen und inneren ,kampfe mit ,wahnbegriffen und ,vorurteilen aufraffen sollte4 ,er ergreift daher mit hungrigem ,glauben die ,formeln1 mit denen es ,staat und ,priestertum von jeher -- wie nicht blo die franzsischen ,materialisten1 sondern auch ,kant und ,heinrich ,heine sagen -- gelungen ist1 das erwachte ,freiheitsbedrfnis ihrer ,mndel abzufinden4 ,auch die seelische ,verstmmelung des ,menschen durch geistttende ,fabrik- oder ,facharbeit hat ,schiller bereits klar gesehen3 ,ewig nur an ein einzelnes kleines ,bruchstck des ,ganzen gefesselt1 bildet sich der ,mensch selbst nur als ,bruchstck aus2 ewig nur das eintnige ,gerusch des ,rades1 das er umtreibt1 im ,ohre1 entwickelt er nie die ,harmonie seines ,wesens1 und anstatt die ,menschheit in seiner ,natur auszuprgen1 wird er blo zu einem ,abdruck seines ,geschfts1 seiner ,wissenschaft4 ,so mssen die ,individuen unter dem ,fluche dieses ,weltzwecks1 nmlich des 7aus ,kants ,geschichtsphilosophie bernommenen7 ,widerstreits der menschlichen ,krfte1 leiden und ihre ,natur durch jahrtausendelange ,sklavenarbeit verstmmeln lassen1 bis dereinst einmal der freie ,wuchs der ,menschheit sich entfalten kann4 ,und nicht mit ,unrecht hat es ,mehring auf den modernen ,klasssenkampf der ,lohnarbeiterschaft angewandt1 wenn ,schiller ein anderes ,mal erklrt1 da zwar ,sklaverei niedrig und eine sklavische ,gesinnung in der ,freiheit gar verchtlich ist1 eine bloe sklavische ,beschftigung dagegen1 falls sie mit ,hoheit der ,gesinnung verbunden ist1 ins ,erhabene bergehen kann4 ,wieder an einer anderen ,stelle kritisiert er schon vor ,fichte1 wenn auch nicht so scharf wie dieser1 den brgerlichen ,eigentumsbegriff3 ,eine solche ,ausdehnung des ,eigentumsrechts1 wobei ein ,teil der ,menschen zugrunde gehen kann1 ist in der bloen ,natur nicht gegrndet4 ,wir haben diese ,stellen zitiert1 um ,schillers soziale ,einsicht zu beweisen4 ,aber es liegt uns fern1 unseren ,dichter deshalb zum ,sozialisten stempeln zu wollen4 ,im ,gegenteil1 in den auf #agie folgenden ,jahren zieht er sich mehr und mehr1 wie von der ,philosophie1 so erst recht von aller ,politik1 ja berhaupt aus der rauhen ,wirklichkeit in das schne ,reich des ,ideals zurck4 ,glhend fr die ,idee der ,menschheit1 gtig und menschlich gegen den einzelnen ,menschen1 aber gleichgltig gegen das ganze ,geschlecht1 wie es wirklich vorhanden ist1 bezeichnet er dem jungen kant- und menschheitsbegeisterten ,mediziner ,erhard im ,mai #agie als seinen ,wahlspruch und rt auch ihm1 sich von dem ,weltbrgertum ganz und gar zurckzuziehen1 um mit ,ihrem ,herzen sich in den engeren ,kreis der ,ihnen zunchst liegenden ,menschheit einzuschlieen1 indem ,sie mit ,ihrem ,geist in der ,welt des ,ideals leben6 ,damit hngt seine vllige ,rckwendung zur ,poesie in seinem letzten ,lebensjahrzehnt 7#agie bis #ahje7 zusammen4 ,seinen deutschen ,mitbrgern aber rief er die ,worte zu3 ,zur ,nation euch zu bilden1 ihr hofft es1 ,deutsche1 vergebens1 ,bildet1 ihr knnt es1 dafr freier zu ,menschen euch aus6 ,und doch hat ihn auch in der ,dichtung das ,politische nie losgelassen4 ,zeugnis seine historischen ,dramen3 der ,wallenstein1 ,maria ,stuart1 ,die ,jungfrau von ,orleans1 der ,tell und der ,demetrius4 ,auch das ,schicksal seiner ,nation hat ihn nicht gleichgltig gelassen1 wie aus den ,fragmenten des ,nachlasses zu ersehen ist1 auf die vor allen ,tnnies aufmerksam gemacht hat4 ,wie auf unsere ,gegenwart gemnzt erscheinen ,stze wie die folgenden3 ,darf der ,deutsche in diesem ,augenblick1 wo er ruhmlos aus seinem trnenvollen ,kriege geht1 wo zwei bermtige ,vlker ihren ,fu auf seinen ,nacken setzen und der ,sieger sein ,geschick bestimmt -- darf er sich fhlen8 ,darf er sich seines ,namens rhmen und freuen8 ,und er antwortet3 ,ja1 er darf's4 ,er geht unglcklich aus dem ,kampfe2 aber das1 was seinen ,wert ausmacht1 hat er nicht verloren 444 ,die ,majestt des ,deutschen ruhte nie auf dem ,haupte seiner ,frsten 444 ,die deutsche ,wrde ist eine sittliche ,gre1 sie wohnt im ,charakter der ,nation1 die von ihren politischen ,schicksalen unabhngig ist4 ,und schlielich knnen und wollen wir1 in der inneren wie in der ueren ,politik1 die auch von ,franz ,mehring als herrliches ,bekenntnis gepriesenen ,worte ,stauffachers in der ,rtliszene als sein politisches ,testament an uns betrachten3 ,nein1 eine ,grenze hat ,tyrannenmacht4 ,wenn der ,gedrckte nirgends ,recht kann finden1 ,wenn unertrglich wird die ,last1 -- greift er ,hinauf getrosten ,mutes in den ,himmel ,und holt herunter seine ew'gen ,rechte1 ,die droben hangen unveruerlich ,und unzerbrechlich wie die ,sterne selbst4 #h4 ,schiller1 der ,idealist ,schillers philosophische ,gedankenwelt ist eigentlich unerschpflich1 denn ihr innerster ,lebenskern1 die ,idee1 kann ihrer ,natur nach nie versiegen4 ,das empfinden wir immer wieder1 so oft wir in seine philosophischen ,aufstze1 in den ,ideengehalt seiner ,dramen und nicht zum wenigsten auch in seine vortreffliche ,gedankenlyrik uns versenken4 ,werfen wir auf diese zum ,schlu noch einen kurzen ,blick6 ,wir haben schon seine ,resignation1 seinen ,kampf1 seine ,gtter ,griechenlands1 seine ,knstler und vor allem die herrlichste und auch von ihm selbst am hchsten gestellte ,schpfung dieser ,art3 ,das ,ideal und das ,leben berhrt4 ,ich erinnere des weiteren an das ,goethe besonders wohlgefallende ,die ,ideale1 die den schwrmerischen ,idealismus des ,jnglings zu dem scheinbar nchternen1 aber gehaltvolleren und bleibenderen des reifen ,mannes vertiefen3 dem ,idealismus der nie ermattenden und rastlos1 obzwar mit kleinen ,schritten vorwrtsdringenden ,arbeit 7,beschftigung1 sagt ,schiller7 und der ,freundschaft1 die wir uns erweitert denken knnen zur ,gesinnungsgemeinschaft berhaupt4 ,oder an den ,spaziergang1 der1 von der ,einzelpersnlichkeit ablenkend1 in der anspruchslosen ,form eines ,spazierganges uns ein ,bild des kulturgeschichtlichen ,werdeganges der ,menschheit entwirft und von der ersten ,einfalt der ,natur durch die ,spannungen und den ,streit des ,kulturlebens uns zuletzt in den ,scho der reinen ,natur wieder zurckfhrt4 ,oder an seine in kstlicher ,flle vorhandene1 in der ,regel in die antike ,form des ,distichons 7,hexameter mit ,pentameter7 gegossene ,spruchdichtung4 ,hervorgehoben seien hier nur die unsere frheren ,ausfhrungen ber des ,dichters ethische ,anschauungen erluternden3 ,die moralische ,kraft1 ,die ,fhrer des ,lebens2 die zum ,politischen hinberleitenden3 ,pflicht fr jeden und ,an einen ,weltverbesserer1 sowie das fein psychologische kurze ,distichon ber die ,sprache4 ,und an das ,wort von der ,philosophie1 das uns zum ,schlusse noch einmal so recht ,schillers allem pedantischen ,richtungs- und ,schulwesen abgewandte philosophische ,art vor ,augen zu fhren geeignet ist3 ,welche wohl bleibt von allen ,philosophien8 ,ich wei nicht4 ,aber die ,philosophie1 hoff' ich1 soll ewig bestehn4 ,so wird denn auch der ,dichter ,schiller1 solange deutsche ,philosophie besteht1 d4 h4 hoffentlich noch fr lange ,zeiten1 als ihr zugehrig betrachtet werden4 ,und was fr eine ,philosophie war1 besser ist das8 ,das hat er uns in den letzten ,zeilen seiner ,worte des ,wahnes gesagt4 ,das ,schne1 das ,wahre und 7wir drfen in seinem ,sinne hinzusetzen7 auch das ,gttliche oder ,gute1 ,es ist nicht drauen1 da sucht es der ,tor1 ,es ist in dir1 du bringst es ewig hervor6 ,es ist mit anderen ,worten die ,philosophie des ,idealismus von ,platon bis ,kant und ,schiller und ber sie hinaus bis zu uns1 die ewig bestehen wird und soll4 ,denn der ,mensch bedarf einer ,erhebung ber die alltgliche ,wirklichkeit4 ,er wird sich nie vllig befriedigt fhlen allein durch die ,erfahrung1 d4 h4 durch die auch noch so vollstndig bis in alle ,einzelheiten erforschte ,welt der ,wissenschaft4 ,er wird sich immer aus der ,tiefe seines eigenen ,innern noch eine andere1 eine ideale ,welt schaffen1 die allerdings keine logisch oder naturwissenschaftlich benennbare ,welt des ,seienden sein wird1 sondern eine von ihm selbst gedichtete ,welt der ,werte4 ,es kommt nur darauf an1 was man unter ,dichten versteht1 und ob diese ,werte haltbar sind4 ,eine solche ,welt aber hat uns ,friedrich ,schiller gelehrt1 wenn er uns die ,angst des ,irdischen von uns werfen1 wenn er uns aus dem engen1 dumpfen ,leben fliehen heit in des ,ideales ,reich1 in das ,gedankenland der ,idee1 wo alle ,arbeit ihre ,ruhe1 aller ,kampf seinen ,frieden1 alle ,not ihr ,ende findet4 ,damit steht er dem ursprnglichen ,christentum vielleicht nher als die ,dogmatik der ,aufklrung seiner ,zeit1 die zwar den ,gottes- und ,unsterblichkeitsbegriff festhielt1 aber die ,lehre von der ,erlsung als vernunftwidrig fahren lie4 ,freilich diese ,erlsung ist nicht die kirchliche1 von auen an uns herangetragene1 und durch das ,blutopfer eines ,gottes uns erkauft1 sondern1 wie bei ,kant1 eine ,selbsterlsung des wahrhaft glaubenden ,menschen1 der das berirdische1 ,unaussprechliche1 ,gttliche als sein wahres ,wesen wieder erkennt und es deswegen in den eigenen ,willen aufzunehmen vermag4 ,gewi1 solche ,augenblicke reinster religiser ,erhebung knnen bei der ,natur unserer ,seele nicht bestndig andauern4 ,dennoch wirken sie1 so oft sie wiederkehren1 befreiend und luternd auf das ,gemt4 ,so hat unter anderen einer der edelsten ,jnger und ,dolmetscher unseres ,dichter-,philosophen1 ,friedrich ,albert ,lange 7#ahbh bis #ahge71 seinen ,schiller aufgefat4 ,und ebenso steht es mit der ,kunst4 ,denn wer will1 um ein ,wort desselben ,lange zu variieren1 die ,neunte ,sinfonie ,beethovens oder die ,lyrik ,goethes widerlegen oder ,raffaels ,madonna des ,irrtums zeihen8 ,unser praktisches ,handeln aber stelle sich1 damit ,schillers ,staat der ,vernunft einst heraufgefhrt werde1 unter das ,banner jener ,wille und ,herz erhebenden groen ,idee1 die1 wie ,lange sagt1 den ,egoismus hinwegfegt und menschliche ,vollkommenheit in menschlicher ,genossenschaft an die ,stelle der rastlosen ,arbeit setzt1 die allein den persnlichen ,vorteil ins ,auge fat4 ,auch das ist1 wenngleich nicht mit den ,worten des geschichtlichen ,schiller1 ja vielleicht nicht einmal genau in den ,grenzen seines in der ,hauptsache noch individualistisch befangenen politischen ,sinnes1 wohl aber in der ,richtung seiner weltumspannenden ,liebe -- ,seid umschlungen1 ,millionen6 --1 seines ,glhens fr die ,idee der ,menschheit gedacht1 den wir uns nur auf die sozialen ,verhltnisse der ,gegenwart bertragen denken1 wenn wir fr die ,verwirklichung des weltumspannenden ,gedankens eintreten1 den ,schiller noch nicht gekannt hat3 den des ,sozialismus4 ,goethe ,goethe sagte einmal gegen ,ende seines ,lebens1 am #d4 ,februar #ahbi1 von sich3 ,von der ,philosophie habe ich mich selbst immer frei gehalten2 der ,standpunkt des gesunden ,menschenverstandes war auch der meinige4 ,und ein andermal gesteht er sogar1 da ihm fr ,philosophie im eigentlichen ,sinne das ,organ gefehlt habe4 ,er hat auch in seinem langen ,leben nie eine philosophische ,abhandlung geschrieben1 geschweige denn ein philosophisches ,system entworfen4 ,und dennoch1 ein so allumfassender nicht blo ,dichter-1 sondern auch ,denkergeist wie er mu ein positives ,verhltnis zur ,philosophie besessen haben3 wenn nicht im ,schulsinne1 so doch im ,sinne einer ,weltanschauung4 ,nicht minder als ,lessing oder ,herder4 ,freilich1 der ,philosoph in ihm war1 wie er selbst sagt1 nur eine der verschiedenen ,richtungen seines ,wesens1 und er nahm aus der ,philosophie immer nur1 was seiner ,natur gem war4 ,noch weniger als ,lessing1 ,herder und ,schiller konnte ,goethe je ein -ist oder -aner1 etwa der ,spinozist1 als der er frher vielfach angesehen wurde1 oder ein ,kantianer werden4 ,mit dieser ,einschrnkung also wollen wir seinen philosophischen ,entwicklungsgang betrachten4 ,denn vor allem bei ihm1 der eine so entwicklungsfhige ,natur besa1 der immer beflissen war1 zu lernen und ,neues seinem geistigen ,ich anzugleichen1 der mit der wechselnd ihn umgebenden geistigen1 wissenschaftlichen1 politischen ,welt sich auch vielfach gewandelt hat1 mssen wir den ,weg der entwicklungsgeschichtlichen ,darstellung einschlagen4 ,der jugendliche ,goethe ist auch philosophisch ein anderer als der reife ,mann1 und von diesem ist wieder der alte ,goethe unterschieden4 ,a4 ,die ,anfnge #agfd bis #aggf 7,leipzig1 ,frankfurt1 ,straburg7 ,wolfgang ,goethe war ein frhreifer ,knabe4 ,schon der ,fnfzehnjhrige wirft sich1 wie er uns im sechsten ,buche von ,dichtung und ,wahrheit erzhlt1 angeregt von einem lteren ,freunde1 teils um sich von seinem ersten ,liebeskummer zu zerstreuen1 teils um sich zur ,universitt vorzubereiten1 auf das ihm bis dahin ganz neue und fremde ,feld der ,philosophie4 ,aber die theoretische ,philosophie stt ihn schon damals ab4 ,er findet1 eine abgesonderte ,philosophie sei gar nicht ntig1 sie sei vielmehr bereits in ,religion und ,poesie vollkommen enthalten4 ,dagegen unterhlt ihn die ,geschichte der ,philosophie mit ihren wechselnden ,meinungen4 ,aber auch hier eigentlich nur die ,praktiker3 der weise ,sokrates1 der ihn an ,christus erinnert1 der wackere ,stoiker ,epiktet aus dem ersten ,jahrhundert der rmischen ,kaiserzeit1 der bekanntlich in seiner ,ethik ebenfalls vieles mit dem ,christentum gemein hat1 obwohl er es noch nicht gekannt hat1 wie ich vor ,jahren einmal in einem besonderen ,aufsatz nachgewiesen habe4#bb ,spter vertieft er sich auch zeitweise in das groe ,diktionnaire des franzsischen ,skeptikers ,pierre ,bayle1 das er in seines ,vaters ,bcherei entdeckt hat4 ,im ,herbst #agfe bezieht dann der eben ,sechzehnjhrige -- ein ,abiturientenexamen war damals ja noch nicht ntig -- die ,leipziger ,universitt4 ,aber auch hier stt ihn das bliche ,collegium ,logicum ab1 wie es der ,mephisto dem ,schler in der berhmten ,faustszene so ergtzlich beschreibt3 ,da wird der ,geist euch wohl dressiert1 ,in spanische ,stiefeln eingeschnrt usw4 ,das ,auseinanderzerren1 ,vereinzeln und gleichsam ,zerstren der von uns in ,wirklichkeit so leicht und bequem vollzogenen ,geistesoperationen1 das die ,logik notwendig betreiben mu1 widerstrebt dem jungen ,dichtergeist1 der aufs ,schauen gerichtet war4 ,kein ,wunder1 da ihm die damalige ,wolffsche ,schulphilosophie mit ihrem drren1 nichtssagenden ,gerede ber alles mgliche mifiel1 deren ,verdienst1 wie er in ,dichtung und ,wahrheit sehr richtig sagt1 in dem ,ordnen unter bestimmte ,rubriken