,die ,weltrtsel 99 99 99 99 99 ,gemeinverstndliche ,studien ber ,monistische ,philosophie von ,ernst ,haeckel 99 99 99 99 99 ,neu bearbeitete ,taschenausgabe 99 99 99 99 99 ,leipzig ,alfred ,krner ,verlag #aiji ,druck von ,ernst ,hedrich ,nachf41 ,g4 m4 b4 ,h41 ,leipzig ,vorwort zur ersten ,auflage4 7#ahii74 ,die vorliegenden ,studien ber monistische ,philosophie sind fr die denkenden1 ehrlich die ,wahrheit suchenden ,gebildeten aller ,stnde bestimmt4 ,zu den hervorragenden ,merkmalen des #ai4 ,jahrhunderts1 an dessen ,ende wir stehen1 gehrt das lebendige ,wachstum des ,strebens nach ,erkenntnis der ,wahrheit in weitesten ,kreisen4 ,dasselbe erklrt sich einerseits durch die ungeheuren ,fortschritte der wirklichen ,naturerkenntnis in diesem merkwrdigsten ,abschnitte der menschlichen ,geschichte1 andererseits durch den offenkundigen ,widerspruch1 in den dieselbe zur gelehrten ,tradition der ,offenbarung geraten ist1 und endlich durch die entsprechende ,ausbreitung und ,verstrkung des vernnftigen ,bedrfnisses nach ,verstndnis der unzhligen neu entdeckten ,tatsachen1 nach klarer ,erkenntnis ihrer ,ursachen4 ,den gewaltigen ,fortschritten der empirischen ,kenntnisse in unserem ,jahrhundert der ,naturwissenschaft entspricht keineswegs eine gleiche ,klrung ihres theoretischen ,verstndnisses und jene hhere ,erkenntnis des kausalen ,zusammenhanges aller einzelnen ,erscheinungen1 die wir mit einem ,worte ,philosophie nennen4 ,vielmehr sehen wir1 da die abstrakte und grtenteils metaphysische ,wissenschaft1 welche auf unseren ,universitten seit ,jahrhunderten als ,philosophie gelehrt wird1 weit davon entfernt ist1 jene neu erworbenen ,schtze der ,erfahrungswissenschaft in sich aufzunehmen4 ,und mit gleichem ,bedauern mssen wir auf der anderen ,seite zugestehen1 da die meisten ,vertreter der sogenannten exakten ,naturwissenschaft sich mit der speziellen ,pflege ihres engeren ,gebietes der ,beobachtung und des ,versuchs begngen und die tiefere ,erkenntnis des allgemeinen ,zusammenhanges der beobachteten ,erscheinungen -- d4 h4 eben ,philosophie6 -- fr berflssig halten4 ,whrend diese reinen ,empiriker den ,wald vor ,bumen nicht sehen1 begngen sich jene ,metaphysiker mit dem bloen ,begriffe des ,waldes1 ohne seine ,bume zu sehen4 ,der ,begriff der ,naturphilosophie1 in welchem ganz naturgem jene beiden ,wege der ,wahrheitsforschung1 die empirische und die spekulative ,methode1 zusammenlaufen1 wird sogar noch heute in weiten ,kreisen beider ,richtungen mit ,abscheu zurckgewiesen4 ,dieser unnatrliche und verderbliche ,gegensatz zwischen ,naturwissenschaft und ,philosophie1 zwischen den ,ergebnissen der ,erfahrung und des ,denkens1 wird unstreitig in weiten gebildeten ,kreisen immer lebhafter und schmerzlicher empfunden4 ,das bezeugt schon der wachsende ,umfang der ungeheuren populren naturphilosophischen ,literatur1 die im ,laufe des letzten halben ,jahrhunderts entstanden ist4 ,das bezeugt auch die erfreuliche ,tatsache1 da trotz jener gegenseitigen ,abneigung der beobachtenden ,naturforscher und der denkenden ,philosophen dennoch hervorragende ,mnner der ,wissenschaft aus beiden ,lagern sich gegenseitig die ,hand zum ,bunde reichen und vereinigt nach der ,lsung jener hchsten ,aufgabe der ,forschung streben1 die wir kurz mit einem ,worte als ,die ,weltrtsel bezeichnen4 ,die ,untersuchungen ber diese ,weltrtsel1 welche ich in der vorliegenden ,schrift gebe1 knnen vernnftigerweise nicht den ,anspruch erheben1 eine vollstndige ,lsung derselben zu bringen2 vielmehr sollen sie nur eine kritische ,beleuchtung derselben fr weitere gebildete ,kreise geben und die ,frage zu beantworten suchen1 wie weit wir uns gegenwrtig deren ,lsung genhert haben4 ,welche ,stufe in der ,erkenntnis der ,wahrheit haben wir am ,ende des #ai4 ,jahrhunderts wirklich erreicht8 ,und welche ,fortschritte nach diesem unendlich entfernten ,ziele haben wir im ,laufe desselben wirklich gemacht8 ,die ,antwort auf diese groen ,fragen1 die ich hier gebe1 kann naturgem nur subjektiv und nur teilweise richtig sein2 denn meine ,kenntnisse der wirklichen ,natur und meine ,vernunft zur ,beurteilung ihres objektiven ,wesens sind beschrnkt1 ebenso wie diejenigen aller anderen ,menschen4 ,das ,einzige1 was ich fr dieselben voll in ,anspruch nehme1 und was auch meine entschiedensten ,gegner anerkennen mssen1 ist1 da meine monistische ,philosophie von ,anfang bis zu ,ende ehrlich ist1 d4 h4 der vollstndige ,ausdruck der berzeugung1 welche ich durch vieljhriges eifriges ,forschen in der ,natur und durch unablssiges ,nachdenken ber den wahren ,grund ihrer ,erscheinungen erworben habe4 ,diese naturphilosophische ,gedankenarbeit erstreckt sich jetzt ber ein volles halbes ,jahrhundert1 und ich darf jetzt1 in meinem #ff4 ,lebensjahre1 wohl annehmen1 da sie reif im menschlichen ,sinne ist2 ich bin auch vllig gewi1 da diese reife ,frucht vom ,baume der ,erkenntnis fr die kurze ,spanne des ,daseins1 die mir noch beschieden ist1 keine bedeutende ,vervollkommnung und keine prinzipiellen ,vernderungen erfahren wird4 ,alle wesentlichen und entscheidenden ,anschauungen meiner monistischen und genetischen ,philosophie habe ich schon vor #cc ,jahren in meiner ,generellen ,morphologie der ,organismen niedergelegt1 einem weitschweifig und schwerfllig geschriebenen ,werke1 welches nur sehr wenig ,leser gefunden hat4 ,es war der erste ,versuch1 die neubegrndete ,entwickelungslehre fr das ganze ,gebiet der organischen ,formenwissenschaft durchzufhren4 ,um wenigstens einen ,teil der neuen1 darin enthaltenen ,gedanken zur ,geltung zu bringen und um zugleich einen weiteren ,kreis von ,gebildeten fr die grten ,erkenntnisfortschritte unseres ,jahrhunderts zu interessieren1 verffentlichte ich zwei ,jahre spter 7#ahfh7 meine ,natrliche ,schpfungsgeschichte4 ,da dieses leichter geschrzte ,werk trotz seiner groen ,mngel in neun starken ,auflagen und zwlf verschiedenen bersetzungen erschien1 hat es nicht wenig zur ,verbreitung der monistischen ,weltanschauung beigetragen4 ,dasselbe gilt auch wohl von der weniger gelesenen ,anthropogenie1 in welcher ich 7#ahgd7 die schwierige ,aufgabe zu lsen versuchte1 die wichtigsten ,tatsachen der menschlichen ,entwickelungsgeschichte einem greren ,kreise von ,gebildeten zugnglich und verstndlich zu machen2 die vierte1 umgearbeitete ,auflage derselben erschien #ahia4 ,einige bedeutende und besonders wertvolle ,fortschritte1 welche neuerdings dieser wichtigste ,teil der ,anthropologie gemacht hat1 habe ich in dem ,vortrage beleuchtet1 den ich #ahih ber unsere gegenwrtige ,kenntnis vom ,ursprung des ,menschen auf dem vierten internationalen ,zoologenkongre in ,cambridge gehalten habe 7siebente ,auflage #ahii74 ,mehrere einzelne ,fragen unserer modernen ,naturphilosophie1 die ein besonderes ,interesse bieten1 habe ich behandelt in meinen ,gesammelten populren ,vortrgen aus dem ,gebiete der ,entwickelungslehre 7#ahgh74 ,endlich habe ich die allgemeinsten ,grundstze meiner monistischen ,philosophie und ihre besondere ,beziehung zu den herrschenden ,glaubenslehren kurz zusammengefat in dem ,glaubensbekenntnis eines ,naturforschers3 ,der ,monismus als ,band zwischen ,religion und ,wissenschaft 7#ahib1 achte ,auflage #ahii74 ,die vorliegende ,schrift ber die ,weltrtsel ist die weitere ,ausfhrung1 ,begrndung und ,ergnzung der berzeugungen1 welche ich in den vorstehend angefhrten ,schriften bereits ein ,menschenalter hindurch vertreten habe4 ,ich gedenke damit meine ,studien auf dem ,gebiete der monistischen ,weltanschauung abzuschlieen4 ,der alte1 viele ,jahre hindurch gehegte ,plan1 ein ganzes ,system der monistischen ,philosophie auf ,grund der ,entwickelungslehre auszubauen1 wird nicht mehr zur ,ausfhrung gelangen4 ,meine ,krfte reichen dazu nicht mehr aus1 und mancherlei ,mahnungen des herannahenden ,alters drngen zum ,abschlu4 ,auch bin ich ganz und gar ein ,kind des neunzehnten ,jahrhunderts und will mit dessen ,ende einen ,strich unter meine ,lebensarbeit machen4 ,die unermeliche ,ausdehnung1 welche das menschliche ,wissen infolge fortgeschrittener ,arbeitsteilung in unserem ,jahrhundert erlangt hat1 lt es schon heute unmglich erscheinen1 alle ,zweige desselben mit gleicher ,grndlichkeit zu umfassen und ihren inneren ,zusammenhang einheitlich darzustellen4 ,selbst ein ,genius ersten ,ranges1 der alle ,gebiete der ,wissenschaft gleichmig beherrschte1 und der die knstlerische ,gabe ihrer einheitlichen ,darstellung in vollem ,mae bese1 wrde doch nicht imstande sein1 im ,raume eines migen ,bandes ein umfassendes allgemeines ,bild des ganzen ,kosmos auszufhren4 ,mir selbst1 dessen ,kenntnisse in den verschiedenen ,gebieten sehr ungleich und lckenhaft sind1 konnte hier nur die ,aufgabe zufallen1 den allgemeinen ,plan eines solchen ,weltbildes zu entwerfen und die durchgehende ,einheit seiner ,teile nachzuweisen1 trotz sehr ungleicher ,ausfhrung derselben4 ,das vorliegende ,buch ber die ,weltrtsel trgt daher auch nur den ,charakter eines ,skizzenbuches1 in welchem ,studien von sehr ungleichem ,werte zu einem ,ganzen zusammengefgt sind4 ,da die ,niederschrift derselben zum ,teil schon in frheren ,jahren1 zum anderen ,teil aber erst in der letzten ,zeit erfolgte1 ist die ,behandlung leider oft ungleichmig2 auch sind mehrfache ,wiederholungen nicht zu vermeiden gewesen2 ich bitte dieselben zu entschuldigen4 ,indem ich hiermit von meinen ,lesern mich verabschiede1 spreche ich die ,hoffnung aus1 da ich durch meine ehrliche und gewissenhafte ,arbeit -- trotz ihrer mir wohl bewuten ,mngel -- ein kleines ,scherflein zur ,lsung der ,weltrtsel beigetragen habe1 und da ich im ,kampfe der ,weltanschauungen manchem ehrlichen und nach reiner ,vernunfterkenntnis ringenden ,leser denjenigen ,weg gezeigt habe1 der nach meiner festen berzeugung allein zur ,wahrheit fhrt1 den ,weg der empirischen ,naturforschung und der darauf gegrndeten monistischen ,philosophie4 ,jena1 #b4 ,april #ahii4 ,ernst ,haeckel4 ,vorwort zur ,taschenausgabe4 ,auf ,anregung des ,verlegers der ,weltrtsel1 ,herrn ,alfred ,krner1 und auf ,wunsch vieler ,leser dieses ,buches1 habe ich mich entschlossen1 eine neue und bequeme ,taschenausgabe davon zu veranstalten4 ,es kam dabei besonders in ,betracht1 den ,inhalt einem greren ,kreise durch leichtere ,darstellung und geflligere ,form zugnglich zu machen1 berflssige ,zugaben zu entfernen und ,wiederholungen auszuschalten1 sowie viele ,fremdwrter und verwickelte ,ausfhrungen durch leichter verstndliche zu ersetzen4 ,ferner sind viele ,stze entfernt worden1 welche teils ferner liegende1 teils zweifelhafte ,fragen behandelten2 das ,buch hat dadurch an ,klarheit und ,sicherheit1 wie auch an einheitlicher ,durchfhrung gewonnen4 ,der ,raumersparnis halber sind auch alle ,literaturhinweise und ,anmerkungen weggefallen1 welche in der ersten groen ,ausgabe enthalten sind1 sowie das ,nachwort zu der spter erschienenen ,volksausgabe 7,das ,glaubensbekenntnis der reinen ,vernunft74 ,diejenigen ,leser1 welche diese weiteren ,zustze und ,erluterungen kennen zu lernen wnschen1 finden sie in der krzlich erschienenen zehnten ,auflage der groen ,ausgabe1 und teilweise in der neu durchgesehenen und verbesserten ,auflage der ,volksausgabe 7#bdj4 ,tausend74 ,mge auch diese neue ,taschenausgabe dazu dienen1 das ,licht der ,aufklrung in immer weitere ,kreise zu tragen und viele denkende ,leser anregen1 sich selbstttig an der ,lsung der groen ,weltrtsel zu beteiligen4 ,jena1 #bi4 ,september #aijh4 ,ernst ,haeckel4 ,inhalt ,i4 ,anthropologischer ,teil ,der ,mensch #a4 ,stellung der ,weltrtsel #a #b4 ,unser ,krperbau #ad #c4 ,unser ,leben #bd #d4 ,unsere ,keimesgeschichte #cb #e4 ,unsere ,stammesgeschichte #db ,,ii4 ,psychologischer ,teil ,die ,seele #f4 ,das ,wesen der ,seele #ed #g4 ,stufenleiter der ,seele #fh #h4 ,keimesgeschichte der ,seele #hj #i4 ,stammesgeschichte der ,seele #ij #aj4 ,bewutsein der ,seele #aja #aa4 ,unsterblichkeit der ,seele #aac ,,iii4 ,kosmologischer ,teil ,die ,welt #ab4 ,das ,substanzgesetz #abg #ac4 ,entwickelungsgeschichte der ,welt #adj #ad4 ,einheit der ,natur #aed #ae4 ,gott und ,welt #afh ,,iv4 ,theologischer ,teil ,der ,gott #af4 ,wissen und ,glauben #ahj #ag4 ,wissenschaft und ,christentum #aia #ah4 ,unsere monistische ,religion #bjf #ai4 ,unsere monistische ,sittenlehre #bag #bj4 ,lsung der ,weltrtsel #bbi ,erstes ,kapitel4 ,stellung der ,weltrtsel4 ,allgemeines ,kulturbild des neunzehnten ,jahrhunderts4 ,der ,kampf der ,weltanschauungen4 ,monismus und ,dualismus4 ,am ,schlusse des neunzehnten ,jahrhunderts bietet sich dem denkenden ,beobachter eines der merkwrdigsten ,schauspiele dar4 ,alle ,gebildeten sind darber einig1 da dieses groartige ,jahrhundert in vieler ,beziehung alle seine ,vorgnger unendlich berflgelt und ,aufgaben gelst hat1 die in seinem ,anfange unlsbar erschienen4 ,die berraschenden theoretischen ,fortschritte in der ,naturerkenntnis und ihre fruchtbare praktische ,verwertung in ,technik1 ,industrie1 ,verkehr usw4 haben unserem modernen ,kulturleben ein vllig neues ,geprge gegeben4 ,dagegen haben wir auf wichtigen ,gebieten des geistigen ,lebens und der ,gesellschafts-,beziehungen wenige oder gar keine ,fortschritte gegen frhere ,jahrhunderte aufzuweisen1 vielfach sogar leider bedenkliche ,rckschritte4 ,aus diesem offenkundigen ,zwiespalt entspringt nicht nur ein unbehagliches ,gefhl innerer ,zerrissenheit und ,unwahrheit1 sondern auch die ,gefahr schwerer ,katastrophen auf politischem und sozialem ,gebiete4 ,es ist daher nicht nur das gute ,recht1 sondern auch die heilige ,pflicht jedes ehrlichen und von ,menschenliebe beseelten ,forschers1 nach bestem ,wissen zur ,aufhebung jenes ,zwiespaltes und zur ,vermeidung der daraus entspringenden ,gefahren beizutragen4 ,dies kann aber nach unserer berzeugung nur durch mutiges ,streben nach ,erkenntnis der ,wahrheit geschehen und durch ,gewinnung einer klaren1 fest gegrndeten1 naturgemen ,weltanschauung4 ,fortschritte der ,naturerkenntnis4 ,wenn wir uns den unvollkommenen ,zustand der ,naturerkenntnis im ,anfang des #ai4 ,jahrhunderts vergegenwrtigen und ihn mit der glnzenden ,hhe an dessen ,schlusse vergleichen1 so mu jedem ,sachkundigen der ,fortschritt erstaunlich gro erscheinen4 ,jeder einzelne ,zweig der ,naturwissenschaft darf sich rhmen1 da er innerhalb dieses ,jahrhunderts ,gewinne von grter ,tragweite erzielt habe4 ,in der mikroskopischen ,kenntnis des ,kleinsten wie in der teleskopischen ,erforschung des ,grten haben wir unschtzbare ,einsichten gewonnen1 die noch vor hundert ,jahren undenkbar erschienen4 ,verbesserte ,untersuchungsmethoden haben uns im ,reiche der einzelligen ,lebewesen eine unsichtbare ,welt voll unendlichen ,formenreichtums offenbart1 sowie in der winzigen kleinen ,zelle den gemeinsamen ,elementar-,organismus kennen gelehrt1 aus dessen sozialen ,zellverbnden1 den ,geweben1 der ,krper aller vielzelligen ,pflanzen und ,tiere ebenso wie der des ,menschen zusammengesetzt ist4 ,diese anatomischen ,kenntnisse sind von grter ,tragweite2 sie werden ergnzt durch den embryologischen ,nachweis1 da jeder hhere vielzellige ,organismus sich aus einer einzigen einfachen ,zelle entwickelt1 der befruchteten ,eizelle4 ,die bedeutungsvolle1 hierauf gegrndete ,zellentheorie hat uns erst das wahre ,verstndnis fr die geheimnisvollen ,lebenserscheinungen erffnet1 zu deren ,erklrung man frher eine bernatrliche ,lebenskraft oder ein unsterbliches ,seelenwesen annahm4 ,auch das eigentliche ,wesen der ,krankheit ist dem ,arzte erst durch die damit verknpfte ,zellularpathologie klar und verstndlich geworden4 ,nicht minder gewaltig sind aber die ,entdeckungen des #ai4 ,jahrhunderts im ,bereiche der anorganischen ,natur4 ,die ,physik hat in allen ,teilen ihres ,gebietes die erstaunlichsten ,fortschritte gemacht2 und was wichtiger ist1 sie hat die ,einheit der ,naturkrfte im ganzen ,universum nachgewiesen4 ,die mechanische ,wrmetheorie hat gezeigt1 wie eng dieselben zusammenhngen und wie jede unter bestimmten ,bedingungen sich direkt in die andere verwandeln kann4 ,die ,spektralanalyse hat uns gelehrt1 da dieselben ,stoffe1 welche unseren ,erdkrper und seine lebendigen ,bewohner aufbauen1 auch die ,masse der brigen ,planeten1 der ,sonne und der entferntesten ,fixsterne zusammensetzen4 ,die ,astrophysik hat unsere ,weltanschauung im groartigsten ,mastabe erweitert1 indem sie uns im unendlichen ,weltraum ,millionen von kreisenden ,weltkrpern nachgewiesen hat1 grer als unsere ,erde1 und gleich dieser in bestndiger ,umbildung begriffen1 in einem ewigen ,wechsel von ,werden und ,vergehen4 ,die ,chemie hat uns mit einer ,menge von neuen1 frher unbekannten ,stoffen bekannt gemacht1 die alle aus ,verbindungen von wenigen unzerlegbaren ,elementen 7ungefhr achtzig7 bestehen4 ,sie hat gezeigt1 da eines von diesen ,elementen1 der ,kohlenstoff1 der wunderbare ,krper ist1 welcher die ,bildung der unendlich mannigfaltigen organischen ,verbindungen bewirkt und somit die chemische ,basis des ,lebens darstellt4 ,alle einzelnen ,fortschritte der ,physik und ,chemie stehen jedoch an theoretischer ,bedeutung der ,erkenntnis des gewaltigen ,gesetzes nach1 welches alle in einem gemeinsamen ,brennpunkt vereinigt1 des ,substanzgesetzes4 ,indem dieses kosmologische ,grundgesetz die ewige ,erhaltung der ,kraft und des ,stoffes1 die allgemeine ,konstanz der ,energie und der ,materie im ganzen ,weltall nachweist1 ist es der sichere ,leitstern geworden1 der unsere monistische ,philosophie durch das gewaltige ,labyrinth der ,weltrtsel zu deren ,lsung fhrt4 99 99 99 99 99 ,da es unsere ,aufgabe sein wird1 in den folgenden ,kapiteln eine allgemeine bersicht ber den jetzigen ,stand unserer ,naturerkenntnis und ber ihre ,fortschritte in unserem ,jahrhundert zu gewinnen1 wollen wir hier nicht weiter auf eine ,musterung der einzelnen ,gebiete eingehen4 ,nur einen grten ,fortschritt wollen wir noch hervorheben1 der dem ,substanzgesetz ebenbrtig ist und der es ergnzt3 die ,begrndung der ,entwickelungslehre4 ,zwar haben einzelne denkende ,forscher schon seit ,jahrtausenden von ,entwickelung der ,dinge gesprochen2 da aber dieser ,begriff das ,universum beherrscht1 und da die ,welt selbst weiter nichts ist als eine ewige ,entwickelung der ,substanz1 dieser gewaltige ,gedanke ist ein ,kind des #ai4 ,jahrhunderts4 ,erst in seiner zweiten ,hlfte gelangte er zu voller ,klarheit und zu allgemeiner ,anwendung4 ,das unsterbliche ,verdienst1 diesen hchsten philosophischen ,begriff empirisch begrndet und zu umfassender ,geltung gebracht zu haben1 gebhrt dem groen englischen ,naturforscher ,charles ,darwin2 er legte #ahei den festen ,grund fr jene ,abstammungslehre1 welche der geniale franzsische ,naturphilosoph ,jean ,lamarck schon #ahji in ihren ,hauptzgen erkannt1 und deren ,grundgedanken unser grter deutscher ,dichter und ,denker1 ,wolfgang ,goethe1 schon #agij prophetisch erfat hatte4 ,damit wurde uns zugleich der ,schlssel zur ,frage aller ,fragen geschenkt1 zu dem groen ,weltrtsel von der ,stellung des ,menschen in der ,natur und von seiner natrlichen ,entstehung4 ,wenn wir heute imstande sind1 die ,herrschaft des ,entwickelungsgesetzes im ,gesamtgebiete der ,natur klar zu erkennen und sie in ,verbindung mit dem ,substanzgesetze zur einheitlichen ,erklrung aller ,naturerscheinungen zu benutzen1 so verdanken wir dies in erster ,linie jenen drei genialen1 weitblickenden ,naturphilosophen1 drei ,sternen erster ,gre unter allen anderen groen ,mnnern des neunzehnten ,jahrhunderts4 ,diesen erstaunlichen ,fortschritten unserer theoretischen ,naturerkenntnis entspricht deren mannigfaltige praktische ,anwendung auf allen ,gebieten des menschlichen ,kulturlebens4 ,wenn wir heute im ,zeitalter des ,verkehrs stehen1 wenn der internationale ,handel und das ,reisen eine frher nicht geahnte ,bedeutung erlangt haben1 wenn wir mittels ,telegraph und ,telephon die ,schranken von ,raum und ,zeit berwunden haben1 so verdanken wir das in erster ,linie den ,fortschritten der technischen ,physik1 besonders in der ,anwendung der ,dampfkraft und der ,elektrizitt4 ,wenn wir durch die ,photographie das ,sonnenlicht zwingen1 uns in einem ,augenblick naturgetreue ,bilder von jedem beliebigen ,gegenstande zu verschaffen1 wenn wir in der ,landwirtschaft und in den verschiedensten ,gewerben erstaunliche praktische ,fortschritte gemacht haben1 wenn wir in der ,medizin durch ,chloroform und ,morphium1 durch antiseptische und ,serumtherapie die ,leiden der ,menschheit unendlich gemildert haben1 so verdanken wir dies der angewandten ,chemie4 ,durch diese und andere ,erfindungen der ,technik haben wir alle frheren ,jahrhunderte weit berflgelt4 ,fortschritte der sozialen ,einrichtungen4 ,so drfen wir heute mit gerechtem ,stolze auf die gewaltigen ,fortschritte des #ai4 ,jahrhunderts in der ,naturerkenntnis und deren praktische ,verwertung zurckblicken4 ,leider bietet sich uns ein ganz anderes und wenig erfreuliches ,bild1 wenn wir andere1 nicht minder wichtige ,gebiete des modernen ,kulturlebens ins ,auge fassen4 ,zu unserem ,bedauern mssen wir da den ,satz von ,alfred ,wallace unterschreiben3 ,verglichen mit unseren erstaunlichen ,fortschritten in den physikalischen ,wissenschaften und ihrer praktischen ,anwendung1 bleibt unser ,system der ,regierung1 der administrativen ,justiz1 der ,nationalerziehung und unsere ganze soziale und moralische ,organisation in einem ,zustande der ,barbarei4 ,um uns von der ,wahrheit dieser schweren ,vorwrfe zu berzeugen1 brauchen wir nur einen unbefangenen ,blick in unser ffentliches ,leben zu werfen1 oder in den ,spiegel zu blicken1 den uns tglich unsere ,zeitung1 als das ,organ der ffentlichen ,meinung1 vorhlt4 ,unsere ,rechtspflege4 ,beginnen wir unsere ,rundschau mit der ,justiz1 dem ,fundamentum regnorum4 ,niemand wird behaupten knnen1 da deren heutiger ,zustand mit unserer fortgeschrittenen ,erkenntnis des ,menschen und der ,welt in ,einklang sei4 ,keine ,woche vergeht1 in der wir nicht von richterlichen ,urteilen lesen1 welche dem gesunden ,menschenverstand widersprechen2 viele ,entscheidungen unserer hheren und niederen ,gerichtshfe erscheinen geradezu unbegreiflich4 ,wir sehen ganz davon ab1 da in vielen modernen ,staaten -- trotz der auf ,papier gedruckten ,verfassung -- noch tatschlich der ,absolutismus herrscht und da manche ,mnner des ,rechts nicht nach ehrlicher berzeugung urteilen1 sondern entsprechend dem hheren ,wunsche von magebender ,stelle4 ,wir nehmen vielmehr an1 da die meisten ,richter und ,staatsanwlte nach bestem ,gewissen urteilen und nur menschlich irren4 ,dann erklren sich wohl die meisten ,irrtmer durch mangelhafte ,vorbildung und durch die veraltete ,gesetzgebung4 ,freilich herrscht vielfach die ,ansicht1 da gerade die ,juristen die hchste ,bildung besitzen2 gerade sie werden bei der ,besetzung der verschiedensten mter vorgezogen4 ,allein diese vielgerhmte juristische ,bildung ist grtenteils eine rein formale1 keine reale4 ,den menschlichen ,organismus und seine wichtigste ,funktion1 die ,seele1 lernen unsere ,juristen nur oberflchlich kennen2 das beweisen z4 ,b4 die wunderlichen ,ansichten ber ,willensfreiheit1 ,verantwortung usw41 denen wir tglich begegnen4 ,den meisten ,studierenden der ,jurisprudenz fllt es gar nicht ein1 sich um ,anthropologie1 ,psychologie und ,entwickelungsgeschichte zu bekmmern1 die ersten ,vorbedingungen fr richtige ,beurteilung des ,menschenwesens4 ,freilich bleibt dazu auch keine ,zeit2 diese wird leider nur zu sehr durch das grndliche ,studium von ,bier und ,wein in ,anspruch genommen1 sowie das veredelnde ,mensurenwesen2 der ,rest der kostbaren ,studienzeit aber ist notwendig1 um die ,hunderte von ,paragraphen der ,gesetzbcher zu erlernen1 deren ,kenntnis den ,juristen zu allen mglichen ,stellungen im heutigen ,kulturstaate befhigt4 ,unsere ,staatsordnung4 ,das leidige ,gebiet der ,politik wollen wir hier nur ganz flchtig streifen4 ,die unerfreulichen ,zustnde des modernen ,staatslebens sind ja allbekannt und jedermann tglich fhlbar4 ,zum groen ,teile erklren sich deren ,mngel daraus1 da die meisten ,staatsbeamten eben ,juristen sind1 ,mnner von hoher formaler ,bildung1 aber ohne jene grndliche ,kenntnis der ,menschennatur1 die nur durch vergleichende ,anthropologie und ,psychologie erworben werden kann4 ,bau und ,leben des sozialen ,krpers1 d4 h4 des ,staates1 lernen wir nur dann richtig verstehen1 wenn wir naturwissenschaftliche ,kenntnis vom ,bau und ,leben der ,personen besitzen1 welche den ,staat zusammensetzen1 und der ,zellen1 welche jene ,personen zusammensetzen4 ,wenn unsere ,staatslenker und ,volksvertreter diese unschtzbaren biologischen und anthropologischen ,vorkenntnisse besen1 so wrde unmglich in den ,zeitungen tglich jene entsetzliche ,flle von soziologischen ,irrtmern und von politischer ,kannegieerei zu lesen sein1 welche unsere ,parlamentsberichte und auch viele ,regierungserlasse nicht gerade erfreulich auszeichnen4 ,am meisten zu beklagen ist es1 da der moderne ,kulturstaat sich der kulturfeindlichen ,kirche in die ,arme wirft1 und da der bornierte ,egoismus der ,parteien1 die ,verblendung der kurzsichtigen ,parteifhrer die ,hierarchie untersttzt4 ,dadurch entstehen so traurige ,bilder1 wie sie uns am ,schlusse des #ai4 ,jahrhunderts der ,deutsche ,reichstag vor ,augen fhrte3 die ,geschicke des gebildeten deutschen ,volkes in der ,hand des ultramontanen ,zentrums1 unter der ,leitung des rmischen ,papismus1 der sein rgster und gefhrlichster ,feind ist4 ,statt ,recht und ,vernunft regiert ,aberglaube und ,verdummung4 ,unsere ,staatsordnung kann nur dann besser werden1 wenn sie sich von den ,fesseln der ,kirche befreit und wenn sie durch allgemeine naturwissenschaftliche ,bildung die ,welt- und ,menschenkenntnis der ,staatsbrger auf eine hhere ,stufe hebt4 ,dabei kommt es gar nicht auf die besondere ,staatsform an4 ,ob ,monarchie oder ,republik1 ob aristokratische oder demokratische ,verfassung1 das sind untergeordnete ,fragen gegenber der groen ,hauptfrage3 ,soll der moderne ,kulturstaat geistlich oder weltlich sein8 ,soll er theokratisch1 durch unvernnftige ,glaubensstze und klerikale ,willkr1 oder soll er nomokratisch1 durch vernnftige ,gesetze und brgerliches ,recht geleitet werden8 ,unsere ,schule4 ,ebenso wie unsere ,rechtspflege und ,staatsordnung entspricht auch unsere ,jugenderziehung durchaus nicht den ,anforderungen1 welche die wissenschaftlichen ,fortschritte des #ai4 ,jahrhunderts an die moderne ,bildung stellen4 ,die ,naturwissenschaft1 die alle anderen ,wissenschaften so weit berflgelt und welche1 bei ,licht betrachtet1 auch alle sogenannten ,geisteswissenschaften in sich aufgenommen hat1 wird in unseren ,schulen immer noch als ,aschenbrdel in die ,ecke gestellt4 ,unseren meisten ,lehrern erscheint immer noch als ,hauptaufgabe jene tote ,gelehrsamkeit1 die aus den ,klosterschulen des ,mittelalters bernommen ist2 im ,vordergrunde steht der grammatikalische ,sport und die zeitraubende grndliche ,kenntnis der klassischen ,sprachen1 sowie der uerlichen ,vlkergeschichte4 ,die ,sittenlehre1 der wichtigste ,gegenstand der praktischen ,philosophie1 wird vernachlssigt und an ihre ,stelle die kirchliche ,konfession gesetzt4 ,der ,glaube soll dem ,wissen vorangehen2 nicht jener wissenschaftliche ,glaube1 welcher uns zu einer monistischen ,religion fhrt1 sondern jener unvernnftige ,aberglaube1 der die ,grundlage eines verunstalteten ,christentums bildet4 ,whrend die groartigen ,erkenntnisse der modernen ,kosmologie und ,anthropologie1 der heutigen ,biologie und ,entwickelungslehre auf unseren hheren ,schulen gar keine oder nur ganz ungengende ,verwertung finden1 wird das ,gedchtnis mit einer ,unmasse von philologischen und historischen ,tatsachen berladen1 die weder fr die ,geistesbildung1 noch fr das praktische ,leben von ,nutzen sind4 ,auch die veralteten ,einrichtungen und ,fakulttsverhltnisse der ,universitten entsprechen der heutigen ,entwickelungsstufe der natrlichen ,weltanschauung ebensowenig wie der ,unterricht in den ,gymnasien und in den niederen ,schulen4 ,unsere ,kirche4 ,im schrfsten ,gegensatze zu der modernen ,bildung und zu deren ,grundlage1 der vorgeschrittenen ,naturerkenntnis1 steht unstreitig die ,kirche4 ,wir wollen hier garnicht vom ultramontanen ,papismus sprechen1 oder von den orthodoxen evangelischen ,richtungen1 welche diesem in bezug auf krassesten ,aberglauben und ,unkenntnis der ,wirklichkeit nichts nachgeben4 ,vielmehr versetzen wir uns in die ,predigt eines liberalen protestantischen ,pfarrers1 der gute ,durchschnittsbildung besitzt und der ,vernunft neben dem ,glauben ihr gutes ,recht einrumt4 ,da hren wir neben vortrefflichen ,sittenlehren1 die mit unserer monistischen ,ethik 7im #ai4 ,kapitel7 vollkommen harmonieren1 ,vorstellungen ber das ,wesen von ,gott und ,welt1 von ,mensch und ,leben1 welche allen ,erkenntnissen der ,naturforschung direkt widersprechen4 ,es ist kein ,wunder1 wenn ,techniker und ,chemiker1 rzte und ,philosophen1 die grndlich ber die ,natur beobachtet und nachgedacht haben1 solchen ,predigten kein ,gehr schenken wollen4 ,es fehlt eben unseren ,theologen und ,philologen1 ebenso wie unseren ,politikern und ,juristen1 an jener unentbehrlichen ,naturerkenntnis1 auf welche sich die monistische ,entwickelungslehre grndet4 ,konflikt zwischen ,vernunft und ,dogma4 ,aus diesen bedauerlichen ,gegenstzen ergeben sich fr unser modernes ,kulturleben schwere ,konflikte1 deren ,gefahr dringend zur ,beseitigung auffordert4 ,unsere heutige ,bildung verlangt ihr gutes ,recht auf allen ,gebieten des ffentlichen und privaten ,lebens2 sie wnscht die ,menschheit mittels der ,vernunft auf jene hhere ,stufe der ,erkenntnis und damit zugleich auf jenen besseren ,weg zum ,glck erhoben zu sehen1 welche wir unserer hoch entwickelten ,naturwissenschaft verdanken4 ,dagegen struben sich mit aller ,macht diejenigen einflureichen ,kreise1 welche unsere ,geistesbildung in den berwundenen ,anschauungen des ,mittelalters zurckhalten wollen2 sie verharren im ,banne der traditionellen ,dogmen und verlangen1 da die ,vernunft sich unter diese hhere ,offenbarung beuge4 ,das ist der ,fall in weiten ,kreisen der ,theologie und ,philologie1 der ,soziologie und ,jurisprudenz4 ,diese ,rckstndigkeit beruht zum grten ,teile gewi nicht auf eigenntzigem ,streben1 sondern teils auf ,unkenntnis der realen ,tatsachen1 teils auf der bequemen ,gewohnheit der ,tradition4 ,die gefhrlichste ,feindin der ,vernunft und ,wissenschaft ist nicht die ,bosheit1 sondern die ,unwissenheit und vielleicht noch mehr die ,trgheit4 ,gegen diese beiden ,mchte kmpfen die ,gtter selbst dann noch vergebens1 wenn sie die erstere glcklich berwunden haben4 ,anthropismus4 ,eine der mchtigsten ,sttzen gewhrt jener rckstndigen ,weltanschauung der ,anthropismus oder die ,vermenschlichung4 ,unter diesem ,begriffe verstehe ich jenen mchtigen und weit verbreiteten ,komplex von irrtmlichen ,vorstellungen1 welcher den menschlichen ,organismus in ,gegensatz zu der ganzen brigen ,natur stellt1 ihn als vorbedachtes ,endziel der organischen ,schpfung und als ein von dieser verschiedenes1 gotthnliches ,wesen auffat4 ,bei genauerer ,kritik dieses einflureichen ,vorstellungskreises ergibt sich1 da er eigentlich aus drei verschiedenen ,dogmen besteht1 die wir als den anthropozentrischen1 anthropomorphischen und anthropolatrischen ,irrtum unterscheiden4 ,i4 ,das anthropozentrische ,dogma ruht auf der ,vorstellung1 da der ,mensch der vorbedachte ,mittelpunkt und ,endzweck alles ,erdenlebens -- oder in weiterer ,fassung der ganzen ,welt -- sei4 ,da dieser ,irrtum dem menschlichen ,eigendnkel uerst erwnscht1 und da er mit den ,schpfungsmythen und mit den ,dogmen der mosaischen1 christlichen und mohammedanischen ,religion innig verwachsen ist1 beherrscht er auch heute noch den grten ,teil der ,kulturwelt4 -- ,,ii4 ,das anthropomorphische ,dogma knpft ebenfalls an die ,schpfungssagen der drei genannten1 sowie vieler anderen ,religionen an4 ,es vergleicht die ,weltschpfung und ,weltregierung ,gottes mit den ,kunstschpfungen eines sinnreichen ,technikers und mit der ,staatsregierung eines weisen ,herrschers4 ,gott der ,herr als ,schpfer1 ,erhalter und ,regierer der ,welt wird dabei in seinem ,denken und ,handeln durchaus menschenhnlich vorgestellt4 ,daraus folgt dann wieder umgekehrt1 da der ,mensch gotthnlich ist4 ,gott schuf den ,menschen nach seinem ,bilde4 ,die ltere naive ,mythologie verleiht ihren ,gttern ,menschengestalt1 ,fleisch und ,blut4 ,weniger materialistisch sind die ,vorstellungen der neueren mystischen ,theosophie1 welche den persnlichen ,gott als unsichtbares ,wesen verehrt und ihn doch gleichzeitig nach ,menschenart denken1 sprechen und handeln lt4 -- ,,iii4 ,das anthropolatrische ,dogma ergibt sich aus dieser ,vergleichung der menschlichen und gttlichen ,seelenttigkeit von selbst2 es fhrt zu der gttlichen ,verehrung des menschlichen ,organismus1 zum anthropistischen ,grenwahn4 ,daraus folgt wieder der hochgeschtzte ,glaube an die persnliche ,unsterblichkeit der ,seele1 sowie das dualistische ,dogma von der ,doppelnatur des ,menschen1 dessen unsterbliche ,seele den sterblichen ,krper nur zeitweise bewohnt4 ,diese drei anthropistischen ,dogmen1 mannigfach ausgebildet und der wechselnden ,glaubensform der verschiedenen ,religionen angepat1 wurden zur ,quelle der gefhrlichsten ,irrtmer4 ,die anthropistische ,weltanschauung1 die daraus entsprang1 steht in unvershnlichem ,gegensatz zu unserer monistischen ,naturerkenntnis2 sie wird zunchst schon durch deren kosmologische ,perspektive widerlegt4 ,kosmologische ,perspektive4 ,die ,unhaltbarkeit dieser drei anthropistischen ,dogmen1 wie auch vieler anderer ,anschauungen der dualistischen ,philosophie und der orthodoxen ,religion1 offenbart sich1 sobald wir sie aus der kosmologischen ,perspektive unseres ,monismus kritisch betrachten4 ,wir verstehen darunter jene umfassende ,anschauung des ,weltganzen1 welche uns der hchste ,standpunkt der monistischen ,naturerkenntnis gewhrt4 ,da berzeugen wir uns von der ,wahrheit der folgenden wichtigen kosmologischen ,lehrstze3 #a4 ,das ,weltall 7,universum oder ,kosmos7 ist ewig1 unendlich und unbegrenzt4 #b4 ,die ,substanz desselben mit ihren beiden ,attributen 7,materie und ,energie7 erfllt den unendlichen ,raum und befindet sich in ewiger ,bewegung4 #c4 ,diese ,bewegung verluft in der unendlichen ,zeit als eine einheitliche ,entwickelung1 mit periodischem ,wechsel von ,werden und ,vergehen1 von ,fortbildung und ,rckbildung4 #d4 ,die unzhligen ,weltkrper1 welche im raumerfllenden ther verteilt sind1 unterliegen smtlich dem ,substanzgesetz4 #e4 ,unsere ,sonne ist einer von diesen unzhligen vergnglichen ,weltkrpern1 und unsere ,erde ist einer von den zahlreichen vergnglichen ,planeten1 welche diese umkreisen4 #f4 ,unsere ,erde hat einen langen ,abkhlungsproze durchgemacht1 ehe auf derselben tropfbar flssiges ,wasser und damit die erste ,vorbedingung organischen ,lebens entstehen konnte4 #g4 ,der darauf folgende biogenetische ,proze1 die langsame ,entwickelung und ,umbildung zahlloser organischer ,formen1 hat viele ,millionen ,jahre 7weit ber hundert67 in ,anspruch genommen4 #h4 ,unter den verschiedenen ,tierstmmen1 welche sich im spteren ,verlaufe des biogenetischen ,prozesses auf unserer ,erde entwickelten1 hat der ,stamm der ,wirbeltiere im ,wettlaufe der ,entwickelung neuerdings alle anderen weit berflgelt4 #i4 ,als der bedeutendste ,zweig des ,wirbeltierstammes hat sich erst spt 7whrend der ,triasperiode7 aus ,amphibien die ,klasse der ,sugetiere entwickelt4 #aj4 ,der vollkommenste und hchst entwickelte ,zweig dieser ,klasse ist die ,ordnung der ,herrentiere oder ,primaten1 die erst im ,beginne der ,tertirzeit durch ,umbildung aus niedersten ,zottentieren entstanden ist4 #aa4 ,das jngste und vollkommenste stchen des ,primatenzweiges ist der ,mensch1 der erst in spterer ,tertirzeit aus einer ,reihe von ,menschenaffen hervorging4 #ab4 ,demnach ist die sogenannte ,weltgeschichte eine verschwindend kurze ,episode in dem langen ,verlaufe der organischen ,erdgeschichte1 ebenso wie diese selbst ein kleines ,stck von der ,geschichte unseres ,planetensystems2 und wie unsere ,mutter ,erde ein vergngliches ,sonnenstubchen im unendlichen ,weltall1 so ist der einzelne ,mensch eine vorbergehende ,erscheinung in der vergnglichen organischen ,natur4 ,nichts scheint mir geeigneter als diese groartige kosmologische ,perspektive1 um von vornherein den richtigen ,mastab und den weitsichtigen ,standpunkt festzusetzen1 welchen wir zur ,lsung der ,weltrtsel einhalten mssen4 ,denn dadurch wird nicht nur die magebende ,stellung des ,menschen in der ,natur klar bezeichnet1 sondern auch der herrschende anthropistische ,grenwahn widerlegt1 die ,anmaung1 mit welcher der ,mensch sich dem unendlichen ,universum gegenberstellt und als wichtigsten ,teil des ,weltalls verherrlicht4 ,diese grenzenlose ,selbstberhebung des eiteln ,menschen hat ihn dazu verfhrt1 sich als ,ebenbild ,gottes zu betrachten1 fr seine vergngliche ,person ein ewiges ,leben in ,anspruch zu nehmen und sich einzubilden1 da er unbeschrnkte ,freiheit des ,willens besitzt4 ,der lcherliche ,csarenwahn des ,caligula ist eine spezielle ,form dieser hochmtigen ,selbstvergtterung des ,menschen4 ,erst wenn wir diesen unhaltbaren ,grenwahn aufgeben und die naturgeme kosmologische ,perspektive einnehmen1 knnen wir zur ,lsung der ,weltrtsel gelangen4 ,zahl der ,weltrtsel4 ,der ungebildete ,kulturmensch ist noch ebenso wie der rohe ,naturmensch auf ,schritt und ,tritt von unzhligen ,weltrtseln umgeben4 ,je weiter die ,kultur fortschreitet und die ,wissenschaft sich entwickelt1 desto mehr wird ihre ,zahl beschrnkt4 ,die monistische ,philosophie wird schlielich nur ein einziges1 allumfassendes ,weltrtsel anerkennen1 das ,substanzproblem4 ,in der berhmten ,rede1 welche ,emil du ,bois-,reymond #ahhj in der ,leibniz-,sitzung der ,berliner ,akademie der ,wissenschaften hielt1 unterscheidet er sieben ,weltrtsel2 er fhrt dieselben in nachstehender ,reihenfolge auf3 ,i4 das ,wesen von ,materie und ,kraft1 ,,ii4 der ,ursprung der ,bewegung1 ,,iii4 die erste ,entstehung des ,lebens1 ,,iv4 die 7anscheinend absichtsvoll7 zweckmige ,einrichtung der ,natur1 ,v4 das ,entstehen der einfachen ,sinnesempfindung und des ,bewutseins1 ,,vi4 das vernnftige ,denken und der ,ursprung der damit eng verbundenen ,sprache1 ,,vii4 die ,frage nach der ,willensfreiheit4 ,von diesen sieben ,weltrtseln erklrt der ,rhetor der ,berliner ,akademie drei fr ganz transzendent und unlsbar 7das erste1 zweite und fnfte72 drei andere hlt er zwar fr schwierig1 aber fr lsbar 7das dritte1 vierte und sechste72 bezglich des siebenten und letzten ,weltrtsels1 welches praktisch das wichtigste ist1 nmlich der ,willensfreiheit1 verhlt er sich unentschieden4 ,nach meiner ,ansicht werden die drei transzendenten ,rtsel 7,i1 ,,ii1 ,v7 durch unsere ,auffassung der ,substanz erledigt 7,kapitel #ab72 die drei anderen1 schwierigen1 aber lsbaren ,probleme 7,,iii1 ,,iv1 ,,vi7 sind durch unsere moderne ,entwickelungslehre endgltig gelst2 das siebente und letzte ,weltrtsel1 die ,willensfreiheit1 ist gar kein ,objekt kritischer wissenschaftlicher ,erklrung1 da sie als reines ,dogma auf bloer ,tuschung beruht und in ,wirklichkeit gar nicht existiert4 ,lsung der ,weltrtsel4 ,die ,mittel und ,wege zur ,lsung der ,weltrtsel sind diejenigen der reinen wissenschaftlichen ,erkenntnis berhaupt3 ,erfahrung und ,schlufolgerung4 ,die wissenschaftliche ,erfahrung erwerben wir uns durch ,beobachtung und ,experiment1 wobei in erster ,linie unsere ,sinnesorgane1 in zweiter die inneren ,sinnesherde unserer ,grohirnrinde ttig sind4 ,die mikroskopischen ,elementarorgane der ersteren sind die ,sinneszellen1 die der letzteren ,gruppen von ,ganglienzellen4 ,die ,erfahrungen1 welche wir von der ,auenwelt durch diese unschtzbarsten ,organe unseres ,geisteslebens erhalten haben1 werden dann durch andere ,gehirnteile in ,vorstellungen umgesetzt und diese wiederum durch ,assoziation zu ,schlssen verknpft4 ,die ,bildung dieser ,schlufolgerungen erfolgt auf zwei verschiedenen ,wegen1 die nach meiner berzeugung gleich wertvoll und unentbehrlich sind3 ,induktion und ,deduktion4 ,die weiteren verwickelten ,gehirnoperationen1 die ,bildung von zusammenhngenden ,kettenschlssen1 die ,abstraktion und ,begriffsbildung1 die ,ergnzung des erkennenden ,verstandes durch die plastische ,phantasie1 schlielich das ,bewutsein1 das ,denken und ,philosophieren1 sind ebenso ,funktionen der ,ganglienzellen der ,grohirnrinde wie die vorhergehenden einfacheren ,seelenttigkeiten4 ,alle zusammen vereinigen wir in dem hchsten ,begriffe der ,vernunft4 ,vernunft1 ,gemt und ,offenbarung4 ,durch die ,vernunft allein knnen wir zur wahren ,naturerkenntnis und zur ,lsung der ,weltrtsel gelangen4 ,indessen hat die ,vernunft ihren hohen ,wert erst durch die fortschreitende ,kultur und ,geistesbildung1 durch die ,entwickelung der ,wissenschaft erhalten4 ,der ungebildete ,mensch und der rohe ,naturmensch sind ebensowenig 7oder ebensosehr7 vernnftig wie die nchstverwandten ,sugetiere 7,affen1 ,hunde1 ,elefanten usw474 ,nun ist noch heute in weiten ,kreisen die ,ansicht verbreitet1 da es auer der ,vernunft noch zwei weitere 7ja sogar wichtigere67 ,erkenntniswege gebe3 ,gemt und ,offenbarung4 ,diesem gefhrlichen ,irrtum mssen wir entschieden entgegentreten4 ,das ,gemt hat mit der ,erkenntnis der ,wahrheit garnichts zu tun4 ,was wir ,gemt nennen und hochschtzen1 ist eine verwickelte ,ttigkeit des ,gehirns1 welche sich aus ,gefhlen der ,lust und ,unlust1 aus ,vorstellungen der ,zuneigung und ,abneigung1 aus ,strebungen des ,begehrens und ,fliehens zusammensetzt4 ,dabei knnen die verschiedensten anderen ,ttigkeiten des ,organismus mitspielen1 ,bedrfnisse der ,sinne und der ,muskeln1 des ,magens und der ,geschlechtsorgane usw4 ,die ,erkenntnis der ,wahrheit frdern alle diese ,gemtszustnde und ,gemtsbewegungen in keiner ,weise2 im ,gegenteil stren sie oft die allein dazu befhigte ,vernunft4 ,noch kein ,weltrtsel ist durch die ,gehirnfunktion des ,gemts gelst oder auch nur gefrdert worden4 ,dasselbe gilt aber auch von der sogenannten ,offenbarung und den angeblichen1 dadurch erreichten ,glaubenswahrheiten2 diese beruhen smtlich auf bewuter oder unbewuter ,tuschung 7vergl4 das #af4 ,kapitel74 ,philosophie und ,naturwissenschaft4 ,als einen der erfreulichsten ,fortschritte zur ,lsung der ,weltrtsel mssen wir es begren1 da in neuerer ,zeit immer mehr die beiden einzigen dazu fhrenden ,wege3 ,erfahrung und ,denken 7oder ,empirie und ,spekulation7 als gleichberechtigte und sich gegenseitig ergnzende ,erkenntnismethoden anerkannt worden sind4 ,die ,philosophen haben allmhlich eingesehen1 da die reine ,spekulation zur wahren ,erkenntnis nicht ausreicht4 ,und ebenso haben sich anderseits die ,naturforscher berzeugt1 da die bloe ,erfahrung fr die ,bildung einer realen ,weltanschauung ungengend ist4 ,die zwei groen ,erkenntniswege1 die sinnliche ,erfahrung und das vernnftige ,denken1 sind zwei verschiedene ,gehirnfunktionen2 die erstere wird durch die ,sinnesorgane und die zentralen ,sinnesherde1 die letztere durch die dazwischen liegenden ,denkherde1 die groen ,assozionszentren der ,grohirnrinde vermittelt4 7,vergl4 ,kapitel #g und #aj47 ,erst durch die vereinigte ,ttigkeit beider entsteht wahre ,erkenntnis4 ,allerdings gibt es auch heute noch ,philosophen1 welche die ,welt blo aus ihrem ,kopfe konstruieren wollen1 und welche die empirische ,naturerkenntnis schon deshalb verschmhen1 weil sie die wirkliche ,welt nicht kennen4 ,anderseits behaupten auch heute noch manche ,naturforscher1 da die einzige ,aufgabe der ,wissenschaft das tatschliche ,wissen1 die objektive ,erforschung der einzelnen ,naturerscheinungen sei2 das ,zeitalter der ,philosophie sei vorber1 und an ihre ,stelle sei die ,naturwissenschaft getreten 7,virchow #ahic74 ,diese einseitige berschtzung der ,empirie ist ein ebenso gefhrlicher ,irrtum wie jene entgegengesetzte der ,spekulation4 ,beide ,erkenntniswege sind sich gegenseitig unentbehrlich4 ,die grten ,triumphe der modernen ,naturforschung1 die ,zellentheorie und die ,wrmetheorie1 die ,entwickelungstheorie und das ,substanzgesetz1 sind philosophische ,taten1 aber nicht ,ergebnisse der reinen ,spekulation1 sondern der vorausgegangenen1 ausgedehntesten und grndlichsten ,empirie4 ,dualismus und ,monismus4 ,alle verschiedenen ,richtungen der ,philosophie lassen sich1 vom heutigen ,standpunkte der ,naturwissenschaft beurteilt1 in zwei entgegengesetzte ,reihen bringen1 einerseits die dualistische oder zwiespltige1 anderseits die monistische oder einheitliche ,weltanschauung4 ,der ,dualismus 7im weitesten ,sinne67 zerlegt das ,universum in zwei ganz verschiedene ,substanzen1 die materielle ,welt und den immateriellen ,gott1 der ihr als ,schpfer1 ,erhalter und ,regierer gegenbersteht4 ,der ,monismus hingegen 7ebenfalls im weitesten ,sinne begriffen67 erkennt im ,universum nur eine einzige ,substanz1 die ,gott und ,natur zugleich ist2 ,krper und ,geist 7oder ,materie und ,energie7 sind fr sie untrennbar verbunden4 ,der auerweltliche persnliche ,gott des ,dualismus fhrt zum ,theismus1 der innerweltliche ,gott des ,monismus zum ,pantheismus4 ,materialismus und ,spiritualismus4 ,sehr hufig werden auch heute noch die verschiedenen ,begriffe ,monismus und ,materialismus und ebenso die wesentlich verschiedenen ,richtungen des theoretischen und des praktischen ,materialismus verwechselt4 ,da diese und hnliche ,begriffsverwirrungen zahlreiche ,irrtmer veranlassen1 wollen wir zur ,vermeidung aller ,miverstndnisse nur kurz noch folgendes bemerken3 ,i4 ,unser reiner ,monismus ist weder mit jenem ,materialismus identisch1 welcher den ,geist leugnet und die ,welt in eine ,summe von toten ,atomen auflst1 noch mit dem theoretischen ,spiritualismus 7neuerdings als ,energetik bezeichnet71 welcher die ,materie leugnet und die ,welt nur als eine rumlich geordnete ,gruppe von bloen ,empfindungen und ,vorstellungen 7oder von ,energien oder immateriellen ,naturkrften7 betrachtet4 ,,ii4 ,vielmehr sind wir mit ,goethe der festen berzeugung1 da die ,materie nie ohne ,geist1 der ,geist nie ohne ,materie existiert und wirksam sein kann4 ,wir halten fest an der monistischen ,auffassung von ,spinoza3 ,die ,materie1 als die unendlich ausgedehnte ,substanz1 und der ,geist 7oder die ,energie71 als die empfindende oder denkende ,substanz1 sind die beiden ,attribute oder ,grundeigenschaften des allumfassenden gttlichen ,weltwesens1 der universalen ,substanz4 7,vergl4 ,kapitel #ab47 ,zweites ,kapitel4 ,unser ,krperbau4 ,monistische ,studien ber menschliche und vergleichende ,anatomie4 bereinstimmung in der grberen und feineren ,organisation des ,menschen und der ,sugetiere4 ,alle biologischen ,untersuchungen1 alle ,forschungen ber die ,gestaltung und ,lebensttigkeit der ,organismen haben zunchst den sichtbaren ,krper ins ,auge zu fassen1 an welchem uns die betreffenden morphologischen und physiologischen ,erscheinungen entgegentreten4 ,dieser ,grundsatz gilt ebenso fr den ,menschen wie fr alle anderen belebten ,naturkrper4 ,dabei darf sich die ,untersuchung nicht mit der ,betrachtung der ueren ,gestalt begngen1 sondern sie mu in das ,innere derselben eindringen und ihre ,zusammensetzung aus den grberen und feineren ,bestandteilen erforschen4 ,die ,wissenschaft1 welche diese grundlegende ,untersuchung im weitesten ,umfange auszufhren hat1 ist die ,anatomie4 ,menschliche ,anatomie4 ,die erste ,anregung zur ,erkenntnis des menschlichen ,krperbaues ging naturgem von der ,heilkunde aus4 ,da diese bei den ltesten ,kulturvlkern gewhnlich von den ,priestern ausgebt wurde1 drfen wir annehmen1 da diese hchsten ,vertreter der damaligen ,bildung schon im zweiten ,jahrtausend vor ,christo und frher ber ein gewisses ,ma von anatomischen ,kenntnissen verfgten4 ,aber genauere ,erfahrungen1 gewonnen durch die ,zergliederung von ,sugetieren und von diesen bertragen auf den ,menschen1 finden wir erst bei den ,griechen1 von denen ,hippokrates lange als vorzglichste ,autoritt galt4 ,nach ihm erscheint nur noch ein bedeutender ,anatom im ,altertum1 der ,arzt ,claudius ,galenus4 ,alle diese lteren ,anatomen erwarben ihre ,kenntnisse zum grten ,teile nicht durch die ,untersuchung des menschlichen ,krpers selbst -- die damals noch streng verboten war6 --1 sondern durch diejenige der menschenhnlichsten ,sugetiere1 besonders der ,affen2 sie waren also alle eigentlich schon vergleichende ,anatomen4 ,das ,emporblhen des ,christentums und der damit verknpften mystischen ,weltanschauung bereitete der ,anatomie1 wie allen anderen ,naturwissenschaften1 den ,niedergang4 ,die rmischen ,ppste waren vor allem bestrebt1 die ,menschheit in ,unwissenheit und in blindem ,aberglauben zu erhalten2 sie hielten die ,kenntnis des menschlichen ,organismus mit ,recht fr ein gefhrliches ,mittel der ,aufklrung ber unser wahres ,wesen4 ,whrend des langen ,zeitraums von dreizehn ,jahrhunderten blieben die ,schriften des ,galenus fast die einzige ,quelle fr die menschliche ,anatomie1 ebenso wie diejenigen des ,aristoteles fr die gesamte ,naturgeschichte4 ,erst als im sechzehnten ,jahrhundert n4 ,chr4 durch die ,reformation die geistige ,weltherrschaft des ,papismus gebrochen und durch das neue ,weltsystem des ,kopernikus die eng damit verknpfte geozentrische ,weltanschauung zerstrt wurde1 begann auch fr die ,erkenntnis des menschlichen ,krpers eine neue ,periode des ,aufschwungs4 ,die groen ,anatomen ,vesalius1 ,eustachius und ,fallopius frderten durch eigene grndliche ,untersuchungen die genaue ,kenntnis unseres ,krperbaues so sehr1 da ihren zahlreichen ,nachfolgern bezglich der grberen ,verhltnisse hauptschlich nur ,einzelheiten festzustellen brigblieben4 ,der ebenso khne wie geistreiche ,andreas ,vesalius ging bahnbrechend allen voran2 er vollendete schon in seinem #bh4 ,lebensjahre das groe1 einheitlich durchgefhrte ,werk ,de humani corporis fabrica 7#aedc7 und gab der ganzen menschlichen ,anatomie eine neue1 selbstndige ,richtung und sichere ,grundlage4 ,vergleichende ,anatomie4 ,die ,verdienste1 welche das neunzehnte ,jahrhundert sich um die ,erkenntnis des menschlichen ,krperbaues erworben hat1 bestehen vor allem in dem ,ausbau von zwei neuen1 beraus wichtigen ,forschungsrichtungen1 der vergleichenden ,anatomie und der ,gewebelehre oder der mikroskopischen ,anatomie4 ,die erstere war allerdings schon von ,anfang an mit der menschlichen ,anatomie eng verknpft gewesen2 denn diese wurde solange durch die erstere ersetzt1 als die ,sektion menschlicher ,leichen fr ein todeswrdiges ,verbrechen galt -- und das war selbst noch im #ae4 ,jahrhundert der ,fall6 ,aber die zahlreichen ,anatomen der folgenden drei ,jahrhunderte beschrnkten sich grtenteils auf die genaue ,untersuchung des menschlichen ,organismus4 ,diejenige hochentwickelte ,disziplin1 die wir heute vergleichende ,anatomie nennen1 wurde erst im ,jahre #ahjc geboren1 als der groe franzsische ,zoologe ,george ,cuvier seine grundlegenden ,leons sur l',anatomie compare herausgab und darin zum ersten ,male bestimmte ,gesetze ber den ,krperbau des ,menschen und der ,tiere festzustellen suchte4 ,whrend seine ,vorlufer -- unter ihnen auch ,goethe #agij -- hauptschlich nur das ,knochengerst des ,menschen mit demjenigen der brigen ,sugetiere eingehend verglichen hatten1 umfate ,cuviers weiter ,blick die ,gesamtheit der tierischen ,organisation2 er unterschied in derselben vier groe1 voneinander unabhngige ,hauptformen oder ,typen3 ,wirbeltiere1 ,gliedertiere1 ,weichtiere und ,strahltiere4 ,fr die ,frage aller ,fragen war dieser ,fortschritt insofern epochemachend1 als damit klar die ,zugehrigkeit des ,menschen zum ,typus der ,wirbeltiere -- sowie seine ,grundverschiedenheit von allen anderen ,typen -- ausgesprochen war4 ,allerdings hatte schon der scharfblickende ,linn in seinem ersten ,systema naturae 7#agce7 dem ,menschen definitiv seinen ,platz in der ,klasse der ,sugetiere angewiesen2 er vereinigte sogar in der ,ordnung der ,herrentiere die drei ,gruppen der ,halbaffen1 ,affen und ,menschen4 ,aber es fehlte diesem khnen systematischen ,griffe noch jene tiefere empirische ,begrndung durch die vergleichende ,anatomie1 die erst ,cuvier herbeifhrte4 ,diese fand ihre weitere ,ausfhrung durch die groen vergleichenden ,anatomen des #ai4 ,jahrhunderts1 durch ,friedrich ,meckel1 ,johannes ,mller1 ,richard ,owen1 ,thomas ,huxley und ,carl ,gegenbaur4 ,indem dieser letztere in seinen ,grundzgen der vergleichenden ,anatomie 7#ahgj7 zum ersten ,male die durch ,darwin neu begrndete ,abstammungslehre auf jene ,wissenschaft anwandte1 erhob er sie zum ersten ,range unter den biologischen ,disziplinen4 ,seine ,vergleichende ,anatomie der ,wirbeltiere 7#ahih7 legte den unerschtterlichen ,grund fest1 auf welchem sich unsere berzeugung von der ,wirbeltiernatur des ,menschen nach allen ,richtungen hin klar beweisen lt4 ,gewebelehre 7,histologie7 und ,zellenlehre 7,cytologie74 ,in ganz anderer ,richtung als die vergleichende entwickelte sich im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts die mikroskopische ,anatomie4 ,schon im ,anfange desselben 7#ahjb7 unternahm ein franzsischer ,arzt1 ,bichat1 den ,versuch1 mittels des ,mikroskops die ,organe des menschlichen ,krpers in ihre einzelnen feineren ,bestandteile zu zerlegen und die ,beziehungen dieser verschiedenen ,gewebe festzustellen4 ,aber dieser erste ,versuch fhrte nicht weit1 da ihm das gemeinsame ,element fr die zahlreichen1 verschiedenen ,gewebe unbekannt blieb4 ,dies wurde erst #ahch fr die ,pflanzen in der ,zelle von ,matthias ,schleiden entdeckt und gleich darauf auch fr die ,tiere von ,theodor ,schwann nachgewiesen4 ,albert ,klliker und ,rudolf ,virchow fhrten dann im sechsten ,dezennium des #ai4 ,jahrhunderts die ,zellentheorie und die darauf gegrndete ,gewebelehre fr den gesunden und kranken ,organismus des ,menschen im einzelnen durch2 sie wiesen nach1 da auch im ,menschen1 wie in allen anderen ,tieren1 alle ,gewebe sich aus den gleichen mikroskopischen ,formbestandteilen1 den einfachen ,zellen1 zusammensetzen1 und da diese ,elementar-,organismen die wahren1 selbstttigen ,staatsbrger sind1 die1 zu ,milliarden vereinigt1 unseren ,krper1 den ,zellenstaat1 aufbauen4 ,alle diese ,zellen entstehen durch oft wiederholte ,teilung aus einer einzigen1 einfachen ,zelle1 aus der ,stammzelle oder befruchteten ,eizelle 7,cytula74 ,die allgemeine ,struktur und ,zusammensetzung der ,gewebe ist beim ,menschen dieselbe wie bei den brigen ,wirbeltieren4 ,unter diesen zeichnen sich die ,sugetiere1 die jngste und hchst entwickelte ,klasse1 durch gewisse besondere1 spt erworbene ,eigentmlichkeiten aus4 ,so ist z4 ,b4 die mikroskopische ,bildung der ,haare1 der ,hautdrsen1 der ,milchdrsen1 der ,blutzellen bei den ,sugetieren ganz eigentmlich und verschieden von derjenigen der brigen ,wirbeltiere2 der ,mensch ist auch in allen diesen feinsten histologischen ,beziehungen ein echtes ,sugetier4 ,wirbeltiernatur des ,menschen4 ,unser gesamter ,krperbau zeigt sowohl in der grberen als in der feineren ,zusammensetzung den charakteristischen ,typus der ,wirbeltiere 7,vertebrata74 ,diese hchst entwickelte ,hauptgruppe des ,tierreichs wurde in ihrer natrlichen ,einheit zuerst #ahja von dem groen ,lamarck erkannt2 er fate unter diesem ,begriffe die vier hheren ,tierklassen von ,linn zusammen3 ,sugetiere1 ,vgel1 ,amphibien und ,fische4 ,die beiden niederen ,klassen3 ,insekten und ,wrmer1 stellte er jenen als ,wirbellose 7,invertebrata7 gegenber4 ,cuvier besttigte 7#ahab7 die ,einheit des ,vertebratentypus und begrndete sie fester durch seine vergleichende ,anatomie4 ,in der ,tat stimmen alle ,wirbeltiere1 von den ,fischen aufwrts bis zum ,menschen1 in allen wesentlichen ,hauptmerkmalen berein2 sie besitzen alle ein festes inneres ,skelett1 ,knorpel- und ,knochengerst1 und dieses besteht berall aus einer ,wirbelsule und einem ,schdel2 die verwickelte ,zusammensetzung des letzteren ist zwar im einzelnen sehr mannigfaltig1 aber im allgemeinen stets auf dieselbe ,urform zurckzufhren4 ,ferner liegt bei allen ,wirbeltieren auf der ,rckenseite dieses ,achsenskeletts das ,seelenorgan1 das zentrale ,nervensystem1 in ,gestalt eines ,rckenmarks und eines ,gehirns4 ,auch von diesem wichtigen ,gehirn gilt dasselbe wie von der es umschlieenden ,knochenkapsel1 dem ,schdel2 im einzelnen ist seine ,ausbildung und ,gre hchst mannigfaltig abgestuft2 im groen und ganzen bleibt die charakteristische ,zusammensetzung dieselbe4 ,die gleiche ,erscheinung zeigt sich auch1 wenn wir die brigen ,organe unseres ,krpers mit denen der anderen ,wirbeltiere vergleichen3 berall bleibt infolge von ,vererbung die ursprngliche ,anlage und die relative ,lagerung der ,organe dieselbe1 obgleich die ,gre und ,ausbildung der einzelnen ,teile hchst mannigfaltig sich sondert1 entsprechend der ,anpassung an sehr verschiedene ,lebensbedingungen4 ,so sehen wir1 da berall das ,blut in zwei ,hauptrhren kreist1 von denen die eine 7,aorta7 ber dem ,darm1 die andere 7,prinzipalvene7 unter dem ,darm verluft1 und da durch ,erweiterung der letzteren an einer ganz bestimmten ,stelle das ,herz entsteht2 dieses ,ventralherz ist fr alle ,wirbeltiere ebenso charakteristisch wie umgekehrt das ,rckengef oder ,dorsalherz fr die ,gliedertiere und ,weichtiere4 ,nicht minder eigentmlich ist bei allen ,vertebraten die frhzeitige ,scheidung des ,darmrohres in einen zur ,atmung dienenden ,kopfdarm 7oder ,kiemendarm7 und einen die ,verdauung bewirkenden ,rumpfdarm mit der ,leber 7daher ,leberdarm72 ferner die ,gliederung des ,muskelsystems1 die besondere ,bildung der ,harn- und ,geschlechtsorgane usw4 ,in allen diesen anatomischen ,beziehungen ist der ,mensch ein echtes ,wirbeltier4 ,tetrapodennatur des ,menschen4 ,mit der ,bezeichnung ,vierfler 7,tetrapoda7 hatte schon ,aristoteles alle jene hheren1 blutfhrenden ,tiere belegt1 welche sich durch den ,besitz von zwei ,beinpaaren auszeichnen4 ,spter wurde dieser ,begriff erweitert1 nachdem ,cuvier gezeigt hatte1 da auch die zweibeinigen ,vgel und ,menschen eigentlich ,vierfler sind2 er wies nach1 da das innere ,knochengerst der vier ,beine bei allen hheren landbewohnenden ,wirbeltieren1 von den ,amphibien aufwrts bis zum ,menschen1 ursprnglich in gleicher ,weise aus einer bestimmten ,zahl von ,gliedern zusammengesetzt ist4 ,auch die ,arme des ,menschen1 die ,flgel der ,fledermuse und ,vgel zeigen denselben typischen ,skelettbau wie die ,vorderbeine der laufenden1 eigentlich vierfigen ,tiere4 ,diese anatomische ,einheit des verwickelten ,knochengerstes in den vier ,gliedmaen aller ,tetrapoden ist sehr wichtig4 ,um sich wirklich davon zu berzeugen1 braucht man blo das ,skelett eines ,salamanders oder ,frosches mit demjenigen eines ,affen oder ,menschen aufmerksam zu vergleichen4 ,da sieht man sofort1 da vorn der ,schultergrtel und hinten der ,beckengrtel aus denselben ,hauptstcken zusammengesetzt ist wie bei den brigen ,vierflern4 berall sehen wir1 da das erste ,glied des eigentlichen ,beines nur einen einzigen starken ,rhrenknochen enthlt 7vorn den ,oberarm1 hinten den ,oberschenkel72 dagegen wird das zweite ,glied ursprnglich stets durch zwei ,knochen gesttzt 7vorn ,ellbogen und ,speiche1 hinten ,wadenbein und ,schienbein74 ,vergleichen wir dann weiter den verwickelten ,bau des eigentlichen ,fues1 so berrascht uns die ,wahrnehmung1 da die zahlreichen1 denselben zusammensetzenden1 kleinen ,knochen ebenfalls berall hnlich angeordnet und gesondert sind2 vorn entsprechen sich in allen ,klassen der ,tetrapoden die drei ,knochengruppen des ,vorderfues 7oder der ,hand73 ,i4 ,handwurzel1 ,,ii4 ,mittelhand und ,,iii4 fnf ,finger2 ebenso hinten die drei ,knochengruppen des ,hinterfues3 ,i4 ,fuwurzel1 ,,ii4 ,mittelfu und ,,iii4 fnf ,zehen4 ,sehr schwierig war die ,aufgabe1 alte diese zahlreichen kleinen ,knochen1 die im einzelnen hchst mannigfaltig gestaltet und umgebildet1 teilweise oft verschmolzen oder verschwunden sind1 auf eine und dieselbe ,urform zurckzufhren1 sowie die ,gleichwertigkeit der einzelnen ,teile berall festzustellen4 ,diese wichtige ,aufgabe wurde erst vollstndig von ,carl ,gegenbaur gelst4 ,er zeigte in seinen ,untersuchungen zur vergleichenden ,anatomie der ,wirbeltiere 7#ahfd71 wie diese charakteristische fnfzehige ,beinform der landbewohnenden ,vierfler ursprnglich 7erst in der ,steinkohlenperiode7 aus der vielstrahligen ,flosse 7,brustflosse oder ,bauchflosse7 der lteren1 wasserbewohnenden ,fische entstanden ist4 ,in gleicher ,weise leitete er in seinen ,untersuchungen ber das ,kopfskelett der ,wirbeltiere 7#ahgb7 den jngeren ,schdel der ,tetrapoden aus der lteren ,schdelform der ,fische ab4 ,besonders bemerkenswert ist noch1 da die ursprngliche1 zuerst bei den alten ,amphibien der ,steinkohlenzeit entstandene ,fnfzahl der ,zehen an allen vier ,fen sich infolge strenger ,vererbung noch beim ,menschen bis auf den heutigen ,tag erhalten hat4 ,selbstverstndlich ist dementsprechend auch die typische ,bildung der ,gelenke und ,bnder1 der ,muskeln und ,nerven der zwei ,beinpaare1 in der ,hauptsache dieselbe geblieben wie bei den brigen ,vierflern2 auch in diesen wichtigen ,beziehungen ist der ,mensch ein echter ,tetrapode4 ,sugetiernatur des ,menschen4 ,die ,sugetiere 7,mammalia7 bilden die jngste und hchst entwickelte ,klasse der ,wirbeltiere4 ,sie sind zwar ebenso wie die ,vgel und ,reptilien aus der lteren ,klasse der ,amphibien abzuleiten2 sie unterscheiden sich aber von allen diesen anderen ,tetrapoden durch eine ,anzahl von sehr auffallenden anatomischen ,merkmalen4 uerlich tritt vor allem die ,haarbedeckung der ,haut hervor1 sowie der ,besitz von zweierlei ,hautdrsen3 ,schweidrsen und ,talgdrsen4 ,aus einer lokalen ,umbildung dieser ,drsen an der ,bauchhaut entstand dasjenige ,organ1 welches fr die ,klasse besonders charakteristisch ist und ihr den ,namen gegeben hat1 das ,gesuge4 ,dieses wichtige ,werkzeug der ,brutpflege ist zusammengesetzt aus den ,milchdrsen 7,mammae7 und den ,mammar-,taschen 7,falten der ,bauchhaut72 durch ihre ,fortbildung entstanden die ,zitzen oder ,milchwarzen aus denen das junge ,sugetier die ,milch seiner ,mutter saugt4 ,im inneren ,krperbau ist besonders bemerkenswert der ,besitz eines vollstndigen ,zwerchfells1 einer muskulsen ,scheidewand1 welche bei allen ,sugetieren die ,brusthhle von der ,bauchhhle gnzlich abschliet2 bei allen brigen ,wirbeltieren fehlt diese ,trennung4 ,durch eine ,anzahl von merkwrdigen ,umbildungen zeichnet sich auch der ,schdel der ,mammalien aus1 besonders der ,bau des ,kieferapparates 7,oberkiefer1 ,unterkiefer und ,gehrknochen74 ,aber auch das ,gehirn1 das ,geruchsorgan1 das ,herz1 die ,lungen1 die inneren und ueren ,geschlechtsorgane1 die ,nieren und andere ,krperteile zeigen bei den ,sugetieren besondere ,eigentmlichkeiten im grberen und feineren ,bau2 diese alle vereinigt weisen unzweideutig auf eine frhzeitige ,trennung derselben von den lteren ,stammgruppen der ,reptilien und ,amphibien hin1 welche sptestens in der ,trias-,periode stattgefunden hat4 ,in allen diesen wichtigen ,beziehungen ist der ,mensch ein echtes ,sugetier4 ,plazentaliennatur des ,menschen4 ,die zahlreichen ,ordnungen1 welche die moderne systematische ,zoologie in der ,klasse der ,sugetiere unterscheidet1 werden schon seit #ahaf in drei natrliche ,hauptgruppen geordnet1 welchen man den ,wert von ,unterklassen zuspricht3 ,i4 ,gabeltiere 7,monotrema71 ,,ii4 ,beuteltiere 7,marsupialia7 und ,,iii4 ,zottentiere 7,placentalia74 ,diese drei ,unterklassen unterscheiden sich nicht nur in wichtigen ,verhltnissen des ,krperbaues und der ,entwickelung1 sondern entsprechen auch drei verschiedenen historischen ,bildungsstufen der ,klasse1 wie wir spter sehen werden4 ,auf die lteste ,gruppe1 die ,monotremen der ,triasperiode1 sind in der ,jurazeit die ,marsupialien gefolgt1 und auf diese erst in der ,kreideperiode die ,plazentalien4 ,zu dieser jngsten ,unterklasse gehrt auch der ,mensch2 denn er zeigt in seiner ,organisation alle die ,eigentmlichkeiten1 durch welche sich smtliche ,zottentiere von den ,beuteltieren und den noch lteren ,gabeltieren unterscheiden4 ,in erster ,linie gehrt dahin das eigentmliche ,organ1 welches der ,plazentaliengruppe ihren ,namen gegeben hat1 der ,mutterkuchen 7,placenta74 ,dasselbe dient dem jungen1 im ,mutterleibe noch eingeschlossenen ,sugetier-,embryo lngere ,zeit zur ,ernhrung2 es besteht in blutfhrenden ,zotten1 welche von der ,zottenhaut der ,keimhlle auswachsen und in entsprechende ,grbchen der ,schleimhaut des mtterlichen ,fruchtbehlters eindringen2 hier wird die zarte ,haut zwischen beiden ,gebilden so sehr verdnnt1 da unmittelbar die ernhrenden ,stoffe aus dem mtterlichen ,blute durch dieselbe hindurch in das kindliche ,blut bertreten knnen4 ,diese vortreffliche1 erst spt entstandene ,ernhrungsart des ,keimes ermglicht demselben einen lngeren ,aufenthalt und eine weitere ,ausbildung in der schtzenden ,gebrmutter2 sie fehlt noch den beiden lteren ,unterklassen der ,beuteltiere und ,gabeltiere4 ,aber auch durch andere anatomische ,merkmale1 insbesondere die hhere ,ausbildung des ,gehirns und den ,verlust der ,beutelknochen1 erheben sich die ,zottentiere ber die letzteren4 ,in allen diesen wichtigen ,beziehungen ist der ,mensch ein echtes ,zottentier4 ,primatennatur des ,menschen4 ,die formenreiche ,subklasse der ,placentaltiere wird neuerdings in eine groe ,zahl von ,ordnungen geteilt4 ,als ihre wichtigsten ,vertreter in der ,gegenwart fhren wir hier nur die ,nagetiere1 ,huftiere1 ,raubtiere und ,herrentiere an4 ,zur ,legion der ,herrentiere 7,primates7 gehren die drei ,ordnungen der ,halbaffen1 der echten ,affen und der ,menschen4 ,alle ,angehrigen dieser drei ,ordnungen stimmen in vielen wichtigen ,eigentmlichkeiten berein und unterscheiden sich dadurch von den brigen ,ordnungen der ,zottentiere4 ,besonders zeichnen sie sich durch lange ,beine aus1 welche ursprnglich der kletternden ,lebensweise auf ,bumen angepat sind4 ,hnde und ,fe sind fnfzehig und die langen ,finger vortrefflich zum ,greifen und zum ,umfassen der ,baumzweige geeignet2 sie tragen entweder teilweise oder smtlich ,ngel 7keine ,krallen74 ,das ,gebi ist vollstndig1 aus allen vier ,zahngruppen zusammengesetzt 7,schneidezhne1 ,eckzhne1 ,lckenzhne1 ,backenzhne74 ,auch durch wichtige ,eigentmlichkeiten im besonderen ,bau des ,schdels und des ,gehirns unterscheiden sich die ,herrentiere von den brigen ,zottentieren1 und zwar um so aufflliger1 je hher sie ausgebildet1 je spter sie in der ,erdgeschichte aufgetreten sind4 ,in allen diesen wichtigen anatomischen ,beziehungen stimmt unser menschlicher ,organismus mit demjenigen der brigen ,primaten berein3 der ,mensch ist ein echtes ,herrentier4 ,affennatur des ,menschen4 ,eine unbefangene grndliche ,vergleichung des ,krperbaues der ,primaten lt zunchst in dieser hchst entwickelten ,sugetierlegion zwei ,ordnungen unterscheiden3 ,halbaffen 7,prosimiae7 und ,affen 7,simiae74 ,die ersteren erscheinen in jeder ,beziehung als die niedere und ltere1 die letzteren als die hhere und jngere ,ordnung4 ,die ,gebrmutter der ,halbaffen ist noch doppelt oder zweihrnig1 wie bei allen brigen ,sugetieren2 bei den ,affen dagegen sind rechter und linker ,fruchtbehlter vllig verschmolzen2 sie bilden einen birnfrmigen ,uterus1 wie ihn auerdem nur der ,mensch besitzt4 ,wie bei diesem1 so ist auch bei den ,affen am ,schdel die ,augenhhle von der ,schlfengrube durch eine kncherne ,scheidewand vollstndig getrennt2 bei den ,halbaffen ist diese noch gar nicht oder nur unvollstndig ausgebildet4 ,endlich ist bei den ,halbaffen das groe ,gehirn noch glatt oder nur schwach gefurcht und verhltnismig klein2 bei den ,affen ist es viel grer1 und besonders der graue ,hirnmantel1 das ,organ der hheren ,seelenttigkeiten1 ist viel besser entwickelt2 an seiner ,oberflche sind die charakteristischen ,windungen und ,furchen um so mehr ausgeprgt1 je mehr er sich dem ,menschen nhert4 ,in diesen und anderen wichtigen ,beziehungen1 besonders auch in der ,bildung des ,gesichts und der ,hnde1 zeigt der ,mensch alle anatomischen ,merkmale der echten ,affen4 ,katarrhinennatur des ,menschen4 ,die formenreiche ,ordnung der ,affen wurde schon #ahab von ,goffroy in zwei natrliche ,unterordnungen geteilt1 die noch heute allgemein in der systematischen ,zoologie angenommen sind3 ,westaffen und ,ostaffen2 erstere bewohnen ausschlielich die westliche1 letztere die stliche ,erdhlfte4 ,die amerikanischen ,westaffen heien ,plattnasen 7,platyrrhinae71 weil ihre ,nase plattgedrckt1 die ,nasenlcher seitlich gerichtet und deren ,scheidewand breit ist4 ,dagegen sind die ,ostaffen1 welche die ,alte ,welt bewohnen1 smtlich ,schmalnasen 7,catarrhinae72 ihre ,nasenlcher sind wie beim ,menschen nach unten gerichtet1 da ihre ,scheidewand schmal ist4 ,ein weiterer ,unterschied beider ,gruppen besteht darin1 da das ,trommelfell bei den ,westaffen oberflchlich1 dagegen bei den ,ostaffen tiefer1 im ,innern des ,felsenbeins liegt2 hier hat sich ein langer und enger kncherner ,gehrgang entwickelt1 whrend dieser bei den ,westaffen noch kurz und weit ist oder selbst ganz fehlt4 ,endlich zeigt sich ein sehr wichtiger und durchgreifender ,gegensatz beider ,gruppen darin1 da alle ,katarrhinen die ,gebibildung des ,menschen besitzen1 nmlich #bj ,milchzhne und #cb bleibende ,zhne 7in jeder ,kieferhlfte #b ,schneidezhne1 #a ,eckzahn1 #b ,lckenzhne und #c ,mahlzhne74 ,die ,platyrrhinen dagegen zeigen in jeder ,kieferhlfte einen ,lckenzahn mehr1 also im ganzen #cf ,zhne4 ,da diese anatomischen ,unterschiede beider ,affengruppen ganz allgemein und durchgreifend sind1 und da sie mit der geographischen ,verbreitung in den beiden getrennten ,hemisphren der ,erde zusammenstimmen1 ergibt sich daraus die ,berechtigung ihrer scharfen systematischen ,trennung2 weiterhin knpft sich daran die phylogenetische ,folgerung1 da seit sehr langer ,zeit sich beide ,unterordnungen in der westlichen und stlichen ,hemisphre getrennt von einander entwickelt haben4 ,das ist fr die ,stammesgeschichte unsere ,geschlechts beraus wichtig2 denn der ,mensch teilt alle ,merkmale der echten ,katarrhinen2 er hat sich aus lteren ausgestorbenen ,affen dieser ,unterordnung in der ,alten ,welt entwickelt4 ,anthropomorphengruppe4 ,die zahlreichen ,formen der ,ostaffen1 welche noch heute in ,asien und ,afrika leben1 werden schon seit langer ,zeit in zwei natrliche ,sektionen geteilt3 die geschwnzten ,hundsaffen 7,cynopitheca7 und die schwanzlosen ,menschenaffen 7,anthropomorpha74 ,diese letzteren stehen dem ,menschen viel nher als die ersteren1 nicht nur in dem ,mangel des ,schwanzes und in der allgemeinen ,gestaltung des ,krpers 7besonders des ,kopfes71 sondern auch durch besondere ,merkmale1 die an sich unbedeutend1 aber wegen ihrer ,bestndigkeit wichtig sind4 ,das ,kreuzbein ist bei den ,menschenaffen1 wie beim ,menschen1 aus fnf verschmolzenen ,wirbeln zusammengesetzt1 dagegen bei den ,hundsaffen nur aus drei 7seltener vier7 ,kreuzwirbeln4 ,im ,gebi der ,cynopitheken sind die ,lckenzhne lnger als breit1 in demjenigen der ,anthropomorphen breiter als lang2 und der erste ,mahlzahn zeigt bei den ersteren vier1 bei den letzteren dagegen fnf ,hcker4 ,ferner ist im ,unterkiefer jederseits bei den ,menschenaffen1 wie beim ,menschen1 der uere ,schneidezahn breiter als der innere1 bei den ,hundsaffen umgekehrt schmler4 ,endlich ist von besonderer ,bedeutung die wichtige ,tatsache1 da die ,menschenaffen mit dem ,menschen auch die eigentmlichen feineren ,bildungsverhltnisse seiner scheibenfrmigen ,placenta1 der ,docidua reflexa und des ,bauchstiels teilen 7vergl4 ,kap4 #d74 brigens ergibt schon die oberflchliche ,vergleichung der ,krperform der heute noch lebenden ,menschenaffen1 da sowohl die asiatischen ,vertreter dieser ,gruppe 7,orang und ,gibbon71 als die afrikanischen ,vertreter 7,gorilla und ,schimpanse7 dem ,menschen im gesamten ,krperbau nher stehen als smtliche ,hundsaffen4 ,unter diesen letzteren stehen namentlich die hundskpfigen ,papstaffen 7,papiomorpha71 die ,paviane und ,meerkatzen1 auf einer sehr tiefen ,bildungsstufe4 ,der anatomische ,unterschied zwischen diesen rohen ,papstaffen und den hchst entwickelten ,menschenaffen ist in jeder ,beziehung grer als derjenige zwischen den letzteren und dem ,menschen4 ,die vergleichende ,anatomie ergibt somit fr den unbefangenen und kritischen ,forscher die bedeutungsvolle ,tatsache1 da der ,krperbau des ,menschen und der ,menschenaffen nicht nur im hchsten ,grade hnlich1 sondern in allen wesentlichen ,beziehungen derselbe ist4 ,dieselben #bjj ,knochen1 in der gleichen ,anordnung und ,zusammensetzung1 bilden unser inneres ,knochengerst2 dieselben #cjj ,muskeln bewirken unsere ,bewegungen2 dieselben ,haare bedecken unsere ,haut2 dieselben ,gruppen von ,seelenzellen setzen den kunstvollen ,wunderbau unseres ,gehirns zusammen2 dasselbe vierkammerige ,herz ist das zentrale ,pumpwerk unseres ,blutkreislaufs2 dieselben #cb ,zhne setzen in der gleichen ,anordnung unser ,gebi zusammen2 dieselben ,speicheldrsen1 ,leber- und ,darmdrsen vermitteln unsere ,verdauung2 dieselben ,organe der ,fortpflanzung ermglichen die ,erhaltung unseres ,geschlechts4 ,allerdings finden wir bei genauer ,vergleichung gewisse ,unterschiede in der ,gre und ,gestalt der meisten ,organe zwischen dem ,menschen und ,menschenaffen2 allein dieselben oder hnliche ,unterschiede entdecken wir auch bei der sorgfltigen ,vergleichung der hheren und niederen ,menschenrassen1 ja sogar bei der exakten ,vergleichung aller einzelnen ,individuen unserer eigenen ,rasse4 ,wir finden nicht zwei ,personen1 welche ganz genau dieselbe ,gre und ,form der ,nase1 der ,ohren1 der ,augen usw4 haben4 ,man braucht blo aufmerksam in einer greren ,gesellschaft diese einzelnen ,teile der menschlichen ,gesichtsbildung bei zahlreichen ,personen zu vergleichen1 um sich von der erstaunlichen ,mannigfaltigkeit in deren spezieller ,gestaltung zu berzeugen4 ,oft sind ja bekanntlich selbst ,geschwister von so verschiedener ,krperbildung1 da ihre ,abstammung von einem und demselben ,elternpaare kaum glaublich erscheint4 ,alle diese individuellen ,unterschiede beeintrchtigen aber nicht das ,gewicht der fundamentalen ,gleichheit im ,krperbau2 denn sie sind nur bedingt durch geringe ,verschiedenheiten im ,wachstum der einzelnen ,teile4 ,drittes ,kapitel4 ,unser ,leben4 ,monistische ,studien ber menschliche und vergleichende ,physiologie4 bereinstimmung in allen ,lebensfunktionen des ,menschen und der ,sugetiere4 ,unsere ,kenntnis vom menschlichen ,leben hat sich erst innerhalb des #ai4 ,jahrhunderts zum ,range einer selbstndigen1 wirklichen ,wissenschaft erhoben4 ,diese ,lehre von den ,lebensttigkeiten1 die ,physiologie1 hat sich zwar frhzeitig der ,heilkunde als eine wnschenswerte1 ja notwendige ,vorbedingung fr erfolgreiche rztliche ,ttigkeit fhlbar gemacht1 in engem ,zusammenhang mit der ,anatomie1 der ,lehre vom ,krperbau4 ,aber sie konnte erst viel spter und langsamer als letztere grndlich erforscht werden1 da sie auf viel grere ,schwierigkeiten stie4 ,der ,begriff des ,lebens1 im ,gegensatz zum ,tode1 ist natrlich schon sehr frhzeitig ,gegenstand des ,nachdenkens gewesen4 ,man beobachtete am lebenden ,menschen wie an den lebendigen ,tieren eine ,anzahl von eigentmlichen ,vernderungen1 vorzugsweise ,bewegungen1 welche den toten ,naturkrpern fehlten3 selbstndige ,ortsbewegung1 ,herzklopfen1 ,atemzge1 ,sprache usw4 ,allein die ,unterscheidung solcher organischen ,bewegungen von hnlichen ,erscheinungen bei anorganischen ,naturkrpern war nicht leicht und oft verfehlt2 das flieende ,wasser1 die flackernde ,flamme1 der wehende ,wind1 der strzende ,fels zeigten dem ,menschen ganz hnliche ,vernderungen1 und es war sehr natrlich1 da der naive ,naturmensch auch diesen toten ,krpern ein selbstndiges ,leben zuschrieb4 ,von den bewirkenden ,ursachen konnte man sich bei den letzteren ebensowenig befriedigende ,rechenschaft geben als bei den ersteren4 ,menschliche ,physiologie4 ,die ltesten wissenschaftlichen ,betrachtungen ber das ,wesen der menschlichen ,lebensttigkeiten treffen wir 7ebenso wie diejenigen ber den ,krperbau des ,menschen7 bei den griechischen ,naturphilosophen und rzten im sechsten und fnften ,jahrhundert v4 ,chr4 ,die reichste ,sammlung von bezglichen1 damals bekannten ,tatsachen finden wir in der ,naturgeschichte des ,aristoteles4 ,der ,ruhm1 die vorhandenen ,kenntnisse einheitlich zusammengefat und den ersten ,versuch zu einem ,system der ,physiologie gemacht zu haben1 gebhrt dem groen griechischen ,arzte ,galenus1 den wir auch als den ersten groen ,anatomen des ,altertums kennen gelernt haben4 ,bei seinen ,untersuchungen ber die ,organe des menschlichen ,krpers stellte er sich bestndig auch die ,frage nach ihren ,lebensttigkeiten oder ,funktionen1 und auch hierbei verfuhr er vergleichend und untersuchte vor allem die menschenhnlichsten ,tiere1 die ,affen4 ,die ,erfahrungen1 die er hier gewonnen1 bertrug er direkt auf den ,menschen4 ,er erkannte auch bereits den hohen ,wert des physiologischen ,experimentes3 bei ,vivisektion von ,affen1 ,hunden und ,schweinen stellte er verschiedene interessante ,versuche an4 ,die ,vivisektionen sind neuerdings nicht nur von unwissenden und beschrnkten ,leuten1 sondern auch von wissensfeindlichen ,theologen und von gefhlsseligen ,gemtsmenschen vielfach auf das heftigste angegriffen worden2 sie gehren aber zu den unentbehrlichen ,methoden der ,lebensforschung und haben uns unschtzbare ,aufschlsse ber die wichtigsten ,fragen gegeben4 ,ebenso wie fr die ,anatomie des ,menschen1 so blieb auch fr seine ,physiologie das ,system des ,galenus whrend des langen ,zeitraums von dreizehn ,jahrhunderten die unantastbare ,quelle aller ,kenntnisse4 ,der kulturfeindliche ,einflu des ,christentums bereitete auch auf diesem1 wie auf allen anderen ,gebieten1 der ,naturerkenntnis die unberwindlichsten ,hindernisse4 ,vom dritten bis zum sechzehnten ,jahrhundert trat kein einziger ,forscher auf1 der gewagt htte1 selbstndig wieder die ,lebensttigkeiten der ,menschen zu untersuchen und ber das ,system von ,galenus hinauszugehen4 ,erst im #af4 ,jahrhundert wurden dazu mehrere bescheidene ,versuche von angesehenen rzten und ,anatomen gemacht4 ,aber erst im ,jahre #afbh verffentlichte der englische ,arzt ,harvey seine groe ,entdeckung des ,blutkreislaufs und wies nach1 da das ,herz ein ,pumpwerk ist1 welches durch regelmige1 unbewute ,zusammenziehung seiner ,muskeln die ,blutwelle unablssig durch das kommunizierende ,rhrensystem der ,adern oder ,blutgefe treibt4 ,nicht minder wichtig waren ,harveys ,untersuchungen ber die ,zeugung der ,tiere1 infolge deren er den berhmten ,satz aufstellte3 ,alles ,lebendige entwickelt sich aus einem ,ei 7omne vivum ex ovo74 ,die mchtige ,anregung zu physiologischen ,beobachtungen und ,versuchen1 welche ,harvey gegeben hatte1 fhrte im #af4 und #ag4 ,jahrhundert zu einer groen ,anzahl von ,entdeckungen4 ,diese fate der ,gelehrte ,albrecht ,haller um die ,mitte des #ah4 ,jahrhunderts zum ersten ,male zusammen2 in seinem groen ,werke ,elementa physiologiae begrndete er den selbstndigen ,wert dieser ,wissenschaft und nicht nur in ihrer ,beziehung zur praktischen ,medizin4 ,indem aber ,haller fr die ,nerventtigkeit eine besondere ,empfindungskraft oder ,sensibilitt und ebenso fr die ,muskelbewegung eine besondere ,reizbarkeit oder ,irritabilitt als ,ursache annahm1 lieferte er mchtige ,sttzen fr die irrtmliche ,lehre von einer eigentmlichen ,lebenskraft4 ,lebenskraft 7,vitalismus74 ber ein volles ,jahrhundert hindurch1 von der ,mitte des #ah4 bis zur ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts1 blieb in der ,medizin1 und speziell in der ,physiologie1 die alte ,anschauung herrschend1 da zwar ein ,teil der ,lebenserscheinungen auf physikalische und chemische ,vorgnge zurckzufhren sei1 da aber ein anderer ,teil derselben durch eine besondere1 davon unabhngige ,lebenskraft 7,vis vitalis7 bewirkt werde4 ,so verschiedenartig auch die besonderen ,vorstellungen vom ,wesen derselben und besonders von ihrem ,zusammenhang mit der ,seele sich ausbildeten1 so stimmten doch alle darin berein1 da die ,lebenskraft von den physikalisch-chemischen ,krften der gewhnlichen ,materie unabhngig und wesentlich verschieden sei2 als eine selbstndige1 der anorganischen ,natur fehlende ,urkraft sollte sie die ersteren in ihren ,dienst nehmen4 ,nicht allein die ,seelenttigkeit selbst1 die ,sensibilitt der ,nerven und die ,irritabilitt der ,muskeln1 sondern auch die ,vorgnge der ,sinnesttigkeit1 der ,fortpflanzung und ,entwickelung erschienen allgemein so wunderbar und in ihren ,ursachen so rtselhaft1 da es unmglich sei1 sie auf einfache