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krva_/krva4htm71 prepared by ,gerd
,bouillon4 ,kritik der reinen
,vernunft von ,immanuel ,kant
,professor in ,knigsberg 7#agha7
,inhalt ,zueignung ,vorrede
,inhaltsverzeichnis ,einleitung
,i4 ,idee der
,transzendental-,philosophie
,von dem ,unterschiede analytischer und
synthetischer ,urteile ,,ii4
,einteilung der
,transzendental-,philosophie ,i4
,transzendentale ,elementarlehre
,erster ,teil4 ,die transzendentale
sthetik #a4 ,abschnitt4 ,von
dem ,raume #b4 ,abschnitt4 ,von
der ,zeit ,schlsse aus
diesen ,begriffen
,erluterung ,allgemeine
,anmerkungen zur transzendentalen
sthetik ,zweiter ,teil4 ,die
transzendentale ,logik
,einleitung4 ,idee einer
transzendentalen ,logik
,i4 ,von der ,logik berhaupt
,,ii4 ,von der transzendentalen ,logik
,,iii4 ,von der ,einteilung der
allgemeinen ,logik in ,analytik
und ,dialektik ,,iv4 ,von
der ,einteilung der transzendentalen
,logik in die
transzendentale ,analytik und ,dialektik
,erste ,abteilung4 ,die
transzendentale ,analytik
,erstes ,buch4 ,die ,analytik der
,begriffe #a4 ,hauptstck4
,von dem ,leitfaden der ,entdeckung
aller reinen
,verstandesbegriffe #a4
,abschnitt4 ,von dem logischen
,verstandesgebrauche
berhaupt #b4
,abschnitt4 ,von der logischen ,funktion
des ,verstandes in
,urteilen #c4
,abschnitt4 ,von den reinen
,verstandesbegriffen oder
,kategorien #b4 ,hauptstck4
,von der ,deduktion der reinen
,verstandesbegriffe #a4
,abschnitt4 ,von den ,prinzipien einer
transzendentalen ,deduktion berhaupt
bergang zur transzendentalen ,deduktion
der ,kategorien
#b4 ,abschnitt4 ,von den ,grnden a
priori zur ,mglichkeit
der ,erfahrung #a4
,von der ,synthesis der ,apprehension in
der ,anschauung
#b4 ,von der
,synthesis der ,reproduktion in der
,einbildung #c4
,von der ,synthesis der ,rekognition im
,begriffe #d4
,vorlufige ,erklrung der ,mglichkeit der
,kategorien1
als ,erkenntnissen a priori
#c4 ,abschnitt4 ,von dem ,verhltnisse
des ,verstandes zu
,gegenstnden berhaupt und der
,mglichkeit dieses a
priori zu erkennen
,summarische ,vorstellung der
,richtigkeit und
einzigen ,mglichkeit dieser ,deduktion
der reinen
,verstandesbegriffe ,zweites
,buch4 ,die ,analytik der ,grundstze
,einleitung4 ,von der transzendentalen
,urteilskraft berhaupt
#a4 ,hauptstck4 ,von dem ,schematismus
der reinen
,verstandesbegriffe #b4
,hauptstck4 ,system aller ,grundstze des
reinen ,verstandes
#a4 ,abschnitt4 ,von dem obersten
,grundsatze aller
analytischen ,urteile
#b4 ,abschnitt4 ,von dem obersten
,grundsatze aller
synthetischen ,urteile
#c4 ,abschnitt4 ,systematische
,vorstellung aller
synthetischen ,grundstze desselben
#a4 ,axiome der ,anschauung
#b4 ,antizipationen der ,wahrnehmung
#c4 ,analogien der ,erfahrung
,a4 ,erste ,analogie4 ,grundsatz der
,beharrlichkeit der ,substanz
,b4 ,zweite ,analogie4 ,grundsatz der
,zeitfolge
nach dem ,gesetze der ,kausalitt
,c4 ,dritte ,analogie4 ,grundsatz des
,zugleichseins1 nach dem ,gesetze der
,wechselwirkung1 oder ,gemeinschaft
#d4 ,die ,postulate des empirischen
,denkens
berhaupt #c4 ,hauptstck4
,von dem ,grunde der ,unterscheidung
aller ,gegenstnde
berhaupt in ,phaenomena und ,noumena
,anhang4 ,von der ,amphibolie der
,reflexionsbegriffe
,anmerkung zur ,amphibolie der
,reflexionsbegriffe ,zweite
,abteilung4 ,die transzendentale
,dialektik ,einleitung
,i4 ,vom transzendentalen ,schein
,,ii4 ,von der reinen ,vernunft als dem
,sitze des
transzendentalen ,scheins
,a4 ,von der ,vernunft berhaupt
,b4 ,vom logischen ,gebrauche der
,vernunft ,c4 ,von dem
reinen ,gebrauche der ,vernunft
,erstes ,buch4 ,von den ,begriffen der
reinen ,vernunft #a4
,abschnitt4 ,von den ,ideen berhaupt
#b4 ,abschnitt4 ,von den
transzendentalen ,ideen #c4
,abschnitt4 ,system der
transzendentalen ,ideen
,zweites ,buch4 ,von den dialektischen
,schlssen der reinen ,vernunft
#a4 ,hauptstck4 ,von den ,paralogismen
der reinen ,vernunft
,erster ,paralogism der ,substantialitt
,zweiter ,paralogism der ,simplizitt
,dritter ,paralogism der ,personalitt
,der vierte ,paralogism der ,idealitt
7des ueren
,verhltnisses7
,betrachtungen ber die ,summe der reinen
,seelenlehre1 zufolge
diesen ,paralogismen #b4
,hauptstck4 ,die ,antinomie der reinen
,vernunft #a4
,abschnitt4 ,system der kosmologischen
,ideen #b4 ,abschnitt4
,antithetik der reinen ,vernunft
,erster ,widerstreit der
transzendentalen ,ideen
,zweiter ,widerstreit der
transzendentalen ,ideen
,dritter ,widerstreit der
transzendentalen ,ideen
,vierter ,widerstreit der
transzendentalen ,ideen
#c4 ,abschnitt4 ,von dem ,interesse der
,vernunft bei diesem
ihrem ,widerstreite
#d4 ,abschnitt4 ,von den
transzendentalen ,aufgaben der
reinen ,vernunft1 insofern sie
schlechterdings
mssen aufgelset werden knnen
#e4 ,abschnitt4 ,skeptische ,vorstellung
der kosmologischen
,fragen durch alle vier
transzendentalen ,ideen
#f4 ,abschnitt4 ,der transzendentale
,idealism als der
,schlssel zu ,auflsung der
kosmologischen ,dialektik
#g4 ,abschnitt4 ,kritische ,entscheidung
des kosmologischen
,streits der ,vernunft mit sich selbst
#h4 ,abschnitt4 ,regulatives ,prinzip
der reinen ,vernunft
in ,ansehung der kosmologischen ,ideen
#i4 ,abschnitt4 ,von dem empirischen
,gebrauche des
regulativen ,prinzips der ,vernunft1 in
,ansehung aller
kosmologischen ,ideen
,i4 ,auflsung der kosmologischen ,idee
von der
,totalitt der ,zusammensetzung der
,erscheinungen von einem ,weltganzen
,,ii4 ,auflsung der kosmologischen ,idee
von der
,totalitt der ,teilung eines gegebenen
,ganzen in der
,anschauung
,schluanmerkung zur ,auflsung der
mathematisch-transzendentalen1 und
,vorerinnerung zur ,auflsung der
dynamisch-transzendentalen ,ideen
,,iii4 ,auflsung der kosmologischen
,ideen von der
,totalitt der ,ableitung der
,weltbegebenheit
aus ihren ,ursachen
,mglichkeit der ,kausalitt durch
,freiheit1 in
,vereinigung mit dem allgemeinen
,gesetze der
,naturnotwendigkeit
,erluterung der kosmologischen ,idee
einer
,freiheit in ,verbindung mit der
allgemeinen
,naturnotwendigkeit
,,iv4 ,auflsung der kosmologischen ,idee
von der
,totalitt der ,abhngigkeit der
,erscheinungen1
ihrem ,dasein nach berhaupt
,schluanmerkung zur ganzen ,antinomie
der reinen ,vernunft
#c4 ,hauptstck4 ,das ,ideal der reinen
,vernunft #a4
,abschnitt4 ,von dem ,ideal berhaupt
#b4 ,abschnitt4 ,von dem
transzendentalen ,ideal
7,prototypon transscendentale7
#c4 ,abschnitt4 ,von den ,beweisgrnden
der spekulativen
,vernunft1 auf das ,dasein eines hchsten
,wesens zu schlieen
#d4 ,abschnitt4 ,von
der ,unmglichkeit eines
ontologischen ,beweises vom ,dasein
,gottes #e4 ,abschnitt4
,von der ,unmglichkeit eines
kosmologischen ,beweises vom ,dasein
,gottes ,entdeckung
und ,erklrung des dialektischen ,scheins
in allen
transzendentalen ,beweisen vom ,dasein
eines notwendigen
,wesens #f4 ,abschnitt4
,von der ,unmglichkeit des
physikotheologischen ,beweises
#g4 ,abschnitt4 ,kritik aller ,theologie
aus spekulativen
,prinzipien der ,vernunft
,anhang zur transzendentalen ,dialektik
,von dem regulativen ,gebrauch der
,ideen der reinen ,vernunft
,von der ,endabsicht der natrlichen
,dialektik der menschlichen
,vernunft ,,ii4 ,transzendentale
,methodenlehre #a4 ,hauptstck4 ,die
,disziplin der reinen ,vernunft
#a4 ,abschnitt4 ,die ,disziplin der
reinen ,vernunft im
dogmatischen ,gebrauche #b4
,abschnitt4 ,die ,disziplin der reinen
,vernunft in ,ansehung ihres
polemischen ,gebrauchs ,von
der ,unmglichkeit einer skeptischen
,befriedigung der mit sich
selbst veruneinigten reinen ,vernunft
#c4 ,abschnitt4 ,die ,disziplin der
reinen ,vernunft in ,ansehung
der ,hypothesen #d4 ,abschnitt4
,die ,disziplin der reinen ,vernunft in
,ansehung ihrer ,beweise
#b4 ,hauptstck4 ,der ,kanon der reinen
,vernunft #a4 ,abschnitt4 ,von
dem letzten ,zwecke des reinen
,gebrauchs unserer ,vernunft
#b4 ,abschnitt4 ,von dem
,ideal des hchsten ,guts1 als einem
,bestimmungsgrunde des letzten ,zwecks
der reinen ,vernunft #c4
,abschnitt4 ,vom ,meinen1 ,wissen und
,glauben #c4 ,hauptstck4 ,die
,architektonik der reinen ,vernunft
#d4 ,hauptstck4 ,die ,geschichte der
reinen ,vernunft ,sr4 ,exzellenz1
dem ,knigl4 ,staatsminister
,freiherrn von ,zedlitz ,gndiger
,herr6 ,den ,wachstum der
,wissenschaften an seinem ,teile
befrdern1 heit an ,ew4 ,exzellenz
eigenem ,interesse arbeiten2 denn dieses
ist mit jenen1 nicht blo durch den
erhabenen ,posten eines ,beschtzers1
sondern durch das viel vertrautere
eines ,liebhabers und erleuchteten
,kenners1 innigst verbunden4 ,deswegen
bediene ich mich auch des einigen
,mittels1 das gewissermaen in meinem
,vermgen ist1 meine ,dankbarkeit fr das
gndige ,zutrauen zu bezeigen1 womit ,ew4
,exzellenz mich beehren1 als knnte ich
zu dieser ,absicht etwas beitragen4
,wen das spekulative ,leben vergngt1 dem
ist1 unter migen ,wnschen1 der
,beifall eines aufgeklrten1 gltigen
,richters eine krftige ,aufmunterung zu
,bemhungen1 deren ,nutzen gro1 obzwar
entfernt ist1 und daher von gemeinen
,augen gnzlich verkannt wird4 ,einem
,solchen und ,dessen gndigem ,augenmerke
widme ich nun diese ,schrift und1
,seinem ,schutze1 alle brige
,angelegenheit meiner literarischen
,bestimmung1 und bin mit der tiefsten
,verehrung
,ew4 ,exzellenz
untertnig gehorsamster
,diener ,knigsberg den #bisten ,mrz
#agha
,immanuel ,kant ,vorrede ,die
menschliche ,vernunft hat das besondere
,schicksal in einer ,gattung ihrer
,erkenntnisse3 da sie durch ,fragen
belstigt wird1 die sie nicht abweisen
kann2 denn sie sind ihr durch die ,natur
der ,vernunft selbst aufgegeben1 die
sie aber auch nicht beantworten kann2
denn sie bersteigen alles ,vermgen der
menschlichen ,vernunft4 ,in diese
,verlegenheit gert sie ohne ihre
,schuld4 ,sie fngt von ,grundstzen an1
deren ,gebrauch im ,laufe der ,erfahrung
unvermeidlich und zugleich durch diese
hinreichend bewhrt ist4 ,mit diesem
steigt sie 7wie es auch ihre ,natur mit
sich bringt7 immer hher1 zu
entfernteren ,bedingungen4 ,da sie aber
gewahr wird1 da auf diese ,art ihr
,geschft jederzeit unvollendet bleiben
msse1 weil die ,fragen niemals aufhren1
so sieht sie sich gentigt1 zu
,grundstzen ihre ,zuflucht zu nehmen1
die allen mglichen ,erfahrungsgebrauch
berschreiten und gleichwohl so
unverdchtig scheinen1 da auch die
gemeine ,menschenvernunft damit im
,einverstndnisse steht4 ,dadurch aber
strzt sie sich in ,dunkelheit und
,widersprche1 aus welchen sie zwar
abnehmen kann1 da irgendwo verborgene
,irrtmer zum ,grunde liegen mssen1 die
sie aber nicht entdecken kann1 weil die
,grundstze1 deren die sich bedient1 da
sie ber die ,grenze aller ,erfahrung
hinausgehen1 keinen ,probierstein der
,erfahrung mehr anerkennen4 ,der
,kampfplatz dieser endlosen
,streitigkeiten heit nun ,metaphysik4
,es war eine ,zeit1 in welcher sie die
,knigin aller ,wissenschaften genannt
wurde1 und wenn man den ,willen fr die
,tat nimmt1 so verdiente sie1 wegen der
vorzglichen ,wichtigkeit ihres
,gegenstandes1 allerdings diesen
,ehrennamen4 ,jetzt bringt es der
,modeton des ,zeitalters so mit sich1
ihre alle ,verachtung zu beweisen und
die ,matrone klagt1 verstoen und
verlassen1 wie ,hecuba3 modo maxima
rerum1 tot generis natisque potens -
nunc trahor exul1 inops - ,ovid4 ,metam4
,anfnglich war ihre ,herrschaft
unter der ,verwaltung der ,dogmatiker1
despotisch4 ,allein1 weil die
,gesetzgebung noch die ,spur der alten
,barbarei an sich hatte1 so artete sie
durch innere ,kriege nach und nach in
vllige ,anarchie aus und die ,skeptiker1
eine ,art ,nomaden1 die allen
bestndigen ,anbau des ,bodens
verabscheuen1 zertrennten von ,zeit zu
,zeit die brgerliche ,vereinigung4 ,da
ihrer aber zum ,glck nur wenige waren1
so konnten sie nicht hindern1 da jene
sie nicht immer aufs neue1 obgleich
nach keinem unter sich einstimmigen
,plane1 wieder anzubauen versuchten4
,in neueren ,zeiten schien es zwar
einmal1 als sollte allen diesen
,streitigkeiten durch eine gewisse
,physiologie des menschlichen
,verstandes 7von dem berhmten ,locke7
ein ,ende gemacht und die ,rechtmigkeit
jener ,ansprche vllig entschieden
werden2 es fand sich aber1 da1 obgleich
die ,geburt jener vorgegebenen ,knigin
aus dem ,pbel der gemeinen ,erfahrung
abgeleitet wurde und dadurch ihre
,anmaung mit ,recht htte verdchtig
werden mssen1 dennoch1 weil diese
,genealogie ihr in der ,tat flschlich
angedichtet war1 sie ihre ,ansprche
noch immer behauptete1 wodurch alles
wiederum in den veralteten
wurmstichigen ,dogmatismus und daraus in
die ,geringschtzung verfiel1 daraus
man die ,wissenschaft hatte ziehen
wollen4 ,jetzt1 nachdem alle ,wege 7wie
man sich berredet7 vergeblich versucht
sind1 herrscht berdru und gnzlicher
,indifferentismus1 die ,mutter des
,chaos und der ,nacht1 in
,wissenschaften1 aber doch zugleich der
,ursprung1 wenigstens das ,vorspiel
einer nahen ,umschaffung und ,aufklrung
derselben1 wenn sie durch bel
angebrachten ,flei dunkel1 verwirrt und
unbrauchbar geworden4 ,es ist nmlich
umsonst1 ,gleichgltigkeit in ,ansehung
solcher ,nachforschungen erknsteln zu
wollen1 deren ,gegenstand der
menschlichen ,natur nicht gleichgltig
sein kann4 ,auch fallen jene
vorgeblichen ,indifferentisten1 so sehr
sie sich auch durch die ,vernderung der
,schulsprache in einem populren ,tone
unkenntlich zu machen gedenken1 wofern
sie nur berall etwas denken1 in
metaphysische ,behauptungen
unvermeidlich zurck1 gegen die sie doch
so viel ,verachtung vorgaben4 ,indessen
ist diese ,gleichgltigkeit1 die sich
mitten in dem ,flor aller
,wissenschaften ereignet und gerade
diejenigen trifft1 auf deren
,kenntnisse1 wenn dergleichen zu haben
wren1 man unter allen am wenigsten
,verzicht tun wrde1 doch ein ,phnomen1
das ,aufmerksamkeit und ,nachsinnen
verdient4 ,sie ist offenbar die ,wirkung
nicht des ,leichtsinns1 sondern der
gereiften ,urteilskraft99 des
,zeitalters1 welches sich nicht lnger
durch ,scheinwissen hinhalten lt und
eine ,aufforderung an die ,vernunft1 das
beschwerlichste aller ihrer ,geschfte1
nmlich das der ,selbsterkenntnis aufs
neue zu bernehmen und einen
,gerichtshof einzusetzen1 der sie bei
ihren gerechten ,ansprchen sichere1
dagegen aber alle grundlosen ,anmaungen1
nicht durch ,machtsprche1 sondern nach
ihren ewigen und unwandelbaren
,gesetzen1 abfertigen knne1 und dieser
ist kein anderer als die ,kritik der
reinen ,vernunft selbst4 99 ,man hrt
hin und wieder ,klagen ber ,seichtigkeit
der ,denkungsart unserer ,zeit und
den ,verfall grndlicher ,wissenschaft4
,allein ich sehe nicht1 da die1 deren
,grund gut gelegt ist1 als ,mathematik1
,naturlehre usw4 diesen ,vorwurf im
mindesten verdienen1 sondern vielmehr
den alten ,ruhm der ,grndlichkeit
behaupten1 in der letzteren aber
sogar bertreffen4 ,eben derselbe ,geist
wrde sich nun auch in anderen ,arten
von ,erkenntnis wirksam beweisen1 wre
nur allererst fr die ,berichtigung
ihrer ,prinzipien gesorgt worden4 ,in
,ermanglung derselben sind
,gleichgltigkeit und ,zweifel und
endlich1 strenge ,kritik1 vielmehr
,beweise einer grndlichen ,denkungsart4
,unser ,zeitalter ist das eigentliche
,zeitalter der ,kritik1 der sich
alles unterwerfen mu4 ,religion1 durch
ihre ,heiligkeit1 und ,gesetzgebung
durch ihre ,majestt1 wollen sich
gemeiniglich derselben entziehen4
,aber alsdann erregen sie gerechten
,verdacht wider sich und knnen auf
unverstellte ,achtung nicht ,anspruch
machen1 die die ,vernunft nur
demjenigen bewilligt1 was ihre freie und
ffentliche ,prfung hat aushalten
knnen4 ,ich verstehe aber hierunter
nicht eine ,kritik der ,bcher und
,systeme1 sondern die des
,vernunftvermgens berhaupt1 in ,ansehung
aller ,erkenntnisse1 zu denen sie1
unabhngig von aller ,erfahrung1 streben
mag1 mithin die ,entscheidung der
,mglichkeit oder ,unmglichkeit einer
,metaphysik berhaupt und die ,bestimmung
sowohl der ,quellen1 als des ,umfanges
und der ,grenzen derselben1 alles aber
aus ,prinzipien4 ,diesen ,weg1 den
einzigen1 der brig gelassen war1 bin ich
nun eingeschlagen und schmeichle mir1
auf demselben die ,abstellung aller
,irrungen angetroffen zu haben1 die
bisher die ,vernunft im
erfahrungsfreien ,gebrauche mit sich
selbst entzweit hatten4 ,ich bin ihren
,fragen nicht dadurch etwa ausgewichen1
da ich mich mit dem ,unvermgen der
menschlichen ,vernunft entschuldigte2
sondern ich habe sie nach ,prinzipien
vollstndig spezifiziert und1 nachdem ich
den ,punkt des ,miverstandes der
,vernunft mit ihr selbst entdeckt
hatte1 sie zu ihrer vlligen
,befriedigung aufgelst4 ,zwar ist die
,beantwortung jener ,fragen gar nicht so
ausgefallen1 als dogmatisch schwrmende
,wibegierde erwarten mochte2 denn die
knnte nicht anders als durch
,zauberkrfte1 darauf ich mich nicht
verstehe1 befriedigt werden4 ,allein1
das war auch wohl nicht die ,absicht der
,naturbestimmung unserer ,vernunft2
und die ,pflicht der ,philosophie war3
das ,blendwerk1 das aus ,mideutung
entsprang1 aufzuheben1 sollte auch noch
soviel gepriesener und beliebter ,wahn
dabei zu nichte gehen4 ,in dieser
,beschftigung habe ich ,ausfhrlichkeit
mein groes ,augenmerk sein lassen und
ich erkhne mich zu sagen1 da nicht eine
einzige metaphysische ,aufgabe sein
msse1 die hier nicht aufgelst1 oder zu
deren ,auflsung nicht wenigstens der
,schlssel dargereicht worden4 ,in der
,tat ist auch reine ,vernunft eine so
vollkommene ,einheit3 da1 wenn das
,prinzip derselben auch nur zu einer
einzigen aller der ,fragen1 die ihr
durch ihre eigene ,natur aufgegeben
sind1 unzureichend wre1 man dieses
immerhin nur wegwerfen knnte1 weil es
alsdann auch keiner der brigen mit
vlliger ,zuverlssigkeit gewachsen sein
wrde4 ,ich glaube1 indem ich dieses
sage1 in dem ,gesichte des ,lesers einen
mit ,verachtung gemischten ,unwillen
ber1 dem ,anscheine nach1 so ruhmredige
und unbescheidene ,ansprche
wahrzunehmen1 und gleichwohl sind sie
ohne ,vergleichung gemigter1 als die1
eines jeden ,verfassers des gemeinsten
,programms1 der darin etwa die einfache
,natur der ,seele1 oder die
,notwendigkeit eines ersten
,weltanfanges zu beweisen vorgibt4
,denn dieser macht sich anheischig1 die
menschliche ,erkenntnis ber alle
,grenzen mglicher ,erfahrung hinaus zu
erweitern1 wovon ich demtig gestehe3 da
dieses mein ,vermgen gnzlich bersteige1
an dessen ,statt ich es lediglich mit
der ,vernunft selbst und ihrem reinen
,denken zu tun habe1 nach deren
ausfhrlicher ,kenntnis ich nicht weit
um mich suchen darf1 weil ich sie in mir
selbst antreffe und wovon mir auch
schon die gemeine ,logik ein ,beispiel
gibt1 da sich alle ihre einfachen
,handlungen vllig und systematisch
aufzhlen lassen2 nur da hier die ,frage
aufgeworfen wird1 wieviel ich mit
derselben1 wenn mir aller ,stoff und
,beistand der ,erfahrung genommen wird1
etwa auszurichten hoffen drfe4 ,so
viel von der ,vollstndigkeit in
,erreichung eines jeden1 und der
,ausfhrlichkeit in ,erreichung aller
,zwecke zusammen1 die nicht ein
beliebiger ,vorsatz1 sondern die ,natur
der ,erkenntnis selbst uns aufgibt1 als
der ,materie unserer kritischen
,untersuchung4 ,noch sind ,gewiheit
und ,deutlichkeit zwei ,stcke1 die die
,form derselben betreffen1 als
wesentliche ,forderungen anzusehen1 die
man an den ,verfasser1 der sich an eine
so schlpfrige ,unternehmung wagt1 mit
,recht tun kann4 ,was nun die
,gewiheit betrifft1 so habe ich mir
selbst das ,urteil gesprochen3 da es in
dieser ,art von ,betrachtungen auf
keine ,weise erlaubt sei1 zu meinen und
da alles1 was darin einer ,hypothese
nur hnlich sieht1 verbotene ,ware sei1
die auch nicht fr den geringsten ,preis
feil stehen darf1 sondern sobald sie
entdeckt wird1 beschlagen werden mu4
,denn das kndigt eine jede ,erkenntnis1
die a priori feststehen soll1 selbst
an1 da sie fr schlechthin notwendig
gehalten werden will1 und eine
,bestimmung aller reinen ,erkenntnisse a
priori noch vielmehr1 die das
,richtma1 mithin selbst das ,beispiel
aller apodiktischen 7philosophischen7
,gewiheit sein soll4 ,ob ich nun das1
wozu ich mich anheischig mache in diesem
,stcke geleistet habe1 das bleibt
gnzlich dem ,urteile des ,lesers
anheimgestellt1 weil es dem ,verfasser
nur geziemt1 ,grnde vorzulegen1 nicht
aber ber die ,wirkung derselben bei
seinen ,richtern zu urteilen4 ,damit
aber nicht etwas unschuldigerweise an
der ,schwchung derselben ,ursache sei1
so mag es ihm wohl erlaubt sein1
diejenigen ,stellen1 die zu einigem
,mitrauen ,anla geben knnten1 ob sie
gleich nur den ,nebenzweck angehen1
selbst anzumerken1 um den ,einflu1 den
auch nur die mindeste ,bedenklichkeit
des ,lesers in diesem ,punkte auf sein
,urteil1 in ,ansehung des ,hauptzwecks1
haben mchte1 beizeiten abzuhalten4
,ich kenne keine ,untersuchungen1 die
zur ,ergrndung des ,vermgens1 welches
wir ,verstand nennen1 und zugleich zur
,bestimmung der ,regeln und ,grenzen
seines ,gebrauchs1 wichtiger wren1 als
die1 welche ich in dem zweiten
,hauptstcke der transszendentalen
,analytik1 unter dem ,titel der
,deduktion der reinen
,verstandesbegriffe1 angestellt habe2
auch haben sie mir die meiste1 aber1 wie
ich hoffe1 nicht unvergoltene ,mhe1
gekostet4 ,diese ,betrachtung1 die etwas
tief angelegt ist1 hat aber zwei
,seiten4 ,die eine bezieht sich auf die
,gegenstnde des reinen ,verstandes1 und
soll die objektive ,gltigkeit seiner
,begriffe a priori dartun und
begreiflich machen2 eben darum ist sie
auch wesentlich zu meinen ,zwecken
gehrig4 ,die andere geht darauf aus1 den
reinen ,verstand selbst1 nach seiner
,mglichkeit und den ,erkenntniskrften1
auf denen er selbst beruht1 mithin ihn
in subjektiver ,beziehung zu betrachten
und1 obgleich diese ,errterung in
,ansehung meiner ,hauptzwecks von groer
,wichtigkeit ist1 so gehrt sie doch
nicht wesentlich zu demselben2 weil die
,hauptfrage immer bleibt1 was und wie
viel kann ,verstand und ,vernunft1 frei
von aller ,erfahrung1 erkennen und
nicht1 wie ist das ,vermgen zu denken
selbst mglich8 ,da das letztere
gleichsam eine ,aufsuchung der ,ursache
zu einer gegebenen ,wirkung ist1 und
insofern etwas einer ,hypothese hnliches
an sich hat1 7ob es gleich1 wie ich
bei anderer ,gelegenheit zeigen werde1
sich in der ,tat nicht so verhlt71 so
scheint es1 als sei hier der ,fall1 da
ich mir die ,erlaubnis nehme1 zu meinen1
und dem ,leser also auch freistehen
msse1 anders zu meinen4 ,in ,betracht
dessen mu ich dem ,leser mit der
,erinnerung zuvorkommen2 da1 im ,fall
meine subjektive ,deduktion nicht die
ganze berzeugung1 die ich erwarte1 bei
ihm gewirkt htte1 doch die objektive1
um die es mir hier vornehmlich zu tun
ist1 ihre ganze ,strke bekomme1 wozu
allenfalls dasjenige1 was ,seite #ib
bis #ic gesagt wird1 allein hinreichend1
sein kann4 ,was endlich die
,deutlichkeit betrifft1 so hat der
,leser ein ,recht1 zuerst die
diskursive 7logische7 ,deutlichkeit1
durch ,begriffe1 dann aber auch eine
intuitive 7sthetische7 ,deutlichkeit1
durch ,anschauungen1 d4i4 ,beispiele
oder andere ,erluterungen in concreto zu
fordern4 ,fr die erste habe ich
hinreichend gesorgt4 ,das betraf das
,wesen meines ,vorhabens1 war aber auch
die zufllige ,ursache1 da ich der
zweiten1 obzwar nicht so strengen1 aber
doch billigen ,forderung nicht habe
,genge leisten knnen4 ,ich bin fast
bestndig im ,fortgange meiner ,arbeit
unschlssig gewesen1 wie ich es hiermit
halten sollte4 ,beispiele und
,erluterungen schienen mir immer ntig
und flossen daher auch wirklich im
ersten ,entwurfe an ihren ,stellen
gehrig ein4 ,ich sah aber die ,gre
meiner ,aufgabe und die ,menge der
,gegenstnde1 womit ich es zu tun haben
wrde1 gar bald ein und1 da ich gewahr
ward1 da diese ganz allein1 im
trockenen1 blo scholastischen ,vortrage1
das ,werk schon genug ausdehnen wrden1
so fand ich es unratsam1 es durch
,beispiele und ,erluterungen1 die nur in
populrer ,absicht notwendig sind1 noch
mehr anzuschwellen1 zumal diese ,arbeit
keineswegs dem populren ,gebrauche
angemessen werden knnte und die
eigentlichen ,kenner der ,wissenschaft
diese ,erleichterung nicht so ntig
haben1 ob sie zwar jederzeit angenehm
ist1 hier aber sogar etwas
,zweckwidriges nach sich ziehen konnte4
,abt ,terrasson sagt zwar3 wenn man die
,gre eines ,buchs nicht nach der ,zahl
der ,bltter1 sondern nach der ,zeit
mit1 die man ntig hat1 es zu verstehen1
so knne man von manchem ,buche sagen3
da es viel krzer sein wrde1 wenn es
nicht so kurz wre4 ,andererseits aber1
wenn man auf die ,falichkeit eines
weitlufigen1 dennoch aber in einem
,prinzip zusammenhngenden ,ganzen
spekulativer ,erkenntnis seine ,absicht
richtet1 knnte man mit eben so gutem
,rechte sagen3 manches ,buch wre viel
deutlicher geworden1 wenn es nicht so
gar deutlich htte werden sollen4 ,denn
die ,hlfsmittel der ,deutlichkeit
fehlen zwar in ,teilen1 zerstreuen aber
fters im ,ganzen1 indem sie den ,leser
nicht schnell genug zur berschauung des
,ganzen gelangen lassen und durch alle
ihre hellen ,farben gleichwohl die
,artikulation1 oder den ,gliederbau des
,systems verkleben und unkenntlich
machen1 auf den es doch1 um ber die
,einheit und ,tchtigkeit desselben
urteilen zu knnen1 am meisten ankommt4
,es kann1 wie mich dnkt1 dem ,leser zu
nicht geringer ,anlockung dienen1 seine
,bemhung mit der des ,verfassers1 zu
vereinigen1 wenn er die ,aussicht hat1
ein groes und wichtiges ,werk1 nach dem
vorgelegten ,entwurfe1 ganz und doch
dauerhaft zu vollfhren4 ,nun ist
,metaphysik1 nach den ,begriffen1 die
wir hier davon geben werden1 die einzige
aller ,wissenschaften1 die sich eine
solche ,vollendung und zwar in kurzer
,zeit1 und mit nur weniger1 aber
vereinigter ,bemhung1 versprechen darf1
so da nichts fr die ,nachkommenschaft
brig bleibt1 als in der didaktischen
,manier alles nach ihren ,absichten
einzurichten1 ohne darum den ,inhalt im
mindesten vermehren zu knnen4 ,denn es
ist nichts als das ,inventarium aller
unserer ,besitze durch reine ,vernunft1
systematisch geordnet4 ,es kann uns hier
nichts entgehen1 weil1 was ,vernunft
gnzlich aus sich selbst hervorbringt1
sich nicht verstecken kann1 sondern
selbst durch ,vernunft ans ,licht
gebracht wird1 sobald man nur das
gemeinschaftliche ,prinzip desselben
entdeckt hat4 ,die vollkommene ,einheit
dieser ,art ,erkenntnisse1 und zwar aus
lauter reinen ,begriffen1 ohne da
irgend etwas von ,erfahrung1 oder auch
nur besondere ,anschauung1 die zur
bestimmten ,erfahrung leiten sollte1 auf
sie einigen ,einflu haben kann1 sie zu
erweitern und zu vermehren1 machen
diese unbedingte ,vollstndigkeit nicht
allein tunlich1 sondern auch notwendig4
,tecum habita et noris1 quam sit tibi
curta supellex #a74 ,persius4 #a4
,sieh dich in deiner eigenen ,behausung
um1 und du wirst erkennen1 wie
einfach deine ,ausstattung ist4 ,ein
solches ,system der reinen
7spekulativen7 ,vernunft hoffe ich unter
dem ,titel3 ,metaphysik der ,natur1
selbst zu liefern1 welches1 bei noch
nicht der ,hlfte der ,weitlufigkeit1
dennoch ungleich reicheren ,inhalt
haben soll1 als hier die ,kritik1 die
zuvrderst die ,qellen und ,bedingungen
ihrer ,mglichkeit darlegen mute1 und
einen ganz verwachsenen ,boden zu
reinigen und zu ebnen ntig hatte4 ,hier
erwarte ich an meinem ,leser die
,geduld und ,unparteilichkeit eines
,richters1 dort aber die ,willfhigkeit
und den ,beistand eines ,mithelfers2
denn1 so vollstndig auch alle
,prinzipien zu dem ,system in der
,kritik vorgetragen sind1 so gehrt zur
,ausfhrlichkeit des ,systems selbst
doch noch1 da es auch an keinen
abgeleiteten ,begriffen mangle1 die man
a priori nicht in berschlag bringen
kann1 sondern die nach und nach
aufgesucht werden mssen1 imgleichen1 da
dort die ganze ,synthesis der ,begriffe
erschpft wurde1 so wird berdem hier
gefordert1 da eben dasselbe auch in
,ansehung der ,analysis geschehe1
welches alles leicht und mehr
,unterhaltung als ,arbeit ist4 ,ich
habe nur noch einiges in ,ansehung des
,drucks anzumerken4 ,da der ,anfang
desselben etwas versptet war1 so konnte
ich nur etwa die ,hlfte der
,aushngebogen zu sehen bekommen1 in
denen ich zwar einige1 den ,sinn aber
nicht verwirrende ,druckfehler antreffe1
auer demjenigen1 der ,s4 #cgi1 ,zeile
#d von unten vorkommt1 da spezifisch
anstatt skeptisch gelesen werden mu4
,die ,antinomie der reinen ,vernunft1
von ,seite #dbe bis #dfa1 ist so1 nach
,art einer ,tafel1 angestellt1 da
alles1 was zur ,thesis gehrt1 auf der
linken1 was aber zur ,antithesis gehrt1
auf der rechten ,seite immer fortluft1
welches ich darum so anordnete1 damit
,satz und ,gegensatz desto leichter
miteinander verglichen werden knnte4
,inhalt ,einleitung ,i4
,transzendentale ,elementarlehre
,erster ,teil4 ,transzendentale sthetik
#a4 ,abschnitt4 ,vom ,raume #b4
,abschnitt4 ,von der ,zeit
,zweiter ,teil4 ,transzendentale ,logik
#a4 ,abteilung4 ,transzendentale
,analytik in zwei ,bchern
und deren verschiedenen ,hauptstcken und
,abschnitten #b4 ,abteilung4
,transzendentale ,dialektik in zwei
,bchern und deren
verschiedenen ,hauptstcken und
,abschnitten ,,ii4 ,transzendentale
,methodenlehre #a4 ,hauptstck4 ,die
,disziplin der reinen ,vernunft
#b4 ,hauptstck4 ,der ,kanon der reinen
,vernunft4 #c4 ,hauptstck4 ,die
,architektonik der reinen ,vernunft
#d4 ,hauptstck4 ,die ,geschichte der
reinen ,vernunft ,einleitung
,i4 ,idee der
,transzendental-,philosophie
,erfahrung ist ohne ,zweifel das erste
,produkt1 welches unser ,verstand
hervorbringt1 indem er den rohen ,stoff
sinnlicher ,empfindungen bearbeitet4
,sie ist eben dadurch die erste
,belehrung und im ,fortgange so
unerschpflich an neuem ,unterricht1 da
das zusammengekettete ,leben aller
knftigen ,zeugungen an neuen
,kenntnissen1 die auf diesem ,boden
gesammelt werden knnen1 niemals ,mangel
haben wird4 ,gleichwohl ist sie bei
weitem nicht das einzige ,feld1 darin
sich unser ,verstand einschrnken lt4
,sie sagt uns zwar1 was da sei1 aber
nicht1 da es notwendigerweise1 so und
nicht anders1 sein msse4 ,eben darum
gibt sie uns auch keine wahre
,allgemeinheit1 und die ,vernunft1
welche nach dieser ,art von
,erkenntnissen so begierig ist1 wird
durch sie mehr gereizt1 als befriedigt4
,solche allgemeine ,erkenntnisse nun1
die zugleich den ,charakter der innern
,notwendigkeit haben1 mssen1 von der
,erfahrung unabhngig1 vor sich selbst
klar und gewi sein2 man nennt sie daher
,erkenntnisse a priori3 da im
,gegenteil das1 was lediglich von der
,erfahrung erborgt ist1 wie man sich
ausdrckt1 nur a posteriori1 oder
empirisch erkannt wird4 ,nun zeigt es
sich1 welches beraus merkwrdig ist1 da
selbst unter unsere ,erfahrungen sich
,erkenntnisse mengen1 die ihren
,ursprung a priori haben mssen und die
vielleicht nur dazu dienen1 um unsern
,vorstellungen der ,sinne ,zusammenhang
zu verschaffen4 ,denn wenn man aus den
ersteren auch alles wegschafft1 was den
,sinnen angehrt1 so bleiben dennoch
gewisse ursprngliche ,begriffe und aus
ihnen erzeugte ,urteile brig1 die
gnzlich a priori1 unabhngig von der
,erfahrung entstanden sein mssen1 weil
sie machen1 da man von den ,gegenstnden1
die den ,sinnen erscheinen1 mehr sagen
kann1 wenigstens es sagen zu knnen
glaubt1 als bloe ,erfahrung lehren wrde1
und da ,behauptungen wahre
,allgemeinheit und strenge
,notwendigkeit enthalten1 dergleichen
die blo empirische ,erkenntnis nicht
liefern kann4 ,was aber noch weit
mehr sagen will ist dieses1 da gewisse
,erkenntnisse sogar das ,feld aller
mglichen ,erfahrungen verlassen1 und
durch ,begriffe1 denen berall kein
entsprechender ,gegenstand in der
,erfahrung gegeben werden kann1 den
,umfang unserer ,urteile ber alle
,grenzen derselben zu erweitern den
,anschein haben4 ,und gerade in
diesen letzteren ,erkenntnissen1 welche
ber die ,sinnenwelt hinausgehen1 wo
,erfahrung gar keinen ,leitfaden noch
,berichtigung geben kann1 liegen die
,nachforschungen unserer ,vernunft die
wir der ,wichtigkeit nach fr weit
vorzglicher1 und ihre ,endabsicht fr
viel erhabener halten1 als alles1 was
der ,verstand im ,felde der
,erscheinungen lernen kann1 wobei wir1
sogar auf die ,gefahr zu irren1 eher
alles wagen1 als da wir so angelegene
,untersuchungen aus irgendeinem ,grunde
der ,bedenklichkeit1 oder aus
,geringschtzung und ,gleichgltigkeit
aufgeben sollten4 ,nun scheint es
zwar natrlich1 da1 sobald man den ,boden
der ,erfahrung verlassen hat1 man doch
nicht mit ,erkenntnissen1 die man
besitzt1 ohne zu wissen woher1 und auf
den ,kredit der ,grundstze1 deren
,ursprung man nicht kennt1 sofort ein
,gebude errichten werde1 ohne der
,grundlegung desselben durch sorgfltige
,untersuchungen vorher versichert zu
sein1 da man also die ,frage vorlngst
werde aufgeworfen haben1 wie denn der
,verstand zu allen diesen ,erkenntnissen
a priori kommen knne1 und welchen
,umfang1 ,gltigkeit und ,wert sie haben
mgen4 ,in der ,tat ist auch nichts
natrlicher1 wenn man unter diesem ,wort
das versteht1 was billiger- und
vernnftigerweise geschehen sollte2
versteht man aber darunter das1 was
gewhnlichermaen geschieht1 so ist
hinwiederum nichts natrlicher und
begreiflicher1 als da diese
,untersuchung lange ,zeit unterbleiben
mute4 ,denn ein ,teil dieser
,erkenntnisse1 die mathematischen1 ist
im alten ,besitze der ,zuverlssigkeit1
und gibt dadurch eine gnstige
,erwartung auch fr andere1 ob diese
gleich von ganz verschiedener ,natur
sein mgen4 berdem1 wenn man ber den
,kreis der ,erfahrung hinaus ist1 so
ist man sicher1 durch ,erfahrung nicht
widersprochen zu werden4 ,der ,reiz1
seine ,erkenntnisse zu erweitern1 ist
so gro1 da man nur durch einen klaren
,widerspruch1 auf den man stt1 in
seinem ,fortschritte aufgehalten werden
kann4 ,dieser aber kann vermieden
werden1 wenn man seine ,erdichtungen
behutsam macht1 ohne da sie deswegen
weniger ,erdichtungen bleiben4 ,die
,mathematik gibt uns ein glnzendes
,beispiel1 wie weit wir es unabhngig von
der ,erfahrung in der ,erkenntnis a
priori bringen knnen4 ,nun beschftigt
sie sich zwar mit ,gegenstnden und
,erkenntnissen1 blo so weit als sich
solche in der ,anschauung darstellen
lassen4 ,aber dieser ,umstand wird
leicht bersehen1 weil gedachte
,anschauung selbst a priori gegeben
werden kann1 mithin von einem bloen
reinen ,begriff kaum unterschieden
wird4 ,durch einen solchen ,beweis von
der ,macht der ,vernunft aufgemuntert1
sieht der ,trieb zur ,erweiterung keine
,grenzen4 ,die leichte ,taube1 indem
sie im freien ,fluge die ,luft teilt1
deren ,widerstand sie fhlt1 knnte die
,vorstellung fassen1 da es ihr im
luftleeren ,raum noch viel besser
gelingen werde4 ,ebenso verlie ,plato
die ,sinnenwelt1 weil sie dem ,verstande
so vielfltige ,hindernisse legt1 und
wagte sich jenseit derselben auf den
,flgeln der ,ideen1 in den leeren ,raum
des reinen ,verstandes4 ,er bemerkte
nicht1 da er durch seine ,bemhungen
keinen ,weg gewnne1 denn er hatte keinen
,widerhalt1 gleichsam zur ,unterlage1
worauf er sich steifen1 und woran er
seine ,krfte anwenden konnte1 um den
,verstand von der ,stelle zu bringen4
,es ist aber ein gewhnliches ,schicksal
der menschlichen ,vernunft in der
,spekulation ihr ,gebude so frh1 wie
mglich1 fertigzumachen1 und hintennach
allererst zu untersuchen1 ob auch der
,grund dazu gut gelegt sei4 ,alsdann
aber werden allerlei ,beschnigungen
herbeigesucht1 um uns wegen dessen
,tchtigkeit zu trsten1 oder eine solche
spte und gefhrliche ,prfung abzuweisen4
,was uns aber whrend dem ,bauen von
aller ,besorgnis und ,verdacht freihlt1
und mit scheinbarer ,grndlichkeit
schmeichelt1 ist dieses4 ,ein groer
,teil1 und vielleicht der grte1 von dem
,geschfte unserer ,vernunft besteht in
,zergliederungen der ,begriffe1 die wir
schon von ,gegenstnden haben4 ,dieses
liefert uns eine ,menge von
,erkenntnissen1 die1 ob sie gleich
nichts weiter als ,aufklrungen oder
,erluterungen desjenigen sind1 was in
unsern ,begriffen1 7wiewohl noch auf
verworrene ,art7 schon gedacht worden1
doch wenigstens der ,form nach neuen
,einsichten gleich geschtzt werden1
wiewohl sie der ,materie oder dem
,inhalte nach die ,begriffe1 die wir
haben1 nicht erweitern1 sondern nur
auseinander setzen4 ,da dieses
,verfahren nun eine wirkliche
,erkenntnis a priori gibt1 die einen
sichern und ntzlichen ,fortgang hat1 so
erschleicht die ,vernunft1 ohne es
selbst zu merken1 unter dieser
,vorspiegelung ,behauptungen von ganz
anderer ,art1 wo die ,vernunft zu
gegebenen ,begriffen a priori ganz
fremde hinzutut1 ohne da man wei1 wie
sie dazu gelangen und ohne sich diese
,frage auch nur in die ,gedanken kommen
zu lassen4 ,ich will daher gleich
anfangs von dem ,unterschiede dieser
zweifachen ,erkenntnisart handeln4
,von dem ,unterschiede analytischer und
synthetischer ,urteile ,in allen
,urteilen1 worinnen das ,verhltnis eines
,subjekts zum ,prdikat gedacht wird1
7wenn ich nur die bejahenden erwge3 denn
auf die verneinenden ist die
,anwendung leicht7 ist dieses ,verhltnis
auf zweierlei ,art mglich4 ,entweder
das ,prdikat ,b gehrt zum ,subjekt ,a
als etwas1 was in diesem ,begriffe ,a
7versteckterweise7 enthalten ist2 oder
,b liegt ganz auer dem ,begriff ,a1 ob
es zwar mit demselben in ,verknpfung
steht4 ,im ersten ,fall nenne ich das
,urteil analytisch1 im andern
synthetisch4 ,analytische ,urteile 7die
bejahenden7 sind also diejenigen1 in
welchen die ,verknpfung des ,prdikats
mit dem ,subjekt durch ,identitt1
diejenigen aber1 in denen diese
,verknpfung ohne ,identitt gedacht
wird1 sollen synthetische ,urteile
heien4 ,die ersteren knnte man auch
,erluterungs-1 die anderen
,erweiterungs-,urteile heien1 weil jene
durch das ,prdikat nichts zum ,begriff
des ,subjekts hinzutun1 sondern diesen
nur durch ,zergliederung in seine
,teilbegriffe zerfllen1 die in selbigen
schon1 7obschon verworren7 gedacht
waren3 dahingegen die letzteren zu dem
,begriffe des ,subjekts ein ,prdikat
hinzutun1 welches in jenem gar nicht
gedacht war1 und durch keine
,zergliederung desselben htte knnen
herausgezogen werden1 z4,b4 wenn ich
sage3 alle ,krper sind ausgedehnt1 so
ist dies ein analytisch ,urteil4 ,denn
ich darf nicht aus dem ,begriffe1 den
ich mit dem ,wort ,krper verbinde1
hinausgehen1 um die ,ausdehnung als mit
demselben verknpft zu finden1 sondern
jenen ,begriff nur zergliedern1 d4i4
des ,mannigfaltigen1 welches ich
jederzeit in ihm denke1 nur bewut
werden1 um dieses ,prdikat darin
anzutreffen2 es ist also ein
analytisches ,urteil4 ,dagegen1 wenn ich
sage3 alle ,krper sind schwer1 so ist
das ,prdikat etwas ganz anderes1 als
das1 was ich in dem bloen ,begriff eines
,krpers berhaupt denke4 ,die
,hinzufgung eines solchen ,prdikats gibt
also ein synthetisch ,urteil4 ,nun
ist hieraus klar3 #a4 da durch
analytische ,urteile unsere ,erkenntnis
gar nicht erweitert werde1 sondern der
,begriff1 den ich schon habe1
auseinandergesetzt1 und mir selbst
verstndlich gemacht werde2 #b4 da bei
synthetischen ,urteilen ich auer dem
,begriffe des ,subjekts noch etwas
anderes 7,x7 haben msse1 worauf sich der
,verstand sttzt1 um ein ,prdikat1 das
in jenem ,begriffe nicht liegt1 doch als
dazu gehrig zu erkennen4 ,bei
empirischen oder ,erfahrungsurteilen hat
es hiermit gar keine ,schwierigkeit4
,denn dieses ,x ist die vollstndige
,erfahrung von dem ,gegenstande1 den
ich durch einen ,begriff ,a denke1
welcher nur einen ,teil dieser
,erfahrung ausmacht4 ,denn ob ich schon
in dem ,begriff eines ,krpers berhaupt
das ,prdikat der ,schwere gar nicht
einschliee1 so bezeichnet er doch die
vollstndige ,erfahrung durch einen ,teil
derselben1 zu welchem also ich noch
andere ,teile eben derselben
,erfahrung1 als zu dem ersteren gehrig1
hinzufgen kann4 ,ich kann den ,begriff
des ,krpers vorher analytisch durch die
,merkmale der ,ausdehnung1 der
,undurchdringlichkeit1 der ,gestalt
usw41 die alle in diesem ,begriff
gedacht werden1 erkennen4 ,nun erweitere
ich aber meine ,erkenntnis1 und1 indem
ich auf die ,erfahrung zurcksehe1 von
welcher ich diesen ,begriff des ,krpers
abgezogen hatte1 so finde ich mit
obigen ,merkmalen auch die ,schwere
jederzeit verknpft4 ,es ist also die
,erfahrung jenes ,x1 was auer dem
,begriffe ,a liegt1 und worauf sich die
,mglichkeit der ,synthesis des ,prdikats
der ,schwere ,b mit dem ,begriffe ,a
grndet4 ,aber bei synthetischen
,urteilen a priori fehlt dieses
,hilfsmittel ganz und gar4 ,wenn ich
auer dem ,begriffe ,a hinausgehen soll1
um einen andern ,b1 als damit verbunden
zu erkennen1 was ist das1 worauf ich
mich sttze1 und wodurch die ,synthesis
mglich wird1 da ich hier den ,vorteil
nicht habe1 mich im ,felde der
,erfahrung danach umzusehen8 ,man nehme
den ,satz3 ,alles1 was geschieht1 hat
seine ,ursache4 ,in dem ,begriff von
etwas1 das geschieht1 denke ich zwar ein
,dasein1 vor welchem eine ,zeit
vorhergeht usw4 und daraus lassen sich
analytische ,urteile ziehen4 ,aber der
,begriff einer ,ursache zeigt etwas von
dem1 was geschieht1 ,verschiedenes an1
und ist in dieser letzteren
,vorstellung gar nicht mit enthalten4
,wie komme ich denn dazu1 von dem1 was
berhaupt geschieht1 etwas davon ganz
,verschiedenes zu sagen1 und den
,begriff der ,ursachen1 obzwar in jenen
nicht enthalten1 dennoch1 als dazu
gehrig1 zu erkennen4 ,was ist hier das
,x1 worauf sich der ,verstand sttzt1
wenn er auer dem ,begriff von ,a ein
demselben fremdes ,prdikat aufzufinden
glaubt1 das gleichwohl damit verknpft
sei4 ,erfahrung kann es nicht sein1
weil der angefhrte ,grundsatz nicht
allein mit grerer ,allgemeinheit1 als
die ,erfahrung verschaffen kann1
sondern auch mit dem ,ausdruck der
,notwendigkeit1 mithin gnzlich a priori
und aus bloen ,begriffen diese zweite
,vorstellungen zu der ersteren
hinzufgt4 ,nun beruht auf solchen
synthetischen d4i4
,erweiterungs-,grundstzen die ganze
,endabsicht unserer spekulativen
,erkenntnis a priori2 denn die
analytischen sind zwar hchst wichtig
und ntig1 aber nur um zu derjenigen
,deutlichkeit der ,begriffe zu
gelangen1 die zu einer sicheren und
ausgebreiteten ,synthesis1 als zu einem
wirklich neuen ,anbau1 erforderlich
ist4 ,es liegt also hier ein gewisses
,geheimnis verborgen991 dessen
,aufschlu allein den ,fortschritt in dem
grenzenlosen ,felde der reinen
,verstandeserkenntnis sicher und
zuverlssig machen kann3 nmlich mit
gehriger ,allgemeinheit den ,grund der
,mglichkeit synthetischer ,urteile a
priori aufzudecken1 die ,bedingungen1
die eine jede ,art derselben mglich
machen1 einzusehen1 und diese ganze
,erkenntnis 7die ihre eigene ,gattung
ausmacht7 in einem ,system nach ihren
ursprnglichen ,quellen1 ,abteilungen1
,umfang und ,grenzen1 nicht durch einen
flchtigen ,umkreis zu bezeichnen1
sondern vollstndig und zu jedem
,gebrauch hinreichend zu bestimmen4
,soviel vorlufig von dem
,eigentmlichen1 was die synthetischen
,urteile an sich haben4 99 ,wre es
einem von den ,alten eingefallen1 auch
nur diese ,frage aufzuwerfen1 so wrde
diese allein allen ,systemen der reinen
,vernunft bis auf unsere ,zeit
mchtig widerstanden haben1 und htte
so viele eitele ,versuche erspart1 die1
ohne zu wissen1 womit man eigentlich
zu tun hat1 blindlings unternommen
worden4 ,aus diesem allen ergibt sich
nun die ,idee einer besondern
,wissenschaft1 die zur ,kritik der
reinen ,vernunft dienen knne4 ,es heit
aber jede ,erkenntnis rein1 die mit
nichts ,fremdartigen vermischt ist4
,besonders aber wird eine ,erkenntnis
schlechthin rein genannt1 in die sich
berhaupt keine ,erfahrung oder
,empfindung einmischt1 welche mithin
vllig a priori mglich ist4 ,nun ist
,vernunft das ,vermgen1 welches die
,prinzipien der ,erkenntnis a priori an
die ,hand gibt4 ,daher ist reine
,vernunft diejenige1 welche die
,prinzipien etwas schlechthin a priori
zu erkennen1 enthlt4 ,ein ,organon der
reinen ,vernunft wrde ein ,inbegriff
derjenigen ,prinzipien sein1 nach denen
alle reinen ,erkenntnisse a priori
knnen erworben und wirklich zustande
gebracht werden4 ,die ausfhrliche
,anwendung eines solchen ,organon wrde
ein ,system der reinen ,vernunft
verschaffen4 ,da dieses aber sehr viel
verlangt ist1 und es noch dahin steht1
ob auch berhaupt eine solche
,erweiterung unserer ,erkenntnis1 und in
welchen ,fllen sie mglich sei2 so
knnen wir eine ,wissenschaft der bloen
,beurteilung der reinen ,vernunft1
ihrer ,quellen und ,grenzen1 als die
,propdeutik zum ,system der reinen
,vernunft ansehen4 ,eine solche wrde
nicht eine ,doktrin1 sondern nur
,kritik der reinen ,vernunft heien
mssen1 und ihr ,nutzen wrde wirklich
nur negativ sein1 nicht zur
,erweiterung1 sondern nur zur ,luterung
unserer ,vernunft dienen1 und sie von
,irrtmern frei halten1 welches schon
sehr viel gewonnen ist4 ,ich nenne alle
,erkenntnis transzendental1 die sich
nicht sowohl mit ,gegenstnden1 sondern
mit unsern ,begriffen a priori von
,gegenstnden berhaupt beschftigt4 ,ein
,system solcher ,begriffe wrde
,transzendental-,philosophie heien4
,diese ist aber wiederum fr den ,anfang
zu viel4 ,denn weil eine solche
,wissenschaft sowohl die analytische
,erkenntnis1 als die synthetische a
priori vollstndig enthalten mte1 so ist
sie1 insofern es unsere ,absicht
betrifft1 von zu weitem ,umfange1 indem
wir die ,analysis nur so weit treiben
drfen1 als sie unentbehrlich ntig ist1
um die ,prinzipien der ,synthesis a
priori1 als warum es uns nur zu tun ist1
in ihrem ganzen ,umfange einzusehen4
,diese ,untersuchung1 die wir eigentlich
nicht ,doktrin1 sondern nur
transzendentale ,kritik nennen knnen1
weil sie nicht die ,erweiterung der
,erkenntnisse selbst1 sondern nur die
,berichtigung derselben zur ,absicht
hat1 und den ,probierstein des ,werts
oder ,unwerts aller ,erkenntnisse a
priori abgeben soll1 ist das1 womit wir
uns jetzt beschftigen4 ,eine solche
,kritik ist demnach eine ,vorbereitung1
wo mglich1 zu einem ,organon1 und1 wenn
dieses nicht gelingen sollte1
wenigstens zu einem ,kanon derselben1
nach welchen allenfalls dereinst das
vollstndige ,system der ,philosophie der
reinen ,vernunft1 es mag nun in
,erweiterung oder bloer ,begrenzung
ihrer ,erkenntnis bestehen1 sowohl
analytisch1 als synthetisch dargestellt
werden knnte4 ,denn da dieses mglich
sei1 ja da ein solches ,system von nicht
gar groem ,umfange sein knne1 um zu
hoffen1 es ganz zu vollenden1 lt sich
schon zum voraus daraus ermessen1 da
hier nicht die ,natur der ,dinge1
welche unerschpflich ist1 sondern der
,verstand1 der ber die ,natur der
,dinge urteilt1 und auch dieser wiederum
nur in ,ansehung seiner ,erkenntnis a
priori den ,gegenstand ausmacht1 dessen
,vorrat1 weil wir ihn doch nicht
auswrtig suchen drfen1 uns nicht
verborgen bleiben kann1 und allem
,vermuten nach klein genug ist1 um
vollstndig aufgenommen1 nach seinem
,werte oder ,unwerte beurteilt und unter
richtige ,schtzung gebracht zu werden4
,,ii4 ,einteilung der
,transzendental-,philosophie ,die
,transzendental-,philosophie ist hier
nur eine ,idee1 wozu die ,kritik der
reinen ,vernunft den ganzen ,plan
architektonisch1 d4i4 aus ,prinzipien
entwerfen soll1 mit vlliger
,gewhrleistung der ,vollstndigkeit und
,sicherheit aller ,stcke1 die dieses
,gebude ausmacht4 ,da diese ,kritik
nicht schon selbst
,transzendental-,philosophie heit1
beruht lediglich darauf1 da sie1 um ein
vollstndiges ,system zu sein1 auch eine
ausfhrliche ,analysis der ganzen
menschlichen ,erkenntnis a priori
enthalten mte4 ,nun mu zwar unsere
,kritik allerdings auch eine vollstndige
,herzhlung aller ,stammbegriffe1
welche die gedachte reine ,erkenntnis
ausmachen1 vor ,augen legen4 ,allein
der ausfhrlichen ,analysis dieser
,begriffe selbst1 wie auch der
vollstndigen ,rezension der daraus
abgeleiteten1 enthlt sie sich billig1
teils weil diese ,zergliederung nicht
zweckmig wre1 indem sie die
,bedenklichkeit nicht hat1 welche bei
der ,synthesis angetroffen wird1 um
deren willen eigentlich die ganze
,kritik da ist1 teils1 weil es der
,einheit des ,planes zuwider wre1 sich
mit der ,verantwortung der
,vollstndigkeit einer solchen ,analysis
und ,ableitung zu befassen1 deren man
in ,ansehung seiner ,absicht doch
berhoben sein konnte4 ,diese
,vollstndigkeit der ,zergliederung
sowohl1 als der ,ableitung aus den
knftig zu liefernden ,begriffen a
priori1 ist indessen leicht zu ergnzen1
wenn sie nur allererst als ausfhrliche
,prinzipien der ,synthesis da sind1 und
ihnen in ,ansehung dieser wesentlichen
,absicht nichts ermangelt4 ,zur
,kritik der reinen ,vernunft gehrt
demnach alles1 was die
,transzendental-,philosophie ausmacht1
und sie ist die vollstndige ,idee der
,transzendental-,philosophie1 aber diese
,wissenschaft noch nicht selbst1 weil
sie in der ,analysis nur so weit geht1
als es zur vollstndigen ,beurteilung
der synthetischen ,erkenntnis a priori
erforderlich ist4 ,das vornehmste
,augenmerk bei der ,einteilung einer
solchen ,wissenschaft ist3 da gar keine
,begriffe hineinkommen mssen1 die
irgend etwas ,empirisches in sich
enthalten1 oder da die ,erkenntnis a
priori vllig rein sei4 ,daher1 obzwar
die obersten ,grundstze der ,moralitt1
und die ,grundbegriffe derselben1
,erkenntnisse a priori sind1 so gehren
sie doch nicht in die
,transzendental-,philosophie1 weil die
,begriffe der ,lust und ,unlust1 der
,begierden und ,neigungen1 der ,willkr
usw41 die insgesamt empirischen
,ursprunges sind1 dabei vorausgesetzt
werden mten4 ,daher ist die
,transzendental-,philosophie eine
,weltweisheit der reinen blo
spekulativen ,vernunft4 ,denn alles
,praktische1 sofern es ,bewegungsgrnde
enthlt1 bezieht sich auf ,gefhle1 welche
zu empirischen ,erkenntnisquellen
gehren4 ,wenn man nun die ,einteilung
dieser ,wissenschaft aus dem
allgemeinen ,gesichtspunkte eines
,systems berhaupt anstellen will1 so mu
die1 welche wir jetzt vortragen1
erstlich eine ,elementar-,lehre1
zweitens eine ,methoden-,lehre der
reinen ,vernunft enthalten4 ,jeder
dieser ,hauptteile wrde seine
,unterabteilung haben1 deren ,grnde sich
gleichwohl hier noch nicht vortragen
lassen4 ,nur so viel scheint zur
,einleitung oder ,vorerinnerung ntig zu
sein1 da es zwei ,stmme der
menschlichen ,erkenntnis gebe1 die
vielleicht aus einer
gemeinschaftlichen1 aber uns unbekannten
,wurzel entspringen1 nmlich1
,sinnlichkeit und ,verstand1 durch deren
ersteren uns ,gegenstnde gegeben1
durch den zweiten aber gedacht werden4
,sofern nun die ,sinnlichkeit
,vorstellungen a priori enthalten
sollte1 welche die ,bedingungen
ausmachen1 unter der uns ,gegenstnde
gegeben werden1 so wrde sie zur
,transzendental-,philosophie gehren4
,die transzendentale ,sinnenlehre wrde
zum ersten ,teile der
,elementarwissenschaft gehren mssen1
weil die ,bedingungen1 worunter allein
die ,gegenstnde der menschlichen
,erkenntnis gegeben werden1 denjenigen
vorgehen1 unter welchen selbige gedacht
werden4 ,kritik der reinen
,vernunft ,i4 ,transzendentale
,elementarlehre ,der transzendentalen
,elementarlehre ,erster ,teil ,die
transzendentale sthetik ,auf welche
,art und durch welche ,mittel sich auch
immer eine ,erkenntnis auf ,gegenstnde
beziehen mag1 es ist doch diejenige1
wodurch sie sich auf dieselbe
unmittelbar bezieht1 und worauf alles
,denken als ,mittel abzweckt1 die
,anschauung4 ,diese findet aber nur
statt1 sofern uns der ,gegenstand
gegeben wird2 dieses aber ist wiederum
nur dadurch mglich1 da er das ,gemt auf
gewisse ,weise affiziere4 ,die
,fhigkeit 7,rezeptivitt71
,vorstellungen durch die ,art1 wie wir
von ,gegenstnden affiziert werden1 zu
bekommen1 heit ,sinnlichkeit4
,vermittelst der ,sinnlichkeit also
werden uns ,gegenstnde gegeben1 und sie
allein liefert uns ,anschauungen2 durch
den ,verstand aber werden sie gedacht1
und von ihm entspringen ,begriffe4
,alles ,denken aber mu sich1 es sei
geradezu 7direkte7 oder im ,umschweife
7indirekte71 zuletzt auf ,anschauungen1
mithin1 bei uns1 auf ,sinnlichkeit
beziehen1 weil uns auf andere ,weise
kein ,gegenstand gegeben werden kann4
,die ,wirkung eines ,gegenstandes auf
die ,vorstellungsfhigkeit1 sofern wir
von demselben affiziert werden1 ist
,empfindung4 ,diejenige ,anschauung1
welche sich auf den ,gegenstand durch
,empfindung bezieht1 heit empirisch4
,der unbestimmte ,gegenstand einer
empirischen ,anschauung heit
,erscheinung4 ,in der ,erscheinung
nenne ich das1 was der ,empfindung
korrespondiert1 die ,materie derselben1
dasjenige aber1 welches macht1 da das
,mannigfaltige der ,erscheinung in
gewissen ,verhltnissen geordnet1
angeschaut wird1 nenne ich die ,form der
,erscheinung4 ,da das1 worinnen sich
die ,empfindungen allein ordnen1 und in
gewisse ,form gestellt werden knnen1
nicht selbst wiederum ,empfindung sein
kann1 so ist uns zwar die ,materie
aller ,erscheinung nur a posteriori
gegeben1 die ,form derselben aber mu zu
ihnen insgesamt im ,gemte a priori
bereitliegen und daher abgesondert von
aller ,empfindung knnen betrachtet
werden4 ,ich nenne alle
,vorstellungen rein 7im transzendentalen
,verstande71 in denen nichts1 was zur
,empfindung gehrt1 angetroffen wird4
,demnach wird die reine ,form
sinnlicher ,anschauungen berhaupt im
,gemte a priori angetroffen werden1
worinnen alles ,mannigfaltige der
,erscheinungen in gewissen ,verhltnissen
angeschaut wird4 ,diese reine ,form
der ,sinnlichkeit wird auch selber reine
,anschauung heien4 ,so1 wenn ich von
der ,vorstellung eines ,krpers das1 was
der ,verstand davon denkt1 als
,substanz1 ,kraft1 ,teilbarkeit usw41
imgleichen1 was davon zur ,empfindung
gehrt1 als ,undurchdringlichkeit1 ,hrte1
,farbe usw4 absondere1 so bleibt mir
aus dieser empirischen ,anschauung noch
etwas brig1 nmlich ,ausdehnung und
,gestalt4 ,diese gehren zur reinen
,anschauung1 die a priori1 auch ohne
einen wirklichen ,gegenstand der ,sinne
oder ,empfindung1 als eine bloe ,form
der ,sinnlichkeit im ,gemte
stattfindet4 ,eine ,wissenschaft von
allen ,prinzipien der ,sinnlichkeit a
priori nenne ich die transzendentale
sthetik994 ,es mu also eine solche
,wissenschaft geben1 die den ersten
,teil der transzendentalen
,elementarlehre ausmacht1 im ,gegensatz
mit derjenigen1 welche die ,prinzipien
des reinen ,denkens enthlt1 und
transzendentale ,logik genannt wird4
99 ,die ,deutschen sind die einzigen1
welche sich jetzt des ,worts sthetik
bedienen1 um dadurch das zu bezeichnen1
was andere ,kritik des ,geschmacks
heien4 ,es liegt hier eine verfehlte
,hoffnung zum ,grunde1 die der
vortreffliche ,analyst ,baumgarten fate1
die kritische ,beurteilung des
,schnen unter ,vernunftprinzipien zu
bringen1 und die ,regeln derselben zur
,wissenschaft zu erheben4 ,allein
diese ,bemhung ist vergeblich4 ,denn
gedachte ,regeln oder ,kriterien sind
ihren ,quellen nach blo empirisch1 und
knnen also niemals zu ,gesetzen a
priori dienen1 wonach sich unser
,geschmacksurteil richten mte1 vielmehr
macht das letztere den eigentlichen
,probierstein der ,richtigkeit der
ersteren aus4 ,um deswillen ist es
ratsam1 diese ,benennung wiederum
eingehen zu lassen1 und sie
derjenigen ,lehre aufzubehalten1 die
wahre ,wissenschaft ist1 wodurch man
auch der ,sprache und dem ,sinne der
,alten nher treten wrde1 bei denen die
,einteilung der ,erkenntnis in
aistheta kai noeta sehr berhmt war4
,in der transzendentalen sthetik also
werden wir zuerst die ,sinnlichkeit
isolieren1 dadurch1 da wir alles
absondern1 was der ,verstand durch
seine ,begriffe dabei denkt1 damit
nichts als empirische ,anschauung
brigbleibe4 ,zweitens werden wir von
dieser noch alles1 was zur ,empfindung
gehrt1 abtrennen1 damit nichts als reine
,anschauung und die bloe ,form der
,erscheinungen brigbleibe1 welches das
einzige ist1 das die ,sinnlichkeit a
priori liefern kann4 ,bei dieser
,untersuchung wird sich finden1 da es
zwei reine ,formen sinnlicher
,anschauung1 als ,prinzipien der
,erkenntnis a priori gebe1 nmlich ,raum
und ,zeit1 mit deren ,erwgung wir uns
jetzt beschftigen werden4 ,der
transzendentalen sthetik ,erster
,abschnitt ,von dem ,raume
,vermittelst des ueren ,sinnes1 7einer
,eigenschaft unseres ,gemts71 stellen
wir uns ,gegenstnde als auer uns1 und
diese insgesamt im ,raume vor4
,darinnen ist ihre ,gestalt1 ,gre und
,verhltnis gegeneinander bestimmt1 oder
bestimmbar4 ,der innere ,sinn1
vermittelst dessen das ,gemt sich
selbst1 oder seinen inneren ,zustand
anschaut1 gibt zwar keine ,anschauung
von der ,seele selbst1 als einem
,objekt2 allein es ist doch eine
bestimmte ,form1 unter der die
,anschauung ihres inneren ,zustandes
allein mglich ist1 so da alles1 was zu
den inneren ,bestimmungen gehrt1 in
,verhltnissen der ,zeit vorgestellt
wird4 uerlich kann die ,zeit nicht
angeschaut werden1 so wenig wie der
,raum1 als etwas in uns4 ,was sind nun
,raum und ,zeit8 ,sind es wirkliche
,wesen8 ,sind es zwar nur ,bestimmungen1
oder auch ,verhltnisse der ,dinge1
aber doch solche1 welche ihnen auch an
sich zukommen wrden1 wenn sie auch
nicht angeschaut wrden1 oder sind sie
solche1 die nur an der ,form der
,anschauung allein haften1 und mithin an
der subjektiven ,beschaffenheit
unseres ,gemts1 ohne welche diese
,prdikate gar keinem ,dinge beigelegt
werden knnen8 ,um uns hierber zu
belehren1 wollen wir zuerst den ,raum
betrachten4 #a4 ,der ,raum ist kein
empirischer ,begriff1 der von ueren
,erfahrungen abgezogen worden4 ,denn
damit gewie ,empfindungen auf etwas auer
mich bezogen werden1 7d4i4 auf etwas
in einem anderen ,orte des ,raumes1 als
darinnen ich mich befinde71 imgleichen
damit ich sie als auereinander1 mithin
nicht blo verschieden1 sondern als in
verschiedenen ,orten vorstellen knne1
dazu mu die ,vorstellung des ,raumes
schon zum ,grunde liegen4 ,demnach kann
die ,vorstellung des ,raumes nicht aus
den ,verhltnissen der ueren ,erscheinung
durch ,erfahrung erborgt sein1 sondern
diese uere ,erfahrung ist selbst nur
durch gedachte ,vorstellung allererst
mglich4 #b4 ,der ,raum ist eine
notwendige ,vorstellung a priori1 die
allen ueren ,anschauungen zum ,grunde
liegt4 ,man kann sich niemals eine
,vorstellung davon machen1 da kein ,raum
sei1 ob man sich gleich ganz wohl
denken kann1 da keine ,gegenstnde darin
angetroffen werden4 ,er wird also als
die ,bedingung der ,mglichkeit der
,erscheinungen1 und nicht als eine von
ihnen abhngende ,bestimmung angesehen1
und ist eine ,vorstellung a priori1 die
notwendigerweise ueren ,erscheinungen
zum ,grunde liegt4 #c4 ,auf diese
,notwendigkeit a priori grndet sich die
apodiktische ,gewiheit aller
geometrischen ,grundstze1 und die
,mglichkeit ihrer ,konstruktionen a
priori4 ,wre nmlich diese ,vorstellung
des ,raumes ein a posteriori erworbener
,begriff1 der aus der allgemeinen ueren
,erfahrung geschpft wre1 so wrden die
ersten ,grundstze der mathematischen
,bestimmung nichts als ,wahrnehmungen
sein4 ,sie htten also alle ,zuflligkeit
der ,wahrnehmung1 und es wre eben nicht
notwendig1 da zwischen zwei ,punkten
nur eine gerade ,linie sei1 sondern die
,erfahrung wrde es so jederzeit lehren4
,was von der ,erfahrung entlehnt ist1
hat auch nur komparative ,allgemeinheit1
nmlich durch ,induktion4 ,man wrde
also nur sagen knnen1 so viel zur ,zeit
noch bemerkt worden1 ist kein ,raum
gefunden worden1 der mehr als drei
,abmessungen htte4 #d4 ,der ,raum ist
kein diskursiver oder1 wie man sagt1
allgemeiner ,begriff von ,verhltnissen
der ,dinge berhaupt sondern eine reine
,anschauung4 ,denn erstlich kann man
sich nur einen einigen ,raum
vorstellen1 und wenn man von vielen
,rumen redet1 so versteht man darunter
nur ,teile eines und desselben
alleinigen ,raumes4 ,diese ,teile knnen
auch nicht vor dem einigen
allbefassenden ,raume gleichsam als
dessen ,bestandteile 7daraus seine
,zusammensetzung mglich sei7
vorhergehen1 sondern nur in ihm gedacht
werden4 ,er ist wesentlich einig1 das
,mannigfaltige in ihm1 mithin auch der
allgemeine ,begriff von ,rumen
berhaupt1 beruht lediglich auf
,einschrnkungen4 ,hieraus folgt1 da in
,ansehung seiner eine ,anschauung a
priori 7die nicht empirisch ist7 allen
,begriffen von denselben zum ,grunde
liege4 ,so werden auch alle
geometrischen ,grundstze1 z4,e4 da in
einem ,triangel zwei ,seiten zusammen
grer sind1 als die dritte1 niemals aus
allgemeinen ,begriffen von ,linie und
,triangel1 sondern aus der ,anschauung
und zwar a priori mit apodiktischer
,gewiheit abgeleitet4 #e4 ,der ,raum
wird als eine unendliche ,gre gegeben
vorgestellt4 ,ein allgemeiner ,begriff
vom ,raum 7der sowohl in dem ,fue1 als
einer ,elle gemein ist17 kann in
,ansehung der ,gre nichts bestimmen4
,wre es nicht die ,grenzenlosigkeit im
,fortgange der ,anschauung1 so wrde kein
,begriff von ,verhltnissen ein
,principium der ,unendlichkeit derselben
bei sich fhren4 ,schlsse
aus obigen ,begriffen a7 ,der ,raum
stellt gar keine ,eigenschaft irgend
einiger ,dinge an sich1 oder sie in
ihrem ,verhltnis aufeinander vor1 d4i4
keine ,bestimmung derselben1 die an
,gegenstnden selbst haftete1 und welche
bliebe1 wenn man auch von allen
subjektiven ,bedingungen der ,anschauung
abstrahierte4 ,denn weder absolute1
noch relative ,bestimmungen knnen vor
dem ,dasein der ,dinge1 welchen sie
zukommen1 mithin nicht a priori
angeschaut werden4 b7 ,der ,raum ist
nichts anderes1 als nur die ,form aller
,erscheinungen uerer ,sinne1 d4i4 die
subjektive ,bedingung der ,sinnlichkeit1
unter der allein uns uere ,anschauung
mglich ist4 ,weil nun die ,rezeptivitt
des ,subjekts1 von ,gegenstnden
affiziert zu werden1 notwendigerweise
vor allen ,anschauungen dieser ,objekte
vorhergeht1 so lt sich verstehen1 wie
die ,form aller ,erscheinungen vor allen
wirklichen ,wahrnehmungen1 mithin a
priori im ,gemte gegeben sein knne1 und
wie sie als eine reine ,anschauung1 in
der alle ,gegenstnde bestimmt werden
mssen1 ,prinzipien der ,verhltnisse
derselben vor aller ,erfahrung
enthalten knne4 ,wir knnen demnach
nur aus dem ,standpunkte eines
,menschen1 vom ,raum1 von ausgedehnten
,wesen usw4 reden4 ,gehen wir von der
subjektiven ,bedingung ab1 unter
welcher wir allein uere ,anschauung
bekommen knnen1 so wie wir nmlich von
den ,gegenstnden affiziert werden mgen1
so bedeutet die ,vorstellung vom ,raume
gar nichts4 ,dieses ,prdikat wird den
,dingen nur insofern beigelegt1 als sie
uns erscheinen1 d4i4 ,gegenstnde der
,sinnlichkeit sind4 ,die bestndige
,form dieser ,rezeptivitt1 welche wir
,sinnlichkeit nennen1 ist eine
notwendige ,bedingung aller
,verhltnisse1 darinnen ,gegenstnde als
auer uns angeschaut werden1 und1 wenn
man von diesen ,gegenstnden
abstrahiert1 eine reine ,anschauung1
welche den ,namen ,raum fhrt4 ,weil wir
die besonderen ,bedingungen der
,sinnlichkeit nicht zu ,bedingungen der
,mglichkeit der ,sachen1 sondern nur
ihrer ,erscheinungen machen knnen1 so
knnen wir wohl sagen1 da der ,raum alle
,dinge befasse1 die uns uerlich
erscheinen mgen1 aber nicht alle ,dinge
an sich selbst1 sie mgen nun angeschaut
werden oder nicht1 oder auch von
welchem ,subjekt man wolle4 ,denn wir
knnen von den ,anschauungen anderer
denkenden ,wesen gar nicht urteilen1 ob
sie an die nmlichen ,bedingungen
gebunden seien1 welche unsere
,anschauung einschrnken und fr uns
allgemein gltig sind4 ,wenn wir die
,einschrnkung eines ,urteils zum
,begriff des ,subjekts hinzufgen1 so
gilt das ,urteil alsdann unbedingt4
,der ,satz3 ,alle ,dinge sind
nebeneinander im ,raum1 gilt nur unter
der ,einschrnkung1 wenn diese ,dinge als
,gegenstnde unserer sinnlichen
,anschauung genommen werden4 ,fge ich
hier die ,bedingung zum ,begriffe1 und
sage3 ,alle ,dinge1 als uere
,erscheinungen1 sind nebeneinander im
,raum1 so gilt diese ,regel allgemein
und ohne ,einschrnkung4 ,unsere
,errterungen lehren demnach l die
,realitt 7d4i4 die objektive ,gltigkeit7
des ,raumes in ,ansehung alles dessen1
was uerlich als ,gegenstand uns
vorkommen kann1 aber zugleich die
,idealitt des ,raumes in ,ansehung der
,dinge1 wenn sie durch die ,vernunft an
sich selbst erwogen werden1 d4i4 ohne
,rcksicht auf die ,beschaffenheit
unserer ,sinnlichkeit zu nehmen4 ,wir
behaupten also die empirische ,realitt
des ,raumes 7in ,ansehung aller mglichen
ueren ,erfahrung71 ob zwar zugleich
die transzendentale ,idealitt
desselben1 d4i4 da er nichts sei1 sobald
wir die ,bedingung der ,mglichkeit
aller ,erfahrung weglassen1 und ihn als
etwas1 was den ,dingen an sich selbst
zum ,grunde liegt1 annehmen4 ,es gibt
aber auch auer dem ,raum keine andere
subjektive und auf etwas ueres bezogene
,vorstellung1 die a priori objektiv
heien knnte4 ,daher diese subjektive
,bedingung aller ueren ,erscheinungen
mit keiner anderen kann verglichen
werden4 ,der ,wohlgeschmack eines
,weines gehrt nicht zu den objektiven
,bestimmungen des ,weines1 mithin eines
,objektes sogar als ,erscheinung
betrachtet1 sondern zu der besonderen
,beschaffenheit des ,sinnes an dem
,subjekte1 was ihn geniet4 ,die ,farben
sind nicht ,beschaffenheiten der ,krper1
deren ,anschauung sie anhngen1 sondern
auch nur ,modifikationen des ,sinnes
des ,gesichts1 welches vom ,lichte auf
gewisse ,weise affiziert wird4 ,dagegen
gehrt der ,raum1 als ,bedingung uerer
,objekte1 notwendigerweise zur
,erscheinung oder ,anschauung
derselben4 ,geschmack und ,farben sind
gar nicht notwendige ,bedingungen1
unter welchen die ,gegenstnde allein fr
uns ,objekte der ,sinne werden knnen4
,sie sind nur als zufllig beigefgte
,wirkungen der besondern ,organisation
mit der ,erscheinung verbunden4 ,daher
sind sie auch keine ,vorstellungen a
priori1 sondern auf ,empfindung1 der
,wohlgeschmack aber sogar auf ,gefhl
7der ,lust und ,unlust7 als einer
,wirkung der ,empfindung gegrndet4 ,auch
kann niemand a priori weder eine
,vorstellung einer ,farbe1 noch
irgendeines ,geschmacks haben3 der
,raum aber betrifft nur die reine ,form
der ,anschauung1 schliet also gar keine
,empfindung 7nichts ,empirisches7 in
sich1 und alle ,arten und ,bestimmungen
des ,raumes knnen und mssen sogar a
priori vorgestellt werden knnen1 wenn
,begriffe der ,gestalten sowohl1 als
,verhltnisse entstehen sollen4 ,durch
denselben ist es allein mglich1 da
,dinge fr uns uere ,gegenstnde sind4
,die ,absicht dieser ,anmerkung geht nur
dahin3 zu verhten1 da man die
behauptete ,idealitt des ,raumes nicht
durch bei weitem unzulngliche
,beispiele zu erlutern sich einfallen
lasse1 da nmlich etwa ,farben1
,geschmack usw4 mit ,recht nicht als
,beschaffenheiten der ,dinge1 sondern
blo als ,vernderungen unseres ,subjekts1
die sogar bei verschiedenen ,menschen
verschieden sein knnen1 betrachtet
werden4 ,denn in diesem ,falle gilt
das1 was ursprnglich selbst nur
,erscheinung ist1 z4,b4 eine ,rose1 im
empirischen ,verstande fr ein ,ding an
sich selbst1 welches doch jedem ,auge
in ,ansehung der ,farbe anders
erscheinen kann4 ,dagegen ist der
transzendentale ,begriff der
,erscheinungen im ,raume eine kritische
,erinnerung1 da berhaupt nichts1 was im
,raume angeschaut wird1 eine ,sache an
sich1 noch da der ,raum eine ,form der
,dinge sei1 die ihnen etwa an sich
selbst eigen wre1 sondern da uns die
,gegenstnde an sich gar nicht bekannt
sind1 und1 was wir uere ,gegenstnde
nennen1 nichts anderes als bloe
,vorstellungen unserer ,sinnlichkeit
sind1 deren ,form der ,raum ist1 deren
wahres ,korrelatum aber1 d4i4 das ,ding
an sich selbst1 dadurch gar nicht
erkannt wird1 noch erkannt werden kann1
nach welchem aber auch in der
,erfahrung niemals gefragt wird4
,der transzendentalen sthetik ,zweiter
,abschnitt ,von der ,zeit #a4 ,die
,zeit ist kein empirischer ,begriff1 der
irgend von einer ,erfahrung abgezogen
worden4 ,denn das ,zugleichsein oder
,aufeinanderfolgen wrde selbst nicht in
die ,wahrnehmung kommen1 wenn die
,vorstellung der ,zeit nicht a priori
zum ,grunde lge4 ,nur unter deren
,voraussetzung kann man sich vorstellen1
da einiges zu einer und derselben
,zeit 7zugleich7 oder in verschiedenen
,zeiten 7nacheinander7 sei4 #b4 ,die
,zeit ist eine notwendige ,vorstellung1
die allen ,anschauungen zum ,grunde
liegt4 ,man kann in ,ansehung der
,erscheinungen berhaupt die ,zeit
selbst nicht aufheben1 ob man zwar ganz
wohl die ,erscheinungen aus der ,zeit
wegnehmen kann4 ,die ,zeit ist also a
priori gegeben4 ,in ihr allein ist alle
,wirklichkeit der ,erscheinungen
mglich4 ,diese knnen insgesamt
wegfallen1 aber sie selbst als die
allgemeine ,bedingung ihrer
,mglichkeit1 kann nicht aufgehoben
werden4 #c4 ,auf diese ,notwendigkeit
a priori grndet sich auch die
,mglichkeit apodiktischer ,grundstze
von den ,verhltnissen der ,zeit1 oder
,axiomen von der ,zeit berhaupt4 ,sie
hat nur ,eine ,dimension3 verschiedene
,zeiten sind nicht zugleich1 sondern
nacheinander 7so wie verschiedene ,rume
nicht nacheinander1 sondern zugleich
sind74 ,diese ,grundstze knnen aus der
,erfahrung nicht gezogen werden1 denn
diese wrde weder strenge
,allgemeinheit1 noch apodiktische
,gewiheit geben4 ,wir wrden nur sagen
knnen3 so lehrt es die gemeine
,wahrnehmung2 nicht aber3 so mu es sich
verhalten4 ,diese ,grundstze gelten als
,regeln1 unter denen berhaupt
,erfahrungen mglich sind1 und belehren
uns vor derselben1 und nicht durch
dieselbe4 #d4 ,die ,zeit ist kein
diskursiver1 oder1 wie man ihn nennt1
allgemeiner ,begriff1 sondern eine
reine ,form der sinnlichen ,anschauung4
,verschiedene ,zeiten sind nur ,teile
eben derselben ,zeit4 ,die
,vorstellung1 die nur durch einen
einzigen ,gegenstand gegeben werden
kann1 ist aber ,anschauung4 ,auch wrde
sich der ,satz1 da verschiedene ,zeiten
nicht zugleich sein knnen1 aus einem
allgemeinen ,begriff nicht herleiten
lassen4 ,der ,satz ist synthetisch1 und
kann aus ,begriffen allein nicht
entspringen4 ,er ist also in der
,anschauung und ,vorstellung der ,zeit
unmittelbar enthalten4 #e4 ,die
,unendlichkeit der ,zeit bedeutet nichts
weiter1 als da alle bestimmte ,gre der
,zeit nur durch ,einschrnkungen einer
einigen zum ,grunde liegenden ,zeit
mglich sei4 ,daher mu die ursprngliche
,vorstellung ,zeit als uneingeschrnkt
gegeben sein4 ,wovon aber die ,teile
selbst1 und jede ,gre eines
,gegenstandes1 nur durch ,einschrnkung
bestimmt vorgestellt werden knnen1 da mu
die ganze ,vorstellung nicht durch
,begriffe gegeben sein1 7denn da gehen
die ,teilvorstellungen vorher17 sondern
es mu ihre unmittelbare ,anschauung
zum ,grunde liegen4 ,schlsse aus
diesen ,begriffen a7 ,die ,zeit ist
nicht etwas1 was fr sich selbst bestnde1
oder den ,dingen als objektive
,bestimmung anhinge1 mithin brig bliebe1
wenn man von allen subjektiven
,bedingungen der ,anschauung derselben
abstrahiert2 denn im ersten ,fall wrde
sie etwas sein1 was ohne wirklichen
,gegenstand dennoch wirklich wre4 ,was
aber das zweite betrifft1 so knnte sie
als eine den ,dingen selbst anhngende
,bestimmung oder ,ordnung nicht vor den
,gegenstnden als ihre ,bedingung
vorhergehen1 und a priori durch
synthetische ,stze erkannt und
angeschaut werden4 ,diese letztere
findet dagegen sehr wohl statt1 wenn
die ,zeit nichts als die subjektive
,bedingung ist1 unter der alle
,anschauungen in uns stattfinden knnen4
,denn da kann diese ,form der inneren
,anschauung vor den ,gegenstnden1 mithin
a priori1 vorgestellt werden4 b7
,die ,zeit ist nichts anderes1 als die
,form des inneren ,sinnes1 d4i4 des
,anschauens unserer selbst und unseres
inneren ,zustandes4 ,denn die ,zeit
kann keine ,bestimmung uerer
,erscheinungen sein2 sie gehrt weder zu
einer ,gestalt1 oder ,lage usw41
dagegen bestimmt sie das ,verhltnis der
,vorstellungen in unserem inneren
,zustande4 ,und1 eben weil diese innere
,anschauung keine ,gestalt gibt1 suchen
wir auch diesen ,mangel durch
,analogien zu ersetzen1 und stellen die
,zeitfolge durch eine ins ,unendliche
fortgehende ,linie vor1 in welcher das
,mannigfaltige eine ,reihe ausmacht1 die
nur von einer ,dimension ist1 und
schlieen aus den ,eigenschaften dieser
,linie auf alle ,eigenschaften der
,zeit1 auer dem einigen1 da die ,teile
der ersteren zugleich1 die der
letzteren aber jederzeit nacheinander
sind4 ,hieraus erhellt auch1 da die
,vorstellung der ,zeit selbst
,anschauung sei1 weil alle ihre
,verhltnisse sich an einer ueren
,anschauung ausdrcken lassen4 c7
,die ,zeit ist die formale ,bedingung a
priori aller ,erscheinungen berhaupt4
,der ,raum1 als die reine ,form aller
ueren ,anschauung ist als ,bedingung a
priori blo auf uere ,erscheinungen
eingeschrnkt4 ,dagegen1 weil alle
,vorstellungen1 sie mgen nun uere ,dinge
zum ,gegenstande haben1 oder nicht1
doch an sich selbst1 als ,bestimmungen
des ,gemts1 zum inneren ,zustande
gehren1 dieser innere ,zustand aber1
unter der formalen ,bedingung der
inneren ,anschauung1 mithin der ,zeit
gehrt1 so ist die ,zeit eine ,bedingung
a priori von aller ,erscheinung
berhaupt1 und zwar die unmittelbare
,bedingung der inneren 7unserer
,seelen7 und eben dadurch mittelbar auch
der ueren ,erscheinungen4 ,wenn ich a
priori sagen kann3 alle ueren
,erscheinungen sind im ,raume1 und nach
den ,verhltnissen des ,raumes a priori
bestimmt1 so kann ich aus dem ,prinzip
des inneren ,sinnes ganz allgemein
sagen3 alle ,erscheinungen berhaupt1
d4i4 alle ,gegenstnde der ,sinne1 sind
in der ,zeit1 und stehen
notwendigerweise in ,verhltnissen der
,zeit4 ,wenn wir von unserer ,art1
uns selbst innerlich anzuschauen1 und
vermittelst dieser ,anschauung auch alle
ueren ,anschauungen in der
,vorstellungskraft zu befassen1
abstrahieren1 und mithin die
,gegenstnde nehmen1 so wie sie an sich
selbst sein mgen1 so ist die ,zeit
nichts4 ,sie ist nur von objektiver
,gltigkeit in ,ansehung der
,erscheinungen1 weil dieses schon ,dinge
sind1 die wir als ,gegenstnde unserer
,sinne annehmen2 aber sie ist nicht mehr
objektiv1 wenn man von der
,sinnlichkeit unserer ,anschauung1
mithin derjenigen ,vorstellungsart1
welche uns eigentmlich ist1 abstrahiert1
und von ,dingen berhaupt redet4 ,die
,zeit ist also lediglich eine subjektive
,bedingung unserer 7menschlichen7
,anschauung1 7welche jederzeit sinnlich
ist1 d4i4 sofern wir von ,gegenstnden
affiziert werden17 und an sich1 auer
dem ,subjekte1 nichts4
,nichtsdestoweniger ist sie in
,ansehung aller ,erscheinungen1 mithin
auch aller ,dinge1 die uns in der
,erfahrung vorkommen knnen1
notwendigerweise objektiv4 ,wir knnen
nicht sagen3 alle ,dinge sind in der
,zeit1 weil bei dem ,begriff der ,dinge
berhaupt von aller ,art der ,anschauung
derselben abstrahiert wird1 diese aber
die eigentliche ,bedingung ist1 unter
der die ,zeit in die ,vorstellung der
,gegenstnde gehrt4 ,wird nun die
,bedingung zum ,begriffe hinzugefgt1
und es heit3 alle ,dinge1 als
,erscheinungen 7,gegenstnde der
sinnlichen ,anschauung71 sind in der
,zeit1 so hat der ,grundsatz seine gute
objektive ,richtigkeit und
,allgemeinheit a priori4 ,unsere
,behauptungen lehren demnach empirische
,realitt der ,zeit1 d4i4 objektive
,gltigkeit in ,ansehung aller
,gegenstnde1 die jemals unseren ,sinnen
gegeben werden mgen4 ,und da unsere
,anschauung jederzeit sinnlich ist1 so
kann uns in der ,erfahrung niemals ein
,gegenstand gegeben werden1 der nicht
unter die ,bedingung der ,zeit gehrte4
,dagegen bestreiten wir der ,zeit allen
,anspruch auf absolute ,realitt1 da sie
nmlich1 auch ohne auf die ,form unserer
sinnlichen ,anschauung ,rcksicht zu
nehmen1 schlechthin den ,dingen als
,bedingung oder ,eigenschaft anhinge4
,solche ,eigenschaften1 die den ,dingen
an sich zukommen1 knnen uns durch die
,sinne auch niemals gegeben werden4
,hierin besteht also die transzendentale
,idealitt der ,zeit1 nach welcher sie1
wenn man von den subjektiven
,bedingungen der sinnlichen ,anschauung
abstrahiert1 gar nichts ist1 und den
,gegenstnden an sich selbst 7ohne ihr
,verhltnis auf unsere ,anschauung17
weder subsistierend noch inhrierend
beigezhlt werden kann4 ,doch ist diese
,idealitt1 ebensowenig wie die des
,raumes1 mit den ,subreptionen der
,empfindung in ,vergleichung zu stellen1
weil man doch dabei von der
,erscheinung selbst1 der diese ,prdikate
inhrieren1 voraussetzt1 da sie
objektive ,realitt habe1 die hier
gnzlich wegfllt1 auer1 sofern sie blo
empirisch ist1 d4i4 den ,gegenstand
selbst blo als ,erscheinung ansieht3
wovon die obige ,anmerkung des ersteren
,abschnitts nachzusehen ist4
,erluterung ,wider diese ,theorie1
welche der ,zeit empirische ,realitt
zugesteht1 aber die absolute und
transzendentale bestreitet1 habe ich von
einsehenden ,mnnern einen ,einwurf so
einstimmig vernommen1 da ich daraus
abnehme1 er msse sich natrlicherweise
bei jedem ,leser1 dem diese
,betrachtungen ungewohnt sind1
vorfinden4 ,er lautet so3 ,vernderungen
sind wirklich 7dies beweist der
,wechsel unserer eigenen
,vorstellungen1 wenn man gleich alle
ueren ,erscheinungen1 samt deren
,vernderungen1 leugnen wollte74 ,nun
sind ,vernderungen nur in der ,zeit
mglich1 folglich ist die ,zeit etwas
,wirkliches4 ,die ,beantwortung hat
keine ,schwierigkeit4 ,ich gebe das
ganze ,argument zu4 ,die ,zeit ist
allerdings etwas ,wirkliches1 nmlich die
wirkliche ,form der inneren
,anschauung4 ,sie hat also subjektive
,realitt in ,ansehung der inneren
,erfahrung1 d4i4 ich habe wirklich die
,vorstellung von der ,zeit und meiner
,bestimmungen in ihr4 ,sie ist also
wirklich nicht als ,objekt1 sondern als
die ,vorstellungsart meiner selbst als
,objekts anzusehen4 ,wenn aber ich
selbst1 oder ein ander ,wesen mich1 ohne
diese ,bedingung der ,sinnlichkeit1
anschauen knnte1 so wrden eben dieselben
,bestimmungen1 die wir uns jetzt als
,vernderungen vorstellen1 eine
,erkenntnis geben1 in welcher die
,vorstellung der ,zeit1 mithin auch der
,vernderung1 gar nicht vorkme4 ,es
bleibt also ihre empirische ,realitt
als ,bedingung aller unserer
,erfahrungen4 ,nur die absolute
,realitt kann ihr nach dem oben
,angefhrten nicht zugestanden werden4
,sie ist nichts1 als die ,form unserer
inneren ,anschauung994 ,wenn man von
ihr die besondere ,bedingung unserer
,sinnlichkeit wegnimmt1 so verschwindet
auch der ,begriff der ,zeit1 und sie
hngt nicht an den ,gegenstnden selbst1
sondern blo am ,subjekte1 welches sie
anschaut4 99 ,ich kann zwar sagen3
meine ,vorstellungen folgen einander2
aber das heit nur1 wir sind uns
ihrer1 als in einer ,zeitfolge1 d4i4
nach der ,form des inneren ,sinnes1
bewut4 ,die ,zeit ist darum nicht
etwas an sich selbst1 auch keine den
,dingen objektiv anhngende
,bestimmung4 ,die ,ursache aber1
weswegen dieser ,einwurf so einstimmig
gemacht wird1 und zwar von denen1 die
gleichwohl gegen die ,lehre von der
,idealitt des ,raumes nichts
,einleuchtendes einzuwenden wissen1 ist
diese4 ,die absolute ,realitt des
,raumes hofften sie nicht apodiktisch
dartun zu knnen1 weil ihnen der
,idealismus entgegensteht1 nach welchem
die ,wirklichkeit uerer ,gegenstnde
keines strengen ,beweises fhig ist3
dagegen die des ,gegenstandes unserer
inneren ,sinne 7meiner selbst und
meines ,zustandes7 unmittelbar durchs
,bewutsein klar ist4 ,jene konnten ein
bloer ,schein sein1 dieser aber ist1
ihrer ,meinung nach1 unleugbar etwas
,wirkliches4 ,sie bedachten aber nicht1
da beide1 ohne da man ihre
,wirklichkeit als ,vorstellungen
bestreiten darf1 gleichwohl nur zur
,erscheinung gehren1 welche jederzeit
zwei ,seiten hat1 die eine1 da das
,objekt an sich selbst betrachtet wird1
7unangesehen der ,art1 dasselbe
anzuschauen1 dessen ,beschaffenheit aber
eben darum jederzeit problematisch
bleibt17 die andere1 da auf die ,form
der ,anschauung dieses ,gegenstandes
gesehen wird1 welche nicht in dem
,gegenstande an sich selbst1 sondern im
,subjekte1 dem derselbe erscheint1
gesucht werden mu1 gleichwohl aber der
,erscheinung dieses ,gegenstandes
wirklich und notwendig zukommt4 ,zeit
und ,raum sind demnach zwei
,erkenntnisquellen1 aus denen a priori
verschiedene synthetische ,erkenntnisse
geschpft werden knnen1 wie vornehmlich
die reine ,mathematik in ,ansehung der
,erkenntnisse vom ,raume und dessen
,verhltnissen ein glnzendes ,beispiel
gibt4 ,sie sind nmlich beide
zusammengenommen reine ,formen aller
sinnlichen ,anschauung1 und machen
dadurch synthetische ,stze a priori
mglich4 ,aber diese ,erkenntnisquellen
a priori bestimmen sich eben dadurch 7da
sie blo ,bedingungen der ,sinnlichkeit
sind7 ihre ,grenzen1 nmlich1 da sie
blo auf ,gegenstnde gehen1 sofern sie
als ,erscheinungen betrachtet werden1
nicht aber ,dinge an sich selbst
darstellen4 ,jene allein sind das ,feld
ihrer ,gltigkeit1 woraus1 wenn man
hinausgeht1 weiter kein objektiver
,gebrauch derselben stattfindet4 ,diese
,realitt des ,raumes und der ,zeit lt
brigens die ,sicherheit der
,erfahrungserkenntnis unangetastet3 denn
wir sind derselben ebenso gewi1 ob
diese ,formen den ,dingen an sich
selbst1 oder nur unserer ,anschauung
dieser ,dinge notwendigerweise anhngen4
,dagegen die1 so die absolute ,realitt
des ,raumes und der ,zeit behaupten1 sie
mgen sie nun als subsistierend1 oder
nur inhrierend annehmen1 mit den
,prinzipien der ,erfahrung selbst
uneinig sein mssen4 ,denn1 entschlieen
sie sich zum ersteren1 7welches
gemeiniglich die ,partei der
mathematischen ,naturforscher ist17 so
mssen sie zwei ewige und unendliche fr
sich bestehende ,undinge 7,raum und
,zeit7 annehmen1 welche da sind 7ohne
da doch etwas ,wirkliches ist71 nur um
alles ,wirkliche in sich zu befassen4
,nehmen sie die zweite ,partei 7von der
einige metaphysische ,naturlehrer
sind71 und ,raum und ,zeit gelten ihnen
als von der ,erfahrung abstrahierte1
obzwar in der ,absonderung verworren
vorgestellte1 ,verhltnisse der
,erscheinungen 7neben- oder
nacheinander71 so mssen sie den
mathematischen ,lehren a priori in
,ansehung wirklicher ,dinge 7z4,e4 im
,raume7 ihre ,gltigkeit1 wenigstens die
apodiktische ,gewiheit streiten1 indem
diese a posteriori gar nicht
stattfindet1 und die ,begriffe a priori
von ,raum und ,zeit1 dieser ,meinung
nach1 nur ,geschpfe der
,einbildungskraft sind1 deren ,quell
wirklich in der ,erfahrung gesucht
werden mu1 aus deren abstrahierten
,verhltnissen die ,einbildung etwas
gemacht hat1 was zwar das ,allgemeine
derselben enthlt1 aber ohne die
,restriktionen1 welche die ,natur mit
denselben verknpft hat1 nicht
stattfinden kann4 ,die ersteren
gewinnen so viel1 da sie fr die
mathematischen ,behauptungen sich das
,feld der ,erscheinungen freimachen4
,dagegen verwirren sie sich sehr durch
eben diese ,bedingungen1 wenn der
,verstand ber dieses ,feld hinausgehen
will4 ,die zweiten gewinnen zwar in
,ansehung des letzteren1 nmlich1 da die
,vorstellungen von ,raum und ,zeit
ihnen nicht in den ,weg kommen1 wenn
sie von ,gegenstnden nicht als
,erscheinungen1 sondern blo im
,verhltnis auf den ,verstand urteilen
wollen2 knnen aber weder von der
,mglichkeit mathematischer ,erkenntnisse
a priori 7indem ihnen eine wahre und
objektiv gltige ,anschauung a priori
fehlt7 ,grund angeben1 noch die
,erfahrungsstze mit jenen ,behauptungen
in notwendige ,einstimmung bringen4 ,in
unserer ,theorie1 von der wahren
,beschaffenheit dieser zwei
ursprnglichen ,formen der ,sinnlichkeit1
ist beiden ,schwierigkeiten
abgeholfen4 ,da schlielich die
transzendentale sthetik nicht mehr1 als
diese zwei ,elemente1 nmlich ,raum und
,zeit1 enthalten knne1 ist daraus klar1
weil alle anderen zur ,sinnlichkeit
gehrigen ,begriffe1 selbst der der
,bewegung1 welcher beide ,stcke
vereinigt1 etwas ,empirisches
voraussetzen4 ,denn diese setzt die
,wahrnehmung von etwas ,beweglichem
voraus4 ,im ,raum1 an sich selbst
betrachtet1 ist aber nichts
,bewegliches3 daher das ,bewegliche
etwas sein mu1 was im ,raume nur durch
,erfahrung gefunden wird1 mithin ein
empirisches ,datum4 ,ebenso kann die
transzendentale sthetik nicht den
,begriff der ,vernderung unter ihre
,data a priori zhlen3 denn die ,zeit
selbst verndert sich nicht1 sondern
etwas1 das in der ,zeit ist4 ,also wird
dazu die ,wahrnehmung von irgendeinem
,dasein1 und der ,sukzession seiner
,bestimmungen1 mithin ,erfahrung
erfordert4 ,allgemeine
,anmerkungen zur transzendentalen
sthetik ,zuerst wird es ntig sein1
uns so deutlich1 als mglich1 zu erklren1
was in ,ansehung der
,grundbeschaffenheit der sinnlichen
,erkenntnis berhaupt unsere ,meinung
sei1 um aller ,mideutung derselben
vorzubeugen4 ,wir haben also sagen
wollen3 da alle unsere ,anschauung
nichts als die ,vorstellung von
,erscheinung sei3 da die ,dinge1 die wir
anschauen1 nicht das an sich selbst
sind1 wofr wir sie anschauen1 noch ihre
,verhltnisse so an sich selbst
beschaffen sind1 als sie uns
erscheinen1 und da1 wenn wir unser
,subjekt oder auch nur die subjektive
,beschaffenheit der ,sinne berhaupt
aufheben1 alle die ,beschaffenheit1
alle ,verhltnisse der ,objekte im ,raum
und ,zeit1 ja selbst ,raum und ,zeit
verschwinden wrden1 und als
,erscheinungen nicht an sich selbst1
sondern nur in uns existieren knnen4
,was es fr eine ,bewandtnis mit den
,gegenstnden an sich und abgesondert von
aller dieser ,rezeptivitt unserer
,sinnlichkeit haben mge1 bleibt uns
gnzlich unbekannt4 ,wir kennen nichts1
als unsere ,art1 sie wahrzunehmen1 die
uns eigentmlich ist1 die auch nicht
notwendig jedem ,wesen1 obzwar jedem
,menschen1 zukommen mu4 ,mit dieser
haben wir es lediglich zu tun4 ,raum
und ,zeit sind die reinen ,formen
derselben1 ,empfindung berhaupt die
,materie4 ,jene knnen wir allein a
priori1 d4i4 vor aller wirklichen
,wahrnehmung erkennen1 und sie heit
darum reine ,anschauung2 diese aber ist
das in unserem ,erkenntnis1 was da
macht1 da sie ,erkenntnis a posteriori1
d4i4 empirische ,anschauung heit4 ,jene
hngen unserer ,sinnlichkeit schlechthin
notwendig an1 welcher ,art auch unsere
,empfindungen sein mgen2 diese knnen
sehr verschieden sein4 ,wenn wir diese
unsere ,anschauung auch zum hchsten
,grade der ,deutlichkeit bringen knnten1
so wrden wir dadurch der
,beschaffenheit der ,gegenstnde an sich
selbst nicht nher kommen4 ,denn wir
wrden auf allen ,fall doch nur unsere
,art der ,anschauung1 d4i4 unsere
,sinnlichkeit vollstndig erkennen1 und
diese immer nur unter den1 dem ,subjekt
ursprnglich anhngenden ,bedingungen1
von ,raum und ,zeit2 was die
,gegenstnde an sich selbst sein mgen1
wrde uns durch die aufgeklrteste
,erkenntnis der ,erscheinung derselben1
die uns allein gegeben ist1 doch
niemals bekannt werden4 ,da daher
unsere ganze ,sinnlichkeit nichts als
die verworrene ,vorstellung der ,dinge
sei1 welche lediglich das enthlt1 was
ihnen an sich selbst zukommt1 aber nur
unter einer ,zusammenhufung von
,merkmalen und ,teilvorstellungen1 die
wir nicht mit ,bewutsein auseinander
setzen1 ist eine ,verflschung des
,begriffs von ,sinnlichkeit und von
,erscheinung1 welche die ganze ,lehre
derselben unntz und leer macht4 ,der
,unterschied einer undeutlichen von der
deutlichen ,vorstellung ist blo logisch1
und betrifft nicht den ,inhalt4 ,ohne
,zweifel enthlt der ,begriff von ,recht1
dessen sich der gesunde ,verstand
bedient1 ebendasselbe1 was die subtilste
,spekulation aus ihm entwickeln kann1
nur da im gemeinen und praktischen
,gebrauche man sich dieser
mannigfaltigen ,vorstellungen in diesen
,gedanken nicht bewut ist4 ,darum kann
man nicht sagen1 da der gemeine ,begriff
sinnlich sei1 und eine bloe
,erscheinung enthalte1 denn das ,recht
kann gar nicht erscheinen1 sondern sein
,begriff liegt im ,verstande1 und
stellt eine ,beschaffenheit 7die
moralische7 der ,handlungen vor1 die
ihnen an sich selbst zukommt4 ,dagegen
enthlt die ,vorstellung eines ,krpers
in der ,anschauung gar nichts1 was einem
,gegenstande an sich selbst zukommen
knnte1 sondern blo die ,erscheinung von
etwas1 und die ,art1 wie wir dadurch
affiziert werden1 und diese ,rezeptivitt
unserer ,erkenntnisfhigkeit heit
,sinnlichkeit1 und bleibt von der
,erkenntnis des ,gegenstandes an sich
selbst1 ob man jene 7die ,erscheinung7
gleich bis auf den ,grund durchschauen
mchte1 dennoch himmelweit
unterschieden4 ,die
,leibniz-,wolfische ,philosophie hat
daher allen ,untersuchungen ber die
,natur und den ,ursprung unserer
,erkenntnisse einen ganz unrechten
,gesichtspunkt angewiesen1 indem sie den
,unterschied der ,sinnlichkeit vom
,intellektuellen blo als logisch
betrachtete1 da er offenbar
transzendental ist1 und nicht blo die
,form der ,deutlichkeit oder
,undeutlichkeit1 sondern den ,ursprung
und den ,inhalt derselben betrifft1 so
da wir durch die erstere die
,beschaffenheit der ,dinge an sich
selbst nicht blo undeutlich1 sondern gar
nicht erkennen1 und1 sobald wir unsere
subjektive ,beschaffenheit wegnehmen1
das vorgestellte ,objekt mit den
,eigenschaften1 die ihm die sinnliche
,anschauung beilegte1 berall nirgend
anzutreffen ist1 noch angetroffen
werden kann1 indem eben diese subjektive
,beschaffenheit die ,form desselben1
als ,erscheinung1 bestimmt4 ,wir
unterscheiden sonst wohl unter
,erscheinungen das1 was der ,anschauung
derselben wesentlich anhngt1 und fr
jeden menschlichen ,sinn berhaupt gilt1
von demjenigen1 was derselben nur
zuflligerweise zukommt1 indem es nicht
auf die ,beziehung der ,sinnlichkeit
berhaupt1 sondern nur auf eine
besondere ,stellung oder ,organisation
dieses oder jenes ,sinnes gltig ist4
,und da nennt man die erstere
,erkenntnis eine solche1 die den
,gegenstand an sich selbst vorstellt1
die zweite aber nur die ,erscheinung
desselben4 ,dieser ,unterschied ist aber
nur empirisch4 ,bleibt man dabei
stehen1 7wie es gemeiniglich geschieht17
und sieht jene empirische ,anschauung
nicht wiederum 7wie es geschehen
sollte7 als bloe ,erscheinung an1 so da
darin gar nichts1 was irgendeine ,sache
an sich selbst anginge1 anzutreffen
ist1 so ist unser transzendentale
,unterschied verloren1 und wir glauben
alsdann doch1 ,dinge an sich zu
erkennen1 ob wir es gleich berall 7in
der ,sinnenwelt7 selbst bis zu der
tiefsten ,erforschung ihrer ,gegenstnde
mit nichts1 als ,erscheinungen1 zu tun
haben1 ,so werden wir zwar den
,regenbogen eine bloe ,erscheinung bei
einem ,sonnregen nennen1 diesen ,regen
aber die ,sache an sich selbst1 welches
auch richtig ist1 sofern wir den
letzteren ,begriff nur physisch
verstehen1 als das1 was in der
allgemeinen ,erfahrung1 unter allen
verschiedenen ,lagen zu den ,sinnen1
doch in der ,anschauung so und nicht
anders bestimmt ist4 ,nehmen wir aber
dieses ,empirische berhaupt1 und fragen1
ohne uns an die ,einstimmung desselben
mit jedem ,menschensinne zu kehren1 ob
auch dieses einen ,gegenstand an sich
selbst 7nicht die ,regentropfen1 denn
die sind dann schon1 als ,erscheinungen1
empirische ,objekte17 vorstelle1 so
ist die ,frage von der ,beziehung der
,vorstellung auf den ,gegenstand
transzendental1 und nicht allein diese
,tropfen sind bloe ,erscheinungen1
sondern selbst ihre runde ,gestalt1 ja
sogar der ,raum1 in welchen sie fallen1
sind nichts an sich selbst1 sondern
bloe ,modifikationen1 oder ,grundlagen
unserer sinnlichen ,anschauung1 das
transzendentale ,objekt aber bleibt uns
unbekannt4 ,die zweite wichtige
,angelegenheit unserer transzendentalen
sthetik ist1 da sie nicht blo als
scheinbare ,hypothese einige ,gunst
erwerbe1 sondern so gewi und
ungezweifelt sei1 als jemals von einer
,theorie gefordert werden kann1 die zum
,organon dienen soll4 ,um diese
,gewiheit vllig einleuchtend zu machen1
wollen wir irgendeinen ,fall whlen1
woran dessen ,gltigkeit augenscheinlich
werden4 ,setzet demnach1 ,raum und
,zeit seien an sich selbst objektiv und
,bedingungen der ,mglichkeit der ,dinge
an sich selbst1 so zeigt sich erstlich3
da von beiden a priori apodiktische und
synthetische ,stze in groer ,zahl
vornehmlich vom ,raum vorkommen1 welchen
wir darum vorzglich hier zum ,beispiel
untersuchen wollen4 ,da die ,stze der
,geometrie synthetisch a priori und mit
apodiktischer ,gewiheit erkannt werden1
so frage ich3 woher nehmt ihr
dergleichen ,stze1 und worauf sttzt
sich unser ,verstand1 um zu dergleichen
schlechthin notwendigen und
allgemeingltigen ,wahrheiten zu
gelangen8 ,es ist kein anderer ,weg1
als durch ,begriffe oder durch
,anschauungen2 beides aber1 als solche1
die entweder a priori oder a posteriori
gegeben sind4 ,die letzteren1 nmlich
empirische ,begriffe1 imgleichen das1
worauf sie sich grnden1 die empirische
,anschauung1 knnen keinen synthetischen
,satz geben1 als nur einen solchen1 der
auch blo empirisch1 d4i4 ein
,erfahrungssatz ist1 mithin niemals
,notwendigkeit und absolute
,allgemeinheit enthalten kann1
dergleichen doch das ,charakteristische
aller ,stze der ,geometrie ist4 ,was
aber das erstere und einzige ,mittel
sein wrde1 nmlich durch bloe ,begriffe
oder durch ,anschauungen a priori zu
dergleichen ,erkenntnissen zu gelangen1
so ist klar1 da aus bloen ,begriffen
gar keine synthetische ,erkenntnis1
sondern lediglich analytische erlangt
werden kann4 ,nehmet nur den ,satz3 da
durch zwei gerade ,linien sich gar kein
,raum einschlieen lasse1 mithin keine
,figur mglich sei1 und versucht ihn aus
dem ,begriff von geraden ,linien und
der ,zahl zwei abzuleiten2 oder auch1
da aus drei geraden ,linien eine ,figur
mglich sei1 und versucht es ebenso blo
aus diesen ,begriffen4 ,alle eure
,bemhung ist vergeblich1 und ihr seht
euch gentigt1 zur ,anschauung eure
,zuflucht zu nehmen1 wie es die
,geometrie auch jederzeit tut4 ,ihr
gebt euch also einen ,gegenstand in der
,anschauung2 von welcher ,art aber ist
diese1 ist es eine reine ,anschauung a
priori oder eine empirische8 ,wre das
letzte1 so knnte niemals ein
allgemeingltiger1 noch weniger ein
apodiktischer ,satz daraus werden3 denn
,erfahrung kann dergleichen niemals
liefern4 ,ihr mt also euren ,gegenstand
a priori in der ,anschauung geben1 und
auf diesen euren synthetischen ,satz
grnden4 ,lge nun in euch nicht ein
,vermgen1 a priori anzuschauen2 wre
diese subjektive ,bedingung der ,form
nach nicht zugleich die allgemeine
,bedingung a priori1 unter der allein
das ,objekt dieser 7ueren7 ,anschauung
selbst mglich ist2 wre der ,gegenstand
7der ,triangel7 etwas an sich selbst
ohne ,beziehung auf euer ,subjekt3 wie
knntet ihr sagen1 da1 was in euren
subjektiven ,bedingungen einen
,triangel zu konstruieren notwendig
liegt1 auch dem ,triangel an sich
selbst notwendig zukommen msse8 denn ihr
knntet doch zu euren ,begriffen 7von
drei ,linien7 nichts neues 7die ,figur7
hinzufgen1 welches darum notwendig an
dem ,gegenstande angetroffen werden mte1
da dieser vor eurer ,erkenntnis und
nicht durch dieselbe gegeben ist4 ,wre
also nicht der ,raum 7und so auch die
,zeit7 eine bloe ,form eurer
,anschauung1 welche ,bedingungen a
priori enthlt1 unter denen allein
,dinge fr euch uere ,gegenstnde sein
knnen1 die ohne diese subjektiven
,bedingungen an sich nichts sind1 so
knntet ihr a priori ganz und gar nichts
ber uere ,objekte synthetisch
ausmachen4 ,es ist also ungezweifelt
gewi1 und nicht blo mglich1 oder auch
wahrscheinlich1 da ,raum und ,zeit1 als
die notwendigen ,bedingungen aller
7ueren und inneren7 ,erfahrung1 blo
subjektive ,bedingungen aller unserer
,anschauung sind1 im ,verhltnis auf
welche daher alle ,gegenstnde bloe
,erscheinungen und nicht fr sich in
dieser ,art gegebene ,dinge sind1 von
denen sich auch um deswillen1 was die
,form derselben betrifft1 vieles a
priori sagen lt1 niemals aber das
,mindeste von dem ,dinge an sich selbst1
das diesen ,erscheinungen zum ,grunde
liegen mag4 ,der transzendentalen
,elementarlehre ,zweiter ,teil ,die
transzendentale ,logik ,einleitung
,idee einer transzendentalen ,logik
,i4 ,von der ,logik berhaupt ,unsere
,erkenntnis entspringt aus zwei
,grundquellen des ,gemts1 deren die
erste ist1 die ,vorstellungen zu
empfangen 7die ,rezeptivitt der
,eindrcke71 die zweite das ,vermgen1
durch diese ,vorstellungen einen
,gegenstand zu erkennen 7,spontaneitt
der ,begriffe72 durch die erstere wird
uns ein ,gegenstand gegeben1 durch die
zweite wird dieser im ,verhltnis auf
jene ,vorstellung 7als bloe ,bestimmung
des ,gemts7 gedacht4 ,anschauung und
,begriffe machen also die ,elemente
aller unserer ,erkenntnis aus1 so da
weder ,begriffe1 ohne ihnen auf einige
,art korrespondierende ,anschauung1 noch
,anschauung ohne ,begriffe1 ein
,erkenntnis abgeben kann4 ,beide sind
entweder rein1 oder empirisch4
,empirisch1 wenn ,empfindung 7die die
wirkliche ,gegenwart des ,gegenstandes
voraussetzt7 darinnen enthalten ist3
rein aber1 wenn der ,vorstellung keine
,empfindung beigemischt ist4 ,man kann
die letztere die ,materie der
sinnlichen ,erkenntnis nennen4 ,daher
enthlt reine ,anschauung lediglich die
,form1 unter welcher etwas angeschaut
wird1 und reiner ,begriff allein die
,form des ,denkens eines ,gegenstandes
berhaupt4 ,nur allein reine
,anschauungen oder ,begriffe sind a
priori mglich1 empirische nur a
posteriori4 ,wollen wir die
,rezeptivitt unseres ,gemts1
,vorstellungen zu empfangen1 sofern es
auf irgendeine ,weise affiziert wird1
,sinnlichkeit nennen1 so ist dagegen
das ,vermgen1 ,vorstellungen selbst
hervorzubringen1 oder die ,spontaneitt
des ,erkenntnisses1 der ,verstand4
,unsere ,natur bringt es so mit sich1 da
die ,anschauung niemals anders als
sinnlich sein kann1 d4i4 nur die ,art
enthlt1 wie wir von ,gegenstnden
affiziert werden4 ,dagegen ist das
,vermgen1 den ,gegenstand sinnlicher
,anschauung zu denken1 der ,verstand4
,keine dieser ,eigenschaften ist der
anderen vorzuziehen4 ,ohne ,sinnlichkeit
wrde uns kein ,gegenstand gegeben1 und
ohne ,verstand keiner gedacht werden4
,gedanken ohne ,inhalt sind leer1
,anschauungen ohne ,begriffe sind blind4
,daher ist es ebenso notwendig1 seine
,begriffe sinnlich zu machen1 7d4i4
ihnen den ,gegenstand in der ,anschauung
beizufgen17 als seine ,anschauungen
sich verstndlich zu machen 7d4i4 sie
unter ,begriffe zu bringen74 ,beide
,vermgen1 oder ,fhigkeiten1 knnen auch
ihre ,funktionen nicht vertauschen4
,der ,verstand vermag nichts
anzuschauen1 und die ,sinne nichts zu
denken4 ,nur daraus1 da sie sich
vereinigen1 kann ,erkenntnis
entspringen4 ,deswegen darf man aber
doch nicht ihren ,anteil vermischen1
sondern man hat groe ,ursache1 jedes von
dem andern sorgfltig abzusondern1 und
zu unterscheiden4 ,daher unterscheiden
wir die ,wissenschaft der ,regeln der
,sinnlichkeit berhaupt1 d4i4 sthetik1
von der ,wissenschaft der
,verstandesregeln berhaupt1 d4i4 der
,logik4 ,die ,logik kann nun wiederum
in zwiefacher ,absicht unternommen
werden1 entweder als ,logik des
allgemeinen1 oder des besonderen
,verstandesgebrauchs4 ,die erste enthlt
die schlechthin notwendigen ,regeln des
,denkens1 ohne welche gar kein
,gebrauch des ,verstandes stattfindet1
und geht also auf diesen1 unangesehen
der ,verschiedenheit der ,gegenstnde1
auf welche er gerichtet sein mag4 ,die
,logik des besonderen
,verstandesgebrauchs enthlt die ,regeln1
ber eine gewisse ,art von ,gegenstnden
richtig zu denken4 ,jene kann man die
,elementarlogik nennen1 diese aber das
,organon dieser oder jener
,wissenschaft4 ,die letztere wird
mehrenteils in den ,schulen als
,propdeutik der ,wissenschaften
vorangeschickt1 ob sie zwar1 nach dem
,gange der menschlichen ,vernunft1 das
spteste ist1 wozu sie allererst
gelangt1 wenn die ,wissenschaft schon
lange fertig ist1 und nur die letzte
,hand zu ihrer ,berichtigung und
,vollkommenheit bedarf4 ,denn man mu
die ,gegenstnde schon in ziemlich hohem
,grade kennen1 wenn man die ,regel
angeben will1 wie sich eine
,wissenschaft von ihnen zustande
bringen lasse4 ,die allgemeine ,logik
ist nun entweder die reine1 oder die
angewandte ,logik4 ,in der ersteren
abstrahieren wir von allen empirischen
,bedingungen1 unter denen unser
,verstand ausgebt wird1 z4,b4 vom
,einflu der ,sinne1 vom ,spiele der
,einbildung1 den ,gesetzen des
,gedchtnisses1 der ,macht der
,gewohnheit1 der ,neigung usw41 mithin
auch den ,quellen der ,vorurteile1 ja
gar berhaupt von allen ,ursachen1
daraus uns gewisse ,erkenntnisse
entspringen1 oder unterschoben werden
mgen1 weil sie blo den ,verstand unter
gewissen ,umstnden seiner ,anwendung
betreffen1 und1 um diese zu kennen1
,erfahrung erfordert wird4 ,eine
allgemeine1 aber reine ,logik1 hat es
also mit lauter ,prinzipien a priori zu
tun1 und ist ein ,kanon des ,verstandes
und der ,vernunft1 aber nur in
,ansehung des ,formalen ihres
,gebrauchs1 der ,inhalt mag sein1
welcher er wolle1 7empirisch oder
transzendental74 ,eine allgemeine
,logik heit aber alsdann angewandt1 wenn
sie auf die ,regeln des ,gebrauchs des
,verstandes unter den subjektiven
empirischen ,bedingungen1 die uns die
,psychologie lehrt1 gerichtet ist4 ,sie
hat also empirische ,prinzipien1 ob sie
zwar insofern allgemein ist1 da sie
auf den ,verstandesgebrauch ohne
,unterschied der ,gegenstnde geht4 ,um
deswillen ist sie auch weder ein ,kanon
des ,verstandes berhaupt1 noch ein
,organon besonderer ,wissenschaften1
sondern lediglich ein ,kathartikon des
gemeinen ,verstandes4 ,in der
allgemeinen ,logik mu also der ,teil1
der die reine ,vernunftlehre ausmachen
soll1 von demjenigen gnzlich abgesondert
werden1 welcher die angewandte 7obzwar
noch immer allgemeine7 ,logik
ausmacht4 ,der erstere ist eigentlich
nur allein ,wissenschaft1 obzwar kurz
und trocken1 und wie es die
schulgerechte ,darstellung einer
,elementarlehre des ,verstandes
erfordert4 ,in dieser mssen also die
,logiker jederzeit zwei ,regeln vor
,augen haben4 #a4 ,als allgemeine
,logik abstrahiert sie von allem ,inhalt
der ,verstandeserkenntnis1 und der
,verschiedenheit ihrer ,gegenstnde1 und
hat mit nichts als der bloen ,form des
,denkens zu tun4 #b4 ,als reine
,logik hat sie keine empirischen
,prinzipien1 mithin schpft sie nichts
7wie man sich bisweilen berredet hat7
aus der ,psychologie1 die also auf den
,kanon des ,verstandes gar keinen
,einflu hat4 ,sie ist eine
demonstrierte ,doktrin1 und alles mu in
ihr vllig a priori gewi sein4 ,was
ich die angewandte ,logik nenne1 7wider
die gemeine ,bedeutung dieses ,wortes1
nach der sie gewisse ,exerzitien1 dazu
die reine ,logik die ,regel gibt1
enthalten soll17 so ist sie eine
,vorstellung des ,verstandes und der
,regeln seines notwendigen ,gebrauchs in
concreto1 nmlich unter den zuflligen
,bedingungen des ,subjekts1 die diesen
,gebrauch hindern oder befrdern knnen1
und die insgesamt nur empirisch gegeben
werden4 ,sie handelt von der
,aufmerksamkeit1 deren ,hindernis und
,folgen1 dem ,ursprunge des ,irrtums1
dem ,zustande des ,zweifels1 des
,skrupels1 der berzeugung usw4 und zu
ihr verhlt sich die allgemeine und
reine ,logik wie die reine ,moral1
welche blo die notwendigen sittlichen
,gesetze eines freien ,willens berhaupt
enthlt1 zu der eigentlichen
,tugendlehre1 welche diese ,gesetze
unter den ,hindernissen der ,gefhle1
,neigungen und ,leidenschaften1 denen
die ,menschen mehr oder weniger
unterworfen sind1 erwgt1 und welche
niemals eine wahre und demonstrierte
,wissenschaft abgeben kann1 weil sie
ebensowohl als jene angewandte ,logik
empirische und psychologische
,prinzipien bedarf4 ,,ii4 ,von
der transzendentalen ,logik ,die
allgemeine ,logik abstrahiert1 wie wir
gewiesen1 von allem ,inhalt der
,erkenntnis1 d4i4 von aller ,beziehung
derselben auf das ,objekt1 und
betrachtet nur die logische ,form im
,verhltnisse der ,erkenntnisse
aufeinander1 d4i4 die ,form des ,denkens
berhaupt4 ,weil es nun aber sowohl
reine1 als empirische ,anschauungen
gibt1 7wie die transzendentale sthetik
dartut17 so knnte auch wohl ein
,unterschied zwischen reinem und
empirischem ,denken der ,gegenstnde
angetroffen werden4 ,in diesem ,falle
wrde es eine ,logik geben1 in der man
nicht von allem ,inhalt der ,erkenntnis
abstrahierte2 denn diejenige1 welche
blo die ,regeln des reinen ,denkens
eines ,gegenstandes enthielte1 wrde
alle diejenigen ,erkenntnisse
ausschlieen1 welche von empirischem
,inhalte wren4 ,sie wrde auch auf den
,ursprung unserer ,erkenntnisse von
,gegenstnden gehen1 sofern er nicht den
,gegenstnden zugeschrieben werden kann2
da hingegen die allgemeine ,logik mit
diesem ,ursprunge der ,erkenntnis
nichts zu tun hat1 sondern die
,vorstellungen1 sie mgen uranfnglich a
priori in uns selbst1 oder nur empirisch
gegeben sein1 blo nach den ,gesetzen
betrachtet1 nach welchen der ,verstand
sie im ,verhltnis gegeneinander
braucht1 wenn er denkt1 und also nur von
der ,verstandesform handelt1 die den
,vorstellungen verschafft werden kann1
woher sie auch sonst entsprungen sein
mgen4 ,und hier mache ich eine
,anmerkung1 die ihren ,einflu auf alle
nachfolgenden ,betrachtungen erstreckt1
und die man wohl vor ,augen haben mu1
nmlich3 da nicht eine jede ,erkenntnis a
priori1 sondern nur die1 dadurch wir
erkennen1 da und wie gewisse
,vorstellungen 7,anschauungen oder
,begriffe7 lediglich a priori angewandt
werden1 oder mglich sind1
transzendental 7d4i4 die ,mglichkeit der
,erkenntnis oder der ,gebrauch
derselben a priori7 heien msse4 ,daher
ist weder der ,raum1 noch irgendeine
geometrische ,bestimmung desselben a
priori eine transzendentale
,vorstellung1 sondern nur die
,erkenntnis1 da diese ,vorstellungen
gar nicht empirischen ,ursprungs sind1
und die ,mglichkeit1 wie sie sich
gleichwohl a priori auf ,gegenstnde der
,erfahrung beziehen knne1 kann
transzendental heien4 ,imgleichen wrde
der ,gebrauch des ,raumes von
,gegenstnden berhaupt auch
transzendental sein3 aber ist er
lediglich auf ,gegenstnde der ,sinne
eingeschrnkt1 so heit er empirisch4
,der ,unterschied des ,transzendentalen
und ,empirischen gehrt also nur zur
,kritik der ,erkenntnisse1 und betrifft
nicht die ,beziehung derselben auf ihren
,gegenstand4 ,in der ,erwartung
also1 da es vielleicht ,begriffe geben
knne1 die sich a priori auf ,gegenstnde
beziehen mgen1 nicht als reine oder
sinnliche ,anschauungen1 sondern blo als
,handlungen des reinen ,denkens1 die
mithin ,begriffe1 aber weder empirischen
noch sthetischen ,ursprungs sind1 so
machen wir uns zum voraus die ,idee von
einer ,wissenschaft des reinen
,verstandes und ,vernunfterkenntnisses1
dadurch wir ,gegenstnde vllig a priori
denken4 ,eine solche ,wissenschaft1
welche den ,ursprung1 den ,umfang und
die objektive ,gltigkeit solcher
,erkenntnisse bestimmte1 wrde
transzendentale ,logik heien mssen1
weil sie es blo mit den ,gesetzen des
,verstandes und der ,vernunft zu tun
hat1 aber lediglich1 sofern sie auf
,gegenstnde a priori bezogen wird1 und
nicht1 wie die allgemeine ,logik1 auf
die empirischen sowohl1 als reinen
,vernunfterkenntnisse ohne ,unterschied4
,,iii4 ,von der ,einteilung der
allgemeinen ,logik in ,analytik und
,dialektik ,die alte und berhmte
,frage1 womit man die ,logiker in die
,enge zu treiben vermeinte1 und sie
dahin zu bringen suchte1 da sie sich
entweder auf einer elenden ,dialele
muten betreffen lassen1 oder ihre
,unwissenheit1 mithin die ,eitelkeit
ihrer ganzen ,kunst bekennen sollten1
ist diese3 ,was ist ,wahrheit8 ,die
,namenerklrung der ,wahrheit1 da sie
nmlich die bereinstimmung der
,erkenntnis mit ihrem ,gegenstande sei1
wird hier geschenkt1 und vorausgesetzt2
man verlangt aber zu wissen1 welches
das allgemeine und sichere ,kriterium
der ,wahrheit einer jeden ,erkenntnis
sei4 ,es ist schon ein groer und
ntiger ,beweis der ,klugheit oder
,einsicht1 zu wissen1 was man
vernnftigerweise fragen solle4 ,denn1
wenn die ,frage an sich ungereimt ist1
und unntige ,antworten verlangt1 so hat
sie1 auer der ,beschmung dessen1 der sie
aufwirft1 bisweilen noch den
,nachteil1 den unbehutsamen ,anhrer
derselben zu ungereimten ,antworten zu
verleiten1 und den belachenswerten
,anblick zu geben1 da einer 7wie die
,alten sagten7 den ,bock melkt1 der
andere ein ,sieb unterhlt4 ,wenn
,wahrheit in der bereinstimmung einer
,erkenntnis mit ihrem ,gegenstande
besteht1 so mu dadurch dieser
,gegenstand von anderen unterschieden
werden2 denn eine ,erkenntnis ist
falsch1 wenn sie mit dem ,gegenstande1
worauf sie bezogen wird1 nicht
bereinstimmt1 ob sie gleich etwas
enthlt1 was wohl von anderen
,gegenstnden gelten knnte4 ,nun wrde
ein allgemeines ,kriterium der ,wahrheit
dasjenige sein1 welches von allen
,erkenntnissen1 ohne ,unterschied ihrer
,gegenstnde1 gltig wre4 ,es ist aber
klar1 da1 da man bei demselben von allem
,inhalt der ,erkenntnis 7,beziehung
auf ihr ,objekt7 abstrahiert1 und
,wahrheit gerade diesen ,inhalt angeht1
es ganz unmglich und ungereimt sei1
nach einem ,merkmale der ,wahrheit
dieses ,inhalts der ,erkenntnisse zu
fragen1 und da also ein hinreichendes1
und doch zugleich allgemeines
,kennzeichen der ,wahrheit unmglich
angegeben werden knne4 ,da wir oben
schon den ,inhalt einer ,erkenntnis die
,materie derselben genannt haben1 so
wird man sagen mssen3 von der ,wahrheit
der ,erkenntnis der ,materie nach lt
sich kein allgemeines ,kennzeichen
verlangen1 weil es in sich selbst
widersprechend ist4 ,was aber das
,erkenntnis der bloen ,form nach 7mit
,beiseitesetzung alles ,inhalts7
betrifft1 so ist ebenso klar3 da eine
,logik1 sofern sie die allgemeinen und
notwendigen ,regeln des ,verstandes
vortrgt1 eben in diesen ,regeln
,kriterien der ,wahrheit darlegen msse4
,denn1 was diesen widerspricht1 ist
falsch1 weil der ,verstand dabei seinen
allgemeinen ,regeln des ,denkens1 mithin
sich selbst widerstreitet4 ,diese
,kriterien aber betreffen nur die ,form
der ,wahrheit1 d4i4 des ,denkens
berhaupt1 und sind sofern ganz richtig1
aber nicht hinreichend4 ,denn obgleich
eine ,erkenntnis der logischen ,form
vllig gem sein mchte1 d4i4 sich selbst
nicht widersprche1 so kann sie doch
noch immer dem ,gegenstande
widersprechen4 ,also ist das blo
logische ,kriterium der ,wahrheit1
nmlich die bereinstimmung einer
,erkenntnis mit den allgemeinen und
formalen ,gesetzen des ,verstandes und
der ,vernunft zwar die conditio sine qua
non1 mithin die negative ,bedingung
aller ,wahrheit3 weiter aber kann die
,logik nicht gehen1 und den ,irrtum1
der nicht die ,form1 sondern den ,inhalt
trifft1 kann die ,logik durch keinen
,probierstein entdecken4 ,die
allgemeine ,logik lst nun das ganze
formale ,geschft des ,verstandes und
der ,vernunft in seine ,elemente auf1
und stellt sie als ,prinzipien aller
logischen ,beurteilung unserer
,erkenntnis dar4 ,dieser ,teil der
,logik kann daher ,analytik heien1 und
ist eben darum der wenigstens negative
,probierstein der ,wahrheit1 indem man
zuvrderst alle ,erkenntnis1 ihrer ,form
nach1 an diesen ,regeln prfen und
schtzen mu1 ehe man sie selbst ihrem
,inhalt nach untersucht1 um auszumachen1
ob sie in ,ansehung des ,gegenstandes
positive ,wahrheit enthalten4 ,weil
aber die bloe ,form des ,erkenntnisses1
so sehr sie auch mit logischen
,gesetzen bereinstimmen mag1 noch lange
nicht hinreicht1 materielle 7objektive7
,wahrheit dem ,erkenntnisse darum
auszumachen1 so kann sich niemand blo
mit der ,logik wagen1 ber ,gegenstnde zu
urteilen1 und irgend etwas zu
behaupten1 ohne von ihnen vorher
gegrndete ,erkundigung auer der ,logik
eingezogen zu haben1 um hernach blo die
,benutzung und die ,verknpfung derselben
in einem zusammenhngenden ,ganzen nach
logischen ,gesetzen zu versuchen1 noch
besser aber1 sie lediglich danach zu
prfen4 ,gleichwohl liegt so etwas
,verleitendes in dem ,besitze einer so
scheinbaren ,kunst1 allen unseren
,erkenntnissen die ,form des
,verstandes zu geben1 ob man gleich in
,ansehung des ,inhalts derselben noch
sehr leer und arm sein mag1 da jene
allgemeine ,logik1 die blo ein ,kanon
zur ,beurteilung ist1 gleichsam wie ein
,organon zur wirklichen ,hervorbringung
wenigstens dem ,blendwerk von
objektiven ,behauptungen gebraucht1 und
mithin in der ,tat dadurch gemibraucht
worden4 ,die allgemeine ,logik nun1 als
vermeintes ,organon1 heit ,dialektik4
,so verschieden auch die ,bedeutung ist1
in der die ,alten dieser ,benennung
einer ,wissenschaft oder ,kunst sich
bedienten1 so kann man doch aus dem
wirklichen ,gebrauche derselben sicher
abnehmen1 da sie bei ihnen nichts
anderes war1 als die ,logik des
,scheins4 ,eine sophistische ,kunst1
seiner ,unwissenheit1 ja auch seinen
vorstzlichen ,blendwerken den ,anstrich
der ,wahrheit zu geben1 da man die
,methode der ,grndlichkeit1 welche die
,logik berhaupt vorschreibt1 nachahmte1
und ihre ,topik zu ,beschnigung jedes
leeren ,vorgebens benutzte4 ,nun kann
man es als eine sichere und brauchbare
,warnung anmerken3 da die allgemeine
,logik1 als ,organon betrachtet1
jederzeit eine ,logik des ,scheins1
d4i4 dialektisch sei4 ,denn da sie uns
gar nichts ber den ,inhalt der
,erkenntnis lehrt1 sondern nur blo die
formalen ,bedingungen der
bereinstimmung mit dem ,verstande1
welche brigens in ,ansehung der
,gegenstnde gnzlich gleichgltig sind1 so
mu die ,zumutung1 sich derselben als
eines ,werkzeugs 7,organon7 zu
gebrauchen1 um seine ,kenntnisse1
wenigstens dem ,vorgeben nach1
auszubreiten und zu erweitern1 auf
nichts als ,geschwtzigkeit hinauslaufen1
alles1 was man will1 mit einigem
,schein zu behaupten1 oder auch nach
,belieben anzufechten4 ,eine solche
,unterweisung ist der ,wrde der
,philosophie auf keine ,weise gem4 ,um
deswillen hat man diese ,benennung der
,dialektik lieber1 als eine ,kritik des
dialektischen ,scheins1 der ,logik
beigezhlt1 und als eine solche wollen
wir sie auch hier verstanden wissen4
,,iv4 ,von der ,einteilung der transz4
,logik in die transzendentale
,analytik und ,dialektik ,in einer
transzendentalen ,logik isolieren wir
den ,verstand1 7so wie oben in der
transzendentalen sthetik die
,sinnlichkeit7 und heben blo den ,teil
des ,denkens aus unserem ,erkenntnisse
heraus1 der lediglich seinen ,ursprung
in dem ,verstande hat4 ,der ,gebrauch
dieser reinen ,erkenntnis aber beruht
darauf1 als ihrer ,bedingung3 da uns
,gegenstnde in der ,anschauung gegeben
seien1 worauf jene angewandt werden
knnen4 ,denn ohne ,anschauung fehlt es
aller unserer ,erkenntnis an ,objekten1
und sie bleibt alsdann vllig leer4 ,der
,teil der transscendentalen ,logik
also1 der die ,elemente der reinen
,verstandeserkenntnis vortrgt1 und die
,prinzipien1 ohne welche berall kein
,gegenstand gedacht werden kann1 ist die
transzendentale ,analytik1 und
zugleich1 eine ,logik der ,wahrheit4
,denn ihr kann keine ,erkenntnis
widersprechen1 ohne da sie zugleich
allen ,inhalt verlre1 d4i4 alle
,beziehung auf irgendein ,objekt1 mithin
alle ,wahrheit4 ,weil es aber sehr
anlockend und verleitend ist1 sich
dieser reinen ,verstandeserkenntnisse
und ,grundstze allein1 und selbst ber
die ,grenzen der ,erfahrung hinaus1 zu
bedienen1 welche doch einzig und allein
uns die ,materie 7,objekte7 an die
,hand geben kann1 worauf jene reinen
,verstandesbegriffe angewandt werden
knnen3 so gert der ,verstand in
,gefahr1 durch leere ,vernnfteleien von
den bloen formalen ,prinzipien des
reinen ,verstandes einen materialen
,gebrauch zu machen1 und ber
,gegenstnde ohne ,unterschied zu
urteilen1 die uns doch nicht gegeben
sind1 ja vielleicht auf keinerlei ,weise
gegeben werden knnen4 ,da sie also
eigentlich nur ein ,kanon der
,beurteilung des empirischen ,gebrauchs
sein sollte1 so wird sie gemibraucht1
wenn man sie als das ,organon eines
allgemeinen und unbeschrnkten ,gebrauchs
gelten lt1 und sich mit dem reinen
,verstande allein wagt1 synthetisch ber
,gegenstnde berhaupt zu urteilen1 zu
behaupten1 und zu entscheiden4 ,also
wrde der ,gebrauch des reinen
,verstandes alsdann dialektisch sein4
,der zweite ,teil der transzendentalen
,logik mu also eine ,kritik dieses
dialektischen ,scheines sein1 und heit
transzendentale ,dialektik1 nicht als
eine ,kunst1 dergleichen ,schein
dogmatisch zu erregen1 7eine leider
sehr gangbare ,kunst mannigfaltiger
metaphysischer ,gaukelwerke7 sondern als
eine ,kritik des ,verstandes und der
,vernunft in ,ansehung ihres
hyperphysischen ,gebrauchs1 um den
falschen ,schein ihrer grundlosen
,anmaungen aufzudecken1 und ihre
,ansprche auf ,erfindung und
,erweiterung1 die sie blo durch
transzendentale ,grundstze zu erreichen
vermeint1 zur bloen ,beurteilung und
,verwahrung des reinen ,verstandes vor
sophistischem ,blendwerke
herabzusetzen4 ,der
transzendentalen ,logik ,erste
,abteilung ,die transzendentale
,analytik ,diese ,analytik ist die
,zergliederung unseres gesamten
,erkenntnisses a priori in die
,elemente der reinen
,verstandeserkenntnis4 ,es kommt hiebei
auf folgende ,stcke an3 #a4 ,da die
,begriffe reine und nicht empirische
,begriffe seien4 #b4 ,da sie nicht zur
,anschauung und zur ,sinnlichkeit1
sondern zum ,denken und ,verstande
gehren4 #c4 ,da sie ,elementarbegriffe
seien und von den abgeleiteten1 oder
daraus zusammengesetzten1 wohl
unterschieden werden4 #d4 ,da ihre
,tafel vollstndig sei1 und sie das
ganze ,feld des reinen ,verstandes
gnzlich ausfllen4 ,nun kann diese
,vollstndigkeit einer ,wissenschaft
nicht auf den berschlag1 eines blo
durch ,versuche zustande gebrachten
,aggregats1 mit ,zuverlssigkeit
angenommen werden2 daher ist sie nur
vermittelst einer ,idee des ,ganzen der
,verstandeserkenntnis a priori und die
daraus bestimmte ,abteilung der
,begriffe1 welche sie ausmachen1 mithin
nur durch ihren ,zusammenhang in einem
,system mglich4 ,der reine ,verstand
sondert sich nicht allein von allem
,empirischen1 sondern sogar von aller
,sinnlichkeit vllig aus4 ,er ist also
eine fr sich selbst bestndige1 sich
selbst genugsame1 und durch keine
uerlich hinzukommenden ,zustze zu
vermehrende ,einheit4 ,daher wird der
,inbegriff seiner ,erkenntnis ein unter
einer ,idee zu befassendes und zu
bestimmendes ,system ausmachen1 dessen
,vollstndigkeit und ,artikulation
zugleich einen ,probierstein der
,richtigkeit und ,echtheit aller
hineinpassenden ,erkenntnisstcke abgeben
kann4 ,es besteht aber dieser ganze
,teil der transzendentalen ,logik aus
zwei ,bchern1 deren das eine die
,begriffe1 das andere die ,grundstze des
reinen ,verstandes enthlt4 ,der
transzendentalen ,analytik ,erstes
,buch ,die ,analytik der ,begriffe
,ich verstehe unter der ,analytik der
,begriffe nicht die ,analysis
derselben1 oder das gewhnliche
,verfahren in philosophischen
,untersuchungen1 ,begriffe1 die sich
darbieten1 ihrem ,inhalte nach zu
zergliedern und zur ,deutlichkeit zu
bringen1 sondern die noch wenig
versuchte ,zergliederung des
,verstandesvermgens selbst1 um die
,mglichkeit der ,begriffe a priori
dadurch zu erforschen1 da wir sie im
,verstande allein1 als ihrem
,geburtsorte1 aufsuchen und dessen
reinen ,gebrauch berhaupt analysieren2
denn dieses ist das eigentmliche
,geschft einer
,transzendental-,philosophie2 das brige
ist die logische ,behandlung der
,begriffe in der ,philosophie berhaupt4
,wir werden also die reinen ,begriffe
bis zu ihren ersten ,keimen und
,anlagen im menschlichen ,verstande
verfolgen1 in denen sie vorbereitet
liegen1 bis sie endlich bei ,gelegenheit
der ,erfahrung entwickelt und durch
ebendenselben ,verstand1 von den ihnen
anhngenden empirischen ,bedingungen
befreit1 in ihrer ,lauterkeit
dargestellt werden4 ,der
,analytik der ,begriffe ,erstes
,hauptstck ,von dem ,leitfaden der
,entdeckung aller reinen
,verstandesbegriffe ,wenn man ein
,erkenntnisvermgen ins ,spiel setzt1 so
tun sich1 nach den mancherlei ,anlssen1
verschiedene ,begriffe hervor1 die
dieses ,vermgen kennbar machen und sich
in einem mehr oder weniger ausfhrlichen
,aufsatz sammeln lassen1 nachdem die
,beobachtung derselben lngere ,zeit1
oder mit grerer ,scharfsichtigkeit
angestellt worden4 ,wo diese
,untersuchung werde vollendet sein1 lt
sich1 nach diesem gleichsam
mechanischen ,verfahren1 niemals mit
,sicherheit bestimmen4 ,auch entdecken
sich die ,begriffe1 die man nur so bei
,gelegenheit auffindet1 in keiner
,ordnung und systematischen ,einheit1
sondern werden zuletzt nur nach
hnlichkeiten gepaart und nach der ,gre
ihres ,inhalts1 von den einfachen an1
zu den mehr zusammengesetzten1 in
,reihen gestellt1 die nichts weniger
als systematisch1 obgleich auf gewisse
,weise methodisch zustande gebracht
werden4 ,die
,transzendental-,philosophie hat den
,vorteil1 aber auch die
,verbindlichkeit1 ihre ,begriffe nach
einem ,prinzip aufzusuchen2 weil sie
aus dem ,verstande1 als absoluter
,einheit1 rein und unvermischt
entspringen1 und daher selbst nach einem
,begriffe1 oder ,idee1 unter sich
zusammenhngen mssen4 ,ein solcher
,zusammenhang aber gibt eine ,regel an
die ,hand1 nach welcher jedem reinen
,verstandesbegriff seine ,stelle und
allen insgesamt ihre ,vollstndigkeit a
priori bestimmt werden kann1 welches
alles sonst vom ,belieben1 oder von dem
,zufall abhngen wrde4 ,des
transzendentalen ,leitfadens der
,entdeckung aller reinen
,verstandesbegriffe ,erster ,abschnitt
,von dem logischen ,verstandesgebrauche
berhaupt ,der ,verstand wurde oben
blo negativ erklrt3 durch ein
nichtsinnliches ,erkenntnisvermgen4 ,nun
knnen wir1 unabhngig von der
,sinnlichkeit1 keiner ,anschauung
teilhaftig werden4 ,also ist der
,verstand kein ,vermgen der ,anschauung4
,es gibt aber1 auer der ,anschauung1
keine andere ,art1 zu erkennen1 als
durch ,begriffe4 ,also ist die
,erkenntnis eines jeden1 wenigstens des
menschlichen1 ,verstandes1 eine
,erkenntnis durch ,begriffe1 nicht
intuitiv1 sondern diskursiv4 ,alle
,anschauungen1 als sinnlich1 beruhen auf
,affektionen1 die ,begriffe also auf
,funktionen4 ,ich verstehe aber unter
,funktion die ,einheit der ,handlung1
verschiedene ,vorstellungen unter einer
gemeinschaftlichen zu ordnen4 ,begriffe
grnden sich also auf der ,spontaneitt
des ,denkens1 wie sinnliche
,anschauungen auf der ,rezeptivitt der
,eindrcke4 ,von diesen ,begriffen kann
nun der ,verstand keinen anderen
,gebrauch machen1 als da er dadurch
urteilt4 ,da keine ,vorstellung
unmittelbar auf den ,gegenstand geht1
als blo die ,anschauung1 so wird ein
,begriff niemals auf einen ,gegenstand
unmittelbar1 sondern auf irgendeine
andere ,vorstellung von demselben 7sie
sei ,anschauung oder selbst schon
,begriff7 bezogen4 ,das ,urteil ist
also die mittelbare ,erkenntnis eines
,gegenstandes1 mithin die ,vorstellung
einer ,vorstellung desselben4 ,in jedem
,urteil ist ein ,begriff1 der fr viele
gilt1 und unter diesem ,vielen auch eine
gegebene ,vorstellung begreift1 welche
letztere denn auf den ,gegenstand
unmittelbar bezogen wird4 ,so bezieht
sich z4,b4 in dem ,urteile3 alle ,krper
sind vernderlich1 der ,begriff des
,teilbaren auf verschiedene andere
,begriffe2 unter diesen aber wird er
hier besonders auf den ,begriff des
,krpers bezogen1 dieser aber auf gewisse
uns vorkommende ,erscheinungen4 ,also
werden diese ,gegenstnde durch den
,begriff der ,teilbarkeit mittelbar
vorgestellt4 ,alle ,urteile sind demnach
,funktionen der ,einheit unter unseren
,vorstellungen1 da nmlich statt einer
unmittelbaren ,vorstellung eine hhere1
die diese und mehrere unter sich
begreift1 zur ,erkenntnis des
,gegenstandes gebraucht1 und viel
mgliche ,erkenntnisse dadurch in einer
zusammengezogen werden4 ,wir knnen aber
alle ,handlungen des ,verstandes auf
,urteile zurckfhren1 so da der
,verstand berhaupt als ein ,vermgen zu
urteilen vorgestellt werden kann4 ,denn
er ist nach dem obigen ein ,vermgen zu
denken4 ,denken ist das ,erkenntnis
durch ,begriffe4 ,begriffe aber
beziehen sich1 als ,prdikate mglicher
,urteile1 auf irgendeine ,vorstellung
von einem noch unbestimmten
,gegenstande4 ,so bedeutet der ,begriff
des ,krpers etwas1 z4,b4 ,metall1 was
durch jenen ,begriff erkannt werden
kann4 ,er ist also nur dadurch ,begriff1
da unter ihm andere ,vorstellungen
enthalten sind1 vermittelst deren er
sich auf ,gegenstnde beziehen kann4 ,er
ist also das ,prdikat zu einem mglichen
,urteile1 z4,b4 ein jedes ,metall ist
ein ,krper4 ,die ,funktionen des
,verstandes knnen also insgesamt
gefunden werden1 wenn man die
,funktionen der ,einheit in den
,urteilen vollstndig darstellen kann4
,da dies aber sich ganz wohl
bewerkstelligen lasse1 wird der folgende
,abschnitt vor ,augen stellen4
,des ,leitfadens der ,entdeckung aller
reinen ,verstandesbegriffe ,zweiter
,abschnitt ,von der logischen ,funktion
des ,verstandes in ,urteilen ,wenn
wir von allem ,inhalte eines ,urteils
berhaupt abstrahieren1 und nur auf die
bloe ,verstandesform darin achtgeben1 so
finden wir1 da die ,funktion des
,denkens in demselben unter vier ,titel
gebracht werden knne1 deren jeder drei
,momente unter sich enthlt4 ,sie knnen
fglich in folgender ,tafel vorgestellt
werden4 #a4
,quantitt der ,urteile
,allgemeine
,besondere
,einzelne #b4 ,qualitt
#c4 ,relation ,bejahende
,kategorische ,verneinende
,hypothetische ,unendliche
,disjunktive #d4
,modalitt
,problematische
,assertorische
,apodiktische ,da diese ,einteilung
in einigen1 obgleich nicht wesentlichen
,stcken1 von der gewohnten ,technik der
,logiker abzuweichen scheint1 so werden
folgende ,verwahrungen wider den
besorglichen ,miverstand nicht unntig
sein4 #a4 ,die ,logiker sagen mit
,recht1 da man beim ,gebrauch der
,urteile in ,vernunftschlssen die
einzelnen ,urteile gleich den
allgemeinen behandeln knne4 ,denn eben
darum1 weil sie gar keinen ,umfang
haben1 kann das ,prdikat derselben
nicht blo auf einiges dessen1 was unter
dem ,begriff des ,subjekts enthalten
ist1 gezogen1 von einigem aber
ausgenommen werden4 ,es gilt also von
jenem ,begriffe ohne ,ausnahme1 gleich
als wenn derselbe ein gemeingltiger
,begriff wre1 der einen ,umfang htte1
von dessen ganzer ,bedeutung das
,prdikat gelte4 ,vergleichen wir
dagegen ein einzelnes ,urteil mit einem
gemeingltigen1 blo als ,erkenntnis1 der
,gre nach1 so verhlt sie sich zu diesem
wie ,einheit zur ,unendlichkeit1 und
ist also an sich selbst davon
wesentlich unterschieden4 ,also1 wenn
ich ein einzelnes ,urteil 7judicium
singulare7 nicht blo nach seiner inneren
,gltigkeit1 sondern auch1 als
,erkenntnis berhaupt1 nach der ,gre1 die
es in ,vergleichung mit anderen
,erkenntnissen hat1 schtze1 so ist es
allerdings von gemeingltigen ,urteilen
7judicia communia7 unterschieden1 und
verdient in einer vollstndigen ,tafel
der ,momente des ,denkens berhaupt
7obzwar freilich nicht in der blo auf
den ,gebrauch der ,urteile
untereinander eingeschrnkten ,logik7
eine besondere ,stelle4 #b4 ,ebenso
mssen in einer transzendentalen ,logik
unendliche ,urteile von bejahenden noch
unterschieden werden1 wenn sie gleich
in der allgemeinen ,logik jenen mit
,recht beigezhlt sind und kein
besonderes ,glied der ,einteilung
ausmachen4 ,diese nmlich abstrahiert von
allem ,inhalt des ,prdikats 7ob es
gleich verneinend ist7 und sieht nur
darauf1 ob dasselbe dem ,subjekt
beigelegt1 oder ihm entgegengesetzt
werde4 ,jene aber betrachtet das ,urteil
auch nach dem ,werte oder ,inhalt
dieser logischen ,bejahung vermittelst
eines blo verneinenden ,prdikats1 und
was diese in ,ansehung des gesamten
,erkenntnisses fr einen ,gewinn
verschafft4 ,htte ich von der ,seele
gesagt1 sie ist nicht sterblich1 so
htte ich durch ein verneinendes ,urteil
wenigstens einen ,irrtum abgehalten4
,nun habe ich durch den ,satz3 die
,seele ist nicht sterblich1 zwar der
logischen ,form nach wirklich bejaht1
indem ich die ,seele in den
unbeschrnkten ,umfang der
nichtsterbenden ,wesen setze4 ,weil nun
von dem ganzen ,umfange mglicher ,wesen
das ,sterbliche einen ,teil enthlt1
das ,nichtsterbliche aber den anderen1
so ist durch meinen ,satz nichts
anderes gesagt1 als da die ,seele eine
von der unendlichen ,menge ,dinge sei1
die brigbleiben1 wenn ich das
,sterbliche insgesamt wegnehme4
,dadurch aber wird nur die unendliche
,sphre alles ,mglichen insoweit
beschrnkt1 da das ,sterbliche davon
abgetrennt1 und in dem brigen ,raum
ihres ,umfangs die ,seele gesetzt wird4
,dieser ,raum bleibt aber bei dieser
,ausnahme noch immer unendlich1 und
knnen noch mehrere ,teile desselben
weggenommen werden1 ohne da darum der
,begriff von der ,seele im mindesten
wchst1 und bejahend bestimmt wird4
,diese unendlichen ,urteile also in
,ansehung des logischen ,umfanges sind
wirklich blo beschrnkend in ,ansehung
des ,inhalts der ,erkenntnis berhaupt1
und insofern mssen sie in der
transzendentalen ,tafel aller ,momente
des ,denkens in den ,urteilen nicht
bergangen werden1 weil die hierbei
ausgebte ,funktion des ,verstandes
vielleicht in dem ,felde seiner reinen
,erkenntnis a priori wichtig sein kann4
#c4 ,alle ,verhltnisse des ,denkens in
,urteilen sind die a7 des ,prdikats zum
,subjekt1 b7 des ,grundes zur ,folge1
c7 der eingeteilten ,erkenntnis und der
gesammelten ,glieder der ,einteilung
untereinander4 ,in der ersteren ,art
der ,urteile sind nur zwei ,begriffe1 in
der zweiten zwei ,urteile1 in der
dritten mehrere ,urteile im ,verhltnis
gegeneinander betrachtet4 ,der
hypothetische ,satz3 wenn eine
vollkommene ,gerechtigkeit da ist1 so
wird der beharrlich ,bse bestraft1
enthlt eigentlich das ,verhltnis zweier
,stze3 ,es ist eine vollkommene
,gerechtigkeit da1 und der beharrlich
,bse wird bestraft4 ,ob beide dieser
,stze an sich wahr seien1 bleibt hier
unausgemacht4 ,es ist nur die
,konsequenz1 die durch dieses ,urteil
gedacht wird4 ,endlich enthlt das
disjunktive ,urteil ein ,verhltnis
zweier1 oder mehrerer ,stze
gegeneinander1 aber nicht der ,abfolge1
sondern der logischen ,entgegensetzung1
sofern die ,sphre des einen die des
anderen ausschliet1 aber doch zugleich
der ,gemeinschaft1 insofern sie
zusammen die ,sphre der eigentlichen
,erkenntnis erfllen1 also ein
,verhltnis der ,teile der ,sphre eines
,erkenntnisses1 da die ,sphre eines
jeden ,teils ein ,ergnzungsstck der
,sphre des anderen zu dem ganzen
,inbegriff der eingeteilten ,erkenntnis
ist1 z4,e4 die ,welt ist entweder durch
einen blinden ,zufall da1 oder durch
innere ,notwendigkeit1 oder durch eine
uere ,ursache4 ,jeder dieser ,stze
nimmt einen ,teil der ,sphre des
mglichen ,erkenntnisses ber das ,dasein
einer ,welt berhaupt ein1 alle zusammen
die ganze ,sphre4 ,das ,erkenntnis aus
einer dieser ,sphren wegnehmen1 heit1
sie in eine der brigen setzen1 und
dagegen sie in eine ,sphre setzen1 heit1
sie aus den brigen wegnehmen4 ,es ist
also in einem disjunktiven ,urteile eine
gewisse ,gemeinschaft der
,erkenntnisse1 die darin besteht1 da sie
sich wechselseitig einander
ausschlieen1 aber dadurch doch im
,ganzen die wahre ,erkenntnis
bestimmen1 indem sie zusammengenommen
den ganzen ,inhalt einer einzigen
gegebenen ,erkenntnis ausmachen4 ,und
dieses ist es auch nur1 was ich des
,folgenden wegen hiebei anzumerken ntig
finde4 #d4 ,die ,modalitt der
,urteile ist eine ganz besondere
,funktion derselben1 die das
,unterscheidende an sich hat1 da sie
nichts zum ,inhalte des ,urteils
beitrgt1 7denn auer ,gre1 ,qualitt und
,verhltnis ist nichts mehr1 was den
,inhalt eines ,urteils ausmachte17
sondern nur den ,wert der ,copula in
,beziehung auf das ,denken berhaupt
angeht4 ,problematische ,urteile sind
solche1 wo man das ,bejahen oder
,verneinen als blo mglich 7beliebig7
annimmt4 ,assertorische1 da es als
wirklich 7wahr7 betrachtet wird4
,apodiktische1 in denen man es als
notwendig ansieht994 ,so sind die beiden
,urteile1 deren ,verhltnis das
hypothetische ,urteil ausmacht1
7antecedens und consequens71 imgleichen
in deren ,wechselwirkung das
,disjunktive besteht1 7,glieder der
,einteilung7 insgesamt nur
problematisch4 ,in dem obigen ,beispiel
wird der ,satz3 es ist eine vollkommene
,gerechtigkeit da1 nicht assertorisch
gesagt1 sondern nur als ein beliebiges
,urteil1 wovon es mglich ist1 da jemand
es annehme1 gedacht1 und nur die
,konsequenz ist assertorisch4 ,daher
knnen solche ,urteile auch offenbar
falsch sein1 und doch1 problematisch
genommen1 ,bedingungen der ,erkenntnis
der ,wahrheit sein4 ,so ist das
,urteil3 die ,welt ist durch blinden
,zufall da1 in dem disjunktiven ,urteil
nur von problematischer ,bedeutung1
nmlich1 da jemand diesen ,satz etwa auf
eignen ,augenblick annehmen mge1 und
dient doch1 7wie die ,verzeichnung des
falschen ,weges1 unter der ,zahl aller
derer1 die man nehmen kann17 den wahren
zu finden4 ,der problematische ,satz
ist also derjenige1 der nur logische
,mglichkeit 7die nicht objektiv ist7
ausdrckt1 d4i4 eine freie ,wahl einen
solchen ,satz gelten zu lassen1 eine
blo willkrliche ,aufnehmung desselben
in den ,verstand4 ,der assertorische
sagt von logischer ,wirklichkeit oder
,wahrheit1 wie etwa in einem
hypothetischen ,vernunftschlu das
,antecedens im ,obersatze problematisch1
im ,untersatze assertorisch vorkommt1
und zeigt an1 da der ,satz mit dem
,verstande nach dessen ,gesetzen schon
verbunden sei1 der apodiktische ,satz
denkt sich den assertorischen durch
diese ,gesetze des ,verstandes selbst
bestimmt1 und daher a priori
behauptend1 und drckt auf solche ,weise
logische ,notwendigkeit aus4 ,weil nun
hier alles sich gradweise dem ,verstande
einverleibt1 so da man zuvor etwas
problematisch urteilt1 darauf auch wohl
es assertorisch als wahr annimmt1
endlich als unzertrennlich mit dem
,verstande verbunden1 d4i4 als notwendig
und apodiktisch behauptet1 so kann man
diese drei ,funktionen der ,modalitt
auch so viel ,momente des ,denkens
berhaupt nennen4 99 ,gleich1 als wenn
das ,denken im ersten ,fall eine
,funktion des ,verstandes1 im zweiten
der ,urteilskraft1 im dritten der
,vernunft wre4 ,eine ,bemerkung1 die
erst in der ,folge ihre ,aufklrung
erwartet4 ,des ,leitfadens der
,entdeckung aller reinen
,verstandesbegriffe ,dritter ,abschnitt
,von den reinen ,verstandesbegriffen
oder ,kategorien ,die allgemeine
,logik abstrahiert1 wie mehrmalen schon
gesagt worden1 von allem ,inhalt der
,erkenntnis1 und erwartet1 da ihr
anderwrts1 woher es auch sei1
,vorstellungen gegeben werden1 um diese
zuerst in ,begriffe zu verwandeln1
welches analytisch zugeht4 ,dagegen hat
die transzendentale ,logik ein
,mannigfaltiges der ,sinnlichkeit a
priori vor sich liegen1 welches die
transzendentale sthetik ihr darbietet1
um zu den reinen ,verstandesbegriffen
einen ,stoff zu geben1 ohne den sie ohne
allen ,inhalt1 mithin vllig leer sein
wrde4 ,raum und ,zeit enthalten nun ein
,mannigfaltiges der reinen ,anschauung
a priori1 gehren aber gleichwohl zu den
,bedingungen der ,rezeptivitt unseres
,gemts1 unter denen es allein
,vorstellungen von ,gegenstnden
empfangen kann1 die mithin auch den
,begriff derselben jederzeit affizieren
mssen4 ,allein die ,spontaneitt unseres
,denkens erfordert es1 da dieses
,mannigfaltige zuerst auf gewisse ,weise
durchgegangen1 aufgenommen1 und
verbunden werde1 um daraus eine
,erkenntnis zu machen4 ,diese ,handlung
nenne ich ,synthesis4 ,ich verstehe
aber unter ,synthesis in der
allgemeinsten ,bedeutung die ,handlung1
verschiedene ,vorstellungen zueinander
hinzuzutun1 und ihre ,mannigfaltigkeit
in einer ,erkenntnis zu begreifen4 ,eine
solche ,synthesis ist rein1 wenn das
,mannigfaltige nicht empirisch1 sondern
a priori gegeben ist 7wie das im ,raum
und der ,zeit74 ,vor aller ,analysis
unserer ,vorstellungen mssen diese zuvor
gegeben sein1 und es knnen keine
,begriffe dem ,inhalte nach analytisch
entspringen4 ,die ,synthesis eines
,mannigfaltigen aber 7es sei empirisch
oder a priori gegeben71 bringt zuerst
eine ,erkenntnis hervor1 die zwar
anfnglich noch roh und verworren sein
kann1 und also der ,analysis bedarf2
allein die ,synthesis ist doch
dasjenige1 was eigentlich die ,elemente
zu ,erkenntnissen sammelt1 und zu einem
gewissen ,inhalte vereinigt2 sie ist
also das erste1 worauf wir acht zu geben
haben1 wenn wir ber den ersten
,ursprung unserer ,erkenntnis urteilen
wollen4 ,die ,synthesis berhaupt ist1
wie wir knftig sehen werden1 die bloe
,wirkung der ,einbildungskraft1 einer
blinden1 obgleich unentbehrlichen
,funktion der ,seele1 ohne die wir
berall gar keine ,erkenntnis haben
wrden1 der wir uns aber selten nur
einmal bewut sind4 ,allein1 diese
,synthesis auf ,begriffe zu bringen1 das
ist eine ,funktion1 die dem ,verstande
zukommt1 und wodurch er uns allererst
die ,erkenntnis in eigentlicher
,bedeutung verschafft4 ,die reine
,synthesis1 allgemein vorgestellt1 gibt
nun den reinen ,verstandesbegriff4 ,ich
verstehe aber unter dieser ,synthesis
diejenige1 welche auf einem ,grunde der
synthetischen ,einheit a priori beruht3
so ist unser ,zhlen 7vornehmlich ist
es in greren ,zahlen merklicher7 eine
,synthesis nach ,begriffen1 weil sie
nach einem gemeinschaftlichen ,grunde
der ,einheit geschieht 7z4,e4 der
,dekadik74 ,unter diesem ,begriffe wird
also die ,einheit in der ,synthesis des
,mannigfaltigen notwendig4
,analytisch werden verschiedene
,vorstellungen unter einen ,begriff
gebracht1 7ein ,geschft1 wovon die
allgemeine ,logik handelt74 ,aber nicht
die ,vorstellungen1 sondern die reine
,synthesis der ,vorstellungen auf
,begriffe zu bringen1 lehrt die transz4
,logik4 ,das erste1 was uns zum ,behuf
der ,erkenntnis aller ,gegenstnde a
priori gegeben sein mu1 ist das
,mannigfaltige der reinen ,anschauung2
die ,synthesis dieses ,mannigfaltigen
durch die ,einbildungskraft ist das
zweite1 gibt aber noch keine
,erkenntnis4 ,die ,begriffe1 welche
dieser reinen ,synthesis ,einheit
geben1 und lediglich in der ,vorstellung
dieser notwendigen synthetischen
,einheit bestehen1 tun das dritte zum
,erkenntnisse eines vorkommenden
,gegenstandes1 und beruhen auf dem
,verstande4 ,dieselbe ,funktion1
welche den verschiedenen ,vorstellungen
in einem ,urteile ,einheit gibt1 die
gibt auch der bloen ,synthesis
verschiedene ,vorstellungen in einer
,anschauung ,einheit1 welche1 allgemein
ausgedrckt1 der reine ,verstandesbegriff
heit4 ,derselbe ,verstand also1 und
zwar durch eben dieselben ,handlungen1
wodurch er in ,begriffen1 vermittelst
der analytischen ,einheit1 die logische
,form eines ,urteils zustande brachte1
bringt auch1 vermittelst der
synthetischen ,einheit des
,mannigfaltigen in der ,anschauung
berhaupt1 in seine ,vorstellungen einen
transzendentalen ,inhalt1 weswegen sie
reine ,verstandesbegriffe heien1 die a
priori auf ,objekte gehen1 welches die
allgemeine ,logik nicht leisten kann4
,auf solche ,weise entspringen gerade so
viel reine ,verstandesbegriffe1 welche
a priori auf ,gegenstnde der
,anschauung berhaupt gehen1 als es in
der vorigen ,tafel logische ,funktionen
in allen mglichen ,urteilen gab3 denn
der ,verstand ist durch gedachte
,funktionen vllig erschpft1 und sein
,vermgen dadurch gnzlich ausgemessen4
,wir wollen diese ,begriffe1 nach dem
,aristoteles ,kategorien nennen1 indem
unsere ,absicht uranfnglich mit der
seinigen zwar einerlei ist1 ob sie sich
gleich davon in der ,ausfhrung gar sehr
entfernt4 ,tafel
der ,kategorien
#a4 ,der ,quantitt3
,einheit
,vielheit
,allheit4 #b4 ,der ,qualitt3
#c4 ,der ,relation3 ,realitt
der ,inhrenz und
,subsistenz
7substantia et accidens7
,negation der ,kausalitt
und ,dependenz
7,ursache und ,wirkung7
,limitation4 der
,gemeinschaft 7,wechselwirkung
zwischen dem ,handelnden und
,leidenden74 #d4
,der ,modalitt3
,mglichkeit - ,unmglichkeit
,dasein - ,nichtsein
,notwendigkeit - ,zuflligkeit4
,dieses ist nun die ,verzeichnung aller
ursprnglich reinen ,begriffe der
,synthesis1 die der ,verstand a priori
in sich enthlt1 und um derentwillen er
auch nur ein reiner ,verstand ist2 indem
er durch sie allein etwas bei dem
,mannigfaltigen der ,anschauung
verstehen1 d4i4 ein ,objekt derselben
denken kann4 ,diese ,einteilung ist
systematisch aus einem
gemeinschaftlichen ,prinzip1 nmlich dem
,vermgen zu urteilen1 7welches
ebensoviel ist1 als das ,vermgen zu
denken17 erzeugt1 und nicht
rhapsodistisch1 aus einer auf gut ,glck
unternommenen ,aufsuchung reiner
,begriffe entstanden1 deren
,vollzhligkeit man niemals gewi sein
kann1 da sie nur durch ,induktion
geschlossen wird1 ohne zu gedenken1 da
man noch auf die letztere ,art niemals
einsieht1 warum denn gerade diese und
nicht andere ,begriffe dem reinen
,verstande beiwohnen4 ,es war ein eines
scharfsinnigen ,mannes wrdiger
,anschlag des ,aristoteles1 diese
,grundbegriffe aufzusuchen4 ,da er aber
kein ,prinzipium hatte1 so raffte er
sie auf1 wie sie ihm aufstieen1 und
trieb deren zuerst zehn auf1 die er
,kategorien 7,prdikamente7 nannte4 ,in
der ,folge glaubte er noch ihrer fnfe
aufgefunden zu haben1 die er unter dem
,namen der ,postprdikamente hinzufgte4
,allein seine ,tafel blieb noch immer
mangelhaft4 ,auerdem finden sich auch
einige modi der reinen ,sinnlichkeit
darunter1 7quando1 ubi1 situs1
imgleichen prius1 simul17 auch ein
empirischer1 7motus7 die in dieses
,stammregister des ,verstandes gar
nicht gehren1 oder es sind auch die
abgeleiteten ,begriffe mit unter die
,urbegriffe gezhlt1 7actio1 passio17 und
an einigen der letzteren fehlt es
gnzlich4 ,um der letzteren willen ist
also noch zu bemerken3 da die
,kategorien1 als die wahren
,stammbegriffe des reinen ,verstandes1
auch ihre ebenso reinen abgeleiteten
,begriffe haben1 die in einem
vollstndigen ,system der
,transzendental-,philosophie keineswegs
bergangen werden knnen1 mit deren bloer
,erwhnung aber ich in einem blo
kritischen ,versuch zufrieden sein
kann4 ,es sei mir erlaubt1 diese
reinen1 aber abgeleiteten
,verstandesbegriffe die ,prdikabilien
des reinen ,verstandes 7im ,gegensatz
der ,prdikamente7 zu nennen4 ,wenn man
die ursprnglichen und primitiven
,begriffe hat1 so lassen sich die
abgeleiteten und subalternen leicht
hinzufgen1 und der ,stammbaum des reinen
,verstandes vllig ausmalen4 ,da es mir
hier nicht um die ,vollstndigkeit des
,systems1 sondern nur der ,prinzipien
zu einem ,system zu tun ist1 so verspare
ich diese ,ergnzung auf eine andere
,beschftigung4 ,man kann aber diese
,absicht ziemlich erreichen1 wenn man
die ,ontologischen ,lehrbcher zur ,hand
nimmt1 und z4,b4 der ,kategorie der
,kausalitt die ,prdikabilien der
,kraft1 der ,handlung1 des ,leidens2 der
der ,gemeinschaft die der ,gegenwart1
des ,widerstandes2 den ,prdikamenten der
,modalitt die des ,entstehens1
,vergehens1 der ,vernderung usw4
unterordnet4 ,die ,kategorien mit den
modis der reinen ,sinnlichkeit oder auch
untereinander verbunden1 geben eine
groe ,menge abgeleiteter ,begriffe a
priori1 die zu bemerken1 und wo mglich1
bis zur ,vollstndigkeit zu verzeichnen1
eine ntzliche und nicht unangenehme1
hier aber entbehrliche ,bemhung sein
wrde4 ,der ,definitionen dieser
,kategorien berhebe ich mir in dieser
,abhandlung geflissentlich1 ob ich
gleich im ,besitz derselben sein mchte4
,ich werde diese ,begriffe in der
,folge bis auf den ,grad zergliedern1
welcher in ,beziehung auf die
,methodenlehre1 die ich bearbeite1
hinreichend ist4 ,in einem ,system der
reinen ,vernunft wrde man sie mit
,recht von mir fordern knnen3 aber hier
wrden sie nur den ,hauptpunkt der
,untersuchung aus den ,augen bringen1
indem sie ,zweifel und ,angriffe
erregten1 die man1 ohne der wesentlichen
,absicht etwas zu entziehen1 gar wohl
auf eine andere ,beschftigung verweisen
kann4 ,indessen leuchtet doch aus dem
wenigen1 was ich hievon angefhrt habe1
deutlich hervor1 da ein vollstndiges
,wrterbuch mit allen dazu
erforderlichen ,erklrungen nicht allein
mglich1 sondern auch leicht sei
zustande zu bringen4 ,die ,fcher sind
einmal da2 es ist nur ntig1 sie
auszufllen1 und eine systematische
,topik1 wie die gegenwrtige1 lat nicht
leicht die ,stelle verfehlen1 dahin ein
jeder ,begriff eigentmlich gehrt1 und
zugleich diejenige leicht bemerken1 die
noch leer ist4 ,der
transzendentalen ,analytik ,zweites
,hauptstck ,von der ,deduktion der
reinen ,verstandesbegriffe ,erster
,abschnitt ,von den ,prinzipien einer
transz4 ,deduktion berhaupt ,die
,rechtslehrer1 wenn sie von ,befugnissen
und ,anmaungen reden1 unterscheiden in
einem ,rechtshandel die ,frage ber das1
was ,rechtens ist1 7quid juris7 von
der1 die die ,tatsache angeht1 7quid
facti7 und indem sie von beiden ,beweis
fordern1 so nennen sie den ersteren1
der die ,befugnis1 oder auch den
,rechtsanspruch dartun soll1 die
,deduktion4 ,wir bedienen uns einer
,menge empirischer ,begriffe ohne
jemandes ,widerrede1 und halten uns
auch ohne ,deduktion berechtigt1 ihnen
einen ,sinn und eingebildete ,bedeutung
zuzueignen1 weil wir jederzeit die
,erfahrung bei ,hand haben1 ihre
objektive ,realitt zu beweisen4 ,es gibt
indessen auch usurpierte ,begriffe1
wie etwa ,glck1 ,schicksal1 die zwar
mit fast allgemeiner ,nachsicht
herumlaufen1 aber doch bisweilen durch
die ,frage3 quid juris1 in ,anspruch
genommen werden1 da man alsdann wegen
der ,deduktion derselben in nicht
geringe ,verlegenheit gert1 indem man
keinen deutlichen ,rechtsgrund weder aus
der ,erfahrung1 noch der ,vernunft
anfhren kann1 dadurch die ,befugnis
seines ,gebrauchs deutlich wrde4
,unter den mancherlei ,begriffen aber1
die das sehr vermischte ,gewebe der
menschlichen ,erkenntnis ausmachen1 gibt
es einige1 die auch zum reinen
,gebrauch a priori 7vllig unabhngig von
aller ,erfahrung7 bestimmt sind1 und
dieser ihre ,befugnis bedarf jederzeit
einer ,deduktion2 weil zu der
,rechtmigkeit eines solchen ,gebrauchs
,beweise aus der ,erfahrung nicht
hinreichend sind1 man aber doch wissen
mu1 wie diese ,begriffe sich auf
,objekte beziehen knnen1 die sie doch
aus keiner ,erfahrung hernehmen4 ,ich
nenne daher die ,erklrung der ,art1 wie
sich ,begriffe a priori auf ,gegenstnde
beziehen knnen1 die transz4 ,deduktion
derselben1 und unterscheide sie von der
empirischen ,deduktion1 welche die ,art
anzeigt1 wie ein ,begriff durch
,erfahrung und ,reflexion ber dieselbe
erworben worden1 und daher nicht die
,rechtmigkeit1 sondern das ,faktum
betrifft1 wodurch der ,besitz
entsprungen4 ,wir haben jetzt schon
zweierlei ,begriffe von ganz
verschiedener ,art1 die doch darin
miteinander bereinkommen1 da sie
beiderseits vllig a priori sich auf
,gegenstnde beziehen1 nmlich1 die
,begriffe des ,raumes und der ,zeit1
als ,formen der ,sinnlichkeit1 und die
,kategorien1 als ,begriffe des
,verstandes4 ,von ihnen eine empirische
,deduktion versuchen wollen1 wrde ganz
vergebliche ,arbeit sein2 weil eben
darin das ,unterscheidende ihrer ,natur
liegt1 da sie sich auf ihre ,gegenstnde
beziehen1 ohne etwas zu deren
,vorstellung aus der ,erfahrung entlehnt
zu haben4 ,wenn also eine ,deduktion
derselben ntig ist1 so wird sie
jederzeit transzendental sein mssen4
,indessen kann man von diesen
,begriffen1 wie von allem ,erkenntnis1
wo nicht das ,prinzipium ihrer
,mglichkeit1 doch die
,gelegenheitsursachen ihrer ,erzeugung
in der ,erfahrung aufsuchen1 wo alsdann
die ,eindrcke der ,sinne den ersten
,anla geben1 die ganze ,erkenntniskraft
in ,ansehung ihrer zu erffnen1 und
,erfahrung zustande zu bringen1 die
zwei sehr ungleichartige ,elemente
enthlt1 nmlich eine ,materie zur
,erkenntnis aus den ,sinnen und eine
gewisse ,form1 sie zu ordnen1 aus dem
inneren ,quell des reinen ,anschauens
und ,denkens1 die1 bei ,gelegenheit der
ersteren1 zuerst in ,ausbung gebracht
werden1 und ,begriffe hervorbringen4
,ein solches ,nachspren der ersten
,bestrebungen unserer ,erkenntniskraft1
um von einzelnen ,wahrnehmungen zu
allgemeinen ,begriffen zu steigen1 hat
ohne ,zweifel seinen groen ,nutzen1 und
man hat es dem berhmten ,locke zu
verdanken1 da er dazu zuerst den ,weg
erffnet hat4 ,allein eine ,deduktion der
reinen ,begriffe a priori kommt
dadurch niemals zustande1 denn sie liegt
ganz und gar nicht auf diesem ,wege1
weil in ,ansehung ihres knftigen
,gebrauchs1 der von der ,erfahrung
gnzlich unabhngig sein soll1 sie einen
ganz anderen ,geburtsbrief1 als den der
,abstammung von ,erfahrungen1 mssen
aufzuzeigen haben4 ,diese versuchte
physiologische ,ableitung1 die
eigentlich gar nicht ,deduktion heien
kann1 weil sie eine quaestio facti
betrifft1 will ich daher die ,erklrung
des ,besitzes einer reinen ,erkenntnis
nennen4 ,es ist also klar1 da von diesen
allein es eine transzendent4
,deduktion und keineswegs eine
empirische geben knne1 und da letztere1
in ,ansehung der reinen ,begriffe a
priori1 nichts als eitle ,versuche
sind1 womit sich nur derjenige
beschftigen kann1 welcher die ganz
eigentmliche ,natur dieser ,erkenntnisse
nicht begriffen hat4 ,ob nun aber
gleich die einzige ,art einer mglichen
,deduktion der reinen ,erkenntnis a
priori1 nmlich die auf dem
transzendentalen ,wege eingerumt wird1
so erhellt dadurch doch eben nicht1 da
sie so unumgnglich notwendig sei4 ,wir
haben oben die ,begriffe des ,raumes
und der ,zeit1 vermittelst einer
transzendentalen ,deduktion zu ihren
,quellen verfolgt1 und ihre objektive
,gltigkeit a priori erklrt und
bestimmt4 ,gleichwohl geht die
,geometrie ihren sicheren ,schritt durch
lauter ,erkenntnisse a priori1 ohne da
sie sich1 wegen der reinen und
gesetzmigen ,abkunft ihres
,grundbegriffs vom ,raume1 von der
,philosophie einen ,beglaubigungsschein
erbitten darf4 ,allein der ,gebrauch
dieses ,begriffs geht in dieser
,wissenschaft auch nur auf die uere
,sinnenwelt1 von welcher der ,raum die
reine ,form ihrer ,anschauung ist1 in
welcher also alle geometrische
,erkenntnis1 weil sie sich auf
,anschauung a priori grndet1
unmittelbare ,evidenz hat1 und die
,gegenstnde durch die ,erkenntnis
selbst1 a priori 7der ,form nach7 in
der ,anschauung1 gegeben werden4
,dagegen fngt mit den reinen
,verstandesbegriffen die unumgngliche
,bedrfnis an1 nicht allein von ihnen
selbst1 sondern auch vom ,raum die
transzendentale ,deduktion zu suchen1
weil1 da sie von ,gegenstnden nicht
durch ,prdikate der ,anschauung und der
,sinnlichkeit1 sondern des reinen
,denkens a priori redet1 sie sich auf
,gegenstnde ohne alle ,bedingungen der
,sinnlichkeit allgemein beziehen1 und
die1 da sie nicht auf ,erfahrung
gegrndet sind1 auch in der ,anschauung
a priori kein ,objekt vorzeigen knnen1
worauf sie vor aller ,erfahrung ihre
,synthesis grndeten1 und daher nicht
allein wegen der objektiven ,gltigkeit
und ,schranken ihres ,gebrauchs
,verdacht erregen1 sondern auch jenen
,begriff des ,raumes zweideutig machen1
dadurch1 da sie ihn ber die
,bedingungen der sinnlichen ,anschauung
zu gebrauchen geneigt sind1 weshalb
auch oben von ihm eine transzendent4
,deduktion vonnten war4 ,so mu denn der
,leser von der unumgnglichen
,notwendigkeit einer solchen transz4
,deduktion1 ehe er einen einzigen
,schritt im ,felde der reinen ,vernunft
getan hat1 berzeugt werden2 weil er
sonst blind verfhrt1 und1 nachdem er
mannigfaltig umhergeirrt hat1 doch
wieder zu der ,unwissenheit zurckkehren
mu1 von der er ausgegangen war4 ,er mu
aber auch die unvermeidliche
,schwierigkeit zum voraus deutlich
einsehen1 damit er nicht ber
,dunkelheit klage1 wo die ,sache selbst
tief eingehllt ist1 oder ber der
,wegrumung der ,hindernisse zu frh
verdrossen werden1 weil es darauf
ankommt1 entweder alle ,ansprche zu
,einsichten der reinen ,vernunft1 als
das beliebteste ,feld1 nmlich dasjenige
ber die ,grenzen aller mglichen
,erfahrung hinaus1 vllig aufzugeben1
oder diese kritische ,untersuchung zur
,vollkommenheit zu bringen4 ,wir
haben oben an den ,begriffen des ,raumes
und der ,zeit mit leichter ,mhe
begreiflich machen knnen1 wie diese als
,erkenntnisse a priori sich gleichwohl
auf ,gegenstnde notwendig beziehen
mssen2 und eine synthetische
,erkenntnis derselben1 unabhngig von
aller ,erfahrung1 mglich machten4 ,denn
da nur vermittelst solcher reinen
,formen der ,sinnlichkeit uns ein
,gegenstand erscheinen1 d4i4 ein ,objekt
der empirischen ,anschauung sein kann1
so sind ,raum und ,zeit reine
,anschauungen1 welche die ,bedingung der
,mglichkeit der ,gegenstnde als
,erscheinungen a priori enthalten1 und
die ,synthesis in denselben hat
objektive ,gltigkeit4 ,die
,kategorien des ,verstandes dagegen
stellen uns gar nicht die ,bedingungen
vor1 unter denen ,gegenstnde in der
,anschauung gegeben werden1 mithin
knnen uns allerdings ,gegenstnde
erscheinen1 ohne da sie sich notwendig
auf ,funktionen des ,verstandes beziehen
mssen1 und dieser also die
,bedingungen derselben a priori
enthielte4 ,daher zeigt sich hier eine
,schwierigkeit1 die wir im ,felde der
,sinnlichkeit nicht antrafen1 wie
nmlich subjektive ,bedingungen des
,denkens sollten objektive ,gltigkeit
haben1 d4i4 ,bedingungen der ,mglichkeit
aller ,erkenntnis der ,gegenstnde
abgeben3 denn ohne ,funktionen des
,verstandes knnen allerdings
,erscheinungen in der ,anschauung
gegeben werden4 ,ich nehme z4,b4 den
,begriff der ,ursache1 welcher eine
besondere ,art der ,synthesis bedeutet1
da auf etwas ,a was ganz verschiedenes
,b nach einer ,regel gesetzt wird4 ,es
ist a priori nicht klar1 warum
,erscheinungen etwas dergleichen
enthalten sollten1 7denn ,erfahrungen
kann man nicht zum ,beweise anfhren1
weil die objektive ,gltigkeit dieses
,begriffs a priori mu dargetan werden
knnen17 und es ist daher a priori
zweifelhaft1 ob ein solcher ,begriff
nicht etwa gar leer sei und berall
unter den ,erscheinungen keinen
,gegenstand antreffe4 ,denn da
,gegenstnde der sinnlichen ,anschauung
den im ,gemt a priori liegenden
formalen ,bedingungen der ,sinnlichkeit
gem sein mssen1 ist daraus klar1 weil
sie sonst nicht ,gegenstnde fr uns sein
wrden2 da sie aber auch berdem den
,bedingungen1 deren der ,verstand zur
synthetischen ,einsicht des ,denkens
bedarf1 gem sein mssen1 davon ist die
,schlufolge nicht so leicht einzusehen4
,denn es knnten wohl allenfalls
,erscheinungen so beschaffen sein1 da
der ,verstand sie den ,bedingungen
seiner ,einheit gar nicht gem fnde1 und
alles so in ,verwirrung lge1 da z4,b4
in der ,reihenfolge der ,erscheinungen
sich nichts darbte1 was eine ,regel der
,synthesis an die ,hand gbe1 und also
dem ,begriffe der ,ursache und ,wirkung
entsprche1 so da dieser ,begriff also
ganz leer1 nichtig und ohne ,bedeutung
wre4 ,erscheinungen wrden
nichtsdestoweniger unserer ,anschauung
,gegenstnde darbieten1 denn die
,anschauung bedarf der ,funktionen des
,denkens auf keine ,weise4 ,gedchte
man sich von der ,mhsamkeit dieser
,untersuchungen dadurch loszuwickeln1
da man sagte3 ,die ,erfahrung bte
unablssig ,beispiele einer solchen
,regelmigkeit der ,erscheinungen dar1
die genugsam ,anla geben1 den ,begriff
der ,ursache davon abzusondern1 und
dadurch zugleich die objektive
,gltigkeit eines solchen ,begriffs zu
bewhren1 so bemerkt man nicht1 da auf
diese ,weise der ,begriff der ,ursache
gar nicht entspringen kann1 sondern da
er entweder vllig a priori im
,verstande msse gegrndet sein1 oder als
ein bloes ,hirngespinst gnzlich
aufgegeben werden msse4 ,denn dieser
,begriff erfordert durchaus1 da etwas
,a von der ,art sei1 da ein anderes ,b
daraus notwendig und nach einer
schlechthin allgemeinen ,regel folge4
,erscheinungen geben gar wohl ,flle an
die ,hand1 aus denen eine ,regel mglich
ist1 nach der etwas gewhnlichermaen
geschieht1 aber niemals1 da der ,erfolg
notwendig sei3 daher der ,synthesis der
,ursache und ,wirkung auch eine
,dignitt anhngt1 die man gar nicht
empirisch ausdrcken kann1 nmlich1 da
die ,wirkung nicht blo zu der ,ursache
hinzukomme1 sondern durch dieselbe
gesetzt sei1 und aus ihr erfolge4 ,die
strenge ,allgemeinheit der ,regel ist
auch gar keine ,eigenschaft empirischer
,regeln1 die durch ,induktion keine
andere als komparative ,allgemeinheit1
d4i4 ausgebreitete ,brauchbarkeit
bekommen knnen4 ,nun wrde sich aber der
,gebrauch der reinen
,verstandesbegriffe gnzlich ndern1 wenn
man sie nur als empirische ,produkte
behandeln wollte4 bergang zur
transz4 ,deduktion der ,kategorien
,es sind nur zwei ,flle mglich1 unter
denen synthetische ,vorstellung und
ihre ,gegenstnde zusammentreffen1 sich
aufeinander notwendigerweise beziehen1
und gleichsam einander begegnen knnen4
,entweder wenn der ,gegenstand die
,vorstellung1 oder diese den
,gegenstand allein mglich macht4 ,ist
das erstere1 so ist diese ,beziehung
nur empirisch1 und die ,vorstellung ist
niemals a priori mglich4 ,und dies ist
der ,fall mit ,erscheinung1 in ,ansehung
dessen1 was an ihnen zur ,empfindung
gehrt4 ,ist aber das zweite1 weil
,vorstellung an sich selbst 7denn von
dessen ,kausalitt1 vermittelst des
,willens1 ist hier gar nicht die ,rede17
ihren ,gegenstand dem ,dasein nach
nicht hervorbringt1 so ist doch die
,vorstellung in ,ansehung des
,gegenstandes alsdann a priori
bestimmend1 wenn durch sie allein es
mglich ist1 etwas als einen ,gegenstand
zu erkennen4 ,es sind aber zwei
,bedingungen1 unter denen allein die
,erkenntnis eines ,gegenstandes mglich
ist1 erstlich ,anschauung1 dadurch
derselbe1 aber nur als ,erscheinung1
gegeben wird3 zweitens ,begriff1 dadurch
ein ,gegenstand gedacht wird1 der
dieser ,anschauung entspricht4 ,es ist
aber aus dem obigen klar1 da die erste
,bedingung1 nmlich die1 unter der allein
,gegenstnde angeschaut werden knnen1
in der ,tat den ,objekten der ,form
nach a priori im ,gemt zum ,grunde
liegen4 ,mit dieser formalen ,bedingung
der ,sinnlichkeit stimmen also alle
,erscheinungen notwendig berein1 weil
sie nur durch dieselbe erscheinen1 d4i4
empirisch angeschaut und gegeben werden
knnen4 ,nun frgt es sich1 ob nicht auch
,begriffe a priori vorausgehen1 als
,bedingungen1 unter denen allein etwas1
wenngleich nicht angeschaut1 dennoch
als ,gegenstand berhaupt gedacht wird1
denn alsdann ist alle empirische
,erkenntnis der ,gegenstnde solchen
,begriffen notwendigerweise gem1 weil1
ohne deren ,voraussetzung1 nichts als
,objekt der ,erfahrung mglich ist4 ,nun
enthlt aber alle ,erfahrung auer der
,anschauung der ,sinne1 wodurch etwas
gegeben wird1 noch einen ,begriff von
einem ,gegenstande1 der in der
,anschauung gegeben wird1 oder
erscheint3 demnach werden ,begriffe von
,gegenstnden berhaupt1 als ,bedingungen
a priori aller ,erfahrungserkenntnis
zum ,grunde liegen3 folglich wird die
objektive ,gltigkeit der ,kategorien1
als ,begriffe a priori1 darauf beruhen1
da durch sie allein ,erfahrung 7der
,form des ,denkens nach7 mglich sei4