und einer an sich respektabeln ,methode bestand1 whrend das oft ,dunkle und unntz ,scheinende ihres ,inhalts1 die unzeitige ,anwendung jener ,methode#bc und die allzu groe ,verbreitung ber so viele ,gegenstnde sie dem ,publikum fremd1 ungeniebar und endlich entbehrlich machte4 ,unter den ,philosophen des gesunden ,menschenverstandes1 die dieser gelehrten ,schulphilosophie schlielich den ,garaus machen1 hebt er als vielbewunderte ,schriftsteller ,moses ,mendelssohn und ,garve1 spter1 in einer ,rezension der ,frankfurter ,gelehrten ,anzeigen #aggc1 auch ,kant hervor4 ,mehr zogen ,lessing1 daneben der ,kunsthistoriker ,winckelmann und ,oeser1 der ausbende ,knstler und ,direktor der ,leipziger ,zeichenakademie1 seinen knstlerischen ,sinn an4 ,nachdem er dann in der ,frankfurter ,heimat 7#agfh bis #aggj7 eine ,zeitlang unter dem ,einflu des frommen ,fruleins von ,klettenberg die ,schriften der ,herrnhuter gelesen und mystisch-chemische ,beschftigungen getrieben1 geriet er whrend seines ,straburger ,aufenthalts #aggj_/ga1 wie wir bereits wissen1 in den geistigen ,bann ,herders2 jedoch zunchst mehr in literarischer ,beziehung4 ,von den franzsischen ,enzyklopdisten fhlten er und sein engerer ,freundeskreis1 die jungen ,strmer und ,drnger sich wenig angezogen1 am ehesten noch von dem der deutschen ,art verwandteren ,diderot4 ,religis glaubten sie sich selbst schon gengend aufgeklrt zu haben4 ,auf philosophische ,weise erleuchtet und gefrdert zu werden1 hatten sie berhaupt keinen ,trieb noch ,hang4 ,insbesondere das sehr konsequent materialistische1 aber sehr trocken und weitschweifig geschriebene ,systme de la nature erschien ihnen so grau1 so kimmerisch 7d4 h4 nebelhaft-finster71 so totenhaft1 da wir 444 davor wie vor einem ,gespenst schauderten4 ,und wenn sie von den ,enzyklopdisten reden hrten oder einen ,band ihres ungeheuren ,werkes aufschlugen1 so war es ihnen zumute1 als wenn man zwischen den unzhligen bewegten ,spulen und ,webersthlen einer groen ,fabrik hingeht und vor lauter ,schnarren und ,rasseln1 vor allem ,aug' und ,sinn verwirrenden ,mechanismus1 vor lauter ,unbegreiflichkeit einer auf das mannigfaltigste ineinandergreifenden ,anstalt in ,betrachtung dessen1 was alles dazu gehrt1 um ein ,stck ,tuch zu fertigen1 sich den eigenen ,rock selbst verleidet fhlt1 den man auf dem ,leibe trgt4 ,wieder eine ,auflehnung des ,gefhls gegen das ,abstrahieren der ,wissenschaft6 ,mehr mute dem gefhlsmigen ,denken der jugendschumenden ,genossen natrlich ,rousseau zusagen1 dessen ,geist ja ,werther entflammt1 whrend seine eigentliche ,philosophie auf ,goethe keinen besonders tiefen ,eindruck gemacht zu haben scheint4 ,auch ,voltaire1 das ,wunder seiner ,zeit1 imponierte ihnen bis zu einem gewissen ,grade4 berhaupt drfen wir nicht verschweigen1 da ,goethe sein abflliges ,urteil von damals spter doch selbst korrigiert hat4 ,am #c4 ,januar #ahcj erklrte er ,eckermann3 ,es geht aus meiner ,biographie 7er meint ,dichtung und ,wahrheit7 nicht deutlich hervor1 was diese ,mnner 7,voltaire und seine groen ,zeitgenossen7 fr einen ,einflu auf meine ,jugend gehabt und was es mich gekostet1 mich gegen sie zu wehren und mich auf eigene ,fe in ein wahres ,verhltnis zur ,natur zu stellen4 ,gegenber stand er den franzsischen philosophischen ,hauptwortfhrern also doch4 ,gefesselt dagegen fhlte er sich von einem ,philosophen1 der in ,dichtung und ,wahrheit nicht erwhnt wird1 dem italienischen ,pantheisten und ,wahrheitsmrtyrer ,giordano ,bruno1 der bekanntlich um seiner berzeugung willen am #ag4 ,februar #afjj ffentlich zu ,rom von der ,inquisition verbrannt wurde3 wie ,goethe ein ,dichter und ,denker zugleich1 wie ,goethe auf die ,einheit von ,gott und ,natur1 als den ,urquell alles ,wahren1 ,guten und ,schnen1 gerichtet4 ,der ,einundzwanzigjhrige hat schon damals ,brunos ,hauptschrift ,von der ,ursache1 dem ,prinzip und dem ,einen gelesen und ihn in den ,notizen seines ,tagebuchs gegen die ,angriffe ,bayles verteidigt4 ,er ist auch spter 7#ahab7 aus anderem ,anla wieder auf ihn zurckgekommen4 brigens bemerkt ,goethe von seinem ,wissen um #aggc1 da es noch sprunghaft und ohne eigentlichen ,zusammenhang gewesen sei4 ,spinoza-,studium4 ,philosophische ,gedichte 7#aggd ff47 ,durch sein frhes ,bruno-,studium1 aber auch durch seine ,naturanschauung und seine ganze bisherige ,entwicklung war ,goethe fr das ,verstndnis eines greren1 wenn auch scheinbar ihm ganz entgegengesetzten ,denkers herangereift1 desselben1 den wir auch auf ,lessing und ,herder einwirken sahen3 ,baruch ,spinozas4 ,zunchst mu freilich seine ,hinneigung zu dem ,amsterdamer ,weisen auffallen4 ,hatte er doch als das ,ergebnis jener ,straburger ,berhrung mit der franzsischen ,philosophie die ,tatsache festgestellt1 da wir aller ,philosophie1 besonders aber der ,metaphysik1 recht herzlich gram wurden und blieben1 dagegen aber aufs lebendige ,wissen1 ,erfahren1 ,tun und ,dichten uns nur desto lebhafter und leidenschaftlicher hinwarfen3 der ,metaphysik1 von der er seinen ,mephisto dem ,schler sarkastisch vororakeln lt3 ,da seht1 da ihr tiefsinnig fat1 ,was in des ,menschen ,hirn nicht pat1 ,fr1 was drein geht und nicht drein geht1 ,ein prchtig ,wort zu ,diensten steht6 ,und nun war ,spinoza ein ,metaphysiker1 und sogar ein recht dogmatischer1 dessen ,ethica alles andere als eine ,ethik in unserem ,sinne1 vielmehr ein in sich geschlossenes ,system von streng logischem ,aufbau nach geometrischer1 ja beinahe scholastischer ,methode darstellt4 ,wie reimt sich das zusammen8 ,wir knnen in ,goethes ,spinoza-,studium zwei auseinanderliegende ,perioden unterscheiden3 die erste um die ,mitte der siebziger ,jahre1 die zweite von #aghc bis #aghf4 ,zunchst hatte er das ,dasein und die ,denkweise des auerordentlichen ,mannes nur unvollstndig und wie auf den ,raub in sich aufgenommen4 ,und was fesselte ihn an dieser der seinen so entgegengesetzten ,persnlichkeit8 ,nun1 hier bewhrte sich einmal der bekannte ,satz1 da die ,gegenstze sich anziehen4 ,nach seinem eigenen ,gestndnis zog ihn zu ,spinoza gerade die zu dem eigenen alles aufregenden ,streben in strkstem ,gegensatz stehende1 alles ausgleichende ,ruhe1 die das ,widerspiel seiner poetischen ,sinnes- und ,darstellungsweise bildende mathematische ,methode1 die auch die ,welt des ,sittlichen eben dieser ,methode unterwerfende ,behandlung4 ,gerade das machte ihn zum leidenschaftlichen ,schler1 zum entschiedensten ,verehrer des jdischen ,denkers4 ,er fand hier1 was er suchte3 ,beruhigung seiner ,leidenschaften und eine groe und freie ,aussicht ber die sinnliche und sittliche ,welt4 ,ganz besonders fesselte ihn ,spinozas grenzenlose ,uneigenntzigkeit1 wie sie sich in dessen ,satze aussprach3 ,wer ,gott recht liebt1 mu nicht verlangen1 da ,gott ihn wieder liebe4#bd ,zunchst freilich sieht es in ,goethes ,innerem noch wie ein siedendes und grendes ,chaos aus4 ,der auf einer ,reise an den ,niederrhein neugewonnene ,freund ,fritz ,jacobi in ,dsseldorf1 in philosophischem ,denken und auch in der ,kenntnis ,spinozas ihm schon weit voran1 sucht es zu klren4 ,wir hren von leidenschaftlicher ,freundschaftsverbindung in stillen ,mondscheinnchten4 ,spter in ,frankfurt1 nachdem er lngere ,zeit nicht an ,spinoza gedacht1 treibt ihn das zufllige ,auffinden eines gegen diesen gerichteten ,pamphlets in der vterlichen ,bibliothek sowie die ,lektre von ,bayles ,artikel ,spinoza von neuem zu den nachgelassenen ,werken des groen ,denkers4 ,dieselbe ,friedensluft wehte mich wieder an4 ,nie glaubte er die ,welt so deutlich erblickt zu haben1 wie durch diese von der ffentlichen ,meinung der damaligen ,zeitphilosophie noch so gefrchtete1 ja verabscheute ,vorstellungsart4 ,vor allem befriedigte ihn aufs tiefste ,spinozas ,lehre vom gelassenen ,entsagen gegenber dem ,ewigen1 ,notwendigen1 ,gesetzlichen1 also der sittliche ,kern im ,spinozismus1 wie er selbst ihn spter dichterisch ausgedrckt hat in den ,versen3 ,nach ewigen1 ehernen ,groen ,gesetzen ,mssen wir alle ,unseres ,daseins ,kreise vollenden4 ,neben der friedlichen ,wirkung1 die ,spinoza auf sein ,inneres bte1 fhlt er sich in seinem ,zutrauen auf ihn auch dadurch bestrkt1 da auch seine ihm von der ,klettenberg her 7,s4 #aec7 werten ,mystiker1 ja sogar ,leibniz des ,spinozismus verdchtigt worden waren und der berhmte hollndische ,anatom ,boerhave aus demselben ,grunde von der ,theologie zur ,medizin hatte bergehen mssen4 ,aber auch fr seine religise und ,naturanschauung wird ihm ,spinoza der ,fhrer1 oder besser gesagt3 kam ,spinozas ,pantheismus seinem innersten ,drang entgegen4 ,von ,kindheit an war er mit einem tiefinnerlichen ,gefhl fr das ,walten der ,natur1 vom ,kleinsten bis zum ,grten1 insbesondere in allem ,lebendigen1 begabt gewesen4 ,die ganze ,welt ist ihm ,werden1 ,bewegen1 ,wirken einer allmchtigen ,kraft1 das er in der ,entfaltung der ,blume ebenso erblickt wie in dem ,kreisen der ,wandelsterne um den ,sonnenball4 ,daher -- worauf ,gundolf 7,s4 #ajf7 aufmerksam macht -- auch seine ,vorliebe fr ,wortverbindungen mit ,all3 allgegenwrtig1 alliebend1 allsehnend1 ,allumfasser1 ,allerhalter und hnliche1 und fr die damit verbundene religise ,grundstimmung sein ,lieblingswort heilig4 ,nur da der ,allgott1 der bei ,spinoza sozusagen in mathematischer und doch auch wieder mystischer ,ruhe erscheint1 bei ihm zu lauter ,kraft1 ,wirksamkeit und ,leben wird4 ,ganz diesem pantheistischen ,naturgefhl ist auch sein ,ganymed entsprungen4 ,in die ,zeit seines ersten ,spinoza-,studiums fllt auch sein berhmtes pantheistisches ,glaubensbekenntnis1 das er dem von ,gretchen gefragten ,faust in den ,mund legt4 ,zuerst die ehrfrchtige ,demut vor dem ,unendlichen3 ,wer darf ihn nennen8 ,und wer bekennen3 ,ich glaub' ihn6 ,wer empfinden ,und sich unterwinden ,zu sagen3 ,ich glaub' ihn nicht6 ,dann die kurze ,formulierung3 ,der ,allumfasser1 ,der ,allerhalter ,fat und erhlt er nicht ,dich1 mich1 sich selbst8 ,darauf das astronomische ,all3 ,wlbt sich der ,himmel nicht da droben8 ,liegt die ,erde nicht hier unten fest8 ,und steigen hben und drben ,ewige ,sterne nicht herauf8 ,gewandt zum ,menschlichen1 ,krperlich-,seelischen3 ,und drngt nicht alles ,nach ,haupt und ,herzen dir ,und webt in ewigem ,geheimnis ,unsichtbar1 sichtbar1 neben dir8 ,und zuletzt das ganz gefhlsmige ,ende3 ,erfll' davon dein ,herz1 so gro es ist1 ,und wenn du ganz in dem ,gefhle selig bist1 ,nenn' das dann1 wie du willst1 ,nenn's ,glck6 ,herz6 ,liebe6 ,gott6 ,ich habe keinen ,namen ,dafr4 ,gefhl ist alles1 ,name ,schall und ,rauch1 ,umnebelnd ,himmelsglut4 ,trotz alledem wollte auch er1 ebenso wie ,herder und ,lessing1 kein ,spinozist heien3 ,denke man aber nicht1 da ich seine ,schriften htte unterschreiben und mich dazu buchstblich bekennen mgen4 ,denn man werde dem ,verfasser von ,faust und ,werther wohl zutrauen1 da er nicht den ,dnkel gehegt1 einen ,mann vollkommen zu verstehen1 der als ,schler von ,descartes durch mathematische und rabbinische ,kultur sich zu dem ,gipfel des ,denkens hervorgehoben4 ,den besten ,beweis dafr1 da auch ganz andere1 entgegengesetzte ,gefhle mit dieser ergebungsvollen ,resignation in seinem ,innern rangen1 beweist sein beinahe gleichzeitig 7,ende #aggd7 entstandenes wundervolles ,prometheus-,gedicht1 in dem der uralte ,titanentrotz sich auflehnt gegen die vermeinten ,gtter da droben1 die nur in der ,hoffnung trichter ,kinder und ,bettler leben4 ,es stimmt allenfalls noch mit ,spinozas ,denkart1 wenn die alte ,gottesvorstellung tapfer aufgegeben wird1 als wenn jenseits der ,sonne ein ,ohr wre1 zu hren meine ,klage1 und ein ,herz wie meins1 sich der ,bedrngten zu erbarmen1 und ein ewiges1 als ,herr ber ,menschen und ,gttern gleichmig waltendes ,schicksal angenommen wird4 ,aber ganz anders gestimmt ist doch die trotzige ,zuversicht auf das eigene heilig glhende ,herz1 das alles selbst vollendet hat1 und die ,ablehnung jedes weltflchtigen ,entsagens1 weil nicht alle ,bltentrume reiften4 ,ein ,symbol festen1 bewuten1 tatenfreudigen ,manneswillens und ,persnlichkeitsbewutseins ist vielmehr dieser ,prometheus1 der ,menschen formt nach seinem ,bilde3 ,ein ,geschlecht1 das mir gleich sei1 ,zu leiden1 zu weinen1 ,zu genieen und zu freuen sich1 ,und dein 7des ,zeus67 nicht zu achten1 ,wie ich6 ,hier haben wir nicht den in das ,all aufgehenden1 sich selbst aufgebenden1 sondern den sich selbst behauptenden ,menschen vor uns4 ,wir knnen hier leider nicht die ,wirkung dieses ,gedichts auf die bedeutenderen ,zeitgenossen -- ,lessings haben wir bereits gedacht -- verfolgen1 sondern erwhnen nur noch das gleichgeartete bekannte von #aggg3 ,allen ,gewalten ,zum ,trutz sich erhalten1 ,nimmer sich beugen1 ,krftig sich zeigen1 ,rufet die ,arme ,der ,gtter herbei4 ,whrend ,die ,grenzen der ,menschheit 7#agha7 im ,gegensatz dazu1 wieder mehr die ,beschrnktheit menschlichen ,wollens und ,wirkens gegenber dem ewig flutenden ,schicksalsstrom betonen3 ,uns hebt die ,welle1 ,verschlingt die ,welle ,und wir versinken4 ,endlich das dritte im ,bunde jener herrlichen ,gedankendichtung mit der berschrift ,das ,gttliche1 entstanden #aghc1 das in gewissem ,sinne beide ,gedanken miteinander verbindet4 ,gegenber der unfhlenden ,natur1 der ber ,bse und ,gute gleichmig leuchtenden ,sonne1 gegenber dem blind unter die ,menge tappenden ,glck steht der ,mensch1 der unterscheidet1 whlet und richtet1 der allein dem ,augenblick ,dauer zu verleihen vermag und diese ,kraft dazu benutzen soll1 edel1 hilfreich und gut zu sein und unermdet das ,ntzliche und ,rechte zu schaffen4 ,b4 ,das erste ,weimarer ,jahrzehnt ,die italienische ,reise 7#aggf bis #aghh7 ,mit diesen philosophischen ,gedichten -- eine ,gedankenlyrik von ganz anderer ,art wie diejenige ,schillers und doch nicht minder philosophisch als sie -- sind wir bereits in die ,weimarer ,epoche unseres ,dichters getreten1 deren erste ,jahre in jenem jugendlich-genialen ,treiben1 das uns allen aus seinem ,leben bekannt ist1 dahinflossen1 um dann einer fleiigen und gewissenhaften ,beamtenarbeit im ,dienste des kleinen ,landes zu weichen1 die man oft allzusehr als etwas ,besonderes gerhmt hat1 whrend ,franz ,mehring ber sie sarkastisch1 aber nicht ohne ,grund gemeint hat1 da jeder passable preuische ,landrat sie auch heute noch leiste ohne jeden ,anspruch auf die ,lorbeeren der ,mit- und ,nachwelt4 ,die philosophische ,entwicklung unseres ,helden tritt zwar in diesen ,jahren 