physikalische und chemische ,naturprozesse zurckzufhren4 ,der ,mechanismus des ,lebens 7,monistische ,physiologie74 ,schon in der ersten ,hlfte des #ag4 ,jahrhunderts hatte der berhmte ,philosoph ,descartes1 fuend auf ,harveys ,entdeckung des ,blutkreislaufs1 den ,gedanken ausgesprochen1 da der ,krper des ,menschen ebenso wie der ,tiere eine komplizierte ,maschine sei1 und da ihre ,bewegungen nach denselben mechanischen ,gesetzen erfolgen wie bei den knstlichen1 vom ,menschen fr einen bestimmten ,zweck gebauten ,maschinen4 ,allerdings nahm ,descartes trotzdem fr den ,menschen allein eine vollkommene ,selbstndigkeit der immateriellen ,seele an und erklrte sogar deren subjektive ,empfindung1 das ,denken1 fr das einzige in der ,welt1 von dem wir unmittelbar ganz sichere ,kenntnis besitzen 7,cogito1 ergo sum674 ,allein dieser ,dualismus hinderte ihn nicht1 im einzelnen die ,erkenntnis der mechanischen ,lebensttigkeiten vielseitig zu frdern4 ,im ,anschlu daran fhrte ,borelli 7#affj7 die ,bewegungen des ,tierkrpers auf rein physikalische ,gesetze zurck1 und gleichzeitig versuchte ,sylvius1 die ,vorgnge bei der ,verdauung und ,atmung als rein chemische ,prozesse zu erklren4 ,allein diese vernnftigen ,anstze zu einer naturgemen1 mechanischen ,erklrung der ,lebenserscheinungen vermochten keine allgemeine ,anwendung und ,geltung zu erringen2 und im ,laufe des #ah4 ,jahrhunderts traten sie ganz zurck1 je mehr sich der ,vitalismus entwickelte4 ,eine endgltige ,widerlegung des letzteren und ,rckkehr zur ersteren wurde erst vorbereitet1 als im vierten ,dezennium des #ai4 ,jahrhunderts die neue vergleichende ,physiologie sich zu fruchtbarer ,geltung erhob4 ,vergleichende ,physiologie4 ,wie unsere ,kenntnisse vom ,krperbau des ,menschen1 so wurden auch diejenigen von seiner ,lebensttigkeit ursprnglich grtenteils nicht durch direkte ,beobachtung am menschlichen ,organismus selbst gewonnen1 sondern an den nchstverwandten hheren ,wirbeltieren1 vor allem den ,sugetieren4 ,aber die eigentliche vergleichende ,physiologie1 welche das ganze ,gebiet der ,lebenserscheinungen von den niedersten ,tieren bis zum ,menschen hinauf im ,zusammenhang erfat1 ist erst eine ,errungenschaft des #ai4 ,jahrhunderts2 ihr groer ,schpfer war ,johannes ,mller in ,berlin 7#ahja-aheh74 ,ursprnglich ausgehend von der ,anatomie und ,physiologie des ,menschen1 zog derselbe bald alle ,hauptgruppen der hheren und niederen ,tiere in den ,kreis seiner ,vergleichung4 ,indem er zugleich die ,bildung der ausgestorbenen ,tiere mit den lebenden1 den gesunden ,organismus des ,menschen mit dem kranken verglich1 indem er wahrhaft philosophisch alle ,erscheinungen des organischen ,lebens zusammenzufassen strebte1 erhob er sich zu einer bis dahin unerreichten ,hhe der biologischen ,erkenntnis4 ,allerdings war ,mller ursprnglich1 gleich allen ,physiologen seiner ,zeit1 ,vitalist4 ,allein die herrschende ,lehre von der ,lebenskraft nahm bei ihm eine neue ,form an und verwandelte sich allmhlich in ihr prinzipielles ,gegenteil4 ,denn auf allen ,gebieten der ,physiologie war ,mller bestrebt1 die ,lebenserscheinungen mechanisch zu erklren2 seine reformierte ,lebenskraft steht nicht ber den physikalischen und chemischen ,gesetzen der brigen ,natur1 sondern sie ist streng an dieselben gebunden2 sie ist schlielich weiter nichts als das ,leben selbst1 d4 h4 die ,summe aller ,bewegungserscheinungen1 die wir am lebendigen ,organismus wahrnehmen4 berall war er bestrebt1 dieselben mechanisch zu erklren1 in dem ,sinnes- und ,seelenleben wie in der ,ttigkeit der ,muskeln1 in den ,vorgngen des ,blutkreislaufs1 der ,atmung und ,verdauung wie in den ,erscheinungen der ,fortpflanzung und ,entwickelung4 ,die grten ,fortschritte fhrte hier ,mller dadurch herbei1 da er berall von den einfachsten ,lebenserscheinungen der niederen ,tiere ausging und ,schritt fr ,schritt ihre allmhliche ,ausbildung zu den hheren1 bis zum hchsten1 zum ,menschen1 hinauf verfolgte4 ,hier bewhrte sich seine ,methode der kritischen ,vergleichung ebenso in der ,physiologie1 wie in der ,anatomie4 ,zellularphysiologie4 ,unter den zahlreichen ,schlern von ,johannes ,mller1 welche teils schon bei seinen ,lebzeiten1 teils nach seinem ,tode die verschiedenen ,zweige der ,biologie mchtig frderten1 war einer der glcklichsten ,theodor ,schwann4 ,als #ahch der geniale ,botaniker ,schleiden in ,jena die ,zelle als das gemeinsame ,elementarorgan der ,pflanzen erkannt und alle verschiedenen ,gewebe des ,pflanzenkrpers als zusammengesetzt aus ,zellen nachgewiesen hatte1 erkannte ,johannes ,mller sofort die auerordentliche ,tragweite dieser bedeutungsvollen ,entdeckung2 er versuchte selbst1 in verschiedenen ,geweben des ,tierkrpers die gleiche ,zusammensetzung nachzuweisen1 und veranlate sodann seinen ,schler ,schwann1 diesen ,nachweis auf alle tierischen ,gewebe auszudehnen4 ,diese schwierige ,aufgabe lste der letztere glcklich in seinen ,mikroskopischen ,untersuchungen ber die bereinstimmung in der ,struktur und dem ,wachstum der ,tiere und ,pflanzen 7#ahci74 ,damit war der ,grundstein fr die ,zellentheorie gelegt1 deren ,bedeutung ebenso fr die ,physiologie wie fr die ,anatomie seitdem von ,jahr zu ,jahr zugenommen und sich immer allgemeiner bewhrt hat4 ,da auch die ,lebensttigkeit aller ,organismen auf diejenige ihrer ,gewebeteile1 der mikroskopischen ,zellen1 zurckgefhrt werden msse1 fhrten namentlich zwei andere ,schler von ,johannes ,mller aus1 der scharfsinnige ,physiologe ,ernst ,brcke in ,wien und der berhmte ,histologe ,albert ,klliker in ,wrzburg4 ,der erstere bezeichnete die ,zellen richtig als ,elementar-,organismen und zeigte1 da sie ebenso im ,krper des ,menschen wie aller anderen ,tiere die selbstndig ttigen ,faktoren des ,lebens sind4 ,klliker erwarb sich besondere ,verdienste nicht nur um die ,ausbildung der gesamten ,gewebelehre1 sondern auch durch den ,nachweis1 da das ,ei der ,tiere1 sowie die daraus entstehenden ,furchungskugeln einfache ,zellen sind4 ,so allgemein aber auch die hohe ,bedeutung der ,zellentheorie fr alle biologischen ,aufgaben erkannt wurde1 so wurde doch die darauf gegrndete ,zellular-,physiologie erst in neuester ,zeit selbstndig ausgebaut4 ,hier hat namentlich ,max ,verworn sich ein doppeltes ,verdienst erworben4 ,in seinen ,psychophysiologischen ,protisten-,studien 7#ahhi7 hat derselbe auf ,grund sinnreicher experimenteller ,untersuchungen gezeigt1 da die von mir 7#ahff7 aufgestellte ,theorie der ,zellseele durch das genaue ,studium der einzelligen ,protozoen vollkommen gerechtfertigt wird1 und da die psychischen ,vorgnge im ,protistenreiche die ,brcke bilden1 welche die chemischen ,prozesse in der unorganischen ,natur mit dem ,seelenleben der hchsten ,tiere verbindet4 ,weiter ausgefhrt und gesttzt auf die moderne ,entwickelungslehre hat ,verworn diese ,ansichten in seiner ,allgemeinen ,physiologie4 ,dieses ausgezeichnete ,werk geht zum ersten ,male wieder auf den umfassenden ,standpunkt von ,johannes ,mller zurck1 im ,gegensatze zu den einseitigen und beschrnkten ,methoden jener modernen ,physiologen1 welche glauben1 ausschlielich durch physikalische und chemische ,experimente das ,wesen der ,lebenserscheinungen ergrnden zu knnen4 ,verworn zeigte1 da nur durch die vergleichende ,methode ,mllers und durch das ,vertiefen in die ,physiologie der ,zelle jener hhere ,standpunkt gewonnen werden kann1 der uns einen einheitlichen berblick ber das wundervolle ,gesamtgebiet der ,lebenserscheinungen gewhrt2 nur dadurch gelangen wir zu der berzeugung1 da auch die smtlichen ,lebensttigkeiten des ,menschen denselben ,gesetzen der ,physik und ,chemie unterliegen1 wie diejenigen aller anderen ,tiere4 ,zellularpathologie4 ,die grundlegende ,bedeutung der ,zellentheorie fr alle ,zweige der ,biologie bewhrte sich in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts nicht allein in den groartigen ,fortschritten der gesamten ,morphologie und ,physiologie1 sondern auch besonders in der totalen ,reform derjenigen biologischen ,wissenschaft1 welche vermge ihrer ,beziehungen zur praktischen ,heilkunst von jeher die grte ,bedeutung in ,anspruch nahm1 der ,pathologie oder ,krankheitslehre4 ,da die ,krankheiten des ,menschen wie aller brigen ,lebewesen ,naturerscheinungen sind und also gleich den brigen ,lebensfunktionen nur naturwissenschaftlich erforscht werden knnen1 war ja schon vielen lteren rzten zur festen berzeugung geworden4 ,auch hatten schon im #ag4 ,jahrhundert einzelne medizinische ,schulen den ,versuch gemacht1 die ,ursachen der ,krankheiten auf bestimmte physikalische oder chemische ,vernderungen zurckzufhren4 ,allein der damalige niedere ,zustand der ,naturwissenschaften verhinderte einen bleibenden ,erfolg dieser berechtigten ,bestrebungen4 ,daher blieben mehrere ltere ,theorien1 die das ,wesen der ,krankheit in bernatrlichen oder mystischen ,ursachen suchten1 bis zur ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts in fast allgemeiner ,geltung4 ,erst um diese ,zeit hatte ,rudolf ,virchow1 ebenfalls ein ,schler von ,johannes ,mller1 den glcklichen ,gedanken1 die ,zellentheorie vom gesunden auch auf den kranken ,organismus zu bertragen2 er suchte in den feinen ,vernderungen der kranken ,zellen und der aus ihnen zusammengesetzten ,gewebe die wahre ,ursache jener grberen ,vernderungen1 welche als bestimmte ,krankheitsbilder den lebenden ,organismus mit ,gefahr und ,tod bedrohen4 ,besonders whrend der sieben ,jahre seiner ,lehrttigkeit in ,wrzburg 7#ahdi-ahef7 fhrte ,virchow diese groe ,aufgabe mit so glnzendem ,erfolge durch1 da seine ,zellularpathologie mit einem ,schlage die ganze ,pathologie und die von ihr gesttzte praktische ,medizin in neue1 hchst fruchtbare ,bahnen lenkte4 ,fr unsere ,aufgabe ist diese ,reform der ,medizin deshalb so bedeutungsvoll1 weil sie uns zu einer monistischen1 rein wissenschaftlichen ,beurteilung der ,krankheit fhrt4 ,auch der kranke ,mensch1 ebenso wie der gesunde1 unterliegt denselben ewigen ehernen ,gesetzen1 wie die ganze brige organische ,welt4 ,physiologie der ,sugetiere4 ,unter den zahlreichen ,tierklassen1 welche die neuere ,zoologie unterscheidet1 nehmen die ,sugetiere nicht allein in morphologischer1 sondern auch in physiologischer ,beziehung eine ganz besondere ,stellung ein4 ,da nun auch der ,mensch seinem ganzen ,krperbau nach zur ,klasse der ,sugetiere gehrt1 mu er auch den besonderen ,charakter seiner ,lebensttigkeiten mit den brigen ,sugetieren teilen4 ,der ,blutkreislauf und die ,atmung vollziehen sich beim ,menschen genau nach denselben ,gesetzen und in derselben eigentmlichen ,form1 welche auch allen anderen ,sugetieren zukommt2 sie ist bedingt durch den besonderen1 feineren ,bau ihres ,herzens und ihrer ,lungen4 ,nur bei den ,sugetieren wird alles ,arterienblut aus der linken ,herzkammer durch den linken ,aortenbogen in den ,krper gefhrt1 whrend dies bei den ,vgeln durch den rechten und bei den ,reptilien durch beide ,aortenbogen bewirkt wird4 ,das ,blut der ,sugetiere zeichnet sich vor demjenigen aller anderen ,wirbeltiere dadurch aus1 da aus ihren roten ,blutzellen der ,kern verschwunden ist4 ,die ,atembewegungen werden nur in dieser ,tierklasse vorzugsweise durch das ,zwerchfell vermittelt1 weil dasselbe nur hier eine vollstndige ,scheidewand zwischen ,brusthhle und ,bauchhhle bildet4 ,ganz besonders wichtig aber ist fr diese hchst entwickelte ,tierklasse die ,produktion der ,milch in den ,brustdrsen 7,mammae7 und die besondere ,form der ,brutpflege1 welche die ,ernhrung des ,jungen durch die ,milch der ,mutter mit sich bringt4 ,da dieses ,sugegeschft auch andere ,lebensttigkeiten in der eingreifendsten ,weise beeinflut1 da die ,mutterliebe der ,sugetiere aus dieser innigen ,form der ,brutpflege ihren ,ursprung genommen hat1 erinnert uns der ,name der ,klasse mit ,recht an ihre hohe ,bedeutung4 ,in ,millionen von ,bildern1 zum groen ,teil von ,knstlern ersten ,ranges1 wird die ,madonna mit dem ,christuskinde verherrlicht als das reinste und erhabenste ,urbild der ,mutterliebe2 desselben ,instinktes1 dessen extremste ,form die bertriebene ,zrtlichkeit der ,affenmutter darstellt4 ,physiologie der ,affen4 ,da unter allen ,sugetieren die ,affen im gesamten ,krperbau dem ,menschen am nchsten stehen1 lt sich von vornherein erwarten1 da dasselbe auch von ihren ,lebensttigkeiten gilt2 und das ist in ,wahrheit der ,fall4 ,wie sehr die ,lebensgewohnheiten1 die ,bewegungen1 die ,sinnesfunktionen1 das ,seelenleben1 die ,brutpflege der ,affen sich denjenigen des ,menschen nhern1 wei jedermann4 ,aber die wissenschaftliche ,physiologie weist dieselbe bedeutungsvolle bereinstimmung auch fr andere1 weniger bekannte ,erscheinungen nach1 besonders die ,herzttigkeit1 die ,drsenabsonderung und das ,geschlechtsleben4 ,in letzterer ,beziehung ist besonders merkwrdig1 da die geschlechtsreifen ,weibchen bei vielen ,affenarten einen regelmigen ,blutabgang aus dem ,fruchtbehlter erleiden1 entsprechend der ,menstruation 7oder ,monatsregel7 des menschlichen ,weibes4 ,auch die ,milchabsonderung aus der ,brustdrse und das ,sugegeschft geschieht bei den weiblichen ,affen genau ebenso wie bei den ,frauen4 ,besonders interessant ist endlich die ,tatsache1 da die ,lautsprache der ,affen1 physiologisch verglichen1 als ,vorstufe zu der artikulierten menschlichen ,sprache erscheint4 ,unter den heute noch lebenden ,menschenaffen gibt es eine indische ,art1 welche musikalisch ist3 der ,hylobates syndactylus auf ,sumatra singt in vollkommen reinen und klangvollen1 halben ,tnen eine ganze ,oktave4 ,fr den unbefangenen ,sprachforscher kann es heute keinem ,zweifel mehr unterliegen1 da unsere hochentwickelte ,begriffssprache sich langsam und stufenweise aus der unvollkommenen ,lautsprache unserer ,affenahnen entwickelt hat4 ,viertes ,kapitel4 ,unsere ,keimesgeschichte4 ,monistische ,studien ber menschliche und vergleichende ,ontogenie4 bereinstimmung in der ,keimbildung und ,entwickelung des ,menschen und der ,wirbeltiere4 ,in noch hherem ,mae als die vergleichende ,anatomie und ,physiologie ist die vergleichende ,ontogenie1 die ,entwickelungsgeschichte des ,einzeltieres oder ,individuums1 ein ,kind des neunzehnten ,jahrhunderts4 ,wie entsteht der ,mensch im ,mutterleibe8 ,wie entstehen die ,tiere aus den ,eiern8 ,wie entsteht die ,pflanze aus dem ,samenkorn8 ,diese inhaltsschwere ,frage hat auch schon seit ,jahrtausenden den denkenden ,menschengeist beschftigt2 aber erst sehr spt1 #ahbh1 zeigte uns der ,embryologe ,baer die rechten ,mittel und ,wege1 um tiefer in die ,kenntnis der geheimnisvollen ,tatsachen der ,keimesgeschichte einzudringen2 und erst #ahei lieferte uns ,darwin durch seine ,reform der ,deszendenztheorie den ,schlssel1 mit dessen ,hlfe wir zur ,erkenntnis ihrer ,ursachen gelangen knnen4 ,da ich diese hochinteressanten1 aber schwierig zu verstehenden ,verhltnisse in meiner ,keimesgeschichte des ,menschen 7im ersten ,teile der ,anthropogenie7 einer ausfhrlichen1 populr-wissenschaftlichen ,darstellung unterzogen habe1 beschrnke ich mich hier auf eine kurze ,zusammenfassung und ,deutung der wichtigsten ,erscheinungen4 ,wir wollen dabei zunchst einen historischen ,rckblick auf die ltere ,ontogenie werfen4 ,prformationslehre4 ltere ,keimesgeschichte4 7,vergl4 den #b4 ,vortrag meiner ,anthropogenie47 ,wie fr die vergleichende ,anatomie1 so sind auch fr die ,entwickelungsgeschichte die klassischen ,werke des ,aristoteles1 des vielseitigen ,vaters der ,naturgeschichte1 die lteste uns bekannte wissenschaftliche ,quelle 7im #d4 ,jahrhundert v4 ,chr474 ,nicht allein in seiner groen ,tiergeschichte1 sondern auch in einer besonderen kleinen ,schrift3 ,fnf ,bcher von der ,zeugung und ,entwickelung der ,tiere erzhlt uns der groe ,philosoph eine ,menge von interessanten ,tatsachen und stellt ,betrachtungen ber deren ,bedeutung an2 viele davon sind erst in unserer ,zeit wieder zur ,geltung gekommen und eigentlich erst wieder neu entdeckt worden4 ,natrlich sind aber daneben auch viele ,fabeln und ,irrtmer zu finden1 und von der verborgenen ,entstehung des ,menschenkeimes war noch nichts ,nheres bekannt4 ,auch in dem langen folgenden ,zeitraume von zwei ,jahrtausenden machte die schlummernde ,wissenschaft keine weiteren ,fortschritte4 ,erst im ,anfange des #ag4 ,jahrhunderts fing man wieder an1 sich damit zu beschftigen2 der italienische ,anatom ,fabricius ab ,aquapendente verffentlichte #afjj die ltesten ,abbildungen und ,beschreibungen von ,embryonen des ,menschen und einiger hheren ,tiere2 und der berhmte ,marcello ,malpighi in ,bologna1 gleich bahnbrechend in der ,zoologie wie in der ,botanik1 gab #afhg die erste zusammenhngende ,darstellung von der ,entstehung des ,hhnchens im bebrteten ,ei4 ,alle diese lteren ,beobachter waren von der ,vorstellung beherrscht1 da im ,ei der ,tiere1 hnlich wie im ,samen der hheren ,pflanzen1 der ganze ,krper mit allen seinen ,teilen bereits fertig vorhanden sei1 nur in einem so feinen und so durchsichtigen ,zustande1 da man sie nicht erkennen knne2 die ganze ,entwickelung sei demnach nichts weiter1 als ,wachstum oder ,auswickelung 7,evolutio7 der eingewickelten ,teile4 ,diese falsche ,lehre1 die bis zum ,anfang des #ai4 ,jahrhunderts fast allgemein in ,geltung blieb1 nennen wir am besten die ,vorbildungslehre oder ,prformationstheorie4 ,einschachtelungslehre4 ,in engem ,zusammenhange mit der ,prformationslehre entstand im #ag4 ,jahrhundert eine weitere ,theorie1 welche die denkenden ,biologen lebhaft beschftigte3 die sonderbare ,einschachtelungslehre4 ,da man annahm1 da im ,ei bereits die ,anlage des ganzen ,organismus mit allen seinen ,teilen vorhanden sei1 mute auch der ,eierstock des jungen ,keimes mit den ,eiern der folgenden ,generation darin vorgebildet sein1 und in diesen wiederum die ,eier der nchstfolgenden1 usw4 in infinitum6 ,daraufhin berechnete der berhmte ,physiologe ,haller1 da der liebe ,gott vor #fjjj ,jahren -- am sechsten ,tage seines ,schpfungswerkes -- die ,keime von #bjj #jjj ,millionen ,menschen gleichzeitig erschaffen und sie im ,eierstock der ehrwrdigen ,urmutter ,eva kunstgerecht eingeschachtelt habe4 ,kein ,geringerer als der hochangesehene ,philosoph ,leibniz schlo sich diesen ,ausfhrungen an und verwertete sie fr seine ,monadenlehre2 und da dieser zufolge sich ,seele und ,leib in ewig unzertrennlicher ,gemeinschaft befinden1 bertrug er sie auch auf die ,seele2 -- die ,seelen der ,menschen haben in deren ,voreltern bis auf ,adam1 also seit dem ,anfang der ,dinge76671 immer in der ,form organisierter ,krper existiert4 ,epigenesislehre4 ,im ,november #agei verteidigte in ,halle ein junger1 #bf;jhriger ,mediziner1 ,kaspar ,friedrich ,wolff1 seine ,doktordissertation unter dem ,titel3 ,theoria generationis4 ,gesttzt auf eine ,reihe der mhsamsten und sorgfltigsten ,beobachtungen wies er nach1 da die ganze herrschende ,prformationstheorie falsch sei4 ,im bebrteten ,hhnerei ist anfangs noch keine ,spur vom spteren ,vogelkrper und seinen ,teilen vorhanden2 vielmehr finden wir statt dessen oben auf der bekannten gelben ,dotterkugel eine kleine1 kreisrunde1 weie ,scheibe4 ,diese dnne ,keimscheibe wird lnglich rund und zerfllt dann in vier bereinanderliegende ,schichten1 die ,anlagen der vier wichtigsten ,organsysteme3 zuerst die oberste1 das ,nervensystem1 darunter die ,fleischmasse 7,muskelsystem71 dann das ,gefsystem mit dem ,herzen und zuletzt der ,darmkanal4 ,also1 sagt ,wolff richtig1 besteht die ,keimbildung nicht in einer ,auswickelung vorgebildeter ,organe1 sondern in einer ,kette von ,neubildungen1 einer wahren ,epigenesis2 ein ,teil entsteht nach dem andern1 und alle erscheinen zuerst in einer einfachen ,form1 welche von der spter ausgebildeten ganz verschieden ist2 diese entsteht erst durch eine ,reihe der merkwrdigsten ,umbildungen4 ,obgleich nun diese groe ,entdeckung sich unmittelbar durch ,nachuntersuchung der beobachteten ,tatsachen htte besttigen lassen1 und obgleich die darauf gegrndete ,theorie der ,generation eigentlich gar keine ,theorie1 sondern eine nackte ,tatsache war1 fand sie dennoch ein halbes ,jahrhundert hindurch nicht die mindeste ,anerkennung4 ,besonders hinderlich war die mchtige ,autoritt von ,haller1 der sie hartnckig bekmpfte mit dem ,dogma3 ,es gibt kein ,werden6 ,kein ,teil im ,tierkrper ist vor dem anderen gemacht worden1 und alle sind zugleich erschaffen4 ,wolff1 der nach ,petersburg gehen mute1 war schon lange tot1 als die vergessenen1 von ihm beobachteten ,tatsachen von ,lorenz ,oken in ,jena 7#ahjf7 aufs neue entdeckt und richtig gedeutet wurden4 ,keimbltterlehre4 ,nachdem durch ,oken die ,epigenesistheorie von ,wolff besttigt worden war1 warfen sich in ,deutschland mehrere junge ,naturforscher mit groem ,eifer auf die genauere ,untersuchung der ,keimesgeschichte4 ,der bedeutendste war ,karl ,ernst ,baer2 sein berhmtes ,hauptwerk erschien #ahbh unter dem ,titel3 ,entwickelungsgeschichte der ,tiere1 ,beobachtung und ,reflexion4 ,nicht allein sind darin die ,vorgnge der ,keimbildung ausgezeichnet klar und vollstndig beschrieben1 sondern auch zahlreiche geistvolle ,spekulationen daran geknpft4 ,die zwei blattfrmigen ,schichten1 welche in der runden ,keimscheibe der hheren ,wirbeltiere zuerst auftreten1 zerfallen nach ,baer zunchst in je zwei ,bltter1 und diese vier ,keimbltter verwandeln sich in vier ,rhren4 ,durch sehr verwickelte ,prozesse der ,epigenesis entstehen daraus die spteren ,organe1 und zwar bei dem ,menschen und bei allen ,wirbeltieren in wesentlich gleicher ,weise4 ,unter den vielen einzelnen ,entdeckungen von ,baer war eine der wichtigsten das menschliche ,ei4 ,bis dahin hatte man beim ,menschen1 wie bei allen anderen ,sugetieren1 fr ,eier kleine ,blschen gehalten1 die sich zahlreich im ,eierstock finden4 ,erst ,baer zeigte 7#ahbg71 da die wahren ,eier in diesen ,blschen1 den ,graafschen ,follikeln1 eingeschlossen und viel kleiner sind1 ,kgelchen von nur #j1b mm ,durchmesser1 unter gnstigen ,verhltnissen eben als ,pnktchen mit bloem ,auge zu sehen4 ,auch entdeckte er zuerst1 da aus dieser kleinen ,eizelle der ,sugetiere sich zunchst eine charakteristische ,keimblase entwickelt1 eine ,hohlkugel mit flssigem ,inhalt1 deren ,wand die dnne ,keimhaut bildet4 ,eizelle und ,samenzelle4 ,zehn ,jahre1 nachdem ,baer der ,embryologie durch seine ,keimbltterlehre eine feste ,grundlage gegeben1 entstand fr dieselbe eine neue wichtige ,aufgabe durch die ,begrndung der ,zellentheorie 7#ahch74 ,wie verhalten sich das ,ei der ,tiere und die daraus entstehenden ,keimbltter zu den ,geweben und ,zellen1 welche den entwickelten ,tierkrper zusammensetzen8 ,die richtige ,beantwortung dieser inhaltschweren ,frage gelang um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts zwei ,schlern von ,johannes ,mller3 ,robert ,remak und ,albert ,klliker4 ,sie wiesen nach1 da das ,ei ursprnglich nichts anderes ist als eine einfache ,zelle1 und da auch die zahlreichen ,keimkrper oder ,furchungskugeln1 welche durch wiederholte ,teilung daraus entstehen1 einfache ,zellen sind4 ,aus diesen ,furchungzellen bauen sich zunchst die ,keimbltter auf1 und weiterhin durch ,arbeitsteilung oder ,differenzierung derselben die verschiedenen ,organe4 ,klliker erwarb sich das groe ,verdienst1 auch die schleimartige ,samenflssigkeit der mnnlichen ,tiere als ,anhufung von mikroskopischen kleinen ,zellen nachzuweisen4 ,die beweglichen stecknadelfrmigen ,samentierchen 7,spermatozoen7 sind nichts anderes als eigentmliche ,geielzellen1 wie ich 7#ahff7 zuerst an den ,samenfden der ,schwmme nachgewiesen habe4 ,damit war fr beide wichtige ,zeugungsstoffe der ,tiere1 das mnnliche ,sperma und das weibliche ,ei1 bewiesen1 da auch sie der ,zellentheorie sich fgen4 ,gastratheorie4 ,alle lteren ,untersuchungen ber ,keimbildung betrafen den ,menschen und die hheren ,wirbeltiere1 vor allem aber den ,vogelkeim3 denn das ,hhnerei ist das grte und bequemste ,objekt dafr und steht jederzeit in beliebiger ,menge zur ,verfgung2 man kann in der ,brutmaschine sehr bequem das ,ei ausbrten und dabei stndlich die ganze ,reihe der ,umbildungen1 von der einfachen ,eizelle bis zum fertigen ,vogelkrper innerhalb dreier ,wochen beobachten4 ,auch ,baer hatte nur fr die verschiedenen ,klassen der ,wirbeltiere die bereinstimmung in der charakteristischen ,bildung der ,keimbltter und in der ,entstehung der einzelnen ,organe aus derselben nachweisen knnen4 ,dagegen in den zahlreichen ,klassen der ,wirbellosen -- also der groen ,mehrzahl der ,tiere -- schien die ,keimung in wesentlich verschiedener ,weise abzulaufen1 und den meisten schienen wirkliche ,keimbltter ganz zu fehlen4 ,erst um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts wurden solche auch bei einzelnen ,wirbellosen nachgewiesen1 so von ,klliker #ahdd bei den ,cephalopoden und von ,huxley #ahdi bei den ,medusen4 ,besonders wichtig wurde sodann die ,entdeckung von ,kowalevsky 7#ahff71 da das niederste ,wirbeltier1 der ,lanzelot oder ,amphioxus1 sich genau in derselben1 und zwar in einer sehr ursprnglichen ,weise entwickelt wie ein wirbelloses1 anscheinend ganz entferntes ,manteltier1 die ,seescheide oder ,ascidia4 ,auch bei verschiedenen ,wrmern1 ,sterntieren und ,gliedertieren wies ,kowalevsky eine hnliche ,bildung der ,keimbltter nach4 ,ich selbst war damals 7seit #ahff7 mit der ,entwickelungsgeschichte der ,spongien1 ,korallen1 ,medusen und ,siphonophoren beschftigt1 und da ich auch bei diesen niedersten ,klassen der vielzelligen ,tiere berall dieselbe ,bildung von zwei primren ,keimblttern fand1 gelangte ich zu der berzeugung1 da dieser bedeutungsvolle ,keimungsvorgang im ganzen ,tierreiche derselbe ist4 ,besonders wichtig erschien mir dabei der ,umstand1 da bei den ,schwammtieren und bei den niederen ,nesseltieren 7,polypen1 ,medusen7 der ,krper lange ,zeit hindurch oder selbst zeitlebens nur aus zwei einfachen ,zellenschichten besteht4 ,schon ,huxley hatte sie bei den ,medusen mit den beiden primren ,keimblttern der ,wirbeltiere verglichen4 ,gesttzt auf diese ,beobachtungen und ,vergleichungen1 stellte ich dann #ahgb in meiner ,biologie der ,kalkschwmme die ,gastratheorie auf1 deren wesentlichste ,lehrstze folgende sind3 ,i4 ,das ganze ,tierreich zerfllt in zwei wesentlich verschiedene ,hauptgruppen3 die einzelligen ,urtiere 7,protozoa7 und die vielzelligen ,gewebtiere 7,metazoa72 der ganze ,organismus der ,protozoen bleibt zeitlebens eine einfache ,zelle 7seltener ein lockerer ,zellverein ohne ,gewebebildung1 ein ,coenobium74 ,,ii4 ,dagegen ist der ,organismus der ,metazoen nur im ersten ,beginn einzellig1 spter aus vielen ,zellen zusammengesetzt1 welche ,gewebe bilden4 ,,iii4 ,nur bei den ,metazoen entstehen wirkliche ,keimbltter1 und aus diesen ,gewebe1 die den ,protozoen noch ganz fehlen4 ,,iv4 ,bei allen ,metazoen entstehen zunchst nur zwei primre ,keimbltter1 die berall dieselbe wesentliche ,bedeutung haben3 aus dem ueren ,hautblatt entwickelt sich die uere ,hautdecke und das ,nervensystem1 aus dem inneren ,darmblatt hingegen der ,darmkanal und alle brigen ,organe4 ,v4 ,die ,keimform1 welche berall zunchst aus dem befruchteten ,ei hervorgeht1 und welche allein aus diesen beiden primren ,keimblttern besteht1 ist die ,darmlarve oder der ,becherkeim 7,gastrula72 ihr becherfrmiger1 zweischichtiger ,krper umschliet ursprnglich eine einfache verdauende ,hhle1 den ,urdarm1 und dessen einfache ffnung ist der ,urmund4 ,dies sind die ltesten ,organe des vielzelligen ,tierkrpers1 und die beiden ,zellenschichten seiner ,wand sind seine ltesten ,gewebe2 alle anderen ,organe und ,gewebe sind erst spter 7sekundr7 daraus hervorgegangen4 ,,vi4 ,aus dieser ,gleichartigkeit oder ,homologie der ,gastrula in smtlichen ,stmmen und ,klassen der ,gewebtiere zog ich nach dem ,biogenetischen ,grundgesetze den ,schlu1 da alle ,metazoen ursprnglich von einer gemeinsamen ,stammform abstammen1 ,gastra1 und da diese uralte1 lngst ausgestorbene ,stammform im wesentlichen die ,krperform und ,zusammensetzung der heutigen1 durch ,vererbung erhaltenen ,gastrula besa4 ,,vii4 ,dieser phylogenetische ,schlu aus der ,vergleichung der ontogenetischen ,tatsachen wird auch dadurch gerechtfertigt1 da noch heute einzelne ,gastraden existieren1 sowie lteste ,formen anderer ,tierstmme1 deren ,organisation sich nur sehr wenig ber diese letzteren erhebt4 ,,viii4 ,bei der weiteren ,entwickelung der verschiedenen ,gewebtiere aus der ,gastrula sind zwei verschiedene ,hauptgruppen zu unterscheiden3 ,die lteren ,niedertiere 7,coelenteria7 bilden noch keine ,leibeshhle und besitzen weder ,blut noch ,after2 das ist der ,fall bei den ,gastraden1 ,spongien1 ,nesseltieren und ,plattentieren4 ,die jngeren ,obertiere 7,coelomaria7 hingegen besitzen eine echte ,leibeshhle und meistens auch ,blut und ,after2 dahin gehren die ,wurmtiere 7,vermalia7 und die hheren typischen ,tierstmme1 welche sich aus diesen entwickelt haben1 die ,sterntiere1 ,weichtiere1 ,gliedertiere1 ,manteltiere und ,wirbeltiere4 ,eizelle und ,samenzelle des ,menschen4 ,das ,ei des ,menschen ist1 wie das aller anderen ,gewebtiere1 eine einfache ,zelle1 und diese kleine kugelige ,eizelle 7von nur #j1b mm ,durchmesser7 hat dieselbe charakteristische ,beschaffenheit wie die aller anderen1 lebendig gebrenden ,sugetiere4 ,dasselbe gilt von den beweglichen ,spermien oder ,samenfden des ,mannes1 den winzig kleinen1 fadenfrmigen ,geielzellen1 welche sich zu ,millionen in jedem ,trpfchen des schleimartigen mnnlichen ,samens 7,sperma7 finden2 sie wurden frher wegen ihrer lebhaften ,bewegung fr besondere ,samentierchen 7,spermatozoa7 gehalten4 ,auch die ,entstehung dieser beiden wichtigen ,geschlechtszellen in der ,geschlechtsdrse ist dieselbe beim ,menschen und den brigen ,sugetieren2 sowohl die ,eier im ,eierstock des ,weibes1 als die ,samenfden im ,hoden oder ,samenstock des ,mannes entstehen berall auf dieselbe ,weise1 aus der ,zellenschicht1 welche die ,leibeshhle auskleidet4 ,empfngnis oder ,befruchtung4 ,der wichtigste ,augenblick im ,leben eines jeden ,menschen1 wie jedes anderen ,gewebtieres1 ist der ,moment1 in welchem seine individuelle ,existenz beginnt2 es ist der ,augenblick1 in welchem die ,geschlechtszellen der beiden ,eltern zusammentreffen und zur ,bildung einer einzigen1 einfachen ,zelle verschmelzen4 ,diese neue ,zelle1 die befruchtete ,eizelle1 ist die individuelle ,stammzelle 7,cytula71 aus deren wiederholter ,teilung die ,zellen der ,keimbltter und die ,gastrula hervorgehen4 ,erst mit der ,bildung dieser ,stammzelle1 also mit dem ,vorgange der ,befruchtung selbst1 beginnt die ,existenz der ,person1 des selbstndigen ,einzelwesens4 ,diese ontogenetische ,tatsache ist beraus wichtig1 denn aus ihr allein schon lassen sich die weitestreichenden ,schlsse ableiten4 ,zunchst folgt daraus die klare ,erkenntnis1 da der ,mensch1 gleich allen anderen ,gewebtieren1 alle persnlichen ,eigenschaften1 krperliche und geistige1 von seinen beiden ,eltern durch ,vererbung erhalten hat2 und weiterhin die inhaltschwere berzeugung1 da die neue1 so entstandene ,person unmglich ,anspruch haben kann1 unsterblich zu sein4 ,die feineren ,vorgnge bei der ,empfngnis und der geschlechtlichen ,zeugung berhaupt sind daher von allerhchster ,wichtigkeit2 sie sind uns in ihren ,einzelheiten erst seit #ahge bekannt geworden4 ,das einzige wesentliche ,ereignis bei der ,befruchtung ist die ,verschmelzung der beiden ,geschlechtszellen und ihrer ,kerne4 ,von den ,millionen mnnlicher ,geielzellen1 welche die weibliche ,eizelle umschwrmen1 dringt nur eine einzige in deren ,plasmakrper ein4 ,die ,kerne beider ,zellen1 der ,spermakern und der ,eikern1 verschmelzen miteinander4 ,so entsteht eine neue ,zelle1 welche die erblichen ,eigenschaften beider ,eltern in sich vereinigt2 der ,spermakern bertrgt die vterlichen1 der ,eikern die mtterlichen ,charakterzge auf die ,stammzelle1 aus der sich nun das ,kind entwickelt2 das gilt ebenso von den krperlichen wie von den geistigen ,eigenschaften4 ,keimanlage des ,menschen4 ,die ,bildung der ,keimbltter durch wiederholte ,teilung der ,stammzelle1 die ,entstehung der ,gastrula und der weiterhin aus ihr hervorgehenden ,keimformen geschieht beim ,menschen genau so wie bei den brigen hheren ,sugetieren1 unter denselben eigentmlichen ,besonderheiten1 welche diese ,gruppe vor den niederen ,wirbeltieren auszeichnen4 ,die bedeutungsvolle ,keimform der ,chordula oder ,chordalarve1 die zunchst aus der ,gastrula entsteht1 zeigt bei allen ,wirbeltieren im wesentlichen die gleiche ,bildung3 ein einfacher gerader ,achsenstab1 die ,chorda1 geht der ,lnge nach durch die ,hauptachse des lnglich-runden1 schildfrmigen ,krpers 7des ,keimschildes72 oberhalb der ,chorda entwickelt sich aus dem ueren ,keimblatt das ,rckenmark1 unterhalb das ,darmrohr4 ,dann erst erscheinen zu beiden ,seiten1 rechts und links vom ,achsenstab1 die ,ketten der ,urwirbel1 die ,anlagen der ,muskelplatten1 mit denen die ,gliederung des ,wirbeltierkrpers beginnt4 ,vorn am ,darm treten beiderseits die ,kiemenspalten auf1 die ffnungen des ,schlundes1 durch welche ursprnglich bei unseren ,fischahnen das vom ,munde aufgenommene ,atemwasser an den ,seiten des ,kopfes nach auen trat4 ,in zher ,vererbung treten diese ,kiemenspalten1 die nur bei den fischartigen1 im ,wasser lebenden ,vorfahren von ,bedeutung waren1 auch heute noch beim ,menschen wie bei allen brigen ,wirbeltieren auf2 sie verschwinden spter4 ,selbst nachdem schon am ,kopfe die fnf ,hirnblasen1 seitlich die ,anfnge der ,augen und ,ohren sichtbar geworden1 nachdem am ,rumpfe die ,anlagen der beiden ,beinpaare in ,form rundlicher platter ,knospen aus dem fischartigen ,menschenkeim hervorgesprot sind1 ist dessen ,bildung derjenigen anderer ,wirbeltiere noch so hnlich1 da man sie nicht unterscheiden kann4 hnlichkeit der ,wirbeltierkeime4 ,die wesentliche bereinstimmung in der ueren ,krperform und dem inneren ,bau1 welche die ,embryonen des ,menschen und der brigen ,wirbeltiere in dieser frheren ,bildungsperiode zeigen1 ist eine embryologische ,tatsache ersten ,ranges2 aus ihr lassen sich nach dem ,biogenetischen ,grundgesetze die wichtigsten ,schlsse ableiten4 ,denn es gibt dafr keine andere ,erklrung als die ,annahme einer ,vererbung von einer gemeinsamen ,stammform4 ,wenn wir sehen1 da in einem bestimmten ,stadium die ,keime des ,menschen und des ,affen1 des ,hundes und des ,kaninchens1 des ,schweines und des ,schafes zwar als hhere ,wirbeltiere erkennbar1 aber sonst nicht zu unterscheiden sind1 so kann diese ,tatsache nur durch gemeinsame ,abstammung erklrt werden4 ,diese ,erklrung erscheint um so sicherer1 wenn wir die spter eintretende ,sonderung oder ,divergenz jener ,keimformen verfolgen4 ,je nher sich zwei ,tierformen in der gesamten ,krperbildung stehen1 desto lnger bleiben sich auch ihre ,embryonen hnlich1 und desto enger hngen sie auch im ,stammbaum der betreffenden ,gruppe zusammen1 desto nher sind sie stammverwandt4 ,daher erscheinen die ,embryonen des ,menschen und der ,menschenaffen auch spter noch hchst hnlich1 auf einer hoch entwickelten ,bildungsstufe1 auf welcher ihre ,unterschiede von den ,embryonen anderer ,sugetiere sofort erkennbar sind4 ,die ,keimhllen des ,menschen4 ,die hohe ,bedeutung der eben besprochenen hnlichkeit tritt nicht nur bei ,vergleichung der ,wirbeltier-,embryonen selbst hervor1 sondern auch bei derjenigen ihrer ,keimhllen4 ,es zeichnen sich nmlich alle ,wirbeltiere der drei hheren ,klassen1 ,reptilien1 ,vgel und ,sugetiere1 vor den niederen ,klassen durch die ,bildung eigentmlicher ,embryonalhllen aus1 des ,amnion 7,wasserhaut7 und des ,serolemma 7serse ,haut74 ,in diesen mit ,wasser gefllten ,scken liegt der ,embryo eingeschlossen und ist dadurch gegen ,druck und ,sto geschtzt4 ,diese zweckmige ,schutzeinrichtung ist wahrscheinlich erst entstanden1 als die ltesten ,reptilien 7,proreptilien71 die gemeinsamen ,stammformen aller ,amniontiere1 vollstndig an das ,landleben sich anpaten4 ,bei ihren direkten ,vorfahren1 den ,amphibien1 fehlt diese ,hllenbildung noch ebenso wie bei den ,fischen2 sie war bei diesen ,wasserbewohnern berflssig4 ,mit der ,erwerbung dieser ,schutzhllen stehen bei allen ,amnioten noch zwei andere ,vernderungen in engem ,zusammenhang1 erstens der gnzliche ,verlust der ,kiemen 7whrend die ,kiemenbogen und die ,spalten dazwischen als rudimentre ,organe sich forterben71 und zweitens die ,bildung der ,allantois4 ,dieser blasenfrmige1 mit ,wasser gefllte ,sack wchst bei dem ,embryo aller ,amniontiere aus dem ,enddarm hervor und ist nichts anderes als die vergrerte ,harnblase der ,amphibien-,ahnen4 ,aus ihrem innersten und untersten ,teile bildet sich spter die bleibende ,harnblase der ,amnioten1 whrend der grere uere ,teil rckgebildet wird4 ,gewhnlich spielt dieser eine ,zeitlang eine wichtige ,rolle als ,atmungsorgan des ,embryo1 indem sich mchtige ,blutgefe auf seiner ,wand ausbreiten4 ,sowohl die ,entstehung der ,keimhllen1 als auch der ,allantois geschieht beim ,menschen genau ebenso wie bei allen anderen ,amnioten und durch dieselben verwickelten ,prozesse des ,wachstums2 der ,mensch ist ein echtes ,amniontier4 ,die ,placenta des ,menschen4 ,die ,ernhrung des menschlichen ,keimes im ,mutterleibe geschieht durch ein eigentmliches1 uerst blutreiches ,organ1 die sogenannte ,placenta1 den ,aderkuchen oder ,blutgefkuchen4 ,sie wird nach erfolgter ,geburt des ,kindes abgelst und als sogenannte ,nachgeburt ausgestoen4 ,die ,placenta besteht aus zwei wesentlich verschiedenen ,teilen1 dem ,fruchtkuchen oder der kindlichen ,placenta und dem ,mutterkuchen oder dem mtterlichen ,gefkuchen4 ,dieser letztere enthlt reich entwickelte ,blutrume1 welche ihr ,blut durch die ,gefe der ,gebrmutter zugefhrt erhalten4 ,der ,fruchtkuchen dagegen wird aus zahlreichen verstelten ,zotten gebildet1 welche von der ,auenflche der kindlichen ,allantois hervorwachsen und ihr ,blut von deren ,nabelgefen beziehen4 ,die hohlen1 blutgefllten ,zotten des ,fruchtkuchens wachsen in die ,blutrume des ,mutterkuchens hinein1 und die zarte ,scheidewand zwischen beiden wird so sehr verdnnt1 da durch sie hindurch ein unmittelbarer ,stoffaustausch der ernhrenden ,blutflssigkeit erfolgen kann4 ,in den einzelnen ,gruppen der ,zottentiere ist die ,ausbildung des ,mutterkuchens wesentlich verschieden4 ,hchst wichtig ist nun die erst #ahij von ,emil ,selenka entdeckte ,tatsache1 da gerade die ,menschenaffen1 besonders der ,orang 7,satyrus71 mit dem ,menschen gewisse ,eigentmlichkeiten1 die sich sonst nirgends finden1 gemeinsam haben 7,siehe den #bc4 ,vortrag meiner ,anthropogenie74 ,also besttigt sich auch hier wieder der ,pithecometrasatz von ,huxley3 ,die ,unterschiede zwischen dem ,menschen und den ,menschenaffen sind geringer als diejenigen zwischen den letzteren und den niederen ,affen4 ,die angeblichen ,beweise gegen die nahe ,blutsverwandtschaft des ,menschen und der ,affen ergaben sich bei genauer ,untersuchung der tatschlichen ,verhltnisse auch hier wieder umgekehrt als wichtige ,grnde zugunsten derselben4 ,jeder ,naturforscher1 der mit offenen ,augen in diese dunkeln1 aber hchst interessanten ,labyrinthgnge unserer ,keimesgeschichte eindringt1 und der imstande ist1 sie kritisch mit derjenigen der brigen ,sugetiere zu vergleichen1 wird in denselben die bedeutungsvollsten ,lichttrger fr das ,verstndnis unserer ,stammesgeschichte finden4 ,denn die verschiedenen ,stufen der ,keimbildung werfen als ,vererbungs-,phnomene ein helles ,licht auf die entsprechenden ,stufen unserer ,ahnenreihe1 gem dem ,biogenetischen ,grundgesetze4 7,kap4 #e47 ,aber auch die ,anpassungserscheinungen1 die ,bildung der vergnglichen ,embryonalorgane -- der charakteristischen ,keimhllen1 und vor allem der ,placenta -- geben uns ganz bestimmte ,aufschlsse ber unsere nahe ,stammverwandtschaft mit den ,primaten4 ,fnftes ,kapitel4 ,unsere ,stammesgeschichte4 ,monistische ,studien ber ,ursprung und ,abstammung des ,menschen von den ,wirbeltieren1 zunchst von den ,herrentieren4 ,der jngste unter den groen ,zweigen am lebendigen ,baume der ,biologie ist diejenige ,naturwissenschaft1 welche wir ,stammesgeschichte oder ,phylogenie nennen4 ,sie hat sich noch weit spter und unter viel greren ,schwierigkeiten entwickelt als ihre natrliche ,schwester1 die ,keimesgeschichte oder ,ontogenie4 ,diese hatte zur ,aufgabe die ,erkenntnis der geheimnisvollen ,vorgnge1 durch welche sich die organischen ,individuen1 die ,einzelwesen der ,tiere und ,pflanzen1 aus dem ,ei entwickeln4 ,die ,stammesgeschichte hingegen hat die viel dunklere und schwierigere ,frage zu beantworten3 ,wie sind die organischen ,spezies entstanden1 die einzelnen ,arten der ,tiere und ,pflanzen8 ,die ,ontogenie konnte zur ,lsung ihrer nahe liegenden ,aufgabe zunchst unmittelbar den empirischen ,weg der ,beobachtung betreten2 sie brauchte nur ,tag fr ,tag und ,stunde fr ,stunde die sichtbaren ,umbildungen zu verfolgen1 welche der organische ,keim innerhalb kurzer ,zeit whrend der ,entwickelung aus dem ,ei erfhrt4 ,viel schwieriger war von vornherein die ,aufgabe der ,phylogenie2 denn die langsamen ,prozesse der allmhlichen ,umbildung1 welche die ,entstehung der ,tier- und ,pflanzenarten bewirken1 vollziehen sich unmerklich im ,verlaufe von ,jahrtausenden und ,jahrmillionen2 ihre unmittelbare ,beobachtung ist nur in sehr engen ,grenzen mglich1 und der weitaus grte ,teil dieser historischen ,vorgnge kann nur indirekt erschlossen werden3 durch vergleichende ,benutzung von empirischen ,urkunden1 die sehr verschiedenen ,gebieten angehren1 der ,palontologie1 ,ontogenie und ,morphologie4 ,dazu kam noch das gewaltige ,hindernis1 welches der natrlichen ,stammesgeschichte durch die enge ,verknpfung der ,schpfungsgeschichte mit bernatrlichen ,mythen und religisen ,dogmen bereitet wurde2 es ist daher begreiflich1 da die wissenschaftliche ,existenz der wahren ,stammesgeschichte erst unter vielen ,mhen und schweren ,kmpfen errungen und gesichert werden mute4 ,mythische ,schpfungsgeschichte4 ,alle ernstlichen ,versuche1 welche bis zum ,beginne des #ai4 ,jahrhunderts zur ,beantwortung des ,problems von der ,entstehung der ,organismen unternommen wurden1 blieben in dem mythologischen ,labyrinthe der bernatrlichen ,schpfungssagen stecken4 ,einzelne ,bemhungen hervorragender ,denker1 sich von diesem zu befreien und zu einer natrlichen ,auffassung zu gelangen1 blieben erfolglos4 ,die mannigfaltigsten ,schpfungsmythen entwickelten sich bei allen lteren ,kulturvlkern im ,zusammenhang mit der ,religion1 und whrend des ,mittelalters war es naturgem das zur ,herrschaft gelangte ,christentum1 welches die ,beantwortung der ,schpfungsfrage fr sich in ,anspruch nahm4 ,da die ,bibel als die unerschtterliche ,grundlage des christlichen ,religionsgebudes galt1 wurde die ganze ,schpfungsgeschichte dem ersten ,buche ,moses entnommen4 ,auf dieses sttzte sich auch noch der groe schwedische ,naturforscher ,carl ,linn1 als er #agce in seinem grundlegenden ,systema ,naturae den ersten ,versuch zu einer systematischen ,ordnung1 ,benennung und ,klassifikation der unzhligen verschiedenen ,naturkrper unternahm4 ,als bestes1 praktisches ,hilfsmittel derselben fhrte er die bekannte doppelte ,namengebung ein2 jeder einzelnen ,art von ,tieren und ,pflanzen gab er einen besonderen ,artnamen und stellte diesem einen allgemeinen ,gattungsnamen voran4 ,in einer ,gattung 7,genus7 wurden die nchstverwandten ,arten 7,species7 zusammengestellt4 ,hchst verhngnisvoll wurde fr die ,wissenschaft das theoretische ,dogma1 welches schon von ,linn selbst mit seinem praktischen ,speziesbegriffe verknpft wurde4 ,die erste ,frage1 welche sich dem denkenden ,systematiker aufdrngen mute1 war natrlich die ,frage nach dem eigentlichen ,wesen des ,spezies-,begriffes1 nach ,inhalt und ,umfang desselben4 ,und gerade diese ,grundfrage beantwortete sein ,schpfer in naivster ,weise1 in ,anlehnung an den allgemein gltigen ,mosaischen ,schpfungsmythus3 ,es gibt so viel verschiedene ,arten1 als im ,anfange vom unendlichen ,wesen verschiedene ,formen erschaffen worden sind4 ,mit diesem ,dogma war jede natrliche ,erklrung der ,artentstehung abgeschnitten4 ,linn kannte nur die gegenwrtig existierende ,tier- und ,pflanzenwelt2 er hatte keine ,ahnung von den viel zahlreicheren ausgestorbenen ,arten1 welche in den frheren ,perioden der ,erdgeschichte unseren ,erdball in wechselnder ,gestaltung bevlkert haben4 ,erst im ,anfange des #ai4 ,jahrhunderts wurden diese fossilen ,tiere durch ,cuvier nher bekannt4 ,er gab in seinem berhmten ,werke ber die fossilen ,knochen der vierfigen ,wirbeltiere 7#ahab7 die erste genaue ,beschreibung und richtige ,deutung zahlreicher ,versteinerungen4 ,zugleich wies er nach1 da in den verschiedenen ,perioden der ,erdgeschichte eine ,reihe von ganz verschiedenen ,tierbevlkerungen aufeinander gefolgt war4 ,da nun ,cuvier hartnckig an ,linns ,lehre von der absoluten ,bestndigkeit der ,spezies festhielt1 glaubte er ihre ,entstehung nur durch die ,annahme erklren zu knnen1 da eine ,reihe von groen ,katastrophen und von wiederholten ,neuschpfungen in der ,erdgeschichte auf einander gefolgt sei2 im ,beginne jeder groen ,erdrevolution sollten alle lebenden ,geschpfe vernichtet und am ,ende derselben eine neue ,bevlkerung erschaffen worden sein4 ,obgleich diese ,katastrophentheorie von ,cuvier zu den absurdesten ,folgerungen fhrte und auf den nackten ,wunderglauben hinauslief1 gewann sie doch bald allgemeine ,geltung und blieb bis auf ,darwin 7#ahei7 herrschend4 ,transformismus4 ,goethe4 ,da die herrschenden ,vorstellungen von der absoluten ,bestndigkeit und bernatrlichen ,schpfung der organischen ,arten tiefer denkende ,forscher nicht befriedigen konnten1 ist leicht einzusehen4 ,daher finden wir denn schon in der zweiten ,hlfte des achtzehnten ,jahrhunderts einzelne hervorragende ,geister mit ,versuchen beschftigt1 zu einer naturgemen ,lsung des groen ,schpfungsproblems zu gelangen4 ,allen voran war unser grter ,dichter und ,denker ,wolfgang ,goethe durch seine vieljhrigen und eifrigen morphologischen ,studien schon am ,ende des #ah4 ,jahrhunderts zu der klaren ,einsicht in den inneren ,zusammenhang aller organischen ,formen und zu der festen berzeugung eines gemeinsamen natrlichen ,ursprungs gelangt4 ,in seiner berhmten ,metamorphose der ,pflanzen 7#agij7 leitete er alle verschiedenen ,formen der ,gewchse von einer ,urpflanze ab1 und alle verschiedenen ,organe derselben von einem ,urorgane1 dem ,blatt4 ,in seiner ,wirbeltheorie des ,schdels versuchte er zu zeigen1 da die ,schdel aller verschiedenen ,wirbeltiere -- mit ,inbegriff des ,menschen6 -- in gleicher ,weise aus bestimmt geordneten ,knochengruppen zusammengesetzt seien1 und da diese letzteren nichts anderes seien als umgebildete ,wirbel4 ,grade seine eingehenden ,studien ber vergleichende ,knochenlehre hatten ,goethe zu der festen berzeugung von der ,einheit der ,organisation gefhrt2 er hatte erkannt1 da das ,knochengerst des ,menschen nach demselben ,typus zusammengesetzt sei wie das aller brigen ,wirbeltiere -- geformt nach einem ,urbilde1 das nur in seinen sehr bestndigen ,teilen mehr oder weniger hin- und herweicht und sich noch tglich durch ,fortpflanzung aus- und umbildet --4 ,diese ,umbildung oder ,transformation lt ,goethe durch die bestndige ,wechselwirkung von zwei gestaltenden ,bildungskrften geschehen1 einer inneren ,zentripetalkraft des ,organismus1 dem ,spezifikationstrieb1 und einer ueren ,zentrifugalkraft1 dem ,variationstrieb oder der ,idee der ,metamorphose2 erstere entspricht dem1 was wir heute ,vererbung1 letztere dem1 was wir ,anpassung nennen4 ,wie tief ,goethe durch diese naturphilosophischen ,studien ber ,bildung und ,umbildung organischer ,naturen in deren ,wesen eingedrungen war1 und inwiefern er demnach als der bedeutendste ,vorlufer von ,darwin und ,lamarck betrachtet werden kann1 ist aus den interessanten ,stellen seiner ,werke zu ersehen1 welche ich im vierten ,vortrage meiner ,natrlichen ,schpfungsgeschichte zusammengestellt habe4 ,in meinem ,vortrage ber ,die ,naturanschauung von ,darwin1 ,goethe und ,lamarck 7,eisenach #ahhb7 habe ich dies nher begrndet4 ,doch kamen diese naturgemen ,entwickelungsideen von ,goethe ebenso wie hnliche ,vorstellungen von ,kant1 ,oken1 ,treviranus und anderen ,naturphilosophen im ,beginne des #ai4 ,jahrhunderts nicht ber gewisse allgemeine berzeugungen hinaus4 ,es fehlte ihnen noch der groe ,hebel1 dessen die natrliche ,schpfungsgeschichte zu ihrer ,begrndung durch die ,kritik des ,speziesdogma bedurfte1 und diese verdanken wir erst ,lamarck4 ,deszendenztheorie oder ,abstammungslehre4 ,lamarck 7#ahji74 ,den ersten eingehenden ,versuch zu einer wissenschaftlichen ,begrndung des ,transformismus unternahm im ,beginne des #ai4 ,jahrhunderts der groe franzsische ,naturphilosoph ,jean ,lamarck1 der bedeutendste ,gegner seines ,kollegen ,cuvier in ,paris4 ,schon #ahjb hatte derselbe in seinen ,betrachtungen ber die lebenden ,naturkrper die bahnbrechenden ,ideen ber die ,unbestndigkeit und ,umbildung der ,arten ausgesprochen1 die er dann #ahji in den zwei ,bnden seines tiefsinnigsten ,werkes1 der ,philosophie zoologique1 eingehend begrndete4 ,hier fhrte ,lamarck zum ersten ,male -- gegenber dem herrschenden ,spezies-,dogma -- den richtigen ,gedanken aus1 da die organische ,art oder ,spezies eine knstliche ,abstraktion sei1 ein ,begriff von relativem ,werte1 ebenso wie die bergeordneten ,begriffe der ,gattung1 ,familie1 ,ordnung und ,klasse4 ,er behauptete ferner1 da alle ,arten vernderlich und im ,laufe sehr langer ,zeitrume aus lteren ,arten durch ,umbildung entstanden seien4 ,die gemeinsamen ,stammformen1 von denen dieselben abstammen1 waren ursprnglich ganz einfache und niedere ,organismen2 die ersten und ltesten entstanden durch ,urzeugung4 ,whrend durch ,vererbung der ,typus sich bestndig erhlt1 werden anderseits durch ,anpassung1 durch ,gewohnheit und bung der ,organe1 die ,arten allmhlich umgebildet4 ,auch unser menschlicher ,organismus ist auf dieselbe natrliche ,weise durch ,umbildung aus einer ,reihe von affenartigen ,sugetieren entstanden4 ,fr all diese ,vorgnge1 wie berhaupt fr alle ,erscheinungen in der ,natur und im ,geistesleben1 nimmt ,lamarck ausschlielich mechanische1 physikalische und chemische ,vorgnge als wahre1 bewirkende ,ursachen an4 ,sein ,werk enthlt die ,elemente fr ein rein monistisches ,natursystem auf ,grund der ,entwickelungslehre4 ,man htte erwarten sollen1 da dieser groartige ,versuch1 die ,abstammungslehre oder ,deszendenztheorie wissenschaftlich zu begrnden1 alsbald den herrschenden ,mythus von der ,speziesschpfung erschttert und einer natrlichen ,entwickelungslehre ,bahn gebrochen htte4 ,indessen vermochte ,lamarck gegenber der konservativen ,autoritt seines groen ,gegners ,cuvier ebensowenig durchzudringen1 wie zwanzig ,jahre spter sein ,kollege und ,gesinnungsgenosse ,goffroy ,st4 ,hilaire4 ,die berhmten ,kmpfe1 welcher dieser ,naturphilosoph #ahcj im ,schoe der ,pariser ,akademie mit ,cuvier zu bestehen hatte1 endigten mit einem vollstndigen ,siege des letzteren4 ,die mchtige ,entfaltung1 welche zu jener ,zeit das empirische ,studium der ,biologie fand1 die ,flle von interessanten ,entdeckungen auf dem ,gebiete der vergleichenden ,anatomie und ,physiologie1 die ,begrndung der ,zellentheorie und die ,fortschritte der ,ontogenie gaben den ,zoologen und ,botanikern einen solchen berflu von dankbarem ,arbeitsmaterial1 da darber die schwierige und dunkle ,frage nach der ,entstehung der ,arten ganz vergessen wurde4 ,man beruhigte sich bei dem althergebrachten ,schpfungs-,dogma4 ,selbst nachdem der groe englische ,naturforscher ,charles ,lyell #ahcj in seinen ,prinzipien der ,geologie die abenteuerliche ,katastrophentheorie von ,cuvier widerlegt und fr die anorganische ,natur unseres ,planeten einen natrlichen und kontinuierlichen ,entwickelungsgang nachgewiesen hatte1 fand sein einfaches ,kontinuittsprinzip keine ,anwendung auf die organische ,natur4 ,die ,anfnge der natrlichen ,phylogenie1 welche in ,lamarcks ,werke verborgen lagen1 wurden ebenso vergessen1 wie die ,keime zu ihrer natrlichen ,ontogenie1 welche #ej ,jahre frher 7#agei7 ,caspar ,friedrich ,wolff in seiner ,theorie der ,generation gegeben hatte4 ,hier wie dort verflo ein volles halbes ,jahrhundert1 ehe die bedeutendsten ,ideen ber natrliche ,entwickelung die gebhrende ,anerkennung fanden4 ,erst nachdem ,darwin #ahei die ,lsung des ,schpfungsproblems von einer ganz anderen ,seite angefat und den reichen1 inzwischen angesammelten ,schatz von empirischen ,kenntnissen glcklich dazu verwertet hatte1 fing man an1 sich auf ,lamarck1 als seinen bedeutendsten ,vorgnger1 wieder zu besinnen4 ,selektionstheorie4 ,darwin 7#ahei74 ,der beispiellose ,erfolg von ,charles ,darwin ist allbekannt4 ,kein anderer von den zahlreichen groen ,geisteshelden unserer ,zeit hat mit einem einzigen klassischen ,werke einen so gewaltigen1 so tiefgehenden und so umfassenden ,erfolg erzielt1 wie ,darwin #ahei mit seinem berhmten ,hauptwerk3 ber die ,entstehung der ,arten im ,tier- und ,pflanzenreich durch natrliche ,zchtung oder ,erhaltung der vervollkommneten ,rassen im ,kampfe ums ,dasein4 ,gewi hat die ,reform der vergleichenden ,anatomie und ,physiologie durch ,johannes ,mller der ganzen ,biologie eine neue1 fruchtbare ,epoche erffnet1 gewi waren die ,begrndung der ,zellentheorie durch ,schleiden und ,schwann1 die ,reform der ,ontogenie durch ,baer1 die ,begrndung des ,substanzgesetzes durch ,robert ,mayer und ,helmholtz wissenschaftliche ,grotaten ersten ,ranges2 aber keine von ihnen hat nach ,tiefe und ,ausdehnung eine so gewaltige1 unser ganzes menschliches ,wissen umgestaltende ,wirkung ausgebt1 wie ,darwins ,theorie von der natrlichen ,entstehung der ,arten4 ,denn damit war ja das mystische ,schpfungsproblem gelst1 und mit ihm die inhaltsschwere ,frage aller ,fragen1 das ,problem vom wahren ,wesen und von der ,entstehung des ,menschen selbst4 ,vergleichen wir die beiden groen ,begrnder des ,transformismus1 so finden wir bei ,lamarck berwiegende ,neigung zur ,deduktion und zum ,entwurfe eines vollstndigen ,naturbildes1 bei ,darwin hingegen vorherrschende ,anwendung der ,induktion und das vorsichtige ,bemhen1 die einzelnen ,teile der ,deszendenztheorie durch ,beobachtung und ,experiment mglichst sicher zu begrnden4 ,whrend der franzsische ,naturphilosoph den damaligen ,kreis des empirischen ,wissens weit berschritt und eigentlich das ,programm der zuknftigen ,forschung entwarf1 hatte der englische ,experimentator umgekehrt den groen ,vorteil1 das einigende ,erklrungsprinzip fr eine ,masse von empirischen ,kenntnissen zu begrnden1 die bis dahin unverstanden sich angehuft hatten4 ,so erklrt es sich1 da der ,erfolg von ,darwin ebenso berwltigend1 wie derjenige von ,lamarck verschwindend war4 ,darwin hatte aber nicht allein das groe ,verdienst1 die allgemeinen ,ergebnisse der verschiedenen biologischen ,forschungskreise in dem gemeinsamen ,brennpunkte des ,deszendenzprinzips zu sammeln und dadurch einheitlich zu erklren1 sondern er entdeckte auch in dem ,selektionsprinzip jenen wichtigen ,faktor der ,umbildung1 welcher ,lamarck noch gefehlt hatte4 ,indem ,darwin als praktischer ,tierzchter die ,erfahrungen der knstlichen ,zuchtwahl auf die ,organismen im freien ,naturzustande anwendete und in dem ,kampf ums ,dasein das auslesende ,prinzip der natrlichen ,zuchtwahl entdeckte1 schuf er seine bedeutungsvolle ,selektionstheorie1 den eigentlichen ,darwinismus4 ,stammesgeschichte 7,phylogenie7 7#ahff74 ,unter den zahlreichen und wichtigen ,aufgaben1 welche ,darwin der modernen ,biologie stellte1 erschien als eine der nchsten die ,reform des zoologischen und botanischen ,systems4 ,wenn die unzhligen ,tier- und ,pflanzenarten nicht durch bernatrliche ,wunder erschaffen1 sondern durch natrliche ,umbildung entwickelt waren1 so ergab sich das natrliche ,system derselben als ihr ,stammbaum4 ,den ersten ,versuch1 das ,system in diesem ,sinne umzugestalten1 unternahm ich selbst 7#ahff7 in meiner ,generellen ,morphologie der ,organismen4 ,bis dahin hatte man unter ,entwickelungsgeschichte sowohl in der ,zoologie als in der ,botanik ausschlielich diejenige der organischen ,individuen verstanden4 ,ich begrndete dagegen die ,ansicht1 da dieser ,keimesgeschichte 7,ontogenie7 als zweiter1 gleichberechtigter und eng verbundener ,zweig die ,stammesgeschichte 7,phylogenie7 gegenberstehe4 ,beide ,zweige der ,entwickelungsgeschichte stehen nach meiner ,auffassung im engsten kausalen ,zusammenhang2 dieser beruht auf der ,wechselwirkung der ,vererbungs- und ,anpassungsgesetze2 er fand seinen przisen und umfassenden ,ausdruck in meinem allgemein gltigen ,biogenetischen ,grundgesetz4 ,natrliche ,schpfungsgeschichte 7#ahfh74 ,da die neuen1 in der ,generellen ,morphologie niedergelegten ,anschauungen trotz ihrer streng wissenschaftlichen ,fassung bei den sachkundigen ,fachgenossen sehr wenig ,beachtung und noch weniger ,beifall fanden1 versuchte ich1 den wichtigsten ,teil derselben in einem kleineren1 mehr populr gehaltenen ,werke einem greren1 gebildeten ,leserkreise zugnglich zu machen4 ,dies geschah #ahfh in der ,natrlichen ,schpfungsgeschichte 7,gemeinverstndliche wissenschaftliche ,vortrge ber die ,entwickelungslehre im allgemeinen und diejenige von ,darwin1 ,goethe und ,lamarck im besonderen74 ,wenn der gehoffte ,erfolg der ,generellen ,morphologie weit unter meiner berechtigten ,erwartung blieb1 so ging umgekehrt derjenige der ,natrlichen ,schpfungsgeschichte weit ber dieselbe hinaus4 ,trotz seiner groen ,mngel hat dieses ,buch doch viel dazu beigetragen1 die ,grundgedanken unserer modernen ,entwickelungslehre in weiteren ,kreisen zu verbreiten4 ,allerdings konnte ich meinen ,hauptzweck1 die phylogenetische ,umbildung des natrlichen ,systems1 dort nur in allgemeinen ,umrissen andeuten4 ,indessen habe ich die ausfhrliche1 dort vermite ,begrndung des phylogenetischen ,systems spter in einem greren ,werke nachgeholt1 in der ,systematischen ,phylogenie 7,entwurf eines natrlichen ,systems der ,organismen auf ,grund ihrer ,stammesgeschichte74 ,der erste ,band derselben 7#ahid7 behandelt die ,protisten und ,pflanzen1 der zweite 7#ahif7 die wirbellosen ,tiere1 der dritte 7#ahie7 die ,wirbeltiere4 ,die ,stammbume der kleineren und greren ,gruppen sind hier so weit ausgefhrt1 als es mir meine ,kenntnis der drei groen ,stammesurkunden gestattete1 der ,palontologie1 ,ontogenie und ,morphologie4 ,biogenetisches ,grundgesetz4 ,den engen1 urschlichen ,zusammenhang1 welcher nach meiner berzeugung zwischen beiden ,zweigen der organischen ,entwickelungsgeschichte besteht1 hatte ich schon in der ,generellen ,morphologie als einen der wichtigsten ,begriffe des ,transformismus hervorgehoben und einen przisen ,ausdruck dafr in mehreren ,thesen von dem ,kausalnexus der biontischen und der phyletischen ,entwickelung gegeben3 ,die ,ontogenesis ist eine kurze und schnelle ,rekapitulation der ,phylogenesis1 bedingt durch die physiologischen ,funktionen der ,vererbung 7,fortpflanzung7 und ,anpassung 7,ernhrung74 ,schon ,darwin hatte 7#ahei7 die groe ,bedeutung seiner ,theorie fr die ,erklrung der ,embryologie betont1 und ,fritz ,mller hatte dieselbe 7#ahfd7 an dem ,beispiele einer einzelnen ,tierklasse1 der ,krebstiere1 erlutert1 in der geistvollen kleinen ,schrift3 ,fr ,darwin 7#ahfd74 ,ich selbst habe dann die allgemeine ,geltung und die fundamentale ,bedeutung jenes ,biogenetischen ,grundgesetzes in einer ,reihe von ,arbeiten nachzuweisen versucht1 insbesondere in der ,biologie der ,kalkschwmme 7#ahgb7 und in den ,studien zur ,gastratheorie 7#ahgc-ahhd74 ,die dort aufgestellte ,lehre von der ,homologie der ,keimbltter1 sowie von den ,verhltnissen der ,palingenie 7,auszugsgeschichte7 und der ,zenogenie 7,strungsgeschichte7 ist seitdem durch zahlreiche ,arbeiten anderer ,zoologen besttigt worden2 durch sie ist es mglich geworden1 die natrlichen ,gesetze der ,einheit in der mannigfaltigen ,keimesgeschichte der ,tiere nachzuweisen2 fr ihre ,stammesgeschichte ergibt sich daraus die gemeinsame ,ableitung von einer einfachsten ursprnglichen ,stammform4 ,anthropogenie 7#ahgd74 ,der weitschauende ,begrnder der ,abstammungslehre1 ,lamarck1 hatte schon #ahji richtig erkannt1 da sie allgemeine ,geltung besitze1 und da also auch der ,mensch1 als das hchst entwickelte ,sugetier1 von demselben ,stamme abzuleiten sei1 wie alle anderen ,sugetiere1 und diese weiter hinauf von demselben lteren ,zweige des ,stammbaums1 wie die brigen ,wirbeltiere4 ,er hatte auch schon auf die ,vorgnge hingewiesen1 durch welche die ,abstammung des ,menschen vom ,affen1 als dem nchstverwandten ,sugetiere1 wissenschaftlich erklrt werden knne4 ,darwin1 der naturgem zu derselben berzeugung gelangt war1 ging in seinem ,hauptwerk 7#ahei7 ber diese anstigste ,folgerung seiner ,lehre absichtlich hinweg und hat dieselbe erst spter 7#ahga7 in seinem ,werke ber ,die ,abstammung des ,menschen und die geschlechtliche ,zuchtwahl geistreich ausgefhrt4 ,inzwischen hatte aber schon sein ,freund ,huxley 7#ahfc7 jenen wichtigsten ,folgeschlu der ,abstammungslehre sehr scharfsinnig errtert in seiner berhmten kleinen ,schrift ber die ,zeugnisse fr die ,stellung des ,menschen in der ,natur4 ,an der ,hand der vergleichenden ,anatomie und ,ontogenie und gesttzt auf die ,tatsachen der ,palontologie zeigte ,huxley1 da die ,abstammung des ,menschen vom ,affen eine notwendige ,konsequenz des ,darwinismus sei1 und da eine andere wissenschaftliche ,erklrung von der ,entstehung des ,menschengeschlechts berhaupt nicht gegeben werden knne4 ,als weitere ,folgerung dieser wichtigen ,erkenntnis ergab sich die schwierige ,aufgabe1 nicht nur die nchstverwandten ,sugetier-,ahnen des ,menschen in der ,tertirzeit zu erforschen1 sondern auch die lange ,reihe der lteren tierischen ,vorfahren1 welche in frheren ,zeitrumen der ,erdgeschichte gelebt und whrend ungezhlter ,jahrmillionen sich entwickelt hatten4 ,die hypothetische ,lsung dieser groen historischen ,aufgabe hatte ich schon #ahff in der ,generellen ,morphologie versucht2 weiter ausgefhrt habe ich dieselbe #ahgd in meiner ,anthropogenie 7,i4 ,teil3 ,keimesgeschichte2 ,,ii4 ,teil3 ,stammesgeschichte74 ,die fnfte umgearbeitete ,auflage dieses ,buches 7#aijc7 enthlt diejenige ,darstellung der ,entwickelungsgeschichte des ,menschen1 welche bei dem gegenwrtigen ,zustande unserer ,urkundenkenntnis sich dem fernen ,ziele der ,wahrheit nach meiner persnlichen ,auffassung am meisten nhert2 ich war dabei stets bemht1 alle drei empirischen ,urkunden1 die ,palontologie1 ,ontogenie und ,morphologie 7oder vergleichende ,anatomie71 mglichst gleichmig und im ,zusammenhange zu benutzen4 ,sicher werden die hier gegebenen ,deszendenz-,hypothesen im einzelnen durch sptere phylogenetische ,forschungen vielfach ergnzt und berichtigt werden2 aber eben so sicher steht fr mich die berzeugung1 da der dort entworfene ,stufengang der menschlichen ,stammesgeschichte im groen und ganzen der ,wahrheit entspricht4 ,denn die historische ,reihenfolge der ,wirbeltierversteinerungen entspricht vollstndig der morphologischen ,entwickelungsreihe1 welche uns die vergleichende ,anatomie und ,ontogenie enthllt3 auf die silurischen ,fische folgen die devonischen ,lurchfische1 die karbonischen ,amphibien1 die permischen ,reptilien und die mesozoischen ,sugetiere2 von diesen erscheinen wiederum zunchst in der ,trias die niedersten ,formen1 die ,gabeltiere 7,monotremen71 dann im ,jura die ,beuteltiere 7,marsupialien7 und darauf in der ,kreide die ltesten ,zottentiere 7,plazentalien74 ,von diesen letzteren treten wieder zunchst in der ltesten ,tertirzeit die niedersten ,primatenahnen auf1 die ,halbaffen1 darauf die echten ,affen1 und zwar von den ,catarrhinen zuerst die ,hundsaffen 7,cynopitheken71 spter die ,menschenaffen 7,anthropomorphen72 aus einem ,zweige dieser letzteren ist whrend der ,plioznzeit der sprachlose ,affenmensch entstanden 7,pithecanthropus alalus71 und aus diesem endlich der sprechende ,mensch4 ,viel schwieriger und unsicherer als diese ,kette unserer ,wirbeltier-,ahnen ist diejenige der vorhergehenden wirbellosen ,ahnen zu erforschen2 denn von ihren weichen skelettlosen ,krpern kennen wir keine versteinerten berreste2 die ,palontologie kann uns hier keinerlei ,zeugnis liefern4 ,um so wichtiger werden hier die ,urkunden der vergleichenden ,anatomie und ,ontogenie4 ,da der menschliche ,keim denselben ,chordula-,zustand durchluft wie der ,embryo aller anderen ,wirbeltiere1 da er sich ebenso aus zwei ,keimblttern einer ,gastrula entwickelt1 schlieen wir nach dem ,biogenetischen ,grundgesetze auf die frhere ,existenz entsprechender ,ahnenformen 7,vermalien1 ,gastraeaden74 ,vor allem wichtig aber ist die fundamentale ,tatsache1 da auch der ,keim des ,menschen1 gleich demjenigen aller anderen ,tiere1 sich ursprnglich aus einer einfachen ,zelle entwickelt2 denn diese ,stammzelle 7,cytula7 -- die befruchtete ,eizelle -- weist zweifellos auf eine entsprechende einzellige ,stammform hin1 ein uraltes ,protozoon4 ,fr unsere monistische ,philosophie ist es brigens zunchst ziemlich gleichgltig1 wie sich im einzelnen die ,stufenreihe unserer ,vorfahren noch sicherer feststellen lassen wird4 ,fr sie bleibt als sichere historische ,tatsache die folgenschwere ,erkenntnis bestehen1 da der ,mensch zunchst vom ,affen abstammt1 weiterhin von einer langen ,reihe niederer ,wirbeltiere4 ,die logische ,begrndung dieses ,satzes habe ich schon #ahff im siebenten ,buche der ,generellen ,morphologie betont 7,s4 #dbg73 ,der ,satz1 da der ,mensch sich aus niederen ,wirbeltieren1 und zwar zunchst aus echten ,affen1 entwickelt hat1 ist ein spezieller ,deduktionsschlu1 der sich aus dem generellen ,induktionsgesetze der ,deszendenztheorie mit absoluter ,notwendigkeit ergibt4 ,von grter ,bedeutung fr die definitive ,feststellung und ,anerkennung dieses fundamentalen ,satzes sind die palontologischen ,entdeckungen der letzten ,dezennien geworden2 insbesondere haben uns die berraschenden ,funde von zahlreichen ausgestorbenen ,sugetieren der ,tertirzeit in den ,stand gesetzt1 die ,stammesgeschichte dieser wichtigsten ,tierklasse1 von den niedersten1 eierlegenden ,monotremen bis zum ,menschen hinauf1 in ihren ,grundzgen klarzulegen4 ,die vier ,hauptgruppen der ,zottentiere1 die formenreichen ,legionen der ,raubtiere1 ,nagetiere1 ,huftiere und ,herrentiere1 erscheinen durch tiefe ,klfte getrennt1 wenn wir nur die heute noch lebenden ,epigonen als ,vertreter derselben ins ,auge fassen4 ,diese ,klfte werden aber vollkommen ausgefllt und die scharfen ,unterschiede der vier ,legionen gnzlich verwischt1 wenn wir ihre tertiren1 ausgestorbenen ,vorfahren vergleichen1 und wenn wir bis in die eozne ,geschichtsdmmerung der ltesten ,tertirzeit hinabsteigen4 ,da finden wir die groe ,unterklasse der ,zottentiere1 die heute mehr als #bejj ,arten umfat1 nur durch eine geringe ,zahl von kleinen und unbedeutenden ,urzottentieren vertreten2 und in diesen ,prochoriaten erscheinen die ,charaktere jener vier divergenten ,legionen so gemischt und verwischt1 da wir sie vernnftigerweise nur als gemeinsame ,vorfahren derselben deuten knnen4 ,sie besitzen alle im wesentlichen dieselbe ,bildung des ,knochengerstes und dasselbe typische ,gebi der ursprnglichen ,plazentalien mit #dd ,zhnen2 sie zeichnen sich alle durch die geringe ,gre und die unvollkommene ,bildung ihres ,gehirns aus2 sie haben alle kurze ,beine und fnfzehige ,fe1 die mit der flachen ,sohle auftreten4 ,bei manchen dieser ltesten ,zottentiere der ,eoznzeit war es anfangs zweifelhaft1 ob man sie zu den ,raubtieren oder ,nagetieren1 zu den ,huftieren oder ,herrentieren stellen sollte2 so sehr nhern sich hier unten diese vier groen1 spter so sehr verschiedenen ,legionen der ,plazentalien4 ,unzweifelhaft folgt daraus ihr gemeinsamer ,ursprung aus einer einzigen ,stammgruppe4 ,diese ,urzottentiere lebten schon in der vorhergehenden ,kreideperiode und sind wahrscheinlich aus einer ,gruppe von insektenfressenden ,beuteltieren hervorgegangen4 ,die wichtigsten von allen neueren palontologischen ,entdeckungen1 welche die ,stammesgeschichte der ,zottentiere aufgeklrt haben1 betreffen unseren eigenen ,stamm1 die ,legion der ,herrentiere 7,primates74 ,frher waren versteinerte ,reste derselben uerst selten4 ,noch ,cuvier1 der groe ,grnder der ,palontologie1 behauptete bis zu seinem ,tode 7#ahcb71 da es keine ,versteinerungen von ,primaten gbe2 zwar hatte er selbst schon den ,schdel eines eoznen ,halbaffen 7,adapis7 beschrieben1 ihn aber irrtmlich fr ein ,huftier gehalten4 ,in den letzten ,dezennien sind aber gut erhaltene1 versteinerte ,skelette von ,halbaffen und ,affen in ziemlicher ,zahl entdeckt worden2 darunter befinden sich alle die wichtigen ,zwischenglieder1 welche eine zusammenhngende ,ahnenkette von den ltesten ,halbaffen bis zum ,menschen hinauf darstellen4 ,der berhmteste und interessanteste von diesen fossilen ,funden ist der versteinerte ,affenmensch von ,java1 welchen der hollndische ,militrarzt ,eugen ,dubois #ahia entdeckt hat1 der vielbesprochene ,pithecanthropus erectus4 ,er ist in der ,tat das vielgesuchte ,missing link1 das angeblich fehlende ,glied in der ,primatenkette1 welche sich ununterbrochen vom niedersten ,affen bis zum hchst entwickelten ,menschen hinaufzieht4 ,ich habe die hohe ,bedeutung1 welche dieser merkwrdige ,fund besitzt1 ausfhrlich errtert in dem ,vortrage ber unsere gegenwrtige ,kenntnis vom ,ursprung des ,menschen1 welchen ich am #bf4 ,august #ahih auf dem vierten internationalen ,zoologenkongre in ,cambridge gehalten habe4 ,der ,palontologe1 welcher die ,bedingungen fr ,bildung und ,erhaltung von ,versteinerungen kennt1 wird die ,entdeckung des ,pithecanthropus als einen besonders glcklichen ,zufall betrachten4 ,denn als ,baumbewohner kommen die ,affen nach ihrem ,tode 7wenn sie nicht zufllig ins ,wasser fallen7 nur selten unter ,verhltnisse1 welche die ,erhaltung und ,versteinerung ihres ,knochengerstes gestatten4 ,durch den ,fund dieses fossilen ,affenmenschen von ,java ist also auch von seiten der ,palontologie die ,abstammung des ,menschen vom ,affen ebenso klar und sicher bewiesen1 wie es frher schon durch die ,urkunden der vergleichenden ,anatomie und ,ontogenie geschehen war2 wir besitzen jetzt in der ,tat alle wesentlichen ,urkunden unserer ,stammesgeschichte4 ,zusatz 7#aijh74 ,die dreiig ,hauptstufen1 die sich gegenwrtig in der ,stammeskette unserer tierischen ,vorfahren unterscheiden und auf sechs ,strecken verteilen lassen1 habe ich bersichtlich zusammengestellt in meiner ,festschrift ber3 ,unsere ,ahnenreihe 7,prognotaxis hominis74 ,jena #aijh4 ,sechstes ,kapitel4 ,das ,wesen der ,seele4 ,monistische ,studien ber den ,begriff der ,psyche4 ,aufgaben und ,methoden der wissenschaftlichen ,psychologie4 ,psychologische ,metamorphosen4 ,die ,lebensttigkeiten1 welche man allgemein unter dem ,begriffe des ,seelenlebens oder der psychischen ,funktionen zusammenfat1 sind unter allen uns bekannten ,erscheinungen einerseits die wichtigsten und interessantesten1 andererseits die verwickeltsten und rtselhaftesten4 ,da die ,naturerkenntnis selbst ein ,teil des ,seelenlebens ist1 und da mithin auch die ,anthropologie1 ebenso wie die ,kosmologie1 eine richtige ,erkenntnis der ,psyche zur ,voraussetzung hat1 so kann man die ,psychologie1 die wirklich wissenschaftliche ,seelenlehre1 auch als das ,fundament und als die ,voraussetzung aller anderen ,wissenschaften ansehen2 von der anderen ,seite betrachtet1 ist sie wieder ein ,teil der ,philosophie1 oder der ,physiologie1 oder der ,anthropologie4 ,die groe ,schwierigkeit ihrer naturgemen ,begrndung liegt nun aber darin1 da die ,psychologie wiederum die genaue ,kenntnis des menschlichen ,organismus voraussetzt und vor allem des ,gehirns1 als des wichtigsten ,organs des ,seelenlebens4 ,die groe ,mehrzahl der sogenannten ,psychologen besitzt jedoch von diesen anatomischen ,grundlagen der ,psyche nur sehr unvollstndige oder gar keine ,kenntnis1 und so erklrt sich die bedauerliche ,tatsache1 da in keiner anderen ,wissenschaft so widersprechende und unhaltbare ,vorstellungen ber ihren eigenen ,begriff und ihre wesentliche ,aufgabe herrschen1 wie in der ,psychologie4 ,diese ,verwirrung ist in den letzten ,dezennien um so fhlbarer hervorgetreten1 je mehr die groartigen ,fortschritte der ,anatomie und ,physiologie unsere ,kenntnis vom ,bau und von den ,funktionen des wichtigsten ,seelenorgans erweitert haben4 ,methoden der ,seelenforschung4 ,nach meiner berzeugung ist das1 was man die ,seele nennt1 in ,wahrheit eine ,naturerscheinung2 ich betrachte daher die ,psychologie als einen ,zweig der ,naturwissenschaft -- und zwar der ,physiologie4 ,demzufolge mu ich von vornherein betonen1 da wir fr dieselbe keine anderen ,forschungswege zulassen knnen als in allen brigen ,naturwissenschaften2 d4 h4 in erster ,linie die ,beobachtung und das ,experiment1 in zweiter ,linie die ,entwickelungsgeschichte und in dritter ,linie die theoretische ,spekulation1 welche durch induktive und deduktive ,schlsse mglichst dem unbekannten ,wesen der ,erscheinung sich zu nhern sucht4 ,mit ,bezug auf seine prinzipielle ,beurteilung aber mssen wir zunchst gerade hier den ,gegensatz der dualistischen und der monistischen ,ansicht scharf ins ,auge fassen4 ,dualistische ,psychologie4 ,die allgemein herrschende ,auffassung des ,seelenlebens1 welche wir bekmpfen1 betrachtet ,seele und ,leib als zwei verschiedene ,wesen4 ,diese beiden ,wesen knnen unabhngig voneinander existieren und sind nicht notwendig aneinander gebunden4 ,der organische ,leib ist ein sterbliches materielles ,wesen1 chemisch zusammengesetzt aus lebendigem ,plasma und den von diesem erzeugten ,verbindungen4 ,die ,seele hingegen ist ein unsterbliches1 immaterielles ,wesen1 ein spirituelles ,agens1 dessen rtselhafte ,ttigkeit uns vllig unbekannt ist4 ,diese bliche ,auffassung ist als solche rein spiritualistisch und ihr prinzipielles ,gegenteil im gewissen ,sinne materialistisch4 ,sie ist zugleich transzendent und supranaturalistisch2 denn sie behauptet die ,existenz von ,krften1 welche ohne materielle ,basis existieren und wirksam sind2 sie fut auf der ,annahme1 da auer und ber der ,natur noch eine geistige ,welt existiert1 eine immaterielle ,welt1 von der wir durch ,erfahrung nichts wissen und unserer ,natur nach nichts wissen knnen4 ,diese hypothetische ,geisteswelt1 die von der materiellen ,krperwelt ganz unabhngig sein soll1 und auf deren ,annahme das ganze knstliche ,gebude der dualistischen ,weltanschauung ruht1 ist lediglich ein ,produkt der dichtenden ,phantasie2 und dasselbe gilt von dem mystischen1 eng mit ihr verknpften ,glauben an die ,unsterblichkeit der ,seele1 dessen wissenschaftliche ,unhaltbarkeit wir nachher noch besonders dartun mssen 7im #aa4 ,kapitel74 ,wenn die in diesem ,sagenkreise herrschenden ,glaubensvorstellungen wirklich begrndet wren1 so mten die betreffenden ,erscheinungen nicht dem ,substanzgesetze unterworfen sein2 diese einzige ,ausnahme von dem hchsten kosmologischen ,grundgesetze mte aber erst sehr spt im ,laufe der organischen ,erdgeschichte eingetreten sein1 da sie nur die ,seele des ,menschen und der hheren ,tiere betrifft4 ,auch das ,dogma des freien ,willens1 ein anderes wesentliches ,stck der dualistischen ,psychologie1 ist mit dem ,substanzgesetze ganz unvereinbar4 ,monistische ,psychologie4 ,unsere natrliche ,auffassung des ,seelenlebens erblickt dagegen in ihm eine ,summe von ,lebenserscheinungen1 welche gleich allen anderen an ein bestimmtes materielles ,substrat gebunden sind4 ,wir wollen diese materielle ,basis aller psychischen ,ttigkeit1 ohne welche dieselbe nicht denkbar ist1 vorlufig als ,psychoplasma bezeichnen1 und zwar deshalb1 weil sie durch die chemische ,analyse berall als ein ,krper nachgewiesen ist1 welcher zur ,gruppe der ,plasmakrper gehrt1 d4 h4 jener eiweiartigen ,kohlenstoff-,verbindungen1 welche smtlichen ,lebensvorgngen zugrunde liegen4 ,bei den hheren ,tieren1 welche ein ,nervensystem und ,sinnesorgane besitzen1 ist aus dem ,psychoplasma durch ,differenzierung das ,neuroplasma1 die ,nervensubstanz1 entstanden4 ,unsere ,auffassung ist in diesem ,sinne materialistisch4 ,sie ist aber zugleich empiristisch und naturalistisch2 denn unsere wissenschaftliche ,erfahrung hat uns noch keine ,krfte kennen gelehrt1 welche der materiellen ,grundlage entbehren1 und keine geistige ,welt1 welche auer der ,natur und ber der ,natur stnde4 ,gleich allen anderen ,naturerscheinungen sind auch diejenigen des ,seelenlebens dem alles beherrschenden ,substanzgesetze unterworfen2 es gibt auch in diesem ,gebiete keine ,ausnahme von diesem hchsten kosmologischen ,grundgesetze4 ,die ,erscheinungen des niederen ,seelenlebens bei den einzelligen ,protisten und bei den ,pflanzen -- aber ebenso auch bei den niederen ,tieren --1 ihre ,reizbarkeit1 ihre ,reflexbewegungen1 ihre ,empfindlichkeit und ihr ,streben nach ,selbsterhaltung beruhen auf physiologischen ,vorgngen im ,plasma ihrer ,zellen1 auf physikalischen und chemischen ,vernderungen1 welche teils auf ,vererbung1 teils auf ,anpassung zurckzufhren sind4 ,aber ganz dasselbe mssen wir auch fr die hheren ,seelenttigkeiten der hheren ,tiere und des ,menschen behaupten1 fr die ,bildung der ,vorstellungen und ,begriffe1 fr die wunderbaren ,phnomene der ,vernunft und des ,bewutseins2 denn diese haben sich phylogenetisch aus jenen entwickelt1 und nur der hhere ,grad der ,zentralisation1 durch innige und mannigfaltige ,verbindung der einzelnen ,funktionen1 erhebt sie zu dieser erstaunlichen ,hhe4 ,begriffe der ,psychologie4 ,in jeder ,wissenschaft gilt mit ,recht als erste ,aufgabe die klare ,begriffsbestimmung des ,gegenstandes1 den sie zu erforschen hat4 ,in keiner ,wissenschaft aber ist die ,lsung dieser ersten ,aufgabe so schwierig als in der ,seelenlehre1 und diese ,tatsache ist um so merkwrdiger1 als die ,logik1 die ,lehre von der ,begriffsbildung1 selbst nur ein ,teil der ,psychologie ist4 ,wenn wir alles vergleichen1 was ber die ,grundbegriffe der ,seelenkunde von den angesehensten ,philosophen und ,naturforschern aller ,zeiten gesagt worden ist1 so ersticken wir in einem ,chaos der widersprechendsten ,ansichten4 ,was ist denn eigentlich die ,seele8 ,wie verhlt sie sich zum ,geist8 ,welche ,bedeutung hat eigentlich das ,bewutsein8 ,wie unterscheiden sich ,empfindung und ,gefhl8 ,was ist der ,instinkt8 ,wie verhlt sich der freie ,wille8 ,was ist ,vorstellung8 ,welcher ,unterschied besteht zwischen ,verstand und ,vernunft8 ,und was ist eigentlich ,gemt8 ,welche ,beziehung besteht zwischen allen diesen ,seelenerscheinungen und dem ,krper8 ,die ,antworten auf diese und viele andere1 sich daran anschlieenden ,fragen lauten so verschieden als mglich2 nicht allein gehen die ,ansichten der angesehensten ,autoritten darber weit auseinander1 sondern auch eine und dieselbe wissenschaftliche ,autoritt hat oft im ,laufe ihrer eigenen psychologischen ,entwickelung ihre ,ansichten vllig verndert4 ,sicher hat diese psychologische ,metamorphose vieler ,denker 7die wir noch am ,schlusse dieses #f4 ,kapitels beleuchten wollen7 nicht wenig zu der kolossalen ,konfusion der ,begriffe beigetragen1 welche in der ,seelenlehre mehr als in jedem anderen ,gebiete der ,erkenntnis herrscht4 ,objektive und subjektive ,psychologie4 ,die ganz eigentmliche ,natur vieler ,seelenerscheinungen1 und vor allem des ,bewutseins bedingt gewisse ,abnderungen und ,modifikationen unserer naturwissenschaftlichen ,untersuchungsmethoden4 ,besonders wichtig ist hier der ,umstand1 da zu der gewhnlichen1 objektiven1 uern ,beobachtung noch die introspektive ,methode treten mu1 die subjektive1 innere ,beobachtung1 welche die ,spiegelung unseres ,ich im ,bewutsein bedingt4 ,von dieser unmittelbaren ,gewiheit des ,ich gingen die meisten ,psychologen aus3 ,cogito1 ergo sum6 ,ich denke1 also bin ich4 ,wir werden daher zunchst auf diesen ,erkenntnisweg und dann erst auf die anderen1 ihn ergnzenden ,methoden einen ,blick werfen4 ,introspektive ,psychologie 7,selbstbeobachtung der ,seele74 ,der weitaus grte ,teil aller derjenigen ,kenntnisse1 welche seit ,jahrtausenden in unzhligen ,schriften ber das menschliche ,seelenleben niedergelegt sind1 beruht auf introspektiver ,seelenforschung1 d4 h4 auf ,selbstbeobachtung1 und auf ,schlssen1 welche wir aus der ,assozion und ,kritik dieser subjektiven1 inneren ,erfahrungen ziehen4 ,fr einen wichtigen ,teil der ,seelenlehre ist dieser introspektive ,weg berhaupt der einzig mgliche1 vor allem fr die ,erforschung des ,bewutseins2 diese ,gehirnfunktion nimmt daher eine ganz eigentmliche ,stellung ein und ist mehr als jede andere die ,quelle unzhliger philosophischer ,irrtmer geworden 7vergl4 ,kap4 #aj74 ,es ist aber ganz ungengend und fhrt zu ganz unvollkommenen und falschen ,vorstellungen1 wenn man diese ,selbstbeobachtung unseres ,geistes als die wichtigste oder berhaupt als die einzige ,quelle seiner ,erkenntnis betrachtet1 wie es von zahlreichen und angesehenen ,philosophen geschehen ist4 ,denn ein groer ,teil der wichtigsten ,erscheinungen im ,seelenleben1 vor allem die ,sinnesfunktionen 7,sehen1 ,hren1 ,riechen usw471 ferner die ,sprache1 kann nur auf demselben ,wege erforscht werden wie jede andere ,lebensttigkeit des ,organismus1 nmlich erstens durch grndliche anatomische ,untersuchung ihrer ,organe1 und zweitens durch exakte physiologische ,analyse der davon abhngigen ,funktionen4 ,um diese uere ,beobachtung der ,seelenttigkeit auszufhren und dadurch die ,ergebnisse der inneren ,beobachtung zu ergnzen1 bedarf es aber grndlicher ,kenntnisse in ,anatomie und ,histologie1 ,ontogenie und ,physiologie des ,menschen4 ,von diesen unentbehrlichen ,grundlagen der ,anthropologie haben nun die meisten sogenannten ,psychologen gar keine oder nur hchst unvollkommene ,kenntnis2 sie sind daher nicht imstande1 auch nur von ihrer eigenen ,seele eine gengende ,vorstellung zu erwerben4 ,dazu kommt noch der schlimme ,umstand1 da die eigene ,seele dieser ,psychologen gewhnlich die einseitig ausgebildete 7wenn auch in ihrem spekulativen ,sport sehr hoch entwickelte67 ,psyche eines ,kulturmenschen hchster ,rasse darstellt1 also das letzte ,endglied einer langen phyletischen ,entwickelungsreihe1 deren zahlreiche ltere und niedere ,vorlufer fr ihr richtiges ,verstndnis unentbehrlich sind4 ,so erklrt es sich1 da der grte ,teil der gewaltigen psychologischen ,literatur heute wertlose ,makulatur ist4 ,die introspektive ,methode ist gewi hchst wertvoll und unentbehrlich1 sie bedarf aber durchaus der ,mitwirkung und ,ergnzung durch die brigen ,methoden4 ,exakte ,psychologie4 ,je reicher im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts sich die verschiedenen ,zweige des menschlichen ,erkenntnisbaumes entwickelt1 je mehr sich die verschiedenen ,methoden der einzelnen ,wissenschaften vervollkommnet haben1 desto mehr ist das ,bestreben gewachsen1 dieselben exakt zu gestalten1 d4 h4 die ,erscheinungen mglichst genau empirisch zu untersuchen und die daraus abzuleitenden ,gesetze tunlichst scharf1 womglich mathematisch zu formulieren4 ,letzteres ist aber nur bei einem kleinen ,teile des menschlichen ,wissens erreichbar1 vorzglich in jenen ,wissenschaften1 bei denen es sich in der ,hauptsache um mebare ,grenbestimmungen handelt3 in erster ,linie der ,mathematik1 sodann der ,astronomie1 der ,mechanik1 berhaupt einem groen ,teile der ,physik und ,chemie4 ,diese ,wissenschaften werden daher auch als exakte ,disziplinen im engeren ,sinne bezeichnet4 ,dagegen ist es nicht richtig und fhrt nur irre1 wenn man oft alle ,naturwissenschaften als exakte betrachtet und anderen1 namentlich den historischen und den ,geisteswissenschaften gegenberstellt4 ,denn ebensowenig als diese letzteren kann auch der grere ,teil der ,naturwissenschaft wirklich exakt behandelt werden2 ganz besonders gilt dies von der ,biologie und in dieser wieder von der ,psychologie4 ,da diese letztere nur ein ,teil der ,physiologie ist1 mu sie im allgemeinen deren fundamentale ,erkenntniswege teilen4 ,sie mu die tatschlichen ,erscheinungen des ,seelenlebens mglichst genau empirisch ergrnden1 durch ,beobachtung und durch ,experiment2 und sie mu dann die ,gesetze der ,psyche aus diesen durch induktive und deduktive ,schlsse ableiten und mglichst scharf formulieren4 ,allein ihre mathematische ,formulierung ist aus leicht begreiflichen ,grnden nur sehr selten mglich2 sie ist mit groem ,erfolge nur bei einem ,teile der ,sinnesphysiologie ausgefhrt2 fr den weitaus grten ,teil der ,gehirnphysiologie ist sie dagegen nicht anwendbar4 ,psychophysik4 ,ein kleiner ,teil der ,psychologie1 welcher der erstrebten exakten ,untersuchung zugnglich erscheint1 ist seit ,jahren mit groer ,sorgfalt studiert und zum ,range einer besonderen ,disziplin erhoben worden unter der ,bezeichnung ,psychophysik4 ,die ,begrnder derselben1 die ,physiologen ,theodor ,fechner und ,ernst ,heinrich ,weber1 untersuchten zunchst genau die ,abhngigkeit der ,empfindungen von den ueren1 auf die ,sinnesorgane wirkenden ,reizen und besonders das quantitative ,verhltnis zwischen ,reizstrke und ,empfindungsintensitt4 ,sie fanden1 da zur ,erregung einer ,empfindung eine bestimmte minimale ,reizstrke erforderlich ist 7die ,reizschwelle71 und da ein gegebener ,reiz immer um einen gewissen ,betrag 7die ,unterschiedsschwelle7 gendert werden mu1 ehe die ,empfindung sich merklich verndert4 ,fr die wichtigsten ,sinnesempfindungen 7,gesicht1 ,gehr1 ,druckempfindung7 gilt das ,gesetz1 da ihre nderung derjenigen der ,reizstrke proportional ist4 ,aus diesem empirischen ,weberschen ,gesetz leitete ,fechner sein psycho-physisches ,grundgesetz ab1 wonach die ,empfindungsintensitten in arithmetischer ,progression wachsen sollen1 hingegen die ,reizstrken in geometrischer ,progression4 ,indessen haben sptere ,forscher gezeigt1 da dieses ,fechnersche ,gesetz exakt nur fr mittlere ,intensitten gilt1 also nicht die allgemeine ,bedeutung hat1 die man ihm frher zuschrieb4 ,vergleichende ,psychologie4 ,die auffllige hnlichkeit1 welche im ,seelenleben des ,menschen und der hheren ,tiere -- besonders der nchstverwandten ,sugetiere -- besteht1 ist eine altbekannte ,tatsache4 ,die meisten ,naturvlker machen noch heute zwischen beiden psychischen ,erscheinungsreihen keinen wesentlichen ,unterschied1 wie schon die allgemein verbreiteten ,tierfabeln1 die alten ,sagen und die ,vorstellungen von der ,seelenwanderung beweisen4 ,auch die meisten ,philosophen des klassischen ,altertums waren davon berzeugt und entdeckten zwischen der menschlichen und tierischen ,psyche keine wesentlichen ,unterschiede4 ,selbst ,plato1 der zuerst den fundamentalen ,unterschied von ,leib und ,seele behauptete1 lie in seiner ,seelenwanderung eine und dieselbe ,seele 7oder ,idee7 durch verschiedene ,tier- und ,menschenleiber hindurchwandern4 ,erst das ,christentum1 das den ,unsterblichkeitsglauben auf das engste mit dem ,gottesglauben verknpfte1 fhrte die prinzipielle ,scheidung zwischen der unsterblichen ,menschenseele und der sterblichen ,tierseele durch4 ,in der dualistischen ,philosophie gelangte sie vor allem durch den ,einflu von ,descartes 7#afdc7 zur ,geltung2 er behauptete1 da nur der ,mensch eine wahre ,seele und somit ,empfindung und freien ,willen besitze1 da hingegen die ,tiere ,automaten1 ,maschinen ohne ,willen und ,empfindung seien4 ,seitdem wurde von den meisten ,psychologen -- namentlich auch von ,kant -- das ,seelenleben der ,tiere ganz vernachlssigt und das psychologische ,studium auf den ,menschen beschrnkt2 die menschliche1 meistens rein introspektive ,psychologie entbehrte der befruchtenden ,vergleichung und blieb daher auf demselben niederen ,standpunkt stehen1 welchen die menschliche ,morphologie einnahm1 ehe sie ,cuvier durch die ,begrndung der vergleichenden ,anatomie zur ,hhe einer philosophischen ,naturwissenschaft erhob4 ,tierpsychologie4 ,das wissenschaftliche ,interesse fr das ,seelenleben der ,tiere wurde erst in der zweiten ,hlfte des #ah4 ,jahrhunderts neu belebt1 im ,zusammenhang mit den ,fortschritten der systematischen ,zoologie und ,physiologie4 ,besonders anregend wirkte die ,schrift von ,reimarus3 ,allgemeine ,betrachtungen ber die ,triebe der ,thiere 7,hamburg #agfj74 ,eine tiefere wissenschaftliche ,erforschung wurde erst mglich durch ,johannes ,mllers ,reform der ,physiologie4 ,dieser geistvolle ,biologe1 das ganze ,gebiet der organischen ,natur1 ,morphologie und ,physiologie1 gleichmig umfassend1 fhrte zuerst die exakten ,methoden der ,beobachtung und des ,versuchs im gesamten ,gebiete der ,physiologie durch und verknpfte sie zugleich in genialer ,weise mit den vergleichenden ,methoden2 er wendete sie ebenso auf das ,seelenleben im weitesten ,sinne an 7auf ,sprache1 ,sinne1 ,gehirnttigkeit7 wie auf alle brigen ,lebenserscheinungen4 ,das sechste ,buch seines ,handbuchs der ,physiologie des ,menschen 7#ahdj7 handelt speziell ,vom ,seelenleben und enthlt auf #hj ,seiten eine ,flle der wichtigsten psychologischen ,betrachtungen4 ,vlkerpsychologie4 ,fr die fruchtbare ,ausbildung der vergleichenden ,seelenlehre ist es hchst wichtig1 die kritische ,vergleichung nicht auf ,tier und ,mensch im allgemeinen zu beschrnken1 sondern auch die mannigfaltigen ,abstufungen in ihrem ,seelenleben nebeneinander zu stellen4 ,erst dadurch gelangen wir zur klaren ,erkenntnis der langen ,stufenleiter psychischer ,entwickelung1 welche ununterbrochen von den niedersten1 einzelligen ,lebensformen bis zu den ,sugetieren und an deren ,spitze bis zum ,menschen hinauf fhrt4 ,auch innerhalb des ,menschengeschlechts selbst sind jene ,abstufungen sehr betrchtlich und die ,verzweigungen des ,seelenstammbaums hchst mannigfaltig4 ,der psychische ,unterschied zwischen dem rohesten ,naturmenschen der niedersten ,stufe und dem vollkommensten ,kulturmenschen der hchsten ,stufe ist kolossal1 viel grer1 als gemeinhin angenommen wird4 ,in der richtigen ,erkenntnis dieser ,tatsache hat besonders in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts die ,anthropologie der ,naturvlker 7,waitz7 einen lebhaften ,aufschwung genommen und die vergleichende ,ethnographie eine hohe ,bedeutung fr die ,psychologie gewonnen4 ,leider ist nur das massenhaft gesammelte ,rohmaterial dieser ,wissenschaft noch nicht gengend kritisch durchgearbeitet4 ,ontogenetische ,psychologie4 ,am meisten vernachlssigt und am wenigsten angewendet unter allen ,methoden der ,seelenforschung war bis auf die letzte ,zeit die ,entwickelungsgeschichte der ,seele2 und doch ist gerade dieser selten betretene ,pfad derjenige1 der uns am krzesten und sichersten durch den dunklen ,urwald der psychologischen ,vorurteile1 ,dogmen und ,irrtmer zu der klaren ,einsicht in viele der wichtigsten ,seelenfragen fhrt4 ,wie in jedem anderen ,gebiete der organischen ,entwickelungsgeschichte1 so stelle ich auch hier zunchst die beiden ,hauptzweige derselben gegenber1 die ich zuerst #ahff unterschieden habe3 die ,keimesgeschichte 7,ontogenie7 und die ,stammesgeschichte 7,phylogenie74 ,die ,keimesgeschichte der ,seele untersucht die allmhliche und stufenweise ,entwickelung der ,seele in der einzelnen ,person und strebt nach ,erkenntnis der ,gesetze1 welche sie urschlich bedingen4 ,fr einen wichtigen ,abschnitt des menschlichen ,seelenlebens ist hier schon seit ,jahrtausenden sehr viel geschehen2 denn die rationelle ,pdagogik mute sich ja schon frhzeitig die ,aufgabe stellen1 theoretisch die stufenweise ,entwickelung und ,bildungsfhigkeit der kindlichen ,seele kennen zu lernen1 deren harmonische ,ausbildung und ,leitung sie praktisch durchzufhren hatte4 ,allein die meisten ,pdagogen waren idealistische und dualistische ,philosophen und gingen daher an ihre ,aufgabe von vornherein mit den althergebrachten ,vorurteilen der spiritualistischen ,psychologie4 ,erst seit wenigen ,dezennien ist dieser dogmatischen ,richtung gegenber auch in der ,schule die naturwissenschaftliche ,methode zu grerer ,geltung gelangt2 man bemht sich jetzt mehr1 auch in der ,beurteilung der ,kindesseele die ,grundstze der ,entwickelungslehre zur ,anwendung zu bringen4 ,das individuelle ,rohmaterial der kindlichen ,seele ist ja bereits durch ,vererbung von ,eltern und ,voreltern von vornherein gegeben2 die ,erziehung hat die schne ,aufgabe1 dasselbe durch intellektuelle ,belehrung und moralische ,erziehung1 also durch ,anpassung1 zur reichen ,blte zu entwickeln4 ,fr die ,kenntnis unserer frhesten psychischen ,entwickelung hat erst ,wilhelm ,preyer 7#ahhb7 den ,grund gelegt in seiner interessanten ,schrift ,die ,seele des ,kindes1 ,beobachtungen ber die geistige ,entwickelung des ,menschen in den ersten ,lebensjahren4 ,fr die ,erkenntnis der spteren ,stufen und ,metamorphosen der individuellen ,psyche bleibt noch sehr viel zu tun2 die richtige1 kritische ,anwendung des ,biogenetischen ,grundgesetzes beginnt auch hier sich als klarer ,leitstern des wissenschaftlichen ,verstndnisses zu bewhren4 7,vergl4 ,hermann ,kroell1 ,der ,aufbau der menschlichen ,seele1 #aijj47 ,phylogenetische ,psychologie4 ,eine neue1 fruchtbare ,periode hherer ,entwickelung begann fr die ,psychologie1 wie fr alle anderen biologischen ,wissenschaften1 als ,charles ,darwin die ,grundstze der ,entwickelungslehre auf sie anwendete4 ,das siebente ,kapitel seines epochemachenden ,werkes ber die ,entstehung der ,arten 7#ahei7 ist dem ,instinkt gewidmet2 es enthlt den wertvollen ,nachweis1 da die ,instinkte der ,tiere1 gleich allen anderen ,lebensttigkeiten1 den allgemeinen ,gesetzen der historischen ,entwickelung unterliegen4 ,die speziellen ,instinkte der einzelnen ,tierarten werden durch ,anpassung umgebildet1 und diese erworbenen ,abnderungen werden durch ,vererbung auf die ,nachkommen bertragen2 bei ihrer ,erhaltung und ,ausbildung spielt die natrliche ,selektion durch den ,kampf ums ,dasein ebenso eine zchtende ,rolle wie bei der ,transformation jeder anderen physiologischen ,ttigkeit4 ,spter hat ,darwin in mehreren ,werken diese fundamentale ,ansicht weiter ausgefhrt und gezeigt1 da dieselben ,gesetze geistiger ,entwickelung durch die ganze organische ,welt hindurch walten1 beim ,menschen ebenso wie bei den ,tieren und bei diesen ebenso wie bei den ,pflanzen4 ,die ,einheit der organischen ,welt1 die sich aus ihrem gemeinsamen ,ursprung erklrt1 gilt also auch fr das gesamte ,gebiet des ,seelenlebens1 vom einfachsten1 einzelligen ,organismus bis hinauf zum ,menschen4 ,die weitere ,ausfhrung von ,darwins ,psychologie und ihre besondere ,anwendung auf alle einzelnen ,gebiete des ,seelenlebens verdanken wir einem ausgezeichneten englischen ,naturforscher1 ,george ,romanes4 ,leider wurde er durch seinen allzu frhen ,tod an der ,vollendung des groen ,werkes gehindert1 welches alle ,teile der vergleichenden ,seelenkunde gleichmig im ,sinne der monistischen ,entwickelungslehre ausbauen sollte4 ,die beiden ,teile dieses ,werkes1 welche erschienen sind1 gehren zu den wertvollsten ,erzeugnissen der gesamten psychologischen ,literatur4 ,denn getreu den ,prinzipien unserer modernen monistischen ,naturforschung sind darin erstens die wichtigsten ,tatsachen zusammengefat und geordnet1 welche seit ,jahrtausenden durch ,beobachtung und ,experiment auf dem ,gebiete der vergleichenden ,seelenlehre empirisch festgestellt wurden2 zweitens sind dieselbe mit objektiver ,kritik geprft und zweckmig gruppiert2 und drittens ergeben sich daraus diejenigen ,vernunftschlsse ber die wichtigsten allgemeinen ,fragen der ,psychologie1 welche allein mit den ,grundstzen unserer modernen monistischen ,weltanschauung vereinbar sind4 ,der erste ,band von ,romanes' ,werk 7,leipzig #ahhe7 fhrt den ,titel3 ,die geistige ,entwickelung im ,tierreich und stellt die ganze lange ,stufenreihe der psychischen ,entwickelung im ,tierreiche von den einfachsten ,empfindungen und ,instinkten der niedersten ,tiere bis zu den vollkommensten ,erscheinungen des ,bewutseins und der ,vernunft bei den hchststehenden ,tieren im natrlichen ,zusammenhang dar4 ,es sind darin auch viele ,mitteilungen aus hinterlassenen ,manuskripten ber den ,instinkt von ,darwin mitgeteilt1 und zugleich ist eine vollstndige ,sammlung von allem1 was er auf dem ,gebiete der ,psychologie geschrieben hat1 gegeben4 ,der zweite ,teil von ,romanes' ,werk behandelt die geistige ,entwickelung beim ,menschen und den ,ursprung der menschlichen ,befhigung 7,leipzig #ahic74 ,der scharfsinnige ,psychologe fhrt darin den berzeugenden ,beweis1 da die psychologische ,schranke zwischen ,tier und ,mensch berwunden ist2 das begriffliche ,denken und ,abstraktionsvermgen des ,menschen hat sich allmhlich aus den nicht begrifflichen ,vorstufen des ,denkens und ,vorstellens bei den nchstverwandten ,sugetieren entwickelt4 ,die hchsten ,geistesttigkeiten des ,menschen1 ,vernunft1 ,sprache und ,bewutsein1 sind aus den niederen ,vorstufen derselben in der ,reihe der ,primatenahnen 7,affen und ,halbaffen7 hervorgegangen4 ,der ,mensch besitzt keine einzige ,geistesttigkeit1 welche ihm ausschlielich eigentmlich ist2 sein ganzes ,seelenleben ist von demjenigen der nchstverwandten ,sugetiere nur dem ,grade1 nicht der ,art nach1 nur quantitativ1 nicht qualitativ verschieden4 ,psychologische ,metamorphosen4 ,nicht unerwhnt soll eine merkwrdige ,erscheinung bleiben1 die uns manche bedeutende ,naturforscher und ,philosophen wahrzunehmen ,gelegenheit gaben4 ,sie besteht in einem eigentmlichen philosophischen ,prinzipienwechsel1 in der ,vertauschung des ursprnglichen monistischen ,standpunktes mit einem spteren dualistischen4 ,das interessanteste ,beispiel solcher ,verwandlung liefert ,immanuel ,kant4 ,als kritischer ,philosoph war er zur berzeugung gelangt1 da die drei ,gromchte des ,mystizismus3 ,gott1 ,freiheit und ,unsterblichkeit -- als ,dogmen der reinen ,vernunft -- unhaltbar erscheinen4 ,der dogmatische ,kant dagegen fand spter1 da diese drei ,hauptgespenster ,postulate der praktischen ,vernunft und als solche unentbehrlich seien4 ,je mehr neuerdings die angesehene ,schule der ,neokantianer den ,rckgang auf ,kant als einzige ,rettung aus dem entsetzlichen ,wirrwarr der modernen ,metaphysik predigt1 desto klarer offenbart sich der unleugbare und unheilvolle ,widerspruch der beiden ,grundanschauungen1 zwischen denen ,kant hin und her schwankte4 ,in ,deutschland gilt gegenwrtig als einer der bedeutendsten ,psychologen ,wilhelm ,wundt in ,leipzig2 er besitzt vor den meisten anderen ,philosophen den unschtzbaren ,vorzug einer grndlichen zoologischen1 anatomischen und physiologischen ,bildung4 ,frher ,assistent und ,schler von ,helmholtz1 hatte sich ,wundt frhzeitig daran gewhnt1 die ,grundgesetze der ,physik und ,chemie im gesamten ,gebiete der ,physiologie geltend zu machen1 also auch 7im ,sinne von ,johannes ,mller7 in der ,psychologie1 als einem ,teilgebiete der letzteren4 ,von diesen ,gesichtspunkten geleitet1 verffentlichte ,wundt #ahfc wertvolle ,vorlesungen ber die ,menschen- und ,tierseele4 ,er liefert darin1 wie er selbst in der ,vorrede sagt1 den ,nachweis1 da der ,schauplatz der wichtigsten ,seelenvorgnge in der unbewuten ,seele liegt1 und er erffnet uns einen ,einblick in jenen ,mechanismus1 der im unbewuten ,hintergrund der ,seele die ,anregungen verarbeitet1 die aus den ueren ,eindrcken stammen4 ,was mir aber besonders wichtig und wertvoll an ,wundts ,werk erscheint1 ist1 da er hier zum ersten ,male das ,gesetz der ,erhaltung der ,kraft auf das psychische ,gebiet ausdehnt und dabei eine ,reihe von ,tatsachen der ,elektrophysiologie zur ,beweisfhrung benutzt 7a4 a4 ,o4 ,s4 ,,viii74 ,dreiig ,jahre spter verffentlichte ,wundt 7#ahib7 eine zweite1 wesentlich verkrzte und gnzlich umgearbeitete ,auflage seiner ,vorlesungen ber die ,menschen- und ,tierseele4 ,die wichtigsten ,prinzipien der ersten ,auflage sind in dieser zweiten vllig aufgegeben1 und der monistische ,standpunkt der ersteren ist mit einem rein dualistischen vertauscht4 ,wundt selbst sagt in der ,vorrede zur zweiten ,auflage1 da er sich erst allmhlich von den fundamentalen ,irrtmern der ersten befreit habe1 und da er diese ,arbeit schon seit ,jahren als eine ,jugendsnde betrachten lernte2 sie lastete auf ihm als eine ,art ,schuld1 der er1 so gut es gehen mochte1 ledig zu werden wnschte4 ,in der ,tat sind die wichtigsten ,grundanschauungen der ,seelenlehre in den beiden ,auflagen von ,wundts weit verbreiteten ,vorlesungen vllig entgegengesetzte2 in der ersten ,auflage rein monistisch und materialistisch1 in der zweiten ,auflage rein dualistisch und spiritualistisch4 ,dort wird die ,psychologie als ,naturwissenschaft behandelt1 nach denselben ,grundstzen wie die gesamte ,physiologie1 von der sie nur ein ,teil ist2 dreiig ,jahre spter ist fr ihn die ,seelenlehre eine reine ,geisteswissenschaft geworden1 deren ,prinzipien und ,objekte von denjenigen der ,naturwissenschaft vllig verschieden sind4 ,den schrfsten ,ausdruck findet diese ,bekehrung in seinem ,prinzip des psychophysischen ,parallelismus1 wonach zwar einem jeden psychischen ,geschehen irgendwelche physische ,vorgnge entsprechen1 beide aber vllig unabhngig voneinander sind und nicht in natrlichem ,kausalzusammenhang stehen4 ,dieser vollkommene ,dualismus von ,leib und ,seele1 von ,natur und ,geist hat begreiflicherweise den lebhaften ,beifall der herrschenden ,schulphilosophie gefunden und wird von ihr als ein bedeutungsvoller ,fortschritt gepriesen1 um so mehr1 als er von einem angesehenen ,naturforscher bekannt wird1 der frher die entgegengesetzten ,anschauungen unseres modernen ,monismus vertrat4 ,da ich selbst auf diesem letzteren1 beschrnkten ,standpunkt seit mehr als fnfzig ,jahren stehe und mich trotz aller bestgemeinten ,anstrengungen nicht von ihm habe losmachen knnen1 mu ich natrlich die ,jugendsnden des jungen ,physiologen ,wundt fr die richtige ,naturerkenntnis halten und sie gegen die entgegengesetzten ,grundanschauungen des alten ,philosophen ,wundt energisch verteidigen4 ,ein interessantes ,beispiel hnlicher tiefgehender ,wandlung bieten zwei der berhmtesten ,naturforscher1 ,r4 ,virchow und ,e4 ,du ,bois-,reymond2 die ,metamorphose ihrer psychologischen ,grundanschauungen darf um so weniger bersehen werden1 als beide ,berliner ,biologen mehr als #dj ,jahre hindurch an der grten ,universitt ,deutschlands eine hchst bedeutende ,rolle gespielt und sowohl direkt wie indirekt einen tiefgreifenden ,einflu auf das moderne ,geistesleben gebt haben4 ,rudolf ,virchow1 der verdienstvolle ,begrnder der ,zellularpathologie1 war in der besten ,zeit seiner wissenschaftlichen ,ttigkeit1 um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts 7und besonders whrend seines ,wrzburger ,aufenthalts1 von #ahdi #ahef7 reiner ,monist2 er galt damals als einer der hervorragendsten ,vertreter jenes neu erwachenden ,materialismus1 der im ,jahre #ahee besonders durch zwei berhmte1 fast gleichzeitig erschienene ,werke eingefhrt wurde3 ,ludwig ,bchners ,kraft und ,stoff1 und ,carl ,vogts ,khlerglaube und ,wissenschaft4 ,seine allgemeinen biologischen ,anschauungen von den ,lebensvorgngen im ,menschen -- smtlich als mechanische ,naturerscheinungen aufgefat6 -- legte damals ,virchow in einer ,reihe ausgezeichneter ,artikel in den ersten ,bnden des von ihm herausgegebenen ,archivs fr pathologische ,anatomie nieder4 ,wohl die bedeutendste unter diesen ,abhandlungen und diejenige1 in der er seine damalige monistische ,weltanschauung am klarsten zusammenfate1 ist die ,rede ber ,die ,einheitsbestrebungen in der wissenschaftlichen ,medizin 7#ahdi74 ,es geschah gewi mit ,bedacht und mit der berzeugung ihres philosophischen ,wertes1 da ,virchow #ahef dieses medizinische ,glaubensbekenntnis an die ,spitze seiner ,gesammelten ,abhandlungen zur wissenschaftlichen ,medizin stellte4 ,er vertritt darin ebenso klar als bestimmt die fundamentalen ,prinzipien unseres heutigen ,monismus1 wie ich sie hier mit bezug auf die ,lsung der ,weltrtsel darstelle2 er verteidigt die alleinige ,berechtigung der ,erfahrungswissenschaft1 deren einzige zuverlssige ,quellen ,sinnesttigkeit und ,gehirnfunktion sind2 er bekmpft ebenso entschieden den anthropologischen ,dualismus1 jede sogenannte ,offenbarung und jede ,transzendenz mit ihren zwei ,wegen3 ,glauben und ,anthropomorphismus4 ,vor allem betont er den monistischen ,charakter der ,anthropologie1 den untrennbaren ,zusammenhang von ,geist und ,krper1 von ,kraft und ,materie2 am ,schlusse seines ,vorworts spricht er 7,s4 #d7 den ,satz aus3 ,ich habe die berzeugung1 da ich mich niemals in der ,lage befinden werde1 den ,satz von der ,einheit des menschlichen ,wesens und seine ,konsequenzen zu verleugnen4 ,leider war diese berzeugung ein schwerer ,irrtum2 denn #bh ,jahre spter vertrat ,virchow ganz entgegengesetzte prinzipielle ,anschauungen2 es geschah dies in jener vielbesprochenen ,rede ber ,die ,freiheit der ,wissenschaft im modernen ,staate1 die er #ahgg auf der ,naturforscherversammlung in ,mnchen hielt1 und deren ,angriffe ich in meiner ,schrift ,freie ,wissenschaft und freie ,lehre 7#ahgh7 zurckgewiesen habe4 hnliche ,widersprche in bezug auf die wichtigsten philosophischen ,grundstze wie ,virchow hat auch ,emil ,du ,bois-,reymond gezeigt und damit den lauten ,beifall der dualistischen ,schulen und vor allem der ,ecclesia militans errungen4 ,je mehr dieser berhmte ,rhetor der ,berliner ,akademie im allgemeinen die ,grundstze unseres ,monismus vertrat1 je mehr er selbst zur ,widerlegung des ,vitalismus und der transzendenten ,lebensauffassung beigetragen hatte1 desto lauter war das ,triumphgeschrei der ,gegner1 als er #ahgb in seiner wirkungsvollen ,ignorabimus-,rede das ,bewutsein als ein unlsbares ,weltrtsel hingestellt und als eine bernatrliche ,erscheinung den anderen ,gehirnfunktionen gegenbergestellt hatte4 ,der totale philosophische ,prinzipienwechsel1 der uns in den psychologischen ,metamorphosen dieser und anderer berhmter ,denker entgegentritt1 ist sehr merkwrdig4 ,in ihrer ,jugend umfassen diese khnen und talentvollen ,naturforscher das ganze ,gebiet ihrer biologischen ,forschung mit weitem ,blick und streben eifrig nach einem einheitlichen1 natrlichen ,erkenntnisgrunde2 in ihrem ,alter haben sie eingesehen1 da dieser nicht vollkommen erreichbar ist1 und deshalb geben sie ihn lieber ganz auf4 ,zur ,entschuldigung dieser psychologischen ,metamorphose knnen sie natrlich anfhren1 da sie in der ,jugend die ,schwierigkeiten der groen ,aufgabe bersehen und die wahren ,ziele verkannt htten2 erst mit der reiferen ,einsicht des ,alters und der ,sammlung vieler ,erfahrungen htten sie sich von ihren ,irrtmern berzeugt und den wahren ,weg zur ,quelle der ,wahrheit gefunden4 ,man kann aber auch umgekehrt behaupten1 da die groen ,mnner der ,wissenschaft in jngeren ,jahren unbefangener und mutiger an ihre schwierige ,aufgabe herantreten1 da ihr ,blick freier und ihre ,urteilskraft reiner ist2 die ,erfahrungen spterer ,jahre fhren vielfach nicht nur zur ,bereicherung1 sondern auch zur ,trbung der ,einsicht1 und mit dem ,greisenalter tritt allmhliche ,rckbildung ebenso im ,gehirn wie in anderen ,organen ein4 ,jedenfalls ist diese ,metamorphose an sich eine lehrreiche psychologische ,tatsache2 denn sie beweist mit vielen anderen ,formen des ,gesinnungswechsels1 da die hchsten ,seelenfunktionen ebenso wesentlichen individuellen ,vernderungen im ,laufe des ,lebens unterliegen wie alle anderen ,lebensttigkeiten4 ,siebentes ,kapitel4 ,stufenleiter der ,seele4 ,monistische ,studien ber vergleichende ,psychologie4 ,psychologische ,stufenleiter4 ,instinkt und ,vernunft4 ,die groartigen ,fortschritte1 welche die ,psychologie in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts mit ,hilfe der ,entwickelungslehre gemacht hat1 gipfeln in der ,anerkennung der psychologischen ,einheit der organischen ,welt4 ,die vergleichende ,seelenlehre1 im ,vereine mit der ,ontogenie und ,phylogenie der ,psyche1 hat uns zu der berzeugung gefhrt1 da das organische ,leben in allen ,abstufungen1 vom einfachsten1 einzelligen ,protisten bis zum ,menschen hinauf1 aus denselben elementaren ,naturkrften sich entwickelt1 aus den ,funktionen der ,empfindung und ,bewegung4 ,die ,hauptaufgabe der wissenschaftlichen ,psychologie wird daher knftig nicht1 wie bisher1 die ausschlielich subjektive und introspektive ,zergliederung der hchstentwickelten ,philosophenseele sein1 sondern die objektive und vergleichende ,untersuchung der langen ,stufenleiter1 auf welcher sich der menschliche ,geist allmhlich aus einer langen ,reihe von niederen tierischen ,zustnden entwickelt hat4 ,die schne ,aufgabe1 die einzelnen ,stufen dieser psychologischen ,kette zu unterscheiden und ihren ununterbrochenen phylogenetischen ,zusammenhang nachzuweisen1 ist erst in den letzten ,dezennien des #ai4 ,jahrhunderts ernstlich in ,angriff genommen worden4 ,materielle ,basis der ,psyche4 ,alle ,erscheinungen des ,seelenlebens ohne ,ausnahme sind verknpft mit materiellen ,vorgngen in der lebendigen ,substanz des ,krpers1 im ,plasma oder ,protoplasma4 ,wir haben jenen ,teil des letzteren1 der als der ,trger der ,psyche erscheint1 als ,psychoplasma bezeichnet2 wir erblicken darin kein besonderes ,wesen1 sondern wir betrachten die ,psyche als ,kollektivbegriff fr die gesamten psychischen ,funktionen des ,plasma4 ,seele ist in diesem ,sinne ebenso eine physiologische ,abstraktion wie der ,begriff ,stoffwechsel oder ,zeugung4 ,beim ,menschen und den hheren ,tieren ist das ,psychoplasma1 zufolge der vorgeschrittenen ,arbeitsteilung der ,organe und ,gewebe1 ein differenzierter ,bestandteil des ,nervensystems1 das ,neuroplasma der ,ganglienzellen und ihrer leitenden ,auslufer1 der ,nervenfasern4 ,bei den niederen ,tieren dagegen1 die noch keine gesonderten ,nerven und ,sinnesorgane besitzen1 ist das ,psychoplasma noch nicht zur selbstndigen ,differenzierung gelangt1 ebensowenig bei den ,pflanzen4 ,bei den einzelligen ,protisten ist das ,psychoplasma identisch mit dem ganzen lebendigen ,protoplasma desselben4 ,in allen ,fllen1 ebenso auf dieser niedersten wie auf jener hchsten ,stufe der psychologischen ,entwickelungsreihe1 ist eine gewisse chemische ,zusammensetzung des ,psychoplasma und eine gewisse physikalische ,beschaffenheit desselben unentbehrlich1 wenn die ,seele arbeiten soll4 ,das gilt ebenso von der elementaren ,seelenttigkeit der plasmatischen ,empfindung und ,bewegung bei den ,protozoen1 wie von den zusammengesetzten ,funktionen der ,sinnesorgane und des ,gehirns bei den hheren ,tieren und dem ,menschen4 ,die ,arbeit des ,psychoplasma1 die wir ,seele nennen1 ist stets mit ,stoffwechsel verknpft4 ,stufenleiter der ,empfindungen4 ,alle lebendigen ,naturkrper ohne ,ausnahme sind empfindlich2 sie unterscheiden die ,zustnde der umgebenden ,auenwelt und reagieren darauf durch gewisse ,vernderungen in ihrem ,innern4 ,licht und ,wrme1 ,schwerkraft und ,elektrizitt1 mechanische ,prozesse und chemische ,vorgnge in der ,umgebung wirken als ,reize auf das empfindliche ,psychoplasma und rufen ,vernderungen in seiner molekularen ,zusammensetzung hervor4 ,als ,hauptstufen seiner ,empfindlichkeit unterscheiden wir folgende fnf ,grade3 ,i4 ,auf den untersten ,stufen der ,organisation ist das ganze ,psychoplasma als solches empfindlich und reagiert auf die einwirkenden ,reize1 so bei den niederen ,protisten1 bei vielen ,pflanzen und einem ,teile der unvollkommensten ,tiere4 ,,ii4 ,auf der zweiten ,stufe beginnen sich an der ,oberflche des ,krpers einfachste ,sinneswerkzeuge zu entwickeln1 in ,form von ,plasmahaaren und ,pigmentflecken1 als ,vorlufer von ,tastorganen und ,augen2 so bei einem ,teile der hheren ,protisten1 aber auch bei vielen niederen ,tieren und ,pflanzen4 ,,iii4 ,auf der dritten ,stufe haben sich aus diesen einfachen ,grundlagen durch ,differenzierung spezifische ,sinnesorgane entwickelt1 mit eigentmlicher ,anpassung3 die chemischen ,werkzeuge des ,geruchs und ,geschmacks1 die physikalischen ,organe des ,tastsinnes und ,wrmesinnes1 des ,gehrs und ,gesichts4 ,die spezifische ,energie dieser hheren ,sinnesorgane ist keine ursprngliche ,eigenschaft1 sondern durch funktionelle ,anpassung und progressive ,vererbung erworben4 ,,iv4 ,auf der vierten ,stufe tritt die ,zentralisation des ,nervensystems und damit zugleich diejenige der ,empfindung ein1 durch ,assozion der frheren isolierten oder lokalisierten ,empfindungen entstehen ,vorstellungen1 die zunchst noch unbewut bleiben1 so bei vielen niederen und hheren ,tieren4 ,v4 ,auf der fnften ,stufe bildet sich im ,zentralteil des ,nervensystems eine besondere ,sammelstelle fr die empfangenen ,eindrcke und die aus ihnen zusammengesetzten ,erlebnisse aus4 ,ihre ,funktion kennen wir bei uns selbst als bewute ,empfindung2 hnliche ,organe besitzen alle hheren ,wirbeltiere und unter den ,wirbellosen sind sie besonders bei den ,gliedertieren bekannt4 ,stufenleiter der ,bewegungen4 ,alle lebendigen ,naturkrper ohne ,ausnahme sind spontan beweglich1 im ,gegensatze zu den starren und unbeweglichen ,anorganen 7,krystallen71 d4 h4 es finden im lebendigen ,psychoplasma ,lagevernderungen der ,teilchen aus inneren ,ursachen statt1 welche in dessen chemischer ,konstitution selbst begrndet sind4 ,diese aktiven vitalen ,bewegungen sind zum ,teil direkt durch ,beobachtung wahrzunehmen1 zum anderen ,teil aber nur indirekt aus ihren ,wirkungen zu erschlieen4 ,wir unterscheiden fnf ,abstufungen derselben4 ,i4 ,auf der untersten ,stufe des organischen ,lebens nehmen wir nur jene ,wachstumsbewegungen wahr1 welche allen ,organismen gemeinsam zukommen4 ,sie geschehen gewhnlich so langsam1 da man sie nicht unmittelbar beobachten1 sondern nur indirekt aus ihrem ,resultate erschlieen kann1 aus der ,vernderung in ,gre und ,gestalt des wachsenden ,krpers4 ,,ii4 ,viele ,protisten1 namentlich einzellige ,algen aus den ,gruppen der ,diatomeen und ,desmidiaceen1 bewegen sich kriechend oder schwimmend durch ,sekretion fort1 durch einseitige ,ausscheidung einer schleimigen ,masse4 ,,iii4 ,andere1 im ,wasser schwebende ,organismen1 z4 ,b4 viele ,radiolarien1 ,siphonophoren1 ,ktenophoren u4 a41 steigen auf und nieder1 indem sie ihr spezifisches ,gewicht verndern1 bald durch ,osmose1 bald durch ,absonderung oder ,ausstoung von ,luft4 ,,iv4 ,viele ,pflanzen1 besonders die empfindlichen ,sinnpflanzen 7,mimosen7 und andere ,papilionaceen1 fhren ,bewegungen von ,blttern oder anderen ,teilen mittels ,turgorwechsels aus1 d4 h4 es verndert sich die ,spannung des ,protoplasmas und damit auch dessen ,druck auf die umschlieende elastische ,zellenwand4 ,v4 ,die wichtigsten von allen organischen ,bewegungen sind die ,kontraktionserscheinungen1 d4 h4 ,gestaltsvernderungen der ,krperoberflche1 welche mit gegenseitigen ,lageverschiebungen ihrer ,teilchen verbunden sind2 sie verlaufen stets in zwei verschiedenen ,zustnden oder ,phasen der ,bewegung3 der ,kontraktionsphase 7,zusammenziehung7 und der ,expansionsphase 7,ausdehnung74 ,als vier verschiedene ,formen der ,plasmakontraktion werden unterschieden ,va3 die amboiden ,bewegungen 7bei ,rhizopoden1 ,blutzellen1 ,pigmentzellen usw472 ,vb3 die hnlichen ,plasmastrmungen im ,innern von abgeschlossenen ,zellen2 ,vc3 die ,flimmerbewegung 7,geielbewegung und ,wimperbewegung7 bei ,infusorien1 ,samenzellen1 ,flimmerepithelzellen1 und endlich ,vd3 die ,muskelbewegung 7bei den meisten ,tieren74 ,reflexe4 ,die elementare ,seelenttigkeit1 welche durch die ,verknpfung von ,empfindung und ,bewegung entsteht1 nennen wir ,reflex4 ,die ,bewegung -- gleichviel welcher ,art -- erscheint hier als die unmittelbare ,folge des ,reizes1 welcher die ,empfindung hervorgerufen hat2 man hat sie daher auch im einfachsten ,falle 7bei ,protisten7 kurz als ,reizbewegung bezeichnet4 ,alles lebende ,plasma besitzt ,reizbarkeit 7,irritabilitt74 ,jede physikalische oder chemische ,vernderung der umgebenden ,auenwelt kann unter ,umstnden auf das ,psychoplasma als ,reiz wirken und eine ,bewegung hervorrufen oder auslsen4 ,wir werden spter sehen1 wie der wichtige physikalische ,begriff der ,auslsung die einfachsten organischen ,reflextaten unmittelbar anschliet an hnliche mechanische ,bewegungsvorgnge in der anorganischen ,natur 7z4 ,b4 bei der ,explosion von ,pulver durch einen ,funken1 von ,dynamit durch einen ,sto74 ,einfache und zusammengesetzte ,reflexe4 ,der wichtige ,unterschied1 den wir in morphologischer und physiologischer ,hinsicht zwischen den einzelligen ,organismen 7,protisten7 und den vielzelligen 7,histonen7 machen1 gilt auch fr deren elementare ,seelenttigkeit1 fr die ,reflextat4 ,bei den einzelligen ,protisten luft der ganze ,proze des ,reflexes innerhalb des ,protoplasma einer einzigen ,zelle ab2 die ,zellseele derselben erscheint noch als eine einheitliche ,funktion des ,psychoplasma1 deren einzelne ,phasen sich erst mit der ,differenzierung besonderer ,organe zu sondern beginnen4 ,schon bei ,zellvereinen beginnt die zweite ,stufe der ,seelenttigkeit1 der zusammengesetzte ,reflex4 ,die zahlreichen sozialen ,zellen1 welche diese ,zellvereine zusammensetzen1 stehen immer in mehr oder weniger enger ,verbindung1 oft direkt durch fadenfrmige ,plasmabrcken4 ,ein ,reiz1 welcher eine oder mehrere ,zellen des ,verbandes trifft1 wird durch die ,verbindungsbrcken den brigen mitgeteilt und kann alle zu gemeinsamer ,kontraktion veranlassen4 ,dieser ,zusammenhang besteht auch in den ,geweben der vielzelligen ,pflanzen und ,tiere4 ,whrend man frher irrtmlich annahm1 da die ,zellen der ,pflanzengewebe ganz isoliert nebeneinander stehen1 sind jetzt berall feine ,plasmafden nachgewiesen1 welche die dicken ,zellmembranen durchsetzen und ihre lebendigen ,plasmakrper in materiellem und psychologischem ,zusammenhang erhalten4 ,so erklrt es sich1 da die ,erschtterung der empfindlichen ,wurzel von ,mimosa1 welche der ,tritt des ,wanderers auf den ,boden verursacht1 sofort den ,reiz auf alle ,zellen des ,pflanzenstockes bertrgt und ihre zarten ,fiederbltter zum ,zusammenlegen1 die ,blattstiele zum ,herabsinken veranlat4 ,reflex und ,bewutsein4 ,auf die ,frage1 inwieweit dem ,organismus seine ,reaktionen auf die ,reize der ,umwelt bewut werden1 kann eine allgemeine ,antwort nicht gegeben werden4 ,vom ,bewutsein wissen wir eigentlich nur insofern1 als es die unmittelbare ,erfahrung unseres eigenen ,erlebens ist4 ,vergleichende ,betrachtung der ,reflexe selbst und besonders auch ihrer anatomischen ,grundlagen berechtigen uns aber zu der ,annahme1 da diejenigen ,tiere1 die einen hnlichen ,assozionsapparat in ihren ,reflexbogen eingeschaltet haben wie wir1 auch in hnlicher ,weise erleben1 also ein dem unseren analoges ,bewutwerden ihrer psychischen ,funktionen besitzen4 ,als solche ,tiere kommen die uns stammesgeschichtlich nahe stehenden ,wirbeltiere und von den ,wirbellosen vielleicht die sozialen ,gliedertiere und die ,kopffer 7,cephalopoden7 in ,betracht4 ,stufenleiter der ,vorstellungen4 ,der ,schauplatz klaren ,bewutseins sind beim ,menschen vor allem die ,vorstellungen4 ,doch ist das ,bewutsein kein wesentliches ,merkmal der ,vorstellungen2 wir nehmen solche vielmehr bei allen ,organismen an1 ohne da wir ihnen ein dem unseren hnliches klar bewutes ,erleben zuschreiben4 ,im allgemeinen erscheint die ,vorstellung als das innere ,bild des ueren ,objektes1 welches durch die ,empfindung bermittelt ist4 ,i4 ,zellulare ,vorstellung4 ,auf den niedersten ,stufen begegnet uns die ,vorstellung als eine allgemeine physiologische ,funktion des ,psychoplasma2 schon bei den einfachsten einzelligen ,protisten knnen ,empfindungen bleibende ,spuren im ,psychoplasma hinterlassen1 und diese knnen vom ,gedchtnis reproduziert werden4 ,bei mehr als viertausend ,radiolarienarten1 welche ich beschrieben habe1 ist jede einzelne ,spezies durch eine besondere erbliche ,skelettform ausgezeichnet4 ,die ,produktion dieses spezifischen1 oft hchst verwickelt gebauten ,skeletts durch eine hchst einfach gestaltete 7meist kugelige7 ,zelle ist nur dann erklrlich1 wenn wir dem bauenden ,plasma die ,fhigkeit der ,vorstellung zuschreiben1 und zwar der besonderen ,reproduktion des plastischen ,distanzgefhls1 wie ich in meiner ,psychologie der ,radiolarien gezeigt habe 7#ahhg1 ,s4 #aba74 ,,ii4 ,histonale ,vorstellung4 ,schon bei den ,znobien oder ,zellvereinen der geselligen ,protisten1 noch mehr aber in den ,geweben der ,pflanzen und der niederen1 nervenlosen ,tiere 7,spongien1 ,polypen7 begegnen wir der zweiten ,stufe der ,vorstellung1 welche auf dem gemeinsamen ,seelenleben zahlreicher1 eng verbundener ,zellen beruht4 ,da einmalige ,reize nicht blo eine vorbergehende ,bewegung eines ,organes 7z4 ,b4 eines ,pflanzenblattes1 eines ,polypenarmes7 auslsen1 sondern einen bleibenden ,eindruck hinterlassen1 der von diesem spter reproduziert werden kann1 so mssen wir zur ,erklrung dieser ,erscheinung eine ,histonal-,vorstellung annehmen1 gebunden an das ,psychoplasma der assoziierten ,gewebezellen4 ,,iii4 ,unbewute ,vorstellung der ,ganglienzellen4 ,die dritte1 hhere ,stufe der ,vorstellung ist die hufigste ,form dieser ,seelenttigkeit im ,tierreich2 sie erscheint als eine ,lokalisation des ,vorstellens auf bestimmte ,seelenzellen oder ,gruppen von ,nervenzellen4 ,mit der aufsteigenden ,entwickelung des ,zentralnervensystems im ,tierreich1 seiner zunehmenden ,differenzierung und ,integration erhebt sich auch die ,ausbildung dieser ,vorstellungen zu immer hheren ,stufen4 ,,iv4 ,bewute ,vorstellung der ,gehirnzellen4 ,erst auf den hchsten ,entwickelungsstufen der tierischen ,organisation entwickelt sich das ,bewutsein als eine besondere ,funktion eines bestimmten ,zentralorgans des ,nervensystems4 ,indem die ,vorstellungen bewute werden1 und indem besondere ,gehirnteile sich zur ,assozion der bewuten ,vorstellungen reich entfalten1 wird der ,organismus zu jenen hchsten psychischen ,funktionen befhigt1 welche wir als ,denken und berlegen1 als ,verstand und ,vernunft bezeichnen4 ,obgleich die ,absteckung der phyletischen ,grenze zwischen den lteren1 unbewuten und den jngeren1 bewuten ,vorstellungen hchst schwierig ist1 knnen wir doch mit ,wahrscheinlichkeit annehmen1 da die letzteren aus den ersteren polyphyletisch entstanden sind4 ,denn wir drfen bewutes und vernnftiges ,denken nicht nur bei den hchsten ,formen des ,wirbeltierstammes annehmen 7,mensch1 ,sugetiere1 ein ,teil der niederen ,vertebraten71 sondern auch bei den hchstentwickelten ,vertretern anderer ,tierstmme 7,ameisen und andere ,insekten1 ,spinnen und hhere ,krebse unter den ,gliedertieren1 ,cephalopoden unter den ,weichtieren74 ,stufenleiter des ,gedchtnisses4 ,eng verknpft mit der ,stufenleiter in der ,entwickelung der ,vorstellungen ist diejenige des ,gedchtnisses2 diese hchst wichtige ,funktion des ,psychoplasma -- die ,bedingung aller fortschreitenden ,seelenentwickelung -- ist ja im wesentlichen ,reproduktion von ,vorstellungen4 ,die ,eindrcke im ,plasma1 welche der ,reiz als ,empfindung bewirkt hatte1 und welche bleibend zu ,vorstellungen geworden waren1 werden neu belebt2 sie gehen aus dem potentiellen in den aktuellen ,zustand ber4 ,entsprechend den vier ,stufen der ,vorstellung knnen wir auch beim ,gedchtnis vier ,hauptstufen der aufsteigenden ,entwickelung unterscheiden4 ,i4 ,zellulargedchtnis4 ,mit ,recht hatte der ,physiologe ,ewald ,hering in einer gedankenreichen ,abhandlung das ,gedchtnis als eine allgemeine ,funktion der organisierten ,materie bezeichnet und die hohe ,bedeutung dieser ,seelenttigkeit hervorgehoben1 der wir fast alles verdanken1 was wir sind und haben 7#ahgj74 ,ich habe spter 7#ahgf7 diesen ,gedanken weiter ausgefhrt und in seiner fruchtbaren ,anwendung auf die ,entwickelungslehre zu begrnden versucht1 in meiner ,abhandlung ber ,die ,perigenesis der ,plastidule oder die ,wellenzeugung der ,lebensteilchen2 ein ,versuch zur mechanischen ,erklrung der elementaren ,entwickelungsvorgnge4 ,ich habe dort das unbewute ,gedchtnis als eine allgemeine1 hchst wichtige ,funktion aller ,plastidule nachzuweisen gesucht1 d4 h4 jener hypothetischen ,molekle oder ,moleklgruppen1 welche von ,naegeli als ,micellen1 von anderen als ,bioplasten usw4 bezeichnet worden sind4 ,nur die lebendigen ,plastidule1 als die individuellen ,molekeln des aktiven ,plasma1 sind reproduktiv und besitzen somit ,gedchtnis2 das ist der ,hauptunterschied der organischen ,natur von der anorganischen4 ,man kann sagen3 ,die ,erblichkeit ist das ,gedchtnis der ,plastidule1 hingegen die ,variabilitt ist die ,fassungskraft der ,plastidule4 ,das elementare ,gedchtnis der einzelligen ,protisten setzt sich zusammen aus dem molekularen ,gedchtnis der ,plastidule oder ,micellen1 aus welchen ihr lebendiger ,zellenleib sich aufbaut4 ,fr die erstaunlichen ,leistungen des unbewuten ,gedchtnisses bei diesen einzelligen ,protisten ist wohl keine ,tatsache lehrreicher als die unendlich mannigfaltige und regelmige ,bildung ihrer ,schutzapparate1 der ,schalen und ,skelette2 besonders die ,diatomeen unter den ,protophyten1 die ,radiolarien unter den ,protozoen liefern dafr eine ,flle von interessanten ,beispielen4 ,in vielen tausend ,arten dieser ,protisten vererbt sich die spezifische ,skelettform relativ konstant4 7,vergl4 die wichtige ,schrift von ,richard ,semon1 #aijd3 ,die ,mneme als erhaltendes ,prinzip im ,wechsel des organischen ,geschehens74 ,,ii4 ,histonalgedchtnis4 ,ebenso interessante ,beweise fr die zweite ,stufe der ,erinnerung1 fr das unbewute ,gedchtnis der ,gewebe1 liefert die ,vererbung der einzelnen ,organe und ,gewebe im ,krper der ,pflanzen und der niederen1 nervenlosen ,tiere 7,spongien usw474 ,diese zweite ,stufe erscheint als ,reproduktion der ,histonalvorstellungen1 jener ,assozion von ,zellularvorstellungen1 die schon mit der ,bildung von ,znobien bei den sozialen ,protisten beginnt4 ,,iii4 ,gleicherweise ist die dritte ,stufe1 das unbewute ,gedchtnis derjenigen ,tiere1 die bereits ein ,nervensystem besitzen1 als ,reproduktion der entsprechenden unbewuten ,vorstellungen zu betrachten1 welche in gewissen ,ganglienzellen aufgespeichert sind4 ,bei den meisten niederen ,tieren ist wohl alles ,gedchtnis unbewut4 ,aber auch beim ,menschen und den hheren ,tieren1 denen wir ,bewutsein zuschreiben mssen1 sind die tglichen ,funktionen des unbewuten ,gedchtnisses ungleich hufiger und mannigfaltiger als diejenigen des bewuten2 davon berzeugt uns leicht eine unbefangene ,prfung von tausend unbewuten ,ttigkeiten1 die wir aus ,gewohnheit1 ohne daran zu denken1 beim ,gehen1 ,sprechen1 ,schreiben1 ,essen usw41 tglich vollziehen4 ,,iv4 ,das bewute ,gedchtnis1 welches durch bestimmte ,gehirnzellen beim ,menschen und den hheren ,tieren vermittelt wird1 erscheint daher nur als eine spt entstandene innere ,spiegelung1 als die hchste ,blte derselben psychischen ,vorstellungs-,reproduktionen1 welche bei unseren niederen tierischen ,vorfahren sich als unbewute ,vorgnge in den ,ganglienzellen abspielten4 ,assozion der ,vorstellungen4 ,die ,verkettung der ,vorstellungen1 welche man gewhnlich als ,assoziation der ,ideen 7oder krzer ,assozion7 bezeichnet1 durchluft ebenfalls eine lange ,stufenleiter von den niedersten bis zu den hchsten ,stufen4 ,die ,erzeugnisse dieser ,ideenassozion sind uerst mannigfaltig2 trotzdem aber fhrt eine sehr lange1 ununterbrochene ,stufenleiter allmhlicher ,entwickelung von den einfachsten ,assozionen der niedersten ,protisten bis zu den vollkommensten ,ideenverkettungen des ,kulturmenschen hinauf4 ,alles hhere ,seelenleben wird um so vollkommener1 je mehr sich die normale ,assozion unendlich zahlreicher ,vorstellungen ausdehnt1 und je naturgemer dieselben durch die kritische ,vernunft geordnet werden4 ,im ,traume1 wo diese ,kritik fehlt1 erfolgt oft die ,assozion der reproduzierten ,vorstellungen in der konfusesten ,form4 ,aber auch im ,schaffen der ,phantasie1 welche durch mannigfaltige ,verkettung vorhandener ,vorstellungen ganz neue ,gruppen derselben produziert1 ebenso in den ,halluzinationen usw4 werden dieselben oft ganz naturwidrig geordnet und erscheinen daher bei nchterner ,betrachtung unvernnftig4 ,ganz besonders gilt dies von den bernatrlichen ,gestalten des ,glaubens1 dem ,geisterspuk des ,spiritismus und ,okkultismus4 ,aber gerade diese abnormen ,assozionen des ,glaubens und der angeblichen ,offenbarung werden vielfach als die wertvollsten ,geistesgter des ,menschen hochgeschtzt4 ,instinkte4 ,die veraltete ,psychologie des ,mittelalters1 die allerdings auch heute noch viele ,anhnger besitzt1 betrachtete das ,seelenleben des ,menschen und der ,tiere als gnzlich verschiedene ,erscheinungen2 sie leitete das erstere von der ,vernunft1 das letztere von dem ,instinkt ab4 ,der traditionellen ,schpfungsgeschichte entsprechend nahm man an1 da jeder ,tierart bei ihrer ,schpfung eine bestimmte1 unbewute ,seelenqualitt vom ,schpfer eingepflanzt sei1 und da dieser ,naturtrieb 7,instinctus7 einer jeden ,species ebenso unvernderlich sei wie deren krperliche ,organisation4 ,nachdem schon ,lamarck 7#ahji7 bei ,begrndung seiner ,deszendenztheorie diesen ,irrtum als unhaltbar erwiesen1 wurde er durch ,darwin 7#ahei7 vollstndig widerlegt2 er bewies an der ,hand seiner ,selektionstheorie folgende wichtige ,lehrstze3 ,i4 ,die ,instinkte der ,spezies sind individuell verschieden und ebenso der ,abnderung durch ,anpassung unterworfen wie die morphologischen ,merkmale der ,krperbildung4 ,,ii4 ,diese ,variationen 7groenteils durch vernderte ,gewohnheiten entstanden7 werden durch ,vererbung teilweise auf die ,nachkommen bertragen und im ,laufe der ,generationen gehuft und befestigt4 ,,iii4 ,die ,selektion 7ebenso die knstliche wie die natrliche7 trifft unter diesen erblichen ,abnderungen der ,seelenttigkeit eine ,auswahl1 sie erhlt die zweckmigsten und entfernt die weniger passenden ,modifikationen4 ,,iv4 ,die dadurch bedingte ,divergenz des psychischen ,charakters fhrt so im ,laufe der ,generationsfolgen ebenso zur ,entstehung neuer ,instinkte1 wie die ,divergenz des morphologischen ,charakters zur ,entstehung neuer ,spezies4 ,dies gilt fr smtliche ,protisten und ,pflanzen ebenso wie fr smtliche ,tiere und ,menschen4 ,die ,instinkte treten aber bei letzteren um so mehr zurck1 je mehr sich auf ihre ,kosten die ,vernunft entwickelt4 ,stufenleiter der ,vernunft4 ,in jenen oberflchlichen1 mit dem ,seelenleben der ,tiere unbekannten psychologischen ,betrachtungen1 welche nur im ,menschen eine wahre ,seele anerkennen1 wird auch ihm allein als hchstes ,gut die ,vernunft und das ,bewutsein zugeschrieben4 ,auch dieser ,irrtum ist durch die vergleichende ,psychologie der letzten ,jahrzehnte grndlich widerlegt4 ,die hheren ,wirbeltiere besitzen ebensogut ,vernunft wie der ,mensch selbst1 und innerhalb der ,tierreihe zeigt sich ebenso eine lange ,stufenleiter in der allmhlichen ,entwickelung der ,vernunft wie innerhalb der ,menschenreihe4 ,der ,unterschied zwischen der ,vernunft eines ,goethe1 ,kant1 ,lamarck1 ,darwin und derjenigen des niedersten ,naturmenschen1 eines ,wedda1 ,akka1 ,australnegers und ,patagoniers1 ist viel grer als die ,differenz zwischen der ,vernunft dieser letzteren und der vernnftigsten ,sugetiere1 der ,menschenaffen1 ,hunde1 ,elefanten usw4 ,sprache4 ,der hhere ,grad von ,entwickelung der ,begriffe1 von ,verstand und ,vernunft1 welcher den ,menschen so hoch ber die ,tiere erhebt1 ist eng verknpft mit der ,ausbildung seiner ,sprache4 ,aber auch hier1 wie dort1 ist eine lange ,stufenleiter der ,entwickelung nachweisbar1 welche ununterbrochen von den niedersten zu den hchsten ,bildungsstufen hinauffhrt4 ,sprache ist ebensowenig als ,vernunft ein ausschlieliches ,eigentum des ,menschen4 ,vielmehr ist ,sprache im weiteren ,sinne ein gemeinsamer ,vorzug aller hheren sozialen ,tiere1 mindestens aller ,gliedertiere und ,wirbeltiere1 welche in ,gesellschaften und ,herden vereinigt leben2 sie ist ihnen notwendig zur ,verstndigung1 zur ,mitteilung ihrer ,vorstellungen4 ,diese kann nun entweder durch ,berhrung oder durch ,zeichengebung geschehen1 oder durch ,tne1 welche bestimmte ,begriffe bezeichnen4 ,auch der ,gesang der ,singvgel und der singenden ,menschenaffen 7,hylobates7 gehrt zur ,lautsprache1 ebenso wie das ,bellen der ,hunde und das ,wiehern der ,pferde2 ferner das ,zirpen der ,grillen und das ,geschrei der ,zikaden4 ,aber nur beim ,menschen hat sich jene artikulierte ,begriffssprache entwickelt1 welche seine ,vernunft zu so viel hheren ,leistungen befhigt4 ,die vergleichende ,sprachforschung hat gelehrt1 wie die zahlreichen hochentwickelten ,sprachen der verschiedenen ,vlker sich aus wenigen einfachen ,ursprachen langsam und allmhlich entwickelt haben4 ,romanes 7#ahic7 hat berzeugend dargetan1 da die ,sprache des ,menschen nur dem ,grade der ,entwickelung nach1 nicht dem ,wesen und der ,art nach von derjenigen der hheren ,tiere verschieden ist4 ,stufenleiter der ,gemtsbewegungen oder ,affekte4 ,die wichtige ,gruppe von ,seelenttigkeiten1 welche wir unter dem ,begriffe ,gemt zusammenfassen1 spielt eine groe ,rolle ebenso in der theoretischen wie in der praktischen ,vernunftlehre4 ,fr unsere ,betrachtungsweise sind sie deshalb besonders wichtig1 weil hier der direkte ,zusammenhang der ,gehirnfunktion mit anderen physiologischen ,funktionen 7,herzschlag1 ,sinnesttigkeit1 ,muskelbewegung7 unmittelbar einleuchtet2 dadurch wird hier besonders das ,widernatrliche und ,unhaltbare jener ,philosophie klar1 welche die ,psychologie prinzipiell von der ,physiologie trennen will4 ,alle die zahlreichen uerungen des ,gemtslebens1 welche wir beim ,menschen finden1 kommen auch bei den hheren ,tieren vor 7besonders bei den ,menschenaffen und ,hunden72 so verschiedenartig sie auch entwickelt sind1 so lassen sich doch alle wieder auf die beiden ,elementarfunktionen der ,psyche zurckfhren1 auf ,empfindung und ,bewegung1 und auf deren ,verbindung im ,reflex und in der ,vorstellung4 ,zum ,gebiete der ,empfindung im weiteren ,sinne gehrt das ,gefhl von ,lust und ,unlust1 welches das ,gemt bestimmt1 und ebenso gehrt auf der anderen ,seite zum ,gebiete der ,bewegung die entsprechende ,zuneigung und ,abneigung 7,liebe und ,ha71 das ,streben nach ,erlangen der ,lust und nach ,vermeiden der ,unlust4 ,anziehung und ,abstoung erscheinen hier zugleich als die ,urquelle des ,willens4 ,die ,leidenschaften1 welche eine so groe ,rolle im hheren ,seelenleben des ,menschen spielen1 sind nur ,steigerungen der ,gemtsbewegungen und ,affekte4 ,da auch diese den ,menschen und ,tieren gemeinsam sind1 hat ,romanes einleuchtend gezeigt4 ,auf der tiefsten ,stufe des organischen ,lebens schon finden wir bei allen ,protisten jene elementaren ,gefhle von ,lust und ,unlust1 welche sich in ihren sogenannten ,tropismen uern1 in dem ,streben nach ,licht oder ,dunkelheit1 nach ,wrme oder ,klte1 in dem verschiedenen ,verhalten gegen positive und negative ,elektrizitt4 ,auf der hchsten ,stufe des ,seelenlebens dagegen treffen wir beim ,kulturmenschen jene feinsten ,gefhlstne und ,abstufungen von ,entzcken und ,abscheu1 von ,liebe und ,ha1 welche die ,triebfedern der ,kulturgeschichte und die unerschpfliche ,fundgrube der ,poesie sind4 ,und doch verbindet eine zusammenhngende ,kette von allen denkbaren bergangsstufen jene primitivsten ,urzustnde des ,gemts im ,psychoplasma der einzelligen ,protisten mit diesen hchsten ,entwickelungsformen der ,leidenschaften beim ,menschen1 welche sich in den ,ganglienzellen der ,grohirnrinde abspielen4 ,stufenleiter des ,willens4 ,der ,begriff des ,willens unterliegt gleich anderen psychologischen ,grundbegriffen den verschiedensten ,deutungen und ,definitionen4 ,bald wird der ,wille im weitesten ,sinne als kosmologisches ,attribut betrachtet3 die ,welt als ,wille und ,vorstellung 7,schopenhauer71 bald im engsten ,sinne als ein anthropologisches ,attribut1 als eine ausschlieliche ,eigenschaft des ,menschen2 letzteres gilt z4 ,b4 fr ,descartes1 fr welchen die ,tiere willenlose und empfindungslose ,maschinen sind4 ,im gewhnlichen ,sprachgebrauch wird der ,wille von der ,erscheinung der willkrlichen ,bewegung abgeleitet und somit als eine ,seelenttigkeit der meisten ,tiere betrachtet4 ,wenn wir den ,willen im ,lichte der vergleichenden ,physiologie und ,entwickelungsgeschichte untersuchen1 so kommen wir -- ebenso wie bei der ,empfindung -- zur berzeugung1 da er eine allgemeine ,eigenschaft des lebenden ,psychoplasma ist4 ,willensfreiheit4 ,das ,problem von der ,freiheit des menschlichen ,willens ist unter allen ,weltrtseln dasjenige1 welches den denkenden ,menschen von jeher am meisten beschftigt hat1 und zwar deshalb1 weil sich hier mit dem hohen philosophischen ,interesse der ,frage zugleich die wichtigsten ,folgerungen fr die praktische ,philosophie verknpfen1 fr die ,moral1 die ,erziehung1 die ,rechtspflege usw4 ,e4 ,du ,bois-,reymond1 welcher dasselbe als das siebente und letzte unter seinen sieben ,weltrtseln behandelt1 sagt daher von dem ,problem der ,willensfreiheit mit ,recht3 ,jeden berhrend1 scheinbar jedem zugnglich1 innig verflochten mit den ,grundbedingungen der menschlichen ,gesellschaft1 auf das tiefste eingreifend in die religisen berzeugungen1 hat diese ,frage in der ,geistes- und ,kulturgeschichte eine ,rolle von unermelicher ,wichtigkeit gespielt1 und in ihrer ,behandlung spiegeln sich die ,entwickelungsstadien des ,menschengeistes deutlich ab4 -- ,vielleicht gibt es keinen ,gegenstand menschlichen ,nachdenkens1 ber welchen lngere ,reihen nie mehr aufgeschlagener ,folianten im ,staube der ,bibliotheken modern4 -- ,diese ,wichtigkeit der ,frage tritt auch darin klar zutage1 da ,kant die berzeugung von der ,willensfreiheit unmittelbar neben diejenige von der ,unsterblichkeit der ,seele und neben den ,glauben an ,gott stellte4 ,er bezeichnete diese drei groen ,fragen als die drei unentbehrlichen ,postulate der praktischen ,vernunft1 nachdem er vorher in der ,kritik der reinen ,vernunft klar dargelegt hatte1 da ihre ,annahme vllig unbegrndet ist4 ,das ,merkwrdigste in dem groartigen und hchst verworrenen ,streite ber die ,willensfreiheit ist vielleicht die ,tatsache1 da dieselbe theoretisch nicht nur von hchst kritischen ,philosophen1 sondern auch von den extremsten ,gegenstzen verneint und trotzdem von den meisten ,menschen als selbstverstndlich noch heute bejaht wird4 ,hervorragende ,lehrer der christlichen ,kirche1 wie der ,kirchenvater ,augustin und der ,reformator ,calvin1 leugnen die ,willensfreiheit ebenso bestimmt wie die bekanntesten ,fhrer des reinen ,materialismus1 ,holbach im #ah4 und ,bchner im #ai4 ,jahrhundert4 ,die christlichen ,theologen verneinen sie1 weil sie mit ihrem festen ,glauben an die ,allmacht ,gottes und die ,prdestination unvereinbar ist2 ,gott1 der ,allmchtige und ,allwissende1 sah und wollte alles von ,ewigkeit voraus2 also bestimmte er auch das ,handeln der ,menschen4 ,wenn der ,mensch nach freiem ,willen handelte1 anders1 als es ,gott vorausbestimmt hatte1 so wre ,gott nicht allmchtig und allwissend gewesen4 ,in demselben ,sinne war auch ,leibniz unbedingter ,determinist4 ,die monistischen ,naturforscher des #ah4 ,jahrhunderts1 allen voran ,laplace1 verteidigten den ,determinismus wieder auf ,grund ihrer einheitlichen mechanischen ,weltanschauung4 ,der gewaltige ,kampf zwischen den ,deterministen und ,indeterministen1 zwischen den ,gegnern und den ,anhngern der ,willensfreiheit1 ist heute1 nach mehr als zwei ,jahrtausenden1 endgltig zugunsten der ersteren entschieden4 ,der menschliche ,wille ist ebensowenig frei als derjenige der hheren ,tiere1 von welchem er sich nur dem ,grade1 nicht der ,art nach unterscheidet4 ,whrend noch im #ah4 ,jahrhundert das alte ,dogma von der ,willensfreiheit wesentlich mit allgemeinen1 philosophischen und kosmologischen ,grnden bestritten wurde1 hat uns dagegen das #ai4 ,jahrhundert ganz andere ,waffen zu dessen definitiver ,widerlegung geschenkt1 die gewaltigen ,waffen1 welche wir dem ,arsenal der vergleichenden ,physiologie und ,entwickelungsgeschichte verdanken4 ,wir wissen jetzt1 da jeder ,willensakt ebenso durch die ,organisation des wollenden ,individuums bestimmt und ebenso von den jeweiligen ,bedingungen der umgebenden ,auenwelt abhngig ist wie jede andere ,seelenttigkeit4 ,der ,charakter des ,strebens ist von vornherein durch die ,vererbung von ,eltern und ,voreltern bedingt2 der ,entschlu zum jedesmaligen ,handeln wird durch die ,anpassung an die momentanen ,umstnde gegeben1 wobei das strkste ,motiv den ,ausschlag gibt1 entsprechend den ,gesetzen1 welche die ,statik der ,gemtsbewegungen bestimmen4 ,die ,ontogenie lehrt uns die individuelle ,entwickelung des ,willens beim ,kinde verstehen1 die ,phylogenie aber die historische ,ausbildung des ,willens innerhalb der ,reihe unserer ,wirbeltier-,ahnen4 ,achtes ,kapitel4 ,keimesgeschichte der ,seele4 ,monistische ,studien ber ontogenetische ,psychologie4 ,entwickelung des ,seelenlebens im individuellen ,leben der ,person4 ,unsere menschliche ,seele -- gleichviel1 wie man ihr ,wesen auffat -- unterliegt im ,laufe unseres individuellen ,lebens einer stetigen ,entwickelung4 ,diese ontogenetische ,tatsache ist fr unsere monistische ,psychologie von fundamentaler ,bedeutung1 obwohl die meisten ,psychologen von ,fach ihr teils nur geringe1 teils gar keine ,bercksichtigung schenken4 ,wie nun die individuelle ,entwickelungsgeschichte der wahre ,lichttrger fr alle ,untersuchungen ber organische ,krper ist1 so wird sie auch ber die wichtigsten ,geheimnisse des ,seelenlebens uns erst das wahre ,licht anznden4 ,obgleich nun diese ,keimesgeschichte der ,menschenseele uerst wichtig und interessant ist1 hat sie doch bisher nur in sehr beschrnktem ,umfange die verdiente ,bercksichtigung gefunden4 ,es waren bisher fast ausschlielich die ,pdagogen1 welche sich mit einem ,teile derselben beschftigten2 durch ihren praktischen ,beruf darauf angewiesen1 die ,ausbildung der ,seelenttigkeit beim ,kinde zu leiten und zu berwachen1 muten sie auch theoretisches ,interesse an den dabei beobachteten psychogenetischen ,tatsachen finden4 ,indessen standen die ,pdagogen in der ,neuzeit wie im ,altertum grtenteils im ,banne der herrschenden dualistischen ,psychologie2 dagegen waren sie mit den wichtigsten ,tatsachen der vergleichenden ,psychologie1 sowie mit der ,organisation und ,funktion des ,gehirns meistens nicht bekannt4 ,auerdem aber betrafen ihre ,beobachtungen grtenteils erst die ,kinder in schulpflichtigem ,alter oder in den unmittelbar vorhergehenden ,lebensjahren4 ,die merkwrdigen ,erscheinungen1 welche die individuelle ,psychogenie des ,kindes gerade in den ersten ,lebensjahren darbietet1 und welche alle denkenden ,eltern freudig bewundern1 wurden fast niemals ,gegenstand eingehender wissenschaftlicher ,studien4 ,hier hat erst ,wilhelm ,preyer 7#ahha7 ,bahn gebrochen1 in seiner ,schrift ber ,die ,seele des ,kindes2 ,beobachtungen ber die geistige ,entwickelung des ,menschen in den ersten ,lebensjahren4 ,indessen mssen wir1 um volle ,klarheit zu gewinnen1 noch weiter zurckgehen1 bis auf die erste ,entstehung der ,seele im befruchteten ,ei4 ,entstehung der individuellen ,seele4 ,der ,ursprung und die erste ,entstehung des menschlichen ,individuums galt noch im ,anfange des #ai4 ,jahrhunderts fr ein vollkommenes ,geheimnis4 ,allerdings hatte ,caspar ,friedrich ,wolff schon #agei in seiner ,theoria generationis das wahre ,wesen der embryonalen ,entwickelung aufgedeckt und an der sicheren ,hand kritischer ,beobachtung gezeigt1 da bei der ,entwickelung des ,keimes aus dem einfachen ,ei eine wahre ,epigenesis1 d4 h4 eine ,reihe der merkwrdigsten ,neubildungsprozesse stattfinde4 ,allein die damalige ,physiologie lehnte diese empirischen1 unmittelbar mikroskopisch zu demonstrierenden ,erkenntnisse rundweg ab und hielt an dem hergebrachten ,dogma der embryonalen ,prformation fest4 ,nach diesem nahm man an1 da im ,ei der ,organismus mit allen seinen ,teilen vorgebildet oder prformiert sei2 die ,entwickelung des ,keimes bestehe eigentlich nur in einer ,auswickelung der eingewickelten ,teile 7,evolutio74 ,als notwendiger ,folgeschlu dieses ,irrtums ergab sich daraus weiterhin die oben erwhnte ,einschachtelungstheorie 7,s4 #cc74 ,diesem ,dogma der ,ovulistenschule stand gegenber eine andere1 ebenso irrtmliche ,ansicht1 die der ,animalkulisten2 diese glaubten1 da der eigentliche ,keim nicht in der weiblichen ,eizelle der ,mutter1 sondern in der mnnlichen ,spermazelle des ,vaters liege1 und da in diesem ,samentierchen die ,einschachtelung der ,generationsreihen zu suchen sei4 ,leibniz bertrug diese ,einschachtelungslehre ganz folgerichtig auch auf die menschliche ,seele2 er leugnete fr sie eine wahre ,entwickelung 7,epigenesis7 ebenso wie fr den ,krper und sagte in seiner ,theodicee3 ,so sollte ich meinen1 da die ,seelen1 welche eines ,tages menschliche ,seelen sein werden1 im ,samen1 wie jene von anderen ,spezies1 dagewesen sind2 da sie in den ,voreltern bis auf ,adam1 also seit dem ,anfang der ,dinge1 immer in der ,form organisierter ,krper existiert haben4 hnliche ,vorstellungen erhielten sich sowohl in der ,biologie wie in der ,philosophie noch bis in das dritte ,dezennium des #ai4 ,jahrhunderts1 wo ihnen die ,reform der ,keimesgeschichte durch ,baer den ,todessto versetzte4 ,mythologie des ,seelenursprungs4 ,die nheren ,aufschlsse1 welche wir durch die vergleichende ,ethnologie neuerdings ber die mannigfaltigen ,mythenbildungen der lteren ,kulturvlker sowohl als der heutigen ,naturvlker gewonnen haben1 sind auch fr die ,psychogenie von groem ,interesse4 ,betreffs ihres wissenschaftlichen oder poetischen ,gehaltes knnen die ,mythen ber den ,seelenursprung etwa folgendermaen in fnf ,gruppen geordnet werden3 ,i4 ,mythus der ,seelenwanderung3 die ,seele lebte frher im ,krper eines anderen ,tieres und ist erst aus diesem in den menschlichen ,krper bergetreten2 die gyptischen ,priester z4 ,b4 behaupteten1 da die menschliche ,seele nach dem ,tode des ,leibes durch alle ,tiergattungen hindurchwandere1 nach #cjjj ,jahren aber wieder in einen ,menschenleib zurckkehre4 ,,ii4 ,mythus der ,seeleneinpflanzung3 die ,seele existierte selbstndig an einem anderen ,orte1 in einer ,seelen-,vorratskammer 7etwa in einer ,art von ,keimschlaf oder latentem ,leben72 sie wird von einem ,vogel 7bisweilen als ,adler1 oft als ,klapperstorch gedacht7 geholt und in den menschlichen ,krper eingesetzt4 ,,iii4 ,mythus der ,seelenschpfung3 der gttliche ,schpfer1 als persnlicher ,gott-,vater gedacht1 erschafft die ,seelen1 hlt sie vorrtig -- bald in einem ,seelenteich1 bald an einem ,seelenbaum2 der ,schpfer nimmt dieselben heraus und setzt sie 7whrend des ,zeugungsaktes7 dem menschlichen ,keime ein4 ,,iv4 ,mythus der ,seeleneinschachtelung 7von ,leibniz1 vorher erwhnt74 ,v4 ,mythus der ,seelenteilung 7von ,rudolf ,wagner1 #ahee72 im ,zeugungsakte spaltet sich ein ,teil von beiden 7immateriellen67 ,seelen ab1 die den ,krper der beiden kopulierenden ,eltern bewohnen2 der mtterliche ,seelenkeim lebt in der ,eizelle1 der vterliche in dem beweglichen ,samentierchen2 indem diese beiden ,keimzellen verschmelzen1 wachsen auch die beiden sie begleitenden ,seelen zur ,bildung einer neuen immateriellen ,seele zusammen4 ,physiologie des ,seelenursprungs4 ,obwohl die angefhrten ,dichtungen ber die ,entstehung der einzelnen ,menschenseele heute noch sehr weite ,verbreitung und ,anerkennung besitzen1 ist dennoch ihr rein mythologischer ,charakter jetzt sicher nachgewiesen4 ,die bewunderungswrdigen ,untersuchungen1 welche im ,laufe der letzten ,dezennien ber die feineren ,vorgnge bei der ,befruchtung und ,keimung des ,eies ausgefhrt worden sind1 haben ergeben1 da diese mysterisen ,erscheinungen smtlich in das ,gebiet der ,zellenphysiologie gehren4 ,sowohl die weibliche ,keimanlage1 das ,ei1 als der mnnliche ,befruchtungskrper1 das ,spermium oder ,samentierchen1 sind einfache ,zellen4 ,diese lebendigen ,zellen besitzen eine ,summe von physiologischen ,eigenschaften1 welche wir unter dem ,begriff der ,zellseele zusammenfassen1 ebenso wie bei den permanent einzelligen ,protisten 7vergl4 ,s4 #ib74 ,beiderlei ,geschlechtszellen besitzen das ,vermgen der ,bewegung und ,empfindung4 ,die jugendliche ,eizelle oder das ,urei bewegt sich nach ,art einer ,ambe2 die sehr kleinen ,samenkrperchen oder ,spermien1 von welchen ,millionen in jedem ,tropfen des schleimartigen1 mnnlichen ,samens sich finden1 sind ,geielzellen und bewegen sich mittels ihrer schwingenden ,geiel ebenso lebhaft schwimmend im ,sperma umher wie die gewhnlichen ,geielinfusorien 7,flagellaten74 ,wenn nun die beiderlei ,zellen bei der ,begattung zusammentreffen1 oder wenn sie durch knstliche ,befruchtung 7z4 ,b4 bei ,fischen7 in ,berhrung gebracht werden1 ziehen sie sich gegenseitig an und legen sich fest aneinander4 ,die ,ursache dieser zellularen ,attraktion ist eine chemische1 dem ,geruche oder ,geschmacke verwandte ,sinnesttigkeit des ,plasma1 die wir als erotischen ,chemotropismus bezeichnen4 ,man kann sie auch geradezu 7sowohl im ,sinne der ,chemie als im ,sinne der ,romanliebe7 ,zellenwahlverwandtschaft oder sexuelle ,zellenliebe nennen4 ,zahlreiche ,geielzellen des ,sperma schwimmen auf die ruhige ,eizelle lebhaft hin und versuchen in deren ,krper einzudringen4 ,es gelingt aber normalerweise nur einem einzigen glcklichen ,bewerber1 das ersehnte ,ziel wirklich zu erreichen4 ,sobald sich dieses bevorzugte ,samentierchen mit seinem ,kopfe 7d4 h4 dem ,zellenkern7 in den ,leib der ,eizelle eingebohrt hat1 wird von der ,eizelle eine dnne ,schleimschicht abgesondert1 welche das ,eindringen anderer mnnlicher ,zellen verhindert4 ,nur wenn man durch niedere ,temperatur die ,eizelle in ,kltestarre versetzt oder sie durch narkotische ,mittel 7,chloroform1 ,morphium1 ,nikotin7 betubt1 unterbleibt die ,bildung dieser ,schutzhlle2 dann tritt berfruchtung oder ,polyspermie ein1 und zahlreiche ,samenfden bohren sich in den ,leib der bewutlosen ,zelle ein4 ,diese merkwrdige ,tatsache bezeugt ebenso einen niederen ,grad von spezifischer1 sinnlicher1 lebhafter ,empfindung in den beiderlei ,geschlechtszellen wie die wichtigen ,vorgnge1 die gleich darauf sich in ihrem ,innern abspielen4 ,die beiderlei ,zellenkerne1 der weibliche ,eikern und der mnnliche ,spermakern1 ziehen sich gegenseitig an1 nhern sich und verschmelzen bei der ,berhrung vollstndig miteinander4 ,so ist denn aus der befruchteten ,eizelle jene wichtige neue ,zelle entstanden1 welche wir ,stammzelle nennen1 und aus deren wiederholter ,teilung der ganze vielzellige ,organismus hervorgeht4 ,die psychologischen ,erkenntnisse1 welche sich aus diesen merkwrdigen ,tatsachen der ,befruchtung ergeben1 sind beraus wichtig und bisher nicht entfernt in ihrer allgemeinen ,bedeutung gewrdigt4 ,wir fassen die wesentlichsten ,folgerungen in folgenden fnf ,stzen zusammen3 ,i4 ,jedes menschliche ,individuum ist1 wie jedes andere hhere ,tier1 im ,beginne seiner ,existenz eine einfache ,zelle4 ,,ii4 ,diese ,stammzelle entsteht berall auf dieselbe ,weise1 durch ,verschmelzung oder ,kopulation von zwei getrennten ,zellen verschiedenen ,ursprungs1 der weiblichen ,eizelle und der mnnlichen ,spermazelle4 ,,iii4 ,beide ,geschlechtszellen besitzen eine verschiedene ,zellseele1 d4 h4 beide sind durch eine besondere ,form von ,empfindung und von ,bewegung ausgezeichnet4 ,,iv4 ,in dem ,momente der ,befruchtung oder ,empfngnis verschmelzen nicht nur die ,plasmakrper der beiden ,geschlechtszellen und ihre ,kerne1 sondern auch ihre ,seelen2 d4 h4 die in ihnen enthaltenen psychischen ,anlagen 7oder ,spannkrfte7 vereinigen sich zum ,seelenkeim der neugebildeten ,stammzelle4 ,v4 ,daher besitzt jede ,person leibliche und geistige ,eigenschaften von beiden ,eltern2 der ,kern der ,eizelle bertrgt einen ,teil der mtterlichen1 der ,kern der ,spermazelle einen ,teil der vterlichen ,eigenschaften4 ,durch diese empirisch erkannten ,erscheinungen der ,empfngnis oder ,konzeption wird ferner die hchst wichtige ,tatsache festgestellt1 da jeder ,mensch1 wie jedes andere ,tier1 einen ,beginn der individuellen ,existenz hat2 die vllige ,kopulation der beiden sexuellen ,zellkerne bezeichnet haarscharf den ,augenblick1 in welchem nicht nur der ,krper der neuen ,stammzelle entsteht1 sondern auch ihre ,seele4 ,durch diese ,tatsache allein schon wird der alte ,mythus von der ,unsterblichkeit der ,seele widerlegt1 auf den wir spter zurckkommen4 ,ferner wird dadurch der noch sehr verbreitete ,aberglaube widerlegt1 da der ,mensch seine individuelle ,existenz der ,gnade des liebenden ,gottes verdankt4 ,die ,ursache derselben beruht vielmehr einzig und allein auf dem ,eros seiner beiden ,eltern1 auf jenem mchtigen1 allen vielzelligen ,tieren und ,pflanzen gemeinsamen ,geschlechtstriebe1 welcher zu deren ,begattung fhrt4 ,das ,wesentliche bei diesem physiologischen ,prozesse ist aber nicht1 wie man frher annahm1 die ,umarmung oder die damit verknpften ,liebesspiele1 sondern einzig und allein die ,einfhrung des mnnlichen ,sperma in die weiblichen ,geschlechtskanle4 ,nur dadurch wird es bei den landbewohnenden ,tieren mglich1 da der befruchtende ,samen mit der abgelsten ,eizelle zusammenkommt 7was beim ,menschen gewhnlich innerhalb des ,uterus geschieht74 ,bei niederen1 wasserbewohnenden ,tieren 7z4 ,b4 ,fischen1 ,muscheln1 ,medusen7 werden beiderlei reife ,geschlechtsprodukte einfach in das ,wasser entleert1 und hier bleibt ihr ,zusammentreffen dem ,zufall berlassen2 dann fehlt eine eigentliche ,begattung1 und damit fallen zugleich jene zusammengesetzten psychischen ,funktionen des ,liebeslebens hinweg1 die bei hheren ,tieren eine so groe ,rolle spielen4 ,daher fehlen auch allen niederen1 nicht kopulierenden ,tieren jene interessanten ,organe1 die ,darwin als sekundre ,sexualcharaktere bezeichnet hat1 die ,produkte der geschlechtlichen ,zuchtwahl3 der ,bart des ,mannes1 das ,geweih des ,hirsches1 das prachtvolle ,gefieder der ,paradiesvgel und vieler ,hhnervgel1 sowie viele andere ,auszeichnungen der ,mnnchen1 welche den ,weibchen fehlen4 7,vergl4 ,wilhelm ,blsche1 ,liebesleben der ,natur1 #c ,bnde1 #aija47 ,vererbung der ,seele4 ,unter den angefhrten ,folgeschlssen der ,konzeptionsphysiologie ist fr die ,psychologie ganz besonders wichtig die ,vererbung der ,seelenqualitten von beiden ,eltern4 ,da jedes ,kind besondere ,eigentmlichkeiten des ,charakters1 ,temperament1 ,talent1 ,sinnesschrfe1 ,willensenergie von beiden ,eltern erbt1 ist allgemein bekannt4 ,ebenso bekannt ist die ,tatsache1 da auch psychische ,eigenschaften von beiderlei ,groeltern durch ,vererbung bertragen werden2 ja1 hufig stimmt in einzelnen ,beziehungen der ,mensch mehr mit den ,groeltern als mit den ,eltern berein4 ,alle die merkwrdigen ,gesetze der ,vererbung besitzen ebenso allgemeine ,gltigkeit fr die besonderen ,erscheinungen der ,seelenttigkeit wie der ,krperbildung2 ja1 sie treten uns hufig an der ersteren noch viel auffallender und klarer entgegen1 als an der letzteren4 ,nun ist ja an sich das groe ,gebiet der ,vererbung1 fr dessen ungeheuere ,bedeutung uns erst ,darwin das wissenschaftliche ,verstndnis erffnet hat1 reich an dunkeln ,rtseln und physiologischen ,schwierigkeiten2 wir drfen nicht beanspruchen1 da uns schon jetzt alle ,seiten desselben klar vor ,augen liegen4 ,aber so viel haben wir doch schon sicher gewonnen1 da wir die ,vererbung als eine physiologische ,funktion des ,organismus betrachten1 die mit der ,ttigkeit seiner ,fortpflanzung unmittelbar verknpft ist2 und wie alle anderen ,lebensttigkeiten mssen wir auch diese schlielich auf physikalische und chemische ,prozesse1 auf ,mechanik des ,plasma zurckfhren4 ,nun kennen wir aber jetzt den ,vorgang der ,befruchtung selbst genau2 wir wissen1 da dabei ebenso der ,spermakern die vterlichen1 wie der ,eikern die mtterlichen ,eigenschaften auf die neugebildete ,stammzelle bertrgt4 ,die ,vermischung beider ,zellkerne ist das eigentliche ,hauptmoment der ,vererbung2 durch sie werden ebenso die individuellen ,eigenschaften der ,seele wie des ,leibes auf das neugebildete ,individuum bertragen4 ,diesen ontogenetischen ,tatsachen steht die dualistische und mystische ,psychologie der noch heute herrschenden ,schulen ratlos gegenber1 whrend sie sich durch unsere monistische ,psychogenie in einfachster ,weise erklren4 ,seelenmischung 7,psychische ,amphigonie74 ,die physiologische ,tatsache1 auf welche es fr die richtige ,beurteilung der individuellen ,psychogenie vor allem ankommt1 ist die ,kontinuitt der ,psyche in der ,generationsreihe4 ,wenn im ,moment der ,empfngnis auch tatschlich ein neues ,individuum entsteht1 so ist dasselbe doch weder hinsichtlich seiner geistigen noch leiblichen ,qualitt eine unabhngige ,neubildung1 sondern lediglich das ,produkt aus der ,verschmelzung der beiden elterlichen ,faktoren4 ,die ,zellseelen beider ,geschlechtszellen verschmelzen im ,befruchtungsakte ebenso vollstndig zur ,bildung einer neuen ,zellseele1 wie die beiden ,zellkerne1 welche die materiellen ,trger dieser psychischen ,spannkrfte sind1 zu einem neuen ,zellkern sich verbinden4 ,da wir nun sehen1 da die ,individuen einer und derselben ,art stets gewisse1 wenn auch geringfgige ,unterschiede zeigen1 so mssen wir annehmen1 da solche auch schon in der chemischen ,beschaffenheit der kopulierenden ,keimzellen selbst vorhanden sind4 ,psychologischer ,atavismus4 ,wenn bei der ,seelenmischung im ,augenblicke der ,empfngnis zunchst auch nur die besonderen ,eigenschaften der beiden ,elternseelen mittels ,verschmelzung der beiden erotischen ,zellkerne erblich bertragen werden1 so kann damit doch zugleich der erbliche psychische ,einflu lterer1 oft weit zurckliegender ,generationen mit fortgepflanzt werden4 ,denn auch die ,gesetze der latenten ,vererbung oder des ,atavismus gelten ebenso fr die ,psyche wie fr die anatomische ,organisation4 ,gerade in feineren ,zgen des ,seelenlebens1 im ,besitze bestimmter knstlerischer ,talente oder ,neigungen1 in der ,energie des ,charakters1 in der ,leidenschaft des ,temperamentes gleichen oft hervorragende ,menschen mehr ihren ,groeltern als den ,eltern2 nicht selten tritt auch ein aufflliger ,charakterzug hervor1 den weder diese noch jene besaen1 der aber in einem lteren ,gliede der ,ahnenreihe vor langer ,zeit sich offenbart hatte4 ,auch in diesen merkwrdigen ,atavismen gelten dieselben ,vererbungsgesetze fr die ,psyche wie fr die ,physiognomie1 fr die individuelle ,qualitt der ,sinnesorgane1 wie fr die der ,muskeln1 des ,skeletts und anderer ,krperteile4 ,am aufflligsten knnen wir dieselben in regierenden ,dynastien und in alten ,adelsgeschlechtern verfolgen1 deren hervorragende ,ttigkeit im ,staatsleben zur genaueren historischen ,darstellung der ,individuen in der ,generationskette ,veranlassung gegeben hat1 so z4 ,b4 bei den ,hohenzollern1 ,hohenstaufen1 ,oraniern1 ,bourbonen usw41 und nicht minder bei den rmischen ,zsaren4 ,das ,biogenetische ,grundgesetz in der ,psychologie 7#ahff74 ,der ,kausalzusammenhang der biontischen 7individuellen7 und der phyletischen 7historischen7 ,entwickelung1 den ich schon in der ,generellen ,morphologie als oberstes ,gesetz an die ,spitze aller biogenetischen ,untersuchungen gestellt hatte1 besitzt ebenso allgemeine ,geltung fr die ,psychologie wie fr die ,morphologie4 ,wie bei allen anderen ,organismen1 so ist auch beim ,menschen die ,keimesgeschichte ein ,auszug der ,stammesgeschichte4 ,diese gedrngte und abgekrzte ,rekapitulation ist um so vollstndiger1 je mehr durch bestndige ,vererbung die ursprngliche ,auszugsentwickelung 7,palingenesis7 beibehalten wird2 hingegen wird sie um so unvollstndiger1 je mehr durch wechselnde ,anpassung die sptere ,strungsentwickelung 7,cenogenesis7 eingefhrt wird 7,anthropogenie1 #a4 ,vortrag74 ,indem wir dieses ,grundgesetz auf die ,entwickelungsgeschichte der ,seele anwenden1 mssen wir ganz besonderen ,nachdruck darauf legen1 da stets beide ,seiten desselben kritisch im ,auge zu behalten sind4 ,denn beim ,menschen wie bei allen hheren ,tieren und ,pflanzen haben im ,laufe der phyletischen ,jahrmillionen so betrchtliche ,strungen oder ,zenogenesen sich ausgebildet1 da dadurch das ursprngliche reine ,bild der ,palingenese oder des ,geschichtsauszuges stark getrbt und verndert erscheint4 ,whrend einerseits durch die ,gesetze der gleichzeitigen und gleichrtlichen ,vererbung die palingenetische ,rekapitulation erhalten bleibt1 wird sie andererseits durch die ,gesetze der abgekrzten und vereinfachten ,vererbung wesentlich zenogenetisch verndert4 ,zunchst ist das deutlich erkennbar in der ,keimesgeschichte der ,seelenorgane1 des ,nervensystems1 der ,muskeln und ,sinnesorgane4 ,in ganz gleicher ,weise gilt dasselbe aber auch von der ,seelenttigkeit1 die untrennbar an die normale ,ausbildung dieser ,organe gebunden ist4 ,ihre ,keimesgeschichte ist beim ,menschen1 wie bei allen anderen lebendig gebrenden ,tieren1 schon deshalb stark zenogenetisch abgendert1 weil die volle ,ausbildung des ,keimes hier lngere ,zeit innerhalb des mtterlichen ,krpers stattfindet4 ,wir mssen daher als zwei ,hauptperioden der individuellen ,psychogenie unterscheiden3 ,i4 die embryonale und ,,ii4 die post-embryonale ,entwickelungsgeschichte der ,seele4 ,embryonale ,psychogenie4 ,der menschliche ,keim oder ,embryo entwickelt sich normalerweise im ,mutterleibe whrend des ,zeitraumes von neun ,monaten4 ,whrend dieser ,zeit ist er vollkommen von der ,auenwelt abgeschlossen und nicht allein durch die dicke ,muskelwand des mtterlichen ,fruchtbehlters 7,uterus7 geschtzt1 sondern auch durch die besonderen ,fruchthllen 7,amnion und ,serolemma7 welche allen drei hheren ,wirbeltierklassen gemeinsam zukommen1 den ,reptilien1 ,vgeln und ,sugetieren4 ,es sind das ,schutzeinrichtungen1 