,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #ahie erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und altertmliche ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert2 fremdsprachliche ,zitate wurden nicht korrigiert4 ,einige ,abbildungen wurden zwischen die ,abstze verschoben und zum ,teil sinngem gruppiert1 um den ,textfluss nicht zu beeintrchtigen4 ,der ,abschnitt ,lesung und bersetzung der ,verse aus der ,disputaskizze zu ,wien#8 wurde im ,original mit einem ,trennstrich vom laufenden ,text abgetrennt4 ,diese ,anmerkung wurde in der vorliegenden ,fassung zwischen zwei ,abstze verschoben und durch eine ,einrckung hervorgehoben4 ,die ,funote wurde an das ,ende des betreffendes ,abschnitts gesetzt4 ,besondere ,schriftschnitte wurden in der vorliegenden ,fassung mit den folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 ,fettdruck3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,pluszeichen ,antiqua3 ,tilden ,liebhaber-,ausgaben ,illustration ,knstler-,monographien von ,h4 ,knackfu ,professor an der ,k4 ,kunstakademie zu ,kassel ,i ,raffael ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahie ,raffael ,von ,h4 ,knackfu ,mit #aaj ,abbildungen von ,gemlden und ,handzeichnungen ,dritte ,auflage ,illustration ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahie ,druck von ,fischer ,wittig in ,leipzig4 ,illustration3 ,die heilige ,ccilia4 ,in der ,akademie zu ,bologna4 ,illustration ,raffael4 ,wie freigebig und gtig sich bisweilen der ,himmel zeigt1 indem er auf eine einzige ,person die unermelichen ,reichtmer seiner ,schtze und alle jene ,gnaden und seltensten ,gaben huft1 die er sonst in einem langen ,zeitraum unter viele ,einzelwesen zu verteilen pflegt1 das konnte man deutlich sehen an dem nicht weniger ausgezeichneten als liebenswrdigen ,raffael ,sanzio von ,urbino1 der von der ,natur begabt war mit all jener ,bescheidenheit und ,gte1 die man manchmal bei denjenigen gewahrt1 die mehr als andere neben einer gewissen feinen natrlichen ,bildung den herrlichen ,schmuck einer anmutvollen ,freundlichkeit besitzen1 die sich immer sanft und gefllig gegen jedermann und in allen ,dingen zu zeigen pflegt4 ,ihn schenkte die ,natur der ,welt1 als sie1 besiegt von der ,kunst durch die ,hand des ,michelangelo ,buonarroti1 in ,raffael besiegt werden wollte durch die ,kunst und durch die ,persnlichkeit zugleich48 ,so beginnt ,giorgio ,vasari1 der im ,,xvi4 ,jahrhundert das ,leben berhmter italienischer ,knstler von ,cimabue bis auf sich selbst beschrieb1 die ,lebensbeschreibung des unsterblichen ,meisters1 der die ,kunst der italienischen ,renaissance auf den ,gipfel der ,vollkommenheit gefhrt hat und der mit dem gewaltigen ,michelangelo den hchsten ,ruhm teilt1 da seine ,werke1 gleich den ,schpfungen des klassischen ,altertums1 der ,nachwelt als unbertrefflich gelten4 ,illustration3 ,abb4 #a4 ,aus dem ,venezianischen ,skizzenbuche4 ,illustration3 ,abb4 #b4 ,aus dem ,venezianischen ,skizzenbuche4 ,illustration3 ,abb4 #c4 ,aus dem ,venezianischen ,skizzenbuche4 ,illustration3 ,abb4 #d4 ,das ,dreiheiligenbild in der ,berliner ,galerie4 ,am ,karfreitag 7#bh4 ,mrz7 des ,jahres #adhc erblickte ,raffael ,santi 7oder ,sanzio7 das ,licht der ,welt4 ,sein ,geburtsort ,urbino1 am ,nordostrande der ,apenninen in der ,mark ,ankona gelegen1 unweit der ,grenzen von ,toskana und ,umbrien1 war die ,hauptstadt eines kleinen ,herzogtums1 das dem tapferen und kunstsinnigen ,geschlecht der ,montefeltro gehrte4 ,raffaels ,vater ,giovanni ,santi war ein achtbarer ,maler1 der sinnigfromme ,heiligenbilder malte2 er hatte es in seiner ,jugend mit verschiedenen ,berufsarten versucht1 ehe er sich der ,kunst zuwendete2 auch eine ,reimchronik1 welche die ,thaten des ,herzogs ,federigo ,montefeltro preist1 hat er verfat4 ber ,raffaels ,mutter ,magia1 deren ,andenken dieser zweifellos die ,anregungen zu seinen himmlischen ,madonnen1 den verklrten ,schilderungen der ,mutterliebe und des ,mutterglcks1 verdankte1 wissen wir weiter nichts1 als da sie die ,tochter eines gewissen ,battista ,ciarla in ,urbino war1 da sie ihrem ,gatten auer ,raffael noch einen ,sohn und eine ,tochter schenkte1 die beide im frhen ,kindesalter starben1 und da sie selbst schon am #g4 ,oktober #adia starb4 ,in einem von ,giovanni ,santi gemalten ,freskobilde in dem noch heute stehenden ,geburtshaus ,raffaels1 welches eine ,madonna mit dem schlafenden ,kinde darstellt1 glaubt man eine ,abbildung der ,frau ,magia mit dem kleinen ,raffael erblicken zu drfen4 ,giovanni hat seinem ,sohn jedenfalls nur die allerersten ,anfangsgrnde seiner ,kunst beibringen knnen2 denn nachdem er sich #adib zum zweitenmal vermhlt hatte1 starb er schon am #a4 ,august #adid4 ,raffaels eigentlicher ,lehrmeister war nach ,vasaris ,angaben ,pietro ,vannucci1 genannt il ,perugino 7geb4 #addf1 gest4 #aebd71 das ,haupt der sogenannten umbrischen ,malerschule1 deren besonderes ,wesen eine zarte poetische ,empfindung bei einigermaen schchterner ,formen- und ,farbengebung kennzeichnet4 ,doch befindet sich ,vasari in einem offenbaren ,irrtum1 wenn er erzhlt1 ,giovanni ,santi habe selbst1 und noch bei ,lebzeiten der ,mutter1 den ,knaben nach ,perugia zu ,vannucci gebracht4 ,wahrscheinlich im ,alter von siebzehn ,jahren kam ,raffael in dessen ,werkstatt2 denn bis zum ,jahre #aejj war der vielbeschftigte ,meister jahrelang fast bestndig auerhalb ,perugias thtig4 ,wer bis dahin den jungen ,santi unterrichtet hat1 darber fehlen alle ,nachrichten4 ,in ,urbino war seit #adie ein tchtiger einheimischer ,maler ansssig1 ,timoteo ,viti 7geboren #adfg71 der seine ,ausbildung in ,bologna bei ,francesco ,francia empfangen hatte4 ,die ,vermutung1 da dieser ,raffaels ,lehrer gewesen sei1 hat die grte ,wahrscheinlichkeit fr sich1 zumal da ,raffael auch in spteren ,jahren zu ihm in freundschaftlichen ,beziehungen stand4 ,jedenfalls brachte ,raffael1 als er zum ,perugino kam1 auer seiner persnlichen ,begabung eine ganz gediegene ,vorbildung mit4 ,es sind drei reizende kleine ,gemlde vorhanden1 von denen mit ,grund angenommen wird1 da ,raffael sie noch in ,urbino gemacht habe2 denn sie tragen bei aller ,trefflichkeit der ,ausfhrung in der ,erfindung ein kindliches ,geprge1 und sie verraten in nichts den spter sehr mchtig werdenden ,einflu der ,schule von ,perugia4 ,das eine dieser ,bildchen befindet sich in der ,nationalgalerie zu ,london und ist bekannt unter dem ,namen ,der ,traum des ,ritters48 ,in einer reichen ,landschaft ruht unter einem ,bumchen ein geharnischter ,jngling im ,schlummer2 von der einen ,seite naht ihm ein anmutiges ,weib1 mit ,perlen geschmckt1 und reicht ihm ,blumen dar2 von der anderen ,seite tritt eine ernstere ,frauengestalt heran1 mit dem ,schwert in der einen1 einem ,buche in der anderen ,hand4 ,der ,sinn der ,darstellung erklrt sich von selbst4 ,das andere ,bildchen1 im ,louvre zu ,paris1 stellt den ,erzengel ,michael dar1 der in voller ,rstung vom ,himmel herabgestrmt ist1 um den bsen ,feind1 der sich in ,gestalt eines ,drachen mit ohnmchtiger ,wut unter dem gepanzerten ,fue des ,himmelskriegers krmmt1 mit dem ,schwerte niederzuschmettern2 die ,hlle ist der ,schauplatz des ,vorganges3 scheuliche ,unholde stehen glotzend umher1 und in der ,ferne1 vor der flammenden ,hllenburg und zwischen dsteren ,felsen1 sind die ,strafen der ,heuchler und der ,diebe nach ,dantes ,gedicht geschildert4 ,als drittes wird diesen kstlichen ,jugendwerken eine ,darstellung der drei ,grazien 7im ,besitz des ,herzogs von ,aumale7 beigezhlt1 welche die irgend einem antiken ,kunstwerk entliehene ,gruppe der drei einander umschlungen haltenden ,mdchen in eine weite freie ,landschaft versetzt4 -- ,in verschiedenen ,sammlungen werden ,handzeichnungen aufbewahrt1 die als frhe ,jugendarbeiten ,raffaels gelten1 ohne da fr diese ,annahme eine uere oder innere ,beglaubigung vorlge4 ,die grte ,sammlung von angeblich aus ,raffaels ,jugend herrhrenden ,zeichnungen besitzt die ,akademie zu ,venedig in einem in seine einzelnen ,bltter aufgelsten ,skizzenbuche 7,abb4 #a1 #b1 #c74 ,da finden wir ,nachzeichnungen von ,kpfen und ,figuren verschiedener ,meister1 ,gedchtnisbungen1 ,entwrfe1 streng schulmig gezeichnete ,gewandstudien und sonstige ,studien nach der ,natur1 darunter einige ausgezeichnet schne ,kpfe4 ,die ,urheberschaft ,raffaels an diesem ,skizzenbuch ist mit ebenso groem ,eifer behauptet wie bestritten worden2 nach der ,ansicht des gewiegtesten ,kenners gehrt dasselbe dem ,pinturicchio an4 ,bernardino ,betti1 genannt il ,pinturicchio 7das ,malerchen71 war neben dem um einige ,jahre lteren ,perugino der vorzglichste ,meister der ,schule von ,perugia2 unzweifelhaft hat ,raffael auch von ihm recht viel gelernt4 ,die ,betrachtung der venezianischen ,skizzenbuchbltter ist -- ganz abgesehen von dem ,interesse1 das sie an und fr sich haben -- hchst anziehend1 weil sie ein anschauliches ,bild gewhren von der ,art und ,weise der umbrischen ,schule1 in die ,raffael eintrat und der er sich bald vllig anzupassen wute4 ,zwischen dem ,lehrer und dem ,schler entwickelte sich eine lebendige ,wechselwirkung4 ,man glaubt in ,peruginos ,werken aus den ersten ,jahren des ,,xvi4 ,jahrhunderts ,fortschritte gegen seine frheren ,arbeiten zu gewahren1 die aus dem ,einflu von ,raffaels frischem ,talent zu erklren wren2 und ,raffael lebte sich vollstndig in die ,auffassungs- und ,darstellungsweise seines ,meisters ein4 ,es scheint selbst vorgekommen zu sein1 da der ,lehrer malte1 was der ,schler erfunden hatte4 ,der umgekehrte ,fall war nicht ungewhnlich2 in ,italien ebensowohl wie in ,deutschland berlieen vielbeschftigte ,knstler die ,ausfhrung untergeordneter ,arbeiten ihren ,gehilfen2 dabei deckte dann der ,name des ,meisters die ,that des ,schlers2 bei dem bald alles berstrahlenden ,ruhme des ,namens ,raffael aber erscheint es leicht begreiflich1 da schon in den ,augen der ,mitwelt der erfindende ,meister hinter dem ausfhrenden ,schler verschwand4 ,ein hnliches ,verhltnis scheint zeitweilig auch zwischen ,pinturicchio und ,raffael bestanden zu haben4 ,wenigstens liegen den frhesten ,madonnenbildern ,raffaels ,zeichnungen zu ,grunde1 die mit der grten ,wahrscheinlichkeit dem ,pinturicchio zugeschrieben werden4 ,unbedingt ntig ist es darum freilich nicht1 da wir annehmen1 der junge ,maler habe im ,auftrage des lteren ,bestellungen1 die an diesen gelangten1 ausgefhrt2 wir mgen uns auch vorstellen1 da der schchterne ,anfnger bei den ersten ,auftrgen1 die er bekam1 sich an den erfahrenen ,kunstgenossen um ,rat gewendet1 und da dieser ihm eigne ,entwrfe als mustergiltige ,vorbilder zur ,verfgung gestellt habe4 ,bestanden doch in den damaligen ,werksttten die den ,lernenden gegebenen ,vorlagen lediglich in den ,arbeiten des ,lehrers2 und niemand nahm ,ansto daran1 wenn ein ,schler irgend ein ,studienblatt seines ,meisters1 das er zu seiner bung nachgebildet1 gelegentlich auch einmal in einem eignen ,bilde verwertete4 ,so erklren sich die ,anklnge und unmittelbaren ,wiederholungen1 denen wir nicht selten in den ,werken verschiedener1 aber aus derselben ,schule hervorgegangener ,maler begegnen2 unser ngstliches ,suchen nach ,originalitt um jeden ,preis und in jedem ,strich kannte jene ,zeit noch nicht4 ,die ,eigenart ,raffaels und seine besondere ,begabung fr natrliche ,schnheit der ,form lt sich auch in den ,werken1 die er whrend seiner ,peruginer ,schulzeit entstehen lie1 nicht verkennen4 ,seine beiden ltesten ,madonnenbilder besitzt das ,berliner ,museum3 ,die ,madonna zwischen dem heiligen ,hieronymus und ,franziskus 7auch ,dreiheiligenbild8 genannt1 ,abb4 #d7 und die nach ihrem frheren ,besitzer bezeichnete ,madonna ,solly 7,abb4 #e74 ,diesen beiden ,bildern reiht sich ein drittes an1 ein kleines achteckiges ,gemlde1 das sich bis #ahga im ,palazzo ,conestabile zu ,perugia befand1 seitdem aber in der ,sammlung der ,ermitage zu ,petersburg verborgen ist4 ,es sind ,andachtsbilder1 die sich von der durch altes ,herkommen bestimmten ,auffassung nicht entfernen wollen1 echte ,erzeugnisse der umbrischen ,schule1 fast noch halb mittelalterlich1 aber unendlich liebenswrdig in ihrer zarten ,milde4 ,die ,madonna erscheint berall in halber ,figur1 als eine nonnenhaft verhllte1 sehr jugendliche ,mdchengestalt1 mit feinem1 blassem ,antlitz und niedergeschlagenen ,augen2 das nackte ,christuskind1 das sie auf dem ,scho oder auf den ,hnden hlt1 hat etwas ,altkluges in seinem ,wesen3 hier erhebt es das ,hndchen segnend gegen die beiden ,heiligen1 da hlt es zwar in kindlicher ,weise ein ,spielzeug -- einen ,vogel -- gefat1 wendet aber seine uglein fromm gegen den ,himmel1 und dort liest es andchtig mit in dem ,gebetbuch der ,mutter4 ,den ,hintergrund bilden weite ,fernsichten unter lichtblauem ,himmel1 und diese feinen duftigen ,landschaften tragen nicht wenig zur ,hervorbringung der poetischen ,stimmung bei1 die diesen ,bildern eigen ist4 ,ungeachtet aller schulmigen ,befangenheit blickt berall ein frischer ,sinn fr ,naturwahrheit hervor4 ,in welcher ,weise ,raffael whrend seiner ,lehrzeit zu ,perugia nach der ,natur studierte1 davon giebt der im ,museum ,wicar zu ,lille bewahrte1 fr den greisen ,hieronymus im ,dreiheiligenbilde gezeichnete ,studienkopf ein hbsches ,beispiel 7,abb4 #f74 -- ,es ist anziehend zu betrachten1 wie der junge ,knstler den so beraus einfachen ,gedanken des herkmmlichen ,madonnenbildes1 das der ,phantasie so wenig ,spielraum zu gestatten schien1 im ,geiste bewegte1 um durch leise ,abwandlungen neue ,bilder zu gewinnen1 die er in bald flchtiger1 bald sorgfltiger gezeichneten ,skizzen festhielt4 ,so ist eine schne1 groe ,kreidezeichnung 7,abb4 #g7 in der ,sammlung des ,erzherzogs ,albrecht 7der ,albertina87 zu ,wien sowohl der ,madonna ,solly1 als auch der ,madonna ,conestabile hnlich1 aber doch wieder von beiden verschieden und in sich harmonisch abgerundet2 besonders bemerkenswert ist dieses ,blatt auch dadurch1 da das ,kind sich in rein kindlicher ,weise mit einem ,granatapfel beschftigt1 den ihm die ,jungfrau hinhlt1 whrend sie das ,gebetbuch einen ,augenblick beiseite gelegt hat4 ,den ganzen duftigen ,reiz eines unmittelbaren ersten ,entwurfs enthllt eine kstliche kleine ,federzeichnung im ,museum zu ,oxford 7,abb4 #h72 mit wenigen ausdrucksvollen ,strichen ist es hingeschrieben1 wie die ,jungfrau mit himmlischer ,holdseligkeit den ,knaben anschaut und wie dieser1 der mit beiden ,hndchen ihr ,gebetbuch gefat hlt1 andchtig nach oben blickt4 ,auf der ,rckseite des ,blttchens 7,abb4 #i7 ist das ,knblein grer und ausfhrlicher mit zarten und doch sicheren ,linien aufgezeichnet2 wir ahnen in diesen lieblichen ,umrissen schon die ganze ,schnheit spterer ,raffaelischer ,kindergestalten4 ,illustration3 ,abb4 #e4 ,madonna ,solly in der ,berliner ,galerie4 ,illustration3 ,abb4 #f4 ,studienkopf zum heil4 ,hieronymus im ,berliner ,dreiheiligenbild48 7,handzeichnung im ,museum zu ,lille47 ,illustration3 ,abb4 #g4 ,madonnenskizze4 7,kohlenzeichnung in der ,albertina zu ,wien47 ,illustration3 ,abb4 #h4 ,madonnenskizze4 ,federzeichnung im ,museum zu ,oxford4 ,illustration3 ,abb4 #i4 ,rckseite des ,blattes ,abb4 #h1 grere ,zeichnung des ,kindes 7,museum zu ,oxford74 ,illustration3 ,abb4 #aj4 ,krnung ,marias 7in der ,vatikanischen ,pinakothek74 ,illustration3 ,abb4 #aa4 ,studienkopf zu einem ,engel in der ,krnung ,marias4 7,handzeichnung im ,museum zu ,lille47 ,im ,jahre #aejb siedelte ,perugino nach ,florenz ber4 ,raffael aber blieb noch in ,perugia4 ,denn schon war er mit der ,ausfhrung eines groen ,altargemldes betraut worden4 ,im ,auftrage einer ,dame aus einem der mchtigsten ,geschlechter von ,perugia1 ,maddalena degli ,oddi1 malte er fr den ,altar der dortigen ,franziskanerkirche eine ,krnung ,marias 7,abb4 #aj74 ,das jetzt in der ,vatikanischen ,pinakothek befindliche ,gemlde zeigt in seiner unteren ,hlfte die ,apostel1 welche das leere ,grab der ,jungfrau1 aus dem ,lilien und ,rosen emporsprieen1 umstehen2 ber den ,wolken erscheint ,christus und setzt seiner ,mutter1 unter der jubelnden ,musik der ,engelscharen1 die ,himmelskrone auf das ,haupt4 ,eine ,anzahl erhaltener ,studien gibt ,kunde von ,raffaels ,vorbereitungen fr das ,werk4 ,so erkennen wir in dem schnen ,bildniskopf eines ,jnglings 7,abb4 #aa1 im ,liller ,museum71 wohl eines ,genossen der ,werkstatt1 die ,studie zu dem ,antlitz des ,engels1 der mit dem ,tamburin zur ,rechten der ,jungfrau steht2 bei der ,studie zu dem ,kopf des diesem gegenberstehenden ,engels mit der ,geige dagegen hat der junge ,meister gleich in die ,zeichnung nach der ,natur eine idealisierte ,auffassung hineingelegt 7,british ,museum zu ,london1 ,abb4 #ab74 ,finden wir ,raffael in dem ,krnungsbilde in ,bezug auf die gesamte ,anordnung und das ,geprge der ,kpfe noch ganz von der ,schule des ,perugino abhngig1 der um dieselbe ,zeit denselben ,gegenstand fr eine ,kirche bei ,perugia malte1 so gewahren wir doch auch1 wie sehr weit schon der ,schler den ,meister in ,bezug auf ,schnheit und ,lebendigkeit bertraf4 ,wie die ,kraft des noch nicht zwanzigjhrigen ,raffael sich regte1 um sich ber die ,banden der ,schulmigkeit zu erheben1 wie schnell er die ,meister der ,schule berflgelte1 das zu erkennen haben wir an dem jetzigen ,aufbewahrungsort des ,gemldes die beste ,gelegenheit3 ganz in der ,nhe1 in dem nmlichen ,zimmer1 hngt eine ,darstellung desselben ,gegenstandes von ,pinturicchio2 bei dem ,vergleich fallen ,raffaels in seiner persnlichen ,eigenart begrndete ,vorzge gar deutlich in die ,augen4 -- ,als ,altargemlde hatte das ,krnungsbild auch eine ,predella18 eine mit kleineren ,bildern geschmckte ,staffel1 durch die es ber den ,altartisch emporgehoben wurde4 ,von dem ,hauptbild getrennt1 befindet sich diese ,predella gleichfalls in der ,vatikanischen ,sammlung4 ,die ,verkndigung1 die ,anbetung der drei ,weisen und die ,darstellung im ,tempel bilden die ,gegenstnde der ,predellenbilder4 ,bei diesen kleinen ,gemlden hat sich ,raffael noch freier und unabhngiger von der ,schule bewegt als in dem ,hauptgemlde4 ,zu den beiden ersten ,darstellungen sind die ,kartons1 die in der ,gre der ,ausfhrung angefertigten ,hilfszeichnungen1 noch vorhanden1 der eine im ,louvre 7,abb4 #ac71 der andere im ,museum zu ,stockholm2 an dem ,karton der ,verkndigung1 die ,raffael in eine weite ,sulenhalle verlegt hat1 um den im ,verhltnis zu der geringen ,zahl der ,figuren sehr breiten ,bildraum in interessanter ,weise zu fllen1 sieht man1 wie derselbe zur bertragung der ,zeichnung auf die ,tafel benutzt worden ist3 die mit der ,feder gezeichneten ,umrisse sind mit ,nadelstichen durchbohrt zum ,zwecke des ,durchbeutelns mit ,kohlenstaub4 ,gewinnen wir hier einen ,einblick in ,raffaels ,handwerksverfahren1 so blicken wir in seine geistige ,werkstatt in einer kstlichen ,skizze im ,museum zu ,oxford 7,abb4 #ad71 welche mit wenigen sicheren und ausdrucksvollen ,federzgen die ,hauptgruppe des dritten ,predellenbildes feststellt4 ,illustration3 ,abb4 #ab4 ,studienzeichnungen zu einem anderen ,engel desselben ,bildes4 7,british ,museum47 ,illustration3 ,abb4 #ac4 ,karton zur ,verkndigung8 auf der ,predella der ,krnung ,marias4 7,im ,louvre zu ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ad4 ,skizze 7in ,oxford7 zur ,darstellung ,christi im ,tempel auf derselben ,predella4 ,illustration3 ,abb4 #ae4 ,die ,vermhlung ,marias 7,lo sposalizio7 in der ,brera zu ,mailand4 ,etwa eine ,tagereise nordwrts von ,perugia liegt im oberen ,tiberthal das ,stdtchen ,citt di ,castello4 ,hierher ward ,raffael nach der ,vollendung der ,krnung ,marias8 durch mehrere ,auftrge gefhrt4 ,zuerst malte er hier1 nach ,vasaris ,erzhlung1 ein ,bild fr die ,kirche ,st4 ,agostino1 ganz in der ,art des ,perugino4 ,den ,gegenstand dieses ,gemldes gibt der ,biograph nicht an2 die berlieferung aber hat ein bis zum ,jahre #aghi in dieser ,kirche aufgestellt gewesenes ,altarbild1 die ,krnung des h4 ,nikolaus von ,tolentino1 als ,jugendwerk ,raffaels bezeichnet3 in dem genannten ,jahre wurde dasselbe verkauft1 und dann -- es war ausnahmsweise auf ,leinwand gemalt -- in ,einzelbilder zerschnitten2 die ,stcke aber sind spurlos verschwunden4 ,ein gnstigeres ,geschick hat ber den beiden anderen in ,citt di ,castello gemalten ,bildern gewaltet1 welche ,vasari ausdrcklich benennt4 ,das eine1 den toten ,christus am ,kreuz mit ,maria1 ,johannes1 ,magdalena und ,hieronymus darstellend und ganz in der ,art des ,perugino gedacht und ausgefhrt1 gehrte der ,kirche ,s4 ,domenico2 jetzt befindet sich dasselbe in einer ,privatsammlung zu ,london4 ,das dritte ,bild1 die ,vermhlung ,marias 7,abb4 #ae71 laut ,inschrift im ,jahre #aejd vollendet1 prangte bis gegen ,ende des vorigen ,jahrhunderts auf einem ,altar der ,kirche ,s4 ,francesco2 jetzt befindet es sich in der ,sammlung der ,brera zu ,mailand4 ,dieses ,hauptwerk ,raffaels aus seiner umbrischen ,periode1 weltbekannt unter dem ,namen lo sposalizio1 zeigt vor einem ,rundbau1 der den ,tempel zu ,jerusalem darstellt1 den ,hohenpriester1 welcher die ,hnde des ,brautpaares zusammenfgt2 hinter ,maria erscheint ein ,gefolge von ,jungfrauen1 hinter ,joseph die zurckgewiesenen ,freier1 von denen die ,legende zu erzhlen wei3 sie halten drre ,stbe in den ,hnden1 whrend aus ,josephs ,stab ,blumen hervorgesprot sind2 zwei von ihnen zerbrechen ihre ,stbe1 deren ,verdorrtheit das vom ,himmel geoffenbarte ,zeichen ihrer ,zurckweisung ist1 der eine mit einer gewissen ,gelassenheit1 der andere1 im ,vordergrunde1 in leidenschaftlicher ,erregung4 ,bei diesem ,bilde hat sich ,raffael in der ganzen ,anordnung und ,gruppierung wieder getreu nach einem gleichartigen ,werke des ,perugino gerichtet2 aber bis in die kleinste ,einzelheit hat er sein ,vorbild unendlich weit an ,geist1 ,freiheit1 ,leben und ,schnheit bertroffen2 seine hervorragende ,begabung fr das ,fach der ,baukunst1 die er in spteren ,jahren zu bethtigen glnzende ,gelegenheit finden sollte1 offenbart sich in der geschmackvollen ,erfindung des ,tempels4 ,illustration3 ,abb4 #af4 ,bildnisskizze1 besonders stark an ,leonardos ,gioconda8 erinnernd4 ,federzeichnung im ,louvre4 ,illustration3 ,abb4 #ag4 ,bildnisskizze im ,museum zu ,lille1 mit ,silberstift auf getntem ,papier gezeichnet4 ,whrend ,raffael in ,citt di ,castello arbeitete1 war ,pinturicchio damit beschftigt1 die ,dombibliothek zu ,siena im ,auftrage des ,papstes ,pius ,,iii mit ,fresken zu schmcken4 ,vasari berichtet1 da derselbe den ,raffael nach ,siena habe kommen lassen1 um ihm an den ,kartons zu diesen ,wandgemlden zu helfen4 ,diese ,nachricht hat durchaus nichts ,unglaubwrdiges2 der kaum einundzwanzigjhrige ,raffael mochte sich wohl bereitwillig zu einer solchen ,hilfsarbeit verstehen dem ,manne gegenber1 von dem er so vieles gelernt hatte4 ,ein vergebliches ,bemhen wrde es freilich sein1 die ,spuren von ,raffaels ,mitwirkung in jener ,meisterschpfung des ,pinturicchio entdecken zu wollen2 denn wenn ein lterer ,maler einem jngeren das ,vertrauen schenkt1 da er sich von ihm bei einem groen ,werke helfen lt1 so pflegt er demselben doch nicht zu gestatten1 da