7#aggf bis #aghd7 zurck1 aber sie bleibt nicht stehen4 ,zeugnis davon die eben besprochenen drei ,gedichte1 dann aber ein interessantes und bedeutsames philosophisches ,fragment1 betitelt ,die ,natur1 das als ,manuskript fr einen engeren ,kreis zuerst im ,tiefurter ,journal von #aghb erschien2 ein dichterischer ,hymnus und ein philosophisches ,bekenntnis zugleich 7,gundolf71 das wir den ,leser ,satz fr ,satz -- sie sind alle ebenso voll ,lebens wie einfach und allgemeinverstndlich -- zu lesen bitten4 ,wir heben eine ,reihe daraus hervor3 ,wir leben mitten in der ,natur und sind ihr fremd4 ,wir wirken bestndig auf sie und haben doch keine ,gewalt ber sie4 ,sie scheint alles auf ,individualitt angelegt zu haben und macht sich nichts aus den ,individuen4 ,jedes ihrer ,werke hat ein eigenes ,wesen1 und doch macht alles eins aus4 ,sie spielt ein ,schauspiel1 ob sie es selbst sieht1 wissen wir nicht1 und doch spielt sie's fr uns1 die wir in der ,ecke stehen4 ,sie hllt den ,menschen in ,dumpfheit ein und spornt ihn ewig zum ,lichte4 ,sie hat keine ,sprache noch ,rede1 aber sie schafft ,zungen und ,herzen1 durch die sie fhlt und spricht4 ,sie ist ganz und doch immer unvollendet4 ,sie verbirgt sich in tausend ,namen und ist immer dieselbe4 ,sie hat mich hereingestellt1 sie wird mich auch herausfhren4 ,sie mag mit mir schalten4 ,ich vertraue mich ihr4 ,das ist in der ,tat1 wie ,goethe #dd ,jahre spter davon gesagt hat1 eine ,stufe zum ,pantheismus1 und so kehrt er denn auch bald darauf zu dessen philosophischem ,vertreter ,spinoza zurck4 ,den ueren ,ansto hatte wohl der ,besuch ,fritz ,jacobis in ,weimar von ,mitte bis ,ende ,september #aghd gegeben1 der ihm von seinem uns bekannten ,spinoza-,gesprch mit ,lessing erzhlt hatte4 ,wie ,lessing1 hatte auch ,goethe schon frher 7,juni #aghd7 gegen ,charlotte v4 ,stein erklrt3 ,ich begehre keinen freien ,willen4 ,und3 ,wie eingeschrnkt ist der ,mensch1 bald an ,verstand1 bald an ,kraft1 bald an ,gewalt1 bald an ,wille6 ,diesmal treibt er sein ,spinoza-,studium zusammen mit ,herder4 ,im ,november des ,jahres #aghd liest er nun mit ,frau v4 ,stein gemeinsam von neuem ,spinozas ,ethik1 die er am #ai4 von ,jena in einer lateinischen ,ausgabe mitbringt1 wo alles viel deutlicher und schner ist4 ,ich fhle mich ihm sehr nahe1 schreibt er am #aa4 ,november an ,knebel1 obgleich sein ,geist viel reiner als der meine ist4 ,die ,lektre ,spinozas bildet den ganzen ,winter #aghd_/he hindurch1 neben ,herders ,ideen1 einen ,teil der vertrauten ,abendunterhaltungen mit dem ,ehepaar ,herder und ,charlotte ,stein4 ,herder schreibt darber am #bj4 ,dezember an ,jacobi3 ,goethe hat1 seit ,du weg bist1 den ,spinoza gelesen1 und es ist mir ein groer ,probierstein1 da er ihn ganz so verstanden1 wie ich ihn verstehe4 ,und am #bg4 desselben ,monats meldet ,goethe selbst ,charlotte1 seiner ,seelenfhrerin3 ,ich las noch zuletzt in unserem ,heiligen4 ,noch bedeutsamer spricht sich sein ,briefwechsel mit ,jacobi aus4 ,nach einem ,briefe vom #ab4 ,januar #aghe liest ,goethe den ,spinoza immer wieder und bt sich an ihm4 ,in seinem ,urteil ber ihn ist er mehr mit ,herder als mit ,jacobi einverstanden4 ,am #i4 ,juni wird der jdische ,denker von ,goethe lebhaft gegen den alten ,vorwurf des ,atheismus verteidigt1 im ,gegenteil als theissimus et christianissimus gepriesen4 ,er beweist nicht das ,dasein ,gottes1 das ,dasein ist ,gott1 das man freilich nur in den ,einzeldingen und aus ihnen erkennen knne1 zu deren nherer und tieferer ,betrachtung er sich gerade durch ,spinoza aufgemuntert fhle1 obwohl vor dessen ,blick alle einzelnen ,dinge zu verschwinden scheinen4 ,allerdings -- und nun kommen fr seine philosophische ,sinnesart wieder sehr charakteristische ,bemerkungen -- habe er nie die ,schriften dieses trefflichen ,mannes in einer ,folge gelesen2 auch habe ihm nie dessen ganzes ,lehrgebude vllig berschaulich vor der ,seele gestanden4 ,meine ,vorstellungs- und ,lebensart erlauben's nicht4 ,aber wenn er in ihn hineinsehe1 glaube er ihn zu verstehen2 er stehe fr ihn nie mit sich selbst in ,widerspruch2 was ,jacobi ber ihn schreibe1 scheine ihm nicht im eigensten ,sinne ,spinozas gedacht4 brigens habe er 7,goethe7 nie auf metaphysische ,vorstellungsart ,ansprche gemacht4 ,herder werde es demnchst besser ausdrcken4 ,er 7,goethe7 suche jetzt auf ,bergen und in den ,bergwerken ,ilmenaus das ,gttliche in ,krutern und ,steinen6 ,am #ba4 ,oktober #aghe uert er nochmals gegenber ,jacobis ,spinoza-,bchlein1 den ,spinozismus drfe man nur aus sich selbst erklren1 und bezeichnet sich selbst wiederum in der ihm eigenen ,weise als dessen ,anhnger3 da er nmlich1 ohne seine ,vorstellungsart von ,natur zu haben1 doch1 wenn die ,rede wre1 ein ,buch anzugeben1 das unter allen1 die ich kenne1 am meisten mit der meinigen bereinkommt1 die ,ethik des ,spinoza nennen msse4 ,die ,briefe von ,ende #aghe und ,anfang #aghf drehen sich um den bekannten ,philosophenstreit ,jacobi-,mendelssohn ber ,lessings ,spinozismus1 der ,goethe1 wie aus einem ,februarbrief #aghf an ,frau v4 ,stein zu schlieen1 gegenber ,spinozas ,gre recht kleinlich und armselig erscheint4 ,bei dieser ,gelegenheit nun predigt ihm ,jacobi zum ersten ,male von -- ,kants ,philosophie vor1 natrlich wie er ihn auffat3 den wahren ,kern derselben1 den ,kant selbst noch nicht gekostet habe6 ,so ist der ,glaubens- und ,gefhlsphilosoph ,f4 ,h4 ,jacobi einer der ersten in der zahlreichen ,reihe derer1 die ,kants wahren ,kern besser als dieser selbst begriffen zu haben beanspruchten4 ,leider existiert eine ,antwort ,goethes auf diesen ,brief nicht4 ,einen nachhaltigen ,eindruck hat er jedenfalls nicht hervorgerufen2 denn in dem nchsterhaltenen ,briefe ,goethes vom #ad4 ,april #aghf berichtet dieser fast nur von seinen mancherlei naturwissenschaftlichen ,studien1 um blo einmal die bezeichnende ,frage dazwischen zu werfen3 ,was machst ,du alter ,metaphysikus8 ,was bereitest ,du ,freunden und ,feinden8 7,homerische ,wendung4 ,k4 ,v47 ,der letzte ,brief ,goethes aus dieser ganzen ,zeit 7#e4 ,mai #aghf7 geht sogar ziemlich aggressiv gegen ,jacobis eigentmliche ,glaubensmetaphysik vor mit den ,worten3 ,gott hat ,dich mit der ,metaphisik 7so67 gestraft und ,dir einen ,pfahl ins ,fleisch gesetzt1 mich mit der ,phisik 7so67 gesegnet4 ,und weiter recht antitheologisch3 ,ich halte mich fest und fester an die ,gottesverehrung des ,atheisten 7gemeint ist natrlich ,spinoza7 und berlasse ,euch alles1 was ,ihr ,religion heit und heien mt4 ,im ,gegensatz zu ,jacobis ,glauben will er sich an ,spinozas ,schauen 7scientia intuitiva1 eigentlich anschauendes ,wissen7 halten und sein ganzes ,leben der ,betrachtung der ,dinge widmen1 einerlei1 wie weit er damit kommt4 ,einverstanden dagegen war er in diesen ,jahren ganz mit ,herder1 wie wir schon in unserem ,herder-,abschnitt und soeben wieder an verschiedenen ,stellen gesehen haben4 ,herder bertrgt er1 weil ihm selbst die ntigen ,vorkenntnisse fehlen1 die weitere philosophische ,verteidigung ,spinozas gegen ,jacobi4 ,herders ,ideen findet er kstlich1 sagt zu ihrem ganzen ,inhalt ,ja und ,amen 7#bj4 ,februar #aghe74 ,und noch am #ag4 ,mai #aghg schreibt er ihm aus ,rom3 ,wir sind so nah in unseren ,vorstellungsarten1 als es mglich ist1 ohne eins zu sein1 und in den ,hauptpunkten am nchsten4 ,am #ab4 ,oktober #aghg von ebendort3 ,sie 7d4 h4 der dritte ,teil der ,ideen7 sind mir als das liebenswerteste ,evangelium gekommen1 und die interessantesten ,studien meines ,lebens laufen alle da zusammen4 ,woran man sich so lange geplackt hat1 7das7 wird einem nun so vollstndig vorgefhrt4 ,wieviel ,lust zu allem ,guten hast ,du mir durch dieses ,buch gegeben und erneut4 ,und auch vierzehn ,tage spter1 nachdem er den ganzen dritten ,teil zu ,ende gelesen1 findet er alles durchaus kstlich gedacht und geschrieben1 auch den ,schlu herrlich1 wahr und erquicklich4 ,weiter kann man doch in ,anerkennung und ,lob nicht gehen6 ,und auch anderen gegenber uert er sich mit der nmlichen ,begeisterung4 ,auch ,herders ,bchlein ber ,gott gefiel ihm aufs beste1 wie wir bereits ,s4 #ia sahen2 es leistete ihm die beste ,gesellschaft1 zusammenstimmend mit dem spinozistischen ,eins und ,alles1 dem er gerade jetzt auch in der ,botanik auf der ,spur war4 ,schon mehrmals sind wir in unseren letzten ,betrachtungen auf die naturwissenschaftlichen ,studien ,goethes gestoen1 die dem bisherigen ,stdter 7,frankfurt1 ,leipzig1 ,straburg7 ganz natrlich aus der ,land-1 ,wald- und ,gartenatmosphre des kleinen ,weimar1 desgleichen aus seiner amtlichen ,beschftigung mit dem weimarischen ,forst- und ,bergwesen erwachsen waren1 whrend ihn zur ,anatomie und ,osteologie 7,knochenlehre7 unter anderem die zeitweise ,teilnahme an den physiognomischen ,bestrebungen seines ,freundes ,lavater anregte4 ,wissenschaft auf dem ,papier und zum ,papier hat ihn nie gereizt1 sondern immer nur die ,beziehung zum ,lebendigen4 ,deshalb sind auch seine ,stze nie ganz abstrakt1 losgelst von der sinnlichen ,wirklichkeit4 ,aber seine ,naturbetrachtung ist zugleich auch immer philosophisch4 ,ihm lag stets blo daran1 wie er in seinem ,alter einmal zu ,eckermann gesagt hat1 die einzelnen ,erscheinungen auf ein allgemeines ,grundgesetz zurckzufhren4 ,so sucht er in den verschiedenartigen ,organen der ,pflanze ein einheitliches ,gebilde zu erkennen1 das er ,blatt nannte1 und dessen mannigfaltigen ,umbildungen er nun nachsprte1 bis er zu seiner1 ihm erst in ,italien vllig aufgegangenen ,lehre von der ,metamorphose der ,pflanze gelangte1 die er bekanntlich auch dichterisch dargestellt hat1 die wir jedoch inhaltlich hier nicht nher behandeln knnen4 ,lesen ,sie ber alles das seine vortreffliche ,geschichte meines botanischen ,studiums 7#ahag7 nach4 ,und hnlich in der ,zoologie4 ,hier entdeckt er1 von seinem ,glauben an die ,einheitlichkeit der ,natur zu aufmerksamster ,beobachtung des einzelnen getrieben1 im ,frhjahr #aghd das ,dasein des bei den brigen ,tieren vorhandenen ,zwischenkieferknochens auch beim ,menschen1 der damit1 dem ,affen noch nher verwandt1 in die groe ,ordnung der ,natur eingereiht wurde4 ,er jubelte darber1 da sich ihm alle ,eingeweide bewegen4 ,bis er dann zuletzt in einem ,aufsatz ber einen aufzustellenden ,typus zur ,erleichterung der vergleichenden ,anatomie 7#agif7 zu einer die heutige ,deszendenzlehre in ihrem ,grundgedanken schon vllig vorausnehmenden ,formulierung gelangt3 ,da alle vollkommenen organischen ,naturen1 worunter wir ,fische1 ,amphibien1 ,vgel1 ,sugetiere und an der ,spitze der letzteren den ,menschen sehen1 alle nach einem ,urbild geformt seien1 das nur in seinen sehr bestndigen ,teilen mehr oder weniger hin und her weicht und sich noch tglich durch ,fortpflanzung aus- und umbildet4 ,so ist ,goethe nicht bei jener fast mystischen1 jedenfalls pantheistischen ,metaphysik1 wie sie das ,fragment von #aghb mit seiner ,unendlichkeit und ,tiefe1 aber auch ,unbestimmtheit des ,gefhls enthielt1 stehengeblieben1 sondern den schwierigen ,weg der beobachtenden1 rechnenden und vergleichenden ,wissenschaft gegangen1 um zur klaren und bestimmten ,einheit des ,naturgesetzes zu gelangen1 wie er es dichterisch in die ,worte gefat hat3 ,willst du ins ,unendliche schreiten1 ,geh nur im ,endlichen nach allen ,seiten4 ,oder3 ,willst du dich am ,ganzen erquicken1 ,so mut du das ,ganze im ,kleinsten erblicken4 ,gerade in der keuschen und reinen ,hingabe an das einzelne1 wie ,ernst ,cassirer einmal in seinem schnen ,buche ,freiheit und ,form sagt1 gestaltet sich ihm eine neue ,anschauung vom ,zusammenhang des ,ganzen4 ,indem sich der ,dichter durch ,spinoza in seinem ,glauben einerseits an die ,einheitlichkeit der gesamten ,natur1 anderseits an die ,notwendigkeit alles ,geschehens bestrkt sah1 war auch sein innerer ,sturm und ,drang einigermaen zur ,ruhe gelangt4 ,ende #agge schon schreibt er3 ,ich lerne tglich mehr steuern auf der ,woge der ,menschheit4 ,bin tief in der ,see4 ,die neue ,weltfrmmigkeit lst ihn im letzten ,grunde schon jetzt von den ,neuchristen von der ,art ,hamanns1 ,f4 ,jacobis und ,lavaters4 ,an den letzteren schreibt er z4 ,b4 um diese ,zeit3 ,alle ,deine ,ideale sollen mich nicht irrefhren4 ,er will vielmehr vor allem wahr sein1 gut und bse wie die ,natur4 ,die italienische ,reise 7#aghf bis #aghh7 hat mehr ,bedeutung fr den ,dichter und ,knstler ,goethe gehabt als fr den ,philosophen4 ,fr die ,weiterbildung seiner philosophischen ,anschauungen drfte das ,wichtigste gewesen sein1 da ihm hier der tiefe innere ,zusammenhang zwischen ,kunst und ,natur aufging4 ,die ,natur in der ,kunst1 die ,kunst in der ,natur zu entdecken1 war in der ,tat auch kein ,ort so geeignet wie ,rom1 wo nicht blo die ,denkmler der ,antike1 sondern selbst die ,landschaft1 die ,bume1 die ,sitten stilisiert erscheinen4 ,so schreibt er denn auch von dort3 ,die hohen ,kunstwerke sind zugleich als die hchsten ,naturwerke von ,menschen nach wahren und natrlichen ,gesetzen hervorgebracht worden3 alles ,willkrliche1 ,eingebildete fllt zusammen4 ,da ist die ,notwendigkeit1 da ist ,gott4 ,nicht1 wie frher1 die ,kraft des leidenschaftlich bewegten ,knstlers oder ,dichters1 sondern ,ma und ,regel1 kurz die ,form wird jetzt als das entscheidende ,moment hervorgehoben4 ,auch in der ,kunst dringt er nunmehr1 wie schon vorher in der ,natur1 auf das ,urbildliche und ,typische4 ,das in voller ,freiheit1 nach seinen eigensten ,bedingungen 7wie bei ,schiller67 wirkende ,gesetz bringt das objektiv ,schne hervor4 ,in einer in ,italien entstandenen ,abhandlung unterscheidet er als die drei ,stufen1 die der echte ,knstler durchlaufen msse1 die einfache ,nachahmung der ,natur1 die ,manier1 den ,stil4 ,unter der einfachen ,nachahmung versteht er die ruhige1 treue1 sorgfltige und reine ,hingabe an den ,stoff1 den die ,natur uns darbietet4 ,die ,manier bedeutet in dem hohen und respektablen ,sinne1 in dem ,goethe das ,wort gebraucht1 die ,unterwerfung des blo ,stofflichen unter den einheitlichen1 persnlichen ,knstlerwillen4 ,der ,stil endlich stellt den hchst erreichbaren ,grad der ,kunst durch berwindung des blo ,stofflichen der ,natur einer-1 des subjektiven ,knstlerbeliebens andererseits dar4 ,er ruht auf den tiefsten ,grundfesten der ,erkenntnis1 auf dem ,wesen der ,dinge1 insofern uns erlaubt ist1 es in sichtbaren und greiflichen ,gestalten zu erkennen4 ,so war ,goethe fast als ein antiker ,mensch aus ,italien zurckgekommen4 ,und so stammen denn auch1 beilufig gesagt1 aus den ,jahren nach dieser ,rckkehr die strksten uerungen gegen das ,christentum1 die wir bei ihm gelesen zu haben uns erinnern4 ,sie finden sich namentlich in den ,briefen an ,herder4 ,so schreibt am #d4 ,september #aghh der erste ,minister an den -- ,generalsuperintendenten ,sachsen-,weimars das oft zitierte ,wort von dem ,mrchen von ,christus und erklrt1 da er das ,christentum auch von der ,kunstseite recht erbrmlich finde4 ,am #ae4 ,mrz #agij will er nach ,venedig1 um am ,palmsonntag als ein ,heide von den ,leiden des guten ,mannes 767 auch einigen ,vorteil zu haben6 ,sittlich und theoretisch aber war aus dem ,gefhls-,goethe ein ,gedanken-,goethe geworden1 wie ,gundolf sich einmal in prgnanter ,zusammenfassung ausdrckt4 ,dem jungen ,werther war das ,gefhl noch alles gewesen3 ,dies ,herz1 das ganz allein die ,quelle von allem ist1 aller ,kraft1 aller ,seligkeit und -- alles ,elends4 ,jetzt war diese ,werther-,stimmung endgltig berwunden4 ,fortan herrscht in seiner ,seele -- von einzelnen ,rckfllen vielleicht abgesehen -- ein unbezwingliches ,vertrauen auf die eigene ,kraft zur ,lebenssteuerung1 wie es der wundervolle ,schlu des schon in den ersten ,weimarer ,jahren entstandenen ,gedichts ,die ,seefahrt ausdrckt3 ,doch er stehet mnnlich an dem ,steuer1 ,mit dem ,schiffe spielen ,wind und ,wellen1 ,wind und ,wellen nicht mit seinem ,herzen ,herrschend blickt er auf die grimme ,tiefe ,und vertrauet1 scheiternd oder landend1 ,seinen ,gttern4 ,aber es fehlte noch eine tiefere philosophische ,begrndung4 ,diese sollte ihm -- ,kant geben4 ,c4 ,das erste ,kant-,studium 7#aghi bis #agid7 ,als ,goethe #aghh aus ,italien heimkehrte1 fand er1 dank ihres eifrigen ,verknders ,reinhold ,bemhungen1 ,jena voll von der neuen ,kantischen ,lehre und mute schon deshalb notwendig von ihr ,notiz nehmen4 ,aber wichtiger war der innere ,drang4 ,immer schon hatte er sich seine eigene naturgeme ,methode gebildet1 allein er suchte nach einer metaphysischen ,grundlage1 der seine ,denkweise sich angleichen knnte2 denn er hatte gemerkt1 da er in einer1 wenn auch noch so fruchtbaren1 ,dunkelheit dahinlebte4 ,nun studierte er1 wie durch ,wieland bezeugt ist1 seit etwa ,beginn #aghi mit groem ,eifer ,kants ,kritik der reinen ,vernunft1#be wollte auch mit ,reinhold eine groe ,konferenz darber halten1 zu der es indes nicht gekommen zu sein scheint4 ,freilich nur einzelnes sagte ihm zu4 ,so gefiel ihm gleich der ,eingang des ,werkes1 und seinen vollkommenen ,beifall fand ,kants ,satz3 ,wenngleich alle unsere ,erkenntnis mit der ,erfahrung angeht1 so entspringt sie darum doch nicht eben alle aus der ,erfahrung4 ,aber ins ,labyrinth selbst konnte und wollte er sich nicht wagen3 ,bald hinderte mich die ,dichtungsgabe1 bald der ,menschenverstand1 und ich fhlte mich nirgend gebessert4 ,und er versteht manches1 z4 ,b4 die wichtigen ,begriffe ,analytisch und ,synthetisch1 ganz anders wie ,kant4 ,als die ,hauptfrage erscheint ihm die psychologische3 ,wieviel unser ,selbst und wieviel die ,auenwelt zu unserem geistigen ,dasein beitragen1 whrend fr ,kant das ,wesentliche die erkenntniskritische ,frage nach der ,gewiheit unseres ,erkennens und damit nach einer ,philosophie als ,wissenschaft ist4 ,immerhin glaubt er einzelne ,kapitel besser als andere zu verstehen und gewann gar manches zu seinem ,hausgebrauch4 ,er macht sich ein ,inhaltsverzeichnis dazu1 mit dem er allerdings nicht zu ,ende gekommen ist1#bf und dem er eine knapp zusammenfassende und populre ,kurze ,vorstellung der ,kantischen ,philosophie von der ,hand des ,wittenberger ,theologieprofessors ,reinhard beigelegt hat4 ,da er mit kritischem ,auge gelesen hat1 ergibt sich aus einzelnen im ,nachla darber gefundenen ,bemerkungen1 von denen wir allerdings nicht mit ,sicherheit wissen1 ob sie schon aus dieser ersten ,zeit seines ,kant-,studiums stammen4 ,noch interessanter war mir es1 aus ,goethes eigenem ,handexemplar1 das ich mit ,erlaubnis des damaligen ,direktors des ,goethe-,national-,museums 7d4 h4 des ,goethe-,hauses7 zu ,weimar ,dr4 ,ruland auf lngere ,zeit mit mir nehmen durfte1 an der ,hand seiner zahlreichen ,anstreichungen und ,unterstreichungen festzustellen1 was ihn darin am meisten interessierte4 ,ich habe darber im ,anhang zu meinem ,kant -- ,schiller -- ,goethe 7,s4 #bgb bis #bgi7 einen genauen ,bericht gegeben und verweise alle diejenigen ,leser darauf1 die sich fr diese ,einzelheiten interessieren4 ,hier1 wo ich keine eingehendere ,kenntnis des ,kantischen ,systems voraussetzen darf1 mu ich mich nheren ,eingehens enthalten4 ,die im ,jahre #aghh erschienene ethische ,hauptschrift ,kants1 die ,kritik der praktischen ,vernunft1 scheint ,goethes ,interesse in geringerem ,grade erregt zu haben4 ,er hat sie auch nicht selbst besessen2 wohl dagegen die in ,kants ,ethik am besten einfhrende populr geschriebene ,grundlegung zur ,metaphysik der ,sitten 7#aghe71 und zwar1 was fr die ,zeit seiner ,kant-,studien bezeichnend ist1 erst in der ,auflage von #agib4bg ,weit tiefer wirkte1 und zwar alsbald nach ihrem ,erscheinen 7#agij7 die ,kritik der ,urteilskraft auf ihn ein4 ,ihr hat er noch nach #bg ,jahren bekannt eine hchst frohe ,lebensepoche schuldig zu sein4 ,whrend die ,kritik der reinen ,vernunft seinen philosophischen ,dmmerzustand noch nicht vllig zu heben vermocht1 whrend er die ,metamorphose der ,pflanzen #agij noch geschrieben hatte1 ohne zu wissen1 da sie ganz im ,sinne der ,kantischen ,lehre sei1 fand er das neue ,werk des kritischen ,philosophen in seinen ,hauptgedanken seinem eigenen bisherigen ,schaffen1 ,tun und ,denken ganz analog4 ,das ,wichtigste aus seiner hchst lebendigen ,selbstschilderung scheint uns in einer dreifachen bereinstimmung zu liegen4 ,einmal1 da auch nach ,kant1 der ja in seinem ,werk die ,kritik der sthetischen mit derjenigen der teleologischen vereinigt hatte1 ,kunst und vergleichende ,naturkunde miteinander nah verwandt seien1 sich derselben ,urteilskraft unterwerfen4 ,zweitens 7was noch wichtiger71 da jede von beiden1 ,kunst und ,natur1 um ihrer selbst willen da sei und beide unendliche ,welten doch freinander existierten4#bh ,und drittens1 da er seine alte ,abneigung gegen die ,endursachen1 d4 h4 die ,verwischung des ,kausalitts-7,ursache-7,prinzips durch den ,zweckbegriff nun geregelt und gerechtfertigt sah4 ,freilich fate er auch jetzt wieder den ,philosophen nach seiner ,dichter- und ,knstlerart auf1 die er schon bezglich seiner ,lektre der ,kritik der reinen ,vernunft mit den ,worten charakterisiert hatte3 ,wenn ich nach meiner ,weise ber ,gegenstnde philosophierte1 so tat ich es mit unbewuter ,naivitt und glaubte wirklich1 ich she meine ,meinungen vor ,augen4 ,er sprach dann auch blo aus1 was in mir aufgeregt war1 nicht1 was er gelesen hatte4 ,damit stimmt genau1 was ,schiller ber seine erste vertrautere philosophische ,unterhaltung mit dem ihm damals noch khl gegenberstehenden ,nebenbuhler am #a4 ,november #agij an ,freund ,krner berichtet4 ,es ist zugleich fr die ,wesensart beider ,mnner so bezeichnend1 da wir das ,wichtigste davon hierhersetzen mssen3 ,goethe war gestern bei uns1 und das ,gesprch kam bald auf ,kant4 ,interessant ist's1 wie er alles in seine ,art kleidet und berraschend zurckgibt1 was er las 444 ,ihm ist die ganze ,philosophie subjektivisch1 und da hrt denn berzeugung und ,streit zugleich auf4 ,seine ,philosophie mag ich auch nicht ganz2 sie holt zuviel aus der ,sinnenwelt1 wo ich aus der ,seele hole4 berhaupt ist seine ,vorstellungsart zu sinnlich und betastet mir zuviel4 ,aber sein ,geist wirkt und forscht nach allen ,direktionen und strebt1 sich ein ,ganzes zu erbauen1 und das macht ihn mir zum groen ,manne4 ,auch ,krnern war ,goethe zu sinnlich in der ,philosophie1 was freilich fr sie beide 7,schiller und ,krner7 als ,gegengift gegen ihre vorherrschend intellektuelle ,anlage ganz heilsam sei4 ,er bezeugt brigens1 da ,goethe1 im ,unterschied von ,schiller1 nicht der sthetische1 sondern der teleologische ,teil des ,werkes zuerst gefesselt habe4 ,gerade1 weil ,goethe nun bei den strengeren ,kantianern 7zu denen allerdings ,schiller damals noch nicht zhlte7 mit seiner eigenartigen ,auffassung ,kants wenig ,anklang fand1 studierte er1 auf sich selbst zurckgewiesen1 dessen ,buch immer aufs neue4 ,auch in diesem ,falle hat er sein ,exemplar mit zahlreichen ,strichen -- besonders im zweiten1 naturphilosophischen ,teil -- versehen1 die ihn spter noch erfreuten2 ja auch mit einzelnen ,randbemerkungen4 ,durch ein ,fragezeichen am ,rande protestiert er gegen ,kants ,herabsetzung des ,kunst- zugunsten des ,naturschnen2 auerdem interessieren ihn namentlich die ,bestimmung des ,kunstzwecks1 das ,verhltnis der ,kunst zur ,moral und die ,vergleichung der einzelnen ,knste in bezug auf ihren ,wert4 ,in dem zweiten1 die organische ,naturwissenschaft behandelnden ,teile erregten vor allem die ,definition des ,naturzwecks1 die ,selbstorganisation der ,natur1 das ,problem eines anschauenden ,verstandes und ganz besonders der interessante achtzigste ,paragraph vom ,verhltnis des mechanischen zum ,zweckprinzip mit seiner berhmten ,vorausahnung darwinistischer ,ideen sein ,interesse4 ,das nhere ,studium der ,kritik der ,urteilskraft fhrte ihn dann auch wieder zu demjenigen der theoretischen ,vernunftkritik zurck4 ,beide ,werke1 aus einem ,geist entsprungen1 deuten immer eins aufs andere4 ,auch ,kants ,metaphysische ,anfangsgrnde der ,naturwissenschaft 7die er in den beiden ersten ,auflagen von #aghf und #aghg besa7 hatte er damals schon studiert und daraus den ,satz gezogen1 da ,anziehungs- und ,abstoungskraft zum ,wesen der ,materie gehren1 so da er beruhigt war1 seine ,weltanschauung nach dieser ,seite hin unter ,kantischer ,autoritt fortsetzen zu knnen4 ,dagegen stt ,kants religionsphilosophischer ,standpunkt1 jedenfalls seine ,annahme eines radikalen ,hanges zum ,schlechten seine damals1 wie wir schon von ,herder her wissen1 besonders antichristlich-hellenisch gestimmte ,natur entschieden ab4 ,in einem ,briefe an ,herder 7#g4 ,juni #agic7 geht er so weit1 zu schreiben1 ,kant habe seinen philosophischen ,mantel1 nachdem er ein langes ,menschenleben gebraucht hat1 ihn von mancherlei sudelhaften ,vorurteilen zu reinigen1 freventlich mit dem ,schandfleck des radikalen ,bsen beschlabbert1 damit doch -- auch ,christen herbeigelockt werden1 den ,saum zu kssen4 ,und einen ,monat spter gebraucht er dasselbe ebenso unsthetische wie ungerechte ,bild4 ,trotz allen ,interesses1 trotz aller ,hochschtzung steht indes bis ,sommer #agid zwischen ,goethe und dem ,kritizismus1 ja zwischen ihm und der ,philosophie berhaupt noch etwas ,fremdes1 ,unausgeglichenes1 wie es noch am #bd4 ,juni dieses ,jahres in einem ,brief an ,fichte zum ,ausdruck kommt1 dem er sich zum grten ,danke verpflichtet fhlen wrde1 wenn er ihn endlich mit den ,philosophen vershne1 die ich nie entbehren und mit denen ich mich niemals vereinigen konnte4 ,diese ,vershnung1 soweit sie bei seiner ,eigenart berhaupt mglich war1 sollte ihm nun zwar nicht von der seinem ,wesen ganz entgegengesetzten ,person ,fichtes kommen1 aber von anderer ,seite4 ,er stand unmittelbar vor dem glcklichen ,ereignis seiner dauernden ,verbindung mit ,schiller4 ,d4 ,der ,freundschaftsbund mit ,schiller 7#agid bis #ahje7 ,die ,altersjahre 7#ahje bis #ahcb7 ,unter den ,ursachen1 die bis zum ,jahre #agid ein nheres ,verhltnis zu ,schiller nicht aufkommen lieen1 fhrt ,goethe in seinen ,annalen zu eben diesem ,jahre als eine der wichtigsten ,schillers ,begeisterung fr die ,kantische ,philosophie an4 ,bei ,schiller und ,kant scheinbar alles ,vernunft1 ,geist1 ,wille -- bei ihm und ,herder ,erfahrung1 ,natur1 ,gefhl4 ,eine ungeheure ,kluft schien zwischen den zwei ,geistesantipoden befestigt zu sein4 ,und doch sollte es anders kommen4 ,hatte nicht zum wenigsten gerade ,kant sie bisher getrennt1 so sollte der nmliche ,kant sie nunmehr zusammenfhren zu jenem ,bunde1 der bis zu ,schillers frhzeitigem ,tode ununterbrochen gedauert und fr uns und andere manches ,gute gewirkt hat 7,goethe74 ,es geschah durch eine wahrscheinlich ,ende ,juni oder ,anfang ,juli #agidbi stattgefundene ,unterredung1 die uns ,goethe selber erzhlt hat4 ,gelegentlich einer zuflligen gemeinsamen ,heimkehr aus einer ,sitzung der ,jenaer ,naturforschenden ,gesellschaft trgt ,goethe dem bisherigen ,gegner seine ,metamorphose der ,pflanze vor1 lt vor seinen ,augen eine symbolische ,pflanze entstehen4 ,als er geendet1 schttelt ,schiller den ,kopf und sagt3 ,das ist keine ,erfahrung1 das ist eine ,idee4 ,goethe1 als hartnckiger ,realist1 ist erstaunt1 dann verdrielich1 widerstreitet4 ,schlielich wird fr den ,abend ,waffenstillstand geschlossen4 ,aber der ,realist1 der sich nach seinem eigenen ,gestndnis bei den ,einwrfen des gebildeten ,kantianers ,schiller anfangs ganz unglcklich fhlte1 ahnt bald1 da zwischen seiner ,erfahrung und ,kants ,idee etwas ,vermittelndes1 ,bezgliches obwalten msse1 ohne es schon klar zu erkennen4 ,diese ,erkenntnis hat ihm in den folgenden ,jahren ,kants ,philosophie gebracht1 die nun erst durch einen ihrer geistvollsten ,jnger voll und eindringlich auf ihn zu wirken begann4 ,nach diesem glcklichen ,beginnen1 um wieder ,goethes eigene ,worte zu gebrauchen1 entwickelten sich in ,verfolg eines zehnjhrigen ,umganges die philosophischen ,anlagen1 inwiefern meine ,natur sie enthielt1 nach und nach4 ,und noch deutlicher sprechen die ,annalen von #agie es aus1 da er mit der ,kantischen ,philosophie und daher auch ihrer damaligen ,hauptpflanzsttte ,jena durch das ,verhltnis zu ,jena immer mehr zusammenwuchs4 ,wir wissen nun1 schreibt ,goethe nach einer vierzehntgigen ,konferenz am #a4 ,oktober an den neugewonnenen ,freund1 da wir in ,prinzipien einig sind und die ,kreise unseres ,empfindens1 ,denkens und ,wirkens teils koinzidieren 7zusammenfallen71 teils sich berhren4 ,ich bin weit entfernt davon1 wie mir es von mehreren ,seiten angedichtet worden ist1 ,goethe um solcher ,selbstuerungen willen zum ,kantianer machen zu wollen4 ,dafr sind und bleiben die ,naturen beider zu verschieden4 ,intuitive ,geister wie ,goethe haben1 nach der berhmten ,charakteristik ,schillers in den ersten groen ,briefen vom #bc4 und #ca4 ,august desselben ,jahres an den neuen ,freund1 wenig ,ursache1 von der ,philosophie zu borgen1 die nur