,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #aiba erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und inkonsistente ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert4 ,funoten wurden der bersichtlichkeit halber an das ,ende des jeweiligen ,abschnitts verschoben4 ,besondere ,schriftschnitte wurden in der vorliegenden ,fassung mit den folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 fett3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,unterstriche ,antiqua3 ,tilden ,gemlde und ihre ,meister ,,mitarbeiter3 ,prof4 ,dr4 ,emil ,benez 99 ,dr4 ,edgar ,byk 99 ,dr4 ,friedrich ,dsel 99 ,dr4 ,johannes ,eckardt 99 ,dr4 ,gertrud ,fauth 99 ,geh4 ,hofrat ,max ,grube 99 ,prof4 ,dr4 ,georg ,lehnert 99 ,felix ,lorenz 99 ,lyzeallehrer ,willy ,manig 99 ,prof4 ,dr4 ,carl ,muth 99 ,dr4 ,wilh4 ,niemeyer 99 ,dr4 ,max ,osborn 99 ,fritz v4 ,ostini 99 ,maximilian ,rapsilber 99 ,stadtschulrat ,dr4 ,arnold ,reimann 99 ,frnze ,eleonore ,rcken 99 ,dr4 ,hans ,rup 99 ,dr4 ,franz ,servaes 99 ,fritz ,stahl 99 ,felix ,frhr4 v4 ,stenglin 99 ,gertrud ,triepel 99 ,paul ,gerhard ,zeidler 99 ,fedor v4 ,zobeltitz 99 ,dr4 ,paul ,zucker ,gemlde und ihre ,meister ,mit erklrenden ,texten berufener ,fhrer und ,freunde der ,jugend sowie einem ,geleitwort von ,dr4 ,arnold ,reimann ,stadtschulrat in ,berlin ,illustration3 ,,bongs ,,jugend- ,b,,cherei ,,verlag ,,von ,,rich4 ,,bong ,,in ,,berlin ,alle ,rechte1 auch das der bersetzung in andere ,sprachen1 vorbehalten4 ,copyright #aiba by ,verlag von ,rich4 ,bong in ,berlin4 ,druck von ,julius ,brandsttter1 ,leipzig ,c #a ,geleitwort ,nicht mit ,unrecht klagt man ber eine ,entseelung unseres ,volkskrpers und sieht in der ,mechanisierung des ,lebens1 in der ideenlosen ,jagd nach materiellen ,gtern und uerem ,erfolg1 in dem ,mangel an wahrer innerer ,kultur und ,persnlichkeitspflege zwar vielleicht natrliche1 aber sehr verderbliche ,folgen einer berhasteten industriellen und volkswirtschaftlichen ,entwicklung und zugleich auch mitwirkende ,ursachen unseres ,zusammenbruches4 ,wir haben in der ,tat alle ,veranlassung1 die ,grundlagen unserer ,kultur auf das ernsteste zu prfen und in gewissenhafter ,selbstbesinnung nach ,vertiefung unseres ,daseins1 nach neuem seelischem ,gehalt1 nach ,ideen und ,stimmungen zu suchen1 die das ,leben wieder lebenswert machen4 ,so sinken denn die ,naturwissenschaften mit ihren ,aufklrungstendenzen in der ,schtzung der ,einsichtigen1 es beginnt in der ,philosophie die ,metaphysik1 in der ,religion die gottsuchende ,mystik sich zu regen1 die ,geschichte strebt von der ,spezialisierung fort zu denkender ,gesamtbetrachtung1 eine ,erneuerung des politischen ,gewissens hebt an1 und auch die ,kunst besinnt sich allmhlich auf ihre eigentliche ,aufgabe3 seelisches ,bedrfnisse zu befriedigen1 sich dem ,schnen1 ,erhabenen und ,groen zuzuwenden und ber die ,niederungen des ,alltglichen und ,gemeinen zu den ,hhen der ,empfindung zu fhren2 zugleich mchte sie wieder das innerste ,sehnen und ,schauen des ,genius offenbaren und das tiefste ,lebensgefhl der ,nation zum unmittelbaren und selbstverstndlichen ,ausdruck bringen4 ,sie will an dem seelischen ,gesundungsproze teilnehmen1 eine ,quelle werden innerer ,erneuerung und wahrer ,kultur2 sie will ein ,erlebnis sein und die edelsten ,krfte entbinden1 sie will den ,menschen zum wahren ,menschen bilden und ber alle wirtschaftlichen und sozialen ,unterschiede hinaus der ,emporentwicklung der ,volksgemeinschaft dienen4 ,und wenn auch einige der neueren ,richtungen in der ,kunst -- und nicht nur der bildenden ,kunst -- der ,zerrissenheit unseres ,inneren gar zu hohen ,tribut zollen und noch nicht ,fhrer zu einer harmonischen ,weltanschauung sein knnen1 sondern das ,grelle1 ,sensationelle1 ,strmische1 ,revolutionre in ,formen darbieten1 die auf ein gesundes ,gefhl abstoend wirken1 so interpretieren sie nur -- soweit sie berhaupt echt sind -- den ,lebensinhalt unserer ,zeit nach vorbergehenden ,stimmungen1 und halten fr ewig1 was der tieferen ,beobachtung und dem sicheren ,gefhl nur als ,schaum einer flutenden ,welle erscheint4 ,darin aber sind sie mit denen einig1 die mit voller ,hingebung das ,schne suchen1 das sie zur reinen ,anschauung fhren wollen2 d4 h4 sie streben wie alle groen alten ,meister in jeder ,kunst danach1 einen psychischen ,vorgang auszulsen1 der fr den modernen ,menschen in der ,musik und im ,schauspiel leichter1 in der ,architektur1 ,plastik und ,malerei aber schwer zu erreichen ist3 da nmlich ,stoff1 ,inhalt und ,form1 ,idee und ,darstellung1 ,ton und ,sinn1 ,farbe1 ,kontur und knstlerische ,absicht zu voller1 unbewuter ,harmonie sich verschmelzen1 also da der ,verstand sich gefangen gibt1 die ,seele aber ergriffen1 ja erschttert wird1 da das ,kunstwerk lebt und zu einem ,erlebnis wird4 ,und auch darin stimmen heute alle ,knstler berein1 da unsere ,gesamtkultur sich mit knstlerischem ,geiste durchdringen msse1 da ,kunst ,volkseigentum sei und nicht mehr ein ,vorrecht der gebildeten und besitzenden ,stnde bleiben drfe4 ,in der ,tat1 sie mu in allen ,formen und ,erscheinungen des ,lebens zum ,vorschein kommen1 das ganze ,dasein durchdringen1 vom ,wollen und ,fhlen des gesamten ,volkes getragen werden2 in seinem ,kreise1 in seinem ,berufe mu ein jeder zum knstlerisch schaffenden1 d4 h4 von ,ideen durchleuchteten1 nach ,harmonie strebenden1 die ,form beherrschenden ,menschen werden2 dann erst werden wir wieder ,kultur haben4 ,und mag dieses ,ideal1 wie jedes1 auch unerreichbar sein1 mgen auch die groen ,knstler stets einsam1 stets ,geistesaristokraten bleiben1 so mu doch mindestens die ,fhigkeit1 ,kunst zu verstehen und zu genieen1 ,gutes vom ,schlechten1 ,wahres vom ,unechten zu unterscheiden1 ,feierstunden der ,seele zu haben1 die das ,leben veredeln und ber die ,nte des ,alltags erheben1 unserem ,volke wieder anerzogen und zu einem ,allgemeingute werden4 ,von solchen ,gesichtspunkten aus sind1 wie die ,volkstheater und ,lesehallen1 wie die populren ,konzerte und der ,kampf gegen ,kino und ,schund1 auch die neueren ,bestrebungen der ,wander- und ,schulkunstausstellungen zu bewerten2 so will auch unser ,buch beurteilt werden4 ,es wendet sich zunchst an das empfngliche ,gemt der ,jugend2 ihr vor allem will es ein ,wegweiser sein zu dem ,schnen und ,erhabenen4 ,es will den ,kindern ,ehrfurcht beibringen vor dem ,genius1 vor der gewaltigen1 rtselhaften ,kraft der ,persnlichkeit1 die aus dem tiefsten ,drang des ,unbewuten schafft1 und vor dem ,werk1 in dem der groe ,knstler lebt mit seinem ,hoffen und ,streben1 mit seinem ,wollen und ,knnen1 mit der ,tiefe seines ,gefhls in ,leid und ,lust1 in ,ernst und ,laune1 mit seiner ,sehnsucht und dem ,frieden1 den er erringt oder nicht erringen kann4 ,die ,stimmungs- und ,aufnahmefhigkeit zu erwecken mit all den seelischen ,folgen1 die sich daran knpfen1 nicht fertige ,urteile in den ,busen zu stoen81 war die ,aufgabe4 ,zum ,sehen mssen die ,kinder angeleitet und zur unmittelbaren ,einfhlung erzogen werden4 ,sie sollen selbstttig bleiben und das ,erlebnis des ,knstlers nachempfinden2 sie sollen das im ,bilde ,gegebene innerlich nachschaffen und sich so zum unverlierbaren ,eigentum machen2 sie sollen es durch ,gefhl und ,phantasie zu neuem ,leben erwecken und im innersten ,herzen sprechen3 ,wie ist das schn6 ,dann ist der ,boden bereitet1 und ein ,samenkorn echter ,kultur in ihn gebettet4 ,unsere ,erluterungen gehen demnach davon aus1 was wirklich auf dem ,bilde zu sehen ist4 ,die ,kinder interessiert ja auch zunchst das rein ,stoffliche2 erst1 wenn der ,gegenstand ganz verstanden und mit ,freude aufgenommen ist1 kann man auf seine ,gestaltung1 auf ,form1 ,komposition1 ,linienflu1 ,farbe1 ,licht und ,schatten eingehen1 d4 h4 auf die ,bewltigung des ,stoffes1 das eigentlich ,knstlerische4 ,beim ,gegenstndlichen mu aber langweilige ,beschreibung vor allem vermieden werden4 ,darum sind die ,bilder meistens dramatisch behandelt1 d4 h4 in ,vorgang und ,handlung umgesetzt worden4 ,dabei ergab sich von selbst die ,charakterisierung der ,personen und die ,einfhlung in die ,natur- oder ,milieustimmung4 ,alles sollte lebendig werden4 ,auch der ,meister selbst und die ,idee und ,seelenlage1 aus der heraus er schuf4 ,das ,kunstwerk soll begriffen werden als ein ,stck ,natur1 gesehen und geadelt durch eine starke ,persnlichkeit4 ,so ist denn der psychischen ,einstellung des ,knstlers1 seinem ,wesen und seiner ,eigenart und dem1 was er zum ,ausdruck bringen1 gerade hier erreichen wollte1 mehr ,raum gegnnt1 als dem ueren ,lebens- und ,bildungsgang oder gar knstlerischen ,abhngigkeiten und ,entwicklungslinien1 obwohl gelegentlich auch hier das ,ntige zur ,erklrung nicht fehlt4 ,das ,kind soll den ,maler liebgewinnen1 und wenn es zunchst auch nur ein ,bild von ihm sieht1 doch einen klaren ,begriff von dem ,mann und seinem ,wollen bekommen1 von den ,idealen1 denen er nachstrebte und der ,art1 wie er seinem ,innenleben ,form zu geben verstand4 ,und dabei hat nicht der sezierende ,verstand des grbelnden ,denkers und nicht die ,gelehrsamkeit des wissensreichen ,kunstforschers den ,griffel gefhrt1 sondern das liebevolle ,verstndnis des erfahrenen ,pdagogen oder des begeisterten ,kunst- und ,jugendfreundes1 der sich in die ,kindesseele zu versetzen und die jugendliche ,auffassungskraft und ,interessensphre richtig einzuschtzen wei4 ,darum hoffen wir auch1 da unsere ,gabe gewi manchem ,lehrer willkommen sein wird1 der mit seiner ,klasse ein ,museum besuchen will oder bei ,gelegenheit ,unterricht dieses oder jenes ,bild zu erlutern1 auf die ,bedeutung des einen oder andern groen ,malers einzugehen sich berufen fhlt4 ,zwar sind ,kunsterziehungstage nicht mehr ,mode1 und andere ,schlagworte sind an die ,stelle des ,rufs nach sthetischer ,erziehung getreten1 aber jenseits aller wechselnden ,strmungen des ,tages bleibt die ,wirkung auf das ,gemt der ,jugend1 die ,weckung und ,strkung der ,seelenkrfte1 die ,pflege des ,verstndnisses fr das ,groe und ,ehrfurchtgebietende in aller ,geschichte und nicht zuletzt auch fr ,wesens und ,art der ,heimat eine der ,hauptaufgaben des ,erziehers4 ,und dazu mchte auch dieses ,buch an seinem bescheidenen ,teile helfen4 ,und so werden auch ,vter und ,mtter1 die im ,hasten des ,tages die frhere ,fhlung mit der ,kunst verloren haben1 zu dem ,buche greifen1 um ihren ,kindern ,rede und ,antwort stehen und ihnen rechte ,berater zum ,schnen und ,edlen werden zu knnen4 ,aber noch mehr3 ,wenn die ,erneuerung des inneren ,lebens1 von der wir im ,eingang gesprochen haben1 wirklich so ntig ist1 wie wir glauben1 wenn die ,kunst in der ,tat ein ,gebiet ist1 auf dem man sich rein als ,mensch fhlen darf und allen ,klassenkampf1 alle ,erdenschwere und ,lebensnot vergit1 wenn sie der ,religion so nahesteht1 da auch sie ,seelenruhe und ,geistesfrieden zu geben imstande ist1 dann mchten wir wnschen1 da dieses ,buch in die breiten ,schichten des ,volkes komme4 ,es gibt so viele1 die der ,kunst ferner stehen1 aber eine ,ahnung von ihrer ,bedeutung haben1 die sich nach des ,lebens ,bchen1 ach nach des ,lebens ,quellen8 sehnen2 ihnen mchten wir ,wegweiser zu einem ,jungbrunnen werden1 der ,frische und ,erquickung bringt1 von innerer ,not erlst und zu allem ,guten fhig macht4 ,um diesen ,weg in die ,massen frei zu machen und so der groen ,kulturaufgabe zu dienen1 ist der ,preis des ,buches so billig wie mglich gestellt1 trotz wrdiger ,ausstattung4 ,verstehen kann das ,buch jeder4 ,wir glauben1 die richtigen ,bearbeiter gefunden zu haben und sind ihnen dankbar fr die ,lsung der ,aufgabe2 es sind ,namen von hohem ,klang in ihrer ,reihe4 ,fern von aller ,plattheit ist der ,ton auf wahre ,popularitt gestellt3 wirkliche ,kenner uern sich in formvollendeter und allgemeinverstndlicher ,art4 ,auch die ,auswahl der ,bilder wird auf ,beifall rechnen drfen4 ,es sind die grten ,meister seit dem ,ausgang des ,mittelalters in typischen ,beispielen vertreten4 ,wir haben uns nicht auf die ,deutschen beschrnkt2 die ,kunst ist international1 und die ,groen haben stets voneinander gelernt2 bei allen westeuropischen ,kulturvlkern findet sich zarte ,innigkeit und dmonische ,kraft1 immer wieder hervorbrechende ,hingabe an die ,natur und eine gleiche ,wucht der ,charakteristik1 hnliche ,strmungen in der ,bewertung des antiken ,vorbilds1 im ,sinn fr ,farbe und ,form4 ,hier sind nun die ,grten der letzten ,jahrhunderte von ,giotto bis zu ,thoma1 ,uhde1 ,liebermann1 ,hodler und ,segantini zu einem gewaltigen ,konzert vereinigt1 aus dessen ,harmonien die hehre ,melodie von den ewigen ,werten wahrer ,kunst immer wieder herausklingt4 ,und wenn dabei die deutsche ,kunst im ,vordergrunde steht1 so entspricht das nicht nur unserem natrlichen ,empfinden1 sondern wir drfen mit ,stolz bekennen3 wir haben zwar selten den ,ton angegeben1 aber doch zu allen ,zeiten ,meister hervorgebracht von solcher ,tiefe und so herrlicher ,gre1 da wir hinter keiner anderen ,nation zurckstehen4 ,so mge denn dieses ,buch auch die ,freude am ,vaterlande und den ,glauben an eine glcklichere1 an eine gute ,zukunft strken6 ,dr4 ,arnold ,reimann4 ,illustration3 ,die ,sixtinische ,madonna ,raffael ,santi #adhc-aebj ,gemldegalerie ,dresden ,i ,illustration3 ,der ,zinsgroschen ,tizian um #adgg-aegf ,gemldegalerie ,dresden ,,ii ,illustration3 ,die heilige ,nacht ,correggio #adid-aecd ,gemldegalerie ,dresden ,,iii ,illustration3 ,die ,nachtwache ,rembrandt van ,rijn #afjf-affi ,rijks-,museum ,amsterdam ,,iv ,illustration3 ,die ,hochzeitsreise ,moritz von ,schwind #ahjd-ahga ,schackgalerie ,mnchen ,v ,illustration3 ,photographische ,gesellschaft1 ,berlin ,gefilde der ,seligen ,arnold ,bcklin #ahbg-aija ,nationalgalerie ,berlin ,,vi ,illustration3 ,kunstverlag ,franz ,hanfstaengl1 ,mnchen ,medea ,anselm ,feuerbach #ahbi-ahhj ,neue ,pinakothek ,mnchen ,,vii ,illustration3 ,photographische ,union1 ,mnchen ,das ,tischgebet ,fritz von ,uhde #ahah-aiaa ,muse du ,luxembourg ,paris ,,viii ,illustration3 ,der heilige ,franziskus predigt den ,vgeln ,giotto di ,bondone #abff-accg ,oberkirche ,assisi #a ,illustration3 ,maria im ,rosenhag ,stephan ,lochner um #adjj-adea ,wallraff-,richartz-,museum ,kln a4 ,rh4 #b ,illustration3 ,der ,frhling ,sandro ,botticelli #addf-aeaj ,accademia ,florenz #c ,illustration3 ,kunstverlag ,rich4 ,bong1 ,berlin ,das heilige ,abendmahl ,leonardo da ,vinci #adeb-aeai ,refektorium des ,klosters ,sa4 ,maria delle ,grazie ,mailand #d ,illustration3 ,christus am ,kreuz ,matthias ,grnewald #adgj-aebi ,museum ,kolmar i4 ,els4 #e ,illustration3 ,selbstbildnis ,albrecht ,drer #adga-aebh ,alte ,pinakothek ,mnchen #f ,illustration3 ,das ,paradies ,lukas ,cranach d4 4 #adgb-aeec ,kunsthistor4 ,sammlungen ,wien #g ,illustration3 ,die ,erschaffung des ,lichts ,michelangelo ,buonarroti #adge-aefd ,sixtinische ,kapelle ,rom #h ,illustration3 ,das ,konzert ,giorgione um #adgg-aeaa ,pitti-,galerie ,florenz #i ,illustration3 ,landschaft aus den ,voralpen ,albrecht ,altdorfer #adhj-aech ,alte ,pinakothek ,mnchen #aj ,illustration3 ,kaufmann ,georg ,gisze ,hans ,holbein d4 ,j4 #adig-aedc ,kaiser-,friedrich-,museum ,berlin #aa ,illustration3 ,bauernkirmes ,pieter ,brueghel d4 4 #aebe-aefi ,kunsthist4 ,sammlungen ,wien #ab ,illustration3 ,die ,hochzeit zu ,kana ,paolo ,veronese #aebh-aehh ,gemldegalerie ,dresden #ac ,illustration3 ,laokoon ,el ,greco #aedh-afad ,privatbesitz #ad ,illustration3 ,lwenjagd ,peter ,paul ,rubens #aegg-afdj ,alte ,pinakothek ,mnchen #ae ,illustration3 ,hille ,bobbe ,frans ,hals #aehj-afff ,kaiser-,friedrich-,museum ,berlin #af ,illustration3 ,infantin ,maria ,theresia ,diego ,velsquez de ,silva #aeii-affj ,kunsthistor4 ,sammlungen ,wien #ag ,illustration3 ,die unbefleckte ,empfngnis ,bartolom ,esteban ,murillo #afah-afhb ,louvre ,paris #ah ,illustration3 ,der ,tanz ,jean ,antoine ,watteau #afhd-agba ,neues ,palais ,potsdam #ai ,illustration3 ,der ,markusplatz in ,venedig ,antonio ,canaletto #afig-agfh ,frstl4 ,liechtensteinsche ,galerie ,wien #bj ,illustration3 ,herzogin von ,devonshire mit ihrem ,tchterchen ,sir ,joshua ,reynolds #agbc-agib ,im ,besitz des ,herzogs von ,devonshire ,chatsworth #ba ,illustration3 ,napoleon auf dem ,st4 ,bernhard ,jacques ,louis ,david #agdh-ahbe ,museum ,versailles #bb ,illustration3 ,der ,regenbogen ,kaspar ,david ,friedrich #aggd-ahdj ,museum ,weimar #bc ,illustration3 ,frhlingsmorgen ,jean ,baptiste ,camille ,corot #agif-ahge ,museum ,avignon #bd ,illustration3 ,das ,stndchen ,carl ,spitzweg #ahjh-ahhe ,schackgalerie ,mnchen #be ,illustration3 ,angelus ,jean ,franois ,millet #ahad-ahge ,louvre ,paris #bf ,illustration3 ,photographische ,union1 ,mnchen ,die ,tafelrunde ,adolf ,menzel #ahae-aije ,nationalgalerie ,berlin #bg ,illustration3 ,der ,sankt-,stephansturm in ,wien ,rudolf ,alt #ahab-aije ,privatbesitz #bh ,illustration3 ,thusnelda im ,triumphzug des ,germanicus ,karl ,theodor von ,piloty #ahbf-ahhf ,neue ,pinakothek ,mnchen #bi ,illustration3 ,photographische ,gesellschaft1 ,berlin ,wie die ,alten sungen ,ludwig ,knaus #ahbi-aiaj ,nationalgalerie ,berlin #cj ,illustration3 ,stiergefecht ,edouard ,manet #ahcb-ahhc ,privatbesitz #ca ,illustration3 ,place du ,thtre ,franais ,camille ,pissarro #ahcj-aijc ,privatbesitz #cb ,illustration3 ,kunstverlag ,franz ,hanfstaengl1 ,mnchen ,das letzte ,aufgebot ,franz von ,defregger #ahce-aiba ,kunsthistor4 ,sammlungen ,wien #cc ,illustration3 ,photographische ,gesellschaft1 ,berlin ,vorlesung ,lourens ,alma-,tadma 99 #ahcf ,sammlung ,balcer ,baltimore #cd ,illustration3 ,kunstverlag ,rich4 ,bong1 ,berlin ,im ,herbst ,johann ,christian ,krner #ahch-aiaa ,gemldegalerie ,dresden #ce ,illustration3 ,deutsche ,verlagsanstalt1 ,stuttgart ,die ,flucht nach gypten ,hans ,thoma 99 #ahci ,stdelsches ,kunstinstitut ,frankfurt a4 ,m4 #cf ,illustration3 ,photographische ,gesellschaft1 ,berlin ,buerinnen in der ,kirche ,wilhelm ,leibl #ahdd-aijj ,privatbesitz ,worms #cg ,illustration3 ,photographische ,gesellschaft1 ,berlin ,netzflickerinnen ,max ,liebermann 99 #ahdi ,kunsthalle ,hamburg #ch ,illustration3 ,verlag ,rascher ,cie41 ,zrich ,der ,frhling ,ferdinand ,hodler #ahec-aiah ,folkwang-,museum ,hagen i4 ,westf4 #ci ,illustration3 ,photographische ,union1 ,mnchen ,ave ,maria ,giovanni ,segantini #aheh-ahii ,galleria ,moderna ,rom #dj ,der heilige ,franziskus predigt den ,vgeln ,von ,giotto di ,bondone ,geboren um #abff in ,colle bei ,vespignano1 gestorben #h4 ,januar #accg in ,florenz4 -- ,oberkirche in ,assisi ,bild #a ,wenn wir die innerste ,seele dieses zarten ,legendenbildes erfassen wollen1 so finden wir zu ihr den ,weg wohl am besten1 wenn wir uns von den ,legenden1 die sich um den heiligen ,franz von ,assisi bildeten1 erzhlen lassen1 wie der heilige ,franz den ,vgeln predigte4 ,schon die ersten ,biographen des heiligen ,franz1 ,thomas a ,celano und ,franziskus von ,bonaventura1 erwhnten1 was die ,legende dann noch weiter ausschmckte3 ,der heilige ,franz war mit dem ,bruder ,masseo und dem ,bruder ,angelo auf dem ,wege zwischen ,cannara und ,bevangna4 ,er sah einige ,bume am ,wege stehen1 und in diesen ,bumen war -- wie die ,legende berichtet -- eine ,mannigfaltigkeit der ,heerscharen von allen ,arten von ,vgeln1 die bisher niemals in dieser ,gegend gesehen worden waren4 ,und eine groe ,menge befand sich auf dem ,felde unter den ,bumen4 ,als der heilige ,franz diese ganze ,masse sah1 kam der ,geist ,gottes ber ihn1 und er sagte zu den ,jngern3 ,wartet hier auf mich1 ich will hingehen und unseren ,brdern1 den ,vgeln1 predigen48 ,und er trat auf das ,feld hinaus zu den ,vgeln1 die auf der ,erde saen4 ,und sobald er anfing zu predigen1 flogen alle die ,vgel1 die auf den ,bumen saen1 zu ihm nieder1 und keiner von ihnen rhrte sich1 obgleich er so dicht zwischen sie hinging1 da seine ,kutte mehrere von ihnen anrhrte4 ,der heilige ,franz aber sagte zu den ,vgeln3 ,meine ,brder1 die ,vgel6 ,ihr seid nun ,gott viel ,dank schuldig und mt ihn immer und berall loben und preisen1 weil ihr frei fliegen knnt1 wo ihr wollt1 und fr euere doppelte und dreifache ,kleidung und fr euere bunte und zierliche ,tracht und fr das ,futter1 fr das ihr nicht zu arbeiten braucht und fr die schne ,gesangstimme1 die der ,schpfer euch geschenkt hat4 ,ihr set nicht und erntet nicht4 ,gott aber ernhret euch und gibt euch ,flsse und ,quellen1 um daraus zu trinken1 und ,berge und ,hgel1 ,felsen und ,klippen1 um euch darin zu verstecken1 und hohe ,bume1 um ,nester darauf zu bauen1 und obgleich ihr weder spinnen noch weben knnt1 gibt er doch euch sowohl als eueren ,jungen die ntigen ,kleider4 ,also liebt euch der ,schpfer sehr1 da er euch so groe ,wohltaten erwiesen hat4 ,htet euch daher wohl1 meine ,brder1 die ,vgel1 da ihr nicht undankbar seid1 sondern befleiigt euch stets darauf1 ,gott zu loben48 ,nach diesen ,worten des heiligen ,vaters aber fingen alle jene kleinen ,vgel an1 ihre ,schnbel zu ffnen1 mit den ,flgeln zu schlagen1 den ,hals zu strecken und ihre ,kpfchen ehrerbietig zur ,erde zu neigen1 und mit ihrem ,gesang und ihren ,bewegungen zeigten sie1 da die ,worte1 die der heilige ,franz gesagt hatte1 sie sehr erfreuten4 ,der heilige ,franz aber jubelte im ,geiste1 als er dieses sah1 und wunderte sich ber so viele ,vgel und ber deren ,mannigfaltigkeit und ,verschiedenheit und darber1 da sie so zahm waren1 und er lobte den ,schpfer dafr und forderte sie mit ,sanftmut auf1 den ,schpfer selbst zu loben4 ,und als der heilige ,franz seine ,predigt und seine ,aufforderung1 ,gott zu preisen1 beendigt hatte1 machte er das ,kreuzeszeichen ber alle jene ,vgel4 ,und sie alle flogen auf einmal auf und zwitscherten wunderbar und stark und verteilten sich darauf und flogen fort4 -- ,so wie aus der berlieferung um die ,gestalt des heiligen ,franz aus dem ,volke die schlichte ,blume der ,legende erblhte1 so formte sich in ,giotto der bildhafte ,ausdruck dieses zarten1 in ,gott versunkenen ,naturerlebnisses4 ,schner als die ,legende1 mit verwandterem ,geiste als dem ihren1 liee sich kaum das rein ,stoffliche des ,bildes erzhlen4 ,ergriffen von der schlichten ,gre des ,themas1 das der ,knstler gestalten sollte1 fand er1 sicher unbewut1 aus der ganzen naiven starken ,begabung seiner ,knstlerschaft heraus1 eine ,form der ,darstellung1 die so viele ,reize birgt1 da es sich lohnt1 besonders auf sie hinzuweisen1 um so das ,auge fr die ,feinheit dieser ,kunst zu schulen und das ,erlebnis dieses ,bildes aus der ganzen ,kunst1 die es wiedergibt1 zu vertiefen4 ,von links naht der heilige ,franz mit einem seiner ,brder4 ,die beiden ,gestalten sind nicht bis in die ,mitte des ,bildes vorgerckt2 hinter ihnen steht ein sprlicher ,baum1 dem gegenber sich ein viel grerer1 wuchtigerer erhebt4 ,er mag das ,bltterdach bergen1 in dem sich all die ,vgel verborgen hielten1 die nun zum heiligen ,franz hinflogen4 ,diese strkere ,herausarbeitung der ,natur1 der ,giotto in der ,raumanordnung des ,bildes die grere ,flche zuwies1 bewirkt1 da man unwillkrlich die uere ,form1 die das ,nahen des heiligen ,franz darstellt1 als den ,ausdruck jener ergriffenen ,ehrfurcht empfindet1 mit der der ,heilige die ,natur1 die ,bume und die ,vgel sah4 ,der ,baum1 in dem die ,vgel nisteten1 neigt sich zu den beiden ,mnchsgestalten und stellt so die innige ,verbindung zwischen der ,natur und dem ,heiligen dar1 eine ,feinheit in der ,anordnung1 die der ,knstler noch dadurch erhht1 da einer der ,vgel im ,bilde dargestellt wird1 wie er eben aus der ,baumkrone zu den anderen ,vgeln1 die bereits auf dem ,boden dem ,heiligen zueilen1 hinflattert4 ,alles ist ,bewegung1 die in ,ehrfurcht zu den ,fen des ,heiligen hinstrebt1 eine ,bewegung1 die so geradlinig dargestellt wird1 da sie die ganze innere ,naivett1 ,ursprnglichkeit1 ,freudigkeit der sich dem ,heiligen zuneigenden ,natur ausdrckt4 ,und der ,heilige selbst8 ,seine gebckte ,haltung1 das ,neigen seines heiligen ,hauptes drckt jene ehrfrchtige ,demut aus1 mit der er in der ,natur1 in den ,vgeln1 ,gottes ,herrlichkeit erlebte4 ,seine ,gestalt ist dadurch kleiner geworden als die des ihn begleitenden ,mnches1 dessen gerade ,haltung1 dessen ,hand1 die sich berrascht ausstreckt und wie scheu abwehrend die ,handflche darbietet1 mehr ein ,erstaunen ausdrckt1 als jene heilige ,innigkeit des ,erlebnisses1 die aus dem heiligen ,franz hervorleuchtet4 ,diese ,verschiedenheit der ,gren beider ,gestalten1 ihrer ,haltungen1 ihres ,zusammenhanges mit dem ,naturvorgang des ganzen ,bildes lassen uns sofort nachfhlen1 wie der eine dieser ,mnche in seiner heiligen kindlichen ,gre den anderen berragt4 ,mit welcher ,gte streckt der heilige ,franz den ,vgeln seine linke ,hand entgegen6 ,auch sie ffnet sich4 ,sie drckt aber nicht das ,erstaunen aus1 sondern jene herzliche selbstverstndliche ,gte1 die an sich zieht1 die eine ,vertrautheit ausdrckt und die ,kraft hat1 all die scheuen ,snger der ,natur an sich zu fesseln4 ,auch der ,blick des heiligen ,franz stellt jene seelische ,ergriffenheit1 jene unausdrckbare ,macht des ,heiligen dar4 ,giotto formte aber nicht nur diese ,kraft der gtigen ,bezwingung der ,natur1 dieses mit ihr ,einssein1 sondern gibt dem ganzen ,bilde eine ins ,gttliche gerichtete ,tendenz durch die ,haltung des rechten ,armes des ,heiligen3 whrend1 wie schon erwhnt1 der linke die ,vgel an sich zieht und mit weicher ,gte sie als ,brder anzusprechen scheint1 weist die rechte ,hand zum ,himmel hinauf1 als wollte sie sagen3 ich will euch zu mir fhren1 damit ihr euch durch mich zu ,ihm findet1 der euch und mich erschaffen hat4 ,zarter1 wundervollen ergreifender und selbstverstndlicher liee sich kaum dieses gtige ,herzurufen1 dieses sich ,einsempfinden und ,hinauffhren1 ,hinaufweisen zum ,herrn der ,welten ausdrcken4 ,diese ungemein zarte ,religiositt des ,bildes gibt ihm die ,kraft einer selbstverstndlichen ,bezwingung1 die aus sich heraus in ihrer schlichten ,gre wirkt1 die nicht beschwert erscheint durch berladung1 die nur die ,sehnsucht1 das ,kindliche1 ,ursprngliche der zum ,himmel strebenden christlichen ,seele formt4 ,wer dieses ,bild ,giottos so sieht und aus dem ,bilde zu dem ,geiste vordringt1 aus dem heraus es geworden ist und umgekehrt wieder aus dem ,erlebnis der ,gestalt des ,heiligen1 die nichts ,gewolltes1 nichts ,gequltes1 nichts ,geknsteltes1 sondern nur den ,ausdruck eines ganz in sich gekehrten und geschlossenen ,lebens1 trotz seiner ,schlichtheit die unerhrte ,gre einer ,tat darstellt1 dem ist es ohne weiteres klar1 da der ,knstler ,giotto nicht als der nachbildende ,schler antiker berlieferungen1 sondern als der ursprngliche naturhafte ,ausdruck einer elementaren ,begabung angesehen werden darf1 die trotz der ,einfachheit ihrer technischen ,fertigkeit eine ,gre ausdrckt1 die aus der ,gre und ,strke ihres inneren ,erlebnisses sich selbst zum ,siege durchrang4 ,aus diesem inneren ,drang ,giottos mu man seine ganze ,kunst verstehen4 ,sie ist in diesem ,sinne der ,ausdruck seiner ,zeit1 seines ,volkes1 das die alten ,schranken verstaubter ,vorrechte niedergerissen und sich selbst aus einem neuen ,erlebnisse der ,ewigkeitswerte zu erneuern begann4 ,dieser geschichtliche ,werdeproze1 aus dem als fhrende ,persnlichkeit ,franz von ,assisi hervorleuchtet1 hat1 da er das ganze ,volk erfllte1 auch knstlerische ,krfte ausgelst1 die bestrebt waren1 mit den berkommenen ,formen der ,fertigkeit zu brechen und aus einem eigenen persnlichen ,wollen heraus die innere ,not und ,sehnsucht der ,zeit zu gestalten4 ,giottos ,bild vom heiligen ,franz1 wie er den ,vgeln predigt1 gehrt in die ,folge der ,szenen aus der ,franziskuslegende1 die der #abff geborene und #accg verstorbene ,knstler fr die ,oberkirche zu ,assisi malte4 ,sie beweisen bereits seine starke1 ber die berlieferung seiner ,zeit hinauswachsende ,eigenart und versinnbildlichen vor allem jenen ,geist seiner ,generation1 der1 erfllt von all der ,sehnsucht nach einer neuen ,zeit1 die sich in dem ,heiligen von ,assisi verkrperte1 das ,leben innerlich umzuformen begann4 ,was in den ,legenden um den heiligen ,franz von ,assisi ,poesie geworden ist1 das wurde in den ,franziskusbildern ,giottos bildhafte ,form4 ,aus ihnen quillt der ,geist einer aus der inneren ,erneuerung aufblhenden ,zukunft1 die stark genug ist1 in jeder ,hinsicht -- ob es sich um gesellschaftliche1 staatliche1 soziale oder knstlerische ,umwandlungen handelt -- das ,alte zu berwinden und sich selbst aus der ,sehnsucht in die ,erscheinung zu formen4 ,johannes ,eckardt4 ,maria im ,rosenhag ,von ,stephan ,lochner ,geboren um #adjj in ,meersburg am ,bodensee1 gestorben #adea in ,kln4 -- ,stdtisches ,museum in ,kln ,bild #b ,hheres bildet ,selber die ,kunst nicht1 die gttlich geborne1 ,als die ,mutter mit ihrem ,sohn4 ,schiller1 ,braut von ,messina ,an den ,madonnenbildern1 den ,darstellungen der ,mutter ,gottes mit und ohne ,kind1 hat sich die christliche ,kunst aller ,zeiten je nach den wechselnden ,anschauungen versucht und ihre hchsten ,triumphe gefeiert4 ,schon im #b4 und #c4 ,jahrhundert schufen sich die von den rmischen ,kaisern verfolgten ,christen in den ,katakomben1 ihren unterirdischen ,begrbnis- und ,gottesdienststtten1 ,marienbilder1 meist allerdings noch in frei erfundener ,gesichtsbildung4 ,eine gewisse ,bildnistreue wird erst von den sogenannten ,lukasbildern angestrebt1 ,madonnen als ,frbitterinnen in betender ,stellung1 die nach der christlichen ,legende vom ,evangelisten ,lukas nach dem ,leben gemalt sein sollen1 in ,wirklichkeit jedoch ,gemlde byzantinischen ,ursprungs sind4 ,daneben geht aber noch ein anderer ,typus einher und auch in die abendlndische ,kunst ber3 die ,mutter in ,vorderansicht stehend oder thronend1 mit ,kopfschleier und weit offenen ,augen1 das ,kind vor der ,brust oder auf dem ,scho haltend1 hufig von ,engeln1 spter auch von ,heiligen umgeben4 ,in dieser streng kirchlichen ,auffassung wurde die ,madonna zum beliebtesten ,altarbild des spteren ,mittelalters4 ,allmhlich aber suchten die ,menschen sie nher an sich heranzuziehen1 in ,maria das ,mtterliche1 im ,jesulein das ,kindliche strker zu betonen4 ,da begegnen uns dann ab und zu schon ,madonnenbilder1 auf denen das ,kind mit der ,mutter spielt oder sich mit gleichaltrigen ,engeln vergngt4 ,diese beiden ,auffassungen laufen nun friedlich nebeneinander her3 als himmlische ,frau1 hufig zum feierlichen ,sinnbild der ,kirche erhoben1 tritt ,maria dem ,glubigen von oben in aller ,schnheit und ,hoheit entgegen1 mit beglckendem ,lcheln1 die ,krone auf dem ,haupt2 als ,jungfrau ,maria1 mit dem ,jesusknaben im ,scho oder an der ,brust1 weilt sie1 eine ,mutter unter ,mttern1 mitten unter den ,menschen1 als wollte sie teilnehmen an ihren ,freuden und ,leiden4 ,die geistige ,schnheit und seelische ,innigkeit wird dabei noch gewahrt1 am eindringlichsten und erhabensten von dem frommen ,florentiner ,mnch und ,maler ,guido di ,pietro1 der sich nach seinem ,kloster in ,fiesole bei ,florenz ,fra 7 ,frater1 ,bruder7 ,giovanni da ,fiesole oder ,beato ,angelico nannte 7#achg-adee71 am innigsten bei den flmischen und klnischen ,meistern um #adjj4 ,als dann aber die ,renaissance1 die ,wiedergeburt des klassischen ,altertums1 von ,italien her sich immer weiter verbreitete1 regte sich mehr und mehr das ,bedrfnis1 die hehre ,frau zur irdischen ,mutter werden zu lassen1 der sich das ,kind in holdseliger ,anmut oder rhrender ,bedrftigkeit hingibt1 also statt der geistigen ,verklrung die strahlende irdische ,schnheit und den frauen- oder mdchenhaften ,liebreiz zu betonen4 ,die mittelalterliche ,frmmigkeit hat in den ,bildern der klnischen ,maler noch gelebt1 als anderswo schon ein neuer ,geist sich regte4 ,kln am ,rhein1 eine allzeit getreue ,tochter der ,kirche1 war eben die mchtige ,hochburg rmischen ,geistes im deutschen ,wesen4 ,und dieser kirchliche ,ortsgeist hat sich somit auch der ,malerschule ausgeprgt1 vor allem ihrem ,haupt1 dem ,meister ,wilhelm1 der von #aceh-acgb in ,kln arbeitete4 ,in ,kln lebten und lehrten damals die groen ,mystiker1 ,prediger und ,dichter gottinniger ,frmmigkeit3 ,albertus ,magnus1 ,meister ,eckhart1 ,johannes ,tauler und ,heinrich ,seuse 7,suso71 ,apostel derselben ,lehre1 die in ,italien der heilige ,franziskus von ,assisi verkndet hatte4 ,eine irdische ,liebesglut dringt in die ,marienverehrung4 ,war ,maria bis dahin eine ernste1 erhabene ,knigin gewesen1 so erscheint sie jetzt als herzliebe ,fraue1 hold1 lieblich1 hauchzart1 in sich selber selig4 ,die starre ,erhabenheit macht der milden ,gte1 die strenge ,feierlichkeit der empfindungsvollen ,zrtlichkeit ,platz2 ,maria1 die ewige ,jungfrau1 wird die ,seelenbraut des einsamen ,geistlichen1 der ihr ,treue bis zum ,tode hlt4 ,unerschpflich ist die geistige ,dichtung jener ,zeit in der ,erfindung zrtlicher ,beinamen fr ,maria4 ,hauptschlich sind es ,blumennamen1 z4 ,t4 aus dem ,hohen ,liede1 die ihr beigelegt werden4 ,sie ist die ,rose ohne ,dornen1 die ,lilie sondergleichen2 sie ist die edle ,rebe1 der ,zedernbaum1 der lbaumast1 der edle ,garten von ,jesse2 sie ist das blhende ,reis am ,dornbusch1 die ,myrte der ,enthaltsamkeit4 ,und diese lyrisch weiche ,stimmung verpflanzt sich nun auch in die ,malerei4 ,mit ,recht hat man die ,klner ,schule das ,minnelied der alten deutschen ,malerei genannt4 ,die meisten heiligen ,bilder der ,klner sind uns ohne den ,namen ihres ,malers berliefert4 ,auer dem schon erwhnten ,meister ,wilhelm von ,herle1 der ,achse der niederrheinischen ,kunstgeschichte81 wie ,goethe ihn nennt1 tritt als festere ,knstlergestalt nur noch ,stephan ,lochner hervor1 das zweite ,haupt der ,schule4 ,wenig wissen wir von ,lochners uerem ,leben4 ,nur da er in ,meersburg am ,bodensee geboren ist1 sich #addb in ,kln ansiedelte1 #addh von seiner ,zunft als ,senator in die ,stadtregierung geschickt wurde und #adea dort starb4 ,sein berhmtestes ,werk ist das ,klner ,dombild mit der ,anbetung der heiligen drei ,knige und der ,verkndigung1 das er erst gegen ,ende seines ,lebens gemalt hat2 eine ,schpfung voll ,lebenswahrheit und wrdevoller ,anmut1 von der auch der khl zurckhaltende alte ,goethe entzckt war4 ,schchtern dringen bei ,lochner weltliche ,elemente ein2 seine ,wesen schlagen sozusagen die ,augen auf und entdecken1 da dies irdische ,jammertal eigentlich recht schn ist4 ,und weil sie sich wohlfhlen auf ,erden1 sind sie auch schon ein wenig eitel geworden und sehen auf hbsche ,kleider und kostbaren ,schmuck4 ,mit der ,weltfreudigkeit ist bei diesen ,malern auch die ,farbenfreudigkeit erwacht4 ,vllige ,einheit zwischen ,zeichnung und ,farbe suchen wir freilich auch bei ,lochner noch vergebens2 die ,farben1 meistens wunderbar leuchtend1 treten erst hinzu1 wenn das ,bild fertig ist1 so da man manchmal statt ,gemlden kolorierte ,zeichnungen vor sich zu haben glaubt4 ,weit1 gro oder gar gewaltig ist ,lochners ,kunst nicht4 ,die ,schrecken des ,jngsten ,gerichts zu malen1 war ihm nicht gegeben4 ,desto entzckender wei er die zarte ,schwrmerei der ,marienverehrung auszudrcken4 ,er malt die ,jungfrau1 wie sie lauschend die feine1 schmalfingerige ,hand emporhebt1 um die leise geflsterten ,worte des ,engels der ,verkndigung besser zu hren2 er gibt der ,madonna ein ,veilchen in die ,hand2 er lt die ,mutter ,gottes neben der ,krippe1 draus ,ochs und ,esel fressen1 vor dem neugeborenen ,kinde knien1 mit einer rhrend schlichten und innigen ,gebrde der ,anbetung4 ,die ,krone seiner ,madonnendarstellungen aber ist die ,maria im ,rosenhag4 ,das war eine alte1 dem mystisch zarten ,betrachtungsleben des spteren ,mittelalters entsprungene ,auffassung1 die ,maria1 die mystische ,rose1 inmitten eines 7oft von ,vgeln belebten7 ,rosengartens kniend1 hufiger noch sitzend zeigt1 mit dem ,jesusknaben und von ,engeln bedient4 ,im ,gegensatz zu andern1 nchterneren ,bildern dieser ,art 7z4 ,b4 ,schongauers ,maria in der ,rosenlaube7 atmet das ,lochners innigste religise ,wrme1 so da man es als die klassische ,ausprgung des alten ,themas bezeichnen darf4 ,da hebt sich aus dem leuchtenden ,goldhintergrunde ein zartes1 wie aus ,glas gesponnenes ,laubengitter heraus1 durchrankt von ,lilien 7den ,sinnbildern der ,reinheit7 und roten ,rosen 7den ,sinnbildern der ,liebe und ,schnheit74 ,maria1 in einen weitfaltigen himmelblauen ,mantel gehllt1 sitzt darunter auf einer ,rasenbank und hlt auf ihrem ,scho das nackte ,jesuskind1 dessen blondgelocktes ,kpfchen von einer breiten goldenen ,gloriole umgeben ist4 ,auf dem ,haupte1 ber dem von schlichtem blondem ,haar umrahmten liebreizenden ,antlitz trgt sie eine zierlich gearbeitete kostbare ,krone1 auf der ,brust unter dem ,ausschnitt eine ,spange1 ein ,kleinod1 das mit dem ,einhorn1 dem ,sinnbild der ,unschuld1 geziert ist,a4 ,und ein ,bild mdchenhafter ,unschuld ist sie selbst1 diese zchtig den ,blick niederschlagende1 schmig befangene junge ,mutter1 die das ,wunder auf ihrem ,scho so behutsam anfat1 als frchte sie1 es zu zerbrechen4 ,das ,christuskind aber sitzt ganz unbefangen kindlich da1 im linken ,patschhndchen ein rosig angehauchtes pflein1 das es wohl von einem der sieben geflgelten ,engel empfangen hat1 die sich anbetend1 bewundernd oder zutraulich schenkend ber die ,bankbrstung zu ihm neigen4 ,aber damit nicht genug der ,huldigung4 ,auch auf dem mit blauen1 roten und gelben ,blumen gesprenkelten ,rasen kauern ,engel mit apfelrunden ,kindergesichtchen und spielen dem ,jesulein mit ,orgel1 ,harfe1 ,laute und ,zupfgeige ein liebliches ,konzert vor1 wie es unsre alten ,marienlieder so gern beschreiben3 ,vom ,himmel hoch1 o ,engel1 kommt6 ,eia1 eia1 susanni1 susanni1 susanni6 ,kommt singt und klingt1 kommt geigt und trommt4 ,alleluja1 alleluja6 ,von ,jesu singt und ,maria4 ,kommt ohne ,instrumente nit1 ,bringt ,lauten1 ,harfen1 ,geigen mit1 ,lat hren eure ,stimmen viel1 ,mit ,orgel und mit ,saitenspiel4 ,die ,stimmen mssen lieblich gehn ,und ,tag und ,nacht nicht stillestehn 444 ,doch auch von oben her nimmt die himmlische ,liebe teil4 ,gott ,vater selbst lt die weie ,taube des heiligen ,geistes herabflattern1 und zwei schwebende ,engel1 die den goldbrokatenen ,vorhang raffen1 blicken segnend nieder auf ,mutter und ,kind und ihre himmlischen ,gespielen4 ,das alles1 zumal die ,blumenranken1 die ,schmuckstcke1 die ,engelsflgel1 die ,musikinstrumente1 ist in schmelzartig klaren ,farben mit dem gewissenhaftesten ,flei und der grten ,sorgfalt durchgearbeitet und zeugt von einem ,knstlergemt1 das keinen ,pinselstrich ohne ,liebe und fromme ,andacht tun konnte4 ,lochner oder ,meister ,steffen1 wie die ,mitwelt ihn nannte1 kam frh zu ,ansehen und ,ruhm4 ,schon der groe ,maler ,albrecht ,drer1 als er #aeba auf seiner niederlndischen ,reise durch ,kln fuhr1 lie sich fr zwei ,weipfennige 7 #ah ,kupferpfennige7 das ,dombild aufsperren84 ,dann berschattete zwar drei ,jahrhunderte lang die ,renaissancebewunderung1 die mehr auf ,pracht und ,erhabenheit sah1 die holdselige ,einfalt der altdeutschen ,maler2 als aber die ,brder ,boissere in ,kln zu ,anfang des #ai4 ,jahrhunderts die ,werke der alten niederrheinischen ,meister durch ihre ,sammlung vor der ,vernichtung zu retten begannen1 kam gleich dem ,meister ,wilhelm1 mit dem er damals oft verwechselt wurde1 auch ,stephan ,lochner wieder zu ,ehren4 ,ja1 die deutschen ,romantiker1 besonders die ,brder ,schlegel1 feierten in ihm das ,ideal ihrer auf altdeutschem ,boden wandelnden ,kunstanschauungen und spielten es als erwnschtes ,gegenbild gegen ,raffaels ,schpfungen aus4 ,viele der ,alt-,klner ,bilder gelangten dann durch den kunstliebenden ,knig ,ludwig ,i4 von ,bayern in die ,mnchener ,pinakothek2 die ,maria im ,rosenhag aber blieb ihrer ,vaterstadt ,kln erhalten und ist dort noch heute eine der ,hauptzierden des ,stdtischen ,museums4 ,friedrich ,dsel4 ,a ,eine alte ,legende erzhlt von der ,jagd des ,engels ,gabriel auf ein ,einhorn und wie dieses ,schutz gefunden habe im ,schoe der heiligen ,jungfrau4 ,der ,frhling ,von ,sandro ,botticelli ,geboren um #addf in ,florenz1 gestorben #ag4 ,mai #aeaj ebendort4 -- ,accademia in ,florenz ,bild #c ,frhling6 ,wer wrde nicht zu lichten ,hhen reiner ,freude emporgetragen bei dem ,gedanken an den ,lenz1 den ,bringer der ,hoffnung1 den ,spender der ,lust6 ,kein ,fhlender kann sich dem holden ,zauber des ,auferstehungsfestes in der ,natur entziehen4 ,mit leuchtenden ,augen schauen wir die tiefen ,geheimnisse im ,walten und ,werden1 und unsres ,staunens ist kein ,ende4 ,wenn der ,fhn -- ein warmer trockner ,sdwind in den ,schweizer ,alpen -- mit tosendem ,brausen die ,bergketten durchtobt und des ,winters starre ,herrschaft mit wilder ,gewalt zerbricht1 dann ist der ,frhling nicht mehr fern4 ,vom ,sden her streicht ein warmer ,odem ber die ,erde dahin1 und der ,menschen ,herzen sind von wonnigen ,ahnungen erfllt4 ,langsam steigt der glhende ,himmelsball hher und hher4 berall1 in ,bergen und ,tlern1 in ,wald und ,feld1 in ,hecken und ,grten erwacht tausendfltiges ,leben1 heimliches ,werden4 ,zahllose ,quellen und ,bchlein bahnen sich ihren ,weg durch ,wiesen und ,fluren2 silberhell sprudeln die ,wasser1 und das erste schchterne ,grn leuchtet im ,glanze junger ,sonne4 ,mit schmetterndem ,sange schwingt sich die ,lerche zu den ,wolken empor1 den ,lenz1 den mchtigsten ,zauberer1 mit jauchzendem ,jubel zu gren4 ,ein ,wunder gebiert das andere6 ,unter dem winterlichen ,laub stecken die frhen ,blumen zag und sachte die ,kpfchen hervor4 ,da1 ber ,nacht1 sind die ,fluren pltzlich mit strahlenden ,frhlingsboten berst2 die gestern noch schlummernde ,erde ist in einen prangenden ,bltenteppich verwandelt4 ,zuerst1 gleichsam als ,herolde1 kommen die ,schneeglckchen4 ,sie luten den ,frhling ein4 ,bald folgen ,anemonen und ,himmelsschlssel1 ,zyanen und ,gnseblmchen1 ,windrschen und ,tausendschnchen2 dazwischen verborgen duftende ,veilchen4 ,sie alle wollen mit ihrer ,farben ,glanz und ihres ,duftes ,se das erwachende ,leben bekrnzen4 ,heller leuchtet die ,sonne an solchem ,frhlingstag1 wrziger weht die ,luft und hher schlgt das ,herz2 berall1 allberall vernehmen wir den ,pulsschlag der rastlos schaffenden ,erde1 die sich als ,priesterin der ,schnheit am ,auferstehungsfeste mit den reichsten und kstlichsten ,gewndern schmckt4 ,in seinem sinnigen ,gedichte ,lenz8 singt ,felix ,dahn von des ,frhlings schpferischer ,macht und ,zauberkraft3 ,die ,finken schlagen1 ,der ,lenz ist da1 ,und keiner kann sagen1 ,wie es geschah6 ,er ist leise kommen ,wohl ber ,nacht1 ,und pltzlich entglommen ,in alter ,pracht6 ,diese ,pracht und ,herrlichkeit1 die uns einmal alljhrlich beglckt1 hat auch den ,meister ,sandro 7,alexander7 ,botticelli1 der whrend der zweiten ,hlfte des #ae4 ,jahrhunderts 7#addf bis #aeaj7 in der italienischen ,stadt ,florenz lebte1 zu so hoher ,begeisterung hingerissen1 da er uns diesen herrlichen ,farbenhymnus an den ,frhling dichtete4 ,in dem zauberreichen ,gemlde zeigt er uns das ewige ,wunder der ,schpfung1 wie es sich in seiner ,phantasie malte4 ,in uns1 den ,beschauern1 will er die gleichen ,gefhle der ,erhebung und ,erneuerung wecken1 die mit des ,frhlings ,einzug seine ,seele beglckten4 ,in jedem ,lande der ,erde hat der ,frhling ein eigenes ,gesicht2 in allen ,zonen aber ist er von mrchenhafter ,prachtenfaltung in der ,natur begleitet4 ,botticelli nun schildert uns den ,frhling1 wie ihn sein ,knstlerauge in seiner toskanischen ,heimat sah4 ,er folgte der ,stimme des ,herzens und malte1 was seine ,phantasie bewegte3 ,im ,mittelgrunde des ,bildes erblicken wir eine feengleiche ,frauengestalt1 ,venus1 die ,gttin der ,liebe4 ,wie eine ,knigin schreitet sie daher1 voll ,hoheit und ,wrde4 ,der purpurne1 golddurchwirkte ,mantel ist herabgesunken1 er wird von der linken ,hand leicht gerafft1 whrend er lssig ber den rechten ,arm hinabgleitet1 der wie in segnender ,gebrde erhoben ist4 ,das ,antlitz der ,liebesknigin ist von holdseligem ,lcheln verklrt2 um das leicht geneigte ,haupt fliet in sanften ,linien ein goldgewebter ,schleier1 die edle ,stirn verrt hoher ,gedanken ,flug4 ,ganz vorn im ,bilde1 zur ,linken der ,liebesgttin1 schreitet ,flora1 die ,priesterin des ,frhlings1 eine schlanke1 liebliche ,frauengestalt4 ,ihr wehendes ,gewand ist mit ,blten geschmckt1 ihre ,lenden umschmiegt ein kstlicher ,grtel rankender ,wildrosen4 ,wie eine ,juwelenkette trgt sie als ,halsschmuck einen ,kranz frischer1 ppig blhender ,wiesenblumen4 ,auf der linken ,seite bewegen sich in rhythmischem ,tanz drei ,grazien1 die vor der ,frhlingsgttin einen ,reigen auffhren4 ,ihnen voran schreitet als ,herold ,merkur1 den holden ,frauen den ,weg zu bereiten4 ,er ist der ,bote der ,gtter4 ,an den ,fen trgt er beflgelte ,schuhe1 in der erhobenen ,rechten schwingt er den ,caduceus1 den ,zauberstab1 der vorn zwei verschlungene1 mit den ,kpfen einander zugekehrte ,schlangen zeigt4 ,merkur ist mit der ,chlamys1 einem leichten bergewand1 bekleidet und mit dem ,krummschwert bewehrt4 ,als ,abschlu nach rechts sehen wir ,zephyr1 den ,gott der suselnden ,winde2 mit flatterndem ,haar und ,mantel1 aufgeblasenen ,wangen und zusammengezogenen ,augenbrauen hascht er nach einer vor ihm herfliehenden ,mdchengestalt1 die er in neckischem ,spiel zu fangen sucht4 ,sie wendet sich1 den ,kopf leicht seitwrts gebeugt1 in abwehrender ,bewegung nach ihrem ,verfolger zurck4 ,auch mit ihrem ,gewand und ,haar treibt der ,wind sein ,spiel4 ,aus ihrem ,munde sprieen1 wie aus einem ,fllhorn1 ,bltenzweige von ,kornblumen und ,rosen2 denn der ,sage nach wurde alles in ,blumen verwandelt1 was mit ,flora oder ihren ,gespielinnen in ,berhrung kam1 nachdem sie von ,zephyr besiegt waren4 ,amor1 zu ,hupten der ,liebesgttin1 spannt den ,bogen und sendet zndende ,pfeile nach der ,gruppe der tanzenden1 holden ,mdchen hin1 deren ,glieder von leichten ,schleiern verhllt sind4 ,wie von einer prchtigen ,kulisse ist die ,wiese rckwrts von blhendem ,lorbeer1 von ,myrten- und ,orangebumen umsumt1 deren dunkle ,stmme sich gegen die ,lichtgestalten wirkungsvoll abheben4 ,die ,hauptfigur des ,gemldes ist die ,frhlingsgttin1 die alle ,blicke fesselt und leichtfig ber den blumigen ,wiesenboden dahinschreitet4 ,ihr ,blondhaar ist mit ,primeln und ,zyanen durchflochten1 aus ihrem ,scho streut sie leuchtende ,blten ber die erwachende ,erde hin4 ,die wunderbare sinnbildliche ,darstellung auf den ,frhling hngt in der ,accademia1 der ,gemldegalerie zu ,florenz4 ,sie ist eine der ,schpfungen1 die den ,ruhm ,botticellis in der ganzen ,welt verbreitet hat4 ,die geistige ,vertiefung1 der wir auf fast allen ,bildern des ,meisters begegnen1 die ,zartheit und ,grazie seiner berschlanken ,gestalten verrt den ,maler1 der schon frhzeitig eigene ,wege suchte und sich von dem berkommenen ,kunstideal seiner ,zeitgenossen abwandte4 berall in seinen ,werken lt sich die ,eigenart der ,auffassung erkennen4 ,sie sind fast ausnahmslos mit erstaunlicher ,beherrschung der technischen ,mittel und groer ,fertigkeit gemalt4 ,der mrchenhafte holde ,hymnus auf den ,frhling wird stets dieselbe ,begeisterung hervorrufen1 wie die mythologischen ,phantasien und die ,madonnenbilder ,botticellis4 ,mit heiligem ,eifer hat er sich dem ,studium des klassischen ,altertums und hier wieder ganz besonders der ,mythologie gewidmet4 ,die mythologisch-allegorischen ,stoffe1 die er zum ,vorwurf knstlerischer ,darstellung whlte1 hat er aufs glcklichste mit dem ,zauber der ,poesie umwoben4 ,durch seine ,werke weht etwas vom ,hauch des lyrischen ,dichters1 der uns in das ,reich der ,romantik entfhrt4 ,diesen ,geist atmen auch fast alle seine ,madonnenbilder1 die er mit eigenem ,reiz und zarter ,grazie schmckt4 ,ich erinnere hier nur an eines der schnsten1 die ideale ,darstellung der heiligen ,jungfrau mit dem ,kinde1 das berhmte ,magnificat8 in den ,uffizien zu ,florenz4 ,botticelli suchte1 auch wenn er ,maria mit dem ,kinde malte1 mit einfachen ,mitteln zu dem ,beschauer zu sprechen4 ,niemals wollte er1 trotz des feierlichen ,ernstes in jedem ,antlitz1 die ,madonna als die unerreichbar ferne1 unendlich erhhte ,gottesmutter darstellen1 sondern wie eine wirkliche ,mutter1 die fr alle ,schmerzen ihrer ,kinder ein allzeit verstehendes1 gtiges ,herz hat4 ,besonders seine ,frauengestalten tragen einen ganz eigenen1 schwermtigen ,charakter4 ,um ihre ,gesichter in ihrem herben1 sinnigen ,ernst schwebt etwas so ,eindrucksvolles und ,typisches1 was sich in hnlicher ,eigentmlichkeit bei keinem anderen ,knstler wiederfindet4 ,der seelische ,glanz seiner ,figuren prgt sich so unvergelich ein1 da man oft vergleichsweise von botticellesken ,gestalten8 spricht4 ,sie haben etwas von dem ,symbol der ,keuschheit1 obgleich ein zarter ,reiz reiner ,sinnlichkeit zu dem ,beschauer hinweht2 das ,haupt ist von wallenden ,locken umrahmt1 die ,zge sind edel und durchgeistigt1 der schwellende ,mund und die fragenden ,augen verraten etwas von ungestillter ,sehnsucht und leisem ,schmerz1 der sich in jener verklrten ,gte lst1 die ihren ,blicken entstrahlt4 ,vasari1 der uns das ,leben der berhmten italienischen ,meister des #ae4 und #af4 ,jahrhunderts geschildert hat1 erzhlt uns auch einiges aus ,botticellis ,werdegang4 ,alessandro1 mit dem ,kosenamen ,sandro genannt1 war der ,sohn des ,mariano ,filipepi1 eines ,florentiner ,brgers4 ,der ,vater lie dem ,knaben nach den ,begriffen der damaligen ,zeit eine sorgfltige ,erziehung angedeihen1 aber unser ,sandro war1 wie uns berichtet wird1 kein ,musterschler und fand wenig ,freude am ,lernen4 ,weder im ,schreiben und ,lesen1 noch im ,rechnen brachte er es vorwrts4 ,da kam der ,vater1 der um ,sandros ,zukunft besorgt war1 auf den ,gedanken1 den ,jungen zu ,botticello1 einem ,meister der ,goldschmiedekunst1 der in hohem ,ansehen stand1 in die ,lehre zu schicken4 ,hier zeigte ,sandro wider ,erwarten viel ,geschick und ,eifer1 ,flei und ,fertigkeit im ,zeichnen und bat den ,vater1 der die ,neigung des ,sohnes inzwischen erkannt hatte1 ihn ,maler werden zu lassen4 ,nach seinem ,lehrmeister ,botticello hat er sich spter ,botticelli genannt4 ,er wurde von einem ,karmelitermnch1 dem berhmten ,meister ,fra ,filippo del ,carmine in die ,geheimnisse der ,malkunst eingefhrt1 und bald sollte es sich herausstellen1 da ,sandro auf dem rechten ,wege war4 ,rasch entfaltete sich sein ,talent und brachte ihn rstig vorwrts4 ,sein langes ,leben war reich an knstlerischem ,schaffen und zeitweilig auch an ueren ,erfolgen1 wenngleich ,botticelli nie eigentlich auf der ,menschheit ,hhen wandelte4 ,in seinen letzten ,lebensjahren war er ganz einsam geworden und widmete sich fast ausschlielich der ,vollendung der ,zeichnungen zu ,dantes erhabener ,dichtung ,divina ,commedia8 7,gttliche ,komdie74 ,von ,botticellis ,hand stammen #if ,bltter2 davon sind allein #hh im ,besitz des ,kupferstichkabinetts zu ,berlin4 ,er hat den gewaltigen ,stoff mit den reichen ,mitteln seiner ,kunst und ganzer ,seele zu erfassen und zu durchdringen gesucht4 ,nur ein eingehendes ,studium1 das hchste innere ,sammlung voraussetzte1 konnte die ,phantasie des alternden ,knstlers zu dieser hervorragenden ,leistung beflgeln4 ,botticelli starb am #ag4 ,mai #aeaj im ,alter von #fd ,jahren1 hilflos und fast verarmt1 von seinen ,zeitgenossen bei ,lebzeiten beinahe vllig vergessen4 ,seine irdische ,hlle ruht in der ,kirche ,ognissanti zu ,florenz4 ,erst dem #ai4 ,jahrhundert war es vorbehalten1 ,botticellis ,schaffen in ein helles ,licht zu stellen und seine knstlerische ,bedeutung richtig zu erkennen und zu wrdigen4 ,paul ,gerhard ,zeidler4 ,das heilige ,abendmahl ,von ,leonardo da ,vinci ,geboren #adeb in ,vinci bei ,florenz1 gestorben #b4 ,mai #aeai auf ,chteau ,cloux bei ,amboise4 -- ,refektorium des ,klosters ,sa4 ,maria delle ,grazie in ,mailand ,bild #d ,das weltberhmte ,hauptwerk des ,leonardo da ,vinci ist uns nicht so berliefert1 wie unsere ,abbildung vermuten lassen knnte4 ,das wunderbare ,bild1 bei dem ,leonardo das ,wagnis unternahm1 mit lfarben unmittelbar auf die ,mauer zu malen1 um besonders starke farbige ,wirkungen zu erzielen 7whrend man sonst bei solchen ,arbeiten andere1 praktisch besser brauchbare ,malmittel1 vor allem ,temperafarben1 verwendet7 -- es ist heute nur eine ,ruine4 ,klagend1 doch hilflos stehen die ,kunstfreunde seit ,jahrzehnten vor dem verfallenden ,gemlde1 dessen ,farbschichten man nach und nach zerbrckeln und von der ,wand sinken sah1 ohne den fortschreitenden ,zerstrungsproze wirksam aufhalten zu knnen4 ,um einen ,begriff von der ursprnglichen ,gestalt und ,herrlichkeit des ,werkes zu erlangen1 das wir mit ,trauer allmhlicher ,vernichtung preisgegeben sehen1 mu man die glcklicherweise in groer ,zahl vorhandenen ,kopien von ,leonardos ,schlern und ,nachfolgern1 sowie die ,studienzeichnungen1 die der ,meister selbst vor der ,arbeit und hernach ,jngere nach dem vollendeten ,gemlde gemacht haben1 hinzunehmen4 ,mit ,untersttzung solcher ,hilfsmittel haben hervorragende ,meister des ,kupferstichs groe ,bltter geschaffen1 die uns nun in der ,tat eine treue ,vorstellung von dem ,mailnder ,original vermitteln1 wenn sie auch freilich die ,schnheit seiner farbigen ,harmonien1 die unwiederbringlich verloren bleiben1 nicht ersetzen konnten4 ,ihnen dankt es die ,gegenwart1 wird es die ,zukunft danken1 da wenigstens ein ,abglanz von der ewigen ,pracht dieser ,schpfung erhalten blieb4 ,es war das ,refektorium1 der ,speisesaal des ,klosters1 in dem ,leonardo sein ,bild1 auf eine der ,schmalwnde des langgestreckten ,raumes1 malte4 ,darum whlte er dies ,thema3 wenn die ,mnche sich an ihren ,tischen zum bescheidenen ,mahle versammelten1 sollte ihr ,blick auf diese ,darstellung des heiligen ,abendmahls fallen4 ,das ,gemlde wurde am oberen ,teile der ,wand angebracht,b1 damit auch alle1 die sich im ,saal befanden1 die biblische ,handlung sehen konnten4 ,leonardo hat dabei die ,architektur des ,raumes1 seine ,wnde und seine flache ,decke auf dem ,gemlde weitergefhrt1 so da der ,saal grer zu werden schien und vor den ,augen der frommen ,brder die ,vision aufstieg1 als sitze ,christus selbst und die ,apostel mit ihnen zu ,tische4 ,der ,knstler whlte den ,augenblick1 da ,jesus die inhaltschweren ,worte zu seinen ,jngern spricht1 da einer unter ihnen sei1 der ihn verraten werde4 ,die ,erregung und ,bestrzung der ,getreuen ist der eigentliche ,vorwurf der ,schilderung4 ,mit einer groartigen ,kunst der ,komposition hat ,leonardo die dreizehn ,mnner1 die er auf der einen ,seite der langen ,tafel vereinigte1 angeordnet4 ,er lste sie in ,gruppen auf3 in der ,mitte1 genau in der ,achse des breiten ,rechtecks1 vor dem mittleren der drei ,fenster des ,hintergrundes1 durch die der ,blick in eine freie lombardische ,landschaft schweift1 ,christus selbst -- rechts und links von ihm zweimal gesonderte ,gruppen von je drei ,gestalten4 ,in immer neuen ,haltungen und ,bewegungen drcken die ,jnger ihr ,erstaunen1 ihr ,entsetzen1 ihre ,trauer ber die tragische ,mitteilung aus1 die ihnen geworden1 beteuern sie ihre ,unschuld4 ,als rechte ,italiener benutzen sie dabei ihre ,hnde zu lebhaftem1 vielsagendem ,gebrdenspiel 7auf diese ,sprache der ,hnde hat ,leonardo immer gern ,nachdruck gelegt74 ,es ist1 als wenn die einzelnen sagen wollten3 ,sieh1 ich werde es gewi nicht sein2 ich kann es nicht sein2 blicke in meine ,seele1 die dir in lauterer ,treue ergeben ist4 ,die ,gruppe rechts am ,ende der ,tafel bespricht den ,fall unter sich2 damit die ,verbindung mit den anderen aber nicht unterbrochen wird1 streckt die dritte ,figur von rechts ihre ,hand weithin nach links ber die ,tafel4 ,man verfolgt mit ,staunen1 wie der ,knstler in immer neuen ,erfindungen jedesmal die ,drei zusammengefgt hat4 ,dabei sind alle von einem ,geiste beseelt4 ,nur ,judas1 der dritte links von ,christus1 an dem ,geldbeutel kenntlich1 den er in der ,hand hlt1 hebt sich aus der ,menge heraus4 ,mit dem starren ,erschrecken des bsen ,gewissens blickt er ,jesus an1 doch so1 da kein anderer der ,jnger es bemerkt4 ,mit feiner ,absicht ist der niedrigen ,verrterei des ,judas in derselben ,drei-,gruppe die innige ,hingabe des jungen ,johannes unmittelbar gegenbergestellt4 ,alles strebt in leidenschaftlicher ,erregung von rechts und links zum ,hauptpunkt der ,komposition1 der wunderbar schlichten und milden ,figur ,christi1 der die ,hnde einfach ausstreckt1 um zu besttigen1 da er die furchtbare ,wahrheit gesagt2 der1 umstrahlt von einem zarten ,licht1 das ihn von der ,seite und von den ,rckfenstern trifft1 sich unmerklich als der ,gesandte einer hheren ,welt aus diesem ,kreise sterblicher ,menschen heraushebt4 ,die ganze ,wirkung ist auf solche ,kontraste gestellt3 die ,jnger in ,bewegung1 ,christus in vollkommener ,ruhe2 die ,jnger fast alle im ,profil1 whrend das ,antlitz des ,heilands uns voll zugewandt ist -- auch dadurch den ,mittelpunkt der bewegten ,masse betonend4 ,das groe ,gesetz der klaren1 sorgsam abgewogenen ,anordnung1 dem sich die ,malerei der italienischen ,renaissance auf ihrer ,hhe unterwirft1 ist hier an einem klassischen ,beispiel durchgefhrt3 da alles im ,bilde auf das ,zentrum des ,vierecks hindeutet4 ,dies ist hier der ,kopf ,christi4 ,zu ihm fhren nicht nur die ,blicke und ,bewegungen der ,apostel1 sondern auch die ,linien der ,arme der ,jesusgestalt selbst1 deren ,oberkrper als ein gleichseitiges ,dreieck erscheint1 und die ,balkenlinien der perspektivisch verkrzten ,decke4 ,so wurde der gesteigerte seelische ,ausdruck des leidenschaftlichen ,lebens1 der die ganze ,schar erfat hat1 durch die festen ,gesetze einer strengen ,komposition zu einer groen ,ruhe zusammengefat1 welche die ,erregung bndigt und das ,erzhlende der ,darstellung zu monumentaler ,wirkung emporfhrt4 ,leonardo hat das ,abendmahl im ,jahre #adih vollendet4 ,es gehrt der letzten ,phase der fast zwanzigjhrigen ,arbeitszeit an1 die er in ,mailand im ,dienste und unter der ,frderung von ,lodovico ,sforza1 dem allmchtigen ,herrn der ,stadt1 verbrachte4 #adhb war er mit einem ,geschenk des ,lorenzo de ,medici von ,florenz nach ,mailand gesandt worden4 ,denn dort1 in ,florenz1 hatte ,leonardo1 der als der ,sohn eines ,florentiner ,juristen in dem kleinen ,orte ,vinci bei ,empoli1 unweit ,florenz und ,pisa1 im ,jahre #adeb geboren war1 seine ,jugend verlebt4 ,als der lteste der drei gewaltigen ,meister der ,renaissance steht er neben ,michelangelo und ,raffael -- als die reichste1 machtvollste ,erscheinung zugleich dieses ganzen unvergleichlichen ,zeitalters4 ,vielleicht hat die ,natur niemals ein einzelnes ,menschenkind so verschwenderisch mit ihren ,gaben bedacht wie diesen allumfassenden ,geist1 der nicht nur ,maler1 ,bildhauer und ,architekt in einer ,person war1 sondern daneben als ,ingenieur1 als ,techniker1 ,naturforscher und ,anatom ,bedeutendes leistete1 als ,vorahner der modernen ,flugmaschine neue ,wege beschritt4 ,eine glnzende ,persnlichkeit1 von hoher ,schnheit und unbezwinglicher krperlicher ,kraft1 ein siegreicher ,beherrscher der aristokratischen ,gesellschaft seiner ,zeit1 dem alt und jung zu ,fen lag1 so schritt er kniglich durch sein ,jahrhundert4 ,die ganze ,flle der ,kunst und der ,wissenschaft seiner ,epoche scheint sich in ihm wie in einem ,brennspiegel zu treffen4 ,wir verdanken ihm die ,niederschrift der tiefsten ,gedanken ber ,sinn und ,technik der ,malerei1 verdanken ihm die der ,zukunft um ,jahrhunderte vorgreifende ,idee der ,begrndung einer ,musterstadt nach sthetisch-hygienischen ,gesichtspunkten4 ,die berflle der ,plne und ,entwrfe freilich1 die sich in ,leonardos ,kopfe drngten1 hat die ,vollendung des einzelnen oft genug beeintrchtigt4 ,er liebte es1 ,begonnenes unausgefhrt zu lassen1 von einem ,werke zum anderen berzuspringen1 sich in khnen ,experimenten zu versuchen4 ,vieles von seinen ,werken ist berdies verschwunden1 wie das ,abendmahl zerfallen1 oder nur als ,stckwerk erhalten4 ,von einem groartigen ,reiterdenkmal1 das er in ,mailand dem ,francesco ,sforza1 dem ,vater ,lodovicos errichten sollte1 und das wenigstens bis zum ,modell gedieh1 besitzen wir nur die gezeichneten ,skizzen4 ,von der bewunderten ,schlachtendarstellung des florentinischen ,sieges bei ,anghiari1 die untergegangen ist1 kennen wir nur die ,nachzeichnungen eines spteren ,knstlers1 aus der wir die ,wucht und ,gre erkennen1 mit der hier das ,gedrnge auf ,tod und ,leben streitender ,massen dargestellt war4 ,die ,arbeit an diesem ,karton der ,schlacht von ,anghiari1 den ,leonardo im ,wettstreit mit ,michelangelo gezeichnet hat1 fllt in seinen zweiten ,florentiner ,aufenthalt 7nach den ,mailnder ,jahren71 als dessen berhmtes ,hauptwerk das ,bildnis der ,mona ,lisa1 heute in der ,gemldegalerie des ,louvre zu ,paris1 vor uns steht4 ,schon in ,mailand hatte ,leonardo unter den ,bildnissen1 die ihm bertragen wurden1 ein ,frauenportrt von hchster ,schnheit gemalt2 man glaubt darin die junge ,bianca ,maria ,sforza zu erkennen1 die zweite ,gemahlin ,kaiser ,maximilians ,i4 ,aber weit darber hinaus ging nun das ,florentiner ,portrt1 das man auch als die ,gioconda8 bezeichnet1 weil die ,dargestellte die ,gemahlin des ,francesco del ,giocondo war4 ,wie das ,abendmahl alle frheren ,schilderungen der oft wiedergegebenen ,szene bertraf1 so steht dies ,meisterportrt ber allen ,bildnissen1 die vorher gemalt worden waren4 ,so hatte noch niemand versucht und verstanden1 mit dem ,abbild der ueren ,erscheinung einer ,persnlichkeit zugleich ihr tiefstes ,wesen1 das ,geheimnis ihrer ,natur zu erfassen4 ,in dem nie ganz erklrten ,lcheln der ,mona ,lisa spiegelt sich das ,rtsel des ,frauentums -- und wunderbar pat dazu die traumhafte1 romantische ,landschaft mit ihren ,felsen und ,tlern1 ,flssen und ,seen1 aus der die ,halbfigur aufwchst4 ber ganz ,italien erstreckte sich ,leonardos ,ttigkeit4 ,mit den knstlerischen ,auftrgen wechseln technische4 ,wir sehen ihn als ,meister des ,festungsbaus und des ,geschtzwesens1 bei der ,regulierung von ,flulufen mitwirken1 mit ,plnen fr den ,mailnder ,dombau beschftigt4 ,er taucht in ,venedig auf1 in ,rom1 wieder in ,florenz1 wieder in ,mailand1 wo ihn nun die ,nachfolger der ,sforza1 die ,franzosen1 mit hohen ,ehren empfingen4 ,frankreich ward dann fr ihn die ,zuflucht seiner spten ,jahre1 als auch ihm ,enttuschungen nicht erspart geblieben waren4 ,er folgt #aeaf einem ,rufe ,knig ,franz' ,i41 der dem ,meister ein ,schlo in der ,touraine1 ,cloux bei ,amboise1 zur ,verfgung stellte4 ,dort ist ,leonardo am #b4 ,mai #aeai gestorben -- doch niemand hat bis heute ergrnden knnen1 wo seine sterblichen ,reste ruhen4 ,max ,osborn4 ,b ,spter hat man dort eine ,tr gebrochen1 deren ,oberteil rcksichtslos in die ,mitte der unteren ,partie des ,bildes hineinschneidet4 ,christus am ,kreuz ,von ,matthias ,grnewald ,geboren um #adgj1 wahrscheinlich in ,aschaffenburg1 gestorben etwa #aebi4 -- ,museum in ,colmar im ,elsa ,bild #e ,schwarzes ,dunkel4 ,aber nicht das tiefe der ,nacht1 das beruhigt2 das fahle der ,sonnenfinsternis1 das alle ,kreatur seltsam bedrckt und erregt4 ,aus der ,tiefe hinten weint ein bleiches ,grn1 schattenhaft und ungewi stehen die ,hgel der ,ferne4 ,vorn oben ragt das ,kreuz in den finsteren ,himmel1 gegen den sich der ,krper ,christi abhebt1 verzerrt durch die ,krmpfe des ,martertodes und in dieser ,verzerrung erstarrt1 in der ,farbe der beginnenden ,verwesung1 und in dem ,leichengrn blutrot die ,wunden von ,nagel und ,dorn4 ,auf der linken ,seite kniet ,magdalena1 die ,arme mit den vor ,schmerz und ,inbrunst gerungenen ,hnden zu dem ,gekreuzigten erhoben4 ,von dem zurckgeworfenen ,haupte fliet das gelste ,haar der ,berin ber das rtliche ,gewand4 ,hinter ihr ist ,maria1 wei wie ihr weier ,mantel1 in die ,arme des ,jngers ,johannes zurckgesunken1 die todbleichen ,hnde verkrampft1 erstarrt in letztem ,schmerz1 bewutlos4 ,sein guter ,jnglingskopf neigt sich1 aus dem roten ,mantel heraus1 liebevoll ber sie4 ,rechts steht der ,tufer ,johannes1 ein fester blonder ,mann1 in ,fell und rotem ,mantel1 ein weies ,buch im linken ,arm1 ein weies ,lamm zu seinen ,fen4 ,seine ,gegenwart hebt die ,szene aus der ,einmaligkeit des ,geschehens zu ewiger ,bedeutung4 ,er steht neben1 nicht in dem ,vorgang1 ist nicht in dem ,schmerz der ,zeugen befangen4 ,er weist mit der ,rechten -- sein ,zeigefinger1 grell gegen das ,dunkel stehend1 scheint von dem ,auge1 das er zuerst auf sich zieht1 ber alle ,wirklichkeit hinaus zu wachsen -- er weist mit einer ,gebrde von unwiderstehlicher ,wucht den ,beschauer auf das furchtbare ,schauspiel3 ,so ist er fr dich gestorben4 ,so sollst du ihn in der ,erinnerung tragen48 ,und niemand kann dieses ,bild vergessen4 ,das ,bild der ,predella1 des ,unterbaues1 absichtlich matt gehalten1 zeigt die ,beweinung84 ,eine de graue ,ebene4 ,auf dem schlichten roten ,sarkophag liegt der ,leichnam ,christi4 ,er fllt fast die ganze ,flche4 ,um ihn1 gegen die ,wirklichkeit klein1 knien die ,nchsten4 ,magdalena1 mit blutig geweinten ,augen1 ringt die ,hnde in rasendem ,schmerz und schreit ihn1 da man es hrt1 ohne ,scham in die ,welt hinaus4 ,das ist die erste ,gestalt1 in der man den ,isenheimer ,altar des ,matthias ,grnewald sah4 ,am ,karfreitag4 ,auf den ,flgeln neben der ,kreuzigung standen dann die ruhigen ,gestalten des hl4 ,antonius und des ,blutzeugen ,sebastian4 -- ,er konnte sich in drei ,gestalten wandeln4 -- ,die zweite sah man an den ,marienfesten4 ,auf dem linken ,flgel die ,verkndigung84 ,eine gotische ,kapelle1 wei im ,licht1 in den ,schatten von einem warmen ,grau1 in das sich das khle ,grn und das reine ,rot der ,bemalung mit wundersamem ,wohlklang einfgen4 ,nachmittagssonne fllt durch die ,fenster4 ,man sieht das goldene ,licht flirren4 ,es hat etwas ,krperliches4 ,und wo es sich am strksten ballt1 wiegt sich in ihm -- wirklich1 unwirklich -- die weie ,taube4 ,vorn kniet vor ihrem ,betpult ,maria1 ihr gegenber der ,engel1 der ihr den himmlischen ,gru und die ,botschaft bringt1 beide tief erfllt von dem ,mystischen der ,stunde1 von ,freude und ,leid1 die sie bedeutet4 ,in der ,mitte3 ,maria mit dem ,kind84 ,aus der geheimnisvollen ,verheiung ist kstliche ,wahrheit geworden1 aus dem sanften ,licht des ,innenraums am ,nachmittag strahlende ,helle eines ,sonnentages im ,freien4 ,dort schwebte die ,stimmung zwischen ,himmel und ,erde1 hier haben sich ,himmel und ,erde vermhlt4 ,die blonde ,maria1 ganz hellfrische1 lchelnde ,mutter1 sitzt im ,garten bei rotblhendem ,rosenbusch unter der groen ,linde und hlt mit kstlicher ,sachlichkeit das ,kind4 ,das ,bett1 die ,badewanne mit dem weien ,tuch1 einfach brgerlicher ,hausrat1 stehen daneben2 nicht einmal das ,tpfchen ist vergessen4 ber der blhenden ,erde blaut ein herrlicher ,sommertag4 ,blau liegt es auf der ,wiese1 blau auf dem fernen ,wald1 blau auf den schimmernden ,schneebergen1 die den ,blick schlieen4 ,unmittelbar an das sehr irdische ,gert stt ein traumhafter ,tempel4 ,in gotischen ,formen1 gleiend von ,gold1 strebt er auf1 ganz angefllt von ,engeln1 in deren ,gewndern und ,flgeln alle ,farben des ,regenbogens ihr buntes ,spiel treiben1 und die eine ebenso frhliche und launige ,musik machen4 ,und oben ber den ,gletscherspitzen ffnet sich der ,himmel3 ,gott erscheint in der ,glorie1 und in ihren ,strahlen spielen ,englein durcheinander wie ,stubchen in der ,sonnenbahn1 die in ein dunkles ,zimmer fllt4 ,rechts3 ,die ,himmelfahrt84 ,unten blauschwarze ,nacht um das ,grab1 aus der die ,rstungen der ,wchter in metallischen ,reflexen blitzen4 ,aus der ,nacht steigt1 nein3 rauscht1 nein3 braust ,christus empor in das strahlende ,licht einer goldenen ,morgensonne4 ,blendend fllt dieser ,glanz das ,auge1 da es die ,formen seiner ,gestalt kaum unterscheiden kann1 da sich der ,krper vor unserem ,blick entkrpert4 ,wie dem mystischen ,vorgesang der ,verkndigung der freudige ,hymnus der ,geburt gefolgt ist1 so folgt diesem nun der jauchzende ,dithyrambus der ,himmelfahrt4 ,licht und ,farben singen diese ,lieder4 ,der musikalische ,begriff drngt sich geradezu auf4 ,die ,himmelfahrt ist aus demselben ,gefhl entstanden und lst dasselbe ,gefhl aus wie das jubelnde ,et resurrexit8 in der ,hohen ,messe von ,bach4 ,die dritte ,gestalt des ,altars1 die wohl die gewhnlich sichtbare war1 ist dem hl4 ,antonius geweiht4 ,die ,mitte ist plastisch gebildet4 ,unter einem ,baldachin von phantastischster und zierlichster ,schnitzerei1 in der die krauseste ,gotik ein unbeschreibliches ,etwas von ,klarheit und ,anmut hat1 thront der ,heilige4 ,gestalt und ,gewandung in ihrer groen ,einfachheit gehen ber alles hinaus1 was ,bildschnitzer dieser ,zeit geschaffen haben4 ,man mu durchaus an einen ,einflu ,grnewalds denken4 ,das rechte ,flgelbild stellt die ,versuchung8 dar4 ,abend4 ,hinten am ,himmel wacht noch ein letztes ,licht1 aber in der ,schlucht zwischen den dunklen ,tannen1 wo der ,heilige im ,gebet liegt1 hat schon die ,nacht gesiegt4 ,und hier fallen ihn die ,gesandten der ,hlle an4 ,diese ,teufelsfratzen1 die ein ,schpfer im ,fieberwahn aus ,gliedern von ,mensch und ,tier1 aus ,totenschdeln und ,gliedern und ,krallen und pestbeuligen ,leibern zusammengeschmissen hat1 haben den ,greis gepackt und niedergeworfen und zerren und stoen und kratzen den ,hinflligen1 der in stillem ,dulden verharrt4 ,mit dieser ,nacht der ,schrecken steht die ,nacht des ,friedens auf dem anderen ,flgelbild im ,gegensatz4 ,dieser ,besuch des ,antonius bei dem ,einsiedler ,paulus8 ist ein kstliches und rhrendes ,idyll4 ,die ,landschaft ist wie ein ,gedicht4 ,abend wird es wieder4448 ,durch das stille ,grn der ,wiesen schlngelt sich dunkelblau ein ,bchlein2 ,rehe grasen2 in der ,ferne steigt schwarzer ,wald den ,berg hinan2 ber ihm ragen die bizarren ,massen des ,gebirges4 ,vorn auf ,urwaldboden zwischen griesbrtigen ,bumen sitzen die beiden heiligen ,greise3 ,paulus der ,einsiedler1 uralt und wie die indischen ,ber fast in die ,natur eingewachsen1 seine ,haut wie ,rinde1 sein ,haar wie das ,vlies eines ,tieres2 ,antonius1 dem ,hundertjhrigen gegenber fast jung1 erregt von der ,gnade1 da der ,rabe1 durch den der ,himmel dem ,einsiedler seine ,speise sendet1 ein zweites ,brot fr ihn hat1 die ,narben der ,teufelswunden wie ,ehrenmale in dem gerteten ,antlitz tragend4 99 99 99 ,wir wissen nicht viel von dem ,meister1 der in diesem ,altar das grte ,werk deutscher ,malerei geschaffen hat4 ,ein ,schiff mit seinen ,bildern ist in der ,ostsee untergegangen4 ,unter den erhaltenen ist von erster ,wichtigkeit nur noch das ,altarbild in der ,mnchener ,pinakothek1 eine ganz ruhige ,existenz von grter ,erlesenheit der ,farbe1 voll stillen ,leuchtens4 ,wir brauchten gar nichts von ihm zu wissen4 ,ein solches ,werk sagt alles ber seinen ,schpfer aus3 man erfhrt seine ,heimat1 den ,umfang seines ,fhlens1 sein ,temperament1 seine ,kunstmittel4 ,der ,maler kann nur in dieser ,sdwestecke ,deutschlands gelebt haben1 wo ihm ,taunus und ,alpenlandschaft vertraut wurden4 berall spricht das ,erlebnis der ,berge mit1 die den ,menschen der ,ebene so geheimnisvoll anziehen4 ,und seine ,gestalten zeigen den alemannischen ,schlag mit seinen eigensinnigen ,gesichtern und ,gebrden1 herb bis zur ,verzerrung4 ,hodlers ,kunst ist aus der ,anschauung desselben ,menschentypus entstanden4 ,sie nehmen das ,leben schwer und die ,dinge furchtbar ernst4 ,grnewalds ,gefhl ist grenzenlos4 ,auch die ,beschreibung des ,werkes kann das schon mitteilen4 ,alle ,stimmungen der ,natur1 alle ,mglichkeiten des ,menschenwesens sind ihm vertraut4 ,er hat alles ,licht durchgelebt vom ,erglhen des ,morgens bis zum ,sterben des ,abends in die ,nacht4 ,und ebenso alle ,tnungen des ,gefhls3 das ,erbeben der ,jungfrau1 die zarte ,stille der ,mutter1 die schreiende und die verstummende ,verzweiflung des ,weibes1 den ,duldermut des ,blutzeugen1 den ,triumph des geistigen ,helden1 die eherne ,festigkeit des ,propheten4 ,er kann ,gtter und ,teufel schaffen1 wie ,himmel1 ,welt und ,hlle4 ,der ,meister hat die ,kunst seiner ,zeit im ursprnglichen ,sinne dieses abgebrauchten ,wortes erfahren81 wie es damals ,sitte war4 ,er ist in ,nrnberg gewesen und in ,basel und ist in ,italien gewandert4 ,aber alle ,einflsse und alles ,gelernte sind verhltnismig gleichgltig4 ,das ,wesentliche ist sein persnliches ,eigentum1 und die ,werke dieses grten ,oberfranken haben so wenig hnlichkeit mit irgendwelchen anderen wie die ,werke des niederfrnkischen ,rembrandt4 ,wie dieser ein ,einziger und ,einsamer1 der nur auf sich steht und nur aus sich schpft1 hat er mit leidenschaftlichem ,ungestm seine ,umwelt in sich hineingerissen als ,rohstoff1 aus dem er seine ,trume gestaltete4 ,ganz erfllt von seiner ,sache1 zum unmittelbarsten und strksten ,ausdruck entschlossen1 gibt er ,gestalten und ,dingen all ihr ,wesentliches1 das er in sich trgt1 das ,ganze ihrer ,wucht oder ihrer ,zartheit1 und schafft weniger ,form1 als da er1 ein empfindliches ,medium1 die ,sache in die ,form flieen lt1 die ihr zur wirksamsten ,darstellung wird4 ,diesen mchtigen ,drang und ,strom schpferischer ,arbeit darf ihm nie die ,rcksicht auf das ,einzelne1 auf die ,richtigkeit1 auf eine vorgefate ,idee von ,form schwchen4 ,in der ,kreuzigung8 ist das ganz unmittelbar zu spren4 ,nicht einmal der ,mastab der ,gestalten ist derselbe4 ,keine ,linie sucht runde ,schnheit4 ,von dem ,standpunkt sdlicher ,kunst1 auf den sich damals ,drer und andere ,nordlnder stellten1 kann man seinem ,werk viele ,mngel nachsagen4 ,es ist eben in seinem innersten ,wesen etwas ganz anderes1 ,entgegengesetztes1 und gerade dadurch von gleichem ,recht4 ,das gotische ,wesen hat in ihm seinen hchsten und letzten ,ausdruck gefunden4 ,gotik ist die ,kunst1 in der das ,wesen der nordeuropischen1 germanischen ,menschengruppe sichtbar geworden ist4 ,grnewald zeigt1 was sie werden konnte1 als der fremde ,einflu ihre eingeborene ,kraft zerstrte4 ,fritz ,stahl4 ,selbstbildnis ,von ,albrecht ,drer ,geboren #ba4 ,mai #adga in ,nrnberg1 gestorben #f4 ,april #aebh ebendort4 -- ,alte ,pinakothek in ,mnchen ,bild #f ,ein goldenes ,zeitalter der ,kunst1 wie es den ,italienern whrend des #ae4 ,jahrhunderts erblhte1 war auch ,deutschland mit dem ,heraufziehen jener ewig denkwrdigen ,epoche beschieden1 die so einfach klar und gewaltig zugleich als ,reformation8 bezeichnet wird4 ,die ,geister regen sich in ,deutschland2 es ist eine ,lust zu leben68 rief der begeisterte ,ulrich von ,hutten4 ,die ,wissenschaften drngten1 von der verstaubten ,scholastik des ,mittelalters befreit1 unter ,fhrung der nordischen ,humanisten 7ihnen voran schritt ,erasmus von ,rotterdam7 mchtig zum ,licht1 und die deutsche ,kunst wuchs1 nachdem ihr die groe ,entwicklung der niederlndischen ,malerei voraufgegangen war1 in uerst charaktervollen ,einzelerscheinungen einer ,weltgeltung entgegen4 ,zunchst sind es ,malerei und ,skulptur1 welche ,meisterleistungen ersten ,ranges hervorbringen4 ,zwar bietet die deutsche ,kunst des ,reformationszeitalters nicht die grandiose ,flle des italienischen ,cinquecento,c dar1 sie strebt auch nicht einer ,idealisierung alles ,realen wie dieses nach1 sondern betont dafr die ,wahrhaftigkeit -- aber sie offenbart sich in hchst markanten ,persnlichkeiten1 deren ,schpfungen einzigartig sind und unser ,gemt so stark wie das ihrer ,zeitgenossen ergreifen4 ,das sind vor allem die fnf ,hauptmeister3 ,albrecht ,drer1 ,matthias ,grnewald1 ,hans ,holbein d4 ,j41 ,lukas ,cranach und ,peter ,vischer1 der ,erzgieer4 ,albrecht ,drer ist zweifellos die strkste und umfassendste ,knstlernatur unter ihnen4 ,er ist eines jener wahrhaft ursprnglichen ,genies1 wie sie nur in ,ausnahmezeiten geboren werden4 ,fest1 treu und stark1 deutsch bis ins ,mark1 steht er in mnnlicher ,schne und ,kraft neben den beiden anderen groen ,volksdeutschen der ,reformationszeit3 neben ,martin ,luther und ,hans ,sachs4 ,diese drei1 die so wundersam bereinstimmten -- da sie mit verschiedenen ,mitteln ein und derselben ,idee dienten1 nmlich3 der ,wahrheit des ,herzens zum ,siege zu verhelfen -- diese drei kann man sich immer nur zusammen denken3 sie sind nicht voneinander zu trennen4 ,mit ,luther hatte ,drer die ,tiefe des seelischen ,empfindens1 die ,hingabe an den ,gegenstand1 die mchtige ,leidenschaftlichkeit und inbrnstige ,vertiefung gemeinsam1 zugleich auch die hohe sittliche ,geistesbildung2 mit ,hans ,sachs verband ihn die gleiche lautere ,gesinnung und ,herzenseinfalt1 die ,grundehrlichkeit des ,wesens und die strengste ,wahrheitsliebe4 ,so gesellte sich seiner krperlichen ,schnheit -- wie sie aus seinem hier verffentlichten ,selbstbildnis leuchtet -- auch die hchste seelische2 aus allen seinen reichen ,kunstschpfungen bricht diese seelische ,schnheit wie ein ,gottesstrahl hervor4 ,das ist es1 was ,drers ,persnlichkeit so gro und unverlierbar fr uns macht3 da er als ,knstler wie als ,mensch derselbe war1 ein glhender ,wahrheitsucher4 ,der ,adel seiner ,gesinnung1 der sein ganzes ,schaffen durchdringt1 ward schon von den besten seiner ,zeitgenossen gerhmt1 so von ,melanchthon und ,pirkheimer4 ,drer hatte nichts von der ,anmut und dem ,glanz der groen italienischen ,meister2 er ist im ganzen wie im einzelnen durchaus der ,bekenner und ,verknder rein deutschen ,geistes4 ,als solcher offenbart er in allem1 was er geschaffen1 ,kraft und ,herbe1 ,wahrheit und ,gedankentiefe4 ,man darf aber1 wie ,heinrich ,bergner sehr treffend sagt1 nicht denken1 da ,drer nicht ebenso schn8 habe zeichnen knnen wie ,raffael2 wenn er es nicht tat1 wenn er berhaupt den ,weg der ueren formalen ,schnheit nicht ging1 so lag das tief in seinem ,wesen1 seiner deutschen ,gesinnung begrndet4 ,zu dieser gehrt auch die namentlich in seinen ,holzschnitten und ,kupferstichen hervortretende ,neigung zum ,grblerischen und ,phantastischen4 ,er selber erzhlt1 wie ihn oftmals im ,traume seine unaufhrlich arbeitende ,phantasie ,dinge von solcher ,herrlichkeit sehen lie1 wie er sie nie mit seinen ,augen erblickte2 der ,abglanz dieser innerlich geschauten ,herrlichkeit liegt ber den meisten seiner ,werke4 ,das ,idealische aber wird bei ihm allein zum ,ausdruck gebracht durch die strenge ,realistik seiner ,darstellung4 ,er hlt sich in seinen ,gestalten und ihrer ,umgebung1 vor allem in den dekorativen ,hintergrnden1 in ,landschaft und ,architektur allein an die ,wirklichkeit2 nur was er gesehen und erlebt hat1 gibt er wieder4 ,melanchthon gegenber uerte er einmal1 da ihm erst in der ,einfachheit der ,natur die ,idee der wahren ,schnheit gekommen sei1 und in seinen ,schriften ber das ,wesen der ,kunst bekennt er3 ,denn wahrhaftig steckt die ,kunst in der ,natur1 wer sie heraus kann reien1 der hat sie48 ,ein beispiellos vielseitiges technisches ,knnen1 das rein ,handwerkliche8 bildet die massive ,grundlage seines ,schaffens1 damit meisterte er die ,natur2 mit liebevollster ,treue und unerschpflicher ,geduld -- fleiiges ,kleiblen8 nannte er's -- besorgte er die ,ausarbeitung des ,details4 ,wie stark und vorbildlich mte diese edle deutsche ,handwerkskunst auf viele der heutigen ,richtungsknstler8 wirken1 wenn sie eben eine solche tchtige ,grundlage besen oder auch nur anstrebten1 aber sie machen aus der ,not ihrer vlligen ,naturunkenntnis eine betrgerische ,tugend4 ,trotzdem darf mit ,sicherheit prophezeit werden1 da gerade dieses reiche ,besitztum ,drers noch einmal fr eine kommende ,generation seinen hohen ,wert erweisen wird6 ,die wesentliche ,bedeutung der ,drerschen ,kunst ist nach alledem darin zu suchen1 da sie tief von innen angeschaute ,ideen durch eine unbestechliche ,naturtreue und ,wahrhaftigkeit lebendig macht4 ,sie fesselt den ,geist durch ihre mchtig daherbrausende ,unmittelbarkeit und das ,gemt durch den ,ernst und die ,gre der ,auffassung4 ,wie bei jeder berragenden ,persnlichkeit sind auch bei ,drer ,lebensweg und ,schaffen untrennbar miteinander verbunden4 ,unser groer deutscher ,meister lebte die ,kunst4 ,darum soll beides auch hier im ,zusammenhang betrachtet werden4 ,albrecht ,drer wurde am #ba4 ,mai #adga als ,sohn eines aus ,ungarn eingewanderten ,goldschmieds in ,nrnberg geboren4 ,es war die ,zeit1 da ,brgertum und ,handwerk in der schnsten ,blte standen4 ,freilich wurde auch die ,malerei damals von vielen nur als ,handwerksgeschft betrieben1 so auch von ,michel ,wohlgemuth1 zu dem ,drers ,vater den fnfzehnjhrigen ,albrecht in die ,lehre8 gab4 ,sein ursprngliches ,talent vermochte hier nur aus rein ,technischem etwas ,gewinn zu ziehen2 das ,wesentliche konnte er nur aus sich selber entwickeln4 ,auf einer vierjhrigen ,wanderschaft1 die ihn nach dem ,elsa und der ,schweiz1 wahrscheinlich auch nach ,venedig fhrte1 legte er sicherlich den rechten ,grund zu dem1 was er spter leisten sollte4 ,leben und ,kunst traten whrend dieser schnen langen ,wanderzeit erst mit der rechten ,greifbarkeit an ihn heran4 ,die herb-realistische ,menschenkunst ,mantegnas1 die er in ,venedig kennenlernte1 hat wahrscheinlich einen groen1 fr seine ,entwicklung bestimmenden ,eindruck auf ihn gemacht4 ,daneben war es der ,kupferstecher ,jacopo de ,barbari1 von dem er ,kenntnisse in den krperlichen ,verhltnissen8 einheimste und der ihn auch in die ,antike einfhrte4 ,im ,jahre #adid1 als er in die ,heimat zurckgekehrt war1 heiratete er ,agnes ,frey1 die sich als eine uerst praktische ,frau erwies1 denn sie sorgte dafr1 da ihres ,mannes ,kunst wirklich zur ,kunst fr das deutsche ,haus8 wurde1 indem sie mit seinen ,kupferstichen auf die ,messen zog1 auf denen sie uerst stark begehrt wurden4 ,whrend ,wohlgemuth in ,nrnberg die ,malerei gewerbsmig rstig weiterbetrieb1 suchte der junge1 von ,begeisterung fr die hohe ,mission der ,kunst erfllte ,drer von seiner neubegrndeten ,werkstatt aus auf eine knstlerische tiefschrfende ,weise in das ,herz des deutschen ,volkes zu dringen1 und dies sollte ihm nach berwindung mancher ,schwierigkeiten auch gelingen4 ,die ,schwarzwei-,kunst3 der ,kupferstich und der ,holzschnitt waren es1 denen er sich zunchst zuwandte und die er dann whrend seines ganzen1 vom ,segen rastloser ,arbeit berglnzten ,lebens bis zur hchsten ,hhe der ,vollendung fhrte4 ,namentlich im ,holzschnitt1 der noch ganz in den ,anfngen steckte1 leistete er ,unvergleichliches1 bis heute nicht wieder ,erreichtes4 ,drers ,verdienst1 da er mit diesen ,blttern ,wahrheit und ,schnheit in jedes ,brgerhaus trug1 ist nicht hoch genug zu schtzen4 ,als ein wahrer ,priester arbeitete er hier im ,heiligtum seiner ,kunst2 seine von aller kirchlichen ,dogmatik losgelste ,frmmigkeit fand in diesen edlen ,schpfungen den ergreifendsten ,ausdruck4 ,die tiefe ,religiositt1 die ,wrme des ,lebens1 die natrliche ,wucht des ,ausdrucks1 welche sie erfllte1 muten jedes ,gemt bezwingen1 und so wurde ,drer der berufenste und strkste ,mitarbeiter am gewaltigen ,werke der ,reformation4 ,gleich seine erste ,schpfung1 eine ,holzschnittreihe von fnfzehn ,blttern1 die #adih erschienene ,heimliche ,offenbarung ,johannis8 mit dem besonders groartigen1 weltberhmt gewordenen ,blatt ,die apokalyptischen ,reiter8 7,pest1 ,krieg1 ,hunger und ,tod7 begrndete seinen ,ruf -- niemals war etwas hnliches gesehen worden6 ,hier schon konnte man die kolossale ,bewltigung der menschlichen ,gestalt1 den dramatischen ,aufbau in der ,komposition1 die meisterliche ,herausarbeitung der ,licht- und ,schattengegenstze bewundern4 ,auf der gleichen ,hhe stehen auch die ,kupferstiche dieser frhen ,zeit2 hier nahm er zunchst antike ,motive1 wie in den ,stichen ,herkules8 und ,das groe ,glck84 ,dann folgten herrliche ,bltter1 die wie ,gemlde wirken3 ,adam und ,eva81 ,der verlorene ,sohn81 ,der hl4 ,eustachius8 in grandioser ,bergumrahmung4 ,der ,natur widmet er fortan immer grere ,liebe2 ,drer ist es1 der die ,landschaft damit berhaupt erst fr die deutsche ,kunst erobert4 ,aber auch die ,gemlde der ,frhzeit verraten den ganzen ,meister1 so unser ,selbstbildnis8 7#aejj gemalt2 ,alte ,pinakothek1 ,mnchen74 ,welch feierlicher ,ernst leuchtet aus dem wundersam beseelten ,christuskopf6 ,wie dringen die groen ,augen in die ,welt hinein1 wie redet die ,hand1 die so viel ,edles schuf6 ,zahlreiche andere ,bildnisse1 wie das seines ,freundes1 des ,nrnberger ,ratsherrn ,pirkheimer1 ferner mehrere ,stilleben1 die von der schrfsten ,naturbeobachtung zeugen1 und die religisen ,gemlde1 von denen eine ,beweinung ,christi8 7,mnchen7 und ,christus am ,kreuz8 7,dresden7 die bedeutendsten sind1 zeigen die rastlos fortschreitende ,entwicklung des ,meisters4 ,eine zweite ,reise nach ,venedig 7#aeje7 gibt ihm wieder viel neue ,anregung4 ,o wie wird mich daheim nach der ,sonne frieren1 hie bin ich ein ,herr1 daheim ein ,schmarotzer81 schreibt er von dort aus an ,pirkheimer4 ,aber er brachte doch die ,sonne in seinem ,herzen wieder mit2 sie leuchtete in seinem kstlichen ,allerheiligenbilde8 7,wien7 auf1 das italienischen ,einflu verrt1 und vor allem in den drei hauptschlichsten seiner ,holzschnittwerke3 dem ,marienleben81 der ,groen8 und der ,kleinen ,passion84 ,das ,marienleben8 spricht mit der ,traulichkeit echten deutschen ,familienlebens1 in das es hineingebettet ist1 heute am strksten zu unseren ,herzen4 ,diese ,werke trugen ,drers ,ruhm in alle ,welt1 besonders auch eine ,kupferstichpassion8 voll ungeheurer tragischer ,wucht4 ,hier zeigen sich ,gewand und ,krperbildung so knorrig und knitterig1 als ob ,drer sein ,deutschtum vor ,verwelschung habe retten wollen84 ,die letzte ,hhe der ,vollendung bezeichnen drei groe ,einzelbltter in ,kupfer3 ,ritter1 ,tod und ,teufel81 ,melancholie8 und ,hieronymus im ,gehuse81 das letztere ein ,preis- und ,prachtstck voll altdeutscher ,gemtstiefe4 ,zwei schne ,freuden waren dem ,knstler noch beschieden3 seine langjhrige ,arbeit fr den ,kaiser ,maximilian 7den letzten ,ritter871 dessen ,gebetbuch er mit den wundersamsten ,randzeichnungen versah1 und eine ,reise nach den ,niederlanden 7#aebj71 wo man ihn als den grten ,knstler des ,nordens feierte4 ,in den ,gemlden seiner ,sptzeit gab er noch den ganzen ,reichtum seines ,innern her1 der unversiegbar schien1 so in den ,meisterbildnissen des ,kaisers ,maximilian1 des ,erasmus1 des ,hieronymus ,holzschuher2 in ,altarwerken und ,madonnenbildern2 zuletzt in den vier ,evangelisten8 7,mnchen71 seinem ergreifendsten religisen ,bekenntnis in der ,kunst4 ,als ,albrecht ,drer am #f4 ,april #aebh in seiner ,vaterstadt starb1 betrauerte ihn sein ganzes ,volk4 ,aber die ,saat1 die er gest1 war herrlich aufgegangen4 ,in ewiger ,jugend steht er heute als ,mensch und ,knstler vor uns4 ,sein leuchtendes ,auge scheint uns durch alle ,irrungen und ,wirrungen der ,zeit zu begleiten und die ,unvergnglichkeit des deutschen ,geistes zu verbrgen4 ,seine ,kunst ist mchtig1 stark und sieghaft wie das ,lutherlied ,ein' feste ,burg ist unser ,gott8444 ,und wir denken an ,wagners ,worte aus den ,meistersingern von ,nrnberg83 ,ehrt eure deutschen ,meister1 ,so bannt ihr gute ,geister6 ,felix ,lorenz4 ,c ,sprich3 tschinkwetschnto1 womit man kunstgeschichtlich das #af4 ,jahrhundert bezeichnet4 ,das ,paradies ,von ,lukas ,cranach ,geboren #d4 ,oktober #adgb in ,kronach 7,franken71 gestorben #af4 ,oktober #aeec in ,weimar4 -- ,kunsthistorische ,sammlungen in ,wien ,bild #g ,was ,hans ,sachs1 der ,nrnberger ,schuhmacher1 fr die ,dichtung der deutschen ,reformationszeit1 das war ,lukas ,cranach der ltere als ihr ,maler4 ,nicht nur1 da er die hauptschlichsten ,persnlichkeiten des jungen deutschen ,protestantismus1 ,luther selbst voran1 in ,bildnissen festgehalten hat1 auch die brgerliche ,lebensstimmung jener ,tage spiegelt sich in seinen ,bildern so getreu wie bei keinem andern seiner malenden ,zeitgenossen4 ,andre ,maler seiner ,zeit1 wie ,holbein1 wurden in der ,fremde zu ,weltmnnern und nahmen sich die ,werke der italienischen ,renaissance1 des in ,kunst und ,wissenschaft wiedergeborenen klassischen ,altertums1 zu ,vorbildern2 ,cranach blieb im ,banne deutschen ,wesens und entfernte sich auch dann nicht aus seinem ,bereich1 wenn er sich in ,trumerei verlor und seine schalkhafte ,phantasie spielen lie4 ,auch er hat vielfach ,stoffe und ,gestalten des ,altertums gemalt1 aber unter seinen ,hnden verwandelten sie sich in deutsche1 und wenn er in ,italien gewesen wre und die ganze blhende ,lebensflle der wiedererwachten ,weltfreude in sich aufgenommen htte1 aus seinem ,schaffen wrde das1 was man ,renaissance nennt1 doch als deutsches ,gebilde auferstanden sein4 ,wie fast alle seine ,bildnisse1 selbst die hoher frstlicher ,herren und geistlicher ,fhrer1 einen geraden1 ehrlichen1 aber zugleich etwas nchternen kleinbrgerlichen ,zug haben1 so schlpfen auch seine ,darstellungen aus der ,bibel und der ,sagenwelt gern in das heimisch deutsche ,brger- und ,bauernkleid1 worin er seine ,zeitgenossen wandeln sah4 ,doch auch fr das ,zarte1 ,sinnige und ,innige1 das im deutschen ,wesen liegt1 blieben seine treuen ,augen offen4 ,es wird uns heute noch warm und wohlig bei seinen waldduftigen1 naiv-mrchenhaften oder schalkhaft-humoristischen ,schilderungen1 und manchmal erscheint er uns geradezu als eine um drei ,jahrhunderte vorweggenommene ,vereinigung von ,ludwig ,richter1 ,schwind und ,thoma4 ,er ist im ,oktober #adgb1 nur ein ,jahr spter als ,drer in ,nrnberg1 in dem kleinen oberfrnkischen1 damals bischflich-bambergischen ,stdtchen ,kronach geboren worden und nannte sich frh nach seinem ,geburtsort1 whrend er nach seinem ,vater1 einem ehrsamen ,maler1 eigentlich ,mller 7oder ,sonder7 htte heien mssen4 ,in der vterlichen ,werkstatt hat er wohl auch gelernt2 um #aejj scheint er sich in sterreich 7,wien7 aufgehalten zu haben1 vielleicht auch in ,bayern4 ,nheres aus seiner ,jugend- und ,lernzeit ist nicht bekannt4 ,doch deutet manches darauf hin1 da er durch die frnkische ,malerschule gegangen ist und dort ,anregungen von dem phantastischen ,matthias ,grnewald und dem romantischen ,albrecht ,altdorfer empfangen hat4 ,davon zeugt noch sein #aejd entstandenes bezaubernd frisches und lebendiges ,jugendbild ,die ,ruhe auf der ,flucht nach gypten8 7im ,kaiser-,friedrich-,museum zu ,berlin71 ein ,meisterwerk der ,naturanschauung und der ,farbengebung1 das er nie mehr bertroffen hat4 ,damals noch htte sich seine ,kunst wohl ebensogut nach ,sden wie nach ,norden wenden knnen1 denn auf der ,scheide zwischen ,mittel- und ,sddeutschland war er ja daheim4 ,aber etwas in seiner ,art und inneren ,anlage mu ihn nach dem strengeren und ruhigeren ,norden gezogen haben4 #aeje finden wir den ,dreiunddreiigjhrigen als ,hofmaler des schsischen ,kurfrsten anfangs in ,torgau1 bald aber in ,wittenberg ansssig1 wo er sich noch in demselben ,jahre mit ,barbara ,brengbier aus ,gotha verheiratete4 ,dort1 in der ,stadt der ,reformation1 hat er dann -- eine kurze ,reise nach den ,niederlanden 7#aejh7 abgerechnet -- #de ,jahre lang unter drei schsischen ,frsten1 ,friedrich dem ,weisen1 ,johann dem ,bestndigen und ,johann ,friedrich dem ,gromtigen1 ein ,freund ,luthers und treuer ,anhnger der neuen protestantischen ,lehre1 ,apothekenbesitzer und ,buchdrucker1 ,mitglied des stdtischen ,rates und ,brgermeister1 eine auerordentlich reiche ,ttigkeit entfaltet1 die alle ,zweige der ,malerei und ,holzschnittkunst umfate und eine solche ,ausdehnung annahm1 da er zahlreiche ,gehilfen heranziehen mute4 ,seinem ,knstlertum hat dieser handwerksmige ,betrieb nicht immer zum ,ruhme gereicht1 da er alle ,werke1 gleichviel1 ob er greren oder kleineren ,anteil daran hatte1 mit seinem ,malerzeichen 7geflgelte ,schlange mit ,ring im ,maul7 versah2 sein ,ansehen bei den ,zeitgenossen aber wuchs bestndig1 und sein ,einflu verbreitete sich durch ganz ,mittel- und ,norddeutschland4 ,noch in seinen letzten ,lebensjahren bewies sich an ihm die ,gunst seines ,frsten dadurch1 da er #aeej zu dem gefangenen ,kurfrsten ,johann ,friedrich nach ,augsburg beschieden wurde und zwei ,jahre spter mit ihm nach ,weimar ging4 ,dort ist der ,einundachtzigjhrige am #af4 ,oktober #aeec gestorben und in der ,hofkirche begraben worden4 ,kaum bei einem zweiten ,maler scheiden sich die ,werke der ,frhzeit so deutlich von den spteren wie bei ,lukas ,cranach4 ,in seinen ,jugendtagen1 darf man mutmaen1 ist er durch den ,thringer- und ,frankenwald geschweift und hat sich von dort den ,waldduft1 die ,ritter- und ,burgenromantik in seine ,bilder geholt4 ,in ,wittenberg1 einem ,stdtchen ohne landschaftlichen ,reiz und knstlerische berlieferung1 bekehrte er sich zum behaglichen ,brgertum1 verfiel zeitweilig sogar ins ,hausbackene und mute nebenher doch1 um seinem ,hofmalertitel ,ehre zu machen1 pompse ,staatsbilder malen1 die seine natrliche ,freude am ,kleinen und ,traulichen hinter einer wohlgeflligen ,gltte verbergen4 ,dabei ist er oft ins ,schablonenhafte verfallen4 ,den menschlichen ,krperbau hat er nur oberflchlich studiert1 und mit der ,kunst der malerischen ,farbe hat er sich nie recht befreundet3 vieles bei ihm erscheint wie hinterher oberflchlich angemalt1 anstatt von vornherein malerisch gesehen und geschaffen4 ,dennoch ist es falsch und ungerecht1 die vielgestaltige1 in sich beruhigte und geklrte ,schpferflle seiner spteren ,jahre mit den freilich persnlicher und dichterischer gefhlten1 kraftstrotzenden ,werken des ,dreiigjhrigen verchtlich machen zu wollen4 ,wir sind es dem ,knstler schuldig1 ihm auf den ,wegen seiner ,entwicklung zu folgen und ihn in seiner ,ganzheit zu begreifen1 auch wenn er1 wie manche ,flsse1 seinen ,lauf zurcklenkt zu ,strecken1 die schon berwunden schienen4 ,und ,cranach ist in der ,tat mit manchem seiner ,alterswerke zu der ,gebundenheit der mittelalterlichen ,formen zurckgekehrt1 ber die seine ,zeit1 und eine ,weile er selbst mit ihr1 so entschieden hinausstrebte4 ,zu diesen ,werken aus ,cranachs spterer ,zeit gehrt auch ,das ,paradies81 eine ,schpfung des ,jahres #aecj4 ,ein ,jahr vorher hatte der ,meister1 wahrscheinlich auf ,luthers ,anregung1 ,sndenfall und ,erlsung8 dargestellt1 eine ,doppeltafel1 die sich bei zierlicher ,formgebung in recht frostigen und alltglichen ,allegorien bewegt und deshalb zur ,erklrung des ,dargestellten ausfhrliche ,sprche zu ,hilfe rufen mu4 ,auch sonst knpft er dort an die mittelalterliche ,erzhlungsform an4 ,statt die ,dinge1 wie es der ,grundsatz der neuen ,kunst verlangte1 in ,raum und ,zeit zu einer ,einheit zu gestalten1 stellt er eine ,reihe rumlich und zeitlich getrennter ,vorgnge in fortlaufender ,landschaft nebeneinander dar3 ber dem ,sndenfall im ,paradies das ,jngste ,gericht in den ,wolken1 ber dem gekreuzigten ,christus den aus dem ,grabe auferstehenden4 ,an dieser auffallenden1 aber sicherlich gewollten und berlegten altertmlichen ,bildanordnung nimmt nun auch ,das ,paradies8 teil4 ,da finden wir in sechs ,vorgngen die ,geschichte des ersten ,menschenpaares erzhlt4 ,ganz rechts formt der ,schpfer aus dem ,erdenklo den ,adam und blst ihm den lebendigen ,odem ein2 unter den ,bumen in der ,mitte nimmt er eine ,rippe aus des schlafenden ,mannes ,leib und baut seine ,gefhrtin1 die ,eva1 daraus2 im ,vordergrunde tritt der ,herrgott1 wie ein lieber freundlicher ,gropapa mit langzapfigem weiem ,barte1 vor die vereinigten ,menschen1 die sich ihrer ,nacktheit nicht schmen81 wie es in der ,bibel heit1 und ermahnt sie zum ,gehorsam gegen seine ,gebote2 oben in halber ,hhe unter dem weitverzweigten1 dichtbelaubten und reichbefruchteten ,apfelbaum1 dem verbotenen ,baum der ,erkenntnis1 vollziehen sich die ,verfhrung durch die ,schlange und der ,sndenfall4 ,auf der linken ,hlfte des ,bildes suchen sich ,mann und ,weib vor dem ,angesicht ,gottes1 das von oben aus dem leuchtenden ,kranz einer ,wolke auf sie herniederschaut1 unter die ,bume im ,garten zu verstecken2 links daneben werden sie von dem ,cherub mit dem ,schwerte ausgetrieben4 ,zart und fein sind zwischen die ,bume des ,gartens ,eden 7lustig anzusehen und gut zu essen81 sagt die ,bibel7 viele ,strucher und unzhlige ,blmchen gesetzt1 und mit behaglichem ,humor sind alle ,arten von ,tieren dargestellt3 ,rebhhner1 ,fasanen und ,pfauen1 ,strche1 ,kraniche und ,schwne1 ,pferde1 ,hunde1 ,hschen1 ,rehe1 ,hirsche1 das fabelhafte ,einhorn 7,pferd mit gewundenem ,horn auf der ,stirn7 und ein ,brenpaar1 auf fernem ,felsen sogar eine ,gemse4 ,das erinnert uns daran1 da sich ,cranach in seinen jngeren ,jahren zu ,wittenberg in ,tierstcken und ,stilleben hervorgetan hat1 auf ,bildern und ,stichen1 die heute leider fast alle verschollen sind1 und da er spter mit groem ,eifer und ,sachverstndnis die ,jagden seiner frstlichen ,gnner geschildert hat1 bei denen er selten fehlen durfte4 ,so lebendig auch alle diese ,einzelheiten hingestellt sind1 sie wirkten vielleicht zerstreuend1 wenn nicht das ,ganze erfllt wre von einer herzerquickenden1 heiteren ,naturunschuld1 die durch die ,szene der ,austreibung nicht zerstrt werden kann4 ,trotz den ,fabeltieren und den etwas steifen ,figuren ist diese ,paradiesdarstellung in ihrem ,landschaftseindruck durchaus deutsch1 sehr verschieden z4 ,b4 von den prunkvollen ,paradiesbildern der gleichzeitigen ,italiener ,tintoretto und ,bordone4 ,es zeigt sich auch hier1 da ,cranach seine ,bedeutung in der ,landschaft hat1 zumal da1 wo sie an den deutschen ,wald1 seinen ,mrchenzauber und sein ,tierleben anklingt4 ,und diese uns so heimatlich anmutende ,traulichkeit und ,herzlichkeit hat wohl auch in erster ,linie dem im ,wiener ,museum aufbewahrten ,gemlde seine ,beliebtheit und ,berhmtheit verschafft4 ,friedrich ,dsel4 ,die ,erschaffung des ,lichts ,von ,michelangelo ,buonarroti ,geboren #f4 ,mrz #adge in ,castel ,caprese bei ,arezzo1 gestorben #ah4 ,februar #aefd in ,rom4 -- ,sixtinische ,kapelle in ,rom ,bild #h ,ich lebte dahin unter ,arbeiten und ,anstrengungen1 die mich auer mir brachten2 ich wollte die ,natur in all ihren labyrinthischen ,windungen auf einmal ergreifen1 und ich erkletterte ihre ,gipfel1 indem ich mich mit den ,hnden1 mit den ,fingern1 mit den ,fen1 mit den ,knien1 mit dem ganzen ,krper an das anklammerte1 was sie mir an ,sttzpunkten darboten4 ,ich bin ,bildhauer1 ,maler1 ,dichter1 ,baumeister1 ,ingenieur1 ,anatom gewesen2 ich habe ,kolosse in ,stein ausgehauen und ,figurinen in ,elfenbein ziseliert2 ich habe die ,wlle von ,florenz und ,rom entworfen1 ,bastionen errichtet1 ,fronten defiliert1 ,glacis ausgemessen1 und nicht fern von dem ,gebude1 dessen ,wand ich mit der ,offenbarung des ,jngsten ,gerichts gezeichnet habe1 ist es mir gelungen1 die ungeheure ,kuppel des ,frsten der ,apostel bis in die hchsten ,hhen der ,atmosphre emporzufhren4 ,kurz1 wenn ich nicht alles vollendet1 was ich gewollt1 so ist es doch gewi1 da ich einiges wenige vollbracht habe4 ,die ,ppste1 die ,knige1 der ,kaiser1 die ,frsten haben mich geehrt4 ,die ,knstler haben mich zu ihrem ,ersten ausgerufen444 ,ich bedaure es nicht1 gelebt zu haben4 ,wir lassen groe ,dinge hinter uns und groe ,beispiele444 ,die ,erde ist reicher als sie war1 ehe denn wir kamen444 ,was verschwindet1 wird nicht ganz und gar verschwinden68 ,dieses stolze ,selbstbekenntnis legt ,graf ,gobineau in seinem meisterlichen ,werke ,die ,renaissance8 dem neunundachtzigjhrigen ,michelangelo ,buonarroti in den ,mund1 und er lt ihn gleichzeitig die groe berzeugung aussprechen1 da die vollkommensten der ,knstler ebenso groe ,bekehrer der ,menschheit zum ,guten sind als die ,philosophen und ,heiligen4 ,ein andermal1 noch in seiner ,florentiner ,jugendperiode1 sagt ,michelangelo3 ,ich werde tun1 was meines ,schpfers heilige ,gte zu tun in meine ,macht gelegt hat48 ,nicht schrfer und gleichzeitig plastischer kann jemals das ,elementarwesen des ,mannes gekennzeichnet werden1 dessen ungeheure ,genieentfaltung alles menschliche ,ma zu bersteigen scheint1 als es in diesen wahrheitsstarken1 von einem ,dichter nachgefhlten ,bekenntnissen geschieht4 ,wird in dem ersten die ganze ,universalitt des ,schaffens umschrieben1 welche ,michelangelo neben zwei verwandte allumfassende ,geister1 neben ,leonardo da ,vinci und ,goethe stellt1 so reflektieren die beiden anderen ,aussprche seine innerste berzeugung von der fortwirkenden ,bedeutsamkeit seiner knstlerischen ,sendung und seine inbrnstige ,verehrung des ,ewigen und ,gttlichen1 als dessen ,diener er sich fhlt4 berblicken wir ,michelangelos gesamtes ,werk1 so sehen wir uns einer geradezu himmelstrmenden ,monumentalitt gegenber1 die alle einengenden ,schranken niederreit und nur nach ihren selbstgegebenen ,gesetzen arbeitet4 ,weder die ,antike noch die ,kunst seiner ,zeit kann zu einem ,vergleich mit ihm herangezogen werden2 es bleibt nur der ,mastab an seiner eigenen ,gewaltigkeit8 7terrabilit1 wie seine ,zeitgenossen es nannten7 fr ihn brig4 ,in allen drei ,knsten1 der ,architektur1 der ,skulptur und der ,malerei1 leistete er das uerste und ,hchste fr die ,menschheit4 ,sein ewig angespannter1 den tiefsten ,rtseln auf den ,grund gehender ,geist schreckte vor keinem ,wagnis zurck1 und er ruhte nicht1 bis er seine aus tausend qualvollen ,zweifeln geborenen ,probleme bezwungen hatte4 ,michelangelo ist der wahre bermensch1 ,schpfer schlechthin4 ,er ist in rastlosem ,schaffen und ,neugestalten ,in jedem seiner ,werke berwindet er sich selbst4 ,wenn fr den heiteren ,raffael die ,kunst ,leben und ,freude war1 so bedeutete sie fr ,michelangelo1 den finsteren ,grbler1 ,leben und ,kampf4 ,er rang mit jeder seiner knstlerischen ,visionen1 aber die ,unerbittlichkeit gegen sein eigenes ,genie1 das er zum uersten zwang1 trug immer den ,sieg davon4 ,durch ,michelangelos ganzes ,schaffen zieht sich unaufhaltsam ein einziges ,streben3 er sucht immer nher zu ,gott zu kommen4 ,gott ist sein eigentlicher ,auftraggeber2 die ,menschen1 ob ,ppste oder ,frsten1 sind nur ,mittler4 ,in ihm lebte jene wahrhaft heilige ,knstlerreligion1 die allen groen ,fhrern der ,menschheit gemeinsam ist4 ,sie hatte auch bei ,michelangelo nichts zu tun mit der uerlichen ,kirchenfrmmigkeit2 wie diese zu seiner ,zeit gebt wurde1 mute sie schon durch die weltliche ,machtgier der ,kirchenfrsten1 durch das schndliche ,treiben der niederen ,klerisei seinen reinen1 nur auf ,veredelung gerichteten ,sinn abstoen4 ,nein -- er lebte nur in einem ,drben81 das er selbst in seinem ,innern erschaut hatte2 in keinem ,diesseits ,er stand hoch ber der kleinen ,welt1 die er bitter hate und verachtete1 die ein ,chaos wahnwitziger ,widersprche bildete4 ,neben all dem purpurnen ,glanz1 dem unerhrten ,luxus der ,renaissanceblte sah er whrend seines ganzen langen ,erdenlebens die ,schrecken der ,hlle auf dies ,italien losgelassen4 ,die ,frsten1 die ,ppste1 die ,stdterepubliken1 die ,parteien1 die fremden ,eindringlinge -- ,spanier1 ,franzosen1 ,deutsche1 ,schweizer --1 alles bekriegte sich unaufhrlich untereinander1 die frchterlichsten ,verbrechen geschahen fast tglich1 und alle ,laster wuchsen ungehindert empor4 ,savonarola hatte seinen khnen ,versuch einer sittlichen ,erneuerung mit dem ,tode auf dem ,scheiterhaufen ben mssen4 ,zwar die zahllosen ,gelehrten1 ,dichter und ,knstler1 welche diese ,zeit hervorbrachte1 allen voran der lebensfreudige ,raffael1 schritten1 von ihrer eigenen ,sonne bestrahlt1 mitten durch all dies ,unheil hindurch1 mit einem ,lcheln auf den ,lippen und ihr ,werk im ,herzen1 denn sie lebten der ,hoffnung1 diese ,welt durch ihre ,taten verjngen und das bel ausrotten zu knnen4 ,aber ,michelangelo sah tiefer1 ihm war keine ,freude vergnnt2 er kannte nur ein ,ziel3 sich mit heiligem ,ernst der ,arbeit hinzugeben1 die ihn verzehrte1 ,tag und ,nacht mit einem fanatischen ,ingrimm unermdlich ttig zu sein1 um der ,gottheit immer nher zu kommen444 ,indem er alle ,dinge der sichtbaren ,welt in seiner gewaltigen ,persnlichkeit zusammenfate1 strahlte er sie als ,schpfungen seiner unsichtbaren ,welt wieder aus4 ,seine ,kunst ist bertragung im hchsten ,sinne4 ,sein ,menschentum erscheint ihr angepat3 er war von einer anachoretischen ,bedrfnislosigkeit2 inmitten des lautesten gesellschaftlichen ,lebens1 das ihn umbrandete und das ihn suchte1 trieb es ihn nur nach ,einsamkeit4 ,eine weltscheue ,empfindlichkeit trat oft an ihm hervor1 die bis zur verletzenden ,abweisung ging1 aber seine ,weltverachtung hinderte ihn nicht1 einer der mildttigsten und opferbereitesten ,menschen zu sein4 ,so unvergleichlich vielfltig ,michelangelos knstlerisches ,schaffen ist1 so auerordentlich bewegt zeigt sich sein uerer ,lebensgang4 ,als ,sprling einer armen ,florentiner ,familie wurde er am #f4 ,mrz #adge zu ,caprese geboren2 schon in seinem dreizehnten ,jahre kam er in die ,malschule des damals berhmtesten ,meisters von ,florenz1 ,ghirlandajo2 gleichzeitig studierte er aber auch die antiken ,skulpturen in den ,grten der ,medici4 ,lorenzo der ,prchtige1 der grte ,frst seiner ,zeit1 der das bildhauerische ,talent des ,jnglings erkannte1 zog ihn in sein ,haus und lie ihn weiter ausbilden4 ,seine ,jugendarbeiten in ,marmor1 besonders ein ,kentaurenkampf1 verraten schon ein bedeutendes ,werden4 ,in dieser ,zeit traf ihn ein krperliches ,migeschick1 das sein ,gesicht fr immer verunstaltete3 ein ,mitschler zerschlug ihm im ,streit das ,nasenbein4 ,ein anderer ,vorfall1 der nie aufgeklrt wurde1 zwang ihn als ,freund des ,mediceischen ,hauses 7mit dem er zeitlebens in ,verbindung blieb7 zu einer ,flucht nach ,bologna1 wo er einige neue ,marmorwerke schuf4 ,im ,jahre #adif ist der ,einundzwanzigjhrige in ,rom1 dort weilt er vier ,jahre und vollendet hier das ,hauptwerk seiner ersten ,periode1 die wundersame ,piet in der ,peterskirche1 mit der er ein schwieriges ,problem3 die ,madonna mit dem ,leichnam ,christi auf dem ,schoe1 in ergreifender ,weise lst4 ,nach ,florenz zurckgekehrt1 schafft er im ,auftrag der ,stadt aus einem verhauenen ,marmorblock ein zweites ,meisterwerk1 die gigantische ,figur des ,david2 der verhaltene ,groll des zum ,kampfe bereiten ,helden ist zu groartigem ,ausdruck gelangt4 ,der ,david bildet die ,grundlage seines ,bildhauerruhmes -- nun sollten aber auch bedeutende malerische ,aufgaben an ihn herantreten4 ,im ,wettstreit mit ,leonardo ging er1 von der florentinischen ,regierung beauftragt1 an den ,entwurf eines groen ,wandgemldes fr den ,rathaussaal1 das die frheren ,kriege gegen ,pisa darstellen sollte2 das ,werk gedieh aber nicht ber die ,kartonzeichnung hinaus1 denn wiederum trieb ,michelangelos ,stern ihn nach ,rom4 ,papst ,julius ,,ii41 der mchtigste ,frderer der ,knste1 ein ,mann1 dessen rastloser ,geist dem ,michelangelos verwandt war1 der sich und anderen niemals genug tun konnte1 rief ihn herbei1 damit er schon bei ,lebzeiten ein in den gewaltigsten ,maen geplantes ,grabdenkmal fr ihn1 den ,papst1 in der ,peterskirche in ,angriff nhme4 ,nicht weniger als vierzig ,statuen sollten dabei ,aufstellung finden4 ,das ,riesenmonument wurde aber auf des ,papstes eigene ,veranlassung 7denn es drngten ihn immer neue ,projekte7 bald wieder unterbrochen2 ,julius ,,ii4 lie den ,knstler zunchst eine ,bronzestatue fr ,bologna ausfhren -- dann aber bertrug er ihm eine ,aufgabe1 an die ,michelangelo zunchst mit innerem ,widerstreben heranging1 die ihn aber zu einem herrlichen ,gipfelpunkt seines ,ruhmes emporfhren sollte4 ,das war die ,ausschmckung der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle im ,vatikan4 ,mit diesem ,werk gelang dem dreiunddreiigjhrigen1 zur vollen ,reife entwickelten ,knstler in vierjhriger1 uerst mhevoller ,arbeit 7#aejh bis #aeab7 eine beispiellose1 in der ,kunst aller ,zeiten einzig dastehende ,leistung1 die ohne ,vorbild war und bis heute keine gleichwertige ,nachfolge gefunden hat4 ,die ,wnde der ,kapelle waren schon ein ,vierteljahrhundert frher durch ,knstler der umbrisch-toskanischen ,schule3 ,botticelli1 ,ghirlandajo1 ,perugino1 ,pinturicchio mit ,fresken1 das ,leben ,mosis und ,christi darstellend1 geschmckt worden -- nun sollte an der ,decke die alttestamentarische ,vorgeschichte zu ihnen malerisch dargestellt werden4 ,michelangelos ,geist entwarf unter ,nichtachtung der groen technischen ,schwierigkeiten eine groartige architektonisch-malerische ,idee1 die beide ,knste in eine verschmolz4 ,er ersann fr die vllig ungegliederte ,decke ein mchtiges bauliches ,scheingerst aus ,rahmen1 ,pilastern1 ,gesimsen1 das von den ,wnden emporsteigt und in der ,mitte der ,decke neun ungleiche ,felder umschliet4 ,in diesem ,scheinbau1 dessen ,sttzen nackte ,mnnergestalten1 in ,marmor- und ,bronzeton gemalt1 bilden1 schuf er nun jene zunchst verwirrende ,flle von ,figuren und ,legenden1 welche zwischen dem ,anfang aller ,dinge und der ,erfllung des ,heils die ,vermittlung bilden84 ,um sich von der ungeheuren ,mhe1 welche die ,lsung dieser ,aufgabe kostete1 einen ,begriff zu machen1 mu man sich vorstellen1 da der ,meister vier lange ,jahre hindurch hier in einem ,gewirr von ,leitern1 ,treppen1 ,gersten1 ,balken1 ,kalk und ,farben einsam und allein arbeitete -- ohne einen ,genossen1 denn die ,gesellen hatten ihn gleich am ,anfang im ,stich gelassen --1 immer auf dem ,rcken oder auf der ,seite liegend und den ,pinsel fhrend1 whrend ihm die ,farbe auf ,brust und ,antlitz tropfte444 ,welche ,schwierigkeit1 in dieser ,lage das richtige ,verhltnis zu seinen ,gestalten zu finden1 die sich in den verschiedenartigsten ,dimensionen zu bewegen hatten6 ,die neun ,mittelfelder stellen die ,geschichten der ,genesis dar3 die ,schpfungswelt und die ersten ,menschen erscheinen in grandiosen ,kompositionen4 ,die drei ersten ,bilder3 ,die ,trennung des ,lichts von der ,finsternis1 die ,erschaffung des ,lichts und ,gottvater ber den ,wassern1 offenbaren gleich die hchste knstlerische ,vollkommenheit2 mit ,recht ist gesagt worden1 da ,michelangelo hier die ,gestalt ,gottvaters fr alle ,zeiten festgelegt und in der ,versinnlichung der schpferischen ,allmacht durch eine scheinbar unbegrenzte1 unendlich strmische ,bewegung das ,muster gegeben hat1 an das sich fortan alle ,knstler halten muten4 ,das zweite ,bild von den dreien3 ,die ,erschaffung des ,lichts1 das hier wiedergegeben ist1 darf als das vollendetste gelten3 in gewaltiger ,majestt braust der ,schpfer aus der ewigen ,unendlichkeit hervor1 mit einer bezwingenden ,gebrde und den mchtig ausgestreckten ,armen ,sonne und ,mond dem ,nichts entreiend4 ,auf demselben ,freskogemlde erscheint ,gottvater noch einmal1 in einer technisch meisterlich bezwungenen ,verkrzung von rckwrts gesehen1 wie er der ,erde den ,segen des neugeschaffenen ,lichtes spendet4 ,die drei mittleren ,bilder3 die ,erschaffung ,adams1 die ,erschaffung ,evas1 der ,sndenfall1 stehen hinter den ersten kaum zurck2 besonders die ,gestalt des erwachenden ,adam1 auf den ,gott durch die ,berhrung des ,fingers den ,lebensodem berspringen lt1 lst in ihrer rhrenden ,einfalt und menschlichen ,schne einen ergreifenden ,eindruck aus4 ,die drei letzten ,bilder erzhlen die ,geschichte ,noahs und der ,sintflut4 ,den unteren ,teil des ,deckengewlbes fllen die scharf charakterisierten ,gestalten der ,propheten und ,sibyllen aus1 zwischen den ,pfeilern sitzend4 ,das sind ,gestalten1 wie sie nur ,michelangelo schaffen konnte1 erschtternde ,offenbarungen der hchsten geistigen ,leidenschaft1 vor allem der gramvoll in sich gekehrte ,jeremias und die ber ihre eigene ,weissagung entsetzte ,delphische ,sibylle4 -- ,zahlreiche ,nebenfiguren schmcken noch die ,lnetten und ,ecken des erhabenen ,meisterwerkes1 das ,michelangelo unter so viel ,qualen und nur von der rcksichtslosen ,energie des ,papstes getrieben vollendete4 ,julius ,,ii4 hatte die ,genugtuung1 noch kurz vor seinem ,tode am #ca4 ,oktober #aeab die ,enthllung der ,decke zu sehen4 ,noch heute1 nach vierhundert ,jahren1 strahlt sie in demselben unvergleichlichen ,glanze1 in dem sie die ,mitwelt sah4 ,im ,jahre #aeae begab sich ,michelangelo wieder nach ,florenz4 ,der neue ,papst1 ,leo ,x41 ein ,mediceer1 der die ,kunst als einen ueren ,luxus pflegte1 hatte ihn mit einem ,grab- und ,ehrendenkmal der ,medici im grten ,stile beauftragt4 ,der ,entwurf kam nur unvollstndig zur ,ausfhrung1 da ,florenz1 das die ,medici vertrieben hatte1 von den kaiserlichen und ppstlichen ,heeren angegriffen wurde4 ,in diesem ,krieg leitete ,michelangelo die ,befestigungs- und ,verteidigungsarbeiten4 ,ein paar ,jahre spter1 #aecd1 als wieder ein neuer ,papst1 ,clemens ,,vii41 die ,tiara aufsetzte1 lie er das ,mediceergrabmal so wie es war und wie es sich heute in ,san ,lorenzo zu ,florenz den ,blicken darbietet4 ,die sitzenden ,figuren der beiden ,herzge sind ,werke erster ,qualitt1 whrend die berhmten ,symbolisierungen von ,tag und ,nacht1 ,abend und ,morgen1 auf den ,sarkophagdeckeln gelagert1 im rein ,dekorativen steckenbleiben4 ,fortan schuf der ,meister in ,rom4 ,seit ,raffaels ,tode galt er unumstritten als der erste ,knstler ,italiens2 alle ,kreise des ,volkes brachten ihm unbegrenzte ,verehrung dar4 ,in ,rom widmete er sich zunchst ganz der ,architektur3 die ,umgestaltung des ,kapitols1 die ,verwandlung eines ,teils der ,diokletiansthermen in die mchtige ,kirche ,s4 ,maria degli ,angeli erfolgte nach seinem ,entwurf4 ,endlich konnte er auch wieder an sein ,schmerzenskind denken1 das ,grabdenkmal fr ,julius ,,ii42 es kam vierzig ,jahre nach seinem ,beginn1 stark verkleinert1 zum ,abschlusse und wurde in ,s4 ,pietro in vincoli aufgestellt4 ,seinen ,mittelpunkt bildet das groartigste ,bildhauerwerk der ganzen nachantiken ,plastik3 der zornentflammte ,moses4 ,eine ,arbeit von sieben ,jahren widmete ,michelangelo noch einem seiner letzten malerischen ,hauptwerke1 dem ,jngsten ,gericht81 in dem der ,tag des ,zorns mit furchtbarer ,eindringlichkeit heraufbeschworen wird4 ,die letzten ,jahrzehnte seines ,lebens gehrten der ,sorge fr den ,neubau des ,domes von ,st4 ,peter2 seine ganze ,alterskraft widmete er dieser kolossalen ,aufgabe1 die er mit seiner hchsten architektonischen ,leistung krnte3 dem ,entwurf der ,riesenkuppel1 die heute in majesttischer ,herrlichkeit ber der ,ewigen ,stadt schwebt1 ,michelangelos1 des ,groen1 erhabenstes ,denkmal4 ,in ,einsamkeit1 doch von der ,liebe des ,volkes getragen und der ,freundschaft einer edlen ,frau behtet1 starb der unvergeliche ,meister am #ah4 ,februar #aefd in der sicheren ,gewiheit1 da sein ,geist unsterblich sei4 ,sein irdisches ,teil wurde in der ruhmreichen ,kirche ,santa ,croce in ,florenz beigesetzt1 wo die erlauchtesten ,mnner ,italiens ruhen4 ,an demselben ,tage1 da er starb1 wurde der ,verknder einer neuen ,weltanschauung geboren3 ,galilei4 ,auch er schlft heute an der ,seite ,michelangelos4 ,zwei ,sternenmenschen4 ,felix ,lorenz4 ,das ,konzert ,von ,giorgione ,geboren um #adgg1 wahrscheinlich zu ,vedelago bei ,castelfranco1 gestorben #aeaa in ,venedig4 -- ,pitti-,galerie in ,florenz ,bild #i ,die ,wiedergeburt alles ,schnen und ,groen der alten ,griechen- und ,rmerwelt -- das ist es1 was wir heute unter dem ,begriff ,renaissance8 7italienisch ,rinascimento87 verstehen1 mit dem die hchste ,bltezeit der italienischen ,kunst1 im #ae4 und #af4 ,jahrhundert1 bezeichnet wird4 ,die hohe kulturelle ,bedeutung dieser ,epoche fr ganz ,europa liegt darin1 da mit ihr nach der antiken und mittelalterlichen ,welt die eigentliche ,neuzeit beginnt1 die ,zeit einer neuen freien ,bildung und ,denkweise 7,humanismus71 einer ,dichtung grten ,stils1 deren ,herolde in ,dante und ,petrarca schon ein ,jahrhundert frher erschienen waren1 und einer nach vollkommener ,harmonie strebenden neuen ,kunst4 ,dieses ,kunstideal war durch die ,wiederentdeckung unzhliger altrmischer ,meisterwerke der ,architektur und ,plastik zu herrlichem ,leben erweckt worden2 die lebendige ,kraft und ,schnheit1 die ,vollendung der ,verhltnisse1 die ber das ,alltgliche weit hinaustragende ,idealisierung des ,ausdrucks bei ,gttern und ,menschen -- wie sie die antiken ,ausgrabungen zeigten -- wies den italienischen ,knstlern der ,vor- und ,frhrenaissance die ,richtung4 ,aber dies war nur der ,antrieb1 nicht etwa das dauernde ,vorbild zur ,nachahmung4 ,das ,wesentlichste und ,wirkungsreichste der italienischen ,renaissance prgte sich vielmehr lnger als zwei ,jahrhunderte lang in einer vlligen ,selbstndigkeit1 einem mchtigen ,streben nach unmittelbarer1 individueller ,auffassung des ,geschauten1 im ,erfassen der reinsten ,naturwahrheit aus4 ,ein begeisterter ,vorlufer ,leonardos1 ,alberti1 stellte den ,knstlern die ,natur als die groe ,lehrmeisterin hin4 ,in ihr allein liegen ,wahrheit und ,schnheit und damit jene vollkommene ,harmonie beschlossen1 welche der ,knstler in sich selbst ausbilden und in seinem ,werke ausdrcken soll4 ,so erweiterte die ,renaissance das antike ,kunstideal in einem vllig modernen ,sinne2 sie stellte sich auf den wirklichen ,boden der ,gegenwart und wute diese ,wirklichkeit doch -- in ,farbe1 ,form und ,ideengehalt -- aufs wunderbarste zu harmonisieren4 ,alles verjngt sich4 ,eine majesttische ,ordnung tritt ins ,leben48 ,eine ,schpferkraft ohnegleichen offenbart sich nun1 immer weiter vorwrtsschreitend1 aufbauend1 vollendend1 in einer fast unbersehbaren ,reihe gewaltiger ,persnlichkeiten1 die ,schnheit und ,gre1 ,anmut und ,kraft1 ,wrde und ,harmonie in unzhligen ,meisterwerken ber die staunende ,erde verbreiten4 ,neben ,florenz und ,rom war es ,venedig1 wo die ,malerei von der ,wende des #af4 ,jahrhunderts bis zu dessen ,ausgang eine ,hochblte einziger ,art erreichte4 ,die zauberische ,stadt im ,meere1 mit ihrem dem ,orient zugewandten1 farbenrauschenden ,leben1 ihren prchtigen ,palsten und ,kirchen1 ihren wundersamen ,wolken-1 ,wasser- und ,luftstimmungen mute ja jeden malerischen ,sinn erwecken und anziehen4 ,alles schwimmt und leuchtet hier in ,farben -- und deshalb ist es gerade die venezianische ,malerei1 welche den ,triumph der ,farbe bis zum ,hchsten gesteigert hat4 ,statt der mattdumpfen ,freskomalereien brachten die ,knstler hier1 schon mit ,rcksicht auf das feuchte ,seeklima1 zuerst die lfarbe 7welche die ,brder van ,eyck in ,flandern erfunden hatten7 zur ,anwendung und ,geltung1 und bald sollte la bella ,venezia im herrlichsten ,glanz erstrahlen -- wie keine ,stadt ,italiens4 ,die ,bildersle ,venedigs1 die ,akademie1 die ,kirchen fllten sich mit einem ,farbenreichtum ohnegleichen4 ,die ,stadt der ,lagunen wurde der letzte groe ,schauplatz der ,renaissancekunst84 ,die ,meister aber1 welche hier ihre ,kostbarkeiten verstreuten1 waren3 ,giovanni ,bellini1 ,giorgione1 ,palma ,vecchio und ,tizian4 ,giorgione,d1 mit seinem vollen ,namen ,giorgio ,barbarelli1 war es1 von dem die venezianische ,malerei ihre eigentliche geistig-knstlerische ,eigenart empfangen hat4 ,er ist derjenige ,knstler1 der ihr zuerst die herrliche ,form1 den unbertrefflichen ,schmelz der ,farbe1 vor allem aber die ,seele gegeben1 und darum wird die bezaubernde ,erscheinung dieses tief poetischen ,knstlers immer von hchster ,bedeutung bleiben4 ,die ,wrdigung1 die ihm schon die ,zeitgenossen neidlos und in reichem ,mae zuteil werden lieen1 kann niemals geringer werden4 ,man hat ihn mit ,recht den ,dichter unter den ,malern genannt4 ,seine ,kunst verrt eine ,persnlichkeit1 in deren ,grundwesen sich eine von wundersamen ,bildern und ,gesichten erfllte ,phantasie mit einem lyrisch-trumerischen ,hingegebensein an ,natur und ,menschensein verbindet4 ,denn beides hat er als erster unter seinen ,zeitgenossen in eines verschmolzen4 ,der ,mensch geht in der ihn umgebenden ,landschaft vllig auf2 die ,stimmung beider fliet ineinander1 so da der tiefste ,gemtseindruck erzeugt wird4 ,eine eigene ,welt tut sich in dieses ,dichter-,malers ,bildern auf1 die von leiser1 melancholischer ,musik durchklungen scheint4 ,die meisten seiner ,gemlde sind von einem mystischen ,hauch umweht1 von einer tiefen ,nachdenklichkeit erfllt1 und es ist1 als schwebe berall das ,menschenrtsel1 das ewige1 heran444 ,schon ,vasari1 der ,maler-,biograph1 kennzeichnet ,giorgiones knstlerische ,natur als geheimnisvoll und schwer verstndlich4 ,doch gilt dies1 wie neuere ,kritiker mit ,recht betonen1 nur von den ,gegenstnden seiner ,schilderung4 ,die ,stimmung und die ,empfindungsweise1 aus welcher seine in tiefe ,farbenglut getauchten ,gemlde hervorgehen1 liegen offen zutage4 ,das ,geheimnis1 das ber den ,motiven ,giorgiones schwebt1 ist auch ber sein ,leben gebreitet4 ,es ist seltsam1 da ein ,knstler wie er1 den schon sein eigenes ,zeitalter zu den bedeutendsten ,erscheinungen rechnete1 der eine ausgeprgte ,persnlichkeit war und als solche die grte ,wirkung ausstrahlte1 so wenig ,zeugnisse seines ,lebensganges hinterlie4 ,wie allen ,gtterlieblingen1 wie ,raffael1 wie ,mozart1 war auch ihm nur eine kurze ,zeitspanne fr sein ganzes reiches ,wirken vergnnt -- ,giorgione ist nur #cd ,jahre alt geworden4 ,geboren war er bei ,castelfranco in ,oberitalien1 nahe dem heiteren ,treviso1 wahrscheinlich im ,jahre #adgg4 ,die anmutige1 von den fernen ,alpen begrenzte ,landschaft1 in der er aufwuchs1 gab dem sinnigen ,wesen des jungen ,giorgio gewi die schnste ,anregung und legte den ,grund fr jene bewundernswerte ,einfhlung in die ,natur1 die in seinen ,bildern zutage tritt4 ,seine ,phantasie erhielt dann reiche ,nahrung durch einen der berhmtesten ,alchimisten seiner ,zeit1 den ,grafen ,bernhard von der ,mark1 der die ganze ,welt durchstreift hatte1 um den ,stein der ,weisen8 zu finden 7was ihm angeblich als ,greis auch gelungen ist71 und der damals in ,treviso hauste4 ,der ,knstler ,giorgione aber erwachte erst1 als er nach ,venedig kam1 der ,stadt seiner ,trume1 die auch die ,stadt seiner ,erfllung werden sollte4 ,venedig als ,stadt und ,staat stand auf der glnzendsten ,hhe seiner ,weltmacht2 es bot das feinste gesellschaftliche ,leben1 die unerhrteste ,pracht an ,festen und ,genssen aller ,art2 seine farbenbunte ,heiterkeit1 seine ,schnheit und sein ,reichtum bersonnten ein ,geschlecht von lauter daseinsfrohen ,gegenwartsmenschen1 und dazu kam noch eine unvergleichliche ,natur- und ,kunstflle4 ,alles war in lebendigster1 freudigster ,bewegung4 ,giovanni ,bellini1 dessen ,ruhm als ,madonnenmaler weit und breit erscholl1 hatte die neue ,technik der lmalerei zur glnzendsten ,entwicklung gebracht4 ,seine ,schule geno das reichste ,ansehen und gewann immer greren ,einflu1 denn er hatte die venezianische ,malkunst aus ihrer frheren ,steifheit und ,konvention erlst1 sie zur ,wahrheit und ,freiheit gefhrt1 mit dem ,odem des ,lebens erfllt und ihr ein ,kolorit geschenkt1 das voll ,wrme und ,leuchtkraft war4 ,aus seiner ,schule sollten denn auch die grten venezianischen ,meister hervorgehen -- als ,giorgione,e dort eintrat1 waren schon ,tizian1 ,palma ,vecchio1 ,sebastiano del ,piombo neben vielen anderen in der ,werkstatt des berhmten ,meisters ttig4 ,aber der jngste ,schler erwies sich bald als der strkste an ,persnlichkeit und ,eigenart1 so da sich alle ihm beugten4 ,hatte ,bellini ,wrme1 ,anmut1 ,natrlichkeit gelehrt1 so brachte ,giorgione das ,wesentlichste1 das die ,mitstrebenden auf seine ,bahn zog3 die ,beseelung4 ,das persnliche ,wesen ,giorgiones mu etwas ,herzgewinnendes1 ,bezwingendes gehabt haben2 schon frh wurde seine ,schnheit und ,liebenswrdigkeit1 seine feine ,bildung1 seine groe musikalische ,begabung und sein ,liebesglck gerhmt4 ,wie der ,mensch war1 war auch sein ,werk -- darum setzte sich auch sein ,einflu auf die knstlerisch schaffenden ,zeitgenossen -- vor allem auf ,tizian -- und das ganze ihm folgende ,jahrhundert so mhelos und selbstverstndlich durch4 ,gab ihm ,bellini auch das technische ,fundament1 so ist ,giorgione doch im ,gedanklichen1 in der ,empfindung1 im ,gefhl der richtunggebende ,fhrer1 dessen ,schpfungen eine mchtige1 bezaubernde ,wirkung innewohnt und die ihn zum eigentlichen ,befreier der ,kunst machen4 ,denn an ,stelle der berlieferung8 -- so schreibt ,max v4 ,boehn in seinem vortrefflichen ,giorgione-,buch -- setzte er die eigene ,persnlichkeit1 er sprengte die ,fesseln1 welche die ,kunst so eng an die ,kirche banden1 er berwand die alten ,gtzen1 und der neuen ,form1 die er schuf1 gab er neuen ,inhalt3 eine schne ,menschlichkeit4 ,weit fort von den prunkenden ,festen prchtiger ,farben1 welche die anderen der ,natur nachschrieben1 weit fort aus der lauten ,welt lrmender ,gensse1 welche allen gemein ist1 fhrt er die ,seele in ein ,reich1 das er geschaffen1 das ihm allein gehrt1 das ,ziel der ,sehnsucht1 das ,wunderland der ,harmonie1 die ,heimat ewiger ,schnheit1 dauernden ,glcks48 ,die weiteren ,lebensumstnde ,giorgiones sind vllig in ,dunkel gehllt4 ,als er auf der ,hhe seines ,schaffens angelangt war1 mute er der ,welt des ,scheines ,valet sagen4 ,ein tragisches ,geschick hat es gefgt1 da von den ,werken ,giorgiones nur wenige erhalten sind4 ,eine ,reihe von ,fresken1 mit denen er das ,kaufhaus der ,deutschen8 in ,venedig geschmckt hatte1 ist schon frh zerstrt worden2 um die ,echtheit mancher seiner ,staffeleibilder wird noch heute viel gestritten1 andere wieder werden ,zeitgenossen oder ,nachfolgern zugeschrieben1 die im ,giorgione-,stil8 gemalt haben 7und derer waren nicht wenige674 ,aber an der geringen ,zahl verbrgt echter ,schpfungen ,giorgiones1 die auf uns gekommen sind1 knnen wir mit ,bewunderung die hohe ,kunst des ,meisters erkennen und studieren4 ,es sind im ganzen fnf ,gemlde1 die den seelischen ,reichtum1 die herrliche ,schpferkraft ,giorgiones offenbaren4 ,allen voran mu sein tief ergreifendes ,halbfigurenbild ,das ,konzert8 gestellt werden 7im ,palazzo ,pitti zu ,florenz74 ,es zeigt drei musizierende ,mnner1 zwei ,mnche und einen ritterlichen ,jngling von fast mdchenhafter ,zartheit4 ,dieses ,werk charakterisiert den ,knstler in seinem reinsten ,wesen3 es ist selbst ein ,stck innere ,musik1 voll verhaltener ,wehmut1 wie ein leises ,adagio verschwebend4 ,aus den fragenden ,augen der beiden ,mnche spricht ein unnennbares ,geheimnis1 das man nur zu ahnen vermag2 es ist1 als wre mit den ,tnen der ,musik eine andere ,welt zu ihnen herabgestiegen1 in deren ,zauber sie gebannt sind1 whrend drauen das laute ,leben verrinnt1 vor dem sie sich in die ,stille gerettet haben4 ,das durchgeistigte ,gesicht der mittleren ,gestalt scheint ein schweres inneres ,erleben widerzuspiegeln1 das nun berwunden ist444 ,die ,versonnenheit des ,jnglings1 die in einem tiefen ,gegensatz zu den beiden gereiften ,mnnern steht1 deutet auf ein trumerisches ,ahnen1 da dieses ,leben zu kurz fr die ,plne der ,jugend ist1 da alles in ,vergessen endet4 ,und da steigt unsichtbar die ,erscheinung des ,knstlers selbst mit empor3 es ist1 als habe er in diesem ,bilde die ,ahnung seines eigenen frhen ,todes ausgesprochen4 ,das ,werk wurde lange ,zeit ,tizian zugeschrieben4 ,wie ,giorgione die ,landschaft in den unmittelbarsten ,zusammenhang mit seinen ,menschen bringt1 das zeigen seine anderen erhaltenen ,gemlde1 besonders ein ,bild1 das einen ,ritter und eine ,mutter mit ihrem sugenden ,kinde in einer heroischen ,gewitterszenerie dargestellt1 gewhnlich ,die ,familie des ,giorgione8 genannt 7,venedig1 ,galerie ,giovanelli74 ,ferner eins seiner schnsten ,werke1 eine thronende ,madonna mit ,heiligen 7ein ,altarbild in ,giorgiones ,heimatsstadt71 mit einer herrlichen1 weitgestreckten ,landschaft im ,hintergrunde4 ,alle ,groartigkeit der ,auffassung1 alle ,pracht des ,kolorits1 die ,giorgione eigen war1 leuchtet auch aus den ,drei ,philosophen8 7in der ,wiener ,galerie71 die in eine glnzende ,abendlandschaft gestellt sind1 und den schnsten ,frauenkrper1 den die ,renaissancemalerei geschaffen1 bewundern wir in der ,schlummernden ,venus8 7,dresdner ,galerie74 ,auch hier die reichste ,naturumrahmung1 bei der man an die ,worte ,hofmannsthals denkt1 die er ber ,tizian sagt3 ,er hat den regungslosen ,wald belebt48 -- ,giorgiones ,lebenswerk1 von einem gttlichen ,glanze erfllt1 trgt das ,zeichen der ,unsterblichkeit an sich4 ,er hat ein ,zeitalter der hchsten ,schnheit heraufgerufen1 und wie seine strahlende ,kunst auf seine ,zeitgenossen1 auf seine ,freunde und ,schler1 ja selbst auf seinen ,lehrer ,bellini eine so mchtige ,wirkung bte1 da sie nur giorgionesk8 malten2 da ihn die ,besten neben ,raffael stellten -- so wird die hinreiende ,kraft seiner ,kunst und seiner ,persnlichkeit auch noch viele ,menschenalter berdauern4 ,felix ,lorenz4 ,d ,sprich3 dschordschne4 ,e ,vasari berichtet1 da er ,giorgio8 getauft1 aber wegen seiner ,schnheit und ,gre ,giorgione8 7der groe ,georg7 genannt worden sei4 ,die ,sixtinische ,madonna ,von ,raffael ,santi ,geboren #g4 ,april #adhc in ,urbino1 gestorben #f4 ,april #aebj in ,rom4 -- ,gemldegalerie in ,dresden ,buntbild ,i ,maria1 aller ,gnaden ,born1 ,du reine ,rose sonder ,dorn1 ,du sonnenklare ,krone6 ,walter von der ,vogelweide ,seit vielen ,jahrhunderten sind alle ,mittel der ,kunst in ppigster ,weise verschwendet worden1 um in ,kultbildern die ,herrlichkeit und ,se1 die ,hoheit und ,gnade der himmlischen ,jungfrau zu besingen4 ,wie ,weihrauchduft an heiliger ,sttte steigen stndlich in allen ,zonen und ,zungen der ,welt ambrosianische ,lobgesnge zu ,ehren ihres unvergnglichen ,namens zum ,himmel4 ,zahllose ,bilder aus ,marmor und ,holz knden den ,ruhm und ,reichtum ihres ,lebens und erzhlen von der ,gnadensendung1 zu der sie erkoren ward4 ,aber kein ,kunstmittel hat durch die ,jahrhunderte mit solcher ,innigkeit und ,liebe diesen schier unerschpflichen ,vorwurf gewhlt wie gerade die ,malerei4 ,mit ihren zarten und sanften ,tnen war es ihr beschieden1 das seelische ,bild der ,gebenedeieten unter den ,weibern8 am reinsten und vollendetsten zu veranschaulichen4 ,unter den berhmten ,knstlern1 denen dieser groe ,wurf in hchster ,meisterschaft gelungen ist1 steht ,raffael wohl unbestritten mit an erster ,stelle4 ,in zahlreichen ,kunstwerken hat er das ,urbild der ,jungfrau mit seinem ,pinsel verewigt4 ,am herrlichsten und eindringlichsten aber hat er uns die ,madonna mit dem ,kindlein in dem ,altarbilde nahegebracht1 das er fr die ,mnche der ,klosterkirche zu ,piacenza 7am ,po in ,oberitalien7 malte1 die dem heiligen ,sixtus geweiht war4 ,das ist die ,sixtinische ,madonna8 oder die ,madonna di ,san ,sisto84 ,nicht fr alle ,zeiten sollte das glorreiche ,gemlde an der ,stelle bleiben1 an die es der ,meister selbst nach der ,vollendung aus ,rom gebracht hatte4 ,im ,jahre #aged verkauften die ,benediktinermnche zu ,piacenza das wunderbare ,gemlde um eine fr damalige ,zeiten namhafte ,geldsumme an den kunstbegeisterten ,kurfrsten ,friedrich ,august ,,ii4 von ,sachsen1 den ,sohn ,augusts des ,starken4 ,in der ,dresdner ,gemldegalerie hngt das berhmte ,altarbild in einem kleinen kapellenhnlichen1 von den groen ,slen abgesonderten ,raum seit nun bald zweihundert ,jahren4 ,noch immer leuchtet es in altem ,glanze1 noch immer trgt es jahraus1 jahrein in das ,leben ,von ,tausenden und ,abertausenden1 die anbetend vor ihm stehen1 ,glanz und ,schnheit1 ,freude und ,trost1 ,licht und ,hoffnung1 ,zuversicht und ,kraft444 ,allen ist die ,madonna das erhabene ,sinnbild der allgtigen ,helferin1 der ,trsterin der ,betrbten und ,trauernden1 der ,mutter der ,mtter3 ,sie ist der ,frauen ,krone1 ,sie ist der ,mgde ,kranz1 ,sie ist der ,engel ,lohne1 ,sie ist der ,himmel ,glanz4 ,aus dem ,gedicht3 ,ich han mir userkoren81 #ae4 ,jahrhdt4 ,innerlich ergriffen schauen wir hin zu dem ,bilde ,marias1 die uns den ,erlser geboren hat1 zur ,mutter des ,herrn1 des ,knigs der ,knige4 ,maria1 die ,reine1 die gnadenreiche ,jungfrau1 vom ,strahlenglanze himmlischen ,lichts umflossen1 grt milde und hoheitsvoll zu uns herab mit dem ,auge unvergnglicher1 erbarmender ,liebe4 ,strme des ,segens flieen aus ihrem verklrten ,antlitz hin zu dem ,pilger1 der ihr naht1 und keiner geht mit leeren ,hnden von dannen4 ,einfach und schlicht ist das ,kleid der ,himmelsknigin4 ,aus dem blauen ,mantel leuchtet das rote ,untergewand und von ihrem ,haupte herab fliet ein goldfarbiger ,schleier4 ,ihre ,zge verraten1 da sie von ihrer erhabenen ,sendung durchglht ist2 sie wei3 in ihren ,hnden trgt sie das kstlichste ,gef1 das ,heil der ,welt1 den ,erlser4 ,aus ihren ,augen leuchtet ,milde und ,ernst1 ,glck und ,schmerz1 ,hoheit und ,wrde4 ,ihr ,haupt strahlt im ,glanze eigener ,schnheit4 ,das dunkelblonde ,haar ist glatt gescheitelt und verdeckt fast vllig das linke ,ohr4 ,mit berirdischer ,leichtigkeit schwebt ,maria auf den ,wolken heran3 sie tritt gewissermaen aus dem ,rahmen des ,bildes heraus und drngt zu dem ,beschauer hin4 ,der ,heiland schmiegt sich in ihren linken ,arm1 von dem rechten sorgsam gesttzt4 ,das rechte ,beinchen des ,kindes ist ber dem linken1 herabhngenden1 rechtwinklig gekreuzt4 ,das linke ,hndchen fat nach dem rechten ,unterschenkel1 die rechte ,schulter wird von der ,mutter ,arm sanft hochgezogen4 ,die ganze ,haltung der beiden ,gestalten hat nichts ,geknsteltes1 ,schweres1 sie mutet in allen ,bewegungen und ,stellungen durchaus natrlich und zwanglos an4 berall zeigen die ,linien den edlen ,schwung1 den nur die ,hand des groen ,meisters fhrt4 ,gleich dem ,auge der ,mutter geht der ,blick des ,heilands in ferne ,weiten und strebt hinaus in das ,all1 als erfasse er suchend die ganze ,menschheit1 der seine ,sendung gilt4 ,unendliche ,se und ,zartheit1 zugleich aber auch die herbe ,ahnung kommenden bitteren ,leids1 zu dem der gttliche ,knabe nach ewigem ,ratschlu erkoren ward1 leuchten aus den ,augen der beiden ,lichtgestalten4 ,der von links unten zur ,gottesmutter emporblickende heilige ,sixtus1 nach dem das ,madonnenbild benannt ist1 wird von der ,pracht und dem ,prunk seines ,ornats fast bedrckt4 ,zum ,zeichen der ,demut und ,inbrunst im ,dienste der heiligen ,jungfrau deutet er mit der ,linken auf seine ,brust2 mit der ,rechten weist er nach der dreizackigen ,tiara1 der ppstlichen ,krone1 die rechts in der ,nhe der ,schwelle steht1 von der das ,gemlde nach unten hin abgeschlossen wird4 ,als ,gegenstck zu ,sixtus sehen wir rechts die heilige ,barbara4 ,ihre ,haltung verrt tiefe innere ,freude1 selbstvergessene ,hingabe1 seliges ,glck4 ,sie erscheint als ,frsprecherin der ,glubigen1 die sich der heiligen ,jungfrau mit ganzer ,seele weihen und des ,segens harren1 der aus ihren ,gnadenhnden fliet4 ,ich habe oft den ,eindruck gehabt1 als ob das ,auge der heiligen ,barbara von der ,gre ihrer ,mission und dem unerhrten ,glanze geblendet sei1 der wie der ,offenbarung ,licht von ,maria und dem ,kinde ausstrahlt4 ,sixtus und ,barbara sind gleichsam die ,herolde1 die den in den ,tiefen harrenden ,glubigen das ,nahen der ,himmelsknigin und des ,heilands knden4 ,ganz im ,vordergrunde1 der irdischen ,welt am nchsten1 sehen wir die in seliges ,schauen versunkenen1 von harmloser ,freude erfllten beiden beflgelten ,englein4 -- ,nun sollt ihr auch etwas aus dem ,leben des hochberhmten ,meisters erfahren1 der uns mit dieser herrlichen1 einzigartigen ,gabe beschenkt hat4 ,raffael ,santi wurde am #g4 ,april 7auch der #bh4 ,mrz1 ein ,karfreitag1 wird vielfach als ,geburtstag angegeben7 im ,jahre #adhc in ,urbino1 der ,hauptstadt des kleinen ,herzogtums ,montefeltro1 geboren4 ,das ,stdtchen ,urbino liegt auf einem stlichen ,vorberge des rmischen ,apennin1 zwischen dem ,metauro und ,foglio4 ,raffaels ,mutter1 ,magia1 die ,tochter des ,bottista ,ciarla1 war gleichfalls aus ,urbino gebrtig4 ,sie starb1 als der ,knabe kaum acht ,jahre zhlte4 ,sein ,vater1 ,giovanni ,santi1 hatte sich in mancherlei ,ttigkeiten versucht1 ehe er sich der ,kunst zuwandte und als ,maler sinnigfrommer ,heiligenbilder im ,stile der damaligen ,zeit1 fr sich und die ,seinen den ,unterhalt erwarb4 ,er selbst hat den jungen ,raffael in die ,anfangsgrnde der ,malerei eingefhrt4 ,es sollte ihm aber nicht vergnnt sein1 den ,ruhm des hochbegnadeten ,sohnes zu erleben2 denn auch er starb schon #adid1 als ,raffael im zwlften ,lebensjahre stand4 ,beim ,meister ,perugino1 der die sogenannte umbrische ,malerschule leitete1 fand der kunstbegeisterte ,knabe die weitere ,ausbildung4 ,er wurde von der sanften1 milden ,art seines ,lehrers innerlich tief berhrt4 ,seine ersten1 selbstndigen ,schpfungen beweisen1 da er ganz in ,peruginos ,bahnen wandelte4 ,da ,raffael eine ausgezeichnete ,vorbildung und ganz hervorragende ,begabung mitbrachte1 machte er rasch groe ,fortschritte4 ,es folgten die ,jahre knstlerischen ,aufschwungs in ,florenz mit dem ,florentiner ,fra ,bartolommeo4 ,zugleich ist der ,einflu der groen florentinischen ,meister ,masaccio1 ,donatello und ,leonardo da ,vinci auf seine ,entwicklung ganz unverkennbar4 ,die ,zeit des gewaltigsten und fruchtbarsten ,schaffens stand ihm noch bevor4 ,in ,rom1 der ,ewigen ,stadt1 sollte sich unter dem ,schutz kirchlicher ,wrdentrger seine ,kunst zu der berwltigenden ,hhe steigern1 die ihn bis auf unsere ,tage in die ,reihen der glnzendsten ,knstler aller ,zeiten stellt4 ,in ,rom1 wo er seit dem ,jahre #aejh lebte1 entfalteten sich ,geist und ,kunst zu so berragender ,reife und unerreichter ,meisterschaft1 zu solcher ,flle schpferischen ,schauens und ,erlebens1 die seinen ,genius in hellstem ,lichte zeigt4 ,seiner ,hnde ,werk war sichtlich gesegnet2 gleich seiner ,kunst war sein ,leben harmonisch und klangreich wie kstliche ,musik1 die jauchzende ,jugend zu seligem ,tanze ruft4 ,seine ,stirn ist von unvergnglichem ,lorbeer umkrnzt2 er ist ein ,priester im ,reiche der ,schnheit1 ein ,knig im ,reiche der ,kunst6 ,fast will es scheinen1 als htte er den frhen ,tod vorausgeahnt2 denn die wenigen ,jahre1 die ihm bis zu seinem ,scheiden von dieser ,erde blieben1 waren von beispielloser ,fruchtbarkeit4 ,die erhabenen ,schpfungen1 die in dieser kurzen ,zeitspanne entstanden1 knnten ein langes1 reichgesegnetes ,knstlerleben fllen4 ,ein glnzendes ,charakterbild des ,menschen und ,knstlers ,raffael zeichnet uns einer der ,zeitgenossen3 ,raffael ist sehr reich und steht beim ,papste in ,gunst2 er ist von der hchsten ,herzensgte und doch mit bewunderungswrdigen ,gaben ausgestattet4 ,unter den ,malern ist er vielleicht der erste1 in ,theorie und ,praxis gleich ausgezeichnet4 ,als ,architekt so unermdlich und erfinderisch1 da ihm zu ersinnen und auszufhren gelingt1 woran die grten ,geister verzweifelten4 ,er ist der oberste ,baumeister von ,sankt ,peter4 ,doch davon will ich nicht sprechen1 sondern von dem bewunderungswrdigen ,werke1 das er jetzt unternahm1 das der ,nachwelt unglaublich erscheinen wird2 er hat das alte ,rom in seiner alten ,gestalt1 seinem alten ,umfange und seiner ,schnheit zum groen ,teil wiederhergestellt1 um es unseren ,blicken zu zeigen4 ,auf den ,hhen und in den tiefsten ,stellen der ,stadt hat er nach den alten ,fundamenten gesucht1 die ,zeugnisse der ,alten hinzugenommen und den ,papst und die ,rmer in solches ,staunen versetzt1 da alle ihn wie ein vom ,himmel kommendes gttliches ,wesen ansehen1 herabgesandt1 um die ,ewige ,stadt in ihre alte ,majestt zurckzuversetzen4 ,keine ,spur von ,hochmut aber ist dadurch in ihn hineingekommen1 sondern er verdoppelt nur seine ,freundlichkeit den ,menschen gegenber2 wer immer ihm etwas ,frderndes zu sagen hat1 dem steht er gern ,rede3 ,niemand leidet so willig1 da seine ,behauptungen in ,zweifel gezogen werden2 sein hchster ,lebensgenu scheint zu sein1 zu lehren und sich belehren zu lassen48 ,raffaels ,wesensart knnte nicht trefflicher gezeichnet werden4 ,seine vielgerhmte ,beweglichkeit und ,anpassungsfhigkeit an ,menschen und ,dinge ist vielleicht darauf zurckzufhren1 da er zeitig auf sich selbst gestellt war4 ,da lernte er frhe den ,wert hilfreicher ,freundlichkeit schtzen4 ,alle1 mit denen er in ,berhrung kam1 waren von dem ,zauber seiner ,persnlichkeit gefangen2 alle ,pforten ffneten sich ihm4 ,seine ,gesichtszge trugen1 wie uns erzhlt wird1 etwas ,edles1 ,durchgeistigtes4 ,auch der uere ,mensch war ein ,abbild des inneren4 ,von hohem ,wuchs1 meist in prchtige ,gewnder gehllt1 hatte er -- ein ,frst im ,reiche der ,kunst -- auch uerlich frstliche ,allren4 ,mit heiem ,herzen suchte er ,schnheit und ,freude4 ,seine ,sehnsucht fand ,erfllung in seinen unvergleichlichen ,farbensymphonien1 mit denen der begnadete ,jngling die ,welt beglckt hat4 ,so knnen wir es wohl verstehen1 da er zahlreiche ,schler um sich scharte1 die ihm begeistert huldigten1 denn nur wenige haben die knstlerischen ,darstellungs- und ,ausdrucksmittel in solcher ,meisterschaft beherrscht wie er4 ,vielleicht kennen manche von euch auer der ,sixtinischen ,madonna noch andere der zahlreichen ,madonnenbilder von ,raffaels ,meisterhand4 ,ich nenne hier nur die bekanntesten3 die ,madonna della ,sedia8 und die ,madonna del ,granduco81 beide im ,pitti-,palast zu ,florenz1 die ,madonna mit dem ,fisch8 im ,prado-,museum zu ,madrid1 die ,madonna ,colonna8 im ,kaiser-,friedrich-,museum zu ,berlin1 die ,madonna im ,grnen8 in der ,gemldegalerie zu ,wien und die ,belle ,jardinire81 genannt ,die schne ,grtnerin81 im ,louvre-,museum zu ,paris4 ,zahllos sind die von ,raffael stammenden ,zeichnungen und ,skizzen4 ,die groen ,wandgemlde und berhmten ,fresken1 die er fr den ,vatikan malte1 wie seine unsterblichen ,taten als ,baumeister der ,peterskirche in ,rom seien hier nur kurz erwhnt4 -- ,in der ,blte der ,jahre und ,flle der ,kraft1 am #f4 ,april #aebj wurde der erst siebenunddreiigjhrige ,meister von tckischer ,krankheit dahingerafft4 ,wie gro und gttlich ist das ,lebenswerk1 das er uns hinterlie4 ,durch seine ,hnde ist uns ,offenbarung geworden2 ihn hatte die hohe ,muse sich erkoren1 um uns durch ihn zu ihren ,wundern hinzufhren4 ,und eins der grten ,wunderwerke spricht in beredter ,sprache zu uns1 wenn wir die ,sixtinische ,madonna in der ,dresdner ,galerie betrachten4 ,fr alle ,zeiten unerschpflich bleibt die ,quelle der ,kraft und ,schnheit1 die diesem ,meisterwerke entstrmt4 ,darum1 wann immer euch euer ,weg in die ,kunststadt ,dresden fhren sollte1 versumt nicht1 die herrliche ,gabe des groen ,meisters mit eigenen ,augen anzuschauen4 ,ihr werdet nie mit leerem ,herzen von dannen gehn4 ,paul ,gerhard ,zeidler4 ,der ,zinsgroschen ,von ,tizian ,geboren um #adgg in ,pieve di ,cadore 7,friaul71 gestorben #bg4 ,august #aegf in ,venedig4 -- ,gemldegalerie in ,dresden ,buntbild ,,ii ,glnzend entfaltet sich im #af4 ,jahrhundert die ,malerei ,italiens4 ,mit ,recht spricht man von den drei ,gromeistern dieser ,zeit1 ,leonardo da ,vinci1 ,michelangelo und ,raffael ,santi4 ,aber neben sie tritt fast ebenbrtig ,tizian ,vecellio1 der grte unter den ,malern ,venedigs4 ,venedig hat von jeher einen besonderen ,platz in der ,malerei ,italiens behauptet4 ,das hngt mit seiner ,lage und der ,ttigkeit seiner ,bewohner zusammen4 ,im ,mittelalter geht der gesamte ,verkehr des ,abendlandes mit dem ,morgenlande ber ,oberitalien1 ber die drei ,stdte ,venedig1 ,florenz und ,genua4 ,unter diesen ist ,venedig die bedeutendste2 sie beherrscht den grten ,teil des ,levantehandels1 d4 h4 den ,austausch der ,gter zwischen ,europa und den ,mittelmeerksten ,nordafrikas1 ,syriens und ,kleinasiens bis zum ,bosporus und dem ,schwarzen ,meere4 ,so kommt es1 da sich damals in ,venedig die ,schtze des ,morgen- und des ,abendlandes begegnen4 ,nach ,venedig gelangen die ,seidengewebe ,chinas1 die ,teppiche ,persiens1 die ,gewrze und ,edelsteine ,indiens1 das ,gold und ,silber ,sdasiens1 das ,elfenbein ,afrikas4 ,aus dem ,norden aber strmen in ,venedig zusammen alle die ,einfuhrgter1 die abendlndischer ,gewerbeflei erzeugt1 ,eisen und ,stahl1 ,kupfer und ,messing1 ,gefe und ,gerte aus ,metall und ,holz1 ,waffen aller ,art1 ,leinwand1 ,tuch und ,leder1 rheinische ,goldarbeiten1 ,nrnberger ,spielwaren1 ,augsburger ,kunstwerke4 ,all die ,farbenpracht und ,farbenfreude1 die dem ,morgenlande eigen sind1 sie entfalten sich ganz von selbst in ,venedig4 ,untersttzt wird diese ,freude an ,pracht und ,farbe durch die gewaltigen1 schier unermelichen ,vermgen1 die durch den ,handel in ,venedig aufgehuft werden4 ,vor allen ,dingen aber behauptet ,venedig damals eine ,machtstellung sondergleichen1 dank der grozgigen1 wenn auch rcksichtslosen ,handelspolitik1 die die ,lagunenstadt im gesamten ,gebiete des ,mittelmeeres entwickelt4 ,nicht ohne ,grund lautete damals ein ,merkwort3 ,straburger ,geschtz1 ,nrnberger ,witz1 ,venediger ,macht1 ,augsburger ,pracht1 ,ulmer ,geld1 bezwingen die ganze ,welt4 ,all diese venezianische ,freude an ,pracht und ,schnheit1 an ,form und ,farbe ist getaucht in den hellen ,sonnenglanz1 der den grten ,teil des ,jahres ber der ,stadt liegt und den das ,meer mit seinen vielen1 die ,stadt durchziehenden ,armen und ,kanlen tausendfach widerstrahlt4 ,daher rhrt es1 da in den ,werken der ,maler ,venedigs immer eine berckende ,farbenpracht und eine glnzende ,farbengebung vorwalten1 gleichsam als sei alles mit den leuchtenden ,strahlen von ,sonne und ,meer getrnkt4 ,das zeigt sich schon im #ae4 ,jahrhundert in den ,schpfungen eines ,jacopo ,bellini und tritt noch schrfer hervor in den ,werken seiner ,shne ,gentile und ,giovanni ,bellini4 ,besondere ,frderung erfhrt dieses ,bestreben dadurch1 da die beiden ,brder zwischen #adgc und #adge die ,technik der lfarbe erlernen und seitdem anwenden4 ,diese durch ,antonella da ,messina #adgc in ,venedig eingefhrte ltechnik ist von der grten ,bedeutung1 denn sie allein gestattet die ,wiedergabe der ,farbe in ihrer vollen ,tiefe1 die ,wiedergabe des ,lichtes in seinem vollen ,glanze4 ,bis dahin konnten sich die ,maler nur mattwirkender ,farben bedienen1 indem sie entweder mit ,kalkfarbe al fresco1 d4 h4 auf den frischen ,bewurf der ,wand malten1 oder aber ,tafelbilder auf ,holz1 ,kupfer oder ,leinwand in ,leimfarben oder ,eifarben 7,tempera7 herstellten4 ,in dem einen wie dem anderen ,falle erscheinen nach dem ,auftrocknen die ,farben stumpf und flach4 ,jetzt ermglicht die lmalerei die ,anwendung von ,farben1 die denen der ,wirklichkeit gleich sind an ,kraft und saftiger ,schnheit1 die dabei jede ,abwandlung vom zartesten ,hauche bis zur sattesten ,tiefe gestatten und die1 nachdem sie aufgetrocknet sind1 durch einen berzug von ,firnis 7,lack7 eine unvernderliche ,leuchtkraft gewinnen4 ,darum haben so viele von den ,meisterwerken jener ,tage ihre volle ,wirkung bis heute bewahrt4 ,in dieses ,venedig hinein und gleich zu den ,bellinis in die ,lehre kommt im ,jahre #adhg unser ,tizian4 ,er war #adgg als ,sprling einer angesehenen ,familie zu ,pieve di ,cadore im ,friaul geboren1 also inmitten einer groartigen1 majesttisch-monumentalen ,alpenwelt aufgewachsen4 ,wenn auch damals und noch mehr in spteren ,jahren die ,handelsmacht ,venedigs sich allmhlich verringerte1 weil der ,welthandel infolge der ,entdeckung ,amerikas und des ,seeweges nach ,ostindien mit der ,zeit andere ,bahnen einschlug1 so verschob sich das alles doch nur ,schritt fr ,schritt1 so da ,venedig seine ,vormachtstellung im ,mittelmeer noch ,jahrhunderte behielt und damit seinen ,reichtum und seinen ,glanz1 seine ,pracht und seinen ,ruhm4 ,knapp zehn ,jahre hat ,tizian gebraucht1 um zu einer selbstndigen ,wirksamkeit als ,maler zu gelangen4 ,aber wie jeder heranwachsende ,knstler unterliegt auch er in der ersten ,zeit seines ,schaffens fremden ,einflssen4 ,die ,auffassung und ,malweise seiner ,lehrer hlt er lngere ,zeit fest1 dann nhert er sich mehr der weichen ,art des ,giorgione1 mit dem zusammen er bis #aejh an der ,ausmalung des deutschen ,fondaco1 des deutschen ,kaufmannshofes in ,venedig1 ttig ist4 ,aber auch ,leonardo da ,vinci bleibt nicht ohne ,wirkung auf ihn4 ,schlielich verlt er ,venedig und malt #aeaa bis #aeab in ,padua ,fresken4 ,aber ,venedig hat es ihm doch angetan4 ,er mag es gefhlt haben1 da er1 der hochgemute1 scharfblickende1 khn und fest vorwrtsstrebende ,sohn der ,alpen1 nur in dem stolzen1 reichen1 von allen ,schtzen der ,welt erfllten ,venedig sein ,ziel erreichen knne1 ein groer ,maler zu werden4 ,und er wird es dort4 ,mit seiner ,rckkehr nach ,venedig #aeab beginnt der zweite ,abschnitt seine ,lebens voll knstlerischer ,selbstndigkeit und reicher ,wirksamkeit4 ,schon #aeaf wird er zum ,ratsmaler von ,venedig ernannt4 ,er knpft ,verbindungen mit den ,frstenhfen von ,ferrara und ,mantua an1 arbeitet zeitweilig auch dort4 ,so sind die zwanzig ,jahre von #aeab bis #aecb1 also sein ,mannesalter vom fnfunddreiigsten bis fnfundfnfzigsten ,jahre1 ausgefllt von unermdlichem1 niemals erlahmendem ,schaffen1 das ihn auf die ,hhe seiner ,kunst fhrt4 ,das ,jahr #aecb bringt eine entscheidende ,wendung im ,leben ,tizians4 ,er malt ,kaiser ,karl ,v4 und tritt zu ihm in enge ,beziehungen4 ,damit wird er ganz von selbst zum gesuchtesten ,maler seiner ,zeit1 dem seine groen ,einknfte gestatten1 ein frstliches ,haus zu fhren1 dem aber auch seine ausgebreiteten persnlichen ,verbindungen gestatten1 die ,grten und ,besten seiner ,zeit als ,gste bei sich zu sehen3 die frstlichen ,staatshupter1 die ,trger der hchsten kirchlichen ,wrden1 die ,groen an ,geist und die ,groen an ,geld4 ,selbst wie ein ,frst anzusehen1 hochgewachsen und von breiten ,schultern1 mit ,adlernase und groen1 khnen ,augen1 vornehm und gelassen in ,haltung und ,bewegung1 empfngt der #aecc ,geadelte seine frstlichen ,gste4 ,als ihn #aegf die ,pest hinwegrafft1 hat der ,neunundneunzigjhrige noch keine ,abnahme seiner ,arbeitskraft versprt4 ,gro ist die ,zahl der ,werke1 die ,tizian geschaffen4 ,nur die wichtigsten knnen genannt werden4 ,in den ,jahren seiner ,entfaltung vor #aeab entstehen drei seiner berhmten ,jugendwerke1 der heilige ,markus1 der ,zinsgroschen und das unter dem ,namen der himmlischen und der irdischen ,liebe bekannte ,bild4 ,in sein ,mannesalter fllt die ,assunta1 d4 h4 die ,himmelfahrt ,mari1 weiter die ,madonna der ,familie ,pesaro1 die ,ermordung des ,petrus ,martyr1 die ,madonna in der ,glorie1 die drei ,bacchanale1 die ,flora1 die ,venus von ,urbino4 ,aus der ,zeit seines ,alters1 zwischen #aecb und #aegf1 stammen seine reifsten ,werke1 die ,bildnisse ,karls ,v41 des ,herzogs und der ,herzogin von ,urbino1 des ,papstes ,paul ,,iii41 seine ,selbstbildnisse und das schne ,bild seiner ,tochter ,lavinia mit der ,fruchtschale in den hocherhobenen ,hnden4 ,daneben der ,tempelgang der ,maria1 die ,dornenkrnung ,christi1 ,danae im ,goldregen4 ,wie kaum ein anderer seiner ,zeit hat ,tizian es verstanden1 die ,farbe zur hchsten ,wirkung zu bringen4 ,die ,farben im ,bild zusammenzustimmen1 sie zu voller ,harmonie und hchstem ,schmelze zu entwickeln1 das ist das koloristische ,ziel1 das ihm vorschwebt und das er erreicht4 ,daneben aber der hohe knstlerische1 geistige und sittliche ,gehalt seiner ,werke4 ,denn was er malt1 ist erfllt von ,schnheit und ,kraft1 von erhobener ,ruhe1 ,wrde und ,majestt1 stolzer ,sicherheit und tiefstem innerlichen ,leben4 ,so verlockend es ist1 einem ,knstler auf die ,hhe seiner ,laufbahn zu folgen1 so reizt es doch noch mehr1 aus einem seiner ,jugendwerke das herauszulesen1 was er als reifer ,meister bekundet hat4 ,deshalb ist hier der ,zinsgroschen ausgewhlt1 jenes ,jugendwerk1 das in der ,dresdner ,galerie hngt4 ,das lgemlde ist um #aejh entstanden1 also zu einer ,zeit1 als ,tizian etwa #ca ,jahre gezhlt hat4 ,es handelt sich um die bekannte ,begebenheit aus der ,biblischen ,geschichte4 ,die ,phariser wollen dem ,heiland aus seinen ,reden einen ,fallstrick drehen und entsenden einige ihrer ,jnger1 ihm verfngliche ,fragen vorzulegen4 ,so fragen sie ihn1 ob es recht sei1 dem ,kaiser ,zins zu zahlen1 d4 h4 ihm ,steuern zu entrichten4 ,sie hatten natrlich dabei die ,absicht1 den ,erlser zu einer unbedachten ,antwort zu verleiten1 zu einer uerung etwa des ,inhalts1 da der ,kaiser nicht berechtigt sei1 ,steuern zu erheben4 ,dann htten sie natrlich diese uerung der ,obrigkeit hinterbracht und ,jesus ,christus als ,aufwiegler gebrandmarkt4 ,aber ,jesus ,christus1 der die ,fragenden durchschaut1 spricht zu ihnen3 ,weiset mir die ,zinsmnze1 und als sie ihm einen ,groschen reichen1 fragt er sie3 ,wes ist das ,bild und die ,umschrift8 ,als sie ihm darauf antworten3 ,des ,kaisers1 spricht ,jesus die ,worte zu ihnen3 ,gebet dem ,kaiser1 was des ,kaisers ist1 und ,gott1 was ,gottes ist4 ,es ist unverkennbar1 da ,tizian dieses ,bild unter dem ,einflusse von ,leonardo da ,vinci geschaffen hat4 ,aber nur unter seinem mittelbaren ,einflusse insofern1 als ,aufbau und ,durchfhrung an das ,vorbild ,leonardos erinnern4 ,im brigen aber ist das ,werk eine vollkommen selbstndige ,schpfung ,tizians4 ,und mit welcher ,meisterschaft hat er den ,vorgang bewltigt6 ,zunchst schon erfllt er in der ,komposition1 im ,entwurfe das erste ,erfordernis aller ,kunst1 sich auf das ,notwendige zu beschrnken1 indem er weiter nichts darstellt als ,christus und einen seiner ,versucher1 nmlich den fragenden4 ,und auch diese beiden gibt er nur als ,halbfiguren wieder4 ,dadurch erzielt ,tizian eine wertvolle ,zusammendrngung seines ,werkes1 er fhrt den ,vorgang zurck auf das ,wesentliche1 auf die an sich hchst einfache ,handlung4 ,da aber setzt er mit allen ,mitteln der ,kunst die beiden ,personen zueinander in ,gegensatz und vereinigt sie doch wieder zu einer knstlerischen ,einheit1 den fragenden ,phariser und den antwortenden ,christus4 ,scharf sind beide gegeneinander gekennzeichnet4 ,christus1 das ,antlitz voll ,milde und ,sanftmut1 durchgeistigt und voll ruhigen ,ernstes1 die ,lippen als ob sie sprchen und doch um ,mund und ,augen herum so etwas wie ein gelassenes ,lcheln innerer berlegenheit ber die ,plumpheit1 mit der der andere seine ,schlinge stellt4 ,die ,hand ,christi1 die auf den ,zinsgroschen weist1 ist ebenso durchgeistigt wie das ,gesicht4 ,es ist die ,hand eines tief und viel ,denkenden1 eines ,mannes1 der ber die letzten ,rtsel der ,menschheit gegrbelt hat und erfllt ist von ,mitleid und ,erbarmen4 ,ganz anders der ,fragende4 ,braun von ,hautfarbe1 hager1 ein ,mann des ,gierens und ,erraffens1 ein selbstschtig ,hastender1 der zeitlebens an nichts anderes gedacht hat als an das ,erringen des ,leiblichen1 ein ,mann voll ,tcke und ,schliche4 ,das ,nachdenken ber sich selbst und sein ,beginnen1 oder gar ber ,gott und ,menschen hat er nie gebt oder doch schon lngst verlernt4 ,das von ,leidenschaften durchfurchte braune ,gesicht des ,fragenden steht in schlagendem ,gegensatze zu dem feinen hellen1 von unendlicher ,gte durchleuchteten ,antlitze ,christi1 und die grobe1 braune1 derbknochige1 von dicken ,adern durchzogene ,hand des ,pharisers bildet ein vollstndiges ,widerspiel zu der feinen1 schlanken ,hand ,christi4 ,dazu die ,haltung der beiden4 ,der ,fragende1 der sich pltzlich wie eine falsche ,katze an ,christus herangedrngt hat und ihm nun listig und schmeichlerisch anhngt2 ,christus1 der sich im ,weiterschreiten nicht aufhalten lt1 sondern sich nur halb zu dem ,fragenden umwendet und so ihm seine ,antwort gibt4 ,bemerkenswert weiterhin1 mit welcher ,meisterschaft die ,farben der ,gewnder gegeneinander abgestimmt sind4 ,christus mit dem hellrtlichen ,untergewand und dem blaugrnen ,mantel dazu1 der ,phariser in dem grnlichen ,gelb seines ,gewandes4 ,so beherrscht der ,farbendreiklang ,hellrot1 ,blaugrn und ,grnlichgelb das ganze ,bild2 und zu diesem ,dreiklang gesellen sich harmonisch das ,braun in der ,hautfarbe des einen1 der helle ,ton in der ,haut des anderen1 die braunen ,haare des einen1 die braunschwarzen des anderen4 ,also auch hier wieder eine groe ,meisterschaft des ,urhebers4 ,vor allem aber tritt uns schon in diesem ,jugendwerke ,tizians alles das entgegen1 was sein spteres ,schaffen kennzeichnet1 die monumentale ,gre des ,vorwurfes1 die ,wucht und ,eindringlichkeit der ,darstellung1 die vornehme ,ruhe und der tiefgeistige ,gehalt des ,vortrags1 der klare1 nur auf das ,notwendige beschrnkte ,aufbau1 die meisterhafte ,beherrschung der ,farbe1 die unvergngliche ,schnheit der ,leistung4 ,man versteht es1 da solch ein ,maler zu einem ,frsten unter den ,knstlern heranreifen mute4 ,georg ,lehnert4 ,die heilige ,nacht ,von ,antonio ,allegri da ,correggio ,geboren um #adid zu ,correggio1 gestorben #e4 ,mrz #aecd ebendort4 ,gemldegalerie in ,dresden ,buntbild ,,iii ,an ,stelle der berlieferten ,anschauungen des ,mittelalters trat im ,italien des #ae4 ,jahrhunderts die ,renaissance und erweckte das klassische ,altertum zu neuem ,leben4 ,sie ffnete den schnen ,knsten und ,wissenschaften die lange verschlossenen ,pforten hoher ,erkenntnis4 ,wie schon ihr ,name sagt1 fhrte sie eine frmliche ,wiedergeburt der ,geister herbei und brachte ,umwlzungen auf allen ,gebieten4 ,die treibende ,kraft war die ,kunst1 die in den ,herzen der ,menschen neues ,leben entfachte4 ,gleichwie die ,sonne mit sieghaften ,strahlen die winterliche ,nacht durchbricht und die ,erde mit ,glanz und ,schnheit erfllt1 so wirkte das ,zeitalter der ,renaissance in ,italien4 ,in jeder ,brust erwachte bermchtig die ,sehnsucht nach ,freude2 alle ,geister waren von leidenschaftlicher ,liebe zu ,kunst und ,wissenschaft durchglht3 dsteres ,grbeln und finsterer ,aberglaube schwanden dahin2 verheiungsvoll leuchtete das ,morgenrot einer neuen ,zeit4 ,begeisterung1 ,jubel1 ,lust und bersprudelnde ,lebensfreude warfen die berlieferten ,anschauungen in einem glcklichen ,augenblick ber den ,haufen4 ,nicht nur die ,edlen und ,groen1 ,reichen und ,mchtigen pilgerten freudeberauscht zu diesem ,lebensquell1 nein1 das ,dasein aller ,volksschichten wurde durch einen ,hauch der ,erneuerung und ,erhhung verjngt4 ,ppste und ,frsten wetteiferten miteinander im ,dienste der hohen ,muse4 ,herrliche ,kirchen und ,palste entstanden1 mit wunderbaren ,gemlden und ,skulpturen geschmckt2 daneben wurden der ,forschung und ,wissenschaft langentbehrte ,heimsttten errichtet4 ,die reinste ,blte erreichte die ,renaissance in den unsterblichen ,werken eines ,leonardo1 ,michelangelo und ,raffael4 ,rom1 ,florenz1 ,venedig1 ,mailand1 ,bologna und andere ,stdte sind beredte ,zeugen der hohen ,blte jener ,tage4 ,aber auch in kleinere ,pltze wie ,ferrara1 ,mantua1 ,perugino1 ,parma1 ,rimini und viele andere warf die ,fackel der ,erkenntnis ihren lodernden ,schein4 ,unter ihnen gebhrt der zwischen ,parma1 ,reggio1 ,modena1 ,carpi1 ,bologna1 ,ferrara und ,mantua gelegenen ,stadt ,correggio ein ,ehrenplatz4 ,in ihren ,mauern erblickte unser ,meister ,antonio ,allegri da ,correggio1 der ,schpfer des wunderbaren ,gemldes ,die heilige ,nacht81 das wir miteinander betrachten wollen1 das ,licht der ,welt4 ,eigentlich heit er nur ,antonio ,allegri1 wurde jedoch1 wie es damals ,brauch war1 nach seiner ,geburtsstadt da ,correggio8 genannt4 ,unter diesem ,namen ist er nach seinem ,tode in der ganzen ,welt bekannt und hochberhmt geworden4 ,von seinem ,leben wissen wir verhltnismig wenig ,zuverlssiges4 ,die berlieferungen sind in vielen wichtigen ,punkten lckenhaft geblieben1 so sehr sich die ,forschung auch bemht1 die ,schleier zu lften und ,klarheit zu schaffen4 ,wahrheit und ,dichtung stehen hart beieinander2 denn viele ,zeugnisse verblaten1 und manche ,zugnge zu tieferer ,erkenntnis wurden im ,laufe der ,jahrhunderte verschttet4 berzeugender aber als alle beglaubigten ,schriftstcke spricht zu uns die erhabene ,kunst unsres ,meisters1 in der er sich selbst ein ,denkmal gesetzt hat1 dauerhafter als ,erz6 ,der ,vater unsres ,malers hie ,pellegrino und bewohnte mit seiner ,frau1 einer geborenen ,bernardina ,piazzoli1 ein bescheidenes ,huschen in ,correggio4 ,er soll ein fleiiger und vorbildlicher ,hausvater gewesen sein4 ,ganz unbemittelt waren die ,eltern wahrscheinlich nicht2 denn ,antonios ,mutter hatte dem ,gatten eine ,mitgift von hundert correggianischen ,lire in die ,ehe eingebracht4 ,den ,geburtstag ,antonios kennen wir nicht2 auch ber die ,ereignisse der frhesten ,jugendjahre schweigen sich die ,quellen aus4 ,mit ziemlicher ,sicherheit drfen wir aber annehmen1 da der ,knabe schon frhzeitig mit ,knstlern in ,berhrung kam4 ,in seiner ,vaterstadt lebten1 wenn oft auch nur vorbergehend1 viele ,maler1 ,bildhauer und ,architekten4 ,daneben war das edle ,kunstgewerbe durch angesehene ,teppichweber und ,goldschmiede wrdig vertreten1 und ,antonios ,oheim1 ,lorenzo1 des ,vaters ,bruder1 war selbst ein ,maler4 ,in seiner ,werkstatt hat der ,knabe vermutlich die ersten ,eindrcke gewonnen und die erste1 wenn auch ganz oberflchliche ,berhrung mit der ,kunst gehabt4 ,vielleicht hat sich seine kindliche ,phantasie1 ganz unbewut1 in knabenhaftem ,spiel der hohen ,muse genhert4 ,zweifellos hat er in des ,oheims ,werkstatt das rein ,handwerksmige1 was damals von groer ,wichtigkeit war1 erlernt4 ,spter1 als er zum ,jngling heranreifte1 haben sich frhzeitig gewonnene1 vielseitige ,eindrcke und ,erlebnisse in seiner ,seele geklrt und gelutert4 ,ganz unverkennbar bleibt ein nachhaltiger ,einflu aus dem ,studium der ,werke der ,meister ,andrea ,mantegna in ,mantua und ,lorenzo ,costa1 der nach ,mantegnas ,tode von ,ferrara nach ,mantua bersiedelte4 ,hier hatte unser jugendlicher ,maler1 der wohl oft in ,mantua war -- er flchtete #aeaa dorthin1 als seine ,vaterstadt von der ,pest heimgesucht wurde1 und blieb hier zwei ,jahre -- in den ,schlssern des ,frsten ,francesco ,gonzaga reichlich ,gelegenheit1 die ,werke der groen ,zeitgenossen zu bewundern und zu studieren4 ,aber auch bei ,bianchi ,ferrari1 einem ,meister der sogenannten emilianischen8 ,malerschule in ,modena1 soll ,correggio manches gelernt haben4 ,mit knapp zwanzig ,jahren entfaltete sich sein ,genius4 ,in dem ,hochaltarbild fr die dem heiligen ,franziskus geweihte ,kirche seiner ,heimatstadt zeigte er der ,mitwelt1 da er zum ,knstler geboren war1 da er die frh gewonnenen ,eindrcke seelisch verarbeitet und mit neuen1 eigenen ,ideen belebt hatte4 ,wenngleich er sich von der berlieferten ,kunstauffassung noch nicht vllig freimachen konnte und vielfach an die ,sonderwnsche seiner ,auftraggeber gebunden war1 so tritt uns in dem ganzen ,aufbau dieses ,werkes neben ,eigentmlichem und ,persnlichem eine gewaltige ,kraft und ,tiefe entgegen4 ,das beweisen allein schon die geistigen ,beziehungen1 die der ,knstler in den ,blicken der beiden ,hauptfiguren dieses ,gemldes zum ,ausdruck gebracht hat4 ,nun folgte ein reichgesegnetes unermdliches ,schaffen der sogenannten ersten ,kunstepoche ,correggios1 die etwa mit dem ,jahre #aeai ihren ,abschlu findet4 ,als willkommener ,vorwurf tritt neben anderen das ,kult- und ,andachtsbild in den ,vordergrund4 ,die ,madonna mit dem ,kinde in zahllosen ,gruppierungen1 ,christus1 die ,geschichte des ,leidenswegs1 ,heilige1 ,apostel1 ,propheten1 ,schutzpatrone und dergleichen gelangen in immer neuen ,fassungen nach eigenen persnlichsten ,auffassungen zur ,darstellung4 ,da ,correggio nicht arm gewesen sein kann1 geht wohl schon daraus hervor1 da er mit den teuersten ,farben auf dem feinsten ,material malte1 auf ,kanevas1 ,holz und ,kupferplatten4 ,daneben trieb er eingehende anatomische ,studien und war stets beflissen1 auch in technischer ,beziehung das ,hchste zu leisten4 ,nicht wie andere ,knige im ,reiche der ,kunst fand unser ,correggio den ,weg zu ,frsten und hchsten kirchlichen ,wrdentrgern4 ,selten nur hat ihm die ,sonne der ,gunst geschienen4 ,er lebte meist still und zurckgezogen und war im ,verkehr mit groen ,herren wenig gewandt4 ,dazu trat ein tiefes ,heimatgefhl1 das ihn mit der ,scholle der ,vter innig verband4 ,nie eigentlich hat ihn der ,wandertrieb ergriffen1 und selbst ,rom1 die ,ewige ,stadt1 hat er wahrscheinlich niemals betreten4 ,alle ,stimmungen gewannen in seiner ,phantasie ,gestalt und ,leben1 ehe sie im ,atelier oder an den ,sttten1 fr die sie bestimmt waren1 in farbiger ,herrlichkeit geboren wurden4 ,wohl lebt viel ,freude in seinen ,werken1 ,freude1 die seinem innersten ,wesen entstammt1 und doch ist er bis zu seinem ,tode vermutlich ein ,weltflchtiger1 ein eigentlich ,einsamer geblieben4 ,welche ,flle knstlerischen ,schauens und ,knnens vereinigt sich in dem ,namen ,correggio6 ,seine ,werke sind die ,zeugen eines unablssig suchenden ,geistes nach hoher knstlerischer ,auswirkung1 nach eigenwilliger ,beherrschung der ,materie4 ,fast alle seine ,schpfungen berraschen durch die ,liebe1 mit der sie auch in den ,einzelheiten gemalt sind1 durch die glnzenden ,lichteffekte1 durch die oft eigentmliche ,gruppierung der dargestellten ,figuren und die wechselseitigen ,beziehungen1 die zwischen ihnen geschaffen sind1 durch die ,wrme und ,weichheit der ,farbentne1 durch die ,behandlung der ,landschaft und zarte ,fhrung der ,linien4 ,seine ,hand war begnadet1 ,geist und ,herz standen im ,dienste hherer ,erleuchtung4 ,von ihm stammen ,werke1 die neben den ,schpfungen ,michelangelos und ,raffaels wrdig bestehen knnen4 ,die hchste ,reife knstlerischen ,knnens offenbarte ,correggio in den ,kuppelmalereien des ,domes zu ,parma4 ,hier hat seine ,meisterhand ungeheure ,schwierigkeiten spielend besiegt1 und damit erreichte er im ,jahre #aebf den ,hhepunkt seines ,schaffens1 das ihn fr alle ,zeiten in die ,reihen der grten ,meister stellt4 ,auch von ihm gilt ,goethes ,wort3 ,es kann die ,spur von seinen ,erdentagen nicht in onen untergehn4 ,sein ,leben war reich und gro4 ,in einer verhltnismig kurzen ,zeitspanne sind ,werke von unschtzbarem ,werte entstanden4 ,am #e4 ,mrz #aecd ist der berhmte ,meister1 kaum vierzig ,jahre alt1 in seiner ,heimatstadt gestorben4 ,und nun wollen wir unsere ,herzen hher stimmen und das herrliche ,gemlde ,die heilige ,nacht8 genauer miteinander betrachten4 ,alles1 was unser ,auge auf diesem ,bilde erblickt1 atmet die berwltigende ,weihe der groen ,stunde1 die der ,welt den ,erlser schenkte4 ,s und verheiungsvoll klingen die ,weihnachtsglocken4 ,sanft und mild senkt sich der ,gnadengru der himmlischen ,heerscharen in unsere ,seele4 ,wir hren ihr3 ,ehre sei ,gott in der ,hhe und ,friede auf ,erden und den ,menschen ein ,wohlgefallen68 ,der jahrhundertealte ,zauber der stillen1 heiligen ,nacht8 erfllt unser ,herz1 und unsere ,lippen sprechen den ,vers des vertrauten1 lieblichen ,weihnachtsliedes ,ihr ,kinderlein kommet1 o kommet doch all83 ,da liegt es1 ihr ,kinder1 auf ,heu und auf ,stroh1 ,maria und ,joseph betrachten es froh2 ,die redlichen ,hirten knien betend davor1 ,hoch oben schwebt jubelnd der ,engelein ,chor48 ,ganz wie es uns das ,evangelium 7,lukas #b1 #a bis #bj7 erzhlt1 das ihr ja alle kennt1 zeigt uns ,correggio das himmlische ,kind auf einem ,strohbndel in der aus rohem ,holz gezimmerten bescheidenen ,krippe4 ,maria1 die gottbegnadete ,jungfrau1 hlt das strahlende ,krperchen des ,heilands in zrtlicher ,liebe umfangen und schaut in seligem ,mutterglck zu ihm herab4 ,sie trgt ein ,unterkleid von mattblauer ,farbe1 ein rotes bergewand und einen blauen ,mantel4 ,die beiden bilden die ,hauptgruppe des ,gemldes1 die in strahlendes ,licht getaucht1 den ,beschauer vor allem gefangennimmt4 ,zur ,linken sehen wir drei ,gestalten3 der ,mittelgruppe am nchsten1 an einer ,sule1 eine junge ,hirtin1 die in einem ,krbchen zwei ganz junge1 noch flaumbedeckte ,gnse zum ,geschenk darbringt4 ,mit der erhobenen ,linken schtzt sie die ,augen vor dem ,strahlenglanze1 der den ,stall durchflutet4 ,neben ihr steht ein jugendlicher ,hirt1 der sich zu einem lteren mit fragender ,gebrde hinwendet4 ,der alte ,hirt ist in ein braunes ,gewand gehllt und hat die ,rechte erhoben1 whrend seine ,linke einen ,stab hlt4 ,dicht bei ihm1 den ,kopf weit vorgestreckt1 steht sein ,begleiter1 der treue ,wchterhund4 ,die ,bewegungen der drei ,gestalten verraten fragendes ,staunen1 das durch die geschickte ,licht- und ,schattenverteilung besonders glcklich zum ,ausdruck kommt4 ,hoch in den ,lften schweben fnf ,engel1 die von dem ,licht1 das von dem ,kindlein ausstrahlt1 therisch beleuchtet werden4 ,die ,engel sind in uerst lebhafter1 vielverschlungener ,bewegung2 drei von ihnen wenden ihr ,antlitz dem ,christkind zu1 die beiden andern schauen zu den ,hirten hin4 ,ganz ungewhnlich sind die berschneidungen und ,verkrzungen bei der ,gruppe der ,engel4 ,hinter der ,hauptgruppe entdecken wir dann noch die ,gestalt ,josephs1 der sich bemht1 ein ,eselein von der ,krippe fernzuhalten4 ,der ,erdboden ist mit groen ,steinen bedeckt1 zwischen denen hohe ,grser hervorsprieen4 ,der hgelige ,horizont1 der das ,gemlde kulissenartig abschliet1 liegt in nchtlichem ,dunkel4 ,in zarten ,streifen bricht die ,morgendmmerung an1 die symbolisch den ,sieg des ,lichts im ,kampfe mit heidnischer ,finsternis zum ,ausdruck bringen soll4 ,die ,lichtwirkungen sind allenthalben meisterhaft2 auerordentlich gelungen aber ist die ,verteilung von ,licht und ,schatten4 ,schon die ,zeitgenossen sprachen von den ,farben auf diesem ,gemlde mit den ,ausdrcken hchsten ,entzckens4 ,nur an der ,hand seiner herrlichen ,werke und durch vergleichende ,betrachtung mit zeitgenssischen ,kunstschpfungen knnen wir ein klares ,bild vom ,schaffen und ,leben unseres ,meisters gewinnen1 da die historische berlieferung fast ganz versagt4 ,den zahlreichen1 willig weitergegebenen ,legenden drfen wir keinen ,glauben schenken4 ,selbst ,vasari gedenkt des ,meisters in seiner ,biographie nur mit wenigen1 drren ,worten4 ,eins aber wissen wir3 ,correggios ,leben war von emsigster1 grblerischer1 sehnsuchtsvoller ,arbeit ausgefllt4 ,beharrlich hat er eigene ,wege gesucht1 mit dem ,kunstideal und seiner ,erhhung gerungen und zu allen ,zeiten fremde ,einflsse gemieden4 ,immer wollte er seine ,phantasie selbstschpferisch bettigen und kmpfte mit den ,stoffen1 bis er sie bezwungen und in freier ,verarbeitung zu eigenem ,leben erweckte4 ,in den ,beleuchtungsproblemen und ihrer ,lsung sah er die letzte knstlerische ,vollendung1 die ,krone aller knstlerischen ,ausdrucksmittel4 ,in seinem ,leben und in seiner begnadeten ,kunst war er ein ,lichtsucher1 und deshalb sind fast alle seine ,werke in blendendes1 sieghaftes ,licht getaucht1 dessen ,trger auf dem von uns betrachteten ,gemlde der himmlische ,knabe in der ,krippe ist4 ,auch dieses ,meisterwerk hat seine ,geschichte3 ,correggio malte ,die heilige ,nacht8 als ,altarbild fr die ,kapelle der ,kirche ,s4 ,prospero zu ,reggio-,emilia4 ,der ,vertrag zwischen dem ,besteller und dem ,knstler wurde am #ac4 ,oktober #aebb geschlossen4 ,das ,gemlde ist aber erst acht ,jahre spter vollendet und #aecj am ,bestimmungsort aufgestellt worden4 ,nicht lange sollte es der ,kirche zum ,schmuck gereichen2 denn schon im ,mai #aedj wurde es vom ,herzog ,francesco ,i4 fr die ,galerie in ,modena geraubt4 ,im ,jahre #agee ist es dann vom ,kurfrsten ,friedrich ,august ,,ii4 von ,sachsen fr seine ,kunstsammlung erworben worden4 ,seitdem hngt das kostbare ,werk in der ,dresdner ,gemldegalerie4 ,es ist auf ,pappelholz gemalt und noch ziemlich gut erhalten4 ,nur die ,schatten sind an einigen ,stellen dumpfer geworden1 und die stark belichteten ,stellen haben etwas von ihrer ,leuchtkraft eingebt4 ,doch wird die gewaltige ,wirkung auf den ,beschauer dadurch nicht im geringsten beeintrchtigt4 ,in der ,dresdner ,galerie finden sich neben wohlgelungenen ,kopien noch drei ,originale aus der ,zeit der hchsten ,entwicklung des ,meisters3 die ,madonna des heiligen ,franziskus1 die ,madonna des heiligen ,sebastian und die ,madonna des heiligen ,georg4 ,eins der schnsten und wirkungsvollsten aber ist wohl ,die heilige ,nacht81 die alte und junge ,herzen mit ihrem unvergnglichen ,zauber beglckt und neben ihrem hohen poetischen ,wert fr alle ,zeiten ein dauerndes ,zeugnis der erhabenen ,kunst des groen ,meisters bleiben wird4 ,das ,lebenswerk ,correggios ist in alle ,welt zerstreut4 ,in ,deutschland werden auer in ,dresden nur in ,frankfurt a4 ,m41 im ,kaiser-,friedrich-,museum zu ,berlin1 ferner in ,wien ,originalwerke von des ,meisters ,hand aufbewahrt4 ,paul ,gerhard ,zeidler4 ,landschaft ,von ,albrecht ,altdorfer ,geboren um #adhj bei ,landshut1 gestorben #ac4 ,februar #aech in ,regensburg4 -- ,alte ,pinakothek in ,mnchen ,bild #aj ,die alten deutschen ,maler saen als ehrbare ,zunftmeister in den ,stdten und hielten wie die ,meister aller anderen ,znfte offene ,werkstatt1 in der gearbeitet wurde1 was die ,kundschaft verlangte1 vom ,ladenschild an bis zum ,altarbild mit heiligen ,geschichten4 ,uns1 die wir den freischweifenden und schaffenden ,knstler kennen1 klingt das wunderlich4 ,aber wir sehen1 da diese ,verbindung von ,alltagswerk und gehobener ,schpfung ,kunst und ,knstlern ganz wohl gediehen ist1 jahrhundertelang4 ,erst gegen ,ende des #ae4 ,jahrhunderts kamen ,knstler auf1 die diesen ,betrieb wohl als ,fessel empfanden4 ,so frei sie in den religisen ,bildern waren1 so viel von dem1 was sie empfanden1 sie in sie hineingeben konnten1 bei manchem war das ,erlebnis des ,auges1 des ,herzens1 der ,traumkraft doch allzu reich und stark1 als da er in diesen immer gebundenen ,werken sich ganz htte ausdrcken knnen4 ,das war etwa der ,fall ,drers1 der sich deshalb in ,holzschnitt und ,kupferstich ,mittel freier1 von keinem ,besteller abhngiger ,kunst schuf4 ,ein ,bild ohne festen ,auftrag zu malen1 war ein ,wagnis1 das er1 wenn berhaupt1 gewi ganz selten unternahm4 ,das ,bild als ganz freier ,ausdruck eigenen ,wollens1 ohne ,rcksicht auf ,tradition1 auf die der ,besteller eines ,altarbildes doch immer halten mute1 ohne ,rcksicht auf reprsentative ,wirkung1 ganz als private ,angelegenheit eines ,knstlers und eines ,liebhabers -- dieses ,bild war der ,vorbehalt des ,regensburgers ,albrecht ,altdorfer4 ,vielleicht deshalb1 weil er gar kein gelernter ,maler im ,sinne der ,zunft war4 ,er war ,stadtbaumeister von ,regensburg4 ,ob er berhaupt das ,recht hatte1 eine groe ,altartafel zu malen8 ,er hatte es nicht gelernt und konnte es nicht1 wie man aus den ,figuren seiner greren ,bilder schlieen kann4 ,er kam von der ,miniaturmalerei her1 die vielleicht die eigentliche ,malerei des ,nordens ist1 wie das ,wandbild die eigentliche ,malerei ,italiens4 ,der ungeheure ,schatz1 den die nordeuropischen ,vlker1 und besonders die ,deutschen1 in diesen ,miniaturen besitzen1 liegt noch versteckt und wird erst langsam an den ,tag gebracht4 ,wie schon einmal ,jan van ,eyck1 genau hundert ,jahre vor ,altdorfer geboren1 so brachte nun dieser die ,miniaturmalerei von dem ,buchblatt auf die ,tafel4 ,in diesen kleinen ,bildchen hatten die ,maler viel mehr und viel ,feineres aus ,natur und ,menschenleben geben knnen1 als in den ,altarbildern erlaubt und am ,platze war4 ,ihre ,kunst war in vieler ,hinsicht geschmeidiger4 ,ganz besonders im ,ausdruck von ,licht und ,luft1 aus deren ,weben die ,landschaft ihre ,stimmung erhlt4 ,alle deutschen ,maler haben die ,landschaft geliebt und ihre ,stimmungen empfunden4 ,aber da der ,zweck ihrer ,bilder die ,figur zur ,hauptsache macht1 so bleibt ihnen fr ihre ,schilderung nur der ,hintergrund4 ,die ,handlung steht vor der ,landschaft1 nicht in ihr4 ,bei ,altdorfer nun kehrt sich dieses ,verhltnis um4 ,es ist die ,landschaft1 die seine ,tafel fllt und ihre farbige ,erscheinung bestimmt4 ,alles andere1 ,bauten und ,gestalten1 fgt sich ein4 ,das ist ohne ,zweifel eine ,folge seines ganz persnlichen ,verhltnisses zur ,welt4 ,und es ist wie ein ,bekenntnis1 da er zum ersten ,male ein ,bild malt1 dessen ,gegenstand nur eine ,landschaft ist4 ,unser ,bild -- deshalb geschichtlich ebenso wichtig wie schn und voll in der ,empfindung4 ,keiner von den alten ,meistern ist uns so nahe wie dieser1 weil er aus seiner ,zeit heraustritt4 ,die ,brger saen damals in ummauerten ,stdten1 und der ,erholungsplatz war der ,garten vor dem ,tor4 ,reisend kamen sie wohl durch ,feld und ,wald1 und so auch die ,knstler4 ,aber das ,wandern um des ,wanderns willen1 das zwecklose ,streifen in der ,natur haben sie nicht gekannt4 ,altdorfer dagegen -- das bezeugt das ,ganze seines ,werkes1 aber auch schon jedes einzelne ,bild -- ,altdorfer war ein ,wanderer1 wie wir sehnschtige ,stadtmenschen das ,wort seit der ,zeit des jungen ,goethe verstehen4 ,und seine groe ,liebe1 diese ganz deutsche ,liebe1 war der ,wald4 ,der ,wald ist ,wirklichkeit und ,geheimnis3 ,wirklichkeit1 in der hundert feinste ,einzelheiten das ,auge ansprechen1 und ,geheimnis1 das die ganze ,seele bewegt4 ,die beiden ,zge1 deren ,verbindung das ,besondere des deutschen ,wesens ausmacht1 ,andacht zum ,kleinen und ,sehnsucht nach berweltlichem1 machen die ,menschen dieser ,art fr ihn empfnglich4 ,was fr ein ,buch wre zu machen1 wenn man sammelte1 was das ,volk1 seine ,dichter und seine ,knstler vom ,walde gesagt1 gefabelt und geschildert haben6 ,man wrde ihn sehen bis zum winzigen ,moos1 man wrde ihn rauschen hren1 man wrde staunen ber das seltsame ,gelichter von ,zwergen und ,elfen und auch fremden ,satyrn und ,nymphen1 das ihn durchtollt und am ,ende in wohligem ,schauer erbeben1 wenn gehet leise nach seiner ,weise der liebe ,herrgott durch den ,wald4 ,der erste aller ,maler1 die den ,wald so erkannt haben1 war ,altdorfer4 ,er mag ihn schon als ,knabe erlebt und seine ,trume von antiken ,fabelwesen1 von christlichen ,heiligen1 von ritterlichen ,schlachten in dieses selbst entdeckte ,land hineinverlegt haben4 ,der ,wald ist sein eigentlicher ,gegenstand4 ,ohne edle ,buchen mit ihrem zarten ,laub1 ohne brtige ,tannen sieht er selten ein ,bild4 ,er stellt sie hinein1 wie andere ,meister nahe ,menschen1 ,eltern1 ,geschwister und ,freunde4 ,und noch etwas liebt und kennt er1 was keine ,beobachtung1 kein in realistischen ,zeiten so hoch gepriesenes ,studium erschliet1 die ,wolken4 ,sind nicht auch sie ,wirklichkeit und ,geheimnis zugleich8 ,auch sie mu man erfhlen1 ihr ,locken und ihr ,drohen1 ihr schweres ,ruhen und ihr luftiges ,wallen4 ,diese erste ,landschaft ist nicht das ,werk eines ,malers1 der ein ,motiv gesucht hat und dann daraus ein ,bild gemacht4 ,dann wrde es uns nicht so in sie hineinziehen4 ,nein1 wir sind ,mitlebende eines ,erlebnisses4 ,der ,beschauer ist selbst der ,wanderer1 der eben aus dem ,dunkel des ,waldes1 aus dem ,grn ins ,grn heraustritt und nun zwischen zwei mchtigen ,bumen1 die seinen ,rand bewachen1 in den hellen ,sommertag hineinblickt4 ,eine ,burg auf waldigem ,hgel1 ,berge und ,see1 und darber blauer ,himmel mit lockerem silberweiem ,gewlk4 ,es ist so eine ,stelle1 bei der man pltzlich aufjauchzt4 ,aber ,altdorfer erschpft sich nicht in der ,andacht zur ,natur4 ,in seiner ,zeit drang die ,kunst ,italiens ber die ,alpen und wirkte gerade durch ihr ,anderssein mchtig auf die ,knstler der gotischen ,welt4 ,man darf da nicht von ,nachahmung sprechen4 ,die kam spter und hat dann der groartigen1 ganz von einem eigenen ,weltgefhl erfllten ,kunst des ,nordens1 die auch heute noch von den ,vlkern1 deren ,stolz1 sie sein sollte1 der fremden gegenber gering geachtet wird1 das ,ende gebracht4 ,schlsser1 wie sie der ,baumeister ,altdorfer in seine ,bilder malte oder auch nur hnliche hat es in ,italien nicht gegeben4 ,sie sind echte und rechte ,werke eines deutschen ,phantasten1 der aus gotischen ,trmen und italienischen ,hallen und ,terrassen ein ,neues schafft4 ,kein ,frst1 geschweige denn ein ,regensburger ,brger1 wollte oder konnte damals dergleichen ausfhren lassen4 ,es sind ,verhltnisse und prunkhafte ,hufungen1 wie sie erst ,jahrhunderte spter die groen ,monarchen verwirklichen lieen4 ,so mute sich eine starke bauknstlerische ,begabung in gemalten ,architekturen ausgeben4 ,ein ,bild1 in dem der ganze ,knstler ,altdorfer sich offenbart1 ist die ,ruhe auf der ,flucht8 im ,berliner ,kaiser-,friedrich-,museum4 ,das heilige ,paar hat an einem ,brunnen haltgemacht1 einem ,brunnen1 der in demselben ,sinne italienisch ist wie die ,schlsser des ,malers1 reich an ,figur4 ,er steht am ,ufer eines ,sees1 vor einem ,weiler1 aus dem ,turm und ,ruine einer alten ,burg ragen4 ,man sieht weit ber das ,ufer hin1 bis zu den ,bergen1 die sich wie der ,spiegel des ,wassers im ,duft der ,ferne auflsen4 ,das ,kind auf ,mariens ,scho beugt sich ber den ,rand des ,beckens und spielt mit der ,linken im ,wasser4 ,und um es herum spielen ,engel4 ,da ist alles3 fromme ,sage und deutsches ,mrchen1 romantische ,sehnsucht und ,heimatliebe1 und alles in das helle und lebendige ,licht getaucht1 das nicht aus ,bildern stammt1 sondern von dem ein ,wanderer und ,freilichtmensch seine ,augen vollgesogen hat4 ,fritz ,stahl4 ,kaufmann ,georg ,gisze ,von ,hans ,holbein d4 ,j4 ,geboren #adig in ,augsburg1 gestorben zwischen #g4 ,oktober und #bi4 ,november #aedc in ,london4 -- ,kaiser-,friedrich-,museum in ,berlin ,bild #aa ,die ,natur wiederholt sich nicht gerne3 eine unmittelbare und gleichmige ,vererbung der ,geisteskraft gehrt zu den grten ,seltenheiten der menschlichen ,geschichte4 ,weit hufiger kommt es vor1 da eine berragende ,begabung1 wie bei ,goethe und seinen ,nachkommen1 schon in der ersten ,geschlechtsfolge ins ,unfruchtbare entartet oder sich1 wie bei ,bismarck und seinen ,shnen ,herbert und ,wilhelm1 die sich gleich ihm der ,staatskunst widmeten1 ins ,beamtenmige wandelt4 ,aber auch fr die entgegengesetzte ,entwicklung gibt es trstliche ,beispiele4 ,wie ,karl der ,groe an ,bedeutung seinen ,vater ,pipin berragt1 so steigt erst recht ,friedrich ,,ii4 von ,preuen ber seinen keineswegs unbedeutenden ,vater ,friedrich ,wilhelm ,i4 empor4 ,dieser ,vorgang begegnet uns auch in der ,kunst3 ,mozart und ,beethoven1 die beide die ,musik von ihren ,vtern ererbt haben1 lassen diese in ihrem ,fluge zur ,hhe noch viel weiter unter sich als ,hans ,holbein der ,jngere seinen gleichnamigen ,vater4 ,denn schon das malerische ,knnen und ,schaffen dieses lteren ,holbein war recht bedeutend4 ,mit leidenschaftlichem ,drang suchte er nach einer neuen ,schnheit und in ernstem ,naturstudium zugleich nach ,wahrheit und ,treue4 ,noch im vorgerckten ,alter erfreute er sich einer so lebendigen ,entwicklungsfhigkeit1 da er freudig der herandrngenden neuen ,formenwelt der italienischen ,renaissance die ,arme ffnete1 wenn er selbst den ,fu auch nicht mehr in das gelobte ,land setzen durfte4 ,seine ,strke lag im ,bildnis1 in einer persnlichen ,auffassung des ,menschen1 dessen uere ,erscheinung er in wenig ,strichen schlagend wiederzugeben verstand4 ,den scharfen ,blick fr das ,eigentmliche und die sichere ,fhigkeit1 es mit zwingender ,selbstverstndlichkeit auszudrcken1 hat er seinem ,sohne ,hans vererbt1 whrend dieser das richtige perspektivische ,zeichnen und die ,beherrschung der ,farbe in der vterlichen ,werkstatt nur mangelhaft erlernen konnte4 ,obgleich der ,vater einer begterten ,augsburger ,familie angehrte und in seiner ,kunst durchaus tchtig war1 geriet er in ,vermgenszerrttung1 noch ehe seine ,shne ,ambrosius und ,hans vllig erwachsen waren4 ,so verlieen beide schon um #aead -- ,hans 7geb4 #adig7 war kaum siebzehn ,jahre alt -- die ,vaterstadt ,augsburg1 um sich drauen fortzubilden und ihren ,verdienst zu suchen4 ,sie gingen nach ,basel1 denn in dieser ,universittsstadt blhte damals der deutsche ,buchdruck und damit die ,kunst des ,zeichnens4 ,hans fand denn auch als ,meisterschler ,hans ,herbsters aus ,straburg bald gute ,verbindungen mit ,verlegern und ,gelehrten1 die ihn mit ,holzschnittzeichnungen fr ihre ,bcher beauftragten1 und mit derselben ,leichtigkeit und ,anmut wie fr die ,buchkunst arbeitete er fr das ,kunsthandwerk4 ,er lieferte bald feierlich ernste1 bald launig lustige ,vorlagen fr ,glasmalereien1 malte ,aushngeschilder1 bedeckte einen ,tisch oder ganze ,huserfassaden mit bunten ,schildereien1 zeichnete ,damentrachten fr ,schneider1 illustrierte ,stcke aus der ,bibel und die volkstmliche ,schrift ,lob der ,narrheit8 des gelehrten ,humanisten ,erasmus von ,rotterdam1 den er spter oft portrtiert hat1 und wagte sich1 ein noch nicht zwanzigjhriger ,malergeselle81 an seine ersten ,bildnisse4 #aeai1 nachdem er sich in ,oberitalien umgesehen hatte1 wurde er selbstndiger ,meister4 ,eine ,menge von knstlerischen ,arbeiten erstanden in den nun folgenden ,jahren unter seiner fleiigen1 immer leichter und flotter werdenden ,hand3 biblische und moderne ,holzschnittfolgen1 symbolische ,wandmalereien aus der ,geschichte1 ,altargemlde1 ,passionsbilder1 ,madonnen -- darunter als bedeutendste die ,madonna des ,brgermeisters ,meyer8 7,original im ,darmstdter ,schlo7 -- und ,totentnze1 die uns in dramatischer ,bewegung und oft von ,humor gemildert zeigen1 wie sich alle ,stnde und ,lebensalter der ,macht des ,todes beugen mssen4 ,allmhlich aber versiegten die ,auftrge3 ein bilderfeindlicher ,geist1 unter dem1 wie ,erasmus sagte1 die ,knste froren81 griff in der ,baseler ,brgerschaft um sich1 die ohnedies durch die politischen und religisen ,kmpfe der ,reformation von der ,kunst abgezogen wurde4 ,so folgte ,holbein #aebf dem ,rate seines ,gnners ,erasmus1 der berall ,beziehungen und ,verbindungen hatte1 und floh aus der ,enge und rmlichkeit der heimischen ,verhltnisse in die geistig freie ,luft ,englands4 ,dort durfte er sich besonders als ,bildnismaler lohnende ,arbeit versprechen1 denn so viele ,kunstfreunde ,england damals auch schon hatte1 einheimische ,maler von ,bedeutung fehlten dort1 und auch unter den ,angesiedelten waren wenige1 die ein gutes ,bildnis malen konnten4 ,nur zwei ,jahre ist ,holbein zunchst in ,england geblieben1 aber erstaunlich viel hat er whrend dieser ,zeit geschaffen1 und seine ,kunst hat ebenso erstaunliche innere ,fortschritte gemacht4 ,hinfort durfte er als der grte ,bildnismaler gelten1 den das #af4 ,jahrhundert diesseits der ,alpen hervorgebracht hat4 ,keiner bertraf seinen ,pinsel an weltmnnischer ,eleganz und malerischer ,geschmeidigkeit1 keiner wute wie er ,natrlichkeit der ,auffassung1 ,kraft und ,vollkommenheit der ,zeichnung mit lebhaftem ,farbensinn und kristallklarer ,form zu vereinigen4 ,als er #aebh nach ,basel zurckkehrte und dort ein ,haus erwarb1 fand er die ,heimat verndert4 ,dem ,zuge zum ,volkstmlichen1 der die humanistische ,gelehrsamkeit verdrngte1 htte er sich mit seiner weltmnnischen ,gewandtheit leicht angepat2 als er aber den ,bildersturm losbrechen sah1 fhlte er sich und seine ,kunst bedroht und kehrte 7#aecb7 nach ,england zurck4 ,nun erst entfaltet er1 zunchst in enger ,verbindung mit den dort ansssigen hanseatischen ,kaufleuten1 die von alters her im ,stahlhof an der ,themse ihre ,kontore und ,wohnungen hatten1 dann als ,hofmaler ,knig ,heinrichs ,,viii4 seine volle ,bildniskunst1 ebenso gro als getreuer ,schilderer der menschlichen ,charaktere wie als glnzender ,beherrscher der ,farbe4 ,aus dem ,maler der deutschen ,kaufleute wurde er nun der ,portrtist der ,gelehrten und der hohen ,geistlichkeit1 des ,adels und der kniglichen ,familie -- ein groer ,herr1 der in ,seide und ,samt gekleidet8 einherging und1 wenn er einmal wieder daheim war1 die ,bewunderung seiner ,baseler ,landsleute erregte4 ,mehr als hundert ,bildnisse1 alle ohne ,gehilfen gemalt1 haben sich von ihm erhalten4 ,er ist1 berall begehrt und gefeiert1 viel gereist1 auch in geheimen ,staatsauftrgen1 hat aber in ,london seinen dauernden ,wohnsitz behalten1 bis er1 ein ,sechsundvierzigjhriger1 im ,sptherbst #aedh ein ,opfer der ,pest wurde1 die damals in der ,stadt wtete4 ,mit ihm ging der letzte groe ,meister der altdeutschen ,malerei dahin4 ,eine neue ,zeit kam herauf4 ,deutsche waren es1 in deren ,dienste ,holbein drben in ,england zuerst seine ,kunst stellte4 ,aus ihrem ,kreise stammt auch das ,bildnis des ,georg ,gisze 7#adig bis #aefb71 eines aus ,danzig herbergekommenen ,kaufmanns1 wohl das erste ,werk1 das ,holbein whrend seines zweiten ,londoner ,aufenthalts malte1 jedenfalls das schnste und vollendetste seiner ,stahlhofbildnisse4 ,mitten in seiner ,schreibstube zeigt uns der ,knstler diesen ihm gleichaltrigen blonden ,kaufmann4 ,auerordentlich reich ist das ,beiwerk1 mit dem der ,dargestellte umgeben4 ,auf dem mit einem kostbaren persischen ,teppich bedeckten ,tisch liegen oder stehen auer allerlei ,schreibgerten eine ,schere1 ein ,ring1 ein ,petschaft1 ein ,falzbein1 eine ,gelddose und an die ,wand gelehnt eine geschlossene ,mappe mit ,papieren4 ber all diesen krausen ,kleinkram steigen schlank und stolz aus zierlichem venezianischem ,glase die drei rtlichen ,nelken empor4 ,die ,nelke war die ,lieblingsblume der ,portrtisten1 weil sie als ,zeichen glcklicher ,liebe galt4 ,sie soll tragen1 heit es in einem alten ,liede1 wer sich ein ,lieb auserwhlt1 das ihm lustlich und herziglich ist1 und wann sie beide ein ,gemte haben84 ,doch damit nicht genug der ,ausstattung4 ,auch der ,hintergrund des ,bildes ist reich bedacht4 ,um die ,wnde laufen zwei ,reihen ,leisten1 hinter die feingeschriebene ,adressen1 ,verschlustreifen mit ,siegeln und aufbewahrte ,briefe geklemmt sind2 an den ,borten rechts und links hangen eine ,goldwage1 eine ,uhr mit ,petschaft1 eine reichziselierte ,metallkapsel mit ,bindfaden1 ,siegelringe und andre ,kontorgertschaften2 oben auf den ,brettern liegen ,bcher1 eine ,schachtel1 eine ,kassette und sonst noch dies und das4 ,alle diese reichen und behaglichen ,dinge -- mit ,ausnahme des dem ,auge zu nahe gerckten weien ,blattes an der ,hinterwand1 das man sich aber als eine ,art ,katalogzettel vorstellen mu,f -- sind wahr und echt bis ins kleinste1 aber doch so unaufdringlich gemacht1 da sie den ,blick nicht unntz ablenken von dem ,manne1 der diesen ,raum mit seiner ,arbeit erfllt4 ,seine ,erscheinung fr das ,auge zu betonen1 bietet der ,maler die kostbarsten und erlesensten ,farben auf4 ber den lachsfarbenen ,seidenrock ist eine dunkle ,schaube 7ein weites1 faltiges1 mantelartiges ,gewand1 das erst im #ae4 ,jahrhundert aufkam7 gelegt1 vorne auf der ,brust lt ein ,ausschnitt das feingefltelte ,hemd sehen1 das mit einem schmalen ,streifen auch die rmel sumt und leise anklingt mit dem gerade nur angedeuteten weien ,rand des ,fazenetleins81 des ,taschentuches1 von dem ein ,zipfel auf der linken ,brust zwischen schwarzer ,schaube und rotem ,rock hervorlugt4 ,das ,bild ist auf dem ,titel farbig wiedergegeben4 ,so vermag das ,auge die malerische ,schnheit des ,originals nachzuempfinden1 das im ,kaiser-,friedrich-,museum in ,berlin aufbewahrt wird und 7auf kernigem ,eichenholz gemalt7 unter der ,zeit kaum gelitten hat4 ,wie zart da der rote ,rock zu der gelbgrnen ,wandtfelung steht1 und wiederum1 wie das leicht rosa angehauchte ,hellbraun des ,gesichts lebhaft absticht gegen das leise ins ,violette hinberspielende ,schwarz der ,schaube und der ,mtze1 die auf dem modisch gestutzten kastanienbraunen ,haar liegt6 ,der ,weltmann ,holbein wute1 welche ,bedeutung die ,dinge der ,umgebung fr einen lebensfrohen ,menschen haben1 und sein reger ,farbensinn und seine leichte ,hand erlaubten ihm1 sie aufs liebevollste durchzuarbeiten4 ,aber mit sicherem ,geschmack und feinem ,takt verstand er sie so abzustimmen1 da sie helfen1 den ,menschen zu charakterisieren1 ihn1 der ihm die ,hauptsache blieb4 ,zwar ist nichts von dem seelischen ,ringen und der ,schicksalsflle in diesem ,gesicht1 wie sie ,drer seinen ,menschen mitgibt1 darum aber spricht das uere und innere ,leben des vierunddreiigjhrigen ,mannes aus diesem ,bilde nicht minder beredt4 ,es ist eben ein ,kaufmann1 ein ,mann des werkttigen ,lebens1 den wir vor uns haben4 ,eine khle ,ruhe1 eine vornehme ,zurckhaltung1 eine selbstbewute ,unabhngigkeit lesen wir aus der ,haltung und den ,zgen4 ,das ,auge scheint zu sagen3 ,erst wgen1 dann wagen82 um ,mund und ,kinn prgt sich ein fester ,wille aus1 der den ,wert des ,schweigens entdeckt hat2 um die weichgezeichneten ,augenbrauen schwebt eine leise ,schwermut1 der ,enttuschung und ,schmerz nicht mehr unbekannt sind4 ,und nun versteht man1 da dieser ,mann sich den ,wahlspruch erkoren hat1 der hinter der ,goldwage an der ,wand geschrieben steht3 ,nulla sine merore voluptas 7,keine ,lust ohne ,leid74 ,nein1 es ist kein oberflchlicher1 kleinlicher ,krmergeist1 erfllt von niederer ,habsucht und ,besitzgier1 der uns hier begegnet1 sondern ein redlicher1 kluger1 zielbewuter ,sinn1 der die ,mittel und ,zwecke wohl abzuschtzen wei1 der keine ,luftschlsser baut1 aber auch die steilen ,wege zum ,erfolge nicht scheut4 ,mit einem ,wort3 der ,inbegriff des aufgeweckten1 regsamen1 tchtigen und weltkundigen hanseatischen ,kaufmanns1 der ber die ,meere fuhr und1 wohin er kam1 nicht blo seine ,waren1 sondern auch ,geist und ,gesittung verbreitete4 ,in dem ,augenblick freilich1 da der ,knstler ihn erfat hat1 sind seine ,gedanken wohl mehr bei seinen ,privatangelegenheiten4 ,jedenfalls kommt der ,brief1 den er im ,begriff ist zu ffnen1 aus der ,heimat1 ist doch die ,aufschrift deutlich zu lesen3 ,dem ersamen ,jergen ,gisze to lunden 7,london7 in engelant ,mynem broder to handen48 ,gilt der sinnend verweilende ,seitenblick der dunklen ,augen der ,erinnerung an diesen ,bruder in der deutschen ,heimat8 ,oder wird ,georg ,gisze in dem ,augenblick1 da er sich von seinen ,geschften persnlichen ,dingen zuwenden will1 durch einen ,besuch gestrt1 der eine ,frage an ihn richtet8 ,in seinem ,blick liegt halbe ,aufmerksamkeit und halbe ,abwehr1 als wolle er sagen3 ,warum gerade jetzt88 ,doch sind ,erziehung und ,selbstbeherrschung zu stark in diesem ,manne1 als da er unhflich werden knnte1 selbst in dieser ,minute1 die seinem ,herzen und ,gemte gehren sollte4 ,das ,bild1 so deutsch es uns mit seiner schlichten ,vornehmheit1 seiner khlen ,sachlichkeit und seinen klaren1 bestimmten ,farben erscheint1 ist dank seiner ,formvollendung und seiner abgeklrten ,harmonie frh zur ,weltberhmtheit gelangt4 ,denn nicht nur die knstlerische ,persnlichkeit des ,malers1 dieses einzigen wahrhaften ,renaissancemeisters unter den altdeutschen ,knstlern1 spricht sich darin vollendet aus1 es lebt hier auch in einem ausdrucksvollen ,vertreter eine ganze ,zeitspanne und ein ganzer ,stand1 der ,stand jenes kniglichen ,kaufmanns81 der das alte ,deutschland zum ,neid der ,welt gro gemacht hat und allein imstande sein wird1 es aus seinem tiefen ,fall wieder emporzuheben zu ,macht und ,gre4 ,friedrich ,dsel4 ,f ,die ,inschrift auf dem weien ,zettel lautet1 aus dem ,lateinischen ins ,deutsche bersetzt3 ,distichon auf das ,bild des ,georg ,gisze3 ,was du hier siehst1 dies ,bild1 zeigt ,georgs ,zge und ,aussehn4 ,so ist lebendig sein ,aug'1 so sind die ,wangen geformt4 ,bauernkirmes ,von ,pieter ,bruegel dem lteren1 genannt ,bauernbruegel ,geboren um #aebe in ,breda1 gestorben #aefi in ,brssel4 -- ,kunsthistorische ,sammlungen in ,wien ,bild #ab ,des alten ,bruegel frhlich derbes ,bild eines ,dorfplatzes am ,kirmesfest braucht keinerlei ,erklrung seines ,inhaltes4 ,alles1 was wir erblicken1 spricht sich unmittelbar in seiner vollen ,lebendigkeit selbst aus4 ,sehen wir von einigen ,besonderheiten der ,bauerntracht und der ,form des ,dudelsacks ab1 so ist das beinah alles noch heute mgliche ,wirklichkeit4 ,wir werden mit unwiderstehlicher ,gewalt in die laute1 tolle ,ausgelassenheit des ,anblicks hineingerissen4 ,bruegel hat das ,bauernleben seiner ,zeit in seiner ganzen ,wahrheit erfat4 ,selbst als ,bauer geboren1 ist er noch als berhmter ,antwerpener ,maler1 wie der ,geschichtschreiber der hollndischen ,kunst1 ,karel van ,mander1 erzhlt1 gern aufs ,land zu den ,bauern hinausgegangen zu ,kirmessen und ,hochzeiten4 ,wir haben hier also die mit grter ,meisterschaft und lebendiger ,anschaulichkeit widergespiegelte ,wirklichkeit seiner ,erlebnisse4 ,ist von dieser ,seite aus zu dem ,bilde nichts weiter zu sagen1 wird jeder ,betrachter von dem ,kraftberschwang und der ,formengewalt dieses ,stckes ,leben gepackt1 so ist fr geschichtliche ,betrachtung dieser ,wirklichkeitsatem des ,werkes eine ganz hohe und fr die ,entwicklung der ,kunst entscheidende ,bedeutsamkeit4 ,denn ,bruegel hat als erster die ,mglichkeit einer solchen wirklichkeitsnahen ,malerei berhaupt erwiesen1 hat eine solche unmittelbare ,darstellung des ,lebens geradezu erst geschaffen4 ,er steht mit dieser ,tat an einem wichtigen ,wendepunkt der ,kunstentwicklung ,sein ,schaffen ist die berleitung von der noch religis gestimmten1 kirchlich bedingten ,malerei der ,frhzeit seines ,jahrhunderts zu der ganz weltlichen ,malerei1 die nach seinem ,tode in ,belgien und ,holland heranblht und in der herrlichen ,malerei des #ag4 ,jahrhunderts ausreift1 der ,kunst von ,rubens und ,brouwer1 ,ter ,borch und ,rembrandt4 ,fr alle diese ,knstler ist ,bruegel in irgendeinem ,stck ,vorgnger und ,vorbereiter4 ,er hat die ,anschauung von ,wirklichkeit1 die fr sie die ,grundlage ihrer herrlichen malerischen ,formen sein wird1 durch seine ,arbeit geschaffen4 ,das ist seine geschichtliche ,tat und ,gre4 ,den ,begriff einer solchen ,darstellung der ,wirklichkeit hat die ganze groe ,kunstzeit des ,mittelalters1 an dessen ,ausgang ,bruegel steht1 berhaupt nicht gehabt4 ,hier gestaltet ,malerei das ,natrliche gar nicht1 sondern immer nur ,geistiges1 die heiligen ,gestalten des ,glaubens1 die ,vorgnge der heiligen ,legende4 ,malerei ist ,darstellung der religisen ,welt als ,wandbild der ,kirche1 als farbiges ,glasfenster4 ,im #ae4 ,jahrhundert wird dann das ,altarbild der ,hauptort der ,malerei4 ,hier zuerst ist der ,hintergrund der heiligen ,figuren ausgestaltet1 das ,gemach1 die ,landschaft1 worin sie sind4 ,aber immer ist der ,vordergrund und die ,hauptsache die fromme ,gestalt2 die ,landschaft wird nur als ,ausblick danebengestellt1 oder wie ein bunter ,teppich dahintergehngt4 ,wohl wird mit ,bschen und ,bergen1 ,wegen und ,flssen die ,erde malerisch wahrgenommen4 ,aber diese ,erde ist nur ,schauplatz der religisen ,vorgnge1 die auch dieser ,zeit noch die eigentliche ,wirklichkeit1 nmlich der seelisch wichtigste ,weltinhalt1 waren4 ,niemals htte damals jemand auf den ,gedanken kommen knnen1 tanzende ,bauern auf einer ,kirmes zu malen1 das wre einfach sinnlos gewesen4 ,diesem gottbewuten ,jahrhundert war die ,erde nur als ,schpfung ,gottes darstellbar4 ,malte man sie1 so mute es deutlich sein1 da alle ,dinge aus ,gott kommen4 ,darum ist alle diese ,landschaft1 auch wenn sie sehr genau1 sehr reich dargestellt wird1 doch ,darstellung des menschlichen ,gottgefhls1 nicht ein ,dasein fr sich4 ,ein berirdischer ,glanz liegt ber ,bergen und ,meeren1 ein ,gottglanz1 und das ,licht strahlt von den leuchtend bunten ,farben der heiligen ,mnner und ,frauen im ,bildvordergrunde aus4 ,diese gotthafte ,weltauffassung verwandelt sich im #af4 ,jahrhundert4 ,die ,reformation ,martin ,luthers und die neu aufkommende ,naturwissenschaft der ,renaissance sind die groen ,zeichen dieser ,wandlung4 ,beides gehrt zusammen4 ,das ,mittelalter hatte die ,natur nicht als volle ,wirklichkeit angesehen1 als geschlossenen ,zusammenhang der ,naturkrfte und ,naturgesetze1 hatte ,wunder geglaubt und fr ,naturbeobachtung keinen ,sinn gehabt4 ,die ,natur als solche erschien der rein geistigen ,hoheit der ,gottheit gleichsam unwrdig4 ,der ,gottesgedanke der ,reformation und der ,renaissance ist anders4 ,nun wird die ,natur in ihrer gewaltigen groartigen1 schpferischen ,gesetzlichkeit gerade ein ,zeugnis fr den ,geist der ,gottheit4 ,gott ist nun hehrer ,schpfer der ,welt1 der nicht nur den ,menschen und seine ,seele1 sondern auch die ,wunder des ,all erschuf1 die man jetzt zum erstenmal erschaute4 ,der ,gedanke von ,gott wird gewissermaen grer1 weiter1 dehnt sich vom ,menschen1 der bis dahin allein ,gottgeschpf gewesen war1 auf die ganze ,erde und die ,himmelswelt aus4 ,alles wird nun ,zeugnis ,gottes4 ,in diesem ,gefhl gehren die ,reformatoren und die groen ,forscher der ,zeit zusammen1 wenn auch in der ,zeit jener ,geisteswende selbst diese ,zusammengehrigkeit der neuen ,gedanken nicht leicht erkannt wurde4 ,als ,kopernikus begriffen hatte1 da nicht die ,erde die ,mitte der ,welt sei1 sondern sich um die ,sonne drehte1 als ,kepler spter die ,bahn der ,gestirne und der ,erde genau bestimmte1 da war fr diese groen ,denker ihr neues gewaltiges ,weltbild nicht ,zweifel und ,einwand gegen ,gott und ,frmmigkeit1 sondern gerade ,erweis der unbegreiflichen ,tiefe der ,gottheit4 ,auch fr die rzte oder ,pflanzenforscher jener ,tage war es ,frmmigkeit1 wenn sie die ,gesetze zu ahnen begannen1 nach denen ,gott die ,natur leitet4 ,in zwei ,geistern der ,zeit wird das neue ,weltgefhl besonders deutlich1 in der ,heilkunst und ,naturbetrachtung des groen ,arztes ,paracelsus von ,hohenheim und in der ,philosophie des ,giordano ,bruno4 ,bruno ist dann der ,blutzeuge der neuen ,anschauung geworden4 ,seine auf die ,lehren des ,kopernikus und des ,galilei begrndete ,denkart ward von der ,kirche fr ,ketzerei erklrt1 und der tiefe ,denker starb auf dem ,scheiterhaufen4 ,gott ist fr ,bruno der unendliche ,geist1 der die unermelichen ,welten1 welche die neue ,astronomie gezeigt hatte1 umfat1 da er sie aus sich schuf4 ,erde1 ,planeten und die ungeheure ,flur der ,gestirne durchschwingen die unbegreifliche ,tiefe der gttlichen ,rume4 ,der ,mensch ahnt in ,andacht die allgewaltige ,erhabenheit ,gottes1 wenn er alle diese ,krperwelten1 ihre ,bahnen und ,kreise denkt mitsamt der ,krperwelten1 ihre ,bahnen und ,kreise denkt mit der ,glut ihrer ,feuer und der ,flle des ,lebens1 das sie dahintragen4 ,dies ist das neue ,weltbild1 und dieses ,weltbild ist die neue ,wirklichkeit der ,zeit4 ,und gegen dieses ,weltbild1 diese ,wirklichkeit mssen wir die ,malerei stellen1 wenn wir begreifen wollen1 was es bedeutet1 wenn jetzt die ,malerei die ,wirklichkeit der ,erde1 wie das ,auge sie sieht1 in ,farben nachzubilden unternimmt1 wenn ,pieter ,bruegel als ,knstler1 als genialer ,zeichner und ,maler den natrlichen ,anblick der ,erde nachgestaltet4 ,malerei ist damit ,ausdruck des neuen ,weltgedankens der ,reformation und der ,renaissance1 und ,bruegel bedeutet fr die ,kunst1 was ,paracelsus und ,bruno fr die ,welterkenntnis sind4 ,natrlich darf man nicht denken1 er als ,maler habe sich mit der neuen ,philosophie1 mit den neuen ,naturlehren beschftigt4 ,von dem allen hat er als ,mensch wohl nichts gewut4 ,er war ein ,mann des ,handwerks als ,kupferstecher und ,maler1 in seinem ,handwerk freilich genial4 ,da aber das geistige ,leben als ,ganzes in allen seinen ,trieben und ,bewegungen durchgehenden groen ,gesetzen folgt1 die seine ,wandlungen bestimmen1 so lebt die neue ,andacht vor dem ,wirklichen1 die des ,paracelsus und spter des ,kepler ,denkarbeit durchwaltet1 auch in der ,malerei ,pieter ,bruegels d4 4 ,bruegel findet den malerischen ,ausdruck dieses neuen ,weltgefhls auf dem ,wege1 da er die malerische ,vollendung1 ,kraft und ,einheit des kirchlichen ,bildes auf das weltliche ,bild bertrgt4 ,in ,einzelzgen hatte die ,malerei vor ihm ,formen fr ,darstellung des ,irdischen schon lngst gefunden4 ,es gab schon ,landschaften ohne ,heiligenfiguren4 ,so bei ,joachim ,patinir4 ,aber die wirkten noch so1 als habe der ,knstler nur den ,hintergrund eines kirchlichen ,bildes gemalt1 die ,figuren vorn weggelassen4 ,es gab schon ,darstellungen aus dem ,alltagsleben4 ,der letzte groe ,maler der lteren ,art1 ,quentin ,massys1 hatte ,geldwechsler1 ,gruppen von ,advokaten und ,bauern gemalt4 ,deren ,wirkung aber war so1 als ob nur der ,vordergrund eines religisen ,bildes allein da wre1 mit ,gestalten aus dem ,volk statt der ,apostel und ,heiligen4 ,es ist ,bruegels malerische und geistige ,gre1 seine ,genialitt1 da er die irdischen ,dinge1 wie sie in ihrem natrlichen ,zusammenhang als ,erdoberflche von ,gott zeugen1 in diesem ihrem gesetzmigen ,zusammenhang1 in ihrer einheitlichen ,natur darzustellen vermochte4 ,seine ,landschaften -- die schnsten sind in ,wien1 wo sie ,kaiser ,rudolf ,,ii4 sammelte1 der fr den groen niederlndischen ,maler ein tiefes ,gefhl hatte1 -- sind in wunderbarer ,vollendung ,darstellungen der ,natur und ihrer ,stimmungen4 ,nie ist der ,winter so packend wahrhaft1 so schneeduftig und hauchfrostig gemalt worden1 wie in ,bruegels ,jahreszeitenbildern4 ,er ist der erste1 der das ,meer gemalt hat1 auf einem ,bild in ,wien1 ganz gro1 als ,flchenspiel der ,wellen1 die tiefe ,schattenmulden machen und jhe ,tennen des ,lichtes aufwerfen1 indes ,segel1 ,mwen und ,wolken das fern vergehende ,gewoge der gischtenden ,gefilde bewegt und reich machen4 ,es sind bis heute die schwingenden ,wasserfelder der ,see nicht wieder so wahr und mchtig dargestellt worden wie hier4 ,das ,mittel und ,geheimnis der malerischen ,kraft ,bruegels sind diese breiten1 klaren1 lichthaft gefllten ,flchen der ,farbe2 sie geben allem1 was sie darstellen1 ,einfachheit1 ,wucht1 ,gre4 ,zugleich sind sie so treffend gesetzt1 so fein durchgebildet1 da sie alle entscheidenden ,angaben ber die krperliche ,form und das ,stoffliche der ,erscheinungen in sich bannen4 ,nur wenige ,maler aller ,zeiten besitzen solche ,macht der einfachen farbigen ,flche4 ,gerade dieser eigentmlich wirksamen ,flchenanschauung verdankt der ,knstler seine ,stellung im bergang von der religisen zur weltlichen ,malerei4 ,fr die ,hintergrnde in religisen ,bildern hatten beste seiner ,vorgnger schon solche knapp andeutenden1 wuchtig zusammenfassenden1 bunt-lichten ,farbflchen gefunden4 ,vor allem der tiefsinnige ,hieronymus ,bosch1 der berhmt ist mit seinen ,teufeleien auf ,bildern des ,jngsten ,gerichts1 war ein ,meister solcher hellen1 aus dem geheimnisvollen ,dunkel der ,bildtiefe herausleuchtenden ,gestaltenflchen4 ,um der religisen ,phantasiewelt mglichst starken ,wirklichkeitsschein zu geben1 wandte ,bosch hier lebendigste1 beobachtungsschrfste malerische ,darstellungsform an4 ,bruegel hat diese ,malweise dem religisen ,bild entnommen und sie auf das ,ganze des ,erdanblicks angewandt4 ,dies ist der ,quell seiner malerischen ,form4 ,es ist noch die ,andacht1 die geistige ,bedeutsamkeit des religisen ,bildes in diesen ,malformeln4 ,sie geben den wirklichen ,dingen1 denen sie nun dienen1 die geistige ,lichtheit1 die ,sinnflle1 die sie den ,veranschaulichungen der ,glaubenswelt gegeben hatten4 ,einen ganz neuen ,darstellungsinhalt ermglichen nun diese schwingenden ,flchen3 sie geben den ,anblick von ,bewegung4 ,sie schaukeln und wehen als ,flchen der ,meereswogen1 sie zcken und sprhen als kleine ,figuren arbeitender ,bauern auf gelbem ,erntefeld in ,bruegels ,jahreszeitenbild des ,sommers4 ,mit dieser ,eigenschaft sind ,bruegels malerische ,formeln noch einmal und in besonderem ,sinne ,ausdruck des neuen ,weltgefhls4 ,dieses neue ,weltbild des ,kopernikus und des ,galilei war ,bewegung1 ,schwung der ,erde und der ,gestirne1 harmonische ,bewegung1 kreisender ,tanz der ,weltkrper4 ,gotik war ,ruhe1 ,stillstand der ,erde1 ihre ,ruhe in ,gott gewesen4 ,demgem war auch das ,bild der ,kirchen ,stille1 ,stand der heiligen ,gestalten vor dem ,gebet und der ,andacht4 ,bruegels ,bild aber wird ,bewegung4 ,er hat auf einem ,bilde in ,wien alle ,kinderspiele zusammen gruppiert1 die es damals in ,holland gab4 ,das ist lustigste1 vielfltigste ,bewegung der gedrungenen1 derb anmutigen kleinen ,gestalten4 ,er hat den fliehenden ,hirten gemalt1 der wegluft1 als der ,wolf die ,herde berfllt1 und das ganze ,bild ist gleichsam schwingender ,lauf4 ,er malt die ,parabel von dem ,blinden1 wie alle von einem ,blinden gefhrt in den ,abgrund strzen4 ,der ,zug und ,niedersturz dieser armen ,alten ist ein tieferschtternder ,anblick4 ,diese ,bewegungsgestaltung gipfelt in der ,bauernkirmes4 ,es ist mit hinreiender ,kraft dargestellt1 wie die schweren ,krper im ,raume schwingen1 den ,platz berjagen1 sich heben1 sich werfen1 in groem ,ring kreisen und drehen4 ,die ,gestaltenflchen sind wie festliche ,fahnen1 die breit wogen und schlagen4 ,sehen wir das ,bild so an1 als groe ,darstellung von ,bewegung und begreifen1 da diese ,bewegung der strkste ,ausdruck des neuen ,wirklichkeitsgefhles ist1 so sehen wir das ,bild erst im geistigen ,sinne richtig4 ,wir erkennen seine ,form nun als ,ausdruck1 als ,gleichnis des ,weltgefhls seiner ,zeit4 ,die neue ,vorstellung vom ,sein1 da es ein ,spiel von ,krften1 ein ,gefge aus ,schwung und ,gegenschwung1 ,wirkung und ,gegenwirkung1 da es ,tanz der ,gestirne und groe ,harmonie unendlicher ,bewegungsvorgnge ist1 sie lebt im schwingenden ,rhythmus dieser ,farben und ,gestalten4 ,pieter ,bruegel war vom ,schicksal berufen1 dies ,weltgefhl der ,neuzeit in seiner frhen1 ganz schlichten ,kraft1 in seiner ersten groen staunenden ,freudigkeit1 in seiner klaren1 frischen ,unbefangenheit zu ,malerei zu machen4 ,das ist seine geschichtliche ,gre1 seine ,tat1 seine knstlerische ,gewalt4 ,das uere ,leben ,bruegels verlief einfach und ruhig4 ,karel van ,mander1 der alte ,geschichtschreiber der hollndischen ,malerei1 hat alle ,nachrichten ber ihn gesammelt4 ,er wurde um #aebe in dem ,dorfe ,breugel bei ,breda im ,lande ,brabant geboren4 ,in ,antwerpen hat er die ,malerei gelernt und wurde #aeea in die ,malergilde aufgenommen4 ,bekannt wurde er zuerst durch seine ,ttigkeit als ,kupferstecher4 #aeec machte er eine ,reise nach ,italien und ,frankreich1 die ihm reiche ,anschauung der ,erdwelt gab4 ,die genialen ,landschaftszeichnungen1 die er heimbrachte1 sind in der zarten ,fhrung des ,striches und dem geistreichen ,aufbau der ,massen die unmittelbare ,vorform des ,zeichenstils1 der in den ,radierungen des ,herkules ,seeghers und ,rembrandts lebt4 #aefi ist er in ,brssel gestorben1 als geistreicher und tiefsinniger ,knstler schon von den ,zeitgenossen geschtzt4 ,wilhelm ,niemeyer4 ,die ,hochzeit zu ,kana ,von ,paolo ,veronese ,geboren #aebh in ,verona1 gestorben #ai4 ,april #aehh in ,venedig4 -- ,gemldegalerie in ,dresden ,bild #ac ,sie sitzen schon lngere ,zeit beim ,mahle und scheinen bereits beim ,nachtisch1 beim sen ,gebck angekommen zu sein4 ,einer groen ,verlegenheit aber ist durch einen ,gast1 den groen ,wundertter ,jesus von ,nazareth1 soeben abgeholfen worden4 ,der ,wein war ausgegangen1 und ,mutter ,maria hatte ihren ,sohn besorgt darauf hingewiesen mit den ,worten3 ,sie haben nicht ,wein48 ,sofort hatte er nichts tun mgen4 ,aber die ,diener1 von ,maria geheien1 jeden ,befehl des ,meisters zu erfllen1 haben bald danach seiner ,anordnung gem die sechs vorhandenen steinernen ,krge mit ,wasser zu fllen4 ,und was sie daraus schpfen und dem ,speisemeister bringen1 ist besserer ,wein1 als man ihn bisher beim ,mahle genossen4 ,unser ,bild zeigt nun1 wie der in der ,mitte im ,vordergrund stehende1 auffallend vornehm wirkende ,speisemeister sein ,glas1 das mit dem herrlichen ,getrnk gefllt ist1 in der ,richtung nach dem ,brutigam hebt4 ,wie uns die ,bibel 7,joh4 #b1 #a7 erzhlt1 macht er dem jungen ,herrn einen ,vorwurf1 weil er den guten ,wein bis zu dieser spten ,stunde zurckgehalten habe1 um ihn jetzt zu reichen1 wo die ,gste ihn gar nicht mehr zu wrdigen wissen4 ,die beiden1 die ,hochzeit halten1 sitzen links und kehren uns den ,rcken zu4 ,ihnen gegenber aber hat der ,geistliche seinen ,platz1 in diesem ,kreise ,jesus von ,nazareth4 ,auf sein bleiches1 bartumrahmtes1 in leichtem ,heiligenglanz schimmerndes ,gesicht weist die ausgestreckte ,hand des ,kfers4 ,maria sitzt in mtterlichem ,stolz zur ,rechten ,jesu2 in dem ,antlitz des jungen ,ehemanns aber -- wir haben uns jetzt mehr in das ,bild hineingesehen -- malt sich namenloses ,staunen4 ,wie gebannt schaut er nach dem groen ,wundermann4 ,die ,mnner1 die ihn umgeben -- wahrscheinlich seine ,jnger -- beschftigen sich in tiefer ,erregung mit dem1 was sich eben zugetragen hat4 ,die anderen hingegen machen sich nicht viel ,gedanken4 ,sie feiern die ,feste1 wie sie fallen4 ,die stattliche ,dame1 die sich nach dem ,kfer wendet und durch deren ,bewegung uns die ,hauptperson sichtbarer wird1 ist1 wie alle anderen1 offenbar nicht sonderlich von dem ,vorgang ergriffen4 ,sie alle lassen es sich schmecken4 ,und wie es ihnen schmeckt1 diesen alten und jungen ,leuten aus ,kana6 ,ja1 aber sind denn das alles wirklich ,mnner und ,frauen aus jener kleinen galilischen ,stadt8 ,sie trinken mit ,kennerschaft und ,genu4 ,es lohnt sich1 diesen ,leuten einen guten ,tropfen zu bieten4 ,der grte ,sachverstndige unter ihnen1 der ,speisemeister1 betrachtet das edle ,na geradezu mit ,ehrfurcht4 ,das kannten so die ,freunde ,christi nicht4 ,und wenn wir uns die ganze ,tafelrunde nher ansehen1 den ,speisemeister in kostbarem ,gewande1 den in seiner ,nhe stehenden andchtig schlrfenden jungen ,mann1 den graukpfigen ,herrn rechts am ,tischende1 der sich behaglich zu dem ihm einschenkenden ,diener hinneigt1 kurz1 die ganze ,tafelrunde3 sie setzt sich aus verwhnten ,menschen zusammen1 nicht aus dem ,palstina ,christi1 sondern aus einer uns viel nherstehenden ,zeit und einer ,stadt1 in der man es fr das ,hchste hielt1 der ,schnheit und ppigen ,lebensfreude zu huldigen4 ,venezianer sind es1 ,mitbrger des ,malers1 der zwar aus dem alten ,verona an der ,etsch stammte und deshalb auch ,il ,veronese genannt wird4 ,er hie eigentlich ,paolo ,caliari1 machte aber die mrchenreiche ,lagunenstadt zu seiner eigentlichen ,heimat4 ,in den ,zauber ,venedigs hat der ,knstler die liebenswrdige ,geschichte des alten ,evangelisten getaucht und damit in den ,zauber jener ,epoche1 die eine ,wiedergeburt des ,menschen mit sich bringen wollte1 die italienische ,renaissance4 ,in den vorausgegangenen ,jahrhunderten des ,mittelalters hatte es zwar auch nicht an ,frohmut und ,festen gefehlt4 ,aber fast hatte man sich beides als ,snde angerechnet4 ,und der entsetzlichen ,hllenpein1 von deren ,qualen man schaudernd tglich ,neues hrte1 verfiel man fr immer oder aber dem ,fegefeuer fr lange1 wenn man sich mit dieser ,welt allzusehr einlie4 ,am sichersten schon war es1 ihr zu entsagen1 sein ,kleid mit der unscheinbaren ,tracht des ,mnchs oder der ,nonne zu vertauschen und sich in die ,abgeschiedenheit eines ,klosters zu flchten1 wo man mit ,fasten1 selbstauferlegten ,martern und ,qualen1 endlosen ,gebeten und ,gesngen strengen ,ordensgelbden oblag und sich damit die ,aussicht auf den ,himmel und die ewige ,seligkeit verdienen konnte4 ,zu ,veroneses ,zeit1 der #aebh geboren ist1 als ,luther fnfundvierzigjhrig war1 dachte man schon lange anders4 ,da gab es der ,klosterbrder und -schwestern lange nicht mehr so viele1 und man geno die ,freuden der ,welt in vollen ,zgen4 ,vor allem in ,venedig6 ,zu dem unerhrten ,reichtum und ,luxus kam ein ausgeprgter ,sinn fr ,vornehmheit und edlen ,anstand4 ,was unser ,gemlde davon zeigt1 ist nicht etwa nur auf ,rechnung des ,knstlers zu setzen1 der veredelte ,gestalten gezeigt htte4 ,allerdings war den ,italienern berhaupt eine feine ,art eigen des ,stehens1 ,gehens1 ,sitzens und ,sichbewegens4 ,den ,venezianer zeichnete aber noch eine besondere ,wrde der ,haltung aus1 die wohl nur noch der ,rmer mit ihm gemeinsam hatte4 ,es lag in seiner ,art oft etwas wohltuend ,getragenes und ,gehaltenes4 ,die sichere ,ruhe des ,auftretens war ihm natrlich4 ,wie schn trinkt auf dem ,bild der stehende junge ,mann seinen ,wein1 wie wrdig in seinem ,sinnen wirkt der sitzende ,alte vor ihm1 wie anmutig-gefllig ist nahe dabei der ,diener beim ,einschenken aus dem ,kruge6 ,und wie lieblich neigt auch die ,braut ihr schn frisiertes ,kpfchen4 ,die ,republik von ,san ,marko konnte als eine hohe ,schule der heiteren ,geselligkeit gelten4 ,gab es doch sogar eine ,gesellschaft lebensfroher ,jnglinge1 die sich eigens zu dem ,zwecke gebildet hatte1 glanzvolle ,feste zustande zu bringen1 um ,frohsinn und ,lebensfreude zu steigern4 ,am frhlichsten ging es natrlich bei den ,knstlern einer solchen ,stadt zu1 am glanz- und zugleich geistvollsten im ,palast ,tizians1 des ,knigs der ,maler4 ,dort lie sich auch gute ,musik und boshafter ,witz noch fter hren als bei den reichen ,patriziern4 ,infolgedessen waren jene ,gottbegnadeten auch stndige ,gste in den vornehmsten ,husern1 und dort sahen sie ihre eigenen ,werke von den ,wnden herabschauen4 ,das auf der ,leinwand ,dargestellte war dann oft wie ein gesteigertes ,spiegelbild des ,treibens in den ,slen der ,palste und ,villen und wie eine ,aufforderung1 es sich auch weiterhin1 womglich in noch grerer ,schnheit1 ,pracht und ppigkeit wohl sein zu lassen4 ,veronese hat aber gemalt nicht nur fr ,privathuser der ,stadt oder des ,festlandes drben1 wohin die ,republik ihren ,machtbereich mehr und mehr ausdehnte1 als man zur ,see und an ferneren ,ksten vor den ,trken zurckwich4 ,er hat vielmehr auch ,staats- und ,klosterauftrge ausgefhrt4 ,war ihm doch der groe ,tizian1 der sonst auf fremden ,ruhm so ,eiferschtige1 gewogen1 so da er ihn empfahl4 ,auch im ,dogenpalast verkndigen ,gemlde seinen ,ruhm4 ,schne ,damen1 wie ,venedig sie in ,flle bot1 jene goldblondhaarigen1 vollen1 milden ,frauen stellen hier ,venezia1 die ,schutzgttin der ,stadt1 und alle mglichen ,tugenden dar4 ,tiefe ,geistigkeit und ,charakteristik darf man bei ihnen nicht suchen4 ,um dergleichen zu entwickeln1 hatten die ,schnen1 die ,modell saen1 ein zu geruhiges ,leben in ihren ,gemchern und auf ihren ,balkonen1 von denen sie den ,blick auf die ,lagunen genossen4 ,das ist wohl berhaupt die ,kehrseite von all der ,herrlichkeit4 ,der festliche ,rausch tuscht uns nicht ber eine geistige ,leere hinweg4 ,da gibt es vom selben ,meister noch eine ,hochzeit zu ,kana84 ,sie war fr den ,speisesaal eines ,klosters bestimmt und hngt im ,louvre4 ,auf ihr ist alles noch viel prchtiger als auf der unsrigen4 ,der lange ,tisch entsendet an beiden ,seiten ,flgel nach vorn1 so da ,hufeisenform entsteht4 ,oberhalb ist noch eine ,tribne mit sehr vielen ,menschen4 ,im ganzen zhlt man #aej ,kpfe4 ,rechts und links prangen herrliche ,bauwerke1 im ,hintergrunde vor dem lichten ,himmel ein hoher luftiger ,turm4 berall auf den ,balkonen und ,sllern ,menschen in jubelnder ,seligkeit6 ,musiker im ,vordergrund werden durch keinen ,geringeren als ,tizian1 unsern ,meister und hnliche ,gren dargestellt4 ,andere ,personen auf dem ,gemlde sind in ,wahrheit ,frstlichkeiten von damals4 ,dazu ,diener in ,menge1 ,mohren1 ,kinder1 ,hunde1 ,schsseln1 ,krge und ,pokale6 ,aber berkommt uns nicht auch hier1 und hier erst recht das ,gefhl der ,leere1 trotz aller ,flle8 ,da wird uns auf unserem kleineren und intimeren ,bilde doch noch wohler4 ,zwar wird auch hier dem ,heiland nicht die gebhrende ,ehre zuteil4 ,es ist1 als wenn das mit dem ,morgenland in so viel ,berhrung gekommene ,venedig den geheimnisvollen berirdischen ,hauch der ,ferne