er von seinem ,eignen etwas hineinbringe4 ,jedenfalls hielt sich ,raffael nicht lange in ,siena auf4 ,es trieb ihn1 den damaligen ,hauptsitz der ,kunst ,italiens kennen zu lernen1 ,florenz1 wo ja auch sein vormaliger ,lehrer seine ,werkstatt aufgeschlagen hatte4 ,ehe ,raffael nach ,florenz bersiedelte1 machte er einen ,besuch in seiner ,vaterstadt4 ,hier hatten sich inzwischen kriegerische ,ereignisse zugetragen4 ,herzog ,guidobaldo ,montefeltro war durch ,cesare ,borgia vertrieben worden1 hatte aber im ,jahre #aejc unter dem ,jubel der ,bevlkerung von seiner angeerbten ,herrschaft wieder ,besitz genommen4 ,in demselben ,jahre bestieg ,giuliano della ,rovere1 dessen ,bruder mit der ,schwester des ,herzogs1 ,giovanna1 vermhlt war1 als ,julius ,,ii den ppstlichen ,stuhl4 ,unter dem ,schutze dieser mchtigen ,verwandtschaft blieb dem ,herzogtum ,urbino der ,friede gesichert4 ,ungestrt entfaltete sich am ,hofe ,guidobaldos jenes rege geistige ,leben1 welches den italienischen ,frstenhfen der ,renaissancezeit einen so eigentmlichen ,glanz und ,zauber im ,gedchtnis der ,nachwelt verliehen hat4 ,auch ,raffael ward in den auserlesenen ,kreis hineingezogen1 dessen ,seele die schne und geistreiche ,gemahlin des ,herzogs1 ,elizabeta ,gonzaga war1 die ,enkelin einer ,hohenzollerntochter4 ,neben der ,herzogin ,elisabeth war des ,herzogs ,schwester ,giovanna della ,rovere eine besondere ,gnnerin des jungen ,knstlers1 dessen ,anfnge schon deutlich genug verhieen1 da er einst seiner ,vaterstadt zum ,ruhme gereichen wrde4 ,mit einem warmen ,empfehlungsschreiben der ,herzogin ,giovanna an den ,bannerherrn von ,florenz1 ,piero ,soderini1 ausgestattet1 betrat ,raffael im ,herbste des ,jahres #aejd die blhende ,hauptstadt ,toskanas4 ,hier stand damals ,leonardo da ,vinci auf der ,hhe des ,ruhms4 ,mit ihm wetteiferte der um dreiundzwanzig ,jahre jngere ,michelangelo ,buonarroti1 dessen ,riesenstandbild des ,david vor kurzem am ,eingange des ,palastes der ,signoria aufgestellt worden war2 jetzt waren beide ,meister mit den ,entwrfen zu groen ,schlachtgemlden beschftigt1 welche die ,wnde des ,ratssaales schmcken sollten4 ,unter den dauernd in ,florenz ansssigen ,malern zeichnete sich der ,dominikaner ,fra ,bartolommeo aus1 der seine charaktervollen und glaubensinnigen1 farbenprchtigen ,schpfungen in streng architektonischem ,aufbau anzuordnen liebte4 ,zu diesem ernsten ,meister1 den das ,schicksal ,savonarolas in das ,kloster getrieben hatte1 trat ,raffael in ein besonders enges ,freundschaftsverhltnis2 beide lernten voneinander2 ,raffael teilte dem um acht ,jahre lteren ,freunde so viel mit1 wie er empfing4 ,leicht lt sich in mehreren ,werken beider der wechselseitige ,einflu wahrnehmen4 ,aber nicht von den ,lebenden allein1 auch von den alten ,meistern der ,vorzeit lernte ,raffael in ,florenz2 mit ,eifer studierte er in der ,kirche ,st4 ,maria del ,carmine die ,fresken des ,masaccio1 der die ,naturtreue1 die den besonderen ,ruhm der ,florentiner ,schule bildete1 in die ,kunst eingefhrt hatte4 ,so kam der junge ,urbinate1 wie ,vasari berichtet1 dazu1 eine auerordentliche ,vervollkommnung in der ,kunst und in seiner ,ausfhrungsart zu erlangen48 ,raffael verleugnete keineswegs seinen alten ,lehrmeister2 manchmal schimmert noch das ,wesen der umbrischen ,schule in seinen spteren ,werken durch2 aber eine freiere ,hingabe an die ,natur1 eine lebenskrftigere ,flle der ,formen unterscheiden seine ,werke aus der ,florentiner ,periode deutlich von den frheren4 ,zu dem ,altmeister ,leonardo mute ,raffael mit unbegrenzter ,verehrung emporblicken2 auch sein klsterlicher ,freund stand unter dem ,banne dieses groen ,zauberers4 ,den ,einflu1 den die ,anschauung von ,werken des unbertroffenen ,schilderers hinreiender ,frauenschnheit auf den ,lernbegierigen ausbte1 gewahren wir besonders lebendig in mehreren von ,raffael in kleiner ,zeichnung skizzierten weiblichen ,bildnissen 7,abb4 #af u4 #ag74 ,leonardos ,gioconda8 schwebte auch1 als ein freilich unerreichtes und unerreichbares ,vorbild1 dem jungen ,knstler vor1 als er seine ersten ,frauenbildnisse malte4 ,agnolo ,doni1 ein begeisterter aber sparsamer ,kunstfreund1 der die ,preise der berhmten ,florentiner ,meister der ,bildniskunst scheuen mochte1 hat das ,verdienst1 ,raffael zuerst ,gelegenheit gegeben zu haben1 seine ,kraft auf diesem ihm noch neuen ,gebiete zu erproben1 indem er sich und seine ,gattin ,maddalena von ihm abmalen lie4 ,diese beiden ,bildnisse 7,abb4 #ah und ,einschaltebild7 befinden sich jetzt in der ,sammlung des ,pittipalastes zu ,florenz4 ,man mag sich bei ihrer ,betrachtung wohl sagen1 da der junge ,meister noch lange nicht auf der ,hhe der ,kunst stand1 dem getreuen ,abbild eines ,menschen die ,bedeutung eines allgemein giltigen ,kunstwerks zu verleihen2 man mag die berzeugende ,charakterschilderung vermissen3 dennoch sind es ein paar hochbedeutende ,bilder1 und deutlich spricht aus ihnen die ungewhnliche ,begabung ihres ,urhebers2 besonders erregt ihre schne1 krftige ,farbenstimmung schon von weitem die ,aufmerksamkeit des ,beschauers4 -- ,den beiden ,erstlingswerken der ,gattung reihen sich zwei treffliche ,meisterschpfungen an1 bei denen die ,urheberschaft ,raffaels zwar nicht beglaubigt1 aber kaum zweifelhaft ist2 beides sind ,bilder unbekannter ,frauen1 das eine 7die sogenannte ,donna gravida7 in der ,pitti-,galerie1 das andere in der ,tribuna der ,uffizien befindlich4 -- ,im ,jahre #aeje finden wir ,raffael wieder in ,perugia beschftigt4 ,in einer ,kapelle des ,kamaldulenser-,klosters ,san ,severo malte er sein erstes ,freskobild4 ,der gegebene ,raum war ein ,spitzbogen1 die gestellte ,aufgabe eine ,darstellung der heiligen ,dreifaltigkeit und einer ,anzahl von ,heiligen des ,ordens4 ,leider ist das ,gemlde sehr beschdigt -- die ,figur ,gott ,vaters ist ganz verschwunden -- und schlimmer noch als durch den ,einflu der ,zeit und der ,feuchtigkeit durch eine moderne bermalung mihandelt4 ,doch lt es immer noch die herrliche ,erfindung ,raffaels erkennen und bewundern4 ,deutlich spiegeln sich in dem ,bilde die mchtigen ,eindrcke wieder1 welche ,raffael durch den ,anblick der ,werke der groen alten ,florentiner ,meister1 zugleich aber auch durch die ,schpfungen seines ,freundes ,bartolommeo empfangen hatte2 weder den groartigen ,zug der ,linien in der feierlichen ,anordnung der ,heiligen1 die im ,halbkreis zu den ,seiten des ,erlsers auf den ,wolken thronen1 noch die knstlerische ,freiheit und ,lebensflle in jeder einzelnen ,gestalt hatte er in ,peruginos ,schule gelernt4 ,aber alle jene ,einwirkungen von auen hat der jugendliche ,meister mit eigner schpferischer ,kraft verarbeitet2 man ahnt in dem ,werke schon den knftigen unbertroffenen ,meister der ,monumentalmalerei4 ,wie lebhaft sich ,raffaels ,geist damals mit dem in ,florenz ,gesehenen beschftigte1 verrt uns unter anderm ein ,studienblatt 7,abb4 #ai71 das im ,museum zu ,oxford aufbewahrt wird4 ,dasselbe enthlt die unvergleichlich prchtig gezeichneten ,studien zu zwei ,kpfen und zwei ,hnden von ,heiligen auf dem ,freskobild von ,s4 ,severo2 in einer ,ecke desselben aber ist mit flchtigen ,strichen aus dem ,gedchtnis eine ,gruppe aus ,leonardos ,reiterschlacht hinskizziert1 deren ,karton gerade im ,jahre #aeje vollendet worden war und die durch ihre nie gesehene ,lebendigkeit alle ,welt in ,begeisterung versetzte4 -- ,ferner malte ,raffael in ,perugia fr das ,nonnenkloster ,st4 ,antonio ein groes ,altarwerk1 sowie eine ,altartafel fr die ,kapelle der ,familie ,ansidei in der ,servitenkirche4 ,auf beiden ,bildern wurde die ,madonna als ,knigin der ,heiligen dargestellt1 wie sie auf einem hohen1 von einem ,baldachin berdachten ,sitz ber anderen ,heiligen thront4 ,bei dem erstgenannten ,werke kam noch ein bekrnendes halbkreisfrmiges ,bogenfeld mit der ,gestalt des segnenden ,gott ,vater hinzu und eine ,predella mit fnf ,darstellungen3 ,christus am lberg1 die ,kreuztragung1 die ,beweinung des ,leichnams ,christi und die ,einzelfiguren der ,heiligen ,antonius von ,padua und ,franz von ,assisi4 ,beide ,werke haben lngst ihren ,platz verlassen1 -- wie denn berhaupt kein ,altargemlde ,raffaels an geweihter ,stelle verblieben ist4 ,sie befinden sich jetzt in der ,nationalgalerie zu ,london1 mit ,ausnahme der ,predella1 welche in ihre einzelnen ,teile zerschnitten und in verschiedene englische ,sammlungen zerstreut worden ist4 ,an beiden ,gemlden fllt es auf1 da ,raffael in der ,anordnung1 in der ,auffassung des ,christuskindes und teilweise selbst in der ,formengebung noch stark in den ,regeln der umbrischen ,schule befangen erscheint2 man mu annehmen1 da die ,bestellungen auf ,grund von lteren ,entwrfen erfolgt sind2 von der ehrwrdigen ortsheimischen ,weise zu ,gunsten der freieren1 natrlicheren ,auffassung1 die in ,florenz heimisch war1 abzugehen1 mochte den ,auftraggebern -- und vermutlich auch ,raffael selbst -- bei groen ,altarbildern am wenigsten angezeigt scheinen4 -- ,gegen ,ende des ,jahres #aeje erhielt ,raffael von den ,nonnen des ,klosters ,monteluce bei ,perugia den ,auftrag1 eine ,krnung der ,himmelsknigin zu malen4 ,schon galt er damals fr den besten ,meister1 und schon war er so beschftigt1 da er die ,ausfhrung dieser ,bestellung auf unbestimmte ,zeit hinausschob4 ,illustration3 ,bildnis der ,maddalena ,strozzi-,doni4 ,gemlde im ,palazzo ,pitti zu ,florenz4 ,illustration3 ,abb4 #ah4 ,bildnis des ,agnolo ,doni4 ,gemlde im ,palazzo ,pitti zu ,florenz4 ,illustration3 ,abb4 #ai4 ,studien 7,museum zu ,oxford7 von ,kpfen und ,hnden zu dem ,freskobild in ,s4 ,severo zu ,perugia4 ,illustration3 ,abb4 #bj4 ,vorzeichnung zu dem heil4 ,georg in ,petersburg4 7,uffiziensammlung zu ,florenz47 ,im ,jahre #aejf malte ,raffael fr seinen ,herzog ,guidobaldo einen heiligen ,georg4 ,schon frher einmal hatte er den ,schutzheiligen des ,rittertums zum ,gegenstand eines ,gemldes gemacht4 ,dieses ltere ,bild befindet sich als ,gegenstck zu dem noch lteren ,st4 ,michael1 dem es im ,format genau entspricht1 im ,louvre4 ,sehen wir in dem ,erzengel den ,sieg selbst verkrpert1 so erblicken wir in ,georg1 dem ,menschen1 den mhevollen ,kampf4 ,auf einem mchtigen ,schimmel ist der ,heilige dem ,drachen entgegengesprengt2 in der ,wucht des ,anrennens ist der ,speer in der ,brust des ,ungetms zerbrochen2 schmerzgetroffen windet sich das ,ungeheuer und bumt sich an dem vorbeisausenden ,rosse empor2 aber schon hat der ,ritter das ,schwert von der ,seite gerissen1 und whrend er mit starker ,faust das schnaubende ,ro1 das sich dem ,beschauer entgegenbumt1 zu parieren sucht1 holt er zum unfehlbaren ,todesstreiche aus4 ,es war nicht mglich1 dieses ,bild an dramatischer ,lebendigkeit der ,schilderung1 die den ,beschauer an dem ,vorher und ,nachher des ,vorgangs teilnehmen lt1 zu berbieten4 ,wohl aber zeigt der fr den ,herzog ,guidobaldo von ,urbino gemalte ,st4 ,georg groe ,fortschritte in ,bezug auf die ,zeichnung des ,pferdes1 wiederum eine ,folge des ,aufenthaltes in ,florenz2 auch die prchtige ,landschaft erzhlt von den neuen ,eindrcken1 die ,raffael in der ,hauptstadt der ,kunst empfing4 ,die ,anordnung ist umgekehrt wie bei dem ersten ,bilde4 ,vom ,beschauer abgewendet strmt der ,heilige gegen den ,drachen ein2 im ersten ,ansto mit dem ,speer hat er diesmal das ,ungeheuer niedergestreckt1 ber das sich der ,schimmel mit gewaltigem ,satze hinweghebt2 die befreite ,jungfrau ist im ,hintergrunde betend dargestellt1 whrend sie auf dem ersten ,bilde in lebhafter ,bewegung des ,schreckens erscheint4 ,raffael hat das kleine ,bild fr wrdig gehalten1 es mit seinem vollen ,namen zu bezeichnen3 ,raffaello ,u4 7,urbinas7 liest man auf dem ,brustriemen des ,pferdes4 ,herzog ,guidobaldo hatte das ,bild bestellt als ein ,geschenk fr ,knig ,heinrich ,,vii von ,england1 zum ,dank fr den ihm verliehenen ,hosenbandorden4 ,darum erscheint der ,heilige sehr deutlich als der ,schutzpatron dieses ,ordens gekennzeichnet durch ein blaues ,band unter dem ,knie1 auf dem man das ,wort honi lesen kann4 ,im ,sommer #aejf reiste ,graf ,baldassare ,castiglione als ,gesandter des ,herzogs nach ,london ab1 um das ,bild zu berreichen4 ,jetzt befindet sich dasselbe in der ,ermitage zu ,petersburg4 ,eine genaue ,zeichnung in der ,gre der ,ausfhrung1 mit ,nadelstichen behufs bertragung auf die ,bildtafel durchbohrt1 befindet sich in der ,sammlung der ,uffizien zu ,florenz 7,abb4 #bj74 ,illustration3 ,abb4 #ba4 ,madonna ,riccolini1 in der ,sammlung des ,lord ,cowper zu ,banshanger4 ,illustration3 ,abb4 #bb4 ,madonna aus dem ,hause ,tempi 7in der alten ,pinakothek zu ,mnchen74 7,photographieverlag von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,es ist mglich1 da dieses ,bild ,raffael wieder nach ,urbino fhrte2 in diesem ,falle wre es wohl denkbar1 da ,papst ,julius ,,ii1 der auf dem ,zuge nach ,bologna im ,september #aejf drei ,tage bei seinen ,verwandten in ,urbino verbrachte1 dort zuerst die ,bekanntschaft des jungen ,knstlers gemacht htte1 der in seinem ,dienste bald nachher die groartigsten ,meisterwerke schaffen sollte4 ,die ,jahre #aejf bis #aejh sind hauptschlich durch eine ,reihe von ,madonnenbildern ausgefllt4 ,der ,schwerpunkt von ,raffaels ,thtigkeit in ,florenz liegt in seinen himmlisch schnen ,darstellungen der ,jungfrau mit dem ,kinde4 ,durch die umbrischen ,madonnen werden wir noch einigermaen an das ,wesen der mittelalterlichen ,kunst erinnert1 die alle ,krfte auf die stimmungsvolle ,schilderung der ,seele verwendete und den ,krper als etwas ,nebenschliches behandelte4 ,in ,florenz aber1 der ,heimat des ,realismus1 der getreuen ,naturwiedergabe in der ,kunst1 hat ,raffael die ,schnheit der ,wirklichkeit voll erkannt4 ,wie einst die ,meister der ewig giltigen ,schpfungen des klassischen ,heidentums1 so findet er in der vollkommensten menschlichen ,schnheit das ,mittel fr die ,darstellung des ,gttlichen4 ,an der ,spitze der in diesem ,sinne geschaffenen ,werke steht die ,madonna del ,granduca 7,einschaltebild7 im ,pittipalast zu ,florenz4 ,die ,bezeichnung des ,bildes rhrt daher1 da es aus dem ,besitze des ,groherzogs ,ferdinand ,,iii von ,toskana stammt1 der dasselbe so wert hielt1 da er sich selbst auf ,reisen nicht davon trennen mochte4 ,wer sich einmal in den ,anblick des wunderbaren ,gemldes versenkt hat1 mu eine solche ,zuneigung begreiflich finden4 ,aus einem eintnig dunklen ,hintergrunde treten die ,gestalten der ruhig dastehenden1 in halber ,figur sichtbaren ,jungfrau und des gttlichen ,kindes in ihren ,hnden wie eine leuchtende ,erscheinung und doch in voller ,krperhaftigkeit hervor4 ,die ,madonna erscheint in ebenso vollkommener ,weise als die jungfruliche ,heilige1 wie in den lteren ,bildern2 ihre ,augenlider sind gesenkt1 wie es seit langem bei den ,darstellungen ,marias gebruchlich war2 aber unter den ,wimpern hervor blicken die ,augen mit einem ,ausdruck unendlicher ,milde auf den ,beschauer herab4 ,es offenbart sich uns eine ,seele voll berirdischer ,reinheit und berirdischer ,sanftmut2 aber diese ,seele leuchtet aus einem menschlich glaubhaften1 von warmem ,blut durchstrmten ,antlitz voll ,anmut und ,lieblichkeit hervor4 ,auch eine scheinbar unbedeutende und nebenschliche ,abweichung von der berlieferung trgt dazu bei1 dieses ,himmelsantlitz mit lebendigen ,reizen zu umkleiden3 die schwere ,verhllung des ,kopfes hat sich zurckgeschoben1 so da an ,schlfen und ,wangen das goldig schimmernde ,haar hervorquillt1 ber der ,stirne nur halb verborgen durch einen feinen1 durchsichtigen ,schleier4 ,der ,jesusknabe schmiegt sich an die ,mutter an1 aber er wendet dabei das ,kpfchen und heftet den vollen ,blick seiner groen ruhigen ,kinderaugen auf den ,beschauer4 -- ,der ,madonna del ,granduca folgt die hnlich empfundene1 nach ihrem englischen ,besitzer benannte ,madonna des ,lord ,cowper4 ,hatte ,raffael dort1 sich ganz in die ,durcharbeitung der beiden ,gestalten vertiefend1 auf jedes ,beiwerk verzichtet1 so ist hier die ,landschaft wieder zu ihrem ,recht gekommen4 ,wie dort1 wenden beide ,figuren ,gesicht und ,blicke dem ,beschauer zu4 ,auf einem greren ,madonnenbild aber in der ,sammlung des nmlichen ,kunstliebhabers 7nach ihrem frheren ,besitzer gewhnlich als ,madonna ,niccolini bezeichnet1 ,abb4 #ba71 aus dem letzten ,jahre von ,raffaels ,aufenthalt in ,florenz1 schaut nur der ,knabe aus dem ,bilde heraus1 ,maria aber lt die ,blicke mit stiller ,mutterlust auf ihm ruhen1 und in seinem ,gesichtchen ist ein frhliches ,kinderlcheln an die ,stelle des groen1 ernsten ,ausdrucks getreten4 ,es erscheint gleichsam als ein natrliches ,ergebnis der naturwahren ,bildung der ,form1 welche ,raffael den heiligen ,gestalten verlieh1 da diese menschlich wahren ,gestalten nun auch menschliche ,empfindungen enthllen4 ,aus dem ,gnadenbilde1 das sich huldvoll der ,auenwelt zuwendet1 wird ein ,bild der ,liebe zweier heiligen ,wesen zu einander4 ,maria erscheint nicht mehr lediglich als die jungfruliche ,trgerin des ,gottessohnes1 sondern zugleich als die zrtlich liebende ,mutter4 ,den ,anfang dieser ,darstellungen macht die bald nach der ,madonna del ,granduca entstandene entzckende ,madonna aus dem ,hause ,tempi 7,abb4 #bb7 in der ,mnchener ,pinakothek4 ,wie die ,mutter hier den ,knaben so herzlich an sich pret1 wie sie ihre ,wange an seine ,wange schmiegt und sich selig lchelnd in seinen ,anblick versenkt1 das ist ein ,bild der reinsten ,menschlichkeit1 dem ,leben abgelauscht1 eine ,erinnerung an die eigene ,kindheit2 aber die reine1 groe ,empfindung des ,knstlers hat einen ,hauch von berirdischer ,heiligkeit ausgebreitet ber die schnheitsverklrte ,schilderung des heiligsten menschlichen ,gefhls4 -- ,in die trauliche ,abgeschiedenheit eines ,wohngemachs verlegt die ,madonna aus dem ,hause ,orleans 7im ,besitze des ,herzogs von ,aumale1 ,abb4 #bc7 das se ,spiel zwischen der glcklichen ,mutter und dem eben aus dem ,schlafe erwachten1 nach ,nahrung verlangenden ,kinde4 ,wieder in reifre ,landschaft erblicken wir die ,gruppe in der ,madonna aus dem ,hause ,colonna 7,einschaltebild7 im ,berliner ,museum4 ,kurz vor ,raffaels ,abreise aus ,florenz entstanden1 ist dieses ,bild in der malerischen ,ausfhrung nicht ganz fertig geworden2 aber das hindert uns nicht1 den ,reiz seiner ,erfindung voll zu genieen4 ,wie auf den lteren ,bildern erblicken wir hier wieder das ,gebetbuch in der ,hand ,marias2 aber der stattliche ,knabe1 der sich lebhaft auf ihrem ,schoe aufrichtet1 hat sie in ihren frommen ,betrachtungen gestrt1 und whrend sie durch eine ,seitwrtswendung des ,oberkrpers -- dessen ,umrisse nicht mehr durch den schweren ,mantel verborgen werden -- seinem ungestmen ,verlangen ausweicht1 heftet sie die ,blicke voll seligen ,mutterglcks auf das ,kind4 ,illustration3 ,madonna del ,granduca4 ,im ,palazzo ,pitti zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #bc4 ,madonna aus dem ,hause ,orleans4 ,im ,besitze des ,herzogs von ,aumale4 ,illustration3 ,abb4 #bd4 ,federskizze1 der ,madonna ,colonna hnlich1 aber ohne die lebhaften ,bewegungen 7,uffizien74 ,auer den ,gemlden1 deren ,zahl -- ganz abgesehen von denjenigen zweifelhafter ,echtheit -- noch vergrert wird durch solche1 die nur aus alten ,nachbildungen bekannt sind1 bieten uns zahlreiche ,handzeichnungen ,gelegenheit1 die ,unerschpflichkeit von ,raffaels ,gestaltungsvermgen anzustaunen1 wie er mit immer gleicher ,frische und ,liebe und mit immer gleichem ,zauber der ,schnheit das selige ,beisammensein von ,mutter und ,kind zu schildern wute4 ,manche ,bltter enthalten gleich mehrere schnell niedergeschriebene ,versuche1 von denen jeder einzelne ein ,meisterstck ist2 so ein ,blatt im ,britischen ,museum 7,abb4 #be71 welches in zwei verschiedenen ,auffassungen im ,gegensatz zu jenen ,bildern mit dem verlangenden ,kinde1 den gesttigten ,knaben darstellt2 das eine ,mal1 wie er1 das ,hndchen gegen die ,mutterbrust gestemmt1 sich befriedigt umdreht1 das andere ,mal1 wie er1 noch weiter abgewendet1 vom ,scho auf den ,boden zu kommen sich bemht2 oder ein ,blatt in der ,albertina 7,abb4 #bf71 mit zwei ganz verschiedenen ,kompositionen1 von denen die eine das ,motiv des ,unterbrechens der ,betrachtungen wieder in neuer ,weise verwertet1 indem die ,mutter von selbst das ,buch beiseite hlt und sich zrtlich dem sie herzenden ,kinde zuwendet1 whrend die andere eine dritte ,person1 den kleinen ,johannes1 in die ,handlung einfhrt4 -- ,schon im ,mittelalter hatte man hufig die ,madonnenbilder dadurch bereichert1 da man den ,sohn der ,elisabeth der ,gruppe hinzufgte2 seine besondere ,bedeutung erhielt der ,vorlufer dadurch1 da er durch ein ,rohrkreuz und durch ein ,spruchband mit den ,worten ecce agnus dei8 auf das knftige ,leiden des ,gottessohnes hinwies4 ,so ist der kleine ,johannes auch auf dem ltesten derartigen ,bilde ,raffaels1 der ,madonna des ,herzogs von ,terranuova8 im ,berliner ,museum dargestellt2 ernsthaft blickt der kleine ,jesus1 auf dem ,schoe der ,mutter sich zur ,seite neigend1 auf die bedeutungsschweren ,worte der ihm dargereichten ,schriftrolle2 dem in ein ,pelzrckchen gekleideten ,johannes gegenber steht zuschauend ein dritter ,knabe1 vielleicht der knftige ,lieblingsjnger und ,evangelist ,johannes4 ,das reizvoll farbige ,rundbild gehrt der ersten ,florentiner ,zeit ,raffaels an2 in der ,erfindung trgt es noch ein peruginisches ,geprge1 aber in den ,kpfen1 besonders in dem der ,jungfrau1 kommt schon die lebenswarme ,florentiner ,schnheit zum ,durchbruch4 ,illustration3 ,madonna ,colonna4 ,im ,berliner ,museum4 ,illustration3 ,abb4 #be4 ,madonnenskizzen 7,federzeichnung7 im ,british ,museum4 ,illustration3 ,abb4 #bf4 ,madonnenskizzen 7in der ,albertina zu ,wien74 ,illustration3 ,abb4 #bg4 ,madonna im ,grnen 7im kunsthistorischen ,hofmuseum zu ,wien74 ,mit ungleich grerer ,freiheit hat ,raffael die ,gruppe der ,madonna mit dem ,jesus- und ,johannesknaben in drei ,gemlden ausgefhrt1 die untereinander nahe verwandt sind4 ,auf allen dreien sitzt ,maria mit den beiden ,kindern in einer ,wiese1 deren saftiges ,grn sich in einer formenreichen ,fernsicht verliert2 gemeinsam ist denselben ferner der knstliche ,aufbau -- eine ,einwirkung der ,lehren des ,fra ,bartolommeo --1 da die ,gruppe1 so zwanglos sie sich scheinbar zusammenfgt1 ein ausgesprochenes ,dreieck bildet4 ,das erste dieser drei ,bilder ist die ,madonna im ,grnen 7,abb4 #bg7 im kunsthistorischen ,hofmuseum zu ,wien 7gemalt #aeje oder #aejf71 das zweite die ,madonna mit dem ,stieglitz 7,abb4 #bh7 in der ,tribuna der ,uffizien1 das dritte 7von #aejg oder #aejh7 die schne ,grtnerin 7,abb4 #bi7 im ,louvre4 ,anfnglich scheint die ,anordnung der drei in ganzer ,figur sichtbaren ,personen in jenem regelmigen ,aufbau dem jungen ,meister ungewhnliche ,schwierigkeiten gemacht zu haben2 wenigstens gibt es eine auerordentlich groe ,anzahl von ,versuchen1 ,skizzen und ,studien zu der ,madonna im ,grnen 7,abb4 #cj u4 #cb74 ,das ,gemlde erscheint denn auch1 ungeachtet seiner groen ,reize1 im ,vergleich mit den beiden anderen noch einigermaen befangen2 in seiner ,farbengebung und in den ,formen der ,maria legt es ,zeugnis ab von dem ,eifer1 mit dem ,raffael die ,werke des ,leonardo da ,vinci studierte4 ,auch das ,gemlde in ,florenz ist das ,endergebnis von verschiedenartigen ,versuchen4 ,was dieses ,bild besonders ansprechend macht1 ist die liebenswrdige1 natrlich-kindliche ,auffassung der beiden ,knaben3 auf dem ,wiener ,bilde berreicht der kleine ,johannes dem ,christuskinde knieend das ,rohrkreuz -- das ,schriftband ist berall weggelassen --2 hier aber fehlt jeder derartige ,hinweis auf das knftige ,leiden1 ,johannes ist mit einem gefangenen ,stieglitz herbeigeeilt1 durch dessen berreichung er dem ,gefhrten eine ,freude machen will4 ,diese reizvolle ,kindlichkeit lag nicht von vornherein in ,raffaels knstlerischer ,absicht2 eine ,federskizze im ,museum zu ,oxford 7,abb4 #cc7 zeigt uns den ,jesusknaben noch ernsthaft mit dem ,gebetbuch der ,mutter beschftigt1 whrend ,johannes mig1 nur als aufmerksamer ,zuhrer dabei steht4 ,leider hat das ,meisterwerk schwer gelitten4 ,raffael malte es als ,hochzeitsgeschenk fr seinen ,freund ,lorenzo ,nasi in ,florenz2 bei einer ,erderschtterung im ,jahre #aedh strzte das ,nasische ,haus ein1 die ,bildtafel ging in ,stcke und mute mhsam wieder zusammengesetzt und ausgebessert werden4 ,bei dem ,pariser ,bilde1 dem eine uerst liebevolle ,durchfhrung der ,blumen und ,kruter des ,vordergrundes eigentmlich ist1 ist es dem ,meister gelungen1 die religisen ,beziehungen zur ,anschauung zu bringen und dennoch den ,kindern die vollste1 liebenswrdigste ,kindlichkeit zu wahren2 ,johannes1 mit dem ,rohrkreuzchen in der ,hand1 hat sich auf ein ,knie niedergelassen1 aber wir fhlen1 da seine ,kindergedanken sich noch nicht ,rechenschaft darber geben1 was ihn beim ,anblick des ,genossen dazu treibt1 die ,stellung des ,betens einzunehmen2 und der kleine ,jesus1 eine der entzckendsten ,kindergestalten1 die ,raffael geschaffen hat1 blickt mit groen fragenden ,augen zu dem wunderbaren1 von weiblicher ,anmut und gttlicher ,hoheit erfllten ,antlitz der ,mutter empor1 als ob er ,auskunft darber erwarte1 warum denn der ,gefhrte vor ihm kniet4 ,das ,museum zu ,oxford besitzt eine prchtige ,naturstudie zu diesem ,knaben 7,abb4 #cd71 mit mehreren besonderen ,studien zu dem einen ,fchen1 das auf dem ,fue der ,mutter ruht4 ,illustration3 ,abb4 #bh4 ,madonna mit dem ,stieglitz 7in den ,uffizien zu ,florenz74 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #bi4 ,madonna1 genannt die schne ,grtnerin 7im ,louvre74 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,wiederum anders fgt sich die ,gruppe zusammen in einem unvollendeten ,gemlde1 der ,madonna ,esterhazy in der ,gemldegalerie zu ,pest4 ,maria ist niedergekniet und hat das ,kind vor sich auf einen bemoosten ,stein gesetzt2 ihr zur ,seite kniet der ,johannesknabe1 mit seiner ,schriftrolle1 die er lesen zu wollen scheint1 beschftigt1 und lenkt die ,aufmerksamkeit von ,mutter und ,kind auf sich4 ,die kstliche1 lebensvolle ,skizze zu diesem ,gemlde besitzt die ,uffiziensammlung 7,abb4 #ce74 ,in derselben ,sammlung befindet sich eine ganz flchtige1 aber darum nicht minder reizvolle ,federskizze 7,abb4 #cf71 auf welcher der kleine ,johannes dem auf dem ,schoe der ,mutter sitzenden ,jesus anstatt des ,bandes mit den ,worten ecce agnus dei8 ein wirkliches ,lmmchen schwer tragend herbeibringt4 ,illustration3 ,abb4 #cj4 ,skizzen zur ,wiener ,madonna im ,grnen4 ,federzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 ,illustration3 ,abb4 #ca4 ,madonna mit dem ,schleier4 ,in den ,kreis dieser ,darstellungen gehrt ferner ein in mehreren1 teils von ,schlern ,raffaels1 teils von spteren ,nachahmern gemalten ,exemplaren vorhandenes1 der ,erfindung nach auf den ,meister zurckgehendes ,bild1 das als ,madonna mit dem ,schleier oder ,schlaf des ,kindes bezeichnet zu werden pflegt3 in einer ,wiese ist der ,christusknabe eingeschlafen2 die ,jungfrau hat sich neben ihm niedergelassen und hebt den ,schleier von seinem ,gesichtchen1 in dessen ,anblick sie sich versenkt1 whrend der kleine ,johannes1 an ,marias ,scho geschmiegt1 den ,beschauer anblickt und mit ausgestrecktem ,hndchen auf den ,gottessohn hinweist 7,abb4 #ca74 ,illustration3 ,abb4 #cb4 ,studie zur ,wiener ,madonna im ,grnen4 7,sepiazeichnung im ,museum zu ,oxford47 ,die ,unerschpflichkeit der ,phantasie ,raffaels hat sich auch an diesem ,gegenstande in reichster ,flle offenbart1 den er1 so oft er ihn anfate1 neu und immer gleich liebenswrdig zu gestalten wute4 ,eine andere ,gruppe von ,darstellungen bilden die heiligen ,familien1 in denen der ,nhrvater ,joseph1 bisweilen auch noch andere ,personen1 sich zu ,maria und dem ,jesuskind gesellen4 ,da ist zunchst das kleine ,bild der ,madonna mit dem ,lamm in der ,galerie zu ,madrid1 auf dem wir in einer schnen ,landschaft die ,jungfrau erblicken1 wie sie den ,knaben auf einem liegenden ,lmmchen reiten lt1 whrend der heil4 ,joseph1 auf einen ,stab gesttzt1 die ,gruppe liebevoll betrachtet4 ,dann die ,madonna unter dem ,palmbaum in der ,sammlung des ,lord ,ellesmere zu ,london1 ein liebliches ,familienbild3 ,maria sitzt unter einer ,dattelpalme und hlt das ,kind an einem um den ,leib gewundenen ,schleier fest2 der ,pflegevater ist niedergekniet und reicht dem ,knaben1 der sich in lebhafter ,bewegung nach ihm umdreht1 einen ,strau ,blumen dar4 ,ein prchtiges ,studienblatt zu diesem ,bilde finden wir in der ,louvresammlung 7,abb4 #cg74 ,eine reichere ,komposition zeigt uns die heilige ,familie aus dem ,hause ,canigiani in der ,mnchener ,pinakothek4 ,in einer ,wiese sitzt ,maria auf dem ,boden1 ihr gegenber kniet die bejahrte ,elisabeth2 beide ,mtter halten ihre ,kinder fest2 mit heiterer ,miene hat der kleine ,jesus das ,schriftband in ,empfang genommen1 das der ernsthaft blickende ,johannes ihm berreicht hat2 in der ,mitte steht hinter den beiden ,frauen der heil4 ,joseph1 mit beiden ,hnden auf seinen ,stab gesttzt1 und schaut nachdenklich herab2 eine hgelige ,landschaft mit einer turmreichen ,stadt bildet den ,hintergrund4 ,wir erfahren durch ,vasari1 da ,raffael dieses ,bild fr ,domenico ,canigiani in ,florenz gemacht hat2 aus dem ,besitz von dessen ,erben kam es nachmals in denjenigen der ,medici4 ,als ,kurfrst ,johann ,wilhelm von der ,pfalz sich mit einer ,medicertochter vermhlte1 kam das ,bild als ,heiratsgut der ,prinzessin nach ,dsseldorf1 und von da im ,jahre #ahje zugleich mit den brigen ,schtzen der ,dsseldorfer ,galerie nach ,mnchen4 ,leider ist das schne ,gemlde sehr schlecht erhalten2 ,gruppen von ,engelknaben1 die zu den ,seiten des heil4 ,joseph in der ,luft schwebten1 sind durch das ,putzen und bermalen ganz verschwunden1 so da jetzt der etwas allzu strenge pyramidale ,aufbau der ,gruppe mehr1 als es ursprnglich der ,fall war1 in die ,augen fllt4 ,wollen wir uns von der ursprnglichen ,wirkung der ,komposition eine ,vorstellung machen1 so mssen wir eine alte ,abbildung zum ,vergleich heranziehen2 es gibt deren mehrere3 eine ,kopie in lfarben befindet sich im ,palazzo ,corsini zu ,florenz1 eine -- freilich nicht sonderlich schne -- ,tuschzeichnung im ,museum zu ,oxford 7,abb4 #ch74 ,den anmutig idyllischen ,madonnenbildern reiht sich das durch die gleiche ,flle von ,lieblichkeit ausgezeichnete ,bild der h4 ,katharina an1 welches sich in der ,londoner ,nationalgalerie befindet 7,abb4 #ci74 ,in etwas mehr als halber ,figur dargestellt1 steht die jungfruliche ,heilige in einer freien1 von einem ,flu durchstrmten ,landschaft2 den linken ,arm hat sie auf ihr ,marterwerkzeug1 das ,rad1 gesttzt1 die ,rechte -- eine unvergleichlich schne ,hand -- legt sie auf die ,brust1 wie um ihre ,glaubensfestigkeit und ihren ,opfermut zu beteuern1 und blickt mit seitwrts gewendetem ,kopf dem himmlischen ,lichtstrahl entgegen1 der aus den ,wolken auf sie herableuchtet4 ,illustration3 ,abb4 #cc4 ,skizze zur ,madonna mit dem ,stieglitz in ,florenz4 7,federzeichnung zu ,oxford47 ,illustration3 ,abb4 #cd4 ,naturstudie zu dem ,jesuskind auf dem unter dem ,namen ,die schne ,grtnerin8 bekannten ,pariser ,madonnenbild4 7,federzeichnung in ,oxford47 ,im letzten ,jahre seines ,aufenthaltes in ,florenz hatte ,raffael noch einmal ,gelegenheit1 zu ,ehren der ,madonna1 die er so oft in jenen lieblichen ,bildern1 welche die schnste ,zierde der ,gemcher frommer ,kunstfreunde bildeten1 verherrlicht hatte1 ein groes ,altargemlde zu schaffen2 das ,florentiner ,geschlecht der ,dei bestellte bei ihm ein solches fr ihren ,familienaltar in der ,kirche ,s4 ,spirito4 ,vorher aber1 im ,jahr #aejg1 vollendete ,raffael ein anderes groes ,altargemlde1 zu dessen ,ausfhrung er sich schon bei ,gelegenheit seiner ,anwesenheit in ,perugia verpflichtet hatte2 eine ,dame aus dem ,geschlechte der ,herrscher von ,perugia1 ,frau ,atalanta ,baglioni1 hatte ihn beauftragt1 fr die dortige ,kirche ,s4 ,francesco eine ,beweinung ,christi zu malen4 ,atalanta hatte ihren besonderen ,grund zur ,wahl dieses ,gegenstandes2 in den blutigen ,familienzwisten1 welche damals fast jede italienische ,stadt durchtobten1 war ihr ,sohn ,griffone der ,blutrache zum ,opfer gefallen2 in ihren ,armen hatte er seinen ,mrdern verziehen4 ,dem jungen ,meister aber fiel damit eine ,aufgabe zu1 die von ihm die ,vertiefung in ganz andere ,empfindungen verlangte1 als diejenigen waren1 denen er in seinen holdseligen ,madonnenbildern ,ausdruck verlieh4 ,es scheint denn auch1 da ,raffael bei der ,bewltigung dieses seinem ,wesen ferner liegenden ,stoffes groe ,schwierigkeiten zu berwinden hatte1 um zu einem endgiltigen ,ergebnis zu gelangen4 ,wenn wir eine im ,museum zu ,oxford bewahrte flchtige ,federzeichnung 7,abb4 #dj7 als den ersten ,entwurf ,raffaels zu dem ,bilde fr ,atalanta ,baglioni betrachten drfen1 so erfahren wir1 da dasselbe eine vollstndige ,umgestaltung durchgemacht hat1 ehe es zur ,ausfhrung kam4 ,auf diesem ,entwurf sehen wir1 wie dem vom ,kreuze abgenommenen ,leichnam das erste liebevolle ,lager bereitet worden ist1 bevor zur ,bestattung geschritten wird2 das ,haupt ,christi ruht im ,schoe seiner ,mutter1 die vom berma des ,schmerzes bewltigt in die ,arme ihrer ,begleiterinnen sinkt2 die ,beine des ,heilandes liegen auf dem ,schoe der ,magdalena1 die mit gerungenen ,hnden den ,blick von dem ,toten zu der ,schmerzensmutter wendet2 der ,jnger ,johannes1 ,joseph von ,arimathia und andere ,personen stehen mit verschiedenartigen uerungen des ,schmerzes und der ,anteilnahme zur ,seite4 ,eine ausfhrlichere und grere ,zeichnung im ,louvre 7,abb4 #da71 auf der aber nicht smtliche ,figuren1 sondern nur die wichtigsten dargestellt sind1 zeigt die nmliche ,anordnung mit einigen ,abweichungen2 ,magdalena umfat ,hand und ,knie des teuren ,toten2 hinter ihr erscheint eine junge ,frau1 die besorgt das ,kopftuch der ohnmchtigen ,maria lftet2 ,joseph von ,arimathia1 der auf der kleinen ,skizze neben ,johannes steht1 ist hinter die mit ,maria beschftigten ,frauen getreten und drckt seinen ,schmerz und seine ,unfhigkeit zu trsten durch ,ausbreiten der ,arme aus4 ,die ,komposition erinnert in dieser ,gestalt1 in der ,anordnung im ganzen und groen sowohl wie in mehreren ,einzelheiten1 an eine ,darstellung desselben ,gegenstandes1 welche ,perugino fr die ,kirche ,st4 ,chiara zu ,florenz gemalt hatte1 eins der vorzglichsten ,werke des ,meisters 7jetzt im ,palazzo ,pitti74 ,indessen entschlo sich ,raffael bald zu einer ganz neuen ,komposition1 in der sich die nderung bis auf die ,wahl des ,augenblicks erstreckte4 ,er verwandelte das ruhige ,bild in ein bewegtes4 ,zwei ,trger haben den ,leichnam des ,erlsers aufgehoben2 sie sind am ,eingang der ,gruft angekommen1 zu der ,stufen emporfhren1 die der vorderste ,trger1 rckwrts schreitend und schwer hebend an der ,last des toten ,krpers1 eben ersteigt2 noch einen ,blick werfen die ,freunde1 vor allen ,magdalena1 die noch einmal die ,hand ,christi ergriffen hat1 auf das teure ,antlitz1 bevor ihnen dasselbe fr immer entzogen werden soll2 der ,mutter aber haben auf dem schweren ,gange die ,fe versagt2 die ,sinne schwinden ihr1 und sie fllt schwer wie ein ,leichnam in die ,arme der begleitenden ,frauen2 ein ,blick auf den ,kreuzeshgel schliet den ,horizont4 ,im ,jahr #aejg vollendete ,raffael das lgemlde 7,abb4 #db7 an ,ort und ,stelle nach einem in ,florenz gezeichneten ,karton4 ,da ,raffael bei der ,ausfhrung des ,kartons schon mit ,gehilfen arbeitete1 lehrt uns ein ,blatt in der ,uffiziensammlung 7,abb4 #dc71 welches die ,hauptgruppe in hchst schlerhafter ,zeichnung und mit einem ,quadratnetz berzogen enthlt2 diese ,zeichnung diente lediglich dem ,zwecke der bertragung in die ,ausfhrungsgre2 mit der eignen ,meisterhand aber scheint ,raffael die ,umrisse von ,kopf und ,schulter der ,magdalena darin nachgezogen zu haben2 als ein wieder aufgegebener ,versuch stellt sich die in die ,lcke zwischen ,magdalena und dem ,trger eingeschobene ,figur dar4 -- ,die ,staffel des ,altarbildes schmckte er mit den grau in grau gemalten ,darstellungen der drei christlichen ,tugenden ,glaube1 ,hoffnung und ,liebe in weiblichen ,halbfiguren3 der ,glaube betrachtet mit dem ,ausdruck der berzeugungsfestigkeit1 die ,hand zur ,beteuerung auf die ,brust gelegt1 den ,kelch mit der ,hostie2 die ,hoffnung blickt mit gefalteten ,hnden mit einem unvergleichlichen ,ausdruck unerschtterlicher ,zuversicht nach oben2 die ,liebe hat eine ,schar von ,kindern an ihrem ,herzen versammelt2 zu den ,seiten der ,kreise1 mit denen diese edlen ,frauengestalten eingerahmt sind1 erscheinen jedesmal zwei kstliche aufrechtstehende ,kinderengelchen4 ,die ,albertina zu ,wien besitzt eine meisterhafte ,federzeichnung 7,abb4 #dd71 die mit dem ,mittelbild dieser ,predella1 der ,liebe1 im wesentlichen bereinstimmt1 die aber in so fern rtselhaft ist1 als sie viel mehr an ,michelangelos ,art zu zeichnen als an diejenige ,raffaels erinnert4 ,bis #afjh prangte die ,grablegung1 in der vor allem die herrlichen1 ausdrucksvollen ,kpfe die hchste ,bewunderung herausfordern1 an ihrem ,bestimmungsorte2 dann wurde sie trotz laut erhobenen ,widerspruches von den ,mnchen von ,s4 ,francesco an den ,kardinal ,borghese 7,papst ,paul ,v7 verschenkt2 im ,palazzo ,borghese zu ,rom ist sie dann verblieben4 ,das ,staffelbild blieb in ,s4 ,francesco zu ,perugia bis gegen ,ende des vorigen ,jahrhunderts1 wo es1 wie so zahlreiche andere italienische ,kirchenschtze1 von dem franzsischen ,sieger nach ,paris entfhrt wurde2 #ahae gelangte es dann in die vatikanische ,pinakothek1 welche ,pius ,,vii aus den nach dem ,sturze ,napoleons zurckgegebenen ,gemlden bildete4 ,illustration3 ,abb4 #ce4 ,skizze zur ,esterhazy-,madonna in ,pest4 7,handzeichnungensammlung der ,uffizien zu ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #cf4 ,skizze einer ,madonna mit den beiden ,kindern4 7,handzeichnung in den ,uffizien zu ,florenz47 ,vom #ba4 ,april #aejh gibt es einen lngeren ,brief ,raffaels1 der an seinen ,oheim ,simone ,ciarla zu ,urbino gerichtet ist2 die ,urschrift desselben soll sich im ,missionskollegium der ,propaganda8 zu ,rom befinden4 ,daraus erfahren wir1 da ,raffael ,thrnen vergossen hat1 als er die ,nachricht vom ,tode des ,herzogs ,guidobaldo erhielt2 da er mehrere ,auftrge in ,aussicht hat1 und da es ihm lieber ist1 wenn die ,besteller seine ,gemlde nach dem ,empfange derselben abschtzen lassen1 als wenn er selbst den ,preis bestimme2 da ihm daran liege1 vom ,prfekten an ,piero ,soderini empfohlen zu werden zum ,zwecke der ,ausfhrung eines ,wandgemldes1 das dieser zu vergeben habe4 ,ob das ,empfehlungsschreiben des ,prfekten ausgestellt wurde1 wissen wir nicht4 ,jedenfalls hatte ,raffael nicht mehr ntig1 sich um die ,erlangung monumentaler ,auftrge zu bemhen2 denn in demselben ,jahre noch erffnete sich ihm der grte und glnzendste ,wirkungskreis1 der je einem ,maler geboten worden ist4 ,selbst das ,altargemlde der ,familie ,dei1 welches er nach der ,vollendung der ,grablegung in ,arbeit nahm1 mute er unfertig stehen lassen4 ,es ist dieses die ,madonna mit dem ,baldachin1 so benannt wegen des groen ,thronhimmels1 unter welchem ,maria sitzt1 eine feierliche ,darstellung der ,knigin der ,heiligen1 die aber nicht mehr an die ,schule von ,perugia1 sondern eher an die ,weise des ,fra ,bartolommeo erinnert4 ,das ,bild kam nach ,raffaels ,tode1 von ,schlerhnden vollendet1 in den ,besitz seines ,testamentsvollstreckers1 des ppstlichen ,kanzleiprsidenten ,baldassare ,turini aus ,pescia1 der dasselbe im ,dome seiner ,vaterstadt aufstellen lie2 im ,jahre #afig wurde es verkauft1 was die ,brger von ,pescia als eine ,schmach und ,kirchenschndung empfanden2 es wurde ,eigentum der ,medicer und fand seine ,aufstellung im ,palazzo ,pitti4 ,illustration3 ,abb4 #cg4 ,studienblatt zur ,madonna unter dem ,palmbaum4 7,handzeichnung in der ,louvresammlung47 ber den groen ,wendepunkt in ,raffaels ,leben1 seine ,berufung nach ,rom in die ,dienste des ,papstes1 berichtet ,vasari folgendermaen3 ,bramante aus ,urbino1 der im ,dienste ,julius' ,,ii stand1 schrieb an ,raffael1 da er weitlufig mit ihm verwandt war und aus demselben ,orte stammte1 er habe mit dem ,papste1 der einige ,gemcher hatte neu herstellen lassen1 ausgemacht1 da er 7,raffael7 in diesen seine ,kraft erweisen knne4 ,der ,vorschlag gefiel ,raffael1 so da er seine ,florentiner ,arbeiten stehen lie und nach ,rom bersiedelte48 ,bramante 7geboren zu ,monte ,asdrualdo bei ,urbino um #addd7 war seit mehreren ,jahren mit der ,riesenschpfung des ,papstes1 dem ,neubau der ,peterskirche1 beschftigt4 ,michelangelo malte seit dem ,frhjahr #aejh an der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle4 ,jetzt kam ,raffael hinzu1 um das ,dreigestirn zu vervollstndigen1 dessen ,glanz allein ausreichen wrde1 um den ,namen ,julius' ,,ii unsterblich zu machen1 auch wenn der staatskluge und kriegsgewaltige ,papst weiter nichts gethan htte1 sich unvergnglichen ,nachruhm zu sichern1 als da er diesen drei ,mnnern die groartigsten und erhabensten ,aufgaben stellte4 ,raffael hat uns die ,zge des ,papstes 7,abb4 #de7 berliefert1 durch den ,rom zur ,hauptstadt der ,kunstwelt gemacht wurde1 so da der alte ,ruhm von ,florenz hinter demjenigen ,roms verblich4 ,das ,bildnis stammt aus den letzten ,lebensjahren ,julius' ,,ii2 die ,last des ,alters hat die starken ,schultern gekrmmt1 wei wallt der volle ,bart auf die ,brust herab1 die ,augenlider sind schwer geworden2 aber noch ist das ,feuer nicht erloschen in den ,augen1 die unter der mchtigen ,stirn in tiefen ,hhlen ruhen1 und der ,ausdruck eisernen ,willens und zielbewuter ,kraft lagert um die zusammengezogenen ,brauen und den festgeschlossenen ,mund4 ,die ganze ,persnlichkeit des alten ,herrn1 der mit aufgesttzten ,armen im ,lehnstuhl sitzt1 ist von so berzeugendem ,leben erfllt1 da wir die ,worte ,vasaris begreifen knnen1 die ,lebenswahrheit des ,bildes habe die ,beschauer zittern gemacht1 wie wenn ,papst ,julius leibhaftig dagewesen wre4 ,das prchtige ,bildnis ist bald nach seinem ,entstehen wiederholt kopiert worden1 und zwar einige ,male von so geschickten ,hnden1 da man nicht mehr wei1 welches das ,original ist2 hauptschlich streiten die beiden in ,florenz befindlichen ,exemplare 7eins in der ,tribuna1 eins im ,pitti-,palast7 miteinander um den ,vorrang4 ,illustration3 ,abb4 #ch4 ,alte ,abbildung der ,mnchener ,madonna de' ,canigiani4 7,museum zu ,oxford47 ,im ,herbste #aejh stand ,raffael im ,dienste des ,papstes2 er war mit ,arbeit berhuft und beschftigte eine ,anzahl ,gehilfen4 ,das erfahren wir aus einem 7in der ,urschrift nicht mehr vorhandenen7 ,briefe1 den er am #e4 ,september dieses ,jahres an den ,bologneser ,maler und ,goldschmied ,francesco ,francia1 den ,lehrer von ,raffaels ,freund ,timoteo ,viti1 gerichtet hat4 ,raffael dankt dem ,meister1 der ihm1 wie aus dem ganzen ,ton des ,briefes hervorgeht1 ein lieber und verehrter ,freund ist1 fr die bersendung von dessen ,selbstbildnis und entschuldigt sich1 da er ihm das seinige noch nicht dagegen habe schicken knnen4 ,ich htte es ,euch ja schicken knnen1 von einem meiner jungen ,leute gemacht und von mir berarbeitet2 aber das ziemt sich doch nicht2 oder eigentlich wrde sich das gerade ziemen1 um zu erkennen zu geben1 da ich dem ,eurigen nicht gleich zu kommen vermag4 ,habt1 bitte1 ,nachsicht mit mir1 da ,ihr ja auch schon erfahren haben werdet1 was es sagen will1 seiner ,freiheit beraubt sein und im ,herrendienste leben1 was dann u4 s4 w48 ,illustration3 ,abb4 #ci4 ,die heilige ,katharina 7in der ,nationalgalerie zu ,london74 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #dj4 ,entwurf zu einer ,beweinung ,christi4 7,federzeichnung im ,oxforder ,museum47 ,illustration3 ,abb4 #da4 ,grere ,zeichnung zu derselben ,komposition4 7,louvre47 ,die neu hergestellten ,zimmer des ,papstes1 von denen ,bramante an ,raffael schrieb1 sind die unter der ,bezeichnung ,stanzen8 bekannten ,gemcher des vatikanischen ,palastes4 ,in der ,stanza della ,segnatura1 die diesen ,namen erhielt1 weil die ,ppste in ihr die ,gnadenerlasse zu unterzeichnen pflegten1 begann der fnfundzwanzigjhrige ,raffael1 der vom ,papst mit groer ,freundlichkeit empfangen wurde1 seine ,thtigkeit4 ,schon hatten die berhmtesten ,maler im ,wetteifer ihre ,krfte aufgeboten1 um die vatikanischen ,gemcher auszuschmcken1 und eine ,anzahl altbewhrter ,meister1 darunter auch ,perugino1 waren noch damit beschftigt4 ,in der ,stanza della ,segnatura war die ,decke bereits durch ,giovanantonio ,bazzi1 genannt ,sodoma1 aus ,vercelli ausgemalt4 ,als aber ,raffael einen ,teil seiner ,arbeit vollendet hatte1 da lie der ,papst die brigen ,malereien herunterschlagen1 um das ,ganze dem ,jngling zu bertragen1 der die alten und die neuen ,meister in den ,schatten stellte4 ,doch veranlate ,raffael die ,beibehaltung der ,einteilung1 welche ,sodoma der gewlbten ,decke gegeben hatte1 mit ihren ,ornamenten1 kleinen ,zierbildchen und dem von ,engeln getragenen ppstlichen ,wappen in der ,mitte4 ,die ,bilder1 welche ,raffael in diesen ,rahmen einfgte1 geben gleichsam eine bersicht ber den ,inhalt der ,gesamtausschmckung des ,raums4 ,es handelte sich um die ,bearbeitung eines gewaltigen ,gedankenkreises2 die idealsten ,besitztmer des ,menschengeistes1 als deren ,hter die ,gottesgelehrten1 die ,weltweisen1 die ,dichter und die ,gesetzgeber erscheinen1 sollten im ,bilde gefeiert werden4 ,so treten uns an der ,decke zunchst die sinnbildlichen ,gestalten der ,theologie1 der ,philosophie1 der ,poesie und der ,gerechtigkeit entgegen1 welche in kreisrunden ,feldern die bedeutsamsten ,stellen der ,decke1 zwischen dem ,mittelfeld mit dem ,wappen und den ,scheitelpunkten der halbkreisfrmig begrenzten ,wandgemlde einnehmen4 ,es sind herrliche weibliche ,gestalten1 die auf ,wolken thronen1 von ,genien begleitet1 welche erluternde ,inschrifttafeln tragen2 in vollen krftigen ,farben heben sie sich von einem leuchtenden ,grunde aus ,goldmosaik ab4 ,neben der ,theologie1 die durch eine unbeschreibliche ,vereinigung von tiefem ,ernst und unendlicher ,milde den ,blick des ,beschauers gefesselt hlt1 erscheint die durch himmlische ,begeisterung verklrte ,poesie als die groartigste unter