welche von den ltesten ,reptilien1 den gemeinsamen ,stammformen aller ,amnioten1 erst in der ,permperiode 7gegen ,ende des palozoischen ,zeitalters7 erworben wurden1 als diese hheren ,wirbeltiere sich an das bestndige ,landleben und die ,luftatmung gewhnten4 ,ihre vorhergehenden ,ahnen1 die ,amphibien der ,steinkohlenperiode1 lebten und atmeten noch im ,wasser1 wie ihre lteren ,vorfahren1 die ,fische4 ,bei diesen lteren und niederen wasserbewohnenden ,wirbeltieren besa die ,keimesgeschichte noch in viel hherem ,grade den palingenetischen ,charakter1 wie es auch noch bei den meisten ,fischen und ,amphibien der ,gegenwart der ,fall ist4 ,die bekannten ,kaulquappen1 die ,larven der ,salamander und ,frsche1 bewahren noch heute in der ersten ,zeit ihres freien ,wasserlebens den ,krperbau ihrer ,fischahnen2 sie gleichen ihnen auch in der ,lebensweise1 in der ,kiemenatmung1 in der ,funktion ihrer ,sinnesorgane und ihrer anderen ,seelenorgane4 ,erst wenn die interessante ,metamorphose der schwimmenden ,kaulquappen eintritt1 und wenn sie sich an das ,landleben gewhnen1 verwandelt sich ihr fischhnlicher ,krper in das vierfige1 kriechende ,amphibium2 an die ,stelle der ,kiemenatmung im ,wasser tritt die ausschlieliche ,luftatmung durch ,lungen1 und mit der vernderten ,lebensweise erlangt auch der ,seelenapparat1 ,nervensystem und ,sinnesorgane1 einen hheren ,grad der ,ausbildung4 ,die schwimmende ,kaulquappe besitzt nicht nur die ,organisation1 sondern auch die ,lebensweise und ,seelenttigkeit des ,fisches und erlangt erst durch ihre ,verwandlung diejenige des ,frosches4 ,beim ,menschen wie bei allen anderen ,amniontieren ist das nicht der ,fall2 ihr ,embryo ist schon durch den ,einschlu in die schtzenden ,eihllen dem direkten ,einflusse der ,auenwelt ganz entzogen und jeder ,wechselwirkung mit derselben entwhnt4 ,auerdem aber bietet die besondere ,brutpflege der ,amniontiere ihrem ,keime viel gnstigere ,bedingungen fr zenogenetische ,abkrzung der palingenetischen ,entwickelung4 ,vor allem gehrt dahin die vortreffliche ,ernhrung des ,keims2 sie geschieht bei den ,reptilien1 ,vgeln und ,monotremen 7den eierlegenden ,sugetieren7 durch den groen gelben ,nahrungsdotter1 welcher dem ,ei beigegeben ist1 bei den brigen ,sugetieren hingegen 7den lebendig gebrenden ,beuteltieren und ,zottentieren7 durch das ,blut der ,mutter1 welches durch die ,blutgefe des ,dottersackes und der ,allantois dem ,keime zugefhrt wird4 ,bei den hchstentwickelten ,zottentieren 7,placentalia7 hat diese zweckmige ,ernhrungsform durch ,ausbildung des ,mutterkuchens 7,placenta7 den hchsten ,grad der ,vollkommenheit erreicht2 daher ist der ,embryo schon vor der ,geburt hier vollkommen ausgebildet4 ,seine ,seele aber befindet sich whrend dieser ganzen ,zeit im ,zustande des ,keimschlafes1 einem ,ruhezustande1 welchen ,preyer mit ,recht dem ,winterschlafe der ,tiere verglichen hat4 ,einen gleichen1 lange dauernden ,schlaf finden wir auch im ,puppenzustande jener ,insekten1 welche eine vollkommene ,verwandlung durchmachen 7,schmetterlinge1 ,immen1 ,fliegen1 ,kfer usw474 ,hier ist der ,puppenschlaf1 whrend dessen die wichtigsten ,umbildungen der ,organe und ,gewebe vor sich gehen1 um so interessanter1 als der vorhergehende ,zustand der frei lebenden ,larve 7,raupe1 ,engerling oder ,made7 ein sehr entwickeltes ,seelenleben besitzt1 und als dieses bedeutend unter derjenigen ,stufe steht1 welche spter 7nach dem ,puppenschlaf7 das vollendete1 geflgelte und geschlechtsreife ,insekt zeigt4 ,postembryonale ,psychogenie4 ,die ,seelenttigkeit des ,menschen durchluft whrend seines individuellen ,lebens1 ebenso wie bei den meisten hheren ,tieren1 eine ,reihe von ,entwickelungsstufen2 als die wichtigsten derselben knnen wir wohl folgende fnf ,hauptabschnitte unterscheiden3 #a4 die ,seele des ,neugeborenen bis zum ,erwachen des ,selbstbewutseins und zum ,erlernen der ,sprache1 #b4 die ,seele des ,knaben und des ,mdchens bis zur ,pubertt 7zum ,erwachen des ,geschlechtstriebes71 #c4 die ,seele des ,jnglings und der ,jungfrau bis zum ,eintritt der sexuellen ,verbindung 7die ,periode der ,ideale71 #d4 die ,seele des erwachsenen ,mannes und der reifen ,frau 7,periode der vollen ,reife und der ,familiengrndung71 #e4 die ,seele des ,greises und der ,greisin 7,periode der ,rckbildung74 ,das ,seelenleben des ,menschen durchluft also dieselben ,entwickelungsstufen der aufsteigenden ,fortbildung1 der vollen ,reife und der absteigenden ,rckbildung wie jede andere ,lebensttigkeit des ,organismus4 ,neuntes ,kapitel4 ,stammesgeschichte der ,seele4 ,monistische ,studien ber phylogenetische ,psychologie4 ,entwickelung des ,seelenlebens in der tierischen ,ahnenreihe des ,menschen4 ,die ,deszendenztheorie in ,verbindung mit der ,anthropologie hat uns berzeugt1 da unser menschlicher ,organismus aus einer langen ,reihe tierischer ,vorfahren durch allmhliche ,umbildung im ,laufe vieler ,jahrmillionen langsam und stufenweise sich entwickelt hat4 ,da wir nun das ,seelenleben des ,menschen von seinen brigen ,lebensttigkeiten nicht trennen knnen1 vielmehr zu der berzeugung von der einheitlichen ,entwickelung unseres ganzen ,krpers und ,geistes gelangt sind1 so ergibt sich auch fr die moderne monistische ,psychologie die ,aufgabe1 die historische ,entwickelung der ,menschenseele aus der ,tierseele stufenweise zu verfolgen4 ,die ,lsung dieser ,aufgabe versucht unsere ,stammesgeschichte der ,seele oder die ,phylogenie der ,psyche4 ,obgleich diese neue ,wissenschaft noch kaum ernstlich in ,angriff genommen ist1 obgleich selbst ihre ,existenzberechtigung von den meisten ,fachpsychologen bestritten wird1 mssen wir fr sie dennoch die allerhchste ,wichtigkeit und das grte ,interesse in ,anspruch nehmen4 ,denn nach unserer festen berzeugung ist die phyletische ,psychologie vor allem berufen1 uns das groe ,weltrtsel vom ,wesen und der ,entstehung unserer ,seele zu lsen4 ,methoden der poetischen ,psychogenie4 ,die ,mittel und ,wege1 welche zu dem weit entfernten1 im ,nebel der ,zukunft fr viele noch kaum erkennbaren ,ziele der phylogenetischen ,psychologie hinfhren sollen1 sind von denjenigen anderer stammesgeschichtlicher ,forschungen nicht verschieden4 ,vor allem ist auch hier die vergleichende ,anatomie1 ,physiologie und ,ontogenie von hchstem ,werte4 ,aber auch die ,palontologie liefert uns eine ,anzahl von sicheren ,sttzpunkten2 denn die ,reihenfolge1 in welcher die versteinerten berreste der ,wirbeltierklassen nacheinander in den ,perioden der organischen ,erdgeschichte auftreten1 offenbart uns teilweise1 zugleich mit deren phyletischem ,zusammenhang1 auch die stufenweise ,ausbildung ihrer ,seelenttigkeit4 ,freilich sind wir hier1 wie berall bei phylogenetischen ,untersuchungen1 zur ,bildung zahlreicher ,hypothesen gezwungen1 um die ,lcken der empirischen ,stammesurkunden auszufllen2 aber dennoch werfen die letzteren ein so helles und bedeutungsvolles ,licht auf die wichtigsten ,abstufungen der geschichtlichen ,entwickelung1 da wir eine befriedigende ,einsicht in deren allgemeinen ,verlauf gewinnen knnen4 ,hauptstufen der phyletischen ,psychogenie4 ,die vergleichende ,psychologie des ,menschen und der hheren ,tiere lt uns zunchst in den hchsten ,gruppen der ,sugetiere1 bei den ,herrentieren1 die wichtigsten ,fortschritte erkennen1 durch welche die ,menschenseele aus der ,psyche der ,menschenaffen hervorgegangen ist4 ,die ,phylogenie der ,sugetiere und weiterhin der niederen ,wirbeltiere zeigt uns die lange ,reihe der lteren ,vorfahren der ,primaten1 welche innerhalb dieses ,stammes seit der ,silurzeit sich entwickelt haben4 ,alle diese ,wirbeltiere stimmen berein in der ,struktur und ,entwickelung ihres charakteristischen ,seelenorgans1 des ,markrohrs4 ,da dieses sich aus einem dorsalen ,scheitelhirn wirbelloser ,vorfahren hervorgebildet hat1 scheint die vergleichende ,anatomie der ,wurmtiere oder ,vermalien zu lehren4 ,weiter zurckgehend erfahren wir durch die vergleichende ,ontogenie1 da dieses einfache ,seelenorgan aus der ,zellenschicht des ueren ,keimblattes1 aus dem ,ektoderm von ,platodarien entstanden ist2 bei diesen ltesten ,plattentieren1 die noch kein gesondertes ,nervensystem besaen1 wirkt die uere ,hautdecke als universales ,sinnes- und ,seelenorgan4 ,durch die vergleichende ,keimesgeschichte berzeugen wir uns endlich1 da diese einfachsten ,metazoen durch ,gastrulation aus ,blastaden entstanden sind1 aus ,hohlkugeln1 deren ,wand eine einfache ,zellenschicht bildete1 das ,blastoderm4 ,zugleich lernen wir durch dieselbe mit ,hilfe des ,biogenetischen ,grundgesetzes verstehen1 wie diese vielzelligen ,gebilde einfachster ,art ursprnglich aus einzelligen ,urtieren hervorgegangen sind4 ,i4 ,zellseele 7,zytopsyche72 erste ,hauptstufe der phyletischen ,psychogenesis4 ,die ltesten ,vorfahren des ,menschen1 wie aller brigen ,tiere1 waren einzellige ,protisten4 ,diese ,fundamental-,hypothese der ,phylogenie ergibt sich nach dem ,biogenetischen ,grundgesetze aus der embryologischen ,tatsache1 da jeder ,mensch1 wie jedes andere ,tier1 im ,beginne seiner individuellen ,existenz eine einfache ,zelle ist1 die ,stammzelle4 ,wie diese schon von ,anfang an beseelt war1 so auch jene entsprechende einzellige ,stammform1 welche in der ltesten ,ahnenreihe des ,menschen durch eine ,kette von verschiedenen ,protisten vertreten war4 ber die ,seelenttigkeit dieser einzelligen ,organismen unterrichtet uns die vergleichende ,physiologie der heute noch lebenden ,protisten2 sowohl genaue ,beobachtung als sinnreiches ,experiment haben uns hier ein neues ,gebiet voll hchst interessanter ,erscheinungen erffnet4 ,die beste ,darstellung derselben hat #ahhi ,max ,verworn gegeben1 in seinen gedankenreichen1 auf eigene originelle ,versuche gesttzten ,psychophysiologischen ,protistenstudien4 ,auch die wenigen lteren ,beobachtungen ber das ,seelenleben der ,protisten sind darin zusammengestellt4 ,verworn gelangte zu der festen berzeugung1 da bei allen ,protisten die unbewuten ,vorgnge der ,empfindung und ,bewegung noch mit den molekularen ,lebensprozessen im ,plasma selbst zusammenfallen1 und da ihre letzten ,ursachen in den ,eigenschaften der ,plasmamolekle 7der ,plastidule7 zu suchen sind4 ,die psychischen ,vorgnge im ,protistenreich sind daher die ,brcke1 welche die chemischen ,prozesse in der unorganischen ,natur mit dem ,seelenleben der hchsten ,tiere verbindet2 sie reprsentieren den ,keim der hchsten psychischen ,erscheinungen bei den ,metazoen und dem ,menschen4 ,die sorgfltigen ,beobachtungen und zahlreichen ,experimente von ,verworn1 im ,verein mit denjenigen von ,wilhelm ,engelmann1 ,wilhelm ,preyer1 ,richard ,hertwig und anderen neueren ,protistenforschern1 liefern die bndigen ,beweise fr meine monistische ,theorie der ,zellseele 7#ahff74 ,gesttzt auf eigene langjhrige ,untersuchungen von verschiedenen ,protisten1 besonders von ,rhizopoden und ,infusorien1 hatte ich den ,satz aufgestellt1 da jede lebendige ,zelle psychische ,eigenschaften besitzt1 und da also auch das ,seelenleben der vielzelligen ,tiere und ,pflanzen nichts anderes ist als das ,resultat der psychischen ,funktionen der ihren ,leib zusammensetzenden ,zellen4 ,bei den niederen ,gruppen 7z4 ,b4 ,algen und ,spongien7 sind alle ,zellen des ,krpers gleichmig 7oder mit geringen ,unterschieden7 daran beteiligt2 in den hheren ,gruppen dagegen1 entsprechend den ,gesetzen der ,arbeitsteilung1 nur ein auserlesener ,teil derselben1 die ,seelenzellen4 ,die bedeutungsvollen ,konsequenzen dieser ,zellular-,psychologie hatte ich teils #ahgf in meiner ,schrift ber die ,perigenesis der ,plastidule errtert1 teils #ahgg in meiner ,mnchner ,rede ber die heutige ,entwickelungslehre im ,verhltnis zur ,gesamtwissenschaft4 ,eine mehr populre ,darstellung enthalten meine beiden ,wiener ,vortrge 7#ahgh7 ber ,ursprung und ,entwickelung der ,sinneswerkzeuge und ber ,zellseelen und ,seelenzellen4 ,die einfache ,zellseele zeigt brigens schon innerhalb des ,protistenreiches eine lange ,reihe von ,entwickelungsstufen1 von ganz einfachen1 primitiven bis zu sehr vollkommenen und hohen ,seelenzustnden4 ,bei den ltesten und einfachsten ,protisten ist das ,vermgen der ,empfindung und ,bewegung gleichmig auf das ganze ,plasma des homogenen ,krperchens verteilt2 bei den hheren ,formen dagegen sondern sich als physiologische ,organe derselben besondere ,zellwerkzeuge oder ,organelle4 ,derartige motorische ,zellteile sind die ,pseudopodien der ,rhizopoden1 die ,flimmerhaare1 ,geieln und ,wimpern der ,infusorien4 ,als ein inneres ,zentralorgan des ,zellenlebens wird der ,zellkern betrachtet1 welcher den ltesten und niedersten ,protisten noch fehlt4 ,in physiologisch-chemischer ,beziehung ist besonders hervorzuheben1 da die ursprnglichsten und ltesten ,protisten ,plasmodomen waren1 mit pflanzlichem ,stoffwechsel1 also ,protophyten oder ,urpflanzen2 aus ihnen entstanden sekundr1 durch ,metasitismus1 die ersten ,plasmophagen mit tierischem ,stoffwechsel1 also ,protozoen oder ,urtiere4 ,dieser ,metasitismus1 die ,umkehrung des ,stoffwechsels1 bedeutete einen wichtigen psychologischen ,fortschritt2 denn damit begann die ,entwickelung jener charakteristischen ,vorzge der ,tierseele1 welche der ,pflanzenseele noch fehlen4 ,,ii4 ,zellvereinsseele oder ,znobial-,seele 7,coenopsyche72 zweite ,hauptstufe der phyletischen ,psychogenesis4 ,die individuelle ,entwickelung beginnt beim ,menschen wie bei allen anderen vielzelligen ,tieren mit der wiederholten ,teilung einer einfachen ,zelle4 ,die ,stammzelle 7,cytula7 zerfllt dadurch in einen maulbeerhnlichen ,zellhaufen1 den ,maulbeerkeim 7,morula74 ,indem sich im ,inneren dieses soliden ,krpers ,flssigkeit ansammelt1 verwandelt er sich in ein kugeliges ,blschen2 alle ,zellen treten an dessen ,oberflche und ordnen sich in eine einfache ,zellenschicht1 die ,keimhaut 7,blastoderma74 ,die so entstandene ,hohlkugel ist der bedeutungsvolle ,zustand der ,keimblase 7,blastula74 ,die ,bewegungen1 die wir unmittelbar bei der ,bildung der ,blastula beobachten knnen1 sind ohne entsprechende ,empfindungen nicht zu denken4 ,die ,bewegungen zerfallen in zwei ,gruppen3 #a4 die inneren ,bewegungen1 welche berall in wesentlich gleicher ,weise beim ,vorgange der gewhnlichen 7indirekten7 ,zellteilung sich wiederholen 7,bildung der ,kernspindel1 ,mitose1 ,karyokinese usw472 #b4 die ueren ,bewegungen1 welche in der gesetzmigen ,lagevernderung der geselligen ,zellen und ihrer ,gruppierung bei ,bildung des ,blastoderms zutage treten4 ,wir fassen diese ,bewegungen als ererbte auf1 weil sie berall in prinzipiell gleicher ,weise von den ,ahnen bernommen worden sind4 ,die ,empfindungen knnen ebenfalls in zwei ,gruppen unterschieden werden3 #a4 die ,empfindungen der einzelnen ,zellen1 welche sich in der ,behauptung ihrer individuellen ,selbstndigkeit und ihrem ,verhalten gegen die ,nachbarzellen uern 7mit denen sie in ,berhrung und teilweise durch ,plasmabrcken in direkter ,verbindung stehen72 #b4 die einheitliche ,empfindung des ganzen ,zellvereins oder ,znobiums1 welche in der individuellen ,gestaltung der ,blastula als ,hohlkugel zutage tritt4 ,das kausale ,verstndnis der ,blastulabildung liefert uns das ,biogenetische ,grundgesetz1 indem es die unmittelbar zu beobachtenden ,erscheinungen derselben durch die ,vererbung erklrt und auf entsprechende historische ,vorgnge zurckfhrt1 welche sich ursprnglich bei der ,entstehung der ltesten ,protisten-,znobien1 der ,blastaden1 vollzogen haben4 ,die physiologische und psychologische ,einsicht in diese wichtigen ,prozesse der ltesten ,zellen-,assozion gewinnen wir aber durch ,beobachtung und ,experiment an den heute noch lebenden ,znobien4 ,solche bestndige ,zellvereine der ,gegenwart sind z4 ,b4 die bekannten ,kugeltierchen 7,volvocina74 ,ihre schwimmende ,ortsbewegung wird durch schwingende ,geieln vermittelt1 die von den einzelnen ,zellen an der ,oberflche der ,flimmerkugel ausgehen4 ,in allen diesen ,znobien knnen wir bereits neben einander zwei verschiedene ,stufen der psychischen ,ttigkeit unterscheiden3 ,i4 die ,zellseele der einzelnen ,zellindividuen 7als ,elementar-,organismen7 und ,,ii4 die ,znobialseele des ganzen ,zellvereins4 ,,iii4 ,gewebeseele 7,histopsyche72 dritte ,hauptstufe der phyletischen ,psychogenesis4 ,bei allen vielzelligen und gewebebildenden ,pflanzen 7,metaphyten7 und ebenso bei den niedersten1 nervenlosen ,klassen der ,gewebetiere 7,metazoen7 haben wir zunchst zwei verschiedene ,formen der ,seelenttigkeit zu unterscheiden1 nmlich ,a4 die ,psyche der einzelnen ,zellen1 welche die ,gewebe zusammensetzen1 und ,b4 die ,psyche der ,gewebe selbst oder des ,zellenstaates1 welcher von diesen gebildet wird4 ,diese ,gewebeseele ist berall die hhere psychologische ,funktion1 welche den zusammengesetzten vielzelligen ,organismus als einheitliches ,lebewesen oder physiologisches ,individuum1 als wirklichen ,zellenstaat erscheinen lt4 ,sie beherrscht alle die einzelnen ,zellseelen der sozialen ,zellen1 welche als abhngige ,staatsbrger den einheitlichen ,zellenstaat konstituieren4 ,,iii4 ,a4 ,die ,pflanzenseele 7,phytopsyche7 ist fr uns der ,inbegriff der gesamten psychischen ,ttigkeit der gewebebildenden1 vielzelligen ,pflanzen 7,metaphyten72 sie ist ,gegenstand der verschiedensten ,beurteilung bis auf den heutigen ,tag geblieben4 ,frher fand man gewhnlich einen ,hauptunterschied zwischen ,pflanzen und ,tieren darin1 da man den letzteren allgemein eine ,seele zuschrieb1 den ersteren dagegen nicht4 ,indessen fhrte unbefangene ,vergleichung der ,reizbarkeit und der ,bewegungen bei verschiedenen hheren ,pflanzen und niederen ,tieren schon im ,anfange des #ai4 ,jahrhunderts einzelne ,forscher zu der berzeugung1 da beide gleichmig beseelt sein mten4 ,spter traten namentlich ,fechner1 ,leitgeb u4 a41 neuerdings besonders ,franc1 lebhaft fr die ,annahme einer ,pflanzenseele ein4 ,tieferes ,verstndnis derselben wurde erst erworben1 nachdem durch die ,zellentheorie 7#ahch7 die gleiche ,elementarstruktur in ,pflanzen und ,tieren nachgewiesen1 und besonders seitdem durch die ,plasmatheorie von ,max ,schultze 7#ahei7 das gleiche ,verhalten des aktiven1 lebendigen ,protoplasma in beiden erkannt worden war4 ,die neuere vergleichende ,physiologie zeigte sodann1 da das physiologische ,verhalten gegen verschiedene ,reize 7,licht1 ,elektrizitt1 ,wrme1 ,schwere1 ,reibung1 chemische ,einflsse usw47 in den empfindlichen ,krperteilen vieler ,pflanzen und ,tiere ganz hnlich ist1 und da auch die ,reflexbewegungen1 die jene ,reize hervorrufen1 ganz hnlichen ,verlauf haben4 ,wenn man daher diese ,ttigkeiten bei niederen1 nervenlosen ,metazoen 7,schwmmen1 ,polypen7 einer besonderen ,seele zuschrieb1 so war man berechtigt1 diese auch bei den ,metaphyten anzunehmen1 besonders bei den sehr empfindlichen ,sinnpflanzen 7,mimosa71 den ,fliegenfallen 7,dionaea1 ,drosera7 und den zahlreichen rankenden ,kletter- und ,schlingpflanzen4 ,,iii4 ,b4 ,die ,seele nervenloser ,metazoen4 ,von ganz besonderem ,interesse fr die vergleichende ,physiologie im allgemeinen und fr die ,phylogenie der ,tierseele im besonderen ist die ,seelenttigkeit jener niederen ,metazoen1 welche zwar ,gewebe und oft bereits differenzierte ,organe besitzen1 aber weder ,nerven noch spezifische ,sinnesorgane4 ,dahin gehren vier verschiedene ,gruppen von ltesten ,zlenterien oder ,niedertieren1 nmlich3 #a4 die ,gastraden1 #b4 die ,platodarien1 #c4 die ,spongien und #d4 die ,hydropolypen1 die niedersten ,formen der ,nesseltiere4 ,die ,gastraden oder ,urdarmtiere bilden jene kleine ,gruppe von niedersten ,zlenterien1 welche als die gemeinsame ,stammgruppe aller ,metazoen von hchster ,wichtigkeit ist4 ,der ,krper dieser kleinen1 schwimmenden ,tierchen erscheint als ein kleines 7meist eifrmiges7 ,blschen1 welche eine einfache ,hhle mit einer ffnung enthlt 7,urdarm und ,urmund74 ,die ,wand der verdauenden ,hhle wird aus zwei einfachen ,zellenschichten oder ,epithelien gebildet1 von denen die innere 7,darmblatt7 die ,ttigkeiten der ,ernhrung1 und die uere 7,hautblatt7 die ,funktionen der ,bewegung und ,empfindung vermittelt4 ,die gleichartigen sensiblen ,zellen dieses ,hautblattes tragen zarte ,geieln1 lange ,flimmerhaare1 deren ,schwingungen die willkrliche ,schwimmbewegung bewirken4 ,die wenigen noch lebenden ,formen der ,gastraden sind deshalb so interessant1 weil sie zeitlebens auf derselben ,bildungsstufe stehen bleiben1 welche die ,keime aller brigen ,metazoen 7von den ,spongien bis zum ,menschen hinauf7 im ,beginne ihrer ,keimesentwickelung durchlaufen4 ,wie ich in meiner ,gastratheorie 7#ahgb7 gezeigt habe1 entsteht bei smtlichen ,gewebetieren zunchst aus der vorher betrachteten ,blastula eine hchst charakteristische ,keimform1 die ,gastrula4 ,die ,keimhaut 7,blastoderma71 welche die ,wand der ,hohlkugel darstellt1 bildet an einer ,seite eine grubenfrmige ,vertiefung1 und diese wird bald zu einer so tiefen ,einstlpung1 da der innere ,hohlraum der ,keimblase verschwindet4 ,die eingestlpte 7innere7 ,hlfte der ,keimhaut legt sich an die uere 7nicht eingestlpte7 ,hlfte innen an2 letztere bildet das ,hautblatt oder uere ,keimblatt 7,ektoderm71 erstere dagegen das ,darmblatt oder innere ,keimblatt 7,entoderm74 ,der neu entstandene ,hohlraum des becherfrmigen ,krpers ist die verdauende ,magenhhle1 der ,urdarm1 seine ffnung der ,urmund4 ,das ,hautblatt oder ,ektoderm ist bei allen ,metazoen das ursprngliche ,seelenorgan2 denn aus ihm entwickeln sich bei smtlichen ,nerventieren nicht nur die uere ,hautdecke und die ,sinnesorgane1 sondern auch das ,nervensystem4 ,bei den ,gastraden1 welche letzteres noch nicht besitzen1 sind alle ,zellen1 welche die einfache ,epithelschicht des ,ektoderm zusammensetzen1 gleichmig ,organe der ,empfindung und ,bewegung2 die ,gewebeseele zeigt sich hier in einfachster ,form4 ,die ,spongien oder ,schwammtiere stellen einen selbstndigen ,stamm des ,tierreichs dar1 der sich von allen anderen ,metazoen durch seine eigentmliche ,organisation unterscheidet2 die zahlreichen ,arten desselben sitzen meistens auf dem ,meeresboden angewachsen4 ,die einfachste ,form der ,schwmme1 ,olynthus1 ist eigentlich nichts weiter als eine ,gastraea1 deren ,krperwand siebfrmig von feinen ,poren durchbrochen ist1 zum ,eintritt des ernhrenden ,wasserstromes4 ,bei den meisten ,spongien 7auch beim bekanntesten1 dem ,badeschwamm7 bildet der knollenfrmige ,krper einen ,stock1 welcher aus ,tausenden oder ,millionen solcher ,gastraden 7,geielkammern7 zusammengesetzt und von einem ernhrenden ,kanalsystem durchzogen ist4 ,empfindung und ,bewegung sind bei den ,schwammtieren nur in uerst geringem ,grade entwickelt2 ,nerven1 ,sinnesorgane und ,muskeln fehlen4 ,es war daher sehr natrlich1 da man diese festsitzenden1 unfrmigen und unempfindlichen ,tiere frher allgemein als ,gewchse betrachtete4 ,ihr ,seelenleben 7fr welches keine besonderen ,organe differenziert sind7 steht tief unter demjenigen der ,mimosen und anderer empfindlicher ,pflanzen4 ,die ,seele der ,nesseltiere 7,cnidaria7 ist fr die vergleichende und phylogenetische ,psychologie von hervorragender ,bedeutung4 ,denn in diesem formenreichen ,stamm der ,zlenterien vollzieht sich vor unseren ,augen die historische ,entstehung der ,nervenseele aus der ,gewebeseele4 ,es gehren zu diesem ,stamme die vielgestaltigen ,klassen der festsitzenden ,polypen und ,korallen1 der schwimmenden ,medusen und ,siphonophoren4 ,als gemeinsame hypothetische ,stammform aller ,nesseltiere lt sich mit voller ,sicherheit ein einfachster ,polyp erkennen1 welcher dem gemeinen1 heute noch lebenden ,swasserpolypen 7,hydra7 im wesentlichen gleich gebaut war4 ,nun besitzen aber diese ,hydra und ebenso die festsitzenden1 nahe verwandten ,hydropolypen noch keine gesonderten ,nerven und hheren ,sinnesorgane1 obgleich sie sehr empfindlich sind4 ,dagegen die frei schwimmenden ,medusen1 welche sich aus letzteren entwickeln 7und noch heute mit ihnen durch ,generationswechsel verknpft sind71 besitzen bereits ein selbstndiges ,nervensystem und gesonderte ,sinnesorgane4 ,wir knnen also hier den historischen ,ursprung der ,nervenseele aus der ,gewebeseele unmittelbar ontogenetisch beobachten und phylogenetisch verstehen lernen4 ,sehr interessant ist fr die ,psychologie auch die ,klasse der ,staatsquallen 7,siphonophorae74 ,an diesen prchtigen1 freischwimmenden ,tierstcken1 welche von ,hydromedusen abstammen1 knnen wir eine ,doppelseele beobachten3 die ,einzelseele 7,personalseele7 der zahlreichen ,personen1 die ihn zusammensetzen1 und die gemeinsame1 einheitlich ttige ,psyche des ganzen ,stockes 7,kormalseele74 ,,iv4 ,die ,nervenseele 7,neuropsyche72 vierte ,hauptstufe der phyletischen ,psychogenesis4 ,das ,seelenleben aller hheren ,tiere wird1 ebenso wie beim ,menschen1 durch einen mehr oder minder komplizierten ,seelenapparat vermittelt1 und dieser besteht immer aus drei ,hauptbestandteilen3 die ,sinnesorgane bewirken die verschiedenen ,empfindungen1 die ,muskeln dagegen die ,bewegungen2 die ,nerven stellen die ,verbindung zwischen ersteren und letzteren durch ein besonderes ,zentralorgan her3 ,gehirn oder ,ganglion 7,nervenknoten74 ,die ,einrichtung und ,ttigkeit dieses ,seelenapparates pflegt man mit einem elektrischen ,telegraphensystem zu vergleichen2 die ,nerven sind die ,leitungsdrhte1 das ,gehirn die ,zentralstation1 die ,muskeln und ,sensillen die untergeordneten ,lokalstationen4 ,die motorischen ,nervenfasern leiten die ,willensbefehle oder ,impulse zentrifugal von diesem ,nervenzentrum zu den ,muskeln und bewirken durch deren ,kontraktion ,bewegungen2 die sensiblen ,nervenfasern dagegen leiten die verschiedenen ,empfindungen zentripetal von den peripheren ,sinnesorganen zum ,gehirn und statten ,bericht ab von den empfangenen ,eindrcken der ,auenwelt4 ,die ,ganglienzellen oder ,seelenzellen1 welche das nervse ,zentralorgan zusammensetzen1 sind die vollkommensten von allen organischen ,elementarteilen2 denn sie vermitteln nicht nur den ,verkehr zwischen den ,muskeln und ,sinnesorganen1 sondern auch die hchsten von allen ,leistungen der ,tierseele1 die ,bildung von ,vorstellungen und ,gedanken1 an der ,spitze von allem das ,bewutsein4 ,die groen ,fortschritte der ,anatomie und ,physiologie1 der ,histologie und ,ontogenie haben in der ,neuzeit unsere tiefere ,kenntnis des ,seelenapparates mit einer ,flle der interessantesten ,entdeckungen bereichert4 ,wenn die spekulative ,philosophie auch nur die wichtigsten von diesen bedeutungsvollen ,erwerbungen der empirischen ,biologie in sich aufgenommen htte1 mte sie heute schon eine ganz andere ,physiognomie zeigen1 als es leider der ,fall ist4 ,jeder der hheren ,tierstmme besitzt sein eigentmliches ,seelenorgan2 in jedem ist das ,zentralnervensystem durch seine besondere ,gestalt1 ,lage und ,zusammensetzung ausgezeichnet4 ,unter den strahlig gebauten ,nesseltieren 7,cnidaria7 zeigen die ,medusen einen ,nervenring am ,schirmrande1 meistens mit vier oder acht ,ganglien ausgestattet4 ,bei den fnfstrahligen ,sterntieren 7,echinoderma7 ist der ,mund von einem ,nervenring umgeben1 von welchem fnf ,nervenstmme ausstrahlen4 ,die zweiseitig-symmetrischen ,plattentiere 7,platodes7 und ,wurmtiere 7,vermalia7 besitzen ein ,scheitelhirn oder ,akroganglion1 zusammengesetzt aus ein paar dorsalen1 oberhalb des ,mundes gelegenen ,ganglien2 von diesen oberen ,schlundknoten gehen zwei seitliche ,nervenstmme an die ,haut und die ,muskeln4 ,bei einem ,teile der ,vermalien und bei den ,weichtieren 7,mollusca7 treten dazu noch ein paar ventrale untere ,schlundknoten1 welche sich mit den ersteren durch einen den ,schlund umfassenden ,ring verbinden4 ,dieser ,schlundring kehrt auch bei den ,gliedertieren 7,articulata7 wieder1 setzt sich aber hier auf der ,bauchseite des langgestreckten ,krpers in ein ,bauchmark fort1 einen strickleiterfrmigen ,doppelstrang1 welcher in jedem ,gliede zu einem ,doppelganglion anschwillt4 ,ganz entgegengesetzte ,bildung des ,seelenorgans zeigen die ,wirbeltiere 7,vertebrata72 hier findet sich allgemein auf der ,rckenseite des innerlich gegliederten ,krpers ein ,rckenmark entwickelt2 aus einer ,anschwellung seines vorderen ,teiles entsteht spter das charakteristische blasenfrmige ,gehirn4 ,obgleich nun so die ,seelenorgane der hheren ,tierstmme in ,lage1 ,form und ,zusammensetzung sehr charakteristische ,verschiedenheiten zeigen1 ist doch die vergleichende ,anatomie imstande gewesen1 fr die meisten einen gemeinsamen ,ursprung nachzuweisen1 aus dem ,scheitelhirn der ,platoden und ,vermalien2 und allen gemeinsam ist die ,entstehung aus der uersten ,zellenschicht des ,keimes1 aus dem ,hautsinnesblatt 7,ektoderm74 ,ebenso finden wir in allen ,formen der nervsen ,zentralorgane dieselbe wesentliche ,struktur wieder1 die ,zusammensetzung aus ,ganglienzellen oder ,seelenzellen 7den eigentlichen aktiven ,elementarorganen der ,psyche7 und aus ,nervenfasern1 welche den ,zusammenhang und die ,leitung der ,aktion vermitteln4 ,seelenorgan der ,wirbeltiere4 ,die erste ,tatsache1 welche uns in der vergleichenden ,psychologie der ,wirbeltiere entgegentritt1 und welche der empirische ,ausgangspunkt jeder wissenschaftlichen ,seelenlehre des ,menschen sein sollte1 ist der charakteristische ,bau ihres ,zentralnervensystems4 ,wie dieses zentrale ,seelenorgan in jedem der hheren ,tierstmme eine besondere1 diesem eigentmliche ,lage1 ,gestalt und ,zusammensetzung zeigt1 so ist es auch bei den ,wirbeltieren der ,fall4 berall finden wir hier ein ,rckenmark vor1 einen starken zylindrischen ,nervenstrang1 welcher in der ,mittellinie des ,rckens verluft1 oberhalb der ,wirbelsule 7oder der sie vertretenden ,chorda74 berall gehen von diesem ,rckenmark zahlreiche ,nervenstmme in regelmiger1 segmentaler ,verteilung ab1 je ein ,paar an jedem ,segment oder ,wirbelgliede4 berall entsteht dieses ,medullarrohr im ,embryo auf gleiche ,weise3 in der ,mittellinie der ,rckenhaut bildet sich eine feine ,furche oder ,rinne2 die beiden parallelen ,rnder dieser ,markrinne oder ,medullarrinne erheben sich1 krmmen sich gegen einander und verwachsen in der ,mittellinie zu einem ,rohre4 ,das lange dorsale1 so entstandene1 zylindrische ,nervenrohr oder ,medullarrohr ist durchaus fr die ,wirbeltiere charakteristisch1 in der frheren ,embryonalanlage berall dasselbe und die gemeinsame ,grundlage aller der verschiedenen ,formen des ,seelenorgans1 die sich spter daraus entwickeln4 ,nur eine einzige ,gruppe von wirbellosen ,tieren zeigt eine hnliche ,bildung2 das sind die seltsamen meerbewohnenden ,manteltiere 7,tunicata74 ,sie gleichen den ,wirbeltieren auch im ,besitze von anderen charakteristischen ,organen 7,chorda1 ,kiemendarm usw474 ,wir nehmen daher an1 da die ungegliederten ,manteltiere und die innerlich gegliederten ,wirbeltiere aus einer gemeinsamen lteren ,stammgruppe von ,wurmtieren hervorgegangen sind 7,prochordonia74 ,phyletische ,bildungsstufen des ,medullarrohrs4 ,die lange ,stammesgeschichte unserer ,wirbeltierseele beginnt mit der ,bildung des einfachsten ,medullarrohrs bei den ltesten ,schdellosen2 sie fhrt uns durch einen ,zeitraum von vielen ,millionen ,jahren langsam und allmhlich bis zu jenem komplizierten ,wunderbau des menschlichen ,gehirns hinauf1 welcher diese hchst entwickelte ,primatenform zu einer ,ausnahmestellung in der ,natur zu berechtigen scheint4 ,da eine klare ,vorstellung von diesem langsamen und stetigen ,gange unserer phyletischen ,psychogenie die erste ,vorbedingung einer wirklich naturgemen ,psychologie ist1 erscheint es zweckmig1 jenen gewaltigen ,zeitraum in eine ,anzahl von ,stufen oder ,hauptabschnitten einzuteilen2 in jedem derselben hat sich gleichmig mit der ,struktur des ,nervenzentrums auch seine ,funktion1 die ,psyche1 vervollkommnet4 ,ich unterscheide acht solche ,perioden in der ,phylogenie des ,medullarrohrs und in der stufenweisen ,vervollkommnung seines vordersten ,teiles1 des ,gehirns2 sie sind charakterisiert durch acht verschiedene ,hauptgruppen der ,wirbeltiere2 nmlich ,i4 die ,schdellosen 7,acrania71 ,,ii4 die ,rundmuler 7,cyclostoma71 ,,iii4 die ,fische 7,pisces71 ,,iv4 die ,lurche 7,amphibia71 ,v4 die implacentalen ,sugetiere 7,monotrema und ,marsupialia71 ,,vi4 die lteren plazentalen ,sugetiere1 besonders die ,halbaffen 7,prosimiae71 ,,vii4 die jngeren ,herrentiere1 die echten ,affen 7,simiae71 ,,viii4 die ,menschenaffen und der ,mensch 7,anthropomorpha74 ,seelengeschichte der ,sugetiere4 ,der wichtigste ,folgeschlu1 welcher sich aus dem monophyletischen ,ursprung der ,sugetiere ergibt1 ist die notwendige ,ableitung der ,menschenseele aus einer langen ,entwickelungsreihe von anderen ,mammalienseelen4 ,eine gewaltige anatomische und physiologische ,kraft trennt den ,gehirnbau und das davon abhngige ,seelenleben der hchsten und der niedersten ,sugetiere1 und dennoch wird diese tiefe ,kluft durch eine lange ,reihe von vermittelnden ,zwischenstufen vollstndig ausgefllt4 ,die allgemeinsten ,ergebnisse der wichtigen1 neuerdings hier tief eingedrungenen ,forschungen sind folgende3 ,i4 ,das ,gehirn der ,sugetiere entwickelt sich zwar in gleicher ,weise1 wie das der anderen ,wirbeltiere1 aus drei hintereinander gelegenen ,blasen1 die durch zweifache ,einschnrung der anfangs einfachen ,hirnblase entstehen2 es unterscheidet sich von demjenigen der brigen ,vertebraten durch gewisse ,eigentmlichkeiten1 welche allen ,gliedern der ,klasse gemeinsam sind1 vor allem die berwiegende ,ausbildung der ersten und dritten ,blase1 des ,grohirns und ,kleinhirns1 whrend die zweite ,blase1 das ,mittelhirn1 ganz zurcktritt4 ,,ii4 ,trotzdem schliet sich die ,hirnbildung der niedersten und ltesten ,mammalien noch eng an diejenige ihrer palozoischen ,vorfahren an1 der ,amphibien in der ,steinkohlenperiode4 ,,iii4 ,erst whrend der ,tertirzeit erfolgt die typische volle ,ausbildung des ,grohirns1 welche die jngeren ,sugetiere so auffallend vor den lteren auszeichnet4 ,,iv4 ,die besondere 7quantitative und qualitative7 ,ausbildung des ,grohirns1 welche den ,menschen so hoch erhebt1 und welche ihn zu seinen vorzglichen psychischen ,leistungen befhigt1 findet sich auerdem nur bei einem ,teile der hchstentwickelten ,sugetiere der jngeren ,tertirzeit1 vor allen bei den ,menschenaffen4 ,v4 ,die ,unterschiede1 welche im ,gehirnbau und ,seelenleben des ,menschen und der ,menschenaffen existieren1 sind geringer als die entsprechenden ,unterschiede zwischen diesen letzteren und den niederen ,primaten 7den ltesten ,affen und den ,halbaffen74 ,,vi4 ,demnach mu die historische stufenweise ,entwickelung der ,menschenseele aus einer langen ,kette von hheren und niederen ,sugetierseelen als eine fundamentale1 durch die vergleichende ,anatomie und ,ontogenie wissenschaftlich bewiesene ,tatsache gelten4 ,zehntes ,kapitel4 ,bewutsein4 ,monistische ,studien ber bewutes und unbewutes ,seelenleben4 ,entwickelungsgeschichte und ,theorie des ,bewutseins4 ,unter allen uerungen des ,seelenlebens gibt es keine1 die so wunderbar erscheint und so verschieden beurteilt wird wie das ,bewutsein4 ,nicht allein ber das eigentliche ,wesen dieser ,seelenttigkeit und ber ihr ,verhltnis zum ,krper1 sondern auch ber ihre ,verbreitung in der organischen ,welt1 ber ihre ,entstehung und ,entwickelung stehen sich noch heute1 wie seit ,jahrtausenden1 die widersprechendsten ,ansichten gegenber4 ,mehr als jede andere psychische ,funktion hat das ,bewutsein zu der irrtmlichen ,vorstellung eines immateriellen ,seelenwesens und im ,anschlu daran zu dem ,aberglauben der persnlichen ,unsterblichkeit ,veranlassung gegeben2 viele der schwersten ,irrtmer1 die unser modernes ,kulturleben noch heute beherrschen1 sind darauf zurckzufhren4 ,ich habe daher schon frher das ,bewutsein als das psychologische ,zentralmysterium bezeichnet2 es ist die feste ,zitadelle aller mystischen und dualistischen ,irrtmer1 an deren gewaltigen ,wllen alle ,angriffe der bestgersteten ,vernunft zu scheitern drohen4 ,schon diese ,tatsache allein rechtfertigt es1 da wir hier dem ,bewutsein eine besondere kritische ,betrachtung von unserem monistischen ,standpunkte aus widmen4 ,wir werden sehen1 da das ,bewutsein nicht mehr und nicht minder wie jede andere ,seelenttigkeit eine ,naturerscheinung ist1 und da es gleich allen anderen ,naturerscheinungen dem ,substanzgesetz unterworfen ist4 ,begriff des ,bewutseins4 ,schon ber den elementaren ,begriff dieser ,seelenttigkeit1 ber seinen ,inhalt und ,umfang1 gehen die ,ansichten der angesehensten ,philosophen und ,naturforscher weit auseinander4 ,vielleicht am besten bezeichnet man den ,inhalt des ,bewutseins als innere ,anschauung und vergleicht diese einer ,spiegelung4 ,als zwei ,hauptbezirke desselben unterscheidet man hufig das objektive und subjektive ,bewutsein1 das ,weltbewutsein und ,selbstbewutsein4 ,bei weitem der grte ,teil aller bewuten ,seelenttigkeit betrifft1 wie schon ,schopenhauer hervorhob1 das ,bewutsein der ,auenwelt1 der anderen ,dinge2 dieses ,weltbewutsein umfat alle mglichen ,erscheinungen der ,auenwelt1 welche berhaupt unserer ,erkenntnis zugnglich sind4 ,viel beschrnkter ist unser ,selbstbewutsein1 die innere ,spiegelung unserer eigenen gesamten ,seelenttigkeit1 aller ,vorstellungen1 ,empfindungen und ,strebungen oder ,willensttigkeiten4 ,bewutsein und ,seelenleben4 ,viele und angesehene ,denker1 namentlich unter den ,physiologen 7z4 ,b4 ,wundt und ,ziehen71 halten die ,begriffe des ,bewutseins und der psychischen ,funktionen fr identisch3 alle ,seelenttigkeit ist bewute2 das ,gebiet der ,psychologie reicht nur so weit als dasjenige des ,bewutseins4 ,nach unserer ,ansicht erweitert diese ,definition die ,bedeutung des letzteren in ungebhrlicher ,weise und gibt ,veranlassung zu zahlreichen ,irrtmern und ,miverstndnissen4 ,wir teilen vielmehr die ,ansicht anderer ,philosophen 7z4 ,b4 ,romanes und ,fritz ,schultze71 da auch die unbewuten ,vorstellungen1 ,empfindungen und ,strebungen zum ,seelenleben gehren2 in der ,tat ist sogar das ,gebiet dieser unbewuten psychischen ,aktionen 7der ,reflexttigkeit usw47 viel ausgedehnter als dasjenige der bewuten4 ,beide ,gebiete stehen brigens im engsten ,zusammenhang und sind durch keine scharfe ,grenze getrennt2 jederzeit kann uns eine unbewute ,vorstellung pltzlich bewut werden2 wird unsere ,aufmerksamkeit darauf durch ein anderes ,objekt gefesselt1 so kann sie ebenso rasch wieder unserem ,bewutsein vllig entschwinden4 ,bewutsein des ,menschen4 ,die einzige ,quelle unserer ,erkenntnis des ,bewutseins ist dieses selbst1 und hierin liegt in erster ,linie die auerordentliche ,schwierigkeit seiner wissenschaftlichen ,untersuchung und ,deutung4 ,subjekt und ,objekt fallen hier in eins zusammen2 das erkennende ,subjekt spiegelt sich in seinem eigenen inneren ,wesen1 welches ,objekt der ,erkenntnis sein soll4 ,auf das ,bewutsein anderer ,wesen knnen wir also niemals mit voller objektiver ,sicherheit schlieen1 sondern immer nur durch ,vergleichung seiner uerungen mit unseren eigenen4 ,soweit diese ,vergleichung sich nur auf normale ,menschen erstreckt1 knnen wir allerdings auf deren ,bewutsein gewisse ,schlsse ziehen1 deren ,richtigkeit niemand bezweifelt4 ,aber schon bei abnormen ,persnlichkeiten 7bei genialen und exzentrischen1 stumpfsinnigen und geisteskranken ,menschen7 sind diese ,analogieschlsse entweder unsicher oder falsch4 ,in noch hherem ,grade gilt das1 wenn wir das ,bewutsein des ,menschen mit demjenigen der ,tiere in ,vergleich stellen4 ,da ergeben sich alsbald so groe tatschliche ,schwierigkeiten1 da die ,ansichten der hervorragendsten ,physiologen und ,philosophen himmelweit auseinander gehen4 ,wir wollen hier nur die wichtigsten ,anschauungen darber kurz einander gegenberstellen4 ,i4 ,anthropistische ,theorie des ,bewutseins3 es ist dem ,menschen eigentmlich4 ,die weitverbreitete ,anschauung1 da ,bewutsein und ,denken ausschlieliches ,eigentum des ,menschen seien1 und da auch ihm allein eine unsterbliche ,seele zukomme1 ist auf ,descartes zurckzufhren 7#afdc74 ,dieser geistreiche franzsische ,philosoph und ,mathematiker errichtete eine vollkommene ,scheidewand zwischen der ,seelenttigkeit des ,menschen und der ,tiere4 ,die ,seele des ,menschen1 als denkendes1 immaterielles ,wesen1 ist nach ihm vom ,krper1 als ausgedehntem1 materiellem ,wesen1 vollstndig getrennt4 ,trotzdem soll sie an einem ,punkte des ,gehirns 7an der ,zirbeldrse67 mit dem ,krper verbunden sein1 um hier ,einwirkungen der ,auenwelt aufzunehmen und ihrerseits auf den ,krper auszuben4 ,die ,tiere dagegen1 als nicht denkende ,wesen1 sollen keine ,seele besitzen und reine ,automaten sein1 kunstvoll gebaute ,maschinen1 deren ,empfinden1 ,vorstellen und ,wollen rein mechanisch zustande kommt und nach physikalischen ,gesetzen verluft4 ,fr die ,psychologie des ,menschen vertrat demnach ,descartes den ,dualismus1 fr diejenige der ,tiere den ,monismus4 ,dieser offenkundige ,widerspruch bei einem so klaren und scharfsinnigen ,denker mu hchst auffallend erscheinen2 zu ,erklrung desselben darf man wohl mit ,recht annehmen1 da er seine wahre berzeugung verschwieg und deren ,erkenntnis den selbstndigen ,denkern berlie4 ,als ,zgling der ,jesuiten war ,descartes schon frhzeitig dazu erzogen1 wider bessere ,einsicht die ,wahrheit zu verleugnen2 vielleicht frchtete er auch die ,macht der ,kirche und ihre ,scheiterhaufen4 ,ohnehin hatte ihm seine skeptische ,forderung1 da jedes reine ,erkenntnisstreben vom ,zweifel am berlieferten ,dogma ausgehen msse1 fanatische ,anklagen wegen ,skeptizismus und ,atheismus zugezogen4 ,die mchtige ,wirkung1 welche ,descartes auf die nachfolgende ,philosophie ausbte1 war sehr merkwrdig und seiner doppelten ,buchfhrung entsprechend4 ,die ,materialisten des #ag4 und #ah4 ,jahrhunderts beriefen sich fr ihre monistische ,psychologie auf die kartesianische ,theorie von der ,tierseele und ihrer mechanischen ,maschinenttigkeit4 ,die ,spiritualisten umgekehrt behaupteten1 da ihr ,dogma von der ,unsterblichkeit der ,seele und ihrer ,unabhngigkeit vom ,krper durch die kartesianische ,theorie der ,menschenseele unwiderleglich begrndet sei4 ,diese ,ansicht ist auch heute noch im ,lager der ,theologen und der dualistischen ,metaphysiker die herrschende4 ,die naturwissenschaftliche ,anschauung des #ai4 ,jahrhunderts hat sie mit ,hlfe der empirischen ,fortschritte im ,gebiete der physiologischen1 pathologischen und vergleichenden ,psychologie vllig berwunden4 ,,ii4 ,neurologische ,theorie des ,bewutseins3 es kommt nur dem ,menschen und jenen hheren ,tieren zu1 welche ein zentralisiertes ,nervensystem und ,sinnesorgane besitzen4 ,die berzeugung1 da ein groer ,teil der ,tiere -- zum mindesten die hheren ,sugetiere -- ebenso eine denkende ,seele und also auch ,bewutsein besitzt1 wie der ,mensch1 beherrscht die ,kreise der modernen ,zoologie1 ,physiologie und monistischen ,psychologie4 ,die groartigen ,fortschritte der ,neuzeit in mehreren ,gebieten der ,biologie haben uns bereinstimmend zu der ,anerkennung dieser bedeutungsvollen ,erkenntnis gefhrt4 ,wir beschrnken uns bei ihrer ,wrdigung zunchst auf die hheren ,wirbeltiere und vor allem die ,sugetiere4 ,da die intelligentesten ,vertreter dieser hchst entwickelten ,wirbeltiere -- allen voran die ,affen und ,hunde -- in ihrer gesamten ,seelenttigkeit sich dem ,menschen hchst hnlich verhalten1 ist seit ,jahrtausenden bekannt und bewundert4 ,ihre ,vorstellungs- und ,sinnesttigkeit1 ihr ,empfinden und ,begehren ist dem ,menschen so hnlich1 da wir keine ,beweise dafr anzufhren brauchen4 ,aber auch die hhere ,assoziationsttigkeit ihres ,gehirns1 die ,bildung von ,urteilen und deren ,verbindung zu ,schlssen1 das ,denken und das ,bewutsein im engeren ,sinne1 sind bei ihnen hnlich entwickelt wie beim ,menschen -- nur dem ,grade1 nicht der ,art nach davon verschieden4 berdies lehrt uns die vergleichende ,anatomie und ,histologie1 da die verwickelte ,zusammensetzung des ,gehirns 7sowohl die feinere als die grbere ,struktur7 bei diesen hheren ,sugetieren im wesentlichen dieselbe wie beim ,menschen ist4 ,dasselbe zeigt uns die vergleichende ,ontogenie bezglich der ,entstehung dieser ,seelenorgane4 ,die vergleichende ,physiologie lehrt1 da die verschiedenen ,zustnde des ,bewutseins sich bei diesen hchst entwickelten ,plazentaltieren ganz hnlich wie beim ,menschen verhalten1 und das ,experiment beweist1 da sie auch auf uere ,eingriffe ebenso reagieren4 ,man kann hhere ,tiere durch ,alkohol1 ,chloroform1 ther usw4 ebenso betuben1 durch geeignete ,behandlung ebenso hypnotisieren usw4 wie den ,menschen4 ,dagegen ist es nicht mglich1 die ,grenze scharf zu bestimmen1 wo auf den niederen ,stufen des ,tierlebens das ,bewutsein zuerst als solches erkennbar wird4 ,die einen ,zoologen setzen dieselbe sehr hoch oben an1 die anderen sehr tief unten4 ,darwin1 der die verschiedenen ,abstufungen des ,bewutseins1 der ,intelligenz und des ,gemts bei den hheren ,tieren sehr genau unterscheidet und durch zunehmende ,entwickelung erklrt1 weist zugleich darauf hin1 wie schwer oder eigentlich wie unmglich es ist1 die ersten ,anfnge dieser hchsten ,seelenttigkeiten bei den niederen ,tieren zu bestimmen4 ,am wahrscheinlichsten ist die ,annahme1 da diejenigen ,tiere ein unserem eigenen hnliches bewutes ,erleben haben1 die ein ,nervensystem von annhernd so feiner ,struktur1 histologischer ,differenzierung und ,zentralisation besitzen4 ,,iii4 ,animalische ,theorie des ,bewutseins3 es findet sich bei allen ,tieren und nur bei diesen4 ,hiernach wrde ein scharfer ,unterschied im ,seelenleben der ,tiere und ,pflanzen bestehen2 ein solcher wurde schon von vielen alten ,autoren angenommen und von ,linn scharf formuliert in seinem grundlegenden ,systema naturae 7#agce72 die beiden groen ,reiche der organischen ,natur unterscheiden sich nach ihm dadurch1 da die ,tiere ,empfindung und ,bewutsein haben1 die ,pflanzen nicht4 ,spter hat besonders ,schopenhauer diesen ,unterschied scharf betont3 ,das ,bewutsein ist uns schlechthin nur als ,eigenschaft animaler ,wesen bekannt4 ,auch nachdem es sich durch die ganze ,tierreihe1 bis zum ,menschen und seiner ,vernunft1 gesteigert hat1 bleibt die ,bewutlosigkeit der ,pflanze1 von der es ausging1 noch immer die ,grundlage4 ,die untersten ,tiere haben blo eine ,dmmerung desselben4 ,die ,unhaltbarkeit dieser ,ansicht wurde schon um die ,mitte des neunzehnten ,jahrhunderts klar1 als man das ,seelenleben der niederen ,tierstmme1 besonders der ,schwmme und ,nesseltiere1 nher kennen lernte3 echte ,tiere1 die ebenso wenig ,spuren von klarem ,bewutsein besitzen1 wie die meisten ,pflanzen4 ,noch mehr wurde der ,unterschied zwischen beiden ,reichen verwischt1 als man die einzelligen ,lebensformen derselben genauer untersuchte4 ,die ,urtiere und die ,urpflanzen zeigen keine psychologischen ,unterschiede1 auch nicht in ,beziehung auf ihr fragliches ,bewutsein4 ,,iv4 ,biologische ,theorie des ,bewutseins3 es ist allen ,organismen gemeinsam1 es findet sich bei allen ,tieren und ,pflanzen1 whrend es den anorganischen ,naturkrpern 7,krystallen usw47 fehlt4 ,diese ,annahme wird gewhnlich mit der ,ansicht verknpft1 da alle ,organismen 7im ,gegensatze zu den ,anorganen7 beseelt sind2 die drei ,begriffe3 ,leben1 ,seele und ,bewutsein1 flieen dann gewhnlich zusammen4 ,eine andere ,modifikation dieser ,anschauung ist1 da diese drei ,grunderscheinungen des organischen ,lebens zwar unzertrennbar verknpft sind1 da aber das ,bewutsein nur ein ,teil der psychischen ,ttigkeit ist1 wie diese selbst ein ,teil der ,lebensttigkeit4 ,da die ,pflanzen in demselben ,sinne wie die ,tiere eine ,seele besitzen1 hat namentlich ,fechner sich zu zeigen bemht1 und manche schreiben der ,pflanzenseele ein ,bewutsein von hnlicher ,art zu wie der ,tierseele4 ,in der ,tat sind ja bei sehr empfindlichen ,sinnpflanzen 7,mimosa1 ,drosera1 ,dionaea7 die auffallenden ,reizbewegungen der ,bltter1 bei manchen anderen 7,klee und ,sauerklee1 besonders aber ,hedysarum7 die autonomen ,bewegungen1 bei schlafenden ,pflanzen 7auch vorzugsweise ,papilionaceen7 die ,schlafbewegungen usw4 auffallend hnlich denjenigen vieler niederen ,tiere2 wer den letzteren ,bewutsein zuschreibt1 darf es ganz gewi auch den ersteren nicht absprechen4 ,v4 ,zellulare ,theorie des ,bewutseins3 es ist eine ,lebenseigenschaft jeder ,zelle4 ,die ,anwendung der ,zellentheorie auf alle ,zweige der ,biologie verlangt auch ihre ,verknpfung mit der ,psychologie4 ,mit demselben ,rechte1 mit dem man in der ,anatomie und ,physiologie die lebendige ,zelle als den ,elementarorganismus behandelt und das ganze ,verstndnis des hheren1 vielzelligen ,tier- und ,pflanzenkrpers daraus ableitet1 mit demselben ,rechte kann man auch die ,zellseele als das psychologische ,element betrachten und die zusammengesetzte ,seelenttigkeit der hheren ,organismen als das ,resultat aus dem vereinigten ,seelenleben der ,zellen1 die sie zusammensetzen4 ,ich habe die ,grundzge dieser ,zellular-,psychologie schon #ahff in meiner ,generellen ,morphologie entworfen und sie spter weiter ausgefhrt in meinem ,aufsatz ber ,zellseelen und ,seelenzellen4 ,zum tieferen ,eindringen in diese ,elementarpsychologie wurde ich durch meine langjhrige ,beschftigung mit den einzelligen ,lebensformen gefhrt4 ,viele von diesen kleinen 7meist mikroskopischen7 ,protisten zeigen hnliche uerungen von ,empfindung und ,willen1 hnliche ,instinkte und ,bewegungen wie hhere ,tiere2 besonders gilt das von den sehr empfindlichen und lebhaft beweglichen ,infusorien4 ,sowohl in dem ,verhalten dieser reizbaren ,zellinge gegenber der ,auenwelt1 wie in vielen anderen ,lebensuerungen derselben1 z4 ,b4 in dem wunderbaren ,gehusebau der ,rhizopoden1 7,thalamophoren und ,radiolarien7 knnte man deutliche ,spuren bewuter ,seelenttigkeit zu erkennen glauben4 ,wenn man nun die biologische ,theorie des ,bewutseins akzeptiert 7,nr4 ,,iv71 und wenn man jede psychische ,funktion mit einem ,bewutseinsanteil ausstattet1 dann wird man auch jeder selbstndigen ,protistenzelle ,bewutsein zuschreiben mssen4 ,die materielle ,grundlage desselben wre dann entweder das ganze ,plasma der ,zelle1 oder deren ,kern1 oder ein ,teil desselben4 ,definitiv widerlegen lt sich diese ,annahme1 die ich frher vertrat1 nicht4 ,ich mu aber jetzt ,max ,verworn zustimmen1 welcher in seinen ausgezeichneten ,psychophysiologischen ,protistenstudien annimmt1 da wohl smtlichen ,protisten ein entwickeltes ,ichbewutsein fehlt1 und da ihre ,empfindungen und ,bewegungen durchweg den ,charakter des ,unbewuten tragen4 ,,vi4 ,atomistische ,theorie des ,bewutseins3 es ist eine ,elementareigenschaft aller ,atome4 ,unter allen verschiedenen ,anschauungen ber die ,verbreitung des ,bewutseins geht diese aromatische ,hypothese am weitesten4 ,sie ist wohl hauptschlich der ,schwierigkeit entsprungen1 welche manche ,philosophen und ,biologen bei der ,frage nach der ersten ,entstehung des ,bewutseins empfinden4 ,diese ,erscheinung trgt ja einen so eigenartigen ,charakter1 da ihre ,ableitung aus anderen psychischen ,funktionen hchst bedenklich erscheint2 man glaubte daher dieses ,hindernis am leichtesten dadurch zu berwinden1 da man sie als eine ,elementareigenschaft aller ,materie annahm1 gleich der ,massenanziehung oder der chemischen ,wahlverwandtschaft4 ,es wrde danach so viele ,formen des ,elementarbewutseins geben1 als es chemische ,elemente gibt2 jedes ,atom ,wasserstoff wrde sein hydrogenes ,bewutsein haben1 jedes ,atom ,kohlenstoff sein karbonisches ,bewutsein usw4 ,ich halte diese ,hypothese fr unbegrndet und beharre in der berzeugung1 da das ,bewutsein an einen hohen ,grad von ,differenzierung und ,zentralisation des ,nervensystems gebunden ist1 wie beim ,menschen und einem ,teile der hheren ,wirbeltiere4 ,monistische und dualistische ,theorie des ,bewutseins4 ,soweit auch die verschiedenen ,ansichten ber die ,natur und die ,entstehung des ,bewutseins auseinander gehen1 so lassen sich doch alle schlielich -- bei klarer und konsequenter logischer ,behandlung -- auf zwei entgegengesetzte ,grundanschauungen zurckfhren1 auf die transzendente 7bernatrliche1 dualistische7 und die physiologische 7natrliche1 monistische74 ,ich selbst habe von jeher diese letztere ,auffassung1 und zwar auf ,grund der ,entwickelungslehre1 vertreten1 und sie wird gegenwrtig von einer groen ,anzahl hervorragender ,naturforscher geteilt4 ,transzendenz des ,bewutseins4 ,in dem berhmten ,vortrag ber die ,grenzen des ,naturerkennens1 welchen ,e4 ,du ,bois-,reymond am #ad4 ,august #ahgb auf der ,naturforscherversammlung in ,leipzig hielt1 stellte derselbe zwei verschiedene unbedingte ,grenzen unseres ,naturerkennens auf1 welche der menschliche ,geist auch bei vorgeschrittenster ,naturerkenntnis niemals berschreiten werde -- niemals1 wie das oft zitierte ,schluwort des ,vortrags emphatisch betont3 ,ignorabimus6 ,das eine absolut unlsbare ,weltrtsel ist der ,zusammenhang von ,materie und ,kraft und das eigentliche ,wesen dieser fundamentalen ,naturerscheinungen2 wir werden dieses ,substanzproblem im zwlften ,kapitel eingehend behandeln4 ,das zweite unbersteigliche ,hindernis der ,philosophie soll das ,problem des ,bewutseins bilden1 die ,frage3 wie unsere ,geistesttigkeit aus materiellen ,bedingungen1 bezglich ,bewegungen zu erklren ist1 wie die 7der ,materie und ,kraft zugrunde liegende7 ,substanz unter bestimmten ,bedingungen empfindet1 begehrt und denkt4 ,wenn man diese vielbesprochene ,ignorabimusrede unbefangen auf ihren ,kern untersucht1 so mu man darin das entschiedene ,programm des methaphysischen ,dualismus finden2 die ,welt ist doppelt unbegreiflich3 einmal die materielle ,welt1 in welcher ,materie und ,kraft ihr ,wesen treiben1 und gegenber1 ganz getrennt1 die immaterielle ,welt des ,geistes1 in welcher ,denken und ,bewutsein nicht aus materiellen ,bedingungen erklrbar sind1 wie bei der ersteren4 ,es war ganz naturgem1 da der herrschende ,dualismus und ,mystizismus diese ,anerkennung der zwei verschiedenen ,welten mit ,begierde ergriff1 um damit die ,doppelnatur des ,menschen und die ,unsterblichkeit der ,seele zu beweisen4 ,der ,jubel der ,spiritualisten darber war um so heller und berechtigter1 als ,e4 ,du ,bois-,reymond bis dahin als ein bedeutender prinzipieller ,vertreter des wissenschaftlichen ,materialismus gegolten hatte2 und das war und blieb er auch 7trotz seiner schnen ,reden671 ebenso wie alle anderen sachkundigen1 klaren und konsequent denkenden ,naturforscher der ,gegenwart4 ,allerdings hat der ,verfasser der ,ignorabimusrede am ,schlusse derselben kurz auf die ,frage hingewiesen1 ob nicht jene beiden gegenberstehenden ,weltrtsel1 das allgemeine ,substanzproblem und das besondere ,bewutseinsproblem1 zusammenfallen4 ,er sagt3 ,freilich ist diese ,vorstellung die einfachste und der vorzuziehen1 wonach die ,welt doppelt unbegreiflich erscheint4 ,aber es liegt in der ,natur der ,dinge1 da wir auch in diesem ,punkte nicht zur ,klarheit kommen1 und alles weitere ,reden darber bleibt mig4 -- ,dieser letzteren ,ansicht bin ich von ,anfang an entschieden entgegengetreten und habe mich zu zeigen bemht1 da jene beiden groen ,fragen nicht zwei verschiedene ,weltrtsel sind4 ,das neurologische ,problem des ,bewutseins ist nur ein besonderer ,fall von dem allumfassenden kosmologischen ,problem1 der ,substanzfrage4 7,monismus1 #ahib1 ,s4 #bc47 ,physiologie des ,bewutseins4 ,die eigenartige ,naturerscheinung des ,bewutseins ist nicht1 wie ,du ,bois-,reymond und mit ihm die dualistische ,philosophie behauptet1 ein vllig und durchaus transzendentes ,problem2 sondern sie ist1 wie ich schon seit #ahff behauptet habe1 ein physiologisches ,problem1 und als solches auf die ,erscheinungen im ,gebiete der ,physik und ,chemie zurckzufhren4 ,ich habe es spter noch bestimmter als ein neurologisches ,problem bezeichnet1 auf der ,annahme fuend1 da ein dem menschlichen analoges ,bewutsein nur bei den hheren ,tieren mit stark zentralisiertem ,nervensystem zu suchen ist4 ,mit voller ,sicherheit lt sich das fr die hheren ,wirbeltiere behaupten1 und vor allem fr die plazentalen ,sugetiere1 aus deren ,stamm das ,menschengeschlecht selbst entsprossen ist4 ,das ,bewutsein der hchstentwickelten ,affen1 ,hunde1 ,elephanten usw4 ist von demjenigen des ,menschen nur dem ,grade1 nicht der ,art nach verschieden1 und die graduellen ,unterschiede im ,bewutsein dieser vernnftigsten ,zottentiere und der niedersten ,menschenrassen 7,weddas1 ,australneger usw47 sind geringer als die entsprechenden ,unterschiede zwischen diesen letzteren und den hchst entwickelten ,vernunftmenschen 7,spinoza1 ,goethe1 ,lamarck1 ,darwin usw474 ,das ,bewutsein ist mithin nur ein ,teil der hheren ,seelenttigkeit1 und als solche abhngig von der normalen ,struktur des betreffenden ,seelenorgans1 des ,gehirns4 ,physiologische ,beobachtung und ,experiment haben seit zwanzig ,jahren den sicheren ,beweis gefhrt1 da derjenige engere ,bezirk des ,sugetiergehirns1 den man in diesem ,sinne als ,organ des ,bewutseins bezeichnet1 ein ,teil des ,grohirns ist1 und zwar der spt entstandene graue ,mantel oder die ,grohirnrinde4 ,aber auch die morphologische ,begrndung dieser physiologischen ,erkenntnis ist den bewunderungswrdigen ,fortschritten der mikroskopischen ,gehirnanatomie gelungen1 welche wir den vervollkommneten ,forschungsmethoden der neuesten ,zeit verdanken4 ,wohl die wichtigste von diesen ,erkenntnissen ist die ,entdeckung der ,denkorgane durch ,paul ,flechsig in ,leipzig2 er wies #ahid nach1 da in der grauen ,rindenzone des ,hirnmantels vier ,gebiete der zentralen ,sinnesorgane oder vier innere ,empfindungssphren liegen1 die ,krperfhlsphre im ,scheitellappen1 die ,riechsphre im ,stirnlappen1 die ,sehsphre im ,hinterhauptslappen1 die ,hrsphre im ,schlfenlappen4 ,zwischen diesen vier ,sinnesherden liegen die vier groen ,denkherde oder ,assozionszentren1 die realen ,organe des ,geisteslebens2 sie sind jene hchsten ,werkzeuge der ,seelenttigkeit1 welche das ,denken und das ,bewutsein vermitteln3 vorn das ,stirnhirn oder das frontale ,assozionszentrum1 hinten oben das ,scheitelhirn oder parietale ,assozionszentrum1 hinten unten das ,prinzipalhirn oder das groe occipito-temporale ,assozionszentrum 7das wichtigste von allen67 und endlich tief unten1 im ,innern versteckt1 das ,inselhirn oder die ,reilsche ,insel1 das insulare ,assozionszentrum4 ,diese vier ,denkherde1 durch eigentmliche und hchst verwickelte ,nervenstruktur vor den zwischenliegenden ,sinnesherden ausgezeichnet1 sind die wahren ,denkorgane1 die einzigen ,organe unseres ,bewutseins4 ,in neuester ,zeit hat ,flechsig nachgewiesen1 da in einem ,teile derselben sich beim ,menschen noch ganz besonders verwickelte ,strukturen finden1 welche den brigen ,sugetieren fehlen1 und welche die berlegenheit des menschlichen ,bewutseins erklren4 ,pathologie des ,bewutseins4 ,die bedeutungsvolle ,erkenntnis der modernen ,physiologie1 da das ,grohirn beim ,menschen und den hheren ,sugetieren das ,organ des ,geisteslebens und des ,bewutseins ist1 wird einleuchtend besttigt durch die ,pathologie1 durch die ,kenntnis seiner ,erkrankungen4 ,wenn die betreffenden ,teile der ,grohirnrinde durch ,krankheit zerstrt werden1 erlischt ihre ,funktion1 und zwar lt sich hier die ,lokalisation der ,gehirnfunktionen sogar partiell nachweisen2 wenn einzelne ,stellen jenes ,gebietes erkranken1 verschwindet auch der ,teil des ,denkens und des ,bewutseins1 welcher an die betreffende ,stelle gebunden ist4 ,dasselbe ,ergebnis liefert das pathologische ,experiment2 ,zerstrung einer solchen bekannten ,stelle 7z4 ,b4 im ,sprachzentrum7 vernichtet deren ,funktion 7die ,sprache74 brigens gengt ja der ,hinweis auf die bekanntesten alltglichen ,erscheinungen im ,gebiete des ,bewutseins1 um die vllige ,abhngigkeit desselben von den chemischen ,vernderungen der ,gehirnsubstanz zu beweisen4 ,viele ,genumittel 7,kaffee1 ,tee7 regen unser ,denkvermgen an2 andere 7,wein1 ,bier7 stimmen unser ,gemt heiter2 ,moschus und ,kampher als ,excitantia beleben das erlschende ,bewutsein2 ther und ,chloroform betuben dasselbe usw4 ,wie wre das alles mglich1 wenn das ,bewutsein ein immaterielles ,wesen1 unabhngig von jenen anatomisch nachgewiesenen ,organen wre8 ,und worin besteht das ,bewutsein der unsterblichen ,seele1 wenn sie nicht mehr jene ,organe besitzt4 ,alle diese und andere bekannte ,tatsachen beweisen1 da das ,bewutsein beim ,menschen 7genau ebenso wie bei den nchstverwandten ,sugetieren7 vernderlich ist1 und da seine ,ttigkeit jederzeit abgendert werden kann durch innere ,ursachen 7,stoffwechsel1 ,blutkreislauf7 und uere ,ursachen 7,verletzung des ,gehirns1 ,reizung usw474 ,sehr lehrreich sind auch die merkwrdigen ,zustnde des alternierenden oder doppelten ,bewutseins2 derselbe ,mensch zeigt an verschiedenen ,tagen1 unter vernderten ,umstnden1 ein ganz verschiedenes ,bewutsein2 er wei heute nicht mehr1 was er gestern getan hat1 gestern konnte er sagen3 ,ich bin ich2 -- heute mu er sagen3 ,ich bin ein anderer4 ,solche ,intermissionen des ,bewutseins knnen nicht blo ,tage1 sondern ,monate und ,jahre dauern2 sie knnen selbst bleibend werden4 ,ontogenie des ,bewutseins4 ,wie jedermann wei1 ist das neugeborene ,kind noch ganz ohne ,bewutsein1 und wie ,preyer gezeigt hat1 entwickelt sich dasselbe erst spt1 nachdem das kleine ,kind zu sprechen angefangen hat2 es spricht von sich lange ,zeit in der dritten ,person4 ,erst in dem bedeutungsvollen ,momente1 in welchem es zum ersten ,male ,ich sagt1 in welchem das ,ichgefhl klar wird1 beginnt sein ,selbstbewutsein zu keimen und damit auch der ,gegensatz zur ,auenwelt4 ,die schnellen und tiefgreifenden ,fortschritte der ,erkenntnis1 welche das ,kind durch den ,unterricht der ,eltern und der ,schule in den ersten zehn ,lebensjahren macht1 und spter langsamer im zweiten ,dezennium bis zur vollendeten geistigen ,reife1 sind eng verknpft mit unzhligen ,fortschritten im ,wachstum und in der ,entwickelung des ,bewutseins und mit derjenigen seines ,organs1 des ,gehirns4 ,aber auch1 wenn der ,schler das ,zeugnis der ,reife erlangt hat1 ist in ,wahrheit sein ,bewutsein noch lange nicht reif1 und jetzt beginnt erst recht1 in vielseitiger ,berhrung mit der ,auenwelt1 das ,weltbewutsein sich zu entwickeln4 ,jetzt erst reift im dritten ,dezennium jene volle ,ausbildung des vernnftigen ,denkens und damit des ,bewutseins1 welche dann bei normaler ,entwickelung in den folgenden drei ,jahrzehnten ihre reifen ,frchte trgt4 ,gewhnlich mit ,beginn des siebenten ,dezennium 7bald frher1 bald spter7 beginnt dann jene langsame und allmhliche ,rckbildung der hheren ,geistesttigkeit1 welche das ,greisenalter charakterisiert4 ,gedchtnis1 ,rezeptionsfhigkeit und ,interesse an speziellen ,objekten nehmen mehr und mehr ab2 dagegen bleibt die ,produktionsfhigkeit1 das gereifte ,bewutsein und das philosophische ,interesse an allgemeinen ,beziehungen oft noch lange erhalten4 ,die individuelle ,entwickelung des ,bewutseins in frher ,jugend beweist die allgemeine ,geltung des ,biogenetischen ,grundgesetzes2 aber auch in spteren ,jahren ist dieselbe noch vielfach erkennbar4 ,jedenfalls berzeugt uns die ,ontogenese des ,bewutseins aufs klarste von der ,tatsache1 da dasselbe kein immaterielles ,wesen1 sondern eine physiologische ,funktion des ,gehirns ist1 und da es also auch keine ,ausnahme vom ,substanzgesetze bildet4 ,phylogenie des ,bewutseins4 ,die ,tatsache1 da das ,bewutsein1 gleich allen anderen ,seelenttigkeiten1 an die normale ,ausbildung bestimmter ,organe gebunden ist1 und da es sich beim ,kinde1 in ,zusammenhang mit diesen ,gehirnorganen1 allmhlich entwickelt1 lt schon von vornherein schlieen1 da es auch innerhalb der ,tierreihe sich stufenweise historisch entwickelt hat4 ,so sicher wir aber auch eine solche natrliche ,stammesgeschichte des ,bewutseins im ,prinzip behaupten mssen1 so wenig sind wir doch leider imstande1 tiefer in dieselbe einzudringen und spezielle ,hypothesen darber aufzustellen4 ,indessen liefert uns die ,palontologie doch einige interessante ,anhaltspunkte1 die nicht ohne ,bedeutung sind4 ,auffallend ist z4 ,b4 die bedeutende1 quantitative und qualitative ,entwickelung des ,gehirns der plazentalen ,sugetiere innerhalb der ,tertirzeit4 ,an vielen fossilen ,schdeln derselben ist die innere ,schdelhhle genau bekannt und liefert uns sichere ,aufschlsse ber die ,gre und teilweise auch ber den ,bau des davon umschlossenen ,gehirns4 ,da zeigt sich denn innerhalb einer und derselben ,legion 7z4 ,b4 der ,huftiere1 der ,raubtiere1 der ,herrentiere7 ein gewaltiger ,fortschritt von den lteren eoznen und oligoznen zu den jngeren mioznen und plioznen ,vertretern desselben ,stammes2 bei den letzteren ist das ,gehirn 7im ,verhltnis zur ,krpergre7 #f-h mal so gro als bei den ersteren4 ,auch jene hchste ,entwickelungsstufe des ,bewutseins1 welche nur der ,kulturmensch erreicht1 hat sich erst allmhlich und stufenweise -- eben durch den ,fortschritt der ,kultur selbst -- aus niederen ,zustnden entwickelt1 wie wir sie noch heute bei primitiven ,naturvlkern antreffen4 ,das zeigt uns schon die ,vergleichung ihrer ,sprachen1 welche mit derjenigen der ,begriffe eng verknpft ist4 ,je hher sich beim denkenden ,kulturmenschen die ,begriffsbildung entwickelt1 je mehr er fhig wird1 aus zahlreichen verschiedenen ,einzelheiten die gemeinsamen ,merkmale zusammenzufassen und unter allgemeine ,begriffe zu bringen1 desto klarer und tiefer wird damit sein ,bewutsein4 ,elftes ,kapitel4 ,unsterblichkeit der ,seele4 ,monistische ,studien ber ,fanatismus und ,athanismus4 ,kosmische und persnliche ,unsterblichkeit4 ,seelen-,substanz4 ,indem wir uns von der genetischen ,betrachtung der ,seele zu der groen ,frage ihrer ,unsterblichkeit wenden1 betreten wir jenes hchste ,gebiet des ,aberglaubens1 welches gewissermaen die unzerstrbare ,zitadelle aller mystischen und dualistischen ,vorstellungskreise bildet4 ,denn bei dieser ,kardinalfrage knpft sich an die rein philosophischen ,vorstellungen mehr als bei jedem anderen ,problem das egoistische ,interesse der menschlichen ,person1 welche um jeden ,preis ihre individuelle ,fortdauer ber den ,tod hinaus garantiert haben will4 ,dieses hhere ,gemtsbedrfnis ist so mchtig1 da es alle logischen ,schlsse der kritischen ,vernunft ber den ,haufen wirft4 ,bewut oder unbewut werden bei den meisten ,menschen alle brigen allgemeinen ,ansichten1 also auch die ganze ,weltanschauung1 von dem ,dogma der persnlichen ,unsterblichkeit beeinflut1 und an diesen theoretischen ,irrtum knpfen sich praktische ,folgerungen von weitestreichender ,wirkung4 ,es wird daher unsere ,aufgabe sein1 alle ,seiten dieses wichtigen ,dogmas kritisch zu prfen und seine ,unhaltbarkeit gegenber den empirischen ,erkenntnissen der modernen ,biologie nachzuweisen4 ,athanismus und ,thanatismus4 ,um einen kurzen und bequemen ,ausdruck fr die beiden entgegengesetzten ,grundanschauungen ber die ,unsterblichkeitsfrage zu haben1 bezeichnen wir den ,glauben an die persnliche ,unsterblichkeit des ,menschen als ,athanismus4 ,dagegen nennen wir ,thanatismus die berzeugung1 da mit dem ,tode des ,menschen nicht nur alle brigen physiologischen ,lebensttigkeiten erlschen1 sondern auch die ,seele verschwindet1 d4 h4 jene ,summe von ,gehirnfunktionen1 welche der psychische ,dualismus als ein eigenes ,wesen1 unabhngig von den brigen ,lebensuerungen des lebendigen ,krpers1 betrachtet4 ,indem wir hier das physiologische ,problem des ,todes berhren1 betonen wir nochmals den individuellen ,charakter dieser organischen ,naturerscheinung4 ,wir verstehen unter ,tod ausschlielich das definitive ,aufhren der ,lebensttigkeit des organischen ,individuums1 gleichviel welcher ,kategorie oder welcher ,stufenfolge der ,individualitt das betreffende ,einzelwesen angehrt4 ,der ,mensch ist tot1 wenn seine ,person stirbt1 gleichviel1 ob er gar keine ,nachkommenschaft hinterlassen hat1 oder ob er ,kinder erzeugt hat1 deren ,nachkommen sich durch viele ,generationen fruchtbar fortpflanzen4 ,man sagt ja in gewissem ,sinne1 da der ,geist groer ,mnner 7z4 ,b4 in einer ,dynastie hervorragender ,herrscher1 in einer ,familie talentvoller ,knstler7 durch ,generationen fortlebt2 und ebenso sagt man1 da die ,seele ausgezeichneter ,frauen oft in den ,kindern und ,kindeskindern sich forterhlt4 ,allein in diesen ,fllen handelt es sich stets um verwickelte ,vorgnge der ,vererbung1 bei welchen eine abgelste mikroskopische ,zelle 7die ,spermazelle des ,vaters1 die ,eizelle der ,mutter7 gewisse ,eigenschaften der ,substanz auf die ,nachkommen bertrgt4 ,die einzelnen ,personen1 welche jene ,geschlechtszellen zu ,tausenden produzieren1 bleiben trotzdem sterblich1 und mit ihrem ,tode erlischt ihre individuelle ,seelenttigkeit ebenso wie jede andere physiologische ,funktion4 ,kosmische und persnliche ,unsterblichkeit4 ,wenn man den ,begriff der ,unsterblichkeit ganz allgemein auffat und auf die ,gesamtheit der erkennbaren ,natur ausdehnt1 so gewinnt er wissenschaftliche ,bedeutung2 er erscheint dann der monistischen ,philosophie nicht nur annehmbar1 sondern selbstverstndlich4 ,denn die ,these von der ,unzerstrbarkeit und ewigen ,dauer alles ,seienden fllt dann zusammen mit unserem hchsten ,naturgesetze1 dem ,substanzgesetz 7#ab4 ,kapitel74 ,wir werden diese kosmische ,unsterblichkeit spter1 bei ,begrndung der ,lehre von der ,erhaltung der ,kraft und des ,stoffes1 ausfhrlich errtern2 jetzt wenden wir uns sogleich zur ,kritik jenes ,unsterblichkeitsglaubens1 der gewhnlich allein unter diesem ,begriffe verstanden wird1 der ,immortalitt der persnlichen ,seele4 ,wir untersuchen zunchst die ,verbreitung und ,entstehung dieser mystischen und dualistischen ,vorstellung und betonen dabei besonders die weite ,verbreitung ihres ,gegenteils1 des monistischen1 empirisch begrndeten ,thanatismus4 ,ich unterscheide hier als zwei wesentlich verschiedene ,erscheinungen desselben den primren und den sekundren ,thanatismus2 bei ersterem ist der ,mangel des ,unsterblichkeitsdogmas ein ursprnglicher 7bei primitiven ,naturvlkern72 der sekundre ,thanatismus dagegen ist das spte ,erzeugnis vernunftgemer ,naturerkenntnis bei hoch entwickelten ,kulturvlkern4 ,primrer ,thanatismus 7,ursprnglicher ,mangel der ,unsterblichkeitsidee74 ,in vielen philosophischen und besonders theologischen ,schriften lesen wir noch heute die ,behauptung1 da der ,glaube an die persnliche ,unsterblichkeit der menschlichen ,seele allen ,menschen ursprnglich gemeinsam sei4 ,das ist falsch4 ,dieses ,dogma ist weder eine ursprngliche ,vorstellung der menschlichen ,vernunft1 noch hat es jemals allgemeine ,verbreitung gehabt4 ,in dieser ,beziehung ist vor allem wichtig die sichere1 erst neuerdings durch die vergleichende ,ethnologie festgestellte ,tatsache1 da mehrere ,naturvlker der ltesten und primitivsten ,stufe ebensowenig von einer ,unsterblichkeit als von einem ,gotte irgend eine ,vorstellung haben4 ,das gilt namentlich von den ,weddas auf ,ceylon1 jenen primitiven ,pygmen1 die wir auf ,grund der ausgezeichneten ,forschungen der ,herren ,sarasin fr einen berrest der ltesten indischen ,urmenschen halten2 ferner von mehreren ltesten ,stmmen der nchstverwandten ,dravidas1 von den indischen ,seelongs und einigen ,stmmen der ,australneger4 ,ebenso kennen mehrere der primitivsten ,urvlker der amerikanischen ,rasse1 im inneren ,brasilien1 am oberen ,amazonenstrom usw41 weder ,gtter noch ,unsterblichkeit4 ,sekundrer ,thanatismus 7,erworbener ,mangel der ,unsterblichkeitsidee74 ,im ,gegensatze zu dem primren ,thanatismus1 der sicher bei den ltesten ,urmenschen ursprnglich bestand und noch heute besteht1 ist der sekundre ,mangel des ,unsterblichkeitsglaubens erst spt entstanden2 er ist erst die reife ,frucht eingehenden ,nachdenkens ber ,leben und ,tod1 also ein ,produkt echter und unabhngiger philosophischer ,reflexion4 ,als solcher tritt er uns schon im sechsten ,jahrhundert v4 ,chr4 bei einem ,teile der ionischen ,naturphilosophen entgegen1 spter bei den ,grndern der alten materialistischen ,philosophie1 bei ,demokritos und ,empedokles1 aber auch bei ,simonides und ,epikur1 bei ,seneca und ,plinius1 am meisten durchgebildet bei ,lucretius ,carus4 ,als dann nach dem ,untergange des klassischen ,altertums das ,christentum sich ausbreitete1 gewann mit ihm der ,athanismus1 als einer seiner wichtigsten ,glaubensartikel1 die hchste ,bedeutung4 ,whrend der langen ,geistesnacht des christlichen ,mittelalters wagte begreiflicherweise nur selten ein khner ,freidenker1 seine abweichende berzeugung zu uern2 die ,beispiele von ,galilei1 von ,giordano ,bruno und anderen unabhngigen ,philosophen1 welche von den ,nachfolgern ,christi der ,tortur und dem ,scheiterhaufen berliefert wurden1 schreckten gengend jedes freie ,bekenntnis ab4 ,dieses wurde erst wieder mglich1 nachdem die ,reformation und die ,renaissance die ,allmacht des ,papismus gebrochen hatten4 ,die ,geschichte der neueren ,philosophie zeigt die mannigfaltigen ,wege1 auf denen die gereifte menschliche ,vernunft dem ,aberglauben der ,unsterblichkeit zu entrinnen versuchte4 ,immerhin verlieh ihm die enge ,verknpfung mit dem christlichen ,dogma auch in den freieren protestantischen ,kreisen solche ,macht1 da selbst die meisten berzeugten ,freidenker ihre ,meinung still fr sich behielten4 ,nur selten wagten einzelne hervorragende ,mnner1 ihre berzeugung von der ,unmglichkeit der ,seelenfortdauer nach dem ,tode frei zu bekennen4 ,besonders geschah dies in der zweiten ,hlfte des achtzehnten ,jahrhunderts in ,frankreich von ,voltaire1 ,danton1 ,mirabeau u4 a41 ferner von den ,hauptvertretern des damaligen ,materialismus1 ,holbach1 ,lamettrie u4 a4 ,dieselbe berzeugung vertrat auch der geistreiche ,freund der letzteren1 der grte der ,hohenzollernfrsten1 der ,philosoph von ,sanssouci4 ,was wrde ,friedrich der ,groe1 dieser gekrnte ,thanatist und ,atheist1 sagen1 wenn er heute seine monistischen berzeugungen mit den mittelalterlich-dualistischen ,kundgebungen seiner ,nachfolger vergleichen knnte6 ,unter den denkenden rzten ist die berzeugung1 da mit dem ,tode des ,menschen auch die ,existenz seiner ,seele aufhre1 wohl seit ,jahrhunderten sehr verbreitet gewesen2 aber auch sie hteten sich meistens wohl1 dieselbe auszusprechen4 ,auch blieb immerhin noch im #ah4 ,jahrhundert die empirische ,kenntnis des ,gehirns so unvollkommen1 da die ,seele als ein rtselhafter ,bewohner desselben ihre freie ,existenz fortfristen konnte4 ,endgltig beseitigt wurde sie erst durch die ,fortschritte der ,biologie in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts4 ,die ,begrndung der ,deszendenztheorie und der ,zellentheorie1 die berraschenden ,entdeckungen der ,ontogenie und der ,experimentalphysiologie1 vor allem aber die bewundernswrdigen ,fortschritte der mikroskopischen ,gehirnanatomie entzogen dem ,athanismus allmhlich jeden ,boden1 so da jetzt nur selten ein sachkundiger und ehrlicher ,biologe noch fr die ,unsterblichkeit der ,seele eintritt4 ,die monistischen ,philosophen des #ai4 ,jahrhunderts 7,strau1 ,feuerbach1 ,bchner1 ,rau1 ,spencer usw47 sind smtlich ,thanatisten4 ,athanismus und ,religion4 ,die weiteste ,verbreitung und die hchste ,bedeutung hat das ,dogma der persnlichen ,unsterblichkeit erst durch seine innige ,verbindung mit den ,glaubenslehren des ,christentums gefunden2 und diese hat auch zu der irrtmlichen1 heute noch sehr verbreiteten ,ansicht gefhrt1 da jenes ,dogma berhaupt einen wesentlichen ,grundbestandteil jeder geluterten ,religion bilde4 ,das ist durchaus nicht der ,fall6 ,der ,glaube an die ,unsterblichkeit der ,seele fehlt vollstndig den meisten hher entwickelten orientalischen ,religionen2 er fehlt dem ,buddhismus1 der noch heute ber #cj ,prozent der gesamten menschlichen ,bevlkerung der ,erde beherrscht2 er fehlt ebenso der alten ,volksreligion der ,chinesen wie der reformierten1 spter an deren ,stelle getretenen ,religion des ,confucius2 und1 was das ,wichtigste ist1 er fehlt der lteren und reineren jdischen ,religion2 weder in den fnf ,bchern ,moses' noch in jenen lteren ,schriften des ,alten ,testamentes1 welche vor dem babylonischen ,exil geschrieben wurden1 ist die ,lehre von der individuellen ,fortdauer nach dem ,tode zu finden4 ,entstehung des ,unsterblichkeitsglaubens4 ,die mystische ,vorstellung1 da die ,seele des ,menschen nach seinem ,tode fortdauere und unsterblich weiterlebe1 fehlte dem ltesten1 schon mit ,sprache begabten ,urmenschen gewi ebenso wie seinen ,vorfahren und wie seinen modernen1 wenig entwickelten ,nachkommen1 den ,weddas von ,ceylon1 den ,seelongs von ,indien und anderen primitiven ,naturvlkern4 ,erst bei zunehmender ,vernunft1 bei eingehenderem ,nachdenken ber ,leben und ,tod1 ber ,schlaf und ,traum1 entwickelten sich bei verschiedenen lteren ,menschenrassen -- unabhngig voneinander -- mystische ,vorstellungen ber die dualistische ,zusammensetzung unseres ,organismus4 ,sehr verschiedene ,motive werden bei diesem ,vorgange zusammengewirkt haben3 ,ahnenkultus1 ,verwandtenliebe1 ,lebenslust und ,wunsch der ,lebensverlngerung1 ,hoffnung auf bessere ,lebensverhltnisse im ,jenseits1 ,hoffnung auf ,belohnung der guten und ,bestrafung der schlechten ,taten usw4 ,die vergleichende ,physiologie hat uns neuerdings eine groe ,anzahl von sehr verschiedenen derartigen ,glaubensdichtungen kennen gelehrt2 groenteils hngen sie eng zusammen mit den ltesten ,formen des ,gottesglaubens und der ,religion berhaupt4 ,in den meisten modernen ,religionen ist der ,athanismus eng verknpft mit dem ,theismus4 ,die ,vorstellung1 welche sich die meisten ,glubigen von ihrer persnlichen unsterblichen ,seele bilden1 ist ebenso materialistisch1 wie das individuelle ,bild von ihrem persnlichen lieben ,gott4 ,christlicher ,unsterblichkeitsglaube4 ,wie allgemein bekannt1 hat das ,dogma von der ,unsterblichkeit der ,seele in der christlichen ,religion schon lange diejenige feste ,form angenommen1 welche sich in dem ,glaubensartikel ausspricht3 ,ich glaube an die ,auferstehung des ,fleisches und ein ewiges ,leben4 ,wie am ,osterfest ,christus selbst von den ,toten auferstanden ist und nun in ,ewigkeit als ,gottes ,sohn1 sitzend zur rechten ,hand ,gottes1 gedacht wird1 versinnlichen uns unzhlige ,bilder und ,legenden4 ,in gleicher ,weise wird auch der ,mensch am jngsten ,tage auferstehen und seinen ,lohn fr die ,fhrung seines einstigen ,erdenlebens empfangen4 ,dieser ganze christliche ,vorstellungskreis ist durch und durch materialistisch und anthropistisch2 er erhebt sich nicht viel ber die entsprechenden rohen ,vorstellungen vieler niederer ,naturvlker4 ,da die ,auferstehung des ,fleisches unmglich ist1 wei eigentlich jeder1 der einige ,kenntnisse in ,anatomie und ,physiologie besitzt4 ,die materielle ,auferstehung ,christi1 welche von ,millionen glubiger ,christen an jedem ,osterfeste gefeiert wird1 ist ebenso ein reiner ,mythus wie die ,auferweckung von den ,toten1 welche er mehrfach ausgefhrt haben soll4 ,fr die reine ,vernunft sind diese mystischen ,glaubensartikel ebenso unannehmbar wie die damit verknpfte ,hypothese eines ewigen ,lebens4 ,metaphysischer ,unsterblichkeitsglaube4 ,gegenber dem materialistischen ,athanismus1 welcher in der christlichen und mohammedanischen ,kirche herrschend ist1 vertritt scheinbar eine reinere und hhere ,glaubensform der metaphysische ,athanismus1 wie ihn die meisten dualistischen und spiritualistischen ,philosophen lehren4 ,als der bedeutendste ,begrnder desselben ist ,plato zu betrachten2 er lehrte schon im vierten ,jahrhundert vor ,chr4 jenen vollkommenen ,dualismus zwischen ,leib und ,seele1 welcher dann in der christlichen ,glaubenslehre zu einem der theoretisch wichtigsten und praktisch wirkungsvollsten ,artikel wurde4 ,der ,leib ist sterblich1 materiell 7physisch72 die ,seele ist unsterblich1 immateriell 7metaphysisch74 ,beide sind nur whrend des individuellen ,lebens vorbergehend verbunden4 ,da ,plato ein ewiges ,leben der selbstndigen ,seele sowohl vor als nach dieser zeitweiligen ,verbindung annimmt1 ist er auch ,anhnger der ,seelenwanderung2 die ,seelen existierten als solche1 als ewige ,ideen1 schon bevor sie in den menschlichen ,krper eintraten4 ,nachdem sie denselben verlassen1 suchen sie sich als ,wohnort einen anderen ,krper aus1 der ihrer ,beschaffenheit am meisten angemessen ist2 die ,seelen von grausamen ,tyrannen schlpfen in den ,krper von ,wlfen und ,geiern1 diejenigen von tugendhaften ,arbeitern in den ,leib von ,bienen und ,ameisen usw4 ,die kindlichen und naiven ,anschauungen dieser platonischen ,seelenlehre liegen auf der ,hand2 bei weiterem ,eindringen erscheinen sie vllig unvereinbar mit unseren festgegrndeten physiologischen ,erkenntnissen4 ,wir erwhnen sie hier nur1 weil sie trotz ihrer ,absurditt den grten kulturhistorischen ,einflu erlangten4 ,denn einerseits knpfte an die platonische ,seelenlehre die ,mystik der ,neuplatoniker an1 welche in das ,christentum ,eingang gewann2 andererseits wurde sie spter zu einem ,hauptpfeiler der spiritualistischen und idealistischen ,philosophie4 ,die platonische ,idee verwandelte sich spter in den ,begriff der ,seelensubstanz1 die allerdings ebenso unfabar und metaphysisch ist1 aber doch oft einen physikalischen ,anschein gewann4 ,seelensubstanz4 ,die ,auffassung der ,seele als ,substanz ist bei vielen ,psychologen sehr unklar2 bald wird dieselbe in abstraktem und idealistischem ,sinne als ein immaterielles ,wesen von ganz eigentmlicher ,art betrachtet1 bald in konkretem und realistischem ,sinne1 bald als ein unklares ,mittelding zwischen beiden4 ,halten wir an dem monistischen ,substanzbegriffe fest1 wie wir ihn 7im #ab4 ,kapitel7 als einfachste ,grundlage unserer gesamten ,weltanschauung entwickeln1 so ist in demselben ,energie und ,materie untrennbar verbunden4 ,dann mssen wir an der ,seelensubstanz die eigentliche1 uns allein bekannte psychische ,energie unterscheiden 7,empfinden1 ,vorstellen1 ,wollen7 und die psychische ,materie1 durch welche allein dieselbe zur ,wirkung gelangen kann1 also das lebendige ,plasma4 ,bei den hheren ,tieren bildet dann der ,seelenstoff einen ,teil des ,nervensystems1 bei den niederen1 nervenlosen ,tieren und den ,pflanzen einen ,teil ihres vielzelligen ,plasmakrpers1 bei den einzelligen ,protisten einen ,teil ihres plasmatischen ,zellenkrpers4 ,somit kommen wir wieder auf die ,seelenorgane und gelangen zu der naturgemen ,erkenntnis1 da diese materiellen ,organe fr die ,seelenttigkeit unentbehrlich sind2 die ,seele selbst aber ist aktuell1 ist die ,summe ihrer physiologischen ,funktionen4 ,anders gestaltet sich der ,begriff der spezifischen ,seelensubstanz bei vielen dualistischen ,philosophen und ,theologen4 ,die unsterbliche ,seele soll dann zwar materiell sein1 aber doch unsichtbar und ganz verschieden von dem sichtbaren ,krper1 in welchem sie wohnt4 ,die ,unsichtbarkeit der ,seele wird dabei als ein sehr wesentliches ,attribut derselben betrachtet4 ,einige vergleichen dabei die ,seele mit dem ther und betrachten sie gleich diesem als einen uerst feinen und leichten1 hchst beweglichen ,stoff oder ein imponderables ,agens1 welches berall zwischen den wgbaren ,teilchen des lebendigen ,organismus schwebt4 ,andere hingegen vergleichen die ,seele mit dem wehenden ,winde und schreiben ihr also einen gasfrmigen ,zustand zu2 und dieser ,vergleich ist ja auch derjenige1 welcher zuerst bei den ,naturvlkern zu der spter so allgemein gewordenen dualistischen ,auffassung fhrte4 ,wenn der ,mensch starb1 blieb der ,krper als ,leiche zurck2 die unsterbliche ,seele aber entfloh aus ihm mit dem letzten ,atemzuge4 therseele4 ,die ,vergleichung der menschlichen ,seele mit dem physikalischen ther als qualitativ hnlichem ,gebilde hat in neuerer ,zeit eine konkretere ,gestalt gewonnen durch die groartigen ,fortschritte der ,optik und der ,elektrizitt 7besonders in den letzten ,dezennien74 ,diese haben uns mit der ,energie des thers bekannt gemacht und damit zugleich gewisse ,schlsse auf die materielle ,natur dieses raumerfllenden ,wesens gestattet4 ,da ich diese wichtigen ,verhltnisse spter 7im #ab4 ,kapitel7 besprechen werde1 will ich nur kurz darauf hinweisen1 da dadurch die ,annahme einer therseele vollkommen unhaltbar geworden ist4 ,eine solche therische ,seele1 d4 h4 eine ,seelensubstanz1 welche dem physikalischen ther hnlich ist und gleich ihm zwischen den wgbaren ,teilchen des lebendigen ,plasma oder den ,gehirnmolekeln schwebt1 kann unmglich individuelles ,seelenleben hervorbringen4 ,weder die mystischen ,anschauungen1 welche darber um die ,mitte unseres ,jahrhunderts lebhaft diskutiert wurden1 noch die ,versuche des modernen ,neovitalismus1 die mystische ,lebenskraft mit dem physikalischen ther in ,beziehung zu setzen1 sind heute mehr der ,widerlegung bedrftig4 ,luftseele4 ,viel allgemeiner verbreitet und auch heute noch in hohem ,ansehen steht jene ,anschauung1 welche der ,seelensubstanz eine gasfrmige ,beschaffenheit zuschreibt4 ,uralt ist die ,vergleichung des menschlichen ,atemzuges mit dem wehenden ,windhauche2 beide wurden ursprnglich fr identisch gehalten und mit demselben ,namen belegt4 ,anemos und ,psyche der ,griechen1 ,anima und ,spiritus der ,rmer sind ursprnglich ,bezeichnungen fr den ,lufthauch des ,windes2 sie wurden von diesem auf den ,atemhauch des ,menschen bertragen4 ,spter wurde dann dieser lebendige ,odem mit der ,lebenskraft identifiziert und zuletzt als das ,wesen der ,seele selbst angesehen oder in engerem ,sinne als deren hchste uerung1 der ,geist4 ,davon leitete dann weiterhin wieder die ,phantasie die mystische ,vorstellung der individuellen ,geister ab1 der ,gespenster 7,spirits72 auch diese werden ja heute noch meistens als luftfrmige ,wesen -- aber begabt mit den physiologischen ,funktionen des ,organismus6 -- vorgestellt2 in manchen berhmten ,spiritistenkreisen werden dieselben freilich trotzdem photographiert6 ,flssige und feste ,seele4 ,der ,experimentalphysik ist es in den letzten ,dezennien des #ai4 ,jahrhunderts gelungen1 alle gasfrmigen ,krper in den tropfbar-flssigen -- und die meisten auch in den festen -- ,aggregatzustand berzufhren4 ,es bedarf dazu weiter nichts als geeigneter ,apparate1 welche unter sehr hohem ,druck und bei sehr niedriger ,temperatur die ,gase sehr stark komprimieren4 ,nicht allein die luftfrmigen ,elemente1 ,sauerstoff1 ,wasserstoff1 ,stickstoff1 sondern auch zusammengesetzte ,gase 7,kohlensure7 und ,gasgemenge 7atmosphrische ,luft7 sind so aus dem luftfrmigen in den flssigen ,zustand versetzt worden4 ,dadurch sind aber jene unsichtbaren ,krper fr jedermann sichtbar und in gewissem ,sinne handgreiflich geworden4 ,mit dieser nderung der ,dichtigkeit ist der mystische ,nimbus verschwunden1 welcher frher das ,wesen der ,gase in der gemeinen ,anschauung verschleierte1 als unsichtbare ,krper1 die doch sichtbare ,wirkungen ausben4 ,wenn nun die ,seelensubstanz wirklich1 wie viele ,gebildete noch heute glauben1 gasfrmig wre1 so mte man auch imstande sein1 sie durch ,anwendung von hohem ,druck und sehr niederer ,temperatur in den flssigen ,zustand berzufhren4 ,man knnte dann die ,seele1 welche im ,momente des ,todes ausgehaucht wird1 auffangen1 unter sehr hohem ,druck bei niederer ,temperatur kondensieren und in einer ,glasflasche als unsterbliche ,flssigkeit aufbewahren 7,fluidum animae immortale74 ,durch weitere ,abkhlung und ,kondensation mte es dann auch gelingen1 die flssige ,seele in den festen ,zustand berzufhren 7,seelenschnee74 ,bis jetzt ist das ,experiment noch nicht gelungen4 ,unsterblichkeit der ,tierseele4 ,wenn der ,athanismus wahr wre1 wenn wirklich die ,seele des ,menschen in alle ,ewigkeit fortlebte1 so mte man ganz dasselbe auch fr die ,seele der hheren ,tiere behaupten1 mindestens fr diejenige der ihm am nchsten stehenden ,sugetiere 7,affen1 ,hunde usw474 ,denn der ,mensch zeichnet sich vor diesen letzteren nicht durch eine besondere neue ,art oder eine eigentmliche1 nur ihm zukommende ,funktion der ,psyche aus1 sondern lediglich durch einen hheren ,grad der psychischen ,ttigkeit1 durch eine vollkommenere ,stufe ihrer ,entwickelung4 ,besonders ist bei vielen ,menschen das ,bewutsein hher entwickelt als bei den meisten ,tieren1 die ,fhigkeit der ,ideenassoziation1 des ,denkens und der ,vernunft4 ,indessen ist dieser ,unterschied bei weitem nicht so gro1 als man gewhnlich annimmt2 und er ist in jeder ,beziehung viel geringer als der entsprechende ,unterschied zwischen den hheren und niederen ,tierseelen oder selbst als der ,unterschied zwischen den hchsten und tiefsten ,stufen der ,menschenseele4 ,wenn man also der letzteren persnliche ,unsterblichkeit zuschreibt1 so mu man sie auch den hheren ,tieren zugestehen4 ,diese berzeugung von der individuellen ,unsterblichkeit der ,tiere ist denn auch ganz naturgem bei vielen ,vlkern alter und neuer ,zeit zu finden4 ,beweise fr den ,athanismus4 ,die ,grnde1 welche man seit zweitausend ,jahren fr die ,unsterblichkeit der ,seele anfhrt1 und welche auch heute noch dafr geltend gemacht werden1 entspringen zum grten ,teile nicht dem ,streben nach ,erkenntnis der ,wahrheit1 sondern vielmehr dem sogenannten ,bedrfnis des ,gemtes1 d4 h4 dem ,phantasieleben und der ,dichtung4 ,um mit ,kant zu reden1 ist die ,unsterblichkeit der ,seele ein unbegrndetes ,dogma fr die reine ,vernunft1 ein bloes ,postulat fr die praktische ,vernunft4 ,diese letztere und die mit ihr zusammenhngenden ,bedrfnisse des ,gemtes1 der moralischen ,erziehung usw4 mssen wir aber ganz aus dem ,spiele lassen1 wenn wir ehrlich und unbefangen zur reinen ,erkenntnis der ,wahrheit gelangen wollen2 denn diese ist einzig und allein durch empirisch begrndete und logisch klare ,schlsse der reinen ,vernunft mglich4 ,es gilt also hier vom ,athanismus dasselbe1 wie vom ,theismus2 beide sind nur ,gegenstnde der mystischen ,dichtung1 des transzendenten ,glaubens1 nicht der vernnftig schlieenden ,wissenschaft4 ,wollten wir alle die einzelnen ,grnde analysieren1 welche fr den ,unsterblichkeitsglauben geltend gemacht worden sind1 so wrde sich ergeben1 da nicht ein einziger derselben wirklich wissenschaftlich ist2 kein einziger vertrgt sich mit den klaren ,erkenntnissen1 welche wir durch die physiologische ,psychologie und die ,entwickelungstheorie in den letzten ,dezennien gewonnen haben4 ,der theologische ,beweis1 da ein persnlicher ,schpfer dem ,menschen eine unsterbliche ,seele eingehaucht habe1 ist reiner ,mythus4 ,der kosmologische ,beweis1 da die sittliche ,weltordnung die ewige ,fortdauer der menschlichen ,seele erfordere1 ist unbegrndetes ,dogma4 ,der teleologische ,beweis1 da die hhere ,bestimmung des ,menschen eine volle ,ausbildung seiner mangelhaften irdischen ,seele im ,jenseits erfordere1 beruht auf einem falschen ,anthropismus4 ,der moralische ,beweis1 da die ,mngel und die unbefriedigten ,wnsche des irdischen ,daseins durch eine ausgleichende ,gerechtigkeit im ,jenseits befriedigt werden mssen1 ist ein frommer ,wunsch1 weiter nichts4 ,der ethnologische ,beweis1 da der ,glaube an die ,unsterblichkeit ebenso wie an ,gott eine angeborene1 allen ,menschen gemeinsame ,wahrheit sei1 ist tatschlicher ,irrtum4 ,der ontologische ,beweis1 da die ,seele als ein einfaches1 immaterielles und unteilbares ,wesen unmglich mit dem ,tode verschwinden knne1 beruht auf einer ganz falschen ,auffassung der psychischen ,erscheinungen2 sie ist ein spiritualistischer ,irrtum4 ,alle diese und andere hnliche ,beweise fr den ,athanismus sind hinfllig geworden2 sie sind durch die wissenschaftliche ,kritik jetzt definitiv widerlegt4 ,beweise gegen den ,athanismus4 ,gegenber den angefhrten1 smtlich unhaltbaren ,grnden fr die ,unsterblichkeit der ,seele ist es bei der hohen ,bedeutung dieser ,frage wohl zweckmig1 die wohlbegrndeten1 wissenschaftlichen ,beweise gegen dieselbe hier kurz zusammenzufassen4 ,der physiologische ,beweis lehrt uns1 da die menschliche ,seele ebenso wie die der hheren ,tiere kein selbstndiges1 immaterielles ,wesen ist1 sondern der ,kollektivbegriff fr eine ,summe von ,gehirnfunktionen2 diese sind ebenso wie alle anderen ,lebensttigkeiten durch physikalische und chemische ,prozesse bedingt1 also auch dem ,substanzgesetz unterworfen4 ,der histologische ,beweis grndet sich auf den hchst verwickelten mikroskopischen ,bau des ,gehirns und lehrt uns in den ,ganglienzellen desselben die wahren ,elementarorgane der ,seele kennen4 ,der experimentelle ,beweis berzeugt uns1 da die einzelnen ,seelenttigkeiten an einzelne ,bezirke des ,gehirns gebunden und ohne deren normale ,beschaffenheit unmglich sind2 werden diese ,bezirke zerstrt1 so erlischt damit auch deren ,funktion2 insbesondere gilt dies von den ,denkorganen1 den einzigen zentralen ,werkzeugen des ,geisteslebens4 ,der pathologische ,beweis ergnzt den physiologischen2 wenn bestimmte ,gehirnbezirke 7,sprachzentrum1 ,sehsphre1 ,hrsphre7 durch ,krankheit zerstrt werden1 so verschwindet auch deren ,arbeit 7,sprechen1 ,sehen1 ,hren72 die ,natur selbst fhrt hier das entscheidende physiologische ,experiment aus4 ,der ontogenetische ,beweis fhrt uns unmittelbar die ,tatsachen der individuellen ,entwickelung der ,seele vor ,augen2 wir sehen1 wie die ,kindesseele ihre einzelnen ,fhigkeiten nach und nach entwickelt2 der ,jngling bildet sich zur vollen ,blte1 der ,mann zur reifen ,frucht aus2 im ,greisenalter findet allmhliche ,rckbildung der ,seele statt1 entsprechend der senilen ,degeneration des ,gehirns4 ,der phylogenetische ,beweis sttzt sich auf die ,palontologie1 die vergleichende ,anatomie und ,physiologie des ,gehirns2 in ihrer gegenseitigen ,ergnzung begrnden diese ,wissenschaften die ,gewiheit1 da das ,gehirn des ,menschen 7und also auch dessen ,funktion1 die ,seele7 sich stufenweise und allmhlich aus demjenigen der ,sugetiere und weiterhin der niederen ,wirbeltiere entwickelt hat4 ,athanistische ,illusionen4 ,die vorhergehenden ,untersuchungen1 die durch viele andere ,ergebnisse der modernen ,wissenschaft ergnzt werden knnten1 haben das alte ,dogma von der ,unsterblichkeit der ,seele als vllig unhaltbar nachgewiesen2 dasselbe kann im #bj4 ,jahrhundert nicht mehr ,gegenstand ernster wissenschaftlicher ,forschung1 sondern nur noch des transzendenten ,glaubens sein4 ,die ,kritik der reinen ,vernunft weist aber nach1 da dieser hochgeschtzte ,glaube1 bei ,licht betrachtet1 der reine ,aberglaube ist1 ebenso wie der oft damit verknpfte ,glaube an den persnlichen ,gott4 ,nun halten aber noch heute ,millionen von ,glubigen -- nicht nur aus den niederen1 ungebildeten ,volksmassen1 sondern aus den hheren und hchsten ,bildungskreisen -- diesen ,aberglauben fr ihr teuerstes ,besitztum1 fr ihren kostbarsten ,schatz4 ,es wird daher ntig sein1 in den damit verknpften ,vorstellungskreis noch etwas tiefer einzugehen und seinen wirklichen ,wert einer kritischen ,prfung zu unterziehen4 ,da ergibt sich denn fr den objektiven ,kritiker die ,einsicht1 da jener ,wert zum grten ,teile auf ,einbildung beruht1 auf ,mangel an klarem ,urteil und an folgerichtigem ,denken4 ,der definitive ,verzicht auf diese athanistischen ,illusionen wrde nach meiner festen und ehrlichen berzeugung fr die ,menschheit nicht nur keinen schmerzlichen ,verlust1 sondern einen unschtzbaren positiven ,gewinn bedeuten4 ,das menschliche ,gemtsbedrfnis hlt den ,unsterblichkeitsglauben besonders aus zwei ,grnden fest1 erstens in der ,hoffnung auf ein besseres zuknftiges ,leben im ,jenseits1 und zweitens in der ,hoffnung auf ,wiedersehen der teuren ,lieben und ,freunde1 welche uns der ,tod hier entrissen hat4 ,die erste ,hoffnung entspricht einem natrlichen ,vergeltungsgefhl1 das zwar subjektiv berechtigt1 aber objektiv ohne jeden ,anhalt ist4 ,wir erheben ,ansprche auf ,entschdigung fr die zahllosen ,mngel und traurigen ,erfahrungen dieses irdischen ,daseins1 ohne irgend eine reale ,aussicht oder ,garantie dafr zu besitzen4 ,wir verlangen eine unbegrenzte ,dauer eines ewigen ,lebens1 in welchem wir nur ,lust und ,freude1 keine ,unlust und keinen ,schmerz erfahren wollen4 ,die ,vorstellungen der meisten ,menschen ber dieses selige ,leben im ,jenseits sind hchst seltsam und um so sonderbarer1 als darin die immaterielle ,seele sich an hchst materiellen ,genssen erfreut4 ,die ,phantasie jeder glubigen ,person gestaltet sich diese fortdauernde ,herrlichkeit entsprechend ihren persnlichen ,wnschen4 ,der amerikanische ,indianer1 dessen ,athanismus ,schiller in seiner nadowessischen ,totenklage so anschaulich schildert1 hofft in seinem ,paradiese die herrlichsten ,jagdgrnde zu finden1 mit unermelich vielen ,bffeln und ,bren2 der ,eskimo erwartet dort sonnenbestrahlte ,eisflchen mit einer unerschpflichen ,flle von ,eisbren1 ,robben und anderen ,polartieren2 der sanfte ,singhalese gestaltet sich sein jenseitiges ,paradies entsprechend dem wunderbaren ,inselparadiese ,ceylon mit seinen herrlichen ,grten und ,wldern2 nur setzt er voraus1 da jederzeit unbegrenzte ,mengen von ,reis und ,curry1 von ,kokosnssen und anderen ,frchten bereit stehen2 der mohammedanische ,araber ist berzeugt1 da in seinem ,paradiese blumenreiche1 schattige ,grten sich ausdehnen1 durchrauscht von khlen ,quellen und bevlkert mit den schnsten ,mdchen2 der katholische ,fischer in ,sizilien erwartet dort tglich einen berflu der kstlichsten ,fische und der feinsten ,makkaroni1 und ewigen ,abla fr alle ,snden1 die er auch im ewigen ,leben noch tglich zu begehen hofft2 der evangelische ,nordeuroper hofft auf einen unermelichen gothischen ,dom1 in welchem ewige ,lobgesnge auf den ,herrn der ,heerscharen ertnen4 ,kurz1 jeder ,glubige erwartet von seinem ewigen ,leben in ,wahrheit eine direkte ,fortsetzung seines individuellen ,erdendaseins1 nur in einer bedeutend vermehrten und verbesserten ,auflage4 ,besonders mu hier noch die durchaus materialistische ,grundanschauung des christlichen ,athanismus betont werden1 die mit dem absurden ,dogma von der ,auferstehung des ,fleisches eng zusammenhngt4 ,wie uns ,tausende von lgemlden berhmter ,meister versinnlichen1 gehen die auferstandenen ,leiber mit ihren wiedergeborenen ,seelen droben im ,himmel gerade so spazieren1 wie hier im ,jammerthal der ,erde2 sie schauen ,gott mit ihren ,augen1 sie hren seine ,stimme mit ihren ,ohren1 sie singen ,lieder zu seinen ,ehren mit ihrem ,kehlkopf usw4 ,kurz1 die modernen ,bewohner des christlichen ,paradieses sind ebenso ,doppelwesen von ,leib und ,seele1 ebenso mit allen ,organen des irdischen ,leibes ausgestattet1 wie unsere ,altvordern in ,odins ,saal zu ,walhalla1 wie die unsterblichen ,trken und ,araber in ,mohammeds lieblichen ,paradiesgrten1 wie die altgriechischen ,halbgtter und ,helden an ,zeus' ,tafel im ,olymp1 im ,genusse von ,nektar und ,ambrosia4 ,mag man sich dieses ewige ,leben im ,paradiese aber noch so herrlich ausmalen1 so mu dasselbe auf die ,dauer unendlich langweilig werden4 ,und nun gar3 ,ewig6 ,ohne ,unterbrechung1 ohne ,weiterentwickelung diese ewige individuelle ,existenz fortfhren6 ,der tiefsinnige ,mythus vom ,ewigen ,juden1 das vergebliche ,ruhesuchen des unseligen ,ahasverus sollte uns ber den ,wert eines solchen ewigen ,lebens aufklren6 ,das beste1 was wir uns nach einem tchtigen1 nach unserm besten ,gewissen gut angewandten ,leben wnschen knnen1 ist der ewige ,friede des ,grabes3 ,herr1 schenke ihnen die ewige ,ruhe6 ,jeder vernnftige ,gebildete1 der die geologische ,zeitrechnung kennt1 und der ber die lange ,reihe der ,jahrmillionen in der organischen ,erdgeschichte nachgedacht hat1 mu bei unbefangenem ,urteil zugeben1 da der banale ,gedanke des ewigen ,lebens auch fr den besten ,menschen kein herrlicher ,trost1 sondern eine furchtbare ,drohung ist4 ,nur ,mangel an klarem ,urteil und folgerichtigem ,denken kann dies bestreiten4 ,den besten und den am meisten berechtigten ,grund fr den ,athanismus gibt die ,hoffnung1 im ewigen ,leben die teueren ,angehrigen und ,freunde wieder zu sehen1 von denen uns hier auf ,erden ein grausames ,schicksal frh getrennt hat4 ,aber auch dieses vermeintliche ,glck erweist sich bei nherer ,betrachtung als ,illusion2 und jedenfalls wrde es stark durch die ,aussicht getrbt1 dort auch allen den weniger angenehmen ,bekannten und den widerwrtigen ,feinden zu begegnen1 die hier unser ,dasein getrbt haben4 ,unlsbare ,schwierigkeiten bereitet auch den glubigen ,athanisten die ,frage1 in welchem ,stadium ihrer individuellen ,entwickelung die abgeschiedene ,seele ihr ewiges ,leben fortfhren soll8 ,sollen die ,neugeborenen erst im ,himmel ihre ,seele entwickeln1 unter demselben harten ,kampf ums ,dasein1 der den ,menschen hier auf der ,erde erzieht8 ,soll der talentvolle ,jngling1 der dem ,massenmorde des ,krieges zum ,opfer fllt1 erst in ,walhalla seine reichen1 ungenutzten ,geistesgaben entwickeln8 ,soll der altersschwache1 kindisch gewordene ,greis1 der als reifer ,mann die ,welt mit dem ,ruhm seiner ,taten erfllte1 ewig als rckgebildeter ,geist fortleben8 ,oder soll er sich gar in ein frheres ,bltestadium zurck entwickeln8 ,wenn aber die unsterblichen ,seelen im ,olymp als vollkommene ,wesen verjngt fortleben sollen1 dann ist auch der ,reiz und das ,interesse der ,persnlichkeit fr sie ganz verschwunden4 ,ebenso unhaltbar erscheint uns heute im ,lichte der reinen ,vernunft der anthropistische ,mythus vom jngsten ,gericht1 von der ,scheidung aller ,menschenseelen in zwei groe ,haufen1 von denen der eine zu den ewigen ,freuden des ,paradieses1 der andere zu den ewigen ,qualen der ,hlle bestimmt ist -- und das von einem persnlichen ,gott1 welcher der ,vater der ,liebe ist6 ,hat doch dieser liebende ,allvater selbst die ,bedingungen der ,vererbung und ,anpassung geschaffen1 unter denen sich einerseits die bevorzugten ,glcklichen notwendig zu straflosen ,seligen1 andererseits die unglcklichen ,armen und ,elenden ebenso notwendig zu strafwrdigen ,verdammten entwickeln muten4 ,eine kritische ,vergleichung der unzhligen bunten ,phantasiegebilde1 welche der ,unsterblichkeitsglaube der verschiedenen ,vlker und ,religionen seit ,jahrtausenden erzeugt hat1 gewhrt das merkwrdigste ,bild2 eine hochinteressante1 auf ausgedehnte ,quellenstudien gegrndete ,darstellung derselben hat ,adalbert ,svoboda gegeben in seinen ausgezeichneten ,werken3 ,seelenwahn 7#ahhf7 und ,gestalten des ,glaubens 7#ahig74 ,wie absurd uns auch die meisten dieser ,mythen erscheinen mgen1 wie unvereinbar sie smtlich mit der vorgeschrittenen ,naturerkenntnis der ,gegenwart sind1 so spielen sie dennoch auch heute eine hchst wichtige ,rolle und ben trotzdem als ,postulate der praktischen ,vernunft den grten ,einflu auf die ,lebensanschauungen der ,individuen und die ,geschicke der ,vlker4 ,die idealistische und spiritualistische ,philosophie der ,gegenwart wird nun freilich zugeben1 da diese herrschenden materialistischen ,formen des ,unsterblichkeitsglaubens unhaltbar seien1 und sie wird behaupten1 da an ihre ,stelle die geluterte ,vorstellung von einem immateriellen ,seelenwesen1 von einer platonischen ,idee oder einer transzendenten ,seelensubstanz treten msse4 ,allein mit diesen unfabaren ,vorstellungen kann die realistische ,naturanschauung der ,gegenwart absolut nichts anfangen2 sie befriedigen weder das ,kausalittsbedrfnis unseres ,verstandes1 noch die ,wnsche unseres ,gemtes4 ,fassen wir alles zusammen1 was vorgeschrittene ,anthropologie1 ,psychologie und ,kosmologie der ,gegenwart ber den ,athanismus ergrndet haben1 so mssen wir zu dem bestimmten ,schlusse kommen3 ,der ,glaube an die ,unsterblichkeit der menschlichen ,seele ist ein ,dogma1 welches den sichersten ,erfahrungsstzen der modernen ,naturwissenschaft vllig widerspricht4 ,zwlftes ,kapitel4 ,das ,substanzgesetz4 ,monistische ,studien ber das kosmologische ,grundgesetz4 ,erhaltung der ,materie und der ,energie4 ,einheit und ,trinitt der ,substanz4 ,als das oberste und allumfassende ,naturgesetz betrachte ich das ,substanzgesetz1 das wahre und einzige kosmologische ,grundgesetz2 seine ,entdeckung und ,feststellung ist die grte ,geistestat des #ai4 ,jahrhunderts1 insofern alle anderen erkannten ,naturgesetze sich ihm unterordnen4 ,unter dem ,begriffe ,substanzgesetz fasse ich zwei hchste allgemeine ,gesetze verschiedenen ,ursprungs und ,alters zusammen1 das ltere chemische ,gesetz von der ,erhaltung des ,stoffes und das jngere physikalische ,gesetz von der ,erhaltung der ,kraft4 ,da diese beiden ,grundgesetze der exakten ,naturwissenschaft im ,wesen unzertrennlich sind1 wird vielen ,lesern wohl selbstverstndlich erscheinen und ist von den meisten ,naturforschern der ,gegenwart anerkannt4 ,indessen wird diese fundamentale berzeugung doch von anderer ,seite noch heute vielfach bestritten und mu jedenfalls erst bewiesen werden4 ,wir mssen daher zunchst einen kurzen ,blick auf beide ,gesetze gesondert werfen4 ,gesetz von der ,erhaltung des ,stoffes 7oder der ,konstanz der ,materie1 ,lavoisier1 #aghi74 ,die ,summe des ,stoffes1 welcher den ,weltraum erfllt1 ist unvernderlich4 ,wenn ein ,krper zu verschwinden scheint1 wechselt er nur seine ,form2 wenn die ,kohle verbrennt1 verwandelt sie sich durch ,verbindung mit dem ,sauerstoff der ,luft in gasfrmige ,kohlensure2 wenn ein ,zuckerstck sich im ,wasser lst1 geht seine feste ,form in die tropfbar flssige ber4 ,ebenso wechselt die ,materie nur ihre ,form1 wenn ein neuer ,naturkrper zu entstehen scheint2 wenn es regnet1 wird der ,wasserdampf der ,luft in ,tropfenform niedergeschlagen2 wenn das ,eisen rostet1 verbindet sich die oberflchliche ,schicht des ,metalles mit ,wasser und dem ,sauerstoff der ,luft und bildet so ,rost4 ,nirgends in der ,natur sehen wir1 da neue ,materie entsteht oder geschaffen wird2 nirgends finden wir1 da vorhandene ,materie verschwindet oder in ,nichts zerfllt4 ,dieser ,erfahrungssatz gilt heute als erster und unerschtterlicher ,grundsatz der ,chemie und kann jederzeit mittels der ,wage unmittelbar bewiesen werden4 ,es war aber das unsterbliche ,verdienst des groen franzsischen ,chemikers ,lavoisier1 diesen ,beweis durch die ,wage zuerst gefhrt zu haben4 ,heute sind alle ,naturforscher1 welche sich jahrelang mit dem denkenden ,studium der ,naturerscheinungen beschftigt haben1 so fest von der absoluten ,konstanz der ,materie berzeugt1 da sie sich das ,gegenteil gar nicht mehr vorstellen knnen4 ,gesetz von der ,erhaltung der ,kraft 7oder der ,konstanz der ,energie1 ,robert ,mayer1 #ahdb47 ,die ,summe der ,kraft oder ,energie1 welche im ,weltraum alle ,erscheinungen bewirkt1 ist unvernderlich4 ,wenn die ,lokomotive den ,eisenbahnzug fortfhrt1 verwandelt sich die ,spannkraft des erhitzten ,wasserdampfes in die lebendige ,kraft der mechanischen ,bewegung2 wenn wir die ,pfeife der ,lokomotive hren1 werden die ,schallschwingungen der bewegten ,luft durch unser ,trommelfell und die ,kette der ,gehrknochen zum ,labyrinth unseres inneren ,ohres fortgeleitet und von da durch den ,hrnerv zu den akustischen ,ganglienzellen1 welche die ,hrsphre im ,schlfenlappen unserer ,grohirnrinde bilden4 ,die ganze wunderbare ,gestaltenflle1 welche unseren ,erdball belebt1 ist in letzter ,instanz umgewandeltes ,sonnenlicht4 ,allbekannt ist1 wie gegenwrtig die bewunderungswrdigen ,fortschritte der ,technik dazu gefhrt haben1 die verschiedenen ,naturkrfte ineinander zu verwandeln3 ,wrme wird in ,massenbewegung1 diese wieder in ,licht oder ,schall1 diese wiederum in ,elektrizitt bergefhrt oder umgekehrt4 ,die genaue ,messung der ,kraftmenge1 welche bei dieser ,verwandlung ttig ist1 hat ergeben1 da auch sie konstant bleibt4 ,der groen ,entdeckung dieser fundamentalen ,tatsache hatte sich schon #ahcg ,friedrich ,mohr in ,bonn sehr genhert2 sie erfolgte #ahdb durch den geistreichen schwbischen ,arzt ,robert ,mayer in ,heilbronn2 unabhngig von ihm kam ,hermann ,helmholtz auf die ,erkenntnis desselben ,prinzips2 er wies fnf ,jahre spter seine allgemeine ,anwendbarkeit und ,fruchtbarkeit auf allen ,gebieten der ,physik nach4 ,wir wrden heute sagen mssen1 da es auch das gesamte ,gebiet der ,physiologie -- d4 h4 der organischen ,physik6 -- beherrsche1 wenn dagegen nicht entschiedener ,widerspruch von seiten der vitalistischen ,biologen1 sowie der dualistischen und spiritualistischen ,philosophen erhoben wrde4 ,diese erblicken in den eigentmlichen ,geisteskrften des ,menschen eine ,gruppe von freien1 dem ,energiegesetz nicht unterworfenen ,krafterscheinungen2 besonders gesttzt wird diese dualistische ,auffassung durch das ,dogma von der ,willensfreiheit4 ,wir haben schon bei deren ,besprechung gesehen1 da ihre ,annahme unhaltbar ist4 ,in neuester ,zeit hat die ,physik den ,begriff der ,kraft und der ,energie getrennt2 fr unsere vorliegende allgemeine ,betrachtung ist diese ,unterscheidung gleichgltig4 ,einheit des ,substanzgesetzes4 ,von grter ,wichtigkeit fr unsere monistische ,weltanschauung ist die feste berzeugung1 da die beiden groen kosmologischen ,grundlehren1 das chemische ,grundgesetz von der ,erhaltung des ,stoffes und das physikalische ,grundgesetz von der ,erhaltung der ,kraft1 untrennbar zusammengehren2 beide ,theorien sind ebenso innig verknpft1 wie ihre beiden ,objekte1 ,stoff und ,kraft 7oder ,materie und ,energie74 ,vielen monistisch denkenden ,naturforschern und ,philosophen wird diese fundamentale ,einheit beider ,gesetze selbstverstndlich erscheinen1 da ja beide nur zwei verschiedene ,seiten eines und demselben ,objektes1 des ,kosmos1 betreffen2 indessen ist diese naturgeme berzeugung weit entfernt1 sich allgemeiner ,anerkennung zu erfreuen4 ,sie wird vielmehr energisch bekmpft von der gesamten dualistischen ,philosophie1 von der vitalistischen ,biologie1 der parallelistischen ,psychologie2 ja sogar von vielen 7inkonsequenten67 ,monisten1 welche im ,bewutsein oder in der hheren ,geistesttigkeit des ,menschen1 oder auch in anderen ,erscheinungen des freien ,geisteslebens einen ,gegenbeweis zu finden glauben4 ,ich betone daher ganz besonders die fundamentale ,bedeutung des einheitlichen ,substanzgesetzes als ,ausdruck des untrennbaren ,zusammenhanges jener beiden begrifflich getrennten ,gesetze4 ,da dieselben ursprnglich nicht zusammengefat und nicht in dieser ,einheit erkannt wurden1 ergibt sich ja schon aus der ,tatsache ihrer verschiedenen ,entdeckungszeit4 ,die ,einheit beider ,grundgesetze1 welche noch heute vielfach bestritten wird1 drcken viele berzeugte ,naturforscher in der ,benennung aus3 ,gesetz von der ,erhaltung der ,kraft und des ,stoffes4 ,um einen krzeren und bequemeren ,ausdruck fr diesen fundamentalen1 aus neun ,worten zusammengesetzten ,begriff zu haben1 habe ich schon vor lngerer ,zeit vorgeschlagen1 dasselbe das ,substanzgesetz oder das kosmologische ,grundgesetz zu nennen 7,monismus1 #ahib1 ,s4 #ad1 #ci74 ,substanzbegriff4 ,der erste ,denker1 der den reinen monistischen ,substanzbegriff in die ,wissenschaft einfhrte und seine fundamentale ,bedeutung erkannte1 war der groe ,philosoph ,baruch ,spinoza2 sein ,hauptwerk erschien kurz nach seinem frhzeitigen ,tode1 #afgg4 ,in seiner groartigen pantheistischen ,weltanschauung fllt der ,begriff der ,welt 7,universum1 ,kosmos7 zusammen mit dem allumfassenden ,begriff ,gott2 sie ist gleichzeitig der reinste und vernnftigste ,monismus1 und der geklrteste und abstrakteste ,monotheismus4 ,diese ,universalsubstanz oder dieses gttliche ,weltwesen zeigt uns zwei verschiedene ,seiten seines wahren ,wesens1 zwei fundamentale ,attribute3 die ,materie 7den unendlichen ausgedehnten ,substanzstoff7 und den ,geist 7die allumfassende denkende ,substanzenergie74 ,alle ,wandelungen1 die spter der ,substanzbegriff gemacht hat1 kommen bei konsequenter ,analyse auf diesen hchsten ,grundbegriff von ,spinoza zurck1 den ich mit ,goethe fr einen der erhabensten und wahrsten ,gedanken aller ,zeiten halte4 ,alle einzelnen ,objekte der ,welt1 die unserer ,erkenntnis zugnglich sind1 alle individuellen ,formen des ,daseins1 sind nur besondere vergngliche ,formen der ,substanz1 ,akzidenzen oder ,moden4 ,diese ,modi sind krperliche ,dinge1 materielle ,krper1 wenn wir sie unter dem ,attribut der ,ausdehnung 7der ,raumerfllung7 betrachten1 dagegen ,krfte oder ,ideen1 wenn wir sie unter dem ,attribut des ,denkens 7der ,energie7 betrachten4 ,auf diese ,grundvorstellung von ,spinoza kommt auch unser ,monismus jetzt zurck2 auch fr uns sind ,materie 7der raumerfllende ,stoff7 und ,energie 7die bewegende ,kraft7 nur zwei untrennbare ,attribute des einheitlichen ,weltwesens1 der einen ,substanz4 ,der kinetische ,substanzbegriff4 7,urprinzip der ,schwingung oder ,vibration47 ,unter den verschiedenen ,formen1 welche der fundamentale ,substanzbegriff in der neueren ,physik1 in ,verbindung mit der herrschenden ,atomistik1 angenommen hat1 berwog bisher die ,annahme1 da allen ,erscheinungen eine schwingende ,bewegung der kleinsten ,massenteilchen zugrunde liege1 eine ,vibration der ,atome4 ,die ,atome selbst sind dem gewhnlichen kinetischen ,substanzbegriff zufolge tote diskrete ,krperteilchen1 welche im leeren ,raum schwingen und in die ,ferne wirken4 ,der eigentliche ,begrnder und angesehenste ,vertreter dieser kinetischen ,substanztheorie ist der groe ,mathematiker ,newton1 der berhmte ,entdecker des ,gravitationsgesetzes4 ,in seinem ,hauptwerke ,principia philosophiae naturalis mathematica 7#afhg7 wies er nach1 da im ganzen ,weltall ein und dasselbe ,grundgesetz der ,massenanziehung1 dieselbe unvernderliche ,gravitationskonstante herrscht2 die ,anziehung von je zwei ,massenteilchen steht im geraden ,verhltnis ihrer ,massen und im umgekehrten ,verhltnis des ,quadrats ihrer ,entfernungen4 ,diese allgemeine ,schwerkraft bewirkt ebenso die ,bewegung des fallenden ,apfels und die ,flutwelle des ,meeres1 wie den ,umlauf der ,planeten um die ,sonne und die kosmischen ,bewegungen aller ,weltkrper4 ,das unsterbliche ,verdienst von ,newton war1 dieses ,gravitationsgesetz endgltig festzustellen und dafr eine unanfechtbare mathematische ,formel zu finden4 ,aber diese tote mathematische ,formel1 auf welche die meisten ,naturforscher hier1 wie in vielen anderen ,fllen1 das grte ,gewicht legen1 gibt uns nur die quantitative ,beweisfhrung fr die ,theorie1 sie gewhrt uns nicht die mindeste ,einsicht in das qualitative ,wesen der ,erscheinungen4 ,die unvermittelte ,fernwirkung1 welche ,newton aus seinem ,gravitationsgesetz ableitete und welche zu einem der wichtigsten und gefhrlichsten ,dogmen der spteren ,physik wurde1 gibt uns nicht den mindesten ,aufschlu ber die eigentlichen ,ursachen der ,massenanziehung2 vielmehr versperrt sie uns den ,weg zu deren ,erkenntnis4 ,der trinitre ,substanzbegriff4 ,die tiefer liegenden ,ursachen der ,massenanziehung werden klar1 und zugleich werden manche ,einwnde gegen unsere monistische ,substanztheorie hinfllig1 wenn wir den beiden ,substanzattributen von ,spinoza noch ein drittes1 davon untrennbares ,attribut hinzufgen1 die unbewute ,empfindung 7,psychoma74 ,die wahren inneren ,ursachen der mechanischen ,bewegungen1 welche die dualistische ,metaphysik als immaterielle ,krfte1 als ,geisteskrfte oder psychische ,energieformen den materiellen ,energieformen der ,physik gegenberstellt1 sind gleich den letzteren untrennbar an die raumerfllende ,materie gebunden4 ,gewhnlich wird ja von der neueren monistischen ,philosophie die ,empfindung selbst als eine ,form der ,energie aufgefat2 das geschieht sowohl von deren materialistischer ,richtung 7,stoff und ,kraft von ,bchner71 als von der spiritualistischen1 ihr entgegengesetzten ,richtung 7,energetik als berwindung des ,materialismus von ,ostwald74 ,die ,einseitigkeit beider ,richtungen wird vermieden1 und zugleich werden manche irrefhrende ,miverstndnisse beseitigt1 wenn wir den bisher vorherrschenden ,begriff der ,energie in zwei gleichwertige ,attribute zerlegen1 in aktive ,energie -- ,mechanik 7,wille im ,sinne von ,schopenhauer7 und in passive ,energie -- ,psychoma 7unbewute ,empfindung im weitesten ,sinne74 ,ich habe diese ,theorie von der ,dreieinigkeit der ,substanz 7oder ,trinitt des ,kosmos7 im #ai4 ,kapitel meiner ,lebenswunder nher erlutert4 7,ergnzungsband zu den ,weltrtseln1 #aijd2 -- ,volksausgabe #aijf1 ,s4 #ahd-ahh47 ,dabei habe ich mich besonders auf die gleichgerichteten ,ansichten von mehreren unserer hervorragendsten modernen ,naturphilosophen bezogen1 ,carl ,naegeli 7#ahgg71 ,albrecht ,rau 7#ahif7 und ,ernst ,mach 7#aija74 ,die drei fundamentalen ,attribute der ,substanz3 ,a4 ,raumerfllung oder ,ausdehnung1 ,stoff1 7 ,materie71 ,b4 ,bewegung oder ,mechanik1 ,kraft 7 ,energie71 und ,c4 ,empfindung oder ,weltseele1 ,geist 7 ,psychom7 sind demnach ganz allgemeine ,grundeigenschaften aller ,krper4 ,gesetz von der ,erhaltung der ,empfindung4 ,wenn diese ,trinitrtheorie der ,substanz richtig ist1 dann mu auch das groe ,konstanzgesetz1 die ,lehre von der ,erhaltung der unzerstrbaren ,substanz1 ebenso auf die ,empfindung1 wie auf ,stoff und ,kraft ,anwendung finden4 ,die niedersten und einfachsten ,psychomformen 7,massenanziehung in der ,physik1 ,wahlverwandtschaft in der ,chemie7 sind dann nur stufenweise verschieden von den niederen und hheren ,formen des organischen ,seelenlebens1 von der ,sinnesttigkeit der niederen ,organismen1 von der ,geistesttigkeit des ,menschen 7,denken74 ,jede ,psychomform kann in die andere bergefhrt werden4 ,die ,summe der ,empfindung im unendlichen ,weltraum ist unvernderlich4 ,der dualistische ,substanzbegriff4 ,die beiden ,substanztheorien1 die wir vorstehend einander gegenbergestellt haben1 sind im ,prinzip monistisch2 beide betrachten ,stoff und ,kraft als untrennbar1 die ganze ,welt als einheitliche ,substanz4 ,ganz anders verhlt es sich mit den dualistischen ,substanztheorien1 welche noch heute in der idealistischen und spiritualistischen ,philosophie herrschend sind2 diese werden auch von der einflureichen ,theologie gesttzt1 soweit sich dieselbe berhaupt auf solche metaphysische ,spekulationen einlt4 ,hiernach sind zwei ganz verschiedene ,hauptbestandteile der ,substanz zu unterscheiden1 materielle und immaterielle4 ,die materielle ,substanz bildet die ,krperwelt1 deren ,erforschung ,objekt der ,physik und ,chemie ist2 hier allein gilt das ,gesetz von der ,erhaltung der ,materie und ,energie 7soweit man nicht berhaupt an deren ,erschaffung aus ,nichts und andere ,wunder glaubt674 ,die immaterielle ,substanz hingegen bildet die ,geisterwelt1 in welcher jenes ,gesetz nicht gilt2 hier gelten die ,gesetze der ,physik und ,chemie entweder gar nicht1 oder sie sind der ,lebenskraft unterworfen1 oder dem freien ,willen1 oder der gttlichen ,allmacht1 oder anderen solchen ,gespenstern1 von denen die kritische ,wissenschaft nichts wei4 ,eigentlich bedrfen diese prinzipiellen ,irrtmer heute keiner ,widerlegung mehr2 denn die ,erfahrung hat uns bis auf den heutigen ,tag keine einzige immaterielle ,substanz kennen gelehrt1 keine einzige ,kraft1 welche nicht an den ,stoff gebunden ist4 ,masse oder ,krperstoff 7,ponderable ,materie74 ,die ,erkenntnis dieses wgbaren ,teiles der ,materie ist in erster ,linie ,gegenstand der ,chemie4 ,allbekannt sind die erstaunlichen theoretischen ,fortschritte1 welche diese ,wissenschaft im ,laufe des neunzehnten ,jahrhunderts gemacht hat1 und der ungeheuere ,einflu1 welchen sie auf alle ,seiten des praktischen ,kulturlebens gewonnen hat4 ,wir begngen uns daher mit wenigen ,bemerkungen ber die wichtigsten prinzipiellen ,fragen von der ,natur der ,masse4 ,der analytischen ,chemie ist es bekanntlich gelungen1 alle die unzhligen verschiedenen ,naturkrper durch ,zerlegung auf eine geringe ,anzahl von ,urstoffen oder ,elementen zurckzufhren1 d4 h4 auf einfache ,krper1 welche nicht weiter zerlegt werden knnen4 ,die ,zahl dieser ,elemente betrgt ungefhr achtzig4 ,nur der kleinere ,teil derselben 7eigentlich nur vierzehn7 ist allgemein auf der ,erde verbreitet und von hoher ,bedeutung2 die grere ,hlfte besteht aus seltenen und weniger wichtigen ,elementen 7meistens ,metallen74 ,die gruppenweise ,verwandtschaft dieser ,elemente und die merkwrdigen ,beziehungen ihrer ,atomgewichte1 welche ,lothar ,meyer und ,mendelejeff in ihrem ,periodischen ,system der ,elemente nachgewiesen haben1 machen es sehr wahrscheinlich1 da dieselben keine absoluten ,spezies der ,masse1 keine ewig unvernderlichen ,gren sind4 ,man hat nach jenem ,system die #hj ,elemente auf acht ,hauptgruppen verteilt und innerhalb derselben nach der ,gre ihrer ,atomgewichte geordnet1 so da die chemisch hnlichen ,elemente ,familienreihen bilden4 ,die gruppenweisen ,beziehungen im natrlichen ,system der ,elemente erinnern einerseits an hnliche ,verhltnisse der mannigfach zusammengesetzten ,kohlenstoff-,verbindungen1 andererseits an die ,beziehungen paralleler ,gruppen1 wie sie im natrlichen ,system der ,tier- und ,pflanzenarten sich zeigen4 ,wie nun bei diesen die ,verwandtschaft der hnlichen ,gestalten auf ,abstammung von gemeinsamen einfachen ,stammformen beruht1 so ist es sehr wahrscheinlich1 da auch dasselbe fr die ,familien und ,ordnungen der ,elemente gilt4 ,wir drfen daher annehmen1 da die jetzigen empirischen ,elemente keine wirklich einfachen und unvernderlichen ,spezies der ,masse sind1 sondern ursprnglich zusammengesetzt aus gleichartigen einfachen ,uratomen in verschiedener ,zahl und ,lagerung4 ,neuerdings soll es tatschlich gelungen sein1 ein ,element in ein anderes zu verwandeln1 so z4 ,b4 ,radium in ,helium4 ,der alte ,traum der ,alchymisten scheint dadurch teilweise in ,erfllung zu gehen4 ,atome und ,elemente4 ,die moderne ,atomlehre1 wie sie heute der ,chemie als unentbehrliches ,hilfsmittel erscheint1 ist wohl zu unterscheiden von dem alten philosophischen ,atomismus1 wie er schon vor mehr als zweitausend ,jahren von hervorragenden monistischen ,philosophen des ,altertums gelehrt wurde1 von ,leukippos1 ,demokritos und ,lukretius2 spter fand derselbe eine weitere und mannigfach verschiedene ,ausbildung durch ,descartes1 ,hobbes1 ,leibniz und andere hervorragende ,philosophen4 ,eine bestimmte annehmbare ,fassung und empirische ,begrndung fand aber der moderne ,atomismus erst #ahjh durch den englischen ,chemiker ,dalton1 welcher das ,gesetz der einfachen und multiplen ,proportionen bei der ,bildung chemischer ,verbindungen aufstellte4 ,er bestimmte zuerst die ,atomgewichte der einzelnen ,elemente und schuf damit die unerschtterliche exakte ,basis1 auf welcher die neueren chemischen ,theorien ruhen2 diese sind smtlich atomistisch1 insofern sie die ,elemente aus gleichartigen1 kleinsten1 diskreten ,teilchen zusammengesetzt annehmen1 die nicht weiter zerlegt werden knnen4 ,jedoch haben die gewaltigen ,fortschritte der neueren ,physik 7besonders der ,elektrik7 dazu gefhrt1 die ,atome wieder in viel kleinere 7hypothetische67 ,bestandteile theoretisch zu zerlegen1 die ,elektronen 7,ionentheorie74 ,dabei bleibt die ,frage nach dem eigentlichen ,wesen der ,atome1 ihrer ,gestalt1 ,gre1 ,beseelung usw4 ganz auer ,spiele2 denn diese ,qualitten sind hypothetisch2 empirisch dagegen ist der ,chemismus der ,atome oder ihre chemische ,affinitt1 d4 h4 die konstante ,proportion1 in der sie sich mit den ,atomen anderer ,elemente verbinden 7,monismus1 #ahib1 ,s4 #ag1 #da74 ,wahlverwandtschaft der ,elemente4 ,das verschiedene ,verhalten der einzelnen ,elemente gegeneinander1 das die ,chemie als ,affinitt oder ,verwandtschaft bezeichnet1 ist eine der wichtigsten ,eigenschaften der ,masse und uert sich in den verschiedenen ,mengenverhltnissen oder ,proportionen1 in denen ihre ,verbindung stattfindet1 und in der ,intensitt1 mit der dieselbe erfolgt4 ,alle ,grade der ,zuneigung1 von der vollkommenen ,gleichgltigkeit bis zur heftigsten ,leidenschaft1 finden sich in dem chemischen ,verhalten der verschiedenen ,elemente gegeneinander ebenso wieder1 wie sie in der ,psychologie des ,menschen und namentlich in der ,zuneigung der beiden ,geschlechter die grte ,rolle spielen4 ,goethe hat bekanntlich in seinem klassischen ,roman ,die ,wahlverwandtschaften die ,verhltnisse der ,liebespaare in eine ,reihe gestellt mit der gleichnamigen ,erscheinung bei ,bildung chemischer ,verbindungen4 ,die unwiderstehliche ,leidenschaft1 welche ,eduard zu der sympathischen ,ottilie1 ,paris zu ,helena hinzieht und alle ,hindernisse der ,vernunft und ,moral berwindet1 ist dieselbe mchtige unbewute ,attraktionskraft1 welche bei der ,befruchtung der ,tier- und ,pflanzeneier den lebendigen ,samenfaden zum ,eindringen in die ,eizelle 7aber auch zur ,apfelsure67 antreibt2 dieselbe heftige ,bewegung1 durch welche zwei ,atome ,wasserstoff und ein ,atom ,sauerstoff sich zur ,bildung von einem ,molekl ,wasser vereinigen4 ,diese prinzipielle ,einheit der ,wahlverwandtschaft in der ganzen ,natur1 vom einfachsten chemischen ,proze bis zu dem verwickeltsten ,liebesroman hinauf1 hat schon der griechische ,naturphilosoph ,empedokles im fnften ,jahrhundert v4 ,chr4 erkannt1 in seiner ,lehre vom ,lieben und ,hassen der ,elemente4 ,sie findet ihre empirische ,besttigung durch die interessanten ,fortschritte der ,zellularpsychologie1 deren hohe ,bedeutung wir erst im letzten ,drittel des #ai4 ,jahrhunderts gewrdigt haben4 ,wir grnden darauf unsere berzeugung1 da auch schon den ,atomen die einfachste ,form der ,empfindung und des ,willens innewohnt -- oder besser gesagt3 der ,fhlung 7,aesthesis7 und der ,strebung 7,tropesis7 --1 also eine universale ,seele von primitivster ,art1 das ,elementarpsychom4 ,dasselbe gilt aber auch von den ,moleklen oder ,massenteilchen1 welche aus zwei oder mehreren ,atomen sich zusammensetzen4 ,aus der weiteren ,verbindung verschiedener solcher ,molekle entstehen dann die einfachen und weiterhin die zusammengesetzten chemischen ,verbindungen1 in deren ,aktion sich dasselbe ,spiel in verwickelterer ,form wiederholt4 ther 7,imponderable ,materie74 ,die ,erkenntnis dieses unwgbaren ,teiles der ,materie ist in erster ,linie ,gegenstand der ,physik4 ,nachdem man schon lange die ,existenz eines uerst feinen1 den ,raum auerhalb der ,masse erfllenden ,mediums angenommen und diesen ther zur ,erklrung verschiedener ,erscheinungen 7vor allem des ,lichtes7 verwendet hatte1 ist uns die nhere ,bekanntschaft mit diesem wunderbaren ,stoffe erst in der zweiten ,hlfte des neunzehnten ,jahrhunderts gelungen1 und zwar im ,zusammenhang mit den erstaunlichen empirischen ,entdeckungen auf dem ,gebiete der ,elektrizitt1 mit ihrer experimentellen ,erkenntnis1 ihrem theoretischen ,verstndnis und ihrer praktischen ,verwertung4 ,vor allem sind hier bahnbrechend geworden die berhmten ,untersuchungen von ,heinrich ,hertz in ,bonn 7#ahhh72 der frhzeitige ,tod dieses genialen jungen ,physikers1 der das ,grte zu erreichen versprach1 ist nicht genug zu beklagen2 er gehrt ebenso wie der allzu frhe ,tod von ,spinoza1 von ,raffael1 von ,schubert und vielen anderen genialen ,jnglingen zu jenen brutalen ,tatsachen der menschlichen ,geschichte1 welche fr sich allein schon den unhaltbaren ,mythus von einer weisen ,vorsehung und von einem alliebenden ,vater im ,himmel grndlich widerlegen4 ,die ,existenz des thers oder ,weltthers1 als realer ,materie1 kann seit #ahhh als ,tatsache angesehen werden4 ,man kann allerdings auch heute noch vielfach lesen1 da der ther eine bloe ,hypothese sei2 diese irrtmliche ,behauptung wird nicht nur von unkundigen ,philosophen und populren ,schriftstellern wiederholt1 sondern auch von einzelnen vorsichtigen exakten ,physikern4 ,mit demselben ,rechte mte man aber auch die ,existenz der ponderablen ,materie1 der ,masse1 leugnen4 ,freilich gibt es heute noch ,metaphysiker1 die auch dieses ,kunststck zustande bringen1 und deren hchste ,weisheit darin besteht1 die ,realitt der ,auenwelt zu leugnen oder doch zu bezweifeln2 nach ihnen existiert eigentlich nur ein einziges reales ,wesen1 nmlich ihre eigene teure ,person1 oder vielmehr deren unsterbliche ,seele4 ,wesen des thers4 ,wenn nun auch heute von fast allen ,physikern die reale ,existenz des thers als eine positive ,tatsache betrachtet wird1 und wenn uns auch viele ,wirkungen dieser wunderbaren ,materie durch unzhlige ,erfahrungen1 besonders optisch und elektrische ,versuche1 genau bekannt sind1 so ist es doch bisher nicht gelungen1 ,klarheit und ,sicherheit ber ihr eigentliches ,wesen zu gewinnen4 ,vielmehr gehen auch heute noch die ,ansichten der hervorragendsten ,physiker1 die sie speziell studiert haben1 sehr weit auseinander2 ja sie widersprechen sich sogar in den wichtigsten ,punkten4 ,es steht daher jedem frei1 sich bei der ,wahl zwischen den widersprechenden ,hypothesen seine eigene ,meinung zu bilden1 entsprechend dem ,grade seiner ,sachkenntnis und ,urteilskraft 7die ja beide immer unvollkommen bleiben674 ,die ,meinung1 die ich persnlich 7als bloer ,dilettant auf diesem ,gebiete67 mir durch reifliches ,nachdenken gebildet habe1 fasse ich in folgenden acht ,stzen zusammen3 ,i4 ,der ther erfllt als eine kontinuierliche ,materie den ganzen ,weltraum1 soweit dieser nicht von der ,masse 7oder der ponderablen ,materie7 eingenommen ist2 er fllt auch alle ,zwischenrume zwischen den ,atomen der letzteren vollstndig aus4 ,,ii4 ,der ther besitzt wahrscheinlich noch keinen ,chemismus und ist noch nicht aus ,atomen zusammengesetzt wie die ,masse2 7wenn man annimmt1 derselbe sei aus uerst kleinen1 gleichartigen ,atomen zusammengesetzt z4 ,b4 unteilbaren therkugeln von gleicher ,gren1 so mu man weiterhin auch annehmen1 da zwischen denselben noch etwas anderes existiert1 entweder der leere ,raum oder ein drittes1 ganz unbekanntes ,medium1 ein vllig hypothetischer ,interther2 bei der ,frage nach dessen ,wesen wrde sich dann dieselbe ,schwierigkeit1 wie beim ther erheben in infinitum647' ,,iii4 ,da die ,annahme des leeren ,raumes und der unvermittelten ,fernwirkung beim jetzigen ,stande unseres ,naturkennens kaum mehr mglich ist 7wenigstens zu keiner klaren ,vorstellung fhrt71 so nehme ich eine eigentmliche ,struktur des thers an1 die nicht atomistisch ist1 wie diejenige der ponderablen ,masse1 und die man vorlufig 7ohne weitere ,bestimmung7 als therische oder dynamische ,struktur bezeichnen kann4 ,,iv4 ,der ,aggregatzustand des thers ist1 dieser ,hypothese zufolge1 ebenfalls eigentmlich und von demjenigen der ,masse verschieden2 er ist weder gasfrmig1 noch fest2 die beste ,vorstellung gewinnt man vielleicht durch den ,vergleich mit einer uerst feinen elastischen und leichten ,gallerte4 ,v4 ,der ther ist imponderable ,materie in dem ,sinne1 da wir kein ,mittel besitzen1 sein ,gewicht experimentell zu bestimmen2 wenn er wirklich ,gewicht besitzt1 was sehr wahrscheinlich ist1 so ist dasselbe uerst gering und fr unsere feinsten ,wagen unwgbar4 ,,vi4 ,der therische ,aggregatzustand kann wahrscheinlich unter bestimmten ,bedingungen durch fortschreitende ,verdichtung in den gasfrmigen ,zustand der ,masse bergehen1 ebenso wie dieser letztere durch ,abkhlung in den flssigen und weiterhin in den festen bergeht4 ,,vii4 ,diese ,aggregatzustnde der ,materie ordnen sich demnach 7was fr die monistische ,kosmogenie sehr wichtig ist7 in eine genetische1 kontinuierliche ,reihe2 wir unterscheiden fnf ,stufen derselben3 #a4 der therische1 #b4 der gasfrmige1 #c4 der flssige1 #d4 der festflssige 7im lebenden ,plasma71 #e4 der feste ,zustand4 ,,viii4 ,der ther ist ebenso unendlich und unermelich wie der ,raum selbst2 er befindet sich ewig in ununterbrochener ,bewegung4 ther und ,masse4 ,die gewaltige ,hauptfrage nach dem ,wesen des thers1 wie sie ,hertz mit ,recht nennt1 schliet auch diejenige seiner ,beziehungen zur ,masse ein2 denn beide ,hauptbestandteile der ,materie befinden sich nicht nur berall in innigster uerer ,berhrung1 sondern auch in ewiger dynamischer ,wechselwirkung4 ,man kann die allgemeinsten ,naturerscheinungen1 welche die ,physik als ,naturkrfte oder als ,funktionen der ,materie unterscheidet1 in zwei ,gruppen teilen1 von denen die eine vorzugsweise 7aber nicht ausschlielich7 ,funktion des thers1 die andere ebenso ,funktion der ,masse ist4 ,die ,erscheinungen des ,lichtes1 der strahlenden ,wrme1 der ,elektrizitt und des ,magnetismus werden berwiegend durch den imponderablen ther vermittelt2 dagegen die ,erscheinungen der ,schwere1 der ,trgheit1 der ,wasserwrme und des ,chemismus durch die ponderable ,masse4 ,diese ,unterscheidung bedeutet aber keine absolute ,trennung der beiden entgegengesetzten ,energiegruppen2 vielmehr bleiben beide trotzdem vereinigt1 behalten ihren ,zusammenhang und stehen berall in bestndiger ,wechselwirkung4 ,wie bekannt1 sind optische und elektrische ,vorgnge des thers eng verknpft mit mechanischen und chemischen ,vernderungen der ,masse2 die strahlende ,wrme des ersteren geht direkt ber in die ,massenwrme oder mechanische ,wrme der letzteren2 die ,gravitation kann nicht wirken1 ohne da der ther die ,massenanziehung der getrennten ,atome vermittelt1 da wir keine ,fernwirkung annehmen knnen4 ,die ,verwandlung einer ,energieform in die andere1 wie sie das ,gesetz von der ,erhaltung der ,kraft nachweist1 besttigt zugleich die bestndige ,wechselwirkung zwischen den beiden ,hauptteilen der ,substanz1 zwischen ther und ,masse4 ,kraft und ,energie4 ,das groe ,grundgesetz der ,natur1 welches wir als ,substanzgesetz an die ,spitze aller physikalischen ,betrachtungen stellen1 wurde ursprnglich von ,robert ,mayer1 der es aufstellte 7#ahdb71 und von ,helmholtz1 der es ausfhrte 7#ahdg71 als das ,gesetz von der ,erhaltung der ,kraft bezeichnet4 ,schon zehn ,jahre frher hatte ein anderer deutscher ,naturforscher1 ,friedrich ,mohr in ,bonn1 die wesentlichen ,grundgedanken desselben klar entwickelt 7#ahcg74 ,spter wurde der alte ,begriff der ,kraft durch die moderne ,physik von demjenigen der ,energie getrennt1 der ursprnglich gleichbedeutend war4 ,demnach wird jetzt dasselbe ,gesetz gewhnlich als das ,gesetz von der ,konstanz der ,energie bezeichnet4 ,fr die allgemeine ,betrachtung desselben1 mit der ich mich hier begngen mu1 und fr das groe ,prinzip von der ,erhaltung der ,substanz kommt dieser feinere ,unterschied nicht in ,betracht4 ,der ,leser1 der sich dafr interessiert1 findet eine sehr klare ,auseinandersetzung darber z4 ,b4 in dem ausgezeichneten ,aufsatz des englischen ,physikers ,tyndall ber das ,grundgesetz der ,natur 7,braunschweig #ahih74 ,dort ist auch eingehend die universale ,bedeutung dieses kosmologischen ,grundgesetzes erlutert1 sowie seine ,anwendung auf die wichtigsten ,probleme sehr verschiedener ,gebiete4 ,wir begngen uns hier mit der wichtigen ,tatsache1 da gegenwrtig das ,energieprinzip und die damit verknpfte berzeugung von der ,einheit der ,naturkrfte1 von ihrem gemeinsamen ,ursprung1 durch alle kompetenten ,physiker anerkannt und als der wichtigste ,fortschritt der ,physik im #ai4 ,jahrhundert gewrdigt wird4 ,wir wissen jetzt1 da ,wrme ebensogut eine ,form der ,bewegung ist1 wie ,schall1 ,elektrizitt ebenso wie ,licht1 ,chemismus ebenso wie ,magnetismus4 ,wir knnen durch geeignete ,vorrichtungen eine dieser ,krfte in die andere verwandeln1 und berzeugen uns dabei durch genaueste ,messung1 da von ihrer ,gesamtsumme niemals das kleinste ,teilchen verloren geht4 ,spannkraft und ,triebkraft 7potentielle und aktuelle ,energie74 ,die ,gesamtsumme der ,kraft oder ,energie im ,weltall bleibt bestndig1 gleichviel1 welche ,vernderungen uns erscheinen2 sie ist ewig und unendlich1 wie die ,materie1 an die sie untrennbar gebunden ist4 ,das ganze ,spiel der ,natur beruht auf dem ,wechsel von scheinbarer ,ruhe und ,bewegung2 die ruhenden ,krper besitzen aber ebenso eine unverlierbare ,gre von ,kraft1 wie die bewegten4 ,bei der ,bewegung selbst verwandelt sich die ,spannkraft der ersteren in die ,triebkraft der letzteren4 ,indem das ,prinzip der ,erhaltung der ,kraft sowohl die ,abstoung als die ,anziehung in ,betracht zieht1 behauptet es1 da der mechanische ,wert der ,spannkrfte und der lebendigen ,krfte in der materiellen ,welt eine konstante ,quantitt ist4 ,kurz gesagt1 zerfllt der ,kraftbesitz des ,universums in zwei ,teile1 die nach einem bestimmten ,wertverhltnis ineinander verwandelt werden knnen4 ,die ,verminderung des einen bringt die ,vergrerung des anderen mit sich2 der ,gesamtwert seines ,besitzes bleibt jedoch unverndert4 ,die ,spannkraft oder die potentielle ,energie und die lebendige ,kraft oder die aktuelle ,energie 7 ,triebkraft7 werden bestndig ineinander umgewandelt1 ohne da die unendliche ,gesamtsumme der ,kraft im unendlichen ,weltall jemals den geringsten ,verlust erleidet4 ,einheit der ,naturkrfte4 ,nachdem die moderne ,physik das ,substanzgesetz zunchst fr die einfacheren ,beziehungen der anorganischen ,krper festgestellt hatte1 wies die ,physiologie dessen allgemeine ,geltung auch im ,gesamtbereiche der organischen ,natur nach4 ,sie zeigte1 da alle ,lebensttigkeiten der ,organismen ebenso auf einem bestndigen ,kraftwechsel und einem damit verknpften ,stoffwechsel beruhen wie die einfachsten ,vorgnge in der sogenannten leblosen ,natur4 ,nicht nur das ,wachstum und die ,ernhrung der ,pflanzen und ,tiere1 sondern auch die ,funktionen ihrer ,empfindung und ,bewegung1 ihrer ,sinnesttigkeit und ihres ,seelenlebens beruhen auf der ,verwandlung von ,spannkraft in lebendige ,kraft und umgekehrt4 ,dieses hchste ,gesetz beherrscht auch diejenigen vollkommensten ,leistungen des ,nervensystems1 welche man bei den hheren ,tieren und beim ,menschen als das ,geistesleben bezeichnet4 ,somit gilt dasselbe auch fr die gesamte ,psychologie4 ,wir kennen nur einerlei ,art von ,naturkrften in allen ,naturerscheinungen4 ,allmacht des ,substanzgesetzes4 ,unsere feste monistische berzeugung1 da das kosmologische ,grundgesetz allgemeine ,geltung fr die gesamte ,natur besitzt1 nimmt die hchste ,bedeutung in ,anspruch4 ,denn dadurch wird nicht nur positiv die prinzipielle ,einheit des ,kosmos und der kausale ,zusammenhang aller uns erkennbaren ,erscheinungen bewiesen1 sondern es wird dadurch zugleich negativ der hchste intellektuelle ,fortschritt erzielt1 der definitive ,sturz der drei ,zentraldogmen der ,metaphysik3 ,gott1 ,freiheit und ,unsterblichkeit4 ,indem das ,substanzgesetz berall mechanische ,ursachen in den ,erscheinungen nachweist1 verknpft es sich mit dem allgemeinen ,kausalgesetz4 ,dreizehntes ,kapitel4 ,entwickelungsgeschichte der ,welt4 ,monistische ,studien ber die ewige ,entwickelung des ,universum4 ,schpfung1 ,anfang und ,ende der ,welt4 ,entropie4 ,unter allen ,weltrtseln das grte1 umfassendste und schwerste ist dasjenige von der ,entstehung und ,entwickelung der ,welt1 kurz gewhnlich die ,schpfungsfrage genannt4 ,auch zur ,lsung dieses schwierigsten ,weltrtsels hat das #ai4 ,jahrhundert mehr beigetragen als alle frheren1 ja sie ist ihm sogar bis zu einem gewissen ,grade gelungen4 ,wenigstens sind wir zu der klaren ,einsicht gelangt1 da alle verschiedenen einzelnen ,schpfungsfragen untrennbar verknpft sind1 da sie alle nur ein einziges1 allumfassendes kosmisches ,universalproblem bilden1 und den ,schlssel zur ,lsung dieser ,weltfrage gibt uns das eine ,zauberwort3 ,entwickelung6 ,die groen ,fragen von der ,schpfung des ,menschen1 von der ,schpfung der ,tiere und ,pflanzen1 von der ,schpfung der ,erde und der ,sonne usw41 sie alle sind nur ,teile jener ,universalfrage3 ,wie ist die ganze ,welt entstanden8 ,ist sie auf bernatrlichem ,wege erschaffen1 oder hat sie sich auf natrlichem ,wege entwickelt8 ,welcher ,art sind die ,ursachen und die ,wege dieser ,entwickelung8 ,gelingt es uns1 eine sichere ,antwort auf diese ,fragen fr eines jener ,teil-,probleme zu finden1 so haben wir nach unserer einheitlichen ,naturauffassung damit zugleich ein erhellendes ,licht auf deren ,beantwortung fr das ganze ,weltproblem geworfen4 ,schpfung 7,creatio74 ,die herrschende ,ansicht ber die ,entstehung der ,welt war in frheren ,jahrhunderten fast berall1 wo denkende ,menschen wohnten1 der ,glaube an die ,schpfung4 ,in ,tausenden von interessanten1 mehr oder weniger fabelhaften ,sagen und ,dichtungen1 ,kosmogonien und ,schpfungsmythen hat dieser ,schpfungsglaube seinen mannigfaltigen ,ausdruck gefunden4 ,frei davon blieben nur wenige groe ,philosophen und besonders jene bewunderungswrdigen freien ,denker des klassischen ,altertums1 die zuerst den ,gedanken der natrlichen ,entwickelung erfaten4 ,im ,gegensatz zu diesem letzteren trugen alle jene ,schpfungsmythen den ,charakter des bernatrlichen1 ,wunderbaren oder ,transzendenten4 ,unfhig1 das ,wesen der ,welt selbst zu erkennen und ihre ,entstehung durch natrliche ,ursachen zu erklren1 mute die unentwickelte ,vernunft selbstverstndlich zum ,wunder greifen4 ,in den meisten ,schpfungssagen verknpfte sich mit dem ,wunder die ,vermenschlichung 7der ,anthropismus74 ,wie der ,mensch mit ,absicht und durch ,kunst seine ,werke schafft1 so sollte der bildende ,gott planmig die ,welt erschaffen haben2 die ,vorstellung dieses ,schpfers war meistens ganz menschenhnlich 7anthropomorph74 ,der allmchtige ,schpfer ,himmels und der ,erden1 wie er im ersten ,buch ,moses und in unserem heute noch gltigen ,katechismus schafft1 ist ebenso ganz menschlich gedacht wie der moderne ,schpfer von ,agassiz und ,reinke4 ,schpfung des ,weltalls und der ,einzeldinge 7,kreation der ,substanz und der ,akzidenzen74 ,bei tieferem ,eingehen in den ,wunderbegriff der ,kreation knnen wir als zwei wesentlich verschiedene ,akte die totale ,schpfung des ,weltalls und die partielle ,schpfung der einzelnen ,dinge unterscheiden1 entsprechend dem ,begriffe ,spinozas von der ,substanz 7dem ,universum7 und den ,akzidenzen 7oder ,modi1 den einzelnen ,erscheinungsformen der ,substanz74 ,diese ,unterscheidung ist prinzipiell wichtig2 denn es hat viele und angesehene ,philosophen gegeben 7und es gibt noch heute solche71 welche die erstere annehmen1 die letztere dagegen verwerfen4 ,schpfung der ,substanz 7,kosmologischer ,kreatismus74 ,nach dieser ,schpfungslehre hat ,gott die ,welt aus dem ,nichts geschaffen4 ,man stellt sich vor1 da der ewige ,gott 7als vernnftiges1 aber immaterielles ,wesen67 fr sich allein von ,ewigkeit her 7im leeren ,raum7 ohne ,welt existierte1 bis er dann einmal auf den ,gedanken kam1 die ,welt zu schaffen4 ,viele ,anhnger dieses ,glaubens beschrnken die ,schpfungsttigkeit ,gottes aufs uerste1 auf einen einzigen ,akt2 sie nehmen an1 da der auerweltliche ,gott 7dessen brige ,ttigkeit rtselhaft bleibt67 in einem ,augenblick die ,substanz erschaffen1 ihr die ,fhigkeit zur weitergehenden ,entwickelung beigelegt und sich dann nie weiter um sie bekmmert habe4 ,diese weit verbreitete ,ansicht ist namentlich im englischen ,deismus vielfach ausgebildet worden2 sie nhert sich unserer monistischen ,entwickelungslehre und gibt sie nur in dem einen ,momente preis1 in welchem ,gott auf den ,schpfungsgedanken kam4 ,andere ,anhnger des kosmologischen ,kreatismus nehmen dagegen an1 da ,gott der ,herr die ,substanz nicht nur einmal erschaffen habe1 sondern als bewuter ,erhalter und ,regierer der ,welt in deren ,geschichte fortwirke4 ,viele ,variationen dieses ,glaubens nhern sich bald dem ,pantheismus1 bald dem konsequenten ,theismus4 ,alle diese und hnliche ,formen des ,schpfungsglaubens sind unvereinbar mit dem ,gesetz von der ,erhaltung der ,kraft und des ,stoffs2 dieses kennt keinen ,anfang der ,welt4 ,schpfung der ,einzeldinge 7,ontologischer ,kreatismus74 ,nach dieser individuellen1 noch jetzt herrschenden ,schpfungslehre hat ,gott der ,herr nicht nur die ,welt im ,ganzen 7aus ,nichts7 geschaffen1 sondern auch alle einzelnen ,dinge4 ,in der christlichen ,kulturwelt besitzt noch heute die uralte semitische1 aus dem ersten ,buch ,moses herbergenommene ,schpfungssage die weiteste ,geltung2 selbst unter den modernen ,naturforschern findet sie noch hier und da glubige ,anhnger4 ,ich habe meine kritische ,auffassung derselben im ersten ,kapitel meiner ,natrlichen ,schpfungsgeschichte eingehend dargelegt4 ,als interessante ,modifikationen dieses ontologischen ,kreatismus drften folgende ,theorien zu unterscheiden sein3 ,i4 ,dualistische ,kreation3 ,gott hat sich auf zwei ,schpfungsakte beschrnkt2 zuerst schuf er die anorganische ,welt1 die tote ,substanz1 fr die allein das ,gesetz der ,energie gilt1 blind und ziellos wirkend im ,mechanismus der ,weltkrper und der ,gebirgsbildung2 spter erwarb ,gott ,intelligenz und teilte diese den ,dominanten mit1 den zielstrebigen1 intelligenten ,krften1 welche die ,entwickelung der ,organismen bewirken und leiten 7,reinke74 ,,ii4 ,trialistische ,kreation3 ,gott hat die ,welt in drei ,hauptakten geschaffen3 ,a4 ,schpfung des ,himmels 7d4 h4 der auerirdischen ,welt72 ,b4 ,schpfung der ,erde 7als ,mittelpunkt der ,welt7 und ihrer ,organismen2 ,c4 ,schpfung des ,menschen 7als ,ebenbild ,gottes73 dieses ,dogma ist noch heute weit verbreitet unter christlichen ,theologen und anderen ,gebildeten2 es wird in vielen ,schulen als ,wahrheit gelehrt4 ,,iii4 ,hexamerale ,kreation3 die ,schpfung in sechs ,tagen 7nach ,moses74 ,obgleich nur wenige ,gebildete heute noch wirklich an diesen mosaischen ,mythus glauben1 wird er dennoch unseren ,kindern schon in der frhesten ,jugend mit dem ,bibelunterricht fest eingeprgt4 ,die vielfachen1 namentlich in ,england gemachten ,versuche1 denselben mit der modernen ,entwickelungslehre in ,einklang zu bringen1 sind vllig fehlgeschlagen4 ,fr die ,naturwissenschaft gewann derselbe dadurch groe ,bedeutung1 da ,linn bei ,begrndung seines ,natursystems 7#agce7 ihn annahm und zur ,begriffsbestimmung der organischen 7von ihm fr bestndig gehaltenen7 ,spezies benutzte3 ,es gibt so viele verschiedene ,arten von ,tieren und ,pflanzen1 als im ,anfang verschiedene ,formen von dem unendlichen ,wesen erschaffen worden sind4 ,dieses ,dogma wurde ziemlich allgemein bis auf ,darwin 7#ahei7 festgehalten1 obgleich ,lamarck schon #ahji seine ,unhaltbarkeit dargelegt hatte4 ,,iv4 ,periodische ,kreation3 im ,anfang jeder ,periode der ,erdgeschichte wurde die ganze ,tier- und ,pflanzenbevlkerung neu geschaffen und am ,ende derselben durch eine allgemeine ,katastrophe vernichtet2 es gibt so viele ,general-,schpfungsakte1 als getrennte geologische ,perioden aufeinander folgten 7die ,katastrophentheorie von ,cuvier1 #ahah1 und von ,louis ,agassiz1 #aheh74 ,die ,palontologie1 welche in ihren unvollkommenen ,anfngen diese ,lehre von den wiederholten ,neuschpfungen der organischen ,welt zu sttzen schien1 hat dieselbe spter vollstndig widerlegt4 ,v4 ,individuelle ,kreation3 jeder einzelne ,mensch -- ebenso wie jedes einzelne ,tier und jedes ,pflanzenindividuum -- ist nicht durch einen natrlichen ,fortpflanzungsakt entstanden1 sondern durch die ,gnade ,gottes geschaffen 7der alle ,dinge kennt und die ,haare auf unserem ,haupte gezhlt hat74 ,man liest diese christliche ,schpfungsansicht noch heute oft in den ,zeitungen1 besonders bei ,geburtsanzeigen 7,gestern schenkte uns der gndige ,gott einen gesunden ,knaben usw474 ,auch die individuellen ,talente und ,vorzge unserer ,kinder werden oft als besondere ,gaben ,gottes dankbar anerkannt 7die erblichen ,fehler gewhnlich nicht674 ,entwickelung 7,genesis1 ,evolutio74 ,die ,unhaltbarkeit der ,schpfungssagen und des damit verknpften ,wunderglaubens mute sich schon frhzeitig denkenden ,menschen aufdrngen2 wir finden daher schon vor mehr als zweitausend ,jahren zahlreiche ,versuche1 dieselben durch eine vernnftige ,theorie zu ersetzen und die ,entstehung der ,welt mittels natrlicher ,ursachen zu erklren4 ,allen voran stehen hierin wieder die groen ,denker der ionischen ,naturphilosophie1 ferner ,demokritos1 ,heraklitos1 ,empedokles1 ,aristoteles1 ,lukretius und andere ,philosophen des ,altertums4 ,die ersten unvollkommenen ,versuche1 welche sie unternahmen1 berraschen uns zum ,teil durch strahlende ,lichtblicke des ,geistes1 die als ,vorlufer moderner ,ideen erscheinen4 ,indessen fehlte dem klassischen ,altertum jener sichere ,boden der naturphilosophischen ,spekulation1 der erst durch unzhlige ,beobachtungen und ,versuche der ,neuzeit gewonnen wurde4 ,whrend des ,mittelalters -- und besonders whrend der ,gewaltherrschaft des ,papismus -- ruhte die wissenschaftliche ,forschung auf diesem ,gebiete ganz4 ,die ,tortur und die ,scheiterhaufen der ,inquisition sorgten dafr1 da der unbedingte ,glaube an die hebrische ,mythologie des ,moses als definitive ,antwort auf alle ,schpfungsfragen galt4 ,selbst diejenigen ,erscheinungen1 die unmittelbar zur ,beobachtung der ,entwickelungs-,tatsachen aufforderten1 die ,keimesgeschichte der ,tiere und ,pflanzen1 die ,embryologie des ,menschen1 blieben unbeachtet oder erregten nur hie und da das ,interesse einzelner wibegieriger ,beobachter2 aber ihre ,entdeckungen wurden ignoriert und vergessen4 ,auerdem wurde der wahren ,erkenntnis der natrlichen ,entwickelung ihr ,weg von vornherein durch die herrschende ,prformationslehre versperrt1 durch das ,dogma1 da die charakteristische ,form und ,struktur jeder ,tier- und ,pflanzenart schon im ,keime vorgebildet sei 7vergl4 ,s4 #cc74 ,entwickelungslehre 7,evolutismus1 ,evolutionismus74 ,die ,wissenschaft1 die wir heute ,entwickelungslehre 7im weitesten ,sinne7 nennen1 ist sowohl im ganzen als in ihren einzelnen ,teilen ein ,kind des #ai4 ,jahrhunderts2 sie gehrt zu seinen wichtigsten und glnzendsten ,erzeugnissen4 ,tatschlich ist dieser ,begriff1 der noch im #ah4 ,jahrhundert fast unbekannt war1 heute bereits ein fester ,grundstein unserer ganzen ,weltanschauung geworden4 ,ich habe die ,grundzge derselben in frheren ,schriften ausfhrlich behandelt1 am eingehendsten in der ,generellen ,morphologie 7#ahff71 sodann mehr populr in der ,natrlichen ,schpfungsgeschichte 7#ahfh1 elfte ,auflage #aijh7 und mit besonderer ,beziehung auf den ,menschen in der ,anthropogenie 7#ahgd1 fnfte ,auflage #aijc74 ,ich beschrnke mich daher hier auf eine kurze bersicht der wichtigsten ,fortschritte1 welche die ,entwickelungslehre im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts gemacht hat2 sie zerfllt nach ihren ,objekten in vier ,hauptteile3 die natrliche ,entstehung #a4 des ,kosmos1 #b4 der ,erde1 #c4 der irdischen ,organismen und #d4 des ,menschen4 ,i4 ,monistische ,kosmogenie4 ,den ersten ,versuch1 die ,verfassung und den mechanischen ,ursprung des ganzen ,weltgebudes nach ,newtonschen ,grundstzen -- d4 h4 durch mathematische und physikalische ,gesetze -- in einfachster ,weise zu erklren1 unternahm ,immanuel ,kant in seinem berhmten ,jugendwerke1 der ,allgemeinen ,naturgeschichte und ,theorie des ,himmels 7#agee74 ,leider blieb dieses groartige und khne ,werk #ij ,jahre hindurch fast unbekannt2 es wurde erst #ahde durch ,alexander von ,humboldt wieder hervorgezogen1 im ersten ,bande seines ,kosmos4 ,inzwischen war aber der groe franzsische ,mathematiker ,pierre ,laplace selbstndig auf hnliche ,theorien wie ,kant gekommen und fhrte sie mit mathematischer ,begrndung weiter aus in seiner ,exposition du systme du monde 7#agif74 ,sein ,hauptwerk ,mcanique cleste erschien im ,jahre #agii4 ,die bereinstimmenden ,grundzge der ,kosmogenie von ,kant und ,laplace beruhen bekanntlich auf einer mechanischen ,erklrung der ,planetenbewegungen und der daraus abgeleiteten ,annahme1 da alle ,weltkrper ursprnglich aus rotierenden ,nebelbllen durch ,verdichtung entstanden sind4 ,diese ,nebularhypothese ist zwar spter vielfach verbessert und ergnzt worden1 sie gilt aber noch heute als der beste von allen ,versuchen1 die ,entstehung des ,weltgebudes einheitlich und mechanisch zu erklren 7vergl4 ,wilhelm ,blsche1 ,entwickelungsgeschichte der ,natur4 ,i4 ,bd4 #ahid74 ,in spterer ,zeit hat sie eine bedeutungsvolle ,ergnzung und zugleich ,verstrkung durch die ,annahme gewonnen1 da dieser kosmogonische ,proze nicht nur einmal stattgefunden1 sondern sich periodisch wiederholt hat4 ,whrend in gewissen ,teilen des unendlichen ,weltraums aus rotierenden ,nebelbllen neue ,weltkrper entstehen und sich entwickeln1 werden in anderen ,teilen desselben umgekehrt alte1 erkaltete und abgestorbene ,weltkrper durch ,zusammensto wieder zerstubt und in diffuse ,nebelmassen aufgelst4 ,anfang und ,ende der ,welt4 ,fast alle lteren und neueren ,kosmogenien und so auch die meisten1 die sich an ,kant und ,laplace anschlossen1 gingen von der herrschenden ,ansicht aus1 da die ,welt einen ,anfang gehabt habe4 ,so htte sich im ,anfang nach einer vielverbreiteten ,form der ,nebularhypothese ursprnglich ein ungeheurer ,nebelball aus uerst dnner und leichter ,materie gebildet1 und in einem bestimmten ,zeitpunkte 7vor undenklich langer ,zeit7 habe in diesem eine ,rotationsbewegung angefangen4 ,ist der erste ,anfang dieser kosmogenen ,bewegung erst einmal gegeben1 so lassen sich dann nach jenen mechanischen ,prinzipien die weiteren ,vorgnge in der ,bildung der ,weltkrper1 der ,sonderung der ,planetensysteme usw4 sicher ableiten und mathematisch begrnden4 ,dieser erste ,ursprung der ,bewegung ist das zweite ,weltrtsel von ,du ,bois-,reymond2 er erklrt es fr transzendent4 ,auch viele andere ,naturforscher und ,philosophen kommen um diese ,schwierigkeit nicht herum und resignieren mit dem ,gestndnis1 da man hier einen ersten bernatrlichen ,ansto1 also ein ,wunder1 annehmen msse4 ,nach unserer ,ansicht wird dieses zweite ,weltrtsel durch die ,annahme gelst1 da die ,bewegung ebenso eine immanente und ursprngliche ,eigenschaft der ,substanz ist wie die ,empfindung 7,kap4 #ab74 ,die ,berechtigung zu dieser monistischen ,annahme finden wir erstens im ,substanzgesetz und zweitens in den groen ,fortschritten1 welche die ,astronomie und ,physik in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts gemacht haben4 ,durch die ,spektralanalyse von ,bunsen und ,kirchhoff 7#ahfj7 haben wir nicht nur erfahren1 da die ,millionen ,weltkrper1 welche den unendlichen ,weltraum erfllen1 aus denselben ,materien bestehen wie unsere ,sonne und ,erde1 sondern auch1 da sie sich in verschiedenen ,zustnden der ,entwickelung befinden2 wir haben sogar mit ihrer ,hilfe ,kenntnisse ber die ,bewegungen und ,entfernungen der ,fixsterne gewonnen1 welche durch das ,fernrohr allein nicht erkannt werden konnten4 ,ferner ist das ,teleskop selbst sehr bedeutend verbessert worden und hat uns mit ,hilfe der ,photographie eine ,flle von astronomischen ,entdeckungen geschenkt1 welche im ,beginne des #ai4 ,jahrhunderts noch nicht geahnt werden konnten4 ,insbesondere hat die bessere ,kenntnis der ,kometen und ,sternschnuppen1 der ,sternhaufen und ,nebelflecke1 uns die groe ,bedeutung der kleinen ,weltkrper kennen gelehrt1 welche zu ,milliarden zwischen den greren ,sternen im ,weltraum verteilt sind4 ,wir wissen jetzt auch1 da die ,bahnen der ,millionen von ,weltkrpern vernderlich und zum ,teil unregelmig sind1 whrend man frher die ,planetensysteme als bestndig betrachtete und die rotierenden ,blle in ewiger ,gleichmigkeit ihre ,kreise beschreiben lie4 ,wichtige ,aufschlsse verdankt die ,astrophysik auch den gewaltigen ,fortschritten in anderen ,gebieten der ,physik1 vor allem in der ,optik und ,elektrik1 sowie in der dadurch gefrderten thertheorie4 ,endlich erweist sich auch hier wieder als grter ,fortschritt unserer ,naturerkenntnis das universale ,substanzgesetz4 ,wir wissen jetzt1 da es ebenso berall in den fernsten ,weltrumen unbedingte ,geltung hat wie in unserem ,planetensystem1 ebenso in dem kleinsten ,teilchen unserer ,erde wie in der kleinsten ,zelle unseres menschlichen ,krpers4 ,wir sind aber auch zu der wichtigen ,annahme berechtigt und logisch gezwungen1 da die ,erhaltung der ,materie und der ,energie zu allen ,zeiten ebenso allgemein bestanden hat1 wie sie heute ohne ,ausnahme besteht4 ,in alle ,ewigkeit war1 ist und bleibt das unendliche ,universum dem ,substanzgesetz unterworfen4 ,aus diesen gewaltigen ,fortschritten der ,astronomie und ,physik1 die sich gegenseitig erlutern und ergnzen1 ergibt sich eine ,reihe von beraus wichtigen ,schlssen ber die ,zusammensetzung und ,entwickelung des ,kosmos1 ber die ,beharrung und ,umbildung der ,substanz4 ,wir fassen dieselben kurz in folgenden ,thesen zusammen3 ,i4 ,der ,weltraum ist unendlich gro und unbegrenzt2 er ist nirgends leer1 sondern allenthalben mit ,substanz erfllt4 ,,ii4 ,die ,weltzeit ist ebenfalls unendlich und unbegrenzt2 sie hat keinen ,anfang und kein ,ende1 sie ist ,ewigkeit4 ,,iii4 ,die ,substanz befindet sich berall und jeder ,zeit in ununterbrochener ,bewegung und ,vernderung2 nirgends herrscht vollkommene ,ruhe und ,starre2 dabei bleibt aber die unendliche ,quantitt der ,materie ebenso unverndert wie diejenige der ewig wechselnden ,energie4 ,,iv4 ,die ,universalbewegung der ,substanz im ,weltraum ist ein ewiger ,kreislauf mit periodisch sich wiederholenden ,entwickelungszustnden4 ,v4 ,diese ,phasen bestehen in einem periodischen ,wechsel der ,temperatur und der dadurch bedingten ,dichtigkeitsverhltnisse 7,aggregatzustnde74 ,,vi4 ,whrend in einem ,teile des ,weltraums durch fortschreitende ,verdichtung neue ,weltkrper entstehen1 erfolgt gleichzeitig in anderen ,teilen der entgegengesetzte ,proze1 die ,zerstrung von ,weltkrpern1 die aufeinander stoen4 ,,vii4 ,die ungeheuren ,wrmequantitten1 welche durch diese mechanischen ,prozesse bei den ,zusammensten der rotierenden ,weltkrper erzeugt werden1 stellen die neuen lebendigen ,krfte dar1 welche die ,bewegung der dabei gebildeten kosmischen ,staubmassen und die ,neubildung rotierender ,blle bewirken3 das ewige ,spiel beginnt wieder von neuem4 ,auch unsere ,mutter ,erde1 die vor ,millionen von ,jahrtausenden aus einem ,teile des rotierenden ,sonnensystems entstanden ist1 wird nach ,verflu weiterer ,millionen erstarren und1 nachdem ihre ,bahn immer kleiner geworden1 in die ,sonne strzen4 ,besonders wichtig fr die klare ,einsicht in den universalen kosmischen ,entwickelunsproze sind diese modernen ,vorstellungen ber periodisch wechselnden ,untergang und ,neubildung der ,weltkrper4 ,unsere ,mutter ,erde schrumpft dabei auf den ,wert eines winzigen ,sonnenstubchens zusammen1 wie deren ungezhlte ,millionen im unendlichen ,weltenraum umherjagen4 ,unser eigenes ,menschenwesen1 welches in seinem anthropistischen ,grenwahn sich als ,ebenbild ,gottes verherrlicht1 sinkt zur ,bedeutung eines plazentalen ,sugetieres hinab1 welches nicht mehr ,wert fr das ganze ,universum besitzt als die ,ameise und die ,eintagsfliege1 als das mikroskopische ,infusorium und der winzigste ,bazillus4 ,auch wir ,menschen sind nur vorbergehende ,entwickelungszustnde der ewigen ,substanz1 individuelle ,erscheinungsformen der ,materie und ,energie1 deren ,nichtigkeit wir begreifen1 wenn wir sie dem unendlichen ,raum und der ewigen ,zeit gegenberstellen4 ,raum und ,zeit4 ,seitdem ,kant die ,begriffe von ,raum und ,zeit als bloe ,formen der ,anschauung erklrt hat -- den ,raum als ,form der ueren1 die ,zeit als ,form der inneren ,anschauung -- hat sich ber diese wichtigen ,probleme der ,erkenntnis ein ,streit erhoben1 der auch heute noch fortdauert4 ,bei einem groen ,teile der modernen ,metaphysiker hat sich die ,ansicht befestigt1 da dieser kritischen ,tat als ,ausgangspunkt einer rein idealistischen ,erkenntnistheorie die grte ,bedeutung beizulegen sei1 und da damit die natrliche ,ansicht des gesunden ,menschenverstandes von der ,realitt des ,raumes und der ,zeit widerlegt sei4 ,diese einseitige ,auffassung jener beiden ,grundbegriffe ist die ,quelle der grten ,irrtmer geworden2 sie bersieht1 da ,kant mit jenem ,satze nur die eine ,seite des ,problems1 die subjektive1 streifte1 daneben aber die andere1 die objektive1 als gleichberechtigt anerkannte2 er sagte3 ,raum und ,zeit haben empirische ,realitt1 aber transzendentale ,idealitt4 ,mit diesem ,satze ,kants kann sich unser moderner ,monismus wohl einverstanden erklren1 nicht aber mit jener einseitigen ,geltendmachung der subjektiven ,seite des ,problems2 denn diese fhrt in ihrer ,konsequenz zu jenem absurden ,idealismus1 der in ,berkeleys ,satze gipfelt3 ,krper sind nur ,vorstellungen1 ihr ,dasein besteht im ,wahrgenommenwerden4 ,dieser ,satz sollte heien3 ,krper sind fr mein persnliches ,bewutsein nur ,vorstellungen2 ihr ,dasein ist ebenso real wie dasjenige meiner ,denkorgane1 nmlich der ,ganglienzellen des ,grohirns1 welche die ,eindrcke der ,krper auf meine ,sinnesorgane aufnehmen und durch ,assozion derselben jene ,vorstellung bilden4 ,ebenso gut1 wie ich die ,realitt von ,raum und ,zeit bezweifle1 oder gar leugne1 kann ich auch diejenige meines eigenen ,bewutseins leugnen2 im ,fieberdelirium1 in ,halluzinationen1 im ,traum1 im ,doppelbewutsein halte ich ,vorstellungen fr wahr1 welche nicht real1 sondern ,einbildungen sind2 ich halte sogar meine eigene ,person fr eine andere 7,s4 #aaa72 das berhmte ,cogito ergo sum gilt hier nicht mehr4 ,dagegen ist die ,realitt von ,raum und ,zeit jetzt endgltig bewiesen durch die ,erweiterung unserer ,weltanschauung1 welche wir dem ,substanzgesetz und der monistischen ,kosmogenie verdanken4 ,nachdem wir die unhaltbare ,vorstellung vom leeren ,raum glcklich abgestreift haben1 bleibt uns als das unendliche1 raumerfllende ,medium die ,materie1 und zwar in ihren beiden ,formen3 ther und ,masse4 ,und ebenso betrachten wir auf der anderen ,seite als das zeiterfllende ,geschehen die ewige ,bewegung oder genetische ,energie1 welche sich in der ununterbrochenen ,entwickelung der ,substanz uert4 ,universum perpetuum mobile4 ,da jeder bewegte ,krper seine ,bewegung so lange fortsetzt1 als ihn nicht uere ,umstnde daran hindern1 kam der ,mensch schon vor ,jahrtausenden auf den ,gedanken1 ,apparate zu bauen1 die sich1 einmal in ,bewegung gesetzt1 immerfort in derselben ,weise weiter bewegen4 ,man bersah dabei1 da jede ,bewegung auf uere ,hindernisse stt und allmhlich aufhrt1 wenn nicht ein neuer ,ansto von auen erfolgt1 wenn nicht eine neue ,kraft zugefhrt wird1 die jene ,hindernisse berwindet4 ,so wrde z4 ,b4 ein schwingendes ,pendel in ,ewigkeit mit derselben ,geschwindigkeit sich hin und her bewegen1 