,denn alsdann beziehen sie sich
notwendigerweise und a priori auf
,gegenstnde der ,erfahrung1 weil nur
vermittelst ihrer berhaupt irgendein
,gegenstand der ,erfahrung gedacht
werden kann4 ,die transz4 ,deduktion
aller ,begriffe a priori hat also ein
,prinzipium1 worauf die ganze
,nachforschung gerichtet werden mu1
nmlich dieses3 da sie als ,bedingungen
a priori der ,mglichkeit der
,erfahrungen erkannt werden mssen1 7es
sei der ,anschauung1 die in ihr
angetroffen wird1 oder des ,denkens74
,begriffe1 die den objektiven ,grund der
,mglichkeit der ,erfahrung abgeben1
sind eben darum notwendig4 ,die
,entwicklung der ,erfahrung aber1 worin
sie angetroffen werden1 ist nicht ihre
,deduktion1 7sondern ,illustration17
weil sie dabei doch nur zufllig sein
wrden4 ,ohne diese ursprngliche
,beziehung auf mgliche ,erfahrung1 in
welcher alle ,gegenstnde der ,erkenntnis
vorkommen1 wrde die ,beziehung
derselben auf irgendein ,objekt gar
nicht begriffen werden knnen4 ,es
sind aber drei ursprngliche ,quellen1
7,fhigkeiten oder ,vermgen der ,seele7
die die ,bedingungen der ,mglichkeit
aller ,erfahrung enthalten1 und selbst
aus keinem anderen ,vermgen des ,gemts
abgeleitet werden knnen1 nmlich1 ,sinn1
,einbildungskraft1 und ,apperzeption4
,darauf grndet sich l7 die ,synopsis des
,mannigfaltigen a priori durch den
,sinn2 #b7 die ,synthesis dieses
,mannigfaltigen durch die
,einbildungskraft2 endlich #c7 die
,einheit dieser ,synthesis durch
ursprngliche ,apperzeption4 ,alle diese
,vermgen haben1 auer dem empirischen
,gebrauche1 noch einen transz41 der
lediglich auf die ,form geht1 und a
priori mglich ist4 ,von diesem haben wir
in ,ansehung der ,sinne oben im ersten
,teile geredet1 die zwei anderen aber
wollen wir jetzt ihrer ,natur nach
einzusehen trachten4 ,der
,deduktion der reinen
,verstandesbegriffe ,zweiter ,abschnitt
,von den ,grnden a priori zur
,mglichkeit der ,erfahrung ,da ein
,begriff vllig a priori erzeugt werden1
und sich auf einen ,gegenstand beziehen
solle1 obgleich er weder selbst in den
,begriff mglicher ,erfahrung gehrt1
noch aus ,elementen einer mglichen
,erfahrung besteht1 ist gnzlich
widersprechend und unmglich4 ,denn er
wrde alsdann keinen ,inhalt haben1
darum1 weil ihm keine ,anschauung
korrespondierte1 indem ,anschauungen
berhaupt1 wodurch uns ,gegenstnde
gegeben werden knnen1 das ,feld1 oder
den gesamten ,gegenstand mglicher
,erfahrung ausmachen4 ,ein ,begriff a
priori1 der sich nicht auf diese bezge1
wrde nur die logische ,form zu einem
,begriff1 aber nicht der ,begriff
selbst sein1 wodurch etwas gedacht wrde4
,wenn es also reine ,begriffe a
priori gibt1 so knnen diese zwar
freilich nichts ,empirisches enthalten3
sie mssen aber gleichwohl lauter
,bedingungen a priori zu einer mglichen
,erfahrung sein1 als worauf allein ihre
objektive ,realitt beruhen kann4
,will man daher wissen1 wie reine
,verstandesbegriffe mglich seien1 so mu
man untersuchen1 welches die
,bedingungen a priori seien1 worauf die
,mglichkeit der ,erfahrung ankommt1 und
die ihr zum ,grunde liegen1 wenn man
gleich von allem ,empirischen der
,erscheinungen abstrahiert4 ,ein
,begriff1 der diese formale und
objektive ,bedingung der ,erfahrung
allgemein und zureichend ausdrckt1 wrde
ein reiner ,verstandesbegriff heien4
,habe ich einmal reine
,verstandesbegriffe1 so kann ich auch
wohl ,gegenstnde erdenken1 die
vielleicht unmglich1 vielleicht zwar an
sich mglich1 aber in keiner ,erfahrung
gegeben werden knnen1 indem in der
,verknpfung jener ,begriffe etwas
weggelassen sein kann1 was doch zur
,bedingung einer mglichen ,erfahrung
notwendig gehrt1 7,begriff eines
,geistes7 oder etwa reine
,verstandesbegriffe weiter ausgedehnt
werden1 als ,erfahrung fassen kann
7,begriff von ,gott74 ,die ,elemente
aber zu allen ,erkenntnissen a priori
selbst zu willkrlichen und ungereimten
,erdichtungen knnen zwar nicht von der
,erfahrung entlehnt sein1 7denn sonst
wren sie nicht ,erkenntnisse a priori7
sie mssen aber jederzeit die reinen
,bedingungen a priori einer mglichen
,erfahrung und eines ,gegenstandes
derselben enthalten1 denn sonst wrde
nicht allein durch sie gar nichts
gedacht werden1 sondern sie selber
wrden ohne ,data auch nicht einmal im
,denken entstehen knnen4 ,diese
,begriffe nun1 welche a priori das reine
,denken bei jeder ,erfahrung
enthalten1 finden wir an den
,kategorien1 und es ist schon eine
hinreichende ,deduktion derselben1 und
,rechtfertigung ihrer objektiven
,gltigkeit1 wenn wir beweisen knnen3 da
vermittels ihrer allein ein ,gegenstand
gedacht werden kann4 ,weil aber in
einem solchen ,gedanken mehr als das
einzige ,vermgen zu denken1 nmlich der
,verstand beschftigt ist1 und dieser
selbst1 als ein ,erkenntnisvermgen1 das
sich auf ,objekte beziehen soll1
ebensowohl einer ,erluterung1 wegen der
,mglichkeit dieser ,beziehung1 bedarf3
so mssen wir die subjektiven ,quellen1
welche die ,grundlage a priori zu der
,mglichkeit der ,erfahrung ausmachen1
nicht nach ihrer empirischen1 sondern
transzendentalen ,beschaffenheit zuvor
erwgen4 ,wenn eine jede einzelne
,vorstellung der anderen ganz fremd1
gleichsam isoliert1 und von dieser
getrennt wre1 so wrde niemals so etwas1
als ,erkenntnis ist1 entspringen1 welche
ein ,ganzes verglichener und
verknpfter ,vorstellungen ist4 ,wenn ich
also dem ,sinne deswegen1 weil er in
seiner ,anschauung ,mannigfaltigkeit
enthlt1 eine ,synopsis beilege1 so
korrespondiert dieser jederzeit eine
,synthesis und die ,rezeptivitt kann
nur mit ,spontaneitt verbunden
,erkenntnisse mglich machen4 ,diese ist
nun der ,grund einer dreifachen
,synthesis1 die notwendigerweise in
allem ,erkenntnis vorkommt3 nmlich1 der
,apprehension der ,vorstellungen1 als
,modifikationen des ,gemts in der
,anschauung1 der ,reproduktion derselben
in der ,einbildung und ihrer
,rekognition im ,begriffe4 ,diese geben
nun eine ,leitung auf drei subjektiven
,erkenntnisquellen1 welche selbst den
,verstand und1 durch diesen1 alle
,erfahrung1 als ein empirisches ,produkt
des ,verstandes mglich machen4
,vorlufige ,erinnerung ,die
,deduktion der ,kategorien ist mit so
viel ,schwierigkeiten verbunden1 und
ntigt1 so tief in die ersten ,grnde der
,mglichkeit unserer ,erkenntnis
berhaupt einzudringen1 da ich1 um die
,weitlufigkeit einer vollstndigen
,theorie zu vermeiden1 und dennoch1 bei
einer so notwendigen ,untersuchung1
nichts zu versumen1 es ratsamer
gefunden habe1 durch folgende vier
,nummern den ,leser mehr vorzubereiten1
als zu unterrichten2 und im
nchstfolgenden dritten ,abschnitte1 die
,errterung dieser ,elemente des
,verstandes allererst systematisch
vorzustellen4 ,um deswillen wird sich
der ,leser bis dahin die ,dunkelheit
nicht abwendig machen lassen1 die auf
einem ,wege1 der noch ganz unbetreten
ist1 anfnglich unvermeidlich ist1 sich
aber1 wie ich hoffe1 in gedachtem
,abschnitte zur vollstndigen ,einsicht
aufklren soll4 #a4 ,von der
,synthesis der ,apprehension in der
,anschauung ,unsere ,vorstellungen
mgen entspringen1 woher sie wollen1 ob
sie durch den ,einflu uerer ,dinge1
oder durch innere ,ursachen gewirkt
seien1 sie mgen a priori1 oder
empirisch als ,erscheinungen entstanden
sein2 so gehren sie doch als
,modifikationen des ,gemts zum inneren
,sinn1 und als solche sind alle unsere
,erkenntnisse zuletzt doch der formalen
,bedingung des inneren ,sinnes1 nmlich
der ,zeit unterworfen1 als in welcher
sie insgesamt geordnet1 verknpft und in
,verhltnisse gebracht werden mssen4
,dieses ist eine allgemeine ,anmerkung1
die man bei dem ,folgenden durchaus zum
,grunde legen mu4 ,jede ,anschauung
enthlt ein ,mannigfaltiges in sich1
welches doch nicht als ein solches
vorgestellt werden wrde1 wenn das ,gemt
nicht die ,zeit1 in der ,folge der
,eindrcke aufeinander unterschiede3 denn
als in einem ,augenblick enthalten1
kann jede ,vorstellung niemals etwas
anderes1 als absolute ,einheit sein4
,damit nun aus diesem ,mannigfaltigen
,einheit der ,anschauung werde1 7wie
etwa in der ,vorstellung des ,raumes7
so ist erstlich das ,durchlaufen der
,mannigfaltigkeit und dann die
,zusammennehmung desselben notwendig1
welche ,handlung ich die ,synthesis der
,apprehension nenne1 weil sie geradezu
auf die ,anschauung gerichtet ist1 die
zwar ein ,mannigfaltiges darbietet1
dieses aber als ein solches1 und zwar in
einer ,vorstellung enthalten1 niemals
ohne eine dabei vorkommende ,synthesis
bewirken kann4 ,diese ,synthesis der
,apprehension mu nun auch a priori1
d4i4 in ,ansehung der ,vorstellungen1
die nicht empirisch sind1 ausgebt
werden4 ,denn ohne sie wrden wir weder
die ,vorstellungen des ,raumes1 noch
der ,zeit a priori haben knnen3 da diese
nur durch die ,synthesis des
,mannigfaltigen1 welches die
,sinnlichkeit in ihrer ursprnglichen
,rezeptivitt darbietet1 erzeugt werden
knnen4 ,also haben wir eine reine
,synthesis der ,apprehension4 #b4
,von der ,synthesis der ,reproduktion
in der ,einbildung ,es ist zwar ein
blo empirisches ,gesetz1 nach welchem
,vorstellungen1 die sich oft gefolgt
oder begleitet haben1 miteinander
endlich vergesellschaften1 und dadurch
in eine ,verknpfung setzen1 nach
welcher1 auch ohne die ,gegenwart des
,gegenstandes1 eine dieser
,vorstellungen einen bergang des ,gemts
zu der anderen1 nach einer bestndigen
,regel1 hervorbringt4 ,dieses ,gesetz
der ,reproduktion setzt aber voraus3 da
die ,erscheinungen selbst wirklich
einer solchen ,regel unterworfen seien1
und da in dem ,mannigfaltigen ihrer
,vorstellungen eine1 gewissen ,regeln
geme1 ,begleitung1 oder ,folge
stattfinde2 denn ohne das wrde unsere
empirische ,einbildungskraft niemals
etwas ihrem ,vermgen ,gemes zu tun
bekommen1 also1 wie ein totes und uns
selbst unbekanntes ,vermgen im ,innern
des ,gemts verborgen bleiben4 ,wrde der
,zinnober bald rot1 bald schwarz1 bald
leicht1 bald schwer sein1 ein ,mensch
bald in diese1 bald in jene tierische
,gestalt verndert werden1 am lngsten
,tage bald das ,land mit ,frchten1 bald
mit ,eis und ,schnee bedeckt sein1 so
knnte meine empirische ,einbildungskraft
nicht einmal ,gelegenheit bekommen1
bei der ,vorstellung der roten ,farbe
den schweren ,zinnober in die ,gedanken
zu bekommen1 oder wrde ein gewisses
,wort bald diesem1 bald jenem ,dinge
beigelegt1 oder auch eben dasselbe ,ding
bald so bald anders benannt1 ohne da
hierin eine gewisse ,regel1 der die
,erscheinungen schon von selbst
unterworfen sind1 herrschte1 so knnte
keine empirische ,synthesis der
,reproduktion stattfinden4 ,es mu
also etwas sein1 was selbst diese
,reproduktion der ,erscheinungen mglich
macht1 dadurch1 da es der ,grund a
priori einer notwendigen synthetischen
,einheit derselben ist4 ,hierauf aber
kommt man bald1 wenn man sich besinnt1
da ,erscheinungen nicht ,dinge an sich
selbst1 sondern das bloe ,spiel unserer
,vorstellungen sind1 die am ,ende auf
,bestimmungen des inneren ,sinnes
auslaufen4 ,wenn wir nun dartun knnen1
da selbst unsere reinsten ,anschauungen
a priori keine ,erkenntnis verschaffen1
auer1 sofern sie eine solche
,verbindung des ,mannigfaltigen
enthalten1 die eine durchgngige
,synthesis der ,reproduktion mglich
macht1 so ist diese ,synthesis der
,einbildungskraft auch vor aller
,erfahrung auf ,prinzipien a priori
gegrndet1 und man mu eine reine
transzendentale ,synthesis derselben
annehmen1 die selbst der ,mglichkeit
aller ,erfahrung1 7als welche die
,reproduzibilitt der ,erscheinungen
notwendig voraussetzt7 zum ,grunde
liege4 ,nun ist offenbar1 da1 wenn ich
eine ,linie in ,gedanken ziehe1 oder
die ,zeit von einem ,mittag zum andern
denken1 oder auch nur eine gewisse
,zahl mir vorstellen will1 ich erstlich
notwendig eine dieser mannigfaltigen
,vorstellungen nach der anderen in
,gedanken fassen msse4 ,wrde ich aber
die vorhergehende 7die ersten ,teile der
,linie1 die vorhergehenden ,teile der
,zeit1 oder die nacheinander
vorgestellten ,einheiten7 immer aus den
,gedanken verlieren1 und sie nicht
reproduzieren1 indem ich zu den
folgenden fortgehe1 so wrde niemals
eine ganze ,vorstellung1 und keiner
aller vorgenannten ,gedanken1 ja gar
nicht einmal die reinsten und ersten
,grundvorstellungen von ,raum und ,zeit
entspringen knnen4 ,die ,synthesis
der ,apprehension ist also mit der
,synthesis der ,reproduktion
unzertrennlich verbunden4 ,und da jene
den transzendentalen ,grund der
,mglichkeit aller ,erkenntnisse berhaupt
7nicht blo der empirischen1 sondern
auch der reinen a priori7 ausmacht1 so
gehrt die reproduktive ,synthesis der
,einbildungskraft zu den
transzendentalen ,handlungen des ,gemts
und in ,rcksicht auf dieselbe1 wollen
wir dieses ,vermgen auch das
transzendentale ,vermgen der
,einbildungskraft nennen4 #c4
,von der ,synthesis der ,rekognition im
,begriffe ,ohne ,bewutsein1 da das1
was wir denken1 eben dasselbe sei1 was
wir einen ,augenblick zuvor dachten1
wrde alle ,reproduktion in der ,reihe
der ,vorstellungen vergeblich sein4
,denn es wre eine neue ,vorstellung im
jetzigen ,zustande1 die zu dem ,aktus1
wodurch sie nach und nach hat erzeugt
werden sollen1 gar nicht gehrte1 und das
,mannigfaltige derselben wrde immer
kein ,ganzes ausmachen1 weil es der
,einheit ermangelte1 die ihm nur das
,bewutsein verschaffen kann4 ,vergesse
ich im ,zhlen3 da die ,einheiten1 die
mir jetzt vor ,sinnen schweben1 nach
und nach zueinander von mir hinzugetan
worden sind1 so wrde ich die ,erzeugung
der ,menge1 durch diese sukzessive
,hinzutuung von ,einem zu ,einem1
mithin auch nicht die ,zahl erkennen2
denn dieser ,begriff besteht lediglich
in dem ,bewutsein dieser ,einheit der
,synthesis4 ,das ,wort ,begriff knnte
uns schon von selbst zu dieser
,bemerkung ,anleitung geben4 ,denn
dieses eine ,bewutsein ist es1 was das
,mannigfaltige1 nach und nach
,angeschaute1 und dann auch
,reproduzierte1 in eine ,vorstellung
vereinigt4 ,dieses ,bewutsein kann oft
nur schwach sein1 so da wir es nur in
der ,wirkung1 nicht aber in dem ,aktus
selbst1 d4i4 unmittelbar mit der
,erzeugung der ,vorstellung verknpfen3
aber unerachtet dieser ,unterschiede mu
doch immer ein ,bewutsein angetroffen
werden1 wenn ihm gleich die
hervorstechende ,klarheit mangelt1 und
ohne dasselbe sind ,begriffe1 und mit
ihnen ,erkenntnis von ,gegenstnden ganz
unmglich4 ,und hier ist es denn
notwendig1 sich darber verstndlich zu
machen1 was man denn unter dem
,ausdruck eines ,gegenstandes der
,vorstellungen meine4 ,wir haben oben
gesagt3 da ,erscheinungen selbst nichts
als sinnliche ,vorstellungen sind1 die
an sich1 in eben derselben ,art1 nicht
als ,gegenstnde 7auer der
,vorstellungskraft7 mssen angesehen
werden4 ,was versteht man denn1 wenn man
von einem der ,erkenntnis
korrespondierenden1 mithin auch davon
unterschiedenen1 ,gegenstand redet8 ,es
ist leicht einzusehen1 da dieser
,gegenstand nur als etwas berhaupt ,x
msse gedacht werden1 weil wir auer
unserer ,erkenntnis doch nichts haben1
welches wir dieser ,erkenntnis als
korrespondierend gegenbersetzen knnten4
,wir finden aber1 da unser ,gedanke
von der ,beziehung aller ,erkenntnis
auf ihren ,gegenstand etwas von
,notwendigkeit bei sich fhre1 da nmlich
dieser als dasjenige angesehen wird1
was dawider ist1 da unsere
,erkenntnisse nicht aufs ,geratewohl1
oder beliebig1 sondern a priori auf
gewisse ,weise bestimmt seien1 weil1
indem sie sich auf einen ,gegenstand
beziehen sollen1 sie auch
notwendigerweise in ,beziehung auf
diesen untereinander bereinstimmen1 d4i4
diejenige ,einheit haben mssen1 welche
den ,begriff von einem ,gegenstande
ausmacht4 ,es ist aber klar1 da1 da
wir es nur mit dem ,mannigfaltigen
unserer ,vorstellungen zu tun haben1
und jenes ,x1 was ihnen korrespondiert
7der ,gegenstand71 weil er etwas von
allen unsern ,vorstellungen
,unterschiedenes sein soll1 fr uns
nichts ist1 die ,einheit1 welche der
,gegenstand notwendig macht1 nichts
anderes sein knne1 als die normale
,einheit des ,bewutseins in der
,synthesis des ,mannigfaltigen der
,vorstellungen4 ,alsdann sagen wir3 wir
erkennen den ,gegenstand1 wenn wir in
dem ,mannigfaltigen der ,anschauung
synthetische ,einheit bewirkt haben4
,diese ist aber unmglich1 wenn die
,anschauung nicht durch eine solche
,funktion der ,synthesis nach einer
,regel hat hervorgebracht werden knnen1
welche die ,reproduktion des
,mannigfaltigen a priori notwendig und
einen ,begriff1 in welchem dieses sich
vereinigt1 mglich macht4 ,so denken wir
uns einen ,triangel als ,gegenstand1
indem wir uns der ,zusammensetzung von
drei geraden ,linien nach einer ,regel
bewut sind1 nach welcher eine solche
,anschauung jederzeit dargestellt werden
kann4 ,diese ,einheit der ,regel
bestimmt nun alles ,mannigfaltige1 und
schrnkt es auf ,bedingungen ein1 welche
die ,einheit der ,apperzeption mglich
machen1 und der ,begriff dieser ,einheit
ist die ,vorstellung vom ,gegenstande
,x1 den ich durch die gedachten
,prdikate eines ,triangels denke4
,alles ,erkenntnis erfordert einen
,begriff1 dieser mag nun so
unvollkommen1 oder so dunkel sein1 wie
er wolle3 dieser aber ist seiner ,form
nach jederzeit etwas ,allgemeines1 und
was zur ,regel dient4 ,so dient der
,begriff vom ,krper nach der ,einheit
des ,mannigfaltigen1 welches durch ihn
gedacht wird1 unserer ,erkenntnis uerer
,erscheinungen zur ,regel4 ,eine ,regel
der ,anschauungen kann er aber nur
dadurch sein3 da er bei gegebenen
,erscheinungen die notwendige
,reproduktion des ,mannigfaltigen
derselben1 mithin die synthetische
,einheit in ihrem ,bewutsein1 vorstellt4
,so macht der ,begriff des ,krpers1
bei der ,wahrnehmung von etwas auer uns1
die ,vorstellung der ,ausdehnung1 und
mit ihr die der ,undurchdringlichkeit1
der ,gestalt usw4 notwendig4 ,aller
,notwendigkeit liegt jederzeit eine
transzendentale ,bedingung zum ,grunde4
,also mu ein transzendentaler ,grund
der ,einheit des ,bewutseins1 in der
,synthesis des ,mannigfaltigen aller
unserer ,anschauungen1 mithin auch1 der
,begriffe der ,objekte berhaupt1
folglich auch aller ,gegenstnde1 der
,erfahrung1 angetroffen werden1 ohne
welchen es unmglich wre1 zu unseren
,anschauungen irgendeinen ,gegenstand
zu denken3 denn dieser ist nichts mehr1
als das ,etwas1 davon der ,begriff eine
solche ,notwendigkeit der ,synthesis
ausdrckt4 ,diese ursprngliche und
transzendentale ,bedingung ist nun keine
andere1 als die transzendentale
,apperzeption4 ,das ,bewutsein seiner
selbst1 nach den ,bestimmungen unseres
,zustandes1 bei der inneren
,wahrnehmung ist blo empirisch1
jederzeit wandelbar1 es kann kein
stehendes oder bleibendes ,selbst in
diesem ,flusse innerer ,erscheinungen
geben1 und wird gewhnlich der innere
,sinn genannt1 oder die empirische
,apperzeption4 ,das was notwendig als
numerisch identisch vorgestellt werden
soll1 kann nicht als ein solches durch
empirische ,data gedacht werden4 ,es mu
eine ,bedingung sein1 die vor aller
,erfahrung vorhergeht1 und diese selbst
mglich macht1 welche eine solche
transzendentale ,voraussetzung geltend
machen soll4 ,nun knnen keine
,erkenntnisse in uns stattfinden1 keine
,verknpfung und ,einheit derselben
untereinander1 ohne diejenige ,einheit
des ,bewutseins1 welche vor allen
,datis der ,anschauungen vorhergeht1
und1 worauf in ,beziehung1 alle
,vorstellung von ,gegenstnden allein
mglich ist4 ,dieses reine ursprngliche1
unwandelbare ,bewutsein will ich nun
die transzendentale ,apperzeption
nennen4 ,da sie diesen ,namen verdiene1
erhellt schon daraus3 da selbst die
reinste objektive ,einheit1 nmlich die
der ,begriffe a priori 7,raum und ,zeit7
nur durch ,beziehung der ,anschauungen
auf sie mglich sein4 ,die numerische
,einheit dieser ,apperzeption liegt also
a priori allen ,begriffen ebensowohl
zum ,grunde1 als die ,mannigfaltigkeit
des ,raumes und der ,zeit den
,anschauungen der ,sinnlichkeit4
,eben diese transzendentale ,einheit der
,apperzeption macht aber aus allen
mglichen ,erscheinungen1 die immer in
einer ,erfahrung beisammen sein knnen1
einen ,zusammenhang aller dieser
,vorstellungen nach ,gesetzen4 ,denn
diese ,einheit des ,bewutseins wre
unmglich1 wenn nicht das ,gemt in der
,erkenntnis des ,mannigfaltigen sich der
,identitt der ,funktion bewut werden
knnte1 wodurch sie dasselbe synthetisch
in einer ,erkenntnis verbindet4 ,also
ist das ursprngliche und notwendige
,bewutsein der ,identitt seiner selbst
zugleich ein ,bewutsein einer ebenso
notwendigen ,einheit der ,synthesis
aller ,erscheinungen nach ,begriffen1
d4i4 nach ,regeln1 die sie nicht allein
notwendig reproduzibel machen1 sondern
dadurch auch ihrer ,anschauung einen
,gegenstand bestimmen1 d4i4 den ,begriff
von etwas1 darin sie notwendig
zusammenhngen3 denn das ,gemt konnte
sich unmglich die ,identitt seiner
selbst in der ,mannigfaltigkeit seiner
,vorstellungen und zwar a priori
denken1 wenn es nicht die ,identitt
seiner ,handlung vor ,augen htte1
welche alle ,synthesis der ,apprehension
7die empirisch ist7 einer
transzendentalen ,einheit unterwirft1
und ihren ,zusammenhang nach ,regeln a
priori zuerst mglich macht4 ,nunmehro
werden wir auch unsere ,begriffe von
einem ,gegenstande berhaupt richtiger
bestimmen knnen4 ,alle ,vorstellungen
haben1 als ,vorstellungen1 ihren
,gegenstand1 und knnen selbst wiederum
,gegenstnde anderer ,vorstellungen sein4
,erscheinungen sind die einzigen
,gegenstnde1 die uns unmittelbar
gegeben werden knnen1 und das1 was sich
darin unmittelbar auf den ,gegenstand
bezieht1 heit ,anschauung4 ,nun sind
aber diese ,erscheinungen nicht ,dinge
an sich selbst1 sondern selbst nur
,vorstellungen1 die wiederum ihren
,gegenstand haben1 der also von uns
nicht mehr angeschaut werden kann1 und
daher der nichtempirische1 d4i4
transzendentale ,gegenstand ,x genannt
werden mag4 ,der reine ,begriff von
diesem transzendentalen ,gegenstande1
7der wirklich bei allen unsern
,erkenntnissen immer einerlei ,x ist17
ist das1 was in allen unseren
empirischen ,begriffen berhaupt
,beziehung auf einen ,gegenstand1 d4i4
objektive ,realitt verschaffen kann4
,dieser ,begriff kann nun gar keine
bestimmte ,anschauung enthalten1 und
wird also nichts anderes1 als diejenige
,einheit betreffen1 die in einem
,mannigfaltigen der ,erkenntnis
angetroffen werden mu1 sofern es in
,beziehung auf einen ,gegenstand steht4
,diese ,beziehung aber ist nichts
anderes1 als die notwendige ,einheit des
,bewutseins1 mithin auch der
,synthesis des ,mannigfaltigen durch
gemeinschaftliche ,funktion des ,gemts1
es in einer ,vorstellung zu verbinden4
,da nun diese ,einheit als a priori
notwendig angesehen werden mu1 7weil die
,erkenntnis sonst ohne ,gegenstand
sein wrde7 so wird die ,beziehung auf
einen transzendentalen ,gegenstand d4i4
die objektive ,realitt unserer
empirischen ,erkenntnis1 auf dem
transzendentalen ,gesetze beruhen1 da
alle ,erscheinungen1 sofern uns dadurch
,gegenstnde gegeben werden sollen1
unter ,regeln a priori der synthetischen
,einheit derselben stehen mssen1 nach
welchen ihr ,verhltnis in der
empirischen ,anschauung allein mglich
ist1 d4i4 da sie ebensowohl in der
,erfahrung unter ,bedingungen der
notwendigen ,einheit der ,apperzeption1
als in der bloen ,anschauung unter den
formalen ,bedingungen des ,raumes und
der ,zeit stehen mssen1 ja da durch jene
jede ,erkenntnis allererst mglich
werde4 #d4 ,vorlufige ,erklrung
der ,mglichkeit der ,kategorien1 als
,erkenntnissen a priori ,es ist nur
eine ,erfahrung1 in welcher alle
,wahrnehmungen als im durchgngigen und
gesetzmigen ,zusammenhange vorgestellt
werden3 ebenso1 wie nur ein ,raum und
,zeit ist1 in welcher alle ,formen der
,erscheinung und alles ,verhltnis des
,seins oder ,nichtseins stattfinden4
,wenn man von verschiedenen ,erfahrungen
spricht1 so sind es nur so viel
,wahrnehmungen1 sofern solche zu einer
und derselben allgemeinen ,erfahrung
gehren4 ,die durchgngige und
synthetische ,einheit der
,wahrnehmungen macht nmlich gerade die
,form der ,erfahrung aus1 und sie ist
nichts anderes1 als die synthetische
,einheit der ,erscheinungen nach
,begriffen4 ,einheit der ,synthesis
nach empirischen ,begriffen wrde ganz
zufllig sein und1 grndeten diese sich
nicht auf einen transzendentalen ,grund
der ,einheit1 so wrde es mglich sein1
da ein ,gewhle von ,erscheinungen
unsere ,seele anfllte1 ohne da doch
daraus jemals ,erfahrung werden knnte4
,alsdann fiele aber auch alle ,beziehung
der ,erkenntnis auf ,gegenstnde weg1
weil ihr die ,verknpfung nach
allgemeinen und notwendigen ,gesetzen
mangelte1 mithin wrde sie zwar
gedankenlose ,anschauung1 aber niemals
,erkenntnis1 also fr uns soviel als gar
nichts sein4 ,die ,bedingungen a
priori einer mglichen ,erfahrung
berhaupt sind zugleich ,bedingungen der
,mglichkeit der ,gegenstnde der
,erfahrung4 ,nun behaupte ich3 die eben
angefhrten ,kategorien sind nichts
anderes1 als die ,bedingungen des
,denkens in einer mglichen ,erfahrung1
sowie ,raum und ,zeit die ,bedingungen
der ,anschauung zu eben derselben
enthalten4 ,also sind jene auch
,grundbegriffe1 ,objekte berhaupt zu den
,erscheinungen zu denken1 und haben
also a priori objektive ,gltigkeit2
welches dasjenige war1 was wir
eigentlich wissen wollten4 ,die
,mglichkeit aber1 ja sogar die
,notwendigkeit dieser ,kategorien
beruht auf der ,beziehung1 welche die
gesamte ,sinnlichkeit1 und mit ihr auch
alle mglichen ,erscheinungen1 auf die
ursprngliche ,apperzeption haben1 in
welcher alles notwendig den ,bedingungen
der durchgngigen ,einheit des
,selbstbewutseins gem sein1 d4i4 unter
allgemeinen ,funktionen der ,synthesis
stehen mu1 nmlich der ,synthesis nach
,begriffen1 als worin die ,apperzeption
allein ihre durchgngige und notwendige
,identitt a priori beweisen kann4 ,so
ist der ,begriff einer ,ursache nichts
anderes1 als eine ,synthesis 7dessen1
was in der ,zeitreihe folgt1 mit
anderen ,erscheinungen17 nach
,begriffen1 und ohne dergleichen
,einheit1 die ihre ,regel a priori hat1
und die ,erscheinungen sich unterwirft1
wrde durchgngige und allgemeine1
mithin notwendige ,einheit des
,bewutseins1 in dem ,mannigfaltigen der
,wahrnehmungen1 nicht angetroffen
werden4 ,diese wrden aber alsdann auch
zu keiner ,erfahrung gehren1 folglich
ohne ,objekt1 und nichts als ein
blinden ,spiel der ,vorstellungen1 d4i4
weniger1 als ein ,traum sein4 ,alle
,versuche1 jene reinen
,verstandesbegriffe von der ,erfahrung
abzuleiten1 und ihnen einen blo
empirischen ,ursprung zuzuschreiben1
sind also ganz eitel und vergeblich4
,ich will davon nichts erwhnen1 da
z4,e4 der ,begriff einer ,ursache den
,zug von ,notwendigkeit bei sich fhrt1
welche gar keine ,erfahrung geben kann1
die uns zwar lehrt3 da auf eine
,erscheinung gewhnlichermaen etwas
anderes folge1 aber nicht1 da es
notwendig darauf folgen msse1 noch da a
priori und ganz allgemein daraus als
einer ,bedingung auf die ,folge knne
geschlossen werden4 ,aber jene
empirische ,regel der ,assoziation1 die
man doch durchgngig annehmen mu1 wenn
man sagt3 da alles in der ,reihenfolge
der ,begebenheiten dermaen unter ,regeln
stehe1 da niemals etwas geschieht1 vor
welchem nicht etwas vorhergehe1 darauf
es jederzeit folge3 dieses1 als ein
,gesetz der ,natur1 worauf beruht es1
frage ich8 und wie ist selbst diese
,assoziation mglich8 ,der ,grund der
,mglichkeit der ,assoziation des
,mannigfaltigen1 sofern es im ,objekte
liegt1 heit die ,affinitt des
,mannigfaltigen4 ,ich frage also1 wie
macht ihr euch die durchgngige ,affinitt
der ,erscheinungen1 7dadurch sie unter
bestndigen ,gesetzen stehen1 und
darunter gehren mssen17 begreiflich8
,nach meinen ,grundstzen ist sie sehr
wohl begreiflich4 ,alle mglichen
,erscheinungen gehren1 als
,vorstellungen1 zu dem ganzen mglichen
,selbstbewutsein4 ,von diesem aber1 als
einer transzendentalen ,vorstellung1
ist die numerische ,identitt
unzertrennlich1 und a priori gewi1 weil
nichts in das ,erkenntnis kommen kann1
ohne vermittels dieser ursprnglichen
,apperzeption4 ,da nun diese ,identitt
notwendig in der ,synthesis alles
,mannigfaltigen der ,erscheinungen1
sofern sie empirische ,erkenntnis
werden soll1 hineinkommen mu1 so sind
die ,erscheinungen ,bedingungen a
priori unterworfen1 welchen ihre
,synthesis 7der ,apprehension7
durchgngig gem sein mu4 ,nun heit aber
die ,vorstellung einer allgemeinen
,bedingung1 nach welcher ein gewisses
,mannigfaltige1 7mithin auf einerlei
,art7 gesetzt werden kann1 eine ,regel1
und wenn es so gesetzt werden mu1 ein
,gesetz4 ,also stehen alle
,erscheinungen in einer durchgngigen
,verknpfung nach notwendigen ,gesetzen1
und mithin in einer transzendentalen
,affinitt1 woraus die empirische die
bloe ,folge ist4 ,da die ,natur sich
nach unserem subjektiven ,grunde der
,apperzeption richten1 ja gar davon in
,ansehung ihrer ,gesetzmigkeit abhngen
solle1 lautet wohl sehr widersinnig und
befremdlich4 ,bedenkt man aber1 da
diese ,natur an sich nichts als ein
,inbegriff von ,erscheinungen1 mithin
kein ,ding an sich1 sondern blo eine
,menge von ,vorstellungen des ,gemts
sei1 so wird man sich nicht wundern1 sie
blo in dem ,radikalvermgen aller
unserer ,erkenntnis1 nmlich der
transzendentalen ,apperzeption1 in
derjenigen ,einheit zu sehen1 um
derentwillen allein sie ,objekt aller
mglichen ,erfahrung1 d4i4 ,natur heien
kann2 und da wir auch eben darum diese
,einheit a priori1 mithin auch als
notwendig erkennen knnen1 welches wir
wohl mten unterwegs lassen1 wre sie
unabhngig von den ersten ,quellen
unseres ,denkens an sich gegeben4 ,denn
da wte ich nicht1 wo wir die
synthetischen ,stze einer solchen
allgemeinen ,natureinheit hernehmen
sollten1 weil man sie auf solchen ,fall
von den ,gegenstnden der ,natur selbst
entlehnen mte4 ,da dieses aber nur
empirisch geschehen knnte3 so wrde
daraus keine andere1 als blo zufllige
,einheit gezogen werden knnen1 die aber
bei weitem an den notwendigen
,zusammenhang nicht reicht1 den man
meint1 wenn man ,natur nennt4
,der ,deduktion der reinen
,verstandesbegriffe ,dritter ,abschnitt
,von dem ,verhltnisse des ,verstandes
zu ,gegenstnden berhaupt und der
,mglichkeit diese a priori zu erkennen
,was wir im vorigen ,abschnitte
abgesondert und einzeln vortrugen1
wollen wir jetzt vereinigt und im
,zusammenhange vorstellen4 ,es sind
drei subjektive ,erkenntnisquellen1
worauf die ,mglichkeit einer ,erfahrung
berhaupt1 und ,erkenntnis der
,gegenstnde derselben beruht3 ,sinn1
,einbildungskraft und ,apperzeption2
jede derselben kann als empirisch1
nmlich in der ,anwendung auf gegebene
,erscheinungen betrachtet werden1 alle
aber sind auch ,elemente oder
,grundlagen a priori1 welche selbst
diesen empirischen ,gebrauch mglich
machen4 ,der ,sinn stellt die
,erscheinungen empirisch in der
,wahrnehmung vor1 die ,einbildungskraft
in der ,assoziation 7und
,reproduktion71 die ,apperzeption in
dem empirischen ,bewutsein der ,identitt
dieser reproduktiven ,vorstellungen
mit den ,erscheinungen1 dadurch sie
gegeben waren1 mithin in der
,rekognition4 ,es liegt aber der
smtlichen ,wahrnehmung die reine
,anschauung 7in ,ansehung ihrer als
,vorstellungen die ,form der inneren
,anschauung1 die ,zeit17 der
,assoziation die reine ,synthesis der
,einbildungskraft1 und dein empirischen
,bewutsein die reine ,apperzeption1
d4i4 die durchgngige ,identitt seiner
selbst bei allen mglichen
,vorstellungen1 a priori zum ,grunde4
,wollen wir nun den inneren ,grund
dieser ,verknpfung der ,vorstellungen
bis auf denjenigen ,punkt verfolgen1 in
welchem sie alle zusammenlaufen mssen1
um darin allererst ,einheit der
,erkenntnis zu einer mglichen
,erfahrung zu bekommen1 so mssen wir von
der reinen ,apperzeption anfangen4
,alle ,anschauungen sind fr uns nichts1
und gehen uns nicht im mindesten etwas
an1 wenn sie nicht ins ,bewutsein
aufgenommen werden knnen1 sie mgen nun
direkt oder indirekt darauf einflieen1
und nur durch dieses allein ist
,erkenntnis mglich4 ,wir sind uns a
priori der durchgngigen ,identitt
unserer selbst in ,ansehung aller
,vorstellungen1 die zu unserem
,erkenntnis jemals gehren knnen1 bewut1
als einer notwendigen ,bedingung der
,mglichkeit aller ,vorstellungen1 7weil
diese in mir doch nur dadurch etwas
vorstellen1 da sie mit allem anderen zu
einem ,bewutsein gehren1 mithin darin
wenigstens mssen verknpft werden knnen74
,dies ,prinzip steht a priori fest1
und kann das transzendentale ,prinzip
der ,einheit alles ,mannigfaltigen
unserer ,vorstellungen 7mithin auch in
der ,anschauung71 heien4 ,nun ist die
,einheit des ,mannigfaltigen in einem
,subjekt synthetisch3 also gibt die
reine ,apperzeption ein ,prinzipium der
synthetischen ,einheit des
,mannigfaltigen in aller mglichen
,anschauung an die ,hand994 99 ,man
gebe auf diesen ,satz wohl acht1 der von
groer ,wichtigkeit ist4 ,alle
,vorstellungen haben eine notwendige
,beziehung auf ein mgliches
empirisches ,bewutsein3 denn htten sie
dieses nicht1 und wre es gnzlich
unmglich1 sich ihrer bewut zu werden2 so
wrde das soviel sagen1 sie
existierten gar nicht4 ,alles empirische
,bewutsein hat aber eine notwendige
,beziehung auf ein transzendentales 7vor
aller besondern ,erfahrung
vorhergehendes7 ,bewutsein1 nmlich das
,bewutsein meiner selbst1 als die
ursprngliche ,apperzeption4 ,es ist
also schlechthin notwendig1 da in meinem
,erkenntnisse alles ,bewutsein zu
einem ,bewutsein 7meiner selbst7 gehre4
,hier ist nun eine synthetische
,einheit des ,mannigfaltigen1
7,bewutseins7 die a priori erkannt
wird1 und gerade so den ,grund zu
synthetischen ,stzen a priori1 die
das reine ,denken betreffen1 als ,raum
und ,zeit zu solchen ,stzen1 die die
,form der bloen ,anschauung angehen1
abgibt4 ,der synthetische ,satz3 da
alles verschiedene empirische ,bewutsein
in einem einigen ,selbstbewutsein
verbunden sein msse1 ist der
schlechthin erste und synthetische
,grundsatz unseres ,denkens berhaupt4
,es ist aber nicht aus der ,acht zu
lassen1 da die bloe ,vorstellung ,ich
in ,beziehung auf alle anderen 7deren
kollektive ,einheit sie mglich macht7
das transzendentale ,bewutsein sei4
,diese ,vorstellung mag nun klar
7empirisches ,bewutsein7 oder dunkel
sein1 daran liegt hier nichts1 ja nicht
einmal an der ,wirklichkeit
desselben2 sondern die ,mglichkeit der
logischen ,form alles ,erkenntnisses
beruht notwendig auf dem ,verhltnis zu
dieser ,apperzeption als einem
,vermgen4 ,diese synthetische
,einheit setzt aber eine ,synthesis
voraus1 oder schliet sie ein1 und soll
jene a priori notwendig sein1 so mu
letztere auch eine ,synthesis a priori
sein4 ,also bezieht sich die
transzendentale ,einheit der
,apperzeption auf die reine ,synthesis
der ,einbildungskraft1 als eine
,bedingung a priori der ,mglichkeit
aller ,zusammensetzung des
,mannigfaltigen in einer ,erkenntnis4
,es kann aber nur die produktive
,synthesis der ,einbildungskraft a
priori stattfinden1 denn die
reproduktive beruht auf ,bedingungen der
,erfahrung4 ,also ist das ,prinzipium
der notwendigen ,einheit der reinen
7produktiven7 ,synthesis der
,einbildungskraft vor der ,apperzeption
der ,grund der ,mglichkeit aller
,erkenntnis1 besonders der ,erfahrung4
,nun nennen wir die ,synthesis des
,mannigfaltigen in der
,einbildungskraft transzendental1 wenn
ohne ,unterschied der ,anschauungen sie
auf nichts1 als blo auf die ,verbindung
des ,mannigfaltigen a priori geht1 und
die ,einheit dieser ,synthesis heit
transzendental1 wenn sie in ,beziehung
auf die ursprngliche ,einheit der
,apperzeption1 als a priori notwendig
vorgestellt wird4 ,da diese letztere
nun der ,mglichkeit aller ,erkenntnisse
zum ,grunde liegt1 so ist die
transzendentale ,einheit der ,synthesis
der ,einbildungskraft die reine ,form
aller mglichen ,erkenntnis1 durch welche
mithin alle ,gegenstnde mglicher
,erfahrung a priori vorgestellt werden
mssen4 ,die ,einheit der
,apperzeption in ,beziehung auf die
,synthesis der ,einbildungskraft ist
der ,verstand1 und eben dieselbe
,einheit1 beziehungsweise auf die
transzendentale ,synthesis der
,einbildungskraft1 der reine ,verstand4
,also sind im ,verstande reine
,erkenntnisse a priori1 welche die
notwendige ,einheit der reinen
,synthesis der ,einbildungskraft1 in
,ansehung aller mglichen
,erscheinungen1 enthalten4 ,dieses sind
aber die ,kategorien1 d4i4 reine
,verstandesbegriffe1 folglich enthlt die
empirische ,erkenntniskraft des
,menschen notwendig einen ,verstand1 der
sich auf alle ,gegenstnde der ,sinne1
obgleich nur vermittelst der
,anschauung1 und der ,synthesis
derselben durch ,einbildungskraft
bezieht1 unter welchen also alle
,erscheinungen1 als ,data zu einer
mglichen ,erfahrung stehen4 ,da nun
diese ,beziehung der ,erscheinungen auf
mgliche ,erfahrung ebenfalls notwendig
ist1 7weil wir ohne diese gar keine
,erkenntnis durch sie bekommen wrden1
und sie uns mithin gar nichts angingen7
so folgt1 da der reine ,verstand1
vermittelst der ,kategorien1 ein
formales und synthetischen ,prinzipium
aller ,erfahrungen sei1 und die
,erscheinungen eine notwendige
,beziehung auf den ,verstand haben4
,jetzt wollen wir den notwendigen
,zusammenhang des ,verstandes mit den
,erscheinungen vermittelst der
,kategorien dadurch vor ,augen legen1 da
wir von unten auf1 nmlich dem
,empirischen anfangen4 ,das ,erste1 was
uns gegeben wird1 ist ,erscheinung1
welche1 wenn sie mit ,bewutsein
verbunden ist1 ,wahrnehmung heit1 7ohne
das ,verhltnis zu einem1 wenigstens
mglichen ,bewutsein1 wrde ,erscheinung
fr uns niemals ein ,gegenstand der
,erkenntnis werden knnen1 und also fr
uns nichts sein1 und weil sie an sich
selbst keine objektive ,realitt hat1 und
nur im ,erkenntnisse existiert1 berall
nichts sein74 ,weil aber jede
,erscheinung ein ,mannigfaltiges enthlt1
mithin verschiedene ,wahrnehmungen im
,gemte an sich zerstreut und einzeln
angetroffen werden1 so ist eine
,verbindung derselben ntig1 welche sie
in dem ,sinne selbst nicht haben knnen4
,es ist also in uns ein ttiges
,vermgen der ,synthesis dieses
,mannigfaltigen1 welches wir
,einbildungskraft nennen1 und deren
unmittelbar an den ,wahrnehmungen
ausgebte ,handlung ich ,apprehension
nenne994 ,die ,einbildungskraft soll
nmlich das ,mannigfaltige der
,anschauung in ein ,bild bringen1 vorher
mu sie also die ,eindrcke in ihre
,ttigkeit aufnehmen1 d4i4
apprehendieren4 99 ,da die
,einbildungskraft ein notwendiges
,ingredienz der ,wahrnehmung selbst
sei1 daran hat wohl noch kein
,psychologe gedacht4 ,das kommt
daher1 weil man dieses ,vermgen teils
nur auf ,reproduktionen einschrnkte1
teils1 weil man glaubte1 die ,sinne
lieferten uns nicht allein ,eindrcke1
sondern setzten solche auch sogar
zusammen1 und brchten ,bilder der
,gegenstnde zuwege1 wozu ohne ,zweifel
auer der ,empfnglichkeit der
,eindrcke1 noch etwas mehr1 nmlich eine
,funktion der ,synthesis derselben
erfordert wird4 ,es ist aber klar1 da
selbst diese ,apprehension des
,mannigfaltigen allein noch kein ,bild
und keinen ,zusammenhang der ,eindrcke
hervorbringen wrde1 wenn nicht ein
subjektiver ,grund da wre1 eine
,wahrnehmung1 von welcher das ,gemt zu
einer anderen bergegangen1 zu den
nachfolgenden herberzurufen1 und so
ganze ,reihen derselben darzustellen1
d4i4 ein reproduktives ,vermgen der
,einbildungskraft1 welches denn auch
nur empirisch ist4 ,weil aber1 wenn
,vorstellungen1 sowie sie
zusammengeraten1 einander ohne
,unterschied reproduzierten1 wiederum
kein bestimmter ,zusammenhang
derselben1 sondern blo regellose ,haufen
derselben1 mithin gar kein ,erkenntnis
entspringen wrde1 so mu die
,reproduktion derselben eine ,regel
haben1 nach welcher eine ,vorstellung
vielmehr mit dieser1 als einer anderen
in der ,einbildungskraft in ,verbindung
tritt4 ,diesen subjektiven und
empirischen ,grund der ,reproduktion
nach ,regeln nennt man die ,assoziation
der ,vorstellungen4 ,wrde nun aber
diese ,einheit der ,assoziation nicht
auch einen objektiven ,grund haben1 so
da es unmglich wre1 da ,erscheinungen
von der ,einbildungskraft anders
apprehendiert wrden1 als unter der
,bedingung einer mglichen synthetischen
,einheit dieser ,apprehension1 so wrde
es auch etwas ganz ,zuflliges sein1 da
sich ,erscheinungen in einen
,zusammenhang der menschlichen
,erkenntnisse schickten4 ,denn1 ob wir
gleich das ,vermgen htten1
,wahrnehmungen zu assoziieren1 so
bliebe es doch an sich ganz unbestimmt
und zufllig1 ob sie auch assoziabel
wren2 und in dem ,falle1 da sie es nicht
wren1 so wrde eine ,menge
,wahrnehmungen1 und auch wohl eine ganze
,sinnlichkeit mglich sein1 in welcher
viel empirisches ,bewutsein in meinem
,gemte anzutreffen wre1 aber getrennt1
und ohne da es zu einem ,bewutsein
meiner selbst gehrte1 welches aber
unmglich ist4 ,denn nur dadurch1 da ich
alle ,wahrnehmungen zu einem ,bewutsein
7der ursprnglichen ,apperzeption7
zhle1 kann ich bei allen ,wahrnehmungen
sagen3 da ich mir ihrer bewut sei4 ,es
mu also ein objektiver1 d4i4 vor allen
empirischen ,gesetzen der
,einbildungskraft a priori einzusehender
,grund sein1 worauf die ,mglichkeit1
ja sogar die ,notwendigkeit eines durch
alle ,erscheinungen sich erstreckenden
,gesetzes beruht1 sie nmlich durchgngig
als solche ,data der ,sinne1 anzusehen1
welche an sich assoziabel1 und
allgemeinen ,regeln einer durchgngigen
,verknpfung in der ,reproduktion
unterworfen sind4 ,diesen objektiven
,grund aller ,assoziation der
,erscheinungen nenne ich die ,affinitt
derselben4 ,diesen knnen wir aber
nirgends anders1 als in dem ,grundsatze
von der ,einheit der ,apperzeption1 in
,ansehung aller ,erkenntnisse1 die mir
angehren sollen1 antreffen4 ,nach diesem
mssen durchaus alle ,erscheinungen1 so
ins ,gemt kommen1 oder apprehendiert
werden1 da sie zur ,einheit der
,apperzeption zusammenstimmen1 welches1
ohne synthetische ,einheit in ihrer
,verknpfung1 die mithin auch objektiv
notwendig ist1 unmglich sein wrde4
,die objektive ,einheit alles
7empirischen7 ,bewutseins in einem
,bewutsein 7der ursprnglichen
,apperzeption7 ist also die notwendige
,bedingung sogar aller mglichen
,wahrnehmung1 und die ,affinitt aller
,erscheinungen 7nahe1 oder entfernte7
ist eine notwendige ,folge einer
,synthesis in der ,einbildungskraft1 die
a priori auf ,regeln gegrndet ist4
,die ,einbildungskraft ist also auch ein
,vermgen einer ,synthesis a priori1
weswegen wir ihr den ,namen der
produktiven ,einbildungskraft geben1
und1 sofern sie in ,ansehung alles
,mannigfaltigen der ,erscheinung nichts
weiter1 als die notwendige ,einheit in
der ,synthesis derselben zu ihrer
,absicht hat1 kann diese die
transzendentale ,funktion der
,einbildungskraft genannt werden4 ,es
ist daher zwar befremdlich1 allein aus
dem bisherigen doch einleuchtend1 da nur
vermittelst dieser transzendentalen
,funktion der ,einbildungskraft1 sogar
die ,affinitt der ,erscheinungen1 mit
ihr die ,assoziation und durch diese
endlich die ,reproduktion nach
,gesetzen1 folglich die ,erfahrung
selbst mglich werde3 weil ohne sie gar
keine ,begriffe von ,gegenstnden in
eine ,erfahrung zusammenflieen wrden4
,denn das stehende und bleibende ,ich
7der reinen ,apperzeption7 macht das
,korrelat um aller unserer
,vorstellungen aus1 sofern es blo
mglich ist1 sich ihrer bewut zu werden1
und alles ,bewutsein gehrt ebensowohl
zu einer allbefassenden reinen
,apperzeption1 wie alle sinnliche
,anschauung als ,vorstellung zu einer
reinen inneren ,anschauung1 nmlich der
,zeit4 ,diese ,apperzeption ist es nun1
welche zu der reinen ,einbildungskraft
hinzukommen mu1 um ihre ,funktion
intellektuell zu machen4 ,denn an sich
selbst ist die ,synthesis der
,einbildungskraft1 obgleich a priori
ausgebt1 dennoch jederzeit sinnlich1
weil sie das ,mannigfaltige nur so
verbindet1 wie es in der ,anschauung
erscheint1 z4,b4 die ,gestalt eines
,triangels4 ,durch das ,verhltnis des
,mannigfaltigen aber zur ,einheit der
,apperzeption werden ,begriffe1 welche
dem ,verstande angehren1 aber nur
vermittelst der ,einbildungskraft in
,beziehung auf die sinnliche ,anschauung
zustande kommen knnen4 ,wir haben
also eine reine ,einbildungskraft1 als
ein ,grundvermgen der menschlichen
,seele1 das aller ,erkenntnis a priori
zum ,grunde liegt4 ,vermittelst deren
bringen wir das ,mannigfaltige der
,anschauung einerseits1 und mit der
,bedingung der notwendigen ,einheit der
reinen ,apperzeption andererseits in
,verbindung4 ,beide uerste ,enden1
nmlich ,sinnlichkeit und ,verstand1
mssen vermittelst dieser
transzendentalen ,funktion der
,einbildungskraft notwendig
zusammenhngen2 weil jene sonst zwar
,erscheinungen1 aber keine ,gegenstnde
eines empirischen ,erkenntnisses1
mithin keine ,erfahrung geben wrden4
,die wirkliche ,erfahrung1 welche aus
der ,apprehension1 der ,assoziation1
7der ,reproduktion17 endlich der
,rekognition der ,erscheinungen besteht1
enthlt in der letzteren und hchsten
7der blo empirischen ,elemente der
,erfahrung7 ,begriffe1 welche die
formale ,einheit der ,erfahrung1 und
mit ihr alle objektive ,gltigkeit
7,wahrheit7 der empirischen ,erkenntnis
mglich machen4 ,diese ,grnde der
,rekognition des ,mannigfaltigen1
sofern sie blo die ,form einer
,erfahrung berhaupt angehen1 sind nun
jene ,kategorien4 ,auf ihnen grndet sich
also alle normale ,einheit in der
,synthesis der ,einbildungskraft1 und
vermittelst dieser auch alles
empirischen ,gebrauchs derselben 7in der
,rekognition1 ,reproduktion1
,assoziation1 ,apprehension7 bis
herunter zu den ,erscheinungen1 weil
diese1 nur vermittelst jener ,elemente
der ,erkenntnis und berhaupt unserem
,bewutsein1 mithin um selbst angehren
knnen4 ,die ,ordnung und
,regelmigkeit also an den
,erscheinungen1 die wir ,natur nennen1
bringen wir selbst hinein1 und wrden sie
auch nicht darin finden knnen1 htten
wir sie nicht1 oder die ,natur unseres
,gemts ursprnglich hineingelegt4 ,denn
diese ,natureinheit soll eine
notwendige1 d4i4 a priori gewisse
,einheit der ,verknpfung der
,erscheinungen sein4 ,wie sollten wir
aber wohl a priori eine synthetische
,einheit auf die ,bahn bringen knnen1
wren nicht in den ursprnglichen
,erkenntnisquellen unseres ,gemts
subjektive ,grnde solcher ,einheit a
priori enthalten1 und wren diese
subjektiven ,bedingungen nicht zugleich
objektiv gltig1 indem sie die ,grnde
der ,mglichkeit sind1 berhaupt ein
,objekt in der ,erfahrung zu erkennen4
,wir haben den ,verstand oben auf
mancherlei ,weise erklrt3 durch eine
,spontaneitt der ,erkenntnis1 7im
,gegensatze der ,rezeptivitt der
,sinnlichkeit7 durch ein ,vermgen zu
denken1 oder auch ein ,vermgen der
,begriffe1 oder auch der ,urteile1
welche ,erklrungen1 wenn man sie bei
,licht besieht1 auf eins hinauslaufen4
,jetzt knnen wir ihn als das ,vermgen
der ,regeln charakterisieren4 ,dieses
,kennzeichen ist fruchtbarer und tritt
dem ,wesen desselben nher4 ,sinnlichkeit
gibt uns ,formen1 7der ,anschauung7
der ,verstand aber ,regeln4 ,dieser ist
jederzeit geschftig1 die ,erscheinungen
in der ,absicht durchzusphen1 um an
ihnen irgendeine ,regel aufzufinden4
,regeln1 sofern sie objektiv sind1
7mithin der ,erkenntnis des
,gegenstandes notwendig anhngen7 heien
,gesetze4 ,ob wir gleich durch
,erfahrung viel ,gesetze lernen1 so
sind diese doch nur besondere
,bestimmungen noch hherer ,gesetze1
unter denen die hchsten1 7unter welchen
andere alle stehen7 a priori aus dem
,verstande selbst herkommen1 und nicht
von der ,erfahrung entlehnt sind1
sondern vielmehr den ,erscheinungen ihre
,gesetzmigkeit verschaffen1 und eben
dadurch ,erfahrung mglich machen mssen4
,es ist also der ,verstand nicht blo
ein ,vermgen1 durch ,vergleichung der
,erscheinungen sich ,regeln zu machen3
er ist selbst die ,gesetzgebung fr die
,natur1 d4i4 ohne ,verstand wrde es
berall nicht ,natur1 d4i4 synthetische
,einheit des ,mannigfaltigen der
,erscheinungen nach ,regeln geben3 denn
,erscheinungen knnen1 als solche1 nicht
auer uns stattfinden1 sondern
existieren nur in unserer ,sinnlichkeit4
,diese aber1 als ,gegenstand der
,erkenntnis in einer ,erfahrung1 mit
allem1 was sie enthalten mag1 ist nur
in der ,einheit der ,apperzeption
mglich4 ,die ,einheit der ,apperzeption
aber ist der transzendentale ,grund der
notwendigen ,gesetzmigkeit der
,erscheinungen in einer ,erfahrung4
,eben dieselbe ,einheit der
,apperzeption in ,ansehung eines
,mannigfaltigen von ,vorstellungen 7es
nmlich aus einer einzigen zu bestimmen7
ist die ,regel und das ,vermgen dieser
,regeln der ,verstand4 ,alle
,erscheinungen liegen also als mgliche
,erfahrungen ebenso a priori im
,verstande und erhalten ihre formale
,mglichkeit von ihm1 wie sie als bloe
,anschauungen in der ,sinnlichkeit
liegen1 und durch dieselbe der ,form
nach1 allein mglich sind4 ,so
bertrieben1 so widersinnig es also auch
lautet1 zu sagen3 der ,verstand ist
selbst der ,quell der ,gesetze der
,natur1 und mithin der normalen
,einheit der ,natur1 so richtig1 und dem
,gegenstande1 nmlich der ,erfahrung
angemessen ist gleichwohl eine solche
,behauptung4 ,zwar knnen empirische
,gesetze1 als solche1 ihren ,ursprung
keineswegs vom reinen ,verstande
herleiten1 so wenig als die unermeliche
,mannigfaltigkeit der ,erscheinungen aus
der reinen ,form der sinnlichen
,anschauung hinlnglich begriffen werden
kann4 ,aber alle empirischen ,gesetze
sind nur besondere ,bestimmungen der
reinen ,gesetze des ,verstandes1 unter
welchen und nach deren ,norm jene
allererst mglich sind1 und die
,erscheinungen eine gesetzliche ,form
annehmen1 sowie auch alle
,erscheinungen1 unerachtet der
,verschiedenheit ihrer empirischen
,form1 dennoch jederzeit den
,bedingungen der reinen ,form der
,sinnlichkeit gem sein mssen4 ,der
reine ,verstand ist also in den
,kategorien das ,gesetz der
synthetischen ,einheit aller
,erscheinungen1 und macht dadurch
,erfahrung ihrer ,form nach allererst
und ursprnglich mglich4 ,mehr aber
hatten wir in der transz4 ,deduktion
der ,kategorien nicht zu leisten1 als
dieses ,verhltnis des ,verstandes zur
,sinnlichkeit1 und vermittelst
derselben zu allen ,gegenstnden der
,erfahrung1 mithin die objektive
,gltigkeit seiner reinen ,begriffe a
priori begreiflich zu machen1 und
dadurch ihren ,ursprung und ,wahrheit
festzusetzen4 ,summarische
,vorstellung der ,richtigkeit und
einzigen ,mglichkeit dieser ,deduktion
der reinen ,verstandesbegriffe ,wren
die ,gegenstnde1 womit unsere
,erkenntnis zu tun hat1 ,dinge an sich
selbst1 so wrden wir von diesen gar
keine ,begriffe a priori haben knnen4
,denn woher sollten wir sie nehmen8
,nehmen wir sie vom ,objekt 7ohne hier
noch einmal zu untersuchen1 wie dieses
uns bekannt werden knnte7 so wren
unsere ,begriffe blo empirisch1 und
keine ,begriffe a priori4 ,nehmen wir
sie aus uns selbst1 kann das1 was blo
in uns ist1 die ,beschaffenheit eines
von unseren ,vorstellungen
unterschiedenen ,gegenstandes nicht
bestimmen1 d4i4 ein ,grund sein1 warum
es ein ,ding geben solle1 dem so etwas1
als wir in ,gedanken haben1 zukomme1
und nicht vielmehr alle diese
,vorstellung leer sei4 ,dagegen1 wenn
wir es berall nur mit ,erscheinungen zu
tun haben1 so ist es nicht allein
mglich1 sondern auch notwendig1 da
gewisse ,begriffe a priori vor der
empirischen ,erkenntnis der ,gegenstnde
vorhergehen4 ,denn als ,erscheinungen
machen sie einen ,gegenstand aus1 der
blo in uns ist1 weil eine bloe
,modifikation unserer ,sinnlichkeit
auer uns gar nicht angetroffen wird4
,nun drckt selbst diese ,vorstellung3
da alle diese ,erscheinungen1 mithin
alle ,gegenstnde1 womit wir uns
beschftigen knnen1 insgesamt in mir1
d4i4 ,bestimmungen meines identischen
,selbst sind1 eine durchgngige ,einheit
derselben in einer und derselben
,apperzeption als notwendig aus4 ,in
dieser ,einheit des mglichen
,bewutseins aber besteht auch die ,form
aller ,erkenntnis der ,gegenstnde1
7wodurch das ,mannigfaltige1 als zu
,einem ,objekt gehrig1 gedacht wird74
,also geht die ,art1 wie das
,mannigfaltige der sinnlichen
,vorstellung 7,anschauung7 zu einem
,bewutsein gehrt1 vor aller ,erkenntnis
des ,gegenstandes1 als die
intellektuelle ,form derselben1 vorher1
und macht selbst eine formale
,erkenntnis aller ,gegenstnde a priori
berhaupt aus1 sofern sie gedacht werden
7,kategorien74 ,die ,synthesis
derselben durch die reine
,einbildungskraft1 die ,einheit aller
,vorstellungen in ,beziehung auf die
ursprngliche ,apperzeption gehen aller
empirischen ,erkenntnis vor4 ,reine
,verstandesbegriffe sind also nur darum
a priori mglich1 ja gar1 in ,beziehung
auf ,erfahrung1 notwendig1 weil unser
,erkenntnis mit nichts1 als
,erscheinungen zu tun hat1 deren
,mglichkeit in uns selbst liegt1 deren
,verknpfung und ,einheit 7in der
,vorstellung eines ,gegenstandes7 blo
in uns angetroffen wird1 mithin vor
aller ,erfahrung vorhergehen1 und diese
der ,form nach auch allererst mglich
machen mu4 ,und aus diesem ,grunde1 dem
einzigmglichen unter allen1 ist dann
auch unsere ,deduktion der ,kategorien
gefhrt worden4 ,der
transzendentalen ,analytik ,zweites
,buch ,die ,analytik der ,grundstze
,die allgemeine ,logik ist ber einem
,grundrisse erbaut1 der ganz genau mit
der ,einteilung der oberen
,erkenntnisvermgen zusammentrifft4
,diese sind3 ,verstand1 ,urteilskraft
und ,vernunft4 ,jene ,doktrin handelt
daher in ihrer ,analytik von
,begriffen1 ,urteilen und ,schlssen1
gerade den ,funktionen und der ,ordnung
jener ,gemtskrfte gem1 die man unter
der weitlufigen ,benennung des
,verstandes berhaupt begreift4 ,da
gedachte blo formale ,logik von allem
,inhalte der ,erkenntnis 7ob sie rein
und empirisch sei7 abstrahiert1 und sich
blo mit der ,form des ,denkens 7der
diskursiven ,erkenntnis7 berhaupt
beschftigt3 so kann sie in ihrem
analytischen ,teile auch den ,kanon fr
die ,vernunft mitbefassen1 deren ,form
ihre sichere ,vorschrift hat1 die1 ohne
die besondere ,natur der dabei
gebrauchten ,erkenntnis in ,betracht zu
ziehen1 a priori1 durch bloe
,zergliederung der ,vernunfthandlungen
in ihre ,momente1 eingesehen werden
kann4 ,die transzendentale ,logik1 da
sie auf einen bestimmten ,inhalt1
nmlich blo der reinen ,erkenntnisse a
priori1 eingeschrnkt ist1 kann es ihr
in dieser ,einteilung nicht nachtun4
,denn es zeigt sich3 da der
transzendentale ,gebrauch der ,vernunft
gar nicht objektiv gltig sei1 mithin
nicht zur ,logik der ,wahrheit1 d4i4 der
,analytik gehre1 sondern1 als eine
,logik des ,scheins1 einen besonderen
,teil des scholastischen ,lehrgebudes1
unter dem ,namen der transzendentalen
,dialektik1 erfordere4 ,verstand und
,urteilskraft haben demnach ihren ,kanon
des objektiv gltigen1 mithin wahren
,gebrauchs1 in der transzendentalen
,logik1 und gehren also in ihren
analytischen ,teil4 ,allein ,vernunft in
ihren ,versuchen1 ber ,gegenstnde a
priori etwas auszumachen1 und das
,erkenntnis ber die ,grenzen mglicher
,erfahrung zu erweitern1 ist ganz und
gar dialektisch1 und ihre
,scheinbehauptungen schicken sich
durchaus nicht in einen ,kanon1
dergleichen doch die ,analytik enthalten
soll4 ,die ,analytik der ,grundstze
wird demnach lediglich ein ,kanon fr
die ,urteilskraft sein1 der sie lehrt1
die ,verstandesbegriffe1 welche die
,bedingung zu ,regeln a priori
enthalten1 auf ,erscheinungen
anzuwenden4 ,aus dieser ,ursache werde
ich1 indem ich die eigentlichen
,grundstze des ,verstandes zum ,thema
nehme1 mich der ,benennung einer
,doktrin der ,urteilskraft bedienen1
wodurch dieses ,geschft genauer
bezeichnet wird4 ,einleitung
,von der transzendentalen ,urteilskraft
berhaupt ,wenn der ,verstand berhaupt
als das ,vermgen der ,regeln erklrt
wird1 so ist ,urteilskraft das ,vermgen
unter ,regeln zu subsumieren1 d4i4 zu
unterscheiden1 ob etwas unter einer
gegebenen ,regel 7casus datae legis7
stehe1 oder nicht4 ,die allgemeine
,logik enthlt gar keine ,vorschriften
fr die ,urteilskraft1 und kann sie auch
nicht enthalten4 ,denn da sie von allem
,inhalte der ,erkenntnis abstrahiert1
so bleibt ihr nichts brig1 als das
,geschft1 die bloe ,form der ,erkenntnis
in ,begriffen1 ,urteilen und ,schlssen
analytisch auseinander zu setzen1 und
dadurch formale ,regeln alles
,verstandesgebrauchs zustande zu
bringen4 ,wollte sie nun allgemein
zeigen1 wie man unter diese ,regeln
subsumieren1 d4i4 unterscheiden sollte1
ob etwas darunter stehe oder nicht1 so
knnte dieses nicht anders1 als wieder
durch eine ,regel geschehen4 ,diese
aber erfordert eben darum1 weil sie eine
,regel ist1 aufs neue eine
,unterweisung der ,urteilskraft1 und so
zeigt sich1 da zwar der ,verstand einer
,belehrung und ,ausrstung durch ,regeln
fhig1 ,urteilskraft aber ein
besonderes ,talent sei1 welches gar
nicht belehrt1 sondern nur gebt sein
will4 ,daher ist diese auch das
,spezifische des sogenannten
,mutterwitzes1 dessen ,mangel keine
,schule ersetzen kann2 weil1 ob diese
gleich einem eingeschrnkten ,verstande
,regeln vollauf1 von fremder ,einsicht
entlehnt1 darreichen und gleichsam
einpfropfen kann2 so mu doch das
,vermgen1 sich ihrer richtig zu
bedienen1 dem ,lehrlinge selbst
angehren1 und keine ,regel1 die man ihm
in dieser ,absicht vorschreiben mchte1
ist1 in ,ermangelung einer solchen
,naturgabe1 vor ,mibrauch sicher994 ,ein
,arzt daher1 ein ,richter1 oder ein
,staatskundiger1 kann viel schne
pathologische1 juristische oder
politische ,regeln im ,kopfe haben1 in
dem ,grade1 da er selbst darin ein
grndlicher ,lehrer werden kann1 und wird
dennoch in der ,anwendung derselben
leicht verstoen1 entweder1 weil es ihm
an natrlicher ,urteilskraft 7obgleich
nicht am ,verstande7 mangelt1 und er
zwar das ,allgemeine in abstracto
einsehen1 ob ein ,fall in concreto
darunter gehre1 nicht unterscheiden
kann1 oder auch darum1 weil er nicht
genug durch ,beispiele und wirkliche
,geschfte zu diesem ,urteile
abgerichtet worden4 ,dieses ist auch der
einige und groe ,nutzen der
,beispiele3 da sie die ,urteilskraft
schrfen4 ,denn was die ,richtigkeit und
,przision der ,verstandeseinsicht
betrifft1 so tun sie derselben vielmehr
gemeiniglich einigen ,abbruch1 weil sie
nur selten die ,bedingung der ,regel
adquat erfllen 7als casus in terminis7
und berdem diejenige ,anstrengung des
,verstandes oftmals schwchen1 ,regeln
im allgemeinen1 und unabhngig von den
besonderen ,umstnden der ,erfahrung1
nach ihrer ,zulnglichkeit1 einzusehen1
und sie daher zuletzt mehr wie
,formeln1 als ,grundstze1 zu gebrauchen
angewhnen4 ,so sind ,beispiele der
,gngelwagen der ,urteilskraft1 welchen
derjenige1 dem es am natrlichen ,talent
desselben mangelt1 niemals entbehren
kann4 99 ,der ,mangel an
,urteilskraft ist eigentlich das1 was
man ,dummheit nennt1 und einem
solchen ,gebrechen ist gar nicht
abzuhelfen4 ,ein stumpfer oder
eingeschrnkter ,kopf1 dem es an nichts1
als am gehrigen ,grade des
,verstandes und eigenen ,begriffen
desselben mangelt1 ist durch
,erlernung sehr wohl1 sogar bis zur
,gelehrsamkeit1 auszursten4 ,da es
aber gemeiniglich alsdann auch an jenem
7der secunda ,petri7 zu fehlen
pflegt1 so ist es nichts ungewhnliches1
sehr gelehrte ,mnner anzutreffen1 die1
im ,gebrauche ihrer ,wissenschaft1
jenen nie zu bessernden ,mangel hufig
blicken lassen4 ,ob nun aber gleich
die allgemeine ,logik der ,urteilskraft
keine ,vorschriften geben kann1 so ist
es doch mit der transzendentalen ganz
anders bewandt1 sogar da es scheint1 die
letztere habe es zu ihrem eigentlichen
,geschfte1 die ,urteilskraft im
,gebrauch des reinen ,verstandes1 durch
bestimmte ,regeln zu berichtigen und zu
sichern4 ,denn1 um dem ,verstande im
,felde reiner ,erkenntnisse a priori
,erweiterung zu verschaffen1 mithin als
,doktrin scheint ,philosophie gar nicht
ntig1 oder vielmehr bel angebracht zu
sein1 weil man nach allen bisherigen
,versuchen damit doch wenig oder gar
kein ,land gewonnen hat1 sondern als
,kritik1 um die ,fehltritte der
,urteilskraft 7lapsus judicii7 im
,gebrauch der wenigen reinen
,verstandesbegriffe1 die wir haben1 zu
verhten1 dazu 7obgleich der ,nutzen
alsdann nur negativ ist7 wird
,philosophie mit ihrer ganzen
,scharfsinnigkeit und ,prfungskunst
aufgeboten4 ,es hat aber die
,transzendental-,philosophie das
,eigentmliche3 da sie auer der ,regel
7oder vielmehr der allgemeinen
,bedingung zu ,regeln71 die in dem
reinen ,begriffe des ,verstandes gegeben
wird1 zugleich a priori den ,fall
anzeigen kann1 worauf sie angewandt
werden sollen4 ,die ,ursache von dem
,vorzuge1 den sie in diesem ,stcke vor
allen anderen belehrenden
,wissenschaften hat1 7auer der
,mathematik7 liegt eben darin3 da sie
von ,begriffen handelt1 die sich auf
ihre ,gegenstnde a priori beziehen
sollen1 mithin kann ihre objektive
,gltigkeit nicht a posteriori dargetan
werden2 denn das wrde jene ,dignitt
derselben ganz unberhrt lassen1 sondern
sie mu zugleich die ,bedingungen1 unter
welchen ,gegenstnde in bereinstimmung
mit jenen ,begriffen gegeben werden
knnen1 in allgemeinen aber hinreichenden
,kennzeichen darlegen1 widrigenfalls
sie ohne allen ,inhalt1 mithin bloe
logische ,formen und nicht reine
,verstandesbegriffe sein wrden4
,diese transzendentale ,doktrin der
,urteilskraft wird nun zwei ,hauptstcke
enthalten3 das erste1 welches von der
sinnlichen ,bedingung handelt1 unter
welcher reine ,verstandesbegriffe allein
gebraucht werden knnen1 d4i4 von dem
,schematismus des reinen ,verstandes2
das zweite aber von denen synthetischen
,urteilen1 welche aus reinen
,verstandesbegriffen unter diesen
,bedingungen a priori herflieen1 und
allen brigen ,erkenntnissen a priori zum
,grunde liegen1 d4i4 von den
,grundstzen des reinen ,verstandes4
,der transzendentalen ,doktrin der
,urteilskraft 7oder ,analytik der
,grundstze7 ,erstes ,hauptstck ,von
dem ,schematismus der reinen
,verstandesbegriffe ,in allen
,subsumtionen eines ,gegenstandes unter
einen ,begriff mu die ,vorstellung des
ersteren mit der letzteren gleichartig
sein1 d4i4 der ,begriff mu dasjenige
enthalten1 was in dem darunter zu
subsumierenden ,gegenstande vorgestellt
wird1 denn das bedeutet eben der
,ausdruck3 ein ,gegenstand sei unter
einem ,begriffe enthalten4 ,so hat der
empirische ,begriff eines ,tellers mit
dem reinen geometrischen eines ,zirkels
,gleichartigkeit1 indem die ,rundung1
die in dem ersteren gedacht wird1 sich
im letzteren anschauen lt4 ,nun sind
aber reine ,verstandesbegriffe1 in
,vergleichung mit empirischen 7ja
berhaupt sinnlichen7 ,anschauungen1 ganz
ungleichartig1 und knnen niemals in
irgendeiner ,anschauung angetroffen
werden4 ,wie ist nun die ,subsumtion der
letzteren unter die erste1 mithin die
,anwendung der ,kategorie auf
,erscheinungen mglich1 da doch niemand
sagen wird3 diese1 z4,b4 die ,kausalitt1
knne auch durch ,sinne angeschaut
werden und sei in der ,erscheinung
enthalten8 ,diese so natrliche und
erhebliche ,frage ist nun eigentlich die
,ursache1 welche eine transzendentale
,doktrin der ,urteilskraft notwendig
macht1 um nmlich die ,mglichkeit zu
zeigen1 wie reine ,verstandesbegriffe
auf ,erscheinungen berhaupt angewandt
werden knnen4 ,in allen anderen
,wissenschaften1 wo die ,begriffe1 durch
die der ,gegenstand allgemein gedacht
wird1 von denen1 die diesen in concreto
vorstellen1 wie er gegeben wird1 nicht
so unterschieden und heterogen sind1
ist es unntig1 wegen der ,anwendung des
ersteren auf den letzten besondere
,errterung zu geben4 ,nun ist klar1
da es ein ,drittes geben msse1 was
einerseits mit der ,kategorie1
andererseits mit der ,erscheinung in
,gleichartigkeit stehen mu1 und die
,anwendung der ersteren auf die letzte
mglich macht4 ,diese vermittelnde
,vorstellung mu rein 7ohne alles
,empirische7 und doch einerseits
intellektuell1 andererseits sinnlich
sein4 ,eine solche ist das
transzendentale ,schema4 ,der
,verstandesbegriff enthlt reine
synthetische ,einheit des
,mannigfaltigen berhaupt4 ,die ,zeit1
als die formale ,bedingung des
,mannigfaltigen des inneren ,sinnes1
mithin der ,verknpfung aller
,vorstellungen1 enthlt ein
,mannigfaltiges a priori in der reinen
,anschauung4 ,nun ist eine
transzendentale ,zeitbestimmung mit der
,kategorie 7die die ,einheit derselben
ausmacht7 sofern gleichartig1 als sie
allgemein ist und auf einer ,regel a
priori beruht4 ,sie ist aber
andererseits mit der ,erscheinung sofern
gleichartig1 als die ,zeit in jeder
empirischen ,vorstellung des
,mannigfaltigen enthalten ist4 ,daher
wird eine ,anwendung der ,kategorie auf
,erscheinungen mglich sein1 vermittelst
der transzendentalen ,zeitbestimmung1
welche1 als das ,schema der
,verstandesbegriffe1 die ,subsumtion der
letzteren unter die erste vermittelt4
,nach demjenigen1 was in der ,deduktion
der ,kategorien gezeigt worden1 wird
hoffentlich niemand im ,zweifel stehen1
sich ber die ,frage zu entschlieen3 ob
diese reinen ,verstandesbegriffe von blo
empirischem oder auch von
transzendentalem ,gebrauche sind1 d4i4
ob sie lediglich1 als ,bedingungen
einer mglichen ,erfahrung1 sich a priori
auf ,erscheinungen beziehen1 oder ob
sie1 als ,bedingungen der ,mglichkeit
der ,dinge berhaupt1 auf ,gegenstnde an
sich selbst 7ohne einige ,restriktion
auf unsere ,sinnlichkeit7 erstreckt
werden knnen4 ,denn da haben wir
gesehen1 da ,begriffe ganz unmglich
sind1 noch irgend einige ,bedeutung
haben knnen1 wo nicht1 entweder ihnen
selbst1 oder wenigstens den ,elementen1
daraus sie bestehen1 ein ,gegenstand
gegeben ist1 mithin auf ,dinge an sich
7ohne ,rcksicht1 ob und wie sie uns
gegeben werden mgen7 gar nicht gehen
knnen2 da ferner die einzige ,art1 wie
uns ,gegenstnde gegeben werden1 die
,modifikation unserer ,sinnlichkeit
sei2 endlich1 da reine ,begriffe a
priori1 auer der ,funktion des
,verstandes in der ,kategorie1 noch
formale ,bedingungen der ,sinnlichkeit
7namentlich des inneren ,sinnes7 a
priori enthalten mssen1 welche die
allgemeine ,bedingung enthalten1 unter
der die ,kategorie allein auf
irgendeinen ,gegenstand angewandt werden
kann4 ,wir wollen diese formale und
reine ,bedingung der ,sinnlichkeit1 auf
welche der ,verstandesbegriff in seinem
,gebrauch restringiert ist1 das ,schema
dieses ,verstandesbegriffs1 und das
,verfahren des ,verstandes mit diesen
,schematen den ,schematismus des reinen
,verstandes nennen4 ,das ,schema ist
an sich selbst jederzeit nur ein
,produkt der ,einbildungskraft2 aber
indem die ,synthesis der letzteren keine
einzelne ,anschauung1 sondern die
,einheit in der ,bestimmung der
,sinnlichkeit allein zur ,absicht hat1
so ist das ,schema doch vom ,bilde zu
unterscheiden4 ,so1 wenn ich fnf ,punkte
hintereinander setze1 4 4 4 4 4 ist
dieses ein ,bild von der ,zahl fnf4
,dagegen1 wenn ich eine ,zahl berhaupt
nur denke1 die nun fnf oder hundert sein
kann1 so ist dieses ,denken mehr die
,vorstellung einer ,methode1 einem
gewissen ,begriffe gem eine ,menge
7z4,e4 tausend7 in einem ,bilde
vorzustellen1 als dieses ,bild selbst1
welches ich im letzteren ,falle
schwerlich wrde bersehen und mit dem
,begriff vergleichen knnen4 ,diese
,vorstellung nun von einem allgemeinen
,verfahren der ,einbildungskraft1 einem
,begriff sein ,bild zu verschaffen1
nenne ich das ,schema zu diesem
,begriffe4 ,in der ,tat liegen
unseren reinen sinnlichen ,begriffen
nicht ,bilder der ,gegenstnde1 sondern
,schemate zum ,grunde4 ,dem ,begriffe
von einem ,triangel berhaupt wrde gar
kein ,bild desselben jemals adquat sein4
,denn es wrde die ,allgemeinheit des
,begriffs nicht erreichen1 welche
macht1 da dieser fr alle1 recht- oder
schiefwinklige usw4 gilt1 sondern immer
nur auf einen ,teil dieser ,sphre
eingeschrnkt sein4 ,das ,schema des
,triangels kann niemals anderswo als in
,gedanken existieren1 und bedeutet eine
,regel der ,synthesis der
,einbildungskraft1 in ,ansehung reiner
,gestalten im ,raume4 ,noch viel weniger
erreicht ein ,gegenstand der
,erfahrung oder ,bild desselben jemals
den empirischen ,begriff1 sondern
dieser bezieht sich jederzeit
unmittelbar auf das ,schema der
,einbildungskraft1 als eine ,regel der
,bestimmung unserer ,anschauung1 gem
einem gewissen allgemeinen ,begriffe4
,der ,begriff vorn ,hunde bedeutet eine
,regel1 nach welcher meine
,einbildungskraft die ,gestalt eines
vierfigen ,tieres allgemein verzeichnen
kann1 ohne auf irgendeine einzige
besondere ,gestalt1 die mir die
,erfahrung darbietet1 oder auch ein
jedes mgliche ,bild1 was ich in concreto
darstellen kann1 eingeschrnkt zu sein4
,dieser ,schematismus unseres
,verstandes1 in ,ansehung der
,erscheinungen und ihrer bloen ,form1
ist eine verborgene ,kunst in den
,tiefen der menschlichen ,seele1 deren
wahre ,handgriffe wir der ,natur
schwerlich jemals abraten1 und sie
unverdeckt vor ,augen legen werden4 ,so
viel knnen wir nur sagen3 das ,bild ist
ein ,produkt des empirischen ,vermgens
der produktiven ,einbildungskraft1 das
,schema sinnlicher ,begriffe 7als der
,figuren im ,raume7 ein ,produkt und
gleichsam ein ,monogramm der reinen
,einbildungskraft a priori1 wodurch und
wonach die ,bilder allererst mglich
werden1 die aber mit dem ,begriffe nur
immer vermittelst des ,schema1 welches
sie bezeichnen1 verknpft werden mssen1
und an sich demselben nicht vllig
kongruieren4 ,dagegen ist das ,schema
eines reinen ,verstandesbegriffs etwas1
was in gar kein ,bild gebracht werden
kann1 sondern ist nur die reine
,synthesis1 gem einer ,regel der
,einheit nach ,begriffen berhaupt1 die
die ,kategorie ausdrckt1 und ist ein
transzendentales ,produkt der
,einbildungskraft1 welches die
,bestimmung des inneren ,sinnes
berhaupt1 nach ,bedingungen ihrer
,form1 7der ,zeit17 in ,ansehung aller
,vorstellungen1 betrifft1 sofern diese
der ,einheit der ,apperzeption gem a
priori in einem ,begriff zusammenhngen
sollten4 ,ohne uns nun bei einer
trockenen und langweiligen
,zergliederung dessen1 was zu
transzendentalen ,schematen reiner
,verstandesbegriffe berhaupt erfordert
wird1 aufzuhalten1 wollen wir sie lieber
nach der ,ordnung der ,kategorien und
in ,verknpfung mit diesen darstellen4
,das reine ,bild aller ,gren 7quantorum7
vor dem ueren ,sinne1 ist der ,raum2
aller ,gegenstnde der ,sinne aber
berhaupt1 die ,zeit4 ,das reine ,schema
der ,gre aber 7quantitatis71 als eines
,begriffs des ,verstandes1 ist die
,zahl1 welche eine ,vorstellung ist1 die
die sukzessive ,addition von ,einem zu
,einem 7gleichartigen7 zusammenbefat4
,also ist die ,zahl nichts anderes1 als
die ,einheit der ,synthesis des
,mannigfaltigen einer gleichartigen
,anschauung berhaupt1 dadurch1 da ich
die ,zeit selbst in der ,apprehension
der ,anschauung erzeuge4 ,realitt ist
im reinen ,verstandesbegriffe das1 was
einer ,empfindung berhaupt
korrespondiert2 dasjenige also1 dessen
,begriff an sich selbst ein ,sein 7in
der ,zeit7 anzeigt2 ,negation1 dessen
,begriff ein ,nichtsein 7in der ,zeit7
vorstellt4 ,die ,entgegensetzung beider
geschieht also in dem ,unterschiede
derselben ,zeit1 als einer erfllten1
oder leeren ,zeit4 ,da die ,zeit nur die
,form der ,anschauung1 mithin der
,gegenstnde1 als ,erscheinungen1 ist1 so
ist das1 was an diesen der ,empfindung
entspricht1 die transzendentale
,materie aller ,gegenstnde1 als ,dinge
an sich 7die ,sachheit1 ,realitt74 ,nun
hat jede ,empfindung einen ,grad oder
,gre1 wodurch sie dieselbe ,zeit1 d4i4
den inneren ,sinn in ,ansehung
derselben ,vorstellung eines
,gegenstandes1 mehr oder weniger
erfllen kann1 bis sie in ,nichts 7 ,o
negatio7 aufhrt4 ,daher ist ein
,verhltnis und ,zusammenhang oder
vielmehr ein bergang von ,realitt zur
,negation1 welcher jede ,realitt als ein
,quantum vorstellig macht1 und das
,schema einer ,realitt1 als der
,quantitt von ,etwas1 sofern es die
,zeit erfllt1 ist eben diese
kontinuierliche und gleichfrmige
,erzeugung derselben in der ,zeit1
indem man von der ,empfindung1 die einen
gewissen ,grad hat1 in der ,zeit bis
zum ,verschwinden derselben hinabgeht1
oder von der ,negation zu der ,gre
derselben allmhlich aufsteigt4 ,das
,schema der ,substanz ist die
,beharrlichkeit des ,realen in der
,zeit1 d4i4 die ,vorstellung desselben1
als eines ,substratum der empirischen
,zeitbestimmung berhaupt1 welches also
bleibt1 indem alles andere wechselt4
7,die ,zeit verluft sich nicht1 sondern
in ihr verluft sich das ,dasein des
,wandelbaren4 ,der ,zeit also1 die
selbst unwandelbar und bleibend ist1
korrespondiert in der ,erscheinung das
,unwandelbare im ,dasein1 d4i4 die
,substanz1 und blo an ihr kann die
,folge und das ,zugleichsein der
,erscheinungen der ,zeit nach bestimmt
werden47 ,das ,schema der ,ursache
und der ,kausalitt eines ,dinges
berhaupt ist das ,reale1 worauf1 wenn
es nach ,belieben gesetzt wird1
jederzeit etwas anderes folgt4 ,es
besteht also in der ,sukzession des
,mannigfaltigen1 insofern sie einer
,regel unterworfen ist4 ,das ,schema
der ,gemeinschaft 7,wechselwirkung71
oder der wechselseitigen ,kausalitt der
,substanzen in ,ansehung ihrer
,akzidenzen1 ist das ,zugleichsein der
,bestimmungen der ,einen1 mit denen der
,anderen1 nach einer allgemeinen
,regel4 ,das ,schema der ,mglichkeit
ist die ,zusammenstimmung der ,synthesis
verschiedener ,vorstellungen mit den
,bedingungen der ,zeit berhaupt 7z4,b4
da das ,entgegengesetzte in einem ,dinge
nicht zugleich1 sondern nur
nacheinander sein kann17 also die
,bestimmung der ,vorstellung eines
,dinges zu irgendeiner ,zeit4 ,das
,schema der ,wirklichkeit ist das
,dasein in einer bestimmten ,zeit4
,das ,schema der ,notwendigkeit das
,dasein eines ,gegenstandes zu aller
,zeit4 ,man sieht nun aus allem
diesem1 da das ,schema einer jeden
,kategorie1 als das der ,gre1 die
,erzeugung1 7,synthesis7 der ,zeit
selbst1 in der sukzessiven
,apprehension eines ,gegenstandes1 das
,schema der ,qualitt die ,synthesis der
,empfindung 7,wahrnehmung7 mit der
,vorstellung der ,zeit1 oder die
,erfllung der ,zeit1 das der ,relation
das ,verhltnis der ,wahrnehmungen
untereinander zu aller ,zeit 7d4i4 nach
einer ,regel der ,zeitbestimmung71
endlich das ,schema der ,modalitt und
ihrer ,kategorien1 die ,zeit selbst1
als das ,korrelatum der ,bestimmung
eines ,gegenstandes1 ob und wie er zur
,zeit gehre1 enthalte und vorstellig
mache4 ,die ,schemate sind daher nichts
als ,zeitbestimmungen a priori nach
,regeln1 und diese gehen nach der
,ordnung der ,kategorien1 auf die
,zeitreihe1 den ,zeitinhalt1 die
,zeitordnung1 endlich den ,zeitinbegriff
in ,ansehung aller mglichen
,gegenstnde4 ,hieraus erhellt nun1 da
der ,schematismus des ,verstandes durch
die transzendentale ,synthesis der
,einbildungskraft auf nichts anderes1
als die ,einheit alles ,mannigfaltigen
der ,anschauung in dem inneren ,sinne1
und so indirekt auf die ,einheit der
,apperzeption1 als ,funktion1 welche
dem inneren ,sinn 7einer ,rezeptivitt7
korrespondiert1 hinauslaufe4 ,also sind
die ,schemate der reinen
,verstandesbegriffe die wahren und
einzigen ,bedingungen1 diesen eine
,beziehung auf ,objekte1 mithin
,bedeutung zu verschaffen1 und die
,kategorien sind daher am ,ende von
keinem anderen1 als einem mglichen
empirischen ,gebrauche1 indem sie blo
dazu dienen1 durch ,grnde einer a priori
notwendigen ,einheit 7wegen der
notwendigen ,vereinigung alles
,bewutseins in einer ursprnglichen
,apperzeption7 ,erscheinungen
allgemeinen ,regeln der ,synthesis zu
unterwerfen1 und sie dadurch zur
durchgngigen ,verknpfung in einer
,erfahrung schicklich zu machen4 ,in
dem ,ganzen aller mglichen ,erfahrung
liegen aber alle unsere ,erkenntnisse1
und in der allgemeinen ,beziehung auf
dieselbe besteht die transzendentale
,wahrheit1 die vor aller empirischen
vorhergeht1 und sie mglich macht4
,es fllt aber doch auch in die ,augen3
da1 obgleich die ,schemate der
,sinnlichkeit die ,kategorien allererst
realisieren1 sie doch selbige
gleichwohl auch restringieren1 d4i4 auf
,bedingungen einschrnken1 die auer dem
,verstande liegen 7nmlich in der
,sinnlichkeit74 ,daher ist das ,schema
eigentlich nur das ,phnomenon1 oder der
sinnliche ,begriff eines ,gegenstandes1
in bereinstimmung mit der ,kategorie4
7,numerus est quantitas phaenomenon1
sensatio realitas phaenomenon1 constans
et perdurabile rerum substantia
phaenomenon - - aeternitas1 necessitas1
phaenomena usw47 ,wenn wir nun eine
restringierende ,bedingung weglassen1
so amplifizieren wir1 wie es scheint1
den vorher eingeschrnkten ,begriff2 so
sollten die ,kategorien in ihrer reinen
,bedeutung1 ohne alle ,bedingungen der
,sinnlichkeit1 von ,dingen berhaupt
gelten1 wie sie sind1 anstatt1 da ihre
,schemate sie nur vorstellen1 wie sie
erscheinen1 jene also eine von allen
,schematen unabhngige und viel weiter
erstreckte ,bedeutung haben4 ,in der
,tat bleibt den reinen
,verstandesbegriffen allerdings1 auch
nach ,absonderung aller sinnlichen
,bedingung1 eine1 aber nur logische
,bedeutung der bloen ,einheit der
,vorstellungen1 denen aber kein
,gegenstand1 mithin auch keine
,bedeutung gegeben wird1 die einen
,begriff vom ,objekt abgeben knnte4 ,so
wrde z4,b4 ,substanz1 wenn man die
sinnliche ,bestimmung der
,beharrlichkeit wegliee1 nichts weiter
als ein ,etwas bedeuten1 das als
,subjekt 7ohne ein ,prdikat von etwas
anderem zu sein7 gedacht werden kann4
,aus dieser ,vorstellung kann ich nun
nichts machen1 indem sie mir gar nicht
anzeigt1 welche ,bestimmungen das ,ding
hat1 welches als ein solches erstes
,subjekt gelten soll4 ,also sind die
,kategorien1 ohne ,schemate1 nur
,funktionen des ,verstandes zu
,begriffen1 stellen aber keinen
,gegenstand vor4 ,diese ,bedeutung
kommt ihnen von der ,sinnlichkeit1 die
den ,verstand realisiert1 indem sie ihn
zugleich restringiert4 ,der
transzendentalen ,doktrin der
,urteilskraft 7oder ,analytik der
,grundstze7 ,zweites ,hauptstck
,system aller ,grundstze des reinen
,verstandes ,wir haben in dem vorigen
,hauptstcke die transzendentale
,urteilskraft nur nach den allgemeinen
,bedingungen erwogen1 unter denen sie
allein die reinen ,verstandesbegriffe
zu synthetischen ,urteilen zu brauchen
befugt ist4 ,jetzt ist unser ,geschft3
die ,urteile1 die der ,verstand unter
dieser kritischen ,vorsicht wirklich a
priori zustande bringt1 in
systematischer ,verbindung darzustellen1
wozu uns ohne ,zweifel unsere ,tafel
der ,kategorien die natrliche und
sichere ,leitung geben mu4 ,denn diese
sind es eben1 deren ,beziehung auf
mgliche ,erfahrung alle reine
,verstandeserkenntnis a priori ausmachen
mu1 und deren ,verhltnis zur
,sinnlichkeit berhaupt um deswillen alle
transzendentalen ,grundstze des
,verstandesgebrauchs vollstndig und in
einem ,system darlegen wird4
,grundstze a priori fhren diesen ,namen
nicht blo deswegen1 weil sie die ,grnde
anderer ,urteile in sich enthalten1
sondern auch weil sie selbst nicht in
hheren und allgemeineren ,erkenntnissen
gegrndet sind4 ,diese ,eigenschaft
berhebt sie doch nicht allemal eines
,beweises4 ,denn obgleich dieser nicht
weiter objektiv gefhrt werden knnte1
sondern vielmehr alle ,erkenntnis seines
,objekts zum ,grunde liegt1 so hindert
dies doch nicht1 da nicht ein ,beweis1
aus den subjektiven ,quellen der
,mglichkeit einer ,erkenntnis des
,gegenstandes berhaupt1 zu schaffen
mglich1 ja auch ntig wre1 weil der ,satz
sonst gleichwohl den grten ,verdacht
einer blo erschlichenen ,behauptung auf
sich haben wrde4 ,zweitens werden
wir uns blo auf diejenigen ,grundstze1
die sich auf die ,kategorien beziehen1
einschrnken4 ,die ,prinzipien der
transzendentalen sthetik1 nach welchen
,raum und ,zeit die ,bedingungen der
,mglichkeit aller ,dinge als
,erscheinungen sind1 imgleichen die
,restriktion dieser ,grundstze3 da sie
nmlich nicht auf ,dinge an sich selbst
bezogen werden knnen1 gehren also nicht
in unser abgestochenes ,feld der
,untersuchung4 ,ebenso machen die
mathematischen ,grundstze keinen ,teil
dieses ,systems aus1 weil sie nur aus
der ,anschauung1 aber nicht aus dem
reinen ,verstandesbegriffe gezogen sind2
doch wird die ,mglichkeit derselben1
weil sie gleichwohl synthetische
,urteile a priori sind1 hier notwendig
,platz finden1 zwar nicht1 um ihre
,richtigkeit und apodiktische ,gewiheit
zu beweisen1 welches sie gar nicht ntig
haben1 sondern nur die ,mglichkeit
solcher evidenten ,erkenntnisse a
priori begreiflich zu machen und zu
deduzieren4 ,wir werden aber auch von
dem ,grundsatze analytischer ,urteile
reden mssen1 und dieses zwar im
,gegensatz mit der synthetischen1 als
mit welchen wir uns eigentlich
beschftigen1 weil eben diese
,gegenstellung die ,theorie der
letzteren von allem ,miverstande
befreit1 und sie in ihrer eigentmlichen
,natur deutlich vor ,augen legt4
,das ,system der ,grundstze des reinen
,verstandes ,erster ,abschnitt ,von
dem obersten ,grundsatze aller
analytischen ,urteile ,von welchem
,inhalt auch unsere ,erkenntnis sei1 und
wie sie sich auf das ,objekt beziehen
mag1 so ist doch die allgemeine1 obzwar
nur negative ,bedingung aller unserer
,urteile berhaupt1 da sie sich nicht
selbst widersprechen2 widrigenfalls
diese ,urteile an sich selbst 7auch
ohne ,rcksicht aufs ,objekt7 nichts
sind4 ,wenn aber auch gleich in unserem
,urteile kein ,widerspruch ist1 so kann
es dem ungeachtet doch ,begriffe so
verbinden1 wie es der ,gegenstand nicht
mit sich bringt1 oder auch1 ohne da uns
irgendein ,grund weder a priori noch a
posteriori gegeben ist1 welcher ein
solches ,urteil berechtigte1 und so
kann ein ,urteil bei allem dem1 da es
von allem inneren ,widerspruche frei
ist1 doch entweder falsch oder grundlos
sein4 ,der ,satz nun3 ,keinem ,dinge
kommt ein ,prdikat zu1 welches ihm
widerspricht1 heit der ,satz des
,widerspruchs1 und ist ein allgemeines1
obzwar blo negatives1 ,kriterium aller
,wahrheit1 gehrt aber auch darum blo in
die ,logik1 weil er von ,erkenntnissen1
blo als ,erkenntnissen berhaupt1
unangesehen ihres ,inhalts gilt1 und
sagt3 da der ,widerspruch sie gnzlich
vernichte und aufhebe4 ,man kann aber
doch von demselben auch einen positiven
,gebrauch machen1 d4i4 nicht blo1 um
,falschheit und ,irrtum 7sofern er auf
dem ,widerspruch beruht7 zu verbannen1
sondern auch ,wahrheit zu erkennen4
,denn1 wenn das ,urteil analytisch ist1
es mag nun verneinend oder bejahend
sein1 so mu dessen ,wahrheit jederzeit
nach dem ,satze des ,widerspruchs
hinreichend knnen erkannt werden4 ,denn
von dem1 was in der ,erkenntnis des
,objekts schon als ,begriff liegt und
gedacht wird1 wird das ,widerspiel
jederzeit richtig verneint1 der ,begriff
selber aber notwendig von ihm bejaht
werden mssen1 darum1 weil das ,gegenteil
desselben dem ,objekte widersprechen
wrde4 ,daher mssen wir auch den ,satz
des ,widerspruchs als das allgemeine
und vllig hinreichende ,prinzipium
aller analytischen ,erkenntnis gelten
lassen2 aber weiter geht auch sein
,ansehen und ,brauchbarkeit nicht1 als
eines hinreichenden ,kriterium der
,wahrheit4 ,denn da ihm gar keine
,erkenntnis zuwider sein knne1 ohne sich
selbst zu vernichten1 das macht diesen
,satz wohl zur conditio sine qua non1
aber nicht zum ,bestimmungsgrunde der
,wahrheit unserer ,erkenntnis4 ,da wir
es nun eigentlich nur mit dem
synthetischen ,teile unserer ,erkenntnis
zu tun haben1 so werden wir zwar
jederzeit bedacht sein1 diesem
unverletzlichen ,grundsatz niemals
zuwider zu handeln1 von ihm aber1 in
,ansehung der ,wahrheit von dergleichen
,art der ,erkenntnis1 niemals einigen
,aufschlu gewrtigen knnen4 ,es ist
aber doch eine ,formel dieses berhmten1
obzwar von allem ,inhalt entblten und
blo formalen ,grundsatzes1 die eine
,synthesis enthlt1 welche aus
,unvorsichtigkeit und ganz unntigerweise
in ihr gemischt worden4 ,sie heit3 es
ist unmglich1 da etwas zugleich sei und
nicht sei4 ,auer dem1 da hier die
apodiktische ,gewiheit 7durch das ,wort
unmglich7 berflssigerweise angehngt
worden1 die sich doch von selbst aus
dem ,satz mu verstehen lassen1 so ist
der ,satz durch die ,bedingung der
,zeit affiziert1 und sagt gleichsam3
,ein ,ding ,a1 welches etwas ,b ist1
kann nicht zu gleicher ,zeit non ,b
sein2 aber es kann gar wohl beides 7,b
sowohl1 als non ,b7 nacheinander sein4
,z4,b4 ein ,mensch1 der jung ist1 kann
nicht zugleich alt sein2 ebenderselbe
kann aber sehr wohl zu einer ,zeit jung1
zur anderen nicht-jung1 d4i4 alt sein4
,nun mu der ,satz des ,widerspruchs1
als ein blo logischer ,grundsatz1 seine
,aussprche gar nicht auf die
,zeitverhltnisse einschrnken1 daher ist
eine solche ,formel der ,absicht
desselben ganz zuwider4 ,der
,miverstand kommt blo daher3 da man ein
,prdikat eines ,dinges zuvrderst von
dem ,begriff desselben absondert1 und
nachher sein ,gegenteil mit diesem
,prdikate verknpft1 welches niemals
einen ,widerspruch mit dem ,subjekte1
sondern nur mit dessen ,prdikate1
welches mit jenem synthetisch verbunden
worden1 abgibt1 und zwar nur dann1 wenn
das erste und zweite ,prdikat zu
gleicher ,zeit gesetzt werden4 ,sage
ich1 ein ,mensch1 der ungelehrt ist1 ist
nicht gelehrt1 so mu die ,bedingung3
zugleich1 dabei stehen1 denn der1 so zu
einer ,zeit ungelehrt ist1 kann zu
einer anderen gar wohl gelehrt sein4
,sage ich aber1 kein ungelehrter
,mensch ist gelehrt1 so ist der ,satz
analytisch1 weil das ,merkmal 7der
,ungelehrtheit7 nunmehr den ,begriff des
,subjekts mit ausmacht1 und alsdann
erhellt der verneinende ,satz
unmittelbar aus dem ,satze des
,widerspruchs1 ohne da die ,bedingung3
zugleich1 hinzukommen darf4 ,dieses ist
denn auch die ,ursache1 weswegen ich
oben die ,formel desselben so verndert
habe1 da die ,natur eines analytischen
,satzes dadurch deutlich ausgedrckt
wird4 ,des ,systems der
,grundstze des reinen ,verstandes
,zweiter ,abschnitt ,von dem obersten
,grundsatze aller synthetischen ,urteile
,die ,erklrung der ,mglichkeit
synthetischer ,urteile1 ist eine
,aufgabe1 mit der die allgemeine ,logik
gar nichts zu schaffen hat1 die auch
sogar ihren ,namen nicht einmal kennen
darf4 ,sie ist aber in einer
transzendentalen ,logik das wichtigste
,geschft unter allen1 und sogar das
einzige1 wenn von der ,mglichkeit
synthetischer ,urteile a priori die
,rede ist1 imgleichen den ,bedingungen
und dem ,umfange ihrer ,gltigkeit4
,denn nach ,vollendung desselben1 kann
sie ihrem ,zwecke1 nmlich den ,umfang
und die ,grenzen des reinen ,verstandes
zu bestimmen1 vollkommen ein ,genge
tun4 ,im analytischen ,urteile bleibe
ich bei dem gegebenen ,begriffe1 um
etwas von ihm auszumachen4 ,soll es
bejahend sein1 so lege ich diesem
,begriffe nur dasjenige bei1 was in ihm
schon gedacht war2 soll es verneinend
sein1 so schliee ich nur das ,gegenteil
desselben von ihm aus4 ,in
synthetischen ,urteilen aber soll ich
aus dem gegebenen ,begriff hinausgehen1
um etwas ganz anderes1 als in ihm
gedacht war1 mit demselben im
,verhltnis zu betrachten1 welches daher
niemals1 weder ein ,verhltnis der
,identitt1 noch des ,widerspruchs ist1
und wobei dem ,urteile an ihm selbst
weder die ,wahrheit1 noch der ,irrtum
angesehen werden kann4 ,also
zugegeben3 da man aus einem gegebenen
,begriffe hinausgehen msse1 um ihn mit
einem anderen synthetisch zu
vergleichen1 so ist ein ,drittes ntig1
worin allein die ,synthesis zweier
,begriffe entstehen kann4 ,was ist nun
aber dieses ,dritte1 als das ,medium
aller synthetischen ,urteile8 ,es ist
nur ein ,inbegriff1 darin alle unsere
,vorstellungen enthalten sind1 nmlich
der innere ,sinn1 und die ,form
desselben a priori1 die ,zeit4 ,die
,synthesis der ,vorstellungen beruht
auf der ,einbildungskraft1 die
synthetische ,einheit derselben aber
7die zum ,urteile erforderlich ist7 auf
der ,einheit der ,apperzeption4 ,hierin
wird also die ,mglichkeit
synthetischer ,urteile1 und da alle drei
die ,quellen zu ,vorstellungen a
priori enthalten1 auch die ,mglichkeit
reiner synthetischer ,urteile zu suchen
sein1 ja sie werden sogar aus diesen
,grnden notwendig sein1 wenn eine
,erkenntnis von ,gegenstnden zustande
kommen soll1 die lediglich auf der
,synthesis der ,vorstellungen beruht4
,wenn eine ,erkenntnis objektive
,realitt haben1 d4i4 sich auf einen
,gegenstand beziehen1 und in demselben
,bedeutung und ,sinn haben soll1 so mu
der ,gegenstand auf irgendeine ,art
gegeben werden knnen4 ,ohne das sind
die ,begriffe leer1 und man hat dadurch
zwar gedacht1 in der ,tat aber durch
dieses ,denken nichts erkannt1 sondern
blo mit ,vorstellungen gespielt4 ,einen
,gegenstand geben1 wenn dieses nicht
wiederum nur mittelbar gemeint sein
soll1 sondern unmittelbar in der
,anschauung darstellen1 ist nichts
anderes1 als dessen ,vorstellung auf
,erfahrung 7es sei wirkliche oder doch
mgliche7 beziehen4 ,selbst der ,raum
und die ,zeit1 so rein diese ,begriffe
auch von allem ,empirischen sind1 und
so gewi es auch ist1 da sie vllig a
priori im ,gemte vorgestellt werden1
wrden doch ohne objektive ,gltigkeit und
ohne ,sinn und ,bedeutung sein1 wenn
ihr notwendiger ,gebrauch an den
,gegenstnden der ,erfahrung nicht
gezeigt wrde1 ja ihre ,vorstellung ist
ein bloes ,schema1 das sich immer auf
die reproduktive ,einbildungskraft
bezieht1 welche die ,gegenstnde der
,erfahrung herbeiruft1 ohne die sie
keine ,bedeutung haben wrden2 und so ist
es mit allen ,begriffen ohne
,unterschied4 ,die ,mglichkeit der
,erfahrung ist also das1 was allen
unseren ,erkenntnissen a priori
objektive ,realitt gibt4 ,nun beruht
,erfahrung auf der synthetischen
,einheit der ,erscheinungen1 d4i4 auf
einer ,synthesis nach ,begriffen vom
,gegenstande der ,erscheinungen
berhaupt1 ohne welche sie nicht einmal
,erkenntnis1 sondern eine ,rhapsodie von
,wahrnehmungen sein wrde1 die sich in
keinem ,kontext nach ,regeln eines
durchgngig verknpften 7mglichen7
,bewutseins1 mithin auch nicht zur
transzendentalen und notwendigen
,einheit der ,apperzeption1 zusammen
schicken wrden4 ,die ,erfahrung hat also
,prinzipien ihrer ,form a priori zum
,grunde liegen1 nmlich allgemeine
,regeln der ,einheit in der ,synthesis
der ,erscheinungen1 deren objektive
,realitt1 als notwendige ,bedingungen1
jederzeit in der ,erfahrung1 ja sogar
ihrer ,mglichkeit gewiesen werden kann4
,auer dieser ,beziehung aber sind
synthetische ,stze a priori gnzlich
unmglich1 weil sie kein ,drittes1 nmlich
reinen ,gegenstand haben1 an dem die
synthetische ,einheit ihrer ,begriffe
objektive ,realitt dartun knnte4 ,ob
wir daher gleich vom ,raume berhaupt1
oder den ,gestalten1 welche die
produktive ,einbildungskraft in ihm
verzeichnet1 so vieles a priori in
synthetischen ,urteilen erkennen1 so1 da
wir wirklich hierzu gar keiner
,erfahrung bedrfen2 so wrde doch dieses
,erkenntnis gar nichts1 sondern die
,beschftigung mit einem bloen
,hirngespinst sein1 wre der ,raum
nicht1 als ,bedingung der
,erscheinungen1 welche den ,stoff zur
ueren ,erfahrung ausmachen1 anzusehen2
daher sich jene reinen synthetischen
,urteile1 obzwar nur mittelbar1 auf
mgliche ,erfahrung oder vielmehr auf
dieser ihre ,mglichkeit selbst beziehen1
und darauf allein die objektive
,gltigkeit ihrer ,synthesis grnden4
,da also ,erfahrung1 als empirische
,synthesis1 in ihrer ,mglichkeit die
einzige ,erkenntnisart ist1 welche aller
anderen ,synthesis ,realitt gibt1 so
hat diese als ,erkenntnis a priori auch
nur dadurch ,wahrheit1 7,einstimmung
mit dem ,objekt17 da sie nichts weiter
enthlt1 als was zur synthetischen
,einheit der ,erfahrung berhaupt
notwendig ist4 ,das oberste
,principium aller synthetischen ,urteile
ist also3 ein jeder ,gegenstand steht
unter den notwendigen ,bedingungen der
synthetischen ,einheit des
,mannigfaltigen der ,anschauung in einer
mglichen ,erfahrung4 ,auf solche
,weise sind synthetische ,urteile a
priori mglich1 wenn wir die formalen
,bedingungen der ,anschauung a priori1
die ,synthesis der ,einbildungskraft1
und die notwendige ,einheit derselben in
einer transzendentalen ,apperzeption1
auf ein mgliches ,erfahrungserkenntnis
berhaupt beziehen1 und sagen3 die
,bedingungen der ,mglichkeit der
,erfahrung berhaupt sind zugleich
,bedingungen der ,mglichkeit der
,gegenstnde der ,erfahrung1 und haben
darum objektive ,gltigkeit in einem
synthetischen ,urteile a priori4
,des ,systems der ,grundstze des reinen
,verstandes ,dritter ,abschnitt
,systematische ,vorstellung aller
synthetischen ,grundstze desselben
,da berhaupt irgendwo ,grundstze
stattfinden1 das ist lediglich dem
reinen ,verstande zuzuschreiben1 der
nicht allein das ,vermgen der ,regeln
ist1 in ,ansehung dessen1 was geschieht1
sondern selbst der ,quell der
,grundstze1 nach welchem alles 7was uns
nur als ,gegenstand vorkommen kann7
notwendig unter ,regeln steht1 weil1
ohne solche1 den ,erscheinungen niemals
,erkenntnis eines ihnen
korrespondierenden ,gegenstandes
zukommen knnte4 ,selbst ,naturgesetze1
wenn sie als ,grundgesetze des
empirischen ,verstandesgebrauchs
betrachtet werden1 fhren zugleich einen
,ausdruck der ,notwendigkeit1 mithin
wenigstens die ,vermutung einer
,bestimmung aus ,grnden1 die a priori
und vor aller ,erfahrung gltig sind1
bei sich4 ,aber ohne ,unterschied stehen
alle ,gesetze der ,natur unter hheren
,grundstzen des ,verstandes1 indem sie
diese nur auf besondere ,flle der
,erscheinung anwenden4 ,diese allein
geben also den ,begriff1 der die
,bedingung und gleichsam den ,exponenten
zu einer ,regel berhaupt enthlt1
,erfahrung aber gibt den ,fall1 der
unter der ,regel steht4 ,da man blo
empir ,grundstze fr ,grundstze des
reinen ,verstandes1 oder auch umgekehrt
ansehe1 deshalb kann wohl eigentlich
keine ,gefahr sein2 denn die
,notwendigkeit nach ,begriffen1 welche
die letztere auszeichnet1 und deren
,mangel in jedem empirischen ,satze1 so
allgemein er auch gelten mag1 leicht
wahrgenommen wird1 kann diese
,verwechslung leicht verhten4 ,es gibt
aber reine ,grundstze a priori1 die ich
gleichwohl doch nicht dem reinen
,verstande eigentmlich beimessen mchte1
darum1 weil sie nicht aus reinen
,begriffen1 sondern aus reinen
,anschauungen 7obgleich vermittelst des
,verstandes7 gezogen sind2 ,verstand
ist aber das ,vermgen der ,begriffe4
,die ,mathematik hat dergleichen1 aber
ihre ,anwendung auf ,erfahrung1 mithin
ihre objektive ,gltigkeit1 ja die
,mglichkeit solcher synthetischen
,erkenntnis a priori 7die ,deduktion
derselben7 beruht doch immer auf dem
reinen ,verstande4 ,daher werde ich
unter meine ,grundstze die der
,mathematik nicht mitzhlen1 aber wohl
diejenigen1 worauf sich dieser ihre
,mglichkeit und objektive ,gltigkeit a
priori grndet1 und die mithin als
,principium dieser ,grundstze anzusehen
sind1 und von ,begriffen zur
,anschauung1 nicht aber von der
,anschauung zu ,begriffen ausgehen4
,in der ,anwendung der reinen
,verstandesbegriffe auf mgliche
,erfahrung ist der ,gebrauch ihrer
,synthesis entweder mathematisch1 oder
dynamisch3 denn sie geht teils blo auf
die ,anschauung1 teils auf das ,dasein
einer ,erscheinung berhaupt4 ,die
,bedingungen a priori der ,anschauung
sind aber in ,ansehung einer mglichen
,erfahrung durchaus notwendig1 die des
,daseins der ,objekte einer mglichen
empirischen ,anschauung an sich nur
zufllig4 ,daher werden die ,grundstze
des mathematischen ,gebrauchs unbedingt
notwendig d4i4 apodiktisch lauten1 die
aber des dynamischen ,gebrauchs werden
zwar auch den ,charakter einer
,notwendigkeit a priori1 aber nur unter
der ,bedingung des empirischen ,denkens
in einer ,erfahrung1 mithin nur
mittelbar und indirekt bei sich fhren1
folglich diejenige unmittelbare ,evidenz
nicht enthalten1 7obzwar ihrer auf
,erfahrung allgemein bezogenen
,gewiheit unbeschadet17 die jenen eigen
ist4 ,doch dies wird sich beim
,schlusse dieses ,systems von
,grundstzen besser beurteilen lassen4
,die ,tafel der ,kategorien gibt uns die
ganz natrliche ,anweisung zur ,tafel
der ,grundstze1 weil diese doch nichts
anderes1 als ,regeln des objektiven
,gebrauchs der ersteren sind4 ,alle
,grundstze des reinen ,verstandes sind
demnach #a4
,axiome der
,anschauung #b4 ,antizipationen
#c4 ,analogien der ,wahrnehmung
der ,erfahrung
#d4 ,postulate
des empirischen ,denkens berhaupt
,diese ,benennungen habe ich mit
,vorsicht gewhlt1 um die ,unterschiede
in ,ansehung der ,evidenz und der
,ausbung dieser ,grundstze nicht
unbemerkt zu lassen4 ,es wird sich aber
bald zeigen3 da1 was sowohl die
,evidenz1 als die ,bestimmung der
,erscheinungen a priori1 nach den
,kategorien der ,gre und der ,qualitt
7wenn man lediglich auf die ,form der
letzteren acht hat7 betrifft1 die
,grundstze derselben sich darin von den
zwei brigen namhaft unterscheiden2
indem jene einer intuitiven1 diese aber
einer blo diskursiven1 obzwar
beiderseits einer vlligen ,gewiheit
fhig sind4 ,ich werde daher jene die
mathematischen1 diese die dynamischen
,grundstze nennen4 ,man wird aber wohl
bemerken3 da ich hier ebensowenig die
,grundstze der ,mathematik in einem
,falle1 als die ,grundstze der
allgemeinen 7physischen7 ,dynamik im
anderen1 sondern nur die des reinen
,verstandes im ,verhltnis auf den
inneren ,sinn 7ohne ,unterschied der
darin gegebenen ,vorstellungen7 vor
,augen habe1 dadurch denn jene insgesamt
ihre ,mglichkeit bekommen4 ,ich
benenne sie also mehr in ,betracht der
,anwendung1 als um ihres ,inhalts
willen1 und gehe nun zur ,erwgung
derselben in der nmlichen ,ordnung1 wie
sie in der ,tafel vorgestellt werden4
#a4 ,von den ,axiomen der ,anschauung
,grundsatz des reinen ,verstandes3 ,alle
,erscheinungen sind ihrer ,anschauung
nach extensive ,gren4 ,eine extensive
,gre nenne ich diejenige1 in welcher
die ,vorstellung der ,teile die
,vorstellung des ,ganzen mglich macht1
7und also notwendig vor dieser
vorhergeht74 ,ich kann mir keine ,linie1
so klein sie auch sei1 vorstellen1
ohne sie in ,gedanken zu ziehen1 d4i4
von einem ,punkte alle ,teile nach und
nach zu erzeugen1 und dadurch allererst
diese ,anschauung zu verzeichnen4
,ebenso ist es auch mit jeder auch der
kleinsten ,zeit bewandt4 ,ich denke mir
darin nur den sukzessiven ,fortgang von
einem ,augenblick zum anderen1 wo durch
alle ,zeitteile und deren ,hinzutun
endlich eine bestimmte ,zeitgre erzeugt
wird4 ,da die bloe ,anschauung an allen
,erscheinungen entweder der ,raum1 oder
die ,zeit ist1 so ist jede ,erscheinung
als ,anschauung eine extensive ,gre1
indem sie nur durch sukzessive
,synthesis 7von ,teil zu ,teil7 in der
,apprehension erkannt werden kann4 ,alle
,erscheinungen werden demnach schon
als ,aggregate 7,menge vorher gegebener
,teile7 angeschaut1 welches eben nicht
der ,fall bei jeder ,art ,gren1 sondern
nur derer ist1 die uns extensiv als
solche vorgestellt und apprehendiert
werden4 ,auf diese sukzessive
,synthesis der produktiven
,einbildungskraft1 in der ,erzeugung
der ,gestalten1 grndet sich die
,mathematik der ,ausdehnung
7,geometrie7 mit ihren ,axiomen1 welche
die ,bedingungen der sinnlichen
,anschauung a priori ausdrcken1 unter
denen allein das ,schema eines reinen
,begriffs der ueren ,erscheinung
zustande kommen kann2 z4,e4 zwischen
zwei ,punkten ist nur eine gerade ,linie
mglich2 zwei gerade ,linien schlieen
keinen ,raum ein usw4 ,dies sind die
,axiome1 welche eigentlich nur ,gren
7quanta7 als solche betreffen4 ,was
aber die ,gre1 7quantitas7 d4i4 die
,antwort auf die ,frage3 wie gro etwas
sei8 betrifft1 so gibt es in ,ansehung
derselben1 obgleich verschiedene dieser
,stze synthetisch und unmittelbar gewi
7indemonstrabilia7 sind1 dennoch im
eigentlichen ,verstande keine ,axiome4
,denn da gleiches zu gleichem
hinzugetan1 oder von diesem abgezogen1
ein gleiches gebe1 sind analytische
,stze1 indem ich mir der ,identitt der
einen ,grenerzeugung mit der anderen
unmittelbar bewut bin2 ,axiome aber
sollen synthetische ,stze a priori sein4
,dagegen sind die evidenten ,stze der
,zahlverhltnis zwar allerdings
synthetisch1 aber nicht allgemein1 wie
die der ,geometrie1 und eben um
deswillen auch nicht ,axiome1 sondern
knnen ,zahlformeln genannt werden4 ,da
#geab sei1 ist kein analytischer ,satz4
,denn ich denke weder in der
,vorstellung von #g1 noch von #e1 noch
in der ,vorstellung von der
,zusammensetzung beider die ,zahl #ab1
7da ich diese in der ,addition beider
denken solle1 davon ist hier nicht die
,rede2 denn bei dem analytischen ,satze
ist nur die ,frage1 ob ich das ,prdikat
wirklich in der ,vorstellung des
,subjekts denke74 ,ob er aber gleich
synthetisch ist1 so ist er doch nur ein
einzelner ,satz4 ,sofern hier blo auf
die ,synthesis des ,gleichartigen 7der
,einheiten7 gesehen wird1 so kann die
,synthesis hier nur auf eine einzige
,art geschehen1 wiewohl der ,gebrauch
dieser ,zahlen nachher allgemein ist4
,wenn ich sage3 durch drei ,linien1
deren zwei zusammengenommen grer sind1
als die dritte1 lt sich ein ,triangel
zeichnen2 so habe ich hier die bloe
,funktion der produktiven
,einbildungskraft1 welche die ,linien
grer und kleiner ziehen1 imgleichen
nach allerlei beliebigen ,winkeln kann
zusammenstoen lassen4 ,dagegen ist die
,zahl #g nur auf eine einzige ,art
mglich1 und auch die ,zahl #ab1 die
durch die ,synthesis der ersteren mit
#e erzeugt wird4 ,dergleichen ,stze mu
man also nicht ,axiome1 7denn sonst gbe
es deren unendliche17 sondern
,zahlformeln nennen4 ,dieser
transzendentale ,grundsatz der
,mathematik der ,erscheinungen gibt
unserem ,erkenntnis a priori groe
,erweiterung4 ,denn er ist es allein1
welcher die reine ,mathematik in ihrer
ganzen ,przision auf ,gegenstnde der
,erfahrung anwendbar macht1 welches ohne
diesen ,grundsatz nicht so von selbst
erhellen mchte1 ja auch manchen
,widerspruch veranlat hat4
,erscheinungen sind keine ,dinge an sich
selbst4 ,die empirische ,anschauung
ist nur durch die reine 7des ,raumes und
der ,zeit7 mglich2 was also die
,geometrie von dieser sagt1 gilt auch
ohne ,widerrede von jener1 und die
,ausflchte1 als wenn ,gegenstnde der
,sinne nicht den ,regeln der
,konstruktion im ,raume 7z4,e4 der
unendlichen ,teilbarkeit der ,linien
oder ,winkel7 gem sein drfe1 mu
wegfallen4 ,denn dadurch spricht man
dem ,raume und mit ihm zugleich aller
,mathematik objektive ,gltigkeit ab1
und wei nicht mehr1 warum und wie weit
sie auf ,erscheinungen anzuwenden sei4
,die ,synthesis der ,rume und ,zeiten1
als der wesentlichen ,form aller
,anschauung1 ist das1 was zugleich die
,apprehension der ,erscheinung1 mithin
jede uere ,erfahrung1 folglich auch
alle ,erkenntnis der ,gegenstnde
derselben1 mglich macht1 und was die
,mathematik im reinen ,gebrauch von
jener beweist1 das gilt auch notwendig
von dieser4 ,alle ,einwrfe dawider sind
nur ,schikanen einer falsch belehrten
,vernunft1 die irrigerweise die
,gegenstnde der ,sinne von der formalen
,bedingung unserer ,sinnlichkeit
loszumachen gedenkt1 und sie1 obgleich
sie blo ,erscheinungen sind1 als
,gegenstnde an sich selbst1 dem
,verstande gegeben1 vorstellt2 in
welchem ,falle freilich von ihnen a
priori gar nichts1 mithin auch nicht
durch reine ,begriffe vom ,raume1
synthetisch erkannt werden knnte1 und
die ,wissenschaft1 die diese bestimmt1
nmlich die ,geometrie1 selbst nicht
mglich sein wrde4 #b4 ,die
,antizipation der ,wahrnehmung ,der
,grundsatz1 welcher alle ,wahrnehmungen1
als solche1 antizipiert1 heit so3 ,in
allen ,erscheinungen hat die
,empfindung1 und das ,reale1 welches
ihr an dem ,gegenstande entspricht1
7realitas phaenomenon7 eine intensive
,gre d4i4 einen ,grad4 ,man kann alle
,erkenntnis1 wodurch ich dasjenige1 was
zur empirischen ,erkenntnis gehrt1 a
priori erkennen und bestimmen kann1 eine
,antizipation nennen1 und ohne
,zweifel ist das die ,bedeutung1 in
welcher ,epikur seinen ,ausdruck
prolephis brauchte4 ,da aber an den
,erscheinungen etwas ist1 was niemals a
priori erkannt wird1 und welches daher
auch den eigentlichen ,unterschied des
,empirischen von dem ,erkenntnis a
priori ausmacht1 nmlich die ,empfindung
7als ,materie der ,wahrnehmung71 so
folgt1 da diese es eigentlich sei1 was
gar nicht antizipiert werden kann4
,dagegen wrden wir die reinen
,bestimmungen im ,raume und der ,zeit1
sowohl in ,ansehung der ,gestalt1 als
,gre1 ,antizipationen der
,erscheinungen nennen knnen1 weil sie
dasjenige a priori vorstellen1 was
immer a posteriori in der ,erfahrung
gegeben werden mag4 ,gesetzt aber1 es
finde sich doch etwas1 was sich an jeder
,empfindung1 als ,empfindung berhaupt1
7ohne da eine besondere gegeben sein
mag17 a priori erkennen lt2 so wrde
dieses im ausnehmenden ,verstande
,antizipation genannt zu werden
verdienen1 weil es befremdlich scheint1
der ,erfahrung in demjenigen
vorzugreifen1 was gerade die ,materie
derselben angeht1 die man nur aus ihr
schpfen kann4 ,und so verhlt es sich
hier wirklich4 ,die ,apprehension1
blo vermittelst der ,empfindung1 erfllt
nur einen ,augenblick1 7wenn ich nmlich
nicht die ,sukzession vieler
,empfindungen in ,betracht ziehe74 ,als
etwas in der ,erscheinung1 dessen
,apprehension keine sukzessive
,synthesis ist1 die von ,teilen zur
ganzen ,vorstellung fortgeht1 hat sie
also keine extensive ,gre2 der ,mangel
der ,empfindung in demselben
,augenblicke wrde diesen als leer
vorstellen1 mithin ,o4 ,was nun in der
empirischen ,anschauung der ,empfindung
korrespondiert1 ist ,realitt 7realitas
phaenomenon72 was dem ,mangel
derselben entspricht1 ,negation ,o4
,nun ist aber jede ,empfindung einer
,verringerung fhig1 so da sie abnehmen1
und so allmhlich verschwinden kann4
,daher ist zwischen ,realitt in der
,erscheinung und ,negation ein
kontinuierlicher ,zusammenhang vieler
mglichen ,zwischenempfindungen1 deren
,unterschied voneinander immer kleiner
ist1 als der ,unterschied zwischen der
gegebenen und dem ,zero1 oder der
gnzlichen ,negation1 d4i43 das ,reale in
der ,erscheinung hat jederzeit eine
,gre1 welche aber nicht in der
,apprehension angetroffen wird1 indem
diese vermittelst der bloen ,empfindung
in einem ,augenblicke und nicht durch
sukzessive ,synthesis vieler
,empfindungen geschieht1 und also nicht
von den ,teilen zum ,ganzen geht2 es
hat also zwar eine ,gre1 aber keine
extensive4 ,nun nenne ich diejenige
,gre1 die nur als ,einheit apprehendiert
wird1 und in welcher die ,vielheit nur
durch ,annherung zur ,negation ,o
vorgestellt werden kann1 die intensive
,gre4 ,also hat jede ,realitt in der
,erscheinung intensive ,gre1 d4i4 einen
,grad4 ,wenn man diese ,realitt als
,ursache 7es sei der ,empfindung oder
anderer ,realitt in der ,erscheinung1
z4,b4 einer ,vernderung17 betrachtet2 so
nennt man den ,grad der ,realitt als
,ursache1 ein ,moment1 z4,b4 das ,moment
der ,schwere1 und zwar darum1 weil der
,grad nur die ,gre bezeichnet1 deren
,apprehension nicht sukzessiv1 sondern
augenblicklich ist4 ,dieses berhre ich
aber hier nur beilufig1 denn mit der
,kausalitt habe ich fr jetzt noch nicht
zu tun4 ,so hat demnach jede
,empfindung1 mithin auch jede ,realitt
in der ,erscheinung1 so klein sie auch
sein mag1 einen ,grad1 d4i4 eine
intensive ,gre1 die noch immer
vermindert werden kann1 und zwischen
,realitt und ,negation ist ein
kontinuierlicher ,zusammenhang mglicher
,realitten1 und mglicher kleinerer
,wahrnehmungen4 ,eine jede ,farbe1 z4
,e4 die rote1 hat einen ,grad1 der1 so
klein er auch sein mag1 niemals der
kleinste ist1 und so ist es mit der
,wrme1 dem ,momente der ,schwere usw4
berall bewandt4 ,die ,eigenschaft der
,gren1 nach welcher an ihnen kein ,teil
der kleinstmgliche 7kein ,teil
einfach7 ist1 heit die ,kontinuitt
derselben4 ,raum und ,zeit sind quanta
continua1 weil kein ,teil derselben
gegeben werden kann1 ohne ihn zwischen
,grenzen 7,punkten und ,augenblicken7
einzuschlieen1 mithin nur so1 da dieser
,teil selbst wiederum ein ,raum1 oder
eine ,zeit ist4 ,der ,raum besteht also
nur aus ,rumen1 die ,zeit aus ,zeiten4
,punkte und ,augenblicke sind nur
,grenzen1 d4i4 bloe ,stellen ihrer
,einschrnkung2 ,stellen aber setzen
jederzeit jene ,anschauungen1 die sie
beschrnken oder bestimmen sollen1
voraus1 und aus bloen ,stellen1 als aus
,bestandteilen1 die noch vor dem ,raume
oder der ,zeit gegeben werden knnten1
kann weder ,raum noch ,zeit
zusammengesetzt werden4 ,dergleichen
,gren kann man auch flieende nennen1
weil die ,synthesis 7der produktiven
,einbildungskraft7 in ihrer ,erzeugung
ein ,fortgang in der ,zeit ist1 deren
,kontinuitt man besonders durch den
,ausdruck des ,flieens 7,verflieens7 zu
bezeichnen pflegt4 ,alle
,erscheinungen berhaupt sind demnach
kontinuierliche ,gren1 sowohl ihrer
,anschauung nach1 als extensive1 oder
der bloen ,wahrnehmung 7,empfindung und
mithin ,realitt7 nach1 als intensive
,gren4 ,wenn die ,synthesis des
,mannigfaltigen der ,erscheinung
unterbrochen ist1 so ist dieses ein
,aggregat von vielen ,erscheinungen1
und nicht eigentlich ,erscheinung als
ein ,quantum1 welches nicht durch die
bloe ,fortsetzung der produktiven
,synthesis einer gewissen ,art1 sondern
durch ,wiederholung einer immer
aufhrenden ,synthesis erzeugt wird4
,wenn ich #ac ,taler ein ,geldquantum
nenne1 so benenne ich es sofern
richtig1 als ich darunter den ,gehalt
von einer ,mark fein ,silber verstehe2
welche aber allerdings eine
kontinuierliche ,gre ist1 in welcher
kein ,teil der kleinste ist1 sondern
jeder ,teil ein ,geldstck ausmachen
knnte1 welche immer ,materie zu noch
kleineren enthielte4 ,wenn ich aber
unter jener ,benennung #ac runde ,taler
verstehe1 als so viel ,mnzen1 7ihr
,silbergehalt mag sein1 welcher er
wolle17 so benenne ich es unschicklich
durch ein ,quantum von ,talern1 sondern
mu es ein ,aggregat1 d4i4 eine ,zahl
,geldstcke1 nennen4 ,da nun bei aller
,zahl doch ,einheit zum ,grunde liegen
mu1 so ist die ,erscheinung als ,einheit
ein ,quantum1 und als ein solches
jederzeit ein ,kontinuum4 ,wenn nun
alle ,erscheinungen1 sowohl extensiv1
als intensiv betrachtet1
kontinuierliche ,gren sind1 so wrde der
,satz3 da auch alle ,vernderung
7bergang eines ,dinges aus einem
,zustande in den anderen7
kontinuierlich sein1 leicht und mit
mathematischer ,evidenz hier bewiesen
werden knnen1 wenn nicht die ,kausalitt
einer ,vernderung berhaupt ganz
auerhalb den ,grenzen einer
,transzendental-,philosophie lge1 und
empirische ,prinzipien voraussetzte4
,denn da eine ,ursache mglich sei1
welche den ,zustand der ,dinge verndere1
d4i4 sie zum ,gegenteil eines gewissen
gegebenen ,zustandes bestimme1 davon
gibt uns der ,verstand a priori gar
keine ,erffnung1 nicht blo deswegen1
weil er die ,mglichkeit davon gar nicht
einsieht1 7denn diese ,einsicht fehlt
uns in mehreren ,erkenntnissen a
priori17 sondern weil die
,vernderlichkeit nur gewisse
,bestimmungen der ,erscheinungen trifft1
welche die ,erfahrung allein lehren
kann1 indessen da ihre ,ursache in dem
,unvernderlichen anzutreffen ist4 ,da
wir aber hier nichts vor uns haben1
dessen wir uns bedienen knnen1 als die
reinen ,grundbegriffe aller mglichen
,erfahrung1 unter welchen durchaus
nichts ,empirisches sein mu2 so knnen
wir1 ohne die ,einheit des ,systems zu
verletzen1 der allgemeinen
,naturwissenschaft1 welche auf gewisse
,grunderfahrungen gebaut ist1 nicht
vorgreifen4 ,gleichwohl mangelt es
uns nicht an ,beweistmern des groen
,einflusses1 den dieser unser
,grundsatz hat1 ,wahrnehmungen zu
antizipieren1 und sogar deren ,mangel
sofern zu ergnzen1 da er allen falschen
,schlssen1 die daraus gezogen werden
mchten1 den ,riegel vorschiebt4 ,wenn
alle ,realitt in der ,wahrnehmung einen
,grad hat1 zwischen dem und der
,negation eine unendliche ,stufenfolge
immer minderer ,grade stattfindet1 und
gleichwohl ein jeder ,sinn einen
bestimmten ,grad der ,rezeptivitt der
,empfindungen haben mu2 so ist keine
,wahrnehmung1 mithin auch keine
,erfahrung mglich1 die einen gnzlichen
,mangel alles ,realen in der
,erscheinung1 es sei unmittelbar oder
mittelbar1 7durch welchen ,umschweif im
,schlieen als man immer wolle17
bewiese1 d4i4 es kann aus der
,erfahrung niemals ein ,beweis vom
leeren ,raume oder einer leeren ,zeit
gezogen werden4 ,denn der gnzliche
,mangel des ,realen in der sinnlichen
,anschauung kann erstlich selbst nicht
wahrgenommen werden1 zweitens kann er
aus keiner einzigen ,erscheinung und dem
,unterschiede des ,grades ihrer
,realitt gefolgert1 oder darf auch zur
,erklrung derselben niemals angenommen
werden4 ,denn wenn auch die ganze
,anschauung eines bestimmten ,raumes
oder ,zeit durch und durch real1 d4i4
kein ,teil derselben leer ist2 so mu es
doch1 weil jede ,realitt ihren ,grad
hat1 der1 bei unvernderter extensiver
,gre der ,erscheinung bis zum ,nichts
7dem leeren7 durch unendliche ,stufen
abnehmen kann1 unendlich verschiedene
,grade1 mit welchen ,raum oder ,zeit
erfllt sei1 geben1 und die intensive
,gre in verschiedenen ,erscheinungen
kleiner oder grer sein knnen1 obschon
die extensive ,gre der ,anschauung
gleich ist4 ,wir wollen ein ,beispiel
davon geben4 ,beinahe alle
,naturlehrer1 da sie einen groen
,unterschied der ,quantitt der ,materie
von verschiedener ,art unter gleichem
,volumen 7teils durch das ,moment der
,schwere1 oder des ,gewichts1 teils
durch das ,moment des ,widerstandes
gegen andere bewegter ,materien7
wahrnehmen1 schlieen daraus einstimmig3
dieses ,volumen 7extensive ,gre der
,erscheinung7 msse in allen ,materien1
obzwar in verschiedenem ,mae1 leer sein4
,wer htte aber von diesen grtenteils
mathematischen und mechanischen
,naturforschern sich wohl jemals
einfallen lassen1 da sie diesen ihren
,schlu lediglich auf eine metaphysische
,voraussetzung1 welche sie doch so sehr
zu vermeiden vorgeben1 grndeten8 indem
sie annehmen1 da das ,reale im ,raume
7ich mag es hier nicht
,undurchdringlichkeit oder ,gewicht
nennen1 weil dieses empirische
,begriffe sind71 allerwrts einerlei sei1
und sich nur der extensiven ,gre d4i4
der ,menge nach unterscheiden knne4
,dieser ,voraussetzung1 dazu sie keinen
,grund in der ,erfahrung haben konnten1
und die also blo metaphysisch ist1
setze ich einen transzendentalen
,beweis entgegen1 der zwar den
,unterschied in der ,erfllung der ,rume
nicht erklren soll1 aber doch die
vermeinte ,notwendigkeit jener
,voraussetzung1 gedachten ,unterschied
nicht anders wie durch anzunehmende
leere ,rume1 erklren zu knnen1 vllig
aufhebt1 und das ,verdienst hat1 den
,verstand wenigstens in ,freiheit zu
versetzen1 sich diese ,verschiedenheit
auch auf andere ,art zu denken1 wenn
die ,naturerklrung hierzu irgendeine
,hypothese notwendig machen sollte4
,denn da sehen wir1 da1 obschon gleiche
,rume von verschiedenen ,materien
vollkommen erfllt sein mgen1 so1 da in
keinem von beiden ein ,punkt ist1 in
welchem nicht ihre ,gegenwart
anzutreffen wre1 so habe doch jedes
,reale bei derselben ,qualitt ihren
,grad 7des ,widerstandes oder des
,wiegens71 welcher ohne ,verminderung
der extensiven ,gre oder ,menge ins
,unendliche kleiner sein kann1 ehe sie
in das ,leere bergeht1 und verschwindet4
,so kann eine ,ausspannung1 die einen
,raum erfllt1 z4,b4 ,wrme1 und auf
gleiche ,weise jede andere ,realitt 7in
der ,erscheinung71 ohne im mindesten
den kleinsten ,teil dieses ,raumes leer
zu lassen1 in ihren ,graden ins
,unendliche abnehmen1 und
nichtsdestoweniger den ,raum mit diesen
kleineren ,graden ebensowohl erfllen1
als eine andere ,erscheinung mit
greren4 ,meine ,absicht ist hier
keineswegs1 zu behaupten3 da dieses
wirklich mit der ,verschiedenheit der
,materien1 ihrer spezifischen ,schwere
nach1 so bewandt sei1 sondern nur aus
einem ,grundsatze des reinen
,verstandes darzutun3 da die ,natur
unserer ,wahrnehmungen eine solche
,erklrungsart mglich mache1 und da man
flschlich das ,reale der ,erscheinung
dem ,grade nach als gleich1 und nur der
,aggregation und deren extensiven ,gre
nach als verschieden annehme1 und dieses
sogar1 vorgeblichermaen1 durch einen
,grundsatz des ,verstandes a priori
behaupte4 ,es hat gleichwohl diese
,antizipation der ,wahrnehmung etwas fr
einen der transzendentalen gewohnten
und dadurch behutsam gewordenen
,nachforscher1 immer etwas ,auffallendes
an sich1 und erregt darber einiges
,bedenken1 da der ,verstand einen
dergleichen synthetischen ,satz1 als
der von dem ,grad alles ,realen in den
,erscheinungen ist1 und mithin der
,mglichkeit des inneren ,unterschiedes
der ,empfindung selbst1 wenn man von
ihrer empirischen ,qualitt abstrahiert1
und es ist also noch eine der ,auflsung
nicht unwrdige ,frage3 wie der
,verstand hierin synthetisch ber
,erscheinungen a priori aussprechen1
und diese sogar in demjenigen1 was
eigentlich und blo empirisch ist1
nmlich die ,empfindung angeht1
antizipieren knne8 ,die ,qualitt der
,empfindung ist jederzeit blo empirisch
und kann a priori gar nicht vorgestellt
werden1 7z4,b4 ,farben1 ,geschmack
usw474 ,aber das ,reale1 was den
,empfindungen berhaupt korrespondiert1
im ,gegensatz mit der ,negation ,o1
stellt nur etwas vor1 dessen ,begriff
an sich ein ,sein enthlt1 und bedeutet
nichts als die ,synthesis in einem
empirischen ,bewutsein berhaupt4 ,in dem
inneren ,sinn nmlich kann das
empirische ,bewutsein von ,o bis zu
jedem greren ,grade erhht werden1 so da
eben dieselbe extensive ,gre der
,anschauung 7z4,b4 erleuchtete ,flche7
so groe ,empfindung erregt1 als ein
,aggregat von vielem anderen 7minder
erleuchteten7 zusammen4 ,man kann also
von der extensiven ,gre der
,erscheinung gnzlich abstrahieren1 und
sich doch an der bloen ,empfindung in
einem ,moment eine ,synthesis der
gleichfrmigen ,steigerung von ,o bis zu
dem gegebenen empirischen ,bewutsein
vorstellen4 ,alle ,empfindungen werden
daher1 als solche1 zwar nur a priori
gegeben1 aber die ,eigenschaft
derselben1 da sie einen ,grad haben1
kann a priori erkannt werden4 ,es ist
merkwrdig1 da wir an ,gren berhaupt a
priori nur eine einzige ,qualitt1 nmlich
die ,kontinuitt1 an aller ,qualitt
aber 7dem ,realen der ,erscheinungen7
nichts weiter a priori1 als die
intensive ,quantitt derselben1 nmlich
da sie einen ,grad haben1 erkennen
knnen1 alles brige bleibt der
,erfahrung berlassen4 #c4 ,die
,analogien der ,erfahrung ,der
allgemeine ,grundsatz derselben ist3
,alle ,erscheinungen stehen1 ihrem
,dasein nach1 a priori unter ,regeln der
,bestimmung ihres ,verhltnisses
untereinander in einer ,zeit4 ,die
drei modi der ,zeit sind
,beharrlichkeit1 ,folge und
,zugleichsein4 ,daher werden drei
,regeln aller ,zeitverhltnisse der
,erscheinungen1 wonach jeder ihr
,dasein in ,ansehung der ,einheit aller
,zeit bestimmt werden kann1 vor aller
,erfahrung vorangehen1 und diese
allererst mglich machen4 ,der
allgemeine ,grundsatz aller drei
,analogien beruht auf der notwendigen
,einheit der ,apperzeption1 in ,ansehung
alles mglichen empirischen
,bewutseins1 7der ,wahrnehmung17 zu
jeder ,zeit1 folglich1 da jene a priori
zum ,grunde liegt1 auf der
synthetischen ,einheit aller
,erscheinungen nach ihrem ,verhltnisse
in der ,zeit4 ,denn die ursprngliche
,apperzeption bezieht sich auf den
inneren ,sinn 7den ,inbegriff aller
,vorstellungen71 und zwar a priori auf
die ,form desselben1 d4i4 das
,verhltnis des mannigfaltigen
empirischen ,bewutseins in der ,zeit4
,in der ursprnglichen ,apperzeption soll
nun alle dieses ,mannigfaltige1 seinen
,zeitverhltnissen nach1 vereinigt
werden2 denn dieses sagt die
transzendentale ,einheit derselben a
priori1 unter welcher alles steht1 was
zu meinem 7d4i4 meinem einigen7
,erkenntnisse gehren soll1 mithin ein
,gegenstand fr mich werden kann4 ,diese
synthetische ,einheit in dem
,zeitverhltnisse aller ,wahrnehmungen1
welche a priori bestimmt ist1 ist also
das ,gesetz3 da alle empirischen
,zeitbestimmung unter ,regeln der
angeben ,zeitbestimmung stehen mssen1
und die ,analogien der ,erfahrung1 von
denen wir jetzt handeln wollen1 mssen
dergleichen ,regeln sein4 ,diese
,grundstze haben das ,besondere an sich1
da sie nicht die ,erscheinungen1 und
die ,synthesis ihrer empirischen
,anschauung1 sondern blo das ,dasein1
und ihr ,verhltnis untereinander in
,ansehung dieses ihres ,daseins1
erwgen4 ,nun kann die ,art1 wie etwas in
der ,erscheinung apprehendiert wird1 a
priori dergestalt bestimmt sein1 da die
,regel ihrer ,synthesis zugleich diese
,anschauung a priori in jedem
vorliegenden empirischen ,beispiele
geben1 d4i4 sie daraus zustande bringen
kann4 ,allein das ,dasein der
,erscheinungen kann a priori nicht
erkannt werden1 und ob wir gleich auf
diesem ,wege dahin gelangen knnten1 auf
irgendein ,dasein zu schlieen1 so wrden
wir dieses doch nicht bestimmt
erkennen1 d4i4 das1 wodurch seine
empirische ,anschauung sich von anderen
unterschiede1 antizipieren knnen4
,die vorigen zwei ,grundstze1 welche ich
die mathematischen nannte1 in
,betracht dessen1 da sie die ,mathematik
auf ,erscheinungen anzuwenden
berechtigten1 gingen auf ,erscheinungen
ihrer bloen ,mglichkeit nach1 und
lehrten1 wie sie sowohl ihrer
,anschauung1 als dem ,realen ihrer
,wahrnehmung nach1 nach ,regeln einer
mathematischen ,synthesis erzeugt
werden knnten2 daher sowohl bei der
einen1 als bei der anderen die
,zahlgren1 und1 mit ihnen1 die
,bestimmung der ,erscheinung als ,gre1
gebraucht werden knnen4 ,so werde ich
z4,b4 den ,grad der ,empfindungen des
,sonnenlichts aus etwa #bjj #jjj
,erleuchtungen durch den ,mond
zusammensetzen und a priori bestimmt
geben1 d4i4 konstruieren knnen4 ,daher
knnen wir die ersteren ,grundstze
konstitutive nennen4 ,ganz anders mu
es mit denen bewandt sein1 die das
,dasein der ,erscheinungen a priori
unter ,regeln bringen sollen4 ,denn1 da
dieses sich nicht konstruieren lt1 so
werden sie nur auf das ,verhltnis des
,daseins gehen1 und keine andere als blo
regulative ,prinzipien abgeben knnen4
,da ist also weder an ,axiome1 noch an
,antizipationen zu denken1 sondern1
wenn uns eine ,wahrnehmung in einem
,zeitverhltnisse gegen andere 7obzwar
unbestimmte7 gegeben ist1 so wird a
priori nicht gesagt werden knnen3
welche andere und wie groe ,wahrnehmung1
sondern1 wie sie dem ,dasein nach1 in
diesem modo der ,zeit1 mit jener
notwendig verbunden sei4 ,in der
,philosophie bedeuten ,analogien etwas
sehr ,verschiedenes von demjenigen1 was
sie in der ,mathematik vorstellen4 ,in
dieser sind es ,formeln1 welche die
,gleichheit zweier ,grenverhltnisse
aussagen1 und jederzeit konstitutiv1 so1
da1 wenn zwei ,glieder der ,proportion
gegeben sind1 auch das dritte dadurch
gegeben wird1 d4i4 konstruiert werden
kann4 ,in der ,philosophie aber ist die
,analogie nicht die ,gleichheit zweier
quantitativen1 sondern qualitativen
,verhltnisse1 wo ich aus drei gegebenen
,gliedern nur das ,verhltnis zu einem
vierten1 nicht aber dieses vierte ,glied
selbst erkennen1 und a priori geben
kann1 wohl aber eine ,regel habe1 es in
der ,erfahrung zu suchen1 und ein
,merkmal1 es in derselben aufzufinden4
,eine ,analogie der ,erfahrung wird also
nur eine ,regel sein1 nach welcher aus
,wahrnehmungen ,einheit der ,erfahrung
7nicht wie ,wahrnehmung selbst1 als
empirische ,anschauung berhaupt7
entspringen soll1 und als ,grundsatz
von den ,gegenstnden 7der
,erscheinungen7 nicht konstitutiv1
sondern blo regulativ gelten4
,ebendasselbe aber wird auch von den
,postulaten des empirischen ,denkens
berhaupt1 welche die ,synthesis der
bloen ,anschauung 7der ,form der
,erscheinung71 der ,wahrnehmung 7der
,materie derselben71 und der ,erfahrung
7des ,verhltnisses dieser
,wahrnehmungen7 zusammen betreffen1
gelten1 nmlich da sie nur regulative
,grundstze sind1 und sich von den
mathematischen1 die konstitutiv sind1
zwar nicht in der ,gewiheit1 welche in
beiden a priori feststeht1 aber doch in
der ,art der ,evidenz1 d4i4 dem
,intuitiven derselben 7mithin auch der
,demonstration7 unterscheiden4 ,was
aber bei allen synthetischen ,grundstzen
erinnert ward1 und hier vorzglich
angemerkt werden mu1 ist dieses3 da
diese ,analogien nicht als ,grundstze
des transzendentalen1 sondern blo des
empirischen ,verstandesgebrauchs1 ihre
alleinige ,bedeutung und ,gltigkeit
halben1 mithin auch nur als solche
bewiesen werden knnen1 da folglich die
,erscheinungen nicht unter die
,kategorien schlechthin1 sondern nur
unter ihre ,schemate subsumiert werden
mssen4 ,denn1 wren die ,gegenstnde1 auf
welche diese ,grundstze bezogen werden
sollen1 ,dinge an sich selbst1 so wre
es ganz unmglich1 etwas von ihnen a
priori synthetisch zu erkennen4 ,nun
sind es nichts als ,erscheinungen1 deren
vollstndige ,erkenntnis1 auf die alle
,grundstze a priori zuletzt doch immer
auslaufen mssen1 lediglich die mgliche
,erfahrung ist1 folglich knnen jene
nichts1 als blo die ,bedingungen der
,einheit des empirischen ,erkenntnisses
in der ,synthesis der ,erscheinungen
zum ,ziele haben2 diese aber wird nur
allein in dem ,schema des reinen
,verstandesbegriffs gedacht1 von deren
,einheit1 als einer ,synthesis
berhaupt1 die ,kategorie die durch keine
sinnliche ,bedingung restringierte
,funktion enthlt4 ,wir werden also durch
diese ,grundstze die ,erscheinungen
nur nach einer ,analogie1 mit der
logischen und allgemeinen ,einheit der
,begriffe1 zusammenzusetzen berechtigt
werden1 und daher uns in dem
,grundsatze selbst zwar der ,kategorie
bedienen1 in der ,ausfhrung aber 7der
,anwendung auf ,erscheinungen7 das
,schema derselben1 als den ,schlssel
ihres ,gebrauchs1 an dessen ,stelle1
oder jener vielmehr1 als
restringierende ,bedingung1 unter dem
,namen einer ,formel des ersteren1 zur
,seite setzen4 ,a4 ,erste
,analogie ,grundsatz der
,beharrlichkeit ,alle ,erscheinungen
enthalten das ,beharrliche 7,substanz7
als den ,gegenstand selbst1 und das
,wandelbare1 als dessen bloe
,bestimmung1 d4i4 eine ,art1 wie der
,gegenstand existiert4
,beweis dieser ersten ,analogie ,alle
,erscheinungen sind in der ,zeit4
,diese kann auf zweifache ,weise das
,verhltnis im ,dasein derselben
bestimmen1 entweder sofern sie nach
einander oder zugleich sind4 ,in
,betracht der ersteren1 wird die ,zeit1
als ,zeitreihe1 in ,ansehung der zweiten
als ,zeitumfang betrachtet4 ,unsere
,apprehension des ,mannigfaltigen der
,erscheinung ist jederzeit sukzessiv1
und ist also immer wechselnd4 ,wir knnen
also dadurch allein niemals bestimmen1
ob dieses ,mannigfaltige1 als
,gegenstand der ,erfahrung1 zugleich
sei1 oder nacheinander folge1 wo an ihr
nicht etwas zum ,grunde liegt1 was
jederzeit ist1 d4i4 etwas ,bleibendes
und ,beharrliches1 von welchem aller
,wechsel und ,zugleichsein nichts1 als
so viel ,arten 7modi der ,zeit7 sind1
wie das ,beharrliche existiert4 ,nur in
dem ,beharrlichen sind also
,zeitverhltnisse mglich 7denn
,simultaneitt und ,sukzession sind die
einzigen ,verhltnisse in der ,zeit71
d4i4 das ,beharrliche ist das
,substratum der empirischen
,vorstellung der ,zeit selbst1 an
welchem alle ,zeitbestimmung allein
mglich ist4 ,die ,beharrlichkeit drckt
berhaupt die ,zeit1 als das bestndige
,korrelatum alles ,daseins der
,erscheinungen1 alles ,wechsels und
aller ,begleitung1 aus4 ,denn der
,wechsel trifft die ,zeit selbst nicht1
sondern nur die ,erscheinungen in der
,zeit1 7so wie das ,zugleichsein nicht
ein modus der ,zeit selbst ist1 als in
welcher gar keine ,teile zugleich1
sondern alle nacheinander sind74 ,wollte
man der ,zeit selbst eine ,folge
nacheinander beilegen1 so mte man noch
eine andere ,zeit denken1 in welcher
diese ,folge mglich wre4 ,durch das
,beharrliche allein bekommt das ,dasein
in verschiedenen ,teilen der ,zeitreihe
nacheinander eine ,gre1 die man ,dauer
nennt4 ,denn in der bloen ,folge allein
ist das ,dasein immer verschwindend und
anhebend1 und hat niemals die mindeste
,gre4 ,ohne dieses ,beharrliche ist
also kein ,zeitverhltnis4 ,nun kann die
,zeit an sich selbst nicht wahrgenommen
werden2 mithin ist dieses ,beharrliche
an den ,erscheinungen das ,substratum
aller ,zeitbestimmung1 folglich auch
die ,bedingung der ,mglichkeit aller
synthetischen ,einheit der
,wahrnehmungen1 d4i4 der ,erfahrung1 und
an diesem ,beharrlichen kann alles
,dasein und aller ,wechsel in der ,zeit
nur als ein modus der ,existenz dessen1
was bleibt und beharrt1 angesehen
werden4 ,also ist in allen
,erscheinungen das ,beharrliche der
,gegenstand selbst1 d4i4 die ,substanz
7phaenomenon71 alles aber1 was wechselt1
oder wechseln kann1 gehrt nur zu der
,art1 wie diese ,substanz oder
,substanzen existieren1 mithin zu ihren
,bestimmungen4 ,ich finde1 da zu
allen ,zeiten nicht blo der ,philosoph1
sondern selbst der gemeine ,verstand
diese ,beharrlichkeit1 als ein
,substratum alles ,wechsels der
,erscheinungen1 vorausgesetzt haben1 und
auch jederzeit als ungezweifelt
annehmen werden1 nur da der ,philosoph
sich hierber etwas bestimmter ausdrckt1
indem er sagt3 bei allen ,vernderungen
in der ,welt bleibt die ,substanz1 und
nur die ,akzidenzen wechseln4 ,ich
treffe aber von diesem so synthetischen
,satze nirgends auch nur den ,versuch
von einem ,beweise1 ja er steht auch nur
selten1 wie es ihm doch gebhrt1 an der
,spitze der reinen und vllig a priori
bestehenden ,gesetze der ,natur4 ,in der
,tat ist der ,satz1 da die ,substanz
beharrlich sei1 tautologisch4 ,denn blo
diese ,beharrlichkeit ist der ,grund1
warum wir auf die ,erscheinung die
,kategorie der ,substanz anwenden1 und
man htte beweisen mssen1 da in allen
,erscheinungen etwas ,beharrliches sei1
an welchem das ,wandelbare nichts als
,bestimmung seines ,daseins ist4 ,da
aber ein solcher ,beweis niemals
dogmatisch1 d4i4 aus ,begriffen1 gefhrt
werden kann1 weil er einen
synthetischen ,satz a priori betrifft1
und man niemals daran dachte1 da
dergleichen ,stze nur in ,beziehung auf
mgliche ,erfahrung gltig sind1 mithin
auch nur durch eine ,deduktion der
,mglichkeit der letzteren bewiesen
werden knnen2 so ist kein ,wunder1 wenn
er zwar bei aller ,erfahrung zum
,grunde gelegt 7weil man dessen
,bedrfnis bei der empirischen
,erkenntnis fhlt71 niemals aber bewiesen
worden ist4 ,ein ,philosoph wurde
gefragt3 wieviel wiegt der ,rauch8 ,er
antwortete3 ziehe von dem ,gewichte des
verbrannten ,holzes das ,gewicht der
brigbleibenden ,asche ab1 so hast du das
,gewicht des ,rauchs4 ,er setzte also
als unwidersprechlich voraus3 da1 selbst
im ,feuer1 die ,materie 7,substanz7
nicht vergehe1 sondern nur die ,form
derselben eine ,abnderung erleide4
,ebenso war der ,satz3 aus nichts wird
nichts1 nur ein anderer ,folgesatz aus
dem ,grundsatze der ,beharrlichkeit1
oder vielmehr des immerwhrenden
,daseins des eigentlichen ,subjekts an
den ,erscheinungen4 ,denn1 wenn
dasjenige an der ,erscheinung1 was man
,substanz nennen will1 das eigentliche
,substratum aller ,zeitbestimmung sein
soll1 so mu sowohl alles ,dasein in der
vergangenen1 als das der knftigen
,zeit1 daran einzig und allein bestimmt
werden knnen4 ,daher knnen wir einer
,erscheinung nur darum den ,namen
,substanz geben1 weil wir ihr ,dasein
zu aller ,zeit voraussetzen1 welches
durch das ,wort ,beharrlichkeit nicht
einmal wohl ausgedrckt wird1 indem
dieses mehr auf knftige ,zeit geht4
,indessen ist die innere ,notwendigkeit
zu beharren1 doch unzertrennlich mit
der ,notwendigkeit1 immer gewesen zu
sein1 verbunden1 und der ,ausdruck mag
also bleiben4 ,gigni de nihilo nihil1
in nihilum nil posse reverti1 waren zwei
,stze1 welche die ,alten unzertrennt
verknpften1 und die man aus ,miverstand
jetzt bisweilen trennt1 weil man sich
vorstellt1 da sie ,dinge an sich selbst
angehen1 und der erstere der
,abhngigkeit der ,welt von einer
obersten ,ursache 7auch sogar ihrer
,substanz nach7 entgegen sein drfte2
welche ,besorgnis unntig ist1 indem hier
nur von ,erscheinungen im ,felde der
,erfahrung die ,rede ist1 deren ,einheit
niemals mglich sein wrde1 wenn wir
neue ,dinge 7der ,substanz nach7 wollten
entstehen lassen4 ,denn alsdann fiele
dasjenige weg1 welches die ,einheit der
,zeit allein vorstellen kann1 nmlich die
,identitt des ,substratum1 als woran
aller ,wechsel allein durchgngige
,einheit hat4 ,diese ,beharrlichkeit
ist indes doch weiter nichts1 als die
,art1 uns das ,dasein der ,dinge 7in
der ,erscheinung7 vorzustellen4 ,die
,bestimmungen einer ,substanz1 die
nichts anderes sind1 als besondere
,arten derselben zu existieren1 heien
,akzidenzen4 ,sie sind jederzeit real1
weil sie das ,dasein der ,substanz
betreffen1 7,negationen sind nur
,bestimmungen1 die das ,nichtsein von
etwas an der ,substanz ausdrcken74
,wenn man nun diesem ,realen an der
,substanz ein besonderes ,dasein
beigelegt1 7z4,e4 der ,bewegung1 als
einem ,akzidens der ,materie17 so nennt
man dieses ,dasein die ,inhrenz1 zum
,unterschiede vom ,dasein der ,substanz1
die man ,subsistenz nennt4 ,allein
hieraus entspringen viel ,mideutungen1
und es ist genauer und richtiger
geredet1 wenn man das ,akzidens nur
durch die ,art1 wie das ,dasein einer
,substanz positiv bestimmt ist1
bezeichnet4 ,indessen ist es doch1
vermge der ,bedingungen des logischen
,gebrauchs unseres ,verstandes1
unvermeidlich1 dasjenige1 was im ,dasein
einer ,substanz wechseln kann1
indessen1 da die ,substanz bleibt1
gleichsam abzusondern1 und in
,verhltnis auf das eigentliche
,beharrliche und ,radikale zu
betrachten2 daher denn auch diese
,kategorie unter dem ,titel der
,verhltnisse steht1 mehr als die
,bedingung derselben1 als da sie selbst
ein ,verhltnis enthielte4 ,auf
dieser ,beharrlichkeit grndet sich nun
auch die ,berichtigung des ,begriffs
von ,vernderung4 ,entstehen und
,vergehen sind nicht ,vernderungen
desjenigen1 was entsteht oder vergeht4
,vernderung ist eine ,art zu
existieren1 welche auf eine andere ,art
zu existieren eben desselben
,gegenstandes erfolgt4 ,daher ist alles1
was sich verndert1 bleibend1 und nur
sein ,zustand wechselt4 ,da dieser
,wechsel also nur die ,bestimmungen
trifft1 die aufhren oder auch anheben
knnen1 so knnen wir1 in einem etwas
paradox scheinenden ,ausdruck1 sagen3
nur das ,beharrliche 7die ,substanz7
wird verndert1 das ,wandelbare erleidet
keine ,vernderung1 sondern einen
,wechsel1 da einige ,bestimmungen
aufhren1 und andere anheben4
,vernderung kann daher nur an
,substanzen wahrgenommen werden1 und das
,entstehen oder ,vergehen1
schlechthin1 ohne da es blo eine
,bestimmung des ,beharrlichen betreffe1
kann gar keine mgliche ,wahrnehmung
sein1 weil eben dieses ,beharrliche die
,vorstellung von dem bergange aus dem
,zustande in den anderen1 und von
,nichtsein zum ,sein1 mglich macht1 die
also nur als wechselnde ,bestimmungen
dessen1 was bleibt1 empirisch erkannt
werden knnen4 ,nehmet an1 da etwas
schlechthin anfange zu sein2 so mt ihr
einen ,zeitpunkt haben1 in dem es nicht
war4 ,woran wollt ihr aber diesen
heften1 wenn nicht an demjenigen1 was
schon da ist8 ,denn eine leere ,zeit1
die vorherginge1 ist kein ,gegenstand
der ,wahrnehmung2 knpft ihr dieses
,entstehen aber an ,dinge1 die vorher
waren1 und bis zu dem1 was entsteht1
fortdauern1 so war das letztere nur
eine ,bestimmung des ersteren1 als des
,beharrlichen4 ,ebenso ist es auch mit
dem ,vergehen3 denn dieses setzt die
empirische ,vorstellung einer ,zeit
voraus1 da eine ,erscheinung nicht mehr
ist4 ,substanzen 7in der
,erscheinung7 sind die ,substrate aller
,zeitbestimmungen4 ,das ,entstehen
einiger1 und das ,vergehen anderer
derselben1 wrde selbst die einzige
,bedingung der empirischen ,einheit der
,zeit aufheben1 und die ,erscheinungen
wrden sich alsdann auf zweierlei ,zeit
beziehen1 in denen nebeneinander das
,dasein verflsse1 welches ungereimt
ist4 ,denn es ist nur ,eine ,zeit1 in
welcher alle verschiedenen ,zeiten
nicht zugleich1 sondern nacheinander
gesetzt werden mssen4 ,so ist
demnach die ,beharrlichkeit eine
notwendige ,bedingung1 unter welcher
allein ,erscheinungen1 als ,dinge oder
,gegenstnde1 in einer mglichen
,erfahrung bestimmbar sind4 ,was aber
das empirische ,kriterium dieser
notwendigen ,beharrlichkeit und mit ihr
der ,substantialitt der ,erscheinungen
sei1 davon wird uns die ,folge
,gelegenheit geben1 das ,ntige
anzumerken4 ,b4 ,zweite ,analogie
,grundsatz der ,erzeugung ,alles1
was geschieht 7anhebt zu sein7 setzt
etwas voraus1 worauf es nach einer
,regel folgt4 ,die ,apprehension des
,mannigfaltigen der ,erscheinung ist
jederzeit sukzessiv4 ,die
,vorstellungen der ,teile folgen
aufeinander4 ,ob sie sich auch im
,gegenstande folgen1 ist ein zweiter
,punkt der ,reflexion1 der in der
ersteren nicht enthalten ist4 ,nun kann
man zwar alles1 und sogar jede
,vorstellung1 sofern man sich ihrer
bewut ist1 ,objekt nennen2 allein was
dieses ,wort bei ,erscheinungen zu
bedeuten habe1 nicht1 insofern sie 7als
,vorstellungen7 ,objekte sind1 sondern
nur ein ,objekt bezeichnen1 ist von
tieferer ,untersuchung4 ,sofern sie1 nur
als ,vorstellungen zugleich
,gegenstnde des ,bewutseins sind1 so
sind sie von der ,apprehension1 d4i4
der ,aufnahme in die ,synthesis der
,einbildungskraft1 gar nicht
unterschieden1 und man mu also sagen3
das ,mannigfaltige der ,erscheinungen
wird im ,gemt jederzeit sukzessiv
erzeugt4 ,wren ,erscheinungen ,dinge an
sich selbst1 so wrde kein ,mensch aus
der ,sukzession der ,vorstellungen von
ihrem ,mannigfaltigen ermessen knnen1
wie dieses in dem ,objekt verbunden sei4
,denn wir haben es doch nur mit
unseren ,vorstellungen zu tun2 wie
,dinge an sich selbst 7ohne ,rcksicht
auf ,vorstellungen1 dadurch sie uns
affizieren17 sein mgen1 ist gnzlich
auer unserer ,erkenntnissphre4 ,ob nun
gleich die ,erscheinungen nicht ,dinge
an sich selbst1 und gleichwohl doch das
einzige sind1 was uns zur ,erkenntnis
gegeben werden kann1 so soll ich
anzeigen1 was dem ,mannigfaltigen an den
,erscheinungen selbst fr eine
,verbindung in der ,zeit zukomme1
indessen da die ,vorstellung desselben
in der ,apprehension jederzeit sukzessiv
ist4 ,so ist z4,e4 die ,apprehension
des ,mannigfaltigen in der ,erscheinung
eines ,hauses1 das vor mir steht1
sukzessiv4 ,nun ist die ,frage3 ob das
,mannigfaltige dieses ,hauses selbst
auch in sich sukzessiv sei1 welches
freilich niemand zugeben wird4 ,nun ist
aber1 sobald ich meine ,begriffe von
einem ,gegenstande bis zur
transzendentalen ,bedeutung steigere1
das ,haus gar kein ,ding an sich
selbst1 sondern nur eine ,erscheinung1
d4i4 ,vorstellung1 dessen
transzendentaler ,gegenstand unbekannt
ist2 was verstehe ich also unter der
,frage3 wie das ,mannigfaltige in der
,erscheinung selbst 7die doch nichts an
sich selbst ist7 verbunden sein mge8
,hier wird das1 was in der sukzessiven
,apprehension liegt1 als ,vorstellung1
die ,erscheinung aber1 die mir gegeben
ist1 ohnerachtet sie nichts weiter als
ein ,inbegriff dieser ,vorstellungen
ist1 als der ,gegenstand derselben
betrachtet1 mit welchem mein ,begriff1
den ich aus den ,vorstellungen der
,apprehension ziehe1 zusammenstimmen
soll4 ,man sieht bald1 da1 weil
bereinstimmung der ,erkenntnis mit dem
,objekt ,wahrheit ist1 hier nur nach
den formalen ,bedingungen der
empirischen ,wahrheit gefragt werden
kann1 und ,erscheinung1 im
,gegenverhltnis mit den ,vorstellungen
der ,apprehension1 nur dadurch als das
davon unterschiedene ,objekt derselben
knne vorgestellt werden1 wenn sie unter
einer ,regel steht1 welche sie von
jeder anderen ,apprehension
unterscheidet1 und eine ,art der
,verbindung des ,mannigfaltigen
notwendig macht4 ,dasjenige an der
,erscheinung1 was die ,bedingung dieser
notwendigen ,regel der ,apprehension
enthlt1 ist das ,objekt4 ,nun lat uns
zu unserer ,aufgabe fortgehen4 ,da
etwas geschehe1 d4i4 etwas1 oder ein
,zustand werde1 der vorher nicht war1
kann nicht empirisch wahrgenommen
werden1 wo nicht eine ,erscheinung
vorhergeht1 welche diesen ,zustand
nicht in sich enthlt2 denn eine
,wirklichkeit1 die auf eine leere ,zeit
folge mithin ein ,entstehen1 vor dem
kein ,zustand der ,dinge vorhergeht1
kann ebensowenig1 als die leere ,zeit
selbst apprehendiert werden4 ,jede
,apprehension einer ,begebenheit ist
also eine ,wahrnehmung1 welche auf eine
andere folgt4 ,weil dieses aber bei
aller ,synthesis der ,apprehension so
beschaffen ist1 wie ich oben an der
,erscheinung eines ,hauses gezeigt habe1
so unterscheidet sie sich dadurch noch
nicht von anderen4 ,allein ich bemerke
auch4 da1 wenn ich an einer
,erscheinung1 welche ein ,geschehen
enthlt1 den vorhergehenden ,zustand der
,wahrnehmung ,a1 den folgenden aber ,b
nenne1 da ,b auf ,a in der
,apprehension nur folgen1 die
,wahrnehmung ,a aber auf ,b nicht
folgen1 sondern nur vorhergehen kann4
,ich sehe z4,b4 ein ,schiff den ,strom
hinabtreiben4 ,meine ,wahrnehmung seiner
,stelle unterhalb1 folgt auf die
,wahrnehmung der ,stelle desselben
oberhalb dem ,laufe des ,flusses1 und
es ist unmglich1 da in der ,apprehension
dieser ,erscheinung das ,schiff zuerst
unterhalb1 nachher aber oberhalb des
,stromes wahrgenommen werden sollte4
,die ,ordnung in der ,folge der
,wahrnehmungen in der ,apprehension ist
hier also bestimmt1 und an dieselbe ist
die letztere gebunden4 ,in dem vorigen
,beispiele von einem ,hause konnten
meine ,wahrnehmungen in der
,apprehension von der ,spitze desselben
anfangen1 und beim ,boden endigen1 aber
auch von unten anfangen1 und oben
endigen1 imgleichen rechts oder links
das ,mannigfaltige der empirischen
,anschauung apprehendieren4 ,in der
,reihe dieser ,wahrnehmungen war also
keine bestimmte ,ordnung1 welche es
notwendig machte1 wenn ich in der
,apprehension anfangen mte1 um das
,mannigfaltige empirisch zu verbinden4
,diese ,regel aber ist bei der
,wahrnehmung von dem1 was geschieht1
jederzeit anzutreffen1 und sie macht
die ,ordnung der einander folgenden
,wahrnehmungen 7in der ,apprehension
dieser ,erscheinung7 notwendig4 ,ich
werde also1 in unserem ,fall1 die
subjektive ,folge der ,apprehension von
der objektiven ,folge der
,erscheinungen ableiten mssen1 weil jene
sonst gnzlich unbestimmt ist1 und
keine ,erscheinung von der anderen
unterscheidet4 ,jene allein beweist
nichts von der ,verknpfung des
,mannigfaltigen am ,objekt1 weil sie
ganz beliebig ist4 ,diese also wird in
der ,ordnung des ,mannigfaltigen der
,erscheinung bestehen1 nach welcher die
,apprehension des einen 7was geschieht7
auf die des anderen 7das vorhergeht7
nach einer ,regel folgt4 ,nur dadurch
kann ich von der ,erscheinung selbst1
und nicht blo von meiner ,apprehension1
berechtigt sein zu sagen3 da in jener
eine ,folge anzutreffen sei1 welches so
viel bedeutet1 als da ich die
,apprehension nicht anders anstellen
knne1 als gerade in dieser ,folge4
,nach einer solchen ,regel also mu in
dem1 was berhaupt vor einer
,begebenheit vorhergeht1 die ,bedingung
zu einer ,regel liegen1 nach welcher
jederzeit und notwendigerweise diese
,begebenheit folgt2 umgekehrt aber kann
ich nicht von der ,begebenheit
zurckgehen1 und dasjenige bestimmen
7durch ,apprehension7 was vorhergeht4
,denn von dem folgenden ,zeitpunkt geht
keine ,erscheinung zu dem vorigen
zurck1 aber bezieht sich doch auf
irgendeinen vorigen2 von einer gegebenen
,zeit ist dagegen der ,fortgang auf
die bestimmte folgende notwendig4
,daher1 weil es doch etwas ist1 was
folgt1 so mu ich es notwendig auf etwas
anderes berhaupt beziehen1 was
vorhergeht1 und worauf es nach einer
,regel1 d4i4 notwendigerweise1 folgt1 so
da die ,begebenheit1 als das
,bedingte1 auf irgendeine ,bedingung
sichere ,anweisung gibt1 diese aber die
,begebenheit bestimmt4 ,man setze1
es gehe vor einer ,begebenheit nichts
vorher1 worauf dieselbe nach einer
,regel folgen mte1 so wre alle ,folge
der ,wahrnehmung nur lediglich in der
,apprehension1 d4i4 blo subjektiv1 aber
dadurch gar nicht objektiv bestimmt1
welches eigentlich das ,vorhergehende1
und welches das ,nachfolgende der
,wahrnehmungen sein mte4 ,wir wrden auf
solche ,weise nur ein ,spiel der
,vorstellungen haben1 das sich auf gar
kein ,objekt bezge1 d4i4 es wrde durch
unsere ,wahrnehmung eine ,erscheinung
von jeder anderen1 dem ,zeitverhltnisse
nach1 gar nicht unterschieden werden2
weil die ,sukzession im ,apprehendieren
allerwrts einerlei1 und also nichts in
der ,erscheinung ist1 was sie bestimmt1
so da dadurch eine gewisse ,folge als
objektiv notwendig gemacht wird4 ,ich
werde also nicht sagen3 da in der
,erscheinung zwei ,zustnde aufeinander
folgen2 sondern nur3 da eine
,apprehension auf die andere folgt1
welches blo etwas ,subjektives ist1 und
kein ,objekt bestimmt1 mithin gar nicht
vor ,erkenntnis irgendeines
,gegenstandes 7selbst nicht in der
,erscheinung7 gelten kann4 ,wenn wir
also erfahren1 da etwas geschieht1 so
setzen wir dabei jederzeit voraus1 da
irgend etwas vorausgehe1 worauf es nach
einer ,regel folgt4 ,denn ohne dieses
wrde ich nicht von dem ,objekt sagen1
da es folge1 weil die bloe ,folge in
meiner ,apprehension1 wenn sie nicht
durch eine ,regel in ,beziehung auf ein
,vorhergehendes bestimmt ist1 keine
,folge im ,objekte berechtigt4 ,also
geschieht es immer in ,rcksicht auf
eine ,regel1 nach welcher die
,erscheinungen in ihrer ,folge1 d4i4 so
wie sie geschehen1 durch den vorigen
,zustand bestimmt sind1 da ich meine
subjektive ,synthesis 7der
,apprehension7 objektiv mache1 und1 nur
lediglich unter dieser ,voraussetzung
allein1 ist selbst die ,erfahrung von
etwas1 was geschieht1 mglich4 ,zwar
scheint es1 als widerspreche dieses
allen ,bemerkungen1 die man jederzeit
ber den ,gang unseres
,verstandesgebrauchs gemacht hat1 nach
welchen wir nur allererst durch die
wahrgenommenen und verglichenen
bereinstimmenden ,folgen vieler
,begebenheiten auf vorhergehende
,erscheinungen1 eine ,regel zu
entdecken1 geleitet worden1 der gem
gewisse ,begebenheiten auf gewisse
,erscheinungen jederzeit folgen1 und
dadurch zuerst veranlat worden1 uns den
,begriff von ,ursache zu machen4 ,auf
solchen ,fu wrde dieser ,begriff blo
empirisch sein1 und die ,regel1 die er
verschafft1 da alles1 was geschieht1
eine ,ursache habe1 wrde ebenso zufllig
sein1 als die ,erfahrung selbst3 seine
,allgemeinheit und ,notwendigkeit wren
alsdann nur angedichtet1 und htten
keine wahre allgemeine ,gltigkeit1 weil
sie nicht a priori1 sondern nur auf
,induktion gegrndet wren4 ,es geht aber
hiemit so1 wie mit anderen reinen
,vorstellungen a priori1 7z4,b4 ,raum
und ,zeit7 die wir darum allein aus der
,erfahrung als klare ,begriffe
herausziehen knnen1 weil wir sie in die
,erfahrung gelegt hatten1 und diese
daher durch jene allererst zustande
brachten4 ,freilich ist die logische
,klarheit dieser ,vorstellung1 einer die
,reihe der ,begebenheiten bestimmenden
,regel1 als eines ,begriffs von
,ursache1 nur alsdann mglich1 wenn wir
davon in der ,erfahrung ,gebrauch
gemacht haben1 aber eine ,rcksicht auf
dieselbe1 als ,bedingung der
synthetischen ,einheit der
,erscheinungen in der ,zeit1 war doch
der ,grund der ,erfahrung selbst1 und
ging also a priori vor ihr vorher4
,es kommt also darauf an1 im ,beispiele
zu zeigen1 da wir niemals selbst in der
,erfahrung die ,folge 7einer
,begebenheit1 da etwas geschieht1 was
vorher nicht war7 dem ,objekt beilegen1
und sie von der subjektiven unserer
,apprehension unterscheiden1 als wenn
eine ,regel zum ,grunde liegt1 die uns
ntig1 diese ,ordnung der ,wahrnehmungen
vielmehr als eine andere zu beobachten1
ja da diese ,ntigung es eigentlich sei1
was die ,vorstellung einer ,sukzession
im ,objekt allererst mglich macht4
,wir haben ,vorstellungen in uns1 deren
wir uns auch bewut werden knnen4
,dieses ,bewutsein aber mag so weit
erstreckt1 und so genau oder pnktlich
sein1 als man wolle1 so bleiben es doch
nur immer ,vorstellungen1 d4i4 innere
,bestimmungen unseres ,gemts in diesem
oder jenem ,zeitverhltnisse4 ,wie kommen
wir nun dazu1 da wir diesen
,vorstellungen ein ,objekt setzen1 oder
ber ihre subjektive ,realitt1 als
,modifikationen1 ihnen noch1 ich wei
nicht1 was fr eine1 objektive beilegen8
,objektive ,bedeutung kann nicht in der
,beziehung auf eine andere
,vorstellung 7von dem1 was man vom
,gegenstande nennen wollte7 bestehen1
denn sonst erneuert sich die ,frage3 wie
geht diese ,vorstellung wiederum aus
sich selbst heraus1 und bekommt
objektive ,bedeutung noch ber die
subjektive1 welche ihr1 als ,bestimmung
des ,gemtszustandes1 eigen ist8 ,wenn
wir untersuchen1 was denn die
,beziehung auf einen ,gegenstand unseren
,vorstellungen fr eine neue
,beschaffenheit gebe1 und welches die
,dignitt sei1 die sie dadurch erhalten1
so finden wir1 da sie nichts weiter
tue1 als die ,verbindung der
,vorstellungen auf eine gewisse ,art
notwendig zu machen1 und sie einer
,regel zu unterwerfen2 da umgekehrt nur
dadurch1 da eine gewisse ,ordnung in
dem ,zeitverhltnisse unserer
,vorstellungen notwendig ist1 ihnen
objektive ,bedeutung erteilt wird4
,in der ,synthesis der ,erscheinungen
folgt das ,mannigfaltige der
,vorstellungen jederzeit nacheinander4
,hiedurch wird nun gar kein ,objekt
vorgestellt2 weil durch diese ,folge1
die allen ,apprehensionen gemein ist1
nichts vom anderen unterschieden wird4
,sobald ich aber wahrnehme1 oder voraus
annehme1 da in dieser ,folge eine
,beziehung auf den vorhergehenden
,zustand sei1 aus welchem die
,vorstellung nach einer ,regel folgt1
so stellt sich etwas vor als
,begebenheit1 oder was da geschieht1
d4i4 ich erkenne einen ,gegenstand1 den
ich in der ,zeit auf eine gewisse
bestimmte ,stelle setzen mu1 die ihm1
nach dem vorhergehenden ,zustande1
nicht anders erteilt werden kann4 ,wenn
ich also wahrnehme1 da etwas geschieht1
so ist in dieser ,vorstellung erstlich
enthalten3 da etwas vorhergehe1 weil
eben in ,beziehung auf dieses die
,erscheinung ihre ,zeitverhltnis
bekommt1 nmlich1 nach einer
vorhergehenden ,zeit1 in der sie nicht
war1 zu existieren4 ,aber ihre
bestimmte ,zeitstelle in diesem
,verhltnisse kann sie nur dadurch
bekommen1 da im vorhergehenden ,zustande
etwas vorausgesetzt wird1 worauf es
jederzeit1 d4i4 nach einer ,regel1
folgt3 woraus sich denn ergibt1 da ich
erstlich nicht die ,reihe umkehren1 und
das1 was geschieht1 demjenigen
voransetzen kann1 worauf es folgt3
zweitens da1 wenn der ,zustand1 der
vorhergeht1 gesetzt wird1 diese
bestimmte ,begebenheit unausbleiblich
und notwendig folge4 ,dadurch geschieht
es3 da eine ,ordnung unter unseren
,vorstellungen wird1 in welcher das
,gegenwrtige 7sofern es geworden7 auf
irgendeinen vorhergehenden ,zustand
,anweisung gibt1 als ein1 obzwar noch
unbestimmtes ,korrelatum dieser
,ereignis1 die gegeben ist1 welches sich
aber auf diese1 als seine ,folge1
bestimmend bezieht1 und sie notwendig
mit sich in der ,zeitreihe verknpft4
,wenn es nun ein notwendiges ,gesetz
unserer ,sinnlichkeit1 mithin eine
formale ,bedingung aller ,wahrnehmungen
ist3 da die vorige ,zeit die folgende
notwendig bestimmt 7indem ich zur
folgenden nicht anders gelangen kann1
als durch die vorhergehende72 so ist es
auch ein unentbehrliches ,gesetz der
empirischen ,vorstellung der ,zeitreihe1
da die ,erscheinungen der vergangenen
,zeit jedes ,dasein in der folgenden
bestimmen1 und da diese1 als
,begebenheiten1 nicht stattfinden1 als
sofern jene ihnen ihr ,dasein in der
,zeit bestimmen1 d4i4 nach einer ,regel
festsetzen4 ,denn nur an den
,erscheinungen knnen wir diese
,kontinuitt im ,zusammenhange der
,zeiten empirisch erkennen4 ,zu aller
,erfahrung und deren ,mglichkeit gehrt
,verstand1 und das erste1 was er dazu
tut1 ist nicht3 da er die ,vorstellung
der ,gegenstnde deutlich macht1 sondern
da er die ,vorstellung eines
,gegenstandes berhaupt mglich macht4
,dieses geschieht nun dadurch1 da er
die ,zeitordnung auf die ,erscheinungen
und deren ,dasein bertrgt1 indem er
jeder derselben als ,folge eine1 in
,ansehung der vorhergehenden
,erscheinungen1 a priori bestimmte
,stelle in der ,zeit zuerkennt1 ohne
welche sie nicht mit der ,zeit selbst1
die allen ihren ,teilen a priori ihre
,stelle bestimmt1 bereinkommen wrde4
,diese ,bestimmung der ,stelle kann nun
nicht von dem ,verhltnis der
,erscheinungen gegen die absolute ,zeit
entlehnt werden1 7denn die ist kein
,gegenstand der ,wahrnehmung17 sondern
umgekehrt1 die ,erscheinungen mssen
einander ihre ,stellen in der ,zeit
selbst bestimmen1 und dieselbe in der
,zeitordnung notwendig machen1 d4i4
dasjenige1 was da folgt1 oder
geschieht1 mu nach einer allgemeinen
,regel auf das1 was im vorigen
,zustande enthalten war1 folgen1 woraus
eine ,reihe der ,erscheinungen wird1
die vermittelst des ,verstandes eben
dieselbige ,ordnung und stetigen
,zusammenhang in der ,reihe mglicher
,wahrnehmungen hervorbringt1 und
notwendig macht1 als sie in der ,form
der inneren ,anschauung1 7der ,zeit7
darin alle ,wahrnehmungen ihre ,stelle
haben mten1 a priori angetroffen wird4
,da also etwas geschieht1 ist eine
,wahrnehmung1 die zu einer mglichen
,erfahrung gehrt1 die dadurch wirklich
wird1 wenn ich die ,erscheinung1 ihrer
,stelle nach1 in der ,zeit1 als
bestimmt1 mithin als ein ,objekt
ansehe1 welches nach einer ,regel im
,zusammenhange der ,wahrnehmungen
jederzeit gefunden werden kann4 ,diese
,regel aber1 etwas der ,zeitfolge nach
zu bestimmen1 ist3 da in dem1 was
vorhergeht1 die ,bedingung anzutreffen
sei1 unter welcher die ,begebenheit
jederzeit 7d4i4 notwendigerweise7
folgt4 ,also ist der ,satz vom
zureichenden ,grunde der ,grund
mglicher ,erfahrung1 nmlich der
objektiven ,erkenntnis der
,erscheinungen1 in ,ansehung des
,verhltnisses derselben1 in ,reihenfolge
der ,zeit4 ,der ,beweisgrund dieses
,satzes aber beruht lediglich auf
folgenden ,momenten4 ,zu aller
empirischen ,erkenntnis gehrt die
,synthesis des ,mannigfaltigen durch
die ,einbildungskraft1 die jederzeit
sukzessiv ist2 d4i4 die ,vorstellungen
folgen in ihr jederzeit aufeinander4
,die ,folge aber ist in der
,einbildungskraft der ,ordnung nach 7was
vorgehen und was folgen msse7 gar
nicht bestimmt1 und die ,reihe der einen
der folgenden ,vorstellungen kann
ebensowohl rckwrts als vorwrts genommen
werden4 ,ist aber diese ,synthesis eine
,synthesis der ,apprehension 7des
,mannigfaltigen einer gegebenen
,erscheinung71 so ist die ,ordnung im
,objekt bestimmt1 oder1 genauer zu
reden1 es ist darin eine ,ordnung der
sukzessiven ,synthesis1 die ein ,objekt
bestimmt1 nach welcher etwas notwendig
vorausgehen1 und wenn dieses gesetzt
ist1 das andere notwendig folgen msse4
,soll also meine ,wahrnehmung die
,erkenntnis einer ,begebenheit
enthalten1 da nmlich etwas wirklich
geschieht2 so mu sie ein empirisches
,urteil sein1 in welchem man sich
denkt1 da die ,folge bestimmt sei1 d4i4
da sie eine andere ,erscheinung der
,zeit nach voraussetze1 worauf sie
notwendig1 oder nach einer ,regel
folgt4 ,widrigenfalls1 wenn ich das
,vorhergehende setze1 und die
,begebenheit folgte nicht darauf
notwendig1 so wrde ich sie nur fr ein
subjektives ,spiel meiner ,einbildungen
halten mssen1 und stellte ich mir
darunter doch etwas ,objektives vor1 sie
einen bloen ,traum nennen4 ,also ist
das ,verhltnis der ,erscheinungen 7als
mglicher ,wahrnehmungen71 nach welchem
das ,nachfolgende 7was geschieht7 durch
etwas ,vorhergehendes seinem ,dasein
nach notwendig1 und nach einer ,regel
in der ,zeit bestimmt ist1 mithin das
,verhltnis der ,ursache zur ,wirkung
die ,bedingung der objektiven ,gltigkeit
unserer empirischen ,urteile1 in
,ansehung der ,reihe der ,wahrnehmungen1
mithin der empirischen ,wahrheit
derselben1 und also der ,erfahrung4 ,der
,grundsatz des ,kausalverhltnisses in
der ,folge der ,erscheinungen gilt daher
auch vor allen ,gegenstnden der
,erfahrung 7unter den ,bedingungen der
,sukzession71 weil er selbst der ,grund
der ,mglichkeit einer solchen
,erfahrung ist4 ,hier uert sich aber
noch eine ,bedenklichkeit1 die gehoben
werden mu4 ,der ,satz der
,kausalverknpfung unter den
,erscheinungen ist in unserer ,formel
auf die ,reihenfolge derselben
eingeschrnkt1 da es sich doch bei dem
,gebrauch desselben findet1 da er auch
auf ihre ,begleitung passe1 und
,ursache und ,wirkung zugleich sein
knne4 ,es ist z4,b4 ,wrme im ,zimmer1
die nicht in freier ,luft angetroffen
wird4 ,ich sehe mich nach der ,ursache
um1 und finde einen geheizten ,ofen4
,nun ist dieser1 als ,ursache1 mit
seiner ,wirkung1 der ,stubenwrme1
zugleich2 also ist hier keine
,reihenfolge1 der ,zeit nach1 zwischen
,ursache und ,wirkung1 sondern sie sind
zugleich1 und das ,gesetz gilt doch4
,der grte ,teil der wirkenden ,ursache
in der ,natur ist mit ihren ,wirkungen
zugleich1 und die ,zeitfolge der
letzteren wird nur dadurch veranlat1 da
die ,ursache ihre ganze ,wirkung nicht
in einem ,augenblick verrichten kann4
,aber in dem ,augenblicke1 da sie zuerst
entsteht1 ist sie mit der ,kausalitt
ihrer ,ursache jederzeit zugleich1 weil1
wenn jene einen ,augenblick vorher
aufgehrt htte zu sein1 diese gar nicht
entstanden wre4 ,hier mu man wohl
bemerken1 da es auf die ,ordnung der
,zeit1 und nicht auf den ,ablauf
derselben angesehen sei2 das ,verhltnis
bleibt1 wenngleich keine ,zeit
verlaufen ist4 ,die ,zeit zwischen der
,kausalitt der ,ursache1 und deren
unmittelbaren ,wirkung1 kann
verschwindend 7sie also zugleich7 sein1
aber das ,verhltnis der einen zur
anderen bleibt doch immer1 der ,zeit
nach1 bestimmbar4 ,wenn ich eine
,kugel1 die auf einem ausgestopften
,kissen liegt1 und ein ,grbchen darin
drckt1 als ,ursache betrachte1 so ist
sie mit der ,wirkung zugleich4 ,allein
ich unterscheide doch beide durch das
,zeitverhltnis der dynamischen
,verknpfung beider4 ,denn1 wenn ich die
,kugel auf das ,kissen lege1 so folgt
auf die vorige glatte ,gestalt
desselben das ,grbchen2 hat aber das
,kissen 7ich wei nicht woher7 ein
,grbchen1 so folgt darauf nicht eine
bleierne ,kugel4 ,demnach ist die
,zeitfolge allerdings das einzige
empirische ,kriterium der ,wirkung1 in
,beziehung auf die ,kausalitt der
,ursache1 die vorhergeht4 ,das ,glas
ist die ,ursache von dem ,steigen des
,wassers ber seine ,horizontalflche1
obgleich beide ,erscheinungen zugleich
sind4 ,denn sobald ich dieses aus einem
greren ,gef mit dem ,glase schpfe1 so
erfolgt etwas1 nmlich die ,vernderung
des ,horizontalstandes1 den es dort