diesen berirdischen ,gestalten2 von der ,gottheit wird sie angeweht18 -- das wrden wir erkennen1 auch wenn es uns die beiden prchtigen ,engelchen1 die sich zu ihren ,seiten in den ,wolken tummeln1 nicht zu lesen gben 7,abb4 #df74 ,zu den vier groen allegorischen ,gestalten kommen vier kleinere1 viereckig eingefate ,bilder1 gleichfalls auf goldenem ,mosaikgrund1 in den ,zwickeln der ,wlbung4 ,neben der ,theologie ist der ,sndenfall abgebildet 7,abb4 #dg74 ,seit urltesten ,zeiten wurden in der christlichen ,kunst ,sndenfall und ,erlsung gegenbildlich zusammengestellt2 das ,bild der menschlichen ,schuld hebt das ,bild der gttlichen ,gnade bedeutsam hervor4 ,so hat auch hier diese ,darstellung ,platz finden mssen1 in sinnvoller ,beziehung zu dem ,wandgemlde1 welches den gndigen ,gott des ,christentums feiert4 ,raffaels ,schilderung des ,vorgangs ist ein vollendetes ,meisterwerk4 ,die ,schlange -- mit dem ,kopf eines ,weibes1 wie es auch der lteren ,kunst gelufig war -- nhert sich im ,schatten der ,baumbltter flsternd der ,eva und blickt dabei beobachtend in das ,gesicht ,adams1 der an der anderen ,seite des ,baumes sitzt2 ,eva hlt mit der einen ,hand den ,zweig noch gefat1 von dem sie die verbotene ,frucht gebrochen hat1 die sie jetzt mit einem unwiderstehlichen ,blick der ,verfhrung dem ,manne darreicht2 ,zaghaftigkeit spricht aus ,adams ,haltung und ,kopf1 aber verlangend ffnet sich seine ,hand4 ,neben der ,poesie ist der ,sieg der ,kunst ber die ,stmperei durch den ,wettstreit des ,apollo mit ,marsyas verbildlicht4 ,neben der ,gerechtigkeit gibt das ,urteil des ,salomo ein ,beispiel weiser ,rechtspflege4 ,neben der ,philosophie aber erblicken wir anstatt einer erzhlenden ,darstellung wieder eine allegorische ,gestalt1 die ,astronomie1 welche1 von zwei kleinen ,genien begleitet1 sich in staunender ,betrachtung ber die ,himmelskugel beugt4 ,illustration3 ,abb4 #db4 ,die ,grablegung4 ,galerie ,borghese zu ,rom4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #dc4 ,hilfszeichnung zur ,hauptgruppe der ,grablegung4 7,uffiziensammlung47 ,unter den vier groen ,wandgemlden pflegt den heutigen ,beschauer dasjenige am meisten zu fesseln1 welches der ,theologie gewidmet ist4 ,es ist allgemein bekannt unter dem ,namen ,disputa 7,auseinandersetzung1 ,abb4 #dh72 man hat nmlich in einer ,auseinandersetzung der ,theologen ber das ,altarssakrament den eigentlichen ,inhalt der ,darstellung finden wollen4 ,thatschlich aber ist die auf einem ,altar aufgestellte ,monstranz mit der ,hostie nur das ,bindeglied zwischen der oberen und der unteren ,hlfte des ,bildes4 ,oben nmlich erscheint der dreieinige ,gott in der ,herrlichkeit des ,himmels2 unten ist um den ,leib des ,herrn in ,brodesgestalt die ,kirche auf ,erden versammelt4 ,in einem goldnen ,lichtmeer von plastisch aufgesetzten ,strahlen und glitzernden ,pnktchen zeigt sich zu oberst1 von endlosen ,engelreigen umschwebt1 ,gott ,vater1 die ,weltkugel in der ,linken1 die ,rechte segnend erhoben1 mit einem ,haupt1 wie es machtvoller niemals ersonnen worden ist 7,abb4 #ej74 ,darunter sitzt in einem ,strahlenschein1 den ,cherubimkpfe umringen1 ,christus auf den ,wolken1 mit einem himmelsschnen ,antlitz voll ungemessener ,liebe1 und hebt beide ,hnde empor1 um die ,wundenmale zu zeigen 7,abb4 #ea72 neben dem ,erlser sitzen1 wie am ,tage des ,gerichts1 ,maria und ,johannes der ,tufer1 jene um ,gnade fr das ,menschengeschlecht bittend1 dieser mit finsteren ,blicken ,gerechtigkeit herabrufend2 auf einer tieferen ,wolkenschicht1 die von ,cherubimkpfen getragen wird1 reihen sich die ,auserwhlten im ,halbkreis an1 ,heilige des alten und des neuen ,bundes in scharf charakterisierten ,prachtgestalten4 ,unterhalb des ,erlsers schwebt die ,taube des heiligen ,geistes herab zur ,erde1 von ,engeln begleitet1 welche die aufgeschlagenen ,bcher der vier ,evangelien tragen4 ,das alles war schon hundertmal gemalt worden1 und ,raffael hielt sich in allen ,dingen getreu an den kirchlichen ,gebrauch2 noch niemals aber war es in solche ,formen gekleidet und so gemalt worden1 wie er es that4 ,illustration3 ,abb4 #dd4 ,die christliche ,liebe4 ,federzeichnung 7in der ,albertina7 mit dem ,mittelbild der ,predella zur ,grablegung im wesentlichen bereinstimmend4 ,in der ,gruppierung der ,gottesgelehrten auf ,erden besa der ,knstler die vollste ,freiheit1 und es wre berflssig1 ber die ,schnheit dieser ,gruppierung noch ein ,wort zu sagen4 ,die vier ,kirchenlehrer1 die in der ,nhe des ,altars auf ,sthlen sitzen1 ,ambrosius und ,augustinus1 ,hieronymus und ,gregor der ,groe1 bilden gewissermaen die festen ,punkte1 an welche die ,scharen von ,greisen1 ,mnnern und ,jnglingen sich anschlieen1 hchste ,wrdentrger der ,kirche und einfache ,geistliche1 ,klosterbrder und glubige ,laien4 ,eine ,gestalt ist herrlicher als die andere1 jeder ,kopf fr sich ein erhabenes ,meisterwerk4 ,in allen erdenklichen ,abstufungen kommen der felsenfeste ,glaube und die heilige ,begeisterung1 die glaubensfreudige ,hingabe und das grbelnde ,forschen nach der ,wahrheit zum ,ausdruck4 ,die ,lebhaftigkeit des ,gesprches in ,frage1 ,antwort und ,belehrung bewegt die ,massen1 whrend einzelne ,gestalten in unerschtterlicher ,ruhe dazwischen stehen4 ,ein seltsames ,zusammentreffen1 fast um dieselbe ,zeit1 etwa zwei ,jahre spter1 malte unser ,drer sein dem ,inhalt nach im wesentlichen mit der ,disputa gleichbedeutendes ,dreifaltigkeitsbild4 ,es drngt sich einem bei dieser ,erinnerung der ,gedanke an die ,verschiedenheit der ,verhltnisse auf1 unter denen in ,deutschland und in ,italien die ,kunst zur hchsten ,blte gelangte4 ,dem italienischen ,meister bergab der ,herr der ,christenheit in dem vornehmsten ,palast der ,welt gewaltige ,wandflchen1 um darauf seine grten ,gedanken in groen ,zgen niederzuschreiben2 im ,auftrage von ein paar ehrsamen ,brgern malte der ,deutsche fr den ,altar eines ,altmnnerhauses1 und in fleiigem ,klubeln8 mute er die ,flle seiner ,gestaltungskraft in den beschrnkten ,raum einer ,tafel von weniger als drei ,quadratmetern ,flcheninhalt einzwngen4 ,da ,raffael sich fr sein erstes groes ,freskobild -- denn das ,wandgemlde in ,s4 ,severo zu ,perugia war bedeutend kleiner -- besonders sorgfltig vorbereitete1 versteht sich von selbst4 ,zu keinem seiner ,werke hat sich eine so groe ,anzahl von ,vorarbeiten1 von verschiedenartigen ,versuchen erhalten1 wie zu diesem4 ,illustration3 ,abb4 #de4 ,bildnis ,julius' ,,ii4 ,gemlde im ,pitti-,palast zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #df4 ,die ,poesie4 ,deckenbild in der ,camera della ,segnatura des ,vatikan4 ,illustration3 ,abb4 #dg4 ,der ,sndenfall4 ,deckenbild in der ,camera della ,segnatura des ,vatikan4 ,illustration3 ,abb4 #dh4 ,die ,disputa4 ,wandgemlde in der ,camera della ,segnatura4 ,mehrere dieser ,skizzenbltter haben ein ganz besonderes1 menschliches und persnliches ,interesse3 whrend ,raffael die mchtigen ,gestalten der ,disputa in seinem ,kopfe wlzte und sich bemhte1 dieselben in bestimmte ,formen zu bannen1 schweiften seine ,gedanken bisweilen in die seste ,wirklichkeit hinber1 und die ,feder1 welche die ,umrisse der ,heiligen und ,lehrer der ,kirche feststellen sollte1 schrieb zarte und glhende ,liebeslieder auf das ,blatt 7,abb4 #di74 ,da ,raffael sich auerdem jemals in der ,dichtkunst versucht habe1 zu dieser ,annahme liegt keinerlei ,grund vor2 da er einen sonderlichen ,beruf zum ,dichter gehabt habe1 geht aus den paar ,sonetten1 die nach vielem ,durchstreichen1 ,ausbessern und ,suchen nach ,reimen entstanden sind1 nicht hervor4 ,aber die stammelnden ,worte1 in denen die ,zunge das ,band des ,sprechens lst1 zu reden von der ungewhnten1 der wonnigen ,verstrickung18 die mit glhender ,leidenschaft von genossenem ,glck1 von ,trennungsschmerz und sehnendem ,verlangen erzhlen1 sind auch ohne hheren dichterischen ,wert ein schtzbares ,denkmal aus ,raffaels ,leben4 ,welcher schnen ,rmerin die ,liebeslieder gegolten haben1 darber gibt nicht einmal die ,nennung eines ,namens die leiseste ,andeutung2 nur da sie von hohem ,stande war1 spricht sich an einigen ,stellen1 die aber wieder durchstrichen sind1 aus4 ,illustration3 ,abb4 #di4 ,blatt mit der ,skizze zweier ,bischfe zur ,disputa und ,niederschrift eines unvollendeten ,gedichts4 7,siehe unten ,anmerkung47 ,illustration3 ,abb4 #ej4 ,gott ,vater aus der ,disputa in der ,camera della ,segnatura des ,vatikan4 7,lesung und bersetzung der ,verse aus der ,disputaskizze zu ,wien47 lingua or di parlar disoglio el nodoe a dir di questo diletoso ingano chamor mi fece per mio grave afanno ma lui pur ne ringratio e lei ne lodo e questo sol me rimasto ancor 7i7 7gestrichen3 pel fiso inmaginar mio par quel dolce suo parlar7 pel fisso inmaginar quel 7gestrichen3 pel mio pensir quel so pa 7 moso tanta letizia 7com7 che co un pensar dolce e rimembrare il modo di quelle asai 7gestrichen3 dun durro bello assalto si bel chel di7 pin di dispetti e ricordarai el dano 7gestrichen3 di quel par del suo partire7 molto speranze nel mio peto stanno4 ,oben am ,rande sind noch als ,reimvorrat die ,worte sano und vano notiert4 ,die durch das ,beschneiden des ,blattes verloren gegangenen ,endsilben der ersten ,strophe sind ergnzt nach einem vollstndigen ,sonett 7auf einem ,skizzenblatt in ,oxford71 welches sich als eine vernderte ,fassung des vorliegenden unvollendeten darstellt3 es beginnt mit den ,worten3 un pensar dolce und enthlt die vier ,zeilen lingua or di parlar etc4 mit geringen ,vernderungen als zweite ,strophe4 ,jetzt lse1 ,zunge1 ich des ,sprechens ,bande1 ,zu reden von der wonnigen ,verstrickung1 ,die mir die ,liebe hat gebracht zu meiner schweren ,beklemmung2 ,und dennoch dank' ich ihr dafr1 und preise sie 7d4 h4 die ,ungenannte74 ,geblieben ist mir dieses noch allein 7in7 ,um's stets mir vorzustellen1 jenes 444 ,bewegt1 so groe ,freude wie 444 7,dazwischen gestrichen3 ,dafr1 da stets ich mir vergegenwrt'ge 444 ,jenes ihr ses ,sprechen -- ,fr mein ,denken jenes ihr ,sprechen74 ,ein ses ,denken ist's1 sich zu erinnern an die ,weise jenes ,anfalls 7gestrichen3 des harten schnen ,anfalls1 so schn1 da 4447 ,voll von ,verdru ist's1 zu gedenken des ,verlustes 7gestrichen3 jenes ,abschieds ihres ,abschieds47 ,die ,wand der ,disputa gegenber nimmt die ,schule von ,athen ein2 die ,verherrlichung der ,wissenschaft bildet das ,gegenstck zu der ,verherrlichung der ,religion4 ,wie dort die christlichen ,theologen aller ,jahrhunderte um die ,kirchenvter1 so sind hier die ,philosophen des griechischen ,altertums um ,aristoteles und um ,plato versammelt1 die beiden ,geisteshelden1 denen das ,jugendalter der ,renaissance die gleiche unbedingte ,verehrung zollte wie den ,kirchenvtern selbst4 ,die ,rumlichkeit ist eine ideale ,renaissancearchitektur1 ein von vier ,flgeln umgebener hoher1 lichterfllter ,kuppelbau mit ,standbildern von ,gttern in ,nischen geschmckt1 unter denen ,apollo und ,minerva erkennbar im ,vordergrund stehen4 ,aus der ,tiefe der ,halle sehen wir die beiden groen ,philosophen langsam hervorwandeln1 zwischen den ,scharen ehrfurchtsvoller ,hrer hindurch1 die sich zu beiden ,seiten in ,reihen zusammengeschlossen haben4 ,die ,stufenleiter des ,wissens1 die zur ,weisheit fhrt1 die sieben sogenannten freien ,knste ,arithmetik1 ,geometrie1 ,astronomie1 ,musik1 ,physik1 ,dialektik und ,metaphysik1 geben die ,grundlage fr die ,charakterisierung der verschiedenen unvergleichlichen ,gruppen1 die wir weiter seitwrts und im ,vordergrunde1 in der ,vorhalle1 erblicken4 ,in den ,gestalten und ,kpfen der ,weisen und ,wibegierigen hat ,raffael ebenso unerreichte ,charakterbilder geschaffen1 wie in denjenigen der ,theologen2 das ,lernen und ,begreifen1 das ,lehren und ,zuhren1 das ,forschen und das ,wissen sind mit einer ,meisterschaft ohnegleichen geschildert4 ,unsere besondere ,aufmerksamkeit nimmt die ,gruppe rechts im ,vordergrund in ,anspruch4 ,hier trgt der ,lehrer der ,geometrie1 ,archimedes1 die ,zge des greisen ,bramante2 von diesem getrennt durch die ,gruppe der ,astronomen1 ,zoroaster und ,ptolemus1 werden ganz am ,rande des ,bildes zwei ,kpfe sichtbar1 von denen der jugendlichere mit freundlichen braunen ,augen den ,beschauer anblickt2 das ist ,raffael 7,abb4 #eb74 ,wie das ganze ,bild hat leider auch dieser ,kopf schon sehr gelitten2 immerhin aber erhalten wir durch denselben eine bestimmtere ,vorstellung von den ,zgen des ,meisters1 aus denen die groe1 liebevolle ,seele spricht1 als durch das in l gemalte ,selbstbildnis 7,abb4 #ec7 in den ,uffizien zu ,florenz1 dem allzu fleiiges ,putzen und ,ausbessern fast den letzten ,rest von ,ursprnglichkeit geraubt haben4 -- ,die ,disputa und die ,schule von ,athen nehmen ungeteilte ,wnde ein4 ,bei den anderen zwei ,wandbildern war die besondere ,schwierigkeit zu berwinden1 da die ,bildflche durch ein groes ,fenster unterbrochen wurde4 ,auf der einen ,seite1 wo es sich um die ,verherrlichung der ,rechtslehre handelte1 nahm ,raffael seine ,zuflucht zu einer ,zergliederung des ,raumes in drei ,einzelbilder4 ,im ,bogenfeld ber dem ,fenster malte er die drei ,tugenden1 welche von der ,gerechtigkeit unzertrennlich sind1 die ,strke1 die ,weisheit und die ,migung1 edle ,frauengestalten1 neben denen wieder kleine ,genien ihr munteres ,spiel treiben2 zu beiden ,seiten des ,fensters stellte er die gesetzgeberische ,thtigkeit auf weltlichem und auf kirchlichem ,gebiete dar3 hier gibt ,kaiser ,justinian die ,pandekten1 dort ,papst ,gregor ,,ix die ,dekretalen aus4 ,der ,papst trgt die ,zge ,julius' ,,ii1 und die brigen ,figuren dieses ,gemldes sind ,bildnisse von ,personen aus dessen ,umgebung4 ,an der gegenberliegenden ,wand1 wo die ,verherrlichung der ,dichtkunst zur ,darstellung kam1 hat ,raffael sich durch das ,fenster nicht an der ,schaffung eines einheitlichen ,bildes verhindern lassen1 er hat vielmehr den gegebenen eigentmlichen ,raum in der glcklichsten ,weise ausgenutzt4 ,er malte den ,parna 7,abb4 #ed7 und verlegte den ,gipfel des ,musenhgels ber das ,fenster und lie die ,abhnge desselben sich an beiden ,seiten herabsenken4 ,auf der ,hhe des ,berges sitzt unter schlanken ,lorbeerbumen ,apollo 7,abb4 #ee71 ein herrlicher ,jngling1 der begeistert den ,klngen lauscht1 die er hervorzaubert4 ,sein ,instrument ist nicht die ,lyra1 die zwar als antikes ,symbol der ,tonkunst allbekannt1 aber doch nicht geeignet war1 eine lebendige ,vorstellung von der ,macht der ,tne bei den ,zeitgenossen zu erwecken2 der gttliche ,musiker durfte kein anderes ,instrument spielen als die ,geige4 ,der ,parna sollte ja kein archologisches ,bild sein1 sondern den ,empfindungen und ,gedanken der ,zeit unmittelbaren ,ausdruck verleihen2 wie kalt wrde die ,leier1 von der kein ,mensch wei1 wie sie geklungen hat1 sich ausnehmen an ,stelle der ,geige1 bei deren ,anblick doch jeder an wirkliche ,musik denkt1 besonders wenn ein solches ,antlitz1 wie dasjenige des geigenden ,gottes1 der ,vorstellung zu ,hilfe kommt6 ,um ,apollo scharen sich die ,musen4 ,mit ihnen haben auf dem ,gipfel des ,parna die groen ,dichterfrsten ,platz gefunden3 ,homer1 der gottbegeistert die lichtlosen ,augen erhebt und einem ,jngling seine ,gesnge diktiert1 ,virgil und1 diesem folgend1 ,dante1 den ,raffael auerdem auch unter den ,theologen angebracht hat2 neben ,virgil wird ein nicht zu bestimmender ,bildniskopf sichtbar4 ,unter der entsprechenden ,gruppe auf der anderen ,seite1 die nicht ganz so hoch steht1 erkennen wir1 den ,musen zunchst1 ,raffaels ,freund1 den dunkelbrtigen ,ariosto2 die ,schar der ,dichter zieht sich hier in geschlossener ,reihe in den ,vordergrund hinein2 die vordersten ,figuren pflegen als ,pindar und ,horaz bezeichnet zu werden4 ,dem sitzenden ,pindar gegenber erblicken wir ,sappho1 die den schnen ,arm auf die gemalte ,fenstereinfassung aufsttzt2 zwischen der ,gruppe der ,dichter1 die sich mit ihr unterhalten1 macht sich1 hinter dem ,stamme des ,lorbeerbaumes1 der ,kopf ,petrarcas kenntlich4 ,illustration3 ,abb4 #ea4 ,christus aus der ,disputa in der ,camera della ,segnatura des ,vatikan4 ,illustration3 ,abb4 #eb4 ,raffaels ,selbstbildnis in der ,schule von ,athen4 7,der ltere ,maler neben ,raffael1 gewhnlich ,perugino genannt1 ist wahrscheinlich ,sodoma47 ,illustration3 ,abb4 #ec4 ,raffaels ,selbstbildnis in den ,uffizien zu ,florenz4 ,illustration3 ,abb4 #ed4 ,der ,parna4 ,freskobild in der ,stanza della ,segnatura4 ,illustration3 ,abb4 #ee4 ,apollo aus dem ,bilde des ,parna in der ,stanza della ,segnatura4 ,illustration3 ,abb4 #ef4 ,naturstudien zu ,gewand und ,hnden einer ,figur im ,parna4 7,british ,museum47 ,unter dem ,bilde des ,parna bezeichnet die ,jahreszahl #aeaa den ,zeitpunkt der ,vollendung des ganzen ,werks4 ,in drei ,jahren hatte ,raffael die gewaltige ,aufgabe bezwungen4 ,mit seiner ,aufgabe wachsend hatte er sich zum grten ,meister der ,freskomalerei ausgebildet1 den es je gegeben hat4 ,wie er sich gewhnte1 die ,dinge gro und einfach zu sehen1 das offenbaren selbst die nach der ,natur gezeichneten ,studien2 das prchtige ,blatt im ,british ,museum mit der ,gewandstudie fr den sogenannten ,horaz und den ,studien zu den ,hnden derselben ,figur 7die rechte ,hand in zwei verschiedenen ,stellungen7 mag als ,beispiel dienen 7,abb4 #ef74 ,raffael hat es mit der hchsten gottbegnadeten ,meisterschaft verstanden1 der ,flle der geistvollen ,gedanken und der ,durchbildung des ,ausdrucks und der schnen ,formen dasjenige hinzuzufgen1 was mehr als alles andere das unlehrbare ,kunstgeheimnis der ,malerei ist3 die malerische ,haltung1 die dekorative ,wirkung2 ehe der ,beschauer dazu kommen kann1 die einzelnen ,schnheiten aufzusuchen oder in den ,inhalt des ,dargestellten einzudringen1 kommt ihm die ,schnheit entgegen und nimmt sofort und unmittelbar durch den ,wohlklang der ,linien1 ,massen und ,farben den ,blick und die ,empfindung gefangen4 ,da innerhalb dieser ersten und vornehmsten ,eigenschaft der ,malerkunst und unbeschadet dieser ,eigenschaft sich alle die anderen ,vorzge entfalten1 welche die bildende ,kunst zu entfalten vermag1 damit ist die denkbar hchste ,aufgabe der ,malerei gelst4 ,beim ,betreten der ,stanza della ,segnatura1 dieses ,allerheiligsten der ,malerkunst1 empfangen wir jenen vollen berwltigenden ,schnheitseindruck1 der auch ohne die ,dolmetscherarbeit des ,verstandes unsere ,stimmung erregt1 auch heute noch1 obgleich die unerbittliche ,zeit nicht spurlos hier vorbergegangen ist und namentlich in ,bezug auf die ,farben ihre grausamen ,merkmale gar deutlich aufgeprgt hat4 ,noch herrlicher mu der ,gesamtanblick des ,raums gewesen sein1 als die ,verbindung zwischen den ,wandgemlden und dem schnen ,marmorfuboden von eingelegter ,arbeit noch berall1 wo jetzt untergeordnete ,malereien den ,sockel bilden1 durch ein ,intarsia-,tfelwerk hergestellt war1 welches ,julius ,,ii1 damit es der ,bilder wrdig sei1 durch den besten ,meister in diesem ,fache1 ,fra ,giovanni aus ,verona1 anfertigen lie4 ,illustration3 ,abb4 #eg4 ,madonna mit dem ,diadem im ,louvre4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #eh4 ,kinderstudien nach der ,natur4 7,british ,museum47 ,illustration3 ,abb4 #ei4 ,studienkpfe zu der in ,england verschollenen ,madonna mit dem stehenden ,kinde4 7,british ,museum47 ,der ,anblick von ,raffaels ,arbeit hatte den ,papst bewogen1 auch in dem anstoenden ,gemach die bereits fertigen ,werke anderer ,maler abschlagen zu lassen4 ,sofort nach der ,vollendung der ,stanza della ,segnatura nahm ,raffael die ,ausmalung des ,zimmers in ,angriff1 welches unter dem ,namen ,stanza d',eliodoro bekannt ist4 ,die ,beendigung dieser ,arbeit aber fand erst nach dem ,tode ,julius' ,,ii 7#bj4 ,februar #aeac7 statt4 ,wenden wir uns daher zunchst der ,betrachtung der anderweitigen ,werke zu1 welche ,raffael in den ,jahren #aejh bis #aeac entstehen lie2 denn der jugendkrftige ,meister war weit davon entfernt1 in den groen ,wandgemlden sein ganzes ,schaffensvermgen auszugeben4 ,eine ganze ,reihe von ,madonnenbildern fllt in diese ,zeit4 ,in der ,mehrzahl derselben gewahren wir einen leicht erkennbaren ,unterschied gegen die ,florentiner ,madonnen4 ,die stille1 innige ,lieblichkeit gengt nicht mehr2 die ,bilder werden ernster im ,ausdruck1 sie bekommen ein1 wenn man will1 mehr kirchliches ,geprge1 das sich auch darin ausspricht1 da das ,christuskind mehr als die ,madonna zur ,hauptfigur wird2 es lebt in ihnen ein ,drang nach grerer ,kraftentfaltung1 nach energischer ,bildwirkung in ,hell und ,dunkel und in vollen ,farben1 nach stark bewegten ,linien und mchtiger ,flle der ,formen2 selbst das ,antlitz der ,jungfrau verndert sich und spiegelt die krftige ,eigenart rmischer ,frauenschnheit wieder4 ,florentinisch zart ist noch der ,kopf der brigens ganz rmisch gedachten ,jungfrau mit dem ,diadem 7,abb4 #eg7 im ,louvre4 ,in einer ,landschaft1 deren ,hintergrund scharfgezeichnete1 kahle ,berglinien bilden1 wie das ,sabinergebirge sie zeigt1 whrend weiter vorn antike ,gebude und groartige ,ruinen von den ,eindrcken erzhlen1 die der ,boden ,roms auf den ,ankmmling ausbten1 schlft auf einem ,kissen der ,jesusknabe4 ,durch ein ,diadem als ,himmelsknigin gekennzeichnet1 kniet neben ihm die jungfruliche ,mutter2 zwar kniet sie nicht anbetend da1 wie wir es auf sptmittelalterlichen ,bildern hufig sehen1 sondern mit behutsam ausgestrecktem ,arm lftet sie den ,schleier vom ,kpfchen des ,knaben1 um dessen ,antlitz zu betrachten2 aber sie betrachtet es nicht mit seliger ,mutterlust1 sondern mit tiefem ahnungsvollen ,ernst2 und neben ihr kniet der kleine ,johannes und betet mit glhender ,andacht zu dem in ,kindesgestalt erschienenen ,erlser der ,welt4 -- ,auf einem ,bilde1 dessen ,original verloren gegangen ist1 von dem es aber eine ganze ,anzahl alter ,kopieen gibt1 der sogenannten ,madonna von ,loreto -- das ,bild befand sich vor seinem ,verschwinden in der berhmten ,wallfahrtskirche von ,loreto -- sehen wir den ,christusknaben in geschlossenem ,raum auf einem weichen ,bette ruhen2 die ,jungfrau1 welcher der h4 ,joseph ber die ,schulter blickt1 ist eben herangetreten und hat den ,schleier aufgehoben1 mit dem das ,kind zugedeckt war1 und dieses streckt mit frhlichem ,verlangen die rmchen der ,mutter entgegen4 ,selbst in den an und fr sich mehr oder weniger schwachen ,nachbildungen knnen wir ahnen1 welchen ,schatz von ,poesie ,raffael in diese wieder rein menschlich aufgefate1 aber in groen1 bewegten ,linien komponierte ,darstellung gelegt hat4 ,wie vollstndig ,raffael sich mit den ,anschauungen seiner ,zeit in bereinstimmung befand1 indem er die hchste menschliche ,schnheit als ,ausdrucksmittel fr das ,gttliche annahm1 davon geben die ,worte des ,vasari einen ,beweis1 der bei der ,beschreibung dieses ,bildes sagt1 da der ,knabe eine solche ,schnheit besitzt1 da er in den ,zgen des ,kopfes und in allen ,gliedern beweist1 da er der wahre ,sohn ,gottes ist48 ,das ,erwachen des ,kindes ist in unbertrefflicher ,weise der ,wirklichkeit abgelauscht4 ,ein kstliches ,studienblttchen im ,britischen ,museum 7,abb4 #eh7 erzhlt uns davon1 wie ,raffael einmal am ,bettchen eines ,kindes