wenn nicht der ,widerstand der ,luft und die ,reibung im ,aufhngungspunkte die mechanische lebendige ,kraft seiner ,bewegung allmhlich aufhben und in ,wrme verwandelten4 ,wir mssen ihm durch einen neuen ,ansto 7oder bei der ,pendeluhr durch ,aufziehen des ,gewichtes7 neue mechanische ,kraft zufhren4 ,daher ist die ,konstruktion einer ,maschine1 welche ohne uere ,hilfe einen ,arbeitsberschu erzeugt1 durch den sie sich selbst immerfort im ,gang erhlt1 unmglich4 ,alle ,versuche1 ein solches ,perpetuum mobile zu bauen1 muten fehlschlagen2 die ,erkenntnis des ,substanzgesetzes bewies sodann auch theoretisch die ,unmglichkeit desselben4 ,anders verhlt es sich aber1 wenn wir den ,kosmos als ,ganzes ins ,auge fassen1 das unendliche ,weltall1 welches nach unserer ,anschauung in ewiger ,bewegung begriffen ist4 ,damit ist aber zugleich gesagt1 da das ganze ,universum selbst ein allumfassendes ,perpetuum mobile ist4 ,diese unendliche und ewige ,maschine des ,weltalls erhlt sich selbst in ewiger und ununterbrochener ,bewegung1 wobei die unendlich groe ,summe der aktuellen und potentiellen ,energie ewig dieselbe bleibt4 ,nach unserer ,auffassung ist also die ,vorstellung des ,perpetuum mobile fr den ganzen ,kosmos ebenso wahr und fundamental bedeutend wie sie fr die isolierte ,aktion eines ,teiles desselben unmglich ist4 ,damit werden auch die ,schlufolgerungen abgelehnt1 die aus der ,lehre von der ,entropie gezogen worden sind4 ,entropie des ,weltalls4 ,der scharfsinnige ,begrnder der mechanischen ,wrmetheorie 7#ahej71 ,clausius1 fate den wichtigsten ,inhalt dieser bedeutungsvollen ,lehre in zwei ,hauptstzen zusammen4 ,der erste ,hauptsatz lautet3 ,die ,energie des ,weltalls ist konstant2 er bildet die eine ,hlfte unseres ,substanzgesetzes1 das ,energieprinzip 7,s4 #bh74 ,der zweite ,hauptsatz behauptet3 ,die ,entropie des ,weltalls strebt einem ,maximum zu4 ,nach der ,ansicht von ,clausius zerfllt die ,gesamtenergie des ,weltalls in zwei ,teile1 von denen der eine 7als ,wrme von hherer ,temperatur1 als mechanische1 elektrische1 chemische ,energie usw47 noch teilweise in ,arbeit umsetzbar ist1 der andere dagegen nicht2 diese letztere1 die bereits in ,wrme verwandelte und in klteren ,krpern angesammelte ,energie1 ist fr weitere ,arbeitsleistung unwiederbringlich verloren4 ,diesen gleichsam verbrauchten ,energieteil1 der nicht mehr in mechanische ,arbeit umgesetzt werden kann1 nennt ,clausius ,entropie 7d4 h4 die nach innen gewendete ,kraft72 er wchst bestndig auf ,kosten des ersten ,teiles4 ,da nun tagtglich immer mehr mechanische ,energie des ,weltalls in ,wrme bergeht und diese nicht in die erstere zurckverwandelt werden kann1 mu die gesamte ,quantitt der arbeitsfhigen ,energie immer mehr zerstreut und herabgesetzt werden4 ,alle ,temperaturunterschiede mten zuletzt verschwinden und die vllig gebundene ,wrme gleichmig in einem einzigen trgen ,klumpen von starrer ,materie verbreitet sein2 alles organische ,leben und alle organische ,bewegung wrde aufgehrt haben1 wenn dieses ,maximum der ,entropie erreicht wre2 das wahre ,ende der ,welt wre da4 7,vergl4 ,felix ,auerbach1 ,die ,weltherrin und ihr ,schatten1 #aijb47 ,wenn diese ,anwendung der ,lehre von der ,entropie richtig wre1 so mte dem angenommenen ,ende der ,welt auch ein ursprnglicher ,anfang derselben entsprechen2 beide ,vorstellungen sind nach unserer monistischen und konsequenten ,auffassung des ewigen kosmogenetischen ,prozesses gleich unhaltbar4 ,es gibt einen ,anfang der ,welt ebensowenig als ein ,ende derselben4 ,wie das ,universum unendlich ist1 so bleibt es auch ewig in ,bewegung2 ununterbrochen findet eine ,verwandlung der lebendigen ,kraft in ,spannkraft statt und umgekehrt2 und die ,summe dieser aktuellen und potentiellen ,energie bleibt immer dieselbe4 ,die ,verteidiger der ,entropie behaupten dieselbe mit ,recht1 sobald sie ,prozesse ins ,auge fassen1 die in einem geschlossenen ,system ablaufen4 ,im groen ,ganzen des ,weltalls1 worauf wir den ,begriff eines geschlossenen ,systems nicht anwenden knnen1 herrschen aber jedenfalls ,verhltnisse1 die eine ,umkehrung des energetischen ,ablaufs mglich machen4 ,so werden z4 ,b4 beim ,zusammenstoe von zwei ,weltkrpern1 die mit ungeheurer ,geschwindigkeit aufeinander treffen1 kolossale ,wrmemengen frei1 whrend die zerstubten ,massen in den ,weltraum hinausgeschleudert und zerstreut werden4 ,das ewige ,spiel der rotierenden ,massen mit ,verdichtung der ,teile1 ,ballung neuer kleiner ,meteoriten1 ,vereinigung derselben zu greren usw4 beginnt dann von neuem4 ,herbert ,spencer hat in seinen ,grundprinzipien berzeugend dargelegt1 da selbst fr ein geschlossenes ,universum der ,schlu unerlaubt wre1 es msse1 einmal in ,ruhe1 auch unendliche ,zeit in ,ruhe bleiben4 ,man knne sagen1 der jetzige ,zustand habe mit dem ,ende einer frheren ,entwickelung begonnen1 und das ,ende der gegenwrtigen sei zugleich der ,anfang einer neuen2 in dem ,augenblick1 wo das ,maximum der ,entropie erreicht sei1 setze gerade eine langsame ,entwickelung im entgegengesetzten ,sinne ein1 und so wrde sich das ,leben des ,universums unaufhrlich fortsetzen4 ,wie ,poincar 7,die moderne ,physik1 #aijh7 bemerkt1 stimmt diese ,auffassung mit der vieler ,physiker berein1 welche z4 ,b4 nach der kinetischen ,gastheorie annehmen1 da man bei gengend langer ,beobachtung die verschiedenen ,zustnde wiederkehren sehen kann1 wenn eine ,gasmasse eine ,reihe von ,vernderungen durchgemacht hat4 ,,ii4 ,monistische ,geogenie4 ,die ,entwickelungsgeschichte der ,erde1 auf die wir jetzt noch einen flchtigen ,blick werfen1 bildet nur einen winzig kleinen ,teil von derjenigen des ,kosmos4 ,sie ist zwar auch gleich dieser seit mehreren ,jahrtausenden ,gegenstand der philosophischen ,spekulation und noch mehr der mythologischen ,dichtung gewesen2 aber ihre wirklich wissenschaftliche ,erkenntnis ist viel jnger und stammt zum weitaus grten ,teile aus dem #ai4 ,jahrhundert4 ,im ,prinzip war die ,natur der ,erde1 als eines ,planeten1 der um die ,sonne kreist1 schon durch das ,weltsystem des ,kopernikus 7#aedc7 bestimmt2 durch ,galilei1 ,kepler und andere groe ,astronomen war ihr ,abstand von der ,sonne1 ihr ,bewegungsgesetz usw4 mathematisch festgestellt4 ,auch war bereits durch die ,kosmogenie von ,kant und ,laplace der ,weg gezeigt1 auf welchem sich die ,erde aus der ,mutter ,sonne entwickelt hatte4 ,aber die sptere ,geschichte unseres ,planeten1 die ,umbildung seiner ,oberflche1 die ,entstehung der ,kontinente und ,meere1 der ,gebirge und ,wsten war noch zu ,ende des #ah4 und in den ersten beiden ,dezennien des #ai4 ,jahrhunderts nur wenig ,gegenstand ernster wissenschaftlicher ,untersuchungen gewesen2 meistens begngte man sich mit ziemlich unsicheren ,vermutungen oder mit der ,annahme der traditionellen ,schpfungssagen2 insbesondere war es auch hier wieder der berlieferte ,glaube an die mosaische ,schpfungsgeschichte1 welcher der selbstndigen ,forschung von vornherein den ,weg zur wahren ,erkenntnis verlegte4 ,erst im ,jahre #ahbb erschien ein bedeutendes ,werk1 welches zur wissenschaftlichen ,erforschung der ,erdgeschichte diejenige ,methode einschlug1 die sich bald als die weitaus fruchtbarste erwies1 die ontologische ,methode oder das ,prinzip des ,aktualismus4 ,sie besteht darin1 da wir die ,erscheinungen der ,gegenwart genau studieren und benutzen1 um dadurch die hnlichen geschichtlichen ,vorgnge der ,vergangenheit zu erklren4 ,nachdem zuerst ,karl ,hoff 7,gotha7 in seiner ,geschichte der durch berlieferung nachgewiesenen natrlichen ,vernderungen der ,erdoberflche diese ontologische ,methode 7#ahbb7 begrndet hatte1 wurde sie bald 7#ahcj7 von dem groen englischen ,geologen ,charles ,lyell in seinen ,prinzipien der ,geologie auf die ganze ,geschichte der ,erde erfolgreich angewendet4 ,in neuester ,zeit hat ,johannes ,walther in seiner gedankenreichen ,geschichte der ,erde und des ,lebens 7#aijh7 eine lichtvolle populre ,darstellung derselben gegeben4 ,als zwei ,hauptabschnitte der ,erdgeschichte mssen wir vor allem die anorganische und organische ,geogenie unterscheiden2 die letztere beginnt mit dem ersten ,auftreten lebender ,wesen auf unserem ,erdball4 ,die anorganische ,geschichte der ,erde1 der ltere ,abschnitt1 verlief in derselben ,weise wie diejenige der brigen ,planeten unseres ,sonnensystems2 sie alle lsten sich vom quator des rotierenden ,sonnenkrpers als ,nebelringe ab1 welche sich allmhlich zu selbstndigen ,weltkrpern verdichteten4 ,aus dem gasfrmigen ,nebelball wurde durch ,abkhlung der glutflssige ,erdball1 und weiterhin entstand an dessen ,oberflche durch fortschreitende ,wrmeausstrahlung die dnne feste ,rinde1 welche wir bewohnen4 ,erst nachdem die ,temperatur an der ,oberflche bis zu einem gewissen ,grade gesunken war1 konnte sich aus der umgebenden ,dampfhlle das erste tropfbar-flssige ,wasser niederschlagen1 und damit war die wichtigste ,vorbedingung fr die ,entstehung des organischen ,lebens gegeben4 ,viele ,millionen ,jahre sind verflossen1 seitdem dieser bedeutungsvolle ,vorgang1 die erste ,wasserbildung1 eintrat und damit die ,einleitung zum dritten ,hauptabschnitt der ,kosmogenie1 zur ,biogenie4 ,,iii4 ,monistische ,biogenie4 ,der dritte ,hauptabschnitt der ,weltentwickelung beginnt mit der ersten ,entstehung der ,organismen auf unserem ,erdball und dauert seitdem ununterbrochen bis zur ,gegenwart fort4 ,die groen ,weltrtsel1 welche dieser interessanteste ,teil der ,erdgeschichte uns vorlegt1 galten noch im ,anfange des #ai4 ,jahrhunderts allgemein fr unlsbar oder doch fr so schwierig1 da ihre ,lsung in weitester ,ferne zu liegen schien2 am ,ende desselben durften wir mit berechtigtem ,stolze sagen1 da sie durch die moderne ,biologie und ihren ,transformismus im ,prinzip gelst sind4 ,zuerst stellte 7#ahji7 ,jean ,lamarck die ,lehre fest1 da alle die unzhligen ,formen des ,tier- und ,pflanzenreiches durch allmhliche ,umbildung aus gemeinsamen einfachsten ,stammformen hervorgegangen sind1 und da die allmhliche ,vernderung der ,gestalten durch ,anpassung1 in ,wechselwirkung mit ,vererbung1 diese langsame ,transmutation bewirkt hat4 ,fnfzig ,jahre spter fhrte ,charles ,darwin die einzelnen ,teile dieser ,deszendenztheorie1 gesttzt auf die groartigen1 inzwischen erfolgten ,fortschritte der ,biologie1 weiter aus und fllte zugleich durch seine neue ,selektionstheorie die bedenklichste ,lcke der ersteren aus4 ,er zeigte1 wie die natrliche ,zuchtwahl im ,kampf ums ,dasein der unbewute ,schpfer ist1 welcher die zweckmige ,organisation der ,lebensformen ohne vorbedachten ,zweck und ,schpfungsplan hervorbringt4 ,dadurch ist ,darwin der ,kopernikus der organischen ,welt geworden4 ,,iv4 ,monistische ,anthropogenie4 ,als vierter und letzter ,hauptabschnitt der ,weltentwickelung kann fr uns ,menschen derjenige jngste ,zeitraum gelten1 innerhalb dessen sich unser eigenes ,geschlecht entwickelt hat4 ,schon ,lamarck 7#ahji7 hatte klar erkannt1 da diese ,entwickelung vernnftigerweise nur auf einem natrlichen ,wege denkbar sei1 durch ,abstammung vom ,affen1 als von dem nchstverwandten ,sugetiere4 ,huxley zeigte sodann 7#ahfc7 in seiner berhmten ,abhandlung ber die ,stellung des ,menschen in der ,natur1 da diese bedeutungsvolle ,annahme ein notwendiger ,folgeschlu der ,deszendenztheorie und durch anatomische1 embryologische und palontologische ,tatsachen wohlbegrndet sei2 er erklrte diese ,frage aller ,fragen im ,prinzip fr gelst4 ,darwin behandelte sie in geistreicher ,weise von verschiedenen ,seiten in seinem ,werke ber die ,abstammung des ,menschen und die geschlechtliche ,zuchtwahl 7#ahga74 ,ich selbst hatte schon in meiner ,generellen ,morphologie 7#ahff7 diesem wichtigsten ,spezialproblem der ,abstammungslehre ein besonderes ,kapitel gewidmet4 #ahgd verffentlichte ich meine ,anthropogenie1 als ersten ,versuch1 die ,abstammung des ,menschen durch seine ganze ,ahnenreihe bis zur ltesten archigonen ,monerenform hinauf zu verfolgen2 ich sttzte mich dabei gleichmig auf die drei groen ,urkunden der ,stammesgeschichte1 auf die vergleichende ,anatomie1 ,ontogenie und ,palontologie 7,fnfte umgearbeitete ,auflage #aijc74 ,wie weit wir seitdem durch zahlreiche wichtige ,fortschritte der anthropogenetischen ,forschung gekommen sind1 habe ich in dem ,vortrag gezeigt1 den ich #ahih auf dem internationalen ,zoologenkongresse in ,cambridge ber unsere gegenwrtige ,kenntnis vom ,ursprung des ,menschen gehalten habe4 ,die ausfhrlichste ,darstellung derselben1 unter ,benutzung der neuesten ,fortschritte der ,anthropogenie1 habe ich in meiner letzten ,abhandlung gegeben3 ,unsere ,ahnenreihe 7,progonotaxis hominis71 ,festschrift zur #cej;jhrigen ,jubelfeier der ,universitt ,jena1 am #cj4 ,juli #aijh4 ,vierzehntes ,kapitel4 ,einheit der ,natur4 ,monistische ,studien ber die materielle und energetische ,einheit des ,kosmos4 -- ,mechanismus und ,vitalismus4 -- ,ziel1 ,zweck und ,zufall4 ,durch das ,substanzgesetz ist zunchst die fundamentale ,tatsache erwiesen1 da jede ,naturkraft mittelbar oder unmittelbar in jede andere umgewandelt werden kann4 ,mechanische und chemische ,energie1 ,schall und ,wrme1 ,licht und ,elektrizitt knnen ineinander bergefhrt werden und erweisen sich nur als verschiedene ,erscheinungsformen einer und derselben ,urkraft1 der ,energie4 ,daraus ergibt sich der bedeutungsvolle ,satz von der ,einheit aller ,naturkrfte oder1 wie wir auch sagen knnen1 dem ,monismus der ,energie4 ,im gesamten ,gebiete der ,physik und ,chemie ist dieser ,fundamentalsatz jetzt allgemein anerkannt1 soweit er die anorganischen ,naturkrper betrifft4 ,anders verhlt sich scheinbar die organische ,welt1 das bunte und formenreiche ,gebiet des ,lebens4 ,zwar liegt es auch hier auf der ,hand1 da ein groer ,teil der ,lebenserscheinungen unmittelbar auf mechanische und chemische ,energie1 auf elektrische und ,lichtwirkungen zurckzufhren ist4 ,fr einen anderen ,teil aber wird das auch heute noch bestritten1 so vor allem fr das ,weltrtsel des ,seelenlebens1 insbesondere des ,bewutseins4 ,hier ist es nun das hohe ,verdienst der modernen ,entwickelungslehre1 die ,brcke zwischen den beiden1 scheinbar getrennten ,gebieten geschlagen zu haben4 ,wir sind jetzt zu der klaren berzeugung gelangt1 da auch alle ,erscheinungen des organischen ,lebens ebenso dem universalen ,substanzgesetz unterworfen sind wie die anorganischen ,phnomene im unendlichen ,kosmos4 ,die ,einheit der ,natur1 die hieraus folgt1 die berwindung des frheren ,dualismus1 ist sicher eines der wertvollsten ,ergebnisse unserer modernen ,entwickelungslehre4 ,ich habe diesen ,monismus des ,kosmos1 die prinzipielle ,einheit der organischen und anorganischen ,natur schon #ahff sehr eingehend zu begrnden versucht1 indem ich die bereinstimmung der beiden groen ,naturreiche in ,beziehung auf ,stoffe1 ,formen und ,krfte einer eingehenden kritischen ,prfung und ,vergleichung unterzog 7,generelle ,morphologie1 #e4 ,kap474 ,einen kurzen ,auszug ihrer ,ergebnisse enthlt der fnfzehnte ,vortrag meiner ,natrlichen ,schpfungsgeschichte4 ,whrend die hier entwickelten ,anschauungen von der groen ,mehrzahl der ,naturforscher gegenwrtig angenommen sind1 ist doch neuerdings von mehreren ,seiten der ,versuch gemacht worden1 sie zu bekmpfen und den alten ,gegensatz von zwei ganz verschiedenen ,naturgebieten aufrecht zu erhalten4 ,in der ,hauptsache handelt es sich auch hier wieder um den uralten ,gegensatz der mechanischen und der teleologischen ,weltanschauung4 ,bevor wir auf denselben eingehen1 wollen wir kurz auf zwei andere ,theorien hinweisen1 welche nach meiner berzeugung fr die ,entscheidung dieser wichtigen ,probleme sehr wertvoll sind1 die ,kohlenstofftheorie und die ,urzeugungslehre4 ,kohlenstofftheorie4 ,die physiologische ,chemie hat im ,laufe der letzten ,dezennien durch unzhlige ,analysen folgende fnf ,tatsachen festgestellt3 ,i4 ,in den organischen ,naturkrpern kommen keine anderen ,elemente vor als in den anorganischen4 ,,ii4 ,diejenigen ,verbindungen der ,elemente1 welche dem ,organismus eigentmlich sind1 und welche ihre ,lebenserscheinungen bewirken1 sind zusammengesetzte ,plasmakrper1 aus der ,gruppe der ,albuminate oder ,eiweiverbindungen4 ,,iii4 ,das organische ,leben selbst ist ein chemisch-physikalischer ,proze1 der auf dem ,stoffwechsel dieser ,albuminate beruht4 ,,iv4 ,dasjenige ,element1 welches allein imstande ist1 diese zusammengesetzten ,eiweikrper in ,verbindung mit anderen ,elementen 7,sauerstoff1 ,wasserstoff1 ,stickstoff1 ,schwefel7 aufzubauen1 ist der ,kohlenstoff4 ,v4 ,diese plasmatischen ,kohlenstoff-,verbindungen zeichnen sich vor den meisten anderen chemischen ,verbindungen durch ihre sehr komplizierte ,molekularstruktur aus1 durch ihre ,unbestndigkeit und ihren gequollenen ,aggregatzustand4 ,auf ,grund dieser fnf fundamentalen ,tatsachen stellte ich im ,jahre #ahff folgende ,theorie auf3 ,lediglich die eigentmlichen1 chemisch-physikalischen ,eigenschaften des ,kohlenstoffes -- und namentlich der festflssige ,aggregatzustand und die leichte ,zersetzbarkeit der hchst zusammengesetzten1 eiweiartigen ,kohlenstoff-,verbindungen -- sind die mechanischen ,ursachen jener eigentmlichen ,bewegungs-,erscheinungen1 durch welche sich die ,organismen von den ,anorganen unterscheiden1 und die man im engeren ,sinne das ,leben nennt4 ,obwohl diese ,kohlenstofftheorie von mehreren ,biologen heftig angegriffen worden ist1 hat doch bisher keiner eine bessere monistische ,theorie an deren ,stelle gesetzt4 ,heute1 wo wir die physiologischen ,verhltnisse des ,zellenlebens1 die ,chemie und ,physik des lebendigen ,plasma viel besser und grndlicher kennen als um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts1 lt sich unsere ,theorie eingehender und sicherer begrnden1 als es damals mglich war4 ,achigonie oder ,urzeugung4 ,der alte ,begriff der ,urzeugung 7,generatio spontanea oder aequivoca7 wird heute noch in sehr verschiedenem ,sinne verwendet2 gerade die ,unklarheit ber diesen ,begriff und die widersprechende ,anwendung desselben auf ganz verschiedene1 alte und neue ,hypothesen sind schuld daran1 da dieses wichtige ,problem zu den bestrittensten und konfusesten ,fragen der ganzen ,naturwissenschaft bis auf den heutigen ,tag gehrt4 ,ich beschrnke den ,begriff der ,urzeugung auf die erste ,entstehung von lebendem ,plasma aus anorganischen ,kohlenstoff-,verbindungen und unterscheide als zwei ,hauptperioden in diesem ,beginn der ,biogenesis3 ,i4 die ,entstehung von einfachsten ,plasmakrpern in einer anorganischen ,bildungsflssigkeit1 und ,,ii4 die ,individualisierung von primitivsten ,organismen aus jenen ,plasmaverbindungen1 in ,form von ,moneren4 ,ich habe diese wichtigen1 aber auch sehr schwierigen ,probleme im #ae4 ,kapitel meiner ,natrlichen ,schpfungsgeschichte so eingehend behandelt1 da ich hier darauf verweisen kann4 ,eine sehr ausfhrliche und streng wissenschaftliche ,errterung derselben habe ich bereits #ahff in der ,generellen ,morphologie gegeben 7,bd4 ,i1 ,s4 #afg-aij72 spter hat ,naegeli in seiner ,mechanisch-physiologischen ,theorie der ,abstammungslehre 7#ahhd7 die ,hypothese der ,urzeugung ganz in demselben ,sinne sehr eingehend behandelt und als eine unentbehrliche ,annahme der natrlichen ,entwickelungstheorie bezeichnet4 ,ich stimme vollkommen seinem ,satze bei3 ,die ,urzeugung leugnen heit das ,wunder verknden4 ,eine kritische ,auseinandersetzung der verschiedenartigen ,hypothesen1 welche neuerdings ber ,urzeugung aufgestellt worden sind1 enthlt das #ae4 ,kapitel 7,lebensursprung7 meines ,buches ber die ,lebenswunder 7,volksausgabe #aijf74 ,teleologie und ,mechanik4 ,sowohl die ,hypothese der ,urzeugung als die eng damit verknpfte ,kohlenstofftheorie besitzen die grte ,bedeutung fr die ,entscheidung des alten ,kampfes zwischen der teleologischen 7dualistischen7 und der mechanischen 7monistischen7 ,beurteilung der ,erscheinungen4 ,seit ,darwin uns vor fnfzig ,jahren durch seine ,selektionstheorie den ,schlssel zur monistischen ,erklrung der ,organisation in die ,hand gab1 sind wir in den ,stand gesetzt1 die bunte ,mannigfaltigkeit der zweckmigen ,einrichtungen in der lebendigen ,krperwelt ebenso auf natrliche mechanische ,ursachen zurckzufhren1 wie dies vorher nur in der anorganischen ,natur mglich war4 ,die bernatrlichen zweckttigen ,ursachen1 zu welchen man frher seine ,zuflucht hatte nehmen mssen1 sind dadurch berflssig geworden4 ,werkursachen 7,causae efficientes7 und ,endursachen 7,causae finales74 ,den tiefen ,gegensatz zwischen den bewirkenden ,ursachen 7oder ,werkursachen7 und den zweckttigen ,ursachen 7oder ,endursachen7 hat mit ,bezug auf die ,erklrung der ,gesamtnatur kein neuerer ,philosoph schrfer hervorgehoben1 als ,immanuel ,kant4 ,in seinem berhmten ,jugendwerke1 der ,allgemeinen ,naturgeschichte und ,theorie des ,himmels1 hatte er #agee den khnen ,versuch unternommen1 die ,verfassung und den mechanischen ,ursprung des ganzen ,weltgebudes nach ,newtonschen ,grundstzen abzuhandeln4 ,er sttzte sich dabei ganz auf die mechanischen ,bewegungserscheinungen der ,gravitation2 sie wurde spter von ,laplace weiter ausgebildet und mathematisch begrndet4 ,als dieser von ,napoleon ,i4 gefragt wurde1 welche ,stelle in seinem ,system ,gott1 der ,schpfer und ,erhalter des ,weltalls1 einnehme1 antwortete er klar und ehrlich3 ,sire1 ich bedarf dieser ,hypothese nicht4 ,damit war der atheistische ,charakter dieser mechanischen ,kosmogenie1 den sie mit allen anorganischen ,wissenschaften teilt1 offen anerkannt4 ,dies mu um so mehr hervorgehoben werden1 als die ,kant-,laplacesche ,theorie noch heute in fast allgemeiner ,geltung steht4 ,wenn man den ,atheismus noch heute in weiten ,kreisen als einen schweren ,vorwurf betrachtet1 so trifft dieser die gesamte moderne ,naturwissenschaft1 insofern sie die anorganische ,welt unbedingt mechanisch erklrt4 ,der ,mechanismus allein gibt uns eine wirkliche ,erklrung der ,naturerscheinungen1 indem er dieselben auf reale ,werkursachen zurckfhrt1 auf ,bewegungen1 welche durch die materielle ,konstitution der betreffenden ,naturkrper selbst bedingt sind4 ,kant selbst betont1 da es ohne diesen ,mechanismus der ,natur keine ,naturwissenschaft geben kann1 und da die ,befugnis der menschlichen ,vernunft zur mechanischen ,erklrung aller ,erscheinungen unbeschrnkt sei4 ,als er aber spter in seiner ,kritik der ideologischen ,urteilskraft die ,erklrung der verwickelten ,erscheinungen in der organischen ,natur besprach1 behauptete er1 da dafr jene mechanischen ,ursachen nicht ausreichend seien2 hier msse man zweckmig wirkende ,endursachen zu ,hilfe nehmen4 ,zwar sei auch hier die ,befugnis unserer ,vernunft zur mechanischen ,erklrung anzuerkennen1 aber ihr ,vermgen sei begrenzt4 ,allerdings gestand er ihr teilweise dieses ,vermgen zu1 aber fr den grten ,teil der ,lebenserscheinungen 7und besonders fr die ,seelenttigkeit des ,menschen7 hielt er die ,annahme von ,endursachen unentbehrlich4 ,der merkwrdige #gi der ,kritik der ,urteilskraft trgt die charakteristische berschrift3 ,von der notwendigen ,unterordnung des ,prinzips des ,mechanismus unter das teleologische in ,erklrung eines ,dinges als ,naturzweck4 ,die zweckmigen ,einrichtungen im ,krperbau der organischen ,wesen schienen ,kant ohne ,annahme bernatrlicher ,endursachen 7d4 h4 also einer planmig wirkenden ,schpferkraft7 so unerklrlich1 da er sagte3 ,es ist ganz gewi1 da wir die organisierten ,wesen und deren innere ,mglichkeit nach blo mechanischen ,prinzipien der ,natur nicht einmal zureichend kennen1 viel weniger uns erklren knnen1 und zwar so gewi1 da man dreist sagen kann3 ,es ist fr ,menschen ungereimt1 auch nur einen solchen ,anschlag zu fassen oder zu hoffen1 da noch etwa dereinst ein ,newton aufstehen knne1 der auch nur die ,erzeugung eines ,grashalms nach ,naturgesetzen1 die keine ,absicht geordnet hat1 begreiflich machen werde1 sondern man mu diese ,einsicht dem ,menschen schlechterdings absprechen4 ,siebzig ,jahre spter ist dieser unmgliche ,newton der organischen ,natur in ,darwin wirklich erschienen und hat die groe ,aufgabe gelst1 die ,kant fr unlsbar erklrt hatte4 ,der ,zweck in der anorganischen ,natur 7,anorganische ,teleologie74 ,seitdem ,newton 7#afhb7 das ,gravitationsgesetz aufgestellt1 und seitdem ,kant 7#agee7 die ,verfassung und den mechanischen ,ursprung des ganzen ,weltgeldes nach ,newtonschen ,grundstzen festgestellt -- seitdem endlich ,laplace 7#agif7 dieses ,grundgesetz des ,weltmechanismus mathematisch begrndet hatte1 sind die smtlichen anorganischen ,naturwissenschaften rein mechanisch und damit zugleich rein atheistisch geworden4 ,in der ,astronomie und ,kosmogenie1 in der ,geologie und ,meteorologie1 in der anorganischen ,physik und ,chemie gilt seitdem die absolute ,herrschaft mechanischer ,gesetze auf mathematischer ,grundlage als unbedingt feststehend4 ,seitdem ist aber auch der ,zweckbegriff aus diesem ganzen groen ,gebiete verschwunden4 ,jetzt ist diese monistische ,betrachtung nach harten ,kmpfen zu allgemeiner ,geltung gelangt1 und kein ,naturforscher fragt mehr im ,ernste nach dem ,zweck irgendeiner ,erscheinung in diesem ganzen unermelichen ,gebiete4 ,oder sollte wirklich noch heute im ,ernste ein ,astronom nach dem ,zwecke der ,planetenbewegungen oder ein ,mineraloge nach dem ,zwecke der einzelnen ,kristallformen fragen8 ,oder sollte ein ,physiker ber den ,zweck der elektrischen ,krfte oder ein ,chemiker ber den ,zweck der ,atomgewichte grbeln8 ,wir drfen getrost antworten3 ,nein6 ,sicher nicht in dem ,sinne1 da der liebe ,gott oder eine zielstrebige ,naturkraft diese ,grundgesetze des ,weltmechanismus einmal pltzlich aus nichts zu einem bestimmten ,zweck erschaffen hat1 und da er sie nach seinem vernnftigen ,willen tagtglich wirken lt4 ,diese anthropomorphe ,vorstellung von einem zweckttigen ,weltbaumeister und ,weltherrscher ist hier vllig berwunden2 an seine ,stelle sind die ewigen1 ehernen1 groen ,naturgesetze getreten4 ,der ,zweck in der organischen ,natur 7,biologische ,teleologie74 ,eine ganz andere ,bedeutung und ,geltung als in der anorganischen besitzt der ,zweckbegriff noch heute in der organischen ,natur4 ,im ,krperbau und in der ,lebensttigkeit aller ,organismen tritt uns die ,zweckttigkeit unleugbar entgegen4 ,jede ,pflanze und jedes ,tier erscheinen in der ,zusammensetzung aus einzelnen ,teilen ebenso fr einen bestimmten ,lebenszweck eingerichtet wie die knstlichen1 vom ,menschen erfundenen und konstruierten ,maschinen2 und solange ihr ,leben fortdauert1 ist auch die ,funktion der einzelnen ,organe ebenso auf bestimmte ,zwecke gerichtet wie die ,arbeit in den einzelnen ,teilen der ,maschine4 ,es war daher ganz naturgem1 da die ltere naive ,naturbetrachtung fr die ,entstehung und die ,lebensttigkeit der organischen ,wesen einen ,schpfer in ,anspruch nahm1 der mit ,weisheit und ,verstand alle ,dinge geordnet hatte1 und der jedes ,tier und jede ,pflanze ihrem besonderen ,lebenszweck entsprechend organisiert hatte4 ,gewhnlich wurde dieser allmchtige ,schpfer ,himmels und der ,erden durchaus anthropomorph gedacht2 er schuf jegliches ,wesen nach seiner ,art4 ,solange dabei dem ,menschen der ,schpfer noch in menschlicher ,gestalt erschien1 denkend mit seinem ,gehirn1 sehend mit seinen ,augen1 formend mit seinen ,hnden1 konnte man sich von diesem gttlichen ,maschinenbauer und von seiner knstlerischen ,arbeit in der groen ,schpfungswerksttte noch eine anschauliche ,vorstellung machen4 ,viel schwieriger wurde dies1 als sich der ,gottesbegriff luterte und man in dem unsichtbaren ,gott einen immateriellen ,schpfer ohne ,organe erblickte4 ,noch unbegreiflicher endlich wurden diese anthropistischen ,vorstellungen1 als die ,physiologie an die ,stelle des bewut bauenden ,gottes die unbewut schaffende ,lebenskraft setzte -- eine unbekannte1 zweckmig ttige ,naturkraft1 welche von den bekannten physikalischen und chemischen ,krften verschieden war und diese nur zeitweise -- auf ,lebenszeit -- in ,dienst nahm4 ,dieser ,vitalismus blieb noch bis um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts herrschend2 er fand seine tatschliche ,widerlegung erst durch den groen ,physiologen ,johannes ,mller4 ,zwar war auch dieser geistreiche ,biologe im ,glauben an die ,lebenskraft aufgewachsen und hielt sie fr die ,erklrung der letzten ,lebensursachen fr unentbehrlich1 aber er fhrte zugleich in seinem klassischen1 noch heute unbertroffenen ,lehrbuch der ,physiologie 7#ahcc7 den ,beweis1 da eigentlich nichts mit ihr anzufangen ist4 ,mller selbst zeigte in einer langen ,reihe von ausgezeichneten ,beobachtungen und scharfsinnigen ,experimenten1 da die meisten ,lebensttigkeiten im ,organismus des ,menschen ebenso wie der brigen ,tiere nach physikalischen und chemischen ,gesetzen geschehen1 da viele von ihnen sogar mathematisch bestimmbar sind4 ,das gilt ebensowohl von den ,funktionen der ,muskeln und ,nerven1 der niederen und hheren ,sinnesorgane1 wie von den ,vorgngen bei der ,ernhrung und dem ,stoffwechsel1 der ,verdauung und dem ,blutkreislauf4 ,rtselhaft und ohne die ,annahme einer ,lebenskraft nicht erklrbar blieben eigentlich nur zwei ,gebiete1 das der hheren ,seelenttigkeit 7,geistesleben7 und das der ,fortpflanzung 7,zeugung74 ,aber auch auf diesen ,gebieten wurden unmittelbar nach ,mllers ,tode so bedeutende ,entdeckungen und ,fortschritte gemacht1 da das unheimliche ,gespenst der ,lebenskraft auch aus diesen letzten ,schlupfwinkeln verschwand4 ,es war ein merkwrdiger chronologischer ,zufall1 da ,johannes ,mller #aheh in demselben ,jahre starb1 in welchem ,charles ,darwin die ersten ,mitteilungen ber seine epochemachende ,theorie verffentlichte4 ,die ,selektionstheorie des letzteren beantwortete das groe ,rtsel1 vor welchem der erstere stehen geblieben war3 die ,frage von der ,entstehung zweckmiger ,einrichtungen durch rein mechanische ,ursachen1 ohne vorbedachten ,plan4 ,der ,zweck in der ,selektionstheorie 7,darwin #ahei74 ,das unsterbliche philosophische ,verdienst ,darwins bleibt1 wie wir schon oft betont haben1 ein doppeltes3 erstens die ,reform der lteren1 #ahji von ,lamarck begrndeten ,deszendenztheorie1 ihre ,begrndung durch das gewaltige1 im ,laufe dieses halben ,jahrhunderts angesammelte ,tatsachenmaterial -- und zweitens die ,aufstellung der ,selektionstheorie1 jener ,zuchtwahllehre1 welche uns erst eigentlich die wahren bewirkenden ,ursachen der allmhlichen ,artumbildung enthllt4 ,darwin zeigte zuerst1 wie der unerbittliche ,kampf ums ,dasein der unbewut wirkende ,regulator ist1 welcher die ,wechselwirkung der ,vererbung und ,anpassung bei der allmhlichen ,transformation der ,spezies leitet2 er ist der groe zchtende ,gott1 welcher ohne ,absicht neue ,formen ebenso durch natrliche ,auslese bewirkt1 wie der zchtende ,mensch neue ,formen mit ,absicht durch knstliche ,auslese hervorbringt4 ,damit wurde das groe philosophische ,rtsel gelst3 ,wie knnen zweckmige ,einrichtungen rein mechanisch entstehen1 ohne zweckttige ,ursachen8 ,neuerdings hat sich daraus das ,prinzip der teleologischen ,mechanik zu immer grerer ,geltung entwickelt und hat auch die feinsten und verborgensten ,einrichtungen der organischen ,wesen uns durch die funktionelle ,selbstgestaltung der zweckmigen ,struktur mechanisch erklrt4 ,damit ist aber der transzendente ,zweckbegriff unserer teleologischen ,schulphilosophie beseitigt1 das grte ,hindernis einer vernnftigen und einheitlichen ,naturauffassung4 ,neovitalismus4 ,in neuerer ,zeit ist das alte ,gespenst der mystischen ,lebenskraft1 das grndlich gettet schien1 wieder aufgelebt2 verschiedene ,biologen haben versucht1 dasselbe unter neuem ,namen zur ,geltung zu bringen4 ,die konsequenteste ,darstellung desselben hat der ,kieler ,botaniker ,johannes ,reinke in zwei ,bchern gegeben3 ,die ,welt als ,tat 7#ahii7 und ,einleitung in die theoretische ,biologie 7#aija74 ,er nennt sie ,umrisse einer ,weltansicht auf naturwissenschaftlicher ,grundlage2 tatschlich ist aber diese ,grundlage der christliche ,kirchenglaube4 ,indem er von den ,offenbarungen der ,bibel ausgeht und ,moses als hchste wissenschaftliche ,autoritt betrachtet1 verteidigt er zugleich den ,wunderglauben und den ,theismus1 die ,mosaische ,schpfungsgeschichte und die ,konstanz der ,arten2 er nennt die ,lebenskrfte1 im ,gegensatze zu den physikalischen ,krften1 ,richtkrfte1 ,oberkrfte oder ,dominanten4 ,reinke wendet vergeblich alle ,mittel auf1 um die herrschenden ,glaubenslehren der christlichen ,kirche mit den direkt widersprechenden ,erfahrungsstzen der ,entwickelungslehre in ,einklang zu bringen4 ,diesen ,widerspruch wird auch der neue sogenannte ,keplerbund nicht lsen1 den er #aijh zur ,bekmpfung und ,vernichtung des #aije gegrndeten ,monistenbundes ins ,leben gerufen hat4 ,das ,widersinnige und ,unhaltbare dieses ,neovitalismus 7der in den mystischen ,kreisen der ,spiritisten und ,okkultisten1 ,theosophen und ,metaphysiker viel ,anklang findet71 habe ich im #b4 und #c4 ,kapitel meiner ,lebenswunder eingehend nachgewiesen4 ,unzweckmigkeitslehre 7,dysteleologie74 ,unter diesem ,begriffe habe ich schon im ,jahre #ahff die ,wissenschaft von den beraus interessanten und wichtigen biologischen ,tatsachen begrndet1 welche in handgreiflichster ,weise die hergebrachte teleologische ,auffassung von der zweckmigen ,einrichtung der lebendigen ,naturkrper direkt widerlegen4 ,diese ,wissenschaft von den rudimentren1 abortiven1 verkmmerten1 fehlgeschlagenen1 atrophischen oder kataplastischen ,individuen sttzt sich auf eine unermeliche ,flle der merkwrdigsten ,erscheinungen1 welche zwar den ,zoologen und ,botanikern lngst bekannt waren1 aber erst durch ,darwin urschlich erklrt und in ihrer hohen philosophischen ,bedeutung vollstndig gewrdigt worden sind4 ,alle hheren ,tiere und ,pflanzen1 berhaupt alle diejenigen ,organismen1 deren ,krper nicht ganz einfach gebaut1 sondern aus mehreren1 zweckmig zusammenwirkenden ,organen zusammengesetzt ist1 lassen bei aufmerksamer ,untersuchung eine ,anzahl von nutzlosen oder unwirksamen1 ja zum ,teil sogar gefhrlichen und schdlichen ,einrichtungen erkennen4 ,in den ,blten der meisten ,pflanzen finden sich neben den wirksamen ,geschlechtsblttern1 welche die ,fortpflanzung vermitteln1 einzelne nutzlose ,blattorgane ohne ,bedeutung 7verkmmerte oder fehlgeschlagene ,staubfden1 ,fruchtbltter1 ,kronen-1 ,kelchbltter usw474 ,in den beiden groen und formenreichen ,klassen der fliegenden ,tiere1 ,vgel und ,insekten1 gibt es neben den gewhnlichen1 ihre ,flgel tglich gebrauchenden ,arten eine ,anzahl von ,formen1 deren ,flgel verkmmert sind1 und die nicht fliegen knnen4 ,fast in allen ,klassen der hheren ,tiere1 die ihre ,augen zum ,sehen gebrauchen1 existieren einzelne ,arten1 welche im ,dunkeln leben und nicht sehen2 trotzdem besitzen auch diese meistens noch ,augen2 nur sind sie verkmmert1 zum ,sehen nicht mehr tauglich4 ,an unserem eigenen menschlichen ,krper besitzen wir solche nutzlose ,rudimente in den ,muskeln unseres ,ohres1 in der ,nickhaut unseres ,auges1 in der ,brustwarze und ,milchdrse des ,mannes und in anderen ,krperteilen2 ja der gefrchtete ,wurmfortsatz unseres ,blinddarmes ist nicht nur unntz1 sondern sogar gefhrlich1 und alljhrlich geht eine ,anzahl ,menschen durch seine ,entzndung zugrunde4 ,die ,erklrung dieser und vieler anderer zweckloser ,einrichtungen im ,krperbau der ,tiere und ,pflanzen vermag weder der alte noch der neue ,vitalismus zu geben2 dagegen finden wir sie sehr einfach durch die ,deszendenztheorie4 ,sie zeigt1 da diese rudimentren ,organe verkmmert sind1 und zwar durch ,nichtgebrauch4 ,ebenso1 wie die ,muskeln1 die ,nerven1 die ,sinnesorgane durch bung und hufigeren ,gebrauch gestrkt werden1 ebenso erleiden sie umgekehrt durch ,unttigkeit und unterlassenen ,gebrauch mehr oder weniger ,rckbildung4 ,aber obgleich so durch bung und ,anpassung die hhere ,entwickelung der ,organe gefrdert wird1 so verschwinden sie doch keineswegs sofort spurlos durch ,nichtbung2 vielmehr werden sie durch die ,macht der ,vererbung noch whrend vieler ,generationen erhalten und verschwinden erst allmhlich nach lngerer ,zeit4 ,der blinde ,kampf ums ,dasein zwischen den ,organen bedingt ebenso ihren historischen ,untergang1 wie er ursprnglich ihre ,entstehung und ,ausbildung verursachte4 ,ein immanenter ,zweck spielt dabei berhaupt keine ,rolle4 ,unvollkommenheit der ,natur4 ,wie das ,menschenleben so bleibt auch das ,tier- und ,pflanzenleben immer und berall unvollkommen4 ,diese ,tatsache ergibt sich einfach aus der ,erkenntnis1 da die ganze ,natur in einem bestndigen ,flusse der ,entwickelung1 der ,vernderung und ,umbildung begriffen ist4 ,diese ,entwickelung erscheint uns im groen und ganzen -- wenigstens soweit wir die ,stammesgeschichte der organischen ,natur auf unserem ,planeten bersehen knnen -- als eine fortschreitende ,umbildung1 als ein historischer ,fortschritt vom ,einfachen zum ,zusammengesetzten1 vom ,niederen zum ,hheren1 vom ,unvollkommenen zum ,vollkommneren4 ,ich habe schon in der ,generellen ,morphologie 7#ahff7 den ,nachweis gefhrt1 da dieser historische ,fortschritt -- oder die allmhliche ,vervollkommnung -- die notwendige ,wirkung der ,selektion ist1 nicht aber die ,folge eines vorbedachten ,zweckes4 ,das ergibt sich auch daraus1 da kein ,organismus ganz vollkommen ist2 selbst wenn er in einem gegebenen ,augenblicke den ,umstnden vollkommen angepat wre1 wrde dieser ,zustand nicht lange dauern2 denn die ,existenzbedingungen der ,auenwelt sind selbst einem bestndigen ,wechsel unterworfen und bedingen damit eine ununterbrochene ,anpassung der ,organismen4 ,sittliche ,weltordnung4 ,in der ,philosophie der ,geschichte1 in den allgemeinen ,betrachtungen1 welche die ,geschichtschreiber ber die ,schicksale der ,vlker und ber den verschlungenen ,gang der ,staatenentwickelung anstellen1 herrscht noch heute die ,annahme einer sittlichen ,weltordnung4 ,die ,historiker suchen in dem bunten ,wechsel der ,vlkergeschicke einen leitenden ,zweck1 eine ideale ,absicht1 welche diese oder jene ,rasse1 diesen oder jenen ,staat zu besonderem ,gedeihen auserlesen und zur ,herrschaft ber die anderen bestimmt hat4 ,diese teleologische und dualistische ,geschichtsbetrachtung ist neuerdings um so schrfer in prinzipiellen ,gegensatz zu unserer monistischen ,weltanschauung getreten1 je sicherer sich diese letztere im gesamten ,gebiete der anorganischen ,natur als die allem berechtigte herausgestellt hat4 ,in der gesamten ,astronomie und ,geologie1 in dem weiten ,gebiete der ,physik und ,chemie spricht heute niemand mehr von einer sittlichen ,weltordnung1 ebensowenig als von einem persnlichen ,gotte1 dessen ,hand mit ,weisheit und ,verstand alle ,dinge geordnet hat4 ,dieser ist aber auch in dem gesamten ,gebiete der ,biologie nicht zu finden1 in der ganzen ,verfassung und ,geschichte der organischen ,natur4 ,darwin hat uns in seiner ,selektionstheorie nicht nur gezeigt1 wie die zweckmigen ,einrichtungen im ,leben und im ,krperbau der ,tiere und ,pflanzen ohne vorbedachten ,zweck mechanisch entstanden sind1 sondern er hat uns auch in seinem ,kampf ums ,dasein die gewaltige ,naturmacht erkennen gelehrt1 welche den ganzen ,entwickelungsgang der organischen ,welt seit vielen ,jahrmillionen ununterbrochen beherrscht und regelt4 ,man knnte freilich sagen3 ,der ,kampf ums ,dasein ist das berleben des ,passendsten oder der ,sieg des ,besten2 das kann man aber nur1 wenn man das ,strkere stets als das beste 7in moralischem ,sinne67 betrachtet2 und berdies zeigt uns die ganze ,geschichte der organischen ,welt1 da neben dem berwiegenden ,fortschritt zum ,vollkommenen jederzeit auch einzelne ,rckschritte zu niederen ,zustnden vorkommen4 ,verhlt es sich nun in der ,vlkergeschichte1 die der ,mensch in seinem anthropozentrischen ,grenwahn die ,weltgeschichte zu nennen liebt1 etwa anders8 ,ist da berall und jederzeit ein hchstes moralisches ,prinzip oder ein weiser ,weltregent zu entdecken1 der die ,geschicke der ,vlker leitet8 ,die unbefangene ,antwort kann heute1 bei dem vorgeschrittenen ,zustande unserer ,naturgeschichte und ,vlkergeschichte1 nur lauten3 ,nein6 ,die ,geschicke der ,zweige des ,menschengeschlechts1 die als ,rassen und ,nationen seit ,jahrtausenden um ihre ,existenz und ihre ,fortbildung gerungen haben1 unterliegen genau denselben ewigen1 ehernen1 groen ,gesetzen wie die ,geschichte der ganzen organischen ,welt1 die seit vielen ,jahrmillionen die ,erde bevlkert4 ,die ,geologen unterscheiden in der organischen ,erdgeschichte1 soweit sie uns durch die ,denkmler der ,versteinerungskunde bekannt ist1 drei groe ,perioden3 das primre1 sekundre und tertire ,zeitalter4 ,ihre ,zeitdauer ist schwer abzuschtzen1 betrgt aber 7zusammengenommen7 jedenfalls mehr als hundert ,millionen ,jahre4 ,die ,geschichte des ,wirbeltierstammes1 aus dem unser eigenes ,geschlecht entsprossen ist1 liegt innerhalb dieses langen ,zeitraumes klar vor unseren ,augen2 drei verschiedene ,entwickelungsstufen der ,vertebraten waren in jenen drei groen ,perioden nacheinander entwickelt2 in der primren ,periode die ,fische1 in der sekundren die ,reptilien1 in der tertiren die ,sugetiere4 ,von diesen drei ,hauptgruppen der ,wirbeltiere nehmen die ,fische den niedersten1 die ,reptilien einen mittleren1 die ,sugetiere den hchsten ,rang der ,vollkommenheit ein4 ,bei tieferem ,eingehen in die ,geschichte der drei ,klassen finden wir1 da auch die einzelnen ,ordnungen und ,familien derselben innerhalb der drei ,zeitrume sich fortschreitend zu hherer ,vollkommenheit entwickelten4 ,kann man nun diesen fortschreitenden ,entwickelungsgang als ,ausflu einer bewuten zweckmigen ,zielstrebigkeit oder einer sittlichen ,weltordnung bezeichnen8 ,durchaus nicht6 ,denn die ,selektionstheorie lehrt uns1 da der organische ,fortschritt1 ebenso wie die organische ,differenzierung1 eine notwendige ,folge des ,kampfes ums ,dasein ist4 ,tausende von bewunderungswrdigen ,arten des ,tier- und ,pflanzenreiches sind im ,laufe jener hundert ,millionen ,jahre zugrunde gegangen1 weil sie anderen1 strkeren1 ,platz machen muten1 und diese ,sieger im ,kampfe ums ,dasein waren nicht immer die edleren oder im moralischen ,sinne vollkommneren ,formen4 ,genau dasselbe gilt von der ,vlkergeschichte4 ,die bewunderungswrdige ,kultur des klassischen ,altertums ist zugrunde gegangen1 weil das ,christentum dem ringenden ,menschengeiste damals durch den ,glauben an einen liebenden ,gott und die ,hoffnung auf ein besseres jenseitiges ,leben einen gewaltigen neuen ,aufschwung verlieh4 ,der ,papismus wurde zwar bald zur schamlosen ,karikatur des reinen ,christentums und zertrat schonungslos die ,schtze der ,erkenntnis1 welche die hellenische ,philosophie schon erworben hatte2 aber er gewann die ,weltherrschaft durch die ,unwissenheit der blindglubigen ,massen4 ,erst die ,renaissance zerri die ,ketten dieser ,geistesknechtschaft und verhalf wieder den ,ansprchen der ,vernunft zu ihrem ,rechte4 ,aber auch in dieser neuen1 wie in jenen frheren ,perioden der ,kulturgeschichte1 wogt ewig der groe ,kampf ums ,dasein hin und her1 ohne jede moralische ,ordnung4 ,vorsehung4 ,so wenig bei unbefangener und kritischer ,betrachtung eine moralische ,weltordnung im ,gange der ,vlkergeschichte nachzuweisen ist1 ebensowenig knnen wir eine weise ,vorsehung im ,schicksal der einzelnen ,menschen anerkennen4 ,dieses wie jener wird mit eiserner ,notwendigkeit durch die mechanische ,kausalitt bestimmt1 welche jede ,erscheinung aus einer oder mehreren vorhergehenden ,ursachen ableitet4 ,schon die alten ,hellenen erkannten als hchstes ,weltprinzip das blinde ,fatum 7die ,anangke71 das ,gtter und ,menschen beherrscht4 ,an ihre ,stelle trat im ,christentum die bewute ,vorsehung eines ,gottes1 welcher nicht blind1 sondern sehend ist1 und welcher die ,weltregierung als patriarchalischer ,herrscher fhrt4 ,der anthropomorphe ,charakter dieser ,vorstellung liegt auf der ,hand4 ,der ,glaube an einen liebenden ,vater1 der die ,geschicke von #aejj ,millionen ,menschen auf unserem ,planeten unablssig lenkt und dabei die millionenfach sich kreuzenden ,gebete und frommen ,wnsche derselben jederzeit bercksichtigt1 ist vollkommen unhaltbar3 das ergibt sich sofort1 wenn die ,vernunft beim ,nachdenken darber die farbige ,brille des ,glaubens ablegt4 ,bei dem ungeheuren ,aufschwung des ,verkehrs im #ai4 ,jahrhundert hat notwendig die ,zahl der ,verbrechen und ,unglcksflle in einem frher nicht geahnten ,mae zugenommen2 das erfahren wir tagtglich durch die ,zeitungen4 ,in jedem ,jahre gehen ,tausende von ,menschen zugrunde durch ,schiffbrche1 ,tausende durch ,eisenbahnunglcke1 ,tausende durch ,bergwerkskatastrophen usw4 ,viele ,tausende tten sich alle ,jahre gegenseitig im ,kriege1 und die ,zurstung fr diesen ,massenmord nimmt bei den hchstentwickelten1 die christliche ,liebe bekennenden ,kulturnationen den weitaus grten ,teil des ,nationalvermgens in ,anspruch4 ,und unter jenen ,hunderttausenden1 die alljhrlich als ,opfer der modernen ,zivilisation fallen1 befinden sich berwiegend tchtige1 tatkrftige1 arbeitsame ,menschen4 ,dabei redet man noch von sittlicher ,weltordnung6 ,es soll durchaus nicht bestritten werden1 da der heute noch herrschende und in den ,schulen gelehrte ,glaube an eine sittliche ,weltordnung -- ebenso wie an eine liebevolle ,vorsehung -- einen hohen ,idealwert besitzt4 ,er trstet die ,leidenden1 strkt die ,schwachen1 erhebt im ,unglck2 er befriedigt unser zweifelndes ,gemt und versetzt uns in eine ,idealwelt des ,jenseits1 in welcher die ,mngel des irdischen ,daseins im ,diesseits berwunden sind4 ,so lange der ,mensch kindlich und unerfahren genug bleibt1 mag er sich mit diesen ,gebilden der ,dichtung begngen4 ,allein das fortgeschrittene ,kulturleben der ,gegenwart reit ihn gewaltsam aus jener schnen ,idealwelt heraus und stellt ihn vor ,aufgaben1 zu deren ,lsung ihn nur die vernnftige ,erkenntnis der ,wirklichkeit befhigt4 ,unzweifelhaft wird die frhzeitige ,anpassung an diese ,realwelt1 zweckmig in den ,unterricht eingefhrt und auf die moderne ,entwickelungslehre gesttzt1 den hher gebildeten ,menschen der ,zukunft nicht allein vernnftiger und vorurteilsfreier1 sondern auch besser und glcklicher machen4 ,ziel1 ,zweck und ,zufall4 ,wenn uns unbefangene ,prfung der ,weltentwickelung lehrt1 da dabei weder ein bestimmtes ,ziel noch ein besonderer ,zweck 7im ,sinne der menschlichen ,vernunft67 nachzuweisen ist1 so scheint nichts brig zu bleiben1 als alles dem blinden ,zufall zu berlassen4 ,dieser ,vorwurf ist in der ,tat ebenso dem ,transformismus von ,lamarck und ,darwin1 wie frher der ,kosmogenie von ,kant und ,laplace entgegengehalten worden2 viele dualistische ,philosophen legen gerade hierauf besonderes ,gewicht4 ,es verlohnt sich daher wohl der ,mhe1 hier noch einen flchtigen ,blick darauf zu werfen4 ,die eine ,gruppe der ,philosophen behauptet nach ihrer teleologischen ,auffassung3 die ganze ,welt ist ein geordneter ,kosmos1 in dem alle ,erscheinungen ,ziel und ,zweck haben2 es gibt keinen ,zufall6 ,die andere ,gruppe dagegen meint gem ihrer mechanistischen ,auffassung3 ,die ,entwickelung der ganzen ,welt ist ein einheitlich mechanischer ,proze1 in dem wir nirgends ,ziel und ,zweck entdecken knnen2 was wir im organischen ,leben so nennen1 ist eine besondere ,folge der biologischen ,verhltnisse2 weder in der ,entwickelung der ,weltkrper1 noch in derjenigen unserer organischen ,erdrinde ist ein leitender ,zweck nachzuweisen2 hier ist alles ,zufall6 ,beide ,parteien haben recht1 je nach der ,definition des ,zufalls4 ,das allgemeine ,kausalgesetz1 in ,verbindung mit dem ,substanzgesetz1 berzeugt uns1 da jede ,erscheinung ihre mechanische ,ursache hat2 in diesem ,sinne gibt es keinen ,zufall4 ,wohl aber knnen und mssen wir diesen unentbehrlichen ,begriff beibehalten1 um damit das ,zusammentreffen von zwei ,erscheinungen zu bezeichnen1 die nicht unter sich kausal verknpft sind1 von denen aber natrlich jede ihre ,ursache hat1 unabhngig von der anderen4 ,wie jedermann wei1 spielt der ,zufall in diesem monistischen ,sinne die grte ,rolle im ,leben des ,menschen wie in demjenigen aller anderen ,naturkrper4 ,die wichtigsten ,entscheidungen im bunten ,wechsel unserer persnlichen ,schicksale werden oft durch zufllige ,begegnung mit anderen ,personen bestimmt4 ,das hindert aber nicht1 da wir in jedem einzelnen ,zufall wie in der ,entwickelung des ,weltganzen die universale ,herrschaft des umfassendsten ,naturgesetzes anerkennen1 des ,substanzgesetzes4 ,fnfzehntes ,kapitel4 ,gott und ,welt4 ,monistische ,studien ber ,theismus und ,pantheismus4 ,der anthropistische ,monotheismus der drei groen ,mediterran-,religionen4 ,extramundaner und intramundaner ,gott4 ,als letzten und hchsten ,urgrund aller ,erscheinungen betrachtet die ,menschheit seit ,jahrtausenden eine bewirkende ,ursache unter dem ,begriffe ,gott 7,deus1 ,theos74 ,wie alle anderen allgemeinen ,begriffe1 so ist auch dieser hchste ,grundbegriff im ,laufe der ,vernunftentwickelung den bedeutendsten ,umbildungen und den mannigfaltigsten ,abartungen unterworfen gewesen4 ,ja man kann sagen1 da kein anderer ,begriff so sehr umgestaltet und abgendert worden ist2 denn kein anderer berhrt in gleich hohem ,mae sowohl die hchsten ,aufgaben des erkennenden ,verstandes und der vernnftigen ,wissenschaft als auch zugleich die tiefsten ,interessen des glubigen ,gemtes und der dichtenden ,phantasie4 ,eine vergleichende ,kritik der zahlreichen verschiedenen ,hauptformen der ,gottesvorstellung ist zwar hchst interessant und lehrreich1 wrde uns hier aber viel zu weit fhren2 wir mssen uns damit begngen1 nur auf die wichtigsten ,gestaltungen der ,gottesidee und auf ihre ,beziehung zu unserer heutigen1 durch die reine ,naturerkenntnis bedingten ,weltanschauung einen flchtigen ,blick zu werfen4 ,wenn wir von allen feineren ,abtnungen und bunten ,gewandungen des ,gottesbildes absehen1 knnen wir fglich -- mit ,beschrnkung auf den tiefsten ,inhalt desselben -- alle verschiedenen ,vorstellungen darber in zwei entgegengesetzte ,hauptgruppen ordnen1 in die theistische und die pantheistische ,gruppe4 ,die letztere ist eng verknpft mit der monistischen oder rationellen1 die erstere mit der dualistischen oder mystischen ,weltanschauung4 ,i4 ,theismus3 ,gott und ,welt sind zwei verschiedene ,wesen4 ,gott steht der ,welt gegenber als deren ,schpfer1 ,erhalter und ,regierer4 ,dabei wird ,gott stets mehr oder weniger menschenhnlich gedacht1 als ein ,organismus1 welcher dem ,menschen hnlich 7wenn auch in hchst vollkommener ,form7 denkt und handelt4 ,dieser anthropomorphe ,gott1 den die verschiedenen ,naturvlker offenbar unabhngig voneinander mehrmals erdacht haben1 unterliegt in ihrer ,phantasie bereits den mannigfaltigsten ,abstufungen1 vom ,fetischismus aufwrts bis zu den geluterten monotheistischen ,religionen der ,gegenwart4 ,als wichtigste ,unterarten der theistischen ,begriffsbildung unterscheiden wir ,polytheismus1 ,triplotheismus1 ,amphitheismus und ,monotheismus4 ,polytheismus 7,vielgtterei74 ,die ,welt ist von vielen verschiedenen ,gttern bevlkert1 welche mehr oder weniger selbstndig in deren ,getriebe eingreifen4 ,der ,fetischismus findet dergleichen untergeordnete ,gtter in den verschiedensten leblosen ,naturkrpern1 in den ,steinen1 im ,wasser1 in der ,luft1 in menschlichen ,kunstprodukten einfachster ,art4 ,der ,dmonismus erblickt ,gtter in lebendigen ,organismen1 in ,bumen1 ,tieren und ,menschen4 ,diese ,vielgtterei nimmt schon in den niedersten ,religionsformen der rohen ,naturvlker sehr mannigfaltige ,formen an4 ,sie erscheint auf der hchsten ,stufe gelutert im hellenischen ,polytheismus1 in jenen herrlichen ,gttersagen des alten ,griechenlands1 welche noch heute unserer modernen ,kunst die schnsten ,vorbilder fr ,poesie und ,bildnerei liefern4 ,auf viel tieferer ,stufe steht der katholische ,polytheismus1 in dem zahlreiche ,heilige als untergeordnete ,gottheiten angebetet und um gtige ,vermittelung beim obersten ,gott oder bei der ,jungfrau ,maria ersucht werden4 ,triplotheismus 7,dreigtterei1 ,trinittslehre74 ,die ,lehre von der ,dreieinigkeit ,gottes1 welche heute noch im ,glaubensbekenntnis der christlichen ,kulturvlker die grundlegenden drei ,glaubensartikel bildet1 gipfelt bekanntlich in der ,vorstellung1 da der ,eine ,gott des ,christentums eigentlich in ,wahrheit aus drei ,personen von verschiedenem ,wesen sich zusammensetzt3 ,i4 ,gott der ,vater ist der allmchtige ,schpfer ,himmels und der ,erde 7dieser unhaltbare ,mythus ist durch die wissenschaftliche ,kosmogenie1 ,astronomie und ,geologie lngst widerlegt74 ,,ii4 ,jesus ,christus ist der eingeborene ,sohn ,gottes des ,vaters 7und zugleich der dritten ,person1 des ,heiligen ,geistes6671 erzeugt durch unbefleckte ,empfngnis der ,jungfrau ,maria4 ,,iii4 ,der ,heilige ,geist1 ein mystisches ,wesen1 ber dessen unbegreifliches ,verhltnis zum ,sohne und zum ,vater sich viele christliche ,theologen seit #aijj ,jahren den ,kopf ganz umsonst zerbrochen haben4 ,die ,evangelien1 die doch die einzigen lauteren ,quellen dieses christlichen ,triplotheismus sind1 lassen uns ber die eigentlichen ,beziehungen dieser drei ,personen zu einander vllig im ,dunkeln und geben auf die ,frage nach ihrer rtselhaften ,einheit keine irgendwie befriedigende ,antwort4 ,dagegen mssen wir besonders darauf hinweisen1 welche ,verwirrung diese unklare und mystische ,trinittslehre in den ,kpfen unserer ,kinder schon beim ersten ,schulunterricht notwendig anrichten mu4 ,montag morgens in der ersten ,unterrichtsstunde 7,religion7 lernen sie3 ,dreimal eins ist eins6 -- und gleich darauf in der zweiten ,stunde 7,rechnen73 ,dreimal eins ist drei6 ,ich erinnere mich selbst sehr wohl noch der ,bedenken1 welche dieser auffllige ,widerspruch in mir selbst beim ersten ,unterricht erregte4 -- brigens ist die ,dreieinigkeit im ,christentum keineswegs originell1 sondern gleich den meisten anderen ,lehren desselben aus lteren ,religionen bernommen4 ,aus dem ,sonnendienste der chaldischen ,magier entwickelt sich die ,trinitt der ,ilu1 der geheimnisvollen ,urquelle der ,welt2 ihre drei ,offenbarungen waren ,anu1 das ursprngliche ,chaos1 ,bel1 der ,ordner der ,welt1 und ,ao1 das himmlische ,licht1 die alles erleuchtende ,weisheit4 -- ,in der ,brahmanenreligion wird die ,trimurti als ,gotteseinheit ebenfalls aus drei ,personen zusammengesetzt1 aus ,brahma 7dem ,schpfer71 ,wischnu 7dem ,erhalter7 und ,schiwa 7dem ,zerstrer74 ,amphitheismus 7,zweigtterei74 ,die ,welt wird von zwei verschiedenen ,gttern regiert1 einem guten und einem bsen ,wesen1 ,gott und ,teufel4 ,beide ,weltregenten befinden sich in einem bestndigen ,kampfe1 wie ,kaiser und ,gegenkaiser1 ,papst und ,gegenpapst4 ,das ,ergebnis dieses ,kampfes ist jederzeit der gegenwrtige ,zustand der ,welt4 ,der liebe ,gott1 als das gute ,wesen1 ist der ,urquell des ,guten und ,schnen1 der ,lust und ,freude4 ,die ,welt wrde vollkommen sein1 wenn sein ,wirken nicht bestndig durchkreuzt wrde von dem bsen ,wesen1 dem ,teufel2 dieser schlimme ,satanas ist die ,ursache alles ,bsen und ,hlichen1 der ,unlust und des ,schmerzes4 ,dieser ,amphitheismus ist unter allen verschiedenen ,formen des ,gtterglaubens insofern der vernnftigste1 als sich seine ,theorie am ersten mit einer wissenschaftlichen ,welterklrung vertrgt4 ,wir finden ihn daher schon mehrere ,jahrtausende vor ,christus bei verschiedenen ,kulturvlkern des ,altertums ausgebildet4 ,im alten ,indien kmpft ,wischnu1 der ,erhalter1 mit ,schiwa1 dem ,zerstrer4 ,im alten gypten steht dem guten ,osiris der bse ,typhon gegenber4 ,in der ,zendreligion der alten ,perser1 von ,zoroaster #bjjj ,jahre vor ,christus gegrndet1 herrscht bestndiger ,kampf zwischen ,ormudz1 dem guten ,gott des ,lichtes1 und ,ahriman1 dem bsen ,gott der ,finsternis4 ,keine geringere ,rolle spielt der ,teufel als ,gegner des guten ,gottes in der ,mythologie des ,christentums als der ,versucher und ,verfhrer1 der ,frst der ,hlle und ,herr der ,finsternis4 ,als persnlicher ,satanas war er auch noch im ,anfange des #ai4 ,jahrhunderts ein wesentliches ,element im ,glauben der meisten ,christen2 erst gegen die ,mitte desselben wurde er mit zunehmender ,aufklrung allmhlich abgesetzt1 oder er mute sich mit jener ,rolle begngen1 welche ihm ,goethe in der grten aller dramatischen ,dichtungen1 im ,faust1 als ,mephistopheles zuteilt4 ,gegenwrtig gilt in den besseren gebildeten ,kreisen der ,glaube an den persnlichen ,teufel als ein berwundener ,aberglaube des ,mittelalters1 whrend gleichzeitig der ,glaube an ,gott 7d4 h4 den persnlichen1 guten und lieben ,gott7 als ein unentbehrlicher ,bestandteil der ,religion festgehalten wird4 ,und doch ist der erstere ,glaube ebenso voll berechtigt 7vielmehr ebenso haltlos67 wie der letztere6 ,jedenfalls erklrt sich die vielbeklagte ,unvollkommenheit des ,erdenlebens viel einfacher und natrlicher durch diesen ,kampf des guten und bsen ,gottes als durch irgend welche andere ,form des ,gottesglaubens4 ,monotheismus 7,eingtterei74 ,die ,lehre von der ,einheit ,gottes kann in vieler ,beziehung als die einfachste und natrlichste ,form der ,gottesverehrung gelten4 ,nach der allgemeinen ,meinung ist sie die weitest verbreitete ,grundlage der ,religion und beherrscht namentlich den ,kirchenglauben der ,kulturvlker4 ,tatschlich ist dies jedoch nicht der ,fall2 denn der angebliche ,monotheismus erweist sich bei nherer ,betrachtung meistens als eine der vorher angefhrten ,formen des ,theismus1 indem neben dem obersten ,hauptgotte noch einer oder mehrere ,nebengtter angebetet werden4 ,auch sind die meisten ,religionen1 welche einen rein monotheistischen ,ausgangspunkt haben1 im ,laufe der ,zeit mehr oder minder polytheistisch geworden4 ,allerdings behauptet die moderne ,statistik1 da unter den #aejj ,millionen ,menschen1 welche unsere ,erde bevlkern1 die groe ,mehrzahl ,monotheisten seien2 angeblich sollen davon ungefhr #fjj ,millionen ,brahma-,buddhisten sein1 #ejj ,millionen 7sogenannte67 ,christen1 #bjj ,millionen ,heiden 7verschiedenster ,sorte71 #ahj ,millionen ,mohammedaner1 #aj ,millionen ,israeliten und #aj ,millionen ganz religionslos4 ,allein die groe ,mehrzahl der angeblichen ,monotheisten hat ganz unklare ,gottesvorstellungen oder glaubt neben dem einen ,hauptgott auch noch an viele ,nebengtter1 als da sind3 ,engel1 ,teufel1 ,dmonen usw4 ,die verschiedenen ,formen1 in denen sich der ,monotheismus polyphyletisch entwickelt hat1 knnen wir in zwei ,hauptgruppen bringen3 naturalistische und anthropistische ,eingtterei4 ,naturalistischer ,monotheismus4 ,diese alte ,form der ,religion erblickt die ,verkrperung ,gottes in einer erhabenen1 alles beherrschenden ,naturerscheinung4 ,als solche imponierte schon vor vielen ,jahrtausenden den ,menschen vor allem die ,sonne1 die leuchtende und erwrmende ,gottheit1 von deren ,einflu sichtlich alles organische ,leben unmittelbar abhngig ist4 ,der ,sonnenkultus oder ,solarismus kann fr den modernen ,naturforscher wohl unter allen theistischen ,glaubensformen als die wrdigste erscheinen4 ,denn unsere moderne ,astrophysik und ,geogenie hat uns berzeugt1 da die ,erde ein abgelster ,teil der ,sonne ist und spter wieder in ihren ,scho zurckkehren wird4 ,die moderne ,physiologie lehrt uns1 da der erste ,urquell des organischen ,lebens auf der ,erde die ,plasmabildung ist und da diese ,synthese von einfachen anorganischen ,verbindungen1 von ,wasser1 ,kohlensure und ,ammoniak nur unter dem ,einflusse des ,sonnenlichtes erfolgt4 ,auf die primre ,entwickelung der ,pflanzen ist erst nachtrglich1 sekundr1 diejenige der ,tiere gefolgt1 die sich direkt oder indirekt von ihnen nhren2 und die ,entstehung des ,menschengeschlechtes selbst ist wiederum nur ein spterer ,vorgang in der ,stammesgeschichte des ,tierreichs4 ,auch unser gesamtes krperliches und geistiges ,menschenleben ist ebenso wie alles andere organische ,leben im letzten ,grunde auf die strahlende1 ,licht und ,wrme spendende ,sonne zurckzufhren4 ,unbefangen und vernnftig betrachtet1 erscheint daher der ,sonnenkultus als naturalistischer ,monotheismus besser begrndet als der anthropistische ,gottesdienst der ,christen und anderer ,kulturvlker1 welche ,gott in ,menschengestalt sich vorstellen4 ,tatschlich haben auch schon vor ,jahrtausenden die ,sonnenanbeter sich auf eine hhere intellektuelle und moralische ,bildungsstufe erhoben als die meisten anderen ,theisten4 ,als ich im ,november #ahha in ,bombay war1 betrachtete ich mit der grten ,teilnahme die erhebenden ,andachtsbungen der frommen ,parsi1 welche beim ,aufgang und ,untergang der ,sonne1 am ,meeresstrande stehend oder auf ausgebreitetem ,teppich kniend1 dem kommenden und scheidenden ,tagesgestirn ihre ,verehrung bezeugten 7,indische ,reisebriefe1 ,,iv4 ,aufl41 ,s4 #ef74 ,anthropistischer ,monotheismus4 ,die ,vermenschlichung ,gottes1 die ,vorstellung1 da das hchste ,wesen dem ,menschen gleich empfindet1 denkt und handelt 7wenn auch in erhabenster ,form71 spielt als anthropomorpher ,monotheismus die grte ,rolle in der ,kulturgeschichte4 ,vor allen anderen treten hier in den ,vordergrund die drei groen ,religionen der mediterranen ,menschenart1 die ltere mosaische1 die mittlere christliche und die jngere mohammedanische4 ,diese drei groen ,mittelmeer-,religionen1 alle drei an der gesegneten ,ostkste des interessantesten aller ,meere entstanden1 alle drei in hnlicher ,weise von einem phantasiereichen ,schwrmer semitischer ,rasse gestiftet1 hngen nicht nur uerlich durch diesen gemeinsamen ,ursprung innig zusammen1 sondern auch durch zahlreiche gemeinsame ,zge ihrer inneren ,glaubensvorstellungen4 ,wie das ,christentum einen groen ,teil seiner ,mythologie aus dem lteren ,judentum direkt bernommen hat1 so hat der jngere ,islam wiederum von diesen beiden ,religionen viele ,erbschaften beibehalten4 ,alle drei ,mediterran-,religionen waren ursprnglich rein monotheistisch2 alle drei sind spterhin den mannigfaltigsten polytheistischen ,umbildungen unterlegen1 je weiter sie sich zunchst an den vielteiligen ,ksten des mannigfach bevlkerten ,mittelmeers und sodann in den brigen ,erdteilen ausbreiteten4 ,der ,mosaismus4 ,der jdische ,monotheismus1 wie ihn ,moses 7#afjj vor ,chr47 begrndete1 gilt gewhnlich als diejenige ,glaubensform des ,altertums1 welche die hchste ,bedeutung fr die weitere ethische und religise ,entwickelung der ,menschheit besitzt4 ,unzweifelhaft ist ihr dieser hohe historische ,wert schon deshalb zuzugestehen1 weil die beiden anderen weltbeherrschenden ,mediterran-,religionen aus ihr hervorgegangen sind2 ,christus steht ebenso auf den ,schultern von ,moses1 wie spter ,mohammed auf den ,schultern von beiden4 ,ebenso ruht das ,neue ,testament1 welches in der kurzen ,zeitspanne von #aijj ,jahren das ,glaubens-,fundament der hchstentwickelten ,kulturvlker gebildet hat1 auf der ,basis des ,alten ,testaments4 ,beide zusammengenommen haben als ,bibel einen ,einflu und eine ,verbreitung gewonnen wie kein anderes ,buch in der ,welt4 ,wenn wir aber diese merkwrdige ,geschichtsquelle unbefangen und vorurteilslos prfen1 so stellen sich viele wichtige ,beziehungen ganz anders dar1 als gelehrt wird4 ,auch hier hat die tiefer eindringende moderne ,kritik und ,kulturgeschichte wichtige ,aufschlsse geliefert1 welche die geltende ,tradition in ihren ,fundamenten erschttern4 ,der ,monotheismus1 wie ihn ,moses im ,jehovahdienste zu begrnden suchte1 und wie ihn spter mit groem ,erfolge die ,propheten ausbildeten1 hatte ursprnglich harte und lange ,kmpfe mit dem herrschenden lteren ,polytheismus zu bestehen4 ,ursprnglich war ,jehovah oder ,japheh aus jenem ,himmelsgotte abgeleitet1 der als ,moloch oder ,baal eine der meistverehrten orientalischen ,gottheiten war4 ,die vielbesprochenen ,forschungen der modernen ,assyriologen ber ,bibel und ,babel 7,delitzsch u4 a47 haben gelehrt1 da der monotheistische ,japhehglaube schon lange vor ,moses in ,babylon heimisch war4 ,daneben aber blieben andere ,gtter vielfach in hohem ,ansehen1 und der ,kampf mit der ,abgtterei bestand im jdischen ,volke immer fort4 ,trotzdem blieb im ,prinzipe ,jehovah der alleinige ,gott1 der im ersten der zehn ,gebote ,mosis ausdrcklich sagt3 ,ich bin der ,herr dein ,gott1 du sollst nicht andere ,gtter haben neben mir4 ,das ,christentum4 ,der christliche ,monotheismus teilte das ,schicksal seiner ,mutter1 des ,mosaismus1 und blieb wahre ,eingtterei meistens nur theoretisch im ,prinzip1 whrend er praktisch in die mannigfaltigsten ,formen des ,polytheismus sich verwandelte4 ,eigentlich war ja schon in der ,trinittslehre selbst1 die doch als ein unentbehrliches ,fundament der christlichen ,religion gilt1 der ,monotheismus logischerweise aufgegeben4 ,die drei ,personen1 die als ,vater1 ,sohn und ,heiliger ,geist unterschieden werden1 sind und bleiben ebenso drei verschiedene ,individuen 7und zwar anthropomorphe ,personen67 wie die drei indischen ,gottheiten der ,trimurti 7,brahma1 ,wischnu1 ,schiwa74 ,dazu kommt noch1 da in den weiterverbreiteten ,abarten des ,christianismus als vierte ,gottheit die ,jungfrau ,maria1 als unbefleckte ,mutter ,christi1 eine groe ,rolle spielt2 in weiten katholischen ,kreisen gilt sie sogar als viel wichtiger und einflureicher als die drei mnnlichen ,personen der ,himmelsregierung4 ,der ,madonnenkultus hat hier tatschlich eine solche ,bedeutung gewonnen1 da man ihn als einen weiblichen ,monotheismus der gewhnlichen mnnlichen ,form der ,eingtterei gegenberstellen kann4 ,die hehre ,himmelsknigin erscheint hier so sehr im ,vordergrund aller ,vorstellungen 7wie es auch unzhlige ,madonnenbilder und ,sagen bezeugen71 da die drei mnnlichen ,personen dagegen ganz zurcktreten4 ,nun hat sich aber auerdem schon frhzeitig in der ,phantasie der glubigen ,christen eine zahlreiche ,gesellschaft von ,heiligen aller ,art zu dieser obersten ,himmelsregierung gesellt1 und musikalische ,engel sorgen dafr1 da es im ewigen ,leben an ,konzertgenssen nicht fehlt4 ,die rmischen ,ppste -- die grten ,charlatans1 die jemals eine ,religion hervorgebracht hat6 -- sind bestndig beflissen1 durch neue ,heiligsprechungen die ,zahl dieser anthropomorphen ,himmelstrabanten zu vermehren4 ,den reichsten und interessantesten ,zuwachs hat aber diese seltsame ,paradiesgesellschaft am #ac4 ,juli #ahgj dadurch bekommen1 da das vatikanische ,konzil die ,ppste als ,stellvertreter ,christi fr unfehlbar erklrt und sie damit selbst zum ,range von ,gttern erhoben hat4 ,nimmt man dazu noch den von ihnen anerkannten persnlichen ,teufel und die bsen ,engel1 welche seinen ,hofstaat bilden1 so gewhrt uns der ,papismus1 die heute noch meistverbreitete ,form des modernen ,christentums1 ein so buntes ,bild des reichsten anthropistischen ,polytheismus1 da der hellenische ,olymp im ,vergleiche dazu klein und drftig erscheint4 ,der ,islam 7oder der mohammedanische ,monotheismus7 ist die jngste ,form der ,eingtterei4 ,als der junge ,mohammed 7geb4 #egj7 frhzeitig den polytheistischen ,gtzendienst seiner arabischen ,stammesgenossen verachten und das ,christentum der ,nestorianer kennen lernte1 eignete er sich zwar ihre ,grundlehren im allgemeinen an2 er konnte sich aber nicht entschlieen1 in ,christus etwas anderes zu erblicken als einen ,propheten1 gleich ,moses4 ,im ,dogma der ,dreieinigkeit fand er das1 was bei unbefangenem ,nachdenken jeder vorurteilsfreie ,mensch darin finden mu1 einen widersinnigen ,glaubenssatz1 der weder mit den ,grundstzen unserer ,vernunft vereinbar noch fr unsere religise ,erhebung von irgend welchem ,werte ist4 ,die ,anbetung der unbefleckten ,jungfrau ,maria als der ,mutter ,gottes betrachtete er ebenso als eitle ,gtzendienerei wie die ,verehrung von ,bildern und ,bildsulen4 ,je lnger er darber nachdachte1 und je mehr er nach einer reineren ,gottesvorstellung hinstrebte1 desto klarer wurde ihm die ,gewiheit seines ,hauptsatzes3 ,gott ist der alleinige ,gott2 es gibt keine anderen ,gtter neben ihm4 ,allerdings konnte auch ,mohammed sich von dem ,anthropomorphismus der ,gottesvorstellung nicht frei machen4 ,auch sein alleiniger ,gott blieb ein idealisierter1 allmchtiger ,mensch1 ebenso wie der strenge1 strafende ,gott des ,moses1 ebenso wie der milde1 liebende ,gott des ,christus4 ,aber trotzdem kann man der mohammedanischen ,religion den ,vorzug lassen1 da sie auch im ,verlaufe ihrer historischen ,entwickelung und unvermeidlichen ,abartung den ursprnglichen reinen ,charakter strenger bewahrte als die mosaische und die christliche ,religion4 ,das zeigt sich auch heute noch uerlich in den ,gebetsformen und ,predigtweisen ihres ,kultus1 wie in der ,architektur und ,ausschmckung ihrer ,gotteshuser4 ,als ich #ahgc zum ersten ,male den ,orient besuchte und die herrlichen ,moscheen in ,kairo und ,smyrna1 in ,brussa und ,konstantinopel bewunderte1 erfllten mich mit wahrer ,andacht die einfache und geschmackvolle ,dekoration des ,innern1 der erhabene und zugleich prchtige architektonische ,schmuck des uern4 ,wie edel und erhaben erscheinen diese ,moscheen im ,vergleiche zu der ,mehrzahl der katholischen ,kirchen1 welche innen mit bunten ,bildern und goldenem ,flitterkram berladen1 auen durch bermige ,flle von ,menschen- und ,tierfiguren verunstaltet sind6 ,nicht minder schn erscheinen die stillen ,gebete und die einfachen ,andachtsbungen des ,koran im ,vergleiche mit dem lauten1 unverstandenen ,wortgeplapper der katholischen ,messen und der lrmenden ,musik ihrer theatralischen ,prozessionen4 ,mixotheismus 7,mischgtterei74 ,unter diesem ,begriffe kann man fglich alle diejenigen ,formen des ,gtterglaubens zusammenfassen1 welche ,mischungen von religisen ,vorstellungen verschiedener und zum ,teil direkt widersprechender ,art enthalten4 ,theoretisch ist diese weitestverbreitete ,religionsform bisher nirgends anerkannt4 ,praktisch aber ist sie die wichtigste und merkwrdigste von allen4 ,denn die groe ,mehrzahl der ,menschen1 die sich berhaupt religise ,vorstellungen bildeten1 waren von jeher und sind noch heute ,mixotheisten2 ihre ,gottesvorstellung ist bunt gemischt aus den frhzeitig in der ,kindheit eingeprgten ,glaubensstzen ihrer speziellen ,konfession und aus vielen verschiedenen ,eindrcken1 welche spter bei der ,berhrung mit anderen ,glaubensformen empfangen werden1 und welche die ersteren modifizieren4 ,bei vielen ,gebildeten kommen dazu noch der umgestaltende ,einflu philosophischer ,studien im reiferen ,alter und vor allem die unbefangene ,beschftigung mit den ,erscheinungen der ,natur1 welche die ,nichtigkeit der theistischen ,glaubensbilder dartun4 ,der ,kampf dieser widersprechenden ,vorstellungen1 welcher fr feiner empfindende ,gemter uerst schmerzlich ist und oft das ganze ,leben hindurch unentschieden bleibt1 offenbart klar die ungeheure ,macht der ,vererbung alter ,glaubensstze einerseits und der frhzeitigen ,anpassung an irrtmliche ,lehren andererseits4 ,die besondere ,konfession1 in welche das ,kind von frhester ,jugend an durch die ,eltern eingezwngt wurde1 bleibt meistens in der ,hauptsache magebend1 falls nicht spter durch den strkeren ,einflu eines anderen ,glaubensbekenntnisses eine ,konversion eintritt4 ,aber auch bei diesem bertritt von einer ,glaubensform zur anderen ist oft der neue ,name1 ebenso wie der alte aufgegebene1 nur eine uere ,etikette1 unter welcher bei nherer ,untersuchung die allerverschiedensten berzeugungen und ,irrtmer sich bunt gemischt verstecken4 ,die groe ,mehrzahl der sogenannten ,christen sind nicht ,monotheisten 7wie sie glauben71 sondern ,amphitheisten1 ,triplotheisten oder ,polytheisten4 ,dasselbe gilt aber auch von den ,bekennern des ,islam und des ,mosaismus1 wie von anderen monotheistischen ,religionen4 berall gesellen sich zu der ursprnglichen ,vorstellung des alleinigen oder dreieinigen ,gottes spter erworbene ,glaubensbilder von untergeordneten ,gottheiten3 ,engeln1 ,teufeln1 ,heiligen und anderen ,dmonen1 eine bunte ,mischung der verschiedensten theistischen ,gestalten4 ,wesen des ,theismus4 ,alle hier angefhrten ,formen des ,theismus im eigentlichen ,sinne haben gemeinsam die ,vorstellung ,gottes als des ,auerweltlichen oder bernatrlichen4 ,immer steht ,gott als selbstndiges ,wesen der ,welt oder der ,natur gegenber1 meistens als ,schpfer1 ,erhalter und ,regierer der ,welt4 ,in den allermeisten ,religionen kommt dazu noch der ,charakter des ,persnlichen und bestimmter noch die ,vorstellung1 da ,gott als ,person dem ,menschen hnlich ist4 ,in seinen ,gttern malet sich der ,mensch4 ,dieser ,anthropomorphismus ,gottes1 die ,vorstellung eines ,wesens1 welches gleich dem ,menschen denkt1 empfindet und handelt1 ist bei der groen ,mehrzahl der ,gottesglubigen magebend1 bald in mehr roher und naiver1 bald in mehr feiner und abstrakter ,form4 ,allerdings wird die fortgeschrittenste ,form der ,theosophie behaupten1 da ,gott als hchstes ,wesen von absoluter ,vollkommenheit und daher gnzlich von dem unvollkommenen ,wesen des ,menschen verschieden sei4 ,allein bei genauerer ,untersuchung bleibt immer das ,gemeinsame beider ihre ,seelen-oder ,geistesttigkeit4 ,der persnliche ,anthropismus ,gottes ist bei der groen ,mehrzahl der ,glubigen zu einer so gelufigen ,vorstellung geworden1 da sie keinen ,ansto an der menschlichen ,personifikation ,gottes in ,bildern und ,statuen nehmen1 und an den mannigfaltigen ,dichtungen der ,phantasie1 in welchen ,gott menschliche ,gestalt annimmt4 ,in vielen ,mythen erscheint die ,person ,gottes auch in ,gestalt anderer ,sugetiere 7,affen1 ,lwen1 ,stiere usw471 seltener in ,gestalt von ,vgeln 7,adler1 ,tauben1 ,schwne7 oder in ,form von anderen ,wirbeltieren 7,schlangen1 ,krokodile1 ,drachen74 ,in den hheren und abstrakteren ,religionsformen wird diese krperliche ,erscheinung aufgegeben und ,gott nur als reiner ,geist ohne ,krper verehrt4 ,gott ist ein ,geist1 und wer ihn anbetet1 soll ihn im ,geist und in der ,wahrheit anbeten4 ,trotzdem bleibt aber die ,seelenttigkeit dieses reinen ,geistes ganz dieselbe wie diejenige der anthropomorphen ,gottesperson4 ,in ,wirklichkeit wird auch dieser immaterielle ,geist nicht unkrperlich1 sondern unsichtbar gedacht1 gasfrmig4 ,,ii4 ,pantheismus 7,all-,eins-,lehre73 ,gott und ,welt sind ein einziges ,wesen4 ,der ,begriff ,gottes fllt mit demjenigen der ,natur oder der ,substanz zusammen4 ,diese pantheistische ,weltanschauung steht im ,prinzip smtlichen angefhrten und allen sonst noch mglichen ,formen des ,theismus schroff gegenber1 wenngleich man durch ,entgegenkommen von beiden ,seiten die tiefe ,kluft zwischen beiden zu berbrcken1 sich vielfach bemht hat4 ,immer bleibt zwischen beiden der fundamentale ,gegensatz bestehen1 da im ,theismus ,gott als auerweltliches oder extramundanes ,wesen der ,natur schaffend und erhaltend gegenbersteht und von auen auf sie einwirkt1 whrend im ,pantheismus ,gott als innerweltliches oder intramundanes ,wesen allenthalben die ,natur selbst ist und als denkende ,substanz1 als ,kraft oder ,energie ttig ist4 ,diese letztere ,ansicht allein ist vereinbar mit dem ,substanzgesetze4 ,daher ist notwendigerweise der ,pantheismus die ,weltanschauung unserer modernen ,naturwissenschaft4 ,da der ,pantheismus erst aus der geluterten ,naturbetrachtung des denkenden ,kulturmenschen hervorgehen konnte1 ist er begreiflicherweise viel jnger als der ,theismus1 dessen roheste ,formen sicher schon vor mehr als zehntausend ,jahren bei den primitiven ,naturvlkern in mannigfaltigen ,variationen ausgebildet wurden4 ,wenn auch in den ersten ,anfngen der ,philosophie bei den ltesten ,kulturvlkern 7in ,indien und gypten1 in ,china und ,japan7 schon mehrere ,jahrtausende vor ,christus ,keime des ,pantheismus in verschiedenen ,religionsformen eingestreut sich finden1 so tritt doch eine bestimmte philosophische ,fassung desselben erst in dem ,hylozoismus der ionischen ,naturphilosophen auf1 in der ersten ,hlfte des #f4 ,jahrhunderts vor ,chr4 ,alle groen ,denker dieser ,blteperiode des hellenischen ,geistes berragt der gewaltige ,anaximander von ,milet1 der die prinzipielle ,einheit des unendlichen ,weltganzen tief und klar erfate4 ,nicht nur den groen ,gedanken der ursprnglichen ,einheit des ,kosmos1 der ,entwickelung aller ,erscheinungen aus der alles durchdringenden ,urmaterie1 hatte ,anaximander bereits ausgesprochen1 sondern auch die khne ,vorstellung von zahllosen1 in periodischem ,wechsel entstehenden und vergehenden ,weltbildungen4 ,auch viele von den folgenden groen ,philosophen des klassischen ,altertums1 vor allen ,demokritos1 ,heraklitos und ,empedokles1 hatten in gleichem oder hnlichem ,sinne tief eindringend bereits jene ,einheit von ,natur und ,gott1 von ,krper und ,geist erfat1 welche im ,substanzgesetze unseres heutigen ,monismus den bestimmtesten ,ausdruck gewonnen hat4 ,der groe rmische ,dichter und ,naturphilosoph ,lucretius ,carus hat ihn in seinem berhmten ,lehrgedichte ,de rerum natura in hochpoetischer ,form dargestellt4 ,allein dieser naturwahre pantheistische ,monismus wurde bald ganz zurckgedrngt durch den mystischen ,dualismus von ,plato und besonders durch den gewaltigen ,einflu1 den seine idealistische ,philosophie durch die ,verschmelzung mit den christlichen ,glaubenslehren gewann4 ,als sodann deren mchtigster ,anwalt1 der rmische ,papst1 die geistige ,weltherrschaft gewann1 wurde der ,pantheismus gewaltsam unterdrckt2 ,giordano ,bruno1 sein geistvollster ,vertreter1 wurde am #ag4 ,februar #afjj auf dem ,campo ,fiori in ,rom von dem ,stellvertreter ,gottes lebendig verbrannt4 ,erst in der zweiten ,hlfte des #ag4 ,jahrhunderts wurde durch den groen ,baruch ,spinoza das ,system des ,pantheismus in reinster ,form ausgebildet2 er stellte fr die ,gesamtheit der ,dinge den reinen ,substanzbegriff auf1 in welchem ,gott und ,welt untrennbar vereinigt sind4 ,wir mssen die ,klarheit1 ,sicherheit und ,folgerichtigkeit des monistischen ,systems von ,spinoza heute um so mehr bewundern1 als diesem gewaltigen ,denker vor #bej ,jahren noch alle die sicheren empirischen ,fundamente fehlten1 die wir erst in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts gewonnen haben4 ,das ,verhltnis von ,spinoza zum spteren ,materialismus im #ah4 und zu unserem heutigen ,monismus im #ai4 ,jahrhundert haben wir bereits im ersten ,kapitel besprochen4 ,zur weiteren ,verbreitung desselben1 besonders im deutschen ,geistesleben1 haben vor allem die unsterblichen ,werke unseres grten ,dichters und ,denkers beigetragen1 ,wolfgang ,goethe4 ,seine herrlichen ,dichtungen ,gott und ,welt1 ,prometheus1 ,faust usw4 hllen die ,grundgedanken des ,pantheismus in die vollkommenste und schnste dichterische ,form4 ,die ,beziehungen unseres heutigen ,monismus zu den frheren philosophischen ,systemen1 sowie die wichtigsten ,grundzge von deren historischer ,entwickelung1 sind in dem ,grundri der ,geschichte der ,philosophie von ,friedrich berweg eingehend dargestellt 7#aj4 ,auflage1 bearbeitet von ,max ,heinze1 ,berlin #aijf74 ,eine vortreffliche klare bersicht derselben -- gewissermaen eine ,stammesgeschichte der ,weltrtsel und der ,versuche zu ihrer ,lsung -- hat ,fritz ,schultze 7,dresden7 in seinem ,stammbaum der ,philosophie gegeben2 ein ,tabellarisch-,schematischer ,grundri der ,geschichte der ,philosophie von den ,griechen bis zur ,gegenwart 7,leipzig1 #b4 ,auflage1 #ahii74 ,atheismus 7,die entgtterte ,weltanschauung74 ,es gibt keinen ,gott und keine ,gtter1 falls man unter diesem ,begriff persnliche1 auerhalb der ,natur stehende ,wesen versteht4 ,diese gottlose ,weltanschauung fllt im wesentlichen mit dem ,monismus oder ,pantheismus unserer modernen ,naturwissenschaft zusammen2 sie gibt nur einen anderen ,ausdruck dafr1 indem sie eine negative ,seite desselben hervorhebt1 die ,nichtexistenz einer auerweltlichen und bernatrlichen ,gottheit4 ,in diesem ,sinne sagt ,schopenhauer ganz richtig3 ,pantheismus ist nur ein hflicher ,atheismus4 ,die ,wahrheit des ,pantheismus besteht in der ,aufhebung des dualistischen ,gegensatzes zwischen ,gott und ,welt1 in der ,erkenntnis1 da die ,welt aus ihrer inneren ,kraft und durch sich selbst da ist4 ,der ,satz des ,pantheismus3 ',gott und die ,welt ist eins' ist blo eine hfliche ,wendung1 dem ,herrgott den ,abschied zu geben4 ,whrend des ganzen ,mittelalters1 unter der blutigen ,tyrannei des ,papismus1 wurde der ,atheismus als die entsetzlichste ,form der ,weltanschauung mit ,feuer und ,schwert verfolgt4 ,da der ,gottlose im ,evangelium mit dem ,bsen schlechtweg identifiziert und ihm im ewigen ,leben die ,hllenstrafe der ewigen ,verdammnis angedroht wird1 ist es begreiflich1 da jeder gute ,christ selbst den entfernten ,verdacht des ,atheismus ngstlich mied4 ,leider besteht auch heute noch diese ,auffassung in weiten ,kreisen fort4 ,dem atheistischen ,naturforscher1 der seine ,kraft und sein ,leben der ,erforschung der ,wahrheit widmet1 traut man von vornherein alles ,bse zu2 der theistische ,kirchgnger dagegen1 der