hatte1 in einen konkaven1 den es im
,glase annimmt4 ,diese ,kausalitt
fhrt auf den ,begriff der ,handlung1
diese auf den ,begriff der ,kraft1 und
dadurch auf den ,begriff der ,substanz4
,da ich mein kritisches ,vorhaben1
welches lediglich auf die ,quellen der
synthetischen ,erkenntnis a priori geht1
nicht mit ,zergliederungen bemengen
will1 die blo die ,erluterung 7nicht
,erweiterung7 der ,begriffe angehen1 so
berlasse ich die umstndliche ,errterung
derselben einem knftigen ,system der
reinen ,vernunft3 wiewohl man eine
solche ,analysis im reichen ,mae1 auch
schon in den bisher bekannten
,lehrbchern dieser ,art1 antrifft4
,allein das empirische ,kriterium einer
,substanz1 sofern sie sich nicht durch
die ,beharrlichkeit der ,erscheinung1
sondern besser und leichter durch
,handlung zu offenbaren scheint1 kann
ich nicht unberhrt lassen4 ,wo
,handlung1 mithin ,ttigkeit und ,kraft
ist1 da ist auch ,substanz1 und in
dieser allein mu der ,sitz jener
fruchtbaren ,quelle der ,erscheinungen
gesucht werden4 ,das ist ganz gut
gesagt2 aber1 wenn man sich darber
erklren soll1 was man unter ,substanz
verstehe1 und dabei den fehlerhaften
,zirkel vermeiden will1 so ist es nicht
so leicht verantwortet4 ,wie will man
aus der ,behandlung sogleich auf die
,beharrlichkeit des ,handelnden
schlieen1 welches doch ein so
wesentliches und eigentmliches
,kennzeichen der ,substanz 7phaenomenon7
ist8 ,allein1 nach unserem vorigen hat
die ,auflsung der ,frage doch keine
solche ,schwierigkeit1 ob sie gleich
nach der gemeinen ,art 7blo analytisch
mit seinen ,begriffen zu verfahren7 ganz
unauflslich sein wrde4 ,handlung
bedeutet schon das ,verhltnis des
,subjekts der ,kausalitt zur ,wirkung4
,weil nun alle ,wirkung in dem besteht1
was da geschieht1 mithin im
,wandelbaren1 was die ,zeit der
,sukzession nach bezeichnet2 so ist das
letzte ,subjekt desselben das
,beharrliche1 als das ,substratum alles
,wechselnden1 d4i4 die ,substanz4 ,denn
nach dem ,grundsatze der ,kausalitt
sind ,handlungen immer der erste ,grund
von allem ,wechsel der ,erscheinungen1
und knnen also nicht in einem ,subjekt
liegen1 was selbst wechselt1 weil sonst
andere ,handlungen und ein anderes
,subjekt1 welches diesen ,wechsel
bestimmte1 erforderlich wren4 ,kraft
dessen beweist nun ,handlung1 als ein
hinreichendes empirisches ,kriterium1
die ,substantialitt1 ohne da ich die
,beharrlichkeit desselben durch
verglichene ,wahrnehmungen allererst zu
suchen ntig htte1 welches auch auf
diesem ,wege mit der ,ausfhrlichkeit
nicht geschehen knnte1 die zu der ,gre
und strengen ,allgemeingltigkeit des
,begriffs erforderlich ist4 ,denn da das
erste ,subjekt der ,kausalitt alles
,entstehens und ,vergehens selbst nicht
7im ,felde der ,erscheinungen7 entstehen
und vergehen knne1 ist ein sicherer
,schlu1 der auf empirische
,notwendigkeit und ,beharrlichkeit im
,dasein1 mithin auf den ,begriff einer
,substanz als ,erscheinung ausluft4
,wenn etwas geschieht1 so ist das bloe
,entstehen1 ohne ,rcksicht auf das1 was
da entsteht1 schon an sich selbst ein
,gegenstand der ,untersuchung4 ,der
bergang aus dem ,nichtsein eines
,zustandes in diesen ,zustand1 gesetzt1
da dieser auch keine ,qualitt in der
,erscheinung enthielte1 ist schon
allein ntig zu untersuchen4 ,dieses
,entstehen trifft1 wie in der ,nummer
,a gezeigt worden1 nicht die ,substanz
7denn die entsteht nicht71 sondern ihren
,zustand4 ,es ist also blo
,vernderung1 und nicht ,ursprung aus
,nichts4 ,wenn dieser ,ursprung als
,wirkung von einer fremden ,ursache
angesehen wird1 so heit er ,schpfung1
welche als ,begebenheit unter den
,erscheinungen nicht zugelassen werden
kann1 indem ihre ,mglichkeit allein
schon die ,einheit der ,erfahrung
aufheben wrde1 obzwar1 wenn ich alle
,dinge nicht als ,phnomene1 sondern als
,dinge an sich betrachte1 und als
,gegenstnde des bloen ,verstandes1 sie1
obschon sie ,substanzen sind1 dennoch
wie abhngig ihrem ,dasein nach von
fremder ,ursache angesehen werden
knnen2 welches aber alsdann ganz andere
,wortbedeutungen nach sich ziehen1 und
auf ,erscheinungen1 als mgliche
,gegenstnde der ,erfahrung1 nicht
passen wrde4 ,wie nun berhaupt etwas
verndert werden knne2 wie es mglich ist1
da auf einen ,zustand in einem
,zeitpunkte ein entgegengesetzter im
anderen folgen knne3 davon haben wir a
priori nicht den mindesten ,begriff4
,hierzu wird die ,kenntnis wirklicher
,krfte erfordert1 welche nur empirisch
gegeben werden kann1 z4,b4 der
bewegenden ,krfte1 oder1 welches
einerlei ist1 gewisser sukzessiver
,erscheinungen1 7als ,bewegungen7
welche solche ,krfte anzeigen4 ,aber die
,form einer jeden ,vernderung1 die
,bedingung1 unter welcher sie1 als ein
,entstehen eines anderen ,zustandes1
allein vorgehen kann1 7der ,inhalt
derselben1 d4i4 der ,zustand1 der
verndert wird1 mag sein1 welcher er
wolle71 mithin die ,sukzession der
,zustnde selbst 7das ,geschehene7 kann
doch nach dem ,gesetze der ,kausalitt
und den ,bedingungen der ,zeit a priori
erwogen werden994 99 ,man merke
wohl3 da ich nicht von der ,vernderung
gewisser ,relationen berhaupt1
sondern von ,vernderung des ,zustandes
rede4 ,daher1 wenn ein ,krper sich
gleichfrmig bewegt1 so verndert er
seinen ,zustand 7der ,bewegung7 gar
nicht2 aber wohl1 wenn seine
,bewegung zu- und abnimmt4 ,wenn eine
,substanz aus einem ,zustande a in
einen anderen b bergeht1 so ist der
,zeitpunkt des zweiten vom ,zeitpunkte
des ersteren ,zustandes unterschieden1
und folgt demselben4 ,ebenso ist auch
der zweite ,zustand als ,realitt 7in
der ,erscheinung7 vom ersteren1 darin
diese nicht war1 wie b vom ,zero
unterschieden2 d4i4 wenn der ,zustand b
sich auch von dem ,zustande a nur der
,gre nach unterschiede1 so ist die
,vernderung ein ,entstehen von b-a1
welches im vorigen ,zustande nicht war1
und in ,ansehung dessen er o ist4
,es frgt sich also1 wie ein ,ding aus
einem ,zustande a in einen anderen b
bergehe4 ,zwischen zwei ,augenblicken
ist immer eine ,zeit1 und zwischen zwei
,zustnden in denselben immer ein
,unterschied1 der eine ,gre hat1 7denn
alle ,teile der ,erscheinungen sind
immer wiederum ,gren74 ,also geschieht
jeder bergang aus einem ,zustande in den
anderen in einer ,zeit1 die zwischen
zwei ,augenblicken enthalten ist1 deren
der erste den ,zustand bestimmt1 aus
welchem das ,ding herausgeht1 der
zweite den1 in welchen es gelangt4
,beide also sind ,grenzen der ,zeit
einer ,vernderung1 mithin des
,zwischenzustandes zwischen beiden
,zustnden1 und gehren als solche mit zu
der ganzen ,vernderung4 ,nun hat jede
,vernderung eine ,ursache1 welche in der
ganzen ,zeit1 in welcher jene vorgeht1
ihre ,kausalitt beweist4 ,also bringt
diese ,ursache ihre ,vernderung nicht
pltzlich 7auf einmal oder in einem
,augenblicke7 hervor1 sondern in einer
,zeit1 so1 da1 wie die ,zeit vom
,anfangsaugenblicke a bis zu ihrer
,vollendung in b wchst1 auch die ,gre
der ,realitt 7b-a7 durch alle kleineren
,grade1 die zwischen dem ersten und
letzten enthalten sind1 erzeugt wird4
,alle ,vernderung ist also nur durch
eine kontinuierliche ,handlung der
,kausalitt mglich1 welche1 sofern sie
gleichfrmig ist1 ein ,moment heit4 ,aus
diesen ,momenten besteht nicht die
,vernderung1 sondern wird dadurch
erzeugt als ihre ,wirkung4 ,das ist
nun das ,gesetz der ,kontinuitt aller
,vernderung1 dessen ,grund dieser ist3
da weder die ,zeit1 noch auch die
,erscheinung in der ,zeit1 aus ,teilen
besteht1 die die kleinsten sind1 und da
doch der ,zustand des ,dinges bei
seiner ,vernderung durch alle diese
,teile1 als ,elemente1 zu seinem
zweiten ,zustande bergehe4 ,es ist kein
,unterschied des ,realen in der
,erscheinung1 so wie kein ,unterschied
in der ,gre der ,zeiten1 der kleinste1
und so erwchst der neue ,zustand der
,realitt von dem ersten an1 darin diese
nicht war1 durch alle unendlichen
,grade derselben1 deren ,unterschiede
voneinander insgesamt kleiner sind1 als
der zwischen o und a4 ,welchen
,nutzen dieser ,satz in der
,naturforschung haben mge1 das geht uns
hier nichts an4 ,aber1 wie ein solcher
,satz1 der unsere ,erkenntnis der
,natur so zu erweitern scheint1 vllig a
priori mglich sei1 das erfordert gar
sehr unsere ,prfung1 wenngleich der
,augenschein beweist1 da er wirklich
und richtig sei1 und man also der
,frage1 wie er mglich gewesen1 berhoben
zu sein glauben mchte4 ,denn es gibt so
mancherlei ungegrndete ,anmaungen der
,erweiterung unserer ,erkenntnis durch
reine ,vernunft3 da es zum allgemeinen
,grundsatz angenommen werden mu1
deshalb durchaus mitrauisch zu sein1 und
ohne ,dokumente1 die eine grndliche
,deduktion verschaffen knnen1 selbst auf
den klarsten dogmatischen ,beweis
nichts dergleichen zu glauben und
anzunehmen4 ,aller ,zuwachs des
empirischen ,erkenntnisses1 und jeder
,fortschritt der ,wahrnehmung ist
nichts1 als eine ,erweiterung der
,bestimmung des inneren ,sinnes1 d4i4
ein ,fortgang in der ,zeit1 die
,gegenstnde mgen sein1 welche sie
wollen1 ,erscheinungen1 oder reine
,anschauungen4 ,dieser ,fortgang in der
,zeit bestimmt alles1 und ist an sich
selbst durch nichts weiter bestimmt3
d4i4 die ,teile desselben sind nur in
der ,zeit1 und durch die ,synthesis
derselben1 sie aber nicht vor ihr
gegeben4 ,um deswillen ist ein jeder
bergang in der ,wahrnehmung zu etwas1
was in der ,zeit folgt1 eine ,bestimmung
der ,zeit durch die ,erzeugung dieser
,wahrnehmung1 und da jene1 immer und in
allen ihren ,teilen1 eine ,gre ist1 die
,erzeugung einer ,wahrnehmung als einer
,gre durch alle ,grade1 deren keiner
der kleinste ist1 von dem ,zero an1 bis
zu ihrem bestimmten ,grad4 ,hieraus
erhellt nun die ,mglichkeit1 ein
,gesetz der ,vernderungen1 ihrer ,form
nach1 a priori zu erkennen4 ,wir
antizipieren nur unsere eigene
,apprehension1 deren formale
,bedingung1 da sie uns vor aller
gegebenen ,erscheinung selbst beiwohnt1
allerdings a priori mu erkannt werden
knnen4 ,so ist demnach1 ebenso1 wie
die ,zeit die sinnliche ,bedingung a
priori von der ,mglichkeit eines
kontinuierlichen ,fortganges des
,existierenden zu dem ,folgenden enthlt1
der ,verstand1 vermittelst der
,einheit der ,apperzeption1 die
,bedingung a priori der ,mglichkeit
einer kontinuierlichen ,bestimmung
aller ,stellen fr die ,erscheinungen in
dieser ,zeit1 durch die ,reihe von
,ursachen und ,wirkungen1 deren die
ersteren der letzteren ihr ,dasein
unausbleiblich nach sich ziehen1 und
dadurch die empirische ,erkenntnis der
,zeitverhltnisse fr jede ,zeit
7allgemein7 mithin objektiv gltig
machen4 ,c4 ,dritte ,analogie
,grundsatz der ,gemeinschaft ,alle
,substanzen1 sofern sie zugleich sind1
stehen in durchgngiger ,gemeinschaft1
7d4i4 ,wechselwirkung untereinander74
,beweis ,dinge sind zugleich1 sofern
sie in einer und derselben ,zeit
existieren4 ,woran erkennt man aber3 da
sie in einer und derselben ,zeit sind8
,wenn die ,ordnung in der ,synthesis der
,apprehension dieses ,mannigfaltigen
gleichgltig ist1 d4i4 von ,a durch ,b1
,c1 ,d auf ,e1 oder auch umgekehrt von
,e zu ,a gehen kann4 ,denn1 wre sie in
der ,zeit nacheinander 7in der
,ordnung1 die von ,a anhebt1 und in ,e
endigt71 so ist es unmglich1 die
,apprehension in der ,wahrnehmung von ,e
anzuheben1 und rckwrts zu ,a
fortzugehen1 weil ,a zur vergangenen
,zeit gehrt1 und also kein ,gegenstand
der ,apprehension mehr sein kann4
,nehmet nun an3 in einer
,mannigfaltigkeit von ,substanzen als
,erscheinungen wre jede derselben vllig
isoliert1 d4i4 keine wirkte in die
andere1 und empfnge von dieser
wechselseitig ,einflsse1 so sage ich3
da das ,zugleichsein derselben kein
,gegenstand einer mglichen ,wahrnehmung
sein wrde1 und da das ,dasein der
einen1 durch keinen ,weg der
empirischen ,synthesis1 auf das ,dasein
der anderen fhren knnte4 ,denn1 wenn
ihr euch gedenkt1 sie wren durch einen
vllig leeren ,raum getrennt1 so wrde die
,wahrnehmung1 die von der einen zur
anderen in der ,zeit fortgeht1 zwar
dieser ihr ,dasein1 vermittelst einer
folgenden ,wahrnehmung bestimmen1 aber
nicht unterscheiden knnen1 ob die
,erscheinung objektiv auf die erstere
folge1 oder mit jener vielmehr zugleich
sei4 ,es mu also noch auer dem bloen
,dasein etwas sein1 wodurch ,a dem ,b
seine ,stelle in der ,zeit bestimmt1 und
umgekehrt auch wiederum ,b dem ,a1
weil nur unter dieser ,bedingung
gedachte ,substanzen1 als zugleich
existierend1 empirisch vorgestellt
werden knnen4 ,nun bestimmt nur
dasjenige dem anderen seine ,stelle in
der ,zeit1 was die ,ursache von ihm
oder seinen ,bestimmungen ist4 ,also mu
jede ,substanz 7da sie nur in ,ansehung
ihrer ,bestimmungen ,folge sein kann7
die ,kausalitt gewisser ,bestimmungen
in der anderen1 und zugleich die
,wirkungen von der ,kausalitt der
anderen in sich enthalten1 d4i4 sie
mssen in dynamischer ,gemeinschaft
7unmittelbar oder mittelbar7 stehen1
wenn das ,zugleichsein in irgendeiner
mglichen ,erfahrung erkannt werden soll4
,nun ist aber alles dasjenige in
,ansehung der ,gegenstnde der ,erfahrung
notwendig1 ohne welches die ,erfahrung
von diesen ,gegenstnden selbst
unmglich sein wrde4 ,also ist es allen
,substanzen in der ,erscheinung1 sofern
sie zugleich sind1 notwendig1 in
durchgngiger ,gemeinschaft der
,wechselwirkung untereinander zu stehen4
,das ,wort ,gemeinschaft ist in
unserer ,sprache zweideutig1 und kann
soviel als communio1 aber auch als
commercium bedeuten4 ,wir bedienen uns
hier desselben im letzteren ,sinn1 als
einer dynamischen ,gemeinschaft1 ohne
welche selbst die lokale 7communio
spatii7 niemals empirisch erkannt
werden knnte4 ,unseren ,erfahrungen ist
es leicht anzumerken1 da nur die
kontinuierlichen ,einflsse in allen
,stellen des ,raumes unseren ,sinn von
einem ,gegenstande zum anderen leiten
knnen1 da das ,licht1 welches zwischen
unserem ,auge und den ,weltkrpern
spielt1 eine mittelbare ,gemeinschaft
zwischen uns und diesen bewirken und
dadurch das ,zugleichsein der letzteren
beweisen1 da wir keinen ,ort empirisch
verndern 7diese ,vernderung wahrnehmen7
knnen1 ohne da uns allerwrts ,materie
die ,wahrnehmung unserer ,stelle mglich
mache1 und diese nur vermittelst ihres
wechselseitigen ,einflusses ihr
,zugleichsein1 und dadurch1 bis zu den
entlegensten ,gegenstnden1 die
,koexistenz derselben 7obzwar nur
mittelbar7 dartun kann4 ,ohne
,gemeinschaft ist jede ,wahrnehmung 7der
,erscheinung im ,raume7 von der
anderen abgebrochen1 und die ,kette
empirischer ,vorstellungen1 d4i4
,erfahrung1 wrde bei einem neuen ,objekt
ganz von vorne anfangen1 ohne da die
vorige damit im geringsten zusammenhnge1
oder im ,zeitverhltnisse stehen knnte4
,den leeren ,raum will ich hierdurch
gar nicht widerlegen2 denn der mag immer
sein1 wohin ,wahrnehmungen gar nicht
reichen1 und also keine empirische
,erkenntnis des ,zugleichseins
stattfindet2 er ist aber alsdann fr alle
unsere mgliche ,erfahrung gar kein
,objekt4 ,zur ,erluterung kann
folgendes dienen4 ,in unserem ,gemte
mssen alle ,erscheinungen1 als in einer
mglichen ,erfahrung enthalten1 in
,gemeinschaft 7communio7 der
,apperzeption stehen1 und sofern die
,gegenstnde als zugleich existierend
verknpft vorgestellt werden sollen1 so
mssen sie ihre ,stelle in einer ,zeit
wechselseitig bestimmen1 und dadurch
ein ,ganzes ausmachen4 ,soll diese
subjektive ,gemeinschaft auf einem
objektiven ,grunde beruhen1 oder auf
,erscheinungen als ,substanzen bezogen
werden1 so mu die ,wahrnehmung der
einen1 als ,grund1 die ,wahrnehmung der
anderen1 und so umgekehrt1 mglich
machen1 damit die ,sukzession1 die
jederzeit in den ,wahrnehmungen1 als
,apprehensionen ist1 nicht den ,objekten
beigelegt werde1 sondern diese als
zugleichexistierend vorgestellt werden
knnen4 ,dieses ist aber ein
wechselseitiger ,einflu1 d4i4 eine reale
,gemeinschaft 7commercium7 der
,substanzen1 ohne welche also das
empirische ,verhltnis des ,zugleichseins
nicht in der ,erfahrung stattfinden
knnte4 ,durch dieses ,commercium machen
die ,erscheinungen1 sofern sie
auereinander und doch in ,verknpfung
stehen1 ein ,zusammengesetztes aus
7compositum reale71 und dergleichen
,composita werden auf mancherlei ,art
mglich4 ,die drei dynamischen
,verhltnisse1 daraus alle brigen
entspringen1 sind daher das der
,inhrenz1 der ,konsequenz und der
,komposition4
99 99
99 ,dies sind denn also die drei
,analogien der ,erfahrung4 ,sie sind
nichts anderes1 als ,grundstze der
,bestimmung des ,daseins der
,erscheinungen in der ,zeit1 nach allen
drei modis derselben1 dem ,verhltnisse
zu der ,zeit selbst1 als einer ,gre
7die ,gre des ,daseins1 d4i4 die
,dauer71 dem ,verhltnisse in der ,zeit1
als einer ,reihe 7nacheinander71
endlich auch in ihr1 als einem
,inbegriff alles ,daseins 7zugleich74
,diese ,einheit der ,zeitbestimmung ist
durch und durch dynamisch1 d4i4 die
,zeit wird nicht als dasjenige
angesehen1 worin die ,erfahrung
unmittelbar jedem ,dasein seine ,stelle
bestimmte1 welches unmglich ist1 weil
die absolute ,zeit kein ,gegenstand der
,wahrnehmung ist1 womit ,erscheinungen
knnten zusammengehalten werden2 sondern
die ,regel des ,verstandes1 durch
welche allein das ,dasein der
,erscheinungen synthetische ,einheit
nach ,zeitverhltnissen bekommen kann1
bestimmt jeder derselben ihre ,stelle
in der ,zeit1 mithin a priori1 und gltig
fr alle und jede ,zeit4 ,unter
,natur 7im empirischen ,verstande7
verstehen wir den ,zusammenhang der
,erscheinungen ihrem ,dasein nach1 nach
notwendigen ,regeln1 d4i4 nach
,gesetzen4 ,es sind also gewisse
,gesetze1 und zwar a priori1 welche
allererst eine ,natur mglich machen2 die
empirischen knnen nur vermittelst der
,erfahrung1 und zwar zufolge jener
ursprnglichen ,gesetze1 nach welchen
selbst ,erfahrung allererst mglich wird1
stattfinden1 und gefunden werden4
,unsere ,analogien stellen also
eigentlich die ,natureinheit im
,zusammenhange aller ,erscheinungen
unter gewissen ,exponenten dar1 welche
nichts anderes ausdrcken1 als das
,verhltnis der ,zeit 7sofern sie alles
,dasein in sich begreift7 zur ,einheit
der ,apperzeption1 die nur in der
,synthesis nach ,regeln stattfinden
kann4 ,zusammen sagen sie also3 alle
,erscheinungen liegen in einer ,natur1
und mssen darin liegen1 weil ohne diese
,einheit a priori keine ,einheit der
,erfahrung1 mithin auch keine
,bestimmung der ,gegenstnde in
derselben mglich wre4 ber die
,beweisart aber1 deren wir uns bei
diesen transzendentalen ,naturgesetzen
bedient haben1 und die ,eigentmlichkeit
derselben1 ist eine ,anmerkung zu
machen1 die zugleich als ,vorschrift fr
jeden anderen ,versuch1 intellektuelle
und zugleich synthetische ,stze a
priori zu beweisen1 sehr wichtig sein
mu4 ,htten wir diese ,analogien
dogmatisch1 d4i4 aus ,begriffen1
beweisen wollen3 da nmlich alles1 was
existiert1 nur in dem angetroffen werde1
was beharrlich ist1 da jede
,begebenheit etwas im vorigen ,zustande
voraussetze1 worauf es nach einer
,regel folgt1 endlich in dem
,mannigfaltigen1 das zugleich ist1 die
,zustnde in ,beziehung aufeinander nach
einer ,regel zugleich seien 7in
,gemeinschaft stehen71 so wre alle
,bemhung gnzlich vergeblich gewesen4
,denn man kann von einem ,gegenstande
und dessen ,dasein auf das ,dasein des
anderen1 oder seine ,art zu existieren1
durch bloe ,begriffe dieser ,dinge gar
nicht kommen1 man mag dieselben
zergliedern1 wie man wolle4 ,was blieb
uns nun brig8 ,die ,mglichkeit der
,erfahrung1 als einer ,erkenntnis1
darin uns alle ,gegenstnde zuletzt mssen
gegeben werden knnen1 wenn ihre
,vorstellung fr uns objektive ,realitt
haben soll4 ,in diesem ,dritten nun1
dessen wesentliche ,form in der
synthetischen ,einheit der ,apperzeption
aller ,erscheinungen besteht1 fanden
wir ,bedingungen a priori der
durchgngigen und notwendigen
,zeitbestimmung alles ,daseins in der
,erscheinung1 ohne welche selbst die
empirische ,zeitbestimmung unmglich sein
wrde1 und fanden ,regeln der
synthetischen ,einheit a priori1
vermittelst deren wir die ,erfahrung
antizipieren konnten4 ,in ,ermanglung
dieser ,methode1 und bei dem ,wahne1
synthetische ,stze1 welche der
,erfahrungsgebrauch des ,verstandes als
seine ,prinzipien empfiehlt1 dogmatisch
beweisen zu wollen1 ist es denn
geschehen1 da von dem ,satze des
zureichenden ,grundes so oft1 aber
immer vergeblich ein ,beweis ist
versucht worden4 ,an die beiden brigen
,analogien hat niemand gedacht1 ob man
sich ihrer gleich immer stillschweigend
bediente991 weil der ,leitfaden der
,kategorien fehlte1 der allein jede
,lcke des ,verstandes1 sowohl in
,begriffen als ,grundstzen1 entdecken
und merklich machen kann4 99 ,die
,einheit des ,weltganzen1 in welchem
alle ,erscheinungen verknpft sein
sollen1 ist offenbar eine bloe
,folgerung des insgeheim angenommenen
,grundsatzes der ,gemeinschaft aller
,substanzen1 die zugleich sind3 denn1
wren sie isoliert1 so wrden sie nicht
als ,teile ein ,ganzes ausmachen1 und
wre ihre ,verknpfung 7,wechselwirkung
des ,mannigfaltigen7 nicht schon um des
,zugleichseins willen notwendig1 so
knnte man aus diesem1 als einem blo
idealen ,verhltnis1 auf jene1 als ein
reales1 nicht schlieen4 ,wiewohl wir
an seinem ,ort gezeigt haben3 da die
,gemeinschaft eigentlich der ,grund
der ,mglichkeit einer empirischen
,erkenntnis1 der ,koexistenz sei1 und
da man also eigentlich nur aus dieser
auf jene1 als ihre ,bedingung1
zurckschliee4 #d4 ,die ,postulate
des empirischen ,denkens berhaupt
#a4 ,was mit den formalen ,bedingungen
der ,erfahrung 7der ,anschauung und den
,begriffen nach7 bereinkommt1 ist
mglich4 #b4 ,was mit den materialen
,bedingungen der ,erfahrung 7der
,empfindung7 zusammenhngt1 ist
wirklich4 #c4 ,dessen ,zusammenhang
mit dem ,wirklichen nach allgemeinen
,bedingungen der ,erfahrung bestimmt
ist1 ist 7existiert7 notwendig4
,erluterung ,die ,kategorien der
,modalitt haben das ,besondere an sich3
da sie den ,begriff1 dem sie als
,prdikate beigefgt werden1 als
,bestimmung des ,objekts nicht im
mindesten vermehren1 sondern nur das
,verhltnis zum ,erkenntnisvermgen
ausdrcken4 ,wenn der ,begriff eines
,dinges schon ganz vollstndig ist1 so
kann ich doch noch von diesem
,gegenstande fragen1 ob er blo mglich1
oder auch wirklich1 oder1 wenn er das
letztere ist1 ob er gar auch notwendig
sei8 ,hierdurch werden keine
,bestimmungen mehr im ,objekte selbst
gedacht1 sondern es frgt sich nur1 wie
es sich 7samt allen seinen
,bestimmungen7 zum ,verstande und
dessen empirischen ,gebrauche1 zur
empirischen ,urteilskraft1 und zur
,vernunft 7in ihrer ,anwendung auf
,erfahrung7 verhalte8 ,eben um
deswillen sind auch die ,grundstze der
,modalitt nichts weiter1 als
,erklrungen der ,begriffe der
,mglichkeit1 ,wirklichkeit und
,notwendigkeit in ihrem empirischen
,gebrauche1 und hiermit zugleich
,restriktionen aller ,kategorien auf den
blo empirischen ,gebrauch1 ohne den
transzendentalen zuzulassen und zu
erlauben4 ,denn1 wenn diese nicht eine
blo logische ,bedeutung haben1 und die
,form des ,denkens analytisch ausdrcken
sollen1 sondern ,dinge und deren
,mglichkeit1 ,wirklichkeit oder
,notwendigkeit betreffen sollen1 so
mssen sie auf die mgliche ,erfahrung
und deren synthetische ,einheit gehen1
in welcher allein ,gegenstnde der
,erkenntnis gegeben werden4 ,das
,postulat der ,mglichkeit der ,dinge
fordert also1 da der ,begriff derselben
mit den formalen ,bedingungen einer
,erfahrung berhaupt zusammenstimme4
,diese1 nmlich die objektive ,form der
,erfahrung berhaupt1 enthlt aber alle
,synthesis1 welche zur ,erkenntnis der
,objekte erfordert wird4 ,ein ,begriff1
der eine ,synthesis in sich fat1 ist fr
leer zu halten1 und bezieht sich auf
keinen ,gegenstand1 wenn diese
,synthesis nicht zur ,erfahrung gehrt1
entweder als von ihr erborgt1 und dann
heit er ein empirischer ,begriff1 oder
als eine solche1 auf der1 als
,bedingung a priori1 ,erfahrung berhaupt
7die ,form derselben7 beruht1 und dann
ist es ein reiner ,begriff1 der dennoch
zur ,erfahrung gehrt1 weil sein
,objekt nur in dieser angetroffen
werden kann4 ,denn wo will man den
,charakter der ,mglichkeit eines
,gegenstandes1 der durch einen
synthetischen ,begriff a priori gedacht
worden1 hernehmen1 wenn es nicht von der
,synthesis geschieht1 welche die ,form
der empirischen ,erkenntnis der
,objekte ausmacht8 ,da in einem solchen
,begriffe kein ,widerspruch enthalten
sein msse1 ist zwar eine notwendige
logische ,bedingung2 aber zur objektiven
,realitt des ,begriffs1 d4i4 der
,mglichkeit eines solchen ,gegenstandes1
als durch den ,begriff gedacht wird1
bei weitem nicht genug4 ,so ist in dem
,begriffe einer ,figur1 die in zwei
geraden ,linien eingeschlossen ist1
kein ,widerspruch1 denn die ,begriffe
von zwei geraden ,linien und deren
,zusammenstoung enthalten keine
,verneinung einer ,figur2 sondern die
,unmglichkeit beruht nicht auf dem
,begriffe an sich selbst1 sondern der
,konstruktion desselben im ,raume1 d4i4
den ,bedingungen des ,raumes und der
,bestimmung desselben1 diese haben aber
wiederum ihre objektive ,realitt1 d4i4
sie gehen auf mgliche ,dinge1 weil sie
die ,form der ,erfahrung berhaupt a
priori in sich enthalten4 ,und nun
wollen wir den ausgebreiteten ,nutzen
und ,einflu dieses ,postulats der
,mglichkeit vor ,augen legen4 ,wenn ich
mir ein ,ding vorstelle1 das beharrlich
ist1 so1 da alles1 was da wechselt1 blo
zu seinem ,zustande gehrt1 so kann ich
niemals aus einem solchen ,begriffe
allein erkennen1 da ein dergleichen
,ding mglich sei4 ,oder1 ich stelle mir
etwas vor1 welches so beschaffen sein
soll1 da1 wenn es gesetzt wird1
jederzeit und unausbleiblich etwas
anderes darauf erfolgt1 so mag dieses
allerdings ohne ,widerspruch so gedacht
werden knnen2 ob aber dergleichen
,eigenschaft 7als ,kausalitt7 an
irgendeinem mglichen ,dinge angetroffen
werde1 kann dadurch nicht geurteilt
werden4 ,endlich kann ich mir
verschiedene ,dinge 7,substanzen7
vorstellen1 die so beschaffen sind1 da
der ,zustand des einen eine ,folge im
,zustande des anderen nach sich zieht1
und so wechselweise2 aber1 ob
dergleichen ,verhltnis irgend ,dingen
zukommen knne1 kann aus diesen
,begriffen1 welche eine blo willkrliche
,synthesis enthalten1 gar nicht
abgenommen werden4 ,nur daran also1 da
diese ,begriffe die ,verhltnisse der
,wahrnehmungen in jeder ,erfahrung a
priori ausdrcken1 erkennt man ihre
objektive ,realitt1 d4i4 ihre
transzendentale ,wahrheit1 und zwar
freilich unabhngig von der ,erfahrung1
aber doch nicht unabhngig von aller
,beziehung auf die ,form einer
,erfahrung berhaupt1 und die
synthetische ,einheit1 in der allein
,gegenstnde empirisch knnen erkannt
werden4 ,wenn man sich aber gar neue
,begriffe von ,substanzen1 von ,krften1
von ,wechselwirkungen1 aus dem ,stoffe1
den uns die ,wahrnehmung darbietet1
machen wollte1 ohne von der ,erfahrung
selbst das ,beispiel ihrer ,verknpfung
zu entlehnen1 so wrde man in lauter
,hirngespinste geraten1 deren
,mglichkeit ganz und gar kein
,kennzeichen fr sich hat1 weil man bei
ihnen nicht ,erfahrung zur ,lehrerin
annimmt1 noch diese ,begriffe von ihr
entlehnt4 ,dergleichen gedichtete
,begriffe knnen den ,charakter ihrer
,mglichkeit nicht so1 wie die
,kategorien1 a priori1 als
,bedingungen1 von denen alle ,erfahrung
abhngt1 sondern nur a posteriori1 als
solche1 die durch die ,erfahrung selbst
gegeben werden1 bekommen1 und ihre
,mglichkeit mu entweder a posteriori und
empirisch1 oder sie kann gar nicht
erkannt werden4 ,eine ,substanz1 welche
beharrlich im ,raume gegenwrtig wre1
doch ohne ihn zu erfllen1 7wie
dasjenige ,mittelding zwischen ,materie
und denkenden ,wesen1 welches einige
haben einfhren wollen17 oder eine
besondere ,grundkraft unseres ,gemts1
das ,knftige zum voraus anzuschauen
7nicht etwa blo zu folgern71 oder
endlich ein ,vermgen desselben1 mit
anderen ,menschen in ,gemeinschaft der
,gedanken zu stehen 7so entfernt sie
auch sein mgen71 das sind ,begriffe1
deren ,mglichkeit ganz grundlos ist1
weil sie nicht auf ,erfahrung und deren
bekannte ,gesetze gegrndet werden kann1
und ohne sie eine willkrliche
,gedankenverbindung ist1 die1 ob sie
zwar keinen ,widerspruch enthlt1 doch
keinen ,anspruch auf objektive ,realitt1
mithin auf die ,mglichkeit eines
solchen ,gegenstandes1 als man sich hier
denken will1 machen kann4 ,was
,realitt betrifft1 so verbietet es sich
wohl von selbst1 sich eine solche in
concreto zu denken1 ohne die ,erfahrung
zu ,hilfe zu nehmen1 weil sie nur auf
,empfindung1 als ,materie der
,erfahrung1 gehen kann1 und nicht die
,form des ,verhltnisses betrifft1 mit
der man allenfalls in ,erdichtungen
spielen knnte4 ,aber ich lasse alles
vorbei1 dessen ,mglichkeit nur aus der
,wirklichkeit in der ,erfahrung kann
abgenommen werden1 und erwge hier nur
die ,mglichkeit der ,dinge durch
,begriffe a priori1 von denen ich
fortfahre zu behaupten1 da sie niemals
aus solchen ,begriffen fr sich allein1
sondern jederzeit nur als formale und
objektive ,bedingungen einer ,erfahrung
berhaupt stattfinden knnen4 ,es hat
zwar den ,anschein1 als wenn die
,mglichkeit eines ,triangels aus seinem
,begriffe an sich selbst knne erkannt
werden 7von der ,erfahrung ist er gewi
unabhngig72 denn in der ,tat knnen wir
ihm gnzlich a priori einen ,gegenstand
geben1 d4i4 ihn konstruieren4 ,weil
dieses aber nur die ,form von einem
,gegenstande ist1 so wrde er doch immer
nur ein ,produkt der ,einbildung
bleiben1 von dessen ,gegenstand die
,mglichkeit noch zweifelhaft bliebe1
als wozu noch etwas mehr erfordert wird1
nmlich da eine solche ,figur unter
lauter ,bedingungen1 auf denen alle
,gegenstnde der ,erfahrung beruhen1
gedacht sei4 ,da nun der ,raum eine
formale ,bedingung a priori von ueren
,erfahrungen ist1 da eben dieselbe
bildende ,synthesis1 wodurch wir in der
,einbildungskraft einen ,triangel
konstruieren1 mit derjenigen gnzlich
einerlei sei1 welche wir in der
,apprehension einer ,erscheinung ausben1
um uns davon einen ,erfahrungsbegriff
zu machen1 das ist es allein1 was mit
diesem ,begriffe die ,vorstellung von
der ,mglichkeit eines solchen ,dinges
verknpft4 ,und so ist die ,mglichkeit
kontinuierlicher ,gren1 ja sogar der
,gren berhaupt1 weil die ,begriffe davon
insgesamt synthetisch sind1 niemals
aus den ,begriffen selbst1 sondern aus
ihnen1 als formalen ,bedingungen der
,bestimmung der ,gegenstnde in der
,erfahrung berhaupt allererst klar2 und
wo sollte man auch ,gegenstnde suchen
wollen1 die den ,begriffen
korrespondierten1 wre es nicht in der
,erfahrung1 durch die uns allein
,gegenstnde gegeben werden8 wiewohl
wir1 ohne eben ,erfahrung selbst
voranzuschicken1 blo in ,beziehung auf
die formalen ,bedingungen1 unter welchen
in ihr berhaupt etwas als ,gegenstand
bestimmt wird1 mithin vllig a priori1
aber doch nur in ,beziehung auf sie1
und innerhalb ihren ,grenzen1 die
,mglichkeit der ,dinge erkennen und
charakterisieren knnen4 ,das
,postulat1 die ,wirklichkeit der ,dinge
zu erkennen1 fordert ,wahrnehmung1
mithin ,empfindung1 deren man sich bewut
ist1 zwar nicht eben unmittelbar1 von
dem ,gegenstande selbst1 dessen ,dasein
erkannt werden soll1 aber doch
,zusammenhang desselben mit irgendeiner
wirklichen ,wahrnehmung1 nach den
,analogien der ,erfahrung1 welche alle
reale ,verknpfung in einer ,erfahrung
berhaupt darlegen4 ,in dem bloen
,begriffe eines ,dinges kann gar kein
,charakter seines ,daseins angetroffen
werden4 ,denn ob derselbe gleich noch so
vollstndig sei1 da nicht das mindeste
ermangle1 um ein ,ding mit allen seinen
inneren ,bestimmungen zu denken1 so hat
das ,dasein mit allem diesen doch gar
nichts zu tun1 sondern nur mit der
,frage3 ob ein solches ,ding uns
gegeben sei1 so1 da die ,wahrnehmung
desselben vor dem ,begriffe allenfalls
vorhergehen knne4 ,denn1 da der ,begriff
vor der ,wahrnehmung vorhergeht1
bedeutet dessen bloe ,mglichkeit2 die
,wahrnehmung aber1 die den ,stoff zum
,begriff hergibt1 ist der einzige
,charakter der ,wirklichkeit4 ,man kann
aber auch vor der ,wahrnehmung des
,dinges1 und also komparative a priori
das ,dasein desselben erkennen1 wenn es
nur mit einigen ,wahrnehmungen1 nach
den ,grundstzen der empirischen
,verknpfung derselben 7den ,analogien71
zusammenhngt4 ,denn alsdann hngt doch
das ,dasein des ,dinges mit unseren
,wahrnehmungen in einer mglichen
,erfahrung zusammen1 und wir knnen nach
dem ,leitfaden jener ,analogien1 von
unserer wirklichen ,wahrnehmung zu dem
,dinge in der ,reihe mglicher
,wahrnehmungen gelangen4 ,so erkennen
wir das ,dasein einer alle ,krper
durchdringenden magnetischen ,materie
aus der ,wahrnehmung des gezogenen
,eisenfeiligs1 obzwar eine unmittelbare
,wahrnehmung dieses ,stoffs uns nach der
,beschaffenheit unserer ,organe
unmglich ist4 ,denn berhaupt wrden wir1
nach ,gesetzen der ,sinnlichkeit und
dem ,kontext unserer ,wahrnehmungen1 in
einer ,erfahrung auch auf die
unmittelbare empirische ,anschauung
derselben stoen1 wenn unsere ,sinne
feiner wren1 deren ,grobheit die ,form
mglicher ,erfahrung berhaupt nichts
angeht4 ,wo also ,wahrnehmung und deren
,anhang nach empirischen ,gesetzen
hinreicht1 dahin reicht auch unsere
,erkenntnis vom ,dasein der ,dinge4
,fangen wir nicht von ,erfahrung an1
oder gehen wir nicht nach ,gesetzen des
empirischen ,zusammenhanges der
,erscheinungen fort1 so machen wir uns
vergeblich ,staat1 das ,dasein
irgendeines ,dinges erraten oder
erforschen zu wollen4 ,was endlich
das dritte ,postulat betrifft1 so geht
es auf die materiale ,notwendigkeit im
,dasein1 und nicht die blo formale und
logische in ,verknpfung der ,begriffe4
,da nun keine ,existenz der ,gegenstnde
der ,sinne vllig a priori erkannt
werden kann1 aber doch komparative a
priori relativisch auf ein anderes schon
gegebenes ,dasein1 gleichwohl aber
auch alsdann nur auf diejenige ,existenz
kommen kann1 die irgendwo in dem
,zusammenhange der ,erfahrung1 davon die
gegebene ,wahrnehmung ein ,teil ist1
enthalten sein mu3 so kann die
,notwendigkeit der ,existenz1 niemals
aus ,begriffen1 sondern jederzeit nur
aus der ,verknpfung mit demjenigen1 was
wahrgenommen wird1 nach allgemeinen
,gesetzen der ,erfahrung erkannt werden
knnen4 ,da ist nun kein ,dasein1 was
unter der ,bedingung anderer gegebener
,erscheinungen1 als notwendig erkannt
werden knnte1 als das ,dasein der
,wirkungen aus gegebenen ,ursachen nach
,gesetzen der ,kausalitt4 ,also ist es
nicht das ,dasein der ,dinge
7,substanzen71 sondern ihres ,zustandes1
wovon wir allein die ,notwendigkeit
erkennen knnen1 und zwar aus anderen
,zustnden1 die in der ,wahrnehmung
gegeben sind1 nach empirischen ,gesetzen
der ,kausalitt4 ,hieraus folgt3 da das
,kriterium der ,notwendigkeit
lediglich in dem ,gesetze der mglichen
,erfahrung liege3 da alles1 was
geschieht1 durch ihre ,ursache in der
,erscheinung a priori bestimmt sei4
,daher erkennen wir nur die
,notwendigkeit der ,wirkungen in der
,natur1 deren ,ursachen uns gegeben
sind1 und das ,merkmal der
,notwendigkeit im ,dasein reicht nicht
weiter1 als das ,feld mglicher
,erfahrung1 und selbst in diesem gilt es
nicht von der ,existenz der ,dinge1
als ,substanzen1 weil diese niemals1 als
empirische ,wirkungen1 oder etwas1 das
geschieht und entsteht1 knnen angesehen
werden4 ,die ,notwendigkeit betrifft
also nur die ,verhltnisse der
,erscheinungen nach dem dynamischen
,gesetze der ,kausalitt1 und die darauf
sich grndende ,mglichkeit1 aus
irgendeinem gegebenen ,dasein 7einer
,ursache7 a priori auf ein anderes
,dasein 7der ,wirkung7 zu schlieen4
,alles1 was geschieht1 ist hypothetisch
notwendig2 das ist ein ,grundsatz1
welcher die ,vernderung in der ,welt
einem ,gesetze unterwirft1 d4i4 einer
,regel des notwendigen ,daseins1 ohne
welche gar nicht einmal ,natur
stattfinden wrde4 ,daher ist der ,satz3
nichts geschieht durch ein blindes
,ohngefhr 7in mundo non datur casus7 ein
,naturgesetz a priori2 imgleichen3
keine ,notwendigkeit in der ,natur ist
blinde1 sondern bedingte1 mithin
verstndliche ,notwendigkeit 7non datur
fatum74 ,beide sind solche ,gesetze1
durch welche das ,spiel der
,vernderungen einer ,natur der ,dinge
7als ,erscheinungen7 unterworfen wird1
oder1 welches einerlei ist1 der ,einheit
des ,verstandes1 in welchem sie allein
zu einer ,erfahrung1 als der
synthetischen ,einheit der
,erscheinungen1 gehren knnen4 ,diese
beiden ,grundstze gehren zu den
dynamischen4 ,der erstere ist eigentlich
eine ,folge des ,grundsatzes von der
,kausalitt 7unter den ,analogien der
,erfahrung74 ,der zweite gehrt zu den
,grundstzen der ,modalitt1 welche zu der
,kausalbestimmung noch den ,begriff
der ,notwendigkeit1 die aber unter
einer ,regel des ,verstandes steht1
hinzutut4 ,das ,prinzip der ,kontinuitt
verbot in der ,reihe der ,erscheinungen
7,vernderungen7 allen ,absprung 7in
mundo non datur saltus71 aber auch in
dem ,inbegriff aller empirischen
,anschauungen im ,raume alle ,lcke oder
,kluft zwischen zwei ,erscheinungen
7non datur hiatus72 denn so kann man den
,satz ausdrcken3 das in die ,erfahrung
nichts hineinkommen kann1 was ein
,vakuum bewiese1 oder auch nur als einen
,teil der empirischen ,synthesis
zuliee4 ,denn was das ,leere betrifft1
welches man sich auerhalb dem ,felde
mglicher ,erfahrung 7der ,welt7 denken
mag1 so gehrt dieses nicht vor die
,gerichtsbarkeit des bloen ,verstandes1
welcher nur ber die ,fragen
entscheidet1 die die ,nutzung gegebener
,erscheinungen zur empirischen
,erkenntnis betreffen1 und ist eine
,aufgabe fr die idealische ,vernunft1
die noch ber die ,sphre einer mglichen
,erfahrung hinausgeht1 und von dem
urteilen will1 was diese selbst umgibt
und begrenzt1 mu daher in der
transszendentalen ,dialektik erwogen
werden4 ,diese vier ,stze 7in mundo non
datur hiatus1 non datur saltus1 non
datur casus1 non datur fatum7 knnten wir
leicht1 so wie alle ,grundstze
transzendentalen ,ursprungs1 nach ihrer
,ordnung1 gem der ,ordnung der
,kategorien vorstellig machen1 und jedem
seine ,stelle beweisen1 allein der
schon gebte ,leser wird dieses von
selbst tun1 oder den ,leitfaden dazu
leicht entdecken4 ,sie vereinigen sich
aber alle lediglich dahin1 um in der
empirischen ,synthesis nichts
zuzulassen1 was dem ,verstande und dem
kontinuierlichen ,zusammenhange aller
,erscheinungen1 d4i4 der ,einheit seiner
,begriffe1 ,abbruch oder ,eintrag tun
knnte4 ,denn er ist es allein1 worin die
,einheit der ,erfahrung1 in der alle
,wahrnehmungen ihre ,stelle haben mssen1
mglich wird4 ,ob das ,feld der
,mglichkeit grer sei1 als das ,feld1 was
alles ,wirkliche enthlt1 dieses aber
wiederum grer1 als die ,menge
desjenigen1 was notwendig ist1 das sind
artige ,fragen1 und zwar von
synthetischer ,auflsung1 die aber auch
nur der ,gerichtsbarkeit der ,vernunft
anheimfallen2 denn sie wollen ungefhr
soviel sagen1 als1 ob alle ,dinge1 als
,erscheinungen1 insgesamt in den
,inbegriff und den ,kontext einer
einzigen ,erfahrung gehren1 von der jede
gegebene ,wahrnehmung ein ,teil ist1
der also mit keinen anderen
,erscheinungen knne verbunden werden1
oder ob meine ,wahrnehmungen zu mehr wie
einer mglichen ,erfahrung 7in ihrem
allgemeinen ,zusammenhange7 gehren
knnen4 ,der ,verstand gibt a priori der
,erfahrung berhaupt nur die ,regel1
nach den subjektiven und formalen
,bedingungen1 sowohl der ,sinnlichkeit
als der ,apperzeption1 welche sie allein
mglich machen4 ,andere ,formen der
,anschauung1 7als ,raum und ,zeit17
imgleichen andere ,formen des
,verstandes1 7als die diskursive des
,denkens1 oder der ,erkenntnis durch
,begriffe17 ob sie gleich mglich wren1
knnen wir uns doch auf keinerlei ,weise
erdenken und falich machen1 aber1 wenn
wir es auch knnten1 so wrden sie doch
nicht zur ,erfahrung1 als dem einzigen
,erkenntnis gehren1 worin uns
,gegenstnde gegeben werden4 ,ob andere
,wahrnehmungen1 als berhaupt1 zu unserer
gesamten mglichen ,erfahrung gehren1
und also ein ganz anderes ,feld der
,materie noch stattfinden knne1 kann
der ,verstand nicht entscheiden1 er hat
es nur mit der ,synthesis dessen zu
tun1 was gegeben ist4 ,sonst ist die
,armseligkeit unserer gewhnlichen
,schlsse1 wodurch wir ein groes ,reich
der ,mglichkeit herausbringen1 davon
alles ,wirkliche 7aller ,gegenstand der
,erfahrung7 nur ein kleiner ,teil sei1
sehr in die ,augen fallend4 ,alles
,wirkliche ist mglich2 hieraus folgt
natrlicherweise1 nach den logischen
,regeln der ,umkehrung1 der blo
partikulare ,satz3 einiges ,mgliche ist
wirklich1 welches denn soviel zu
bedeuten scheint1 als3 es ist vieles
mglich1 was nicht wirklich ist4 ,zwar
hat es den ,anschein1 als knne man auch
geradezu die ,zahl des ,mglichen ber
die des ,wirklichen dadurch
hinaussetzen1 weil zu jener noch etwas
hinzukommen mu1 um diese auszumachen4
,allein dieses ,hinzukommen zum
,mglichen kenne ich nicht4 ,denn was ber
dasselbe noch zugesetzt werden sollte1
wre unmglich4 ,es kann nur zu meinem
,verstande etwas ber die
,zusammenstimmung mit den formalen
,bedingungen der ,erfahrung1 nmlich die
,verknpfung mit irgendeiner
,wahrnehmung1 hinzukommen2 was aber mit
dieser nach empirischen ,gesetzen
verknpft ist1 ist wirklich1 ob es
gleich unmittelbar nicht wahrgenommen
wird4 ,da aber im durchgngigen
,zusammenhange mit dem1 was mir in der
,wahrnehmung gegeben ist1 eine andere
,reihe von ,erscheinungen1 mithin mehr
wie eine einzige alles befassende
,erfahrung mglich sei1 lt sich aus dem1
was gegeben ist1 nicht schlieen1 und1
ohne da irgend etwas gegeben ist1 noch
viel weniger2 weil ohne ,stoff sich
berall nichts denken lt4 ,was unter
,bedingungen1 die selbst blo mglich
sind1 allein mglich ist1 ist es nicht
in aller ,absicht4 ,in dieser aber wird
die ,frage genommen1 wenn man wissen
will1 ob die ,mglichkeit der ,dinge sich
weiter erstrecke1 als ,erfahrung
reichen kann4 ,ich habe dieser
,fragen nur ,erwhnung getan1 um keine
,lcke in demjenigen zu lassen1 was1 der
gemeinen ,meinung nach1 zu den
,verstandesbegriffen gehrt4 ,in der ,tat
ist aber die absolute ,mglichkeit 7die
in aller ,absicht gltig ist7 kein bloer
,verstandesbegriff1 und kann auf
keinerlei ,weise von empirischem
,gebrauche sein1 sondern er gehrt allein
der ,vernunft zu1 die ber allen
mglichen empirischen ,verstandesgebrauch
hinausgeht4 ,daher haben wir uns
hierbei mit einer blo kritischen
,anmerkung begngen mssen1 brigens aber
die ,sache bis zum weiteren knftigen
,verfahren in der ,dunkelheit gelassen4
,da ich eben diese vierte ,nummer1
und mit ihr zugleich das ,system aller
,grundstze des reinen ,verstandes
schlieen will1 so mu ich noch ,grund
angeben1 warum ich die ,prinzipien der
,modalitt gerade ,postulate genannt
habe4 ,ich will diesen ,ausdruck hier
nicht in der ,bedeutung nehmen1 welche
ihm einige neuere philosophische
,verfasser1 wider den ,sinn der
,mathematiker1 denen er doch eigentlich
angehrt1 gegeben haben1 nmlich3 da
,postulieren so viel heien solle1 als
einen ,satz fr unmittelbar gewi1 ohne
,rechtfertigung1 oder ,beweis ausgeben2
denn1 wenn wir das bei synthetischen
,stzen1 so evident sie auch sein mgen1
einrumen sollten1 da man sie ohne
,deduktion1 auf das ,ansehen ihres
eigenen ,ausspruchs1 dem unbedingten
,beifalle aufheften drfe1 so ist alle
,kritik des ,verstandes verloren1 und1
da es an dreisten ,anmaungen nicht
fehlt1 deren sich auch der gemeine
,glaube1 7der aber kein ,kreditiv ist7
nicht weigert2 so wird unser ,verstand
jedem ,wahne offen stehen1 ohne da er
seinen ,beifall denen ,aussprchen
versagen kann1 die1 obgleich
unrechtmig1 doch in eben demselben ,tone
der ,zuversicht1 als wirkliche ,axiome
eingelassen zu werden verlangen4 ,wenn
also zu dem ,begriffe eines ,dinges eine
,bestimmung a priori synthetisch
hinzukommt1 so mu von einem solchen
,satze1 wo nicht ein ,beweis1 doch
wenigstens eine ,deduktion der
,rechtmigkeit seiner ,behauptung
unnachllich hinzugefgt werden4 ,die
,grundstze der ,modalitt sind aber nicht
objektiv synthetisch1 weil die
,prdikate der ,mglichkeit1 ,wirklichkeit
und ,notwendigkeit den ,begriff1 von
dem sie gesagt werden1 nicht im
mindesten vermehren1 dadurch da sie der
,vorstellung des ,gegenstandes noch
etwas hinzusetzten4 ,da sie aber
gleichwohl doch immer synthetisch sind1
so sind sie es nur subjektiv1 d4i4 sie
fgen zu dem ,begriffe eines ,dinges1
7realen17 von dem sie sonst nichts
sagen1 die ,erkenntniskraft hinzu1
worin er entspringt und seinen ,sitz
hat1 so1 da1 wenn er blo im ,verstande
mit den formalen ,bedingungen der
,erfahrung in ,verknpfung ist1 sein
,gegenstand mglich heit2 ist er mit der
,wahrnehmung 7,empfindung1 als ,materie
der ,sinne7 im ,zusammenhange1 und
durch dieselben vermittelst des
,verstandes bestimmt1 so ist das ,objekt
wirklich2 ist er durch den
,zusammenhang der ,wahrnehmungen nach
,begriffen bestimmt1 so heit der
,gegenstand notwendig4 ,die ,grundstze
der ,modalitt also sagen von einem
,begriffe nichts anderes1 als die
,handlung des ,erkenntnisvermgens1
dadurch er erzeugt wird4 ,nun heit ein
,postulat in der ,mathematik der
praktische ,satz1 der nichts als die
,synthesis enthlt1 wodurch wir einen
,gegenstand uns zuerst geben1 und
dessen ,begriff erzeugen1 z4,b4 mit
einer gegebenen ,linie1 aus einem
gegebenen ,punkt auf einer ,ebene einen
,zirkel zu beschreiben1 und ein
dergleichen ,satz kann darum nicht
bewiesen werden1 weil das ,verfahren1
was er fordert1 gerade das ist1 wodurch
wir den ,begriff von einer solchen
,figur zuerst erzeugen4 ,so knnen wir
demnach mit ebendemselben ,rechte die
,grundstze der ,modalitt postulieren1
weil sie ihren ,begriff von ,dingen
berhaupt nicht vermehren991 sondern nur
die ,art anzeigen1 wie er berhaupt mit
der ,erkenntniskraft verbunden wird4
99 ,durch die ,wirklichkeit eines
,dinges1 setze ich freilich mehr1 als
die ,mglichkeit1 aber nicht in dem
,dinge2 denn das kann niemals mehr in
der ,wirklichkeit enthalten1 als was in
dessen vollstndiger ,mglichkeit
enthalten war4 ,sondern da die
,mglichkeit blo eine ,position des
,dinges in ,beziehung auf den ,verstand
7dessen empirischen ,gebrauch7 war1
so ist die ,wirklichkeit zugleich eine
,verknpfung desselben mit der
,wahrnehmung4 ,der
transzendentalen ,doktrin der
,urteilskraft 7,analytik der
,grundstze7 ,drittes ,hauptstck ,von
dem ,grunde der ,unterscheidung aller
,gegenstnde berhaupt in ,phaenomena und
,noumena ,wir haben jetzt das ,land
des reinen ,verstandes nicht allein
durchreist1 und jeden ,teil davon
sorgfltig in ,augenschein genommen1
sondern es auch durchmessen1 und jedem
,dinge auf demselben seine ,stelle
bestimmt4 ,dieses ,land aber ist eine
,insel1 und durch die ,natur selbst in
unvernderliche ,grenzen eingeschlossen4
,es ist das ,land der ,wahrheit 7ein
reizender ,name71 umgeben von einem
weiten und strmischen ,ozeane1 dem
eigentlichen ,sitze des ,scheins1 wo
manche ,nebelbank1 und manches bald
wegschmelzende ,eis neue ,lnder lgt1 und
indem es den auf ,entdeckungen
herumschwrmenden ,seefahrer unaufhrlich
mit leeren ,hoffnungen tuscht1 ihn in
,abenteuer verflicht1 von denen er
niemals ablassen und sie doch auch
niemals zu ,ende bringen kann4 ,ehe wir
uns aber auf dieses ,meer wagen1 um es
nach allen ,breiten zu durchsuchen1 und
gewi zu werden1 ob etwas in ihnen zu
hoffen sei1 so wird es ntzlich sein1
zuvor noch einen ,blick auf die ,karte
des ,landes zu werfen1 das wir eben
verlassen wollen1 und erstlich zu
fragen1 ob wir mit dem1 was es in sich
enthlt1 nicht allenfalls zufrieden sein
knnten1 oder auch aus ,not zufrieden
sein mssen1 wenn es sonst berall keinen
,boden gibt1 auf dem wir uns anbauen
knnten2 zweitens1 unter welchem ,titel
wir denn selbst dieses ,land besitzen1
und uns wider alle feindseligen
,ansprche gesichert halten knnen4
,obschon wir diese ,fragen in dem ,lauf
der ,analytik schon hinreichend
beantwortet haben1 so kann doch ein
summarischer berschlag ihrer ,auflsungen
die berzeugung dadurch verstrken1 da
er die ,momente derselben in einem
,punkt vereinigt4 ,wir haben nmlich
gesehen3 da alles1 was der ,verstand aus
sich selbst schpft1 ohne es von der
,erfahrung zu borgen1 das habe er
dennoch zu keinem anderen ,behuf1 als
lediglich zum ,erfahrungsgebrauch4 ,die
,grundstze des reinen ,verstandes1 sie
mgen nun a priori konstitutiv sein 7wie
die mathematischen71 oder blo regulativ
7wie die dynamischen71 enthalten
nichts als gleichsam nur das reine
,schema zur mglichen ,erfahrung2 denn
diese hat ihre ,einheit nur von der
synthetischen ,einheit1 welche der
,verstand der ,synthesis der
,einbildungskraft in ,beziehung auf die
,apperzeption ursprnglich und von
selbst erteilt1 und auf welche die
,erscheinungen1 als data zu einem
mglichen ,erkenntnisse1 schon a priori
in ,beziehung und ,einstimmung stehen
mssen4 ,ob nun aber gleich diese
,verstandesregeln nicht allein a priori
wahr sind1 sondern sogar der ,quell
aller ,wahrheit1 d4i4 der
bereinstimmung unserer ,erkenntnis mit
,objekten1 dadurch1 da sie den ,grund
der ,mglichkeit der ,erfahrung1 als des
,inbegriffes aller ,erkenntnis1 darin
uns ,objekte gegeben werden mgen1 in
sich enthalten1 so scheint es uns doch
nicht genug1 sich blo dasjenige
vortragen zu lassen1 was wahr ist1
sondern1 was man zu wissen begehrt4
,wenn wir also durch diese kritische
,untersuchung nichts ,mehreres lernen1
als was wir im blo empirischen
,gebrauche des ,verstandes1 auch ohne
so subtile ,nachforschung1 von selbst
wohl wrden ausgebt haben1 so scheint
es1 sei der ,vorteil1 den man aus ihr
zieht1 den ,aufwand und die ,zurstung
nicht wert4 ,nun kann man zwar hierauf
antworten3 da kein ,vorwitz der
,erweiterung unserer ,erkenntnis
nachteiliger sei1 als der1 so den
,nutzen jederzeit zum voraus wissen
will1 ehe man sich auf ,nachforschungen
einlt1 und ehe man noch sich den
mindesten ,begriff von diesem ,nutzen
machen knnte1 wenn derselbe auch vor
,augen gestellt wrde4 ,allein es gibt
doch einen ,vorteil1 der auch dem
schwierigsten und unlustigsten
,lehrlinge solcher transzendentalen
,nachforschung begreiflich1 und zugleich
angelegen gemacht werden kann1 nmlich
dieser3 da der blo mit seinem
empirischen ,gebrauche beschftigte
,verstand1 der ber die ,quellen seiner
eigenen ,erkenntnis nicht nachsinnt1
zwar sehr gut fortkommen1 eines aber
gar nicht leisten knne1 nmlich1 sich
selbst die ,grenzen seines ,gebrauchs
zu bestimmen1 und zu wissen1 was
innerhalb oder auerhalb seiner ganzen
,sphre liegen mag2 denn dazu werden eben
die tiefen ,untersuchungen erfordert1
die wir angestellt haben4 ,kann er aber
nicht unterscheiden1 ob gewisse ,fragen
in seinem ,horizonte liegen1 oder
nicht1 so ist er niemals seiner
,ansprche und seines ,besitzes sicher1
sondern darf sich nur auf vielfltige
beschmende ,zurechtweisungen ,rechnung
machen1 wenn er die ,grenzen seines
,gebiets 7wie es unvermeidlich ist7
unaufhrlich berschreitet1 und sich in
,wahn und ,blendwerke verirrt4 ,da
also der ,verstand von allen seinen
,grundstzen a priori1 ja von allen
seinen ,begriffen keinen anderen als
empirischen1 niemals aber einen
transzendentalen ,gebrauch machen knne1
ist ein ,satz1 der1 wenn er mit
berzeugung erkannt werden kann1 in
wichtige ,folgen hinaussieht4 ,der
transzendentale ,gebrauch eines
,begriffs in irgendeinem ,grundsatze
ist dieser3 da er auf ,dinge berhaupt
und an sich selbst1 der empirische
aber1 wenn er blo auf ,erscheinungen1
d4i4 ,gegenstnde einer mglichen
,erfahrung1 bezogen wird4 ,da aber
berall nur der letztere stattfinden
knne1 ersieht man daraus4 ,zu jedem
,begriff wird erstlich die logische
,form eines ,begriffs 7des ,denkens7
berhaupt1 und dann zweitens auch die
,mglichkeit1 ihm einen ,gegenstand zu
geben1 darauf er sich beziehe1
erfordert4 ,ohne diesen letzteren hat
er keinen ,sinn1 und ist vllig leer an
,inhalt1 ob er gleich noch immer die
logische ,funktion enthalten mag1 aus
etwaigen datis einen ,begriff zu
machen4 ,nun kann der ,gegenstand einem
,begriffe nicht anders gegeben werden1
als in der ,anschauung1 und1 wenn eine
reine ,anschauung noch vor dem
,gegenstande a priori mglich ist1 so
kann doch auch diese selbst ihren
,gegenstand1 mithin die objektive
,gltigkeit1 nur durch die empirische
,anschauung bekommen1 wovon sie die
bloe ,form ist4 ,also beziehen sich alle
,begriffe und mit ihnen alle
,grundstze1 so sehr sie auch a priori
mglich sein mgen1 dennoch auf
empirische ,anschauungen1 d4i4 auf data
zur mglichen ,erfahrung4 ,ohne dieses
haben sie gar keine objektive
,gltigkeit1 sondern sind ein bloes
,spiel1 es sei der ,einbildungskraft1
oder des ,verstandes1 respektive mit
ihren ,vorstellungen4 ,man nehme nur die
,begriffe der ,mathematik zum
,beispiele1 und zwar erstlich in ihren
reinen ,anschauungen4 ,der ,raum hat
drei ,abmessungen1 zwischen zwei
,punkten kann nur eine gerade ,linie
sein1 usw4 ,obgleich alle diese
,grundstze1 und die ,vorstellung des
,gegenstandes1 womit sich jene
,wissenschaft beschftigt1 vllig a
priori im ,gemt erzeugt werden1 so wrden
sie doch gar nichts bedeuten1 knnten
wir nicht immer an ,erscheinungen
7empirischen ,gegenstnden7 ihre
,bedeutung darlegen4 ,daher erfordert
man auch1 einen abgesonderten ,begriff
sinnlich zu machen1 d4i4 das ihm
korrespondierende ,objekt in der
,anschauung darzulegen1 weil1 ohne
dieses1 der ,begriff 7wie man sagt7 ohne
,sinn1 d4i4 ohne ,bedeutung bleiben
wrde4 ,die ,mathematik erfllt diese
,forderung durch die ,konstruktion der
,gestalt1 welche eine den ,sinnen
gegenwrtige 7obzwar a priori zustande
gebrachte7 ,erscheinung ist4 ,der
,begriff der ,gre sucht in eben der
,wissenschaft seine ,haltung und ,sinn
in der ,zahl1 diese aber an den
,fingern1 den ,korallen des
,rechenbretts1 oder den ,strichen und
,punkten1 die vor ,augen gestellt
werden4 ,der ,begriff bleibt immer a
priori erzeugt1 samt den synthetischen
,grundstzen oder ,formeln aus solchen
,begriffen2 aber der ,gebrauch
derselben1 und ,beziehung auf
angebliche ,gegenstnde kann am ,ende
doch nirgend1 als in der ,erfahrung
gesucht werden1 deren ,mglichkeit 7der
,form nach7 jene a priori enthalten4
,da dieses aber auch der ,fall mit allen
,kategorien1 und den daraus
gesponnenen ,grundstzen sei1 erhellt
auch daraus3 da wir so gar keine
einzige derselben definieren1 ohne uns
sofort zu ,bedingungen der
,sinnlichkeit1 mithin der ,form der
,erscheinungen1 herabzulassen1 als auf
welche1 als ihre einzigen ,gegenstnde1
sie folglich eingeschrnkt sein mssen1
weil1 wenn man diese ,bedingung
wegnimmt1 alle ,bedeutung1 d4i4
,beziehung aufs ,objekt1 wegfllt1 und
man durch kein ,beispiel sich selbst
falich machen kann1 was unter
dergleichen ,begriffe denn eigentlich
fr ein ,ding gemeint sei4 ,oben bei
,darstellung der ,tafel der
,kategorien1 berhoben wir uns der
,definitionen einer jeden derselben
dadurch3 da unsere ,absicht1 die
lediglich auf den synthetischen
,gebrauch derselben geht1 sie nicht ntig
mache1 und man sich mit unntigen
,unternehmungen keiner ,verantwortung
aussetzen msse1 deren man berhoben sein
kann4 ,das war keine ,ausrede1 sondern
eine nicht unerhebliche ,klugheitsregel1
sich nicht sofort ans definieren zu
wagen1 und ,vollstndigkeit oder
,przision in der ,bestimmung des
,begriffs zu versuchen oder vorzugeben1
wenn man mit irgend einem oder anderen
,merkmale desselben auslangen kann1 ohne
eben dazu eine vollstndige ,herzhlung
aller derselben1 die den ganzen
,begriff ausmachen1 zu bedrfen4 ,jetzt
aber zeigt sich3 da der ,grund dieser
,vorsicht noch tiefer liege1 nmlich1 da
wir sie nicht definieren konnten1 wenn
wir auch wollten991 sondern1 wenn man
alle ,bedingungen der ,sinnlichkeit
wegschafft1 die sie als ,begriffe eines
mglichen empirischen ,gebrauchs
auszeichnen1 und sie fr ,begriffe von
,dingen berhaupt 7mithin vom
transzendentalen ,gebrauch7 nehmen1 bei
ihnen gar nichts weiter zu tun sei1 als
die logische ,funktion in ,urteilen1
als die ,bedingung der ,mglichkeit der
,sachen selbst anzusehen1 ohne doch im
mindesten anzeigen zu knnen1 wo sie denn
ihre ,anwendung und ihr ,objekt1
mithin wie sie im reinen ,verstande ohne
,sinnlichkeit irgendeine ,bedeutung
und objektive ,gltigkeit haben knne4
,den ,begriff der ,gre berhaupt kann
niemand erklren1 als etwa so3 da sie
die ,bestimmung eines ,dinges sei1
dadurch1 wie vielmal ,eines in ihm
gesetzt ist1 gedacht werden kann4
,allein dieses ,wievielmal grndet sich
auf die sukzessive ,wiederholung1 mithin
auf die ,zeit und die ,synthesis 7des
gleichartigen7 in derselben4 ,realitt
kann man im ,gegensatze mit der
,negation nur alsdann erklren1 wenn man
sich eine ,zeit 7als den ,inbegriff von
allem ,sein7 gedenkt1 die entweder
womit erfllt1 oder leer ist4 ,lasse ich
die ,beharrlichkeit 7welche ein ,dasein
zu aller ,zeit ist7 weg1 so bleibt mir
zum ,begriffe der ,substanz nichts
brig1 als die logische ,vorstellung vom
,subjekt1 welche ich dadurch zu
realisieren vermeine1 da ich mir ,etwas
vorstelle1 welches blo als ,subjekt
7ohne wovon ein ,prdikat zu sein7
stattfinden kann4 ,aber nicht allein1 da
ich gar keine ,bedingungen wei1 unter
welchen denn dieser logische ,vorzug
irgendeinem ,dinge eigen sein werde3 so
ist auch gar nichts weiter daraus zu
machen1 und nicht die mindeste
,folgerung zu ziehen1 weil dadurch gar
kein ,objekts des ,gebrauchs dieses
,begriffs bestimmt wird1 und man also
gar nicht wei1 ob dieser berall irgend
etwas bedeute4 ,vom ,begriffe der
,ursache wrde ich 7wenn ich die ,zeit
weglasse1 in der etwas auf etwas anderem
nach einer ,regel folgt17 in der
reinen ,kategorie nichts weiter finden1
als da es so etwas sei1 woraus sich auf
das ,dasein eines anderen schlieen lt1
und es wrde dadurch nicht allein
,ursache und ,wirkung gar nicht
voneinander unterschieden werden knnen1
sondern weil dieses ,schlieenknnen doch
bald ,bedingungen erfordert1 von denen
ich nichts wei1 so wrde der ,begriff
gar keine ,bestimmung haben1 wie er auf
irgendein ,objekt passe4 ,der vermeinte
,grundsatz3 alles ,zufllige hat eine
,ursache1 tritt zwar ziemlich
gravittisch auf1 als habe er seine
eigene ,wrde in sich selbst4 ,allein1
frage ich3 was versteht ihr unter
,zufllig8 und ihr antwortet1 dessen
,nichtsein mglich ist1 so mchte ich
gern wissen1 woran ihr diese ,mglichkeit
des ,nichtsein erkennen wollt1 wenn
ihr euch nicht in der ,reihe der
,erscheinungen eine ,sukzession und in
dieser ein ,dasein1 welches auf das
,nichtsein folgt1 7oder umgekehrt17
mithin einen ,wechsel vorstellt2 denn1
da das ,nichtsein eines ,dinges sich
selbst nicht widerspreche1 ist eine
lahme ,berufung auf eine logische
,bedingung1 die zwar zum ,begriffe
notwendig1 aber zur realen ,mglichkeit
bei weitem nicht hinreichend ist2 wie
ich denn eine jede existierende
,substanz in ,gedanken aufheben kann1
ohne mir selbst zu widersprechen1 daraus
aber auf die objektive ,zuflligkeit
derselben in ihrem ,dasein1 d4i4 die
,mglichkeit seines ,nichtseins an sich
selbst1 gar nicht schlieen kann4 ,was
dem ,begriff der ,gemeinschaft
betrifft1 so ist leicht zu ermessen3 da1
da die reinen ,kategorien der
,substanz sowohl1 als ,kausalitt1 keine
das ,objekt bestimmende ,erklrung
zulassen1 die wechselseitige ,kausalitt
in der ,beziehung der ,substanzen
aufeinander 7commercium7 ebensowenig
derselben fhig sei4 ,mglichkeit1 ,dasein
und ,notwendigkeit hat noch niemand
anders als durch offenbare ,tautologie
erklren knnen1 wenn man ihre
,definition lediglich aus dem reinen
,verstande schpfen wollte4 ,denn das
,blendwerk1 die logische ,mglichkeit des
,begriffs 7da er sich selbst nicht
widerspricht7 der transzendentalen
,mglichkeit der ,dinge 7da dem ,begriff
ein ,gegenstand korrespondiert7 zu
unterschieben1 kann nur ,unversuchte
hintergehen und zufrieden stellen4 99
,ich verstehe hier die ,realdefinition1
welche nicht blo dem ,namen einer
,sache andere und verstndlichere ,wrter
unterlegt1 sondern die1 so ein klares
,merkmal1 daran der ,gegenstand
7definitum7 jederzeit sicher erkannt
werden kann und den erklrten ,begriff
zur ,anwendung brauchbar macht1 in
sich enthlt ,die ,realerklrung wrde
also diejenige sein1 welche nicht blo
einen ,begriff1 sondern zugleich die
objektive ,realitt desselben deutlich
macht4 ,die mathematischen
,erklrungen1 welche den ,gegenstand dem
,begriffe gem in der ,anschauung
darstellen1 sind von der letzteren ,art4
,es hat etwas ,befremdliches und
sogar ,widersinniges an sich1 da ein
,begriff sein soll1 dem doch eine
,bedeutung zukommen mu1 der aber keiner
,erklrung fhig wre4 ,allein hier hat es
mit den ,kategorien diese besondere
,bewandtnis1 da sie nur vermittelst der
allgemeinen sinnlichen ,bedingung eine
bestimmte ,bedeutung und ,beziehung auf
irgend einen ,gegenstand haben kennen1
diese ,bedingung aber aus der reinen
,kategorie weggelassen worden1 da diese
dann nichts1 als die logische ,funktion
enthalten kann1 das ,mannigfaltige
unter einen ,begriff zu bringen4 ,aus
dieser ,funktion1 d4i4 der ,form des
,begriffs allein kann aber gar nichts
erkannt und unterschieden werden1
welches ,objekt darunter gehre1 weil
eben von der sinnlichen ,bedingung1
unter der berhaupt ,gegenstnde unter
sie gehren knnen1 abstrahiert worden4
,daher bedrfen die ,kategorien1 noch ber
den reinen ,verstandesbegriff1
,bestimmungen ihrer ,anwendung auf
,sinnlichkeit berhaupt 7,schema7 und
sind ohne diese keine ,begriffe1 wodurch
ein ,gegenstand erkannt1 und von
anderen unterschieden wrde1 sondern nur
viel ,arten1 einen ,gegenstand zu
mglichen ,anschauungen zu denken1 und
ihm nach irgend einer ,funktion des
,verstandes seine ,bedeutung 7unter noch
erforderlichen ,bedingungen7 zu geben1
d4i4 ihn zu definieren3 selbst knnen
sie also nicht definiert werden4 ,die
logischen ,funktionen der ,urteile
berhaupt3 ,einheit und ,vielheit1
,bejahung und ,verneinung1 ,subjekt und
,prdikat knnen1 ohne einen ,zirkel zu
begehen1 nicht definiert werden1 weil
die ,definition doch selbst ein ,urteil
sein1 und also diese ,funktionen schon
enthalten mte4 ,die reinen ,kategorien
sind aber nichts anderes1 als
,vorstellungen der ,dinge berhaupt1
sofern das ,mannigfaltige ihrer
,anschauung durch eine oder andere
dieser logischen ,funktionen gedacht
werden mu3 ,gre ist die ,bestimmung1
welche nur durch ein ,urteil1 das
,quantitt hat1 7judicium commune7
,realitt diejenige1 die nur durch ein
bejahend ,urteil gedacht werden kann1
,substanz1 was1 in ,beziehung auf die
,anschauung1 das letzte ,subjekt aller
anderen ,bestimmungen sein mu4 ,was das
nun aber fr ,dinge sind1 in ,ansehung
deren man sich dieser ,funktion
vielmehr1 als einer anderen bedienen
msse1 bleibt hierbei ganz unbestimmt3
mithin haben die ,kategorien ohne die
,bedingung der sinnlichen ,anschauung1
dazu sie die ,synthesis enthalten1 gar
keine ,beziehung auf irgend ein
bestimmtes ,objekt1 knnen also keines
definieren1 und haben folglich an sich
selbst keine ,gltigkeit objektiver
,begriffe4 ,hierzu fliet nun
unwidersprechlich3 da die reinen
,verstandesbegriffe niemals von
transzendentalem1 sondern jederzeit nur
von empirischem ,gebrauche sein knnen1
und da die ,grundstze des reinen
,verstandes nur in ,beziehung auf die
allgemeinen ,bedingungen einer mglichen
,erfahrung1 auf ,gegenstnde der ,sinne1
niemals aber auf ,dinge berhaupt1 7ohne
,rcksicht auf die ,art zu nehmen1 wie
wir sie anschauen mgen17 bezogen werden
knnen4 ,die transzendentale
,analytik hat demnach dieses wichtige
,resultat3 da der ,verstand a priori
niemals mehr leisten knne1 als die ,form
einer mglichen ,erfahrung berhaupt zu
antizipieren1 und1 da dasjenige1 was
nicht ,erscheinung ist1 kein ,gegenstand
der ,erfahrung sein kann1 da er die
,schranken der ,sinnlichkeit1 innerhalb
denen uns allein ,gegenstnde gegeben
werden1 niemals berschreiten knne4
,seine ,grundstze sind blo ,prinzipien
der ,exposition der ,erscheinungen1 und
der stolze ,name einer ,ontologie1
welche sich anmat1 von ,dingen berhaupt
synthetische ,erkenntnisse a priori in
einer systematischen ,doktrin zu geben
7z4 ,e4 den ,grundsatz der ,kausalitt7
mu dem bescheidenen1 einer bloen
,analytik des reinen ,verstandes1 ,platz
machen4 ,das ,denken ist die
,handlung1 gegebene ,anschauung auf
einen ,gegenstand zu beziehen4 ,ist die
,art dieser ,anschauung auf keinerlei
,weise gegeben1 so ist der ,gegenstand
blo transzendental1 und der
,verstandesbegriff hat keinen anderen1
als transzendentalen ,gebrauch1 nmlich
die ,einheit des ,denkens eines
,mannigfaltigen berhaupt4 ,durch eine
reine ,kategorie nun1 in welcher von
aller ,bedingung der sinnlichen
,anschauung1 als der einzigen1 die uns
mglich ist1 abstrahiert wird1 wird also
kein ,objekt bestimmt1 sondern nur das
,denken eines ,objekts berhaupt1 nach
verschiedenen modis1 ausgedrckt4 ,nun
gehrt zum ,gebrauche eines ,begriffs
noch eine ,funktion der ,urteilskraft1
worauf ein ,gegenstand unter ihm
subsumiert wird1 mithin die wenigstens
formale ,bedingung1 unter der etwas in
der ,anschauung gegeben werden kann4
,fehlt diese ,bedingung der
,urteilskraft1 7,schema7 so fllt alle
,subsumtion weg2 denn es wird nichts
gegeben1 was unter den ,begriff
subsumiert werden knne4 ,der blo
transzendentale ,gebrauch also der
,kategorien ist in der ,tat gar kein
,gebrauch1 und hat keinen bestimmten1
oder auch nur1 der ,form nach1
bestimmbaren ,gegenstand4 ,hieraus
folgt1 da die reine ,kategorie auch zu
keinem synthetischen ,grundsatze a
priori zulange1 und da die ,grundstze
des reinen ,verstandes nur von
empirischem1 niemals aber von
transzendentalem ,gebrauche sind1 ber
das ,feld mglicher ,erfahrung hinaus
aber es berall keine synthetischen
,grundstze a priori geben knne4 ,es
kann daher ratsam sein1 sich also
auszudrcken3 die reinen ,kategorien1
ohne formale ,bedingungen der
,sinnlichkeit1 haben blo
transzendentale ,bedeutung1 sind aber
von keinem transzendentalen ,gebrauch1
weil dieser an sich selbst unmglich ist1
indem ihnen alle ,bedingungen
irgendeines ,gebrauchs 7in ,urteilen7
abgehen1 nmlich die formalen
,bedingungen der ,subsumtion irgendeines
angeblichen ,gegenstandes unter diese
,begriffe4 ,da sie also 7als blo reine
,kategorien7 nicht von empirischem
,gebrauche sein sollen1 und von
transzendentalem nicht sein knnen1 so
sind sie von gar keinem ,gebrauche1
wenn man sie von aller ,sinnlichkeit
absondert1 d4i4 sie knnen auf gar
keinen angeblichen ,gegenstand angewandt
werden2 vielmehr sind sie blo die
reine ,form des ,verstandesgebrauchs in
,ansehung der ,gegenstnde berhaupt und
des ,denkens1 ohne doch durch sie
allein irgendein ,objekt denken oder
bestimmen zu knnen4 ,erscheinungen1
sofern sie als ,gegenstnde nach der
,einheit der ,kategorien gedacht
werden1 heien ,phaenomena4 ,wenn ich
aber ,dinge annehme1 die blo
,gegenstnde des ,verstandes sind1 und
gleichwohl1 als solche1 einer
,anschauung1 obgleich nicht der
sinnlichen 7als coram intuitu
intellectuali71 gegeben werden knnen2 so
wrden dergleichen ,dinge ,noumena
7,intelligibilia7 heien4 ,nun sollte
man denken1 da der durch die transz4
sthetik eingeschrnkte ,begriff der
,erscheinungen schon von selbst die
objektive ,realitt der ,noumenorum an
die ,hand gebe1 und die ,einteilung der
,gegenstnde in ,phaenomena und
,noumena1 mithin auch der ,welt1 in
eine ,sinnen- und eine ,verstandeswelt
7mundus sensibilis et intelligibilis7
berechtige1 und zwar so3 da der
,unterschied hier nicht blo die
logische ,form der undeutlichen oder
deutlichen ,erkenntnis eines und
desselben ,dinges1 sondern die
,verschiedenheit treffe1 wie sie
unserer ,erkenntnis ursprnglich gegeben
werden knnen1 und nach welcher sie an
sich selbst1 der ,gattung nach1
voneinander unterschieden sind4 ,denn
wenn uns die ,sinne etwas blo
vorstellen1 wie es erscheint1 so mu
dieses ,etwas doch auch an sich selbst
ein ,ding1 und ein ,gegenstand einer
nicht sinnlichen ,anschauung1 d4i4 des
,verstandes sein1 d4i4 es mu eine
,erkenntnis mglich sein1 darin keine
,sinnlichkeit angetroffen wird1 und
welche allein schlechthin objektive
,realitt hat1 dadurch uns nmlich
,gegenstnde vorgestellt werden1 wie sie
sind1 dahingegen im empirischen
,gebrauche unseres ,verstandes ,dinge
nur erkannt werden1 wie sie erscheinen4
,also wrde es1 auer dem empirischen
,gebrauch der ,kategorien 7welcher auf
sinnliche ,bedingungen eingeschrnkt
ist7 noch einen reinen und doch
objektivgltigen geben1 und wir knnten
nicht behaupten1 was wir bisher
vorgegeben haben3 da unsere reinen
,verstandeserkenntnisse berall nichts
weiter wren1 als ,prinzipien der
,exposition der ,erscheinung1 die auch a
priori nicht weiter1 als auf die
formale ,mglichkeit der ,erfahrung
gingen1 denn hier stnde ein ganz
anderes ,feld vor uns offen1 gleichsam
eine ,welt im ,geiste gedacht1
7vielleicht auch gar angeschaut7 die
nicht minder1 ja noch weit edler
unseren reinen ,verstand beschftigen
konnte4 ,alle unsere ,vorstellungen
werden in der ,tat durch den ,verstand
auf irgendein ,objekt bezogen1 und1 da
,erscheinungen nichts als
,vorstellungen sind1 so bezieht sich der
,verstand auf ein ,etwas1 als den
,gegenstand der sinnlichen ,anschauung3
aber dieses ,etwas ist insofern nur das
transzendentale ,objekt4 ,dieses
bedeutet aber ein ,etwas x1 wovon wir
gar nichts wissen1 noch berhaupt 7nach
der jetzigen ,einrichtung unseres
,verstandes7 wissen knnen1 sondern1
welcher nur als ein ,correlatum der
,einheit der ,apperzeption zur ,einheit
des ,mannigfaltigen in der sinnlichen
,anschauung dienen kann1 vermittelst
deren der ,verstand dasselbe in den
,begriff eines ,gegenstandes vereinigt4
,dieses transzendentale ,objekt lt sich
gar nicht von den sinnlichen ,datis
absondern1 weil alsdann nichts brig
bleibt1 wodurch es gedacht wrde4 ,es ist
also kein ,gegenstand der ,erkenntnis
an sich selbst1 sondern nur die
,vorstellung der ,erscheinungen1 unter
dem ,begriffe eines ,gegenstandes
berhaupt1 der durch das ,mannigfaltige
derselben bestimmbar ist4 ,eben um
deswillen stellen nun auch die
,kategorien kein besonderes1 dem
,verstande allein gegebenes ,objekt vor1
sondern dienen nur dazu1 das
transzendentale ,objekt 7den ,begriff
von etwas berhaupt7 durch das1 was in
der ,sinnlichkeit gegeben wird1 zu
bestimmen1 um dadurch ,erscheinungen
unter ,begriffen von ,gegenstnden
empirisch zu erkennen4 ,was aber die
,ursache betrifft1 weswegen man1 durch
das ,substratum der ,sinnlichkeit noch
nicht befriedigt1 den ,phaenomenis noch
,noumena zugegeben hat1 die nur der
reine ,verstand denken kann1 so beruht
sie lediglich darauf4 ,die
,sinnlichkeit1 und ihr ,feld1 nmlich das
der ,erscheinungen1 wird selbst durch
den ,verstand dahin eingeschrnkt3 da
sie nicht auf ,dinge an sich selbst1
sondern nur auf die ,art gehe1 wie uns1
vermge unserer subjektiven
,beschaffenheit1 ,dinge erscheinen4
,dies war das ,resultat der ganzen
transzendentalen sthetik1 und es folgt
auch natrlicherweise aus dem ,begriffe
einer ,erscheinung berhaupt3 da ihr
etwas entsprechen msse1 was an sich
nicht ,erscheinung ist1 weil
,erscheinung nichts fr sich selbst1 und
auer unserer ,vorstellungsart sein
kann1 mithin1 wo nicht ein bestndiger
,zirkel herauskommen soll1 das ,wort
,erscheinung schon eine ,beziehung auf
etwas anzeigt1 dessen unmittelbare
,vorstellung zwar sinnlich ist1 was
aber an sich selbst1 auch ohne diese
,beschaffenheit unserer ,sinnlichkeit1
7worauf sich die ,form unserer
,anschauung grndet71 ,etwas1 d4i4 ein
von der ,sinnlichkeit unabhngiger
,gegenstand sein mu4 ,hieraus
entspringt nun der ,begriff von einem
,noumenon1 der aber gar nicht positiv1
und eine bestimmte ,erkenntnis von
irgendeinem ,dinge1 sondern nur das
,denken von ,etwas berhaupt bedeutet1
bei welchem ich von aller ,form der
sinnlichen ,anschauung abstrahiere4
,damit aber ein ,noumenon einen wahren1
von allen ,phnomenen zu
unterscheidenden ,gegenstand bedeute1
so ist es nicht genug3 da ich meinen
,gedanken von allen ,bedingungen
sinnlicher ,anschauung befreie1 ich mu
noch berdem ,grund dazu haben1 eine
andere ,art der ,anschauung1 als diese
sinnliche ist1 anzunehmen1 unter der
ein solcher ,gegenstand gegeben werden
knne2 denn sonst ist mein ,gedanke doch
leer1 obzwar ohne ,widerspruch4 ,wir
haben zwar oben nicht beweisen knnen3 da
die sinnliche ,anschauung die einzige
mgliche ,anschauung berhaupt1 sondern da
sie es nur fr uns sei2 wir konnten
aber auch nicht beweisen3 da noch eine
andere ,art der ,anschauung mglich sei1
und1 obgleich unser ,denken von jener
,sinnlichkeit abstrahieren kann1 so
bleibt doch die ,frage1 ob es alsdann
nicht eine bloe ,form eines ,begriffs
sei1 und ob bei dieser ,abtrennung
berhaupt ein ,objekt brigbleibe4 ,das
,objekt1 worauf ich die ,erscheinung
berhaupt beziehe1 ist der
transzendentale ,gegenstand1 d4i4 der
gnzlich unbestimmte ,gedanke von ,etwas
berhaupt4 ,dieser kann nicht das
,noumenon heien2 denn ich wei von ihm
nicht1 was er an sich selbst sei1 und
habe gar keinen ,begriff von ihm1 als
blo von dem ,gegenstande einer
sinnlichen ,anschauung berhaupt1 der
also fr alle ,erscheinungen einerlei
ist4 ,ich kann ihn durch keine
,kategorien denken2 denn diese gilt von
der empirischen ,anschauung1 um sie
unter einen ,begriff vom ,gegenstand
berhaupt zu bringen4 ,ein reiner
,gebrauch der ,kategorie ist zwar
mglich1 d4i4 ohne ,widerspruch1 aber
hat gar keine objektive ,gltigkeit1 weil
sie auf keine ,anschauung geht1 die
dadurch ,einheit des ,objekts bekommen
sollte2 denn die ,kategorie ist doch
eine bloe ,funktion des ,denkens1
wodurch mir kein ,gegenstand gegeben1
sondern nur1 was in der ,anschauung
gegeben werden mag1 gedacht wird4
,wenn ich alles ,denken 7durch
,kategorien7 aus einer empirischen
,erkenntnis wegnehme1 so bleibt gar
keine ,erkenntnis irgendeines
,gegenstandes brig2 denn durch bloe
,anschauung wird gar nichts gedacht1
und1 da diese ,affektion der
,sinnlichkeit in mir ist1 macht gar
keine ,beziehung von dergleichen
,vorstellung auf irgend ein ,objekt
aus4 ,lasse ich aber hingegen alle
,anschauung weg1 so bleibt doch noch
die ,form des ,denkens1 d4i4 die ,art1
dem ,mannigfaltigen einer mglichen
,anschauung einen ,gegenstand zu
bestimmen4 ,daher erstrecken sich die
,kategorien sofern weiter1 als die
sinnliche ,anschauung1 weil sie
,objekte berhaupt denken1 ohne noch auf
die besondere ,art 7der ,sinnlichkeit7
zu sehen1 in der sie gegeben werden
mgen4 ,sie bestimmen aber dadurch nicht
eine grere ,sphre von ,gegenstnden1
weil1 da solche gegeben werden knnen1
man nicht annehmen kann1 ohne da man
eine andere als sinnliche ,art der
,anschauung als mglich voraussetzt1
wozu wir aber keineswegs berechtigt
sind4 ,ich nenne einen ,begriff
problematisch1 der keinen ,widerspruch
enthlt1 der auch als eine ,begrenzung
gegebener ,begriffe mit anderen
,erkenntnissen zusammenhngt1 dessen
objektive ,realitt aber auf keine
,weise erkannt werden kann4 ,der
,begriff eines ,noumenon1 d4i4 eines
,dinges1 welches gar nicht als
,gegenstand der ,sinne1 sondern als ein
,ding an sich selbst1 7lediglich durch
einen reinen ,verstand7 gedacht werden
soll1 ist gar nicht widersprechend2 denn
man kann von der ,sinnlichkeit doch
nicht behaupten1 da sie die einzige
mgliche ,art der ,anschauung sei4
,ferner ist dieser ,begriff notwendig1
um die sinnliche ,anschauung nicht bis
ber die ,dinge an sich selbst
auszudehnen1 und also1 um die objektive
,gltigkeit der sinnlichen ,erkenntnis
einzuschrnken1 7denn das brige1 worauf
jene nicht reicht1 heien eben darum
,noumena1 damit man dadurch anzeige1
jene ,erkenntnisse knnen ihr ,gebiet
nicht ber alles1 was der ,verstand
denkt1 erstrecken74 ,am ,ende aber ist
doch die ,mglichkeit solcher
,noumenorum gar nicht einzusehen1 und
der ,umfang auer der ,sphre der
,erscheinungen ist 7fr uns7 leer1 d4i4
wir haben einen ,verstand1 der sich
problematisch weiter erstreckt1 als
jene1 aber keine ,anschauung1 ja auch
nicht einmal den ,begriff von einer
mglichen ,anschauung1 wodurch uns auer
dem ,felde der ,sinnlichkeit ,gegenstnde
gegeben1 und der ,verstand ber
dieselbe hinaus assertorisch gebraucht
werden knne4 ,der ,begriff eines
,noumenon ist also blo ein
,grenzbegriff1 um die ,anmaung der
,sinnlichkeit einzuschrnken1 und also
nur von negativem ,gebrauche4 ,er ist
aber gleichwohl nicht willkrlich
erdichtet1 sondern hngt mit der
,einschrnkung der ,sinnlichkeit
zusammen1 ohne doch etwas ,positives
auer dem ,umfange derselben setzen zu
knnen4 ,die ,einteilung der
,gegenstnde in ,phaenomena und ,noumena1
und der ,welt in eine ,sinnen- und
,verstandeswelt1 kann daher gar nicht
zugelassen werden1 obgleich ,begriffe
allerdings die ,einteilung in sinnliche
und intellektuelle zulassen2 denn man
kann den letzteren keinen ,gegenstand
bestimmen1 und sie also auch nicht fr
objektiv gltig ausgeben4 ,wenn man von
den ,sinnen abgeht1 wie will man
begreiflich machen1 da unsere
,kategorien 7welche die einzigen
brigbleibenden ,begriffe fr ,noumena
sein wrden7 noch berall etwas bedeuten1
da zu ihrer ,beziehung auf irgendeinen
,gegenstand noch etwas mehr1 als blo die
,einheit des ,denkens1 nmlich berdem
eine mgliche ,anschauung gegeben sein
mu1 darauf jene angewandt werden knnen8
,der ,begriff eines ,noumeni1 blo
problematisch genommen1 bleibt
demungeachtet nicht allein zulssig1
sondern1 auch als ein die ,sinnlichkeit
in ,schranken setzender ,begriff1
unvermeidlich4 ,aber alsdann ist das
nicht ein besonderer intelligibler
,gegenstand fr unseren ,verstand1
sondern ein ,verstand1 fr den es
gehrte1 ist selbst ein ,problema1
nmlich1 nicht diskursiv durch
,kategorien1 sondern intuitiv in einer
nichtsinnlichen ,anschauung seinen
,gegenstand zu erkennen1 als von welchem
wir uns nicht die geringste
,vorstellung seiner ,mglichkeit machen
knnen4 ,unser ,verstand bekommt nun auf
diese ,weise eine negative
,erweiterung1 d4i4 er wird nicht durch
die ,sinnlichkeit eingeschrnkt1 sondern
schrnkt vielmehr dieselbe ein1 dadurch1
da er ,dinge an sich selbst 7nicht als
,erscheinungen betrachtet7 ,noumena
nennt4 ,aber er setzt sich auch sofort
selbst ,grenzen1 sie durch keine
,kategorien zu erkennen1 mithin sie nur
unter dem ,namen eines unbekannten
,etwas zu denken4 ,ich finde indessen
in den ,schriften der ,neueren einen
ganz anderen ,gebrauch der ,ausdrcke
eines mundi sensibilis und
intelligibilis1 der von dem ,sinne der
,alten ganz abweicht1 und wobei es
freilich keine ,schwierigkeit hat1 aber
auch nichts als leere ,wortkrmerei
angetroffen wird4 ,nach demselben hat
es einigen beliebt1 den ,inbegriff der
,erscheinungen1 sofern er angeschaut
wird1 die ,sinnenwelt1 sofern aber der
,zusammenhang derselben nach allgemeinen
,verstandesgesetzen gedacht wird1 die
,verstandeswelt zu nennen4 ,die
theoretische ,astronomie1 welche die
bloe ,beobachtung des bestirnten
,himmels vortrgt1 wrde die erstere1 die
kontemplative dagegen 7etwa nach dem
kopernikanischen ,weltsystem1 oder gar
nach ,newtons ,gravitationsgesetzen
erklrt71 die zweite1 nmlich eine
intelligible ,welt vorstellig machen4
,aber eine solche ,wortverdrehung ist
eine bloe sophistische ,ausflucht1 um
einer beschwerlichen ,frage
auszuweichen1 dadurch1 da man ihren
,sinn zu seiner ,gemchlichkeit
herabstimmt4 ,in ,ansehung der
,erscheinungen lt sich allerdings
,verstand und ,vernunft brauchen2 aber
es fragt sich1 ob diese auch noch
einigen ,gebrauch haben1 wenn der
,gegenstand nicht ,erscheinung
7,noumenon7 ist1 und in diesem ,sinne
nimmt man ihn1 wenn er an sich als blo
intelligibel1 d4i4 dem ,verstande
allein1 und gar nicht den ,sinnen
gegeben1 gedacht wird4 ,es ist also die
,frage3 ob auer jenem empirischen
,gebrauche des ,verstandes 7selbst in
der ,newtonischen ,vorstellung des
,weltbaues7 noch ein transzendentaler
mglich sei1 der1 auf das ,noumenon als
einen ,gegenstand gehe1 welche ,frage
wir verneinend beantwortet haben4
,wenn wir denn also sagen3 die ,sinne
stellen uns die ,gegenstnde vor1 wie
sie erscheinen1 der ,verstand aber1 wie
sie sind1 so ist das letztere nicht in
transzendentaler1 sondern blo
empirischer ,bedeutung zu nehmen1
nmlich wie sie als ,gegenstnde der
,erfahrung1 im durchgngigen
,zusammenhange der ,erscheinungen1 mssen
vorgestellt werden1 und nicht nach
dem1 was sie1 auer der ,beziehung auf
mgliche ,erfahrung1 und folglich auf
,sinne berhaupt1 mithin als ,gegenstnde
des reinen ,verstandes sein mgen4 ,denn
dieses wird uns immer unbekannt
bleiben1 sogar1 da es auch unbekannt
bleibt1 ob eine solche transzendentale
7auerordentliche7 ,erkenntnis berall
mglich sei1 zum wenigsten als eine
solche1 die unter unseren gewhnlichen
,kategorien steht4 ,verstand und
,sinnlichkeit knnen bei uns nur in
,verbindung ,gegenstnde bestimmen4
,wenn wir sie trennen1 so haben wir
,anschauungen ohne ,begriffe1 oder
,begriffe ohne ,anschauungen1 in beiden
,fllen aber ,vorstellungen1 die wir auf
keinen bestimmten ,gegenstand beziehen
knnen4 ,wenn jemand noch ,bedenken
trgt1 auf alle diese ,errterungen dem
blo transzendentalen ,gebrauche der
,kategorien zu entsagen1 so mache er
einen ,versuch von ihnen in irgendeiner
synthetischen ,behauptung4 ,denn eine
analytische bringt den ,verstand nicht
weiter1 und da er nur mit dem
beschftigt ist1 was in dem ,begriffe
schon gedacht wird1 so lt er es
unausgemacht1 ob dieser an sich selbst
auf ,gegenstnde ,beziehung habe1 oder
nur die ,einheit des ,denkens berhaupt
bedeute1 7welche von der ,art1 wie ein
,gegenstand gegeben werden mag1 vllig
abstrahiert47 es ist ihm genug zu
wissen1 was in seinem ,begriffe liegt2
worauf der ,begriff selber gehen mge1
ist ihm gleichgltig4 ,er versuche es
demnach mit irgendeinem synthetischen
und vermeintlich transzendentalen
,grundsatze1 als3 alles1 was da ist1
existiert als ,substanz1 oder eine
derselben anhngende ,bestimmung3 alles
,zufllige existiert als ,wirkung eines
anderen ,dinges1 nmlich seiner ,ursache1
usw4 ,nun frage ich3 woher will er
diese synthetischen ,stze nehmen1 da
die ,begriffe nicht beziehungsweise auf
mgliche ,erfahrung1 sondern von ,dingen
an sich selbst 7,noumena7 gelten
sollen8 ,wo ist hier das ,dritte1
welches jederzeit zu einem synthetischen
,satze erfordert wird1 um in demselben
,begriffe1 die gar keine logische
7analytische7 ,verwandtschaft haben1
miteinander zu verknpfen8 ,er wird
seinen ,satz niemals beweisen1 ja was
noch mehr ist1 sich nicht einmal wegen
der ,mglichkeit einer solchen reinen
,behauptung rechtfertigen knnen1 ohne
auf den empirischen ,verstandesgebrauch
,rcksicht zu nehmen1 und dadurch dem
reinen und sinnenfreien ,urteile vllig
zu entsagen4 ,so ist denn der ,begriff
reiner blo intelligibler ,gegenstnde
gnzlich leer von allen ,grundstzen
ihrer ,anwendung1 weil man keine ,art
ersinnen kann1 wie sie gegeben werden
sollten1 und der problematische
,gedanke1 der doch einen ,platz fr sie
offen lt1 dient nur1 wie ein leerer
,raum1 die empirischen ,grundstze
einzuschrnken1 ohne doch irgendein
anderes ,objekt der ,erkenntnis1 auer
der ,sphre der letzteren1 in sich zu
enthalten und aufzuweisen4
,anhang ,von der ,amphibolie der
,reflexionsbegriffe durch die
,verwechslung des empirischen
,verstandesgebrauchs mit dem
transzendentalen ,die berlegung
7reflexio7 hat es nicht mit den
,gegenstnden selbst zu tun1 um geradezu
von ihnen ,begriffe zu bekommen1
sondern ist der ,zustand des ,gemts1 in
welchem wir uns zuerst dazu anschicken1
um die subjektiven ,bedingungen
ausfindig zu machen1 unter denen wir zu
,begriffen gelangen knnen4 ,sie ist das
,bewutsein des ,verhltnisses gegebener
,vorstellungen zu unseren verschiedenen
,erkenntnisquellen1 durch welches
allein ihr ,verhltnis untereinander
richtig bestimmt werden kann4 ,die
erste ,frage vor aller weiteren
,behandlung unserer ,vorstellung ist
die3 in welchem ,erkenntnisvermgen
gehren sie zusammen8 ,ist es der
,verstand1 oder sind es die ,sinne1 vor
denen sie verknpft1 oder verglichen
werden8 ,manches ,urteil wird aus
,gewohnheit angenommen1 oder durch
,neigung geknpft2 weil aber keine
berlegung vorhergeht1 oder wenigstens
kritisch darauf folgt1 so gilt es fr ein
solches1 das im ,verstande seinen
,ursprung erhalten hat4 ,nicht alle
,urteile bedrfen einer ,untersuchung1
d4i4 einer ,aufmerksamkeit auf die
,grnde der ,wahrheit2 denn1 wenn sie
unmittelbar gewi sind3 z4,b4 zwischen
zwei ,punkten kann nur eine gerade
,linie sein2 so lt sich von ihnen kein
noch nheres ,merkmal der ,wahrheit1 als
das sie selbst ausdrcken1 anzeigen4
,aber alle ,urteile1 ja alle
,vergleichungen bedrfen einer
berlegung1 d4i4 einer ,unterscheidung
der ,erkenntniskraft1 wozu die
gegebenen ,begriffe gehren4 ,die
,handlung1 dadurch ich die
,vergleichung der ,vorstellungen
berhaupt mit der ,erkenntniskraft
zusammenhalte1 darin sie angestellt
wird1 und wodurch ich unterscheide1 ob
sie als gehrig zum reinen ,verstande
oder zur sinnlichen ,anschauung
untereinander verglichen werden1 nenne
ich die transzendentale berlegung4 ,das
,verhltnis aber1 in welchem die
,begriffe in einem ,gemtszustande
zueinander gehren knnen1 sind die der
,einerleiheit und ,verschiedenheit1 der
,einstimmung und des ,widerstreits1 des
,inneren und des ueren1 endlich des
,bestimmbaren und der ,bestimmung
7,materie und ,form74 ,die richtige
,bestimmung dieses ,verhltnisses beruht
darauf1 in welcher ,erkenntniskraft sie
subjektiv zueinander gehren1 ob in der
,sinnlichkeit oder dem ,verstande4
,denn der ,unterschied der letzteren
macht einen groen ,unterschied in der
,art1 wie man sich die ersten denken
solle4 ,vor allen objektiven
,urteilen vergleichen wir die ,begriffe1
um auf die ,einerleiheit 7vieler
,vorstellungen unter einem ,begriffe7
zum ,behuf der allgemeinen ,urteile1
oder der ,verschiedenheit derselben1 zur
,erzeugung besonderer1 auf die
,einstimmung1 daraus bejahende1 und den
,widerstreit1 daraus verneinende
,urteile werden knnen usw4 ,aus diesem
,grunde sollten wir1 wie es scheint1 die
angefhrten ,begriffe
,vergleichungsbegriffe nennen 7conceptus
comparationis74 ,weil aber1 wenn es
nicht auf die logische ,form1 sondern
auf den ,inhalt der ,begriffe ankommt1
d4i4 ob die ,dinge selbst einerlei oder
verschieden1 einstimmig oder im
,widerstreit sind usw41 die ,dinge aber
ein zwiefaches ,verhltnis zu unserer
,erkenntniskraft1 nmlich zur
,sinnlichkeit und zum ,verstande haben
knnen1 auf diese ,stelle aber1 darin
sie gehren1 die ,art ankommt1 wie sie
zueinander gehren sollen3 so wird die
transzendentale ,reflexion1 d4i4 das
,verhltnis gegebener ,vorstellungen zu
einer oder der anderen ,erkenntnisart1
ihr ,verhltnis untereinander allein
bestimmen knnen1 und ob die ,dinge
einerlei oder verschieden1 einstimmig
oder widerstreitend sind usw41 wird
nicht sofort aus den ,begriffen selbst
durch bloe ,vergleichung 7comparatio71
sondern allererst durch die
,unterscheidung der ,erkenntnisart1 wozu
sie gehren1 vermittelst einer
transzendentalen berlegung 7reflexio7
ausgemacht werden knnen4 ,man knnte also
zwar sagen3 da die logische ,reflexion
eine bloe ,komparation sei1 denn bei
ihr wird von der ,erkenntniskraft1 wozu
die gegebenen ,vorstellungen gehren1
gnzlich abstrahiert1 und sie sind also
so fern ihrem ,sitze nach1 im ,gemte1
als gleichartig zu behandeln1 die
transzendentale ,reflexion aber 7welche
auf die ,gegenstnde selbst geht7 enthlt
den ,grund der ,mglichkeit der
objektiven ,komparation der
,vorstellungen untereinander1 und ist
also von der letzteren gar sehr
verschieden1 weil die ,erkenntniskraft1
dazu sie gehren1 nicht eben dieselbe
ist4 ,diese transzendentale berlegung
ist eine ,pflicht1 von der sich niemand
lossagen kann1 wenn er a priori etwas
ber ,dinge urteilen will4 ,wir wollen
sie jetzt zur ,hand nehmen1 und werden
daraus fr die ,bestimmung des
eigentlichen ,geschfts des ,verstandes
nicht wenig ,licht ziehen4 #a4
,einerleiheit und ,verschiedenheit4
,wenn uns ein ,gegenstand mehrmalen1
jedesmal aber mit ebendenselben inneren
,bestimmungen1 7qualitas et quantitas7
dargestellt wird1 so ist derselbe1 wenn
er als ,gegenstand des reinen
,verstandes gilt1 immer eben derselbe1
und nicht viel1 sondern nur ,ein ,ding
7numerica identitas72 ist er aber
,erscheinung1 so kommt es auf die
,vergleichung der ,begriffe gar nicht
an1 sondern1 so sehr auch in ,ansehung
derselben alles einerlei sein mag1 ist
doch die ,verschiedenheit der ,oerter
dieser ,erscheinung zu gleicher ,zeit
ein genugsamer ,grund der numerischen
,verschiedenheit des ,gegenstandes 7der
,sinne7 selbst4 ,so kann man bei zwei
,tropfen ,wasser von aller inneren
,verschiedenheit 7der ,qualitt und
,quantitt7 vllig abstrahieren1 und es
ist genug1 da sie in verschiedenen rtern
zugleich angeschaut werden1 um sie
numerisch verschieden zu halten4
,leibniz nahm die ,erscheinungen als
,dinge an sich selbst1 mithin fr
intelligibilia1 d4i4 ,gegenstnde des
reinen ,verstandes1 7ob er gleich1
wegen der ,verworrenheit ihrer
,vorstellungen1 dieselben mit dem
,namen der ,phnomene belegte17 und da
konnte sein ,satz des
,nichtzuunterscheidenden 7principium
identitatis indiscernibilium7
allerdings nicht gestritten werden2 da
sie aber ,gegenstnde der ,sinnlichkeit
sind1 und der ,verstand in ,ansehung
ihrer nicht von reinem1 sondern blo
empirischen ,gebrauche ist1 so wird die
,vielheit und numerische
,verschiedenheit schon durch den ,raum
selbst als die ,bedingung der ueren
,erscheinungen angegeben4 ,denn ein
,teil des ,raums1 ob er zwar einem
anderen vllig hnlich und gleich sein
mag1 ist doch auer ihm1 und eben
dadurch ein vom ersteren verschiedener
,teil1 der zu ihm hinzukommt1 um einen
greren ,raum auszumachen1 und dieses mu
daher von allem1 was in den mancherlei
,stellen des ,raums zugleich ist1
gelten1 so sehr es sich sonsten auch
hnlich und gleich sein mag4 #b4
,einstimmung und ,widerstreit4 ,wenn
,realitt nur durch den reinen ,verstand
vorgestellt wird 7realitas noumenon71
so lt sich zwischen den ,realitten kein
,widerstreit denken1 d4i4 ein solches
,verhltnis1 da sie in einem ,subjekt
verbunden einander ihre ,folgen
aufheben1 und #c-cj sei4 ,dagegen kann
das ,reale in der ,erscheinung 7realitas
phaenomenon7 untereinander allerdings
im ,widerstreit sein1 und vereint in
demselben ,subjekt1 eines die ,folge des
anderen ganz oder zum ,teil
vernichten1 wie zwei bewegende ,krfte in
derselben geraden ,linie1 sofern sie
einen ,punkt in entgegengesetzter
,richtung entweder ziehen1 oder drcken1
oder auch ein ,vergngen1 was dem
,schmerze die ,wage hlt4 #c4 ,das
,innere und uere4 ,an einem ,gegenstande
des reinen ,verstandes ist nur
dasjenige innerlich1 welches gar keine
,beziehung 7dem ,dasein nach7 auf
irgend etwas von ihm ,verschiedenes hat4
,dagegen sind die inneren
,bestimmungen einer substantia
phaenomenon im ,raume nichts als
,verhltnisse1 und sie selbst ganz und
gar ein ,inbegriff von lauter
,relationen4 ,die ,substanz im ,raume
knnen wir nur durch ,krfte1 die in
demselben wirksam sind1 entweder andere
dahin zu treiben 7,anziehung71 oder vom
,eindringen in ihn abzuhalten
7,zurckstoung und
,undurchdringlichkeit72 andere
,eigenschaften kennen wir nicht1 die den
,begriff von der ,substanz1 die im
,raum erscheint1 und die wir ,materie
nennen1 ausmachen4 ,als ,objekt des
reinen ,verstandes mu jede ,substanz
dagegen innere ,bestimmungen und ,krfte
haben1 die auf die innere ,realitt
gehen4 ,allein was kann ich mir fr
innere ,akzidenzen denken1 als
diejenigen1 so mein innerer ,sinn mir
darbietet8 nmlich das entweder1 was
selbst ein ,denken1 oder mit diesem
analogisch ist4 ,daher machte ,leibniz
aus allen ,substanzen1 weil er sie sich
als ,noumena vorstellte1 selbst aus den
,bestandteilen der ,materie1 nachdem er
ihnen alles1 was uere ,relation
bedeuten mag1 mithin auch die
,zusammensetzung1 in ,gedanken genommen
hatte1 einfache ,subjekte mit
,vorstellungskrften begabt1 mit einem
,worte1 ,monaden4 #d4 ,materie und
,form4 ,dieses sind zwei ,begriffe1
welche aller anderen ,reflexion zum
,grunde gelegt werden1 so sehr sind sie
mit jedem ,gebrauch des ,verstandes
unzertrennlich verbunden4 ,der erstere
bedeutet das ,bestimmbare berhaupt1 der
zweite dessen ,bestimmung1 7beides in
transzendentalem ,verstande1 da man von
allem ,unterschiede dessen1 was gegeben
wird1 und der ,art1 wie es bestimmt
wird1 abstrahiert74 ,die ,logiker
nannten ehedem das ,allgemeine die
,materie1 den spezifischen ,unterschied
aber die ,form4 ,in jedem ,urteile kann
man die gegebenen ,begriffe logische
,materie 7zum ,urteile71 das ,verhltnis
derselben 7vermittelst der ,copula7 die
,form des ,urteils nennen4 ,in jedem
,wesen sind die ,bestandstcke desselben
7essentialia7 die ,materie2 die ,art1
wie sie in einem ,dinge verknpft sind1
die wesentliche ,form4 ,auch wurde in
,ansehung der ,dinge berhaupt
unbegrenzte ,realitt als die ,materie
aller ,mglichkeit1 ,einschrnkung
derselben aber 7,negation7 als
diejenige ,form angesehen1 wodurch sich
ein ,ding vom anderen nach
transzendentalen ,begriffen
unterscheidet4 ,der ,verstand nmlich
verlangt zuerst1 da etwas gegeben sei1
7wenigstens im ,begriffe17 um es auf
gewisse ,art bestimmen zu knnen4 ,daher
geht im ,begriffe des reinen
,verstandes die ,materie der ,form vor1
und ,leibniz nahm um deswillen zuerst
,dinge an 7,monaden7 und innerlich eine
,vorstellungskraft derselben1 um danach
das uere ,verhltnis derselben und die
,gemeinschaft ihrer ,zustnde 7nmlich der
,vorstellungen7 darauf zu grnden4
,daher waren ,raum und ,zeit1 jener nur
durch das ,verhltnis der ,substanzen1
diese durch die ,verknpfung der
,bestimmungen derselben untereinander1
als ,grnde und ,folgen1 mglich4 ,so wrde
es auch in der ,tat sein mssen1 wenn
der reine ,verstand unmittelbar auf
,gegenstnde bezogen werden knnte1 und
wenn ,raum und ,zeit ,bestimmungen der
,dinge an sich selbst wren4 ,sind es
aber nur sinnliche ,anschauungen1 in
denen wir alle ,gegenstnde lediglich als
,erscheinungen bestimmen1 so geht die
,form der ,anschauung 7als eine
subjektive ,beschaffenheit der
,sinnlichkeit7 vor aller ,materie 7den
,empfindungen71 mithin ,raum und ,zeit
vor allen ,erscheinungen und allen datis
der ,erfahrung vorher1 und macht diese
vielmehr allererst mglich4 ,der
,intellektualphilosoph konnte es nicht
leiden3 da die ,form vor den ,dingen
selbst vorhergehen1 und dieser ihre
,mglichkeit bestimmen sollte2 eine ganz
richtige ,zensur1 wenn er annahm1 da wir
die ,dinge anschauen1 wie sie sind1
7obgleich mit verworrener ,vorstellung74
,da aber die sinnliche ,anschauung
eine ganz besondere subjektive
,bedingung ist1 welche aller
,wahrnehmung a priori zum ,grunde liegt1
und deren ,form ursprnglich ist2 so
ist die ,form fr sich allein gegeben1
und1 weit gefehlt1 da die ,materie
7oder die ,dinge selbst1 welche
erschienen7 zum ,grunde liegen sollten
7wie man nach bloen ,begriffen urteilen
mte71 so setzt die ,mglichkeit
derselben vielmehr eine formale
,anschauung 7,zeit und ,raum7 als
gegeben voraus4 ,anmerkung zur
,amphibolie der ,reflexionsbegriffe
,man erlaube mir1 die ,stelle1 welche
wir einem ,begriffe entweder in der
,sinnlichkeit1 oder im reinen ,verstande
erteilen1 den transzendentalen ,ort zu
nennen4 ,auf solche ,weise wre die
,beurteilung dieser ,stelle1 die jedem
,begriffe nach ,verschiedenheit seines
,gebrauchs zukommt1 und die ,anweisung
nach ,regeln1 diesen ,ort allen
,begriffen zu bestimmen1 die
transzendentale ,topik2 eine ,lehre1 die
vor ,erschleichungen des reinen
,verstandes und daraus entspringenden
,blendwerken grndlich bewahren wrde1
indem sie jederzeit unterschiede1
welcher ,erkenntniskraft die ,begriffe
eigentlich angehren4 ,man kann einen
jeden ,begriff1 einen jeden ,titel1
darunter viele ,erkenntnisse gehren1
einen logischen ,ort nennen4 ,hierauf
grndet sich die logische ,topik des
,aristoteles1 deren sich ,schullehrer
und ,redner bedienen konnten1 um unter
gewissen ,titeln des ,denkens
nachzusehen1 was sich am besten fr
seine vorliegende ,materie schickte1 und
darber1 mit einem ,schein von
,grndlichkeit1 zu vernnfteln1 oder
wortreich zu schwatzen4 ,die
transzendentale ,topik enthlt dagegen
nicht mehr1 als die angefhrten vier
,titel aller ,vergleichung und
,unterscheidung1 die sich dadurch von
,kategorien unterscheiden1 da durch jene
nicht der ,gegenstand1 nach
demjenigen1 was seinen ,begriff
ausmacht1 7,gre1 ,realitt17 sondern nur
die ,vergleichung der ,vorstellungen1
welche vor dem ,begriffe von ,dingen
vorhergeht1 in aller ihrer
,mannigfaltigkeit dargestellt wird4
,diese ,vergleichung aber bedarf
zuvrderst einer berlegung1 d4i4 einer
,bestimmung desjenigen ,orts1 wo die
,vorstellungen der ,dinge1 die
verglichen werden1 hingehren1 ob sie der
reine ,verstand denkt1 oder die
,sinnlichkeit in der ,erscheinung gibt4
,die ,begriffe knnen logisch verglichen
werden1 ohne sich darum zu bekmmern1
wohin ihre ,objekte gehren1 ob als
,noumena fr den ,verstand1 oder als
,phnomena fr die ,sinnlichkeit4 ,wenn
wir aber mit diesen ,begriffen zu den
,gegenstnden gehen wollen1 so ist
zuvrderst transzendentale berlegung
ntig1 fr welche ,erkenntniskraft sie
,gegenstnde sein sollen1 ob fr den
reinen ,verstand1 oder die
,sinnlichkeit4 ,ohne diese berlegung
mache ich einen sehr unsicheren
,gebrauch von diesen ,begriffen1 und es
entspringen vermeinte synthetische
,grundstze1 welche die kritische
,vernunft nicht anerkennen kann1 und
die sich lediglich auf einer
transzendentalen ,amphibolie1 d4i4
einer ,verwechslung des reinen
,verstandesobjekts mit der
,erscheinung1 grnden4 ,in ,ermanglung
einer solchen transzendentalen ,topik1
und mithin durch die ,amphibolie der
,reflexionsbegriffe hintergangen1
errichtete der berhmte ,leibniz ein
intellektuelles ,system der ,welt1 oder
glaubte vielmehr der ,dinge innere
,beschaffenheit zu erkennen1 indem er
alle ,gegenstnde nur mit dem ,verstande
und den abgesonderten formalen
,begriffen seines ,denkens verglich4
,unsere ,tafel der ,reflexionsbegriffe
schafft uns den unerwarteten ,vorteil1
das ,unterscheidende seines
,lehrbegriffs in allen seinen ,teilen1
und zugleich den leitenden ,grund
dieser eigentmlichen ,denkungsart vor
,augen zu legen1 der auf nichts1 als
einem ,miverstande1 beruhte4 ,er
verglich alle ,dinge blo durch
,begriffe miteinander1 und fand1 wie
natrlich1 keine anderen
,verschiedenheiten1 als die1 durch
welche der ,verstand seine reinen
,begriffe voneinander unterscheidet4
,die ,bedingungen der sinnlichen
,anschauung1 die ihre eigenen
,unterschiede bei sich fhren1 sah er
nicht fr ursprnglich an2 denn die
,sinnlichkeit war ihm nur eine
verworrene ,vorstellungsart1 und kein
besonderer ,quell der ,vorstellungen2
,erscheinung war ihm die ,vorstellung
des ,dinges an sich selbst1 obgleich
von der ,erkenntnis durch den ,verstand1
der logischen ,form nach1
unterschieden1 da nmlich jene1 bei ihrem
gewhnlichen ,mangel der
,zergliederung1 eine gewisse
,vermischung von ,nebenvorstellungen in
den ,begriff des ,dinges zieht1 die der
,verstand davon abzusondern wei4 ,mit
einem ,worte3 ,leibniz intellektuierte
die ,erscheinungen1 so wie ,locke die
,verstandesbegriffe nach einem ,system
der ,noogonie 7wenn es mir erlaubt ist1
mich dieser ,ausdrcke zu bedienen17
insgesamt sensifiziert1 d4i4 fr nichts1
als empirische1 oder abgesonderte
,reflexionsbegriffe ausgegeben hatte4
,anstatt im ,verstande und der
,sinnlichkeit zwei ganz verschiedene
,quellen von ,vorstellungen zu suchen1
die aber nur in ,verknpfung objektiv
gltig von ,dingen urteilen knnten1
hielte sich ein jeder dieser groen
,mnner nur an eine von beiden1 die sich
ihrer ,meinung nach unmittelbar auf
,dinge an sich selbst bezge1 indessen da
die andere nichts tat1 als die
,vorstellungen der ersteren zu verwirren
oder zu ordnen4 ,leibniz verglich
demnach die ,gegenstnde der ,sinne als
,dinge berhaupt blo im ,verstande
untereinander4 ,erstlich1 sofern sie von
diesem als einerlei oder verschieden
geurteilt werden sollen4 ,da er also
lediglich ihre ,begriffe1 und nicht ihre
,stelle in der ,anschauung1 darin die
,gegenstnde allein gegeben werden knnen1
vor ,augen hatte1 und den
transzendentalen ,ort dieser ,begriffe
7ob das ,objekt unter ,erscheinungen1
oder unter ,dinge an sich selbst zu
zhlen sei17 gnzlich aus der acht lie1
so konnte es nicht anders ausfallen1 als
da er seinen ,grundsatz des
,nichtzuunterscheidenden1 der blo von
,begriffen der ,dinge berhaupt gilt1
auch auf die ,gegenstnde der ,sinne
7mundus phaenomenon7 ausdehnte1 und der
,naturerkenntnis dadurch keine geringe
,erweiterung verschafft zu haben
glaubte4 ,freilich1 wenn ich einen
,tropfen ,wasser als ein ,ding an sich
selbst nach allen seinen inneren
,bestimmungen kenne1 so kann ich keinen
derselben von dem anderen fr
verschieden gelten lassen1 wenn der
ganze ,begriff desselben mit ihm
einerlei ist4 ,ist er aber ,erscheinung
im ,raume1 so hat er seinen ,ort nicht
blo im ,verstande 7unter ,begriffen71
sondern in der sinnlichen ueren
,anschauung 7im ,raume71 und da sind die
physischen rter1 in ,ansehung der
inneren ,bestimmungen der ,dinge1 ganz
gleichgltig1 und ein ,ort b kann ein
,ding1 welches einem anderen in dem
,orte a vllig hnlich und gleich ist1
ebensowohl aufnehmen1 als wenn es von
diesem noch so sehr innerlich
verschieden wre4 ,die ,verschiedenheit
der rter macht die ,vielheit und
,unterscheidung der ,gegenstnde1 als
,erscheinungen1 ohne weitere
,bedingungen1 schon fr sich nicht
allein mglich1 sondern auch notwendig4
,also ist jenes scheinbare ,gesetz kein
,gesetz der ,natur4 ,es ist lediglich
eine analytische ,regel oder
,vergleichung der ,dinge durch bloe
,begriffe4 ,zweitens1 der ,grundsatz3
da ,realitten 7als bloe ,bejahungen7
einander niemals logisch widerstreiten1
ist ein ganz wahrer ,satz von dem
,verhltnisse der ,begriffe1 bedeutet
aber1 weder in ,ansehung der ,natur1
noch berall in ,ansehung irgendeines
,dinges an sich selbst1 7von diesem
haben wir gar keinen ,begriff17 das
mindeste4 ,denn der reale ,widerstreit
findet allerwrts statt1 wo ,a - ,b #j
ist1 d4i4 wo eine ,realitt mit der
anderen1 in einem ,subjekt verbunden1
eine die ,wirkung der anderen aufhebt1
welches alle ,hindernisse und
,gegenwirkungen in der ,natur
unaufhrlich vor ,augen legen1 die
gleichwohl1 da sie auf ,krften beruhen1
realitates phaenomena genannt werden
mssen4 ,die allgemeine ,mechanik kann
sogar die empirische ,bedingung dieses
,widerstreits in einer ,regel a priori
angeben1 indem sie auf die
,entgegensetzung der ,richtungen sieht3
eine ,bedingung1 von welcher der
transzendentale ,begriff der ,realitt
gar nichts wei4 ,obzwar ,herr von
,leibniz diesen ,satz nicht eben mit dem
,pomp eines neuen ,grundsatzes
ankndigte1 so bediente er sich doch
desselben zu neuen ,behauptungen1 und
seine ,nachfolger trugen ihn ausdrcklich
in ihre ,leibniz-,wolfianischen
,lehrgebude ein4 ,nach diesem
,grundsatze sind z4,e4 alle bel nichts
als ,folgen von den ,schranken der
,geschpfe1 d4i4 ,negationen1 weil diese
das einzige ,widerstreitende der
,realitt sind1 7in dem bloen ,begriffe
eines ,dinges berhaupt ist es auch
wirklich so1 aber nicht in den ,dingen
als ,erscheinungen74 ,imgleichen finden
die ,anhnger desselben es nicht allein
mglich1 sondern auch natrlich1 alle
,realitt1 ohne irgendeinen besorglichen
,widerstreit1 in einem ,wesen zu
vereinigen1 weil sie keinen anderen1
als den des ,widerspruchs 7durch den der
,begriff eines ,dinges selbst
aufgehoben wird71 nicht aber den des
wechselseitigen ,abbruchs kennen1 da
ein ,realgrund die ,wirkung des anderen
aufhebt1 und dazu wir nur in der
,sinnlichkeit die ,bedingungen
antreffen1 uns einen solchen
vorzustellen4 ,drittens1 die
,leibnizische ,monadologie hat gar
keinen anderen ,grund1 als da dieser
,philosoph den ,unterschied des ,inneren
und ueren blo im ,verhltnis auf den
,verstand vorstellte4 ,die ,substanzen
berhaupt mssen etwas ,inneres haben1
was also von allen ueren ,verhltnissen1
folglich auch der ,zusammensetzung1 frei
ist4 ,das ,einfache ist also die
,grundlage des ,inneren der ,dinge an
sich selbst4 ,das ,innere aber ihres
,zustandes kann auch nicht in ,ort1
,gestalt1 ,berhrung oder ,bewegung1
7welche ,bestimmungen alle uere
,verhltnisse sind17 bestehen1 und wir
knnen daher den ,substanzen keinen
anderen inneren ,zustand1 als
denjenigen1 wodurch wir unseren ,sinn
selbst innerlich bestimmen1 nmlich den
,zustand der ,vorstellungen1 beilegen4
,so wurden denn die ,monaden fertig1
welche den ,grundstoff des ganzen
,universum ausmachen sollen1 deren
ttige ,kraft aber nur in ,vorstellungen
besteht1 wodurch sie eigentlich blo in
sich selbst wirksam sind4 ,eben darum
mute aber auch sein ,principium der
mglichen ,gemeinschaft der ,substanzen
untereinander eine vorherbestimmte
,harmonie1 und konnte kein physischer
,einflu sein4 ,denn weil alles nur
innerlich1 d4i4 mit seinen
,vorstellungen beschftigt ist1 so konnte
der ,zustand der ,vorstellungen der
einen mit dem der anderen ,substanz in
ganz und gar keiner wirksamen
,verbindung stehen1 sondern es mute
irgendeine dritte und in alle insgesamt
einflieende ,ursache ihre ,zustnde
einander korrespondierend machen1 zwar
nicht eben durch gelegentlichen und in
jedem einzelnen ,falle besonders
angebrachten ,beistand 7systema
assistentiae71 sondern durch die
,einheit der ,idee einer fr alle
gltigen ,ursache1 in welcher sie
insgesamt ihr ,dasein und
,beharrlichkeit1 mithin auch
wechselseitige ,korrespondenz
untereinander1 nach allgemeinen
,gesetzen bekommen mssen4 ,viertens1
der berhmte ,lehrbegriff desselben von
,zeit und ,raum1 darin er diese ,formen
der ,sinnlichkeit intellektuierte1 war
lediglich aus eben derselben ,tuschung
der transzendentalen ,reflexion
entsprungen4 ,wenn ich mir durch den
bloen ,verstand uere ,verhltnisse der
,dinge vorstellen will1 so kann dieses
nur vermittelst eines ,begriffs ihrer
wechselseitigen ,wirkung geschehen1 und
soll ich einen ,zustand ebendesselben
,dinges mit einem anderen ,zustande
verknpfen1 so kann dieses nur in der
,ordnung der ,grnde und ,folgen
geschehen4 ,so dachte sich also
,leibniz den ,raum als eine gewisse
,ordnung in der ,gemeinschaft der
,substanzen1 und die ,zeit als die
dynamische ,folge ihrer ,zustnde4 ,das
,eigentmliche aber1 und von ,dingen
,unabhngige1 was beide an sich zu haben
scheinen1 schrieb er der ,verworrenheit
dieser ,begriffe zu1 welche machte1 da
dasjenige1 was eine bloe ,form
dynamischer ,verhltnisse ist1 fr eine
eigene fr sich bestehende1 und vor den
,dingen selbst vorhergehende ,anschauung
gehalten wird4 ,also waren ,raum und
,zeit die intelligible ,form der
,verknpfung der ,dinge 7,substanzen und
ihrer ,zustnde7 an sich selbst4 ,die
,dinge aber waren intelligible
,substanzen 7substantiae noumena74
,gleichwohl wollte er diese ,begriffe
fr ,erscheinungen geltend machen1 weil
er der ,sinnlichkeit keine eigene ,art
der ,anschauung zugestand1 sondern alle1
selbst die empirische ,vorstellung der
,gegenstnde1 im ,verstande suchte1 und
den ,sinnen nichts als das verchtliche
,geschft lie1 die ,vorstellungen des
ersteren zu verwirren und zu
verunstalten4 ,wenn wir aber auch von
,dingen an sich selbst etwas durch den
reinen ,verstand synthetisch sagen
knnten1 7welches gleichwohl unmglich
ist17 so wrde dieses doch gar nicht auf
,erscheinungen1 welche nicht ,dinge an
sich selbst vorstellen1 gezogen werden
knnen4 ,ich werde also in diesem
letzteren ,falle in der transzendentalen
berlegung meine ,begriffe jederzeit
nur unter den ,bedingungen der
,sinnlichkeit vergleichen mssen1 und so
werden ,raum und ,zeit nicht
,bestimmungen der ,dinge an sich1
sondern der ,erscheinungen sein2 was die
,dinge an sich sein mgen1 wei ich
nicht1 und brauche es auch nicht zu
wissen1 weil mir doch niemals ein ,ding
anders1 als in der ,erscheinung
vorkommen kann4 ,so verfahre ich
auch mit den brigen
,reflexionsbegriffen4 ,die ,materie ist
substantia phaenomenon4 ,was ihr
innerlich zukomme1 suche ich in allen
,teilen des ,raumes1 den sie einnimmt1
und in allen ,wirkungen1 die sie ausbt1
und die freilich nur immer
,erscheinungen uerer ,sinne sein knnen4
,ich habe also zwar nichts
,schlechthin-1 sondern lauter
,komparativ-,innerliches1 das selber
wiederum aus ueren ,verhltnissen
besteht4 ,allein1 das schlechthin1 dem
reinen ,verstande nach1 ,innerliche der
,materie ist auch eine bloe ,grille2
denn diese ist berall kein ,gegenstand
fr den reinen ,verstand1 das
transzendentale ,objekt aber1 welches
der ,grund dieser ,erscheinung sein mag1
die wir ,materie nennen1 ist ein bloes
,etwas1 wovon wir nicht einmal
verstehen wrden1 was es sei1 wenn es
uns auch jemand sagen knnte4 ,denn wir
knnen nichts verstehen1 als was ein
unseren ,worten ,korrespondierendes in
der ,anschauung mit sich fhrt4 ,wenn die
,klagen3 ,wir sehen das ,innere der
,dinge gar nicht ein1 so viel bedeuten
sollen1 als1 wir begreifen nicht durch
den reinen ,verstand1 was die ,dinge1
die uns erscheinen1 an sich sein mgen2
so sind sie ganz unbillig und
unvernnftig2 denn sie wollen1 da man
ohne ,sinne doch ,dinge erkennen1
mithin anschauen knne1 folglich da wir
ein von dem menschlichen nicht blo dem
,grade1 sondern sogar der ,anschauung
und ,art nach1 gnzlich unterschiedenes
,erkenntnisvermgen haben1 also nicht
,menschen1 sondern ,wesen sein sollen1
von denen wir selbst nicht angeben
knnen1 ob sie einmal mglich1 viel
weniger1 wie sie beschaffen sind4 ,ins
,innere der ,natur dringt ,beobachtung
und ,zergliederung der ,erscheinungen1
und man kann nicht wissen1 wie weit
dieses mit der ,zeit gehen werde4 ,jene
transzendentalen ,fragen aber1 die ber
die ,natur hinausgehen1 wrden wir bei
allem dem doch niemals beantworten
knnen1 wenn uns auch die ganze ,natur
aufgedeckt wre1 und es uns nicht einmal
gegeben ist1 unser eigenes ,gemt mit
einer anderen ,anschauung1 als der
unseres inneren ,sinnes1 zu beobachten4
,denn in demselben liegt das ,geheimnis
des ,ursprungs unserer ,sinnlichkeit4
,ihre ,beziehung auf ein ,objekt1 und
was der transzendentale ,grund dieser
,einheit sei1 liegt ohne ,zweifel zu
tief verborgen1 als da wir1 die wir
sogar uns selbst nur durch inneren
,sinn1 mithin als ,erscheinung1 kennen1
ein so unschickliches ,werkzeug unserer
,nachforschung dazu brauchen knnten1
etwas anderes1 als immer wiederum
,erscheinungen1 aufzufinden1 deren
nichtsinnliche ,ursache wir doch gern
erforschen wollten4 ,was diese
,kritik der ,schlsse1 aus den bloen
,handlungen der ,reflexion1 beraus
ntzlich macht1 ist3 da sie die
,nichtigkeit aller ,schlsse ber
,gegenstnde1 die man lediglich im
,verstande miteinander vergleicht1
deutlich dartut1 und dasjenige zugleich
besttigt1 was wir hauptschlich
eingeschrft haben3 da1 obgleich
,erscheinungen nicht als ,dinge an sich
selbst unter den ,objekten des reinen
,verstandes mit begriffen sind1 sie
doch die einzigen sind1 an denen unsere
,erkenntnis objektive ,realitt haben
kann1 nmlich1 wo den ,begriffen
,anschauung entspricht4 ,wenn wir
blo logisch reflektieren1 so vergleichen
wir lediglich unsere ,begriffe
untereinander im ,verstande1 ob beide
eben dasselbe enthalten1 ob sie sich
widersprechen oder nicht1 ob etwas in
dem ,begriffe innerlich enthalten sei1
oder zu ihm hinzukomme1 und welcher von
beiden gegeben1 welcher aber nur als
eine ,art1 den gegebenen zu denken1
gelten soll4 ,wende ich aber diese
,begriffe auf einen ,gegenstand
berhaupt 7im transz4 ,verstande7 an1
ohne diesen weiter zu bestimmen1 ob er
ein ,gegenstand der sinnlichen oder
intellektuellen ,anschauung sei1 so
zeigen sich sofort ,einschrnkungen
7nicht aus diesem ,begriffe
hinauszugehen71 welche allen empirischen
,gebrauch derselben verkehren1 und
eben dadurch beweisen1 da die
,vorstellung eines ,gegenstandes1 als
,dinges berhaupt1 nicht etwa blo
unzureichend1 sondern ohne sinnliche
,bestimmung derselben1 und1 unabhngig
von empirischer ,bedingung1 in sich
selbst widerstreitend sei1 da man also
entweder von allem ,gegenstande
abstrahieren 7in der ,logik71 oder1
wenn man einen annimmt1 ihn unter
,bedingungen der sinnlichen ,anschauung
denken msse1 mithin das ,intelligible
eine ganz sondere ,anschauung1 die wir
nicht haben1 erfordern wrde1 und in
,ermanglung derselben fr uns nichts sei1
dagegen aber auch die ,erscheinungen
nicht ,gegenstnde an sich selbst sein
knnen4 ,denn1 wenn ich mir blo ,dinge
berhaupt denke1 so kann freilich die
,verschiedenheit der ueren ,verhltnisse
nicht eine ,verschiedenheit der ,sachen
selbst ausmachen1 sondern setzt diese
vielmehr voraus1 und1 wenn der ,begriff
von dem ,einen innerlich von dem des
,andern gar nicht unterschieden ist1 so
setze ich nur ein und dasselbe ,ding in
verschiedene ,verhltnisse4 ,ferner1
durch ,hinzukunft einer bloen ,bejahung
7,realitt7 zur anderen1 wird ja das
,positive vermehrt1 und ihm nichts
entzogen1 oder aufgehoben2 daher kann
das ,reale in ,dingen berhaupt einander
nicht widerstreiten1 usw4
99 99
99 ,die ,begriffe der ,reflexion
haben1 wie wir gezeigt haben1 durch eine
gewisse ,mideutung einen solchen
,einflu auf den ,verstandesgebrauch1 da
sie sogar einen der scharfsichtigsten
unter allen ,philosophen zu einem
vermeinten ,system intellektueller
,erkenntnis1 welches seine ,gegenstnde
ohne ,dazukunft der ,sinne zu bestimmen
unternimmt1 zu verleiten imstande
gewesen4 ,eben um deswillen ist die
,entwicklung der tuschenden ,ursache
der ,amphibolie dieser ,begriffe1 in
,veranlassung falscher ,grundstze1 von
groem ,nutzen1 die ,grenzen des
,verstandes zuverlssig zu bestimmen und
zu sichern4 ,man mu zwar sagen3 was
einem ,begriff allgemein zukommt1 oder
widerspricht1 das kommt auch zu1 oder
widerspricht1 allem ,besonderen1 was
unter jenem ,begriff enthalten ist2
7dictum de ,omni et ,nullo27 es wre
aber ungereimt1 diesen logischen
,grundsatz dahin zu verndern1 da er so
lautete3 was in einem allgemeinen
,begriffe nicht enthalten ist1 das ist
auch in den besonderen nicht enthalten1
die unter demselben stehen2 denn diese
sind eben darum besondere ,begriffe1
weil sie mehr in sich enthalten1 als im
allgemeinen gedacht wird4 ,nun ist
doch wirklich auf diesen letzteren
,grundsatz das ganze intellektuelle
,system ,leibnizens erbaut2 es fllt also
zugleich mit demselben1 samt aller aus
ihm entspringenden ,zweideutigkeit im
,verstandesgebrauche4 ,der ,satz des
,nichtzuunterscheidenden grndete sich
eigentlich auf der ,voraussetzung3 da1
wenn in dem ,begriffe von einem ,dinge
berhaupt eine gewisse ,unterscheidung
nicht angetroffen wird1 so sei sie auch
nicht in den ,dingen selbst anzutreffen2
folglich seien alle ,dinge vllig
einerlei 7numero eadem71 die sich nicht
schon in ihrem ,begriffe 7der ,qualitt
oder ,quantitt nach7 voneinander
unterscheiden4 ,weil aber bei dem bloen
,begriffe von irgendeinem ,dinge von
manchen notwendigen ,bedingungen einer
,anschauung abstrahiert worden1 so wird1
durch eine sonderbare bereilung1 das1
wovon abstrahiert wird1 dafr genommen1
da es berall nicht anzutreffen sei1 und
dem ,dinge nichts eingerumt1 als was in
seinem ,begriffe enthalten ist4 ,der
,begriff von einem ,kubikfue ,raum1 ich
mag mir diesen denken1 wo und wie oft
ich wolle1 ist an sich vllig einerlei4
,allein zwei ,kubikfe sind im ,raume
dennoch blo durch ihre rter
unterschieden 7numero diversa72 diese
sind ,bedingungen der ,anschauung1 worin
das ,objekt dieses ,begriffs gegeben
wird1 die nicht zum ,begriffe1 aber doch
zur ganzen ,sinnlichkeit gehren4
,gleichergestalt ist in dem ,begriffe
von einem ,dinge gar kein ,widerstreit1
wenn nichts ,verneinendes mit einem
,bejahenden verbunden worden1 und blo
bejahende ,begriffe knnen1 in
,verbindung1 gar keine ,aufhebung
bewirken4 ,allein in der sinnlichen
,anschauung1 darin ,realitt 7z4,b4
,bewegung7 gegeben wird1 finden sich
,bedingungen 7entgegengesetzte
,richtungen71 von denen im ,begriffe
der ,bewegung berhaupt abstrahiert war1
die einen ,widerstreit1 der freilich
nicht logisch ist1 nmlich aus lauter
,positivem ein ,zero #j mglich machen1
und man konnte nicht sagen3 da darum
alle ,realitt untereinander
,einstimmung sei1 weil unter ihren
,begriffen kein ,widerstreit
angetroffen wird994 ,nach bloen
,begriffen ist das ,innere das
,substratum aller ,verhltnis oder ueren
,bestimmungen4 ,wenn ich also von allen
,bedingungen der ,anschauung
abstrahiere1 und mich lediglich an den
,begriff von einem ,dinge berhaupt
halte1 so kann ich von allem ueren
,verhltnis abstrahieren1 und es mu
dennoch ein ,begriff von dem
brigbleiben1 das gar kein ,verhltnis1
sondern blo innere ,bestimmungen
bedeutet4 ,da scheint es nun1 es folge
daraus3 in jedem ,dinge 7,substanz7 sei
etwas1 was schlechthin innerlich ist1
und allen ueren ,bestimmungen vorgeht1
indem es sie allererst mglich macht1
mithin sei dieses ,substratum so etwas1
das keine ueren ,verhltnisse mehr in
sich enthlt1 folglich einfach3 7denn die
krperlichen ,dinge sind doch immer nur
,verhltnisse1 wenigstens der ,teile
auereinander27 und weil wir keine
schlechthin inneren ,bestimmungen
kennen1 als die durch unseren inneren
,sinn1 so sei dieses ,substratum nicht
allein einfach1 sondern auch 7nach der
,analogie mit unserem inneren ,sinn7
durch ,vorstellungen bestimmt1 d4i4 alle
,dinge wren eigentlich ,monaden1 oder
mit ,vorstellungen begabte einfache
,wesen4 ,dieses wrde auch alles seine
,richtigkeit haben1 gehrte nicht etwa
mehr1 als der ,begriff von einem ,dinge
berhaupt1 zu den ,bedingungen1 unter
denen allein uns ,gegenstnde der ueren
,anschauung gegeben werden knnen1 und
von denen der reine ,begriff
abstrahiert4 ,denn da zeigt sich1 da
eine beharrliche ,erscheinung im ,raume
7undurchdringliche ,ausdehnung7 lauter
,verhltnisse1 und gar nichts
schlechthin ,innerliches enthalten1 und
dennoch das erste ,substratum aller
ueren ,wahrnehmung sein knne4 ,durch
bloe ,begriffe kann ich freilich ohne
etwas ,innerem nichts ueres denken1 eben
darum1 weil ,verhltnisbegriffe doch
schlechthin gegebene ,dinge
voraussetzen1 und ohne diese nicht
mglich sind4 ,aber1 da in der
,anschauung etwas enthalten ist1 was im
bloen ,begriffe von einem ,dinge
berhaupt gar nicht liegt1 und dieses
das ,substratum1 welches durch bloe
,begriffe gar nicht erkannt werden
wrde1 an die ,hand gibt1 nmlich1 ein
,raum1 der1 mit allem1 was er enthlt1
aus lauter formalen1 oder auch realen
,verhltnissen besteht1 so kann ich nicht
sagen3 weil1 ohne ein
,schlechthininneres1 kein ,ding durch
bloe ,begriffe vorgestellt werden kann1
so sei auch in den ,dingen selbst1 die
unter diesen ,begriffen enthalten sind1
und ihrer ,anschauung nichts ueres1 dem
nicht etwas ,schlechthininnerliches
zum ,grunde lge4 ,denn1 wenn wir von
allen ,bedingungen der ,anschauung
abstrahiert haben1 so bleibt uns
freilich im bloen ,begriffe nichts
brig1 als das ,innere berhaupt1 und das
,verhltnis desselben untereinander1
wodurch allein das uere mglich ist4
,diese ,notwendigkeit aber1 die sich
allein auf ,abstraktion grndet1 findet
nicht bei den ,dingen statt1 sofern sie
in der ,anschauung mit solchen
,bestimmungen gegeben werden1 die bloe
,verhltnisse ausdrcken1 ohne etwas
,inneres zum ,grunde zu haben1 darum1
weil sie nicht ,dinge an sich selbst1
sondern lediglich ,erscheinungen sind4
,was wir auch nur an der ,materie
kennen1 sind lauter ,verhltnisse1 7das1
was wir innere ,bestimmungen derselben
nennen1 ist nur komparativ innerlich27
aber es sind darunter selbstndige und
beharrliche1 dadurch uns ein bestimmter
,gegenstand gegeben wird4 ,da ich1 wenn
ich von diesen ,verhltnissen
abstrahiere1 gar nichts weiter zu
denken habe1 hebt den ,begriff von einem
,dinge1 als ,erscheinung1 nicht auf1
auch nicht den ,begriff von einem
,gegenstande in abstracto1 wohl aber
alle ,mglichkeit eines solchen1 der
nach bloen ,begriffen bestimmbar ist1
d4i4 eines ,noumenon4 ,freilich macht
es stutzig1 zu hren1 da ein ,ding ganz
und gar aus ,verhltnissen bestehen
solle1 aber ein solches ,ding ist auch
bloe ,erscheinung1 und kann gar nicht
durch reine ,kategorien gedacht werden2
es besteht selbst in dem bloen
,verhltnisse von ,etwas berhaupt zu den
,sinnen4 ,ebenso kann man die
,verhltnisse der ,dinge in abstracto1
wenn man es mit bloen ,begriffen anfngt1
wohl nicht anders denken1 als da eines
die ,ursache von ,bestimmungen in dem
anderen sei2 denn das ist unser
,verstandesbegriff von ,verhltnissen
selbst4 ,allein1 da wir alsdann von
aller ,anschauung abstrahieren1 so fllt
eine ganze ,art1 wie das ,mannigfaltige
einander seinen ,ort bestimmen kann1
nmlich die ,form der ,sinnlichkeit 7der
,raum71 weg1 der doch vor aller
empirischen ,kausalitt vorhergeht4 99
,wollte man sich hier der gewhnlichen
,ausflucht bedienen3 da wenigstens
realitates ,noumena einander nicht
entgegenwirken knnen1 so mte man doch
ein ,beispiel von dergleichen reiner
und sinnenfreier ,realitt anfhren1
damit man verstnde1 ob eine solche
berhaupt etwas oder gar nichts
vorstelle4 ,aber es kann kein
,beispiel woher anders1 als aus der
,erfahrung genommen werden1 die
niemals mehr als ,phnomena darbietet1
und so bedeutet dieser ,satz nichts
weiter1 als da der ,begriff1 der lauter
,bejahungen enthlt1 nichts
,verneinendes enthalte2 ein ,satz1 an
dem wir niemals gezweifelt haben4
,wenn wir unter blo intelligiblen
,gegenstnden diejenigen ,dinge
verstehen1 die durch reine ,kategorien1
ohne alles ,schema der ,sinnlichkeit1
gedacht werden1 so sind dergleichen
unmglich4 ,denn die ,bedingung des
objektiven ,gebrauchs aller unserer
,verstandesbegriffe ist blo die ,art
unserer sinnlichen ,anschauung1 wodurch
uns ,gegenstnde gegeben werden1 und1
wenn wir von der letzteren
abstrahieren1 so haben die ersteren gar
keine ,beziehung auf irgendein ,objekt4
,ja1 wenn man auch eine andere ,art der
,anschauung1 als diese unsere
sinnliche ist1 annehmen wollte1 so wrden
doch unsere ,funktionen zu denken in
,ansehung derselben von gar keiner
,bedeutung sein4 ,verstehen wir
darunter nur ,gegenstnde einer
nichtsinnlichen ,anschauung1 von denen
unsere ,kategorien zwar freilich nicht
gelten1 und von denen wir also gar
keine ,erkenntnis 7weder ,anschauung1
noch ,begriff7 jemals haben knnen1 so
mssen ,noumena in dieser blo negativen
,bedeutung allerdings zugelassen werden3
da sie denn nichts anderes sagen1 als3
da unsere ,art der ,anschauung nicht
auf alle ,dinge1 sondern blo auf
,gegenstnde unserer ,sinne geht1
folglich ihre objektive ,gltigkeit
begrenzt ist1 und mithin fr irgendeine
andere ,art ,anschauung1 und also auch
fr ,dinge als ,objekte derselben1
,platz brigbleibt4 ,aber alsdann ist der
,begriff eines ,noumenon
problematisch1 d4i4 die ,vorstellung
eines ,dinges1 von dem wir weder sagen
knnen1 da es mglich1 noch da es unmglich
sei1 indem wir gar keine ,art der
,anschauung1 als unsere sinnliche
kennen1 und keine ,art der ,begriffe1
als die ,kategorien1 keine von beiden
aber einem auersinnlichen ,gegenstande
angemessen ist4 ,wir knnen daher das
,feld der ,gegenstnde unseres ,denkens
ber die ,bedingungen unserer
,sinnlichkeit darum noch nicht positiv
erweitern1 und auer den ,erscheinungen
noch ,gegenstnde des reinen ,denkens1
d4i4 ,noumena1 annehmen1 weil jene
keine anzugebende positive ,bedeutung
haben4 ,denn man mu von den ,kategorien
eingestehen3 da sie allein noch nicht
zur ,erkenntnis der ,dinge an sich
selbst zureichen1 und ohne die data der
,sinnlichkeit blo subjektive ,formen der
,verstandeseinheit1 aber ohne
,gegenstand1 sein wrden4 ,das ,denken
ist zwar an sich kein ,produkt der
,sinne1 und sofern durch sie auch nicht
eingeschrnkt1 aber darum nicht sofort
von eigenem und reinem ,gebrauche1 ohne
,beitritt der ,sinnlichkeit1 weil es
alsdann ohne ,objekt ist4 ,man kann auch
das ,noumenon nicht ein solches
,objekt nennen2 denn dieses bedeutet
eben den problematischen ,begriff von
einem ,gegenstande cor eine ganz andere
,anschauung und einen ganz anderen
,verstand1 als der unsrige1 der mithin
selbst ein ,problem ist4 ,der ,begriff
des ,noumenon ist also nicht der
,begriff von einem ,objekt1 sondern die
unvermeidlich mit der ,einschrnkung
unserer ,sinnlichkeit zusammenhngende
,aufgabe1 ob es nicht von jener ihrer
,anschauung ganz entbundene ,gegenstnde
geben mge1 welche ,frage nur unbestimmt
beantwortet werden kann1 nmlich3 da1
weil die sinnliche ,anschauung nicht auf
alle ,dinge ohne ,unterschied geht1 fr
mehr und andere ,gegenstnde ,platz
brigbleibe1 sie also nicht schlechthin
abgeleugnet1 in ,ermanglung eines
bestimmten ,begriffs aber 7da keine
,kategorie dazu tauglich ist7 auch nicht
als ,gegenstnde fr unseren ,verstand
behauptet werden knnen4 ,der
,verstand begrenzt demnach die
,sinnlichkeit1 ohne darum sein eigenes
,feld zu erweitern1 und1 indem er jene
warnt1 da sie sich nicht anmae1 auf
,dinge an sich selbst zu gehen1 sondern
lediglich auf ,erscheinungen1 so denkt
er sich einen ,gegenstand an sich
selbst1 aber nur als transzendentales
,objekt1 das die ,ursache der
,erscheinung 7mithin selbst nicht
,erscheinung7 ist1 und weder als ,gre1
noch als ,realitt1 noch als ,substanz
usw4 gedacht werden kann 7weil diese
,begriffe immer sinnliche ,formen
erfordern1 in denen sie einen
,gegenstand bestimmen27 wovon also vllig
unbekannt ist1 ob es in uns1 oder auch
auer uns anzutreffen sei1 ob es mit der
,sinnlichkeit zugleich aufgehoben
werden1 oder wenn wir jene wegnehmen1
noch brigbleiben wrde4 ,wollen wir
dieses ,objekt ,noumenon nennen1 darum1
weil die ,vorstellung von ihm nicht
sinnlich ist1 so steht dieses uns frei4
,da wir aber keine von unseren
,verstandesbegriffen darauf anwenden
knnen1 so bleibt diese ,vorstellung doch
fr uns leer1 und dient zu nichts1 als
die ,grenzen unserer sinnlichen
,erkenntnis zu bezeichnen1 und einen
,raum brig zu lassen1 den wir weder
durch mgliche ,erfahrung1 noch durch
den reinen ,verstand ausfllen knnen4
,die ,kritik dieses reinen ,verstandes
erlaubt es also nicht1 sich ein neues
,feld von ,gegenstnden1 auer denen1 die
ihm als ,erscheinungen vorkommen knnen1
zu schaffen1 und in intelligible
,welten1 sogar nicht einmal in ihren
,begriff1 auszuschweifen4 ,der ,fehler1
welcher hierzu auf die
allerscheinbarste ,art verleitet1 und
allerdings entschuldigt1 obgleich nicht
gerechtfertigt werden kann1 liegt
darin3 da der ,gebrauch des
,verstandes1 wider seine ,bestimmung1
transzendental gemacht1 und die
,gegenstnde1 d4i4 mgliche ,anschauungen1
sich nach ,begriffen1 nicht aber
,begriffe sich nach mglichen
,anschauungen 7als auf denen allein
ihre objektive ,gltigkeit beruht7
richten mssen4 ,die ,ursache hiervon
aber ist wiederum3 da die ,apperzeption1
und1 mit ihr1 das ,denken vor aller
mglichen bestimmten ,anordnung der
,vorstellungen vorhergeht4 ,wir denken
also ,etwas berhaupt1 und bestimmen es
einerseits sinnlich1 allein
unterscheiden doch den allgemeinen und
in abstracto vorgestellten ,gegenstand
von dieser ,art ihn anzuschauen2 da
bleibt uns nun eine ,art1 ihn blo durch
,denken zu bestimmen1 brig1 welche zwar
eine bloe logische ,form ohne ,inhalt
ist1 uns aber dennoch eine ,art zu sein
scheint1 wie das ,objekt an sich
existiere 7,noumenon71 ohne auf die
,anschauung zu sehen1 welche auf unsere
,sinne eingeschrnkt ist4
99 99
99 ,ehe wir die transzendentale
,analytik verlassen1 mssen wir noch
etwas hinzufgen1 was1 obgleich an sich
von nicht sonderlicher ,erheblichkeit1
dennoch zur ,vollstndigkeit des ,systems
erforderlich scheinen drfte4 ,der
hchste ,begriff1 von dem man eine
,transzendentalphilosophie anzufangen
pflegt1 ist gemeiniglich die
,einteilung in das ,mgliche und
,unmgliche4 ,da aber alle ,einteilung
einen eingeteilten ,begriff voraussetzt1
so mu noch ein hherer angegeben
werden1 und dieser ist der ,begriff von
einem ,gegenstande berhaupt
7problematisch genommen1 und
unausgemacht1 ob er ,etwas oder ,nichts
sei74 ,weil die ,kategorien die
einzigen ,begriffe sind1 die sich auf
,gegenstnde berhaupt beziehen1 so wird
die ,unterscheidung eines
,gegenstandes1 ob er ,etwas1 oder
,nichts sei1 nach der ,ordnung und
,anweisung der ,kategorien fortgehen4
#a4 ,den ,begriffen von ,allem1 ,vielem
und ,einem ist der1 so alles aufhebt1
d4i4 ,keines1 entgegengesetzt und so ist
der ,gegenstand eines ,begriffs1 dem
gar keine anzugebende ,anschauung
korrespondiert1 ,nichts1 d4i4 ein
,begriff ohne ,gegenstand1 wie die
,noumena1 die nicht unter die
,mglichkeiten gezhlt werden knnen1
obgleich auch darum nicht fr unmglich
ausgegeben werden mssen1 7ens rationis17
oder wie etwa gewisse neue
,grundkrfte1 die man sich denkt1 zwar
ohne ,widerspruch1 aber auch ohne
,beispiel aus der ,erfahrung gedacht
worden1 und also nicht unter die
,mglichkeiten gezhlt werden mssen4
#b4 ,realitt ist ,etwas1 ,negation ist
,nichts1 nmlich1 ein ,begriff von dem
,mangel eines ,gegenstandes1 wie der
,schatten1 die ,klte1 7nihil
privativum74 #c4 ,die bloe ,form der
,anschauung1 ohne ,substanz1 ist an sich
kein ,gegenstand1 sondern die blo
formale ,bedingung desselben 7als
,erscheinung71 wie der reine ,raum1 und
die reine ,zeit 7ens imaginarium71 die
zwar ,etwas sind1 als ,formen
anzuschauen1 aber selbst keine
,gegenstnde sind1 die angeschaut werden4
#d4 ,der ,gegenstand eines
,begriffs1 der sich selbst widerspricht1
ist ,nichts1 weil der ,begriff ,nichts
ist1 das ,unmgliche1 wie etwa die
geradlinige ,figur von zwei ,seiten1
7nihil negativum74 ,die ,tafel dieser
,einteilung des ,begriffs von ,nichts
7denn die dieser gleichlaufende
,einteilung des ,etwas folgt von
selber17 wrde daher so angelegt werden
mssen3
,nichts1
als #a4 ,leerer
,begriff ohne ,gegenstand1
ens rationis4 #b4 ,leerer
,gegenstand #c4 ,leere
,anschauung eines ,begriffs1
ohne ,gegenstand1 nihil
privativum4 ens imaginarium4
#d4 ,leerer ,gegenstand ohne ,begriff1
nihil negativum4 ,man sieht1 da das
,gedankending 7n4 #a47 von dem ,undinge
7n4 #d47 dadurch unterschieden werde1
da jenes nicht unter die ,mglichkeiten
gezhlt werden darf1 weil es blo
,erdichtung 7obzwar nicht
widersprechende7 ist1 dieses aber der
,mglichkeit entgegengesetzt ist1 indem
der ,begriff sogar sich selbst aufhebt4
,beide sind aber leere ,begriffe4
,dagegen sind das nihil privativum 7n4
#b47 und ens imaginarium 7n4 #c47 leere
,data zu ,begriffen4 ,wenn das ,licht
nicht den ,sinnen gegeben worden1 so
kann man sich auch keine ,finsternis1
und1 wenn nicht ausgedehnte ,wesen
wahrgenommen worden1 keinen ,raum
vorstellen4 ,die ,negation sowohl1 als
die bloe ,form der ,anschauung1 sind1
ohne ein ,reales1 keine ,objekte4
,der transzendentalen ,logik ,zweite
,abteilung ,die transzendentale
,dialektik ,einleitung ,i4 ,vom
transzendentalen ,schein ,wir haben
oben die ,dialektik berhaupt eine ,logik
des ,scheins genannt4 ,das bedeutet
nicht1 sie sei eine ,lehre der
,wahrscheinlichkeit2 denn diese ist
,wahrheit1 aber durch unzureichende
,grnde erkannt1 deren ,erkenntnis also
zwar mangelhaft1 aber darum doch nicht
trglich ist1 und mithin von dem
analytischen ,teile der ,logik nicht
getrennt werden mu4 ,noch weniger drfen
,erscheinung und ,schein fr einerlei
gehalten werden4 ,denn ,wahrheit oder
,schein sind nicht im ,gegenstande1
sofern er angeschaut wird1 sondern im
,urteile ber denselben1 sofern er
gedacht wird4 ,man kann also zwar
richtig sagen3 da die ,sinne nicht
irren1 aber nicht darum1 weil sie
jederzeit richtig urteilen1 sondern weil
sie gar nicht urteilen4 ,daher sind
,wahrheit sowohl als ,irrtum1 mithin
auch der ,schein1 als die ,verleitung
zum letzteren1 nur im ,urteile1 d4i4
nur in dem ,verhltnisse des
,gegenstandes zu unserem ,verstande
anzutreffen4 ,in einem ,erkenntnis1 das
mit den ,verstandesgesetzen durchgngig
zusammenstimmt1 ist kein ,irrtum4 ,in
einer ,vorstellung der ,sinne ist 7weil
sie gar kein ,urteil enthlt7 auch kein
,irrtum4 ,keine ,kraft der ,natur kann
aber von selbst von ihren eigenen
,gesetzen abweichen4 ,daher wrden weder
der ,verstand fr sich allein 7ohne
,einflu einer anderen ,ursache71 noch
die ,sinne fr sich1 irren2 der erstere
darum nicht1 weil1 wenn er blo nach
seinen ,gesetzen handelt1 die ,wirkung
7das ,urteil7 mit diesen ,gesetzen
notwendig bereinstimmen mu4 ,in der
bereinstimmung mit den ,gesetzen des
,verstandes besteht aber das ,formale
aller ,wahrheit4 ,in den ,sinnen ist gar
kein ,urteil1 weder ein wahres1 noch
falsches4 ,weil wir nun auer diesen
beiden ,erkenntnisquellen keine anderen
haben1 so folgt3 da der ,irrtum nur
durch den unbemerkten ,einflu der
,sinnlichkeit auf den ,verstand bewirkt
werde1 wodurch es geschieht1 da die
subjektive ,grnde des ,urteils mit den
objektiven zusammenflieen1 und diese von
ihrer ,bestimmung abweichend machen991
so wie ein bewegter ,krper zwar fr
sich jederzeit die gerade ,linie in
derselben ,richtung halten wrde1 die
aber1 wenn eine andere ,kraft nach einer
anderen ,richtung zugleich auf ihn
einfliet1 in krummlinige ,bewegung
ausschlgt4 ,um die eigentmliche
,handlung des ,verstandes von der
,kraft1 die sich mit einmengt1 zu
unterscheiden1 wird es daher ntig sein1
das irrige ,urteil als die ,diagonale
zwischen zwei ,krften anzusehen1 die das
,urteil nach zwei verschiedenen
,richtungen bestimmen1 die gleichsam
einen ,winkel einschlieen1 und jene
zusammengesetzte ,wirkung in die
einfache des ,verstandes und der
,sinnlichkeit aufzulsen1 welches in
reinen ,urteilen a priori durch
transzendentale berlegung geschehen mu1
wodurch 7wie schon angezeigt worden7
jeder ,vorstellung ihre ,stelle in der
ihr angemessenen ,erkenntniskraft
angewiesen1 mithin auch der ,einflu der
letzteren auf jene unterschieden wird4
99 ,die ,sinnlichkeit1 dem ,verstande
untergelegt1 als das ,objekt1 worauf
dieser seine ,funktion anwendet1 ist der
,quell realer ,erkenntnisse4 ,eben
dieselbe aber1 sofern sie auf die
,verstandeshandlung selbst einfliet1
und ihn zum ,urteilen bestimmt1 ist der
,grund des ,irrtums4 ,unser ,geschft
ist hier nicht1 vom empirischen ,scheine
7z4,b4 dem optischen7 zu handeln1 der
sich bei dem empirischen ,gebrauche
sonst richtiger ,verstandesregeln
vorfindet1 und durch welchen die
,urteilskraft1 durch den ,einflu der
,einbildung verleitet wird1 sondern wir
haben es mit dem transzendentalen
,scheine allein zu tun1 der auf
,grundstze einfliet1 deren ,gebrauch
nicht einmal auf ,erfahrung angelegt
ist1 als in welchem ,falle wir doch
wenigstens einen ,probierstein ihrer
,richtigkeit haben wrden1 sondern der
uns selbst1 wider alle ,warnungen der
,kritik1 gnzlich ber den empirischen
,gebrauch der ,kategorien wegfhrt und
uns mit dem ,blendwerke einer
,erweiterung des reinen ,verstandes
hinhlt4 ,wir wollen die ,grundstze1
deren ,anwendung sich ganz und gar in
den ,schranken mglicher ,erfahrung hlt1
immanente1 diejenigen aber1 welche
diese ,grenzen berfliegen sollen1
transzendente ,grundstze nennen4 ,ich
verstehe aber unter diesen nicht den
transzendentalen ,gebrauch oder
,mibrauch der ,kategorien1 welcher ein
bloer ,fehler der nicht gehrig durch
,kritik gezgelten ,urteilskraft ist1
die auf die ,grenze des ,bodens1 worauf
allein dem reinen ,verstande sein ,spiel
erlaubt ist1 nicht genug achthat2
sondern wirkliche ,grundstze1 die uns
zumuten1 alle jene ,grenzpfhle
niederzureien und sich einen ganz neuen
,boden1 der berall keine ,demarkation
erkennt1 anzumaen4 ,daher sind
transzendental und transzendent nicht
einerlei4 ,die ,grundstze des reinen
,verstandes1 die wir oben vortrugen1
sollen blo von empirischem und nicht
von transzendentalem1 d4i4 ber die
,erfahrungsgrenze hinausreichendem
,gebrauche sein4 ,ein ,grundsatz aber1
der diese ,schranken wegnimmt1 ja gar
gebietet1 sie zu berschreiten1 heit
transzendent4 ,kann unsere ,kritik dahin
gelangen1 den ,schein dieser angematen
,grundstze aufzudecken1 so werden jene
,grundstze des blo empirischen
,gebrauchs1 im ,gegensatz mit den
letzteren1 immanente ,grundstze des
reinen ,verstandes genannt werden knnen4
,der logische ,schein1 der in der
bloen ,nachahmung der ,vernunftform
besteht1 7der ,schein der ,trugschlsse17
entspringt lediglich aus einem ,mangel
der ,achtsamkeit auf die logische
,regel4 ,sobald daher diese auf den
vorliegenden ,fall geschrft wird1 so
verschwindet er gnzlich4 ,der
transzendentale ,schein dagegen hrt
gleichwohl nicht auf1 ob man ihn schon
aufgedeckt und seine ,nichtigkeit durch
die transzendentale ,kritik deutlich
eingesehen hat4 7,z4,b4 der ,schein in
dem ,satze3 die ,welt mu der ,zeit nach
einen ,anfang haben47 ,die ,ursache
hiervon ist diese1 da in unserer
,vernunft 7subjektiv als ein
menschliches ,erkenntnisvermgen
betrachtet7 ,grundregeln und ,maximen
ihres ,gebrauchs liegen1 welche gnzlich
das ,ansehen objektiver ,grundstze
haben1 und wodurch es geschieht1 da die
subjektive ,notwendigkeit einer
gewissen ,verknpfung unserer ,begriffe1
zugunsten des ,verstandes1 fr eine
objektive ,notwendigkeit1 der
,bestimmung der ,dinge an sich selbst1
gehalten wird4 ,eine ,illusion1 die gar
nicht zu vermeiden ist1 so wenig als
wir es vermeiden knnen1 da uns das ,meer
in der ,mitte nicht hher scheine1 wie
an dem ,ufer1 weil wir jene durch hhere
,lichtstrahlen als diese sehen1 oder1
noch mehr1 so wenig selbst der ,astronom
verhindern kann1 da ihm der ,mond im
,aufgange nicht grer scheine1 ob er
gleich durch diesen ,schein nicht
betrogen wird4 ,die transzendentale
,dialektik wird also sich damit begngen1
den ,schein transzendenter ,urteile
aufzudecken1 und zugleich zu verhten1
da er nicht betrge2 da er aber auch 7wie
der logische ,schein7 sogar
verschwinde1 und ein ,schein zu sein
aufhre1 das kann sie niemals
bewerkstelligen4 ,denn wir haben es mit
einer natrlichen und unvermeidlichen
,illusion zu tun1 die selbst auf
subjektiven ,grundstzen beruht1 und sie
als objektive unterschiebt1 anstatt da
die logische ,dialektik in ,auflsung der
,trugschlsse es nur mit einem ,fehler1
in ,befolgung der ,grundstze1 oder mit
einem geknstelten ,scheine1 in
,nachahmung derselben1 zu tun hat4 ,es
gibt also eine natrliche und
unvermeidliche ,dialektik der reinen
,vernunft1 nicht eine1 in die sich etwa
ein ,stmper1 durch ,mangel an
,kenntnissen1 selbst verwickelt1 oder
die irgendein ,sophist1 um vernnftige
,leute zu verwirren1 knstlich ersonnen
hat1 sondern die der menschlichen
,vernunft unhintertreiblich anhngt1 und
selbst1 nachdem wir ihr ,blendwerk
aufgedeckt haben1 dennoch nicht aufhren
wird1 ihr vorzugaukeln und sie
unablssig in augenblickliche
,verirrungen zu stoen1 die jederzeit
gehoben zu werden bedrfen4 ,,ii4
,von der reinen ,vernunft als dem ,sitze
des transzendentalen ,scheins ,a4
,von der ,vernunft berhaupt ,alle
unsere ,erkenntnis hebt von den ,sinnen
an1 geht von da zum ,verstande1 und
endigt bei der ,vernunft1 ber welche
nichts ,hheres in uns angetroffen wird1
den ,stoff der ,anschauung zu
bearbeiten und unter die hchste
,einheit des ,denkens zu bringen4 ,da
ich jetzt von dieser obersten
,erkenntniskraft eine ,erklrung geben
soll1 so finde ich mich in einiger
,verlegenheit4 ,es gibt von ihr1 wie von
dem ,verstande1 einen blo formalen1
d4i4 logischen ,gebrauch1 da die
,vernunft von allem ,inhalte der
,erkenntnis abstrahiert1 aber auch einen
realen1 da sie selbst den ,ursprung
gewisser ,begriffe und ,grundstze
enthlt1 die sie weder von den ,sinnen1
noch vom ,verstande entlehnt4 ,das
erstere ,vermgen ist nun freilich
vorlngst von den ,logikern durch das
,vermgen mittelbar zu schlieen 7zum
,unterschiede von den unmittelbaren
,schlssen1 consequentiis immediatis17
erklrt worden2 das zweite aber1 welches
selbst ,begriffe erzeugt1 wird dadurch
noch nicht eingesehen4 ,da nun hier
eine ,einteilung der ,vernunft in ein
logisches und transzendentales ,vermgen
vorkommt1 so mu ein hherer ,begriff von
dieser ,erkenntnisquelle gesucht
werden1 welcher beide ,begriffe unter
sich befat1 indessen wir nach der
,analogie mit den ,verstandesbegriffen
erwarten knnen1 da der logische ,begriff
zugleich den ,schlssel zum
transzendentalen1 und die ,tafel der
,funktionen der ersteren zugleich die
,stammleiter der ,vernunftbegriffe an
die ,hand geben werde4 ,wir
erklrten1 im ersteren ,teile unserer
transzendentalen ,logik1 den ,verstand
durch das ,vermgen der ,regeln2 hier
unterscheiden wir die ,vernunft von
demselben dadurch1 da wir sie das
,vermgen der ,prinzipien nennen wollen4
,der ,ausdruck eines ,prinzips ist
zweideutig1 und bedeutet gemeiniglich
nur ein ,erkenntnis1 das als ,prinzip
gebraucht werden kann1 ob es zwar an
sich selbst und seinem eigenen
,ursprunge nach kein ,prinzipium ist4
,ein jeder allgemeiner ,satz1 er mag
auch sogar aus ,erfahrung 7durch
,induktion7 hergenommen sein1 kann zum
,obersatz in einem ,vernunftschlusse
dienen2 er ist darum aber nicht selbst
ein ,prinzipium4 ,die mathematischen
,axiome 7z4,b4 zwischen zwei ,punkten
kann nur eine gerade ,linie sein17 sind
sogar allgemeine ,erkenntnisse a
priori1 und werden daher mit ,recht1
relativisch auf die ,flle1 die unter
ihnen subsumiert werden knnen1
,prinzipien genannt4 ,aber ich kann
darum doch nicht sagen1 da ich diese
,eigenschaft der geraden ,linien
berhaupt und an sich1 aus ,prinzipien
erkenne1 sondern nur in der reinen
,anschauung4 ,ich wrde daher
,erkenntnis aus ,prinzipien diejenige
nennen1 da ich das ,besondere im
allgemeinen durch ,begriffe erkenne4 ,so
ist denn ein jeder ,vernunftschlu eine
,form der ,ableitung einer ,erkenntnis
aus einem ,prinzip4 ,denn der ,obersatz
gibt jederzeit einen ,begriff1 der da
macht1 da alles1 was unter der
,bedingung desselben subsumiert wird1
aus ihm nach einem ,prinzip erkannt
wird4 ,da nun jede allgemeine
,erkenntnis zum ,obersatze in einem
,vernunftschlusse dienen kann1 und der
,verstand dergleichen allgemeine ,stze
a priori darbietet1 so knnen diese denn
auch1 in ,ansehung ihres mglichen
,gebrauchs1 ,prinzipien genannt werden4
,betrachten wir aber diese
,grundstze des reinen ,verstandes an
sich selbst ihrem ,ursprunge nach1 so
sind sie nichts weniger als
,erkenntnisse aus ,begriffen4 ,denn sie
wrden auch nicht einmal a priori mglich
sein1 wenn wir nicht die reine
,anschauung1 7in der ,mathematik17 oder
,bedingungen einer mglichen ,erfahrung
berhaupt herbeizgen4 ,da alles1 was
geschieht1 eine ,ursache habe1 kann gar
nicht aus dem ,begriffe dessen1 was
berhaupt geschieht1 geschlossen werden2
vielmehr zeigt der ,grundsatz1 wie man
allererst von dem1 was geschieht1 einen
bestimmten ,erfahrungsbegriff bekommen
knne4 ,synthetische ,erkenntnisse aus
,begriffen kann der ,verstand also gar
nicht verschaffen1 und diese sind es
eigentlich1 welche ich schlechthin
,prinzipien nenne2 indessen1 da alle
allgemeinen ,stze berhaupt komparative
,prinzipien heien knnen4 ,es ist ein
alter ,wunsch1 der1 wer wei wie spt1
vielleicht einmal in ,erfllung gehen
wird3 da man doch einmal1 statt der
endlosen ,mannigfaltigkeit brgerlicher
,gesetze1 ihre ,prinzipien aufsuchen
mge2 denn darin kann allein das
,geheimnis bestehen1 die ,gesetzgebung1
wie man sagt1 zu simplifizieren4 ,aber
die ,gesetze sind hier auch nur
,einschrnkungen unserer ,freiheit auf
,bedingungen1 unter denen sie
durchgngig mit sich selbst
zusammenstimmt2 mithin gehen sie auf
etwas1 was gnzlich unser eigen ,werk
ist1 und wovon wir durch jene ,begriffe
selbst die ,ursache sein knnen4 ,wie
aber ,gegenstnde an sich selbst1 wie
die ,natur der ,dinge unter ,prinzipien
stehe und nach bloen ,begriffen
bestimmt werden solle1 ist1 wo nicht
etwas ,unmgliches1 wenigstens doch sehr
,widersinnisches in seiner ,forderung4
,es mag aber hiermit bewandt sein1 wie
es wolle1 7denn darber haben wir die
,untersuchung noch vor uns17 so erhellt
wenigstens daraus3 da ,erkenntnis aus
,prinzipien 7an sich selbst7 ganz etwas
anderes sei1 als bloe
,verstandeserkenntnis1 die zwar auch
anderen ,erkenntnissen in der ,form
eines ,prinzips vorgehen kann1 an sich
selbst aber 7sofern sie synthetisch
ist7 nicht auf bloem ,denken beruht1
noch ein ,allgemeines nach ,begriffen
in sich enthlt4 ,der ,verstand mag
ein ,vermgen der ,einheit der
,erscheinungen vermittelst der ,regeln
sein1 so ist die ,vernunft das ,vermgen
der ,einheit der ,verstandesregeln
unter ,prinzipien4 ,sie geht also
niemals zunchst auf ,erfahrung1 oder
auf irgendeinen ,gegenstand1 sondern auf
den ,verstand1 um den mannigfaltigen
,erkenntnissen desselben ,einheit a
priori durch ,begriffe zu geben1 welche
,vernunfteinheit heien mag1 und von
ganz anderer ,art ist1 als sie von dem
,verstande geleistet werden kann4
,das ist der allgemeine ,begriff von dem
,vernunftvermgen1 so weit er1 bei
gnzlichem ,mangel an ,beispielen 7als
die erst in der ,folge gegeben werden
sollen71 hat begreiflich gemacht werden
knnen4 ,b4 ,vom logischen
,gebrauche der ,vernunft ,man macht
einen ,unterschied zwischen dem1 was
unmittelbar erkannt1 und dem1 was nur
geschlossen wird4 ,da in einer ,figur1
die durch drei gerade ,linien begrenzt
ist1 drei ,winkel sind1 wird unmittelbar
erkannt2 da diese ,winkel aber
zusammen zwei rechten gleich sind1 ist
nur geschlossen4 ,weil wir des
,schlieens bestndig bedrfen und es
dadurch endlich ganz gewohnt werden1 so
bemerken wir zuletzt diesen
,unterschied nicht mehr1 und halten oft1
wie bei dem sogenannten ,betruge der
,sinne1 etwas fr unmittelbar
wahrgenommen1 was wir doch nur
geschlossen haben4 ,bei jedem ,schlusse
ist ein ,satz1 der zum ,grunde liegt1
ein anderer1 nmlich die ,folgerung1 die
aus jenem gezogen wird1 und endlich die
,schlufolge 7,konsequenz71 nach welcher
die ,wahrheit des letzteren
unausbleiblich mit der ,wahrheit des
ersteren verknpft ist4 ,liegt das
geschlossene ,urteil schon so in dem
ersten1 da es ohne ,vermittlung einer
dritten ,vorstellung daraus abgeleitet
werden kann1 so heit der ,schlu
unmittelbar 7consequentia immediata72
ich mchte ihn lieber den
,verstandesschlu nennen4 ,ist aber1 auer
der zum ,grunde gelegten ,erkenntnis1
noch ein anderes ,urteil ntig1 um die
,folge zu bewirken1 so heit der ,schlu
ein ,vernunftschlu4 ,in dem ,satze3 alle
,menschen sind sterblich1 liegen schon
die ,stze3 einige ,menschen sind
sterblich1 oder einige ,sterbliche sind
,menschen1 oder nichts1 was unsterblich
ist1 ist ein ,mensch1 und diese sind
also unmittelbare ,folgerungen aus dem
ersteren4 ,dagegen liegt der ,satz3 alle
,gelehrten sind sterblich1 nicht in
dem untergelegten ,urteile 7denn der
,begriff der ,gelehrten kommt in ihm
gar nicht vor71 und er kann nur
vermittelst eines ,zwischenurteils aus
diesem gefolgert werden4 ,in jedem
,vernunftsschlusse denke ich zuerst eine
,regel 7major7 durch den ,verstand4
,zweitens subsumiere ich ein ,erkenntnis
unter die ,bedingung der ,regel
7minor7 vermittelst der ,urteilskraft4
,endlich bestimme ich mein ,erkenntnis
durch das ,prdikat der ,regel
7conclusio71 mithin a priori durch die
,vernunft4 ,das ,verhltnis also1 welches
der ,obersatz1 als die ,regel1
zwischen einer ,erkenntnis und ihrer
,bedingung vorstellt1 macht die
verschiedenen ,arten der
,vernunftschlsse aus4 ,sie sind also
gerade dreifach1 so wie alle ,urteile
berhaupt1 sofern sie sich in der ,art
unterscheiden1 wie sie das ,verhltnis
des ,erkenntnisses im ,verstande
ausdrcken1 nmlich3 kategorische oder
hypothetische oder disjunktive
,vernunftschlsse4 ,wenn1 wie
mehrenteils geschieht1 die ,konklusion
als ein ,urteil aufgegeben worden1 um
zu sehen1 ob es nicht aus schon
gegebenen ,urteilen1 durch die nmlich
ein ganz anderer ,gegenstand gedacht
wird1 fliee3 so suche ich im ,verstande
die ,assertion dieses ,schlusatzes
auf1 ob sie sich nicht in demselben
unter gewissen ,bedingungen nach einer
allgemeinen ,regel vorfinde4 ,finde ich
nun eine solche ,bedingung und lt sich
das ,objekt des ,schlusatzes unter der
gegebenen ,bedingung subsumieren1 so
ist dieser aus der ,regel1 die auch fr
andere ,gegenstnde der ,erkenntnis gilt1
gefolgert4 ,man sieht daraus3 da die
,vernunft im ,schlieen die groe
,mannigfaltigkeit der ,erkenntnis des
,verstandes auf die kleinste ,zahl der
,prinzipien 7allgemeiner ,bedingungen7
zu bringen und dadurch die hchste
,einheit derselben zu bewirken suche4
,c4 ,von dem reinen ,gebrauche der
,vernunft ,kann man die ,vernunft
isolieren1 und ist sie alsdann noch ein
eigener ,quell von ,begriffen und
,urteilen1 die lediglich aus ihr
entspringen1 und dadurch sie sich auf
,gegenstnde bezieht1 oder ist sie ein
blo subalternes ,vermgen1 gegebenen
,erkenntnissen eine gewisse ,form zu
geben1 welche logisch heit1 und wodurch
die ,verstandeserkenntnisse nur
einander und niedrige ,regeln anderen
hheren 7deren ,bedingung die ,bedingung
der ersteren in ihrer ,sphre befat7
untergeordnet werden1 so viel sich
durch die ,vergleichung derselben will
bewerkstelligen lassen8 ,dies ist die
,frage1 mit der wir uns jetzt nur
vorlufig beschftigen4 ,in der ,tat ist
,mannigfaltigkeit der ,regeln und
,einheit der ,prinzipien eine
,forderung der ,vernunft1 um den
,verstand mit sich selbst in
durchgngigen ,zusammenhang zu bringen1
so wie der ,verstand das ,mannigfaltige
der ,anschauung unter ,begriffe und
dadurch jene in ,verknpfung bringt4
,aber ein solcher ,grundsatz schreibt
den ,objekten kein ,gesetz vor1 und
enthlt nicht den ,grund der ,mglichkeit1
sie als solche berhaupt zu erkennen
und zu bestimmen1 sondern ist blo ein
subjektives ,gesetz der ,haushaltung mit
dem ,vorrate unseres ,verstandes1
durch ,vergleichung seiner ,begriffe1
den allgemeinen ,gebrauch derselben auf
die kleinstmgliche ,zahl derselben zu
bringen1 ohne da man deswegen von den
,gegenstnden selbst eine solche
,einhelligkeit1 die der ,gemchlichkeit
und ,ausbreitung unseres ,verstandes
,vorschub tue1 zu fordern1 und jener
,maxime zugleich objektive ,gltigkeit zu
geben1 berechtigt wre4 ,mit einem
,worte1 die ,frage ist3 ob ,vernunft an
sich d4i4 die reine ,vernunft a priori
synthetische ,grundstze und ,regeln
enthalte1 und worin diese ,prinzipien
bestehen mgen8 ,das formale und
logische ,verfahren derselben in
,vernunftschlssen gibt uns hierber
schon hinreichende ,anleitung1 auf
welchem ,grunde das transzendentale
,prinzipium derselben in der
synthetischen ,erkenntnis durch reine
,vernunft beruhen werde4 ,erstlich
geht der ,vernunftschlu nicht auf
,anschauungen1 um dieselbe unter
,regeln zu bringen 7wie der ,verstand
mit seinen ,kategorien71 sondern auf
,begriffe und ,urteile4 ,wenn also reine
,vernunft auch auf ,gegenstnde geht1
so hat sie doch darauf und deren
,anschauung keine unmittelbare
,beziehung1 sondern nur auf den
,verstand und dessen ,urteile1 welche
sich zunchst an die ,sinne und deren
,anschauung wenden1 um diesen ihren
,gegenstand zu bestimmen4
,vernunfteinheit ist also nicht
,einheit einer mglichen ,erfahrung1
sondern von dieser1 als der
,verstandeseinheit1 wesentlich
unterschieden4 ,da alles1 was
geschieht1 eine ,ursache habe1 ist gar
kein durch ,vernunft erkannter und
vorgeschriebener ,grundsatz4 ,er macht
die ,einheit der ,erfahrung mglich und
entlehnt nichts von der ,vernunft1
welche1 ohne diese ,beziehung auf
mgliche ,erfahrung1 aus bloen ,begriffen
keine solche synthetische ,einheit
htte gebieten knnen4 ,zweitens sucht
die ,vernunft in ihrem logischen
,gebrauche die allgemeine ,bedingung
ihres ,urteils 7des ,schlusatzes71 und
der ,vernunftschlu ist selbst nichts
anderes als ein ,urteil1 vermittelst
der ,subsumtion seiner ,bedingung unter
eine allgemeine ,regel 7,obersatz74 ,da
nun diese ,regel wiederum eben
demselben ,versuche der ,vernunft
ausgesetzt ist1 und dadurch die
,bedingung der ,bedingung 7vermittelst
eines ,prosyllogismus7 gesucht werden
mu1 so lange es angeht1 so sieht man
wohl1 der eigentmliche ,grundsatz der
,vernunft berhaupt 7im logischen
,gebrauche7 sei3 zu dem bedingten
,erkenntnisse des ,verstandes das
,unbedingte zu finden1 womit die
,einheit desselben vollendet wird4
,diese logische ,maxime kann aber nicht
anders ein ,prinzipium der reinen
,vernunft werden1 als dadurch1 da man
annimmt3 wenn das ,bedingte gegeben
ist1 so sei auch die ganze ,reihe
einander untergeordneter ,bedingungen1
die mithin selbst unbedingt ist1
gegeben1 7d4i4 in dem ,gegenstande und
seiner ,verknpfung enthalten74 ,ein
solcher ,grundsatz der reinen ,vernunft
ist aber offenbar synthetisch2 denn das
,bedingte bezieht sich analytisch zwar
auf irgendeine ,bedingung1 aber nicht
aufs ,unbedingte4 ,es mssen aus
demselben auch verschiedene synthetische
,stze entspringen1 wovon der reine
,verstand nichts wei1 als der nur mit
,gegenstnden einer mglichen ,erfahrung
zu tun hat1 deren ,erkenntnis und
,synthesis jederzeit bedingt ist4 ,das
,unbedingte aber1 wenn es wirklich
statthat1 kann besonders erwogen
werden1 nach allen den ,bestimmungen1
die es von jedem ,bedingten
unterscheiden1 und mu dadurch ,stoff zu
manchen synthetischen ,stzen a priori
geben4 ,die aus diesem obersten
,prinzip der reinen ,vernunft
entspringenden ,grundstze werden aber
in ,ansehung aller ,erscheinungen
transzendent sein1 d4i4 es wird kein
ihm adquater empirischer ,gebrauch von
demselben jemals gemacht werden knnen4
,er wird sich also von allen
,grundstzen des ,verstandes 7deren
,gebrauch vllig immanent ist1 indem sie
nur die ,mglichkeit der ,erfahrung zu
ihrem ,thema haben17 gnzlich
unterscheiden4 ,ob nun jener ,grundsatz3
da sich die ,reihe der ,bedingungen
7in der ,synthesis der ,erscheinungen1
oder auch des ,denkens der ,dinge
berhaupt17 bis zum ,unbedingten
erstrecke1 seine objektive ,richtigkeit
habe1 oder nicht2 welche ,folgerungen
daraus auf den empirischen
,verstandesgebrauch flieen1 oder ob es
vielmehr berall keinen dergleichen
objektivgltigen ,vernunftsatz gebe1
sondern eine blo logische ,vorschrift1
sich im ,aufsteigen zu immer hheren
,bedingungen1 der ,vollstndigkeit
derselben zu nhern und dadurch die
hchste uns mgliche ,vernunfteinheit in
unsere ,erkenntnis zu bringen2 ob1 sage
ich1 dieses ,bedrfnis der ,vernunft
durch einen ,miverstand fr einen
transzendentalen ,grundsatz der reinen
,vernunft gehalten worden1 der eine
solche unbeschrnkte ,vollstndigkeit
bereilterweise von der ,reihe der
,bedingungen in den ,gegenstnden selbst
postuliert2 was aber auch in diesem
,falle fr ,mideutungen und
,verblendungen in die ,vernunftschlsse1
deren ,obersatz aus reiner ,vernunft
genommen worden1 7und der vielleicht
mehr ,petition als ,postulat ist17 und
die von der ,erfahrung aufwrts zu ihren
,bedingungen steigen1 einschleichen
mgen3 das wird unser ,geschft in der
transzendentalen ,dialektik sein1
welche wir jetzt aus ihren ,quellen1 die
tief in der menschlichen ,vernunft
verborgen sind1 entwickeln wollen4 ,wir
werden sie in zwei ,hauptstcke teilen1
deren erstere von den transzendenten
,begriffen der reinen ,vernunft1 der
zweite von transzendenten und
dialektischen ,vernunftsschlssen
derselben handeln soll4 ,der
transzendentalen ,dialektik ,erstes
,buch ,von den ,begriffen der reinen
,vernunft ,was es auch mit der
,mglichkeit der ,begriffe aus reiner
,vernunft fr eine ,bewandtnis haben
mag3 so sind sie doch nicht blo
reflektierte1 sondern geschlossene
,begriffe4 ,verstandesbegriffe werden
auch a priori vor der ,erfahrung und
zum ,behuf derselben gedacht2 aber sie
enthalten nichts weiter1 als die
,einheit der ,reflexion ber die
,erscheinungen1 insofern sie notwendig
zu einem mglichen empirischen ,bewutsein
gehren sollen4 ,durch sie allein wird
,erkenntnis und ,bestimmung eines
,gegenstandes mglich4 ,sie geben also
zuerst ,stoff zum ,schlieen1 und vor
ihnen gehen keine ,begriffe a priori von
,gegenstnden vorher1 aus denen sie
knnten geschlossen werden4 ,dagegen
grndet sich ihre objektive ,realitt
doch lediglich darauf3 da1 weil sie die
intellektuelle ,form aller ,erfahrung
ausmachen1 ihre ,anwendung jederzeit in
der ,erfahrung mu gezeigt werden knnen4
,die ,benennung eines
,vernunftbegriffs aber zeigt schon
vorlufig3 da er sich nicht innerhalb
der ,erfahrung wolle beschrnken lassen1
weil er eine ,erkenntnis betrifft1 von
der jede empirische nur ein ,teil ist1
7vielleicht das ,ganze der mglichen
,erfahrung oder ihrer empirischen
,synthesis17 bis dahin zwar keine
wirkliche ,erfahrung jemals vllig
zureicht1 aber doch jederzeit dazu
gehrig ist4 ,vernunftbegriffe dienen
zum ,begreifen1 wie ,verstandesbegriffe
zum ,verstehen 7der ,wahrnehmungen74
,wenn sie das ,unbedingte enthalten1 so
betreffen sie etwas1 worunter alle
,erfahrung gehrt1 welches selbst aber
niemals ein ,gegenstand der ,erfahrung
ist3 etwas1 worauf die ,vernunft in
ihren ,schlssen aus der ,erfahrung
fhrt1 und wornach sie den ,grad ihres
empirischen ,gebrauchs schtzt und abmit1
niemals aber ein ,glied der
empirischen ,synthesis ausmacht4 ,haben
dergleichen ,begriffe dessen
ungeachtet1 objektive ,gltigkeit1 so
knnen sie conceptus ratiocinati
7richtig geschlossene ,begriffe7 heien2
wo nicht1 so sind sie wenigstens durch
einen ,schein des ,schlieens
erschlichen1 und mgen conceptus
ratiocinantes 7vernnftelnde ,begriffe7
genannt werden4 ,da dieses aber
allererst in dem ,hauptstcke von den
dialektischen ,schlssen der reinen
,vernunft ausgemacht werden kann1 so
knnen wir darauf noch nicht ,rcksicht
nehmen1 sondern werden vorlufig1 so wie
wir die reinen ,verstandesbegriffe
,kategorien nannten1 die ,begriffe der
reinen ,vernunft mit einem neuen ,namen
belegen und sie transzendentale ,ideen
nennen1 diese ,benennung aber jetzt
erlutern und rechtfertigen4 ,des
ersten ,buchs der transzendentalen