nicht in dem ,mae versprt htte1 wie die brige ,christenheit und sich deshalb mit den ,personen der ,heilsgeschichte auf einen zu kameradschaftlichen ,fu gestellt htte4 ,aber dem ,wesentlichen in dem ,vorgang kehrt sich unser ,augenmerk doch rascher zu1 schon weil sich das ablenkende ,beiwerk nicht so breitmacht4 ,zwar treiben sich auch hier ,kinder1 ,hund und ,katze herum1 aber ganz versteckt4 ,deshalb htte ihm nicht1 wie es zehn ,jahre spter 7#aegc7 geschah1 die ,inquisition die ,mahnung erteilt1 die ,wrde des ,vorgangs besser zu wahren4 ,hier begegnet uns nichts1 das so rgerlich wre wie ,zwerge1 ,papageien1 hinkende deutsche ,landsknechte und ein ,mann1 der sich mit blutender ,nase ber ein ,gelnder beugt4 ,solche ,fllfiguren sind1 das mu man nicht vergessen1 oft unentbehrlich4 ,so bietet der ,rock des knienden ,mdchens nicht nur krftige ,begleitlinien zu der groen ,tischtuchfalte1 sondern mit seinem warmen ,gelb auch einen notwendigen ,fleck4 ,dieser ganze ,winkel wrde wegfallen1 wenn hier nicht die helle ,farbe der ,architektur und der zerrissenen ,wlkchen aufgenommen wrde4 ,das milde ,wei des ,tischtuchs1 unten durch blaue ,reflexe verdunkelt1 ist oben aber sehr angebracht1 um ,jesu ,gestalt zu heben4 ,es wre sonst zu einsam und darum grell1 fiele heraus81 wie die ,maler in ihrer ,sprache zu sagen pflegen4 ,endlich wird durch die ,kleine gesorgt1 da der junge ,mann mit der kunstvollen ,frisur und dem leuchtenden patrizischen ,rot1 den wir als den ,brutigam erkannt haben1 auch recht in die ,erscheinung tritt4 7,dieses ,rot schmckt brigens auch den ,heiland47 ,da das ,gemlde koloristisch wertvoll ist1 braucht bei einem ,venezianer1 wie ,veronese1 nicht erst gesagt zu werden4 ,der zarte ,dunst des ,meeres1 der die ,inselchen wie im ,goldduft schwimmen und keine ,hrten aufkommen lt1 hat ein ,malergeschlecht erzogen von einer ,feinfhligkeit1 wie sie nur noch die ,hollnder besitzen1 und von ,glut und ,schmelz der ,farben1 wie sie nirgends wieder erscheinen4 ,das wunderbare ,orange in der ,kleidung des ,speisemeisters wird von seiner ,umgebung wohlig und lieblich1 wie musikalisch1 umspielt und umwogt4 ,seine hohe ,gestalt1 die zur ,vermeidung starrer ,symmetrie die ,mitte des ,bildes nur ungefhr bezeichnet1 und die ,architekturen an den ,seiten verleihen dem ,ganzen fr das ,auge ,wrde und ,tiefe4 ,so ganz von der ,seite gegeben1 mu er ja mit seiner rechten ,schulter in den ,raum hineindringen1 dahinter kommt der sitzende1 nachdenkliche ,greis1 hinter ihm der trinkende ,jngling2 die korinthische ,sulenreihe leitet noch weiter4 ,was in dem ,bau rechts durch den ,rundbogen hindurch an menschenbelebten tiefen und hohen ,rumen zu sehen ist1 dient ferner noch der ,vorstellung von ,tiefe1 die auch durch die mancherlei ,verkrzungen bei den sich in mannigfacher ,haltung bewegenden ,figuren stndig erweckt wird4 ,gemessen an den strengen ,senkrechten und ,wagerechten der ,bauten1 die sich ,veronese brigens von einem ,bruder oder von einem ,freunde malen lie1 und des ,postaments1 auf dem ein ,glas steht1 wirkt der natrliche weiche ,wohllaut der brigen ,linien um so angenehmer4 ,was sich aber auf den ersten ,blick wie gnzliche ,ungezwungenheit ausnimmt1 zeigt bei nherem ,zusehen doch berlegten ,aufbau4 ,so fhrt eine scharfe ,schrge vorbei an dem stehenden ,trinkenden und der ,frau1 die sich stark umdreht1 auf jene bedeutsame ,leere des ,tisches vor ,jesus4 ,verfolgt man die ,faltenkurven im ,kleid der kleinen ,knienden1 so entdeckt man ihre ,fortsetzungen im ,rock der ,frau1 wo sie in einer ,spirale enden4 ,eine ,parallele zu jener ,schrgen1 ber die ,kopf und ,hand des ,speisemeisters herausragen1 wird durch den ,alten geboten1 der sich einschenken lt4 ,das sind kleine ,hilfen fr das ,auge1 das alles bewltigen soll4 ,im wirklichen ,gemlde findet man sie noch besser heraus als in einer kleinen1 farblosen ,wiedergabe4 ,haben wir so das ,bild nach vielen ,gesichtspunkten eingehend betrachtet1 so haben wir seine ,gestalten mehr und mehr liebgewonnen4 ,es ist uns dabei aber auch klar geworden1 da einige der ,dargestellten ,zeitgenossen ,veroneses sind4 ,mit zwei anderen ,bildern von seiner ,hand hing dieses ,gemlde im ,palast der ,familie ,cuccina4 ,als ,mitglieder dieses ,hauses erscheinen der ,mann im orangefarbenen ,gewand1 der neben ihm stehende1 die ltere und die junge ,frau4 ,in ,venedig durfte man keine ,denkmler haben4 ,auf solche ,weise setzten sich reiche ,familien ihre ,denkmler4 ,die ,ruhmsucht der ,renaissance-,menschen kam schon auf ihre ,rechnung4 ,und ein wenig ,frmmigkeit war auch mit im ,spiele2 nach deutschen ,begriffen allerdings keine sehr tiefe und eindringliche4 ,e4 ,benez4 ,laokoon ,von ,domenico ,theotocopuli1 genannt ,el ,greco ,geboren um #aedh1 wahrscheinlich auf ,kreta1 gestorben #afad in ,toledo4 -- ,privatbesitz4 ,bild #ad ,greco8 so sagen wir ,deutsche gern kurzweg1 seitdem die ,kunstforschung der jngsten ,zeit diesen merkwrdigen ,renaissance-,maler aus langer ,vergangenheit wieder zu ,ehren gebracht hat4 -- ,il ,greco81 so nannten ihn die ,zeitgenossen in ,italien1 ,el ,griego8 in ,spanien1 weil er 7um #aedh7 auf ,kreta geboren und von dort aus erst nach den westlichen ,lndern gekommen war4 ,heute gilt uns der ,grieche8 mit dem italienischen ,namen als einer der grten ,meister der spanischen ,kunst um die ,wende des #af4 ,jahrhunderts4 ,zugleich aber als eines der grten ,genies der ,malerei aller ,vlker4 ,als junger ,bursche kam ,domenico ,theotocopuli nach ,venedig1 wo er ganz in den ,bann der heiteren1 farbenklingenden ,kunst geriet1 die dort herrschte4 ,es scheint1 da ,tizian1 damals schon in hohem ,alter1 noch sein ,lehrer gewesen1 da die beiden jngeren ,fhrer der venezianischen ,malerei der ,hochrenaissance3 ,paolo ,veronese und ,tintoretto1 seine ,arbeitsgenossen waren4 ,greco lernte in solcher ,schule die freie1 leichte ,pinselfhrung1 das leuchtende ,kolorit und die harmonische ,komposition der ,figurengruppen anwenden1 die fr die groen ,venezianer bezeichnend sind4 ,er zog dann weiter durch ,italien1 kam nach ,parma1 nach ,rom1 und bewegte sich mit auerordentlichem ,geschick in den ,bahnen der ,malerei1 die dort gepflegt wurde4 ,aber sein ,ruhm wrde nicht so helleuchtend in unsere ,gegenwart herberstrahlen1 wenn er in ,italien geblieben und sich lediglich weiterhin in der ,art seiner ,frhzeit bewegt htte4 ,da fhrte ihn ein ,auftrag oder die ,wanderlust1 die damals den ,mitgliedern der ,malerzunft im ,blute lag1 nach ,spanien4 ,das war die entscheidende ,wendung1 die sein ferneres ,leben und sein ganzes ,schaffen bestimmen sollte4 ,in ,spanien fand ,greco eine ganz andere ,kunst vor als in ,italien4 ,hier blhte nicht das ungebundene1 in ,freude und ,schnheit schwelgende ,leben1 das der ,kreter in den stolzen ,stdten1 an den prunkfreudigen ,frstenhfen der ,apenninenhalbinsel kennengelernt hatte1 und das in der italienischen ,kunst sein ,echo fand4 ,ein ,land von strengeren ,lebensformen nahm ihn auf1 wo die ,macht der ,kirche unerschttert war und starrer ,glaubenseifer die ,gemter der ,menschen in ,bann schlug4 ,die eigentmliche1 geheimnisvolle ,volksart nahm ihn gefangen1 und wie es immer ist3 der ,fremde versenkte sich mit besonderer ,hingabe in das ,wesen der ,welt1 in die er sich versetzt sah4 ,von dem ,augenblick an1 da ,greco1 im ,jahre #aege1 in der spanischen ,stadt ,toledo auftauchte und seine ersten ,bilder fr die dortige ,kathedrale schuf -- eine ,himmelfahrt ,mari und eine ,abreiung von ,christi ,rock vor der ,kreuzigung --1 macht sich eine ganz neue ,malart bei ihm geltend4 ,es entstanden ,bilder1 die bewiesen1 welchen ,eindruck die dstere ,dmmerung der spanischen ,kirchen1 die verschlossene1 ernste ,art der ,menschen des ,landes1 die verzckte ,schwrmerei der ,mnche in den zahlreichen ,klstern1 die finstere ,strenge des ganzen ffentlichen ,lebens auf ihn gemacht hatten4 ,es ist1 als wenn die mystischen ,schauer und der ,wunderglaube der spanischen ,religionsbung1 die sonderbare ,grausamkeit des ,volkscharakters1 die mit dem religisen ,fanatismus rtselhaft ,hand in ,hand ging1 in seinen ,darstellungen aus der ,heiligengeschichte1 vom ,leben und ,sterben frommer ,mrtyrer ,gestalt angenommen htten4 ,in der ,casa del ,greco8 in ,toledo -- dem ,museumshause1 in dem heute die ,hauptwerke des ,meisters vereinigt sind1 soweit sie sich nicht an festen ,pltzen in ,kirchen befinden -- erkennt man deutlich den tiefgreifenden ,wandel seiner ganzen ,auffassung4 ,nun ist nicht mehr1 wie in der italienischen ,zeit1 sein ,streben auf eine ,schilderung gerichtet1 die der ,wirklichkeit entspricht4 ,alles kommt jetzt fr ihn darauf an1 den inneren ,ausdruck der ,begebenheiten und der ,stimmung1 die sie in ihm hervorriefen1 sichtbar zu gestalten4 ,zu diesem ,zweck wagte er es ohne ngstlichkeit1 die ,gestalten seiner ,personen phantastisch zu verndern1 sie oft unnatrlich in die ,lnge zu ziehen1 ihre ,bewegungen zu bertreiben1 ihre ,gruppen sonderbar durcheinanderzuflechten -- eben um das ,unwirkliche dieser mit leidenschaftlicher ,einbildungskraft geschauten ,szenen zu betonen1 das berirdische der ,vorgnge dem ,beschauer einzuprgen4 ,dies vor allem ist der ,grund1 weshalb ,greco von allen spanischen ,meistern den jungen ,knstlern unserer ,gegenwart ein besonderes ,interesse abntigt4 ,denn auch die moderne ,kunst unserer ,zeit sucht nicht so sehr die ,spiegelung der ,wirklichkeit ringsum als vielmehr das ,deutlichmachen der ,empfindungen und ,erregungen1 die in der ,seele des ,knstlers leben4 ,ein zweites ,mittel1 solche ,wirkungen zu erreichen1 ward fr ,greco das eigentmliche ,helldunkel1 das er nun anwandte4 ,aus einem ,gewoge dunkler ,tne heben sich1 von gleienden1 geheimnisvollen ,lichtern gestreift1 die ,krper seiner ,personen heraus -- als htte er sie durch betubende ,weihrauchnebel hindurch gesehen4 ,etwas ,geisterhaftes1 fast ,gespenstisches ist oft in ,grecos ,bildern1 die dann im ,kampf der ,dunkelheiten und fahlen ,helligkeiten ungewhnliche ,farbenzusammenstellungen von scharfem ,gelb1 gedmpftem ,grn und blutigem ,rot auftauchen lassen4 ,seine ,altarbilder sind wie ,visionen des ,himmels und der ,hlle4 ,seine ,schilderungen der ,leidensgeschichte ,christi bohren sich wie in aufschreiendem ,schmerz in die ,grlichkeiten1 denen der ,heiland sich unterwerfen mu4 ,seine ,bildnisse von ,priestern und ,mnchen und spanischen ,granden sind ganz erfllt von der ,herbheit1 ,unerbittlichkeit und ,grausamkeit dieser ,vertreter des ,landes und des ,zeitalters der ,inquisition4 ,besonders bezeichnend fr ,grecos ,manier1 in der er vllig allein steht1 ist sein ,bild des ,traumes ,philipps ,,ii481 das wie ein ,spuk vor unseren ,augen aufsteigt -- wir denken daran1 wie ,schiller im ,don ,carlos8 die ,luft am ,hofe dieses finstern ,knigs geschildert hat4 ,das ,gemlde ,grecos1 das an dieser ,stelle erscheint1 gehrt zu den wenigen1 die nicht der ,biblischen ,geschichte und der christlichen ,legende gewidmet sind4 ,unwillkrlich denken wir1 wenn wir den ,titel ,laokoon8 lesen1 an die berhmte antike ,gruppe1 die heute im ,vatikan steht1 und die den ,anknpfungspunkt zu ,lessings kunstphilosophischem ,werk gebildet hat4 ,aber indem wir daran denken1 erkennen wir den grundlegenden ,unterschied der ,darstellung hier und dort4 ,der sptgriechische ,bildhauer hatte die ,schilderung des trojanischen ,priesters und seiner beiden ,shne1 die den ,umschlingungen und ,bissen der von den ,gttern gesandten ,schlangen erliegen1 so gehalten1 da trotz der ,furchtbarkeit des wiedergegebenen ,vorgangs das ,ganze sich in harmonischem ,aufbau vor uns ordnete4 ,er berechnete genau die ,linien1 die sich von rechts und links ber die ,krper der ,shne zu dem ,haupt des ,vaters hinziehen1 das die ,spitze eines sorgsam gebildeten ,dreiecks zeigt4 ,die strengen ,gesetze solcher harmonischen ,kompositionen erkannten auch die ,meister der italienischen ,renaissance an4 ,greco aber hat sie bewut durchbrochen4 ,er stellte alle ,regeln der ,anordnung auf den ,kopf1 die er einst in ,venedig gelernt hatte4 ,von einem ,dreieck1 einer ,pyramide81 wie man in ,italien gern sagte1 ist nichts mehr zu finden4 ,das ,gleichgewicht wird anders gesucht3 durch die stehenden ,figuren rechts und links und die liegenden1 hingestrzten in der ,mitte1 ber denen nun noch ,raum bleibt1 im ,hintergrunde die ,stadt ,troja wie eine ,traumerscheinung emporsteigen zu lassen4 ,die ,hauptfigur1 die vor allem die ,aufmerksamkeit in ,anspruch nimmt1 ist ,laokoon selbst1 im ,kampfe mit dem ,ungetm1 das ihn bedroht1 zu ,boden gesunken4 ,schon ist sein ,widerstand entkrftet4 ,die linke ,hand packt den gewundenen ,leib der ,schlange nur noch mit schwachen ,fingern1 die ,rechte sucht wohl den ,kopf des ,tieres mit letzter ,anstrengung fernzuhalten1 aber die entsetzten1 brechenden ,augen scheinen schon zu sagen1 da der ,gequlte hoffnungslos dem aufgerissenen ,maul entgegenblickt1 das sich zu tdlichem ,bisse seinem ,haupte nhert4 ,der ,krper des ,laokoon ist meisterlich durchgebildet1 in der ,stellung der ,glieder1 in den ,verkrzungen1 in der ,zeichnung der ,muskeln der ,natur unmittelbar nachgeahmt -- die ,erinnerung an ,statuen des klassischen ,altertums scheint hier beim ,maler mitgesprochen zu haben4 ,aber ganz in ,grecos sonst gelufiger ,art ist links der eine ,sohn gehalten1 der noch aufrecht stehend mit der ,schlange kmpft und das mit schrecklicher elastischer ,kraft ihn bedrohende ,tier abzuwehren sucht4 ,hier ist die ,figur ber das ,wirkliche hinaus gedehnt1 der ,krper berschlank emporgereckt1 um den ,ausdruck des verzweifelten1 schon als vergeblich erkannten ,kampfes zu steigern4 ,der zweite ,sohn ist bereits dem ,bi der ,ungetme erlegen4 ,zusammengekrampft1 in einer ,stellung1 die die ,wildheit des ,kampfes mit der ,schlange noch nachklingen lt1 ist er dicht beim ,vater niedergestrzt4 ,und wie das emporgezogene rechte ,knie des ,laokoon zu dem stehenden ,sohne1 so leiten die aufwrts ragenden1 eng zusammengepreten ,knie dieses zweiten ,sohnes zu den stehenden ,figuren rechts hinber1 die wiederum ein ,gegengewicht zu der aufrechten ,gestalt links bilden4 ,so ist die ,komposition in eigenartiger ,weise ausgeglichen4 ,am ,himmel des ,hintergrundes aber steigen in zackigen1 drohenden ,umrissen finstere ,wolken auf1 die die ,helligkeit der ,tagesstunde verdunkeln wollen4 ,das schreckliche ,schicksal der drei ,mnner im ,vordergrunde1 die qualvoll durcheinander taumeln1 da sie der erbarmungslose ,urteilsspruch der ,gtter getroffen hat1 scheint in diesem grollenden ,himmelsgewoge wieder anzuklingen4 ,kein anderer ,maler htte in den ,jahrhunderten der ,renaissance der antiken ,sage eine so merkwrdige und eigenwillige ,gestaltung gegeben4 ,der groe ,nachfolger ,grecos1 den wir als den ,hauptmeister der spanischen ,schule verehren3 ,diego ,velasquez1 ging ganz andere ,wege4 ,sein ,ziel war1 mit unbestechlich treuem ,auge ,natur und ,wirklichkeit des ,lebens abzuspiegeln4 ,greco allein versuchte in seinen ,bildern nicht nur darzustellen1 was sein ,auge sah1 sondern zugleich auch das1 was seine ,seele bewegte1 seinen ,geist erschtterte4 ,diese ,durchgeistigung seiner ,vorwrfe ist es1 die ,grecos ,werke dem ,kunstgefhl der heutigen ,zeit so nahe bringt4 ,sie mu sich auch in seiner ,persnlichkeit ausgesprochen haben4 ,denn wir hren1 da seine ,werkstatt und sein ,haus in ,toledo1 wo er bis zu seinem ,tode im ,jahre #afad blieb1 den ,mittelpunkt des geistigen ,lebens der ,stadt gebildet hat4 ,die ,zeitgenossen bewunderten die ergreifende ,kraft und ,eindringlichkeit seiner knstlerischen ,sprache1 die erstaunliche ,fruchtbarkeit seiner unermdlichen ,schpferkraft -- als er starb1 fanden sich noch ber hundert ,gemlde in seinem ,nachla --1 seine reiche ,bildung und den ,zauber seines menschlichen ,wesens4 ,grecos ,tod1 in ganz ,spanien als ein nationaler ,verlust betrauert1 fand ihn auf dem ,gipfel seines ,ruhmes4 ,es erscheint kaum verstndlich1 da sein ,stern in den folgenden ,jahrhunderten fast gnzlich verblassen konnte1 so da es erst der ,gegenwart vorbehalten blieb1 das ,verstndnis fr seine ,gre wieder ganz neu zu erwecken4 ,max ,osborn4 ,lwenjagd ,von ,peter ,paul ,rubens ,geboren #bh4 ,juni #aegg in ,siegen in ,westfalen1 gestorben #cj4 ,mai #afdj in ,antwerpen4 -- ,alte ,pinakothek in ,mnchen ,bild #ae ,eine ,lwenjagd6 ,welchem ,jungen schlgt da nicht das ,herz hher6 ,gefahr8 ,wer frchtet sich denn8 ,wer mchte nicht dabei sein1 wenn der stolze ,waffenmeister ,alexanders des ,groen die berbischen ,scheichs zu dem nervenpeitschenden ,wagnis aufruft8 ,vor zehn ,tagen kam der ,beherrscher der ,welt zur ,oase ,siwah nach langem ,wstenmarsch1 um das ,orakel des ,jupiter ,ammon zu hren und sich zu des ,gottes ,sohn erklren zu lassen4 ,jetzt sind die ,festlichkeiten vorbei1 und den tollen1 khnen ,gefhrten reizt es1 auf feurigem ,araberhengst das seltene ,spiel zu wagen1 das nur eben die ,libysche ,wste dem reisigen ,griechen bieten kann4 ,schon seit ,wochen hat ein grimmiges ,lwenpaar die ,oase beunruhigt1 sich immer wieder neue ,opfer aus den ,rudeln der ,antilopen und ,kamele1 ,schafe und ,ziegen geholt1 heut endlich soll die ,stunde der ,rache schlagen6 ,man kennt die ,fhrte444 frisch auf zur frhlichen ,jagd6 ,so traben denn die sieben ,reiter auf edelstem ,araberblut hinaus in die sandige ,wste zur frhen ,morgenstunde4 ,drei vornehme ,berber sind dem ,rufe des ,griechen gefolgt1 und drei seiner ,getreuen4 ,er hat sich die ,hitze nicht so gro und die ,sache doch wohl leichter gedacht2 sonst htte er seinen schweifgeschmckten ,stahlhelm und das enge ,panzerhemd im ,tempelpalast gelassen und auch andere ,waffen mitgenommen als nur das sieggewohnte ,schwert1 das er sooft im mnnermordenden ,nahkampf gegen die ,perser in ,ehren gefhrt hat4 ,und sind nicht auch seine ,mazedonier leichtsinnig1 da sie ausziehen1 nur mit ,schild und ,schwert bewaffnet1 wie zum ,kampf ,mann gegen ,mann8 ,aber ,griechen haben ,mut4 ,sie haben ja die ganze ,welt berwunden6 ,lanzen1 wie sie die ,berber fhren1 und gar ihr ,bogen und ,pfeil knnen ja auch den rechten ,augenblick verpassen1 wenn der ,lwe sich in wildem ,ungestm auf ,ro und ,reiter strzt6 ,auf sein ,schwert aber verlt sich der ,krieger1 das hlt er mit eisernem ,griff3 ,mann und ,schwert sind eins6 ,doch siehe1 da hinten1 im niedrigen ,gestrpp1 da glnzen ja schon die gelben ,felle der kniglichen ,tiere1 da liegen sie1 majesttisch und wild1 den ,kopf hochgestreckt1 gierig sphend nach ,beute6 ,sie haben die ,reiter bemerkt1 sie ahnen1 da es ihnen gilt3 sie springen auf1 und zornig schlagen die langgestreckten ,schweife den ,boden1 ein wtendes1 langgezogenes ,gebrll erschallt4 ,bestrzt scheuen die ,pferde2 die ,nstern blhen sich2 ein ,todesgrauen durchschauert sie2 aber die eisernen ,schenkel der ,reiter drcken sie vorwrts3 heran an den ,feind6 ,aus dem ,trab wird ein wilder ,galopp4 ,der ,fhrer winkt3 man teilt sich in zwei ,gruppen3 von beiden ,seiten will man den ,gegner fassen4 ,die ,lwen stutzen1 dann wenden sie sich zur ,flucht4 ,aber schon haben die linken ,reiter1 die drei ,griechen1 ihnen den ,weg abgeschnitten4 ,da werfen sie sich mit wildem ,geheul auf diese drei4 ,die ,pferde1 in wahnsinniger ,angst1 werfen die ,reiter ab und suchen das ,weite4 ,ohnmchtig liegt der eine am ,boden1 er hat einen schweren ,fall getan4 ,oder ist er gar tot8 ,wer will es wissen8 ,die ,rechte umklammert noch krampfhaft das ,schwert4 ,auf den zweiten hat sich die ,lwin gestrzt1 sie hat ihn niedergerissen und krallt ihm die ,pranken in ,rippen und ,oberschenkel4 ,er hat aber ,besinnung genug1 mit dem ,schwert zuzustoen1 aber o weh1 er verfehlt den geffneten ,rachen und trifft nur die ,schulter4 ,aber schon eilt der dritte zu ,hilfe1 mit der ,linken den ,schild vorstreckend1 mit der ,rechten zu sicherem ,stoe weit ausholend3 ganz ,eifer und ,anspannung3 um die ,lwin ist's jetzt geschehen6 ,der ,lwe aber hat keine ,zeit1 den ,ohnmchtigen zu zerfleischen1 denn schon1 in rasendem ,sturmlauf1 werfen sich auf ihn1 hoch zu ,ro1 die vier anderen4 ,allen voran der heibltige ,berber im weien ,gewand auf dem ,schimmel4 ,aber er hat ,unglck1 die ,lanze verfehlt das ,ziel1 und schon hat ihn der ,lwe in gewaltigem ,sprunge mit der rechten ,pranke vom ,pferd gerissen2 die ,zhne des ,rachens bohren sich in den herabstrzenden ,krper1 und auch das ,pferd1 durch die furchtbare ,last halb niedergedrckt1 bumt sich in wildem ,schmerze auf3 die linke ,pranke reit ihm den ,brustkorb auf4 ,armer ,berber6 ,der nchste ,augenblick bricht dir vielleicht das ,genick3 du schwebst zwischen ,himmel und ,erde3 nur gerade dein linker ,fu ist noch auf dem ,rcken deines ,schimmels1 und das verzweifelte ,tier wird sich sogleich losgerissen haben6 ,aber schon senken sich die ,lanzen von rechts und von hinten in den ,nacken des ,ungetms4 ,die beiden anderen ,scheichs1 der eine links im roten ,gewand1 der andere rechts im dunkelbraunen ,mantel1 haben die strmenden ,pferde blitzschnell pariert1 da die ,hinterlufe hoch in die ,luft fliegen1 sie wissen ihre ,lanzen zu schwingen und mit nerviger ,faust stoen sie nach3 der kurze ,jagdspeer sitzt schon tief hinter dem ,schulterblatt und auch die lange ,lanze1 von beider ,arme ,gewalt gefhrt1 hat gut gepackt6 ,der ,lwe wird sein ,opfer lassen mssen1 und er wird sich auf die neuen ,gegner nicht mehr strzen knnen3 schon schwingt der behelmte ,grieche wie ein zweiter ,st4 ,georg sein scharfes ,schwert zum letzten ,hieb3 kein ,zweifel1 er wird ihm den ,kopf zerspalten4 ,in kaum einer ,minute hat sich alles abgespielt4 ,jetzt gibt es ein ,knigspaar weniger auf der ,welt4 ,diese aufregende ,szene hat ein groer ,meister dargestellt1 mit wunderbarer ,kraft des ,ausdrucks4 ,welch strmische ,bewegung ist doch in dem ,bilde6 ,wie grauenhaft grimmig1 wie kniglich1 wie katzenhaft kmpfen die ,lwen um ihr ,leben6 ,wie durchzuckt hingebender ,kampfeseifer und wildester ,jagdtaumel die stechenden und hauenden ,mnner6 ,und selbst die ,pferde sind von der ,wut des ,kampfes angesteckt1 zugleich freilich fast besinnungslos vor ,angst und ,grauen6 ,die ,augen quellen heraus1 die ,mhnen struben sich1 weier ,schaum steht vor dem ,maule1 weit geffnet sind die ,nstern6 ,wie stemmt sich der ,rappe rechts auf die ,erde6 ,blickt er nicht fast wie ein ,teufel hinber dahin1 wo das ,schreckliche ,ereignis wird8 ,wie strmisch schlgt der ,grauschimmel links mit den ,hinterhufen aus3 bricht nicht der gewaltige ,hufschlag dem ,lwen beinahe das ,kreuz8 ,beide ,pferde sind just in derselben ,lage3 im pltzlichen ,halt fllt das ganze ,gewicht ihrer selbst und des ,reiters auf die straff gestreckten ,vorderbeine1 und der ,schwung des ,rennens entldt sich fast im berschlagen3 hoch ragt der ,hinterleib in die ,luft4 ,bald wird freilich der ,grauschimmel das ,weite suchen4 ,und auch die beiden anderen ,pferde sind in wildester ,bewegung4 ,von des ,griechen ,hand herumgerissen1 springt der ,braune in der ,mitte mit schnaubendem ,atem und halb wahnsinnig vor ,entsetzen1 aber doch dem ,reiter gehorchend1 beinahe auf den ,lwen herauf1 und wir hren fast den durchdringenden ,schmerzensschrei des hoch in die ,luft steigenden ,schimmels1 der mit ,verzweiflung versucht1 sich den ,krallen des ,untiers zu entwinden4 ,wie dehnt und reckt und streckt sich das wundervolle ,tier1 um dem ,verhngnis zu entgehen6 ,es wchst ordentlich in den ,himmel hinauf vor ,schmerz1 ,wut und ,erregung1 und im nchsten ,augenblick wird es davonrasen1 seines ,peinigers ledig4 ,was sind das alles fr feurige1 rassige ,tiere1 und was mssen das fr vortreffliche ,reiter sein1 die in solchen ,augenblicken ,herr der ,pferde bleiben1 ja noch dazu mit berlegener ,sicherheit die ,waffen zu fhren wissen6 ,so verwachsen ist ,mann und ,ro nur bei den braunen ,shnen der ,wste oder einem kriegserprobten ,reiterfhrer6 ,nur der ,ohnmchtige liegt in bleierner ,ruhe am ,boden1 recht im ,gegensatz zu der rings tobenden ,leidenschaft1 die dadurch nur um so gewaltiger wirkt4 ,wir fhlen1 es geht ums ,leben2 um so straffer spannt sich jede ,muskel1 um so grimmiger haut1 sticht1 stt man zu1 beit1 kratzt1 schumt man gegeneinander3 in wildem ,wirbel wlzen sich ,lwen1 ,rosse und ,reiter1 ein fast unentwirrbarer ,knuel6 ,und selbst die ,natur scheint am ,kampfe teilzunehmen3 ,gewitterwolken ballen sich zusammen1 trmen sich auf und drohen1 sich zu entladen2 sie werden aber vom ,sturme gejagt1 wie die ,lwen von den ,jgern4 ,wahrlich1 es mu ein groer ,knstler sein1 der strmische ,leidenschaft1 wildeste ,bewegung1 innerstes ,leben von ,mensch und ,tier so packend darstellen konnte6 ,wie genau mu er den menschlichen und tierischen ,krper1 wie eingehend rasende ,pferde studiert haben6 ,gab es doch #afaf1 als das ,bild entstand1 noch keine ,photographie und keinen ,film3 mit scharfem ,blick mute der ,maler alles selbst erfassen1 mit hingebender ,gewissenhaftigkeit jeden ,zug der ,natur ablauschen2 aus unzhligen ,einzelbeobachtungen mute sich seiner ,phantasie das ,bild jeder besonderen ,lage formen4 ,so hat er denn auch in den ,schaubuden mit ,liebe die ,lwen beobachtet1 ja einmal eins der gewaltigen ,tiere in seine ,werkstatt bringen lassen und1 welch gefhrliches ,wagstck6 den ,tierbndiger vermocht1 es am ,maule solange zu kitzeln1 bis es ghnte und den offenen ,rachen zeigte4 ,und das war kein gutmtiges ,tier1 denn es hat bald darauf seinen ,bndiger in ,stcke gerissen4 ,und neben der treuen ,naturbeobachtung welche ,kunst des malerischen ,aufbaues6 ,denn das ,grte an dem ,bilde ist wohl1 da er alle ,einzelfiguren so geschlossen um die sich verzweifelt wehrenden ,lwen herumzugruppieren wute1 da er es verstand1 alle ,bewegung1 so verschieden sie ist1 auf den einen entscheidenden ,augenblick der hchsten ,gefahr und der sicheren berwindung zusammenzufassen1 also da wir bei aller scheinbaren ,verwirrung die ,handlung sofort als eine einheitliche begreifen4 ,ein einziger ,moment ist dargestellt in strkster ,lebendigkeit und berzeugender ,naturtreue2 es stockt uns der ,atem1 so unmittelbar erleben wir1 was wir hier schauen4 ,peter ,paul ,rubens heit der unnachahmliche ,maler dieses ,bildes4 ,er ist der grte ,meister flmischer ,kunst4 ,in den spanischen ,niederlanden1 in der ,hafenstadt ,antwerpen hat er gelebt4 ber #bjjj ,gemlde sind aus seiner ,werkstatt hervorgegangen2 bei vielen von ihnen haben seine ,schler geholfen1 so da er nur den ,entwurf machte und die letzte ,hand anlegte4 ,ein ,dreiundzwanzigjhriger1 reiste er im ,jahre #afjj nach ,italien1 wo er acht ,jahre blieb und die groen alten ,meister studierte2 mit #cc ,jahren war er selbst weltberhmt4 ,seine ,vielseitigkeit1 seine ,formensicherheit und der leuchtende ,zauber seiner ,farbe ist ganz erstaunlich4 ,es gibt keine erhabene oder menschlich schne ,szene in der ,bibel1 die er nicht gemalt htte2 ebenso hat er die alten ,gttersagen ausgeschpft1 historische ,ereignisse dargestellt1 herrliche ,landschaften neben ,tier- und ,jagdstcken und eine groe ,anzahl hervorragender ,bildnisse geschaffen1 die zeigen1 wie tief er in der ,menschen ,seele zu lesen verstand4 ,auch sich selbst1 seine erste ,frau1 ,isabella ,brant1 seine zweite1 ,helene ,fourment1 und seine ,kinder hat er immer von neuem gemalt und so ,zeugnis abgelegt fr das innige ,glck1 das er im ,kreise seiner ,familie fand4 ,doch er war auch ein eleganter ,weltmann und hat seinem ,vaterlande und befreundeten ,frsten mehrfach als ,gesandter gute ,dienste geleistet4 ,er hatte viele ,schler1 von denen der bedeutendste der groe ,bildnismaler van ,dyck geworden ist2 und neben der ,malkunst pflegte er in seiner ,schule auch den ,kupferstich3 hier wurden die meisten seiner ,bilder wunderbar nachgestochen4 ,er beschlo sein reiches ,leben im ,jahre #afdj4 ,alle groen ,museen sind seiner ,werke voll4 ,sein ,ruhm wird ewig dauern4 ,arnold ,reimann4 ,hille ,bobbe ,von ,frans ,hals ,geboren um #aehj in ,antwerpen1 gestorben #bd4 ,august #afff in ,haarlem4 -- ,kaiser-,friedrich-,museum in ,berlin ,bild #af ,habt ihr mal etwas von ,haarlem gehrt1 der reichen hollndischen ,handelsstadt8 ,diese ,stadt blhte nach den nationalen ,freiheitskmpfen des #af4 ,jahrhunderts zu ungeahnter ,gre auf4 ,ihr mt euch mit mir in jene ,tage zurckversetzen4 ,wir machen einen ,gang durch ,haarlem1 sehen die schnen ,patrizierhuser mit schlanken ,giebeln und reicher ,ornamentik4 ,alles prunkt in echtem ,material4 ,die ,wetterfahnen1 ,gildenzeichen und ,schilder sind kunstvoll geschmiedet2 in den ,grten prangen bunte ,tulpen und farbenglhende ,hyazinthen4 ,im blanken ,sonnenlicht leuchten die grnen ,fensterlden an den sauberen ,husern festlich und froh4 ,im ,hafen liegen zahlreiche ,schiffe zur ,ausfahrt bereit4 ,die ,kaufherren schreiten mit gewichtigen ,mienen durch ,berge von ,warenballen aus fernen ,lndern4 ,neuer ,reichtum spricht aus den satt lchelnden ,gesichtern der ,mnner4 ,der ,kampf ist beendet2 aus ,not und ,tod spriet wieder ,segen auf ,hollands ,boden4 ,das ,haarlem jener ,tage1 die kraftvolle1 fruchtbare ,stadt1 darf sich rhmen1 da aus einem ihrer ,patriziergeschlechter ein ,maler wie ,frans ,hals hervorgegangen ist4 ,dieser ,knstler war ein echtes ,kind seiner ,zeit2 im glhenden ,blute fiebernde ,kraft1 die sich im engen ,krper nicht zu fesseln wute und mit elementarer ,naturgewalt hervorbrach4 ,hier seht ihr eins seiner ,bilder3 ,hille ,bobbe48 ,wendet euch nicht ab1 lacht nicht spttisch6 ,beides wre unrecht4 ,ihr seht eine alte1 robuste ,frau mit einem ,zinnkruge an einem ,tische sitzen4 ,ihr werdet sagen3 ,wer ist das8 ,das ist ja nur eine alte1 hliche ,frau1 weiter nichts6 ,ja1 dann mt ihr sehen lernen1 und dieses ,frauenbildnis wird euch viel mehr sagen4 ,wie oft habe ich im ,kaiser-,friedrich-,museum vor diesem ,bilde gesessen1 und es ist mir lieb und vertraut geworden4 ,und wenn es ganz still um mich her war1 dann hat mir dieser lachende ,mund erzhlt von jener reichen ,stadt der ,gilden und ,schtzen1 der ,ratsherren und ,patrizier1 der stolzen1 harten ,frauen1 der ,pracht und dem ,glanze des ,mittelalters1 den engen ,kaufmannskontoren unten am ,hafen mit ihrem ,welthandel1 wo tglich ,schiffe heimkamen mit kostbarer ,ladung und wieder hinausfuhren nach ,rotterdam1 ,haag1 ,london und den fernen ,kolonien4 ,ich habe dann gewut1 da ,hille ,bobbe eine ,matrosenschnke besa1 da sie den groen ,maler ,frans ,hals gut gekannt hat1 der oft in ihre verrucherte ,schnke kam1 wo die alten ,zinnkannen bis in die tiefe ,nacht so frhlich kreisten und der ,wein in hohen ,rmern kstlich gleite4 ,und da habe ich gern gelauscht auf all das1 was mir ,hille ,bobbe zu erzhlen hatte3 ,der ,maler ,frans ,hals sei etwa im ,jahre #aehj in ,antwerpen geboren1 wohin seine ,eltern geflchtet waren1 als ,haarlem von ,kriegsnten bedrngt wurde4 ,aber bald kam ,frans ,hals nach der ,stadt seiner ,vorfahren4 ,zwei ,jahrhunderte hindurch hatte die ,familie in gutbrgerlicher ,behaglichkeit in ,haarlem gelebt4 ,der ,vater des ,malers1 ,meister ,pieter ,claszoon ,hals1 sa als ,schffe im ,rate der ,stadt4 ,obgleich in ,antwerpen1 der ,sttte hoher ,kultur geboren1 war ,frans ,hals doch ein echter ,hollnder1 kraft- und saftvoll1 blhend1 voll derben ,schalks und ,humors4 ,in der ,werksttte des ,karel van ,mander bte sich der junge ,frans im ,handwerklichen seiner ,kunst4 ,noch ganz im ,geiste der ,renaissancemeister erzogen1 befreite er sich bald von jedem ,zwange1 jedem fremden ,einflu und ging mutig neue ,wege4 ,das war nicht leicht4 ,die ,hollnder liebten ihre ,altmeister1 mit deren ,kunst sie wohlvertraut waren1 und hatten fr das ,neue wenig ,verstndnis4 ,und ,frans ,hals1 dieses junge1 ungestme ,talent1 war ihnen zunchst fremd1 fast feindlich4 ,wer war er1 da er so frei und sorglos lachend neue ,wege ging8 ,er stand als neuer ,mann in einer neuen ,zeit1 und was ihm alt und berlebt erschien1 warf er von sich in der rcksichtslosen ,art der ,kraftnatur4 ,wir wissen heute1 welch ungeheuren ,umschwung die ,portrtkunst des ,frans ,hals fr ,holland bedeutet4 #afaf erhielt der ,meister den ersten groen ,auftrag1 die ,offiziere der ,haarlemer ,brgermiliz zu malen4 ,dieses ,werk gehrt neben vielen anderen berhmten ,werken noch heute zu seinen kostbarsten ,glanzstcken4 ,unbekmmert um ,neid1 ,ruhm1 ,verstndnis1 ,liebe und ,migunst ging ,frans ,hals die neuen ,wege1 die ihm sein ,genius wies4 ,nicht immer waren diese ,wege von ,sonne beleuchtet4 ,aber in dem ,knstler lebte eine so herrliche1 starke ,lebensbejahung1 ein so kraftvoller ,glaube an sich und seine ,kunst1 da er spielend alles ,schwere berwand4 ,lebenslust1 ,schalk1 ,frohsinn1 derbe1 fast rohe ,kraft und erquickendes ,lachen in allen ,abstufungen wurden das ,eigentum seiner ,kunst4 ,das ,lachen auf seinen ,bildern ist so ungeknstelt1 so sorglos1 so berzeugend1 es steckt an4 ,wir schauen hin und lachen zwanglos mit4 ,frans ,hals wurde neben ,rembrandt der grte und gefeiertste ,portrtmaler seiner ,zeit4 ,er warf mit wenigen1 breiten1 aber unendlich sicheren ,strichen das ,charakteristische seiner ,modelle auf die ,leinwand1 und die ,gestalten lebten4 ,auf seinen ,bildern triumphierte das blanke ,tageslicht1 er liebte die ,schatten der ,dmmerung nicht4 ,seine feine ,formen- und ,farbenempfindung schtzten ihn vor zu greller ,realistik4 ,alles in seiner ,kunst war ein ,hymnus an die gesunde ,natur1 gleichviel wie er sie sah4 ,ich nenne euch hier nur einige seiner besten ,werke3 ,singender ,knabe8 und ,bildnis eines jungen ,mannes81 beide im ,kaiser-,friedrich-,museum zu ,berlin1 ,lustiger ,fltenspieler8 in der ,gemlde-,sammlung zu ,schwerin1 ,der ,schalksnarr8 und ,selbstbildnis des ,knstlers mit seiner zweiten ,frau ,lysbeth ,reyniers81 beide im ,reichsmuseum zu ,amsterdam4 ,frans ,hals prahlte nie in ,farben1 selbst in seiner ,hauptepoche liebte er eine khle ,tonskala3 ,grau1 ,blau und ,gelb1 in einen sanften bleichen ,goldton bergehend4 ,und dennoch leben und blhen seine ,gestalten in ppiger ,pracht1 selbst die kleinste ,geste der ,hnde ist von warmer ,natrlichkeit beseelt4 ,wohl oft noch erschraken seine ,zeitgenossen vor der urwchsigen ,kraft in seinen ,bildern1 aber sie lieen sich gern von ihm malen4 ,der junge ,reichtum jener ,tage liebte es1 mit hochmtigen ,gesichtern einherzuschreiten4 ,die ,mnner kleideten ihre oft derben ,gestalten in berreich verzierte ,gewnder1 die ,frauen behingen sich mit schwerem ,brokat1 ,samt und ,seide1 ,gold1 ,juwelen1 ,brabanter und ,brsseler ,spitzen und kostbaren ,federn4 ,selbst diese hochmtigen1 selbstbewuten ,mnner und unnahbaren1 oft unschnen ,frauen auf des ,meisters ,bildern lachen alle oder lcheln wenigstens4 ,unser groer ,knstler ist fast neunzig ,jahre alt geworden4 ,er war zweimal vermhlt2 seine zweite ,frau1 ,lysbeth ,reyniers1 berlebte ihn4 ,er hatte zehn ,kinder3 drei ,tchter1 sieben ,shne1 die wie er selbst ,musik und ,gesang geliebt haben4 ,fnf seiner ,shne hatten das ,talent des ,vaters geerbt4 ,wenngleich sie ,anerkennung und ,ruhm fanden1 so hat doch keiner annhernd die ,kunst des ,vaters erreicht4 ,frans ,hals starb im ,jahre #afff4 ,sein ,leben1 voll ,schatten und ,sonne1 voll ,freude und ,wein1 voll ,musik und ,gesang war bereits mde geworden1 ehe der ,tod kam4 ,er starb arm4 ,durch seine sorglosen ,hnde war das schimmernde ,gold zu rasch geglitten1 seine sangesfrohe ,kehle hatte den goldnen und blutroten ,wein zu sehr geliebt2 da war fr mde ,tage nichts geblieben4 ,haarlem lie seinen groen ,brger auf eigene ,kosten bestatten4 ,das ,begrbnis kostete vier ,gulden4 ,frans ,hals ruht im ,chor der ,hauptkirche zu ,haarlem4 ,das alles hat mir teils ,hille ,bobbe erzhlt1 teils stammt es aus alten ,kunstchroniken4 ,nur ber sich selbst schwieg ,hille ,bobbes lachender ,mund4 ,seht sie euch an1 wie sie da breit und klobig vor euch sitzt4 ,die ,farben sind sprlich3 ein sanftes ,violett der ,jacke1 ein krftigeres ,wei der ,flgelhaube und flatternden ,krause und die wrmeren ,fleischtne des verwitterten ,gesichts1 das ist alles4 ,wohl schimmert die ,zinnkanne im klaren ,silberglanz1 wohl huschen ber die ,gestalt noch einige frohe ,lichter1 dennoch1 die ,farbenpracht ist nicht reich4 ,aber welches ,leben atmet diese ,gestalt6 ,welche ,flle von ungebrochener1 gesthlter ,kraft blitzt aus diesem ,gesicht6 ,wir wissen nichts ,bestimmtes von ,hille ,bobbe4 ,wer mag sie gewesen sein8 ,war auch sie nicht einmal jung wie ihr8 ,sa sie wohl immer im verrucherten ,schanklokal und fllte die ,kannen und schlanken ,rmer8 ,war sie eine alte ,zauberin1 die in der ,geisterstunde auf einem ,besen durch die ,lfte ritt8 ,kannte sie die dunkle ,kunst des ,wahrsagens8 ,war sie eine bse ,hexe aus alten ,mrchen8 ,war sie den ,matrosen und ,fischern wie eine ,mutter und betreute jeden1 der in ihre ,schnke kam8 ,wurde sie geliebt und verehrt8 ,sah sie den derben ,zechern gutmtig zu1 wenn sie beim ,wrfelspiel das blanke ,geld verloren8 ,wir wissen es nicht6 ,frans ,hals hat diese ,frau verewigt wie all das1 was sein ,knstlerauge fesselte4 ,er sah nie ,hlichkeit1 nur die ,natur4 ,und was gesunde ,natur war1 das umfate er mit der ,kraft seiner begnadeten ,kunst4 ,so malte er ,hille ,bobbe1 als sie die ,kanne heben wollte1 um einem ,kumpane zuzutrinken4 ,da sie just so herzlich lacht1 ist wohl ihr ,dank gewesen fr ,frans ,hals4 ,in diesen ,schanklokalen der hollndischen ,hafenstdte herrschte meist ein freies1 ungebundenes ,leben4 ,hier konnte die bunt zusammengewrfelte ,gesellschaft -- reisende ,kaufleute1 ,hndler1 ,soldaten1 ,schifferknechte1 ,brger mit ihren ,frauen1 ,shnen und ,tchtern -- dem ,frohsinn und der ,ausgelassenheit die ,zgel schieen lassen4 ,hier wurde getanzt und gespielt1 gescherzt und gezecht1 geraucht und musiziert1 und hier1 unter dem allzeit frhlichen ,vlkchen1 hatte der ,knstler ,gelegenheit1 ,studien zu machen und ,modelle zu finden4 ,aus dieser ,sphre stammt denn auch ,hille ,bobbe4 ,und wenn ihr ,hille ,bobbes ,bild im ,kaiser-,friedrich-,museum grt1 dann fragt ihr sie wohl mal1 wer sie war4 ,vielleicht liebt sie die ,jugend und verrt es euch4 ,vielleicht6 ,ich wei es nicht4 ,ich wei nur1 da ,hille ,bobbe auf meine ,fragen immer schwieg1 klug schwieg1 wie die ,eule1 die geheimnisvoll auf ihrer linken ,schulter hockt4 ,frnze ,eleonore ,rcken4 ,maria ,theresia ,von ,velasquez ,getauft #f4 ,juni #aeii in ,sevilla1 gestorben #g4 ,august #affj in ,madrid4 -- ,kunsthistorische ,sammlungen in ,wien ,bild #ag ,die meisten ,maler1 von denen die ,geschichte erzhlt1 sind arme ,teufel gewesen und haben sich ihr ,leben lang sauer durchgeschlagen4 ,sie waren wenig geehrt und verkehrten mehr mit dem niederen ,volk als mit den ,vornehmen4 ,rembrandt zog sogar in die ,amsterdamer ,judenstadt1 was nach der damaligen ,auffassung einer ,ausstoung gleichkam4 ,andere aber1 wie ,raffael1 ,tizian1 ,rubens waren groe ,kavaliere und brachten es wohl auch zu ansehnlichem ,reichtum4 ,kaum irgendein anderer ,knstler aber war zeitlebens ein so vornehmer ,herr und vollendeter ,hofmann wie ,spaniens bedeutendster ,maler ,don ,diego de ,silva ,velasquez1 der ,urheber des ,bildes der kleinen spanischen ,prinzessin ,maria ,theresia1 das wir hier miteinander betrachten wollen4 ,velasquez lebte vom ,jahre #aeii bis zum ,jahre #affj4 ,er gehrt also dem ,spanien des #ag4 ,jahrhunderts an1 das damals seine eigentliche politische ,bltezeit schon hinter sich hatte und vor dem mchtig emporstrebenden ,frankreich mehr und mehr zurcktrat4 ,doch war es immer noch eine groe ,nation und spielte in der ,welt eine ,rolle4 ,das ,leben am ,madrider ,hofe ,philipps ,,iv41 der als jngerer ,herr und ,knig dem ,velasquez hnlich gegenberstand wie der ,weimarer ,herzog ,karl ,august unserem ,goethe1 dieses ,leben war immer noch reich an ,glanz1 doch ebenso auch an steifem und formelhaftem ,zeremoniell4 ,der ,knig war persnlich ein liebenswrdiger und einfacher ,mensch und dankbar erfreut1 in seinem ,hofmaler einen ,kavalier zu besitzen1 dem gegenber er sich auf ,jagden und ,ausritten1 denen beide leidenschaftlich ergeben waren1 frei gehen lassen durfte4 ,umgab ihn doch sonst1 wo immer er offiziell sich zu zeigen hatte1 ein starrer ,pomp voll tyrannischer ,abgemessenheit und ,unfreiheit4 ,jeder ,schritt1 jede ,bewegung war vorgeschrieben1 jedes kleinste ,wort hatte europische ,bedeutung1 der ganze ,mensch war aufgezehrt von der ihm aufgetragenen und einstudierten offiziellen ,rolle1 an die er gebunden war4 ,nichts ist einem ,knstler von ,natur aus fremder als eine solche ,welt4 ,doch auch in dieser zweiten ,welt fand ,velasquez sich wundersam zurecht4 ,er beherrschte ihre ,formen in so tadelloser ,weise1 da er es schlielich gar bis zum ,hofmarschall brachte1 der bei ,reisen1 ,hoffesten und ,turnieren das ganze ,arrangement zu treffen hatte und dafr verantwortlich war4 ,dies alles beschftigte den ,knstler sehr1 und es ist fast ein ,wunder1 da seine ,malerei dabei nicht verkmmerte4 ,doch ,velasquez war eines jener gottgesegneten ,genies1 die selbst das scheinbar ,unvereinbare aufs natrlichste miteinander zu verschmelzen wissen4 ,so sehr er in seiner ueren ,berufsstellung vollendeter ,hofmann war und allen ,gesetzen des strengsten ,prunkes und ,zeremoniells sich fgte1 so frei und schpferisch handhabte er als ,maler seinen ,pinsel und war als ,knstler ein ,gott1 der alles1 was er rings um sich sah und erlebte1 mit feurigen ,sinnen in sich einsog und mit unverminderter ,selbstherrlichkeit gleichsam zum zweiten ,male erschuf4 ,so besitzen wir in ,velasquez' hfischen ,reprsentationsbildern nicht nur ausgezeichnete ,kunstwerke1 sondern zugleich die bezeichnendsten1 getreuesten und wahrhaftigsten ,zeugnisse fr das uns sonst vllig rtselhafte ,wesen der ,menschen auf und um den spanischen ,thron4 ,im ,madrider ,prado1 der grten und herrlichsten ,galerie ,spaniens1 doch auch im ,wiener ,staatsmuseum befinden sich ganze ,reihen von ,bildnissen1 die ,velasquez nach seinem kniglichen ,herrn1 dessen ,gemahlin und ,kindern1 dem allmchtigen ,minister ,grafen von ,olivarez und anderen ,granden1 und nicht zuletzt auch nach den ,hofnarren und ,hofzwergen gemalt hat4 ,wenn er ,philipp ,,iv4 im einfachen ,brustbild oder als schlichten ,jger oder auch einen der ,infanten mit ,bchse und ,jagdhund abkonterfeite1 so wirken diese ,bildnisse durchaus menschlich-einfach und gewinnend4 ,man mchte sagen1 diese ,bilder hat der ,freund gemalt1 der diese ,menschen ganz intim kannte1 der in ihren ,gesichtszgen las und der nichts zu verbergen brauchte1 weil er ,zug fr ,zug verstand und mit ebenso feiner ,nachsichtigkeit als ,aufrichtigkeit deutet4 ,anders war es1 wenn dem ,bilde ein gewisser politischer ,reprsentationswert zugesprochen werden sollte4 ,dann sieht man sowohl den ,knig wie auch den fnfjhrigen kleinen ,infanten ,don ,balthasar ,carlos mit strenger ,miene hoch zu ,ro und1 den ,marschallstab in der ,hand1 sprengen sie in strmischem ,galopp heroisch einher4 ,auch die jungen ,prinzessinnen muten gelegentlich als solche wohldressierte ,hofpuppen gemalt werden4 ,eines der berhmtesten ,bilder z4 ,b4 heit ,las ,meninas81 d4 h4 die ,hofdamen1 und zeigt die etwa vier- oder fnfjhrige ,infantin ,margarete1 wie sie von den nur wenig lteren ,damen ihres ,hofstaates umcourt und umknickst wird4 ,doch wurde dies nicht etwa scherzhaft und mit versteckter ,ironie gemalt1 sondern mit vollem heiligem ,ernst4 ,ja1 der ,maler hat sich selber auf dem ,bilde angebracht1 wie er mit ,pinsel und ,palette vor einer hohen ,staffelei steht und die ,szene beobachtet4 ,ganz im ,hintergrunde aber ffnet sich eine ,tr1 in deren hellem ,rahmen der ,knig erscheint1 der kommt1 um nach dem ,rechten zu schauen4 ,jetzt werdet ihr wohl auch das ,bild verstehen1 das in diesem ,buche wiedergegeben ist und das eine andere ,infantin1 die ,donna ,maria ,theresia1 darstellt4 ,diese ist im ,jahre #afch geboren1 und da sie auf dem ,bilde etwa #f oder #h ,jahre alt sein mag1 so kann man sich dessen ,entstehungszeit danach berechnen2 sie fllt in die sogenannte zweite ,periode des ,malers1 die von zwei lngeren ,reisen nach ,italien #afcj und #afdi begrenzt wird1 sonst aber ganz in ,spanien verluft4 ,man darf getrost sagen1 da ,velasquez damals auf seiner knstlerischen ,hhe stand1 und da das ,bild der jungen ,prinzessin zu seinen besonderen ,meisterwerken zhlt4 ,dennoch werdet ihr euch in das ,bild wohl erst mit einiger ,mhe und gutem ,willen hineinsehen mssen4 ,denn die furchtbar feine ,prinzessin in ihrem schrecklich breiten und so ganz unkindlichen ,reifrock wirkt gar zu fremdartig und1 blickte sie nicht so steif und feierlich drein1 so mchte man beinahe sagen1 da sie possierlich erscheint4 ,trotzdem wird niemand lachen wollen1 der dieses ,bild betrachtet4 ,der ,maler hat etwas hineingelegt1 da man es durchaus ernsthaft nehmen mu1 und fast mchte man1 bei nherem ,betrachten1 ein wenig traurig darber werden4 ,man fhlt beinahe etwas wie ,mitleid mit der so zwangvoll eingeschnrten kleinen ,prinzessin4 ,sie ist doch auch ein ,kind und mchte gewi viel lieber spielen und lachen1 als so puppenhaft dastehen und vor lauter ,vornehmheit sich gar nicht rhren4 ,aber ich glaube1 das sind ,empfindungen1 wie nur wir heute sie hegen4 ,wir knnen uns in die kleine ,prinzessin1 wie sie hier gemalt ist1 nur schwer hineindenken4 ,wenigstens widerstrebt es uns4 ,kreuzunglcklich wrden wir uns fhlen1 wenn wir uns an ihre ,stelle denken4 ,aber wetten1 da die ,prinzessin selber sich gar nicht so fhlte8 ,die kam sich gewi ungemein hoheitsvoll vor4 ,sie war wunderbar frisiert und hatte ihr allerstaatsmigstes ,seidenkleid an4 ,das war silbern und rosa und mit blinkenden ,edelsteinen besetzt4 ,auf dem ,bilde sieht man das ganz genau1 denn das ,kleid ist mit uerster malerischer ,liebe gemalt4 ,aber natrlich keineswegs nach der ,art eines heutigen ,photographen1 der mit stumpfsinniger ,genauigkeit alle ,nebendinge notiert und oft wichtiger nimmt als die ,hauptsache1 sondern in freiem1 sinnlichem1 knstlerischem ,zuge1 mit echter ,freude an der ,schnheit der farbigen ,scheine und mit sehr viel ,geschmack an deren malerischer ,wiedergabe4 ,der ,prinzessin ,maria ,theresia wird es sicherlich sehr viel ,freude gemacht haben1 da ihr ,kleid so glnzend gemalt wurde3 denn das ,kleid war ihr zweifellos die ,hauptsache und beinahe wertvoller als ihre eigene werte ,persnlichkeit4 ,das heit1 sie nahm natrlich sich selber wichtig genug4 ,da sie aber in ,wirklichkeit doch noch nichts ,rechtes war1 so gewann das ,kleid1 das schne1 weitabstehende ,reifrock- und ,staatskleid1 natrlich eine hhere ,bedeutung4 ,in ihm drckt sich gleichsam handgreiflich aus -- doch wehe der ,hand1 die etwa wirklich htte hingreifen wollen6 --1 nun1 kurz und gut1 an dem ,kleide erkannte die ,prinzessin und erkennen auch wir1 da das kleine ,mdchen auf dem ,bilde kein gewhnliches kleines ,mdchen1 sondern wirklich und wahrhaftig eine gemalte ,prinzessin ist4 ,so steht sie nun also da1 beinahe wie eine ,teepuppe1 die wir zum ,wrmen ber eine ,kanne stlpen1 nur viel selbstbewuter und mit weit mehr ,grandezza4 ,das ,kleid ist so breit und so steif1 da die ,prinzessin ihre beiden ausgestreckten rmchen wie auf ein ,ruhepolster darauflegen kann4 ,das tut sie auch und hlt in der einen ,hand eine rote ,rose1 in der anderen ein weies1 lang herunterfallendes ,spitzentaschentuch4 ,auch sind ihre beiden rmel mit wundervollen1 breitausgeschlagenen ,spitzen besetzt1 und auf der ,brust trgt sie einen mit ,edelsteinen geschmckten seidenen ,schleifentuff1 abermals in der ,mitte weier ,spitzen1 die als ,kragenrsche um den ,halsausschnitt laufen4 ,darauf aber sitzt auf gradgehaltenem ,hlschen das ernste und wrdevolle und doch so artige milde ,kindergesicht1 mit den weichen1 bleichen ,wnglein1 dem niedlichen ,knospenmund1 dem reizenden ,stumpfnschen und den groen verwunderten ,augen4 ,ja1 dieses ,gesicht ist1 ob auch im ,ausdruck prinzessinnenhaft zurechtgemacht1 doch in allem ,wesentlichen wirklich kindlich4 ,es ist ein kleines ,menschengesichtlein1 beinahe wider ,willen und sicherlich ohne klares ,bewutsein4 ,aber der ,maler1 der denn doch ein wenig tiefer blickte1 hat es erspht und hat die kleine verborgene ,seele darin gefhlt und es verstanden1 sie mit dem ,pinsel festzuhalten4 ,und dafr danken wir ihm heute ganz besonders1 wiewohl es damals beinahe eine ,respektlosigkeit und vorwitzige ,keckheit war1 so das ,seelchen gleichsam zwischen die ,fingerspitzen zu nehmen -- und derlei htte sich auer dem ,don ,diego ,velasquez de ,silva1 dem knftigen ,hofmarschall1 wohl kaum ein anderer gestatten drfen4 ,er tat's ja auch nur ganz leise und heimlich1 beinahe verschmt1 und trug um so mehr ,sorgfalt1 die drumherumgerahmte blonde ,lockenfrisur recht pomps herauszustaffieren und in weitem ,halbbogen abstehen zu lassen1 gleich als wolle sie den ,reifrock des ,kleides unter ihr im kleineren kopieren4 ,auch ist noch ein prchtig und schwer geraffter roter ,damastvorhang da1 bestimmt1 die ,feierlichkeit der ganzen ,situation zu erhhen1 zugleich freilich auch1 um ein farbiges malerisches ,gegengewicht zu schaffen und dem ,hintergrund mehr ,bedeutung zu geben4 ,ja1 seht euch dies ,bild nur recht genau an -- so werdet ihr den ,maler und seine ganze ,zeit und seine eigentmliche ,existenz am ,hofe dieses spanischen ,knigs ,philipp ,,iv4 ziemlich gut verstehen4 ,und was ist nun das ,merkwrdigste an der ,erscheinung dieses ,bildes8 ,nichts anderes1 so seltsam es klingen mag1 als dieses3 da es ein malerisches ,meisterwerk ist6 ,fhlt ihr1 wie sehr das diesen ganzen ,hof des sonst herzlich unbedeutenden ,philipp ,,iv4 ehrt8 ,es hat weit wichtigere1 weltgeschichtlich ungleich bedeutsamere ,hfe gegeben1 zumal in neuerer ,zeit und kaum in sehr groer ,ferne1 an denen weit schlechtere ,bilder gemalt wurden1 ja von denen die ,meisterwerke als unliebsame1 gesinnungsverdchtige ,erscheinungen mitunter geradezu systematisch ferngehalten wurden4 ,im ,spanien ,philipps ,,iv41 im siebzehnten ,jahrhundert1 aber hatte man bei ,hofe einen festen und unerschtterbaren1 einen hochgebildeten ,geschmack4 ,auch wenn man scheinbar leere ,zeremonienbilder bestellte1 verlangte man untadelige1 knstlerisch abgewogene und durchgebildete und keineswegs sklavisch der ,wirklichkeit nachkopierte ,meisterwerke4 ,der beste ,maler des ,landes1 das selbstherrlichste ,genie war grade gut genug1 um an einem solchen ,hofe der bestallte ,portrtist des ,knigs und seiner ,familie zu sein4 ,man frchtete sich nicht vor ihm und zitterte nicht vor seinen gemalten ,indiskretionen4 ,man versteckte auch nicht sein ,menschliches vor ihm1 sondern gab es ihm gutwillig preis4 ,der ,maler war ja ein ,freund4 ,er war ,hofkavalier und ,hofbeamter4 ,man wute1 er wrde gegen die ,etikette nirgends verstoen4 ,aber damals ahnte man vielleicht und lie es milden ,lchelns geschehen1 da der ,maler mehr gab als die ,etikette2 da er durch die ganze starre1 steife und verlogene ,schicht von ,konvention den wirklichen und eigentlichen ,menschen aufsprte und fr die ,jahrhunderte dokumentarisch festhielt4 ,franz ,servaes4 ,die ,nachtwache ,von ,rembrandt van ,rijn ,geboren #ae4 ,juli #afjf in ,leiden1 gestorben #d4 ,oktober #affi in ,amsterdam4 -- ,rijks-,museum in ,amsterdam4 ,buntbild ,,iv ,eine lebhaft bewegte ,gruppe von ,mnnern zieht uns aus dem ,bilde in kriegerischer ,haltung entgegen4 ,wir sehen nicht recht1 woher sie kommen2 der ,hintergrund wird durch ein ,tor oder die ,wand eines groen ,rathauses gebildet4 ,entscheidend fallen zunchst die ,figuren der beiden ,vordersten1 des ,hauptmanns ,frans ,banning ,cocq und seines in hellgelben ,brokat gekleideten ,leutnants auf1 die miteinander in ein lebhaftes ,gesprch verflochten zu sein scheinen4 ,der grere1 der ,hauptmann1 rechts gehend1 legt offenbar gerade seinem ,unterfhrer irgendeine militrische ,frage dar und unterstreicht seine ,worte mit einer ,bewegung seiner vorgestreckten linken ,hand4 ,ihm gegenber1 einen halben ,schritt zurckbleibend1 der kleine ,leutnant1 fast erdrckt von der massiven ,statur des anderen4 ,doch behauptet er sich durch die grere ,farbenfreudigkeit der ,kleidung1 auf der sich fast alles ,licht des ,vordergrundes gesammelt zu haben scheint4 ,die anderen ,mitglieder des ,schtzenkorps1 scheinbar in ganz loser ,haltung1 mit ihren ,hellebarden und ,musketen -- ,trommler und ,fahnentrger --1 einer1 der die ,muskete ldt1 geben eine ,unzahl der verschiedenartigsten ,bewegungsmotive4 ,wir werden1 so scheint es in der ,absicht des ,malers zu liegen1 uns zunchst ber die ,anzahl der dargestellten ,personen durchaus nicht klar4 ,durch die berschneidungen der ,figuren1 ,kpfe1 ,gliedmaen und ,waffen1 durch die unregelmige ,fhrung des ,lichtes1 die starke ,helligkeiten unmittelbar neben dunklen ,partien auftauchen lt1 erhalten wir zuerst den ,eindruck groer ,flle und eines bewegten ,aufmarsches4 ,erst allmhlich lernt das ,auge zu gliedern1 und erst langsam sondern sich aus dem dmmrigen ,halbdunkel des ,bildes1 das auch die ,veranlassung zur ,namensgebung3 ,die ,nachtwache8 war1 die einzelnen ,figuren heraus4 ,die in der linken ,hand getragene ,hellebarde des ,leutnants bildet in ihrer starken ,verkrzung den bergang nach hinten4 ,hinter den beiden ,fhrern erblicken wir zunchst zwei ,schtzen -- den einen von ihnen in schleichender1 gebckter ,haltung1 irgendwie mit seiner ,muskete beschftigt4 ,dann wird der ,zug der ,mnner kurz unterbrochen1 und eine seitliche ,gruppe tritt von rechts her hinzu1 beherrscht durch die ,figur eines ,unterfhrers1 der den hinter ihm ,stehenden mit der rechten ,hand etwas zu befehlen scheint4 ,weiter nach vorn zu ein ,trommler1 der1 vom ,bildrand fast berschnitten1 seine ,trommel rhrt und den bewegten ,rhythmus des ganzen ,aufmarsches diktiert4 ,hinter dieser ,gruppe zieht sich der ,trupp bis in die dmmernde ,tiefe hinein1 wobei die einzelnen weniger hervortreten1 als ,wmser1 ,hte1 ragende ,lanzenschfte und1 hier und da aufblitzend1 eine ,hand oder ein ,teil eines ,kopfes4 ,unmittelbar vor der den ,hintergrund bildenden ,wand knickt sich gleichsam der ,zug1 denn alle ,folgenden ziehen von links nach rechts1 um an dieser ,stelle erst die ,drehung vorzunehmen und sich der ,bewegung anzuschlieen1 die nach vorn zu aus dem ,bilde herausfhrt4 ,unter den ,schtzen1 die den breiten ,streifen des ,hintergrundes in ihrer ,bewegung von links nach rechts ausfllen1 fallen uns vor allen ,dingen der ,fahnentrger und eine offenbar von starkem ,selbstbewutsein erfllte imposante ,mnnererscheinung mit hollndischem ,spitzenkragen und dem typischen hohen ,hut der damaligen ,zeit auf4 ,hinter dem ,fahnentrger wird der gleichmige ,zug der ,vorwrtsschreitenden wieder von einer anderen ,bewegung unterbrochen4 ,von links hinten nach rechts vorn geht eine diagonale ,bewegung durch das ,bild3 eine ,gruppe von ,bewaffneten schreitet nach vorn zu1 deren ,spitze von einem gerade die ,muskete ladenden ,schtzen gebildet wird4 ,die lichte ,figur eines kleinen ,mdchens oder einer ,zwergin mit einem ,hahn im ,grtel1 die an ,helligkeit fast dem ,leutnant im ,vordergrund entspricht1 trennt diese ,gruppe von den brigen4 ,wie wir sehen1 ist das ,bild keineswegs leicht berschaubar4 ,wir bedrfen einer langen ,arbeit1 um uns in dasselbe hineinzufinden1 die einzelnen ,gruppen und ,persnlichkeiten voneinander zu trennen und uns ber den ,ausbau des ,ganzen1 die bildmige ,komposition klar zu werden4 ,ein ,versuch1 der zweifellos nicht vllig gelingen kann4 ,schon die ,figur der ,zwergin1 die durch die ,lichtansammlung so stark betont wird1 ist fr uns aus dem ,zusammenhang des ,ganzen nicht erklrlich4 ,wir wissen ja nicht einmal1 ob eine ,art ,parademarsch oder ein wirklicher kriegerischer ,aufbruch bei ,alarm dargestellt werden soll4 ,erfahren wir nun gar1 da es sich hier um einen ,portrtauftrag handelt1 um die ,aufgabe1 eine ,gruppe von ,amsterdamer ,brgern1 die in einer ,schtzengilde zusammengeschlossen waren1 wiederzugeben und fr die spteren ,generationen festzuhalten1 dann begreift man erst das eigentliche ,problem des ,bildes4 ,an und fr sich handelt es sich um ein ,gruppenbild1 wie wir deren unzhlige in den ,niederlanden des #ag4 ,jahrhunderts kennen4 ,aber die wiedergegebenen ,personen sind nicht wie auf den ,gruppenbildnissen anderer ,maler der gleichen ,zeit nach irgendeiner langweiligen ,regel nebeneinander aufgereiht4 ,an die ,stelle einer derartigen ,rangordnung tritt dramatisches ,geschehen4 ,rembrandt nimmt sich die ,freiheit1 anstatt der blichen ,aufreihung eine lebhaft bewegte ,situation zu geben1 deren ,schilderung ihm wesentlicher erscheint als die getreue ,wiedergabe der zu ,portrtierenden4 ,so knnte das ,bild eher als ,kriegerischer ,marsch8 oder ,aufbruch zum ,schtzenfest81 denn als ,gruppenbildnis aufgefat werden4 ,wir knnen auch heute noch verstehen1 da die ,schtzengilde sich weigerte1 dem ,maler das ,bild abzunehmen1 da die ,auftraggebenden1 die alle ihren ,anteil am ,knstlerhonorar bezahlt hatten1 sich nicht durchweg naturgetreu genug wiedergegeben fanden4 ,und doch ist es fr uns eins der grten ,meisterwerke aller ,zeiten6 ,denn uns interessiert nicht mehr1 wie dieser oder jener ,amsterdamer ,brger ausgesehen hat1 sondern da hier in einer ganz neuartigen ,weise ,bewegung und dramatisches ,leben in einer ,menschenmasse wiedergegeben werden4 ,rembrandt gestaltet1 gliedert und betont nmlich allein durch das ,licht und seine ,abstufungen zum ,helldunkel1 durch die dunkel glhende ,farbe und ihre verschiedenen ,tonwerte4 ,und so macht er sich gleichsam unabhngig von dem1 was er darzustellen hat4 ,noch ehe wir uns darber klar werden1 worum es sich eigentlich handelt1 sind wir von dem geheimnisvollen ,zauber der ,lichtfhrung und des ,zusammenwirkens der ,farbe gefangengenommen und empfinden die ganze zuckende ,bewegtheit des ,vorganges4 ,und trotzdem jeder einzelne der groen dramatischen ,idee des ,bildes untergeordnet ist1 erfahren wir genug von ihm1 um uns ein ,bild seiner ganzen ,persnlichkeit machen zu knnen4 ,interessant ist der ,vergleich dieses ,gruppenportrts mit jenen anderen1 fast ebenso bekannten1 die ,rembrandt gemalt hat3 mit der zehn ,jahre frher entstandenen ,anatomie8 und mit einem seiner letzten groen ,auftrge1 dem ,gruppenbildnis der ,staalmeesters81 d4 h4 der ,vorsteher der ,tuchmachergilde4 ,in seiner ,jugendarbeit spielt das ,licht noch nicht dieselbe entscheidende ,rolle wie in der ,nachtwache84 ,aber auch dort gelingt es ihm bereits1 aus der an und fr sich gleichgltigen ,aufgabe einen dramatischen ,vorgang zu gestalten und die einzelnen ,teilnehmer des ,anatomiekursus beraus lebendig in ihrer individuellen ,verschiedenheit zu charakterisieren4 ,dieser grte aller nordischen ,maler wurde am #ae4 ,juli #afjf in ,leiden als ,sohn eines ehrsamen ,mllers geboren4 ,seine ,eltern legten ihm1 als er den ,beruf eines ,malers ergreifen wollte1 keine ,schwierigkeiten in den ,weg1 denn dieser ,beruf war damals in ,holland durchaus geachtet4 ,bevor er zu seinem ersten ,meister ,swanenburg1 der aber von geringem entscheidenden ,einflu auf seine sptere knstlerische ,entwicklung geworden ist1 in die ,lehre kam1 besuchte er das ,gymnasium seiner ,vaterstadt4 ,er ging schon mit siebzehn ,jahren von ,leiden weg und kam nun nach ,amsterdam zu ,pieter ,lastman1 aber auch die ,art dieses an und fr sich nicht so bedeutenden ,malers spricht sich in seinen ,werken nicht aus4 #afbc kehrte er1 nachdem er sozusagen ausgelernt8 hatte1 wieder nach ,leiden zurck und erffnete eine eigene ,werkstatt1 in der er selbst auch schon ,schler annahm4 ,schlielich wurde ihm aber die ,heimatstadt zu eng1 und er ging #afca wieder nach ,amsterdam zurck1 jener ,stadt1 in der er nun sein ,leben verbrachte4 ,er kam in die ,kreise des wohlhabenden ,brgertums und hatte vor allen ,dingen durch seine ,portrts derartige ,erfolge1 da er geradezu zum ,modemaler des in ,fragen der bildenden ,kunst sehr verwhnten ,amsterdamer ,publikums wurde4 #afdc heiratete er ,saskia van ,uilenburgh1 mit der er beinahe zehn ,jahre lang eine beraus glckliche ,ehe fhrte4 ,wir kennen ihre ,erscheinung genau1 denn sie kehrt immer als ,modell auf seinen ,bildern wieder1 die er in den glcklichsten zehn ,jahren seines ,lebens schuf4 ,seine ,erfolge als ,maler ermglichten es ihm1 einen glnzenden ,haushalt zu fhren1 sich ,sammlungen von ,kunstgegenstnden1 ,waffen und orientalischen ,teppichen anzulegen1 kurz1 ganz als vornehmer ,herr seiner ,zeit zu leben4 ,anfangs der vierziger ,jahre des ,jahrhunderts beginnt das ,schicksal1 sich gegen ihn zu wenden4 ,zugleich mit dem ,tode seiner ,saskia kommt er in wirtschaftliche ,schwierigkeiten1 die ihren letzten ,grund in seiner knstlerischen ,entwicklung finden4 ,er bleibt nicht mehr der glnzende ,modemaler1 der er war1 sondern beginnt allmhlich1 in einer ganz anderen ,art seine ,erlebnisse malerisch festzuhalten1 einer ,art1 der das ,publikum verstndnislos gegenberstand1 und so werden die ,auftrge immer seltener4 ,seine wirtschaftlichen ,schwierigkeiten wachsen derart1 da ihn #afef seine ,glubiger fr bankerott erklren2 sein ,haus und seine kostbaren ,sammlungen wurden versteigert4 ,in dieser ,atmosphre vlliger ,verlassenheit entstehen jene ,wunderwerke der ,malerei1 die ihn zu der einzigartigen ,erscheinung prgen1 als die er bald seit einem ,vierteljahrtausend in der europischen ,kunstgeschichte fortlebt4 ,nicht seine nachtwandlerische ,sicherheit1 aus der ,vielfltigkeit der ,erscheinungen die wesenhaften ,einzelheiten herauszusehen und besonders betont darzustellen1 -- nicht jene letzte ,naturwahrheit in der ,wiedergabe von ,licht- und ,luftstimmung ist es1 sondern ein ,drittes1 das jenseits einer reinen knstlerischen ,bewertung liegt3 die ,besonderheit seines ,menschentums4 ,und so gibt er auch sein ,tiefstes und ,letztes dort1 wo er ,menschen darstellt3 in seinen ,selbstportrts1 in seinen ,bildnissen und ,bildnisgruppen4 ,selbst seine ,landschaften scheinen mehr ,verkrperungen menschlicher ,gemtsstimmungen als ,wiedergaben der ,natur zu sein4 ,eine ,grenze zwischen ,mensch und ,knstler vorzunehmen und richtend oder wertend der einen oder anderen ,seite seines ,wesens gegenberzutreten1 bewiese ein ,versagen gegenber dem ,letzten seiner ,sendung3 der ,tragik seiner ,persnlichkeit4 ,paul ,zucker4 ,die unbefleckte ,empfngnis ,von ,murillo ,getauft #a4 ,januar #afah in ,sevilla1 gestorben #c4 ,april #afhb ebendort4 -- ,muse du ,louvre in ,paris ,bild #ah ,wenn auf die ,kunst und ,malerei irgendeines ,landes1 so mu auf die ,spaniens in ganz besonderer ,weise angewendet werden1 was ,goethe im ,weststlichen ,diwan8 von der ,dichtung und dem ,dichter sagt3 ,wer den ,dichter will verstehen1 ,mu in ,dichters ,lande gehen4 ,die ,malerei keines ,landes war1 besonders in der ,zeit ihrer ,blte1 also im #ag4 ,jahrhundert1 so mit dem ,volksleben verwachsen wie die spanische4 ,knstler und ,volk waren eine lebendige ,einheit4 ,durch gemeinsamen ,glauben genhrt1 durchdrang ein hochgesteigertes ,lebensgefhl die ganze ,nation vom ,knig bis zum ,bettler4 ,dichter1 ebenso wie bildende ,knstler1 brauchten nur einen ,ton aus der ,welt des ,religisen oder des ,nationalen -- und beides war meist geschichtlich eng verknpft -- anzuschlagen1 um des ,widerhalles durch alle ,schichten der ,bevlkerung sicher zu sein4 ,was das fr den ,schaffenden bedeutet1 davon hat unsere ,gegenwart kaum noch eine ,vorstellung4 ,etwas diesem ,zustande hnliches kennt man nur noch in ,kreisen1 die eine gemeinsame religise berlieferung sich bewahrt haben1 wie denn berhaupt in der ,religion 7religare binden1 verknpfen7 die strksten ,bindekrfte liegen4 ,die spanische ,mnchskultur8 war nicht eine ,kultur fr sich4 ,sie drckte nur in gesteigertem ,mae aus1 wie das ,volk selber bei aller ,lebenslust das ,leben bewertete4 ,der ,mnch spielte eine stellvertretende ,rolle fr alle diejenigen1 denen das ,leben die ,kraft versagt hatte1 dem hchsten ,ideal1 dem freiwilligen ,verzicht auf viele irdische ,freuden aus ,liebe zum ,ewigen1 sich zu weihen4 ,er hatte gar nichts ,finsteres fr dieses ,volk2 es lag vielmehr in dieser ,teilung der ,aufgaben ein trostreiches soziales ,moment3 das ,gefhl der gemeinschaftlichen ,verantwortung4 ,die religise spanische ,malerei eine ,mnchskunst8 nennen1 kann daher nur1 wer von diesem ,verhltnis keine ,ahnung hat4 ,sie war recht eigentlich nationale ,kunst2 und wie im alten ,griechenland das ,bildnis der ,athene die ,tempel1 die ffentlichen ,pltze schmckte1 so im katholischen ,spanien das ,bildnis der ,madonna4 ,da das ritterlichste ,volk der ,welt der ,himmelsknigin1 der ,mutter der schnen ,liebe1 der ,jungfrau der ,jungfrauen eine ganz besondere ,verehrung widmete1 wre auch ohne die hohen religisen ,vorstellungen1 die es damit verband1 begreiflich1 obwohl der ,kult seinen tiefsten ,sinn erst aus der ,heilslehre der christlichen ,offenbarung schpft4 ,das alles mu man sich klarmachen1 um in das ,wesen gerade einer ,darstellung einzudringen1 die vielleicht ein spanisches ,seelenerlebnis von besonderer ,strke versinnbildet4 ,warum gerade ,spanien dieses ,erlebnis strker hatte als andere christliche ,vlker1 ist schwer zu sagen4 ,das ,glck der ,freiheit von erblicher ,schuld1 von einer ,belastung aus dem ,blute wird ja wohl dort am seligsten empfunden1 wo der ,druck am strksten ist4 ,indem das spanische ,volk mit besonderer ,bewunderung1 ,liebe1 ja ,inbrunst zu derjenigen aufblickte1 die das allgemeine christliche ,bewutsein lngst1 ehe die ,tatsache als ,lehre definiert8 war1 rein und unbefleckt von aller ,erbschuld und nicht unterworfen dem ,gesetze des ,fleisches glaubte1 scheint mir indirekt dargetan1 da ihm das ,bewutsein und ,gefhl unser aller ,verstrickung in die ,snde ,adams1 die das ,gesetz ursprnglichen ,lebens verkehrte1 lebendiger gewesen ist als anderen ,vlkern4 ,sich dieses ,bild der von der ,erbschuld und ihren ,folgen1 der bsen ,lust und dem verderbten ,willen1 freien menschlichen ,natur zu gestalten1 hat die spanische ,kunst unablssig gerungen1 bis ihr das ,hchste in einigen ,schpfungen ,murillos gelang4 ,das hier dargebotene ,bild der ,madonna immaculata1 der unbefleckt ,empfangenen1 gehrt zu den wenigen restlos geglckten ,darstellungen des ,ideals4 ,zweiunddreiigmal den gleichen ,vorwurf gestaltend1 hat der ,meister nicht geruht1 bis er das letzte ausgesprochen hatte1 dessen er fhig war4 ,aber auch hierbei mute er den ,grenzen menschlichen ,knnens seinen ,tribut zahlen3 das ,ideal war zu gro1 als da er es ohne ,zerlegung in einzelne ,erscheinungsweisen htte verbildlichen knnen4 ,aber wie oft er auch die ,darstellung neu versuchte1 immer ist es die von ,urbeginn ,schuldlose1 im ,mutterschoe schon rein ,empfangene1 was er unserm geistigen ,sinn durch den ,augenschein fabar zu machen die ,khnheit hatte4 ,versuchen wir an dem ,werke1 das uns vorliegt1 zu verstehen1 in welch unmittelbarer ,weise er dieses hohe ,ziel anstrebte4 ,auch der frheren ,kunst war der ,vorwurf der ,conceptio immaculata8 7der unbefleckten ,empfngnis87 nicht fremd4 ,aber weit entfernt1 um ein ,ideal menschlich bildhafter ,verkrperung zu ringen1 hat sie sich die ,aufgabe leicht gemacht1 indem sie durch ,attribute der ,reinheit ausdrckte1 was ihr in der ,gestalt selber auszusprechen versagt war4 ,ganz anders ,murillo4 ,er wollte die verkrperte ,schuldlosigkeit1 die ,jungfrau ohne ,makel der ,schuld ,adams1 die ,eva des neuen ,bundes vor dem ,sndenfalle1 also ein ,bild gnadenvoll erhhter ,menschheit zur ,erscheinung bringen4 ,er ging dabei vom ,leben1 von der ,wirklichkeit aus4 ,er schuf sich keinen ,typus im ,stile griechischer ,idealisierung -- derlei war dem barocken ,kunstempfinden seiner ,zeit fremd --1 er suchte1 wo und wie sich ,reinheit und ,unschuld im ,umkreis seiner andalusischen ,mitwelt am rhrendsten aussprach4 ,jugend und religise ,innigkeit1 wie wir sie auch heute noch bei gewissen sakramentalen ,feiern in katholischen ,kirchen in berckender ,vereinigung oft beobachten knnen1 mochten seinen ,blick lngst gefesselt haben4 ,und so hielt er sich ans ,leben und whlte die unberhrte ,jugend in religiser ,hingegebenheit an das ,gttliche als ,symbol der unbefleckt geborenen ,eva des ,neuen ,bundes84 ,was ,schiller hundert ,jahre spter die schne ,seele8 nannte1 es ist in noch hherem ,sinne hier gewollt4 ,so sentimentalisch8 -- auch wieder im ,sinne ,schillers -- die bewegte ,haltung des ,krpers1 die ,gebrdensprache der ,hnde1 die ,zge des ,antlitzes sind1 die ,gestalt selbst ist die eines herrlichen ,weibes im ganzen ,reichtum schner ,menschlichkeit4 ,sie steht auf ,wolken1 die ,mondessichel1 das ,sinnbild ewigen ,wechsels1 unter den ,fen1 in einem goldenen ,lichtglanz4 ,um sie weben und schweben ,kinderengel -- gleichsam die ,elementargeister des ,himmels -- wie eine ,aura der ,reinheit und ewigen ,jugend4 ,das ,ganze drckt ,ruhe in der ,bewegung aus4 ,ein leiser ,zug nach oben ist angedeutet1 nicht blo in der schreitenden ,haltung des unsichtbaren ,spielbeins1 sondern auch in der leichten ,diagonale1 die ber die ,kpfe der unteren ,engelgruppe hinweg von rechts nach links aufsteigt4 ,gerade die ,bewegung1 die innerhalb der durch tiefes ,dunkel sich erstreckenden ,lichtbahn -- abermals eine ,diagonale1 diesmal von links nach rechts durch den ganzen ,raum hindurch -- herrscht1 macht die ,ruhe der ganz in ,anschauung der ,gottheit ,versunkenen nur um so fhlbarer4 ber dem ,wei des ,kleides liegt das ,azurblau des ,mantels -- beides ,farben der ,unschuld4 ,so ist kein sinnberaubter ,punkt im ,ganzen4 ,und alles hat ,bezug zum ,mittelpunkt1 der seinerseits auf ein ,hheres1 ,hchstes deutet4 ,das ,werk ist in seiner ,art vollendet4 ,diese ,art selber ist die barocke1 von der man sagt1 da sie unserem ,lebensgefhl wieder nahekomme4 ,das ,bild ist um das ,jahr #afgh entstanden1 stellt also wenn nicht den letzten1 so doch den letzten groen ,versuch der ,gestaltung dieses ,vorwurfs dar4 ,bartolom ,esteban ,murillo stand im #fa4 ,lebensjahre4 ,vier ,jahre spter ist er an den ,folgen eines ,sturzes von dem ,gerst in einer ,kirche1 auf dem er malte1 gestorben4 ,sein ,leben hat sich ohne besondere ,wechselflle meist in seiner ,vaterstadt ,sevilla abgespielt1 wo er1 frh verwaist1 als ,kind einer alteingesessenen ,sevillaner ,familie zur ,welt kam4 ,zeitig zu einem ,maler von mittlerer ,bedeutung in die ,lehre geschickt1 fand er sich selbst erst1 nachdem er von einem etwa dreijhrigen ,aufenthalt in ,madrid zurckgekehrt war1 wo er1 von seinem ,landsmann ,velasquez gefrdert1 die groen ,schpfungen der ,malkunst des #af4 und #ag4 ,jahrhunderts in sich aufgenommen hatte4 ,nicht blo die hervorragenden ,meister der spanischen ,schulen1 ,ribera1 ,zurbaran1 ,velasquez1 auch die groen ,italiener1 ,tizian und ,correggio vor allem1 dann aber auch die ,niederlnder ,rubens und van ,dyck haben auf ihn eingewirkt4 ,aber er ist ein ,eigener geblieben2 den ,charakter seiner andalusischen ,heimat hat er wie kein anderer ,maler ausgeprgt1 und man nennt ihn mit ,recht den sevillanischsten der ,sevillaner ,maler84 ,schon zu ,lebzeiten galt er als der ,maler seiner ,vaterstadt1 doch blieb sein ,wirken rtlich beschrnkt1 und so konnte es kommen1 da sein ,ruhm fr einige ,zeit verblate4 ,im ,verlauf der folgenden ,jahrhunderte hat die ,schtzung seiner ,kunst verschiedene ,phasen durchlaufen4 ,als der franzsische ,marschall ,soult mit anderen geraubten ,bildern auch die hier besprochene und nach ihm benannte ,conceptio immaculata8 von ,sevilla nach ,paris brachte1 wo sie noch ist1 da ging eine ,flutwelle der ,bewunderung ,murillos durch die ganze ,kunstwelt4 ,sie schlug in das ,gegenteil um1 als die ,zeit des knstlerischen ,naturalismus hereinbrach1 und sie ist wieder im ,steigen1 seitdem wir aus der ,stillosigkeit unserer ,gegenwart heraus das ,zeitalter des ,barock als ein aus dem ,geist der ,gotik geborenes ,zeitalter von neuem bewundern4 ,und doch ist ,murillo nicht nur der ,maler der ,madonnen und verzckten ,heiligen1 sondern auch der ,sevillaner ,betteljungen und ,zigeuner und nicht zuletzt der ,kinder4 ,da er1 der ,realist1 nicht auch zugleich naturalistischer ,derbheit gehuldigt hat1 hat ihm den ,ruf der ,schnmalerei und der ,slichkeit eingetragen4 ,kunstgeschichtlich ist sein ,schicksal das ,schicksal ,raffael ,santis1 und es ist kein ,zufall1 da in der ,entwicklung der spanischen ,malerei der ,sevillaner die gleiche ,stellung einnimmt wie der ,urbinate4 ,karl ,muth4 ,der ,tanz ,von ,jean ,antoine ,watteau ,geboren #aj4 ,oktober #afhd in ,valenciennes1 gestorben #ah4 ,juli #agba in ,paris4 -- ,neues ,palais in ,potsdam ,bild #ai ,am ,waldesrande vor dichtem ,gebsch haben sich drei ,kinder gelagert4 ,ein etwa zehnjhriger ,knabe in zierlichem ,schferanzuge spielt die ,schalmei1 zu deren ,tnen sich die ltere ,schwester oder ,freundin in feierlich gemessenem ,tanze bewegt4 ,die beiden anderen ,kinder1 ein ,mdchen und ein zweiter ,knabe1 den ,hirtenstab in der ,hand1 sehen in stummer ,bewunderung der ,kunst der kleinen ,dame zu1 die in der ,tat diese ,bezeichnung verdient1 denn sie wei ihr schweres1 kostbar besticktes ,gewand mit einer ,wrde und ,anmut zu tragen1 als stnde sie im kerzenerleuchteten ,ballsaale und nicht auf dem weichen ,wiesengrunde unter dem hellen ,abendhimmel4 ,ein ,windhauch fhrt die ,glockentne des ,abendgelutes von der ,dorfkirche herber2 bald wird der ,schfer in der ,ferne seine ,tiere in den ,stall treiben4 ,nichts strt den ,frieden der ,natur1 leise bewegen sich die ,zweige der ,bume und begleiten mit sanftem ,rauschen die ,melodie des kleinen ,blsers1 zu dessen ,fen ein ,hund1 der muntere ,spielgefhrte der ,kinder1 wohlig zusammengekauert schlft4 ,der ,tanz8 oder ,die tanzende ,iris8 heit dieses ,bild des franzsischen ,hofmalers ,jean ,antoine ,watteau4 ,friedrich ,,ii41 der groe ,knig1 erwarb es fr seine ,privatgalerie in ,potsdam1 wo es noch heute im ,neuen ,palais hngt4 ,kleine ,iris1 du trgst deinen zarten ,blumennamen mit ,recht6 ,gleich einer ,blume1 die ihren ,bltenkelch aus den starren ,blttern erhebt und sich leise im ,winde schaukelt1 wchst dein feiner ,leib aus dem schweren ,faltenwerke des ,rockes empor und neigt sich dein ,lockenkpfchen1 als wre die ,musik ein ,hauch1 der es bewegt4 ,nein6 du bist keine ,ballknigin1 kein ,kind dieser ,welt1 sondern ein ,wesen aus einem ,traumreiche4 ,unbeschreiblich zart und anmutig wie dein ,krper ist dein ,lcheln und der ,elfenbeinschmelz deiner ,haut2 wie ein ,schmetterling ber der ,blte zittert das zierlich gefltelte ,hubchen auf deinem blonden ,haar4 ,und wie die ,harmonie des ,dreiklangs eine liebliche ,melodie begleitet1 so rauscht die ,farbe deines rot1 grn und silberhell gestreiften ,kleides zu den schwingenden ,linien des ,umrisses deiner ,gestalt4 ,von welcher ,art war wohl der ,knstler1 der dich ertrumte8 ,mu er nicht ein ,glckskind gewesen sein1 dem ,kummer und ,sorgen zeit seines ,lebens fernblieben8 ,jean ,antoine ,watteau1 den die ,franzosen so gern den franzsischsten der ,maler nennen1 stammte nicht aus ,frankreich1 sondern aus der flmischen1 heute belgischen ,stadt ,valenciennes1 die allerdings kurz vor seiner ,geburt 7#afhd7 unter die ,herrschaft des raubschtigen franzsischen ,knigs ,ludwig ,,xiv4 gekommen war4 ,schon frh mu sich seine ,begabung gezeigt haben1 denn sein ,vater1 ein biederer ,dachdeckermeister1 schickte ihn als ,kind bereits in die ,lehre zu einem der angesehensten ,maler der ,stadt4 ,aber1 wie erzhlt wird1 ging der ,knabe bald seine eigenen ,wege2 das frhliche ,leben und ,treiben auf dem groen ,marktplatze fesselte ihn mehr als die strengen ,schulregeln2 dort trieben ,gaukler1 ,seiltnzer und allerlei ,abenteurer ihr ,spiel1 die er mit flinkem ,stifte nach der ,natur zeichnen konnte4 ,nach dem ,tode seines ,lehrers verlie der achtzehnjhrige ,jngling pltzlich die ,heimat und zog nach ,paris1 der ,stadt seiner ,sehnsucht4 ,aber seine ,trume von ,glck und ,ruhm sollten sich nicht so bald erfllen4 ,vollstndig mittellos1 stand er allein in der groen ,stadt und mute sich bei einem kleinen ,bilderhndler mit untergeordneten ,malarbeiten seinen ,teller ,suppe verdienen1 bis durch ,vermittlung einer seiner ,landsleute1 ,claude ,gillot1 ein bekannter und vielseitiger ,dekorationsmaler auf ihn aufmerksam wurde und sich seiner annahm4 ,bei ihm konnte der junge ,anton seine ,begabung endlich entfalten2 hier lernte er ,fcher1 ,wandschirme und ,zimmervertfelungen mit jenem geistreichen1 liebenswrdigen ,rankenwerke bemalen1 womit er seine ,zeitgenossen entzckte1 hier konnte er seiner ,phantasie freien ,lauf lassen und dem neuen heiteren ,stile1 dem zierlichen ,rokoko81 den ,weg bereiten4 ,die lange1 ber ein halbes ,jahrhundert whrende ,regierung ,ludwigs ,,xiv41 des ,sonnenknigs81 wie ihn die ,franzosen mit ,stolz nannten1 neigte sich ihrem ,ende zu4 ,grozgig1 aber tyrannisch hatte dieser ,frst nicht allein die ,politik seiner ,zeit1 sondern auch die ,kunst1 ja selbst die ,natur seinem ,willen unterworfen3 alles mute der ,verherrlichung seiner ,person1 seiner unersttlichen ,ruhmsucht dienen4 ,wie seine ,minister und ,generle das ,staats- und ,heereswesen neu organisierten1 so muten auch die ,dichter1 ,baumeister und bildenden ,knstler der ,groen ,kunst8 neue ,regeln und ,gesetze schaffen4 ,schwer und prunkvoll wie die ,palste1 waren die ,mbel1 welche die mchtigen ,sle fllten2 die ,maler und ,bildhauer muten in dekorativen ,riesenwerken die ,taten des ,knigs verherrlichen und jede selbstndige uerung ihres ,talentes unter dem ,zwange der steifen ,mode unterdrcken4 ,selbst die ,gartenkunst wurde ihrer ,freiheit und ,leichtigkeit beraubt2 die ,hecken und ,bume wurden beschnitten1 da sie wie ,mauern und ,trme wirkten1 die ,wege in gerade1 feierliche ,bahnen gezwungen4 ,ein kalter1 schwerer ,glanz lag wie ,meltau ber dem natrlichen ,leben und drohte1 es zu ersticken4 ,doch die unsichtbaren1 sich immer erneuernden ,lebensquellen und ,krfte lassen sich auf die ,dauer nicht vergewaltigen2 pltzlich brechen sie hervor und befruchten den drrgewordenen ,boden1 so da er neue1 niegesehene ,blumen sprieen lt4 ,als der junge ,watteau im ,jahre #agjb nach ,paris kam1 begannen sich diese ,krfte schon allenthalben zu regen4 ,die ,willenskraft des alternden ,knigs fing an nachzulassen2 man war des steifen hfischen ,zwanges berdrssig geworden1 und die ,adligen zogen sich mehr und mehr vom ,hofe zurck1 um sich freier und ungebundener bewegen zu knnen4 ,sie lieen sich kleinere1 leichtere ,schlsser und ,hotels bauen1 die zwar im ueren noch die ,formen des strengen starren ,stils zur ,schau trugen1 dafr aber im ,inneren leichter und wohnlicher wurden2 und die ,bedrfnisse der vornehmen ,welt begegneten der ,sehnsucht der jngeren ,knstler nach grerer ,natrlichkeit und ,ungezwungenheit4 ,so entstanden auch jene dekorativen ,malereien als ,schmuck von ,wand- und ,trfllungen1 in denen es ,watteau bald seinem ,lehrmeister ,gillot zuvortat4 ,aber seine ,lehrzeit war noch nicht beendet4 ,einige ,jahre spter finden wir ihn bei ,claude ,audran1 dem ,haupte einer berhmten ,malerfamilie1 dem ,kastellan des ,luxembourg-,palastes1 in dessen ,diensten er den ,pinsel noch freier und sicherer fhren lernte4 ,doch wichtiger als die ermdenden und ihn auf die ,dauer langweilenden ,aufgaben der dekorativen ,malerei war es ihm hier1 sein ,auge mit neuen1 ungeahnten ,eindrcken sttigen zu knnen4 ,wie er als ,knabe die ,gaukler und ,abenteurer konterfeit hatte1 so durfte er hier in den schattigen ,wandelgngen des breiten ,parkes1 den die ,hand des modischen ,grtners zum ,glcke unberhrt gelassen hatte1 das ,stelldichein der vornehmen ,damen und ,herren von ,paris beobachten und in den hohen ,rumen des ,schlosses die farbenprchtigen ,bilder der venezianischen ,meister und seines groen ,landsmannes ,rubens bewundern und studieren4 ,hier erwachte in ihm die ,sehnsucht nach ,italien1 nach der klaren ,luft und den starken ,farben des ,sdens4 ,er wurde ,schler der ,akademie1 um im ,wettbewerbe ber seine ,studiengenossen siegen und den ,rompreis1 die freie ,fahrt nach ,italien1 erringen zu knnen4 ,allein seine ,hoffnung erfllte sich nicht2 er mute sich mit dem zweiten ,preise begngen4 ,unmutig wandte er ,paris den ,rcken und begab sich nach seiner ,heimat zurck4 ,doch was sollte er in der kleinen brgerlichen ,provinzstadt1 wo niemand ihn verstehen konnte8 ,paris1 das undankbare ,paris hatte es ihm doch angetan6 ,zum zweiten ,male versuchte er sein ,glck bei der ,akademie1 und jetzt gelang es ihm ber alles ,erwarten4 ,in stummer ,bewunderung blieb der greise ,kanzler der ,akademie vor den eingesandten ,bildern ,watteaus stehen1 und einstimmig wurde dieser fr wrdig befunden1 als ,mitglied aufgenommen zu werden2 ja es wurde ihm sogar berlassen1 selbst den ,vorwurf seines ,aufnahmebildes zu whlen4 ,aber merkwrdig1 sein ,ehrgeiz schien erloschen4 ,fnf ,jahre lie er die ,akademie warten1 lie sich mahnen und drngen1 bis er dann endlich #agag in unbegreiflich kurzer ,zeit das ,bild auf die ,leinwand zauberte1 das ihm die ,wrde eines ,hofmalers brachte4 ,meister der galanten ,feste8 wurde er fortan genannt4 ,er schien nicht stolz auf diesen offiziellen ,titel2 schon lngst war er ein gemachter ,mann4 ,die berhmtesten ,kunstsammler seiner ,zeit3 ,crozat1 ,julienne1 der junge ,graf de ,caylus1 bewarben sich um seine ,freundschaft und ffneten ihm ihre reichen ,huser1 wo er nach ,herzenslust seine geliebten ,meister1 ,rubens und die ,venezianer1 studieren konnte4 ,ludwig ,,xiv4 hatte seine strengen ,augen geschlossen1 und die langunterdrckte ,lebenslust brach sich nun unter der ,regentschaft des ,herzogs von ,orleans1 der fr den unmndigen ,kronprinzen die ,herrschaft fhrte1 ungehemmt ,bahn4 ,die ,straen wogten von frhlichen ,menschen1 ,lustbarkeiten und rauschende ,feste erfllten die ,palste und ,grten der vornehmen ,welt3 ,leben1 das ,watteaus schnheitsdurstiges ,auge nun nicht mehr zu suchen brauchte2 auf ,schritt und ,tritt bot es sich seinem ,pinsel dar4 ,aber wie verwandelte es sich unter seiner ,hand6 ,wir finden sie alle wieder auf ,watteaus ,bildern1 alle1 die scherzten und feierten und das ,dasein in vollen ,zgen bis zur ,neige genossen3 die galanten ,kavaliere1 die zarten ,mdchen und ,damen1 die sich so anmutig zu bewegen wuten1 die ,liebespaare1 die ,lautenspieler und ,tanzenden1 und dazu den ,schwarm des ,komdiantenvolkes3 ,harlekin1 ,pierrot1 ,mezzetin1 und wie sie alle heien4 ,aber wie auf seinem ,preisbilde1 der ,einschiffung zur ,liebesinsel ,cythere81 die ,pilger und ,pilgerinnen von kleinen rosigen ,engeln geleitet in das ,traumreich ziehen1 daher sie eigentlich stammen1 so sind fast alle ,gestalten des ,malers traumhafte ,sinnbilder der ,wirklichkeit1 aus einem ,zwischenreiche von ,musik und ,malerei1 nicht ganz wirklich und nicht ganz erlst4 ,watteau war nur eine kurze ,lebensfrist bemessen2 eine unheilbare ,krankheit1 die ,schwindsucht1 zehrte an ihm4 ,fieberhaft und rastlos mute er arbeiten1 um seine ,trume mit der ,wirklichkeit in ,einklang zu bringen4 ,fast alle ,bilder1 die von seiner ,hand erhalten sind1 stammen aus seinem letzten ,jahrzehnte4 #agba starb er1 noch nicht siebenunddreiig ,jahre alt1 von seinen ,freunden herzlich betrauert1 denen er es oft wahrhaft schwer gemacht hatte2 denn er war keineswegs heiter und glcklich1 wie man auf den ersten ,blick nach seinen ,bildern vermuten knnte4 ,von unansehnlichem ueren1 klein und schwchlich1 hegte er ,mitrauen gegen sich und andere und stand abseits vom ,leben1 das ihn doch immer wieder rief4 ,kleine ,iris1 du blickst mich pltzlich fragend und traurig an1 doch -- schon lchelst du wieder und erzhlst schwebend von dem ,glck1 das immer gesucht und nie gefunden wird6 ,hans ,rup4 ,der ,markusplatz in ,venedig ,von ,antonio ,canale genannt ,canaletto ,geboren #ah4 ,oktober #afig in ,venedig1 gestorben ebendort #bj4 ,april #agfh4 -- ,frstl4 ,liechtensteinsche ,galerie in ,wien ,bild #bj ,fast ein halbes ,jahrtausend hindurch erfreute sich die ,stadt ,venedig des ,ruhms1 die erste ,handelsseestadt ,europas zu sein4 ,ihre natrliche geographische ,lage bestimmte sie von vornherein zur ,vermittlerin zwischen ,orient und ,okzident4 ,das verstanden die ,kaufherren der ,stadt sehr geschickt auszuntzen4 ,eine eigene mchtige ,handelsflotte brachte ,waren von ,konstantinopel1 ,kleinasien und dem unteren gypten -- besonders ,gewrze1 ,gewebe und ,farbstoffe -- nach ,venedig1 von wo aus sie durch die ,po-,ebene nach ,italien1 ber die beiden hauptschlichsten ,alpenstraen nach ,frankreich und vor allen ,dingen ber ,augsburg auch nach ,deutschland gingen4 ,kriege1 die von gemieteten ,sldnerscharen gefhrt wurden1 unterbrachen diese ,handelsbeziehungen immer nur zeitweilig1 besonders der ,jahrhundertelang mit wechselndem ,erfolg gefhrte ,kampf gegen die einzige andere italienische ,seestadt1 die die ,venezianer als mchtige ,nebenbuhlerin betrachteten3 gegen ,genua4 ,mehrfache ,seekriege wurden gegen die ,trken gefhrt1 die allerdings vom ,beginn des #ag4 ,jahrhunderts ab den venezianischen ,besitz am ,adriatischen ,meer immer mehr und mehr einengten4 ,in dieser1 im wesentlichen durch ,handel und gelegentliche kriegerische ,unternehmungen geschaffenen ,atmosphre einer ,inselsiedlung bildete sich eine ganz besondere und eigenartige ,kultur heraus4 ,einige vornehme ,familien1 die sich immer wieder untereinander vermischten und verschwgerten1 hielten ,jahrhunderte hindurch die gesamte politische ,macht des ,staates in ,hnden und bildeten bei aller scheinbaren ,freiheit des ,volkes ein politisches ,system aus1 das diese ,macht einer geschlossenen kleinen ,gruppe bewahrte4 ,herrschte aber auf politischem ,gebiet eine strenge ,ordnung1 so war zum ,ausgleich dafr in den ,dingen des tglichen ,lebens dem ,volke weite ,freiheit gelassen4 ,nirgends verstand man so1 ,feste zu feiern und jeden ,anla zur ,erhhung des ,lebensgefhls auszuntzen1 wie in ,venedig4 ,da ,handel und ,wandel blhten1 bereicherte sich nicht nur das beherrschende ,patriziat der ,grokaufmannsfamilien1 sondern es kam auch ,geld unter das ,volk1 und es gab genug ,gelegenheiten1 da das ,geld ins ,rollen kam4 ,wohlleben1 ,luxus und ,verschwendung1 die das venezianische ,leben seit dem #af4 ,jahrhundert kennzeichneten1 drfen wir uns aber nicht nur allzu materiell vorstellen4 ,den derben ,bauernkirmessen und holzigen ,spen niederlndischer ,volksfeste stand hier eine knstlerische ,festkultur und ein ,verstndnis fr die ,schnheit selbst des kleinsten ,gebrauchsgegenstandes gegenber1 das bis in die tiefsten ,schichten des ,volkes gedrungen war und zum natrlichen ,sinn des ,venezianers geworden zu sein schien4 ,nicht wie im ,florenz der ,frhrenaissance war die ,kunst im wesentlichen dazu bestimmt1 das ,ansehen einer ,herrscherfamilie zu erhhen -- soweit sie nicht ebenso wie in ,rom dem ,glanz der ,kirche dienen sollte --1 sondern hier1 in ,venedig1 kann man1 mehr als im brigen ,italien der gleichen ,zeit1 mit ,recht von einer ,volkskunst sprechen4 ,nicht etwa in dem ,sinne1 da1 wie in gewissen buerlichen ,kulturen fast jeder ,handwerker imstande gewesen wre1 ,dinge von knstlerischer ,prgung hervorzurufen1 aber doch so1 da fr die ,architektur der ,stadt1 fr