,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #ahig erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und altertmliche ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert2 fremdsprachliche ,zitate wurden nicht korrigiert4 ,einige ,abbildungen wurden zwischen die ,abstze verschoben und zum ,teil sinngem gruppiert1 um den ,textfluss nicht zu beeintrchtigen4 ,besondere ,schriftschnitte wurden in der vorliegenden ,fassung mit den folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 fett3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,pluszeichen ,antiqua3 ,tilden unterstrichen3 ,unterstriche ,liebhaber-,ausgaben ,illustration ,knstler-,monographien ,in ,verbindung mit ,andern herausgegeben von ,h4 ,knackfu ,,xxix ,tizian ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahig ,tizian ,von ,h4 ,knackfu ,mit #abc ,abbildungen von ,gemlden und ,zeichnungen ,illustration ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahig ,von diesem ,werke ist fr ,liebhaber und ,freunde besonders luxuris ausgestatteter ,bcher auer der vorliegenden ,ausgabe eine numerierte ,ausgabe veranstaltet1 von der nur #ajj ,exemplare auf ,extra-,kunstdruckpapier hergestellt sind4 ,jedes ,exemplar ist in der ,presse sorgfltig numeriert 7von #a-ajj7 und in einen reichen ,ganzlederband gebunden4 ,der ,preis eines solchen ,exemplars betrgt #bj ,m4 ,ein ,nachdruck dieser ,ausgabe1 auf welche jede ,buchhandlung ,bestellungen annimmt1 wird nicht veranstaltet4 ,die ,verlagshandlung4 ,druck von ,fischer ,wittig in ,leipzig4 ,illustration3 ,tizian4 ,selbstbildnis des ,meisters in der ,sammlung des ,uffizienpalastes zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration ,tizian4 ,am sdstlichen ,ausgang des ,ampezzothals1 unweit der ,grenze zwischen ,friaul und ,tirol1 liegt das ,stdtchen ,pieve di ,cadore4 ,die ganze ,erhabenheit des ,hochgebirges umgibt den ,ort1 ber ihm ragen die seltsamen ,riesenzacken der ,dolomiten zum ,himmel empor1 unten windet sich im engen ,thal die reiende ,piave sdwrts1 an deren ,ufern sich von altersher der krzeste ,verkehrsweg zwischen den ,hochalpen und ,venedig entlang zieht4 ,die ,landschaft ,cadore1 deren ,hauptort ,pieve ist1 hat im ,wechsel der ,zeiten bald zum ,deutschen ,reich1 bald zum ,patriarchat von ,aquileja gehrt1 bis sie im ,jahre #adbj der ,republik ,venedig einverleibt wurde4 ,in einer der ,gassen von ,pieve di ,cadore steht das durch eine ,inschrifttafel kenntlich gemachte ,haus1 in dem der groe ,meister der venezianischen ,malerschule1 der grte ,farbenknstler ,italiens berhaupt1 ,tiziano ,vecellio1 im ,jahre #adgg geboren wurde4 ,die ,forschung hat die ,abstammung des ,malers weit hinauf verfolgen knnen4 ,im ,jahre #acba whlten die ,cadoriner einen ,herrn ,guecello1 ,sohn des ,tommaso von ,pozzale1 zu ihrem ,oberhaupt4 ,solch ein gewhlter ,vertreter der ,stadt und ihres ,gebietes leitete an der ,spitze des ,rates das kleine ,staatswesen fast gnzlich unabhngig von dem ,burgvogt1 der als ,beamter des ,lehentrgers des ,patriarchen von ,aquileja in dem neben der ,stadt errichteten ,kastell sa4 ,der ,name jenes ,guecello wiederholte sich unter seinen ,nachkommen und gab schlielich dem ganzen ,geschlecht die unterscheidende ,benennung1 die zum ,familiennamen wurde4 ,das ,geschlecht wurde als das der ,guecellier bezeichnet1 und jedes ,mitglied desselben fgte schlielich diese ,bezeichnung seinem ,taufnamen bei4 ,nur hatte sich die ,schreibweise in der ,zeit1 in welcher ,familiennamen gebruchlich wurden1 verndert1 das anlautende ,gu1 durch das im mittelalterlichen ,latein1 und so auch im ,italienischen1 hufig der ,laut des deutschen ,w wiedergegeben wurde -- z4 ,b4 ,gualterus1 ,guilhelmus1 guerra -- war durch das der italienischen ,zunge gelufigere ,v ersetzt worden4 ,die ,nachkommen des ,guecello schrieben sich ,vecellio anstatt ,guecellio2 oder1 in der ,mehrzahlform1 die im eigentlichsten ,sinne als ,familiennamen anzusehen ist1 da sie nicht auf den einzelnen1 sondern aus die ,gesamtheit hinweist3 ,vecelli4 ,den ,taufnamen ,tizian trugen viele ,mitglieder der ,familie ,vecelli4 ,namenspatron ist ein auerhalb des venezianischen ,gebietes kaum bekannter ,kirchenheiliger1 der ,bischof ,titianus von ,oderzo1 dessen ,gedchtnis in der ,gegend von ,cadore in dem ,namen der ,ortschaft ,s4 ,tiziano -- im ,gaimathal am ,fu des ,monte ,civetta -- fortlebt4 ,heute denkt bei dem ,namen ,tizian nicht leicht jemand an eine andere ,persnlichkeit1 als an den groen ,maler aus dem ,hause der ,vecelli4 ,die ,vorfahren dieses ,tizian waren von dem ,ahnherrn ,guecello an in vier aufeinander folgenden ,geschlechtern ,rechtsgelehrte und dienten ihrer ,heimat in hervorragender ,weise4 ,der fnfte in der ,reihe1 ,gregorio ,vecellio1 war des ,knstlers ,vater4 ,von ihm wird berichtet1 da er ebenso durch seine ,weisheit im ,rate von ,cadore1 wie durch seine ,tapferkeit im ,felde sich auszeichnete28 gegen ,ende des ,,xv4 ,jahrhunderts wurde er zum ,befehlshaber der ,wehrmannschaft von ,pieve ernannt1 und als im ,jahre #aejh die ,landsknechte ,kaiser ,maximilians durch das ,ampezzothal in das venezianische ,gebiet eindrangen1 hatte er rhmliche ,gelegenheit1 seine ,kriegstchtigkeit zu bewhren4 ,tizians ,mutter ,lucia gehrte ebenfalls dem ,geschlecht der ,vecelli an4 ,tizian wurde im ,alter von neun ,jahren zu seiner ,ausbildung nach ,venedig gebracht1 zu einem dort wohnenden ,oheim4 ,ob von vornherein die ,absicht bestand1 ihn der ,kunst zuzufhren1 erscheint fraglich4 ber ein ,geschichtchen1 das berliefert wird1 der kleine ,tizian habe mit ,blumensaft ein ,marienbild an eine ,wand des elterlichen ,hauses gemalt und durch den ,farbenreiz dieses ,werkes alle ,verwandten und ,bekannten in ,erstaunen gesetzt1 mag man denken1 was man will4 ,jedenfalls erhielt ,tizian in ,venedig schon frh ,unterricht in der ,malerei4 ,und da ,gregorio entgegen den ,familienberlieferungen in die ,wahl eines solchen ,berufes einwilligte1 beweist1 da der ,gesichtskreis dieser ,patrizier eines ,alpenstdtchens nicht eng war4 ,allerdings galt damals in ,italien die ,malerei schon lngst nicht mehr1 wie es in ,deutschland noch der ,fall war1 als ein ,handwerk4 ,illustration3 ,abb4 #a4 ,jacopo ,pesaro wird durch ,papst ,alexander ,,vi4 dem ,schutze des heiligen ,petrus empfohlen4 ,im ,museum zu ,antwerpen4 ,die ,nachrichten ber ,tizians ,lehrjahre sind sehr drftig4 ,es heit1 er habe seinen ersten ,unterricht bei einem ,mosaikarbeiter ,namens ,sebastian ,zuccato bekommen und sei von diesem dem ,giovan ,bellini zur weiteren ,ausbildung bergeben worden2 spter habe er sich den ,giorgione zum ,vorbild genommen4 ,illustration3 ,abb #b4 ,madonna mit ,heiligen4 ,in der ,liechtensteingalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,der ,altmeister ,giovan ,bellini1 der ,lehrer vieler vortrefflichen ,knstler1 war der eigentliche ,begrnder der besonderen venezianischen ,malerei mit ihrer gesunden ,kraft und ,schnheit und ihrer herzerfreuenden ,farbenpracht4 ,auch ,giorgio ,barbarelli1 der unter der ,benennung1 die ihm seine ,freunde gaben1 ,giorgione 7der lange ,georg7 der ,nachwelt bekannt geworden ist1 war sein ,schler4 ,giorgione war ,tizians ,altersgenosse4 ,er war ein ausgezeichneter ,knstler und ein ,maler von allererstem ,range4 ,er fhlte in ,farben4 ,sein im ,louvre befindliches ,gemlde zum ,beispiel1 das mit dem ,titel ,konzert im ,freien8 bezeichnet zu werden pflegt1 ist eins der vollkommensten malerischen ,kunstwerke1 die es gibt4 ,deutschland besitzt ein treffliches ,werk von ihm in dem vor kurzem fr das ,berliner ,museum erworbenen ,bildniskopf eines jungen ,mannes4 ,giorgione starb #aeaa im ,alter von vierunddreiig ,jahren als ein berhmter ,mann4 ,es hat nichts ,befremdliches1 wenn der junge ,tizian von einem ,gleichalterigen1 der solch eine hervorragende ,begabung besa1 zu lernen sich bemhte4 ,tizian scheint kein ,wunderkind gewesen zu sein1 sondern vielmehr sein auerordentliches ,knnen durch arbeitsamen ,lerneifer sich erworben zu haben4 ,auch von dem um zwei oder drei ,jahre jngeren ,mitschler ,jacopo ,palma1 gewhnlich ,palma ,vecchio 7der ,alte87 zum ,unterschied von einem gleichnamigen spteren ,maler genannt1 einem ,meister in der ,schilderung blhender ,frauenschnheit1 hat ,tizian vieles gelernt4 ,man braucht darum die ,selbstndigkeit seiner ,kunst nicht geringer zu veranschlagen4 ,da unter jungen ,leuten1 die in gleichen ,verhltnissen gleichen ,zielen zustreben1 einer von dem anderen annimmt1 ist nur natrlich4 ,auch erklrt der ,umstand1 da in der ,schule ,bellinis mehr als irgendwo anders zu jener ,zeit nach dem ,leben gemalt wurde und da daher die nmlichen ,modelle verschiedenen ,malern dienten1 manche hnlichkeiten4 ,jedenfalls hat ,tizian1 der auch den ,palma berlebte1 spter diesen sowohl wie den ,giorgione bertroffen4 ber ,tizians ,jugendarbeiten ist aus den ,quellen wenig zu erfahren4 ,es heit1 eines seiner allerersten ,werke sei ein ,freskobild ber der ,thr des ,palastes ,morosini gewesen1 das den ,hercules darstellte4 ,auch ,bildnisse seiner ,eltern1 ,frchte eines ,besuchs in der ,heimat1 die um die ,mitte des ,,xvii4 ,jahrhunderts noch vorhanden waren1 jetzt aber verschollen sind1 werden wohl zu seinen ersten ,leistungen gehrt haben4 ,im ,jahre #adii soll er den gefrchteten ,freischarenfhrer ,cesare ,borgia gemalt haben1 als dieser als ,abgesandter des ,papstes mehrere ,tage in ,venedig verweilte4 ,das erste erhaltene ,gemlde ,tizians1 das eine einigermaen sichere ,zeitbestimmung zult1 befindet sich im ,museum zu ,antwerpen4 ,es stellt den venezianischen ,prlaten ,jacopo ,pesaro vor1 der mit der ,kriegsfahne ,papst ,alexanders ,,vi4 in der ,hand vor dem ,throne des ,apostels ,petrus kniet und diesem von dem ,papste selbst empfohlen wird 7,abb4 #a74 ,die ,zeitereignisse1 auf die dieses ,gemlde anspielt1 lassen auf seine ,entstehung schlieen3 frhestens im ,jahre #aeja1 in dem ,jacopo ,pesaro zum ,befehlshaber einer gegen die ,trken ausgersteten ppstlichen ,flotte ernannt wurde2 und schwerlich nach dem ,jahre #aejc1 in dem ,alexander ,,vi4 starb4 ,es versteht sich von selbst1 da der junge ,maler1 dem von einem ,manne wie ,pesaro ein derartiger ,auftrag anvertraut wurde1 vorher schon bedeutende ,proben seines ,knnens geliefert haben mute4 ,eine ,anzahl von ,gemlden ist vorhanden1 die zwar der ueren ,anhaltspunkte zur ,bestimmung der ,zeit ihres ,entstehens entbehren1 die sich aber durch die ,art ihrer ,auffassung und ,ausfhrung als ,jugendwerke ,tizians zu erkennen geben4 ,illustration3 ,abb4 #c4 ,die heilige ,familie4 ,in der ,nationalgalerie zu ,london4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,vielleicht darf man hier ein ,gemlde voranstellen1 das sich in der frstlich-,liechtensteinschen ,galerie zu ,wien befindet4 ,es ist ein ,andachtsbild von jener in der ,bellinischule besonders beliebten ,art1 die verschiedene ,heilige in der ,verehrung des von der ,jungfrau ,maria gehaltenen ,jesuskindes vereinigt zeigt4 ,vor einem roten ,vorhang sitzt ,maria1 dem ,beschauer zugewendet1 und das ,kind dreht sich nach der heiligen ,katharina um1 die1 von ,johannes dem ,tufer geleitet1 mit einem lieblichen ,ausdruck mdchenhafter ,schchternheit herantritt4 ,katharina ist gekennzeichnet durch die ,mrtyrerpalme in der einen ,hand und ihr ,marterwerkzeug1 das ,rad1 auf das sie die andere ,hand legt4 ,sie und der dunkellockige ,johannes heben sich in sprechenden ,umrissen von der blauen ,luft ab1 im ,gegensatz zu der ,gruppe von ,mutter und ,kind1 die im wesentlichen als ,helligkeitsmasse aus dem tiefen ,ton des ,vorhangs hervorkommt 7,abb4 #b74 ,das liebenswrdige ,gemlde besitzt ,tizians ,farbenreiz1 und es entspricht auch in der ,linienkomposition seiner ,art und ,weise4 ,aber es zeigt auffallende ,mngel in der ,zeichnung4 ,darum wird sein ,tizianscher ,ursprung bezweifelt1 und man mchte es als das ,werk eines seiner ,schler ansehen1 der es unter starkem ,einflu des ,meisters geschaffen habe4 ,aber dagegen lt sich einwenden1 da die ,farbe doch das ,feinste in der ,malerei ist1 da ein ,lehrer eher die ,zeichnung eines ,schlers zu berichtigen1 als ihm sein ,farbengefhl mitzuteilen vermag4 ,so mgen wir das ,bild wohl als ,probe von ,tizians ,kunst aus einer ,zeit betrachten1 wo er zwar die ,formengebung noch nicht voll in der ,gewalt hatte1 aber schon imstande war1 seinem dichterischen ,farbenempfinden ,ausdruck zu geben4 ,illustration3 ,abb4 #d4 ,maria mit dem ,kinde4 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,die ,nationalgalerie zu ,london besitzt ein ,gemlde1 bei dem ein ,zweifel darber1 ob es ein ,werk ,tizians aus seiner ,jugendzeit sei1 wohl kaum bestehen kann4 ,es stellt die ,krippe zu ,bethlehem dar 7,abb4 #c74 ,maria und ,joseph1 dieser sitzend1 jene knieend1 halten das sehr zarte ,kind zwischen sich auf der aus ,korbgeflecht gebildeten ,krippe4 ,maria schmiegt ihre ,wange an den ,scheitel des ,kindes2 der im ,ausdruck sehr innige ,kopf setzt mit einem weien ,schleier ganz hell von der dunklen ,wand eines ,felsens ab4 ,josephs dunkler ,kopf steht auf der lichten ,luft4 ,der ,blick des ,pflegevaters ist auf den ersten ,ankmmling der ,hirten gerichtet -- es ist eine prchtige ,figur eines italienischen ,hirtenbuben --1 der niederknieend seine ,blicke treuherzig und glubig in die ,augen des ,kindes senkt4 ,im ,hintergrund sieht man den ,verkndigungsengel bei den ,schafhirten im ,felde4 ,der ,ochs und der ,esel1 die nach alter berlieferung bei dieser ,darstellung nicht fehlen drfen1 werden an der ,felswand im ,rcken ,marias sichtbar4 -- ,auch in diesem sehr schnen ,bild machen sich auffallende ,unvollkommenheiten der ,zeichnung bemerklich2 besonders strend in der ,figur ,josephs1 wo der ,kopf nicht recht auf den ,schultern sitzt4 ,illustration3 ,abb4 #e4 ,marienbild 7sogenannte ,kirschenmadonna74 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,lwy in ,wien47 ,illustration3 ,abb4 #f4 ,maria mit dem ,kinde und vier ,heiligen4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,ein unbestritten echtes1 gleichfalls noch ziemlich frhes ,jugendwerk ,tizians ist ein ,marienbild in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien1 das im ,volksmunde die sonderbare ,bezeichnung ,zigeunermadonna8 fhrt 7,abb4 #d74 ,hier ist die ,formengebung schon eine durchaus sichere2 namentlich in der ,gestalt des ,kindes fllt der ,fortschritt in der ,zeichnung gegenber dem erstgenannten ,wiener ,bilde sofort in die ,augen4 ,ein allerliebstes gesundes ,knblein ist dieses ,jesuskind1 das1 an die ,mutter angelehnt1 auf einer ,steinbrstung steht und spielend mit dem einen ,hndchen die ,falten von ,marias ,mantel1 mit dem anderen die ,finger der haltenden ,mutterhand anfat4 ,diese ,maria ist durchaus keine gesuchte ,idealschnheit1 sondern nur eine hbsche ,venezianerin2 aber es liegt etwas ,weihevolles ber ihrem stillen1 bescheidenen ,antlitz und ber ihrer von ,schleier und ,mantel umhllten ,gestalt1 das mit der ,stimmung der ,linien und ,tne des ganzen ,gemldes zusammenklingt und dasselbe zu einem echten ,andachtsbild macht4 ,den ,hintergrund bildet zum ,teil ein grnseidener ,vorhang1 zum ,teil ein ,blick ins ,freie2 da sieht man in eine ,hgellandschaft1 in der sich ein volles ,gefhl fr die ,poesie der unter blauem ,himmel sich ausdehnenden ,weite ausspricht4 ,illustration3 ,abb4 #g4 ,madonna mit drei ,heiligen4 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,in der nmlichen ,galerie zeigt ein anderes ,marienbild1 die sogenannte ,kirschenmadonna8 7,abb4 #e71 uns den ,knstler wieder auf einer reiferen ,stufe der ,entwickelung1 im ,vollbesitz reichen malerischen ,knnens1 das den feinsten ,farbenempfindungen ,ausdruck zu geben vermag4 ,maria1 holdselig und vornehm1 mit einem ,gesicht von lieblicher ,flle der ,formen1 heftet einen echt mtterlichen ,blick auf das ,kind1 das mit freudiger ,eile ihr einige von den ,kirschen anbietet1 die vor ihm hingelegt worden sind und auf die der kleine ,johannes mit einem kindlichen ,verlangen hinblickt1 das ebenso natrlich wiedergegeben ist1 wie die ,mitteilensfreude des kleinen ,jesus4 ,zu beiden ,seiten des roten1 goldgemusterten ,stoffes1 der fr die mit einem faltenreichen hellroten ,gewande und blauem ,kopftuch bekleidete ,jungfrau den ,hintergrund bildet1 werden ,joseph und ,zacharias sichtbar1 dunkle ,kpfe1 die sich krftig von der blauen ,luft abheben -- der erstere leider durch charakterlose moderne bermalung verunstaltet4 ,illustration3 ,abb4 #h4 ,madonna mit dem heiligen ,antonius ,eremita4 ,in der ,uffiziengalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 hnliche ,stimmung1 aber reichere ,wirkung zeigt das herrliche ,bild der ,dresdener ,gemldegalerie1 auf dem das ,jesuskind1 auf dem ,knie der ,mutter stehend und von ,johannes dem ,tufer1 der hier als erwachsener ,mann erscheint1 untersttzt1 sich drei herantretenden ,heiligen zuwendet 7,abb4 #f74 ,die ,lichtgestalt des ,kindes wird hier einerseits durch einen dunkelgrnen ,vorhang1 vor dem die ,figur des ,johannes in braunen ,tnen sich unterordnend steht1 andererseits durch das rote ,kleid ,marias hervorgehoben4 ,auf dem ,scho ,marias liegt der blaue ,mantel1 und ihr ,kopf steht ganz hell in hell1 indem er sich mit einem weien ,schleier von der weibewlkten ,luft absetzt4 ,auf derselben ,luft steht dann ganz dunkel der ,kopf eines im tiefsten ,schatten des ,bauwerks1 das weiterhin den ,hintergrund bildet1 befindlichen ,heiligen1 der sich in ehrfrchtiger ,verneigung vorbeugt und den der wallende ,bart und das ,schwert als den ,apostel ,paulus kenntlich machen4 ,der ,schatten berzieht auch das ganze sichtbare ,stck des ,bauwerks und1 nach vorn an ,tiefe abnehmend1 die ,gestalt des heiligen ,hieronymus1 der als ,ber dargestellt ist1 wie er in heiem ,gebet zu einem ,kruzifix aufblickt1 mit herabgestreiftem ,kardinalsgewande und entblter ,schulter4 ,die ganze ,dunkelheitsmasse1 die auf diese ,weise gebildet ist1 wird wieder geteilt durch die helle ,gestalt einer weiter vorn stehenden weiblichen ,heiligen4 ,von der ,seite einfallendes ,licht und der ,lichtwiederschein von der ,hauptgruppe berziehen das weie ,seidenkleid und die feine ,haut und das blonde1 knstlich geordnete und mit einem blavioletten ,bande geschmckte ,haar dieses ,mdchens mit einem weichen ,schimmer4 ,es ist ,maria ,magdalena1 die das ,salbengef1 durch das sie gekennzeichnet wird1 dem ,christuskinde darbietet4 ,ihre rechte ,hand1 die das ,gef hlt1 wird durch den von der ,schulter herabgeglittenen ,mantel1 dessen anderes ,ende sie mit der ,linken gefat hat1 zugedeckt2 dieses ,stck ,mantel1 das sich an die ,dunkelheit des ,paulusgewandes anschliet1 bildet einen dunklen ,trennungsstreifen zwischen den beiden weiblichen ,figuren4 ,wunderbar im ,ausdruck ist die ,gegenberstellung der beiden ,frauen3 die ganz von ,scham erfllte reuige ,snderin vor dem ,angesicht der ,allerreinsten2 wunderbarer noch der milde ,ernst des ,verzeihens in dem ,blick des ,kindes4 ,ein ,gemlde von der nmlichen ,gattung1 das im einzelnen wieder ganz anders angeordnet ist1 befindet sich im ,louvre4 ,es ist gleich den vorbesprochenen ,bildern in ,halbfiguren komponiert4 ,links sitzt ,maria vor einer dunklen ,wand4 ,sie blickt innig und sinnend in die ,augen des auf ihrem ,schoe liegenden ,kindes1 das sie wieder ansieht und nach der mit dem ,schleier verdeckten ,mutterbrust greift4 ,eine weie ,windel hebt die ,helligkeit des zartfarbigen kleinen ,krpers4 ,vor der ,jungfrau und dem ,kinde stehen drei ,heilige in ,andacht versammelt1 drei lebensvolle ,charakterfiguren4 ,der vorderste ist der ,kirchenvater ,ambrosius1 ein langbrtiger ,greis1 vornehm und mit hartem ,ernst in den ,zgen2 er hebt die ,augen nicht von seinem ,gebetbuch auf4 ,zwischen ihm und ,maria sieht man den weiter zurckstehenden heiligen ,stephanus mit der ,mrtyrerpalme1 der die ,augen mit schwrmerischer ,jnglingsandacht aufschlgt4 ,der dritte ist der dunkelhutige ,mauritius1 ein derber1 schlichter ,kriegsmann in blankem ,harnisch1 mit bescheiden gesenktem ,blick4 ber der reichfarbigen ,gruppe der drei ,heiligen spannt sich eine bewlkte ,luft aus1 die ein schlichter ,hgelstreifen sumt 7,abb4 #g74 ,illustration3 ,abb4 #i4 ,die heilige ,jungfrau mit dem ,jesuskind1 ,johannes dem ,tufer und der heiligen ,katharina4 ,in der ,nationalgalerie zu ,london4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,tizian verschmhte es nicht1 sich zu wiederholen1 wenn eine seiner ,schpfungen ,anklang fand4 ,dieses ,pariser ,bild stimmt fast genau berein mit einem in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien befindlichen1 auf dem die drei ,heiligen ,stephanus1 ,hieronymus und ,georg sind4 ,an den ,schlu der ,reihe von ,muttergottesbildern in ,halbfiguren1 die uns von ,tizians ,jugendentwickelung innerhalb eines ,zeitraums1 dessen ,grenzpunkte sich nicht bestimmen lassen1 die beste ,anschauung gewhrt1 kann man ein liebliches ,gemlde in der ,uffiziengalerie stellen1 ein ,meisterwerk kostbarster liebevoller ,ausfhrung4 ,das ,jesuskind1 gleich seiner ,mutter eine ,erscheinung von ser ,holdseligkeit1 ruht halb liegend1 halb sitzend auf den ,armen ,marias und auf dem ,mantel1 den sie von ,arm zu ,arm herberzieht2 es hlt die ,hndchen voll ,rosen und wendet das ,kpfchen einer weiteren ,rosenspende zu1 die der kleine ,johannes diensteifrig mit hochgestrecktem ,arm ihm darreicht4 ,seitwrts steht der heilige ,einsiedler ,antonius1 ein wunderschner ,greis1 mit beiden ,hnden auf den ihn kennzeichnenden ,t-frmigen ,stab gesttzt1 und versenkt sich mit stiller ,innigkeit in die ,betrachtung des kindgewordenen ,gottessohnes4 ,den ,hintergrund bildet zum grten ,teil ein ,vorhang von brunlicher ,farbe2 nur ganz seitwrts1 an den ,kpfen der beiden ,kinder1 wird ein ,stckchen duftiger ,landschaft unter einer lichten ,wolkenwand sichtbar 7,abb4 #h74 ,in dem ,bewutsein1 etwas ,wohlgelungenes geschaffen zu haben1 hat ,tizian dieses ,bild mit seinem ,namen bezeichnet4 ,soviel ,poesie auch in solchen ,halbfigurengruppen ,tizians lebt3 das volle ,ma seiner malerischen ,dichtkunst offenbart sich erst da1 wo der ,knstler die ,darstellung ganz ins ,freie verlegt und aus ,figuren und ,landschaft ein stimmungsvolles ,ganzes zusammenwirkt4 ,solch eine ,tiziansche ,landschaft ist nicht1 wie etwa bei ,raffaels ,madonnen im ,grnen1 nur eine reizvollere ,art des ,hintergrundes1 sondern in ihr steckt ebensoviel knstlerisches ,empfinden1 wie in den ,figuren1 sie ist etwas ,beseeltes1 in dessen ,wesen der ,maler sich mit ,schnheitswonne vertieft1 und das er zum vollendetsten ,zusammenklange mit der ,formen- und ,farbenstimmung der ,figuren gebracht hat4 ,die ,nationalgalerie zu ,london besitzt ein ,marienbild von dieser ,art1 von dem man nach der groen hnlichkeit des ,kopfes der ,jungfrau mit der ebengenannten ,florentiner ,madonna wohl annehmen mu1 da es um dieselbe ,zeit wie dieses entstanden sei4 ,maria sitzt auf einer ,bodenerhhung2 neben ihr1 in ehrerbietigem ,abstand1 der kleine ,johannes1 der auch hier wieder ,blumen darreicht4 ,ohne die ,augen von der zrtlichen ,betrachtung des auf ihrem ,schoe liegenden ,kindes zu erheben1 nimmt die ,jungfrau die ,blumenspende aus der ,hand des ,johannes4 ,vor ihr kniet die heilige ,katharina und herzt mit mdchenhafter ,freude das ,jesuskind4 ,das gelbe ,kleid ,katharinas und das ,rot und ,blau der ,gewandung ,marias bilden einen vollkrftigen ,zusammenklang der drei ,grundfarben4 ,und dahinter spannt sich ein landschaftlicher ,farbenzauber aus4 ,dichtbelaubte ,bume stehen auf dem grnen ,hang des ,hgels1 auf dem die ,gruppe ruht2 eine dunkelbewaldete zweite ,hhe senkt sich zu einer ,ebene hinab1 in der ,hirten ihre ,herden weiden lassen2 der ,spiegel eines ,sees erglnzt in blulicher ,ferne1 und weiterhin schweift der ,blick ber sanfte ,hgelwellen bis zu dem ragenden ,hochgebirge2 auf den ,gipfeln lagern die ,wolkenmassen4 ,das ,licht der ,abendsonne dringt durch die ,risse eines ,dunstschleiers und frbt den ,rand eines dichten ,wolkengebildes mit rtlicher ,glut4 ,oben in diesem ,wolkenrand erscheint ein ,engel1 um die ,hirten auf der ,flur1 die ein ,wiederschein des goldigen ,lichtes erhellt1 zur ,verehrung des gttlichen ,kindes herbeizurufen 7,abb4 #i74 ,illustration3 ,abb4 #aj4 ,die himmlische und die irdische ,liebe48 ,in der ,galerie ,borghese zu ,rom4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,andachtsbilder waren damals1 wie man zu sagen pflegt1 das tgliche ,brot der ,werkstatt1 und ,tizian hat frh bewiesen1 mit welcher ,innigkeit des ,empfindens er solche zu gestalten wute4 ,sein berhmtestes ,jugendwerk aber1 vielleicht von all seinen ,schpfungen die am meisten beim ,publikum beliebte und am weitesten durch ,nachbildungen verbreitete1 ist kein religises ,bild4 ,es ist das in der ,villa ,borghese zu ,rom befindliche ,meisterwerk von ,farbenpoesie1 das den zweifellos ganz unzutreffenden ,namen die heilige und die weltliche ,liebe8 fhrt 7,abb4 #aj74 ,eine im ,,xvii4 ,jahrhundert verfate ,beschreibung nennt das auch damals hochbewunderte ,bild mit der gleichgltigen ,bezeichnung3 ,zwei ,mdchen am ,brunnen48 ,es ist eine ,allegorie1 deren ,gedanken sicherlich nicht von ,tizian ausgeklgelt1 sondern von dem ,besteller ihm gegeben worden ist4 ,glcklicherweise ist die ,entrtselung des dunklen ,sinnes keine ,vorbedingung fr den klaren ,schnheitsgenu1 den das ,werk gewhrt4 ,eine idyllische ,landschaft dehnt sich hinab zum ,meer1 dessen lichtblaue ,linie den ,gesichtskreis schliet2 das ,linienspiel der ,hgel wird durch das ,spiel der von den weien ,wolken geworfenen ,schatten poetisch belebt4 ,nach vorn steigt das ,gelnde1 ein paar ,bumchen durchschneiden mit krftiger ,dunkelheit die ,luft1 und ganz vorn steht im ,grnen eine ,brunneneinfassung von weiem ,marmor1 in der ,gestalt eines antiken ,sarkophags gebildet und mit ,reliefdarstellungen geschmckt4 ,auf dem ,rande des ,wasserbeckens sitzt ein blondes junges ,mdchen1 nackt bis auf ein um den ,scho geschlungenes weies ,schleiertuch2 das abgestreifte rotseidene ,gewand haftet nur noch an dem linken ,oberarm und seine herabwallenden ,falten begleiten reizvoll den anmutigen ,linienflu der enthllten ,gestalt2 aber die holdseligste ,unschuld ist das ,kleid des ,mdchens4 ,als ein fast berflssiges ueres ,sinnbild der ,reinheit und ,aufnahmefhigkeit dieser ,seele hat der ,maler eine offene ,schale von spiegelndem ,silber neben die ,figur auf den ,brunnenrand gestellt4 ,die liebliche ,jungfrau hlt mit der ,linken ein ,gef empor1 aus dem ,opferdampf aufsteigt1 und blickt ber ihre rechte ,schulter mit groen1 fragenden ,augen auf den klaren ,wasserspiegel im ,brunnen4 ,von hinten aber ist ein ,liebesgott an den ,brunnen getreten und beugt sich wie ein spielendes ,kind ber den ,marmorrand2 er taucht sein ,hndchen in die ,flche1 und ein leichtes ,pltschern wird die ruhige ,klarheit zerstren4 ,den ,gegensatz zu dem jungen ,mdchen1 das etwas ,unbekanntem in kaum erwachender ,ahnung entgegensieht1 bildet ein an der anderen ,seite des ,brunnens sitzendes blhendes junges ,weib4 ,diese ,gestalt ist in einen ,anzug von weier ,seide mit rotem ,unterzeug gekleidet1 der mit weiten ,falten ihre ,formen umhllt2 selbst die ,hnde sind mit ,handschuhen bedeckt4 ,sie sieht den ,beschauer gro und ruhig an1 ohne ,frage und ohne ,spannung2 sie ist ganz ,ruhe und ,befriedigung4 ,auf ihrem hellblonden ,haar liegt ein schmaler ,bltterkranz1 die linke ,hand ruht auf einem geschlossenen ,gef1 die ,rechte hlt gleichgltig ein paar abgerissene ,rosen4 ,das ,reliefbild an der ,vorderseite des ,marmorbeckens zeigt verschiedene ,gruppen von ,kindern1 deren ,thun und ,treiben sicherlich eine mit dem ,sinne des ,ganzen zusammenhngende ,bedeutung hat4 ,zwischen den ,kindergruppen ist ber dem ,ausflurohr des ,brunnens ein ,wappen angebracht1 zweifellos dasjenige des ,bestellers2 aber selbst dieses ,wappen spottet aller ,bemhungen der ,forschung1 aus ihm auf die ,person des ,auftraggebers und demnach vielleicht auch auf die ,bedeutung des ,gemldes ,schlsse zu ziehn4 ,hier erkennt man recht1 wie untergeordnet fr die ,wirkung eines ,kunstwerkes dessen gegenstndlicher ,inhalt ist4 ,kein ,mensch wei den ,sinn dieser ,darstellung in vllig befriedigender ,weise zu erklren2 aber von ihrem knstlerischen ,gehalt wird ein jeder bezaubert1 der berhaupt des ,kunstgenusses fhig ist4 ,illustration3 ,abb4 #aa4 ,der ,tambourinschlger4 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,als ein kleines nicht religises ,werk sei hier das kstliche ,bildchen in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien erwhnt1 auf dem ein nacktes ,knblein dargestellt ist1 das im ,grnen auf einer niedrigen ,steinbank sitzt und sich mit einem ,tambourin belustigt 7,abb4 #aa74 ,wenn das ,kind als ,amor bezeichnet wird1 so liegt dazu kein ,grund vor2 weder die ,flgel noch sonst eine ,kennzeichnung des ,liebesgottes sind vorhanden4 ,eher darf man wohl an ein ,portrt eines hbschen ,kindes denken4 ,es wird bezweifelt1 ob das ,bildchen wirklich von ,tizian gemalt sei1 da die ,malweise etwas zu hart fr ihn erscheint4 ,aber ein berzeugender ,gegenbeweis gegen seine ,urheberschaft ist damit durchaus nicht gegeben4 ,vielmehr sind der muntere ,liebreiz des ,kindes und die entzckende ,art und ,weise1 wie das ,figrchen mit der ,landschaft zusammenkomponiert ist1 ganz und gar ,tizianisch4 ,was in ,venedig selbst unter dem ,titel von ,jugendarbeiten ,tizians gezeigt wird1 verdient nicht viel ,beachtung4 ,die erste ,nachricht ber ,tizians ,thtigkeit1 welche eine sichere ,zeitbestimmung bietet1 ist zugleich die erste ,kunde von seiner ,beschftigung an einem ffentlichen ,werk4 ,aber nicht als selbstndiger ,empfnger eines ,auftrags1 sondern als ,gehilfe des ,giorgione erscheint hier der ,knstler1 der bereits in sein dreiigstes ,lebensjahr eingetreten war4 ,es handelte sich um ,freskomalereien an den ,auenwnden eines ,staatsgebudes4 ,das als ,wohn- und ,warenhaus fr die deutschen ,kaufleute in ,venedig von der ,regierung eingerichtete und unterhaltene ,gebude war im ,jahre #aeje abgebrannt2 und es wurde nun alsbald die ,erbauung eines neuen ,hauses fr diesen ,zweck ins ,werk gesetzt4 ,schon im ,sommer #aejg war der neue ,fondaco de' ,tedeschi8 am ,canal grande1 ganz in der ,nhe der ,rialtobrcke1 im ,bau vollendet1 und sicherlich wurde nun gleich mit der umfangreichen malerischen ,ausschmckung desselben begonnen4 ,giorgione erhielt den ,auftrag und er bertrug einen ,teil der ,arbeit an ,tizian4 ,illustration3 ,abb4 #ab4 ,der ,doge ,niccolo ,marcello4 ,in der vatikanischen ,pinakothek4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,whrend ,tizian mannigfaltige ,phantasien auf die ,wnde des ,fondaco de' ,tedeschi zauberte1 mgen seine ,gedanken manchmal mit banger ,sorge in die ,heimatberge hinbergeschweift sein4 ,denn im ,anfang des ,jahres #aejh drangen ,kaiser ,maximilians ,truppen in ,cadore ein4 ,pieve mute1 da ein ,versuch1 der deutschen ,artillerie ,widerstand zu leisten1 aussichtslos erschien1 eine kaiserliche ,besatzung aufnehmen4 ,aber mutige ,mnner1 unter ihnen ,tizians ,grooheim ,andrea ,vecelli und dessen ,sohn1 der auch ,tizian hie1 hielten1 unwegsame ,bergpfade benutzend1 die ,verbindung mit den venezianischen ,truppen aufrecht und ermglichten einen berfall1 der den ,rckzug der ,deutschen und daraus einen ,waffenstillstandsabschlu zwischen dem ,kaiser und der ,republik zur ,folge hatte4 ,ein ,bruder ,tizians1 ,francesco1 der ebenfalls die ,malerei als ,beruf erwhlt hatte und sich in ,venedig ausbildete1 hielt es unter diesen ,verhltnissen nicht aus bei der friedlichen ,kunst4 ,er trat als ,reiter bei den ,scharen des ,condottiere ,maco von ,ferrara ein und erwarb sich bald den ,ruf eines tapferen ,kriegers4 ,noch spt erzhlte man von seinem ,zweikampf mit einem deutschen ,hauptmann im ,jahre #aeji4 ,erst nach lngerer ,zeit kehrte er auf ,tizians ,zureden zur ,kunst zurck4 ,im ,sptherbst #aejh waren ,giorgione und ,tizian mit den ,freskomalereien am ,fondaco1 die sich ber zwei ,fronten und den ,innenhof erstreckten1 fertig4 ,sie hatten das massige ,gebude mit einem bunten ,spiel von ,figuren und ,zierwerk umkleidet4 ,ein innerer ,zusammenhang der dargestellten ,gegenstnde lt sich aus den ,beschreibungen nicht erkennen4 ,heute sind von dieser einst hchlich bewunderten ,dekorationsmalerei kaum noch einige ganz schwache ,spuren wahrnehmbar2 in der ,seeluft knnen ,fresken sich nicht halten4 ,der zeitgenssische ,knstlerbiograph ,vasari hat sich ber diese ,malereien sehr mifllig ausgesprochen2 sie waren ihm1 wie man in der ,ausdrucksweise unserer ,zeit sagen wrde1 nicht stilvoll8 genug entworfen4 ,in den ,augen anderer aber bildete gerade das ,freie1 ,lebendige1 ,malerische und scheinbar ,willkrliche dieses ,farbenschmuckes dessen besonderen ,reiz4 ,vasari wute hier nicht zu unterscheiden1 was von ,giorgione und was von ,tizian herrhrte4 ,merkwrdig ist es ja auch nicht1 wenn ,tizian sich der ,art und ,weise seines bewunderten ,kunstgenossen enger anschlo bei einer in ,gemeinschaft mit diesem gemachten ,arbeit4 -- ,vasari war auch bei einem ,altarbild1 das er in der ,kirche ,s4 ,rocco sah1 ber die ,urheberschaft im ,zweifel1 und er nennt dasselbe in zwei verschiedenen ,kapiteln seines ,buches das eine ,mal als ,werk des ,tizian1 das andere ,mal als ,werk des ,giorgione4 ,dieses ,bild1 das sich heute noch an seinem ,platz befindet1 aber in einem durch unzweckmige ,behandlung verursachten schlechten ,erhaltungszustand1 zeigt ,christus auf dem ,wege nach ,golgatha2 es ist eine ausdrucksvolle und ergreifende ,darstellung und wohl sicher eine ,schpfung ,tizians4 ,in die ,zeit der ,arbeiten am ,fondaco de' ,tedeschi wird die ,entstehung eines merkwrdigen ,bildnisses verlegt1 das sich in der ,gemldesammlung des ,vatikans befindet4 ,es stellt einen ,dogen von ,venedig dar1 in lebensgroer ,halbfigur1 bekleidet mit der eigentmlichen ,mtze und dem altertmlich geschnittenen ,brokatmantel des ,oberhauptes der ,republik4 ,der charaktervolle ,kopf ist scharf im ,profil gesehen1 die ,hnde kommen unter dem ,mantel heraus2 die ,linke hlt ein ,battisttuch1 die ,rechte -- die leider durch bermalung ganz entstellt ist -- ist wie zu einer ,begrungsansprache vorgestreckt4 ,man kann sich nichts berzeugenderes von ,lebenswahrheit denken1 als dieses durch die groartigste ,einfachheit ausgezeichnete ,bildnis1 in dem gewissermaen die ganze ,besonderheit der ,wrde des ,mannes1 dem die stolze ,republik die ,leitung ihrer ,macht anvertraut hat1 zum ,ausdruck kommt4 ,und doch hat ,tizian dieses ,portrt nicht nach dem ,leben gemalt4 ,den regierenden ,dogen zu portrtieren war ein ,vorrecht1 das dem alten ,giovan ,bellini1 solange er lebte1 niemals entzogen wurde4 ,tizian hat hier auf der ,grundlage irgend eines alten ,portrts1 vermutlich im ,auftrage der betreffenden ,familie1 die ,erscheinung eines lngst ,verstorbenen1 des ,dogen ,niccolo ,marcello1 der von #adgc bis #adgd die ,herrschaft innegehabt hatte1 mit wunderbarer ,meisterschaft glaubwrdig ins ,leben gerufen 7,abb4 #ab74 ,illustration3 ,abb4 #ac4 ,der ,zinsgroschen4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,tizians ,thtigkeit bei der ,ausschmckung des ,fondaco mute ihn naturgem in hufige ,berhrung mit deutschen ,kaufherren bringen4 ,wie wre es damals einem ,deutschen in ,venedig mglich gewesen1 irgend ein ,werk der ,malerei entstehen zu sehen1 ohne in ,gedanken einen ,vergleich zu ziehen mit den ,schpfungen des groen ,landsmannes ,albrecht ,drer1 der ja ganz vor kurzem erst die ,lagunenstadt verlassen und dem der ,altmeister ,bellini die unverhohlenste ,bewunderung gezollt hatte8 ,da ,tizian und ,drer sich persnlich kennen gelernt hatten1 kann bei dem ,aufsehen1 das die ,arbeiten des deutschen ,malers in ,venedig erregten1 wohl keinem ,zweifel unterliegen1 wenn auch in ,drers erhaltenen venezianischen ,briefen ,tizians ,name nicht genannt wird4 ,dem ,wetteifer mit ,drers ,kunst schreibt eine ,erzhlung1 die zwar erst im ,,xvii4 ,jahrhundert aufgezeichnet wurde1 aber sich auf glaubhafte mndliche berlieferung sttzte1 die ,entstehung einer der vollendetsten ,schpfungen ,tizians zu4 ,bei einem ,besuche von vornehmen ,deutschen in ,tizians ,werkstatt1 so heit es1 zeigten diese sich nicht so entzckt von dessen ,werken1 wie man erwartet hatte1 und auf ,befragen gestanden sie den ,freunden des ,knstlers1 da sie weder diesen1 noch irgend einen anderen italienischen ,maler jenes hchsten ,maes von ,durchbildung fr fhig hielten1 das ihren ,landsmann ,drer auszeichnete4 ,darauf soll ,tizian gesagt haben1 wenn er die uerste ,durchbildung fr das wahre und letzte ,ziel der ,vollendung hielte1 dann wrde auch er in bereinstimmung mit der ,ansicht jener zu ,drers berma gekommen sein2 aber weil sein eigenes1 durch langes ,studium und fortgesetzte ,arbeitserfahrung hinreichend gekrftigtes ,urteil ihn1 gem der von der schnen ,natur und den besten ,kunstwerken ausgebten ,einwirkungen1 zu der ,erkenntnis gebracht htte1 da er bei seiner ,art zu malen als der der ,wahrheit mehr entsprechenden bleiben msse3 so halte er es nicht fr angezeigt1 den breiteren und sicheren ,weg zu verlassen1 um den ungewissen und von ,mierfolgen bedrohten einzuschlagen2 dennoch wolle er bei der ersten seinem ,geschmacke zusagenden ,gelegenheit1 die sich bieten wrde1 zeigen1 da er auch imstande sei1 etwas mit vollem ,kunstflei in ,gestalt und ,zubehr durchzubilden und auch einmal etwas ganz fein zu machen1 ohne im berma durchzugehen48 ,das ,ergebnis dieses ,entschlusses soll das jetzt in der ,dresdener ,galerie befindliche ,gemlde gewesen sein1 das unter der ,benennung der ,zinsgroschen8 bekannt ist4 ,illustration3 ,abb4 #ad4 ,der ,triumphzug des ,glaubens4 ,holzzeichnung1 geschnitten von ,andrea ,andreani4 #a4 ,blatt 7,schlu des ,zuges73 ,die heiligen ,bekenner und ,mrtyrer4 ,dieses ,bild ist in der ,that etwas in jeder ,hinsicht ,vollkommenes4 ,gegenstand der ,darstellung ist die ,zurckweisung der an den ,heiland gerichteten ,phariserfrage1 ob es erlaubt sei1 dem ,kaiser ,zins zu zahlen4 ,das ,gemlde enthlt nur das zum ,aussprechen des ,gedankens unbedingt ,notwendige3 von ,christus sieht man etwas weniger als die halbe ,figur1 von dem ,phariser1 der ihm die ,mnze zeigt1 nicht viel mehr als das ,gesicht und die ,hand mit dem ,geldstck 7,abb4 #ac74 ,tizian hat sein ,wort gehalten4 ,er hat hier alles mit der uersten ,vollendung der ,einzelheiten durchgefhrt4 ,aber er hat alle ,einzelheiten der natrlichen malerischen ,gesamterscheinung unterzuordnen gewut4 ,so wirkt das ,haar1 von dem das ,christusantlitz eingerahmt ist1 als eine ruhige dunkle ,masse2 aber in der ,nhe erkennt man die einzelnen lose heraustretenden ,hrchen4 ,so sind die ,kleinigkeiten von ,formen und ,farben1 welche die ,haut beleben1 alle vorhanden1 ohne da dadurch die groe1 einfache ,wirkung des ,fleischtons beeintrchtigt wrde4 ,aber nicht nur als eine ,leistung des grten malerischen ,knnens ist das ,bild das ,wunderwerk1 als das es zu allen ,zeiten angesehen worden ist4 ,auch in tieferem ,sinne hat ,tizian gezeigt1 da er den ,vergleich mit dem deutschen ,meister herausfordern drfe4 ,er hat sich mit ganzer ,seele in den ,inhalt der ,darstellung versenkt und hat diesen ganzen ,inhalt in klarster1 schnster ,kennzeichnung zum ,ausdruck gebracht4 ,die heimtckische ,verschmitztheit des ,fragestellers1 sein schleichendes ,herandrngen1 und die gttliche ,ruhe1 die hoheitsvolle berlegenheit des ,heilands1 die bestimmte und doch so vornehm leichte ,bewegung1 mit der seine ,hand die ,gegenfrage3 ,wessen ist das ,bild88 begleitet1 -- das alles spricht so klar und deutlich1 wie es nur jemals hchster ,kunst mglich gewesen ist4 ,und mit welcher erhabenen ,einfachheit hat der ,knstler das alles zum ,ausdruck gebracht6 ,dabei die wunderbare ,durchfhrung des ,gegensatzes der ,charaktere in jeder ,form der beiden ,kpfe und der beiden ,hnde6 -- ,es ist wohl begreiflich1 da ein ,gesandter ,karls ,v4 beim ,anblick dieses ,bildes laut sein ,erstaunen darber aussprach1 da es einen ,maler gebe1 der so mit ,drer zu wetteifern imstande sei4 ,der ,gesandte dachte selbstredend nicht an ,drers ,formenuerlichkeiten1 sondern an das ,wesen von dessen ,kunst4 ,und ein ,wehen von ,drers tiefem ,geist hat ,tizian versprt1 als er dieses ,werk schuf4 ,da er bei allem anderen seine ,farbenkunst nicht verga1 da er die verschiedenartigen ,fleischtne und ,haarfarben1 das ,rot des ,rockes und das ,blau des ,mantels in der reinsten ,harmonie zusammenklingen lie1 versteht sich von selbst4 ,illustration3 ,abb4 #ae4 ,der ,triumphzug des ,glaubens4 ,holzzeichnung1 geschnitten von ,andrea ,andreani4 #b4 ,blatt3 ,der heilige ,stephanus als der ,anfhrer der ,mrtyrer2 die heiligen ,bischfe2 die ,apostel2 ,johannes der ,tufer4 ,vasari sah den ,zinsgroschen8 im ,arbeitszimmer des ,herzogs von ,ferrara4 ,ob der ,herzog ,alfonso d',este1 fr den spter ,tizian eine ganze ,anzahl von ,bildern malte1 der ,besteller des ,gemldes war1 oder ob er dasselbe als ein fertiges1 von dem ,knstler aus eigenem ,antrieb gemaltes ,werk erwarb1 darber fehlen die ,nachrichten4 ,nach ,dresden ist das ,bild im ,jahre #agdf als ein ,bestandteil der von ,knig ,august ,,iii4 dem ,herzog ,francesco d',este abgekauften modenesischen ,sammlung gekommen4 ,den ,christuskopf1 den ,tizian hier geschaffen1 hat er ein anderes ,mal in der ,seitenansicht wiederzugeben versucht1 in einem ,gemlde1 das lediglich das ,brustbild des ,erlsers auf einem landschaftlichen ,hintergrunde zeigt4 ,das ,gemlde1 das dem ,zinsgroschen8 keineswegs an ,vollendung gleichkommt1 befindet sich in der ,sammlung des ,pittipalastes zu ,florenz4 ,das tiefe religise ,gefhl1 das aus ,tizians ,christusbildern spricht1 offenbart sich mit besonderer ,kraft in einem ,werk1 das unter den ,arbeiten des groen ,malers eine vereinzelte ,stellung einnimmt4 ,es ist eine ,folge von ,holzschnitten1 die sich zu einem zusammenhngenden ,ganzen aneinander reihen4 ,nach dem ,vorbild von ,mantegnas berhmtem ,triumphzug ,csars ist hier der ,triumphzug des ,glaubens8 dargestellt4 ,der ,triumphator ist ,christus1 die ,evangelisten ziehen seinen ,wagen4 ,voraus schreiten die ,stammeltern des ,menschengeschlechts1 die ,vter des alten ,bundes1 die ,propheten und die ,sibyllen4 ,hinter dem ,wagen des ,erlsers folgt das ,heer der christlichen ,heiligen 7,abb4 #ad-ah74 -- ,nach ,vasaris ,angabe brachte ,tizian diese ,holzschnittfolge im ,jahre #aejh an die ffentlichkeit4 ,die nmliche ,darstellung soll ,tizian an die ,wnde des ,zimmers gemalt haben1 das er in ,padua bewohnte1 als er dort lngere ,zeit verweilte4 ,im ,jahre #aeaa nmlich hatte er in dieser ,stadt eine ,anzahl von ,freskogemlden auszufhren4 ,illustration3 ,abb4 #af4 ,der ,triumphzug des ,glaubens4 ,holzzeichnung1 geschnitten von ,andrea ,andreani4 #c4 ,blatt3 ,christus als ,triumphator2 der ,wagen gezogen von den vier lebenden ,wesen1 welche die ,evangelisten versinnbildlichen1 an den ,rdern die vier groen ,kirchenvter4 ,es handelte sich um die ,ausschmckung der ,scuola del ,carmine18 des jetzt als ,taufkapelle dienenden ,raumes neben der ,karmeliterkirche1 welcher der ,versammlungsort der zu dieser ,kirche gehrigen ,bruderschaft war1 und der ,scuola del ,santo81 des ,bruderschaftssaales der ,st4 ,antoniuskirche4 ,tizian bediente sich bei diesen ,arbeiten1 die nur mig bezahlt wurden1 der ,beihilfe eines von ihm gedungenen1 wahrscheinlich in ,padua einheimischen ,malers4 ,von den ,freskobildern in der ,scuola del ,carmine1 deren ,inhalt die ,lebensgeschichte der ,jungfrau ,maria ist1 rhrt nur eines von ,tizian selbst her4 ,es hat die ,begegnung von ,joachim und ,anna an der ,pforte des ,tempels zu ,jerusalem -- nach der alten ,legende von den ,eltern ,marias -- zum ,gegenstand4 ,die beiden alten ,leute1 die sich nach langer ,trennung wiedersehen1 schauen einander mit freudiger ,bewegung ins ,gesicht4 ,ihre ,gestalten und diejenigen von ein paar ,zuschauerinnen heben sich farbig von den hellen ,tnen der ,marmorarchitektur des ,tempels ab4 ,seitwrts von der ,hauptgruppe kniet einer der ,hirten1 bei denen ,joachim die ,zeit seiner ,abwesenheit verbracht hatte4 ,hinter dieser ,figur dehnt sich eine ,hgellandschaft unter heller ,luft aus2 man sieht die weite ,strae1 auf der ,joachim hergewandert ist4 -- ,da das ,bild mit einer gewissen ,eilfertigkeit hingestrichen ist und da die ,ausarbeitung mancher ,einzelheiten dem ,gehilfen berlassen war1 lt sich nicht verkennen4 ,dennoch ist es ein schnes ,bild1 dessen mit wenigen ,tnen hergestellte malerische ,wirkung durch die schlechte ,erhaltung zwar beeintrchtigt1 aber doch nicht zerstrt worden ist4 ,die ,hand von ,tizians ,gehilfen allein erkennt man in dem daneben befindlichen ,bilde4 ,campagnola1 so hie der ,gehilfe -- hat hier sozusagen von derselben ,palette gemalt wie sein ,meister4 ,aber seine ,arbeit erscheint nur als eine ,zusammenstellung von ,einzelheiten1 die teilweise ganz schn sein mgen2 das ,tiziansche ,bild dagegen ist eine aus dem ,ganzen gestaltete ,schpfung1 ein ,stimmungsgedicht4 ,illustration3 ,abb4 #ag4 ,der ,triumphzug des ,glaubens4 ,holzzeichnung1 geschnitten von ,andrea ,andreani4 #d4 ,blatt3 ,die ,propheten und ,sibyllen4 ,illustration3 ,abb4 #ah4 ,der ,triumphzug des ,glaubens4 ,holzzeichnung1 geschnitten von ,andrea ,andreani4 #e4 ,blatt3 ,knig ,david1 ,propheten und ,patriarchen1 ,moses1 ,noah1 die ,stammeltern4 ,illustration3 ,abb4 #ai4 ,der heilige ,antonius lt ein unmndiges ,kind reden4 ,freskogemlde in der ,scuola del ,santo zu ,padua4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari1 ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #bj4 ,der heilige ,antonius heilt einen ,jngling4 ,freskogemlde in der ,scuola del ,santo zu ,padua4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari1 ,florenz47 ,noch bewunderungswrdiger sind die drei ,fresken in der ,scuola del ,santo1 die ,tizian in der ,zeit vom #bd4 ,september bis #b4 ,dezember #aeaa ausfhrte4 ,eingedrungene ,feuchtigkeit und wiederholte ,nachbesserungen haben auch diesen ,gemlden bel mitgespielt2 aber dennoch kommt die ,arbeit des groen ,malers in ihnen noch mchtig zur ,geltung4 ,unwillkrlich drngt sich einem hier in ,padua1 wo von ,giotto und dessen trefflichen ,nachfolgern so herrliche ,freskomalereien zu sehen sind1 der ,vergleich mit diesen alten ,meistern auf4 ,dasjenige1 was bei ,tizian als etwas ,neues und von jenen vllig ,verschiedenes zunchst und am meisten in die ,augen fllt1 ist die durchaus andersartige ,farbenhaltung1 welche aus dem ,gefhl fr das ,landschaftliche hervorgeht4 ,bei jenen kamen landschaftliche ,gegenstnde1 wie ,bume oder ,felsen1 nur als ,andeutungen einer rtlichkeit zur ,darstellung2 die ,luft war ihnen ein dunkelblauer ,hintergrund1 vortrefflich geeignet zur ,hervorhebung der weien ,baulichkeiten1 die sie mit ,vorliebe als nchsten ,hintergrund der ,figuren anbrachten4 ,fr ,tizian aber1 den im ,anblick der ,see gro gewordenen ,sohn des ,hochgebirges1 hatte die ,luft eine ganz andere ,bedeutung als fr die ,kinder festlndischer ,marmorstdte2 sie war ihm eine lichterfllte1 lichtspendende ,weite1 und unter ihr vertiefte sich die ,landschaft ins ,ferne hinein in zusammenhngender ,mannigfaltigkeit der ,formen und ,tne4 ,tizian lie sich auch als ,freskomaler ganz von malerischer ,empfindungsweise leiten2 die ,krperhaftigkeit der ,wirkung1 durch welche die ,giottoschler ihre ,zeitgenossen verblfft hatten1 und die nach ihnen durch ,mantegna aufs feinste durchgebildet worden war1 war fr ihn etwas an und fr sich ,nebenschliches2 sie war ihm nur das selbstverstndliche ,ergebnis der natrlichen ,lichtwirkung4 -- ,die ,fresken in der ,scuola del ,santo hatten ,wunderthaten des heiligen ,antonius von ,padua zu schildern1 des berhmtesten ,angehrigen der ,stadt1 der dort schlechtweg der ,heilige8 7il ,santo7 hie und heit4 ,der heilige ,antonius lt ein unmndiges ,kind zum ,beweis der ,unschuld seiner verleumdeten ,mutter reden8 ist der ,gegenstand des ersten ,gemldes4 ,in der ,mitte des ,bildes steht der ,heilige in seiner graubraunen ,kutte1 ruhig1 sanft und berzeugungsvoll2 neben ihm kniet ein ,ordensbruder und hlt in tiefer ,erregung das kleine ,kind empor1 das mit dem lebendigsten ,ausdruck des ,sprechens ,kopf und ,hndchen gegen seinen ,vater1 den ,anklger der ,mutter1 vorstreckt4 ,dieser1 ein vornehmer ,herr in reicher ,kleidung1 starrt mit einer unwillkrlichen ,bewegung des ,zurckweichens das ,kind an2 in seinem ,gesicht vollzieht sich der bergang vom ,zweifel zur ,beschmung4 ,seine ,gattin1 ebenfalls sehr vornehm gekleidet1 vernimmt in wrdevollem ,tugendbewutsein die wunderbare ,offenbarung der ,ungerechtigkeit des gegen sie ausgesprochenen ,verdachtes4 ,rechts und links stehen bunte ,zuschauer1 die von dem ,wunder jeder in seiner ,weise ergriffen werden4 ,den ,hintergrund bildet einerseits die dunkle ,wand eines ,gebudes1 vor der ein antikes ,marmorstandbild steht1 andererseits eine grne ,landschaft mit reizvoll gezeichneten ,bumchen vor heller ,luft 7,abb4 #ai74 -- ,unterhalb dieses prchtig wirkenden ,bildes hat ,tizian ein ,stckchen ,wand neben der ,thre1 das von der ,holztfelung1 die bis zur ,fulinie der ,gemlde die ,wnde des ,saales bekleidet1 unbedeckt geblieben ist1 in allerliebster ,weise ausgefllt durch ein paar nackte ,engelkinder1 die an den ,seiten einer kleinen weien ,steinfigur des ,heiligen stehen4 -- ,das zweite ,gemlde ,tizians3 ,der ,heilige heilt einen ,jngling1 der sich den ,fu1 mit dem er nach seiner ,mutter getreten1 abgeschnitten hat18 schildert einen ,vorgang auf dem ,lande4 ,das ,bild hat eine lndliche ,stimmung4 ,man sieht unter einem von ,wolkenstreifen durchzogenen ,abendhimmel weithin ber eine reizende ,landschaft1 die das ,meer in ,bogenlinien sumt2 auf einer leichten ,bodenerhhung liegt ein ,stdtchen1 vor dessen ,thoren ,schafe weiden1 unweit des ,ortes1 wo das ,ereignis eine dichte ,menschengruppe zusammengefhrt hat4 ,wie prchtig sind die ,bauersfrauen geschildert6 die ,mutter1 die1 von einer anderen ,frau untersttzt1 den wie leblos am ,boden liegenden schwerverwundeten ,sohn hlt und mit wilder ,angst und mit ,hoffnung zugleich die ,blicke auf den ,heiligen heftet2 und ein starkknochiges junges ,weib1 das den ,umstehenden lebhaft und wortreich erzhlt1 wie das alles so gekommen ist4 ,und wie vornehm im ,gegensatz zu diesen ,persnlichkeiten der ,heilige6 ,er tritt dicht an ,mutter und ,sohn heran1 und indem er sich vorwrts neigt1 zieht er seine ,kutte leicht herauf1 um deren ,saum nicht in der groen ,blutlache am ,boden zu besudeln2 er streckt die ,rechte vertrauengebietend aus1 und unter dem ,segensspruch seines ,gebetes schliet sich die ,wunde in dem ,bein des ,burschen4 ,als ,begleiter des ,heiligen sieht man auer einem jungen ,mnch einen frstlichen ,herrn1 der einen ,bewaffneten und einen ,schildtrger bei sich hat 7,abb4 #bj74 -- ,das dritte ,bild ist kleiner als die beiden anderen2 es ist am strksten beschdigt1 bringt aber doch seine groartige ,farbenstimmung noch mchtig zur ,geltung4 ,der ,heilige ruft eine von ihrem ,manne aus ,eifersucht ermordete ,frau ins ,leben zurck48 ,mit diesem gegebenen ,gegenstande hat der ,maler sich in der ,weise abgefunden1 da er1 anstatt in allzu beschrnktem ,raum eine ,komposition aufzubauen1 die inhaltlich eine groe hnlichkeit mit derjenigen des vorigen ,bildes gehabt haben wrde1 die ,missethat darstellt1 deren ,folgen der ,heilige nachher wieder gut zu machen hat4 ,der ,ort der ,handlung ist eine de ,landschaft1 ein wster ,platz hinter einem steilen ,lehmhgel1 wie zu einem ,verbrechen geschaffen4 ,der ,eiferschtige1 ein vornehmer ,herr1 in weiem1 mit roten ,sammetstreifen ausgeputztem ,rock1 schwarzhaarig1 die schwarzen ,augen von rasender ,leidenschaft glhend1 hat die ,frau an ihren blonden ,haaren zu ,boden gerissen4 ,verzweifelt strubt sie sich und windet sich1 da die ,falten ihres gelbseidenen ,rockes sich weithin am ,boden ausbreiten und die dunkelfarbigen ,strmpfe sichtbar werden4 ,schon blutet sie aus einer ,wunde an der nur vom ,hemde bedeckten ,brust1 und der ,mrder holt mit frchterlicher ,wildheit zu einem zweiten ,dolchsto aus4 ,am ,himmel jagen die ,wolken1 der ,wind peitscht die ,zweige der kmmerlichen ,bumchen1 die auf dem ,hgel stehen4 ,nur im ,hintergrunde1 in einem kleinen ,durchblick neben dem ,hgel1 wird der aufgeregten ,stimmung des ,bildes gegenber die ,beruhigung angedeutet4 ,da wird auf das ,eingreifen des ,heiligen hingewiesen in einer ,nebendarstellung1 die1 nach der bei ,tizian zwar seltenen1 jener ,zeit im allgemeinen aber noch gelufigen ,art bildlicher ,erzhlung1 das zeitlich ,abliegende in rumlicher ,entfernung zur ,anschauung bringt3 der ,heilige wandert mit zwei ,begleitern durch die ,ebene1 in der das ,landhaus des ,ehepaares liegt1 und ihm wirft sich der nach geschehenem ,verbrechen von ,reue gejagte ,missethter hilfeflehend zu ,fen 7,abb4 #ba74 ,von einer ,freskomalerei1 die ,tizian an der ,straenseite des ,palastes ,cornaro in ,padua1 ebenfalls mit ,beihilfe des ,campagnola1 ausfhrte1 hat sich nichts erhalten4 ,von ,padua begab sich ,tizian nach ,vicenza und malte hier in der ,gerichtslaube am ,rathaus ein ,freskobild3 ,das ,urteil ,salomons48 ,dieses ,gemlde hat nur wenige ,jahrzehnte bestanden2 es ist einem um die ,mitte des ,jahrhunderts ausgefhrten ,umbau zum ,opfer gefallen4 ,illustration3 ,abb4 #ba4 ,der heilige ,antonius gibt einer von ihrem ,manne ermordeten ,frau das ,leben wieder4 ,freskogemlde in der ,scuola del ,santo zu ,padua4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari1 ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #bb4 ,der heilige ,markus mit den ,heiligen ,kosmas und ,damian1 ,rochus und ,sebastian4 ,altargemlde in ,s4 ,maria della ,salute zu ,venedig4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari1 ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #bc4 ,rhre mich nicht an68 ,in der ,nationalgalerie zu ,london4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,wahrscheinlich bald nach seiner ,rckkehr nach ,venedig1 die im ,frhjahr #aeab erfolgt sein wird1 wurde ,tizian mit der ,anfertigung eines ,gemldes fr die ,kirche ,santo ,spirito in ,isola beauftragt1 in dem der ,schutzheilige der ,markusrepublik verherrlicht werden sollte4 ,man vermutet1 da die in diesem ,jahre zustande gekommene ,beendigung der ,feindseligkeiten mit ,kaiser ,maximilian1 die im ,herbst #aeaa auch ,tizians ,heimat wieder in ,mitleidenschaft gezogen hatten1 die ,bestellung dieses ,bildes mitveranlate4 ,auch dem ,dank fr das ,erlschen der ,pest1 die ein ,jahr vorher in ,venedig gewtet hatte1 sollte in dem ,gemlde ,ausdruck gegeben werden4 ,darum wurden dem heiligen ,markus der heilige ,kriegsmann ,sebastian und der ,schutzpatron der ,pestkranken1 der heilige ,rochus1 zugesellt4 ,weiterhin kamen1 unbekannt aus welchem ,grunde1 die ,heiligen ,kosmas und ,damian auf das ,bild4 -- ,tizian lste auch die ,aufgabe1 ein ,altargemlde aufzubauen1 vom malerischen ,gesichtspunkte aus1 mit ,verschmhung der strengen architektonischen ,gebundenheit1 die bis dahin fr ,altarwerke als knstlerisches ,gesetz galt4 ,im ,malerischen liegt die ,groartigkeit der ,wirkung dieses prchtigen ,gemldes1 das sich jetzt nicht mehr an seinem ursprnglichen ,aufstellungsorte1 sondern in der ,vorsakristei von ,s4 ,maria della ,salute befindet4 ,der heilige ,markus thront wie ein ,herrscher ber den anderen ,heiligen4 ,in einer etwas gewaltsam majesttischen ,haltung sitzt er auf einem engen ,postament1 die ,linke herabhngend1 die ,rechte mit ausgestrecktem ,arm auf sein auf das ,knie aufgestelltes ,evangelienbuch gelegt4 ,seine rote ,tunika und sein blauer ,mantel stehen krftig beleuchtet vor der blauen1 weiwolkigen ,luft2 auf seinen ,kopf1 die linke ,schulter und den linken ,arm aber fllt tiefer ,schatten4 ,zur ,linken des ,evangelisten erhebt sich ein ebenfalls im ,schatten liegender ,mauerpfeiler4 ,vor diesem stehen der heilige ,rochus und weiter vorn1 wieder im hellsten ,licht1 der heilige ,sebastian2 der letztere eine prchtige ,jnglingsgestalt mit dunkler ,lockenflle um das schne ,haupt1 als ,mrtyrer gefesselt und entkleidet1 mit weiem ,schurz1 dessen ,ende als starke ,lichtmasse bis auf den ,boden herabwallt4 ,der ,boden ist ,marmortfelwerk4 ,rechts von ,markus stehen vor den ,stufen des ,thronpostamentes ,kosmas und ,damian im ,gesprch miteinander1 in groe ,gewnder gehllte ,prachtgestalten1 deren ,kpfe sich dunkel von der ,luft abheben 7,abb4 #bb74 ,illustration3 ,abb4 #bd4 ,alfons von ,este1 ,herzog von ,ferrara4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,laurent ,cie41 ,madrid47 ,illustration3 ,abb4 #be4 ,die drei ,lebensalter4 ,nach einer alten ,kopie des bei ,lord ,ellesmere in ,london befindlichen ,originals4 ,in der ,galerie ,doria zu ,rom4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #bf4 ,mari ,himmelfahrt4 ,altargemlde1 vollendet im ,jahre #aeah4 ,in der ,akademie zu ,venedig4 ,illustration3 ,abb4 #bg4 ,kopf der ,maria aus dem ,himmelfahrtsbilde in der ,akademie zu ,venedig4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari1 ,florenz47 ,als im ,mrz #aeac ,leo ,x4 den ppstlichen ,thron bestieg1 erhielt ,tizian alsbald von ,rom aus eine ,aufforderung1 in die ,dienste des ,papstes zu treten4 ,aber er zog es vor1 seine ,kraft ,venedig zu widmen4 ,er richtete am #ca4 ,mrz ein ,gesuch an den ,rat der ,zehn1 worin er1 unter ,hinweisung auf den ruhmverheienden ,vorschlag des ,papstes1 um ,beschftigung im venezianischen ,staatsdienst bat4 ,insbesondere sprach er den ,wunsch aus1 in der ,halle des ,groen ,rats im ,dogenpalast1 an deren ,ausschmckung mit ,gemlden schon seit geraumer ,zeit gearbeitet wurde1 ein ,schlachtengemlde ausfhren zu drfen1 an das sich bisher wegen der ,schwierigkeit der ,aufgabe noch niemand gewagt hatte4 ,er habe die ,malerei nicht sowohl aus ,gewinnsucht1 als aus dem ,verlangen1 einigen ,ruhm zu erwerben1 erlernt1 erklrte ,tizian2 so sei er auch bereit1 sich mit jedem ,lohn1 den man fr seiner ,arbeit entsprechend halten wrde1 zu begngen4 ,doch bat er zugleich1 um der ,sicherstellung eines besseren ,einkommens willen1 um ,gewhrung derselben ,vergnstigungen1 die ,giovan ,bellini geno4 ,das war die ,stellung von zwei ,gehilfen und ,lieferung der ,farben und sonstigen ,erfordernisse auf ,staatskosten und auerdem die ,verleihung eines ,amtes1 das um seiner ,eintrglichkeit willen vielbegehrt war3 des ,amtes eines ,maklers am ,fondaco de' ,tedeschi4 ,die ,deutschen in ,venedig und die anderen ,auslnder1 denen mit ihnen das ,recht1 im ,fondaco zu wohnen und ,waren niederzulegen1 eingerumt war1 durften weder kaufen noch verkaufen ohne die ,vermittelung eines staatlichen ,maklers 7sansere sensale74 ,die ,zahl dieser ,beamten betrug dreiig2 und ausnahmsweise wurde es begnstigten ,personen gestattet1 die ,einknfte dieses ,amtes zu beziehen1 ohne die ,obliegenheiten desselben auszuben4 ,tizian bewarb sich in seinem ,gesuch um die ,verleihung der nchsten frei werdenden ,stelle eines ,sansere auf ,lebenszeit4 ,der ,rat genehmigte1 offenbar von der ,befrchtung1 einen solchen ,knstler durch die bersiedelung nach ,rom der ,heimat entzogen zu sehen1 getrieben1 ,tizians ,gesuch in allen ,punkten und rumte ihm eine ,werkstatt in einem dem ,staate gehrigen ,hause ein4 ,illustration3 ,abb4 #bh4 ,ariosto4 ,in der ,nationalgalerie zu ,london4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #bi4 ,flora48 ,in der ,gemldegalerie des ,uffizienpalastes zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,tizian war hierdurch von ,staats wegen als ebenbrtig mit dem alten ,bellini anerkannt worden1 der seit ,jahren damit betraut war1 die ,ausfhrung derjenigen ,bilder in der ,ratshalle1 die er nicht selbst malte1 wenigstens zu beaufsichtigen4 ,bellini aber war trotz seiner #hg ,jahre nicht gewillt1 sich einen ,knstler als gleichberechtigt zur ,seite stellen zu lassen4 ,es begann ein geheimer ,kampf zwischen dem alten und dem jungen ,meister1 der sich in den ,ratsbeschlssen wiederspiegelt4 ,schon im ,frhjahr #aead1 als ,tizian nach der ,vollendung der ,vorarbeiten eben mit der ,ausfhrung des groen ,gemldes begonnen hatte1 wurde ihm die ,anwartschaft auf die nchste ,maklerstelle und die ,besoldung der ,gehilfen entzogen2 im ,herbst desselben ,jahres aber kam es wieder zu einer ,verstndigung4 ,im folgenden ,jahre wurden die ,kosten1 welche die ,ausschmckung der ,ratshalle verursachte1 geprft und dabei festgestellt1 da das ganze bisher befolgte ,verfahren ein verschwenderisches gewesen sei2 daraufhin wurde ein neues ,verfahren1 wonach mit dem besten ,maler ber den ,preis eines jeden einzelnen ,gemldes besonders verhandelt werden sollte1 beschlossen4 ,tizian machte hiernach neue ,vorschlge1 und diese wurden gebilligt4 ,am #cj4 ,november #aeaf starb ,giovan ,bellini1 und ,tizian rckte nun in die hierdurch frei gewordene ,maklerstelle mit bergehung aller vor ihm angemeldeten ,anwrter ein4 ,illustration3 ,abb4 #cj4 ,die ,vergnglichkeit4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,aber ber diesen ,hinziehungen hatte ,tizian die ,lust an der unterbrochenen ,arbeit verloren4 ,endlich ans ,ziel gelangt1 gab er seinerseits zunchst nichts weiter als das ,versprechen1 die ,arbeit in der ,ratshalle wieder aufzunehmen4 ,mehr ,vergngen mochte er jetzt an der ,ausfhrung von ,gemlden finden1 die der ,herzog von ,ferrara1 ,alfons von ,este1 bei ihm bestellte4 ,ein ,aufenthalt ,tizians am ,hofe dieses groen frstlichen ,kunstfreundes wird zum erstenmal fr das ,jahr #aeaf bezeugt2 damals verweilte er im ,februar und ,mrz mit zwei ,gehilfen dort4 -- ,auerdem fesselte ihn der ,auftrag1 fr die ,franziskanerkirche 7,s4 ,maria dei ,frari7 ein ,altargemlde von ungewhnlicher ,gre zu schaffen4 ,was ,tizian in den zunchst vorhergehenden ,jahren whrend seiner ,enthaltung von der ,arbeit im ,ratssaale gemalt hatte1 darber fehlen die ,nachrichten4 ,mit ziemlicher ,sicherheit kann man zwei ausgezeichnete ,meisterwerke jener ,zeit zuteilen4 ,beide befinden sich in ,london2 das eine1 die ,erscheinung des auferstandenen ,heilandes vor ,maria ,magdalena1 in der ,nationalgalerie1 das andere1 ein ,gegenstand freier ,erdichtung1 bekannt unter dem ,namen die drei ,lebensalter18 in der ,sammlung des ,lord ,ellesmere4 ,illustration3 ,abb4 #ca4 ,alfons von ,ferrara und ,laura ,dianti8 7frher ,tizian und seine ,geliebte8 genannt74 ,im ,museum des ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,das ,bild der ,erscheinung des ,auferstandenen ist ein ,wunderwerk poetischer ,stimmung1 ein von weihevoller ,erhebung getragenes religises ,gedicht4 ,eine ,landschaft1 deren ,formenanordnung derjenigen des einen ,antoniusbildes in ,padua sehr hnlich ist1 liegt in weicher ,dmmerung4 ,das ,morgenlicht berzieht in mchtig aufsteigender ,flut den ,himmel1 da die dunkelblaue ,meereslinie sich krftig von der hellen ,luft scheidet und die ,umrisse eines jungen ,eichbaumes1 der im ,mittelgrund steht1 sich in scharfer ,dunkelheit von dem schimmernden ,gewlk abheben4 ,ganz vorn tritt die ,gestalt des ,auferstandenen in milder ,beleuchtung aus dem dmmerigen ,grunde hervor4 ,die ,grtnerhacke in seiner ,hand weist darauf hin1 da ,magdalena ihn beim ersten ,anblick fr den ,grtner gehalten hat4 ,beim ,erkennen dessen1 den sie im ,grabe gesucht hat1 sind ihr die ,kniee zusammengebrochen4 ,auf den ,knieen ist sie nher gekommen1 bis an den ,saum seines ,gewandes heran4 ,die ,hand1 auf die sie sich sttzt1 spreizt sich ber dem ,salbengef1 das fr den ,toten bestimmt war1 der ihren ,augen hier als ,lebender erscheint4 ,und ihren ,augen nicht trauend1 hat sie zaghaft die ,rechte erhoben1 um sich durch das ,gefhl zu berzeugen1 ob sie etwas ,wirkliches sieht4 ,christus aber weicht1 indem er sein ,gewand vorzieht1 ihrer ,berhrung aus2 und zugleich neigt er sich ihr erbarmungsvoll entgegen4 ,magdalena hat seine ,stimme vernommen und ist berzeugt2 heilige ,wonne verklrt ihr ,gesicht1 whrend ihre ,augen den ,blick unendlicher ,milde aufsaugen1 den der ,freund der reuigen ,snder auf sie herabsenkt 7,abb4 #bc74 ,illustration3 ,abb4 #cb4 ,der ,garten der ,liebesgtter 7das ,venusopfer874 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,jenes andere ,gemlde1 die drei ,lebensalter18 versetzt uns in ein welliges ,hgelland von anmutiger ,einfachheit der ,linien4 ,im ,mittelgrunde schlafen zwei nackte ,kinder unter einem ,baum1 dessen ,zweige noch keine ,bltter tragen4 ber die beiden hinweg schreitet der ,liebesgott1 eilig1 zu einem anderen ,menschenpaar zu gelangen1 das fr ihn reif ist4 ,dieses ,paar sitzt ganz im ,vordergrunde1 im blumigen ,grase am ppig grnenden ,waldessaum3 ein ,jngling und ein ,mdchen1 er fast nackt1 sie in lndlicher ,kleidung1 blicken einander in sester ,harmlosigkeit der ,unschuld in die ,augen2 beide denken noch an nichts anderes als an das ,spiel auf ,hirtenflten1 das sie unter seiner ,unterweisung einbt4 ,und weiter in der ,tiefe des ,bildes sitzt bei einem ,baumstamm1 der den ,wipfel verloren hat1 ein ,greis2 mde sttzt er sich auf die ,hnde1 als ob es ihm schwer wrde1 sich auf dem schrgen ,hang des ,hgels noch zu halten2 er ist allein1 nur etwas bleiches ,totengebein erinnert ihn an das1 was er einst besa4 ,in der ,ferne sieht man menschliche ,wohnungen1 und in ihrer ,nhe steht ein ,hirt bei seiner ,herde1 gleichsam als der ,betrachtende1 der ber das ,menschendasein nachdenkt4 ,und in weiter ,ausdehnung grnen die ,hgel1 bis sie das endlose ,meer erreichen4 ,eine wunderbar schlichte1 weiche und zugleich klare ,stimmung liegt ber diesem gemalten ,gedicht1 einem anspruchslosen1 aber zu ,herzen gehenden ,lied 7,abb4 #be74 ,illustration3 ,abb4 #cc4 ,das ,bacchusfest4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #cd4 ,bacchus und ,ariadne4 ,in der ,nationalgalerie zu ,london4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #ce4 ,andrea ,gritti1 ,doge von ,venedig 7#aebc-aech74 7,galerie des ,grafen ,jaromir ,czernin von ,chudenitz47 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,zu machtvoll feierlicher ,erhabenheit entfaltet sich dagegen ,tizians ,kunst in dem groen ,altarbild fr die ,frarikirche4 ,dies ist das ,werk1 durch das ,tizian sich auf einmal zum gefeiertsten ,maler ,venedigs machte4 ,der ,gegenstand des ,bildes ist die ,aufnahme der allerseligsten ,jungfrau in den ,himmel 7,santa ,maria ,assunta74 ,jetzt befindet sich dasselbe in der ,sammlung der ,akademie von ,venedig4 ,an dem ,platze1 fr den es gemalt war1 ber dem ,hochaltar jener ,kirche1 wurde es im ,jahre #aeah am #ai4 ,mrz1 dem ,vorabend eines ,feiertages des ,franziskanerordens1 in einem reichen ,marmorrahmen aufgestellt4 ,das war im zweiten ,jahre nach der ,erteilung des ,auftrags an ,tizian2 der ,knstler hatte nicht an der ,zeit gespart1 um die groartige ,aufgabe1 die ihm gestellt war1 wrdig zu lsen4 ,whrend ,tizian bisher meistens in kleinerem als lebensgroen ,mastab gemalt hatte1 gehen hier die ,figuren1 wie es der weite ,raum der ,kirche verlangte1 erheblich ber die ,lebensgre hinaus4 ,in dem unteren ,teil des ,bildes sieht man die am ,grabe ,marias zusammengekommenen ,apostel1 die in hchster ,erregung ber das von ihnen wahrgenommene ,wunder1 unter den verschiedenartigsten uerungen des empfangenen ,eindrucks emporblicken2 die groartigsten ,gestalten sind der greise ,petrus1 der ganz berwltigt mit gefalteten ,hnden auf die ,steineinfassung des ,grabes niedergesunken ist1 und der von heiliger ,glut begeisterte jugendliche ,johannes4 ,das ,grab ist auf einem ,berge befindlich gedacht1 und der ,horizont ist ganz tief genommen2 die erhobenen ,kpfe und ,arme der ,apostel heben sich von einer ,luft ab1 die das dunkle ,blau des hohen ,himmels zeigt4 ,die ,gestorbene aber1 die auf einer mit jubelnden ,englein angefllten ,wolke den ,zurckbleibenden entschwebt1 wird ber die ,hhe des ,erdenhimmels hinausgehoben2 ihre ganze ,gestalt ist schon von der blendenden ,helligkeit eines goldenen ,lichthimmels umgeben4 ,von unendlicher ,wonne durchbebt1 breitet die ,verklrte die ,arme aus1 und ihre glckseligen ,augen schauen das ,angesicht ,gottes1 das sich ihr aus der ,lichtflut entgegenneigt4 ,scharen von ,cherubim1 silberfarbige ,lichtgebilde1 schlieen sich an die ,englein auf der ,wolke an1 und bilden um die ,erscheinung ,gottes eine ,wlbung1 die im ,lichtglanz der ,unendlichkeit verschwimmt 7,abb4 #bf74 ,etwas ganz ,wunderbares an diesem ,gemlde ist der ,eindruck rumlicher ,weite1 der fast ohne ,anwendung wirklicher ,perspektive erreicht ist4 ,zu den ,kunstgriffen1 die ,tizian anwendete1 um hierzu zu gelangen1 gehrt die ungleiche ,ausfhrungsweise der verschiedenen ,teile des ,bildes4 ,whrend er in der ,hauptgruppe oben alle ,klarheit sammelte1 hat er die unteren ,figuren1 die im trberen ,erdenlicht stehen1 ganz breit und mit einer gewissen ,unschrfe behandelt4 ,er folgte darin der ,beobachtung des ,naturgesetzes1 da1 wenn man die ganze ,aufmerksamkeit der ,augen einem entfernteren ,gegenstand zuwendet1 alles was nher liegt als dieser ,gegenstand1 verhltnismig undeutlich erscheint4 ,er bewirkte hierdurch den ,anschein eines ,abstandes1 der sich sonst nur durch starke ,grenunterschiede zwischen den oberen und den unteren ,figuren htte ausdrcken lassen4 ,thatschlich sind die ,apostel im ,mastab nur um ein ganz ,geringes grer1 als die ,figur ,marias4 ,der ,pater ,guardian der ,franziskaner soll freilich1 als er das ,bild in der ,werkstatt des ,meisters besichtigte1 die unteren ,figuren noch zu gro gefunden haben2 und man erzhlte sich1 da ,tizian wegen des ausgesprochenen ,tadels sich geweigert habe1 das ,bild abzuliefern1 und nur durch eine frmliche ,entschuldigung des ,paters wieder umgestimmt worden sei4 ,als das ,gemlde dann an seinem ,platze aufgestellt war1 mute jeder ,zweifel an der ,richtigkeit der ,erwgungen des ,knstlers verstummen1 und die ,brder hteten sich wohl1 auf das ,anerbieten des ,gesandten ,kaiser ,karls ,v4 einzugehen1 der ihnen das ,bild sofort abkaufen wollte4 ,tizian hatte sein ,werk eben mit sorgfltigster ,beachtung der ,raum- und ,beleuchtungsverhltnisse1 unter denen es in der ,kirche zur ,geltung kommen sollte1 gemalt4 ,leider ist durch die jetzige ,aufstellung des ,gemldes in der ,akademie die vom ,meister gewollte ,wirkung wieder gestrt4 ,bei viel zu geringem ,abstand von dem zu niedrig stehenden ,bilde bleibt der ,blick des ,beschauers zunchst an den ,figuren der ,apostel hngen1 anstatt gleich ber dieselben hinweg nach oben gezogen zu werden2 und das gleichmige harte ,licht des nahen ,fensters lt jene breite ,behandlung dieser ,gestalten1 die weiseste knstlerische ,berechnung war1 wie ,oberflchlichkeit erscheinen4 ,und ebendieselbe scharfe ,beleuchtung1 welche unten die ,dunkelheit auflst1 beeintrchtigt oben den ,reiz der ,lichtmasse1 indem sie die verhltnismig krftigen ,schattenangaben zu stark hervorhebt1 die der ,maler gebrauchte1 um in der dmmerigen ,kirche dem ,gewoge der ,englein in der ,wolke die beabsichtigte ,lebendigkeit der ,wirkung zu sichern4 ,mit diesen ,erwgungen mu der ,beschauer sich erst abfinden1 wenn er die ganze knstlerische ,gre dieser erhabenen ,schpfung empfinden will4 ,illustration3 ,abb4 #cf4 ,entwurf zur ,madonna von ,s4 ,niccol de' ,frari4 ,federzeichnung in der ,uffiziengalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #cg4 ,die ,madonna von ,s4 ,niccol de' ,frari4 ,in der ,pinakothek des ,vatikans4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,mit welcher ,sorgfalt ,tizian die ,raum- und ,beleuchtungsverhltnisse1 fr die seine ,bilder bestimmt waren1 in ,betracht zog1 davon ist auch in dem zwischen ihm1 dem ,herzog von ,ferrara und dessen ,geschftstrger in ,venedig1 ,jacopo ,tebaldo1 gefhrten ,briefwechsel ein ,zeugnis erhalten4 ,da erbittet sich ,tizian1 bevor er ein bestelltes ,bild anfngt1 ganz genaue ,angaben1 an welche ,stelle einer bestimmten ,wand im herzoglichen ,arbeitszimmer dasselbe kommen soll4 ,dieser ,briefwechsel enthlt auch sonst manches ,bemerkenswerte4 ,wir erfahren daraus1 da der ,maler von dem ,herzog ganz ausgearbeitete ,anweisungen ber die zu malenden ,gegenstnde bekam1 die unter ,umstnden sogar von ,zeichnungen begleitet waren4 ,etwas in den ,briefen des ,herzogs immer ,wiederkehrendes ist seine ,klage1 da ,tizian ihn so lange warten lasse4 ,und ,tizian gibt seinem ,drngen gegenber neue ,versprechungen zu den noch uneingelsten alten4 ,das erklrt sich zum ,teil daraus1 da ,tizian zeitweilig mit greren ,arbeiten beschftigt war1 um derentwillen er die ,bilder fr den ,herzog beiseite legte4 ,gleich auf die ,vollendung des groen ,himmelfahrtsbildes1 die in die ,zeit jenes ,briefwechsels fllt1 scheint die ,ausfhrung einer ,altartafel mit der lebensgroen ,darstellung von ,mari ,verkndigung fr den ,dom zu ,treviso gefolgt zu sein4 ,dieses ,bild wurde aller ,wahrscheinlichkeit nach im ,jahre #aeai auf seinen ,platz gebracht1 auf dem es sich noch befindet4 ,eine alte ,nachricht spricht auch von einem ,freskogemlde1 das ,tizian an einer ,wand jenes ,domes ausgefhrt habe4 ,beilufig sei hier erwhnt1 da ,tizian in ,treviso als ,sachverstndiger angerufen wurde1 um einen ,streit zwischen ,pordenone -- der spter in ,venedig als sein ,nebenbuhler auftrat -- und dem ,besteller eines von diesem gemalten ,freskobildes zu entscheiden4 ,tizian gab seine ,erklrung dahin ab1 da das ,bild gut genug sei fr den niedrigen ,preis4 ,illustration3 ,abb4 #ch4 ,die ,heiligen ,katharina1 ,nikolaus1 ,petrus1 ,antonius1 ,franziskus und ,sebastian 7unterer ,teil des ,altargemldes fr ,s4 ,niccol de' ,frari74 ,holzzeichnung1 geschnitten von ,andrea ,andreani4 ,ein ,hauptgrund der ,verzgerungen1 die den ,herzog von ,ferrara zur ,ungeduld reizten1 war neben der ,bevorzugung der ,kirchenarbeiten die ,art und ,weise1 wie ,tizian bei der ,ausfhrung seiner ,gemlde zu ,werke ging4 ,es war -- nach der ,mitteilung eines seiner ,schler -- ganz gegen seine ,gewohnheit1 ein ,bild alla prima8 zu malen2 ein ,improvisator1 pflegte er zu sagen1 knne keine tadellosen ,verse machen4 ,nachdem er ein ,bild angelegt hatte1 stellte er es gegen die ,wand1 um es lngere ,zeit gar nicht zu sehen4 ,wenn er es dann1 manchmal erst nach ,monaten1 wieder hervorholte1 so unterzog er es einer scharfen ,kritik1 er sah es an1 wie wenn er einem ,todfeind gegenberstnde48 ,und fand er dann etwas1 was ihm mifiel1 so nahm er die ,figur wie ein wohlmeinender ,chirurg8 in ,behandlung4 ,wenn er nun nach fleiiger ,arbeit zufrieden war1 so stellte er das ,bild wieder beiseite und arbeitete an etwas anderem1 bis das erstere trocken war4 ,und so verfuhr er zu mehrerenmalen mit dem ,bilde1 bis er durch die wiederholten bermalungen das hchste ,ma der ,vollendung erreichte4 ,illustration3 ,abb4 #ci4 ,die ,grablegung ,christi4 ,im ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,es versteht sich von selbst1 da ,alfonso d',este1 nachdem er mit ,tizian in ,verkehr getreten war1 auch sein ,bildnis von ihm malen lie4 ,das ,portrt wurde so schn1 da ,karl ,v4 spter den ,wunsch1 dasselbe zu besitzen1 aussprach4 ,der ,herzog mute dem ,wunsch des ,kaisers willfahren1 und so ist das ,bild nach ,spanien gekommen2 es befindet sich jetzt im ,pradomuseum zu ,madrid4 ,alfonso zeigt sich uns da als ein schner ,mann von feurigem ,temperament1 brunlich von ,hautfarbe1 mit dunkelbraunem ,haar und ,bart4 ,er trgt eine veilchenblaue1 mit ,gold verzierte ,kleidung4 ,seine ,linke ruht auf dem ,degengriff und die ,rechte streichelt ein seidenhaariges1 wei und braun geflecktes ,hndchen1 das auf einem neben dem ,herrn stehenden ,tisch ,platz genommen hat 7,abb4 #bd74 -- ,da ,tizian auch die ,herzogin1 die schne und bei der ,nachwelt vielleicht mehr als bei den ,zeitgenossen verschrieene ,lucrezia ,borgia1 gemalt hat1 davon drfte man berzeugt sein auch ohne die ausdrckliche ,nachricht1 da ein solches ,portrt vorhanden gewesen sei4 ,aber dieses ,bild ist verschollen4 ,seit #aeag weilte ,ariosto1 der kurz vorher seinen ,rasenden ,roland8 vollendet hatte1 am ,hofe des ,herzogs ,alfonso4 ,da der ,dichter und der ,maler sich einer von dem anderen angezogen fhlten1 ist leicht begreiflich2 die berlieferung hat dieses ,freundschaftsverhltnis mit lebhaften ,farben ausgeschmckt4 ,tizian hat den ,ariosto vermutlich mehrmals gemalt4 ,ein schnes ,bildnis in der ,nationalgalerie zu ,london wird aller ,wahrscheinlichkeit nach mit ,recht mit dem ,namen ,ariost bezeichnet4 ,es zeigt in sitzender ,stellung einen schmchtigen ,mann -- ,ariost war krnklich -- in gewhlter ,kleidung1 mit feinem1 gedankenvollem ,gesicht1 das von lang herabwallendem ,haar umgeben ist1 vor einem ,hintergrund von ,lorbeerzweigen 7,abb4 #bh74 ,lucrezia ,borgia starb im ,sommer #aeai4 ,ein ,mdchen von brgerlicher ,herkunft1 ,laura ,dianti1 wurde ihre ,nachfolgerin4 ,vasari erwhnt ein staunenswrdiges ,bildnis ,lauras1 das ,tizian vor deren ,erhebung zur ,gemahlin des ,herzogs gemalt habe4 ,ein im ,louvre befindliches ,gemlde1 das eine junge ,dame beim ,ankleiden zeigt1 fhrt jetzt die ,bezeichnung ,laura ,dianti48 ,man erkennt nmlich in dem ,kopfe eines diensteifrigen ,verehrers1 der hinter der ,schnen erscheint1 eine hnlichkeit mit dem ,herzog ,alfonso4 ,frher trug das ,bild den ,namen ,tizian und seine ,geliebte48 ,mit dem ,meister selbst hat jener im ,dunkel des ,hintergrundes verschwimmende ,kopf allerdings gar keine hnlichkeit2 aber auch die hnlichkeit mit dem bekannten ,bilde des ,herzogs ist nur eine sehr unbestimmte4 ,dagegen wird man durch ,form und ,haltung des weiblichen ,kopfes lebhaft an das allbekannte liebliche ,mdchenbild in den ,uffizien erinnert1 das mit dem ,namen der ,blumengttin bezeichnet wird4 ,illustration3 ,abb4 #dj4 ,madonna mit ,johannes dem ,tufer und dem ,stifter des ,bildes4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,diese ,flora8 gehrt zu denjenigen ,werken ,tizians1 die eine gewisse hnlichkeit mit den von ,palma ,vecchio geschaffenen ,gestalten zeigen4 ,und man glaubt1 in ihr das ,bildnis von ,violante1 einer der schnen ,tchter ,palmas1 zu erkennen1 von der die ,sage erzhlt1 da ,tizian sie geliebt habe4 ,eine jugendliche ,erscheinung von vollen runden ,formen1 nur leicht verhllt durch ein feines1 dnnfaltiges weies ,gewand1 tritt sie in halber ,figur aus einem lichtgrauen ,hintergrund hervor4 ,prachtvolles ,haar von jener rtlichschimmernden ,goldfarbe1 die die ,venezianerinnen jener ,zeit durch knstliche ,mittel hervorzubringen wuten und die wir bei fast allen weiblichen ,figuren ,tizians finden1 umrahmt die feinen ,linien vom ,gesicht und ,hals2 am ,scheitel sorgfltig geordnet1 wallt es mit seinen weichen losen ,enden auf ,schultern und ,brust herab4 ,die linke ,hand hlt ein umgeworfenes ,obergewand von blaviolettem ,damast1 und die leicht vorgestreckte ,rechte bietet weie ,rosen und ,veilchen dar4 ,der ,kopf wendet und neigt sich nach der rechten ,schulter hin2 ein ,ausdruck ruhiger1 wohlwollender ,freundlichkeit begleitet den ,blick der sanften1 unschuldigen ,augen1 die an einer seitwrts auerhalb des ,bildes befindlichen ,person zu haften scheinen 7,abb4 #bi74 ,illustration3 ,abb4 #da4 ,skizze zur ,madonna des ,hauses ,pesaro4 ,rtelzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,die sogenannte ,laura ,dianti ist gegenber der ,flora8 eine gereiftere ,schnheit4 ,die ,formen ihres ,gesichts haben nicht mehr jene zarte schwellende ,rundlichkeit1 und die ,krperformen sind strker2 der ,ausdruck hat nicht jenes ,se1 ,unbewute1 aber eine darum nicht weniger reine anmutige ,mdchenhaftigkeit4 ,in ,bezug auf den knstlerischen ,gedanken ist das sehr schne ,bild grundverschieden von der ,flora38 whrend diese ganz wie mit ,licht gemalt erscheint1 entfaltet hier eine prchtige ,helldunkelwirkung ihre ,reize4 ,die junge ,dame steht im ,licht eines kleinen ,fensters4 ,das ,licht fllt ihr gerade ins ,gesicht und spiegelt sich in den schwarzen ,augen2 es trifft den ,rcken der erhobenen rechten ,hand und zaubert ,goldfunken hervor auf dem zusammengenommenen ,teil des ,haares1 den diese ,hand zu ordnen sich anschickt2 und indem es vom ,kinn und von der hervorgezogenen ,haarmasse aus scharf ansetzende und zart verlaufende ,schatten auf ,hals und ,schulter wirft1 gleitet es weich ber die ,rundung der ,bste und ber das feine ,hemd1 das die ,brust bedeckt4 ,der rechte ,unterarm bekommt nur noch halbes ,licht1 und der weite ,bauschrmel des ,hemdes hngt in den ,schatten herab4 ,weiterhin wird die ,helligkeit durch die dunkle ,farbe der ,kleidungsstcke scharf abgeschnitten3 an ein grnes ,mieder schliet sich ein gefltelter ,rock1 dem eine schwarze ,schrze vorgesteckt ist2 das ,ende der ,schrze ist ber den linken ,arm genommen4 ,die linke ,hand befindet sich fast ganz im ,schatten2 sie hlt auf dem ,toilettentisch1 von dem man nur einen schmalen ,streifen sieht1 das ,tpfchen mit der ,haarsalbe4 ,oben vermitteln die durchsichtigen ,schatten des ,fleisches und das ,goldhaar mit zauberhaftem ,reiz zwischen dem blhenden ,licht und dem ,dunkel des ,hintergrundes1 in dem ein unbestimmter brauner ,dmmerton und das tiefe ,rot der ,kleidung des ,mannes prachtvoll zusammenklingen4 ,der gefllige ,kavalier hlt im ,rcken seiner ,schnen einen groen ,rundspiegel aufrecht1 in dem sich jenseits ihres ,kopfes das kleine ,fenster spiegelt4 ,mit der anderen ,hand1 deren feine1 wohlgepflegte ,finger vom ,licht getroffen werden1 hlt er ihr einen kleinen viereckigen ,spiegel vor4 ,in diesen ,spiegel blickt die ,dame mit aufmerksamer ,prfung des aus dem anderen ,glase zurckgeworfenen ,bildes der ,rckseite ihres erst zur ,hlfte geordneten ,haares 7,abb4 #ca74 ,man kann nicht behaupten1 da die sogenannte ,laura ,dianti in berzeugender ,weise den ,eindruck eines ,bildnisses mache4 ,wenn sie eins ist1 so hat ,tizian dabei ebenso wie bei der ,flora -- die ja ihrer ganzen ,auffassung nach nicht als ,portrt gelten will -- die ,zge der ,dame1 die ihm sa1 seinem allgemeinen ,schnheitsideal angepat4 hnliche ,kpfe begegnen uns sehr hufig unter ,tizians weiblichen ,idealfiguren4 ,fast in derselben ,ansicht und ,beleuchtung wie jene beiden1 aber die dunklen ,augen dem ,beschauer zuwendend1 erscheint ein solches ,gesicht in einem allegorischen ,gemlde der ,mnchener ,pinakothek1 das leider durch ungeschicktes ,reinigen seine feineren ,reize verloren hat4 ,da hlt das schne junge ,weib mit der ,rechten eine eben erloschene ,kerze und einen ,spiegel1 in dem man hinter einem ,tisch1 den ein ,geldsack1 ,haufen losen ,goldes und ,silbers und ein ,rosenkranz bedecken1 eine hliche ,alte am ,spinnrocken sitzen sieht4 ,ein ernster1 fast harter ,blick aus den schnen ,augen begleitet die aus dem ,spiegel sprechende ,mahnung1 da keine ,macht1 nicht ,reichtum und -- hier hat offenbar ein ,horazischer ,vers den ,maler geleitet -- auch nicht ,frmmigkeit das ,kommen des ,alters aufzuhalten vermag 7,abb4 #cj74 ,die ,unzufriedenheit des ,herzogs ,alfonso ber ,tizians vermeintlichen ,mangel an ,eifer seinen ,bestellungen gegenber erreichte ihren hchsten ,grad im ,september #aeai4 ,er beauftragte ,tebaldi1 den ,maler von seinem ernsten ,unwillen und der ,absicht1 diesen ,unwillen empfindlich fhlbar zu machen1 in ,kenntnis zu setzen und die ,anwendung von ,zwangsmaregeln anzudrohen4 ,tizian lie sich durch diesen ,zornesausbruch nicht beunruhigen1 sondern antwortete einfach1 wenn das ,bild1 um das es sich eben handelte1 so weit wre1 wrde er es nach ,ferrara bringen1 wo es an seinem ,bestimmungsplatze die letzte ,vollendung bekommen sollte4 ,gegen ,ende ,oktober erfreute er den ,herzog durch die berreichung eines herrlichen ,meisterwerkes4 ,es war die ,darstellung eines ,bacchusfestes1 bestimmt1 im ,verein mit einem ,gegenstck1 das der ,venus gewidmet war1 die ,hauptwand in des ,herzogs ,arbeitszimmer zu schmcken4 -- ,sowohl das ,bacchanal8 wie das ,venusopfer8 sind nachmals in den ,besitz ,knig ,philipps ,,iv4 von ,spanien gelangt und befinden sich jetzt im ,pradomuseum4 ,der ,vorwurf zu dem ,venusopfer8 ist dem griechischen ,schriftsteller ,flavius ,philostratus entnommen1 der in der ersten ,hlfte des ,,iii4 ,jahrhunderts n4 ,chr4 unter dem ,titel ,bilder8 die erluternde ,beschreibung einer neapolitanischen ,gemldesammlung verffentlichte4 ,da wird unter der berschrift ,liebesgtter8 in reizvoller ,weise geschildert1 wie auf dem ,rasengrund eines ,gartens und in den ,zweigen der ,apfelbume die ,liebesgtter sich tummeln1 eine ,schar1 deren ,zahl so gro ist1 wie die ,vielheit der ,wnsche des ,menschengeschlechtes48 ,ihr ,kinderspiel deutet die ,mannigfaltigkeit des ,wesens der ,liebe an4 ,am ,bach1 der die ,wurzeln der ,bume benetzt1 steht das ,bild der ,venus1 der ,herrin der ,nymphen1 die sie zu ,mttern der ,liebesgtter macht4 ,das ,bild ist mit den ,opfergaben der ,nymphen behngt1 einem silbernen ,spiegel und anderen ,gegenstnden1 die durch die ,inschrift als ,weihgeschenk bezeichnet sind4 -- ,tizian hat sich sehr genau an diese ,schilderung gehalten4 ,nur hat er die opfernden ,nymphen mit in die ,darstellung gezogen3 am ,fue des ,marmorstandbildes der ,venus zeigen sich zwei jugendliche weibliche ,gestalten1 von denen die eine1 eilig1 die ,gunst der ,liebesgttin zu erlangen1 einen ,spiegel auf das ,postament hinaufreicht1 whrend die andere still lchelnd auf ein ,inschrifttfelchen mit dem ,worte munus8 7,weihegeschenk7 zeigt1 um damit zu sagen1 da sie schon geopfert hat4 ,aber die ,darbringung des ,opfers1 nach der das ,bild benannt zu werden pflegt1 ist rumlich und gegenstndlich nur ,nebensache4 ,das ,wesentliche ist das niedliche geflgelte ,kindervolk1 das in wirklich unzhlbarer ,schar den ,garten fllt4 ,was ,philostratus von dem ,treiben der ,liebesgtter erzhlt1 hat ,tizian ,gruppe fr ,gruppe getreulich verbildlicht2 aber wie zwanglos wirbelt das durcheinander6 ,auch den ,schlusatz hat er nicht vergessen1 da die ,kleinen der ,gttin pfel darbringen1 um sie zu bitten1 sie mge den ,garten immer so lieblich erhalten4 ,etwas ,lieblicheres1 als wie ,tizian diesen ,garten gemalt hat1 kann man sich nicht denken4 ,es ist ein unbeschreiblicher1 sonniger ,kinderzauber4 ,wie entzckend heiter ist das ,ganze gestimmt6 ,die ,luft ist licht und die ,bume prangen in saftig weichem ,grn4 ,nur wenig ,dunkelheiten sind vorhanden1 und nur wenige starke ,farben3 die ,kleider der beiden ,nymphen zeigen ,blau und ,karminrot1 in das rosig-goldige ,gewoge der ,kleinen tragen viele blaue ,flgelchen wie in flatterndem ,spiel die ,gegensatzfarbe hinein 7,abb4 #cb74 ,illustration3 ,abb4 #db4 ,die ,madonna des ,hauses ,pesaro4 ,altargemlde in der ,kirche ,s4 ,maria de' ,frari zu ,venedig4 ,illustration3 ,abb4 #dc4 ,bildnis eines ,unbekannten4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #dd4 ,entwurf zu dem ,bilde3 ,die ,ermordung des heiligen ,petrus ,martyr8 7von der ,ausfhrung verschieden74 ,tuschzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #de4 ,skizze zu dem ,bilde3 ,die ,ermordung des heiligen ,petrus ,martyr8 7von der ,ausfhrung verschieden74 ,tuschzeichnung in der ,uffiziengalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphot4 von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,hier1 wo ,mdchen die ,gttin anflehen1 sie mit einem ,liebesgott zu beschenken1 und die ,flgelknaben noch ihre ,waffen nur im ,spiel gegeneinander gebrauchen1 hier mutet der ,gesamteindruck des ,bildes uns an wie ein wonniger sdlicher ,frhlingstag4 ,in dem ,gegenstck aber1 dem ,bacchanal81 lebt die tiefer glhende ,stimmung des ,hochsommers4 ,ses1 heies ,genieen wird hier geschildert4 ,bacchantinnen schwrmen mit ihren ,genossen in ,wein1 ,gesang und ,tanz4 ,die ,luft ist tief dunkelblau2 blendend wei leuchtet das ,gewlk an diesem ,gluthimmel und in noch tieferem ,blau liegt unter ihm das ,meer4 ,das ,grn der ,bume ist dunkel und brunlich4 ,ein scharfer ,sonnenblick fllt auf den mit weichem ,rasen bedeckten ,hgel1 wo die ,schar ihr ,wesen treibt1 und berzieht einzelne ,gestalten mit leuchtender ,helligkeit1 whrend die ,mehrzahl der dunkelbraunen ,mnner1 die den goldigweien ,mdchen ,gesellschaft leisten1 vom tiefen ,schatten der ,bume umhllt ist4 ,ein paar bunte ,farben von ,gewndern klingen krftig hinein3 ,rot und ,blau stehen einmal ganz hell1 einmal dunkel nebeneinander4 ,im ,vordergrund fesselt die wunderschne ,gestalt eines jungen ,mdchens den ,blick1 das1 auf den ,rasen und das abgestreifte weie ,gewand gebettet1 in ,schlaf gesunken ist2 dieser ,krper ist wie aus ,licht geschaffen und dennoch ,fleisch und ,blut und ,haut4 ,die ,figur eines kleinen ,knaben1 der sich sehr zwanglos benimmt1 bildet den bergang von dieser groen ,haupthelligkeit zu einer zweiten ,lichtgestalt1 einer ,mnade1 die mit wehendem ,gewande sich im ,reigen schwingt4 ,von ihren ,mittnzern balanciert einer voller bermut eine gefllte ,krystallkanne1 whrend ein anderer in dem ,augenblick1 wo im ,wechsel des ,reigens seine ,hnde frei werden1 mutwillig aus dem ,kreise heraus zu den ,trinkenden hinspringt4 ,in der ,mitte des ,vordergrundes lagern zwei ,mdchen1 die heiter miteinander plaudern1 und zu den ,fen der einen von ihnen ruht ein ,jngling1 der behaglich dem ,tanze zuschaut4 ber ,kpfe1 ,schultern und ,arme der beiden ,mdchen spielen volles ,licht und durchsichtiger ,schatten1 da sie im ,einschlu des ,weizeugs und des vollen ,rot und ,blau ihrer ,kleider wie prchtige ,blumen aus dem dunklen ,grunde hervortreten4 ,der ,kopf der einen1 die mit ausgestrecktem ,arm ihre ,trinkschale zum ,fllen zurckreicht1 ist einer der fesselndsten ,punkte im ,bilde2 es ist wieder jener ,lieblingskopf ,tizians1 diesmal durch sonnigen ,frohsinn bezaubernd2 auch hier spricht die berlieferung von einem ,bildnis der ,geliebten des ,knstlers1 und in der ,that scheint das groe ,veilchen an ihrer ,brust eine ,anspielung auf dem ,namen ,violante zu enthalten4 ,hinter der ,gruppe sind zwei ,schenken beschftigt1 die ,trinkgeschirre zu fllen4 ,zwei andere ,mnner lehnen am ,stamm eines ,baumes2 sie scheinen das ,trinklied zu singen1 dessen ,kehrreim in ,text und ,noten auf einem vor jener ,schnen am ,boden liegenden ,zettel zu lesen ist3 ,chi boit et ne reboit ne ais qua boir soit8 7,wer trinkt und nicht wiedertrinkt1 wei nicht1 wozu der ,becher blinkt74 ,illustration3 ,abb4 #df4 ,skizzen zu dem ,bilde3 ,die ,ermordung des heiligen ,petrus ,martyr48 ,auf dem ,blatt mit den ,skizzen der herabschwebenden ,englein der fr die ,ausfhrung magebend gebliebene ,entwurf der drei ,hauptfiguren4 ,im ,museum zu ,lille4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,ganz links sieht man einen brtigen ,mann1 der eine mchtige ,amphora auf der ,schulter herbeitrgt1 und einen jngeren1 der ein groes ,gef zu langem ,zuge hebt4 ,seitwrts von der geschlossenen ,baumgruppe1 deren undurchdringliches ,bltterdickicht den ,zechenden ,schatten spendet1 durchschneidet ein schlankes ,bumchen die ,flche der ,luft1 und in seinen ,zweigen wiegt sich oben vor dem dunkelsten ,himmelsblau eine ,pfauhenne1 ungescheucht von dem ,lrm des ,gelages4 ,ganz in der ,ferne sieht man am ,horizont ein ,segel1 und man mag darum1 wenn man will1 in der ,schlferin des ,vordergrundes die von ,theseus verlassene ,ariadne erkennen1 der die ,gabe des ,bacchus ,vergessen ihres ,jammers gebracht hat4 ,aber der ,gott selbst ist nicht zu sehen2 auf seine ,nhe deutet nur die ,gestalt des alten ,silen1 der in einiger ,entfernung unter dem ,gestruch eines ,hgels bei seinem ,weinkrug eingeschlafen ist4 ,fast hat es auch den ,anschein1 als ob dem ,bacchus hier eine mchtigere ,gottheit den ,rang streitig mache4 ,denn wie eifrig ihm auch gehuldigt wird1 so sind doch unverkennbar die schnen ,frauen die ,herren der ,situation4 ,das ganze augenberauschende ,bild ist ,luft1 ,wrme1 ,sonnenschein 7,abb4 #cc74 ,beide ,gemlde gehren zu ,tizians glcklichsten ,schpfungen4 ,nebeneinander betrachtet1 sind diese so schn zusammenpassenden ,gegenstcke in ihrer ,stimmungsverschiedenheit ein wunderbares ,zeugnis von der ,feinheit der malerischen ,empfindung ,tizians4 ,aus dem ,anfang des ,jahres #aebj erfahren wir1 da ,tizian dem ,herzog in seinen ,bemhungen1 die ,fayencefabrikation in ,ferrara einzufhren1 thatkrftig untersttzte2 da er ,zeichnungen zu ,gefen entwarf1 mit ,tebaldi die ,werksttten in ,murano besuchte1 wo die nach seinem ,entwurf geformten ,gegenstnde gebrannt wurden1 und einen kundigen ,mann nach ,ferrara schickte1 um dort eigene ,majolikawerksttten einzurichten4 ,beilufig erfahren wir aus den ,berichten ber diese ,angelegenheit die bemerkenswerte ,thatsache1 da ,tizians ,bilder im ,schlosse zu ,ferrara vergoldete ,rahmen bekamen4 ,spter waren ,philipp ,,iv4 und ,velazquez der ,ansicht1 da schwarze ,rahmen ihre ,farbenpracht am besten kleideten4 ,auf neue ,bilder1 die ,tizian ihm versprochen hatte1 wartete ,herzog ,alfons im ,jahre #aebj wieder vergeblich4 ,tizian vollendete in diesem ,jahre auf ,bestellung eines in ,ragusa ansssigen ,venezianers ein ,altargemlde fr die ,st4 ,franciscuskirche in ,ancona1 mit einer ,darstellung der zwischen ,engeln in den ,wolken thronenden ,mutter ,gottes und des unten knieenden ,stifters1 dem der heilige ,franciscus und der heilige ,blasius zur ,seite stehen4 ,jetzt befindet sich das ,bild in der ,st4 ,dominicuskirche zu ,ancona4 ,auerdem arbeitete ,tizian damals an einem dreiteiligen ,altarwerk1 das der ppstliche ,legat in ,brescia fr eine dortige ,kirche bestellt hatte4 ,der ,herzog machte1 voller ,verdru darber1 da ,tizian die ,auftrge von geistlicher ,seite immer den seinigen vorzog1 den ,versuch1 eine im ,herbst #aebj fertig gewordene ,tafel dieses ,altarwerkes1 einen heiligen ,sebastian1 fr sich in ,besitz zu nehmen und ,tizian eine ,wiederholung derselben fr den ,besteller malen zu lassen2 aber er schrak im letzten ,augenblick vor einer solchen ,krnkung des ppstlichen ,wrdentrgers zurck4 -- ,auch im ,jahre #aeba erbrigte ,tizian1 der auer jenen noch mehrere andere ,kirchenbilder zu malen bernommen hatte1 keine ,zeit fr den ,herzog4 ,selbst die ,lockung des letzteren1 er wolle ihn mit nach ,rom nehmen1 wenn er sich dorthin begebe1 um dem ,nachfolger ,leos ,x4 zu huldigen1 blieb ohne ,erfolg4 ,im ,jahre #aebb wurde das ,altarbild fr ,brescia fertig4 ,das treffliche ,werk befindet sich noch dort in der ,kirche ,s4 ,nazaro e ,celso1 fr die es gemalt worden ist4 ,es hat die altertmliche ,anordnung eines ,flgelaltars4 ,auf der ,mitteltafel ist die ,auferstehung ,christi dargestellt4 ,die beiden seitlichen ,tafeln sind quer geteilt4 ,in ihren oberen1 kleineren ,abschnitten ist die ,verkndigung durch die ,halbfiguren der ,jungfrau ,maria und des ,erzengels ,gabriel verbildlicht2 der ,auferstehung als dem ,abschlu des ,erdenlebens des ,erlsers ist so der ,beginn seines menschlichen ,daseins zur ,seite gestellt4 ,in den unteren1 hheren ,feldern der ,seitenflgel stehen einerseits die heiligen ,nazarus und ,celsus neben dem ,stifter1 dem ,legaten ,averoldo1 der knieend den ,auferstandenen anbetet2 andererseits der heilige ,rochus mit einem ,engel und1 weiter im ,vordergrund1 der an einen ,baum gebundene heilige ,sebastian4 ,dieser ,sebastian ist eben jene ,figur1 die den ,herzog von ,ferrara in ,versuchung fhrte2 die ,venezianer glaubten noch nie einen so schn gemalten ,krper gesehen zu haben1 und ,tizian selbst erklrte diese ,gestalt fr das ,beste1 was er gemacht habe4 ,im ,sommer dieses ,jahres schickte der ,rat der ,zehn eine ernstliche ,ermahnung an ,tizian1 er solle seine ,arbeit im ,dogenpalast vorwrts bringen2 widrigenfalls wrde er durch ,entsetzung von seinem ,makleramt und durch ,einziehung der ihm bereits gewhrten ,vorschsse gestraft werden4 ,tizian malte nun in der ,that eine ,zeitlang in der ,halle des ,groen ,rates4 ,es ist zweifelhaft1 ob das ,gemlde1 fr dessen ,vollendung ihm in jenem ,ratsbeschlu ein ,termin gesetzt wurde1 das ,schlachtenbild war1 mit dem er vor neun ,jahren einen ,anfang gemacht hatte1 oder ein anderes1 von ,bellini unfertig gelassenes1 das ,tizian als dessen ,nachfolger zu vollenden hatte2 der ,gegenstand dieses letzteren war die sagenhafte ,demtigung ,kaiser ,friedrich des ,rotbarts vor ,papst ,alexander ,,iii4 in der ,markuskirche4 ,illustration3 ,abb4 #dg4 ,landschaft4 ,in der ,sammlung der ,knigin von ,england im ,buckinghampalast4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #dh4 ,landschaft4 ,angetuschte ,federzeichnung in ,sepia4 ,in der ,sammlung des ,herzogs von ,devonshire zu ,chatsworth4 ,im ,januar #aebc schickte ,tizian endlich wieder ein ,bild an den ,herzog von ,ferrara4 ,er selbst reiste1 bevor er sich dorthin begab1 nach ,mantua4 ,denn dorthin hatte ihn der regierende ,herr1 ,friedrich von ,gonzaga1 ein ,neffe des ,herzogs von ,ferrara1 eingeladen4 ,dieser neue ,gnner behandelte den ,maler1 im ,gegensatz zu dem bisweilen etwas barschen ,ton seines ,oheims1 mit der ausgesuchtesten ,liebenswrdigkeit4 ,er entlie ,tizian mit der ,bestellung eines ,bildnisses und mit einem ,schreiben an den ,herzog1 in dem er diesen bat1 ihm den ,meister mglichst bald wieder zurckzuschicken4 ,illustration3 ,abb4 #di4 ,madonna mit dem ,kaninchen48 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #ej4 ,heilige ,familie4 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,das ,gemlde1 dem ,tizian damals in ,ferrara an seinem ,bestimmungsplatze die letzte ,vollendung gab1 war eine mythologische ,darstellung1 die sich den anderen1 dem ,venusopfer8 und dem ,bacchusfest81 mit denen sie auch im ,format bereinstimmt1 anschlo4 ,das ,bild befindet sich jetzt1 nach mancherlei ,wanderungen1 in der ,nationalgalerie zu ,london4 ,gleich jenen beiden ist es ein wunderbares ,meisterwerk voll glhender ,farbenpoesie4 ,in genauem ,anschlu an ein ,gedicht ,catulls ist geschildert1 wie ,bacchus1 mit seinem ,gefolge einherziehend1 am ,strand von ,naxos ,ariadne findet und von ,liebe zu ihr ergriffen wird 7,abb4 #cd74 ,der ,bacchuszug kommt unter den prchtigen ,bumen eines ,haines hervor in das ,sonnenlicht des ,gestades4 ber der ,see und der weithin sich erstreckenden formenreichen ,kste flimmert die tiefblaue ,luft mit streifig gelagerten und zu hohen ,ballen aufgetrmten1 von glhender ,sonne durchleuchteten ,wolken4 ,ariadne ist beim ,nahen der lrmenden ,schar entsetzt aufgesprungen4 ,ihre ungeordneten ,gewnder eilig zusammenraffend1 will sie fliehen1 hinab zum ,meere2 aber schon scheinen die ,augen des ,gottes sie zu bannen und ihre ,flucht in halbes ,entgegenkommen zu verwandeln4 ,das ,leopardengespann vor dem ,wagen des ,bacchus hat1 auch ohne ,zgel dem ,willen des ,gebieters gehorchend1 ,halt gemacht und steht regungslos4 ,der jugendschne1 epheubekrnzte ,gott springt wie im ,fluge vom ,wagensitz aus ber ,brstung und ,rad1 da sein ,gewand nachflatternd emporwallt und die weichen ,formen des jugendlichen ,krpers fast unverhllt im ,sonnenschein leuchten lt4 ,heies1 ses ,verlangen erfllt seine ,blicke1 und seine ,armbewegung fordert die ,fliehende auf1 ihm in den einladenden ,schatten des ,haines zu folgen4 ber ,ariadne leuchtet am ,tageshimmel die ,sternenkrone1 die ,brautgabe des ,gottes4 ,in dem ,schwarm von ,satyrn und ,mnaden1 der den ,bacchus begleitet1 hat der ,knstler die ,schilderung des ,dichters in prchtige malerische ,erscheinung bersetzt1 die in all ihrem ,phantastischen sozusagen den ,eindruck glaubhafter ,lebenswahrheit macht4 ,der erste im ,zuge ist ein bermtiges ,faunenkind3 unbekmmert um das ,bellen eines kleinen ,hundes1 der es zurckhalten will1 schreitet es lustig mit seinen ,bocksbeinchen vorwrts1 den entzckenden ,schelmenkopf1 mit ,augen wie schwarze ,kfer1 zurckgeworfen1 singend und den ,kopf eines ,kalbes1 berrest der ,mahlzeit1 an einer ,leine nachschleppend4 ,hinter ihm kommt eine junge ,mnade in hochgeschrzten ,gewndern2 ihr abgemessener ,schritt folgt dem ,takt der ,cymbeln1 die sie schlgt2 ihr ,kopf und der erhobene rechte ,arm sind in durchsichtigen ,schatten gehllt1 von der ,hhe der nur halb verdeckten ,brust an ist die anmutige ,gestalt von ,licht bergossen4 ,seitwrts von ihr1 weiter vorn und ganz im ,schatten1 taumelt ein brtiger ,satyr1 der seinen erhitzten braunen ,krper mit khlenden ,schlangen umwunden hat4 ,hinter diesem hpft in ergtzlichen ,bockssprngen ein ,faun1 auf den ,thyrsusstab sich sttzend und ein ,bein des verzehrten ,kalbes in der ,luft schwingend2 seine begehrlich leuchtenden ,blicke sind auf eine reizende ,tamburinschlgerin gerichtet1 die ihn mit neckischem ,mutwillen ansieht1 whrend sie vor seinem ,nahen zur ,seite flieht1 -- eine durch das dunkle ,baumgrn hervorgehobene ,lichtgestalt4 ,der trunkene ,silen kommt auf einem ,esel sitzend langsam nach2 der feiste ,fleischklumpen seines ,krpers und die dunkle ,gestalt eines ,mannes1 der einen riesigen ,weinkrug schleppt1 haben das reizvolle ,spiel der ,lichtdurchblicke zwischen den ,baumzweigen als ,hintergrund4 -- ,wohl niemals ist ein ,maler einem derartigen ,gegenstand aus der klassischen ,mythe besser gerecht geworden1 als ,tizian in diesem sprhenden ,bilde von ,genufreude und bermut1 dessen ,ungebundenheit durch die ,anmut beherrscht wird4 ber das ,bildnis1 welches ,federigo ,gonzaga bei ,tizian bestellt hatte1 erfahren wir nichts ,nheres4 ,im ,august #aebc bescheinigte der ,markgraf den ,empfang eines ,gemldes1 das ihm sehr gefallen habe4 ,inzwischen war der ,meister durch die ,erledigung verschiedener heimischen ,auftrge in ,anspruch genommen4 ,gewissermaen eine dienstliche ,obliegenheit war es fr ihn durch sein ,einrcken in die ,stellung ,giovan ,bellinis geworden1 das ,bildnis des regierenden ,dogen zu malen1 das in der ,halle des ,groen ,rats den ,bildern von dessen ,vorgngern angereiht wurde4 ,zum erstenmal trat diese ,aufgabe an ihn heran1 als ,antonio ,grimani im ,juli #aeba zum ,oberhaupt der ,republik erwhlt wurde4 ,der bei seinem ,amtsantritt im siebenundachtzigsten ,lebensjahr stehende ,herr hatte ,tizian schon vor ,jahrzehnten gesessen2 es heit1 da er sich im ,jahre #adih und im ,jahre #aeaj von ihm habe malen lassen4 ,und jetzt1 als regierender ,frst1 gewhrte er dem ,meister mehrmals diese ,gunst4 ,das pflichtmige ,bildnis ,grimanis fr den ,groen ,ratsaal scheint ,tizian aber erst im ,frhjahr #aebc gemalt zu haben1 kurz vor dem ,tode des alten ,herrn4 ,denn als ihm das ,honorar fr dieses ,portrt ausgezahlt wurde1 war ,grimanis ,nachfolger1 ,andrea ,gritti 7gewhlt am #bj4 ,mai #aebc71 schon im ,amte4 ,auch dieser ,doge1 der ,tizian seine besondere ,gunst zuwendete1 sa ihm auer zu dem amtlichen zu vielen anderen ,portrts 7,abb4 #ce74 ,illustration3 ,abb4 #ea4 ,der heilige ,hieronymus in der ,wildnis4 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #eb4 ,die heilige ,magdalena4 ,in der ,pittigalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi1 ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #ec4 ,die ,allegorie des ,davolos48 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,auch im ,jahre #aebc erregte die ,enthllung eines groen ,altargemldes ,aufsehen in ,venedig1 besonders in ,malerkreisen4 ,tizian hatte sich nach ,vasaris ,versicherung bemht1 in diesem ,werke etwas ,hervorragendes zu bieten4 ,das ,bild war fr dasselbe ,kloster bestellt1 wie die ,assunta82 aber nicht fr die ,hauptkirche1 sondern fr die im ,innern des ,klosters liegende kleine ,st4 ,nikolauskirche4 ,daher die ,benennung1 mit der es bezeichnet zu werden pflegt3 ,madonna von ,s4 ,niccol de' ,frari4 ,es kam in der zweiten ,hlfte des vorigen ,jahrhunderts nach ,rom und befindet sich jetzt in der ,vatikanischen ,pinakothek2 leider in verstmmeltem ,zustande1 da man ihm unbegreiflicherweise den halbkreisfrmigen oberen ,abschlu abgeschnitten hat1 um es viereckig zu machen4 ,gegenstand des ,gemldes ist die ,verehrung der ,mutter ,gottes durch den heiligen ,nikolaus und mehrere andere ,heilige 7,abb4 #cg74 ,maria thront in den ,wolken1 die mit einem mchtig vorgeschobenen ,ballen das ,bild quer durchschneiden4 ,von oben senken sich ,strahlen auf sie herab1 deren ,quell -- vermutlich die ,erscheinung ,gottvaters und des heiligen ,geistes -- infolge der ,verstmmelung des ,bildes nicht mehr zu sehen ist4 ,marias ,blicke gehren nur dem gttlichen ,kinde auf ihrem ,schoe1 das sie dem ,anblick der ,beter enthllt4 ,das ,kind aber dreht mit lebhafter ,bewegung den ,kopf1 um nach den ,anbetenden zu schauen4 ,diese1 die unten auf der ,erde stehenden ,figuren1 sind grer im ,mastab1 als die in einer gewissen ,entfernung gedachte himmlische ,erscheinung4 ,zwei liebliche ,engelknaben1 die zu den ,seiten des ,wolkenthrones weiter nach vorn getreten sind1 geben dem ,auge des ,beschauers die perspektivische ,vermittelung4 ,die ,gruppe der ,heiligen unten zeigt keinerlei knstlichen ,aufbau2 denn die ,figuren stehen alle aufrecht1 dicht bei einander4 ,aber sie wird durch eine zweifache malerische ,wirkung kunstvoll gegliedert3 einer starken geschlossenen ,helligkeit auf der einen ,seite hlt auf der anderen eine anschwellende und ausklingende ,farbenpracht das ,gegengewicht4 ,die lebhafte ,helligkeit bildet der ,krper des gebundenen1 pfeildurchbohrten heiligen ,sebastian1 eine fast weiblich zarte ,jnglingsgestalt4 ,durch die farbige ,wirkung wird der heilige ,nikolaus als ,hauptfigur hervorgehoben2 die mchtige ,gestalt des weibrtigen ,mannes1 der mit krftiger ,kopfbewegung aufwrts blickt1 ist mit einem prachtvollen ,megewand aus ,brokatstoff mit bunter ,reliefstickerei bekleidet4 ,das ,gold des ,brokatmusters und der reichen ,einfassungen der mit kstlicher ,feinheit ausgefhrten ,stickerei1 das ,dunkelblau des seidenen ,grundstoffes des ,gewandes und dessen rotes ,futter klingen feierlich ineinander und wirken voll zusammen mit einem krftigen ,grn und einem lichten ,violett in den ,gewndern der heiligen ,katharina1 die hinter ,nikolaus steht4 ,in ,katharinas ,gesicht1 einem feinen ,gesicht mit gesenkten ,lidern1 und auf dem berwurf auf ihren ,schultern stehen ,helligkeiten von gleichem ,wert mit den ,lichtern des ,goldbrokats2 auf dem unteren ,teil ihrer ,gestalt verliert sich die ,farbenflle in weichen ,schattentnen4 ,auf der anderen ,seite des heiligen ,nikolaus steht1 halb von ihm verdeckt1 der heilige ,petrus1 der seinen schnen ,greisenkopf in ,andacht senkt4 ,in dessen hellgelbem ,mantel und violettem ,rock geht die ,farbigkeit in eine lebhaftere ,helldunkelwirkung ber4 ,zwischen den beiden ,wirkungshhen1 der farbigen und der hellen1 steht schlicht und ruhig das ,grau der ,kutten von zwei ,mnchen1 ,mitgliedern des ,ordens1 zu dem die ,frari gehrten2 der eine ist der heilige ,franciscus1 der andere1 den die ,lilie kennzeichnet1 der heilige ,antonius von ,padua4 ,den ,hintergrund der unteren ,gruppe bildet das ,innere eines halbverfallenen ,rundbaues4 ,in der ,mauer sieht man eine ,inschrifttafel mit den ,worten3 ,titianus faciebat84 ,durch das ,imperfektum an der ,stelle des gebruchlichen fecit8 teilt der ,maler1 nach berhmten ,mustern des griechischen ,altertums1 dem klassisch geschulten ,beschauer mit1 da das ,werk nicht in schnellem ,wurf geschaffen worden ist1 sondern in langer1 ausdauernder ,arbeit allmhlich entstand4 ,einen ,beweis der ,befriedigung1 die ,tizian selbst ber dieses ,werk empfand1 darf man in der ,thatsache erblicken1 da er das ,bild zum ,zweck der ,vervielfltigung auf ,holz zeichnete 7,abb4 #ch74 ,illustration3 ,abb4 #ed4 ,die ,einweihung einer ,bacchantin4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #ee4 ,l'homme au gant48 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,das ,jahr #aebd hindurch wartete der ,herzog ,alfonso wieder vergeblich auf versprochene ,werke von ,tizians ,hand bis zum ,dezember1 wo der ,meister sich endlich zu einem kurzen ,aufenthalt in ,ferrara entschlo4 ,was fr ,gemlde es waren1 die er damals dort fertig machte1 darber fehlt jede ,kunde4 ,im ,anfang des ,jahres hatten ,fieberanflle ihn verhindert1 den ,wnschen des ,herzogs nachzukommen1 und dann wurde er durch ,auftrge des ,dogen1 deren ,erfllung er wohl allen anderen vorangehen lassen mute1 an ,venedig gefesselt4 ,andrea ,gritti beschlo im ,mai #aebd die ,neuausstattung einer im ,dogenpalast gelegenen ,kapelle und beauftragte ,tizian mit der ,freskoausschmckung dieses ,raumes4 ,leider ist von diesen ,fresken keine ,spur briggeblieben4 ,dagegen hat sich ein einzelnes ,freskogemlde erhalten1 das ,gritti um dieselbe ,zeit durch ,tizian in dem ,treppenraum zwischen den ,wohngemchern des ,dogen und dem ,senatssaal ausfhren lie4 ,der ,gegenstand dieses ,bildes ist der heilige ,christophorus4 ,weil das ,wasser1 durch welches der ,riese das ,christuskind trgt1 die ,lagune von ,venedig ist1 hat man vermutet1 da hier eine politische ,anspielung versteckt sei4 ,aber wahrscheinlicher ist es doch1 da der bejahrte ,doge bei dieser ,bestellung von nichts anderem geleitet wurde1 als von dem ,volksglauben1 der den heiligen ,christophorus als ,beschtzer gegen pltzlichen ,tod verehrt4 ,was dem ,gemlde1 trotz nicht zu leugnender ,mngel in der ,zeichnung des ,riesen1 eine bedeutende ,wirkung gibt1 ist das ,landschaftliche4 ,jenseits des ,wassers sieht man ,venedig in schwimmenden ,umrissen2 darber baut sich die ,luft in vielen ,wolkenlagen empor4 ,durch den tiefen ,horizont und die ,hhe der ,luft wird in sehr wirksamer ,weise der ,eindruck riesenhafter ,gre der ,figur gesteigert4 ,aber auch in sich hat die groe ,gestalt1 die mit einem entsteten ,baum als ,sttze durch die bewegte ,lagune watet1 etwas sehr ,mchtiges4 ,trefflich ist das schwere ,tragen zum ,ausdruck gebracht1 das ,ankmpfen gegen eine nicht mehr zu bewltigende ,last4 ,der ,riese wendet seinen ,kopf1 um eine ,erklrung fr die unbegreifliche ,last zu suchen1 da er doch nur ein leichtes ,knblein auf seinen starken ,nacken genommen hat2 und der ,blick begegnet dem allerliebsten ,kindergesicht1 dessen ,ausdruck durch das nach oben weisende ,hndchen erlutert wird4 ,illustration3 ,abb4 #ef4 ,bildnis eines ,malteserritters4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,illustration3 ,abb4 #eg4 ,kaiser ,karl ,v41 gemalt im ,jahre #aecc4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 ,im ,louvremuseum befindet sich ein ,prachtbild1 das alle anderen dortigen ,meisterwerke ,tizians in ,schatten stellt3 die ,grablegung ,christi8 7,abb4 #ci74 ,das ,bild stammt aus dem herzoglichen ,schlosse zu ,mantua und es gehrt vermutlich mit zu den ersten ,arbeiten1 die ,tizian fr ,friedrich ,gonzaga ausfhrte4 ,raffaels berhmte ,darstellung desselben ,gegenstandes erscheint als ein kaltes ,formenspiel im ,vergleich mit diesem ,gemlde1 das den tiefsten ,empfindungen farbenglhenden ,ausdruck gibt4 ,in hellem goldigen ,sonnenschein wird der ,tote aus dem schnen ,licht des ,tages hinweg in das kalte ,dunkel des ,grabes gebracht4 ,von der ,landschaft sieht man nichts als die dstere ,felsenwand1 die den ,grufteingang enthlt und die sich mit einigen mageren ,bumchen traurig von der leuchtenden ,luft abhebt4 ,zwei ,mnner tragen den auf ein ,leintuch gelegten heiligen ,leichnam4 ,einen ,augenblick hemmen sie die ,schritte1 da einer von ihnen einen ,stein am ,wege benutzt1 um sein ,knie aufzusetzen und das ,leintuch an den ,fen besser zurechtzulegen4 ,der ,jnger ,johannes1 der die rechte ,hand des ,heilandes in der seinigen haltend nebenhergeht1 wendet sich in diesem ,augenblick schmerzdurchbebt nach ,maria um1 die gebeugt und mit wankenden ,knieen1 von ,magdalena gesttzt1 nachkommt4 ,die ,komposition ist in ihrer ,einfachheit ergreifend1 aber das1 wodurch sie am strksten auf das ,gemt des ,beschauers wirkt1 ist die ,farbe im ,verein mit der bewegten ,helldunkelwirkung des ,bildes4 ,der vordere ,trger1 der rckwrts gehend das ,haupt ,christi durch ,anlehnen an seinen rechten ,arm aufrecht hlt und mit seitwrts gebeugtem ,oberkrper ,kopf und ,brust des ,toten vor den ,sonnenstrahlen schtzt1 ist in blarote orientalische ,seide gekleidet2 der ,stoff schillert in den ,tiefen der ,falten glhendrot1 ein stumpfes ,grn im ,futter des ,rockes und die helle kalte ,farbe des grnlichen1 blau gewrfelten ,halstuchs wirken den roten ,tnen entgegen4 ,der andere ,trger hat einen ,rock von warmer dunkelgrner ,farbe4 ,und an dieses ,dunkelgrn schliet sich einerseits das tiefe ,rot des ,johannesgewandes1 und von der anderen ,seite stoen das ,blau von ,marias ,mantel und die hellen und dunklen ,goldtne von ,magdalenas ,kleid und ,haar dagegen4 ,nirgendwo stehen ,farben bei einander1 die durch gegenseitige ,ergnzung einen abgeschlossenen ,zusammenklang bilden4 ,aber im ,ton des ,ganzen verschmilzt alles zu einer wunderbaren ,harmonie4 ,illustration3 ,abb4 #eh4 ,der ,kardinal ,hippolyt ,medici in ungarischer ,tracht4 ,in der ,pittigalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi1 ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #ei4 ,st4 ,johannes ,elemosynarius4 ,altargemlde in der ,kirche dieses ,namens zu ,venedig4 ,als eine kleine ,nebenarbeit1 die um diese ,zeit entstanden sein knnte1 mag man das farbentiefe ,marienbild mit ,stifterbildnis betrachten1 das die ,mnchener ,pinakothek besitzt 7,abb4 #dj74 ,die ,mutter ,gottes sitzt im ,freien vor einer dunklen ,wand1 neben der man an dem laubumkleideten ,stamm eines ,baumes vorbei in eine vom fernen ,hochgebirge begrenzte freundliche ,hgellandschaft sieht4 ,ein schwarzgekleideter brtiger ,herr -- eine uns unbekannte ,persnlichkeit1 die das ,bild als ,weihegabe fr eine ,kirche gestiftet hat1 -- kniet zu ,fen ,marias und fleht sie um ,frbitte bei ihrem gttlichen ,sohn an4 ,die ,jungfrau hat nur einen ernsten ,blick fr den ,beter2 aber sie hebt das ,kind empor und berreicht es dem an ihrer ,seite sich niederbeugenden ,johannes dem ,tufer1 den wir als den besonderen ,schutzheiligen1 vielleicht den ,namenspatron1 des ,stifters anzusehen haben2 und der ,blick1 den das ,jesuskind dem ,tufer zuwendet1 scheint zu sagen1 da es um seinetwillen dem ,bittflehenden gndig sein wolle4 ,im ,jahre #aebe erbrigte ,tizian wohl nicht viel ,zeit fr kleinere ,bilder4 ,denn er setzte jetzt seine ganze ,kraft an die ,vollendung eines groen ,altargemldes1 das ihm schon lange bestellt worden