,dialektik ,erster ,abschnitt ,von den
,ideen berhaupt ,bei dem groen
,reichtum unserer ,sprachen findet sich
doch oft der denkende ,kopf wegen des
,ausdrucks verlegen1 der seinem
,begriffe genau anpat1 und in dessen
,ermanglung er weder anderen1 noch sogar
sich selbst recht verstndlich werden
kann4 ,neue ,wrter zu schmieden1 ist
eine ,anmaung zum ,gesetzgeben in
,sprachen1 die selten gelingt1 und ehe
man zu diesem verzweifelten ,mittel
schreitet1 ist es ratsam1 sich in einer
toten und gelehrten ,sprache umzusehen1
ob sich daselbst nicht dieser ,begriff
samt seinem angemessenen ,ausdrucke
vorfinde1 und wenn der alte ,gebrauch
desselben durch ,unbehutsamkeit ihrer
,urheber auch etwas schwankend geworden
wre1 so ist es doch besser1 die
,bedeutung1 die ihm vorzglich eigen
war1 zu befestigen1 7sollte es auch
zweifelhaft bleiben1 ob man damals genau
ebendieselbe im ,sinne gehabt habe17
als sein ,geschft nur dadurch zu
verderben1 da man sich unverstndlich
machte4 ,um deswillen1 wenn sich etwa
zu einem gewissen ,begriffe nur ein
einziges ,wort vorfnde1 das in schon
eingefhrter ,bedeutung diesem ,begriffe
genau anpat1 dessen ,unterscheidung von
anderen verwandten ,begriffen von
groer ,wichtigkeit ist1 so ist es
ratsam1 damit nicht verschwenderisch
umzugehen1 oder es blo zur ,abwechslung1
synonymisch1 statt anderer zu
gebrauchen1 sondern ihm seine
eigentmliche ,bedeutung sorgfltig
aufzubehalten2 weil es sonst leichtlich
geschieht1 da1 nachdem der ,ausdruck
die ,aufmerksamkeit nicht besonders
beschftigt1 sondern sich unter dem
,haufen anderer von sehr abweichender
,bedeutung verliert1 auch der ,gedanke
verloren gehe1 den er allein htte
aufbehalten knnen4 ,plato bediente
sich des ,ausdrucks ,idee so1 da man
wohl sieht1 er habe darunter etwas
verstanden1 was nicht allein niemals von
den ,sinnen entlehnt wird1 sondern
welches sogar die ,begriffe des
,verstandes1 mit denen sich
,aristoteles beschftigte1 weit
bersteigt1 indem in der ,erfahrung
niemals etwas damit ,kongruierendes
angetroffen wird4 ,die ,ideen sind bei
ihm ,urbilder der ,dinge selbst1 und
nicht blo ,schlssel zu mglichen
,erfahrungen1 wie die ,kategorien4 ,nach
seiner ,meinung flossen sie aus der
hchsten ,vernunft aus1 von da sie der
menschlichen zuteil geworden1 die sich
aber jetzt nicht mehr in ihrem
ursprnglichen ,zustande befindet1
sondern mit ,mhe die alten1 jetzt sehr
verdunkelten1 ,ideen durch ,erinnerung
7die ,philosophie heit7 zurckrufen mu4
,ich will mich hier in keine
literarische ,untersuchung einlassen1
um den ,sinn auszumachen1 den der
erhabene ,philosoph mit seinem
,ausdrucke verband4 ,ich merke nur an1
da es gar nichts ,ungewhnliches sei1
sowohl im gemeinen ,gesprche1 als in
,schriften1 durch die ,vergleichung der
,gedanken1 welche ein ,verfasser ber
seinen ,gegenstand uert1 ihn sogar
besser zu verstehen1 als er sich selbst
verstand1 indem er seinen ,begriff nicht
genugsam bestimmte1 und dadurch
bisweilen seiner eigenen ,absicht
entgegen redete1 oder auch dachte4
,plato bemerkte sehr wohl1 da unsere
,erkenntniskraft ein weit hheres
,bedrfnis fhle1 als blo ,erscheinungen
nach synthetischer ,einheit
buchstabieren1 um sie als ,erfahrung
lesen zu knnen1 und da unsere ,vernunft
natrlicherweise sich zu ,erkenntnissen
aufschwinge1 die viel weiter gehen1 als
da irgendein ,gegenstand1 den
,erfahrung geben kann1 jemals mit ihnen
kongruieren knne1 die aber
nichtsdestoweniger ihre ,realitt haben
und keineswegs bloe ,hirngespinste sind4
,plato fand seine ,ideen vorzglich
in allem was praktisch ist991 d4i4 auf
,freiheit beruht1 welche ihrerseits
unter ,erkenntnissen steht1 die ein
eigentmliches ,produkt der ,vernunft
sind4 ,wer die ,begriffe der ,tugend
aus ,erfahrung schpfen wollte1 wer das1
was nur allenfalls als ,beispiel zur
unvollkommenen ,erluterung dienen kann1
als ,muster zum ,erkenntnisquell machen
wollte 7wie wirklich viele getan
haben71 der wrde aus der ,tugend ein
nach ,zeit und ,umstnden wandelbares1 zu
keiner ,regel brauchbares zweideutiges
,unding machen4 ,dagegen wird ein
jeder inne1 da1 wenn ihm jemand als
,muster der ,tugend vorgestellt wird1
er doch immer das wahre ,original blo in
seinem eigenen ,kopfe habe1 womit er
dieses angebliche ,muster vergleicht1
und es blo darnach schtzt4 ,dieses ist
aber die ,idee der ,tugend1 in ,ansehung
deren alle mglichen ,gegenstnde der
,erfahrung zwar als ,beispiele1
7,beweise der ,tunlichkeit desjenigen im
gewissen ,grade1 was der ,begriff der
,vernunft heischt17 aber nicht als
,urbilder ,dienste tun4 ,da niemals ein
,mensch demjenigen adquat handeln
werde1 was die reine ,idee der ,tugend
enthlt1 beweist gar nicht etwas
,chimrisches in diesem ,gedanken4 ,denn
es ist gleichwohl alles ,urteil1 ber
den moralischen ,wert oder ,unwert1 nur
vermittelst dieser ,idee mglich2
mithin liegt sie jeder ,annherung zur
moralischen ,vollkommenheit notwendig
zum ,grunde1 soweit auch die ihrem
,grade nach nicht zu bestimmenden
,hindernisse in der menschlichen ,natur
uns davon entfernt halten mgen4 99
,er dehnte seinen ,begriff freilich auch
auf spekulative ,erkenntnisse aus1
wenn sie nur rein und vllig a priori
gegeben waren1 sogar ber die
,mathematik1 ob diese gleich ihren
,gegenstand nirgend anders1 als in
der mglichen ,erfahrung hat4 ,hierin
kann ich ihm nun nicht folgen1 so
wenig als in der mystischen ,deduktion
dieser ,ideen1 oder den
bertreibungen1 dadurch er sie gleichsam
hypostasierte2 wiewohl die hohe
,sprache1 deren er sich in diesem ,felde
bediente1 einer milderen und der
,natur der ,dinge angemessenen
,auslegung ganz wohl fhig ist4
,die platonische ,republik ist1 als ein
vermeintlich auffallendes ,beispiel von
ertrumter ,vollkommenheit1 die nur im
,gehirn des migen ,denkers ihren ,sitz
haben kann1 zum ,sprichwort geworden1
und ,brucker findet es lcherlich1 da
der ,philosoph behauptete1 niemals wrde
ein ,frst wohl regieren1 wenn er nicht
der ,ideen teilhaftig wre4 ,allein man
wrde besser tun1 diesem ,gedanken mehr
nachzugehen1 und ihn 7wo der
vortreffliche ,mann uns ohne ,hilfe lt7
durch neue ,bemhung in ,licht zu
stellen1 als ihn1 unter dem sehr elenden
und schdlichen ,vorwande der
,untunlichkeit1 als unntz beiseite zu
stellen4 ,eine ,verfassung von der
grten menschlichen ,freiheit nach
,gesetzen1 welche machen1 da jedes
,freiheit mit der anderen ihrer zusammen
bestehen kann1 7nicht von der grten
,glckseligkeit1 denn diese wird schon
von selbst folgen27 ist doch wenigstens
eine notwendige ,idee1 die man nicht
blo im ersten ,entwurfe einer
,staatsverfassung1 sondern auch bei
allen ,gesetzen zum ,grunde legen mu1
und wobei man anfnglich von den
gegenwrtigen ,hindernissen abstrahieren
mu1 die vielleicht nicht sowohl aus der
menschlichen ,natur unvermeidlich
entspringen mgen1 als vielmehr aus der
,vernachlssigung der echten ,ideen bei
der ,gesetzgebung4 ,denn nichts kann
,schdlicheres und eines ,philosophen
,unwrdigeres gefunden werden1 als die
pbelhafte ,berufung auf vergeblich
widerstreitende ,erfahrung1 die doch gar
nicht existieren wrde1 wenn jene
,anstalten zu rechter ,zeit nach den
,ideen getroffen wrden1 und an deren
,statt nicht rohe ,begriffe1 eben darum1
weil sie aus ,erfahrung geschpft
worden1 alle gute ,absicht vereitelt
htten4 ,je bereinstimmender die
,gesetzgebung und ,regierung mit dieser
,idee eingerichtet wren1 desto seltener
wrden allerdings die ,strafen werden1
und da ist es denn ganz vernnftig1 7wie
,plato behauptet71 da bei einer
vollkommenen ,anordnung derselben gar
keine dergleichen ntig sein wrden4 ,ob
nun gleich das letztere niemals zustande
kommen mag1 so ist die ,idee doch ganz
richtig1 welche dieses ,maximum zum
,urbilde aufstellt1 um nach demselben
die gesetzliche ,verfassung der
,menschen der mglich grten
,vollkommenheit immer nher zu bringen4
,denn welches der hchste ,grad sein
mag1 bei welchem die ,menschheit
stehenbleiben msse1 und wie gro also die
,kluft1 die zwischen der ,idee und
ihrer ,ausfhrung notwendig brigbleibt1
sein mge1 das kann und soll niemand
bestimmen1 eben darum1 weil es ,freiheit
ist1 welche jede angegebene ,grenze
bersteigen kann4 ,aber nicht blo in
demjenigen1 wobei die menschliche
,vernunft wahrhafte ,kausalitt zeigt1
und wo ,ideen wirkende ,ursachen 7der
,handlungen und ihrer ,gegenstnde7
werden1 nmlich in ,sittlichen1 sondern
auch in ,ansehung der ,natur selbst1
sieht ,plato mit ,recht deutliche
,beweise ihres ,ursprungs aus ,ideen4
,ein ,gewchs1 ein ,tier1 die regelmige
,anordnung des ,weltbaues 7vermutlich
also auch die ganze ,naturordnung7
zeigen deutlich1 da sie nur nach ,ideen
mglich sind2 da zwar kein einzelnes
,geschpf1 unter den einzelnen
,bedingungen seines ,daseins1 mit der
,idee des ,vollkommensten seiner ,art
kongruiere 7so wenig wie der ,mensch mit
der ,idee der ,menschheit1 die er
sogar selbst als das ,urbild seiner
,handlungen in seiner ,seele trgt17 da
gleichwohl jene ,ideen im hchsten
,verstande einzeln1 unvernderlich1
durchgngig bestimmt1 und die
ursprnglichen ,ursachen der ,dinge
sind1 und nur das ,ganze ihrer
,verbindung im ,weltall einzig und
allein jener ,idee vllig adquat sei4
,wenn man das bertriebene des
,ausdrucks absondert1 so ist der
,geistesschwung des ,philosophen1 von
der copeilichen ,betrachtung des
,physischen der ,weltordnung zu der
architektonischen ,verknpfung derselben
nach ,zwecken1 d4i4 nach ,ideen1
hinaufzusteigen1 eine ,bemhung1 die
,achtung und ,nachfolge verdient1 in
,ansehung desjenigen aber1 was die
,prinzipien der ,sittlichkeit1 der
,gesetzgebung und der ,religion
betrifft1 wo die ,ideen die ,erfahrung
selbst 7des ,guten7 allererst mglich
machen1 obzwar niemals darin vllig
ausgedrckt werden knnen1 ein ganz
eigentmliches ,verdienst1 welches man
nur darum nicht erkennt1 weil man es
durch eben die empirischen ,regeln
beurteilt1 deren ,gltigkeit1 als
,prinzipien1 eben durch sie hat
aufgehoben werden sollen4 ,denn in
,betracht der ,natur gibt uns
,erfahrung die ,regel an die ,hand und
ist der ,quell der ,wahrheit2 in
,ansehung der sittlichen ,gesetze aber
ist ,erfahrung 7leider67 die ,mutter
des ,scheins1 und es ist hchst
verwerflich1 die ,gesetze ber das1 was
ich tun soll1 von demjenigen
herzunehmen1 oder dadurch einschrnken
zu wollen1 was getan wird4 ,statt
aller dieser ,betrachtungen1 deren
gehrige ,ausfhrung in der ,tat die
eigentmliche ,wrde der ,philosophie
ausmacht1 beschftigen wir uns jetzt mit
einer nicht so glnzenden1 aber doch
auch nicht verdienstlosen ,arbeit1
nmlich3 den ,boden zu jenen
majesttischen sittlichen ,gebuden eben
und baufest zu machen1 in welchem sich
allerlei ,maulwurfsgnge einer
vergeblich1 aber mit guter ,zuversicht1
auf ,schtze grabenden ,vernunft
vorfinden1 und die jenes ,bauwerk
unsicher machen4 ,der transzendentale
,gebrauch der reinen ,vernunft1 ihre
,prinzipien und ,ideen1 sind es also1
welche genau zu kennen uns jetzt
obliegt1 um den ,einflu der reinen
,vernunft und den ,wert derselben
gehrig bestimmen und schtzen zu knnen4
,doch1 ehe ich diese vorlufige
,einleitung beiseite lege1 ersuche ich
diejenige1 denen ,philosophie am
,herzen liegt1 7welches mehr gesagt ist1
als man gemeiniglich antrifft17 wenn
sie sich durch dieses und das
,nachfolgende berzeugt finden sollten1
den ,ausdruck ,idee seiner
ursprnglichen ,bedeutung nach in ,schutz
zu nehmen1 damit er nicht fernerhin
unter die brigen ,ausdrcke1 womit
gewhnlich allerlei ,vorstellungsarten
in sorgloser ,unordnung bezeichnet
werden1 gerate1 und die ,wissenschaft
dabei einbe4 ,fehlt es uns doch nicht an
,benennungen1 die jeder
,vorstellungsart gehrig angemessen sind1
ohne da wir ntig haben1 in das
,eigentum einer anderen einzugreifen4
,hier ist eine ,stufenleiter derselben4
,die ,gattung ist ,vorstellung berhaupt
7repraesentatio74 ,unter ihr steht die
,vorstellung mit ,bewutsein
7perceptio74 ,eine ,perception1 die sich
lediglich auf das ,subjekt1 als die
,modifikation seines ,zustandes bezieht1
ist ,empfindung 7sensatio71 eine
objektive ,perzeption ist ,erkenntnis
7cognitio74 ,diese ist entweder
,anschauung oder ,begriff 7intuitus vel
conceptus74 ,jene bezieht sich
unmittelbar auf den ,gegenstand und ist
einzeln2 dieser mittelbar1 vermittelst
eines ,merkmals1 was mehreren ,dingen
gemein sein kann4 ,der ,begriff ist
entweder ein empirischer oder reiner
,begriff1 und der reine ,begriff1
sofern er lediglich im ,verstande seinen
,ursprung hat 7nicht im reinen ,bilde
der ,sinnlichkeit7 heit ,notio4 ,ein
,begriff aus ,notionen1 der die
,mglichkeit der ,erfahrung bersteigt1
ist die ,idee1 oder der
,vernunftbegriff4 ,dem1 der sich einmal
an diese ,unterscheidung gewhnt hat1 mu
es unertrglich fallen1 die
,vorstellung der roten ,farbe ,idee
nennen zu hren4 ,sie ist nicht einmal
,notion 7,verstandesbegriff7 zu nennen4
,des ersten ,buchs der transzendentalen
,dialektik ,zweiter ,abschnitt ,von
den transzendentalen ,ideen ,die
transzendentale ,analytik gab uns ein
,beispiel1 wie die bloe logische ,form
unserer ,erkenntnis den ,ursprung von
reinen ,begriffen a priori enthalten
knne1 welche vor aller ,erfahrung
,gegenstnde vorstellen1 oder vielmehr
die synthetische ,einheit anzeigen1
welche allein eine empirische
,erkenntnis von ,gegenstnden mglich
macht4 ,die ,form der ,urteile 7in
einen ,begriff von der ,synthesis der
,anschauungen verwandelt7 brachte
,kategorien hervor1 welche allen
,verstandesgebrauch in der ,erfahrung
leiten4 ,ebenso knnen wir erwarten1 da
die ,form der ,vernunftschlsse1 wenn
man sie auf die synthetische ,einheit
der ,anschauungen1 nach ,magebung der
,kategorien1 anwendet1 den ,ursprung
besonderer ,begriffe a priori enthalten
werde1 welche wir reine
,vernunftbegriffe1 oder transzendentale
,ideen nennen knnen1 und die den
,verstandesgebrauch im ,ganzen der
getarnten ,erfahrung nach ,prinzipien
bestimmen werden4 ,die ,funktion der
,vernunft bei ihren ,schlssen bestand in
der ,allgemeinheit der ,erkenntnis
nach ,begriffen1 und der ,vernunftschlu
selbst ist ein ,urteil1 welches a priori
in dem ganzen ,umfange seiner
,bedingung bestimmt wird4 ,den ,satz3
,cajus ist sterblich1 knnte ich auch
blo durch den ,verstand aus der
,erfahrung schpfen4 ,allein ich suche
einen ,begriff1 der die ,bedingung
enthlt1 unter welcher das ,prdikat
7,assertion berhaupt7 dieses ,urteils
gegeben wird 7d4i4 hier1 den ,begriff
des ,menschen27 und nachdem ich unter
diese ,bedingung1 in ihrem ganzen
,umfange genommen1 7alle ,menschen sind
sterblich7 subsumiert habe2 so bestimme
ich darnach die ,erkenntnis meines
,gegenstandes 7,cajus ist sterblich74
,demnach restringieren wir in der
,conclusion eines ,vernunftschlusses
ein ,prdikat auf einen gewissen
,gegenstand1 nachdem wir es vorher in
dem ,obersatz in seinem ganzen ,umfange
unter einer gewissen ,bedingung gedacht
haben4 ,diese vollendete ,gre des
,umfanges1 in ,beziehung auf eine
solche ,bedingung1 heit die
,allgemeinheit 7,universalitas74 ,dieser
entspricht in der ,synthesis der
,anschauungen die ,allheit
7,universitas7 oder ,totalitt der
,bedingungen4 ,also ist der
transzendentale ,vernunftbegriff kein
anderer1 als der von der ,totalitt der
,bedingungen zu einem gegebenen
,bedingten4 ,da nun das ,unbedingte
allein die ,totalitt der ,bedingungen
mglich macht1 und umgekehrt die
,totalitt der ,bedingungen jederzeit
selbst unbedingt ist2 so kann ein
reiner ,vernunftbegriff berhaupt durch
den ,begriff des ,unbedingten1 sofern
er einen ,grund der ,synthesis des
,bedingten enthlt1 erklrt werden4
,soviel ,arten des ,verhltnisses es nun
gibt1 die der ,verstand vermittelst der
,kategorien sich vorstellt1 so
vielerlei reine ,vernunftbegriffe wird
es auch geben1 und es wird also erstlich
ein ,unbedingtes der kategorischen
,synthesis in einem ,subjekt1 zweitens
der hypothetischen ,synthesis der
,glieder einer ,reihe1 drittens der
disjunktiven ,synthesis der ,teile in
einem ,system zu suchen sein4 ,es
gibt nmlich ebensoviel ,arten von
,vernunftschlssen1 deren jede durch
,prosyllogismen zum ,unbedingten
fortschreitet1 die eine zum ,subjekt1
welches selbst nicht mehr ,prdikat ist1
die andere zur ,voraussetzung1 die
nichts weiter voraussetzt1 und die
dritte zu einem ,aggregat der ,glieder
der ,einteilung1 zu welchen nichts
weiter erforderlich ist1 um die
,einteilung eines ,begriffs zu
vollenden4 ,daher sind die reinen
,vernunftbegriffe von der ,totalitt in
der ,synthesis der ,bedingungen
wenigstens als ,aufgaben1 um die
,einheit des ,verstandes1 womglich1 bis
zum ,unbedingten fortzusetzen1
notwendig und in der ,natur der
menschlichen ,vernunft gegrndet1 es mag
auch brigens diesen transzendentalen
,begriffen an einem ihnen angemessenen
,gebrauch in concreto fehlen1 und sie
mithin keinen anderen ,nutzen haben1 als
den ,verstand in die ,richtung zu
bringen1 darin sein ,gebrauch1 indem er
aufs uerste erweitert1 zugleich mit
sich selbst durchgehende einstimmig
gemacht wird4 ,indem wir aber hier
von der ,totalitt der ,bedingungen und
dem ,unbedingten1 als dem
gemeinschaftlichen ,titel aller
,vernunftbegriffe reden1 so stoen wir
wiederum auf einen ,ausdruck1 den wir
nicht entbehren und gleichwohl1 nach
einer ihm durch langen ,mibrauch
anhngenden ,zweideutigkeit1 nicht sicher
brauchen knnen4 ,das ,wort absolut ist
eines von den wenigen ,wrtern1 die in
ihrer uranfnglichen ,bedeutung einem
,begriffe angemessen worden1 welchem
nach der ,hand gar kein anderes ,wort
eben derselben ,sprache genau anpat1 und
dessen ,verlust1 oder welches
ebensoviel ist1 sein schwankender
,gebrauch daher auch den ,verlust des
,begriffs selbst nach sich ziehen mu1
und zwar eines ,begriffs1 der1 weil er
die ,vernunft gar sehr beschftigt1 ohne
groen ,nachteil aller transzendentalen
,beurteilungen nicht entbehrt werden
kann4 ,das ,wort absolut wird jetzt
fters gebraucht1 um blo anzuzeigen1 da
etwas von einer ,sache an sich selbst
betrachtet und also innerlich gelte4
,in dieser ,bedeutung wrde absolutmglich
das bedeuten1 was an sich selbst
7interne7 mglich ist1 welches in der
,tat das wenigste ist1 was man von
einem ,gegenstande sagen kann4 ,dagegen
wird es auch bisweilen gebraucht1 um
anzuzeigen1 da etwas in aller
,beziehung 7uneingeschrnkt7 gltig ist
7z4,b4 die absolute ,herrschaft17 und
absolutmglich wrde in dieser ,bedeutung
dasjenige bedeuten1 was in aller
,absicht in aller ,beziehung mglich ist1
welches wiederum das meiste ist1 was
ich ber die ,mglichkeit eines ,dinges
sagen kann4 ,nun treffen zwar diese
,bedeutungen manchmal zusammen4 ,so ist
z4,e41 was innerlich unmglich ist1 auch
in aller ,beziehung1 mithin absolut
unmglich4 ,aber in den meisten ,fllen
sind sie unendlich weit auseinander1
und ich kann auf keine ,weise schlieen1
da1 weil etwas an sich selbst mglich
ist1 es darum auch in aller ,beziehung1
mithin absolut1 mglich sei4 ,ja von der
absoluten ,notwendigkeit werde ich in
der ,folge zeigen1 da sie keineswegs in
allen ,fllen von der inneren abhnge1
und also mit dieser nicht als
gleichbedeutend angesehen werden msse4
,dessen ,gegenteil innerlich unmglich
ist1 dessen ,gegenteil ist freilich
auch in aller ,absicht unmglich1 mithin
ist es selbst absolut notwendig2 aber
ich kann nicht umgekehrt schlieen1 was
absolut notwendig ist1 dessen ,gegenteil
ist innerlich unmglich1 d4i4 die
absolute ,notwendigkeit der ,dinge ist
eine innere ,notwendigkeit2 denn diese
innere ,notwendigkeit ist in gewissen
,fllen ein ganz leerer ,ausdruck1 mit
welchem wir nicht den mindesten ,begriff
verbinden knnen2 dagegen der von der
,notwendigkeit eines ,dinges in aller
,beziehung 7auf alles ,mgliche7 ganz
besondere ,bestimmungen bei sich fhrt4
,weil nun der ,verlust eines ,begriffs
von groer ,anwendung in der
spekulativen ,weltweisheit dem
,philosophen niemals gleichgltig sein
kann1 so hoffe ich1 es werde ihm die
,bestimmung und sorgfltige
,aufbewahrung des ,ausdrucks1 an dem der
,begriff hngt1 auch nicht gleichgltig
sein4 ,in dieser erweiterten
,bedeutung werde ich mich dann des
,wortes3 absolut1 bedienen und es dem
blo komparativ oder in besonderer
,rcksicht ,gltigen entgegensetzen2 denn
dieses letztere ist auf ,bedingungen
restringiert1 jenes aber gilt ohne
,restriktion4 ,nun geht der
transzendentale ,vernunftbegriff
jederzeit nur auf die absolute
,totalitt in der ,synthesis der
,bedingungen1 und endigt niemals1 als
bei den schlechthin1 d4i4 in jeder
,beziehung1 ,unbedingten4 ,denn die
reine ,vernunft berlt alles dem
,verstande1 der sich zunchst auf die
,gegenstnde der ,anschauung oder
vielmehr deren ,synthesis in der
,einbildungskraft bezieht4 ,jene behlt
sich allein die absolute ,totalitt im
,gebrauche der ,verstandesbegriffe vor1
und sucht die synthetische ,einheit1
welche in der ,kategorie gedacht wird1
bis zum ,schlechthinunbedingten
hinauszufhren4 ,man kann daher diese die
,vernunfteinheit der ,erscheinungen1
so wie jene1 welche die ,kategorie
ausdrckt1 ,verstandeseinheit nennen4 ,so
bezieht sich demnach die ,vernunft nur
auf den ,verstandesgebrauch1 und zwar
nicht sofern dieser den ,grund mglicher
,erfahrung enthlt1 7denn die absolute
,totalitt der ,bedingungen ist kein in
einer ,erfahrung brauchbarer ,begriff1
weil keine ,erfahrung unbedingt ist17
sondern um ihm die ,richtung auf eine
gewisse ,einheit vorzuschreiben1 von der
der ,verstand keinen ,begriff hat1 und
die darauf hinausgeht1 alle
,verstandeshandlungen1 in ,ansehung
eines jeden ,gegenstandes1 in ein
absolutes ,ganze zusammenzufassen4
,daher ist der objektive ,gebrauch der
reinen ,vernunftbegriffe jederzeit
transzendent1 indessen da der von den
reinen ,verstandesbegriffen1 seiner
,natur nach1 jederzeit immanent sein mu1
indem er sich blo auf mgliche
,erfahrung einschrnkt4 ,ich verstehe
unter der ,idee einen notwendigen
,vernunftbegriff1 dem kein
kongruierender ,gegenstand in den
,sinnen gegeben werden kann4 ,also sind
unsere jetzt erwogenen reinen
,vernunftbegriffe transzendentale
,ideen4 ,sie sind ,begriffe der reinen
,vernunft2 denn sie betrachten alles
,erfahrungserkenntnis als bestimmt durch
eine absolute ,totalitt der
,bedingungen4 ,sie sind nicht willkrlich
erdichtet1 sondern durch die ,natur
der ,vernunft selbst aufgegeben1 und
beziehen sich daher notwendigerweise
auf den ganzen ,verstandesgebrauch4 ,sie
sind endlich transzendent und
bersteigen die ,grenze aller ,erfahrung1
in welcher also niemals ein
,gegenstand vorkommen kann1 der der
transzendentalen ,idee adquat wre4
,wenn man eine ,idee nennt1 so sagt man
dem ,objekt nach 7als von einem
,gegenstande des reinen ,verstandes7
sehr viel1 dem ,subjekte nach aber
7d4i4 in ,ansehung seiner ,wirklichkeit
unter empirischer ,bedingung7 eben
darum sehr wenig1 weil sie1 als der
,begriff eines ,maximum1 in concreto
niemals kongruent kann gegeben werden4
,weil nun das letztere im blo
spekulativen ,gebrauch der ,vernunft
eigentlich die ganze ,absicht ist1 und
die ,annherung zu einem ,begriffe1 der
aber in der ,ausbung doch niemals
erreicht wird1 ebensoviel ist1 als ob
der ,begriff ganz und gar verfehlt wrde1
so heit es von einem dergleichen
,begriffe3 er ist nur eine ,idee4 ,so
wrde man sagen knnen3 das absolute
,ganze aller ,erscheinungen ist nur
eine ,idee1 denn1 da wir dergleichen
niemals im ,bilde entwerfen knnen1 so
bleibt es ein ,problem ohne alle
,auflsung4 ,dagegen1 weil es im
praktischen ,gebrauch des ,verstandes
ganz allein um die ,ausbung nach
,regeln zu tun ist1 so kann die ,idee
der praktischen ,vernunft jederzeit
wirklich1 obzwar nur zum ,teil1 in
concreto gegeben werden1 ja sie ist die
unentbehrliche ,bedingung jedes
praktischen ,gebrauchs der ,vernunft4
,ihre ,ausbung ist jederzeit begrenzt
und mangelhaft1 aber unter nicht
bestimmbaren ,grenzen1 also jederzeit
unter dem ,einflusse des ,begriffs
einer absoluten ,vollstndigkeit4
,demnach ist die praktische ,idee
jederzeit hchst fruchtbar und in
,ansehung der wirklichen ,handlungen
unumgnglich notwendig4 ,in ihr hat die
reine ,vernunft sogar ,kausalitt1 das
wirklich hervorzubringen1 was ihr
,begriff enthlt2 daher kann man von der
,weisheit nicht gleichsam geringschtzig
sagen3 sie ist nur eine ,idee2 sondern
eben darum1 weil sie die ,idee von der
notwendigen ,einheit aller mglichen
,zwecke ist1 so mu sie allem
,praktischen als ursprngliche1 zum
wenigsten einschrnkende1 ,bedingung zur
,regel dienen4 ,ob wir nun gleich
von den transzendentalen
,vernunftbegriffen sagen mssen3 sie
sind nur ,ideen1 so werden wir sie doch
keineswegs fr berflssig und nichtig
anzusehen haben4 ,denn1 wenn schon
dadurch kein ,objekt bestimmt werden
kann1 so knnen sie doch im ,grunde und
unbemerkt dem ,verstande zum ,kanon
seines ausgebreiteten und einhelligen
,gebrauchs dienen1 dadurch er zwar
keinen ,gegenstand mehr erkennt1 als er
nach seinen ,begriffen erkennen wrde1
aber doch in dieser ,erkenntnis besser
und weiter geleitet wird4 ,zu
geschweigen1 da sie vielleicht von den
,naturbegriffen zu den praktischen einen
bergang mglich machen1 und den
moralischen ,ideen selbst auf solche
,art ,haltung und ,zusammenhang mit den
spekulativen ,erkenntnissen der
,vernunft verschaffen knnen4 ber alles
dieses mu man den ,aufschlu in dem
,verfolg erwarten4 ,unserer ,absicht
gem setzen wir aber hier die praktischen
,ideen beiseite1 und betrachten daher
die ,vernunft nur im spekulativen1 und
in diesem noch enger1 nmlich nur im
transzendentalen ,gebrauch4 ,hier mssen
wir nun denselben ,weg einschlagen1 den
wir oben bei der ,deduktion der
,kategorien nahmen2 nmlich1 die logische
,form der ,vernunfterkenntnis erwgen1
und sehen1 ob nicht etwa die ,vernunft
dadurch auch ein ,quell von ,begriffen
werde1 ,objekte an sich selbst1 als
synthetisch a priori bestimmt1 in
,ansehung einer oder der anderen
,funktion der ,vernunft1 anzusehen4
,vernunft1 als ,vermgen einer gewissen
logischen ,form der ,erkenntnis
betrachtet1 ist das ,vermgen zu
schlieen1 d4i4 mittelbar 7durch die
,subsumtion der ,bedingung eines
mglichen ,urteils unter die ,bedingung
eines gegebenen7 zu urteilen4 ,das
gegebene ,urteil ist die allgemeine
,regel 7,obersatz1 ,major74 ,die
,subsumtion der ,bedingung eines anderen
mglichen ,urteils unter die ,bedingung
der ,regel ist der ,untersatz
7,minor74 ,das wirkliche ,urteil1
welches die ,assertion der ,regel in dem
subsumierten ,falle aussagt1 ist der
,schlusatz 7,conclusio74 ,die ,regel
nmlich sagt etwas allgemein unter einer
gewissen ,bedingung4 ,nun findet in
einem vorkommenden ,falle die ,bedingung
der ,regel statt4 ,also wird das1 was
unter jener ,bedingung allgemein galt1
auch in dem vorkommenden ,falle 7der
diese ,bedingung bei sich fhrt7 als
gltig angesehen4 ,man sieht leicht1 da
die ,vernunft durch
,verstandeshandlungen1 welche eine
,reihe von ,bedingungen ausmachen1 zu
einem ,erkenntnisse gelange4 ,wenn ich
zu dem ,satze3 alle ,krper sind
vernderlich1 nur dadurch gelangen da ich
von dem entfernteren ,erkenntnis
7worin der ,begriff des ,krpers noch
nicht vorkommt1 der aber doch davon die
,bedingung enthlt17 anfange3 alles
,zusammengesetzte ist vernderlich2 von
diesem zu einem nheren gehe1 der unter
der ,bedingung des ersteren steht3 die
,krper sind zusammengesetzt2 und von
diesem allererst zu einem dritten1 der
nunmehr das entfernte ,erkenntnis
7vernderlich7 mit der vorliegenden
verknpft3 folglich sind die ,krper
vernderlich2 so bin ich durch eine
,reihe von ,bedingungen 7,prmissen7 zu
einer ,erkenntnis 7,conclusion7
gelangt4 ,nun lt sich eine jede ,reihe1
deren ,exponent 7des kategorischen oder
hypothetischen ,urteils7 gegeben ist1
fortsetzen2 mithin fhrt ebendieselbe
,vernunfthandlung zur ratiocinatio
polysyllogistica1 welches eine ,reihe
von ,schlssen ist1 die entweder auf die
,seite der ,bedingungen 7per
prosyllogismos71 oder des ,bedingten
7per episyllogismos71 in unbestimmte
,weiten fortgesetzt werden kann4
,man wird aber bald inne1 da die ,kette1
oder ,reihe der ,prosyllogismen1 d4i4
der gefolgerten ,erkenntnisse auf der
,seite der ,grnde1 oder der
,bedingungen zu einem gegebenen
,erkenntnis1 mit anderen ,worten3 die
aufsteigende ,reihe der
,vernunftschlsse1 sich gegen das
,vernunftvermgen doch anders verhalten
msse1 als die absteigende ,reihe1 d4i4
der ,fortgang der ,vernunft auf der
,seite des ,bedingten durch
,episyllogismen4 ,denn1 da im ersteren
,falle das ,erkenntnis 7conclusio7 nur
als bedingt gegeben ist2 so kann man zu
demselben vermittelst der ,vernunft
nicht anders gelangen1 als wenigstens
unter der ,voraussetzung1 da alle
,glieder der ,reihe auf der ,seite der
,bedingungen gegeben sind1 7,totalitt in
der ,reihe der ,prmissen17 weil nur
unter deren ,voraussetzung das
vorliegende ,urteil a priori mglich
ist2 dagegen auf der ,seite des
,bedingten1 oder der ,folgerungen1 nur
eine werdende und nicht schon ganz
vorausgesetzte oder gegebene ,reihe1
mithin nur ein potentialer ,fortgang
gedacht wird4 ,daher1 wenn eine
,erkenntnis als bedingt angesehen wird1
so ist die ,vernunft gentigt1 die
,reihe der ,bedingungen in aufsteigender
,linie als vollendet und ihrer
,totalitt nach gegeben anzusehen4 ,wenn
aber eben dieselbe ,erkenntnis zugleich
als ,bedingung anderer ,erkenntnisse
angesehen wird1 die untereinander eine
,reihe von ,folgerungen in absteigender
,linie ausmachen1 so kann die ,vernunft
ganz gleichgltig sein1 wie weit dieser
,fortgang sich a parte posteriori
erstrecke1 und ob gar berall ,totalitt
dieser ,reihe mglich sei2 weil sie einer
dergleichen ,reihe zu der vor ihr
liegenden ,konklusion nicht bedarf1
indem diese durch ihre ,grnde a parte
priori schon hinreichend bestimmt und
gesichert ist4 ,es mag nun sein1 da auf
der ,seite der ,bedingungen die ,reihe
der ,prmissen ein ,erstes habe1 als
oberste ,bedingung1 oder nicht1 und also
a parte priori ohne ,grenzen2 so mu
sie doch ,totalitt der ,bedingung
enthalten1 gesetzt1 da wir niemals dahin
gelangen knnten1 sie zu fassen1 und
die ganze ,reihe mu unbedingt wahr sein1
wenn das ,bedingte1 welches als eine
daraus entspringende ,folgerung
angesehen wird1 als wahr gelten soll4
,dieses ist eine ,forderung der
,vernunft1 die ihr ,erkenntnis als a
priori bestimmt und als notwendig
ankndigt1 entweder an sich selbst1 und
dann bedarf es keiner ,grnde1 oder1 wenn
es abgeleitet ist1 als ein ,glied
einer ,reihe von ,grnden1 die selbst
unbedingterweise wahr ist4 ,des
ersten ,buchs der transzendentalen
,dialektik ,dritter ,abschnitt ,system
der transzendentalen ,ideen ,wir
haben es hier nicht mit einer logischen
,dialektik zu tun1 welche von allem
,inhalte der ,erkenntnis abstrahiert1
und lediglich den falschen ,schein in
der ,form der ,vernunftschlsse aufdeckt1
sondern mit einer transzendentalen1
welche1 vllig a priori1 den ,ursprung
gewisser ,erkenntnisse aus reiner
,vernunft1 und geschlossener ,begriffe1
deren ,gegenstand empirisch gar nicht
gegeben werden kann1 die also gnzlich
auer dem ,vermgen des reinen ,verstandes
liegen1 enthalten soll4 ,wir haben aus
der natrlichen ,beziehung1 die der
transzendentale ,gebrauch unserer
,erkenntnis1 sowohl in ,schlssen als
,urteilen1 auf den logischen haben mu1
abgenommen3 da es nur drei ,arten von
dialektischen ,schlssen geben werde1 die
sich auf die dreierlei ,schluarten
beziehen1 durch welche ,vernunft aus
,prinzipien zu ,erkenntnissen gelangen
kann1 und da in allem ihr ,geschft sei1
von der bedingten ,synthesis1 an die
der ,verstand jederzeit gebunden
bleibt1 zur unbedingten aufzusteigen1
die er niemals erreichen kann4 ,nun
ist das ,allgemeine aller ,beziehung1
die unsere ,vorstellungen haben knnen1
#a4 die ,beziehung aufs ,subjekt1 #b4
die ,beziehung auf ,objekte1 und zwar
entweder erstlich als ,erscheinungen1
oder als ,gegenstnde des ,denkens
berhaupt4 ,wenn man diese
,untereinteilung mit der oberen
verbindet1 so ist alles ,verhltnis der
,vorstellungen1 davon wir uns entweder
einen ,begriff1 oder ,idee machen knnen1
dreifach3 #a4 das ,verhltnis zum
,subjekt1 #b4 zum ,mannigfaltigen des
,objekts in der ,erscheinung1 #c4 zu
allen ,dingen berhaupt4 ,nun haben es
alle reinen ,begriffe berhaupt mit der
synthetischen ,einheit der
,vorstellungen1 ,begriffe der reinen
,vernunft 7transszendentale ,ideen7
aber mit der unbedingten synthetischen
,einheit aller ,bedingungen berhaupt zu
tun4 ,folglich werden alle
transzendentalen ,ideen sich unter drei
,klassen bringen lassen1 davon die
erste die absolute 7unbedingte7 ,einheit
des denkenden ,subjekts1 die zweite
die absolute ,einheit der ,reihe der
,bedingungen der ,erscheinung1 die
dritte die absolute ,einheit der
,bedingung aller ,gegenstnde des
,denkens berhaupt enthlt4 ,das
denkende ,subjekt ist der ,gegenstand
der ,psychologie1 der ,inbegriff aller
,erscheinungen 7die ,welt7 der
,gegenstand der ,kosmologie1 und das
,ding1 welches die oberste ,bedingung
der ,mglichkeit von allem1 was gedacht
werden kann1 enthlt1 7das ,wesen aller
,wesen7 der ,gegenstand der ,theologie4
,also gibt die reine ,vernunft die
,idee zu einer transzendentalen
,seelenlehre 7psychologia rationalis71
zu einer transzendentalen
,weltwissenschaft 7cosmologia
rationalis71 endlich auch zu einer
transzendentalen ,gotteserkenntnis
7,theologia transzendentalis7 an die
,hand4 ,der bloe ,entwurf sogar zu einer
sowohl als der anderen dieser
,wissenschaften1 schreibt sich gar nicht
von dem ,verstande her1 selbst wenn er
gleich mit dem hchsten logischen
,gebrauche der ,vernunft1 d4i4 allen
erdenklichen ,schlssen1 verbunden wre1
um von einem ,gegenstande desselben
7,erscheinung7 zu allen anderen bis in
die entlegensten ,glieder der
empirischen ,synthesis fortzuschreiten1
sondern ist lediglich ein reines und
echtes ,produkt1 oder ,problem der
reinen ,vernunft4 ,was unter diesen
drei ,titeln aller transzendentalen
,ideen fr modi der reinen
,vernunftbegriffe stehen1 wird in dem
folgenden ,hauptstcke vollstndig
dargelegt werden4 ,sie laufen am ,faden
der ,kategorien fort4 ,denn die reine
,vernunft bezieht sich niemals geradezu
auf ,gegenstnde1 sondern auf die
,verstandesbegriffe von denselben4
,ebenso wird sich auch nur in der
vlligen ,ausfhrung deutlich machen
lassen1 wie die ,vernunft lediglich
durch den synthetischen ,gebrauch eben
derselben ,funktion1 deren sie sich zum
kategorischen ,vernunftschlusse
bedient1 notwendigerweise auf den
,begriff der absoluten ,einheit des
denkenden ,subjekts kommen msse1 wie
das logische ,verfahren in
hypothetischen die ,idee vom
,schlechthinunbedingten in einer ,reihe
gegebener ,bedingungen1 endlich die
bloe ,form des disjunktiven
,vernunftschlusses den hchsten
,vernunftbegriff von einem ,wesen aller
,wesen notwendigerweise nach sich
ziehen msse2 ein ,gedanke1 der beim
ersten ,anblick uerst paradox zu sein
scheint4 ,von diesen transzendentalen
,ideen ist eigentlich keine objektive
,deduktion mglich1 so wie wir sie von
den ,kategorien liefern konnten4 ,denn
in der ,tat haben sie keine ,beziehung
auf irgendein ,objekt1 was ihnen
kongruent gegeben werden knnte1 eben
darum1 weil sie nur ,ideen sind4 ,aber
eine subjektive ,anleitung derselben aus
der ,natur unserer ,vernunft konnten
wir unternehmen1 und die ist im
gegenwrtigen ,hauptstcke auch geleistet
worden4 ,man sieht leicht1 da die
reine ,vernunft nichts anderes zur
,absicht habe1 als die absolute
,totalitt der ,synthesis auf der ,seite
der ,bedingungen1 7es sei der ,inhrenz1
oder der ,dependenz1 oder der
,konkurrenz17 und da sie mit der
absoluten ,vollstndigkeit von seiten
des ,bedingten nichts zu schaffen habe4
,denn nur allein jener bedarf sie1 um
die ganze ,reihe der ,bedingungen
vorauszusetzen1 und sie dadurch dem
,verstande a priori zu geben4 ,ist aber
eine vollstndig 7und unbedingt7
gegebene ,bedingung einmal da1 so bedarf
es nicht mehr eines ,vernunftbegriffs
in ,ansehung der ,fortsetzung der
,reihe2 denn der ,verstand tut jeden
,schritt abwrts1 von der ,bedingung zum
,bedingten1 von selber4 ,auf solche
,weise dienen die transzendentalen
,ideen nur zum ,aufsteigen in der
,reihe der ,bedingungen1 bis zum
,unbedingten1 d4i4 zu den ,prinzipien4
,in ,ansehung des ,hinabgehens zum
,bedingten aber1 gibt es zwar einen
weit erstreckten logischen ,gebrauch1
den unsere ,vernunft von den
,verstandesgesetzen macht1 aber gar
keinen transzendentalen1 und1 wenn wir
uns von der absoluten ,totalitt einer
solchen ,synthesis 7des progressus7
eine ,idee machen1 z4,b4 von der ganzen
,reihe aller knftigen
,weltvernderungen1 so ist dieses ein
,gedankending 7ens rationis71 welches
nur willkrlich gedacht1 und nicht durch
die ,vernunft notwendig vorausgesetzt
wird4 ,denn zur ,mglichkeit des
,bedingten wird zwar die ,totalitt
seiner ,bedingungen1 aber nicht seiner
,folgen1 vorausgesetzt4 ,folglich ist
ein solcher ,begriff keine
transzendentale ,idee1 mit der wir es
doch hier lediglich zu tun haben4
,zuletzt wird man auch gewahr1 da unter
den transzendentalen ,ideen selbst ein
gewisser ,zusammenhang und ,einheit
hervorleuchte1 und da die reine
,vernunft1 vermittelst ihrer1 alle ihre
,erkenntnisse in ein ,system bringe4
,von der ,erkenntnis seiner selbst 7der
,seele7 zur ,welterkenntnis1 und1
vermittelst dieser1 zum ,urwesen
fortzugehen1 ist ein so natrlicher
,fortschritt1 da er dem logischen
,fortgange der ,vernunft von den
,prmissen zum ,schlusatze hnlich
scheint4 ,ob nun hier wirklich eine
,verwandtschaft von der ,art1 als
zwischen dem logischen und
transzendentalen ,verfahren1 insgeheim
zum ,grunde liege1 ist auch eine von
den ,fragen1 deren ,beantwortung man in
dem ,verfolg dieser ,untersuchungen
allererst erwarten mu4 ,wir haben
vorlufig unseren ,zweck schon erreicht1
da wir die transzendentalen ,begriffe
der ,vernunft1 die sich sonst gewhnlich
in der ,theorie der ,philosophen unter
andere mischen1 ohne da diese sie einmal
von ,verstandesbegriffen gehrig
unterscheiden1 aus dieser zweideutigen
,lage haben herausziehen1 ihren
,ursprung1 und dadurch zugleich ihre
bestimmte ,zahl1 ber die es gar keine
mehr geben kann1 angeben und sie in
einem systematischen ,zusammenhange
haben vorstellen knnen1 wodurch ein
besonderes ,feld fr die reine ,vernunft
abgesteckt und eingeschrnkt wird4
,der transzendentalen ,dialektik
,zweites ,buch ,von den dialektischen
,schlssen der reinen ,vernunft ,man
kann sagen1 der ,gegenstand einer bloen
transzendentalen ,idee sei etwas1 wovon
man keinen ,begriff hat1 obgleich diese
,idee ganz notwendig in der ,vernunft
nach ihren ursprnglichen ,gesetzen
erzeugt worden4 ,denn in der ,tat ist
auch von einem ,gegenstande1 der der
,forderung der ,vernunft adquat sein
soll1 kein ,verstandesbegriff mglich1
d4i4 ein solcher1 welcher in einer
mglichen ,erfahrung gezeigt und
anschaulich gemacht werden kann4 ,besser
wrde man sich doch und mit weniger
,gefahr des ,miverstndnisses1 ausdrcken1
wenn man sagte3 da wir vom ,objekt1
welches einer ,idee korrespondiert1
keine ,kenntnis1 obzwar einen
problematischen ,begriff1 haben knnen4
,nun beruht wenigstens die
transzendentale 7subjektive7 ,realitt
der reinen ,vernunftbegriffe darauf1 da
wir durch einen notwendigen
,vernunftschlu auf solche ,ideen
gebracht werden4 ,also wird es
,vernunftschlsse geben1 die keine
empirischen ,prmissen enthalten1 und
vermittelst deren wir von etwas1 das wir
kennen1 auf etwas anderes schlieen1
wovon wir doch keinen ,begriff haben1
und dem wir gleichwohl1 durch einen
unvermeidlichen ,schein1 objektive
,realitt geben4 ,dergleichen ,schlsse
sind in ,ansehung ihres ,resultats also
eher vernnftelnde1 als ,vernunftschlsse
zu nennen2 wiewohl sie1 ihrer
,veranlassung wegen1 wohl den letzteren
,namen fhren knnen1 weil sie doch nicht
erdichtet1 oder zufllig entstanden1
sondern aus der ,natur der ,vernunft
entsprungen sind4 ,es sind
,sophistikationen1 nicht der ,menschen1
sondern der reinen ,vernunft selbst1
von denen selbst der ,weiseste unter
allen ,menschen sich nicht losmachen1
und vielleicht zwar nach vieler
,bemhung den ,irrtum verhten1 den
,schein aber1 der ihn unaufhrlich
zwackt und fft1 niemals vllig loswerden
kann4 ,dieser dialektischen
,vernunftschlsse gibt es also nur
dreierlei ,arten1 so vielfach1 als die
,ideen sind1 auf die ihre ,schlustze
auslaufen4 ,in dem ,vernunftschlusse der
ersten ,klasse schliee ich von dem
transzendentalen ,begriffe des
,subjekts1 der nichts ,mannigfaltiges
enthlt1 auf die absolute ,einheit dieses
,subjekts selber1 von welchem ich auf
diese ,weise gar keinen ,begriff habe4
,diesen dialektischen ,schlu werde ich
den transzendentalen ,paralogismus
nennen4 ,die zweite ,klasse der
vernnftelnden ,schlsse ist auf den
transzendentalen ,begriff der absoluten
,totalitt1 der ,reihe der ,bedingungen
zu einer gegebenen ,erscheinung
berhaupt1 angelegt1 und ich schliee
daraus1 da ich von der unbedingten
synthetischen ,einheit der ,reihe auf
einer ,seite1 jederzeit einen sich
selbst widersprechenden ,begriff habe1
auf die ,richtigkeit der
entgegenstehenden ,einheit1 wovon ich
gleichwohl auch keinen ,begriff habe4
,den ,zustand der ,vernunft bei diesen
dialektischen ,schlssen1 werde ich die
,antinomie der reinen ,vernunft nennen4
,endlich schliee ich1 nach der dritten
,art vernnftelnder ,schlsse1 von der
,totalitt der ,bedingungen1 ,gegenstnde
berhaupt1 sofern sie mir gegeben werden
knnen1 zu denken1 auf die absolute
synthetische ,einheit aller ,bedingungen
der ,mglichkeit der ,dinge berhaupt1
d4i4 von ,dingen1 die ich nach ihrem
bloen transzendentalen ,begriff nicht
kenne1 auf ein ,wesen aller ,wesen1
welches ich durch einen transzendenten
,begriff noch weniger kenne1 und von
dessen unbedingter ,notwendigkeit ich
mir keinen ,begriff machen kann4 ,diesen
dialektischen ,vernunftschlu werde ich
das ,ideal der reinen ,vernunft
nennen4 ,des zweiten ,buchs der
transzendentalen ,dialektik ,erstes
,hauptstck ,von den ,paralogismen der
reinen ,vernunft ,der logische
,paralogismus besteht in der ,falschheit
eines ,vernunftschlusses der ,form
nach1 sein ,inhalt mag brigens sein1
welcher er wolle4 ,ein transzendentaler
,paralogismus aber hat einen
transzendentalen ,grund3 der ,form nach
falsch zu schlieen4 ,auf solche ,weise
wird ein dergleichen ,fehlschlu in der
,natur der ,menschenvernunft seinen
,grund haben1 und eine unvermeidliche1
obzwar nicht unauflsliche1 ,illusion
bei sich fhren4 ,jetzt kommen wir auf
einen ,begriff1 der oben1 in der
allgemeinen ,liste der transzendentalen
,begriffe1 nicht verzeichnet worden1
und dennoch dazu gezhlt werden mu1 ohne
doch darum jene ,tafel im mindesten zu
verndern und fr mangelhaft zu erklren4
,dieses ist der ,begriff1 oder1 wenn
man lieber will1 das ,urteil3 ,ich
denke4 ,man sieht aber leicht1 da er
das ,vehikel aller ,begriffe berhaupt1
und mithin auch der transzendentalen
sei1 und also unter diesen jederzeit mit
begriffen werde1 und daher ebensowohl
transzendental sei1 aber keinen
besonderen ,titel haben knne1 weil er
nur dazu dient1 alles ,denken1 als zum
,bewutsein gehrig1 aufzufhren4
,indessen1 so rein er auch vom
,empirischen 7dem ,eindrucke der ,sinne7
ist1 so dient er doch dazu1 zweierlei
,gegenstnde aus der ,natur unserer
,vorstellungskraft zu unterscheiden4
,ich1 als denkend1 bin ein ,gegenstand
des inneren ,sinnes1 und heie ,seele4
,dasjenige1 was ein ,gegenstand uerer
,sinne ist1 heit ,krper4 ,demnach
bedeutet der ,ausdruck3 ,ich1 als ein
denkend ,wesen1 schon den ,gegenstand
der ,psychologie1 welche die rationale
,seelenlehre heien kann1 wenn ich von
der ,seele nichts weiter zu wissen
verlange1 als was unabhngig von aller
,erfahrung 7welche mich nher und in
concreto bestimmt7 aus diesem ,begriffe
,ich1 sofern er bei allem ,denken
vorkommt1 geschlossen werden kann4
,die rationale ,seelenlehre ist nun
wirklich ein ,unterfangen von dieser
,art2 denn1 wenn das mindeste
,empirische meines ,denkens1 irgendeine
besondere ,wahrnehmung meines inneren
,zustandes1 noch unter die
,erkenntnisgrnde dieser ,wissenschaft
gemischt wrde1 so wre sie nicht mehr
rationale1 sondern empirische
,seelenlehre4 ,wir haben also schon
eine angebliche ,wissenschaft vor uns1
welche auf dem einzigen ,satze3 ,ich
denke1 erbaut worden1 und deren ,grund
oder ,ungrund wir hier ganz schicklich1
und der ,natur einer
,transzendentalphilosophie gem1
untersuchen knnen4 ,man darf sich daran
nicht stoen1 da ich doch an diesem
,satze1 der die ,wahrnehmung seiner
selbst ausdrckt1 eine innere ,erfahrung
habe1 und mithin die rationale
,seelenlehre1 welche darauf erbaut
wird1 niemals rein1 sondern zum ,teil
auf ein empirisches ,prinzipium
gegrndet sei4 ,denn diese innere
,wahrnehmung ist nichts weiter1 als die
bloe ,apperzeption3 ,ich denke2 welche
sogar alle transzendentalen ,begriffe
mglich macht1 in welchen es heit3 ,ich
denke die ,substanz1 die ,ursache usw4
,denn innere ,erfahrung berhaupt und
deren ,mglichkeit1 oder ,wahrnehmung
berhaupt und deren ,verhltnis zu
anderer ,wahrnehmung1 ohne da irgendein
besonderer ,unterschied derselben und
,bestimmung empirisch gegeben ist1 kann
nicht als empirische ,erkenntnis1
sondern mu als ,erkenntnis des
,empirischen berhaupt angesehen werden1
und gehrt zur ,untersuchung der
,mglichkeit einer jeden ,erfahrung1
welche allerdings transzendental ist4
,das mindeste ,objekt der ,wahrnehmung
7z4,b4 nur ,lust oder ,unlust71 welche
zu der allgemeinen ,vorstellung des
,selbstbewutseins hinzukme1 wrde die
rationale ,psychologie sogleich in eine
empirische verwandeln4 ,ich denke1
ist also der alleinige ,text der
rationalen ,psychologie1 aus welchem
sie ihre ganze ,weisheit auswickeln
soll4 ,man sieht leicht1 da dieser
,gedanke1 wenn er auf einen ,gegenstand
7mich selbst7 bezogen werden soll1
nichts anderes1 als transzendentale
,prdikate desselben1 enthalten knne2
weil das mindeste empirische ,prdikat
die rationale ,reinigkeit und
,unabhngigkeit der ,wissenschaft von
aller ,erfahrung1 verderben wrde4
,wir werden aber hier blo dem ,leitfaden
der ,kategorien zu folgen haben1 nur1
da hier zuerst ein ,ding1 ,ich1 als
denkend ,wesen1 gegeben worden1 so
werden wir zwar die obige ,ordnung der
,kategorien untereinander1 wie sie in
ihrer ,tafel vorgestellt ist1 nicht
verndern1 aber doch hier von der
,kategorie der ,substanz anfangen1
dadurch ein ,ding an sich selbst
vorgestellt wird1 und so ihrer ,reihe
rckwrts nachgehen4 ,die ,topik der
rationalen ,seelenlehre1 woraus alles
brige1 was sie nur enthalten mag1
abgeleitet werden mu1 ist demnach
folgende3 #a4
,die ,seele ist ,substanz4 #b4
,ihrer ,qualitt nach #c4 ,den
verschiedenen ,zeiten nach1
einfach4 in welchen
sie da ist1
numerisch-identisch1 d4i4
,einheit 7nicht ,vielheit74
#d4 ,im ,verhltnisse
zu mglichen ,gegenstnden im ,raume994
99 ,der ,leser1 der aus diesen
,ausdrcken1 in ihrer transzendentalen
,abgezogenheit1 nicht so leicht den
psychologischen ,sinn derselben1 und
warum das letztere ,attribut der ,seele
zur ,kategorie der ,existenz gehre1
erraten wird1 wird sie in dem ,folgenden
hinreichend erklrt und
gerechtfertigt finden4 brigens habe ich
wegen der lateinischen ,ausdrcke1 die
statt der gleichbedeutenden deutschen1
wider den ,geschmack der guten
,schreibart1 eingeflossen sind1 sowohl
bei diesem ,abschnitte1 als auch in
,ansehung des ganzen ,werks1 zur
,entschuldigung anzufhren3 da ich lieber
etwas der ,zierlichkeit der ,sprache
habe entziehen1 als den ,schulgebrauch
durch die mindeste ,unverstndlichkeit
erschweren wollen4 ,aus diesen
,elementen entspringen alle ,begriffe
der reinen ,seelenlehre1 lediglich
durch die ,zusammensetzung1 ohne im
mindesten ein anderes ,prinzipium zu
erkennen4 ,diese ,substanz1 blo als
,gegenstand des inneren ,sinnes1 gibt
den ,begriff der ,immaterialitt2 als
einfache ,substanz1 der
,inkorruptibilitt2 die ,identitt
derselben1 als intellektueller
,substanz1 gibt die ,personalitt2 alle
diese drei ,stcke zusammen die
,spiritualitt2 das ,verhltnis zu den
,gegenstnden im ,raume gibt das
,kommerzium mit ,krpern2 mithin stellt
sie die denkende ,substanz1 als das
,prinzipium des ,lebens in der ,materie1
d4i4 sie als ,seele 7anima7 und als
den ,grund der ,animalitt vor2 diese
durch die ,spiritualitt eingeschrnkt1
,immortalitt4 ,hierauf beziehen sich
nun vier ,paralogismen einer
transzendentalen ,seelenlehre1 welche
flschlich fr eine ,wissenschaft der
reinen ,vernunft1 von der ,natur
unseres denkenden ,wesens gehalten wird4
,zum ,grunde derselben knnen wir aber
nichts anderes legen1 als die einfache
und fr sich selbst an ,inhalt gnzlich
leere ,vorstellung3 ,ich2 von der man
nicht einmal sagen kann1 da sie ein
,begriff sei1 sondern ein bloes
,bewutsein1 das alle ,begriffe
begleitet4 ,durch dieses ,ich1 oder
,er1 oder ,es 7das ,ding71 welches
denkt1 wird nun nichts weiter1 als ein
transzendentales ,subjekt der ,gedanken
vorgestellt x1 welches nur durch die
,gedanken1 die seine ,prdikate sind1
erkannt wird1 und wovon wir1
abgesondert1 niemals den mindesten
,begriff haben knnen2 um welches wir uns
daher in einem bestndigen ,zirkel
herumdrehen1 indem wir uns seiner
,vorstellung jederzeit schon bedienen
mssen1 um irgend etwas von ihm zu
urteilen2 eine ,unbequemlichkeit1 die
davon nicht zu trennen ist1 weil das
,bewutsein an sich nicht sowohl eine
,vorstellung ist1 die ein besonderes
,objekt unterscheidet1 sondern eine
,form derselben berhaupt1 sofern sie
,erkenntnis genannt werden soll2 denn
von der allein kann ich sagen1 da ich
dadurch irgend etwas denke4 ,es mu
aber gleich anfangs befremdlich
scheinen1 da die ,bedingung1 unter der
ich berhaupt denke1 und die mithin blo
eine ,beschaffenheit meines ,subjekts
ist1 zugleich fr alles1 was denkt1 gltig
sein solle1 und da wir auf einen
empirisch scheinenden ,satz ein
apodiktisches und allgemeines ,urteil
zu grnden uns anmaen knnen1 nmlich3 da
alles1 was denkt1 so beschaffen sei1
als der ,ausspruch des ,selbstbewutseins
es an mir aussagt4 ,die ,ursache aber
hiervon liegt darin3 da wir den ,dingen
a priori alle die ,eigenschaften
notwendig beilegen mssen1 die die
,bedingungen ausmachen1 unter welchen
wir sie allein denken4 ,nun kann ich
von einem denkenden ,wesen durch keine
uere ,erfahrung1 sondern blo durch das
,selbstbewutsein die mindeste
,vorstellung haben4 ,also sind
dergleichen ,gegenstnde nichts weiter1
als die bertragung dieses meines
,bewutseins auf andere ,dinge1 welche
nur dadurch als denkende ,wesen
vorgestellt werden4 ,der ,satz3 ,ich
denke1 wird aber hierbei nur
problematisch genommen2 nicht sofern er
eine ,wahrnehmung von einem ,dasein
enthalten mag1 7das ,cartesianische
cogito1 ergo sum17 sondern seiner bloen
,mglichkeit nach1 um zu sehen1 welche
,eigenschaften aus diesem so einfachen
,satze auf das ,subjekt desselben 7es
mag dergleichen nun existieren oder
nicht7 flieen mgen4 ,lge unserer
reinen ,vernunftserkenntnis von
denkenden ,wesen berhaupt mehr1 als das
cogito zum ,grunde2 wrden wir die
,beobachtungen1 ber das ,spiel unserer
,gedanken und die daraus zu schpfenden
,naturgesetze des denkenden ,selbst1
auch zu ,hilfe nehmen3 so wrde eine
empirische ,psychologie entspringen1
welche eine ,art der ,physiologie des
inneren ,sinnes sein wrde1 und
vielleicht die ,erscheinungen desselben
zu erklren1 niemals aber dazu dienen
knnte1 solche ,eigenschaften1 die gar
nicht zur mglichen ,erfahrung gehren
7als die des ,einfachen71 zu erffnen1
noch von denkenden ,wesen berhaupt
etwas1 das ihre ,natur betrifft1
apodiktisch zu lehren2 sie wre also
keine rationale ,psychologie4 ,da
nun der ,satz3 ,ich denke 7problematisch
genommen71 die ,form eines jeden
,verstandesurteils berhaupt enthlt und
alle ,kategorien als ihr ,vehikel
begleitet1 so ist klar3 da die ,schlsse
aus demselben einen blo
transzendentalen ,gebrauch des
,verstandes enthalten knnen1 welcher
alle ,beimischung der ,erfahrung
ausschlgt1 und an dessen ,fortgang wir1
nach dem1 was wir oben gezeigt haben1
uns schon zum voraus keinen
vorteilhaften ,begriff machen knnen4
,wir wollen ihn also durch alle
,prdikamente der reinen ,seelenlehre mit
einem kritischen ,auge verfolgen4
,erster ,paralogism der ,substantialitt
,dasjenige1 dessen ,vorstellung das
absolute ,subjekt unserer ,urteile ist
und daher nicht als ,bestimmung eines
andern ,dinges gebraucht werden kann1
ist ,substanz4 ,ich1 als ein denkend
,wesen1 bin das absolute ,subjekt aller
meiner mglichen ,urteile1 und diese
,vorstellung von mir selbst kann nicht
zum ,prdikat irgendeines andern ,dinges
gebraucht werden4 ,also bin ich1 als
denkend ,wesen 7,seele71 ,substanz4
,kritik des ersten ,paralogism der
reinen ,psychologie ,wir haben in dem
analytischen ,teile der
transzendentalen ,logik gezeigt3 da
reine ,kategorien 7und unter diesen auch
die der ,substanz7 an sich selbst gar
keine objektive ,bedeutung haben1 wo
ihnen nicht eine ,anschauung
untergelegt ist1 auf deren
,mannigfaltiges sie1 als ,funktionen
der synthetischen ,einheit1 angewandt
werden knnen4 ,ohne das sind sie
lediglich ,funktionen eines ,urteils
ohne ,inhalt4 ,von jedem ,dinge
berhaupt kann ich sagen1 es sei
,substanz1 sofern ich es von bloen
,prdikaten und ,bestimmungen der ,dinge
unterscheide4 ,nun ist in allem unserem
,denken das ,ich das ,subjekt1 dem
,gedanken nur als ,bestimmungen
inhrieren1 und dieses ,ich kann nicht
als die ,bestimmung eines andern
,dinges gebraucht werden4 ,also mu
jedermann ,sich selbst notwendigerweise
als die ,substanz1 das ,denken aber nur
als ,akzidenzen seines ,daseins und
,bestimmungen seines ,zustandes ansehen4
,was soll ich aber nun von diesem
,begriffe einer ,substanz fr einen
,gebrauch machen4 ,da ich1 als ein
denkend ,wesen1 fr mich selbst
fortdaure1 natrlicherweise weder
entstehe noch vergehe1 das kann ich
daraus keineswegs schlieen und dazu
allein kann mir doch der ,begriff der
,substantialitt meines denkenden
,subjekts nutzen1 ohne welches ich ihn
gar wohl entbehren knnte4 ,es fehlt
so viel1 da man diese ,eigenschaften aus
der bloen reinen ,kategorie einer
,substanz schlieen knnte1 da wir
vielmehr die ,beharrlichkeit eines
gegebenen ,gegenstandes aus der
,erfahrung zum ,grunde legen mssen1
wenn wir auf ihn den empirisch
brauchbaren ,begriff von einer
,substanz anwenden wollen4 ,nun haben
wir aber bei unserem ,satze keine
,erfahrung zum ,grunde gelegt1 sondern
lediglich aus dem ,begriffe der
,beziehung1 den alles ,denken1 auf das
,ich1 als das gemeinschaftliche
,subjekt1 hat1 dem es inhriert1
geschlossen4 ,wir wrden auch1 wenn wir
es gleich darauf anlegten1 durch keine
sichere ,beobachtung eine solche
,beharrlichkeit dartun knnen4 ,denn das
,ich ist zwar in allen ,gedanken1 es
ist aber mit dieser ,vorstellung nicht
die mindeste ,anschauung verbunden1 die
es von anderen ,gegenstnden der
,anschauung unterschiede4 ,man kann also
zwar wahrnehmen1 da diese ,vorstellung
bei allem ,denken immer wiederum
vorkommt1 nicht aber1 da es eine
stehende und bleibende ,anschauung sei1
worin die ,gedanken 7als wandelbar7
wechselten4 ,hieraus folgt3 da der
erste ,vernunftschlu der
transzendentalen ,psychologie uns nur
eine vermeintliche neue ,einsicht
aufhefte1 indem er das bestndige
logische ,subjekt des ,denkens1 fr die
,erkenntnis des realen ,subjekts der
,inhrenz ausgibt1 von welchem wir nicht
die mindeste ,kenntnis haben1 noch
haben knnen1 weil das ,bewutsein das
einzige ist1 was alle ,vorstellungen zu
,gedanken macht1 und worin mithin alle
unsere ,wahrnehmungen1 als dem
transzendentalen ,subjekte1 mssen
angetroffen werden1 und wir1 auer dieser
logischen ,bedeutung des ,ich1 keine
,kenntnis von dem ,subjekte an sich
selbst haben1 was diesem1 so wie allen
,gedanken1 als ,substratum zum ,grunde
liegt4 ,indessen kann man den ,satz3
die ,seele ist ,substanz1 gar wohl
gelten lassen1 wenn man sich nur
bescheidet3 da unser dieser ,begriff
nicht im mindesten weiter fhre1 oder
irgendeine von den gewhnlichen
,folgerungen der vernnftelnden
,seelenlehre1 als z4,b4 die immerwhrende
,dauer derselben bei allen
,vernderungen und selbst dem ,tode des
,menschen lehren knne1 da er also nur
eine ,substanz in der ,idee1 aber nicht
in der ,realitt bezeichne4
,zweiter ,paralogism der ,simplizitt
,dasjenige ,ding1 dessen ,handlung
niemals als die ,konkurrenz vieler
handelnden ,dinge angesehen werden kann1
ist einfach4 ,nun ist die ,seele1
oder das denkende ,ich1 ein solches3
,also usw4 ,kritik des
zweiten ,paralogisms der
transzendentalen ,psychologie
,dies ist der ,achilles aller
dialektischen ,schlsse der reinen
,seelenlehre1 nicht etwa blo ein
sophistisches ,spiel1 welches ein
,dogmatiker erknstelt1 um seinen
,behauptungen einen flchtigen ,schein
zu geben1 sondern ein ,schlu1 der sogar
die schrfste ,prfung und die grte
,bedenklichkeit des ,nachforschens
auszuhalten scheint4 ,hier ist er4
,eine jede zusammengesetzte ,substanz
ist ein ,aggregat vieler1 und die
,handlung eines ,zusammengesetzten1 oder
das1 was ihm1 als einem solchen1
inhriert1 ist ein ,aggregat vieler
,handlungen oder ,akzidenzen1 welche
unter der ,menge der ,substanzen
verteilt sind4 ,nun ist zwar eine
,wirkung1 die aus der ,konkurrenz vieler
handelnden ,substanzen entspringt1
mglich1 wenn diese ,wirkung blo uerlich
ist 7wie z4,b4 die ,bewegung eines
,krpers die vereinigte ,bewegung aller
seiner ,teile ist74 ,allein mit
,gedanken1 als innerlich zu einem
denkenden ,wesen gehrigen ,akzidenzen1
ist es anders beschaffen4 ,denn1 setzt1
das ,zusammengesetzte dchte3 so wrde
ein jeder ,teil desselben einen ,teil
des ,gedankens1 alle aber
zusammengenommen allererst den ganzen
,gedanken enthalten4 ,nun ist dieses
aber widersprechend4 ,denn1 weil die
,vorstellungen1 die unter verschiedenen
,wesen verteilt sind1 7z4,b4 die
einzelnen ,wrter eines ,verses7 niemals
einen ganzen ,gedanken 7einen ,vers7
ausmachen3 so kann der ,gedanke nicht
einem ,zusammengesetzten1 als einem
solchen1 inhrieren4 ,er ist also nur in
einer ,substanz mglich1 die nicht ein
,aggregat von vielen1 mithin
schlechterdings einfach ist994 99 ,es
ist sehr leicht1 diesem ,beweise die
gewhnliche schulgerechte
,abgemessenheit der ,einkleidung zu
geben4 ,allein1 es ist zu meinem
,zwecke schon hinreichend1 den bloen
,beweisgrund1 allenfalls auf populre
,art1 vor ,augen zu legen4 ,der
sogenannte nervus probandi dieses
,argumente liegt in dem ,satze3 da
viele ,vorstellungen in der absoluten
,einheit des denkenden ,subjekts
enthalten sein mssen1 um einen ,gedanken
auszumachen4 ,diesen ,satz aber kann
niemand aus ,begriffen beweisen4 ,denn1
wie wollte er es wohl anfangen1 um dies
zu leisten8 ,der ,satz3 ,ein ,gedanke
kann nur die ,wirkung der absoluten
,einheit des denkenden ,wesens sein1
kann nicht als analytisch behandelt
werden4 ,denn die ,einheit des
,gedankens1 der aus vielen
,vorstellungen besteht1 ist kollektiv
und kann sich1 den bloen ,begriffen
nach1 ebensowohl auf die kollektive
,einheit der daran mitwirkenden
,substanzen beziehen1 7wie die ,bewegung
eines ,krpers die zusammengesetzte
,bewegung aller ,teile desselben ist7
als auf die absolute ,einheit des
,subjekts4 ,nach der ,regel der
,identitt kann also die ,notwendigkeit
der ,voraussetzung einer einfachen
,substanz1 bei einem zusammengesetzten
,gedanken1 nicht eingesehen werden4 ,da
aber ebenderselbe ,satz synthetisch und
vllig a priori aus lauter ,begriffen
erkannt werden solle1 das wird sich
niemand zu verantworten getrauen1 der
den ,grund der ,mglichkeit synthetischer
,stze a priori1 so wie wir ihn oben
dargestellt haben1 einsieht4 ,nun ist
es aber auch unmglich1 diese notwendige
,einheit des ,subjekts1 als die
,bedingung der ,mglichkeit eines jeden
,gedankens1 aus der ,erfahrung
abzuleiten4 ,denn diese gibt keine
,notwendigkeit zu erkennen1 geschweige1
da der ,begriff der absoluten ,einheit
weit ber ihre ,sphre ist4 ,woher nehmen
wir denn diesen ,satz1 worauf sich der
ganze psychologische ,vernunftschlu
sttzt8 ,es ist offenbar3 da1 wenn man
sich ein denkend ,wesen vorstellen
will1 man sich selbst an seine ,stelle
setzen1 und also dem ,objekte1 welches
man erwgen wollte1 sein eigenes ,subjekt
unterschieben msse1 7welches in keiner
anderen ,art der ,nachforschung der
,fall ist7 und da wir nur darum
absolute ,einheit des ,subjekts zu einem
,gedanken erfordern1 weil sonst nicht
gesagt werden knnte3 ,ich denke 7das
,mannigfaltige in einer ,vorstellung74
,denn obgleich das ,ganze des ,gedankens
geteilt und unter viele ,subjekte
verteilt werden knnte1 so kann doch das
subjektive ,ich nicht geteilt und
verteilt werden1 und dieses setzen wir
doch bei allem ,denken voraus4 ,also
bleibt ebenso hier1 wie in dem vorigen
,paralogism1 der formale ,satz der
,apperzeption3 ,ich denke1 der ganze
,grund1 auf welchen die rationale
,psychologie die ,erweiterung ihrer
,erkenntnisse wagt1 welcher ,satz zwar
freilich keine ,erfahrung ist1 sondern
die ,form der ,apperzeption1 die jeder
,erfahrung anhngt und ihr vorgeht1
gleichwohl aber nur immer in ,ansehung
einer mglichen ,erkenntnis berhaupt1 als
blo subjektive ,bedingung derselben1
angesehen werden mu1 die wir mit
,unrecht zur ,bedingung der ,mglichkeit
einer ,erkenntnis der ,gegenstnde1
nmlich zu einem ,begriffe vom denkenden
,wesen berhaupt machen1 weil wir dieses
uns nicht vorstellen knnen1 ohne uns
selbst mit der ,formel unseres
,bewutseins an die ,stelle jedes anderen
intelligenten ,wesens zu setzen4
,aber die ,einfachheit meiner selbst
7als ,seele7 wird auch wirklich nicht
aus dem ,satze3 ,ich denke1 geschlossen1
sondern der erstere liegt schon in
jedem ,gedanken selbst4 ,der ,satz3 ,ich
bin einfach1 mu als ein unmittelbarer
,ausdruck der ,apperzeption angesehen
werden1 so wie der vermeintliche
kartesianische ,schlu1 cogito1 ergo sum1
in der ,tat tautologisch ist1 indem
das cogito 7sum cogitans7 die
,wirklichkeit unmittelbar aussagt4 ,ich
bin einfach1 bedeutet aber nichts mehr1
als da diese ,vorstellung3 ,ich1 nicht
die mindeste ,mannigfaltigkeit in sich
lasse1 und da sie absolute 7obzwar blo
logische7 ,einheit sei4 ,also ist der
so berhmte psychologische ,beweis
lediglich auf der unteilbaren ,einheit
einer ,vorstellung1 die nur das ,verbum
in ,ansehung einer ,person dirigiert1
gegrndet4 ,es ist aber offenbar3 da das
,subjekt der ,inhrenz durch das dem
,gedanken angehngte ,ich nur
transzendental bezeichnet werde1 ohne
die mindeste ,eigenschaft desselben zu
bemerken1 oder berhaupt etwas von ihm zu
kennen1 oder zu wissen4 ,es bedeutet
ein ,etwas berhaupt 7transzendentales
,subjekt71 dessen ,vorstellung
allerdings einfach sein mu1 eben darum1
weil man gar nichts an ihm bestimmt1
wie denn gewi nichts einfacher
vorgestellt werden kann1 als durch den
,begriff von einem bloen ,etwas4 ,die
,einfachheit aber der ,vorstellung von
einem ,subjekt ist darum nicht eine
,erkenntnis von der ,einfachheit des
,subjekts selbst1 denn von dessen
,eigenschaften wird gnzlich abstrahiert1
wenn es lediglich durch den an ,inhalt
gnzlich leeren ,ausdruck ,ich1 7welchen
ich auf jedes denkende ,subjekt
anwenden kann71 bezeichnet wird4
,soviel ist gewi3 da ich mir durch das
,ich jederzeit eine absolute1 aber
logische ,einheit des ,subjekts
7,einfachheit7 gedenke1 aber nicht1 da
ich dadurch die wirkliche ,einfachheit
meines ,subjekts erkenne4 ,so wie der
,satz3 ich bin ,substanz1 nichts als die
reine ,kategorie bedeutete1 von der
ich in concreto keinen ,gebrauch
7empirischen7 machen kann3 so ist es
mir auch erlaubt zu sagen3 ,ich bin eine
einfache ,substanz1 d4i4 deren
,vorstellung niemals eine ,synthesis des
,mannigfaltigen enthlt1 aber dieser
,begriff1 oder auch dieser ,satz1 lehrt
uns nicht das mindeste in ,ansehung
meiner selbst als eines ,gegenstandes
der ,erfahrung1 weil der ,begriff der
,substanz selbst nur als ,funktion der
,synthesis1 ohne unterlegte ,anschauung1
mithin ohne ,objekt gebraucht wird1
und nur von der ,bedingung unserer
,erkenntnis1 aber nicht von irgendeinem
anzugebenden ,gegenstande gilt4 ,wir
wollen ber die vermeintliche
,brauchbarkeit dieses ,satzes einen
,versuch anstellen4 ,jedermann mu
gestehen3 da die ,behauptung von der
einfachen ,natur der ,seele nur sofern
von einigem ,werte sei1 als ich dadurch
dieses ,subjekt von aller ,materie zu
unterscheiden und sie folglich von der
,hinflligkeit ausnehmen kann1 der diese
jederzeit unterworfen ist4 ,auf diesen
,gebrauch ist obiger ,satz auch ganz
eigentlich angelegt1 daher er auch
mehrerenteils so ausgedrckt wird3 die
,seele ist nicht krperlich4 ,wenn ich
nun zeigen kann3 da1 ob man gleich
diesem ,kardinalsatze der rationalen
,seelenlehre1 in der reinen ,bedeutung
eines bloen ,vernunftsurteils1 7aus
reinen ,kategorien71 alle objektive
,gltigkeit einrumt1 7alles1 was denkt1
ist einfache ,substanz71 dennoch nicht
der mindeste ,gebrauch von diesem
,satze1 in ,ansehung der
,ungleichartigkeit1 oder ,verwandtschaft
derselben mit der ,materie1 gemacht
werden knne3 so wird dieses ebensoviel
sein1 als ob ich diese vermeintliche
psychologische ,einsicht in das ,feld
bloer ,ideen verwiesen htte1 denen es
an ,realitt des objektiven ,gebrauchs
mangelt4 ,wir haben in der
transzendentalen sthetik unleugbar
bewiesen3 da ,krper bloe ,erscheinungen
unseres ueren ,sinnes1 und nicht ,dinge
an sich selbst sind4 ,diesem gem knnen
wir mit ,recht sagen3 da unser
denkendes ,subjekt nicht krperlich sei1
das heit3 da1 da es als ,gegenstand des
inneren ,sinnes von uns vorgestellt
wird1 es1 insofern als es denkt1 kein
,gegenstand uerer ,sinne1 d4i4 keine
,erscheinung im ,raume sein knne4
,dieses will nun so viel sagen3 es knnen
uns niemals unter ueren ,erscheinungen
denkende ,wesen1 als solche1 vorkommen1
oder1 wir knnen ihre ,gedanken1 ihr
,bewutsein1 ihre ,begierden usw4 nicht
uerlich anschauen2 denn dieses gehrt
alles vor den inneren ,sinn4 ,in der
,tat scheint dieses ,argument auch das
natrliche und populre1 worauf selbst
der gemeinste ,verstand von jeher
gefallen zu sein scheint1 und dadurch
schon sehr frh ,seelen1 als von den
,krpern ganz unterschiedene ,wesen1 zu
betrachten angefangen hat4 ,ob nun
aber gleich die ,ausdehnung1 die
,undurchdringlichkeit1 ,zusammenhang
und ,bewegung1 kurz alles1 was uns uere
,sinne nur liefern knnen1 nicht
,gedanken1 ,gefhl1 ,neigung oder
,entschlieung sein1 oder solche
enthalten werden1 als die berall keine
,gegenstnde uerer ,anschauung sind1 so
konnte doch wohl dasjenige ,etwas1
welches den ueren ,erscheinungen zum
,grunde liegt1 was unseren ,sinn so
affiziert1 da er die ,vorstellungen von
,raum1 ,materie1 ,gestalt usw4 bekommt1
dieses ,etwas1 als ,noumenon 7oder
besser1 als transzendentaler
,gegenstand7 betrachtet1 knnte doch auch
zugleich das ,subjekt der ,gedanken
sein1 wiewohl wir durch die ,art1 wie
unser uerer ,sinn dadurch affiziert
wird1 keine ,anschauung von
,vorstellungen1 ,willen usw41 sondern
blo vom ,raum und dessen ,bestimmungen
bekommen4 ,dieses ,etwas aber ist nicht
ausgedehnt1 nicht undurchdringlich1
nicht zusammengesetzt1 weil alle diese
,prdikate nur die ,sinnlichkeit und
deren ,anschauung angehen1 sofern wir
von dergleichen 7uns brigens
unbekannten7 ,objekten affiziert werden4
,diese ,ausdrcke aber geben gar nicht
zu erkennen1 was fr ein ,gegenstand es
sei1 sondern nur3 da ihm1 als einem
solchen1 der ohne ,beziehung auf uere
,sinne an sich selbst betrachtet wird1
diese ,prdikate uerer ,erscheinungen
nicht beigelegt werden knnen4 ,allein
die ,prdikate des innern ,sinnes1
,vorstellungen und ,denken1
widersprechen ihm nicht4 ,demnach ist
selbst durch die eingerumte
,einfachheit der ,natur die menschliche
,seele von der ,materie1 wenn man sie
7wie man soll7 blo als ,erscheinung
betrachtet1 in ,ansehung des ,substrati
derselben gar nicht hinreichend
unterschieden4 ,wre ,materie ein
,ding an sich selbst1 so wrde sie als
ein zusammengesetztes ,wesen von der
,seele1 als einem einfachen1 sich ganz
und gar unterscheiden4 ,nun ist sie aber
blo uere ,erscheinung1 deren
,substratum durch gar keine anzugebende
,prdikate erkannt wird2 mithin kann ich
von diesem wohl annehmen1 da es an sich
einfach sei1 ob es zwar in der ,art1
wie es unsere ,sinne affiziert1 in uns
die ,anschauung des ,ausgedehnten und
mithin ,zusammengesetzten hervorbringt1
und da also der ,substanz1 der in
,ansehung unseres ueren ,sinnes
,ausdehnung zukommt1 an sich selbst
,gedanken beiwohnen1 die durch ihren
eigenen inneren ,sinn mit ,bewutsein
vorgestellt werden knnen4 ,auf solche
,weise wrde ebendasselbe1 was in einer
,beziehung krperlich heit1 in einer
andere zugleich ein denkend ,wesen sein1
dessen ,gedanken wir zwar nicht1 aber
doch die ,zeichen derselben in der
,erscheinung1 anschauen knnen4 ,dadurch
wrde der ,ausdruck wegfallen1 da nur
,seelen 7als besondere ,arten von
,substanzen7 denken2 es wrde vielmehr
wie gewhnlich heien1 da ,menschen
denken1 d4i4 ebendasselbe1 was1 als
uere ,erscheinung1 ausgedehnt ist1
innerlich 7an sich selbst7 ein ,subjekt
sei1 was nicht zusammengesetzt1 sondern
einfach ist und denkt4 ,aber1 ohne
dergleichen ,hypothesen zu erlauben1
kann man allgemein bemerken3 da1 wenn
ich unter ,seele ein denkend ,wesen an
sich verstehe1 die ,frage an sich schon
unschicklich sei3 ob sie nmlich mit
der ,materie 7die gar kein ,ding an sich
selbst1 sondern nur eine ,art
,vorstellungen in uns ist7 von gleicher
,art sei1 oder nicht1 denn das versteht
sich schon von selbst1 da ein ,ding an
sich selbst von anderer ,natur sei1 als
die ,bestimmungen1 die blo seinen
,zustand ausmachen4 ,vergleichen wir
aber das denkende ,ich nicht mit der
,materie1 sondern mit dem
,intelligiblen1 welches der ueren
,erscheinung1 die wir ,materie nennen1
zum ,grunde liegt3 so knnen wir1 weil
wir vom letzteren gar nichts wissen1
auch nicht sagen3 da die ,seele sich von
diesem irgend worin innerlich
unterscheide4 ,so ist demnach das
einfache ,bewutsein keine ,kenntnis der
einfachen ,natur unseres ,subjekts1
insofern1 als dieses dadurch von der
,materie1 als einem zusammengesetzten
,wesen1 unterschieden werden soll4
,wenn dieser ,begriff aber dazu nicht
taugt1 ihn in dem einzigen ,falle1 da
er brauchbar ist1 nmlich in der
,vergleichung meiner selbst mit
,gegenstnden uerer ,erfahrung1 das
,eigentmliche und ,unterscheidende
seiner ,natur zu bestimmen1 so mag man
immer zu wissen vorgeben3 das denkende
,ich1 die ,seele1 7ein ,name fr den
transzendentalen ,gegenstand des
inneren ,sinnes7 sei einfach2 dieser
,ausdruck hat deshalb doch gar keinen
auf wirkliche ,gegenstnde sich
erstreckenden ,gebrauch und kann daher
unsere ,erkenntnis nicht im mindesten
erweitern4 ,so fllt demnach die ganze
rationale ,psychologie mit ihrer
,hauptsttze1 und wir knnen so wenig
hier1 wie sonst jemals1 hoffen1 durch
bloe ,begriffe1 7noch weniger aber durch
die bloe subjektive ,form aller
unserer ,begriffe1 das ,bewutsein17 ohne
,beziehung auf mgliche ,erfahrung1
,einsichten auszubreiten1 zumalen1 da
selbst der ,fundamentalbegriff einer
einfachen ,natur von der ,art ist1 da er
berall in keiner ,erfahrung
angetroffen werden kann1 und es mithin
gar keinen ,weg gibt1 zu demselben1 als
einem objektivgltigen ,begriffe1 zu
gelangen4 ,dritter ,paralogism
der ,personalitt ,was sich der
numerischen ,identitt seiner ,selbst in
verschiedenen ,zeiten bewut ist1 ist
sofern eine ,person3 ,nun ist die
,seele usw4 ,also sie ist eine
,person4 ,kritik des dritten
,paralogisms der transzendentalen
,psychologie ,wenn ich die numerische
,identitt eines ueren ,gegenstandes
durch ,erfahrung erkennen will1 so
werde ich auf das ,beharrliche
derjenigen ,erscheinung1 worauf1 als
,subjekt1 sich alles brige als
,bestimmung bezieht1 achthaben und die
,identitt von jenem in der ,zeit1 da
dieses wechselt1 bemerken4 ,nun aber
bin ich ein ,gegenstand des inneren
,sinnes und alle ,zeit ist blo die ,form
des inneren ,sinnes4 ,folglich beziehe
ich alle und jede meiner sukzessiven
,bestimmungen auf das
numerisch-identische ,selbst1 in aller
,zeit1 d4i4 in der ,form der inneren
,anschauung meiner selbst4 ,auf diesen
,fu mte die ,persnlichkeit der ,seele
nicht einmal als geschlossen1 sondern
als ein vllig identischer ,satz des
,selbstbewutseins in der ,zeit angesehen
werden1 und das ist auch die ,ursache1
weswegen er a priori gilt4 ,denn er
sagt wirklich nichts mehr1 als in der
ganzen ,zeit1 darin ich mir meiner
bewut bin1 bin ich mir dieser ,zeit1 als
zur ,einheit meines ,selbst gehrig1
bewut1 und es ist einerlei1 ob ich sage3
diese ganze ,zeit ist in ,mir1 als
individueller ,einheit1 oder ich bin1
mit numerischer ,identitt1 in aller
dieser ,zeit befindlich4 ,die
,identitt der ,person ist also in meinem
eigenen ,bewutsein unausbleiblich
anzutreffen4 ,wenn ich mich aber aus dem
,gesichtspunkte eines andern 7als
,gegenstand seiner ueren ,anschauung7
betrachte1 so erwgt dieser uere
,beobachter mich allererst in der ,zeit1
denn in der ,apperzeption ist die
,zeit eigentlich nur in mir vorgestellt4
,er wird also aus dem ,ich1 welches
alle ,vorstellungen zu aller ,zeit in
meinem ,bewutsein1 und zwar mit vlliger
,identitt1 begleitet1 ob er es gleich
einrumt1 doch noch nicht auf die
objektive ,beharrlichkeit meiner selbst
schlieen4 ,denn da alsdann die ,zeit1
in welche der ,beobachter mich setzt1
nicht diejenige ist1 die in meiner
eigenen1 sondern die in seiner
,sinnlichkeit angetroffen wird1 so ist
die ,identitt1 die mit meinem
,bewutsein notwendig verbunden ist1
nicht darum mit dem seinigen1 d4i4 mit
der ueren ,anschauung meines ,subjekts
verbunden4 ,es ist also die ,identitt
des ,bewutseins ,meiner selbst in
verschiedenen ,zeiten nur eine normale
,bedingung meiner ,gedanken und ihres
,zusammenhanges1 beweist aber gar nicht
die numerische ,identitt meines
,subjekts1 in welchem1 ohnerachtet der
logischen ,identitt des ,ich1 doch ein
solcher ,wechsel vorgegangen sein kann1
der es nicht erlaubt1 die ,identitt
desselben beizubehalten2 obzwar ihm
immer noch das gleichlautende ,ich
zuzuteilen1 welches in jedem andern
,zustande1 selbst der ,umwandlung des
,subjekts1 doch immer den ,gedanken des
vorhergehenden ,subjekts aufbehalten und
so auch dem folgenden berliefern
knnte994 99 ,eine elastische ,kugel1
die auf eine gleiche in gerader
,richtung stt1 teilt dieser ihre
ganze ,bewegung1 mithin ihren ganzen
,zustand 7wenn man blo auf die
,stellen im ,raume sieht7 mit4 ,nehmt
nun1 nach der ,analogie mit
dergleichen ,krpern1 ,substanzen an1
deren die eine der andere
,vorstellungen1 samt deren ,bewutsein
einflte1 so wird sich eine ganze
,reihe derselben denken lassen1 deren
die erste ihren ,zustand1 samt dessen
,bewutsein1 der zweiten1 diese ihren
eigenen ,zustand1 samt dem der
vorigen ,substanz1 der dritten und diese
ebenso die ,zustnde aller vorigen1
samt ihrem eigenen und deren ,bewutsein1
mitteilte4 ,die letzte ,substanz
wrde also aller ,zustnde der vor ihr
vernderten ,substanzen sich als ihrer
eigenen bewut sein1 weil jene zusamt
dem ,bewutsein in sie bertragen worden1
und demunerachtet1 wrde sie doch
nicht ebendieselbe ,person in allen
diesen ,zustnden gewesen sein4
,wenngleich der ,satz einiger alten
,schulen3 da alles flieend und nichts
in der ,welt beharrlich und bleibend
sei1 nicht stattfinden kann1 sobald man
,substanzen annimmt1 so ist er doch
nicht durch die ,einheit des
,selbstbewutseins widerlegt4 ,denn wir
selbst knnen aus unserem ,bewutsein
darber nicht urteilen1 ob wir als ,seele
beharrlich sind1 oder nicht1 weil wir
zu unserem identischen ,selbst nur
dasjenige zhlen1 dessen wir uns bewut
sind1 und so allerdings notwendig
urteilen mssen3 da wir in der ganzen
,zeit1 deren wir uns bewut sind1
ebendieselbe sind4 ,in dem ,standpunkte
eines ,fremden aber knnen wir dieses
darum noch nicht fr gltig erklren1 weil1
da wir an der ,seele keine beharrliche
,erscheinung antreffen1 als nur die
,vorstellung ,ich1 welche sie alle
begleitet und verknpft1 so knnen wir
niemals ausmachen1 ob dieses ,ich 7ein
bloer ,gedanke7 nicht ebensowohl fliee1
als die brigen ,gedanken1 die dadurch
aneinander gekettet werden4 ,es ist
aber merkwrdig1 da die ,persnlichkeit
und deren ,voraussetzung1 die
,beharrlichkeit1 mithin die
,substanzialitt der ,seele jetzt
allererst bewiesen werden mu4 ,denn
knnten wir diese voraussetzen1 so wrde
zwar daraus noch nicht die ,fortdauer
des ,bewutseins1 aber doch die
,mglichkeit eines fortwhrenden
,bewutseins in einem bleibenden
,subjekt folgen1 welches zu der
,persnlichkeit schon hinreichend ist1
die dadurch1 da ihre ,wirkung etwa eine
,zeit hindurch unterbrochen wird1
selbst nicht sofort aufhrt4 ,aber diese
,beharrlichkeit ist uns vor der
numerischen ,identitt unserer ,selbst1
die wir aus der identischen
,apperzeption folgern1 durch nichts
gegeben1 sondern wird daraus allererst
gefolgert1 7und auf diese mte1 wenn es
recht zuginge1 allererst der ,begriff
der ,substanz folgen1 der allein
empirisch brauchbar ist47 ,da nun diese
,identitt der ,person aus der ,identitt
des ,ich1 in dem ,bewutsein aller
,zeit1 darin ich mich erkenne1
keineswegs folgt3 so hat auch oben die
,substanzialitt der ,seele darauf nicht
gegrndet werden knnen4 ,indessen
kann1 so wie der ,begriff der ,substanz
und des ,einfachen1 ebenso auch der
,begriff der ,persnlichkeit 7sofern er
blo transzendental ist1 d4i4 ,einheit
des ,subjekts1 das uns brigens
unbekannt ist1 in dessen ,bestimmungen
aber eine durchgngige ,verknpfung durch
,apperzeption ist7 bleiben1 und sofern
ist dieser ,begriff auch zum
praktischen ,gebrauche ntig und
hinreichend1 aber auf ihn1 als
,erweiterung unserer ,selbsterkenntnis
durch reine ,vernunft1 welche uns eine
ununterbrochene ,fortdauer des ,subjekts
aus dem bloen ,begriffe des
identischen ,selbst vorspiegelt1 knnen
wir nimmermehr ,staat machen1 da dieser
,begriff sich immer um sich selbst
herumdreht1 und uns in ,ansehung keiner
einzigen ,frage1 welche auf
synthetische ,erkenntnis angelegt ist1
weiterbringt4 ,was ,materie fr ein ,ding
an sich selbst 7transzendentales
,objekt7 sei1 ist uns zwar gnzlich
unbekannt2 gleichwohl kann doch die
,beharrlichkeit derselben als
,erscheinung1 dieweil sie als etwas
uerliches vorgestellt wird1 beobachtet
werden4 ,da ich aber1 wenn ich das bloe
,ich bei dem ,wechsel aller
,vorstellungen beobachten will1 kein
ander ,korrelatum meiner
,vergleichungen habe1 als wiederum ,mich
selbst1 mit den allgemeinen
,bedingungen meines ,bewutseins1 so kann
ich keine andere1 als tautologische
,beantwortungen auf alle ,fragen geben1
indem ich nmlich meinen ,begriff und
dessen ,einheit den ,eigenschaften1 die
mir selbst als ,objekt zukommen1
unterschiebe1 und das voraussetze1 was
man zu wissen verlangte4 ,der
vierte ,paralogism der ,idealitt 7des
ueren ,verhltnisses7 ,dasjenige1 auf
dessen ,dasein1 nur als einer ,ursache
zu gegebenen ,wahrnehmungen1
geschlossen werden kann1 hat eine nur
zweifelhafte ,existenz3 ,nun sind
alle ueren ,erscheinungen von der ,art3
da ihr ,dasein nicht unmittelbar
wahrgenommen1 sondern auf sie1 als die
,ursache gegebener ,wahrnehmungen1
allein geschlossen werden kann3 ,also
ist das ,dasein aller ,gegenstnde uerer
,sinne zweifelhaft4 ,diese ,ungewiheit
nenne ich die ,idealitt uerer
,erscheinungen und die ,lehre dieser
,idealitt heit der ,idealism1 in
,vergleichung mit welchem die
,behauptung einer mglichen ,gewiheit von
,gegenstnden uerer ,sinne1 der
,dualism genannt wird4
,kritik des vierten ,paralogisms der
transzendentalen ,psychologie
,zuerst wollen wir die ,prmissen der
,prfung unterwerfen4 ,wir kennen mit
,recht behaupten1 da nur dasjenige1 was
in uns selbst ist1 unmittelbar
wahrgenommen werden knne1 und da meine
eigene ,existenz allein der ,gegenstand
einer bloen ,wahrnehmung sein knne4
,also ist das ,dasein eines wirklichen
,gegenstandes auer mir 7wenn dieses
,wort in intellektueller ,bedeutung
genommen wird7 niemals geradezu in der
,wahrnehmung gegeben1 sondern kann nur
zu dieser1 welche eine ,modifikation
des inneren ,sinnes ist1 als uere
,ursache derselben hinzugedacht und
mithin geschlossen werden4 ,daher auch
,cartesius mit ,recht alle ,wahrnehmung
in der engsten ,bedeutung auf den ,satz
einschrnkte3 ,ich 7als ein denkend
,wesen7 bin4 ,es ist nmlich klar3 da1
da das uere nicht in mir ist1 ich es
nicht in meiner ,apperzeption1 mithin
auch in keiner ,wahrnehmung1 welche
eigentlich nur die ,bestimmung der
,apperzeption ist1 antreffen knne4
,ich kann also uere ,dinge eigentlich
nicht wahrnehmen1 sondern nur aus
meiner inneren ,wahrnehmung auf ihr
,dasein schlieen1 indem ich diese als
die ,wirkung ansehe1 wozu etwas ueres
die nchste ,ursache ist4 ,nun ist aber
der ,schlu von einer gegebenen ,wirkung
auf eine bestimmte ,ursache jederzeit
unsicher2 weil die ,wirkung aus mehr
all einer ,ursache entsprungen sein
kann4 ,demnach bleibt es in der
,beziehung der ,wahrnehmung auf ihre
,ursache jederzeit zweifelhaft3 ob
diese innerlich1 oder uerlich sei1 ob
also alle sogenannten ueren
,wahrnehmungen nicht ein bloes ,spiel
unseres inneren ,sinnes sind1 oder ob
sie sich auf uere wirkliche ,gegenstnde1
als ihre ,ursache beziehen4
,wenigstens ist das ,dasein der
letzteren nur geschlossen1 und luft die
,gefahr aller ,schlsse1 dahingegen der
,gegenstand des inneren ,sinnes 7,ich
selbst mit allen meinen ,vorstellungen7
unmittelbar wahrgenommen wird1 und die
,existenz desselben gar keinen ,zweifel
leidet4 ,unter einem ,idealisten mu
man also nicht denjenigen verstehen1 der
das ,dasein uerer ,gegenstnde der
,sinne leugnet1 sondern der nur nicht
einrumt3 da es durch unmittelbare
,wahrnehmung erkannt werde1 daraus aber
schliet1 da wir ihrer ,wirklichkeit
durch alle mgliche ,erfahrung niemals
vllig gewi werden knnen4 ,ehe ich nun
unseren ,paralogismus seinem trglichen
,scheine nach darstelle1 mu ich zuvor
bemerken1 da man notwendig einen
zweifachen ,idealism unterscheiden
msse1 den transzendentalen und den
empirischen4 ,ich verstehe aber unter
dem transzendentalen ,idealism aller
,erscheinungen den ,lehrbegriff1 nach
welchem wir sie insgesamt als bloe
,vorstellungen1 und nicht als ,dinge an
sich selbst1 ansehen1 und demgem ,zeit
und ,raum nur sinnliche ,formen unserer
,anschauung1 nicht aber fr sich
gegebene ,bestimmungen1 oder
,bedingungen der ,objekte1 als ,dinge
an sich selbst sind4 ,diesem ,idealism
ist ein transzendentaler ,realism
entgegengesetzt1 der ,zeit und ,raum als
etwas an sich 7unabhngig von unserer
,sinnlichkeit7 ,gegebenes ansieht4 ,der
transzendentale ,realist stellt sich
also uere ,erscheinungen 7wenn man ihre
,wirklichkeit einrumt7 als ,dinge an
sich selbst vor1 die unabhngig von uns
und unserer ,sinnlichkeit existieren1
also auch nach reinen
,verstandesbegriffen auer uns wren4
,dieser transzendentale ,realist ist es
eigentlich1 welcher nachher den
empirischen ,idealisten spielt1 und
nachdem er flschlich von ,gegenstnden
der ,sinne vorausgesetzt hat1 da1 wenn
sie uere sein sollen1 sie an sich
selbst auch ohne ,sinne ihre ,existenz
haben mten1 in diesem ,gesichtspunkte
alle unsere ,vorstellungen der ,sinne
unzureichend findet1 die ,wirklichkeit
derselben gewi zu machen4 ,der
transzendentale ,idealist kann hingegen
ein empirischer ,realist1 mithin1 wie
man ihn nennt1 ein ,dualist sein1 d4i4
die ,existenz der ,materie einrumen1
ohne aus dem bloen ,selbstbewutsein
hinauszugehen1 und etwas mehr1 als die
,gewiheit der ,vorstellungen in mir1
mithin das cogito1 ergo sum1
anzunehmen4 ,denn weil er diese ,materie
und sogar deren innere ,mglichkeit blo
fr ,erscheinung gelten lt1 die1 von
unserer ,sinnlichkeit abgetrennt1 nichts
ist3 so ist sie bei ihm nur eine ,art
,vorstellungen 7,anschauung71 welche
uerlich heien1 nicht1 als ob sie sich
auf an sich selbst uere ,gegenstnde
bezgen1 sondern weil sie ,wahrnehmungen
auf den ,raum beziehen1 in welchem
alles auereinander1 er selbst der ,raum
aber in uns ist4 ,fr diesen
transzendentalen ,idealism haben wir uns
nun schon im ,anfange erklrt4 ,also
fllt bei unserem ,lehrbegriff alle
,bedenklichkeit weg1 das ,dasein der
,materie ebenso auf das ,zeugnis
unseres bloen ,selbstbewutseins
anzunehmen und dadurch fr bewiesen zu
erklren1 wie das ,dasein meiner selbst
als eines denkenden ,wesens4 ,denn ich
bin mir doch meiner ,vorstellungen
bewut2 also existieren diese und ich
selbst1 der ich diese ,vorstellungen
habe4 ,nun sind aber uere ,gegenstnde
7die ,krper7 blo ,erscheinungen1 mithin
auch nichts anderes1 als eine ,art
meiner ,vorstellungen1 deren ,gegenstnde
nur durch diese ,vorstellungen etwas
sind1 von ihnen abgesondert aber nichts
sind4 ,also existieren ebensowohl uere
,dinge1 als ich ,selbst existiere1 und
zwar beide auf das unmittelbare ,zeugnis
meines ,selbstbewutseins1 nur mit dem
,unterschiede3 da die ,vorstellung
meiner ,selbst1 als des denkenden
,subjekts1 blo auf den innern1 die
,vorstellungen aber1 welche ausgedehnte
,wesen bezeichnen1 auch auf den ueren
,sinn bezogen werden4 ,ich habe in
,absicht auf die ,wirklichkeit uerer
,gegenstnde ebensowenig ntig zu
schlieen1 als in ,ansehung der
,wirklichkeit des ,gegenstandes meines
inneren ,sinnes1 7meiner ,gedanken71
denn sie sind beiderseitig nichts als
,vorstellungen1 deren unmittelbare
,wahrnehmung 7,bewutsein7 zugleich ein
gengsamer ,beweis ihrer ,wirklichkeit
ist4 ,also ist der transzendentale
,idealist ein empirischer ,realist und
gesteht der ,materie1 als ,erscheinung1
eine ,wirklichkeit zu1 die nicht
geschlossen werden darf1 sondern
unmittelbar wahrgenommen wird4 ,dagegen
kommt der transzendentale ,realismus
notwendig in ,verlegenheit1 und sieht
sich gentigt1 dem empirischen
,idealismus ,platz einzurumen1 weil er
die ,gegenstnde uerer ,sinne fr etwas
von den ,sinnen selbst ,unterschiedenes
und bloe ,erscheinungen fr selbstndige
,wesen ansieht1 die sich auer uns
befinden2 da denn freilich1 bei unserem
besten ,bewutsein unserer ,vorstellung
von diesen ,dingen1 noch lange nicht
gewi ist1 da1 wenn die ,vorstellung
existiert1 auch der ihr
korrespondierende ,gegenstand existiere2
dahingegen in unserem ,system diese
ueren ,dinge1 die ,materie nmlich1 in
allen ihren ,gestalten und
,vernderungen1 nichts als bloe
,erscheinungen1 d4i4 ,vorstellungen in
uns sind1 deren ,wirklichkeit wir uns
unmittelbar bewut werden4 ,da nun1
soviel ich wei1 alle dem empirischen
,idealismus anhngenden ,psychologen
transzendentale ,realisten sind1 so
haben sie freilich ganz konsequent
verfahren1 dem empirischen ,idealism
groe ,wichtigkeit zuzugestehen1 als
einem von den ,problemen1 daraus die
menschliche ,vernunft sich schwerlich
zu helfen wisse4 ,denn in der ,tat1 wenn
man uere ,erscheinungen als
,vorstellungen ansieht1 die von ihren
,gegenstnden1 als an sich auer uns
befindlichen ,dingen1 in uns gewirkt
werden1 so ist nicht abzusehen1 wie man
dieser ihr ,dasein anders1 als durch
den ,schlu von der ,wirkung auf die
,ursache1 erkennen knne1 bei welchem es
immer zweifelhaft bleiben mu1 ob die
letztere in uns1 oder auer uns sei4
,nun kann man zwar einrumen3 da von
unseren ueren ,anschauungen etwas1 was
im transzendentalen ,verstande auer uns
sein mag1 die ,ursache sei1 aber dieses
ist nicht der ,gegenstand1 den wir
unter den ,vorstellungen der ,materie
und krperlicher ,dinge verstehen2 denn
diese sind lediglich ,erscheinungen1
d4i4 bloe ,vorstellungsarten1 die sich
jederzeit nur in uns befinden1 und
deren ,wirklichkeit auf dem
unmittelbaren ,bewutsein ebenso1 wie
das ,bewutsein meiner eigenen ,gedanken
beruht4 ,der transzendentale
,gegenstand ist1 sowohl in ,ansehung der
inneren als ueren ,anschauung1 gleich
unbekannt4 ,von ihm aber ist auch nicht
die ,rede1 sondern von dem empirischen1
welcher alsdann ein uerer heit1 wenn er
im ,raume1 und ein innerer
,gegenstand1 wenn er lediglich im
,zeitverhltnisse vorgestellt wird1
,raum aber und ,zeit sind beide nur in
uns anzutreffen4 ,weil indessen der
,ausdruck3 auer uns1 eine nicht zu
vermeidende ,zweideutigkeit bei sich
fhrt1 indem er bald etwas bedeutet1 was
als ,ding an sich selbst von uns
unterschieden existiert1 bald was blo
zur ueren ,erscheinung gehrt1 so wollen
wir1 um diesen ,begriff in der
letzteren ,bedeutung1 als in welcher
eigentlich die psychologische ,frage1
wegen der ,realitt unserer ueren
,anschauung1 genommen wird1 auer
,unsicherheit zu setzen1 empirisch
uerliche ,gegenstnde dadurch von denen1
die so im transzendentalen ,sinne heien
mchten1 unterscheiden1 da wir sie
geradezu ,dinge nennen1 die im ,raume
anzutreffen sind4 ,raum und ,zeit
sind zwar ,vorstellungen a priori1
welche uns als ,formen unserer
sinnlichen ,anschauung beiwohnen1 ehe
noch ein wirklicher ,gegenstand unseren
,sinn durch ,empfindung bestimmt hat1
um ihn unter jenen sinnlichen
,verhltnissen vorzustellen4 ,allein
dieses ,materielle oder ,reale1 dieses
,etwas1 was im ,raume angeschaut werden
soll1 setzt notwendig ,wahrnehmung
voraus1 und kann unabhngig von dieser1
welche die ,wirklichkeit von etwas im
,raume anzeigt1 durch keine
,einbildungskraft gedichtet und
hervorgebracht werden4 ,empfindung ist
also dasjenige1 was eine ,wirklichkeit
im ,raume und der ,zeit bezeichnet1
nachdem sie auf die eine1 oder die
andere ,art der sinnlichen ,anschauung
bezogen wird4 ,ist ,empfindung einmal
gegeben1 7welche1 wenn sie auf einen
,gegenstand berhaupt1 ohne diesen zu
bestimmen1 angewandt wird1 ,wahrnehmung
heit17 so kann durch die
,mannigfaltigkeit derselben mancher
,gegenstand in der ,einbildung
gedichtet werden1 der auer der
,einbildung im ,raume oder der ,zeit
keine empirische ,stelle hat4 ,dieses
ist ungezweifelt gewi1 man mag nun die
,empfindungen1 ,lust und ,schmerz1 oder
auch der ueren1 als ,farben1 ,wrme usw4
nehmen1 so ist ,wahrnehmung dasjenige1
wodurch der ,stoff1 um ,gegenstnde der
sinnlichen ,anschauung zu denken1 zuerst
gegeben werden mu4 ,diese ,wahrnehmung
stellt also1 7damit wir diesmal nur
bei ueren ,anschauungen bleiben7 etwas
,wirkliches im ,raume vor4 ,denn
erstlich ist ,wahrnehmung die
,vorstellung einer ,wirklichkeit1 so
wie ,raum die ,vorstellung einer bloen
,mglichkeit des ,beisammenseins4
,zweitens wird diese ,wirklichkeit vor
dem ueren ,sinn1 d4i4 im ,raume
vorgestellt4 ,drittens ist der ,raum
selbst nichts anderes1 als bloe
,vorstellung1 mithin kann in ihm nur das
als wirklich gelten1 was in ihm
vorgestellt99 wird1 und umgekehrt1 was
in ihm gegeben1 d4i4 durch ,wahrnehmung
vorgestellt wird1 ist in ihm auch
wirklich2 denn wre es in ihm nicht
wirklich1 d4i4 unmittelbar durch
empirische ,anschauung gegeben1 so
knnte es auch nicht erdichtet werden1
weil man das ,reale der ,anschauungen
gar nicht a priori erdenken kann4 99
,man mu diesen paradoxen1 aber richtigen
,satz wohl merken3 da im ,raume
nichts sei1 als was in ihm vorgestellt
wird4 ,denn der ,raum ist selbst
nichts anderes1 als ,vorstellung1
folglich was in ihm ist1 mu in der
,vorstellung enthalten sein1 und im
,raume ist gar nichts1 auer1 sofern
es in ihm wirklich vorgestellt wird4
,ein ,satz1 der allerdings
befremdlich klingen mu3 da eine ,sache
nur in der ,vorstellung von ihr
existieren knne1 der aber hier das
,anstige verliert1 weil die ,sachen1
mit denen wir es zu tun haben1 nicht
,dinge an sich1 sondern nur
,erscheinungen1 d4i4 ,vorstellungen
sind4 ,alle uere ,wahrnehmung also
beweist unmittelbar etwas ,wirkliches im
,raume1 oder ist vielmehr das
,wirkliche selbst1 und insofern ist also
der empirische ,realismus auer
,zweifel1 d4i4 es korrespondiert unseren
ueren ,anschauungen etwas ,wirkliches
im ,raume4 ,freilich ist der ,raum
selbst1 mit allen seinen ,erscheinungen1
als ,vorstellungen1 nur in mir1 aber
in diesem ,raume ist doch gleichwohl das
,reale1 oder der ,stoff aller
,gegenstnde uerer ,anschauung1 wirklich
und unabhngig von aller ,erdichtung
gegeben1 und es ist auch unmglich3 da in
diesem ,raume irgend etwas auer uns
7im transzendentalen ,sinne7 gegeben
werden sollte1 weil der ,raum selbst
auer unserer ,sinnlichkeit nichts ist4
,also kann der strengste ,idealist nicht
verlangen1 man solle beweisen3 da
unserer ,wahrnehmung der ,gegenstand
auer uns 7in strikter ,bedeutung7
entspreche4 ,denn wenn es dergleichen
gbe1 so wrde es doch nicht als auer uns
vorgestellt und angeschaut werden
knnen1 weil dieses den ,raum
voraussetzt1 und die ,wirklichkeit im
,raume1 als einer bloen ,vorstellung1
nichts anderes als die ,wahrnehmung
selbst ist4 ,das ,reale uerer
,erscheinungen ist also wirklich nur in
der ,wahrnehmung und kann auf keine
andere ,weise wirklich sein4 ,aus
,wahrnehmungen kann nun1 durch ein bloes
,spiel der ,einbildung1 oder auch
vermittels der ,erfahrung1 ,erkenntnis
der ,gegenstnde erzeugt werden4 ,und da
knnen allerdings trgliche
,vorstellungen entspringen1 denen die
,gegenstnde nicht entsprechen und wobei
die ,tuschung bald einem ,blendwerke
der ,einbildung1 7im ,traume71 bald
einem ,fehltritte der ,urteilskraft
7beim sogenannten ,betruge der ,sinne7
beizumessen ist4 ,um nun hierin dem
falschen ,scheine zu entgehen1 verfhrt
man nach der ,regel3 ,was mit einer
,wahrnehmung nach empirischen ,gesetzen
zusammenhngt1 ist wirklich4 ,allein
diese ,tuschung sowohl1 als die
,verwahrung wider dieselbe1 trifft
ebensowohl den ,idealismus als den
,dualism1 indem es dabei nur um die
,form der ,erfahrung zu tun ist4 ,den
empirischen ,idealismus1 als eine
falsche ,bedenklichkeit wegen der
objektiven ,realitt unserer ueren
,wahrnehmungen1 zu widerlegen1 ist
schon hinreichend3 da uere ,wahrnehmung
eine ,wirklichkeit im ,raume
unmittelbar beweise1 welcher ,raum1 ob
er zwar an sich nur bloe ,form der
,vorstellungen ist1 dennoch in ,ansehung
aller ueren ,erscheinungen 7die auch
nichts anderes als bloe ,vorstellungen
sind7 objektive ,realitt hat2
imgleichen3 da ohne ,wahrnehmung selbst
die ,erdichtung und der ,traum nicht
mglich sind1 unsere ueren ,sinne also1
den datis nach1 woraus ,erfahrung
entspringen kann1 ihre wirklichen
korrespondierenden ,gegenstnde im ,raume
haben4 ,der dogmatische ,idealist
wrde derjenige sein1 der das ,dasein der
,materie leugnet1 der skeptische1 der
sie bezweifelt1 weil er sie fr
unerweislich hlt4 ,der erstere kann es
nur darum sein1 weil er in der
,mglichkeit einer ,materie berhaupt
,widersprche zu finden glaubt1 und mit
diesem haben wir es jetzt noch nicht zu
tun4 ,der folgende ,abschnitt von
dialektischen ,schlssen1 der die
,vernunft in ihrem inneren ,streite in
,ansehung der ,begriffe1 die sich von
der ,mglichkeit dessen1 was in den
,zusammenhang der ,erfahrung gehrt1
vorstellt1 wird auch dieser
,schwierigkeit abhelfen4 ,der skeptische
,idealist aber1 der blo den ,grund
unserer ,behauptung anficht und unsere
berredung von dem ,dasein der ,materie1
die wir auf unmittelbare ,wahrnehmung
zu grnden glauben1 fr unzureichend
erklrt1 ist sofern ein ,wohltter der
menschlichen ,vernunft1 als er uns
ntigt1 selbst bei dem kleinsten
,schritte der gemeinen ,erfahrung1 die
,augen wohl aufzutun1 und1 was wir
vielleicht nur erschleichen1 nicht
sogleich als wohlerworben in unseren
,besitz aufzunehmen4 ,der ,nutzen1 den
diese idealistischen ,entwrfe hier
schaffen1 fllt jetzt klar in die ,augen4
,sie treiben uns mit ,gewalt dahin1
wenn wir uns nicht in unseren gemeinsten
,behauptungen verwickeln wollen1 alle
,wahrnehmungen1 sie mgen nun innere1
oder uere heien1 blo als ein ,bewutsein
dessen1 was unserer ,sinnlichkeit
anhngt und die ueren ,gegenstnde
derselben nicht fr ,dinge an sich
selbst1 sondern nur fr ,vorstellungen
anzusehen1 deren wir uns1 wie jeder
anderen ,vorstellung1 unmittelbar bewut
werden knnen1 die aber darum uere
heien1 weil sie demjenigen ,sinne
anhngen1 den wir den ueren ,sinn nennen1
dessen ,anschauung der ,raum ist1 der
aber doch selbst nichts anders1 als eine
innere ,vorstellungsart ist1 in
welcher sich gewisse ,wahrnehmungen
miteinander verknpfen4 ,wenn wir uere
,gegenstnde fr ,dinge an sich gelten
lassen1 so ist schlechthin unmglich zu
begreifen1 wie wir zur ,erkenntnis ihrer
,wirklichkeit auer uns kommen sollten1
indem wir um blo auf die ,vorstellung
sttzen1 die in uns ist4 ,denn man kann
doch auer sich nicht empfinden1 sondern
nur in sich selbst1 und das ganze
,selbstbewutsein liefert daher nichts1
als lediglich unsere eigenen
,bestimmungen4 ,also ntigt uns der
skeptische ,idealism1 die einzige
,zuflucht1 die uns brig bleibt1 nmlich
zu der ,idealitt aller ,erscheinungen
zu ergreifen1 welche wir in der
transzendentalen sthetik unabhngig von
diesen ,folgen1 die wir damals nicht
voraussehen konnten1 dargetan haben4
,fragt man nun3 ob denn diesem zufolge
der ,dualism allein in der ,seelenlehre
stattfinde1 so ist die ,antwort3
,allerdings6 aber nur im empirischen
,verstande1 d4i4 in dem ,zusammenhange
der ,erfahrung ist wirklich ,materie1
als ,substanz in der ,erscheinung1 dem
ueren ,sinne1 so wie das denkende ,ich1
gleichfalls als ,substanz in der
,erscheinung1 vor dem inneren ,sinne
gegeben und nach den ,regeln1 welche
diese ,kategorie in den ,zusammenhang
unserer uerer sowohl als innerer
,wahrnehmungen zu einer ,erfahrung
hineinbringt1 mssen auch beiderseits
,erscheinungen unter sich verknpft
werden4 ,wollte man aber den ,begriff
des ,dualismus1 wie es gewhnlich
geschieht1 erweitern und ihn im
transzendentalen ,verstande nehmen1 so
htten weder er1 noch der ihm
entgegengesetzte ,pneumatismus
einerseits1 oder der ,materialismus
andererseits1 nicht den mindesten
,grund1 indem man alsbald die
,bestimmung seiner ,begriffe verfehlte1
und die ,verschiedenheit der
,vorstellungsart von ,gegenstnden1 die
uns nach dem1 was sie an sich sind1
unbekannt bleiben1 fr eine
,verschiedenheit dieser ,dinge selbst
hlt4 ,ich1 durch den inneren ,sinn in
der ,zeit vorgestellt1 und ,gegenstnde
im ,raume1 auer mir1 sind zwar skeptisch
ganz unterschiedene ,erscheinungen1
aber dadurch werden sie nicht als
verschiedene ,dinge gedacht4 ,das
transzendentale ,objekt1 welches den
ueren ,erscheinungen1 imgleichen das1
was der inneren ,anschauung zum ,grunde
liegt1 ist weder ,materie1 noch ein
denkend ,wesen an sich selbst1 sondern
ein uns unbekannter ,grund der
,erscheinungen1 die den empirischen
,begriff von der ersten sowohl als
zweiten ,art an die ,hand geben4
,wenn wir also1 wie uns denn die
gegenwrtige ,kritik augenscheinlich
dazu ntigt1 der oben festgesetzten
,regel treu bleiben1 unsere ,fragen
nicht weiterzutreiben1 als nur soweit
mgliche ,erfahrung uns das ,objekt
derselben an die ,hand geben kann3 so
werden wir es uns nicht einmal
einfallen lassen1 ber die ,gegenstnde
unserer ,sinne nach demjenigen1 was sie
an sich selbst1 d4i4 ohne alle
,beziehung auf die ,sinne sein mgen1
,erkundigung anzustellen ,wenn aber der
,psycholog ,erscheinungen fr ,dinge an
sich selbst nimmt1 so mag er als
,materialist einzig und allein ,materie1
oder als ,spiritualist blo denkende
,wesen 7nmlich nach der ,form unseres
inneren ,sinnes7 oder als ,dualist
beide1 als fr sich existierende ,dinge1
in seinen ,lehrbegriff aufnehmen1 so
ist er doch immer durch ,miverstand
hingehalten ber die ,art zu vernnfteln1
wie dasjenige an sich selbst existieren
mge1 was doch kein ,ding an sich1
sondern nur die ,erscheinung eines
,dinges berhaupt ist4
,betrachtung ber die ,summe der reinen
,seelenlehre1 zufolge diesen
,paralogismen ,wenn wir die
,seelenlehre1 als die ,physiologie der
inneren ,sinnes mit der ,krperlehre1
als einer ,physiologie der ,gegenstnde
uerer ,sinne vergleichen3 so finden
wir1 auer dem1 da in beiden vieles
empirisch erkannt werden kann1 doch
diesen merkwrdigen ,unterschied1 da in
der letzteren ,wissenschaft doch vieles
a priori1 aus dem bloen ,begriffe
eines ausgedehnten undurchdringlichen
,wesens1 in der ersteren aber1 aus dem
,begriffe eines denkenden ,wesens1 gar
nichts a priori synthetisch erkannt
werden kann4 ,die ,ursache ist diese4
,obgleich beides ,erscheinungen sind1
so hat doch die ,erscheinung vor dem
ueren ,sinne etwas ,stehendes1 oder
,bleibendes1 welches ein1 den
wandelbaren ,bestimmungen zum ,grunde
liegendes ,substratum und mithin einen
synthetischen ,begriff1 nmlich den vom
,raume und einer ,erscheinung in
demselben1 an die ,hand gibt1 anstatt da
die ,zeit1 welche die einzige ,form
unserer inneren ,anschauung ist1 nichts
,bleibendes hat1 mithin nur den
,wechsel der ,bestimmungen1 nicht aber
den bestimmbaren ,gegenstand zu
erkennen gibt4 ,denn1 in dem was wir
,seele nennen1 ist alles im
kontinuierlichen ,flusse und nichts
,bleibendes1 auer etwa 7wenn man es
durchaus will7 das darum so einfache
,ich1 weil diese ,vorstellung keinen
,inhalt1 mithin kein ,mannigfaltiges
hat1 weswegen sie auch scheint ein
einfaches ,objekt vorzustellen1 oder
besser gesagt1 zu bezeichnen4 ,dieses
,ich mte eine ,anschauung sein1 welche1
da sie beim ,denken berhaupt 7vor aller
,erfahrung7 vorausgesetzt wrde1 als
,anschauung a priori synthetische ,stze
lieferte1 wenn es mglich sein sollte1
eine reine ,vernunfterkenntnis von der
,natur eines denkenden ,wesens berhaupt
zustande zu bringen4 ,allein dieses
,ich ist sowenig ,anschauung1 als
,begriff von irgendeinem ,gegenstande1
sondern die bloe ,form des ,bewutseins1
welches beiderlei ,vorstellungen
begleiten1 und sie dadurch zu
,erkenntnissen erheben kann1 sofern
nmlich dazu noch irgend etwas anderes
in der ,anschauung gegeben wird1 welches
zu einer ,vorstellung von einem
,gegenstande ,stoff darreicht4 ,also
fllt die ganze rationale ,psychologie1
als eine1 alle ,krfte der menschlichen
,vernunft bersteigende ,wissenschaft1
und es bleibt uns nichts brig1 als
unsere ,seele an dem ,leitfaden der
,erfahrung zu studieren und uns in den
,schranken der ,fragen zu halten1 die
nicht weiter gehen1 als mgliche innere
,erfahrung ihren ,inhalt darlegen kann4
,ob sie nun aber gleich als erweiternde
,erkenntnis keinen ,nutzen hat1 sondern
als solche aus lauter ,paralogismen
zusammengesetzt ist1 so kann man ihr
doch1 wenn es fr nichts mehr1 als eine
kritische ,behandlung unserer
dialektischer ,schlsse1 und zwar der
gemeinen und natrlichen ,vernunft
gelten soll1 einen wichtigen negativen
,nutzen nicht absprechen4 ,wozu
haben wir wohl eine blo auf reine
,vernunftprinzipien gegrndete
,seelenlehre ntig8 ,ohne ,zweifel
vorzglich in der ,absicht1 um unser
denkendes ,selbst wider die ,gefahr des
,materialismus zu sichern4 ,dieses
leistet aber der ,vernunftbegriff von
unserem denkenden ,selbst1 den wir
gegeben haben4 ,denn weit gefehlt1 da
nach demselben einige ,furcht brig
bliebe1 da1 wenn man die ,materie
wegnhme1 dadurch alles ,denken und
selbst die ,existenz denkender ,wesen
aufgehoben werden wrde1 so wird
vielmehr klar gezeigt3 da1 wenn ich das
denkende ,subjekt wegnhme1 die ganze
,krperwelt wegfallen mu1 als die nichts
ist1 als die ,erscheinung in der
,sinnlichkeit unseres ,subjekts und eine
,art ,vorstellungen desselben4
,dadurch erkenne ich zwar freilich
dieses denkende ,selbst seinen
,eigenschaften nach nicht besser1 noch
kann ich seine ,beharrlichkeit1 ja
selbst nicht einmal die ,unabhngigkeit
seiner ,existenz1 von dem etwaigen
transzendentalen ,substratum uerer
,erscheinungen einsehen1 denn dieses
ist mir1 ebensowohl als jenes1
unbekannt4 ,weil es aber gleichwohl
mglich ist1 da ich anderswoher1 als aus
blo spekulativen ,grnden ,ursache
hernhme1 eine selbstndige und bei allem
mglichen ,wechsel meines ,zustandes
beharrliche ,existenz meiner denkenden
,natur zu hoffen1 so ist dadurch schon
viel gewonnen1 bei dem freien
,gestndnis meiner eigenen ,unwissenheit1
dennoch die dogmatischen ,angriffe
eines spekulativen ,gegners abtreiben zu
knnen1 und ihm zu zeigen3 da er
niemals mehr von der ,natur meines
,subjekts wissen knne1 um meinen
,erwartungen die ,mglichkeit
abzusprechen1 als ich1 um mich an ihnen
zu halten4 ,auf diesen
transzendentalen ,schein unserer
psychologischen ,begriffe grnden sich
dann noch drei dialektische ,fragen1
welche das eigentliche ,ziel der
rationalen ,psychologie ausmachen1 und
nirgends anders1 als durch obige
,untersuchungen entschieden werden
knnen3 nmlich #a7 von der ,mglichkeit
der ,gemeinschaft der ,seele mit einem
organischen ,krper1 d4i4 der ,animalitt
und dem ,zustande der ,seele im ,leben
des ,menschen1 #b7 vom ,anfange dieser
,gemeinschaft1 d4i4 der ,seele in und
vor der ,geburt des ,menschen1 #c7 dem
,ende dieser ,gemeinschaft1 d4i4 der
,seele im und nach dem ,tode des
,menschen 7,frage wegen der
,unsterblichkeit74 ,ich behaupte nun3
da alle ,schwierigkeiten1 die man bei
diesen ,fragen vorzufinden glaubt1 und
mit denen1 als dogmatischen ,einwrfen1
man sich das ,ansehen einer tieferen
,einsicht in die ,natur der ,dinge1 als
der gemeine ,verstand wohl haben kann1
zu geben sucht1 auf einem bloen
,blendwerke beruhe1 nach welchem man
das1 was blo in ,gedanken existiert1
hypostasiert1 und in ebenderselben
,qualitt1 als einen wirklichen
,gegenstand auerhalb dem denkenden
,subjekte annimmt1 nmlich ,ausdehnung1
die nichts als ,erscheinung ist1 fr
eine1 auch ohne unsere ,sinnlichkeit1
subsistierende ,eigenschaft uerer
,dinge1 und ,bewegung fr deren
,wirkung1 welche auch auer unseren
,sinnen an sich wirklich vorgeht1 zu
halten4 ,denn die ,materie1 deren
,gemeinschaft mit der ,seele so groes
,bedenken erregt1 ist nichts anderes als
eine bloe ,form1 oder eine gewisse
,vorstellungsart eines unbekannten
,gegenstandes1 durch diejenige
,anschauung1 welche man den ueren ,sinn
nennt4 ,es mag also wohl etwas auer uns
sein1 dem diese ,erscheinung1 welche
wir ,materie nennen1 korrespondiert2
aber1 in derselben ,qualitt als
,erscheinung ist es nicht auer uns1
sondern lediglich als ein ,gedanke in
uns1 wiewohl dieser ,gedanke durch
genannten ,sinn1 es als auer uns
befindlich vorstellt4 ,materie bedeutet
also nicht eine von dem ,gegenstande
des inneren ,sinnes 7,seele7 so ganz
unterschiedene und heterogene ,art von
,substanzen1 sondern nur die
,ungleichartigkeit der ,erscheinungen
von ,gegenstnden 7die uns an sich selbst
unbekannt sind71 deren ,vorstellungen
wir uere nennen1 in ,vergleichung mit
denen1 die wir zum inneren ,sinne zhlen1
ob sie gleich ebensowohl blo zum
denkenden ,subjekte1 ab alle brigen
,gedanken1 gehren1 nur da sie dieses
,tuschende an sich haben3 da1 da sie
,gegenstnde im ,raume vorstellen1 sich
gleichsam von der ,seele ablsen und auer
ihr zu schweben scheinen1 da doch
selbst der ,raum1 darin sie angeschaut
werden1 nichts als eine ,vorstellung
ist1 deren ,gegenbild in derselben
,qualitt auer der ,seele gar nicht
angetroffen werden kann4 ,nun ist die
,frage nicht mehr3 von der ,gemeinschaft
der ,seele mit anderen bekannten und
fremdartigen ,substanzen auer um1
sondern blo von der ,verknpfung der
,vorstellungen des inneren ,sinnes mit
den ,modifikationen unserer ueren
,sinnlichkeit1 und wie diese
untereinander nach bestndigen ,gesetzen
verknpft sein mgen1 so da sie in einer
,erfahrung zusammenhngen4 ,solange
wir innere und uere ,erscheinungen1 als
bloe ,vorstellungen in der ,erfahrung1
miteinander zusammenhalten1 so finden
wir nichts ,widersinnisches und welches
die ,gemeinschaft beider ,art ,sinne
befremdlich machte4 ,sobald wir aber die
ueren ,erscheinungen hypostasieren1
sie nicht mehr als ,vorstellungen1
sondern in derselben ,qualitt1 wie sie
in uns sind1 auch als auer uns fr sich
bestehende ,dinge1 ihre ,handlungen
aber1 die sie als ,erscheinungen
gegeneinander im ,verhltnis zeigen1 auf
unser denkendes ,subjekts beziehen1 so
haben wir einen ,charakter der
wirkenden ,ursachen auer uns1 der sich
mit ihren ,wirkungen in uns nicht
zusammenreimen will1 weil jener sich blo
auf uere ,sinne1 diese aber auf den
inneren ,sinn beziehen1 welche1 ob sie
zwar in einem ,subjekte vereinigt1
dennoch hchst ungleichartig sind4 ,da
haben wir denn keine anderen uere
,wirkungen1 als ,vernderungen des
,ortes1 und keine ,krfte1 als blo
,bestrebungen1 welche auf ,verhltnisse
im ,raume1 als ihre ,wirkungen1
auslaufen4 ,in uns aber sind die
,wirkungen ,gedanken1 unter denen kein
,verhltnis des ,ortes1 ,bewegung1
,gestalt1 oder ,raumesbestimmung
berhaupt stattfindet1 und wir verlieren
den ,leitfaden der ,ursachen gnzlich an
den ,wirkungen1 die sich davon in dem
inneren ,sinne zeigen sollten4 ,aber
wir sollten bedenken3 da nicht die
,krper ,gegenstnde an sich sind1 die
uns gegenwrtig sind1 sondern eine bloe
,erscheinung1 wer wei1 welches
unbekannten ,gegenstandes1 da die
,bewegung nicht die ,wirkung dieser
unbekannten ,ursache1 sondern blo die
,erscheinung ihres ,einflusses auf
unsere ,sinne sei1 da folglich beide
nicht etwas auer uns1 sondern blo
,vorstellungen in uns sind1 mithin da
nicht die ,bewegung der ,materie in uns
,vorstellungen wirke1 sondern da sie
selbst 7mithin auch die ,materie1 die
sich dadurch kennbar macht7 bloe
,vorstellung sei und endlich die ganze
selbstgemachte ,schwierigkeit darauf
hinauslaufe3 wie und durch welche
,ursache die ,vorstellungen unserer
,sinnlichkeit so untereinander in
,verbindung stehen1 da diejenige1
welche wir uere ,anschauungen nennen1
nach empirischen ,gesetzen1 als
,gegenstnde auer uns1 vorgestellt werden
knnen1 welche ,frage nun ganz und gar
nicht die vermeinte ,schwierigkeit
enthlt1 den ,ursprung der
,vorstellungen von auer uns befindlichen
ganz fremdartigen wirkenden ,ursachen
zu erklren1 indem wir die
,erscheinungen einer unbekannten
,ursache fr die ,ursache auer uns
nehmen1 welches nichts als ,verwirrung
veranlassen kann4 ,in ,urteilen1 in
denen eine durch lange ,gewohnheit
eingewurzelte ,mideutung vorkommt1 ist
es unmglich1 die ,berichtigung sofort zu
derjenigen ,falichkeit zu bringen1
welche in anderen ,fllen gefordert
werden kann1 wo keine dergleichen
unvermeidliche ,illusion den ,begriff
verwirrt4 ,daher wird diese unsere
,befreiung der ,vernunft von
sophistischen ,theorien schwerlich schon
die ,deutlichkeit haben1 die ihr zur
vlligen ,befriedigung ntig ist4 ,ich
glaube1 diese auf folgende ,weise
befrdern zu knnen4 ,alle ,einwrfe
knnen in dogmatische1 kritische und
skeptische eingeteilt werden4 ,der
dogmatische ,einwurf ist1 der wider
einen ,satz1 der kritische1 der wider
den ,beweis eines ,satzes gerichtet ist4
,der erstere bedarf einer ,einsicht in
die ,beschaffenheit der ,natur des
,gegenstandes1 um das ,gegenteil von
demjenigen behaupten zu knnen1 was der
,satz von diesem ,gegenstande vorgibt1
er ist daher selbst dogmatisch und gibt
vor1 die ,beschaffenheit1 von der die
,rede1 ist1 besser zu kennen1 als der
,gegenteil4 ,der kritische ,einwurf1
weil er den ,satz in seinem ,werte oder
,unwerte unangetastet lt1 und nur den
,beweis anficht1 bedarf gar nicht den
,gegenstand besser zu kennen1 oder sich
einer besseren ,kenntnis desselben
anzumaen2 er zeigt nur1 da die
,behauptung grundlos1 nicht1 da sie
unrichtig sei4 ,der skeptische stellt
,satz und ,gegensatz wechselseitig
gegeneinander1 als ,einwrfe von
gleicher ,erheblichkeit1 einen jeden
derselben wechselweise als ,dogma und
den anderen als dessen ,einwurf1 ist
also auf zwei entgegengesetzten ,seiten
dem ,scheine nach dogmatisch1 um alles
,urteil ber den ,gegenstand gnzlich zu
vernichten4 ,der dogmatische also
sowohl1 als skeptische ,einwurf1 mssen
beide so viel ,einsicht ihres
,gegenstandes vorgeben1 als ntig ist1
etwas von ihm bejahend oder verneinend
zu behaupten4 ,der kritische ist allein
von der ,art1 da1 indem er blo zeigt1
man nehme zum ,behuf seiner ,behauptung
etwas an1 was nichtig und blo
eingebildet ist1 die ,theorie strzt1
dadurch1 da sie ihr die angemate
,grundlage entzieht1 ohne sonst etwas
ber die ,beschaffenheit des
,gegenstandes ausmachen zu wollen4
,nun sind wir nach den gemeinen
,begriffen unserer ,vernunft in
,ansehung der ,gemeinschaft1 darin
unser denkendes ,subjekt mit den ,dingen
auer uns steht1 dogmatisch und sehen
diese als wahrhafte unabhngig von uns
bestehende ,gegenstnde an1 nach einem
gewissen transzendentalen ,dualism1 der
jene ueren ,erscheinungen nicht als
,vorstellungen zum ,subjekte zhlt1
sondern sie1 so wie sinnliche
,anschauung sie uns liefert1 auer uns
als ,objekte versetzt und sie von dem
denkenden ,subjekte gnzlich abtrennt4
,diese ,subreption ist nun die
,grundlage aller ,theorien ber die
,gemeinschaft zwischen ,seele und
,krper1 und es wird niemals gefragt3 ob
denn diese objektive ,realitt der
,erscheinungen so ganz richtig sei1
sondern diese wird als zugestanden
vorausgesetzt und nur ber die ,art
vernnftelt1 wie sie erklrt und
begriffen werden msse4 ,die gewhnlichen
drei hierber erdachten und wirklich
einzig mglichen ,systeme sind die1 des
physischen ,einflusses1 der vorher
bestimmten ,harmonie und der
bernatrlichen ,assistenz4 ,die zwei
letzteren ,erklrungsarten der
,gemeinschaft der ,seele mit der
,materie sind auf ,einwrfe gegen die
erstere1 welche die ,vorstellung des
gemeinen ,verstandes ist1 gegrndet1 da
nmlich dasjenige1 was als ,materie
erscheint1 durch seinen unmittelbaren
,einflu nicht die ,ursache von
,vorstellungen1 als einer ganz
heterogenen ,art von ,wirkungen1 sein
knne4 ,sie knnen aber alsdann mit dem1
was sie unter dem ,gegenstande uerer
,sinne verstehen1 nicht den ,begriff
einer ,materie verbinden1 welche nichts
als ,erscheinung1 mithin schon an sich
selbst bloe ,vorstellung1 die durch
irgendwelche ueren ,gegenstnde gewirkt
worden1 denn sonst wrden sie sagen2 da
die ,vorstellungen uerer ,gegenstnde
7die ,erscheinungen7 nicht uere
,ursachen der ,vorstellungen in unserem
,gemte sein knnen1 welches ein ganz
sinnleerer ,einwurf sein wrde1 weil es
niemanden einfallen wird1 das1 was er
einmal als bloe ,vorstellung anerkannt
hat1 fr eine uere ,ursache zu halten4
,sie mssen also nach unseren ,grundstzen
ihre ,theorie darauf richten3 da
dasjenige1 was der wahre
7transzendentale7 ,gegenstand unsrer
ueren ,sinne ist1 nicht die ,ursache
derjenigen ,vorstellungen
7,erscheinungen7 sein knne1 die wir
unter dem ,namen ,materie verstehen4
,da nun niemand mit ,grund vorgeben
kann1 etwas von der transzendentalen
,ursache unserer ,vorstellungen uerer
,sinne zu kennen1 so ist ihre
,behauptung ganz grundlos4 ,wollten aber
die vermeinten ,verbesserer der ,lehre
vom physischen ,einflusse1 nach der
gemeinen ,vorstellungsart eines
transzendentalen ,dualism1 die ,materie1
als solche1 fr ein ,ding an sich
selbst 7und nicht als bloe ,erscheinung
eines unbekannten ,dinges7 ansehen und
ihren ,einwurf dahin richten1 zu
zeigen3 da ein solcher uerer
,gegenstand1 welcher keine andere
,kausalitt als die der ,bewegungen an
sich zeigt1 nimmermehr die wirkende
,ursache von ,vorstellungen sein knne1
sondern da sich ein drittes ,wesen
deshalb ins ,mittel schlagen msse1 um1
wo nicht ,wechselwirkung1 doch
wenigstens ,korrespondenz und ,harmonie
zwischen beiden zu stiften3 so wrden
sie ihre ,widerlegung davon anfangen1
das proton pheydos des physischen
,einflusses in ihrem ,dualismus
anzunehmen1 und also durch ihren
,einwurf nicht sowohl den natrlichen
,einflu1 sondern ihre eigene
dualistische ,voraussetzung widerlegen4
,denn alle ,schwierigkeiten1 welche die
,verbindung der denkenden ,natur mit
der ,materie treffen1 entspringen ohne
,ausnahme lediglich aus jener
erschlichenen dualistischen
,vorstellung3 da ,materie1 als solche1
nicht ,erscheinung1 d4i4 bloe
,vorstellung des ,gemts1 der ein
unbekannter ,gegenstand entspricht1
sondern der ,gegenstand an sich selbst
sei1 so wie er auer uns und unabhngig
von aller ,sinnlichkeit existiert4
,es kann also wider den gemein
angenommenen physischen ,einflu kein
dogmatischer ,einwurf gemacht werden4
,denn nimmt der ,gegner an3 da ,materie
und ihre ,bewegung bloe ,erscheinungen
und also selbst nur ,vorstellungen
seien1 so kann er nur darin die
,schwierigkeit setzen3 da der
unbekannte ,gegenstand unserer
,sinnlichkeit nicht die ,ursache der
,vorstellungen in uns sein knne1 welches
aber vorzugeben ihn nicht das mindeste
berechtigt1 weil niemand von einem
unbekannten ,gegenstande ausmachen
kann1 was er tun oder nicht tun knne4
,er mu aber1 nach unseren obigen
,beweisen1 diesen transzendentalen
,idealism notwendig einrumen1 wofern er
nicht offenbar ,vorstellungen
hypostasieren und sie1 als wahre ,dinge1
auer sich versetzen will4
,gleichwohl kann wider die gemeine
,lehrmeinung des physischen ,einflusses
ein gegrndeter kritischer ,einwurf
gemacht werden4 ,eine solche
vorgegebene ,gemeinschaft zwischen zwei
,arten von ,substanzen1 der denkenden
und der ausgedehnten1 legt einen groben
,dualism zum ,grunde und macht die
letztere1 die doch nichts als bloe
,vorstellungen des denkenden ,subjekts
sind1 zu ,dingen1 die fr sich bestehen4
,also kann der miverstandene physische
,einflu dadurch vllig vereitelt werden1
da man den ,beweisgrund desselben als
nichtig und erschlichen aufdeckt4
,die berchtigte ,frage1 wegen der
,gemeinschaft des ,denkenden und
,ausgedehnten1 wrde also1 wenn man alles
,eingebildete absondert1 lediglich
darauf hinauslaufen3 wie in einem
denkenden ,subjekt berhaupt1 uere
,anschauung1 nmlich die des ,raumes
7einer ,erfllung desselben ,gestalt und
,bewegung7 mglich sei4 ,auf diese
,frage aber ist es keinem ,menschen
mglich1 eine ,antwort zu finden1 und man
kann diese ,lcke unseres ,wissens
niemals ausfllen1 sondern nur dadurch
bezeichnen1 da man die ueren
,erscheinungen einem transzendentalen
,gegenstande zuschreibt1 welcher die
,ursache dieser ,art ,vorstellungen
ist1 den wir aber gar nicht kennen1 noch
jemals einigen ,begriff von ihm
bekommen werden4 ,in allen ,aufgaben1
die im ,felde der ,erfahrung vorkommen
mgen1 behandeln wir jene ,erscheinungen
als ,gegenstnde an sich selbst1 ohne
uns um den ersten ,grund ihrer
,mglichkeit 7als ,erscheinungen7 zu
bekmmern4 ,gehen wir aber ber deren
,grenze hinaus1 so wird der ,begriff
eines transzendentalen ,gegenstandes
notwendig4 ,von diesen ,erinnerungen1
ber die ,gemeinschaft zwischen dem
denkenden und den ausgedehnten ,wesen1
ist die ,entscheidung aller
,streitigkeiten oder ,einwrfe1 welche
den ,zustand der denkenden ,natur vor
dieser ,gemeinschaft 7dem ,leben71 oder
nach aufgehobener solchen ,gemeinschaft
7im ,tode7 betreffen1 eine
unmittelbare ,folge4 ,die ,meinung1 da
das denkende ,subjekt vor aller
,gemeinschaft mit ,krpern habe denken
knnen1 wrde sich so ausdrcken3 da vor
dem ,anfange dieser ,art der
,sinnlichkeit1 wodurch uns etwas im
,raume erscheint1 dieselben
transzendentalen ,gegenstnde1 welche im
gegenwrtigen ,zustande als ,krper
erscheinen1 auf ganz andere ,art haben
angeschaut werden knnen4 ,die ,meinung
aber1 da die ,seele1 nach ,aufhebung
aller ,gemeinschaft mit der krperlichen
,welt1 noch fortfahren knne zu denken1
wrde sich in dieser ,form ankndigen3
da1 wenn die ,art der ,sinnlichkeit1
wodurch uns transzendentale und fr
jetzt ganz unbekannte ,gegenstnde als
materielle ,welt erscheinen1 aufhren
sollte3 so sei darum noch nicht alle
,anschauung derselben aufgehoben und es
sei ganz wohl mglich1 da ebendieselben
unbekannten ,gegenstnde fortfhren1
obzwar freilich nicht mehr in der
,qualitt der ,krper1 von dem denkenden
,subjekt erkannt zu werden4 ,nun
kann zwar niemand den mindesten ,grund
zu einer solchen ,behauptung aus
spekulativen ,prinzipien anfhren1 ja
nicht einmal die ,mglichkeit davon
dartun1 sondern nur voraussetzen2 aber
ebensowenig kann auch jemand
irgendeinen gltigen dogmatischen
,einwurf dagegen machen4 ,denn1 wer er
auch sei1 so wei er ebensowenig von der
absoluten und inneren ,ursache uerer
und krperlicher ,erscheinungen1 wie ich1
oder jemand anders4 ,er kann also auch
nicht mit ,grund vorgeben1 zu wissen1
worauf die ,wirklichkeit der ueren
,erscheinungen im jetzigen ,zustande 7im
,leben7 beruhe1 mithin auch nicht3 da
die ,bedingung aller ueren ,anschauung1
oder auch das denkende ,subjekt selbst1
nach demselben 7im ,tode7 aufhren
werde4 ,so ist denn also aller
,streit ber die ,natur unseres denkenden
,wesens und der ,verknpfung desselben
mit der ,krperwelt lediglich eine ,folge
davon1 da man in ,ansehung dessen1
wovon man nichts wei1 die ,lcke durch
,paralogismen der ,vernunft ausfllt1 da
man seine ,gedanken zu ,sachen macht
und sie hypostasiert1 woraus
eingebildete ,wissenschaft1 sowohl in
,ansehung dessen1 der bejahend1 als
dessen1 der verneinend behauptet1
entspringt1 indem ein jeder entweder von
,gegenstnden etwas zu wissen vermeint1
davon kein ,mensch einigen ,begriff
hat1 oder seine eigenen ,vorstellungen
zu ,gegenstnden macht1 und sich so in
einem ewigen ,zirkel von
,zweideutigkeiten und ,widersprchen
herumdreht4 ,nichts1 als die
,nchternheit einer strengen1 aber
gerechten ,kritik1 kann von diesem
dogmatischen ,blendwerke1 der so viele
durch eingebildete ,glckseligkeit1
unter ,theorien und ,systemen hinhlt1
befreien1 und alle unsere spekulativen
,ansprche blo auf das ,feld mglicher
,erfahrung einschrnken1 nicht etwa durch
schalen ,spott ber so oft
fehlgeschlagene ,versuche1 oder fromme
,seufzer ber die ,schranken unserer
,vernunft1 sondern vermittels einer nach
sicheren ,grundstzen vollzogenen
,grenzbestimmung derselben1 welche ihr
nihil ulterius mit grter
,zuverlssigkeit an die herkulischen
,sulen heftet1 die die ,natur selbst
aufgestellt hat1 um die ,fahrt unserer
,vernunft nur so weit1 als die stetig
fortlaufenden ,ksten der ,erfahrung
reichen1 fortzusetzen1 die wir nicht
verlassen knnen1 ohne uns auf einen
uferlosen ,ozean zu wagen1 der uns unter
immer trglichen ,aussichten1 am ,ende
ntigt1 alle beschwerliche und
langwierige ,bemhung1 als hoffnungslos
aufzugeben4
99 99
99 ,wir sind noch eine deutliche und
allgemeine ,errterung des
transzendentalen und doch natrlichen
,scheins in den ,paralogismen der
reinen ,vernunft1 imgleichen die
,rechtfertigung der systematischen und
der ,tafel der ,kategorien parallel
laufenden ,anordnungen derselben1
bisher schuldig geblieben4 ,wir htten
sie im ,anfange dieses ,abschnittes
nicht bernehmen knnen1 ohne in ,gefahr
der ,dunkelheit zu geraten1 oder uns
unschicklicherweise selbst vorzugreifen4
,jetzt wollen wir diese ,obliegenheit
zu erfllen suchen4 ,man kann allen
,schein darin setzen4 da die subjektive
,bedingung des ,denkens fr die
,erkenntnis des ,objekts gehalten wird4
,ferner haben wir in der ,einleitung in
die transzendentale ,dialektik gezeigt3
da reine ,vernunft sich lediglich mit
der ,totalitt der ,synthesis der
,bedingungen1 zu einem gegebenen
,bedingten1 beschftige4 ,da nun der
dialektische ,schein der reinen
,vernunft kein empirischer ,schein sein
kann1 der sich beim bestimmten
empirischen ,erkenntnisse vorfindet3 so
wird er das ,allgemeine der ,bedingungen
des ,denkens betreffen1 und es wird
nur drei ,flle des dialektischen
,gebrauches der reinen ,vernunft geben3
#a4 ,die ,synthesis der
,bedingungen eines ,gedankens berhaupt4
#b4 ,die ,synthesis der ,bedingungen des
empirischen ,denkens4 #c4 ,die
,synthesis der ,bedingungen des reinen
,denkens4 ,in allen diesen dreien
,fllen beschftigt sich die reine
,vernunft blo mit der absoluten
,totalitt dieser ,synthesis1 d4i4 mit
derjenigen ,bedingung1 die selbst
unbedingt ist4 ,auf diese ,einteilung
grndet sich auch der dreifache
transzendentale ,schein1 der zu drei
,abschnitten der ,dialektik ,anla gibt1
und zu ebensoviel scheinbaren
,wissenschaften aus reiner ,vernunft1
der transzendentalen ,psychologie1
,kosmologie und ,theologie1 die ,idee
an die ,hand gibt4 ,wir haben es hier
nur mit der ersteren zu tun4 ,weil
wir beim ,denken berhaupt von aller
,beziehung des ,gedankens auf irgendein
,objekt 7es sei der ,sinne oder des
reinen ,verstandes7 abstrahieren3 so
ist die ,synthesis der ,bedingungen
eines ,gedankens berhaupt 7no4 #a7 gar
nicht objektiv1 sondern blo eine
,synthesis des ,gedankens mit dem
,subjekt1 die aber flschlich fr eine
synthetische ,vorstellung eines
,objekts gehalten wird4 ,es folgt
aber auch hieraus3 da der dialektische
,schlu auf die ,bedingungen alles
,denkens berhaupt1 die selbst unbedingt
ist1 nicht einen ,fehler im ,inhalte
begehe1 7denn er abstrahiert von allem
,inhalte oder ,objekte7 sondern1 da er
allein in der ,form fehle und
,paralogism genannt werden msse4
,weil ferner die einzige ,bedingung1 die
alles ,denken begleitet1 das ,ich1 in
dem allgemeinen ,satze ,ich denke1 ist1
so hat die ,vernunft es mit dieser
,bedingung1 sofern sie selbst unbedingt
ist1 zu tun4 ,sie ist aber nur die
formale ,bedingung1 nmlich die logische
,einheit eines jeden ,gedankens1 bei
dem ich von allem ,gegenstande
abstrahiere1 und wird gleichwohl als
ein ,gegenstand1 den ich denke1 nmlich3
,ich selbst und die unbedingte ,einheit
desselben vorgestellt4 ,wenn mir
jemand berhaupt die ,frage aufwrfe3 von
welcher ,beschaffenheit ist ein ,ding1
welches denkt8 so wei ich darauf a
priori nicht das mindeste zu antworten1
weil die ,antwort synthetisch sein soll
7denn eine analytische erklrt
vielleicht wohl das ,denken1 aber gibt
keine erweiterte ,erkenntnis von
demjenigen1 worauf dieses ,denken
seiner ,mglichkeit nach beruht74 ,zu
jeder synthetischen ,auflsung aber wird
,anschauung erfordert1 die in der so
allgemeinen ,aufgabe gnzlich
weggelassen worden4 ,ebenso kann niemand
die ,frage in ihrer ,allgemeinheit
beantworten3 was wohl das fr ein ,ding
sein msse1 welches beweglich ist8 ,denn
die undurchdringliche ,ausdehnung
7,materie7 ist alsdann nicht gegeben4
,ob ich nun zwar allgemein auf jene
,frage keine ,antwort wei3 so scheint
es mir doch1 da ich sie im einzelnen
,falle1 in dem ,satze1 der das
,selbstbewutsein ausdrckt3 ,ich denke1
geben knne4 ,denn dieses ,ich ist das
erste ,subjekt1 d4i4 ,substanz1 es ist
einfach usw4 ,dieses mten aber alsdann
lauter ,erfahrungsstze sein1 die
gleichwohl ohne eine allgemeine ,regel1
welche die ,bedingungen der ,mglichkeit
zu denken berhaupt und a priori
aussagte1 keine dergleichen ,prdikate
7welche nicht empirisch sind7 enthalten
knnte4 ,auf solche ,weise wird mir meine
anfnglich so scheinbare ,einsicht1 ber
der ,natur eines denkenden ,wesens1 und
zwar aus lauter ,begriffen zu
urteilen1 verdchtig1 ob ich gleich den
,fehler derselben noch nicht entdeckt
habe4 ,allein1 das weitere
,nachforschen hinter den ,ursprung
dieser ,attribute1 die ich ,mir1 als
einem denkenden ,wesen berhaupt1
beilege1 kann diesen ,fehler aufdecken4
,sie sind nichts mehr als reine
,kategorien1 wodurch ich niemals einen
bestimmten ,gegenstand1 sondern nur die
,einheit der ,vorstellungen1 um einen
,gegenstand derselben zu bestimmen1
denke4 ,ohne eine zum ,grunde liegende
,anschauung kann die ,kategorie allein
mir keinen ,begriff von einem
,gegenstande verschaffen1 denn nur durch
,anschauung wird der ,gegenstand
gegeben1 der hernach der ,kategorie gem
gedacht wird4 ,wenn ich ein ,ding fr
eine ,substanz in der ,erscheinung
erklre1 so mssen mir vorher ,prdikate
seiner ,anschauung gegeben sein1 an
denen ich das ,beharrliche vom
,wandelbaren und das ,substratum 7,ding
selbst7 von demjenigen1 was ihm blo
anhngt1 unterscheide4 ,wenn ich ein
,ding einfach in der ,erscheinung nenne1
so verstehe ich darunter1 da die
,anschauung desselben zwar ein ,teil
der ,erscheinung sei1 selbst aber nicht
geteilt werden knne usw4 ,ist aber
etwas nur fr einfach im ,begriffe und
nicht in der ,erscheinung erkannt1 so
habe ich dadurch wirklich gar keine
,erkenntnis von dem ,gegenstande1
sondern nur von meinem ,begriffe1 den
ich mir von etwas berhaupt mache1 da
keiner eigentlichen ,anschauung fhig
ist4 ,ich sage nur1 da ich etwas ganz
einfach denke1 weil ich wirklich nichts
weiter1 als blo1 da es etwas sei1 zu
sagen wei4 ,nun ist die bloe
,apperzeption 7,ich7 ,substanz im
,begriffe1 einfach im ,begriffe usw4
und so haben alle jene psychologischen
,lehrstze ihre unstreitige
,richtigkeit4 ,gleichwohl wird dadurch
doch dasjenige keineswegs von der
,seele erkannt1 was man eigentlich
wissen will1 denn alle diese ,prdikate
gelten gar nicht von der ,anschauung1
und knnen daher auch keine ,folgen
haben1 die auf ,gegenstnde der
,erfahrung angewandt wrden1 mithin sind
sie vllig leer4 ,denn jener ,begriff
der ,substanz lehrt mich nicht3 da die
,seele fr sich selbst fortdaure1 nicht1
da sie von den ueren ,anschauungen ein
,teil sei1 der selbst nicht mehr
geteilt werden knne1 und der also durch
keine ,vernderungen der ,natur
entstehen1 oder vergehen knne2 lauter
,eigenschaften1 die mir die ,seele im
,zusammenhange der ,erfahrung kennbar
machen1 und1 in ,ansehung ihres
,ursprungs und knftigen ,zustandes1
,erffnung geben knnten4 ,wenn ich nun
aber durch bloe ,kategorie sage3 die
,seele ist eine einfache ,substanz1 so
ist klar1 da1 da der nackte
,verstandesbegriff von ,substanz nichts
weiter enthlt1 als da ein ,ding1 als
,subjekt an sich1 ohne wiederum ,prdikat
von einem andern zu sein1 vorgestellt
werden solle1 daraus nichts von
,beharrlichkeit folge1 und das ,attribut
des ,einfachen diese ,beharrlichkeit
gewi nicht hinzusetzen knne1 mithin man
dadurch ber das1 was die ,seele bei den
,weltvernderungen treffen knne1 nicht
im mindesten unterrichtet werde4 ,wrde
man uns sagen knnen1 sie ist ein
einfacher ,teil der ,materie1 wrden wir
von dieser1 aus dem1 was ,erfahrung von
ihr lehrt1 die ,beharrlichkeit und1 mit
der einfachen ,natur zusammen1 die
,unzerstrlichkeit derselben ableiten
knnen4 ,davon sagt uns aber der
,begriff des ,ich1 in dem
psychologischen ,grundsatze 7,ich
denke71 nicht ein ,wort4 ,da aber das
,wesen1 welches in uns denkt1 durch
reine ,kategorien1 und zwar diejenigen1
welche die absolute ,einheit unter
jedem ,titel derselben ausdrcken1 sich
selbst zu erkennen vermeine1 rhrt daher4
,die ,apperzeption ist selbst der
,grund der ,mglichkeit der ,kategorien1
welche ihrerseits nichts anderes
vorstellen1 als die ,synthesis des
,mannigfaltigen der ,anschauung1 sofern
dasselbe in der ,apperzeption ,einheit
hat4 ,daher ist das ,selbstbewutsein
berhaupt die ,vorstellung desjenigen1
was die ,bedingung aller ,einheit1 und
doch selbst unbedingt ist4 ,man kann
daher von dem denkenden ,ich 7,seele71
das sich als ,substanz1 einfach1
numerisch identisch in aller ,zeit1 und
das ,korrelatum alles ,daseins1 aus
welchem alles andere ,dasein geschlossen
werden mu1 sagen3 da es nicht sowohl
sich selbst durch die ,kategorien1
sondern die ,kategorien1 und durch sie
alle ,gegenstnde1 in der absoluten
,einheit der ,apperzeption1 mithin durch
sich selbst erkennt4 ,nun ist zwar
sehr einleuchtend3 da ich dasjenige1 was
ich voraussetzen mu1 um berhaupt ein
,objekt zu erkennen1 nicht selbst als
,objekt erkennen knne1 und da das
bestimmende ,selbst1 7das ,denken7 von
dem bestimmbaren ,selbst 7dem denkenden
,subjekt71 wie ,erkenntnis vom
,gegenstande unterschieden sei4
,gleichwohl ist nichts natrlicher und
verfhrerischer1 als der ,schein1 die
,einheit in der ,synthesis der
,gedanken fr eine wahrgenommene ,einheit
im ,subjekte dieser ,gedanken zu
halten4 ,man knnte ihn die ,subreption
des hypostasierten ,bewutseins
7apperceptiones substantiatae7 nennen4
,wenn man den ,paralogism in den
dialektischen ,vernunftschlssen der
rationalen ,seelenlehre1 sofern sie
gleichwohl richtige ,prmissen haben1
logisch betiteln will3 so kann er fr ein
sophisma figurae dictionis gelten1 in
welchem der ,obersatz von der
,kategorie1 in ,ansehung ihrer
,bedingung1 einen blo transzendentalen
,gebrauch1 der ,untersatz aber und der
,schlusatz in ,ansehung der ,seele1 die
unter diese ,bedingung subsumiert
worden1 von ebender ,kategorie einen
empirischen ,gebrauch macht4 ,so ist
z4,b4 der ,begriff der ,substanz in dem
,paralogismus der ,simplizitt ein rein
intellektueller ,begriff1 der ohne
,bedingungen der sinnlichen ,anschauung
blo von transzendentalen1 d4i4 von gar
keinem ,gebrauch ist4 ,im ,untersatze
aber ist ebenderselbe ,begriff auf den
,gegenstand aller inneren ,erfahrung
angewandt1 ohne doch die ,bedingung
seiner ,anwendung in concreto1 nmlich
die ,beharrlichkeit desselben1 voraus
festzusetzen und zum ,grunde zu legen1
und daher ein empirischer1 obzwar hier
unzulssiger ,gebrauch davon gemacht
worden4 ,um endlich den
systematischen ,zusammenhang aller
dieser dialektischen ,behauptungen1 in
einer vernnftelnden ,seelenlehre1 in
einem ,zusammenhange der reinen
,vernunft1 mithin die ,vollstndigkeit
derselben1 zu zeigen1 so merke man3 da
die ,apperzeption durch alle ,klassen
der ,kategorien1 aber nur auf diejenigen
,verstandesbegriffe durchgefhrt werde1
welche in jeder derselben den brigen
zum ,grunde der ,einheit in einer
mglichen ,wahrnehmung liegen1 folglich3
,subsistenz1 ,realitt1 ,einheit 7nicht
,vielheit7 und ,existenz1 nur da die
,vernunft sie hier alle als ,bedingungen
der ,mglichkeit eines denkenden
,wesens1 die selbst unbedingt sind1
vorstellt4 ,also erkennt die ,seele an
sich selbst #a4 ,die
unbedingte ,einheit des ,verhltnisses
d4i4 sich selbst1
nicht als inhrierend1
sondern subsistierend #b4 ,die
unbedingte ,einheit #c4 ,die
unbedingte ,einheit der ,qualitt
bei der ,vielheit in
der ,zeit1 d4i4
d4i4 nicht als reales ,ganze1
nicht in verschiedenen ,zeiten
sondern einfach99
numerisch verschieden1 sondern
als ,eines und eben dasselbe
,subjekt #d4 ,die
unbedingte ,einheit dem ,daseins im
,raume1 d4i4
nicht als das ,bewutsein mehrerer ,dinge
auer ihr1 sondern
nur des ,daseins ihrer selbst1
anderer ,dinge aber1 blo
als ihrer ,vorstellungen4 99 ,wie das
,einfache hier wiederum der ,kategorie
der ,realitt entspreche1 kann ich
jetzt noch nicht zeigen1 sondern wird
im folgenden ,hauptstcke1 bei
,gelegenheit eines andern
,vernunftgebrauchs ebendesselben
,begriffs1 gewiesen werden4 ,vernunft
ist das ,vermgen der ,prinzipien4 ,die
,behauptungen der reinen ,psychologie
enthalten nicht empirische ,prdikte von
der ,seele1 sondern solche1 die1 wenn
sie stattfinden1 den ,gegenstand an sich
selbst unabhngig von der ,erfahrung1
mithin durch bloe ,vernunft bestimmen
sollen4 ,sie mten also billig auf
,prinzipien und allgemeine ,begriffe
von denkenden ,naturen berhaupt gegrndet
sein4 ,an dessen ,statt findet sich3
da die einzelne ,vorstellung1 ,ich bin1
sie insgesamt regiert1 welche eben
darum1 weil sie die reine ,formel aller
meiner ,erfahrung 7unbestimmt7
ausdrckt1 sich wie ein allgemeiner
,satz1 der fr alle denkenden ,wesen
gelte1 ankndigt1 und1 da er gleichwohl
in aller ,absicht einzeln ist1 den
,schein einer absoluten ,einheit der
,bedingungen des ,denkens berhaupt bei
sich fhrt1 und dadurch sich weiter
ausbreitet1 als mgliche ,erfahrung
reichen knnte4 ,der
transzendentalen ,dialektik ,zweites
,buch ,zweites ,hauptstck ,die
,antinomie der reinen ,vernunft ,wir
haben in der ,einleitung zu diesem
,teile unseres ,werks gezeigt1 da aller
transzendentale ,schein der reinen
,vernunft auf dialektischen ,schlssen
beruhe1 deren ,schema die ,logik in den
drei formalen ,arten der
,vernunftschlsse berhaupt an die ,hand
gibt1 so wie etwa die ,kategorien ihr
logisches ,schema in den vier
,funktionen aller ,urteile antreffen4
,die erste ,art dieser vernnftelnden
,schlsse ging auf die unbedingte
,einheit der subjektiven ,bedingungen
aller ,vorstellungen berhaupt 7des
,subjekts oder der ,seele71 in
,korrespondenz mit den kategorischen
,vernunftschlssen1 deren ,obersatz1 als
,prinzip1 die ,beziehung eines
,prdikats auf ein ,subjekt aussagt4 ,die
zweite ,art des dialektischen
,arguments wird also1 nach der ,analogie
mit hypothetischen ,vernunftschlssen1
die unbedingte ,einheit der objektiven
,bedingungen in der ,erscheinung zu
ihrem ,inhalte machen1 so wie die
dritte ,art1 die im folgenden
,hauptstcke vorkommen wird1 die
unbedingte ,einheit der objektiven
,bedingungen der ,mglichkeit der
,gegenstnde berhaupt zum ,thema hat4
,es ist aber merkwrdig1 da der
transzendentale ,paralogismus einen blo
einseitigen ,schein1 in ,ansehung der
,idee von dem ,subjekte unseres
,denkens1 bewirkte1 und zur ,behauptung
des ,gegenteils sich nicht der mindeste
,schein aus ,vernunftbegriffen
vorfinden will4 ,der ,vorteil ist
gnzlich auf der ,seite des
,pneumatismus1 obgleich dieser den
,erbfehler nicht verleugnen kann1 bei
allem ihm gnstigen ,schein in der
,feuerprobe der ,kritik sich in lauter
,dunst aufzulsen4 ,ganz anders fllt
es aus1 wenn wir die ,vernunft auf die
objektive ,synthesis der ,erscheinungen
anwenden1 wo sie ihr ,prinzipium der
unbedingten ,einheit zwar mit vielem
,scheine geltend zu machen denkt1 sich
aber bald in solche ,widersprche
verwickelt1 da sie gentigt wird1 in
kosmologischer ,absicht1 von ihrer
,forderung abzustehen4 ,hier zeigt
sich nmlich ein neues ,phnomen der
menschlichen ,vernunft1 nmlich3 eine
ganz natrliche ,antithetik1 auf die
keiner zu grbeln und knstlich
,schlingen zu legen braucht1 sondern in
welche die ,vernunft von selbst und
zwar unvermeidlich gert1 und dadurch
zwar vor den ,schlummer einer
eingebildeten berzeugung1 den ein blo
einseitiger ,schein hervorbringt1
verwahrt1 aber zugleich in ,versuchung
gebracht wird1 sich entweder einer
skeptischen ,hoffnungslosigkeit zu
berlassen1 oder einen dogmatischen
,trotz anzunehmen und den ,kopf steif
auf gewisse ,behauptungen zu setzen1
ohne den ,grnden des ,gegenteils ,gehr
und ,gerechtigkeit widerfahren zu
lassen4 ,beides ist der ,tod einer
gesunden ,philosophie1 wiewohl jener
allenfalls noch die ,euthanasie der
reinen ,vernunft genannt werden knnte4
,ehe wir die ,auftritte des ,zwiespalts
und der ,zerrttungen sehen lassen1
welche dieser ,widerstreit der ,gesetze
7,antinomie7 der reinen ,vernunft
veranlat1 wollen wir gewisse
,errterungen geben1 welche die ,methode
erlutern und rechtfertigen knnen1 deren
wir uns in ,behandlung unseres
,gegenstandes bedienen4 ,ich nenne alle
transzendentalen ,ideen1 sofern sie die
absolute ,totalitt in der ,synthesis
der ,erscheinungen betreffen1
,weltbegriffe1 teils wegen eben dieser
unbedingten ,totalitt1 worauf auch der
,begriff des ,weltganzen beruht1 der
selbst nur eine ,idee ist1 teils weil
sie lediglich auf die ,synthesis der
,erscheinungen1 mithin die empirische1
gehen1 da hingegen die absolute
,totalitt1 in der ,synthesis der
,bedingungen aller mglichen ,dinge
berhaupt1 ein ,ideal der reinen
,vernunft veranlassen wird1 welches von
dem ,weltbegriffe gnzlich unterschieden
ist1 ob es gleich darauf in ,beziehung
steht4 ,daher1 so wie die ,paralogismen
der reinen ,vernunft den ,grund zu
einer dialektischen ,psychologie legten1
so wird die ,antinomie der reinen
,vernunft die transzendentalen
,grundstze einer vermeinten reinen
7rationalen7 ,kosmologie vor ,augen
stellen1 nicht1 um sie gltig zu finden
und sich zuzueignen1 sondern1 wie es
auch schon die ,benennung von einem
,widerstreit der ,vernunft anzeigt1 um
sie als eine ,idee1 die sich mit
,erscheinungen nicht vereinbaren lt1 in
ihrem blendenden aber falschen ,scheine
darzustellen4 ,der ,antinomie
der reinen ,vernunft ,erster ,abschnitt
,system der kosmologischen ,ideen
,um nun diese ,ideen nach einem ,prinzip
mit systematischer ,przision aufzhlen
zu knnen1 mssen wir erstlich bemerken1
da nur der ,verstand es sei1 aus
welchem reine und transzendentale
,begriffe entspringen knnen1 da die
,vernunft eigentlich gar keinen ,begriff
erzeuge1 sondern allenfalls nur den
,verstandesbegriff1 von den
unvermeidlichen ,einschrnkungen einer
mglichen ,erfahrung1 frei mache1 und
ihn also ber die ,grenzen des
,empirischen1 doch aber in ,verknpfung
mit demselben zu erweitern suche4
,dieses geschieht dadurch1 da sie zu
einem gegebenen ,bedingten auf der
,seite der ,bedingungen 7unter denen
der ,verstand alle ,erscheinungen der
synthetischen ,einheit unterwirft7
absolute ,totalitt fordert1 und dadurch
die ,kategorie zur transzendentalen
,idee macht1 um der empirischen
,synthesis1 durch die ,fortsetzung
derselben bis zum ,unbedingten1
7welches niemals in der ,erfahrung1
sondern nur in der ,idee angetroffen
wird17 absolute ,vollstndigkeit zu
geben4 ,die ,vernunft fordert dieses
nach dem ,grundsatze3 wenn das ,bedingte
gegeben ist1 so ist auch die ganze
,summe der ,bedingungen1 mithin das
schlechthin ,unbedingte gegeben1 wodurch
jenes allein mglich war4 ,also werden
erstlich die transzendentalen ,ideen
eigentlich nichts1 als bis zum
,unbedingten erweiterte ,kategorien
sein1 und jene werden sich in eine
,tafel bringen lassen1 die nach den
,titeln der letzteren angeordnet ist4
,zweitens aber werden doch auch nicht
alle ,kategorien dazu taugen1 sondern
nur diejenige1 in welchen die ,synthesis
eine ,reihe ausmacht1 und zwar der
einander untergeordneten 7nicht
beigeordneten7 ,bedingungen zu einem
,bedingten4 ,die absolute ,totalitt
wird von der ,vernunft nur sofern
gefordert1 als sie die aufsteigende
,reihe der ,bedingungen zu einem
gegebenen ,bedingten angeht1 mithin
nicht1 wenn von der absteigenden ,linie
der ,folgen1 noch auch von dem
,aggregat koordinierter ,bedingungen zu
diesen ,folgen1 die ,rede ist4 ,denn
,bedingungen sind in ,ansehung des
gegebenen ,bedingten schon
vorausgesetzt und mit diesem auch als
gegeben anzusehen1 anstatt da1 da die
,folgen ihre ,bedingungen nicht mglich
machen1 sondern vielmehr voraussetzen1
man im ,fortgange zu den ,folgen 7oder
im ,absteigen von der gegebenen
,bedingung zu dem ,bedingten7 unbekmmert
sein kann1 ob die ,reihe aufhre oder
nicht1 und berhaupt die ,frage1 wegen
ihrer ,totalitt1 gar keine
,voraussetzung der ,vernunft ist4 ,so
denkt man sich notwendig eine bis auf
den gegebenen ,augenblick vllig
abgelaufene ,zeit1 auch als gegeben1
7wenngleich nicht durch uns
bestimmbar74 ,was aber die knftige
betrifft1 da sie die ,bedingung nicht
ist1 zu der ,gegenwart zu gelangen1 so
ist es1 um diese zu begreifen1 ganz
gleichgltig1 wie wir es mit der knftigen
,zeit halten wollen1 ob man sie
irgendwo aufhren1 oder ins ,unendliche
laufen lassen will4 ,es sei die ,reihe
m1 n1 o1 worin n als bedingt in
,ansehung m1 aber zugleich als
,bedingung von o gegeben ist1 die ,reihe
gehe aufwrts von dem bedingten n zu m
7l1 k1 i1 etc471 imgleichen abwrts von
der ,bedingung n zum bedingten o 7p1 q1
r1 etc471 so mu ich die erstere ,reihe
voraussetzen1 um n als gegeben
anzusehen1 und n ist nach der ,vernunft
7der ,totalitt der ,bedingungen7 nur
vermittelst jener ,reihe mglich1 seine
,mglichkeit beruht aber nicht auf der
folgenden ,reihe o1 p1 q1 r1 die daher
auch nicht als gegeben1 sondern nur als
dabilis angesehen werden knne4 ,ich
will die ,synthesis einer ,reihe auf der
,seite der ,bedingungen1 also von
derjenigen an1 welche die nchste zur
gegebenen ,erscheinung ist1 und so zu
den entfernteren ,bedingungen1 die
regressive1 diejenige aber1 die auf der
,seite des ,bedingten1 von der nchsten
,folge zu den entfernteren fortgeht1
die progressive ,synthesis nennen4 ,die
erstere geht in antecedentia1 die
zweite in consequentia4 ,die
kosmologischen ,ideen also beschftigen
sich mit der ,totalitt der regressiven
,synthesis1 und gehen in antecedentia1
nicht in consequentia4 ,wenn dieses
letztere geschieht1 so ist es ein
willkrliches und nicht notwendiges
,problem der reinen ,vernunft1 weil wir
zur vollstndigen ,begreiflichkeit
dessen1 was in der ,erscheinung gegeben
ist1 wohl der ,grnde1 nicht aber der
,folgen bedrfen4 ,um nun nach der
,tafel der ,kategorien die ,tafel der
,ideen einzurichten1 so nehmen wir
zuerst die zwei ursprnglichen quanta
aller unserer ,anschauung1 ,zeit und
,raum4 ,die ,zeit ist an sich selbst
eine ,reihe 7und die formale ,bedingung
aller ,reihen71 und daher sind in ihr1
in ,ansehung einer gegebenen
,gegenwart1 die antecedentia als
,bedingungen 7das ,vergangene7 von den
consequentibus 7dem ,knftigen7 a priori
zu unterscheiden4 ,folglich geht die
transzendentale ,idee1 der absoluten
,totalitt der ,reihe der ,bedingungen zu
einem gegebenen ,bedingten1 nur auf
alle vergangene ,zeit4 ,es wird nach der
,idee der ,vernunft die ganze
verlaufene ,zeit als ,bedingung des
gegebenen ,augenblicks notwendig als
gegeben gedacht4 ,was aber den ,raum
betrifft1 so ist in ihm an sich selbst
kein ,unterschied des ,progressus vom
,regressus1 weil er ein ,aggregat1 aber
keine ,reihe ausmacht1 indem seine
,teile insgesamt zugleich sind4 ,den
gegenwrtigen ,zeitpunkt konnte ich in
,ansehung der vergangenen ,zeit nur als
bedingt1 niemals aber als ,bedingung
derselben1 ansehen1 weil dieser
,augenblick nur durch die verflossene
,zeit 7oder vielmehr durch das
,verfliessen der vorhergehenden ,zeit7
allererst entspringt4 ,aber da die
,teile des ,raumes einander nicht
untergeordnet1 sondern beigeordnet sind1
so ist ein ,teil nicht die ,bedingung
der ,mglichkeit des anderen1 und er
macht nicht1 so wie die ,zeit1 an sich
selbst eine ,reihe aus4 ,allein die
,synthesis der mannigfaltigen ,teile
des ,raumes1 wodurch wir ihn
apprehendieren1 ist doch successiv1
geschieht also in der ,zeit und enthlt
eine ,reihe4 ,und da in dieser ,reihe
der aggregierten ,rume 7z4,b4 der ,fe in
einer ,rute7 von einem gegebenen an1
die weiter hinzugedachten immer die
,bedingung von der ,grenze der vorigen
sind1 so ist das ,messen eines ,raumes
auch als eine ,synthesis einer ,reihe
der ,bedingungen zu einem gegebenen
,bedingten anzusehen1 nur da die ,seite
der ,bedingungen1 von der ,seite1 nach
welcher das ,bedingte hin liegt1 an sich
selbst nicht unterschieden ist1
folglich regressus und progressus im
,raume einerlei zu sein scheint4 ,weil
indessen ein ,teil des ,raumes nicht
durch den anderen gegeben1 sondern nur
begrenzt wird1 so mssen wir jeden
begrenzten ,raum insofern auch als
bedingt ansehen1 der einen anderen
,raum als die ,bedingung seiner ,grenze
voraussetzt1 und so fortan4 ,in
,ansehung der ,begrenzung ist also der
,fortgang im ,raume auch ein
,regressus1 und die transzendentale
,idee der absoluten ,totalitt der
,synthesis in der ,reihe der
,bedingungen trifft auch den ,raum1 und
ich kann ebensowohl nach der absoluten
,totalitt der ,erscheinung im ,raume1
als der in der verflossenen ,zeit1
fragen4 ,ob aber berall darauf auch
eine ,antwort mglich sei1 wird sich
knftig bestimmen lassen4 ,zweitens1
so ist die ,realitt im ,raume1 d4i4 die
,materie1 ein ,bedingtes1 dessen innere
,bedingungen seine ,teile1 und die
,teile der ,teile die entfernten
,bedingungen sind1 so da hier eine
regressive ,synthesis stattfindet1
deren absolute ,totalitt die ,vernunft
fordert1 welche nicht anders als durch
eine vollendete ,teilung1 dadurch die
,realitt der ,materie entweder in
,nichts oder doch in das1 was nicht
mehr ,materie ist1 nmlich das ,einfache1
verschwindet1 stattfinden kann4
,folglich ist hier auch eine ,reihe von
,bedingungen und ein ,fortschritt zum
,unbedingten4 ,drittens1 was die
,kategorien des realen ,verhltnisses
unter den ,erscheinungen anlangt1 so
schickt sich die ,kategorie der
,substanz mit ihren ,akzidenzen nicht
zu einer transzendentalen ,idee2 d4i4
die ,vernunft hat keinen ,grund1 in
,ansehung ihrer1 regressiv auf
,bedingungen zu gehen4 ,denn ,akzidenzen
sind 7sofern sie einer einigen
,substanz inhrieren7 einander
koordiniert1 und machen keine ,reihe
aus4 ,in ,ansehung der ,substanz aber
sind sie derselben eigentlich nicht
subordiniert1 sondern die ,art zu
existieren der ,substanz selber4 ,was
hierbei noch scheinen knnte eine ,idee
der transzendentalen ,vernunft zu sein1
wre der ,begriff von ,substantiale4
,allein1 da dieses nichts anderes
bedeutet1 als den ,begriff vom
,gegenstande berhaupt1 welcher
subsistiert1 sofern man an ihm blo das
transzendentale ,subjekt ohne alle
,prdikate denkt1 hier aber nur die ,rede
vom ,unbedingten in der ,reihe der
,erscheinungen ist1 so ist klar1 da das
,substantiale kein ,glied in derselben
ausmachen knne4 ,eben dasselbe gilt auch
von ,substanzen in ,gemeinschaft1
welche bloe ,aggregate sind1 und keinen
,exponenten einer ,reihe haben1 indem
sie nicht einander als ,bedingungen
ihrer ,mglichkeit subordiniert sind1
welches man wohl von den ,rumen sagen
konnte1 deren ,grenze niemals an sich1
sondern immer durch einen anderen ,raum
bestimmt war4 ,es bleibt also nur die
,kategorie der ,kausalitt brig1 welche
eine ,reihe der ,ursachen zu einer
gegebenen ,wirkung darbietet1 in
welcher man von der letzteren1 als dem
,bedingten1 zu jenen1 als ,bedingungen1
aufsteigen und der ,vernunftfrage
antworten kann4 ,viertens1 die
,begriffe des ,mglichen1 ,wirklichen und
,notwendigen fhren auf keine ,reihe1
auer nur1 sofern das ,zufllige im
,dasein jederzeit als bedingt angesehen
werden mu1 und nach der ,regel des
,verstandes auf eine ,bedingung weist1
darunter es notwendig ist1 diese auf
eine hhere ,bedingung zu weisen bis die
,vernunft nur in der ,totalitt diese
,reihe die unbedingte ,notwendigkeit
antrifft4 ,es sind demnach nicht
mehr1 als vier kosmologische ,ideen1
nach den vier ,titeln der ,kategorien1
wenn man diejenigen aushebt1 welche eine
,reihe in der ,synthesis des
,mannigfaltigen notwendig bei sich
fhren4 #a4 ,die
absolute ,vollstndigkeit
der ,zusammensetzung
des gegebenen ,ganzen aller
,erscheinungen #b4 ,die absolute
,vollstndigkeit #c4 ,die absolute
,vollstndigkeit der ,teilung
der ,entstehung eines gegebenen
,ganzen einer ,erscheinung
in der ,erscheinung
#d4 ,die absolute ,vollstndigkeit
der ,abhngigkeit des ,daseins
des ,vernderlichen in der ,erscheinung
,zuerst ist hierbei anzumerken1 da die
,idee der absoluten ,totalitt nichts
anderes1 als die ,exposition der
,erscheinungen1 betreffe1 mithin nicht
den reinen ,verstandesbegriff von einen
,ganzen der ,dinge berhaupt4 ,es werden
hier also ,erscheinungen als gegeben
betrachtet1 und die ,vernunft fordert
die absolute ,vollstndigkeit der
,bedingungen ihrer ,mglichkeit1 sofern
diese eine ,reihe ausmachen1 mithin eine
schlechthin 7d4i4 in aller ,absicht7
vollstndige ,synthesis1 wodurch die
,erscheinung nach ,verstandesgesetzen
exponiert werden knne4 ,zweitens ist
es eigentlich nur das ,unbedingte1 was
die ,vernunft1 in dieser1 reihenweise1
und zwar reggressiv1 fortgesetzten
,synthesis der ,bedingungen1 sucht1
gleichsam die ,vollstndigkeit in der
,reihe der ,prmissen1 die zusammen
weiter keine andere voraussetzen4
,dieses ,unbedingte ist nun jederzeit
in der absoluten ,totalitt der ,reihe1
wenn man sie sich in der ,einbildung
vorstellt1 enthalten4 ,allein diese
schlechthin vollendete ,synthesis ist
wiederum nur eine ,idee2 denn man kann1
wenigstens zum voraus1 nicht wissen1 ob
eine solche bei ,erscheinungen auch
mglich sei4 ,wenn man sich alles durch
bloe reine ,verstandesbegriffe1 ohne
,bedingungen der sinnlichen ,anschauung1
vorstellt1 so kann man geradezu sagen3
da zu einem gegebenen ,bedingten auch
die ganze ,reihe einander subordinierter
,bedingungen gegeben sei2 denn jenes
ist allein durch diese gegeben4 ,allein
bei ,erscheinungen ist eine besondere
,einschrnkung der ,art1 wie
,bedingungen gegeben werden1
anzutreffen1 nmlich durch die sukzessive
,synthesis des ,mannigfaltigen der
,anschauung1 die im ,regressus
vollstndig sein soll4 ,ob diese
,vollstndigkeit nun sinnlich mglich
sei1 ist noch ein ,problem4 ,allein die
,idee dieser ,vollstndigkeit liegt doch
in der ,vernunft1 unangesehen der
,mglichkeit1 oder ,unmglichkeit1 ihr
adquat empirische ,begriffe zu
verknpfen4 ,also1 da in der absoluten
,totalitt der regressiven ,synthesis des
,mannigfaltigen in der ,erscheinung
7nach ,anleitung der ,kategorien1 die
sie als eine ,reihe von ,bedingungen zu
einem gegebenen ,bedingten vorstellen17
das ,unbedingte notwendig enthalten
ist1 man mag auch unausgemacht lassen1
ob und wie diese ,totalitt zustande zu
bringen sei3 so nimmt die ,vernunft
hier den ,weg1 von der ,idee der
,totalitt auszugehen1 ob sie gleich
eigentlich das ,unbedingte1 es sei der
ganzen ,reihe1 oder eines ,teils
derselben1 zur ,endabsicht hat4
,dieses ,unbedingte kann man sich nun
gedenken1 entweder als blo in der
ganzen ,reihe bestehend1 in der also
alle ,glieder ohne ,ausnahme bedingt
und nur das ,ganze derselben schlechthin
unbedingt wre1 und dann heit der
,regressus unendlich2 oder das absolut
,unbedingte ist nur ein ,teil der
,reihe1 dem die brigen ,glieder
derselben untergeordnet sind1 er selbst
aber unter keiner anderen ,bedingung
steht499 ,in dem ersteren ,falle ist
die ,reihe a parte priori ohne ,grenzen
7ohne ,anfang71 d4i4 unendlich1 und
gleichwohl ganz gegeben1 der ,regressus
in ihr aber ist niemals vollendet1 und
kann nur potentialiter unendlich genannt
werden4 ,im zweiten ,falle gibt es ein
,erstes der ,reihe1 welches in
,ansehung der verflossenen ,zeit der
,weltanfang1 in ,ansehung des ,raums
die ,weltgrenze1 in ,ansehung der
,teile1 eines in seinen ,grenzen
gegebenen ,ganzen1 das ,einfache1 in
,ansehung der ,ursachen die absolute
,selbstttigkeit 7,freiheit71 in
,ansehung des ,daseins vernderlicher
,dinge die absolute ,naturnotwendigkeit
heit4 99 ,das absolute ,ganze der
,reihe von ,bedingungen zu einem
gegebenen ,bedingten ist jederzeit
unbedingt2 weil auer ihr keine
,bedingungen mehr sind1 in ,ansehung
deren es bedingt sein knnte4 ,allein
dieses absolute ,ganze einer solchen
,reihe ist nur eine ,idee1 oder vielmehr
ein problematischer ,begriff1 dessen
,mglichkeit untersucht werden mu1
und zwar in ,beziehung auf die ,art1 wie
das ,unbedingte1 als die eigentliche
transzendentale ,idee1 worauf es
ankommt1 darin enthalten sein mag4
,wir haben zwei ,ausdrcke3 ,welt und
,natur1 welche bisweilen ineinander
laufen4 ,das erste bedeutet das
mathematische ,ganze aller
,erscheinungen und die ,totalitt ihrer
,synthesis1 im ,groen sowohl als im
,kleinen1 d4i4 sowohl in dem
,fortschritt derselben durch
,zusammensetzung1 als durch ,teilung4
,eben dieselbe ,welt wird aber ,natur99
genannt1 sofern sie als ein dynamisches
,ganze betrachtet wird1 und man nicht
auf die ,aggregation im ,raume oder der
,zeit1 um sie als eine ,gre zustande zu
bringen1 sondern auf die ,einheit im
,dasein der ,erscheinungen sieht4 ,da
heit nun die ,bedingung von dem1 was
geschieht1 die ,ursache1 und die
unbedingte ,kausalitt der ,ursache in
der ,erscheinung die ,freiheit1 die
bedingte dagegen heit im engeren
,verstande ,naturursache4 ,das ,bedingte
im ,dasein berhaupt heit zufllig1 und
das ,unbedingte notwendig4 ,die
unbedingte ,notwendigkeit der
,erscheinungen kann ,naturnotwendigkeit
heien4 99 ,natur1 adjektive
7formaliter7 genommen1 bedeutet den
,zusammenhang der ,bestimmungen eines
,dinges nach einem inneren ,prinzip der
,kausalitt4 ,dagegen versteht man
unter ,natur1 substantive
7materialiter71 den ,inbegriff der
,erscheinungen1 sofern diese vermge
eines inneren ,prinzips der ,kausalitt
durchgngig zusammenhngen4 ,im
ersteren ,verstande spricht man von der
,natur der flssigen ,materie1 des
,feuers etc41 und bedient sich dieses
,worts adjective2 dagegen wenn man
von den ,dingen der ,natur redet1 so hat
man ein bestehendes ,ganzes in
,gedanken4 ,die ,ideen1 mit denen wir
uns jetzt beschftigen1 habe ich oben
kosmologische ,ideen genannt1 teils
darum1 weil unter ,welt der ,inbegriff
aller ,erscheinungen verstanden wird1
und unsere ,ideen auch nur auf das
,unbedingte unter den ,erscheinungen
gerichtet sind1 teils auch1 weil das
,wort ,welt1 im transzendentalen
,verstande1 die absolute ,totalitt des
,inbegriffs existierender ,dinge
bedeutet1 und wir auf die
,vollstndigkeit der ,synthesis 7wiewohl
nur eigentlich im ,regressus zu den
,bedingungen7 allein unser ,augenmerk
richten4 ,in ,betracht dessen1 da
berdem diese ,ideen insgesamt
transzendent sind1 und1 ob sie zwar das
,objekt1 nmlich ,erscheinungen1 der
,art nach nicht berschreiten1 sondern
es lediglich mit der ,sinnenwelt 7nicht
mit ,noumenis7 zu tun haben1 dennoch
die ,synthesis bis auf einen ,grad1 der
alle mgliche ,erfahrung bersteigt1
treiben1 so kann man sie insgesamt
meiner ,meinung nach ganz schicklich
,weltbegriffe nennen4 ,in ,ansehung des
,unterschiedes des ,mathematisch- und
des ,dynamischunbedingten1 worauf der
,regressus abzielt1 wrde ich doch die
zwei ,erstere in engerer ,bedeutung
,weltbegriffe 7der ,welt im ,groen und
,kleinen71 die zwei brigen aber
transzendente ,naturbegriffe nennen4
,diese ,unterscheidung ist vorjetzt
noch nicht von sonderlicher
,erheblichkeit1 sie kann aber im
,fortgange wichtiger werden4 ,der
,antinomie der reinen ,vernunft
,zweiter ,abschnitt ,antithetik der
reinen ,vernunft ,wenn ,thetik ein
jeder ,inbegriff dogmatischer ,lehren
ist1 so verstehe ich unter ,antithetik
nicht dogmatische ,behauptungen des
,gegenteils1 sondern den ,widerstreit
der dem ,scheine nach dogmatischen
,erkenntnisse1 7thesin cum antithesi71
ohne da man einer vor der anderen einen
vorzglichen ,anspruch auf ,beifall
beilegt4 ,die ,antithetik beschftigt
sich also gar nicht mit einseitigen
,behauptungen1 sondern betrachtet
allgemeine ,erkenntnisse der ,vernunft
nur nach dem ,widerstreite derselben
untereinander und den ,ursachen
desselben4 ,die transzendentale
,antithetik ist eine ,untersuchung ber
die ,antinomie der reinen ,vernunft1 die
,ursachen und das ,resultat derselben4
,wenn wir unsere ,vernunft nicht blo1
zum ,gebrauch der ,verstandesgrundstze1
auf ,gegenstnde der ,erfahrung
verwenden1 sondern jene ber die ,grenze