von ihnen lernen kann4 ,philosoph im strengen ,sinne des ,wortes ist ,goethe auch jetzt nicht geworden4 ,ihm ging das ,scheiden und ,trennen1 das ,abstrahieren und ,zergliedern1 das die ,philosophie notwendig betreiben mu1 in weit strkerem ,grade als ,schiller wider seine ,dichternatur4 ,er fhlt sich auch weiterhin1 nach mehrfachem eigenen ,bekenntnis1 in der speziell philosophischen ,denkart nicht bewandert4 ,ja1 gegenber seinem ,kunstfreund ,heinrich ,meyer versteigt er sich einmal zu der uerung3 ,fr uns andere1 die wir doch eigentlich zu ,knstlern geboren sind1 bleiben doch immer die ,spekulation sowie das ,studium der elementaren ,naturlehre -- womit die theoretische ,physik im ,gegensatz zu der von ,goethe bevorzugten ,biologie gemeint ist -- falsche ,tendenzen4 ,auch braucht er fters ,kantische ,begriffe in seinem eigenen1 von ,kant abweichenden ,sinne4 ,und gegenber ,schiller fhlt und bekennt er sich stets gewissermaen als das philosophische ,naturkind1 dem jener als der theoretische ,helfer und ,lenker1 ,autoritt und ,richter in allen philosophischen ,fragen gilt1 wie ,schiller mit ,stolz einmal seinem ,kollegen ,fichte meldet 7#c4 ,august #agie74 ,allein die ,philosophie wird ihm doch immer werter1 weil sie ihn tglich immer mehr lehrte1 mich von mir selbst zu scheiden1 und weil sie durch die hhere ,vorstellung von ,kunst und ,wissenschaft1 welche sie begnstigte1 ihn vornehmer und reicher machte4 ,er ist nicht mehr der alle ,philosophie abweisende steife ,realist von frher 7an ,jacobi1 #ag4 ,oktober #agif71 sondern bekennt1 da er durch treues ,vorschreiten und bescheidenes ,aufmerken von jenem steifen ,realismus und einer stockenden ,objektivitt dahin gekommen sei1 ,schillers philosophische ,ausfhrungen vom ,tage vorher als mein eigenes ,glaubensbekenntnis unterschreiben zu knnen 7an ,schiller #ac4 ,januar #agih74 ,und diese ,ausfhrungen sind eben doch kritische ,philosophie1 wenn auch mit ,schillerscher ,frbung4 ,vor allem erregen sein hchstes ,wohlgefallen die sthetischen ,briefe1 in denen er1 was er fr recht sei langer ,zeit erkannt1 was ich teils lebte1 teils zu leben wnschte1 auf eine so zusammenhngende und edle ,weise vorgetragen fand4 ,mit ,eifer wird alles ,neue von ,kant gelesen und besprochen2 ja ,goethe ist es jetzt zuweilen1 der den ,freund auf eine neu erschienene ,schrift des ,knigsberger ,philosophen aufmerksam macht4 ,natrlich werden auch andere1 alte und neue1 ,philosophen besprochen und studiert4 ,so zum ,beispiel im ,april #agig ,aristoteles' ,politik4 ,anfangs hufig gemeinsam mit den ,brdern ,humboldt4 ,spter auch in einer ,art philosophischem ,krnzchen1 an dem die in ,jena habilitierten jungen ,philosophen ,niethammer1 ,schelling und ,hegel teilnehmen1 von denen der ,erstgenannte ihm in der zweiten ,hlfte des ,jahres #ahjj auch die neueste ,philosophie in sogenannten ,colloquiis 7,unterredungen7 vortrgt4 ,von den neuesten ,philosophen ist ihm der durch und durch subjektive ,fichte am unsympathischsten4 ,er bekennt1 dessen ,denkweise nur mit ,mhe und von ferne folgen zu knnen4 ,an eine engere ,verbindung mit ihm ist nicht zu denken1 meint er #agih hnlich wie ,schiller4 ,das bezeugt auch ,goethes ,handexemplar von ,fichtes ,begriff der ,wissenschaftslehre 7#agid71 das von dem ,dichter mit zahlreichen ,bleistiftstrichen1 ,fragezeichen und einzelnen ,randbemerkungen versehen ist4 ,bedenklich erscheint ihm besonders1 da alles mgliche menschliche ,wissen in der allgemeinen ,wissenschaftslehre schon enthalten sein soll2 unter ,fichtes ersten ,grundsatz3 ,ich bin ,ich schreibt ,goethe spttisch3 ,alles ist alles2 neben ,fichtes ,wendung3 die von uns unabhngige ,natur die ,worte3 aber doch mit uns verbunden1 deren lebendige ,teile wir sind u4 4 ,auch von ,schelling hatten die ,freunde anfangs mehr erhofft4 ,schiller war freilich von dieser neuen ,art ,idealismus noch mehr enttuscht als ,goethe1 der z4 ,b4 am #ca4 ,dezember #agih entschuldigend bemerkt1 ,schellings ,ideen mten freilich noch manchmal durchs ,luterfeuer4 ,schellings ,philosophie ist bekanntlich aus dem ,luterfeuer berhaupt nicht herausgekommen6 ,bei ,gelegenheit von dessen ,naturphilosophie gibt unser ,dichter brigens einmal eine gute ,charakteristik seines eigenen naturphilosophischen ,standpunktes4 ,whrend die ,naturphilosophen la ,schelling und ,hegel alles von oben herunter1 die ,naturforscher im engeren ,sinne alles von unten hinauf leiten wollten1 so finde er selbst als ,naturschauer sein ,heil nur in der ,anschauung1 die in der ,mitte liegt 7an ,schiller1 #bg4 und #cj4 ,juni #agih72 wie er denn schon sechs ,jahre vorher einen in derselben ,richtung gehaltenen ,aufsatz ,der ,versuch als ,vermittler zwischen ,subjekt und ,objekt geschrieben hatte4 -- ,hegel1 der zur ,zeit von ,schillers ,tod allein noch von dem spekulativen ,dreiblatt 7,fichte1 ,schelling1 ,hegel7 in ,jena war1 wurde es1 wie ,goethe klagt1 schon damals schwer1 sich anderen mitzuteilen1 und er hatte sein erstes bedeutendes ,werk noch nicht geschrieben4 ,von ,herder entfernt sich1 wie wir schon in unserem ,herder-,abschnitt sahen1 ,goethe durch seine ,freundschaft mit ,schiller immer mehr4 berhaupt fhlt er mit ,schiller und den wenigen anderen ,freunden 7den ,humboldts1 ,h4 ,meyer7 sich als eine geschlossene ,partei gegenber den ,streithndeln ,kants mit dem gesamten ,herderschen ,kreise1 den ,geschichtsphilosophen von der ,art ,jacobis und ,goethes eigenem ,schwager ,schlosser und den ,berliner ,aufklrern la ,nicolai auf der einen1 der beginnenden ,romantik auf der anderen ,seite4 ,es sind die unseren beiden ,dichter-,klassikern mit der klassischen ,philosophie 7,kants7 gemeinsamen ,gegner1 denen der lustig-scharfe ,xenienkrieg des ,jahres #agif gilt4 ,noch strker fast tritt das gelegentlich der letzten gehssigen ,angriffe ,herders gegen den ,kritizismus hervor1 weshalb denn auch die ,wut des gesamten ,herderschen ,kreises gegen unsere beiden ,weimarer ,dioskuren ging4 ,aus den letzten mit ,schiller gemeinsam zu ,weimar verlebten ,jahren sind begreiflicherweise nur wenige briefliche ,zeugnisse ber ihre ,stellung zur ,philosophie erhalten4 ,wennschon bei ,schiller1 so tritt erst recht bei ,goethe der spezielle ,kantianismus in diesen bei beiden berhaupt mehr dem dichterischen ,schaffen gewidmeten ,jahren zurck4 ,aber das neue philosophische ,fundament1 das ihm gegenber seinem frheren teils ,spinozismus1 teils ,realismus der kritische ,idealismus gegeben hatte1 ist geblieben4 ,die ungeheure ,lcke1 die ,schillers ,hinscheiden in ,goethes geistige ,existenz ri -- er verlor mit ihm1 wie er am #a4 ,juni #ahje an ,zelter schreibt1 die ,hlfte seines ,daseins --1 machte sich natrlich in philosophischer ,hinsicht besonders fhlbar4 ,trotzdem ist seine ,bemerkung in den ,annalen von #ahag1 da er sich seitdem von aller ,philosophie entfernt habe1 nicht buchstblich aufzufassen4 ,gewi1 zahlreiche andere ,interessen nehmen ihn wieder mehr als in dem stark philosophischen ,jahrzehnt #agij bis #ahjj in ,beschlag4 ,aber das philosophische ,interesse verschwindet doch fortan nie vllig mehr4 ,ich habe an anderer ,stelle#cj -- zum ersten ,male in der ,geschichte der ,goethe-,literatur -- ,jahr fr ,jahr genau zusammengestellt1 was an ,goethes philosophischen ,studien1 uerungen und ,beziehungen aus den #bg ,jahren von ,schillers ,tod bis zu seinem eigenen ,ende 7#ahje bis #ahcb7 bezeugt ist1 weil nur so ein begrndetes1 nicht phrasenhaft und ins ,blaue hinein phantasierendes ,urteil ber seinen philosophischen ,standpunkt in diesen ,jahren zu gewinnen war4 ,allein ich will mich hier nicht wiederholen und schon der ,krze halber nur eine summarische ,zusammenfassung der wichtigsten dort gewonnenen ,ergebnisse geben4 ,goethe fhrt auch in diesem ,zeitraum fort1 neue philosophische ,erscheinungen von ,belang zu lesen1 studiert z4 ,b4 von #ahjg bis #ahji fr seine ,geschichte der ,farbenlehre zahlreiche ltere und neuere ,philosophen an der ,hand von ,buhles 7eines ,gttinger ,professors7 ,philosophiegeschichte und hebt in seiner ,schrift1 auer der berhmten vergleichenden ,schilderung der beiden antiken ,philosophenhupter ,plato und ,aristoteles1 namentlich die ,bedeutung des lange verkannten mittelalterlichen ,neuerers ,roger ,baco krftig hervor4 ,er bildet sich ein selbstndiges ,urteil in dem von #ahaa bis #ahac whrenden ,philosophenstreit zwischen der ,glaubensphilosophie seines alten ,freundes ,jacobi und dem damaligen ,pantheismus des wandlungsfhigen ,schelling zugunsten des letzteren1 wobei er sich zeitweise wieder von seiner alten ,liebe ,spinoza und von ,giordano ,bruno beeinflut zeigt4 ,er steht in den ,jahren #ahae bis #ahai in nheren ,beziehungen zu dem damals in ,weimar lebenden jungen ,schopenhauer und liest im letztgenannten ,jahre dessen eben erschienene ,welt als ,wille und ,vorstellung4 ,wobei sich jedoch1 bei aller wechselseitigen ,belehrung1 die innere ,verschiedenheit beider bald so stark bemerkbar macht1 da sie wie zwei ,freunde1 von denen der eine nach ,norden1 der andere nach ,sden will1 einander schnell aus dem ,gesicht kommen4 ber den inzwischen zu immer grerer ,berhmtheit aufgestiegenen ,hegel hat er sich zu verschiedenen ,zeiten verschieden1 im ganzen aber doch mehr ablehnend als zustimmend ausgesprochen4 ,auch die ,entwicklung der auswrtigen ,philosophie1 z4 ,b4 den ,eklektizismus des ,franzosen ,viktor ,cousin und die ,ntzlichkeitslehre des ,englnders ,bentham1 verfolgt er mit ,teilnahme4 ,die ,vorarbeiten zu der hchst lesenswerten ,geschichte meines botanischen ,studiums fhren ihn dann im ,jahre #ahag noch einmal zu erneutem ,kant-,studium zurck4 ,dem verdanken wir eine ,reihe kleinerer1 spter unter seine ,schriften ,zur ,naturwissenschaft im allgemeinen aufgenommene ,aufstze3 ,einwirkung der neueren ,philosophie1 ,anschauende ,urteilskraft1 ,bedenken und ,ergebung1 ,bildungstrieb4 ,der erste gibt uns nchst einem anderen1 ,glckliches ,ereignis betitelten1 der seine ,verbindung mit ,schiller behandelt und spter den ,annalen von #agid eingefgt wurde1 die reichsten1 in unserer ,darstellung benutzten historischen ,aufschlsse4 ,der zweite gewhrt das meiste systematische ,interesse4 ,wir gewahren hier den ,punkt1 wo der ,dichter und ,naturschauer ber die verstandesmige ,erkenntnis des reflektierenden ,philosophen zum schauenden ,urteil des ,knstlers hinstrebt4 ,allein ,goethe hat nicht vergessen1 was er der kritischen ,philosophie verdankt4 ,gerade in seinem letzten ,lebensjahrzehnt gedenkt er ihrer hufig mit dankbarer ,wrme4 ,er betitelt den ,alten vom ,knigsberge mit den lobendsten ,ausdrcken wie3 unser ,meister1 der kstliche ,mann1 unser herrlicher1 unser vortrefflicher ,kant4 ,wir wollen aus den von uns an anderer ,stelle wiedergegebenen ,zeugnissen ber ihn nur die beiden letzten1 aus seinem letzten ,lebensjahr stammenden anfhren4 ,am #h4 ,juli #ahca gibt er in einem ,brief an den ,musiker ,zelter den ,knstlern der ,gegenwart den ,rat1 wenn anders sie sich ,natur und ,naturell bewahren wollten1 zu ,kant zurckzukehren und dessen ,kritik der ,urteilskraft zu studieren4 ,und am #ah4 ,september des gleichen ,jahres zieht der mehr als ,zweiundachtzigjhrige in einem ,brief an ,staatsrat ,schultz gleichsam die ,summe dessen1 was die ,philosophie des klassischen deutschen ,idealismus ihm gewesen1 mit den ,worten3 ,ich danke der kritischen und idealistischen ,philosophie1 da sie mich auf mich selbst aufmerksam gemacht hat2 das ist ein ungeheurer ,gewinn4 ,freilich vermit er an ihr1 an der idealistischen der ,fichte1 ,schelling1 ,hegel wohl noch mehr als an der kritischen ,kants1 das unmittelbar anschauliche ,ergreifen des ,gegenstandes3 ,sie kommt aber nie zum ,objekt2 dieses mssen wir so gut wie der gemeine ,menschenverstand zugeben1 um vom unwandelbaren ,verhltnis zu ihm die ,freude des ,lebens zu genieen4 ,suchen wir uns nun1 nach dieser langen geschichtlichen ,entwicklung1 in einem letzten ,abschnitt in knapper ,zusammenfassung klarzumachen1 was von philosophischen ,gedanken in ,goethes ,weltanschauung dauernd haften geblieben ist4 ,e4 ,goethes ,philosophie in seiner ,reifezeit ,bei ,lessing und ,herder1 ja auch noch bei ,schiller lie sich ihre philosophische ,weltanschauung in wenigen groen ,zgen zusammenfassen2 bei ,goethe ist das nicht mglich4 ,selbst nicht1 wenn wir -- seine von uns bereits geschilderte frhere ,entwicklung beiseite lassend -- auf den reifen1 auf den alten ,goethe1 auf den ,dichter in der ,epoche seiner ,vollendung1 wie ,otto ,harnack es in dem ,titel seines gleichnamigen ,buches ausgedrckt hat1 uns beschrnken4 ,dafr ist ,goethe zu vielseitig1 man mchte beinahe sagen3 zu allseitig4 ,auerdem hat er seine philosophischen ,gedanken noch weniger als die anderen systematisch oder auch nur zusammenhngend entwickelt2 sondern nur gelegentlich in ,briefen1 ,gesprchen1 ,dichtungen1 ,tagebchern und sonst hingeworfenen ,gedanken1 in zahllosen ,maximen und ,reflexionen ihnen ,ausdruck gegeben4 ,wir knnen also mit unserem folgenden ,versuch nur die allgemeine ,richtung angeben1 die seinen allgemein-philosophischen1 ethischen1 politischen1 religisen1 sthetischen ,anschauungen zugrunde liegt2 und auch dies nur in groben ,umrissen4 ,der aufmerksame ,leser des ,bisherigen wird sich danach hoffentlich doch ein einigermaen anschauliches ,bild von ,goethes ,philosophie machen knnen4 #a4 ,von dem1 was uns heute als die unentbehrliche ,grundlage jeder haltbaren ,philosophie erscheint1 von einer allem ,darauflos-,philosophieren voraufgehenden eindringenden ,erkenntniskritik1 ist bei ihm sehr wenig zu spren4 ,philosophie ist fr ihn nicht1 wie fr ,kant1 in erster ,linie ,wissenschaft1 die auf das ,faktum von ,mathematik und mathematischer ,naturwissenschaft sich grndet4 ,er steht vielmehr der ersteren gleichgltig1 der letzteren1 zumal in ihrer von den ,zeitgenossen fast allgemein akzeptierten ,verkrperung in ,newtons ,methode1 sogar beinahe feindlich gegenber4 ,das ,zerlegen in ,berechenbares und ,mebares1 welches das ,ziel der modernen ,physik ist1 widerstrebt seiner durchaus auf das ,organische gerichteten1 nicht dem ,allgemeinen1 sondern dem ,einzelnen1 nicht dem ,sein1 sondern dem ,werden zugewandten ,natur4 ,und wenn er auch durch ,schiller1 den ,gundolf einmal den ,gesandten aus dem ,reiche ,kants an ,goethe nennt1 fr den idealistischen ,grundgedanken von der ,spontaneitt1 d4 h4 selbstndigen ,zeugungskraft des