war und fr das die aufgespannte ,leinwand seit dem ,herbste #aeai in seinem ,atelier stand4 ,auftraggeber war jener ,jacopo ,pesaro1 ,titularbischof von ,paphos1 der sich von ,tizian in dessen frher ,jugend in einem ,votivbilde hatte malen lassen4 ,auch das jetzige ,gemlde war ein ,votivbild2 es sollte dem ,danke des ,stifters fr den ,schutz des ,himmels1 den er in jenem ,trkenkriege erfahren1 ,ausdruck geben und ihn im ,verein mit anderen ,angehrigen seines ,hauses in dauerndem ,gebete vor den himmlischen ,beschtzern zeigen4 ,aber whrend man sonst derartige ,bilder in bescheidenen ,maen zu halten pflegte1 lie ,pesaro dem ,gemlde eine gewaltige ,gre geben4 ,vielleicht geschah dies auf ,zureden ,tizians2 denn das ,bild war fr die nmliche ,kirche bestimmt1 in deren weitem ,raume das ,riesenbild der ,assunta8 seine mchtige ,wirkung ausbte4 -- ,von ,entwrfen und ,vorarbeiten1 die ,tizian der ,ausfhrung seiner ,gemlde vorausgehen lie1 erfahren wir im allgemeinen nicht viel2 es scheint1 da er gewhnlich ohne groe ,vorbereitungen ans ,werk ging1 und da er den etwa gemachten ,skizzen und ,studien zu wenig ,wert beilegte1 um sie aufzubewahren4 ,illustration3 ,abb4 #fj4 ,franz ,i41 ,knig von ,frankreich4 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,aber zu dem ,pesarobild sind mehrere ,vorarbeiten vorhanden2 eine ,rtelzeichnung der ,hauptgruppe befindet sich in der ,albertina 7,abb4 #da7 und eine gemalte ,naturstudie zu dem ,christuskind in den ,uffizien4 -- ,auf die ,zeit der ,vollendung des ,gemldes kann man aus dem ,umstande schlieen1 da in den von der ,familie ,pesaro aufbewahrten ,quittungen ber die ,bezahlung des ,bildes am #bg4 ,mai #aebf der ,empfang der ,restsumme bescheinigt wird4 -- ,das ,gemlde ist an seinem ,aufstellungsorte1 ber einem ,seitenschiffaltar der ,franziskanerkirche1 geblieben4 ,es ist an ,gre der ,assunta8 fast gleich und hat berlebensgroen ,mastab4 ,den ,umstand1 da das ,altargemlde vor allem ein ,votivbild war und da fr solche eine ,profilkomposition1 die den ,anbetenden dem ,heiligen gegenberstellte1 die natrlichste und auch schon lange eingebrgerte ,anordnung war1 hat der ,knstler benutzt1 um ganz mit der bei ,altargemlden gebruchlichen ,symmetrie zu brechen und mit voller ,freiheit rein malerische ,grundstze an die ,stelle der architektonischen zu setzen4 ,die ,hauptmasse der ,figuren zieht sich in zusammenhngender ,gruppierung schrg durch das ,bild4 ,ganz seitwrts rechts sieht man ein ,stck von der ,eingangswand eines ,kirchengebudes in schrger ,perspektive4 ,eine ,sulenhalle von mchtigen ,abmessungen ist dem ,gebude vorgelegt2 zwei der ,riesensulen sind sichtbar1 und ihre granitenen ,schfte wechseln in breiten ,streifen mit der sonnigen ,luft4 ,oben durchschneidet eine vom ,himmel herabgesenkte kleine ,wolke die senkrechten ,formen2 auf der ,wolke halten zwei ,englein das ,kreuz des ,erlsers4 ,die ,sonne beleuchtet und durchleuchtet das ,wlkchen und wirft dessen ,schatten auf die ,sulenschfte4 ,mit seinem hellsten ,licht verweilt der ,sonnenschein auf der ,gruppe der ,jungfrau mit dem ,jesuskind4 ,marias weier ,schleier1 der1 an ihrer rechten ,seite herabhngend und an der anderen ,seite von dem ,jesuskind emporgehoben1 einen ,rahmen um beide ,figuren bildet1 gibt der ,lichtwirkung die hchste ,steigerung4 ,maria sitzt auf dem ,podest der ,sulenhalle2 ein ,teppich hngt von ihrem ,sitz aus ber den hohen ,marmorabsatz herab4 ,mit ,rcksicht auf die ,kirche1 in die das ,bild gestiftet wurde1 erscheint die ,jungfrau als heilige ,maria der ,frari38 neben ihr stehen1 auf einem tieferen ,absatz1 die ,ordensheiligen ,franciscus und ,antonius2 das ,jesuskind wendet sich freundlich scherzend dem ersteren zu1 der seine ,hnde ausbreitet1 um deren ,wundmale zu zeigen4 ,der eigentliche ,vermittler aber zwischen der ,mutter ,gottes und dem betenden ,jacopo ,pesaro ist der ,apostelfrst ,petrus2 der ,beschirmer des ,papsttums steht auf der obersten ,stufe des ,podestes und blickt1 die ,augen von seinem ,buche erhebend1 auf ,pesaro1 den ppstlichen ,legaten1 dem der ,befehl ber eine ppstliche ,flotte anvertraut war1 herab4 ,auf ,pesaros besonderes ,verdienst um den heiligen ,stuhl weisen die an seiner ,seite sich zeigenden ,figuren hin3 ein geharnischter ,krieger1 der das lorbeergeschmckte ,banner mit dem ,wappen ,alexanders ,,vi4 emporhlt1 fhrt ein paar gefesselte ,trken herbei4 ,jacopo ,pesaro kniet1 innig betend1 ganz unten in der linken ,ecke des ,bildes4 ,sein weites schwarzes ,seidengewand steht in malerischer ,gegenwirkung zu der ,farbenpracht1 deren ,hhen in dem ,rot und ,blau der ,gewnder ,marias1 dem gelben ,mantel des ,petrus und dem golddurchwirkten roten ,fahnentuch liegen4 ,dem ,jacopo gegenber knieen die nicht unmittelbar bei dem ,vorgang beteiligten brigen ,mitglieder des ,hauses ,pesaro1 der vorderste von ihnen in einen prchtigen ,brokatmantel gekleidet4 ,sie alle sehen in andchtigem ,gebet vor sich hin2 nur der jngste1 ein hbscher ,knabe1 vermag die ,sammlung nicht zu wahren1 sondern blickt unbefangen zum ,beschauer heraus 7,abb4 #db74 ,illustration3 ,abb4 #fa4 ,isabella von ,este4 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 ,whrend ,tizian dieses hohe ,meisterwerk der ,vollendung entgegenbrachte1 wurde ihm von seiner ,gattin der erste ,sohn geschenkt4 ber den ,zeitpunkt1 wann ,tizian die ,ehe mit ,frau ,cecilia schlo1 und ber deren ,herkunft haben sich keinerlei ,nachrichten erhalten4 ,mutmalich fand die ,vermhlung im ,jahre #aebc oder #aebd statt4 ,aus dem ,jahre #aebg erfahren wir1 da ,tizian dem ,markgrafen von ,mantua zwei ,portrts als ,geschenk bersandte1 ,bilder von ,personen1 die dem ,markgrafen1 wie er selbst in seinem ,dankschreiben an ,tizian sagte1 stets sehr lieb waren4 ,von den beiden ,abgebildeten war der eine1 ,girolamo ,adorno1 vor vier ,jahren als kaiserlicher ,gesandter in ,venedig gestorben4 ,der andere war vor kurzem nach ,venedig gekommen1 um dort seinen ,wohnsitz zu nehmen4 ,es war der ,dichter ,pietro ,aretino1 jene merkwrdige ,persnlichkeit1 um deren ,gunst sich die ,mchtigsten bewarben1 aus ,furcht vor den gefhrlichen ,boshaftigkeiten1 von denen seine gewandte ,feder berflo1 sobald er aufhrte zu schmeicheln4 ,wie abscheulich auch der ,charakter sein mag1 der aus seinen ,schriften spricht1 im persnlichen ,verkehr mu ,aretino doch etwas ,bestechendes gehabt haben4 ,jedenfalls gelang es ihm bald1 sich ,tizian zum ,freunde zu machen4 ,in der ,mnchener ,pinakothek befindet sich ein ,bildnis eines schwarzgekleideten ,herrn im ,alter von einigen dreiig ,jahren1 aus dessen ,zgen sich mancherlei schlechte ,eigenschaften herauslesen lassen4 ,eben aus diesem ,grunde galt das ,bild frher fr ,aretinos ,portrt4 ,der ,vergleich mit anderen1 beglaubigten ,bildnissen des ,dichters hat indessen die ,irrigkeit dieser ,benennung erwiesen4 ,aber wer auch die dargestellte ,persnlichkeit sein mag1 jedenfalls ist dieses ,portrt1 das wohl der in ,rede stehenden ,zeit angehren kann1 ein vortreffliches ,beispiel von ,tizians ,bildniskunst1 die mit sprechender ,kennzeichnung die grte ,vornehmheit der ,auffassung zu vereinigen wute 7,abb4 #dc74 ,in den ,jahren #aebh und #aebi hielt sich ,tizian wiederholt lngere ,zeit in ,ferrara auf4 ,wir erfahren1 da er mit einem ,gefolge von fnf ,personen im ,schlosse abstieg1 und da der ,herzog sehr gndig und von ,bewunderung fr die erhaltenen ,gemlde erfllt war4 ber die ,gemlde selbst aber erfahren wir nichts4 -- ,auch dem ,markgrafen von ,mantua machte ,tizian von ,zeit zu ,zeit seine ,aufwartung4 ,illustration3 ,abb4 #fb4 ,venus von ,urbino48 ,in der ,galerie der ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,das ,bruderschaftshaus von ,s4 ,rocco in ,venedig besitzt ein durch ,vermchtnis seines ersten ,besitzers dorthin gekommenes ,gemlde ,tizians1 eine lebensgroe ,darstellung von ,mari ,verkndigung4 ,aus der ,malweise des sehr schnen ,bildes mag man schlieen1 da es wohl um diese ,zeit entstanden sei4 -- ,in dem ,alpendorf ,zopp1 #bj ,kilometer von ,pieve di ,cadore entfernt am ,fue des ,monte ,pelmo gelegen1 verbirgt sich ein kleines ,altarbild von des ,meisters ,hand3 ,maria mit dem ,jesuskind auf dem ,scho und ihren ,eltern ,joachim und ,anna und dem heiligen ,hieronymus zur ,seite4 ,die ,dorfkapelle wurde erbaut auf ,grund der ,nachlabestimmung eines ,cadoriner ,patriziers vom ,jahre #aebh2 und ,tizian wird wohl bald nachher das ,bild gemalt haben1 in dem er den ,bewohnern seiner ,heimatberge eine ,probe seiner ,kunst zeigte4 ,seine beste ,kraft widmete der ,meister auch in diesen ,jahren wieder einem sehr groen ,altargemlde4 ,die ,bruderschaft des heiligen ,petrus ,martyr hatte das ,bild fr den ,altar ihres ,heiligen in der ,kirche ,s4 ,giovanni e ,paolo bestellt4 ,es wird berichtet1 da die ,auftraggeber sich nicht gleich an ,tizian wendeten1 sondern einen ,wettbewerb ausschrieben1 und da ,tizian ber zwei ,mitbewerber1 seinen ,freund ,palma und den jngeren ruhmbegierigen ,pordenone1 den ,sieg davontrug4 ,verschiedene ,entwrfe und einige ,einzelstudien sind als ,zeugnisse von ,tizians ,vorbereitungen fr diese ,arbeit erhalten 7,abb4 #dd1 #de1 #df74 ,der ,gegenstand des ,bildes war der ,tod jenes ,heiligen1 eines ,dominikaners1 der um seines ,glaubenseifers willen ermordet wurde und daher den ,beinamen der ,mrtyrer8 erhielt4 ,im ,april #aecj befand sich das ,gemlde auf seinem ,platze4 ,von ,mit- und ,nachwelt wurde es als eines der allerhchsten ,meisterwerke ,tizians bewundert4 ,als einmal eine sehr bedeutende ,summe fr das ,bild angeboten wurde1 trat die venezianische ,regierung derartigen ,versuchungen durch einen ,erla entgegen1 der die ,entfernung des ,gemldes von seinem ,platze bei ,todesstrafe verbot4 ,aber es verfiel einem beklagenswerteren ,schicksal4 ,im ,jahre #ahfg wurde es vom ,altar herabgenommen1 weil in dessen ,nhe ,herstellungsarbeiten am ,gebude ausgefhrt wurden1 und in eine ,seitenkapelle gebracht2 in dieser ,kapelle brach in der ,nacht vom #ae4 auf den #af4 ,august auf unerklrte ,weise ,feuer aus1 und das ,bild verbrannte4 -- ,die vorhandenen ,kopien und ,kupferstiche knnen nur eine unvollkommene ,vorstellung von dem ,meisterwerk geben4 ,mit allen herkmmlichen ,regeln fr ,altarbilder hat ,tizian hier ganz und gar gebrochen4 ,die ,komposition ist ganz frei bewegt2 sie veranschaulicht den ,vorgang in natrlicher1 glaubhafter ,schilderung4 ,der ,schauplatz ist ein ,wald1 durch dessen ,wipfel der ,sturm fhrt4 ,der gedungene ,meuchelmrder hat sein ,opfer zu ,boden geworfen und holt mit dem ,schwerte zum ,todessto aus4 ,der ,begleiter des berfallenen rennt1 von ,entsetzen gejagt1 vorwrts1 gleichsam zum ,bilde heraus4 ,in der ,ferne reitet der ,urheber des ,mordes davon4 ,da das ,opfer dieser ,that ein ,heiliger ist1 das verrt nur ein liebliches ,engelpaar1 das von ,himmelsstrahlen begleitet durch die ,baumkronen herabschwebt1 um ihm die ,siegespalme zu berbringen1 und an diesen ,himmelsboten haftet der letzte ,blick des ,mrtyrers4 ,auch die ,nachbildungen lassen erkennen1 da das ,auerordentliche der ,wirkung des ,gemldes in der groartigen ,landschaftsstimmung gelegen hat1 die in hochpoetischer ,weise die ,erzhlung der ,begebenheit mit der ,schilderung eines ,aufruhrs in der ,natur1 dessen strmische ,bewegung vom ,sonnenlicht siegreich durchbrochen wird1 begleitete4 ,und der ,knstler1 der diese ,schilderung gab1 war vertraut mit der ,sprache der ,bume und ,wolken4 ,wie gern sich ,tizian dem erfrischenden ,verkehr mit der freien ,natur hingab1 beweisen die ,landschaftszeichnungen1 die in der nicht groen ,zahl der von ihm hinterlassenen ,handzeichnungen fast die ,mehrzahl bilden 7,abb4 #dh74 ,manchmal gengte ihm die bloe ,zeichnung nicht1 um die ,eindrcke1 die er auf seinen ,wanderungen1 sei es auf dem nahen venezianischen ,festland1 sei es in den oft besuchten ,heimatbergen1 empfing1 wiederzugeben4 ,er sah was vor ihm noch niemand gesehen hatte1 in der ,landschaft einen sich selbst gengenden ,bildstoff und malte reine ,landschaftsbilder4 ,mochte er auch bisweilen durch ,hinzufgung einer religisen oder mythologischen ,staffage dem ,bild einen ,titel und die ,daseinsberechtigung in den ,augen des ,publikums geben1 so verschmhte er dies doch in anderen ,fllen und setzte nur solche ,figuren hinein1 die1 wie ,hirten oder ,wanderer1 etwas wirklich zu der ,gegend ,gehrendes waren4 ,darum gilt ,tizian als der ,vater der ,landschaftsmalerei1 und der ,berechtigung dieses ,titels kann die ,thatsache1 da um dieselbe ,zeit in der ,kunst des ,nordens gleichartige ,erscheinungen zu ,tage traten1 keinen ,abbruch thun4 ,die meisten seiner ,landschaftsbilder sind nur aus ,kupferstichnachbildungen bekannt4 ,aber ein wunderbares ,gemlde ist erhalten geblieben4 ,es befindet sich in der ,sammlung der ,knigin von ,england im ,buckinghampalast4 ,ein ,regenschauer an einem ,hochsommertag giet ,wasserstrme auf das ,vorland der ,alpen herab und sendet schnellziehende ,wolken vor sich her1 unter denen auf dem welligen ,gelnde mit seinen ,trmen1 ,bumen und ,gebschen die ,schatten und ,lichter sich drngen und jagen 7,abb4 #dg74 ,ein solches bewegtes ,leben in der unbeseelten ,natur bildlich wiederzugeben1 daran hatte vor ,tizian damals weder in ,italien noch in den ,niederlanden jemand anders auch nur entfernt gedacht4 ,illustration3 ,abb4 #fc4 ,la ,bella di ,tiziano48 ,im ,pittipalast zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi1 ,florenz47 ,als ,karl ,v4 in ,bologna verweilte1 um mit ,papst ,clemens ,,vii4 ber die ,geschicke ,italiens zu verhandeln und von ihm die ,kaiserkrone zu empfangen1 im ,winter von #aebi auf #aecj1 wurde ,tizian dorthin eingeladen und dem ,kaiser vorgestellt4 -- ,nach ,vasaris ,angabe soll der ,meister damals ein sehr schnes ,bild des ,kaisers im ,harnisch gemalt haben4 ,illustration3 ,abb4 #fd4 ,francesco ,maria della ,rovere1 ,herzog von ,urbino4 ,in der ,galerie der ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,im ,anfange des ,jahres #aecj hatte ,tizian drei ,bilder fr den ,markgrafen von ,mantua in ,arbeit3 ein ,portrt des ,markgrafen in ,rstung1 eine ,madonna mit der heiligen ,katharina und ein ,bild mit badenden ,frauen4 ,also alles was die ,renaissancezeit von der ,kunst des ,malers verlangte3 ,bildnis1 ,religises und schnes ,fleisch4 ,eines von diesen drei ,gemlden hat sich erhalten4 ,wenigstens wird mit gutem ,grunde angenommen1 da die im ,louvre befindliche ,madonna mit dem ,kaninchen8 jenes ,madonnenbild sei1 das ,tizian vor dem ,frhjahr #aecj nach ,mantua ablieferte4 ,es ist ein liebenswrdiges ,idyll1 bei dem das ,heilige -- das uerlich durch den dreiteiligen ,strahlenschein um das ,kpfchen des ,jesuskindes angedeutet wird -- nur in der ,herzlichkeit der ,empfindung und in der reinen ,anmut liegt4 ,in einer von ,bergen begrenzten ,hgellandschaft1 unweit eines zwischen ,bumen halbversteckten lndlichen ,hauses1 vor dem ein ,hirt sich in behaglicher ,ruhe bei seinen ,schafen niedergelassen hat1 sind die ,jungfrau ,maria und die heilige ,katharina -- die wie blich in vornehmer ,kleidung erscheint -- um das ,jesuskind beschftigt4 ,maria sitzt im blumigen ,grase1 das ,arbeitskrbchen vor sich2 ,katharina hat ihr das ,kind abgenommen4 ,da bietet sich eine ,gelegenheit1 dem ,kleinen ein echtes ,kindervergngen zu bereiten4 ,ein weies ,kaninchen ist herbeigesprungen1 die ,mutter hlt es fest1 und ,katharina bckt sich mit dem ,kinde1 damit es das ,tierchen in der ,nhe sehe4 ,wie nun das ,kind voller ,freude nach dem lebendigen ,spielzeug greifen mchte und doch das ausgestreckte rmchen scheu zurckhlt1 whrend es mit der anderen ,hand1 um des sicheren ,rckzugsortes gewi zu bleiben1 das ,gesicht der ,freundin anfat3 das ist etwas ganz ,entzckendes2 wie hat der ,maler die ,kinderseele zu belauschen verstanden6 ,ein mildes1 gedmpftes ,sonnenlicht giet einen goldenen ,ton ber die liebliche ,gruppe 7,abb4 #di74 ,das nmliche ,museum besitzt ein zweites ,bild dieser ,gattung1 das dem ebengenannten gleich ist an ,liebenswrdigkeit der ,empfindung und das durch die weitere ,ausdehnung der ,landschaft noch einen besonderen ,reiz besitzt4 ,die heilige ,familie im ,genu des ,familienglcks ist hier dargestellt4 ,auf einer ,anhhe1 von der man ber ,wiesen1 ,baumgruppen und einen ,wasserspiegel hinaus auf die ,mauern und die ,vorhuser einer ,ortschaft sieht1 sitzt ,maria mit dem ,kinde auf der ,rasenbank1 und ,joseph1 neben ihr behaglich hingelagert1 scherzt mit dem ,kinde4 ,aber die ,aufmerksamkeit des kleinen ,jesus wendet sich dem kleinen ,johannes zu1 der ein ,lmmchen herbeibringt2 er mchte ihm entgegen springen1 beide ,fchen gehen in die ,luft1 und die lchelnde ,mutter mu fest zufassen1 um ihn zu halten4 ,da das ,lamm1 das ,opfertier1 hier noch eine andere ,bedeutung hat1 als die eines ,spielzeuges fr das ,kind1 das sagen nur dem ,beschauer die ,englein1 die in einer um die ,baumstmme schwebenden ,wolke ein ,abbild des ,marterholzes tragen2 in der ,flur von ,bethlehem herrscht noch ,paradiesesfrieden4 ,da jene ,ortschaft ,bethlehem ist1 das erkennen wir an den beiden ,tieren1 den ,mitbewohnern des ,stalles1 die am ,fu der ,anhhe auf die ,weide gefhrt werden 7,abb4 #ej74 ,illustration3 ,abb4 #fe4 ,eleonora ,gonzaga1 ,herzogin von ,urbino4 ,in der ,galerie der ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,in jener ,zeit einer ehrlichen ,freude an der ,kunst war in den hohen ,kreisen ,italiens das ,schenken von wertvollen ,kunstwerken ein beliebtes ,mittel1 um die ,gunst von ,mchtigen zu gewinnen4 ,tizians ,gemlde muten oft zu solchen ,zwecken dienen4 ,eine erzhlenswerte kleine ,geschichte fllt in den ,sommer des ,jahres #aecj4 ,whrend des ,hoflagers ,karls ,v4 in ,bologna hatte im ,hause des ,grafen ,pepoli1 wo der ,kaiser verkehrte1 ein ,kammerfrulein der ,grfin die lebhafteste ,aufmerksamkeit des kaiserlichen ,staatssekretrs ,covos erregt4 ,als ,federigo ,gonzaga1 den der ,kaiser eben durch die ,verleihung des ,herzogstitels ausgezeichnet hatte1 hiervon erfuhr1 sah er einen gewiesenen ,weg1 um sich den kaiserlichen ,vertrauten in freundlicher ,gesinnung zu erhalten4 ,er beauftragte den ,bildhauer ,giambologna und den ,maler ,tizian mit der ,anfertigung von ,portrts jenes jungen ,mdchens1 um dieselben ,covos als ,geschenke zu schicken4 ,tizian traf im ,juli mit einem schmeichelhaften ,empfehlungsschreiben des ,herzogs von ,mantua an die ,grfin ,pepoli in ,bologna ein4 ,aber das gesuchte ,frulein fand er nicht2 es war erkrankt und um der ,luftvernderung willen aufs ,land geschickt worden4 ,das brachte indessen ,tizian nicht aus der ,fassung4 ,er schrieb an den ,herzog1 die ,schnheit junger ,damen prge sich ihm so ein1 da er sich anheischig mache1 nach dem ,eindruck1 den jene frher auf ihn gemacht habe1 ihr ,bild so zu malen1 als ob sie ihm mehreremal gesessen htte4 ,illustration3 ,abb4 #ff4 ,giovanni ,moro1 ,oberbefehlshaber der venezianischen ,flotte im ,jahre #aecg4 ,im knigl4 ,museum zu ,berlin4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,in dem nmlichen ,briefe erwhnte ,tizian beilufig1 da er sich nicht ganz wohl fhle und von der ,hitze in ,bologna leide4 ,als er ,mitte ,juli in ,venedig wiedereintraf1 war er krank4 ,aber zu ,hause erwartete ihn noch ,schlimmeres4 ,seine ,frau erkrankte auch und starb4 ,am #f4 ,august wurde sie begraben4 ,sie lie ihrem ,gatten drei ,kinder zurck1 von denen das lteste fnf ,jahre zhlte4 ,tizian war ganz untrstlich1 und eine ,zeitlang versagte ihm die ,arbeitskraft4 -- ,doch konnte er gegen ,ende ,september das versprochene ,portrt des ,bologneser ,fruleins an den venezianischen ,geschftstrger des ,herzogs von ,mantua abliefern1 der dasselbe alsbald an seinen ,herren abschickte4 ,zur ,leitung seines ,hauswesens lie ,tizian jetzt seine ,schwester ,orsa aus ,cadore kommen4 ,im nchsten ,jahre vertauschte er seine bisherige ,wohnung am ,canal grande mit einem gesnderen ,hause an dem damals noch gartenreichen ,nordostrande der ,stadt4 ,im ,jahre #aeca bekam der ,herzog von ,mantua einen heiligen ,hieronymus und eine heilige ,magdalena von ,tizian4 ,beide ,gegenstnde hat der ,meister oft behandelt2 der bende ,kirchenvater gab ,gelegenheit1 durch eine wilde ,landschaft zu wirken1 und die reuige ,magdalena1 schn und thrnenreich18 in deren ,verbildlichung sich das ,erbauliche mit dem ,reizenden vereinigte1 war eine ,darstellung nach dem ,herzen der damaligen ,kunstfreunde1 da sie ihren ,geschmack nach zwei ,seiten hin befriedigte4 ,zwei prchtige ,bilder1 der ,hieronymus im ,louvre 7,abb4 #ea7 und die ,magdalena im ,pittipalast 7,abb4 #eb71 seien hier erwhnt1 da ihre ,entstehung wohl in die in ,rede stehende ,zeit fallen kann4 -- ,das ,magdalenenbild1 welches ,federigo ,gonzaga bestellte1 war wieder als ,geschenk fr einen einflureichen ,herrn bestimmt3 fr den ,oberbefehlshaber der kaiserlichen ,truppen in der ,lombardei1 ,don ,alfonso ,davalos1 ,marchese del ,vasto4 -- ,zu den ,gegengaben1 die ,tizian fr seine ,gemlde von dem ,markgrafen von ,mantua empfing1 gehrte als eine auerordentliche ,gunstbezeugung die ,erwirkung einer geistlichen ,pfrnde fr seinen ltesten ,sohn ,pomponio4 ,illustration3 ,abb4 #fg4 ,bildnis eines ,unbekannten4 ,im knigl4 ,museum zu ,berlin4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,im ,herbst #aeca wurde ferner ein ,gemlde fr den ,dogenpalast fertig4 ,jeder ,doge war durch das ,herkommen verpflichtet1 auer seinem ,bildnis fr die ,halle des ,groen ,rats ein ,bild fr den ,saal des ,kollegiums der ,pregadi malen zu lassen1 in dem er unter dem ,geleit eines ,heiligen vor dem ,thron der ,mutter ,gottes betend dargestellt war4 ,so malte ,tizian den ,dogen ,gritti1 mit dem ,evangelisten ,markus zur ,seite1 vor den ,fen ,marias1 die mit dem ,jesuskinde zwischen einem ,gefolge von ,heiligen1 die von ,gritti nach besonderen ,beziehungen zu ihren ,namen ausgewhlt worden waren1 erscheint4 ,das ,bild wurde als eine der besten ,schpfungen ,tizians bewundert4 ,es ist bei dem ,brande im ,dogenpalast im ,jahre #aegg1 der auch die ,gemlde im ,saal des ,groen ,rats vernichtete1 zu ,grunde gegangen4 ,illustration3 ,abb4 #fh4 ,skizze eines ,teiles des untergegangenen ,gemldes in der ,halle des ,groen ,rats zu ,venedig3 ,die ,schlacht von ,cadore84 ,in der ,galerie der ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #fi4 ,mari ,tempelgang4 ,in der ,akademie zu ,venedig4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,im ,sptherbste #aeca lie der ,general ,davalos den ,meister bitten1 zu ihm nach ,correggio1 wo er sein ,hauptquartier hatte1 zu kommen4 ,vermutlich gab er ihm damals den ,auftrag1 sein ,bildnis zu malen4 ,dieses ,bildnis glaubt man in einem ,prachtgemlde der ,louvresammlung wiederzuerkennen1 das einen vornehmen ,kriegsmann im ,mittelpunkt einer allegorischen ,darstellung zeigt4 ,die ,trstung der ,gattin des scheidenden ,feldherren -- ,davalos war seit kurzem mit ,maria von ,arragonien vermhlt -- ist der ,gegenstand des ,bildes4 ,die in idealer ,gewandung1 gleichsam als die ,liebesgttin selbst1 dargestellte junge ,frau1 der ihr ,gatte1 schon im ,eisenharnisch zum ,kriegszug gerstet1 beim ,abschied noch einmal die ,hand auf die ,brust legt1 ist in die ,betrachtung einer ,glaskugel1 des ,sinnbildes der ,zerbrechlichkeit des ,erdenglckes1 versunken2 da treten ,amor1 ,viktoria und ,hymen -- ,liebe1 ,sieg und ,eheglck -- vor sie hin1 um ihr zu sagen1 da sie sie nicht verlassen wollen 7,abb4 #ec74 ,das ,gemlde ist in ,komposition und ,ausfhrung ein wundervolles ,meisterwerk4 ,die ,dame auf der einen ,seite und ,viktoria und ,amor auf der anderen ,seite bilden zwei ,massen duftiger ,lichttne1 die oben in den beiden schnen ,frauenkpfen gipfeln1 und unten sich in den ,hnden einander nhern und durch die vollen ,farben in den ,gewndern der ,dame -- ,grn und ,rot -- miteinander verbunden werden4 ,zwischen den beiden weichen ,helligkeiten1 und durch diese hervorgehoben1 steht in kraftvoller ,wirkung die ,gestalt des ,mannes mit dem blitzenden1 spiegelnden ,eisenharnisch und dem von schwarzbraunem ,haar und ,bart umrahmten ,kopf4 ,der ,hintergrund fr den ,herrn und die ,dame besteht in einer schlichten dunklen ,wand1 die sich hinter jenem so weit auflichtet1 da er zum grten ,teil mit dunklem ,umri davon absetzt4 ,hinter dem ,kopf der ,viktoria bilden der beschattete ,kopf des ,hymen1 dessen emporgehobener ,korb voll ,blumen und ,frchte und die wolkige ,luft einen reichen farbigen ,hintergrund4 ,die ,figuren berbieten eine die andere an ,vollkommenheit der ,durchbildung4 ,die ,dame ist so beraus liebenswrdig und vornehm2 aus ihrem ,antlitz spricht ein ,herz voll ,liebe1 der ,blick ist ernst und sinnend1 gedankenschwer2 ihre ,gestalt ist voll1 die ,haut ganz zart1 die ,hnde weich1 biegsam und fein4 ,der ,mann ist ebenso ernst1 etwas ,weiches und ,schwermtiges liegt in der ,bewegung des gewendeten und seitwrts geneigten ,kopfes2 aber whrend die ,frau mit gesenkten ,lidern1 den ,blick ein wenig von der ,glaskugel erhebend1 die ,viktoria ansieht1 deren ,worte sie nur halb vernimmt1 hlt er die ,augen beim ,betrachten der ,glaskugel mnnlich offen gegen das unbekannte ,geschick4 ,sein krftig geschnittener ,kopf ist der ,kopf eines ,edelmannes in jeder ,linie1 bis in die ,haarspitzen hinein2 und dem entspricht die wunderbar feine und doch ganz mnnliche1 vornehme ,hand4 ,im ,schulterstck seines ,harnisches spiegelt sich der ,kopf der ,siegesgttin4 ,diese ist ein blondes junges ,mdchen1 durch den ,lorbeerkranz im ,haar als das was sie vorstellt gekennzeichnet2 sie neigt sich vor der ,dame1 in deren ,augen sie einen leuchtenden ,blick hingebender ,verehrung sendet1 und ffnet die ,lippen zu herzlichen ,worten1 whrend sie die rechte ,hand mit den schnen ,fingern in lebendigem ,ausdruck der ,beteuerung ber ihre ,brust legt4 ,der kleine ,amor1 der auf der ,schulter ein dickes ,bndel fest zusammengeschnrter ,pfeile herbeibringt1 mit einem ,ausdruck eines ,kindes1 das seiner ,mutter eine rechte ,freude zu machen denkt1 ist eine der kstlichsten unter ,tizians kstlichen ,kinderfiguren4 ,von ,hymen sieht man nicht viel mehr als das stark verkrzte ,gesicht mit vollen ,lippen und im ,schatten glnzenden ,augen1 die auf seine freudig dargereichten ,gaben gerichtet sind4 ,illustration3 ,abb4 #gj4 ,katharina ,cornaro1 ,knigin von ,cypern1 als heilige ,katharina4 ,in der ,galerie der ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,das ,neue einer solchen ,bildnisgruppe in allegorischer ,einkleidung fand ,beifall4 ,davon legen zwei in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien befindliche ,bilder ,zeugnis ab4 ,beide sind ,abwandelungen der ,allegorie des ,davolos82 aber beiden sieht man es an1 da die ,wnsche der ,besteller1 die sich hier mit ihren hbschen ,geliebten portrtieren lieen1 ,tizian nicht zu solchen tiefempfundenen vornehmen ,schpfungen anzuregen vermochten1 wie jenes ,bild eine war4 ,man empfngt den ,eindruck1 als ob der seichtere ,inhalt der allegorisch auszudrckenden ,gedanken eine minder vollendete knstlerische ,ausfhrung von selbst mit sich gebracht htte4 ,wie ein unmittelbarer ,nachklang der ,allegorie des ,davolos81 nicht dem ,inhalt1 aber der ,form nach1 erscheint ein mythologisch-allegorisches ,bild in der ,mnchener ,pinakothek3 ,venus weiht ein junges ,mdchen in ihre ,geheimnisse ein4 ,das ,bild mag in der ,ausfhrung1 der des ,meisters einzigartiger ,farbenschmelz fehlt1 die ,hand eines ,schlers verraten2 seine ,erfindung aber ist echt ,tizianisch4 ,die ,liebesgttin und das ,mdchen sind einander fast genau so gegenbergestellt1 wie die ,gattin des ,davalos und die ,viktoria4 ,das ,mdchen ist eine angehende ,bacchantin2 es ist mit bacchischem ,geleit herbeigekommen4 ,ein hlicher1 grinsender ,satyr mit einer gefllten ,fruchtschale nimmt genau den ,platz im ,bilde ein1 den dort ,hymen inne hat1 und an der ,stelle des ,ritters steht erwartungsvoll ein hbscher junger ,faun4 ,venus thut1 was ihres ,amtes ist1 indem sie sich anschickt1 vor der ,unkundigen1 die mit halbgeffneten ,lippen und mit verlangenden1 glnzenden ,augen zu ihr aufschaut1 eine verschleierte ,herme1 das geheimnisvolle ,bild des ,mannes1 zu enthllen2 aber sie thut es mit dem ,ausdruck tiefen ,mitleides fr das junge ,geschpf4 ber die ,schulter der ,liebesgttin blinzelt ,amor1 hier ein boshafter ,schlingel1 nach seinem willigen ,opfer hin 7,abb4 #ed74 ,von vielen ,arbeiten ,tizians1 namentlich auch aus der ,zeit von #aecj bis #aecb1 ist nichts als eine schriftliche ,nachricht1 sei es in ganz allgemeiner ,erwhnung1 sei es in bestimmter ,bezeichnung der ,werke1 auf uns gekommen4 ,andererseits fehlt fr eine vielleicht noch grere ,anzahl vorhandener ,gemlde jegliche ,kunde ber ihre ,entstehung4 ,das ist namentlich bei den ,bildnissen von ,privatpersonen der ,fall4 ,als ,portrtmaler ist ,tizian von keinem bertroffen worden4 ,in dem an schnen ,bildnissen fruchtbarsten ,jahrhundert1 dem ,,xvii41 hat ,rubens ihn sich zum ,muster genommen und van ,dyck ihm als einem unerreichbaren ,vorbild nachgestrebt2 selbst der groe ,velazquez hat sein ,auge an ,tizians vornehmen ,bildnisgestalten geschult4 -- ,zu den herrlichsten ,bildnissen des ,meisters gehrt die ,halbfigur eines jungen ,mannes1 schwarzgekleidet1 vor ganz dunklem ,hintergrund1 im ,louvre1 genannt ,der ,mann mit dem ,handschuh8 7,abb4 #ee74 ,ein ebenso hervorragendes ,portrt besitzt das ,pradomuseum in dem ,bild eines gleichfalls ganz schwarz gekleideten ,ritters des ,malteserordens 7,abb4 #ef74 ,als eine der wenigen ,holzschnittzeichnungen ,tizians sei das ,profilbildnis des ,ariosto besonders erwhnt1 das die im ,jahre #aecb veranstaltete ,endausgabe des ,orlando furioso8 schmckt4 ,illustration3 ,abb4 #ga4 ,das ,tchterchen des ,roberto ,strozzi4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,berlin4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,im ,winter von #aecb auf #aecc sa der ,kaiser ,karl ,v4 ,tizian zum ,portrt4 ,der ,kaiser war im ,herbst ber die ,alpen gekommen1 zum ,zwecke einer nochmaligen ,begegnung mit dem ,papst in ,bologna4 ,am #f4 ,november war er in ,mantua eingetroffen1 und schon am nchsten ,tage schrieb der ,herzog ,federigo an ,tizian1 er mge sobald als mglich kommen4 ,aber nicht in ,mantua1 sondern erst in ,bologna malte ,tizian das ,kaiserbildnis4 ,es wird mit gutem ,grund vermutet1 da die ,nachricht ,vasaris ber ein schon zwei ,jahre frher gemaltes ,portrt ,karls ,v4 auf einem ,irrtum beruhe1 da ,tizian vielmehr bei dem jetzigen ,aufenthalt des ,kaisers in ,bologna zwei groe ,bildnisse desselben1 davon eines in ,rstung1 anfertigte4 ,zweifellos ist das prachtvolle ,portrt ,karls ,v4 in ganzer ,figur1 das sich im ,pradomuseum befindet1 ein ,ergebnis der jetzigen ,sitzungen4 ,in diesem1 leider etwas nachgedunkelten ,bilde trgt der ,kaiser einen weien1 mit ,gold verzierten ,anzug mit einem lederfarbigen goldgestickten ,wams darber1 ein schwarzes ,mntelchen und schwarze ,mtze mit weier ,feder2 seine ,rechte ruht am ,griff des ,dolches und die ,linke fat das ,halsband eines groen ,windhundes1 dessen eigentmliche helle ,farbe der ,maler in den feinsten ,zusammenklang mit dem ,wei1 dem ,gold und der ,lederfarbe des ,anzugs gebracht hat2 die ganze ,erscheinung hebt sich von einem dunkelgrnen ,vorhang prchtig ab 7,abb4 #eg74 ,tizian blieb1 wahrscheinlich mit der ,ausfhrung des ,beiwerks in den ,kaiserbildnissen beschftigt1 bis in den ,mrz hinein in ,bologna4 ,der ,herzog ,federigo hatte ihn mit der ,anfertigung einer ,wiederholung eines der ,bildnisse beauftragt1 die er spter in ,venedig ausfhrte4 ,es versteht sich von selbst1 da ,tizian nicht in ununterbrochenem ,flu der ,arbeit den ,kaiser portrtieren konnte4 ,in den ,zwischenzeiten seines mehrmonatlichen ,aufenthalts in ,bologna nahmen ,herren aus dem kaiserlichen ,gefolge seine ,thtigkeit in ,anspruch4 ,so der mehr soldatisch als geistlich beanlagte ,kardinal ,ippolito de' ,medici1 der von einem ,heerzuge durch ,ungarn nach ,bologna gekommen war und sich einmal in voller ,rstung1 ein anderes ,mal in ungarischer ,kriegertracht von ,tizian malen lie4 ,das letztere ,portrt befindet sich im ,pittipalast zu ,florenz 7,abb4 #eh74 ,der ,kaiser1 der sich von ,bologna ber ,genua nach ,spanien begab1 spendete dem ,knstler kaiserlichen ,dank4 ,gleich nach seiner ,landung in ,barcelona im ,mai #aecc fertigte er eine ,urkunde aus1 durch die er ,tizian zum ,grafen des ,lateranischen ,palastes und ,mitglied des kaiserlichen ,hofes und ,staatsrates unter den ,titel eines ,pfalzgrafen mit allen aus dieser ,wrde entspringenden ,vorrechten8 ernannte2 er machte ,tizian zum ,ritter vom goldenen ,sporn mit allen sonst durch ,ritterschlag verliehenen ,rechten1 und erhob dessen ,kinder zum ,range von ,edelleuten des ,reiches mit allen ,ehren der ,familien mit sechzehn ,ahnen4 -- ,vasari versichert1 ,karl ,v4 habe1 nachdem er ,tizian kennen gelernt1 keinem anderen ,maler mehr gesessen4 ,der ,wortlaut der ,urkunde rechtfertigt diese uerung1 indem darin der ,kaiser das ,verhltnis ,tizians zu ihm mit dem des ,apelles zu ,alexander dem ,groen vergleicht1 also auf ein ,alleinrecht1 den ,herrscher zu portrtieren1 hinweist4 ,auch mit der ,bezahlung scheint ,karl ,v4 damals nicht gekargt zu haben4 ,denn ,tizian kaufte sich nach seiner ,rckkehr von ,bologna einen ,landsitz im ,gebiet von ,treviso4 ,zu den ersten ,arbeiten1 die ,tizian jetzt in ,venedig ausfhrte1 drfte das ,hochaltargemlde fr die ,kirche ,s4 ,giovanni ,elemosinario gehrt haben4 ,die nach einem ,brande neugebaute ,kirche war eben fertig geworden2 der ,altar wurde am #b4 ,oktober #aecc geweiht4 ,nach ,vasaris ,angabe bewarb sich ,tizian im ,wettstreit mit ,pordenone um die ,bestellung des ,altarbildes4 ,der gegebene ,gegenstand war der ,namensheilige der ,kirche1 ,johannes1 ,patriarch von ,alexandria1 dem seine ,wohlthtigkeit den ,beinamen des ,almosenspenders gebracht hatte4 ,tizian malte ein ,bild von groartiger ,einfachheit in der ,anordnung und in den vollen ,farbentnen4 ,der ,heilige1 eine mchtige1 wrdevolle ,greisengestalt in den roten und weien ,gewndern eines ,kirchenfrsten1 wendet sich auf seinem ,sitz1 zu dem ,marmorstufen emporfhren1 ein wenig seitwrts1 um mit vornehmer und doch von herzlicher ,freundlichkeit erfllter ,bewegung eine ,gabe in die ,hand eines mit drftigen ,lumpen bekleideten ,bettlers1 der auf den ,stufen kauert1 gleiten zu lassen2 auf der anderen ,seite des ,bischofs1 der um der ,almosenspende willen sein ,kirchengebet unterbrochen hat1 kniet ein ,engel als ,chorknabe mit dem ,vortragekreuz4 ,fast die ganze ,gestalt des ,heiligen hebt sich von der ,luft ab1 deren ,blau von sonnigem ,gewlk durchzogen ist4 ,oben wird die ,luft durch einen grnen ,vorhang begrenzt4 ,ursprnglich bildete das ,stck ,vorhang eine grere ,masse1 als jetzt zu sehen ist4 ,denn das ,bild1 das sich noch auf seinem ,platze befindet1 ist bei einer ,umnderung des ,rahmens durch ,abschneiden des oberen ,bogenabschlusses verstmmelt worden 7,abb4 #ei74 ,im ,frhjahr #aecd beauftragte ,isabella von ,este1 die ,mutter des ,herzogs von ,mantua und ,schwester des ,herzogs von ,ferrara1 ,tizian mit der ,anfertigung ihres ,bildnisses4 ,aber sie wnschte nicht so gemalt zu werden1 wie sie jetzt aussah1 sondern schickte dem ,meister ein altes ,portrt aus ihrer ,jugendzeit als ,vorlage4 ,danach malte ,tizian das jetzt in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien befindliche schne ,bild der ,frstin 7,abb4 #fa74 ,verloren sind leider die von ,tizian gemalten ,bildnisse des im ,januar #aecd vermhlten ,herzogspaares von ,mailand1 des alten1 krnkelnden ,francesco ,sforza und der kaum zwlfjhrigen ,nichte des ,kaisers1 ,christine von ,dnemark4 ,es wrde interessant sein1 ,tizians ,bildnis der kindlichen ,neuvermhlten mit dem wenige ,jahre spter von ,holbein gemalten ,bild der jungen ,witwe zu vergleichen4 ,illustration3 ,abb4 #gb4 ,papst ,paul ,,iii4 ,in der ,ermitage zu ,st4 ,petersburg4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,am #ca4 ,oktober #aecd verlor ,tizian durch den pltzlichen ,tod des ,herzogs ,alfons von ,ferrara seinen ltesten frstlichen ,gnner4 ,er war damals noch mit ,arbeiten fr ,alfonso beschftigt1 unter anderem mit einer ,wiederholung von dessen an den ,kaiser abgegebenem ,portrt4 ,da ,tizian imstande war1 noch nach ,jahren ,wiederholungen von ,bildnissen anzufertigen1 erklrt sich daraus1 da er bei bedeutenden ,personen die ersten ,aufnahmen nach dem ,leben nicht gleich auf die ,ausfhrungsleinwand1 sondern besonders zu malen pflegte1 um sie fr sich zu behalten4 ,das ,portrt ,alfonsos lie dessen ,nachfolger ,ercole vollenden4 ,das meiste von ,tizians ,arbeitskraft scheint in diesem und in den folgenden ,jahren ,friedrich ,gonzaga1 der in seinen ,briefen dem ,knstler jetzt die ,anrede ,vortrefflicher und teurer ,freund8 gab1 fr sich in ,anspruch genommen zu haben4 ,von den ,gemlden1 die ,tizian fr ihn und fr diese oder jene andere hohe ,persnlichkeit damals ausfhrte1 werden mehrere besonders genannt2 aber von all diesen lt sich heute keins mehr nachweisen4 ,einen ,vorschlag ,karls ,v41 ihn auf seinem ,kriegszug gegen ,tunis zu begleiten1 hatte ,tizian abgelehnt4 ,aber als der ,kaiser aus ,afrika zurckgekehrt war und bei ,asti ,heerschau ber die zum ,kriege gegen ,frankreich zusammengezogenen ,truppen abhielt1 begab sich ,tizian mit dem ,herzog von ,mantua nach ,asti1 um dem ,kaiser seine ,aufwartung zu machen1 und er wurde durch neue ,huldbeweise geehrt4 ,die ,schwester des ,herzogs ,federigo1 ,eleonora ,gonzaga1 war an ,francesco ,maria della ,rovere1 ,herzog von ,urbino verheiratet4 ,dadurch kam ,tizian auch zu diesem ,frsten in ,beziehungen4 ,francesco ,maria starb im ,herbst #aech an ,vergiftung4 ,die ,gemlde1 welche ,tizian fr ihn ausfhrte1 scheinen innerhalb einer nur kurzen ,reihe der vorhergehenden ,jahre entstanden zu sein4 ,der ,herzog von ,urbino war am franzsischen ,hofe erzogen worden2 er blieb ,franzosenfreund1 wenn er auch den ,dienst des ,kaisers vorzog4 ,er lie sich