gesessen und mit sicherer ,meisterhand die wechselnden ,bewegungen des eben erwachten hilflosen ,geschpfchens niedergeschrieben hat4 ,die am weitesten ausgefhrte unter diesen ,naturskizzen hat ihre ,verwertung gefunden in der sogenannten ,bridgewater-,madonna1 die sich in der nmlichen englischen ,privatsammlung befindet1 welche die ,madonna unter dem ,palmbaum besitzt4 ,es ist dies eins der wenigen ,madonnenbilder aus ,raffaels rmischer ,zeit1 die sich1 gleich den florentinischen1 auf die ,schilderung des frohen1 traulichen ,beisammenseins von ,mutter und ,kind beschrnken4 ,zu einem im ,original verschollenen ,gemlde derselben ,art1 als ,madonna mit dem stehenden ,kinde bezeichnet1 haben sich die prachtvollen ,naturstudien ,raffaels nach den ,kpfen einer jungen ,rmerin und eines lachenden ,kindes erhalten 7im ,britischen ,museum1 ,abb4 #ei74 ,derselbe echt rmische ,mdchenkopf kehrt wieder in der ,madonna ,aldobrandini in der ,londoner ,nationalgalerie4 ,hier gesellt sich wieder der ,johannesknabe zu ,mutter und ,kind2 wie in einem ,florentiner ,idyll huldigt er dem ,christusknaben durch berreichen einer ,blume2 aber rmisch wie der ,kopf der ,madonna ist die ,landschaft1 in die man durch offene ,bogenfenster blickt4 ,illustration3 ,abb4 #fj4 ,madonna von der gttlichen ,liebe im ,museum zu ,neapel4 ,illustration3 ,abb4 #fa4 ,die lustwandelnde ,madonna4 ,illustration3 ,abb4 #fb4 ,entwurf zur ,madonna aus dem ,hause ,alba in ,petersburg4 7,museum zu ,lille47 ,illustration3 ,abb4 #fc4 ,rckseite des vorhergehenden ,blattes3 ,modellstudie zur ,figur der ,madonna4 7,museum zu ,lille47 ,in der ausgesprochensten ,weise bezeichnet die vernderte ,stimmung1 in der religisen ,auffassung sowohl wie in der ,form- und ,farbengebung1 die ,madonna von der gttlichen ,liebe 7,abb4 #fj71 wovon sich das ,original im ,museum zu ,neapel1 eine schne alte ,kopie im ,palazzo ,borghese zu ,rom befindet4 ,hier ist der ,bildgedanke mit der grten ,entschiedenheit wirkungsvoll malerisch gefat1 und inhaltlich bildet der menschgewordene ,gott aufs entschiedenste den ,mittelpunkt der ,darstellung4 ,auch rumlich nimmt der ,christusknabe die ,mitte des ,bildes ein2 er sitzt rittlings auf dem ,knie der ,mutter1 die ihn mit gefalteten ,hnden anbetet1 und hebt segnend -- nicht wie im kindlichen ,spiel1 sondern mit vollbewutem ,ausdruck -- die ,hand gegen den ,johannesknaben1 der in ,ehrfurcht und ,demut das ,knie vor ihm beugt2 da dieses gttliche ,kind zugleich ein schwaches ,menschenkind ist1 daran erinnert nur1 da es in seiner hochaufgerichteten ,stellung einen ,halt an dem ,knie der ,elisabeth sucht1 die neben ,maria sitzt und ihm zugleich mit der ,hand eine ,sttze fr das erhobene rmchen gewhrt4 ,der ,schauplatz der ,handlung ist ein stellenweise verfallenes1 mchtiges antikes ,gebude2 durch einen ,bogen desselben sieht man im ,hintergrunde den ,pflegevater ,joseph1 in seinen ,mantel gehllt1 hereinschreiten4 ,in mehreren anderen ,madonnenbildern aus derselben ,zeit1 unter denen die freilich wiederum nur in der ,erfindung1 nicht aber in den erhaltenen ,ausfhrungen auf ,raffael zurckgehende lustwandelnde ,madonna 7,m4 del passeggio1 ,abb4 #fa71 wohl die bekannteste ist1 klingt der ,florentiner ,grundton wieder strker durch4 ,so ist es auch bei einem ,rundbild1 der ,madonna aus dem ,hause ,alba4 ,das ,gemlde selbst zu sehen1 ist nicht vielen vergnnt1 da sich dasselbe in der ,ermitage zu ,petersburg befindet4 ,aber das ,museum zu ,lille bewahrt ein ,blatt mit dazu gehrenden ,rtelzeichnungen1 welches in mehrfacher ,hinsicht unsere ,aufmerksamkeit zu fesseln geeignet ist4 ,auf der einen ,seite sehen wir den ,entwurf zu dem ,bilde1 flchtig1 aber in den ,hauptsachen endgiltig festgestellt 7,abb4 #fb74 ,nur ber ,einzelheiten war sich ,raffael noch nicht ganz klar1 als er dies niederzeichnete2 so sehen wir die ,spuren eines wieder weggewischten ,buches1 welches ,maria in der rechten ,hand hielt1 -- bei der ,ausfhrung ist dasselbe in die mige linke ,hand bergegangen2 nderungen hat auch der ,gegenstand1 den der ,johannesknabe darreicht1 und damit zugleich der nach diesem ,gegenstand ausgestreckte rechte ,arm des ,christuskindes erfahren2 es war ein ,rohrkreuz da1 dann ist das ,lmmchen an dessen ,stelle getreten1 -- auf dem ,bilde ist das ,rohrkreuz wieder zu seinem ,rechte gekommen4 ,einen beilufigen ,versuch1 dem ,christuskinde eine ganz andere ,stellung zu geben1 sehen wir in der unteren ,ecke des ,blattes4 ,auf das ,studium antiker ,bildwerke weist die ,sandale hin1 welche1 wie auf dem ,bilde1 so auch schon auf der ,skizze den ,fu der ,maria bekleidet4 ,die ,stellung ,marias sah ,raffael von vornherein als wohlgelungen an1 -- abgesehen von der rechten ,hand1 fr die er spter die ,lsung gefunden hat1 da sie das ,kind umfat4 ,jetzt wollte er sich sofort ber den ,zusammenhang des ,krpers in dieser einigermaen schwierigen ,stellung klar werden und zeichnete auf die ,rckseite des ,blattes eine ,studie nach der ,natur 7,abb4 #fc74 ,als ,modell nahm er einen jungen ,mann1 der ,oberkleider und ,beinbekleidung ablegte2 mit der grten ,sorgfalt zeichnete er die ,beine1 namentlich die ,kniee1 die ja in der ,ausfhrung die wichtigsten ,anhaltspunkte geben muten1 um unter den weitfaltigen ,gewndern einen richtig gestalteten ,krper durchfhlen zu lassen2 der ,kopf des ,modells interessierte ihn nicht1 er gab denselben im ,zusammenhang mit der ,figur ausfhrlich mit an1 aber whrend er nach dem jungen ,burschen zeichnete1 dachte er an das ,antlitz der ,madonna1 das vor seinem geistigen ,auge stand2 den rechten ,arm1 ber den er noch nicht mit sich im reinen war1 deutete er nur an2 aber das ,buch verlegte er jetzt schon in die linke ,hand4 ,die ,skizze und die ,studie zu der ,madonna aus dem ,hause ,alba sind es aber nicht allein1 die das ,blatt so interessant machen4 ,oberhalb der ,skizze ist allerlei an den ,rand gezeichnet3 ein ,gebude in ,grundri und ,ansicht1 und dann1 in zwei ,versuchen wiederholt1 eine ,skizze zu einer ,madonna1 die auf einem ,stuhle sitzt1 mit dem ,kind auf dem ,schoe1 das sich zrtlich an sie schmiegt4 ,in diesen beiden kleinen ,entwrfen1 von denen der eine die beiden ,figuren allein zeigt1 whrend bei dem anderen1 der durch das mehrfache ,verndern und bergehen der ,umrisse sich auf der ,rckseite des ,blattes durchgedrckt hat1 auch der ,kopf des kleinen ,johannes sichtbar wird1 in diesen unscheinbaren ,zeichnungen erkennen wir die erste ,niederschrift des ,gedankens1 der sich zu demjenigen ,bilde gestaltete1 das mehr als irgend eine andere ,schpfung ,raffaels sich die ,gunst der allerweitesten ,kreise erwerben und1 in jeder nur erdenklichen ,art abgebildet1 ein ,liebling der ganzen ,welt werden sollte1 -- die ,madonna della ,sedia 7,abb4 #fd74 ,illustration3 ,abb4 #fd4 ,madonna della ,sedia4 7,palast ,pitti zu ,florenz47 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,dem ,inhalte nach kennt ja jeder dieses hchste ,bild der ,liebe1 dieses ,einssein von ,mutter und ,kind4 ,aber das ,original im ,pitti-,palast mu man sehen1 um ganz zu begreifen1 da dieses ,bild der reinsten ,menschlichkeit nicht durch die glaubensinnigen frommen ,blicke und gefalteten ,hndchen des ,johannesknaben allein eine religise ,bedeutung bekommt1 sondern da es durch die ,weihe der hchsten knstlerischen ,schnheit zum berirdischen erhoben wird4 ,dabei sieht das ,bild so wunderbar einfach und natrlich aus1 als knnte es gar nicht anders sein1 und wir begreifen1 wie sich die kindliche ,sage hat bilden knnen1 ,raffael htte einst diese ,gruppe unmittelbar nach dem ,leben gezeichnet1 auf der ,strae1 auf den ,boden eines ,fasses -- daher die ,rundform1 -- das gerade in der ,nhe lag2 die ,sage ist sehr bezeichnend als ein naiver ,erklrungsversuch der unmittelbaren ,wahrheit1 die aus dem ,gemlde spricht2 in ,wirklichkeit ist aber gerade bei diesem ,bilde nichts zufllig1 jeder kleinste ,linienzug1 jede leiseste ,bewegung des ,umrisses ist wohl durchdacht1 alles ist reifste knstlerische ,erwgung1 die ein ,werk von reinster ,harmonie zu schaffen wei1 ohne von dem ueren ,schein der ,natrlichkeit das geringste zu opfern4 ,streng im feierlich-religisen ,tone sind zwei ,altarbilder gehalten1 welche ,raffael in jener ,zeit malte4 ,das eine ist die ,madonna von ,foligno 7,abb4 #fe71 gemalt im ,auftrage des ppstlichen ,kmmerers ,sigismondo de' ,conti aus ,foligno1 ursprnglich aufgestellt in der ,kirche ,araceli zu ,rom1 dann nach ,foligno bertragen1 ,ende des vorigen ,jahrhunderts durch die ,franzosen entfhrt und seit #ahae in der ,sammlung der zurckgegebenen ,kunstschtze im ,vatikan aufgestellt4 ,errettung aus ,kriegsgefahr scheint den ,kmmerer zur ,stiftung des ,bildes veranlat zu haben2 darauf deutet in der ,fernsicht des ,gemldes die ,bombe hin1 die1 einen langen ,feuerstreifen hinter sich lassend1 in die ,stadt ,foligno herniedersaust4 ,aber schon spannt sich das himmlische ,friedenszeichen1 der ,regenbogen1 ber die ,stadt4 ,darber erscheint auf ,wolken thronend1 in einem hellen ,lichtschein1 den ein ,kranz von ,engeln umschwebt1 die ,gnadenmutter mit dem ,kinde4 ,als die ,verkrperung der ,bescheidenheit erscheint ,maria1 deren ,blicke nichts weiter gewahren als den ,gottessohn1 den sie trgt4 ,huldvoll blickt der ,christusknabe auf den ,kmmerer herab1 der am ,boden kniet und in inbrnstigem ,gebet seinen ,dank zum ,himmel sendet1 whrend drei ,heilige ihm als ,frbitter zur ,seite stehen3 der heilige ,hieronymus hat die ,hand auf sein ,haupt gelegt und empfiehlt ihn mit beredter ,gebrde der gttlichen ,gnade2 gegenber steht der strenge ,buprediger ,johannes und deutet mit der ,hand auf den ,erlser der ,welt2 neben diesem kniet in heier ,andacht -- ein ,wunderwerk des ,ausdrucks -- der von gttlicher ,liebe glhende ,franziskus4 ,zwischen den ,betern steht1 als ,trger eines zur ,aufnahme einer ,weihinschrift bestimmten ,tfelchens1 ein nackter kleiner ,engel1 eine jener liebenswrdigen1 seelenvollen ,kindergestalten1 die ,raffaels eigenstes ,eigentum sind4 -- ,das zweite ,altarbild1 gleich der ,madonna von ,foligno durch eine ,farbenpracht ausgezeichnet1 wie sie den bisherigen ,werken ,raffaels fremd war1 ist die ,madonna mit dem ,fisch 7,abb4 #ff74 ,dasselbe stammt aus der ,kirche ,s4 ,domenico zu ,neapel und befindet sich jetzt im ,madrider ,museum4 ,als eine ,stiftung der ,bitte oder des ,dankes bezieht es sich auf die ,heilung von einem ,augenleiden4 ,der junge ,tobias1 der in der ,hand den ,fisch trgt1 mit dessen ,leber er seinem ,vater das ,augenlicht wiedergegeben hat1 wird durch den ,engel zum ,thron der ,jungfrau geleitet1 an deren ,seite der ,bibelbersetzer ,hieronymus steht2 innig flehen die beiden1 und das gttliche ,kind richtet sich1 von der ,mutter untersttzt1 empor1 es streckt die ,hand aus1 und die ,heilung ist gewhrt4 ,in die ,zeit ,julius' ,,ii fallen die ersten ,kupferstiche des ,marcantonio ,raimondi nach ,zeichnungen ,raffaels4 ,marcantonio kam um #aeaj nach ,rom1 wo er sich anfangs1 ebenso wie in den zunchst vorhergegangenen ,jahren zu ,venedig1 hauptschlich mit dem ,nachstechen ,drerscher ,arbeiten beschftigte1 bald aber auch in die ,dienste ,raffaels trat4 ,denn ,raffael1 von dem erzhlt wird1 da er seine ,werkstatt mit ,blttern ,drers ausgeschmckt habe1 trug ,verlangen1 auch seine eignen ,schpfungen in dieser ,weise vervielfltigt zu sehen4 ,er zog sich den ,bologneser ,kupferstecher zu diesem ,zwecke heran und trug so durch die ,schnheit seiner ,zeichnungen mittelbar zur ,vervollkommnung der italienischen ,kupferstecherkunst bei4 ,dem ,stichel ,marcantonios verdanken wir die ,kenntnis einer ganzen ,anzahl von ,kompositionen ,raffaels1 die entweder gar nicht oder in vernderter ,gestalt zur ,ausfhrung in ,gemlden gekommen sind4 ,zu den ersten ,blttern1 welche dieser ,meister nach ,raffael stach1 gehren der ,tod der ,lucretia und der ,bethlehemitische ,kindermord 7,abb4 #fg74 ,sie sind gleichzeitig mit ,wiedergaben von ,zeichnungen zu ,gemlden in der ,stanza della ,segnatura4 ,wann ,raffael den ,kindermord entwarf1 dafr gibt der ,umstand einen ,anhalt1 da auf einem ,skizzenblatte in der ,albertina1 welches den ,entwurf zur ,astronomie und eine ,studie zu einer ,figur aus dem ,urteil ,salomos enthlt1 sich auch der ,entwurf zu einer der ,hauptfiguren des ,kindermordes findet4 ,eine groe ,skizze zu diesem ,blatt1 in nackten ,figuren1 um die ,bewegungen mit ,sicherheit festzustellen1 bewahrt das ,britische ,museum 7,abb4 #fh74 ,illustration3 ,abb4 #fe4 ,madonna di ,foligno in der ,vatikanischen ,gemldesammlung4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ff4 ,madonna mit dem ,fisch im ,prado-,museum zu ,madrid4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun4 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #fg4 ,der ,bethlehemitische ,kindermord1 ,kupferstich von ,marcantonio4 ,auch zur ,ausfhrung eines ,freskobildes fr einen ,privatmann fand ,raffael neben seiner ,thtigkeit im ,vatikan noch ,zeit4 ,im ,auftrage des ,luxemburgers ,johannes ,goritz1 eines lebensfrohen und geselligen1 allgemein beliebten alten ,gelehrten1 der beim ,papst das ,amt eines ,bittschriftensammlers bekleidete1 malte er an einem ,pfeiler der ,kirche ,st4 ,agostino den ,propheten ,jesaias1 eine kraftvolle ,greisengestalt1 die zwischen zwei jugendlichen ,genien sitzt4 ,mehr als die allgemeine ,anordnung knnen wir von diesem ,werke ,raffaels1 in dem ,vasari die ,einwirkung der gewaltigen ,schpfungen ,michelangelos wahrnehmen zu mssen glaubte1 nicht mehr erkennen1 denn das ,gemlde wurde schon im ,,xvi4 ,jahrhundert1 da es gnzlich zu verwittern drohte1 bermalt1 und jetzt ist es von neuem eine ,ruine4 ,eine auch nicht sonderlich gut erhaltene ,wiederholung des einen ,engels1 ,bruchstck einer dekorativen ,wandmalerei aus dem ,vatikan1 welche das ppstliche ,wappen von zwei ,genien getragen zeigte1 befindet sich in der ,sammlung der ,akademie ,s4 ,luca zu ,rom4 ,illustration3 ,abb4 #fh4 ,vorzeichnung in nackten ,figuren zu dem ,kupferstich3 ,der ,bethlehemitische ,kindermord48 ,handzeichnung im ,britischen ,museum zu ,london4 ,kehren wir nun zu ,raffaels ,hauptthtigkeit1 der ,ausschmckung der ,vatikanischen ,gemcher1 zurck4 ,der ganze ,inhalt der ,gemlde in der ,stanza della ,segnatura ist treffend als das ,glaubensbekenntnis der ,renaissance bezeichnet worden4 ,aber der groe ,renaissancefrst1 der dieses malen lie1 war auch rmischer ,papst1 und das zweite ,zimmer galt der ,verherrlichung der ,kirche4 ,das ,bild1 welches der ,stanza d',eliodoro den ,namen gegeben hat1 schildert nach dem #b4 ,kapitel des #b4 ,buches der ,makkaber die ,vertreibung des syrischen ,feldherrn ,heliodor aus dem ,tempel zu ,jerusalem4 ,mit unwiderstehlicher ,wucht hat der himmlische ,reiter1 den zwei in mchtiger ,bewegung die ,luft durchstrmende ,jnglingsgestalten begleiten1 den ,tempelruber zu ,boden geschmettert4 ,aufgeregt drngt sich das ,volk1 welches das ,wunder schaut4 ,ganz im ,vordergrunde aber sehen wir eine ,gruppe1 die in voller ,ruhe dem ,ereignis beiwohnt3 auf einem ,tragsessel1 wie er bei feierlichen ,umzgen gebruchlich war1 thront ,papst ,julius ,,ii1 den ,blick auf die ,himmelskrieger geheftet 7,abb4 #fi74 ,dadurch kommt eine besondere ,beziehung in das ,gemlde1 wird dessen ,bedeutung erst vllig klargestellt3 ,papst ,julius ,,ii1 der von den ,venezianern ein groes ,lndergebiet zurckerobert hatte1 in dessen ,seele die ,vertreibung der ,franzosen aus ,italien als glhendster ,herzenswunsch brannte1 sieht hier im ,bilde1 wie die himmlischen ,heerscharen die ,kirche von ihren ,feinden befreien4 ,unter den ,personen1 die zu ihm gehren1 gewahren wir ausgeprgte ,bildniskpfe3 der jugendliche ,mann1 der nebenher schreitet1 ist durch die ,schrift auf dem ,zettel in seiner ,hand als der ppstliche ,sekretr ,johannes ,petrus de ,folcariis bezeichnet2 von den ,trgern des ppstlichen ,stuhles gilt der eine als der ,kupferstecher ,marcantonio2 welcher ,deutsche aber dchte bei dem von langwallenden ,locken eingerahmten ,gesicht mit der hohen ,stirn1 den offenen ,augen1 der feinen ,nase und dem kurzen ,vollbart nicht an unseren ,drer8 ,da ,drer dem ,raffael als ,zeichen der ,verehrung sein ,selbstbildnis1 mit ,wasserfarben auf ,leinwand gemalt1 bersandte1 wissen wir durch ,vasari4 ,illustration3 ,abb4 #fi4 ,die ,bildnisgruppe auf dem ,heliodorbilde in der ,camera d',eliodoro des ,vatikan4 ,das nchste ,bild schliet sich im ,gedankengange unmittelbar an den ,heliodor an4 ,wie dort ,julius ,,ii den ,triumph der ,kirche ber die weltlichen ,gegner schaut1 so wohnt er hier dem ,triumph der kirchlichen ,lehre ber den ,zweifel bei4 ,ein bhmischer ,priester1 so erzhlt die ,legende1 hatte an der ,gegenwart ,christi im ,altarssakrament gezweifelt3 da brachen1 whrend er zu ,bolsena die ,messe las1 ,blutstropfen aus der ,hostie hervor1 sobald er die ,verwandlungsworte gesprochen1 und berzeugten ihn4 ,das ist der ,gegenstand der ,messe von ,bolsena84 ,mit freudigem ,staunen vernimmt das ,volk das ,wunder1 das sich dem ,priester offenbart2 in unerschtterlicher ,ruhe1 felsenfest im ,glauben1 kniet der ,papst dem ,beschmten und ,bekehrten gegenber4 ,durch ,anordnung eines von beiden ,seiten durch ,stufen zugnglichen ,chors1 auf dem der ,altar steht1 und durch geschickteste ,verteilung der ,volksmassen und des ppstlichen ,gefolges hat es ,raffael mit hchster ,meisterschaft verstanden1 seine ,komposition zwanglos um das ,fenster herumzubauen1 welches in die ,bildflche einschneidet4 ,auf dem folgenden ,bilde erscheint der ,papst nicht als bloer ,zuschauer1 sondern ein ,papst ist die handelnde ,hauptperson3 ,leo ,i1 der ,groe1 veranlat den ,attila zur ,umkehr vor ,rom4 ,wir befinden uns im ,weichbild der ewigen ,stadt2 das ,kolosseum1 die lange ,bogenreihe einer alten ,wasserleitung1 die ,cypressen einer hochummauerten ,villa malen sich am ,horizont2 am ,monte ,mario bezeichnen brennende ,gehfte den ,weg1 den der erbarmungslose ,feind genommen4 ,in wildem ,getmmel drngen sich die hunnischen ,reiterscharen durcheinander1 in vornehmer ,ruhe reitet der ,papst1 von wenigen ,kardinlen begleitet1 den ,barbaren entgegen4 ,wir glauben die ,lippen ,leos sich bewegen zu sehen1 wie er mit milden und ernsten ,worten auf ,attila einredet4 ,was aber den ,schrecklichen schreckt1 da er mit unwillkrlichem ,schenkeldruck sein ,ro zur ,umkehr lenkt1 das ist ein drohendes ,gesicht3 ber dem ,papste schweben1 mit blitzenden ,schwertern in den ,hnden1 die ,apostelfrsten ,petrus und ,paulus4 ,das prchtige ,gemlde1 das im ,gegensatz zu seinem ,gegenber1 wo himmlische ,waffen die ,kirchenfeinde niederschlagen1 die ,beschirmung des ppstlichen ,besitzes durch die ,macht der berredung1 unter dem ,schutze des ,ansehens der ,apostelfrsten1 schildert1 wurde noch unter ,julius ,,ii begonnen4 ,aber der ,papst1 der hier zur ,darstellung gekommen ist1 trgt wie den ,namen so auch die ,zge dessen1 der dem eisernen ,julius folgte3 ,leo ,x1 aus dem ,hause der grten ,kunstfrderer1 der ,mediceer4 ,in der ,schlacht bei ,ravenna 7am #aa4 ,april #aeab7 war der ,kardinal ,giovanni de' ,medici in franzsische ,gefangenschaft geraten1 und unter ungewhnlichen ,umstnden war er daraus entkommen4 ,es liegt nahe1 daran zu denken1 da er1 als er ,papst war1 in der ,erinnerung an dieses ,ereignis bestimmte1 da an der noch freien ,wand des ,zimmers1 in dem sein ,vorgnger die ,befreiung der ,kirche und des ,kirchenstaates hatte schildern lassen1 die ,befreiung der ,person des ,papstes zur ,darstellung kommen sollte2 die ,befreiung des heiligen ,petrus aus dem ,kerker bot sich von selbst als ,gegenstand dar4 ,doch hngt die ,wahl dieses ,stoffes so innig mit dem ,gedankengange zusammen1 der den ,inhalt des ganzen ,gemldekreises ausmacht1 da es nicht ntig ist1 nach einer solchen ,erklrung aus ueren ,grnden zu suchen2 das ganze ,papsttum erscheint in der ,person des ersten ,papstes1 den die himmlischen ,mchte beschtzen1 verbildlicht1 und diese ,darstellung enthlt gewissermaen die schriftgeme ,begrndung des ,inhalts der brigen4 ,in den smtlichen ,bildern des ,heliodorzimmers gewahren wir1 da ,raffael mehr als in der ,stanza della ,segnatura auf die ,kraft der ,farbenwirkung ,gewicht gelegt hat4 ,bei dem letzten ,bilde gefiel er sich in khnen ,lichteffekten4 ber dem ,fenster in dieser ,wand blicken wir durch die ,eisenvergitterung einer gemalten ,fensterffnung in das ,innere des ,kerkers4 ,an ,hals1 ,hnden und ,fen gefesselt1 sitzt ,petrus schlafend am ,boden2 schlafend lehnen zwei ,wchter an den ,wnden4 ,von blendendem ,lichtschein umflossen1 ist ein ,engel in dem dumpfen ,raum erschienen und weckt den ,petrus1 da er seine ,fesseln abschttle und ihm folge4 ,links sehen wir1 wie auf der ,auentreppe ein ,kriegsmann mit einer ,fackel die ,wchter1 die in der schwlen ,mondnacht dort eingeschlummert sind1 mit lautem ,zuruf emporscheucht und sie darauf aufmerksam macht1 da im ,gefngnis etwas ,ungewhnliches vor sich gehe4 ,aber seine ,warnung kommt zu spt2 denn schon schreitet an der anderen ,seite der ,gefangene an der ,hand des lichtstrahlenden ,engels ins ,freie4 ,am ,sockel unter den ,wandgemlden sind grau in grau ,karyatiden gemalt2 sie sind im vorigen ,jahrhundert sehr grndlich und sehr schlecht bermalt worden1 aber ,raffaels geschmackvolle ,erfindung schimmert doch noch leise hindurch4 ,im ,louvremuseum wird eine mit dem ,rotstift prchtig gezeichnete ,naturstudie zu einer dieser ,figuren bewahrt 7,abb4 #gj74 -- ,an der ,decke sind innerhalb einer beibehaltenen lteren ,einrahmung vier ,szenen aus dem ,alten ,testament von vorbildlicher ,bedeutung gemalt3 ,das ,opfer ,isaaks8 ber der ,messe von ,bolsena1 der ,herr im feurigen ,busch8 ber dem ,heliodor1 der ,herr erscheint dem ,noah8 ber dem ,attila1 ,jakobs ,traum8 ber der ,befreiung des ,petrus4 ,davon gehrt das meiste nicht einmal der ,erfindung nach ,raffael an2 es sind ,schlerarbeiten4 ,bald nach dem ,regierungsantritt ,leos ,x begann die ,zeit1 wo der ,meister dermaen mit ,arbeiten berhuft wurde1 da er ,mhe hatte1 nur die ,entwrfe zu bewltigen und den grten ,teil der ,ausfhrung den ,hnden seiner ,gehilfen berlassen mute1 unter denen ,giulio ,romano 7geb4 #adih1 gest4 #aedf7 obenan stand4 ,illustration3 ,abb4 #gj4 ,naturstudie zu einer der ,karyatiden am ,sockel unter den ,wandgemlden im ,heliodorzimmer des ,vatikan4 ,rotstiftzeichnung im ,louvre4 ,im ,jahre #aead war die ,stanza d',eliodoro vollendet4 ,an dem glnzenden ,hofe ,leos ,x nahm ,raffael eine glnzende ,stellung ein4 ,niemals ging er zu ,hofe1 ohne da er vom ,ausgehen aus seiner ,wohnung an ein ,gefolge von fnfzig ,malern gehabt htte -- alles gute und tchtige ,maler1 -- die ihm das ,ehrengeleit gaben2 er lebte berhaupt nicht als ,maler1 sondern als ,frst48 ,so berichtet ,vasari4 -- ,am #a4 ,juli jenes ,jahres schrieb der ,meister an seinen ,oheim ,simone ,ciarla in ,urbino einen ausfhrlichen ,brief ber seine ,verhltnisse und seine ,thtigkeit4 ,das in vielen ,beziehungen hochinteressante ,schreiben1 die umfangreichste unter den wenigen erhaltenen ,proben von ,raffaels ,briefstil1 lautet in wortgetreuer bersetzung folgendermaen3 ,liebster an ,vatersstatt6 ,ich habe ,euren ,brief erhalten1 der mir ein sehr lieber ,beweis ist1 da ,ihr mir nicht bse seid1 womit ,ihr auch wirklich unrecht httet1 in ,anbetracht dessen1 wie lstig das ,schreiben ist1 wenn nichts ,wichtiges vorliegt4 ,jetzt1 da ich ,wichtiges habe1 antworte ich ,euch1 um ,euch vollstndig alles was ich mitteilen kann zu sagen4 ,was erstlich das ,fraunehmen angeht1 so antworte ich ,euch1 da ich in betreff derjenigen1 die ,ihr mir frher geben wolltet1 sehr zufrieden bin und ,gott bestndig danke1 da ich weder diese noch eine andre genommen habe1 und darin bin ich verstndiger gewesen als ,ihr1 der mir sie geben wolltet4 ,ich bin sicher1 da ,ihr es jetzt auch erkannt habt1 da ich nicht an der ,stelle sein wrde wo ich bin2 bis zu diesem ,tage befinde ich mich in der ,lage1 in ,rom fr dreitausend ,golddukaten ,eigentum zu haben und fnfzig ,goldthaler 7monatliches7 ,einkommen1 da ,seine ,heiligkeit unser ,herr mir dafr1 da ich den ,bau von ,st4 ,peter leite1 dreihundert ,golddukaten ,gehalt gegeben hat1 die mir niemals ausbleiben werden solange ich lebe1 und ich bin sicher noch mehr zu bekommen1 und ferner werde ich fr meine ,arbeiten nach meinem eignen ,gutdnken bezahlt1 und ich habe ein andres ,zimmer fr ,seine ,heiligkeit auszumalen angefangen1 das sich auf tausendzweihundert ,golddukaten belaufen wird2 so mache ich1 liebster ,oheim1 ,euch und allen ,verwandten und dem ,vaterlande ,ehre2 doch trage ich ,euch darum immer mitten im ,herzen1 und wenn ich ,euch nennen hre1 scheint es mir als ob ich einen ,vater nennen hrte2 und beklagt ,euch nicht ber mich1 da ich ,euch nicht schreibe2 htte ich mich doch eher ber ,euch zu beklagen1 da ,ihr den ganzen ,tag die ,feder in der ,hand habt und dabei sechs ,monate zwischen einem ,brief und dem andren hingehen lat2 aber mit alledem bringt ,ihr mich nicht dazu1 da ich mit ,euch schelte1 wie ,ihr es mit mir zu ,unrecht thut4 ,ich bin ausgegangen von dem ,heiratsthema1 aber um darauf zurckzukommen1 antworte ich ,euch3 wit1 da ,santa ,maria in ,portico 7d4 h4 ,kardinal ,bernardo ,dovizio1 genannt ,bibbiena1 der den ,titel dieser ,kirche fhrte7 mir eine ,verwandte von sich geben will1 und ich habe ihm1 mit ,erlaubnis des geistlichen ,oheims 7,don ,bartolommeo1 ,erzpriester in ,urbino1 der ,raffaels ,vormund gewesen war7 und der ,eurigen1 versprochen alles zu thun1 was ,seine ,ehrwrdige ,gnaden wollte2 ich kann mein ,wort nicht brechen1 wir stehen mehr als je in der ,enge1 und bald werde ich ,euch ber alles benachrichtigen2 habt ,geduld bis diese so gute ,sache sich entschieden hat1 und dann werde ich1 wenn ich dieses nicht thue1 thun was ,ihr wollt4 ,und wenn ,francesco ,buffa ,partien hat so mag er wissen1 da ich deren auch habe2 ich finde in ,rom ein schnes ,weibchen1 nach dem was ich gehrt habe1 von sehr gutem ,ruf sie sowohl wie die ,ihrigen1 die mir dreitausend ,goldthaler ,mitgift geben will2 und ich wohne in eignem ,haus in ,rom1 und da hier hundert ,dukaten mehr wert sind als zweihundert dort1 dessen seid gewi4 ,was das ,bleiben in ,rom betrifft1 so kann ich niemals mehr irgendwo anders bleiben1 aus ,liebe zum ,bau von ,st4 ,peter2 denn ich bin an ,bramantes ,stelle2 welcher ,ort ist aber wrdiger auf der ,welt als ,rom1 welches ,unternehmen ist wrdiger als ,st4 ,peter6 das ist der erste ,tempel der ,welt1 und es ist das grte ,bauwerk1 das man je gesehen hat2 es wird auf mehr als eine ,million in ,gold kommen2 und wit1 da der ,papst bestimmt hat1 sechzigtausend ,dukaten jhrlich fr diesen ,bau auszugeben1 und er denkt an gar nichts andres4 ,er hat mir einen ,gehilfen gegeben1 einen sehr gelehrten und mehr als achtzig ,jahre alten ,mnch2 der ,papst sieht1 da der nicht mehr lange leben kann1 da hat ,seine ,heiligkeit beschlossen ihn mir zum ,gehilfen zu geben1 da er ein ,mann von groem ,ruhm und groer ,weisheit ist1 damit ich's lernen knne1 wenn er irgend ein schnes ,geheimnis in der ,baukunst hat1 damit ich ganz vollkommen in dieser ,kunst werde2 er heit ,fra ,giocondo#a2 und jeden ,tag lt der ,papst uns rufen und spricht ein ,weilchen mit uns ber diesen ,bau4 ,ich bitte ,euch1 wollet zum ,herzog und zur ,herzogin gehn und ihnen dieses sagen2 denn ich wei1 es wird ihnen eine ,freude sein zu hren1 da einer ihrer ,unterthanen ,ehre einlege2 und empfehlt mich ,ihren ,herrlichkeiten2 und ich empfehle mich ,euch bestndig4 ,grt alle ,freunde und ,verwandte von mir1 und zumeist ,ridolfo1 der so viel ,gte und ,liebe gegen mich hat4 ,am #a4 ,juli #aead4 ,euer ,raffael1 ,maler in ,rom4 #a ,der ,dominikaner ,fra ,giocondo aus ,verona fhrte in ,italien und ,frankreich viele bedeutende ffentliche ,bauten aus1 war auch als ,lehrer thtig und gab eine ,anzahl wissenschaftlicher ,werke verschiedener ,art heraus2 er war ein wichtiges ,glied in der ,reihe der ,bauknstler der italienischen ,renaissance4 ,wenn wir lesen1 da ,raffael schon wieder die ,ausmalung eines neuen ,zimmers im ,vatikan begonnen hat1 so kann uns das nach den bisherigen ,erfolgen nur selbstverstndlich erscheinen4 berraschend aber wirkt die ,nachricht1 da ihm die ,bauleitung von ,st4 ,peter an ,stelle des verstorbenen ,bramante bertragen worden ist4 -- ,bramante starb am #aa4 ,mrz #aead2 auf dem ,todesbette hatte er ,raffael zu seinem ,nachfolger empfohlen1 wie wir aus dem amtlichen ,ernennungsschreiben des ,papstes erfahren4 ,modell und ,plan1 welche ,raffael einreichte1 fanden den ,beifall des ,papstes4 ,wohl empfand der ,meister die groe ,last1 welche diese neue ,ehre ihm auferlegte4 ,aber mit ,feuereifer warf er sich1 in dem ,wunsche1 die schnen ,formen der antiken ,gebude zu finden81 auf das ,studium des ,vitruv und der erhaltenen ,baudenkmler des ,altertums4 ,ein alter ,gelehrter1 ,fabio ,calvi1 den er freundlich in sein ,haus aufnahm1 bersetzte ihm das ,werk des antiken ,baumeisters ins ,italienische4 ,die ,beschftigung mit den baulichen ,resten des ,altertums fllte in ,raffaels letzten ,lebensjahren einen groen ,teil seiner ,thtigkeit2 er ma und zeichnete die ,denkmler ab und begann das gewaltige ,unternehmen1 die ganze ,pracht der antiken ,stadt den ,zeitgenossen in ,rekonstruktionen vorzufhren4 ,schmerzlich berhrte es ihn1 da er noch das ,abtragen mancher klassischen ,ruine mit ansehen mute1 wenn auch die ,marmormassen des antiken ,rom nicht mehr in so rcksichtsloser ,weise als ,steinbrche benutzt wurden1 wie es im ,mittelalter geschehen war4 ,in einem ,punkte gelang es ihm1 der ,retter zahlloser unschtzbarer berbleibsel des ,altertums zu werden3 am #bg4 ,august #aeae wurde er durch ein ppstliches ,breve zum ,aufseher aller ,ausgrabungen in ,rom und bei ,rom im ,umkreis von zehn ,miglien ernannt1 mit der ausdrcklichen ,befugnis1 die ,zerstrung eines jeden ,inschriftensteins zu verhindern4 ,von ,raffaels ,interesse fr die antiken ,bildwerke legen zahlreiche ,kupferstiche des ,marcantonio und seiner ,schule ,zeugnis ab1 sowohl solche1 die von ,raffael selbst mythologische ,kompositionen1 die aus der ,anschauung antiker ,werke hervorgegangen sind1 bringen1 als auch solche1 welche auf seine ,anregung hin die antiken ,bildwerke selbst nachbilden4 -- ,raffael blieb bis zu seinem ,tode ,baumeister von ,st4 ,peter1 zeitweilig ohne ,gehilfen -- der alte ,fra ,giocondo starb schon #aeae -- zeitweilig wieder mit einem solchen4 ,sehen knnen wir nichts von seiner ,mitarbeit an dem ,riesendom2 denn seine ,hauptaufgabe war zunchst die nachtrgliche ,verstrkung der ,grundmauern unter den ,kuppelpfeilern2 seine weiteren ,plne aber wurden spter wieder umgeworfen4 ,illustration3 ,abb4 #ga4 ,der ,borgobrand4 ,wandgemlde in der ,sala dell' ,incendio des ,vatikan4 ,illustration3 ,abb4 #gb4 ,gruppe aus dem ,borgobrand4 ,illustration3 ,abb4 #gc4 ,gruppe aus dem ,borgobrand4 ,raffaels bauknstlerische ,thtigkeit1 in der er sich als einen getreuen ,jnger ,bramantes erwies1 blieb nicht auf den ,st4 ,petersbau beschrnkt4 ,eine ganze ,anzahl von ,gebuden1 die ,vasari zum ,teil einzeln namhaft macht1 wurde nach seinen ,zeichnungen ausgefhrt4 ,fr den ,kardinal ,giulio de' ,medici 7nachmals ,papst ,clemens ,,vii7 fertigte er den ,entwurf zu einem ,landhaus2 es ist dies die brigens niemals ganz vollendete und in der ,folgezeit teilweise vernderte ,villa am ,monte ,mario1 welche nach dem ,titel ihrer spteren ,besitzerin ,margarete von ,parma1 ,tochter ,kaiser ,karls ,v ,villa ,madama genannt wird4 ,ein ,hauptwerk1 der ,palast des ppstlichen ,kmmerers ,branconio d',aquila1 ist der ,anlage der groen ,sulengnge am ,petersplatz zum ,opfer gefallen2 doch haben alte ,abbildungen eine ,ansicht der schnen ,fassade bewahrt4 ,wohlerhalten dagegen ist der gleichfalls nach ,raffaels ,entwurf1 aber erst lange nach seinem ,tode ausgefhrte ,palazzo ,pandolfini in ,florenz4 ,illustration3 ,abb4 #gd4 ,aktstudien zu der ,schlacht bei ,ostia4 ,rotstiftzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 ,dem ,albrecht ,drer als ,geschenk bersandt und von diesem mit dem ,vermerk versehen3 #aeae4 ,raffahell di ,urbin der so hoch peim pobst geacht ist gewest 7hat7 der hat dyse nackette ,bild gemacht und hat sy dem ,albrecht ,drer gen ,nornberg geschickt1 ,im sein ,hand zu weisen48 ,illustration3 ,abb4 #ge4 ,galathea4 ,wandgemlde in der ,farnesina 7,villa ,chigi74 ,das ,vatikanische ,zimmer1 dessen ,ausmalung ,raffael im ,jahre #aead begann1 fhrt den ,namen ,sala dell' ,incendio1 nach dem bedeutendsten seiner ,wandgemlde1 welches den ,brand des ,borgo schildert1 den ,papst ,leo ,,iv durch seinen ,segensspruch stillt4 ,der innere ,zusammenhang der ,gemlde dieses ,zimmers beschrnkt sich darauf1 da in allen vieren ,thaten von ,ppsten des ,namens ,leo verherrlicht werden4 ,die ,deckengemlde kommen nicht in ,betracht1 da hier die vorhandenen ,malereien stehen gelassen wurden2 ,perugino hatte sie angefertigt1 und der ,verehrung ,raffaels fr seinen alten ,lehrer verdankten sie ihre ,erhaltung4 ,das ,bild der ,borgobrand8 7,abb4 #ga7 offenbart noch ganz und unverflscht ,raffaels ,erfindung1 wenn es auch zum groen ,teil durch ,schler ausgefhrt worden ist4 ,die ,schilderung der aufregenden ,vorgnge bei einer ,feuersbrunst bildet1 rumlich wenigstens1 den ,hauptinhalt des groartigen ,gemldes4 ,links sehen wir eine prchtige ,gruppe 7,abb4 #gb71 zu der die ,erzhlung ,virgils vom ,brande ,trojas den ,maler angeregt hat3 wie neas den ,anchises1 so trgt ein rstiger ,mann1 den ein schner ,knabe begleitet1 seinen alten ,vater auf dem ,rcken aus dem brennenden ,hause4 ,daneben rettet sich ein ,jngling1 indem er sich an der ,mauer lang ausgestreckt hinabgleiten lt2 eine ,frau wirft von oben herab dem ,gatten das ,wickelkind in die emporgestreckten ,hnde4 ,gegenber werden ,lschversuche gemacht1 junge ,weiber1 denen der ,sturm die ,gewnder um die krftigen ,glieder peitscht1 tragen schreiend ,wasser herbei 7,abb4 #gc74 ,mit ,gekreisch drngen sich auf der ,gasse ,frauen und ,kinder zusammen2 in der allgemeinen ,hilflosigkeit wenden einige unter ihnen den ,blick nach dem ,vatikanischen ,palast neben der alten ,petrusbasilika3 der ,stellvertreter ,gottes soll helfen4 ,und schon hat sich eine ,schar glubig ,vertrauender dort eingefunden und liegt vor dem ,fenster des ,papstes auf den ,knieen2 da erscheint der ,heilige und erhebt seine ,rechte zum ,segen1 sein ,gebet wird die ,macht des ,feuers brechen4 ber der ,betrachtung der lebensvollen ,darstellungen des ,vordergrundes bersieht der ,beschauer leicht die kleinen ,figuren in der ,ferne2 und doch ist gerade die ,gruppe der ,bittenden1 verzweifelt und vertrauensvoll ,hilfe ,heischenden eine groartige ,schpfung4 ,in den prchtigen ,gestalten des ,vordergrundes hat ,raffael den ,beweis geliefert1 da er den menschlichen ,krper in den bewegtesten ,stellungen mit einer ,kenntnis wiederzugeben vermochte1 die derjenigen ,michelangelos nicht nachstand1 dessen ,werke ihn1 nach ,vasaris ,erzhlung1 in ,florenz zum ,studium der ,anatomie angeregt hatten4 ,die ,figuren des ,borgobrandes in ihrer knstlerischen ,formenschnheit bildeten denn auch eine ,hauptquelle des ,studiums fr ,raffaels ,schler und deren ,nachfolger4 ,in verschiedenen ,sammlungen werden zahlreiche ,nachzeichnungen dieser ,gestalten aufbewahrt1 teils in ,sepia getuscht mit aufgesetzten weien ,lichtern1 teils in ,rtel gezeichnet1 darunter auch solche1 welche -- eine damals sehr fleiig betriebene bung -- aus den bekleideten ,figuren das mit unfehlbarer ,richtigkeit darunter steckende ,nackte herausgezogen haben4 ,da es sich bei diesen ,blttern nicht etwa um ,vorstudien ,raffaels handelt1 geht schon aus der genauen bereinstimmung derselben mit den ausgefhrten ,figuren hervor1 wodurch sie sich als nach diesen und nicht nach der ,natur gezeichnet zu erkennen geben1 ganz abgesehen von der ,art der ,zeichnung und dem teilweise geringen ,formenverstndnis4 ,wie ganz anders scharf und verstndnisvoll ,raffael nach der ,natur zeichnete1 beweist das prchtige ,blatt mit zwei ,aktstudien1 welches er im ,jahre #aeae dem ,albrecht ,drer verehrt hat 7aufbewahrt in der ,albertina74 ,die beiden mit ,rtel gezeichneten ,figuren sind ,modellstudien zu zwei ,kriegern 7,abb4 #gd7 im ,vordergrunde des zweiten ,wandgemldes1 der ,schlacht bei ,ostia4 ,der ,sieg ,leos ,,iv ber die ,sarazenen im ,jahre #hdi ist der ,gegenstand des ,bildes1 ein zeitgemes ,thema1 da gerade jetzt wieder die ,trken ,italien bedrohten4 ,whrend der ,kampf noch tobt1 sehen wir1 da der ,sieg bereits entschieden ist2 am ,thor der ,festung werden die ,gefangenen dem ,papste vorgefhrt1 der die ,zge ,leos ,x trgt4 ,augenscheinlich hat ,raffael bei diesem ,bilde nicht nur das ,ganze der ,ausfhrung1 sondern auch vieles von der ,durcharbeitung der ,gruppen seinen ,schlern berlassen4 ,ganz berwiegend gehren die beiden anderen ,fresken den ,gehilfen ,raffaels an1 beides ,zeremonienbilder1 die schon als solche den ,meister wenig reizen mochten4 ,das eine stellt den ,reinigungseid ,leos ,,iii dar4 ,karl der ,groe hat1 vom ,papst um ,hilfe gegen die aufstndischen ,groen ,roms angerufen 7im ,jahre #hjj71 beide ,parteien vor sich geladen1 um sie zu verhren und danach sein ,urteil zu fllen2 der ,papst aber weigert sich1 einen irdischen ,richter ber sich zu erkennen1 und reinigt sich durch einen freiwilligen ,eid von allen ,anschuldigungen4 ,durch die ,inschrift3 ,gottes1 nicht eines ,menschen1 ist es1 ber ,bischfe zu urteilen81 nimmt das ,bild unmittelbaren ,bezug auf einen ,beschlu des lateranischen ,konzils1 welches zur ,zeit seiner ,ausfhrung tagte4 ,das vierte ,bild ist die ,kaiserkrnung ,karls des ,groen4 ,selbstverstndlich erkennen wir in ,leo ,,iii wieder ,leo ,x2 der ,kaiser soll ein ,bildnis ,franz' ,i von ,frankreich sein1 der bald nach seiner ,thronbesteigung 7#aeae7 ein ,bndnis mit dem ,papste schlo4 brigens ist gerade dieses ,gemlde1 bei dem die ,eintnigkeit der ,schilderung einer feierlichen ,versammlung kirchlicher ,wrdentrger der knstlerischen ,darstellung besondere ,schwierigkeiten in den ,weg legte1 ein ,meisterwerk in ,bezug auf malerische ,wirkung4 ,illustration3 ,abb4 #gf4 ,die ,sibyllen4 ,wandgemlde in der ,kirche ,s4 ,maria della ,pace zu ,rom4 ,illustration3 ,abb4 #gg4 ,studie zu einer ,sibylle4 ,museum zu ,oxford4 ,die ,vollendung der ,stanza dell' ,incendio fllt in das ,jahr #aeag4 ,es darf uns nicht wunder nehmen1 da ,raffael die ,mitwirkung seiner ,gehilfen bei dieser ,arbeit stark in ,anspruch nahm4 ,denn die ,flle der ,schpfungen1 welche er in derselben ,zeit entstehen lie1 whrend er zugleich die ,bauleitung von ,st4 ,peter als seine ,hauptaufgabe betrachtete1 ist geradezu unglaublich4 ,nchst dem ,papste war es der reiche und kunstsinnige ,bankherr ,agostino ,chigi1 der den ,meister fr die zahlreichsten ,aufgaben gewann4 ,wir erfahren1 da ,raffael schon #aeaj fr ihn die ,zeichnungen zu zwei ,prachtschsseln anfertigte4 ,spter lieferte er ihm mehrmals bauliche ,entwrfe1 so fr einen prchtigen ,pferdestall1 den ,chigi im ,jahre #aeah1 bevor er seine hundert goldgeschirrten ,rosse hineinfhren lie1 durch die kostbarste ,ausschmckung in einen feenhaften ,prunkraum verwandelte1 um darin den ,papst1 vierzehn ,kardinle und zahlreiche fremde ,gesandte mit mehr als frstlicher ,pracht und ,verschwendung zu bewirten4 ,wichtiger ist es fr die ,nachwelt1 da sie der ,kunstliebe ,chigis eine ,anzahl herrlicher ,wandgemlde ,raffaels verdankt4 ,die ersten derselben sind gleichzeitig mit den ersten ,arbeiten in der ,sala dell' ,incendio entstanden4 ,chigi hatte sich jenseits des ,tiber1 an einer damals noch auerhalb der ,stadt gelegenen ,stelle zwischen dem ,flu und dem ,abhang des ,janiculus ein ,landhaus erbauen lassen4 ,dieses ,haus ist das reizende kleine ,bauwerk1 welches spter1 nachdem es in den ,besitz des ,hauses ,farnese gekommen1 den ,namen ,villa ,farnesina erhalten hat4 ,hier malte ,raffael in der dem ,garten zugewandten ,bogenlaube als ,gegenstck zu dem von anderer ,hand gemalten 7spter sehr schlecht erneuerten7 ,polyphem die ,nymphe ,galathea1 des ,cyklopen sprde ,geliebte4 ,auf einer von zwei ,delphinen gezogenen ,muschel gleitet die schne ,nymphe ber die spiegelglatte ,meeresflche und horcht lchelnd auf die rauhen ,liebesklagen ihres ungeschlachten ,verehrers2 eine mutwillige ,schar von ,nymphen und ,tritonen umschwrmt sie1 ein ,liebesgott hat die ,zgel ihres ,gespanns ergriffen1 whrend seine ,genossen mit drohend angelegten ,pfeilen in den ,lften gaukeln 7,abb4 #ge74 ,die heiter-schne ,sinnlichkeit des griechischen ,altertums ist wieder lebendig geworden in dieser von einem wunderbaren poetischen ,zauber umflossenen ,darstellung4 ,raffael malte das ,bild eigenhndig2 es mochte ihm eine rechte ,erholung gewhren1 zwischen den ernsten ,gemlden in den vatikanischen ,gemchern seine ,gestaltungskraft mit anmutig reizvollen ,gebilden zu beschftigen4 ,aber auch ,chigi hielt ernste ,aufgaben fr ihn bereit4 ,er beauftragte ihn mit der ,ausfhrung eines ,freskobildes ber dem ,eingang einer ,seitenkapelle in der ,kirche ,s4 ,maria della ,pace1 welches die ,propheten und ,sibyllen darstellen sollte4 ,bei der ,ausfhrung dieses ,werkes half dem ,meister sein ,landsmann ,timoteo ,viti4 ,diesem pflegt man die ,propheten zuzuschreiben1 welche oberhalb der ,sibyllen ein ,bogenfeld einnehmen4 ,die ,sibyllen aber sind ,raffaels eigenste ,schpfung1 wenn auch bei der ,ausfhrung ,timoteo mitgewirkt haben mag 7,abb4 #gf74 ,nur eine von den vier ,seherinnen1 die hier in einer ,gruppe vereinigt sind1 ist greisenhaft dargestellt1 die anderen in blhender ,jugendkraft2 sie besitzen nichts von dem titanenhaften1 urgewaltigen ,wesen der ,sibyllen ,michelangelos1 aber dafr prangen sie in der ,flle der ,schnheit4 ,engel mit mchtigen ,fittichen berbringen den gottbegeisterten ,frauen die ,zukunftsworte2 auer ihnen haben sich drei kleinere ,himmelsbewohner eingefunden1 von denen der mittelste die ,fackel des ,lichtes trgt1 und deren heiteres ,kinderlcheln den reizvollsten ,gegensatz zu dem erhabenen ,ernst der brigen ,gestalten bildet4 ,meisterhaft ist das ,gemlde in den eigentmlichen ,raum komponiert1 den es in durchgefhrter und doch wieder aufgelster ,symmetrie ausfllt4 ,ursprnglich hatte ,raffael die ,absicht1 das ,gleichma der beiden ,hlften strenger beizubehalten2 das verrt eine kostbare ,studienzeichnung im ,oxforder ,museum 7,abb4 #gg72 anstatt der einen ,sibylle1 die auf dem ,bilde1 sich aufrichtend1 von weitem die ,blicke auf die ihr zu teil werdende ,offenbarung heftet und dadurch eine so treffliche ,unterbrechung in die ,umrilinie bringt1 sehen wir hier eine ,figur1 welche sich in einer hnlichen ,bewegung wie die entsprechende ,sibylle der anderen ,seite der ,bogenrundung anschmiegt4 ,ein in der ,albertina bewahrtes ,studienblatt zu dem einen der herabschwebenden ,engel 7,abb4 #gh7 belehrt uns darber1 mit welcher ,gewissenhaftigkeit sich der ,meister ,rechenschaft gab ber den ,zusammenhang des ,krpers unter dem wehenden ,gewande2 auf das ,studium des nackt bleibenden ,armes hat er eine ganz besondere ,sorgfalt verwendet1 aber1 mit dem ,erreichten noch nicht zufrieden1 hat er die beiden ,arme des ,engels1 zugleich mit dem erhobenen ,arm der darunter sitzenden ,sibylle noch einmal in feinster ,ausfhrung nach einem weiblichen ,modell gezeichnet1 auf einem in derselben ,sammlung befindlichen ,blatt 7,abb4 #gi74 ,illustration3 ,abb4 #gh4 ,akt- und ,gewandstudie zu einem ,engel des ,sibyllenbildes4 ,rotstiftzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 ,illustration3 ,abb4 #gi4 ,studie zu dem ,engel der obigen ,abbildung und zu einer ,sibylle4 ,albertina1 ,wien4 ,illustration3 ,abb4 #hj4 ,der wunderbare ,fischzug ,petri4 ,karton im ,south ,kensington-,museum4 ,illustration3 ,abb4 #ha4 ,die ,heilung des ,lahmgeborenen durch ,petrus und ,johannes4 ,karton im ,south ,kensington-,museum4 ,illustration3 ,abb4 #hb4 ,die ,kreuztragung ,christi 7,lo spasimo di ,sicilia7 im ,museum zu ,madrid4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #hc4 ,naturstudie zu der ,frauengruppe auf der ,kreuztragung4 ,handzeichnung im ,museum zu ,lille4 ,weiter bertrug ,chigi die ,anfertigung der ,entwrfe fr eine in der ,kirche ,s4 ,maria del ,popolo einzurichtende ,kapelle an ,raffael4 ,der ,meister machte die ,zeichnung zu der ,architektur und die ,kartons zum ,bilderschmuck der ,kuppel1 der im ,jahre #aeaf durch ,luigi da ,pace aus ,venedig in ,mosaik ausgefhrt wurde4 ,die ,erschaffung der ,gestirne ist dargestellt2 in der ,mitte der ,kuppel sehen wir den ,schpfer1 der von ,engeln umgeben im ,weltall schwebt und mit mchtig erhobenen ,armen die ,himmelslichter ins ,dasein ruft2 in den acht ,feldern1 in welche die ,wlbung eingeteilt ist1 erscheinen acht groartige ,engelsgestalten1 die ,schutzgeister der ,sterne2 der erste derselben legt emporschauend seine ,hnde auf die ,himmelskugel mit den ,fixsternen2 unter den brigen steigen die sieben ,planetengtter auf den ,wink des ,allmchtigen aus dem ,nichts empor4 -- ,auch fr die bildnerische ,ausschmckung der ,chigi-,kapelle sorgte ,raffael2 er entwarf zwei ,figuren1 die ,propheten ,elias und ,jonas1 die der ,florentiner ,lorenzetto in ,marmor ausfhrte4 ,die weitverbreitete ,annahme1 da ,raffael den ,jonas selbst in ,marmor gemeielt habe1 entbehrt jeder ,begrndung4 ,wohl aber ist es denkbar1 da er selbst ein ,thonmodell angefertigt habe fr diesen herrlichen ,jngling1 der wie ein antiker ,held ber den ,fisch1 der ihn ausgespieen hat1 triumphiert4 ,denn da sich ,raffael gerade im ,jahre #aeaf in der ,bildnerkunst versuchte1 steht fest2 nach seinem ,thonmodell fhrte damals ein sonst unbekannter ,bildhauer ,pietro aus ,ancona eine ,kinderfigur in ,marmor aus4 ,aller ,wahrscheinlichkeit nach ist diese ,bildhauerarbeit ,raffaels in der reizenden ,gruppe des von einem ,delphin getragenen toten ,knaben wiederentdeckt worden1 von dem ,raphael ,mengs im vorigen ,jahrhundert den ersten ,gipsabgu nach ,deutschland brachte2 das ,marmororiginal befindet sich in ,petersburg4 ,illustration3 ,abb4 #hd4 ,die ,vision des ,ezechiel im ,palazzo ,pitti zu ,florenz4 ,inzwischen war aber auch der ,papst schon wieder mit neuen ,auftrgen an den ,meister herangetreten4 ,zur ,bekleidung