menschlichen ,geistes1 gewonnen wurde1 so blieb doch sein ,denken1 vor allem in der ueren ,natur1 aufs engste mit den ,gegenstnden verbunden1 weshalb es denn auch unter seinem ,beifall der ,anthropologe ,heinroth #ahbc geradezu als gegenstndlich bezeichnen konnte4 ,oder vielmehr1 er sucht eine ,verbindung zwischen beiden4 ,in dem fr die ,kenntnis seiner philosophischen ,methode besonders wichtigen1 #agii fr die ,propylen verfaten ,aufsatz ,der ,sammler und die ,seinigen heit es z4 ,b4 ganz idealistisch3 ,es gibt keine ,erfahrung1 die nicht produziert1 hervorgebracht1 erschaffen wird4 ,selbst das ,gttliche wrden wir nicht kennen1 wenn es der ,mensch nicht fhlte und selbst hervorbrchte4 ,und in den ,sprchen in ,prosa sagt er3 ,suchet in euch1 so werdet ihr alles finden1 und erfreuet euch1 wenn da drauen1 wie ihr es immer heien mget1 eine ,natur lieget1 die ja und amen zu allem sagt1 was ihr in euch selbst gefunden habt4 ,daher auch1 nebenbei bemerkt1 sein ,spott gegen die ,philister1 die das ,innere der ,natur fr ein undurchdringliches ,geheimnis hielten4 ,rudolf ,steiner in seinem ,bchlein ,goethes ,weltanschauung will darin einen ,gegensatz zum ,kritizismus erblicken4 ,das ,gegenteil ist der ,fall4 ,vielmehr wendet sich gerade ,kant in der ,kritik der reinen ,vernunft 7#b4 ,auflage1 ,s4 #ccc f47 gleichfalls ausdrcklich gegen die ganz unbilligen und unvernnftigen ,klagen mancher ,leute1 da wir das ,innere der ,dinge gar nicht einsehen1 und erklrt dazu3 ,ins ,innere der ,natur dringt ,beobachtung und ,zergliederung der ,erscheinungen1 und man kann nicht wissen1 wieweit dieses mit der ,zeit gehen werde4 ,diesen vielsagenden ,satz hat ,goethe in seinem ,handexemplar doppelt angestrichen3 so da vielleicht anzunehmen ist1 da er gerade durch ihn zu seinem heiteren ,reimstck vom ,inneren der ,natur angeregt wurde4 ,in gleichem ,sinne erklrt er an einer anderen ,stelle3 ,aber wie weit und wie tief der ,menschengeist in seine und der ,welt ,geheimnisse zu dringen vermchte1 werde nie bestimmt noch abgeschlossen4 ,mit dieser ,voraussetzung eines immer weiteren ,vorwrtsdringens echter wissenschaftlicher ,forschung ist die von ,anfang an in ,goethes ,natur liegende1 aber durch ,kant in ihm bestrkte ,neigung zu kritischer ,selbstbescheidung gegenber dogmatischem ,allwissenheitsdnkel durchaus vereinbar1 wie sie sich vor allem in dem berhmten ,spruche 7,nr4 #ajai7 ausprgt3 ,das schnste ,glck des denkenden ,menschen ist1 das ,erforschliche erforscht zu haben und das ,unerforschliche ruhig zu verehren4 ,wozu man jedoch die beiden ihn umrahmenden ,sprche hinzunehmen mu3 ,je weiter man in der ,erfahrung fortrckt1 desto nher kommt man dem ,unerforschlichen2 je mehr man die ,erfahrung zu nutzen wei1 desto mehr sieht man1 da das ,unerforschliche keinen praktischen ,nutzen hat4 7#ajah47 ,und andererseits3 ,derjenige1 der sich mit ,einsicht fr beschrnkt erklrt1 ist der ,vollkommenheit am nchsten4 7#ajbj47 ,auch dies letzte ,wort ist gesund kritisch gedacht und durchaus nicht im ,sinne skeptischen ,verzichts auf die ,wissenschaft aufzufassen4 ,oder gar im ,sinne der ,mystik4 ,denn wie wenig auch ,goethe1 schon als ,dichter1 geneigt ist1 das ,rtselhafte1 das ,geheimnisvolle1 das ,wunder in uns und der ueren ,natur einfach wegzuleugnen1 so bedeutet es doch fr ihn niemals ein ,durchbrechen der ,naturgesetze1 sondern hchstens eine ,grenze1 bis zu der unser ,erkennen hinanfhrt4 ,die eben zitierte ,wendung vom praktischen ,nutzen endlich1 die sich in anderen ,sprchen zu allgemeineren ,stzen erweitert1 wie3 ,was fruchtbar ist1 ist wahr1 ,ich halte fr wahr1 was mich frdert1 ,wir sind aufs ,leben1 nicht auf die ,betrachtung angewiesen1 scheinen freilich ,goethe ganz in die ,nhe des heutigen ,pragmatismus eines ,james und ,bergson oder1 wenn man will1 auch ,nietzsches zu rcken4 ,allein dem stehen doch genug ,aussprche anderer ,art gegenber1 wie der aus dem ,faust1 da ,vernunft und ,wissenschaft des ,menschen allerhchste ,kraft darstellen1 die beweisen1 da ihm der ,geist ber das ,blut1 das apollinisch-klare ,element1 um mit ,nietzsche zu reden1 ber das dionysisch-trunkene geht4 ,wir bekennen uns1 sagt er einmal1 zu dem ,geschlecht1 das aus dem ,dunklen ins ,helle strebt4 ,und derselbe ,gundolf1 der ihn eben jenem ,pragmatismus annhern will1 hat1 wir sahen es ,s4 #afg1 von seiner ,luterung aus dem ,gefhls-,goethe der jungen in den ,gedanken-,goethe der reiferen ,jahre gesprochen1 hat mit der ,neigung zur bertreibung1 die sein geistvolles ,werk kennzeichnet1 erklrt1 da ,goethe1 der ,anlage nach einer der dunkel-drangvollsten1 gefhlsberschwenglichsten1 widerrationalsten ,menschen1 sich zur ,heilung in die intellektuelle ,klarheit begab1 sich zur vollkommensten ,denkordnung erzog und es fertig brachte1 die ganze dunkle angeborene ,tiefe seiner ,lebensflle in helle ,begriffe1 ,einsichten1 ,reflexionen1 ,maximen1 ,sentenzen heraufzuholen1 so da er in ein ganz anderes geistiges ,klima kam1 das der ,ideale und ,grundstze statt der ,qualen und ,wonnen4 ,diese grere ,helligkeit der ,begriffe hat ihm eben die ,philosophie1 hat ihm1 wenn es ,gundolf auch nicht ,wort haben will1 in erster ,linie ,kants ,kritizismus gegeben2 wie es sich auch einmal in ,goethes ,gelegenheitsuerung zu dem jungen ,schopenhauer widerspiegelt3 ,wenn ich eine ,seite im ,kant lese1 wird mir zumute1 als trte ich in ein helles ,zimmer4 #b4 ,die ,ideale und ,grundstze fhren uns auf ein anderes ,gebiet3 das der ,ethik4 ,auch hier lt sich der ,unterschied zwischen dem ,prediger der ,natur 7,goethe7 und denen der ,freiheit1 die zugleich sittliche ,gebundenheit unter die ,pflicht ist 7,kant1 ,schiller71 natrlich nicht verwischen4 ,wir erinnern an des ersteren entschiedene und fortdauernde ,abneigung gegen den radikalen ,hang zum ,bsen1 der dem ,christentum und ,kant zufolge in der ,menschennatur unausrottbar liegen soll4 ,demgegenber bekennt ,goethe bis zum letzten ,augenblick1 und das denn doch wieder in bereinstimmung mit ,kant1 im ,gegensatz dagegen zu dem ,nirwana des ,buddhismus1 der ,maja der ,brahminen und dem irdischen ,jammertal des ,christentums3 ,wie es auch sei1 das ,leben1 es ist gut4 ,goethe ist und bleibt berhaupt ein durchaus diesseitsfroher ,mensch4 ,nach drben ist die ,aussicht uns verrannt1 ist seine theoretische ,weltansicht1 und daraus entspringt unmittelbar sein praktischer ,glaube3 ,das ,drben kann mich wenig kmmern2 vielmehr3 ,aus dieser ,erde quillen meine ,freuden1 ,und diese ,sonne scheinet meinen ,leiden4 ,die ,beschftigung mit ,unsterblichkeitsfragen ist seiner ,meinung nach fr vornehme ,stnde und besonders fr ,frauenzimmer1 die nichts zu tun haben4 ,ein tchtiger ,mensch1 der schon hier etwas ,ordentliches zu sein gedenkt1 und der dafr tglich zu streben1 zu kmpfen und zu wirken hat1 lt die knftige ,welt auf sich beruhen und ist ttig und ntzlich in dieser4 ,gewi1 ,goethe verkrpert das sittliche ,ideal am liebsten in weiblicher ,gestalt3 ,iphigenie1 ,leonore1 ,natalie und anderen4 ,aber es mu doch jedem ,unbefangenen auffallen1 wie stark und hufig er sich1 seit seiner ,freundschaft mit ,schiller1 namentlich aber in seinen spteren ,jahren1 zu den groen ,grundgedanken von ,kants ,ethik bekannt hat4 ,so zu dem ,pflichtbegriff3 ,erfllte ,pflicht empfindet sich immer noch als ,schuld1 weil man sich nie ganz genug getan 7,spruch #dd71 zum kategorischen ,imperativ1 der in der ,naturforschung ebenso am ,platze sei wie im ,sittlichen 7#iae71 zur ,anerkennung des guten ,willens als ,hauptfundaments des ,sittlichen4 ,und vor allem auch zum ,gedanken der sittlichen ,autonomie 7,selbstgesetzgebung73 ,pflicht ist1 wo man liebt1 was man sich selbst befiehlt 7#efe74 ,denn ,das selbstndige ,gewissen ,ist ,sonne deinem ,sittentag1 das ,gewissen1 das keines ,ahnherrn bedarf1 mit dem alles gegeben ist1 das nur mit der inneren eigenen ,welt zu tun hat4 ,sicherlich1 die ,motive sind vielfach bei ,kant und ,goethe1 ihrer vllig entgegengesetzten ,naturanlage entsprechend1 sehr verschieden1 und die methodische ,begrndung fehlt bei dem ,dichter-,denker durchaus4 ,aber in ihrem ,ergebnis kommen sie doch1 wie man sieht1 mannigfach berein4 #c4 ,das stimmt denn auch bis zu einem gewissen ,grade fr ihre ,religionsauffassung4 ,gewi sind auch hier grundlegende ,unterschiede1 ja ,gegenstze vorhanden4 ,goethes vielseitigem ,wesen entspricht es recht1 wenn er sie auf einem ,zettel seines ,nachlasses einmal in die ,worte kleidet3 ,wir sind naturforschend ,pantheisten1 dichtend ,polytheisten1 sittlich ,monotheisten4 ,von ,spinoza her1 aber auch aus seinem innersten ,gefhl heraus hat er sich auch spter gegen einen ,gott gewehrt1 der nur von auen stiee1 das ,all im ,kreis am ,finger laufen liee4 ,sein ,gott lebte und webte in der ,natur1 war schlielich nichts anderes als deren geistiger ,inbegriff4 ,aber daneben ist ihm doch die ,gottheit auch ,verkrperung der hchsten ,sittlichkeit4 ,in seinem ,handexemplar der ,kritik der ,urteilskraft schreibt er zu einer ,stelle des #hf1 wo ihr ,verfasser den ,gottesglauben rein auf die ,moral baut1 ein optime 7sehr gut67 an den ,rand1 und wenige ,seiten spter3 ,gefhl von ,menschenwrde objektiviert 7zum ,gegenstand gemacht7 ,gott4 ,im brigen hat er in ,wilhelm ,meisters ,wanderjahren das schne ,wort von den drei ,stufen der ,ehrfurcht gesprochen3 der ,ehrfurcht vor dem ber uns1 vor dem unter uns und vor uns selbst1 also vor dem in uns4 ,in jenem ,wort von der ruhigen ,verehrung des ,unerforschlichen sprach sich die erste ,ehrfurcht aus2 mit ihr verwandt ist auch das ,gefhl dankbarer ,hingabe in den bekannten ,zeilen des ,vierundsiebzigjhrigen3 ,in unseres ,busens ,reine wogt ein ,streben ,sich einem ,hhern1 ,reinern1 ,unbekannten ,aus ,dankbarkeit freiwillig hinzugeben4 ,aber die hchste ,art der ,ehrfurcht ist ihm doch eben die vor dem ,gttlichen in uns selbst4 ,und darum ist auch der ,grundgedanke seiner grten ,dichtung1 des ,faust1 ganz ,kant und ,schillers ,denkart entsprechend1 der der ,selbsterlsung3 der ,erlsung nicht durch irgendeine von auen kommende ,gnade1 sondern durch die eigene ,tat3 sei es die ,tat des ,gedankens 7,wer immer strebend sich bemht 44471 sei es die des ttigen ,wirkens fr andere1 womit der alte ,faust sein ,leben beschliet4 ,und ebenso in der ,iphigenie3 ,alle menschlichen ,gebrechen ,shnet reine ,menschlichkeit4 #d4 ,obwohl ,goethe als einziger unter unseren vier ,klassikern jahrzehntelang1 offiziell oder inoffiziell1 ein hheres ,staatsamt bekleidet hat1 ist gerade sein ,wesen im ,grunde doch unpolitisch4 ,das tritt schon in der in der ,hauptsache lyrischen ,art seiner ,dichtkunst und vielleicht noch mehr in seinen historischen ,dramen wie ,gtz und ,egmont hervor1 die zwar vielerlei politischen ,stoff enthalten1 aber letzten ,endes doch unpolitischen ,charakter tragen4 ,auch in der ,geschichte ist ihm das ,individuelle und ,biographische interessanter als das ,politische und ,kulturgeschichtliche4 ,die grten politischen ,ereignisse seiner ,zeit3 die groe ,revolution von #aghi1 die ,knechtung ,europas durch ,napoleon und die ,wiederbefreiung von ihm haben ihn verhltnismig kalt gelassen4 ,auffallend ist insbesondere1 wie wenig die weltgeschichtliche ,franzsische ,revolution1 im ,vergleich mit ,kant1 ,schiller1 aber auch dem ihm in der historischen ,anschauung sonst wesensverwandteren ,herder 7vergl4 ,s4 #ib7 ihn innerlich gepackt hat4 ,denn sein vielzitiertes ,wort gelegentlich der ,kanonade von ,valmy1 da mit diesem ,tage eine neue ,epoche der ,weltgeschichte beginne1 oder der sechste ,gesang von ,hermann und ,dorothea knnen doch nicht entschuldigen1 da ein so weltbewegendes ,ereignis ihn nur zu so klglichen dichterischen ,erzeugnissen wie ,der ,grokophta1 ,die ,aufgeregten und ,der ,brgergeneral veranlassen konnte4 ,im ,grunde ist er eben in politischen ,dingen eine durchaus konservative ,natur1 wenn auch natrlich nicht im landlufigen ,sinne geistigen ,rckschritts1 sondern etwa im ,sinne eines aufgeklrten ,absolutismus gewesen4 ,politische ,zielsetzungen1 ,forderungen1 ,lockrufe 7,gundolf7 wie ,freiheit1 ,gleichheit1 ,brderlichkeit oder auch ,patriotismus1 ,befreiungskampf1 haben fr ihn1 den im wesentlichen blo ,betrachtenden1 keine ,schlagkraft besessen4 ,unordnung erscheint ihm unertrglicher als selbst ,ungerechtigkeit4 ,die politische ,geschichte hat er gelegentlich als einen bloen ,mischmasch von ,irrtum und ,gewalt bezeichnet4 ,die groe ,revolution seiner ,tage hatte in seinen ,augen nur den ,nachteil1 gleich der religisen des sechzehnten ,jahrhunderts3 ruhige ,bildung zurckzudrngen4 ber sein ,weltbrgertum brauchen wir uns nicht weiter zu verbreiten4 ,das ist ihm mit ,lessing1 ,herder und ,schiller gemein4 ,dagegen hat man ihn neuerdings wohl mit ,bezug auf die ,pdagogische ,provinz in ,wilhelm ,meisters ,wanderjahren zum ,sozialisten machen wollen4 ,diese seine pdagogisch-soziale ,utopie1 etwas seinem sonstigen auf die unmittelbare ,wirklichkeit gerichteten ,wesen ganz ,widerstrebendes1 erinnert ihrer ,gattung nach vielleicht am ehesten an ,platos ,staat1 ist aber weit unlebendiger1 schemenhafter und nchterner als dieser4 ,im ,grunde ist sie wohl1 hnlich wie ,hegels gleichzeitige ,staatsphilosophie1 eine ,mahnung an die in fast reinem ,individualismus aufgehende ,zeit1 sich des ,gemeinschaftlichen zu erinnern1 wie er schon in dem bekannten ,distichon von #agig gemahnt hatte3 ,immer strebe zum ,ganzen1 und kannst du selber kein ,ganzes ,werden1 als dienendes ,glied schlie an ein ,ganzes dich an4 ,jeder soll sich in einem ,fache1 am besten in einem ,handwerk1 aufs beste ausbilden1 das gibt hhere ,bildung als ,halbheit im ,hundertfltigen2 und dann warten1 welche ,stelle im ,gemeinleben ihm zugeteilt wird4 ,die ,leitung seiner in letzter ,linie zu einem ,weltbund sich zusammenschlieenden idealen ,gesellschaft sollen1 hnlich wie bei ,plato1 weitschauende1 das ,ganze der gesellschaftlichen ,zusammenhnge berblickende1 ber ,sonderwnsche und -interessen erhabene ,greise haben4 ,schon der ,nebentitel ,die ,entsagenden zeigt das ,unfrische1 ,resignierende des ,entwurfs4 ,von wirtschaftlichen ,grundlagen des neuen ,gemeinwesens ist keine ,rede1 nur von ,religion und ,sitte1 ,obrigkeit und ,polizei wird einiges gesagt4 ,die ,hauptsache ist die ,erziehung1 die in einer groen ,anstalt gemeinschaftlich stattfindet1 damit der ,knabe frhzeitig selbstische ,vereinzelung aufgebe4 ,auf krperliche ,ausbildung