durch ,tizian das ,bildnis des ,knigs ,franz ,i4 malen4 ,vasari sah dieses vermutlich nach einer ,schaumnze gemalte ,portrt im ,schlosse zu ,urbino4 ,ein anderes ,exemplar desselben wurde an den ,knig selbst geschickt2 es befindet sich jetzt im ,louvremuseum4 ,wenn man es nicht wte1 wrde man beim ,anblick eines so sprechenden ,bildnisses nicht denken1 da der ,maler das lebende ,urbild niemals gesehen hat 7,abb4 #fj74 ,das kostbarste von allen ,gemlden1 die in das ,schlo zu ,urbino gelangten1 ist das jetzt in der ,uffiziengalerie zu ,florenz befindliche ,bild einer unbekleidet auf ihrem ,ruhebett liegenden jungen ,frau2 ein ,gemlde1 das unter ,tizians besten ,schpfungen eine hervorragende ,stellung einnimmt4 ,man nennt das ,bild ,venus von ,urbino82 aber es stellt keine ,gttin vor4 ,tizian hatte frher einmal -- in einem jetzt in der ,sammlung des ,lord ,ellesmere zu ,london befindlichen ,gemlde -- nach der ,beschreibung eines ,bildes des ,apelles die aus der ,meeresflut in unverhllter ,schnheit auftauchende ,gttin gemalt4 ,hier aber hat er nicht an die ,verbildlichung eines berirdischen ,wesens gedacht1 es ist ihm auch nicht eingefallen1 im ,sinne der antiken ,kunst eine ,gestalt schaffen zu wollen1 deren ,schnheit ber die in der ,natur vorkommende ,schnheit hinausginge4 ,er hat vielmehr eine schne ,wirklichkeit in dem verklrenden ,zauberlicht seiner einzigartigen ,poesie wiedergegeben4 ,das ganze ,bild ist echteste ,poesie2 es ist in dem hinreienden ,wohllaut seiner ,farbenklnge ein fast feierlich zu nennender ,lobgesang auf die ,schnheit des ,weibes1 dessen ,stimmung auch nicht durch die leiseste ,beimischung irgendwelchen lsternen ,nebengedankens getrbt wird4 ,die ,schne ruht4 ,ihr ,ruheplatz ist durch eine dunkelgrne ,stoffwand von dem brigen ,raum des ,gemaches geschieden1 aber nicht ganz abgeschlossen4 ,auf dem mit frischem weien ,leinen berzogenen roten ,polster und auf weien ,kissen1 die ihr ,schultern und ,kopf erhhen1 behaglich ausgestreckt1 badet sie ihre ,glieder in der durch das groe ,fenster einstrmenden weichen ,luft2 im ,wachen trumend1 regungslos bis auf ein leichtes ,tndeln mit einer ,handvoll ,rosen1 die ihre ,rechte ergriffen hat1 wartet sie1 da die ,dienerinnen ihr die ,kleider bringen4 ,wohl begegnet der ,blick der sen1 unergrndlichen ,augen dem ,beschauer2 aber kein lockendes ,lcheln1 kein ,hauch bewuter ,sinnlichkeit strt die ,reinheit und ,ruhe der ,zge2 der ,blick fesselt je lnger je mehr4 ,prchtig ist der malerische ,gegensatz zwischen der groen ruhigen ,masse des weichen1 zarten ,fleisches1 deren ,helligkeitswirkung durch das ,weizeug gehoben wird1 und dem ,reichtum kleiner ,formen im ,hintergrund1 wo der getfelte ,fuboden1 die ,wandtapeten1 die ,polsterbank unter dem ,fenster1 das durch eine ,sule geteilte ,fenster1 in dem ein ,blumentopf steht und durch das man auf den ,wipfel eines ,baumes sieht1 und die ,figuren der beiden ,dienerinnen bis ins kleinste ausgefhrt sind4 ,die beiden ,zofen sind vortrefflich geschildert2 die eine1 ein noch unerwachsenes ,mdchen1 wei gekleidet1 hat von einem ,teil der als ,truhe dienenden ,polsterbank den ,deckel aufgeklappt und hebt1 den ,deckel mit dem ,kopf hochhaltend1 mit beiden ,hnden ein ,gewand heraus2 die andere1 eine stmmige ,person in rotem ,kleid1 die bereits einen ,rock fr ihre ,herrin auf der ,schulter liegen hat1 steht dabei und kommandiert1 whrend sie ihren rechten ,hemdrmel aufstreift1 um besser hantieren zu knnen 7,abb4 #fb74 ,illustration3 ,abb4 #gc4 ,ecce homo68 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,lwy in ,wien47 ,der ,gedanke lt sich nicht abweisen1 da diese ,venus8 ein ,portrt sei2 darum braucht man das liebliche ,geschpf1 dessen ganze ,schnheit der ,knstler schauen durfte1 noch lange nicht zu einer ,geliebten des ,herzogs von ,urbino oder sonst etwas derartigem herabzuwrdigen4 ,man glaubt die nmliche ,persnlichkeit in dem herrlichen1 ebenso anmutigen wie vornehmen ,portrt im ,pittipalast wiederzuerkennen1 das die volkstmliche ,bezeichnung die ,schne des ,tizian8 trgt 7,abb4 #fc74 ,diese junge ,dame mit dem goldigglnzenden braunen ,haar1 in reichem1 blau und violettem ,modekleid mit goldenem und weiem ,ausputz -- das ganze ,bild wieder ein ,wunderwerk der ,farbenstimmung -- besitzt allerdings dieselben fesselnden ,reize von ,jugend1 ,schnheit und ,liebenswrdigkeit1 wie die ,venus84 ,aber die hnlichkeit der ,gesichtszge zwischen beiden ist doch keine vllig berzeugende4 ,der ,herzog von ,urbino lie sich selbst und seine ,gemahlin im ,jahre #aecg zu ,venedig von ,tizian malen4 ,beide ,bildnisse befinden sich jetzt in der ,uffiziengalerie 7,abb4 #fd und #fe74 ,francesco ,maria war nach ,venedig gekommen1 um den ,oberbefehl in dem ,trkenkrieg zu bernehmen1 zu dem der ,kaiser und der ,papst sich mit der ,markusrepublik verbndet hatten4 ,so steht er in dem ,bilde als ,feldherr da1 in vollem ,harnisch1 den ,kommandostab auf die ,hfte aufsetzend2 das blitzende ,eisen der ,rstung hebt sich von einem mit dunkelrotem ,sammet bekleideten ,verschlag ab1 darber bildet eine entferntere braune ,wand den ,hintergrund fr den ,kopf2 zu seiner ,rechten sieht man den mit einem ,greifen und einem ,federbusch geschmckten ,kriegshelm1 zu seiner ,linken sein ,wappenzeichen1 den ,eichbaum 7rovere74 ,die von ,kraft und ,feuer erfllte ,erscheinung des ,mannes1 das von einem dichten schwarzen ,haarrahmen eingeschlossene ,gesicht mit der gebrunten1 fettlosen ,haut1 den harten1 entschlossenen ,zgen und den glhenden ,augen geben ein ,bild1 das ganz im ,einklang steht mit demjenigen1 das die ,geschichte von ihm gezeichnet hat3 der ,herzog ,francesco ,maria war ein heibltiger ,mann1 dem ,degen und ,dolch schnell aus der ,scheide flogen1 ein sthlerner ,krper1 der in ,dauerritten ,abenteuerliches leistete1 ,soldat mit ,leib und ,seele1 so kurz entschlossen zu entscheidender ,that1 wie umsichtig in der ,fhrung der ,truppen4 ,neben diesem ,mann wirkt die ,erscheinung der ,herzogin ,eleonora doppelt zart1 und es befremdet nicht1 wenn in ihrem feinen1 vornehmen ,gesicht etwas ,dulderhaftes verborgen liegt4 ,auch dieses ,bild ist ein ,meisterwerk der ,farbenkunst4 ,das nicht mehr jugendfrische1 aber noch lichtfarbige ,fleisch tritt im ,schmucke der ,juwelen1 am ,halse und den ,handgelenken von durchsichtigem ,weizeug bedeckt1 zu klarer ,helligkeitswirkung hervor aus dem ,rahmen1 den das durch kleine gelbe ,puffen belebte ,schwarz des ,kleides1 das dunkelbraune ,haar und ein graubrunlicher ,hintergrund bilden2 zu diesem ,ganzen von vorherrschend warmen ,tnen hat der ,knstler die reizvollste ,ergnzung gefunden in einem ,fensterdurchblick auf den lichtbewlkten blauen ,himmel und die von sommerlichem ,duft berflimmerte grne ,ebene2 die grne ,decke eines ,tisches1 auf der das braun und wei gefleckte ,schohndchen neben einer kleinen metallenen ,standuhr liegt1 wirkt als vermittelnder bergang4 ,fr den ,herzog von ,mantua war ,tizian im ,jahre #aecg mit der ,anfertigung von ,bildern der zwlf ersten rmischen ,kaiser 7,julius ,csar mit eingerechnet7 beschftigt1 die einem ,zimmer des herzoglichen ,schlosses als ,wandschmuck dienen sollten4 ,als ,vorlagen standen ihm antike ,standbilder und ,mnzen zur ,verfgung4 ,nachdem er im ,april #aecg eines dieser ,bilder abgeliefert hatte1 wurden zehn andere nach und nach im ,laufe der folgenden ,jahre fertig2 das zwlfte malte mit ,tizians ,einwilligung ,giulio ,romano4 ,diese ,csarenbilder1 ,werke von dekorativer ,art1 sind durch ,kupferstiche von gidius ,sadeler sehr bekannt geworden2 in den ,stichen machen sie einen befremdlich theatralischen ,eindruck4 ,von den ,originalen scheint keins erhalten geblieben zu sein4 ,illustration3 ,abb4 #gd4 ,die ,sendung des heiligen ,geistes1 ,tuschzeichnung4 ,in der ,uffiziengalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #ge4 ,bildnis eines ,frsten1 vielleicht ,guidobaldo ,,ii4 von ,urbino4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,kassel4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #gf4 ,amor1 der ,bezwinger der ,strke4 ,im ,besitz des ,herrn ,oberstleutnant ,jekyll in ,london4 ,es war nicht ,tizians ,schuld1 da diese ,arbeit sich so in die ,lnge zog4 ,ein ,bild der ,verkndigung ,marias1 das er im ,jahre #aecg der ,kaiserin bersandte1 nahm ihm freilich nicht viel ,zeit weg2 denn es war ein schon vollendetes ,werk1 fr eine ,kirche in ,murano bestellt1 aber von den ,bestellern wegen des zu hohen ,preises nicht abgenommen1 und jetzt der neuen ,bestimmung dadurch angepat1 da zwei aus den ,wolken herabsehenden ,englein das ,wahlzeichen ,karls ,v41 eine ,sule mit dem ,spruchband plus ultra8 7weiter671 in die ,hnde gegeben wurde4 -- ,auch das in demselben ,jahr gemalte ,bildnis des ,admirals ,giovanni ,moro 7,abb4 #ff7 brachte keinen groen ,aufenthalt4 ,dieses schne ,portrt befindet sich jetzt im ,berliner ,museum1 und es ist ein besonderer ,genu1 das ,bild des wackeren ,kriegshelden mit dem ebenda befindlichen ,bild eines selbstgeflligen jungen ,mannes1 dessen ,namen vergessen ist 7,abb4 #fg71 zu vergleichen und sich in die ,bewunderung der unvergleichlichen ,feinheit zu vertiefen1 mit der ,tizian1 in jedem ,bildnis neu1 seine ,auffassung dem ,wesen der ,persnlichkeit anpate4 -- ,es wurden ,stimmen laut in ,venedig1 die sagten1 ,tizian sei berhaupt nur als ,portrtmaler gro4 ,um so mehr ,grund hatte der ,meister1 sich seiner alten ,verpflichtung gegen die venezianische ,regierung1 der ,malerei im groen ,ratssaal1 nicht lnger zu entziehen4 ,und der ,rat der ,zehn erneuerte seine ,mahnungen mit sehr nachdrcklicher ,strenge2 er erlie im ,juni #aecg den ,befehl an ,tizian1 er solle1 da das ,schlachtengemlde1 zu dessen ,ausfhrung er sich im ,jahre #aeaf verbindlich gemacht1 noch immer nicht ausgefhrt sei1 alle ,gelder1 die er seit jener ,zeit aus seinem ,makleramt ohne ,gegenleistung bezogen habe1 zurckzahlen4 ,jetzt ging ,tizian ernstlich ans ,werk und vollendete mit unglaublicher ,kunst und ,ausdauer8 das groe1 vor mehr als zwanzig ,jahren entworfene ,schlachtenbild4 ,die ,regierung gab der ,erschpfung ihrer ,geduld aber auch sehr empfindlichen ,ausdruck4 ,nicht nur mute ,tizian bis auf weiteres auf sein ,maklergehalt verzichten2 sondern er mute es sich gefallen lassen1 da ,pordenone als gleichberechtigt neben ihn gestellt und mit der ,ausfhrung eines ,gemldes im groen ,ratssaale beauftragt wurde4 ,pordenone aber war des ,meisters eifriger ,nebenbuhler2 er kokettierte mit der ,behauptung1 seine ,furcht vor ,tizians ,neid sei so gro1 da er nicht ohne ,degen auszugehen wage4 ,doch mit der ,vollendung des ,schlachtenbildes ging das ,ungemach vorber4 ,pordenone starb im ,jahre #aech1 und vom folgenden ,jahre an bekam ,tizian seine ,bezge aus dem ,makleramt wieder ausbezahlt4 ,illustration3 ,abb4 #gg4 ,pietro ,aretino4 ,in der ,pittigalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi1 ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #gh4 ,papst ,paul ,,iii4 mit ,alessandro und ,ottavio ,farnese 7unvollendet74 ,im ,nationalmuseum zu ,neapel4 ,illustration3 ,abb4 #gi4 ,danae4 ,im ,nationalmuseum zu ,neapel4 ,illustration3 ,abb4 #hj4 ,venus1 sich an der ,musik erfreuend8 7,ottavio ,farnese und seine ,geliebte74 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,mit ,genehmigung der photographischen ,gesellschaft in ,berlin47 ,das hochgepriesene ,schlachtengemlde ist bei dem ,brande von #aegg mit den anderen damals in der groen ,ratshalle befindlichen ,bildern zu ,grunde gegangen4 ,ein ,kupferstich hat die ,umrisse desselben aufbewahrt1 und eine in der ,uffiziengalerie befindliche lskizze -- wahrscheinlich nicht ein vorbereitender ,entwurf des ,meisters1 sondern eine nach dem ,bilde von jemand anders gemachte bungsarbeit -- gibt auch von der ,farbe und ,wirkung des grten ,teiles des ,bildes eine ,vorstellung 7,abb4 #fh74 ,der ,gegenstand des ,gemldes war die ,schlacht von ,cadore im ,jahre #aejh1 der ,sieg der ,venezianer ber die ,kaiserlichen in ,tizians ,heimat4 ,in dem mittelalterlichen ,freskobild1 an dessen ,stelle das neue ,gemlde kam1 war der ,sieg eines ,kaisers ber die ppstliche ,stadt ,spoleto verbildlicht gewesen4 ,es scheint1 da anfangs die ,absicht bestand1 diesen ,gegenstand beizubehalten1 und da man sich erst spter zu der ,verherrlichung einer den ,kaiserlichen beigebrachten ,niederlage entschlo2 daraus erklrt es sich1 da das ,bild von ,zeitgenossen auch mit dem ,namen die ,schlacht bei ,spoleto8 belegt wurde1 obgleich die ,cadoreschlacht1 wie die erhaltenen ,anschauungsmittel bekunden1 ganz deutlich gekennzeichnet war4 ,sogar die rtlichkeit1 die wir da sehen1 ist als ein ,abbild der ,gegend1 in der die ,schlacht stattfand1 mit ,bestimmtheit zu erkennen4 ,den ,schauplatz des ,kampfgetmmels1 in dem das ,gelingen eines berraschend ausgefhrten ,angriffs veranschaulicht wird1 bilden die felsigen ,ufer eines ,baches1 eines ,zuflusses des ,boite2 steile ,hhen1 zwischen denen der ,felsen und die ,burg von ,cadore sichtbar werden1 schlieen den ,blick4 ,die venezianische ,reiterei1 ber der ein ,banner mit drei ,leoparden1 das ,banner der ,cornaro1 weht1 hat den bergang ber den ,bach erreicht1 und in musterhafter ,ordnung1 ,abstand haltend1 nehmen die ,geharnischten einzeln oder zu zweien im ,galopp die schmale ,brcke1 um mit ,ungestm in den ,knuel des am anderen ,ufer sich in ,unordnung drngenden feindlichen ,vortrupps einzusprengen4 ,schon strecken ,speere und ,schwerter der vordersten die verzweifelt sich wehrenden ,gegner nieder4 ,was ihnen ausweichen will1 ,mann oder ,ro1 strzt ber die ,felsen des ,bachrandes4 ,noch flattert zwar die ,reichsfahne mit dem ,adler den ,venezianern entgegen2 aber fr den ,beschauer ist es zweifellos1 da aus der entstandenen ,verwirrung sich kein erfolgreicher ,widerstand mehr entwickeln kann4 ,in geringer ,entfernung rckt eine ,abteilung venezianischen ,fuvolkes unter wei und rot gestreifter ,fahne im ,eilschritt vor1 um den am ,fu des ,monte ,zucco sich zeigenden hellen ,haufen der kaiserlichen ,landsknechte von der ,seite zu fassen4 ,das schnelle ,daherbrausen der ,kriegermassen hat unbeteiligte ,personen ins ,gedrnge gebracht2 ein junges ,mdchen ist1 um sich zu retten1 in den ,bach gesprungen und hlt sich angstvoll an einem ,felsblock des von den ,venezianern besetzten ,ufers fest4 ,ganz im ,vordergrunde1 rechts von der ,mitte des ,bildes 7auf der ,florentiner ,skizze1 der das ,stck mit der anmarschierenden ,reiterei fehlt1 dicht am rechten ,rande71 hat der ,maler den venezianischen ,feldherrn hingestellt4 ,in der ,nhe eines verlassenen ,geschtzes steht ,giorgio ,cornaro -- diesen glaubt man in ihm zu erkennen -- und blickt mit stolzer ,haltung1 den ,kommandostab mit ausgestrecktem ,arm auf einen ,felsblock aufsttzend1 in die ,niederlage der ,feinde2 ein ,page ist damit beschftigt1 ihm die ,rstung anzulegen1 und sein noch ungesatteltes ,streitro1 ein langmhniger ,schimmel1 wiehert1 aufgeregt durch den ,klang der ,trompete1 den vorbeimarschierenden ,pferden ungeduldig zu4 ,unsere heutige realistische ,anschauungsweise entsetzt sich vor der knstlerischen ,freiheit1 die den ,befehlshaber an einer so unmglichen ,stelle zeigt und ihn dort in aller ,ruhe seine ,wappnung vornehmen lt4 ,jener ,zeit aber war eine derartige knstlerische ,freiheit durchaus nicht anstig2 das damalige venezianische ,publikum wrde zweifellos ein ,weglassen des ,fhrers der ,venezianer viel bler vermerkt haben1 sein ,anbringen an einer ,stelle1 wo er sich in ,wirklichkeit whrend des geschilderten ,augenblickes nicht befunden haben kann2 und es verstand die ,absicht des ,knstlers1 der gerade dadurch1 da er den ,kommandierenden beim ,anlegen der ,rstung zeigte1 deutlich ausdrckte1 da man sich ihn als an einem anderen ,orte befindlich zu denken und sein ,hiersein nur sinnbildlich aufzufassen habe4 ,noch befremdlicher ist es fr uns1 da die ,deutschen im ,vordergrunde in antiker ,rstung dargestellt sind4 ,dafr gibt es einen zweifachen ,grund4 ,erstens wollte der ,knstler die ,gelegenheit benutzen1 um seine ,befhigung1 auch in stark bewegten und verkrzten ,figuren die menschliche ,gestalt richtig wiederzugeben1 ins ,licht zu stellen2 er schlo sich dabei der von ,rom ausgegangenen und von den ,schlern ,raffaels aufs uerste getriebenen ,kunstmode an1 die durch alle ,kleidung hindurch die ,krperformen zeigte1 und die eben daraus entstanden war1 da die ,knstler mit ihrem ,wissen und ,knnen prunken wollten4 ,in ,mantua hatte ,tizian ja ,giulio ,romano kennen gelernt1 der diese ,richtung in weitestgehender ,weise vertrat1 und an den ,marmorfiguren1 die seinen ,csarenbildern als ,vorbilder dienten1 hatte er die der ,krperform angeschmiegte rmische ,rstung gesehen4 ,aus dem nmlichen ,grunde1 um seine ,kenntnis und ,geschicklichkeit zu zeigen1 hat er auch im ,vordergrunde der ,schlacht einen ganz entkleideten ,gefallenen angebracht1 eine ,figur1 die sich durch die ,annahme rechtfertigen lie1 es habe im ,hin und ,her der ,schlacht schon vorher hier ein ,gefecht stattgefunden und die ,plnderer htten ,zeit gehabt1 die ,toten ihrer ,rstung und ,kleider zu berauben4 ,wenn aber der ,knstler fr jene einer fremden ,kunstweise entliehene1 innerlich in ,knstlereitelkeit begrndete ,freiheit eine uere ,begrndung dem venezianischen ,publikum gegenber gebrauchte1 so war diese darin gegeben1 da sich so die beiden ,parteien deutlich unterscheiden lieen4 ,in der ,wirklichkeit gab es ja damals keine wesentlichen ,unterschiede der ,tracht und ,bewaffnung zwischen italienischen und deutschen ,soldaten1 und im ,handgemenge machten ,freund und ,feind sich durch das ,feldgeschrei kenntlich4 ,und doch war es wichtig1 im ,bilde die ,fallenden als die ,feinde zu kennzeichnen4 ,das wurde durch die fremdartige ,einkleidung der ,gegenpartei erreicht2 und ,tizian durfte auf volles ,verstndnis bei seinen ,zeitgenossen rechnen1 wenn er die ,truppen des rmischen ,kaisers durch eine1 wenn auch lngst vergangener ,zeit angehrige1 rmische ,kriegertracht kennzeichnete4 -- ,mit den groen ,gemlden des ,ratssaales ist auch das ,portrt des ,dogen ,pietro ,lando1 des ,nachfolgers des ,andrea ,gritti1 das ,tizian bald nach dessen ,erwhlung im ,anfang des ,jahres #aeci malte1 untergegangen4 ,auch was von anderen ,bildern -- es sind fast nur ,portrts -- aus den ,jahren #aech bis #aedj genannt wird1 ist alles nicht mehr vorhanden oder nicht nachweisbar2 die einzige1 aber auch nicht ganz unzweifelhafte ,ausnahme bildet ein ,kardinalsportrt im ,palast ,barberini zu ,rom1 in dem man den von ,tizian in dieser ,zeit zweimal gemalten ,kardinal ,bembo zu erkennen glaubt4 ,illustration3 ,abb4 #ha4 ,venus4 ,in der ,galerie der ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,die moderne ,forschung setzt die ,entstehung des rumlich grten von den erhaltenen ,gemlden ,tizians1 ber das die alten ,nachrichten merkwrdigerweise sehr wenig bringen1 auf ,grund der ,anhaltspunkte1 welche die ,malweise bietet1 in eine dem ,jahre #aedj naheliegende ,zeit4 ,es ist das jetzt in der ,akademie zu ,venedig befindliche ,bild ,mari ,tempelgang8 7,abb4 #fi74 ,nach der ,legende ber die ,kindheitsgeschichte der ,jungfrau ,maria ist dargestellt1 wie ,maria als ,kind sich in den ,tempel begibt1 um sich dem ,dienst des ,hchsten zu weihen4 ,das ,kind schreitet freudig und unbefangen1 sein hellblaues ,kleid ein wenig aufhebend1 die ,stufen der langen ,freitreppe des ,tempels hinan1 dem ,hohenpriester entgegen1 der mit einigen ,begleitern aus der ,vorhalle herausgetreten ist1 um erstaunt die ,kleine in ,empfang zu nehmen4 ,maria befindet sich ganz allein auf der ,treppe2 ein goldiger ,lichtschein umgibt das liebliche ,figrchen1 das trotz seiner ,kleinheit auf der riesigen ,leinwand dem ,beschauer sofort als der ,mittelpunkt der ganzen ,darstellung in die ,augen fllt4 ,die ,eltern ,joachim und ,anna sind am ,fu der ,treppe zurckgeblieben1 ,joachim spricht mit ,wichtigkeit zu den ,umstehenden4 ,viele ,menschen sind auf dem ,platz vor dem ,tempel stehen geblieben1 um zuzusehen1 wie es eben geschieht1 wo etwas ,ungewhnliches bemerkt wird4 ,das ist eine prchtige venezianische ,volksgruppe1 ,leute von mancherlei ,art1 von stolzen ,senatoren an bis zu ganz armseligen ,erscheinungen1 ehrwrdige ,greise1 stattliche ,mnner1 hbsche ,frauen und gedankenlose ,kinder4 ,alle ,personen in dieser ,menge1 die so treffend den ,eindruck macht1 vom ,zufall zusammengefhrt zu sein1 sind so ausgeprgt in ihrer ,eigenart1 da man lauter ,bildnisse zu sehen glaubt4 ,die berlieferung wei einige der vornehmen ,herren mit ,namen zu nennen2 die ,mitlebenden aber haben gewi auch das alte ,hckerweib erkannt1 das neben der ,treppe bei seinem ,eierkorb sitzt4 ,den ,tempelplatz sumen stattliche ,gebude1 ,marmor- und ,backsteinbauten1 an denen ,balkon und ,fenster sich mit ,zuschauern fllen4 ,durch die breite ,strae sieht man in eine vorn im ,schatten liegende1 in den fernen ,hhen aber lichtschimmernde ,landschaft unter bewlktem ,himmel4 -- ,niemals hat ein ,maler eine so groe ,leinwand mit ,figuren1 die fast alle nichts zu thun haben1 so reizvoll und in einer solchen ,zusammengehrigkeit von ,menschen und ,gebuden gefllt1 und dabei1 unbeschadet des ,anscheins vollkommener ,natrlichkeit1 der ,komposition in ,linien und ,farben ein so feierliches ,ebenma zu wahren gewut4 ,in dieser grorumigen venezianischen ,architekturphantasie1 die einer ,darstellung religisen ,inhalts als lichter1 festlicher ,rahmen dient1 sehen wir den ,weg gewiesen1 auf dem spter ,paul ,veronese weiter schritt4 ,um die ,komposition vollstndig wrdigen zu knnen1 mu man wissen1 da die jetzige ,gestalt des ,bildes nicht mehr ganz die ursprngliche ist und da man nicht mehr sieht1 welche besonderen ,rcksichten der ,meister zu nehmen hatte4 ,das acht ,meter lange ,gemlde nahm an seinem ,bestimmungsort1 in einem ,saal des ,bruderschaftshauses der ,carit -- das ist dasselbe ,gebude1 welches jetzt die ,akademie inne hat1 -- die ,flche einer ganzen ,wand von der unteren ,verkleidung bis zur ,decke ein2 zwei ,thren1 eine grere rechts und eine kleinere links1 schnitten in diese ,flche ein1 so da das ,bild mit seinem unteren ,rande diesen ,einschneidungen ausweichen mute4 ,als es in die ,gemldesammlung bertragen wurde1 hat man die beiden ,einschnitte durch eingesetzte ,stcke ausgefllt4 ,das ,ungehrige dieser ,ergnzungen macht sich besonders an der rechten ,seite fhlbar2 der flickende ,maler hat selber das ,strende der groen leeren ,flche1 die durch das ,durchfhren der ,treppenwand entstand1 empfunden1 aber sein ,gedanke1 diese ,leere durch das ,anbringen eines groen ,kellerloches einigermaen auszufllen1 war ein sehr unglcklicher4 ,im ,juni #aedj hatte ,tizian den ,tod seines feinsinnigen und aufmerksamen ,gnners ,federigo ,gonzaga zu beklagen4 ,in das ,zustrmen von ,bestellungen aber brachte dieser ,verlust keine ,unterbrechung4 ,illustration3 ,abb4 #hb4 ,christus und die zwei ,jnger zu ,emmaus4 ,im ,museum des ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,davalos1 der jetzt als ,generalleutnant der kaiserlichen ,heere in ,italien in ,mailand stand1 drngte auf ,vollendung eines ,bildes1 mit dessen ,ausfhrung er den ,meister im vorigen ,jahre beauftragt hatte1 und das ihn als ,feldherrn darstellen sollte1 wie er eine ,ansprache an seine ,soldaten hlt4 ,tizian konnte sich zeitweilig damit entschuldigen1 da seine ,pflicht ihn bei dem ,herzog ,francesco1 dem ,nachfolger ,federigos1 in ,mantua festhalte4 ,im ,jahre #aeda wurde die ,allokution des ,davalos8 fertig und fand in ,mailand groen ,beifall4 ,davalos belohnte den ,knstler durch ,zuweisung eines ,jahrgehaltes4 ,spter ist das ,gemlde in den ,besitz des ,knigs von ,spanien gekommen und befindet sich jetzt im ,pradomuseum4 ,bei zwei ,brnden1 im ,escorial im ,jahre #afga und im ,knigsschlosse zu ,madrid im ,jahre #agcd1 hat es schwere ,beschdigungen erlitten und ist infolge dessen gnzlich berarbeitet worden4 ,in seinem jetzigen ,zustande besitzt es nicht mehr viel von ,tizianischem ,reiz4 ,illustration3 ,abb4 #hc4 ,kaiser ,karl ,v4 am ,morgen der ,schlacht bei ,mhlberg4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,mit ,genehmigung der photographischen ,gesellschaft in ,berlin47 ,vermutlich berbrachte ,tizian persnlich das ,bild dem ,general4 ,denn im ,sptsommer #aeda1 als der ,kaiser in ,mailand verweilte1 begab er sich dorthin4 ,karl ,v4 gab auch bei dieser ,gelegenheit wieder einen ,gnadenbeweis durch ,anweisung eines ,jahrgehaltes1 das aus der mailndischen ,staatskasse -- ,mailand war durch den ,tod des ,herzogs ,francesco ,sforza im ,jahre #aece dem ,kaiser zugefallen -- gezahlt werden sollte4 ,illustration3 ,abb4 #hd4 ,kaiser ,karl ,v4 im ,jahre #aedh4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,mit der ,jahreszahl #aedb sind zwei ,gemlde bezeichnet1 die als ,werke geringen ,umfangs zwischen greren ,arbeiten1 die den ,meister damals beschftigten1 entstanden sind4 ,das eine ist ein ,idealbildnis der ,knigin von ,cypern1 ,katharina ,cornaro4 ,es befindet sich in der ,uffiziengalerie4 ,die im ,jahre #aeaj verstorbene ,tochter der ,republik8 ist darin mit ihrer ,namensheiligen1 der alexandrinischen ,jungfrau aus kniglichem ,geschlecht1 verschmolzen4 ,sie trgt eine reiche ,krone mit einem eigentmlichen ,schleieraufbau darber und frstlichen ,juwelenschmuck an dem rotseidenen ,kleid und dem berkleid von grnem ,damast4 ,ein leichter ,heiligenschein und das im ,hintergrund angedeutete ,marterwerkzeug des ,rades geben die ,kennzeichnung der heiligen ,katharina 7,abb4 #gj74 -- ,wenn man es diesem ,prunkstck wohl etwas ansieht1 da es nicht nach der ,natur gemalt ist1 so ist dafr das andere ,bild eine um so frischere ,wiedergabe des ,lebens4 ,es ist ein entzckendes ,kinderbildnis und stellt ein ,tchterchen von ,roberto ,strozzi1 einem zeitweilig in ,venedig wohnenden ,sohne des aus ,florenz verbannten ,filippo ,strozzi1 vor4 ,bis vor einigen ,jahren hat es im ,palazzo ,strozzi gehangen2 jetzt schmckt es das ,museum zu ,berlin4 ,das ,bild ist in seiner ,verbindung von ,liebreiz1 ,lebenswahrheit und ,farbenzauber eine knstlerische ,kostbarkeit1 die in dieser ,art wohl nicht ihres gleichen hat4 ,die ,kleine1 ein allerliebstes ,geschpf von etwa vier ,jahren1 mit braunen ,augen und krausen ,lckchen von jenem warmen ,blond1 das sich in spteren ,jahren in ,kastanienbraun verwandelt1 streichelt und fttert ihr ,hndchen1 das auf einem ,marmortisch sitzt4 ,das gesttigte1 geduldige und verstndige ,hndchen sieht den ,beschauer ganz ernsthaft an2 seine kleine ,herrin aber hlt nur einen ,augenblick still1 sie wendet den ,kopf und wird gleich davonlaufen1 um wiederzukommen1 -- es ist etwas wunderbares1 wie der ,knstler es verstanden hat1 die muntere ,lebhaftigkeit ihres ,wesens zu veranschaulichen4 ,das ,kind ist in weie ,seide gekleidet1 trgt auch schon zierlichen ,schmuck4 ,das seidenhaarige ,hndchen ist wei mit rotbraunen ,flecken2 der weie ,marmor seines ,sitzes1 der am ,fu mit einem ,reliefbild spielender ,amoretten geschmckt ist1 hat eine brunliche ,altersfarbe angenommen4 ,auf der einen ,seite des ,bildes bildet eine schlichte graubraune ,wand einen ruhigen ,hintergrund fr das helle ,figrchen1 auf der anderen ,seite aber entfaltet sich ein entzckendes ,farbenspiel3 ber die ,marmorbank hngt eine nachlssig hingeworfene ,decke von krapprotem ,sammet mit entsprechendem ,seidenfutter2 darauf steht eine goldene ,schale mit ,frchten2 ber die ,bank hinweg sieht man auf das dichte ,laub eines weit ausgedehnten ,parks und auf einen wolkenlosen ,sommermittagshimmel1 in dessen gleichmigem duftigen ,blau ferne ,hochgebirgsgipfel verschwimmen 7,abb4 #ga47 ,illustration3 ,abb4 #he4 ,kurfrst ,johann ,friedrich von ,sachsen1 als ,gefangener zu ,augsburg #aedh4 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,lwy in ,wien47 ,im ,jahre #aedb portrtierte ,tizian auch den elfjhrigen ,ranuccio ,farnese1 einen ,enkel des ,papstes ,paul ,,iii4 ,der ,beifall1 den dieses -- jetzt nicht mehr vorhandene -- ,bildnis bei den ,erziehern des ,prinzen fand1 hatte wiederholte ,einladungen an ,tizian1 sich nach ,rom zu begeben1 zur ,folge4 ,insbesondere war es der sehr kunstsinnige junge ,kardinal ,alessandro ,farnese1 ,ranuccios ltester ,bruder1 der sich bemhte1 die ,dienste ,tizians fr sich zu gewinnen4 ,schon im folgenden ,jahre brachten die politischen ,ereignisse eine ,gelegenheit1 da ,tizian den ,papst und dessen ,angehrige malen konnte1 ohne deswegen nach ,rom zu gehen4 ,paul ,,iii4 brach im ,frhjahr #aedc nach dem ,norden ,italiens auf1 um wie sein ,vorgnger persnlich mit dem ,kaiser zu verhandeln1 und er schickte eine ,aufforderung an ,tizian1 mit ihm zusammenzutreffen4 ,der ,meister stellte sich in ,ferrara beim ,papste ein und begleitete denselben dann nach ,busseto bei ,cremona1 wo die ,zusammenkunft mit ,karl ,v4 stattfand4 ,zwischen ihren politischen ,verhandlungen unterhielten die beiden ,hupter der ,christenheit sich ber ,tizians ,kunst4 ,tizian kehrte mit dem ,papst zurck und blieb bis in den ,sommer in ,bologna4 ,in dieser ,zeit malte er zwei ,bildnisse ,pauls ,,iii41 eines von dessen ,sohn ,pier ,luigi1 ,herzog von ,castro1 ein ,doppelbildnis des ,papstes und des ,herzogs ,pier ,luigi1 und ein ,bildnis des ,kardinals ,alessandro ,farnese4 ,von den ,bildern des ,papstes1 die begreiflicherweise oft kopiert worden sind1 besitzt die ,sammlung der ,ermitage zu ,petersburg eins1 das zweifellos eine nach dem ,leben gemalte erste ,aufnahme ist1 die von dem ,meister fr sich selbst zurckbehaltene ,grundlage zu einem ausgefhrten ,gemlde4 ,das ,bild stammt nachweislich aus dem ,nachlasse ,tizians4 ,man sieht der ,malerei die ,schnelligkeit an1 mit der es entstanden ist4 ,der merkwrdige ,kopf des ,papstes1 mit langer1 herabhngender ,nase1 buschigen ,brauen und schweren ,augenlidern1 weilichem ,vollbart und dunkler ,hautfarbe1 ist mit der sprechendsten ,lebendigkeit gekennzeichnet2 er hat einen unangenehmen ,ausdruck von ,verschlagenheit1 die ,mundwinkel sind unter den dichten ,bscheln des ,schnurrbartes emporgezogen1 ohne darum zu lcheln1 der ,blick der nach den ,augenecken gedrehten und auf den ,beschauer gerichteten dunklen ,augen hat etwas ,beunruhigendes 7,abb4 #gb74 -- ,das fr den ,papst selbst ausgefhrte ,exemplar des ,bildnisses befindet sich im ,museum zu ,neapel2 hier sehen wir1 wie der ,meister seine ganze ,geschicklichkeit aufgeboten hat1 um ein ,wunderwerk vollendeter ,durchbildung herzustellen4 ,in dem nmlichen ,museum findet man das ,bildnis des ,kardinals ,alessandro ,farnese1 dessen ,andenken die ,kunstgeschichte besonders in ,ehren zu halten hat1 da auf seine ,anregung hin ,vasari seine ,knstlerbiographien schrieb1 die trotz mancher ,irrtmer die wichtigste ,quellenschrift ber die ,kunst der italienischen ,renaissance sind4 -- ,das ,portrt des ,herzogs von ,castro wird im kniglichen ,schlo zu ,neapel aufbewahrt4 -- ,das ,doppelbildnis ist verschollen4 ,illustration3 ,abb4 #hf4 ,nicolas ,granvella1 ,kanzler ,kaiser ,karls ,v4 ,im ,museum zu ,besanon4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,paul ,,iii4 wollte seine ,erkenntlichkeit durch berweisung der ,einknfte1 welche mit dem ,titel eines ppstlichen ,siegelbewahrers verbunden waren1 bezeugen4 ,aber ,tizian besa die ,hochherzigkeit1 dieses ,anerbieten abzulehnen1 weil er durch die ,annahme einen anderen ,knstler geschdigt haben wrde2 denn um an ihn bertragen werden zu knnen1 htte der ,amtstitel dem ,maler ,sebastian ,luciani aus ,venedig -- der eben hiernach1 weil die ,bullensiegel in ,blei gedruckt wurden1 den ,beinamen del ,piombo8 fhrte -- entzogen werden mssen4 ,bevor ,tizian ,venedig verlie1 um sich zum ,papst zu begeben1 hatte er im ,auftrage des ,dogen ,lando das bliche ,votivbild fr den ,saal der ,pregadi vollendet4 ,das ,bild ist mit den brigen seinesgleichen im ,jahre #aegg verbrannt4 -- ,vor ,ablauf des ,jahres #aedc vollendete der ,meister ein ziemlich umfangreiches ,gemlde1 die ,vorfhrung ,christi durch ,pilatus darstellend1 fr einen ,privatmann1 den ,kaufmann ,giovanni d',anna1 einen in ,venedig naturalisierten ,niederlnder4 ,andere ,bilder1 die ,tizian im ,auftrage des nmlichen ,mannes malte1 sind verloren gegangen4 ,das groe ,ecce ,homo8 aber von #aedc ist erhalten und befindet sich jetzt in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien 7,abb4 #gc74 ,es ist eine figurenreiche ,komposition von groer ,wirkung1 aber mit manchen ,unschnheiten im einzelnen1 die auf die ,mitwirkung von ,schlerhnden schlieen lassen4 hnlich wie bei dem ,bilde ,marias ,tempelgang8 ist der ,vorgang auf und an eine groe ,freitreppe verlegt4 ,die ,treppe fhrt zu dem reichverzierten ,marmorportal des rmischen ,amtsgebudes1 dessen ,wand mit ,rustikapilastern besetzt und mit marmornen ,gtterbildern geschmckt ist2 ein sulenbesetzter ,pfeiler deutet einen weiten ,portikus vor dem ,gebude an4 ,zwischen dem ,pfeiler und der ,wand sieht man die von schwlem ,gewlk bedeckte ,luft4 ,die ,gesichtslinie ist so tief genommen1 da nichts von ,landschaft ber dem ,gedrnge des ,volkes zum ,vorschein kommt4 ,pilatus ist aus dem ,hause hervorgetreten1 und neben ihm erscheint1 von einem ,soldaten geschoben1 ,christus unter dem ,portal1 gebeugt1 gesenkten ,hauptes1 mit vornber wallendem ,haar4 ,der in rmische ,imperatorentracht gekleidete ,landpfleger weist mit ausdrucksvoll sprechenden ,hnden auf den gepeinigten und verhhnten ,dulder hin und stellt ihn mit einem halben spttischen ,lcheln1 einem unbertrefflichen ,ausdruck mitleidiger ,geringschtzung1 dem ,volke vor1 das1 mit den ,armen in der ,luft1 brllend die ,straen hinaufdrngt4 ,mige ,neugier hat auch ein paar junge ,mdchen1 von denen eines einen kleinen ,jungen vor sich herschiebt1 in das ,gedrnge getrieben2 sie sehen gar nicht nach der ,schmerzensgestalt hin1 der der ,lrm gilt1 und hchstens in dem ,blick der einen1 die sich umwendet1 um mit jemand zu sprechen1 kann man etwas wie eine schwache ,mitleidsregung lesen4 ,hinter ihnen sieht man immer mehr gehobene ,hnde vor der ,luft und bekommt dadurch den ,eindruck einer sehr groen lrmenden ,menge1 obgleich man auf der ,treppe nur zwei ,schreier sieht4 ,auch denkt man sich noch viele ,leute durch die zwei ,wchter verdeckt1 die sich1 dem ,beschauer nher1 auf der ,treppe bewegen und von denen der eine dem anderen etwas zuraunt4 ,noch weiter vorn dreht sich ein ,kriegsmann1 der in beschaulicher ,ruhe auf der ,treppe sa1 schwerfllig um1 um nach dem ,gegenstand der ,volkserregung zu blicken2 er benutzt dabei seinen ,schild mit dem rmischen ,kaiseradler -- den ,tizian natrlicherweise so1 wie er ihn kannte1 doppelkpfig1 gebildet hat -- als ,sttze4 ,neben ihm sitzt ein halbwchsiger ,gassenbengel1 mit einem ,hunde spielend1 auf den ,stufen und schreit aus reiner ,lust am ,schreien in das vor dem ,bilde befindlich zu denkende ,volk hinein1 -- eine ,gestalt aus dem ,leben4 ,der tobende ,pbel ist das ,werkzeug1 dessen sich die einflureichen ,widersacher des ,heilandes bedienen2 diese selbst sehen wir durch zwei am ,fue der ,treppe miteinander sprechende ,charakterfiguren von ,pharisern vertreten3 einen galligen1 schwarzbrtigen ,fanatiker und einen salbungsvollen kahlkpfigen ,fettwanst in rotem ,gewande und kostbarem ,pelzkragen4 ,hinter diesen beiden halten zwei ,reiter3 ein ,trke auf einem weimhnigen ,fuchs und ein geharnischter vornehmer ,herr auf einem ,schecken4 ,der ,trke sieht feindselig auf ,christus hin3 der ,ritter scheint ihn auf die ,erbrmlichkeit des wankelmtigen ,volkes aufmerksam zu machen4 ,den beiden ,reitern folgt ein ebenfalls berittener ,bannertrger1 der die mit einem eingestickten ,r 7,roma7 gezeichnete ,fahne schwingt4 ,in dem ,trken erkannten die ,zeitgenossen den ,sultan ,soliman1 dessen ,gegenwart unter den ,widersachern ,christi sehr zeitgem erschien4 ,die ,versuchung1 den ,ritter1 der eine ,rstung nach der ,mode der ,zeit trgt -- wie denn berhaupt in der ,kostmierung der ,figuren ,antikes und ,modernes unbefangen durcheinander gemischt ist --1 ebenfalls auf eine bestimmte ,persnlichkeit zu deuten1 lag nahe2 aber die ,deutungen1 auf die man gekommen ist1 haben keinen ,sinn4 ,dem ,besteller des ,bildes1 der zu ,tizians nherem ,freundeskreise gehrte1 und manchem anderen ,beschauer wird es ein besonderes ,vergngen gewesen sein1 zu bemerken1 da zum ,kopf des ,pilatus der gottlose ,sptter ,aretin ,modell gesessen hatte4 -- ,tizian hat das ,bild mit einer augenflligeren ,bezeichnung versehen1 als er sonst zu thun pflegte3 auf der ,treppe liegt ein ,zettel mit der ,aufschrift3 ,titianus ,eques ,ces4 7kaiserlicher ,ritter7 #aedc48 ,illustration3 ,abb4 #hg4 ,die ,jungfrau mit der ,fruchtschale8 7,tizians ,tochter ,lavinia74 ,im knigl4 ,museum zu ,berlin4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,groen ,verdru bereitete dem ,meister zu dieser ,zeit ein ,rechtsstreit mit der ,geistlichkeit der ,kirche ,s4 ,spirito in ,isola1 der im ,dezember #aedd noch nicht geschlichtet war und ihn veranlate1 sich mit der ,bitte um ,beistand an den ,kardinal ,alessandro ,farnese zu wenden4 ,fr diese ,kirche1 die neu ausgebaut worden war1 hatte ,tizian die ,herstellung eines ,altarblattes und mehrerer in die ,deckenfelder einzusetzenden ,bilder bernommen4 ,die ,ausfhrung dieser ,gemlde1 die er wahrscheinlich im ,jahre #aeda anfing1 scheint seine ,hauptarbeit im ,jahre #aedb gewesen zu sein und kam wohl erst #aedd zum ,abschlu4 ,und nun entstanden ,schwierigkeiten wegen der ,bezahlung1 die zu eben jenem ,rechtshandel fhrten4 -- ,die ,bilder1 um die es sich handelte1 befinden sich jetzt in der ,kirche ,s4 ,maria della ,salute4 ,das ,altargemlde ist dort in einer ,seitenkapelle angebracht worden4 ,es stellt die ,sendung des heiligen ,geistes dar4 ,leider hat es durch ,nachdunkeln viel an seiner ,wirkung eingebt4 ,die ,uffiziengalerie zu ,florenz besitzt eine ,sepiazeichnung1 die als ein ,entwurf ,tizians zu diesem ,gemlde gilt1 von dem sie in ,einzelheiten abweicht4 7,abb4 #gd74 -- ,acht ,rundbilder1 in denen die