des unteren ,teils der ,wnde in der ,sixtinischen ,kapelle sollten kostbare ,teppiche in ,flandern gewebt werden1 und kein ,geringerer als ,raffael sollte die ,vorlagen dazu ausfhren4 ,an ,decke und ,wnden der ,kapelle war die ganze ,heilsgeschichte von der ,erschaffung der ,welt an in ,freskogemlden erzhlt2 die ,teppiche sollten die ,apostelgeschichte enthalten und so die ganze biblische ,bilderfolge zum ,abschlu bringen4 ,in den ,jahren #aeae und #aeaf fhrte ,raffael die ,kartons zu den ,teppichen aus und schuf damit1 whrend er zugleich mit so vielen und so groen anderen ,dingen beschftigt war1 eins seiner unsterblichsten ,werke4 ,die ,gewebe wurden in ,brssel bei ,meister ,peter von ,aelst ausgefhrt1 und zwar in einer so kurzen ,zeit1 da uns heute die ,groartigkeit der ,einrichtung dieser ,werkstatt vllig unbegreiflich vorkommt2 am ,stephanstage des ,jahres #aeai prangten sieben von den ,teppichen an ihrem ,bestimmungsorte und erregten das ,staunen und ,entzcken aller1 die sie sahen2 im nchsten ,jahre kamen die drei noch fehlenden hinzu4 ,im ,lauf der ,zeiten ist diesen ,prachtgeweben gar bel mitgespielt worden2 sie haben ihre eigene schicksalsreiche ,geschichte1 die mit ihrer ,verpfndung im ,jahre #aeba anfngt4 ,zweimal wurden sie aus ,rom entfhrt1 #aebg durch die plndernden ,landsknechte und #agih durch franzsische ,hndler1 die sie auf der ,versteigerung kauften2 schlielich haben sie zwar wieder ein ,unterkommen im ,vatikan gefunden1 aber in einem ,zustande1 der es nicht mehr gestattet1 sie zum ,schmuck der ,sixtinischen ,kapelle zu verwenden4 ,raffaels ,kartons wurden mehr als einmal nachgewebt1 aber auch die besser erhaltenen ,wiederholungen1 wie diejenigen im ,berliner ,museum1 geben nur ein sehr abgeschwchtes ,bild von ,raffaels ,schpfungen4 ,wir wrden dieses ,meisterwerk des ,meisters nicht gebhrend wrdigen knnen1 wenn nicht ein gtiges ,geschick sieben der mit ,leimfarben auf zusammengeklebtes ,papier gemalten ,originalkartons erhalten htte2 nach mancherlei ,irrfahrten ist denselben im ,kensington-,museum eine wrdige ffentliche ,aufstellung zu teil geworden4 ,es gibt nichts ,vollendeteres von lebendig anschaulicher1 durchaus volkstmlicher und zugleich knstlerisch erhabener ,erzhlung1 als diese sieben ,bilder aus der ,apostelgeschichte1 in denen die ,grnder der christlichen ,kirche uns in ausgeprgten ,charakteren und glaubhaft wahren ,gestalten entgegentreten4 ,raffael schildert mit einer ,einfachheit und ,kraft des ,ausdrucks1 die sich nur mit den ,worten der ,schrift vergleichen lt4 ,die ,folge der ,darstellungen wird erffnet durch den wunderbaren ,fischzug ,petri 7,abb4 #hj72 der ganze ,zauber einer khlen ,morgenstimmung am ,wasser ist ausgegossen ber die herrliche ,schilderung4 ,das zweite ,bild ist die ,berufung des ,petrus2 in verklrter ,schnheit steht der ,auferstandene am ,ufer des ,meeres bei ,tiberias den ,mnnern aus dem ,volke gegenber1 die seine ,lehre in alle ,welt tragen sollen1 und spricht zu dem niedergesunkenen ,petrus3 ,weide meine ,schafe48 ,dann sehen wir1 wie ,petrus1 von ,johannes begleitet1 an der schnen ,thr des ,tempels dem lahmen ,bettler gebietet aufzustehen 7,abb4 #ha72 und weiter1 wie ,ananias auf das strenge ,wort des ,apostelfrsten vom gttlichen ,strafgericht getroffen wird1 da der ,anblick die ,umstehenden schaudernd durchbebt4 ,fast noch packender ist die nchste ,darstellung1 wie vor dem ,tribunal des rmischen ,landvogts der ,zauberer ,elymas durch das machtvolle ,gebot des ,paulus das ,augenlicht verliert und in der pltzlich ber ihn hereingebrochenen ,finsternis hilflos umhertappt4 ,das nchste ,bild fhrt uns nach ,lystra2 wir sehen den mit archologischer ,treue nach antiken ,darstellungen abgebildeten heidnischen ,opferzug vor ,paulus und ,barnabas ,halt machen1 sehen den geheilten ,lahmen mit dem ,zuge sich herandrngen und die ,hnde im ,dankgebet zu den ,aposteln erheben1 und den ,paulus1 dessen mchtige ,gestalt der ganzen ,schar das ,gegengewicht hlt1 mit abgewandtem ,haupt seine ,kleider zerreien3 ,ihr ,mnner1 was macht ihr da88 ,schon ist das ,opferbeil erhoben1 um den bekrnzten ,stier zu fllen1 im nchsten ,augenblick wrde das ,opfer vollzogen sein1 wenn nicht einer1 ein schner ,jngling1 die ,worte des ,apostels verstanden htte und1 sich hastig durchdrngend1 die ,that verhinderte4 ,das letzte ,bild zeigt uns ,paulus in ,athen1 wie der ,mann ,gottes auf dem ,areopag der ,versammlung geschulter ,denker gegenber seine ,stimme erhebt2 seine kernigen ,worte finden aufmerksame1 kopfschttelnde1 spottende ,zuhrer1 aber auch solche1 die ihm glubig nahen4 -- ,wenn auch bei diesen ,kartons ,schlerhnde behilflich gewesen sind1 dieselben in ,farben zu setzen1 ,raffaels ,erfindung spricht mit voller ,macht aus jedem1 auch dem kleinsten ,zuge4 -- ,ein ,teppich mit der ,krnung ,marias1 der erst vor etwa zwanzig ,jahren im ,vatikan wieder aufgefunden worden ist1 beruht gleichfalls auf ,raffaels ,erfindung4 -- ,vllig unfabar erscheint uns die ,arbeitskraft des ,meisters1 wenn wir erfahren1 da er in denselben ,jahren1 ganz abgesehen von den ,zeichnungen1 die er dem ,marcantonio fr ,kupferstiche lieferte1 eine ,anzahl von lgemlden malte1 und darunter solche1 die erhabene ,ehrenpltze unter den herrlichsten seiner ,schpfungen einnehmen4 ,fr das ,kloster ,s4 ,maria dello ,spasimo zu ,palermo malte er die ,kreuztragung ,christi 7,abb4 #hb74 ,dabei legte er freilich der ,komposition den betreffenden ,holzschnitt in ,drers ,groer ,passion zu ,grunde1 dem er den unter der ,last des ,kreuzes zusammengebrochenen ,christus fast genau entlehnte2 aber er arbeitete seine eignen ,empfindungen hinein und machte die ,neuschaffung durchaus zu seinem geistigen ,eigentum2 ganz unabhngig von dem nordischen ,vorbild ist namentlich die ,gruppe der niedersinkenden ,mutter ,maria und ihrer ,frauen 7,abb4 #hc74 ,das ,gemlde hat merkwrdige ,schicksale durchgemacht2 das ,schiff1 auf dem es nach ,sizilien gebracht werden sollte1 ging unter1 die ,kiste mit dem ,bild aber wurde ans ,land getrieben und kam nach ,genua2 die ,kunde von dem aufgefischten ,gemlde verbreitete sich bald1 aber nur infolge der ,vermittelung des ,papstes gaben die ,genueser den ,schatz an die ,mnche zu ,palermo heraus2 an seinem ,bestimmungsort aufgestellt1 erlangte das ,bild1 nach den ,worten ,vasaris1 mehr ,ruf und ,berhmtheit als der ,berg des ,vulkan48 ,im ,,xvii4 ,jahrhundert kaufte ,philipp ,,iv das ,gemlde den ,mnchen heimlich ab und lie es nach ,spanien bringen2 jetzt befindet es sich im ,museum zu ,madrid4 ,bei der ,kreuztragung scheint die ,eigenhndigkeit ,raffaels in ,bezug auf die ,malerei zweifelhaft4 ,unzweifelhaft aber ist sie bei dem ,juwel der akademischen ,gemldesammlung zu ,bologna1 der h4 ,ccilia 7,titelbild74 ,das ,bild wurde schon #aeac als ,altargemlde fr eine ,kapelle der ,kirche ,s4 ,giovanni in ,monte zu ,bologna bestellt1 aber erst #aeaf kam der ,meister dazu1 dasselbe auszufhren4 ,es ist ein unvergleichliches ,gedicht auf den ,zauber der ,musik4 ,in der ,mitte des ,bildes steht ,ccilia1 eine jungfruliche ,gestalt von holdseligster ,anmut1 mit der ,orgel in den ,hnden1 und gibt sich entzckt den ,klngen hin1 die ein ,chor von ,engeln in den ,lften ertnen lt2 vier ,heilige umgeben sie1 ,paulus1 der ,evangelist ,johannes1 ,augustinus und ,magdalena1 von denen jeder in seiner ,weise1 ein vollendetes ,charakterbild1 den ,himmelsklngen lauscht2 weltliche ,musikinstrumente -- diese von ,raffaels begabtem ,schler ,giovan da ,udine 7geb4 #adhg71 der ein ,meister in liebevoller ,wiedergabe der ,natur in kleinen ,dingen war1 ausgefhrt -- liegen zerbrochen am ,boden4 ,in der ,farbe ist das ,gemlde selbst ,musik4 ,gleichfalls fr einen ,bologneser ,besteller entwarf ,raffael dann ein ,bildchen1 in dem er in miniaturartig kleinem ,mastabe eine riesengroe ,schpfung niederlegte3 die sogenannte ,vision des ,ezechiel 7,abb4 #hd71 jetzt im ,pitti-,palast4 ,zwischen den ,fittichen der vier lebenden ,wesen1 die in der christlichen ,kunst von jeher als ,sinnbilder der ,evangelisten gegolten haben1 schwebt ,jehova im ,weltraum und breitet mit erhobenen ,armen1 die dienstbereite ,engelknaben sttzen1 die ,hnde segnend ber die tief unten in der ,ferne sichtbare ,erde aus4 ,illustration3 ,abb4 #he4 ,die ,dame mit dem ,schleier4 ,bildnis einer ,unbekannten1 in welcher man das ,urbild zu dem ,antlitz der ,sixtinischen ,madonna zu sehen glaubt4 ,im ,palazzo ,pitti zu ,florenz4 ,illustration3 ,sixtinische ,madonna in der ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach im ,els4 und ,paris47 ,in die nmliche ,zeit der hchsten ,schaffenskraft des ,meisters fllt unzweifelhaft dasjenige ,gemlde1 welches vielleicht mehr als irgend ein anderes seiner ,werke jeden heutigen ,beschauer die ganze ,macht der ,kunst empfinden lt1 die ,sixtinische ,madonna 7,einschaltebild74 ,vasari berichtet mit wenigen ,worten3 fr die schwarzen ,mnche 7,benediktiner7 von ,s4 ,sisto in ,piacenza machte er das ,hauptaltargemlde1 darauf ,unsere ,frau mit dem h4 ,sixtus und der h4 ,barbara1 ein in ,wahrheit ganz seltenes und einziges ,werk48 ,das vom ersten bis zum letzten ,strich von ,raffael eigenhndig gemalte ,bild stand bis zum ,jahre #agec an seinem ,bestimmungsort1 dann wurde es fr ,knig ,august ,,iii erworben und nach ,dresden geschafft4 ,dort fand es keineswegs von vornherein ungeteilten ,beifall2 die ,kunstkenner des vorigen ,jahrhunderts waren im ,zweifel darber1 ob das ,gemlde wirklich des groen ,raffael ganz wrdig sei4 ,so ndern die ,kunstanschauungen sich im ,wechsel der ,zeiten4 ,heute vermag wohl niemand empfindungslos dieser ,schpfung gegenberzustehen1 deren ,wesen sich nicht in ,worte fassen lt1 die den ,blick in eine von allem ,irdischen losgelste andere ,welt entrckt und den ,beschauer zu andchtigem ,schweigen zwingt4 -- ,wenn jemals ein ,antlitz gemalt worden ist1 das ganz von berirdischer ,verklrung durchgeistigt ist1 so ist es dasjenige der ,mutter des ,erlsers auf dem ,bilde von ,s4 ,sisto4 ,und dennoch gibt es ein ,frauenbildnis von ganz weltlicher ,art1 das eine gewisse hnlichkeit mit demselben zeigt1 so da die ,vermutung ,raum gefunden hat1 da dieses ,bildnis uns die ,frau kennen lehre1 deren ,zge ,raffael vorschwebten1 als er jenes ,antlitz schuf4 ,es ist die sogenannte ,dame mit dem ,schleier 7,donna velata7 7,abb4 #he7 in der ,pitti-,galerie1 ein treffliches ,portrt1 bei dem der ,raffaelische ,ursprung1 wenn auch nicht ganz unbestritten1 so doch in hohem ,grade wahrscheinlich ist4 ,die hnlichkeit1 welche diese schne ,rmerin mit den groen dunklen ,augen mit der ,sixtinischen ,madonna hat1 ist immerhin nur eine entfernte1 aber ganz unverkennbar gleicht sie der ,magdalena auf dem ,bilde der h4 ,ccilia4 ,es pflegt sich daher an die ,dame mit dem ,schleier die ,vorstellung zu knpfen1 da sie uns die ,zge der ,geliebten ,raffaels verriete1 von der ,vasari mehrmals spricht1 und deren ,bild er unter den ,frauenbildnissen des ,meisters besonders hervorhebt4 ,diese ,geliebte1 deren ,namen nirgends genannt wird1 war fr die ,nachwelt1 die sich nicht gern damit begngt1 von groen ,mnnern blo die groen ,werke zu kennen1 ein ,gegenstand prickelnder ,neugier2 selbst einen ,namen hat die geschftige ,sage fr dieselbe aus der ,luft gegriffen3 la fornarina1 die ,bckerstochter4 ,diese ,bezeichnung ist haften geblieben an dem ,bildnis einer entschleierten ,schnen1 die auf dem ,armband den ,namen ,raffaels trgt2 dasselbe hat seit alten ,zeiten als das ,bild einer ,geliebten des ,meisters gegolten und ist als solches schon im ,,xvi4 ,jahrhundert wiederholt kopiert worden2 das ,original befindet sich im ,palazzo ,barberini zu ,rom 7,abb4 #hf74 -- ,raffael hat schnere ,bildnisse gemalt als dieses4 ,unter ,julius ,,ii hatte dieser ,zweig seiner ,thtigkeit etwas geruht2 wenigstens erfahren wir auer von dem ,portrt des ,papstes selbst nur noch von zweien1 von demjenigen des jungen ,prinzen ,federigo ,gonzaga von ,mantua und von dem des kunstsinnigen rmischen ,bankherrn ,bindo ,altoviti2 das erstere ist verschwunden1 das letztere befindet sich1 leider durch bermalungen mihandelt1 in der ,mnchener ,pinakothek1 wo es lange als ,raffaels ,selbstbildnis gegolten hat1 infolge des allerdings zweideutig scheinenden ,ausdrucks des ,vasari3 ,dem ,bindo ,altoviti machte er sein ,portrt1 als er jung war48 -- ,unter ,leo ,x aber wurde die ,bildnismalerei ein bedeutender ,teil von ,raffaels ,thtigkeit4 ,so malte er unter anderen den ,bruder und den ,neffen des ,papstes1 ,giuliano und ,lorenzo de' ,medici1 den als ,dichter und ,prediger gleich bewunderten ppstlichen ,sekretr und ,bibliotheksvorsteher ,tommaso ,inghirami1 den ,snger und ,dichter ,antonio ,tebaldeo1 den gleichfalls als ,dichter glnzenden1 ,raffael eng befreundeten ,grafen ,baldassare ,castiglione und den staatsklugen ,kardinal ,bibbiena 7,bernardo ,dovizio74 ,einige dieser ,bildnisse sind verschollen2 andere sind nur in alten ,nachbildungen vorhanden oder in solchen ,exemplaren1 bei denen es zweifelhaft scheint1 ob sie die ,originale seien2 jedenfalls gengt das ,vorhandene1 um uns ,raffael als einen der ,grten aller ,zeiten auch in der ,bildnismalerei bewundern zu lassen4 ,unzweifelhaft ,raffaels eigenhndiges ,werk ist das im ,louvre bewahrte ,bild des ,grafen ,castiglione4 ,neben diesem geistreichen und liebenswrdigen ,freunde des ,meisters interessiert es uns am meisten1 seinen besonderen ,gnner ,kardinal ,bibbiena kennen zu lernen 7im ,pitti-,palast74 ,mit dessen ,nichte hat sich ,raffael1 wenn ,vasari recht berichtet ist1 thatschlich verlobt2 aber zur ,vermhlung kam es nicht2 der vom ,papst ihm in ,aussicht gestellte ,kardinalshut soll dem ,meister verlockender erschienen sein als das ,band der ,ehe4 ,eine grere ,arbeit1 die ,raffael fr ,bibbiena im ,jahre #aeaf unternahm1 war die ,ausschmckung eines 7jetzt unzugnglichen7 ,badezimmers im ,vatikan mit ,wandmalerei nach antiker ,art4 -- ,den ,abschlu und die ,krone von ,raffaels ,bildnissen bildet dasjenige des ,papstes ,leo selbst1 auf dem neben dem ,papste1 der an einem ,tische sitzt1 mit der ,lupe in der ,hand1 um die ,miniaturen einer vor ihm aufgeschlagenen ,handschrift zu betrachten1 zwei ,kardinle mit abgebildet sind1 ,giulio de' ,medici 7nachmals ,papst ,clemens ,,vii7 und ,lodovico de' ,rossi1 dieser der ,neffe1 jener der ,vetter ,leos 7,einschaltebild74 ,von diesem ,prachtbild gibt es zwei ,exemplare1 eins im ,palazzo ,pitti1 eins im ,museum zu ,neapel4 ,wir drfen uns nicht darber wundern1 wenn die ,frage1 welches das echte ,bild sei1 sich heute schwerlich entscheiden lt2 die ,kopie wurde im ,jahre #aebe durch ,andrea del ,sarto angefertigt1 und sie gelang diesem gewandten ,maler so vortrefflich1 da ,giulio ,romano selbst1 der ,raffael an dem ,gemlde geholfen hatte1 sich soll haben tuschen lassen4 -- ,das letzte ,bildnis1 das aus ,raffaels ,werkstatt hervorging1 war dasjenige der schnen ,johanna von ,aragonien1 der ,gemahlin des ,conestable von ,neapel 7,abb4 #hg74 ,kardinal ,bibbiena bestellte dasselbe als ,geschenk fr den ,knig von ,frankreich1 zu dem er sich #aeah als ,gesandter begab4 ,raffael hatte keine ,zeit1 selbst nach ,neapel zu gehen1 um die ,frstin zu portrtieren4 ,er schickte einen seiner ,schler hin1 der die ,skizze zu dem ,bildnis zeichnete2 nach dieser ,zeichnung wurde dann das farbenprchtige ,gemlde1 das sich jetzt im ,louvre befindet1 ausgefhrt4 ,nach ,vasaris ,zeugnis hat ,raffael daran nur den ,kopf gemalt1 das brige ist von ,giulio ,romano4 ,vom ,jahre #aeag an kam ,raffael berhaupt kaum noch dazu1 irgend eine ,sache eigenhndig auszufhren2 fing er einmal an einem ,bilde zu malen an1 so mute dasselbe doch bald wieder hinter neuen ,auftrgen zurckstehen4 ,von persnlicher ,ausbung der ,freskomalerei war schon gar keine ,rede mehr2 aber unter seiner ,leitung entstanden noch zwei groe ,wunderwerke der ,wandmalerei3 die ,vatikanischen ,loggien und die ,geschichte der ,psyche in der ,villa ,chigis4 ,illustration3 ,abb4 #hf4 ,la fornarina4 ,bildnis einer ,unbekannten im ,palazzo ,barberini zu ,rom4 ,illustration3 ,abb4 #hg4 ,johanna von ,aragonien im ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #hh4 ,grotesken an einem ,pfeiler der ,vatikanischen ,loggien4 ,illustration3 ,papst ,leo ,x4 ,im ,palazzo ,pitti zu ,florenz4 ,ein ,teil des ,vatikanischen ,palastes ffnet sich nach einem ,hofe hin in smtlichen ,stockwerken durch ,bogenlauben 7loggie71 die nach ,bramantes und teilweise auch nach ,raffaels ,entwrfen erbaut sind4 ,denjenigen ,teil der ,loggien nun1 der im zweiten ,stock den ,zugang zu den ,stanzen bildet1 wollte ,leo ,x in einer ,weise ausgeschmckt sehen1 die eine wrdige ,einleitung zu der knstlerischen ,pracht jener ,gemcher sein sollte4 ,vielleicht schon gleichzeitig mit der ,bestellung der ,teppichkartons empfing ,raffael den ,auftrag zur ,ausschmckung dieser ,laube4 ,die ,aufgabe war freilich hier eine ganz andere als in den inneren ,gemchern2 wer hier in freier ,luft und doch vor der ,sonnenglut geschtzt einherwandelte1 dem durfte die ,kunst nur ein heiteres ,formen- und ,farbenspiel darbieten1 das den ,geist beschftigte1 ohne ihn anzustrengen1 und das ,auge erfreute gleichwie die unvergleichliche ,aussicht ber die ewige ,stadt und die ,campagna und die fernen ,berge4 ,raffael hat hier ein ,werk geschaffen1 das seinesgleichen nicht hat4 ,nur bekommen wir den vollen ,eindruck desselben nicht mehr an ,ort und ,stelle2 ,wind und ,wetter haben den ,fresken gar schlimm mitgespielt1 so da in unserem ,jahrhundert die ,bogen durch ,glasfenster geschlossen werden muten1 um wenigstens das ,vorhandene zu retten2 leider hat auch die ,roheit der ,besucher das ,ihrige dazu beigetragen1 die ,reste schmhlich zu mihandeln4 ,glcklicherweise fehlt es nicht an guten alten ,kupferstichen1 welche die ,anschauung des ,werkes ergnzen4 ,die ,kunst des ,altertums hat demselben als ,grundlage gedient4 ,kurz vorher waren in den verschtteten ,ruinen der ,bder des ,titus wohlerhaltene ,beispiele antiker ,wanddekoration in ,stuck und ,malerei entdeckt worden4 ,diese reizvollen ,gebilde einer mutwillig umherschweifenden ,phantasie -- ,grotesken1 wie man sie nannte1 weil sie sich nur in unterirdischen ,gewlben 7grotte7 erhalten hatten -- gaben das ,vorbild fr die ,auszierung der ,loggien2 nicht als ob sie schlechtweg kopiert worden wren1 aber der knstlerische ,sinn1 aus dem sie hervorgegangen waren1 wurde mit voller ,frische zu neuem ,leben erweckt4 ,einzelnes wurde wohl unmittelbar den antiken ,darstellungen entliehen2 ,raffael wendete gerade in jener ,zeit den berbleibseln der antiken ,kunst sein hchstes ,interesse zu1 auf sie verwies er seine ,schler1 wenn die ,zeit ihm fehlte1 hinreichende ,vorlagen zu entwerfen1 und in ganz ,italien1 ja selbst in ,griechenland unterhielt er ,zeichner behufs ,aufnahme antiker ,werke4 ,aber das meiste wurde im ,geiste und im ,geschmack der altrmischen ,verzierungskunst neu geschaffen4 ,an ,pfeilern und ,bogen rankten die ,grotesken empor 7,abb4 #hh71 in zierlicher ,leichtigkeit und in einer ,mannigfaltigkeit der ,bildungen1 von der auch nur annhernd durch das ,wort eine ,vorstellung geben zu wollen1 ein fruchtloses ,beginnen wre4 ,in gebundenerer ,formengebung berspinnt das ,farbenspiel die ,wandflchen1 in denen den ,bogenffnungen gegenber die ,fenster und ,thren der ppstlichen ,wohnrume liegen1 und die ,kuppelwlbungen1 welche die ,loggien bedecken2 in jeder ,kuppel ordnen sich vier ,bilder dem ,schmuckwerk ein1 die aber ihre ,stoffe nicht aus der heiteren ,gtterwelt des ,altertums1 sondern1 der ,wrde des apostolischen ,palastes entsprechend1 aus der biblischen ,geschichte schpfen4 ,die ,ausfhrung der ,grotesken und des ,stuckwerkes stellte ,raffael unter die ,leitung des ,giovan da ,udine1 diejenige der ,bilder unter die ,aufsicht des ,giulio ,romano4 ,auer diesen beiden aber arbeitete noch eine ganze ,schar von ,schlern ,raffaels an dem ,werk1 das der berall waltende ,geist des ,meisters mit einem einheitlichen ,band umgab4 ,in den ,einzelheiten folgte jeder seinen eignen ,eingebungen2 namentlich in den kleinen fr sich eingerahmten ,stuckbildchen1 welche berall in den ,arabesken verflochten sind1 legte jeder nieder1 was ihm gerade einfiel4 ,da finden wir freie ,abbildungen von antiken ,standbildern und ,reliefs1 von ,kompositionen ,raffaels und ,michelangelos und frische ,szenen aus dem ,leben1 wir blicken sogar in das ,treiben der ,knstler selbst hinein3 da sitzt der ,meister und zeichnet mit ,emsigkeit2 ein ,farbenreiber bereitet die ,farben2 ein ,maurer trgt den frischen ,mrtelgrund auf1 und neben ihm ritzt ein junger ,maler in den aufgetragenen ,grund die ,umrisse ein1 ein anderer malt1 ein dritter bringt einen ,karton herbei1 um ihn an die ,wand zu heften1 ein vierter ist damit beschftigt1 die ,umrisse eines anderen ,kartons mit der ,nadel zu durchstechen1 whrend ein alter ,famulus die ,farbentpfe zurecht macht4 -- ,die #eb ,bilder in den #ac ,kuppeln der ,loggia pflegt man unter dem ,namen die ,bibel ,raffaels8 zusammenzufassen4 ,sie beginnen mit der ,schpfung und schlieen mit dem ,abendmahl2 nur vier gehren dem ,neuen1 die brigen alle dem ,alten ,testament an4 ,nach ,vasari wrden dieselben smtlich auf ,entwrfen ,raffaels beruhen2 doch knnen in dem letzten ,teil der ,arbeit diese ,entwrfe hchstens in ganz flchtigen ,skizzen bestanden haben1 whrend aus den ersten allerdings ,raffaels ,erfindung mit ihrer ganzen ,kraft und ,liebenswrdigkeit zu uns spricht4 ,aber auch die minderwertigen unter diesen ,bildern erfllen vortrefflich ihren nchsten1 dekorativen ,zweck1 mit krftigen1 vollen ,farbenakkorden das leichte ,spiel des ,zierwerks zu unterbrechen und das ,auge angenehm zu fesseln4 ,die ,darstellungen in der ersten ,kuppel lehnen sich sichtlich an ein bermchtiges ,vorbild1 ,michelangelos ,schpfungsgemlde in der ,sixtinischen ,kapelle1 an1 und wenigstens eins derselben1 die ,scheidung von ,licht und ,finsternis durch das ,machtwort ,gottes1 bleibt trotz der kleinen ,verhltnisse kaum hinter dem groen ,vorbild zurck4 ,vielleicht am alleransprechendsten ist die zweite ,kuppel1 welche die ,geschichte des ersten ,menschenpaares erzhlt2 in dem zauberisch schnen ,paradiesesgarten fhrt der ,herr dem erstaunt aus dem ,schlummer erwachenden ,adam die ,gefhrtin zu 7,abb4 #hi72 dann reicht ,eva dem ,manne die verbotene ,frucht 7,abb4 #ij7 -- ein ,vergleich mit dem ,deckenbilde in der ,stanza della ,segnatura lehrt uns1 wie verschiedenartig in der ,auffassung und wie gleichwertig in der ,schnheit ,raffael ein und denselben ,gegenstand zu behandeln wute --2 der ,engel mit dem ,schwerte stt die ,gefallenen in die rauhe ,welt1 wo ein tobender ,sturm1 der starke ,bume knickt1 den landschaftlichen ,gegensatz gegen den ,paradiesesfrieden bildet2 aber auch die ,erde ist schn in ,raffaels ,augen1 das sehen wir auf dem vierten ,bilde dieser ,kuppel an dem glcklichen ,lcheln1 das ,eva ihren munteren ,kindern schenkt1 an der sonnigen ,anmut der ,landschaft1 in der ,adam das ,feld bestellt4 ,die ,schnheit der ,landschaft bildet berhaupt einen groen ,reiz in einer ganzen ,anzahl