der letzteren hinaus auszudehnen wagen1
so entspringen vernnftelnde ,lehrstze1
die in der ,erfahrung weder
,besttigung hoffen1 noch ,widerlegung
frchten drfen1 und deren jeder nicht
allein an sich selbst ohne ,widerspruch
ist1 sondern sogar in der ,natur der
,vernunft ,bedingungen seiner
,notwendigkeit antrifft1 nur da
unglcklicherweise der ,gegensatz ebenso
gltige und notwendige ,grnde der
,behauptung auf seiner ,seite hat4
,die ,fragen1 welche bei einer solchen
,dialektik der reinen ,vernunft sich
natrlich darbieten1 sind also3 #a4 ,bei
welchen ,stzen denn eigentlich die
reine ,vernunft einer ,antinomie
unausbleiblich unterworfen sei4 #b4
,auf welchen ,ursachen diese ,antinomie
beruhe4 #c4 ,ob und auf welche ,art
dennoch der ,vernunft unter diesem
,widerspruch ein ,weg zur ,gewiheit
offen bleibe4 ,ein dialektischer
,lehrsatz der reinen ,vernunft mu
demnach dieses1 ihn von allen
sophistischen ,stzen unterscheidendes1
an sich haben1 da er nicht eine
willkrliche ,frage betrifft1 die man nur
in gewisser beliebiger ,absicht
aufwirft1 sondern eine solche1 auf die
jede menschliche ,vernunft in ihrem
,fortgange notwendig stoen mu2 und
zweitens1 da er1 mit seinem ,gegensatze1
nicht blo einen geknstelten ,schein1
der1 wenn man ihn einsieht1 sogleich
verschwindet1 sondern einen natrlichen
und unvermeidlichen ,schein bei sich
fhre1 der selbst1 wenn man nicht mehr
durch ihn hintergangen wird1 noch immer
tuscht1 obschon nicht betrgt1 und also
zwar unschdlich gemacht1 aber niemals
vertilgt werden kann4 ,eine solche
dialektische ,lehre wird sich nicht auf
die ,verstandeseinheit in
,erfahrungsbegriffen1 sondern auf die
,vernunfteinheit in bloen ,ideen
beziehen1 deren ,bedingungen1 da sie
erstlich1 als ,synthesis nach ,regeln4
dem ,verstande1 und doch zugleich1 als
absolute ,einheit derselben1 der
,vernunft kongruieren soll1 wenn sie
der ,vernunfteinheit adquat ist1 fr den
,verstand zu gro1 und1 wenn sie dem
,verstande angemessen1 fr die ,vernunft
zu klein sein wird2 woraus denn ein
,widerstreit entspringen mu1 der nicht
vermieden werden kann1 man mag es
anfangen1 wie man will4 ,diese
vernnftelnden ,behauptungen erffnen also
einen dialektischen ,kampfplatz1 wo
jeder ,teil die ,oberhand behlt1 der die
,erlaubnis hat1 den ,angriff zu tun1
und derjenige gewi unterliegt1 der blo
verteidigungsweise zu fhren gentigt ist4
,daher auch rstige ,ritter1 sie mgen
sich fr die gute oder schlimme ,sache
verbrgen1 sicher sind1 den ,siegeskranz
davon zu tragen1 wenn sie nur dafr
sorgen1 da sie den letzten ,angriff zu
tun das ,vorrecht haben1 und nicht
verbunden sind1 einen neuen ,anfall des
,gegners auszuhalten4 ,man kann sich
leicht vorstellen1 da dieser
,tummelplatz von jeher oft genug
betreten worden1 da viele ,siege von
beiden ,seiten erfochten1 fr den
letzteren aber1 der die ,sache
entschied1 jederzeit so gesorgt worden
sei1 da der ,verfechter der guten
,sache den ,platz allein behielte1
dadurch1 da seinem ,gegner verboten
wurde1 fernerhin ,waffen in die ,hnde zu
nehmen4 ,als unparteiische
,kampfrichter mssen wir es ganz beiseite
setzen1 ob es die gute oder die
schlimme ,sache sei1 um welche die
,streitenden fechten1 und sie ihre
,sache erst unter sich ausmachen lassen4
,vielleicht da1 nachdem sie einander
mehr ermdet als geschadet haben1 sie
die ,nichtigkeit ihres ,streithandels
von selbst einsehen und als gute
,freunde auseinander gehen4 ,diese
,methode1 einem ,streite der
,behauptungen zuzusehen1 oder vielmehr
ihn selbst zu veranlassen1 nicht1 um
endlich zum ,vorteile des einen oder
des anderen ,teils zu entscheiden1
sondern1 um zu untersuchen1 ob der
,gegenstand desselben nicht vielleicht
ein bloes ,blendwerk sei1 wonach jeder
vergeblich hascht1 und bei welchem er
nichts gewinnen kann1 wenn ihm gleich
gar nicht widerstanden wrde1 dieses
,verfahren1 sage ich1 kann man die
skeptische ,methode nennen4 ,sie ist vom
,skeptizismus gnzlich unterschieden1
einem ,grundsatze einer kunstmigen und
szientifischen ,unwissenheit1 welcher
die ,grundlagen aller ,erkenntnis
untergrbt1 um1 wo mglich1 berall keine
,zuverlssigkeit und ,sicherheit
derselben brigzulassen4 ,denn die
skeptische ,methode geht auf ,gewiheit1
dadurch1 da sie in einem solchen1 auf
beiden ,seiten redlich gemeinten und mit
,verstande gefhrten ,streite1 den
,punkt des ,miverstndnisses zu entdecken
sucht1 um1 wie weise ,gesetzgeber tun1
aus der ,verlegenheit der ,richter bei
,rechtshndeln fr sich selbst ,belehrung1
von dem ,mangelhaften und nicht genau
,bestimmten in ihren ,gesetzen1 zu
ziehen4 ,die ,antinomie1 die sich in
der ,anwendung der ,gesetze offenbart1
ist bei unserer eingeschrnkten
,weisheit der beste ,prfungsversuch der
,nomothetik1 um der ,vernunft1 die in
abstrakter ,spekulation ihre ,fehltritte
nicht leicht gewahr wird1 dadurch auf
die ,momente in ,bestimmung ihrer
,grundstze aufmerksam zu machen4
,diese skeptische ,methode ist aber nur
der ,transzendentalphilosophie allein
wesentlich eigen1 und kann allenfalls in
jedem anderen ,felde der
,untersuchungen1 nur in diesem nicht1
entbehrt werden4 ,in der ,mathematik
wrde ihr ,gebrauch ungereimt sein2 weil
sich in ihr keine falschen
,behauptungen verbergen und unsichtbar
machen knnen1 indem die ,beweise
jederzeit an dem ,faden der reinen
,anschauung1 und zwar durch jederzeit
evidente ,synthesis fortgehen mssen4 ,in
der ,experimentalphilosophie kann wohl
ein ,zweifel des ,aufschubs ntzlich
sein1 allein es ist doch wenigstens kein
,miverstand mglich1 der nicht leicht
gehoben werden knnte1 und in der
,erfahrung mssen doch endlich die
letzten ,mittel der ,entscheidung des
,zwistes liegen1 sie mgen nun frh oder
spt aufgefunden werden4 ,die ,moral kann
ihre ,grundstze insgesamt auch in
concreto1 zusamt den praktischen
,folgen1 wenigstens in mglichen
,erfahrungen geben und dadurch den
,miverstand der ,abstraktion vermeiden4
,dagegen sind die transzendentalen
,behauptungen1 welche selbst ber das
,feld aller mglichen ,erfahrungen
hinaus sich erweiternde ,einsichten
anmaen1 weder in dem ,falle1 da ihre
abstrakte ,synthesis in irgendeiner
,anschauung a priori knnte gegeben1
noch so beschaffen1 da der ,miverstand
vermittelst irgendeiner ,erfahrung
entdeckt werden knnte4 ,die
transzendentale ,vernunft also
verstattet keinen anderen ,probierstein1
als den ,versuch der ,vereinigung
ihrer ,behauptungen unter sich selbst1
und mithin zuvor des freien und
ungehinderten ,wettstreits derselben
untereinander1 und diesen wollen wir
anjetzt anstellen499 99 ,die
,antinomien folgen einander nach der
,ordnung der oben angefhrten
transzendentalen ,ideen4 ,die
,antinomie der reinen ,vernunft
,erster ,widerstreit der
transzendentalen ,ideen
,thesis ,die ,welt hat einen ,anfang
in der ,zeit1 und ist dem ,raum nach
auch in ,grenzen eingeschlossen4
,beweis ,denn1 man nehme an1 die
,welt habe der ,zeit nach keinen
,anfang3 so ist bis zu jedem gegebenen
,zeitpunkte eine ,ewigkeit abgelaufen1
und mithin eine unendliche ,reihe
aufeinander folgenden ,zustnde der
,dinge in der ,welt verflossen4 ,nun
besteht aber eben darin die
,unendlichkeit einer ,reihe1 da sie
durch sukzessive ,synthesis niemals
vollendet sein kann4 ,also ist eine
unendliche verflossene ,weltreihe
unmglich1 mithin ein ,anfang der ,welt
eine notwendige ,bedingung ihres
,daseins2 welches zuerst zu beweisen
war4 ,in ,ansehung des zweiten nehme
man wiederum das ,gegenteil an3 so wird
die ,welt ein unendliches gegebenes
,ganze von zugleich existierenden
,dingen sein4 ,nun knnen wir die ,gre
eines ,quanti1 welches nicht innerhalb
gewissen ,grenzen jeder ,anschauung
gegeben wird199 auf keine andere ,art1
als nur durch die ,synthesis der ,teile1
und die ,totalitt eines solchen
,quanti nur durch die vollendete
,synthesis1 oder durch wiederholte
,hinzusetzung der ,einheit zu sich
selbst1 gedenken49999 ,demnach1 um sich
die ,welt1 die alle ,rume erfllt1 als
ein ,ganzes zu denken1 mte die
sukzessive ,synthesis der ,teile einer
unendlichen ,welt als vollendet
angesehen1 d4i41 eine unendliche ,zeit
mte1 in der ,durchzhlung aller
koexistierenden ,dinge1 als abgelaufen
angesehen werden2 welches unmglich ist4
,demnach kann ein unendliches ,aggregat
wirklicher ,dinge1 nicht als ein
gegebenes ,ganze1 mithin auch nicht als
zugleich gegeben1 angesehen werden4
,eine ,welt ist folglich1 der
,ausdehnung im ,raume nach1 nicht
unendlich1 sondern in ihren ,grenzen
eingeschlossen1 welches das zweite war4
99 ,wir knnen ein unbestimmtes ,quantum
als ein ,ganzes anschauen1 wenn es in
,grenzen eingeschlossen ist1 ohne die
,totalitt desselben durch ,messung1
d4i4 die sukzessive ,synthesis seiner
,teile1 konstruieren zu drfen4 ,denn
die ,grenzen bestimmen schon die
,vollstndigkeit1 indem sie alles
,mehrere abschneiden4 9999 ,der
,begriff der ,totalitt ist in diesem
,falle nichts anderes1 als die
,vorstellung der vollendeten ,synthesis1
seiner ,teile1 weil1 da wir nicht
von der ,anschauung des ,ganzen 7als
welche in diesem ,falle unmglich
ist7 den ,begriff abziehen knnen1 wir
diesen nur durch die ,synthesis der
,teile1 bis zur ,vollendung des
,unendlichen1 wenigstens in der
,idee fassen knnen4
,antithesis ,die ,welt hat keinen
,anfang1 und keine ,grenzen im ,raume1
sondern ist1 sowohl in ,ansehung der
,zeit1 als des ,raumes1 unendlich4
,beweis ,denn man setze3 sie habe
einen ,anfang4 ,da der ,anfang ein
,dasein ist1 wovor eine ,zeit
vorhergeht1 darin das ,ding nicht ist1
so mu eine ,zeit vorhergegangen sein1
darin die ,welt nicht war1 d4i4 eine
leere ,zeit4 ,nun ist aber in einer
leeren ,zeit kein ,entstehen irgend
eines ,dinges mglich2 weil kein ,teil
einer solchen ,zeit vor einem anderen
irgendeine unterscheidende ,bedingung
des ,daseins1 vor die des ,nichtseins1
an sich hat 7man mag annehmen1 da sie
von sich selbst1 oder durch eine andere
,ursache entstehe74 ,also kann zwar in
der ,welt manche ,reihe der ,dinge
anfangen1 die ,welt selber aber kann
keinen ,anfang haben1 und ist also in
,ansehung der vergangenen ,zeit
unendlich4 ,was das zweite betrifft1
so nehme man zuvrderst das ,gegenteil
an1 da nmlich die ,welt dem ,raume nach
endlich und begrenzt ist2 so befindet
sie sich in einem leeren ,raum1 der
nicht begrenzt ist4 ,es wrde also nicht
allein ein ,verhltnis der ,dinge im
,raum1 sondern auch der ,dinge zum
,raume angetroffen werden4 ,da nun die
,welt ein absolutes ,ganze ist1 auer
welchem kein ,gegenstand der
,anschauung1 und mithin kein
,korrelatum der ,welt1 angetroffen wird1
womit dieselbe im ,verhltnis stehe1 so
wrde das ,verhltnis der ,welt zum
leeren ,raum ein ,verhltnis derselben
zu keinem ,gegenstande sein4 ,ein
dergleichen ,verhltnis aber1 mithin
auch die ,begrenzung der ,welt durch den
leeren ,raum1 ist nichts2 also ist die
,welt1 dem ,raume nach1 gar nicht
begrenzt1 d4i4 sie ist in ,ansehung der
,ausdehnung unendlich499 99 ,der
,raum ist blo die ,form der ueren
,anschauung 7formale ,anschauung71
aber kein wirklicher ,gegenstand1 der
uerlich angeschaut werden kann4 ,der
,raum1 vor allen ,dingen1 die ihn
bestimmen 7erfllen oder begrenzen71 oder
die vielmehr eine seiner ,form geme
empirische ,anschauung geben1 ist1 unter
dem ,namen des absoluten ,raumes1
nichts anderes1 als die bloe ,mglichkeit
uerer ,erscheinungen1 sofern sie
entweder an sich existieren1 oder zu
gegebenen ,erscheinungen noch
hinzukommen knnen4 ,die empirische
,anschauung ist also nicht
zusammengesetzt aus ,erscheinungen und
dem ,raume 7der ,wahrnehmung und der
leeren ,anschauung74 ,eines ist nicht
des anderen ,korrelatum der ,synthesis1
sondern nur in einer und derselben
empirischen ,anschauung verbunden1 als
,materie und ,form derselben4 ,will
man eine dieser zwei ,stcke auer der
anderen setzen 7,raum auerhalb allen
,erscheinungen71 so entstehen daraus
allerlei leere ,bestimmungen der
ueren ,anschauung1 die doch nicht
mgliche ,wahrnehmungen sind4 ,z4,b4
,bewegung oder ,ruhe der ,welt im
unendlichen leeren ,raum1 eine
,bestimmung des ,verhltnisses beider
untereinander1 welche niemals
wahrgenommen werden kann1 und also auch
das ,prdikat eines bloen
,gedankendinges ist4
,anmerkung zur ersten ,antinomie
,i4 zur ,thesis ,ich habe bei diesen
einander widerstreitenden ,argumenten
nicht ,blendwerke gesucht1 um etwa 7wie
man sagt7 einen ,advokatenbeweis zu
fhren1 welcher sich der ,unbehutsamkeit
des ,gegners zu seinem ,vorteile
bedient1 und seine ,berufung auf ein
miverstanden ,gesetz gerne gelten lt1
um seine eigenen unrechtmigen ,ansprche
auf die ,widerlegung desselben zu
bauen4 ,jeder dieser ,beweise ist aus
der ,sache ,natur gezogen und der
,vorteil beiseite gesetzt worden1 den
uns die ,fehlschlsse der ,dogmatiker
von beiden ,teilen geben knnten4 ,ich
htte die ,thesis auch dadurch dem
,scheine nach beweisen knnen1 da ich
von der ,unendlichkeit einer gegebenen
,gre1 nach der ,gewohnheit der
,dogmatiker1 einen fehlerhaften ,begriff
vorangeschickt htte4 ,unendlich ist
eine ,gre1 ber die keine grere 7d4i4 ber
die darin enthaltene ,menge einer
gegebenen ,einheit7 mglich ist4 ,nun ist
keine ,menge die grte1 weil noch immer
eine oder mehrere ,einheiten
hinzugetan werden knnen4 ,also ist eine
unendliche gegebene ,gre1 mithin auch
eine 7der verflossenen ,reihe sowohl1
als der ,ausdehnung nach7 unendliche
,welt unmglich3 sie ist also
beiderseitig begrenzt4 ,so htte ich
meinen ,beweis fhren knnen3 allein
dieser ,begriff stimmt nicht mit dem1
was man unter einem unendlichen ,ganzen
versteht4 ,es wird dadurch nicht
vorgestellt1 wie gro es sei1 mithin ist
sein ,begriff auch nicht der ,begriff
eines ,maximum1 sondern es wird dadurch
nur sein ,verhltnis zu einer beliebig
anzunehmenden ,einheit1 in ,ansehung
deren dasselbe grer ist als alle ,zahl1
gedacht4 ,nachdem die ,einheit nun grer
oder kleiner angenommen wird1 wrde das
,unendliche grer oder kleiner sein2
allein die ,unendlichkeit1 da sie blo in
dem ,verhltnisse zu dieser gegebenen
,einheit besteht1 wrde immer dieselbe
bleiben1 obgleich freilich die absolute
,gre des ,ganzen dadurch gar nicht
erkannt wrde1 davon auch hier nicht die
,rede ist4 ,der wahre
7transzendentale7 ,begriff der
,unendlichkeit ist3 da die sukzessive
,synthesis der ,einheit in ,durchmessung
eines ,quantum niemals vollendet sein
kann499 ,hieraus folgt ganz sicher1 da
eine ,ewigkeit wirklicher
aufeinanderfolgenden ,zustnde bis zu
einem gegebenen 7dem gegenwrtigen7
,zeitpunkte nicht verflossen sein kann1
die ,welt also einen ,anfang haben
msse4 99 ,dieses enthlt dadurch eine
,menge 7von gegebener ,einheit71 die
grer ist als alle ,zahl1 welches der
mathematische ,begriff des
,unendlichen ist4 ,in ,ansehung des
zweiten ,teils der ,thesis fllt die
,schwierigkeit1 von einer unendlichen
und doch abgelaufenen ,reihe zwar weg2
denn das ,mannigfaltige einer der
,ausdehnung nach unendlichen ,welt ist
zugleich gegeben4 ,allein1 um die
,totalitt einer solchen ,menge zu
denken1 da wir uns nicht auf ,grenzen
berufen knnen1 welche diese ,totalitt
von selbst in der ,anschauung
ausmachen1 mssen wir von unserem
,begriffe ,rechenschaft geben1 der in
solchem ,falle nicht vom ,ganzen zu der
bestimmten ,menge der ,teile gehen kann1
sondern die ,mglichkeit eines ,ganzen
durch die sukzessive ,synthesis der
,teile dartun mu4 ,da diese ,synthesis
nun eine nie zu vollendende ,reihe
ausmachen mte2 so kann man sich nicht
vor ihr1 und mithin auch nicht durch
sie1 eine ,totalitt denken4 ,denn der
,begriff der ,totalitt selbst ist in
diesem ,falle die ,vorstellung einer
vollendeten ,synthesis der ,teile1 und
diese ,vollendung1 mithin auch der
,begriff derselben1 ist unmglich4
,,ii4 ,anmerkung zur ,antithesis ,der
,beweis fr die ,unendlichkeit der
gegebenen ,weltreihe und des
,weltinbegriffs beruht darauf3 da im
entgegengesetzten ,falle eine leere
,zeit1 imgleichen ein leerer ,raum1 die
,weltgrenze ausmachen mte4 ,nun ist mir
nicht unbekannt1 da wider diese
,konsequenz ,ausflchte gesucht werden1
indem man vorgibt3 es sei eine ,grenze
der ,welt1 der ,zeit und dem ,raume
nach1 ganz wohl mglich1 ohne da man
eben eine absolute ,zeit vor der ,welt
,anfang1 oder einen absoluten1 auer der
wirklichen ,welt ausgebreiteten ,raum
annehmen drfe2 welches unmglich ist4
,ich bin mit dem letzteren ,teile dieser
,meinung der ,philosophen aus der
,leibnitzischen ,schule ganz wohl
zufrieden4 ,der ,raum ist blo die ,form
der ueren ,anschauung1 aber kein
wirklicher ,gegenstand1 der uerlich
angeschaut werden kann1 und kein
,korrelatum der ,erscheinungen1 sondern
die ,form der ,erscheinungen selbst4
,der ,raum also kann absolut 7fr sich
allein7 nicht als etwas ,bestimmendes in
dem ,dasein der ,dinge vorkommen1 weil
er gar kein ,gegenstand ist1 sondern
nur die ,form mglicher ,gegenstnde4
,dinge also1 als ,erscheinungen1
bestimmen wohl den ,raum1 d4i4 unter
allen mglichen ,prdikaten desselben
7,gre und ,verhltnis7 machen sie es1 da
diese oder jene zur ,wirklichkeit
gehren2 aber umgekehrt kann der ,raum1
als etwas1 welches fr sich besteht1 die
,wirklichkeit der ,dinge in ,ansehung
der ,gre oder ,gestalt nicht bestimmen1
weil er an sich selbst nichts
,wirkliches ist4 ,es kann also wohl ein
,raum 7er sei voll oder leer799 durch
,erscheinungen begrenzt1 ,erscheinungen
aber knnen nicht durch einen leeren
,raum auer denselben begrenzt werden4
,eben dieses gilt auch von der ,zeit4
,alles dieses nun zugegeben1 so ist
gleichwohl unstreitig1 da man diese zwei
,undinge1 den leeren ,raum auer und
die leere ,zeit vor der ,welt1 durchaus
annehmen msse1 wenn man eine
,weltgrenze1 es sei dem ,raume oder der
,zeit nach1 annimmt4 99 ,man bemerkt
leicht1 da hierdurch gesagt werden
wolle3 der leere ,raum1 sofern er
durch ,erscheinungen begrenzt wird1
mithin derjenige innerhalb der ,welt1
widerspreche wenigstens nicht den
transzendentalen ,prinzipien1 und knnen
also in ,ansehung dieser eingerumt
7obgleich darum seine ,mglichkeit nicht
sofort behauptet werden74 ,denn
was den ,ausweg betrifft1 durch den man
der ,konsequenz auszuweichen sucht1
nach welcher wir sagen3 da1 wenn die
,welt 7der ,zeit und dem ,raum nach7
,grenzen hat1 das unendliche ,leere das
,dasein wirklicher ,dinge ihrer ,gre
nach bestimmen msse1 so besteht er
insgeheim nur darin3 da man statt einer
,sinnenwelt sich1 wer wei welche1
intelligible ,welt gedenkt1 und1 statt
des ersten ,anfanges1 7ein ,dasein1 vor
welchem eine ,zeit des ,nichtseins
vorhergeht7 sich berhaupt ein ,dasein
denkt1 welches keine andere ,bedingung
in der ,welt voraussetzt1 statt der
,grenze der ,ausdehnung1 ,schranken des
,weltganzen denkt1 und dadurch der
,zeit und dem ,raume aus dem ,wege geht4
,es ist hier aber nur von dem mundus
phaenomenon die ,rede1 und von dessen
,gre1 bei dem man von gedachten
,bedingungen der ,sinnlichkeit
keineswegs abstrahieren kann1 ohne das
,wesen desselben aufzuheben4 ,die
,sinnenwelt1 wenn sie begrenzt ist1
liegt notwendig in dem unendlichen
,leeren4 ,will man dieses1 und mithin
den ,raum berhaupt als ,bedingung der
,mglichkeit der ,erscheinungen a priori
weglassen1 so fllt die ganze
,sinnenwelt weg4 ,in unserer ,aufgabe
ist uns diese allein gegeben4 ,der
mundus intelligibilis ist nichts als der
allgemeine ,begriff einer ,welt
berhaupt1 in welchem man von allen
,bedingungen der ,anschauung derselben
abstrahiert1 und in ,ansehung dessen
folglich gar kein synthetischer ,satz1
weder bejahend1 noch verneinend mglich
ist4 ,der ,antinomie der reinen
,vernunft ,zweiter ,widerstreit der
transzendentalen ,ideen
,thesis ,eine jede zusammengesetzte
,substanz in der ,welt besteht aus
einfachen ,teilen1 und es existiert
berall nichts als das ,einfache1 oder
das1 was aus diesem zusammengesetzt
ist4 ,beweis ,denn1 nehmet
an1 die zusammengesetzten ,substanzen
bestnden nicht aus einfachen ,teilen2
so wrde wenn alle ,zusammensetzung in
,gedanken aufgehoben wrde1 kein
zusammengesetzter ,teil1 und 7da es
keine einfachen ,teile gibt7 auch kein
einfacher1 mithin gar nichts
brigbleiben1 folglich keine ,substanz
sein gegeben worden4 ,entweder also lt
sich unmglich alle ,zusammensetzung in
,gedanken aufheben1 oder es mu nach
deren ,aufhebung etwas ohne alle
,zusammensetzung ,bestehendes1 d4i4 das
,einfache1 brigbleiben4 ,im ersteren
,falle aber wrde das ,zusammengesetzte
wiederum nicht aus ,substanzen bestehen
7weil bei diesen die ,zusammensetzung
nur eine zufllige ,relation der
,substanzen ist1 ohne welche diese1 als
fr sich beharrliche ,wesen1 bestehen
mssen74 ,da nun dieser ,fall der
,voraussetzung widerspricht1 so bleibt
nur der zweite brig3 da nmlich das
substantielle ,zusammengesetzte in der
,welt aus einfachen ,teilen bestehe4
,hieraus folgt unmittelbar1 da die
,dinge der ,welt insgesamt einfache
,wesen sind1 da die ,zusammensetzung nur
ein uerer ,zustand derselben sei1 und
da1 wenn wir die ,elementarsubstanzen
gleich niemals vllig aus diesem
,zustande der ,verbindung setzen und
isolieren knnen1 doch die ,vernunft sie
als die ersten ,subjekte aller
,komposition1 und mithin1 vor
derselben1 als einfache ,wesen denken
msse4 ,antithesis ,kein
zusammengesetztes ,ding in der ,welt
besteht aus einfachen ,teilen1 und es
existiert berall nichts ,einfaches in
derselben4 ,beweis
,setzet3 ein zusammengesetztes ,ding
7als ,substanz7 bestehe aus einfachen
,teilen4 ,weil alles uere ,verhltnis1
mithin auch alle ,zusammensetzung aus
,substanzen1 nur im ,raume mglich ist3
so mu1 aus so viel ,teilen das
,zusammengesetzte besteht1 aus
ebensoviel ,teilen auch der ,raum
bestehen1 den es einnimmt4 ,nun besteht
der ,raum nicht aus einfachen ,teilen1
sondern aus ,rumen4 ,also mu jeder ,teil
des ,zusammengesetzten einen ,raum
einnehmen4 ,die schlechthin ersten
,teile aber alles ,zusammengesetzten
sind einfach4 ,also nimmt das ,einfache
einen ,raum ein4 ,da nun alles ,reale1
was einen ,raum einnimmt1 ein auerhalb
einander befindliches ,mannigfaltige in
sich fat1 mithin zusammengesetzt ist1
und zwar als ein reales
,zusammengesetzte1 nicht aus
,akzidenzen1 7denn die knnen nicht ohne
,substanz auereinander sein17 mithin
aus ,substanzen2 so wrde das ,einfache
ein substantielles ,zusammengesetzte
sein1 welches sich widerspricht4 ,der
zweite ,satz der ,antithesis1 da in der
,welt gar nichts ,einfaches existiere1
soll hier nur so viel bedeuten1 als3
,es knne das ,dasein des schlechthin
,einfachen aus keiner ,erfahrung oder
,wahrnehmung1 weder ueren1 noch
inneren1 dargetan werden1 und das
schlechthin ,einfache sei also eine
bloe ,idee1 deren objektive ,realitt
niemals in irgend einer mglichen
,erfahrung kann dargetan werden1 mithin
in der ,exposition der ,erscheinungen
ohne alle ,anwendung und ,gegenstand4
,denn wir wollen annehmen1 es liee sich
fr diese transzendentale ,idee ein
,gegenstand der ,erfahrung finden3 so
mte die empirische ,anschauung
irgendeines ,gegenstandes als eine
solche erkannt werden1 welche
schlechthin kein ,mannigfaltiges
auerhalb einander1 und zur ,einheit
verbunden1 enthlt4 ,da nun von dem
,nichtbewutsein eines ,mannigfaltigen
auf die gnzliche ,unmglichkeit ein
solches in irgendeiner ,anschauung des
selben ,objekts1 kein ,schlu gilt1
dieses letztere aber zur absoluten
,simplizitt durchaus ntig ist1 so
folgt1 da diese aus keiner ,wahrnehmung1
welche sie auch sei1 knne geschlossen
werden4 ,da also etwas als ein
schlechthin einfaches ,objekt niemals
in irgend einer mglichen ,erfahrung kann
gegeben werden1 die ,sinnenwelt aber
als der ,inbegriff aller mglichen
,erfahrungen angesehen werden mu3 so
ist berall in ihr nichts ,einfaches
gegeben4 ,dieser zweite ,satz der
,antithesis geht viel weiter als der
erste1 der das ,einfache nur von der
,anschauung des ,zusammengesetzten
verbannt1 da hingegen dieser es aus der
ganzen ,natur wegschafft2 daher er auch
nicht aus dem ,begriffe eines
gegebenen ,gegenstandes der ueren
,anschauung 7des ,zusammengesetzten71
sondern aus dem ,verhltnis desselben zu
einer mglichen ,erfahrung berhaupt hat
bewiesen werden knnen4
,anmerkung zur zweiten ,antinomie
,i4 zur ,thesis ,wenn ich von einem
,ganzen rede1 welches notwendig aus
einfachen ,teilen besteht1 so verstehe
ich darunter nur ein substantielles
,ganze als das eigentliche ,kompositum1
d4i4 diejenige zufllige ,einheit des
,mannigfaltigen1 welches abgesondert
7wenigstens in ,gedanken7 gegeben1 in
eine wechselseitige ,verbindung gesetzt
wird1 und dadurch ,eines ausmacht4 ,den
,raum sollte man eigentlich nicht
,kompositium1 sondern ,totum nennen1
weil die ,teile desselben nur im ,ganzen
und nicht das ,ganze durch die ,teile
mglich ist4 ,er wrde allenfalls ein
compositum ideale1 aber nicht reale
heien knnen4 ,doch dieses ist nur
,subtilitt4 ,da der ,raum kein
,zusammengesetztes aus ,substanzen
7nicht einmal aus realen ,akzidenzen7
ist1 so mu1 wenn ich alle
,zusammensetzung in ihm aufhebe1 nichts1
auch nicht einmal der ,punkt
brigbleiben2 denn dieser ist nur als die
,grenze eines ,raumes1 7mithin eines
,zusammengesetzten7 mglich4 ,raum und
,zeit bestehen also nicht aus einfachen
,teilen4 ,was nur zum ,zustande einer
,substanz gehrt1 ob es gleich eine ,gre
hat 7z4,b4 die ,vernderung71 besteht
auch nicht aus dem ,einfachen1 d4i4 ein
gewisser ,grad der ,vernderung entsteht
nicht durch einen ,anwachs vieler
einfachen ,vernderungen4 ,unser ,schlu
vom ,zusammengesetzten auf das ,einfache
gilt nur von fr sich selbst
bestehenden ,dingen4 ,akzidenzen aber
des ,zustandes1 bestehen nicht fr sich
selbst4 ,man kann also den ,beweis fr
die ,notwendigkeit des ,einfachen1 als
dem ,bestandteile alles substantiellen
,zusammengesetzten1 und dadurch berhaupt
seine ,sache leichtlich dadurch
verderben1 wenn man ihn zu weit ausdehnt
und ihn fr alles ,zusammengesetzte
ohne ,unterschied geltend machen will1
wie es wirklich mehrmalen schon
geschehen ist4 ,ich rede brigens hier
nur von dem ,einfachen1 sofern es
notwendig im ,zusammengesetzten gegeben
ist1 indem dieses darin1 als in seine
,bestandteile1 aufgelst werden kann4
,die eigentliche ,bedeutung des ,wortes
,monas 7nach ,leibnitzens ,gebrauch7
sollte wohl nur auf das ,einfache
gehen1 welches unmittelbar als einfache
,substanz gegeben ist 7z4,b4 im
,selbstbewutsein7 und nicht als ,element
des ,zusammengesetzten1 welches man
besser den ,atomus nennen knnte4 ,und da
ich nur in ,ansehung des
,zusammengesetzten die einfachen
,substanzen1 als deren ,elemente1
beweisen will1 so knnte ich die
,antithese der zweiten ,antinomie die
transzendentale ,atomistik nennen4 ,weil
aber dieses ,wort schon vorlngst zur
,bezeichnung einer besonderen
,erklrungsart krperlicher ,erscheinungen
7molecularum7 gebraucht worden1 und
also empirische ,begriffe voraussetzt1
so mag er der dialektische ,grundsatz
der ,monadologie heien4 ,,ii4
,anmerkung zur ,antithesis ,wider
diesen ,satz einer unendlichen ,teilung
der ,materie1 dessen ,beweisgrund blo
mathematisch ist1 werden von den
,monadisten ,einwrfe vorgebracht1
welche sich dadurch schon verdchtig
machen1 da sie die klarsten
mathematischen ,beweise nicht fr
,einsichten in die ,beschaffenheit des
,raumes1 sofern er in der ,tat die
formale ,bedingung der ,mglichkeit
aller ,materie ist1 wollen gelten
lassen1 sondern sie nur als ,schlsse
aus abstrakten aber willkrlichen
,begriffen ansehen1 die auf wirkliche
,dinge nicht bezogen werden knnten4
,gleich als wenn es auch nur mglich
wre1 eine andere ,art der ,anschauung zu
erdenken1 als die in der ursprnglichen
,anschauung des ,raumes gegeben wird1
und die ,bestimmungen desselben a
priori nicht zugleich alles dasjenige
betrfen1 was dadurch allein mglich ist1
da es diesen ,raum erfllt4 ,wenn man
ihnen ,gehr gibt1 so mte man1 auer dem
mathematischen ,punkte1 der einfach1
aber kein ,teil1 sondern blo die ,grenze
eines ,raumes ist1 sich noch physische
,punkte denken1 die zwar auch einfach
sind1 aber den ,vorzug haben1 als ,teile
des ,raumes1 durch ihre bloe
,aggregation denselben zu erfllen4 ,ohne
nun hier die gemeinen und klaren
,widerlegungen dieser ,ungereimtheit1
die man in ,menge antrifft1 zu
wiederholen1 wie es denn gnzlich umsonst
ist1 durch blo diskursive ,begriffe
die ,evidenz der ,mathematik weg
vernnfteln zu wollen1 so bemerke ich
nur1 da1 wenn die ,philosophie hier mit
der ,mathematik schikaniert1 es darum
geschehe1 weil sie vergit1 da es in
dieser ,frage nur um ,erscheinungen und
deren ,bedingung zu tun sei4 ,hier ist
es aber nicht genug1 zum reinen
,verstandesbegriffe des
,zusammengesetzten den ,begriff des
,einfachen1 sondern zur ,anschauung des
,zusammengesetzten 7der ,materie7 die
,anschauung des ,einfachen zu finden1
und dieses ist nach ,gesetzen der
,sinnlichkeit1 mithin auch bei
,gegenstnden der ,sinne1 gnzlich
unmglich4 ,es mag also von einem
,ganzen aus ,substanzen1 welches blo
durch den reinen ,verstand gedacht
wird1 immer gelten1 da wir vor aller
,zusammensetzung desselben das
,einfache haben mssen2 so gilt dieses
doch nicht vom totum substantiale
phaenomenon1 welches1 als empirische
,anschauung im ,raume1 die notwendige
,eigenschaft bei sich fhrt1 da kein
,teil desselben einfach ist1 darum1
weil kein ,teil des ,raumes einfach ist4
,indessen sind die ,monadisten fein
genug gewesen1 dieser ,schwierigkeit
dadurch ausweichen zu wollen1 da sie
nicht den ,raum als eine ,bedingung der
,mglichkeit der ,gegenstnde uerer
,anschauung 7,krper71 sondern diese1
und das dynamische ,verhltnis der
,substanzen berhaupt1 als die
,bedingung der ,mglichkeit des ,raumes
voraussetzen4 ,nun haben wir von
,krpern nur als ,erscheinungen einen
,begriff1 als solche aber setzen sie
den ,raum als die ,bedingung der
,mglichkeit aller ueren ,erscheinung
notwendig voraus1 und die ,ausflucht ist
also vergeblich1 wie sie denn auch
oben in der transzendentalen sthetik
hinreichend ist abgeschnitten worden4
,wren sie ,dinge an sich selbst1 so wrde
der ,beweis der ,monadisten allerdings
gelten4 ,die zweite dialektische
,behauptung hat das ,besondere an sich1
da sie eine dogmatische ,behauptung
wider sich hat1 die unter allen
vernnftelnden die einzige ist1 welche
sich unternimmt1 an einem ,gegenstande
der ,erfahrung die ,wirklichkeit dessen1
was wir oben blo zu transzendentalen
,ideen rechneten1 nmlich die absolute
,simplizitt der ,substanz1
augenscheinlich zu beweisen3 nmlich da
der ,gegenstand des inneren ,sinnes1
das ,ich1 was da denkt1 eine schlechthin
einfache ,substanz sei4 ,ohne mich
hierauf jetzt einzulassen1 7da es oben
ausfhrlicher erwogen ist17 so bemerke
ich nur3 da wenn etwas blo als
,gegenstand gedacht wird1 ohne
irgendeine synthetische ,bestimmung
seiner ,anschauung hinzuzusetzen1 7wie
denn dieses durch die ganz nackte
,vorstellung3 ,ich1 geschieht17 so knne
freilich nichts ,mannigfaltiges und
keine ,zusammensetzung in einer solchen
,vorstellung wahrgenommen werden4 ,da
berdem die ,prdikate1 wodurch ich diesen
,gegenstand denke1 blo ,anschauungen
des inneren ,sinnes sind1 so kann darin
auch nichts vorkommen1 welches ein
,mannigfaltiges auerhalb einander1
mithin reale ,zusammensetzung bewiese4
,es bringt also nur das
,selbstbewutsein es so mit sich1 da1
weil das ,subjekt1 welches denkt1
zugleich sein eigen ,objekt ist1 es sich
selber nicht teilen kann 7obgleich die
ihm inhrierenden ,bestimmungen72 denn
in ,ansehung seiner selbst ist jeder
,gegenstand absolute ,einheit4
,nichtsdestoweniger1 wenn dieses
,subjekt uerlich1 als ein ,gegenstand
der ,anschauung1 betrachtet wird1 so
wrde es doch wohl ,zusammensetzung in
der ,erscheinung an sich zeigen4 ,so mu
es aber jederzeit betrachtet werden1
wenn man wissen will1 ob in ihm ein
,mannigfaltiges auerhalb einander sei1
oder nicht4 ,der ,antinomie der
reinen ,vernunft ,dritter ,widerstreit
der transzendentalen ,ideen
,thesis ,die ,kausalitt nach
,gesetzen der ,natur ist nicht die
einzige1 aus welcher die ,erscheinungen
der ,welt insgesamt abgeleitet werden
knnen4 ,beweis ,man nehme
an1 es gebe keine andere ,kausalitt1 als
nach ,gesetzen der ,natur2 so setzt
alles1 was geschieht1 einen vorigen
,zustand voraus1 auf den es
unausbleiblich nach einer ,regel folgt4
,nun mu aber der vorige ,zustand selbst
etwas sein1 was geschehen ist 7in der
,zeit geworden1 da es vorher nicht
war71 weil1 wenn es jederzeit gewesen
wre1 seine ,folge auch nicht allererst
entstanden1 sondern immer gewesen sein
wrde4 ,also ist die ,kausalitt der
,ursache1 durch welche etwas geschieht1
selbst etwas ,geschehenes1 welches nach
dem ,gesetz der ,natur wiederum einen
vorigen ,zustand und dessen ,kausalitt1
dieser aber eben so einen noch lteren
voraussetzt usw4 ,wenn also alles nach
bloen ,gesetzen der ,natur geschieht1 so
gibt es jederzeit nur einen
subalternen1 niemals aber einen ersten
,anfang1 und also berhaupt keine
,vollstndigkeit der ,reihe auf der
,seite der voneinander abstammenden
,ursachen4 ,nun besteht aber eben darin
das ,gesetz der ,natur3 da ohne
hinreichend a priori bestimmte ,ursache
nichts geschehe4 ,also widerspricht der
,satz1 als wenn alle ,kausalitt nur
nach ,naturgesetzen mglich sei1 sich
selbst in seiner unbeschrnkten
,allgemeinheit1 und diese kann also
nicht als die einzige angenommen
werden4 ,diesem nach mu eine
,kausalitt angenommen werden1 durch
welche etwas geschieht1 ohne da die
,ursache davon noch weiter1 durch eine
andere vorhergehende ,ursache1 nach
notwendigen ,gesetzen bestimmt sei1 d4i4
eine absolute ,spontaneitt der
,ursachen1 eine ,reihe von
,erscheinungen1 die nach ,naturgesetzen
luft1 von selbst anzufangen1 mithin
transzendentale ,freiheit1 ohne welche
selbst im ,laufe der ,natur die
,reihenfolge der ,erscheinungen auf der
,seite der ,ursachen niemals vollstndig
ist4 ,antithesis ,es ist
noch eine ,kausalitt durch ,freiheit zur
,erklrung derselben anzunehmen
notwendig4 ,es ist keine ,freiheit1
sondern alles in der ,welt geschieht
lediglich nach ,gesetzen der ,natur4
,beweis ,setzet3 es gehe eine
,freiheit im transzendentalen
,verstande1 als eine besondere ,art von
,kausalitt1 nach welcher die
,begebenheiten der ,welt erfolgen
knnten1 nmlich ein ,vermgen1 einen
,zustand1 mithin auch eine ,reihe von
,folgen desselben1 schlechthin
anzufangen2 so wird nicht allein eine
,reihe durch diese ,spontaneitt1 sondern
die ,bestimmung dieser ,spontaneitt
selbst zur ,hervorbringung der ,reihe1
d4i4 die ,kausalitt1 wird schlechthin
anfangen1 so da nichts vorhergeht1
wodurch diese geschehende ,handlung nach
bestndigen ,gesetzen bestimmt sei4 ,es
setzt aber ein jeder ,anfang zu handeln
einen ,zustand der noch nicht
handelnden ,ursache voraus1 und ein
dynamisch erster ,anfang der ,handlung
einen ,zustand1 der mit dem
vorhergehenden eben derselben ,ursache
gar keinen ,zusammenhang der ,kausalitt
hat1 d4i4 auf keine ,weise daraus
erfolgt4 ,also ist die transzendentale
,freiheit dem ,kausalgesetze entgegen1
und eine solche ,verbindung der
sukzessiven ,zustnde wirkender
,ursachen1 nach welcher keine ,einheit
der ,erfahrung mglich ist1 die also
auch in keiner ,erfahrung angetroffen
wird1 mithin ein leeres ,gedankending4
,wir haben also nichts als ,natur1 in
welcher wir den ,zusammenhang und
,ordnung der ,weltbegebenheiten suchen
mssen4 ,die ,freiheit 7,unabhngigkeit7
von den ,gesetzen der ,natur1 ist zwar
eine ,befreiung vom ,zwange1 aber auch
vom ,leitfaden aller ,regeln4 ,denn man
kann nicht sagen1 da1 anstatt der
,gesetze der ,natur1 ,gesetze der
,freiheit in die ,kausalitt des
,weltlaufs eintreten1 weil1 wenn diese
nach ,gesetzen bestimmt wre1 so wre sie
nicht ,freiheit1 sondern selbst nichts
anderes als ,natur4 ,natur also und
transzendentale ,freiheit unterscheiden
sich wie ,gesetzmigkeit und
,gesetzlosigkeit1 davon jene zwar den
,verstand mit der ,schwierigkeit
belstigt1 die ,abstammung der
,begebenheiten in der ,reihe der
,ursachen immer hher hinauf zu suchen1
weil die ,kausalitt an ihnen jederzeit
bedingt ist1 aber zur ,schadloshaltung
durchgngige und gesetzmige ,einheit der
,erfahrung verspricht1 dahingegen das
,blendwerk von ,freiheit zwar dem
forschenden ,verstande in der ,kette
der ,ursachen ,ruhe verheit1 indem sie
ihn zu einer unbedingten ,kausalitt
fhrt1 die von selbst zu handeln anhebt1
die aber1 da sie selbst blind ist1 den
,leitfaden der ,regeln abreit1 an
welchem allein eine durchgngig
zusammenhngende ,erfahrung mglich ist4
,anmerkung zur dritten ,antinomie
,i4 zur ,thesis ,die transzendentale
,idee der ,freiheit macht zwar bei
weitem nicht den ganzen ,inhalt des
psychologischen ,begriffs dieses ,namens
aus1 welcher groenteils empirisch ist1
sondern nur den der absoluten
,spontaneitt der ,handlung1 als den
eigentlichen ,grund der ,imputabilitt
derselben2 ist aber dennoch der
eigentliche ,stein des ,anstoes fr die
,philosophie1 welche unberwindliche
,schwierigkeiten findet1 dergleichen
,art von unbedingter ,kausalitt
einzurumen4 ,dasjenige also in der
,frage ber die ,freiheit des ,willens1
was die spekulative ,vernunft von jeher
in so groe ,verlegenheit gesetzt hat1
ist eigentlich nur transzendental1 und
geht lediglich darauf1 ob ein ,vermgen
angenommen werden msse1 eine ,reihe von
sukzessiven ,dingen oder ,zustnden von
selbst anzufangen4 ,wie ein solches
mglich sei1 ist nicht ebenso notwendig
beantworten zu knnen1 da wir uns
ebensowohl bei der ,kausalitt nach
,naturgesetzen damit begngen mssen1 a
priori zu erkennen1 da eine solche
vorausgesetzt werden msse1 ob wir gleich
die ,mglichkeit1 wie durch ein
gewisses ,dasein das ,dasein eines
anderen gesetzt werde1 auf keine ,weise
begreifen1 und uns desfalls lediglich
an die ,erfahrung halten mssen4 ,nun
haben wir diese ,notwendigkeit eines
ersten ,anfangs einer ,reihe von
,erscheinungen aus ,freiheit1 zwar nur
eigentlich insofern dargetan1 als zur
,begreiflichkeit eines ,ursprungs der
,welt erforderlich ist1 indessen da man
alle nachfolgenden ,zustnde fr eine
,abfolge nach bloen ,naturgesetzen
nehmen kann4 ,weil aber dadurch doch
einmal das ,vermgen1 eine ,reihe in der
,zeit ganz von selbst anzufangen1
bewiesen 7obzwar nicht eingesehen7 ist1
so ist es uns nunmehr auch erlaubt1
mitten im ,laufe der ,welt verschiedene
,reihen1 der ,kausalitt nach1 von
selbst anfangen zu lassen1 und den
,substanzen derselben ein ,vermgen
beizulegen1 aus ,freiheit zu handeln4
,man lasse sich aber hierbei nicht
durch einen ,miverstand aufhalten3 da1
da nmlich eine sukzessive ,reihe in der
,welt nur einen komparativ ersten
,anfang haben kann1 indem doch immer
ein ,zustand der ,dinge in der ,welt
vorhergeht1 etwa kein absolut erster
,anfang der ,reihen whrend dem
,weltlaufe mglich sei4 ,denn wir reden
hier nicht vom absolutersten ,anfange
der ,zeit nach1 sondern der ,kausalitt
nach4 ,wenn ich jetzt 7zum ,beispiel7
vllig frei1 und ohne den notwendig
bestimmenden ,einflu der ,naturursachen1
von meinem ,stuhle aufstehe1 so fngt
in dieser ,begebenheit1 samt deren
natrlichen ,folgen ins ,unendliche1 eine
neue ,reihe schlechthin an1 obgleich
der ,zeit nach diese ,begebenheit nur
die ,fortsetzung einer vorhergehenden
,reihe ist4 ,denn diese ,entschlieung
und ,tat liegt gar nicht in der
,abfolge bloer ,naturwirkungen1 und ist
nicht eine bloe ,fortsetzung derselben1
sondern die bestimmenden ,naturursachen
hren oberhalb derselben1 in ,ansehung
dieser ,ereignis1 ganz auf1 die zwar
auf jene folgt1 aber daraus nicht
erfolgt1 und daher zwar nicht der ,zeit
nach1 aber doch in ,ansehung der
,kausalitt1 ein schlechthin erster
,anfang einer ,reihe von ,erscheinungen
genannt werden mu4 ,die ,besttigung
von der ,bedrfnis der ,vernunft1 in der
,reihe der ,naturursachen sich auf
einen ersten ,anfang aus ,freiheit zu
berufen1 leuchtet daran sehr klar in
die ,augen3 da 7die epikurische ,schule
ausgenommen7 alle ,philosophen des
,altertums sich gedrungen sahen1 zur
,erklrung der ,weltbewegungen einen
ersten ,beweger anzunehmen1 d4i4 eine
freihandelnde ,ursache1 welche diese
,reihe von ,zustnden zuerst und von
selbst anfing4 ,denn aus bloer ,natur
unterfangen sie sich nicht1 einen
ersten ,anfang begreiflich zu machen4
,,ii4 ,anmerkung zur ,antithesis ,der
,verteidiger der ,allvermgenheit der
,natur 7transzendentale ,physiokratie71
im ,widerspiel mit der ,lehre von der
,freiheit1 wrde seinen ,satz1 gegen die
vernnftelnden ,schlsse der letzteren1
auf folgende ,art behaupten4 ,wenn ihr
kein mathematisch ,erstes der ,zeit
nach in der ,welt annehmt1 so habt ihr
auch nicht ntig1 ein dynamisch ,erstes
der ,kausalitt nach zu suchen4 ,wer hat
euch geheien1 einen schlechthin ersten
,zustand der ,welt1 und mithin einen
absoluten ,anfang der nach und nach
ablaufenden ,reihe der ,erscheinungen1
zu erdenken1 und1 damit ihr eurer
,einbildung einen ,ruhepunkt verschaffen
mget1 der unumschrnkten ,natur
,grenzen zu setzen8 ,da die ,substanzen
in der ,welt jederzeit gewesen sind1
wenigstens die ,einheit der ,erfahrung
eine solche ,voraussetzung notwendig
macht1 so hat es keine ,schwierigkeit1
auch anzunehmen1 da der ,wechsel ihrer
,zustnde1 d4i4 eine ,reihe ihrer
,vernderungen1 jederzeit gewesen sei1
und mithin kein erster ,anfang1 weder
mathematisch1 noch dynamisch1 gesucht
werden drfe4 ,die ,mglichkeit einer
solchen unendlichen ,abstammung1 ohne
ein erstes ,glied1 in ,ansehung dessen
alles brige blo nachfolgend ist1 lt
sich1 seiner ,mglichkeit nach1 nicht
begreiflich machen4 ,aber wenn ihr
diese ,naturrtsel darum wegwerfen wollt1
so werdet ihr euch gentigt sehen1 viel
synthetische ,grundbeschaffenheiten zu
verwerfen1 7,grundkrfte7 die ihr
ebensowenig begreifen knnt1 und selbst
die ,mglichkeit einer ,vernderung
berhaupt mu euch anstig werden4 ,denn1
wenn ihr nicht durch ,erfahrung fndet1
da sie wirklich ist1 so wrdet ihr
niemals a priori ersinnen knnen1 wie
eine solche unaufhrliche ,folge von
,sein und ,nichtsein mglich sei4
,wenn auch indessen allenfalls ein
transzendentales ,vermgen der ,freiheit
nachgegeben wird1 um die
,weltvernderungen anzufangen1 so wrde
dieses ,vermgen doch wenigstens nur
auerhalb der ,welt sein mssen1 7wiewohl
es immer eine khne ,anmaung bleibt1
auerhalb dem ,inbegriffe aller mglichen
,anschauungen1 noch einen ,gegenstand
anzunehmen1 der in keiner mglichen
,wahrnehmung gegeben werden kann74
,allein1 in der ,welt selbst1 den
,substanzen ein solches ,vermgen
beizumessen1 kann nimmermehr erlaubt
sein1 weil alsdann der ,zusammenhang
nach allgemeinen ,gesetzen sich einander
notwendig bestimmender ,erscheinungen1
den man ,natur nennt1 und mit ihm das
,merkmal empirischer ,wahrheit1 welches
,erfahrung vom ,traum unterscheidet1
grtenteils verschwinden wrde4 ,denn es
lt sich neben einem solchen gesetzlosen
,vermgen der ,freiheit1 kaum mehr
,natur denken2 weil die ,gesetze der
letzteren durch die ,einflsse der
ersteren unaufhrlich abgendert1 und das
,spiel der ,erscheinungen1 welches nach
der bloen ,natur regelmig und
gleichfrmig sein wrde1 dadurch verwirrt
und unzusammenhngend gemacht wird4
,der ,antinomie der reinen ,vernunft
,vierter ,widerstreit der
transzendentalen ,ideen
,thesis ,zu der ,welt gehrt etwas1
das1 entweder als ihr ,teil1 oder ihre
,ursache1 ein schlechthin notwendig
,wesen ist4 ,beweis ,die
,sinnenwelt1 als das ,ganze aller
,erscheinungen1 enthlt zugleich eine
,reihe von ,vernderungen4 ,denn1 ohne
diese1 wrde selbst die ,vorstellung der
,zeitreihe1 als einer ,bedingung der
,mglichkeit der ,sinnenwelt1 uns nicht
gegeben sein994 ,eine jede ,vernderung
aber steht unter ihrer ,bedingung1 die
der ,zeit nach vorhergeht1 und unter
welcher sie notwendig ist4 ,nun setzt
ein jedes ,bedingte1 das gegeben ist1 in
,ansehung seiner ,existenz1 eine
vollstndige ,reihe von ,bedingungen bis
zum ,schlechthinunbedingten voraus1
welches allein absolutnotwendig ist4
,also mu etwas ,absolutnotwendiges
existieren1 wenn eine ,vernderung als
seine ,folge existiert4 ,dieses
,notwendige aber gehrt selber zur
,sinnenwelt4 ,denn setzet1 es sei auer
derselben1 so wrde von ihm die ,reihe
der ,weltvernderungen ihren ,anfang
ableiten1 ohne da doch diese notwendige
,ursache selbst zur ,sinnenwelt gehrte4
,nun ist dieses unmglich4 ,denn1 da
der ,anfang einer ,zeitreihe nur durch
dasjenige1 was der ,zeit nach
vorhergeht1 bestimmt werden kann3 so mu
die oberste ,bedingung des ,anfangs
einer ,reihe von ,vernderungen in der
,zeit existieren1 da diese noch nicht
war1 7denn der ,anfang ist ein ,dasein1
vor welchem eine ,zeit vorhergeht1
darin das ,ding1 welches anfngt1 noch
nicht war74 ,also gehrt die ,kausalitt
der notwendigen ,ursache der
,vernderungen1 mithin auch die ,ursache
selbst1 zu der ,zeit1 mithin zur
,erscheinung 7an welcher die ,zeit
allein als deren ,form mglich ist71
folglich kann sie von der ,sinnenwelt1
als dem ,inbegriff aller
,erscheinungen1 nicht abgesondert
gedacht werden4 ,also ist in der ,welt
selbst etwas ,schlechthinnotwendiges
enthalten 7es mag nun dieses die ganze
,weltreihe selbst1 oder ein ,teil
derselben sein74 99 ,die ,zeit geht
zwar als formale ,bedingung der
,mglichkeit der ,vernderungen vor
dieser objektiv vorher1 allein
subjektiv1 und in der ,wirklichkeit
des ,bewutseins1 ist1 diese ,vorstellung
doch nur1 so wie jede andere1 durch
,veranlassung der ,wahrnehmungen
gegeben4 ,antithesis ,es
existiert berall kein schlechthin
notwendiges ,wesen1 weder in der ,welt1
noch auer der ,welt1 als ihre ,ursache4
,beweis ,setzet3 die
,welt selber1 oder in ihr1 sei ein
notwendiges ,wesen1 so wrde in der
,reihe ihrer ,vernderungen1 entweder ein
,anfang sein1 der unbedingtnotwendig1
mithin ohne ,ursache wre1 welches dem
dynamischen ,gesetze der ,bestimmung
aller ,erscheinungen in der ,zeit
widerstreitet2 oder die ,reihe selbst
wre ohne allen ,anfang1 und1 obgleich
in allen ihren ,teilen zufllig und
bedingt1 im ,ganzen dennoch
schlechthinnotwendig und unbedingt1
welches sich selbst widerspricht1 weil
das ,dasein einer ,menge nicht notwendig
sein kann1 wenn kein einziger ,teil
derselben ein an sich notwendiges
,dasein besitzt4 ,setzet dagegen3 es
gebe eine schlechthin notwendige
,weltursache auer der ,welt1 so wrde
dieselbe als das oberste ,glied in der
,reihe der ,ursachen der
,weltvernderungen1 das ,dasein der
letzteren und ihre ,reihe zuerst
anfangen994 ,nun mte sie aber alsdann
auch anfangen zu handeln1 und ihre
,kausalitt wrde in die ,zeit1 eben darum
aber in den ,inbegriff der
,erscheinungen1 d4i4 in die ,welt
gehren1 folglich sie selbst1 die
,ursache1 nicht auer der ,welt sein1
welches der ,voraussetzung
widerspricht4 ,also ist weder in der
,welt1 noch auer derselben 7aber mit
ihr in ,kausalverbindung7 irgendein
schlechthinnotwendiges ,wesen4 99
,das ,wort3 ,anfangen1 wird in
zwiefacher ,bedeutung genommen4 ,die
erste ist aktiv1 da die ,ursache eine
,reihe von ,zustnden als ihre ,wirkung
anfngt 7infit474 ,die zweite passiv1 da
die ,kausalitt in der ,ursache selbst
anhebt 7fit474 ,ich schliee hier aus
der ersteren auf die letzte4
,anmerkung zur vierten ,antinomie
,i4 zur ,thesis ,um das ,dasein eines
notwendigen ,wesens zu beweisen1 liegt
mir hier ob1 kein anderes als
kosmologisches ,argument zu brauchen1
welches nmlich von dem ,bedingten in
der ,erscheinung zum ,unbedingten im
,begriffe aufsteigt1 indem man dieses
als die notwendige ,bedingung der
absoluten ,totalitt der ,reihe ansieht4
,den ,beweis1 aus der bloen ,idee eines
obersten aller ,wesen berhaupt1 zu
versuchen1 gehrt zu einem anderen
,prinzip der ,vernunft1 und ein solcher
wird daher besonders vorkommen mssen4
,der reine kosmologische ,beweis kann
nun das ,dasein eines notwendigen
,wesens nicht anders dartun1 als da er
es zugleich unausgemacht lasse1 ob
dasselbe die ,welt selbst1 oder ein von
ihr unterschiedenes ,ding sei4 ,denn1
um das letztere auszumitteln1 dazu
werden ,grundstze erfordert1 die nicht
mehr kosmologisch sind1 und nicht in der
,reihe der ,erscheinungen fortgehen1
sondern ,begriffe von zuflligen ,wesen
berhaupt1 7sofern sie blo als
,gegenstnde des ,verstandes erwogen
werden17 und ein ,prinzip1 solche mit
einem notwendigen ,wesen1 durch bloe
,begriffe1 zu verknpfen1 welches alles
vor eine transzendente ,philosophie
gehrt1 fr welche hier noch nicht der
,platz ist4 ,wenn man aber einmal den
,beweis kosmologisch anfngt1 indem man
die ,reihe von ,erscheinungen1 und den
,regressus in derselben nach
empirischen ,gesetzen der ,kausalitt1
zum ,grunde legt3 so kann man nachher
davon nicht abspringen und auf etwas
bergehen1 was gar nicht in die ,reihe
als ein ,glied gehrt4 ,denn in eben
derselben ,bedeutung mu etwas als
,bedingung angesehen werden1 in welcher
die ,relation des ,bedingten zu seiner
,bedingung in der ,reihe genommen wurde1
die auf diese hchste ,bedingung in
kontinuirlichem ,fortschritte fhren
sollte4 ,ist nun dieses ,verhltnis
sinnlich und gehrt zum mglichen
empirischen ,verstandesgebrauch1 so kann
die oberste ,bedingung oder ,ursache
nur nach ,gesetzen der ,sinnlichkeit1
mithin nur als zur ,zeitreihe gehrig
den ,regressus beschlieen1 und das
notwendige ,wesen mu als das oberste
,glied der ,weltreihe angesehen werden4
,gleichwohl hat man sich die ,freiheit
genommen1 einen solchen ,absprung
7metabasis eis allo genos7 zu tun4 ,man
schlo nmlich aus den ,vernderungen in
der ,welt auf die empirische
,zuflligkeit1 d4i4 die ,abhngigkeit
derselben von empirisch bestimmenden
,ursachen1 und bekam eine aufsteigende
,reihe empirischer ,bedingungen1 welches
auch ganz recht war4 ,da man aber
hierin keinen ersten ,anfang und kein
oberstes ,glied finden konnte1 so ging
man pltzlich vom empirischen ,begriff
der ,zuflligkeit ab und nahm die reine
,kategorie1 welche alsdann eine blo
intelligible ,reihe veranlate1 deren
,vollstndigkeit auf dem ,dasein einer
schlechthin notwendigen ,ursache
beruhte1 die nunmehr1 da sie an keine
sinnliche ,bedingungen gebunden war1
auch von der ,zeitbedingung1 ihre
,kausalitt selbst anzufangen1 befreit
wurde4 ,dieses ,verfahren ist aber ganz
widerrechtlich1 wie man aus ,folgenden
schlieen kann4 ,zufllig1 im reinen
,sinne der ,kategorie1 ist das1 dessen
kontradiktorisches ,gegenteil mglich
ist4 ,nun kann man aus der empirischen
,zuflligkeit auf jene intelligible gar
nicht schlieen4 ,was verndert wird1
dessen ,gegenteil 7seines ,zustandes7
ist zu einer anderen ,zeit wirklich1
mithin auch mglich2 mithin ist dieses
nicht das kontradiktorische ,gegenteil
des vorigen ,zustandes1 wozu erfordert
wird1 da in derselben ,zeit1 da der
vorige ,zustand war1 an die ,stelle
desselben sein ,gegenteil htte sein
knnen1 welches aus der ,vernderung gar
nicht geschlossen werden kann4 ,ein
,krper1 der in ,bewegung war ,a1 kommt
in ,ruhe non ,a4 ,daraus nun1 da ein
entgegengesetzter ,zustand vom ,zustande
,a auf diesen folgt1 kann gar nicht
geschlossen werden1 da das
kontradiktorische ,gegenteil von ,a
mglich1 mithin ,a zufllig sei2 denn dazu
wrde erfordert werden1 da in derselben
,zeit1 da die ,bewegung war1 anstatt
derselben die ,ruhe habe sein knnen4
,nun wissen wir nichts weiter1 als da
die ,ruhe in der folgenden ,zeit
wirklich1 mithin auch mglich war4
,bewegung aber zu einer ,zeit1 und
,ruhe zu einer anderen ,zeit1 sind
einander nicht kontradiktorisch
entgegengesetzt4 ,also beweist die
,sukzession entgegengesetzter
,bestimmungen1 d4i4 die ,vernderung1
keineswegs die ,zuflligkeit nach
,begriffen des reinen ,verstandes1 und
kann also auch nicht auf das ,dasein
eines notwendigen ,wesens1 nach reinen
,verstandesbegriffen1 fhren4 ,die
,vernderung beweist nur die empirische
,zuflligkeit1 d4i4 da der neue ,zustand
fr sich selbst1 ohne eine ,ursache1 die
zur vorigen ,zeit gehrt1 gar nicht htte
stattfinden knnen1 zufolge dem
,gesetze der ,kausalitt4 ,diese
,ursache1 und wenn sie auch als
schlechthin notwendig angenommen wird1
mu auf diese ,art doch in der ,zeit
angetroffen werden1 und zur ,reihe der
,erscheinungen gehren4 ,,ii4
,anmerkung zur ,antithesis ,wenn man1
beim ,aufsteigen in der ,reihe der
,erscheinungen1 wider das ,dasein einer
schlechthin notwendigen obersten
,ursache1 ,schwierigkeiten anzutreffen
vermeint1 so mssen sich diese auch nicht
auf bloe ,begriffe vom notwendigen
,dasein eines ,dinges berhaupt grnden1
und mithin nicht ontologisch sein1
sondern sich aus der ,kausalverbindung
mit einer ,reihe von ,erscheinungen1 um
zu derselben eine ,bedingung
anzunehmen1 die selbst unbedingt ist1
hervorfinden1 folglich kosmologisch und
nach empirischen ,gesetzen gefolgert
sein4 ,es mu sich nmlich zeigen1 da das
,aufsteigen in der ,reihe der ,ursachen
7in der ,sinnenwelt7 niemals bei einer
empirischunbedingten ,bedingung endigen
knne1 und da das kosmologische
,argument aus der ,zuflligkeit der
,weltzustnde1 laut ihren ,vernderungen1
wider die ,annehmung einer ersten und
die ,reihe schlechthin zuerst anhebenden
,ursache ausfalle4 ,es zeigt sich
aber in dieser ,antinomie ein seltsamer
,kontrast3 da nmlich aus eben demselben
,beweisgrunde1 woraus in der ,thesis
das ,dasein eines ,urwesens geschlossen
wurde1 in der ,antithesis das
,nichtsein desselben1 und zwar mit
derselben ,schrfe4 geschlossen wird4
,erst hie es3 es ist ein notwendiges
,wesen1 weil die ganze vergangene ,zeit
die ,reihe aller ,bedingungen und
hiermit also auch das ,unbedingte
7,notwendige7 in sich fat4 ,nun heit es3
es ist kein notwendiges ,wesen1 eben
darum1 weil die ganze verflossene ,zeit
die ,reihe aller ,bedingungen 7die
mithin insgesamt wiederum bedingt sind7
in sich fat4 ,die ,ursache hiervon ist
diese4 ,das erste ,argument sieht nur
auf die absolute ,totalitt der ,reihe
der ,bedingungen1 deren eine die andere
in der ,zeit bestimmt1 und bekommt
dadurch ein ,unbedingtes und
,notwendiges4 ,das zweite zieht dagegen
die ,zuflligkeit alles dessen1 was in
der ,zeitreihe bestimmt ist1 in
,betrachtung1 7weil vor jedem eine
,zeit vorhergeht1 darin die ,bedingung
selbst wiederum als bedingt bestimmt
sein mu17 wodurch denn alles
,unbedingte1 und alle absolute
,notwendigkeit1 gnzlich wegfllt4
,indessen ist die ,schluart in beiden1
selbst der gemeinen ,menschenvernunft
ganz angemessen1 welche mehrmalen in
den ,fall gert1 sich mit sich selbst zu
entzweien1 nachdem sie ihren
,gegenstand aus zwei verschiedenen
,standpunkten erwgt4 ,herr von ,mairan
hielt den ,streit zweier berhmter
,astronomen1 der aus einer hnlichen
,schwierigkeit ber die ,wahl des
,standpunktes entsprang1 fr ein
genugsam merkwrdiges ,phnomen1 um darber
eine besondere ,abhandlung abzufassen4
,der eine schlo nmlich so3 der ,mond
dreht sich um seine ,achse1 darum1 weil
er der ,erde bestndig dieselbe ,seite
zukehrt2 der andere3 der ,mond dreht
sich nicht um seine ,achse1 eben darum1
weil er der ,erde bestndig dieselbe
,seite zukehrt4 ,beide ,schlsse waren
richtig2 je nachdem man den ,standpunkt
nahm1 aus dem man die ,mondbewegung
beobachten wollte4 ,der
,antinomie der reinen ,vernunft
,dritter ,abschnitt ,von dem ,interesse
der ,vernunft bei diesem ihrem
,widerstreite ,da haben wir nun das
ganze dialektische ,spiel der
kosmologischen ,ideen1 die es gar nicht
verstatten1 da ihnen ein kongruierender
,gegenstand in irgendeiner mglichen
,erfahrung gegeben werde1 ja nicht
einmal1 da die ,vernunft sie einstimmig
mit allgemeinen ,erfahrungsgesetzen
denke1 die gleichwohl doch nicht
willkrlich erdacht sind1 sondern auf
welche die ,vernunft im kontinuierlichen
,fortgange der empirischen ,synthesis
notwendig gefhrt wird1 wenn sie das1
was nach ,regeln der ,erfahrung
jederzeit nur bedingt bestimmt werden
kann1 von aller ,bedingung befreien und
in seiner unbedingten ,totalitt fassen
will4 ,diese vernnftelnden ,behauptungen
sind so viele ,versuche1 vier
natrliche und unvermeidliche ,probleme
der ,vernunft aufzulsen1 deren es also
nur gerade so viel1 nicht mehr1 auch
nicht weniger1 geben kann1 weil es nicht
mehr ,reihen synthetischer
,voraussetzungen gibt1 welche die
empirische ,synthesis a priori
begrenzen4 ,wir haben die glnzenden
,anmaungen der ihr ,gebiet ber alle
,grenzen der ,erfahrung erweiternden
,vernunft nur in trockenen ,formeln1
welche blo den ,grund ihrer rechtlichen
,ansprche enthalten1 vorgestellt1 und1
wie es einer ,transzendentalphilosophie
geziemt1 diese von allem ,empirischen
entkleidet1 obgleich die ganze ,pracht
der ,vernunftbehauptungen nur in
,verbindung mit demselben hervorleuchten
kann4 ,in dieser ,anwendung aber1 und
der fortschreitenden ,erweiterung des
,vernunftgebrauchs1 indem sie von dem
,felde der ,erfahrungen anhebt1 und
sich bis zu diesen erhabenen ,ideen
allmhlich hinaufschwingt1 zeigt die
,philosophie eine ,wrde1 welche1 wenn
sie ihre ,anmaungen nur behaupten
knnte1 den ,wert aller anderen
menschlichen ,wissenschaft weit unter
sich lassen wrde1 indem sie die
,grundlage zu unseren gresten
,erwartungen und ,aussichten auf die
letzten ,zwecke1 in welchen alle
,vernunftbemhungen sich endlich
vereinigen mssen1 verheit4 ,die
,fragen3 ob die ,welt einen ,anfang und
irgendeine ,grenze ihrer ,ausdehnung im
,raume habe1 ob es irgendwo und
vielleicht in meinem denkenden ,selbst
eine unteilbare und unzerstrliche
,einheit1 oder nichts als das ,teilbare
und ,vergngliche gebe1 ob ich in meinen
,handlungen frei1 oder1 wie andere
,wesen1 an dem ,faden der ,natur und
des ,schicksals geleitet sei1 ob es
endlich eine oberste ,weltursache gebe1
oder die ,naturdinge und deren ,ordnung
den letzten ,gegenstand ausmachen1 bei
dem wir in allen unseren ,betrachtungen
stehenbleiben mssen3 das sind ,fragen1
um deren ,auflsung der ,mathematiker
gerne seine ganze ,wissenschaft
dahingbe2 denn diese kann ihm doch in
,ansehung der hchsten und angelegentsten
,zwecke der ,menschheit keine
,befriedigung verschaffen4 ,selbst die
eigentliche ,wrde der ,mathematik
7diesem ,stolze der menschlichen
,vernunft7 beruht darauf1 da1 da sie
der ,vernunft die ,leitung gibt1 die
,natur im ,groen sowohl als im ,kleinen
in ihrer ,ordnung und ,regelmigkeit1
imgleichen in der bewunderungswrdigen
,einheit der sie bewegenden ,krfte1 weit
ber alle ,erwartung der auf gemeine
,erfahrung bauenden ,philosophie
einzusehen1 sie dadurch selbst zu dem
ber alle ,erfahrung erweiterten
,gebrauch der ,vernunft1 ,anla und
,aufmunterung gibt1 imgleichen die damit
beschftigte ,weltweisheit mit den
vortrefflichsten ,materialien versorgt1
ihre ,nachforschung1 so viel deren
,beschaffenheit es erlaubt1 durch
angemessene ,anschauungen zu
untersttzen4 ,unglcklicherweise fr
die ,spekulation 7vielleicht aber zum
,glck fr die praktische ,bestimmung des
,menschen7 sieht sich die ,vernunft1
mitten unter ihren gresten ,erwartungen1
in einem ,gedrnge von ,grnden und
,gegengrnden so befangen1 da1 da es
sowohl ihrer ,ehre1 als auch sogar
ihrer ,sicherheit wegen nicht tunlich
ist1 sich zurckzuziehen1 und diesem
,zwist als einem bloen ,spielgefechte
gleichgltig zuzusehen1 noch weniger
schlechthin ,friede zu gebieten1 weil
der ,gegenstand des ,streits sehr
interessiert1 ihr nichts weiter
brigbleibt1 als ber den ,ursprung dieser
,veruneinigung der ,vernunft mit sich
selbst nachzusinnen1 ob nicht etwa ein
bloer ,miverstand daran schuld sei1
nach dessen ,errterung zwar beiderseits
stolze ,ansprche vielleicht wegfallen1
aber dafr ein dauerhaft ruhiges
,regiment der ,vernunft ber ,verstand
und ,sinne seinen ,anfang nehmen wrde4
,wir wollen vorjetzt diese grndliche
,errterung noch etwas aussetzen1 und
zuvor in ,erwgung ziehen3 auf welche
,seite wir uns wohl am liebsten
schlagen mchten1 wenn wir etwa gentigt
wrden1 ,partei zu nehmen4 ,da wir in
diesem ,falle1 nicht den logischen
,probierstein der ,wahrheit1 sondern
blo unser ,interesse befragen1 so wird
eine solche ,untersuchung1 ob sie
gleich in ,ansehung des strittigen
,rechts beider ,teile nichts ausmacht1
dennoch den ,nutzen haben1 es
begreiflich zu machen1 warum die
,teilnehmer an diesem ,streite sich
lieber auf die eine ,seite1 als auf die
andere geschlagen haben1 ohne da eben
eine vorzgliche ,einsicht des
,gegenstandes daran ,ursache gewesen1
angleichen noch andere ,nebendinge zu
erklren1 z4,b4 die zelotische ,hitze
des einen und die kalte ,behauptung des
anderen ,teils1 warum sie gerne der
einen ,partei freudigen ,beifall
zujauchzen1 und wider die andere zum
voraus1 unvershnlich eingenommen sind4
,es ist aber etwas1 das bei dieser
vorlufigen ,beurteilung den
,gesichtspunkt bestimmt1 aus dem sie
allein mit gehriger ,grndlichkeit
angestellt werden kann1 und dieses ist
die ,vergleichung der ,prinzipien1 von
denen beide ,teile ausgehen4 ,man
bemerkt unter den ,behauptungen der
,antithesis1 eine vollkommene
,gleichfrmigkeit der ,denkungsart und
vllige ,einheit der ,maxime1 nmlich ein
,prinzipium des reinen ,empirismus1
nicht allein in ,erklrung der
,erscheinungen in der ,welt1 sondern
auch in ,auflsung der transzendentalen
,ideen1 vom ,weltall selbst4 ,dagegen
legen die ,behauptungen der ,thesis1
auer der empirischen ,erklrungsart
innerhalb der ,reihe der ,erscheinungen1
noch intellektuelle ,anfnge zum
,grunde1 und die ,maxime ist sofern
nicht einfach4 ,ich will sie aber1 von
ihrem wesentlichen
,unterscheidungsmerkmal1 den ,dogmatism
der reinen ,vernunft nennen4 ,auf der
,seite also des ,dogmatismus1 in
,bestimmung der kosmologischen
,vernunftideen1 oder der ,thesis1 zeigt
sich ,zuerst ein gewisses praktisches
,interesse1 woran jeder wohlgesinnte1
wenn er sich auf seinen wahren ,vorteil
versteht1 herzlich teilnimmt4 ,da die
,welt einen ,anfang habe1 da mein
denkendes ,selbst einfacher und daher
unverweslicher ,natur1 da dieses
zugleich in seinen willkrlichen
,handlungen frei und ber den ,naturzwang
erhoben sei1 und da endlich die ganze
,ordnung der ,dinge1 welche die ,welt
ausmachen1 von einem ,urwesen abstamme1
von welchem alles seine ,einheit und
zweckmige ,verknpfung entlehnt1 das sind
so viel ,grundsteine der ,moral und
,religion4 ,die ,antithesis raubt uns
alle diese ,sttzen1 oder scheint
wenigstens sie uns zu rauben4
,zweitens uert sich auch ein
spekulatives ,interesse der ,vernunft
auf dieser ,seite4 ,denn1 wenn man die
transzendentalen ,ideen auf solche ,art
annimmt und gebraucht1 so kann man vllig
a priori die ganze ,kette der
,bedingungen fassen1 und die ,ableitung
des ,bedingten begreifen1 indem man vom
,unbedingten anfngt1 welches die
,antithesis nicht leistet1 die dadurch
sich sehr bel empfiehlt1 da sie auf die
,frage1 wegen der ,bedingungen ihrer
,synthesis1 keine ,antwort geben kann1
die nicht ohne ,ende immer weiter zu
fragen brig liee4 ,nach ihr mu man von
einem gegebenen ,anfange zu einem noch
hheren aufsteigen1 jeder ,teil fhrt auf
einen noch kleineren ,teil1 jede
,begebenheit hat immer noch eine andere
,begebenheit als ,ursache ber sich1 und
die ,bedingungen des ,daseins berhaupt
sttzen sich immer wiederum auf andere1
ohne jemals in einem selbstndigen
,dinge als ,urwesen unbedingte ,haltung
und ,sttze zu bekommen4 ,drittens
hat diese ,seite auch den ,vorzug der
,popularitt1 der gewi nicht den
kleinsten ,teil seiner ,empfehlung
ausmacht4 ,der gemeine ,verstand findet
in den ,ideen des unbedingten ,anfangs
aller ,synthesis nicht die mindeste
,schwierigkeit1 da er ohnedem mehr
gewohnt ist1 zu den ,folgen abwrts zu
gehen1 als zu den ,grnden
hinaufzusteigen1 und hat in den
,begriffen des absolut ,ersten 7ber
dessen ,mglichkeit er nicht grbelt7
eine ,gemchlichkeit und zugleich einen
festen ,punkt1 um die ,leitschnur
seiner ,schritte daran zu knpfen1 da er
hingegen an dem rastlosen ,aufsteigen
vom ,bedingten zur ,bedingung1 jederzeit
mit einem ,fue in der ,luft1 gar
keinen ,wohlgefallen finden kann4
,auf der ,seite des ,empirismus in
,bestimmung der kosmologischen ,ideen1
oder der ,antithesis1 findet sich
erstlich kein solches praktisches
,interesse aus reinen ,prinzipien der
,vernunft1 als ,moral und ,religion bei
sich fhren4 ,vielmehr scheint der bloe
,empirism beiden alle ,kraft und
,einflu zu benehmen4 ,wenn es kein von
der ,welt unterschiedenes ,urwesen
gibt1 wenn die ,welt ohne ,anfang und
also auch ohne ,urheber1 unser ,wille
nicht frei und die ,seele von gleicher
,teilbarkeit und ,verweslichkeit mit
der ,materie ist1 so verlieren auch die
moralischen ,ideen und ,grundstze alle
,gltigkeit1 und fallen mit den
transzendentalen ,ideen1 welche ihre
theoretische ,sttze ausmachten4
,dagegen bietet aber der ,empirism dem
spekulativen ,interesse der ,vernunft
,vorteile an1 die sehr anlockend sind
und diejenigen weit bertreffen1 die der
dogmatische ,lehrer der ,vernunftideen
versprechen mag4 ,nach jenem ist der
,verstand jederzeit auf seinem
eigentmlichen ,boden1 nmlich dem ,felde
von lauter mglichen ,erfahrungen1 deren
,gesetzen er nachspren1 und
vermittelst derselben er seine sichere
und faliche ,erkenntnis ohne ,ende
erweitern kann4 ,hier kann und soll er
den ,gegenstand1 sowohl an sich selbst1
als in seinen ,verhltnissen1 der
,anschauung darstellen1 oder doch in
,begriffen1 deren ,bild in gegebenen
hnlichen ,anschauungen klar und deutlich
vorgelegt werden kann4 ,nicht allein1
da er nicht ntig hat1 diese ,kette der
,naturordnung zu verlassen1 um sich an
,ideen zu hngen1 deren ,gegenstnde er
nicht kennt1 weil sie als ,gedankendinge
niemals gegeben werden knnen2 sondern
es ist ihm nicht einmal erlaubt1 sein
,geschft zu verlassen1 und unter dem
,vorwande1 es sei nunmehr zu ,ende
gebracht1 in das ,gebiet der
idealisierenden ,vernunft und zu
transzendenten ,begriffe berzugehen1 wo
er nicht weiter ntig hat zu beobachten
und den ,naturgesetzen gem zu forschen1
sondern nur zu denken und zu dichten1
sicher1 da er nicht durch ,tatsachen der
,natur widerlegt werden knne1 weil er
an ihr ,zeugnis eben nicht gebunden ist1
sondern sie vorbeigehen1 oder sie
sogar selbst einem hheren ,ansehen1
nmlich dem der reinen ,vernunft1
unterordnen darf4 ,der ,empirist wird
es daher niemals erlauben1 irgendeine
,epoche der ,natur fr die schlechthin
erste anzunehmen1 oder irgendeine
,grenze seiner ,aussicht in den ,umfang
derselben als die uerste anzusehen1
noch von den ,gegenstnden der ,natur1
die er durch ,beobachtung und
,mathematik auflsen und in der
,anschauung synthetisch bestimmen kann1
7dem ,ausgedehnten17 zu denen
berzugehen1 die weder ,sinn1 noch
,einbildungskraft jemals in concreto
darstellen kann 7dem ,einfachen72 noch
einrumen1 da man selbst in der ,natur
ein ,vermgen1 unabhngig von ,gesetzen
der ,natur zu wirken1 7,freiheit17 zum
,grunde lege1 und dadurch dem
,verstande sein ,geschft schmlere1 an
dem ,leitfaden notwendiger ,regeln dem
,entstehen der ,erscheinungen
nachzuspren2 noch endlich zugeben1 da
man irgend wozu die ,ursache auerhalb
der ,natur suche1 7,urwesen17 weil wir
nichts weiter1 als diese kennen1 indem
sie es allein ist1 welche uns
,gegenstnde darbietet1 und von ihren
,gesetzen unterrichten kann4 ,zwar1
wenn der empirische ,philosoph mit
seiner ,antithese keine andere ,absicht
hat1 als1 den ,vorwitz und die
,vermessenheit der ihre wahre
,bestimmung verkennenden ,vernunft
niederzuschlagen1 welche mit ,einsicht
und ,wissen gro tut1 da wo eigentlich
,einsicht und ,wissen aufhren1 und das1
was man in ,ansehung des praktischen
,interesse gelten lt1 fr eine
,befrderung des spekulativen ,interesse
ausgeben will1 um1 wo es ihrer
,gemchlichkeit zutrglich ist1 den ,faden
physischer ,untersuchungen abzureien1
und mit einem ,vorgeben von ,erweiterung
der ,erkenntnis1 ihn an
transzendentale ,ideen zu knpfen1 durch
die man eigentlich nur erkennt1 da man
nichts wisse2 wenn1 sage ich1 der
,empirist sich hiermit begngte1 so wrde
sein ,grundsatz eine ,maxime der
,migung in ,ansprchen1 der
,bescheidenheit in ,behauptungen und
zugleich der grest mglichen ,erweiterung
unseres ,verstandes1 durch den
eigentlich uns vorgesetzten ,lehrer1
nmlich die ,erfahrung1 sein4 ,denn1 in
solchem ,falle1 wrden uns intellektuelle
,voraussetzungen und ,glaube1 zum
,behuf unserer praktischen
,angelegenheit1 nicht genommen werden2
nur knnte man sie nicht unter dem ,titel
und dem ,pompe von ,wissenschaft und
,vernunfteinsicht auftreten lassen1 weil
das eigentliche spekulative ,wissen
berall keinen anderen ,gegenstand1 als
den der ,erfahrung treffen kann1 und1
wenn man ihre ,grenze berschreitet1 die
,synthesis1 welche neue und von jener
unabhngige ,erkenntnisse versucht1 kein
,substratum der ,anschauung hat1 an
welchem sie ausgebt werden knnte4
,so aber1 wenn der ,empirismus in
,ansehung der ,ideen 7wie es mehrenteils
geschieht7 selbst dogmatisch wird und
dasjenige dreist verneint1 was ber der
,sphre seiner anschauenden ,erkenntnisse
ist1 so fllt er selbst in den ,fehler
der ,unbescheidenheit1 der hier um desto
tadelhafter ist1 weil dadurch dem
praktischen ,interesse der ,vernunft
ein unersetzlicher ,nachteil verursacht
wird4 ,dies ist der ,gegensatz des
,epikureisms99 gegen den ,platonisms4
99 ,es ist indessen noch die ,frage1 ob
,epikur diese ,grundstze als
objektive ,behauptungen jemals
vorgetragen habe4 ,wenn sie etwa weiter
nichts als ,maximen des spekulativen
,gebrauchs der ,vernunft waren1 so
zeigte er daran einen echteren
philosophischen ,geist1 als
irgendeiner der ,weltweisen des
,altertums3 da man in ,erklrung der
,erscheinungen so zu ,werke gehen msse1
als ob das ,feld der ,untersuchung
durch keine ,grenze oder ,anfang der
,welt abgeschnitten sei2 den ,stoff
der ,welt so annehmen1 wie er sein mu1
wenn wir von ihm durch ,erfahrung
belehrt werden wollen2 da keine andere
,erzeugung der ,begebenheiten1 als wie
sie durch unvernderliche
,naturgesetze bestimmt werden1 und
endlich keine von der ,welt
unterschiedene ,ursache msse gebraucht
werden2 sind noch jetzt sehr
richtige1 aber wenig beobachtete
,grundstze1 die spekulative
,philosophie zu erweitern1 so wie auch
die ,prinzipien der ,moral1 unabhngig
von fremden ,hilfsquellen auszufinden1
ohne da darum derjenige1 welcher
verlangt1 jene dogmatischen ,stze1 so
lange als wir mit der bloen
,spekulation beschftigt sind1 zu
ignorieren1 darum beschuldigt werden
darf1 er wolle sie leugnen4 ,ein
jeder von beiden sagt mehr1 als er wei1
doch so1 da der erstere das ,wissen1
obzwar zum ,nachteile des ,praktischen1
aufmuntert und befrdert1 der zweite
zwar zum ,praktischen vortreffliche
,prinzipien an die ,hand gibt1 aber
eben dadurch in ,ansehung alles dessen1
worin uns allein ein spekulatives
,wissen vergnnt ist1 der ,vernunft
erlaubt1 idealischen ,erklrungen der
,naturerscheinungen nachzuhngen und
darber die physische ,nachforschung zu
verabsumen4 ,was endlich das dritte
,moment1 worauf bei der vorlufigen ,wahl
zwischen beiden strittigen ,teilen
gesehen werden kann1 anlangt3 so ist es
beraus befremdlich1 da der ,empirismus
aller ,popularitt gnzlich zuwider ist1
ob man gleich glauben sollte1 der
gemeine ,verstand werde einen ,entwurf
begierig aufnehmen1 der ihn durch nichts
als ,erfahrungserkenntnisse und deren
vernunftmigen ,zusammenhang zu
befriedigen verspricht1 anstatt da die
transzendentale ,dogmatik ihn ntigt1 zu
,begriffen hinaufzusteigen1 welche die
,einsicht und das ,vernunftvermgen der
im ,denken gebtesten ,kpfe weit
bersteigen4 ,aber eben dieses ist sein
,bewegungsgrund4 ,denn er befindet sich
alsdann in einem ,zustande1 in welchem
sich auch der ,gelehrteste ber ihn
nichts herausnehmen kann4 ,wenn er
wenig oder nichts davon versteht1 so
kann sich doch auch niemand rhmen1 viel
mehr davon zu verstehen1 und1 ob er
gleich hierber nicht so schulgerecht als
andere sprechen kann1 so kann er doch
darber unendlich mehr vernnfteln1 weil
er unter lauter ,ideen herumwandelt1
ber die man eben darum am beredtsten
ist1 weil man davon nichts wei2
anstatt1 da er ber der ,nachforschung
der ,natur ganz verstummen und seine
,unwissenheit gestehen mte4
,gemchlichkeit und ,eitelkeit also sind
schon eine starke ,empfehlung dieser
,grundstze4 berdem1 ob es gleich einem
,philosophen sehr schwer wird1 etwas
als ,grundsatz anzunehmen1 ohne deshalb
sich selbst ,rechenschaft geben zu
knnen1 noch weniger ,begriffe1 deren
objektive ,realitt nicht eingesehen
werden kann1 einzufhren3 so ist doch dem
gemeinen ,verstande nichts
gewhnlicher4 ,er will etwas haben1 womit
er zuversichtlich anfangen knne4 ,die
,schwierigkeit1 eine solche
,voraussetzung selbst zu begreifen1
beunruhigt ihn nicht1 weil sie ihm1
7der nicht wei1 was ,begreifen heit17
niemals in den ,sinn kommt1 und er hlt
das fr bekannt1 was ihm durch fteren
,gebrauch gelufig ist4 ,zuletzt aber
verschwindet alles spekulative
,interesse bei ihm vor dem
,praktischen1 und er bildet sich ein1
das einzusehen und zu wissen1 was
anzunehmen1 oder zu glauben1 ihn seine
,besorgnisse oder ,hoffnungen
antreiben4 ,so ist der ,empirismus der
transzendental-idealisierenden
,vernunft aller ,popularitt gnzlich
beraubt1 und1 so viel ,nachteiliges
wider die obersten praktischen
,grundstze sie auch enthalten mag1 so
ist doch gar nicht zu besorgen1 da sie
die ,grenzen der ,schule jemals
berschreiten und im gemeinen ,wesen ein
nur einigermaen betrchtliches ,ansehen
und einige ,gunst bei der groen ,menge
erwerben werde4 ,die menschliche
,vernunft ist ihrer ,natur nach
architektonisch1 d4i4 sie betrachtet
alle ,erkenntnisse als gehrig zu einem
mglichen ,system1 und verstattet daher
auch nur solche ,prinzipien1 die eine
vorhabende ,erkenntnis wenigstens nicht
unfhig machen1 in irgendeinem ,system
mit anderen zusammen zu stehen4 ,die
,stze der ,antithesis sind aber von der
,art1 da sie die ,vollendung eines
,gebudes von ,erkenntnissen gnzlich
unmglich machen4 ,nach ihnen gibt es ber
einen ,zustand der ,welt immer einen
noch lteren1 in jedem ,teile immer noch
andere1 wiederum teilbare1 vor jeder
,begebenheit eine andere1 die wiederum
ebensowohl anderweitig erzeugt war1 und
im ,dasein berhaupt alles immer nur
bedingt1 ohne irgendein unbedingtes und
erstes ,dasein anzuerkennen4 ,da also
die ,antithesis nirgend ein ,erstes
einrumt1 und keinen ,anfang1 der
schlechthin zum ,grunde des ,baues
dienen knnte1 so ist ein vollstndiges
,gebude der ,erkenntnis1 bei dergleichen
,voraussetzungen1 gnzlich unmglich4
,daher fhrt das architektonische
,interesse der ,vernunft 7welches nicht
empirische1 sondern reine
,vernunfteinheit a priori fordert17 eine
natrliche ,empfehlung fr die
,behauptungen der ,thesis bei sich4
,knnte sich aber ein ,mensch von allem
,interesse lossagen1 und die
,behauptungen der ,vernunft1 gleichgltig
gegen alle ,folgen1 blo nach dem
,gehalte ihrer ,grnde in ,betrachtung
ziehen3 so wrde ein solcher1 gesetzt1
da er keinen ,ausweg wte1 anders aus dem
,gedrnge zu kommen1 als da er sich zu
einer oder anderen der strittigen
,lehren bekennte1 in einem unaufhrlich
schwankenden ,zustande sein4 ,heute
wrde es ihm berzeugend vorkommen1 der
menschliche ,wille sei frei2 morgen1
wenn er die unauflsliche ,naturkette in
,betrachtung zge1 wrde er dafr halten1
die ,freiheit sei nichts als
,selbsttuschung1 und alles sei blo
,natur4 ,wenn es nun aber zum ,tun und
,handeln kme1 so wrde dieses ,spiel der
blo spekulativen ,vernunft1 wie
,schattenbilder eines ,traums1
verschwinden1 und er wrde seine
,prinzipien blo nach dem praktischen
,interesse whlen4 ,weil es aber doch
einem nachdenkenden und forschenden
,wesen anstndig ist1 gewisse ,zeiten
lediglich der ,prfung seiner eigenen
,vernunft zu widmen1 hierbei aber alle
,parteilichkeit gnzlich auszuziehen1 und
so seine ,bemerkungen anderen zur
,beurteilung ffentlich mitzuteilen2 so
kann es niemanden verargt1 noch weniger
verwehrt werden1 die ,stze und
,gegenstze1 so wie sie sich1 durch keine
,drohung geschreckt1 vor ,geschworenen
von seinem eigenen ,stande 7nmlich dem
,stande schwacher ,menschen7
verteidigen knnen1 auftreten zu lassen4
,der ,antinomie der reinen ,vernunft
,vierter ,abschnitt ,von den
,transzendentalen ,aufgaben der reinen
,vernunft1 insofern sie schlechterdings
mssen aufgelst werden knnen ,alle
,aufgaben auflsen und alle ,fragen
beantworten zu wollen1 wrde eine
unverschmte ,grosprecherei und ein so
ausschweifender ,eigendnkel sein1 da
man dadurch sich sofort um alles
,zutrauen bringen mte4 ,gleichwohl gibt
es ,wissenschaften1 deren ,natur es so
mit sich bringt1 da eine jede darin
vorkommende ,frage1 aus dem1 was man
wei1 schlechthin beantwortlich sein mu1
weil die ,antwort aus denselben
,quellen entspringen mu1 daraus die
,frage entspringt1 und wo es keineswegs
erlaubt ist1 unvermeidliche
,unwissenheit vorzuschtzen1 sondern die
,auflsung gefordert werden kann4 ,was
in allen mglichen ,fllen ,recht oder
,unrecht sei1 mu man der ,regel nach
wissen knnen1 weil es unsere
,verbindlichkeit betrifft1 und wir zu
dem1 was wir nicht wissen knnen1 auch
keine ,verbindlichkeit haben4 ,in der
,erklrung der ,erscheinungen der ,natur
mu uns indessen vieles ungewi und
manche ,frage unauflslich bleiben1 weil
das1 was wir von der ,natur wissen1 zu
dem1 was wir erklren sollen1 bei weitem
nicht in allen ,fllen zureichend ist4
,es fragt sich nun3 ob in der
,transzendentalphilosophie irgendeine
,frage1 die ein der ,vernunft
vorgelegtes ,objekt betrifft1 durch
eben diese reine ,vernunft
unbeantwortlich sei1 und ob man sich
ihrer entscheidenden ,beantwortung
dadurch mit ,recht entziehen knne1 da
man es als schlechthin ungewi 7aus allem
dem1 was wir erkennen knnen7
demjenigen beizhlt1 wovon wir zwar so
viel ,begriff haben1 um eine ,frage
aufzuwerfen1 es uns aber gnzlich an
,mitteln oder am ,vermgen fehlt1 sie
jemals zu beantworten4 ,ich behaupte
nun1 da die ,transzendentalphilosophie
unter allem spekulativen ,erkenntnis
dieses ,eigentmliche habe3 da gar keine
,frage1 welche einen der reinen
,vernunft gegebenen ,gegenstand
betrifft1 fr eben dieselbe menschliche
,vernunft unauflslich sei1 und da kein
,vorschtzen einer unvermeidlichen
,unwissenheit und unergrndlicher ,tiefe
der ,aufgabe von der ,verbindlichkeit
frei sprechen knne1 sie grndlich und
vollstndig zu beantworten2 weil eben
derselbe ,begriff1 der uns in den
,stand setzt zu fragen1 durchaus uns
auch tchtig machen mu1 auf diese ,frage
zu antworten1 indem der ,gegenstand
auer dem ,begriffe gar nicht
angetroffen wird 7wie bei ,recht und
,unrecht74 ,es sind aber in der
,transzendentalphilosophie keine
anderen1 als nur die kosmologischen
,fragen1 in ,ansehung deren man mit
,recht eine genugtuende ,antwort1 die
die ,beschaffenheit des ,gegenstandes
betrifft1 fordern kann1 ohne da dem
,philosophen erlaubt ist1 sich derselben
dadurch zu entziehen1 da er
undurchdringliche ,dunkelheit vorschtzt1
und diese ,fragen knnen nur
kosmologische ,ideen betreffen4 ,denn
der ,gegenstand mu empirisch gegeben
sein1 und die ,frage geht nur auf die
,angemessenheit desselben mit einer
,idee4 ,ist der ,gegenstand
transzendental und also selbst
unbekannt1 z4,b4 ob das ,etwas1 dessen
,erscheinung 7in uns selbst7 das ,denken
ist1 7,seele17 ein an sich einfaches
,wesen sei1 ob es eine ,ursache aller
,dinge insgesamt gebe1 die schlechthin
notwendig ist1 usw41 so sollen wir zu
unserer ,idee einen ,gegenstand suchen1
von welchem wir gestehen knnen1 da er
uns unbekannt1 aber deswegen doch nicht
unmglich sei499 ,die kosmologischen
,ideen haben allein das ,eigentmliche an
sich1 da sie ihren ,gegenstand und die
zu dessen ,begriff erforderliche
empirische ,synthesis als gegeben
voraussetzen knnen1 und die ,frage1 die
aus ihnen entspringt1 betrifft nur den
,fortgang dieser ,synthesis1 sofern er
absolute ,totalitt enthalten soll1
welche letztere nichts ,empirisches mehr
ist1 indem sie in keiner ,erfahrung
gegeben werden kann4 ,da nun hier
lediglich von einem ,dinge als
,gegenstande einer mglichen ,erfahrung
und nicht als einer ,sache an sich
selbst die ,rede ist1 so kann die
,beantwortung der transzendenten
kosmologischen ,frage1 auer der ,idee
sonst nirgend liegen1 denn sie betrifft
keinen ,gegenstand an sich selbst2 und
in ,ansehung der mglichen ,erfahrung so
wird nicht nach demjenigen gefragt1 was
in concreto in irgendeiner ,erfahrung
gegeben werden kann1 sondern was in der
,idee liegt1 der sich die empirische
,synthesis blo nhern soll3 also mu sie
aus der ,idee allein aufgelst werden
knnen2 denn diese ist ein bloes ,geschpf
der ,vernunft1 welche also die
,verantwortung nicht von sich abweisen
und auf den unbekannten ,gegenstand
schieben kann4 99 ,man kann zwar auf
die ,frage1 was ein transzendentaler
,gegenstand fr eine ,beschaffenheit
habe1 keine ,antwort geben1 nmlich was
er sei1 aber wohl1 da die ,frage
selbst nichts sei1 darum1 weil kein
,gegenstand derselben gegeben worden4
,daher sind alle ,fragen der
transzendentalen ,seelenlehre auch
beantwortlich und wirklich
beantwortet2 denn sie betreffen das
transz4 ,subjekt aller inneren
,erscheinungen1 welches selbst nicht
,erscheinung ist und also nicht als
,gegenstand gegeben ist1 und worauf
keine der ,kategorien 7auf welche
doch eigentlich die ,frage gestellt ist7
,bedingungen ihrer ,anwendung
antreffen4 ,also ist hier der ,fall1 da
der gemeine ,ausdruck gilt1 da keine
,antwort auch eine ,antwort sei1 nmlich
da eine ,frage nach der
,beschaffenheit desjenigen ,etwas1 was
durch kein bestimmtes ,prdikat
gedacht werden kann1 weil es gnzlich
auer der ,sphre der ,gegenstnde
gesetzt wird1 die uns gegeben werden
knnen1 gnzlich nichtig und leer sei4
,es ist nicht so auerordentlich1 als es
anfangs scheint3 da eine ,wissenschaft
in ,ansehung aller in ihren ,inbegriff
gehrigen ,fragen 7quaestiones
domesticae7 lauter gewisse ,auflsungen
fordern und erwarten knne1 ob sie
gleich zur ,zeit noch vielleicht nicht
gefunden sind4 ,auer der
,transzendentalphilosophie gibt es noch
zwei reine ,vernunftwissenschaften1
eine blo spekulativen1 die andere
praktischen ,inhalts3 reine
,mathematik1 und reine ,moral4 ,hat man
wohl jemals gehrt3 da1 gleichsam wegen
einer notwendigen ,unwissenheit der
,bedingungen1 es fr ungewi sei
ausgegeben worden1 welches ,verhltnis
der ,durchmesser zum ,kreise ganz genau
in ,rational- oder ,irrationalzahlen
habe8 ,da es durch erstere gar nicht
kongruent gegeben werden kann1 durch
die zweite aber noch nicht gefunden ist1
so urteilte man1 da wenigstens die
,unmglichkeit solcher ,auflsung mit
,gewiheit erkannt werden knne1 und
,lambert gab einen ,beweis davon4 ,in
den allgemeinen ,prinzipien der ,sitten
kann nichts ,ungewisses sein1 weil die
,stze entweder ganz und gar nichtig und
sinnleer sind1 oder blo aus unseren
,vernunftbegriffen flieen mssen4
,dagegen gibt es in der ,naturkunde
eine ,unendlichkeit von ,vermutungen1 in
,ansehung deren niemals ,gewiheit
erwartet werden kann1 weil die
,naturerscheinungen ,gegenstnde sind1
die uns unabhngig von unseren ,begriffen
gegeben werden1 zu denen also der
,schlssel nicht in uns und unserem
reinen ,denken1 sondern auer uns liegt1
und eben darum in vielen ,fllen nicht
aufgefunden1 mithin kein sicherer
,aufschlu erwartet werden kann4 ,ich
rechne die ,fragen der transzendentalen
,analytik1 welche die ,deduktion
unserer reinen ,erkenntnis betreffen1
nicht hierher1 weil wir jetzt nur von
der ,gewiheit der ,urteile in ,ansehung
der ,gegenstnde und nicht in ,ansehung
des ,ursprungs unserer ,begriffe selbst
handeln4 ,wir werden also der
,verbindlichkeit einer wenigstens
kritischen ,auflsung der vorgelegten
,vernunftfragen dadurch nicht ausweichen
knnen1 da wir ber die engen ,schranken
unserer ,vernunft ,klagen erheben1 und
mit dem ,scheine einer demutsvollen
,selbsterkenntnis bekennen1 es sei ber
unsere ,vernunft1 auszumachen1 ob die
,welt von ,ewigkeit her sei1 oder einen
,anfang habe2 ob der ,weltraum ins
,unendliche mit ,wesen erfllt1 oder
innerhalb gewisser ,grenzen
eingeschlossen sei2 ob irgend in der
,welt etwas einfach sei1 oder ob alles
ins ,unendliche geteilt werden msse2 ob
es eine ,erzeugung und ,hervorbringung
aus ,freiheit gebe1 oder ob alles an der
,kette der ,naturordnung hnge2 endlich
ob es irgendein gnzlich unbedingt und
an sich notwendiges ,wesen gebe1 oder
ob alles seinem ,dasein nach bedingt
und mithin uerlich abhngend und an sich
zufllig sei4 ,denn alle diese ,fragen
betreffen einen ,gegenstand1 der nirgend
anders als in unseren ,gedanken
gegeben werden kann1 nmlich die
schlechthin unbedingte ,totalitt der
,synthesis der ,erscheinungen4 ,wenn wir
darber aus unseren eigenen ,begriffen
nichts ,gewisses sagen und ausmachen
knnen1 so drfen wir nicht die ,schuld
auf die ,sache schieben1 die sich uns
verbirgt2 denn es kann uns dergleichen
,sache 7weil sie auer unserer ,idee
nirgends angetroffen wird7 gar nicht
gegeben werden1 sondern wir mssen die
,ursache in unserer ,idee selbst suchen1
welche ein ,problem ist1 das keine
,auflsung verstattet1 und wovon wir doch
hartnckig annehmen1 als entspreche ihr
ein wirklicher ,gegenstand4 ,eine
deutliche ,darlegung der ,dialektik1 die
in unserem ,begriffe selbst liegt1
wrde uns bald zur vlligen ,gewiheit
bringen1 von dem1 was wir in ,ansehung
einer solchen ,frage zu urteilen haben4
,man kann euerem ,vorwande der
,ungewiheit in ,ansehung dieser
,probleme zuerst diese ,frage
entgegensetzen1 die ihr wenigstens
deutlich beantworten mt3 ,woher kommen
euch die ,ideen1 deren ,auflsung euch
hier in solche ,schwierigkeit
verwickelt8 ,sind es etwa
,erscheinungen1 deren ,erklrung ihr
bedrft1 und wovon ihr1 zufolge dieser
,ideen1 nur die ,prinzipien1 oder die
,regel ihrer ,exposition zu suchen habt8
,nehmet an1 die ,natur sei ganz vor
euch aufgedeckt2 euren ,sinnen1 und dem
,bewutsein alles dessen1 was eurer
,anschauung vorgelegt ist1 sei nichts
verborgen3 so werdet ihr doch durch
keine einzige ,erfahrung den
,gegenstand eurer ,ideen in concreto
erkennen knnen1 7denn es wird1 auer
dieser vollstndigen ,anschauung1 noch
eine vollendete ,synthesis und das
,bewutsein ihrer absoluten ,totalitt
erfordert1 welches durch gar kein
empirisches ,erkenntnis mglich ist17
mithin kann eure ,frage keineswegs zur
,erklrung von irgendeiner vorkommenden
,erscheinung notwendig und also
gleichsam durch den ,gegenstand selbst
aufgegeben sein4 ,denn der ,gegenstand
kann euch niemals vorkommen1 weil er
durch keine mgliche ,erfahrung gegeben
werden kann4 ,ihr bleibt mit allen
mglichen ,wahrnehmungen immer unter
,bedingungen1 es sei im ,raume1 oder in
der ,zeit1 befangen1 und kommt an
nichts ,unbedingtes1 um auszumachen1 ob
dieses ,unbedingte in einem absoluten
,anfange der ,synthesis1 oder einer
absoluten ,totalitt der ,reihe1 ohne
allen ,anfang1 zu setzen sei4 ,das ,all
aber in empirischer ,bedeutung ist
jederzeit nur komparativ4 ,das absolute
,all der ,gre 7das ,weltall71 der
,teilung1 der ,abstammung1 der
,bedingung des ,daseins berhaupt1 mit
allen ,fragen1 ob es durch endliche1
oder ins ,unendliche fortzusetzende
,synthesis zustande zu bringen sei1 geht
keine mgliche ,erfahrung etwas an4
,ihr wrdet z4,b4 die ,erscheinungen
eines ,krpers nicht im mindesten
besser1 oder auch nur anders erklren
knnen1 ob ihr annehmet1 er bestehe aus
einfachen1 oder durchgehends immer aus
zusammengesetzten ,teilen2 denn es kann
euch keine einfache ,erscheinung und
ebensowenig auch eine unendliche
,zusammensetzung jemals vorkommen4 ,die
,erscheinungen verlangen nur erklrt zu
werden1 so weit ihre
,erklrungsbedingungen in der
,wahrnehmung gegeben sind1 alles aber1
was jemals an ihnen gegeben werden mag1
in einem absoluten ,ganzen
zusammengenommen1 ist selbst eine
,wahrnehmung4 ,dieses ,all aber ist es
eigentlich1 dessen ,erklrung in den
transzendentalen ,vernunftaufgaben
gefordert wird4 ,da also selbst die
,auflsung dieser ,aufgaben niemals in
der ,erfahrung vorkommen kann1 so knnt
ihr nicht sagen1 da es ungewi sei1 was
hierber dem ,gegenstande beizulegen sei4
,denn euer ,gegenstand ist blo in
eurem ,gehirne1 und kann auer demselben
gar nicht gegeben werden2 daher ihr nur
dafr zu sorgen habt1 mit euch selbst
einig zu werden1 und die ,amphibolie zu
verhten1 die eure ,idee zu einer
vermeintlichen ,vorstellung eines
empirisch ,gegebenen1 und also auch nach
,erfahrungsgesetzen zu erkennenden
,objekts macht4 ,die dogmatische
,auflsung ist also nicht etwa ungewi1
sondern unmglich4 ,die kritische aber1
welche vllig gewi sein kann1 betrachtet
die ,frage gar nicht objektiv1 sondern
nach dem ,fundamente der ,erkenntnis1
worauf sie gegrndet ist4 ,der
,antinomie der reinen ,vernunft ,fnfter
,abschnitt ,skeptische ,vorstellung
der kosmologischen ,fragen durch alle
vier transzendentalen ,ideen ,wir
wrden von der ,forderung gern abstehen1
unsere ,fragen dogmatisch beantwortet
zu sehen1 wenn wir schon zum voraus
begriffen3 die ,antwort mchte
ausfallen1 wie sie wollte1 so wrde sie
unsere ,unwissenheit nur noch
vermehren1 und uns aus einer
,unbegreiflichkeit in eine andere1 aus
einer ,dunkelheit in eine noch grere und
vielleicht gar in ,widersprche strzen4
,wenn unsere ,frage blo auf ,bejahung
oder ,verneinung gestellt ist1 so ist
es klglich gehandelt1 die vermutlichen
,grnde der ,beantwortung vorderhand
dahingestellt sein zu lassen1 und
zuvrderst in ,erwgung zu ziehen1 was man
denn gewinnen wrde1 wenn die ,antwort
auf die eine1 und was1 wenn sie auf der
,gegenseite ausfiele4 ,trifft es sich
nun1 da in beiden ,fllen lauter
,sinnleeres 7,nonsens7 herauskommt1 so
haben wir eine gegrndete ,aufforderung1
unsere ,frage selbst kritisch zu
untersuchen1 und zu sehen3 ob sie nicht
selbst auf einer grundlosen
,voraussetzung beruhe1 und mit einer
,idee spiele1 die ihre ,falschheit
besser in der ,anwendung und durch ihre
,folgen1 als in der abgesonderten
,vorstellung verrt4 ,das ist der groe
,nutzen1 den die skeptische ,art hat1
die ,fragen zu behandeln1 welche reine
,vernunft an reine ,vernunft tut1 und
wodurch man eines groen dogmatischen
,wustes mit wenig ,aufwand berhoben sein
kann1 um an dessen ,statt eine
nchterne ,kritik zu setzen1 die1 als ein
wahres ,katarktikon den ,wahn1 zusamt
seinem ,gefolge1 der ,vielwisserei1
glcklich abfhren wird4 ,wenn ich
demnach von einer kosmologischen ,idee
zum voraus einsehen knnte1 da1 auf
welche ,seite des ,unbedingten der
regressiven ,synthesis der
,erscheinungen sie sich auch schlge1 so
wrde sie doch fr einen jeden
,verstandesbegriff entweder zu gro oder
zu klein sein2 so wrde ich begreifen1
da1 da jene doch es nur mit einem
,gegenstande der ,erfahrung zu tun hat1
welche einem mglichen
,verstandesbegriffe angemessen sein
soll1 sie ganz leer und ohne ,bedeutung
sein msse1 weil ihr der ,gegenstand
nicht anpat1 ich mag ihn derselben
bequemen1 wie ich will4 ,und dieses ist
wirklich der ,fall mit allen
,weltbegriffen1 welche auch eben um
deswillen1 die ,vernunft1 so lange sie
ihnen anhngt1 in eine unvermeidliche
,antinomie verwickeln4 ,denn nehmt
,erstlich an3 die ,welt habe keinen
,anfang1 so ist sie fr euren ,begriff
zu gro2 denn dieser1 welcher in einem
sukzessiven ,regressus besteht1 kann
die ganze verflossene ,ewigkeit niemals
erreichen4 ,setzet3 sie habe einen
,anfang1 so ist sie wiederum fr euren
,verstandesbegriff in dem notwendigen
empirischen ,regressus zu klein4 ,denn1
weil der ,anfang noch immer eine ,zeit1
die vorhergeht1 voraussetzt1 so ist er
noch nicht unbedingt1 und das ,gesetz
des empirischen ,gebrauchs des
,verstandes legt es euch auf1 noch nach
einer hheren ,zeitbedingung zu fragen1
und die ,welt ist also offenbar fr
dieses ,gesetz zu klein4 ,ebenso ist
es mit der doppelten ,beantwortung der
,frage1 wegen der ,weltgre1 dem ,raum
nach1 bewandt4 ,denn1 ist sie unendlich
und unbegrenzt1 so ist sie fr allen
mglichen empirischen ,begriff zu gro4
,ist sie endlich und begrenzt1 so fragt
ihr mit ,recht noch3 was bestimmt diese
,grenze8 ,der leere ,raum ist nicht ein
fr sich bestehendes ,korrelatum der
,dinge1 und kann keine ,bedingung sein1
bei der ihr stehenbleiben knnt1 noch
viel weniger eine empirische
,bedingung1 die einen ,teil einer
mglichen ,erfahrung ausmachte4 7,denn
wer kann eine ,erfahrung vom
,schlechthinleeren haben87 ,zur
absoluten ,totalitt aber der
empirischen ,synthesis wird jederzeit
erfordert1 da das ,unbedingte ein
,erfahrungsbegriff sei4 ,also ist eine
begrenzte ,welt fr euren ,begriff zu
klein4 ,zweitens1 besteht jede
,erscheinung im ,raume 7,materie7 aus
unendlich viel ,teilen1 so ist der
,regressus der ,teilung fr euren
,begriff jederzeit zu gro2 und soll die
,teilung des ,raumes irgend bei einem
,gliede derselben 7dem ,einfachen7
aufhren1 so ist er fr die ,idee des
,unbedingten zu klein4 ,denn dieses
,glied lt noch immer einen ,regressus
zu mehreren in ihm enthaltenen ,teilen
brig4 ,drittens1 nehmt ihr an3 in
allem1 was in der ,welt geschieht1 sei
nichts1 als ,erfolg nach ,gesetzen der
,natur1 so ist die ,kausalitt der
,ursache immer wiederum etwas1 das
geschieht1 und euren ,regressus zu noch
hherer ,ursache1 mithin die
,verlngerung der ,reihe von
,bedingungen a parte priori ohne
,aufhren notwendig macht4 ,die bloe
wirkende ,natur ist also fr allen euren
,begriff1 in der ,synthesis der
,weltbegebenheiten1 zu gro4 ,whlt
ihr1 hin und wieder1 von selbst gewirkte
,begebenheiten1 mithin ,erzeugung aus
,freiheit3 so verfolgt euch das ,warum
nach einem unvermeidlichen
,naturgesetze1 und ntigt euch1 ber
diesen ,punkt nach dem ,kausalgesetze
der ,erfahrung hinauszugehen1 und ihr
findet1 da dergleichen ,totalitt der
,verknpfung fr euren notwendigen
empirischen ,begriff zu klein ist4
,viertens4 ,wenn ihr ein schlechthin
notwendiges ,wesen 7es sei die ,welt
selbst1 oder etwas in der ,welt1 oder
die ,weltursache7 annehmt2 so setzt ihr
es in eine1 von dem gegebenen
,zeitpunkt unendlich entfernte ,zeit2
weil es sonst von einem anderen und
lteren ,dasein abhngend sein wrde4
,alsdann ist aber diese ,existenz fr
euren empirischen ,begriff unzugnglich
und zu gro1 als da ihr jemals durch
irgendeinen fortgesetzten ,regressus
dazu gelangen knntet4 ,ist aber1
eurer ,meinung nach1 alles was zur ,welt
7es sei als ,bedingt oder als
,bedingung7 gehrt1 zufllig3 so ist jede
euch gegebene ,existenz fr euren
,begriff zu klein4 ,denn sie ntigt euch1
euch noch immer nach einer anderen
,existenz umzusehen1 von der sie abhngig
ist4 ,wir haben in allen diesen
,fllen gesagt1 da die ,weltidee fr den
empirischen ,regressus1 mithin jeden
mglichen ,verstandesbegriff1 entweder
zu gro1 oder auch fr denselben zu klein
sei4 ,warum haben wir uns nicht
umgekehrt ausgedrckt1 und gesagt3 da im
ersteren ,falle der empirische ,begriff
fr die ,idee jederzeit zu klein1 im
zweiten aber zu gro sei1 und mithin
gleichsam die ,schuld auf dem
empirischen ,regressus hafte2 anstatt1
da wir die kosmologische ,idee
anklagten1 da sie im ,zuviel oder
,zuwenig von ihrem ,zwecke1 nmlich der
mglichen ,erfahrung1 abwich8 ,der
,grund war dieser4 ,mgliche ,erfahrung
ist das1 was unseren ,begriffen allein
,realitt geben kann2 ohne das ist aller
,begriff nur ,idee1 ohne ,wahrheit und
,beziehung auf einen ,gegenstand4
,daher war der mgliche empirische
,begriff das ,richtma1 wonach die ,idee
beurteilt werden mute1 ob sie bloe
,idee und ,gedankending sei1 oder in
der ,welt ihren ,gegenstand antreffe4
,denn man sagt nur von demjenigen1 da
es verhltnisweise auf etwas anderes zu
gro oder zu klein sei1 was nur um
dieses letzteren willen angenommen wird1
und darnach eingerichtet sein mu4 ,zu
dem ,spielwerke der alten dialektischen
,schulen gehrte auch diese ,frage3 wenn
eine ,kugel nicht durch ein ,loch
geht1 was soll man sagen3 ,ist die
,kugel zu gro1 oder das ,loch zu klein8
,in diesem ,falle ist es gleichgltig1
wie ihr euch ausdrcken wollt2 denn ihr
wit nicht1 welches von beiden um des
anderen willen da ist4 ,dagegen werdet
ihr nicht sagen3 der ,mann ist fr sein
,kleid zu lang1 sondern das ,kleid ist
fr den ,mann zu kurz4 ,wir sind also
wenigstens auf den gegrndeten ,verdacht
gebracht4 da die kosmologischen ,ideen1
und mit ihnen alle untereinander in
,streit gesetzten vernnftelnden
,behauptungen1 vielleicht einen leeren
und blo eingebildeten ,begriff1 von der
,art1 wie uns der ,gegenstand dieser
,ideen gegeben wird1 zum ,grunde liegen
haben1 und dieser ,verdacht kann uns
schon auf die rechte ,spur fhren1 das
,blendwerk zu entdecken1 was uns so
lange irregefhrt hat4 ,der
,antinomie der reinen ,vernunft
,sechster ,abschnitt ,der
transzendentale ,idealism als der
,schlssel zu ,auflsung der
kosmologischen ,dialektik ,wir haben
in der transzendentalen sthetik
hinreichend bewiesen3 da alles1 was im
,raume oder der ,zeit angeschaut wird1
mithin alle ,gegenstnde einer uns
mglichen ,erfahrung1 nichts als
,erscheinungen1 d4i4 bloe
,vorstellungen sind1 die1 so wie sie
vorgestellt werden1 als ausgedehnte
,wesen1 oder ,reihen von ,vernderungen1
auer unseren ,gedanken keine an sich
gegrndete ,existenz haben4 ,diesen
,lehrbegriff nenne ich den
transzendentalen ,idealism4 ,der
,realist in transzendentaler ,bedeutung
macht aus diesen ,modifikationen
unserer ,sinnlichkeit an sich
subsistierende ,dinge1 und daher bloe
,vorstellungen zu ,sachen an sich
selbst4 ,man wrde uns ,unrecht tun1
wenn man uns den schon lngst so
verschrienen empirischen ,idealismus
zumuten wollte1 der1 indem er die
eigene ,wirklichkeit des ,raumes
annimmt1 das ,dasein der ausgedehnten
,wesen in denselben leugnet1 wenigstens
zweifelhaft findet1 und zwischen ,traum
und ,wahrheit in diesem ,stcke keinen
genugsam erweislichen ,unterschied
einrumt4 ,was die ,erscheinungen des
inneren ,sinnes in der ,zeit betrifft1
an denen1 als wirklichen ,dingen1 findet
er keine ,schwierigkeit2 ja er
behauptet sogar1 da diese innere
,erfahrung das wirkliche ,dasein ihres
,objekts 7an sich selbst71 7mit aller
dieser ,zeitbestimmung17 einzig und
allein hinreichend beweise4 ,unser
transzendentaler ,idealism erlaubt es
dagegen3 da die ,gegenstnde uerer
,anschauung1 ebenso wie sie im ,raume
angeschaut werden1 auch wirklich sind1
und in der ,zeit alle ,vernderungen1 so
wie sie der innere ,sinn vorstellt4
,denn1 da der ,raum schon eine ,form
derjenigen ,anschauung ist1 die wir die
uere nennen1 und1 ohne ,gegenstnde in
demselben1 es gar keine empirische
,vorstellung geben wrde3 so knnen und
mssen wir darin ausgedehnte ,wesen als
wirklich annehmen1 und ebenso ist es
auch mit der ,zeit4 ,jener ,raum selber
aber1 samt dieser ,zeit1 und1 zugleich
mit beiden1 alle ,erscheinungen1 sind
doch an sich selbst keine ,dinge1
sondern nichts als ,vorstellungen1 und
knnen gar nicht auer unserem ,gemt
existieren1 und selbst ist die innere
und sinnliche ,anschauung unseres
,gemts1 7als ,gegenstandes des
,bewutseins17 dessen ,bestimmung durch
die ,sukzession verschiedener ,zustnde
in der ,zeit vorgestellt wird1 auch
nicht das eigentliche ,selbst1 so wie
es an sich existiert1 oder das
transzendentale ,subjekt1 sondern nur
eine ,erscheinung1 die der ,sinnlichkeit
dieses uns unbekannten ,wesens gegeben
worden4 ,das ,dasein dieser inneren
,erscheinung1 als eines so an sich
existierenden ,dinges1 kann nicht
eingerumt werden1 weil ihre ,bedingung
die ,zeit ist1 welche keine ,bestimmung
irgendeines ,dinges an sich selbst sein
kann4 ,in dem ,raume aber und der
,zeit ist die empirische ,wahrheit der
,erscheinungen genugsam gesichert1 und
von der ,verwandtschaft mit dem ,traume
hinreichend unterschieden1 wenn beide
nach empirischen ,gesetzen in einer
,erfahrung richtig und durchgngig
zusammenhngen4 ,es sind demnach die
,gegenstnde der ,erfahrung niemals an
sich selbst1 sondern nur in der
,erfahrung gegeben1 und existieren auer
derselben gar nicht4 ,da es ,einwohner
im ,monde geben knne1 ob sie gleich kein
,mensch jemals wahrgenommen hat1 mu
allerdings eingerumt werden1 aber es
bedeutet nur so viel3 da wir in dem
mglichen ,fortschritt der ,erfahrung
auf sie treffen knnten2 denn alles ist
wirklich1 was mit einer ,wahrnehmung
nach ,gesetzen des empirischen
,fortgangs in einem ,kontext steht4
,sie sind also alsdann wirklich1 wenn
sie mit meinem wirklichen ,bewutsein in
einem empirischen ,zusammenhange
stehen1 ob sie gleich darum nicht an
sich1 d4i4 auer diesem ,fortschritt der
,erfahrung1 wirklich sind4 ,uns ist
wirklich nichts gegeben1 als die
,wahrnehmung und der empirische
,fortschritt von dieser zu anderen
mglichen ,wahrnehmungen4 ,denn an sich
selbst sind die ,erscheinungen1 als bloe
,vorstellungen1 nur in der
,wahrnehmung wirklich1 die in der ,tat
nichts anderes ist1 als die
,wirklichkeit einer empirischen
,vorstellung1 d4i4 ,erscheinung4 ,vor
der ,wahrnehmung eine ,erscheinung ein
wirkliches ,ding nennen1 bedeutet
entweder1 da wir im ,fortgange der
,erfahrung auf eine solche ,wahrnehmung
treffen mssen1 oder es hat gar keine
,bedeutung4 ,denn1 da sie an sich
selbst1 ohne ,beziehung auf unsere
,sinne und mgliche ,erfahrung
existiere1 knnte allerdings gesagt
werden1 wenn von einem ,dinge an sich
selbst die ,rede wre4 ,es ist aber blo
von einer ,erscheinung im ,raume und
der ,zeit1 die beides keine
,bestimmungen der ,dinge an sich
selbst1 sondern nur unserer
,sinnlichkeit sind1 die ,rede2 daher
das1 was in ihnen ist1 7,erscheinungen7
nicht an sich ,etwas1 sondern bloe
,vorstellungen sind1 die1 wenn sie nicht
in uns 7in der ,wahrnehmung7 gegeben
sind1 berall nirgend angetroffen werden4
,das sinnliche ,anschauungsvermgen
ist eigentlich nur eine ,rezeptivitt1
auf gewisse ,weise mit ,vorstellungen
affiziert zu werden1 deren ,verhltnis
zueinander eine reine ,anschauung des
,raumes und der ,zeit ist1 7lauter
,formen unserer ,sinnlichkeit17 und
welche1 sofern sie in diesem
,verhltnisse 7dem ,raume und der ,zeit7
nach ,gesetzen der ,einheit der
,erfahrung verknpft und bestimmbar sind1
,gegenstnde heien4 ,die nichtsinnliche
,ursache dieser ,vorstellungen ist uns
gnzlich unbekannt1 und diese knnen wir
daher nicht als ,objekt anschauen2 denn
dergleichen ,gegenstand wrde weder im
,raume1 noch der ,zeit 7als bloen
,bedingungen der sinnlichen
,vorstellung7 vorgestellt werden mssen1
ohne welche ,bedingungen wir uns gar
keine ,anschauung denken knnen4
,indessen knnen wir die blo intelligible
,ursache der ,erscheinungen berhaupt1
das transzendentale ,objekt nennen1 blo1
damit wir etwas haben1 was der
,sinnlichkeit als einer ,rezeptivitt
korrespondiert4 ,diesem transzendentalen
,objekt knnen wir allen ,umfang und
,zusammenhang unserer mglichen
,wahrnehmungen zuschreiben1 und sagen3
da es vor aller ,erfahrung an sich
selbst gegeben sei4 ,die ,erscheinungen
aber sind1 ihm gem1 nicht an sich1
sondern nur in dieser ,erfahrung
gegeben1 weil sie bloe ,vorstellungen
sind1 die nur als ,wahrnehmungen einen
wirklichen ,gegenstand bedeuten1 wenn
nmlich diese ,wahrnehmung mit allen
anderen nach den ,regeln der
,erfahrungseinheit zusammenhngt4 ,so
kann man sagen3 die wirklichen ,dinge
der vergangenen ,zeit sind in dem
transzendentalen ,gegenstande der
,erfahrung gegeben2 sie sind aber fr
mich nur ,gegenstnde und in der
vergangenen ,zeit wirklich1 sofern als
ich mir vorstelle1 da eine regressive
,reihe mglicher ,wahrnehmungen1 7es sei
am ,leitfaden der ,geschichte1 oder an
den ,futapfen der ,ursachen und
,wirkungen17 nach empirischen
,gesetzen1 mit einem ,worte1 der
,weltlauf auf eine verflossene
,zeitreihe als ,bedingung der
gegenwrtigen ,zeit fhrt1 welche alsdann
doch nur in dem ,zusammenhange einer
mglichen ,erfahrung und nicht an sich
selbst als wirklich vorgestellt wird1
so1 da alle von undenklicher ,zeit her
vor meinem ,dasein verflossenen
,begebenheiten doch nichts anderes
bedeuten1 als die ,mglichkeit der
,verlngerung der ,kette der ,erfahrung1
von der gegenwrtigen ,wahrnehmung an1
aufwrts zu den ,bedingungen1 welche
diese der ,zeit nach bestimmen4 ,wenn
ich mir demnach alle existierenden
,gegenstnde der ,sinne in aller ,zeit
und allen ,rumen insgesamt vorstelle3 so
setze ich solche nicht vor der
,erfahrung in beide hinein1 sondern
diese ,vorstellung ist nichts anderes1
als der ,gedanke von einer mglichen
,erfahrung1 in ihrer absoluten
,vollstndigkeit4 ,in ihr allein sind
jene ,gegenstnde 7welche nichts als
bloe ,vorstellungen sind7 gegeben4 ,da
man aber sagt1 sie existieren vor aller
meiner ,erfahrung1 bedeutet nur1 da
sie in dem ,teile der ,erfahrung1 zu
welchem ich1 von der ,wahrnehmung
anhebend1 allererst fortschreiten mu1
anzutreffen sind4 ,die ,ursache der
empirischen ,bedingungen dieses
,fortschritts1 mithin auf welche
,glieder1 oder auch1 wie weit ich auf
dergleichen im ,regressus treffen knne1
ist transzendental und mir daher
notwendig unbekannt4 ,aber um diese ist
es auch nicht zu tun1 sondern nur um
die ,regel des ,fortschritts der
,erfahrung1 in der mir die ,gegenstnde1
nmlich ,erscheinungen1 gegeben werden4
,es ist auch im ,ausgange ganz einerlei1
ob ich sage1 ich knne im empirischen
,fortgange im ,raume auf ,sterne
treffen1 die hundertmal weiter entfernt
sind1 als die uersten1 die ich sehe3
oder ob ich sage1 es sind vielleicht
deren im ,weltraume anzutreffen1 wenn
sie gleich niemals ein ,mensch
wahrgenommen hat1 oder wahrnehmen wird2
denn1 wenn sie gleich als ,dinge an
sich selbst1 ohne ,beziehung auf
mgliche ,erfahrung1 berhaupt gegeben
wren1 so sind sie doch fr mich nichts1
mithin keine ,gegenstnde1 als sofern sie
in der ,reihe des empirischen
,regressus enthalten sind4 ,nur in
anderweitiger ,beziehung1 wenn eben
diese ,erscheinungen zur kosmologischen
,idee von einem absoluten ,ganzen
gebraucht werden sollen1 und1 wenn es
also um eine ,frage zu tun ist1 die ber
die ,grenzen mglicher ,erfahrung
hinausgeht1 ist die ,unterscheidung
derart1 wie man die ,wirklichkeit
gedachter ,gegenstnde der ,sinne nimmt1
von ,erheblichkeit1 um einem trglichen
,wahne vorzubeugen1 welcher aus der
,mideutung unserer eigenen
,erfahrungsbegriffe unvermeidlich
entspringen mu4 ,der ,antinomie
der reinen ,vernunft ,siebenter
,abschnitt ,kritische ,entscheidung des
kosmologischen ,streits der ,vernunft
mit sich selbst ,die ganze
,antinomie der reinen ,vernunft beruht
auf dem dialektischen ,argumente3 ,wenn
das ,bedingte gegeben ist1 so ist auch
die ganze ,reihe aller ,bedingungen
desselben gegeben3 nun sind uns
,gegenstnde der ,sinne als bedingt
gegeben1 folglich usw4 ,durch diesen
,vernunftschlu1 dessen ,obersatz so
natrlich und einleuchtend scheint1
werden nun1 nach ,verschiedenheit der
,bedingungen 7in der ,synthesis der
,erscheinungen71 sofern sie eine ,reihe
ausmachen1 ebensoviel kosmologische
,ideen eingefhrt1 welche die absolute
,totalitt dieser ,reihen postulieren
und eben dadurch die ,vernunft
unvermeidlich in ,widerstreit mit sich
selbst versetzen4 ,ehe wir aber das
,trgliche dieses vernnftelnden
,arguments aufdecken1 mssen wir uns
durch ,berichtigung und ,bestimmung
gewisser darin vorkommender ,begriffe
dazu instand setzen4 ,zuerst ist
folgender ,satz klar und ungezweifelt
gewi3 da1 wenn das ,bedingte gegeben
ist1 uns eben dadurch ein ,regressus in
der ,reihe aller ,bedingungen zu
demselben aufgegeben sei2 denn dieses
bringt schon der ,begriff des
,bedingten so mit sich1 da dadurch etwas
auf eine ,bedingung1 und1 wenn diese
wiederum bedingt ist1 auf eine
entferntere ,bedingung1 und so durch
alle ,glieder der ,reihe bezogen wird4
,dieser ,satz ist also analytisch und
erhebt sich ber alle ,furcht vor eine
transzendentale ,kritik4 ,er ist ein
logisches ,postulat der ,vernunft3
diejenige ,verknpfung eines ,begriffs
mit seinen ,bedingungen durch den
,verstand zu verfolgen und soweit als
mglich fortzusetzen1 die schon dem
,begriffe selbst anhngt4 ,ferner3
wenn das ,bedingte sowohl1 als seine
,bedingung1 ,dinge an sich selbst sind1
so ist1 wenn das ,erstere gegeben
worden1 nicht blo der ,regressus zu dem
,zweiten aufgegeben1 sondern dieses ist
dadurch wirklich schon mit gegeben1
und1 weil dieses von allen ,gliedern der
,reihe gilt1 so ist die vollstndige
,reihe der ,bedingungen1 mithin auch
das ,unbedingte dadurch zugleich
gegeben1 oder vielmehr vorausgesetzt1
da das ,bedingte1 welches nur durch jene
,reihe mglich war1 gegeben ist4 ,hier
ist die ,synthesis des ,bedingten mit
seiner ,bedingung eine ,synthesis des
bloen ,verstandes1 welcher die ,dinge
vorstellt1 wie sie sind1 ohne darauf zu
achten1 ob1 und wie wir zur ,kenntnis
derselben gelangen knnen4 ,dagegen wenn
ich es mit ,erscheinungen zu tun habe1
die1 als bloe ,vorstellungen1 gar nicht
gegeben sind1 wenn ich nicht zu ihrer
,kenntnis 7d4i4 zu ihnen selbst1 denn
sie sind nichts1 als empirische
,kenntnisse17 gelangen so kann ich nicht
in eben der ,bedeutung sagen3 wenn das
,bedingte gegeben ist1 so sind auch
alle ,bedingungen 7als ,erscheinungen7
zu demselben gegeben1 und kann mithin
auf die absolute ,totalitt der ,reihe
derselben keineswegs schlieen4 ,denn
die ,erscheinungen sind1 in der
,apprehension1 selber nichts anderes1
als eine empirische ,synthesis 7im
,raume und der ,zeit7 und sind also nur
in dieser gegeben4 ,nun folgt es gar
nicht1 da1 wenn das ,bedingte 7in der
,erscheinung7 gegeben ist1 auch die
,synthesis1 die seine empirische
,bedingung ausmacht1 dadurch mitgegeben
und vorausgesetzt sei1 sondern diese
findet allererst im ,regressus1 und
niemals ohne denselben1 statt4 ,aber das
kann man wohl in einem solchen ,falle
sagen1 da ein ,regressus zu den
,bedingungen1 d4i4 eine fortgesetzte
empirische ,synthesis auf dieser ,seite
geboten oder aufgegeben sei1 und da es
nicht an ,bedingungen fehlen knne1 die
durch diesen ,regressus gegeben werden4
,hieraus erhellt1 da der ,obersatz des
kosmologischen ,vernunftschlusses das
,bedingte in transzendentaler ,bedeutung
einer reinen ,kategorie1 der
,untersatz aber in empirischer
,bedeutung eines auf bloe ,erscheinungen
angewandten ,verstandesbegriffs
nehmen1 folglich derjenige dialektische
,betrug darin angetroffen werde1 den man
,sophisma figurae dictionis nennt4
,dieser ,betrug ist aber nicht
erknstelt1 sondern eine ganz natrliche
,tuschung der gemeinen ,vernunft4 ,denn
durch dieselbe setzen wir 7im
,obersatze7 die ,bedingungen und ihre
,reihe1 gleichsam unbesehen1 voraus1
wenn etwas als bedingt gegeben ist1 weil
dieses nichts anderes1 als die
logische ,forderung ist1 vollstndige
,prmissen zu einem gegebenen
,schlusatze anzunehmen1 und da ist in
der ,verknpfung des ,bedingten mit
seiner ,bedingung keine ,zeitordnung
anzutreffen2 sie werden an sich1 als
zugleich gegeben1 vorausgesetzt4
,ferner ist es ebenso natrlich 7im
,untersatze7 ,erscheinungen als ,dinge
an sich und ebensowohl dem bloen
,verstande gegebene ,gegenstnde
anzusehen1 wie es im ,obersatze geschah1
da ich von allen ,bedingungen der
,anschauung1 unter denen allein
,gegenstnde gegeben werden knnen1
abstrahierte4 ,nun hatten wir aber
hierbei einen merkwrdigen ,unterschied
zwischen den ,begriffen bersehen4 ,die
,synthesis des ,bedingten mit seiner
,bedingung und die ganze ,reihe der
letzteren 7im ,obersatze7 fhrte gar
nichts von ,einschrnkung durch die ,zeit
und keinen ,begriff der ,sukzession
bei sich4 ,dagegen ist die empirische
,synthesis und die ,reihe der
,bedingungen in der ,erscheinung 7die im
,untersatze subsumiert wird17
notwendig sukzessiv und nur in der ,zeit
nacheinander gegeben2 folglich konnte
ich die absolute ,totalitt der
,synthesis und der dadurch vorgestellten
,reihe hier nicht ebensowohl1 als dort
voraussetzen1 weil dort alle ,glieder
der ,reihe an sich 7ohne
,zeitbedingung7 gegeben sind1 hier aber
nur durch den sukzessiven ,regressus
mglich sind1 der nur dadurch gegeben
ist1 da man ihn wirklich vollfhrt4
,nach der berweisung eines solchen
,fehltritts1 des gemeinschaftlich zum
,grunde 7der kosmologischen
,behauptungen7 gelegten ,arguments1
knnen beide streitenden ,teile mit
,recht1 als solche1 die ihre ,forderung
auf keinen grndlichen ,titel grnden1
abgewiesen werden4 ,dadurch aber ist
ihr ,zwist noch nicht insofern geendigt1
da sie berfhrt worden wren1 sie1 oder
einer von beiden1 htte in der ,sache
selbst1 die er behauptet1 7im
,schlusatze7 ,unrecht1 wenn er sie
gleich nicht auf tchtige ,beweisgrnde
zu bauen wute4 ,es scheint doch nichts
klarer1 als da von zweien1 deren der
eine behauptet3 die ,welt hat einen
,anfang1 der andere3 die ,welt hat
keinen ,anfang1 sondern sie ist von
,ewigkeit her1 doch einer ,recht haben
msse4 ,ist aber dieses1 so ist es1 weil
die ,klarheit auf beiden ,seiten gleich
ist1 doch unmglich1 jemals
auszumitteln1 auf welcher ,seite das
,recht sei1 und der ,streit dauert nach
wie vor1 wenn die ,parteien gleich bei
dem ,gerichtshofe der ,vernunft zur
,ruhe verwiesen worden4 ,es bleibt also
kein ,mittel brig1 den ,streit grndlich
und zur ,zufriedenheit beider ,teile zu
endigen1 als da1 da sie einander doch
so schn widerlegen knnen1 endlich
berfhrt werden1 da sie um nichts
streiten1 und ein gewisser
transzendentaler ,schein ihnen da eine
,wirklichkeit vorgemalt habe1 wo keine
anzutreffen ist4 ,diesen ,weg der
,beilegung eines nicht abzuurteilenden
,streits wollen wir jetzt einschlagen4
99 99
99 ,der eleatische ,zeno1 ein
subtiler ,dialektiker1 ist schon vom
,plato als ein mutwilliger ,sophist
darber sehr getadelt worden1 da er1 um
seine ,kunst zu zeigen1 einerlei ,satz
durch scheinbare ,argumente zu beweisen
und bald darauf durch andere ebenso
starke wieder umzustrzen suchte4 ,er
behauptete1 ,gott 7vermutlich war es bei
ihm nichts als die ,welt7 sei weder
endlich1 noch unendlich1 er sei weder in
,bewegung1 noch in ,ruhe1 sei keinem
anderen ,dinge weder hnlich1 noch
unhnlich4 ,es schien denen1 die ihn
hierber beurteilten1 er habe zwei
einander widersprechende ,stze gnzlich
ableugnen wollen1 welches ungereimt
ist4 ,allein ich finde nicht1 da ihm
dieses mit ,recht zur ,last gelegt
werden knne4 ,den ersteren dieser ,stze
werde ich bald nher beleuchten4 ,was
die brigen betrifft1 wenn er unter dem
,worte3 ,gott1 das ,universum verstand1
so mute er allerdings sagen3 da dieses
weder in seinem ,orte beharrlich
gegenwrtig 7in ,ruhe7 sei1 noch
denselben verndere 7sich bewege71 weil
alle rter nur im ,univers1 dieses selbst
also in keinem ,orte ist4 ,wenn das
,weltall alles1 was existiert1 in sich
fat1 so ist es auch sofern keinem
anderen ,dinge1 weder hnlich noch
unhnlich1 weil es auer ihm kein anderes
,ding gibt1 mit dem es knnte verglichen
werden4 ,wenn zwei einander
entgegengesetzte ,urteile eine
unstatthafte ,bedingung voraussetzen1 so
fallen sie1 unerachtet ihres
,widerstreits 7der gleichwohl kein
eigentlicher ,widerspruch ist71 alle
beide weg1 weil die ,bedingung wegfllt1
unter der allein jeder dieser ,stze
gelten sollte4 ,wenn jemand sagte1
ein jeder ,krper riecht entweder gut1
oder er riecht nicht gut1 so findet ein
,drittes statt1 nmlich1 da er gar
nicht rieche1 7ausdufte7 und so knnen
beide widerstreitenden ,stze falsch
sein4 ,sage ich1 er ist entweder
wohlriechend1 oder er ist nicht
wohlriechend3 7vel suaveolens vel non
suaveolens7 so sind beide ,urteile
einander kontradiktorisch
entgegengesetzt und nur der erste ist
falsch1 sein kontradiktorisches
,gegenteil aber1 nmlich einige ,krper
sind nicht wohlriechend1 befat auch die
,krper in sich1 die gar nicht riechen4
,in der vorigen ,entgegenstellung 7per
disparata7 blieb die zufllige
,bedingung des ,begriffs der ,krper 7der
,geruch7 noch bei dem widerstreitenden
,urteile1 und wurde durch dieses also
nicht mit aufgehoben1 daher war das
letztere nicht das kontradiktorische
,gegenteil des ersteren4 ,sage ich
demnach3 die ,welt ist dem ,raume nach
entweder unendlich1 oder sie ist nicht
unendlich 7non est infinitus71 so mu1
wenn der erstere ,satz falsch ist1 sein
kontradiktorisches ,gegenteil3 die
,welt ist nicht unendlich1 wahr sein4
,dadurch wrde ich nur eine unendliche
,welt aufheben1 ohne eine andere1
nmlich die endliche1 zu setzen4 ,hiee es
aber3 die ,welt ist entweder
unendlich1 oder endlich
7nichtunendlich17 so knnten beide
falsch sein4 ,denn ich sehe alsdann die
,welt1 als an sich selbst1 ihrer ,gre
nach bestimmt an1 indem ich in dem
,gegensatz nicht blo die ,unendlichkeit
aufhebe1 und1 mit ihr1 vielleicht ihre
ganze abgesonderte ,existenz1 sondern
eine ,bestimmung zur ,welt1 als einem
an sich selbst wirklichen ,dinge1
hinzusetzen welches ebensowohl falsch
sein kann1 wenn nmlich die ,welt gar
nicht als ein ,ding an sich1 mithin
auch nicht ihrer ,gre nach1 weder als
unendlich1 noch als endlich gegeben
sein sollte4 ,man erlaube mir1 da ich
dergleichen ,entgegensetzung die
dialektische1 die des ,widerspruchs aber
die analytische ,opposition nennen
darf4 ,also knnen von zwei dialektisch
einander entgegengesetzten ,urteilen
alle beide falsch sein1 darum1 weil
eines dem anderen nicht blo
widerspricht1 sondern etwas mehr sagt1
als zum ,widerspruche erforderlich ist4
,wenn man die zwei ,stze3 die ,welt ist
der ,gre nach unendlich1 die ,welt ist
ihrer ,gre nach endlich1 als einander
kontradiktorisch entgegengesetzte
ansieht1 so nimmt man an1 da die ,welt
7die ganze ,reihe der ,erscheinungen7
ein ,ding an sich selbst sei4 ,denn sie
bleibt1 ich mag den unendlichen oder
endlichen ,regressus in der ,reihe ihrer
,erscheinungen aufheben4 ,nehme ich
aber diese ,voraussetzung1 oder diesen
transzendentalen ,schein weg1 und
leugne1 da sie ein ,ding an sich selbst
sei1 so verwandelt sich der
kontradiktorische ,widerstreit beider
,behauptungen in einen blo
dialektischen1 und die ,welt1 weil sie
gar nicht an sich 7unabhngig von der
regressiven ,reihe meiner
,vorstellungen7 existiert1 so existiert
sie weder als ein an sich unendliches1
noch als ein an sich endliches ,ganze4
,sie ist nur im empirischen ,regressus
der ,reihe der ,erscheinungen und fr
sich selbst gar nicht anzutreffen4
,daher1 wenn diese jederzeit bedingt
ist1 so ist sie niemals ganz gegeben1
und die ,welt ist also kein unbedingtes
,ganze1 existiert also auch nicht als
ein solches1 weder mit unendlicher1
noch endlicher ,gre4 ,was hier von
der ersten kosmologischen ,idee1 nmlich
der absoluten ,totalitt der ,gre in der
,erscheinung gesagt worden1 gilt auch
von allen brigen4 ,die ,reihe der
,bedingungen ist nur in der regressiven
,synthesis selbst1 nicht aber an sich in
der ,erscheinung1 als einem eigenen1
vor allem ,regressus gegebenen ,dinge1
anzutreffen4 ,daher werde ich auch
sagen mssen3 die ,menge der ,teile in
einer gegebenen ,erscheinung ist an
sich weder endlich1 noch unendlich1 weil
,erscheinung nichts an sich selbst
,existierendes ist1 und die ,teile
allererst durch den ,regressus der
dekomponierenden ,synthesis1 und in
demselben1 gegeben werden1 welcher
,regressus niemals schlechthin ganz1
weder als endlich1 noch als unendlich
gegeben ist4 ,eben das gilt von der
,reihe der bereinander geordneten
,ursachen1 oder der bedingten bis zur
unbedingt notwendigen ,existenz1 welche
niemals weder an sich ihrer ,totalitt
nach als endlich1 noch als unendlich
angesehen werden kann1 weil sie als
,reihe subordinierter ,vorstellungen nur
im dynamischen ,regressus besteht1 vor
demselben aber1 und als fr sich
bestehende ,reihe von ,dingen1 an sich
selbst gar nicht existieren kann4 ,so
wird demnach die ,antinomie der reinen
,vernunft bei ihren kosmologischen
,ideen gehoben1 dadurch1 da gezeigt
wird1 sie sei blo dialektisch und ein
,widerstreit eines ,scheins1 der daher
entspringt1 da man die ,idee der
absoluten ,totalitt1 welche nur als eine
,bedingung der ,dinge an sich selbst
gilt1 auf ,erscheinungen angewandt hat1
die nur in der ,vorstellung1 und1 wenn
sie eine ,reihe ausmachen1 im
sukzessiven ,regressus1 sonst aber gar
nicht existieren4 ,man kann aber auch
umgekehrt aus dieser ,antinomie einen
wahren1 zwar nicht dogmatischen1 aber
doch so kritischen und doktrinalen
,nutzen ziehen3 nmlich die
transzendentale ,idealitt der
,erscheinungen dadurch indirekt zu
beweisen1 wenn jemand etwa an dem
direkten ,beweise in der
transzendentalen sthetik nicht genug
htte4 ,der ,beweis wrde in diesem
,dilemma bestehen4 ,wenn die ,welt ein
an sich existierendes ,ganzes ist3 so
ist sie entweder endlich1 oder
unendlich4 ,nun ist das erstere sowohl
als das zweite falsch 7laut den oben
angefhrten ,beweisen der ,antithesis1
einer-1 und der ,thesis andererseits74
,also ist es auch falsch1 da die ,welt
7der ,inbegriff aller ,erscheinungen7
ein an sich existierendes ,ganzes sei4
,woraus denn folgt1 da ,erscheinungen
berhaupt auer unseren ,vorstellungen
nichts sind1 welches wir eben durch die
transzendentale ,idealitt derselben
sagen wollten4 ,diese ,anmerkung ist
von ,wichtigkeit4 ,man sieht daraus1 da
die obigen ,beweise der vierfachen
,antinomie nicht ,blendwerke1 sondern
grndlich waren1 unter der
,voraussetzung nmlich1 da ,erscheinungen
oder eine ,sinnenwelt1 die sie
insgesamt in sich begreift1 ,dinge an
sich selbst wren4 ,der ,widerstreit der
daraus gezogenen ,stze entdeckt aber1
da in der ,voraussetzung eine
,falschheit liege1 und bringt uns
dadurch zu einer ,entdeckung der wahren
,beschaffenheit der ,dinge1 als
,gegenstnde der ,sinne4 ,die
transzendentale ,dialektik tut also
keineswegs dem ,skeptizism einigen
,vorschub1 wohl aber der skeptischen
,methode1 welche an ihr ein ,beispiel
ihres groen ,nutzens aufweisen kann1
wenn man die ,argumente der ,vernunft
in ihrer grten ,freiheit gegeneinander
auftreten lt1 die1 ob sie gleich zuletzt
nicht dasjenige1 was man suchte1
dennoch jederzeit etwas ,ntzliches und
zur ,berichtigung unserer ,urteile
,dienliches1 liefern werden4 ,der
,antinomie der reinen ,vernunft
,achter ,abschnitt ,regulatives
,prinzip der reinen ,vernunft in
,ansehung der kosmologischen ,ideen
,da durch den kosmologischen ,grundsatz
der ,totalitt kein ,maximum der ,reihe
von ,bedingungen in einer ,sinnenwelt1
als einem ,dinge an sich selbst1
gegeben wird1 sondern blo im ,regressus
derselben aufgegeben werden kann1 so
behlt der gedachte ,grundsatz der reinen
,vernunft1 in seiner dergestalt
berichtigten ,bedeutung1 annoch seine
gute ,gltigkeit1 zwar nicht als ,axiom1
die ,totalitt im ,objekt als wirklich
zu denken1 sondern als ein ,problem fr
den ,verstand1 also fr das ,subjekt1
um1 der ,vollstndigkeit in der ,idee
gem1 den ,regressus in der ,reihe der
,bedingungen zu einem gegebenen
,bedingten anzustellen und
fortzusetzen4 ,denn in der
,sinnlichkeit1 d4i4 im ,raume und der
,zeit1 ist jede ,bedingung1 zu der wir
in der ,exposition gegebener
,erscheinungen gelangen knnen1 wiederum
bedingt2 weil diese keine ,gegenstnde
an sich selbst sind1 an denen allenfalls
das ,schlechthinunbedingte stattfinden
knnte1 sondern blo empirische
,vorstellungen1 die jederzeit in der
,anschauung ihre ,bedingung finden
mssen1 welche sie dem ,raume oder der
,zeit nach bestimmt4 ,der ,grundsatz
der ,vernunft also ist eigentlich nur
eine ,regel1 welche in der ,reihe der
,bedingungen gegebener ,erscheinungen
einen ,regressus gebietet1 dem es
niemals erlaubt ist1 bei einem
,schlechthinunbedingten stehen zu
bleiben4 ,er ist also kein ,prinzipium
der ,mglichkeit der ,erfahrung und der
empirischen ,erkenntnis der ,gegenstnde
der ,sinne1 mithin kein ,grundsatz des
,verstandes2 denn jede ,erfahrung ist in
ihren ,grenzen 7der gegebenen
,anschauung gem7 eingeschlossen1 auch
kein konstitutives ,prinzip der
,vernunft1 den ,begriff der ,sinnenwelt
ber alle mgliche ,erfahrung zu
erweitern1 sondern ein ,grundsatz der
grtmglichen ,fortsetzung und
,erweiterung der ,erfahrung1 nach
welchem keine empirische ,grenze fr
absolute ,grenze gelten mu1 also ein
,prinzipium der ,vernunft1 welches1 als
,regel1 postuliert1 was von uns im
,regressus geschehen soll1 und nicht
antizipiert1 was im ,objekte vor allem
,regressus an sich gegeben ist4 ,daher
nenne ich es ein regulatives ,prinzip
der ,vernunft1 da hingegen der
,grundsatz der absoluten ,totalitt der
,reihe der ,bedingungen1 als im ,objekte
7den ,erscheinungen7 an sich selbst
gegeben1 ein konstitutives
kosmologisches ,prinzip sein wrde1
dessen ,nichtigkeit ich eben durch
diese ,unterscheidung habe anzeigen und
dadurch verhindern wollen1 da man
nicht1 wie sonst unvermeidlich
geschieht1 7durch transzendentale
,subreption17 einer ,idee1 welche blo
zur ,regel dient1 objektive ,realitt
beimesse4 ,um nun den ,sinn dieser
,regel der reinen ,vernunft gehrig zu
bestimmen1 so ist zuvrderst zu
bemerken1 da sie nicht sagen knne1 was
das ,objekt sei1 sondern wie der
empirische ,regressus anzustellen sei1
um zu dem vollstndigen ,begriffe des
,objekts zu gelangen4 ,denn1 fnde das
erstere statt1 so wrde sie ein
konstitutives ,prinzipium sein1
dergleichen aus reiner ,vernunft niemals
mglich ist4 ,man kann also damit
keineswegs die ,absicht haben1 zu sagen1
die ,reihe der ,bedingungen zu einem
gegebenen ,bedingten sei an sich
endlich1 oder unendlich2 denn dadurch
wrde eine bloe ,idee der absoluten
,totalitt1 die lediglich in ihr selbst
geschaffen ist1 einen ,gegenstand
denken1 der in keiner ,erfahrung
gegeben werden kann1 indem einer ,reihe
von ,erscheinungen eine von der
empirischen ,synthesis unabhngige
objektive ,realitt erteilt wrde4 ,die
,vernunftidee wird also nur der
regressiven ,synthesis in der ,reihe
der ,bedingungen eine ,regel
vorschreiben1 nach welcher sie vom
,bedingten1 vermittelst aller einander
untergeordneten ,bedingungen1 zum
,unbedingten fortgeht1 obgleich dieses
niemals erreicht wird4 ,denn das
,schlechthinunbedingte wird in der
,erfahrung gar nicht angetroffen4
,zu diesem ,ende ist nun erstlich die
,synthesis einer ,reihe1 sofern sie
niemals vollstndig ist1 genau zu
bestimmen4 ,man bedient sich in dieser
,absicht gewhnlich zweier ,ausdrcke1 die
darin etwas unterscheiden sollen1 ohne
da man doch den ,grund dieser
,unterscheidung recht anzugeben wei4
,die ,mathematiker sprechen lediglich
von einem progressus in infinitum4 ,die
,forscher der ,begriffe 7,philosophen7
wollen an dessen ,statt nur den
,ausdruck von einem progressus in
indefinitum gelten lassen4 ,ohne mich
bei der ,prfung der ,bedenklichkeit1
die diesen eine solche ,unterscheidung
angeraten hat1 und dem guten oder
fruchtlosen ,gebrauch derselben
aufzuhalten1 will ich diese ,begriffe
in ,beziehung auf meine ,absicht genau
zu bestimmen suchen4 ,von einer
geraden ,linie kann man mit ,recht
sagen1 sie knne ins ,unendliche
verlngert werden1 und hier wrde die
,unterscheidung des ,unendlichen und
des unbestimmbar weiten ,fortgangs
7progressus in indefinitum7 eine leere
,subtilitt sein4 ,denn1 obgleich1 wenn
es heit3 ziehet eine ,linie fort1 es
freilich richtiger lautet1 wenn man
hinzusetzt1 in indefinitum1 als wenn es
heit1 in infinitum2 weil das erstere
nicht mehr bedeutet1 als3 verlngert sie1
so weit ihr wollt1 das zweite aber3
ihr sollt niemals aufhren sie zu
verlngern1 7welches hierbei eben nicht
die ,absicht ist17 so ist doch1 wenn nur
vom knnen die ,rede ist1 der erstere
,ausdruck ganz richtig2 denn ihr knnt
sie ins ,unendliche immer grer machen4
,und so verhlt es sich auch in allen
,fllen1 wo man nur vom ,progressus1 d4i4
dem ,fortgange von der ,bedingung zum
,bedingten1 spricht2 dieser mgliche
,fortgang geht in der ,reihe der
,erscheinungen ins ,unendliche4 ,von
einem ,elternpaar knnt ihr in
absteigender ,linie der ,zeugung ohne
,ende fortgehen und euch auch ganz wohl
denken1 da sie wirklich in der ,welt
so fortgehe4 ,denn hier bedarf die
,vernunft niemals absolute ,totalitt
der ,reihe1 weil sie solche nicht als
,bedingung und wie gegeben 7datum7
vorausgesetzt1 sondern nur als was
,bedingtes1 das nur angeblich 7dabile7
ist1 und ohne ,ende hinzugesetzt wird4
,ganz anders ist es mit der ,aufgabe
bewandt3 wie weit sich der ,regressus1
der von dem gegebenen ,bedingten zu den
,bedingungen in einer ,reihe aufsteigt1
erstrecke1 ob ich sagen knne3 es sei
ein ,rckgang ins ,unendliche1 oder nur
ein unbestimmbar weit 7in indefinitum7
sich erstreckender ,rckgang1 und ob ich
also von den jetztlebenden ,menschen1
in der ,reihe ihrer ,voreltern1 ins
,unendliche aufwrts steigen knne1 oder
ob nur gesagt werden knne3 da1 so weit
ich auch zurckgegangen bin1 niemals ein
empirischer ,grund angetroffen werde1
die ,reihe irgendwo fr begrenzt zu
halten1 so da ich berechtigt und
zugleich verbunden bin1 zu jedem der
,urvter noch fernerhin seinen
,vorfahren aufzusuchen1 obgleich eben
nicht vorauszusetzen4 ,ich sage
demnach3 wenn das ,ganze in der
empirischen ,anschauung gegeben worden1
so geht der ,regressus in der ,reihe
seiner inneren ,bedingungen ins
,unendliche4 ,ist aber nur ein ,glied
der ,reihe gegeben1 von welchem der
,regressus zur absoluten ,totalitt
allererst fortgehen soll3 so findet nur
ein ,rckgang in unbestimmte ,weise 7in
indefinitum7 statt4 ,so mu von der
,teilung einer zwischen ihren ,grenzen
gegebenen ,materie 7eines ,krpers7
gesagt werden3 sie gehe ins ,unendliche4
,denn diese ,materie ist ganz1
folglich mit allen ihren mglichen
,teilen1 in der empirischen ,anschauung
gegeben4 ,da nun die ,bedingung dieses
,ganzen sein ,teil1 und die ,bedingung
dieses ,teils der ,teil vom ,teile usw4
ist1 und in diesem ,regressus der
,dekomposition niemals ein unbedingtes
7unteilbares7 ,glied dieser ,reihe von
,bedingungen angetroffen wird1 so ist
nicht allein nirgend ein empirischer
,grund1 in der ,teilung aufzuhren1
sondern die ferneren ,glieder der
fortzusetzenden ,teilung sind selbst
vor dieser weitergehenden ,teilung
empirisch gegeben1 d4i4 die ,teilung
geht ins ,unendliche4 ,dagegen ist die
,reihe der ,voreltern zu einem
gegebenen ,menschen in keiner mglichen
,erfahrung1 in ihrer absoluten
,totalitt1 gegeben1 der ,regressus aber
geht doch von jedem ,gliede dieser
,zeugung zu einem hheren1 so1 da keine
empirische ,grenze anzutreffen ist1 die
ein ,glied1 als schlechthin unbedingt1
darstellte4 ,da aber gleichwohl auch die
,glieder1 die hierzu die ,bedingung
abgeben knnten1 nicht in der empirischen
,anschauung des ,ganzen schon vor dem
,regressus liegen3 so geht dieser nicht
ins ,unendliche 7der ,teilung des
,gegebenen71 sondern in unbestimmbare
,weite1 der ,aufsuchung mehrerer
,glieder zu den gegebenen1 die wiederum
jederzeit nur bedingt gegeben sind4
,in keinem von beiden ,fllen1 sowohl dem
regressus in infinitum1 als dem in
indefinitum1 wird die ,reihe der
,bedingungen als unendlich im ,objekt
gegeben angesehen4 ,es sind nicht
,dinge1 die an sich selbst1 sondern nur
,erscheinungen1 die1 als ,bedingungen
voneinander1 nur im ,regressus selbst
gegeben werden4 ,also ist die ,frage
nicht mehr3 wie gro diese ,reihe der
,bedingungen an sich selbst sei1 ob
endlich oder unendlich1 denn sie ist
nichts an sich selbst1 sondern3 wie wir
den empirischen ,regressus anstellen1
und wie weit wir ihn fortsetzen sollen4
,und da ist denn ein namhafter
,unterschied in ,ansehung der ,regel
dieses ,fortschritts4 ,wenn das ,ganze
empirisch gegeben worden1 so ist es
mglich1 ins ,unendliche in der ,reihe
seiner inneren ,bedingungen
zurckzugehen4 ,ist jenes aber nicht
gegeben1 sondern soll durch empirischen
,regressus allererst gegeben werden1 so
kann ich nur sagen3 es ist ins
,unendliche mglich1 zu noch hheren
,bedingungen der ,reihe fortzugehen4
,im ersteren ,falle konnte ich sagen3 es
sind immer mehr ,glieder da1 und
empirisch gegeben1 als ich durch den
,regressus 7der ,dekomposition7
erreiche2 im zweiten aber3 ich kann im
,regressus noch immer weiter gehen1
weil kein ,glied als schlechthin
unbedingt empirisch gegeben ist1 und
also noch immer ein hheres ,glied als
mglich und mithin die ,nachfrage nach
demselben als notwendig zult4 ,dort war
es notwendig1 mehr ,glieder der ,reihe
anzutreffen1 hier aber ist es immer
notwendig1 nach mehreren zu fragen1 weil
keine ,erfahrung absolut begrenzt4
,denn ihr habt entweder keine
,wahrnehmung1 die euren empirischen
,regressus schlechthin begrenzt1 und
dann mt ihr euren ,regressus nicht fr
vollendet halten1 oder habt eine solche
eure ,reihe begrenzende ,wahrnehmung1
so kann diese nicht ein ,teil eurer
zurckgelegten ,reihe sein1 7weil das1
was begrenzt1 von dem1 was dadurch
begrenzt wird1 unterschieden sein mu17
und ihr mt also euren ,regressus auch
zu dieser ,bedingung weiter fortsetzen1
und so fortan4 ,der folgende
,abschnitt wird diese ,bemerkungen durch
ihre ,anwendung in ihr gehriges ,licht
setzen4 ,der ,antinomie der
reinen ,vernunft ,neunter ,abschnitt
,von dem empirischen ,gebrauche des
regulativen ,prinzips der ,vernunft1 in
,ansehung aller kosmologischen ,ideen
,da es1 wie wir mehrmalen gezeigt haben1
keinen transzendentalen ,gebrauch so
wenig von reinen ,verstandes- als
,vernunftbegriffen gibt1 da die
absolute ,totalitt der ,reihen der
,bedingungen in der ,sinnenwelt sich
lediglich auf einen transzendentalen
,gebrauch der ,vernunft fut1 welche
diese unbedingte ,vollstndigkeit von
demjenigen fordert1 was sie als ,ding
an sich selbst voraussetzt2 da die
,sinnenwelt aber dergleichen nicht
enthlt1 so kann die ,rede niemals mehr
von der absoluten ,gre der ,reihen in
derselben sein1 ob sie begrenzt1 oder an
sich unbegrenzt sein mgen1 sondern
nur1 wie weit wir im empirischen
,regressus1 bei ,zurckfhrung der
,erfahrung auf ihre ,bedingungen1
zurckgehen sollen1 um nach der ,regel
der ,vernunft bei keiner anderen1 als
dem ,gegenstande angemessenen
,beantwortung der ,fragen derselben
stehenzubleiben4 ,es ist also nur die
,gltigkeit des ,vernunftprinzips1 als
einer ,regel der ,fortsetzung und ,gre
einer mglichen ,erfahrung1 die uns
allein brig bleibt1 nachdem seine
,ungltigkeit1 als eines konstitutiven
,grundsatzes der ,erscheinungen an sich
selbst1 hinlnglich dargetan worden4
,auch wird1 wenn wir jene ungezweifelt
vor ,augen legen knnen1 der ,streit der
,vernunft mit sich selbst vllig
geendigt1 indem nicht allein durch
kritische ,auflsung der ,schein1 der sie
mit sich entzweite1 aufgehoben worden1
sondern an dessen ,statt der ,sinn1 in
welchem sie mit sich selbst
zusammenstimmt und dessen ,mideutung
allein den ,streit veranlate1
aufgeschlossen1 und ein sonst
dialektischer ,grundsatz in einen
doktrinalen verwandelt wird4 ,in der
,tat1 wenn dieser1 seiner subjektiven
,bedeutung nach1 den grtmglichen
,verstandesgebrauch in der ,erfahrung
den ,gegenstnden derselben angemessen
zu bestimmen1 bewhrt werden kann3 so ist
es gerade ebensoviel1 als ob er wie
ein ,axiom 7welches aus reiner
,vernunft unmglich ist7 die ,gegenstnde
an sich selbst a priori bestimmte2 denn
auch dieses knnte in ,ansehung der
,objekte der ,erfahrung keinen greren
,einflu auf die ,erweiterung und
,berichtigung unserer ,erkenntnis
haben1 als da es sich in dem
ausgebreitetsten ,erfahrungsgebrauche
unseres ,verstandes ttig bewiese4
,i4 ,auflsung der kosmologischen ,idee
von der ,totalitt der ,zusammensetzung
der ,erscheinungen von einem
,weltganzen ,sowohl hier1 als bei den
brigen kosmologischen ,fragen1 ist der
,grund des regulativen ,prinzips der
,vernunft der ,satz3 da im empirischen
,regressus keine ,erfahrung von einer
absoluten ,grenze1 mithin von keiner
,bedingung1 als einer solchen1 die
empirisch schlechthin unbedingt sei1
angetroffen werden knne4 ,der ,grund
davon aber ist3 da eine dergleichen
,erfahrung eine ,begrenzung der
,erscheinungen durch ,nichts1 oder das
,leere1 darauf der fortgefhrte
,regressus vermittelst einer
,wahrnehmung stoen knnte1 in sich
enthalten mte1 welches unmglich ist4
,dieser ,satz nun1 der ebensoviel sagt1
als3 da ich im empirischen ,regressus
jederzeit nur zu einer ,bedingung
gelange1 die selbst wiederum als
empirisch bedingt angesehen werden mu1
enthlt die ,regel in terminis3 da1 so
weit ich auch damit in der aufsteigenden
,reihe gekommen sein mge1 ich
jederzeit nach einem hheren ,gliede der
,reihe fragen msse1 es mag mir dieses
nun durch ,erfahrung bekannt werden1
oder nicht4 ,nun ist zur ,auflsung
der ersten kosmologischen ,aufgabe
nichts weiter ntig1 als noch
auszumachen3 ob in dem ,regressus zu der
unbedingten ,gre des ,weltganzen 7der
,zeit und dem ,raume nach7 dieses
niemals begrenzte ,aufsteigen ein
,rckgang ins ,unendliche heien knne1
oder nur ein unbestimmbar fortgesetzter
,regressus 7in indefinitum74 ,die
bloe allgemeine ,vorstellung der ,reihe
aller vergangenen ,weltzustnde1
imgleichen der ,dinge1 welche im
,weltraume zugleich sind1 ist selbst
nichts anderes1 als ein mglicher
empirischer ,regressus1 den ich mir1
obzwar noch unbestimmt1 denke1 und
wodurch der ,begriff einer solchen
,reihe von ,bedingungen zu der gegebenen
,wahrnehmung allein entstehen kann994
,nun habe ich das ,weltganze jederzeit
nur im ,begriffe1 keineswegs aber 7als
,ganzes7 in der ,anschauung4 ,also kann
ich nicht von seiner ,gre auf die ,gre
des ,regressus schlieen1 und diese
jener gem bestimmen1 sondern ich mu mir
allererst einen ,begriff von der
,weltgre durch die ,gre des empirischen
,regressus machen4 ,von diesem aber wei
ich niemals etwas mehr1 als da ich von
jedem gegebenen ,gliede der ,reihe von
,bedingungen immer noch zu einem hheren
7entfernteren7 ,gliede empirisch
fortgehen msse4 ,also ist dadurch die
,gre des ,ganzen der ,erscheinungen gar
nicht schlechthin bestimmt1 mithin kann
man auch nicht sagen1 da dieser
,regressus ins ,unendliche gehe1 weil
dieses die ,glieder1 dahin der
,regressus noch nicht gelangt ist1
antizipieren und ihre ,menge so gro
vorstellen wrde1 da keine empirische
,synthesis dazu gelangen kann1 folglich
die ,weltgre vor dem ,regressus 7wenn
gleich nur negativ7 bestimmen wrde1
welches unmglich ist4 ,denn diese ist
mir durch keine ,anschauung 7ihrer
,totalitt nach7 mithin auch ihre ,gre
vor dem ,regressus gar nicht gegeben4
,demnach knnen wir von der ,weltgre an
sich gar nichts sagen1 auch nicht
einmal1 da in ihr ein regressus in
infinitum stattfinde1 sondern mssen nur
nach der ,regel1 die den empirischen
,regressus in ihr bestimmt1 den ,begriff
von ihrer ,gre suchen4 ,diese ,regel
aber sagt nichts mehr1 als da1 so weit
wir auch in der ,reihe der empirischen
,bedingungen gekommen sein mgen1 wir
nirgend eine absolute ,grenze annehmen
sollen1 sondern jede ,erscheinung1 als
bedingt1 einer anderen1 als ihrer
,bedingung1 unterordnen1 zu dieser also
ferner fortschreiten mssen1 welches der
regressus in indefinitum ist1 der1
weil er keine ,gre im ,objekt bestimmt1
von dem in infinitum deutlich genug zu
unterscheiden ist4 99 ,diese
,weltreihe kann also auch weder grer1
noch kleiner sein1 als der mgliche
empirische ,regressus1 auf dem allein
ihr ,begriff beruht4 ,und da dieser
kein bestimmtes ,unendliche1 ebensowenig
aber auch ein bestimmtendliches
7schlechthin ,begrenztes7 geben kann3
so ist daraus klar1 da wir die ,weltgre
weder als endlich1 noch unendlich
annehmen knnen1 weil der ,regressus
7dadurch jene vorgestellt wird7
keines von beiden zult4 ,ich kann
demnach nicht sagen3 die ,welt ist der
vergangenen ,zeit1 oder dem ,raume nach
unendlich4 ,denn dergleichen ,begriff
von ,gre1 als einer gegebenen
,unendlichkeit1 ist empirisch1 mithin
auch in ,ansehung der ,welt1 als eines
,gegenstandes der ,sinne1
schlechterdings unmglich4 ,ich werde
auch nicht sagen3 der ,regressus von
einer gegebenen ,wahrnehmung an1 zu
allen dem1 was diese im ,raume sowohl1
als der vergangenen ,zeit1 in einer
,reihe begrenzt1 geht ins ,unendliche2
denn dieses setzt die unendliche
,weltgre voraus2 auch nicht3 sie ist
endlich2 denn die absolute ,grenze ist
gleichfalls empirisch unmglich4
,demnach werde ich nichts von dem ganzen
,gegenstande der ,erfahrung 7der
,sinnenwelt71 sondern nur von der
,regel1 nach welcher ,erfahrung ihrem
,gegenstande angemessen1 angestellt und
fortgesetzt werden soll1 sagen knnen4
,auf die kosmologische ,frage also1
wegen der ,weltgre1 ist die erste und
negative ,antwort3 die ,welt hat keinen
ersten ,anfang der ,zeit und keine
uerste ,grenze dem ,raume nach4 ,denn
im entgegengesetzten ,falle wrde sie
durch die leere ,zeit einer-1 und durch
den leeren ,raum andererseits begrenzt
sein4 ,da sie nun1 als ,erscheinung1
keines von beiden an sich selbst sein
kann1 denn ,erscheinung ist kein ,ding
an sich selbst1 so mte eine ,wahrnehmung
der ,begrenzung durch schlechthin
leere ,zeit1 oder leeren ,raum1 mglich
sein1 durch welche diese ,weltenden in
einer mglichen ,erfahrung gegeben wren4
,eine solche ,erfahrung aber1 als vllig
leer an ,inhalt1 ist unmglich4 ,also
ist eine absolute ,weltgrenze empirisch1
mithin auch schlechterdings
unmglich994 99 ,man wird bemerken3 da
der ,beweis hier auf ganz andere ,art
gefhrt worden1 als der dogmatische1
oben in der ,antithesis der ersten
,antinomie4 ,daselbst hatten wir die
,sinnenwelt1 nach der gemeinen und
dogmatischen ,vorstellungsart1 fr ein
,ding1 was an sich selbst1 vor allem
,regressus1 seiner ,totalitt nach
gegeben war1 gelten lassen1 und
hatten ihr1 wenn sie nicht alle ,zeit
und alle ,rume einnhme1 berhaupt
irgendeine bestimmte ,stelle in beiden
abgesprochen4 ,daher war die
,folgerung auch anders1 als hier1 nmlich
es wurde auf die wirkliche
,unendlichkeit derselben geschlossen4
,hieraus folgt denn zugleich die
bejahende ,antwort3 der ,regressus in
der ,reihe der ,welterscheinungen1 als
eine ,bestimmung der ,weltgre1 geht in
indefinitum1 welches ebenso viel sagt1
als3 die ,sinnenwelt hat keine absolute
,gre1 sondern der empirische ,regressus
7wodurch sie auf der ,seite ihrer
,bedingungen allein gegeben werden kann7
hat seine ,regel1 nmlich von einem
jeden ,gliede der ,reihe1 als einem
,bedingten1 jederzeit zu einem noch
entfernteren 7es sei durch eigene
,erfahrung1 oder den ,leitfaden der
,geschichte1 oder die ,kette der
,wirkungen und ihrer ,ursachen17
fortzuschreiten1 und sich der
,erweiterung des mglichen empirischen
,gebrauchs seines ,verstandes nirgend zu
berheben1 welches denn auch das
eigentliche und einzige ,geschft der
,vernunft bei ihren ,prinzipien ist4
,ein bestimmter empirischer ,regressus1
der in einer gewissen ,art von
,erscheinungen ohne ,aufhren fortginge1
wird hierdurch nicht vorgeschrieben1
z4,b4 da man von einem lebenden
,menschen immer in einer ,reihe von
,voreltern aufwrts steigen msse1 ohne
ein erstes ,paar zu erwarten1 oder in
der ,reihe der ,weltkrper1 ohne eine
uerste ,sonne zuzulassen2 sondern es
wird nur der ,fortschritt von
,erscheinungen zu ,erscheinungen
geboten1 sollten diese auch keine
wirkliche ,wahrnehmung 7wenn sie dem
,grade nach fr unser ,bewutsein zu
schwach ist1 um ,erfahrung zu werden7
abgeben1 weil sie dem ungeachtet doch
zur mglichen ,erfahrung gehren4
,aller ,anfang ist in der ,zeit1 und
alle ,grenze des ,ausgedehnten im
,raume4 ,raum und ,zeit aber sind nur in
der ,sinnenwelt4 ,mithin sind nur
,erscheinungen in der ,welt
bedingterweise1 die ,welt aber selbst
weder bedingt1 noch auf unbedingte ,art
begrenzt4 ,eben um deswillen1 und da
die ,welt niemals ganz1 und selbst die
,reihe der ,bedingungen zu einem
gegebenen ,bedingten nicht1 als
,weltreihe1 ganz gegeben werden kann1
ist der ,begriff von der ,weltgre nur
durch den ,regressus1 und nicht vor
demselben in einer kollektiven
,anschauung1 gegeben4 ,jener besteht
aber immer nur im ,bestimmen der ,gre1
und gibt also keinen bestimmten
,begriff1 als auch keinen ,begriff von
einer ,gre1 die in ,ansehung eines
gewissen ,maes unendlich wre1 geht also
nicht ins ,unendliche 7gleichsam
gegebene71 sondern in unbestimmte
,weite1 um eine ,gre 7der ,erfahrung7 zu
geben1 die allererst durch diesen
,regressus wirklich wird4 ,,ii4
,auflsung der kosmologischen ,idee von
der ,totalitt der ,teilung eines
gegebenen ,ganzen in der ,anschauung
,wenn ich ein ,ganzes1 das in der
,anschauung gegeben ist1 teile1 so gehe
ich von einem ,bedingten zu den
,bedingungen seiner ,mglichkeit4 ,die
,teilung der ,teile 7subdivisio oder
decompositio7 ist ein ,regressus in der
,reihe dieser ,bedingungen4 ,die
absolute ,totalitt dieser ,reihe wrde
nur alsdann gegeben sein1 wenn der
,regressus bis zu einfachen ,teilen
gelangen knnte4 ,sind aber alle ,teile
in einer kontinuierlich fortgehenden
,dekomposition immer wiederum teilbar1
so geht die ,teilung1 d4i4 der
,regressus1 von dem ,bedingten zu seinen
,bedingungen in infinitum2 weil die
,bedingungen 7die ,teile7 in dem
,bedingten selbst enthalten sind1 und1
da dieses in einer zwischen seinen
,grenzen eingeschlossenen ,anschauung
ganz gegeben ist1 insgesamt auch mit
gegeben sind4 ,der ,regressus darf also
nicht blo ein ,rckgang in indefinitum
genannt werden1 wie es die vorige
kosmologische ,idee allein erlaubte1 da
ich vom ,bedingten zu seinen
,bedingungen1 die1 auer demselben1
mithin nicht dadurch zugleich mit so
gegeben waren1 sondern die im
empirischen ,regressus allererst
hinzukamen1 fortgehen sollte4 ,diesem
ungeachtet ist es doch keineswegs
erlaubt1 von einem solchen ,ganzen1 das
ins ,unendliche teilbar ist1 zu sagen3
es bestehe aus unendlich viel ,teilen4
,denn obgleich alle ,teile in der
,anschauung des ,ganzen enthalten sind1
so ist doch darin nicht die ganze
,teilung enthalten1 welche nur in der
fortgehenden ,dekomposition1 oder dem
,regressus selbst besteht1 der die
,reihe allererst wirklich macht4 ,da
dieser ,regressus nun unendlich ist1 so
sind zwar alle ,glieder 7,teile71 zu
denen er gelangt1 in dem gegebenen
,ganzen als ,aggregate enthalten1 aber
nicht die ganze ,reihe der ,teilung1
welche sukzessivunendlich und niemals
ganz ist1 folglich keine unendliche
,menge1 und keine ,zusammennehmung
derselben in einem ,ganzen darstellen
kann4 ,diese allgemeine ,erinnerung
lt sich zuerst sehr leicht auf den
,raum anwenden4 ,ein jeder in seinen
,grenzen angeschauter ,raum ist ein
solches ,ganzes1 dessen ,teile bei aller
,dekomposition immer wiederum ,rume
sind1 und ist daher ins ,unendliche
teilbar4 ,hieraus folgt auch ganz
natrlich die weite ,anwendung1 auf eine
in ihren ,grenzen eingeschlossene uere
,erscheinung 7,krper74 ,die
,teilbarkeit desselben grndet sich auf
die ,teilbarkeit des ,raumes1 der die
,mglichkeit des ,krpers1 als eines
ausgedehnten ,ganzen1 ausmacht4 ,dieser
ist also ins ,unendliche teilbar1 ohne
doch darum aus unendlich viel ,teilen
zu bestehen4 ,es scheint zwar3 da1 da
ein ,krper als ,substanz im ,raume
vorgestellt werden mu1 er1 was das
,gesetz der ,teilbarkeit des ,raumes
betrifft1 hierin von diesem
unterschieden sein werde3 denn man kann
es allenfalls wohl zugeben3 da die
,dekomposition im letzteren niemals
alle ,zusammensetzung wegschaffen knne1
indem alsdann sogar aller ,raum1 der
sonst nichts ,selbststndiges hat1
aufhren wrde 7welches unmglich ist72
allein da1 wenn alle ,zusammensetzung
der ,materie in ,gedanken aufgehoben
wrde1 gar nichts brigbleiben solle1
scheint sich nicht mit dem ,begriffe
einer ,substanz vereinigen zu lassen1
die eigentlich das ,subjekt aller
,zusammensetzung sein sollte1 und in
ihren ,elementen brigbleiben mte1
wenngleich die ,verknpfung derselben im
,raume1 dadurch sie einen ,krper
ausmachen1 aufgehoben wre4 ,allein mit
dem1 was in der ,erscheinung ,substanz
heit1 ist es nicht so bewandt1 als man
es wohl von einem ,dinge an sich selbst
durch reinen ,verstandesbegriff denken
wrde4 ,jenes ist nicht absolutes
,subjekt1 sondern beharrliches ,bild
der ,sinnlichkeit und nichts als
,anschauung1 in der berall nichts
,unbedingtes angetroffen wird4 ,ob
nun aber gleich diese ,regel des
,fortschritts ins ,unendliche bei der
,subdivision einer ,erscheinung1 als
einer bloen ,erfllung des ,raumes1 ohne
allen ,zweifel stattfindet3 so kann sie
doch nicht gelten1 wenn wir sie auch
auf die ,menge der auf gewisse ,weise in
dem gegebenen ,ganzen schon
abgesonderten ,teile1 dadurch diese ein
quantum discretum ausmachen1 erstrecken
wollen4 ,annehmen1 da in jedem
gegliederten 7organisierten7 ,ganzen
ein jeder ,teil wiederum gegliedert sei1
und da man auf solche ,art1 bei
,zerlegung der ,teile ins ,unendliche1
immer neue ,kunstteile antreffe1 mit
einem ,worte1 da das ,ganze ins
,unendliche gegliedert sei1 will sich
gar nicht denken lassen1 obzwar wohl1
da die ,teile der ,materie1 bei ihrer
,dekomposition ins ,unendliche1
gegliedert werden knnten4 ,denn die
,unendlichkeit der ,teilung einer
gegebenen ,erscheinung im ,raume grndet
sich allein darauf1 da durch diese blo
die ,teilbarkeit1 d4i4 eine an sich
schlechthin unbestimmte ,menge von
,teilen gegeben ist1 die ,teile selbst
aber nur durch die ,subdivision gegeben
und bestimmt werden1 kurz1 da das
,ganze nicht an sich selbst schon
eingeteilt ist4 ,daher die ,teilung eine
,menge in demselben bestimmen kann1
die so weit geht1 als man im ,regressus
der ,teilung fortschreiten will4
,dagegen wird bei einem ins ,unendliche
gegliederten organischen ,krper das
,ganze eben durch diesen ,begriff schon
als eingeteilt vorgestellt1 und eine an
sich selbst bestimmte1 aber unendliche
,menge der ,teile1 vor allem ,regressus
der ,teilung1 in ihm angetroffen1
wodurch man sich selbst widerspricht2
indem diese unendliche ,entwicklung als
eine niemals zu vollendende ,reihe
7unendlich71 und gleichwohl doch in
einer ,zusammennehmung als vollendet1
angesehen wird4 ,die unendliche ,teilung
bezeichnet nur die ,erscheinung als
quantum continuum und ist von der
,erfllung des ,raumes unzertrennlich2
weil eben in derselben der ,grund der
unendlichen ,teilbarkeit liegt4 ,sobald
aber etwas als quantum discretum
angenommen wird3 so ist die ,menge der
,einheiten darin bestimmt2 daher auch
jederzeit einer ,zahl gleich4 ,wie weit
also die ,organisierung in einem
gegliederten ,krper gehen mge1 kann nur
die ,erfahrung ausmachen1 und wenn sie
gleich mit ,gewiheit zu keinem
unorganischen ,teile gelangte1 so mssen
solche doch wenigstens in der mglichen
,erfahrung liegen4 ,aber wie weit sich
die transzendentale ,teilung einer
,erscheinung berhaupt erstrecke1 ist
gar keine ,sache der ,erfahrung1 sondern
ein ,prinzipium der ,vernunft1 den
empirischen ,regressus1 in der
,dekomposition des ,ausgedehnten1 der
,natur dieser ,erscheinung gem1 niemals
fr schlechthin vollendet zu halten4
,schluanmerkung zur ,auflsung der
mathematisch-transzendentalen1 und
,vorerinnerung zur ,auflsung der
dynamisch-transzendentalen ,ideen
,als wir die ,antinomie der reinen
,vernunft durch alle transzendentalen
,ideen in einer ,tafel vorstellten1 da
wir den ,grund dieses ,widerstreits und
das einzige ,mittel1 ihn zu heben1
anzeigten1 welches darin bestand1 da
beide entgegengesetzte ,behauptungen fr
falsch erklrt wurden3 so haben wir
allenthalben die ,bedingungen1 als zu
ihrem ,bedingten nach ,verhltnissen des
,raumes und der ,zeit gehrig1
vorgestellt1 welches die gewhnliche
,voraussetzung des gemeinen
,menschenverstandes ist1 worauf denn
auch jener ,widerstreit gnzlich
beruhte4 ,in dieser ,rcksicht waren auch
alle dialektischen ,vorstellungen der
,totalitt1 in der ,reihe der
,bedingungen zu einem gegebenen
,bedingten1 durch und durch von gleicher
,art4 ,es war immer eine ,reihe1 in
welcher die ,bedingung mit dem
,bedingten1 als ,glieder derselben1
verknpft und dadurch gleichartig waren1
da denn der ,regressus niemals
vollendet gedacht1 oder1 wenn dieses
geschehen sollte1 ein an sich bedingtes
,glied flschlich als ein erstes1 mithin
als unbedingt angenommen werden mte4
,es wrde also zwar nicht allerwrts das
,objekt1 d4i4 das ,bedingte1 aber doch
die ,reihe der ,bedingungen zu
demselben1 blo ihrer ,gre nach erwogen1
und da bestand die ,schwierigkeit1 die
durch keinen ,vergleich1 sondern durch
gnzliche ,abschneidung des ,knotens
allein gehoben werden konnte1 darin1 da
die ,vernunft es dem ,verstande
entweder zu lang oder zu kurz machte1
so1 da dieser ihrer ,idee niemals gleich
kommen konnte4 ,wir haben aber
hierbei einen wesentlichen ,unterschied
bersehen1 der unter den ,objekten d4i4
den ,verstandesbegriffen herrscht1
welche die ,vernunft zu ,ideen zu
erheben trachtet1 da nmlich1 nach
unserer obigen ,tafel der ,kategorien1
zwei derselben mathematische1 die zwei
brigen aber eine dynamische ,synthesis
der ,erscheinungen bedeuten4 ,bis
hierher konnte dieses auch gar wohl
geschehen1 indem1 so wie wir in der
allgemeinen ,vorstellung aller
transzendentalen ,ideen immer nur unter
,bedingungen in der ,erscheinung
blieben1 eben so auch in den zwei
mathematischtranszendentalen keinen
anderen ,gegenstand1 als den in der
,erscheinung hatten4 ,jetzt aber1 da wir
zu dynamischen ,begriffen des
,verstandes1 sofern sie der
,vernunftidee anpassen sollen1
fortgehen1 wird jene ,unterscheidung
wichtig1 und erffnet uns eine ganz neue
,aussicht in ,ansehung des
,streithandels1 darin die ,vernunft
verflochten ist1 und welcher1 da er
vorher1 als auf beiderseitige falsche
,voraussetzungen gebaut1 abgewiesen
worden1 jetzt1 da vielleicht in der
dynamischen ,antinomie eine solche
,voraussetzung stattfindet1 die mit der
,prtension der ,vernunft zusammen
bestehen kann1 aus diesem
,gesichtspunkte1 und1 da der ,richter
den ,mangel der ,rechtsgrnde1 die man
beiderseits verkannt hatte1 ergnzt1 zu
beider ,teile ,genugtuung verglichen
werden kann1 welches sich bei dem
,streite in der mathematischen
,antinomie nicht tun lie4 ,die
,reihen der ,bedingungen sind freilich
insofern alle gleichartig1 als man
lediglich auf die ,erstreckung derselben
sieht3 ob sie der ,idee angemessen
sind1 oder ob diese fr jene zu gro1 oder
zu klein seien4 ,allein der
,verstandesbegriff1 der diesen ,ideen
zum ,grunde liegt1 enthlt entweder
lediglich eine ,synthesis des
,gleichartigen1 7welches bei jeder
,gre1 in der ,zusammensetzung sowohl als
,teilung derselben1 vorausgesetzt
wird17 oder auch des ,ungleichartigen1
welches in der dynamischen ,synthesis1
der ,kausalverbindung sowohl1 als der
des ,notwendigen mit dem ,zuflligen1
wenigstens zugelassen werden kann4
,daher kommt es1 da in der
mathematischen ,verknpfung der ,reihen
der ,erscheinungen keine andere als
sinnliche ,bedingung hineinkommen kann1
d4i4 eine solche1 die selbst ein ,teil
der ,reihe ist2 da hingegen die
dynamische ,reihe sinnlicher
,bedingungen doch noch eine
ungleichartige ,bedingung zult1 die
nicht ein ,teil der ,reihe1 sondern1 als
blo intelligibel1 auer der ,reihe
liegt1 wodurch denn der ,vernunft ein
,genge getan und das ,unbedingte den
,erscheinungen vorgesetzt wird1 ohne
die ,reihe der letzteren1 als jederzeit
bedingt1 dadurch zu verwirren und1 den
,verstandesgrundstzen zuwider1
abzubrechen4 ,dadurch nun1 da die
dynamischen ,ideen eine ,bedingung der
,erscheinungen auer der ,reihe
derselben1 d4i4 eine solche1 die selbst
nicht ,erscheinung ist1 zulassen1
geschieht etwas1 was von dem ,erfolg
der ,antinomie gnzlich unterschieden
ist4 ,diese nmlich verursachte1 da
beide dialektischen ,gegenbehauptungen
fr falsch erklrt werden muten4 ,dagegen
das ,durchgngigbedingte der dynamischen
,reihen1 welches von ihnen als
,erscheinungen unzertrennlich ist1 mit
der zwar empirischunbedingten1 aber
auch nichtsinnlichen ,bedingung
verknpft1 dem ,verstande einerseits und
der ,vernunft andererseits99 ,genge
leisten1 und1 indem die dialektischen
,argumente1 welche unbedingte ,totalitt
in bloen ,erscheinungen auf eine oder
andere ,art suchten1 wegfallen1 dagegen
die ,vernunftstze1 in der auf solche
,weise berichtigten ,bedeutung1 alle
beide wahr sein knnen2 welches bei den
kosmologischen ,ideen1 die blo
mathematischunbedingte ,einheit
betreffen1 niemals stattfinden kann1
weil bei ihnen keine ,bedingung der
,reihe der ,erscheinungen angetroffen
wird1 als die auch selbst ,erscheinung
ist und als solche mit ein ,glied der
,reihe ausmacht4 99 ,denn der
,verstand erlaubt unter ,erscheinungen
keine ,bedingung1 die selbst
empirisch unbedingt wre4 ,liee sich aber
eine intelligible ,bedingung1 die
also nicht in die ,reihe der
,erscheinungen1 als ein ,glied1 mit
gehrte1 zu einem ,bedingten 7in der
,erscheinung7 gedenken1 ohne doch
dadurch die ,reihe empirischer
,bedingungen im mindesten zu
unterbrechen3 so knnte eine solche als
empirisch unbedingt zugelassen
werden1 so da dadurch dem empirischen
kontinuierlichen ,regressus nirgend
,abbruch geschhe4 ,,iii4
,auflsung der kosmologischen ,ideen von
der ,totalitt der ,ableitung der
,weltbegebenheiten aus ihren ,ursachen
,man kann sich nur zweierlei ,kausalitt
in ,ansehung dessen1 was geschieht1
denken1 entweder nach der ,natur1 oder
aus ,freiheit4 ,die erste ist die
,verknpfung eines ,zustandes mit einem
vorigen in der ,sinnenwelt1 worauf
jener nach einer ,regel folgt4 ,da nun
die ,kausalitt der ,erscheinungen auf
,zeitbedingungen beruht1 und der vorige
,zustand1 wenn er jederzeit gewesen
wre1 auch keine ,wirkung1 die allererst
in der ,zeit entspringt1 hervorgebracht
htte3 so ist die ,kausalitt der
,ursache dessen1 was geschieht1 oder
entsteht1 auch entstanden1 und bedarf
nach dem ,verstandesgrundsatze selbst
wiederum eine ,ursache4 ,dagegen
verstehe ich unter ,freiheit1 im
kosmologischen ,verstande1 das
,vermgen1 einen ,zustand von selbst
anzufangen1 deren ,kausalitt also nicht
nach dem ,naturgesetze wiederum unter
einer anderen ,ursache steht1 welche
sie der ,zeit nach bestimmte4 ,die
,freiheit ist in dieser ,bedeutung eine
reine transzendentale ,idee1 die
erstlich nichts von der ,erfahrung
,entlehntes enthlt1 zweitens deren
,gegenstand auch in keiner ,erfahrung
bestimmt gegeben werden kann1 weil es
ein allgemeines ,gesetz1 selbst der
,mglichkeit aller ,erfahrung1 ist1 da
alles1 was geschieht1 eine ,ursache1