vier ,evangelisten und die vier groen ,kirchenlehrer als lebenswahre ,persnlichkeiten verbildlicht sind1 schmcken die ,decke des ,chors4 ,in der ,sakristei sind die brigen ,deckenbilder angebracht3 drei in khnen ,verkrzungen aufgebaute ,gruppen1 die den ,brudermord ,kains1 das ,opfer ,abrahams und ,davids ,sieg ber ,goliath schildern4 ,illustration3 ,abb4 #hh4 ,tizians ,tochter ,lavinia4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,ein sehr schnes ,altargemlde1 dessen ,entstehung in eben diese ,zeit gesetzt wird1 befindet sich im ,dom zu ,verona4 ,mari ,himmelfahrt ist darauf dargestellt1 nicht in einer so machtvollen ,komposition1 wie diejenige des inhaltsgleichen greren ,gemldes in ,venedig ist1 aber mit groer ,innigkeit und hoher ,farbenpoesie4 ,die ,gruppe der am leeren ,grabe versammelten ,apostel steht prchtig und vollfarbig auf blauwolkiger ,luft4 ,maria1 eingehllt in den dunkelblauen ,mantel1 schwebt von ,wolken getragen1 in halb sitzender1 halb kniender ,stellung1 auf die ,erde zurckblickend und betend1 vor einem lichten ,goldton1 der von rosigen ,cherubim umsumt und von hellgrauem ,gewlk eingeschlossen ist4 ,karl ,v4 hatte zu ,busseto ein ,bildnis seiner verstorbenen ,gemahlin1 ,isabella von ,portugal1 an ,tizian bergeben1 um danach ein neues zu malen4 ,whrend der ,dauer des vierten ,krieges zwischen dem ,kaiser und dem ,knig von ,frankreich konnte der ,meister begreiflicherweise kein ,gemlde an den ,kaiser gelangen lassen4 ,aber gleich nach der ,beendigung des ,feldzuges durch den ,frieden von ,crespy1 im ,herbst #aedd1 schickte er zwei ,bildnisse der ,kaiserin an ,karl ,v41 mit einem ,begleitschreiben1 in dem er sich mit seinem ,alter und der ,weite des ,weges entschuldigt1 da er sie nicht persnlich berbringe4 ,von diesen ,bildern1 die der ,kaiser sehr hoch schtzte und die er nach seiner ,abdankung mit sich nach ,s4 ,yuste nahm1 ist eines vermutlich bei dem ,brande des ,knigsschlosses zu ,madrid untergegangen1 das andere befindet sich im ,pradomuseum4 ,bei seinem ,anblick denkt man nicht1 da es nicht nach dem ,leben gemalt ist1 und nur eine gewisse ,steifheit der ,zeichnung erinnert daran1 da ihm ein ,gemlde flandrischen ,ursprungs zu ,grunde gelegen hat4 ,tizians ,farbenreiz hat die ,erscheinung der ,kaiserin neu beseelt4 ,donna ,isabel1 mit sehr ernstem ,ausdruck in dem jugendlichen ,gesicht1 sitzt in einem juwelengeschmckten ,anzug von prchtigen roten ,stoffen vor einem ,brokatvorhang1 an einem ,fenster1 durch das man auf ,wald und ,berge sieht4 ,illustration3 ,abb4 #hi4 ,tizians ,selbstbildnis4 ,im knigl4 ,museum zu ,berlin4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,im ,jahre #aede malte ,tizian den ,herzog ,guidobaldo ,,ii4 von ,urbino und dessen ,gemahlin4 ,das ,frstenpaar residierte zu ,pesaro1 und ihr ,hof bildete einen ,sammelpunkt bedeutender ,mnner der ,politik und der ,litteratur4 ,in diesem gewhlten ,kreise spielte ,tizian damals eine groe ,rolle4 ,er malte dort eine ganze ,menge von ,bildnissen1 von denen leider nur die schriftliche ,kunde erhalten ist4 ,vielleicht gehrt zu den ,bildern aus ,pesaro das in der ,gemldegalerie zu ,kassel befindliche prchtige ,bildnis eines frstlichen ,herrn in ganzer ,figur1 von dem man nicht wei1 wer es ist4 ,man sollte an den ,herzog ,guidobald selbst denken1 wenn nicht etwa beglaubigte ,bildnisse dieses ,frsten vorhanden sind1 die der ,annahme widersprechen4 ,der in dem ,kasseler ,gemlde ,abgebildete ist eine nicht groe1 aber stolze ,erscheinung4 ,das lebhafte und selbstbewute ,gesicht ist von einem dichten braunen ,vollbart umgeben4 ,seine ,kopfbedeckung ist ein reichgestickter roter ,herzogshut mit roter ,strauenfeder4 ,der ganze ,anzug ist rot mit ,goldverzierungen2 das ,wams hat statt der rmel nur kurze1 in ,streifen geteilte ,achselstcke nach dem ,muster rmischer ,imperatorenrstungen und lt an den ,armen das graue ,eisengeflecht der unter dem ,wams getragenen ,panzerjacke frei4 ,so steht der ,frst als ,kriegsmann da1 mit ,schwert und ,dolch umgrtet1 den ,speer in der feinen1 aber fest zufassenden ,hand4 ,der zu dem ,kriegsanzuge gehrige ,helm steht neben ihm auf einer ,erderhhung2 er ist mit rotem ,leder berzogen1 das in seiner ,farbe und seinen ,goldverzierungen demjenigen des ,wamses ganz gleich ist1 und trgt ber einem ,helmschmuck in ,drachengestalt einen roten1 wiederum mit ,gold verzierten ,federbusch4 ,aber da der hohe ,herr nicht immer an ,kriegsthaten denkt1 lt er den ,beschauer auch wissen4 ,auf dem blumigen ,rasenteppich hat sich der ,liebesgott herangeschlichen2 der blickt schalkhaft zu ihm auf und schiebt den ,helm beiseite4 ,und neben dem ,kampf und der ,liebe erfreut ihn das edle ,weidwerk4 ,ein weier ,jagdhund mit gelben ,abzeichen streicht sich zuthunlich an ihm4 ,mit dem mag er gern das buschige grne ,gelnde durchstreifen1 das sich bis zu fernen ,bergen hinzieht1 deren duftige ,tne in der leichtbewlkten ,luft verschwimmen 7,abb4 #ge74 ,die ,ausfhrung dieses ,gemldes ist etwas ganz ,kostbares2 sie veranschaulicht vortrefflich die spielende ,leichtigkeit1 mit der der ,meister sein ,handwerkszeug nach fnfzigjhriger ,praxis beherrschte1 whrend er in seiner ,jugendzeit sich eines geduldigen ,durcharbeitens befleiigt hatte1 das den ,strich des ,pinsels nirgendwo sichtbar werden lie4 ,wenn man hier die ,landschaft1 die so wunderbar reizvoll wirkt1 in der ,nhe ansieht1 so wird man an die ,anekdote erinnert1 da ein kaiserlicher ,gesandter einmal mit ,staunen zusah1 wie ,tizian einen ,pinsel von dem ,umfange eines ,besens handhabte4 ,die ,figur und alles andere im ,vordergrunde ist mit einer entsprechenden ,leichtigkeit behandelt und dabei doch aufs wunderbarste durchgebildet1 bis zu den ,blmchen im ,grase hin1 und mit einer ,kennzeichnung der ,eigenart der natrlichen ,oberflche eines jeden ,dinges1 wie sie so vollkommen kaum jemand anders erreicht hat2 das weie ,fell des ,hundes zum ,beispiel ist ein technisches ,meisterstck1 das die ,geschicklichkeit der grten ,tiermaler in ,schatten stellt4 ,denselben ,reiz einer duftigen ,landschaft in ,grn und ,blau1 dieselbe ,formvollendung in der ,durchbildung eines ,kinderkrpers1 die nmliche ,feinheit in der ,farbigkeit des ,ganzen und eine ,verbildlichung des gleichen ,gedankens1 da die ,liebe den ,starken besiegt1 zeigte dem ,beschauer der in ,london im ,winter #ahid auf #ie veranstalteten ,ausstellung venezianischer ,kunstwerke ein dort in ,privatbesitz befindliches ,rundbild1 ein schnell gemaltes1 aber darum erst recht entzckend wirkendes ,dekorationsstck3 ,amor1 ein allerliebstes nacktes ,kind1 mit den ,bogen und scharfen ,pfeilen bewaffnet1 schreitet ber einen ,lwen1 der sthnend unter dem ,druck der leichten ,fchen zusammenbricht 7,abb4 #gf74 ,da dieses kostbare ,bild whrend des damaligen ,aufenthaltes ,tizians in ,pesaro entstanden ist1 darf man mit ,sicherheit annehmen2 denn es ist wohl zweifellos ein und dasselbe mit einem ,werk1 ber das eine ,nachricht vorhanden ist4 ,das ,portrt des zu jenem ,kreise gehrenden ,schriftstellers ,sperone war mit einem ,deckel versehen1 den das ,bild eines mit einem ,lwen spielenden ,kindes schmckte4 ,auch ,pietro ,aretino wurde im ,jahre #aede von ,tizian gemalt4 ,er hatte sich das ,bild erbeten1 um es dem ,herzog von ,florenz1 ,cosimo de' ,medici1 zum ,geschenk zu machen4 ,das treffliche ,portrt1 das uns von der ,person des gefrchteten ,federhelden ein ungeschminktes1 wenn auch freundschaftlich aufgefates ,abbild gibt1 wird in der ,sammlung des ,pittipalastes zu ,florenz aufbewahrt 7,abb4 #gg74 ,illustration3 ,abb4 #ij4 ,der ,untergang des ,pharao im ,roten ,meer4 ,kupferstich1 gestochen von ,domenico delle ,greche i4 ,j4 #aedi4 ,im ,herbst #aede folgte ,tizian den wiederholt vom ppstlichen ,hofe ergangenen ,einladungen und brach in ,begleitung seines jngeren ,sohnes ,orazio1 den er sich zum ,gehilfen erzog1 nach ,rom auf4 ,der ,herzog ,guidobaldo bernahm die ,kosten der ,reise und stellte sieben ,reiter als ,begleitungsmannschaft4 ,in ,rom wurde dem ,meister eine ,wohnung im ,vatikanischen ,palast angewiesen4 ,der ,empfang1 den er fand1 begeisterte ihn1 und der ,anblick der ,antiken versetzte ihn in ,entzcken4 ,er bedauerte1 wie er an ,aretin schrieb1 da er nicht zwanzig ,jahre frher nach ,rom gekommen wre2 aber auch jetzt noch1 als ein ,achtundsechzigjhriger1 hatte er die berzeugung1 da der ,aufenthalt in dieser groartigen ,kunstwelt fr sein ,kunstvermgen von ,nutzen sei4 ,allerdings war die rmische ,kunstweise des ,tages von der venezianischen von ,grund aus verschieden4 ,in ,michelangelo und ,tizian begegneten sich die ,hupter zweier ,richtungen1 die auf entgegengesetzten ,wegen der hchsten ,schnheit zustrebten4 ,hier strmte eine sonnig heitere ,freude an dem ,wirklichen ihre ,herzenswrme in ,farben aus1 um das ,natrliche knstlerisch zu verklren2 dort rang die formengewaltige ,schaffenskraft eines ,titanengeistes mit der ,natur1 um sie zu bermeistern4 ,so wenig wie die jngere ,knstlerschar hier wie dort den beiden ,groen gleichkommen konnte1 ebensowenig konnten die beiden ,greise einer von dem anderen etwas lernen wollen4 ,vasari begleitete eines ,tages ,michelangelo in die ,werkstatt ,tizians im ,vatikan1 und er hat das ,urteil fr die ,nachwelt aufgezeichnet1 das der alte ,florentiner auf dem ,nachhausewege ber den venezianischen ,maler aussprach3 ,dessen ,farbe und ,behandlungsweise gefalle ihm sehr2 aber es sei schade1 da man in ,venedig nicht zuerst ordentlich zeichnen lernte1 und da die dortigen ,maler nicht grndlicher im ,studium wren2 ja1 wenn dieser ,mann ber so viel knstlerisches ,wissen und so viel ,formsicherheit verfgte1 wie er natrliche ,begabung besitze1 besonders im ,nachbilden des ,lebens1 so wrde niemand mehr und besseres erreichen2 denn er habe eine schne ,auffassungsgabe und eine sehr reizvolle und lebendige ,malweise48 ,ebenso wird auch umgekehrt dem ,tizian ,michelangelo einseitig vorgekommen sein4 ,die erste ,aufgabe1 die ihm in ,rom gestellt wurde1 war ein ,gruppenbildnis von ,papst ,paul ,,iii4 mit dem ,kardinal ,alessandro ,farnese und dessen jngerem ,bruder ,ottavio1 dem ,schwiegersohn des ,kaisers4 ,dieses ,werk blieb -- unbekannt1 aus welchen ,grnden -- unvollendet4 ,das unfertige ,gemlde befindet sich im ,museum zu ,neapel1 als ein ,bestandteil der im ,jahre #aghf dem ,knigshaus von ,neapel zugefallenen ,farnesischen ,erbschaft 7,abb4 #gh74 ,mehrere andere ,portrts sowie einige religise ,bilder1 von denen berichtet wird1 sind wieder spurlos verschwunden4 ,erhalten aber ist ein ,meisterwerk mythologischen ,inhalts1 das ,tizian fr den ,prinzen ,ottavio ,farnese malte4 ,es befindet sich ebenfalls im ,museum zu ,neapel und stellt ,danae vor in dem ,augenblick1 wo ,zeus1 in einen goldenen ,regen verwandelt1 sich ihr naht4 ,auf weien ,kissen1 vor einem ,hintergrund1 der sich aus dem rotseidenen ,bettvorhang1 einer beschatteten ,wand mit einer ,sule auf dunkelgrnem ,sockel1 und einer duftigen ,landschaft unter wolkenlosem ,himmel zusammensetzt1 liegt ein junges ,weib von vollen1 ppigen ,formen und bebt in der ,ahnung unermelicher ,wonne dem ,gotte entgegen1 der sich in verborgener ,gestalt zu ihr herabsenkt2 ,amor1 der seine ,schuldigkeit gethan hat1 schleicht mit einem scheuen ,blick auf die ,wolke1 der der goldene ,regen entstrmen will1 still beiseite 7,abb4 #gi74 ,es gehrte die ,freiheit der ,anschauungen jenes ,zeitalters dazu1 einem ,maler derartige ,darstellungen aufzugeben4 ,tizian aber hat sich der gewagten ,aufgabe mit einer ,unbefangenheit und einer reinen ,schnheitsfreude entledigt1 als ob der ,geist des alten ,griechentums in ihm wieder lebendig geworden wre4 ,ottavio ,farnese bestellte auch eine ,venus8 bei ,tizian1 und es unterliegt wohl kaum einem ,zweifel1 da dieses ,gemlde in einem durch ,knig ,philipp ,,iv4 von ,spanien aus dem ,nachla des ,knigs ,karl ,i4 von ,england erworbenen und jetzt im ,pradomuseum befindlichen ,venusbilde wiederzuerkennen ist4 ,von einer ,verbildlichung der ,liebesgttin ist hier allerdings gar nicht die ,rede4 ,es ist vielmehr das ,portrt eines jungen ,weibes1 das sich einem vornehmen ,herren zu eigen gegeben hat1 und dieser ,herr zeigt sich im ,bilde1 wie er die ,geliebte mit ,musik unterhlt1 whrend er ihre ,reize bewundert4 ,nur ein ,tizian war imstande1 auch eine solche ,aufgabe so zu erfassen1 da er daraus ein poetisch verklrtes1 durch die ,zaubermacht seiner einzigen ,farbenkunst zu echtem ,schnheitsadel erhobenes ,werk schuf 7,abb4 #hj74 ,das ,venusbild des ,ottavio ,farnese -- das beglaubigte ,portrt ,ottavios auf dem ,gruppenbild zu ,neapel untersttzt die ,annahme1 da dieser der hier abgebildete ,kavalier sei -- ist ein wunderbares ,gemlde von hchster ,vollendung4 ,der helle ,krper des goldblonden jungen ,weibes -- ein ziemlich derb gebauter ,krper -- ruht auf einer brunlich-purpurnen ,sammetdecke1 die ber weie ,kissen gebreitet ist4 ,ein rotpurpurner ,seidenvorhang bauscht sich in schweren ,falten ber dem ,kopfende des ,lagers1 und gleich hinter dem ,lager sieht man auf die ,wiesen und die geraden ,baumreihen eines regelmig angelegten ,parks2 das ,grn nimmt einen dmmerigen warmen ,ton an in dem ,abendlicht1 das gelb unter einem grauen ,wolkenschleier hervorscheint4 ,auf dem ,fuende des ,ruhebettes sitzt der ,kavalier1 in ,schwarz und ,dunkelgelb mit hellblauem ,unterzeug gekleidet1 mit dem ,ritterdegen an der ,seite4 ,seine ,finger gleiten ber die ,tasten einer ,orgel1 und eben wendet er sich1 das ,spiel unterbrechend1 nach seiner ,schnen um2 vielleicht strt ihn das dunkelgoldfarbige ,hndchen1 das zu seiner ,herrin hinaufspringt4 ,diese legt die ,hand auf den kleinen ,strer1 und ihr halbes ,lcheln und der verlorene ,blick scheinen zu sagen3 ,wenn die ,musik der ,liebe ,nahrung ist1 ,spielt weiter48 ,illustration3 ,abb4 #ia4 ,prinz ,philipp von sterreich1 nachmals ,knig ,philipp ,,ii4 von ,spanien4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 ,das ,bild1 das hier die ,einkleidung fr eine ,portrtgruppe gab1 war auch geeignet1 in allgemeiner ,fassung an die ffentlichkeit gebracht zu werden4 ,gleich daneben hngt im ,pradomuseum ein ebenfalls sehr schnes1 aber doch nicht ganz so fein durchgearbeitetes ,gemlde1 das jenem ganz hnlich ist1 nur da das junge ,weib durch die ,hinzufgung eines ,liebesgottes1 der sich an ihre ,schulter schmiegt1 hier wirklich als ,venus gekennzeichnet ist1 und da der ,orgelspieler zu ihren ,fen den ,eindruck eines recht unbedeutenden ,jnglings macht4 ,ein anderes ,mal hat ,tizian fast die nmliche ,figur mit ,weglassung des ,musikers als ,venus gemalt1 die auf ,amors ,geflster lauscht 7,abb4 #ha74 ,dieses ,bild1 dessen ,empfnger vermutlich der ,herzog ,guidobaldo war1 ist aus der urbinatischen ,sammlung in die ,uffiziengalerie gekommen4 ,es reicht an poetischem ,farbenreiz weder an das in derselben ,galerie befindliche ltere ,venusbild1 noch an die beiden ,madrider ,bilder hinan2 doch bleibt es den ,nachahmungen spterer ,maler1 unter denen das ,dresdener ,venusbild mit dem ,lautenspieler die bekannteste ist1 immer noch weit berlegen1 nicht allein durch die ,farbe1 sondern auch durch die liebenswrdige ,natrlichkeit1 die alles so ungesucht erscheinen lt4 ,tizian blieb bis zum ,anfang des ,sommers #aedf in ,rom1 wo er nach ,vasaris ,zeugnis auch fr den ,herzog von ,urbino mehrere ,bildnisse malte4 ,den ,rckweg nach ,venedig nahm er ber ,florenz2 der ,herzog ,cosimo empfing ihn1 sa ihm aber nicht zum ,portrt4 ,von den ,werken1 die er nach seiner ,rckkehr in diesem ,jahre noch malte1 ist das ,bildnis des ,bandenfhrers ,giovanni de' ,medici1 des ,vaters des ,herzogs ,cosimo1 erhalten2 es befindet sich jetzt in der ,uffiziengalerie zu ,florenz4 ,aretin1 der feine politische ,laufbahn als ,sekretr des ,condottiere begonnen hatte1 lie das ,bild als ,geschenk fr den ,herzog ,cosimo malen2 als ,unterlage gab er dem ,maler eine ,totenmaske1 die er hatte anfertigen lassen1 als ,giovanni de' ,medici den ,folgen einer schweren ,verwundung erlegen war4 ,im ,jahre #aedg vollendete ,tizian ein vor fnf ,jahren bestelltes ,altarbild fr die ,hauptkirche des ,alpenstdtchens ,serravalle 7an der ,strae von ,conigliano nach ,capo di ,ponte bei ,belluno71 das sich dort noch befindet4 ,darauf ist die ,mutter ,gottes in den ,wolken thronend1 von ,engelkindern umringt1 dargestellt und zu ihren ,fen die ,apostel ,petrus und ,andreas2 zwischen diesen beiden sieht man in der ,entfernung ihre ,berufung am ,see von ,genezareth1 und in dieser ,nebendarstellung hat der ,meister eine rmische ,erinnerung verwertet1 indem er ,raffaels berhmte ,komposition desselben ,gegenstandes frei benutzte4 ,es erscheint unbegreiflich1 da ,tizian zwischen der ,erledigung aller an ihn herantretenden ,auftrge noch ,zeit fand1 ,bilder zu malen1 mit denen er seine ,wohnung und seine ,werkstatt schmckte4 ,von ,zeit zu ,zeit erhalten wir ,nachricht1 da ein ,kunstliebhaber gelegentlich ein ,gemlde von dem ,meister erwarb1 das er vorher nicht bestellt hatte4 ,so wird ber ein ,bild1 in dem das ,mahl zu ,emmaus dargestellt war1 berichtet1 da ein venezianischer ,patrizier es von ,tizian kaufte1 um es dann dem ,staate zu schenken4 ,dieses ,gemlde ist bis gegen ,ende des vorigen ,jahrhunderts im ,dogenpalast aufbewahrt worden1 und es wird in einem jetzt in der ,sammlung eines englischen ,lords befindlichen ,bilde wiedererkannt4 -- ,eine in ,einzelheiten abweichende1 im ganzen aber sehr hnliche ,darstellung desselben ,gegenstandes befindet sich im ,louvre4 ,wir blicken in den sulengetragenen ,vorbau des ,gasthauses1 der eine weite ,aussicht auf die im ,abendlicht glhende ,berglandschaft gewhrt4 ,an dem mit einem feinen ,tafeltuch gedeckten ,tische segnet ,christus das ,brot1 der eine der ,jnger fhrt beim ,erkennen des ,heilandes erstaunt zurck1 der andere faltet stumm die ,hnde zum ,gebet4 ,der ,wirt1 der in seiner huslichen ,arbeitstracht erscheint1 und ein wohlgekleideter ,diener warten auf 7,abb4 #hb74 ,gegen ,ende des ,jahres #aedg gab es einen groen ,andrang zu ,tizians ,haus2 ,scharen von ,menschen kamen1 um ,bilder von ihm zu kaufen oder wenigstens irgend ein kleines ,andenken seiner ,kunst zu erwerben4 ,denn ,tizian hatte vom ,kaiser die ,aufforderung erhalten1 zu ihm nach ,augsburg zu kommen1 wo am #a4 ,september der ,reichstag erffnet worden war4 ,die ,venezianer frchteten1 ihren groen ,meister zu verlieren1 sei es da der ,kaiser ihn bei sich behielte1 sei es da er den ,anstrengungen der fr einen ,mann seines ,alters unter den damaligen ,verkehrsverhltnissen doch sehr mhevollen ,reise unterliegen wrde4 ,illustration3 ,abb4 #ib4 ,die heilige ,margareta4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,mit ,genehmigung der ,photographischen ,gesellschaft in ,berlin47 ,fr mglichste ,bequemlichkeit der ,reise hatte der ,kaiser selbst gesorgt1 der alle ,kosten derselben zahlte4 ,so trat ,tizian mitten im ,winter1 ,anfang ,januar #aedh1 den ,ritt ber die ,alpen an und gelangte wohlbehalten nach ,augsburg4 ,in der fremdartigen ,umgebung und in dem geruschvollen ,leben1 das der ,reichstag in den kaiserlichen ,hofhalt brachte1 arbeitete der siebzigjhrige ,meister alsbald mit demselben ,flei1 als ob er sich in seiner gewohnten ,werkstatt befnde4 ,im ,mai mute er schon an ,aretin schreiben1 er mge ihm durch den nchsten kaiserlichen ,boten eine in ,augsburg nicht zu beschaffende ,ergnzung seines ,farbenvorrats schicken4 ,die erste ,aufgabe1 um deren willen der ,kaiser den ,maler hatte kommen lassen1 war1 da er ihn in der ,rstung und auf dem ,streitro male1 mit dem er im ,april des vorigen ,jahres in die ,schlacht bei ,mhlberg geritten war4 ,dieses groe ,reiterbildnis ,karls ,v41 das sich jetzt im ,pradomuseum befindet1 ist eins der allerschnsten ,gemlde1 die es berhaupt gibt4 ,es hlt die ,nachbarschaft der ,meisterwerke des ,velazquez1 die dort fr den heutigen ,beschauer die ,werke aller anderen groen alten ,meister niederdrckt1 ganz unbeschadet aus und steht als etwas vllig ,ebenbrtiges neben ihnen4 ,die ,gemlde des ,spaniers sind von malerischer ,poesie erfllt1 weil die in ihnen so wahr wiedergegebene ,natur1 mit solchen ,knstleraugen gesehen1 selbst poetisch ist2 ,tizian erreichte den ,schein von ,naturwahrheit mit selbstgeschaffenen ,farbenharmonien4 ,die ,gre der ,auffassung in diesem ,kaiserbilde ist einzig in ihrer ,art4 ,wir werden in das ,morgengraun des ,schlachttages versetzt4 ,das ,grn der ,landschaft liegt in brunlicher ,dmmerung1 in der ,ferne zeigen sich blaue ,hgel des ,elbufers4 ,der von ,wolkenstreifen durchzogene und von rauchartigem ,dunst berflorte ,himmel ist gertet2 diese ,rte hat etwas ,unheimliches1 man denkt unwillkrlich1 da sie den ,wiederschein von ,blut bedeute4 ,und etwas ,unheimliches1 ,drohendes liegt auch in der ,erscheinung des ,reiters1 der1 von den grellen ,lichtern seiner goldverzierten ,eisenrstung umblitzt1 auf seinem schwarzen1 rotgeschirrten ,schlachtro in kurzem ,galopp aus dem dunklen1 von der ,morgenrte durchglhten ,gehlz heraussprengt und seinen ,blick ber die vor ihn liegende ,ebene sendet4 ,der ,kaiser ist in voller ,rstung1 nur die gichtgequlten ,beine stecken in ,lederstiefeln2 der von einem schmalen roten ,tuch umwundene visierlose ,helm trgt einen ,busch von roten ,strauenfedern2 ber dem ,brustharnisch liegt die ,kette des ,goldenen ,vliees und die rote ,feldbinde4 ,rot sind auch die sammetne ,satteldecke und die ,panzerdecke1 sowie der ,federbusch des ,rappens4 ,die verschiedenen ,karmintne der verschiedenen roten ,stoffe sind durch goldene ,einfassungen und goldene ,besatzstreifen belebt4 ,das ist alles sehr prchtig und vornehm und doch auch dster gestimmt4 ,das marmorkalte ,gesicht des ,kaisers ist so bleich1 da es fast grnlich auf dem roten ,himmel steht4 ,die ,blicke sind vorwrts gerichtet1 wie der ,speer in der ,faust4 ,die ganze ,erscheinung des regungslos im ,sattel sitzenden ,reiters macht den ,eindruck eines sicheren und unaufhaltsamen1 jedem ,widerstand gewachsenen ,vorgehens4 ,das ,bild ist gleichsam eine ,verbildlichung des ,wahlspruches ,karls ,v43 ,plus ultra -- weiter68 7,abb4 #hc74a ,nicht als der erfolggekrnte ,sieger1 sondern als der verdsterte1 am ,gelingen seiner groen ,plne zweifelnde und zur ,schwermut sich neigende ,mann1 der sich nach ,tisch in eine ,fensterecke zurckzuziehen pflegte1 um stumm den ,gesprchen der anderen zuzuhren3 so erscheint ,karl ,v4 in einem andern ,gemlde1 das ,tizian ebenfalls im ,jahre #aedh zu ,augsburg ausfhrte1 und das sich jetzt in der ,mnchener ,pinakothek befindet4 ,ganz in ,schwarz gekleidet1 ohne irgend einen ,schmuck auer dem ,abzeichen des ,goldenen ,vliees1 sitzt der ,kaiser in einem mit karminrotem ,sammet gepolsterten und mit ,goldfransen verzierten ,eichenholzstuhl4 ,hinter seinem ,rcken ist ein goldbrokatener ,vorhang ausgespannt1 und den ,fuboden bedeckt ein ,teppich von ,scharlachtuch4 ,das hellgraue ,steinwerk der ,architektur umrahmt einen weiten ,blick in die sommerliche ,landschaft1 die sich unter grauem ,wolkenhimmel ausdehnt4 ,wenn man auch mehrfache ausgedehnte bermalungen von spterer ,hand an dem ,gemlde bemerkt1 so bleibt dessen groartige ,wirkung doch ungestrt 7,abb4 #hd74 ,illustration3 ,abb4 #ic4 ,prinz ,philipp von sterreich1 nachmals ,knig ,philipp ,,ii4 von ,spanien4 ,in der ,pittigalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,giacomo ,brogi1 ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #id4 ,danae und der goldene ,regen4 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,tizian malte auer dem ,kaiser noch eine ganze ,menge hoher ,personen in ,augsburg4 ,des ,kaisers ,bruder1 der deutsche ,knig ,ferdinand1 und seine ,schwester ,maria1 ,kniginwitwe von ,ungarn2 die zwei ,shne und fnf ,tchter des ,knigs ,ferdinand1 von denen eine mit dem ,herzog ,albrecht ,,iii4 von ,bayern vermhlt war2 die beiden ,tchter der verstorbenen ,schwester des ,kaisers1 ,isabella von ,dnemark1 nmlich die verwitwete ,herzogin ,christine und die ,gemahlin des ,pfalzgrafen ,friedrich ,,ii41 ,dorothea2 dann die ,witwe des ,bayernherzogs ,wilhelm ,i41 ,maria ,jakobine von ,baden2 ferner ,moritz von ,sachsen1 ,philibert ,emanuel von ,savoyen und der ,herzog ,alba1 sowie die berwundenen ,gegner des ,kaisers1 ,johann ,friedrich von ,sachsen und ,philipp von ,hessen3 alle diese saen ihm auf ,verlangen des ,kaisers1 der ihre ,bilder zu besitzen wnschte4 ,es ist ein ,verlust nicht allein fr die ,kunst1 sondern fr die ,weltgeschichte1 da diese ,bildnisse1 die zuerst nach den ,niederlanden und spter1 nach der ,abdankung ,karls ,v41 nach ,spanien gebracht wurden1 samt und sonders einer ,feuersbrunst zum ,opfer gefallen sind4 ,illustration3 ,abb4 #ie4 ,venus und ,adonis4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,der gefangene ,kurfrst von ,sachsen war in der ,rstung abgemalt1 die er bei ,mhlberg getragen hatte1 und man sah im ,gesicht die dort empfangene ,wunde4 ,ein anderes ,bildnis ,johann ,friedrichs1 ohne ,rstung1 das ebenfalls nach ,spanien ging1 ist nach ,deutschland zurckgekommen und befindet sich jetzt in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien4 ,aus den zahlreichen ,bildnissen1 die ,lukas ,cranach nach diesem seinem geliebten ,herrn gemalt hat1 ist die schwerfllige fette ,erscheinung ,johann ,friedrichs allgemein bekannt4 ,tizian hat die ,unfrmlichkeit der ,gestalt1 die durch den groen ,pelzberrock -- der auch aus den ,cranachschen ,portrts nicht fehlt -- und durch die weiten rmel des ,rockes noch vergrert wird1 nicht im geringsten gemildert1 die ,hnde hat er in ihrer formlosen ,gedunsenheit wiedergegeben1 und den auf einem unglaublich feisten ,halse sitzenden ,kopf mit seinen mchtigen ,fettlagen hat er mit einer solchen ,naturtreue gemalt1 da man den schweren ,herrn schnaufen zu hren vermeint4 ,aber die ,gre von ,tizians ,auffassungsweise hat in das ,bild etwas hineingebracht1 wozu dem biederen ,cranach all seine rhrende ,liebe und ,anhnglichkeit an den ,kurfrsten nicht verhelfen konnte3 man sieht in diesem ,kolo einen ,mann von hoher ,gesinnung1 einen vornehmen1 wahrhaft frstlichen ,herrn 7,abb4 #he74 ,erhalten ist ferner das ,bildnis des ,kanzlers ,nicolas ,granvella1 des ,vorsitzenden des ,reichstags 7,abb4 #hf74 ,es befindet sich im ,museum zu ,besanon1 als berbleibsel einer sehr reichen und auserlesenen ,kunstsammlung1 die ,granvella in dem ,palast1 den er sich hier in seiner ,heimat erbaut hatte1 zusammenbrachte1 und in der er eine stattliche ,reihe von ,meisterwerken ,tizians vereinigte4 ,tizian wrde trotz seiner ,arbeitskraft wohl nicht imstande gewesen sein1 die ,menge der in ,augsburg1 wo ihm doch auch zweifellos viele ,festlichkeiten ,abhaltung brachten1 bernommenen ,portrts -- auer den angefhrten werden noch andere genannt -- zu bewltigen1 wenn er nicht seinen ,verwandten ,cesare ,vecelli als ,gehilfen bei sich gehabt htte1 dem er die ,ausarbeitung von ,nebendingen berlassen konnte4 ,cesare war der ,sohn eines ,vetters von ,tizians ,vater2 er hat seinen ,namen besonders durch die ,herausgabe der ersten ,kostmkunde8 7,degli abiti antichi e moderni18 ,venedig #aeij7 bekannt gemacht4 ,der unermdliche ,meister erbrigte sogar noch die ,zeit1 fr die ,kniginwitwe ,maria von ,ungarn vier ,bilder mit den berlebensgroen ,gestalten von ,hllenqual erduldenden ,mnnern zu malen3 ,prometheus1 ,sisyphus1 ,ixion und ,tantalus4 -- ,als die ,knigin ,maria ihrem kaiserlichen ,bruder nach dessen ,abdankung nach ,spanien folgte1 nahm sie auch diese ,gemlde mit4 ,zwei derselben1 die schon ein ,jahrzehnt nach ihrer ,entstehung in schlechten ,zustand geraten waren1 sind untergegangen4 ,ob in dem ,prometheus und dem ,sisyphus1 die noch im ,pradomuseum bewahrt werden1 die ,tizianschen ,originale erhalten sind1 wird bezweifelt4 ,aber wenn diese beiden ,bilder ,kopien von der ,hand eines ,spaniers sein sollten1 so sind sie so vortrefflich gelungen1 da sie uns wie in ursprnglicher ,kraft die mchtigen1 groartig dsteren ,darstellungen des gefesselten ,titanen1 der in wilder ,qual sich unter dem zerfleischenden ,adler windet1 und des ,sisyphus1 der unter seiner ,felsenlast dem unerreichbaren ,berggipfel entgegenkeucht1 vorfhren4 ,im ,herbst #aedh trat ,tizian die ,heimreise an4 ,unterwegs malte er in ,innsbruck die drei jngsten ,tchter des ,knigs ,ferdinand1 ,kinder von einem1 fnf und neun ,jahren1 in einem ,gruppenbild4 ,das ,gemlde befindet sich jetzt in der ,sammlung des ,lord ,cowper4 -- ,es ist bemerkenswert1 das der geschftskluge ,knstler sich von dem ,knige als ,lohn fr seine ,leistungen ,bauholz aus einem ,tiroler ,walde erbat1 das er bei ,bauten1 die er vorhatte1 verwenden wollte4 ,vom ,kaiser hatte ,tizian eine ,anweisung auf ,verdoppelung des ihm aus der mailndischen ,staatskasse zugewiesenen ,jahrgehaltes bekommen4 ,aber die ,auszahlung dieser ,gelder konnte er nicht erwirken1 obgleich er es nicht an ,geschenken von ,bildnissen fehlen lie1 um seine dahin gerichteten ,bemhungen zu untersttzen4 ,aber auch so brachte er eine ansehnliche ,einnahme mit nach ,hause4 ,er vergrerte sein ,heim1 indem er zu dem ,hause1 worin er seit #aeca zur ,miete wohnte1 das ganze zugehrige ,grundstck erwarb4 ,den am ,strand der ,lagune1 der ,insel ,murano gegenber1 sich ausbreitenden ,garten hatte er schon vorher zu einer reizvollen ,anlage ausgestattet1 in der er oftmals frhliche ,feste veranstaltete4 ,als ein ,freund heiterer ,geselligkeit versammelte er gern einen ausgewhlten ,kreis von geistig bedeutenden und von hochstehenden ,mnnern in seinem ,heimwesen4 ,die alleinige ,dame des ,hauses wurde durch den ,tod von ,tizians ,schwester ,orsa1 im ,mrz #aedi1 seine ,tochter ,lavinia4 ,illustration3 ,abb4 #if4 ,die ,anbetung der heiligen ,dreifaltigkeit 7,la ,gloria874 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,laurent ,cie41 ,madrid47 ,lavinia war des ,vaters ,liebling1 und mehrere ,gemlde fhren uns die taufrische1 kindlich liebenswrdige ,erscheinung der zu straffer ,flle herangeblhten ,jungfrau vor ,augen4 ,ein ,bildnis ,lavinias1 dessen im ,jahre #aedi als eines in ,arbeit befindlichen ,werkes ,erwhnung geschieht1 ist der ,vermutung nach das jetzt im ,berliner ,museum befindliche ,bild einer jungen ,dame1 die eine blumengeschmckte ,fruchtschale in den erhobenen ,hnden trgt4 ,in einem vornehmen ,kleid von grnem ,seidendamast1 mit einem lose um die ,schultern geworfenen feinen weien ,schleier1 geschmckt mit einem kostbaren ,diadem in den goldblonden sich kruselnden ,haaren1 einem ,perlenhalsband und einem ,grtel von kunstvoller ,goldschmiedearbeit1 so tritt des ,knstlers ,tochter aus dem ,hause auf den ,altan1 an dessen ,eingangspfeiler ein dunkelroter ,vorhang zurckgeschlagen ist2 ihr ,krper biegt sich zurck1 um dem ,gewicht der gefllten ,metallschale1 die ihre weichen ,hnde mit biegsamen ,fingern halten1 entgegenzuwirken4 ,auf der ,schwelle bleibt sie noch einmal stehen und wendet den ,kopf zurck1 so da wir zugleich die runde ,linie ihres ,nackens und das ,gesicht mit seinen ,kirschenlippen und den unschuldigen braunen ,augen1 deren ,blick uns begegnet1 bewundern knnen4 ,so mag ,lavinias ,erscheinung oftmals das ,auge des zrtlichen ,vaters und schnheitsfrohen ,malers entzckt haben1 wenn sie in den ,garten hinaustrat1 um den ,gsten aufzuwarten2 nur hat der ,knstler den ,blick auf die ,heimatberge1 die man von dort aus in weiter ,ferne ber dem ,meere schimmern sah1 in die ,nhe gerckt 7,abb4 #hg74 -- ,neben diesem ,bild der ,jungfrau mit einer ,fruchtschale8 wird ein gleichartiges als ,mdchen mit einer ,schssel ,melonen8 erwhnt1 von dem aber nur eine ,kupferstichnachbildung erhalten ist4 ,illustration3 ,abb4 #ig4 ,ecce homo4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,das anmutige ,bewegungsmotiv war hier so glcklich gefunden1 da ,tizian dasselbe in einem ,bilde wiederholte1 dem er durch eine ,umnderung einen historischen ,titel und damit den ,charakter eines leichtverkuflichen ,werkes gab4 ,er verwandelte die ,fruchtschale in eine ,schssel mit dem ,haupte ,johannes des ,tufers und machte so aus ,lavinia eine ,salome4 ,in solcher ,gestalt sehen wir das liebliche ,mdchen1 das uns hier auch seine vollen ,arme durch eine durchsichtige ,hlle hindurch zeigt1 in einem ,gemlde von kstlichem ,farbenreiz1 das sich im ,pradomuseum befindet4 ,freilich pat das unschuldsvolle ,gesicht wenig fr die ,tochter der ,herodias4 ,dieser ,empfindung gibt eine ,sage ,ausdruck1 die sich an ein im ,besitze des ,lord ,cowper befindliches ,gemlde mit der nmlichen ,figur knpft3 auch hier soll das junge ,mdchen zuerst die ,salome vorgestellt haben2 nachtrglich aber habe der ,meister das abgeschlagene ,haupt zugestrichen und das prchtige ,schmuckkstchen1 das man jetzt dort sieht1 darber gemalt2 die abgespreizten ,finger erinnern noch an den in die ,hnde ,salomes gelegten ,ausdruck des ,widerwillens gegen die blutige ,last4 ,illustration3 ,abb4 #ih4 ,die schmerzenreiche ,mutter4 ,im ,museum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,im ,dezember #aedi machte ,tizian an ,ferrante ,gonzaga1 den ,bruder des verstorbenen ,herzogs ,federigo1 in einem auf die ,erwirkung des ,mailnder ,jahrgehaltes bezglichen und von einem ,kaiserportrt begleiteten ,briefe die ,mitteilung1 da er seine ,tochter verlobt habe4 ,der ,erwhlte war ein junger ,mann aus dem ,alpenstdtchen ,serravalle1 mit ,namen ,cornelio ,sarcinelli4 ,als glckliche junge ,braut mgen wir ,lavinia ,vecelli erkennen in dem so beraus liebenswrdigen1 mit wahrer ,zrtlichkeit in jedem ,strich gemalten ,bildnis in der ,dresdener ,galerie1 in dem sie als eine ganz in ,licht gehllte ,gestalt in weiem1 fein mit ,gold verziertem ,seidenkleid vor uns steht1 mit einem fhnchenfrmigen ,fcher -- wie solche in ,spanien heute noch gebraucht werden -- in der ,hand 7,abb4 #hh74 ,um dieselbe ,zeit1 wo er das ,bildnis seiner ,tochter malte1 fand der ,meister wohl auch die ,mue1 sich selbst zu portrtieren4 ,vasari erwhnt ein ,selbstbildnis1 das ,tizian fr seine ,kinder malte1 und setzt die ,entstehung desselben in die ,zeit um #aedc4 ,das schnste der erhaltenen ,selbstbildnisse ,tizians1 im ,berliner ,museum1 scheint ihn indessen in etwas vorgerckterem ,alter zu zeigen1 soda es eher gegen #aeei entstanden sein drfte4 ,in diesem ,bilde ist nur der ,kopf -- ein sehr schn geformter ,kopf -- ausgefhrt2 alles brige1 die ,jacke von heller ,seide1 der ,pelzberrock1 die goldenen ,ritterketten und die ,hnde1 von denen die eine auf dem ,schenkel ruht1 whrend die andere auf dem ,tische trommelt1 ist nur skizziert mit ,anwendung weniger ,farben -- ,tizian soll einmal gesagt haben1 mit ,schwarz1 ,wei und ,rot knne man1 wenn man die drei ,farben nur richtig anwende1 alles malen --4 ,skizziertes aber und ,ausgefhrtes sind von gleichem ,leben erfllt1 die ganze ,erscheinung spricht von ,thatkraft und rastloser ,arbeit1 aus den ,augen leuchtet ,feuer und ,geist 7,abb4 #hi74 -- ,das ,selbstbildnis in der ,sammlung von ,malerbildnissen in der ,uffiziengalerie 7s4 d4 ,titelbild7 zeigt den ,kopf in genau derselben ,ansicht und in hnlicher ,auffassung1 ist aber strker beschdigt und dabei weniger lebendig in der ,wirkung1 als das ,berliner ,bild4 ,das ,jahr #aedi ist noch bemerkenswert durch das ,erscheinen eines ,kupferstiches nach einer von ,tizian eigens zu diesem ,zwecke ausgefhrten ,zeichnung4 ,das seltene ,blatt stellt den ,untergang des ,pharao im ,roten ,meer vor und ist von ,domenico delle ,greche1 einem ,schler ,tizians von griechischer ,herkunft1 gestochen 7,abb4 #ij74 ,hauptschlich wird sich der ,meister whrend der ,jahre #aedi und #aeei wohl damit beschftigt haben1 diejenigen ,bilder1 die er in ,augsburg nur angelegt hatte -- denn da er die ganze ,menge seiner dortigen ,arbeiten in der ,zeit von kaum drei ,vierteljahren gleich vollstndig fertig gemacht htte1 ist nicht denkbar --1 mit ,ruhe zu vollenden4 ,im ,herbst #aeei wurde ,tizian zum zweitenmal nach ,augsburg berufen1 wo der ,kaiser inzwischen wieder einen ,reichstag erffnet hatte4 ,am #aa4 ,november berichtete er an ,aretin1 da der ,kaiser ihn mit der gewohnten ,hflichkeit empfangen und sich nach den mitgebrachten ,bildern erkundigt habe4 ,karl ,v4 gestattete ihm jederzeit ,zutritt1 und der freundschaftliche ,verkehr des sonst so abgeschlossenen ,herrschers mit dem ,maler erregte weithin ,aufsehen4 ,tizian traf jetzt einen deutschen ,kunstgenossen hier an1 der noch einige ,jahre lter war als er und sich eine ebenso unermdliche ,arbeitskraft bewahrt hatte1 in seiner knstlerischen ,auffassungsweise aber so ziemlich das gerade ,gegenteil von ihm war3 ,lukas ,cranach4 ,unter den dreiig ,bildern1 die der ,wittenberger ,meister zur ,unterhaltung seines gefangenen ,herrn in ,augsburg malte1 befand sich auch das ,konterfei ,tizians4 ,an die ,arbeitskraft ,tizians scheinen whrend seines diesmaligen ,aufenthalts in ,augsburg keine so ungeheuren ,anforderungen gestellt worden zu sein1 wie das vorige ,mal4 ,seine wichtigste ,aufgabe war es1 das ,bild des ,kaisersohnes ,philipp zu malen1 der aus ,spanien ber ,genua und ,mailand nach ,deutschland gekommen war1 um diesen ,teil von seines ,vaters ,reich kennen zu lernen4 ,die ,aufnahme1 welche ,tizian von dem dreiundzwanzigjhrigen ,prinzen machte1 diente zunchst einem ,paradebild als ,unterlage1 das sich jetzt im ,pradomuseum befindet4 ,es ist ein stolz und vornehm wirkendes ,gemlde4 ,philipp steht in weiem ,anzug und halber ,rstung vor einer dunklen ,wand auf einem dunkelroten ,teppich2 seine ,linke ruht auf dem ,degenkorb und die ,rechte auf dem ,helme1 der auf einer mit karminrotem ,sammet bedeckten ,konsole steht4 ,die rmel und die ,beinkleider sind mit ,stickereien verziert1 die ,rstung mit ,ciselierungen und ,vergoldungen reich geschmckt4 ,das an sich wenig anziehende1 von rotem ,haar und ,bart umgebene bleiche ,gesicht1 in dem das blutfarbige ,rot der hngenden ,unterlippe als vereinzelter starker ,farbenfleck steht1 hat durch die ,gre von ,tizians ,auffassung eine solche ,vornehmheit bekommen1 da die natrliche ,unschnheit hinter der ,hoheit verschwindet4 ,es ist vollkommen zu begreifen1 da die ,knigin ,maria von ,england1 der das ,gemlde zugeschickt wurde1 als ,philipp sich um sie bewarb1 ganz verliebt8 in das ,bild sein konnte4 ,bezeichnend fr den ,wert1 den die ,besitzerin des ,bildes1 ,maria von ,ungarn1 demselben beilegte1 ist der ,umstand1 da sie es der englischen ,knigin nicht schenkte1 sondern nur bis zur erfolgten ,vermhlung lieh4 ,erwhnenswert ist noch1 da ,maria von ,ungarn in dem ,schreiben1 mit dem sie die ,absendung des ,gemldes nach ,london begleitete1 hervorhob1 da man es nicht aus zu groer ,nhe betrachten solle4 ,die khne und freie ,malweise1 zu der ,tizian allmhlich gekommen war1 rechnete genau mit dem richtigen ,abstand1 den der ,beschauer einnehmen mu1 um ein ,bild als ,ganzes auf sich einwirken zu lassen4 ,illustration3 ,abb4 #ii4 ,die schmerzenreiche ,mutter4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,vielleicht wurden schon gleich in ,augsburg ,wiederholungen dieses ,bildnisses mit ,hlfe von ,schlern angefertigt4 ,von anderen ,werken1 die ,tizian damals dort malte1 erfhrt man nur wenig4 ,er verweilte auch nur whrend der ,zeit der kurzen1 zum ,malen so ungnstigen ,wintertage in ,augsburg4 ,bei der ,abreise nach ,schlu des ,reichstages1 im ,februar #aeea1 empfing er vom ,kaiser den ,auftrag zu einem sinnbildlichen ,gemlde1 in dessen ,thema schon die ,gemtsstimmung ,karls ,v4 ,ausdruck fand1 die ihn zu seiner ,abdankung bewegte4 ,der ,maler durfte ahnen1 was kein anderer voraussehen konnte4 -- ,tizian begleitete den ,kaiser nach ,innsbruck2 dort soll er eine groe ,allegorie mit den ,figuren der ganzen ,familie des ,herrschers gemalt haben2 aber man wei nichts weiteres ber dieses ,bild1 und die ganze ,nachricht beruht wahrscheinlich auf einer miverstandenen ,kunde von jenem ,auftrag1 den er mit sich nahm4 ,tizian sah den ,kaiser nicht wieder4 ,illustration3 ,abb4 #ajj4 ,tizian und ein venezianischer ,senator4 ,in der ,sammlung der ,knigin von ,england im ,schlosse ,windsor4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,im ,sommer #aeea war ,tizian wieder daheim4 ,mehrere ,jahre lang arbeitete er jetzt fast ausschlielich fr den ,kaiser1 fr den ,prinzen ,philipp und fr ,maria von ,ungarn4 ,die einzigen anderweitigen ,arbeiten aus der ,zeit bis #aeed1 von denen man wei1 sind einige ,bildnisse3 das in den ,uffizien befindliche ,portrt des ppstlichen ,nuntius in ,venedig ,lodocico ,beccadelli1 das die ,datumbezeichnung #aeeb im ,monat ,juli8 trgt2 das bei dem ,brande von #aegg untergegangene pflichtschuldige ,portrt des im ,sommer #aeec erwhlten ,dogen ,marcantonio ,trevisani2 ferner die nur durch ihre ,erwhnung in ,briefen ,aretins bekundeten ,bildnisse des kaiserlichen ,gesandten ,vargas und des ,thomas ,granvella4 ,im ,jahre #aeeb schickte ,tizian drei ,gemlde an den ,prinzen ,philipp nach ,spanien3 eine ,landschaft1 eine heilige ,margarete und eine ,knigin von ,persien82 der ,gegenstand des letzteren ,bildes war1 wie aus dem ,begleitschreiben des ,meisters hervorgeht1 frei von ihm gewhlt2 vermutlich war bei den zwei anderen dasselbe der ,fall4 ,erhalten ist von diesen ,gemlden nur das ,bild der heiligen ,margarete4 ,es befindet sich im ,pradomuseum4 ,die ,heilige ist nach der von den ,knstlern der ,renaissancezeit fters verbildlichten ,legende als die berwinderin eines ,drachens dargestellt4 ,sie schreitet in lebhafter ,bewegung ber den in langen ,windungen am ,boden liegenden und auch im ,tode noch ,grauen einflenden ,leichnam des ,ungeheuers hinweg1 das durch den ,anblick des ,kreuzes in ihrer erhobenen ,hand gettet worden ist2 in ihrem grnen ,gewande1 das ,hals und ,arme und das vorgesetzte ,bein unbedeckt lt1 hebt sie sich hell von der dsteren ,felsenlandschaft ab 7,abb4 #ib74 ,illustration3 ,abb4 #aja4 ,der ,doge ,antonio ,grimani in ,verehrung vor der ,erscheinung des ,glaubens4 ,im ,dogenpalast zu ,venedig4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari1 ,florenz74 ,im ,mrz des folgenden ,jahres lie ,tizian ein ,portrt ,philipps folgen4 ,es ist dies vermutlich das jetzt im ,museum zu ,neapel befindliche schne ,bild1 in dem der ,prinz1 wieder in ganzer ,figur1 in weiseidenem1 goldgesticktem ,anzug dargestellt ist1 und von dem sich eine etwas vernderte1 wohl teilweise eigenhndige ,wiederholung im ,pittipalast befindet 7,abb4 #ic74 -- ,in seinem ,begleitschreiben sagt ,tizian1 da die liebenswrdige und gndige ,antwort ,philipps auf seine vorige ,sendung an ihm das ,wunder gewirkt habe1 da er wieder jung geworden sei2 und er erwhnt1 da er mit dem ,fertigmachen der ,poesien8 beschftigt sei4 -- ,philipps dankende ,erwiderung hierauf enthlt die feinste ,artigkeit1 die dem ,knstler gesagt werden konnte1 indem die ganze ,bewunderung des ,bildnisses in die ,worte zusammengefat wird3 es ist eben von ,eurer ,hand84 ,illustration3 ,abb4 #ajb4 ,der ,sndenfall4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,wenn man die ,poesie81 welche ,tizian bald darauf nach ,madrid abschickte1 und die sich jetzt im ,pradomuseum befindet1 ansieht1 so mu man in der ,that sagen1 da der ,sechsundsiebzigjhrige wieder jung geworden ist4 ,die ,komposition dieses ,gemldes war freilich keine neue ,schpfung2 es ist nur eine ,umarbeitung der acht ,jahre frher in ,rom gemalten ,danae4 ,aber wie das von neuem empfunden1 und wie es gemalt ist1 das ist allerdings eine uerung von ,jnglingsfrische4 ,gegenstndlich unterscheidet sich das ,bild von jenem lteren dadurch1 da ,amor weggelassen und dafr eine hliche alte ,dienerin1 die eine starke ,gegensatzwirkung hervorbringt1 hinzugefgt ist4 ,es ist vielleicht weniger duftig1 als jenes1 aber dafr glhender2 und die ,malweise hat etwas1 man mchte sagen ,bebendes von einzigartigem ,reiz4 ,der ganze ,farbeneindruck wirkt wie ein bestrickender ,zauber4 ,die zarte ,haut des blonden ,weibes ist heller als das feine ,weizeug des ,bettes2 vor den dunkelpurpurnen ,vorhang schiebt sich die graue ,wolke1 die unter dem ,zucken rtlicher ,blitze den ,goldregen entsendet2 unter der ,jupiterwolke sieht man auf blaues1 weigemischtes ,gewlk1 gegen das die braune ,alte sich dunkel absetzt1 die sich bemht1 in ihrer ,schrze auch einige der ,goldtropfen aufzufangen4 ,es gibt zwei ,wiederholungen dieses ,gemldes1 mit ,abweichungen1 die sich hauptschlich auf die ,figur der ,alten erstrecken4 ,die eine befindet sich in der ,ermitage zu ,petersburg1 die andere 7,abb4 #id7 in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien4 ,beide mssen1 wenn sie auch den ,reiz des ,madrider ,bildes nicht erreichen1 als eigene ,arbeiten ,tizians angesehen werden4 ,der ,gegenstand fand eben groen ,beifall in jener ,zeit4 ,illustration3 ,abb4 #ajc4 ,johannes der ,tufer in der ,wste4 ,in der ,kunstakademie zu ,venedig4 7,nach einer ,originalphotographie von ,gebr4 ,alinari1 ,florenz47 ,eine zweite ,poesie81 ,venus und ,adonis darstellend1 lie ,tizian der ,danae einige ,monate spter1 im ,herbst #aeed1 folgen1 mit einem ,begleitschreiben1 in dem er dem ,prinzen seine ,glckwnsche zu der inzwischen 7am #be4 ,juli7 vollzogenen ,vermhlung mit der ,knigin von ,england darbrachte und mehrere andere ,gemlde gleicher ,art1 daneben aber auch ein ,bild religisen ,inhalts in ,aussicht stellte4 ,das ,gemlde kam zu ,philipps groem ,verdru in beschdigtem ,zustande in ,london an2 es war durch eine mitten quer durchlaufende ,falte entstellt4 ,die ,spur dieser ,knickung hat niemals ganz beseitigt werden knnen2 man sieht sie heute noch an dem jetzt im ,pradomuseum befindlichen ,bilde4 ,auch hier war der ,gegenstand1 das ,losreien des seinem ,todesgeschick entgegengehenden ,jnglings aus den ,armen der liebenden ,gttin1 nicht neu4 ,tizian hatte die ,komposition schon vor ,jahren geschaffen1 und seine ,schler haben sie oft wiederholt4 ,aber wiederum malte der greise ,meister in der ,neugestaltung ein von jugendlicher ,kraft der ,empfindung erflltes bezauberndes ,bild4 ,venus1 deren weiche ,haut in einem leuchtenden ,goldton schimmert1 sitzt auf einer mit ihren abgelegten ,gewndern bedeckten ,erhhung und umschlingt mit einem wunderbaren ,ausdruck von ,angst und ,liebe im ,gesicht den von ihrer ,seite aufgesprungenen ,adonis4 ,mit zhen ,armen angeschmiegt18 wird die biegsame ,gestalt von dem wegeilenden ,jngling mit herumgezogen1 der es eilig hat1 mit seinen beutelustig schnuppernden ,doggen1 denen ein gefleckter ,sprhund zugesellt ist1 in den nahen ,bergwald zu kommen4 ,denn schon zu lange hat der ,jger in den ,armen der ,liebe verweilt2 die ,strahlen des ,sonnengottes blitzen durch das sommerliche ,gewlk des dunkelblauen ,himmels1 der schwl ber der braungrnen ,landschaft liegt2 und ,amor ist im ,schatten einer dichten ,baumgruppe eingeschlafen4 ,nur einen ,augenblick hemmt ,adonis1 dessen brunlichen ,krper ein kurzer hellroter ,chiton bedeckt1 noch seinen ,schritt2 seine linke ,faust greift in die um seinen ,oberarm geschlungene ,koppelleine der starken gelben ,hatzhunde1 die ungeduldig vorwrts drngen2 mit der ,rechten den gefiederten ,wurfspeer fest umfassend1 hat er fr die ,geliebte nichts mehr1 als einen lchelnden1 bermtigen1 sorglosen ,blick1 den er in ihre ,augen wirft 7,abb4 #ie74 ,gegen diese wundervollen ,gemlde1 die dem ,bacchusfest8 und dem ,venusopfer8 kaum nachstehen1 fallen die in dem nmlichen ,museum befindlichen ,bilder1 welche ,tizian zu derselben ,zeit fr ,karl ,v4 gemalt hat1 merkwrdig ab4 ,am #ca4 ,mai #aeec hatte der ,kaiser von ,brssel aus an seinen ,gesandten in ,venedig folgenden ,brief geschrieben3 ,hier hat man gesagt1 ,tizian wre gestorben1 und obgleich das spter nicht besttigt worden ist und daher wohl nicht so sein wird1 so gebt ,uns doch ,nachricht ber die ,wahrheit1 und ob er gewisse ,bilder vollendet hat1 die er zu machen bernahm1 als er von ,augsburg abreiste1 oder wie weit er damit ist48 ,illustration3 ,abb4 #ajd4 ,der heilige ,dominikus4 ,in der ,galerie ,borghese zu ,rom4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,darauf lautete die ,antwort des ,gesandten ,vargas vom #cj4 ,juni3 ,tizian lebt und befindet sich wohl und ist nicht wenig erfreut1 zu wissen1 da ,eure ,majestt sich um ihn ,sorge machen2 er hatte mir frher von dem ,bilde der ,dreieinigkeit gesprochen1 ich habe ihn gemahnt1 und so arbeitet er eifrig daran und sagt1 da er es im ,laufe des ,september fertig bringen wird4 ,ich habe es gesehen1 und es scheint mir1 da es ein seiner wrdiges ,werk sein wird1 wie ein ,bild es ist1 das er schon fertig hat fr die ,durchlauchtigste ,knigin ,maria1 mit der ,erscheinung im ,garten vor ,magdelena4 ,von dem anderen ,gemlde sagt er1 es sei ein ,bild ,unserer ,lieben ,frau1 als ,gegenstck zu dem ,ecce ,homo1 das ,eure ,majestt besitzen1 und er knne1 da ihm das ,grenma nicht1 wie versprochen1 geschickt worden sei1 es nicht machen1 bis er diese fr die ,ausfhrung ntige ,angabe bekme48 ,es verging mehr als ein ,jahr1 bis ,tizian die beiden ,gemlde fertig hatte2 im ,september #aeed meldete er ihre ,vollendung dem ,kaiser1 und einige ,wochen spter sandte sie ,vargas nach ,brssel ab4 ,der ,gesandte berichtete an ,karl ,v41 ,tizian habe sich an dieser ,arbeit lange aufgehalten2 seine ,entschuldigung sei der ,wille und das ,verlangen1 den ,kaiser zufrieden zu stellen1 und die ,gte der ,bilder1 von denen das grere sicherlich ein sehr schtzbares ,werk sei4 ,auch ,tizian selbst erwhnt in seinem ,schreiben die ,mhe1 die er sich an der ,dreieinigkeit8 gegeben1 und da er es sich nicht habe verdrieen lassen1 die ,arbeit von mehreren ,tagen wiederholt wegzuputzen1 um das ,bild so gut werden zu lassen1 da es den ,kaiser und ihn selbst befriedige4 ,illustration3 ,abb4 #aje4 ,die ,weisheit4 ,deckenbild in der ,bibliothek von ,s4 ,marco zu ,venedig4 ,das sieht man nun freilich dem ,bilde an1 da es nicht in frischem1 frhlichem ,gu entstanden1 sondern mhsam zusammengeqult worden ist4 ,offenbar hat der ,meister sich fr den vorgeschriebenen ,gegenstand nicht erwrmen knnen4 ,der ,titel die ,dreieinigkeit8 sagt nicht genug1 und die spter gebruchlich gewordene ,benennung die ,glorie8 bezeichnet nur eine uerlichkeit des ,gemldes 7,abb4 #if74 ,oben sieht man die heilige ,dreieinigkeit in einem ,lichtglanz1 den unermeliche ,scharen von ,cherubim und ,seraphim umringen2 weiter unten steht auf der ,wolke die ,jungfrau ,maria als ,vermittlerin zwischen der ,gottheit und den sndigen ,menschen4 ,ihre ,frbitte wird in ,anspruch genommen durch eine ,gruppe von ,personen1 die1 in ,leichentcher gehllt -- gleichsam als ,auferstandene am ,tage des ,gerichts --1 auf tieferen ,wolkenschichten knieen2 das sind ,kaiser ,karl ,v41 der die ,krone niedergelegt hat1 und die ,kaiserin ,isabella1 die ,knigin ,maria von ,ungarn1 der ,prinz ,philipp und dessen ,schwester ,maria4 ,dieser ,gruppe reihen sich weiter unten einige ,nebenfiguren an1 unter denen der greise ,tizian kenntlich ist1 whrend ein anderer brtiger ,mann den ,gesandten ,vargas vorstellt1 der den ,meister um diese ,anbringung seiner ,person gebeten hatte4 ,von den ,betern aus nach vorn und wieder zurck und hinauf bis zur ,jungfrau ,maria hin bilden die ,patriarchen und ,propheten einen weiten ,ring von mchtigen1 in lebhafter ,bewegung hinaufschauenden ,gestalten2 in besonderer ,hervorhebung erscheinen in der ,mitte eine ,sibylle1 ,noah mit der ,friedenstaube und der ,gesetzgeber ,moses4 ,das ,ganze ist ein ,gewhl von ,figuren1 in derben1 aus dem ,kopfe gemalten ,formen2 die ,gewnder von ,gott ,vater1 ,christus und ,maria stehen in scharfem ,blau auf der lichtgoldigen ,glorie2 ein hnlicher blauer ,fleck wiederholt sich in der ,mitte des ,bildes1 in einem ,luftdurchblick zwischen den ,wolken2 den wahren ,tizianischen ,farbenreiz hat nur die feine dunstige ,landschaft ganz unten4 ,das kleine ,bild1 das gleichzeitig mit diesem groen ,gemlde an den ,kaiser gelangte1 stellt die schmerzenreiche ,mutter ,maria in etwas weniger als halber ,figur dar4 ,sein schon frher vorhandenes -- wahrscheinlich im ,jahre #aedg gemaltes -- ,gegenstck zeigt den dornengekrnten ,heiland im roten ,mantel1 mit gebundenen ,hnden 7,abb4 #ig74 ,diese ,schmerzensgestalt ist sehr ausdrucksvoll1 und ungezhlte sptere ,maler haben1 mit weniger ,glck1 dem ,meister den ,versuch nachgemacht1 das ganze bedeutungsvolle ,ecce homo68 in einer ,halbfigur oder einem ,brustbild auszusprechen4 ,aber zum erstenmal begegnen wir hier einem ,gemlde ,tizians1 dem der bezaubernde ,farbenreiz fehlt4 ,vielleicht trgt der ungewohnte ,malgrund einen ,teil der ,schuld2 denn die beiden ,gegenstcke sind auf ,schiefer gemalt4 ,die ,mater dolorosa8 wirkt ebenso wenig oder noch weniger als das ,ecce homo8 durch die ,farbe4 ,aber sie erfllt den ,zweck1 durch den ,ausdruck seelischer ,schmerzen zu rhren 7,abb4 #ih74 ,der kaiserliche ,empfnger schtzte jedenfalls die beiden ,bilder sehr hoch4 ,er lie sie zu einem ,klappaltrchen vereinigen1 und in dieser ,verbindung gehrten sie zu einer kleinen ,sammlung ,tizianscher ,gemlde1 die ,karl ,v4 mit sich in die ,stille von ,s4 ,yuste nahm4 ,dieselbe ,bevorzugung wurde einem anderen1 jetzt ebenfalls im ,pradomuseum befindlichen ,bilde der schmerzenreichen ,mutter zu teil4 ,dieses ,gemlde1 ebenfalls eine ,halbfigur 7,abb4 #ii71 ist in dem hbschen ,gesicht und in den ineinandergeschlagenen ,hnden noch ausdrucksvoller als jenes4 ,seine ,farbe ist krftig1 aber auch nicht wohlthuend2 der ber das rote ,kleid und den weien ,schleier geschlagene gelbgeftterte ,mantel ist furchtbar blau4 ,merkwrdig1 da der ,meister1 der sonst gerade mit der blauen ,farbe wahre ,wunder wirken konnte1 durch eine das ,auge verletzende ,anwendung dieser ,farbe das erste ,anzeichen einer ,abnahme seiner knstlerischen ,kraft gibt4 -- ,das ,hauptstck der ,sammlung von ,s4 ,yuste1 die auer religisen ,bildern auch das ,bildnis des ,kaisers in der ,rstung1 dasjenige der ,kaiserin und ein ,doppelportrt des ,kaisers und der ,kaiserin enthielt -- war das ,dreieinigkeitsbild4 ,dieses ,gemlde hing dem ,sterbebett gegenber1 und auf ihm lie ,karl ,v4 am #ba4 ,september #aeeh1 nachdem er eine ,zeitlang das auf seinen ,wunsch herbeigebrachte ,ehebildnis betrachtet hatte1 seine ,blicke haften1 bis er die weltmden ,augen schlo4 ,von dem ,gemlde fr die ,knigin ,maria1 das ,vargas im ,jahre #aeec schon vollendet in des ,meisters ,werkstatt sah1 ist nur ein ,bruchstck in das ,madrider ,museum gerettet worden3 der obere ,teil von der ,figur des ,auferstandenen mit der ,grtnerhacke in der ,hand2 der ,kopf steht warm und farbig auf einer sehr blauen1 hellwolkigen ,luft1 ber einer weien ,tunika liegt ein blaues ,obergewand4 ,tizians ,gesundheit war angegriffen1 whrend er an jenen ,werken fr den ,kaiser arbeitete4 ,er klagte um diese ,zeit einem ,arzt1 da es ,tage gebe1 an denen er sich gezwungen fhle1 mig zu gehen1 in jhem ,wechsel mit ,tagen1 an denen er mit wahrer ,leidenschaft male4 ,sein ,gemtszustand litt darunter1 da es ihm trotz aller ,bemhungen nicht gelang1 die reichlichen ,einknfte1 die der ,kaiser ihm angewiesen hatte1 auch wirklich zu bekommen4 ,am meisten aber drckte ihn der ,kummer ber seinen ltesten ,sohn ,pomponio1 der dem geistlichen ,kleid1 das er trug1 wenig ,ehre und dem ,vater wenig ,freude machte4 ,whrend ,tizian mit einer rhrenden vterlichen ,besorgtheit1 die manchmal geradezu die ,erscheinungsform der ,habgier annahm1 sich bemhte1 dem ,sohne ,pfrnden zu verschaffen1 vergeudete dieser1 was der ,vater erwarb4 ,im ,jahre #aeed erreichte der ,verdru ber den miratenen ,sohn eine solche ,hhe1 da ,tizian bewirkte1 da die ,pfrnde des mantuanischen ,stifts ,medole dem ,pomponio entzogen und einem ,vetter desselben bertragen wurde4 ,als ,tizian den nunmehrigen ,inhaber1 seinen ,neffen1 in ,medole besuchte1 wurde er krank und mute lngere ,zeit in dessen ,hause liegen4 ,zum ,dank fr die genossene ,pflege schenkte er ein ,altarbild in die ,kirche von ,medole1 eine religise ,allegorie1 die sich noch dort befindet4 ,wie krperliches und seelisches ,leiden ,furchen in das ,gesicht des ,meisters gruben1 sein ,aussehen gedrckt und seine ,haltung gebeugt werden lieen1 das zeigt uns sein ,selbstbildnis in einem im ,schlo zu ,windsor befindlichen ,doppelportrt1 wo er einem jngeren ,manne in senatorischer ,tracht1 dessen ,persnlichkeit nicht feststeht1 ber die ,schulter blickt 7,abb4 #ajj74 ,illustration3 ,abb4 #ajf4 ,die ,grablegung ,christi4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,laurent ,cie41 ,madrid47 ,gegen ,ende des ,jahres #aeed und in den ersten ,monaten des folgenden finden wir ,tizian mit der ,ausfhrung des ,bildnisses und des ,votivbildes des neuen ,dogen ,francesco ,venier beschftigt4 ,das waren die letzten amtlichen ,dogenbilder1 die ,tizian malte2 denn unter dem ,nachfolger ,veniers wurde er von dieser ,verpflichtung entbunden4 ,auf ,veniers ,veranlassung wurde ,tizian beauftragt1 auch zum ,gedchtnis des im ,jahre #aebc gestorbenen ,dogen ,antonio ,grimani ein ,votivbild zu malen1 da es whrend dessen kurzer ,regierungszeit nicht zur ,ausfhrung eines solchen gekommen war4 ,tizian nahm dieses ,gemlde alsbald in ,arbeit4 ,aber es wurde nie an seinen ,bestimmungsort gebracht1 sondern blieb in der ,werkstatt stehen4 ,diesem ,umstande verdankt es1 als das einzige seiner ,art1 die ,erhaltung4 ,es wurde nach des ,meisters ,tod1 von ,schlerhand fertig gemacht1 in dem ,saal der vier ,thren8 im ,dogenpalast aufgestellt1 wo es sich noch befindet4 ,wahrscheinlich hat die venezianische ,regierung daran ,ansto genommen1 da ,tizian hier den ,dogen nicht1 wie blich1 vor der ,mutter ,gottes1 sondern vor einer allegorischen ,gestalt1 der ,verbildlichung des christlichen ,glaubens1 im ,gebete knieen lt4 ,nach dieser ,gestalt wird das ,bild gewhnlich la ,fede8 7der ,glaube7 genannt4 ,die ,fides1 durch ,kreuz und ,abendmahlskelch nach dem ,herkommen gekennzeichnet1 erscheint in einem ,lichtschein1 den ein von ,cherubimkpfen angefllter ,wolkenring umgibt4 ,von der ,bewegung des ,herannahens in der ,wolke wehen ihr ,schleier1 das offene ,haar und der ,grtel rckwrts1 die ,falten des nach dem ,muster der ,antike gebildeten ,gewandes wallen4 ,mit der ,rechten hlt sie1 von einem kleinen ,engel untersttzt1 den ,kelch hoch in die ,hhe1 mit der ,linken hat sie das groe ,kreuz gefat1 das zwei ,engelkinder tragen helfen4 ,sie blickt hoheitsvoll und mit milder ,freundlichkeit zu dem ,dogen herab4 ,die irdischen ,gestalten1 der ,doge und sein ,gefolge1 bilden vor einer ,sulenarchitektur und einem schweren ,vorhang eine ,gruppe von prachtvoller ,wirkung4 ,grimani kniet in ,harnisch und ,pupurmantel auf einem ,kissen1 mit vorgestreckten ,hnden1 wie in antiker ,weise betend2 sein wunderbar ausdrucksvoller magerer ,greisenkopf trgt ein weies ,kppchen auf dem kahlen ,scheitel4 ,neben ihm kniet ein ,page im ,brokatgewand1 der die reichgeschmckte ,dogenmtze hlt4 ,hinter ihm stehen zwei ,krieger1 die stumm und befangen auf die ,erscheinung blicken1 zu der der ,frst mit ,hingebung und ,vertrauen aufschaut4 ,auf der anderen ,seite des ,bildes1 dem ,dogen gegenber1 steht der heilige ,markus1 eine majesttische ,gestalt2 er wendet1 von seinem ,buche aufblickend1 den schnen1 krftigen ,kopf nach der ,erscheinung um2 der kennzeichnende ,lwe liegt ihm zu ,fen4 ,zwischen ihm und dem ,dogen sieht man ber dem auf einen schmalen ,streifen beschrnkten ,steinboden1 der die smtlichen unteren ,figuren trgt1 ein ,stck ,venedig mit dem ,dogenpalast und dem ,markusturm 7,abb4 #aja74 ,am #ae4 ,januar #aeef verzichtete ,karl ,v4 zu ,gunsten seines ,sohnes auf die ,krone von ,spanien2 zugleich bergab er demselben seine italienischen ,besitzungen4 ,am #d4 ,mai schrieb der junge ,knig ,philipp ,,ii4 an ,tizian in dem gewohnten freundschaftlichen ,ton1 ihn mit ,amado nuestro8 7,unser ,geliebter7 anredend1 um ihm fr einen neulichen ,brief zu danken und seiner ,befriedigung darber1 da er demnchst wieder mehrere ,werke des ,meisters erwarten drfe1 ,ausdruck zu geben4 ,es hat etwas ,rhrendes1 wie der ,knig sich in diesem ,schreiben bemht1 den ,maler hinsichtlich der ,beschdigung des ,adonisbildes1 ber die er dem ,gesandten ,vargas recht heftige ,vorwrfe gemacht hatte1 zu beruhigen durch die ,versicherung1 der ,schaden sei durch ,unvorsichtigkeit beim ,auspacken in ,brssel entstanden4 ,doch unterlt er nicht1 die ,ermahnung hinzuzufgen1 ,tizian mge die neuen ,bilder recht sorgfltig verpacken4 ,wie aus dem ,schreiben des ,knigs hervorgeht1 hatte ,tizian die ,bilder1 die er damals fr ihn fertig hatte1 nicht genannt4 ,die nchste erhaltene ,nachricht ber ,absendung eines ,gemldes an ,philipp ,,ii4 gibt die ,kunde1 da eine im ,november #aeeg abgeschickte ,grablegung ,christi8 durch die ,schuld der ,thurn und ,taxisschen ,post verloren ging4 ,zu den1 wie man doch annehmen mu1 im ,sommer #aeef befrderten ,bildern gehrt vielleicht die im ,pradomuseum befindliche ,darstellung des ,sndenfalls1 von der man nur wei1 da sie aus der ,sammlung ,philipps ,,ii4 stammt1 ber deren ,anfertigungs- oder ,ablieferungszeit aber kein ,beleg vorhanden ist4 ,in dem obenerwhnten ,brief von #aeed spricht ,tizian von einem ,gemlde1 das er schon vor zehn ,jahren angefangen habe und jetzt zu vollenden beabsichtige4 ,in solcher ,weise knnte wohl das ,bild des ,sndenfalls entstanden sein4 ,denn in diesem mchtigen ,werk1 das leider die ,spuren von schweren1 wahrscheinlich bei dem ,brande von #agcd erlittenen ,beschdigungen trgt1 vereinigt sich die ganz breite und weiche ,malweise1 die ,tizian in seinem ,greisenalter zu einem staunenswrdigen ,mae ausbildete1 mit einer ,vollkommenheit der ,erfindung und ,gestaltung nach jeder ,richtung hin1 die den ,gedanken nahe legt1 da es in einer frheren ,zeit entworfen sein msse4 ,die ,gestalten von ,adam und ,eva stehen mit den warmen ,tnen des verschiedenartigen1 hier ganz lichten1 dort brunlichen ,fleisches in wunderbar feiner ,stimmung zu dem braungrnen ,gesamtton des ,landschaftlichen im ,vordergrunde1 der blauen ,ferne und der wolkigen ,luft2 und ebenso vollendet ist der ,zusammenklang der ,linien der beiden groartigen ,gestalten mit den ,linien der ,baumstmme und der belaubten ,zweige4 ,dazu die ,gre des ,ausdrucks6 ,eva zittert1 indem sie dem ,verlangen nachgibt und aus der ,hand des ,versuchers1 der aus dem ,schlangenleibe mit ,kopf und ,armen eines ,kindes1 eines teuflischen ,cupido1 hervorkommt1 die verbotene ,frucht entgegennimmt2 sie bedarf eines ,haltes und lehnt sich so schwer auf einen ,wurzelschling des ,baumes1 da das armdicke ,stmmchen sich unter dem ,drucke biegt4 ,adam ist sitzen geblieben1 hat nicht ja und nicht nein gesagt2 jetzt macht seine ,hand eine ,bewegung des ,zurckhaltens gegen das ,weib2 aber diese ,bewegung ist keine entschiedene mehr1 und sein ,blick hngt schon begehrlich an der glnzenden ,frucht 7,abb4 #ajb74 ,illustration3 ,abb4 #ajg4 ,die heilige ,magdalena4 ,im ,museum der ,ermitage zu ,st4 ,petersburg4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,eine in dem nmlichen ,briefe von #aeed angekndigte und vermutlich #aeef abgesandte ,darstellung von ,perseus und ,andromeda1 die von ,vasari besonders gerhmt wird1 und ein gleichzeitiges1 fr die ,knigin bestimmtes ,andachtsbild sind verschwunden4 -- ber welch mchtige ,schaffenskraft der ,meister noch verfgte1 bekunden mehrere fr ,venedig gemalte und noch dort befindliche ,werke1 die zweifellos auch der ,erfindung nach der ,zeit vom ,ende des achten und vom ,beginne des neunten ,jahrzehnts seines ,lebens angehren4 ,illustration3 ,abb4 #ajh4 ,bildnis eines ,unbekannten1 vom ,jahre #aefa4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,eine vornehme ,venezianerin1 ,elisabetta ,quirini1 beauftragte ,tizian1 fr die ,begrbniskapelle ihres im ,anfange des ,jahres #aeef gestorbenen ,gatten ,lorenzo ,massolo in der ,kirche der ,crociferi ein groes ,altargemlde mit der ,darstellung von dessen ,namensheiligem auszufhren1 und der ,meister schuf in ,erfllung dieses ,auftrages ein ,werk1 das als der ,assunta8 und dem ,petrus ,martyr8 ebenbrtig gepriesen wurde4 ,leider ist das ,gemlde so stark nachgedunkelt1 da seine ursprngliche ,wirkung sich kaum noch wrdigen lt1 zumal da es an seinem jetzigen ,aufenthaltsort1 in der ,jesuitenkirche1 nur sehr wenig ,licht bekommt4 ,in ,figuren von berlebensgroem ,mastab ist die ,marter des jugendlichen ,glaubenszeugen mit unbarmherziger ,lebenswahrheit geschildert4 ,auf dem von stattlichen ,gebuden eingeengten ,vorplatz eines ,tempels ist der ,eisenrost aufgestellt1 auf dem die schne ,gestalt des ,jnglings ausgestreckt ist4 ,es ist ,nacht1 und die ,beleuchtung geht von dem flackernden ,feuer unter dem ,rost und von einer in der ,hhe angebrachten ,pechfackel aus2 nur der heilige ,laurentius selbst wird noch von einem anderen1 berirdischen ,licht beleuchtet1 das durch ,finsternis und ,rauch hindurchdringt und zu dessen am ,nachthimmel gleich einem ,stern schimmernden ,quell der ,gemarterte ,antlitz und ,hand erhebt1 whrend die wilden ,schergen unter der ,aufsicht eines von ,soldaten begleiteten berittenen ,befehlshabers sich anschicken1 ihn umzuwenden und durch ,anschren des ,feuers und durch ,mihandlungen seine ,qual zu vergrern4 ,in dem ,blick des ,heiligen ist der ,sieg ber alle irdische ,qual so vollstndig ausgesprochen1 da der ,knstler es fr berflssig halten konnte1 die blichen vershnenden ,engelserscheinungen anzubringen4 ,vor der ,vollendung dieses groen ,gemldes1 das den ,meister sicher mehrere ,jahre hindurch beschftigte1 entstand ein kleineres ,altarbild1 das im ,jahre #aeeg als etwas ,neues in ,venedig besprochen und bewundert wurde4 ,das ist das jetzt in der ,akademie befindliche groartig erdachte ,bild des ,tufer ,johannes1 der als der ,prediger in der ,wste aus der ,felsenwildnis hervortritt und mit strengen1 glhenden ,augen zu den ,beschauern redet 7,abb4 #ajc74 ,als eine ,schpfung von hnlichem ,feuer und hnlicher ,gre der ,auffassung sei hier das ,bild eines anderen ,predigers1 des heiligen ,dominicus1 erwhnt1 das sich in der ,borghesischen ,galerie zu ,rom befindet und das zu derselben ,zeit entstanden sein knnte 7,abb4 #ajd74 ,auer den beiden ,altarbildern besitzt ,venedig noch ein ausgezeichnetes ,dekorationsstck von ,tizian aus derselben ,zeit4 ,in der von ,sansovino1 einem der liebsten ,freunde des ,meisters1 erbauten ,bibliothek von ,s4 ,marco wurde im ,jahre #aeef mit der ,ausschmckung des groen ,saales durch ,freskomalereien begonnen4 ,tizian hatte als ,preisrichter dem jungen ,veroneser ,paolo ,caliari als dem ,sieger im ,wettbewerb um diese ,aufgabe eine goldene ,kette berreicht4 ,whrend dieser hier arbeitete1 konnte der alte ,meister es sich nicht versagen1 in dem vor jenem ,saal gelegenen ,eingangsraum1 der im brigen nur mit architektonischer ,dekorationsmalerei geschmckt wurde1 das ,gerst zu besteigen und in das achteckige ,mittelfeld der ,decke die in den ,wolken thronende ,gestalt der ,weisheit zu malen4 ,als ob man sie drauen in der ,hhe she1 ist die mit wunderbarem ,geschick in das ,achteck hineinkomponierte ,figur in starker ,verkrzung von unten dargestellt4 ,in ein weies ,untergewand und ein um die ,beine geschlungenes gelbgrnes ,obergewand gekleidet1 das lorbeerbekrnzte ,haupt von einem gelben ,schleier umwallt1 lagert sie in erhabener ,ruhe auf dem ,wolkensitz1 mit einer entfalteten groen ,schriftrolle in der einen ,hand1 und mit der anderen eine ,tafel berhrend1 die ein ,flgelknabe ihr entgegenhlt4 ,dieses ,deckenbild ist ein in seiner ,art klassisches ,werk3 so gro und schn im ,gedanken und in den ,formen1 wie dekorativ wirkungsvoll als ,raumfllung 7,abb4 #aje74 ,illustration3 ,abb4 #aji4 ,tizians ,tochter ,lavinia als ,frau4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,illustration3 ,abb4 #aaj4 ,bildnis eines jungen ,mdchens4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,knig ,philipp ,,ii4 schickte1 nachdem er in ,gent die ,nachricht vom ,tode seines ,vaters empfangen hatte1 alsbald den durch eine eigenhndige ,nachschrift geschrften ,befehl an seinen ,statthalter in ,mailand1 da alle von ,karl ,v4 dem ,tizian bewilligten1 noch rckstndigen ,jahrgelder ausgezahlt werden sollten4 ,nach ,empfang dieses ,befehls setzte der ,statthalter1 der ,herzog von ,sessa1 ,tizian davon in ,kenntnis1 mit der ,aufforderung1 das ,geld in ,mailand abzuholen4 ,tizian beauftragte wegen seines ,alters1 das ihm das ,reisen nun doch beschwerlich machte1 seinen ,sohn ,orazio mit der ,empfangnahme der ,gelder4 ,orazio brach im ,frhjahr #aeei1 mit einer ,ladung von ,bildern ausgerstet1 nach ,mailand auf4 ,er verweilte dort lngere ,zeit1 da der ,herzog ihn mit der ,ausfhrung seines ,portrts beauftragte4 ,seine friedliche ,thtigkeit wurde durch ein schreckliches ,ereignis abgebrochen4 ,am #ad4 ,juni machte der ,bildhauer ,leone ,aretino1 bei dem er als ,gastfreund wohnte1 mit mehreren ,leuten einen ,mordanfall auf ihn1 um ihn zu berauben4 ,orazio lag1 von sieben ,degen- und ,dolchstichen getroffen1 am ,boden1 als durch das ,geschrei eines zufllig herbeikommenden ,dieners1 der auch noch drei ,stiche erhielt1 die ,nachbarschaft herbeigerufen wurde1 so da die ,mrder sich zurckziehen muten4 ,der schwer1 aber nicht tdlich ,verwundete wurde in eine ,herberge gebracht und durch den ,chirurgen des ,herzogs verbunden4 -- ,man kann sich denken1 in welche frchterliche ,aufregung der alte ,vater durch diese ,nachricht versetzt wurde4 ,er schrieb sofort an den ,knig und bat um strenge ,bestrafung des ,raubmrders4 ,wenn ,orazio das ,leben verloren htte1 versichert er in dem ,schreiben1 so wrde er1 der ,alte1 darber den ,verstand und somit auch die ,fhigkeit1 dem ,knige mit seiner ,kunst zu dienen1 verloren haben4 -- ,aber ,leone mu mchtige ,freunde in ,mailand gehabt haben2 er wurde nach kurzer ,zeit aus der ,haft entlassen1 das ,verfahren gegen ihn wurde hingeschleppt1 und erst nach ,jahren wurde die ,missethat durch eine ,geldbue geshnt4 ,mit dem ,schreiben ,tizians kreuzte sich ein ,schreiben ,philipps ,,ii41 worin dieser dem ,meister die ,weisung gab1 zwei als fertig angemeldete ,poesien8 ber ,genua abzusenden und ein neues ,bild der ,grablegung ,christi als ,ersatz fr das verloren gegangene anzufertigen4 ,illustration3 ,abb4 #aaa4 ,bildnis einer ,dame in rotem ,kleid4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,den letzteren ,auftrag fhrte ,tizian in der kurzen ,zeit von sechs ,wochen aus4 ,an den mythologischen ,bildern hatte er seit ,jahren mit ,flei gearbeitet4 ,am #bg4 ,september #aeei wurden die drei ,gemlde nach ,madrid abgeschickt4 ,tizian hatte noch ein viertes1 kleineres hinzugefgt1 das ,bild einer ,dame in gelber ,kleidung und morgenlndischem ,aufputz2 in seinem ,begleitschreiben bezeichnete er es als das ,abbild derjenigen1 die die unbedingte ,herrin seiner ,seele sei1 so da er dem ,knige nichts ,lieberes und ,kostbareres senden knne4 ber den ,verbleib dieses letztgenannten ,bildes1 in dem man wohl mit ,recht ein ,phantasieportrt ,lavinias vermutet1 ist nichts bekannt4 ,die beiden ,poesien18 in denen die ,mythen von ,diana und ,akton und von ,diana und ,kalisto in figurenreichen ,darstellungen geschildert werden1 sind im ,anfang des ,,xviii4 ,jahrhunderts von ,knig ,philipp ,v4 an den ,marquis von ,gramont verschenkt worden und befinden sich jetzt in der ,sammlung des ,lord ,ellesmere zu ,london4 ,das ,museum zu ,madrid bewahrt von ihnen sehr geschickt gemalte ,kopien in verkleinertem ,mastab1 die neben den lteren ,werken verwandten ,inhalts bekunden1 da der ,reiz1 den ,tizian in derartige ,darstellungen zu legen wute1 im ,erlschen war4 -- ,ein fesselndes ,werk ist die schnell gemalte ,grablegung1 die1 nachdem sie zuerst in ,aranjuez1 dann im ,escorial einen ,altar geziert hatte1 sich jetzt ebenfalls im ,pradomuseum befindet4 ,in der ,komposition unterscheidet sich dieses ,gemlde von dem um mehr als ein ,menschenalter frher entstandenen inhaltsgleichen ,pariser ,bilde hauptschlich dadurch1 da der heilige ,leichnam nicht zu ,grabe getragen1 sondern in einen ,marmorsarkophag hinabgesenkt wird4 ,von der ,herzenswrme und dem ,farbenzauber1 die in dem frheren ,bilde leben1 ist keine ,rede mehr4 ,aber das ,machwerk ist staunenswrdig4 ,in ein einigermaen eintnig zusammenklingendes ,ganze sind ein paar starke ,farben -- ,krapprot in der ,kleidung des ,nikodemus1 der in gebckter ,stellung die ,beine des ,heilandes hlt1 und ,blau im ,mantel der ,mutter ,maria -- keck hineingesetzt4 ,das ganze ,gemlde offenbart sich als das ,werk eines ,knstlers1 der ein ungeheures ,ma von ,wissen und ,knnen spielend beherrscht und dem es dadurch gelungen ist1 auch ohne viel ,aufwendung von ,herzensarbeit in glcklichem ,wurf noch ein schnes ,bild zu schaffen 7,abb4 #ajf74 ,illustration3 ,abb4 #aab4 ,bildnis einer ,dame in ,trauer4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,dresden4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,im ,jahre #aefj lie ,tizian ein ,bild der heiligen drei ,knige an ,philipp ,,ii4 abgehen4 ,auch dieses ,gemlde befindet sich im ,pradomuseum4 ,es wirkt trotz des malerischen ,prunkes in der ,schilderung des ,aufzuges der drei ,weisen1 die mit groem ,gefolge zu der ,htte in ,bethlehem gekommen sind1 nicht besonders anziehend1 und man mu ohne ,frage eine starke ,beteiligung von ,schlerhnden annehmen4 ,illustration3 ,abb4 #aac4 ,selbstbildnis1 wahrscheinlich aus dem ,jahre #aefb4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,mit ,genehmigung der ,photographischen ,gesellschaft in ,berlin47 ,ein erwhnenswertes ,zeugnis von der ,unternehmungslust des greisen ,knstlers ist es1 da er in einem ,schreiben vom #bb4 ,april #aefj dem ,knige den ,vorschlag machte die ,siege ,karls ,v4 in ,gemlden zu verherrlichen4 ,hauptzweck dieses ,schreibens war die ,klage ,tizians darber1 da er eine in ,genua fr ihn angewiesene ,summe ebensowenig ausgezahlt bekam1 wie vordem das mailndische ,gehalt4 ,es scheint18 sagt ,tizian ganz offen1 da ,eure ,majestt1 die ber die mchtigsten und stolzen ,feinde mit ,ihrer unberwindlichen ,macht zu siegen wissen1 den ,gehorsam ,ihrer ,beamten nicht besitzen48 ,illustration3 ,abb4 #aad4 ,ein venezianischer ,nobile4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,der ,knig scheint die ,ordnung dieser ,angelegenheit bersehen zu haben4 ,ein ,jahr spter kam ,tizian noch einmal auf die ,sache zurck und kndigte dabei ein ,magdalenenbild an1 das mit seinen thrnenvollen ,augen ihm als ,frsprecher dienen solle4 ,philipp ,,ii4 befahl darauf die sofortige ,auszahlung des ,geldes4 ,auch jetzt versuchten die ,genuesen noch1 den ,meister zu benachteiligen1 indem sie die ,summe anstatt in ,gold1 in ,silber schickten1 was einen ,unterschied von #bjj ,dukaten machte4 ,aber ,tizian meldete auch das ohne ,zaudern dem ,knig1 und er bekam von diesem alsbald in einem freundschaftlichen ,antwortschreiben die ,mitteilung von dem erlassenen ,befehl zur ,regelung der ,sache4 ,das erwhnte ,magdalenenbild wurde ,anfang ,dezember #aefa abgeschickt4 ,sein ,verbleib ist nicht nachzuweisen4 ,man darf annehmen1 da es bereinstimmend gewesen ist mit der aus dem ,nachla des ,meisters stammenden ausdrucksvollen ,halbfigur in der ,ermitage zu ,petersburg 7,abb4 #ajg74 ,von der ,beliebtheit dieser ,darstellung legt der ,umstand ,zeugnis ab1 da ,tizian dieselbe hufiger und unvernderter als irgend ein anderes seiner ,bilder mit ,beihlfe von ,schlern wiederholt hat4 ,in ganzer ,gre zeigt sich uns der alte ,tizian noch da1 wo er unmittelbar nach der ,natur gemalt hat1 im ,bildnis4 ,die ,jahreszahl #aefa liest man in der verstmmelten ,inschrift eines in der ,dresdener ,galerie befindlichen ,portrts eines schwarzgekleideten ,herrn mit der befremdlichen ,beigabe eines ,palmenzweigs in der ,hand 7,abb4 #ajh74 ,das vollendetste ,meisterwerk der ,bildniskunst seines hohen ,alters ist wohl das um dieselbe ,zeit gemalte ,portrt seiner ,tochter in der nmlichen ,galerie4 ,lavinia1 die im ,sommer #aeee von ,cornelio ,sarcinelli heimgefhrt worden war1 erscheint hier als eine zu krftiger ,flle ausgereifte ,frau mit einem wrdigen ,ausdruck in dem strker