die leeren ,zeremonien des papistischen ,kultus gedankenlos mitmacht1 gilt schon deswegen als guter ,staatsbrger1 auch wenn er sich bei seinem ,glauben gar nichts denkt und nebenher der verwerflichsten ,moral huldigt4 ,dieser ,irrtum wird sich erst klren1 wenn im #bj4 ,jahrhundert der herrschende ,aberglaube mehr der vernnftigen ,naturerkenntnis weicht und der monistischen berzeugung der ,einheit von ,gott und ,welt4 ,sechzehntes ,kapitel4 ,wissen und ,glauben4 ,monistische ,studien ber ,erkenntnis der ,wahrheit4 ,sinnesttigkeit und ,vernunftttigkeit4 ,glauben und ,aberglauben ,erfahrung und ,offenbarung4 ,alle ,arbeit wahrer ,wissenschaft geht auf ,erkenntnis der ,wahrheit4 ,unser echtes und wertvolles ,wissen ist realer ,natur und besteht aus ,vorstellungen1 welche wirklich existierenden ,dingen entsprechen4 ,wir sind zwar unfhig1 das innerste ,wesen dieser realen ,welt -- das ,ding an sich -- zu erkennen2 aber unbefangene und kritische ,beobachtung und ,vergleichung berzeugt uns1 da bei normaler ,beschaffenheit des ,gehirns und der ,sinnesorgane die ,eindrcke der ,auenwelt auf diese bei allen vernnftigen ,menschen dieselben sind1 und da bei normaler ,funktion der ,denkorgane bestimmte1 berall gleiche ,vorstellungen gebildet werden2 diese nennen wir wahr und sind dabei berzeugt1 da ihr ,inhalt dem erkennbaren ,teile der ,dinge entspricht4 ,wir wissen1 da diese ,tatsachen nicht eingebildet1 sondern wirklich sind4 ,erkenntnisquellen4 ,alle ,erkenntnis der ,wahrheit beruht auf zwei verschiedenen1 aber innig zusammenhngenden ,gruppen von physiologischen ,funktionen des ,menschen2 erstens auf der ,empfindung der ,objekte mittels der ,sinnesttigkeit1 und zweitens auf der ,verbindung der so gewonnenen ,eindrcke durch ,assozion zur ,vorstellung im ,subjekt4 ,die ,werkzeuge der ,empfindung sind die ,sinnesorgane2 die ,werkzeuge1 welche die ,vorstellungen bilden und verknpfen1 sind die ,denkorgane4 ,diese letzteren sind ,teile des zentralen1 die ersteren ,teile des peripheren ,nervensystems1 jenes wichtigsten und hchstentwickelten ,organsystems der hheren ,tiere1 dessen ,funktion einzig und allein die gesamte ,seelenttigkeit ist4 ,sinnesorgane 7,sensilla74 ,die ,sinnesttigkeit des ,menschen1 welche der erste ,ausgangspunkt aller ,erkenntnis ist1 hat sich langsam und allmhlich aus derjenigen der nchstverwandten ,sugetiere1 der ,primaten1 entwickelt4 ,die ,organe derselben sind in dieser hchstentwickelten ,tierklasse berall von wesentlich gleichem ,bau1 und ihre ,funktion erfolgt berall nach denselben physikalischen und chemischen ,gesetzen4 ,sie haben sich allenthalben in derselben historischen ,weise entwickelt4 ,wie bei allen anderen ,tieren1 so sind auch bei den ,sugetieren alle ,sensillen ursprnglich ,teile der ,hautdecke1 und die empfindlichen ,zellen der ,oberhaut sind die ,ureltern aller der verschiedenen ,sinnesorgane1 welche durch ,anpassung an verschiedene ,reize 7,licht1 ,wrme1 ,schall1 chemische ,reize7 ihre spezifische ,energie erlangt haben4 ,sowohl die ,stbchenzellen der ,retina in unserem ,auge und die ,hrzellen in der ,schnecke unseres ,ohres1 als auch die ,riechzellen in der ,nase und die ,schmeckzellen auf unserer ,zunge stammen ursprnglich von jenen einfachen indifferenten ,zellen der ,oberhaut ab1 welche die ganze ,oberflche unseres ,krpers berziehen4 ,diese bedeutungsvolle ,tatsache wird durch die unmittelbare ,beobachtung am ,embryo des ,menschen ebenso wie aller anderen ,tiere direkt bewiesen4 ,aus dieser ontogenetischen ,tatsache folgt aber nach dem ,biogenetischen ,grundgesetz mit ,sicherheit der phylogenetische ,schlu1 da auch in der langen ,stammesgeschichte unserer ,vorfahren die hheren ,sinnesorgane mit ihren speziellen ,energien ursprnglich aus der ,oberhaut niederer ,tiere entstanden sind1 aus einer einfachen ,zellenschicht1 die noch keine solchen gesonderten ,sensillen enthielt4 ,spezifische ,energie der ,sensillen4 ,von grter ,bedeutung fr die menschliche ,erkenntnis ist die ,tatsache1 da verschiedene ,nerven unseres ,krpers imstande sind1 ganz verschiedene ,qualitten der ,auenwelt und nur diese wahrzunehmen4 ,der ,sehnerv des ,auges vermittelt nur ,lichtempfindung1 der ,hrnerv des ,ohres nur ,schallempfindung1 der ,riechnerv der ,nase nur ,geruchsempfindung usw4 ,gleichviel1 welche ,reize das einzelne ,sinneswerkzeug treffen und erregen1 ihre ,reaktion behlt dieselbe ,qualitt4 ,aus dieser spezifischen ,energie der ,sinnesnerven1 welche von ,johannes ,mller zuerst in ihrer weitreichenden ,bedeutung gewrdigt wurde1 sind sehr irrtmliche ,schlsse gezogen worden1 besonders zugunsten einer dualistischen und apriorischen ,erkenntnistheorie4 ,man behauptete1 da das ,gehirn oder die ,seele nur einen gewissen ,zustand des erregten ,nerven wahrnehme1 und da daraus nichts auf die ,existenz und ,beschaffenheit der erregenden ,auenwelt geschlossen werden knne4 ,die skeptische ,philosophie zog daraus den ,schlu1 da diese letztere selbst zweifelhaft sei1 und der extreme ,idealismus bezweifelte nicht nur diese ,realitt1 sondern er negierte sie einfach2 er behauptete1 da die ,welt nur in unserer ,vorstellung existiere4 ,diesen ,irrtmern gegenber mssen wir daran erinnern1 da die spezifische ,energie ursprnglich nicht eine anerschaffene besondere ,qualitt einzelner ,nerven1 sondern durch ,anpassung an die besondere ,ttigkeit der ,oberhautzellen entstanden ist1 in welchen sie enden4 ,nach den groen ,gesetzen der ,arbeitsteilung nahmen die ursprnglich indifferenten ,hautsinneszellen verschiedene ,aufgaben in ,angriff1 indem die einen den ,reiz der ,lichtstrahlen1 die anderen den ,eindruck der ,schallwellen1 eine dritte ,gruppe die chemische ,einwirkung riechender ,substanzen usw4 aufnahmen4 ,im ,laufe langer ,zeitrume bewirkten diese ueren ,sinnesreize eine allmhliche ,vernderung der physiologischen und weiterhin auch der morphologischen ,eigenschaften dieser ,oberhautstellen1 und damit zugleich vernderten sich die sensiblen ,nerven1 welche die von ihnen aufgenommenen ,eindrcke zum ,gehirn leiteten4 ,die ,selektion verbesserte ,schritt fr ,schritt die besonderen ,umbildungen derselben1 welche sich als ntzlich erwiesen2 sie schuf so zuletzt im ,laufe vieler ,jahrmillionen jene bewunderungswrdigen ,instrumente1 welche als ,auge und ,ohr unsere teuersten ,gter darstellen4 ,ihre ,einrichtung ist so wunderbar zweckmig1 da sie uns zu der irrtmlichen ,annahme einer ,schpfung nach vorbedachtem ,bauplan fhren knnte4 ,die besondere ,eigentmlichkeit jedes ,sinnesorganes und seiner spezifischen ,nerven hat sich aber erst durch ,gewohnheit und bung -- d4 h4 durch ,anpassung -- allmhlich entwickelt und ist dann durch ,vererbung von ,generation zu ,generation bertragen worden4 ,grenzen der ,sinneswahrnehmung4 ,die kritische ,vergleichung der ,sinnesttigkeit beim ,menschen und bei den brigen ,wirbeltieren ergibt eine ,anzahl beraus wichtiger ,tatsachen4 ,ganz besonders gilt dies von den beiden hchstentwickelten1 den sthetischen ,sinneswerkzeugen1 ,auge und ,ohr4 ,sie zeigen im ,stamme der ,wirbeltiere einen anderen und verwinkelteren ,bau als bei den brigen ,tieren und entwickeln sich auch im ,embryo derselben auf eigentmliche ,weise4 ,diese typische ,ontogenese und ,struktur der ,sensillen bei smtlichen ,wirbeltieren erklrt sich durch ,vererbung von einer gemeinsamen ,stammform4 ,innerhalb des ,stammes aber zeigt sich eine groe ,mannigfaltigkeit der ,ausbildung im einzelnen1 und diese ist bedingt durch die ,anpassung an die ,lebensweise der einzelnen ,arten1 durch den gesteigerten oder geminderten ,gebrauch der einzelnen ,teile4 ,der ,mensch erscheint nun in bezug auf die ,ausbildung seiner ,sinne keineswegs als das vollkommenste und hchstentwickelte ,wirbeltier4 ,das ,auge der ,vgel ist viel schrfer und unterscheidet kleine ,gegenstnde auf weite ,entfernung viel deutlicher als das menschliche ,auge4 ,das ,gehr vieler ,sugetiere1 besonders der in ,wsten lebenden ,raubtiere1 ,huftiere1 ,nagetiere usw41 ist viel empfindlicher als das menschliche und nimmt leise ,gerusche auf viel weitere ,entfernungen wahr2 darauf weist schon ihre groe und sehr bewegliche ,ohrmuschel hin4 ,die ,singvgel offenbaren selbst in bezug auf musikalische ,begabung eine hhere ,entwickelungsstufe als viele ,menschen4 ,der ,geruchssinn ist bei den meisten ,sugetieren1 namentlich ,raubtieren und ,huftieren1 viel mehr ausgebildet als beim ,menschen2 wenn der ,hund seine eigene feine ,sprnase mit der des ,menschen vergleichen knnte1 wrde er mitleidig auf letztere herabsehen4 ,auch in bezug auf die niederen ,sinne1 den ,geschmackssinn1 den ,geschlechtssinn1 den ,tastsinn und den ,temperatursinn1 behauptet der ,mensch keineswegs in jeder ,beziehung die hchste ,entwickelungsstufe4 ,wir selbst knnen natrlich nur ber diejenigen ,sinnesempfindungen urteilen1 die wir selbst besitzen4 ,nun weist uns aber die ,anatomie im ,krper vieler ,tiere noch andere als unsere bekannten ,sinnesorgane nach4 ,so besitzen die ,fische und andere niedere1 im ,wasser lebende ,wirbeltiere eigentmliche ,sensillen in der ,haut1 welche mit besonderen ,sinnesorganen in ,verbindung stehen4 ,in den ,seiten des ,fischkrpers verluft rechts und links ein langer ,kanal1 der vorn am ,kopfe in mehrere verzweigte ,kanle bergeht4 ,in diesen ,schleimkanlen liegen ,nerven mit zahlreichen sten1 deren ,enden mit eigentmlichen ,nervenhgeln verbunden sind4 ,wahrscheinlich dient dieses ausgedehnte ,hautsinnesorgan zur ,wahrnehmung von ,unterschieden im ,wasserdruck oder in chemischen ,eigenschaften des ,wassers4 ,einige ,gruppen sind noch durch den ,besitz anderer eigentmlicher ,sensillen ausgezeichnet1 deren ,bedeutung uns unbekannt ist4 ,schon aus diesen ,tatsachen ergibt sich1 da unsere menschliche ,sinnesttigkeit beschrnkt ist1 und zwar sowohl in quantitativer als in qualitativer ,hinsicht4 ,wir knnen also mit unseren ,sinnen1 vor allem dem ,auge und dem ,tastsinn1 immer nur einen ,teil der ,eigenschaften erkennen1 welche die ,objekte der ,auenwelt besitzen4 ,aber auch diese partielle ,wahrnehmung ist unvollstndig1 insofern unsere ,sinneswerkzeuge unvollkommen sind und die ,sinnesnerven als ,dolmetscher dem ,gehirn nur die bersetzung der empfangenen ,eindrcke mitteilen4 ,diese anerkannte ,unvollkommenheit unserer ,sinnesttigkeit darf uns aber nicht hindern1 in ihren ,werkzeugen1 und vor allem im ,auge1 die edelsten ,organe zu erblicken2 im ,vereine mit den ,denkorganen des ,gehirns sind sie das wertvollste ,geschenk der ,natur fr den ,menschen4 ,in voller ,wahrheit sagt ,albrecht ,rau 7a4 a4 ,o473 ,alle ,wissenschaft ist in letzter ,linie ,sinneserkenntnis2 die ,data der ,sinne werden darin nicht negiert1 sondern interpretiert4 ,die ,sinne sind unsere ersten und besten ,freunde2 lange bevor sich der ,verstand entwickelt1 sagen die ,sinne dem ,menschen1 was er tun und lassen soll4 ,wer die ,sinnlichkeit berhaupt verneint1 um ihren ,gefahren zu entgehen1 der handelt ebenso unbesonnen und tricht als der1 welcher seine ,augen ausreit1 weil sie einmal auch schndliche ,dinge sehen knnten2 oder der1 welcher seine ,hand abhaut1 weil er frchtet1 sie knnte einmal auch nach fremdem ,gute langen4 ,mit vollem ,rechte nennt deshalb ,feuerbach alle ,philosophen1 alle ,religionen1 alle ,institute1 die dem ,prinzipe der ,sinnlichkeit widersprechen1 nicht nur irrtmliche1 sondern sogar grundverderbliche4 ,ohne ,sinne keine ,erkenntnis6 ,nihil est in intellectu1 quod non fuerit in sensu6 7,locke47 ,hypothese und ,glaube4 ,der ,erkenntnistrieb des hochentwickelten ,kulturmenschen begngt sich nicht mit jener lckenhaften ,kenntnis der ,auenwelt1 welche er durch seine unvollkommenen ,sinnesorgane gewinnt4 ,er bemht sich vielmehr1 die sinnlichen ,eindrcke1 welche er durch dieselben gewonnen hat1 in ,erkenntniswerte umzusetzen2 er verwandelt sie in den ,sinnesherden der ,grohirnrinde in spezifische ,sinnesempfindungen und verbindet diese durch ,assozion in deren ,denkherden zu ,vorstellungen2 durch weitere ,verkettung der ,vorstellungsgruppen gelangt er endlich zu zusammenhngendem ,wissen4 ,aber dieses ,wissen bleibt immer lckenhaft und unbefriedigend1 wenn nicht die ,phantasie die ungengende ,kombinationskraft des erkennenden ,verstandes ergnzt und durch ,assozion von ,gedchtnisbildern entfernt liegende ,erkenntnisse zu einem zusammenhngenden ,ganzen verknpft4 ,dabei entstehen neue allgemeine ,vorstellungsgebilde1 welche erst die wahrgenommenen ,tatsachen erklren und das ,kausalittsbedrfnis der ,vernunft befriedigen4 ,die ,vorstellungen1 welche die ,lcken des ,wissens ausfllen oder an dessen ,stelle treten1 kann man im weiteren ,sinne als ,glauben bezeichnen4 ,so geschieht es fortwhrend im alltglichen ,leben4 ,wenn wir irgend eine ,tatsache nicht sicher wissen1 so sagen wir3 ,ich glaube sie4 ,in diesem ,sinne sind wir auch in der ,wissenschaft selbst zum ,glauben gezwungen2 wir vermuten oder nehmen an1 da ein bestimmtes ,verhltnis zwischen zwei ,erscheinungen besteht1 obwohl wir es nicht sicher kennen4 ,wir bilden eine ,hypothese4 ,indessen drfen in der ,wissenschaft nur solche ,hypothesen zugelassen werden1 die innerhalb des menschlichen ,erkenntnisvermgens liegen1 und die nicht bekannten ,tatsachen widersprechen4 ,solche ,hypothesen sind z4 ,b4 in der ,physik die ,lehre von ,schwingungen des thers1 in der ,chemie die ,annahme der ,atome und deren ,wahlverwandtschaft1 in der ,biologie die ,lehre von der ,molekularstruktur des lebendigen ,plasmas usw4 ,theorie und ,glaube4 ,die ,erklrung einer greren ,reihe von zusammenhngenden ,erscheinungen durch ,annahme einer gemeinsamen ,ursache nennen wir ,theorie4 ,auch bei der ,theorie1 wie bei der ,hypothese1 ist der ,glaube 7in wissenschaftlichem ,sinne67 unentbehrlich2 denn auch hier ergnzt die dichtende ,phantasie die ,lcke1 welche der ,verstand in der ,erkenntnis des ,zusammenhangs der ,dinge offen lt4 ,die ,theorie kann daher immer nur als eine ,annherung an die ,wahrheit betrachtet werden2 es mu zugestanden werden1 da sie spter durch eine andere1 besser begrndete ,theorie verdrngt werden kann4 ,trotz dieser eingestandenen ,unsicherheit bleibt die ,theorie fr jede wahre ,wissenschaft unentbehrlich2 denn sie erklrt erst die ,tatsachen durch ,annahme von ,ursachen4 ,wer auf die ,theorie ganz verzichten und reine ,wissenschaft blo aus sicheren ,tatsachen aufbauen will 7wie es oft von beschrnkten ,kpfen in der modernen sogenannten exakten ,naturwissenschaft geschieht71 der verzichtet damit auf die ,erkenntnis der ,ursachen berhaupt und somit auf die ,befriedigung des ,kausalittsbedrfnisses der ,vernunft4 ,die ,gravitationstheorie in der ,astronomie 7,newton71 die ,nebulartheorie in der ,kosmogenie 7,kant und ,laplace71 das ,energieprinzip in der ,physik 7,mayer und ,helmholtz71 die ,atomtheorie in der ,chemie 7,dalton71 die ,zellentheorie in der ,gewebelehre 7,schleiden und ,schwann71 die ,deszendenztheorie in der ,biologie 7,lamarck und ,darwin7 sind gewaltige ,theorien ersten ,ranges2 sie erklren eine ganze ,welt von groen ,naturerscheinungen durch ,annahme einer gemeinsamen ,ursache fr alle einzelnen ,tatsachen ihres ,gebietes und durch den ,nachweis1 da alle ,erscheinungen in demselben zusammenhngen und durch feste1 von dieser einen ,ursache ausgehende ,gesetze geregelt werden4 ,dabei kann aber diese ,ursache selbst ihrem ,wesen nach unbekannt oder nur eine provisorische ,hypothese sein4 ,die ,schwerkraft in der ,gravitationstheorie und in der ,kosmogenie1 die ,energie selbst in ihrem ,verhltnis zur ,materie1 das ,atom in der ,chemie1 das lebendige ,plasma in der ,zellenlehre1 die ,vererbung in der ,abstammungslehre -- diese und hnliche ,grundbegriffe in anderen groen ,theorien knnen von der skeptischen ,philosophie als bloe ,hypothesen1 als ,erzeugnisse des wissenschaftlichen ,glaubens betrachtet werden1 aber sie bleiben uns als solche unentbehrlich1 so lange1 bis sie durch eine bessere ,hypothese ersetzt werden4 ,glaube und ,aberglaube4 ,ganz anderer ,natur als diese ,formen des wissenschaftlichen ,glaubens sind diejenigen ,vorstellungen1 welche in den verschiedenen ,religionen zur ,erklrung der ,erscheinungen benutzt und schlechtweg als ,glaube im engeren ,sinne bezeichnet werden4 ,da aber diese beiden ,glaubensformen1 der natrliche ,glaube der ,wissenschaft und der bernatrliche ,glaube der ,religion1 nicht selten verwechselt werden und so ,verwirrung entsteht1 ist es zweckmig1 ja notwendig1 ihren prinzipiellen ,gegensatz scharf zu betonen4 ,der religise ,glaube ist stets ,wunderglaube und steht als solcher mit dem natrlichen ,glauben der ,vernunft in unvershnlichem ,widerspruch4 ,im ,gegensatz zu letzterem behauptet er bernatrliche ,vorgnge und kann somit als berglaube oder ,oberglaube bezeichnet werden1 die ursprngliche ,form des ,wortes ,aberglaube4 ,der wesentliche ,unterschied dieses ,aberglaubens von dem vernnftigen ,glauben besteht eben darin1 da er bernatrliche ,krfte und ,erscheinungen annimmt1 welche die ,wissenschaft nicht kennt und nicht zult1 welche durch irrtmliche ,wahrnehmungen und falsche ,phantasiedichtungen erzeugt sind2 der ,aberglaube widerspricht mithin den klar erkannten ,naturgesetzen und ist als solcher unvernnftig4 ,aberglaube der ,naturvlker4 ,durch die moderne ,ethnologie ist uns eine erstaunliche ,flle von mannigfaltigen ,formen und ,erzeugnissen des ,aberglaubens bekannt geworden1 wie sie noch heute unter den rohen ,naturvlkern existieren4 ,vergleicht man dieselben untereinander und mit den entsprechenden mythologischen ,vorstellungen frherer ,zeiten1 so ergibt sich eine vielfache ,analogie1 oft ein gemeinsamer ,ursprung und schlielich eine einfache ,urquelle fr alle4 ,diese finden wir in dem natrlichen ,kausalittsbedrfnisse der ,vernunft1 in dem ,suchen nach ,erklrung unbekannter ,erscheinungen durch ,auffinden ihrer ,ursachen4 ,besonders gilt das von solchen ,bewegungserscheinungen1 die ,gefahr drohen und ,furcht erregen1 wie ,blitz und ,donner1 ,erdbeben1 ,mondfinsternis usw4 ,das ,bedrfnis nach kausaler ,erklrung solcher ,naturerscheinungen besteht schon bei den ,naturvlkern der niedersten ,stufe und ist bereits von ihren ,primatenahnen durch ,vererbung bertragen4 ,es besteht ebenso bei vielen anderen ,wirbeltieren4 ,wenn ein ,hund den ,vollmond anbellt oder eine tnende ,glocke1 deren ,klppel er sich bewegen sieht1 oder eine ,fahne1 die im ,winde weht1 so uert er dabei nicht nur ,furcht1 sondern auch den dunklen ,drang nach ,erkenntnis der ,ursache dieser unbekannten ,erscheinung4 ,die rohen ,religionsanfnge der primitiven ,naturvlker haben ihre ,wurzeln teilweise in solchem erblichen ,aberglauben ihrer ,primatenahnen1 teilweise im ,ahnenkultus1 in verschiedenen ,gemtsbedrfnissen und in traditionell gewordenen ,gewohnheiten4 ,aberglaube der ,kulturvlker4 ,die religisen ,glaubensvorstellungen der modernen ,kulturvlker1 die ihnen als wertvollster geistiger ,besitz gelten1 pflegen von ihnen hoch ber den rohen ,aberglauben der ,naturvlker gestellt zu werden2 man preist den groen ,fortschritt1 welchen die aufklrende ,kultur durch ,beseitigung des letzteren herbeigefhrt habe4 ,das ist ein groer ,irrtum6 ,bei unbefangener kritischer ,prfung und ,vergleichung zeigt sich1 da beide nur durch die besondere ,gestalt des ,glaubens und durch die uere ,hlle der ,konfession voneinander verschieden sind4 ,im klaren ,lichte der ,vernunft erscheint der destillierte ,wunderglaube der freisinnigsten ,kirchenreligionen -- insofern er klar erkannten und festen ,naturgesetzen widerspricht -- genau so als unvernnftiger ,aberglaube1 wie der rohe ,gespensterglaube der primitiven ,fetischreligionen1 auf welchen jene stolz herabsehen4 ,werfen wir von diesem unbefangenen ,standpunkte einen kritischen ,blick auf die gegenwrtig noch herrschenden ,glaubensvorstellungen der heutigen ,kulturvlker1 so finden wir sie allenthalben von traditionellem ,aberglauben durchdrungen4 ,der christliche ,glaube an die ,schpfung1 die ,dreieinigkeit ,gottes1 an die unbefleckte ,empfngnis ,mari1 an die ,erlsung1 die ,auferstehung und ,himmelfahrt ,christi usw4 ist ebenso reine ,dichtung und kann ebensowenig mit der vernnftigen ,naturerkenntnis in ,einklang gebracht werden1 als die verschiedenen ,dogmen der mohammedanischen und mosaischen1 der buddhistischen und brahmanischen ,religion4 ,jede von diesen ,religionen ist fr den wahrhaft ,glubigen eine zweifellose ,wahrheit1 und jede von ihnen betrachtet jede andere ,glaubenslehre als ,ketzerei und verderblichen ,irrtum4 ,je mehr eine bestimmte ,konfession sich fr die allein seligmachende hlt -- fr die katholische --1 und je inniger diese berzeugung als heiligste ,herzenssache verteidigt wird1 desto eifriger mu sie naturgem alle anderen ,konfessionen bekmpfen1 und desto fanatischer gestalten sich die frchterlichen ,glaubenskriege1 welche die traurigsten ,bltter im ,buche der ,kulturgeschichte bilden4 ,und doch berzeugt uns die unparteiische ,kritik der reinen ,vernunft1 da alle diese verschiedenen ,glaubensformen in gleichem ,mae unwahr und unvernnftig sind1 ,produkte der dichtenden ,phantasie und der unkritischen ,tradition4 ,die vernnftige ,wissenschaft mu sie samt und sonders als ,erzeugnisse des ,aberglaubens verwerfen4 ,glaubensbekenntnis 7,konfession74 ,der unermeliche ,schaden1 welchen der unvernnftige ,aberglaube seit ,jahrtausenden in der glubigen ,menschheit angerichtet hat1 offenbart sich wohl nirgends aufflliger als in dem unaufhrlichen ,kampfe der ,glaubensbekenntnisse4 ,unter allen ,kriegen1 welche die ,vlker mit ,feuer und ,schwert gegeneinander gefhrt haben1 sind die ,religionskriege die blutigsten gewesen2 unter allen ,formen der ,zwietracht1 welche das ,glck der ,familien und der einzelnen ,personen zerstrt haben1 sind die religisen1 dem ,glaubensunterschiede entsprungenen1 noch heute die gehssigsten4 ,man denke nur an die vielen ,millionen ,menschen1 welche in den ,christenbekehrungen und -,verfolgungen1 in den ,glaubenskmpfen des ,islam und der ,reformation1 durch die ,inquisition und die ,hexenprozesse ihr ,leben verloren haben4 ,oder man denke an die noch grere ,zahl der ,unglcklichen1 welche wegen ,glaubensverschiedenheiten in ,familienzwist geraten1 ihr ,ansehen bei den glubigen ,mitbrgern und ihre ,stellung im ,staate verloren oder aus dem ,vaterlande haben auswandern mssen4 ,die verderblichste ,wirkung bt das offizielle ,glaubensbekenntnis dann1 wenn es mit den politischen ,zwecken des ,kulturstaates verknpft und als konfessioneller ,religionsunterricht in den ,schulen zwangsweise gelehrt wird4 ,die ,vernunft der ,kinder wird dadurch schon frhzeitig von der ,erkenntnis der ,wahrheit abgelenkt und dem ,aberglauben zugefhrt4 ,jeder ,menschenfreund sollte daher die konfessionslose ,schule1 als eine der wertvollsten ,institutionen des modernen ,vernunftstaates1 mit allen ,mitteln zu frdern suchen4 ,der ,glaube unserer ,vter4 ,der hohe ,wert1 welcher trotzdem noch heute in den weitesten ,kreisen dem konfessionellen ,religionsunterricht beigelegt wird1 ist nicht allein durch den ,konfessionszwang des rckstndigen ,kulturstaates und dessen ,abhngigkeit von klerikaler ,herrschaft bedingt1 sondern auch durch das ,gewicht von alten ,traditionen und von ,gemtsbedrfnissen verschiedener ,art4 ,unter diesen ist besonders wirkungsvoll die andchtige ,verehrung1 welche in weitesten ,kreisen der konfessionellen ,tradition gezollt wird1 dem heiligen ,glauben unserer ,vter4 ,in ,tausenden von ,erzhlungen und ,gedichten wird das ,festhalten an demselben als ein geistiger ,schatz und als eine heilige ,pflicht gepriesen4 ,und doch gengt unbefangenes ,nachdenken ber die ,geschichte des ,glaubens1 um uns von der vlligen ,ungereimtheit jener einflureichen ,vorstellung zu berzeugen4 ,der herrschende evangelische ,kirchenglaube in der zweiten ,hlfte des aufgeklrten #ai4 ,jahrhunderts ist wesentlich verschieden von dem in der ersten ,hlfte1 und dieser wieder von dem des #ah4 ,jahrhunderts4 ,der letztere weicht sehr ab von dem ,glauben unserer ,vter im #ag4 und noch mehr im #af4 ,jahrhundert4 ,die ,reformation1 welche die geknechtete ,vernunft von der ,tyrannei des ,papismus befreite1 wird natrlich von dieser als rgste ,ketzerei verfolgt2 aber auch der ,glaube des ,papismus selbst hatte sich im ,laufe eines ,jahrtausends vllig verndert4 ,und wie verschieden ist der ,glaube der getauften ,christen von dem ihrer heidnischen ,vter6 ,jeder selbstndig denkende ,mensch bildet sich eben seinen eigenen1 mehr oder weniger persnlichen ,glauben1 und immer ist dieser verschieden von dem seiner ,vter2 denn er ist abhngig von dem gesamten ,bildungszustande seiner ,zeit4 ,je weiter wir in der ,kulturgeschichte zurckgehen1 desto mehr erscheint uns der gepriesene ,glaube unserer ,vter als unhaltbarer ,aberglaube1 dessen ,formen sich bestndig umbilden4 ,spiritismus4 ,eine der merkwrdigsten ,formen des ,aberglaubens ist diejenige1 welche noch heutzutage in unserer modernen ,kulturwelt eine erstaunliche ,rolle spielt1 der ,spiritismus und ,okkultismus1 der moderne ,geisterglaube4 ,es ist eine ebenso befremdende wie betrbende ,tatsache1 da noch heute ,millionen gebildeter ,kulturmenschen von diesem finsteren ,aberglauben vllig beherrscht sind2 ja sogar einzelne berhmte ,naturforscher haben sich von ihm nicht losmachen knnen4 ,zahlreiche spiritistische ,zeitschriften verbreiten diesen ,gespensterglauben in weitesten ,kreisen1 und unsere feinsten ,gesellschaftskreise schmen sich nicht1 ,geister erscheinen zu lassen1 welche klopfen1 schreiben1 ,mitteilungen aus dem ,jenseits machen usw4 ,man beruft sich in den ,kreisen der ,spiritisten oft darauf1 da selbst angesehene ,naturforscher diesem ,aberglauben huldigen4 ,die bedauerliche ,tatsache1 da selbst hervorragende ,physiker und ,biologen sich dadurch haben irre fhren lassen1 erklrt sich teils aus ihrem berma an ,phantasie und ,kritikmangel1 teils aus dem mchtigen ,einflu starrer ,dogmen1 welche religise ,verziehung dem kindlichen ,gehirn in frhester ,jugend schon einprgt4 brigens ist gerade bei den berhmten spiritistischen ,vorstellungen in ,leipzig1 in welchen die ,physiker ,zllner1 ,fechner und ,wilhelm ,weber durch den schlauen ,taschenspieler ,slade irre gefhrt wurden1 dessen ,schwindel nachtrglich klar zutage gekommen2 er wurde als gemeiner ,betrger entlarvt und bestraft4 ,auch in allen anderen ,fllen1 in welchen die angeblichen ,wunder des ,spiritismus grndlich untersucht werden konnten1 hat sich als ,ursache eine grbere oder feinere ,tuschung herausgestellt2 die sogenannten ,medien 7meist weiblichen ,geschlechts7 sind teils als schlaue ,schwindler entlarvt1 teils als nervse ,personen von ungewhnlicher ,reizbarkeit erkannt worden4 ,ihre angebliche ,telepathie 7oder ,fernwirkung des ,gedankens ohne materielle ,vermittelung7 existiert ebensowenig als die ,stimmen der ,geister1 die ,seufzer der ,gespenster usw4 ,die lebhaften ,schilderungen1 welche ,carl du ,prel und andere ,spiritisten von solchen ,geistererscheinungen geben1 beruhen auf ,ttigkeit der freien ,phantasie1 verbunden mit ,mangel an ,kritik und an physiologischen ,kenntnissen4 ,offenbarung4 ,die meisten ,religionen haben trotz ihrer mannigfaltigen ,verschiedenheit einen gemeinsamen ,grundzug1 der zugleich eine ihrer mchtigsten ,sttzen in weiten ,kreisen bildet2 sie behaupten1 die ,rtsel des ,daseins1 deren ,lsung auf natrlichem ,wege durch die ,vernunft nicht mglich ist1 auf bernatrlichem ,wege durch ,offenbarung geben zu knnen2 zugleich leiten sie daraus die ,geltung der ,dogmen oder ,glaubensstze ab1 welche als gttliche ,gesetze die ,sittenlehre ordnen und die ,lebensfhrung bestimmen sollen4 ,derartige gttliche ,inspirationen bilden die ,grundlage zahlreicher ,mythen und ,legenden1 deren anthropistischer ,ursprung auf der ,hand liegt4 ,zwar erscheint der ,gott1 der sich offenbart1 oft nicht direkt in menschlicher ,gestalt1 sondern im ,donner und ,blitz1 im ,sturm und ,erdbeben1 im feurigen ,busch oder der drohenden ,wolke4 ,aber die ,offenbarung selbst1 welche er dem glubigen ,menschenkinde gibt1 wird in allen ,fllen anthropistisch gedacht1 als ,mitteilung von ,vorstellungen oder ,befehlen1 welche genau so formuliert und ausgesprochen werden1 wie es normalerweise nur durch die ,grohirnrinde und durch den ,kehlkopf des ,menschen geschieht4 ,in den indischen und gyptischen ,religionen1 in der hellenischen und rmischen ,mythologie1 im ,talmud wie im ,koran1 im ,alten wie im ,neuen ,testament -- denken1 sprechen und handeln die ,gtter ganz wie die ,menschen1 und die ,offenbarungen1 in denen sie uns die ,geheimnisse des ,daseins enthllen1 die dunkeln ,weltrtsel lsen wollen1 sind ,dichtungen der menschlichen ,phantasie4 ,die ,wahrheit1 welche der ,glubige darin findet1 ist menschliche ,erfindung1 und der kindliche ,glaube an diese unvernnftigen ,offenbarungen ist ,aberglaube4 ,die wahre ,offenbarung1 d4 h4 die wahre ,quelle vernnftiger ,erkenntnis1 ist nur in der ,natur zu finden4 ,der reiche ,schatz wahren ,wissens1 der den wertvollsten ,teil der menschlichen ,kultur darstellt1 ist einzig und allein den ,erfahrungen entsprungen1 welche der forschende ,verstand durch ,naturerkenntnis gewonnen hat1 und den ,vernunftschlssen1 welche er durch richtige ,assozion dieser empirischen ,vorstellungen gebildet hat4 ,jeder vernnftige ,mensch mit normalem ,gehirn und normalen ,sinnen schpft bei unbefangener ,betrachtung aus der ,natur diese wahre ,offenbarung und befreit sich damit von dem ,aberglauben1 welchen ihm die ,offenbarungen der ,religion aufgebrdet haben4 ,siebzehntes ,kapitel4 ,wissenschaft und ,christentum4 ,monistische ,studien ber den ,kampf zwischen der wissenschaftlichen ,erfahrung und der christlichen ,offenbarung4 ,vier ,perioden in der historischen ,metamorphose der christlichen ,religion4 ,vernunft und ,dogma4 ,zu den hervorragenden ,charakterzgen des #ai4 ,jahrhunderts gehrt die wachsende ,schrfe des ,gegensatzes zwischen ,wissenschaft und ,christentum4 ,das ist ganz natrlich und notwendig2 denn in demselben ,mae1 in welchem die siegreichen ,fortschritte der modernen ,naturerkenntnis alle wissenschaftlichen ,eroberungen frherer ,jahrhunderte berflgeln1 ist zugleich die ,unhaltbarkeit aller jener mystischen ,weltanschauungen offenbar geworden1 welche die ,vernunft unter das ,joch der sogenannten ,offenbarung beugen wollten1 und dazu gehrt auch die christliche ,religion4 ,je sicherer durch die moderne ,astronomie1 ,physik und ,chemie die ,alleinherrschaft unbeugsamer ,naturgesetze im ,universum1 durch die moderne ,botanik1 ,zoologie und ,anthropologie die ,gltigkeit derselben ,gesetze im ,gesamtbereiche der organischen ,natur nachgewiesen ist1 desto heftiger strubt sich die christliche ,religion1 im ,vereine mit der dualistischen ,metaphysik1 die ,geltung dieser ,naturgesetze im ,bereiche des sogenannten ,geisteslebens anzuerkennen1 d4 h4 in einem ,teilgebiete der ,gehirnphysiologie4 ,diesen offenkundigen und unvershnlichen ,gegensatz zwischen der modernen wissenschaftlichen und der berlebten christlichen ,weltanschauung hat niemand klarer1 mutiger und unwiderleglicher bewiesen1 als der grte ,theologe des #ai4 ,jahrhunderts1 ,david ,friedrich ,strau4 ,sein letztes ,bekenntnis3 ,der alte und der neue ,glaube #ahgb1 7#ad4 ,auflage #aijj7 ist der allgemein gltige ,ausdruck der ehrlichen berzeugung aller derjenigen ,gebildeten der ,gegenwart1 welche den unvermeidlichen ,konflikt zwischen den anerzogenen1 herrschenden ,glaubenslehren des ,christentums und den einleuchtenden1 vernunftgemen ,offenbarungen der modernen ,naturwissenschaft einsehen2 aller derjenigen1 welche den ,mut finden1 das ,recht der ,vernunft gegenber den ,ansprchen des ,aberglaubens zu wahren1 und welche das philosophische ,bedrfnis nach einer einheitlichen ,naturanschauung empfinden4 ,strau hat als ehrlicher und mutiger ,freidenker weit besser1 als ich es vermag1 die wichtigsten ,gegenstze zwischen altem und neuem ,glauben klargelegt4 ,die volle ,unvershnlichkeit zwischen beiden ,gegenstzen1 die ,unvermeidlichkeit des ,entscheidungskampfes zwischen beiden -- auf ,tod und ,leben -- hat von philosophischer ,seite namentlich ,eduard ,hartmann nachgewiesen in seiner interessanten ,schrift ber die ,selbstzersetzung des ,christentums 7#ahgd74 ,unter den zahlreichen ,werken1 die im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts die wissenschaftliche ,kritik des ,christentums1 seines ,wesens und seiner ,lehre gefrdert haben1 sind auerdem namentlich folgende hervorzuheben3 ,david ,strau1 ,das ,leben ,jesu fr das deutsche ,volk4 #ahfd 7#aa4 ,auflage1 ,bonn #ahij74 ,ludwig ,feuerbach1 ,das ,wesen des ,christentums4 #ahda 7#d4 ,aufl4 #ahhc74 ,paul de ,regla 7,p4 ,desjardin71 ,jesus von ,nazareth1 vom wissenschaftlichen1 geschichtlichen und gesellschaftlichen ,standpunkte dargestellt4 ,leipzig #ahid4 ,s4 ,e4 ,verus1 ,vergleichende bersicht der vier ,evangelien4 ,leipzig #ahig4 ,wenn man die ,werke von ,strau und ,feuerbach1 sowie die ,geschichte der ,konflikte zwischen ,religion und ,wissenschaft von ,john ,william ,draper 7#ahge7 gelesen hat1 knnte es berflssig erscheinen1 diesem ,gegenstande hier ein besonderes ,kapitel zu widmen4 ,trotzdem wird es ntzlich und notwendig sein1 hier einen kritischen ,blick auf den historischen ,verlauf dieses groen ,kampfes zu werfen1 und zwar deshalb1 weil die ,angriffe der streitenden ,kirche auf die ,wissenschaft im allgemeinen und auf die ,entwickelungslehre im besonderen in neuester ,zeit besonders scharf und gefahrdrohend geworden sind4 ,auch ist leider die geistige ,erschlaffung1 welche sich neuerdings geltend macht1 sowie die steigende ,flut der ,reaktion auf politischem1 sozialem und kirchlichem ,gebiete nur zu sehr geeignet1 jene ,gefahren zu verschrfen4 ,wollte jemand daran zweifeln1 so braucht er nur die ,verhandlungen der christlichen ,synoden und des ,deutschen ,reichstags in den letzten ,jahren zu lesen4 ,im ,einklang damit stehen die ,bemhungen vieler weltlicher ,regierungen1 sich mit dem geistlichen ,regimente1 ihrem natrlichen ,todfeinde1 auf mglichst guten ,fu zu setzen1 d4 h4 sich dessen ,joche zu unterwerfen2 als gemeinsames ,ziel schwebt dabei den beiden ,verbndeten die ,unterdrckung des freien ,gedankens und der freien wissenschaftlichen ,forschung vor1 mit dem ,zwecke1 sich auf diese ,weise am leichtesten die absolute ,herrschaft zu sichern4 ,wir mssen ausdrcklich betonen1 da es sich hier um notgedrungene ,verteidigung der ,wissenschaft und der ,vernunft gegen die scharfen ,angriffe der christlichen ,kirche und ihrer gewaltigen ,heerscharen handelt1 und nicht etwa um unberechtigte ,angriffe der ersteren gegen die letzteren4 ,in erster ,linie mu dabei unsere ,abwehr gegen den ,papismus oder ,ultramontanismus gerichtet sein2 denn diese allein seligmachende und fr alle bestimmte katholische ,kirche ist nicht allein weit grer und weit mchtiger als die anderen christlichen ,konfessionen1 sondern sie besitzt vor allem den ,vorzug einer groartigen1 zentralisierten ,organisation und einer unbertroffenen politischen ,schlauheit4 ,man hrt allerdings oft von ,naturforschern und von anderen ,mnnern der ,wissenschaft die ,ansicht uern1 da der katholische ,aberglaube nicht schlimmer sei als die anderen ,formen des bernatrlichen ,glaubens1 und da diese trgerischen ,gestalten des ,glaubens alle in gleichem ,mae die natrlichen ,feinde der ,vernunft und ,wissenschaft seien4 ,im allgemeinen theoretischen ,prinzip ist diese ,behauptung richtig1 aber in bezug auf die praktischen ,folgen irrtmlich2 denn die zielbewuten und rcksichtslosen ,angriffe der ultramontanen ,kirche auf die ,wissenschaft1 gesttzt auf die ,trgheit und ,dummheit der ,volksmassen1 sind vermge ihrer mchtigen ,organisation ungleich schwerer und gefhrlicher als diejenigen aller anderen ,religionen4 ,entwickelung des ,christentums4 ,um die ungeheure ,bedeutung des ,christentums fr die ganze ,kulturgeschichte1 besonders aber seinen prinzipiellen ,gegensatz gegen ,vernunft und ,wissenschaft richtig zu wrdigen1 mssen wir einen flchtigen ,blick auf die wichtigsten ,abschnitte seiner geschichtlichen ,entwickelung werfen4 ,wir unterscheiden in derselben vier ,hauptperioden3 ,i4 das ,urchristentum 7die drei ersten ,jahrhunderte71 ,,ii4 den ,papismus 7zwlf ,jahrhunderte1 vom vierten bis fnfzehnten71 ,,iii4 die ,reformation 7drei ,jahrhunderte1 vom sechzehnten bis achtzehnten71 ,,iv4 das moderne ,scheinchristentum 7im neunzehnten ,jahrhundert74 ,i4 ,das ,urchristentum umfat die ersten drei ,jahrhunderte4 ,christus selbst1 der edle1 ganz von ,menschenliebe erfllte ,prophet und ,schwrmer1 stand tief unter dem ,niveau der klassischen ,kulturbildung2 er kannte nur jdische ,tradition2 er hat selbst keine einzige ,zeile hinterlassen4 ,auch hatte er von dem hohen ,zustande der ,welterkenntnis1 zu dem griechische ,philosophie und ,naturforschung schon ein halbes ,jahrtausend frher sich erhoben hatten1 keine ,ahnung4 ,alles1 was wir von ihm und seinen ursprnglichen ,lehren wissen1 ist den ,hauptdokumenten des ,neuen ,testamentes entnommen -- den vier ,evangelien und den ,episteln des ,paulus4 ,was die vier kanonischen ,evangelien betrifft1 so wissen wir1 da sie ausgewhlt sind aus einem ,haufen von sich widersprechenden und geflschten ,manuskripten aus dem #b4 ,jahrhundert4 ,der gltige ,kanon scheint vor dem ,ende des #b4 ,jahrhunderts festgesetzt zu sein1 obwohl ,zweifel und ,meinungsverschiedenheiten bis weit ins #d4 ,jahrhundert hineinreichen4 ,das ,konzilium von ,nica1 #cbe1 fgt nach dem hl4 ,hieronymus ein gewisses ,buch in den ,kanon ein1 was auf eine ,ungewiheit bis zu diesem ,datum schlieen lt4 ,neuere ,gelehrsamkeit setzt den ,zeitpunkt der ,abfassung der drei synoptischen ,evangelien 7,matthus1 ,markus und ,lukas -- die anerkanntermaen nach und nicht von diesen ,mnnern geschrieben worden sind7 auf #fe-ajj n4 ,chr4 und das ,evangelium von ,johannes auf einige ,zeit vor #abe fest4 ,aber es kommt dabei in ,betracht1 da1 wenn die biblischen ,gelehrten von diesen ,daten sprechen 7im einzelnen -- #fe-gj fr ,markus1 #gj-ge fr ,matthus1 #hj-ih fr ,lukas1 #hj-abj fr ,johannes71 sie nicht an die ,evangelien denken1 wie wir sie heute haben4 ,bis zum ,hl4 ,justinus mindestens 7und selbst er kann nicht als ,zeuge des wirklichen ,evangeliums von ,johannes angefhrt werden71 das ist also bis zur ,mitte des #b4 ,jahrhunderts1 finden wir nur ,erwhnungen 7oft sehr fragliche7 von ,sagen angefhrt1 die in den ,evangelien zu finden sind4 ,mit andern ,worten1 wir haben keinerlei authentischen ,beweis fr die ,echtheit irgend einer der ,evangelienerzhlungen1 bis mehr als ein ,jahrhundert nach dem ,tode ,christi4 ,niemand1 der wei1 in welchem ,grade ,legenden in der orientalischen ,atmosphre anwachsen1 kann ,dokumenten solch spten ,datums nur den geringsten ,glauben schenken4 ,selbst wenn das frheste synoptische ,evangelium #gj n4 ,chr4 datiert wre 7wir mssen immer bedenken1 da sich das nur auf die ,aussagen ,jesu bezieht71 so wre noch der weite ,spielraum von vierzig ,jahren fr die ,mythenbildung gegeben4 ,die dreizehn ,episteln des ,apostels ,paulus1 von denen nur vier ,anspruch auf ,echtheit machen knnen 7,rmer1 ,korinther #b1 ,galater71 vermehren unsere ,kenntnis ber die ,begebenheiten im ,leben ,jesu nur sehr wenig4 ,so bleiben wir beschrnkt auf sehr krgliche und unsichere ,nachforschungen ber die ,handlungen und die ,persnlichkeit des ,grnders des ,christentums4 ,der ,glaube an die tief eingewurzelten und beliebtesten ,traditionen mu gnzlich verlassen werden4 ,die ,geschichte von der wunderbaren ,geburt ,christi wird verworfen2 dieser ,mythus wird sowohl von den fhrenden christlichen ,gelehrten ,deutschlands als auch ,englands fr eine der sptesten und der wenigst glaubwrdigen biblischen ,geschichten erklrt1 mit anderen ,worten3 fr eine spter eingeschobene wertlose ,flschung4 ,die ,sagen von der ,auferstehung und von der ,himmelfahrt ,christi erfahren jetzt ein gleiches ,schicksal4 ,das ,neue ,testament wird zerstrt wie das ,alte1 und die schne ,figur von ,jesus lst sich zusehends in ein ,nebelbild auf4 ,die unbefangenen und scharfsinnigen ,forschungen der deutschen ,theologen 7,strau1 ,feuerbach1 ,baur u4 a471 denen sich spter auch englische1 franzsische und italienische ,philosophen anschlossen1 hatten schon um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts gezeigt1 da das ,leben ,jesu zum grten ,teile ein ,erzeugnis der religisen ,dichtung1 hnlich der von ,buddha ist1 und da keine zuverlssigen historischen ,quellen darber existieren4 ,viel klarer ergibt sich das aus den berraschenden kritischen ,forschungen der vergleichenden ,religionsgeschichte im ,beginne des #bj4 ,jahrhunderts4 ,danach bleibt weder von den einzelnen ,wundergeschichten und ,sagen1 noch von dem ganzen dogmatischen ,lehrgebude des ,christentums etwas ,originelles von ,bedeutung mehr bestehen4 ,denn fast alles1 was uns die ,evangelien davon erzhlen1 ist aus lteren orientalischen ,quellen zusammengetragen und entstammt den babylonischen und assyrischen1 den indischen und hellenischen ,sagenkreisen4 ,hervorragende ,kritiker gehen noch weiter und fhren mit groer ,wahrscheinlichkeit den ,beweis1 da der ,jesus des ,evangeliums berhaupt niemals gelebt hat1 sondern ein reines ,idealbild der ,dichtung ist4 ,vergl4 die interessanten ,schriften von ,kalthoff und ,promus ber die ,entstehung des ,christentums 7#aijd7 und von ,karl ,vollers3 ,die ,weltreligionen in ihrem geschichtlichen ,zusammenhange 7#aijg71 ferner die sehr scharfe ,kritik des englischen ,theologen ,saladin 7,stewart ,ro73 ,jehovahs gesammelte ,werke1 eine kritische ,untersuchung des christlichen ,religionsgebudes auf ,grund der ,bibelforschung 7,leipzig #ahif74 ,,ii4 ,der ,papismus1 das lateinische ,christentum oder ,papsttum4 ,der ,papismus oder die rmisch-katholische ,kirche1 oft auch ,ultramontanismus oder nach ihrer ,residenz ,vatikanismus genannt1 ist unter allen ,erscheinungen der menschlichen ,kulturgeschichte eine der groartigsten und merkwrdigsten1 eine welthistorische ,gre ersten ,ranges4 ,trotz aller ,strme der ,zeit erfreut sie sich noch heute des mchtigsten ,einflusses4 ,von den #ejj ,millionen ,christen1 welche die ,erde gegenwrtig bewohnen1 bekennt die grere ,hlfte1 nmlich ber #bej ,millionen1 den rmischen1 nur #ge ,millionen den griechischen ,katholizismus1 und #abj ,millionen sind ,protestanten4 ,whrend eines ,zeitraumes von #abjj ,jahren1 vom vierten bis zum sechzehnten ,jahrhundert1 hat der ,papismus das geistige ,leben ,europas fast vollkommen beherrscht2 dagegen hat er den groen alten ,religionssystemen in ,asien und ,afrika nur sehr wenig ,boden abgewonnen4 ,in ,asien zhlt der ,buddhismus heute noch ungefhr #ejc ,millionen1 die ,brahmareligion #adj ,millionen1 der stetig vordringende ,islam mehr als #abj ,millionen ,anhnger4 ,die ,weltherrschaft des ,papismus prgt vor allem dem ,mittelalter seinen finsteren ,charakter auf2 sie bedeutet den ,tod alles freien ,geisteslebens1 den ,rckgang aller wahren ,wissenschaft1 den ,verfall aller reinen ,sittlichkeit4 ,von der glnzenden ,blte1 zu welcher sich das menschliche ,geistesleben im klassischen ,altertum erhoben hatte1 im ersten ,jahrtausend vor ,christus und in den ersten ,jahrhunderten nach demselben1 sank dasselbe unter der ,herrschaft des ,papsttums bald zu einem ,niveau herab1 das mit ,bezug auf die ,erkenntnis der ,wahrheit nur als ,barbarei bezeichnet werden kann4 ,man rhmt wohl am ,mittelalter1 da andere ,seiten des ,geisteslebens darin zu reicher ,entfaltung gekommen seien1 ,dichtkunst und bildende ,kunst1 scholastische ,gelehrsamkeit und patristische ,philosophie4 ,aber diese ,kulturttigkeit befand sich im ,dienste der herrschenden ,kirche und wurde nicht zur ,hebung1 sondern zur ,unterdrckung der freien ,geistesforschung verwandt4 ,die ausschlieliche ,vorbereitung fr ein unbekanntes ewiges ,leben im ,jenseits1 die ,verachtung der ,natur1 die ,abwendung von ihrem ,studium1 welche im ,prinzip der christlichen ,religion innewohnt1 wurde von der rmischen ,hierarchie zur heiligen ,pflicht gemacht4 ,eine durchgreifende ,wandlung zum ,besseren brachte erst im ,beginn des #af4 ,jahrhunderts die ,reformation4 ,rckschritte der ,kultur im ,mittelalter4 ,es wrde uns viel zu weit fhren1 wenn wir hier die jammervollen ,rckschritte schildern wollten1 welche menschliche ,kultur und ,gesittung whrend zwlf ,jahrhunderte unter der geistigen ,gewaltherrschaft des ,papismus erlitten4 ,am prgnantesten sind sie wohl durch einen einzigen ,satz des grten und geistreichsten ,hohenzollernfrsten illustriert2 ,friedrich der ,groe fate sein ,urteil in dem ,satze zusammen1 man werde durch das ,studium der ,geschichte zu der berzeugung gefhrt1 da von ,konstantin dem ,groen bis auf die ,zeit der ,reformation die ganze ,welt wahnsinnig gewesen sei4 ,eine vortreffliche kurze ,schilderung dieser ,wahnsinnsperiode hat 7#ahhg7 ,l4 ,bchner gegeben in seiner ,schrift ber religise und wissenschaftliche ,weltanschauung4 ,unter den historischen ,tatsachen1 welche am einleuchtendsten die ,verwerflichkeit der ultramontanen ,geistestyrannei beweisen1 interessiert uns vor allem ihre energische und konsequente ,bekmpfung der wahren ,wissenschaft als solcher4 ,diese war zwar schon von ,anfang an prinzipiell im ,christentum dadurch bestimmt1 da dasselbe den ,glauben ber die ,vernunft stellte und die blinde ,unterwerfung der letzteren unter den ersteren forderte2 nicht minder dadurch1 da es das ganze ,erdenleben nur als eine ,vorbereitung fr das erdichtete ,jenseits betrachtete1 also auch der wissenschaftlichen ,forschung an sich jeden ,wert absprach4 ,allein die planmige und erfolgreiche ,bekmpfung der letzteren begann doch erst im ,anfange des vierten ,jahrhunderts1 besonders seit dem berchtigten ,konzil von ,nica 7#cbe71 welchem ,kaiser ,konstantin prsidierte1 -- der ,groe genannt1 weil er das ,christentum zur ,staatsreligion erhob und ,konstantinopel grndete1 dabei ein nichtswrdiger ,charakter1 ein falscher ,heuchler und vielfacher ,mrder4 ,wie erfolgreich der ,papismus in seinem ,kampfe gegen jedes selbstndige wissenschaftliche ,denken und ,forschen war1 beweist am besten der jammervolle ,zustand der ,naturerkenntnis und ihrer ,literatur im ,mittelalter4 ,nicht nur wurden die reichen ,geistesschtze1 welche das klassische ,altertum hinterlassen hatte1 zum grten ,teile vernichtet oder der ,verbreitung entzogen1 sondern ,folterknechte und ,scheiterhaufen sorgten dafr1 da jeder ,ketzer1 d4 h4 jeder selbstndige ,denker1 seine vernnftigen ,gedanken fr sich behielt4 ,tat er das nicht1 so mute er sich darauf gefat machen1 lebendig verbrannt zu werden1 wie es dem groen monistischen ,philosophen ,giordano ,bruno1 dem ,reformator ,johann ,hus und mehr als hunderttausend anderen ,zeugen der ,wahrheit geschah4 ,die ,geschichte der ,wissenschaften im ,mittelalter belehrt uns auf jeder ,seite1 da das selbstndige ,denken und die empirische wissenschaftliche ,forschung unter dem ,drucke des allmchtigen ,papismus durch zwlf traurige ,jahrhunderte wirklich vllig begraben blieben4 ,papismus und ,christentum4 ,alles das1 was wir am wahren ,christentum im ,sinne seines ,stifters und seiner edelsten ,nachfolger hochschtzen1 und was wir aus dem unausbleiblichen ,untergange dieser ,weltreligion in unsere neue1 monistische ,religion hinber zu retten suchen mssen1 liegt auf seiner ethischen und sozialen ,seite4 ,die ,prinzipien der wahren ,humanitt1 der goldenen ,regel1 der ,toleranz1 der ,menschenliebe im besten und hchsten ,sinne des ,wortes1 alle diese wahren ,lichtseiten des ,christentums sind zwar nicht von ihm zuerst erfunden und aufgestellt1 aber doch erfolgreich in jener kritischen ,periode zur ,geltung gebracht worden1 in der das klassische ,altertum seiner ,auflsung entgegenging4 ,der ,papismus aber hat es verstanden1 alle jene ,tugenden in ihr direktes ,gegenteil zu verkehren und dabei doch die alte ,firma als ,aushngeschild zu bewahren4 ,an die ,stelle der christlichen ,liebe trat der fanatische ,ha gegen alle ,andersglubigen2 mit ,feuer und ,schwert wurden nicht allein die ,heiden ausgerottet1 sondern auch jene christlichen ,sekten1 welche in besserer ,erkenntnis ,einwendungen gegen die aufgezwungenen ,lehrstze des ultramontanen ,aberglaubens zu erheben wagten4 berall in ,europa blhten die ,ketzergerichte und forderten unzhlige ,opfer1 deren ,folterqualen ihren frommen1 von christlicher ,bruderliebe erfllten ,peinigern besonderes ,vergngen bereiteten4 ,die ,papstmacht wtete auf ihrer ,hhe durch ,jahrhunderte erbarmungslos gegen alles1 was ihrer ,herrschaft im ,wege stand4 ,unter dem berchtigten ,groinquisitor ,torquemada 7#adha-adih7 wurden in ,spanien allein achttausend ,ketzer lebendig verbrannt1 neunzigtausend mit ,einziehung des ,vermgens und den empfindlichsten ,kirchenbuen bestraft1 whrend in den ,niederlanden unter der ,herrschaft ,karl des ,fnften dem klerikalen ,blutdurst mindestens fnfzigtausend ,menschen zum ,opfer fielen4 ,und whrend das ,geheul gemarterter ,menschen die ,luft erfllte1 strmten in ,rom1 dem die ganze christliche ,welt tributpflichtig war1 die ,reichtmer der halben ,welt zusammen1 und wlzten sich die angeblichen ,stellvertreter ,gottes auf ,erden und ihre ,helfershelfer in ,lsten und ,lastern jeder ,art4 ,welche ,vorteile1 sagte der frivole und syphilitische ,papst ,leo ,x4 ironisch1 hat uns doch diese ,fabel von ,jesus ,christus gebracht6 ,dabei war der ,zustand der europischen ,gesellschaft trotz ,kirchenzucht und ,gottesfurcht von der allerschlimmsten ,art4 ,feudalismus1 ,leibeigenschaft1 ,gottesgnadentum und ,mnchtum beherrschten das ,land1 und die armen ,heloten waren froh1 wenn sie ihre elenden ,htten im ,machtbereiche der ,schlsser oder ,klster ihrer geistlichen und weltlichen ,unterdrcker und ,ausbeuter errichten durften4 ,heutzutage noch leiden wir unter den ,nachwehen und berbleibseln dieser traurigen ,zustnde und ,zeiten1 in welchen von ,pflege der ,wissenschaft und hherer ,geistesbildung nur ausnahmsweise und im ,verborgenen die ,rede sein konnte4 ,unwissenheit1 ,armut und ,aberglaube vereinigten sich mit der entsittlichenden ,wirkung des im elften ,jahrhundert eingefhrten ,zlibats1 um die absolute ,papstmacht immer strker werden zu lassen 7,bchner a4 a4 ,o474 ,man hat berechnet1 da whrend dieser ,glanzperiode des ,papismus ber zehn ,millionen ,menschen dem fanatischen ,glaubensha der christlichen ,liebe zum ,opfer fielen2 und wie viel mehr ,millionen betrugen die geheimen ,menschenopfer1 welche das ,zlibat1 die ,ohrenbeichte und der ,gewissenszwang erforderten1 die gemeinschdlichsten und fluchwrdigsten ,institutionen des ppstlichen ,absolutismus6 ,die unglubigen ,philosophen1 welche ,beweise gegen das ,dasein ,gottes sammelten1 haben einen der strksten ,beweise dagegen bersehen1 die ,tatsache1 da die rmischen ,statthalter ,christi zwlf ,jahrhunderte hindurch ungestraft die greulichsten ,verbrechen und ,schandtaten im ,namen ,gottes verben durften4 ,,iii4 ,die ,reformation4 ,die ,geschichte der ,kulturvlker1 welche wir die ,weltgeschichte zu nennen belieben1 lt deren dritten ,hauptabschnitt1 die ,neuzeit1 mit der ,reformation der christlichen ,kirche beginnen1 ebenso wie den zweiten1 das ,mittelalter1 mit der ,grndung des ,christentums1 und sie tut recht daran4 ,denn mit der ,reformation beginnt die ,wiedergeburt der gefesselten ,vernunft1 das ,wiedererwachen der ,wissenschaft1 welche die eiserne ,faust des christlichen ,papismus durch #abjj ,jahre gewaltsam niedergehalten hatte4 ,allerdings hatte die ,verbreitung allgemeiner ,bildung durch die ,buchdruckerkunst schon um die ,mitte des fnfzehnten ,jahrhunderts begonnen1 und gegen ,ende desselben traten mehrere groe ,ereignisse ein1 welche im ,verein mit der ,renaissance der ,kunst auch diejenige der ,wissenschaft vorbereiteten1 vor allem die ,entdeckung von ,amerika 7#adib74 ,auch wurden in der ersten ,hlfte des sechzehnten ,jahrhunderts mehrere hchst wichtige ,fortschritte in der ,erkenntnis der ,natur gemacht1 welche die bestehende ,weltanschauung in ihren ,grundfesten erschtterten2 so die erste ,umschiffung der ,erde durch ,magellan1 welche den empirischen ,beweis fr ihre ,kugelgestalt lieferte 7#aebb72 die ,grndung des neuen ,weltsystems durch ,kopernikus 7#aedc74 ,aber der #ca4 ,oktober #aeag1 an welchem ,martin ,luther seine #ie ,thesen an die hlzerne ,tr der ,schlokirche zu ,wittenberg nagelte1 bleibt daneben ein weltgeschichtlicher ,tag2 denn damit wurde die eiserne ,tr des ,kerkers gesprengt1 in dem der ppstliche ,absolutismus durch #abjj ,jahre die gefesselte ,vernunft eingeschlossen gehalten hatte4 ,man hat die ,verdienste des groen ,reformators1 der auf der ,wartburg die ,bibel bersetzte1 teils bertrieben1 teils unterschtzt2 man hat auch mit ,recht darauf hingewiesen1 wie er gleich den anderen ,reformatoren noch vielfach im tiefsten ,aberglauben befangen blieb4 ,so konnte sich ,luther zeitlebens nicht von dem starren ,buchstabenglauben der ,bibel befreien2 er verteidigte eifrig die ,lehre von der ,auferstehung1 der ,erbsnde und ,prdestination1 der ,rechtfertigung durch den ,glauben usw4 ,die gewaltige ,geistestat des ,kopernikus verwarf er als ,narrheit1 weil in der ,bibel ,josua die ,sonne stillstehen hie und nicht das ,erdreich4 ,fr die groen politischen ,umwlzungen seiner ,zeit1 besonders die groartige und vollberechtigte ,bauernbewegung1 hatte er kein ,verstndnis4 ,schlimmer noch war der fanatische ,reformator ,calvin in ,genf1 welcher 7#aeec7 den geistreichen spanischen ,arzt ,serveto lebendig verbrennen lie1 weil er den unsinnigen ,glauben an die ,dreieinigkeit bekmpfte4 berhaupt traten die fanatischen ,rechtglubigen der reformierten ,kirche nur zu oft in die blutbefleckten ,futapfen ihrer papistischen ,todfeinde1 wie sie es auch heute noch tun4 ,leider folgten auch ungeheure ,greueltaten der ,reformation auf dem ,fue3 die ,bartholomusnacht und die ,hugenottenverfolgung in ,frankreich1 blutige ,ketzerjagden in ,italien1 lange ,brgerkriege in ,england1 der ,dreiigjhrige ,krieg in ,deutschland4 ,aber trotz alledem bleibt dem sechzehnten und siebzehnten ,jahrhundert der ,ruhm1 dem denkenden ,menschengeiste zuerst wieder freie ,bahn geschaffen und die ,vernunft von dem erstickenden ,drucke der papistischen ,herrschaft befreit zu haben4 ,erst dadurch wurde die mchtige ,entfaltung verschiedener ,richtungen der kritischen ,philosophie und neuer ,bahnen der ,naturforschung mglich1 welche dann dem folgenden achtzehnten ,jahrhundert den ,ehrentitel des ,jahrhunderts der ,aufklrung erwarb4 ,,iv4 ,das ,scheinchristentum des neunzehnten ,jahrhunderts4 ,als vierten und letzten ,hauptabschnitt in der ,geschichte des ,christentums stellen wir das #ai4 ,jahrhundert seinen ,vorgngern gegenber4 ,wenn in diesen letzteren bereits die ,aufklrung nach allen ,richtungen hin die kritische ,philosophie gefrdert1 und wenn ihr das ,aufblhen der ,naturwissenschaften die strksten empirischen ,waffen in die ,hnde gegeben hatte1 so erscheint uns doch der ,fortschritt nach beiden ,richtungen hin in unserem #ai4 ,jahrhundert ganz gewaltig2 es beginnt damit wiederum eine ganz neue ,periode in der ,geschichte des ,menschengeistes1 charakterisiert durch die ,entwickelung der monistischen ,naturphilosophie4 ,schon im ,beginne desselben wurde der ,grund zu einer neuen ,anthropologie gelegt 7durch die vergleichende ,anatomie von ,cuvier7 und zu einer neuen ,biologie 7durch die ,philosophie zoologique von ,lamarck74 ,bald folgten diesen beiden groen ,franzosen zwei ebenbrtige ,deutsche1 ,baer als ,begrnder der ,entwickelungsgeschichte 7#ahbh7 und ,johannes ,mller 7#ahcd7 als der der vergleichenden ,morphologie und ,physiologie4 ,ein ,schler des letzteren1 ,theodor ,schwann1 schuf #ahch1 im ,verein mit ,matthias ,schleiden1 die grundlegende ,zellentheorie4 ,schon vorher hatte ,lyell 7#ahcj7 die ,entwickelungsgeschichte der ,erde auf natrliche ,ursachen zurckgefhrt und damit auch fr unseren ,planeten die ,geltung der mechanischen ,kosmogenie besttigt1 welche ,kant bereits #agee mit khner ,hand entworfen hatte4 ,endlich wurde durch ,robert ,mayer und ,helmholtz 7#ahdb7 das ,energieprinzip festgestellt und damit die zweite1 ergnzende ,hlfte des groen ,substanzgesetzes gegeben1 dessen erste ,hlfte die ,konstanz der ,materie1 schon ,lavoisier #aghi entdeckt hatte4 ,allen diesen tiefen ,einblicken in das innere ,wesen der ,natur setzte dann #ahei ,charles ,darwin die ,krone auf durch seine neue ,entwickelungslehre1 das grte naturphilosophische ,ereignis des #ai4 ,jahrhunderts4 ,wie verhlt sich nun zu diesen gewaltigen ,fortschritten der ,naturerkenntnis das moderne ,christentum8 ,zunchst wurde naturgem die tiefe ,kluft zwischen seinen beiden ,hauptrichtungen immer grer1 zwischen dem konservativen ,papismus und dem progressiven ,protestantismus4 ,der ultramontane ,klerus 7 -- und im ,verein mit ihm die orthodoxe ,evangelische ,allianz -- 7 muten naturgem jenen mchtigen ,eroberungen des freien ,geistes den heftigsten ,widerstand entgegensetzen2 sie verharrten unbeirrt auf ihrem strengen ,buchstabenglauben und verlangten die unbedingte ,unterwerfung der ,vernunft unter das ,dogma4 ,der liberale ,protestantismus hingegen verflchtigte sich immer mehr zu einem monistischen ,pantheismus und strebte nach ,vershnung der beiden entgegengesetzten ,prinzipien2 er suchte die unvermeidliche ,anerkennung der empirisch bewiesenen ,naturgesetze und der daraus gefolgerten philosophischen ,schlsse mit einer geluterten ,religionsform zu verbinden1 in der freilich von der eigentlichen ,glaubenslehre fast nichts mehr brig blieb4 ,zwischen beiden ,extremen bewegten sich zahlreiche ,kompromiversuche2 darber hinaus aber drang in immer weitere ,kreise die berzeugung1 da das dogmatische ,christentum berhaupt jeden ,boden verloren habe1 und da man nur seinen wertvollen ethischen ,inhalt in die neue1 monistische ,religion des #bj4 ,jahrhunderts hinberretten knne4 ,da jedoch gleichzeitig die gegebenen ueren ,formen der herrschenden christlichen ,religion fortbestanden1 da sie sogar trotz der fortgeschrittenen politischen ,entwickelung mit den praktischen ,bedrfnissen des ,staates immer enger verknpft wurden1 entwickelte sich jene weitverbreitete religise ,weltanschauung der gebildeten ,kreise1 die wir nur als ,scheinchristentum bezeichnen knnen -- im ,grunde eine religise ,lge bedenklichster ,art4 ,die groen ,gefahren1 welche dieser tiefe ,konflikt zwischen der wahren berzeugung und dem falschen ,bekenntnis der modernen ,scheinchristen mit sich bringt1 hat u4 a4 trefflich ,max ,nordau geschildert in seinem interessanten ,werke3 ,die konventionellen ,lgen der ,kulturmenschheit4 ,inmitten dieser offenkundigen ,unwahrhaftigkeit des herrschenden ,scheinchristentums ist es fr den ,fortschritt der vernunftgemen ,naturerkenntnis sehr wertvoll1 da dessen mchtigster und entschiedenster ,gegner1 der ,papismus1 um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts die alte ,maske angeblicher hherer ,geistesbildung abgeworfen und der selbstndigen ,wissenschaft als solcher den entscheidenden ,kampf auf ,tod und ,leben angekndigt hat4 ,es geschah dies in drei bedeutungsvollen ,kriegserklrungen gegen die ,vernunft1 fr deren ,unzweideutigkeit und ,entschiedenheit die moderne ,wissenschaft und ,kultur dem rmischen ,statthalter ,christi nur dankbar sein kann3 ,i4 ,im ,dezember #ahed verkndete der ,papst das ,dogma von der unbefleckten ,empfngnis ,mari4 ,,ii4 ,zehn ,jahre spter1 im ,dezember #ahfd1 sprach der heilige ,vater in der berchtigten ,enzyklika das absolute ,verdammungsurteil ber die ganze moderne ,zivilisation und ,geistesbildung aus2 in dem begleitenden ,syllabus gab er eine ,aufzhlung und ,verfluchung aller einzelnen ,vernunftstze und philosophischen ,prinzipien1 welche von unserer modernen ,wissenschaft als sonnenklare ,wahrheit anerkannt sind4 ,,iii4 ,endlich setzte sechs ,jahre spter1 am #ac4 ,juli #ahgj1 der streitbare ,kirchenfrst im ,vatikan seinem ,aberwitz die ,krone auf1 indem er fr sich und alle seine ,vorgnger in der ,papstwrde die ,unfehlbarkeit in ,anspruch nahm4 ,unfehlbarkeit des ,papstes4 ,diese drei wichtigsten ,akte des ,papismus im #ai4 ,jahrhundert waren so offenkundige ,faustschlge in das ,antlitz der ,vernunft1 da sie selbst innerhalb der orthodoxen katholischen ,kreise von ,anfang an das hchste ,bedenken erregten4 ,als man im vatikanischen ,konzil am #ac4 ,juli #ahgj zur ,abstimmung ber das ,dogma von der ,unfehlbarkeit schritt1 erklrten sich nur drei ,viertel der ,kirchenfrsten zugunsten desselben1 nmlich #dea von #fja ,abstimmenden2 dazu fehlten noch zahlreiche andere ,bischfe1 welche sich der gefhrlichen ,abstimmung enthalten wollten4 ,indessen zeigte sich bald1 da der kluge und menschenkundige ,papst richtiger gerechnet hatte als die zaghaften besonnenen ,katholiken2 denn in den leichtglubigen und ungebildeten ,massen fand auch dieses ungeheuerliche ,dogma trotz aller ,bedenken blinde ,annahme4 ,die ganze ,geschichte des ,papsttums1 wie sie von zuverlssigen ,quellen und handgreiflichen historischen ,dokumenten unwiderleglich festgenagelt ist1 erscheint fr den unbefangenen ,kenner als ein gewissenloses ,gewebe von ,lug und ,trug1 als ein rcksichtsloses ,streben nach absoluter geistlicher ,herrschaft und weltlicher ,macht1 als eine frivole ,verleugnung aller der hohen sittlichen ,gebote1 welche das wahre ,christentum predigt3 ,menschenliebe1 und ,duldung1 ,wahrheit und ,keuschheit1 ,armut und ,entsagung4 ,wenn man die lange ,reihe der ,ppste und der rmischen ,kirchenfrsten1 aus denen sie gewhlt wurden1 nach dem ,mastabe der reinen christlichen ,moral mustert1 ergibt sich klar1 da die groe ,mehrzahl derselben schamlose ,gaukler und ,betrger waren1 viele von ihnen nichtswrdige ,verbrecher4 ,diese allbekannten historischen ,tatsachen hindern aber nicht1 da noch heute ,millionen von gebildeten glubigen ,katholiken an die ,unfehlbarkeit dieses heiligen ,vaters glauben und durch ,spenden von ,peterspfennigen sein ,regiment sttzen2 sie hindern nicht1 da noch heute protestantische ,frsten nach ,rom fahren und dem heiligen ,vater 7ihrem gefhrlichsten ,feinde67 ihre ,verehrung bezeugen4 ,enzyklika und ,syllabus4 ,unter den angefhrten drei groen ,gewalttaten1 durch welche der moderne ,papismus in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts seine absolute ,herrschaft zu retten und zu befestigen suchte1 ist fr uns am interessantesten die ,verkndigung der ,enzyklika und des ,syllabus im ,dezember #ahfd2 denn in diesen denkwrdigen ,aktenstcken wird der ,vernunft und ,wissenschaft berhaupt jede selbstndige ,ttigkeit abgesprochen und ihre absolute ,unterwerfung unter den alleinseligmachenden ,glauben1 d4 h4 unter die ,dekrete des unfehlbaren ,papstes1 gefordert4 ,die ungeheure ,erregung1 welche diese malose ,frechheit in allen gebildeten und unabhngig denkenden ,kreisen hervorrief1 entsprach dem ungeheuerlichen ,inhalte der ,enzyklika2 eine vortreffliche ,errterung ihrer kulturellen und politischen ,bedeutung hat u4 a4 ,draper in seiner ,geschichte der ,konflikte zwischen ,religion und ,wissenschaft gegeben 7#ahge74 ,unbefleckte ,empfngnis der ,jungfrau ,maria4 ,weniger einschneidend und bedeutungsvoll als die ,enzyklika und als das ,dogma der ,infallibilitt des ,papstes erscheint vielleicht das ,dogma von der unbefleckten ,empfngnis4 ,indessen legt nicht nur die rmische ,hierarchie auf diesen ,glaubenssatz das hchste ,gewicht1 sondern auch ein ,teil der orthodoxen ,protestanten 7z4 ,b4 die ,evangelische ,allianz74 ,der sogenannte ,immakulateid1 d4 h4 die eidliche ,versicherung des ,glaubens an die unbefleckte ,empfngnis ,mari1 gilt noch heute ,millionen von ,christen als heilige ,pflicht4 ,viele ,glubige verbinden damit einen doppelten ,begriff2 sie behaupten1 da die ,mutter der ,jungfrau ,maria ebenso durch den ,heiligen ,geist befruchtet worden sei wie diese selbst4 ,jedoch soll ursprnglich das ,dogma der unbefleckten ,empfngnis nur bedeuten1 da ,maria selbst eine ,tochter des heiligen ,geistes1 und daher frei von ,erbsnde sei4 ,die vergleichende und kritische ,theologie hat neuerdings nachgewiesen1 da auch dieser ,mythus1 gleich den meisten anderen ,legenden der christlichen ,mythologie1 keineswegs originell1 sondern aus lteren orientalischen ,religionen1 besonders dem ,buddhismus1 bernommen ist4 hnliche ,sagen hatten schon mehrere ,jahrhunderte vor ,christi ,geburt eine weite ,verbreitung in ,indien1 ,persien1 ,kleinasien und ,griechenland4 ,wenn ,knigstchter oder andere ,jungfrauen aus hheren ,stnden1 ohne legitim verheiratet zu sein1 durch die ,geburt eines ,kindes erfreut wurden1 so wurde als der ,vater dieses illegitimen ,sprlings meistens ein ,gott oder ,halbgott ausgegeben1 in diesem ,falle der mysterise ,heilige ,geist4 ,die ,erzhlung der beiden ,evangelisten ,matthus und ,lukas1 da auch ,maria selbst vom heiligen ,geiste befruchtet und demnach dieser rtselhafte ,gott der wahre ,vater von ,christus sei1 wird gegenwrtig von den meisten ,theologen als eine spter entstandene ,sage angesehen2 sie behaupten1 da der jdische ,zimmermann ,joseph der wirkliche ,vater gewesen sei4 ,andere wieder erklren die uneheliche ,geburt ,christi durch folgende ,angabe eines apokryphen ,evangeliums1 auf welche sich auch ,celsus 7#agh n4 ,chr47 bezieht3 ,josephus ,pandera1 der rmische ,hauptmann einer kalabresischen ,legion1 welche in ,juda stand1 verfhrte ,mirjam von ,bethlehem1 ein hebrisches ,mdchen1 und wurde der ,vater von ,jesus4 ,diese ,legende fand besonders bei jenen ,theologen ,beifall1 welche die bernatrliche ,erzeugung ,christi 7durch den heiligen ,geist7 leugneten1 aber als seinen natrlichen ,vater nicht einen ,juden 7den ,zimmermann ,joseph71 sondern einen ,griechen 7den ,hauptmann ,pandera oder ,pantheras7 anerkannt zu sehen wnschten4 ,historische ,zeugnisse1 die wissenschaftliche ,bedeutung beanspruchen1 knnen weder fr die ,wahrheit der einen noch der anderen ,sage gefunden werden4 ,interessant ist brigens die verschiedene ,auffassung und ,beurteilung1 welche dieser angebliche ,liebesroman der ,mirjam von seiten der vier groen christlichen ,kulturnationen ,europas erfahren hat4 ,nach den strengeren ,moralbegriffen der germanischen ,rassen wird derselbe schlechtweg verworfen2 lieber glaubt der ehrliche ,deutsche und der prde ,brite blind an die unmgliche ,sage von der ,erzeugung durch den ,heiligen ,geist4 ,wie bekannt1 entspricht diese strenge1 sorgfltig zur ,schau getragene ,prderie der feineren ,gesellschaft 7besonders in ,england67 keineswegs dem wahren ,zustande der sexuellen ,sittlichkeit in dem dortigen ,high life4 ,die ,enthllungen z4 ,b41 welche darber vor einigen ,jahren die ,pall ,mall ,gazette brachte1 erinnerten sehr an die ,zustnde von ,babylon und an das ,rom der ,kaiserzeit4 ,die romanischen ,rassen1 welche diese ,prderie verlachen und die sexuellen ,verhltnisse leichtfertiger beurteilen1 finden jenen ,roman der ,maria recht anziehend1 und der besondere ,kultus1 dessen gerade in ,frankreich und ,italien ,unsere liebe ,frau sich erfreut1 ist oft in merkwrdiger ,naivett mit jener ,liebesgeschichte verknpft4 ,so findet z4 ,b4 ,paul de ,regla 7,dr4 ,desjardin71 welcher 7#ahid7 ,jesus von ,nazareth vom wissenschaftlichen1 geschichtlichen und gesellschaftlichen ,standpunkte aus dargestellt hat1 gerade in der unehelichen ,geburt ,christi ein besonderes ,anrecht auf den ,heiligenschein1 der seine herrliche ,gestalt umstrahlt6 ,der ,streit ber diese drei verschiedenen ,mythen von der ,vaterschaft ,christi1 der noch zu ,ende des #ai4 ,jahrhunderts die ,theologen lebhaft erregte1 hat gegenwrtig an ,interesse sehr verloren4 ,denn die berraschenden ,fortschritte der vergleichenden ,religionsgeschichte haben das ganze orientalische ,prachtgebude der christlichen ,mythologie in seinen ,grundfesten erschttert4 ,das reine ,idealbild von ,jesus ,christus1 dessen erhabene ,zge der ,glubige aus dem ,neuen ,testament sich zusammensetzt1 hat als wirklicher ,mensch 7oder ,gottmensch7 in dieser ,vollkommenheit niemals auf unserem ,planeten existiert4 ,der hohe ethische ,wert des ursprnglichen reinen ,christentums1 der veredelnde ,einflu dieser ,religion der ,liebe auf die ,kulturgeschichte1 ist ganz unabhngig von jenen mythologischen ,dogmen4 ,die angeblichen ,offenbarungen1 auf welche sich diese ,mythen sttzen1 sind dagegen 7 -- ebenso wie smtliche ,wundergeschichten des ,alten und des ,neuen ,testaments -- 7 ,erzeugnisse der dichtenden ,phantasie2 sie bleiben unvereinbar mit den sichersten ,ergebnissen unserer modernen ,naturerkenntnis4 ,achtzehntes ,kapitel4 ,unsere monistische ,religion4 ,monistische ,studien ber die ,religion der ,vernunft und ihre ,harmonie mit der ,wissenschaft4 ,die drei ,kultusideale des ,wahren1 ,guten und ,schnen4 ,viele und sehr angesehene ,naturforscher und ,philosophen der ,gegenwart1 welche unsere monistischen berzeugungen teilen1 halten die ,religion berhaupt fr eine abgetane ,sache4 ,sie meinen1 da die klare ,einsicht in die ,weltentwickelung1 die wir den gewaltigen ,erkenntnisfortschritten des #ai4 ,jahrhunderts verdanken1 nicht blo das ,kausalittsbedrfnis unserer ,vernunft vollkommen befriedige1 sondern auch die hchsten ,gefhlsbedrfnisse unseres ,gemtes4 ,diese ,ansicht ist in gewissem ,sinne richtig1 insofern bei einer vollkommen klaren und folgerichtigen ,auffassung des ,monismus tatschlich die beiden ,begriffe von ,religion und ,wissenschaft zu einem mit einander verschmelzen4 ,indessen nur wenige entschlossene ,denker ringen sich zu dieser hchsten und reinsten ,auffassung von ,spinoza und ,goethe empor2 vielmehr verharren die meisten ,gebildeten unserer ,zeit bei der berzeugung1 da die ,religion ein selbstndiges1 von der ,wissenschaft unabhngiges ,gebiet unseres ,geisteslebens darstelle1 nicht minder wertvoll und unentbehrlich als die letztere4 ,wenn wir diesen ,standpunkt einnehmen1 knnen wir eine ,vershnung zwischen jenen beiden groen1 anscheinend getrennten ,gebieten in der ,auffassung finden1 welche ich #ahib in meinem ,altenburger ,vortrage niedergelegt habe3 ,der ,monismus als ,band zwischen ,religion und ,wissenschaft 7#ad4 ,aufl4 #aijh74 ,in dem ,vorwort zu diesem ,glaubensbekenntnis eines ,naturforschers habe ich mich ber dessen doppelten ,zweck mit folgenden ,worten geuert3 ,erstens mchte ich damit derjenigen vernnftigen ,weltanschauung ,ausdruck geben1 welche uns durch die neueren ,fortschritte der einheitlichen ,naturerkenntnis mit logischer ,notwendigkeit aufgedrungen wird2 sie wohnt im ,innersten von fast allen unbefangenen und denkenden ,naturforschern1 wenn auch nur wenige den ,mut oder das ,bedrfnis haben1 sie offen zu bekennen4 ,zweitens mchte ich dadurch ein ,band zwischen ,religion und ,wissenschaft knpfen und somit zur ,ausgleichung des ,gegensatzes beitragen1 welcher zwischen diesen beiden ,gebieten der hchsten menschlichen ,geistesttigkeit unntigerweise aufrecht erhalten wird2 das ethische ,bedrfnis unseres ,gemtes wird durch den ,monismus ebenso befriedigt wie das logische ,kausalittsbedrfnis unseres ,verstandes4 ,die starke ,wirkung1 welche dieser ,altenburger ,vortrag hatte1 beweist1 da ich mit diesem monistischen ,glaubensbekenntnis nicht nur das vieler ,naturforscher1 sondern auch zahlreicher gebildeter ,mnner und ,frauen aus verschiedenen ,berufskreisen ausgesprochen hatte4 ,ich durfte diesen unerwarteten ,erfolg um so hher anschlagen1 als jenes ,glaubensbekenntnis ursprnglich eine freie ,gelegenheitsrede war1 die unvorbereitet am #i4 ,oktober #ahib in ,altenburg whrend des ,jubilums der ,naturforschenden ,gesellschaft des ,osterlandes entstand4 ,natrlich erfolgte auch bald die notwendige ,gegenwirkung nach der anderen ,seite2 ich wurde nicht nur von der ultramontanen ,presse des ,papismus auf das ,heftigste angegriffen1 von den geschworenen ,verteidigern des ,aberglaubens1 sondern auch von liberalen ,kriegsmnnern des evangelischen ,christentums1 welche sowohl die wissenschaftliche ,wahrheit als auch den aufgeklrten ,glauben zu vertreten behaupten4 ,nun hat sich aber der groe ,kampf zwischen der modernen ,naturwissenschaft und dem orthodoxen ,christentum seitdem immer drohender gestaltet2 er ist fr die erstere um so gefhrlicher geworden1 je mchtigere ,untersttzung das letztere durch die wachsende geistige und politische ,reaktion gefunden hat4 ,diese ist in manchen ,lndern schon so weit vorgeschritten1 da die gesetzlich garantierte ,denk- und ,gewissensfreiheit praktisch schwer gefhrdet wird4 ,in der ,tat hat der groe weltgeschichtliche ,geisteskampf1 welchen ,john ,draper in seiner ,geschichte der ,konflikte zwischen ,religion und ,wissenschaft vortrefflich schildert1 heute eine ,schrfe und ,bedeutung erlangt wie nie zuvor2 man bezeichnet ihn deshalb seit #ahgb mit ,recht als ,kulturkampf4 ,der ,kulturkampf4 ,die berhmte ,enzyklika nebst ,syllabus1 welche der streitbare ,papst ,pius ,,ix4 #ahfd in alle ,welt gesandt hatte1 erklrte in der ,hauptsache der ganzen modernen ,wissenschaft den ,krieg2 sie forderte blinde ,unterwerfung der ,vernunft unter die ,dogmen des unfehlbaren ,statthalters ,christi4 ,das ,ungeheuerliche und ,unerhrte dieses brutalen ,attentates gegen die hchsten ,gter der ,kulturmenschheit rttelte selbst viele trge und indolente ,gemter aus ihrem gewohnten ,glaubensschlafe4 ,im ,vereine mit der nachfolgenden ,verkndung der ppstlichen ,unfehlbarkeit 7#ahgj7 rief die ,enzyklika eine weitgehende ,erregung hervor und eine energische ,abwehr1 welche zu den besten ,hoffnungen berechtigte4 ,in dem neuen ,deutschen ,reiche1 das in den ,kmpfen von #ahff und #ahga unter schweren ,opfern seine nationale ,einheit errungen hatte1 wurden die frechen ,attentate des ,papismus besonders schwer empfunden2 denn einerseits ist ,deutschland die ,geburtssttte der ,reformation und der modernen ,geistesbefreiung2 andererseits aber besitzt es leider in seinen #bj ,millionen ,katholiken ein mchtiges ,heer von streitbaren ,glubigen1 welches an blindem ,gehorsam gegen die ,befehle seines ,oberhirten von keinem anderen ,kulturvolke bertroffen wird4 ,christus sagt zu ,petrus3 ,weide meine ,schafe6 ,die ,nachkommen auf dem ,stuhle ,petri haben das ,weiden in ,scheeren bersetzt4 ,die hieraus entspringenden ,gefahren erkannte mit klarem ,blick der gewaltige ,staatsmann1 der das politische ,weltrtsel der deutschen ,nationalzerrissenheit gelst und uns durch seine bewunderungswrdige ,staatskunst zu dem ersehnten ,ziele nationaler ,einheit und ,macht gefhrt hatte4 ,frst ,bismarck begann #ahgb jenen denkwrdigen1 vom ,vatikan aufgedrungenen ,kulturkampf1 der von dem ausgezeichneten ,kultusminister ,falk durch die ,maigesetzgebung 7#ahgc7 ebenso klug als energisch gefhrt wurde4 ,leider mute er schon sechs ,jahre spter aufgegeben werden4 ,obwohl unser grter ,staatsmann ein ausgezeichneter ,menschenkenner und kluger ,realpolitiker war1 hatte er doch die ,macht von drei gewaltigen ,hindernissen unterschtzt3 erstens die unbertroffene ,schlauheit und gewissenlose ,perfidie der rmischen ,kurie1 zweitens die entsprechende ,gedankenlosigkeit und ,leichtglubigkeit der ungebildeten katholischen ,massen1 auf welche sich die erstere sttzte1 und drittens die ,macht der ,trgheit1 des ,fortbestehens des ,unvernnftigen1 blo weil es da ist4 ,so mute denn schon #ahgh1 nachdem der klgere ,papst ,leo ,,xiii4 seine ,regierung angetreten hatte1 der schwere ,gang nach ,canossa wiederholt werden4 ,die neu gestrkte ,macht des ,vatikans nahm seitdem wieder mchtig zu1 einerseits durch die gewissenlosen ,rnke und ,schlangenwindungen seiner aalglatten ,jesuitenpolitik1 andererseits durch die falsche ,kirchenpolitik der deutschen ,reichsregierung und die merkwrdige politische ,unfhigkeit des deutschen ,volkes4 ,so muten wir denn am ,schlusse des #ai4 ,jahrhunderts das beschmende ,schauspiel erleben1 da das sogenannte ,zentrum im ,deutschen ,reichstage ,trumpf war1 und da die ,geschicke unseres gedemtigten ,vaterlandes von einer papistischen ,partei geleitet wurden1 deren ,kopfzahl noch nicht den dritten ,teil der ganzen ,bevlkerung betrgt4 ,als der deutsche ,kulturkampf #ahgb begann1 wurde er mit vollem ,rechte von allen frei denkenden ,mnnern als eine politische ,erneuerung der ,reformation begrt1 als ein energischer ,versuch1 die moderne ,kultur von dem ,joche der papistischen ,geistestyrannei zu befreien2 die gesamte liberale ,presse feierte ,frst ,bismarck als politischen ,luther1 als den gewaltigen ,helden1 der nicht nur die nationale ,einigung1 sondern auch die geistige ,befreiung ,deutschlands erringe4 ,zehn ,jahre spter1 nachdem der ,papismus gesiegt hatte1 behauptete dieselbe liberale ,presse das ,gegenteil und erklrte den ,kulturkampf fr einen groen ,fehler2 und dasselbe tut sie noch heute4 ,diese ,tatsache beweist nur1 wie kurz das ,gedchtnis unserer ,zeitungsschreiber1 wie mangelhaft ihre ,kenntnis der ,geschichte und wie unvollkommen ihre philosophische ,bildung ist4 ,der sogenannte ,friedensschlu zwischen ,staat und ,kirche ist immer nur ein ,waffenstillstand4 ,der moderne ,papismus1 getreu den absolutistischen1 seit #afjj ,jahren befolgten ,prinzipien1 will und mu die ,alleinherrschaft ber die leichtglubigen ,seelen behaupten2 er mu die absolute ,unterwerfung des ,kulturstaates fordern1 der als solcher die ,rechte der ,vernunft und ,wissenschaft vertritt4 ,wirklicher ,friede kann erst eintreten1 wenn einer der beiden ringenden ,kmpfer bewltigt am ,boden liegt4 ,entweder siegt die alleinseligmachende ,kirche1 und dann hrt freie ,wissenschaft und freie ,lehre berhaupt auf2 dann werden sich unsere ,universitten in ,konvikte1 unsere ,gymnasien in ,klosterschulen verwandeln4 ,oder es siegt der moderne ,vernunftstaat1 und dann wird sich im #bj4 ,jahrhundert die menschliche ,bildung1 ,freiheit und ,wohlstand in noch weit hherem ,mae fortschreitend entwickeln1 als es im #ai4 erfreulicherweise der ,fall gewesen ist4 7,vergl4 hierber ,eduard ,hartmann1 ,die ,selbstzersetzung des ,christentums1 #ahgd47 ,gerade zur ,frderung dieser hohen ,ziele erscheint es hchst wichtig1 da die moderne ,naturwissenschaft nicht blo die ,wahngebilde des ,aberglaubens zertrmmert und deren wsten ,schutt aus dem ,wege rumt1 sondern da sie auch auf dem frei gewordenen ,bauplatze ein neues wohnliches ,gebude fr das menschliche ,gemt herrichtet2 einen ,palast der ,vernunft1 in welchem wir mittels unserer neu gewonnenen monistischen ,weltanschauung die wahre ,dreieinigkeit des #ai4 ,jahrhunderts andchtig verehren1 die ,trinitt des ,wahren1 ,guten und ,schnen4 ,um den ,kultus dieser gttlichen ,ideale greifbar zu gestalten1 erscheint es vor allem notwendig1 uns mit den herrschenden ,religionsformen des ,christentums auseinanderzusetzen und die ,vernderungen ins ,auge zu fassen1 welche bei deren ,ersetzung durch erstere zu erstreben sind4 ,denn die christliche ,religion besitzt 7in ihrer ursprnglichen1 reinen ,form67 trotz aller ,irrtmer und ,mngel einen so hohen sittlichen ,wert1 sie ist vor allem seit anderthalb ,jahrtausenden so eng mit den wichtigsten sozialen und politischen ,einrichtungen unseres ,kulturlebens verwachsen1 da wir uns bei ,begrndung unserer monistischen ,religion mglichst an die bestehenden ,institutionen anlehnen mssen4 ,wir wollen keine gewaltsame ,revolution1 sondern eine vernnftige ,reformation unseres religisen ,geisteslebens4 ,i4 ,das ,ideal der ,wahrheit4 ,wir haben uns durch die vorhergehenden ,betrachtungen 7besonders im ersten und dritten ,abschnitt7 berzeugt1 da die reine ,wahrheit nur in dem ,tempel der ,naturerkenntnis zu finden ist1 und da die einzigen brauchbaren ,wege zu demselben die kritische ,beobachtung und ,reflexion sind1 die empirische ,erforschung der ,tatsachen und die vernunftgeme ,erkenntnis ihrer bewirkenden ,ursachen4 ,so gelangen wir mittels der reinen ,vernunft zur wahren ,wissenschaft1 dem kostbarsten ,schatze der ,kulturmenschheit4 ,dagegen mssen wir aus den gewichtigen1 im #af4 ,kapitel errterten ,ursachen jede sogenannte ,offenbarung ablehnen1 jede ,glaubensdichtung1 welche behauptet1 auf bernatrlichem ,wege ,wahrheiten zu erkennen1 zu deren ,entdeckung unsere ,vernunft nicht ausreicht4 ,da nun das ganze ,glaubensgebude der jdisch-christlichen ,religion1 ebenso wie das islamitische und muhamedanische1 auf solchen angeblichen ,offenbarungen beruht1 da ferner diese mystischen ,phantasieprodukte direkt der klaren empirischen ,naturerkenntnis widersprechen1 so ist es sicher1 da wir die ,wahrheit nur mittels der ,vernunftttigkeit der echten ,wissenschaft finden knnen1 nicht mittels der ,phantasiedichtung des mystischen ,glaubens4 ,die ,gttin der ,wahrheit wohnt im ,tempel der ,natur1 im grnen ,walde1 auf dem blauen ,meere1 auf den schneebedeckten ,gebirgshhen2 -- aber nicht in den dumpfen ,hallen der ,klster1 in den engen ,kerkern der ,konviktschulen und nicht in den weihrauchduftenden christlichen ,kirchen4 ,die ,wege1 auf denen wir uns dieser herrlichen ,gttin der ,wahrheit und ,erkenntnis nhern1 sind die liebevolle ,erforschung der ,natur und ihrer ,gesetze1 die ,beobachtung der unendlich groen ,sternenwelt mittels des ,teleskops1 der unendlich kleinen ,zellenwelt mittels des ,mikroskops2 -- aber nicht sinnlose ,andachtsbungen und gedankenlose ,gebete1 nicht die ,opfergaben des ,ablasses und der ,peterspfennige4 ,die kostbaren ,gaben1 mit denen uns die ,gttin der ,wahrheit beschenkt1 sind die herrlichen ,frchte vom ,baume der ,erkenntnis und der unschtzbare ,gewinn einer klaren1 einheitlichen ,weltanschauung1 -- aber nicht der ,glaube an bernatrliche ,wunder und das ,wahngebilde eines ewigen ,lebens4 ,,ii4 ,das ,ideal der ,tugend4 ,anders als mit dem ewig ,wahren verhlt es sich mit dem ,gottesideal des ewig ,guten4 ,whrend bei der ,erkenntnis der ,wahrheit die ,offenbarung der ,kirche vllig auszuschlieen und allein die ,erforschung der ,natur zu befragen ist1 fllt dagegen der ,inbegriff des ,guten1 den wir ,tugend nennen1 in unserer monistischen ,religion grtenteils mit der christlichen ,tugend zusammen2 natrlich gilt das nur von dem ursprnglichen1 reinen ,christentum der drei ersten ,jahrhunderte1 wie dessen ,tugendlehren in den ,evangelien und in den paulinischen ,briefen niedergelegt sind2 -- es gilt aber nicht von der vatikanischen ,karikatur jener reinen ,lehre1 welche die europische ,kultur zu ihrem unendlichen ,schaden durch zwlf ,jahrhunderte beherrscht hat4 ,den besten ,teil der christlichen ,moral1 an dem wir festhalten1 bilden die ,humanittsgebote der ,liebe und ,duldung1 des ,mitleids und der ,hilfe4 ,nur sind diese edlen ,pflichtgebote1 die man als christliche ,moral 7im besten ,sinne67 zusammenfat1 keine neuen ,erfindungen des ,christentums1 sondern sie sind von diesem aus lteren ,religionsformen herbergenommen4 ,in der ,tat ist ja die ,goldene ,regel1 welche diese ,gebote in einem ,satze zusammenfat1 ,jahrhunderte lter als das ,christentum4 ,in der ,praxis des ,lebens aber wurde dieses natrliche ,sittengesetz ebenso oft von ,atheisten und ,nichtchristen sorgsam befolgt als von frommen1 glubigen ,christen auer acht gelassen4 ,auch beging die christliche ,tugendlehre einen groen ,fehler1 indem sie einseitig den ,altruismus zum ,gebote erhob1 den ,egoismus dagegen verwarf4 ,unsere monistische ,ethik legt beiden gleichen ,wert bei und findet die vollkommene ,tugend in dem richtigen ,gleichgewicht von ,nchstenliebe und ,eigenliebe4 7,vergl4 ,kapitel #ai4 ,das ethische ,grundgesetz47 ,,iii4 ,das ,ideal der ,schnheit4 ,in vielfachen ,gegensatz zum ,christentum tritt unser ,monismus auf dem ,gebiete der ,schnheit4 ,das ursprngliche1 reine ,christentum predigte die ,wertlosigkeit des irdischen ,lebens und betrachtete dasselbe blo als eine ,vorbereitung fr das ewige ,leben im ,jenseits4 ,daraus folgt unmittelbar1 da alles1 was das menschliche ,leben im ,diesseits darbietet1 alles ,schne in ,kunst und ,wissenschaft1 im ffentlichen und privaten ,leben1 keinen ,wert besitzt4 ,der wahre ,christ mu sich von ihm abwenden und nur daran denken1 sich fr das ,jenseits wrdig vorzubereiten4 ,die ,verachtung der ,natur1 die ,abwendung von allen ihren unerschpflichen ,reizen1 die ,verwerfung jeder ,art von schner ,kunst sind echte ,christenpflichten2 diese wrden am vollkommensten erfllt1 wenn der ,mensch sich von seinen ,mitmenschen absonderte1 sich kasteite und in ,klstern oder ,einsiedeleien ausschlielich mit der ,anbetung ,gottes beschftigte4 ,nun lehrt uns freilich die ,naturgeschichte1 da diese asketische ,christenmoral1 die aller ,natur ,hohn sprach1 als natrliche ,folge das ,gegenteil bewirkte4 ,die ,klster1 die ,asyle der ,keuschheit und ,zucht1 wurden bald die ,brutsttten der tollsten ,orgien4 ,der ,kultus der ,schnheit1 der hier getrieben wurde1 stand mit der gepredigten ,weltentsagung in schneidendem ,widerspruch4 ,dasselbe gilt von dem ,luxus und der ,pracht1 welche sich bald in dem sittenlosen ,privatleben des hheren katholischen ,klerus und in der knstlerischen ,ausschmckung der christlichen ,kirchen und ,klster entwickelten4 ,christliche ,kunst4 ,man wird hier einwenden1 da unsere ,ansicht durch die ,schnheitsflle der christlichen ,kunst widerlegt werde1 welche besonders in der ,bltezeit des ,mittelalters so unvergngliche ,werke schuf4 ,die prachtvollen gotischen ,dome und byzantinischen ,basiliken1 die ,hunderte von prchtigen ,kapellen1 die ,tausende von ,marmorstatuen christlicher ,heiliger und ,mrtyrer1 die ,millionen von schnen ,heiligenbildern1 von tiefempfundenen ,darstellungen von ,christus und der ,madonna -- sie zeugen alle von einer ,entwickelung der schnen ,knste im ,mittelalter1 die in ihrer ,art einzig ist4 ,alle diese herrlichen ,denkmler der bildenden ,kunst1 ebenso wie die der ,dichtkunst1 behalten ihren hohen sthetischen ,wert1 gleichviel1 wie wir die darin enthaltene ,mischung von ,wahrheit und ,dichtung beurteilen4 ,aber was hat das alles mit der reinen ,christenlehre zu tun1 mit jener ,religion der ,entsagung1 welche von allem irdischen ,prunk und ,glanz1 von aller materiellen ,schnheit und ,kunst sich abwendete1 welche das ,familienleben und die ,frauenliebe gering schtzte1 welche allein die ,sorge um die immateriellen ,gter des ewigen ,lebens predigte8 ,der ,begriff der christlichen ,kunst ist eigentlich ein ,widerspruch in sich4 ,die reichen ,kirchenfrsten freilich1 welche dieselben pflegten1 verfolgten damit ganz andere ,zwecke1 und sie erreichten sie auch vollstndig4 ,indem sie das ganze ,interesse und ,streben des menschlichen ,geistes im ,mittelalter auf die christliche ,kirche und deren eigentmliche ,kunst lenkten1 wendeten sie dasselbe von der ,natur ab und von der ,erkenntnis der hier verborgenen ,schtze1 die zu selbstndiger ,wissenschaft gefhrt htten4 ,auerdem aber erinnerte der tgliche ,anblick der berall massenhaft ausgestellten ,heiligenbilder1 der ,darstellungen aus der heiligen ,geschichte1 den glubigen ,christen jederzeit an den reichen ,sagenschatz1 den die ,phantasie der ,kirche angesammelt hatte4 ,die ,legenden derselben wurden fr wahre ,erzhlungen1 die ,wundergeschichten fr wirkliche ,ereignisse ausgegeben und geglaubt4 ,unzweifelhaft hat in dieser ,beziehung die christliche ,kunst einen ungeheuren ,einflu auf die allgemeine ,bildung und ganz besonders auf die ,festigung des ,glaubens gebt1 einen ,einflu1 der sich in der ganzen ,kulturwelt bis auf den heutigen ,tag geltend macht4 ,monistische ,kunst4 ,den schrfsten ,gegensatz zu dieser herrschenden christlichen ,kunst bildet diejenige neue ,form der bildenden ,kunst1 die sich erst im #ai4 ,jahrhundert im ,zusammenhang mit der ,naturwissenschaft entwickelt hat4 ,die berraschende ,erweiterung unserer ,weltkenntnis1 die ,entdeckung von unzhligen schnen ,lebensformen1 die wir der letzteren verdanken1 hat in unserer ,zeit einen ganz anderen sthetischen ,sinn geweckt und damit auch der bildenden ,kunst eine neue ,richtung gegeben4 ,zahlreiche wissenschaftliche ,reisen und groe ,expeditionen zur ,erforschung unbekannter ,lnder und ,meere frderten schon im #ah41 noch viel mehr aber im #ai4 ,jahrhundert eine ungeahnte ,flle von unbekannten organischen ,formen zutage4 ,die ,zahl der neuen ,tier- und ,pflanzenarten wuchs bald ins ,unermeliche1 und unter diesen 7besonders unter den frher vernachlssigten niederen ,gruppen7 fanden sich ,tausende schner und interessanter ,gestalten1 ganz neue ,motive fr ,malerei und ,bildhauerei1 fr ,architektur und ,kunstgewerbe4 ,eine neue ,welt erschlo in dieser ,beziehung besonders die ausgedehntere mikroskopische ,forschung in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts und namentlich die ,entdeckung der fabelhaften ,tiefseebewohner1 die erst durch die berhmte ,challenger-,expedition 7#ahgb-ahgf7 ans ,licht gezogen wurden4 ,tausende von zierlichen ,radiolarien und ,thalamophoren1 von prchtigen ,medusen und ,korallen1 von abenteuerlichen ,mollusken und ,krebsen erffneten uns da mit einem ,male eine ungeahnte ,flle von verborgenen ,formen1 deren eigenartige ,schnheit und ,mannigfaltigkeit alle von der menschlichen ,phantasie geschaffenen ,kunstprodukte weitaus bertrifft4 ,allein schon in den fnfzig groen ,bnden des ,challengerwerkes ist auf #cjjj ,tafeln eine ,masse solcher schner ,gestalten abgebildet2 aber auch in vielen anderen groen ,prachtwerken1 welche die mchtig wachsende zoologische und botanische ,literatur der letzten ,dezennien enthlt1 sind ,millionen reizender ,formen dargestellt4 ,ich habe versucht1 in meinen ,kunstformen der ,natur eine ,auswahl von solchen schnen und reizvollen ,gestalten weiteren ,kreisen zugnglich zu machen4 7#ajj ,tafeln in #aj ,heften4 ,leipzig #ahii-aijc47 ,indessen bedarf es nicht weiter ,reisen und kostspieliger ,werke1 um jedem ,menschen die ,herrlichkeiten dieser ,welt zu erschlieen4 ,vielmehr mssen dafr nur seine ,augen geffnet und sein ,sinn gebt werden4 berall bietet die umgebende ,natur eine berreiche ,flle von schnen und interessanten ,objekten aller ,art4 ,in jedem ,moose und ,grashalme1 in jedem ,kfer und ,schmetterling finden wir bei genauer ,untersuchung ,schnheiten1 an denen der ,mensch gewhnlich achtlos vorbergeht4 ,vollends wenn wir dieselben mit einer ,lupe bei schwacher ,vergrerung betrachten1 oder noch mehr1 wenn wir die strkere ,vergrerung eines guten ,mikroskopes anwenden1 entdecken wir berall in der organischen ,natur eine neue ,welt voll unerschpflicher ,reize4 ,aber nicht nur fr diese sthetische ,betrachtung des ,kleinen und ,kleinsten1 sondern auch fr diejenige des ,groen und ,grten in der ,natur hat uns erst das #ai4 ,jahrhundert die ,augen geffnet4 ,noch im ,beginne desselben war die ,ansicht herrschend1 da die ,hochgebirgsnatur zwar groartig1 aber abschreckend1 das ,meer zwar gewaltig1 aber furchtbar sei4 ,jetzt1 am ,ende desselben1 sind die meisten ,gebildeten -- und besonders die ,bewohner der ,grostdte -- glcklich1 wenn sie jhrlich auf ein paar ,wochen die ,herrlichkeit der ,alpen und die ,kristallpracht der ,gletscher genieen knnen2 oder wenn sie sich an der ,majestt des blauen ,meeres1 an den reizenden ,landschaftsbildern seiner ,ksten erfreuen knnen4 ,alle diese ,quellen des edelsten ,naturgenusses sind uns erst neuerdings in ihrer ganzen ,herrlichkeit offenbar und verstndlich geworden1 und die erstaunlich gesteigerte ,leichtigkeit und ,schnelligkeit des ,verkehrs hat selbst den ,unbemittelteren die ,gelegenheit zu ihrer ,kenntnis verschafft4 ,alle diese ,fortschritte im sthetischen ,naturgenusse -- und damit zugleich im wissenschaftlichen ,naturverstndnis -- bedeuten ebenso viele ,fortschritte in der hheren menschlichen ,geistesbildung und damit zugleich in unserer monistischen ,religion4 ,landschaftsmalerei und ,illustrationswerke4 ,der ,gegensatz1 in welchem unser naturalistisches ,jahrhundert zu den vorhergehenden anthropistischen steht1 prgt sich besonders in der verschiedenen ,wertschtzung und ,verbreitung von ,illustrationen der mannigfaltigsten ,naturobjekte aus4 ,es hat sich in unserer ,zeit ein lebhaftes ,interesse fr ihre bildlichen ,darstellungen entwickelt das frheren ,zeiten unbekannt war2 es wird untersttzt durch die erstaunlichen ,fortschritte der ,technik und des ,verkehrs1 welche eine allgemeine ,verbreitung derselben in weitesten ,kreisen gestatten4 ,zahlreiche illustrierte ,zeitschriften verbreiten mit der allgemeinen ,bildung zugleich den ,sinn fr die unendliche ,schnheit der ,natur in allen ,gebieten4 ,besonders ist es die ,landschaftsmalerei1 die hier eine frher nicht geahnte ,bedeutung gewonnen hat4 ,schon in der ersten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts hatte einer unserer grten und vielseitigsten ,naturforscher1 ,alexander von ,humboldt1 darauf hingewiesen1 wie die ,entwickelung der modernen ,landschaftsmalerei nicht nur als ,anregungsmittel zum ,naturstudium und als geographisches ,anschauungsmittel von hoher ,bedeutung sei1 sondern wie sie auch in anderer ,beziehung als ein edles ,bildungsmittel hochzuschtzen sei4 ,seitdem ist der ,sinn dafr noch bedeutend weiter entwickelt4 ,es sollte ,aufgabe jeder ,schule sein1 die ,kinder frhzeitig zum ,genusse der ,landschaft anzuleiten und zu der hchst dankbaren ,kunst1 sie durch ,zeichnen und ,aquarellmalen ihrem ,gedchtnis einzuprgen4 ,moderner ,naturgenu4 ,der unendliche ,reichtum der ,natur an ,schnem und ,erhabenem bietet jedem ,menschen1 der offene ,augen und sthetischen ,sinn besitzt1 eine unerschpfliche ,flle der herrlichsten ,gaben4 ,so wertvoll und beglckend aber auch der unmittelbare ,genu jeder einzelnen ,gabe ist1 so wird deren ,wert doch noch hoch gesteigert durch die ,erkenntnis ihrer ,bedeutung und ihres ,zusammenhanges mit der brigen ,natur4 ,als ,alexander von ,humboldt 7#ahde7 in seinem groartigen ,kosmos den ,entwurf einer physischen ,weltbeschreibung gab1 als er in seinen mustergltigen ,ansichten der ,natur wissenschaftliche und sthetische ,betrachtung in glcklichster ,weise verband1 da hat er mit ,recht hervorgehoben1 wie eng der veredelte ,naturgenu mit der wissenschaftlichen ,ergrndung der ,weltgesetze1 verknpft ist1 und wie beide vereinigt dazu dienen1 das ,menschenwesen auf eine hhere ,stufe der ,vollendung zu erheben4 ,die staunende ,bewunderung1 mit der wir den gestirnten ,himmel und das mikroskopische ,leben in einem ,wassertropfen betrachten1 die ,ehrfurcht1 mit der wir das wunderbare ,wirken der ,energie in der bewegten ,materie untersuchen1 die ,andacht1 mit welcher wir die ,geltung des allumfassenden ,substanzgesetzes im ,universum verehren1 -- sie alle sind ,bestandteile unseres ,gemtslebens1 die unter den ,begriff der natrlichen ,religion fallen4 ,diesseits und ,jenseits4 ,die angedeuteten ,fortschritte der ,neuzeit in der ,erkenntnis des ,wahren und im ,genusse des ,schnen bilden ebenso einerseits einen wertvollen ,inhalt unserer monistischen ,religion1 als sie andererseits in feindlichem ,gegensatze zum ,christentum stehen4 ,denn der menschliche ,geist lebt dort in dem bekannten ,diesseits1 hier in einem unbekannten ,jenseits4 ,unser ,monismus lehrt1 da wir sterbliche ,kinder der ,erde sind1 die ein oder zwei1 hchstens drei ,menschenalter hindurch das ,glck haben1 im ,diesseits die ,herrlichkeiten dieses ,planeten zu genieen1 die unerschpfliche ,flle seiner ,schnheit zu schauen und die wunderbaren ,spiele seiner ,naturkrfte zu erkennen4 ,das ,christentum dagegen lehrt1 da die ,erde ein elendes ,jammerthal ist1 auf welchem wir blo eine kurze ,zeitlang uns zu kasteien und abzuqulen brauchen1 um sodann im ,jenseits ein ewiges ,leben voller ,wonne zu genieen4 ,wo dieses ,jenseits liegt1 und wie diese ,herrlichkeit des ewigen ,lebens eigentlich beschaffen sein soll1 das hat uns noch keine ,offenbarung gesagt4 ,solange der ,himmel fr den ,menschen ein blaues ,zelt war1 ausgespannt ber der scheibenfrmigen ,erde und erleuchtet durch das blinkende ,lampenlicht einiger tausend ,sterne1 konnte sich die menschliche ,phantasie oben in diesem ,himmelssaal allenfalls das ambrosische ,gastmahl der olympischen ,gtter oder die ,tafelfreuden der ,walhallabewohner vorstellen4 ,nun ist aber fr alle diese ,gottheiten und fr die mit ihnen tafelnden unsterblichen ,seelen die offenkundige ,wohnungsnot eingetreten4 ,himmelsbild und ,weltanschauung1 wie sie ,troels-,lund in ihrem tiefen ,zusammenhange historisch dargestellt hat1 haben durch die bewunderungswrdigen ,fortschritte der modernen ,kosmologie eine vllige ,umwandlung erfahren4 ,wir wissen jetzt durch die ,astrophysik1 da der unendliche ,raum mit schwingendem ther erfllt ist1 und da ,millionen von ,weltkrpern1 nach ewigen ehernen ,gesetzen bewegt1 sich rastlos darin umhertreiben1 alle im ewigen groen ,werden und ,vergehen begriffen4 ,monistische ,kirchen4 ,die ,sttten der ,andacht1 in denen der ,mensch sein religises ,gemtsbedrfnis befriedigt und die ,gegenstnde seiner ,anbetung verehrt1 betrachtet er als seine geheiligten ,kirchen4 ,die ,pagoden im buddhistischen ,asien1 die griechischen ,tempel im klassischen ,altertum1 die ,synagogen in ,palstina1 die ,moscheen in gypten1 die katholischen ,dome im sdlichen und die evangelischen ,kathedralen im nrdlichen ,europa -- alle diese ,gotteshuser sollen dazu dienen1 den ,menschen ber die ,misere und ,prosa des realen ,alltagslebens zu erheben2 sie sollen ihn in die ,weihe und die ,poesie einer hheren1 idealen ,welt versetzen4 ,sie erfllen diesen ,zweck in vielen tausend verschiedenen ,formen1 entsprechend den verschiedenen ,kulturformen und ,zeitverhltnissen4 ,der moderne ,mensch1 welcher ,wissenschaft und ,kunst besitzt -- und damit zugleich auch ,religion --1 bedarf keiner besonderen ,kirche1 keines engen1 eingeschlossenen ,raumes4 ,denn berall in der freien ,natur1 wo er seine ,blicke auf das unendliche ,universum oder auf einen ,teil desselben richtet1 berall findet er zwar den harten ,kampf ums ,dasein1 aber daneben auch das ,wahre1 ,schne und ,gute2 berall findet er seine ,kirche in der herrlichen ,natur selbst4 ,neunzehntes ,kapitel4 ,unsere monistische ,sittenlehre4 ,gleichgewicht zwischen ,selbstliebe und ,nchstenliebe4 ,gleichberechtigung des ,egoismus und ,altruismus4 ,fehler der christlichen ,moral4 ,staat1 ,schule und ,kirche4 ,das praktische ,leben stellt an den ,menschen eine ,reihe von ganz bestimmten sittlichen ,anforderungen1 die nur dann richtig erfllt werden knnen1 wenn sie in reinem ,einklang mit seiner vernnftigen ,weltanschauung stehen4 ,diesem ,grundsatze unserer monistischen ,philosophie zufolge mu unsere gesamte ,sittenlehre oder ,ethik in vernnftigem ,zusammenhang mit der einheitlichen ,auffassung des ,kosmos stehen1 welche wir durch unsere fortgeschrittene ,erkenntnis der ,naturgesetze gewonnen haben4 ,wie das ganze unendliche ,universum im ,lichte unseres ,monismus ein einziges groes ,ganzes darstellt1 so bildet auch das geistige und sittliche ,leben des ,menschen nur einen ,teil dieses ,kosmos1 und so kann auch seine naturgeme ,ordnung nur eine einheitliche sein4 ,es gibt nicht zwei verschiedene1 getrennte ,welten3 eine physische1 materielle und eine moralische1 immaterielle ,welt4 ,ganz entgegengesetzter ,ansicht ist die groe ,mehrzahl der ,philosophen und ,theologen noch heute2 sie behaupten mit ,immanuel ,kant1 da die sittliche ,welt von der physischen ganz unabhngig sei und ganz anderen ,gesetzen gehorche2 also msse auch das sittliche ,bewutsein des ,menschen1 als die ,basis des moralischen ,lebens1 ganz unabhngig von der wissenschaftlichen ,welterkenntnis sein und sich vielmehr auf den religisen ,glauben sttzen4 ,die ,erkenntnis der sittlichen ,welt soll danach durch die glubige praktische ,vernunft geschehen1 hingegen die der ,natur oder der physischen ,welt durch die theoretische ,vernunft4 ,dieser unzweifelhafte und bewute ,dualismus in ,kants ,philosophie war ihr grter und schwerster ,fehler2 er hat unendliches ,unheil angerichtet und wirkt noch heute mchtig fort4 ,zuerst hatte der kritische ,kant in der groartigen und bewunderungswrdigen ,kritik der reinen ,vernunft einleuchtend gezeigt1 da die drei groen ,zentraldogmen der ,metaphysik3 der persnliche ,gott1 der freie ,wille und die unsterbliche ,seele vllig unbegrndet sind und immer unbegrndet bleiben werden4 ,spter aber fhrte der dogmatische ,kant das schimmernde ideale ,luftschlo der praktischen ,vernunft auf1 in welchem drei imposante ,kirchenschiffe zur ,wohnsttte jener drei mystischen ,gottheiten hergerichtet wurden4 ,nachdem sie durch die ,vordertr mittels des vernnftigen ,wissens hinausgeschafft waren1 kehrten sie nun durch die ,hintertr mittels des unvernnftigen ,glaubens wieder zurck4 ,obgleich nun der offenkundige ,gegensatz der beiden ,vernnfte von ,kant1 der prinzipielle ,antagonismus der reinen und der praktischen ,vernunft1 schon im ,anfange des #ai4 ,jahrhunderts erkannt und widerlegt wurde1 blieb er doch bis heute in weiten ,kreisen herrschend4 ,die moderne ,schule der ,neokantianer predigt noch heute den ,rckgang auf ,kant so eindringlich gerade wegen dieses willkommenen ,dualismus1 und die streitende ,kirche untersttzt sie dabei aufs wrmste1 weil ihr eigener mystischer ,glaube dazu vortrefflich pat4 ,eine wirksame ,niederlage bereitete demselben erst die moderne ,naturwissenschaft in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts2 die ,voraussetzungen der praktischen ,vernunftlehre wurden dadurch hinfllig4 ,kosmologie und ,biologie1 die auf dem ,substanzgesetz ruhen1 bedrfen keines persnlichen ,gottes mehr2 die vergleichende und genetische ,psychologie zeigte1 da eine unsterbliche ,seele nicht existieren kann1 und die ,physiologie wies nach1 da die ,annahme des freien ,willens auf ,tuschung beruht4 ,die ,entwickelungslehre endlich machte klar1 da die ewigen1 ehernen ,naturgesetze der anorganischen ,welt auch in der organischen und moralischen ,welt ,geltung haben4 ,unsere moderne ,naturerkenntnis wirkt aber fr die praktische ,philosophie und ,ethik nicht nur negativ1 indem sie den ,kantischen ,dualismus zertrmmert1 sondern auch positiv1 indem sie an dessen ,stelle das neue ,gebude des ethischen ,monismus setzt4 ,sie zeigt1 da das ,pflichtgefhl des ,menschen nicht auf einem eingeimpften kategorischen ,imperativ beruht1 sondern auf dem realen ,boden der sozialen ,instinkte1 die wir bei allen gesellig lebenden hheren ,tieren finden4 ,sie erkennt als hchstes ,ziel der ,moral die ,herstellung einer gesunden ,harmonie zwischen ,egoismus und ,altruismus1 zwischen ,selbstliebe und ,nchstenliebe4 ,vor allen anderen war es der groe englische ,philosoph ,herbert ,spencer1 dem wir die ,begrndung dieser monistischen ,ethik durch die ,entwickelungslehre verdanken4 ,egoismus und ,altruismus4 ,der ,mensch gehrt zu den sozialen ,wirbeltieren und hat daher1 wie alle sozialen ,tiere1 zweierlei verschiedene ,pflichten1 erstens gegen sich selbst und zweitens gegen die ,gesellschaft1 der er angehrt4 ,erstere sind ,gebote der ,selbstliebe 7,egoismus71 letztere ,gebote der ,nchstenliebe 7,altruismus74 ,beide ,gebote sind gleich berechtigt1 gleich natrlich und gleich unentbehrlich4 ,will der ,mensch in geordneter ,gesellschaft existieren und sich wohl befinden1 so mu er nicht nur sein eigenes ,glck anstreben1 sondern auch dasjenige der ,gemeinschaft1 der er angehrt1 und der ,nchsten1 welche diesen sozialen ,verein bilden4 ,er mu erkennen1 da ihr ,gedeihen sein ,gedeihen ist und ihr ,leiden sein ,leiden4 ,diese sozialen ,grundgesetze sind so einfach und so naturnotwendig1 da man schwer begreift1 wie ihnen theoretisch und praktisch widersprochen werden kann2 und doch geschieht das noch heute1 wie es seit ,jahrtausenden geschehen ist4 ,gleichgewicht des ,egoismus und ,altruismus4 ,die gleiche ,berechtigung dieser beiden ,naturtriebe1 die moralische ,gleichwertigkeit der ,selbstliebe und der ,nchstenliebe ist das wichtigste ,fundamentalprinzip unserer ,moral4 ,das hchste ,ziel aller vernnftigen ,sittenlehre ist demnach sehr einfach1 die ,herstellung des naturgemen ,gleichgewichts zwischen ,eigenliebe und ,nchstenliebe4 ,das ,goldene ,sittengesetz sagt3 ,was du willst1 da dir die ,leute tun sollen1 das tue du ihnen auch4 ,aus diesem hchsten ,gebot des ,christentums folgt von selbst1 da wir ebenso heilige ,pflichten gegen uns selbst wie gegen unsere ,mitmenschen haben4 ,ich habe meine ,auffassung dieses ,grundprinzips bereits #ahib in meinem ,monismus auseinandergesetzt 7,s4 #bi1 #de7 und dabei besonders drei wichtige ,stze betont3 ,i4 ,beide konkurrierende ,triebe sind ,naturgesetze1 die zum ,bestehen der ,familie und der ,gesellschaft gleich wichtig und gleich notwendig sind2 der ,egoismus ermglicht die ,selbsterhaltung des ,individuums1 der ,altruismus diejenige der ,gattung und ,spezies1 die sich aus der ,kette der vergnglichen ,individuen zusammensetzt4 ,,ii4 ,die sozialen ,pflichten1 welche die ,gesellschaftsbildung den assoziierten ,menschen auferlegt1 und durch welche sich diese erhlt1 sind nur hhere ,entwickelungsformen der sozialen ,instinkte1 welche wir bei allen hheren1 gesellig lebenden ,tieren finden4 ,,iii4 ,beim ,kulturmenschen steht alle ,ethik1 sowohl die theoretische wie die praktische ,sittenlehre1 als ,normwissenschaft in ,zusammenhang mit der ,weltanschauung und demnach auch mit der ,religion4 ,das ethische ,grundgesetz4 7,das ,goldene ,sittengesetz47 ,aus der ,anerkennung unseres ,fundamentalprinzips der ,moral ergibt sich unmittelbar das hchste ,gebot derselben1 jenes ,pflichtgebot1 das man jetzt oft als das ,goldene ,sittengesetz oder kurz als die ,goldene ,regel bezeichnet4 ,christus sprach dasselbe wiederholt in dem einfachen ,satze aus3 ,du sollst deinen ,nchsten lieben wie dich selbst 7,matth4 #ai1 #ai2 #bb1 #ci1 #dj2 ,rmer #ac1 #i usw474 ,in diesem wichtigsten und hchsten ,gebote stimmt unsere monistische ,ethik vollkommen mit der christlichen berein4 ,nur mssen wir gleich die historische ,tatsache hinzufgen1 da die ,aufstellung dieses obersten ,grundgesetzes nicht ein ,verdienst ,christi ist1 wie die meisten christlichen ,theologen behaupten und ihre unkritischen ,glubigen unbesehen annehmen4 ,vielmehr ist diese ,goldene ,regel mehr als fnfhundert ,jahre lter als ,christus und von vielen verschiedenen ,weisen ,griechenlands und des ,orients als wichtigstes ,sittengesetz anerkannt4 ,pittakos von ,mytilene1 einer der sieben ,weisen ,griechenlands1 sagte #fbj ,jahre vor ,christus3 ,tue deinem ,nchsten nicht1 was du ihm verbeln wrdest4 -- ,konfutse1 der groe chinesische ,philosoph und ,religionsstifter 7der die ,unsterblichkeit der ,seele und den persnlichen ,gott leugnete71 sagte #ejj ,jahre vor ,chr43 ,tue jedem anderen1 was du willst1 da er dir tun soll2 und tue keinem anderen1 was du willst1 da er dir nicht tun soll4 ,du brauchst nur dieses ,gebot allein2 es ist die ,grundlage aller anderen ,gebote4 ,aristoteles lehrte um die ,mitte des vierten ,jahrhunderts vor ,chr43 ,wir sollen uns gegen andere so benehmen1 als wir wnschen1 da andere gegen uns handeln sollen4 ,in gleichem ,sinne und zum ,teil mit denselben ,worten wird auch die goldene ,regel von ,thales1 ,isokrates1 ,aristippus1 dem ,pythagorer ,sextus und anderen ,philosophen des klassischen ,altertums -- mehrere ,jahrhunderte vor ,christus6 -- ausgesprochen4 ,aus dieser ,zusammenstellung geht hervor1 da das ,goldene ,grundgesetz zu verschiedenen ,zeiten und an verschiedenem ,orten von mehreren ,philosophen -- unabhngig voneinander -- aufgestellt worden ist4 ,anderenfalls mte man annehmen1 da ,jesus es aus anderen orientalischen ,quellen 7aus lteren semitischen1 indischen1 chinesischen ,traditionen1 besonders buddhistischen ,lehren7 bernommen habe1 wie es jetzt fr die meisten anderen christlichen ,glaubenslehren nachgewiesen ist4 ,christliche ,sittenlehre4 ,da das ethische ,grundgesetz demnach bereits seit #bejj ,jahren besteht1 und da das ,christentum dasselbe ausdrcklich als hchstes1 alle anderen umfassendes ,gebot an die ,spitze seiner ,sittenlehre stellt1 wrde unsere monistische ,ethik in diesem wichtigsten ,punkte nicht nur mit jenen lteren heidnischen ,sittenlehren1 sondern auch mit den christlichen in vollkommenem ,einklang sein4 ,leider wird aber diese erfreuliche ,harmonie dadurch gestrt1 da die ,evangelien und die paulinischen ,episteln viele andere ,sittenlehren enthalten1 die jenem ersten und obersten ,gebote geradezu widersprechen4 ,wir mssen daher kurz jene bedauerlichen ,seiten der christlichen ,lehre andeuten1 welche mit der besseren ,weltanschauung der ,neuzeit unvertrglich und bezglich ihrer praktischen ,konsequenzen geradezu schdlich sind4 ,dahin gehrt die ,verachtung der christlichen ,moral gegen das eigene ,individuum1 gegen den ,leib1 die ,natur1 die ,kultur1 die ,familie und die ,frau4 ,i4 ,die ,selbstverachtung des ,christentums4 ,als obersten und wichtigsten ,migriff der christlichen ,ethik1 welcher die ,goldene ,regel geradezu aufhebt1 mssen wir die bertreibung der ,nchstenliebe auf ,kosten der ,selbstliebe betrachten4 ,das ,christentum bekmpft und verwirft den ,egoismus im ,prinzip1 und doch ist dieser ,naturtrieb zur ,selbsterhaltung absolut unentbehrlich2 ja1 man kann sagen1 da auch der ,altruismus1 sein scheinbares ,gegenteil1 im ,grunde ein verfeinerter ,egoismus ist4 ,nichts ,groes1 nichts ,erhabenes ist jemals ohne ,egoismus geschehen und ohne die ,leidenschaft1 welche uns zu groen ,opfern befhigt4 ,nur die ,ausschreitungen dieser ,triebe sind verwerflich4 ,zu denjenigen christlichen ,geboten1 welche uns in frhester ,jugend als wichtigste eingeprgt und welche in ,millionen von ,predigten verherrlicht werden1 gehrt der ,satz 7,matthus #e1 #dd73 ,liebet eure ,feinde1 segnet1 die euch fluchen1 tut wohl denen1 die euch hassen1 bittet fr die1 so euch beleidigen und verfolgen4 ,dieses ideale ,gebot ist praktisch von sehr bedenklichem ,werte4 ,ebenso verhlt es sich mit der ,anweisung3 ,wenn dir jemand den ,rock nimmt1 dem gib auch den ,mantel2 d4 h4 in das moderne ,leben bersetzt3 ,wenn dich ein gewissenloser ,schuft um die eine ,hlfte deines ,vermgens betrgt1 dann schenke ihm auch noch die andere ,hlfte4 ,die vielbewunderte ,weltmachtspolitik der modernen ,kulturstaaten steht in schneidendem ,widerspruch zu allen ,grundlehren der christlichen ,liebe1 welche von ihnen im ,munde gefhrt wird4 brigens ist ja der offenkundige ,widerspruch zwischen der empfohlenen idealen1 altruistischen ,moral des einzelnen ,menschen und der realen1 rein egoistischen ,moral der menschlichen ,gemeinden1 und besonders der christlichen ,kulturstaaten1 eine allbekannte ,tatsache4 ,es wre interessant1 mathematisch festzustellen1 bei welcher ,zahl von vereinigten ,menschen das altruistische ,sittenideal der einzelnen ,person sich in sein ,gegenteil verwandelt1 in die rein egoistische ,realpolitik der ,staaten und ,nationen4 ,,ii4 ,die ,leibesverachtung des ,christentums4 ,da der christliche ,glaube den ,organismus des ,menschen ganz dualistisch beurteilt und der unsterblichen ,seele nur einen vorbergehenden ,aufenthalt im sterblichen ,leibe anweist1 ist es ganz natrlich1 da der ersteren ein viel hherer ,wert beigemessen wird als dem letzteren4 ,daraus folgt jene ,vernachlssigung der ,leibespflege1 der krperlichen ,ausbildung und ,reinlichkeit1 welche das ,kulturleben des christlichen ,mittelalters sehr unvorteilhaft vor demjenigen des heidnischen klassischen ,altertums auszeichnet4 ,in der christlichen ,sittenlehre fehlen jene strengen ,gebote der tglichen ,waschungen und der sorgfltigen ,krperpflege1 die wir in der mohammedanischen1 den indischen und anderen ,religionen nicht nur theoretisch festgesetzt1 sondern auch praktisch ausgefhrt sehen4 ,das ,ideal des frommen ,christen ist in vielen ,klstern der ,mensch1 der sich niemals ordentlich wscht und kleidet1 der seine schmutzige ,kutte niemals wechselt1 und der statt ordentlicher ,arbeit sein faules ,leben mit gedankenlosen ,betbungen1 sinnlosem ,fasten usw4 zubringt4 ,als ,auswchse dieser ,leibesverachtung mge noch an die widerwrtigen ,bubungen der ,geiler und anderer ,asketiker erinnert werden4 ,,iii4 ,die ,naturverachtung des ,christentums4 ,eine ,quelle von unzhligen theoretischen ,irrtmern und praktischen ,fehlern1 von geduldeten ,rohheiten und bedauerlichen ,entbehrungen liegt in dem falschen ,anthropismus des ,christentums1 in der exklusiven ,stellung1 welche es dem ,menschen als ,ebenbild ,gottes anweist1 im ,gegensatze zu der brigen ,natur4 ,dadurch hat es nicht allein zu einer hchst schdlichen ,entfremdung von unserer herrlichen ,mutter ,natur beigetragen1 sondern auch zu einer bedauernswerten ,verachtung der brigen ,organismen4 ,das ,christentum kennt nicht jene rhmliche ,liebe zu den ,tieren1 jenes ,mitleid mit den nchststehenden1 uns befreundeten ,sugetieren 7,hunden1 ,pferden1 ,rindern usw471 welche zu den ,sittengesetzen vieler anderer lterer ,religionen gehren1 vor allem der weitestverbreiteten1 des ,buddhismus4 ,wer lngere ,zeit im katholischen ,sdeuropa gelebt hat1 ist oftmals ,zeuge jener abscheulichen ,tierqulereien gewesen1 die uns ,tierfreunden sowohl das tiefste ,mitleid als den hchsten ,zorn erregen2 und wenn er dann jenen rohen ,christen ,vorwrfe ber ihre ,grausamkeit macht1 erhlt er zur lachenden ,antwort3 ,ja1 die ,tiere sind doch keine ,christen6 ,leider wurde dieser ,irrtum auch durch ,descartes befestigt1 der nur dem ,menschen eine fhlende ,seele zuschrieb1 nicht aber den ,tieren4 ,wie erhaben steht in dieser ,beziehung unsere monistische ,ethik ber der christlichen6 ,der ,darwinismus lehrt uns1 da wir zunchst von ,primaten und weiterhin von einer ,reihe lterer ,sugetiere abstammen1 und da diese unsere ,brder sind2 die ,physiologie beweist uns1 da diese ,tiere dieselben ,nerven und ,sinnesorgane haben wie wir1 da sie hnlich ,lust und ,schmerz empfinden wie wir4 ,kein mitfhlender monistischer ,naturforscher wird sich jemals jener rohen ,mihandlung der ,tiere schuldig machen1 die der glubige ,christ in seinem anthropistischen ,grenwahn -- als ,kind des ,gottes der ,liebe6 -- gedankenlos begeht4 -- ,auerdem aber entzieht die prinzipielle ,naturverachtung des ,christentums dem ,menschen eine ,flle der edelsten irdischen ,freuden1 vor allem den herrlichen1 wahrhaft erhebenden ,naturgenu4 ,,iv4 ,die ,kulturverachtung des ,christentums4 ,da nach ,christi ,lehre unsere ,erde ein ,jammerthal ist1 unser irdisches ,leben wertlos und nur eine ,vorbereitung auf das ewige ,leben im besseren ,jenseits1 so verlangt sie folgerichtig1 da demgem der ,mensch auf alles ,glck im ,diesseits zu verzichten und alle dazu erforderlichen irdischen ,gter gering zu achten hat4 ,zu diesen irdischen ,gtern gehren aber fr den modernen ,kulturmenschen die unzhligen kleinen und groen ,hilfsmittel der ,technik1 der ,hygiene1 des ,verkehrs1 welche unser heutiges ,kulturleben angenehm gestalten2 -- zu diesen irdischen ,gtern gehren alle die hohen ,gensse der bildenden ,kunst1 der ,tonkunst1 der ,poesie1 welche schon whrend des christlichen ,mittelalters 7trotz seiner ,prinzipien67 sich zu hoher ,blte entwickelten1 und welche wir als ideale ,gter hochschtzen2 -- zu diesen irdischen ,gtern gehren die unschtzbaren ,fortschritte der ,wissenschaft und vor allem der ,naturerkenntnis4 ,alle diese irdischen ,gter der verfeinerten ,kultur1 welche nach unserer monistischen ,weltanschauung den hchsten ,wert besitzen1 sind nach der christlichen ,lehre wertlos1 ja groenteils verwerflich1 und die strenge christliche ,moral mu das ,streben nach diesen ,gtern mibilligen4 ,das ,christentum zeigt sich also auch auf diesem praktischen ,gebiete kulturfeindlich2 der ,kampf1 welchen die moderne ,bildung und ,wissenschaft dagegen zu fhren gezwungen sind1 ist auch in diesem ,sinne ein wirklicher ,kulturkampf4 ,v4 ,die ,familienverachtung des ,christentums4 ,zu den bedauerlichsten ,seiten der christlichen ,moral gehrt die ,geringschtzung1 welche dasselbe gegen das ,familienleben besitzt1 d4 h4 gegen jenes naturgeme ,zusammenleben mit den nchsten ,blutsverwandten1 welches fr den normalen ,menschen ebenso unentbehrlich ist wie fr alle hheren sozialen ,tiere4 ,die ,familie gilt uns ja mit ,recht als die ,grundlage der ,gesellschaft und das gesunde ,familienleben als ,vorbedingung fr ein blhendes ,staatsleben4 ,ganz anderer ,ansicht war ,christus1 dessen nach dem ,jenseits gerichteter ,blick die ,frau und die ,familie ebenso gering schtzte wie alle anderen ,gter des ,diesseits4 ,von den seltenen ,berhrungen mit seinen ,eltern und ,geschwistern wissen die ,evangelien nur sehr wenig zu erzhlen2 das ,verhltnis zu seiner ,mutter ,maria war danach keineswegs so zart und innig1 wie es uns ,tausende von schnen ,bildern in poetischer ,verklrung vorfhren2 er selbst war nicht verheiratet4 ,die ,geschlechtsliebe1 die doch die erste ,grundlage der ,familienbildung ist1 erschien ,jesus eher wie ein notwendiges bel4 ,noch weiter ging darin sein eifrigster ,apostel1 ,paulus1 der es fr besser erklrte1 nicht zu heiraten1 als zu heiraten4 ,es ist dem ,menschen gut1 da er kein ,weib berhre 7#a4 ,korinther #g1 #a1 #bh-ch74 ,wenn die ,menschheit diesen guten ,rat befolgte1 wrde sie damit allerdings bald alles irdische ,leid und ,elend loswerden2 sie wrde durch diese ,radikalkur innerhalb eines ,jahrhunderts aussterben4 ,,vi4 ,die ,frauenverachtung des ,christentums4 ,da ,christus selbst die ,frauenliebe nicht kannte1 blieb ihm persnlich jene feine ,veredelung des wahren ,menschenwesens fremd1 welche erst aus dem innigen ,zusammenleben des ,mannes mit dem ,weibe entspringt4 ,der intime sexuelle ,verkehr1 auf welchem allein die ,erhaltung des ,menschengeschlechts beruht1 ist dafr ebenso wichtig wie die geistige ,durchdringung beider ,geschlechter und die gegenseitige ,ergnzung1 die sich beide gleicherweise in den praktischen ,bedrfnissen des tglichen ,lebens wie in den hchsten idealen ,funktionen der ,seelenttigkeit gewhren4 ,denn ,mann und ,weib sind zwei verschiedene1 aber gleichwertige ,organismen1 jeder mit seinen ,eigentmlichkeiten1 ,vorzgen und ,mngeln4 ,je hher sich die ,kultur entwickelte1 desto mehr wurde dieser ideale ,wert der sexuellen ,liebe erkannt1 und desto hher stieg die ,achtung der ,frau1 besonders in der germanischen ,rasse2 ist sie doch die ,quelle1 aus welcher die herrlichsten ,blten der ,poesie und der ,kunst entsprossen sind4 ,christus dagegen lag diese ,anschauung ebenso fern wie fast dem ganzen ,altertum2 er teilte die allgemein herrschende ,anschauung des ,orients1 da das ,weib dem ,manne untergeordnet und der ,verkehr mit ihm unrein sei4 ,die beleidigte ,natur hat sich fr diese ,miachtung furchtbar gercht2 ihre traurigen ,folgen sind namentlich in der ,kulturgeschichte des papistischen ,mittelalters mit blutiger ,schrift verzeichnet4 ,papistische ,moral4 ,die bewunderungswrdige ,hierarchie des rmischen ,papismus1 die kein ,mittel zur absoluten ,beherrschung der ,geister verschmhte1 fand ein ausgezeichnetes ,instrument in der ,fortbildung jener unreinen ,anschauung und in der ,pflege der asketischen ,vorstellung1 da die ,enthaltung vom ,frauenverkehr an sich eine ,tugend sei4 ,schon in den ersten ,jahrhunderten nach ,christus enthielten sich viele ,priester freiwillig der ,ehe1 und bald stieg der vermeintliche ,wert dieses ,zlibats so hoch1 da dasselbe fr obligatorisch erklrt wurde4 ,die ,sittenlosigkeit1 die infolge dessen einri1 ist durch die ,forschungen der neueren ,kulturgeschichte allbekannt geworden4 ,schon im ,mittelalter wurde die ,verfhrung ehrbarer ,frauen und ,tchter durch katholische ,geistliche 7wobei der ,beichtstuhl eine wichtige ,rolle spielte7 ein ffentliches rgernis2 viele ,gemeinden drangen darauf1 da zur ,verhtung derselben den keuschen ,priestern das ,konkubinat gestattet werde6 ,auf den christlichen ,konzilien1 auf welchen unglubige ,ketzer lebendig verbrannt wurden1 tafelten die versammelten ,kardinle und ,bischfe mit ganzen ,scharen von ,freudenmdchen4 ,die geheimen und ffentlichen ,ausschweifungen des katholischen ,klerus wurden so schamlos und gemeingefhrlich1 da schon vor ,luther die ,emprung darber allgemein und der ,ruf nach einer ,reformation der ,kirche an ,haupt und ,gliedern berall laut wurde4 ,da trotzdem diese unsittlichen ,verhltnisse in katholischen ,lndern noch heute fortbestehen 7wenn auch mehr im ,geheimen71 ist bekannt4 ,frher wiederholten sich noch immer von ,zeit zu ,zeit die ,antrge auf definitive ,aufhebung des ,zlibats1 so in den ,kammern von ,baden1 ,bayern1 ,hessen1 ,sachsen und anderen ,lndern4 ,leider bisher vergebens6 ,im ,deutschen ,reichstage1 in welchem das ultramontane ,zentrum die lcherlichsten ,mittel zur ,vermeidung der sexuellen ,unsittlichkeit vorschlgt1 denkt noch heute keine ,partei daran1 die ,abschaffung des ,zlibats im ,interesse der ffentlichen ,moral zu beantragen4 7,vergl4 ,hoensbroech1 ,das ,papsttum1 ,leipzig #aija74 ,der moderne ,kulturstaat1 der nicht blo das praktische1 sondern auch das moralische ,volksleben auf eine hhere ,stufe heben soll1 hat das ,recht und die ,pflicht1 solche unwrdige und gemeinschdliche ,zustnde aufzuheben4 ,das obligatorische ,zlibat der katholischen ,geistlichen ist ebenso verderblich und unsittlich wie die ,ohrenbeichte und der ,ablakram2 alle drei ,einrichtungen haben mit dem ursprnglichen ,christentum nichts zu tun2 alle drei schlagen der reinen ,christenmoral ins ,gesicht2 alle drei sind nichtswrdige ,erfindungen des ,papismus1 darauf berechnet1 die absolute ,herrschaft ber die leichtglubigen ,volksmassen aufrecht zu erhalten und sie nach ,krften materiell auszubeuten4 ,die ,nemesis der ,geschichte wird frher oder spter ber den rmischen ,papismus ein furchtbares ,strafgericht halten1 und die ,millionen ,menschen1 die durch diese entartete ,religion um ihr ,lebensglck gebracht wurden1 werden dazu dienen1 ihr im zwanzigsten ,jahrhundert den ,todessto zu versetzen -- wenigstens in den wahren ,kulturstaaten4 ,man hat neuerdings berechnet1 da die ,zahl der ,menschen1 welche durch die papistischen ,ketzerverfolgungen1 die ,inquisition1 die christlichen ,glaubenskriege usw4 ums ,leben kamen1 weit ber zehn ,millionen betrgt4 ,aber was bedeutet diese ,zahl gegen die zehnfach grere ,zahl der ,unglcklichen1 welche den ,satzungen und der ,priesterherrschaft der entarteten christlichen ,kirche moralisch zum ,opfer fielen8 -- gegen die ,unzahl derjenigen1 deren hheres ,geistesleben durch sie gettet1 deren naives ,gewissen geqult1 deren ,familienleben vernichtet wurde8 ,hier gilt das wahre ,wort aus ,goethes ,gedicht ,die ,braut von ,korinth3 ,opfer fallen hier1 weder ,lamm noch ,stier1 ,aber ,menschenopfer unerhrt6 ,staat und ,kirche4 ,in dem groen ,kulturkampfe1 der infolge dieser traurigen ,verhltnisse noch immer gefhrt werden mu1 sollte das erste ,ziel die vollstndige ,trennung von ,staat und ,kirche sein4 ,die freie ,kirche soll im freien ,staate bestehen1 d4 h4 jede ,kirche soll frei sein in voller ,ausbung ihres ,kultus und ihrer ,zeremonien1 auch im ,ausbau ihrer phantastischen ,dichtungen und aberglubigen ,dogmen -- jedoch unter der ,voraussetzung1 da sie dadurch nicht die ffentliche ,ordnung und ,sittlichkeit gefhrdet4 ,und dann soll gleiches ,recht fr alle gelten6 ,die freien ,gemeinden und die monistischen ,religions-,gesellschaften sollen ebenso geduldet und ebenso frei in ihren ,bewegungen sein wie die liberalen ,protestantenvereine und die orthodoxen ultramontanen ,gemeinden4 ,aber fr alle diese ,glubigen der verschiedensten ,konfessionen soll die ,religion ,privatsache bleiben2 der ,staat soll sie nur beaufsichtigen und etwaige ,ausschreitungen verhten1 sie aber weder unterdrcken1 noch untersttzen4 ,auch sollen die ,steuerzahler nicht mehr gehalten werden1 ihr ,geld fr die ,aufrechterhaltung und ,frderung eines fremden ,glaubens herzugeben1 der nach ihrer ehrlichen berzeugung ein schdlicher ,aberglaube ist4 ,in den ,vereinigten ,staaten von ,nordamerika1 in ,holland und einigen kleineren ,lndern ist in diesem ,sinne die vollstndige ,trennung von ,staat und ,kirche lngst durchgefhrt1 und zwar zur ,zufriedenheit aller ,beteiligten1 ebenso neuerdings in ,frankreich4 ,damit ist dort zugleich die ebenso wichtige ,trennung von der ,schule bestimmt1 unzweifelhaft ein wesentlicher ,grund fr den ,aufschwung der ,wissenschaft und des hheren ,geisteslebens berhaupt4 ,kirche und ,schule4 ,es ist selbstverstndlich1 da die ,entfernung der ,kirche aus der ,schule sich blo auf die ,konfession bezieht1 auf die besondere ,glaubensform1 welche der ,sagenkreis jeder einzelnen ,kirche im ,laufe der ,zeit entwickelt hat4 ,dieser konfessionelle ,unterricht ist reine ,privatsache und ,aufgabe der ,eltern und ,vormnder1 oder derjeniger ,priester oder ,lehrer1 denen diese ihr persnliches ,vertrauen schenken4 ,dagegen treten an ,stelle der ausgeschiedenen ,konfession zwei verschiedene wichtige ,unterrichtsgegenstnde3 erstens die monistische ,sittenlehre und zweitens die vergleichende ,religionsgeschichte4 ber die neue monistische ,ethik1 welche sich auf der festen ,basis der modernen ,naturerkenntnis -- vor allem der ,entwickelungslehre -- erhebt1 ist im ,laufe der letzten ,jahrzehnte eine umfangreiche ,literatur erschienen4 ,unsere neue vergleichende ,religionsgeschichte knpft naturgem an den bestehenden ,elementarunterricht in biblischer ,geschichte und in der ,sagenwelt des griechischen und rmischen ,altertums an4 ,beide bleiben wie bisher wesentliche ,bildungselemente4 ,das ist schon deshalb selbstverstndlich1 weil unsere ganze bildende ,kunst auf das ,innigste mit der jdischen und christlichen1 der hellenischen und rmischen ,mythologie verwachsen ist4 ,ein wesentlicher ,unterschied im ,unterricht wird nur da eintreten1 da die israelitischen und christlichen ,sagen und ,legenden nicht als ,wahrheit gelehrt werden1 sondern gleich den griechischen und rmischen als ,dichtungen2 was sie an ethischen und sthetischen ,werten enthalten1 wird dadurch nicht vermindert1 sondern erhht4 -- ,was die ,bibel betrifft1 so sollte dieses ,buch der ,bcher den ,kindern nur in sorgfltig gewhltem ,auszuge in die ,hand gegeben werden 7als ,schulbibel72 dadurch wrde die ,befleckung der kindlichen ,phantasie mit den zahlreichen unsauberen ,geschichten und unmoralischen ,erzhlungen verhtet werden1 an denen namentlich das ,alte ,testament so reich ist4 ,staat und ,schule4 ,nachdem unser moderner ,kulturstaat sich und die ,schule von den ,sklavenfesseln der ,kirche befreit hat1 wird er um so mehr seine ,kraft und ,frsorge der ,pflege der ,schule widmen knnen4 ,der unschtzbare ,wert eines guten ,schulunterrichts ist uns um so mehr zum ,bewutsein gekommen1 je reicher sich im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts alle ,zweige des modernen ,kulturlebens entfaltet haben4 ,aber die ,entwickelung der ,unterrichtsmethoden hat damit keineswegs gleichen ,schritt gehalten4 ,die ,notwendigkeit einer umfassenden ,schulreform drngt sich uns immer entschiedener auf4 ,besonders drften dabei folgende ,fortschritte zu bercksichtigen sein3 #a4 ,im bisherigen ,unterricht spielte allgemein der ,mensch die ,hauptrolle und besonders das grammatische ,studium seiner ,sprache2 die ,naturkunde wurde darber ganz vernachlssigt4 #b4 ,in der neueren ,schule mu die ,natur das ,hauptobjekt werden2 der ,mensch soll eine richtige ,vorstellung von der ,welt gewinnen1 in der er lebt2 er soll nicht auerhalb der ,natur stehen oder gar im ,gegensatz zu ihr1 sondern soll als ihr hchstes und edelstes ,erzeugnis erscheinen4 #c4 ,das ,studium der klassischen ,sprachen 7,lateinisch und ,griechisch71 das bisher den grten ,teil der ,zeit und ,arbeit in ,anspruch nahm1 bleibt zwar sehr wertvoll1 mu aber stark beschrnkt und auf die ,elemente reduziert werden 7das ,griechische nur fakultativ1 das ,lateinisch obligatorisch74 #d4 ,dafr mssen die modernen ,kultursprachen auf allen hheren ,schulen um so mehr gepflegt werden 7,deutsch1 ,englisch1 ,franzsisch1 ,italienisch74 #e4 ,der ,unterricht in der ,geschichte mu mehr das innere ,geistesleben1 die ,kulturgeschichte bercksichtigen1 weniger die uerliche ,vlkergeschichte 7die ,schicksale der ,dynastien1 ,kriege usw474 #f4 ,die ,grundzge der ,entwickelungslehre sind im ,zusammenhange mit denjenigen der ,kosmologie zu lehren1 ,geologie im ,anschlu an die ,geographie1 ,anthropologie im ,anschlu an die ,biologie4 #g4 ,die ,grundzge der ,biologie mssen ,gemeingut jedes gebildeten ,menschen werden2 der moderne ,anschauungsunterricht frdert die anziehende ,einfhrung in die biologischen ,wissenschaften 7,anthropologie1 ,zoologie1 ,botanik74 ,im ,beginne ist von der beschreibenden ,systematik auszugehen 7im ,zusammenhang mit kologie oder ,bionomie72 spter sind die ,elemente der ,anatomie und ,physiologie anzuschlieen4 #h4 ,ebenso mu von ,physik und ,chemie jeder ,gebildete die ,grundzge kennen lernen4 #i4 ,jeder ,schler mu gut zeichnen lernen1 und zwar nach der ,natur2 womglich auch aquarellieren4 ,das ,entwerfen von ,zeichnungen und ,aquarellskizzen nach der ,natur 7von ,blumen1 ,tieren1 ,landschaften1 ,wolken usw47 weckt nicht nur das ,interesse an der ,natur und erhlt die ,erinnerung an ihren ,genu1 sondern die ,schler lernen dadurch berhaupt erst richtig sehen und das ,gesehene verstehen4 #aj4 ,viel mehr ,sorgfalt und ,zeit als bisher ist auf die krperliche ,ausbildung zu verwenden1 auf ,turnen und ,schwimmen2 vorzglich aber sind wchentlich gemeinsame ,spaziergnge und jhrlich in den ,ferien mehrere ,fureisen zu unternehmen2 der hier gebotene ,anschauungsunterricht ist von hchstem ,wert4 ,das ,hauptziel der hheren ,schulbildung blieb bisher in den meisten ,kulturstaaten die ,vorbildung fr den spteren ,beruf1 ,erwerbung eines gewissen ,maes von ,kenntnissen und ,abrichtung fr die ,pflichten des ,staatsbrgers4 ,die ,schule des #bj4 ,jahrhunderts wird dagegen als ,hauptziel die ,ausbildung des selbstndigen ,denkens verfolgen1 das klare ,verstndnis der erworbenen ,kenntnisse und die ,einsicht in den natrlichen ,zusammenhang der ,erscheinungen4 ,wenn der moderne ,kulturstaat jedem ,brger das allgemeine gleiche ,wahlrecht zugesteht1 mu er ihm auch die ,mittel gewhren1 durch gute ,schulbildung seinen ,verstand zu entwickeln1 um davon zum allgemeinen ,besten eine vernnftige ,anwendung zu machen4 ,zwanzigstes ,kapitel4 ,lsung der ,weltrtsel4 ,rckblick auf die ,fortschritte der wissenschaftlichen ,welterkenntnis im neunzehnten ,jahrhundert4 ,beantwortung der ,weltrtsel durch die monistische ,naturphilosophie4 ,am ,ende unserer philosophischen ,studien ber die ,weltrtsel angelangt1 drfen wir getrost zur ,beantwortung der schwerwiegenden ,frage schreiten3 ,wie weit ist uns ihre ,lsung gelungen8 ,welchen ,wert besitzen die ungeheuren ,fortschritte1 welche das verflossene #ai4 ,jahrhundert in der wahren ,naturerkenntnis gemacht hat8 ,und welche ,aussicht erffnen sie uns fr die ,zukunft1 fr die weitere ,entwickelung unserer ,weltanschauung im #bj4 ,jahrhundert8 ,jeder unbefangene ,denker1 der die tatschlichen ,fortschritte unserer empirischen ,kenntnisse und die einheitliche ,klrung unseres philosophischen ,verstndnisses einigermaen bersehen kann1 wird unsere ,ansicht teilen3 das #ai4 ,jahrhundert hat grere ,fortschritte in der ,kenntnis der ,natur und im ,verstndnis ihres ,wesens herbeigefhrt als alle frheren ,jahrhunderte2 es hat viele groe ,weltrtsel gelst1 die an seinem ,beginne fr unlsbar galten2 es hat uns neue ,gebiete des ,wissens und ,erkennens aufgeschlossen1 von deren ,existenz der ,mensch vor hundert ,jahren noch keine ,ahnung hatte4 ,vor allem aber hat es uns das erhabene ,ziel der monistischen ,kosmologie klar vor ,augen gestellt und den ,weg gezeigt1 auf welchem allein wir uns ihm nhern knnen1 den ,weg der exakten empirischen ,erforschung der ,tatsachen und der kritischen genetischen ,erkenntnis ihrer ,ursachen4 ,das abstrakte groe ,gesetz der mechanischen ,kausalitt1 fr das unser kosmologisches ,grundgesetz1 das ,substanzgesetz1 nur ein anderer konkreter ,ausdruck ist1 beherrscht jetzt das ,universum ebenso wie den ,menschengeist2 es ist der sichere1 unverrckbare ,leitstern geworden1 dessen klares ,licht uns durch das dunkle ,labyrinth der unzhligen einzelnen ,erscheinungen den ,pfad zeigt4 ,um uns davon zu berzeugen1 wollen wir einen flchtigen ,rckblick auf die erstaunlichen ,fortschritte werfen1 welche die ,hauptzweige der ,naturwissenschaft in diesem denkwrdigen ,zeitraum gemacht haben4 ,i4 ,fortschritte der ,astronomie4 ,die ,himmelskunde ist die lteste1 die ,menschenkunde die jngste ,naturwissenschaft4 ber sich selbst und sein eigenes ,wesen kam der ,mensch erst in der zweiten ,hlfte des #ai4 ,jahrhunderts zur ,klarheit1 whrend er in der ,kenntnis des gestirnten ,himmels1 der ,planetenbewegungen usw4 schon vor #ejjj ,jahren viele ,kenntnisse besa4 ,die alten ,chinesen1 ,inder1 gypter und ,chalder kannten im fernen ,morgenlande schon damals die sphrische ,astronomie genauer als die meisten gebildeten ,christen des ,abendlandes viertausend ,jahre spter4 ,schon im ,jahre #bfig vor ,chr4 wurde in ,china eine ,sonnenfinsternis astronomisch berechnet und #aajj ,jahre vor ,chr4 mittels eines ,gnomons die ,schiefe der ,ekliptik bestimmt2 hingegen besa ,christus selbst 7der ,sohn ,gottes67 bekanntlich gar keine astronomischen ,kenntnisse2 er beurteilte vielmehr ,himmel und ,erde1 ,natur und ,mensch von dem beschrnktesten geozentrischen und anthropozentrischen ,standpunkte aus4 ,als grter ,fortschritt der ,astronomie wird allgemein und mit ,recht das heliozentrische ,weltsystem des ,kopernikus betrachtet1 dessen groartiges ,werk3 ,de revolutionibus orbium coelestium 7#aedc7 selbst die grte ,revolution in den ,kpfen der denkenden ,menschen hervorrief4 ,indem er das herrschende geozentrische ,weltsystem des ,ptolemus strzte1 entzog er zugleich der herrschenden christlichen ,weltanschauung den ,boden1 welche die ,erde als ,mittelpunkt der ,welt und den ,menschen als gottgleichen ,beherrscher der ,erde betrachtete4 ,es war daher nur folgerichtig1 da der christliche ,klerus1 an seiner ,spitze der rmische ,papst1 die neue ,entdeckung des ,kopernikus aufs heftigste bekmpfte4 ,trotzdem brach sie sich bald vollstndig ,bahn1 nachdem ,kepler und ,galilei darauf die wahre ,mechanik des ,himmels gegrndet und ,newton ihr durch seine ,gravitationstheorie die unerschtterliche mathematische ,basis gegeben hatte 7#afhf74 ,ein weiterer gewaltiger und das ganze ,universum umfassender ,fortschritt war die ,einfhrung der ,entwickelungsidee in die ,himmelskunde2 er geschah #agee durch den jugendlichen ,kant1 der in seiner khnen ,allgemeinen ,naturgeschichte und ,theorie des ,himmels nicht nur die ,verfassung1 sondern auch den mechanischen ,ursprung des ganzen ,weltgebudes nach ,newtons ,grundstzen abzuhandeln unternahm4 ,durch das groartige ,systme du monde von ,laplace1 der unabhngig von ,kant auf dieselben ,vorstellungen von der ,weltbildung gekommen war1 wurde dann #agif diese neue ,mcanique cleste so fest begrndet1 da es scheinen konnte1 unserem #ai4 ,jahrhundert sei auf diesem grten ,erkenntnisgebiete nichts wesentlich ,neues von gleicher ,bedeutung mehr vorbehalten4 ,und doch bleibt ihm der ,ruhm1 auch hier ganz neue ,bahnen erffnet und unseren ,blick ins ,universum unendlich erweitert zu haben4 ,durch die ,erfindung der ,photographie und ,photometrie1 vor allem aber der ,spektralanalyse 7durch ,bunsen und ,kirchhoff1 #ahfj7 wurden die ,physik und ,chemie in die ,astronomie eingefhrt und dadurch kosmologische ,aufschlsse von grter ,tragweite gewonnen4 ,es ergab sich nun mit ,sicherheit1 da die ,materie im ganzen ,weltall wesentlich dieselbe ist1 und da ihre physikalischen und chemischen ,eigenschaften auf den fernsten ,fixsternen nicht verschieden sind von denjenigen unserer ,erde4 ,die monistische berzeugung von der physikalischen und chemischen ,einheit des unendlichen ,kosmos1 die wir dadurch gewonnen haben1 gehrt sicherlich zu den wertvollsten allgemeinen ,erkenntnissen1 welche wir der ,astrophysik verdanken1 einem neuen hchst interessanten ,zweige der ,astronomie4 ,nicht minder wichtig ist die klare1 mit ,hilfe jener gewonnene ,erkenntnis1 da auch dieselben ,gesetze der mechanischen ,entwickelung im unendlichen ,universum ebenso berall herrschen wie auf unserer ,erde2 eine gewaltige allumfassende ,metamorphose des ,kosmos vollzieht sich ebenso ununterbrochen in allen ,teilen des unendlichen ,universums wie in der geologischen ,geschichte unserer ,erde2 ebenso in der ,stammesgeschichte ihrer ,bewohner wie in der ,vlkergeschichte und im ,leben jedes einzelnen ,menschen4 ,in einem ,teile des ,kosmos erblicken wir mit unserem vervollkommneten ,fernrohre gewaltige ,nebelflecke1 die aus glhenden1 uerst dnnen ,gasmassen bestehen2 wir deuten sie als ,keime von ,weltkrpern1 die ,milliarden von ,meilen entfernt und im ersten ,stadium der ,entwickelung begriffen sind4 ,bei einem ,teile dieser ,sternkeime sind wahrscheinlich die chemischen ,elemente noch nicht getrennt1 sondern bei ungeheuer hoher ,temperatur im ,urelement vereinigt4 ,in anderen ,teilen des ,universums begegnen wir ,sternen1 die bereits durch ,abkhlung glutflssig geworden1 anderen1 die schon erstarrt sind2 wir knnen ihre ,entwickelungsstufe annhernd aus ihrer verschiedenen ,farbe bestimmen4 ,dann wieder sehen wir ,sterne1 die von ,ringen und ,monden umgeben sind wie unser ,saturn2 wir erkennen in dem leuchtenden ,nebelring den ,keim eines neuen ,mondes1 der sich vom ,mutterplaneten ebenso abgelst hat wie dieser von der ,sonne4 ,die moderne ,himmelsphotographie hat uns in den ,stand gesetzt1 mit ,hilfe der mchtigen1 sehr vervollkommneten ,riesenfernrohre1 die ,zahl der sichtbaren ,weltkrper in den einzelnen ,himmelsbezirken genau zu bestimmen2 schon jetzt sind mehr als hundert ,millionen ,sterne wirklich gezhlt worden1 die meisten wahrscheinlich viel grer als unsere ,erde4 ,von vielen ,fixsternen1 deren ,licht ,jahrtausende braucht1 um zu uns zu gelangen1 drfen wir mit ,sicherheit annehmen1 da sie ,sonnen sind1 hnlich unserer ,mutter ,sonne1 und da sie von ,planeten und ,monden umkreist werden1 hnlich denen unseres eigenen ,sonnensystems4 ,wir drfen auch weiterhin vermuten1 da sich ,tausende von diesen ,planeten auf einer hnlichen ,entwickelungsstufe wie unsere ,erde befinden1 d4 h4 in einem ,lebensalter1 in dem die ,temperatur der ,oberflche zwischen dem ,gefrier- und ,siedepunkt des ,wassers liegt1 also die ,existenz tropfbaren flssigen ,wassers gestattet4 ,damit ist die ,mglichkeit gegeben1 da der ,kohlenstoff auch hier1 wie auf der ,erde1 mit anderen ,elementen sehr verwickelte ,verbindungen eingeht1 und da aus seinen stickstoffhaltigen ,verbindungen sich ,plasma entwickelt hat1 jene wunderbare lebendige ,substanz1 die wir als alleinigen ,eigentmer des organischen ,lebens kennen4 ,die ,moneren1 die nur aus solchem primitiven ,protoplasma bestehen1 und die durch ,urzeugung 7,archigonie7 aus jenen anorganischen ,kohlenstoff-,verbindungen entstanden1 knnen nun denselben ,entwickelungsgang auf vielen anderen1 wie auf unserem eigenen ,planeten1 eingeschlagen haben2 zunchst bildeten sich aus ihrem homogenen ,plasmakrper durch ,sonderung eines inneren ,kerns vom ueren ,zellkrper einfachste lebendige ,zellen4 ,die ,analogie im ,leben aller ,zellen aber berechtigt uns zu dem ,schlusse1 da auch die weitere ,stammesgeschichte sich auf vielen ,sternen hnlich wie auf unserer ,erde abspielt -- immer natrlich die gleichen engen ,grenzen der ,temperatur vorausgesetzt1 in denen das ,wasser tropfbar-flssig bleibt2 fr glhendflssige ,weltkrper1 auf denen das ,wasser nur in ,dampfform1 und fr erstarrte1 auf denen es nur in ,eisform besteht1 ist organisches ,leben in gleicher ,weise unmglich4 ,die hnlichkeit der ,phylogenie1 die ,analogie der stammesgeschichtlichen ,entwickelung1 die wir demnach bei vielen ,sternen auf gleicher biogenetischer ,entwickelungsstufe annehmen drfen1 bietet natrlich der konstruktiven ,phantasie ein weites ,feld fr farbenreiche ,spekulationen4 ,ein ,lieblingsgegenstand derselben ist seit alter ,zeit die ,frage1 ob auch ,menschen oder uns hnliche1 vielleicht hher entwickelte ,organismen auf anderen ,sternen wohnen8 ,soweit wir gegenwrtig zur ,beantwortung dieser ,frage befhigt erscheinen1 knnen wir uns etwa ,folgendes vorstellen3 ,i4 ,es ist sehr wahrscheinlich1 da auf einigen ,planeten unseres ,systems 7,mars und ,venus7 und vielen ,planeten anderer ,sonnensysteme der biogenetische ,proze sich hnlich wie auf unserer ,erde abspielt2 zuerst entstanden durch ,archigonie einfache ,moneren und aus diesen einzellige ,protisten4 ,,ii4 ,es ist sehr wahrscheinlich1 da aus solchen einzelligen ,urwesen sich im weiteren ,verlauf der ,entwickelung zunchst soziale ,zellvereine bildeten1 spter gewebebildende ,pflanzen und ,tiere4 ,,iii4 ,es ist auch fernerhin wahrscheinlich1 da im ,pflanzenreiche sich zunchst ,moose und ,farne1 spter ,algen1 zuletzt ,blumenpflanzen entwickelten4 ,,iv4 ,es ist ebenso wahrscheinlich1 da auch im ,tierreiche der biogenetische ,proze einen hnlichen ,verlauf nahm1 da aus ,blastaden sich zunchst ,gastraden entwickelten1 und aus diesen ,niedertieren spter ,obertiere4 ,v4 ,dagegen ist es sehr fraglich1 ob die einzelnen ,stmme dieser hheren ,tiere 7und ebenso der hheren ,pflanzen7 denselben oder einen hnlichen ,entwickelungsgang auf anderen ,planeten durchlaufen wie auf unserer ,erde4 ,,vi4 ,insbesondere ist es unsicher1 ob ,wirbeltiere auch auerhalb der ,erde existieren1 und ob aus deren phyletischer ,metamorphose sich im ,laufe vieler ,millionen ,jahre ebenso ,sugetiere und an deren ,spitze der ,mensch entwickelt haben wie auf unserer ,erde2 es mten dann ,millionen von ,transformationen sich dort ganz ebenso wie hier wiederholt haben4 ,,vii4 ,dagegen ist es wahrscheinlicher1 da auf anderen ,planeten sich andere ,typen von hheren ,pflanzen und ,tieren entwickelt haben1 die unserer ,erde fremd sind2 vielleicht auch aus einem hheren ,tierstamme1 der den ,wirbeltieren an ,bildungsfhigkeit berlegen ist1 hhere ,wesen1 die uns irdische ,menschen an ,intelligenz und ,denkvermgen weit bertreffen4 ,,viii4 ,die ,mglichkeit1 da wir ,menschen mit solchen ,bewohnern anderer ,planeten jemals in direkten ,verkehr treten knnten1 erscheint ausgeschlossen durch die weite ,entfernung unserer ,erde von anderen ,weltkrpern und die ,abwesenheit der atmosphrischen ,luft in dem ungeheuren1 nur von ther erfllten ,zwischenraum4 ,whrend nun viele ,sterne sich wahrscheinlich in einem hnlichen biogenetischen ,entwickelungsstadium befinden wie unsere ,erde1 sind andere schon weiter vorgeschritten und gehen im planetarischen ,greisenalter ihrem ,ende entgegen1 demselben ,ende1 das auch unserer ,erde sicher bevorsteht4 ,durch ,ausstrahlung der ,wrme in den kalten ,weltraum wird die ,temperatur allmhlich so herabgesetzt1 da alles tropfbar flssige ,wasser zu ,eis erstarrt2 damit hrt die ,mglichkeit organischen ,lebens auf4 ,zugleich zieht sich die ,masse der rotierenden ,weltkrper immer strker zusammen2 ihre ,umlaufsgeschwindigkeit ndert sich langsam4 ,die ,bahnen der kreisenden ,planeten werden immer enger1 ebenso diejenigen der sie umgebenden ,monde4 ,zuletzt strzen die ,monde in die ,planeten und diese in die ,sonnen1 aus denen sie geboren sind4 ,durch diesen ,zusammensto werden wieder ungeheure ,wrmemengen erzeugt4 ,die zerstubte ,masse der zerstoenen kollidierten ,weltkrper verteilt sich frei im unendlichen ,weltraum1 und das ewige ,spiel der ,sonnenbildung beginnt von neuem4 ,das groartige ,bild1 welches so vor unseren geistigen ,augen die moderne ,astrophysik aufrollt1 offenbart uns ein ewiges ,entstehen und ,vergehen der unzhligen ,weltkrper1 einen periodischen ,wechsel der verschiedenen kosmogenetischen ,zustnde1 welche wir im ,universum nebeneinander beobachten4 ,whrend an einem ,orte des unendlichen ,weltraums aus einem diffusen ,nebelfleck ein neuer ,weltkeim sich entwickelt1 hat ein anderer an einem weit entfernten ,orte sich bereits zu einem rotierenden ,balle von glutflssiger ,materie verdichtet2 ein dritter hat bereits an seinem quator ,ringe abgeschleudert1 die sich zu ,planeten ballen2 ein vierter ist schon zur mchtigen ,sonne geworden1 deren ,planeten sich mit sekundren ,trabanten umgeben haben1 den ,monden usw4 usw4 ,und dazwischen treiben sich im ,weltraum ,milliarden von kleineren ,weltkrpern umher1 von ,meteoriten und ,sternschnuppen1 die als scheinbar gesetzlose ,vagabunden die ,bahn der greren durchkreuzen1 und von denen tglich ein groer ,teil in die letzteren hineinstrzt4 ,dabei ndern sich bestndig langsam die ,umlaufszeiten und die ,bahnen der jagenden ,weltkrper4 ,die erkalteten ,monde strzen in ihre ,planeten wie diese in ihre ,sonnen4 ,zwei entfernte ,sonnen1 vielleicht schon erstarrt1 stoen mit ungeheurer ,kraft aufeinander und zerstuben in nebelartige ,massen4 ,dabei entwickeln sie so kolossale ,wrmemengen1 da der ,nebelfleck wieder glhend wird1 und nun wiederholt sich das alte ,spiel von neuem4 ,bei dieser bestndigen ,umbildung bleibt aber die unendliche ,substanz des ,universums1 die ,summe ihrer ,materie und ,energie1 ewig unverndert1 und ewig wiederholt sich in der unendlichen ,zeit der periodische ,wechsel der ,weltbildung1 die in sich selbst zurcklaufende ,metamorphose des ,kosmos1 das ,perpetuum mobile des ,universums4 ,allgewaltig herrscht das ,substanzgesetz4 ,,ii4 ,fortschritte der ,geologie4 ,viel spter als der ,himmel wurde die ,erde und ihre ,entstehung ,gegenstand wissenschaftlicher ,forschung4 ,die zahlreichen ,kosmogenien alter und neuer ,zeit wollten zwar ber die ,entstehung der ,erde ebensogut ,auskunft geben wie ber die des ,himmels2 allein das mythologische ,gewand1 in das sie sich smtlich hllten1 verriet sofort ihren ,ursprung aus der dichtenden ,phantasie4 ,unter all den zahlreichen ,schpfungssagen1 von denen uns die ,religions- und ,kulturgeschichte ,kunde gibt1 gewann eine einzige bald allen brigen den ,rang ab1 die ,schpfungsgeschichte des ,moses1 wie sie im ersten ,buche des ,pentateuch 7,genesis7 erzhlt wird4 ,sie entstand in der bekannten ,fassung erst lange nach dem ,tode des ,moses2 ihre ,quellen sind aber grtenteils viel lter und auf assyrische1 babylonische und indische ,sagen zurckzufhren4 ,den grten ,einflu gewann diese jdische ,schpfungssage dadurch1 da sie in das christliche ,glaubensbekenntnis hinbergenommen und als ,wort ,gottes geheiligt wurde4 ,zwar hatten schon #ejj ,jahre vor ,chr4 die griechischen ,naturphilosophen die natrliche ,entstehung der ,erde auf dieselbe ,weise wie die der anderen ,weltkrper erklrt4 ,auch hatte schon damals ,xenophanes von ,kolophon die ,versteinerungen1 die spter so groe ,bedeutung erlangten1 in ihrer wahren ,natur erkannt2 der groe ,maler ,leonardo da ,vinci hatte im #ae4 ,jahrhundert ebenfalls diese ,petrefakten fr die fossilen berreste von ,tieren erklrt1 die in frheren ,zeiten der ,erdgeschichte gelebt hatten4 ,allein die ,autoritt der ,bibel1 insbesondere der ,mythus von der ,sintflut1 verhinderte jeden weiteren ,fortschritt der wahren ,erkenntnis und sorgte dafr1 da die mosaischen ,schpfungssagen noch bis in die ,mitte des #ah4 ,jahrhunderts in ,geltung blieben4 ,in den ,kreisen der orthodoxen ,theologen besitzen sie dieselbe noch bis auf den heutigen ,tag4 ,erst in der zweiten ,hlfte des #ah4 ,jahrhunderts begannen unabhngig davon wissenschaftliche ,forschungen ber den ,bau der ,erdrinde1 und wurden daraus ,schlsse auf ihre ,entstehung abgeleitet4 ,der ,begrnder der ,geognosie1 ,werner in ,freiberg1 lie alle ,gesteine aus dem ,wasser entstehen1 whrend ,voigt und ,hutton 7#aghh7 richtig erkannten1 da nur die sedimentren1 ,petrefakten fhrenden ,gesteine diesen ,ursprung haben1 die vulkanischen und plutonischen ,gebirgsmassen dagegen durch ,erstarrung feurigflssiger ,massen entstanden sind4 ,der heftige ,kampf1 der zwischen jener neptunistischen und dieser plutonistischen ,schule entstand1 dauerte noch whrend der ersten drei ,dezennien des #ai4 ,jahrhunderts fort2 er wurde erst geschlichtet1 nachdem ,karl ,hoff 7#ahbb7 das ,prinzip des ,aktualismus begrndet und ,charles ,lyell dasselbe mit grtem ,erfolge fr die ganze natrliche ,entwickelung der ,erde durchgefhrt hatte4 ,durch seine ,prinzipien der ,geologie 7#ahcj7 wurde die beraus wichtige ,lehre von der ,kontinuitt der ,erdumbildung endgltig zur ,anerkennung gebracht1 gegenber der ,katastrophentheorie von ,cuvier4 ,die ,palontologie1 welche letzterer durch sein ,werk ber die fossilen ,knochen 7#ahab7 begrndet hatte1 wurde nun bald zur wichtigsten ,hilfswissenschaft der ,geologie1 und schon um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts hatte sie sich so weit entwickelt1 da die ,hauptperioden in der ,geschichte der ,erde und ihrer ,bewohner festgelegt waren4 ,die dnne ,rindenschicht der ,erde war nun mit ,sicherheit als die ,erstarrungskruste des feurigflssigen ,planeten erkannt1 dessen langsame ,abkhlung und ,zusammenziehung sich ununterbrochen fortsetzt4 ,die ,faltung der erstarrenden ,rinde1 die ,reaktion des feurigflssigen ,erdinnern gegen die erkaltete ,oberflche1 und vor allem die ununterbrochene geologische ,ttigkeit des ,wassers sind die natrlich wirkenden ,ursachen1 welche tagtglich an der langsamen ,umbildung der ,erdrinde und ihrer ,gebirge mchtig arbeiten4 ,drei beraus wichtige ,ergebnisse von allgemeiner ,bedeutung verdanken wir den glnzenden ,fortschritten der neueren ,geologie4 ,erstens wurden damit aus der ,erdgeschichte alle ,wunder ausgeschlossen1 alle bernatrlichen ,ursachen beim ,aufbau der ,gebirge und der ,umbildung der ,kontinente4 ,zweitens wurde unser ,begriff von der ,lnge der ungeheuren ,zeitrume1 die seit deren ,bildung verflossen sind1 erstaunlich erweitert4 ,wir wissen jetzt1 da die ungeheuren ,gebirgsmassen der palozoischen1 mesozoischen und znozoischen ,formationen nicht viele ,jahrtausende1 sondern viele ,jahrmillionen zu ihrem ,aufbau brauchten4 ,drittens wissen wir jetzt1 da alle die zahlreichen1 in diesen ,formationen eingeschlossenen ,versteinerungen nicht wunderbare ,naturspiele sind1 wie man noch vor #aej ,jahren glaubte1 sondern die versteinerten berreste von ,organismen1 welche in frheren ,perioden der ,erdgeschichte wirklich lebten1 und welche durch langsame ,umbildung aus vorhergegangenen ,ahnenreihen entstanden sind4 ,,iii4 ,fortschritte der ,physik und ,chemie4 ,die zahllosen wichtigen ,entdeckungen1 welche diese fundamentalen ,wissenschaften im #ai4 ,jahrhundert gemacht haben1 sind so allbekannt und ihre praktische ,anwendung in allen ,zweigen des menschlichen ,kulturlebens liegt so klar vor aller ,augen1 da wir hier nicht ,einzelnes hervorzuheben brauchen4 ,allen voran hat die ,anwendung der ,dampfkraft und ,elektrizitt dem #ai4 ,jahrhundert den charakteristischen ,maschinenstempel aufgedrckt4 ,aber nicht minder wertvoll sind die kolossalen ,fortschritte der anorganischen und organischen ,chemie4 ,alle ,gebiete unserer modernen ,kultur1 ,medizin und ,technologie1 ,industrie und ,landwirtschaft1 ,bergbau und ,forstwirtschaft1 ,landtransport und ,wasserverkehr1 sind bekanntlich im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts -- und besonders in dessen zweiter ,hlfte -- dadurch so gefrdert worden1 da unsere ,grovter aus dem #ah4 ,jahrhundert sich in dieser fremden ,welt nicht auskennen wrden4 ,aber wertvoller und tiefgreifender noch ist die ungeheure theoretische ,erweiterung unserer ,naturerkenntnis1 welche wir der ,begrndung des ,substanzgesetzes verdanken4 ,nachdem ,lavoisier 7#aghi7 das ,gesetz von der ,erhaltung der ,materie aufgestellt und ,dalton 7#ahjh7 mittels desselben die ,atomtheorie neu begrndet hatte1 war der modernen ,chemie die ,bahn erffnet1 auf der sie in rapidem ,siegeslauf eine frher nicht geahnte ,bedeutung gewann4 ,dasselbe gilt fr die ,physik betreffend das ,gesetz von der ,erhaltung der ,energie4 ,seine ,entdeckung durch ,robert ,mayer 7#ahdb7 und ,hermann ,helmholtz 7#ahdg7 bedeutet auch fr diese ,wissenschaft eine neue ,periode fruchtbarster ,entwickelung2 denn nun erst war die ,physik imstande1 die universale ,einheit der ,naturkrfte zu begreifen1 und das ewige ,spiel der unzhligen ,naturprozesse1 bei welchen in jedem ,augenblick eine ,kraft in die andere umgesetzt werden kann4 ,,iv4 ,fortschritte der ,biologie4 ,die groartigen und fr unsere ganze ,weltanschauung bedeutsamen ,entdeckungen1 welche die ,astronomie und ,geologie im #ai4 ,jahrhundert gemacht haben1 werden noch weit bertroffen von denjenigen der ,biologie2 ja1 wir drfen sagen1 da von den zahlreichen ,zweigen1 in welchen diese umfassende ,wissenschaft vom organischen ,leben sich neuerdings entfaltet hat1 der grere ,teil berhaupt erst im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts entstanden ist4 ,wie wir im ersten ,abschnitte gesehen haben1 sind innerhalb desselben alle ,zweige der ,anatomie und ,physiologie1 der ,botanik und ,zoologie1 der ,ontogenie und ,phylogenie1 durch unzhlige ,entdeckungen und ,erfindungen so sehr bereichert worden1 da der heutige ,zustand unseres biologischen ,wissens denjenigen vor hundert ,jahren um das ,vielfache bertrifft4 ,das gilt zunchst quantitativ von dem kolossalen ,wachstum unseres positiven ,wissens auf allen jenen ,gebieten und ihren einzelnen ,teilen4 ,es gilt aber ebenso und noch mehr qualitativ von der ,vertiefung unseres ,verstndnisses der biologischen ,erscheinungen1 von unserer ,erkenntnis ihrer bewirkenden ,ursachen4 ,hier hat vor allen anderen ,charles ,darwin 7#ahei7 die ,palme des ,sieges errungen2 er hat durch seine ,selektionstheorie das groe ,weltrtsel von der organischen ,schpfung gelst1 von der natrlichen ,entstehung der unzhligen ,lebensformen durch allmhliche ,umbildung4 ,zwar hatte schon fnfzig ,jahre frher der groe ,lamarck 7#ahji7 erkannt1 da der ,weg dieser ,transformation auf der ,wechselwirkung von ,vererbung und ,anpassung beruhe2 allein es fehlte ihm damals noch das ,selektionsprinzip1 und es fehlte ihm vor allem die tiefere ,einsicht in das wahre ,wesen der ,organisation1 welche erst spter durch die ,begrndung der ,entwickelungsgeschichte und der ,zellentheorie gewonnen wurde4 ,indem wir allgemein die ,ergebnisse dieser und anderer ,disziplinen zusammenfaten und in der ,stammesgeschichte der ,organismen den ,schlssel zu ihrem einheitlichen ,verstndnis fanden1 gelangten wir zur ,begrndung jener monistischen ,biologie1 deren ,prinzipien ich 7#ahff7 in meiner ,generellen ,morphologie festzulegen versucht habe4 7,vergl4 meine ,natrliche ,schpfungsgeschichte1 #aa4 ,auflage1 #aijh74 ,die ,anwendung der ,entwickelungslehre auf die allgemeinen ,fragen der ,physiologie habe ich #aijd in meinem ,buche ber die ,lebenswunder versucht4 7,gemeinverstndliche ,studien ber ,biologische ,philosophie1 ,ergnzungsband zu dem ,buche ber die ,weltrtsel47 ,v4 ,fortschritte der ,anthropologie4 ,allen anderen ,wissenschaften voran steht in gewissem ,sinne die wahre ,menschenkunde1 die wirklich vernnftige ,anthropologie4 ,das ,wort des alten ,weisen3 ,mensch1 erkenne dich selbst und das andere berhmte ,wort3 ,der ,mensch ist das ,ma aller ,dinge sind ja von ,alters her anerkannt und angewendet4 ,und dennoch hat diese ,wissenschaft -- im weitesten ,sinne genommen -- lnger als alle anderen in den ,ketten der ,tradition und des ,aberglaubens geschmachtet4 ,wir haben im ersten ,abschnitt gesehen1 wie langsam und spt sich erst die ,kenntnis vom menschlichen ,organismus entwickelt hat4 ,einer ihrer wichtigsten ,zweige1 die ,keimesgeschichte1 wurde erst #ahbh 7durch ,baer7 und ein anderer1 nicht minder wichtiger1 die ,zellenlehre1 erst #ahch 7durch ,schwann7 sicher begrndet4 ,noch spter aber wurde die ,frage aller ,fragen gelst1 das gewaltige ,rtsel vom ,ursprung des ,menschen4 ,obgleich ,lamarck schon #ahji den einzigen ,weg zu seiner richtigen ,lsung gezeigt und die ,abstammung des ,menschen vom ,affen behauptet hatte1 gelang es doch ,darwin erst fnfzig ,jahre spter1 diese ,behauptung sicher zu begrnden1 und erst #ahfc stellte ,huxley in seinen ,zeugnissen fr die ,stellung des ,menschen in der ,natur die gewichtigsten ,beweise hierfr zusammen4 ,ich selbst habe sodann in meiner ,anthropogenie 7#ahgd7 den ersten ,versuch gemacht1 die ganze ,reihe der ,ahnen1 durch welche sich unser ,geschlecht im ,laufe vieler ,jahrmillionen aus dem ,tierreich langsam entwickelt hat1 im historischen ,zusammenhang darzustellen4 ,eine ausfhrliche ,begrndung der ganzen ,stammesgeschichte und ihre ,anwendung auf das natrliche ,system der ,organismen habe ich in den drei ,bnden meiner ,systematischen ,phylogenie gegeben 7#ahid74 ,die schrfere kritische ,unterscheidung der sechs ,strecken und dreiig ,hauptstufen unserer menschlichen ,stammesgeschichte enthlt meine ,festschrift ber ,unsere ,ahnenreihe 7,progonotoxis hominis1 ,jena1 #cj4 ,juli #aijh74 ,schlubetrachtung4 ,die ,zahl der ,weltrtsel hat sich durch die angefhrten ,fortschritte der wahren ,naturerkenntnis im ,laufe des #ai4 ,jahrhunderts stetig vermindert2 sie ist schlielich auf ein einziges allumfassendes ,universalrtsel zurckgefhrt1 auf das ,substanzproblem4 ,was ist denn nun eigentlich im tiefsten ,grunde dieses allgewaltige ,weltwunder1 welches der realistische ,naturforscher als ,natur oder ,universum verherrlicht1 der idealistische ,philosoph als ,substanz oder ,kosmos1 der fromme ,glubige als ,weltgeist oder ,gott8 ,knnen wir heute behaupten1 da die wunderbaren ,fortschritte unserer modernen ,kosmologie dieses ,substanzrtsel gelst oder auch nur1 da sie uns dessen ,lsung sehr viel nher gebracht haben8 ,die ,antwort auf diese ,schlufrage fllt natrlich sehr verschieden aus1 entsprechend dem ,standpunkte des fragenden ,philosophen und seiner empirischen ,kenntnis der wirklichen ,welt4 ,wir geben von vornherein zu1 da wir dem innersten ,wesen der ,natur heute vielleicht noch ebenso fremd und verstndnislos gegenberstehen1 wie ,anaximander und ,empedokles vor #bdjj ,jahren1 wie ,spinoza und ,newton vor #bjj ,jahren1 wie ,kant und ,goethe vor #ajj ,jahren4 ,ja1 wir mssen sogar eingestehen1 da uns dieses eigentliche ,wesen der ,substanz immer wunderbarer und rtselhafter wird1 je tiefer wir in die ,erkenntnis ihrer ,attribute1 der ,materie und ,energie1 eindringen1 je grndlicher wir ihre unzhligen ,erscheinungsformen und deren ,entwickelung kennen lernen4 ,was als ,ding an sich hinter den erkennbaren ,erscheinungen steckt1 das wissen wir auch heute noch nicht4 ,aber was geht uns dieses mystische ,ding an sich berhaupt an1 wenn wir keine ,mittel zu seiner ,erforschung besitzen1 wenn wir nicht einmal klar wissen1 ob es existiert oder nicht8 berlassen wir daher das unfruchtbare ,grbeln ber dieses ideale ,gespenst den reinen ,metaphysikern und erfreuen wir uns statt dessen als echte ,physiker an den gewaltigen realen ,fortschritten1 welche unsere monistische ,naturphilosophie tatschlich errungen hat4 ,da berragt alle anderen ,fortschritte und ,entdeckungen des verflossenen groen ,jahrhunderts das allumfassende ,substanzgesetz1 das ,grundgesetz von der ,erhaltung der ,kraft und des ,stoffes4 ,die ,tatsache1 da die ,substanz berall einer ewigen ,bewegung und ,umbildung unterworfen ist1 stempelt es zugleich zum universalen ,entwickelungsgesetz4 ,indem dieses hchste ,naturgesetz festgestellt und alle anderen ihm untergeordnet wurden1 gelangten wir zu der berzeugung von der universalen ,einheit der ,natur und der ewigen ,geltung der ,naturgesetze4 ,aus dem dunklen ,substanz-,problem entwickelte sich das klare ,substanz-,gesetz4 ,der ,monismus des ,kosmos1 den wir darauf begrnden1 lehrt uns die ausnahmslose ,geltung der ewigen1 ehernen1 groen ,gesetze im ganzen ,universum4 ,damit vernichtet er aber zugleich die drei groen ,zentraldogmen der bisherigen dualistischen ,philosophie1 den persnlichen ,gott1 die ,unsterblichkeit der ,seele und die ,freiheit des ,willens4 ,in der vorliegenden ,behandlung der ,weltrtsel habe ich meinen konsequenten monistischen ,standpunkt scharf betont und den ,gegensatz zu der dualistischen1 heute noch herrschenden ,weltanschauung klar hervorgehoben4 ,ich sttze mich dabei auf die ,zustimmung von fast allen modernen ,naturforschern1 welche berhaupt ,neigung und ,mut zum ,bekenntnis einer abgerundeten philosophischen berzeugung besitzen4 ,ich mchte aber von meinen ,lesern nicht ,abschied nehmen1 ohne vershnlich darauf hinzuweisen1 da dieser schroffe ,gegensatz bei konsequentem und klarem ,denken sich bis zu einem gewissen ,grade mildert1 ja selbst bis zu einer erfreulichen ,harmonie gelst werden kann4 ,bei vllig folgerichtigem ,denken1 bei gleichmiger ,anwendung der hchsten ,prinzipien auf das ,gesamtgebiet des ,kosmos -- der organischen und anorganischen ,natur --1 nhern sich die ,gegenstze des ,theismus und ,pantheismus1 des ,vitalismus und ,mechanismus bis zur ,berhrung4 ,aber freilich1 konsequentes ,denken bleibt eine seltene ,naturerscheinung6 ,die groe ,mehrzahl aller ,philosophen mchte mit der rechten ,hand das reine1 auf ,erfahrung begrndete ,wissen ergreifen1 kann aber gleichzeitig nicht den mystischen1 auf ,offenbarung gesttzten ,glauben entbehren1 den sie mit der linken ,hand festhlt4 ,die alte ,weltanschauung des ,idealdualismus mit ihren mystischen und anthropistischen ,dogmen versinkt in ,trmmer2 aber ber diesem gewaltigen ,trmmerfelde steigt hehr und herrlich die neue ,sonne unseres ,realmonismus auf1 welche uns den wundervollen ,tempel der ,natur in seiner ganzen ,pracht erkennen lt4 ,in dem reinen ,kultus des ,wahren1 ,guten und ,schnen1 welcher den ,kern unserer neuen monistischen ,religion bildet1 finden wir reichen ,ersatz fr die verlorenen anthropistischen ,ideale von ,gott1 ,freiheit und ,unsterblichkeit4 ,anmerkungen des ,bearbeiters ,fettschrift markiert durch 444 ,gesperrter ,text markiert durch 444 ,antiqua-,text markiert durch 444 ,offensichtliche ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,inkonsistente ,schreibweisen wurden korrigiert4