mithin auch die ,kausalitt der ,ursache1
die selbst geschehen1 oder entstanden1
wiederum eine ,ursache haben msse2
wodurch denn das ganze ,feld der
,erfahrung1 so weit es sich erstrecken
mag1 in einen ,inbegriff bloer ,natur
verwandelt wird4 ,da aber auf solche
,weise keine absolute ,totalitt der
,bedingungen im ,kausalverhltnisse
herauszubekommen ist1 so schafft sich
die ,vernunft die ,idee von einer
,spontaneitt1 die von selbst anheben
knne zu handeln1 ohne da eine andere
,ursache vorangeschickt werden drfe1
sie wiederum nach dem ,gesetze der
,kausalverknpfung zur ,handlung zu
bestimmen4 ,es ist beraus merkwrdig1
da auf diese transzendentale ,idee der
,freiheit sich der praktische ,begriff
derselben grnde1 und jene in dieser das
eigentliche ,moment der
,schwierigkeiten ausmache1 welche die
,frage ber ihre ,mglichkeit von jeher
umgeben haben4 ,die ,freiheit im
praktischen ,verstande ist die
,unabhngigkeit der ,willkr von der
,ntigung durch ,antriebe der
,sinnlichkeit4 ,denn eine ,willkr ist
sinnlich1 sofern sie pathologisch 7durch
,bewegursachen der ,sinnlichkeit7
affiziert ist2 sie heit tierisch
7arbitrium brutum71 wenn sie
pathologisch necessitiert werden kann4
,die menschliche ,willkr ist zwar ein
arbitrium sensitivum1 aber nicht brutum1
sondern liberum1 weil ,sinnlichkeit
ihre ,handlung nicht notwendig macht1
sondern dem ,menschen ein ,vermgen
beiwohnt1 sich1 unabhngig von der
,ntigung durch sinnliche ,antriebe1 von
selbst zu bestimmen4 ,man sieht
leicht1 da1 wenn alle ,kausalitt in der
,sinnenwelt blo ,natur wre1 so wrde
jede ,begebenheit durch eine andere in
der ,zeit nach notwendigen ,gesetzen
bestimmt sein1 und mithin1 da die
,erscheinungen1 sofern sie die ,willkr
bestimmen1 jede ,handlung als ihren
natrlichen ,erfolg notwendig machen
mten1 so wrde die ,aufhebung der
transzendentalen ,freiheit zugleich alle
praktische ,freiheit vertilgen4 ,denn
diese setzt voraus1 da1 obgleich etwas
nicht geschehen ist1 es doch habe
geschehen sollen1 und seine ,ursache in
der ,erscheinung also nicht so
bestimmend war1 da nicht in unserer
,willkr eine ,kausalitt liege1
unabhngig von jenen ,naturursachen und
selbst wider ihre ,gewalt und ,einflu
etwas hervorzubringen1 was in der
,zeitordnung nach empirischen ,gesetzen
bestimmt ist1 mithin eine ,reihe von
,begebenheiten ganz von selbst
anzufangen4 ,es geschieht also hier1
was berhaupt indem ,widerstreit einer
sich ber die ,grenzen mglicher
,erfahrung hinauswagenden ,vernunft
angetroffen wird1 da die ,aufgabe
eigentlich nicht physiologisch1 sondern
transzendental ist4 ,daher die ,frage
von der ,mglichkeit der ,freiheit die
,psychologie zwar anficht1 aber1 da sie
auf dialektischen ,argumenten der blo
reinen ,vernunft beruht1 samt ihrer
,auflsung lediglich die
,transzendentalphilosophie beschftigen
mu4 ,um nun diese1 welche eine
befriedigende ,antwort hierber nicht
ablehnen kann1 dazu in ,stand zu
setzen1 mu ich zuvrderst ihr ,verfahren
bei dieser ,aufgabe durch eine
,bemerkung nher zu bestimmen suchen4
,wenn ,erscheinungen ,dinge an sich
selbst wren1 mithin ,raum und ,zeit
,formen des ,daseins der ,dinge an sich
selbst3 so wrden die ,bedingungen mit
dem ,bedingten jederzeit als ,glieder zu
einer und derselben ,reihe gehren1 und
daraus auch in gegenwrtigem ,falle die
,antinomie entspringen1 die allen
transzendentalen ,ideen gemein ist1 da
diese ,reihe unvermeidlich fr den
,verstand zu gro1 oder zu klein
ausfallen mte4 ,die dynamischen
,vernunftbegriffe aber1 mit denen wir
uns in dieser und der folgenden ,nummer
beschftigen1 haben dieses besondere3
da1 da sie es nicht mit einem
,gegenstande1 als ,gre betrachtet1
sondern nur mit seinem ,dasein zu tun
haben1 man auch von der ,gre der ,reihe
der ,bedingungen abstrahieren kann1 und
es bei ihnen blo auf das dynamische
,verhltnis der ,bedingung zum ,bedingten
ankommt1 so1 da wir in der ,frage ber
,natur und ,freiheit schon die
,schwierigkeit antreffen1 ob ,freiheit
berall nur mglich sei1 und ob1 wenn sie
es ist1 sie mit der ,allgemeinheit des
,naturgesetzes der ,kausalitt zusammen
bestehen knne2 mithin ob es ein
richtigdisjunktiver ,satz sei1 da eine
jede ,wirkung in der ,welt entweder aus
,natur1 oder aus ,freiheit entspringen
msse1 oder ob nicht vielmehr beides in
verschiedener ,beziehung bei einer und
derselben ,begebenheit zugleich
stattfinden knne4 ,die ,richtigkeit
jenes ,grundsatzes1 von dem
durchgngigen ,zusammenhange aller
,begebenheiten der ,sinnenwelt1 nach
unwandelbaren ,naturgesetzen1 steht
schon als ein ,grundsatz der
transzendentalen ,analytik fest und
leidet keinen ,abbruch4 ,es ist also
nur die ,frage3 ob demungeachtet in
,ansehung eben derselben ,wirkung1 die
nach der ,natur bestimmt ist1 auch
,freiheit stattfinden knne1 oder diese
durch jene unverletzliche ,regel vllig
ausgeschlossen sei4 ,und hier zeigt die
zwar gemeine1 aber betrgliche
,voraussetzung der absoluten ,realitt
der ,erscheinungen1 sogleich ihren
nachteiligen ,einflu1 die ,vernunft zu
verwirren4 ,denn1 sind ,erscheinungen
,dinge an sich selbst1 so ist ,freiheit
nicht zu retten4 ,alsdann ist ,natur
die vollstndige und an sich hinreichend
bestimmende ,ursache jeder
,begebenheit1 und die ,bedingung
derselben ist jederzeit nur in der
,reihe der ,erscheinungen enthalten1
die1 samt ihrer ,wirkung1 unter jedem
,naturgesetze notwendig sind4 ,wenn
dagegen ,erscheinungen fr nichts mehr
gelten1 als sie in der ,tat sind1 nmlich
nicht fr ,dinge an sich1 sondern bloe
,vorstellungen1 die nach empirischen
,gesetzen zusammenhngen1 so mssen sie
selbst noch ,grnde haben1 die nicht
,erscheinungen sind4 ,eine solche
intelligible ,ursache aber wird in
,ansehung ihrer ,kausalitt nicht durch
,erscheinungen bestimmt1 obzwar ihre
,wirkungen erscheinen1 und so durch
andere ,erscheinungen bestimmt werden
knnen4 ,sie ist also samt ihrer
,kausalitt auer der ,reihe2 dagegen
ihre ,wirkungen in der ,reihe der
empirischen ,bedingungen angetroffen
werden4 ,die ,wirkung kann also in
,ansehung ihrer intelligiblen ,ursache
als frei1 und doch zugleich in ,ansehung
der ,erscheinungen als ,erfolg aus
denselben nach der ,notwendigkeit der
,natur1 angesehen werden2 eine
,unterscheidung1 die1 wenn sie im
,allgemeinen und ganz abstrakt
vorgetragen wird1 uerst subtil und
dunkel erscheinen mu1 die sich aber in
der ,anwendung aufklren wird4 ,hier
habe ich nur die ,anmerkung machen
wollen3 da1 da der durchgngige
,zusammenhang aller ,erscheinungen1 in
einem ,kontext der ,natur1 ein
unnachlaliches ,gesetz ist1 dieses alle
,freiheit notwendig umstrzen mte1 wenn
man der ,realitt der ,erscheinungen
hartnckig anhngen wollte4 ,daher auch
diejenigen1 welche hierin der gemeinen
,meinung folgen1 niemals dahin haben
gelangen knnen1 ,natur und ,freiheit
miteinander zu vereinigen4
,mglichkeit der ,kausalitt durch
,freiheit1 in ,vereinigung mit dem
allgemeinen ,gesetze der
,naturnotwendigkeit ,ich nenne
dasjenige an einem ,gegenstande der
,sinne1 was selbst nicht ,erscheinung
ist1 intelligibel4 ,wenn demnach
dasjenige1 was in der ,sinnenwelt als
,erscheinung angesehen werden mu1 an
sich selbst auch ein ,vermgen hat1
welches kein ,gegenstand der sinnlichen
,anschauung ist1 wodurch es aber doch
die ,ursache von ,erscheinungen sein
kann3 so kann man die ,kausalitt dieses
,wesens auf zwei ,seiten betrachten1
als intelligibel nach ihrer ,handlung1
als eines ,dinges an sich selbst1 und
als sensibel1 nach den ,wirkungen
derselben1 als einer ,erscheinung in
der ,sinnenwelt4 ,wir wrden uns demnach
von dem ,vermgen eines solchen
,subjekts einen empirischen1 imgleichen
auch einen intellektuellen ,begriff
seiner ,kausalitt machen1 welche bei
einer und derselben ,wirkung zusammen
stattfinden4 ,eine solche doppelte
,seite1 das ,vermgen eines
,gegenstandes der ,sinne sich zu denken1
widerspricht keinem von den
,begriffen1 die wir uns von
,erscheinungen und von einer mglichen
,erfahrung zu machen haben4 ,denn1 da
diesen1 weil sie an sich keine ,dinge
sind1 ein transzendentaler ,gegenstand
zum ,grunde liegen mu1 der sie als bloe
,vorstellungen bestimmt1 so hindert
nichts1 da wir diesem transzendentalen
,gegenstande1 auer der ,eigenschaft1
dadurch er erscheint1 nicht auch eine
,kausalitt beilegen sollten1 die nicht
,erscheinung ist1 obgleich ihre ,wirkung
dennoch in der ,erscheinung
angetroffen wird4 ,es mu aber eine jede
wirkende ,ursache einen ,charakter
haben1 d4i4 ein ,gesetz ihrer
,kausalitt1 ohne welches sie gar nicht
,ursache sein wrde4 ,und da wrden wir an
einem ,subjekte der ,sinnenwelt
erstlich einen empirischen ,charakter
haben1 wodurch seine ,handlungen1 als
,erscheinungen1 durch und durch mit
anderen ,erscheinungen nach bestndigen
,naturgesetzen im ,zusammenhange stnden1
und von ihnen1 als ihren ,bedingungen1
abgeleitet werden knnten1 und also1
mit diesen in ,verbindung1 ,glieder
einer einzigen ,reihe der ,naturordnung
ausmachten4 ,zweitens wrde man ihm noch
einen intelligiblen ,charakter
einrumen mssen1 dadurch es zwar die
,ursache jener ,handlungen als
,erscheinungen ist1 der aber selbst
unter keinen ,bedingungen der
,sinnlichkeit steht1 und selbst nicht
,erscheinung ist4 ,man knnte auch den
ersteren den ,charakter eines solchen
,dinges in der ,erscheinung1 den
zweiten den ,charakter des ,dinges an
sich selbst nennen4 ,dieses
handelnde ,subjekt wrde nun1 nach seinem
intelligiblen ,charakter1 unter keinen
,zeitbedingungen stehen1 denn die ,zeit
ist nur die ,bedingung der
,erscheinungen1 nicht aber der ,dinge an
sich selbst4 ,in ihm wrde keine
,handlung entstehen1 oder vergehen1
mithin wrde es auch nicht dem ,gesetze
aller ,zeitbestimmung1 alles
,vernderlichen1 unterworfen sein3 da
alles1 was geschieht1 in den
,erscheinungen 7des vorigen ,zustandes7
seine ,ursache antreffe4 ,mit einem
,worte1 die ,kausalitt desselben1
sofern sie intellektuell ist1 stnde gar
nicht in der ,reihe empirischer
,bedingungen1 welche die ,begebenheit in
der ,sinnenwelt notwendig machen4
,dieser intelligible ,charakter knnte
zwar niemals unmittelbar gekannt werden1
weil wir nichts wahrnehmen knnen1 als
sofern es erscheint1 aber er wrde doch
den empirischen ,charakter gem gedacht
werden mssen1 so wie wir berhaupt einen
transzendentalen ,gegenstand den
,erscheinungen in ,gedanken zum ,grunde
legen mssen1 ob wir zwar von ihm1 was er
an sich selbst sei1 nichts wissen4
,nach seinem empirischen ,charakter wrde
also dieses ,subjekt1 als
,erscheinung1 allen ,gesetzen der
,bestimmung nach1 der ,kausalverbindung
unterworfen sein1 und es wre sofern
nichts1 als ein ,teil der ,sinnenwelt1
dessen ,wirkungen1 so wie jede andere
,erscheinung1 aus der ,natur
unausbleiblich abflossen4 ,so wie uere
,erscheinungen in dasselbe einflssen1
wie sein empirischer ,charakter1 d4i4
das ,gesetz seiner ,kausalitt1 durch
,erfahrung erkannt wre1 mten sich alle
seine ,handlungen nach ,naturgesetzen
erklren lassen1 und alle ,requisite zu
einer vollkommenen und notwendigen
,bestimmung derselben mten in einer
mglichen ,erfahrung angetroffen werden4
,nach dem intelligiblen ,charakter
desselben aber 7ob wir zwar davon
nichts als blo den allgemeinen ,begriff
desselben haben knnen7 wrde dasselbe
,subjekt dennoch von allem ,einflusse
der ,sinnlichkeit und ,bestimmung durch
,erscheinungen freigesprochen werden
mssen1 und1 da in ihm1 sofern es
,noumenon ist1 nichts geschieht1 keine
,vernderung1 welche dynamische
,zeitbestimmung erheischt1 mithin keine
,verknpfung mit ,erscheinungen als
,ursachen angetroffen wird1 so wrde
dieses ttige ,wesen1 so fern in seinen
,handlungen von aller
,naturnotwendigkeit1 als die lediglich
in der ,sinnenwelt angetroffen wird1
unabhngig und frei sein4 ,man wrde von
ihm ganz richtig sagen1 da es seine
,wirkungen in der ,sinnenwelt von selbst
anfange1 ohne da die ,handlung in ihm
selbst anfngt2 und dieses wrde gltig
sein1 ohne da die ,wirkungen in der
,sinnenwelt darum von selbst anfangen
drfen1 weil sie in derselben jederzeit
durch empirische ,bedingungen in der
vorigen ,zeit1 aber doch nur vermittelst
des empirischen ,charakters 7der blo
die ,erscheinung des intelligiblen ist71
vorher bestimmt sein und nur als eine
,fortsetzung der ,reihe der
,naturursachen mglich sind4 ,so wrde
denn ,freiheit und ,natur1 jedes in
seiner vollstndigen ,bedeutung1 bei
eben denselben ,handlungen1 nachdem man
sie mit ihrer intelligiblen oder
sensiblen ,ursache vergleicht1 zugleich
und ohne allen ,widerstreit angetroffen
werden4 ,erluterung der
kosmologischen ,idee einer ,freiheit in
,verbindung mit der allgemeinen
,naturnotwendigkeit ,ich habe gut
gefunden1 zuerst den ,schattenri der
,auflsung unseres transzendentalen
,problems zu entwerfen1 damit man den
,gang der ,vernunft in ,auflsung
desselben dadurch besser bersehen mge4
,jetzt wollen wir die ,momente ihrer
,entscheidung1 auf die es eigentlich
ankommt1 auseinander setzen1 und jedes
besonders in ,erwgung ziehen4 ,das
,naturgesetz1 da alles1 was geschieht1
eine ,ursache habe1 da die ,kausalitt
dieser ,ursache1 d4i4 die ,handlung1 da
sie in der ,zeit vorhergeht und in
,betracht einer ,wirkung1 die da
entstanden1 selbst nicht immer gewesen
sein kann1 sondern geschehen sein mu1
auch ihre ,ursache unter den
,erscheinungen habe1 dadurch sie
bestimmt wird1 und da folglich alle
,begebenheiten in einer ,naturordnung
empirisch bestimmt sind2 dieses
,gesetz1 durch welches ,erscheinungen
allererst eine ,natur ausmachen und
,gegenstnde einer ,erfahrung abgeben
knnen1 ist ein ,verstandesgesetz1 von
welchem es unter keinem ,vorwande
erlaubt ist abzugehen1 oder irgend eine
,erscheinung davon auszunehmen2 weil
man sie sonst auerhalb aller mglichen
,erfahrung setzen1 dadurch aber von
allen ,gegenstnden mglicher ,erfahrung
unterscheiden und sie zum bloen
,gedankendinge und einem ,hirngespinst
machen wrde4 ,ob es aber gleich
hierbei lediglich nach einer ,kette von
,ursachen aussieht1 die im ,regressus
zu ihren ,bedingungen gar keine absolute
,totalitt verstattet1 so hlt uns diese
,bedenklichkeit doch gar nicht auf2
denn sie ist schon in der allgemeinen
,beurteilung der ,antinomie der
,vernunft1 wenn sie in der ,reihe der
,erscheinungen aufs ,unbedingte
ausgeht1 gehoben worden4 ,wenn wir der
,tuschung des transzendentalen
,realismus nachgeben wollen3 so bleibt
weder ,natur1 noch ,freiheit brig4
,hier ist nur die ,frage3 ob1 wenn man
in der ganzen ,reihe aller
,begebenheiten lauter
,naturnotwendigkeit anerkennt1 es doch
mglich sei1 eben dieselbe1 die
einerseits bloe ,naturwirkung ist1 doch
andererseits als ,wirkung aus ,freiheit
anzusehen1 oder ob zwischen diesen zwei
,arten von ,kausalitt ein gerader
,widerspruch angetroffen werde4
,unter den ,ursachen in der ,erscheinung
kann sicherlich nichts sein1 welches
eine ,reihe schlechthin und von selbst
anfangen knnte4 ,jede ,handlung1 als
,erscheinung1 sofern sie eine
,begebenheit hervorbringt1 ist selbst
,begebenheit1 oder ,ereignis1 welche
einen anderen ,zustand voraussetzt1
darin die ,ursache angetroffen werde1
und so ist alles1 was geschieht1 nur
eine ,fortsetzung der ,reihe1 und kein
,anfang1 der sich von selbst zutrge1 in
derselben mglich4 ,also sind alle
,handlungen der ,naturursachen in der
,zeitfolge selbst wiederum ,wirkungen1
die ihre ,ursachen ebensowohl in der
,zeitreihe voraussetzen4 ,eine
ursprngliche ,handlung1 wodurch etwas
geschieht1 was vorher nicht war1 ist
von der ,kausalverknpfung der
,erscheinungen nicht zu erwarten4
,ist es denn aber auch notwendig1 da1
wenn die ,wirkungen ,erscheinungen
sind1 die ,kausalitt ihrer ,ursache1 die
7nmlich ,ursache7 selbst auch
,erscheinung ist1 lediglich empirisch
sein msse8 und ist es nicht vielmehr
mglich1 da1 obgleich zu jeder ,wirkung
in der ,erscheinung eine ,verknpfung
mit ihrer ,ursache1 nach ,gesetzen der
empirischen ,kausalitt1 allerdings
erfordert wird1 dennoch diese empirische
,kausalitt selbst1 ohne ihren
,zusammenhang mit den ,naturursachen im
mindestens zu unterbrechen1 doch einer
,wirkung einer nichtempirischen1
sondern intelligiblen ,kausalitt sein
knne8 d4i4 einer1 in ,ansehung der
,erscheinungen1 ursprnglichen ,handlung
einer ,ursache1 die also insofern nicht
,erscheinung1 sondern diesem ,vermgen
nach intelligibel ist1 ob sie gleich
brigens gnzlich1 als ein ,glied der
,naturkette1 mit zu der ,sinnenwelt
gezhlt werden mu4 ,wir bedrfen des
,satzes der ,kausalitt der
,erscheinungen untereinander1 um von
,naturbegebenheiten ,naturbedingungen1
d4i4 ,ursachen in der ,erscheinung1 zu
suchen und angeben zu knnen4 ,wenn
dieses eingerumt und durch keine
,ausnahme geschwcht wird1 so hat der
,verstand1 der bei seinem empirischen
,gebrauche in allen ,ereignissen nichts
als ,natur sieht1 und dazu auch
berechtigt ist1 alles1 was er fordern
kann1 und die physischen ,erklrungen
gehen ihren ungehinderten ,gang fort4
,nun tut ihm das nicht den mindesten
,abbruch1 gesetzt da es brigens auch
blo erdichtet sein sollte1 wenn man
annimmt1 da unter den ,naturursachen es
auch welche gebe1 die ein ,vermgen
haben1 welches nur intelligibel ist1
indem die ,bestimmung desselben zur
,handlung niemals auf empirischen
,bedingungen1 sondern auf bloen ,grnden
des ,verstandes beruht1 so doch1 da die
,handlung in der ,erscheinung von
dieser ,ursache allen ,gesetzen der
empirischen ,kausalitt gem sei4 ,denn
auf diese ,art wrde das handelnde
,subjekt1 als causa phaenomenon1 mit
der ,natur in unzertrennter ,abhngigkeit
aller ihrer ,handlungen verkettet
sein1 und nur das phaenomenon1 dieses
,subjekts 7mit aller ,kausalitt
desselben in der ,erscheinung7 wrde
gewisse ,bedingungen enthalten1 die1
wenn man von dem empirischen
,gegenstande zu dem transzendentalen
aufsteigen will1 als blo intelligibel
mten angesehen werden4 ,denn wenn wir
nur in dem1 was unter den
,erscheinungen die ,ursache sein mag1
der ,naturregel folgen3 so knnen wir
darber unbekmmert sein1 was in dem
transzendentalen ,subjekt1 welches uns
empirisch unbekannt ist1 fr ein ,grund
von diesen ,erscheinungen und deren
,zusammenhange gedacht werde4 ,dieser
intelligible ,grund ficht gar nicht die
empirischen ,fragen an1 sondern
betrifft etwa blo das ,denken im reinen
,verstande und1 obgleich die ,wirkungen
dieses ,denkens und ,handelns des
reinen ,verstandes in den
,erscheinungen angetroffen werden1 so
mssen diese doch nichts desto minder
aus ihrer ,ursache in der ,erscheinung
nach ,naturgesetzen vollkommen erklrt
werden knnen1 indem man den blo
empirischen ,charakter derselben1 als
den obersten ,erklrungsgrund1 befolgt1
und den intelligiblen ,charakter1 der
die transzendentale ,ursache von jenem
ist1 gnzlich als unbekannt vorbeigeht1
auer sofern er nur durch den
empirischen als das sinnliche ,zeichen
desselben angegeben wird4 ,lat uns
dieses auf ,erfahrung anwenden4 ,der
,mensch ist eine von den ,erscheinungen
der ,sinnenwelt1 und insofern auch eine
der ,naturursachen1 deren ,kausalitt
unter empirischen ,gesetzen stehen mu4
,als eine solche mu er demnach auch
einen empirischen ,charakter haben1 so
wie alle anderen ,naturdinge4 ,wir
bemerken denselben durch ,krfte und
,vermgen1 die es in seinen ,wirkungen
uert4 ,bei der leblosen1 oder blo
tierischbelebten ,natur1 finden wir
keinen ,grund1 irgendein ,vermgen uns
anders als blo sinnlich bedingt zu
denken4 ,allein der ,mensch1 der die
ganze ,natur sonst lediglich nur durch
,sinne kennt1 erkennt sich selbst auch
durch bloe ,apperzeption1 und zwar in
,handlungen und inneren ,bestimmungen1
die er gar nicht zum ,eindrucke der
,sinne zhlen kann1 und ist sich selbst
freilich einesteils ,phnomen1
anderenteils aber1 nmlich in ,ansehung
gewisser ,vermgen1 ein blo
intelligibler ,gegenstand1 weil die
,handlung desselben gar nicht zur
,rezeptivitt der ,sinnlichkeit gezhlt
werden kann4 ,wir nennen diese ,vermgen
,verstand und ,vernunft1 vornehmlich
wird die letztere ganz eigentlich und
vorzglicherweise von allen
empirischbedingten ,krften
unterschieden1 da sie ihre ,gegenstnde
blo nach ,ideen erwgt und den ,verstand
darnach bestimmt1 der dann von seinen
7zwar auch reinen7 ,begriffen einen
empirischen ,gebrauch macht4 ,da
diese ,vernunft nun ,kausalitt habe1
wenigstens wir uns eine dergleichen an
ihr vorstellen1 ist aus den ,imperativen
klar1 welche wir in allem ,praktischen
den ausbenden ,krften als ,regeln
aufgeben4 ,das ,sollen drckt eine ,art
von ,notwendigkeit und ,verknpfung mit
,grnden aus1 die in der ganzen ,natur
sonst nicht vorkommt4 ,der ,verstand
kann von dieser nur erkennen1 was da
ist1 oder gewesen ist1 oder sein wird4
,es ist unmglich1 da etwas darin anders
sein soll1 als es in allen diesen
,zeitverhltnissen in der ,tat ist1 ja
das ,sollen1 wenn man blo den ,lauf der
,natur vor ,augen hat1 hat ganz und
gar keine ,bedeutung4 ,wir knnen gar
nicht fragen3 was in der ,natur
geschehen soll2 ebensowenig1 als3 was fr
,eigenschaften ein ,zirkel haben soll1
sondern1 was darin geschieht1 oder
welche ,eigenschaften der letztere hat4
,dieses ,sollen nun drckt eine
mgliche ,handlung aus1 davon der ,grund
nichts anderes1 als ein bloer ,begriff
ist2 da hingegen von einer bloen
,naturhandlung der ,grund jederzeit eine
,erscheinung sein mu4 ,nun mu die
,handlung allerdings unter
,naturbedingungen mglich sein1 wenn auf
sie das ,sollen gerichtet ist2 aber
diese ,naturbedingungen betreffen nicht
die ,bestimmung der ,willkr selbst1
sondern nur die ,wirkung und den
,erfolg derselben in der ,erscheinung4
,es mgen noch so viel ,naturgrnde sein1
die mich zum ,wollen antreiben1 noch so
viel sinnliche ,anreize1 so knnen sie
nicht das ,sollen hervorbringen1
sondern nur ein noch lange nicht
notwendiges1 sondern jederzeit
bedingtes ,wollen1 dem dagegen das
,sollen1 das die ,vernunft ausspricht1
,ma und ,ziel1 ja ,verbot und ,ansehen
entgegen setzt4 ,es mag ein ,gegenstand
der bloen ,sinnlichkeit 7das
,angenehme7 oder auch der reinen
,vernunft 7das ,gute7 sein3 so gibt die
,vernunft nicht demjenigen ,grunde1 der
empirisch gegeben ist1 nach1 und folgt
nicht der ,ordnung der ,dinge1 so wie
sie sich in der ,erscheinung darstellen1
sondern macht sich mit vlliger
,spontaneitt eine eigene ,ordnung nach
,ideen1 in die sie die empirischen
,bedingungen hinein pat1 und nach denen
sie sogar ,handlungen fr notwendig
erklrt1 die doch nicht geschehen sind
und vielleicht nicht geschehen werden1
von allen aber gleichwohl voraussetzt1
da die ,vernunft in ,beziehung auf sie
,kausalitt haben knne2 denn1 ohne das1
wrde sie nicht von ihren ,ideen
,wirkungen in der ,erfahrung erwarten4
,nun lat uns hierbei stehenbleiben und
es wenigstens als mglich annehmen3 die
,vernunft habe wirklich ,kausalitt in
,ansehung der ,erscheinungen3 so mu
sie1 so sehr sie auch ,vernunft ist1
dennoch einen empirischen ,charakter
von sich zeigen1 weil jede ,ursache eine
,regel voraussetzt1 darnach gewisse
,erscheinungen als ,wirkungen folgen1
und jede ,regel eine ,gleichfrmigkeit
der ,wirkungen erfordert1 die den
,begriff der ,ursache 7als eines
,vermgens7 grndet1 welchen wir1 sofern
er aus bloen ,erscheinungen erhellen mu1
seinen empirischen ,charakter heien
knnen1 der bestndig ist1 indessen die
,wirkungen1 nach ,verschiedenheit der
begleitenden und zum ,teil
einschrnkenden ,bedingungen1 in
vernderlichen ,gestalten erscheinen4
,so hat denn jeder ,mensch einen
empirischen ,charakter seiner ,willkr1
welcher nichts anderes ist1 als eine
gewisse ,kausalitt seiner ,vernunft1
sofern diese an ihren ,wirkungen in der
,erscheinung eine ,regel zeigt1 darnach
man die ,vernunftgrnde und die
,handlungen derselben nach ihrer ,art
und ihren ,graden abnehmen1 und die
subjektiven ,prinzipien seiner ,willkr
beurteilen kann4 ,weil dieser
empirische ,charakter selbst aus den
,erscheinungen als ,wirkung und aus der
,regel derselben1 welche ,erfahrung an
die ,hand gibt1 gezogen werden mu3 so
sind alle ,handlungen des ,menschen in
der ,erscheinung aus seinem empirischen
,charakter und den mitwirkenden anderen
,ursachen nach der ,ordnung der ,natur
bestimmt1 und wenn wir alle
,erscheinungen seiner ,willkr bis auf
den ,grund erforschen knnten1 so wrde es
keine einzige menschliche ,handlung
geben1 die wir nicht mit ,gewiheit
vorhersagen und aus ihren vorhergehenden
,bedingungen als notwendig erkennen
knnten4 ,in ,ansehung dieses empirischen
,charakters gibt es also keine
,freiheit1 und nach diesem knnen wir
doch allein den ,menschen betrachten1
wenn wir lediglich beobachten1 und1 wie
es in der ,anthropologie geschieht1 von
seinen ,handlungen die bewegenden
,ursachen physiologisch erforschen
wollen4 ,wenn wir aber eben dieselben
,handlungen in ,beziehung auf die
,vernunft erwgen1 und zwar nicht die
spekulative1 um jene ihrem ,ursprunge
nach zu erklren1 sondern ganz allein1
sofern ,vernunft die ,ursache ist1 sie
selbst zu erzeugen2 mit einem ,worte1
vergleichen wir sie mit dieser in
praktischer ,absicht1 so finden wir eine
ganz andere ,regel und ,ordnung1 als
die ,naturordnung ist4 ,denn da sollte
vielleicht alles das nicht geschehen
sein1 was doch nach dem ,naturlaufe
geschehen ist1 und nach seinen
empirischen ,grnden unausbleiblich
geschehen mute4 ,bisweilen aber finden
wir1 oder glauben wenigstens zu finden1
da die ,ideen der ,vernunft wirklich
,kausalitt in ,ansehung der ,handlungen
des ,menschen1 als ,erscheinungen1
bewiesen haben1 und da sie darum
geschehen sind1 nicht weil sie durch
empirische ,ursachen1 nein1 sondern weil
sie durch ,grnde der ,vernunft
bestimmt waren4 ,gesetzt nun1 man
knnte sagen3 die ,vernunft habe
,kausalitt in ,ansehung der
,erscheinung2 knnte da wohl die
,handlung derselben frei heien1 da sie
im empirischen ,charakter derselben 7der
,sinnesart7 ganz genau bestimmt und
notwendig ist8 ,dieser ist wiederum im
intelligiblen ,charakter 7der
,denkungsart7 bestimmt4 ,die letztere
kennen wir aber nicht1 sondern
bezeichnen sie durch ,erscheinungen1
welche eigentlich nur die ,sinnesart
7empirischen ,charakter7 unmittelbar zu
erkennen geben994 ,die ,handlung nun1
sofern sie der ,denkungsart1 als ihrer
,ursache1 beizumessen ist1 erfolgt
dennoch daraus gar nicht nach
empirischen ,gesetzen1 d4i4 so1 da die
,bedingungen der reinen ,vernunft1
sondern nur so1 da deren ,wirkungen in
der ,erscheinung des inneren ,sinnes
vorhergehen4 ,die reine ,vernunft1 als
ein blo intelligibles ,vermgen1 ist der
,zeitform1 und mithin auch den
,bedingungen der ,zeitfolge1 nicht
unterworfen4 ,die ,kausalitt der
,vernunft im intelligiblen ,charakter
entsteht nicht1 oder hebt nicht etwa zu
einer gewissen ,zeit an1 um eine
,wirkung hervorzubringen4 ,denn sonst
wrde sie selbst dem ,naturgesetz der
,erscheinungen1 sofern es ,kausalreihen
der ,zeit nach bestimmt1 unterworfen
sein1 und die ,kausalitt wre alsdann
,natur1 und nicht ,freiheit4 ,also
werden wir sagen knnen3 wenn ,vernunft
,kausalitt in ,ansehung der
,erscheinungen haben kann2 so ist sie
ein ,vermgen1 durch welches die
sinnliche ,bedingung einer empirischen
,reihe von ,wirkungen zuerst anfngt4
,denn die ,bedingung1 die in der
,vernunft liegt1 ist nicht sinnlich1 und
fngt also selbst nicht an4 ,demnach
findet alsdann dasjenige statt1 was wir
in allen empirischen ,reihen vermiten3
da die ,bedingung einer sukzessiven
,reihe von ,begebenheiten selbst
empirischunbedingt sein konnte4 ,denn
hier ist die ,bedingung auer der ,reihe
der ,erscheinungen 7im ,intelligiblen7
und mithin keiner sinnlichen ,bedingung
und keiner ,zeitbestimmung durch
vorbeigehende ,ursache unterworfen4
99 ,die eigentliche ,moralitt der
,handlungen 7,verdienst und ,schuld7
bleibt uns daher1 selbst die unseres
eigenen ,verhaltens1 gnzlich
verborgen4 ,unsere ,zurechnungen knnen
nur auf den empirischen ,charakter
bezogen werden4 ,wie viel aber davon
reine ,wirkung der ,freiheit1 wie
viel der bloen ,natur und dem
unverschuldeten ,fehler des
,temperaments1 oder dessen glcklicher
,beschaffenheit 7merito fortunae7
zuzuschreiben sei1 kann niemand
ergrnden1 und daher auch nicht nach
vlliger ,gerechtigkeit richten4
,gleichwohl gehrt doch eben dieselbe
,ursache in einer anderen ,beziehung
auch zur ,reihe der ,erscheinungen4 ,der
,mensch ist selbst ,erscheinung4
,seine ,willkr hat einen empirischen
,charakter1 der die 7empirische7
,ursache aller seiner ,handlungen ist4
,es ist keine der ,bedingungen1 die den
,menschen diesem ,charakter gem
bestimmen1 welche nicht in der ,reihe
der ,naturwirkungen enthalten wre und
dem ,gesetze derselben gehorchte1 nach
welchem gar keine empirischunbedingte
,kausalitt von dem1 was in der ,zeit
geschieht1 angetroffen wird4 ,daher
kann keine gegebene ,handlung 7weil sie
nur als ,erscheinung wahrgenommen
werden kann7 schlechthin von selbst
anfangen4 ,aber von der ,vernunft kann
man nicht sagen1 da vor demjenigen
,zustande1 darin sie die ,willkr
bestimmt1 ein anderer vorhergehe1 darin
dieser ,zustand selbst bestimmt wird4
,denn da ,vernunft selbst keine
,erscheinung und gar keinen
,bedingungen der ,sinnlichkeit
unterworfen ist1 so findet in ihr1
selbst in ,betreff ihrer ,kausalitt1
keine ,zeitfolge statt1 und auf sie
kann also das dynamische ,gesetz der
,natur1 was die ,zeitfolge nach ,regeln
bestimmt1 nicht angewandt werden4
,die ,vernunft ist also die beharrliche
,bedingung aller willkrlichen
,handlungen1 unter denen der ,mensch
erscheint4 ,jede derselben ist im
empirischen ,charakter des ,menschen
vorher bestimmt1 ehe noch als sie
geschieht4 ,in ,ansehung des
intelligiblen ,charakters1 wovon jener
nur das sinnliche ,schema ist1 gilt
kein ,vorher1 oder ,nachher1 und jede
,handlung1 unangesehen des
,zeitverhltnisses1 darin sie mit anderen
,erscheinungen steht1 ist die
unmittelbare ,wirkung des intelligiblen
,charakters der reinen ,vernunft1 welche
mithin frei handelt1 ohne in der
,kette der ,naturursachen1 durch uere
oder innere1 aber der ,zeit nach
vorhergehende ,grnde1 dynamisch bestimmt
zu sein1 und diese ihre ,freiheit kann
man nicht allein negativ als
,unabhngigkeit von empirischen
,bedingungen ansehen1 7denn dadurch wrde
das ,vernunftvermgen aufhren1 eine
,ursache der ,erscheinungen zu sein17
sondern auch positiv durch ein ,vermgen
bezeichnen1 eine ,reihe von
,begebenheiten von selbst anzufangen1
so1 da in ihr selbst nichts anfngt1
sondern sie1 als unbedingte ,bedingung
jeder willkrlichen ,handlung1 ber sich
keine der ,zeit nach vorhergehende
,bedingungen verstattet1 indessen da
doch ihre ,wirkung in der ,reihe der
,erscheinungen anfngt1 aber darin
niemals einen schlechthin ersten
,anfang ausmachen kann4 ,um das
regulative ,prinzip der ,vernunft durch
ein ,beispiel aus dem empirischen
,gebrauche desselben zu erlutern1 nicht
um es zu besttigen 7denn dergleichen
,beweise sind zu transzendentalen
,behauptungen untauglich71 so nehme man
eine willkrliche ,handlung1 z4 ,e4 eine
boshafte ,lge1 durch die ein ,mensch
eine gewisse ,verwirrung in die
,gesellschaft gebracht hat1 und die man
zuerst ihren ,bewegursachen nach1
woraus sie entstanden1 untersucht1 und
darauf beurteilt1 wie sie samt ihren
,folgen ihm zugerechnet werden knnen4
,in der ersten ,absicht geht man seinen
empirischen ,charakter bis zu den
,quellen desselben durch1 die man in
der schlechten ,erziehung1 bler
,gesellschaft1 zum ,teil auch in der
,bsartigkeit eines fr ,beschmung
unempfindlichen ,naturells1 aufsucht1
zum ,teil auf den ,leichtsinn und
,unbesonnenheit schiebt2 wobei man denn
die veranlassenden
,gelegenheitsursachen nicht aus der
,acht lt4 ,in allem diesem verfhrt man1
wie berhaupt in ,untersuchung der
,reihe bestimmender ,ursachen zu einer
gegebenen ,naturwirkung4 ,ob man nun
gleich die ,handlung dadurch bestimmt zu
sein glaubt3 so tadelt man
nichtsdestoweniger den ,tter1 und zwar
nicht wegen seines unglcklichen
,naturells1 nicht wegen der auf ihn
einflieenden ,umstnde1 ja sogar nicht
wegen seines vorher gefhrten
,lebenswandels1 denn man setzt voraus1
man knne es gnzlich beiseite setzen1
wie dieser beschaffen gewesen1 und die
verflossene ,reihe von ,bedingungen als
ungeschehen1 diese ,tat aber als
gnzlich unbedingt in ,ansehung des
vorigen ,zustandes ansehen1 als ob der
,tter damit eine ,reihe von ,folgen
ganz von selbst anhebe4 ,dieser ,tadel
grndet sich auf ein ,gesetz der
,vernunft1 wobei man diese als eine
,ursache ansieht1 welche das ,verhalten
des ,menschen1 unangesehen aller
genannten empirischen ,bedingungen1
anders habe bestimmen knnen und sollen4
,und zwar sieht man die ,kausalitt der
,vernunft nicht etwa blo wie
,konkurrenz1 sondern an sich selbst als
vollstndig an1 wenngleich die
sinnlichen ,triebfedern gar nicht dafr1
sondern wohl gar dawider wren2 die
,handlung wird seinem intelligiblen
,charakter beigemessen1 er hat jetzt1
in dem ,augenblicke1 da er lgt1 gnzlich
,schuld2 mithin war die ,vernunft1
unerachtet aller empirischen
,bedingungen der ,tat1 vllig frei1 und
ihrer ,unterlassung ist diese gnzlich
beizumessen4 ,man sieht diesem
zurechnenden ,urteil es leicht an1 da
man dabei in ,gedanken habe1 die
,vernunft werde durch alle jene
,sinnlichkeit gar nicht affiziert1 sie
verndere sich nicht 7wenngleich ihre
,erscheinungen1 nmlich die ,art1 wie sie
sich in ihren ,wirkungen zeigt1
verndern17 in ihr gehe kein ,zustand
vorher1 der den folgenden bestimme1
mithin sie gehre gar nicht in die ,reihe
der sinnlichen ,bedingungen1 welche
die ,erscheinungen nach ,naturgesetzen
notwendig machen4 ,sie1 die ,vernunft1
ist allen ,handlungen des ,menschen in
allen ,zeitumstnden gegenwrtig und
einerlei1 selbst aber ist sie nicht in
der ,zeit1 und gert etwa in einen neuen
,zustand1 darin sie vorher nicht war2
sie ist bestimmend1 aber nicht
bestimmbar in ,ansehung desselben4
,daher kann man nicht fragen3 warum hat
sich nicht die ,vernunft anders
bestimmt8 sondern nur3 warum hat sie die
,erscheinungen durch ihre ,kausalitt
nicht anders bestimmt8 ,darauf aber ist
keine ,antwort mglich4 ,denn ein
anderer intelligibler ,charakter wrde
einen anderen empirischen gegeben
haben1 und wenn wir sagen1 da unerachtet
seines ganzen1 bis dahin gefhrten1
,lebenswandels1 der ,tter die ,lge doch
htte unterlassen knnen1 so bedeutet
dieses nur1 da sie unmittelbar unter
der ,macht der ,vernunft stehe1 und die
,vernunft in ihrer ,kausalitt keinen
,bedingungen der ,erscheinung und des
,zeitlaufs unterworfen ist1 der
,unterschied der ,zeit auch1 zwar einen
,hauptunterschied der ,erscheinungen
respektive gegeneinander1 da diese aber
keine ,sachen1 mithin auch nicht
,ursachen an sich selbst sind1 keinen
,unterschied der ,handlung in ,beziehung
auf die ,vernunft machen knne4 ,wir
knnen also mit der ,beurteilung freier
,handlungen1 in ,ansehung ihrer
,kausalitt1 nur bis an die intelligible
,ursache1 aber nicht ber dieselbe
hinaus kommen2 wir knnen erkennen1 da
sie frei1 d4i4 von der ,sinnlichkeit
unabhngig bestimmt1 und1 auf solche
,art1 die sinnlichunbedingte ,bedingung
der ,erscheinungen sein knne4 ,warum
aber der intelligible ,charakter gerade
diese ,erscheinungen und diesen
empirischen ,charakter unter
vorliegenden ,umstnden gebe1 das
berschreitet so weit alles ,vermgen
unserer ,vernunft es zu beantworten1 ja
alle ,befugnis derselben nur zu fragen1
als ob man frge3 woher der
transzendentale ,gegenstand unserer
ueren sinnlichen ,anschauung gerade nur
,anschauung im ,raume und nicht
irgendeine andere gibt4 ,allein die
,aufgabe1 die wir aufzulsen hatten1
verbindet uns hierzu gar nicht1 denn
sie war nur diese3 ob ,freiheit der
,naturnotwendigkeit in einer und
derselben ,handlung widerstreite1 und
dieses haben wir hinreichend
beantwortet1 da wir zeigten1 da1 da bei
jener eine ,beziehung auf eine ganz
andere ,art von ,bedingungen mglich
ist1 als bei dieser1 das ,gesetz der
letzteren die erstere nicht affiziere1
mithin beide voneinander unabhngig und
durcheinander ungestrt stattfinden
knnen4 99
99 99
,man mu wohl bemerken3 da wir hierdurch
nicht die ,wirklichkeit der ,freiheit1
als eines der ,vermgen1 welche die
,ursache von den ,erscheinungen unserer
,sinnenwelt enthalten1 haben dartun
wollen ,denn1 auer da dieses gar keine
transzendentale ,betrachtung1 die blo
mit ,begriffen zu tun hat1 gewesen sein
wrde1 so knnte es auch nicht gelingen1
indem wir aus der ,erfahrung niemals
auf etwas1 was gar nicht nach
,erfahrungsgesetzen gedacht werden mu1
schlieen knnen4 ,ferner haben wir auch
gar nicht einmal die ,mglichkeit der
,freiheit beweisen wollen2 denn dieses
wre auch nicht gelungen1 weil wir
berhaupt von keinem ,realgrunde und
keiner ,kausalitt1 aus bloen ,begriffen
a priori1 die ,mglichkeit erkennen
knnen4 ,die ,freiheit wird hier nur als
transzendentale ,idee behandelt1
wodurch die ,vernunft die ,reihe der
,bedingungen in der ,erscheinung durch
das ,sinnlichunbedingte schlechthin
anzuheben denkt1 dabei sich aber in eine
,antinomie mit ihren eigenen
,gesetzen1 welche sie dem empirischen
,gebrauche des ,verstandes vorschreibt1
verwickelt4 ,da nun diese ,antinomie
auf einem bloen ,scheine beruhe1 und1
da ,natur der ,kausalitt aus ,freiheit
wenigstens nicht widerstreite1 das war
das einzige1 was wir leisten konnten1
und woran es uns auch einzig und allein
gelegen war4 ,,iv4 ,auflsung der
kosmologischen ,idee von der ,totalitt
der ,abhngigkeit der ,erscheinungen1
ihrem ,dasein nach berhaupt ,in der
vorigen ,nummer betrachteten wir die
,vernderungen der ,sinnenwelt in ihrer
dynamischen ,reihe1 da eine jede unter
einer anderen1 als ihrer ,ursache1
steht4 ,jetzt dient uns diese ,reihe der
,zustnde nur zur ,leitung1 um zu einem
,dasein zu gelangen1 das die hchste
,bedingung alles ,vernderlichen sein
knne1 nmlich dem notwendigen ,wesen4
,es ist hier nicht um die unbedingte
,kausalitt1 sondern die unbedingte
,existenz der ,substanz selbst zu tun4
,also ist die ,reihe1 welche wir vor
uns haben1 eigentlich nur die von
,begriffen1 und nicht von
,anschauungen1 insofern die eine die
,bedingung der anderen ist4 ,man
sieht aber leicht3 da1 da alles in dem
,inbegriffe der ,erscheinungen
vernderlich1 mithin im ,dasein bedingt
ist1 es berall in der ,reihe des
abhngigen ,daseins kein unbedingtes
,glied geben knne1 dessen ,existenz
schlechthin notwendig wre1 und da also1
wenn ,erscheinungen ,dinge an sich
selbst wren1 eben darum aber ihre
,bedingung mit dem ,bedingten jederzeit
zu einer und derselben ,reihe der
,anschauungen gehrte1 ein notwendiges
,wesen1 als ,bedingung des ,daseins der
,erscheinungen der ,sinnenwelt1 niemals
stattfinden knnte4 ,es hat aber der
dynamische ,regressus dieses
,eigentmliche und ,unterscheidende von
dem mathematischen an sich3 da1 da
dieser es eigentlich nur mit der
,zusammensetzung der ,teile zu einem
,ganzen1 oder der ,zerfllung eines
,ganzen in seine ,teile1 zu tun hat1 die
,bedingungen dieser ,reihe immer als
,teile derselben1 mithin als
gleichartig1 folglich als ,erscheinungen
angesehen werden mssen1 anstatt da in
jenem ,regressus1 da es nicht um die
,mglichkeit eines unbedingten ,ganzen
aus gegebenen ,teilen1 oder eines
unbedingten ,teils zu einem gegebenen
,ganzen1 sondern um die ,ableitung eines
,zustandes von seiner ,ursache1 oder
des zuflligen ,daseins der ,substanz
selbst von der notwendigen zu tun ist1
die ,bedingung nicht eben notwendig mit
dem ,bedingten eine empirische ,reihe
ausmachen drfe4 ,also bleibt uns1 bei
der vor uns liegenden scheinbaren
,antinomie1 noch ein ,ausweg offen1 da
nmlich alle beide einander
widerstreitenden ,stze in verschiedener
,beziehung zugleich wahr sein knnen1
so1 da alle ,dinge der ,sinnenwelt
durchaus zufllig sind1 mithin auch immer
nur empirischbedingte ,existenz haben1
gleichwohl von der ganzen ,reihe1 auch
eine nichtempirische ,bedingung1 d4i4
ein unbedingtnotwendiges ,wesen
stattfinde4 ,denn dieses wrde1 als
intelligible ,bedingung1 gar nicht zur
,reihe als ein ,glied derselben 7nicht
einmal als das oberste ,glied7 gehren1
und auch kein ,glied der ,reihe
empirischunbedingt machen1 sondern die
ganze ,sinnenwelt in ihrem durch alle
,glieder gehenden empirischbedingten
,dasein lassen4 ,darin wrde sich also
diese ,art1 ein unbedingtes ,dasein den
,erscheinungen zum ,grunde zu legen1
von der empirischunbedingten ,kausalitt
7der ,freiheit71 im vorigen ,artikel1
unterscheiden1 da bei der ,freiheit das
,ding selbst1 als ,ursache 7,substantia
phaenomenon71 dennoch in die ,reihe der
,bedingungen gehrte1 und nur seine
,kausalitt als intelligibel gedacht
wurde1 hier aber das notwendige ,wesen
ganz auer der ,reihe der ,sinnenwelt
7als ens extramundanum7 und blo
intelligibel gedacht werden mte1 wodurch
allein es verhtet werden kann1 da es
nicht selbst dem ,gesetze der
,zuflligkeit und ,abhngigkeit aller
,erscheinungen unterworfen werde4
,das regulative ,prinzip der ,vernunft
ist also in ,ansehung dieser unserer
,aufgabe3 da alles in der ,sinnenwelt
empirischbedingte ,existenz habe1 und
da es berall in ihr in ,ansehung keiner
,eigenschaft eine unbedingte
,notwendigkeit gebe3 da kein ,glied der
,reihe von ,bedingungen sei1 davon man
nicht immer die empirische ,bedingung
in einer mglichen ,erfahrung erwarten1
und1 soweit man kann1 suchen msse1 und
nichts uns berechtige1 irgendein ,dasein
von einer ,bedingung auerhalb der
empirischen ,reihe abzuleiten1 oder auch
es als in der ,reihe selbst fr
schlechterdings unabhngig und selbstndig
zu halten1 gleichwohl aber dadurch gar
nicht in ,abrede zu ziehen1 da nicht
die ganze ,reihe in irgendeinem
intelligiblen ,wesen 7welches darum von
aller empirischen ,bedingung frei ist1
und vielmehr den ,grund der ,mglichkeit
aller dieser ,erscheinungen enthlt17
gegrndet sein knne4 ,es ist aber
hierbei gar nicht die ,meinung1 das
unbedingtnotwendige ,dasein eines
,wesens zu beweisen1 oder auch nur die
,mglichkeit einer blo intelligiblen
,bedingung der ,existenz der
,erscheinungen der ,sinnenwelt hierauf
zu grnden1 sondern nur eben so1 wie wir
die ,vernunft einschrnken1 da sie nicht
den ,faden der empirischen
,bedingungen verlasse1 und sich in
transzendente und keiner ,darstellung
in concreto fhige ,erklrungsgrnde
verlaufe1 also auch1 andererseits1 das
,gesetz des blo empirischen
,verstandesgebrauchs dahin
einzuschrnken1 da es nicht ber die
,mglichkeit der ,dinge berhaupt
entscheide1 und das ,intelligible1 ob es
gleich von uns zur ,erklrung der
,erscheinungen nicht zu gebrauchen ist1
darum nicht fr unmglich erklre4 ,es
wird also dadurch nur gezeigt1 da die
durchgngige ,zuflligkeit aller
,naturdinge und aller ihrer
7empirischen7 ,bedingungen1 ganz wohl
mit der willkrlichen ,voraussetzung
einer notwendigen1 obzwar blo
intelligiblen ,bedingung zusammen
bestehen knne1 also kein wahrer
,widerspruch zwischen diesen
,behauptungen anzutreffen sei1 mithin
sie beiderseits wahr sein knnen4 ,es mag
immer ein solches
schlechthinnotwendiges ,verstandeswesen
an sich unmglich sein1 so kann dieses
doch aus der allgemeinen ,zuflligkeit
und ,abhngigkeit alles dessen1 was zur
,sinnenwelt gehrt1 imgleichen aus dem
,prinzip1 bei keinem einzigen ,gliede
derselben1 sofern es zufllig ist1
aufzuhren und sich auf eine ,ursache
auer der ,welt zu berufen1 keineswegs
geschlossen werden4 ,die ,vernunft geht
ihren ,gang im empirischen und ihren
besonderen ,gang im transzendentalen
,gebrauche4 ,die ,sinnenwelt enthlt
nichts als ,erscheinungen1 diese aber
sind bloe ,vorstellungen1 die immer
wiederum sinnlich bedingt sind1 und1 da
wir hier niemals ,dinge an sich selbst
zu unseren ,gegenstnden haben1 so ist
nicht zu verwundern1 da wir niemals
berechtigt sind1 von einem ,gliede der
empirischen ,reihen1 welches es auch
sei1 einen ,sprung auer dem
,zusammenhange der ,sinnlichkeit zu tun1
gleich als wenn es ,dinge an sich
selbst wren1 die auer ihrem
transzendentalen ,grunde existierten1
und die man verlassen knnte1 um die
,ursache ihres ,daseins auer ihnen zu
suchen2 welches bei zuflligen ,dingen
allerdings endlich geschehen mte1 aber
nicht bei blossen ,vorstellungen von
,dingen1 deren ,zuflligkeit selbst nur
,phnomen ist1 und auf keinen anderen
,regressus1 als denjenigen1 der die
,phnomena bestimmt1 d4i4 der empirisch
ist1 fhren kann4 ,sich aber einen
intelligiblen ,grund der ,erscheinungen1
d4i4 der ,sinnenwelt1 und denselben
befreit von der ,zuflligkeit der
letzteren1 denken1 ist weder dem
uneingeschrnkten empirischen ,regressus
in der ,reihe der ,erscheinungen1 noch
der durchgngigen ,zuflligkeit derselben
entgegen4 ,das ist aber auch das
,einzige1 was wir zur ,hebung der
scheinbaren ,antinomie zu leisten
hatten1 und was sich nur auf diese
,weise tun lie4 ,denn1 ist die
jedesmalige ,bedingung zu jedem
,bedingten 7dem ,dasein nach7 sinnlich1
und eben darum zur ,reihe gehrig1 so
ist sie selbst wiederum bedingt 7wie
die ,antithesis der vierten ,antinomie
es aufweist74 ,es mute also entweder
ein ,widerstreit mit der ,vernunft1 die
das ,unbedingte fordert1 bleiben1 oder
dieses auer der ,reihe in dem
,intelligiblen gesetzt werden1 dessen
,notwendigkeit keine empirische
,bedingung erfordert1 noch verstattet1
und also1 respektive auf
,erscheinungen1 unbedingt notwendig ist4
,der empirische ,gebrauch der
,vernunft 7in ,ansehung der ,bedingungen
des ,daseins in der ,sinnenwelt7 wird
durch die ,einrumung eines blo
intelligiblen ,wesens nicht affiziert1
sondern geht nach dem ,prinzip der
durchgngigen ,zuflligkeit1 von
empirischen ,bedingungen zu hheren1 die
immer ebensowohl empirisch sind4
,ebensowenig schliet aber auch dieser
regulative ,grundsatz die ,annehmung
einer intelligiblen ,ursache1 die nicht
in der ,reihe ist1 aus1 wenn es um den
reinen ,gebrauch der ,vernunft 7in
,ansehung der ,zwecke7 zu tun ist4 ,denn
da bedeutet jene nur den fr uns blo
transzendentalen und unbekannten ,grund
der ,mglichkeit der sinnlichen ,reihe
berhaupt1 dessen1 von allen
,bedingungen der letzteren unabhngiges
und in ,ansehung dieser
unbedingtnotwendiges1 ,dasein der
unbegrenzten ,zuflligkeit der ersteren1
und darum auch dem nirgend geendigten
,regressus in der ,reihe empirischer
,bedingungen1 gar nicht entgegen ist4
,schluanmerkung zur ganzen ,antinomie
der reinen ,vernunft ,solange wir mit
unseren ,vernunftbegriffen blo die
,totalitt der ,bedingungen in der
,sinnenwelt1 und was in ,ansehung ihrer
der ,vernunft zu ,diensten geschehen
kann1 zum ,gegenstande haben3 so sind
unsere ,ideen zwar transzendental1 aber
doch kosmologisch4 ,sobald wir aber
das ,unbedingte 7um das es doch
eigentlich zu tun ist7 in demjenigen
setzen1 was ganz auerhalb der
,sinnenwelt1 mithin auer aller mglichen
,erfahrung ist1 so werden die ,ideen
transzendent2 sie dienen nicht blo zur
,vollendung des empirischen
,vernunftgebrauchs 7der immer eine nie
auszufhrende1 aber dennoch zu befolgende
,idee bleibt71 sondern sie trennen
sich davon gnzlich1 und machen sich
selbst ,gegenstnde1 deren ,stoff nicht
aus ,erfahrung genommen1 deren objektive
,realitt auch nicht auf der
,vollendung der empirischen ,reihe1
sondern auf reinen ,begriffen a priori
beruht4 ,dergleichen transzendente
,ideen haben einen blo intelligiblen
,gegenstand1 welchen als ein
transzendentales ,objekt1 von dem man
brigens nichts wei1 zuzulassen1 es
allerdings erlaubt ist1 wozu aber1 um es
als ein durch seine unterscheidenden
und inneren ,prdikate bestimmbares ,ding
zu denken1 wir weder ,grnde der
,mglichkeit 7als unabhngig von allen
,erfahrungsbegriffen71 noch die mindeste
,rechtfertigung1 einen solchen
,gegenstand anzunehmen1 auf unserer
,seite haben1 und welches daher ein
bloes ,gedankending ist4 ,gleichwohl
dringt uns1 unter allen kosmologischen
,ideen1 diejenige1 so die vierte
,antinomie veranlate1 diesen ,schritt
zu wagen4 ,denn das in sich selbst ganz
und gar nicht gegrndete1 sondern stets
bedingte1 ,dasein der ,erscheinungen
fordert uns auf3 uns nach etwas von
allen ,erscheinungen ,unterschiedenem1
mithin einem intelligiblen ,gegenstande
umzusehen1 bei welchem diese
,zuflligkeit aufhre4 ,weil aber1 wenn
wir uns einmal die ,erlaubnis genommen
haben1 auer dem ,feld der gesamten
,sinnlichkeit eine fr sich bestehende
,wirklichkeit anzunehmen1 ,erscheinungen
nur als zufllige ,vorstellungsarten
intelligibler ,gegenstnde1 von solchen
,wesen1 die selbst ,intelligenzen sind1
anzusehen3 so bleibt uns nichts anderes
brig als die ,analogie1 nach der wir
die ,erfahrungsbegriffe nutzen1 um uns
von intelligiblen ,dingen1 von denen wir
an sich nicht die mindeste ,kenntnis
haben1 doch irgend einigen ,begriff zu
machen4 ,weil wir das ,zufllige nicht
anders als durch ,erfahrung
kennenlernen1 hier aber von ,dingen1
die gar nicht ,gegenstnde der ,erfahrung
sein sollen1 die ,rede ist1 so werden
wir ihre ,kenntnis aus dem1 was an sich
notwendig ist1 aus reinen ,begriffen
von ,dingen berhaupt1 ableiten mssen4
,daher ntigt uns der erste ,schritt1
den wir auer der ,sinnenwelt tun1 unsere
neuen ,kenntnisse von der
,untersuchung des schlechthinnotwendigen
,wesens anzufangen1 und von den
,begriffen desselben die ,begriffe von
allen ,dingen1 sofern sie blo
intelligibel sind1 abzuleiten1 und
diesen ,versuch wollen wir in dem
folgenden ,hauptstcke anstellen4
,des zweiten ,buchs der transzendentalen
,dialektik ,drittes ,hauptstck ,das
,ideal der reinen ,vernunft ,erster
,abschnitt ,von dem ,ideal berhaupt
,wir haben oben gesehen1 da durch reine
,verstandesbegriffe1 ohne alle
,bedingungen der ,sinnlichkeit1 gar
keine ,gegenstnde knnen vorgestellt
werden1 weil die ,bedingungen der
objektiven ,realitt derselben fehlen1
und nichts1 als die bloe ,form des
,denkens1 in ihnen angetroffen wird4
,gleichwohl knnen sie in concreto
dargestellt werden1 wenn man sie auf
,erscheinungen anwendet2 denn an ihnen
haben sie eigentlich den ,stoff zum
,erfahrungsbegriffe1 der nichts als ein
,verstandesbegriff in concreto ist4
,ideen aber sind noch weiter von der
objektiven ,realitt entfernt1 als
,kategorien2 denn es kann keine
,erscheinung gefunden werden1 an der
sie sich in concreto vorstellen lieen4
,sie enthalten eine gewisse
,vollstndigkeit1 zu welcher keine
mgliche empirische ,erkenntnis zulangt1
und die ,vernunft hat dabei nur eine
systematische ,einheit im ,sinne1
welcher sie die empirischmgliche
,einheit zu nhern sucht1 ohne sie
jemals vllig zu erreichen4 ,aber noch
weiter1 als die ,idee1 scheint
dasjenige von der objektiven ,realitt
entfernt zu sein1 was ich das ,ideal
nenne1 und worunter ich die ,idee1
nicht blo in concreto1 sondern in
individuo1 d4i4 als ein einzelnes1
durch die ,idee allein bestimmbares1
oder gar bestimmtes ,ding1 verstehe4
,die ,menschheit in ihrer ganzen
,vollkommenheit1 enthlt nicht allein
die ,erweiterung aller zu dieser ,natur
gehrigen wesentlichen ,eigenschaften1
welche unseren ,begriff von derselben
ausmachen1 bis zur vollstndigen
,kongruenz mit ihren ,zwecken1 welches
unsere ,idee der vollkommenen
,menschheit sein wrde1 sondern auch
alles1 was auer diesem ,begriffe zu der
durchgngigen ,bestimmung der ,idee
gehrt2 denn von allen entgegengesetzten
,prdikaten kann sich doch nur ein
einziges zu der ,idee des
vollkommensten ,menschen schicken4 ,was
uns ein ,ideal ist1 war dem ,plato eine
,idee des gttlichen ,verstandes1 ein
einzelner ,gegenstand in der reinen
,anschauung desselben1 das
,vollkommenste einer jeden ,art
mglicher ,wesen und der ,urgrund aller
,nachbilder in der ,erscheinung4
,ohne uns aber so weit zu versteigen1
mssen wir gestehen1 da die menschliche
,vernunft nicht allein ,ideen1 sondern
auch ,ideale enthalte1 die zwar nicht1
wie die platonischen1 schpferische1 aber
doch praktische ,kraft 7als regulative
,prinzipien7 haben1 und der
,mglichkeit der ,vollkommenheit gewisser
,handlungen zum ,grunde liegen4
,moralische ,begriffe sind nicht gnzlich
reine ,vernunftbegriffe1 weil ihnen
etwas ,empirisches 7,lust oder ,unlust7
zum ,grunde liegt4 ,gleichwohl knnen
sie in ,ansehung des ,prinzips1 wodurch
die ,vernunft der an sich gesetzlosen
,freiheit ,schranken setzt1 7also wenn
man blo auf ihre ,form acht hat17 gar
wohl zum ,beispiele reiner
,vernunftbegriffe dienen4 ,tugend1 und1
mit ihr1 menschliche ,weisheit in ihrer
ganzen ,reinigkeit1 sind ,ideen4 ,aber
der ,weise 7des ,stoikers7 ist ein
,ideal1 d4i4 ein ,mensch1 der blo in
,gedanken existiert1 der aber mit der
,idee der ,weisheit vllig kongruiert4
,so wie die ,idee die ,regel gibt1 so
dient das ,ideal in solchem ,falle zum
,urbilde1 der durchgngigen ,bestimmung
des ,nachbildes1 und wir haben kein
anderes ,richtma unserer ,handlungen1
als das ,verhalten dieses gttlichen
,menschen in uns1 womit wir uns
vergleichen1 beurteilen1 und dadurch
uns bessern1 obgleich es niemals
erreichen knnen4 ,diese ,ideale1 ob man
ihnen gleich nicht objektive ,realitt
7,existenz7 zugestehen mchte1 sind doch
um deswillen nicht fr ,hirngespinste
anzusehen1 sondern geben ein
unentbehrliches ,richtma der ,vernunft
ab1 die des ,begriffs von dem1 was in
seiner ,art ganz vollstndig ist1 bedarf1
um danach den ,grad und die ,mngel des
,unvollstndigen zu schtzen und
abzumessen4 ,das ,ideal aber in einem
,beispiele1 d4i4 in der ,erscheinung1
realisieren wollen1 wie etwa den ,weisen
in einem ,roman1 ist untunlich1 und
hat berdem etwas ,widersinnisches und
wenig ,erbauliches an sich1 indem die
natrlichen ,schranken1 welche der
,vollstndigkeit in der ,idee
kontinuierlich ,abbruch tun1 alle
,illusion in solchem ,versuche unmglich
und dadurch das ,gute1 das in der ,idee
liegt1 selbst verdchtig und einer
bloen ,erdichtung hnlich machen4 ,so
ist es mit dem ,ideale der ,vernunft
bewandt1 welches jederzeit auf
bestimmten ,begriffen beruhen und zur
,regel und ,urbilde1 es sei der
,befolgung1 oder ,beurteilung1 dienen
mu4 ,ganz anders verhlt es sich mit
denen ,geschpfen der ,einbildungskraft1
darber sich niemand erklren und einen
verstndlichen ,begriff geben kann1
gleichsam ,monogrammen1 die nur
einzelne1 obzwar nach keiner angeblichen
,regel bestimmte ,zge sind1 welche
mehr eine im ,mittel verschiedener
,erfahrungen gleichsam schwebende
,zeichnung1 als ein bestimmtes ,bild
ausmachen1 dergleichen ,maler und
,physiognomen in ihrem ,kopfe zu haben
vorgeben1 und die ein nicht
mitzuteilendes ,schattenbild ihrer
,produkte oder auch ,beurteilungen sein
sollen4 ,sie knnen1 obzwar nur
uneigentlich1 ,ideale der ,sinnlichkeit
genannt werden1 weil sie das nicht
erreichbare ,muster mglicher empirischer
,anschauungen sein sollen1 und
gleichwohl keine der ,erklrung und
,prfung fhige ,regel abgeben4 ,die
,absicht der ,vernunft mit ihrem ,ideale
ist dagegen die durchgngige
,bestimmung nach ,regeln a priori2 daher
sie sich einen ,gegenstand denkt1 der
nach ,prinzipien durchgngig bestimmbar
sein soll1 obgleich dazu die
hinreichenden ,bedingungen in der
,erfahrung mangeln und der ,begriff
selbst also transzendent ist4
,des dritten ,hauptstcks ,zweiter
,abschnitt ,von dem transzendentalen
,ideal 7,prototypon transzendentale7
,ein jeder ,begriff ist in ,ansehung
dessen1 was in ihm selbst nicht
enthalten ist1 unbestimmt1 und steht
unter dem ,grundsatze der
,bestimmbarkeit2 da nur eines1 von jeden
zween einander
kontradiktorischentgegengesetzten
,prdikaten1 ihm zukommen knne1 welcher
auf dem ,satze des ,widerspruchs beruht1
und daher ein blo logisches ,prinzip
ist1 das von allem ,inhalte der
,erkenntnis abstrahiert1 und nichts1
als die logische ,form derselben vor
,augen hat4 ,ein jedes ,ding aber1
seiner ,mglichkeit nach1 steht noch
unter dem ,grundsatze der durchgngigen
,bestimmung1 nach welchem ihm von allen
mglichen ,prdikaten der ,dinge1 sofern
sie mit ihren ,gegenteilen verglichen
werden1 eines zukommen mu4 ,dieses
beruht nicht blo auf dem ,satze des
,widerspruchs2 denn es betrachtet1 auer
dem ,verhltnis zweier einander
widerstreitenden ,prdikate1 jedes ,ding
noch im ,verhltnis auf die gesamte
,mglichkeit1 als den ,inbegriff aller
,prdikate der ,dinge berhaupt1 und1
indem es solche als ,bedingung a priori
voraussetzt1 so stellt es ein jedes
,ding so vor1 wie es von dem ,anteil1
den es an jener gesamten ,mglichkeit
hat1 seine eigene ,mglichkeit
ableite499 ,das ,prinzipium der
durchgngigen ,bestimmung betrifft also
den ,inhalt1 und nicht blo die logische
,form4 ,es ist der ,grundsatz der
,synthesis aller ,prdikate1 die den
vollstndigen ,begriff von einem ,dinge
machen sollen1 und nicht blo der
analytischen ,vorstellung1 durch eines
zweier entgegengesetzten ,prdikate1 und
enthlt eine transzendentale
,voraussetzung1 nmlich die der ,materie
zu aller ,mglichkeit1 welche a priori
die ,data zur besonderen ,mglichkeit
jedes ,dinges enthalten soll4 99 ,es
wird also durch diesen ,grundsatz jedes
,ding auf ein gemeinschaftliches
,korrelatum1 nmlich die gesamte
,mglichkeit1 bezogen1 welche1 wenn
sie 7d4i4 der ,stoff zu allen mglichen
,prdikaten7 in der ,idee eines einzigen
,dinges angetroffen wrde1 eine
,affinitt alles ,mglichen durch die
,identitt des ,grundes der
durchgngigen ,bestimmung desselben
beweisen wrde4 ,die ,bestimmbarkeit
eines jeden ,begriffs ist der
,allgemeinheit 7,universalitas7 des
,grundsatzes der ,ausschlieung eines
,mittleren zwischen zwei
entgegengesetzten ,prdikaten1 die
,bestimmung aber eines ,dinges der
,allheit 7,universitas7 oder dem
,inbegriffe aller mglichen ,prdikate
untergeordnet4 ,der ,satz3 alles
,existierende ist durchgngig bestimmt1
bedeutet nicht allein1 da von jedem
,paare einander entgegengesetzten
gegebenen1 sondern auch von allen
mglichen ,prdikaten ihm immer eines
zukomme2 es werden durch diesen ,satz
nicht blo ,prdikate untereinander
logisch1 sondern das ,ding selbst1 mit
dem ,inbegriff aller mglichen
,prdikate1 transzendental verglichen4
,er will so viel sagen1 als3 um ein
,ding vollstndig zu erkennen1 mu man
alles ,mgliche erkennen1 und es
dadurch1 es sei bejahend oder
verneinend1 bestimmen4 ,die durchgngige
,bestimmung ist folglich ein ,begriff1
den wir niemals in concreto seiner
,totalitt nach darstellen knnen1 und
grndet sich also auf einer ,idee1
welche lediglich in der ,vernunft ihren
,sitz hat1 die dem ,verstande die
,regel seines vollstndigen ,gebrauchs
vorschreibt4 ,ob nun zwar diese ,idee
von dem ,inbegriffe aller ,mglichkeit1
sofern er als ,bedingung der
durchgngigen ,bestimmung eines jeden
,dinges zum ,grunde liegt1 in ,ansehung
der ,prdikate1 die denselben ausmachen
mgen1 selbst noch unbestimmt ist1 und
wir dadurch nichts weiter als einen
,inbegriff aller mglichen ,prdikate
berhaupt denken1 so finden wir doch bei
nherer ,untersuchung1 da diese ,idee1
als ,urbegriff1 eine ,menge von
,prdikaten ausstoe1 die als abgeleitet
durch andere schon gegeben sind1 oder
nebeneinander nicht stehen knnen1 und da
sie sich bis zu einem durchgngig a
priori bestimmten ,begriffe lutere1 und
dadurch der ,begriff von einem einzelnen
,gegenstande werde1 der durch die bloe
,idee durchgngig bestimmt ist1 mithin
ein ,ideal der reinen ,vernunft genannt
werden mu4 ,wenn wir alle mglichen
,prdikate nicht blo logisch1 sondern
transzendental1 d4i4 nach ihrem
,inhalte1 der an ihnen a priori gedacht
werden kann1 erwgen1 so finden wir1 da
durch einige derselben ein ,sein1 durch
andere ein bloes ,nichtsein vorgestellt
wird4 ,die logische ,verneinung1 die
lediglich durch das ,wrtchen3 ,nicht1
angezeigt wird1 hngt eigentlich niemals
einem ,begriffe1 sondern nur dem
,verhltnisse desselben zu einem anderen
im ,urteile an1 und kann also dazu bei
weitem nicht hinreichend sein1 einen
,begriff in ,ansehung seines ,inhaltes
zu bezeichnen4 ,der ,ausdruck3
,nichtsterblich1 kann gar nicht zu
erkennen geben1 da dadurch ein bloes
,nichtsein am ,gegenstande vorgestellt
werde1 sondern lt allen ,inhalt
unberhrt4 ,eine transzendentale
,verneinung bedeutet dagegen das
,nichtsein an sich selbst1 dem die
transzendentale ,bejahung
entgegengesetzt wird1 welche ein ,etwas
ist1 dessen ,begriff an sich selbst
schon ein ,sein ausdrckt1 und daher
,realitt 7,sachheit7 genannt wird1 weil
durch sie allein1 und so weit sie
reicht1 ,gegenstnde ,etwas 7,dinge7
sind1 die entgegenstehende ,negation
hingegen einen bloen ,mangel bedeutet1
und1 wo diese allein gedacht wird1 die
,aufhebung alles ,dinges vorgestellt
wird4 ,nun kann sich niemand eine
,verneinung bestimmt denken1 ohne da er
die entgegengesetzte ,bejahung zum
,grunde liegen habe4 ,der ,blindgeborene
kann sich nicht die mindeste
,vorstellung von ,finsternis machen1
weil er keine vom ,lichte hat2 der
,wilde nicht von der ,armut1 weil er den
,wohlstand nicht kennt499 ,der
,unwissende hat keinen ,begriff von
seiner ,unwissenheit1 weil er keinen
von der ,wissenschaft hat1 usw4 ,es
sind also auch alle ,begriffe der
,negationen abgeleitet1 und die
,realitten enthalten die ,data und
sozusagen die ,materie1 oder den
transzendentalen ,inhalt1 zu der
,mglichkeit und durchgngigen
,bestimmung aller ,dinge4 99 ,die
,beobachtungen und ,berechnungen der
,sternkundigen haben uns viel
,bewunderungswrdiges gelehrt1 aber das
,wichtigste ist wohl1 da sie uns den
,abgrund der ,unwissenheit aufgedeckt
haben1 den die menschliche ,vernunft1
ohne diese ,kenntnisse1 sich niemals so
gro htte vorstellen knnen1 und
worber das ,nachdenken eine groe
,vernderung in der ,bestimmung der
,endabsichten unseres
,vernunftgebrauchs hervorbringen mu4
,wenn also der durchgngigen ,bestimmung
in unserer ,vernunft ein
transzendentales ,substratum zum ,grunde
gelegt wird1 welches gleichsam den
ganzen ,vorrat des ,stoffes1 daher alle
mglichen ,prdikate der ,dinge genommen
werden knnen1 enthlt1 so ist dieses
,substratum nichts anderes1 als die
,idee von einem ,all der ,realitt
7omnitudo realitatis74 ,alle wahren
,verneinungen sind alsdann nichts als
,schranken1 welches sie nicht genannt
werden knnten1 wenn nicht das
,unbeschrnkte 7das ,all7 zum ,grunde
lge4 ,es ist aber auch durch diesen
,allbesitz der ,realitt der ,begriff
eines ,dinges an sich selbst1 als
durchgngig bestimmt1 vorgestellt1 und
der ,begriff eines entis realissimi ist
der ,begriff eines einzelnen ,wesens1
weil von allen mglichen
entgegengesetzten ,prdikaten eines1
nmlich das1 was zum ,sein schlechthin
gehrt1 in seiner ,bestimmung
angetroffen wird4 ,also ist es ein
transzendentales ,ideal1 welches der
durchgngigen ,bestimmung1 die notwendig
bei allem1 was existiert1 angetroffen
wird1 zum ,grunde liegt1 und die oberste
und vollstndige materiale ,bedingung
seiner ,mglichkeit ausmacht1 auf welcher
alles ,denken der ,gegenstnde berhaupt
ihrem ,inhalte nach zurckgefhrt werden
mu4 ,es ist aber auch das einzige
eigentliche ,ideal1 dessen die
menschliche ,vernunft fhig ist2 weil nur
in diesem einzigen ,falle ein an sich
allgemeiner ,begriff von einem ,dinge
durch sich selbst durchgngig bestimmt1
und als die ,vorstellung von einem
,individuum erkannt wird4 ,die
logische ,bestimmung eines ,begriffs
durch die ,vernunft beruht auf einem
disjunktiven ,vernunftschlusse1 in
welchem der ,obersatz eine logische
,einteilung 7die ,teilung der ,sphre
eines allgemeinen ,begriffs7 enthlt1
der ,untersatz diese ,sphre bis auf
einen ,teil einschrnkt und der
,schlusatz den ,begriff durch diesen
bestimmt4 ,der allgemeine ,begriff
einer ,realitt berhaupt kann a priori
nicht eingeteilt werden1 weil man ohne
,erfahrung keine bestimmten ,arten von
,realitt kennt1 die unter jener ,gattung
enthalten wren4 ,also ist der
transzendentale ,obersatz der
durchgngigen ,bestimmung aller ,dinge
nichts anderes1 als die ,vorstellung des
,inbegriffs aller ,realitt1 nicht blo
ein ,begriff1 der alle ,prdikate ihrem
transzendentalen ,inhalte nach unter
sich1 sondern der sie in sich begreift1
und die durchgngige ,bestimmung eines
jeden ,dinges beruht auf der
,einschrnkung dieses ,all der ,realitt1
indem ,einiges derselben dem ,dinge
beigelegt1 das brige aber ausgeschlossen
wird1 welches mit dem ,entweder -
,oder des disjunktiven ,obersatzes und
der ,bestimmung des ,gegenstandes1
durch eins der ,glieder dieser ,teilung
im ,untersatze1 bereinkommt4 ,demnach
ist der ,gebrauch der ,vernunft1 durch
den sie das transzendentale ,ideal zum
,grunde ihrer ,bestimmung aller mglichen
,dinge legt1 demjenigen analogisch1
nach welchem sie in disjunktiven
,vernunftschlssen verfhrt2 welches der
,satz war1 den ich oben zum ,grunde der
systematischen ,einteilung aller
transzendentalen ,ideen legte1 nach
welchem sie den drei ,arten von
,vernunftschlssen parallel und
korrespondierend erzeugt werden4 ,es
versteht sich von selbst1 da die
,vernunft zu dieser ihrer ,absicht1
nmlich sich lediglich die notwendige
durchgngige ,bestimmung der ,dinge
vorzustellen1 nicht die ,existenz eines
solchen ,wesens1 das dem ,ideale gem
ist1 sondern nur die ,idee desselben
voraussetze1 um von einer unbedingten
,totalitt der durchgngigen ,bestimmung
die bedingte1 d4i4 die des
,eingeschrnkten abzuleiten4 ,das ,ideal
ist ihr also das ,urbild 7,prototypon7
aller ,dinge1 welche insgesamt1 als
mangelhafte ,kopien 7ectypa71 den
,stoff zu ihrer ,mglichkeit daher
nehmen1 und indem sie demselben mehr
oder weniger nahekommen1 dennoch
jederzeit unendlich weit daran fehlen1
es zu erreichen4 ,so wird denn alle
,mglichkeit der ,dinge 7der ,synthesis
des ,mannigfaltigen ihrem ,inhalte
nach7 als abgeleitet1 und nur allein
die desjenigen1 was alle ,realitt in
sich schliet1 als ursprnglich
angesehen4 ,denn alle ,verneinungen
7welche doch die einzigen ,prdikate
sind1 wodurch sich alles andere vom
realsten ,wesen unterscheiden lt17 sind
bloe ,einschrnkungen einer greren und
endlich der hchsten ,realitt1 mithin
setzen sie diese voraus1 und sind dem
,inhalte nach von ihr blo abgeleitet4
,alle ,mannigfaltigkeit der ,dinge ist
nur eine eben so vielfltige ,art1 den
,begriff der hchsten ,realitt1 der ihr
gemeinschaftliches ,substratum ist1
einzuschrnken1 so wie alle ,figuren nur
als verschiedene ,arten1 den
unendlichen ,raum einzuschrnken1 mglich
sind4 ,daher wird der blo in der
,vernunft befindliche ,gegenstand ihres
,ideals auch das ,urwesen 7ens
originarium71 sofern es keines ber sich
hat1 das hchste ,wesen 7ens summum71
und1 sofern alles1 als bedingt1 unter
ihm steht1 das ,wesen aller ,wesen 7ens
entium7 genannt4 ,alles dieses aber
bedeutet nicht das objektive ,verhltnis
eines wirklichen ,gegenstandes zu
anderen ,dingen1 sondern der ,idee zu
,begriffen1 und lt uns wegen der
,existenz eines ,wesens von so
ausnehmendem ,vorzuge in vlliger
,unwissenheit4 ,weil man auch nicht
sagen kann1 da ein ,urwesen aus viel
abgeleiteten ,wesen bestehe1 indem ein
jedes derselben jenes voraussetzt1
mithin es nicht ausmachen kann1 so wird
das ,ideal des ,urwesens auch als
einfach gedacht werden mssen4 ,die
,ableitung aller anderen ,mglichkeit von
diesem ,urwesen wird daher1 genau zu
reden1 auch nicht als eine ,einschrnkung
seiner hchsten ,realitt und gleichsam
als eine ,teilung derselben angesehen
werden knnen2 denn alsdann wrde das
,urwesen als ein bloes ,aggregat von
abgeleiteten ,wesen angesehen werden1
welches nach dem vorigen unmglich ist1
ob wir es gleich anfnglich im ersten
rohen ,schattenrisse so vorstellten4
,vielmehr wrde der ,mglichkeit aller
,dinge die hchste ,realitt als ein
,grund und nichts als ,inbegriff zum
,grunde liegen1 und die
,mannigfaltigkeit der ersteren nicht auf
der ,einschrnkung des ,urwesens
selbst1 sondern seiner vollstndigen
,folge beruhen1 zu welcher denn auch
unsere ganze ,sinnlichkeit1 samt aller
,realitt in der ,erscheinung1 gehren
wrde1 die zu der ,idee des hchsten
,wesens1 als ein ,ingredienz1 nicht
gehren kann4 ,wenn wir nun dieser
unserer ,idee1 indem wir sie
hypostasieren1 so ferner nachgehen1 so
werden wir das ,urwesen durch den bloen
,begriff der hchsten ,realitt als ein
einiges1 einfaches1 allgenugsames1
ewiges usw41 mit einem ,worte1 es in
seiner unbedingten ,vollstndigkeit
durch alle ,prdikamente bestimmen knnen4
,der ,begriff eines solchen ,wesens
ist der von ,gott1 in transzendentalem
,verstande gedacht1 und so ist das
,ideal der reinen ,vernunft der
,gegenstand einer transzendentalen
,theologie1 so wie ich es auch oben
angefhrt habe4 ,indessen wrde dieser
,gebrauch der transzendentalen ,idee
doch schon die ,grenzen ihrer
,bestimmung und ,zulssigkeit
berschreiten4 ,denn die ,vernunft legte
sie nur1 als den ,begriff von aller
,realitt1 der durchgngigen ,bestimmung
der ,dinge berhaupt zum ,grunde1 ohne zu
verlangen1 da alle diese ,realitt
objektiv gegeben sei und selbst ein
,ding ausmache4 ,dieses letztere ist
eine bloe ,erdichtung1 durch welche wir
das ,mannigfaltige unserer ,idee in
einem ,ideale1 als einem besonderen
,wesen1 zusammenfassen und realisieren1
wozu wir keine ,befugnis haben1 sogar
nicht einmal die ,mglichkeit einer
solchen ,hypothese geradezu anzunehmen1
wie denn auch alle ,folgerungen1 die
aus einem solchen ,ideale abflieen1 die
durchgngige ,bestimmung der ,dinge
berhaupt1 als zu deren ,behuf die ,idee
allein ntig war1 nichts angehen1 und
darauf nicht den mindesten ,einflu
haben4 ,es ist nicht genug1 das
,verfahren unserer ,vernunft und ihre
,dialektik zu beschreiben1 man mu auch
die ,quellen derselben zu entdecken
suchen1 um diesen ,schein selbst1 wie
ein ,phnomen des ,verstandes1 erklren
zu knnen2 denn das ,ideal1 wovon wir
reden1 ist auf einer natrlichen und
nicht blo willkrlichen ,idee gegrndet4
,daher frage ich3 wie kommt die
,vernunft dazu1 alle ,mglichkeit der
,dinge als abgeleitet von einer
einzigen1 die zum ,grunde liegt1 nmlich
der der hchsten ,realitt1 anzusehen1
und diese sodann1 als in einem
besonderen ,urwesen enthalten
vorauszusetzen8 ,die ,antwort bietet
sich aus den ,verhandlungen der
transzendentalen ,analytik von selbst
dar4 ,die ,mglichkeit der ,gegenstnde
der ,sinne ist ein ,verhltnis derselben
zu unserem ,denken1 worin etwas 7nmlich
die empirische ,form7 a priori gedacht
werden kann1 dasjenige aber1 was die
,materie ausmacht1 die ,realitt in der
,erscheinung1 7was der ,empfindung
entspricht7 gegeben sein mu1 ohne
welches es auch gar nicht gedacht und
mithin seine ,mglichkeit nicht
vorgestellt werden knnte4 ,nun kann ein
,gegenstand der ,sinne nur durchgngig
bestimmt werden1 wenn er mit allen
,prdikaten der ,erscheinung verglichen
und durch dieselbe bejahend oder
verneinend vorgestellt wird4 ,weil aber
darin dasjenige1 was das ,ding selbst
7in der ,erscheinung7 ausmacht1 nmlich
das ,reale1 gegeben sein mu1 ohne
welches es auch gar nicht gedacht werden
knnte2 dasjenige aber1 worin das
,reale aller ,erscheinungen gegeben
ist1 die einige allbefassende ,erfahrung
ist3 so mu die ,materie zur
,mglichkeit aller ,gegenstnde der
,sinne1 als in einem ,inbegriffe
gegeben1 vorausgesetzt werden1 auf
dessen ,einschrnkung allein alle
,mglichkeit empirischer ,gegenstnde1 ihr
,unterschied voneinander und ihre
durchgngige ,bestimmung1 beruhen kann4
,nun knnen uns in der ,tat keine
anderen ,gegenstnde1 als die der ,sinne1
und nirgends als in dem ,kontext einer
mglichen ,erfahrung gegeben werden1
folglich ist nichts fr uns ein
,gegenstand1 wenn es nicht den
,inbegriff aller empirischen ,realitt
als ,bedingung seiner ,mglichkeit
voraussetzt4 ,nach einer natrlichen
,illusion sehen wir nun das fr einen
,grundsatz an1 der von allen ,dingen
berhaupt gelten msse1 welcher eigentlich
nur von denen gilt1 die als
,gegenstnde unserer ,sinne gegeben
werden4 ,folglich werden wir das
empirische ,prinzip unserer ,begriffe
der ,mglichkeit der ,dinge1 als
,erscheinungen1 durch ,weglassung dieser
,einschrnkung1 fr ein transzendentales
,prinzip der ,mglichkeit der ,dinge
berhaupt halten4 ,da wir aber
hernach diese ,idee vom ,inbegriffe
aller ,realitt hypostasieren1 kommt
daher3 weil wir die distributive
,einheit des ,erfahrungsgebrauchs des
,verstandes in die kollektive ,einheit
eines ,erfahrungsganzen dialektisch
verwandeln1 und an diesem ,ganzen der
,erscheinung uns ein einzelnes ,ding
denken1 was alle empirische ,realitt in
sich enthlt1 welches dann1 vermittelst
der schon gedachten transzendentalen
,subreption1 mit dem ,begriffe eines
,dinges verwechselt wird1 was an der
,spitze der ,mglichkeit aller ,dinge
steht1 zu deren durchgngiger
,bestimmung es die realen ,bedingungen
hergibt499 99 ,dieses ,ideal des
allerrealsten ,wesens wird also1 ob es
zwar eine bloe ,vorstellung ist1
zuerst realisiert1 d4i4 zum ,objekt
gemacht1 darauf hypostasiert1
endlich1 durch einen natrlichen
,fortschritt der ,vernunft zur
,vollendung der ,einheit1 sogar
personifiziert1 wie wir bald anfhren
werden2 weil die regulative ,einheit der
,erfahrung nicht auf den
,erscheinungen selbst 7der ,sinnlichkeit
allein71 sondern auf der ,verknpfung
ihres ,mannigfaltigen durch den
,verstand 7in einer ,apperzeption7
beruht1 mithin die ,einheit der hchsten
,realitt und die durchgngige
,bestimmbarkeit 7,mglichkeit7 aller
,dinge in einem hchsten ,verstande1
mithin in einer ,intelligenz zu
liegen scheint4 ,des dritten
,hauptstcks ,dritter ,abschnitt ,von
den ,beweisgrnden der spekulativen
,vernunft1 auf das ,dasein eines
hchsten ,wesens zu schlieen
,ungeachtet dieser dringenden ,bedrfnis
der ,vernunft1 etwas vorauszusetzen1
was dem ,verstande zu der durchgngigen
,bestimmung seiner ,begriffe vollstndig
zum ,grunde liegen knne1 so bemerkt sie
doch das ,idealische und blo
,gedichtete einer solchen ,voraussetzung
viel zu leicht1 als da sie dadurch
allein berredet werden sollte1 ein
bloes ,selbstgeschpf ihres ,denkens
sofort fr ein wirkliches ,wesen
anzunehmen1 wenn sie nicht wodurch
anders gedrungen wrde1 irgendwo ihren
,ruhestand1 in dem ,regressus vom
,bedingten1 das gegeben ist1 zum
,unbedingten1 zu suchen1 das zwar an
sich und seinem bloen ,begriff noch
nicht als wirklich gegeben ist1 welches
aber allein die ,reihe der zu ihren
,grnden hinausgefhrten ,bedingungen
vollenden kann4 ,dieses ist nun der
natrliche ,gang1 den jede menschliche
,vernunft1 selbst die gemeinste1 nimmt1
obgleich nicht eine jede in demselben
aushlt4 ,sie fngt nicht von ,begriffen1
sondern von der gemeinen ,erfahrung an1
und legt also etwas ,existierendes zum
,grunde4 ,dieser ,boden aber sinkt1
wenn er nicht auf dem unbeweglichen
,felsen des ,absolutnotwendigen ruht4
,dieser selber aber schwebt ohne ,sttze1
wenn noch auer und unter ihm leerer
,raum ist1 und er nicht selbst alles
erfllt und dadurch keinen ,platz zum
,warum mehr brig lt1 d4i4 der ,realitt
nach unendlich ist4 ,wenn etwas1 was
es auch sei1 existiert1 so mu auch
eingerumt werden1 da irgend etwas
notwendigerweise existiere4 ,denn das
,zufllige existiert nur unter der
,bedingung eines anderen1 als seiner
,ursache1 und von dieser gilt der
,schlu fernerhin1 bis zu einer ,ursache1
die nicht zufllig und eben darum ohne
,bedingung notwendigerweise da ist4
,das ist das ,argument1 worauf die
,vernunft ihren ,fortschritt zum
,urwesen grndet4 ,nun sieht sich die
,vernunft nach dem ,begriffe eines
,wesens um1 das sich zu einem solchen
,vorzuge der ,existenz1 als die
unbedingte ,notwendigkeit1 schicke1
nicht sowohl1 um alsdann von dem
,begriffe desselben a priori auf sein
,dasein zu schlieen1 7denn1 getraute
sie sich dieses1 so drfte sie berhaupt
nur unter bloen ,begriffen forschen1
und htte nicht ntig1 ein gegebenes
,dasein zum ,grunde zu legen17 sondern
nur um unter allen ,begriffen mglicher
,dinge denjenigen zu finden1 der nichts
der absoluten ,notwendigkeit
,widerstreitendes in sich hat4 ,denn1 da
doch irgend etwas schlechthin
notwendig existieren msse1 hlt sie nach
dem ersteren ,schlusse schon fr
ausgemacht4 ,wenn sie nun alles
wegschaffen kann1 was sich mit dieser
,notwendigkeit nicht vertrgt1 auer
einem2 so ist dieses das schlechthin
notwendige ,wesen1 man mag nun die
,notwendigkeit desselben begreifen1
d4i4 aus seinem ,begriffe allein
ableiten knnen1 oder nicht4 ,nun
scheint dasjenige1 dessen ,begriff zu
allem ,warum das ,darum in sich enthlt1
das in keinem ,stcke und in keiner
,absicht defekt ist1 welches allerwrts
als ,bedingung hinreicht1 eben darum das
zur absoluten ,notwendigkeit
schickliche ,wesen zu sein1 weil es1 bei
dem ,selbstbesitz aller ,bedingungen
zu allem ,mglichen1 selbst keiner
,bedingung bedarf1 ja derselben nicht
einmal fhig ist1 folglich1 wenigstens
in einem ,stcke1 dem ,begriffe der
unbedingten ,notwendigkeit ein ,genge
tut1 darin es kein anderer ,begriff ihm
gleichtun kann1 der1 weil er mangelhaft
und der ,ergnzung bedrftig ist1 kein
solches ,merkmal der ,unabhngigkeit von
allen ferneren ,bedingungen an sich
zeigt4 ,es ist wahr1 da hieraus noch
nicht sicher gefolgert werden knne1 da1
was nicht die hchste und in aller
,absicht vollstndige ,bedingung in sich
enthlt1 darum selbst seiner ,existenz
nach bedingt sein msse2 aber es hat
denn doch das einzige ,merkzeichen des
unbedingten ,daseins nicht an sich1
dessen die ,vernunft mchtig ist1 um
durch einen ,begriff a priori irgendein
,wesen als unbedingt zu erkennen4
,der ,begriff eines ,wesens von der
hchsten ,realitt wrde sich also unter
allen ,begriffen mglicher ,dinge zu dem
,begriffe eines unbedingt notwendigen
,wesens am besten schicken1 und1 wenn er
diesem auch nicht vllig genugtut1 so
haben wir doch keine ,wahl1 sondern
sehen uns gentigt1 uns an ihn zu
halten1 weil wir die ,existenz eines
notwendigen ,wesens nicht in den ,wind
schlagen drfen2 geben wir sie aber zu1
doch in dem ganzen ,felde der
,mglichkeit nichts finden knnen1 was
auf einen solchen ,vorzug im ,dasein
einen gegrndeteren ,anspruch machen
knnte4 ,so ist also der natrliche
,gang der menschlichen ,vernunft
beschaffen4 ,zuerst berzeugt sie sich
vom ,dasein irgendeines notwendigen
,wesens4 ,in diesem erkennt sie eine
unbedingte ,existenz4 ,nun sucht sie den
,begriff des ,unabhngigen von aller
,bedingung1 und findet ihn in dem1 was
selbst die zureichende ,bedingung zu
allem anderen ist1 d4i4 in demjenigen1
was alle ,realitt enthlt4 ,das ,all aber
ohne ,schranken ist absolute ,einheit1
und fhrt den ,begriff eines einigen1
nmlich des hchsten ,wesens bei sich1
und so schliet sie1 da das hchste
,wesen1 als ,urgrund aller ,dinge1
schlechthin notwendigerweise da sei4
,diesem ,begriffe kann eine gewisse
,grndlichkeit nicht gestritten werden1
wenn von ,entschlieungen die ,rede ist1
nmlich1 wenn einmal das ,dasein
irgendeines notwendigen ,wesens
zugegeben wird und man darin
bereinkommt1 da man seine ,partei
ergreifen msse1 worin man dasselbe
setzen wolle2 denn alsdann kann man
nicht schicklicher whlen1 oder man hat
vielmehr keine ,wahl1 sondern ist
gentigt1 der absoluten ,einheit der
vollstndigen ,realitt1 als dem ,urquelle
der ,mglichkeit1 seine ,stimme zu
geben4 ,wenn uns aber nichts treibt1 uns
zu entschlieen1 und wir lieber diese
ganze ,sache dahingestellt sein lieen1
bis wir durch das volle ,gewicht der
,beweisgrnde zum ,beifalle gezwungen
wrden1 d4i4 wenn es blo um ,beurteilung
zu tun ist1 wie viel wir von dieser
,aufgabe wissen1 und was wir uns nur zu
wissen schmeicheln2 dann erscheint
obiger ,schlu bei weitem nicht in so
vorteilhafter ,gestalt1 und bedarf
,gunst1 um den ,mangel seiner
,rechtsansprche zu ersetzen4 ,denn1
wenn wir alles so gut sein lassen1 wie
es hier vor uns liegt1 da nmlich
erstlich von irgendeiner gegebenen
,existenz 7allenfalls auch blo meiner
eigenen7 ein richtiger ,schlu auf die
,existenz eines unbedingt notwendigen
,wesens stattfinde1 zweitens1 da ich ein
,wesen1 welches alle ,realitt1 mithin
auch alle ,bedingung enthlt1 als
schlechthin unbedingt ansehen msse1
folglich der ,begriff des ,dinges1
welches sich zur absoluten
,notwendigkeit schickt1 hierdurch
gefunden sei3 so kann daraus doch gar
nicht geschlossen werden1 da der
,begriff eines eingeschrnkten ,wesens1
das nicht die hchste ,realitt hat1
darum der absoluten ,notwendigkeit
widerspreche4 ,denn1 ob ich gleich in
seinem ,begriffe nicht das ,unbedingte
antreffe1 was das ,all der ,bedingungen
schon bei sich fhrt1 so kann daraus
doch gar nicht gefolgert werden1 da
sein ,dasein eben darum bedingt sein
msse2 so wie ich in einem
hypothetischen ,vernunftschlusse nicht
sagen kann3 wo eine gewisse ,bedingung
7nmlich hier der ,vollstndigkeit nach
,begriffen7 nicht ist1 da ist auch das
,bedingte nicht4 ,es wird uns vielmehr
unbenommen bleiben1 alle brigen
eingeschrnkten ,wesen ebensowohl fr
unbedingt notwendig gelten zu lassen1 ob
wir gleich ihre ,notwendigkeit aus dem
allgemeinen ,begriffe1 den wir von
ihnen haben1 nicht schlieen knnen4 ,auf
diese ,weise aber htte dieses
,argument uns nicht den mindesten
,begriff von ,eigenschaften eines
notwendigen ,wesens verschafft1 und
berall gar nichts geleistet4
,gleichwohl bleibt diesem ,argumente
eine gewisse ,wichtigkeit1 und ein
,ansehen1 das ihm1 wegen dieser
objektiven ,unzulnglichkeit1 noch nicht
sofort genommen werden kann4 ,denn
setzet1 es gebe ,verbindlichkeiten1 die
in der ,idee der ,vernunft ganz
richtig1 aber ohne alle ,realitt in
,anwendung auf uns selbst1 d4i4 ohne
,triebfedern sein wrden1 wo nicht ein
hchstes ,wesen vorausgesetzt wrde1 das
den praktischen ,gesetzen ,wirkung und
,nachdruck geben knnte3 so wrden wir
auch eine ,verbindlichkeit haben1 den
,begriffen zu folgen1 die1 wenn sie
gleich nicht objektiv zulnglich sein
mchten1 doch nach dem ,mae unserer
,vernunft berwiegend sind1 und in
,vergleichung mit denen wir doch nichts
,besseres und berfhrenderes erkennen4
,die ,pflicht zu whlen1 wrde hier die
,unschliessigkeit der ,spekulation durch
einen praktischen ,zusatz aus dem
,gleichgewichte bringen1 ja die
,vernunft wrde bei ihr selbst1 als dem
nachsehendsten ,richter1 keine
,rechtfertigung finden1 wenn sie unter
dringenden ,bewegursachen1 obzwar nur
mangelhafter ,einsicht1 diesen ,grnden
ihres ,urteils1 ber die wir doch
wenigstens keine besseren kennen1 nicht
gefolgt wre4 ,dieses ,argument1 ob es
gleich in der ,tat transzendental ist1
indem es auf der inneren
,unzulnglichkeit des ,zuflligen beruht1
ist doch so einfltig und natrlich1 da
es dem gemeinsten ,menschensinne
angemessen ist1 sobald dieser nur einmal
darauf gefhrt wird4 ,man sieht ,dinge
sich verndern1 entstehen und vergehen2
sie mssen also1 oder wenigstens ihr
,zustand1 eine ,ursache haben4 ,von
jeder ,ursache aber1 die jemals in der
,erfahrung gegeben werden mag1 lt sich
eben dieses wiederum fragen4 ,wohin
sollen wir nun die oberste ,kausalitt
billiger verlegen1 als dahin1 wo auch
die hchste ,kausalitt ist1 d4i4 in
dasjenige ,wesen1 was zu der mglichen
,wirkung die ,zulnglichkeit in sich
selbst ursprnglich enthlt1 dessen
,begriff auch durch den einzigen ,zug
einer allbefassenden ,vollkommenheit
sehr leicht zustande kommt4 ,diese
hchste ,ursache halten wir dann fr
schlechthin notwendig1 weil wir es
schlechterdings notwendig finden1 bis zu
ihr hinaufzusteigen1 und keinen
,grund1 ber sie noch weiter
hinauszugehen4 ,daher sehen wir bei
allen ,vlkern durch ihre blindeste
,vielgtterei doch einige ,funken des
,monotheismus durchschimmern1 wozu nicht
,nachdenken und tiefe ,spekulation1
sondern nur ein nach und nach
verstndlich gewordener natrlicher ,gang
des gemeinen ,verstandes gefhrt hat4
,es sind nur drei ,beweisarten vom
,dasein ,gottes aus
spekulativer ,vernunft mglich4 ,alle
,wege1 die man in dieser ,absicht
einschlagen mag1 fangen entweder von
der bestimmten ,erfahrung und der
dadurch erkannten besonderen
,beschaffenheit unserer ,sinnenwelt an1
und steigen von ihr nach ,gesetzen der
,kausalitt bis zur hchsten ,ursache auer
der ,welt hinauf3 oder sie legen nur
unbestimmte ,erfahrung1 d4i4 irgendein
,dasein1 empirisch zum ,grunde1 oder sie
abstrahieren endlich von aller
,erfahrung1 und schlieen gnzlich a
priori aus bloen ,begriffen auf das
,dasein einer hchsten ,ursache4 ,der
erste ,beweis ist der
physikotheologische1 der zweite der
kosmologische1 der dritte der
ontologische ,beweis4 ,mehr gibt es
ihrer nicht1 und mehr kann es auch
nicht geben4 ,ich werde dartun3 da
die ,vernunft1 auf dem einen ,wege 7dem
empirischen7 so wenig1 als auf dem
anderen 7dem transzendentalen71 etwas
ausrichte1 und da sie vergeblich ihre
,flgel ausspanne1 um ber die
,sinnenwelt durch die bloe ,macht der
,spekulation hinaus zu kommen4 ,was
aber die ,ordnung betrifft1 in welcher
diese ,beweisarten der ,prfung
vorgelegt werden mssen1 so wird sie
gerade die umgekehrte von derjenigen
sein1 welche die sich nach und nach
erweiternde ,vernunft nimmt1 und in der
wir sie auch zuerst gestellt haben4
,denn es wird sich zeigen3 da1 obgleich
,erfahrung den ersten ,anla dazu gibt1
dennoch blo der transzendentale ,begriff
die ,vernunft in dieser ihrer
,bestrebung leite und in allen solchen
,versuchen das ,ziel ausstecke1 das sie
sich vorgesetzt hat4 ,ich werde also
von der ,prfung des transzendentalen
,beweises anfangen1 und nachher sehen1
was der ,zusatz des ,empirischen zur
,vergrerung seiner ,beweiskraft tun
knne4 ,des dritten ,hauptstcks
,vierter ,abschnitt ,von der
,unmglichkeit eines ontologischen
,beweises vom ,dasein ,gottes ,man
sieht aus dem bisherigen leicht3 da der
,begriff eines absolut notwendigen
,wesens ein reiner ,vernunftbegriff1
d4i4 eine bloe ,idee sei1 deren
objektive ,realitt dadurch1 da die
,vernunft ihrer bedarf1 noch lange
nicht bewiesen ist1 welche auch nur auf
eine gewisse obzwar unerreichbare
,vollstndigkeit ,anweisung gibt1 und
eigentlich mehr dazu dient1 den
,verstand zu begrenzen1 als ihn auf neue
,gegenstnde zu erweitern4 ,es findet
sich hier nun das ,befremdliche und
,widersinnische1 da der ,schlu von einem
gegebenen ,dasein berhaupt auf
irgendein schlechthin notwendiges
,dasein1 dringend und richtig zu sein
scheint1 und wir gleichwohl alle
,bedingungen des ,verstandes1 sich
einen ,begriff von einer solchen
,notwendigkeit zu machen1 gnzlich wider
uns haben4 ,man hat zu aller ,zeit
von dem absolut notwendigen ,wesen
geredet1 und sich nicht sowohl ,mhe
gegeben1 zu verstehen1 ob und wie man
sich ein ,ding von dieser ,art auch nur
denken knne1 als vielmehr dessen
,dasein zu beweisen4 ,nun ist zwar eine
,namenerklrung von diesem ,begriffe
ganz leicht1 da es nmlich so etwas sei1
dessen ,nichtsein unmglich ist2 aber
man wird hierdurch um nichts klger1 in
,ansehung der ,bedingungen1 die es
unmglich machen1 das ,nichtsein eines
,dinges als schlechterdings undenklich
anzusehen1 und die eigentlich dasjenige
sind1 was man wissen will1 nmlich1 ob
wir uns durch diesen ,begriff berall
etwas denken1 oder nicht4 ,denn alle
,bedingungen1 die der ,verstand
jederzeit bedarf1 um etwas als notwendig
anzusehen1 vermittelst des ,worts3
,unbedingt1 wegwerfen1 macht mir noch
lange nicht verstndlich1 ob ich alsdann
durch einen ,begriff eines
,unbedingtnotwendigen noch etwas1 oder
vielleicht gar nichts denke4 ,noch
mehr3 diesen auf das bloe ,geratewohl
gewagten und endlich ganz gelufig
gewordenen ,begriff hat man noch dazu
durch eine ,menge ,beispiele zu erklren
geglaubt1 so1 da alle weitere
,nachfrage wegen seiner
,verstndlichkeit ganz unntig erschienen4
,ein jeder ,satz der ,geometrie1 z4,b4
da ein ,triangel drei ,winkel habe1 ist
schlechthin notwendig1 und so redete
man von einem ,gegenstande1 der ganz
auerhalb der ,sphre unseres ,verstandes
liegt1 als ob man ganz wohl verstnde1
was man mit dem ,begriffe von ihm sagen
wolle4 ,alle vorgegebenen ,beispiele
sind ohne ,ausnahme nur von ,urteilen1
aber nicht von ,dingen und deren ,dasein
hergenommen4 ,die unbedingte
,notwendigkeit der ,urteile aber ist
nicht eine absolute ,notwendigkeit der
,sachen4 ,denn die absolute
,notwendigkeit des ,urteils ist nur eine
bedingte ,notwendigkeit der ,sache1
oder des ,prdikats im ,urteile4 ,der
vorige ,satz sagte nicht1 da drei
,winkel schlechterdings notwendig sind1
sondern1 unter der ,bedingung1 da ein
,triangel da ist1 7gegeben ist7 sind
auch drei ,winkel 7in ihm7
notwendigerweise da4 ,gleichwohl hat
diese logische ,notwendigkeit eine so
groe ,macht ihrer ,illusion bewiesen1
da1 indem man sich einen ,begriff a
priori von einem ,dinge gemacht hatte1
der so gestellt war1 da man seiner
,meinung nach das ,dasein mit in seinen
,umfang begriff1 man daraus glaubte
sicher schlieen zu knnen1 da1 weil dem
,objekt dieses ,begriffs das ,dasein
notwendig zukommt1 d4i4 unter der
,bedingung1 da ich dieses ,ding als
gegeben 7existierend7 setze1 auch sein
,dasein notwendig 7nach der ,regel der
,identitt7 gesetzt werde1 und dieses
,wesen daher selbst schlechterdings
notwendig sei1 weil sein ,dasein in
einem nach ,belieben angenommenen
,begriffe und unter der ,bedingung1 da
ich den ,gegenstand desselben setze1
mitgedacht wird4 ,wenn ich das
,prdikat in einem identischen ,urteile
aufhebe und behalte das ,subjekt1 so
entspringt ein ,widerspruch1 und daher
sage ich3 jenes kommt diesem
notwendigerweise zu4 ,hebe ich aber das
,subjekt zusamt dem ,prdikate auf1 so
entspringt kein ,widerspruch2 denn es
ist nichts mehr1 welchem widersprochen
werden knnte4 ,einen ,triangel setzen
und doch die drei ,winkel desselben
aufheben1 ist widersprechend2 aber den
,triangel samt seinen drei ,winkeln
aufheben1 ist kein ,widerspruch4
,gerade ebenso ist es mit dem ,begriffe
eines absolut notwendigen ,wesens
bewandt4 ,wenn ihr das ,dasein desselben
aufhebt1 so hebt ihr das ,ding selbst
mit allen seinen ,prdikaten auf2 wo soll
alsdann der ,widerspruch herkommen8
uerlich ist nichts1 dem widersprochen
wrde1 denn das ,ding soll nicht uerlich
notwendig sein2 innerlich auch nichts1
denn ihr habt1 durch ,aufhebung des
,dinges selbst1 alles ,innere zugleich
aufgehoben4 ,gott ist allmchtig2 das ist
ein notwendiges ,urteil4 ,die
,allmacht kann nicht aufgehoben werden1
wenn ihr eine ,gottheit1 d4i4 ein
unendlich ,wesen1 setzt1 mit dessen
,begriff jener identisch ist4 ,wenn ihr
aber sagt3 ,gott ist nicht1 so ist
weder die ,allmacht1 noch irgendein
anderes seiner ,prdikate gegeben2 denn
sie sind alle zusamt dem ,subjekte
aufgehoben1 und es zeigt sich in diesem
,gedanken nicht der mindeste
,widerspruch4 ,ihr habt also gesehen1
da1 wenn ich das ,prdikat eines
,urteils zusamt dem ,subjekte aufhebe1
niemals ein innerer ,widerspruch
entspringen knne1 das ,prdikat mag auch
sein1 welches es wolle4 ,nun bleibt
euch keine ,ausflucht brig1 als1 ihr mt
sagen3 es gibt ,subjekte1 die gar
nicht aufgehoben werden knnen1 die also
bleiben mssen4 ,das wrde aber
ebensoviel sagen1 als3 es gibt
schlechterdings notwendige ,subjekte2
eine ,voraussetzung1 an deren
,richtigkeit ich eben gezweifelt habe1
und deren ,mglichkeit ihr mir zeigen
wolltet4 ,denn ich kann mir nicht den
geringsten ,begriff von einem ,dinge
machen1 welches1 wenn es mit allen
seinen ,prdikaten aufgehoben wrde1 einen
,widerspruch zurck liee1 und ohne den
,widerspruch habe ich1 durch bloe reine
,begriffe a priori1 kein ,merkmal der
,unmglichkeit4 ,wider alle diese
allgemeinen ,schlsse 7deren sich kein
,mensch weigern kann7 fordert ihr mich
durch einen ,fall auf1 den ihr1 als
einen ,beweis durch die ,tat1
aufstellt3 da es doch einen und zwar nur
diesen ,einen ,begriff gebe1 da das
,nichtsein oder das ,aufheben seines
,gegenstandes in sich selbst
widersprechend sei1 und dieses ist der
,begriff des allerrealsten ,wesens4 ,es
hat1 sagt ihr1 alle ,realitt1 und ihr
seid berechtigt1 ein solches ,wesen als
mglich anzunehmen1 7welches ich
vorjetzt einwillige1 obgleich der sich
nicht widersprechende ,begriff noch
lange nicht die ,mglichkeit des
,gegenstandes beweist7994 ,nun ist
unter aller ,realitt auch das ,dasein
mitbegriffen3 ,also liegt das ,dasein
in dem ,begriffe von einem ,mglichen4
,wird dieses ,ding nun aufgehoben1 so
wird die innere ,mglichkeit des ,dinges
aufgehoben1 welches widersprechend ist4
99 ,der ,begriff ist allemal mglich1
wenn er sich nicht widerspricht4
,das ist das logische ,merkmal der
,mglichkeit1 und dadurch wird sein
,gegenstand vom nihil negativum
unterschieden4 ,allein er kann
nichtsdestoweniger ein leerer ,begriff
sein1 wenn die objektive ,realitt der
,synthesis1 dadurch der ,begriff
erzeugt wird1 nicht besonders
dargetan wird2 welches aber jederzeit1
wie oben gezeigt worden1 auf
,prinzipien mglicher ,erfahrung und
nicht auf dem ,grundsatze der
,analysis 7dem ,satze des ,widerspruchs7
beruht4 ,das ist eine ,warnung1 von
der ,mglichkeit der ,begriffe 7logische7
nicht sofort auf die ,mglichkeit der
,dinge 7reale7 zu schlieen4 ,ich
antworte3 ,ihr habt schon einen
,widerspruch begangen1 wenn ihr in den
,begriff eines ,dinges1 welches ihr
lediglich seiner ,mglichkeit nach
denken wolltet1 es sei unter welchem
versteckten ,namen1 schon den ,begriff
seiner ,existenz hinein brachtet4 ,rumt
man euch dieses ein1 so habt ihr dem
,scheine nach gewonnen ,spiel1 in der
,tat aber nichts gesagt2 denn ihr habt
eine bloe ,tautologie begangen4 ,ich
frage euch1 ist der ,satz3 dieses oder
jenes ,ding 7welches ich euch als mglich
einrume1 es mag sein1 welches es
wolle17 existiert1 ist1 sage ich1
dieser ,satz ein analytischer oder
synthetischer ,satz8 ,wenn er das
erstere ist1 so tut ihr durch das
,dasein des ,dinges zu euerem ,gedanken
von dem ,dinge nichts hinzu1 aber
alsdann mte entweder der ,gedanke1 der
in euch ist1 das ,ding selber sein1 oder
ihr habt ein ,dasein1 als zur
,mglichkeit gehrig1 vorausgesetzt1 und
alsdann das ,dasein dem ,vorgeben nach
aus der inneren ,mglichkeit geschlossen1
welches nichts als eine elende
,tautologie ist4 ,das ,wort3 ,realitt1
welches im ,begriffe des ,dinges anders
klingt1 als ,existenz im ,begriffe des
,prdikats1 macht es nicht aus4 ,denn1
wenn ihr auch alles ,setzen 7unbestimmt
was ihr setzt7 ,realitt nennt1 so habt
ihr das ,ding schon mit allen seinen
,prdikaten im ,begriffe des ,subjekts
gesetzt und als wirklich angenommen1
und im ,prdikate wiederholt ihr es nur4
,gesteht ihr dagegen1 wie es
billigermaen jeder ,vernnftige gestehen
mu1 da ein jeder ,existenzialsatz
synthetisch sei1 wie wollt ihr dann
behaupten1 da das ,prdikat der ,existenz
sich ohne ,widerspruch nicht aufheben
lasse8 da dieser ,vorzug nur den
analytischen1 als deren ,charakter eben
darauf beruht1 eigentmlich zukommt4
,ich wrde zwar hoffen1 diese grblerische
,argutation1 ohne allen ,umschweif1
durch eine genaue ,bestimmung des
,begriffs der ,existenz zunichte zu
machen1 wenn ich nicht gefunden htte1 da
die ,illusion1 in ,verwechslung eines
logischen ,prdikats mit einem realen1
7d4i4 der ,bestimmung eines ,dinges17
beinahe alle ,belehrung ausschlage4 ,zum
logischen ,prdikate kann alles dienen1
was man will1 sogar das ,subjekt kann
von sich selbst prdiziert werden2 denn
die ,logik abstrahiert von allem
,inhalte4 ,aber die ,bestimmung ist ein
,prdikat1 welches ber den ,begriff des
,subjekts hinzukommt und ihn vergrert4
,sie mu also nicht in ihm schon
enthalten sein4 ,sein ist offenbar
kein reales ,prdikat1 d4i4 ein ,begriff
von irgend etwas1 was zu dem ,begriffe
eines ,dinges hinzukommen knne4 ,es ist
blo die ,position eines ,dinges1 oder
gewisser ,bestimmungen an sich selbst4
,im logischen ,gebrauche ist es
lediglich die ,copula eines ,urteils4
,der ,satz3 ,gott ist allmchtig1 enthlt
zwei ,begriffe1 die ihre ,objekte
haben3 ,gott und ,allmacht2 das
,wrtchen3 ist1 ist nicht noch ein
,prdikat obenein1 sondern nur das1 was
das ,prdikat beziehungsweise aufs
,subjekt setzt4 ,nehme ich nun das
,subjekt 7,gott7 mit allen seinen
,prdikaten 7worunter auch die ,allmacht
gehrt7 zusammen1 und sage3 ,gott ist1
oder es ist ein ,gott1 so setze ich kein
neues ,prdikat zum ,begriffe von
,gott1 sondern nur das ,subjekt an sich
selbst mit allen seinen ,prdikaten1 und
zwar den ,gegenstand in ,beziehung auf
meinen ,begriff4 ,beide mssen genau
einerlei enthalten1 und es kann daher
zu dem ,begriffe1 der blo die
,mglichkeit ausdrckt1 darum1 da ich
dessen ,gegenstand als schlechthin
gegeben 7durch den ,ausdruck3 er ist7
denke1 nichts weiter hinzukommen4 ,und
so enthlt das ,wirkliche nichts mehr
als das blo ,mgliche4 ,hundert wirkliche
,taler enthalten nicht das mindeste
mehr1 als hundert mgliche4 ,denn1 da
diese den ,begriff1 jene aber den
,gegenstand und dessen ,position an sich
selbst bedeuten1 so wrde1 im ,fall
dieser mehr enthielte als jener1 mein
,begriff nicht den ganzen ,gegenstand
ausdrcken1 und also auch nicht der
angemessene ,begriff von ihm sein4
,aber in meinem ,vermgenszustande ist
mehr bei hundert wirklichen ,talern1
als bei dem bloen ,begriffe derselben1
7d4 i4 ihrer ,mglichkeit74 ,denn der
,gegenstand ist bei der ,wirklichkeit
nicht blo in meinem ,begriffe analytisch
enthalten1 sondern kommt zu meinem
,begriffe 7der eine ,bestimmung meines
,zustandes ist7 synthetisch hinzu1 ohne
da durch dieses ,sein auerhalb meinem
,begriffe diese gedachten hundert
,taler selbst im mindesten vermehrt
werden4 ,wenn ich also ein ,ding1
durch welche und wie viel ,prdikate ich
will1 7selbst in der durchgngigen
,bestimmung7 denke1 so kommt dadurch1 da
ich noch hinzusetze1 dieses ,ding ist1
nicht das mindeste zu dem ,dinge
hinzu4 ,denn sonst wrde nicht eben
dasselbe1 sondern mehr existieren1 als
ich im ,begriffe gedacht hatte1 und ich
knnte nicht sagen1 da gerade der
,gegenstand meines ,begriffs existiere4
,denke ich mir auch sogar in einem
,dinge alle ,realitt auer einer1 so
kommt dadurch1 da ich sage1 ein solches
mangelhaftes ,ding existiert1 die
fehlende ,realitt nicht hinzu1 sondern
es existiert gerade mit demselben
,mangel behaftet1 als ich es gedacht
habe1 sonst wrde etwas anderes1 als ich
dachte1 existieren4 ,denke ich mir nun
ein ,wesen als die hchste ,realitt
7ohne ,mangel71 so bleibt noch immer die
,frage1 ob es existiere1 oder nicht4
,denn1 obgleich an meinem ,begriffe1 von
dem mglichen realen ,inhalte eines
,dinges berhaupt1 nichts fehlt1 so
fehlt doch noch etwas an dem
,verhltnisse zu meinem ganzen ,zustande
des ,denkens1 nmlich da die ,erkenntnis
jenes ,objekts auch a posteriori mglich
sei4 ,und hier zeigt sich auch die
,ursache der hierbei obwaltenden
,schwierigkeit4 ,wre von einem
,gegenstande der ,sinne die ,rede1 so
wrde ich die ,existenz des ,dinges mit
dem bloen ,begriffe des ,dinges nicht
verwechseln knnen4 ,denn durch den
,begriff wird der ,gegenstand nur mit
den allgemeinen ,bedingungen einer
mglichen empirischen ,erkenntnis
berhaupt als einstimmig1 durch die
,existenz aber als in dem ,kontext der
gesamten ,erfahrung enthalten gedacht2
da denn durch die ,verknpfung mit dem
,inhalte der gesamten ,erfahrung der
,begriff vom ,gegenstande nicht im
mindesten vermehrt wird1 unser ,denken
aber durch denselben eine mgliche
,wahrnehmung mehr bekommt4 ,wollen wir
dagegen die ,existenz durch die reine
,kategorie allein denken1 so ist kein
,wunder1 da wir kein ,merkmal angeben
knnen1 sie von der bloen ,mglichkeit zu
unterscheiden4 ,unser ,begriff von
einem ,gegenstande mag also enthalten1
was und wie viel er wolle1 so mssen wir
doch aus ihm herausgehen1 um diesem die
,existenz zu erteilen4 ,bei
,gegenstnden der ,sinne geschieht dieses
durch den ,zusammenhang mit
irgendeiner meiner ,wahrnehmungen nach
empirischen ,gesetzen2 aber fr ,objekte
des reinen ,denkens in ganz und gar
kein ,mittel1 ihr ,dasein zu erkennen1
weil es gnzlich a priori erkannt werden
mte1 unser ,bewutsein aller ,existenz
aber 7es sei durch ,wahrnehmung
unmittelbar1 oder durch ,schlsse1 die
etwas mit der ,wahrnehmung verknpfen17
gehrt ganz und gar zur ,einheit der
,erfahrung1 und eine ,existenz auer
diesem ,felde kann zwar nicht
schlechterdings fr unmglich erklrt
werden1 sie ist aber eine
,voraussetzung1 die wir durch nichts
rechtfertigen knnen4 ,der ,begriff
eines hchsten ,wesens ist eine in
mancher ,absicht sehr ntzliche ,idee2
sie ist aber eben darum1 weil sie blo
,idee ist1 ganz unfhig1 um vermittelst
ihrer allein unsere ,erkenntnis in
,ansehung dessen1 was existiert1 zu
erweitern4 ,sie vermag nicht einmal so
viel1 da sie uns in ,ansehung der
,mglichkeit eines ,mehreren belehrte4
,das analytische ,merkmal der
,mglichkeit1 das darin besteht1 da bloe
,positionen 7,realitten7 keinen
,widerspruch erzeugen1 kann ihm zwar
nicht gestritten werden2 weil aber die
,verknpfung aller realen ,eigenschaften
in einem ,dinge eine ,synthesis ist1
ber deren ,mglichkeit wir a priori
nicht urteilen knnen1 weil uns die
,realitten spezifisch nicht gegeben
sind1 und1 wenn dieses auch geschhe1
berall gar kein ,urteil darin
stattfindet1 weil das ,merkmal der
,mglichkeit synthetischer ,erkenntnisse
immer nur in der ,erfahrung gesucht
werden mu1 zu welcher aber der
,gegenstand einer ,idee nicht gehren
kann2 so hat der berhmte ,leibniz bei
weitem das nicht geleistet1 wessen er
sich schmeichelte1 nmlich eines so
erhabenen idealischen ,wesens
,mglichkeit a priori einsehen zu wollen4
,es ist also an dem so berhmten
ontologischen 7,cartesianischen7
,beweise1 vom ,dasein eines hchsten
,wesens1 aus ,begriffen1 alle ,mhe und
,arbeit verloren1 und ein ,mensch mchte
wohl ebensowenig aus bloen ,ideen an
,einsichten reicher werden1 als ein
,kaufmann an ,vermgen1 wenn er1 um
seinen ,zustand zu verbessern1 seinem
,kassenbestande einige ,nullen anhngen
wollte4 ,des dritten ,hauptstcks
,fnfter ,abschnitt ,von der
,unmglichkeit eines kosmologischen
,beweises vom ,dasein ,gottes ,es war
etwas ganz ,unnatrliches und eine bloe
,neuerung des ,schulwitzes1 aus einer
ganz willkrlich entworfenen ,idee das
,dasein des ihr entsprechenden
,gegenstandes selbst ausklauben zu
wollen4 ,in der ,tat wrde man es nie
auf diesem ,wege versucht haben1 wre
nicht die ,bedrfnis unserer ,vernunft1
zur ,existenz berhaupt irgend etwas
,notwendiges 7bei dem man im ,aufsteigen
stehenbleiben knne7 anzunehmen1
vorhergegangen1 und wre nicht die
,vernunft1 da diese ,notwendigkeit
unbedingt und a priori gewi sein mu1
gezwungen worden1 einen ,begriff zu
suchen1 der1 wo mglich1 einer solchen
,forderung ein ,genge tte1 und ein
,dasein vllig a priori zu erkennen gebe4
,diesen glaubte man nun in der ,idee
eines allerrealsten ,wesens zu finden
und so wurde diese nur zur bestimmteren
,kenntnis desjenigen1 wovon man schon
anderweitig berzeugt oder berredet war1
es msse existieren1 nmlich des
notwendigen ,wesens1 gebraucht4 ,indes
verhehlte man diesen natrlichen ,gang
der ,vernunft1 und1 anstatt bei diesem
,begriffe zu endigen1 versuchte man von
ihm anzufangen1 um die ,notwendigkeit
des ,daseins aus ihm abzuleiten1 die er
doch nur zu ergnzen bestimmt war4
,hieraus entsprang nun der verunglckte
ontologische ,beweis1 der weder fr den
natrlichen und gesunden ,verstand1 noch
fr die schulgerechte ,prfung etwas
,genugtuendes bei sich fhrt4 ,der
kosmologische ,beweis1 den wir jetzt
untersuchen wollen1 behlt die
,verknpfung der absoluten ,notwendigkeit
mit der hchsten ,realitt bei1 aber
anstatt1 wie der vorige1 von der hchsten
,realitt auf die ,notwendigkeit im
,dasein zu schlieen1 schliet er vielmehr
von der zum voraus gegebenen
unbedingten ,notwendigkeit irgendeines
,wesens1 auf dessen unbegrenzte
,realitt1 und bringt sofern alles
wenigstens in das ,geleis einer1 ich
wei nicht ob vernnftigen1 oder
vernnftelnden1 wenigstens natrlichen
,schluart1 welche nicht allein fr den
gemeinen1 sondern auch den spekulativen
,verstand die meiste berredung bei sich
fhrt2 wie sie denn auch sichtbarlich zu
allen ,beweisen der natrlichen
,theologie die ersten ,grundlinien
zieht1 denen man jederzeit nachgegangen
ist und ferner nachgehen wird1 man mag
sie nun durch noch so viel ,laubwerk
und ,schnrkel verzieren und verstecken1
als man immer will4 ,diesen ,beweis1 den
,leibniz auch den a contingentia mundi
nannte1 wollen wir jetzt vor ,augen
stellen und der ,prfung unterwerfen4
,er lautet also3 ,wenn etwas existiert1
so mu auch ein schlechterdings
notwendiges ,wesen existieren4 ,nun
existiere1 zum mindesten1 ich selbst3
also existiert ein absolut notwendiges
,wesen4 ,der ,untersatz enthlt eine
,erfahrung1 der ,obersatz die
,schlufolge aus einer ,erfahrung
berhaupt auf das ,dasein des
,notwendigen499 ,also hebt der ,beweis
eigentlich von der ,erfahrung an1 mithin
ist er nicht gnzlich a priori gefhrt1
oder ontologisch1 und weil der
,gegenstand aller mglichen ,erfahrung
,welt heit1 so wird er darum der
kosmologische ,beweis genannt4 ,da er
auch von aller besonderen ,eigenschaft
der ,gegenstnde der ,erfahrung1 dadurch
sich diese ,welt von jeder mglichen
unterscheiden mag1 abstrahiert3 so wird
er schon in seiner ,benennung auch vom
physikotheologischen ,beweise
unterschieden1 welcher ,beobachtungen
der besonderen ,beschaffenheit dieser
unserer ,sinnenwelt zu ,beweisgrnden
braucht4 99 ,diese ,schlufolge ist zu
bekannt1 als das es ntig wre1 sie
hier weitlufig vorzutragen4 ,sie beruht
auf dem vermeintlich transzendentalen
,naturgesetz der ,kausalitt3 da alles
,zufllige seine ,ursache habe1 die1
wenn sie wiederum zufllig ist1
ebensowohl eine ,ursache haben mu1
bis die ,reihe der einander
untergeordneten ,ursachen sich bei
einer schlechthin notwendigen ,ursache
endigen mu1 ohne welche sie keine
,vollstndigkeit haben wrde4 ,nun
schliet der ,beweis weiter3 das
notwendige ,wesen kann nur auf eine
einzige ,art1 d4i4 in ,ansehung aller
mglichen entgegengesetzten ,prdikate
nur durch eines derselben1 bestimmt
werden1 folglich mu es durch seinen
,begriff durchgngig bestimmt sein4 ,nun
ist nur ein einziger ,begriff von einem
,dinge mglich1 der dasselbe a priori
durchgngig bestimmt1 nmlich der des
entis realissimi3 ,also ist der
,begriff des allerrealsten ,wesens der
einzige1 dadurch ein notwendiges ,wesen
gedacht werden kann1 d4i4 es existiert
ein hchstes ,wesen notwendigerweise4
,in diesem kosmologischen ,argumente
kommen so viel vernnftelnde ,grundstze
zusammen1 da die spekulative ,vernunft
hier alle ihre dialektische ,kunst
aufgeboten zu haben scheint1 um den
grtmglichen transzendentalen ,schein
zustande zu bringen4 ,wir wollen ihre
,prfung indessen eine ,weile beiseite
setzen1 um nur eine ,list derselben
offenbar zu machen1 mit welcher sie ein
altes ,argument in verkleideter
,gestalt fr ein neues aufstellt und sich
auf zweier ,zeugen ,einstimmung
beruft1 nmlich einem reinen
,vernunftzeugen und einem anderen von
empirischer ,beglaubigung1 da es doch
nur der erstere allein ist1 welcher blo
seinen ,anzug und ,stimme verndert1 um
fr einen zweiten gehalten zu werden4
,um seinen ,grund recht sicher zu legen1
fut sich dieser ,beweis auf ,erfahrung
und gibt sich dadurch das ,ansehen1 als
sei er vom ontologischen ,beweise
unterschieden1 der auf lauter reine
,begriffe a priori sein ganzes
,vertrauen setzt4 ,dieser ,erfahrung
aber bedient sich der kosmologische
,beweis nur1 um einen einzigen ,schritt
zu tun1 nmlich zum ,dasein eines
notwendigen ,wesens berhaupt4 ,was
dieses fr ,eigenschaften habe1 kann der
empirische ,beweisgrund nicht lehren1
sondern da nimmt die ,vernunft gnzlich
von ihm ,abschied und forscht hinter
lauter ,begriffen3 was nmlich ein
absolut notwendiges ,wesen berhaupt fr
,eigenschaften haben msse1 7d4i4 welches
unter allen mglichen ,dingen die
erforderlichen ,bedingungen 7requisita7
zu einer absoluten ,notwendigkeit in
sich enthalte4 ,nun glaubt sie im
,begriffe eines allerrealsten ,wesens
einzig und allein diese ,requisite
anzutreffen1 und schliet sodann3 das ist
das schlechterdings notwendige ,wesen4
,es ist aber klar1 da man hierbei
voraussetzt1 der ,begriff eines ,wesens
von der hchsten ,realitt tue dem
,begriffe der absoluten ,notwendigkeit
im ,dasein vllig genug1 d4i4 es lasse
sich aus jener auf diese schlieen2 ein
,satz1 den das ontologische ,argument
behauptete1 welches man also im
kosmologischen ,beweise annimmt und zum
,grunde legt1 da man es doch hatte
vermeiden wollen4 ,denn die absolute
,notwendigkeit ist ein ,dasein aus bloen
,begriffen4 ,sage ich nun3 der
,begriff des entis realissimi ist ein
solcher ,begriff1 und zwar der einzige1
der zu dem notwendigen ,dasein passend
und ihm adquat ist2 so mu ich auch
einrumen1 da aus ihm das letztere
geschlossen werden knne4 ,es ist also
eigentlich nur der ontologische ,beweis
aus lauter ,begriffen1 der in dem
sogenannten kosmologischen alle
,beweiskraft enthlt1 und die angebliche
,erfahrung ist ganz mig1 vielleicht1 um
uns nur auf den ,begriff der absoluten
,notwendigkeit zu fhren1 nicht aber um
diese an irgendeinem bestimmten ,dinge
darzutun4 ,denn sobald wir dieses zur
,absicht haben1 mssen wir sofort alle
,erfahrung verlassen1 und unter reinen
,begriffen suchen1 welcher von ihnen
wohl die ,bedingungen der ,mglichkeit
eines absolut notwendigen ,wesens
enthalte4 ,ist aber auf solche ,weise
nur die ,mglichkeit eines solchen
,wesens eingesehen1 so ist auch sein
,dasein dargetan2 denn es heit so viel1
als3 unter allem ,mglichen ist ,eines1
das absolute ,notwendigkeit bei sich
fhrt1 d4i4 dieses ,wesen existiert
schlechterdings notwendig4 ,alle
,blendwerke im ,schlieen entdecken sich
am leichtesten1 wenn man sie auf
schulgerechte ,art vor ,augen stellt4
,hier ist eine solche ,darstellung4
,wenn der ,satz richtig ist3 ein jedes
schlechthin notwendiges ,wesen ist
zugleich das allerrealste ,wesen2 7als
welches der nervus probandi des
kosmologischen ,beweises ist27 so mu er
sich1 wie alle bejahenden ,urteile1
wenigstens per accidens umkehren lassen2
also3 einige allerrealste ,wesen sind
zugleich schlechthin notwendige ,wesen4
,nun ist aber ein ens realissimum von
einem anderen in keinem ,stcke
unterschieden1 und1 was also von einigen
unter diesem ,begriffe enthaltenen
gilt1 das gilt auch von allen4 ,mithin
werde ich 7in diesem ,falle7 auch
schlechthin umkehren knnen1 d4i4 ein
jedes allerrealste ,wesen ist ein
notwendiges ,wesen4 ,weil nun dieser
,satz blo aus seinen ,begriffen a
priori bestimmt ist3 so mu der bloe
,begriff des realsten ,wesens auch die
absolute ,notwendigkeit desselben bei
sich fhren2 welches eben der
ontologische ,beweis behauptete1 und der
kosmologische nicht anerkennen wollte1
gleichwohl aber seinen ,schlssen1
obzwar versteckter ,weise1 unterlegte4
,so ist denn der zweite ,weg1 den die
spekulative ,vernunft nimmt1 um das
,dasein des hchsten ,wesens zu beweisen1
nicht allein mit dem ersten gleich
trglich1 sondern hat noch dieses
,tadelhafte an sich1 da er eine
ignoratio elenchi begeht1 indem er uns
verheit1 einen neuen ,fusteig zu fhren1
aber1 nach einem kleinen ,umschweif1
uns wiederum auf den alten zurckbringt1
den wir seinetwegen verlassen hatten4
,ich habe kurz vorher gesagt1 da in
diesem kosmologischen ,argumente sich
ein ganzes ,nest von dialektischen
,anmaungen verborgen halte1 welches die
transzendentale ,kritik leicht
entdecken und zerstren kann4 ,ich will
sie jetzt nur anfhren und es dem schon
gebten ,leser berlassen1 den trglichen
,grundstzen weiter nachzuforschen und
sie aufzuheben4 ,da befindet sich
denn z4,b4 #a4 der transzendentale
,grundsatz1 vom ,zuflligen auf eine
,ursache zu schlieen1 welcher nur in der
,sinnenwelt von ,bedeutung ist1
auerhalb derselben aber auch nicht
einmal einen ,sinn hat4 ,denn der blo
intellektuelle ,begriff des ,zuflligen
kann gar keinen synthetischen ,satz1 wie
den der ,kausalitt1 hervorbringen1 und
der ,grundsatz der letzteren hat gar
keine ,bedeutung und kein ,merkmal
seines ,gebrauchs1 als nur in der
,sinnenwelt2 hier aber sollte er gerade
dazu dienen1 um ber die ,sinnenwelt
hinaus zu kommen4 #b4 ,der ,schlu1 von
der ,unmglichkeit einer unendlichen
,reihe bereinander gegebenen ,ursachen
in der ,sinnenwelt auf eine erste
,ursache zu schlieen1 wozu uns die
,prinzipien des ,vernunftgebrauchs
selbst in der ,erfahrung nicht
berechtigen1 vielweniger diesen
,grundsatz ber dieselbe 7wohin diese
,kette gar nicht verlngert werden kann7
ausdehnen knnen4 #c4 ,die falsche
,selbstbefriedigung der ,vernunft1 in
,ansehung der ,vollendung dieser ,reihe1
dadurch1 da man endlich alle
,bedingung1 ohne welche doch kein
,begriff einer ,notwendigkeit
stattfinden kann1 wegschafft1 und1 da
man alsdann nichts weiter begreifen
kann1 dieses fr eine ,vollendung seines
,begriffs annimmt4 #d4 ,die
,verwechslung der logischen ,mglichkeit
eines ,begriffs von aller vereinigten
,realitt 7ohne inneren ,widerspruch7 mit
der transzendentalen1 welche ein
,prinzipium der ,tunlichkeit einer
solchen ,synthesis bedarf1 das aber
wiederum nur auf das ,feld mglicher
,erfahrungen gehen kann1 usw4 ,das
,kunststck des kosmologischen ,beweises
zielt blo darauf ab1 um dem ,beweise
des ,daseins eines notwendigen ,wesens a
priori durch bloe ,begriffe
auszuweichen1 der ontologisch gefhrt
werden mte1 wozu wir uns aber gnzlich
unvermgend fhlen4 ,in dieser ,absicht
schlieen wir aus einem zum ,grunde
gelegten wirklichen ,dasein 7einer
,erfahrung berhaupt71 so gut es sich
will tun lassen1 auf irgendeine
schlechterdings notwendige ,bedingung
desselben4 ,wir haben alsdann dieser
ihre ,mglichkeit nicht ntig zu erklren4
,denn1 wenn bewiesen ist1 da sie da
sei1 so ist die ,frage wegen ihrer
,mglichkeit ganz unntig4 ,wollen wir
nun dieses notwendige ,wesen nach seiner
,beschaffenheit nher bestimmen1 so
suchen wir nicht dasjenige1 was
hinreichend ist1 aus seinem ,begriffe
die ,notwendigkeit des ,daseins zu
begreifen2 denn1 knnten wir dieses1 so
htten wir keine empirische
,voraussetzung ntig2 nein1 wir suchen
nur die negative ,bedingung1 7conditio
sine qua non17 ohne welche ein ,wesen
nicht absolut notwendig sein wrde4 ,nun
wrde das in aller anderen ,art von
,schlssen1 aus einer gegebenen ,folge
auf ihren ,grund1 wohl angehen2 es
trifft sich aber hier
unglcklicherweise1 da die ,bedingung1
die man zur absoluten ,notwendigkeit
fordert1 nur in einem einzigen ,wesen
angetroffen werden kann1 welches daher
in seinem ,begriffe alles1 was zur
absoluten ,notwendigkeit erforderlich
ist1 enthalten mte1 und also einen
,schlu a priori auf dieselbe mglich
macht2 d4i4 ich mte auch umgekehrt
schlieen knnen3 welchem ,dinge dieser
,begriff 7der hchsten ,realitt7
zukommt1 das ist schlechterdings
notwendig1 und1 kann ich so nicht
schlieen1 7wie ich denn dieses gestehen
mu1 wenn ich den ontologischen ,beweis
vermeiden will17 so bin ich auch auf
meinem neuen ,wege verunglckt und
befinde mich wiederum da1 von wo ich
ausging4 ,der ,begriff des hchsten
,wesens tut wohl allen ,fragen a priori
ein ,genge1 die wegen der inneren
,bestimmungen eines ,dinges knnen
aufgeworfen werden1 und ist darum auch
ein ,ideal ohne ,gleichen1 weil der
allgemeine ,begriff dasselbe zugleich
als ein ,individuum unter allen
mglichen ,dingen auszeichnet4 ,er tut
aber der ,frage wegen seines eigenen
,daseins gar kein ,genge1 als warum es
doch eigentlich nur zu tun war1 und man
konnte auf die ,erkundigung dessen1 der
das ,dasein eines notwendigen ,wesens
annahm1 und nur wissen wollte1 welches
denn unter allen ,dingen dafr angesehen
werden msse1 nicht antworten3 ,dies
hier ist das notwendige ,wesen4 ,es
mag wohl erlaubt sein1 das ,dasein eines
,wesens von der hchsten
,zulnglichkeit1 als ,ursache zu allen
mglichen ,wirkungen1 anzunehmen1 um der
,vernunft die ,einheit der
,erklrungsgrnde1 welche sie sucht1 zu
erleichtern4 ,allein1 sich so viel
herauszunehmen1 da man sogar sage3 ein
solches ,wesen existiert notwendig1 ist
nicht mehr die bescheidene uerung einer
erlaubten ,hypothese1 sondern die
dreiste ,anmaung einer apodiktischen
,gewiheit2 denn1 was man als schlechthin
notwendig zu erkennen vorgibt1 davon
mu auch die ,erkenntnis absolute
,notwendigkeit bei sich fhren4 ,die
ganze ,aufgabe des transzendentalen
,ideals kommt darauf an3 entweder zu
der absoluten ,notwendigkeit einen
,begriff1 oder zu dem ,begriffe von
irgendeinem ,dinge die absolute
,notwendigkeit desselben zu finden4
,kann man das eine1 so mu man auch das
andere knnen2 denn als schlechthin
notwendig erkennt die ,vernunft nur
dasjenige1 was aus seinem ,begriffe
notwendig ist4 ,aber beides bersteigt
gnzlich alle uersten ,bestrebungen1
unseren ,verstand ber diesen ,punkt zu
befriedigen1 aber auch alle ,versuche1
ihn wegen dieses seines ,unvermgens zu
beruhigen4 ,die unbedingte
,notwendigkeit1 die wir1 als den letzten
,trger aller ,dinge1 so unentbehrlich
bedrfen1 ist der wahre ,abgrund fr die
menschliche ,vernunft4 ,selbst die
,ewigkeit1 so schauderhaft erhaben sie
auch ein ,haller schildern mag1 macht
lange den schwindligen ,eindruck nicht
auf das ,gemt2 denn sie mit nur die
,dauer der ,dinge1 aber trgt sie nicht4
,man kann sich des ,gedanken nicht
erwehren1 man kann ihn aber auch nicht
ertragen3 da ein ,wesen1 welches wir uns
auch als das hchste unter allen
mglichen vorstellen1 gleichsam zu sich
selbst sage3 ,ich bin von ,ewigkeit zu
,ewigkeit1 auer mir ist nichts1 ohne
das1 was blo durch meinen ,willen etwas
ist2 aber woher bin ich denn8 ,hier
sinkt alles unter uns1 und die grte
,vollkommenheit1 wie die kleinste1
schwebt ohne ,haltung blo vor der
spekulativen ,vernunft1 der es nichts
kostet1 die eine so wie die andere ohne
die mindeste ,hindernis verschwinden zu
lassen4 ,viele ,krfte der ,natur1
die ihr ,dasein durch gewisse ,wirkungen
uern1 bleiben fr uns unerforschlich2
denn wir knnen ihnen durch ,beobachtung
nicht weit genug nachspren4 ,das den
,erscheinungen zum ,grunde liegende
transzendentale ,objekt1 und mit
demselben der ,grund1 warum unsere
,sinnlichkeit diese vielmehr als andere
oberste ,bedingungen habe1 sind und
bleiben fr uns unerforschlich1 obzwar
die ,sache selbst brigens gegeben1 aber
nur nicht eingesehen ist4 ,ein ,ideal
der reinen ,vernunft kann aber nicht
unerforschlich heien1 weil es weiter
keine ,beglaubigung seiner ,realitt
aufzuweisen hat1 als die ,bedrfnis der
,vernunft1 vermittelst desselben alle
synthetische ,einheit zu vollenden4 ,da
es also nicht einmal als denkbarer
,gegenstand gegeben ist1 so ist es auch
nicht als ein solcher unerforschlich2
vielmehr mu er1 als bloe ,idee1 in der
,natur der ,vernunft seinen ,sitz und
seine ,auflsung finden1 und also
erforscht werden knnen2 denn eben darin
besteht ,vernunft1 da wir von allen
unseren ,begriffen1 ,meinungen und
,behauptungen1 es sei aus objektiven1
oder1 wenn sie ein bloer ,schein sind1
aus subjektiven ,grnden ,rechenschaft
geben knnen4 ,entdeckung und
,erklrung des dialektischen ,scheins in
allen transzendentalen ,beweisen vom
,dasein eines notwendigen ,wesens4
,beide bisher gefhrten ,beweise waren
transzendental1 d4i4 unabhngig von
empirischen ,prinzipien versucht4 ,denn1
obgleich der kosmologische eine
,erfahrung berhaupt zum ,grunde legt1 so
ist er doch nicht aus irgendeiner
besonderen ,beschaffenheit derselben1
sondern aus reinen ,vernunftprinzipien1
in ,beziehung auf eine durchs
empirische ,bewutsein berhaupt gegebene
,existenz1 gefhrt und verlt sogar diese
,anleitung1 um sich auf lauter reine
,begriffe zu sttzen4 ,was ist nun in
diesen transzendentalen ,beweisen die
,ursache des dialektischen1 aber
natrlichen ,scheins1 welcher die
,begriffe der ,notwendigkeit und
hchsten ,realitt verknpft1 und
dasjenige1 was doch nur ,idee sein
kann1 realisiert und hypostasiert8 ,was
ist die ,ursache der
,unvermeidlichkeit1 etwas als an sich
notwendig unter den existierenden
,dingen anzunehmen1 und doch zugleich
vor dem ,dasein eines solchen ,wesens
als einem ,abgrunde zurckzubeben1 und
wie fngt man es an1 da sich die
,vernunft hierber selbst verstehe1 und
aus dem schwankenden ,zustande eines
schchternen1 und immer wiederum
zurckgenommenen ,beifalls1 zur ruhigen
,einsicht gelange8 ,es ist etwas
beraus ,merkwrdiges1 da1 wenn man
voraussetzt1 etwas existiere1 man der
,folgerung nicht ,umgang haben kann1 da
auch irgend etwas notwendigerweise
existiere4 ,auf diesem ganz natrlichen
7obzwar darum noch nicht sicheren7
,schlusse beruhte das kosmologische
,argument4 ,dagegen mag ich einen
,begriff von einem ,dinge annehmen1
welchen ich will1 so finde ich1 da sein
,dasein niemals von mir als
schlechterdings notwendig vorgestellt
werden knne1 und da mich nichts
hindere1 es mag existieren was da wolle1
das ,nichtsein desselben zu denken1
mithin ich zwar zu dem ,existierenden
berhaupt etwas ,notwendiges annehmen
msse1 kein einziges ,ding aber selbst
als an sich notwendig denken knne4 ,das
heit3 ich kann das ,zurckgehen zu den
,bedingungen des ,existierens niemals
vollenden1 ohne ein notwendig ,wesen
anzunehmen1 ich kann aber von demselben
niemals anfangen4 ,wenn ich zu
existierenden ,dingen berhaupt etwas
,notwendiges denken mu1 kein ,ding aber
an sich selbst als notwendig zu denken
befugt bin1 so folgt daraus
unvermeidlich1 da ,notwendigkeit und
,zuflligkeit nicht die ,dinge selbst
angehen und treffen msse1 weil sonst ein
,widerspruch vorgehen wrde2 mithin
keiner dieser beiden ,grundstze
objektiv sei1 sondern sie allenfalls nur
subjektive ,prinzipien der ,vernunft
sein knnen1 nmlich einerseits zu allem1
was als existierend gegeben ist1 etwas
zu suchen1 das notwendig ist1 d4i4
niemals anderswo als bei einer a priori
vollendeten ,erklrung aufzuhren1
andererseits aber auch diese
,vollendung niemals zu hoffen1 d4i4
nichts ,empirisches als unbedingt
anzunehmen1 und sich dadurch fernerer
,ableitung zu berheben4 ,in solcher
,bedeutung knnen beide ,grundstze als
blo heuristisch und regulativ1 die
nichts als das formale ,interesse der
,vernunft besorgen1 ganz wohl
beieinander bestehen4 ,denn der eine
sagt1 ihr sollt so ber die ,natur
philosophieren1 als ob es zu allem1 was
zur ,existenz gehrt1 einen notwendigen
ersten ,grund gebe1 lediglich um
systematische ,einheit in eure
,erkenntnis zu bringen1 indem ihr einer
solchen ,idee1 nmlich einem
eingebildeten obersten ,grunde1
nachgeht3 der andere aber warnt euch1
keine einzige ,bestimmung1 die die
,existenz der ,dinge betrifft1 fr einen
solchen obersten ,grund1 d4i4 als
absolut notwendig anzunehmen1 sondern
euch noch immer den ,weg zur ferneren
,ableitung offen zu erhalten1 und sie
daher jederzeit noch als bedingt zu
behandeln4 ,wenn aber vor uns alles1 was
an den ,dingen wahrgenommen wird1 als
bedingt notwendig betrachtet werden mu3
so kann auch kein ,ding 7das empirisch
gegeben sein mag7 als absolut notwendig
angesehen werden4 ,es folgt aber
hieraus1 da ihr das absolut ,notwendige
auerhalb der ,welt annehmen mt2 weil es
nur zu einem ,prinzip der grtmglichen
,einheit der ,erscheinungen1 als deren
oberster ,grund1 dienen soll1 und ihr
in der ,welt niemals dahin gelangen
knnt1 weil die zweite ,regel euch
gebietet1 alle empirischen ,ursachen der
,einheit jederzeit als abgeleitet
anzusehen4 ,die ,philosophen des
,altertums sahen alle ,form der ,natur
als zufllig1 die ,materie aber1 nach
dem ,urteile der gemeinen ,vernunft1 als
ursprnglich und notwendig an4 ,wrden
sie aber die ,materie nicht als
,substratum der ,erscheinungen
respektive sondern an sich selbst ihrem
,dasein nach betrachtet haben1 so wre
die ,idee der absoluten ,notwendigkeit
sogleich verschwunden4 ,denn es ist
nichts1 was die ,vernunft an dieses
,dasein schlechthin bindet1 sondern sie
kann solches1 jederzeit und ohne
,widerstreit1 in ,gedanken aufheben2 in
,gedanken aber lag auch allein die
absolute ,notwendigkeit4 ,es mute also
bei dieser berredung ein gewisses
regulatives ,prinzip zum ,grunde
liegen4 ,in der ,tat ist auch
,ausdehnung und ,undurchdringlichkeit
7die zusammen den ,begriff von ,materie
ausmachen7 das oberste empirische
,prinzipium der ,einheit der
,erscheinungen1 und hat1 sofern als es
empirisch unbedingt ist1 eine
,eigenschaft des regulativen ,prinzips
an sich4 ,gleichwohl1 da jede
,bestimmung der ,materie1 welche das
,reale derselben ausmacht1 mithin auch
die ,undurchdringlichkeit1 eine ,wirkung
7,handlung7 ist1 die ihre ,ursache
haben mu1 und daher immer noch
abgeleitet ist1 so schickt sich die
,materie doch nicht zur ,idee eines
notwendigen ,wesens1 als eines ,prinzips
aller abgeleiteten ,einheit2 weil jede
ihrer realen ,eigenschaften1 als
abgeleitet1 nur bedingt notwendig ist1
und also an sich aufgehoben werden kann1
hiermit aber das ganze ,dasein der
,materie aufgehoben werden wrde1 wenn
dieses aber nicht geschhe1 wir den
hchsten ,grund der ,einheit empirisch
erreicht haben wrden1 welches durch das
zweite regulative ,prinzip verboten
wird1 so folgt3 da die ,materie1 und
berhaupt1 was zur ,welt gehrig ist1 zu
der ,idee eines notwendigen ,urwesens1
als eines bloen ,prinzips der grten
empirischen ,einheit1 nicht schicklich
sei1 sondern da es auerhalb der ,welt
gesetzt werden msse1 da wir denn die
,erscheinungen der ,welt und ihr
,dasein immer getrost von anderen
ableiten knnen1 als ob es kein
notwendig ,wesen gbe1 und dennoch zu der
,vollstndigkeit der ,ableitung
unaufhrlich streben knnen1 als ob ein
solches1 als ein oberster ,grund1
vorausgesetzt wre4 ,das ,ideal des
hchsten ,wesens ist nach diesen
,betrachtungen nichts anderes1 als ein
regulatives ,prinzip der ,vernunft1 alle
,verbindung in der ,welt so anzusehen1
als ob sie aus einer allgenugsamen
notwendigen ,ursache entsprnge1 um
darauf die ,regel einer systematischen
und nach allgemeinen ,gesetzen
notwendigen ,einheit in der ,erklrung
derselben zu grnden1 und ist nicht eine
,behauptung einer an sich notwendigen
,existenz4 ,es ist aber zugleich
unvermeidlich1 sich1 vermittelst einer
transzendentalen ,subreption1 dieses
formale ,prinzip als konstitutiv
vorzustellen1 und sich diese ,einheit
hypostatisch zu denken4 ,denn1 so wie
der ,raum1 weil er alle ,gestalten1 die
lediglich verschiedene ,einschrnkungen
desselben sind1 ursprnglich mglich
macht1 ob er gleich nur ein ,prinzipium
der ,sinnlichkeit1 ist dennoch eben
darum fr ein schlechterdings
notwendiges fr sich bestehendes ,etwas
und einen a priori an sich selbst
gegebenen ,gegenstand gehalten wird1 so
geht es auch ganz natrlich zu1 da1 da
die systematische ,einheit der ,natur
auf keinerlei ,weise zum ,prinzip des
empirischen ,gebrauchs unserer
,vernunft aufgestellt werden kann1 als
sofern wir die ,idee eines
allerrealsten ,wesens1 als der obersten
,ursache1 zum ,grunde legen1 diese
,idee dadurch als ein wirklicher
,gegenstand1 und dieser wiederum1 weil
er die oberste ,bedingung ist1 als
notwendig vorgestellt1 mithin ein
regulatives ,prinzip in ein
konstitutives verwandelt werde2 welche
,unterschiebung sich dadurch offenbart1
da1 wenn ich nun dieses oberste ,wesen1
welches respektiv auf die ,welt
schlechthin 7unbedingt7 notwendig war1
als ,ding fr sich betrachte1 diese
,notwendigkeit keines ,begriffs fhig
ist1 und also nur als formale ,bedingung
des ,denkens1 nicht aber als materiale
und hypostatische ,bedingung des
,daseins1 in meiner ,vernunft
anzutreffen gewesen sein msse4
,des dritten ,hauptstcks ,sechster
,abschnitt ,von der ,unmglichkeit des
physikotheologischen ,beweises ,wenn
denn weder der ,begriff von ,dingen
berhaupt1 noch die ,erfahrung von
irgendeinem ,dasein berhaupt1 das1 was
gefordert wird1 leisten kann1 so bleibt
noch ein ,mittel brig1 zu versuchen1 ob
nicht eine bestimmte ,erfahrung1
mithin die der ,dinge der gegenwrtigen
,welt1 ihre ,beschaffenheit und
,anordnung1 einen ,beweisgrund abgebe1
der uns sicher zur berzeugung von dem
,dasein eines hchsten ,wesens verhelfen
knne4 ,einen solchen ,beweis wrden wir
den physikotheologischen nennen4
,sollte dieser auch unmglich sein3 so
ist berall kein genugtuender ,beweis
aus blo spekulativer ,vernunft fr das
,dasein eines ,wesens1 welches unserer
transzendentalen ,idee entsprche1
mglich4 ,man wird nach allen obigen
,bemerkungen bald einsehen1 da der
,bescheid auf diese ,nachfrage ganz
leicht und bndig erwartet werden knne4
,denn1 wie kann jemals ,erfahrung
gegeben werden1 die einer ,idee
angemessen sein sollte8 ,darin besteht
eben das ,eigentmliche der letzteren1
da ihr niemals irgendeine ,erfahrung
kongruieren knne4 ,die transzendentale
,idee von einem notwendigen
allgenugsamen ,urwesen ist so
berschwenglich gro1 so hoch ber alles
,empirische1 das jederzeit bedingt ist1
erhaben1 da man teils niemals ,stoff
genug in der ,erfahrung auftreiben
kann1 um einen solchen ,begriff zu
fllen1 teils immer unter dem ,bedingten
herumtappt1 und stets vergeblich nach
dem ,unbedingten1 wovon uns kein
,gesetz irgendeiner empirischen
,synthesis ein ,beispiel oder dazu die
mindeste ,leitung gibt1 suchen werden4
,wrde das hchste ,wesen in dieser ,kette
der ,bedingungen stehen1 so wrde es
selbst ein ,glied der ,reihe derselben
sein1 und1 ebenso1 wie die niederen
,glieder1 denen es vorgesetzt ist1 noch
fernere ,untersuchung wegen seines noch
hheren ,grundes erfordern4 ,will man
es dagegen von dieser ,kette trennen1
und1 als ein blo intelligibles ,wesen1
nicht in der ,reihe der ,naturursachen
mitbegreifen3 welche ,brcke kann die
,vernunft alsdann wohl schlagen1 um zu
demselben zu gelangen8 ,da alle
,gesetze des berganges von ,wirkungen zu
,ursachen1 ja alle ,synthesis und
,erweiterung unserer ,erkenntnis
berhaupt auf nichts anderes1 als
mgliche ,erfahrung1 mithin blo auf
,gegenstnde der ,sinnenwelt gestellt
sind und nur in ,ansehung ihrer eine
,bedeutung haben knnen4 ,die
gegenwrtige ,weit erffnet uns einen so
unermelichen ,schauplatz von
,mannigfaltigkeit1 ,ordnung1
,zweckmigkeit und ,schnheit1 man mag
diese nun in der ,unendlichkeit des
,raumes1 oder in der unbegrenzten
,teilung desselben verfolgen1 da selbst
nach den ,kenntnissen1 welche unser
schwache ,verstand davon hat erwerben
knnen1 alle ,sprache1 ber so viele und
unabsehlich groe ,wunder1 ihren
,nachdruck1 alle ,zahlen ihre ,kraft zu
messen1 und ,selbst unsere ,gedanken
alle ,begrenzung vermissen1 so1 da sich
unser ,urteil vom ,ganzen in ein
sprachloses1 aber desto beredteres
,erstaunen auflsen mu4 ,allerwrts sehen
wir eine ,kette der ,wirkungen und
,ursachen1 von ,zwecken und den
,mitteln1 ,regelmigkeit im ,entstehen
oder ,vergehen1 und1 indem nichts von
selbst in den ,zustand getreten ist1
darin es sich befindet1 so weist er
immer weiter hin nach einem anderen
,dinge1 als seiner ,ursache1 welche
gerade eben dieselbe weitere ,nachfrage
notwendig macht1 so1 da auf solche
,weise das ganze ,all im ,abgrunde des
,nichts versinken mte1 nhme man nicht
etwas an1 das auerhalb diesem
unendlichen ,zuflligen1 fr sich selbst
ursprnglich und unabhngig bestehend1
dasselbe hielte1 und als die ,ursache
seines ,ursprungs ihm zugleich seine
,fortdauer sicherte4 ,diese hchste
,ursache 7in ,ansehung aller ,dinge der
,welt7 wie gro soll man sie sich denken8
,die ,welt kennen wir nicht ihrem
ganzen ,inhalte nach1 noch weniger
wissen wir ihre ,gre durch die
,vergleichung mit allem1 was mglich ist1
zu schtzen4 ,was hindert uns aber1 da1
da wir einmal in ,absicht auf
,kausalitt ein uerstes und oberstes
,wesen bedrfen1 es nicht zugleich dem
,grade der ,vollkommenheit nach ber
alles andere ,mgliche setzen sollten8
welches wir leicht1 obzwar freilich nur
durch den zarten ,umri eines abstrakten
,begriffs1 bewerkstelligen knnen1 wenn
wir uns in ihm1 als einer einigen
,substanz1 alle mgliche ,vollkommenheit
vereinigt vorstellen2 welcher ,begriff
der ,forderung unserer ,vernunft in der
,ersparung der ,prinzipien gnstig1 in
sich selbst keinen ,widersprchen
unterworfen und selbst der ,erweiterung
des ,vernunftgebrauchs mitten in der
,erfahrung1 durch die ,leitung1 welche
eine solche ,idee auf ,ordnung und
,zweckmigkeit gibt1 zutrglich1 nirgend
aber einer ,erfahrung auf entschiedene
,art zuwider ist4 ,dieser ,beweis
verdient jederzeit mit ,achtung genannt
zu werden4 ,er ist der lteste1 klarste
und der gemeinen ,menschenvernunft am
meisten angemessene4 ,er belebt das
,studium der ,natur1 so wie er selbst
von diesem sein ,dasein hat und dadurch
immer neue ,kraft bekommt4 ,er bringt
,zwecke und ,absichten dahin1 wo sie
unsere ,beobachtung nicht von selbst
entdeckt htte1 und erweitert unsere
,naturkenntnisse durch den ,leitfaden
einer besonderen ,einheit1 deren
,prinzip auer der ,natur ist4 ,diese
,kenntnisse wirken aber wieder auf ihre
,ursache1 nmlich die veranlassende
,idee1 zurck1 und vermehren den ,glauben
an einen hchsten ,urheber bis zu einer
unwiderstehlichen berzeugung4 ,es
wrde daher nicht allein trostlos1
sondern auch ganz umsonst sein1 dem
,ansehen dieses ,beweises etwas
entziehen zu wollen4 ,die ,vernunft1
die durch so mchtige und unter ihren
,hnden immer wachsende1 obzwar nur
empirische ,beweisgrnde1 unablssig
gehoben wird1 kann durch keine ,zweifel
subtiler abgezogener ,spekulation so
niedergedrckt werden1 da sie nicht aus
jeder grblerischen ,unentschlossenheit1
gleich als aus einem ,traume1 durch
einen ,blick1 den sie auf die ,wunder
der ,natur und der ,majestt des
,weltbaues wirft1 gerissen werden
sollte1 um sich von ,gre zu ,gre bis
zur allerhchsten1 vom ,bedingten zur
,bedingung1 bis zum obersten und
unbedingten ,urheber zu erheben4 ,ob
wir aber gleich wider die
,vernunftmigkeit und ,ntzlichkeit dieses
,verfahrens nichts einzuwenden1
sondern es vielmehr zu empfehlen und
aufzumuntern haben1 so knnen wir darum
doch die ,ansprche nicht billigen1
welche diese ,beweisart auf apodiktische
,gewiheit und auf einen gar keiner
,gunst oder fremden ,untersttzung
bedrftigen ,beifall machen mchte1 und
es kann der guten ,sache keineswegs
schaden1 die dogmatische ,sprache eines
hohnsprechenden ,vernnftlers auf den
,ton der ,migung und ,bescheidenheit1
eines zur ,beruhigung hinreichenden1
obgleich eben nicht unbedingte
,unterwerfung gebietenden ,glaubens1
herabzustimmen4 ,ich behaupte demnach1
da der physikotheologische ,beweis das
,dasein eines hchsten ,wesens niemals
allein dartun knne1 sondern es
jederzeit dem ontologischen 7welchem er
nur zur ,introduktion dient7 berlassen
msse1 diesen ,mangel zu ergnzen1 mithin
dieser immer noch den einzig mglichen
,beweisgrund 7wofern berall nur ein
spekulativer ,beweis stattfindet7
enthalte1 den keine menschliche
,vernunft vorbeigehen kann4 ,die
,hauptmomente des gedachten
physischtheologischen ,beweises sind
folgende3 #a4 ,in der ,welt finden sich
allerwrts deutliche ,zeichen einer
,anordnung nach bestimmter ,absicht1 mit
groer ,weisheit ausgefhrt1 und in
einem ,ganzen von unbeschreiblicher
,mannigfaltigkeit des ,inhalts sowohl1
als auch unbegrenzter ,gre des ,umfangs4
#b4 ,den ,dingen der ,welt ist diese
zweckmige ,anordnung ganz fremd1 und
hngt ihnen nur zufllig an1 d4i4 die
,natur verschiedener ,dinge konnte von
selbst1 durch so vielerlei sich
vereinigende ,mittel1 zu bestimmten
,endabsichten nicht zusammenstimmen1
wren sie nicht durch ein anordnendes
vernnftiges ,prinzip1 nach zum ,grunde
liegenden ,ideen1 dazu ganz eigentlich
gewhlt und angelegt worden4 #c4 ,es
existiert also eine erhabene und weise
,ursache 7oder mehrere71 die nicht blo1
als blindwirkende allvermgende ,natur1
durch ,fruchtbarkeit1 sondern1 als
,intelligenz1 durch ,freiheit die
,ursache der ,welt sein mu4 #d4 ,die
,einheit derselben lt sich aus der
,einheit der wechselseitigen ,beziehung
der ,teile der ,welt1 als ,glieder von
einem knstlichen ,bauwerk1 an
demjenigen1 wohin unsere ,beobachtung
reicht1 mit ,gewiheit1 weiterhin aber1
nach allen ,grundstzen der ,analogie1
mit ,wahrscheinlichkeit schlieen4
,ohne hier mit der natrlichen ,vernunft
ber ihren ,schlu zu schikanieren1 da
sie aus der ,analogie einiger
,naturprodukte mit demjenigen1 was
menschliche ,kunst hervorbringt1 wenn
sie der ,natur ,gewalt tut1 und sie
ntigt1 nicht nach ihren ,zwecken zu
verfahren1 sondern sich in die unsrigen
zu schmiegen1 7der hnlichkeit derselben
mit ,husern1 ,schiffen1 ,uhren17
schliet1 es werde eben eine solche
,kausalitt1 nmlich ,verstand und ,wille1
bei ihr zum ,grunde liegen1 wenn sie
die innere ,mglichkeit der freiwirkenden
,natur 7die alle ,kunst und vielleicht
selbst sogar die ,vernunft zuerst
mglich macht71 noch von einer anderen1
obgleich bermenschlichen ,kunst
ableitet1 welche ,schluart vielleicht
die schrfste transz4 ,kritik nicht
aushalten drfte2 mu man doch gestehen1
da1 wenn wir einmal eine ,ursache
nennen sollen1 wir hier nicht sicherer1
als nach der ,analogie mit dergleichen
zweckmigen ,erzeugungen1 die die
einzigen sind1 wovon uns die ,ursachen
und ,wirkungsart vllig bekannt sind1
verfahren knnen4 ,die ,vernunft wrde es
bei sich selbst nicht verantworten
knnen1 wenn sie von der ,kausalitt1 die
sie kennt1 zu dunkeln und
unerweislichen ,erklrungsgrnden1 die sie
nicht kennt1 bergehen wollte4 ,nach
diesem ,schlusse mte die ,zweckmigkeit
und ,wohlgereimtheit so vieler
,naturanstalten blo die ,zuflligkeit der
,form1 aber nicht der ,materie1 d4i4
der ,substanz in der ,welt beweisen2
denn zu dem letzteren wrde noch
erfordert werden1 da bewiesen werden
knnte1 die ,dinge der ,welt wren an
sich selbst zu dergleichen ,ordnung und
,einstimmung1 nach allgemeinen
,gesetzen1 untauglich1 wenn sie nicht1
selbst ihrer ,substanz nach1 das
,produkt einer hchsten ,weisheit wren2
wozu aber ganz andere ,beweisgrnde1 als
die von der ,analogie mit menschlicher
,kunst1 erfordert werden wrden4 ,der
,beweis knnte also hchstens einen
,weltbaumeister1 der durch die
,tauglichkeit des ,stoffs1 den er
bearbeitet1 immer sehr eingeschrnkt wre1
aber nicht einen ,weltschpfer1 dessen
,idee alles unterworfen ist1 dartun1
welches zu der groen ,absicht1 die man
vor ,augen hat1 nmlich ein allgenugsames
,urwesen zu beweisen1 bei weitem nicht
hinreichend ist4 ,wollten wir die
,zuflligkeit der ,materie selbst
beweisen1 so mten wir zu einem
transzendentalen ,argumente unsere
,zuflucht nehmen1 welches aber hier
eben hat vermieden werden sollen4
,der ,schlu geht also von der in der
,welt so durchgngig beobachtenden
,ordnung und ,zweckmigkeit1 als einer
durchaus zuflligen ,einrichtung1 auf
das ,dasein einer ihr proportionierten
,ursache4 ,der ,begriff dieser ,ursache
aber mu uns etwas ganz ,bestimmtes von
ihr zu erkennen geben1 und er kann also
kein anderer sein1 als der von einem
,wesen1 das alle ,macht1 ,weisheit
usw41 mit einem ,worte alle
,vollkommenheit1 als ein allgenugsames
,wesen1 besitzt4 ,denn die ,prdikate von
sehr groer1 von erstaunlicher1 von
unermelicher ,macht und ,trefflichkeit
geben gar keinen bestimmten ,begriff1
und sagen eigentlich nicht1 was das
,ding an sich selbst sei1 sondern sind
nur ,verhltnisvorstellungen von der
,gre des ,gegenstandes1 den der
,beobachter 7der ,welt7 mit sich selbst
und seiner ,fassungskraft vergleicht1
und die gleich hochpreisend ausfallen1
man mag den ,gegenstand vergrern1 oder
das beobachtende ,subjekt in ,verhltnis
auf ihn kleiner machen4 ,wo es auf ,gre
7der ,vollkommenheit7 eines ,dinges
berhaupt ankommt1 da gibt es keinen
bestimmten ,begriff als der1 so die
ganze mgliche ,vollkommenheit begreift1
und nur das ,all 7omnitudo7 der
,realitt ist im ,begriffe durchgngig
bestimmt4 ,nun will ich nicht hoffen1
da sich jemand unterwinden sollte1 das
,verhltnis der von ihm beobachteten
,weltgre 7nach ,umfang sowohl als
,inhalt7 zur ,allmacht1 der ,weltordnung
zur hchsten ,weisheit1 der
,welteinheit zur absoluten ,einheit des
,urhebers usw4 einzusehen4 ,also kann
die ,physikotheologie keinen bestimmten
,begriff von der obersten ,weltursache
geben1 und daher zu einem ,prinzip der
,theologie1 welche wiederum die
,grundlage der ,religion ausmachen soll
nicht hinreichend sein4 ,der
,schritt zu der absoluten ,totalitt ist
durch den empirischen ,weg ganz und gar
unmglich4 ,nun tut man ihn doch aber im
physischtheologischen ,beweise4
,welches ,mittels bedient man sich also
wohl1 ber eine so weite ,kluft zu
kommen8 ,nachdem man bis zur
,bewunderung der ,gre der ,weisheit1 der
,macht usw4 des ,welturhebers gelangt
ist1 und nicht weiter kommen kann1 so
verlt man auf einmal dieses durch
empirische ,beweisgrnde gefhrte
,argument1 und geht zu der gleich
anfangs aus der ,ordnung und
,zweckmigkeit der ,welt geschlossenen
,zuflligkeit derselben4 ,von dieser
,zuflligkeit allein geht man nun1
lediglich durch transzendentale
,begriffe1 zum ,dasein eines
schlechthin ,notwendigen1 und von dem
,begriffe der absoluten ,notwendigkeit
der ersten ,ursache auf den durchgngig
bestimmten oder bestimmenden ,begriff
desselben1 nmlich einer allbefassenden
,realitt4 ,also blieb der
physischtheologische ,beweis in seiner
,unternehmung stecken1 sprang in dieser
,verlegenheit pltzlich zu dem
kosmologischen ,beweise ber1 und da
dieser nur ein versteckter
ontologischer ,beweis ist1 so vollfhrte
er seine ,absicht wirklich blo durch
reine ,vernunft1 ob er gleich anfnglich
alle ,verwandtschaft mit dieser
abgeleugnet und alles auf einleuchtende
,beweise aus ,erfahrung ausgesetzt
hatte4 ,die ,physikotheologen haben
also gar nicht ,ursache1 gegen die
transzendentale ,beweisart so sprde zu
tun1 und auf sie mit dem ,eigendnkel
hellsehender ,naturkenner1 als auf das
,spinnengewebe finsterer ,grbler1
herabzusehen4 ,denn1 wenn sie sich nur
selbst prfen wollten1 so wrden sie
finden1 da1 nachdem sie eine gute
,strecke auf dem ,boden der ,natur und
,erfahrung fortgegangen sind1 und sich
gleichwohl immer noch eben so weit von
dem ,gegenstande sehen1 der ihrer
,vernunft entgegen scheint1 sie pltzlich
diesen ,boden verlassen1 und ins
,reich bloer ,mglichkeiten bergehen1 wo
sie auf den ,flgeln der ,ideen
demjenigen nahe zu kommen hoffen1 was
sich aller ihrer empirischen
,nachsuchung entzogen hatte4 ,nachdem
sie endlich durch einen so mchtigen
,sprung festen ,fu gefat zu haben
vermeinen1 so verbreiten sie den
nunmehr bestimmten ,begriff 7in dessen
,besitz sie1 ohne zu wissen wie1
gekommen sind17 ber das ganze ,feld der
,schpfung1 und erlutern das ,ideal1
welches lediglich ein ,produkt der
reinen ,vernunft war1 obzwar kmmerlich
genug1 und weit unter der ,wrde seines
,gegenstandes1 durch ,erfahrung1 ohne
doch gestehen zu wollen1 da sie zu
dieser ,kenntnis oder ,voraussetzung
durch einen anderen ,fusteig1 als den
der ,erfahrung1 gelangt sind4 ,so
liegt demnach dem physikotheologischen
,beweise der kosmologische1 diesem aber
der ontologische ,beweis1 vom ,dasein
eines einigen ,urwesens als hchsten
,wesens1 zum ,grunde1 und da auer diesen
dreien ,wegen keiner mehr der
spekulativen ,vernunft offen ist1 so ist
der ontologische ,beweis1 aus lauter
reinen ,vernunftbegriffen1 der einzige
mgliche1 wenn berall nur ein ,beweis von
einem so weit ber allen empirischen
,verstandesgebrauch erhabenen ,satze
mglich ist4 ,des dritten
,hauptstcks ,siebenter ,abschnitt
,kritik aller ,theologie aus
spekulativen ,prinzipien der ,vernunft
,wenn ich unter ,theologie die
,erkenntnis des ,urwesens verstehe1 so
ist sie entweder die aus bloer ,vernunft
7theologia rationalis7 oder aus
,offenbarung 7revelata74 ,die erstere
denkt sich nun ihren ,gegenstand
entweder blo durch reine ,vernunft1
vermittelst lauter transzendentaler
,begriffe1 7ens originarium1
realissimum1 ens entium17 und heit die
transzendentale ,theologie1 oder durch
einen ,begriff1 den sie aus der ,natur
7unserer ,seele7 entlehnt1 als die
hchste ,intelligenz1 und mte die
natrliche ,theologie heien4 ,der1 so
allein eine transzendentale ,theologie
einrumt1 wird ,deist1 der1 so auch eine
natrliche ,theologie annimmt1 ,theist
genannt4 ,der erstere gibt zu1 da wir
allenfalls das ,dasein eines ,urwesens
durch bloe ,vernunft erkennen knnen1
aber unser ,begriff von ihm blo
transzendental sei1 nmlich nur als von
einem ,wesen1 das alle ,realitt hat1 die
man aber nicht nher bestimmen kann4
,der zweite behauptet1 die ,vernunft sei
imstande1 den ,gegenstand nach der
,analogie mit der ,natur nher zu
bestimmen1 nmlich als ein ,wesen1 das
durch ,verstand und ,freiheit den
,urgrund aller anderen ,dinge in sich
enthalte4 ,jener stellt sich also unter
demselben blo eine ,weltursache1 7ob
durch die ,notwendigkeit seiner ,natur1
oder durch ,freiheit1 bleibt
unentschieden17 dieser einen
,welturheber vor4 ,die
transzendentale ,theologie ist entweder
diejenige1 welche das ,dasein des
,urwesens von einer ,erfahrung berhaupt
7ohne ber die ,welt1 wozu sie gehrt1
etwas nher zu bestimmen17 abzuleiten
gedenkt1 und heit ,kosmotheologie1 oder
glaubt durch bloe ,begriffe1 ohne
,beihilfe der mindesten ,erfahrung1 sein
,dasein zu erkennen1 und wird
,ontotheologie genannt4 ,die
natrliche ,theologie schliet auf die
,eigenschaften und das ,dasein eines
,welturhebers1 aus der ,beschaffenheit1
der ,ordnung und ,einheit1 die in
dieser ,welt angetroffen wird1 in
welcher zweierlei ,kausalitt und deren
,regel angenommen werden mu1 nmlich
,natur und ,freiheit4 ,daher steigt sie
von dieser ,welt zur hchsten
,intelligenz auf1 entweder als dem
,prinzip aller natrlichen1 oder aller
sittlichen ,ordnung und
,vollkommenheit4 ,im ersteren ,falle
heit sie ,physikotheologie1 im letzten
,moraltheologie499 99 ,nicht
theologische ,moral2 denn die enthlt
sittliche ,gesetze1 welche das
,dasein eines hchsten ,weltregierers
voraussetzen1 da hingegen die
,moraltheologie eine berzeugung vom
,dasein eines hchsten ,wesens ist1
welche auf sittliche ,gesetze grndet
ist4 ,da man unter dem ,begriffe von
,gott nicht etwa blo eine blindwirkende
ewige ,natur1 als die ,wurzel der
,dinge1 sondern ein hchstes ,wesen1 das
durch ,verstand und ,freiheit der
,urheber der ,dinge sein soll1 zu
verstehen gewohnt ist1 und auch dieser
,begriff allein uns interessiert1 so
knnte man1 nach der ,strenge1 dem
,deisten allen ,glauben an ,gott
absprechen1 und ihm lediglich die
,behauptung eines ,urwesens1 oder
obersten ,ursache1 brig lassen4
,indessen1 da niemand darum1 weil er
etwas sich nicht zu behaupten getraut1
beschuldigt werden darf1 er wolle es
gar leugnen1 so ist es gelinder und
billiger1 zu sagen3 der ,deist glaube
einen ,gott1 der ,theist aber einen
lebendigen ,gott 7summam
intelligentiam74 ,jetzt wollen wir die
,mglichen ,quellen aller dieser
,versuche der ,vernunft aufsuchen4
,ich begnge mich hier1 die theoretische
,erkenntnis durch eine solche zu
erklren1 wodurch ich erkenne1 was da
ist1 die praktische aber1 dadurch ich
mir vorstelle1 was da sein soll4 ,diesem
nach ist der theoretische ,gebrauch
der ,vernunft derjenige1 durch den ich a
priori 7als notwendig7 erkenne1 da
etwas sei2 der praktische aber1 durch
den a priori erkannt wird1 was
geschehen solle4 ,wenn nun entweder1 da
etwas sei1 oder geschehen solle1
ungezweifelt gewi1 aber doch nur
bedingt ist3 so kann doch entweder eine
gewisse bestimmte ,bedingung dazu
schlechthin notwendig sein1 oder sie
kann nur als beliebig und zufllig
vorausgesetzt werden4 ,im ersteren
,falle wird die ,bedingung postuliert
7per thesin71 im zweiten supponiert 7per
hypothesin74 ,da es praktische
,gesetze gibt1 die schlechthin notwendig
sind 7die moralischen71 so mu1 wenn
diese irgendein ,dasein1 als die
,bedingung der ,mglichkeit ihrer
verbindenden ,kraft1 notwendig
voraussetzen1 dieses ,dasein postuliert
werden1 darum1 weil das ,bedingte1 von
welchem der ,schlu auf diese bestimmte
,bedingung geht1 selbst a priori als
schlechterdings notwendig erkannt wird4
,wir werden knftig von den moralischen
,gesetzen zeigen1 da sie das ,dasein
eines hchsten ,wesens nicht blo
voraussetzen1 sondern auch1 da sie in
anderweitiger ,betrachtung
schlechterdings notwendig sind1 es mit
,recht1 aber freilich nur praktisch1
postulieren2 jetzt setzen wir diese
,schluart noch beiseite4 ,da1 wenn
blo von dem1 was da ist1 7nicht1 was
sein soll17 die ,rede ist1 das
,bedingte1 welches uns in der ,erfahrung
gegeben wird1 jederzeit auch als
zufllig gedacht wird1 so kann die zu ihm
gehrige ,bedingung daraus nicht als
schlechthin notwendig erkannt werden1
sondern dient nur als eine respektiv
notwendige1 oder vielmehr ntige1 an
sich selbst aber und a priori
willkrliche ,voraussetzung zum
,vernunfterkenntnis des ,bedingten4
,soll also die absolute ,notwendigkeit
eines ,dinges im theoretischen
,erkenntnis erkannt werden1 so knnte
dieses allein aus ,begriffen a priori
geschehen1 niemals aber als einer
,ursache1 in ,beziehung auf ein ,dasein1
das durch ,erfahrung gegeben ist4
,eine theoretische ,erkenntnis ist
spekulativ1 wenn sie auf einen
,gegenstand1 oder solche ,begriffe von
einem ,gegenstande1 geht1 zu welchem
man in keiner ,erfahrung gelangen kann4
,sie wird der ,naturerkenntnis
entgegengesetzt1 welche auf keine
anderen ,gegenstnde oder ,prdikate
derselben geht1 als die in einer
mglichen ,erfahrung gegeben werden
knnen4 ,der ,grundsatz1 von dem1 was
geschieht1 7dem empirisch ,zuflligen17
als ,wirkung1 auf eine ,ursache zu
schlieen1 ist ein ,prinzip der
,naturerkenntnis1 aber nicht der
spekulativen4 ,denn1 wenn man von ihm1
als einem ,grundsatze1 der die
,bedingung mglicher ,erfahrung berhaupt
enthlt1 abstrahiert1 und1 indem man
alles ,empirische weglt1 ihn vom
,zuflligen berhaupt aussagen will1 so
bleibt nicht die mindeste
,rechtfertigung eines solchen
synthetischen ,satzes brig1 um daraus
zu ersehen1 wie ich von etwas1 was da
ist1 zu etwas davon ganz ,verschiedenem
7genannt ,ursache7 bergehen knne2 ja
der ,begriff einer ,ursache verliert
ebenso1 wie des ,zuflligen1 in solchem
blo spekulativen ,gebrauche1 alle
,bedeutung1 deren objektive ,realitt
sich in concreto begreiflich machen
lasse4 ,wenn man nun vom ,dasein der
,dinge in der ,welt auf ihre ,ursache
schliet1 so gehrt dieses nicht zum
natrlichen1 sondern zum spekulativen
,vernunftgebrauch2 weil jener nicht die
,dinge selbst 7,substanzen71 sondern
nur das1 was geschieht1 also ihre
,zustnde1 als empirisch zufllig1 auf
irgendeine ,ursache bezieht2 da die
,substanz selbst 7die ,materie7 dem
,dasein nach zufllig sei1 wrde ein blo
spekulatives ,vernunfterkenntnis sein
mssen4 ,wenn aber auch nur von der
,form der ,welt1 der ,art ihrer
,verbindung und dem ,wechsel derselben
die ,rede wre1 ich wollte aber daraus
auf eine ,ursache schlieen1 die von der
,welt gnzlich unterschieden ist2 so
wrde dieses wiederum ein ,urteil der
blo spekulativen ,vernunft sein1 weil
der ,gegenstand hier gar kein ,objekt
einer mglichen ,erfahrung ist4 ,aber
alsdann wrde der ,grundsatz der
,kausalitt1 der nur innerhalb dem ,felde
der ,erfahrungen gilt1 und auer
demselben ohne ,gebrauch1 ja selbst ohne
,bedeutung ist1 von seiner ,bestimmung
gnzlich abgebracht4 ,ich behaupte
nun1 da alle ,versuche eines blo
spekulativen ,gebrauchs der ,vernunft
in ,ansehung der ,theologie gnzlich
fruchtlos und ihrer inneren
,beschaffenheit nach null und nichtig
sind2 da aber die ,prinzipien ihres
,naturgebrauchs ganz und gar auf keine
,theologie fhren1 folglich1 wenn man
nicht moralische ,gesetze zum ,grunde
legt1 oder zum ,leitfaden braucht1 es
berall keine ,theologie der ,vernunft
geben knne4 ,denn alle synthetischen
,grundstze des ,verstandes sind von
immanentem ,gebrauch2 zu der ,erkenntnis
eines hchsten ,wesens aber wird ein
transzendenter ,gebrauch derselben
erfordert1 wozu unser ,verstand gar
nicht ausgerstet ist4 ,soll das
empirisch gltige ,gesetz der ,kausalitt
zu dem ,urwesen fhren1 so mte dieses in
die ,kette der ,gegenstnde der
,erfahrung mitgehren2 alsdann wre es
aber1 wie alle ,erscheinungen1 selbst
wiederum bedingt4 ,erlaubte man aber
auch den ,sprung ber die ,grenze der
,erfahrung hinaus1 vermittelst des
dynamischen ,gesetzes der ,beziehung der
,wirkungen auf ihre ,ursachen2 welchen
,begriff kann uns dieses ,verfahren
verschaffen8 ,bei weitem keinen
,begriff von einem hchsten ,wesen1 weil
uns ,erfahrung niemals die grte aller
mglichen ,wirkungen 7als welche das
,zeugnis von ihrer ,ursache ablegen
soll7 darreicht4 ,soll es uns erlaubt
sein1 blo1 um in unserer ,vernunft
nichts ,leeres brigzulassen1 diesen
,mangel der vlligen ,bestimmung durch
eine bloe ,idee der hchsten
,vollkommenheit und ursprnglichen
,notwendigkeit auszufllen3 so kann
dieses zwar aus ,gunst eingerumt1 aber
nicht aus dem ,rechte eines
unwiderstehlichen ,beweises gefordert
werden4 ,der physischtheologische
,beweis knnte also vielleicht wohl
anderen ,beweisen 7wenn solche zu haben
sind7 ,nachdruck geben1 indem er
,spekulation mit ,anschauung verknpft3
fr sich selbst aber bereitet er mehr
den ,verstand zur theologischen
,erkenntnis vor1 und gibt ihm dazu eine
gerade und natrliche ,richtung1 als da
er allein das ,geschft vollenden knnte4
,man sieht also hieraus wohl1 da
transzendentale ,fragen nur
transzendentale ,antworten1 d4i4 aus
lauter ,begriffen a priori ohne die
mindeste empirische ,beimischung1
erlauben4 ,die ,frage ist hier aber
offenbar synthetisch und verlangt eine
,erweiterung unserer ,erkenntnis ber
alle ,grenzen der ,erfahrung hinaus1
nmlich zu dem ,dasein eines ,wesens1
was unserer bloen ,idee entsprechen
soll1 der niemals irgendeine ,erfahrung
gleichkommen kann4 ,nun ist1 nach
unseren obigen ,beweisen1 alle
synthetische ,erkenntnis a priori nur
dadurch mglich1 da sie die formalen
,bedingungen einer mglichen ,erfahrung
ausdrckt1 und alle ,grundstze sind also
nur von immanenter ,gltigkeit1 d4i4 sie
beziehen sich lediglich auf
,gegenstnde empirischer ,erkenntnis1
oder ,erscheinungen4 ,also wird auch
durch transzendentales ,verfahren in
,absicht auf die ,theologie einer blo
spekulativen ,vernunft nichts
ausgerichtet4 ,wollte man aber lieber
alle obigen ,beweise der ,analytik in
,zweifel ziehen1 als sich die berredung
von dem ,gewichte der so lange
gebrauchten ,beweisgrnde rauben lassen2
so kann man sich doch nicht weigern1
der ,aufforderung ein ,genge zu tun1
wenn ich verlange1 man solle sich
wenigstens darber rechtfertigen1 wie und
vermittelst welcher ,erleuchtung man
sich denn getraue1 alle mgliche
,erfahrung durch die ,macht bloer
,ideen zu berfliegen4 ,mit neuen
,beweisen1 oder ausgebesserter ,arbeit
alter ,beweise1 wrde ich bitten mich zu
verschonen4 ,denn1 ob man zwar hierin
eben nicht viel zu whlen hat1 indem
endlich doch alle blo spekulativen
,beweise auf einen einzigen1 nmlich den
ontologischen1 hinauslaufen1 und ich
also eben nicht frchten darf1
sonderlich durch die ,fruchtbarkeit der
dogmatischen ,verfechter jener
sinnenfreien ,vernunft belstigt zu
werden2 obgleich ich berdem auch1 ohne
mich darum sehr streitbar zu dnken1 die
,ausforderung nicht ausschlagen will1 in
jedem ,versuche dieser ,art den
,fehlschlu aufzudecken1 und dadurch
seine ,anmaung zu vereiteln3 so wird
daher doch die ,hoffnung besseren ,glcks
bei denen1 welche einmal dogmatischer
berredungen gewohnt sind1 niemals vllig
aufgehoben1 und ich halte mich daher an
der einzigen billigen ,forderung1 da
man sich allgemein und aus der ,natur
des menschlichen ,verstandes1 samt allen
brigen ,erkenntnisquellen1 darber
rechtfertige1 wie man es anfangen
wolle1 sein ,erkenntnis ganz und gar a
priori zu erweitern1 und bis dahin zu
erstrecken1 wo keine mgliche ,erfahrung
und mithin kein ,mittel hinreicht1
irgendeinem von uns selbst ausgedachten
,begriffe seine objektive ,realitt zu
versichern4 ,wie der ,verstand auch zu
diesem ,begriffe gelangt sein mag1 so
kann doch das ,dasein des ,gegenstandes
desselben nicht analytisch in demselben
gefunden werden1 weil eben darin die
,erkenntnis der ,existenz des ,objekts
besteht1 da dieses auer dem ,gedanken
an sich selbst gesetzt ist4 ,es ist aber
gnzlich unmglich1 aus einem ,begriffe
von selbst hinauszugehen1 und1 ohne da
man der empirischen ,verknpfung folgt1
7wodurch aber jederzeit nur
,erscheinungen gegeben werden17 zu
,entdeckung neuer ,gegenstnde und
berschwenglicher ,wesen zu gelangen4
,ob aber gleich die ,vernunft in ihrem
blo spekulativen ,gebrauche zu dieser
so groen ,absicht bei weitem nicht
zulnglich ist1 nmlich zum ,dasein eines
obersten ,wesens zu gelangen2 so hat
sie doch darin sehr groen ,nutzen1 die
,erkenntnis desselben1 im ,fall sie
anders woher geschpft werden knnte1 zu
berichtigen1 mit sich selbst und jeder
intelligiblen ,absicht einstimmig zu
machen1 und von allem1 was dem
,begriffe eines ,urwesens zuwider sein
mchte1 und aller ,beimischung
empirischer ,einschrnkungen zu reinigen4
,die transzendentale ,theologie
bleibt demnach1 aller ihrer
,unzulnglichkeit ungeachtet1 dennoch von
wichtigem negativen ,gebrauche1 und
ist eine bestndige ,zensur unserer
,vernunft1 wenn sie blo mit reinen
,ideen zu tun hat1 die eben darum kein
anderes1 als transzendentales ,richtma
zulassen4 ,denn1 wenn einmal1 in
anderweitiger1 vielleicht praktischer
,beziehung1 die ,voraussetzung eines
hchsten und allgenugsamen ,wesens1 als
oberster ,intelligenz1 ihre ,gltigkeit
ohne ,widerrede behauptete3 so wre es
von der grten ,wichtigkeit1 diesen
,begriff auf seiner transzendentalen
,seite1 als den ,begriff eines
notwendigen und allerrealsten ,wesens1
genau zu bestimmen1 und1 was der
hchsten ,realitt zuwider ist1 was zur
bloen ,erscheinung 7dem
,anthropomorphismus im weiteren
,verstande7 gehrt1 wegzuschaffen1 und
zugleich alle entgegengesetzten
,behauptungen1 sie mgen nun
atheistisch1 oder deistisch1 oder
anthropomorphistisch sein1 aus dem
,wege zu rumen2 welches in einer solchen
kritischen ,behandlung sehr leicht
ist1 indem dieselben ,grnde1 durch
welche das ,unvermgen der menschlichen
,vernunft1 in ,ansehung der ,behauptung
des ,daseins eines dergleichen ,wesens1
vor ,augen gelegt wird1 notwendig auch
zureichen1 um die ,untauglichkeit einer
jeden ,gegenbehauptung zu beweisen4