gewordenen ,gesicht1 der in seiner ,art ebenso ansprechend ist wie der ,unschuldsblick in ihrem ,mdchenbilde4 ,auf das in ,venedig von der ,mode verlangte ,bleichen des ,haares hat sie in dem ,bergstdchen1 wo sie jetzt lebte1 verzichtet3 das ,haar zeigt statt des goldigen ,blond seine natrliche kastanienbraune ,farbe4 ,sie trgt ein mit weien ,seidenpuffen und mit ,goldlitzen verziertes ,kleid von grnem ,sammet und hlt einen groen ,fcher aus ,strauenfedern in der ,hand2 im ,haar1 an ,hals und ,brust und am ,grtel glnzen ,perlen und anderes ,geschmeide1 ein ,teil ihres ,juwelenbesitzes1 ber den ihr ,gatte dem ,vater eine besondere ,quittung zu der ,empfangsbescheinigung ber die ansehnliche ,mitgift ausgestellt hatte4 ,kleidung und ,schmuck1 ,fleisch und ,haar sind mit einem braunem ,hintergrund zu vollendeter ,farbenschnheit zusammengestimmt 7,abb4 #aji74 -- ,es mag gestattet sein1 an dieser ,stelle auch die drei anderen weiblichen ,bildnisse zu erwhnen1 welche die ,dresdener ,galerie als ,werke ,tizians besitzt3 das ,mdchen mit der ,vase 7,abb4 #aaj71 die ,dame im roten ,kleid 7,abb4 #aaa7 und die ,dame in ,schwarz mit dem ,trauerschleier 7,abb4 #aab74 ,bei diesen drei ,bildern1 von denen das erstgenannte leider durch starke bermalung seinen besten ,reiz verloren hat1 ist ,tizians ,urheberschaft nicht ganz unzweifelhaft4 ,aber selbst als ,werke von ,schlern oder ,nachahmern wrden sie von dem ,geist des ,meisters ,zeugnis ablegen1 der es in unerreichter ,weise verstanden hat1 jedem ,portrt seine besondere ,auffassung zu geben und aus jedem ein vollendetes ,kunstwerk von besonderer malerischer ,eigenart zu machen4 -- ,in demselben ,sinne darf auch das prchtige ,bildnis eines venezianischen ,edelmannes in der ,mnchener ,pinakothek 7,abb4 #aad7 angefhrt werden4 ,im ,jahre #aefb malte ,tizian1 wie ,vasari berichtet1 ein ,selbstportrt4 ,dieses drfen wir wohl in dem im ,pradomuseum befindlichen ,bilde erkennen1 das den ,meister in der ,seitenansicht mit ganz wei gewordenem ,barte zeigt 7,abb4 #aac74 ,illustration3 ,abb4 #aae4 ,die heilige ,jungfrau mit dem ,jesusknaben4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,im ,april #aefb hatte ,tizian1 nach lngerer ,arbeit als er gedacht hatte1 zwei vor ,jahr und ,tag angekndigte neue ,gemlde fr ,knig ,philipp ,,ii4 fertig4 ,das eine stellte das ,gebet ,christi am lberg dar1 das andere den ,raub der ,europa4 ,ein kleines ,bild1 dessen ,gegenstand nicht genannt wird1 war kurz vorher nach ,spanien abgegangen4 ,die ,europa auf dem ,stier8 wird als ein hervorragendes ,werk geschildert2 sie ist1 wie die ,bilder von ,akton und von ,kalisto1 im vorigen ,jahrhundert nach ,frankreich gekommen1 und befindet sich jetzt in ,england in der ,sammlung des ,lord ,darnley4 ,von ,christus am lberg8 sind zwei von einander verschiedene ,bilder im kniglichen ,besitz in ,spanien vorhanden4 ,das eine befindet sich noch im ,escorial und ist1 wie die meisten ,gemlde1 die bei der ,einrichtung des ,pradomuseums dort zurckgelassen wurden1 in sehr verdorbenem ,zustande4 ,das andere1 im ,pradomuseum1 ist ein merkwrdiges ,nachtstck3 zwei ,kriegsleute1 von denen einer eine ,laterne trgt1 suchen den ,heiland1 der1 von einem sanften ,himmelslicht bestrahlt1 in der ,ferne auf dem ,berge kniet und betet2 die ,christusfigur ist das einzige ,farbige und ,beleuchtete auf dem ,bilde4 ,in dem ,begleitschreiben zu jenen ,gemlden berichtete ,tizian dem ,knig1 da er an einem ,marienbild arbeite1 und er gibt die ,versicherung1 da er trotz seines ,entschlusses fr den ,rest seiner hohen ,jahre sich etwas ,ruhe zu gnnen1 fortfahren werde1 dem ,knige mit seiner ,kunst zu dienen4 ,zwischen diesem und dem nchsten erhaltenen ,briefe des ,meisters an ,philipp ,,ii4 liegen fnfzehn ,monate4 ,da die ,zwischenzeit durch ,werke ausgefllt wurde1 ber die nur die ,nachrichten fehlen1 ist um so eher anzunehmen1 als in dem ,brief1 worin der ,knig schreibt1 da er die ,bilder ,christus am lberg8 und ,europa8 erwarte1 der ,nennung dieser beiden die ,worte und die brigen8 7y los demas7 hinzugefgt sind1 und als auch ber die ,vollendung und ,versendung jenes ,marienbildes keine ,kunde erhalten ist4 ,ein ,marienbild1 das dieser ,zeit anzugehren scheint und das angeblich aus ,spanien gekommen ist1 besitzt die ,mnchener ,pinakothek3 eine lebensgroe1 lebendig bewegte ,gruppe von ,mutter und ,kind mit ,abendstimmung in der ,landschaft 7,abb4 #aae74 -- ,vielleicht darf man hierhin die ,entstehung und bersendung eines ,gemldes setzen1 ber das weiter nichts ,schriftliches vorliegt1 als seine ,nennung in einem von ,tizian spter aufgestellten ,verzeichnis der ,bilder1 welche der ,knig von ihm empfangen hatte3 ,venus mit ,amor1 der ihr den ,spiegel hlt84 ,zwar ist das nach ,spanien geschickte ,bild dieses ,gegenstandes verschollen2 aber die ,sammlung der ,ermitage zu ,petersburg besitzt ein aus dem ,nachlasse des ,meisters stammendes anderes ,exemplar desselben4 ,auch gibt es davon mehrere von ,schlern ausgefhrte ,wiederholungen4 ,venus sitzt in einem pelzbesetzten ,morgenrocke von tiefrotem ,sammet1 aus dem sie den linken ,arm herausgezogen hat1 so da durch das ,niedergleiten des ,kleidungsstckes der ,oberkrper entblt worden ist1 auf einem mit gestreiftem ,polster bedeckten ,ruhebett und betrachtet ihr ,gesicht in dem ,spiegel1 den ein stmmiger kleiner ,liebesgott mit ,kraftaufwand vor ihr hochhlt4 ,das helle ,fleisch wird auer durch das ,rot und ,braun des ,gewandes durch einen dunkelolivengrnen ,vorhang und eine brunliche ,wand prchtig hervorgehoben4 ,das blonde ,haar1 goldene ,armbnder1 das gelbe ,kcherband ,amors -- der ,kcher selbst liegt abgebunden zu dessen ,fen -- und die gestickte ,borte des ,gewandes spielen mit ihren verschiedenen ,goldtnen reizvoll in das khle ,fleisch und das warme ,purpurrot hinein4 ,ein vereinzelter blauer ,fleck -- das ,tchlein1 das ,amor in die ,hand genommen hat1 um den ,ebenholzrahmen des ,spiegels damit anzufassen -- steht in feiner ,zusammenstimmung zwischen dem gelben ,kcherband und dem roten ,gewande4 ,auf dem ,petersburger ,exemplare ist ein zweiter ,liebesgott hinzugefgt1 der hinter dem ,spiegel stehend und von diesem beschattet1 sich aufreckt1 um der ,venus einen ,kranz ins ,haar zu setzen 7,abb4 #aaf74 ,illustration3 ,abb4 #aaf4 ,venus mit dem ,spiegel4 ,in der ,ermitage zu ,st4 ,petersburg4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,im ,juli #aefc teilte ,tizian dem ,knig ,philipp ,,ii4 mit1 da er beabsichtige1 nach so vielen ,fabeldarstellungen ihm ein groes religises ,geschichtsbild zu bersenden2 und zwar sollte dies ein vor sechs ,jahren angefangenes ,bild des letzten ,abendmahles des ,herrn in lebensgroen ,figuren sein4 ,nach dem ,wortlaut des ,briefes fehlte nicht mehr viel an der ,vollendung des ,gemldes4 ,aber erst im ,herbst #aefd wurde das umfangreiche ,werk fertig4 ,garcia ,hernandez1 der spanische ,geschftstrger in ,venedig1 war berzeugt1 da ,tizian die ,ablieferung des ,bildes absichtlich verzgere nach seiner ,schlauheit und ,habsucht81 bis zum ,eintreffen eines ,befehls von seiten des ,knigs zur ,berichtigung der wieder vorhandenen ,rckstnde4 ,tizian hatte wohl gelernt1 mitrauisch in dieser ,beziehung zu sein4 ,philipp ,,ii4 aber gab sich ehrlich ,mhe1 ihm zu allem was ihm zugesichert worden war1 zu verhelfen2 er erlie im ,jahre #aefd dahingehende ,befehle nicht nur an den ,statthalter von ,mailand1 sondern auch an den ,vizeknig von ,neapel1 der die ,verwirklichung gewisser ,einknfte von dort1 die ,karl ,v4 vor vielen ,jahren dem ,meister angewiesen hatte1 ohne da dieser jemals zu deren ,genu gekommen wre1 besorgen sollte4 -- ,das ,mittel des ,bilderverschenkens an magebende ,persnlichkeiten wendete der alte ,tizian noch immer an4 ,hernandez flicht in seinen ,bericht an den ,minister ,perez in ,madrid1 der jene uerung ber ,tizian enthlt1 die ,bemerkung ein1 wenn der ,minister einige ,schelchen von dessen ,hand8 haben wolle1 so sei die ,gelegenheit gnstig4 ,der ,alte1 der immer arbeiten knne1 sagt er1 wrde1 wenn er ,geld she1 mehr thun1 als mit seinem ,alter vereinbar sei4 ,das ,bild des ,abendmahls bezeichnet er als eine wunderbare ,sache1 die von ,kunstverstndigen und von allen die es sehen1 zu den besten ,werken des ,meisters gezhlt wrde4 -- ,jetzt ist dieses ,gemlde1 das im ,refektorium des ,escorial hngt1 nur noch eine ,ruine4 ,die ,luft im ,escorial scheint der ,erhaltung von ,gemlden nicht gnstig zu sein2 so ist das ,bild im ,lauf der ,zeit so oft durch bermalungen aufgefrischt8 worden1 da kaum noch etwas ,ursprngliches von seiner ,farbe zu sehen ist2 auerdem aber ist ihm oben1 um es der ,wand anzupassen1 der ganzen ,lnge nach ein breites ,stck abgeschnitten worden1 so da auch die durch den ,linienzusammenklang der ,figuren mit der ,architektur bedingte ,wirkung der ,komposition zerstrt ist4 ,einige ,monate vor der ,absendung des ,abendmahlsbildes hatte ,tizian dem ,knig1 wohl um ihm eine kleine ,entschdigung fr das lange ,warten auf jenes ,gemlde zu geben1 ein ,bildnis der rmischen ,knigin ,maria1 der mit ihrem deutschen ,vetter ,maximilian1 dem nachmaligen ,kaiser1 vermhlten ,schwester ,philipps ,,ii41 geschickt4 ,das ,portrt ist1 wie so vieles andere von ,tizians ,werken1 nicht mehr vorhanden4 ,illustration3 ,abb4 #aag4 ,der ,arzt ,parma4 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,lwy in ,wien47 ,gleich nach der ,vollendung des letzten ,abendmahls8 sollte ,tizian auf ,wunsch des ,knigs den heiligen ,laurentius in einem groem ,altarbild fr die auf den ,namen dieses ,heiligen geweihte ,kirche des ,escorial malen4 ,als einen ,beweis von dem ,eifer des ,meisters fr diese ,arbeit meldete ,hernandez dem ,knige gleichzeitig mit der ,anzeige von der ,verpackung jenes groen ,gemldes1 da ,tizian sofort den nmlichen ,blendrahmen1 auf dem jenes aufgespannt gewesen1 fr das ,laurentiusbild benutzen werde4 ,er ist krftig und gut im ,stande zu arbeiten81 fgt ,hernandez hinzu1 und wenn es ,eurer ,majestt ,wunsch ist1 da er einige andere eigenhndige ,sachen mache1 so wird es ntig sein1 ihn zeitig davon zu benachrichtigen2 denn nach der ,aussage von ,leuten1 die ihn seit vielen ,jahren kennen1 geht er gegen die ,neunzig1 obgleich er sich das nicht merken lt84 -- ,das ,laurentiusbild1 eine ,wiederholung des ,altargemldes in der ,kirche der ,crociferi1 wurde im ,frhjahr #aeff als nahezu vollendet gemeldet4 ,aber seine ,absendung nach ,spanien erfolgte erst im ,dezember #aefg4 ,inzwischen arbeitete der ,meister1 der gerade jetzt wieder eine auerordentliche ,schaffenskraft besessen zu haben scheint1 keineswegs ausschlielich fr den ,knig4 ,er hatte im ,herbst #aefd die ,anfertigung von drei groen ,gemlden mythologisch-allegorischen ,inhalts -- das ,gegenstndliche wurde genau vorgeschrieben -- zum ,schmuck der ,decke des ,rathauses in ,brescia bernommen4 ,er hatte um dieses ,auftrags willen eine ,reise nach ,brescia nicht gescheut4 ,von seiner krperlichen ,rstigkeit gab er auch im folgenden ,jahre durch einen ,besuch in seiner ,vaterstadt einen ,beweis1 wo er den ,plan zur ,ausschmckung der dortigen ,kirche entwarf4 ,bei der ,ausfhrung der groen ,deckenbilder fr ,brescia scheint er das meiste seinen ,gehlfen1 unter denen sein ,sohn ,orazio immer noch an erster ,stelle stand1 berlassen zu haben4 ,wenigstens lie er sich einen ,abzug an der ,bezahlung1 den die ,brescianer wegen ,mangels der ,eigenhndigkeit machten1 nach einigem ,struben gefallen4 ,die ,bilder sind schon im ,jahre #aege durch ,feuer zu grunde gegangen4 -- ,auch die ,altargemlde1 die ,tizian in seinem hohen ,alter noch aus seiner ,werkstatt hervorgehen lie1 werden hinsichtlich der ,ausfhrung wohl zum grten ,teil auf ,rechnung der ,gehlfen kommen4 ,bei dem ,bilde der ,verkndigung ,marias1 das sich in der ,kirche ,san ,salvadore zu ,venedig befindet1 hat der ,meister allerdings seine ,urheberschaft durch ein energisches ,titianus fecit fecit8 beglaubigt4 ,in ganz ungeschwchter ,meisterschaft tritt uns ,tizian in einem ,portrt von #aeff entgegen1 das sich in der kaiserlichen ,gemldegalerie zu ,wien befindet4 ,es ist das ,bild des ,altertumshndlers ,jacopo ,strada1 das vllig ebenbrtig neben den ebendort befindlichen ,meisterwerken der ,bildniskunst aus ,tizians frherer ,zeit1 den ,portrts des ,arztes ,parma 7,abb4 #aag7 und des ,geschichtschreibers ,varchi steht4 ,der ,handel mit ,kunstaltertmern war ein schwunghaftes ,geschft in ,venedig2 ,tizian selbst beschftigte sich gelegentlich mit dergleichen ,dingen1 und sein ,urteil darin galt als das des hchsten ,sachverstndigen4 ,strada hatte von ,kaiser ,ferdinand die ,titel eines kaiserlichen ,antiquarius und ,hofrates verliehen bekommen4 ,in dem ebenso lebendigen wie farbenprchtigen ,bilde steht er in schwarzer und hellroter ,kleidung1 mit einem langhaarigen weilichen ,pelz ber den ,schultern1 an einem grnbedeckten ,tische1 auf dem man neben goldenen und silbernen ,denkmnzen und einem ,brief mit ,tizians ,adresse einen kleinen ,marmortorso und ein altertmliches ,bronzefigrchen sieht4 ,er hebt mit beiden ,hnden eine ,venusstatuette auf1 um sie mit lebhafter ,wendung einem auerhalb des ,bildes gedachten ,kunstkenner zu zeigen4 ,die ganze ,erscheinung ist die eines gewandten ,mannes1 der viel auf sich hlt4 ,er trgt den ,degen und die ,ritterkette1 zu deren ,anlegung ihn die kaiserlichen ,titel berechtigen1 und diese ,titel selbst sind neben dem eines rmischen ,brgers auf einer schmuckvollen ,inschrifttafel angebracht 7,abb4 #aah74 ,das ,bild ist sichtlich schnell gemalt2 in dem ,pelz erkennt man deutlich die ,spuren des ,daumens1 den ,tizian nach der ,aussage eines seiner ,schler in seinen spteren ,jahren viel beim ,malen gebrauchte4 ,illustration3 ,abb4 #aah4 ,der ,antiquar ,strada1 gemalt #aeff4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,j4 ,lwy in ,wien47 ,im ,anfange des ,jahres #aeff erwirkte ,tizian von der venezianischen ,regierung den gesetzlichen ,schutz fr die ,vervielfltigungen von mehreren seiner ,gemlde1 die er durch den hollndischen ,kupferstecher ,cornelis ,cort und den italienischen ,formschneider ,niccol ,boldrini ausfhren lie4 ,aus dem ,sommer dieses ,jahres liegt ein interessantes ,dokument vor in der ,steuererklrung ,tizians1 die er jetzt zum erstenmale abgeben mute1 nachdem er ein halbes ,jahrhundert hindurch die ,vergnstigung der ,steuerfreiheit genossen hatte4 ,man erfhrt daraus1 da er ganz ansehnliche ,landbesitzungen in ,conigliano1 in der ,umgegend von ,serravalle und in seiner ,heimat hatte4 ,im ,mai #aeff besuchte ,vasari1 der ,italien durchreiste1 um fr eine neue ,ausgabe seiner ,knstlerlebensbeschreibungen ,stoff zu sammeln1 den ,tizian in seiner ,werkstatt4 ,er fand den ,alten in fleiiger ,arbeit an der ,staffelei und unterhielt sich mit ihm1 whrend er die vorhandenen ,bilder besah4 ,in seinem ,buche schrieb er dann ber ihn3 ,tizian hat eine ,gesundheit und ein ,glck genossen wie noch nie einer seinesgleichen2 und nie hat ihm der ,himmel etwas anderes als ,gunst und ,segen beschert4 ,in seinem ,hause zu ,venedig sind alle ,frsten1 alle ,gelehrten und alle ,leute von weltmnnischer ,bildung gewesen1 die zu seiner ,zeit ,venedig besucht oder bewohnt haben2 denn er war1 abgesehen von seiner hervorragenden ,bedeutung als ,knstler1 ein sehr liebenswrdiger ,mensch1 von schner ,erscheinung und von sehr angenehmem ,wesen und ,benehmen4 ,er hat in ,venedig einige ,nebenbuhler gehabt1 aber keine von groer ,bedeutung2 daher hat er sie alle mit ,leichtigkeit aus dem ,felde geschlagen durch die ,vortrefflichkeit seiner ,kunst und durch seine ,begabung1 sich zu unterhalten und sich bei den ,vornehmen beliebt zu machen4 ,er hat recht viel verdient2 denn seine ,arbeiten sind ihm sehr gut bezahlt worden4 ,aber es wre wohlgethan gewesen1 wenn er in diesen seinen letzten ,jahren nur noch zum ,zeitvertreib gearbeitet htte1 um nicht durch minder gute ,werke den ,ruhm zu beeintrchtigen1 den er sich in seinen besseren ,jahren1 und als die ,natur ihn durch ihren ,verfall noch nicht in ,gefahr brachte1 ,unvollkommenes zu schaffen1 erworben hat48 ,so unangemessen dieser gute ,rat auch war1 von einem so unbedeutenden ,maler wie ,vasari einem so groen ,knstler wie ,tizian gegeben -- das ,buch erschien noch bei ,lebzeiten des ,alten --3 sachlich knnen wir ,vasari so ganz ,unrecht nicht geben4 ,im ,museum zu ,madrid1 dessen ,meisterwerke durch mustergltige ,vervielfltigungen zur ,kenntnis weiterer ,kreise zu bringen1 ein hochanerkennenswertes ,verdienst der ,berliner ,photographischen ,gesellschaft ist1 sind ,gemlde ,tizians aus fast einem halben ,jahrhundert vereinigt4 ,die ,summe des ,eindrucks1 den man hier von den ,werken seines hohen ,alters gegenber denen seiner prchtigsten und heitersten ,schaffenskraft empfngt1 erweckt -- eben weil der ,vergleich sich so unmittelbar aufdrngt -- ein ,gefhl des ,bedauerns4 ,eine bestimmte zeitliche ,grenze lt sich freilich nicht ziehen2 whrend eines ausgedehnten ,zeitraums stehen ja ,meisterwerke allerersten ,ranges unmittelbar neben solchen1 in denen sich eine greisenhafte ,abstumpfung des ,gefhls ankndigt4 -- ,was im ,escorial von ,werken ,tizians verblieben ist1 macht vollends einen unerfreulichen ,eindruck4 ,das groe ,laurentiusbild ber dem ,altar der ,alten ,kirche1 das sich von dem lteren ,bilde in ,venedig hauptschlich durch die ,hinzufgung zweier mit der ,siegeskrone herabschwebenden ,engel unterscheidet1 macht keine ,ausnahme4 ,aber unmittelbar nach diesem ,gemlde schuf der neunzigjhrige ,knstler ein ,meisterwerk1 in dem ,jugendlust und ,jugendkraft noch einmal aufflammten4 ,illustration3 ,abb4 #aai4 ,jupiter und ,antiope 7,venus del ,pardo874 ,im ,museum des ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,die ,abschickung des ,laurentiusbildes wurde durch die ,krankheit und den ,tod des kniglichen ,geschftstrgers ,garcia ,hernandez um mehrere ,monate verzgert4 ,diese ,zeit benutzte ,tizian1 um eine nackte ,venus8 zu malen1 die er der ,sendung an den ,knig beifgte2 er sagt in dem ,begleitschreiben ausdrcklich1 da er das ,bild nach der ,vollendung des ,altargemldes gemacht habe4 ,in dem schon erwhnten spteren ,verzeichnis seiner fr ,philipp ,,ii4 gemalten ,bilder nennt er dasselbe3 ,die ,nackte mit der ,landschaft und dem ,satyr48 ,daraus ergibt sich1 da es das unter dem ,namen die ,venus von ,pardo8 berhmte ,gemlde in lebensgroen ,figuren ist1 das sich jetzt im ,louvre befindet4 ,diesen ,namen fhrt es von seiner ,aufbewahrung in dem kniglichen ,schlo el ,pardo bei ,madrid4 ,es entging dem ,brande1 der im ,jahre #afjd die in diesem ,schlosse vereinigten ,tizianschen ,bildnisse zerstrte1 wurde dem im ,jahre #afbc um die ,infantin ,maria werbenden englischen ,thronfolger1 dem nachmaligen ,knig ,karl ,i41 zum ,geschenk gemacht1 fiel bei der ,versteigerung des ,nachlasses des enthaupteten ,knigs dem ,klner ,kunstliebhaber ,jabach zu und kam bald darauf durch ,vermittelung des ,kardinals ,mazarin in den ,besitz ,ludwigs ,,xiv4 -- ,die ,benennung ,venus8 ist nicht im eigentlichen ,sinne zu nehmen2 sie bezeichnet hier nur in allgemeiner ,bedeutung eine nackte weibliche ,idealfigur4 ,der ,gegenstand des ,gemldes ist die weniger bekannte mythologische ,erzhlung von der thebanischen ,knigstochter ,antiope1 die1 whrend sie erhitzt und ermdet von der ,jagd im ,walde ruhte1 von dem in der ,gestalt eines ,satyrs ihr nahenden ,zeus berlistet wurde4 ,was den heutigen ,beschauer an diesem ,bilde zunchst befremdet1 sind die ,nebenfiguren1 die den ,ort1 wo die schne ,jgerin entkleidet schlummert1 als ebensowenig zu einer derartigen ,ruhe wie zu einem heimlichen ,liebesabenteuer geeignet erscheinen lassen4 ,aber was in den ,nebenfiguren dargestellt ist1 dient zur ,erklrung der ,lage1 in der wir ,antiope erblicken1 und das rumliche ,zusammenrcken der ,vorgnge1 die uns das ,leben in einem mythologischen ,wald schildern1 haben wir als eine damals fr durchaus statthaft geltende knstlerische ,freiheit aufzufassen4 ,wer den ,wald zu durchstreifen gewohnt ist1 hat keine ,scheu vor den dort heimischen ,satyrn2 das sehen wir daran1 da die ,dienerin ,antiopes sich in ein freundschaftliches ,gesprch mit einem solchen ,waldgeist1 der sich zu ihr gesetzt hat1 einlt1 und da auch die ,hunde des ,jgers ganz zutraulich bei demselben stehen bleiben4 ,aber die ,hunde drfen nicht verweilen1 der ,hornruf erschallt1 der ,jger schickt sich an1 in eilendem ,lauf zu seinen ,gefhrten dort in der ,lichtung jenseits des ,baches zu kommen4 ,da hat die ,jagd eben ihren aufregendsten ,augenblick erreicht3 die vordersten aus der ,meute haben einen starken ,hirsch gestellt1 sie sind den ,schlgen des ,geweihes ausgewichen und halten ihn fest2 gleich wird das stolze ,tier der heranstrmenden berzahl erliegen4 ,die ,nymphen des ,waldes oder des ,baches1 der in einen ,wasserfall aus dem ,gebsch hervorkommt1 sehen im ,gestruch versteckt dem ,schauspiel zu4 ,von solcher ,jagd ermdet1 hat ,antiope ihr ,jagdgert an einen ,baum gehngt und aus dem ,pantherfell1 das ihr als ,mantel diente1 sich ein ,lager bereitet2 sie hat von den ,erfrischungen1 welche die ,dienerin mitgebracht hat -- man sieht einen ,weinkrug und ,frchte --1 genossen und sich dann mit von den ,schultern gestreiftem ,gewande1 unbefangen wie die kleiderlosen ,nymphen1 zur ,ruhe gelegt4 ,wenn sie beim ,erwachen den ,satyr sieht1 der leise herangeschlichen ist und das lose ,gewand1 mit dem sie sich halb zugedeckt hat1 aufhebt1 so wird sie bei dessen ,anblick ebensowenig ,furcht empfinden1 wie die ,dienerin vor dem wirklichen ,satyr1 der deren ,aufmerksamkeit als ein geflliger ,gehilfe des ,zeus von der ,herrin ablenkt1 und sie wird denken1 da die ,neckereien des hlichen ,gesellen ihr so wenig gefhrlich werden knnen1 wie den ,nymphen4 ,sie kann nicht ahnen1 da in dieser ,gestalt sich der mchtige ,gott verbirgt1 dessen ,leidenschaft ,amor durch einen ,pfeilschu anstachelt4 -- ,die so ausgesponnene ,darstellung gab dem ,maler ,gelegenheit1 neben dem ,reiz des ruhenden weiblichen ,krpers auch lebendige ,bewegung zu schildern und sich in der ,gestaltung einer ausgedehnten ,landschaft zu ergehen2 und auf all diesen ,gebieten seines ,knnens hat der hochbetagte ,knstler hier noch einmal seine ,meisterschaft gezeigt 7,abb4 #aai74 ,dieses staunenswrdige ,gemlde ist nicht das einzige1 durch das ,tizian noch im hchsten ,alter die ,leistungsfhigkeit seiner ,knstlerkraft bekundete4 ,um dieselbe ,zeit mag er das krftig gestimmte ,bild des heiligen ,hieronymus gemalt haben1 das aus einer ,kirche ,venedigs in die ,sammlung der ,brera zu ,mailand gekommen ist4 ,auch das kostbare ,meisterwerk ,venus und ,cupido8 in der ,borghesischen ,sammlung zu ,rom gehrt zu diesen spten ,schpfungen4 ,in der ,komposition erinnert dasselbe an die ,allegorie des ,davalos8 und an die ,einweihung der ,bacchantin84 ,aber der ,inhalt ist neu2 die ,ausrstung des ,liebesgottes wird geschildert4 ,der kleine ,cupido lehnt sich auf die ,kniee der ,venus1 und diese verbindet ihm die ,augen2 die ,grazien bringen ihm den wohlgefllten ,kcher und den ,bogen4 ,hinter ,venus steht auf ihrem ,sitz ein anderer ,liebesgott1 der sich an ihre ,schulter lehnt und sich boshaft freut im ,gedanken an das ,unheil1 welches das so ausgerstete ,brderchen1 blind seine ,pfeile versendend1 in der ,welt anstiften wird2 er scheint eben eine vorlaute ,bemerkung gemacht zu haben1 die ihm einen verwarnenden ,blick der ,mutter zuzieht 7,abb4 #abj74 ,ein ,zeitraum von zwei ,menschenaltern liegt zwischen diesem ,bilde und der in der nmlichen ,sammlung befindlichen ,liebesallegorie der zwei ,mdchen am ,brunnen4 ,die auffallendsten ,unterschiede zeigen sich in der ,art1 wie die ,gewnder gemalt sind4 ,hier hat der ,jngling ,tizian noch in der glatten1 die ,einzelformen sauber zeichnenden ,behandlungsweise des ,,xv4 ,jahrhunderts gemalt4 ,dort zeigt der ,greis1 der achtzig ,jahre hindurch ,auge und ,hand gebt hat1 jeden einzelnen ,pinselstrich1 und er lt die ,umrisse in den ineinander gesetzten ,strichen verschwimmen2 aber indem er dies thut1 bringt er die ,formen nur desto reizvoller zur ,geltung fr den das ,bild aus dem richtigen ,abstand betrachtenden ,beschauer2 so schreibt er dem ,,xvii4 ,jahrhundert seine ,malweise vor4 ,hier wie dort aber lebt das gleiche ,farbengefhl2 wenn in dem ,alterswerk auch nicht mehr in so heller ,pracht wie in der ,jugendschpfung1 so doch noch freudig glhend4 ,illustration3 ,abb4 #abj4 ,venus und ,cupido4 ,in der ,galerie ,borghese zu ,rom4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,im zehnten ,jahrzehnt seines ,lebens malte ,tizian ebenso unermdlich wie zuvor4 ,wie unternehmungslustig er noch war1 kann man daraus ersehen1 da er in dem ,begleitschreiben zu dem ,laurentiusbild 7vom #b4 ,dezember #aefg7 dem ,knig ,philipp den ,vorschlag machte1 er wolle eine ganze ,reihe von ,bildern aus dem ,leben des heiligen ,laurentius -- allerdings mit ,hilfe seines ,sohnes ,orazio1 den er als seinen ,nachfolger berall einzufhren sich bemhte -- fr den ,escorial malen4 ,bemerkenswert ist1 da ,tizian auch jetzt nicht versumt1 sich nach den ,beleuchtungsverhltnissen des ,platzes fr die zu malenden ,bilder zu erkundigen4 ,philipp ,,ii4 ging auf diesen ,vorschlag ,tizians nicht ein4 ,der ,verkehr zwischen dem ,knig und dem ,maler kam berhaupt jetzt ins ,stocken4 ,der ,aufstand in den ,niederlanden raubte ,philipp wohl die ,lust1 sich viel um die schne ,kunst zu kmmern4 ,er schrieb auch nicht mehr selbst an ,tizian4 ,dieser aber brachte sich von ,zeit zu ,zeit durch bersendung eines ,gemldes in ,erinnerung und verfehlte dabei niemals1 den ,knig1 dem die selbstgemachten ,schulden das ,gewissen weniger gedrckt zu haben scheinen1 als die von seinem ,vater hinterlassenen ,verbindlichkeiten1 an ,bezahlungsrckstnde zu erinnern4 ,im ,oktober #aefh schickte er ein ,bild3 ,christus mit dem ,phariser1 der ihm den ,zinsgroschen zeigt48 ,ob eine mit ,tizians ,namen bezeichnete1 aber sehr wenig ansprechende ,darstellung dieses von dem ,meister sechzig ,jahre frher so glcklich behandelten ,gegenstandes1 die sich in der ,nationalgalerie zu ,london befindet1 dieses ,bild ist1 erscheint fraglich4 ,in dem ,begleitschreiben kndigte ,tizian als seine nchste ,arbeit fr den ,knig eine ,komposition von viel mehr ,mhe und ,kunst1 als er wohl seit vielen ,jahren gemacht habe1 an4 ,das ist mglicherweise die sonst nirgendwo erwhnte1 aus dem ,escorial in das ,museum zu ,madrid gekommene ,allegorie ,spanien als ,beschtzerin der ,religion18 ein farbig wirkungsvolles ,dekorationsstck von schwerverstndlichem ,inhalt4 ,aus einem ,briefe1 den ,tizian im ,august #aega an den ,knig schrieb1 erfahren wir1 da er demselben kurz zuvor ein ,bild ,die berwltigung der ,lucretia durch ,tarquinius8 durch den venezianischen ,gesandten hatte berreichen lassen4 ,dieses scheint in einem in der ,sammlung ,wallace zu ,london befindlichen ,gemlde erhalten zu sein4 ,der groe ,sieg ber die ,trken in der ,seeschlacht bei ,lepanto brachte ,philipp ,,ii4 auf den ,gedanken eines ,gemldes1 das1 als ,gegenstck zu dem ,bilde ,karls ,v4 auf dem ,felde von ,mhlberg1 ihn mit ,bezugnahme auf die ,schlacht von ,lepanto darstellen sollte4 ,wie das ,bild zu fassen wre1 gab der ,knig dem spanischen ,maler ,sanchez ,coello genau an1 den er unter seinen ,augen eine kleine ,skizze zeichnen lie4 ,dann lie er durch denselben ,knstler sein ,portrt in ,lebensgre malen und sandte ,bildnis und ,skizze als ,vorlagen fr ,tizian nach ,venedig4 ,tizian1 dem es begreiflicherweise keine besondere ,freude machte1 eine vorgezeichnete ,komposition auszufhren1 gab die gewandte ,antwort1 der ,verfertiger der ,vorlagen sei ein so tchtiger ,knstler1 da der ,knig nicht ntig habe1 fernerhin noch ,bilder im ,auslande zu bestellen4 ,aber ,philipp ,,ii4 blieb dabei1 da ,tizian das ,bild malen solle4 ,gegen ,ende des ,jahres #aegd war der ,meister mit diesem ,werk beschftigt4 ,da er es nicht mit ,herzensfreude gemalt hat1 sieht man dem jetzt im ,pradomuseum befindlichen ,gemlde wohl an4 ,es ist stumpf in den ,formen und wirkt als ,bild fast ebenso schwerfllig1 wie sein allegorischer ,inhalt4 ,knig ,philipp ,,ii4 steht in halber ,rstung an einer ,art von ,altar1 an dessen ,fu ein gefangener ,trke kniet2 trkische ,waffen und ,abzeichen liegen am ,boden4 ,in der ,ferne sieht man das ,meer mit der brennenden trkischen ,flotte4 ,der ,knig hlt ein nacktes ,knblein1 den wenige ,wochen nach der ,schlacht von ,lepanto geborenen ,thronfolger ,don ,fernando1 in die ,hhe1 der ,siegesgttin entgegen1 die mit ,lorbeerkranz und ,palmenzweig in den ,hnden vom ,himmel herabfliegt4 ,die ,gttin gibt die ,siegespalme dem ,kind in das ,hndchen mit der ,verheiung1 die auf einem um den ,zweig geschlungenen ,bande zu lesen ist3 ,majora tibi 7mge dir noch greres beschert sein768 -- ,trotz allem schwebt auch ber diesem ,bilde1 wenn auch noch so abgeschwcht1 ein ,rest des alten ,farbenzaubers2 von dem alten ,lichtzauber ist freilich nichts mehr hineingekommen4 ,im ,sommer #aegd empfing ,tizian den ,besuch des jungen ,knigs von ,frankreich ,heinrich ,,iii41 der auf seiner ,reise von ,krakau nach ,paris sich kurze ,zeit in ,venedig aufhielt4 ,als der ,knig nach dem ,preise einiger ,bilder fragte1 machte ,tizian ihm dieselben zum ,geschenk4 ,in des ,meisters ,werkstatt stand immer von neuem ein ,vorrat an fertigen ,bildern4 ,wenn er in seinem hchsten ,alter vielleicht nicht mehr so ununterbrochen arbeitete wie frher1 so malte er dafr desto schneller4 ,er erbrigte zwischen der ,ausfhrung der bestellten und der zu nutzbringenden ,geschenken bestimmten ,bilder auch noch die ,zeit1 dieses oder jenes lediglich zu seinem ,vergngen1 mit der ,absicht1 es zu behalten1 zu malen4 ,so hat er einmal ein ,bild der ,lucretia1 die sich selbst den ,tod gibt1 ausdrcklich mit der ,inschrift versehen3 ,sibi ,titianus pinxit8 7von ,tizian fr sich selbst gemalt74 ,eines ,tages sah der hochbegabte ,tintoretto1 selbst damals kein junger ,mann mehr -- er war #aeai geboren --1 ein bestimmungsloses und beiseite gestelltes ,bild bei ,tizian1 das ihm als ein unvergleichliches ,vorbild fr die ,art1 wie man malen msse1 erschien2 er erbat und bekam dasselbe von dem ,meister zum ,geschenk4 ,dieses ,gemlde stellte die ,dornenkrnung ,christi dar1 und es ist wohl zweifellos in dem jetzt in der ,mnchener ,pinakothek befindlichen ,bilde dieses ,gegenstandes erhalten 7,abb4 #aba74 ,die ,malweise ist hier in der ,that etwas ganz ,wunderbares4 ,in der ,nhe sieht man nur ein ,durcheinander von schwarzen1 weien1 roten und gelben ,flecken1 die mit breiten ,pinseln hingehauen sind2 und wenn man den richtigen ,abstand nimmt1 verschmilzt alles zu durchgebildeter krperhafter ,erscheinung und zu tiefer1 reicher ,farbenwirkung4 ,und was fr eine groartige ,gestaltungskraft spricht noch aus dem ,linienzug und der ,massenverteilung der ,komposition1 aus der wilden ,lebendigkeit der ,schergen und aus dem erschtternden ,dulderausdruck des gemarterten ,christus6 ,und welches ,stimmungsgefhl liegt noch in der dsteren1 von den qualmenden ,flammen eines ,hngeleuchters ausgehenden ,beleuchtung6 ,aus dem an den spanischen ,staatssekretr ,antonio ,perez gerichteten ,brief ,tizians vom #bb4 ,dezember #aegd1 der die ,mitteilung enthlt1 da das von ,philipp ,,ii4 zum ,andenken an die ,schlacht bei ,lepanto bestellte ,bild in ,arbeit sei1 erfahren wir1 da ,tizian zugleich noch mehrere andere fr den ,knig bestimmte ,gemlde angefangen hatte1 von denen aber nur eines1 eine ,krippe81 d4 h4 die ,geburt ,christi1 genannt wird2 und da auch ,perez krzlich ,bilder von ihm bekommen hatte und noch weitere erwartete1 deren ,vollendung nur die ungnstige ,jahreszeit verzgerte4 ,illustration3 ,abb4 #aba4 ,die ,dornenkrnung4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,originalphotographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,nachzuweisen ist von diesen ,sachen nichts4 ,auch ber das ,bild der ,geburt ,christi1 zu dessen ,anfertigung der ,meister durch die von einem krzlich aus ,spanien zu ihm gekommenen ,maler -- vermutlich ,sanchez ,coello -- gemachte ,mitteilung bewogen wurde1 da diese ,darstellung in der ,sammlung des ,knigs noch nicht vorhanden sei1 fehlen die weiteren ,nachrichten4 ,eine ,komposition dieses ,gegenstandes aus ,tizians ,alterszeit zeigt ein ,bildchen von kleinem ,mastab in der ,sammlung des ,pittipalastes zu ,florenz4 ,die letzten erhaltenen ,briefe ,tizians1 vom ,weihnachtstage #aege und vom #bg4 ,februar #aegf1 sind an ,knig ,philipp ,,ii4 gerichtet und enthalten beide die ,mitteilung1 da ,tizian noch immer mit ,gemlden fr den ,knig beschftigt war4 ,illustration3 ,abb4 #abb4 ,der ,erlser der ,welt4 ,in der kaiserl4 ,gemldegalerie der ,ermitage zu ,st4 ,petersburg4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e41 ,paris und ,new ,york47 ,einige von den allerletzten ,werken des ,meisters befinden sich in der ,sammlung der ,ermitage zu ,petersburg1 in die der grte ,teil der ,bilder gekommen ist1 welche bei ,tizians ,tode in dessen ,werkstatt standen4 ,dazu gehrt ein ,bild des segnenden ,erlsers mit der glsernen ,weltkugel in der ,hand1 das ein hchst bezeichnendes ,beispiel seiner sptesten ,malweise ist4 ,wenn auch die ,hand des ,knstlers nicht mehr fest und sein ,farbengefhl getrbt war und wenn er sich bei den ,nebendingen mit ,andeutungen in breiten ,pinselstrichen begngte1 so war er doch noch imstande1 in ,hand und ,antlitz des ,erlsers eine heilige ,erhabenheit zum ,ausdruck zu bringen 7,abb4 #abb74 ,als ,tizian in sein neunundneunzigstes ,jahr ging1 dachte er ernstlich an den ,tod und bestellte sich in der ,franziskanerkirche1 auf deren ,altren zwei seiner grten und groartigsten ,schpfungen1 die ,himmelfahrt ,marias und das ,weihebild des ,hauses ,pesaro1 prangten1 die letzte ,ruhesttte4 ,er einigte sich mit den ,mnchen dahin1 da er das ,grab bekommen sollte gegen ,lieferung eines ,gemldes der ,piet18 der ,klage um den vom ,kreuze abgenommenen ,leichnam des ,herrn4 ,mit einer unbegreiflichen ,schaffenskraft entwarf ,tizian das ,bild3 die ,mutter ,maria sitzend in der ,mitte1 mit dem ,leichnam ,christi1 dessen ,kopf und ,schultern sie hochhlt1 auf dem ,schoe2 ,joseph von ,arimathia daneben knieend und die herabhngende ,hand des ,toten haltend2 ,maria ,magdalena in heftiger ,bewegung herbeieilend2 ein ,englein am ,boden und ein anderes1 das eine ,fackel trgt1 in der ,hhe2 als ,hintergrund eine ,nische mit einer ,darstellung des alten ,sinnbildes der gttlichen ,liebe1 des ,pelikans1 zwischen ,pfeilern und den ,standbildern des ,moses und einer ,sibylle4 -- ,als das ,gemlde beinahe vollendet war1 entzweite der ,alte sich mit den ,brdern von ,s4 ,maria de' ,frari1 und bestimmte1 da er nicht dort1 sondern in der ,familiengruft zu ,pieve di ,cadore begraben werden solle4 ,das ,bild wurde beiseite gestellt2 nach dem ,tode des ,meisters machte ,palma der ,jngere dasselbe fertig und lie es in eine andere ,kirche bringen4 ,jetzt befindet es sich in der ,akademie zu ,venedig4 ,das ,gemlde1 das der neunundneunzigjhrige ,tizian zum ,schmuck seines eigenen ,grabes anfertigte1 wrde ein ,anrecht darauf haben1 mit ,ehrfurcht betrachtet zu werden1 auch wenn es gar keine knstlerischen ,eigenschaften bese4 ,aber es ist thatschlich ein grogedachtes ,werk und als solches bewunderungswrdig trotz der im ,aufbau und in den einzelnen ,figuren sich kundgebenden ,abstumpfung des ,formengefhls2 wieviel der ,meister noch an ,farbenpoesie hineinzulegen vermocht hat1 das lt sich nach den vielen bermalungen1 denen es preisgegeben worden ist1 nicht mehr beurteilen4 ,im ,jahre #aege war wieder einmal die ,pest aus dem ,orient in ,venedig eingeschleppt worden4 ,obgleich die venezianische ,regierung alle ,mittel1 die nur mglich waren1 anwendete1 um das ,umsichgreifen der ,seuche zu verhindern1 erreichte die frchterliche ,krankheit im nchsten ,jahre eine noch nie dagewesene ,hhe4 ,fnfzigtausend ,menschen1 mehr als ein ,viertel der ,einwohnerschaft von ,venedig1 wurden von ihr dahingerafft4 ,am #bg4 ,august #aegf fiel auch ,tizian der ,seuche zum ,opfer4 -- ,er hatte bis zuletzt gearbeitet4 ,ein ,bild von ,adam und ,eva stand eben erst angefangen in der ,werkstatt4 ,die zur ,bekmpfung der verheerenden ,krankheit erlassenen ,gesetze enthielten die ,bestimmung1 da keiner1 der an der ,pest gestorben war1 in einer ,kirche begraben werden durfte4 ,aber bei dem groen ,tizian wurde eine ,ausnahme gemacht4 ,auf ,befehl der ,regierung wurde der ,leichnam am #bh4 ,august1 unter dem ,geleit der ,domherren von ,s4 ,marco1 in die ,frarikirche gebracht und unter frstlichen ,ehrenbezeugungen an der ,stelle1 an der er begraben zu werden gewnscht hatte1 eingebettet4 ,eine von der venezianischen ,knstlerschaft geplante prunkvolle ,leichenfeier nach dem ,vorbilde derjenigen1 welche die ,florentiner dem ,michelangelo veranstaltet hatten1 mute wegen der ,pest unterbleiben4 ber der ,gruft ,tizians erhebt sich jetzt ein stattliches ,grabmal1 das ,kaiser ,ferdinand ,i4 von sterreich im ,jahre #ahci stiftete und das im ,jahre #aheb vollendet wurde3 ein mit vielen ,figuren und mit ,reliefnachbildungen von ,gemlden des ,meisters geschmckter ,marmorbau4 ,orazio ,vecellio1 den ,tizian zu seinem ,erben eingesetzt hatte1 erlag wenige ,wochen nach dem ,vater der ,pest4 ,whrend er im ,lazarett lag1 wurde aus dem leerstehenden ,hause ein groer ,teil der beweglichen ,habe von ,dieben fortgetragen4 ,der nunmehrige ,erbe ,pomponio beeilte sich1 das ,vermgen durchzubringen1 das ,tizian in achtzig ,jahren fleiiger ,arbeit erworben hatte4 ,illustration ,funote3 #a ,das herrliche ,gemlde bereitet der photographischen ,aufnahme ungewhnliche ,schwierigkeiten4 ,die beste ,wiedergabe desselben befindet sich in der vortrefflichen ,verffentlichung ,die ,meisterwerke des ,museo del ,prado in ,madrid81 welche die ,photographische ,gesellschaft in ,berlin ihrer ebenso dankenswerten vorzglichen ,verffentlichung der ,meisterwerke der ,ermitage zu ,petersburg vor kurzem hat folgen lassen4