und praktische ,arbeit wird groer ,wert gelegt1 der ganze ,unterricht auf ,anschauung gegrndet1 auch die ,sprachen lebendig-praktisch bermittelt1 alles tote ,wortwissen vermieden2 ,willkr und ,laune brigens nicht geduldet4 ,das eigentliche ,leitmotiv des ,weltbundes ist ,gemeinntzigkeit1 trachte jeder berall sich und anderen zu ntzen sein ,wahlspruch4 ,nur nach dem1 was einer leistet1 wird gefragt1 jeder ,standesunterschied soll aufgehoben sein4 ,alles1 auch das uere ,milieu3 ,landschaft1 ,wohnung1 ,kleidung1 ,gert wird von oben herab bestimmt4 ,interessant ist das ,voraussehen eines wesentlich sozialen1 technischen und werkttigen ,zeitalters4 ,da ,goethe auch in seinen jngeren ,jahren nicht ohne soziales ,empfinden war1 zeigt eine noch wenig bekannte ,stelle aus einem ,briefe vom ,mrz #aggi an ,frau von ,stein1 wo er klagt1 er komme in der ,arbeit an seinem ,humanitts-,drama1 der ,iphigenie1 nicht recht vorwrts1 weil ihn dabei bestndig die ,gedanken an die -- hungernden ,weber in ,apolda strten4 ,ebendahin gehrt ja auch das3 ,wer nie sein ,brot mit ,trnen a und1 in anderem ,zusammenhang1 das3 ,vom ,rechte1 das mit uns geboren1 von dem ist leider nie die ,frage4 ,so finden wir auch in dem ,plane der ,wanderjahre nicht blo1 wie es bei einem ,goethe selbstverstndlich1 allerlei anregende1 sondern auch sozialistische ,gedanken1 die er zum ,teil mit dem gleichzeitigen ,saint-,simonismus in ,frankreich gemein hat4 ,aber als ,ganzes wirkt doch die in ,romanform weitlufig1 oft bis ins ,pedantische ausgefhrte ,utopie schemenhaft und weltabgewandt1 daher auf die ,dauer -- langweilig4 ,wre nicht ,goethe der ,verfasser1 man wrde sie nicht lesen4 ,an eine praktische ,wirkung des ,romans1 den er brigens erst in seinem achtzigsten ,lebensjahr vollendete1 hat der ,dichter ohnehin nicht gedacht2 er lt zum ,schlusse die ,mitglieder seiner ,gesellschaft1 des zhen ,schlendrians in der ,alten ,welt mde1 zur ,fortsetzung ihrer ,arbeit -- nach ,amerika auswandern4 ,wir erblicken das sozialistische ,ideal1 wenn wir es denn einmal mit ,goethe in inneren ,zusammenhang bringen wollen1 viel schner formuliert in den letzten ,worten des sterbenden ,faust3 ,erffn' ich ,rume vielen ,millionen1 ,nicht sicher zwar1 doch ttig frei zu wohnen -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- ,solch ein ,gewimmel mcht' ich sehn1 ,auf freiem ,grund mit freiem ,volke stehn4 #e4 ,das oberste und eigenste ,gebiet ist und bleibt indes fr ,goethe doch schlielich die ,kunst4 ,auch hier hat er -- von einzelnem zu sprechen1 ist nicht der ,raum vorhanden -- je lnger je mehr der ,philosophie die ,ehre gegeben1 die ihr gebhrt4 ,wer gegenwrtig ber ,kunst schreiben oder gar streiten will1 der sollte einige ,ahnung haben von dem1 was die ,philosophie in unseren ,tagen geleistet hat und zu leisten fortfhrt4 7,spruch #gjd47 ,auch hier hat sich sein philosophisches ,denken letzten ,endes zu dem schpferischen ,idealismus des selbsterzeugenden menschlichen ,geistes bekannt3 ,kein ,portrt kann etwas taugen1 als wenn es der ,maler im eigentlichen ,sinne erschafft 7,der ,sammler74 ,und verallgemeinert3 ,es gibt einen allgemeinen ,punkt1 aus welchem alle ihre 7der ,kunst7 ,gesetze ausflieen3 das menschliche ,gemt4 ,die ,kunst ist nur durch den ,menschen und fr ihn4 ,die ,kunst und ihr philosophischer ,ausdruck1 die sthetik1 bildet aber nur ein fr sich bestehendes ,gebiet des menschlichen ,bewutseins neben ,natur und ,sittlichkeit3 gleich diesen in letzter ,linie der ,gesetzgebung des ,menschen untergeordnet1 der berall1 wo er bedeutend auftritt -- in ,wissenschaft und ,staat1 ,sittlichkeit1 ,kunst und ,religion --1 gesetzgebend sich verhlt4 ,diese ,gesetze aufzusuchen ist die ,aufgabe der ,philosophie2 und insofern er sich darum sein ,leben lang bemht1 hat auch ,wolfgang ,goethe seinen ,anteil zur deutschen ,philosophie beigetragen4 ,so gehrt auch er -- neben ,lessing1 ,herder und ,schiller -- als vierter und letzter1 aber mit nicht minderem ,recht als sie1 in die ,reihe unserer ,klassiker-,philosophen4 ,anhang ,zur ,literatur ,es wre unangebracht1 unseren ,lesern an dieser ,stelle eine mglichst vollstndige ,zusammenstellung aller ,schriften1 die ber die philosophischen ,anschauungen unserer ,dichter-,klassiker oder irgendeine ,seite derselben handeln1 zu geben4 ,wir verweisen diejenigen1 die sich dafr interessieren1 auf den bibliographischen ,anhang zu ,ueberwegs ,grundri der ,geschichte der ,philosophie1 #c4 ,band1 dessen neueste 7#aa47 ,auflage 7besorgt von ,professor ,m4 ,frischeisen-,khler1 ,berlin #aiad7 allein ber ,lessing nicht weniger als #eb ,schriftentitel anfhrt4 ,der ,leser wrde dabei nur vor einem ,heere von ,namen und ,titeln stehen1 mit denen er wenig anzufangen wte4 ,wir beschrnken uns vielmehr im folgenden auf eine ,angabe derjenigen literarischen ,hilfsmittel1 die wir fr die wichtigsten und frderndsten halten4 ,von den allgemeinen literaturgeschichtlichen ,darstellungen halten wir noch immer fr eine der besten ,hermann ,hettners ,literaturgeschichte des achtzehnten ,jahrhunderts1 #c4 ,teil2 daneben ist1 namentlich fr ,lessing1 auch des alten ,gervinus ,geschichte der deutschen ,dichtung 7#ahdb7 noch sehr brauchbar4 ber ,lessing besitzen wir1 nachdem die beiden frh verstorbenen ,danzel und ,guhrauer mit einer fr ihre ,zeit 7#ahej bezw4 #ahed7 sehr verdienstlichen ,darstellung vorangegangen waren1 seit #ahhd eine vorlufig abschlieende biographische ,darstellung in dem zweibndigen ,werke von ,erich ,schmidt ,lessing4 ,geschichte seines ,lebens und seiner ,schriften1 #c4 ,auflage #aiji1 die freilich gerade philosophisch nicht ausreicht4 ,eine gute ,ergnzung dazu bietet die knappe1 aber bedeutende ,darstellung1 die ,wilhelm ,dilthey #ahfg in den ,preuischen ,jahrbchern gab1 und die erweitert seit #aije in ,diltheys ,das ,erlebnis und die ,dichtung 7#d4 ,auflage #aiab7 aufgenommen ist4 ,die eindringendste ,monographie ber ,lessing als ,philosoph hat bis jetzt ,christoph ,schrempf1 der eigenartige schwbische ,theologe und ,philosoph1 in ,band #ai von ,frommanns ,klassikern der ,philosophie 7,stuttgart #aije7 geliefert4 ,vom marxistischen ,standpunkt aus hat ,franz ,mehring ein umfassendes ,gemlde der ,zeit ,friedrichs des ,groen und ,lessings gegeben in seiner ,lessing-,legende 7,stuttgart #aibb1 ,dietz1 #h4 ,auflage71 in der ,lessing als der literarische ,wortfhrer des aufstrebenden ,brgertums gezeichnet wird4 ,fr ,herder hat eine hervorragende groe und grundlegende ,gesamtdarstellung in zwei mchtigen ,lexikonbnden von zusammen ber #afjj ,seiten ,rudolf ,haym1 ,herder nach seinem ,leben und seinem ,wirken 7,berlin #ahhj bis #ahhb71 geliefert4 ,eine knappere1 darum vielen unserer ,leser vielleicht willkommenere ,darstellung in einem immerhin noch starken ,bande gibt ,eugen ,khnemanns ,herder 7zweite1 neu bearbeitete ,auflage1 ,mnchen #aiab1 ,o4 ,beck73 geistreich1 freilich auch stark subjektiv1 das ,seelische stark herausholend4 ,eine noch krzere ,sonderdarstellung von ,herder als ,philosoph1 an ,umfang der ,schrempfschen von ,lessing entsprechend1 enthlt die ,arbeit des sterreichischen ,gelehrten ,c4 ,siegel 7,stuttgart #aijg1 ,cotta71 sorgfltig und klar1 freilich auch etwas trocken4 ,in unserem ,text haben wir auerdem auf das eigenartige ,buch von ,gnther ,jacoby ,herder als ,faust 7,leipzig #aiaa7 hingewiesen1 der auch den letzten ,kampf ,herders gegen ,kant und beider ,begrndung der sthetik in besonderen ,schriften behandelt hat4 ber ,schiller liegt eine groe ,biographie1 die auch philosophisch vllig befriedigte1 nicht vor4 ,die krzere von ,e4 ,khnemann 7,mnchen #aijf7 steht in dieser ,beziehung hinter seiner eben genannten ,herder-,biographie zurck4 ,tiefer philosophisch geht seine kleinere ,schrift ,kants und ,schillers ,begrndung der sthetik #ahie4 ,aus der ,masse der bei ,ueberweg 7#aa4 ,auflage #aiad7 ,s4 #aje bis #ajg zitierten ,arbeiten ber ,schillers ,philosophie ragen hervor3 ,kuno ,fischer1 ,schiller als ,philosoph1 #aheh1 #b4 ,auflage1 ,heidelberg #ahib2 ,k4 ,tomaschek1 ,schiller in seinem ,verhltnis zur ,wissenschaft1 ,wien #ahfb2 ,f4 ,a4 ,lange1 ,einleitung und ,kommentar zu ,schillers philosophischen ,gedichten1 aus dem ,nachla herausgegeben von ,o4 ,a4 ,ellissen1 ,leipzig #ahig4 ,ferner das ,festheft der ,kant-,studien3 ,schiller als ,philosoph und seine ,beziehungen zu ,kant1 ,berlin #aije2 ,karl ,vorlnder1 ,kant -- ,schiller -- ,goethe1 #a4 ,teil1 ,leipzig #aijg1 #b4 ,auflage #aibb4 ,mit ,goethe als ,philosoph hat man sich eingehender erst viel spter zu beschftigen begonnen4 ,frher wurde er in der ,regel blo als ,spinozist betrachtet 7z4 ,b4 von ,danzel1 ber ,goethes ,spinozismus1 ,hamburg #ahdc74 ,erst ich selber habe seit #ahig in verschiedenen1 spter erweiterten und zu meinem ebengenannten ,buche ,kant -- ,schiller -- ,goethe1 #b4 ,teil zusammengefaten1 ,aufstzen auf den nachhaltigen ,einflu ,kant-,schillers auf den reifen ,goethe 7von #agij an7 hingewiesen4 ,siebecks ,monographie ,goethe als ,denker 7,stuttgart #aijb7 dringt nicht tief2 ,christoph ,schrempf ist ber den jungen ,goethe 7,stuttgart #aijh7 nicht hinausgekommen4 ,manche wertvolle ,einzelbeitrge sind natrlich auch in der langen ,reihe der von der ,goethe-,gesellschaft 7,weimar7 herausgegebenen ,jahrbcher enthalten4 ,so hat1 wie ich selbst einst auf ,wunsch des ,herausgebers in dem von #ahih eine kurze zusammenfassende ,darstellung von ,goethe und ,kant gab1 in dem neuesten 7#aibb7 der krzlich aus dem ,leben geschiedene ,otto ,braun einen ,aufsatz ,goethe und ,schelling verffentlicht1 der allerdings nichts wesentlich ,neues bringt4 ,ein anderer 7,w4 ,hertz7 sucht ebendort wahrscheinlich zu machen1 da der bermtige ,baccalaureus im zweiten ,teil des ,faust nicht auf den jungen ,fichte1 sondern auf den jungen ,schopenhauer gehe4 ,ein dritter 7,hartung7 behandelt das interessante ,thema ,goethe als ,staatsmann1 ,o4 ,marcuse ,goethe als ,rechtsbildner4 ,von den groen allgemeinen ,darstellungen sind philosophisch am wertvollsten diejenigen ,chamberlains und namentlich ,gundolfs 7,goethe1 #aiaf74 ,als gut unterrichtende ,einfhrung ist auch die ,einleitung ,heynachers in seiner ,ausgabe 7s4 unten7 zu empfehlen4 ,die ,philosophische ,bibliothek 7,leipzig1 ,verlag ,f4 ,meiner7 hat sich das ,verdienst erworben1 die wichtigsten philosophischen ,stcke aller von uns behandelten vier ,klassiker in guten ,auswahl-,ausgaben mit ,einleitungen der ,herausgeber zu verffentlichen4 ,so3 ,lessings ,philosophie von ,p4 ,lorentz1 #aiji1 ,herders ,philosophie von ,horst ,stephan1 #aijf1 ,schillers ,philosophische ,schriften und ,gedichte von ,e4 ,khnemann1 #b4 ,auflage #aiji1 ,goethes ,philosophie aus seinen ,werken von ,m4 ,heynacher1 #b4 ,auflage #aibb4 ,namenverzeichnis ,abel #ii f4 ,amalrich von ,bene #dd4 ,aristoteles #ad1 #bc1 #bd1 #ga1 #afi ,anm41 #age1 #agg4 ,augustenburg1 ,herzog von #ajh1 #aaj1 #adj1 #adc4 ,augustin #ab4 ,baco1 ,roger #agg4 ,bartels #dj4 ,batteux #ad4 ,baumgarten #ag f41 #ff1 #afi ,anm4 ,bayle #e f41 #aeb1 #aef4 ,beethoven #ajc1 #adh4 ,berengar #bf f4 ,bergson #ahb4 ,bismarck #df4 ,blumenbach #hg4 ,bodin #eb4 ,bodmer #ae1 #ai4 ,boerhave #aeg4 ,braun1 ,o4 #aia4 ,breitinger #ae1 #ai4 ,brockes #ae4 ,bruno #aed f41 #afi ,anm41 #agg4 ,brutus #df4 ,buhle #agg4 ,burke #ab1 #ae4 ,campanella #afi ,anm4 ,cardano #h4 ,cassirer1 ,e4 #afe4 ,chamberlain1 ,h4 ,st4 #aia4 ,christ #f4 ,christus s4 ,jesus4 ,claudius1 ,matthias #ga1 #ij4 ,cochlus #h4 ,comte #bc4 ,condillac #ga4 ,crusius #fg4 ,danzel #ahi1 #aij4 ,darwin #gi4 ,demokrit ,,viii4 ,descartes #eh1 #aeh4 ,devrient #be f4 ,diderot #f1 #ad1 #ga1 #aec4 ,dilthey1 #bj1 #bb1 #bc1 #da1 #ahi4 ,drako #aba4 ,dubos #ad4 ,dhring #dj4 ,drer #ai4 ,eberhard #bg4 ,eckermann #aed1 #afd4 ,eckhart #ci4 ,ellissen #aij4 ,engels #hh4 ,epiktet #aeb1 #afi ,anm4 ,erhard #ade4 ,ferguson #aja4 ,fichte #fb1 #aac1 #afi ,anm41 #agb1 #agd1 #age1 #agi4 ,fischenich #aji4 ,fischer1 ,kuno #aae1 #aij4 ,forster #hg4 ,friedrich ,,ii4 #f1 #ai1 #bf1 #dg f41 #abi4 ,frischeisen-,khler #ahi4 ,garve #aec4 ,gervinus #ba f41 #fb1 #ahi4 ,gener #ae4 ,gleim #di4 ,goethe ,,iii1 ,,vii f41 #d1 #ac1 #ad1 #af1 #ai ff41 #bd1 #dj1 #da1 #dh1 #ej1 #eb1 #eg f41 #ei1 #fa f41 #fe1 #ga1 #gc f41 #gf ff41 #hb1 #hd f41 #hi ff41 #ajd1 #aaj f41 #aab1 #aae f41 #aai1 #abd ff41 #acc1 #aci1 #adb1 #adh1 #adi--ahh1 #aij f4 ,goeze #ca1 #cd ff4 ,gottschedianer #bb4 ,guhrauer #ahi4 ,gundolf #aeg1 #afj1 #afg1 #ahj1 #ahb1 #ahf1 #aia4 ,haller1 ,a4 von #i1 #ae1 #ai1 #ge1 #aja4 ,hamann #eg1 #fh f41 #gc1 #ge f41 #ha1 #hg1 #ic1 #afe4 ,harnack1 ,o4 #agi4 ,harris #ad4 ,hartung #aia4 ,hauptmann #be4 ,haym #ff1 #hd1 #id ,anm41 #aij4 ,hegel #hg1 #ie1 #afi ,anm41 #age f41 #agh f41 #ahf4 ,heine1 ,h4 #add4 ,heinrich #ajf ,anm4 ,heinroth #ahj4 ,heinse #af4 ,henzi #df4 ,heraklit #fj1 #gi4 ,herder ,,vii f41 #ac1 #af1 #bj1 #eb1 #ei1 #fj1 #fe bis #if1 #ii1 #aac1 #abj1 #abd1 #abf1 #acj1 #aea1 #aeh1 #afa ff41 #aga f41 #agf1 #ahe1 #aij4 ,herder1 ,karoline #fi1 #ga1 #gb1 #ij f4 ,hettner #acg1 #ahi4 ,heynacher #aia4 ,hieronymus #cc4 ,hohenheim1 ,franziska von #ajj4 ,holbein #ai4 ,home #ae4 ,homer #ah1 #ga1 #ajd1 #acc4 ,hoven von #ada ,anm4 ,humboldt1 ,alexander von #age f4 ,humboldt1 ,wilhelm von #gb1 #adb1 #age f4 ,hume #fg4 ,hutcheson #ad4 ,jacobi1 ,f4 ,h4 #ac1 #eg ff41 #hi f41 #aef1 #afa ff41 #agd1 #agf f4 ,jacoby1 ,g4 #gf1 #id1 #aij4 ,james #ahb4 ,jean ,paul #ic4 ,jerusalem #ef4 ,jesus #h1 #cb ff41 #dc1 #he1 #ajf1 #aeb1 #afg4 ,joachim von ,floris #dd4 ,johannes #cc1 #gc4 ,justi #bj ,anm4 ,justin #ab4 ,kalb1 ,charlotte von #ajb4 ,kalvin #bi1 #abg4 ,kant ,,viii1 #c1 #e1 #f1 #h f41 #aj1 #aa1 #ab1 #ad1 #ae f41 #ai f41 #bd1 #cb1 #cf1 #ch1 #dj1 #dc ,anm41 #dh1 #ff f41 #fi1 #gj1 #gc1 #ge1 #gh1 #hj f41 #hc1 #he1 #hg f41 #id f41 #if1 #ajb1 #ajf ff4 bis #acb1 #ach f41 #ada1 #add1 #adg1 #aec1 #afb1 #afg ff41 #agh f41 #aha1 #ahc f41 #ahe4 ,keller1 ,gottfr4 #ba4 ,kepler #fg4 ,keyserling #gj4 ,kleist1 ,e4 ,chr4 von #ae4 ,klettenberg1 ,s4 von #aec1 #aeg4 ,klopstock ,,vii f41 #ib1 #acd1 #aci4 ,knebel #ha1 #afa4 ,knig1 ,eva #bf1 #cg1 #fb4 ,krner1 ,g4 #ajc ff41 #abc1 #abg1 #aci1 #agj f4 ,khnemann #fh1 #gf1 #hg1 #id ,anm41 #aaf1 #aca1 ,anm41 #aij1 #aia4 ,lachmann #ea4 ,lamettrie #i4 ,lange1 ,f4 ,a4 #aje1 #acj1 #adh1 #aij4 ,lassalle #df4 ,lavater #gc1 #ij1 #afe4 ,leibniz #d1 #h1 #i1 #ab f41 #bg1 #bh1 #cc1 #eh f41 #ff1 #hh ff41 #aji4 ,lemnius #h4 ,lengefeld1 ,charlotte von #ach1 #adj4 ,lessing1 ,g4 ,e4 ,,vii f41 #a--fb1 #fe1 #fi1 #ga1 #gd ff41 #hj1 #he1 #hi1 #ii1 #abd1 #abf1 #acg1 #aea1 #aec1 #aeh f41 #afa1 #agi1 #ahf1 #ahi f4 ,lessing1 ,karl #bg f4 ,lessing1 ,theophil #c4 ,lindner #fh4 ,locke #hh4 ,lorentz #aia4 ,lotze #hg f4 ,luther #h1 #bf1 #ce f41 #abd f4 ,lucian ,,viii4 ,macaulay #ac4 ,malebranche #afi ,anm4 ,marcuse #aia4 ,marx1 ,k4 #df1 #eb1 #hh4 ,mehring #dg1 #ej f41 #ajb1 #acf ,anm41 #afj1 #ahi f4 ,mendelssohn #aj f41 #ac1 #ae1 #cj1 #ei1 #ge1 #ij1 #aec1 #afb4 ,meyer1 ,h4 #agd1 #agf4 ,meyer1 ,k4 ,f4 #ba4 ,montesquieu #eb1 #gj4 ,morus #ed4 ,mller #i1 #ia4 ,muncker #ea4 ,natorp #ch4 ,neuser #h1 #bh f4 ,newton #fg4 ,nicolai #aj f41 #ae1 #cj1 #dh4 ,niethammer #age4 ,nietzsche #fb1 #fh1 #aab1 #ahb4 ,oeser #ae1 #aec4 ,origenes #ab4 ,ossian #acd4 ,parmenides #eh4 ,paulus #he4 ,perikles #abe4 ,pestalozzi #aci4 ,plato #ad1 #af1 #ed1 #eh1 #hh1 #aab1 #aac1 #abj1 #abe1 #adg1 #afi ,anm41 #agg1 #ahf4 ,plutarch #ab4 ,pope #aj1 #ab f4 ,pythagoras ,,viii4 ,raffael #be1 #adh4 ,ramler #aa4 ,ranke #hh4 ,reimarus1 ,elise #cj1 #fb4 ,reimarus1 ,herm4 #bi ff41 #db4 ,reinhard #afh4 ,reinhold #ha1 #ajf1 #aab1 #afg f4 ,rembrandt #ae1 #fb4 ,re #cc4 ,rethel #ai4 ,ritschl #cb4 ,rousseau #h1 #dg1 #fg1 #gj1 #ge1 #aja f41 #abj1 #acd1 #aed4 ,ruland #afi4 ,saint-,simon #ahg4 ,schelling #hg1 #ie1 #aac1 #afi ,anm41 #age f41 #agg4 ,schiller #ad1 #af1 #bj f41 #be1 #ch1 #dj1 #dg1 #dh1 #ej1 #eb1 #gc1 #hj1 #ib f41 #if1 #ig--adh1 #afj1 #aff1 #agj f41 #aga bis #agg1 #agi f41 #ahc1 #ahf1 #aij4 ,schleiermacher #cb4 ,schlosser #aae f41 #agf4 ,schmidt1 ,erich #fj1 #ahi4 ,schopenhauer #fb1 #abi1 #afi ,anm41 #agh1 #ahb4 ,schrempf #af1 #ahi1 #aij4 ,schumann #cb f4 ,schwartz-,erler #fe4 ,servet #bi4 ,shaftesbury #ac1 #hh f41 #aja1 #abe1 #abi4 ,shakespeare #ba ,anm41 #bc1 #ga1 #hh1 #acc4 ,siebeck #aia4 ,siegel #id1 #aij4 ,simonides #ae1 #bj4 ,sokrates ,,viii1 #h1 #abe1 #aeb4 ,solon #aba4 ,smmering #hg4 ,sonnenfels #dh4 ,sophokles #af1 #be4 ,spartakus #dg4 ,spencer #gh4 ,spinoza #ac1 #ch1 #eg ff41 #ge f41 #hh ff41 #ie1 #aee ff41 #afi ,anm41 #agg1 #ahd4 ,stein1 ,charlotte v4 #afa f41 #ahg4 ,steiner1 ,rudolf #eh1 #aha4 ,stephan1 ,h4 #aia4 ,storm1 ,th4 #ba4 ,streicher #acg4 ,sylvan #bi4 ,tacitus #ej4 ,tauentzien von #aa1 #dg4 ,tomaschek #aij4 ,tnnies #acf ,anm4 ,trescho #fe4 ,ueberweg #ahi1 #aij4 ,uhland #af4 ,vischer #abc4 ,voltaire #f1 #bf1 #ej1 #aed4 ,walter von der ,vogelweide #gi4 ,warda #fe ,anm4 ,washington #aci4 ,wieland ,,vii f41 #bj f41 #ha1 #ib1 #ic1 #ajf4 ,winckelmann #f1 #ae1 #bj1 #dh1 #gg f41 #aec4 ,wissowatius #bh4 ,wolff #d1 #h1 #i1 #ab1 #ff1 #hh1 #aeb f41 #aec ,anm4 ,xenophanes #abe4 ,funoten #a ,seite #aja seiner im ,anhang zitierten ,schrift4 #b ,wir besitzen ber ,winckelmann ein vortreffliches ,werk in ,karl ,justi3 ,winckelmann1 sein ,leben1 sein ,werk und seine ,zeitgenossen 7#b ,bnde1 #ahff und #ahgb1 #b4 ,auflage #c ,bnde #ahih74 #c ,wir sehen hier1 um die ohnehin reiche ,stofflle nicht noch zu vergrern1 von seinem ersten ,eintreten fr ,shakespeare gegen ,gottsched in den ,literaturbriefen der fnfziger ,jahre ab4 #d ,das heit die spter als magebend angesehene1 die heutigen neutestamentlichen ,schriften umfassende ,sammlung4 #e ,wenn ,lessing die ,recha von ,moses sagen lt3 ,wo er stand1 stand er vor ,gott1 so fhlt man sich gleichfalls an ,eckharts ,gedanken erinnert3 da man ,gott beim ,herdfeuer oder im ,stalle ebenso gegenwrtig haben knne als in der ,einde oder in der ,klosterzelle4 ,und ,eckharts ,ansicht1 da das wahre ,gebet keiner ,worte bedrfe1 hat ,lessing in der ,minna von ,barnhelm in dem schnen ,satze ,ausdruck gegeben3 ,ein einziger dankbarer ,gedanke gen ,himmel ist das vollkommenste ,gebet4 #f ,denselben ,gedanken finden wir in ,kants ,religion innerhalb der ,grenzen der bloen ,vernunft 7in meiner ,ausgabe1 ,bd4 #de der ,philosophischen ,bibliothek7 ,s4 #if f4 #g ,in einem handschriftlichen ,bruchstck3 ,da mehr als fnf ,sinne fr den ,menschen sein knnen4 #h ber beide siehe meine ,volkstmliche ,geschichte der ,philosophie4 #b4 ,auflage4 ,dietz ,nachf41 ,stuttgart #aibb4 #i ,lessing ist brigens gegen eine ,einmischung des ,ordens in die ,politik4 ,selbst das ,eintreten mit bewaffneter ,hand fr ,menschenrechte1 wie es die ,nordamerikaner in ihrem gleichzeitigen ,freiheitskampf wider ,england taten1 weist sein konsequenter ,pazifismus ab4 ,denn was ,blut kostet1 ist ganz gewi kein ,blut wert4 #aj ,die folgende ,darstellung fut auf dem eingehenden und einen durchaus zuverlssigen ,eindruck machenden ,bericht ,jacobis1 den er #aghe verffentlicht hat4 ,wir beschrnken uns natrlich auf das1 was ,lessings philosophische ,anschauungen betrifft4 #aa ,so ist der ,name durch den bekannten ,kantkenner ,artur ,warda in ,knigsberg jetzt festgestellt4 #ab ,abgedruckt mit ihrer ,fortsetzung unter anderem in meiner ,kantausgabe in der ,philosophischen ,bibliothek ,band #dg ,i1 ,s4 #ba bis #df4 ,wir benutzen zu unserer obigen ,darstellung einen ,teil der ,gedanken unserer dortigen ,einleitung4 #ac ,herders und ,kants sthetik1 ,leipzig #aijg4 ,vergl4 auer ,siegels ,monographie 7siehe ,anhang7 ferner ,e4 ,khnemann1 ,herders letzter ,kampf gegen ,kant1 in ,aufstze zur ,literaturgeschichte1 ,m4 ,bernays gewidmet4 ,hamburg #ahic4 ,die beiden bedeutendsten ,herderbiographen1 ,haym und ,khnemann1 lehnen den ,herderschen ,standpunkt ab4 #ad ,ein ,neidhammel unter seinen ,kollegen1 der ,professor der ,geschichte ,heinrich1 hatte den ,anschlag der ,antrittsvorlesung in den ,buchlden durch den ,pedell herunterreien lassen1 weil sich ,schiller darauf als ,professor der ,geschichte 7statt der ,philosophie7 bezeichnet hatte1 was damals mehr galt4 ,schiller schrieb dazu3 ,ist das nicht erbrmlich8 ,mit solchen ,menschen habe ich zu tun4 #ae ,abgedruckt in meiner ,ausgabe in der ,philosophischen ,bibliothek ,band #dg ,i1 ,s4 #dg bis #fd2 vergl4 meine ,einleitung dazu ,s4 ,,xxi bis ,,xxiv4 #af ,religion innerhalb der ,grenzen usw4 ,s4 #bb1 ,anmerkung4 #ag ,vergl4 ,eugen ,khnemann1 ,kants und ,schillers ,begrndung der sthetik1 #ahie2 auch desselben ,einleitung zu seiner ,auswahl-,ausgabe4 #ah ,k4 ,vorlnder1 ,der ,formalismus der ,kantischen ,ethik in seiner ,notwendigkeit und ,fruchtbarkeit4 ,marburg #ahic4 #ai ,nheres siehe unter anderem bei ,ferdinand ,tnnies1 ,schiller als ,zeitbrger und ,politiker4 ,berlin #aije4 ,auch ,mehrings im ,anhang zitiertes ,schiller-,bchlein vom gleichen ,schiller-,jubilumsjahr gibt wertvolle ,gesichtspunkte4 #bj ,zu seinem ,jugendfreunde v4 ,hoven uerte er whrend seines ,aufenthalts in der schwbischen ,heimat #agic3 ,die eigentlichen ,prinzipien1 die einer wahrhaft glcklichen brgerlichen ,verfassung zum ,grunde gelegt werden mssen1 sind noch nirgends anders als hier1 indem er auf ,kants ,kritik der ,vernunft1 die eben auf dem ,tische lag1 hinwies4 #ba ,ich habe auf diese noch wenig beachtete ,seite ,schillers bereits in meinem ,schriftchen ,kant1 ,fichte1 ,hegel und der ,sozialismus 7#aibj bei ,p4 ,cassirer1 jetzt ,vorwrts-,verlag7 hingewiesen4 #bb ,christliche ,gedanken eines heidnischen ,philosophen4 ,preuische ,jahrbcher #ahig4 #bc ,die ,geschichte ist ,wolff nur zur moralischen ,belehrung da4 ,die ,poeten dienen zur ,belustigung der ,ohren1 mssen aber unter ,staatsaufsicht gestellt werden1 auf da sie nicht durch verliebte und unzchtige ,verse gute ,sitten verderben4 ,in der ,politik gilt das ,wort vom beschrnkten ,untertanenverstand4 ,in einem der acht ,quartbnde seines ,naturrechts behandelt ,wolff unter anderem ausfhrlich die ,frage1 ob lautes ,schmatzen beim ,essen gegen das ,naturrecht sei4 ,vergl4 meine ,volkstmliche ,geschichte der ,philosophie ,s4 #aid bis #aig4 #bd ,was ,goethe dann bekanntlich in seinem ,wilhelm ,meister auch auf die ,geschlechterliebe in dem1 wie er selbst sagt1 frechen ,wort der losen ,philine ausgedehnt hat3 ,wenn ich dich liebe1 was geht's dich an6 #be ,er besa sie brigens erst in der dritten ,auflage von #agij4 #bf ,es findet sich1 wie alles von ,goethes ,hand ,stammende1 in der groen ,weimarer ,ausgabe seiner ,werke1 ,briefe usw4 ,einen ausfhrlichen ,bericht gebe ich in meinem ,kant -- ,schiller -- ,goethe ,s4 #adf bis #adi4 #bg ,ich habe a4 a4 ,o4 ,s4 #bfh bis #bga auch einen genauen ,bericht ber ,goethes philosophische ,bcherei gegeben4 ,sie zhlte #ahf ,nummern mit etwa #bbj ,bnden4 ,neben vielen unbedeutenden ,widmungsexemplaren philosophischer ,zeitgenossen finden sich von bekannteren ,denkern3 ,einzelnes von ,giordano ,bruno1 ,plato1 ,aristoteles1 ,epiktet1 ,campanella1 ,hobbes1 ,malebranche1 ,baumgarten1 ,lambert2 alles von ,spinoza2 das ,wichtigste von ,fichte1 ,schelling1 ,hegel und ,schopenhauer4 #bh ,whrend seiner ,kampagne in ,frankreich 7,oktober #agib7 setzte er einem jungen in ,kants ,schriften beschlagenen ,lehrer in ,trier als ,sinn der kritischen ,lehre auseinander3 ein ,kunstwerk solle wie ein ,naturwerk1 ein ,naturwerk wie ein ,kunstwerk behandelt und der ,wert eines jeden aus sich selbst entwickelt1 an sich selbst betrachtet werden4 #bi ber das ,datum vergl4 meine genaue ,untersuchung in ,kantstudien ,i1 ,s4 #caf f41 krzer wiederholt in ,kant -- ,schiller -- ,goethe ,s4 #aeh f4 #cj ,kant -- ,schiller -- ,goethe ,s4 #aif bis #bde4 ,verlag von ,j4 ,h4 ,w4 ,dietz ,nachf4 ,g4 m4 b4 ,h4 in ,stuttgart ,wir empfehlen3 ,volkstmliche ,geschichte der ,philosophie ,von ,karl ,vorlnder ,internationale ,bibliothek ,band #fb ,in der ,vorrede zu diesem ,werk schreibt der ,verfasser3 ,schon lange war es mein ,wunsch1 neben meiner zweibndigen ,geschichte der ,philosophie1 die sich hauptschlich in den ,kreisen der ,studierenden eingebrgert zu haben scheint1 eine krzere ,darstellung desselben ,stoffes fr den freidenkenden ,mann aus dem ,volke zu schreiben1 der fr die groen ,weltanschauungsfragen interessiert ist4 ,das ist allerdings keine leichte ,aufgabe und ist wohl deshalb bisher noch nie versucht worden4 ,denn ein solches ,buch soll kurz sein und doch die ,hauptprobleme der ,philosophie klar herausarbeiten1 ihre ,hauptgestalten lebensvoll schildern2 allgemeinverstndlich1 ohne doch an der ,oberflche zu bleiben4 ,nun1 ich hab's gewagt6 ,eine ,aufforderung von ,professor ,ferdinand ,jakob ,schmidt in der ,neuen ,zeit vom #ab4 ,mrz #aibj bestrkte mich in dem ,entschlu4 ,jahrelanger geistiger ,verkehr mit bildungsdurstigen ,mnnern der verschiedensten ,kreise lt mich hoffen1 da ich den ,ton im allgemeinen getroffen habe4 ,marx1 ,engels und ,lassalle als ,philosophen ,von ,karl ,vorlnder ,i4 ,marx' ,anfnge4 ,,ii4 ,die ,sturm- und ,drangperiode3 #a4 ,marx #ahdb bis #ahde4 -- #b4 ,engels' philosophische ,anfnge4 -- #c4 ,marx und ,engels #ahde4 ,,iii4 ,die ,entstehung des historischen ,materialismus3 #a4 ,die ,thesen ber ,feuerbach4 -- #b4 ,die ,deutsche ,ideologie4 -- #c4 ,der ,anti-,proudhon4 -- #d4 ,das ,kommunistische ,manifest4 ,,iv4 ,die ,ausbildung der dialektischen ,methode3 #a4 ,zur ,kritik der politischen konomie4 -- #b4 ,engels ber ,marx 7#ahei74 -- #c4 ,marx und ,hegel4 -- #d4 ,das ,kapital4 ,v4 ,engels' ,anti-,dhring und ,feuerbach3 #a4 ,der ,anti-,dhring4 -- #b4 ,der ,feuerbach4 ,,vi4 ,engels' letzte ,modifikationen des historischen ,materialismus4 ,,vii4 ,lassalle als ,philosoph3 #a4 ,jugend- und ,universittsjahre4 -- #b4 ,der ,heraklit4 ,die fnfziger ,jahre4 -- #c4 ,lassalle und ,fichte 7#ahfj bis #ahfb74 -- #d4 ,das ,system der erworbenen ,rechte4 -- #e4 ,das ,arbeiterprogramm4 ,verlag von ,j4 ,h4 ,w4 ,dietz ,nachf4 ,g4 m4 b4 ,h4 in ,stuttgart ,internationale ,bibliothek #a ,tschulok1 ,entwicklungstheorie 7,darwins ,lehre74 #b ,kautsky1 ,marx' konomische ,lehren4 #e ,kautsky1 ,thomas ,more und seine ,utopie4 #f ,bebel1 ,charles ,fourier4 ,sein ,leben und seine ,theorien4 #h ,stern1 ,die ,philosophie ,spinozas4 #i ,bebel1 ,die ,frau und der ,sozialismus4 ,mit einem ,portrt ,bebels4 #aj ,lissagaray1 ,die ,geschichte der ,kommune #ahga4 ,illustriert4 #aa ,engels1 ,der ,ursprung der ,familie1 des ,privateigentum und des ,staats4 ,nach ,lewis ,h4 ,morgans ,forschungen4 #ab ,marx1 ,das ,elend der ,philosophie4 #ac ,kautsky1 ,erfurter ,programm4 ,in seinem grundstzlichen ,teil erlutert4 #ad ,engels1 ,die ,lage der arbeitenden ,klasse in ,england4 #ag ,mehring1 ,die ,lessing-,legende4 ,eine ,rettung4 #ba ,engels1 ,herrn ,eugen ,dhrings ,umwlzung der ,wissenschaft4 #bd ,marx1 ,revolution und ,konterrevolution in ,deutschland4 #bf;a ,dodel1 ,aus ,leben und ,wissenschaft4 #a4 ,leben und ,tod4 #bf;b ,dodel1 ,aus ,leben und ,wissenschaft4 #b4 ,kleinere ,aufstze4 #bf;c ,dodel1 ,aus ,leben und ,wissenschaft4 #c4 ,moses oder ,darwin8 #bi ,plechanow1 ,beitrge zur ,geschichte des ,materialismus4 #cj ,marx1 ,zur ,kritik der politischen konomie4 #cc ,deutsch1 ,sechzehn ,jahre in ,sibirien4 ,erinnerung eines ,revolutionrs4 #ce bis #cg;a ,marx1 ,theorien ber den ,mehrwert4 #d ,bnde4 #ch ,kautsky1 ,ethik und materialistische ,geschichtsauffassung4 #dj ,pashitnow1 ,die ,lage der arbeitenden ,klasse in ,ruland4 #da ,deutsch 7,verfasser von ,sechzehn ,jahre in ,sibirien71 ,viermal entflohen4 #dd ,bernstein1 ,sozialismus und ,demokratie in der groen englischen ,revolution4 #de ,kautsky1 ,der ,ursprung des ,christentums4 ,eine historische ,untersuchung4 #dg--dh;b ,kautsky1 ,vorlufer des neueren ,sozialismus4 #d ,bnde4 #ej ,kautsky1 ,vermehrung und ,entwicklung in ,natur und ,gesellschaft4 #eb ,salvioli1 ,der ,kapitalismus im ,altertum4 ,studien ber die rmische ,wirtschaftsgeschichte4 ,aus dem ,franzsischen bersetzt von ,karl ,kautsky jun4 #ec ,adler1 ,marxistische ,probleme4 ,beitrge zur ,theorie der materialistischen ,geschichtsauffassung und ,dialektik4 #eg ,noske1 ,kolonialpolitik und ,sozialdemokratie4 #eh ,hepner1 ,josef ,dietzgens ,philosophische ,lehren4 #fa ,bernstein1 ,die ,voraussetzungen des ,sozialismus und die ,aufgaben der ,sozialdemokratie4 #fb ,vorlnder1 ,volkstmliche ,geschichte der ,philosophie4 #fc ,reimes1 ,ein ,gang durch die ,wirtschaftsgeschichte4 ,sechs ,vortrge4 #fd ,kautsky1 ,die proletarische ,revolution und ihr ,programm4 #fe ,beyer1 ,dr4 med4 ,alfred1 ,menschenkonomie4 #ff ,vorlnder1 ,die ,philosophie uns4 ,klassiker 7,lessing1 ,herder1 ,schiller1 ,goethe74 ,die fehlenden ,nummern sind vergriffen4 ,die ,sammlung wird fortgesetzt4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription ,offensichtliche ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,die ,darstellung der ,ellipsen wurde vereinheitlicht4