,denn1 wo will jemand durch reine
,spekulation der ,vernunft die
,einsicht hernehmen1 da es kein hchstes
,wesen1 als ,urgrund von ,allem1 gebe1
oder da ihm keine von den ,eigenschaften
zukomme1 welche wir1 ihren ,folgen
nach1 als analogisch mit den dynamischen
,realitten eines denkenden ,wesens1
uns vorstellen1 oder da sie1 in dem
letzteren ,falle1 auch allen
,einschrnkungen unterworfen sein mten1
welche die ,sinnlichkeit den
,intelligenzen1 die wir durch ,erfahrung
kennen1 unvermeidlich auferlegt4
,das hchste ,wesen bleibt also fr den
blo spekulativen ,gebrauch der
,vernunft ein bloes1 aber doch
fehlerfreies ,ideal1 ein ,begriff1
welcher die ganze menschliche
,erkenntnis schliet und krnt1 dessen
objektive ,realitt auf diesem ,wege zwar
nicht bewiesen1 aber auch nicht
widerlegt werden kann1 und1 wenn es eine
,moraltheologie geben sollte1 die
diesen ,mangel ergnzen kann1 so beweist
alsdann die vorher nur problematische
transzendentale ,theologie ihre
,unentbehrlichkeit1 durch ,bestimmung
ihres ,begriffs und unaufhrliche ,zensur
einer durch ,sinnlichkeit oft genug
getuschten und mit ihren eigenen ,ideen
nicht immer einstimmigen ,vernunft4
,die ,notwendigkeit1 die ,unendlichkeit1
die ,einheit1 das ,dasein auer der
,welt 7nicht als ,weltseele71 die
,ewigkeit1 ohne ,bedingungen der ,zeit1
die ,allgegenwart1 ohne ,bedingungen
des ,raumes1 die ,allmacht usw4 sind
lauter transzendentale ,prdikate1 und
daher kann der gereinigte ,begriff
derselben1 den eine jede ,theologie so
sehr ntig hat1 blo aus der
transzendentalen gezogen werden4
,anhang zur transzendentalen ,dialektik
,von dem regulativen ,gebrauch der
,ideen der reinen ,vernunft ,der
,ausgang aller dialektischen ,versuche
der reinen ,vernunft besttigt nicht
allein1 was wir schon in der
transzendentalen ,analytik bewiesen1
nmlich da alle unsere ,schlsse1 die uns
ber das ,feld mglicher ,erfahrung
hinausfhren wollen1 trglich und grundlos
seien2 sondern er lehrt uns zugleich
dieses ,besondere3 da die menschliche
,vernunft dabei einen natrlichen ,hang
habe1 diese ,grenze zu berschreiten1 da
transzendentale ,ideen ihr ebenso
natrlich seien1 als dem ,verstande die
,kategorien1 obgleich mit dem
,unterschiede1 da1 so wie die letzteren
zur ,wahrheit1 d4i4 der bereinstimmung
unserer ,begriffe mit dem ,objekte
fhren1 die ersteren einen bloen1 aber
unwiderstehlichen ,schein bewirken1
dessen ,tuschung man kaum durch die
schrfste ,kritik abhalten kann4
,alles1 was in der ,natur unserer ,krfte
gegrndet ist1 mu zweckmig und mit dem
richtigen ,gebrauche derselben
einstimmig sein1 wenn wir nur einen
gewissen ,miverstand verhten und die
eigentliche ,richtung derselben
ausfindig machen knnen4 ,also werden die
transzendentalen ,ideen allem
,vermuten nach ihren guten und folglich
immanenten ,gebrauch haben1 obgleich1
wenn ihre ,bedeutung verkannt und sie fr
,begriffe von wirklichen ,dingen
genommen werden1 sie transzendent in der
,anwendung und eben darum trglich sein
knnen4 ,denn nicht die ,idee an sich
selbst1 sondern blo ihr ,gebrauch kann1
entweder in ,ansehung der gesamten
mglichen ,erfahrung berfliegend
7transzendent71 oder einheimisch
7immanent7 sein1 nachdem man sie
entweder geradezu auf einen ihr
vermeintlich entsprechenden ,gegenstand1
oder nur auf den ,verstandesgebrauch
berhaupt1 in ,ansehung der ,gegenstnde1
mit welchen er zu tun hat1 richtet1 und
alle ,fehler der ,subreption sind
jederzeit einem ,mangel der
,urteilskraft1 niemals aber dem
,verstande oder der ,vernunft
zuzuschreiben4 ,die ,vernunft bezieht
sich niemals geradezu auf einen
,gegenstand1 sondern lediglich auf den
,verstand1 und vermittelst desselben auf
ihren eigenen empirischen ,gebrauch1
schafft also keine ,begriffe 7von
,objekten71 sondern ordnet sie nur1 und
gibt ihnen diejenige ,einheit1 welche
sie in ihrer grtmglichen ,ausbreitung
haben knnen1 d4i4 in ,beziehung auf die
,totalitt der ,reihen1 als auf welche
der ,verstand gar nicht sieht1 sondern
nur auf diejenige ,verknpfung1 dadurch
allerwrts ,reihen der ,bedingungen nach
,begriffen zustande kommen4 ,die
,vernunft hat also eigentlich nur den
,verstand und dessen zweckmige
,anstellung zum ,gegenstande1 und1 wie
dieser das ,mannigfaltige im ,objekt
durch ,begriffe vereinigt1 so vereinigt
jene ihrerseits das ,mannigfaltige der
,begriffe durch ,ideen1 indem sie eine
gewisse kollektive ,einheit zum ,ziele
der ,verstandeshandlungen setzt1 welche
sonst nur mit der distributiven ,einheit
beschftigt sind4 ,ich behaupte
demnach3 die transzendentalen ,ideen
sind niemals von konstitutivem
,gebrauche1 so1 da dadurch ,begriffe
gewisser ,gegenstnde gegeben wrden1 und
in dem ,falle1 da man sie so versteht1
so sind es blo vernnftelnde
7dialektische7 ,begriffe4 ,dagegen aber
haben sie einen vortrefflichen und
unentbehrlich notwendigen regulativen
,gebrauch1 nmlich den ,verstand zu einem
gewissen ,ziele zu richten1 in
,aussicht auf welches die
,richtungslinien aller seiner ,regeln in
einen ,punkt zusammenlaufen1 der1 ob
er zwar nur eine ,idee 7focus
imaginarius71 d4i4 ein ,punkt ist1 aus
welchem die ,verstandesbegriffe
wirklich nicht ausgehen1 indem er ganz
auerhalb den ,grenzen mglicher
,erfahrung liegt1 dennoch dazu dient1
ihnen die grte ,einheit neben der grten
,ausbreitung zu verschaffen4 ,nun
entspringt uns zwar hieraus die
,tuschung1 als wenn diese
,richtungslinien von einem ,gegenstande
selbst1 der auer dem ,felde empirisch
mglicher ,erkenntnis lge1
ausgeschlossen wren 7so wie die ,objekte
hinter der ,spiegelflche gesehen
werden71 allein diese ,illusion 7welche
man doch hindern kann1 da sie nicht
betrgt17 ist gleichwohl unentbehrlich
notwendig1 wenn wir auer den
,gegenstnden1 die uns vor ,augen sind1
auch diejenigen zugleich sehen wollen1
die weit davon uns im ,rcken liegen1
d4i4 wenn wir1 in unserem ,falle1 den
,verstand ber jede gegebene ,erfahrung
7dem ,teile der gesamten mglichen
,erfahrung7 hinaus1 mithin auch zur
grtmglichen und uersten ,erweiterung
abrichten wollen4 bersehen wir unsere
,verstandeserkenntnisse in ihrem ganzen
,umfange1 so finden wir1 da dasjenige1
was ,vernunft ganz eigentmlich darber
verfgt und zustande zu bringen sucht1
das ,systematische der ,erkenntnis sei1
d4i4 der ,zusammenhang derselben aus
einem ,prinzip4 ,diese ,vernunfteinheit
setzt jederzeit eine ,idee voraus1
nmlich die von der ,form eines ,ganzen
der ,erkenntnis1 welches von der
bestimmten ,erkenntnis der ,teile
vorhergeht und die ,bedingungen enthlt1
jedem ,teile seine ,stelle und
,verhltnis zu den brigen a priori zu
bestimmen4 ,diese ,idee postuliert
demnach vollstndige ,einheit der
,verstandeserkenntnis1 wodurch diese
nicht blo ein zuflliges ,aggregat1
sondern ein nach notwendigen ,gesetzen
zusammenhngendes ,system wird4 ,man
kann eigentlich nicht sagen1 da diese
,idee ein ,begriff vom ,objekte sei1
sondern von der durchgngigen ,einheit
dieser ,begriffe1 sofern dieselbe dem
,verstande zur ,regel dient4
,dergleichen ,vernunftbegriffe werden
nicht aus der ,natur geschpft1 vielmehr
befragen wir die ,natur nach diesen
,ideen1 und halten unsere ,erkenntnis
fr mangelhaft1 solange sie denselben
nicht adquat ist4 ,man gesteht3 da sich
schwerlich reine ,erde1 reines ,wasser1
reine ,luft usw4 finde4 ,gleichwohl
hat man die ,begriffe davon doch ntig
7die also1 was die vllige ,reinigkeit
betrifft1 nur in der ,vernunft ihren
,ursprung haben71 um den ,anteil1 den
jede dieser ,naturursachen an der
,erscheinung hat1 gehrig zu bestimmen1
und so bringt man alle ,materien auf
die ,erden 7gleichsam die bloe ,last71
,salze und brennliche ,wesen 7als die
,kraft71 endlich auf ,wasser und ,luft
als ,vehikeln 7gleichsam ,maschinen1
vermittelst deren die vorigen wirken71
um nach der ,idee eines ,mechanismus
die chemischen ,wirkungen der ,materien
untereinander zu erklren4 ,denn1
wiewohl man sich nicht wirklich so
ausdrckt1 so ist doch ein solcher
,einflu der ,vernunft auf die
,einteilungen der ,naturforscher sehr
leicht zu entdecken4 ,wenn die
,vernunft ein ,vermgen ist1 das
,besondere aus dem ,allgemeinen
abzuleiten1 so ist entweder das
,allgemeine schon an sich gewi und
gegeben1 und alsdann erfordert es nur
,urteilskraft zur ,subsumtion1 und das
,besondere wird dadurch notwendig
bestimmt4 ,dieses will ich den
apodiktischen ,gebrauch der ,vernunft
nennen4 ,oder das ,allgemeine wird nur
problematisch angenommen1 und ist eine
bloe ,idee1 das ,besondere ist gewi1
aber die ,allgemeinheit der ,regel zu
dieser ,folge ist noch ein ,problem2 so
werden mehrere besondere ,flle1 die
insgesamt gewi sind1 an der ,regel
versucht1 ob sie daraus flieen1 und in
diesem ,falle1 wenn es den ,anschein
hat1 da alle anzugebenden besonderen
,flle daraus abfolgen1 wird auf die
,allgemeinheit der ,regel1 aus dieser
aber nachher auf alle ,flle1 die auch an
sich nicht gegeben sind1 geschlossen4
,diesen will ich den hypothetischen
,gebrauch der ,vernunft nennen4 ,der
hypothetische ,gebrauch der ,vernunft
aus zum ,grunde gelegten ,ideen1 als
problematischer ,begriffe1 ist
eigentlich nicht konstitutiv1 nmlich
nicht so beschaffen1 da dadurch1 wenn
man nach aller ,strenge urteilen will1
die ,wahrheit der allgemeinen ,regel1
die als ,hypothese angenommen worden1
folge2 denn wie will man alle mglichen
,folgen wissen1 die1 indem sie aus
demselben angenommenen ,grundsatze
folgen1 seine ,allgemeinheit beweisen1
sondern er ist nur regulativ1 um
dadurch1 soweit als es mglich ist1
,einheit in die besonderen
,erkenntnisse zu bringen1 und die ,regel
dadurch der ,allgemeinheit zu nhern4
,der hypothetische ,vernunftgebrauch
geht also auf die systematische
,einheit der ,verstandeserkenntnisse1
diese aber ist der ,probierstein der
,wahrheit der ,regeln4 ,umgekehrt ist
die systematische ,einheit 7als bloe
,idee7 lediglich nur projektierte
,einheit1 die man an sich nicht als
gegeben1 sondern nur als ,problem
ansehen mu2 welche aber dazu dient1 zu
dem ,mannigfaltigen und besonderen
,verstandesgebrauche ein ,prinzipium zu
finden1 und diesen dadurch auch ber die
,flle1 die nicht gegeben sind1 zu
leiten und zusammenhngend zu machen4
,man sieht aber hieraus nur1 da die
systematische oder ,vernunfteinheit der
mannigfaltigen ,verstandeserkenntnis
ein logisches ,prinzip sei1 um1 da wo
der ,verstand allein nicht zu ,regeln
hinlangt1 ihm durch ,ideen
fortzuhelfen1 und zugleich der
,verschiedenheit seiner ,regeln
,einhelligkeit unter einem ,prinzip
7systematische7 und dadurch
,zusammenhang zu verschaffen1 soweit als
es sich tun lt4 ,ob aber die
,beschaffenheit der ,gegenstnde1 oder
die ,natur des ,verstandes1 der sie als
solche erkennt1 an sich zur
systematischen ,einheit bestimmt sei1
und ob man diese a priori1 auch ohne
,rcksicht auf ein solches ,interesse
der ,vernunft in gewisser ,maae
postulieren1 und also sagen knne3 alle
mglichen ,verstandeserkenntnisse
7darunter die empirischen7 haben
,vernunfteinheit1 und stehen unter
gemeinschaftlichen ,prinzipien1 woraus
sie1 unerachtet ihrer ,verschiedenheit1
abgeleitet werden knnen2 das wrde ein
transzendentaler ,grundsatz der
,vernunft sein1 welcher die
systematische ,einheit nicht blo
subjektiv- und logisch-1 als ,methode1
sondern objektiv notwendig machen wrde4
,wir wollen dieses durch einen ,fall des
,vernunftgebrauchs erlutern4 ,unter
die verschiedenen ,arten von ,einheit
nach ,begriffen des ,verstandes gehrt
auch die der ,kausalitt einer ,substanz1
welche ,kraft genannt wird4 ,die
verschiedenen ,erscheinungen eben
derselben ,substanz zeigen beim ersten
,anblicke soviel ,ungleichartigkeit1 da
man daher anfnglich beinahe so
vielerlei ,krfte derselben annehmen mu1
als ,wirkungen sich hervortun1 wie in
dem menschlichen ,gemte die
,empfindung1 ,bewutsein1 ,einbildung1
,erinnerung1 ,witz1
,unterscheidungskraft1 ,lust1 ,begierde
usw4 ,anfnglich gebietet eine logische
,maxime1 diese anscheinende
,verschiedenheit soviel als mglich
dadurch zu verringern1 da man durch
,vergleichung die versteckte ,identitt
entdecke1 und nachsehe1 ob nicht
,einbildung1 mit ,bewutsein verbunden1
,erinnerung1 ,witz1
,unterscheidungskraft1 vielleicht gar
,verstand und ,vernunft sei4 ,die ,idee
einer ,grundkraft1 von welcher aber die
,logik gar nicht ausmittelt1 ob es
dergleichen gebe1 ist wenigstens das
,problem einer systematischen
,vorstellung der ,mannigfaltigkeit von
,krften4 ,das logische ,vernunftprinzip
erfordert diese ,einheit soweit als
mglich zustande zu bringen1 und je mehr
die ,erscheinungen der einen und
anderen ,kraft unter sich identisch
gefunden werden1 desto wahrscheinlicher
wird es1 da sie nichts1 als
verschiedene uerungen einer und
derselben ,kraft seien1 welche
7komparativ7 ihre ,grundkraft heien
kann4 ,ebenso verfhrt man mit den
brigen4 ,die komparativen ,grundkrfte
mssen wiederum untereinander verglichen
werden1 um sie dadurch1 da man ihre
,einhelligkeit entdeckt1 einer einzigen
radikalen1 d4i4 absoluten ,grundkraft
nahe zu bringen4 ,diese
,vernunfteinheit aber ist blo
hypothetisch4 ,man behauptet nicht1 da
eine solche in der ,tat angetroffen
werden msse1 sondern1 da man sie
zugunsten der ,vernunft1 nmlich zu
,errichtung gewisser ,prinzipien1 fr
die mancherlei ,regeln1 die die
,erfahrung an die ,hand geben mag1
suchen1 und1 wo es sich tun lt1 auf
solche ,weise systematische ,einheit
ins ,erkenntnis bringen msse4 ,es
zeigt sich aber1 wenn man auf den
transzendentalen ,gebrauch des
,verstandes achthat1 da diese ,idee
einer ,grundkraft berhaupt1 nicht blo
als ,problem zum hypothetischen
,gebrauche bestimmt sei1 sondern
objektive ,realitt vorgebe1 dadurch die
systematische ,einheit der mancherlei
,krfte einer ,substanz postuliert und
ein apodiktisches ,vernunftprinzip
errichtet wird4 ,denn1 ohne da wir
einmal die ,einhelligkeit der
mancherlei ,krfte versucht haben1 ja
selbst wenn es uns nach allen
,versuchen milingt1 sie zu entdecken1
setzen wir doch voraus3 es werde eine
solche anzutreffen sein1 und dieses
nicht allein1 wie in dem angefhrten
,falle1 wegen der ,einheit der
,substanz1 sondern1 wo so gar viele1
obzwar in gewissem ,grade gleichartige1
angetroffen werden1 wie an der ,materie
berhaupt1 setzt die ,vernunft
systematische ,einheit mannigfaltiger
,krfte voraus1 da besondere
,naturgesetze unter allgemeineren
stehen1 und die ,ersparung der
,prinzipien nicht blo ein konomischer
,grundsatz der ,vernunft1 sondern
inneres ,gesetz der ,natur wird4 ,in
der ,tat ist auch nicht abzusehen1 wie
ein logisches ,prinzip der
,vernunfteinheit der ,regeln stattfinden
knne1 wenn nicht ein transzendentales
vorausgesetzt wrde1 durch welches eine
solche systematische ,einheit1 als den
,objekten selbst anhngend1 a priori als
notwendig angenommen wird4 ,denn mit
welcher ,befugnis kann die ,vernunft im
logischen ,gebrauche verlangen1 die
,mannigfaltigkeit der ,krfte1 welche
uns die ,natur zu erkennen gibt1 als
eine blo versteckte ,einheit zu
behandeln1 und sie aus irgendeiner
,grundkraft1 soviel an ihr ist1
abzuleiten1 wenn es ihr freistnde
zuzugeben1 da es ebensowohl mglich sei1
alle ,krfte wren ungleichartig1 und die
systematische ,einheit ihrer
,ableitung der ,natur nicht gem8 denn
alsdann wrde sie gerade wider ihre
,bestimmung verfahren1 indem sie sich
eine ,idee zum ,ziele setzte1 die der
,natureinrichtung ganz widersprche4
,auch kann man nicht sagen1 sie habe
zuvor von der zuflligen ,beschaffenheit
der ,natur diese ,einheit nach
,prinzipien der ,vernunft abgenommen4
,denn das ,gesetz der ,vernunft1 sie zu
suchen1 ist notwendig1 weil wir ohne
dasselbe gar keine ,vernunft1 ohne diese
aber keinen zusammenhngenden
,verstandesgebrauch1 und in dessen
,ermanglung kein zureichendes ,merkmal
empirischer ,wahrheit haben wrden1 und
wir also in ,ansehung des letzteren die
systematische ,einheit der ,natur
durchaus als objektiv gltig und
notwendig voraussetzen mssen4 ,wir
finden diese transzendentale
,voraussetzung auch auf eine
bewundernswrdige ,weise in den
,grundstzen der ,philosophen versteckt1
wiewohl sie solche darin nicht immer
erkannt1 oder sich selbst gestanden
haben4 ,da alle ,mannigfaltigkeiten
einzelner ,dinge die ,identitt der ,art
nicht ausschlieen2 da die mancherlei
,arten nur als verschiedentliche
,bestimmungen von wenigen ,gattungen1
diese aber von noch hheren
,geschlechtern usw4 behandelt werden
mssen2 da also eine gewisse
systematische ,einheit aller mglichen
empirischen ,begriffe1 sofern sie von
hheren und allgemeineren abgeleitet
werden knnen1 gesucht werden msse2 ist
eine ,schulregel oder logisches
,prinzip1 ohne welches kein ,gebrauch
der ,vernunft stattfnde1 weil wir nur
sofern vom ,allgemeinen aufs ,besondere
schlieen knnen1 als allgemeine
,eigenschaften der ,dinge zum ,grunde
gelegt werden1 unter denen die
besonderen stehen4 ,da aber auch in
der ,natur eine solche ,einhelligkeit
angetroffen werde1 setzen die
,philosophen in der bekannten
,schulregel voraus3 da man die ,anfnge
7,prinzipien7 nicht ohne ,not
vervielfltigen msse 7entia praeter
necessitatem non esse multiplicanda74
,dadurch wird gesagt3 da die ,natur der
,dinge selbst zur ,vernunfteinheit
,stoff darbiete1 und die anscheinende
unendliche ,verschiedenheit drfe uns
nicht abhalten1 hinter ihr ,einheit der
,grundeigenschaften zu vermuten1 von
welchen die ,mannigfaltigkeit nur durch
mehrere ,bestimmung abgeleitet werden
kann4 ,dieser ,einheit1 ob sie gleich
eine bloe ,idee ist1 ist man zu allen
,zeiten so eifrig nachgegangen1 da man
eher ,ursache gefunden1 die ,begierde
nach ihr zu migen1 als sie
aufzumuntern4 ,es war schon viel1 da die
,scheideknstler alle ,salze auf zwei
,hauptgattungen1 saure und laugenhafte1
zurckfhren konnten1 sie versuchen sogar
auch diesen ,unterschied blo als eine
,variett oder verschiedene uerung eines
und desselben ,grundstoffs anzusehen4
,die mancherlei ,arten von ,erden 7den
,stoff der ,steine und sogar der
,metalle7 hat man nach und nach auf
drei1 endlich auf zwei1 zu bringen
gesucht2 allein damit noch nicht
zufrieden1 knnen sie sich des
,gedankens nicht entschlagen1 hinter
diesen ,varietten dennoch eine einzige
,gattung1 ja wohl gar zu diesen und den
,salzen ein gemeinschaftliches ,prinzip
zu vermuten4 ,man mchte vielleicht
glauben1 dieses sei ein blo konomischer
,handgriff der ,vernunft1 um sich
soviel als mglich ,mhe zu ersparen1 und
ein hypothetischer ,versuch1 der1 wenn
er gelingt1 dem vorausgesetzten
,erklrungsgrunde eben durch diese
,einheit ,wahrscheinlichkeit gibt4
,allein eine solche selbstschtige
,absicht ist sehr leicht von der ,idee
zu unterscheiden1 nach welcher
jedermann voraussetzt1 diese
,vernunfteinheit sei der ,natur selbst
angemessen1 und da die ,vernunft hier
nicht bettle1 sondern gebiete1 obgleich
ohne die ,grenzen dieser ,einheit
bestimmen zu knnen4 ,wre unter den
,erscheinungen1 die sich uns darbieten1
eine so groe ,verschiedenheit1 ich will
nicht sagen der ,form 7denn darin mgen
sie einander hnlich sein71 sondern dem
,inhalte1 d4i4 der ,mannigfaltigkeit
existierender ,wesen nach1 da auch der
allerschrfste menschliche ,verstand
durch ,vergleichung der einen mit der
anderen nicht die mindeste hnlichkeit
ausfindig machen knnte 7ein ,fall1 der
sich wohl denken lt71 so wrde das
logische ,gesetz der ,gattungen ganz und
gar nicht stattfinden1 und es wrde
selbst kein ,begriff von ,gattung1 oder
irgendein allgemeiner ,begriff1 ja sogar
kein ,verstand stattfinden1 als der es
lediglich mit solchen zu tun hat4 ,das
logische ,prinzip der ,gattungen setzt
also ein transzendentales voraus1 wenn
es auf ,natur 7darunter ich hier nur
,gegenstnde1 die uns gegeben werden1
verstehe17 angewandt werden soll4 ,nach
demselben wird in dem ,mannigfaltigen
einer mglichen ,erfahrung notwendig
,gleichartigkeit vorausgesetzt 7ob wir
gleich ihren ,grad a priori nicht
bestimmen knnen71 weil ohne dieselbe
keine empirischen ,begriffe1 mithin
keine ,erfahrung mglich wre4 ,dem
logischen ,prinzip der ,gattungen1
welches ,identitt postuliert1 steht ein
anderes1 nmlich das der ,arten
entgegen1 welches ,mannigfaltigkeit und
,verschiedenheiten der ,dinge1
unerachtet ihrer bereinstimmung unter
derselben ,gattung1 bedarf1 und es dem
,verstande zur ,vorschrift macht1 auf
diese nicht weniger als auf jene
aufmerksam zu sein4 ,dieser ,grundsatz
7der ,scharfsinnigkeit1 oder des
,unterscheidungsvermgens7 schrnkt den
,leichtsinn des ersteren 7des ,witzes7
sehr ein1 und die ,vernunft zeigt hier
ein doppeltes1 einander
widerstreitendes ,interesse1 einerseits
das ,interesse des ,umfanges 7der
,allgemeinheit7 in ,ansehung der
,gattungen1 andererseits des ,inhalts
7der ,bestimmtheit71 in ,absicht auf die
,mannigfaltigkeit der ,arten1 weil der
,verstand im ersteren ,falle zwar viel
unter seinen ,begriffen1 im zweiten
aber desto mehr in denselben denkt4
,auch uert sich dieses an der sehr
verschiedenen ,denkungsart der
,naturforscher1 deren einige 7die
vorzglich spekulativ sind71 der
,ungleichartigkeit gleichsam feind1
immer auf die ,einheit der ,gattung
hinaussehen1 die anderen 7vorzglich
empirische ,kpfe7 die ,natur unaufhrlich
in so viel ,mannigfaltigkeit zu
spalten suchen1 da man beinahe die
,hoffnung aufgeben mte1 ihre
,erscheinungen nach allgemeinen
,prinzipien zu beurteilen4 ,dieser
letzteren ,denkungsart liegt offenbar
auch ein logisches ,prinzip zum
,grunde1 welches die systematische
,vollstndigkeit aller ,erkenntnisse zur
,absicht hat1 wenn ich1 von der
,gattung anhebend1 zu dem
,mannigfaltigen1 das darunter enthalten
sein mag1 herabsteige1 und auf solche
,weise dem ,system ,ausbreitung1 wie im
ersteren ,falle1 da ich zur ,gattung
aufsteige1 ,einfalt zu verschaffen
suche4 ,denn aus der ,sphre des
,begriffs1 der eine ,gattung bezeichnet1
ist ebensowenig1 wie aus dem ,raume1
den ,materie einnehmen kann1 zu ersehen1
wie weit die ,teilung derselben gehen
knne4 ,daher jede ,gattung verschiedene
,arten1 diese aber verschiedene
,unterarten erfordert1 und1 da keine der
letzteren stattfindet1 die nicht immer
wiederum eine ,sphre 7,umfang als
conceptus communis7 htte1 so verlangt
die ,vernunft in ihrer ganzen
,erweiterung1 da keine ,art als die
unterste an sich selbst angesehen
werde1 weil1 da sie doch immer ein
,begriff ist1 der nur das1 was
verschiedenen ,dingen gemein ist1 in
sich enthlt1 dieser nicht durchgngig
bestimmt1 mithin auch nicht zunchst auf
ein ,individuum bezogen sein knne1
folglich jederzeit andere ,begriffe1
d4i4 ,unterarten1 unter sich enthalten
msse4 ,dieses ,gesetz der
,spezifikation knnte so ausgedrckt
werden3 entium varietates non temere
esse minuendas4 ,man sieht aber
leicht1 da auch dieses logische ,gesetz
ohne ,sinn und ,anwendung sein wrde1
lge nicht ein transzendentales ,gesetz
der ,spezifikation zum ,grunde1 welches
zwar freilich nicht von den ,dingen1
die unsere ,gegenstnde werden knnen1
eine wirkliche ,unendlichkeit in
,ansehung der ,verschiedenheiten
fordert2 denn dazu gibt das logische
,prinzip1 als welches lediglich die
,unbestimmtheit der logischen ,sphre in
,ansehung der mglichen ,einteilung
behauptet1 keinen ,anla2 aber dennoch
dem ,verstande auferlegt1 unter jeder
,art1 die uns vorkommt1 ,unterarten1
und zu jeder ,verschiedenheit kleinere
,verschiedenheiten zu suchen4 ,denn1
wrde es keine niederen ,begriffe geben1
so gbe es auch keine hheren4 ,nun
erkennt der ,verstand alles nur durch
,begriffe3 folglich1 soweit er in der
,einteilung reicht1 niemals durch bloe
,anschauung1 sondern immer wiederum
durch niedere ,begriffe4 ,die
,erkenntnis der ,erscheinungen in ihrer
durchgngigen ,bestimmung 7welche nur
durch ,verstand mglich ist7 fordert eine
unaufhrlich fortzusetzende
,spezifikation seiner ,begriffe1 und
einen ,fortgang zu immer noch
bleibenden ,verschiedenheiten1 wovon in
dem ,begriffe der ,art1 und noch mehr
dem der ,gattung1 abstrahiert worden4
,auch kann dieses ,gesetz der
,spezifikation nicht von der ,erfahrung
entlehnt sein2 denn diese kann keine so
weitgehende ,erffnungen geben4 ,die
empirische ,spezifikation bleibt in der
,unterscheidung des ,mannigfaltigen
bald stehen1 wenn sie nicht durch das
schon vorhergehende transzendentale
,gesetz der ,spezifikation1 als einem
,prinzip der ,vernunft1 geleitet worden1
solche zu suchen1 und sie noch immer
zu vermuten1 wenn sie sich gleich nicht
den ,sinnen offenbart4 ,da
absorbierende ,erden nach verschiedener
,art 7,kalk- und muriatische ,erden7
sind1 bedurfte zur ,entdeckung eine
zuvorkommende ,regel der ,vernunft1
welche dem ,verstande es zur ,aufgabe
machte1 die ,verschiedenheit zu suchen1
indem sie die ,natur so reichhaltig
voraussetzte1 sie zu vermuten4 ,denn wir
haben ebensowohl nur unter
,voraussetzung der ,verschiedenheiten in
der ,natur ,verstand1 als unter der
,bedingung1 da ihre ,objekte
,gleichartigkeit an sich haben1 weil
eben die ,mannigfaltigkeit desjenigen1
was unter einem ,begriffe zusammengefat
werden kann1 den ,gebrauch dieses
,begriffs1 und die ,beschftigung des
,verstandes ausmacht4 ,die ,vernunft
bereitet also dem ,verstande sein ,feld1
#a4 durch ein ,prinzip der
,gleichartigkeit des ,mannigfaltigen
unter hheren ,gattungen1 #b4 durch
einen ,grundsatz der ,variett des
,gleichartigen unter niederen ,arten2
und um die systematische ,einheit zu
vollenden1 fgt sie #c4 noch ein ,gesetz
der ,affinitt aller ,begriffe hinzu1
welches einen kontinuierlichen bergang
von einer jeden ,art zu jeder anderen
durch stufenartiges ,wachstum der
,verschiedenheit gebietet4 ,wir knnen
sie die ,prinzipien der ,homogenitt1 der
,spezifikation und der ,kontinuitt der
,formen nennen4 ,das letztere
entspringt dadurch1 da man die zwei
ersteren vereinigt1 nachdem man1 sowohl
im ,aufsteigen zu hheren ,gattungen1
als im ,herabsteigen zu niederen ,arten1
den systematischen ,zusammenhang in
der ,idee vollendet hat2 denn alsdann
sind alle ,mannigfaltigkeiten
untereinander verwandt1 weil sie
insgesamt durch alle ,grade der
erweiterten ,bestimmung von einer
einzigen obersten ,gattung abstammen4
,man kann sich die systematische
,einheit unter den drei logischen
,prinzipien auf folgende ,art sinnlich
machen4 ,man kann einen jeden ,begriff
als einen ,punkt ansehen1 der1 als der
,standpunkt eines ,zuschauers1 seinen
,horizont hat1 d4i4 eine ,menge von
,dingen1 die aus demselben knnen
vorgestellt und gleichsam berschaut
werden4 ,innerhalb diesem ,horizonte mu
eine ,menge von ,punkten ins
,unendliche angegeben werden knnen1
deren jeder wiederum seinen engeren
,gesichtskreis hat2 d4i4 jede ,art
enthlt ,unterarten1 nach dem ,prinzip
der ,spezifikation1 und der logische
,horizont besteht nur aus kleineren
,horizonten 7,unterarten71 nicht aber
aus ,punkten1 die keinen ,umfang haben
7,individuen74 ,aber zu verschiedenen
,horizonten1 d4i4 ,gattungen1 die aus
ebensoviel ,begriffen bestimmt werden1
lt sich ein gemeinschaftlicher
,horizont1 daraus man sie insgesamt als
aus einem ,mittelpunkte berschaut1
gezogen denken1 welcher die hhere
,gattung ist1 bis endlich die hchste
,gattung der allgemeine und wahre
,horizont ist1 der aus dem ,standpunkte
des hchsten ,begriffs bestimmt wird1
und alle ,mannigfaltigkeit1 als
,gattungen1 ,arten und ,unterarten1
unter sich befat4 ,zu diesem hchsten
,standpunkte fhrt mich das ,gesetz der
,homogenitt1 zu allen niedrigen und
deren grten ,variett das ,gesetz der
,spezifikation4 ,da aber auf solche
,weise in dem ganzen ,umfange aller
mglichen ,begriffe nichts ,leeres ist1
und auer demselben nichts angetroffen
werden kann1 so entspringt aus der
,voraussetzung jenes allgemeinen
,gesichtskreises und der durchgngigen
,einteilung desselben der ,grundsatz3
non datur vacuum formarum1 d4i4 es gibt
nicht verschiedene ursprngliche und
erste ,gattungen1 die gleichsam isoliert
und voneinander 7durch einen leeren
,zwischenraum7 getrennt wren1 sondern
alle mannigfaltigen ,gattungen sind nur
,abteilungen einer einzigen obersten
und allgemeinen ,gattung2 und aus diesem
,grundsatze dessen unmittelbare
,folge3 datur continuum formarum1 d4i4
alle ,verschiedenheiten der ,arten
grenzen aneinander und erlauben keinen
bergang zueinander durch einen ,sprung1
sondern nur durch alle kleineren ,grade
des ,unterschiedes1 dadurch man von
einer zu der anderen gelangen kann2 mit
einem ,worte1 es gibt keine ,arten oder
,unterarten1 die einander 7im
,begriffe der ,vernunft7 die nchsten
wren1 sondern es sind noch immer
,zwischenarten mglich1 deren
,unterschied von der ersten und zweiten
kleiner ist1 als dieser ihr
,unterschied voneinander4 ,das erste
,gesetz also verhtet die ,ausschweifung
in die ,mannigfaltigkeit verschiedener
ursprnglichen ,gattungen1 und empfiehlt
die ,gleichartigkeit2 das zweite schrnkt
dagegen diese ,neigung zur
,einhelligkeit wiederum ein1 und
gebietet ,unterscheidung der
,unterarten1 bevor man sich mit seinem
allgemeinen ,begriffe zu den
,individuen wende4 ,das dritte vereinigt
jene beiden1 indem sie bei der hchsten
,mannigfaltigkeit dennoch die
,gleichartigkeit durch den
stufenartigen bergang von einer ,spezies
zur anderen vorschreibt1 welches eine
,art von ,verwandtschaft der
verschiedenen ,zweige anzeigt1 insofern
sie insgesamt aus einem ,stamme
entsprossen sind4 ,dieses logische
,gesetz des continui specierum 7formarum
logicarum7 setzt aber ein
transzendentales voraus 7lex continui in
natura71 ohne welches der ,gebrauch
des ,verstandes durch jene ,vorschrift
nur irre geleitet werden wrde1 indem
sie vielleicht einen der ,natur gerade
entgegengesetzten ,weg nehmen wrde4 ,es
mu also dieses ,gesetz auf reinen
transzendentalen und nicht empirischen
,grnden beruhen4 ,denn in dem letzteren
,falle wrde es spter kommen als die
,systeme2 es hat aber eigentlich das
,systematische der ,naturerkenntnis
zuerst hervorgebracht4 ,es sind hinter
diesen ,gesetzen auch nicht etwa
,absichten auf eine mit ihnen1 als bloen
,versuchen1 anzustellende ,probe
verborgen1 obwohl freilich dieser
,zusammenhang1 wo er zutrifft1 einen
mchtigen ,grund abgibt1 die hypothetisch
ausgedachte ,einheit fr gegrndet zu
halten1 und sie also auch in dieser
,absicht ihren ,nutzen haben1 sondern
man sieht es ihnen deutlich an1 da sie
die ,sparsamkeit der ,grundursachen1
die ,mannigfaltigkeit der ,wirkungen1
und eine daherrhrende ,verwandtschaft
der ,glieder der ,natur an sich selbst
fr vernunftmig und der ,natur
angemessen urteilen1 und diese
,grundstze also direkt und nicht blo
als ,handgriffe der ,methode ihre
,empfehlung bei sich fhren4 ,man
sieht aber leicht1 da diese ,kontinuitt
der ,formen eine bloe ,idee sei1 der
ein kongruierender ,gegenstand in der
,erfahrung gar nicht aufgewiesen werden
kann1 nicht allein um deswillen1 weil
die ,spezies in der ,natur wirklich
abgeteilt sind1 und daher an sich ein
quantum discretum ausmachen mssen1 und1
wenn der stufenartige ,fortgang in der
,verwandtschaft derselben
kontinuierlich wre1 sie auch eine wahre
,unendlichkeit der ,zwischenglieder1 die
innerhalb zweier gegebener ,arten
lgen1 enthalten mte1 welches unmglich
ist3 sondern auch1 weil wir von diesem
,gesetz gar keinen bestimmten
empirischen ,gebrauch machen knnen1
indem dadurch nicht das geringste
,merkmal der ,affinitt angezeigt wird1
nach welchem und wie weit wir die
,gradfolge ihrer ,verschiedenheit zu
suchen1 sondern nichts weiter1 als eine
allgemeine ,anzeige1 da wir sie zu
suchen haben4 ,wenn wir die jetzt
angefhrten ,prinzipien ihrer ,ordnung
nach versetzen1 um sie dem
,erfahrungsgebrauch gem zu stellen1 so
wrden die ,prinzipien der systematischen
,einheit etwa so stehen3
,mannigfaltigkeit1 ,verwandtschaft und
,einheit1 jede derselben aber als
,ideen im hchsten ,grade ihrer
,vollstndigkeit genommen4 ,die ,vernunft
setzt die ,verstandeserkenntnisse
voraus1 die zunchst auf ,erfahrung
angewandt werden1 und sucht ihre
,einheit nach ,ideen1 die viel weiter
geht1 als ,erfahrung reichen kann4 ,die
,verwandtschaft des ,mannigfaltigen1
unbeschadet seiner ,verschiedenheit1
unter einem ,prinzip der ,einheit1
betrifft nicht blo die ,dinge1 sondern
weit mehr noch die bloen ,eigenschaften
und ,krfte der ,dinge4 ,daher1 wenn
uns z4,b4 durch eine 7noch nicht vllig
berichtigte7 ,erfahrung der ,lauf der
,planeten als kreisfrmig gegeben ist1
und wir finden ,verschiedenheiten1 so
vermuten wir sie in demjenigen1 was den
,zirkel nach einem bestndigen ,gesetze
durch alle unendlichen ,zwischengrade1
zu einer dieser abweichenden ,umlufe
abndern kann1 d4i4 die ,bewegungen der
,planeten1 die nicht ,zirkel sind1
werden etwa dessen ,eigenschaften mehr
oder weniger nahe kommen1 und fallen auf
die ,ellipse4 ,die ,kometen zeigen
eine noch grere ,verschiedenheit ihrer
,bahnen1 da sie 7soweit ,beobachtung
reicht7 nicht einmal im ,kreise
zurckkehren2 allein wir raten auf einen
parabolischen ,lauf1 der doch mit der
,ellipsis verwandt ist1 und1 wenn die
lange ,achse der letzteren sehr weit
gestreckt ist1 in allen unseren
,beobachtungen von ihr nicht
unterschieden werden kann4 ,so kommen
wir1 nach ,anleitung jener ,prinzipien1
auf ,einheit der ,gattungen dieser
,bahnen in ihrer ,gestalt1 dadurch aber
weiter auf ,einheit der ,ursache aller
,gesetze ihrer ,bewegung 7die
,gravitation71 von da wir nachher unsere
,eroberungen ausdehnen1 und auch alle
,varietten und scheinbare ,abweichungen
von jenen ,regeln aus demselben
,prinzip zu erklren suchen1 endlich gar
mehr hinzufgen1 als ,erfahrung jemals
besttigen kann1 nmlich1 uns nach den
,regeln der ,verwandtschaft selbst
hyperbolische ,kometenbahnen zu denken1
in welcher diese ,krper ganz und gar
unsere ,sonnenwelt verlassen1 und1
indem sie von ,sonne zu ,sonne gehen1
die entfernteren ,teile eines fr uns
unbegrenzten ,weltsystems1 das durch
eine und dieselbe bewegende ,kraft
zusammenhngt1 in ihrem ,laufe
vereinigen4 ,was bei diesen
,prinzipien merkwrdig ist1 und uns auch
allein beschftigt1 ist dieses3 da sie
transzendental zu sein scheinen1 und1
ob sie gleich bloe ,ideen zur ,befolgung
des empirischen ,gebrauchs der
,vernunft enthalten1 denen der letztere
nur gleichsam asymptotisch1 d4i4 blo
annhernd folgen kann1 ohne sie jemals zu
erreichen1 sie gleichwohl1 als
synthetische ,stze a priori1 objektive1
aber unbestimmte ,gltigkeit haben1 und
zur ,regel mglicher ,erfahrung dienen1
auch wirklich in ,bearbeitung derselben1
als heuristische ,grundstze1 mit gutem
,glcke gebraucht werden1 ohne da man
doch eine transzendentale ,deduktion
derselben zustande bringen kann1
welches1 wie oben bewiesen worden1 in
,ansehung der ,ideen jederzeit unmglich
ist4 ,wir haben in der
transzendentalen ,analytik unter den
,grundstzen des ,verstandes die
dynamischen1 als blo regulativen
,prinzipien der ,anschauung1 von den
mathematischen1 die in ,ansehung der
letzteren konstitutiv sind1
unterschieden4 ,diesem ungeachtet sind
gedachte dynamische ,gesetze allerdings
konstitutiv in ,ansehung der
,erfahrung1 indem sie die ,begriffe1
ohne welche keine ,erfahrung
stattfindet1 a priori mglich machen4
,prinzipien der reinen ,vernunft knnen
dagegen nicht einmal in ,ansehung der
empirischen ,begriffe konstitutiv sein1
weil ihnen kein korrespondierendes
,schema der ,sinnlichkeit gegeben
werden kann1 und sie also keinen
,gegenstand in konkreto haben knnen4
,wenn ich nun von einem solchen
empirischen ,gebrauch derselben1 als
konstitutiver ,grundstze1 abgehe1 wie
will ich ihnen dennoch einen
regulativen ,gebrauch1 und mit demselben
einige objektive ,gltigkeit sichern1
und was kann derselbe fr ,bedeutung
haben8 ,der ,verstand macht fr die
,vernunft ebenso einen so ,gegenstand
aus1 als die ,sinnlichkeit fr den
,verstand4 ,die ,einheit aller mglichen
empirischen ,verstandeshandlungen
systematisch zu machen1 ist ein
,geschft der ,vernunft1 sowie der
,verstand das ,mannigfaltige der
,erscheinungen durch ,begriffe verknpft
und unter empirische ,gesetze bringt4
,die ,verstandeshandlungen aber1 ohne
,schemate der ,sinnlichkeit1 sind
unbestimmt3 ebenso ist die
,vernunfteinheit auch in ,ansehung der
,bedingungen1 unter denen1 und des
,grades1 wie weit1 der ,verstand seine
,begriffe systematisch verbinden soll1
an sich selbst unbestimmt4 ,allein1
obgleich fr die durchgngige
systematische ,einheit aller
,verstandesbegriffe kein ,schema in der
,anschauung ausfindig gemacht werden
kann1 so kann und mu doch ein ,analogon
eines solchen ,schema gegeben werden1
welches die ,idee des ,maximum der
,abteilung und der ,vereinigung der
,verstandeserkenntnis in einem ,prinzip
ist4 ,denn das ,greste und absolut
,vollstndige lt sich bestimmt gedenken1
weil alle restringierenden
,bedingungen1 welche unbestimmte
,mannigfaltigkeit geben1 weggelassen
werden4 ,also ist die ,idee der
,vernunft ein ,analogon von einem
,schema der ,sinnlichkeit1 aber mit dem
,unterschiede1 da die ,anwendung der
,verstandesbegriffe auf das ,schema der
,vernunft nicht ebenso eine ,erkenntnis
des ,gegenstandes selbst ist 7wie bei
der ,anwendung der ,kategorien auf ihre
sinnlichen ,schemate71 sondern nur
eine ,regel oder ,prinzip der
systematischen ,einheit alles
,verstandesgebrauchs4 ,da nun jeder
,grundsatz1 der dem ,verstande
durchgngige ,einheit seines ,gebrauchs a
priori festsetzt1 auch1 obzwar nur
indirekt1 von dem ,gegenstande der
,erfahrung gilt3 so werden die
,grundstze der reinen ,vernunft auch in
,ansehung dieses letzteren objektive
,realitt haben1 allein nicht um etwas an
ihnen zu bestimmen1 sondern nur um das
,verfahren anzuzeigen1 nach welchem der
empirische und bestimmte
,erfahrungsgebrauch des ,verstandes mit
sich selbst durchgngig zusammenstimmend
werden kann1 dadurch1 da er mit dem
,prinzip der durchgngigen ,einheit1
soviel als mglich1 in ,zusammenhang
gebracht1 und davon abgeleitet wird4
,ich nenne alle subjektiven ,grundstze1
die nicht von der ,beschaffenheit des
,objekts1 sondern dem ,interesse der
,vernunft1 in ,ansehung einer gewissen
mglichen ,vollkommenheit der ,erkenntnis
dieses ,objekts1 hergenommen sind1
,maximen der ,vernunft4 ,so gibt es
,maximen der spekulativen ,vernunft1
die lediglich auf dem spekulativen
,interesse derselben beruhen1 ob es zwar
scheinen mag1 sie wren objektive
,prinzipien4 ,wenn blo regulative
,grundstze als konstitutiv betrachtet
werden1 so knnen sie als objektive
,prinzipien widerstreitend sein2
betrachtet man sie aber blo als
,maximen1 so ist kein wahrer
,widerstreit1 sondern blo ein
verschiedenes ,interesse der ,vernunft1
welches die ,trennung der ,denkungsart
verursacht4 ,in der ,tat hat die
,vernunft nur ein einiges ,interesse
und der ,streit ihrer ,maximen ist nur
eine ,verschiedenheit und
wechselseitige ,einschrnkung der
,methoden1 diesem ,interesse ein ,genge
zu tun4 ,auf solche ,weise vermag
bei diesem ,vernnftler mehr das
,interesse der ,mannigfaltigkeit 7nach
dem ,prinzip der ,spezifikation71 bei
jenem aber das ,interesse der ,einheit
7nach dem ,prinzip der ,aggregation74
,ein jeder derselben glaubt sein
,urteil aus der ,einsicht des ,objekts
zu haben1 und grndet es doch lediglich
auf der greren oder kleineren
,anhnglichkeit an einen von beiden
,grundstzen1 deren keine auf objektiven
,grnden beruht1 sondern nur auf dem
,vernunftinteresse1 und die daher
besser ,maximen als ,prinzipien genannt
werden knnten4 ,wenn ich einsehende
,mnner miteinander wegen der
,charakteristik der ,menschen1 der
,tiere oder ,pflanzen1 ja selbst der
,krper des ,mineralreichs im ,streite
sehe1 da die einen z4,b4 besondere und
in der ,abstammung gegrndete
,volkscharaktere1 oder auch entschiedene
und erbliche ,unterschiede der
,familien1 ,rassen usw4 annehmen1 andere
dagegen ihren ,sinn darauf setzen1 da
die ,natur in diesem ,stcke ganz und
gar einerlei ,anlagen gemacht habe1 und
aller ,unterschied nur auf ueren
,zuflligkeiten beruhe1 so darf ich nur
die ,beschaffenheit des ,gegenstandes
in ,betrachtung ziehen1 um zu begreifen1
da er fr beide viel zu tief verborgen
liege1 als da sie aus ,einsicht in die
,natur des ,objekts sprechen knnten4
,es ist nichts anderes1 als das
zwiefache ,interesse der ,vernunft1
davon dieser ,teil das eine1 jener das
andere zu ,herzen nimmt1 oder auch
affektiert1 mithin die ,verschiedenheit
der ,maximen der
,naturmannigfaltigkeit1 oder der
,natureinheit1 welche sich gar wohl
vereinigen lassen1 aber solange sie fr
objektive ,einsichten gehalten werden1
nicht allein ,streit1 sondern auch
,hindernisse veranlassen1 welche die
,wahrheit lange aufhalten1 bis ein
,mittel gefunden wird1 das strittige
,interesse zu vereinigen1 und die
,vernunft hierber zufrieden zu stellen4
,ebenso ist es mit der ,behauptung
oder ,anfechtung des so berufenen1 von
,leibniz in ,gang gebrachten und durch
,bonnet trefflich aufgestutzten
,gesetzes der kontinuierlichen
,stufenleiter der ,geschpfe bewandt1
welche nichts als eine ,befolgung des
auf dem ,interesse der ,vernunft
beruhenden ,grundsatzes der ,affinitt
ist2 denn ,beobachtung und ,einsicht in
die ,einrichtung der ,natur konnte es
gar nicht als objektive ,behauptung an
die ,hand geben4 ,die ,sprossen einer
solchen ,leiter1 so wie sie uns
,erfahrung angeben kann1 stehen viel zu
weit auseinander1 und unsere
vermeintlich kleinen ,unterschiede sind
gemeiniglich in der ,natur selbst so
weite ,klfte1 da auf solche
,beobachtungen 7vornehmlich bei einer
groen ,mannigfaltigkeit von ,dingen1 da
es immer leicht sein mu1 gewisse
hnlichkeiten und ,annherungen zu
finden17 als ,absichten der ,natur gar
nichts zu rechnen ist4 ,dagegen ist die
,methode1 nach einem solchen ,prinzip
,ordnung in der ,natur aufzusuchen1 und
die ,maxime1 eine solche1 obzwar
unbestimmt1 wo1 oder wie weit1 in einer
,natur berhaupt als gegrndet anzusehen1
allerdings ein rechtmiges und
treffliches regulatives ,prinzip der
,vernunft2 welches aber1 als ein
solches1 viel weiter geht1 als da
,erfahrung oder ,beobachtung ihr
gleichkommen knnte1 doch ohne etwas zu
bestimmen1 sondern ihr nur zur
systematischen ,einheit den ,weg
vorzuzeichnen4 ,von der
,endabsicht der natrlichen ,dialektik
der menschlichen ,vernunft ,die
,ideen der reinen ,vernunft knnen
nimmermehr an sich selbst dialektisch
sein1 sondern ihr bloer ,mibrauch mu es
allein machen1 da uns von ihnen ein
trglicher ,schein entspringt2 denn sie
sind uns durch die ,natur unserer
,vernunft aufgegeben1 und dieser oberste
,gerichtshof aller ,rechte und
,ansprche unserer ,spekulation kann
unmglich selbst ursprngliche ,tuschungen
und ,blendwerke enthalten4 ,vermutlich
werden sie also ihre gute und zweckmige
,bestimmung in der ,naturanlage
unserer ,vernunft haben4 ,der ,pbel der
,vernnftler schreit aber1 wie
gewhnlich1 ber ,ungereimtheit und
,widersprche1 und schmht auf die
,regierung1 in deren innerste ,plne er
nicht zu dringen vermag1 deren
wohlttigen ,einflssen er auch selbst
seine ,erhaltung und sogar die ,kultur
verdanken sollte1 die ihn in den ,stand
setzt1 sie zu tadeln und zu
verurteilen4 ,man kann sich eines
,begriffs a priori mit keiner
,sicherheit bedienen1 ohne seine
transzendentale ,deduktion zustande
gebracht zu haben4 ,die ,ideen der
reinen ,vernunft verstatten zwar keine
,deduktion von der ,art1 als die
,kategorien2 sollen sie aber im
mindesten einige1 wenn auch nur
unbestimmte1 objektive ,gltigkeit haben1
und nicht blo leere ,gedankendinge
7entia rationis ratiocinantis7
vorstellen1 so mu durchaus eine
,deduktion derselben mglich sein1
gesetzt1 da sie auch von derjenigen
weit abwichen die man mit den
,kategorien vornehmen kann4 ,das ist
die ,vollendung des kritischen
,geschftes der reinen ,vernunft1 und
dieses wollen wir jetzt bernehmen4
,es ist ein groer ,unterschied1 ob etwas
meiner ,vernunft als ein ,gegenstand
schlechthin1 oder nur als ein
,gegenstand in der ,idee gegeben wird4
,in dem ersteren ,falle gehen meine
,begriffe dahin1 den ,gegenstand zu
bestimmen2 im zweiten ist es wirklich
nur ein ,schema1 dem direkt kein
,gegenstand1 auch nicht einmal
hypothetisch zugegeben wird1 sondern
welches nur dazu dient1 um andere
,gegenstnde1 vermittelst der ,beziehung
auf diese ,idee1 nach ihrer
systematischen ,einheit1 mithin
indirekt uns vorzustellen4 ,so sage ich1
der ,begriff einer hchsten
,intelligenz ist eine bloe ,idee1 d4i4
seine objektive ,realitt soll nicht
darin bestehen1 da er sich geradezu auf
einen ,gegenstand bezieht 7denn in
solcher ,bedeutung wrden wir seine
objektive ,gltigkeit nicht rechtfertigen
knnen71 sondern er ist nur ein nach
,bedingungen der grten ,vernunfteinheit
geordnetes ,schema1 von dem ,begriffe
eines ,dinges berhaupt1 welches nur dazu
dient1 um die grte systematische
,einheit im empirischen ,gebrauche
unserer ,vernunft zu erhalten1 indem
man den ,gegenstand der ,erfahrung
gleichsam von dem eingebildeten
,gegenstande dieser ,idee1 als seinem
,grunde1 oder ,ursache1 ableitet4
,alsdann heit es z4,b4 die ,dinge der
,welt mssen so betrachtet werden1 als
ob sie von einer hchsten ,intelligenz
ihr ,dasein htten4 ,auf solche ,weise
ist die ,idee eigentlich nur ein
heuristischer und nicht ostensiver
,begriff1 und zeigt an1 nicht wie ein
,gegenstand beschaffen ist1 sondern wie
wir1 unter der ,leitung desselben1 die
,beschaffenheit und ,verknpfung der
,gegenstnde der ,erfahrung berhaupt
suchen sollen4 ,wenn man nun zeigen
kann1 da1 obgleich die dreierlei
transzendentalen ,ideen 7die
psychologische1 kosmologische1 und
theologische7 direkt auf keinen ihnen
korrespondierenden ,gegenstand und
dessen ,bestimmung bezogen werden1
dennoch alle ,regeln des empirischen
,gebrauchs der ,vernunft unter
,voraussetzung eines solchen
,gegenstandes in der ,idee auf
systematische ,einheit fhren und die
,erfahrungserkenntnis jederzeit
erweitern1 niemals aber derselben
zuwider sein knnen3 so ist es eine
notwendige ,maxime der ,vernunft1 nach
dergleichen ,ideen zu verfahren4 ,und
dieses ist die transzendentale
,deduktion aller ,ideen der spekulativen
,vernunft1 nicht als konstitutiver
,prinzipien der ,erweiterung unserer
,erkenntnis ber mehr ,gegenstnde1 als
,erfahrung geben kann1 sondern als
regulativer ,prinzipien der
systematischen ,einheit des
,mannigfaltigen der empirischen
,erkenntnis berhaupt1 welche dadurch in
ihren eigenen ,grenzen mehr angebaut und
berichtigt wird1 als es ohne solche
,ideen durch den bloen ,gebrauch der
,verstandesgrundstze geschehen knnte4
,ich will dieses deutlicher machen4 ,wir
wollen den genannten ,ideen als
,prinzipien zufolge erstlich 7in der
,psychologie7 alle ,erscheinungen1
,handlungen und ,empfnglichkeit unseres
,gemts an dem ,leitfaden der inneren
,erfahrung so verknpfen1 als ob dasselbe
eine einfache ,substanz wre1 die1 mit
persnlicher ,identitt1 beharrlich
7wenigstens im ,leben7 existiert1
indessen da ihre ,zustnde1 zu welcher
die des ,krpers nur als uere
,bedingungen gehren1 kontinuierlich
wechseln4 ,wir mssen zweitens 7in der
,kosmologie7 die ,bedingungen1 der
inneren sowohl als der ueren
,naturerscheinungen1 in einer solchen
nirgend zu vollendenden ,untersuchung
verfolgen1 als ob dieselbe an sich
unendlich und ohne ein erstes oder
oberstes ,glied sei1 obgleich wir darum1
auerhalb aller ,erscheinungen1 die blo
intelligiblen ersten ,grnde derselben
nicht leugnen1 aber sie doch niemals in
den ,zusammenhang der ,naturerklrungen
bringen drfen1 weil wir sie gar nicht
kennen4 ,endlich und drittens mssen wir
7in ,ansehung der ,theologie7 alles1
was nur immer in den ,zusammenhang der
mglichen ,erfahrung gehren mag1 so
betrachten1 als ob diese eine absolute1
aber durch und durch abhngige und immer
noch innerhalb der ,sinnenwelt bedingte
,einheit ausmache1 doch aber zugleich1
als ob der ,inbegriff aller
,erscheinungen 7die ,sinnenwelt selbst7
einen einzigen obersten und
allgenugsamen ,grund auer ihrem
,umfange habe1 nmlich eine gleichsam
selbststndige1 ursprngliche und
schpferische ,vernunft1 in ,beziehung
auf welche wir allen empirischen
,gebrauch unserer ,vernunft in seiner
grten ,erweiterung so richten1 als ob
die ,gegenstnde selbst aus jenem
,urbilde aller ,vernunft entsprungen
wren1 das heit3 nicht von einer
einfachen denkenden ,substanz die
inneren ,erscheinungen der ,seele1
sondern nach der ,idee eines einfachen
,wesens jene voneinander ableiten2
nicht von einer hchsten ,intelligenz die
,weltordnung und systematische
,einheit derselben ableiten1 sondern von
der ,idee einer hchstweisen ,ursache
die ,regel hernehmen1 nach welcher die
,vernunft bei der ,verknpfung der
,ursachen und ,wirkungen in der ,welt zu
ihrer eigenen ,befriedigung am besten
zu brauchen sei4 ,nun ist nicht das
mindeste1 was uns hindert1 diese ,ideen
auch als objektiv und hypostatisch
anzunehmen1 auer allein die
kosmologische1 wo die ,vernunft auf
eine ,antinomie stt1 wenn sie solche
zustande bringen will 7die
psychologische und theologische
enthalten dergleichen gar nicht74 ,denn
ein ,widerspruch ist in ihnen nicht1
wie sollte uns daher jemand ihre
objektive ,realitt streiten knnen1 da er
von ihrer ,mglichkeit ebensowenig wei1
um sie zu verneinen1 als wir1 um sie
zu bejahen4 ,gleichwohl ist's1 um etwas
anzunehmen1 noch nicht genug1 da kein
positives ,hindernis dawider ist1 und es
kann uns nicht erlaubt sein1
,gedankenwesen1 welche alle unsere
,begriffe bersteigen1 obgleich keinem
widersprechen1 auf den bloen ,kredit der
ihr ,geschft gern vollendenden
spekulativen ,vernunft1 als wirkliche
und bestimmte ,gegenstnde einzufhren4
,also sollen sie an sich selbst nicht
angenommen werden1 sondern nur ihre
,realitt1 als eines ,schema des
regulativen ,prinzips der systematischen
,einheit aller ,naturerkenntnis1
gelten1 mithin sollen sie nur als
,analoga von wirklichen ,dingen1 aber
nicht als solche an sich selbst zum
,grunde gelegt werden4 ,wir heben von
dem ,gegenstande der ,idee die
,bedingungen auf1 welche unseren
,verstandesbegriff einschrnken1 die aber
es auch allein mglich machen1 da wir
von irgendeinem ,dinge einen bestimmten
,begriff haben knnen4 ,und nun denken
wir uns ein ,etwas1 wovon wir1 was es an
sich selbst sei1 gar keinen ,begriff
haben1 aber wovon wir uns doch ein
,verhltnis zu dem ,inbegriffe der
,erscheinungen denken1 das demjenigen
analogisch ist1 welches die
,erscheinungen untereinander haben4
,wenn wir demnach solche idealische
,wesen annehmen1 so erweitern wir
eigentlich nicht unsere ,erkenntnis ber
die ,objekte mglicher ,erfahrung1
sondern nur die empirische ,einheit der
letzteren1 durch die systematische
,einheit1 wozu uns die ,idee das ,schema
gibt1 welche mithin nicht als
konstitutives1 sondern blo als
regulatives ,prinzip gilt4 ,denn1 da
wir ein der ,idee korrespondierendes
,ding1 ein ,etwas1 oder wirkliches
,wesen setzen1 dadurch ist nicht gesagt1
wir wollten unsere ,erkenntnis der
,dinge mit transzendenten ,begriffen
erweitern2 denn dieses ,wesen wird nur
in der ,idee und nicht an sich selbst
zum ,grunde gelegt1 mithin nur um die
systematische ,einheit auszudrcken1 die
uns zur ,richtschnur des empirischen
,gebrauchs der ,vernunft dienen soll1
ohne doch etwas darber auszumachen1 was
der ,grund dieser ,einheit1 oder die
innere ,eigenschaft eines solchen
,wesens sei1 auf welchem1 als ,ursache1
sie beruhe4 ,so ist der
transzendentale und einzige bestimmte
,begriff1 den uns die blo spekulative
,vernunft von ,gott gibt1 im genauesten
,verstande deistisch1 d4i4 die
,vernunft gibt nicht einmal die
objektive ,gltigkeit eines solchen
,begriffs1 sondern nur die ,idee von
,etwas an die ,hand1 worauf alle
empirische ,realitt ihre hchste und
notwendige ,einheit grndet1 und welches
wir uns nicht anders1 als nach der
,analogie einer wirklichen ,substanz1
welche nach ,vernunftgesetzen die
,ursache aller ,dinge sei1 denken knnen1
wofern wir es ja unternehmen1 es
berall als einen besonderen ,gegenstand
zu denken1 und nicht lieber1 mit der
bloen ,idee des regulativen ,prinzips
der ,vernunft zufrieden1 die
,vollendung aller ,bedingungen des
,denkens1 als berschwenglich fr den
menschlichen ,verstand1 beiseite setzen
wollen1 welches aber mit der ,absicht
einer vollkommenen systematischen
,einheit in unserem ,erkenntnis1 der
wenigstens die ,vernunft keine
,schranken setzt1 nicht zusammen
bestehen kann4 ,daher geschieht's
nun1 da1 wenn ich ein gttliches ,wesen
annehme1 ich zwar weder von der inneren
,mglichkeit seiner hchsten
,vollkommenheit1 noch der
,notwendigkeit seines ,daseins1 den
mindesten ,begriff habe1 aber alsdann
doch allen anderen ,fragen1 die das
,zufllige betreffen1 ein ,genge tun
kann1 und der ,vernunft die
vollkommenste ,befriedigung in
,ansehung der nachzuforschenden grten
,einheit in ihrem empirischen
,gebrauche1 aber nicht in ,ansehung
dieser ,voraussetzung selbst1
verschaffen kann2 welches beweist1 da
ihr spekulatives ,interesse und nicht
ihre ,einsicht sie berechtige1 von einem
,punkte1 der so weit ber ihrer ,sphre
liegt1 auszugehen1 um daraus ihre
,gegenstnde in einem vollstndigen
,ganzen zu betrachten4 ,hier zeigt
sich nun ein ,unterschied der
,denkungsart1 bei einer und derselben
,voraussetzung1 der ziemlich subtil1
aber gleichwohl in der
,transzendentalphilosophie von groer
,wichtigkeit ist4 ,ich kann genugsamen
,grund haben1 etwas relativ anzunehmen
7suppositio relativa71 ohne doch befugt
zu sein1 es schlechthin anzunehmen
7suppositio absoluta74 ,diese
,unterscheidung trifft zu1 wenn es blo
um ein regulatives ,prinzip zu tun ist1
wovon wir zwar die ,notwendigkeit an
sich selbst1 aber nicht den ,quell
derselben erkennen1 und dazu wir einen
obersten ,grund blo in der ,absicht
annehmen1 um desto bestimmter die
,allgemeinheit des ,prinzips zu denken1
als z4,b4 wenn ich mir ein ,wesen als
existierend denke1 das einer bloen und
zwar transzendentalen ,idee
korrespondiert4 ,denn1 da kann ich das
,dasein dieses ,dinges niemals an sich
selbst annehmen1 weil keine ,begriffe1
dadurch ich mir irgend einen ,gegenstand
bestimmt denken kann1 dazu gelangen1
und die ,bedingungen der objektiven
,gltigkeit meiner ,begriffe durch die
,idee selbst ausgeschlossen sind4 ,die
,begriffe der ,realitt1 der ,substanz1
der ,kausalitt1 selbst die der
,notwendigkeit im ,dasein1 haben1 auer
dem ,gebrauche1 da sie die empirische
,erkenntnis eines ,gegenstandes mglich
machen1 gar keine ,bedeutung1 die
irgendein ,objekt bestimmte4 ,sie knnen
also zwar zu ,erklrung der ,mglichkeit
der ,dinge in der ,sinnenwelt1 aber
nicht der ,mglichkeit eines ,weltganzen
selbst gebraucht werden1 weil dieser
,erklrungsgrund auerhalb der ,welt und
mithin kein ,gegenstand einer mglichen
,erfahrung sein mte4 ,nun kann ich
gleichwohl ein solches unbegreifliches
,wesen1 den ,gegenstand einer bloen
,idee1 relativ auf die ,sinnenwelt1
obgleich nicht an sich selbst1 annehmen4
,denn1 wenn dem grtmglichen
empirischen ,gebrauche meiner ,vernunft
eine ,idee 7der systematisch
vollstndigen ,einheit1 von der ich bald
bestimmter reden werde7 zum ,grunde
liegt1 die an sich selbst niemals adquat
in der ,erfahrung kann dargestellt
werden1 ob sie gleich1 um die
empirische ,einheit dem hchstmglichen
,grade zu nhern1 unumgnglich notwendig
ist1 so werde ich nicht allein befugt1
sondern auch gentigt sein1 diese ,idee
zu realisieren1 d4i4 ihr einen
wirklichen ,gegenstand zu setzen1 aber
nur als ein ,etwas berhaupt1 das ich an
sich selbst gar nicht kenne1 und dem
ich nur1 als einem ,grunde jener
systematischen ,einheit1 in ,beziehung
auf diese letztere solche ,eigenschaft
gebe1 als den ,verstandesbegriffen im
empirischen ,gebrauche analogisch sind4
,ich werde mir also nach der ,analogie
der ,realitten in der ,welt der
,substanzen1 der ,kausalitt und der
,notwendigkeit1 ein ,wesen denken1 das
alles dieses in der hchsten
,vollkommenheit besitzt1 und1 indem
diese ,idee blo auf meiner ,vernunft
beruht1 dieses ,wesen als selbststndige
,vernunft1 was durch ,ideen der grten
,harmonie und ,einheit1 ,ursache vom
,weltganzen ist1 denken knnen1 so da ich
alle1 die ,idee einschrnkenden1
,bedingungen weglasse1 lediglich um1
unter dem ,schutze eines solchen
,urgrundes1 systematische ,einheit des
,mannigfaltigen im ,weltganzen1 und1
vermittelst derselben1 den grtmglichen
empirischen ,vernunftgebrauch mglich zu
machen1 indem ich alle ,verbindungen so
ansehe1 als ob sie ,anordnungen einer
hchsten ,vernunft wren1 von der die
unsrige ein schwaches ,nachbild ist4
,ich denke mir alsdann dieses hchste
,wesen durch lauter ,begriffe1 die
eigentlich nur in der ,sinnenwelt ihre
,anwendung haben2 da ich aber auch jene
transzendentale ,voraussetzung zu
keinem anderen als relativen ,gebrauch
habe1 nmlich1 da sie das ,substratum der
grtmglichen ,erfahrungseinheit abgeben
solle1 so darf ich ein ,wesen1 das ich
von der ,welt unterscheide1 ganz wohl
durch ,eigenschaften denken1 die
lediglich zur ,sinnenwelt gehren4 ,denn
ich verlange keineswegs1 und bin auch
nicht befugt es zu verlangen1 diesen
,gegenstand meiner ,idee1 nach dem1 was
er an sich sein mag1 zu erkennen2 denn
dazu habe ich keine ,begriffe1 und
selbst die ,begriffe von ,realitt1
,substanz1 ,kausalitt1 ja sogar der
,notwendigkeit im ,dasein1 verlieren
alle ,bedeutung1 und sind leere ,titel
zu ,begriffen1 ohne allen ,inhalt1 wenn
ich mich auer dem ,felde der ,sinne
damit hinauswage4 ,ich denke mir nur
die ,relation eines mir an sich ganz
unbekannten ,wesens zur grten
systematischen ,einheit des ,weltganzen1
lediglich um es zum ,schema des
regulativen ,prinzips des grtmglichen
empirischen ,gebrauchs meiner ,vernunft
zu machen4 ,werfen wir unseren ,blick
nun auf den transzendentalen
,gegenstand unserer ,idee1 so sehen
wir1 da wir seine ,wirklichkeit nach den
,begriffen von ,realitt1 ,substanz1
,kausalitt usw4 an sich selbst nicht
voraussetzen knnen1 weil diese ,begriffe
auf etwas1 das von der ,sinnenwelt
ganz unterschieden ist1 nicht die
mindeste ,anwendung haben4 ,also ist
die ,supposition der ,vernunft von einem
hchsten ,wesen1 als oberster ,ursache1
blo relativ1 zum ,behuf der
systematischen ,einheit der ,sinnenwelt
gedacht1 und ein bloes ,etwas in der
,idee1 wovon wir1 was es an sich sei1
keinen ,begriff haben4 ,hierdurch erklrt
sich auch1 woher wir zwar in
,beziehung auf das1 was existierend den
,sinnen gegeben ist1 der ,idee eines an
sich notwendigen ,urwesens bedrfen1
niemals aber von diesem und seiner
absoluten ,notwendigkeit den mindesten
,begriff haben knnen4 ,nunmehr knnen
wir das ,resultat der ganzen
transzendentalen ,dialektik deutlich
vor ,augen stellen1 und die ,endabsicht
der ,ideen der reinen ,vernunft1 die
nur durch ,miverstand und
,unbehutsamkeit dialektisch werden1
genau bestimmen4 ,die reine ,vernunft
ist in der ,tat mit nichts als sich
selbst beschftigt1 und kann auch kein
anderes ,geschft haben1 weil ihr nicht
die ,gegenstnde zur ,einheit des
,erfahrungsbegriffs1 sondern die
,verstandeserkenntnisse zur ,einheit des
,vernunftbegriffs1 d4i4 des
,zusammenhanges in einem ,prinzip
gegeben werden4 ,die ,vernunfteinheit
ist die ,einheit des ,systems1 und diese
systematische ,einheit dient der
,vernunft nicht objektiv zu einem
,grundsatze1 um sie ber die ,gegenstnde1
sondern subjektiv als ,maxime1 um sie
ber alles mgliche empirische ,erkenntnis
der ,gegenstnde zu verbreiten4
,gleichwohl befrdert der systematische
,zusammenhang1 den die ,vernunft dem
empirischen ,verstandesgebrauche geben
kann1 nicht allein dessen ,ausbreitung1
sondern bewhrt auch zugleich die
,richtigkeit desselben1 und das
,prinzipium einer solchen systematischen
,einheit ist auch objektiv1 aber auf
unbestimmte ,art 7principium vagum71
nicht als konstitutives ,prinzip1 um
etwas in ,ansehung seines direkten
,gegenstandes zu bestimmen1 sondern um1
als blo regulativer ,grundsatz und
,maxime1 den empirischen ,gebrauch der
,vernunft durch ,erffnung neuer ,wege1
die der ,verstand nicht kennt1 ins
,unendliche 7,unbestimmte7 zu befrdern
und zu befestigen1 ohne dabei jemals den
,gesetzen des empirischen ,gebrauchs
im mindesten zuwider zu sein4 ,die
,vernunft kann aber diese systematische
,einheit nicht anders denken1 als da
sie ihrer ,idee zugleich einen
,gegenstand gibt1 der aber durch keine
,erfahrung gegeben werden kann2 denn
,erfahrung gibt niemals ein ,beispiel
vollkommener systematischer ,einheit4
,dieses ,vernunftwesen 7ens rationis
ratiocinatae7 ist nun zwar eine bloe
,idee1 und wird also nicht schlechthin
und an sich selbst als etwas
,wirkliches angenommen1 sondern nur
problematisch zum ,grunde gelegt 7weil
wir es durch keine ,verstandesbegriffe
erreichen knnen71 um alle ,verknpfung
der ,dinge der ,sinnenwelt so anzusehen1
als ob sie in diesem ,vernunftwesen
ihren ,grund htten1 lediglich aber in
der ,absicht1 um darauf die
systematische ,einheit zu grnden1 die
der ,vernunft unentbehrlich1 der
empirischen ,verstandeserkenntnis aber
auf alle ,weise befrderlich und ihr
gleichwohl niemals hinderlich sein
kann4 ,man verkennt sogleich die
,bedeutung dieser ,idee1 wenn man sie fr
die ,behauptung1 oder auch nur die
,voraussetzung einer wirklichen ,sache
hlt1 welcher man den ,grund der
systematischen ,weltverfassung
zuzuschreiben gedchte2 vielmehr lt man
es gnzlich unausgemacht1 was der
unseren ,begriffen sich entziehende
,grund derselben an sich fr
,beschaffenheit habe1 und setzt sich nur
eine ,idee zum ,gesichtspunkte1 aus
welchem einzig und allein man jene1 der
,vernunft so wesentliche und dem
,verstande so heilsame1 ,einheit
verbreiten kann2 mit einem ,worte3
dieses transzendentale ,ding ist blo das
,schema jenes regulativen ,prinzips1
wodurch die ,vernunft1 so viel an ihr
ist1 systematische ,einheit ber alle
,erfahrung verbreitet4 ,das erste
,objekt einer solchen ,idee bin ich
selbst1 blo als denkende ,natur 7,seele7
betrachtet4 ,will ich die
,eigenschaften1 mit denen ein denkendes
,wesen an sich existiert1 aufsuchen1 so
mu ich die ,erfahrung befragen1 und
selbst von allen ,kategorien kann ich
keine auf diesen ,gegenstand anwenden1
als insofern das ,schema derselben in
der sinnlichen ,anschauung gegeben ist4
,hiermit gelange ich aber niemals zu
einer systematischen ,einheit aller
,erscheinungen des inneren ,sinnes4
,statt des ,erfahrungsbegriffs also
7von dem1 was die ,seele wirklich ist71
der uns nicht weit fhren kann1 nimmt die
,vernunft den ,begriff der empirischen
,einheit alles ,denkens1 und macht
dadurch1 da sie diese ,einheit
unbedingt und ursprnglich denkt1 aus
demselben einen ,vernunftbegriff
7,idee7 von einer einfachen ,substanz1
die an sich selbst unwandelbar
7persnlich identisch71 mit anderen
wirklichen ,dingen auer ihr in
,gemeinschaft stehe2 mit einem ,worte3
von einer einfachen selbstndigen
,intelligenz4 ,hierbei aber hat sie
nichts anderes vor ,augen1 als
,prinzipien der systematischen ,einheit
in ,erklrung der ,erscheinungen der
,seele1 nmlich3 alle ,bestimmungen1 als
in einem einigen ,subjekte1 alle
,krfte1 so viel mglich1 als abgeleitet
von einer einigen ,grundkraft1 allen
,wechsel1 als gehrig zu den ,zustnden
eines und desselben beharrlichen ,wesens
zu betrachten1 und alle ,erscheinungen
im ,raume1 als von den ,handlungen des
,denkens ganz unterschieden
vorzustellen4 ,jene ,einfachheit der
,substanz usw4 sollte nur das ,schema
zu diesem regulativen ,prinzip sein1
und wird nicht vorausgesetzt1 als sei
sie der wirkliche ,grund der
,seeleneigenschaften4 ,denn diese knnen
auch auf ganz anderen ,grnden beruhen1
die wir gar nicht kennen1 wie wir denn
die ,seele auch durch diese
angenommenen ,prdikate eigentlich nicht
an sich selbst erkennen knnten1 wenn
wir sie gleich von ihr schlechthin
wollten gelten lassen1 indem sie eine
bloe ,idee ausmachen1 die in concreto
gar nicht vorgestellt werden kann4 ,aus
einer solchen psychologischen ,idee
kann nun nichts anderes als ,vorteil
entspringen1 wenn man sich nur htet1
sie fr etwas mehr als bloe ,idee1 d4i4
blo relativisch auf den systematischen
,vernunftsgebrauch in ,ansehung der
,erscheinungen unserer ,seele1 gelten
zu lassen4 ,denn da mengen sich keine
empirischen ,gesetze krperlicher
,erscheinungen1 die ganz von anderer
,art sind1 in die ,erklrungen dessen1
was blo vor den inneren ,sinn gehrt2 da
werden keine windigen ,hypothesen1 von
,erzeugung1 ,zerstrung und ,palingenesie
der ,seelen usw4 zugelassen2 also wird
die ,betrachtung dieses ,gegenstandes
des inneren ,sinnes ganz rein und
unvermengt mit ungleichartigen
,eigenschaften angestellt1 berdem die
,vernunftuntersuchung darauf gerichtet1
die ,erklrungsgrnde in diesem
,subjekte1 so weit es mglich ist1 auf
ein einziges ,prinzip hinaus zu fhren1
welches alles durch ein solches ,schema1
als ob es ein wirkliches ,wesen wre1
am besten1 ja sogar einzig und allein1
bewirkt wird4 ,die psychologische ,idee
kann auch nichts anderes als das
,schema eines regulativen ,begriffs
bedeuten4 ,denn1 wollte ich auch nur
fragen1 ob die ,seele nicht an sich
geistiger ,natur sei1 so htte diese
,frage gar keinen ,sinn4 ,denn durch
einen solchen ,begriff nehme ich nicht
blo die krperliche ,natur1 sondern
berhaupt alle ,natur weg1 d4i4 alle
,prdikate irgendeiner mglichen
,erfahrung1 mithin alle ,bedingungen1 zu
einem solchen ,begriffe einen
,gegenstand zu denken1 als welches doch
einzig und allein es macht1 da man sagt1
er habe einen ,sinn4 ,die zweite
regulative ,idee der blo spekulativen
,vernunft ist der ,weltbegriff
berhaupt4 ,denn ,natur ist eigentlich
nur das einzige gegebene ,objekt1 in
,ansehung dessen die ,vernunft
regulative ,prinzipien bedarf4 ,diese
,natur ist zwiefach1 entweder die
denkende1 oder die krperliche ,natur4
,allein zu der letzteren1 um sie ihrer
inneren ,mglichkeit nach zu denken1
d4i4 die ,anwendung der ,kategorien auf
dieselbe zu bestimmen1 bedrfen wir
keiner ,idee1 d4i4 einer die ,erfahrung
bersteigenden ,vorstellung2 es ist auch
keine in ,ansehung derselben mglich1
weil wir darin blo durch sinnliche
,anschauung geleitet werden1 und nicht
wie in dem psychologischen
,grundbegriffe 7,ich71 welcher eine
gewisse ,form des ,denkens1 nmlich die
,einheit desselben1 a priori enthlt4
,also bleibt uns fr die reine ,vernunft
nichts brig1 als ,natur berhaupt1 und
die ,vollstndigkeit der ,bedingungen in
derselben nach irgendeinem ,prinzip4
,die absolute ,totalitt der ,reihen
dieser ,bedingungen1 in der ,ableitung
ihrer ,glieder1 ist eine ,idee1 die
zwar im empirischen ,gebrauche der
,vernunft niemals vllig zustande kommen
kann1 aber doch zur ,regel dient1 wie
wir in ,ansehung derselben verfahren
sollen1 nmlich in der ,erklrung
gegebener ,erscheinungen 7im ,zurckgehen
oder ,aufsteigen7 so1 als ob die
,reihe an sich unendlich wre1 d4i4 in
indefinitum1 aber wo die ,vernunft
selbst als bestimmende ,ursache
betrachtet wird 7in der ,freiheit71
also bei praktischen ,prinzipien1 als ob
wir nicht ein ,objekt der ,sinne1
sondern des reinen ,verstandes vor uns
htten1 wo die ,bedingungen nicht mehr
in der ,reihe der ,erscheinungen1
sondern auer derselben gesetzt werden
knnen1 und die ,reihe der ,zustnde
angesehen werden kann1 als ob sie
schlechthin 7durch eine intelligible
,ursache7 angefangen wrde2 welches
alles beweist1 da die kosmologischen
,ideen nichts als regulative
,prinzipien1 und weit davon entfernt
sind1 gleichsam konstitutiv1 eine
wirkliche ,totalitt solcher ,reihen zu
setzen4 ,das brige kann man an seinem
,orte unter der ,antinomie der reinen
,vernunft suchen4 ,die dritte ,idee
der reinen ,vernunft1 welche eine blo
relative ,supposition eines ,wesens
enthlt1 als der einigen und
allgenugsamen ,ursache aller
kosmologischen ,reihen1 ist der
,vernunftbegriff von ,gott4 ,den
,gegenstand dieser ,idee1 haben wir
nicht den mindesten ,grund1 schlechthin
anzunehmen 7an sich zu supponieren72
denn was kann uns wohl dazu vermgen1
oder auch nur berechtigen1 ein ,wesen
von der hchsten ,vollkommenheit1 und
als seiner ,natur nach schlechthin
notwendig1 aus dessen bloem ,begriffe an
sich selbst zu glauben1 oder zu
behaupten1 wre es nicht die ,welt1 in
,beziehung auf welche diese
,supposition allein notwendig sein kann2
und da zeigt es sich klar1 da die
,idee desselben1 so wie alle
spekulativen ,ideen1 nichts weiter
sagen wolle1 als da die ,vernunft
gebiete1 alle ,verknpfung der ,welt
nach ,prinzipien einer systematischen
,einheit zu betrachten1 mithin als ob
sie insgesamt aus einem einzigen
allbefassenden ,wesen1 als oberster und
allgenugsamer ,ursache1 entsprungen
wren4 ,hieraus ist klar1 da die
,vernunft hierbei nichts als ihre eigene
formale ,regel in ,erweiterung ihres
empirischen ,gebrauchs zur ,absicht
haben knne1 niemals aber eine
,erweiterung ber alle ,grenzen des
empirischen ,gebrauchs1 folglich unter
dieser ,idee kein konstitutives ,prinzip
ihres auf mgliche ,erfahrung
gerichteten ,gebrauchs verborgen liege4
,diese hchste formale ,einheit1 welche
allein auf ,vernunftbegriffen beruht1
ist die zweckmige ,einheit der ,dinge1
und das spekulative ,interesse der
,vernunft macht es notwendig1 alle
,anordnung in der ,welt so anzusehen1
als ob sie aus der ,absicht einer
allerhchsten ,vernunft entsprossen wre4
,ein solches ,prinzip erffnet nmlich
unserer auf das ,feld der ,erfahrungen
angewandten ,vernunft ganz neue
,aussichten1 nach teleologischen
,gesetzen die ,dinge der ,welt zu
verknpfen1 und dadurch zu der grten
systematischen ,einheit derselben zu
gelangen4 ,die ,voraussetzung einer
obersten ,intelligenz1 als der
alleinigen ,ursache des ,weltganzen1
aber freilich blo in der ,idee1 kann
also jederzeit der ,vernunft nutzen und
dabei doch niemals schaden4 ,denn1 wenn
wir in ,ansehung der ,figur der ,erde
7der runden1 doch etwas
abgeplatteten7991 der ,gebirge und
,meere usw4 lauter weise ,absichten
eines ,urhebers zum voraus annehmen1 so
knnen wir auf diesem ,wege eine ,menge
von ,entdeckungen machen4 ,bleiben wir
nur bei dieser ,voraussetzung1 als
einem blo regulativen ,prinzip1 so kann
selbst der ,irrtum uns nicht schaden4
,denn es kann allenfalls daraus nichts
weiter folgen1 als da1 wo wir einen
teleologischen ,zusammenhang 7nexus
finalis7 erwarteten1 ein blo
mechanischer oder physischer 7nexus
effectivus7 angetroffen werde1 wodurch
wir1 in einem solchen ,falle1 nur eine
,einheit mehr vermissen1 aber nicht die
,vernunfteinheit in ihrem empirischen
,gebrauche verderben4 ,aber sogar dieser
,querstrich kann das ,gesetz selbst in
allgemeiner und teleologischer ,absicht
berhaupt nicht treffen4 ,denn1 obzwar
ein ,zergliederer eines ,irrtums berfhrt
werden kann1 wenn er irgend ein
,gliedma eines tierischen ,krpers auf
einen ,zweck bezieht1 von welchem man
deutlich zeigen kann1 da er daraus
nicht erfolge3 so ist es doch gnzlich
unmglich1 in einem ,falle zu beweisen1
da eine ,natureinrichtung1 es mag sein
welche da wolle1 ganz und gar keinen
,zweck habe4 ,daher erweitert auch die
,physiologie 7der rzte7 ihre sehr
eingeschrnkte empirische ,kenntnis von
den ,zwecken des ,gliederbaues eines
organischen ,krpers durch einen
,grundsatz1 welchen blo reine ,vernunft
eingab1 so weit1 da man darin ganz
dreist und zugleich mit aller
,verstndigen ,einstimmung annimmt1 es
habe alles an dem ,tiere seinen ,nutzen
und gute ,absicht2 welche
,voraussetzung1 wenn sie konstitutiv
sein sollte1 viel weiter geht1 als uns
bisherige ,beobachtung berechtigen
kann2 woraus denn zu ersehen ist1 da sie
nichts als ein regulatives ,prinzip
der ,vernunft sei1 um zur hchsten
systematischen ,einheit1 vermittelst der
,idee der zweckmigen ,kausalitt der
obersten ,weltursache1 und1 als ob
diese1 als hchste ,intelligenz1 nach
der weisesten ,absicht die ,ursache von
allem sei1 zu gelangen4 99 ,der
,vorteil1 den eine kugelichte
,erdgestalt schafft1 ist bekannt
genug2 aber wenige wissen1 da ihre
,abplattung1 als eines ,sphroids1 es
allein verhindert1 da nicht die
,hervorragungen des festen ,landes1
oder auch kleinerer1 vielleicht durch
,erdbeben aufgeworfener ,berge1 die
,achse der ,erde kontinuierlich und in
nicht eben langer ,zeit ansehnlich
verrcke1 wre nicht die ,aufschwellung
der ,erde unter der ,linie ein so
gewaltiger ,berg1 den der ,schwung jedes
anderen ,berges niemals merklich aus
seiner ,lage in ,ansehung der ,achse
bringen kann4 ,und doch erklrt man
diese weise ,anstalt ohne ,bedenken
aus dem ,gleichgewicht der ehemals
flssigen ,erdmasse4 ,gehen wir aber
von dieser ,restriktion der ,idee auf
den blo regulativen ,gebrauch ab1 so
wird die ,vernunft auf so mancherlei
,weise irregefhrt1 indem sie alsdann
den ,boden der ,erfahrung1 der doch die
,merkzeichen ihres ,ganges enthalten
mu1 verlt1 und sich ber denselben zu
dem ,unbegreiflichen und
,unerforschlichen hinwagt1 ber dessen
,hhe sie notwendig schwindlicht wird1
weil sie sich aus dem ,standpunkte
desselben von allem mit der ,erfahrung
stimmigen ,gebrauch gnzlich
abgeschnitten sieht4 ,der erste
,fehler1 der daraus entspringt1 da man
die ,idee eines hchsten ,wesens nicht
blo regulativ1 sondern 7welches der
,natur einer ,idee zuwider ist7
konstitutiv braucht1 ist die faule
,vernunft 7ignava ratio7994 ,man kann
jeden ,grundsatz so nennen1 welcher
macht1 da man seine ,naturuntersuchung1
wo es auch sei1 fr schlechthin
vollendet ansieht1 und die ,vernunft
sich also zur ,ruhe begibt1 als ob sie
ihr ,geschft vllig ausgerichtet habe4
,daher selbst die psychologische ,idee1
wenn sie als ein konstitutives ,prinzip
fr die ,erklrung der ,erscheinungen
unserer ,seele1 und hernach gar1 zur
,erweiterung unserer ,erkenntnis dieses
,subjekts1 noch ber alle ,erfahrung
hinaus 7ihren ,zustand nach dem ,tode7
gebraucht wird1 es der ,vernunft zwar
sehr bequem macht1 aber auch allen
,naturgebrauch derselben nach der
,leitung der ,erfahrungen ganz verdirbt
und zugrunde richtet4 ,so erklrt der
dogmatische ,spiritualist die durch
allen ,wechsel der ,zustnde unverndert
bestehende ,einheit der ,person aus der
,einheit der denkenden ,substanz1 die
er in dem ,ich unmittelbar wahrzunehmen
glaubt1 das ,interesse1 was wir an
,dingen nehmen1 die sich allererst nach
unserem ,tode zutragen sollen1 aus dem
,bewutsein der immateriellen ,natur
unseres denkenden ,subjekts usw4 und
berhebt sich aller ,naturuntersuchung
der ,ursache dieser unserer inneren
,erscheinungen aus physischen
,erklrungsgrnden1 indem er gleichsam
durch den ,machtspruch einer
transzendenten ,vernunft die immanenten
,erkenntnisquellen der ,erfahrung1 zum
,behuf seiner ,gemchlichkeit1 aber mit
,einbue aller ,einsicht1 vorbeigeht4
,noch deutlicher fllt diese nachteilige
,folge bei dem ,dogmatismus unserer
,idee von einer hchsten ,intelligenz und
dem darauf flschlich gegrndeten
theologischen ,system der ,natur
7,physikotheologie7 in die ,augen4 ,denn
da dienen alle sich in der ,natur
zeigenden1 oft nur von uns selbst dazu
gemachten ,zwecke dazu1 es uns in der
,erforschung der ,ursachen recht bequem
zu machen1 nmlich1 anstatt sie in den
allgemeinen ,gesetzen des ,mechanismus
der ,materie zu suchen1 sich geradezu
auf den unerforschlichen ,ratschlu der
hchsten ,weisheit zu berufen1 und die
,vernunftbemhung alsdann fr vollendet
anzusehen1 wenn man sich ihres
,gebrauchs berhebt1 der doch nirgend
einen ,leitfaden findet1 als wo ihn uns
die ,ordnung der ,natur und die ,reihe
der ,vernderungen1 nach ihren inneren
und allgemeineren ,gesetzen1 an die
,hand gibt4 ,dieser ,fehler kann
vermieden werden1 wenn wir nicht blo
einige ,naturstcke1 als z4,b4 die
,verteilung des festen ,landes1 das
,bauwerk desselben1 und die
,beschaffenheit und ,lage der ,gebirge1
oder wohl gar nur die ,organisation im
,gewchs- und ,tierreiche aus dem
,gesichtspunkte der ,zwecke betrachten1
sondern diese systematische ,einheit
der ,natur1 in ,beziehung auf die ,idee
einer hchsten ,intelligenz1 ganz
allgemein machen4 ,denn alsdann legen
wir eine ,zweckmigkeit nach allgemeinen
,gesetzen der ,natur zum ,grunde1 von
denen keine besondere ,einrichtung
ausgenommen1 sondern nur mehr oder
weniger kenntlich fr uns ausgezeichnet
worden1 und haben ein regulatives
,prinzip der systematischen ,einheit
einer teleologischen ,verknpfung1 die
wir aber nicht zum voraus bestimmen1
sondern nur in ,erwartung derselben die
physischmechanische ,verknpfung nach
allgemeinen ,gesetzen verfolgen drfen4
,denn so allein kann das ,prinzip der
zweckmigen ,einheit den
,vernunftgebrauch in ,ansehung der
,erfahrung jederzeit erweitern1 ohne ihm
in irgendeinem ,falle ,abbruch zu tun4
99 ,so nannten die alten
,dialektiker einen ,trugschlu1 der so
lautete3 ,wenn es dein ,schicksal mit
sich bringt1 du sollst von dieser
,krankheit genesen1 so wird es
geschehen1 du magst einen ,arzt
brauchen1 oder nicht4 ,cicero sagt1 da
diese ,art zu schlieen ihren ,namen
daher habe1 da1 wenn man ihr folgt1 gar
kein ,gebrauch der ,vernunft im
,leben brig bleibe4 ,dieses ist die
,ursache1 warum ich das sophistische
,argument der reinen ,vernunft mit
demselben ,namen belege4 ,der
zweite ,fehler1 der aus der ,mideutung
des gedachten ,prinzips der
systematischen ,einheit entspringt1 ist
der der verkehrten ,vernunft 7perversa
ratio1 ysteron proteron rationis74 ,die
,idee der systematischen ,einheit
sollte nur dazu dienen1 um als
regulatives ,prinzip sie in der
,verbindung der ,dinge nach allgemeinen
,naturgesetzen zu suchen1 und1 soweit
sich etwas davon auf dem empirischen
,wege antreffen lt1 um so viel auch zu
glauben1 da man sich der
,vollstndigkeit ihres ,gebrauchs genhert
habe1 ob man sie freilich niemals
erreichen wird4 ,anstatt dessen kehrt
man die ,sache um1 und fngt davon an1
da man die ,wirklichkeit eines ,prinzips
der zweckmigen ,einheit als
hypostatisch zum ,grunde legt1 den
,begriff einer solchen hchsten
,intelligenz1 weil er an sich gnzlich
unerforschlich ist1 anthropomorphistisch
bestimmt1 und dann der ,natur ,zwecke1
gewaltsam und diktatorisch1 aufdringt1
anstatt sie1 wie billig1 auf dem ,wege
der physischen ,nachforschung zu suchen1
so da nicht allein ,teleologie1 die
blo dazu dienen sollte1 um die
,natureinheit nach allgemeinen ,gesetzen
zu ergnzen1 nun vielmehr dahin wirkt1
sie aufzuheben1 sondern die ,vernunft
sich noch dazu selbst um ihren ,zweck
bringt1 nmlich das ,dasein einer solchen
intelligenten obersten ,ursache1 nach
diesem1 aus der ,natur zu beweisen4
,denn1 wenn man nicht die hchste
,zweckmigkeit in der ,natur a priori1
d4i4 als zum ,wesen derselben gehrig1
voraussetzen kann1 wie will man denn
angewiesen sein1 sie zu suchen und auf
der ,stufenleiter derselben sich der
hchsten ,vollkommenheit eines ,urhebers1
als einer schlechterdings notwendigen1
mithin a priori erkennbaren
,vollkommenheit1 zu nhern8 ,das
regulative ,prinzip verlangt1 die
systematische ,einheit als
,natureinheit1 welche nicht blo
empirisch erkannt1 sondern a priori1
obzwar noch unbestimmt1 vorausgesetzt
wird1 schlechterdings1 mithin als aus
dem ,wesen der ,dinge folgend1
vorauszusetzen4 ,lege ich aber zuvor
ein hchstes ordnendes ,wesen zum
,grunde1 so wird die ,natureinheit in
der ,tat aufgehoben4 ,denn sie ist der
,natur der ,dinge ganz fremd und
zufllig1 und kann auch nicht aus
allgemeinen ,gesetzen derselben erkannt
werden4 ,daher entspringt ein
fehlerhafter ,zirkel im ,beweisen1 da
man das voraussetzt1 was eigentlich hat
bewiesen werden sollen4 ,das
regulative ,prinzip der systematischen
,einheit der ,natur fr ein
konstitutives zu nehmen1 und1 was nur in
der ,idee zum ,grunde des einhelligen
,gebrauchs der ,vernunft gelegt wird1
als ,ursache hypostatisch voraussetzen1
heit nur die ,vernunft verwirren4 ,die
,naturforschung geht ihren ,gang ganz
allein an der ,kette der ,naturursachen
nach allgemeinen ,gesetzen derselben1
zwar nach der ,idee eines ,urhebers1
aber nicht um die ,zweckmigkeit1 der sie
allerwrts nachgeht1 von demselben
abzuleiten1 sondern sein ,dasein aus
dieser ,zweckmigkeit1 die in den ,wesen
der ,naturdinge gesucht wird1 womglich
auch in den ,wesen aller ,dinge
berhaupt1 mithin als schlechthin
notwendig zu erkennen4 ,das ,letztere
mag nun gelingen oder nicht1 so bleibt
die ,idee immer richtig1 und ebensowohl
auch deren ,gebrauch1 wenn er auf die
,bedingungen eines blo regulativen
,prinzips restringiert worden4
,vollstndige zweckmige ,einheit ist
,vollkommenheit 7schlechthin
betrachtet74 ,wenn wir diese nicht in
dem ,wesen der ,dinge1 welche den
ganzen ,gegenstand der ,erfahrung1 d4i4
aller unserer objektiv gltigen
,erkenntnis1 ausmachen1 mithin in
allgemeinen und notwendigen
,naturgesetzen finden2 wie wollen wir
daraus gerade auf die ,idee einer
hchsten und schlechthin notwendigen
,vollkommenheit eines ,urwesens
schlieen1 welches der ,ursprung aller
,kausalitt ist8 ,die grte
systematische1 folglich auch die
zweckmige ,einheit ist die ,schule und
selbst die ,grundlage der ,mglichkeit
des grten ,gebrauchs der
,menschenvernunft4 ,die ,idee derselben
ist also mit dem ,wesen unserer
,vernunft unzertrennlich verbunden4
,eben dieselbe ,idee ist also fr uns
gesetzgebend1 und so ist es sehr
natrlich1 eine ihr korrespondierende
gesetzgebende ,vernunft 7intellectus
archetypus7 anzunehmen1 von der alle
systematische ,einheit der ,natur1 als
dem ,gegenstande unserer ,vernunft1
abzuleiten sei4 ,wir haben bei
,gelegenheit der ,antinomie der reinen
,vernunft gesagt3 da alle ,fragen1
welche die reine ,vernunft aufwirft1
schlechterdings beantwortlich sein
mssen1 und da die ,entschuldigung mit
den ,schranken unserer ,erkenntnis1 die
in vielen ,naturfragen ebenso
unvermeidlich als billig ist1 hier nicht
gestattet werden knne1 weil uns hier
nicht von der ,natur der ,dinge1 sondern
allein durch die ,natur der ,vernunft
und lediglich ber ihre innere
,einrichtung1 die ,fragen vorgelegt
werden4 ,jetzt knnen wir diese dem
ersten ,anscheine nach khne ,behauptung
in ,ansehung der zwei ,fragen1 wobei
die reine ,vernunft ihr grtes
,interesse hat1 besttigen1 und dadurch
unsere ,betrachtung ber die ,dialektik
derselben zur gnzlichen ,vollendung
bringen4 ,frgt man denn also 7in
,absicht auf eine transzendentale
,theologie799 erstlich3 ob es etwas von
der ,welt ,unterschiedenes gebe1 was
den ,grund der ,weltordnung und ihres
,zusammenhanges nach allgemeinen
,gesetzen enthalte1 so ist die
,antwort3 ohne ,zweifel4 ,denn die ,welt
ist eine ,summe von ,erscheinungen1 es
mu also irgendein transzendentaler1
d4i4 blo dem reinen ,verstande
denkbarer ,grund derselben sein4 ,ist
zweitens die ,frage3 ob dieses ,wesen
,substanz1 von der grten ,realitt1
notwendig usw4 sei2 so antworte ich3 da
diese ,frage gar keine ,bedeutung habe4
,denn alle ,kategorien1 durch welche
ich mir einen ,begriff von einem
solchen ,gegenstande zu machen versuche1
sind von keinem anderen als
empirischen ,gebrauche1 und haben gar
keinen ,sinn1 wenn sie nicht auf
,objekte mglicher ,erfahrung1 d4i4 auf
die ,sinnenwelt angewandt werden4 ,auer
diesem ,felde sind sie blo ,titel zu
,begriffen1 die man einrumen1 dadurch
man aber auch nichts verstehen kann4
,ist endlich drittens die ,frage3 ob wir
nicht wenigstens dieses von der ,welt
unterschiedene ,wesen nach einer
,analogie mit den ,gegenstnden der
,erfahrung denken drfen8 so ist die
,antwort3 allerdings1 aber nur als
,gegenstand in der ,idee und nicht in
der ,realitt1 nmlich nur1 sofern er ein
uns unbekanntes ,substratum der
systematischen ,einheit1 ,ordnung und
,zweckmigkeit der ,welteinrichtung ist1
welche sich die ,vernunft zum
regulativen ,prinzip ihrer
,naturforschung machen mu4 ,noch mehr1
wir knnen in dieser ,idee gewisse
,anthropomorphismen1 die dem gedachten
regulativen ,prinzip befrderlich sind1
ungescheut und ungetadelt erlauben4
,denn es ist immer nur eine ,idee1 die
gar nicht direkt auf ein von der ,welt
unterschiedenes ,wesen1 sondern auf das
regulative ,prinzip der systematischen
,einheit der ,welt1 aber nur vermittelst
eines ,schema derselben1 nmlich einer
obersten ,intelligenz1 die nach weisen
,absichten ,urheber derselben sei1
bezogen wird4 ,was dieser ,urgrund der
,welteinheit an sich selbst sei1 hat
dadurch nicht gedacht werden sollen1
sondern wie wir ihn1 oder vielmehr seine
,idee1 relativ auf den systematischen
,gebrauch der ,vernunft in ,ansehung der
,dinge der ,welt1 brauchen sollen4
99 ,dasjenige1 was ich schon vorher von
der psychologischen ,idee und deren
eigentlichen ,bestimmung1 als ,prinzips
zum blo regulativen
,vernunftgebrauch1 gesagt habe1 berhebt
mich der ,weitlufigkeit1 die
transzendentale ,illusion1 nach der jene
systematische ,einheit aller
,mannigfaltigkeit des inneren ,sinnes
hypostatisch vorgestellt wird1 noch
besonders zu errtern4 ,das ,verfahren
hierbei ist demjenigen sehr hnlich1
welches die ,kritik in ,ansehung des
theologischen ,ideals beobachtet4
,auf solche ,weise aber knnen wir doch
7wird man fortfahren zu fragen7 einen
einigen weisen und allgewaltigen
,welturheber annehmen8 ,ohne allen
,zweifel2 und nicht allein dies1 sondern
wir mssen einen solchen voraussetzen4
,aber alsdann erweitern wir doch unsere
,erkenntnis ber das ,feld mglicher
,erfahrung8 ,keineswegs4 ,denn wir haben
nur ein ,etwas vorausgesetzt1 wovon
wir gar keinen ,begriff haben1 was es an
sich selbst sei 7einen blo
transzendentalen ,gegenstand71 aber1 in
,beziehung auf die systematische und
zweckmige ,ordnung des ,weltbaues1
welche wir1 wenn wir die ,natur
studieren1 voraussetzen mssen1 haben
wir jenes uns unbekannte ,wesen nur nach
der ,analogie mit einer ,intelligenz
7ein empirischer ,begriff7 gedacht1 d4i4
es in ,ansehung der ,zwecke und der
,vollkommenheit1 die sich auf demselben
grnden1 gerade mit denen ,eigenschaften
begabt1 die nach den ,bedingungen
unserer ,vernunft den ,grund einer
solchen systematischen ,einheit
enthalten knnen4 ,diese ,idee ist also
respektiv auf den ,weltgebrauch unserer
,vernunft ganz gegrndet4 ,wollten wir
ihr aber schlechthin objektive
,gltigkeit erteilen1 so wrden wir
vergessen1 da es lediglich ein ,wesen
in der ,idee sei1 das wir denken1 und1
indem wir alsdann von einem durch die
,weltbetrachtung gar nicht bestimmbaren
,grunde anfingen1 wrden wir dadurch
auerstand gesetzt1 dieses ,prinzip dem
empirischen ,vernunftgebrauch angemessen
anzuwenden4 ,aber 7wird man ferner
fragen7 auf solche ,weise kann ich doch
von dem ,begriffe und der
,voraussetzung eines hchsten ,wesens in
der vernnftigen ,weltbetrachtung
,gebrauch machen8 ,ja1 dazu war auch
eigentlich diese ,idee von der ,vernunft
zum ,grunde gelegt4 ,allein darf ich
nun zweckhnliche ,anordnungen als
,absichten ansehen1 indem ich sie vom
gttlichen ,willen1 obzwar vermittelst
besonderer dazu in der ,welt darauf
gestellten ,anlagen1 ableite8 ,ja1 das
knnt ihr auch tun1 aber so1 da es euch
gleich viel gelten mu1 ob jemand sage1
die gttliche ,weisheit hat alles so zu
seinen obersten ,zwecken geordnet1 oder
die ,idee der hchsten ,weisheit ist ein
,regulativ in der ,nachforschung der
,natur und ein ,prinzip der
systematischen und zweckmigen ,einheit
derselben nach allgemeinen
,naturgesetzen1 auch selbst da1 wo wir
jene nicht gewahr werden1 d4i4 es mu
euch da1 wo ihr sie wahrnehmt1 vllig
einerlei sein1 zu sagen3 ,gott hat es
weislich so gewollt1 oder die ,natur
hat es also weislich geordnet4 ,denn die
grte systematische und zweckmige
,einheit1 welche eure ,vernunft aller
,naturforschung als regulatives
,prinzip zum ,grunde zu legen verlangte1
war eben das1 was euch berechtigte1
die ,idee einer hchsten ,intelligenz als
ein ,schema des regulativen ,prinzips
zum ,grunde zu legen1 und1 so viel ihr
nun1 nach demselben1 ,zweckmigkeit in
der ,welt antrefft1 so viel habt ihr
,besttigung der ,rechtmigkeit eurer
,idee2 da aber gedachtes ,prinzip
nichts anderes zur ,absicht hatte1 als
notwendige und grtmgliche ,natureinheit
zu suchen1 so werden wir diese zwar1 so
weit als wir sie erreichen1 der ,idee
eines hchsten ,wesens zu danken haben1
knnen aber die allgemeinen ,gesetze der
,natur1 als in ,absicht auf welche die
,idee nur zum ,grunde gelegt wurde1
ohne mit uns selbst in ,widerspruch zu
geraten1 nicht vorbeigehen1 um diese
,zweckmigkeit der ,natur als zufllig
und hyperphysisch ihrem ,ursprunge nach
anzusehen1 weil wir nicht berechtigt
waren1 ein ,wesen ber die ,natur von den
gedachten ,eigenschaften anzunehmen1
sondern nur die ,idee desselben zum
,grunde zu legen1 um nach der ,analogie
einer ,kausalbestimmung der
,erscheinungen als systematisch
untereinander verknpft anzusehen4
,eben daher sind wir auch berechtigt1
die ,weltursache in der ,idee nicht
allein nach einem subtileren
,anthropomorphismus 7ohne welchen sich
gar nichts von ihm denken lassen wrde71
nmlich als ein ,wesen1 was ,verstand1
,wohlgefallen und ,mifallen1 imgleichen
eine demselben geme ,begierde und
,willen hat usw4 zu denken1 sondern
demselben unendliche ,vollkommenheit
beizulegen1 die also diejenige weit
bersteigt1 dazu wir durch empirische
,kenntnis der ,weltordnung berechtigt
sein knnen4 ,denn das regulative
,gesetz der systematischen ,einheit
will1 da wir die ,natur so studieren
sollen1 als ob allenthalben ins
,unendliche systematische und zweckmige
,einheit1 bei der grtmglichen
,mannigfaltigkeit1 angetroffen wrde4
,denn1 wiewohl wir nur wenig von dieser
,weltvollkommenheit aussphen1 oder
erreichen werden1 so gehrt es doch zur
,gesetzgebung unserer ,vernunft1 sie
allerwrts zu suchen und zu vermuten1
und es mu uns jederzeit vorteilhaft
sein1 niemals aber kann es nachteilig
werden1 nach diesem ,prinzip die
,naturbetrachtung anzustellen4 ,es ist
aber1 unter dieser ,vorstellung1 der
zum ,grunde gelegten ,idee eines hchsten
,urhebers1 auch klar3 da ich nicht das
,dasein und die ,kenntnis eines solchen
,wesens1 sondern nur die ,idee
desselben zum ,grunde lege1 und also
eigentlich nichts von diesem ,wesen1
sondern blo von der ,idee desselben1
d4i4 von der ,natur der ,dinge der
,welt1 nach einer solchen ,idee1
ableite4 ,auch scheint ein gewisses1
obzwar unentwickeltes ,bewutsein1 des
echten ,gebrauchs dieses unseren
,vernunftbegriffs1 die bescheidene und
billige ,sprache der ,philosophen aller
,zeiten veranlat zu haben1 da sie von
der ,weisheit und ,vorsorge der ,natur1
und der gttlichen ,weisheit1 als
gleichbedeutenden ,ausdrcken reden1 ja
den ersteren ,ausdruck1 so lange es um
blo spekulative ,vernunft zu tun ist1
vorziehen1 weil er die ,anmaung einer
greren ,behauptung1 als die ist1 wozu
wir befugt sind1 zurckhlt1 und zugleich
die ,vernunft auf ihr eigentmliches
,feld1 die ,natur1 zurckweist4 ,so
enthlt die reine ,vernunft1 die uns
anfangs nichts ,geringeres1 als
,erweiterung der ,kenntnisse ber alle
,grenzen der ,erfahrung1 zu versprechen
schiene1 wenn wir sie recht verstehen1
nichts als regulative ,prinzipien1 die
zwar grere ,einheit gebieten1 als der
empirische ,verstandesgebrauch erreichen
kann1 aber eben dadurch1 da sie das
,ziel der ,annherung desselben so weit
hinausrcken1 die ,zusammenstimmung
desselben mit sich selbst durch
systematische ,einheit zum hchsten
,grade bringen1 wenn man sie aber
miversteht1 und sie fr konstitutive
,prinzipien transzendenter ,erkenntnisse
hlt1 durch einen zwar glnzenden1 aber
trglichen ,schein1 berredung und
eingebildetes ,wissen1 hiermit aber
ewige ,widersprche und ,streitigkeiten
hervorbringen4
99 99
99 ,so fngt denn alle menschliche
,erkenntnis mit ,anschauungen an1 geht
von da zu ,begriffen1 und endigt mit
,ideen4 ,ob sie zwar in ,ansehung aller
dreien ,elemente ,erkenntnisquellen a
priori hat1 die beim ersten ,anblicke
die ,grenzen aller ,erfahrung zu
verschmhen scheinen1 so berzeugt doch
eine vollendete ,kritik1 da alle
,vernunft im spekulativen ,gebrauche
mit diesen ,elementen niemals ber das
,feld mglicher ,erfahrung hinauskommen
knne1 und da die eigentliche
,bestimmung dieses obersten
,erkenntnisvermgens sei1 sich aller
,methoden und der ,grundstze derselben
nur zu bedienen1 um der ,natur nach
allen mglichen ,prinzipien der ,einheit1
worunter die der ,zwecke die
vornehmste ist1 bis in ihr ,innerstes
nachzugehen1 niemals aber ihre ,grenze
zu berfliegen1 auerhalb welcher fr uns
nichts als leerer ,raum ist4 ,zwar hat
uns die kritische ,untersuchung aller
,stze1 welche unsere ,erkenntnis ber
die wirkliche ,erfahrung hinaus
erweitern knnen1 in der
transzendentalen ,analytik hinreichend
berzeugt1 da sie niemals zu etwas mehr1
als einer mglichen ,erfahrung leiten
knnen1 und1 wenn man nicht selbst gegen
die klarsten oder abstrakten und
allgemeinen ,lehrstze mitrauisch wre1
wenn nicht reizende und scheinbare
,aussichten uns lockten1 den ,zwang der
ersteren abzuwerfen1 so htten wir
allerdings der mhsamen ,abhrung aller
dialektischen ,zeugen1 die eine
transzendente ,vernunft zum ,behuf ihrer
,anmaungen auftreten lt1 berhoben sein
knnen2 denn wir wuten es schon zum
voraus mit vlliger ,gewiheit1 da alles
,vorgeben derselben zwar vielleicht
ehrlich gemeint1 aber schlechterdings
nichtig sein msse1 weil es eine
,kundschaft betraf1 die kein ,mensch
jemals bekommen kann4 ,allein1 weil
doch des ,redens kein ,ende wird1 wenn
man nicht hinter die wahre ,ursache des
,scheins kommt1 wodurch selbst der
,vernnftigste hintergangen werden kann1
und die ,auflsung aller unserer
transzendenten ,erkenntnis in ihre
,elemente 7als ein ,studium unserer
inneren ,natur7 an sich selbst keinen
geringen ,wert hat1 dem ,philosophen
aber sogar ,pflicht ist1 so war es nicht
allein ntig1 diese ganze1 obzwar eitle
,bearbeitung der spekulativen ,vernunft
bis zu ihren ersten ,quellen
ausfhrlich nachzusuchen1 sondern1 da der
dialektische ,schein hier nicht allein
dem ,urteile nach tuschend1 sondern
auch dem ,interesse nach1 das man hier
am ,urteile nimmt1 anlockend1 und
jederzeit natrlich ist1 und so in alle
,zukunft bleiben wird1 so war es
ratsam1 gleichsam die ,akten dieses
,prozesses ausfhrlich abzufassen1 und
sie im ,archive der menschlichen
,vernunft1 zur ,verhtung knftiger
,irrungen hnlicher ,art1 niederzulegen4
,,ii4 ,transzendentale ,methodenlehre
,wenn ich den ,inbegriff aller
,erkenntnis der reinen und spekulativen
,vernunft wie ein ,gebude ansehe1 dazu
wir wenigstens die ,idee in uns haben1
so kann ich sagen1 wir haben in der
transzendentalen ,elementarlehre den
,bauzeug berschlagen und bestimmt1 zu
welchem ,gebude1 von welcher ,hhe und
,festigkeit er zulange4 ,freilich fand
es sich1 da1 ob wir zwar einen ,turm im
,sinne hatten1 der bis an den ,himmel
reichen sollte1 der ,vorrat der
,materialien doch nur zu einem
,wohnhause zureichte1 welches zu unseren
,geschften auf der ,ebene der
,erfahrung gerade gerumig und hoch genug
war1 sie zu bersehen2 da aber jene
khne ,unternehmung aus ,mangel an ,stoff
fehlschlagen mute1 ohne einmal auf die
,sprachverwirrung zu rechnen1 welche
die ,arbeiter ber den ,plan
unvermeidlich entzweien1 und sie in alle
,welt zerstreuen mute1 um sich1 ein
jeder nach seinem ,entwurfe1 besonders
anzubauen4 ,jetzt ist es uns nicht
sowohl um die ,materialien1 als vielmehr
um den ,plan zu tun1 und1 indem wir
gewarnt sind1 es nicht auf einen
beliebigen blinden ,entwurf1 der
vielleicht unser ganzes ,vermgen
bersteigen knnte1 zu wagen1 gleichwohl
doch von der ,errichtung eines festen
,wohnsitzes nicht wohl abstehen knnen1
den ,anschlag zu einem ,gebude in
,verhltnis auf den ,vorrat1 der uns
gegeben und zugleich unserem ,bedrfnis
angemessen ist1 zu machen4 ,ich
verstehe also unter der transzendentalen
,methodenlehre die ,bestimmung der
formalen ,bedingungen eines vollstndigen
,systems der reinen ,vernunft4 ,wir
werden es in dieser ,absicht mit einer
,disziplin1 einem ,kanon1 einer
,architektonik1 endlich einer
,geschichte der reinen ,vernunft zu tun
haben1 und dasjenige in
transzendentaler ,absicht leisten1 was1
unter dem ,namen einer praktischen
,logik1 in ,ansehung des ,gebrauchs des
,verstandes berhaupt in den ,schulen
gesucht1 aber schlecht geleistet wird2
weil1 da die allgemeine ,logik auf keine
besondere ,art der
,verstandeserkenntnis 7z4,b4 nicht auf
die reine71 auch nicht auf gewisse
,gegenstnde eingeschrnkt ist1 sie1 ohne
,kenntnisse aus anderen ,wissenschaften
zu borgen1 nichts mehr tun kann1 als
,titel zu mglichen ,methoden und
technische ,ausdrcke1 deren man sich in
,ansehung des ,systematischen in
allerlei ,wissenschaften bedient1
vorzutragen1 die den ,lehrling zum
voraus mit ,namen bekannt machen1 deren
,bedeutung und ,gebrauch er knftig
allererst soll kennenlernen4
,der transzendentalen ,methodenlehre
,erstes ,hauptstck ,die ,disziplin der
reinen ,vernunft ,die negativen
,urteile1 die es nicht blo der logischen
,form1 sondern auch dem ,inhalte nach
sind1 stehen bei der ,wibegierde der
,menschen in keiner sonderlichen
,achtung1 man sieht sie wohl gar als
neidische ,feinde unseres unablssig zur
,erweiterung strebenden
,erkenntnistriebes an1 und es bedarf
beinahe einer ,apologie1 um ihnen nur
,duldung1 und noch mehr1 um ihnen
,gunst und ,hochschtzung zu verschaffen4
,man kann zwar logisch alle ,stze1
die man will1 negativ ausdrcken1 in
,ansehung des ,inhalts aber unserer
,erkenntnis berhaupt1 ob sie durch ein
,urteil erweitert1 oder beschrnkt wird1
haben die verneinenden das eigentmliche
,geschft1 lediglich den ,irrtum
abzuhalten4 ,daher auch negative ,stze1
welche eine falsche ,erkenntnis
abhalten sollen1 wo doch niemals ein
,irrtum mglich ist1 zwar sehr wahr1 aber
doch leer1 d4i4 ihrem ,zwecke gar
nicht angemessen1 und eben darum oft
lcherlich sind4 ,wie der ,satz jenes
,schulredners3 da ,alexander ohne
,kriegsheer keine ,lnder htte erobern
knnen4 ,wo aber die ,schranken
unserer mglichen ,erkenntnis sehr enge1
der ,anreiz zum ,urteilen gro1 der
,schein1 der sich darbietet1 sehr
betrglich1 und der ,nachteil aus dem
,irrtum erheblich ist1 da hat das
,negative der ,unterweisung1 welches blo
dazu dient1 um uns vor ,irrtmer zu
verwahren1 noch mehr ,wichtigkeit1 als
manche positive ,belehrung1 dadurch
unser ,erkenntnis ,zuwachs bekommen
knnte4 ,man nennt den ,zwang1 wodurch
der bestndige ,hang1 von gewissen
,regeln abzuweichen1 eingeschrnkt1 und
endlich vertilgt wird1 die ,disziplin4
,sie ist von der ,kultur unterschieden1
welche blo eine ,fertigkeit verschaffen
soll1 ohne eine andere1 schon
vorhandene1 dagegen aufzuheben4 ,zu der
,bildung eines ,talents1 welches schon
vor sich selbst einen ,antrieb zur
uerung hat1 wird also die ,disziplin
einen negativen991 die ,kultur aber und
,doktrin einen positiven ,beitrag
leisten4 99 ,ich wei wohl1 da man in
der ,schulsprache den ,namen der
,disziplin mit dem der ,unterweisung
gleichgeltend zu brauchen pflegt4
,allein1 es gibt dagegen so viele
andere ,flle1 da der erstere ,ausdruck1
als ,zucht1 von dem zweiten1 als
,belehrung1 sorgfltig unterschieden
wird1 und die ,natur der ,dinge
erheischt es auch selbst1 fr diesen
,unterschied die einzigen schicklichen
,ausdrcke aufzubewahren1 da ich
wnsche1 man mge niemals erlauben1 jenes
,wort in anderer als negativer
,bedeutung zu brauchen4 ,da das
,temperament1 imgleichen da ,talente1
die sich gern eine freie und
uneingeschrnkte ,bewegung erlauben1 7als
,einbildungskraft und ,witz17 in
mancher ,absicht einer ,disziplin
bedrfen1 wird jedermann leicht zugeben4
,da aber die ,vernunft1 der es
eigentlich obliegt1 allen anderen
,bestrebungen ihre ,disziplin
vorzuschreiben1 selbst noch eine solche
ntig habe1 das mag allerdings
befremdlich scheinen1 und in der ,tat
ist sie auch einer solchen ,demtigung
eben darum bisher entgangen1 weil1 bei
der ,feierlichkeit und dem grndlichen
,anstande1 womit sie auftritt1 niemand
auf den ,verdacht eines leichtsinnigen
,spiels1 mit ,einbildungen statt
,begriffen1 und ,worten statt ,sachen1
leichtlich geraten konnte4 ,es bedarf
keiner ,kritik der ,vernunft im
empirischen ,gebrauche1 weil ihre
,grundstze am ,probierstein der
,erfahrung einer kontinuierlichen
,prfung unterworfen werden2 imgleichen
auch nicht in der ,mathematik1 wo ihre
,begriffe an der reinen ,anschauung
sofort in concreto dargestellt werden
mssen1 und jedes ,ungegrndete und
,willkrliche dadurch alsbald offenbar
wird4 ,wo aber weder empirische noch
reine ,anschauung die ,vernunft in
einem sichtbaren ,geleise halten1 nmlich
in ihrem transzendentalen ,gebrauche1
nach bloen ,begriffen1 da bedarf sie so
gar sehr einer ,disziplin1 die ihren
,hang zur ,erweiterung1 ber die engen
,grenzen mglicher ,erfahrung1 bndige1
und sie von ,ausschweifung und ,irrtum
abhalte1 da auch die ganze ,philosophie
der reinen ,vernunft blo mit diesem
negativen ,nutzen zu tun hat4 ,einzelnen
,verirrungen kann durch ,zensur und
den ,ursachen derselben durch ,kritik
abgeholfen werden4 ,wo aber1 wie in der
reinen ,vernunft1 ein ganzes ,system
von ,tuschungen und ,blendwerken
angetroffen wird1 die unter sich wohl
verbunden und unter gemeinschaftlichen
,prinzipien vereinigt sind1 da scheint
eine ganz eigene und zwar negative
,gesetzgebung erforderlich zu sein1
welche unter dem ,namen einer ,disziplin
aus der ,natur der ,vernunft und der
,gegenstnde ihres reinen ,gebrauchs
gleichsam ein ,system der ,vorsicht und
,selbstprfung errichte1 vor welchem
kein falscher vernnftelnder ,schein
bestehen kann1 sondern sich sofort1
unerachtet aller ,grnde seiner
,beschnigung1 verraten mu4 ,es ist
aber wohl zu merken3 da ich in diesem
zweiten ,hauptteile der
transzendentalen ,kritik die ,disziplin
der reinen ,vernunft nicht auf den
,inhalt1 sondern blo auf die ,methode
der ,erkenntnis aus reiner ,vernunft
richte4 ,das erstere ist schon in der
,elementarlehre geschehen4 ,es hat aber
der ,vernunftgebrauch so viel hnliches1
auf welchen ,gegenstand er auch
angewandt werden mag1 und ist doch1
sofern er transzendental sein soll1
zugleich von allem anderen so wesentlich
unterschieden1 da1 ohne die warnende
,negativlehre einer besonders darauf
gestellten ,disziplin1 die ,irrtmer
nicht zu verhten sind1 die aus einer
unschicklichen ,befolgung solcher
,methoden1 die zwar sonst der
,vernunft1 aber nur nicht hier wohl
anpassen1 notwendig entspringen mssen4
,des ersten ,hauptstcks ,erster
,abschnitt ,die ,disziplin der reinen
,vernunft im dogmatischen ,gebrauche
,die ,mathematik gibt das glnzendste
,beispiel1 einer sich1 ohne ,beihilfe
der ,erfahrung1 von selbst glcklich
erweiternden reinen ,vernunft4
,beispiele sind ansteckend1 vornehmlich
fr dasselbe ,vermgen1 welches sich
natrlicherweise schmeichelt1 eben
dasselbe ,glck in anderen ,fllen zu
haben1 welches ihm in einem ,falle
zuteil worden4 ,daher hofft reine
,vernunft im transzendentalen ,gebrauche
sich ebenso glcklich und grndlich
erweitern zu knnen1 als es ihr im
mathematischen gelungen ist1 wenn sie
vornehmlich dieselbe ,methode dort
anwendet1 die hier von so
augenscheinlichem ,nutzen gewesen ist4
,es liegt uns also viel daran1 zu
wissen3 ob die ,methode1 zur
apodiktischen ,gewiheit zu gelangen1 die
man in der letzteren ,wissenschaft
mathematisch nennt1 mit derjenigen
einerlei sei1 womit man eben dieselbe
,gewiheit in der ,philosophie sucht1 und
die daselbst dogmatisch genannt werden
mte4 ,die philosophische ,erkenntnis
ist die ,vernunfterkenntnis aus
,begriffen1 die mathematische aus der
,konstruktion der ,begriffe4 ,einen
,begriff aber konstruieren1 heit3 die
ihm korrespondierende ,anschauung a
priori darstellen4 ,zur ,konstruktion
eines ,begriffs wird also eine nicht
empirische ,anschauung erfordert1 die
folglich1 als ,anschauung1 ein
einzelnes ,objekt ist1 aber
nichtsdestoweniger1 als die
,konstruktion eines ,begriffs 7einer
allgemeinen ,vorstellung71
,allgemeingltigkeit fr alle mglichen
,anschauungen1 die unter denselben
,begriff gehren1 in der ,vorstellung
ausdrcken mu4 ,so konstruiere ich einen
,triangel1 indem ich den diesem
,begriffe entsprechenden ,gegenstand1
entweder durch bloe ,einbildung1 in der
reinen1 oder nach derselben auch auf dem
,papier1 in der empirischen
,anschauung1 beidemal aber vllig a
priori1 ohne das ,muster dazu aus
irgendeiner ,erfahrung geborgt zu haben1
darstelle4 ,die einzelne
hingezeichnete ,figur ist empirisch1 und
dient gleichwohl den ,begriff1
unbeschadet seiner ,allgemeinheit1
auszudrcken1 weil bei dieser
empirischen ,anschauung immer nur auf
die ,handlung der ,konstruktion des
,begriffs1 welchem viele ,bestimmungen1
z4,e4 der ,gre1 der ,seiten und der
,winkel1 ganz gleichgltig sind1 gesehen1
und also von diesen
,verschiedenheiten1 die den ,begriff des
,triangels nicht verndern1 abstrahiert
wird4 ,die philosophische
,erkenntnis betrachtet also das
,besondere nur im ,allgemeinen1 die
mathematische das ,allgemeine im
,besonderen1 ja gar im ,einzelnen1
gleichwohl doch a priori und vermittelst
der ,vernunft1 so da1 wie dieses
,einzelne unter gewissen allgemeinen
,bedingungen der ,konstruktion bestimmt
ist1 ebenso der ,gegenstand des
,begriffs1 dem dieses ,einzelne nur als
sein ,schema korrespondiert1 allgemein
bestimmt gedacht werden mu4 ,in
dieser ,form besteht also der
wesentliche ,unterschied dieser beiden
,arten der ,vernunfterkenntnis1 und
beruht nicht auf dem ,unterschied ihrer
,materie1 oder ,gegenstnde4
,diejenigen1 welche ,philosophie von
,mathematik dadurch zu unterscheiden
vermeinten1 da sie von jener sagten1
sie habe blo die ,qualitt1 diese aber
nur die ,quantitt zum ,objekt1 haben
die ,wirkung fr die ,ursache genommen4
,die ,form der mathematischen
,erkenntnis ist die ,ursache1 da diese
lediglich auf ,quanta gehen kann4 ,denn
nur der ,begriff von ,gren lt sich
konstruieren1 d4i4 a priori in der
,anschauung darlegen1 ,qualitten aber
lassen sich in keiner anderen als
empirischen ,anschauung darstellen4
,daher kann eine ,vernunfterkenntnis
derselben nur durch ,begriffe mglich
sein4 ,so kann niemand eine dem ,begriff
der ,realitt korrespondierende
,anschauung anders woher1 als aus der
,erfahrung nehmen1 niemals aber a
priori aus sich selbst und vor dem
empirischen ,bewutsein derselben
teilhaftig werden4 ,die konische
,gestalt wird man ohne alle empirische
,beihilfe1 blo nach dem ,begriffe1
anschauend machen knnen1 aber die
,farbe dieses ,kegels wird in einer oder
anderer ,erfahrung zuvor gegeben sein
mssen4 ,den ,begriff einer ,ursache
berhaupt kann ich auf keine ,weise in
der ,anschauung darstellen1 als an
einem ,beispiele1 das mir ,erfahrung an
die ,hand gibt1 usw4 brigens handelt
die ,philosophie ebensowohl von ,gren1
als die ,mathematik1 z4,b4 von der
,totalitt1 der ,unendlichkeit usw4 ,die
,mathematik beschftigt sich auch mit
dem ,unterschiede der ,linien und
,flchen1 als ,rumen1 von verschiedener
,qualitt1 mit der ,kontinuitt der
,ausdehnung1 als einer ,qualitt
derselben4 ,aber1 obgleich sie in
solchen ,fllen einen gemeinschaftlichen
,gegenstand haben1 so ist die ,art1 ihn
durch die ,vernunft zu behandeln1 doch
ganz anders in der philosophischen1 als
mathematischen ,betrachtung4 ,jene hlt
sich blo an allgemeinen ,begriffen1
diese kann mit dem bloen ,begriffe
nichts ausrichten1 sondern eilt
sogleich zur ,anschauung1 in welcher sie
den ,begriff in concreto betrachtet1
aber doch nicht empirisch1 sondern blo
in einer solchen1 die sie a priori
darstellt1 d4i4 konstruiert hat1 und in
welcher dasjenige1 was aus den
allgemeinen ,bedingungen der
,konstruktion folgt1 auch von dem
,objekte des konstruierten ,begriffs
allgemein gelten mu4 ,man gebe einem
,philosophen den ,begriff eines
,triangels1 und lasse ihn nach seiner
,art ausfindig machen1 wie sich wohl die
,summe seiner ,winkel zum rechten
verhalten mge4 ,er hat nun nichts als
den ,begriff von einer ,figur1 die in
drei geraden ,linien eingeschlossen ist1
und an ihr den ,begriff von ebensoviel
,winkeln4 ,nun mag er diesem ,begriffe
nachdenken1 so lange er will1 er wird
nichts ,neues herausbringen4 ,er kann
den ,begriff der geraden ,linie1 oder
eines ,winkels1 oder der ,zahl drei
zergliedern und deutlich machen1 aber
nicht auf andere ,eigenschaften kommen1
die in diesen ,begriffen gar nicht
liegen4 ,allein der ,geometer nehme
diese ,frage vor4 ,er fngt sofort davon
an1 einen ,triangel zu konstruieren4
,weil er wei1 da zwei rechte ,winkel
zusammen gerade so viel austragen1 als
alle berhrenden ,winkel1 die aus einem
,punkte auf einer geraden ,linie gezogen
werden knnen1 zusammen1 so verlngert
er eine ,seite seines ,triangels1 und
bekommt zwei berhrende ,winkel1 die
zweien rechten zusammen gleich sind4
,nun teilt er den ueren von diesen
,winkeln1 indem er eine ,linie mit der
gegenberstehenden ,seite des ,triangels
parallel zieht1 und sieht1 da hier ein
uerer berhrender ,winkel entspringe1 der
einem inneren gleich ist1 usw4 ,er
gelangt auf solche ,weise durch eine
,kette von ,schlssen1 immer von der
,anschauung geleitet1 zur vllig
einleuchtenden und zugleich allgemeinen
,auflsung der ,frage4 ,die
,mathematik aber konstruiert nicht blo
,gren 7quanta71 wie in der ,geometrie1
sondern auch die bloe ,gre
7quantitatem71 wie in der
,buchstabenrechnung1 wobei sie von der
,beschaffenheit des ,gegenstandes1 der
nach einem solchen ,grenbegriff gedacht
werden soll1 gnzlich abstrahiert4 ,sie
whlt sich alsdann eine gewisse
,bezeichnung aller ,konstruktionen von
,gren berhaupt 7,zahlen1 als der
,addition1 ,subtraktion usw471
,ausziehung der ,wurzel1 und1 nachdem
sie den allgemeinen ,begriff der ,gren
nach den verschiedenen ,verhltnissen
derselben auch bezeichnet hat1 so stellt
sie alle ,behandlung1 die durch die
,gre erzeugt und verndert wird1 nach
gewissen allgemeinen ,regeln in der
,anschauung dar2 wo eine ,gre durch die
andere dividiert werden soll1 setzt sie
beider ihre ,charaktere nach der
bezeichnenden ,form der ,division
zusammen usw41 und gelangt also
vermittelst einer symbolischen
,konstruktion ebensogut1 wie die
,geometrie nach einer ostensiven oder
geometrischen 7der ,gegenstnde selbst7
dahin1 wohin die diskursive ,erkenntnis
vermittelst bloer ,begriffe niemals
gelangen knnte4 ,was mag die
,ursache dieser so verschiedenen ,lage
sein1 darin sich zwei ,vernunftknstler
befinden1 deren der eine seinen ,weg
nach ,begriffen1 der andere nach
,anschauungen nimmt1 die er a priori den
,begriffen gem darstellt4 ,nach den
oben vorgetragenen transzendentalen
,grundlehren ist diese ,ursache klar4
,es kommt hier nicht auf analytische
,stze an1 die durch bloe ,zergliederung
der ,begriffe erzeugt werden knnen1
7hierin wrde der ,philosoph ohne
,zweifel den ,vorteil ber seinen
,nebenbuhler haben17 sondern auf
synthetische1 und zwar solche1 die a
priori sollen erkannt werden4 ,denn ich
soll nicht auf dasjenige sehen1 was ich
in meinem ,begriffe vom ,triangel
wirklich denke1 7dieses ist nichts
weiter1 als die bloe ,definition17
vielmehr soll ich ber ihn zu
,eigenschaften1 die in diesem ,begriffe
nicht liegen1 aber doch zu ihm gehren1
hinausgehen4 ,nun ist dieses nicht
anders mglich1 als da ich meinen
,gegenstand nach den ,bedingungen1
entweder der empirischen ,anschauung1
oder der reinen ,anschauung bestimme4
,das erstere wrde nur einen empirischen
,satz 7durch ,messen seiner ,winkel71
der keine ,allgemeinheit1 noch weniger
,notwendigkeit enthielte1 abgeben1 und
von dergleichen ist gar nicht die ,rede4
,das zweite ,verfahren aber ist die
mathematische und zwar hier die
geometrische ,konstruktion1 vermittelst
deren ich in einer reinen ,anschauung1
ebenso wie in der empirischen1 das
,mannigfaltige1 was zu dem ,schema
eines ,triangels berhaupt1 mithin zu
seinem ,begriffe gehrt1 hinzusetzen
wodurch allerdings allgemeine
synthetische ,stze konstruiert werden
mssen4 ,ich wrde also umsonst ber den
,triangel philosophieren1 d4i4
diskursiv nachdenken1 ohne dadurch im
mindesten weiter zu kommen1 als auf die
bloe ,definition1 von der ich aber
billig anfangen mte4 ,es gibt zwar eine
transzendentale ,synthesis aus lauter
,begriffen1 die wiederum allein dem
,philosophen gelingt1 die aber niemals
mehr als ein ,ding berhaupt betrifft1
unter welchen ,bedingungen dessen
,wahrnehmung zur mglichen ,erfahrung
gehren knne4 ,aber in den mathematischen
,aufgaben ist hiervon und berhaupt von
der ,existenz gar nicht die ,frage1
sondern von den ,eigenschaften der
,gegenstnde an sich selbst1 lediglich
sofern diese mit dem ,begriffe derselben
verbunden sind4 ,wir haben in dem
angefhrten ,beispiele nur deutlich zu
machen gesucht1 welcher groe
,unterschied zwischen dem diskursiven
,vernunftgebrauch nach ,begriffen und
dem intuitiven durch die ,konstruktion
der ,begriffe anzutreffen sei4 ,nun
frgts sich natrlicherweise1 was die
,ursache sei1 die einen solchen
zwiefachen ,vernunftgebrauch notwendig
macht1 und an welchen ,bedingungen man
erkennen knne1 ob nur der erste1 oder
auch der zweite stattfinde4 ,alle
unsere ,erkenntnis bezieht sich doch
zuletzt auf mgliche ,anschauungen3 denn
durch diese allein wird ein ,gegenstand
gegeben4 ,nun enthlt ein ,begriff a
priori 7ein nicht empirischer ,begriff7
entweder schon eine reine ,anschauung
in sich1 und alsdann kann er konstruiert
werden2 oder nichts als die ,synthesis
mglicher ,anschauungen1 die a priori
nicht gegeben sind1 und alsdann kann man
wohl zwar durch ihn synthetisch und a
priori urteilen1 aber nur diskursiv1
nach ,begriffen1 niemals aber intuitiv
durch die ,konstruktion des ,begriffes4
,nun ist von aller ,anschauung keine a
priori gegeben1 als die bloe ,form der
,erscheinungen1 ,raum und ,zeit1 und ein
,begriff von diesen1 als ,quantis1 lt
sich entweder zugleich mit der ,qualitt
derselben 7ihre ,gestalt71 oder auch
blo ihre ,quantitt 7die bloe ,synthesis
des gleichartig ,mannigfaltigen7 durch
,zahl a priori in der ,anschauung
darstellen1 d4i4 konstruieren4 ,die
,materie aber der ,erscheinungen1
wodurch uns ,dinge im ,raume und der
,zeit gegeben werden1 kann nur in der
,wahrnehmung1 mithin a posteriori
vorgestellt werden4 ,der einzige
,begriff1 der a priori diesen
empirischen ,gehalt der ,erscheinungen
vorstellt1 ist der ,begriff des ,dinges
berhaupt1 und die synthetische
,erkenntnis von demselben a priori kann
nichts weiter1 als die bloe ,regel der
,synthesis desjenigen1 was die
,wahrnehmung a posteriori geben mag1
niemals aber die ,anschauung des realen
,gegenstandes a priori liefern1 weil
diese notwendig empirisch sein mu4
,synthetische ,stze1 die auf ,dinge
berhaupt1 deren ,anschauung sich a
priori gar nicht geben lt1 gehen1 sind
transzendental4 ,demnach lassen sich
transzendentale ,stze niemals durch
,konstruktion der ,begriffe1 sondern
nur nach ,begriffen a priori geben4 ,sie
enthalten blo die ,regel1 nach der
eine gewisse synthetische ,einheit
desjenigen1 was nicht a priori
anschaulich vorgestellt werden kann1
7der ,wahrnehmungen17 empirisch gesucht
werden soll4 ,sie knnen aber keinen
einzigen ihrer ,begriffe a priori in
irgendeinem ,falle darstellen1 sondern
tun dieses nur a posteriori1 vermittelst
der ,erfahrung1 die nach jenen
synthetischen ,grundstzen allererst
mglich wird4 ,wenn man von einem
,begriffe synthetisch urteilen soll1 so
mu man aus diesem ,begriffe
hinausgehen1 und zwar zur ,anschauung1
in welcher er gegeben ist4 ,denn1
bliebe man bei dem stehen1 was im
,begriffe enthalten ist1 so wre das
,urteil blo analytisch1 und eine
,erklrung des ,gedanken1 nach
demjenigen1 was wirklich in ihm
enthalten ist4 ,ich kann aber von dem
,begriffe zu der ihm korrespondierenden
reinen oder empirischen ,anschauung
gehen1 um ihn in derselben in concreto
zu erwgen1 und1 was dem ,gegenstande
desselben zukommt1 a priori oder a
posteriori zu erkennen4 ,das erstere ist
die rationale und mathematische
,erkenntnis durch die ,konstruktion des
,begriffs1 das zweite die bloe
empirische 7mechanische7 ,erkenntnis1
die niemals notwendige und apodiktische
,stze geben kann4 ,so knnte ich meinen
empirischen ,begriff vom ,golde
zergliedern1 ohne dadurch etwas weiter
zu gewinnen1 als alles1 was ich bei
diesem ,worte wirklich denke1 herzhlen
zu knnen1 wodurch in meinem ,erkenntnis
zwar eine logische ,verbesserung
vorgeht1 aber keine ,vermehrung oder
,zusatz erworben wird4 ,ich nehme aber
die ,materie1 welche unter diesem ,namen
vorkommt1 und stelle mit ihr
,wahrnehmungen an1 welche mir
verschiedene synthetische1 aber
empirische ,stze an die ,hand geben
werden4 ,den mathematischen ,begriff
eines ,triangels wrde ich konstruieren1
d4i4 a priori in der ,anschauung geben1
und auf diesem ,wege eine synthetische1
aber rationale ,erkenntnis bekommen4
,aber1 wenn mir der transzendentale
,begriff einer ,realitt1 ,substanz1
,kraft usw4 gegeben ist1 so bezeichnet
er weder eine empirische1 noch reine
,anschauung1 sondern lediglich die
,synthesis der empirischen ,anschauungen
7die also a priori nicht gegeben
werden knnen71 und es kann also aus ihm1
weil die ,synthesis nicht a priori zu
der ,anschauung1 die ihm
korrespondiert1 hinausgehen kann1 auch
kein bestimmender synthetischer ,satz1
sondern nur ein ,grundsatz der
,synthesis99 mglicher empirischer
,anschauungen entspringen4 ,also ist ein
transzendentaler ,satz ein
synthetisches ,vernunfterkenntnis nach
bloen ,begriffen1 und mithin diskursiv1
indem dadurch alle synthetische
,einheit der empirischen ,erkenntnis
allererst mglich1 keine ,anschauung aber
dadurch a priori gegeben wird4 99
,vermittelst des ,begriffs der ,ursache
gehe ich wirklich aus dem empirischen
,begriffe von einer ,begebenheit 7da
etwas geschieht7 heraus1 aber nicht
zu der ,anschauung1 die den ,begriff der
,ursache in concreto darstellt1
sondern zu den ,zeitbedingungen
berhaupt1 die in der ,erfahrung dem
,begriffe der ,ursache gem gefunden
werden mchten4 ,ich verfahre also blo
nach ,begriffen1 und kann nicht durch
,konstruktion der ,begriffe verfahren1
weil der ,begriff eine ,regel der
,synthesis der ,wahrnehmungen ist1 die
keine reine ,anschauungen sind1 und
sich also a priori nicht geben lassen4
,so gibt es denn einen doppelten
,vernunftgebrauch1 der1 unerachtet der
,allgemeinheit der ,erkenntnis und ihrer
,erzeugung a priori1 welche sie gemein
haben1 dennoch im ,fortgange sehr
verschieden ist1 und zwar darum1 weil
in der ,erscheinung1 als wodurch uns
alle ,gegenstnde gegeben werden1 zwei
,stcke sind3 die ,form der ,anschauung
7,raum und ,zeit71 die vllig a priori
erkannt und bestimmt werden kann1 und
die ,materie 7das ,physische71 oder der
,gehalt1 welcher ein ,etwas bedeutet1
das im ,raume und der ,zeit angetroffen
wird1 mithin ein ,dasein enthlt und der
,empfindung korrespondiert4 ,in
,ansehung des letzteren1 welches
niemals anders auf bestimmte ,art1 als
empirisch gegeben werden kann1 knnen
wir nichts a priori haben1 als
unbestimmte ,begriffe der ,synthesis
mglicher ,empfindungen1 sofern sie zur
,einheit der ,apperzeption 7in einer
mglichen ,erfahrung7 gehren4 ,in
,ansehung der ersteren knnen wir unsere
,begriffe in der ,anschauung a priori
bestimmen1 indem wir uns im ,raume und
der ,zeit die ,gegenstnde selbst durch
gleichfrmige ,synthesis schaffen1 indem
wir sie blo als ,quanta betrachten4
,jener heit der ,vernunftgebrauch nach
,begriffen1 indem wir nichts weiter tun
knnen1 als ,erscheinungen dem realen
,inhalte nach unter ,begriffe zu
bringen1 welche darauf nicht anders als
empirisch1 d4i4 a posteriori1 7aber
jenen ,begriffen als ,regeln einer
empirischen ,synthesis gem17 knnen
bestimmt werden2 dieser ist der
,vernunftgebrauch durch ,konstruktion
der ,begriffe1 indem diese1 da sie
schon auf eine ,anschauung a priori
gehen1 auch eben darum a priori und
ohne alle empirische data in der reinen
,anschauung bestimmt gegeben werden
knnen4 ,alles1 was da ist 7ein ,ding im
,raum oder der ,zeit71 zu erwgen1 ob
und wiefern es ein ,quantum ist oder
nicht1 da ein ,dasein in demselben oder
,mangel vorgestellt werden msse1 wie
fern dieses ,etwas 7welches ,raum oder
,zeit erfllt7 ein erstes ,substratum1
oder bloe ,bestimmung sei1 eine
,beziehung seines ,daseins auf etwas
anderes1 als ,ursache oder ,wirkung1
habe1 und endlich isoliert oder in
wechselseitiger ,abhngigkeit mit anderen
in ,ansehung des ,daseins stehe1 die
,mglichkeit dieses ,daseins1 die
,wirklichkeit und ,notwendigkeit1 oder
die ,gegenteile derselben zu erwgen3
dieses alles gehrt zum
,vernunfterkenntnis aus ,begriffen1
welches philosophisch genannt wird4
,aber im ,raume eine ,anschauung a
priori zu bestimmen 7,gestalt71 die
,zeit zu teilen 7,dauer71 oder blo das
,allgemeine der ,synthesis von einem
und demselben in der ,zeit und dem
,raume1 und die daraus entspringende
,gre einer ,anschauung berhaupt 7,zahl7
zu erkennen1 das ist ein
,vernunftgeschft durch ,konstruktion der
,begriffe1 und heit mathematisch4
,das groe ,glck1 welches die ,vernunft
vermittelst der ,mathematik macht1
bringt ganz natrlicherweise die
,vermutung zuwege1 da es1 wo nicht ihr
selbst1 doch ihrer ,methode1 auch auer
dem ,felde der ,gren gelingen werde1
indem sie alle ihre ,begriffe auf
,anschauungen bringt1 die sie a priori
geben kann1 und wodurch sie1 so zu
reden1 ,meister ber die ,natur wird2 da
hingegen reine ,philosophie mit
diskursiven ,begriffen a priori in der
,natur herumpfuscht1 ohne die ,realitt
derselben a priori anschauend und eben
dadurch beglaubigt machen zu knnen4
,auch scheint es den ,meistern in dieser
,kunst an dieser ,zuversicht zu sich
selbst und dem gemeinen ,wesen an groen
,erwartungen von ihrer
,geschicklichkeit1 wenn sie sich einmal
hiermit befassen sollten1 gar nicht zu
fehlen4 ,denn da sie kaum jemals ber
ihre ,mathematik philosophiert haben1
7ein schweres ,geschft67 so kommt ihnen
der spezifische ,unterschied des einen
,vernunftgebrauchs von dem anderen gar
nicht in ,sinn und ,gedanken4 ,gangbare
und empirisch gebrauchte ,regeln1 die
sie von der gemeinen ,vernunft borgen1
gelten ihnen dann statt ,axiomen4 ,wo
ihnen die ,begriffe von ,raum und ,zeit1
womit sie sich 7als den einzigen
ursprnglichen ,quantis7 beschftigen1
herkommen mgen1 daran ist ihnen gar
nichts gelegen1 und ebenso scheint es
ihnen unntz zu sein1 den ,ursprung
reiner ,verstandesbegriffe1 und hiermit
auch den ,umfang ihrer ,gltigkeit zu
erforschen1 sondern nur sich ihrer zu
bedienen4 ,in allem diesem tun sie ganz
recht1 wenn sie nur ihre angewiesene
,grenze1 nmlich die der ,natur nicht
berschreiten4 ,so aber geraten sie
unvermerkt1 von dem ,felde der
,sinnlichkeit1 auf den unsicheren ,boden
reiner und selbst transzendentaler
,begriffe1 wo der ,grund 7instabilis
tellus1 innabilis unda7 ihnen weder zu
stehen1 noch zu schwimmen erlaubt1 und
sich nur flchtige ,schritte tun lassen1
von denen die ,zeit nicht die mindeste
,spur aufbehlt1 da hingegen ihr ,gang in
der ,mathematik eine ,heeresstrae
macht1 welche noch die spteste
,nachkommenschaft mit ,zuversicht
betreten kann4 ,da wir es uns zur
,pflicht gemacht haben1 die ,grenzen der
reinen ,vernunft im transzendentalen
,gebrauche genau und mit ,gewiheit zu
bestimmen1 diese ,art der ,bestrebung
aber das ,besondere an sich hat1
unerachtet der nachdrcklichsten und
klarsten ,warnungen1 sich noch immer
durch ,hoffnung hinhalten zu lassen1 ehe
man den ,anschlag gnzlich aufgibt1 ber
,grenzen der ,erfahrungen hinaus in die
reizenden ,gegenden des
,intellektuellen zu gelangen3 so ist es
notwendig1 noch gleichsam den letzten
,anker einer phantasiereichen ,hoffnung
wegzunehmen1 und zu zeigen1 da die
,befolgung der mathematischen ,methode
in dieser ,art ,erkenntnis nicht den
mindesten ,vorteil schaffen knne1 es
mte denn der sein1 die ,blen ihrer
selbst desto deutlicher aufzudecken1 da
,mekunst und ,philosophie zwei ganz
verschiedene ,dinge seien1 ob sie sich
zwar in der ,naturwissenschaft einander
die ,hand bieten1 mithin das ,verfahren
des einen niemals von dem anderen
nachgeahmt werden knne4 ,die
,grndlichkeit der ,mathematik beruht auf
,definitionen1 ,axiomen1
,demonstrationen4 ,ich werde mich damit
begngen1 zu zeigen3 da keines dieser
,stcke in dem ,sinne1 darin sie der
,mathematiker nimmt1 von der
,philosophie knne geleistet1 noch
nachgeahmt werden4 ,da der ,meknstler1
nach seiner ,methode1 in der
,philosophie nichts als ,kartengebude
zustande bringe1 der ,philosoph nach der
seinigen in dem ,anteil der
,mathematik nur ein ,geschwtz erregen
knne1 wiewohl eben darin ,philosophie
besteht1 seine ,grenzen zu kennen1 und
selbst der ,mathematiker1 wenn das
,talent desselben nicht etwa schon von
der ,natur begrenzt und auf sein ,fach
eingeschrnkt ist1 die ,warnungen der
,philosophie nicht ausschlagen1 noch
sich ber sie wegsetzen kann4 #a4 ,von
den ,definitionen4 ,definieren soll1
wie es der ,ausdruck selbst gibt1
eigentlich nur so viel bedeuten1 als1
den ausfhrlichen ,begriff eines ,dinges
innerhalb seiner ,grenzen ursprnglich
darstellen994 ,nach einer solchen
,forderung kann ein empirischer ,begriff
gar nicht definiert1 sondern nur
expliziert werden4 ,denn1 da wir an ihm
nur einige ,merkmale von einer gewissen
,art ,gegenstnde der ,sinne haben1 so
ist es niemals sicher1 ob man unter dem
,worte1 der denselben ,gegenstand
bezeichnet1 nicht einmal mehr1 das
andere ,mal weniger ,merkmale desselben
denke4 ,so kann der eine im ,begriffe
vom ,golde sich auer dem ,gewichte1 der
,farbe1 der ,zhigkeit1 noch die
,eigenschaft1 da es nicht rostet1
denken1 der andere davon vielleicht
nichts wissen4 ,man bedient sich
gewisser ,merkmale nur so lange1 als sie
zum ,unterscheiden hinreichend sind2
neue ,bemerkungen dagegen nehmen welche
weg und setzen einige hinzu1 der
,begriff steht also niemals zwischen
sicheren ,grenzen4 ,und wozu sollte es
auch dienen1 einen solchen ,begriff zu
definieren1 da1 wenn z4,b4 von dem
,wasser und dessen ,eigenschaften die
,rede ist1 man sich bei dem nicht
aufhalten wird1 was man bei dem ,worte
,wasser denkt1 sondern zu ,versuchen
schreitet1 und das ,wort1 mit den
wenigen ,merkmalen1 die ihm anhngen1 nur
eine ,bezeichnung und nicht einen
,begriff der ,sache ausmachen soll1
mithin die angebliche ,definition
nichts anderes als ,wortbestimmung ist4
,zweitens kann auch1 genau zu reden1
kein a priori gegebener ,begriff
definiert werden1 z4,b4 ,substanz1
,ursache1 ,recht1 ,billigkeit usw4 ,denn
ich kann niemals sicher sein1 da die
deutliche ,vorstellung eines 7noch
verworren7 gegebenen ,begriffs
ausfhrlich entwickelt worden1 als wenn
ich wei1 da dieselbe dem ,gegenstande
adquat sei4 ,da der ,begriff desselben
aber1 so wie er gegeben ist1 viel dunkle
,vorstellungen enthalten kann1 die wir
in der ,zergliederung bergehen1 ob wir
sie zwar in der ,anwendung jederzeit
brauchen3 so ist die ,ausfhrlichkeit
der ,zergliederung meines ,begriffs
immer zweifelhaft1 und kann nur durch
vielfltig zutreffende ,beispiele
vermutlich1 niemals aber apodiktisch
gewi gemacht werden4 ,anstatt des
,ausdrucks3 ,definition1 wrde ich
lieber den der ,exposition brauchen1 der
immer noch behutsam bleibt1 und bei
dem der ,kritiker sie auf einen gewissen
,grad gelten lassen und doch wegen der
,ausfhrlichkeit noch ,bedenken tragen
kann4 ,da also weder empirisch1 noch a
priori gegebene ,begriffe definiert
werden knnen1 so bleiben keine anderen
als willkrlich gedachte brig1 an denen
man dieses ,kunststck versuchen kann4
,meinen ,begriff kann ich in solchem
,falle jederzeit definieren2 denn ich mu
doch wissen1 was ich habe denken
wollen1 da ich ihn selbst vorsetzlich
gemacht habe1 und er mir weder durch die
,natur des ,verstandes1 noch durch die
,erfahrung gegeben worden1 aber ich
kann nicht sagen1 da ich dadurch einen
wahren ,gegenstand definiert habe4
,denn1 wenn der ,begriff auf
empirischen ,bedingungen beruht1 z4,b4
eine ,schiffsuhr1 so wird der
,gegenstand und dessen ,mglichkeit durch
diesen willkrlichen ,begriff noch
nicht gegeben2 ich wei daraus nicht
einmal1 ob er berall einen ,gegenstand
habe1 und meine ,erklrung kann besser
eine ,deklaration 7meines ,projekts7
als ,definition eines ,gegenstandes
heien4 ,also blieben keine anderen
,begriffe brig1 die zum ,definieren
taugen1 als solche1 die eine
willkrliche ,synthesis enthalten1 welche
a priori konstruiert werden kann1
mithin hat nur die ,mathematik
,definitionen4 ,denn1 den ,gegenstand1
den sie denkt1 stellt sie auch a priori
in der ,anschauung dar1 und dieser kann
sicher nicht mehr noch weniger
enthalten1 als der ,begriff1 weil durch
die ,erklrung der ,begriff von dem
,gegenstande ursprnglich1 d4i4 ohne die
,erklrung irgend wovon abzuleiten1
gegeben wurde4 ,die deutsche ,sprache
hat fr die ,ausdrcke der ,exposition1
,explikation1 ,deklaration und
,definition nichts mehr1 als das eine
,wort3 ,erklrung1 und daher mssen wir
schon von der ,strenge der ,forderung1
da wir nmlich den philosophischen
,erklrungen den ,ehrennamen der
,definition verweigerten1 etwas
ablassen1 und wollen diese ganze
,anmerkung darauf einschrnken1 da
philosophische ,definitionen nur als
,expositionen gegebener1 mathematische
aber als ,konstruktionen ursprnglich
gemachter ,begriffe1 jene nur analytisch
durch ,zergliederung 7deren
,vollstndigkeit nicht apodiktisch gewi
ist71 diese synthetisch zustande
gebracht werden1 und also den ,begriff
selbst machen1 dagegen die ersteren ihn
nur erklren4 ,hieraus folgt3 99
,ausfhrlichkeit bedeutet die ,klarheit
und ,zulnglichkeit der ,merkmale2
,grenzen die ,przision1 da deren nicht
mehr sind1 als zum ausfhrlichen
,begriffe gehren2 ursprnglich aber1 da
diese ,grenzbestimmung nicht irgend
woher abgeleitet sei und also noch
eines ,beweises bedrfe1 welches die
vermeintliche ,erklrung unfhig machen
wrde1 an der ,spitze aller ,urteile ber
einen ,gegenstand zu stehen4 a7
da man es in der ,philosophie der
,mathematik nicht so nachtun msse1 die
,definition voranzuschicken1 als nur
etwa zum bloen ,versuche4 ,denn1 da sie
,zergliederungen gegebener ,begriffe
sind1 so gehen diese ,begriffe1 obzwar
nur noch verworren1 voran1 und die
unvollstndige ,exposition geht vor der
vollstndigen1 so1 da wir aus einigen
,merkmalen1 die wir aus einer noch
unvollendeten ,zergliederung gezogen
haben1 manches vorher schlieen knnen1
ehe wir zur vollstndigen ,exposition1
d4i4 der ,definition gelangt sind2 mit
einem ,worte1 da in der ,philosophie die
,definition1 als abgemessene
,deutlichkeit1 das ,werk eher schliee1
als anfangen msse994 ,dagegen haben wir
in der ,mathematik gar keinen ,begriff
vor der ,definition1 als durch welche
der ,begriff allererst gegeben wird1 sie
mu also und kann auch jederzeit davon
anfangen4 99 ,die ,philosophie
wimmelt von fehlerhaften ,definitionen1
vornehmlich solchen1 die zwar
wirklich ,elemente zur ,definition1 aber
noch nicht vollstndig enthalten4
,wrde man nun eher gar nichts mit einem
,begriffe anfangen knnen1 als bis man
ihn definiert htte1 so wrde es gar
schlecht mit allem ,philosophieren
stehen4 ,da aber1 so weit die
,elemente 7der ,zergliederung7 reichen1
immer ein guter und sicherer
,gebrauch davon zu machen ist1 so knnen
auch mangelhafte ,definitionen1 d4i4
,stze1 die eigentlich noch nicht
,definitionen1 aber brigens wahr und
also ,annherungen zu ihnen sind1 sehr
ntzlich gebraucht werden4 ,in der
,mathematik gehrt die ,definition ad
esse1 in der ,philosophie ad melius
esse4 ,es ist schn1 aber oft sehr
schwer1 dazu zu gelangen4 ,noch suchen
die ,juristen eine ,definition zu
ihrem ,begriffe von ,recht4 b7
,mathematische ,definitionen knnen
niemals irren4 ,denn1 weil der ,begriff
durch die ,definition zuerst gegeben
wird1 so enthlt er gerade nur das1 was
die ,definition durch ihn gedacht haben
will4 ,aber1 obgleich dem ,inhalte nach
nichts ,unrichtiges darin vorkommen
kann1 so kann doch bisweilen1 obzwar
nur selten1 in der ,form 7der
,einkleidung7 gefehlt werden1 nmlich in
,ansehung der ,przision4 ,so hat die
gemeine ,erklrung der ,kreislinie1 da
sie eine krumme ,linie sei1 deren alle
,punkte von einem einigen 7dem
,mittelpunkte7 gleich weit abstehen1 den
,fehler1 da die ,bestimmung krumm
unntiger ,weise eingeflossen ist4 ,denn
es mu einen besonderen ,lehrsatz geben1
der aus der ,definition gefolgert wird
und leicht bewiesen werden kann3 da
eine jede ,linie1 deren alle ,punkte
von einem einigen gleich weit abstehen1
krumm 7kein ,teil von ihr gerade7 sei4
,analytische ,definitionen knnen dagegen
auf vielfltige ,art irren1 entweder
indem sie ,merkmale hineinbringen1 die
wirklich nicht im ,begriffe lagen1 oder
an der ,ausfhrlichkeit ermangeln1 die
das ,wesentliche einer ,definition
ausmacht1 weil man der ,vollstndigkeit
seiner ,zergliederung nicht so vllig
gewi sein kann4 ,um deswillen lt sich
die ,methode der ,mathematik im
,definieren in der ,philosophie nicht
nachahmen4 #b4 ,von den ,axiomen4
,diese sind synthetische ,grundstze a
priori1 sofern sie unmittelbar gewi
sind4 ,nun lt sich nicht ein ,begriff
mit dem anderen synthetisch und doch
unmittelbar verbinden1 weil1 damit wir
ber einen ,begriff hinausgehen knnen1
ein drittes vermittelnde ,erkenntnis
ntig ist4 ,da nun ,philosophie blo die
,vernunfterkenntnis nach ,begriffen
ist1 so wird in ihr kein ,grundsatz
anzutreffen sein1 der den ,namen eines
,axioms verdiene4 ,die ,mathematik
dagegen ist der ,axiomen fhig1 weil sie
vermittelst der ,konstruktion der
,begriffe in der ,anschauung des
,gegenstandes die ,prdikate desselben a
priori und unmittelbar verknpfen kann1
z4,b4 da drei ,punkte jederzeit in einer
,ebene liegen4 ,dagegen kann ein
synthetischer ,grundsatz blo aus
,begriffen niemals unmittelbar gewi
sein2 z4,b4 der ,satz3 alles1 was
geschieht1 hat seine ,ursache1 da ich
mich nach einem dritten herumgehen mu1
nmlich der ,bedingung der
,zeitbestimmung in einer ,erfahrung1
und nicht direkt unmittelbar aus den
,begriffen allein einen solchen
,grundsatz erkennen konnte4 ,diskursive
,grundstze sind also ganz etwas anderes
als intuitive1 d4i4 ,axiomen4 ,jene
erfordern jederzeit noch eine
,deduktion1 deren die letzteren ganz und
gar entbehren knnen1 und1 da diese
eben um desselben ,grundes wegen
evident sind1 welches die
philosophischen ,grundstze1 bei aller
ihrer ,gewiheit1 doch niemals vorgeben
knnen1 so fehlt unendlich viel daran1
da irgendein synthetischer ,satz der
reinen und transzendentalen ,vernunft
so augenscheinlich sei 7wie man sich
trotzig auszudrcken pflegt71 als der
,satz3 da zweimal zwei vier geben4 ,ich
habe zwar in der ,analytik1 bei der
,tafel der ,grundstze des reinen
,verstandes1 auch gewisser ,axiomen der
,anschauung gedacht2 allein der
daselbst angefhrte ,grundsatz war selbst
kein ,axiom1 sondern diente nur dazu1
das ,prinzipium der ,mglichkeit der
,axiomen berhaupt anzugeben1 und selbst
nur ein ,grundsatz aus ,begriffen4
,denn sogar die ,mglichkeit der
,mathematik mu in der
,transzendentalphilosophie gezeigt
werden4 ,die ,philosophie hat also keine
,axiomen und darf niemals ihre
,grundstze a priori so schlechthin
gebieten1 sondern mu sich dazu
bequemen1 ihre ,befugnis wegen derselben
durch grndliche ,deduktion zu
rechtfertigen4 #c4 ,von den
,demonstrationen4 ,nur ein apodiktischer
,beweis1 sofern er intuitiv ist1 kann
,demonstration heien4 ,erfahrung lehrt
uns wohl1 was da sei1 aber nicht1 da es
gar nicht anders sein knne4 ,daher
knnen empirische ,beweisgrnde keinen
apodiktischen ,beweis verschaffen4 ,aus
,begriffen a priori 7im diskursiven
,erkenntnisse7 kann aber niemals
anschauende ,gewiheit d4i4 ,evidenz
entspringen1 so sehr auch sonst das
,urteil apodiktisch gewi sein mag4 ,nur
die ,mathematik enthlt also
,demonstrationen1 weil sie nicht aus
,begriffen1 sondern der ,konstruktion
derselben1 d4i4 der ,anschauung1 die den
,begriffen entsprechend a priori
gegeben werden kann1 ihr ,erkenntnis
ableitet4 ,selbst das ,verfahren der
,algeber mit ihren ,gleichungen1 aus
denen sie durch ,reduktion die
,wahrheit zusamt dem ,beweise
hervorbringt1 ist zwar keine
geometrische1 aber doch
charakteristische ,konstruktion1 in
welcher man an den ,zeichen die
,begriffe1 vornehmlich von dem
,verhltnisse der ,gren1 in der
,anschauung darlegt1 und1 ohne einmal
auf das ,heuristische zu sehen1 alle
,schlsse vor ,fehlern dadurch sichert1
da jeder derselben vor ,augen gestellt
wird4 ,da hingegen das philosophische
,erkenntnis dieses ,vorteils entbehren
mu1 indem es das ,allgemeine jederzeit
in abstracto 7durch ,begriffe7
betrachten mu1 indessen da ,mathematik
das ,allgemeine in concreto 7in der
einzelnen ,anschauung7 und doch durch
reine ,vorstellung a priori erwgen kann1
wobei jeder ,fehltritt sichtbar wird4
,ich mchte die ersteren daher lieber
akroamatische 7diskursive7 ,beweise
nennen1 weil sie sich nur durch lauter
,worte 7den ,gegenstand in ,gedanken7
fhren lassen1 als ,demonstrationen1
welche1 wie der ,ausdruck es schon
anzeigt1 in der ,anschauung des
,gegenstandes fortgehen4 ,aus allem
diesem folgt nun1 da es sich fr die
,natur der ,philosophie gar nicht
schicke1 vornehmlich im ,felde der
reinen ,vernunft1 mit einem
dogmatischen ,gange zu strotzen und sich
mit den ,titeln und ,bndern der
,mathematik auszuschmcken1 in deren
,orden sie doch nicht gehrt1 ob sie
zwar auf schwesterliche ,vereinigung mit
derselben zu hoffen alle ,ursache hat4
,jene sind eitle ,anmaungen1 die
niemals gelingen knnen1 vielmehr ihre
,absicht rckgngig machen mssen1 die
,blendwerke einer ihre ,grenzen
verkennenden ,vernunft zu entdecken1
und1 vermittelst hinreichender
,aufklrung unserer ,begriffe1 den
,eigendnkel der ,spekulation auf das
bescheidene1 aber grndliche
,selbsterkenntnis zurckzufhren4 ,die
,vernunft wird also in ihren
transzendentalen ,versuchen nicht so
zuversichtlich vor sich hinsehen knnen1
gleich als wenn der ,weg1 den sie
zurckgelegt hat1 so ganz gerade zum
,ziele fhre1 und auf ihre zum ,grunde
gelegten ,prmissen nicht so mutig
rechnen knnen1 da es nicht ntig wre1
fters zurck zu sehen und achtzuhaben1
ob sich nicht etwa im ,fortgange der
,schlsse ,fehler entdecken1 die in den
,prinzipien bersehen worden1 und es ntig
machen1 sie entweder mehr zu
bestimmen1 oder ganz abzundern4 ,ich
teile alle apodiktischen ,stze 7sie mgen
nun erweislich oder auch unmittelbar
gewi sein7 in ,dogmata und ,mathemata
ein4 ,ein direkt synthetischer ,satz
aus ,begriffen ist ein ,dogma2 dagegen
ein dergleichen ,satz durch
,konstruktion der ,begriffe1 ist ein
,mathema4 ,analytische ,urteile lehren
uns eigentlich nichts mehr vom
,gegenstande1 als was der ,begriff1 den
wir von ihm haben1 schon in sich
enthlt1 weil sie die ,erkenntnis ber
den ,begriff des ,subjekts nicht
erweitern1 sondern diesen nur erlutern4
,sie knnen daher nicht fglich ,dogmen
heien 7welches ,wort man vielleicht
durch ,lehrsprche bersetzen knnte74
,aber unter den gedachten zwei ,arten
synthetischer ,stze a priori knnen1
nach dem gewhnlichen ,redegebrauch1 nur
die zum philosophischen ,erkenntnisse
gehrigen diesen ,namen fhren1 und man
wrde schwerlich die ,stze der
,rechenkunst1 oder ,geometrie1 ,dogmata
nennen4 ,also besttigt dieser ,gebrauch
die ,erklrung1 die wir gaben1 da nur
,urteile aus ,begriffen1 und nicht die
aus der ,konstruktion der ,begriffe1
dogmatisch heien knnen4 ,nun enthlt
die ganze reine ,vernunft in ihrem blo
spekulativen ,gebrauche nicht ein
einziges direkt synthetisches ,urteil
aus ,begriffen4 ,denn durch ,ideen ist
sie1 wie wir gezeigt haben1 gar keiner
synthetischen ,urteile1 die objektive
,gltigkeit htten1 fhig2 durch
,verstandesbegriffe aber errichtet sie
zwar sichere ,grundstze1 aber gar nicht
direkt aus ,begriffen1 sondern immer
nur indirekt durch ,beziehung dieser
,begriffe auf etwas ganz ,zuflliges1
nmlich mgliche ,erfahrung2 da sie denn1
wenn diese 7etwas als ,gegenstand
mglicher ,erfahrungen7 vorausgesetzt
wird1 allerdings apodiktisch gewi sind1
an sich selbst aber 7direkt7 a priori
gar nicht einmal erkannt werden knnen4
,so kann niemand den ,satz3 alles1 was
geschieht1 hat seine ,ursache1 aus
diesen gegebenen ,begriffen allein
grndlich einsehen4 ,daher ist er kein
,dogma1 ob er gleich in einem anderen
,gesichtspunkte1 nmlich dem einzigen
,felde seines mglichen ,gebrauchs1 d4i4
der ,erfahrung1 ganz wohl und
apodiktisch bewiesen werden kann4 ,er
heit aber ,grundsatz und nicht
,lehrsatz1 ob er gleich bewiesen werden
mu1 darum1 weil er die besondere
,eigenschaft hat1 da er seinen
,beweisgrund1 nmlich ,erfahrung1 selbst
zuerst mglich macht1 und bei dieser
immer vorausgesetzt werden mu4 ,gibt
es nun im spekulativen ,gebrauche der
reinen ,vernunft auch dem ,inhalte nach
gar keine ,dogmate1 so ist alle
dogmatische ,methode1 sie mag nun dem
,mathematiker abgeborgt sein1 oder eine
eigentmliche ,manier werden sollen1 fr
sich unschicklich4 ,denn sie verbirgt
nur die ,fehler und ,irrtmer1 und
tuscht die ,philosophie1 deren
eigentliche ,absicht ist1 alle
,schritte der ,vernunft in ihrem
klarsten ,lichte sehen zu lassen4
,gleichwohl kann die ,methode immer
systematisch sein4 ,denn unsere
,vernunft 7subjektiv7 ist selbst ein
,system1 aber in ihrem reinen
,gebrauche1 vermittelst bloer ,begriffe1
nur ein ,system der ,nachforschung
nach ,grundstzen der ,einheit1 zu
welcher ,erfahrung allein den ,stoff
hergeben kann4 ,von der eigentmlichen
,methode einer
,transzendentalphilosophie lt sich aber
hier nichts sagen1 da wir es nur mit
einer ,kritik unserer ,vermgensumstnde
zu tun haben1 ob wir berall bauen1 und
wie hoch wir wohl unser ,gebude1 aus dem
,stoffe1 den wir haben1 7den reinen
,begriffen a priori17 auffhren knnen4
,des ersten ,hauptstcks ,zweiter
,abschnitt ,die ,disziplin der reinen
,vernunft in ,ansehung ihres polemischen
,gebrauchs ,die ,vernunft mu sich
in allen ihren ,unternehmungen der
,kritik unterwerfen1 und kann der
,freiheit derselben durch kein ,verbot
,abbruch tun1 ohne sich selbst zu
schaden und einen ihr nachteiligen
,verdacht auf sich zu ziehen4 ,da ist
nun nichts so wichtig1 in ,ansehung des
,nutzens1 nichts so heilig1 da sich
dieser prfenden und musternden
,durchsuchung1 die kein ,ansehen der
,person kennt1 entziehen drfte4 ,auf
dieser ,freiheit beruht sogar die
,existenz der ,vernunft1 die kein
diktatorisches ,ansehen hat1 sondern
deren ,ausspruch jederzeit nichts als
die ,einstimmung freier ,brger ist1
deren jeglicher seine
,bedenklichkeiten1 ja sogar sein veto1
ohne ,zurckhalten mu uern knnen4 ,ob
nun aber gleich die ,vernunft sich der
,kritik niemals verweigern kann1 so hat
sie doch nicht jederzeit ,ursache1 sie
zu scheuen4 ,aber die reine ,vernunft
in ihrem dogmatischen 7nicht
mathematischen7 ,gebrauche ist sich
nicht so sehr der genauesten
,beobachtung ihrer obersten ,gesetze
bewut1 da sie nicht mit ,bldigkeit1 ja
mit gnzlicher ,ablegung alles angematen
dogmatischen ,ansehens1 vor dem
kritischen ,auge einer hheren und
richterlichen ,vernunft erscheinen mte4
,ganz anders ist es bewandt1 wenn
sie es nicht mit der ,zensur des
,richters1 sondern den ,ansprchen ihres
,mitbrgers zu tun hat1 und sich dagegen
blo verteidigen soll4 ,denn1 da diese
ebensowohl dogmatisch sein wollen1
obzwar im ,verneinen1 als jene im
,bejahen3 so findet eine
,rechtfertigung kat' anthropon statt1
die wider alle ,beeintrchtigung
sichert1 und einen titulierten ,besitz
verschafft1 der keine fremden
,anmaungen scheuen darf1 ob er gleich
selbst kat' aledeian nicht hinreichend
bewiesen werden kann4 ,unter dem
polemischen ,gebrauche der reinen
,vernunft verstehe ich nun die
,verteidigung ihrer ,stze gegen die
dogmatischen ,verneinungen derselben4
,hier kommt es nun nicht darauf an1 ob
ihre ,behauptungen nicht vielleicht
auch falsch sein mchten1 sondern nur1 da
niemand das ,gegenteil jemals mit
apodiktischer ,gewiheit 7ja auch nur mit
grerem ,scheine7 behaupten knne4 ,denn
wir sind alsdann doch nicht bittweise
in unserem ,besitz1 wenn wir einen1
obzwar nicht hinreichenden1 ,titel
derselben vor uns haben1 und es vllig
gewi ist1 da niemand die
,unrechtmigkeit dieses ,besitzes jemals
beweisen knne4 ,es ist etwas
,bekmmerndes und ,niederschlagendes1 da
es berhaupt eine ,antithetik der reinen
,vernunft geben1 und diese1 die doch
den obersten ,gerichtshof ber alle
,streitigkeiten vorstellt1 mit sich
selbst in ,streit geraten soll4 ,zwar
hatten wir oben eine solche scheinbare
,antithetik derselben vor uns2 aber es
zeigte sich1 da sie auf einem
,miverstande beruhte1 da man nmlich1 dem
gemeinen ,vorurteile gem1
,erscheinungen fr ,sachen an sich selbst
nahm1 und dann eine absolute
,vollstndigkeit ihrer ,synthesis1 auf
eine oder andere ,art 7die aber auf
beiderlei ,art gleich unmglich war71
verlangte1 welches aber von
,erscheinungen gar nicht erwartet werden
kann4 ,es war also damals kein
wirklicher ,widerspruch der ,vernunft
mit ihr selbst bei den ,stzen3 die
,reihe an sich gegebener ,erscheinungen
hat einen absolut ersten ,anfang1 und3
diese ,reihe ist schlechthin und an sich
selbst ohne allen ,anfang2 denn beide
,stze bestehen gar wohl zusammen1 weil
,erscheinungen nach ihrem ,dasein 7als
,erscheinungen7 an sich selbst gar
nichts d4i4 etwas ,widersprechendes
sind1 und also deren ,voraussetzung
natrlicherweise widersprechende
,folgerungen nach sich ziehen mu4
,ein solcher ,miverstand kann aber nicht
vorgewandt und dadurch der ,streit der
,vernunft beigelegt werden1 wenn etwa
theistisch behauptet wrde3 es ist ein
hchstes ,wesen1 und dagegen atheistisch3
es ist kein hchstes ,wesen2 oder1 in
der ,psychologie3 alles1 was da denkt1
ist von absoluter beharrlicher ,einheit
und also von aller vergnglichen
materiellen ,einheit unterschieden1
welchem ein anderer entgegengesetzte3
die ,seele ist nicht immaterielle
,einheit und kann von der
,vergnglichkeit nicht ausgenommen
werden4 ,denn der ,gegenstand der
,frage ist hier von allem ,fremdartigen1
das seiner ,natur widerspricht1 frei1
und der ,verstand hat es nur mit ,sachen
an sich selbst und nicht mit
,erscheinungen zu tun4 ,es wrde also
hier freilich ein wahrer ,widerstreit
anzutreffen sein1 wenn nur die reine
,vernunft auf der verneinenden ,seite
etwas zu sagen htte1 was dem ,grunde
einer ,behauptung nahe kme2 denn was die
,kritik der ,beweisgrnde des
dogmatisch ,bejahenden betrifft1 die
kann man ihm sehr wohl einrumen1 ohne
darum diese ,stze aufzugeben1 die doch
wenigstens das ,interesse der ,vernunft
fr sich haben1 darauf sich der ,gegner
gar nicht berufen kann4 ,ich bin
zwar nicht der ,meinung1 welche
vortreffliche und nachdenkende ,mnner
7z4,b4 ,sulzer7 so oft geuert haben1 da
sie die ,schwche der bisherigen
,beweise fhlten3 da man hoffen knne1 man
werde dereinst noch evidente
,demonstrationen der zwei ,kardinalstze
unserer reinen ,vernunft3 es ist ein
,gott1 es ist ein knftiges ,leben1
erfinden4 ,vielmehr bin ich gewi1 da
dieses niemals geschehen werde4 ,denn1
wo will die ,vernunft den ,grund zu
solchen synthetischen ,behauptungen1 die
sich nicht auf ,gegenstnde der
,erfahrung und deren innerer ,mglichkeit
beziehen1 hernehmen8 ,aber es ist auch
apodiktisch gewi1 da niemals irgendein
,mensch auftreten werde1 der das
,gegenteil mit dem mindesten ,scheine1
geschweige dogmatisch behaupten knne4
,denn1 weil er dieses doch blo durch
reine ,vernunft dartun knnte1 so mte er
es unternehmen1 zu beweisen3 da ein
hchstes ,wesen1 da das in uns denkende
,subjekt1 als reine ,intelligenz1
unmglich sei4 ,wo will er aber die
,kenntnisse hernehmen1 die ihn1 von
,dingen ber alle mgliche ,erfahrung
hinaus so synthetisch zu urteilen1
berechtigten4 ,wir knnen also darber
ganz unbekmmert sein1 da uns jemand das
,gegenteil einstens beweisen werde2 da
wir darum eben nicht ntig haben1 auf
schulgerechte ,beweise zu sinnen1
sondern immerhin diejenigen ,stze
annehmen knnen1 welche mit dem
spekulativen ,interesse unserer
,vernunft im empirischen ,gebrauch ganz
wohl zusammenhngen1 und berdem es mit
dem praktischen ,interesse zu vereinigen
die einzigen ,mittel sind4 ,fr den
,gegner 7der hier nicht blo als
,kritiker betrachtet werden mu17 haben
wir unser non liquet in ,bereitschaft1
welches ihn unfehlbar verwirren mu1
indessen da wir die ,retorsion desselben
auf uns nicht weigern1 indem wir die
subjektive ,maxime der ,vernunft
bestndig im ,rckhalte haben1 die dem
,gegner notwendig fehlt1 und unter
deren ,schutz wir alle seine
,luftstreiche mit ,ruhe und
,gleichgltigkeit ansehen knnen4 ,auf
solche ,weise gibt es eigentlich gar
keine ,antithetik der reinen ,vernunft4
,denn der einzige ,kampfplatz fr sie
wrde auf dem ,felde der reinen
,theologie und ,psychologie zu suchen
sein2 dieser ,boden aber trgt keinen
,kmpfer in seiner ganzen ,rstung1 und
mit ,waffen1 die zu frchten wren4 ,er
kann nur mit ,spott oder ,grosprecherei
auftreten1 welches als ein ,kinderspiel
belacht werden kann4 ,das ist eine
trstende ,bemerkung1 die der ,vernunft
wieder ,mut gibt2 denn1 worauf wollte
sie sich sonst verlassen1 wenn sie1 die
allein alle ,irrungen abzutun berufen
ist1 in sich selbst zerrttet wre1 ohne
,frieden und ruhigen ,besitz hoffen zu
knnen8 ,alles1 was die ,natur selbst
anordnet1 ist zu irgendeiner ,absicht
gut4 ,selbst ,gifte dienen dazu1 andere
,gifte1 welche sich in unseren eigenen
,sften erzeugen1 zu berwltigen1 und
drfen daher in einer vollstndigen
,sammlung von ,heilmitteln 7,offizin7
nicht fehlen4 ,die ,einwrfe1 wider die
berredungen und den ,eigendnkel unserer
blo spekulativen ,vernunft1 sind selbst
durch die ,natur dieser ,vernunft
aufgegeben1 und mssen also ihre gute
,bestimmung und ,absicht haben1 die man
nicht in den ,wind schlagen mu4 ,wozu
hat uns die ,vorsehung manche
,gegenstnde1 ob sie gleich mit unserem
hchsten ,interesse zusammenhngen1 so
hoch gestellt1 da uns fast nur vergnnt
ist1 sie in einer undeutlichen und von
uns selbst bezweifelten ,wahrnehmung
anzutreffen1 dadurch aussphende ,blicke
mehr gereizt1 als befriedigt werden1 ob
es ntzlich sei1 in ,ansehung solcher
,aussichten dreiste ,bestimmungen zu
wagen1 ist wenigstens zweifelhaft1
vielleicht gar schdlich4 ,allemal aber
und ohne allen ,zweifel ist es ntzlich1
die forschende sowohl1 als prfende
,vernunft in vllige ,freiheit zu
versetzen1 damit sie ungehindert ihr
eigen ,interesse besorgen knne1 welches
ebensowohl dadurch befrdert wird1
dadurch1 da sie ihren ,einsichten
,schranken setzt1 als da sie solche
erweitert1 und welches allemal leidet1
wenn sich fremde ,hnde einmengen1 um sie
wider ihren natrlichen ,gang nach
erzwungenen ,absichten zu lenken4
,lasset demnach euren ,gegner nur
,vernunft sagen1 und bekmpfst ihn blo
mit ,waffen der ,vernunft4 brigens seid
wegen der guten ,sache 7des praktischen
,interesses7 auer ,sorgen1 denn die
kommt in blo spekulativem ,streite
niemals mit ins ,spiel4 ,der ,streit
entdeckt alsdann nichts1 als eine
gewisse ,antinomie der ,vernunft1 die1
da sie auf ihrer ,natur beruht1
notwendig angehrt und geprft werden mu4
,er kultiviert dieselbe durch
,betrachtung ihres ,gegenstandes auf
zweien ,seiten1 und berichtigt ihr
,urteil dadurch1 da er solches
einschrnkt4 ,das1 was hierbei streitig
wird1 ist nicht die ,sache1 sondern der
,ton4 ,denn es bleibt euch noch genug
brig1 um die vor der schrfsten
,vernunft gerechtfertigte ,sprache eines
festen ,glaubens zu sprechen1 wenn ihr
gleich die des ,wissens habt aufgeben
mssen4 ,wenn man den kaltbltigen1 zum
,gleichgewichte des ,urteils eigentlich
geschaffenen ,david ,hume fragen
sollte3 was bewog euch1 durch mhsam
ergrbelte ,bedenklichkeiten1 die fr den
,menschen so trstliche und ntzliche
berredung1 da ihre ,vernunfteinsicht zur
,behauptung und dem bestimmten
,begriff eines hchsten ,wesens zulange1
zu untergraben8 so wrde er antworten3
nichts1 als die ,absicht1 die ,vernunft
in ihrer ,selbsterkenntnis weiter zu
bringen1 und zugleich ein gewisser
,unwille ber den ,zwang1 den man der
,vernunft antun will1 indem man mit ihr
gro tut1 und sie zugleich hindert1 ein
freimtiges ,gestndnis ihrer ,schwchen
abzulegen1 die ihr bei der ,prfung ihrer
,selbst offenbar werden4 ,fragt ihr
dagegen den1 den ,grundstzen des
empirischen ,vernunftgebrauchs allein
ergebenen1 und aller transzendenten
,spekulation abgeneigten ,priestley1 was
er fr ,bewegungsgrnde gehabt habe1
unserer ,seele ,freiheit und
,unsterblichkeit 7die ,hoffnung des
knftigen ,lebens ist bei ihm nur die
,erwartung eines ,wunders der
,wiedererweckung71 zwei solche
,grundpfeiler aller ,religion
niederzureien1 er1 der selbst ein
frommer und eifriger ,lehrer der
,religion ist2 so wrde er nichts anderes
antworten knnen1 als3 das ,interesse
der ,vernunft1 welche dadurch verliert1
da man gewisse ,gegenstnde den
,gesetzen der materiellen ,natur1 den
einzigen1 die wir genau kennen und
bestimmen knnen1 entziehen will4 ,es
wrde unbillig scheinen1 den letzteren1
der seine paradoxe ,behauptung mit der
,religionsabsicht zu vereinigen wei1 zu
verschreien1 und einem wohldenkenden
,manne wehe zu tun1 weil er sich nicht
zurechtfinden kann1 sobald er sich aus
dem ,felde der ,naturlehre verloren
hatte4 ,aber diese ,gunst mu dem nicht
minder gut gesinnten und seinem
sittlichen ,charakter nach
untadelhaften ,hume so wohl zustatten
kommen1 der seine abgezogene
,spekulation darum nicht verlassen kann1
weil er mit ,recht dafr hlt1 da ihr
,gegenstand ganz auerhalb den ,grenzen
der ,naturwissenschaft im ,felde reiner
,ideen liege4 ,was ist nun hierbei
zu tun1 vornehmlich in ,ansehung der
,gefahr1 die daraus dem gemeinen
,besten zu drohen scheint8 ,nichts ist
natrlicher1 nichts billiger1 als die
,entschlieung1 die ihr deshalb zu nehmen
habt4 ,lat diese ,leute nur machen2
wenn sie ,talent1 wenn sie tiefe und
neue ,nachforschung1 mit einem ,worte1
wenn sie nur ,vernunft zeigen1 so
gewinnt jederzeit die ,vernunft4 ,wenn
ihr andere ,mittel ergreift1 als die
einer zwanglosen ,vernunft1 wenn ihr ber
,hochverrat schreiet1 das gemeine
,wesen1 das sich auf so subtile
,bearbeitungen gar nicht versteht1
gleichsam als zum ,feuerlschen
zusammenruft1 so macht ihr euch
lcherlich4 ,denn es ist die ,rede gar
nicht davon1 was dem gemeinen ,besten
hierunter vorteilhaft1 oder nachteilig
sei1 sondern nur1 wie weit die
,vernunft es wohl in ihrer von allem
,interesse abstrahierenden ,spekulation
bringen knne1 und ob man auf diese
berhaupt etwas rechnen1 oder sie lieber
gegen das ,praktische gar aufgeben
msse4 ,anstatt also mit dem ,schwerte
drein zu schlagen1 so sehet vielmehr
von dem sicheren ,sitze der ,kritik
diesem ,streite geruhig zu1 der fr die
,kmpfenden mhsam1 fr euch unterhaltend1
und bei einem gewi unblutigen
,ausgange1 fr eure ,einsichten
ersprielich ausfallen mu4 ,denn es ist
sehr was ,ungereimtes1 von der ,vernunft
,aufklrung zu erwarten1 und ihr doch
vorher vorzuschreiben1 auf welche
,seite sie notwendig ausfallen msse4
berdem wird ,vernunft schon von selbst
durch ,vernunft so wohl gebndigt und in
,schranken gehalten1 da ihr gar nicht
ntig habt1 ,scharwachen aufzubieten1 um
demjenigen ,teile1 dessen besorgliche
,obermacht euch gefhrlich scheint1
brgerlichen ,widerstand
entgegenzusetzen4 ,in dieser ,dialektik
gibt's keinen ,sieg1 ber den ihr
besorgt zu sein ,ursache httet4 ,auch
bedarf die ,vernunft gar sehr eines
solchen ,streits1 und es wre zu
wnschen1 da er eher und mit
uneingeschrnkter ffentlicher ,erlaubnis
wre gefhrt worden4 ,denn um desto frher
wre eine reife ,kritik zustande
gekommen1 bei deren ,erscheinung alle
diese ,streithndel von selbst wegfallen
mssen1 indem die ,streitenden ihre
,verblendung und ,vorurteile1 welche sie
veruneinigt haben1 einsehen lernen4
,es gibt eine gewisse ,unlauterkeit in
der menschlichen ,natur1 die am ,ende
doch1 wie alles1 was von der ,natur
kommt1 eine ,anlage zu guten ,zwecken
enthalten mu1 nmlich eine ,neigung1
seine wahren ,gesinnungen zu verhehlen1
und gewisse angenommene1 die man fr gut
und rhmlich hlt1 zur ,schau zu tragen4
,ganz gewi haben die ,menschen durch
diesen ,hang1 sowohl sich zu verhehlen1
als auch einen ihnen vorteilhaften
,schein anzunehmen1 sich nicht blo
zivilisiert1 sondern nach und nach1 in
gewisser ,mae1 moralisiert1 weil keiner
durch die ,schminke der ,anstndigkeit1
,ehrbarkeit und ,sittsamkeit
durchdringen konnte1 also an
vermeintlich echten ,beispielen des
,guten1 die er um sich sah1 eine
,schule der ,besserung fr sich selbst
fand4 ,allein diese ,anlage1 sich
besser zu stellen1 als man ist1 und
,gesinnungen zu uern1 die man nicht
hat1 dient nur gleichsam provisorisch
dazu1 um den ,menschen aus der
,rohigkeit zu bringen1 und ihn zuerst
wenigstens die ,manier des ,guten1 das
er kennt1 annehmen zu lassen2 denn
nachher1 wenn die echten ,grundstze
einmal entwickelt und in die
,denkungsart bergegangen sind1 so mu
jene ,falschheit nach und nach krftig
bekmpft werden1 weil sie sonst das
,herz verdirbt1 und gute ,gesinnungen
unter dem ,wucherkraute des schnen
,scheins nicht aufkommen lt4 ,es tut
mir leid1 eben dieselbe ,unlauterkeit1
,verstellung und ,heuchelei sogar in
den uerungen der spekulativen
,denkungsart wahrzunehmen1 worin doch
,menschen1 das ,gestndnis ihrer
,gedanken billigermaen offen und
unverhohlen zu entdecken1 weit weniger
,hindernisse und gar keinen ,vorteil
haben4 ,denn was kann den ,einsichten
nachteiliger sein1 als sogar bloe
,gedanken verflscht einander
mitzuteilen1 ,zweifel1 die wir wider
unsere eigenen ,behauptungen fhlen1 zu
verhehlen1 oder ,beweisgrnden1 die uns
selbst nicht genugtun1 einen ,anstrich
von ,evidenz zu geben8 ,so lange
indessen blo die ,privateitelkeit diese
geheimen ,rnke anstiftet 7welches in
spekulativen ,urteilen1 die kein
besonderes ,interesse haben und nicht