dieser biblischen ,bilder4 ,worin sie fast ausnahmslos unbertroffen dastehen1 das ist die knappe ,deutlichkeit anschaulicher ,erzhlung2 in dieser ,beziehung sind sie ,musterwerke1 deren ,wert durch die ungleichmige und nicht immer gerade musterhafte ,ausfhrung nicht abgeschwcht wird4 ,illustration3 ,abb4 #hi4 ,die ,erschaffung der ,eva4 ,kuppelgemlde in den ,vatikanischen ,loggien4 ,die ,vatikanischen ,loggien waren noch nicht vollendet1 da rief ,chigi den ,meister wieder in die ,gtterwelt des ,altertums4 ,es galt die ,ausschmckung der groen ,loggia des ,erdgeschosses in ,chigis ,villa in ,trastevere4 ,das ,mrchen des ,apulejus von ,amor und ,psyche bot den ,stoff4 ,aber wie unendlich viel poetischer hat ,raffael den ,gegenstand aufgefat1 als der sptrmische ,schriftsteller1 dessen ,erzhlung nur eine ,profanierung des schnen ,mythus von der ,seele und der ,liebe ist4 ,mit dem hchsten ,geschick hat dabei der ,meister seine ,darstellungen den verschiedengestaltigen ,flchen der ,wlbung -- denn auf diese beschrnkte sich der ,schmuck -- angepat4 ,es boten sich ihm vierzehn spitzige ,kappen dar1 die von den ,halbkreisbogen der ,laubenffnungen und der entsprechenden ,wandfelder aus in die ,wlbung einschneiden1 zehn nach unten spitz zulaufende ,zwickel1 in denen sich die ,wlbung auf die ,pfeiler und ,pilaster herabsenkt1 und ein groes1 langgestrecktes viereckiges ,mittelfeld4 ,raffael rahmte diese ,felder mit ,blumen- und ,fruchtgewinden ein1 wobei er das ,mittelfeld in zwei ,hlften zerlegte1 und fllte die ,flchen mit lebensgroen ,figuren auf luftig blauem ,grunde4 ,in den ,zwickelfeldern beginnt die ,erzhlung mit einer ,darstellung der ,venus1 die ihren ,sohn auf die ,erde herabsendet1 um ,psyche fr ihre ,schnheit zu strafen1 nicht ahnend1 da ,amor seine ,macht an sich selbst erfahren sollte2 im ,vorbeischweben macht ,amor die ,grazien auf das schne ,ziel1 dem sein ,gescho gelten soll1 aufmerksam 7,abb4 #ia74 ,was nunmehr nach der ,erzhlung auf ,erden geschieht1 die ,verbindung ,amors mit ,psyche1 und wie diese durch die ,verletzung des ,gebotes1 das ,wesen des ,geliebten nicht zu erforschen1 ihres ,glckes verlustig wird1 liegt auerhalb der ,darstellungen1 denn diese bewegen sich nur im ,olymp4 ,wir sehen ,venus1 wie sie sich ungetrstet von ,juno und ,ceres1 die ihr nicht ,rat und ,hilfe gewhren knnen1 hinwegwendet1 wie sie auf ihrem ,taubenwagen die ,himmelshhen durchfhrt1 um die ,untersttzung ,jupiters zur ,bestrafung der ,psyche anzurufen1 wie sie sich mit schmeichelnder ,bitte dem ,gttervater naht 7,abb4 #ib72 darauf schwingt sich ,merkur zur ,erde herab1 um ,psyche zu suchen und sie der ,rache der ,gttin zu berliefern4 ,wie ,psyche die letzte1 schwerste ,prfungsaufgabe gelst und fr ,venus ein ,gef aus der ,unterwelt heraufgeholt hat1 wie sie dieses demtig knieend der erstaunten ,gttin darreicht1 zeigt das nchste ,bild4 ,und jetzt bittet ,amor bei ,jupiter um ,gnade fr die ,geliebte und empfngt mit freundlichem ,ku die ,gewhrung2 darauf schwebt ,psyche1 von ,merkur geleitet1 zum ,himmel empor 7,abb4 #ic74 ,in dem einen der groen figurenreichen ,bilder des ,mittelfeldes der ,decke sehen wir1 wie ,jupiter den ,streit zwischen ,venus und ,amor in feierlicher ,versammlung der ,gtter schlichtet und wie ,psyche den ,trank der ,unsterblichkeit empfngt2 auf dem anderen feiern die ,gtter bei festlichem ,gelage die ,vermhlung von ,amor und ,psyche4 ,so erzhlt ,raffael die ,geschichte2 in den ,kappenfeldern aber lt er kleine ,liebesgtter umherschweben1 welche den ,gttern ihre ,wrdezeichen und ,waffen geraubt haben und so an den ,beschauer die ,frage des griechischen ,dichters stellen3 ,wenn die ,unsterblichen selbst vor ihm nicht retten die ,waffen1 ,knnte der sterbliche ,mensch trotzen dem schelmischen ,gott8 ,illustration3 ,abb4 #ij4 ,der ,sndenfall4 ,kuppelgemlde in den ,vatikanischen ,loggien4 ,illustration3 ,abb4 #ia4 ,aus der ,fabel der ,psyche3 ,amor und die ,grazien4 ,deckengemlde in der ,villa ,farnesina zu ,rom4 ,der ,rcken der vorderen ,grazie ist eine der wenigen ,stellen in diesen ,malereien1 die von der spteren bermalung verschont geblieben sind4 ,leider sind die kstlichen ,gemlde gegen ,ende des ,,xvii4 ,jahrhunderts in sehr gefhlloser ,weise aufgefrischt worden2 dabei haben besonders die feinen ,umrisse der ,figuren stellenweise arg gelitten1 und der sonnige ,luftton des ,hintergrundes ist in einen schweren1 trben blauen ,anstrich verwandelt worden4 ,wenn das ,werk auch so noch einen wunderbaren ,zauber ausbt1 so ist das wohl das glnzendste ,zeugnis fr die unverwstliche ,macht seiner knstlerischen ,erfindung4 ,unberhrt von der bermalung ist die ,figur der einen ,grazie geblieben1 welche dem ,beschauer den ,rcken zuwendet3 dieser herrlich gemalte ,rcken gilt als ,raffaels eigenhndige ,arbeit4 ,vasari berichtet an einer ,stelle1 da der ,meister eine ,anzahl ,figuren in diesen ,fresken noch selbst gemalt habe2 im brigen fiel die ,ausfhrung der ,bilder dem ,giulio ,romano und dem ,giovan ,francesco ,penni 7dem sein ,dienstverhltnis zu ,raffael den ,beinamen il fattore1 der ,verwalter1 verschafft hat7 zu2 die prchtigen ,blumen- und ,fruchtgewinde malte ,giovan da ,udine4 ,da ,raffael zu den smtlichen ,bildern ausfhrliche ,vorzeichnungen gemacht hat1 ist auer ,frage3 kein anderer htte sie so erfinden und gestalten knnen4 ,von den erhaltenen ,studien zu den ,deckengemlden der ,farnesina zeigen freilich nur wenige die ,handschrift des ,meisters 7,abb4 #id72 zu den ,studien kommt eine ,anzahl von ,nachzeichnungen nach den ,kartons1 wie sie die jngeren ,schler zu ihrer bung zu machen pflegten1 und auch diese haben fr uns ihren ,wert1 da sie uns teilweise die ursprngliche ,schnheit der ,formengebung ungetrbter vor ,augen fhren als die bermalten ,fresken4 ,illustration3 ,abb4 #ib4 ,aus der ,fabel der ,psyche3 ,venus vor ,jupiter4 ,deckengemlde in der ,villa ,farnesina zu ,rom4 ,die ,figur der ,venus ist besonders in den ,umrissen durch die bermalung stark entstellt4 ,illustration3 ,abb4 #ic4 ,aus der ,fabel der ,psyche3 ,merkur und ,psyche4 ,deckengemlde in der ,villa ,farnesina zu ,rom4 ,illustration3 ,abb4 #id4 ,studie zu ,venus und ,psyche in der ,villa ,farnesina4 ,handzeichnung in der ,louvresammlung zu ,paris4 ber der ,vollendung der ,malereien in der ,villa ,chigis und in den ,vatikanischen ,loggien war das ,jahr #aeai herangekommen4 ,wir finden ,raffael in einer fieberhaften ,thtigkeit4 ,tglich tritt der ,papst1 der nach ,vollendung der ,loggien alles1 was im ,vatikan an ,malerei und ,architektur gemacht wird1 in seine ,hnde gelegt hat1 mit neuen ,wnschen an ihn heran2 bald mu er fr die ,kapelle des ,jagdschlosses la ,magliana in der ,campagna ,kartons zu ,freskobildern zeichnen1 bald fr eingelegte ,holzarbeiten1 bald fr ,mnzstempel ,vorlagen liefern1 bald die ,dekorationen fr ein ,karnevalsfest im ,vatikan entwerfen2 und neben den ,stanzen wird ein groer ,saal zur ,aufnahme von ,wandgemlden vorbereitet4 ,dabei drngen ihn bestndig die ,vertreter fremder ,frsten1 die fr ihre ,herren ,bilder von ihm haben wollen2 sie lassen sich nicht abschrecken1 wenn sie einmal vor der ,thr seiner ,werkstatt abgewiesen werden2 zu ihrer ,beruhigung macht ,raffael dann wohl vor ihren ,augen ein paar ,pinselstriche an dem bestellten ,gemlde1 die angefangenen ,bilder werden beiseite gestellt1 um neuen ,platz zu machen1 die dann bald dasselbe ,schicksal teilen4 ,der sonst immer heitere und liebenswrdige ,meister fngt an1 in den ,ruf eines ,melancholikers zu kommen4 ,wenn wir die ,zahl der zum ,teil sehr umfangreichen lgemlde berblicken1 welche ,raffael seit #aeag neben seiner sonstigen angestrengten ,thtigkeit noch entstehen lie -- ganz abgesehen von zweifelhaften ,werken --1 so begreifen wir1 da er sich im berma der ,arbeit aufreiben mute1 ungeachtet der ,hilfe1 welche ihm seine gut ausgebildeten ,schler1 besonders ,giulio ,romano und ,giovan ,francesco ,penni1 die bei ihm wohnten1 gewhrten4 ,nicht jeder ,besteller eines ,bildes war so geduldig1 wie die ,nonnen von ,monteluce bei ,perugia1 die im ,jahre #aeaf an das vor elf ,jahren in ,auftrag gegebene ,bild der ,krnung ,marias erinnerten1 die dann auch erlangten1 da ,raffael die ,komposition entwarf1 und nun doch wieder warten muten1 bis lange nach des ,meisters ,tode die ,schler das 7jetzt in der ,vatikanischen ,pinakothek befindliche7 ,gemlde fertig machten4 ,vor allem galt es den ,papst zu befriedigen2 als ,geschenke fr den ,knig und die ,knigin von ,frankreich hatte dieser zwei ,gemlde bestellt1 einen ,erzengel ,michael und eine heilige ,familie4 ,die berreichung dieser ,geschenke lag ,leo ,x am ,herzen1 und ungeduldig mahnte er immer von neuem zur ,eile1 bis im ,frhjahr #aeah die ,bilder auf ,maultiere geladen und1 von einem ,gehilfen ,raffaels begleitet1 nach ,fontainebleau gebracht werden konnten4 ,beide ,bilder befinden sich jetzt im ,louvre4 ,der heilige ,michael ist als ein schner ,jngling in antiker ,rstung1 aber ohne ,helm1 dargestellt1 der mit groen ,schwingen herniederstrmt1 um den ,satan1 der schon unter ihm zu ,boden gestrzt ist1 mit hoch erhobenem ,speer zu treffen2 die wilde1 dunkelfarbige ,gestalt des ,teufels und dstere ,felsen1 aus deren ,ritzen die ,hllenflammen hervorzngeln1 heben die ,lichtgestalt des ,engels mchtig hervor 7,abb4 #ie74 ,die groe heilige ,familie des ,louvre1 wie das vom ,papst der ,knigin geschenkte ,bild zum ,unterschied von einer gleichfalls im ,louvre befindlichen kleineren heiligen ,familie 7,die ,jungfrau mit der ,wiege71 einer ganz von ,schlerhand gemalten ,komposition ,raffaels1 genannt wird1 zeigt eine ,maria1 deren ,antlitz an zarter1 jungfrulicher ,bescheidenheit mit den ,florentiner ,madonnen wetteifert1 und einen ,jesusknaben1 der aus der ,wiege springt und sich frhlich der ,mutter in die ,arme wirft 7,abb4 #if72 das ,kind ist so kindlich1 wie ,raffael nur jemals eines ersonnen hat1 aber seine gttliche ,bedeutung wird durch die ,huldigungen angezeigt1 die ihm dargebracht werden3 nicht nur1 da ,elisabeth knieend den kleinen ,johannes lehrt1 die ,hndchen zum ,gebet vor dem ,altersgenossen zu falten1 auch ,engel sind in das enge ,gemach herabgestiegen1 um anbetend zu verehren und ,blumen zu streuen4 ,den mchtigen ,formen der gedrngten ,komposition entspricht eine krftige ,farbengebung mit scharfen ,gegenstzen zwischen ,licht und ,schatten4 ,schon den ,zeitgenossen mifiel es1 da ,raffael in seinen letzten ,gemlden die ,schatten allzu schwarz machte1 und in der ,folgezeit hat sich die ,anwendung einer besonderen schwarzen ,farbe1 die nachgedunkelt und durch die brigen ,farben durchgeschlagen ist1 als sehr verderblich erwiesen4 ,beim ,malen der groen heiligen ,familie hat ,giulio ,romano geholfen1 dem die ,ausfhrung einer heiligen ,margareta1 die nach ,vasaris ,angabe gleichzeitig als ,geschenk fr das franzsische ,knigshaus nach ,fontainebleau kam 7jetzt ebenfalls im ,louvre71 beinahe vollstndig berlassen blieb4 ,mit welcher ,sorgfalt ,raffael auch jetzt noch die ,natur zu ,rate zog1 davon legen drei ,studienbltter zu der groen heiligen ,familie ,zeugnis ab3 die ,louvresammlung bewahrt die nach einem leichtgekleideten ,mdchen gemachte ,aktzeichnung zur ,madonna 7,abb4 #ig72 in der ,uffiziensammlung finden wir die im ,gemlde fast ganz getreu benutzte1 sorgfltig ausgefhrte prchtige ,gewandstudie zu derselben ,figur 7,abb4 #ih7 und die kstliche ,modellstudie des ,christuskindes 7,abb4 #ii74 ,illustration3 ,abb4 #ie4 ,der heilige ,michael4 ,zeichnung nach dem ,gemlde von #aeah1 in der ,louvresammlung4 ,illustration3 ,abb4 #if4 ,die groe heilige ,familie im ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ig4 ,naturstudie zur ,madonna der groen heiligen ,familie im ,louvre4 ,zu ,raffaels letzten ,madonnenbildern gehrt ferner das berhmte groe ,bild in ,madrid1 welches ,philipp ,,iv als die ,perle seiner ,sammlung bezeichnete1 und das seitdem den ,namen la perla8 behalten hat4 ,es ist ein inniges ,familienbild1 scharf beleuchtet in stimmungsvoller ,morgenlandschaft2 ,maria hat den einen ,arm um den ,nacken der in tiefernste ,gedanken versunkenen ,mutter ,anna gelegt1 mit der anderen ,hand umfat sie den ,knaben1 der aus der ,wiege auf ihr ,knie geklettert ist und lchelnd nach den ,frchten greift1 die der kleine ,johannes ihm bringt4 ,besteller des ,bildes waren die ,grafen von ,canossa zu ,verona4 -- ,gleichfalls in ,madrid befindet sich eine ,heimsuchung ,marias8 in lebensgroen ,figuren1 welche ,raffael fr den ppstlichen ,kmmerer ,branconio d',aquila -- denselben1 zu dessen ,palast in ,rom er den ,entwurf lieferte -- anfertigte4 -- ,fr den ,kardinal ,colonna malte der ,meister die begeisterte ,jnglingsgestalt des ,vorlufers ,johannes 7jetzt in der ,tribuna zu ,florenz71 ein um der ,neuheit seiner ,auffassung willen hufig nachgebildetes ,gemlde4 ,illustration3 ,abb4 #ih4 ,gewandstudie zur ,madonna der groen heiligen ,familie im ,louvre4 ,illustration3 ,abb4 #ii4 ,naturstudie zum ,jesuskind der groen heiligen ,familie im ,louvre4 ,die ,wucht der ,formen1 die groen ,linienzge1 die scharfen ,gegenstze von hell und dunkel1 die wir in all diesen ,bildern gewahren1 scheinen von dem aufgeregten ,seelenzustande zu erzhlen1 aus dem heraus der mit der flchtigen ,zeit im ,kampfe liegende ,meister schuf4 ,das vierte der ,vatikanischen ,gemcher1 dessen ,ausmalung er leiten sollte1 verhie ihm ,gelegenheit1 sich in gewaltig bewegten1 leidenschaftlichen ,darstellungen ,luft zu machen4 ,das ,leben ,konstantins sollte hier geschildert werden1 mit dem ,sieg ber ,maxentius als ,hauptdarstellung 7,abb4 #ajj74 ,zwar rhrt der ,karton zu dieser ,schlacht1 von dem ,bruchstcke erhalten geblieben sind1 nicht von dem ,meister selbst her2 aber einzelne ,studien zu dem ,bilde hat er gezeichnet und sicherlich auch einen ,gesamtentwurf angefertigt2 denn nur auf ,grund eines solchen lt es sich erklren1 da das erst mehrere ,jahre nach ,raffaels ,tode ausgefhrte ,gemlde jene ,flle von ,leben und jene machtvolle ,groartigkeit besitzt1 die dasselbe trotz seiner ,mngel zu einem unbertroffenen ,muster der ,schilderung eines gewaltigen ,heldenkampfes machen4 ,sicherlich geht auch die meisterhafte ,anordnung der ,wandeinteilung im ,konstantinsaal auf ,raffael zurck1 die mit den figurenreichen ,geschichtsdarstellungen groartige ,architekturen wechseln lt1 in denen die ,riesengestalten berhmter ,ppste thronen4 ,dem ,drange nach kraftvollster ,wirkung1 den der ,meister empfand1 entspricht es1 da der -- in der ,folge wieder aufgegebene -- ,versuch gemacht wurde1 lmalerei an die ,stelle der ,freskomalerei treten zu lassen4 ,raffael hat kaum den ,beginn der ,malerei im ,konstantinsaale erlebt2 wenn wir in der ,maxentiusschlacht noch eine ,nachwirkung seines ,geistes vernehmen1 so gewahren wir in den brigen ,bildern nur allzu deutlich1 wie ohnmchtig ,giulio ,romano und seine ,genossen derartigen ,aufgaben gegenberstanden1 sobald sie ganz auf sich selbst angewiesen waren4 -- ,zu solchen groen ,werken gehrte die ,gre des ,meisters4 ,glcklicher bewahrten die ,schler das ,erbe seines ,geistes in rein dekorativen ,sachen2 wenigstens sind die ,stuckarbeiten1 welche ,giovan da ,udine in der ,villa ,madama ausfhrte1 deren ,bau ,giulio ,romano nach ,raffaels ,tode bernahm1 ebenbrtige ,sprlinge des ,zierwerks in den ,vatikanischen ,loggien2 freilich vermochte bei diesen ,arbeiten auch ein genaues ,studium antiker ,vorbilder einigermaen ,ersatz zu leisten fr die aus ,raffaels schaffensfreudiger und unermdlicher ,phantasie geflossenen ,anregungen4 ,illustration3 ,abb4 #ajj4 ,mittelgruppe aus der ,konstantinschlacht4 ,wandgemlde im ,vatikan1 nach ,vorarbeiten ,raffaels4 ,illustration3 ,abb4 #aja4 ,aktstudie zu dem ,verklrungsbilde im ,vatikan4 ,sammlung der ,ambrosiana zu ,mailand4 ,illustration3 ,abb4 #ajb4 ,vorzeichnung zu dem ,verklrungsbilde in nackten ,figuren4 ,in der ,albertina zu ,wien4 ,die sechs oberen ,figuren anscheinend von ,raffael selbst gezeichnet4 ,illustration3 ,abb4 #ajc4 ,die ,verklrung ,christi auf dem ,berge ,tabor in der ,gemldesammlung des ,vatikan4 ,raffaels letztes ,bild4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,das letzte ,werk1 an das ,raffael selbst die ,hand legte1 war eine groe ,altartafel1 welche ,giulio de' ,medici fr die ,hauptkirche seines ,bischofssitzes ,narbonne bestellte4 ,raffael mochte wohl fhlen1 da das berwiegen der ,schlerarbeit in der ,ausfhrung seiner ,werke schlielich seinem ,ruhm schaden wrde1 zumal da man in ,rom anfing1 den ,namen des ,venezianers ,sebastiano 7spter del ,piombo zubenannt71 eines ,nachfolgers und ,freundes des ,michelangelo1 neben dem seinigen zu nennen4 ,und da gerade dieser in ,bezug auf die ,farbengebung sehr hervorragende ,maler vom ,kardinal den ,auftrag bekam1 das ,gegenstck zu ,raffaels ,bild anzufertigen1 so mag dies mit ein ,grund gewesen sein1 ,raffael zu bestimmen1 das ,altargemlde1 als dessen ,gegenstand die ,verklrung ,christi auf dem ,tabor gewhlt wurde1 ganz eigenhndig auszufhren4 ,selbstverstndlich war es damit nicht ausgeschlossen1 da der ,meister bei den mehr mechanischen ,teilen der ,arbeit ,schlerhilfe benutzte1 etwa bei der bertragung der ,zeichnung ins ,groe1 oder wenn es sich darum handelte1 auf ,grund der ,aktstudien 7,abb4 #aja71 welche er selbst mit dem uersten ,flei zeichnete -- wie noch eine ,anzahl erhaltener ,bltter dieser ,art bekunden --1 einmal das ganze fertig komponierte ,gemlde in nackten ,figuren aufzubauen1 um fr die ,formenrichtigkeit der ,gestalten eine unbedingt sichere ,unterlage zu haben 7,abb4 #ajb74 ,seinen ursprnglichen ,bestimmungsort hat das ,gemlde nie gesehen2 nach ,raffaels ,tode glaubte man diese seine letzte ,schpfung an dem ,hauptschauplatz seiner ,thtigkeit behalten zu mssen1 und stellte die ,tafel auf dem ,altar von ,st4 ,pietro in ,montorio zu ,rom auf2 #agig als ,beute der ,franzosen nach ,paris gebracht1 befindet sich das ,bild seit #ahae in der ,vatikanischen ,pinakothek4 ,raffaels letztes ,werk ist eins seiner gewaltigsten 7,abb4 #ajc74 ,durch mchtige ,gegenstze ergreift es den ,beschauer4 ,auf der ,hhe des ,berges1 etwas entfernt1 schwebt die verklrte ,gestalt des ,erlsers zwischen ,moses und ,elias hellleuchtend in der lichten ,wolke ber den geblendet zu ,boden gestrzten drei ,jngern4 ,inzwischen spielt sich am ,fue des ,berges ein ,vorgang menschlichen ,elends und menschlicher ,ohnmacht ab3 vor die neun zurckgebliebenen ,jnger ist der ,vater des mondschtigen ,knaben1 von einer ,volksschar begleitet1 hingetreten4 ,der ,unglckliche hlt den in ,krmpfen tobenden ,knaben fest und heftet1 von den ,leiden des ,sohnes bis zur ,verzweiflung ergriffen1 die stieren ,augen mit einem letzten ,hoffnungsschimmer auf die ,jnger ,jesu2 zwei ,frauen haben sich vor diesen auf die ,kniee geworfen2 die eine bittet mit sanften1 stummberedten ,blicken1 die andere1 unter der wir uns die ,mutter des ,knaben vorstellen1 verlangt leidenschaftlich1 fast gebieterisch ,hilfe2 flehend strecken die ,begleiter die ,hnde aus4 ,und die neun ,apostel stehen dem gegenber1 erschttert1 von ,mitleid ergriffen1 aber unfhig zu helfen2 denn derjenige1 der helfen knnte1 hat sie verlassen und ist auf den ,berg gegangen1 -- darauf weist einer von ihnen zwei seiner ,gefhrten hin1 die1 beschmt ber ihre ,ohnmacht1 nach dem schrecklichen ,schauspiel nicht mehr hinzusehen wagen2 da derjenige1 der auf dem ,berge weilt1 helfen wird1 das verkndet mit fester ,zuversicht ein anderer ,apostel1 der sich emporgerichtet hat1 den ,hilfesuchenden4 ,durch diese ,gestalt lst sich die dramatische ,spannung1 wir wissen1 da die ,hilfe da ist3 wir erkennen es an dem ,ausdruck der ,gewiheit in ,mienen und ,gebrde des ,jngers1 wir sehen es auch mit dem leiblichen ,auge3 denn unwillkrlich folgt der ,blick der ,richtung der scharf durchgehenden ,linie1 welcher die emporgestreckte ,hand dieses ,apostels den letzten ,nachdruck verleiht1 und haftet nun wieder auf der ,lichtgestalt des ,erlsers4 ,beides ist eins3 unten das ,leidende1 ,bedrftige1 oben das ,wirksame1 ,hilfreiche1 beides aufeinander sich beziehend1 ineinander einwirkend8 7,goethe74 ,der ,gegensatz geht auch in dem ueren der ,darstellung durch3 oben wohllautende ,harmonie der ,farben und ,linien1 alles in ,lichtmassen schwimmend2 unten schroff durcheinander gehende ,linien1 grell zusammenstoende ,farben und finstere ,schatten4 -- ,die beiden ,personen1 welche wir1 ohne da sie sich irgendwie strend bemerklich machten1 am ,bildrande als ,zuschauer der ,verklrung gewahren1 sind eine ,zuthat1 welche nur fr den ,besteller eine ,bedeutung hatte3 die ,schutzheiligen des ,vaters und ,oheims des ,kardinals1 ,julianus und ,laurentius4 -- ,raffael hatte die ,verklrung eben vollendet -- vielleicht fehlten noch die letzten bergehungen1 welche die allzu harten ,farbenzusammenstellungen in der unteren ,bildhlfte gemildert haben wrden1 -- da ereilte ihn der ,tod4 ,es befiel ihn ein heftiges ,fieber1 gegen das bei dem ,zustande von berreizung1 in welchem er sich seit langem befand1 sein ,krper keine gengende ,widerstandskraft besa4 ,aus dem dichterischen ,nachruf1 den der ,graf ,castiglione dem ,freunde widmete1 mchte man schlieen1 da ,raffael sich bei den ,ausgrabungen das ,fieber zugezogen habe2 denn da der ,tod ihn gefllt habe aus ,unwillen darber1 da er es unternahm1 den ,leichnam der ,stadt zum ,leben zurckzurufen1 ist der ,inhalt dieses ,gedichts4 ,ein unzeitiger ,aderla beschleunigte den ,verlauf der ,krankheit1 die nur wenige ,tage dauerte4 ,raffael bereitete sich auf den ,tod vor und ordnete alle seine ,angelegenheiten aufs sorgfltigste4 ,am ,karfreitag 7#f4 ,april7 des ,jahres #aebj verschied er4 ,er hatte die ,schwelle des reifen ,mannesalters noch nicht erreicht und hatte doch eine ,thtigkeit hinter sich1 wie sie so reich kaum jemals einem ,knstler im ,laufe eines langen ,menschenlebens beschieden gewesen ist4 ,ganz ,rom sprach von nichts anderem als von ,raffaels ,tod1 man erzhlte sich1 da der ,vatikanische ,palast in der ,nacht seines ,hinscheidens ,risse bekommen habe und den ,einsturz drohe4 ,der ,schmerz war allgemein2 denn jeder1 der ihm nahe gestanden1 hatte den ,liebenswrdigen geliebt4 ,der ,papst weinte bitterlich1 und die fremden ,gesandten schickten ihren ,herren ausfhrliche ,berichte ber den ,trauerfall4 ,die ,leiche wurde in der ,werkstatt aufgebahrt1 zu ihren ,hupten stand das ,gemlde der ,verklrung ,christi4 ,als ,begrbnisplatz hatte ,raffael sich das schnste ,gebude ,roms1 das besterhaltene ,baudenkmal des ,altertums ausgewhlt2 das ,pantheon4 ,nach seinem ,vermchtnis fhrte der ,bildhauer ,lorenzetto ein ,marmorstandbild der ,madonna aus1 welches zwischen den ,porphyrsulen eines der schnen alten ,tabernakel aufgestellt wurde4 ,daneben wurde eine einfache ,inschriftplatte in das ,marmorgetfel eingelassen1 um die ,stelle der ,gruft zu bezeichnen4 ,kardinal ,bembo hat die kurze lateinische ,grabschrift verfat mit dem ,epigramm3 ,hier ist ,raffael2 er1 bei dessen ,leben ,besiegung1 ,bei dessen ,tode den ,tod frchtete ,mutter ,natur48 ,illustration3 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47