leicht einer apodiktischen ,gewiheit
fhig sind1 gemeiniglich der ,fall ist71
so widersteht denn doch die ,eitelkeit
anderer mit ffentlicher ,genehmigung1
und die ,sachen kommen zuletzt dahin1
wo die lauterste ,gesinnung und
,aufrichtigkeit1 obgleich weit frher1
sie gebracht haben wrde4 ,wo aber das
gemeine ,wesen dafr hlt1 da spitzfindige
,vernnftler mit nichts minderem
umgehen1 als die ,grundfeste der
ffentlichen ,wohlfahrt wankend zu
machen1 da scheint es nicht allein der
,klugheit gem1 sondern auch erlaubt und
wohl gar rhmlich1 der guten ,sache eher
durch ,scheingrnde zu ,hilfe zu
kommen1 als den vermeintlichen ,gegnern
derselben auch nur den ,vorteil zu
lassen1 unseren ,ton zur ,migung einer
blo praktischen berzeugung
herabzustimmen1 und uns zu ntigen1 den
,mangel der spekulativen und
apodiktischen ,gewiheit zu gestehen4
,indessen sollte ich denken1 da sich mit
der ,absicht1 eine gute ,sache zu
behaupten1 in der ,welt wohl nichts
bler1 als ,hinterlist1 ,verstellung und
,betrug vereinigen lasse4 ,da es in der
,abwiegung der ,vernunftgrnde1 einer
bloen ,spekulation alles ehrlich zugehen
msse1 ist wohl das wenigste1 was man
fordern kann4 ,knnte man aber auch nur
auf dieses ,wenige sicher rechnen1 so
wre der ,streit der spekulativen
,vernunft ber die wichtigen ,fragen von
,gott1 der ,unsterblichkeit 7der
,seele7 und der ,freiheit1 entweder
lngst entschieden1 oder wrde sehr bald
zu ,ende gebracht werden4 ,so steht
fters die ,lauterkeit der ,gesinnung im
umgekehrten ,verhltnisse der
,gutartigkeit der ,sache selbst1 und
diese hat vielleicht mehr aufrichtige
und redliche ,gegner1 als ,verteidiger4
,ich setze also ,leser voraus1 die
keine gerechte ,sache mit ,unrecht
verteidigt wissen wollen4 ,in ,ansehung
deren ist es nun entschieden1 da1 nach
unseren ,grundstzen der ,kritik1 wenn
man nicht auf dasjenige sieht1 was
geschieht1 sondern was billig geschehen
sollte1 es eigentlich gar keine
,polemik der reinen ,vernunft geben
msse4 ,denn wie knnen zwei ,personen
einen ,streit ber eine ,sache fhren1
deren ,realitt keiner von beiden in
einer wirklichen1 oder auch nur
mglichen ,erfahrung darstellen kann1 ber
deren ,idee er allein brtet1 um aus
ihr etwas mehr als ,idee1 nmlich die
,wirklichkeit des ,gegenstandes selbst1
herauszubringen8 ,durch welches ,mittel
wollen sie aus dem ,streite
herauskommen1 da keiner von beiden seine
,sache geradezu begreiflich und gewi
machen1 sondern nur die seines ,gegners
angreifen und widerlegen kann8 ,denn
dieses ist das ,schicksal aller
,behauptungen der reinen ,vernunft3 da1
da sie ber die ,bedingungen aller
mglichen ,erfahrung hinausgehen1
auerhalb welchen kein ,dokument der
,wahrheit irgendwo angetroffen wird1
sich aber gleichwohl der
,verstandesgesetze1 die blo zum
empirischen ,gebrauche bestimmt sind1
ohne die sich aber kein ,schritt im
synthetischen ,denken tun lt1 bedienen
mssen1 sie dem ,gegner jederzeit ,blen
geben und sich gegenseitig die ,ble
ihres ,gegners zunutze machen knnen4
,man kann die ,kritik der reinen
,vernunft als den wahren ,gerichtshof fr
alle ,streitigkeiten derselben
ansehen2 denn sie ist in die letzteren1
als welche auf ,objekte unmittelbar
gehen1 nicht mit verwickelt1 sondern
ist dazu gesetzt1 die ,rechtsame der
,vernunft berhaupt nach den ,grundstzen
ihrer ersten ,institution zu bestimmen
und zu beurteilen4 ,ohne dieselbe
ist die ,vernunft gleichsam im ,stande
der ,natur1 und kann ihre ,behauptungen
und ,ansprche nicht anders geltend
machen1 oder sichern1 als durch ,krieg4
,die ,kritik dagegen1 welche alle
,entscheidungen aus den ,grundregeln
ihrer eigenen ,einsetzung hernimmt1
deren ,ansehen keiner bezweifeln kann1
verschafft uns die ,ruhe eines
gesetzlichen ,zustandes1 in welchem wir
unsere ,streitigkeit nicht anders fhren
sollen1 als durch ,proze4 ,was die
,hndel in dem ersten ,zustande endigt1
ist ein ,sieg1 dessen sich beide ,teile
rhmen1 auf den mehrenteils ein nur
unsicherer ,friede folgt1 den die
,obrigkeit stiftet1 welche sich ins
,mittel legt1 im zweiten aber die
,sentenz1 die1 weil sie hier die
,quelle der ,streitigkeiten selbst
trifft1 einen ewigen ,frieden gewhren
mu4 ,auch ntigen die endlosen
,streitigkeiten einer blo dogmatischen
,vernunft1 endlich in irgendeiner
,kritik dieser ,vernunft selbst1 und
einer ,gesetzgebung1 die sich auf sie
grndet1 ,ruhe zu suchen2 so wie ,hobbes
behauptet3 der ,stand der ,natur sei
ein ,stand des ,unrechts und der
,gewaltttigkeit1 und man msse ihn
notwendig verlassen1 um sich dem
gesetzlichen ,zwange zu unterwerfen1
der allein unsere ,freiheit dahin
einschrnkt1 da sie mit jedes anderen
,freiheit und eben dadurch mit dem
gemeinen ,besten zusammen bestehen
knne4 ,zu dieser ,freiheit gehrt denn
auch die1 seine ,gedanken1 seine
,zweifel1 die man sich nicht selbst
auflsen kann1 ffentlich zur
,beurteilung auszustellen1 ohne darber
fr einen unruhigen und gefhrlichen
,brger verschrieen zu werden4 ,dies
liegt schon in dem ursprnglichen
,rechte der menschlichen ,vernunft1
welche keinen anderen ,richter erkennt1
als selbst wiederum die allgemeine
,menschenvernunft1 worin ein jeder
seine ,stimme hat2 und1 da von dieser
alle ,besserung1 deren unser ,zustand
fhig ist1 herkommen mu1 so ist ein
solches ,recht heilig1 und darf nicht
geschmlert werden4 ,auch ist es sehr
unweise1 gewisse gewagte ,behauptungen
oder vermessene ,angriffe auf die1
welche schon die ,beistimmung des grten
und besten ,teils des gemeinen ,wesens
auf ihrer ,seite haben1 fr gefhrlich
auszuschreien3 denn das heit1 ihnen
eine ,wichtigkeit geben1 die sie gar
nicht haben sollten4 ,wenn ich hre1 da
ein nicht gemeiner ,kopf die ,freiheit
des menschlichen ,willens1 die
,hoffnung eines knftigen ,lebens1 und
das ,dasein ,gottes wegdemonstriert
haben solle1 so bin ich begierig1 das
,buch zu lesen1 denn ich erwarte von
seinem ,talent1 da er meine ,einsichten
weiter bringen werde4 ,das wei ich
schon zum voraus vllig gewi1 da er
nichts von allem diesem wird geleistet
haben1 nicht darum1 weil ich etwa schon
im ,besitze unbezwinglicher ,beweise
dieser wichtigen ,stze zu sein glaubte1
sondern weil mich die transzendentale
,kritik1 die mir den ganzen ,vorrat
unserer reinen ,vernunft aufdeckte1
vllig berzeugt hat1 da1 so wie sie zu
bejahenden ,behauptungen in diesem
,felde ganz unzulnglich ist1 so wenig
und noch weniger werde sie wissen1 um
ber diese ,fragen etwas verneinend
behaupten zu knnen4 ,denn1 wo will der
angebliche ,freigeist seine ,kenntnis
hernehmen1 da es z4,b4 kein hchstes
,wesen gebe8 ,dieser ,satz liegt
auerhalb dem ,felde mglicher
,erfahrung1 und darum auch auer den
,grenzen aller menschlichen ,einsicht4
,den dogmatischen ,verteidiger der guten
,sache gegen diesen ,feind wrde ich
gar nicht lesen1 weil ich zum voraus
wei1 da er nur darum die ,scheingrnde
des anderen angreifen werde1 um seinen
eigenen ,eingang zu verschaffen1 berdem
ein alltgiger ,schein doch nicht so
viel ,stoff zu neuen ,bemerkungen gibt1
als ein befremdlicher und sinnreich
ausgedachter4 ,hingegen wrde der nach
seiner ,art auch dogmatische
,religionsgegner1 meiner ,kritik
gewnschte ,beschftigung und ,anla zu
mehrerer ,berichtigung ihrer ,grundstze
geben1 ohne da seinetwegen im mindesten
etwas zu befrchten wre4 ,aber die
,jugend1 welche dem akademischen
,unterrichte anvertraut ist1 soll doch
wenigstens vor dergleichen ,schriften
gewarnt1 und von der frhen ,kenntnis so
gefhrlicher ,stze abgehalten werden1
ehe ihre ,urteilskraft gereift1 oder
vielmehr die ,lehre1 welche man in ihnen
grnden will1 fest gewurzelt ist1 um
aller berredung zum ,gegenteil1 woher
sie auch kommen mge1 krftig zu
widerstehen8 ,mte es bei dem
dogmatischen ,verfahren in ,sachen der
reinen ,vernunft bleiben1 und die
,abfertigung der ,gegner eigentlich
polemisch1 d4i4 so beschaffen sein1 da
man sich ins ,gefecht einliee1 und mit
,beweisgrnden zu entgegengesetzten
,behauptungen bewaffnete1 so wre
freilich nichts ratsamer vor der ,hand1
aber zugleich nichts eitler und
fruchtloser auf die ,dauer1 als die
,vernunft der ,jugend eine ,zeitlang
unter ,vormundschaft zu setzen1 und
wenigstens so lange vor ,verfhrung zu
bewahren4 ,wenn aber in der ,folge
entweder ,neugierde1 oder der ,modeton
des ,zeitalters ihr dergleichen
,schriften in die ,hnde spielen3 wird
alsdann jene jugendliche berredung noch
,stich halten8 ,derjenige1 der nichts
als dogmatische ,waffen mitbringt1 um
den ,angriffen seines ,gegners zu
widerstehen1 und die verborgene
,dialektik1 die nicht minder in seinem
eigenen ,busen1 als in dem des
,gegenteils liegt1 nicht zu entwickeln
wei1 sieht ,scheingrnde1 die den ,vorzug
der ,neuigkeit haben1 gegen
,scheingrnde1 welche dergleichen nicht
mehr haben1 sondern vielmehr den
,verdacht einer mibrauchten
,leichtglubigkeit der ,jugend erregen1
auftreten4 ,er glaubt nicht besser
zeigen zu knnen1 da er der ,kinderzucht
entwachsen sei1 als wenn er sich ber
jene wohlgemeinten ,warnungen wegsetzt1
und1 dogmatisch gewohnt1 trinkt er das
,gift1 das seine ,grundstze dogmatisch
verdirbt1 in langen ,zgen in sich4
,gerade das ,gegenteil von dem1 was man
hier anrt1 mu in der akademischen
,unterweisung geschehen1 aber freilich
nur unter der ,voraussetzung eines
grndlichen ,unterrichts in der ,kritik
der reinen ,vernunft4 ,denn1 um die
,prinzipien derselben so frh als mglich
in ,ausbung zu bringen1 und ihre
,zulnglichkeit bei dem grten
dialektischen ,scheine zu zeigen1 ist es
durchaus ntig1 die fr den ,dogmatiker
so furchtbaren ,angriffe wider seine1
obzwar noch schwache1 aber durch
,kritik aufgeklrte ,vernunft zu richten1
und ihn den ,versuch machen zu lassen1
die grundlosen ,behauptungen des
,gegners ,stck fr ,stck an jenen
,grundstzen zu prfen4 ,es kann ihm gar
nicht schwer werden1 sie in lauter
,dunst aufzulsen1 und so fhlt er
frhzeitig seine eigene ,kraft1 sich
wider dergleichen schdliche ,blendwerke1
die fr ihn zuletzt allen ,schein
verlieren mssen1 vllig zu sichern4 ,ob
nun zwar eben dieselben ,streiche1 die
das ,gebude des ,feindes
niederschlagen1 auch seinem eigenen
spekulativen ,bauwerke1 wenn er etwa
dergleichen zu errichten gedchte1 ebenso
verderblich sein mssen3 so ist er
darber doch gnzlich unbekmmert1 indem er
es gar nicht bedarf1 darinnen zu
wohnen1 sondern noch eine ,aussicht in
das praktische ,feld vor sich hat1 wo
er mit ,grund einen festeren ,boden
hoffen kann1 um darauf sein vernnftiges
und heilsames ,system zu errichten4
,so gibts demnach keine eigentliche
,polemik im ,felde der reinen
,vernunft4 ,beide ,teile sind
,luftfechter1 die sich mit ihrem
,schatten herumbalgen1 denn sie gehen
ber die ,natur hinaus1 wo fr ihre
dogmatischen ,griffe nichts vorhanden
ist1 was sich fassen und halten liee4
,sie haben gut kmpfen2 die ,schatten1
die sie zerhauen1 wachsen1 wie die
,helden in ,walhalla1 in einem
,augenblicke wiederum zusammen1 um sich
aufs neue in unblutigen ,kmpfen
belustigen zu knnen4 ,es gibt aber
auch keinen zulssigen skeptischen
,gebrauch der reinen ,vernunft1 welchen
man den ,grundsatz der ,neutralitt bei
allen ihren ,streitigkeiten nennen
knnte4 ,die ,vernunft wider sich selbst
zu verhetzen1 ihr auf beiden ,seiten
,waffen zu reichen1 und alsdann ihrem
hitzigsten ,gefechte ruhig und spttisch
zuzusehen1 sieht aus einem dogmatischen
,gesichtspunkte nicht wohl aus1 sondern
hat das ,ansehen einer schadenfrohen
und hmischen ,gemtsart an sich4 ,wenn
man indessen die unbezwingliche
,verblendung und das ,grotun der
,vernnftler1 die sich durch keine
,kritik will migen lassen1 ansieht1 so
ist doch wirklich kein anderer ,rat1
als der ,grosprecherei auf einer ,seite1
eine andere1 welche auf eben dieselben
,rechte fut1 entgegen zu setzen1 damit
die ,vernunft durch den ,widerstand
eines ,feindes wenigstens nur stutzig
gemacht werde1 um in ihre ,anmaungen
einigen ,zweifel zu setzen1 und der
,kritik ,gehr zu geben4 ,allein es bei
diesen ,zweifeln gnzlich bewenden zu
lassen1 und es darauf auszusetzen1 die
berzeugung und das ,gestndnis seiner
,unwissenheit1 nicht blo als ein
,heilmittel wider den dogmatischen
,eigendnkel1 sondern zugleich als die
,art1 den ,streit der ,vernunft mit sich
selbst zu beendigen1 empfehlen zu
wollen1 ist ein ganz vergeblicher
,anschlag1 und kann keineswegs dazu
tauglich sein1 der ,vernunft einen
,ruhestand zu verschaffen1 sondern ist
hchstens nur ein ,mittel1 sie aus ihrem
sen dogmatischen ,traume zu erwecken1
um ihren ,zustand in sorgfltigere
,prfung zu ziehen4 ,da indessen diese
skeptische ,manier1 sich aus einem
verdrielichen ,handel der ,vernunft zu
ziehen1 gleichsam der kurze ,weg zu
sein scheint1 zu einer beharrlichen
philosophischen ,ruhe zu gelangen1
wenigstens die ,heeresstrae1 welche
diejenigen gern einschlagen1 die sich
in einer spttischen ,verachtung aller
,nachforschungen dieser ,art ein
philosophisches ,ansehen zu geben
meinen1 so finde ich es ntig1 diese
,denkungsart in ihrem eigentmlichen
,lichte darzustellen4 ,von der
,unmglichkeit einer skeptischen
,befriedigung der mit sich selbst
veruneinigten reinen ,vernunft ,das
,bewutsein meiner ,unwissenheit1 7wenn
diese nicht zugleich als notwendig
erkannt wird17 statt da sie meine
,untersuchungen endigen sollte1 ist
vielmehr die eigentliche ,ursache1 sie
zu erwecken4 ,alle ,unwissenheit ist
entweder die der ,sachen1 oder der
,bestimmung und ,grenzen meiner
,erkenntnis4 ,wenn die ,unwissenheit nun
zufllig ist1 so mu sie mich antreiben1
im ersteren ,falle den ,sachen
7,gegenstnden7 dogmatisch1 im zweiten
den ,grenzen meiner mglichen ,erkenntnis
kritisch nachzuforschen4 ,da aber
meine ,unwissenheit schlechthin
notwendig sei1 und mich daher von aller
weiteren ,nachforschung freispreche1 lt
sich nicht empirisch1 aus ,beobachtung1
sondern allein kritisch1 durch
,ergrndung der ersten ,quellen unserer
,erkenntnis ausmachen4 ,also kann die
,grenzbestimmung unserer ,vernunft nur
nach ,grnden a priori geschehen2 die
,einschrnkung derselben aber1 welche
eine obgleich nur unbestimmte
,erkenntnis einer nie vllig zu hebenden
,unwissenheit ist1 kann auch a
posteriori1 durch das1 was uns bei
allem ,wissen immer noch zu wissen
brigbleibt1 erkannt werden4 ,jene durch
,kritik der ,vernunft selbst allein
mgliche ,erkenntnis seiner
,unwissenheit ist also ,wissenschaft1
diese ist nichts als ,wahrnehmung1 von
der man nicht sagen kann1 wie weit der
,schlu aus selbiger reichen mge4 ,wenn
ich mir die ,erdflche 7dem sinnlichen
,scheine gem7 als einen ,teller
vorstelle1 so kann ich nicht wissen1
wie weit sie sich erstrecke4 ,aber das
lehrt mich die ,erfahrung3 da1 wohin
ich nur komme1 ich immer einen ,raum um
mich sehe1 dahin ich weiter fortgehen
knnte2 mithin erkenne ich ,schranken
meiner jedesmal wirklichen ,erdkunde1
aber nicht die ,grenzen aller mglichen
,erdbeschreibung4 ,bin ich aber doch so
weit gekommen1 zu wissen1 da die ,erde
eine ,kugel und ihre ,flche eine
,kugelflche sei1 so kann ich auch aus
einem kleinen ,teil derselben1 z4,b4 der
,gre eines ,grades1 den ,durchmesser1
und1 durch diesen1 die vllige
,begrenzung der ,erde1 d4i4 ihre
,oberflche1 bestimmt und nach
,prinzipien a priori erkennen2 und ob
ich gleich in ,ansehung der ,gegenstnde1
die diese ,flche enthalten mag1
unwissend bin1 so bin ich es doch nicht
in ,ansehung des ,umfanges1 der sie
enthlt1 der ,gre und ,schranken
derselben4 ,der ,inbegriff aller
mglichen ,gegenstnde fr unsere
,erkenntnis scheint uns eine ebene
,flche zu sein1 die ihren scheinbaren
,horizont hat1 nmlich das1 was den
ganzen ,umfang derselben befat und von
uns der ,vernunftbegriff der unbedingten
,totalitt genannt worden4 ,empirisch
denselben zu erreichen1 ist unmglich1
und nach einem gewissen ,prinzip ihn a
priori zu bestimmen1 dazu sind alle
,versuche vergeblich gewesen4 ,indessen
gehen doch alle ,fragen unserer reinen
,vernunft auf das1 was auerhalb diesem
,horizonte1 oder allenfalls auch in
seiner ,grenzlinie liegen mge4 ,der
berhmte ,david ,hume war einer dieser
,geographen der menschlichen ,vernunft1
welcher jene ,fragen insgesamt dadurch
hinreichend abgefertigt zu haben
vermeinte1 da er sie auerhalb den
,horizont derselben verwies1 den er
doch nicht bestimmen konnte4 ,er hielt
sich vornehmlich bei dem ,grundsatze
der ,kausalitt auf1 und bemerkte von
ihm ganz richtig1 da man seine ,wahrheit
7ja nicht einmal die objektive
,gltigkeit des ,begriffs einer wirkenden
,ursache berhaupt7 auf gar keine
,einsicht1 d4i4 ,erkenntnis a priori1
fue1 da daher auch nicht im mindesten
die ,notwendigkeit dieses ,gesetzes1
sondern eine bloe allgemeine
,brauchbarkeit desselben in dem ,laufe
der ,erfahrung und eine daher
entspringende subjektive ,notwendigkeit1
die er ,gewohnheit nennt1 sein ganzes
,ansehen ausmache4 ,aus dem ,unvermgen
unserer ,vernunft nun1 von diesem
,grundsatze einen ber alle ,erfahrung
hinausgehenden ,gebrauch zu machen1
schlo er die ,nichtigkeit aller
,anmaungen der ,vernunft berhaupt ber
das ,empirische hinauszugehen4 ,man
kann ein ,verfahren dieser ,art1 die
,fakta der ,vernunft der ,prfung und
nach ,befinden dem ,tadel zu
unterwerfen1 die ,zensur der ,vernunft
nennen4 ,es ist auer ,zweifel1 da diese
,zensur unausbleiblich auf ,zweifel
gegen allen transzendenten ,gebrauch der
,grundstze fhre4 ,allein dies ist nur
der zweite ,schritt1 der noch lange
nicht das ,werk vollendet4 ,der erste
,schritt in ,sachen der reinen
,vernunft1 der das ,kindesalter
derselben auszeichnet ist dogmatisch4
,der obengenannte zweite ,schritt ist
skeptisch1 und zeigt von ,vorsichtigkeit
der durch ,erfahrung gewitzigten
,urteilskraft4 ,nun ist aber noch ein
dritter ,schritt ntig1 der nur der
gereiften und mnnlichen ,urteilskraft1
welche feste und ihrer ,allgemeinheit
nach bewhrte ,maximen zum ,grunde hat2
nmlich1 nicht die ,fakta der ,vernunft1
sondern die ,vernunft selbst1 nach
ihrem ganzen ,vermgen und ,tauglichkeit
zu reinen ,erkenntnissen a priori1 der
,schtzung zu unterwerfen2 welches nicht
die ,zensur1 sondern ,kritik der
,vernunft ist1 wodurch nicht blo
,schranken1 sondern die bestimmten
,grenzen derselben1 nicht blo
,unwissenheit an einem oder anderen
,teil1 sondern in ,ansehung aller
mglichen ,fragen von einer gewissen
,art1 und zwar nicht etwa nur vermutet1
sondern aus ,prinzipien bewiesen wird4
,so ist der ,skeptizismus ein
,ruheplatz fr die menschliche ,vernunft1
da sie sich ber ihre dogmatische
,wanderung besinnen und den ,entwurf von
der ,gegend machen kann1 wo sie sich
befindet1 um ihren ,weg fernerhin mit
mehrerer ,sicherheit whlen zu knnen1
aber nicht ein ,wohnplatz zum
bestndigen ,aufenthalte2 denn dieser
kann nur in einer vlligen ,gewiheit
angetroffen werden1 es sei nun der
,erkenntnis der ,gegenstnde selbst1
oder der ,grenzen1 innerhalb denen alle
unsere ,erkenntnis von ,gegenstnden
eingeschlossen ist4 ,unsere ,vernunft
ist nicht etwa eine unbestimmbar weit
ausgebreitete ,ebene1 deren ,schranken
man nur so berhaupt erkennt1 sondern mu
vielmehr mit einer ,sphre verglichen
werden1 deren ,halbmesser sich aus der
,krmmung des ,bogens auf ihrer
,oberflche 7der ,natur synthetischer
,stze a priori7 finden1 daraus aber auch
der ,inhalt und die ,begrenzung
derselben mit ,sicherheit angeben lt4
,auer dieser ,sphre 7,feld der
,erfahrung7 ist nichts von ihr ,objekt1
ja selbst ,fragen ber dergleichen
vermeintliche ,gegenstnde betreffen nur
subjektive ,prinzipien einer
durchgngigen ,bestimmung der
,verhltnisse1 welche unter den
,verstandesbegriffen innerhalb dieser
,sphre vorkommen knnen4 ,wir sind
wirklich im ,besitz synthetischer
,erkenntnis a priori1 wie dieses die
,verstandesgrundstze1 welche die
,erfahrung antizipieren1 dartun4 ,kann
jemand nun die ,mglichkeit derselben
sich gar nicht begreiflich machen1 so
mag er zwar anfangs zweifeln1 ob sie uns
auch wirklich a priori beiwohnen2 er
kann dieses aber noch nicht fr eine
,unmglichkeit derselben1 durch bloe
,krfte des ,verstandes1 und alle
,schritte1 die die ,vernunft nach der
,richtschnur derselben tut1 fr nichtig
ausgeben4 ,er kann nur sagen3 wenn wir
ihren ,ursprung und ,echtheit einshen1
so wrden wir den ,umfang und die
,grenzen unserer ,vernunft bestimmen
knnen2 ehe aber dieses geschehen ist1
sind alle ,behauptungen der letzten
blindlings gewagt4 ,und auf solche
,weise wre ein durchgngiger ,zweifel an
alle dogmatischen ,philosophie1 die
ohne ,kritik der ,vernunft selbst ihren
,gang geht1 ganz wohl gegrndet2 allein
darum knnte doch der ,vernunft nicht
ein solcher ,fortgang1 wenn er durch
bessere ,grundlegung vorbereitet und
gesichert wrde1 gnzlich abgesprochen
werden4 ,denn1 einmal liegen alle
,begriffe1 ja alle ,fragen1 welche uns
die reine ,vernunft vorlegt1 nicht etwa
in der ,erfahrung1 sondern selbst
wiederum nur in der ,vernunft1 und mssen
daher knnen aufgelst und ihrer
,gltigkeit oder ,nichtigkeit nach
begriffen werden4 ,wir sind auch nicht
berechtigt1 diese ,aufgaben1 als lge
ihre ,auflsung wirklich in der ,natur
der ,dinge1 doch unter dem ,vorwande
unseres ,unvermgens abzuweisen1 und uns
ihrer weiteren ,nachforschung zu
weigern1 da die ,vernunft in ihrem
,schoe allein diese ,ideen selbst
erzeugt hat1 von deren ,gltigkeit oder
dialektischen ,scheine sie also
,rechenschaft zu geben gehalten ist4
,alles skeptische ,polemisieren ist
eigentlich nur wider den ,dogmatiker
gekehrt1 der1 ohne ein ,mitrauen auf
seine ursprnglichen objektiven
,prinzipien zu setzen1 d4i4 ohne
,kritik1 gravittisch seinen ,gang
fortsetzt1 blo um ihm das ,konzept zu
verrcken und ihn zur ,selbsterkenntnis
zu bringen4 ,an sich macht sie in
,ansehung dessen1 was wir wissen und
was wir dagegen nicht wissen knnen1 ganz
und gar nichts aus4 ,alle
fehlgeschlagenen dogmatischen ,versuche
der ,vernunft sind ,fakta1 die der
,zensur zu unterwerfen immer ntzlich
ist4 ,dieses aber kann nichts ber die
,erwartungen der ,vernunft entscheiden1
einen besseren ,erfolg ihrer knftigen
,bemhungen zu hoffen und darauf
,ansprche zu machen2 die bloe ,zensur
kann also die ,streitigkeit ber die
,rechtsame der menschlichen ,vernunft
niemals zu ,ende bringen4 ,da ,hume
vielleicht der geistreichste unter allen
,skeptikern1 und ohne ,widerrede der
vorzglichste in ,ansehung des
,einflusses ist1 den das skeptische
,verfahren auf die ,erweckung einer
grndlichen ,vernunftprfung haben kann1
so verlohnt es wohl der ,mhe1 den ,gang
seiner ,schlsse und die ,verirrungen
eines einsehenden und schtzbaren
,mannes1 die doch auf der ,spur der
,wahrheit angefangen haben1 so weit es
zu meiner ,absicht schicklich ist1
vorstellig zu machen4 ,hume hatte es
vielleicht in ,gedanken1 wiewohl er es
niemals vllig entwickelte1 da wir in
,urteilen von gewisser ,art1 ber unseren
,begriff vom ,gegenstande hinausgehen4
,ich habe diese ,art von ,urteilen
synthetisch genannt4 ,wie ich aus meinem
,begriffe1 den ich bis dahin habe1
vermittelst der ,erfahrung hinausgehen
knne1 ist keiner ,bedenklichkeit
unterworfen4 ,erfahrung ist selbst eine
solche ,synthesis der ,wahrnehmungen1
welche meinen ,begriff1 den ich
vermittelst einer ,wahrnehmung habe1
durch andere hinzukommende vermehrt4
,allein wir glauben auch a priori aus
unserem ,begriffe hinausgehen und unsere
,erkenntnis erweitern zu knnen4
,dieses versuchen wir entweder durch
den reinen ,verstand1 in ,ansehung
desjenigen1 was wenigstens ein ,objekt
der ,erfahrung sein kann1 oder sogar
durch reine ,vernunft1 in ,ansehung
solcher ,eigenschaften der ,dinge1 oder
auch wohl des ,daseins solcher
,gegenstnde1 die in der ,erfahrung
niemals vorkommen knnen4 ,unser
,skeptiker unterschied diese beiden
,arten der ,urteile nicht1 wie er es
doch htte tun sollen1 und hielt geradezu
diese ,vermehrung der ,begriffe aus
sich selbst1 und1 sozusagen1 die
,selbstgebrung unseres ,verstandes
7samt der ,vernunft71 ohne durch
,erfahrung geschwngert zu sein1 fr
unmglich1 mithin alle vermeintlichen
,prinzipien derselben a priori fr
eingebildet1 und fand1 da sie nichts als
eine aus ,erfahrung und deren
,gesetzen entspringende ,gewohnheit1
mithin blo empirische d4i4 an sich
zufllige ,regeln sind1 denen wir eine
vermeinte ,notwendigkeit und
,allgemeinheit beimessen4 ,er bezog sich
aber zu ,behauptung dieses
befremdlichen ,satzes auf den allgemein
anerkannten ,grundsatz von dem
,verhltnis der ,ursache zur ,wirkung4
,denn da uns kein ,verstandesvermgen
von dem ,begriffe eines ,dinges zu dem
,dasein von etwas anderem1 was dadurch
allgemein und notwendig gegeben sei1
fhren kann3 so glaubte er daraus folgern
zu knnen1 da wir ohne ,erfahrung
nichts haben1 was unseren ,begriff
vermehren und uns zu einem solchen a
priori sich selbst erweiternden ,urteile
berechtigen knnte4 ,da das
,sonnenlicht1 welches das ,wachs
beleuchtet1 es zugleich schmelze1
indessen es den ,ton hrtet1 knne kein
,verstand aus ,begriffen1 die wir
vorher von diesen ,dingen hatten1
erraten1 viel weniger gesetzmig
schlieen1 und nur ,erfahrung knne uns
ein solches ,gesetz lehren4 ,dagegen
haben wir in der transzendentalen ,logik
gesehen3 da1 ob wir zwar niemals
unmittelbar ber den ,inhalt des
,begriffs1 der uns gegeben ist1
hinausgehen knnen1 wir doch vllig a
priori1 aber in ,beziehung auf ein
drittes1 nmlich mgliche ,erfahrung1
also doch a priori1 das ,gesetz der
,verknpfung mit anderen ,dingen
erkennen knnen4 ,wenn also vorher fest
gewesenes ,wachs schmilzt1 so kann ich
a priori erkennen1 da etwas
vorausgegangen sein msse1 7z4,b4
,sonnenwrme17 worauf dieses nach einem
bestndigen ,gesetze gefolgt ist1 ob ich
zwar1 ohne ,erfahrung1 aus der ,wirkung
weder die ,ursache noch aus der
,ursache1 die ,wirkung1 a priori und
ohne ,belehrung der ,erfahrung bestimmt
erkennen knnte4 ,er schlo also
flschlich aus der ,zuflligkeit unserer
,bestimmung nach dem ,gesetze1 auf die
,zuflligkeit des ,gesetzes selbst1 und
das ,herausgehen aus dem ,begriffe eines
,dinges auf mgliche ,erfahrung 7welche
a priori geschieht und die objektive
,realitt desselben ausmacht17
verwechselte er mit der ,synthesis der
,gegenstnde wirklicher ,erfahrung1
welche freilich jederzeit empirisch
ist2 dadurch machte er aber aus einem
,prinzip der ,affinitt1 welches im
,verstande seinen ,sitz hat1 und
notwendige ,verknpfung aussagt1 eine
,regel der ,assoziation1 die blo in der
nachbildenden ,einbildungskraft
angetroffen wird1 und nur zufllige1 gar
nicht objektive ,verbindungen
darstellen kann4 ,die skeptischen
,verirrungen aber dieses sonst uerst
scharfsinnigen ,mannes entsprangen
vornehmlich aus einem ,mangel1 den er
doch mit allen ,dogmatikern gemein
hatte nmlich1 da er nicht alle ,arten
der ,synthesis des ,verstandes a priori
systematisch bersah4 ,denn da wrde er1
ohne der brigen hier ,erwhnung zu tun1
z4,b4 den ,grundsatz der
,beharrlichkeit als einen solchen
gefunden haben1 der ebensowohl1 als der
der ,kausalitt1 die ,erfahrung
antizipiert4 ,dadurch wrde er auch dem
a priori sich erweiternden ,verstande
und der reinen ,vernunft bestimmte
,grenzen haben vorzeichnen knnen4 ,da er
aber unseren ,verstand nur einschrnkt1
ohne ihn zu begrenzen1 und1 zwar ein
allgemeines ,mitrauen1 aber keine
bestimmte ,kenntnis der uns
unvermeidlichen ,unwissenheit zustande
bringt1 da er einige ,grundstze des
,verstandes unter ,zensur bringt1 ohne
diesen ,verstand in ,ansehung seines
ganzen ,vermgens auf die ,probierwage
der ,kritik zu bringen1 und1 indem er
ihm dasjenige abspricht1 was er wirklich
nicht leisten kann1 weiter geht1 und
ihm alles ,vermgen1 sich a priori zu
erweitern1 streitet1 unerachtet er
dieses ganze ,vermgen nicht zur
,schtzung gezogen2 so widerfhrt ihm
das1 was jederzeit den ,skeptizismus
niederschlgt1 nmlich1 da er selbst
bezweifelt wird1 indem seine ,einwrfe
nur auf ,faktis1 welche zufllig sind1
nicht aber auf ,prinzipien beruhen1 die
eine notwendige ,entsagung auf das
,recht dogmatischer ,behauptungen
bewirken knnten4 ,da er auch zwischen
den gegrndeten ,ansprchen des
,verstandes und den dialektischen
,anmaungen der ,vernunft1 wider welche
doch hauptschlich seine ,angriffe
gerichtet sind1 keinen ,unterschied
kennt3 so fhlt die ,vernunft1 deren
ganz eigentmlicher ,schwung hierbei
nicht im mindesten gestrt1 sondern nur
gehindert worden1 den ,raum zu ihrer
,ausbreitung nicht verschlossen1 und
kann von ihren ,versuchen1 unerachtet
sie hier oder da gezwackt wird1 niemals
gnzlich abgebracht werden4 ,denn wider
,angriffe rstet man sich zur ,gegenwehr1
und setzt noch um desto steifer seinen
,kopf darauf1 um seine ,forderungen
durchzusetzen4 ,ein vlliger berschlag
aber seines ganzen ,vermgens und die
daraus entspringende berzeugung der
,gewiheit eines kleinen ,besitzes1 bei
der ,eitelkeit hherer ,ansprche1 hebt
allen ,streit auf1 und bewegt1 sich in
einem eingeschrnkten1 aber unstrittigen
,eigentume friedfertig zu begngen4
,wider den unkritischen ,dogmatiker1 der
die ,sphre seines ,verstandes nicht
gemessen1 mithin die ,grenzen seiner
mglichen ,erkenntnis nicht nach
,prinzipien bestimmt hat1 der also nicht
schon zum voraus wei1 wie viel er
kann1 sondern es durch bloe ,versuche
ausfindig zu machen denkt1 sind diese
skeptischen ,angriffe nicht allein
gefhrlich1 sondern ihm sogar
verderblich4 ,denn1 wenn er auf einer
einzigen ,behauptung betroffen wird1
die er nicht rechtfertigen1 deren
,schein er aber auch nicht aus
,prinzipien entwickeln kann1 so fllt der
,verdacht auf alle1 so berredend sie
auch sonst immer sein mgen4 ,und so
ist der ,skeptiker der ,zuchtmeister des
dogmatischen ,vernnftlers auf eine
gesunde ,kritik des ,verstandes und der
,vernunft selbst4 ,wenn er dahin
gelangt ist1 so hat er weiter keine
,anfechtung zu frchten2 denn er
unterscheidet alsdann seinen ,besitz von
dem1 was gnzlich auerhalb demselben
liegt1 worauf er keine ,ansprche macht
und darber auch nicht in ,streitigkeiten
verwickelt werden kann4 ,so ist das
skeptische ,verfahren zwar an sich
selbst fr die ,vernunftfragen nicht
befriedigend1 aber doch vorbend1 um ihre
,vorsichtigkeit zu erwecken und auf
grndliche ,mittel zu weisen1 die sie in
ihren rechtmigen ,besitzen sichern
knnen4 ,des ersten ,hauptstcks
,dritter ,abschnitt ,die ,disziplin der
reinen ,vernunft in ,ansehung der
,hypothesen ,weil wir denn durch
,kritik unserer ,vernunft endlich so
viel wissen1 da wir in ihrem reinen und
spekulativen ,gebrauche in der ,tat gar
nichts wissen knnen2 sollte sie nicht
ein desto weiteres ,feld zu ,hypothesen
erffnen1 da es wenigstens vergnnt ist1
zu dichten und zu meinen1 wenngleich
nicht zu behaupten8 ,wo nicht etwa
,einbildungskraft schwrmen1 sondern1
unter der strengen ,aufsicht der
,vernunft1 dichten soll1 so mu immer
vorher etwas vllig gewi und nicht
erdichtet1 oder bloe ,meinung sein1 und
das ist die ,mglichkeit des
,gegenstandes selbst4 ,alsdann ist es
wohl erlaubt1 wegen der ,wirklichkeit
desselben1 zur ,meinung seine ,zuflucht
zu nehmen1 die aber1 um nicht grundlos
zu sein1 mit dem1 was wirklich gegeben
und folglich gewi ist1 als
,erklrungsgrund in ,verknpfung gebracht
werden mu1 und alsdann ,hypothese heit4
,da wir uns nun von der ,mglichkeit
der dynamischen ,verknpfung a priori
nicht den mindesten ,begriff machen
knnen1 und die ,kategorie des reinen
,verstandes nicht dazu dient1
dergleichen zu erdenken1 sondern nur1
wo sie in der ,erfahrung angetroffen
wird1 zu verstehen3 so knnen wir nicht
einen einzigen ,gegenstand1 nach einer
neuen und empirisch nicht anzugebenden
,beschaffenheit1 diesen ,kategorien gem1
ursprnglich aussinnen und sie einer
erlaubten ,hypothese zum ,grunde legen2
denn dieses hiee1 der ,vernunft leere
,hirngespinste1 statt der ,begriffe von
,sachen1 unterzulegen4 ,so ist es nicht
erlaubt1 sich irgend neue ursprngliche
,krfte zu erdenken1 z4,b4 einen
,verstand1 der vermgend sei1 seinen
,gegenstand ohne ,sinne anzuschauen1
oder eine ,anziehungskraft ohne alle
,berhrung1 oder eine neue ,art
,substanzen1 z4,b4 die ohne
,undurchdringlichkeit im ,raume
gegenwrtig wre1 folglich auch keine
,gemeinschaft der ,substanzen1 die von
aller derjenigen unterschieden ist1
welche ,erfahrung an die ,hand gibt3
keine ,gegenwart anders1 als im ,raume2
keine ,dauer1 als blo in der ,zeit4
,mit einem ,worte3 es ist unserer
,vernunft nur mglich1 die ,bedingungen
mglicher ,erfahrung als ,bedingungen
der ,mglichkeit der ,sachen zu brauchen2
keineswegs aber1 ganz unabhngig von
diesen1 sich selbst welche gleichsam zu
schaffen1 weil dergleichen ,begriffe1
obzwar ohne ,widerspruch1 dennoch auch
ohne ,gegenstand sein wrden4 ,die
,vernunftbegriffe sind1 wie gesagt1 bloe
,ideen1 und haben freilich keinen
,gegenstand in irgendeiner ,erfahrung1
aber bezeichnen darum doch nicht
gedichtete und zugleich dabei fr mglich
angenommene ,gegenstnde4 ,sie sind blo
problematisch gedacht1 um1 in ,beziehung
auf sie 7als heuristische ,fiktionen71
regulative ,prinzipien des
systematischen ,verstandesgebrauchs im
,felde der ,erfahrung zu grnden4 ,geht
man davon ab1 so sind es bloe
,gedankendinge1 deren ,mglichkeit nicht
erweislich ist1 und die daher auch
nicht der ,erklrung wirklicher
,erscheinungen durch eine ,hypothese zum
,grunde gelegt werden knnen4 ,die
,seele sich als einfach denken1 ist ganz
wohl erlaubt1 um1 nach dieser ,idee1
eine vollstndige und notwendige ,einheit
aller ,gemtskrfte1 ob man sie gleich
nicht in concreto einsehen kann1 zum
,prinzip unserer ,beurteilung ihrer
inneren ,erscheinungen zu legen4 ,aber
die ,seele als einfache ,substanz
anzunehmen 7ein transzendenter
,begriff71 wre ein ,satz1 der nicht
allein unerweislich1 7wie es mehrere
physische ,hypothesen sind17 sondern
auch ganz willkrlich und blindlings
gewagt sein wrde1 weil das ,einfache in
ganz und gar keiner ,erfahrung
vorkommen kann1 und1 wenn man unter
,substanz hier das beharrliche ,objekt
der sinnlichen ,anschauung versteht1 die
,mglichkeit einer einfachen
,erscheinung gar nicht einzusehen ist4
,blo intelligible ,wesen1 oder blo
intelligible ,eigenschaften der ,dinge
der ,sinnenwelt1 lassen sich mit keiner
gegrndeten ,befugnis der ,vernunft als
,meinung annehmen1 obzwar 7weil man von
ihrer ,mglichkeit oder ,unmglichkeit
keine ,begriffe hat7 auch durch keine
vermeinte bessere ,einsicht dogmatisch
ableugnen4 ,zur ,erklrung gegebener
,erscheinungen knnen keine anderen
,dinge und ,erklrungsgrnde1 als die1 so
nach schon bekannten ,gesetzen der
,erscheinungen mit den gegebenen in
,verknpfung gesetzt worden1 angefhrt
werden4 ,eine transzendentale
,hypothese1 bei der eine bloe ,idee der
,vernunft zur ,erklrung der ,naturdinge
gebraucht wrde1 wrde daher gar keine
,erklrung sein1 indem das1 was man aus
bekannten empirischen ,prinzipien nicht
hinreichend versteht1 durch etwas
erklrt werden wrde1 davon man gar
nichts versteht4 ,auch wrde das ,prinzip
einer solchen ,hypothese eigentlich
nur zur ,befriedigung der ,vernunft und
nicht zur ,befrderung des
,verstandesgebrauchs in ,ansehung der
,gegenstnde dienen4 ,ordnung und
,zweckmigkeit in der ,natur mu wiederum
aus ,naturgrnden und nach
,naturgesetzen erklrt werden1 und hier
sind selbst die wildesten ,hypothesen1
wenn sie nur physisch sind1
ertrglicher1 als eine hyperphysische1
d4i4 die ,berufung auf einen gttlichen
,urheber1 den man zu diesem ,behuf
voraussetzt4 ,denn das wre ein ,prinzip
der faulen ,vernunft 7ignava ratio71
alle ,ursachen1 deren objektive
,realitt1 wenigstens der ,mglichkeit
nach1 man noch durch fortgesetzte
,erfahrung kann kennenlernen1 auf einmal
vorbeizugehen1 um sich in einer bloen
,idee1 die der ,vernunft sehr bequem
ist1 zu ruhen4 ,was aber die absolute
,totalitt des ,erklrungsgrundes in der
,reihe derselben betrifft1 so kann das
kein ,hindernis in ,ansehung der
,weltobjekte machen1 weil1 da diese
nichts als ,erscheinungen sind1 an
ihnen niemals etwas ,vollendetes in der
,synthesis der ,reihen von ,bedingungen
gehofft werden kann4
,transzendentale ,hypothesen des
spekulativen ,gebrauchs der ,vernunft1
und eine ,freiheit1 zu ,ersetzung des
,mangels an physischen
,erklrungsgrnden1 sich allenfalls
hyperphysischer zu bedienen1 kann gar
nicht gestattet werden1 teils weil die
,vernunft dadurch gar nicht weiter
gebracht wird1 sondern vielmehr den
ganzen ,fortgang ihres ,gebrauchs
abschneidet1 teils weil diese ,lizenz
sie zuletzt um alle ,frchte der
,bearbeitung ihres eigentmlichen
,bodens1 nmlich der ,erfahrung1 bringen
mte4 ,denn1 wenn uns die ,naturerklrung
hier oder da schwer wird1 so haben wir
bestndig einen transzendenten
,erklrungsgrund bei der ,hand1 der uns
jener ,untersuchung berhebt1 und unsere
,nachforschung schliet nicht durch
,einsicht1 sondern durch gnzliche
,unbegreiflichkeit eines ,prinzips1
welches so schon zum voraus ausgedacht
war1 da es den ,begriff des absolut
,ersten enthalten mute4 ,das zweite
erforderliche ,stck zur
,annehmungswrdigkeit einer ,hypothese
ist die ,zulnglichkeit derselben1 um
daraus a priori die ,folgen1 welche
gegeben sind1 zu bestimmen4 ,wenn man zu
diesem ,zwecke hilfleistende
,hypothesen herbeizurufen gentigt ist1
so geben sie den ,verdacht einer bloen
,erdichtung1 weil jede derselben an sich
dieselbe ,rechtfertigung bedarf1
welche der zum ,grunde gelegte ,gedanke
ntig hatte1 und daher keinen tchtigen
,zeugen abgeben kann4 ,wenn1 unter
,voraussetzung einer unbeschrnkt
vollkommenen ,ursache1 zwar an
,erklrungsgrnden aller ,zweckmigkeit1
,ordnung und ,gre1 die sich in der
,welt finden1 kein ,mangel ist1 so
bedarf jene doch1 bei den1 wenigstens
nach unseren ,begriffen1 sich zeigenden
,abweichungen und beln1 noch neuer
,hypothesen1 um gegen diese1 als
,einwrfe1 gerettet zu werden4 ,wenn die
einfache ,selbstndigkeit der
menschlichen ,seele1 die zum ,grunde
ihrer ,erscheinungen gelegt worden1
durch die ,schwierigkeiten ihrer1 den
,abnderungen einer ,materie 7dem
,wachstum und ,abnahme7 hnlichen
,phnomene angefochten wird1 so mssen
neue ,hypothesen zu ,hilfe gerufen
werden1 die zwar nicht ohne ,schein1
aber doch ohne alle ,beglaubigung sind1
auer derjenigen1 welche ihnen die zum
,hauptgrunde angenommene ,meinung gibt1
der sie gleichwohl das ,wort reden
sollen4 ,wenn die hier zum ,beispiele
angefhrten ,vernunftbehauptungen
7unkrperliche ,einheit der ,seele und
,dasein eines hchsten ,wesens7 nicht
als ,hypothesen1 sondern a priori
bewiesene ,dogmate gelten sollen1 so
ist alsdann von ihnen gar nicht die
,rede4 ,in solchem ,falle aber sehe man
sich ja vor1 da der ,beweis die
apodiktische ,gewiheit einer
,demonstration habe4 ,denn die
,wirklichkeit solcher ,ideen blo
wahrscheinlich machen zu wollen1 ist ein
ungereimter ,vorsatz1 ebenso1 als wenn
man einen ,satz der ,geometrie blo
wahrscheinlich zu beweisen gedchte4
,die von aller ,erfahrung abgesonderte
,vernunft kann alles nur a priori und
als notwendig oder gar nicht erkennen2
daher ist ihr ,urteil niemals ,meinung1
sondern entweder ,enthaltung von allem
,urteile1 oder apodiktische ,gewiheit4
,meinungen und wahrscheinliche ,urteile
von dem1 was ,dingen zukommt1 knnen nur
als ,erklrungsgrnde dessen1 was
wirklich gegeben ist1 oder ,folgen nach
empirischen ,gesetzen von dem1 was als
wirklich zum ,grunde liegt1 mithin nur
in der ,reihe der ,gegenstnde der
,erfahrung vorkommen4 ,auer diesem
,felde ist meinen so viel1 als mit
,gedanken spielen1 es mte denn sein1 da
man von einem unsicheren ,wege des
,urteils blo die ,meinung htte1
vielleicht auf ihm die ,wahrheit zu
finden4 ,ob aber gleich bei blo
spekulativen ,fragen der reinen
,vernunft keine ,hypothesen
stattfinden1 um ,stze darauf zu grnden1
so sind sie dennoch ganz zulssig1 um
sie allenfalls nur zu verteidigen1 d4i4
zwar nicht im dogmatischen1 aber doch im
polemischen ,gebrauche4 ,ich verstehe
aber unter ,verteidigung nicht die
,vermehrung der ,beweisgrnde seiner
,behauptung1 sondern die bloe
,vereitlung der ,scheineinsichten des
,gegners1 welche unserem behaupteten
,satze ,abbruch tun sollen4 ,nun haben
aber alle synthetischen ,stze aus reiner
,vernunft das ,eigentmliche an sich3
da1 wenn der1 welcher die ,realitt
gewisser ,ideen behauptet1 gleich
niemals so viel wei1 um diesen seinen
,satz gewi zu machen1 auf der anderen
,seite der ,gegner ebensowenig wissen
kann1 um das ,widerspiel zu behaupten4
,diese ,gleichheit des ,loses der
menschlichen ,vernunft1 begnstigt nun
zwar im spekulativen ,erkenntnisse
keinen von beiden1 und da ist auch der
rechte ,kampfplatz nimmer beizulegender
,fehden4 ,es wird sich aber in der
,folge zeigen1 da doch1 in ,ansehung
des praktischen ,gebrauchs1 die
,vernunft ein ,recht habe1 etwas
anzunehmen1 was sie auf keine ,weise im
,felde der bloen ,spekulation1 ohne
hinreichende ,beweisgrnde1
vorauszusetzen befugt wre2 weil alle
solche ,voraussetzungen der
,vollkommenheit der ,spekulation
,abbruch tun1 um welche sich aber das
praktische ,interesse gar nicht
bekmmert4 ,dort ist sie also im
,besitze1 dessen ,rechtmigkeit sie
nicht beweisen darf1 und wovon sie in
der ,tat den ,beweis auch nicht fhren
knnte4 ,der ,gegner soll also beweisen4
,da dieser aber ebensowenig etwas von
dem bezweifelten ,gegenstande wei1 um
dessen ,nichtsein darzutun1 als der
erstere1 der dessen ,wirklichkeit
behauptet3 so zeigt sich hier ein
,vorteil auf der ,seite desjenigen1 der
etwas als praktisch notwendige
,voraussetzung behauptet 7melior est
conditio possidentis74 ,es steht ihm
nmlich frei1 sich gleichsam aus
,notwehr eben derselben ,mittel fr seine
gute ,sache1 als der ,gegner wider
dieselbe1 d4i4 der ,hypothesen zu
bedienen1 die gar nicht dazu dienen
sollen1 um den ,beweis derselben zu
verstrken1 sondern nur zu zeigen1 da
der ,gegner viel zu wenig von dem
,gegenstande des ,streites verstehe1
als da er sich eines ,vorteils der
spekulativen ,einsicht in ,ansehung
unserer schmeicheln knne4 ,hypothesen
sind also im ,felde der reinen
,vernunft nur als ,kriegswaffen
erlaubt1 nicht um darauf ein ,recht zu
grnden1 sondern nur es zu verteidigen4
,den ,gegner aber mssen wir hier
jederzeit in uns selbst suchen4 ,denn
spekulative ,vernunft in ihrem
transzendentalen ,gebrauche ist an sich
dialektisch4 ,die ,einwrfe1 die zu
frchten sein mchten1 liegen in uns
selbst4 ,wir mssen sie1 gleich alten1
aber niemals verjhrenden ,ansprchen1
hervorsuchen1 um einen ewigen ,frieden
auf deren ,vernichtigung zu grnden4
uere ,ruhe ist nur scheinbar4 ,der
,keim der ,anfechtungen1 der in der
,natur der ,menschenvernunft liegt1 mu
ausgerottet werden2 wie knnen wir ihn
aber ausrotten1 wenn wir ihm nicht
,freiheit1 ja selbst ,nahrung geben1
,kraut auszuschieen1 um sich dadurch zu
entdecken1 und es nachher mit der
,wurzel zu vertilgen8 ,sinnet demnach
selbst auf ,einwrfe1 auf die noch kein
,gegner gefallen ist1 und leihet ihm
sogar ,waffen1 oder rumet ihm den
gnstigsten ,platz ein1 den er sich nur
wnschen kann4 ,es ist hierbei gar nichts
zu frchten1 wohl aber zu hoffen1
nmlich1 da ihr euch einen in alle
,zukunft niemals mehr anzufechtenden
,besitz verschaffen werdet4 ,zu
euerer vollstndigen ,rstung gehren nun
auch die ,hypothesen der reinen
,vernunft1 welche1 obzwar nur bleierne
,waffen 7weil sie durch kein
,erfahrungsgesetz gesthlt sind71 dennoch
immer so viel vermgen1 als die1 deren
sich irgendein ,gegner wider euch
bedienen mag4 ,wenn euch also1 wider
die 7in irgendeiner anderen nicht
spekulativen ,rcksicht7 angenommene
immaterielle und keiner krperlichen
,umwandlung unterworfene ,natur der
,seele1 die ,schwierigkeit aufstt1 da
gleichwohl die ,erfahrung sowohl die
,erhebung1 als ,zerrttung unserer
,geisteskrfte blo als verschiedene
,modifikation unserer ,organen zu
beweisen scheine2 so knnt ihr die ,kraft
dieses ,beweises dadurch schwchen1 da
ihr annehmt1 unser ,krper sei nichts1
als die ,fundamentalerscheinung1
worauf1 als ,bedingung1 sich in dem
jetzigen ,zustande 7im ,leben7 das
ganze ,vermgen der ,sinnlichkeit und
hiermit alles ,denken bezieht4 ,die
,trennung vom ,krper sei das ,ende
dieses sinnlichen ,gebrauchs eurer
,erkenntniskraft und der ,anfang des
intellektuellen4 ,der ,krper wre also
nicht die ,ursache des ,denkens1
sondern eine blo restringierende
,bedingung desselben1 mithin zwar als
,befrderung des sinnlichen und
animalischen1 aber desto mehr auch als
,hindernis des reinen und spirituellen
,lebens anzusehen1 und die ,abhngigkeit
des ersteren von der krperlichen
,beschaffenheit bewiese nichts fr die
,abhngigkeit des ganzen ,lebens von dem
,zustande unserer ,organen4 ,ihr knnt
aber noch weiter gehen1 und wohl gar
neue1 entweder nicht aufgeworfene1 oder
nicht weit genug getriebene ,zweifel
ausfindig machen4 ,die ,zuflligkeit
der ,zeugungen1 die bei ,menschen1 sowie
beim vernunftslosen ,geschpfe1 von der
,gelegenheit1 berdem aber auch oft vom
,unterhalte1 von der ,regierung1 deren
,launen und ,einfllen1 oft sogar vom
,laster abhngt1 macht eine groe
,schwierigkeit wider die ,meinung der
auf ,ewigkeiten sich erstreckenden
,fortdauer eines ,geschpfs1 dessen
,leben unter so unerheblichen und
unserer ,freiheit so ganz und gar
berlassenen ,umstnden zuerst angefangen
hat4 ,was die ,fortdauer der ganzen
,gattung 7hier auf ,erden7 betrifft1 so
hat diese ,schwierigkeit in ,ansehung
derselben wenig auf sich1 weil der
,zufall im ,einzelnen
nichtsdestoweniger einer ,regel im
,ganzen unterworfen ist2 aber in
,ansehung eines jeden ,individuum eine
so mchtige ,wirkung von so geringfgigen
,ursachen zu erwarten1 scheint
allerdings bedenklich4 ,hiewider knnt
ihr aber eine transzendentale ,hypothese
aufbieten3 da alles ,leben eigentlich
nur intelligibel sei1 den
,zeitvernderungen gar nicht
unterworfen1 und weder durch ,geburt
angefangen habe1 noch durch den ,tod
geendigt werde4 ,da dieses ,leben nichts
als eine bloe ,erscheinung1 d4i4 eine
sinnliche ,vorstellung von dem reinen
geistigen ,leben1 und die ganze
,sinnenwelt ein bloes ,bild sei1 welches
unserer jetzigen ,erkenntnisart
vorschwebt1 und1 wie ein ,traum1 an sich
keine objektive ,realitt habe3 dass1
wenn wir die ,sachen und uns selbst
anschauen sollen1 wie sie sind1 wir uns
in einer ,welt geistiger ,naturen sehen
wrden1 mit welcher unsere einzig wahre
,gemeinschaft weder durch ,geburt
angefangen habe1 noch durch den
,leibestod 7als bloe ,erscheinungen7
aufhren werde1 usw4 ,ob wir nun
gleich von allem diesem1 was wir hier
wider den ,angriff hypothetisch
vorschtzen1 nicht das ,mindeste wissen1
noch im ,ernste behaupten1 sondern
alles nicht einmal ,vernunftidee1
sondern blo zur ,gegenwehr ausgedachter
,begriff ist1 so verfahren wir doch
hierbei ganz vernunftmig1 indem wir dem
,gegner1 welcher alle ,mglichkeit
erschpft zu haben meint1 indem er den
,mangel ihrer empirischen ,bedingungen
fr einen ,beweis der gnzlichen
,unmglichkeit des von uns ,geglaubten
flschlich ausgibt1 nur zeigen3 da er
ebensowenig durch bloe
,erfahrungsgesetze das ganze ,feld
mglicher ,dinge an sich selbst
umspannen1 als wir auerhalb der
,erfahrung fr unsere ,vernunft irgend
etwas auf gegrndete ,art erwerben knnen4
,der solche hypothetische ,gegenmittel
wider die ,anmaungen des dreist
verneinenden ,gegners verkehrt1 mu
nicht dafr gehalten werden1 als wolle er
sie sich als seine wahren ,meinungen
eigen machen4 ,er verlt sie1 sobald er
den dogmatischen ,eigendnkel des
,gegners abgefertigt hat4 ,denn so
bescheiden und gemigt es auch anzusehen
ist1 wenn jemand sich in ,ansehung
fremder ,behauptungen blo weigernd und
verneinend verhlt1 so ist doch
jederzeit1 sobald er diese seine
,einwrfe als ,beweise des ,gegenteils
geltend machen will1 der ,anspruch nicht
weniger stolz und eingebildet1 als ob
er die bejahende ,partei und deren
,behauptung ergriffen htte4 ,man
sieht also hieraus1 da im spekulativen
,gebrauche der ,vernunft ,hypothesen
keine ,gltigkeit als ,meinungen an sich
selbst1 sondern nur relativ auf
entgegengesetzte transzendente
,anmaungen haben4 ,denn die ,ausdehnung
der ,prinzipien mglicher ,erfahrung auf
die ,mglichkeit der ,dinge berhaupt
ist ebensowohl transzendent1 als die
,behauptung der objektiven ,realitt
solcher ,begriffe1 welche ihre
,gegenstnde nirgends als auerhalb der
,grenze aller mglichen ,erfahrung finden
knnen4 ,was reine ,vernunft
assertorisch urteilt1 mu 7wie alles1 was
,vernunft erkennt17 notwendig sein1
oder es ist gar nichts4 ,demnach enthlt
sie in der ,tat gar keine ,meinungen4
,die gedachten ,hypothesen aber sind
nur problematische ,urteile1 die
wenigstens nicht widerlegt1 obgleich
freilich durch nichts bewiesen werden
knnen1 und sind also keine
,privatmeinungen1 knnen aber doch nicht
fglich 7selbst zur inneren ,beruhigung7
gegen sich regende ,skrupel entbehrt
werden4 ,in dieser ,qualitt aber mu man
sie erhalten1 und ja sorgfltig verhten1
da sie nicht gleich als an sich selbst
beglaubigt1 und von einiger absoluten
,gltigkeit1 auftreten1 und die ,vernunft
unter ,erdichtungen und ,blendwerken
ersufen4 ,des ersten ,hauptstcks
,vierter ,abschnitt ,die ,disziplin der
reinen ,vernunft in ,ansehung ihrer
,beweise ,die ,beweise
transzendentaler und synthetischer ,stze
haben das ,eigentmliche1 unter allen
,beweisen einer synthetischen
,erkenntnis a priori1 an sich1 da die
,vernunft bei jenen vermittelst seiner
,begriffe sich nicht geradezu an den
,gegenstand wenden darf1 sondern zuvor
die objektive ,gltigkeit der ,begriffe
und die ,mglichkeit der ,synthesis
derselben a priori dartun mu4 ,dieses
ist nicht etwa blo eine ntige ,regel
der ,behutsamkeit1 sondern betrifft das
,wesen und die ,mglichkeit der ,beweise
selbst4 ,wenn ich ber den ,begriff von
einem ,gegenstande a priori hinausgehen
soll1 so ist dieses1 ohne einen
besonderen und auerhalb diesem ,begriffe
befindlichen ,leitfaden1 unmglich4 ,in
der ,mathematik ist es die ,anschauung
a priori1 die meine ,synthesis leitet1
und da knnen alle ,schlsse unmittelbar
an der reinen ,anschauung gefhrt
werden4 ,im transzendentalen
,erkenntnis1 so lange es blo mit
,begriffen des ,verstandes zu tun hat1
ist diese ,richtschnur die mgliche
,erfahrung4 ,der ,beweis zeigt nmlich
nicht1 da der gegebene ,begriff 7z4,b4
von dem1 was geschieht17 geradezu auf
einen anderen ,begriff 7dem einer
,ursache7 fhre2 denn dergleichen
bergang wre ein ,sprung1 der sich gar
nicht verantworten liee2 sondern er
zeigt1 da die ,erfahrung selbst1 mithin
das ,objekt der ,erfahrung1 ohne eine
solche ,verknpfung unmglich wre4 ,also
mute der ,beweis zugleich die
,mglichkeit anzeigen1 synthetisch und a
priori zu einer gewissen ,erkenntnis
von ,dingen zu gelangen1 die in dem
,begriffe von ihnen nicht enthalten
war4 ,ohne diese ,aufmerksamkeit laufen
die ,beweise wie ,wasser1 welche ihre
,ufer durchbrechen1 wild und
querfeldein1 dahin1 wo der ,hang der
verborgenen ,assoziation sie
zuflligerweise herleitet4 ,der ,schein
der berzeugung1 welcher auf subjektiven
,ursachen der ,assoziation beruht1 und
fr die ,einsicht einer natrlichen
,affinitt gehalten wird1 kann der
,bedenklichkeit gar nicht die ,wage
halten1 die sich billigermaen ber
dergleichen gewagte ,schritte einfinden
mu4 ,daher sind auch alle ,versuche1
den ,satz des zureichenden ,grundes zu
beweisen1 nach dem allgemeinen
,gestndnisse der ,kenner1 vergeblich
gewesen1 und ehe die transzendentale
,kritik auftrat1 hat man lieber1 da man
diesen ,grundsatz doch nicht verlassen
konnte1 sich trotzig auf den gesunden
,menschenverstand berufen1 7eine
,zuflucht1 die jederzeit beweist1 da die
,sache der ,vernunft verzweifelt ist17
als neue dogmatische ,beweise versuchen
wollen4 ,ist aber der ,satz1 ber den
ein ,beweis gefhrt werden soll1 eine
,behauptung der reinen ,vernunft1 und
will ich sogar vermittelst bloer ,ideen
ber meine ,erfahrungsbegriffe
hinausgehen1 so mte derselbe noch
vielmehr die ,rechtfertigung eines
solchen ,schrittes der ,synthesis 7wenn
er anders mglich wre7 als eine
notwendige ,bedingung seiner
,beweiskraft in sich enthalten4 ,so
scheinbar daher auch der vermeintliche
,beweis der einfachen ,natur unserer
denkenden ,substanz aus der ,einheit
der ,apperzeption sein mag1 so steht ihm
doch die ,bedenklichkeit unabweislich
entgegen3 da1 da die absolute
,einfachheit doch kein ,begriff ist1
der unmittelbar auf eine ,wahrnehmung
bezogen werden kann1 sondern als ,idee
blo geschlossen werden mu1 gar nicht
einzusehen ist1 wie mich das bloe
,bewutsein1 welches in allem ,denken
enthalten ist1 oder wenigstens sein
kann1 ob es zwar sofern eine einfache
,vorstellung ist1 zu dem ,bewutsein und
der ,kenntnis eines ,dinges berfhren
solle1 in welchem das ,denken allein
enthalten sein kann4 ,denn1 wenn ich
mir die ,kraft meines ,krpers in
,bewegung vorstelle1 so ist er sofern
fr mich absolute ,einheit1 und meine
,vorstellung von ihm ist einfach2 daher
kann ich diese auch durch die ,bewegung
eines ,punkts ausdrcken1 weil sein
,volumen hierbei nichts tut1 und1 ohne
,verminderung der ,kraft1 so klein1 wie
man will1 und also auch als in einem
,punkt befindlich gedacht werden kann4
,hieraus werde ich aber doch nicht
schlieen3 da1 wenn mir nichts1 wie die
bewegende ,kraft eines ,krpers1 gegeben
ist1 der ,krper als einfache ,substanz
gedacht werden knne1 darum1 weil seine
,vorstellung von aller ,gre des
,raumesinhalts abstrahiert und also
einfach ist4 ,hierdurch nun1 da das
,einfache in der ,abstraktion vom
,einfachen im ,objekt ganz
unterschieden ist1 und da das ,ich1
welches im ersteren ,verstande gar
keine ,mannigfaltigkeit in sich fat1 im
zweiten1 da es die ,seele selbst
bedeutet1 ein sehr komplexen ,begriff
sein kann1 nmlich sehr vieles unter
sich zu enthalten und zu bezeichnen1
entdecke ich einen ,paralogismus4
,allein1 um diesen vorher zu ahnden1
7denn ohne eine solche vorlufige
,vermutung wrde man gar keinen ,verdacht
gegen den ,beweis fassen17 ist
durchaus ntig1 ein immerwhrendes
,kriterium der ,mglichkeit solcher
synthetischen ,stze die mehr beweisen
sollen1 als ,erfahrung geben kann1 bei
,hand zu haben1 welches darin besteht3
da der ,beweis nicht geradezu auf das
verlangte ,prdikat1 sondern nur
vermittelst eines ,prinzips der
,mglichkeit1 unseren gegebenen ,begriff
a priori bis zu ,ideen zu erweitern1 und
diese zu realisieren1 gefhrt werde4
,wenn diese ,behutsamkeit immer
gebraucht wird1 wenn man1 ehe der
,beweis noch versucht wird1 zuvor
weislich bei sich zu ,rate geht1 wie
und mit welchem ,grunde der ,hoffnung
man wohl eine solche ,erweiterung durch
reine ,vernunft erwarten knne1 und
woher man1 in dergleichen ,falle1 diese
,einsichten1 die nicht aus ,begriffen
entwickelt1 und auch nicht in
,beziehung auf mgliche ,erfahrung
antizipiert werden knnen1 denn
hernehmen wolle3 so kann man sich viel
schwere und dennoch fruchtlose
,bemhungen ersparen1 indem man der
,vernunft nichts zumutet1 was offenbar
ber ihr ,vermgen geht1 oder vielmehr
sie1 die1 bei ,anwandlungen ihrer
spekulativen ,erweiterungssucht1 sich
nicht gerne einschrnken lt1 der
,disziplin der ,enthaltsamkeit
unterwirft4 ,die erste ,regel ist
also diese3 keine transzendentalen
,beweise zu versuchen1 ohne zuvor
berlegt und sich desfalls gerechtfertigt
zu haben1 woher man die ,grundstze
nehmen wolle1 auf welche man sie zu
errichten gedenkt1 und mit welchem
,rechte man von ihnen den guten ,erfolg
der ,schlsse erwarten knne4 ,sind es
,grundstze des ,verstandes 7z4,b4 der
,kausalitt71 so ist es umsonst1
vermittelst ihrer zu ,ideen der reinen
,vernunft zu gelangen2 denn jene gelten
nur fr ,gegenstnde mglicher ,erfahrung4
,sollen es ,grundstze aus reiner
,vernunft sein1 so ist wiederum alle
,mhe umsonst4 ,denn die ,vernunft hat
deren zwar1 aber als objektive
,grundstze sind sie insgesamt
dialektisch1 und knnen allenfalls nur
wie regulative ,prinzipien des
systematisch zusammenhngenden
,erfahrungsgebrauchs gltig sein4 ,sind
aber dergleichen angebliche ,beweise
schon vorhanden3 so setzet der
trglichen berzeugung das non liquet
eurer gereiften ,urteilskraft entgegen1
und1 ob ihr gleich das ,blendwerk
derselben noch nicht durchdringen knnt1
so habt ihr doch vlliges ,recht1 die
,deduktion der darin gebrauchten
,grundstze zu verlangen1 welche1 wenn
sie aus bloer ,vernunft entsprungen
sein sollen1 euch niemals geschafft
werden kann4 ,und so habt ihr nicht
einmal ntig1 euch mit der ,entwicklung
und ,widerlegung eines jeden grundlosen
,scheins zu befassen1 sondern knnt
alle an ,kunstgriffen unerschpfliche
,dialektik am ,gerichtshofe einer
kritischen ,vernunft1 welche ,gesetze
verlangt1 in ganzen ,haufen auf einmal
abweisen4 ,die zweite
,eigentmlichkeit transzendentaler
,beweise ist diese3 da zu jedem
transzendentalen ,satze nur ein einziger
,beweis gefunden werden knne4 ,soll
ich nicht aus ,begriffen1 sondern aus
der ,anschauung1 die einem ,begriffe
korrespondiert1 es sei nun eine reine
,anschauung1 wie in der ,mathematik1
oder empirische1 wie in der
,naturwissenschaft1 schlieen3 so gibt
mir die zum ,grunde gelegte ,anschauung
mannigfaltigen ,stoff zu synthetischen
,stzen1 welchen ich auf mehr wie eine
,art verknpfen1 und1 indem ich von mehr
wie einem ,punkte ausgehen darf1 durch
verschiedene ,wege zu demselben ,satze
gelangen kann4 ,nun geht aber ein
jeder transzendentaler ,satz blo von
,einem ,begriffe aus1 und sagt die
synthetische ,bedingung der ,mglichkeit
des ,gegenstandes nach diesem
,begriffe4 ,der ,beweisgrund kann also
nur ein einziger sein1 weil auer diesem
,begriffe nichts weiter ist1 wodurch
der ,gegenstand bestimmt werden knnte1
der ,beweis also nichts weiter1 als die
,bestimmung eines ,gegenstandes
berhaupt nach diesem ,begriffe1 der
auch nur ein einziger ist1 enthalten
kann4 ,wir hatten z4,b4 in der
transzendentalen ,analytik den
,grundsatz3 alles1 was geschieht1 hat
eine ,ursache1 aus der einzigen
,bedingung der objektiven ,mglichkeit
eines ,begriffs1 von dem1 was berhaupt
geschieht1 gezogen3 da die ,bestimmung
einer ,begebenheit in der ,zeit1 mithin
diese 7,begebenheit7 als zur ,erfahrung
gehrig1 ohne unter einer solchen
dynamischen ,regel zu stehen1 unmglich
wre4 ,dieses ist nun auch der einzig
mgliche ,beweisgrund2 denn dadurch nur1
da dem ,begriffe vermittelst des
,gesetzes der ,kausalitt ein ,gegenstand
bestimmt wird1 hat die vorgestellte
,begebenheit objektive ,gltigkeit1 d4i4
,wahrheit4 ,man hat zwar noch andere
,beweise von diesem ,grundsatze z4,b4
aus der ,zuflligkeit versucht2 allein1
wenn dieser beim ,lichten betrachtet
wird1 so kann man kein ,kennzeichen der
,zuflligkeit auffinden1 als das
,geschehen1 d4i4 das ,dasein1 vor
welchem ein ,nichtsein des ,gegenstandes
vorhergeht1 und kommt also immer
wiederum auf den nmlichen ,beweisgrund
zurck4 ,wenn der ,satz bewiesen werden
soll3 alles1 was denkt1 ist einfach2 so
hlt man sich nicht bei dem
,mannigfaltigen des ,denkens auf1
sondern beharrt blo bei dem ,begriffe
des ,ich1 welcher einfach ist und
worauf alles ,denken bezogen wird4
,ebenso ist es mit dem transzendentalen
,beweise vom ,dasein ,gottes bewandt1
welcher lediglich auf der
,reziprokabilitt der ,begriffe vom
realsten und notwendigen ,wesen beruht1
und nirgends anders gesucht werden
kann4 ,durch diese warnende
,anmerkung wird die ,kritik der
,vernunftbehauptungen sehr ins ,kleine
gebracht4 ,wo ,vernunft ihr ,geschft
durch bloe ,begriffe treibt1 da ist nur
ein einziger ,beweis mglich1 wenn
berall nur irgendeiner mglich ist4
,daher1 wenn man schon den ,dogmatiker
mit zehn ,beweisen auftreten sieht1 da
kann man sicher glauben1 da er gar
keinen habe4 ,denn1 htte er einen1 der
7wie es in ,sachen der reinen ,vernunft
sein mu7 apodiktisch bewiese1 wozu
bedrfte er der brigen8 ,seine ,absicht
ist nur1 wie die von jenem
,parlamentsadvokaten3 das eine ,argument
ist fr diesen1 das andere fr jenen1
nmlich1 um sich die ,schwche seiner
,richter zunutze zu machen1 die1 ohne
sich tief einzulassen1 und1 um von dem
,geschft bald loszukommen1 das
,erstebeste1 was ihnen eben auffllt1
ergreifen und darnach entscheiden4
,die dritte eigentmliche ,regel der
reinen ,vernunft1 wenn sie in ,ansehung
transzendentaler ,beweise einer
,disziplin unterworfen wird1 ist3 da
ihre ,beweise niemals apagogisch1
sondern jederzeit ostensiv sein mssen4
,der direkte oder ostensive ,beweis ist
in aller ,art der ,erkenntnis
derjenige1 welcher mit der berzeugung
von der ,wahrheit1 zugleich ,einsicht
in die ,quellen derselben verbindet2 der
apagogische dagegen kann zwar
,gewiheit1 aber nicht ,begrifflichkeit
der ,wahrheit in ,ansehung des
,zusammenhanges mit den ,grnden ihrer
,mglichkeit hervorbringen4 ,daher sind
die letzteren mehr eine ,nothilfe1 als
ein ,verfahren1 welches allen
,absichten der ,vernunft ein ,genge tut4
,doch haben diese einen ,vorzug der
,evidenz vor den direkten ,beweisen1
darin3 da der ,widerspruch allemal mehr
,klarheit in der ,vorstellung bei sich
fhrt1 als die beste ,verknpfung1 und
sich dadurch dem ,anschaulichen einer
,demonstration mehr nhert4 ,die
eigentliche ,ursache des ,gebrauchs
apagogischer ,beweise in verschiedenen
,wissenschaften ist wohl diese4 ,wenn
die ,grnde1 von denen eine gewisse
,erkenntnis abgeleitet werden soll1 zu
mannigfaltig oder zu tief verborgen
liegen3 so versucht man1 ob sie nicht
durch die ,folgen zu erreichen sei4
,nun wre der modus ponens1 auf die
,wahrheit einer ,erkenntnis aus der
,wahrheit ihrer ,folgen zu schlieen1 nur
alsdann erlaubt1 wenn alle mglichen
,folgen daraus wahr sind2 denn alsdann
ist zu diesem nur ein einziger ,grund
mglich1 der also auch der wahre ist4
,dieses ,verfahren aber ist untunlich1
weil es ber unsere ,krfte geht1 alle
mglichen ,folgen von irgendeinem
angenommenen ,satze einzusehen2 doch
bedient man sich dieser ,art zu
schlieen1 obzwar freilich mit einer
gewissen ,nachsicht1 wenn es darum zu
tun ist1 um etwas blo als ,hypothese zu
beweisen1 indem man den ,schlu nach
der ,analogie einrumt3 da1 wenn so viele
,folgen1 als man nur immer versucht
hat1 mit einem angenommenen ,grunde wohl
zusammenstimmen1 alle brigen mglichen
auch darauf einstimmen werden4 ,um
deswillen kann durch diesen ,weg niemals
eine ,hypothese in demonstrierte
,wahrheit verwandelt werden4 ,der modus
tollens der ,vernunftschlsse1 die von
den ,folgen auf die ,grnde schlieen1
beweist nicht allein ganz strenge1
sondern auch beraus leicht4 ,denn1 wenn
auch nur eine einzige falsche ,folge aus
einem ,satze gezogen werden kann1 so
ist dieser ,satz falsch4 ,anstatt nun
die ganze ,reihe der ,grnde in einem
ostensiven ,beweise durchzulaufen1 die
auf die ,wahrheit einer ,erkenntnis1
vermittelst der vollstndigen ,einsicht
in ihre ,mglichkeit1 fhren kann1 darf
man nur unter den aus dem ,gegenteil
derselben flieenden ,folgen eine einzige
falsch finden1 so ist dieses
,gegenteil auch falsch1 mithin die
,erkenntnis1 welche man zu beweisen
hatte1 wahr4 ,die apagogische
,beweisart kann aber nur in den
,wissenschaften erlaubt sein1 wo es
unmglich ist1 das ,subjektive unserer
,vorstellungen dem ,objektiven1 nmlich
der ,erkenntnis desjenigen1 was am
,gegenstande ist1 unterzuschieben4 ,wo
dieses letztere aber herrschend ist1 da
mu es sich hufig zutragen1 da das
,gegenteil eines gewissen ,satzes
entweder blo den subjektiven
,bedingungen des ,denkens widerspricht1
aber nicht dem ,gegenstande1 oder da
beide ,stze nur unter einer subjektiven
,bedingung1 die1 flschlich fr objektiv
gehalten1 einander widersprechen1 und
da die ,bedingung falsch ist1 alle beide
falsch sein knnen1 ohne da von der
,falschheit des einen auf die ,wahrheit
des anderen geschlossen werden kann4
,in der ,mathematik ist diese
,subreption unmglich2 daher haben sie
daselbst auch ihren eigentlichen ,platz4
,in der ,naturwissenschaft1 weil sich
daselbst alles auf empirische
,anschauungen grndet1 kann jene
,erschleichung durch viel verglichene
,beobachtungen zwar so mehrenteils
verhtet werden2 aber diese ,beweisart
ist daselbst doch mehrenteils
unerheblich4 ,aber die transzendentalen
,versuche der reinen ,vernunft werden
insgesamt innerhalb dem eigentlichen
,medium des dialektischen ,scheins
angestellt1 d4i4 des ,subjektiven1
welches sich der ,vernunft in ihren
,prmissen als objektiv anbietet1 oder
gar aufdrngt4 ,hier nun kann es1 was
synthetische ,stze betrifft1 gar nicht
erlaubt werden1 seine ,behauptungen
dadurch zu rechtfertigen1 da man das
,gegenteil widerlegt4 ,denn1 entweder
diese ,widerlegung ist nichts anderes1
als die bloe ,vorstellung des
,widerstreits der entgegengesetzten
,meinung1 mit den subjektiven
,bedingungen der ,begreiflichkeit durch
unsere ,vernunft1 welches gar nichts
dazu tut1 um die ,sache selbst darum zu
verwerfen1 7sowie z4,b4 die unbedingte
,notwendigkeit im ,dasein eines ,wesens
schlechterdings von uns nicht begriffen
werden kann1 und sich daher subjektiv
jedem spekulativen ,beweise eines
notwendigen obersten ,wesens mit
,recht1 der ,mglichkeit eines solchen
,urwesens aber an sich selbst mit
,unrecht widersetzt17 oder beide1 sowohl
der behauptende1 als der verneinende
,teil1 legen1 durch den transzendentalen
,schein betrogen1 einen unmglichen
,begriff vom ,gegenstande zum ,grunde1
und da gilt die ,regel3 non entis nulla
sunt praedicata1 d4i4 sowohl was man
bejahend1 als was man verneinend von dem
,gegenstande behauptete1 ist beides
unrichtig1 und man kann nicht apagogisch
durch die ,widerlegung des ,gegenteils
zur ,erkenntnis der ,wahrheit gelangen4
,so wie zum ,beispiel1 wenn
vorausgesetzt wird1 da die ,sinnenwelt
an sich selbst ihrer ,totalitt nach
gegeben sei1 so ist es falsch1 da sie
entweder unendlich dem ,raume nach1
oder endlich und begrenzt sein msse1
darum weil beides falsch ist4 ,denn
,erscheinungen 7als bloe
,vorstellungen71 die doch an sich
selbst 7als ,objekte7 gegeben wren1 sind
etwas ,unmgliches1 und die
,unendlichkeit dieses eingebildeten
,ganzen wrde zwar unbedingt sein1
widersprche aber 7weil alles an
,erscheinungen bedingt ist7 der
unbedingten ,grenbestimmung1 die doch im
,begriffe vorausgesetzt wird4 ,die
apagogische ,beweisart ist auch das
eigentliche ,blendwerk1 womit die
,bewunderer der ,grndlichkeit unserer
dogmatischen ,vernnftler jederzeit
hingehalten worden3 sie ist gleichsam
der ,champion1 der die ,ehre und das
unstreitige ,recht seiner genommenen
,partei dadurch beweisen will1 da er
sich mit jedermann zu raufen anheischig
macht1 der es bezweifeln wollte1
obgleich durch solche ,grosprecherei
nichts in der ,sache1 sondern nur der
respektiven ,strke der ,gegner
ausgemacht wird1 und zwar auch nur auf
der ,seite desjenigen1 der sich
angreifend verhlt4 ,die ,zuschauer1
indem sie sehen1 da ein jeder in seiner
,reihe bald ,sieger ist1 bald
unterliegt1 nehmen oftmals daraus ,anla1
das ,objekt des ,streites selbst
skeptisch zu bezweifeln4 ,aber sie
haben nicht ,ursache dazu1 und es ist
genug1 ihnen zuzurufen3 non
defensoribus istis tempus eget4 ,ein
jeder mu seine ,sache vermittelst eines
durch transzendentale ,deduktion der
,beweisgrnde gefhrten rechtlichen
,beweises1 d4i4 direkt1 fhren1 damit man
sehe1 was seine ,vernunftansprche fr
sich selbst anzufhren haben4 ,denn1 fuet
sich sein ,gegner auf subjektive
,grnde1 so ist er freilich leicht zu
widerlegen1 aber ohne ,vorteil fr den
,dogmatiker1 der gemeiniglich ebenso
den subjektiven ,ursachen des ,urteils
anhngt1 und gleichergestalt von seinem
,gegner in die ,enge getrieben werden
kann4 ,verfahren aber beide ,teile blo
direkt1 so werden sie entweder die
,schwierigkeit1 ja ,unmglichkeit1 den
,titel ihrer ,behauptungen auszufinden1
von selbst bemerken1 und sich zuletzt
nur auf ,verjhrung berufen knnen1 oder
die ,kritik wird den dogmatischen
,schein leicht entdecken1 und die reine
,vernunft ntigen1 ihre zu hoch
getriebenen ,anmaungen im spekulativen
,gebrauch aufzugeben1 und sich innerhalb
die ,grenzen ihres eigentmlichen
,bodens1 nmlich praktischer ,grundstze1
zurckzuziehen4 ,der
transzendentalen ,methodenlehre
,zweites ,hauptstck ,der ,kanon der
reinen ,vernunft ,es ist demtigend fr
die menschliche ,vernunft1 da sie in
ihrem reinen ,gebrauche nichts
ausrichtet1 und sogar noch einer
,disziplin bedarf1 um ihre
,ausschweifungen zu bndigen1 und die
,blendwerke1 die ihr daher kommen1 zu
verhten4 ,allein andererseits erhebt es
sie wiederum und gibt ihr ein ,zutrauen
zu sich selbst1 da sie diese
,disziplin selbst ausben kann und mu1
ohne eine andere ,zensur ber sich zu
gestatten1 imgleichen da die ,grenzen1
die sie ihrem spekulativen ,gebrauche
zu setzen gentigt ist1 zugleich die
vernnftelnden ,anmaungen jeden ,gegners
einschrnken1 und mithin alles1 was ihr
noch von ihren vorher bertriebenen
,forderungen brigbleiben mchte1 gegen
alle ,angriffe sicherstellen knne4 ,der
grte und vielleicht einzige ,nutzen
aller ,philosophie der reinen ,vernunft
ist also wohl nur negativ2 da sie
nmlich nicht1 als ,organon1 zur
,erweiterung1 sondern1 als ,disziplin1
zur ,grenzbestimmung dient1 und1
anstatt ,wahrheit zu entdecken1 nur das
stille ,verdienst hat1 ,irrtmer zu
verhten4 ,indessen mu es doch
irgendwo einen ,quell von positiven
,erkenntnissen geben1 welche ins
,gebiet der reinen ,vernunft gehren1 und
die vielleicht nur durch ,miverstand
zu ,irrtmern ,anla geben1 in der ,tat
aber das ,ziel der ,beeiferung der
,vernunft ausmachen4 ,denn welcher
,ursache sollte sonst wohl die nicht zu
dmpfende ,begierde1 durchaus ber die
,grenze der ,erfahrung hinaus irgendwo
festen ,fu zu fassen1 zuzuschreiben
sein8 ,sie ahndet ,gegenstnde1 die ein
groes ,interesse fr sie bei sich fhren4
,sie tritt den ,weg der bloen
,spekulation an1 um sich ihnen zu
nhern2 aber diese fliehen vor sie4
,vermutlich wird auf dem einzigen
,wege1 der ihr noch brig ist1 nmlich dem
des praktischen ,gebrauchs1 besseres
,glck fr sie zu hoffen sein4 ,ich
verstehe unter einem ,kanon den
,inbegriff der ,grundstze a priori des
richtigen ,gebrauchs gewisser
,erkenntnisvermgen berhaupt4 ,so ist
die allgemeine ,logik in ihrem
analytischen ,teile ein ,kanon fr
,verstand und ,vernunft berhaupt1 aber
nur der ,form nach1 denn sie
abstrahiert von allem ,inhalte4 ,so war
die transzendentale ,analytik der
,kanon des reinen ,verstandes2 denn der
ist allein wahrer synthetischer
,erkenntnisse a priori fhig4 ,wo aber
kein richtiger ,gebrauch einer
,erkenntniskraft mglich ist1 da gibt es
keinen ,kanon4 ,nun ist alle
synthetische ,erkenntnis der reinen
,vernunft in ihrem spekulativen
,gebrauche1 nach allen bisher gefhrten
,beweisen1 gnzlich unmglich4 ,also gibt
es gar keinen ,kanon des spekulativen
,gebrauchs derselben 7denn dieser ist
durch und durch dialektisch71 sondern
alle transzendentale ,logik ist in
dieser ,absicht nichts als ,disziplin4
,folglich1 wenn es berall einen
richtigen ,gebrauch der reinen ,vernunft
gibt1 in welchem ,fall es auch einen
,kanon derselben geben mu1 so wird
dieser nicht den spekulativen1 sondern
den praktischen ,vernunftgebrauch
betreffen1 den wir also jetzt
untersuchen wollen4 ,des ,kanons
der reinen ,vernunft ,erster ,abschnitt
,von dem letzten ,zwecke des reinen
,gebrauchs unserer ,vernunft ,die
,vernunft wird durch einen ,hang ihrer
,natur getrieben1 ber den
,erfahrungsgebrauch hinauszugehen1 sich
in einem reinen ,gebrauche und
vermittelst bloer ,ideen zu den uersten
,grenzen aller ,erkenntnis hinaus zu
wagen1 und nur allererst in der
,vollendung ihres ,kreises1 in einem fr
sich bestehenden systematischen
,ganzen1 ,ruhe zu finden4 ,ist nun
diese ,bestrebung blo auf ihr
spekulatives1 oder vielmehr einzig und
allein auf ihr praktisches ,interesse
gegrndet8 ,ich will das ,glck1
welches die reine ,vernunft in
spekulativer ,absicht macht1 jetzt
beiseite setzen1 und frage nur nach den
,aufgaben1 deren ,auflsung ihren
letzten ,zweck ausmacht1 sie mag diesen
nun erreichen oder nicht1 und in
,ansehung dessen alle anderen blo den
,wert der ,mittel haben4 ,diese hchsten
,zwecke werden1 nach der ,natur der
,vernunft1 wiederum ,einheit haben
mssen1 um dasjenige ,interesse der
,menschheit1 welches keinem hheren
untergeordnet ist1 vereinigt zu
befrdern4 ,die ,endabsicht1 worauf
die ,spekulation der ,vernunft im
transzendentalen ,gebrauche zuletzt
hinausluft1 betrifft drei ,gegenstnde3
die ,freiheit des ,willens1 die
,unsterblichkeit der ,seele1 und das
,dasein ,gottes4 ,in ,ansehung aller
drei ist blo das spekulative ,interesse
der ,vernunft nur sehr gering1 und in
,absicht auf dasselbe wrde wohl
schwerlich eine ermdende1 mit
unaufhrlichen ,hindernissen ringende
,arbeit transz4 ,nachforschung bernommen
werden1 weil man von allen
,entdeckungen1 die hierber zu machen
sein mchten1 doch keinen ,gebrauch
machen kann1 der in concreto1 d4i4 in
der ,naturforschung1 seinen ,nutzen
bewiese4 ,der ,wille mag auch frei sein1
so kann dieses doch nur die
intelligible ,ursache unseres ,wollens
angehen4 ,denn1 was die ,phnomene der
uerungen desselben1 d4i4 die ,handlungen
betrifft1 so mssen wir1 nach einer
unverletzlichen ,grundmaxime1 ohne
welche wir keine ,vernunft im
empirischen ,gebrauche ausben knnen1 sie
niemals anders als alle brigen
,erscheinungen der ,natur1 nmlich nach
unwandelbaren ,gesetzen derselben1
erklren4 ,es mag zweitens auch die
geistige ,natur der ,seele 7und mit
derselben ihre ,unsterblichkeit7
eingesehen werden knnen1 so kann darauf
doch1 weder in ,ansehung der
,erscheinungen dieses ,lebens1 als einen
,erklrungsgrund1 noch auf die
besondere ,beschaffenheit des knftigen
,zustandes ,rechnung gemacht werden1
weil unser ,begriff einer unkrperlichen
,natur blo negativ ist1 und unsere
,erkenntnis nicht im mindesten
erweitert1 noch einigen tauglichen
,stoff zu ,folgerungen darbietet1 als
etwa zu solchen1 die nur fr
,erdichtungen gelten knnen1 die aber von
der ,philosophie nicht gestattet
werden4 ,wenn auch drittens das ,dasein
einer hchsten ,intelligenz bewiesen
wre3 so wrden wir uns zwar daraus das
,zweckmige in der ,welteinrichtung und
,ordnung in allgemeinen begreiflich
machen1 keineswegs aber befugt sein1
irgendeine besondere ,anstalt und
,ordnung daraus abzuleiten1 oder1 wo sie
nicht wahrgenommen wird1 darauf
khnlich zu schlieen1 indem es eine
notwendige ,regel des spekulativen
,gebrauchs der ,vernunft ist1
,naturursachen nicht vorbeizugehen1 und
das1 wovon wir uns durch ,erfahrung
belehren knnen1 aufzugeben1 um etwas1
was wir kennen1 von demjenigen
abzuleiten1 was alle unsere ,kenntnis
gnzlich bersteigt4 ,mit einem ,worte1
diese drei ,stze bleiben fr die
spekulative ,vernunft jederzeit
transzendent1 und haben gar keinen
immanenten1 d4i4 fr ,gegenstnde der
,erfahrung zulssigen1 mithin fr uns auf
einige ,art ntzlichen ,gebrauch1
sondern sind an sich betrachtet ganz
mige und dabei noch uert schwere
,anstrengungen unserer ,vernunft4
,wenn demnach diese drei ,kardinalstze
uns zum ,wissen gar nicht ntig sind1
und uns gleichwohl durch unsere
,vernunft dringend empfohlen werden2 so
wird ihre ,wichtigkeit wohl eigentlich
nur das ,praktische angehen mssen4
,praktisch ist alles1 was durch
,freiheit mglich ist4 ,wenn die
,bedingungen der ,ausbung unserer freien
,willkr aber empirisch sind1 so kann
die ,vernunft dabei keinen anderen als
regulativen ,gebrauch haben1 und nur
die ,einheit empirischer ,gesetze zu
bewirken dienen1 wie z4,b4 in der
,lehre der ,klugheit die ,vereinigung
aller ,zwecke1 die uns von unseren
,neigungen aufgegeben sind1 in den
einigen1 die ,glckseligkeit1 und die
,zusammenstimmung der ,mittel1 um dazu
zu gelangen1 das ganze ,geschft der
,vernunft ausmacht1 die um deswillen
keine anderen als pragmatische ,gesetze
des freien ,verhaltens1 zu ,erreichung
der uns von den ,sinnen empfohlenen
,zwecke1 und also keine reinen
,gesetze1 vllig a priori bestimmt1
liefern kann4 ,dagegen wrden reine
praktische ,gesetze1 deren ,zweck durch
die ,vernunft vllig a priori gegeben
ist1 und die nicht empirisch bedingt1
sondern schlechthin gebieten1 ,produkte
der reinen ,vernunft sein4 ,dergleichen
aber sind die moralischen ,gesetze1
mithin gehren diese allein zum
praktischen ,gebrauche der reinen
,vernunft1 und erlauben einen ,kanon4
,die ganze ,zurstung also der ,vernunft1
in der ,bearbeitung1 die man reine
,philosophie nennen kann1 ist in der
,tat nur auf die drei gedachten
,probleme gerichtet4 ,diese selber aber
haben wiederum ihre entferntere
,absicht1 nmlich1 was zu tun sei1 wenn
der ,wille frei1 wenn ein ,gott und
eine knftige ,welt ist4 ,da dieses nun
unser ,verhalten in ,beziehung auf den
hchsten ,zweck betrifft1 so ist die
letzte ,absicht der weislich uns
versorgenden ,natur1 bei der
,einrichtung unserer ,vernunft1
eigentlich nur aufs ,moralische
gestellt4 ,es ist aber ,behutsamkeit
ntig1 um1 da wir unser ,augenmerk auf
einen ,gegenstand werfen1 der der
transzendentalen ,philosophie fremd99
ist1 nicht in ,episoden auszuschweifen
und die ,einheit des ,systems zu
verletzen1 andererseits auch1 um1 indem
man von seinem neuen ,stoffe zu wenig
sagt1 es an ,deutlichkeit oder
berzeugung nicht fehlen zu lassen4 ,ich
hoffe beides dadurch zu leisten1 da ich
mich so nahe als mglich am
,transzendentalen halte und das1 was
etwa hierbei psychologisch1 d4h4
empirisch sein mchte1 gnzlich beiseite
setze4 99 ,alle praktischen ,begriffe
gehen auf ,gegenstnde des
,wohlgefallens1 oder ,mifallens1 d4i4
der ,lust oder ,unlust1 mithin1
wenigstens indirekt1 auf ,gegenstnde
unseres ,gefhls4 ,da dieses aber keine
,vorstellungskraft der ,dinge ist1
sondern auer der gesamten
,erkenntniskraft liegt1 so gehren die
,elemente unserer ,urteile1 sofern
sie sich auf ,lust oder ,unlust
beziehen1 mithin der praktischen1
nicht in den ,inbegriff der
,transzendentalphilosophie1 welche
lediglich mit reinen ,erkenntnissen a
priori zu tun hat4 ,und da ist denn
zuerst anzumerken1 da ich mich vorjetzt
des ,begriffs der ,freiheit nur im
praktischen ,verstande bedienen werde1
und den in transzendentaler ,bedeutung1
welcher nicht als ein ,erklrungsgrund
der ,erscheinungen empirisch
vorausgesetzt werden kann1 sondern
selbst ein ,problem fr die ,vernunft
ist1 hier1 als oben abgetan1 beiseite
setze4 ,eine ,willkr nmlich ist blo
tierisch 7arbitrium brutum71 die nicht
anders als durch sinnliche ,antriebe1
d4i4 pathologisch bestimmt werden kann4
,diejenige aber1 welche unabhngig von
sinnlichen ,antrieben1 mithin durch
,bewegursachen1 welche nur von der
,vernunft vorgestellt werden1 bestimmt
werden kann1 heit die freie ,willkr
7arbitrium liberum71 und alles1 was mit
dieser1 es sei als ,grund oder ,folge1
zusammenhngt1 wird ,praktisch genannt4
,die praktische ,freiheit kann durch
,erfahrung bewiesen werden4 ,denn1 nicht
blo das1 was reizt1 d4i4 die ,sinne
unmittelbar affiziert1 bestimmt die
menschliche ,willkr1 sondern wir haben
ein ,vermgen1 durch ,vorstellungen von
dem1 was selbst auf entfernete ,art
ntzlich oder schdlich ist1 die ,eindrcke
auf unser sinnliches
,begehrungsvermgen zu berwinden2 diese
berlegungen aber von dem1 was in
,ansehung unseres ganzen ,zustandes
begehrungswert1 d4i4 gut und ntzlich
ist1 beruhen auf der ,vernunft4 ,diese
gibt daher auch ,gesetze1 welche
,imperative1 d4i4 objektive ,gesetze
der ,freiheit sind1 und welche sagen1
was geschehen soll1 ob es gleich
vielleicht nie geschieht1 und sich darin
von ,naturgesetzen1 die nur von dem
handeln1 was geschieht1 unterscheiden1
weshalb sie auch praktische ,gesetze
genannt werden4 ,ob aber die
,vernunft selbst in diesen ,handlungen1
dadurch sie ,gesetze vorschreibt1 nicht
wiederum durch anderweitige ,einflsse
bestimmt sei1 und das1 was in ,absicht
auf sinnliche ,antriebe ,freiheit heit1
in ,ansehung hherer und entfernetern
wirkender ,ursachen nicht wiederum
,natur sein mge1 das geht uns im
,praktischen1 da wir nur die ,vernunft
um die ,vorschrift des ,verhaltens
zunchst befragen1 nichts an1 sondern
ist eine blo spekulative ,frage1 die
wir1 so lange als unsere ,absicht aufs
,tun oder ,lassen gerichtet ist1
beiseite setzen knnen4 ,wir erkennen
also die praktische ,freiheit durch
,erfahrung1 als eine von den
,naturursachen1 nmlich eine ,kausalitt
der ,vernunft in ,bestimmung des
,willens1 indessen da die
transzendentale ,freiheit eine
,unabhngigkeit dieser ,vernunft selbst
7in ,ansehung ihrer ,kausalitt1 eine
,reihe von ,erscheinungen anzufangen17
von allen bestimmenden ,ursachen der
,sinnenwelt fordert1 und sofern dem
,naturgesetze1 mithin aller mglichen
,erfahrung1 zuwider zu sein scheint1 und
also ein ,problem bleibt4 ,allein vor
die ,vernunft im praktischen ,gebrauche
gehrt dieses ,problem nicht1 also haben
wir es in einem ,kanon der reinen
,vernunft nur mit zwei ,fragen zu tun1
die das praktische ,interesse der
reinen ,vernunft angehen1 und in
,ansehung deren ein ,kanon ihres
,gebrauchs mglich sein mu1 nmlich3 ist
ein ,gott8 ist ein knftiges ,leben8
,die ,frage wegen der transzendentalen
,freiheit betrifft blo das spekulative
,wissen1 welche wir als ganz gleichgltig
beiseite setzen knnen1 wenn es um das
,praktische zu tun ist1 und worber in
der ,antinomie der reinen ,vernunft
schon hinreichende ,errterung zu finden
ist4 ,des ,kanons der reinen
,vernunft ,zweiter ,abschnitt ,von dem
,ideal des hchsten ,guts1 als einem
,bestimmungsgrunde des letzten ,zwecks
der reinen ,vernunft ,die ,vernunft
fhrte uns in ihrem spekulativen
,gebrauche durch das ,feld der
,erfahrungen1 und1 weil daselbst fr sie
niemals vllige ,befriedigung
anzutreffen ist1 von da zu spekulativen
,ideen1 die uns aber am ,ende wiederum
auf ,erfahrung zurckfhrten1 und also
ihre ,absicht auf eine zwar ntzliche1
aber unserer ,erwartung gar nicht geme
,art erfllten4 ,nun bleibt uns noch ein
,versuch brig3 ob nmlich auch reine
,vernunft im praktischen ,gebrauche
anzutreffen sei1 ob sie in demselben zu
den ,ideen fhre1 welche die hchsten
,zwecke der reinen ,vernunft1 die wir
eben angefhrt haben1 erreichen1 und
diese also aus dem ,gesichtspunkte
ihres praktischen ,interesses nicht
dasjenige gewhren knne1 was sie uns in
,ansehung des spekulativen ganz und gar
abschlgt4 ,alles ,interesse meiner
,vernunft 7das spekulative sowohl1 als
das praktische7 vereinigt sich in
folgenden drei ,fragen3 #a4
,was kann ich wissen8 #b4 ,was
soll ich tun8 #c4 ,was darf ich
hoffen8 ,die erste ,frage ist blo
spekulativ4 ,wir haben 7wie ich mir
schmeichle7 alle mglichen
,beantwortungen derselben erschpft und
endlich diejenige gefunden1 mit welcher
sich die ,vernunft zwar befriedigen mu1
und1 wenn sie nicht aufs ,praktische
sieht1 auch ,ursache hat zufrieden zu
sein2 sind aber von den zwei groen
,zwecken1 worauf diese ganze
,bestrebung der reinen ,vernunft
eigentlich gerichtet war1 ebenso weit
entfernt geblieben1 als ob wir uns aus
,gemchlichkeit dieser ,arbeit gleich
anfangs verweigert htten4 ,wenn es also
um ,wissen zu tun ist1 so ist
wenigstens so viel sicher und
ausgemacht1 da uns dieses1 in ,ansehung
jener zwei ,aufgaben1 niemals zuteil
werden knne4 ,die zweite ,frage ist
blo praktisch4 ,sie kann als eine solche
zwar der reinen ,vernunft angehren1
ist aber alsdann doch nicht
transzendental1 sondern moralisch1
mithin kann sie unsere ,kritik an sich
selbst nicht beschftigen4 ,die
dritte ,frage1 nmlich3 wenn ich nun tue1
was ich soll1 was darf ich alsdann
hoffen8 ist praktisch und theoretisch
zugleich1 so1 da das ,praktische nur
als ein ,leitfaden zur ,beantwortung der
theoretischen1 und1 wenn diese hoch
geht1 spekulativen ,frage fhrt4 ,denn
alles ,hoffen geht auf ,glckseligkeit1
und ist in ,absicht auf das ,praktische
und das ,sittengesetz eben dasselbe1
was das ,wissen und das ,naturgesetz in
,ansehung der theoretischen ,erkenntnis
der ,dinge ist4 ,jenes luft zuletzt
auf den ,schlu hinaus1 da etwas sei 7was
den letzten mglichen ,zweck bestimmt71
weil etwas geschehen soll2 dieses1 da
etwas sei 7was als oberste ,ursache
wirkt71 weil etwas geschieht4
,glckseligkeit ist die ,befriedigung
aller unserer ,neigungen1 7sowohl
extensive1 der ,mannigfaltigkeit der
selben1 als intensive1 dem ,grade1 als
auch protensive1 der ,dauer nach74 ,das
praktische ,gesetz aus dem
,bewegungsgrunde der ,glckseligkeit
nenne ich pragmatisch
7,klugheitsregel72 dasjenige aber1
wofern ein solches ist1 das zum
,bewegungsgrunde nichts anderes hat1 als
die ,wrdigkeit1 glcklich zu sein1
moralisch 7,sittengesetz74 ,das erstere
rt1 was zu tun sei1 wenn wir der
,glckseligkeit wollen teilhaftig1 das
zweite gebietet1 wie wir uns verhalten
sollen1 um nur der ,glckseligkeit wrdig
zu werden4 ,das erstere grndet sich auf
empirische ,prinzipien2 denn anders1
wie vermittelst der ,erfahrung1 kann
ich weder wissen1 welche ,neigungen da
sind1 die befriedigt werden wollen1 noch
welches die ,naturursachen sind1 die
ihre ,befriedigung bewirken knnen4 ,das
zweite abstrahiert von ,neigungen1 und
,naturmitteln sie zu befriedigen1 und
betrachtet nur die ,freiheit eines
vernnftigen ,wesens berhaupt1 und die
notwendigen ,bedingungen1 unter denen
sie allein mit der ,austeilung der
,glckseligkeit nach ,prinzipien
zusammenstimmt1 und kann also
wenigstens auf bloen ,ideen der reinen
,vernunft beruhen und a priori erkannt
werden4 ,ich nehme an1 da es wirklich
reine moralische ,gesetze gebe1 die
vllig a priori 7ohne ,rcksicht auf
empirische ,bewegungsgrnde1 d4i4
,glckseligkeit17 das ,tun und ,lassen1
d4i4 den ,gebrauch der ,freiheit eines
vernnftigen ,wesens berhaupt1 bestimmen1
und da diese ,gesetze schlechterdings
7nicht blo hypothetisch unter
,voraussetzung anderer empirischen
,zwecke7 gebieten1 und also in aller
,absicht notwendig sind4 ,diesen ,satz
kann ich mit ,recht voraussetzen1 nicht
allein1 indem ich mich auf die ,beweise
der aufgeklrtesten ,moralisten1 sondern
auf das sittliche ,urteil eines jeden
,menschen berufe1 wenn er sich ein
dergleichen ,gesetz deutlich denken
will4 ,die reine ,vernunft enthlt
also1 zwar nicht in ihrem spekulativen1
aber doch in einem gewissen praktischen1
nmlich dem moralischen ,gebrauche1
,prinzipien der ,mglichkeit der
,erfahrung1 nmlich solcher ,handlungen1
die den sittlichen ,vorschriften gem in
der ,geschichte des ,menschen
anzutreffen sein knnten4 ,denn1 da sie
gebietet1 da solche geschehen sollen1
so mssen sie auch geschehen knnen1 und
es mu also eine besondere ,art von
systematischer ,einheit1 nmlich die
moralische1 mglich sein1 indessen da die
systematische ,natureinheit nach
spekulativen ,prinzipien der ,vernunft
nicht bewiesen werden konnte1 weil die
,vernunft zwar in ,ansehung der
,freiheit berhaupt1 aber nicht in
,ansehung der gesamten ,natur ,kausalitt
hat1 und moralische
,vernunftprinzipien zwar freie
,handlungen1 aber nicht ,naturgesetze
hervorbringen knnen4 ,demnach haben die
,prinzipien der reinen ,vernunft in
ihrem praktischen1 namentlich aber1 dem
moralischen ,gebrauche1 objektive
,realitt4 ,ich nenne die ,welt1
sofern sie allen sittlichen ,gesetzen
gem wre1 7wie sie es denn1 nach der
,freiheit der vernnftigen ,wesen1 sein
kann1 und1 nach den notwendigen
,gesetzen der ,sittlichkeit1 sein soll17
eine moralische ,welt4 ,diese wird
sofern blo als intelligible ,welt
gedacht1 weil darin von allen
,bedingungen 7,zwecken7 und selbst von
allen ,hindernissen der ,moralitt in
derselben 7,schwche oder ,unlauterkeit
der menschlichen ,natur7 abstrahiert
wird4 ,sofern ist sie also eine bloe1
aber doch praktische ,idee1 die wirklich
ihren ,einflu auf die ,sinnenwelt
haben kann und soll1 um sie dieser ,idee
so viel als mglich gem zu machen4 ,die
,idee einer moralischen ,welt hat daher
objektive ,realitt1 nicht als wenn sie
auf einen ,gegenstand einer
intelligiblen ,anschauung ginge
7dergleichen wir uns gar nicht denken
knnen71 sondern auf die ,sinnenwelt1
aber als einen ,gegenstand der reinen
,vernunft in ihrem praktischen
,gebrauche1 und ein corpus mysticum der
vernnftigen ,wesen in ihr1 sofern deren
freie ,willkr unter moralischen
,gesetzen sowohl mit sich selbst1 als
mit jedes anderen ,freiheit durchgngige
systematische ,einheit an sich hat4
,das war die ,beantwortung der ersten
von den zwei ,fragen der reinen
,vernunft1 die das praktische ,interesse
betrafen3 ,tue das1 wodurch du wrdig
wirst1 glcklich zu sein4 ,die zweite
frgt nun3 wie1 wenn ich mich nun so
verhalte1 da ich der ,glckseligkeit
nicht unwrdig sei1 darf ich auch
hoffen1 ihrer dadurch teilhaftig werden
zu knnen8 ,es kommt bei der
,beantwortung derselben darauf an1 ob
die ,prinzipien der reinen ,vernunft1
welche a priori das ,gesetz
vorschreiben1 auch diese ,hoffnung
notwendigerweise damit verknpfen4
,ich sage demnach3 da ebensowohl1 als
die moralischen ,prinzipien nach der
,vernunft in ihrem praktischen
,gebrauche notwendig sind1 ebenso
notwendig sei es auch nach der
,vernunft1 in ihrem theoretischen
anzunehmen1 da jedermann die
,glckseligkeit in demselben ,mae zu
hoffen ,ursache habe1 als er sich
derselben in seinem ,verhalten wrdig
gemacht hat1 und da also das ,system der
,sittlichkeit mit dem der
,glckseligkeit unzertrennlich1 aber nur
in der ,idee der reinen ,vernunft
verbunden sei4 ,nun lt sich in einer
intelligiblen1 d4i4 der moralischen
,welt1 in deren ,begriff wir von allen
,hindernissen der ,sittlichkeit 7der
,neigungen17 abstrahieren1 ein solches
,system der mit der ,moralitt
verbundenen proportionierten
,glckseligkeit auch als notwendig
denken1 weil die durch sittliche
,gesetze teils bewegte1 teils
restringierte ,freiheit1 selbst die
,ursache der allgemeinen ,glckseligkeit1
die vernnftigen ,wesen also selbst1
unter der ,leitung solcher ,prinzipien1
,urheber ihrer eigenen und zugleich
anderer dauerhafter ,wohlfahrt sein
wrden4 ,aber dieses ,system der sich
selbst lohnenden ,moralitt ist nur eine
,idee1 deren ,ausfhrung auf der
,bedingung beruht1 da jedermann tue1
was er soll1 d4i4 alle ,handlungen
vernnftiger ,wesen so geschehen1 als ob
sie aus einem obersten ,willen1 der
alle ,privatwillkr in sich1 oder unter
sich befat1 entsprngen4 ,da aber die
,verbindlichkeit aus dem moralischen
,gesetze fr jedes besonderen ,gebrauch
der ,freiheit gltig bleibt1 wenngleich
andere diesem ,gesetze sich nicht gem
verhielten1 so ist weder aus der ,natur
der ,dinge der ,welt1 noch der
,kausalitt der ,handlungen selbst und
ihrem ,verhltnisse zur ,sittlichkeit
bestimmt1 wie sich ihre ,folgen zur
,glckseligkeit verhalten werden1 und
die angefhrte notwendige ,verknpfung der
,hoffnung1 glcklich zu sein1 mit dem
unablssigen ,bestreben1 sich der
,glckseligkeit wrdig zu machen1 kann
durch die ,vernunft nicht erkannt
werden1 wenn man blo ,natur zum ,grunde
legt1 sondern darf nur gehofft werden1
wenn eine hchste ,vernunft1 die nach
moralischen ,gesetzen gebietet1
zugleich als ,ursache der ,natur zum
,grunde gelegt wird4 ,ich nenne die
,idee einer solchen ,intelligenz1 in
welcher der moralisch vollkommenste
,wille1 mit der hchsten ,seligkeit
verbunden1 die ,ursache aller
,glckseligkeit in der ,welt ist1 sofern
sie mit der ,sittlichkeit 7als der
,wrdigkeit glcklich zu sein7 in genauem
,verhltnisse steht1 das ,ideal des
hchsten ,guts4 ,also kann die reine
,vernunft nur in dem ,ideal des hchsten
ursprnglichen ,guts den ,grund der
praktisch notwendigen ,verknpfung
beider ,elemente des hchsten
abgeleiteten ,gutes1 nmlich einer
intelligiblen d4i4 moralischen ,welt1
antreffen4 ,da wir uns nun
notwendigerweise durch die ,vernunft1
als zu einer solchen ,welt gehrig1
vorstellen mssen1 obgleich die ,sinne
uns nichts als eine ,welt von
,erscheinungen darstellen1 so werden wir
jene als eine ,folge unseres
,verhaltens in der ,sinnenwelt1 da uns
diese eine solche ,verknpfung nicht
darbietet1 als eine fr uns knftige ,welt
annehmen mssen4 ,gott also und ein
knftiges ,leben1 sind zwei von der
,verbindlichkeit1 die uns reine
,vernunft auferlegt1 nach ,prinzipien
eben derselben ,vernunft nicht zu
trennende ,voraussetzungen4 ,die
,sittlichkeit an sich selbst macht ein
,system aus1 aber nicht die
,glckseligkeit1 auer1 sofern sie der
,moralitt genau angemessen ausgeteilt
ist4 ,dieses aber ist nur mglich in der
intelligiblen ,welt1 unter einem weisen
,urheber und ,regierer4 ,einen solchen1
samt dem ,leben in einer solchen
,welt1 die wir als eine knftige ansehen
mssen1 sieht sich die ,vernunft gentigt
anzunehmen1 oder die moralischen
,gesetze als leere ,hirngespinste
anzusehen1 weil der notwendige ,erfolg
derselben1 den dieselbe ,vernunft mit
ihnen verknpft1 ohne jene
,voraussetzung wegfallen mte4 ,daher
auch jedermann die moralischen ,gesetze
als ,gebote ansieht1 welches sie aber
nicht sein knnten1 wenn sie nicht a
priori angemessene ,folgen mit ihrer
,regel verknpften1 und also
,verheiungen und ,drohungen bei sich
fhrten4 ,dieses knnen sie aber auch
nicht tun1 wo sie nicht in einem
notwendigen ,wesen1 als dem hchsten
,gut liegen1 welches eine solche
zweckmige ,einheit allein mglich machen
kann4 ,leibnitz nannte die ,welt1
sofern man darin nur auf die vernnftigen
,wesen und ihren ,zusammenhang nach
moralischen ,gesetzen unter der
,regierung des hchsten ,guts achthat1
das ,reich der ,gnaden1 und unterschied
es vom ,reiche der ,natur1 da sie zwar
unter moralischen ,gesetzen stehen1
aber keine anderen ,erfolge ihres
,verhaltens erwarten1 als nach dem
,laufe der ,natur unserer ,sinnenwelt4
,sich also im ,reiche der ,gnaden zu
sehen1 wo alle ,glckseligkeit auf uns
wartet1 auer sofern wir unseren ,anteil
an derselben durch die ,unwrdigkeit1
glcklich zu sein1 nicht selbst
einschrnken1 ist eine praktisch
notwendige ,idee der ,vernunft4
,praktische ,gesetze1 sofern sie
zugleich subjektive ,grnde der
,handlungen1 d4i4 subjektive ,grundstze
werden1 heien ,maximen4 ,die
,beurteilung der ,sittlichkeit1 ihrer
,reinigkeit und ,folgen nach1 geschieht
nach ,ideen1 die ,befolgung ihrer
,gesetze nach ,maximen4 ,es ist
notwendig1 da unser ganzer ,lebenswandel
sittlichen ,maximen untergeordnet
werde2 es ist aber zugleich unmglich1 da
dieses geschehe1 wenn die ,vernunft
nicht mit dem moralischen ,gesetze1
welches eine bloe ,idee ist1 eine
wirkende ,ursache verknpft1 welche dem
,verhalten nach demselben einen unseren
hchsten ,zwecken genau entsprechenden
,ausgang1 es sei in diesem1 oder einem
anderen ,leben1 bestimmt4 ,ohne also
einen ,gott und eine fr uns jetzt nicht
sichtbare1 aber gehoffte ,welt1 sind
die herrlichen ,ideen der ,sittlichkeit
zwar ,gegenstnde des ,beifalls und der
,bewunderung1 aber nicht ,triebfedern
des ,vorsatzes und der ,ausbung1 weil
sie nicht den ganzen ,zweck1 der einem
jeden vernnftigen ,wesen natrlich und
durch eben dieselbe reine ,vernunft a
priori bestimmt und notwendig ist1
erfllen4 ,glckseligkeit allein ist fr
unsere ,vernunft bei weitem nicht das
vollstndige ,gut4 ,sie billigt solche
nicht 7so sehr als auch ,neigung
dieselbe wnschen mag71 wofern sie nicht
mit der ,wrdigkeit1 glcklich zu sein1
d4i4 dem sittlichen ,wohlverhalten1
vereinigt ist4 ,sittlichkeit allein1
und1 mit ihr1 die bloe ,wrdigkeit1
glcklich zu sein1 ist aber auch noch
lange nicht das vollstndige ,gut4 ,um
dieses zu vollenden1 mu der1 so sich
als der ,glckseligkeit nicht unwert
verhalten hatte1 hoffen knnen1 ihrer
teilhaftig zu werden4 ,selbst die von
aller ,privatabsicht freie ,vernunft1
wenn sie1 ohne dabei ein eigenes
,interesse in ,betracht zu ziehen1 sich
in die ,stelle eines ,wesens setzte1
das alle ,glckseligkeit anderen
auszuteilen htte1 kann nicht anders
urteilen2 denn in der praktischen ,idee
sind beide ,stcke wesentlich verbunden1
obzwar so1 da die moralische
,gesinnung1 als ,bedingung1 den ,anteil
an ,glckseligkeit1 und nicht umgekehrt
die ,aussicht auf ,glckseligkeit die
moralische ,gesinnung zuerst mglich
mache4 ,denn im letzteren ,falle wre sie
nicht moralisch und also auch nicht
der ganzen ,glckseligkeit wrdig1 die vor
der ,vernunft keine andere
,einschrnkung erkennt1 als die1 welche
von unserem eigenen unsittlichen
,verhalten herrhrt4 ,glckseligkeit
also1 in dem genauen ,ebenmae mit der
,sittlichkeit der vernnftigen ,wesen1
dadurch sie derselben wrdig sind1 macht
allein das hchste ,gut einer ,welt aus1
darin wir uns nach den ,vorschriften
der reinen aber praktischen ,vernunft
durchaus versetzen mssen1 und welche
freilich nur eine intelligible ,welt
ist1 da die ,sinnenwelt uns von der
,natur der ,dinge dergleichen
systematische ,einheit der ,zwecke
nicht verheit1 deren ,realitt auch auf
nichts anders gegrndet werden kann1 als
auf die ,voraussetzung eines hchsten
ursprnglichen ,guts1 da selbstndige
,vernunft1 mit aller ,zulnglichkeit
einer obersten ,ursache ausgerstet1
nach der vollkommensten ,zweckmigkeit
die allgemeine1 obgleich in der
,sinnenwelt uns sehr verborgene ,ordnung
der ,dinge grndet1 erhlt und vollfhrt4
,diese ,moraltheologie hat nun den
eigentmlichen ,vorzug vor der
spekulativen1 da sie unausbleiblich auf
den ,begriff eines einigen1
allervollkommensten und vernnftigen
,urwesens fhrt1 worauf uns spekulative
,theologie nicht einmal aus objektiven
,grnden hinweist1 geschweige uns davon
berzeugen konnte4 ,denn1 wir finden
weder in der transzendentalen1 noch
natrlichen ,theologie1 so weit uns auch
,vernunft darin fhren mag1 einigen
bedeutenden ,grund1 nur ein einiges
,wesen anzunehmen1 welches wir allen
,naturursachen vorsetzen1 und von dem
wir zugleich diese in allen ,stcken
abhngend zu machen hinreichende
,ursache htten4 ,dagegen1 wenn wir aus
dem ,gesichtspunkte der sittlichen
,einheit1 als einem notwendigen
,weltgesetze1 die ,ursache erwgen1 die
diesem allein den angemessenen ,effekt1
mithin auch fr uns verbindende ,kraft
geben kann1 so mu es ein einiger
oberster ,wille sein1 der alle diese
,gesetze in sich befat4 ,denn1 wie
wollten wir unter verschiedenen ,willen
vollkommene ,einheit der ,zwecke
finden8 ,dieser ,wille mu allgewaltig
sein1 damit die ganze ,natur und deren
,beziehung auf ,sittlichkeit in der
,welt ihm unterworfen sei2 allwissend1
damit er das ,innerste der ,gesinnungen
und deren moralischen ,wert erkenne2
allgegenwrtig1 damit er unmittelbar
allem ,bedrfnisse1 welche das hchste
,weltbeste erfordert1 nahe sei2 ewig1
damit in keiner ,zeit diese
bereinstimmung der ,natur und ,freiheit
ermangle1 usw4 ,aber diese
systematische ,einheit der ,zwecke in
dieser ,welt der ,intelligenzen1
welche1 obzwar1 als bloe ,natur1 nur
,sinnenwelt1 als ein ,system der
,freiheit aber1 intelligible1 d4i4
moralische ,welt 7regnum gratiae7
genannt werden kann1 fhrt unausbleiblich
auch auf die zweckmige ,einheit aller
,dinge1 die dieses groe ,ganze
ausmachen1 nach allgemeinen
,naturgesetzen1 so wie die erstere nach
allgemeinen und notwendigen
,sittengesetzen1 und vereinigt die
praktische ,vernunft mit der
spekulativen4 ,die ,welt mu als aus
einer ,idee entsprungen vorgestellt
werden1 wenn sie mit demjenigen
,vernunftgebrauch1 ohne welchen wir uns
selbst der ,vernunft unwrdig halten
wrden1 nmlich dem moralischen1 als
welcher durchaus auf der ,idee des
hchsten ,guts beruht1 zusammenstimmen
soll4 ,dadurch bekommt alle
,naturforschung eine ,richtung nach der
,form eines ,systems der ,zwecke1 und
wird in ihrer hchsten ,ausbreitung
,physikotheologie4 ,diese aber1 da sie
doch von sittlicher ,ordnung1 als einer
in dem ,wesen der ,freiheit gegrndeten
und nicht durch uere ,gebote zufllig
gestifteten ,einheit1 anhob1 bringt die
,zweckmigkeit der ,natur auf ,grnde1
die a priori mit der inneren
,mglichkeit der ,dinge unzertrennlich
verknpft sein mssen1 und dadurch auf
eine transzendentale ,theologie1 die
sich das ,ideal der hchsten
ontologischen ,vollkommenheit zu einem
,prinzip der systematischen ,einheit
nimmt1 welches nach allgemeinen und
notwendigen ,naturgesetzen alle ,dinge
verknpft1 weil sie alle in der absoluten
,notwendigkeit eines einigen ,urwesens
ihren ,ursprung haben4 ,was knnen
wir fr einen ,gebrauch von unserem
,verstande machen1 selbst in ,ansehung
der ,erfahrung1 wenn wir uns nicht
,zwecke vorsetzen8 ,die hchsten ,zwecke
aber sind die der ,moralitt1 und diese
kann uns nur reine ,vernunft zu
erkennen geben4 ,mit diesen nun
versehen1 und an dem ,leitfaden
derselben1 knnen wir von der ,kenntnis
der ,natur selbst keinen zweckmigen
,gebrauch in ,ansehung der ,erkenntnis
machen1 wo die ,natur nicht selbst
zweckmige ,einheit hingelegt hat2 denn
ohne diese htten wir sogar selbst keine
,vernunft1 weil wir keine ,schule fr
dieselbe haben wrden1 und keine ,kultur
durch ,gegenstnde1 welche den ,stoff zu
solchen ,begriffen darbten4 ,jene
zweckmige ,einheit ist aber notwendig1
und in dem ,wesen der ,willkr selbst
gegrndet1 diese also1 welche die
,bedingung der ,anwendung derselben in
concreto enthlt1 mu es auch sein1 und
so wrde die transzendentale ,steigerung
unserer ,vernunfterkenntnis nicht die
,ursache1 sondern blo die ,wirkung von
der praktischen ,zweckmigkeit sein1 die
uns die reine ,vernunft auferlegt4
,wir finden daher auch in der
,geschichte der menschlichen ,vernunft3
da1 ehe die moralischen ,begriffe
genugsam gereinigt1 bestimmt1 und die
systematische ,einheit der ,zwecke nach
denselben und zwar aus notwendigen
,prinzipien eingesehen waren1 die
,kenntnis der ,natur und selbst ein
ansehnlicher ,grad der ,kultur der
,vernunft in manchen anderen
,wissenschaften1 teils nur rohe und
umherschweifende ,begriffe von der
,gottheit hervorbringen konnte1 teils
eine zu bewundernde ,gleichgltigkeit
berhaupt in ,ansehung dieser ,frage brig
lie4 ,eine grere ,bearbeitung
sittlicher ,ideen1 die durch das uerst
reine ,sittengesetz unserer ,religion
notwendig gemacht wurde1 schrfte die
,vernunft auf den ,gegenstand1 durch das
,interesse1 das sie an demselben zu
nehmen ntigte1 und1 ohne da weder
erweiterte ,naturerkenntnisse1 noch
richtige und zuverlssige transzendentale
,einsichten 7dergleichen zu aller
,zeit gemangelt haben71 dazu beitrugen1
brachten sie einen ,begriff vom
gttlichen ,wesen zustande1 den wir jetzt
fr den richtigen halten1 nicht weil
uns spekulative ,vernunft von dessen
,richtigkeit berzeugt1 sondern weil er
mit den moralischen ,vernunftprinzipien
vollkommen zusammenstimmt4 ,und so hat
am ,ende doch immer nur reine
,vernunft1 aber nur in ihrem praktischen
,gebrauche1 das ,verdienst1 ein
,erkenntnis1 das die bloe ,spekulation
nur whnen1 aber nicht geltend machen
kann1 an unser hchstes ,interesse zu
knpfen1 und dadurch zwar nicht zu einem
demonstrierten ,dogma1 aber doch zu
einer schlechterdings notwendigen
,voraussetzung bei ihren wesentlichsten
,zwecken zu machen4 ,wenn aber
praktische ,vernunft nun diesen hohen
,punkt erreicht hat1 nmlich den
,begriff eines einigen ,urwesens1 als
des hchsten ,guts1 so darf sie sich gar
nicht unterwinden1 gleich als htte sie
sich ber alle empirischen ,bedingungen
seiner ,anwendung erhoben1 und zur
unmittelbaren ,kenntnis neuer
,gegenstnde emporgeschwungen1 um von
diesem ,begriffe auszugehen1 und die
moralischen ,gesetze selbst von ihm
abzuleiten4 ,denn diese waren es eben1
deren innere praktische ,notwendigkeit
uns zu der ,voraussetzung einer
selbstndigen ,ursache1 oder eines
weisen ,weltregierers fhrte1 um jenen
,gesetzen ,effekt zu geben1 und daher
knnen wir sie nicht nach diesem wiederum
als zufllig und vom bloen ,willen
abgeleitet ansehen1 insonderheit von
einem solchen ,willen1 von dem wir gar
keinen ,begriff haben wrden1 wenn wir
ihn nicht jenen ,gesetzen gem gebildet
htten4 ,wir werden1 soweit praktische
,vernunft uns zu fhren das ,recht hat1
,handlungen nicht darum fr verbindlich
halten1 weil sie ,gebote ,gottes sind1
sondern sie als gttliche ,gebote ansehen
darum1 weil wir dazu innerlich
verbindlich sind4 ,wir werden die
,freiheit1 unter der zweckmigen
,einheit nach ,prinzipien der ,vernunft1
studieren1 und nur sofern glauben dem
gttlichen ,willen gem zu sein1 als wir
das ,sittengesetz1 welches uns die
,vernunft aus der ,natur der ,handlungen
selbst lehrt1 heilig halten1 ihm
dadurch allein zu dienen glauben1 da
wir das ,weltbeste an uns und an anderen
befrdern4 ,die ,moraltheologie ist
also nur von immanentem ,gebrauche1
nmlich unsere ,bestimmung hier in der
,welt zu erfllen1 indem wir in das
,system aller ,zwecke passen1 und nicht
schwrmerisch oder wohl gar frevelhaft
den ,leitfaden einer moralisch
gesetzgebenden ,vernunft im guten
,lebenswandel zu verlassen1 um ihn
unmittelbar an die ,idee des hchsten
,wesens zu knpfen1 welches einen
transzendenten ,gebrauch geben wrde1
aber ebenso1 wie der der bloen
,spekulation1 die letzten ,zwecke der
,vernunft verkehren und vereiteln mu4
,des ,kanons der reinen ,vernunft
,dritter ,abschnitt ,vom ,meinen1
,wissen und ,glauben ,das
,frwahrhalten ist eine ,begebenheit in
unserem ,verstande1 die auf objektiven
,grnden beruhen mag1 aber auch
subjektive ,ursachen im ,gemte dessen1
der da urteilt1 erfordert4 ,wenn es fr
jedermann gltig ist1 sofern er nur
,vernunft hat1 so ist der ,grund
desselben objektiv hinreichend1 und das
,frwahrhalten heit alsdann berzeugung4
,hat es nur in der besonderer
,beschaffenheit des ,subjekts seinen
,grund1 so wird es berredung genannt4
berredung ist ein bloer ,schein1 weil
der ,grund des ,urteils1 welcher
lediglich im ,subjekte liegt1 fr
objektiv gehalten wird4 ,daher hat ein
solches ,urteil auch nur
,privatgltigkeit1 und das ,frwahrhalten
lt sich nicht mitteilen4 ,wahrheit aber
beruht auf der bereinstimmung mit dem
,objekte1 in ,ansehung dessen folglich
die ,urteile eines jeden ,verstandes
einstimmig sein mssen 7consentientia uni
tertio1 consentiunt inter se74 ,der
,probierstein des ,frwahrhaltens1 ob es
berzeugung oder bloe berredung sei1 ist
also1 uerlich1 die ,mglichkeit1
dasselbe mitzuteilen und das
,frwahrhalten fr jedes ,menschen
,vernunft gltig zu befinden2 denn
alsdann ist wenigstens eine ,vermutung1
der ,grund der ,einstimmung aller
,urteile1 unerachtet der
,verschiedenheit der ,subjekte
untereinander1 werde auf dem
gemeinschaftlichen ,grunde1 nmlich dem
,objekte1 beruhen1 mit welchem sie
daher alle zusammenstimmen und dadurch
die ,wahrheit des ,urteils beweisen
werden4 berredung demnach kann von
der berzeugung subjektiv zwar nicht
unterschieden werden1 wenn das ,subjekt
das ,frwahrhalten1 blo als ,erscheinung
seines eigenen ,gemts1 vor ,augen hat2
der ,versuch aber1 den man mit den
,grnden desselben1 die fr uns gltig
sind1 an anderer ,verstand macht1 ob
sie auf fremde ,vernunft eben dieselbe
,wirkung tun1 als auf die unsrige1 ist
doch ein1 obzwar nur subjektives1
,mittel1 zwar nicht berzeugung zu
bewirken1 aber doch die bloe
,privatgltigkeit des ,urteils1 d4i4
etwas in ihm1 was bloe berredung ist1
zu entdecken4 ,kann man berdem die
subjektiven ,ursachen des ,urteils1
welche wir fr objektive ,grnde
desselben nehmen1 entwickeln1 und mithin
das trgliche ,frwahrhalten als eine
,begebenheit in unserem ,gemte erklren1
ohne dazu die ,beschaffenheit des
,objekts ntig zu haben1 so entblen wir
den ,schein und werden dadurch nicht
mehr hintergangen1 obgleich immer noch
in gewissem ,grade versucht1 wenn die
subjektive ,ursache des ,scheins
unserer ,natur anhngt4 ,ich kann
nichts behaupten1 d4i4 als ein fr
jedermann notwendig gltiges ,urteil
aussprechen1 als was berzeugung wirkt4
berredung kann ich fr mich behalten1
wenn ich mich dabei wohlbefinde1 kann
sie aber und soll sie auer mir nicht
geltend machen wollen4 ,das
,frwahrhalten1 oder die subjektive
,gltigkeit des ,urteils1 in ,beziehung
auf die berzeugung 7welche zugleich
objektiv gilt71 hat folgende drei
,stufen3 ,meinen1 ,glauben und ,wissen4
,meinen ist ein mit ,bewutsein sowohl
subjektiv1 als objektiv unzureichendes
,frwahrhalten4 ,ist das letztere nur
subjektiv zureichend und wird zugleich
fr objektiv unzureichend gehalten1 so
heit es ,glauben4 ,endlich heit das
sowohl subjektiv als objektiv
zureichende ,frwahrhalten das ,wissen4
,die subjektive ,zulnglichkeit heit
berzeugung 7fr mich selbst71 die
objektive1 ,gewiheit 7fr jedermann74
,ich werde mich bei der ,erluterung so
falicher ,begriffe nicht aufhalten4
,ich darf mich niemals unterwinden1 zu
meinen1 ohne wenigstens etwas zu
wissen1 vermittelst dessen das an sich
blo problematische ,urteil eine
,verknpfung mit ,wahrheit bekommt1 die1
ob sie gleich nicht vollstndig1 doch
mehr als willkrliche ,erdichtung ist4
,das ,gesetz einer solchen ,verknpfung
mu berdem gewi sein4 ,denn1 wenn ich in
,ansehung dessen auch nichts als
,meinung habe1 so ist alles nur ,spiel
der ,einbildung1 ohne die mindeste
,beziehung auf ,wahrheit4 ,in ,urteilen
aus reiner ,vernunft ist es gar nicht
erlaubt1 zu meinen4 ,denn1 weil sie
nicht auf ,erfahrungsgrnde gesttzt
werden1 sondern alles a priori erkannt
werden soll1 wo alles notwendig ist1 so
erfordert das ,prinzip der ,verknpfung
,allgemeinheit und ,notwendigkeit1
mithin vllige ,gewiheit1 widrigenfalls
gar keine ,leitung auf ,wahrheit
angetroffen wird4 ,daher ist es
ungereimt1 in der reinen ,mathematik zu
meinen2 man mu wissen1 oder sich alles
,urteilens enthalten4 ,ebenso ist es mit
den ,grundstzen der ,sittlichkeit
bewandt1 da man nicht auf bloe ,meinung1
da etwas erlaubt sei1 eine ,handlung
wagen darf1 sondern dieses wissen mu4
,im transzendentalen ,gebrauche der
,vernunft ist dagegen ,meinen freilich
zu wenig1 aber ,wissen auch zu viel4 ,in
blo spekulativer ,absicht knnen wir
also hier gar nicht urteilen2 weil
subjektive ,grnde des ,frwahrhaltens1
wie die1 so das ,glauben bewirken knnen1
bei spekulativen ,fragen keinen
,beifall verdienen1 da sie sich frei von
aller empirischen ,beihilfe nicht
halten1 noch in gleichem ,mae anderen
mitteilen lassen4 ,es kann aber
berall blo in praktischer ,beziehung das
theoretisch unzureichende
,frwahrhalten ,glauben genannt werden4
,diese praktische ,absicht ist nun
entweder die der ,geschicklichkeit1 oder
der ,sittlichkeit1 die erste zu
beliebigen und zuflligen1 die zweite
aber zu schlechthin notwendigen
,zwecken4 ,wenn einmal ein ,zweck
vorgesetzt ist1 so sind die ,bedingungen
der ,erreichung desselben hypothetisch
notwendig4 ,diese ,notwendigkeit ist
subjektiv1 aber doch nur komparativ
zureichend1 wenn ich gar keine anderen
,bedingungen wei1 unter denen der ,zweck
zu erreichen wre2 aber sie ist
schlechthin und fr jedermann zureichend1
wenn ich gewi wei1 da niemand andere
,bedingungen kennen knne1 die auf den
vorgesetzten ,zweck fhren4 ,im ersten
,falle ist meine ,voraussetzung und das
,frwahrhalten gewisser ,bedingungen ein
blo zuflliger1 im zweiten ,falle aber
ein notwendiger ,glaube4 ,der ,arzt mu
bei einem ,kranken1 der in ,gefahr ist1
etwas tun1 kennt aber die ,krankheit
nicht4 ,er sieht auf die
,erscheinungen1 und urteilt1 weil er
nichts ,besseres wei1 es sei die
,schwindsucht4 ,sein ,glaube ist selbst
in seinem eigenen ,urteile blo zufllig1
ein anderer mchte es vielleicht besser
treffen4 ,ich nenne dergleichen
zuflligen ,glauben1 der aber dem
wirklichen ,gebrauche der ,mittel zu
gewissen ,handlungen zum ,grunde liegt1
den pragmatischen ,glauben4 ,der
gewhnliche ,probierstein3 ob etwas bloe
berredung1 oder wenigstens subjektive
berzeugung1 d4i4 festes ,glauben sei1
was jemand behauptet1 ist das ,wetten4
fters spricht jemand seine ,stze mit so
zuversichtlichem und unlenkbarem ,trotze
aus1 da er alle ,besorgnis des
,irrtums gnzlich abgelegt zu haben
scheint4 ,eine ,wette macht ihn
stutzig4 ,bisweilen zeigt sich1 da er
zwar berredung genug1 die auf einen
,dukaten an ,wert geschtzt werden kann1
aber nicht auf zehn1 besitze4 ,denn den
ersten wagt er noch wohl1 aber bei zehn
wird er allererst inne1 was er vorher
nicht bemerkte1 da es nmlich doch wohl
mglich sei1 er habe sich geirrt4 ,wenn
man sich in ,gedanken vorstellt1 man
solle worauf das ,glck des ganzen
,lebens verwetten1 so schwindet unser
triumphierendes ,urteil gar sehr1 wir
werden beraus schchtern und entdecken
so allererst1 da unser ,glaube so weit
nicht zulange4 ,so hat der pragmatische
,glaube nur einen ,grad1 der nach
,verschiedenheit des ,interesses1 das
dabei im ,spiele ist1 gro oder auch
klein sein kann4 ,weil aber1 ob wir
gleich in ,beziehung auf ein ,objekt gar
nichts unternehmen knnen1 also das
,frwahrhalten blo theoretisch ist1 wir
doch in vielen ,fllen eine ,unternehmung
in ,gedanken fassen und uns einbilden
knnen1 zu welcher wir hinreichende
,grnde zu haben vermeinen1 wenn es ein
,mittel gbe1 die ,gewiheit der ,sache
auszumachen1 so gibt es in blo
theoretischen ,urteilen ein ,analogon
von praktischen1 auf deren
,frwahrhaltung das ,wort ,glauben pat1
und den wir den doktrinalen ,glauben
nennen knnen4 ,wenn es mglich wre durch
irgendeine ,erfahrung auszumachen1 so
mchte ich wohl alles das ,meinige
darauf verwetten1 da es wenigstens in
irgendeinem von den ,planeten1 die wir
sehen1 ,einwohner gebe4 ,daher sage ich1
ist es nicht blo ,meinung1 sondern ein
starker ,glaube 7auf dessen
,richtigkeit ich schon viele ,vorteile
des ,lebens wagen wrde71 da es auch
,bewohner anderer ,welten gebe4 ,nun
mssen wir gestehen1 da die ,lehre vom
,dasein ,gottes zum doktrinalen
,glauben gehre4 ,denn1 ob ich gleich in
,ansehung der theoretischen
,weltkenntnis nichts zu verfgen habe1
was diesen ,gedanken1 als ,bedingung
meiner ,erklrungen der ,erscheinungen
der ,welt1 notwendig voraussetze1
sondern vielmehr verbunden bin1 meiner
,vernunft mich so zu bedienen1 als ob
alles blo ,natur sei2 so ist doch die
zweckmige ,einheit eine so groe
,bedingung der ,anwendung der ,vernunft
auf ,natur1 da ich1 da mir berdem
,erfahrung reichlich davon ,beispiele
darbietet1 sie gar nicht vorbeigehen
kann4 ,zu dieser ,einheit aber kenne
ich keine andere ,bedingung1 die sie mir
zum ,leitfaden der ,naturforschung
machte1 als wenn ich voraussetze1 da
eine hchste ,intelligenz alles nach den
weisesten ,zwecken so geordnet habe4
,folglich ist es eine ,bedingung einer
zwar zuflligen1 aber doch nicht
unerheblichen ,absicht1 nmlich1 um eine
,leitung in der ,nachforschung der
,natur zu haben1 einen weisen
,welturheber vorauszusetzen4 ,der
,ausgang meiner ,versuche besttigt auch
so oft die ,brauchbarkeit dieser
,voraussetzung1 und nichts kann auf
entscheidende ,art dawider angefhrt
werden2 da ich viel zu wenig sage1 wenn
ich mein ,frwahrhalten blo ein ,meinen
nennen wollte1 sondern es kann selbst in
diesem theoretischen ,verhltnisse
gesagt werden1 da ich festiglich einen
,gott glaube2 aber alsdann ist dieser
,glaube in strenger ,bedeutung dennoch
nicht praktisch1 sondern mu ein
doktrinaler ,glaube genannt werden1 den
die ,theologie der ,natur
7,physikotheologie7 notwendig allerwrts
bewirken mu4 ,in ,ansehung eben
derselben ,weisheit1 in ,rcksicht auf
die vortreffliche ,ausstattung der
menschlichen ,natur und die derselben
so schlecht angemessene ,krze des
,lebens1 kann ebensowohl genugsamer
,grund zu einem doktrinalen ,glauben des
knftigen ,lebens der menschlichen
,seele angetroffen werden4 ,der
,ausdruck des ,glaubens ist in solchen
,fllen ein ,ausdruck der
,bescheidenheit in objektiver ,absicht1
aber doch zugleich der ,festigkeit des
,zutrauens in subjektiver4 ,wenn ich das
blo theoretische ,frwahrhalten hier
auch nur ,hypothese nennen wollte1 die
ich anzunehmen berechtigt wre1 so wrde
ich mich dadurch schon anheischig
machen1 mehr1 von der ,beschaffenheit
einer ,weltursache und einer anderen
,welt1 ,begriff zu haben1 als ich
wirklich aufzeigen kann2 denn was ich
auch nur als ,hypothese annehme1 davon
mu ich wenigstens seinen ,eigenschaften
nach so viel kennen1 da ich nicht
seinen ,begriff1 sondern nur sein
,dasein erdichten darf4 ,das ,wort
,glauben aber geht nur auf die
,leitung1 die mir eine ,idee gibt1 und
den subjektiven ,einflu auf die
,befrderung meiner ,vernunfthandlungen1
die mich an derselben festhlt1 ob ich
gleich von ihr nicht imstande bin1 in
spekulativer ,absicht ,rechenschaft zu
geben4 ,aber der blo doktrinale
,glaube hat etwas ,wankendes in sich2
man wird oft durch ,schwierigkeiten1
die sich in der ,spekulation vorfinden1
aus demselben gesetzt1 ob man zwar
unausbleiblich dazu immer wiederum
zurckkehrt4 ,ganz anders ist es mit
dem moralischen ,glauben bewandt4 ,denn
da ist es schlechterdings notwendig1 da
etwas geschehen mu1 nmlich1 da ich dem
sittlichen ,gesetze in allen ,stcken
,folge leiste4 ,der ,zweck ist hier
unumgnglich festgestellt1 und es ist nur
eine einzige ,bedingung nach aller
meiner ,einsicht mglich1 unter welcher
dieser ,zweck mit allen gesamten
,zwecken zusammenhngt1 und dadurch
praktische ,gltigkeit habe1 nmlich1 da
ein ,gott und eine knftige ,welt sei3
ich wei auch ganz gewi1 da niemand
andere ,bedingungen kenne1 die auf
dieselbe ,einheit der ,zwecke unter dem
moralischen ,gesetze fhre4 ,da aber
also die sittliche ,vorschrift zugleich
meine ,maxime ist 7wie denn die
,vernunft gebietet1 da sie es sein
soll71 so werde ich unausbleiblich ein
,dasein ,gottes und ein knftiges ,leben
glauben1 und ich bin sicher1 da diesen
,glauben nichts wankend machen knnte1
weil dadurch meine sittlichen ,grundstze
selbst umgestrzt werden wrden1 denen
ich nicht entsagen kann1 ohne in meinen
eigenen ,augen verabscheuungswrdig zu
sein4 ,auf solche ,weise bleibt uns1
nach ,vereitlung aller ehrschtigen
,absichten einer ber die ,grenzen aller
,erfahrung hinaus herumschweifenden
,vernunft1 noch genug brig1 da wir damit
in praktischer ,absicht zufrieden zu
sein ,ursache haben4 ,zwar wird
freilich sich niemand rhmen knnen3 er
wisse1 da ein ,gott und da ein knftig
,leben sei2 denn1 wenn er das wei1 so
ist er gerade der ,mann1 den ich lngst
gesucht habe4 ,alles ,wissen 7wenn es
einen ,gegenstand der bloen ,vernunft
betrifft7 kann man mitteilen1 und ich
wrde also auch hoffen knnen1 durch seine
,belehrung mein ,wissen in so
bewunderungswrdigem ,mae ausgedehnt zu
sehen4 ,nein1 die berzeugung ist nicht
logische1 sondern moralische ,gewiheit1
und1 da sie auf subjektiven ,grnden
7der moralischen ,gesinnung7 beruht1 so
mu ich nicht einmal sagen3 es ist
moralisch gewi1 da ein ,gott sei usw41
sondern1 ich bin moralisch gewi usw4
,das heit3 der ,glaube an einen ,gott
und eine andere ,welt ist mit meiner
moralischen ,gesinnung so verwebt1 da1
so wenig ich ,gefahr laufe1 die erstere
einzuben1 ebensowenig besorge ich1 da
mir der zweite jemals entrissen werden
knne4 ,das einzige ,bedenkliche1 das
sich hierbei findet1 ist1 da sich dieser
,vernunftglaube auf die ,voraussetzung
moralischer ,gesinnungen grndet4
,gehen wir davon ab1 und nehmen einen1
der in ,ansehung sittlicher ,gesetze
gnzlich gleichgltig wre1 so wird die
,frage1 welche die ,vernunft aufwirft1
blo eine ,aufgabe fr die ,spekulation1
und kann alsdann zwar noch mit starken
,grnden aus der ,analogie1 aber nicht
mit solchen1 denen sich die hartnckigste
,zweifelsucht ergeben mte1 untersttzt
werden994 ,es ist aber kein ,mensch bei
diesen ,fragen frei von allem
,interesse4 ,denn1 ob er gleich von dem
moralischen1 durch den ,mangel guter
,gesinnungen1 getrennt sein mchte3 so
bleibt doch auch in diesem ,falle genug
brig1 um zu machen1 da er ein gttliches
,dasein und eine ,zukunft frchte4
,denn hierzu wird nicht mehr erfordert1
als da er wenigstens keine ,gewiheit
vorschtzen knne1 da kein solches ,wesen
und kein knftig ,leben anzutreffen sei1
wozu1 weil es durch bloe ,vernunft1
mithin apodiktisch bewiesen werden mte1
er die ,unmglichkeit von beiden
darzutun haben wrde1 welches gewi kein
vernnftiger ,mensch bernehmen kann4 ,das
wrde ein negativer ,glaube sein1 der
zwar nicht ,moralitt und gute
,gesinnungen1 aber doch das ,analogon
derselben bewirken1 nmlich den ,ausbruch
der bsen mchtig zurckhalten knnte4
99 ,das menschliche ,gemt nimmt 7so wie
ich glaube1 da es bei jedem
vernnftigen ,wesen notwendig geschieht7
ein natrliches ,interesse an der
,moralitt1 ob es gleich nicht ungeteilt
und praktisch berwiegend ist4
,befestigt und vergrert dieses
,interesse1 und ihr werdet die
,vernunft sehr gelehrig und selbst
aufgeklrter finden1 um mit dem
praktischen auch das spekulative
,interesse zu vereinigen4 ,sorget ihr
aber nicht dafr1 da ihr vorher1
wenigstens auf dem halben ,wege1 gute
,menschen macht1 so werdet ihr auch
niemals aus ihnen aufrichtigglubige
,menschen machen6 ,ist das aber
alles1 wird man sagen1 was reine
,vernunft ausrichtet1 indem sie ber die
,grenzen der ,erfahrung hinaus
,aussichten erffnet8 nichts mehr1 als
zwei ,glaubensartikel8 so viel htte auch
wohl der gemeine ,verstand1 ohne
darber den ,philosophen zu ,rate zu
ziehen1 ausrichten knnen6 ,ich will
hier nicht das ,verdienst rhmen1 das
,philosophie durch die mhsame
,bestrebung ihrer ,kritik um die
menschliche ,vernunft habe2 gesetzt1 es
sollte auch beim ,ausgange blo negativ
befunden werden2 denn davon wird in dem
folgenden ,abschnitte noch etwas
vorkommen4 ,aber verlangt ihr denn1 da
ein ,erkenntnis1 welches alle ,menschen
angeht1 den gemeinen ,verstand
bersteigen1 und euch nur von
,philosophen entdeckt werden solle8
,eben das1 was ihr tadelt1 ist die beste
,besttigung von der ,richtigkeit der
bisherigen ,behauptungen1 da es das1
was man anfangs nicht vorhersehen
konnte1 entdeckt1 nmlich1 da die
,natur1 in dem1 was ,menschen ohne
,unterschied angelegen ist1 keiner
parteiischen ,austeilung ihrer ,gaben zu
beschuldigen sei1 und die hchste
,philosophie in ,ansehung der
wesentlichen ,zwecke der menschlichen
,natur es nicht weiter bringen knne1 als
die ,leitung1 welche sie auch dem
gemeinsten ,verstande hat angedeihen
lassen4 ,der transzendentalen
,methodenlehre ,drittes ,hauptstck
,die ,architektonik der reinen ,vernunft
,ich verstehe unter einer
,architektonik die ,kunst der ,systeme4
,weil die systematische ,einheit
dasjenige ist1 was gemeine ,erkenntnis
allererst zur ,wissenschaft1 d4i4 aus
einem bloen ,aggregat derselben ein
,system macht1 so ist ,architektonik
die ,lehre des scientifischen in unserer
,erkenntnis berhaupt1 und sie gehrt
also notwendig zur ,methodenlehre4
,unter der ,regierung der ,vernunft
drfen unsere ,erkenntnisse berhaupt
keine ,rhapsodie1 sondern sie mssen ein
,system ausmachen1 in welchem sie
allein die wesentlichen ,zwecke
derselben untersttzen und befrdern
knnen4 ,ich verstehe aber unter einem
,systeme die ,einheit der
mannigfaltigen ,erkenntnisse unter einer
,idee4 ,diese ist der ,vernunftbegriff
von der ,form eines ,ganzen1 sofern
durch denselben der ,umfang des
,mannigfaltigen sowohl1 als die ,stelle
der ,teile untereinander1 a priori
bestimmt wird4 ,der szientifische
,vernunftbegriff enthlt also den ,zweck
und die ,form des ,ganzen1 das mit
demselben kongruiert4 ,die ,einheit des
,zwecks1 worauf sich alle ,teile und in
der ,idee desselben auch untereinander
beziehen1 macht1 da ein jeder ,teil bei
der ,kenntnis der brigen vermit werden
kann1 und keine zufllige ,hinzusetzung1
oder unbestimmte ,gre der
,vollkommenheit1 die nicht ihre a priori
bestimmten ,grenzen habe1 stattfindet4
,das ,ganze ist also gegliedert
7articulatio7 und nicht gehuft
7coacervatio72 es kann zwar innerlich
7per intus susceptionem71 aber nicht
uerlich 7per appositionem7 wachsen1 wie
ein tierischer ,krper1 dessen ,wachstum
kein ,glied hinzusetzt1 sondern1 ohne
,vernderung der ,proportion1 ein jedes
zu seinen ,zwecken strker und tchtiger
macht4 ,die ,idee bedarf zur
,ausfhrung ein ,schema1 d4i4 eine a
priori aus dem ,prinzip des ,zwecks
bestimmte wesentliche ,mannigfaltigkeit
und ,ordnung der ,teile4 ,das ,schema1
welches nicht nach einer ,idee1 d4i4 aus
dem ,hauptzwecke der ,vernunft1
sondern empirisch1 nach zufllig sich
darbietenden ,absichten 7deren ,menge
man nicht voraus wissen kann71
entworfen wird1 gibt technische1
dasjenige aber1 was nur zufolge einer
,idee entspringt 7wo die ,vernunft die
,zwecke a priori aufgibt1 und nicht
empirisch erwartet71 grndet
architektonische ,einheit4 ,nicht
technisch1 wegen der hnlichkeit des
,mannigfaltigen1 oder des zuflligen
,gebrauchs der ,erkenntnis in concreto
zu allerlei beliebigen ueren ,zwecken1
sondern architektonisch1 um der
,verwandtschaft willen und der
,ableitung von einem einigen obersten
und inneren ,zwecke1 der das ,ganze
allererst mglich macht1 kann dasjenige
entspringen1 was wir ,wissenschaft
nennen1 dessen ,schema den ,umri
7monogramma7 und die ,einteilung des
,ganzen in ,glieder1 der ,idee gem1 d4i4
a priori enthalten1 und dieses von
allen anderen sicher und nach
,prinzipien unterscheiden mu4
,niemand versucht es1 eine ,wissenschaft
zustande zu bringen1 ohne da ihm eine
,idee zum ,grunde liege4 ,allein1 in der
,ausarbeitung derselben entspricht das
,schema1 ja sogar die ,definition1 die
er gleich zu ,anfang von seiner
,wissenschaft gibt1 sehr selten seiner
,idee2 denn diese liegt1 wie ein ,keim1
in der ,vernunft1 in welchem alle
,teile noch sehr eingewickelt und kaum
der mikroskopischen ,beobachtung
kennbar1 verborgen liegen4 ,um
deswillen mu man ,wissenschaften1 weil
sie doch alle aus dem ,gesichtspunkte
eines gewissen allgemeinen ,interesses
ausgedacht werden1 nicht nach der
,beschreibung1 die der ,urheber
derselben davon gibt1 sondern nach der
,idee1 welche man aus der natrlichen
,einheit der ,teile1 die er
zusammengebracht hat1 in der ,vernunft
selbst gegrndet findet1 erklren und
bestimmen4 ,denn da wird sich finden1
da der ,urheber und oft noch seine
sptesten ,nachfolger um eine ,idee
herumirren1 die sie sich selbst nicht
haben deutlich machen und daher den
eigentmlichen ,inhalt1 die ,artikulation
7systematische ,einheit7 und ,grenzen
der ,wissenschaft nicht bestimmen
knnen4 ,es ist schlimm1 da nur
allererst1 nachdem wir lange ,zeit1 nach
,anweisung einer in uns versteckt
liegenden ,idee1 rhapsodistisch viele
dahin sich beziehenden ,erkenntnisse1
als ,bauzeug1 gesammelt1 ja gar lange
,zeiten hindurch sie technisch
zusammengesetzt haben1 es uns dann
allererst mglich ist1 die ,idee in
hellerem ,lichte zu erblicken1 und ein
,ganzes nach den ,zwecken der ,vernunft
architektonisch zu entwerfen4 ,die
,systeme scheinen1 wie ,gewrme1 durch
eine generatio equivoca1 aus dem bloen
,zusammenflu von aufgesammelten
,begriffen1 anfangs verstmmelt1 mit der
,zeit vollstndig1 gebildet worden zu
sein1 ob sie gleich alle insgesamt ihr
,schema1 als den ursprnglichen ,keim1 in
der sich blo auswickelnden ,vernunft
hatten1 und darum1 nicht allein ein
jedes fr sich nach einer ,idee
gegliedert1 sondern noch dazu alle
untereinander in einem ,system
menschlicher ,erkenntnis wiederum als
,glieder eines ,ganzen zweckmig
vereinigt sind1 und eine ,architektonik
alles menschlichen ,wissens erlauben1
die jetziger ,zeit1 da schon so viel
,stoff gesammelt ist1 oder aus ,ruinen
eingefallener alter ,gebude genommen
werden kann1 nicht allein mglich1
sondern nicht einmal sogar schwer sein
wrde4 ,wir begngen uns hier mit der
,vollendung unseres ,geschftes1 nmlich1
lediglich die ,architektonik aller
,erkenntnis aus reiner ,vernunft zu
entwerfen1 und fangen nur von dem
,punkte an1 wo sich die allgemeine
,wurzel unserer ,erkenntniskraft teilt
und zwei ,stmme auswirft1 deren einer
,vernunft ist4 ,ich verstehe hier aber
unter ,vernunft das ganze obere
,erkenntnisvermgen1 und setze also das
,rationale dem ,empirischen entgegen4
,wenn ich von allem ,inhalte der
,erkenntnis1 objektiv betrachtet1
abstrahiere1 so ist alles ,erkenntnis1
subjektiv1 entweder historisch oder
rational4 ,die historische ,erkenntnis
ist cognitio ex datis1 die rationale
aber cognitio ex principiis4 ,eine
,erkenntnis mag ursprnglich gegeben
sein1 woher sie wolle1 so ist sie doch
bei dem1 der sie besitzt1 historisch1
wenn er nur in dem ,grade und so viel
erkennt1 als ihm anderwrts gegeben
worden1 es mag dieses ihm nun durch
unmittelbare ,erfahrung oder ,erzhlung1
oder auch ,belehrung 7allgemeiner
,erkenntnisse7 gegeben sein4 ,daher hat
der1 welcher ein ,system der
,philosophie1 z4,b4 das ,wolfische1
eigentlich gelernt hat1 ob er gleich
alle ,grundstze1 ,erklrungen und
,beweise1 zusamt der ,einteilung des
ganzen ,lehrgebudes1 im ,kopfe htte1 und
alles an den ,fingern abzhlen knnte1
doch keine andere als vollstndige
historische ,erkenntnis der ,wolfischen
,philosophie2 er wei und urteilt nur so
viel1 als ihm gegeben war4 ,streitet
ihm eine ,definition1 so wei er nicht1
wo er eine andere hernehmen soll4 ,er
bildete sich nach fremder ,vernunft1
aber das nachbildende ,vermgen ist nicht
das erzeugende1 d4i4 das ,erkenntnis
entsprang bei ihm nicht aus ,vernunft1
und1 ob es gleich1 objektiv1 allerdings
ein ,vernunfterkenntnis war1 so ist es
doch1 subjektiv1 blo historisch4 ,er hat
gut gefat und behalten1 d4i4 gelernt1
und ist ein ,gipsabdruck von einem
lebenden ,menschen4
,vernunfterkenntnisse1 die es objektiv
sind1 7d4i4 zu anfangs nur aus der
eigenen ,vernunft des ,menschen
entspringen knnen17 drfen nur dann
allein auch subjektiv diesen ,namen
fhren1 wenn sie aus allgemeinen
,quellen der ,vernunft1 woraus auch die
,kritik1 ja selbst die ,verwerfung des
,gelernten entspringen kann1 d4i4 aus
,prinzipien geschpft worden4 ,alle
,vernunfterkenntnis ist nun entweder die
aus ,begriffen1 oder aus der
,konstruktion der ,begriffe2 die erstere
heit philosophisch1 die zweite
mathematisch4 ,von dem inneren
,unterschiede beider habe ich schon im
ersten ,hauptstcke gehandelt4 ,ein
,erkenntnis demnach kann objektiv
philosophisch sein1 und ist doch
subjektiv historisch1 wie bei den
meisten ,lehrlingen1 und bei allen1 die
ber die ,schule niemals hinausgehen und
zeitlebens ,lehrlinge bleiben4 ,es ist
aber doch sonderbar1 da das
mathematische ,erkenntnis1 so wie man es
erlernt hat1 doch auch subjektiv fr
,vernunfterkenntnis gelten kann1 und ein
solcher ,unterschied bei ihr nicht so1
wie bei dem philosophischen
stattfindet4 ,die ,ursache ist1 weil die
,erkenntnisquellen1 aus denen der
,lehrer allein schpfen kann1 nirgend
anders als in den wesentlichen und
echten ,prinzipien der ,vernunft liegen1
und mithin von dem ,lehrlinge nirgend
anders hergenommen1 noch etwa gestritten
werden knnen1 und dieses zwar darum1
weil der ,gebrauch der ,vernunft hier
nur in concreto1 obzwar dennoch a
priori1 nmlich an der reinen1 und eben
deswegen fehlerfreien1 ,anschauung
geschieht1 und alle ,tuschung und
,irrtum ausschliet4 ,man kann also unter
allen ,vernunftwissenschaften 7a
priori7 nur allein ,mathematik1 niemals
aber ,philosophie 7es sei denn
historisch71 sondern1 was die ,vernunft
betrifft1 hchstens nur philosophieren
lernen4 ,das ,system aller
philosophischen ,erkenntnis ist nun
,philosophie4 ,man mu sie objektiv
nehmen1 wenn man darunter das ,urbild
der ,beurteilung aller ,versuche zu
philosophieren versteht1 welche jede
subjektive ,philosophie zu beurteilen
dienen soll1 deren ,gebude oft so
mannigfaltig und so vernderlich ist4
,auf diese ,weise ist ,philosophie eine
bloe ,idee von einer mglichen
,wissenschaft1 die nirgend in concreto
gegeben ist1 welcher man sich aber auf
mancherlei ,wegen zu nhern sucht1 so
lange1 bis der einzige1 sehr durch
,sinnlichkeit verwachsene ,fusteig
entdeckt wird1 und das bisher verfehlte
,nachbild1 so weit als es ,menschen
vergnnt ist1 dem ,urbilde gleich zu
machen gelingt4 ,bis dahin kann man
keine ,philosophie lernen2 denn1 wo ist
sie1 wer hat sie im ,besitze1 und woran
lt sie sich erkennen8 ,man kann nur
philosophieren lernen1 d4i4 das ,talent
der ,vernunft in der ,befolgung ihrer
allgemeinen ,prinzipien an gewissen
vorhandenen ,versuchen ben1 doch immer
mit ,vorbehalt des ,rechts der
,vernunft1 jene selbst in ihren
,quellen zu untersuchen und zu
besttigen1 oder zu verwerfen4 ,bis
dahin ist aber der ,begriff von
,philosophie nur ein ,schulbegriff1
nmlich von einem ,system der
,erkenntnis1 die nur als ,wissenschaft
gesucht wird1 ohne etwas mehr als die
systematische ,einheit dieses ,wissens1
mithin die logische ,vollkommenheit der
,erkenntnis zum ,zwecke zu haben4 ,es
gibt aber noch einen ,weltbegriff
7conceptus cosmicus71 der dieser
,benennung jederzeit zum ,grunde gelegen
hat1 vornehmlich wenn man ihn
gleichsam personifizierte und in dem
,ideal des ,philosophen sich als ein
,urbild vorstellte4 ,in dieser ,absicht
ist ,philosophie die ,wissenschaft von
der ,beziehung aller ,erkenntnis auf
die wesentlichen ,zwecke der
menschlichen ,vernunft 7teleologia
rationis humanae71 und der ,philosoph
ist nicht ein ,vernunftknstler1 sondern
der ,gesetzgeber der menschlichen
,vernunft4 ,in solcher ,bedeutung wre
es sehr ruhmredig1 sich selbst einen
,philosophen zu nennen1 und sich
anzumaen1 dem ,urbilde1 das nur in der
,idee liegt1 gleichgekommen zu sein4
,der ,mathematiker1 der ,naturkndiger1
der ,logiker sind1 so vortrefflich die
ersteren auch berhaupt im
,vernunfterkenntnisse1 die zweiten
besonders im philosophischen
,erkenntnisse ,fortgang haben mgen1 doch
nur ,vernunftknstler4 ,es gibt noch
einen ,lehrer im ,ideal1 der alle diese
ansetzt1 sie als ,werkzeuge nutzt1 um
die wesentlichen ,zwecke der
menschlichen ,vernunft zu befrdern4
,diesen allein mten wir den ,philosoph
nennen2 aber1 da er selbst doch nirgend1
die ,idee aber seiner ,gesetzgebung
allenthalben in jeder ,menschenvernunft
angetroffen wird1 so wollen wir uns
lediglich an der letzteren halten1 und
nher bestimmen1 was ,philosophie1 nach
diesem ,weltbegriffe991 fr
systematische ,einheit aus dem
,standpunkte der ,zwecke vorschreibe4
99 ,weltbegriff heit hier derjenige1 der
das betrifft1 was jedermann
notwendig interessiert2 mithin bestimme
ich die ,absicht einer ,wissenschaft
nach ,schulbegriffen1 wenn sie nur als
eine von den ,geschicklichkeiten zu
gewissen beliebigen ,zwecken angesehen
wird4 ,wesentliche ,zwecke sind darum
noch nicht die hchsten1 deren 7bei
vollkommener systematischer ,einheit der
,vernunft7 nur ein einziger sein kann4
,daher sind sie entweder der ,endzweck1
oder subalterne ,zwecke1 die zu jenem
als ,mittel notwendig gehren4 ,der
erstere ist kein anderer1 als die ganze
,bestimmung des ,menschen1 und die
,philosophie ber dieselbe heit ,moral4
,um dieses ,vorzugs willen1 den die
,moralphilosophie vor aller anderen
,vernunftbewerbung hat1 verstand man
auch bei den ,alten unter dem ,namen des
,philosophen jederzeit zugleich und
vorzglich den ,moralist1 und selbst
macht der uere ,schein der
,selbstbeherrschung durch ,vernunft1 da
man jemanden noch jetzt1 bei seinem
eingeschrnkten ,wissen1 nach einer
gewissen ,analogie1 ,philosoph nennt4
,die ,gesetzgebung der menschlichen
,vernunft 7,philosophie7 hat nun zwei
,gegenstnde1 ,natur und ,freiheit1 und
enthlt also sowohl das ,naturgesetz1
als auch das ,sittengesetz1 anfangs in
zwei besonderen1 zuletzt aber in einem
einzigen philosophischen ,system4 ,die
,philosophie der ,natur geht auf alles1
was da ist2 die der ,sitten1 nur auf
das1 was da sein soll4 ,alle
,philosophie aber ist entweder
,erkenntnis aus reiner ,vernunft1 oder
,vernunfterkenntnis aus empirischen
,prinzipien4 ,die erstere heit reine1
die zweite empirische ,philosophie4
,die ,philosophie der reinen ,vernunft
ist nun entweder ,propdeutik
7,vorbung71 welche das ,vermgen der
,vernunft in ,ansehung aller reinen
,erkenntnis a priori untersucht1 und
heit ,kritik1 oder zweitens das ,system
der reinen ,vernunft 7,wissenschaft71
die ganze 7wahre sowohl als scheinbare7
philosophische ,erkenntnis aus reiner
,vernunft im systematischen
,zusammenhange1 und heit ,metaphysik2
wiewohl dieser ,name auch der ganzen
reinen ,philosophie mit ,inbegriff der
,kritik gegeben werden kann1 um1 sowohl
die ,untersuchung alles dessen1 was
jemals a priori erkannt werden kann1 als
auch die ,darstellung desjenigen1 was
ein ,system reiner philosophischer
,erkenntnisse dieser ,art ausmacht1 von
allein empirischen aber1 imgleichen dem
mathematischen ,vernunftgebrauche
unterschieden ist1 zusammen zu fassen4
,die ,metaphysik teilt sich in die des
spekulativen und praktischen ,gebrauchs
der reinen ,vernunft1 und ist also
entweder ,metaphysik der ,natur1 oder
,metaphysik der ,sitten4 ,jene enthlt
alle reinen ,vernunftprinzipien aus
bloen ,begriffen 7mithin mit
,ausschlieung der ,mathematik7 von dem
theoretischen ,erkenntnisse aller
,dinge2 diese die ,prinzipien1 welche
das ,tun und ,lassen a priori bestimmen
und notwendig machen4 ,nun ist die
,moralitt die einzige ,gesetzmigkeit der
,handlungen1 die vllig a priori aus
,prinzipien abgeleitet werden kann4
,daher ist die ,metaphysik der ,sitten
eigentlich die reine ,moral1 in welcher
keine ,anthropologie 7keine empirische
,bedingung7 zum ,grunde gelegt wird4
,die ,metaphysik der spekulativen
,vernunft ist nun das1 was man im
engeren ,verstande ,metaphysik zu nennen
pflegt2 sofern aber reine ,sittenlehre
doch gleichwohl zu dem besonderen
,stamme menschlicher und zwar
philosophischer ,erkenntnis aus reiner
,vernunft gehrt1 so wollen wir ihr jene
,benennung erhalten1 obgleich wir sie1
als zu unserem ,zwecke jetzt nicht
gehrig1 hier beiseite setzen4 ,es ist
von der uersten ,erheblichkeit1
,erkenntnisse1 die ihrer ,gattung und
,ursprunge nach von anderen
unterschieden sind1 zu isolieren1 und
sorgfltig zu verhten1 da sie nicht mit
anderen1 mit welchen sie im ,gebrauche
gewhnlich verbunden sind1 in ein
,gemisch zusammenflieen4 ,was ,chemiker
beim ,scheiden der ,materien1 was
,mathematiker in ihrer reinen ,grenlehre
tun1 das liegt noch weit mehr dem
,philosophen ob1 damit er den ,anteil1
den eine besondere ,art der ,erkenntnis
am herumschweifenden
,verstandesgebrauch hat1 ihren eigenen
,wert und ,einflu sicher bestimmen knne4
,daher hat die menschliche ,vernunft
seitdem1 da sie gedacht1 oder vielmehr
nachgedacht hat1 niemals einer
,metaphysik entbehren1 aber gleichwohl
sie nicht1 genugsam gelutert von allem
,fremdartigen1 darstellen knnen4 ,die
,idee einer solchen ,wissenschaft ist
ebenso alt1 als spekulative
,menschenvernunft2 und welche ,vernunft
spekuliert nicht1 es mag nun auf
scholastische1 oder populre ,art
geschehen8 ,man mu indessen gestehen1
da die ,unterscheidung der zwei
,elemente unserer ,erkenntnis1 deren
die einen vllig a priori in unserer
,gewalt sind1 die anderen nur a
posteriori aus der ,erfahrung genommen
werden knnen1 selbst bei ,denkern von
,gewerbe1 nur sehr undeutlich blieb1 und
daher niemals die ,grenzbestimmung
einer besonderen ,art von ,erkenntnis1
mithin nicht die echte ,idee einer
,wissenschaft1 die so lange und so sehr
die menschliche ,vernunft beschftigt
hat1 zustande bringen konnte4 ,wenn man
sagte3 ,metaphysik ist die
,wissenschaft von den ersten ,prinzipien
der menschlichen ,erkenntnis1 so
bemerkte man dadurch nicht eine ganz
besondere ,art1 sondern nur einen ,rang
in ,ansehung der ,allgemeinheit1
dadurch sie also vom ,empirischen nicht
kenntlich unterschieden werden konnte2
denn auch unter empirischen ,prinzipien
sind einige allgemeiner1 und darum hher
als andere1 und1 in der ,reihe einer
solchen ,unterordnung1 7da man das1 was
vllig a priori1 von dem1 was nur a
posteriori erkannt wird1 nicht
unterscheidet17 wo soll man den
,abschnitt machen1 der den ersten ,teil
und die obersten ,glieder von dem
letzten und den untergeordneten
unterschiede8 ,was wrde man dazu sagen1
wenn die ,zeitrechnung die ,epochen der
,welt nur so bezeichnen knnte1 da sie
sie in die ersten ,jahrhunderte und in
die darauffolgenden einteilte8 ,gehrt
das fnfte1 das zehnte usw4 ,jahrhundert
auch zu den ersten8 wrde man fragen2
ebenso frage ich3 gehrt der ,begriff
des ,ausgedehnten zur ,metaphysik8 ihr
antwortet1 ja6 ei1 aber auch der des
,krpers8 ja6 und der des flssigen
,krpers8 ihr werdet stutzig1 denn1 wenn
es so weiterfortgeht1 so wird alles in
die ,metaphysik gehren4 ,hieraus sieht
man1 da der bloe ,grad der
,unterordnung 7das ,besondere unter dem
,allgemeinen7 keine ,grenzen einer
,wissenschaft bestimmen knne1 sondern in
unserem ,falle die gnzliche
,ungleichartigkeit und ,verschiedenheit
des ,ursprungs4 ,was aber die
,grundidee der ,metaphysik noch auf
einer anderen ,seite verdunkelte1 war1
da sie als ,erkenntnis a priori mit der
,mathematik eine gewisse
,gleichartigkeit zeigt1 die zwar1 was
den ,ursprung a priori betrifft1 sie
einander verwandt1 was aber die
,erkenntnisart aus ,begriffen bei
jener1 in ,vergleichung mit der ,art1
blo durch ,konstruktion der ,begriffe a
priori zu urteilen1 bei dieser1 mithin
den ,unterschied einer philosophischen
,erkenntnis von der mathematischen
anlangt2 so zeigt sich eine so
entschiedene ,ungleichartigkeit1 die man
zwar jederzeit gleichsam fhlte1
niemals aber auf deutliche ,kriterien
bringen konnte4 ,dadurch ist es nun
geschehen1 da1 da ,philosophen selbst
in der ,entwicklung der ,idee ihrer
,wissenschaften fehlten1 die
,bearbeitung derselben keinen bestimmten
,zweck und keine sichere ,richtschnur
haben konnte1 und sie1 bei einem so
willkrlich gemachten ,entwurfe1
unwissend in dem ,wege1 den sie zu
nehmen htten1 und jederzeit unter sich
streitig1 ber die ,entdeckungen1 die ein
jeder auf dem seinigen gemacht haben
wollte1 ihre ,wissenschaft zuerst bei
anderen und endlich sogar bei sich
selbst in ,verachtung brachten4 ,alle
reine ,erkenntnis a priori macht also1
vermge dem besonderen
,erkenntnisvermgen1 darin es allein
seinen ,sitz haben kann1 eine besondere
,einheit aus1 und ,metaphysik ist
diejenige ,philosophie1 welche jene
,erkenntnis in dieser systematischen
,einheit darstellen soll4 ,der
spekulative ,teil derselben1 der sich
diesen ,namen vorzglich zugeeignet hat1
nmlich die1 welche wir ,metaphysik der
,natur nennen1 und alles1 sofern es
ist1 7nicht das1 was sein soll17 aus
,begriffen a priori erwgt1 wird nun auf
folgende ,art eingeteilt4 ,die im
engeren ,verstande so genannte
,metaphysik besteht aus der
,transzendentalphilosophie und der
,physiologie der reinen ,vernunft4 ,die
erstere betrachtet nur den ,verstand1
und ,vernunft selbst in einem ,system
aller ,begriffe und ,grundstze1 die sich
auf ,gegenstnde berhaupt beziehen1
ohne ,objekte anzunehmen1 die gegeben
wren 7,ontologia72 die zweite
betrachtet ,natur1 d4i4 den ,inbegriff
gegebener ,gegenstnde1 7sie mgen nun
den ,sinnen1 oder1 wenn man will1 einer
anderen ,art von ,anschauung gegeben
sein17 und ist also ,physiologie
7obgleich nur rationalis74 ,nun ist aber
der ,gebrauch der ,vernunft in dieser
rationalen ,naturbetrachtung entweder
physisch1 oder hyperphysisch1 oder
besser1 entweder immanent oder
transzendent4 ,der erstere geht auf die
,natur1 so weit als ihre ,erkenntnis in
der ,erfahrung 7in concreto7 kann
angewandt werden1 der zweite auf
diejenige ,verknpfung der ,gegenstnde
der ,erfahrung1 welche alle ,erfahrung
bersteigt4 ,diese transzendente
,physiologie hat daher entweder eine
innere ,verknpfung1 oder uere1 die aber
beide ber mgliche ,erfahrung
hinausgehen1 zu ihrem ,gegenstande2 jene
ist die ,physiologie der gesamten
,natur1 d4i4 die transzendentale
,welterkenntnis1 diese des
,zusammenhanges der gesamten ,natur mit
einem ,wesen ber der ,natur1 d4i4 die
transzendentale ,gotteserkenntnis4
,die immanente ,physiologie betrachtet
dagegen ,natur als den ,inbegriff aller
,gegenstnde der ,sinne1 mithin so wie
sie uns gegeben ist1 aber nur nach
,bedingungen a priori1 unter denen sie
uns berhaupt gegeben werden kann4 ,es
sind aber nur zweierlei ,gegenstnde
derselben4 #a4 ,die der ueren ,sinne1
mithin der ,inbegriff derselben1 die
krperliche ,natur4 #b4 ,der ,gegenstand
des inneren ,sinnes1 die ,seele1 und1
nach den ,grundbegriffen derselben
berhaupt1 die denkende ,natur4 ,die
,metaphysik der krperlichen ,natur heit
,physik1 aber1 weil sie nur die
,prinzipien ihrer ,erkenntnis a priori
enthalten soll1 rationale ,physik4 ,die
,metaphysik der denkenden ,natur heit
,psychologie und aus der eben
angefhrten ,ursache ist hier nur die
rationale ,erkenntnis derselben zu
verstehen4 ,demnach besteht das ganze
,system der ,metaphysik aus vier
,hauptteilen4 #a4 ,der ,ontologie4 #b4
,der rationalen ,physiologie4 #c4 ,der
rationalen ,kosmologie4 #d4 ,der
rationalen ,theologie4 ,der zweite
,teil1 nmlich die ,naturlehre der
reinen ,vernunft1 enthlt zwei
,abteilungen1 die physica rationalis99
und psychologia rationalis4 99 ,man
denke ja nicht1 da ich hierunter
dasjenige verstehe1 was man
gemeiniglich physica generalis nennt1
und mehr ,mathematik1 als
,philosophie der ,natur ist4 ,denn die
,metaphysik der ,natur sondert sich
gnzlich von der ,mathematik ab1 hat auch
bei weitem nicht so viel erweiternde
,einsichten anzubieten1 als diese1 ist
aber doch sehr wichtig1 in ,ansehung
der ,kritik des auf die ,natur
anzuwendenden reinen
,verstandeserkenntnisses berhaupt2 in
,ermanglung deren selbst
,mathematiker1 indem sie gewissen
gemeinen1 in der ,tat doch
metaphysischen ,begriffen anhngen1 die
,naturlehre unvermerkt mit
,hypothesen belstigt haben1 welche bei
einer ,kritik dieser ,prinzipien
verschwinden1 ohne dadurch doch dem
,gebrauche der ,mathematik in diesem
,felde 7der ganz unentbehrlich ist7 im
mindesten ,abbruch zu tun4 ,die
ursprngliche ,idee einer ,philosophie
der reinen ,vernunft schreibt diese
,abteilung selbst vor2 sie ist also
architektonisch1 ihren wesentlichen
,zwecken gem1 und nicht blo technisch1
nach zufllig wahrgenommenen
,verwandtschaften und gleichsam auf gut
,glck angestellt1 eben darum aber auch
unwandelbar und legislatorisch4 ,es
finden sich aber hierbei einige ,punkte1
die ,bedenklichkeit erregen1 und die
berzeugung von der ,gesetzmigkeit
derselben schwchen knnten4 ,zuerst1
wie kann ich eine ,erkenntnis a priori1
mithin ,metaphysik1 von ,gegenstnden
erwarten1 sofern sie unseren ,sinnen1
mithin a posteriori gegeben sind8 und1
wie ist es mglich1 nach ,prinzipien a
priori1 die ,natur der ,dinge zu
erkennen und zu einer rationalen
,physiologie zu gelangen8 ,die ,antwort
ist3 wir nehmen aus der ,erfahrung
nichts weiter1 als was ntig ist1 uns
ein ,objekt1 teils des ueren1 teils des
inneren ,sinnes zu geben4 ,jenes
geschieht durch den bloen ,begriff
,materie 7undurchdringliche leblose
,ausdehnung71 dieses durch den ,begriff
eines denkenden ,wesens 7in der
empirischen inneren ,vorstellung3 ,ich
denke74 brigens mten wir in der ganzen
,metaphysik dieser ,gegenstnde1 uns
aller empirischen ,prinzipien gnzlich
enthalten1 die ber den ,begriff noch
irgendeine ,erfahrung hinzusetzen
mchten1 um etwas ber diese ,gegenstnde
daraus zu urteilen4 ,zweitens3 wo
bleibt denn die empirische ,psychologie1
welche von jeher ihren ,platz in der
,metaphysik behauptet hat1 und von
welcher man in unseren ,zeiten so gar
groe ,dinge zur ,aufklrung derselben
erwartet hat1 nachdem man die ,hoffnung
aufgab1 etwas ,taugliches a priori
auszurichten8 ,ich antworte3 sie kommt
dahin1 wo die eigentliche 7empirische7
,naturlehre hingestellt werden mu1
nmlich auf die ,seite der angewandten
,philosophie1 zu welcher die reine
,philosophie die ,prinzipien a priori
enthlt1 die also mit jener zwar
verbunden1 aber nicht vermischt werden
mu4 ,also mu empirische ,psychologie aus
der ,metaphysik gnzlich verbannt sein1
und ist schon durch die ,idee
derselben davon gnzlich ausgeschlossen4
,gleichwohl wird man ihr nach dem
,schulgebrauch doch noch immer 7obzwar
nur als ,episode7 ein ,pltzchen darin
verstatten mssen1 und zwar aus
konomischen ,bewegursachen1 weil sie
noch nicht so reich ist1 da sie allein
ein ,studium ausmachen1 und doch zu
wichtig1 als da man sie ganz ausstoen1
oder anderwrts anheften sollte1 wo sie
noch weniger ,verwandtschaft als in der
,metaphysik antreffen drfte4 ,es ist
also blo ein so lange aufgenommener
,fremdling1 dem man auf einige ,zeit
einen ,aufenthalt vergnnt1 bis er in
einer ausfhrlichen ,anthropologie 7dem
,pendant zu der empirischen ,naturlehre7
seine eigene ,behausung wird beziehen
knnen4 ,das ist also die allgemeine
,idee der ,metaphysik1 welche1 da man
ihr anfnglich mehr zumutete1 als
billigerweise verlangt werden kann1 und
sich eine zeitlang mit angenehmen
,erwartungen ergtzte1 zuletzt in
allgemeine ,verachtung gefallen ist1 da
man sich in seiner ,hoffnung betrogen
fand4 ,aus dem ganzen ,verlauf unserer
,kritik wird man sich hinlnglich
berzeugt haben3 da1 wenngleich
,metaphysik nicht die ,grundfeste der
,religion sein kann1 so msse sie doch
jederzeit als die ,schutzwehr derselben
stehenbleiben1 und da die menschliche
,vernunft1 welche schon durch die
,richtung ihrer ,natur dialektisch ist1
einer solchen ,wissenschaft niemals
entbehren knnte1 die sie zgelt1 und1
durch ein szientifisches und vllig
einleuchtendes ,selbsterkenntnis1 die
,verwstungen abhlt1 welche eine
gesetzlose spekulative ,vernunft sonst
ganz unfehlbar1 in ,moral sowohl als
,religion1 anrichten wrde4 ,man kann
also sicher sein1 so sprde1 oder
geringschtzend auch diejenigen tun1 die
eine ,wissenschaft nicht nach ihrer
,natur1 sondern allein aus ihren
zuflligen ,wirkungen zu beurteilen
wissen1 man werde jederzeit zu ihr1 wie
zu einer mit uns entzweiten ,geliebten
zurckkehren1 weil die ,vernunft1 da es
hier wesentliche ,zwecke betrifft1
rastlos1 entweder auf grndliche
,einsicht oder ,zerstrung schon
vorhandener guter ,einsichten arbeiten
mu4 ,metaphysik also1 sowohl der
,natur1 als der ,sitten1 vornehmlich die
,kritik der sich auf eigenen ,flgeln
wagenden ,vernunft1 welche vorbend
7propdeutisch7 vorhergeht1 machen
eigentlich allein dasjenige aus1 was
wir im echten ,verstande ,philosophie
nennen knnen4 ,diese bezieht alles auf
,weisheit1 aber durch den ,weg der
,wissenschaft1 den einzigen1 der1 wenn
er einmal gebahnt ist1 niemals verwchst1
und keine ,verirrungen verstattet4
,mathematik1 ,naturwissenschaft1 selbst
die empirische ,kenntnis des ,menschen1
haben einen hohen ,wert als ,mittel1
grtenteils zu zuflligen1 am ,ende aber
doch zu notwendigen und wesentlichen
,zwecken der ,menschheit1 aber alsdann
nur durch ,vermittlung einer
,vernunfterkenntnis aus bloen
,begriffen1 die1 man mag sie benennen1
wie man will1 eigentlich nichts als
,metaphysik ist4 ,eben deswegen ist
,metaphysik auch die ,vollendung aller
,kultur der menschlichen ,vernunft1 die
unentbehrlich ist1 wenn man gleich
ihren ,einflu1 als ,wissenschaft1 auf
gewisse bestimmte ,zwecke bei ,seite
setzt4 ,denn sie betrachtet die
,vernunft nach ihren ,elementen und
obersten ,maximen1 die selbst der
,mglichkeit einiger ,wissenschaften1
und dem ,gebrauche aller1 zum ,grunde
liegen mssen4 ,da sie1 als bloe
,spekulation1 mehr dazu dient1 ,irrtmer
abzuhalten1 als ,erkenntnis zu
erweitern1 tut ihrem ,werte keinen
,abbruch1 sondern gibt ihr vielmehr
,wrde und ,ansehen durch das ,zensoramt1
welches die allgemeine ,ordnung und
,eintracht1 ja den ,wohlstand des
wissenschaftlichen gemeinen ,wesens
sichert1 und dessen mutige und
fruchtbare ,bearbeitungen abhlt1 sich
nicht von dem ,hauptzwecke1 der
allgemeinen ,glckseligkeit1 zu
entfernen4 ,der transzendentalen
,methodenlehre ,viertes ,hauptstck
,die ,geschichte der reinen ,vernunft
,dieser ,titel steht nur hier1 um eine
,stelle zu bezeichnen1 die im ,system
brigbleibt1 und knftig ausgefllt werden
mu4 ,ich begnge mich1 aus einem blo
transzendentalen ,gesichtspunkte1 nmlich
der ,natur der reinen ,vernunft1 einen
flchtigen ,blick auf das ,ganze der
bisherigen ,bearbeitungen derselben zu
werfen1 welches freilich meinem ,auge
zwar ,gebude1 aber nur in ,ruinen
vorstellt4 ,es ist merkwrdig genug1
ob es gleich natrlicherweise nicht
anders zugehen konnte1 da die ,menschen
im ,kindesalter der ,philosophie davon
anfingen1 wo wir jetzt lieber endigen
mchten1 nmlich1 zuerst die ,erkenntnis
,gottes1 und ,hoffnung oder wohl gar die
,beschaffenheit einer anderen ,welt zu
studieren4 ,was auch die alten
,gebruche1 die noch von dem rohen
,zustande der ,vlker brig waren1 fr
grobe ,religionsbegriffe eingefhrt
haben mochten1 so hinderte dieses doch
nicht den aufgeklrteren ,teil1 sich
freien ,nachforschungen ber diesen
,gegenstand zu widmen1 und man sah
leicht ein1 da es keine grndliche und
zuverlssigere ,art geben knne1 der
unsichtbaren ,macht1 die die ,welt
regiert1 zu gefallen1 um wenigstens in
einer anderen ,welt glcklich zu sein1
als den guten ,lebenswandel4 ,daher
waren ,theologie und ,moral die zwei
,triebfedern1 oder besser1
,beziehungspunkte zu allen abgezogenen
,vernunftforschungen1 denen man sich
nachher jederzeit gewidmet hat4 ,die
erstere war indessen eigentlich das1 was
die blo spekulative ,vernunft nach und
nach in das ,geschft zog1 welches in
der ,folge unter dem ,namen der
,metaphysik so berhmt geworden4 ,ich
will jetzt die ,zeiten nicht
unterscheiden1 auf welche diese oder
jene ,vernderung der ,metaphysik traf1
sondern nur die ,verschiedenheit der
,idee1 welche die hauptschlichsten
,revolutionen veranlate1 in einem
flchtigen ,abrisse darstellen4 ,und da
finde ich eine dreifache ,absicht1 in
welcher die namhaftesten ,vernderungen
auf dieser ,bhne des ,streits gestiftet
worden4 #a4 ,in ,ansehung des
,gegenstandes aller unserer
,vernunfterkenntnisse1 waren einige blo
,sensual-1 andere blo
,intellektualphilosophen4 ,epikur kann
der vornehmste ,philosoph der
,sinnlichkeit1 ,plato des
,intellektuellen genannt werden4 ,dieser
,unterschied der ,schulen aber1 so
subtil er auch ist1 hatte schon in den
frhesten ,zeiten angefangen1 und hat
sich lange ununterbrochen erhalten4 ,die
von der ersteren behaupteten1 in den
,gegenstnden der ,sinne sei allein
,wirklichkeit1 alles brige sei
,einbildung2 die von der zweiten sagten
dagegen3 in den ,sinnen ist nichts als
,schein1 nur der ,verstand erkennt das
,wahre4 ,darum stritten aber die
ersteren den ,verstandesbegriffen doch
eben nicht ,realitt ab1 sie war aber
bei ihnen nur logisch1 bei den anderen
aber mystisch4 ,jene rumten
intellektuelle ,begriffe ein1 aber
nahmen blo sensible ,gegenstnde an4
,diese verlangten1 da die wahren
,gegenstnde blo intelligibel wren1 und
behaupteten eine ,anschauung durch den
von keinen ,sinnen begleiteten und ihrer
,meinung nach nur verwirrten reinen
,verstand4 #b4 ,in ,ansehung des
,ursprungs reiner ,vernunfterkenntnisse1
ob sie aus der ,erfahrung abgeleitet1
oder1 unabhngig von ihr1 in der
,vernunft ihre ,quelle haben4
,aristoteles kann als das ,haupt der
,empiristen1 ,plato aber der
,noologisten angesehen werden4 ,locke1
der in neueren ,zeiten dem ersteren1
und ,leibnitz1 der dem letzteren 7obzwar
in einer genugsamen ,entfernung von
dessen mystischem ,systeme7 folgte1
haben es gleichwohl in diesem ,streite
noch zu keiner ,entscheidung bringen
knnen4 ,wenigstens verfuhr ,epikur
seinerseits viel konsequenter nach
seinem ,sensualsystem 7denn er ging mit
seinen ,schlssen niemals ber die
,grenze der ,erfahrung hinaus71 als
,aristoteles und ,locke1 7vornehmlich
aber der letztere17 der1 nachdem er alle
,begriffe und ,grundstze von der
,erfahrung abgeleitet hatte1 soweit im
,gebrauche derselben geht1 da er
behauptet1 man knne das ,dasein ,gottes
und die ,unsterblichkeit der ,seele
7obzwar beide ,gegenstnde ganz auer den
,grenzen mglicher ,erfahrung liegen7
ebenso evident beweisen1 als
irgendeinen mathematischen ,lehrsatz4
#c4 ,in ,ansehung der ,methode4 ,wenn
man etwas ,methode nennen soll1 so mu
es ein ,verfahren nach ,grundstzen sein4
,nun kann man die jetzt in diesem
,fache der ,naturforschung herrschende
,methode in die naturalistische und
szientifische einteilen4 ,der
,naturalist der reinen ,vernunft nimmt
es sich zum ,grundsatze3 da durch
gemeine ,vernunft ohne ,wissenschaft
7welche er die gesunde ,vernunft nennt7
sich in ,ansehung der erhabensten
,fragen1 die die ,aufgabe der
,metaphysik ausmachen1 mehr ausrichten
lasse1 als durch ,spekulation4 ,er
behauptet also1 da man die ,gre und
,weite des ,mondes sicherer nach dem
,augenmae1 als durch mathematische
,umschweife bestimmen knne4 ,es ist bloe
,misologie1 auf ,grundstze gebracht1
und1 welches das ungereimteste ist1 die
,vernachlssigung aller knstlichen
,mittel1 als eine eigene ,methode
angerhmt1 seine ,erkenntnis zu
erweitern4 ,denn was die ,naturalisten
aus ,mangel mehrer ,einsicht betrifft1
so kann man ihnen mit ,grunde nichts
zur ,last legen4 ,sie folgen der
gemeinen ,vernunft1 ohne sich ihrer
,unwissenheit als einer ,methode zu
rhmen1 die das ,geheimnis enthalten
solle1 die ,wahrheit aus ,demokrits
tiefem ,brunnen herauszuholen4 ,quod
sapio1 satis est mihi2 non ego curo1
esse quod ,arcesilas aerumnosique
,solones1 ,pers4 ist ihr ,wahlspruch1
bei dem sie vergngt und beifallswrdig
leben knnen1 ohne sich um die
,wissenschaft zu bekmmern1 noch deren
,geschft zu verwirren4 ,was nun die
,beobachter einer szientifischen
,methode betrifft1 so haben sie hier
die ,wahl1 entweder dogmatisch oder
skeptisch1 in allen ,fllen aber doch
die ,verbindlichkeit systematisch zu
verfahren4 ,wenn ich hier in ,ansehung
der ersteren den berhmten ,wolf1 bei der
zweiten ,david ,hume nenne1 so kann
ich die brigen1 meiner jetzigen ,absicht
nach1 ungenannt lassen4 ,der kritische
,weg ist allein noch offen4 ,wenn der
,leser diesen in meiner ,gesellschaft
durchzuwandern ,geflligkeit und ,geduld
gehabt hat1 so mag er jetzt urteilen1
ob nicht1 wenn es ihm beliebt1 das
,seinige dazu beizutragen1 um diesen
,fusteig zur ,heeresstrae zu machen1
dasjenige1 was viele ,jahrhunderte nicht
leisten konnten1 noch vor ,ablauf des
gegenwrtigen erreicht werden mge3
nmlich1 die menschliche ,vernunft in
dem1 was ihre ,wibegierde jederzeit1
bisher aber vergeblich1 beschftigt hat1
zur vlligen ,befriedigung zu bringen4