die ,ausmalung der ,kirchen und ,privatpalste1 fr die ,kostme des ,karnevals1 fr ,serenaden1 ,opern und andere ffentliche ,musikauffhrungen beinahe jedermann offenes ,auge und ,ohr hatte4 ,die jahrhundertelange ,tradition bewirkte1 da im #ah4 ,jahrhundert1 jener ,zeit1 in der man zum erstenmal begann1 zu seinem ,vergngen zu reisen -- neben ,rom1 -- ,venedig das hauptschliche ,ziel jener bevorzugten ,schicht des europischen ,adels und wohlhabenden ,brgertums wurde1 die ein ,jahrzehnt des ,lebens darauf verwandte1 sich durch ,reisen in der angenehmsten ,form weiterzubilden4 ,die venezianische ,malerschule1 die einen ,bellini1 ,giorgione1 ,tizian1 ,tintoretto und ,paolo ,veronese hervorgebracht hatte1 war weltberhmt4 ,so wurde in vielen der ,wunsch erweckt1 jene ,atmosphre in ,wirklichkeit kennenzulernen1 in der die ,farbe so merkwrdig leuchtend klar1 so perlmutterartig schillernd sich dem ,auge darbietet1 wie man es auf den ,gemlden der ,hauptmeister zu bewundern gelernt hatte4 ,so wurde ,venedig neben ,paris und ,rom die erste europische ,stadt1 die mit den ,fremden als einem wesentlichen ,bestandteil ihres sozialen ,lebens zu rechnen hatte1 und hieraus ergab sich wieder eine ganz bewute ,frderung der knstlerischen ,momente4 ,man zog zur ,gestaltung der ,karnevalsfeste1 der ,opernauffhrungen1 der historischen1 alljhrlich wiederkehrenden symbolischen ,vermhlung des ,dogen mit dem ,meere1 wobei dieser auf einem prchtig geschmckten ,staatsschiff auf die ,adria hinausfuhr1 und zu anderen auergewhnlichen ,gelegenheiten die bedeutendsten europischen ,knstler hinzu4 ,so lie man sich fr eine ,reihe von vorbergehenden ,festtagen die provisorisch errichteten ,baulichkeiten von groen ,malern in ,freskomalerei ausstatten4 ,andererseits bewirkte die ,rcksichtnahme auf ,fremde1 und mehr noch als diese der bewute ,stolz des ,stadtbrgers auf die ruhmreiche ,vergangenheit seiner ,vaterstadt1 eine liebevolle ,behandlung und aufmerksame ,pflege der ,architekturen aus der groen ,zeit ,venedigs und der erhaltenen ,gemlde in den ,palsten des ,adels und in der ,kirche4 ,so fiel die knstlerisch bedeutungsvollste ,zeit ,venedigs keineswegs mit dem ,hhepunkt seiner politischen ,macht oder mit den ,lebzeiten der bedeutendsten ,knstler zusammen1 sondern das achtzehnte ,jahrhundert gab als glcklicher und verstndnisvoller ,erbe den umfassendsten berblick ber alle ,hchstleistungen venezianischer ,kunst aus den verschiedenen vorausgegangenen ,jahrhunderten4 ,so sehen wir auch in dem ,bilde ,canalettos1 das den ,markusplatz in ,venedig1 den hauptschlichsten ,schauplatz alles ffentlichen ,lebens dieser ,inselstadt1 darstellt1 inmitten der ,pracht-,architekturen zahlreiche ,gruppen von ,menschen1 die sich nicht irgendeiner brgerlichen ,beschftigung hingeben1 sondern ersichtlich als ,fremde und ,betrachtende ihrer ,umgebung gegenberstehen4 ,ist es doch auch einer der schnsten ,pltze der ,welt1 auf dem sie sich befinden6 ,links -- vom ,beschauer aus -- die alten ,prokurazien1 ein ,verwaltungsgebude der ,stadt1 rechts die neuen1 im ,hintergrund der phantastische ,mrchenbau der ,markuskirche und daneben das berhmte ,wahrzeichen ,venedigs1 der ,markusturm4 ,all diese ,baulichkeiten sind zu verschiedenen ,zeiten entstanden und schlieen sich doch zu einem ,bilde von hchster ,einheitlichkeit und unbertrefflicher1 heiterer ,wrde zusammen4 ,die ,baugeschichte all dieser einzelnen ,gebude zu geben1 hiee1 die ,geschichte ,venedigs wiederholen4 ,die ,markuskirche1 in der die ,gebeine des heiligen ,markus1 des ,stadtheiligen1 ruhen1 kann in ihrer ,bedeutung fr die ,baukunst nicht leicht berschtzt werden4 ,der heute noch stehende ,bau wurde ,ende des #aa4 ,jahrhunderts begonnen und altrmische und andere ,baubestandteile mit groer knstlerischer ,freiheit verwendet4 ,innen und auen ist der ,bau von starker ,farbigkeit1 eingehllt in ein goldschimmerndes ,kleid von ,mosaiken1 die in byzantinischer ,zeit beginnen1 und deren letzte nach ,entwrfen ,tizians und ,tintorettos1 ja selbst nach solchen ,tiepolos und anderer venezianischer ,knstler des #ah4 ,jahrhunderts hergestellt wurden4 ,die fnf mchtigen ,portale der ,halle in ihrer bunten ,modellierung werden von den grn patinierten1 orientalisch wirkenden ,kuppeln berragt1 und neben dieser spielerischen ,pracht wirkt die ernste ,monumentalitt des ,glockenturmes wie ein gewaltiges und eindrucksvolles ,ausrufungszeichen4 ,ist dieser ,hintergrund zwar an und fr sich etwas unruhig1 so schliet er aber doch das ,blickfeld harmonisch ab4 ,so fein nun auch bei den seitlichen ,palsten die architektonischen ,einzelheiten1 namentlich die des rechten ,baues1 sein mgen mit ihren schnen ,sulenordnungen und den dazwischen gestellten1 wundervolles ,gleichma atmenden ,bogenffnungen -- eine echte harmonisch ausgewogene ,bildung der ,hochrenaissance --1 nicht diese ,schnheit der einzelnen ,form ist das ,entscheidende6 ,viel mehr dies3 da durch die stete ,wiederholung desselben einfachen ,motivs1 durch die ,zufhrung der ,seitenstraen auf den ,platz unter den ,bogengngen ohne ,durchbrechung der ,platzwandung1 wir gleichsam gezwungen werden1 den ganzen ,platz als einen einheitlichen ,raum1 eine ,art prchtigen ,festsaales1 zu empfinden4 ,diese ,empfindung diktiert uns wie den ,menschen zu ,canalettos ,zeit die ,art der ,bewegung1 mildert die ,hast unseres ,ganges und zwingt uns gleichsam1 selbst lebendige und bewegliche ,teile dieser prchtigen ,fest-,architektur zu werden4 ,ein typisches ,kind seiner ,zeit war auch der ,maler selbst1 ,antonio ,canale1 gen4 ,canaletto1 der #afig in ,venedig geboren wurde4 ,obwohl diese ,stadt mit ihren architektonischen und landschaftlichen ,reizen das wesentliche ,stoffgebiet seiner ,kunst blieb1 schuf er auch ,architekturbilder aus anderen ,stdten1 die er gelegentlich seiner ,kunstreisen kennenlernte4 ,diese ,kunstreisen beschrnkten sich keineswegs auf ,italien1 wo ihn auerhalb ,venedigs hauptschlich ,rom zu klargegliederten ,stdtebildern anregte1 sondern fhrten ihn ber ,deutschland und ,frankreich bis nach ,england1 wo er selbst ,ansichten von ,london1 einer ,stadt1 die sich in der ,atmosphre von seiner ,vaterstadt so stark unterschied1 wiedergab4 ,doch kehrte er immer wieder nach ,venedig zurck1 wo er im ,jahre #agfh starb4 ,er darf nicht mit seinem ,schler und ,neffen1 ,bernardo ,belotto1 der ebenfalls den ,beinamen ,canaletto fhrte1 verwechselt werden4 ,die ,werke dieses ,schlers sind1 verglichen mit denen seines ,meisters und ,oheims1 nchterner1 sprder und entbehren ganz jener flssigen1 schimmernden ,licht- und ,luftstimmung1 die die ,bilder des eigentlichen ,canaletto so besonders reizvoll macht4 ,paul ,zucker4 ,die ,herzogin von ,devonshire mit ihrem ,tchterchen ,von ,sir ,joshua ,reynolds ,geboren #af4 ,juli #agbc in ,plympton bei ,plymouth1 gestorben #bc4 ,februar #agib in ,london4 -- ,im ,besitz des ,herzogs von ,devonshire zu ,chatsworth ,bild #ba ,seligstes ,mutterglck6 ,das ist der erste1 das ist der bleibende ,eindruck1 den dieses kstliche1 frische ,bild auf den ,beschauer macht4 ,es ist ein herrlicher ,frhlingstag2 die ,sonne scheint so warm und wohlig4 ,da sitzt eine junge1 schne1 vornehme ,frau1 das feingeschnittene ,gesicht von reichem ,lockenschmuck umrahmt1 in eleganter ,toilette auf der ,veranda ihres ,schlosses2 unser ,blick schweift einen ,moment ber die ,brstung hinaus an der groen ,steinvase vorbei weit hinein in den wohlgepflegten ,park mit seinen breiten1 grnen ,rasenflchen und einzelstehenden ,baumgruppen4 ,ja1 diese ,umgebung pat zu der aristokratischen ,erscheinung1 und auch der schwere1 aufgeraffte ,vorhang1 der vor dem garstigen ,zuge schtzt1 und das bequeme ,sofa1 das aber nicht zu nachlssiger ,haltung verfhrt4 ,gewi1 es mu eine ,dame aus den hchsten ,kreisen der ,gesellschaft sein2 alles atmet ,gediegenheit1 ,vornehmheit1 ,reichtum4 ,und wirklich6 ,es ist eine ,herzogin1 ,georgiana von ,devonshire1 die ,gemahlin eines der grten ,wrdentrger von ,england1 des ,groschatzmeisters von ,irland4 ,aber was kmmert uns das8 ,wir achten des ,putzes nicht1 nicht der stolzen ,umgebung3 wir sehen nur1 wie eine ,mutter in hingebender ,liebe und trumerischer ,zrtlichkeit mit ihrem sen ,baby spielt1 es tanzen lt auf ihrem ,scho4 ,sie hlt das hampelnde1 strampelnde ,mdchen fest mit dem linken ,arm1 da es nicht falle bei seinem bermut2 in schnellem ,takte wippen die ,knie3 hoppe1 hoppe1 ,reiter61 und mit der hochschwingenden ,rechten lehrt sie es1 auch seine vollen1 dicken rmchen ganz1 ganz hoch zu heben und mit ihr zu jauchzen3 eia1 eia6 ,hrt man nicht ordentlich das vergngte ,kreischen des kleinen1 gesunden ,geschpfes8 ,sieht man nicht die aufwrtssprudelnde ,bewegung der ,arme8 ,und trommelt es nicht mit seinen niedlichen1 in keine ,schuhe gezwngten ,fen so tapfer und keck1 so voll ,zutrauen und strahlender ,lebenslust auf den ,scho der ,mutter8 ,hngt nicht hier ,auge an ,auge in seliger ,freude8 ,ja1 sonnig ist das ,dasein fr sie beide1 und das heitere ,spiel von ,mutter und ,kind beglckt auch den ,beschauer und fhrt ihn in die paradiesischen ,zeiten der frhesten ,jugend zurck4 ,so hat auch mit uns allen einst die ,mutter gespielt1 uns geherzt und gekt1 auch wenn wir keine ,herzogskinder waren4 ,die ,mutterliebe ist gleich gro und rhrend1 gleich edel und selbstlos bei hoch und niedrig1 und eben sie wollte der ,maler preisen1 fr sie ein immerwhrendes1 ein typisches ,beispiel geben4 ,nun knnte wohl jemand denken1 eine so feine ,dame spielt wohl einmal zum ,zeitvertreib mit ihrem ,baby1 aber so treu wie eine gute brgerliche ,mutter sorgt sie doch nicht fr die ,kinder2 sie hat ,angestellte1 eine ,amme1 und spter eine ,kindergrtnerin2 dann wird eine ,erzieherin gehalten oder ein ,hauslehrer2 und die vielen gesellschaftlichen ,verpflichtungen lassen ihr keine ,zeit2 oft sieht sie wohl die ,kinder tagelang nicht4 ,nun1 englische ,sitte ist das ganz und gar nicht1 und in unserem ,falle war es gewi nicht so4 ,georgiana hat ihre ,kinder selbst genhrt1 um der vornehmen ,gesellschaft ein gutes ,beispiel zu geben1 und das fand tatschlich ,nachahmung3 es wurde die ,regel4 ,und berhaupt haben es die ,kinder in ,england immer gut gehabt1 wenigstens die der hheren ,stnde3 sie regieren eigentlich das ,haus1 um sie dreht sich alles1 sie gelten als der hchste ,schatz der ,familie4 ,sie wachsen auf dem ,lande oder im ,eigenheim der grnen ,vorstadt auf und spielen den lieben ,tag lang in den herrlichen ,parks und ,grten1 die zu solchen ,landsitzen und ,villen gehren4 ,ihnen wird das luftigste ,sonnenzimmer eingerumt1 das1 wei in wei gehalten1 den frhlichsten ,eindruck macht2 ihre ,frische und ,gesundheit ist die ,hauptsorge der ,eltern4 ,auf ,lernen kommt es nicht so sehr an4 ,sport und ,spiel1 sich zurechtfinden im ,leben1 ,benehmen und ,charakter ist die ,losung4 ,dem ,adel machen das die besseren brgerlichen ,kreise nach1 so weit es in ihren ,krften steht4 ,freilich dazu gehrt ,wohlstand4 ,aber ,england ist reich4 ,und mag auch heute das ,kinderelend in den groen ,stdten und zumal in den schmutzigen ,seitenstraen ,londons erschreckend sein1 so hat doch seit ,jahrhunderten jeder ,englnder1 der es sich leisten konnte1 der ,pflege der ,kinder die grte ,sorgfalt gewidmet4 ,gerade unser ,maler1 ,sir ,joshua ,reynolds1 ist ein sprechender ,zeuge dafr4 ,wie lacht und strahlt uns ,englands vornehme ,jugend aus ,dutzenden seiner ,bilder entgegen1 wie gewichtig prsentieren sich die kleinen ,lords und ,ladies1 wie lebendig1 reizend und unschuldsvoll spielt das junge ,volk mit der ,mutter oder mit den treuen ,freunden1 den ,hunden1 die auch zur ,familie gehren1 wie andachtsvoll beten die ,kleinen ihr ,nachtgebet1 wie gesittet benehmen sie sich6 ,aus so glcklicher ,jugend erwchst dann jener selbstsichere ,menschenschlag1 der stolz und klar1 etwas verwhnt1 aber gesund an ,krper und ,geist1 mit geschultem ,takt in allen ,lagen stets das ,richtige trifft2 jene starken1 sehnigen ,jnglinge und ,mnner1 die immer noch etwas vom ,jungen an sich tragen1 praktisch durch und durch1 auf ,leben1 ,welt1 ,natur mit gesundem ,menschenverstand gerichtet1 ,herrenmenschen voll ,haltung und ,energie1 die wissen1 was sie wollen1 und leisten1 was zu leisten ist1 die sich zu benehmen verstehen1 aber auch recht rcksichtslos sein knnen und alles in allem das ,ideal des ,gentleman darstellen -- und jene schlanken1 hoch aufgeschossenen ,mdchen und ,frauen mit den ovalgeschnittenen1 gleichfrmigen ,gesichtern1 voll ,elastizitt1 ,grazie1 ,anmut und edelster ,haltung1 die erblht sind wie ,lilien auf dem ,felde und eine eigene englische ,art von ,schnheit haben1 die man mit ,entzcken anschaut4 ,solche ,menschen auf der ,hhe des ,daseins1 ,mann und ,weib1 ,jung und ,alt1 hat uns ,reynolds1 der grte ,portrtmaler des #ah4 ,jahrhunderts1 zu ,hunderten in voller ,leibhaftigkeit vor ,augen gezaubert4 ,zu ihnen gehrt auch die ,herzogin ,georgiana4 ,sie war eine gute ,mutter1 und die kleine ,hampelliese1 die auch ,georgiana heit und spter auch eine vornehme ,frau und glckliche ,mutter1 eine ,grfin ,carlisle1 geworden ist1 hat zeitlebens an ihr mit ,ehrfurcht und ,liebe gehangen4 ,aber die ,herzogin verband damit die ,vorzge der groen ,weltdame4 ,sie war -- trotz der ,knigin -- die erste ,frau der englischen ,gesellschaft4 ,sie gab den ,ton1 sie gab die ,mode an4 ,alle ,welt ahmte ihr nach1 nicht nur1 als sie ihren ,kindern die ,brust reichte3 auch als sie die steifen ,reifrcke der ,rokokozeit ablegte1 als sie die groen ,federhte erfand1 die auf so manchen ,bildern der ,zeit das ,lockenhaupt der vornehmen ,damen wie ein ,heiligenschein umgeben4 ,sie war reich1 schn1 von hohem ,rang2 ihre bestrickende ,anmut1 ihr ,zartgefhl1 ihr ,geist1 ihre lustige ,schlagfertigkeit zog alle in ihren ,bann1 die ihr nahe kamen4 ,ihre ,empfnge1 die ,feste1 die sie gab1 waren weltberhmt und versammelten das hoffhige und gebildete ,england in ihren ,rumen4 ,sie hatte ,sinn und ,interesse fr alles1 was geistige ,werte schafft1 und versuchte sich auch selbst mit ,glck in der ,poesie3 ihr ,gedicht3 ,der bergang ber den ,st4 ,gotthard gehrt zu den schnsten ,reisebeschreibungen in gebundener ,form1 und auch in franzsischer ,sprache machte sie gute ,verse4 ,sie sammelte ,gemlde1 ,stiche1 ,handzeichnungen und ,altertmer und pflog ,verkehr mit ,philosophen1 ,malern und ,dichtern2 keinen ,augenblick schwankte sie1 den groen ,menschendarsteller und ,entdecker ,shakespeares1 ,garrick1 in ihr ,haus zu ziehen und ebenso den jungen ,sheridan mit seiner liebreizenden ,gattin1 die ihre ,laufbahn als ,sngerin ,hndelscher ,oratorien aufgegeben hatte1 um dem unbekannten ,literaten ihre ,hand zu reichen -- und solche ,frderung des ,talentes war damals eine ,tat1 da ,schauspieler und ,snger noch keineswegs in allgemeiner ,achtung standen1 sondern mit besseren ,trinkgeldern abgefunden zu werden pflegten4 ,sie grndete auch den ersten ,frauenklub1 der prachtvolle ,blle gab1 zu denen auch die ,herren der ,schpfung eingeladen wurden und bei ,spiel und ,tanz angeregten ,umgang pflegen konnten4 ,bei keiner groen ,veranstaltung des ffentlichen ,lebens fehlte sie4 ,so hat sie dem ,aufstieg der ersten ,luftballons -- welch ein ,ereignis fr das damalige ,london6 -- mit ,wrde beigewohnt und dem wackeren ,blanchard das haltende ,tau zerschnitten4 ,auch politisch war sie interessiert4 ,sie stand mit ihrem ,gemahl auf seiten der ,opposition1 der ,whigs1 die eine reine ,parlamentsherrschaft anstrebten1 und bekannt ist die ,anekdote1 wie sie fr den ihr befreundeten ,staatsmann ,fox bei seiner ,wahl in ,westminster temperamentvoll eintrat3 sie begab sich mit einer ebenso schnen ,freundin1 ,lady ,crewe 7die ,reynolds auch gemalt hat71 in das verrucherte ,wahllokal1 um ,stimmen fr ihn zu werben und soll einem dicken ,fleischer1 der sonst unter keinen ,umstnden zu erkaufen war1 sogar einen ,ku zugestanden haben4 ,sie wirkte allerdings bezaubernd auf die ,mnnerwelt4 ,einen braven ,farmer hrte man bei einem ,pferderennen sagen1 als er sie sah3 ,wre ich der ,allmchtige1 sie mte die ,himmelsknigin sein68 ,man verglich sie wohl mit der ,knigin ,marie ,antoinette1 und gewi ist1 da sie an ,schnheit1 ,liebreiz und ,geist mit ihr wetteifern durfte1 und da das ,leben am ,hofe ,georgs ,,iii4 an den ,stil ihres ,daseins nicht heranreichte4 ,man verehrte sie wie eine ,gttin1 und sie besa etwas von ewiger ,jugend und ,anmut4 ,als sie im #di4 ,lebensjahre starb1 galt sie noch immer als die lieblichste ,frau ,englands4 ,joshua ,reynolds hat diese seltene ,menschenblte dreimal gemalt1 schon als sechsjhriges ,mdchen mit ihrer ,mutter1 der ,grfin ,spencer1 dann als junge ,frau und wiederum auf unserem ,bilde als glckliche ,mutter1 in ihrem #bg4 ,lebensjahre1 wohl zur ,feier der zehnjhrigen ,hochzeit1 denn schon mit #ag ,jahren hatte sie dem blhenden ,gatten sich verbunden4 ,auch der andere groe ,maler der ,zeit1 ,gainsborough1 hat ihre prachtvolle ,erscheinung in einem majesttischen ,bilde festgehalten2 auch hier wirkt sie wie ein ,wesen hherer ,art1 geadelt durch alle ,reize einer schnen1 starken und freien ,persnlichkeit4 ,doch ,reynolds hat ihr tiefer ins ,herz geblickt3 er sah1 da das echt ,weibliche1 das ,mtterliche1 ihrer ,anmut erst die hchste ,weihe gab4 ,und darin eben liegt die ,kunst ,reynolds' berhaupt3 er war ein groer ,psychologe4 ,er durchschaute die ,menschen1 fhlte mit sicherem ,instinkt den ,kern ihres ,wesens heraus und verstand es1 die ,seele selbst zu malen4 ,wohl selten haben ,verstandesschrfe und knstlerisches ,empfinden einen so engen ,bund geschlossen1 wie bei ihm4 ,sein ganzes ,dasein war auf ,beobachtung gestellt1 nichts entging seinem scharfen ,auge2 aber er blieb nicht in den ,einzelheiten stecken3 sein ,geist ergnzte treffsicher1 und seine ,hand zauberte ,leben4 ,klug1 ehrgeizig1 talentvoll1 wollte er1 der ,sohn eines armen ,geistlichen und ,schulmeisters1 die ,prophezeiung wahrmachen1 da seinem ,england ein ,raffael entstehen werde4 ,so schulte er mit nie versagendem ,fleie und bohrendem ,verstande sein ,auge an den alten ,meistern und an der ,natur selbst und versumte keine ,gelegenheit1 den ,erscheinungen des ,lebens auf den ,grund zu gehen4 ,er war als ,maler zugleich ein ,rechner1 ein ,philosoph und ein ,dichter1 d4 h4 er beobachtete ,menschen und ,dinge mit denkender ,zergliederung und nachschaffender ,phantasie4 ,er hatte ein erstaunliches ,gedchtnis und griff aus dem riesigen ,schatz seiner malerischen ,erinnerungen leicht das heraus1 was er gerade brauchte4 ,er nahm von den alten groen ,meistern1 was ihm im ,einzelfall gut deuchte3 ,gruppierung1 ,stellung1 ,farbenton2 sein ,streben war1 die ,licht- und ,schattenwirkung ,rembrandts mit der glhenden ,farbenpracht der ,venezianer1 zumal ,tizians1 und dann des groen ,vlamen ,rubens zu vereinigen2 dabei war er aber keineswegs sklavischer ,nachahmer4 ,vielmehr waren ihm die ,regeln der ,alten und ihre ,malweise allmhlich so in ,fleisch und ,blut bergegangen1 da er vieles unbewut erneuerte1 und er versenkte sich so tief in die ,eigenart seines ,modells1 da es ihm gelang1 aus den erborgten ,elementen ein einheitliches ,ganzes1 ja etwas wirklich ,neues von grter berzeugungskraft zu schaffen4 ,alle seine ,werke sind bis ins einzelste auf die ,wirkung berechnet1 und doch strt diese nchterne ,verstandesarbeit den ,beobachter kaum1 denn sie ist ganz mit ,geist durchtrnkt3 sein ,formgefhl ist von der grten ,feinheit und ,sicherheit1 und er erfat stets den ganzen ,menschen4 ,und mehr noch3 aus jedem ,bilde leuchtet zugleich eine ,idee heraus1 die rein darzustellen ihm gelingt4 ,von dem platt ,wirklichen1 von den ,unvollkommenheiten der ,natur sieht er ab1 um die tiefere ,wahrheit herauszuholen4 ,ruhe und ,einfachheit herrschen in seinen ,bildern1 auch in bezug auf die ,farbengebung4 ,fern liegt ihm alles prickelnde oder erknstelte ,spiel mit kleinen ,lichtern oder ein aufdringliches ,hasten nach ,farbengegenstzen2 alles ist auf einen groen ,ton gestimmt4 ,und sofort springt die ,hauptfigur1 die ,haupthandlung hervor4 ,das ,zufllige tritt zurck1 das ,charakteristische wird herausgehoben und im ,sinne einer ihm vorschwebenden ,idee vervollkommnet1 erhht1 geadelt1 zum allgemeinen ,typus eines ,standes1 einer ,lebensstimmung1 einer ,gemtsverfassung oder ,geistesrichtung erweitert4 ,dadurch erst kommt die berzeugende ,lebenswahrheit seiner ,portrts zustande4 ,die ,eigenart des einzelnen ist scharf wiedergegeben4 ,wie blicken uns diese ,personen aus seinen ,bildern an3 die einen kalt1 berlegen1 energisch1 willensstark1 die andern heiter1 strahlend oder gtig2 wieder andere selbstbewut1 ja blasiert1 oder auch nachdenklich oder wiederum strmisch2 die ,mnner im ,gefhl ihrer ,wrde und ,stellung1 die ,frauen im ,bewutsein ihrer ,reize1 stolz1 abweisend1 oder auch elegisch1 unbewut lieblich und von ser ,zartheit1 und die ,kinder wiederum frisch und frhlich1 lustig-herrenhaft1 oder auch rhrend engelgleich1 andchtig und eine groe ,zukunft ahnen lassend -- immer doch fhlen wir3 sie stellen bei aller ,sonderheit eine ganze ,gruppe1 eine ,klasse dar4 ,sie huldigen dem leichten ,daseinsgenu jener berfeinerten ,gesellschaft1 oder leben in ernster ,pflichterfllung den idealen ,pflichten eines bestimmten ,berufes2 hier ist ein englischer ,lord in seiner ,hoheit1 hier eine vornehme ,dame der ersten ,kreise1 oder wiederum eine glckliche ,mutter1 hier ein tiefsinniger ,gelehrter1 ein glnzender ,redner1 ein genialer ,schauspieler1 ein ,dichter voll ,tiefe und ,gehalt1 ein wackerer ,haudegen oder ein ,schwerhriger4 ,wir sehen1 wes ,geistes ,kind der ,dargestellte ist1 aus ,gesicht1 aus ,haltung und ,hnden und empfinden ihn zugleich als ,vertreter eines fest umrissenen ,kulturkreis es1 als ein ,mitglied einer greren ,gemeinschaft4 ,so wird jedes ,portrt eine ,seelenoffenbarung von hchstem ,stimmungsgehalt und berzeugender ,allgemeingltigkeit4 ,wir bewundern immer von neuem die durchdringende ,menschenkenntnis des ,malers und sehen in ihm neben den ,dichtern seiner ,zeit den grten ,schilderer des ,adels und des guten ,brgertums im ,england des #ah4 ,jahrhunderts4 ,sein ,drang zum ,typischen und ,allgemeinen geht wohl manchmal weiter1 als wir heute gutheien4 ,so wird die schne ,schauspielerin ,sarah ,siddons als tragische ,muse dargestellt und schwebt nun auf einem ,sessel in den ,wolken1 oder die reizende ,lady ,bunbury opfert als ,priesterin der ,schnheit den ,grazien und wre uns doch lieber ohne diese ,verkleidung4 ,doch was will diese ,unterstreichung des ,ideengehalts oder auch des ,anekdotisch-,genrehaften bedeuten gegen die hinreiende ,kraft der ,menschenschilderung1 die diesem groen ,seelenknder eigen ist4 ,seine ,bilder sind gewi gesteigert im ,ausdruck1 aber sie heben auch den ,geist ber die unmittelbare ,gegenwart hinaus1 sie wrmen das ,herz und reien fort2 seine ,kunst wendet sich an den ,funken der ,gottheit in unserem ,innern und hat etwas ,befreiendes4 ,mit vollem ,bewutsein hat ,reynolds in diesem ,sinne gemalt4 ,er hat tief und lange ber die ,grundlagen seiner ,kunst nachgedacht und die ,ergebnisse seines ,nachdenkens und seiner ,erfahrung in einer ,reihe von ,schriften und ,reden der ffentlichkeit unterbreitet4 ,als ,begrnder und erster1 langjhriger ,prsident der ,akademie der ,knste erfllte er den ,nachwuchs mit seinen ,gedanken4 ,es gab vor ihm keine feste berlieferung fr die ,maler in ,england4 ,gemalt hatten zwar groe ,meister1 wie ,holbein1 van ,dyck und ,rubens1 aber die ,strme der ,revolution und die ,kunstfeindschaft der siegreichen1 allein auf die ,herrschaft religis-politischer ,ideen gerichteten ,puritaner hatten eine eigene englische ,entwickelung der ,kunst unterbunden4 ,erst ,reynolds hat aus ,italien1 wohin ihn ein glcklicher ,stern fhrte1 die ,anregungen mitgebracht1 die ber die brave1 aber trockene ,art seines ,lehrers ,hudson und die derb-satirische ,karikaturenzeichnung des ,sittenschilderers ,hogarth hinaus zu einer an den klassischen ,stil mahnenden1 aber das innerste ,leben ,englands auf eigene ,art wiedergebenden ,kunst fhrten4 ,in hnlichen ,bahnen bewegten sich dann seine groen ,mitstreiter ,gainsborough1 ,romney und ,ramsay1 und gemeinsam schufen sie nun eine bodenstndige englische ,malerei4 ,reynolds wurde der ,fhrer1 weil er eine ,persnlichkeit groen ,stiles war4 ,aus rmlichen ,verhltnissen arbeitete er sich durch bewundernswerten ,flei und reife ,intelligenz empor4 ,einige seiner ,bilder machten ,aufsehen3 er fand ,eingang in die beste ,gesellschaft und nahm sofort riesige ,preise4 ,er forderte #be1 dann #ce1 schlielich #gj bis #ajj ,pfund fr ein ,portrt je nach der ,gre1 d4 h4 nach heutiger ,whrung #gejj-cjjjj ,mark2 sein ,jahreseinkommen stieg bald auf #fjjj ,pfund 7 #ahhjjjj ,mark72 denn er malte im ,jahre wohl #aej ,bilder und mehr2 ber #bjjj ,portrts von ihm sind erhalten1 und #ib ,kupferstecher haben ,stiche nach seinen ,bildern gemacht4 ,seine ,lebenshaltung richtete er entsprechend ein4 ,er wohnte in einem ,palast1 den er mit feinstem ,geschmack ausstattete1 legte sich eine ,galerie alter ,meister und eigener ,werke an1 hielt sich ,equipage und ,dienerschaft und gab glnzende ,gastmhler1 bei denen das vornehme und geistige ,london sich zu gemtlichem ,stelldichein traf4 ,er fhlte sich durchaus jedem ,lord gleichwertig und wurde als voll anerkannt1 auch tatschlich bei der ,grndung der ,akademie in den ,adelsstand erhoben4 ,neben der hoffhigen ,gesellschaft suchte er aber auch den ,umgang von ,staatsmnnern1 ,gelehrten1 ,dichtern und bedeutenden ,menschen jeder ,art2 es gibt kaum einen berhmten ,namen1 dem wir nicht in seinem ,kreise begegnen4 ,zu seiner ,tafelrunde gehrten die ,politiker ,fox und ,burke1 der ,schauspieler ,garrick1 der ,balladensammler ,percy1 die ,malerin ,angelika ,kauffmann1 die ,dichter ,sterne und ,sheridan2 seine vertrautesten ,freunde aber waren der ,verfasser des ,landpredigers von ,wakefield1 ,oliver ,goldsmith1 der ihm sein ,verlassenes ,dorf gewidmet hat1 und der ,gottsched ,englands1 der kluge ,literat ,dr4 ,johnson4 ,wie sprhte da der ,geist1 wie fuhren die ,witze hin und her1 wie ernst wurden die politischen1 philosophischen und knstlerischen ,fragen des ,tages verhandelt6 ,und wenn die ,stimmung einmal unter den heigewordenen ,geistern erregter wurde1 so beschwichtigte der ,hausherr durch seine ,gelassenheit und ,ruhe den ,sturm und fand einen ,ausgleich im ,streite4 ,denn er stand immer ber den ,parteien und studierte mit ,behagen ,charaktere und ,gesichtsausdruck1 ,mienenspiel und ,haltung auch bei solchen ,gelegenheiten2 er trieb stets praktische ,seelenkunde und machte auch die ,freunde seiner ,kunst dienstbar4 ,er war ein rechter ,lebensknstler1 auch im ,verkehr mit den vornehmen ,frauen1 die sich in sein ,atelier drngten4 ,er wurde wohl mit einem ,frauenarzt verglichen3 so vorsichtig1 taktvoll und feinfhlig nahm er auf die ,eigenart seiner weiblichen ,kundschaft ,rcksicht4 ,der hinreiende ,zauber seines ,wesens1 sein bescheidenes1 ritterliches1 aber festes ,auftreten1 die angenehme ,unterhaltung1 die er beim ,malen bot1 der ,scharfblick1 mit dem er das ,einzigartige einer ,erscheinung zu erfassen und die passendste ,form der ,darstellung zu finden verstand1 und der ,adel1 den er allen seinen ,schpfungen aufdrckte1 ffneten ihm die ,herzen und lieen ihn alle ,mitbewerber schlagen4 ,und so verstand er1 der alte ,junggeselle1 es auch1 den ,rattenfnger zu spielen und die ,kinder an sich zu fesseln4 ,er schlo mit ihnen ,freundschaft1 erzhlte ihnen ,mrchen und artige ,geschichten1 wenn sie unruhig wurden1 und wute so recht als der liebe ,onkel mit ihnen umzugehen4 ,nie zeigte er eine ,verstimmung2 es lohnte sich ihm nicht1 sich zu rgern2 selbst seine zunehmende ,taubheit1 die ,folge einer schweren ,erkltung im ,vatikan1 trug er mit ,wrde1 ,geduld und ,humor4 ,harmonisch und abgeklrt1 praktisch1 weltklug und gewandt1 ein ,mann von ,geschmack und ,kultur1 mehr ,verstandes- als ,gemtsmensch1 ein wenig zurckhaltend und sich nie ganz hingebend1 aber doch gtig und wohlwollend1 von offener ,hand fr seine ,freunde und ,verwandten1 allem ,edlen zugetan1 auf der ,hhe der ,bildung seiner ,zeit -- so war sein ,wesen4 ,so steht er vor uns als ein wrdiger ,vertreter des geistigen ,englands jener ,tage3 ein echter ,gentleman4 ,und daraus erklren sich auch seine beispiellosen ,erfolge3 er verstand die vornehmen ,leute1 die sich bei ihm malen lieen1 er schaute in ihre tiefste ,seele4 ,war er doch ihresgleichen4 ,gainsborough mag uns heute als ,knstler wahrer und moderner erscheinen1 er mag auch der ,tiefere und ,genialere gewesen sein1 der mehr unbewut aus dem heien ,drange der ,natur heraus schuf und1 frei von akademischen ,theorien und alten ,vorbildern1 ein ,meister der reinen ,farbenwirkung wurde3 ,reynolds bleibt der getreueste ,offenbarer der englischen ,seele1 der ,begrnder der englischen ,malerei und der ,frst der ,maler seiner ,zeit4 ,als ein ,frst ist er auch bestattet worden2 in der ,paulskirche1 dem ,pantheon ,englands1 wo auch van ,dyck begraben liegt1 fand er seine ,ruhesttte4 ,drei ,herzge1 zwei ,marquis1 drei ,earls und zwei ,lords hielten das ,bahrtuch1 als der imposante ,leichenwagen sich durch die beflaggten ,straen ,londons bewegte1 gefolgt von etwa hundert ,kutschen und einer unbersehbaren ,menschenmenge4 ,man wute1 da man einen der ,besten zu ,grabe trug4 ,noch heute ist ,england mit ,recht stolz auf diesen seinen groen ,sohn4 ,arnold ,reimann4 ,napoleon auf dem ,st4 ,bernhard ,von ,jacques ,louis ,david ,geboren #ca4 ,august #agdh in ,paris1 gestorben #bi4 ,dezember #ahbe in ,brssel4 -- ,museum in ,versailles2 drei ,wiederholungen1 eine davon im ,berliner ,schlo ,bild #bb ,karl3 ,ach1 sieh mal6 ,da ist ja ,napoleon3 das berhmte ,bild von ,david6 ,otto3 ,das kann er doch nicht sein4 ,es fehlt ja jede hnlichkeit4 ,karl3 ,ist denn hnlichkeit die ,hauptsache bei einem ,portrt8 ,es kommt doch vielmehr auf das ,charakteristische an2 der ,knstler soll seine besondere ,auffassung zur ,geltung bringen und sich so in die fremde ,persnlichkeit versenken1 da er ihr ,wesen im ,innersten erfat2 er soll sie von den ,schlacken des zuflligen ,aussehens befreien und nur das ,dauernde1 das ,geistige1 das wahre ,sein zum ,ausdruck bringen4 ,sonst wre ja auch die ,photographie das beste ,portrt4 ,otto3 ,schade1 da man damals noch nicht photographieren konnte2 sonst wte man wenigstens1 wie ,napoleon ausgesehen hat4 ,karl3 ,nun1 er selbst hat auf hnlichkeit keinen ,wert gelegt und deshalb zu diesem ,bilde auch nicht gesessen2 das war ihm viel zu langweilig1 und er hatte keine ,zeit dazu4 ,als ihm ,david einwandte1 das ,bild wrde dann nicht hnlich werden1 gab er zur ,antwort3 hnlich8 ,besteht denn die hnlichkeit in der ,genauigkeit1 mit der man die ,gesichtszge oder etwa eine kleine ,erbse an der ,nase auf die ,leinwand bringt8 ,den ,charakter1 das ,wesen der ,persnlichkeit1 das1 was ihr ,leben gibt1 mu man malen68 -- ,das eine schliet das andere nicht aus1 meinte der ,maler1 worauf ,napoleon fortfuhr3 ,sicherlich hat ,alexander dem ,apelles nicht gesessen4 ,niemand fragt danach1 ob die ,portrts groer ,mnner hnlich sind4 ,wenn nur ihr ,geist in ihnen lebt68 -- ,da gab sich ,david gefangen3 ,sie lehren mich die ,kunst zu malen2 im ,ernst1 ich habe die ,malkunst noch nicht aus diesem ,gesichtspunkt betrachtet4 ,nein1 ,sie sollen nicht sitzen2 ich will ,sie doch malen1 ich werde es schon machen68 ,otto3 ,da hat der ,maler dem ,kaiser aber eine schne ,schmeichelei gesagt6 ,karl3 ,aber ,napoleon hat recht4 ,und da du ihn ,kaiser nennst1 beweist1 da ,david ein gutes ,bild gemalt hat4 ,denn es war im ,jahre #ahjj1 nach der siegreichen ,schlacht bei ,marengo2 ,napoleon war noch lange nicht ,kaiser1 sondern nur ,erster ,konsul2 aber eben das unbedingt ,sieghafte1 das ,herrschergewaltige1 das ,kaiserliche wollte der ,knstler darstellen3 ,keine ,macht der ,erde hat dieser ,mann zu frchten4 ,was er will1 wird er durchsetzen4 ,ihn schreckt nicht ,schnee noch ,eis1 nicht die unwirtliche ,hhe des ,bergriesen ,st4 ,bernhard1 nicht der tobende ,sturm1 der ihm fast den ,mantel von der ,schulter reit2 er wird die ,alpen berwinden1 wie einst ,hannibal1 wie ,karl der ,groe1 dessen ,reich er wieder aufrichten will4 ,er wird seine ,truppen von ,sieg zu ,sieg fhren1 er wird ,frankreich zur ersten ,macht der ,welt erhhen4 ,er regiert ja schon jetzt den ,staat1 so sicher und selbstverstndlich1 wie er das edle ,ro zgelt1 auf dem er reitet4 ,dieses ,ro1 stolz1 stark1 sich aufbumend vor ,feuer und innerem ,leben1 sturmgepeitscht und auf den vereisten ,stufen des himmelanstrebenden ,weges ein wenig ratlos1 gehorcht doch so willig dem leisesten ,schenkeldruck des fest im ,sattel sitzenden ,herrn2 der ,reiter braucht nicht einmal den ,zgel1 so fest er ihn auch in der ,hand hlt2 sein ,wille bertrgt sich von selbst4 ,dieses ,ro stellt ,frankreich dar1 das glorreiche ,frankreich der ,revolution1 das der werdende ,imperator auf die ,hhe des ,ruhmes und der ,macht fhrt4 ,seine ,hand weist aufwrts mit befehlender ,gebrde3 ,dorthin mssen wir1 koste es1 was es wolle4 ,dort1 jenseits der ,berge1 liegt das ,heil3 ,italien mssen wir beherrschen und das ,mittelmeer1 dann werden wir auch mit den ,englndern fertig werden1 dem ,erbfeind seit ,jahrhunderten6 ,dann werden wir die ,herren ,europas werden1 werden ,schtze heimfhren1 wieder reich und mchtig sein und ein ,kolonialreich bekommen1 grer und herrlicher1 als es uns die ,briten im ,siebenjhrigen ,kriege gestohlen haben4 ,dann wird sich's zeigen1 da die ,revolution ,krfte entbunden hat1 wie sie unter der jammervollen ,politik der ,knige und der ,adelsherrschaft niemand unserem ,volke zugetraut hat6 ,ich aber will euer ,fhrer sein1 euer ,held und ,kaiser2 denn ,mnner machen die ,geschichte1 und nur der groe ,einzelne bringt die ,welt vorwrts68 ,otto3 ,ja1 so spricht wohl ein ,theaterheld1 und ich kann mir nicht helfen1 das ganze ,bild hat etwas vom ,theater an sich4 ,pferd und ,reiter sind zu elegant fr die ,umgebung4 ,in ,schnee und ,eis1 im unwegsamen ,gebirge1 nach anstrengenden ,mrschen sieht man anders aus4 ,und mir kommt das bergan springende ,pferd beinahe komisch vor4 ,wo will es denn hin auf dem ,stufenweg1 der so steil ist1 da die ,soldaten ihn nicht benutzen knnen8 ,und die ,haltung des ,reiters ist zirkusmig4 ,er gibt eine ,vorstellung4 ,auch finde ich das ,gesicht leer und ausdruckslos2 dazu ist der rechte ,arm falsch angewachsen1 er sitzt ja viel zu hoch2 und die ,beine sind zu lang4 ,napoleon war viel kleiner1 und auch dicker4 ,karl3 ,du bist ein sehr harter ,beurteiler4 ,etwas ,wahres liegt deinen ,beobachtungen freilich zugrunde4 ,es kam dem ,knstler aber nicht auf die ,wirklichkeit an2 er wollte bestimmte ,eindrcke erwecken1 vor allem den des ,unberwindlichen und ,majesttischen4 ,napoleon sollte als der unbezwingbare ,sieger gefeiert werden1 dessen ,befehle die ,welt ausfhrt1 der wie ein antiker ,imperator jedem das ,gesetz vorschreibt4 ,ursprnglich hatte der ,maler die ,absicht1 ihn zu ,fu auf dem ,schlachtfelde1 den ,degen in der ,faust1 darzustellen2 aber ,napoleon wollte auf einem feurigen ,pferde1 doch vollkommen ruhig gemalt werden4 ,mit dem ,degen gewinne man keine ,schlachten mehr48 ,er wollte sagen1 man gewinnt sie mit dem ,kopf1 durch klare ,abwgung der ,mittel1 durch geniale ,erfassung des ,augenblicks1 durch ,tatkraft1 durch ,disziplin und ,begeisterung der ,truppen1 d4 h4 also durch intellektuelle und moralische ,krfte1 und durch sie allein lenkt man auch den ,staat4 ,und was dir an dem ,bilde theatralisch vorkommt1 als ,pose1 wie man sagt1 oder als pathetischer oder rhetorischer ,stil1 mit anderen ,worten als unwahr und geknstelt1 das eben sollte die ,erhabenheit und ,gre des ,feldherrn1 seine kraftvolle ,herrscherpersnlichkeit1 das ,kaiserliche an ihm zum ,ausdruck bringen4 ,darum ist auch alles andere so in den ,hintergrund gedrngt3 die ,berge1 die im ,nebel fast verschwinden1 die letzte menschliche ,ansiedlung rechts im ,hintergrunde1 die ,soldaten1 die mhsam ihre ,kanonen auf gewundenen ,wegen hinaufschleppen4 ber die ,kleinheit der ,soldaten hat sich ,napoleon selbst lustig gemacht2 er meinte1 sie seien ja gerade nur so gro wie die ,hufe seines ,rosses und knnten leicht zertreten werden4 ,aber das war eben die ,absicht des ,knstlers1 seinen ,helden turmhoch ber alle ,menschen zu erheben3 ,er ist nur mit den ganz groen ,vorgngern1 mit ,hannibal und ,karl dem ,groen1 zu vergleichen2 aber auch ihr ,ruhm verblat vor dem seinen4 ,sieh doch nur1 wie ihre ,inschriften schon mehr oder weniger verwittert sind1 whrend der ,name ,bonaparte frisch in den ,felsen der ,ewigkeit gemeielt ist4 ,otto3 ,diese ,inschriften finde ich ja auch sehr geschmacklos4 ,da der ,maler seinen ,namen bescheiden auf den ,riemen des ,vorderzeugs gezeichnet hat1 dagegen lt sich nichts einwenden4 ,aber die ,inschriften mitten auf dem ,felsen des ,gebirges sind vom bel2 und noch dazu3 wer soll denn ,bonapartes ,namen eingemeielt haben1 wenn er eben erst ber die ,stelle reitet8 ,karl3 ,das sind ja ,nebensachen4 ,bei einem ,denkmal wrde es dir doch gar nicht auffallen1 wenn am ,sockel der ,name des ,dargestellten und andere historische ,erinnerungen zu lesen wren4 ,dies ,bild soll auch ein ,denkmal sein und hat hnlichkeit mit einem antiken ,relief1 wo auch die ,hauptperson allein aus flachem ,hintergrunde heraustritt4 ,reiterstatuen aus der ,antike und der ,renaissance1 aus ,rom und ,florenz1 sind ,vorbild gewesen4 ,david war berzeugt1 da die antike ,linienfhrung in aller ,kunst ,ewigkeitswert beanspruche1 und seine ganze ,zeit lebte in antiken ,vorstellungen4 ,der ,franzose der ,revolution fhlte sich als alter ,rmer2 die ,tugenden der ,alten wurden ber alles gepriesen1 die alten ,helden waren in aller ,munde4 ,wenn ,napoleon sich malen lassen will1 denkt er an ,alexander und ,apelles1 und die niedliche ,erbse an der ,nase1 von der er spricht1 hat bekanntlich dem ,grovater ,ciceros den ,namen gegeben4 ,david selbst hat fnf ,jahre in ,rom studiert1 und fast alle seine groen ,werke stellen ,szenen aus dem ,altertum dar1 z4 ,b4 den ,raub der ,sabinerinnen1 den ,tod des ,sokrates1 den ,schwur der drei ,horatier1 die fr ihr ,vaterland zu sterben bereit sind4 ,und er hat versucht1 seine ,stoffe auch im antiken ,geiste darzustellen1 selbst wenn sie1 wie beim ,tode ,marats1 aus der unmittelbaren ,gegenwart genommen sind4 ,die ,innenrume sind griechisch-rmisch1 die ,mbel1 die ,gerte1 die ,kleidung sind nach den ,funden in ,herculaneum und ,pompeji gezeichnet1 und selbst die ,figuren sind nach antiken ,statuen aufgebaut4 ,so ist auch der ,mantel1 den ,napoleon trgt1 im ,faltenwurf antik1 und man sieht durch die eng anliegenden ,kleider den ,linienflu des ,krpers4 ,und der schmale1 geschmeidige ,leib und auch die langgestreckten ,beine1 an denen du ,ansto nimmst1 sind einfach dem ,apollo vom ,belvedere nachgebildet3 das gehrte zum heroischen ,stil4 ,das alles war in der damaligen ,kunst eine ,gegenwirkung gegen das ,verschnrkelte1 ,unruhige1 den ,krper durch das ,kostm ,verdeckende der ,rokokozeit2 man empfand das ,rokoko als slich1 als eine ,hof- und ,adelskunst4 ,in den freien ,staaten des ,altertums sah man das politische ,ideal verkrpert2 die ,erneuerung der antiken ,kunst sollte auch politisch und erziehlich wirken4 ,david war ein heftiger ,revolutionr1 er war ,jakobiner1 ,mitglied und eine ,weile sogar ,prsident des ,konvents1 er hat ,ludwig ,,xvi4 mit zum ,tode verurteilt4 ,so will auch seine ,kunst revolutionr wirken4 ,er hat mit dieser antikisierenden ,art zwar nicht als erster begonnen1 sie aber in ,frankreich durchgefhrt und sie zur vollen ,blte entwickelt4 ,otto3 ,aber die ,verehrung fr antike ,schnheit hat doch nichts mit der ,revolution zu tun8 ,karl3 ,in ,frankreich sicherlich1 und sogar sehr viel4 ,in ,deutschland freilich weniger2 doch auch hier wurde die ,rckkehr zu klassischen ,formen als ,befreiung betrachtet2 freilich hauptschlich vom knstlerischen ,gesichtspunkte aus4 ,die ganze ,richtung ging von einem ,deutschen aus1 von dem armen1 gedrckten ,schusterssohn ,winckelmann1 und ist durch den deutschen ,maler ,raffael ,mengs in ,italien zu ,ehren gebracht worden4 ,man nannte diese ,leute ,klassizisten1 weil die klassische ,kunst ihnen als unerreichbares ,ideal des ,schnen galt4 brigens ist kein ,geringerer als ,goethe auf der ,hhe seines ,daseins ganz derselben berzeugung gewesen1 und seine ,werke atmen fast alle den gleichen ,geist2 denke nur an ,tasso81 ,iphigenie81 ,hermann und ,dorothea82 auch er will den antiken ,dichtern nahekommen4 ,und wenn in ,schillers ,wilhelm ,tell8 ,gertrud sagt3 ,ertragen mu man1 was der ,himmel sendet1 ,unbilliges ertrgt kein edles ,herz48 oder gleich darauf3 ,die letzte ,wahl steht auch dem ,schwchsten offen3 ,ein ,sprung von dieser ,brcke macht mich frei81 so ist diese edle1 dem gewhnlichen ,leben fremde ,sprache nichts anderes als heroischer ,stil1 genau so wie ,napoleon hier als antiker ,imperator dargestellt wird4 ,das ist eben eine knstlerische ,ausdrucksweise1 die ber die platte ,wirklichkeit hinausgeht1 aber darum doch hchste innere ,wahrheit hat4 ,otto3 ,nun die ,deutschen sind dabei doch sehr viel echter und tiefer4 ,das ,bild hier kommt mir doch recht franzsisch vor1 im schlechten ,sinne4 ,karl3 ,gewi1 in der franzsischen ,literatur herrscht die ,phrase1 und etwas ,gewolltes und ,absichtliches zeigt auch dieses ,bild4 ,etwas ,prahlerisches liegt nun einmal im franzsischen ,nationalcharakter4 ,aber auch etwas ,glnzendes1 ,geistreiches1 ,fortreiendes4 ,otto3 ,mich kann das ,bild nicht begeistern4 ,ich will zugeben1 da ,napoleon hier als antiker ,heros aufgefat wird4 ,aber trotzdem bleibe ich dabei3 der ,ausdruck des ,menschlichen1 der allein einem ,portrt ,wert gibt1 ist zu kurz gekommen4 ,karl3 ,ein ,heros hat eben etwas bermenschliches1 und das energische ,gesicht mit den unerbittlichen ,augen und dem feinen1 festgeschlossenen ,mund1 der etwas starre ,ausdruck der straffen ,zge soll ja gerade etwas ,marmornes1 ,ehernes andeuten4 ,von ,milde und ,menschlichkeit liegt im ,charakter ,napoleons herzlich wenig1 und der ,maler hatte keine ,veranlassung1 den gewaltigen ,tatmenschen empfindsam oder weich zu schildern4 ,da seiner ,palette auch solche ,tne zur ,verfgung standen1 hat er im brigen durch viele schne ,portrts bewiesen1 namentlich von ,frauen1 wie z4 ,b4 der lieblichen ,madame ,recamier4 ,und auch unser ,bild hat sogar manchem ,deutschen den ,kaiser menschlich nher gebracht4 ,hast du nicht einmal ,hauffs anmutige ,erzhlung3 ,das ,bild des ,kaisers8 gelesen8 ,otto3 ,ach richtig1 ja4 ,das ist also das ,bild1 das dort eine so vershnende ,rolle spielt und den ,napoleonhasser bekehrt1 weil er sich erinnert1 von diesem ,offizier einst aus den ,hnden plndernder ,soldaten gerettet worden zu sein8 ,karl3 ,ja1 das ist es4 ,und wenn du ,heines ,buch ,le ,grand lesen wolltest oder an seine beiden ,grenadiere denkst1 so wirst du eine ,ahnung bekommen1 wie geliebt und bewundert ,napoleon noch lange nach seinem ,tode auch in deutschen ,kreisen war4 ,denn er war keineswegs nur ein groes ,raubtier oder eine ,eroberungsbestie1 wie man ihn wohl genannt hat1 sondern einer der grten ,mnner der ,geschichte1 gleich gro als ,verwalter und ,friedensfrst1 wie als ,kriegsherr2 er wollte nur ,frankreichs ,macht und ,gre und hat seinem ,lande wieder die fhrende ,stellung in ,europa gegeben4 ,wenn wir ,deutsche darunter schwer zu leiden hatten1 so lag das an unserer politischen ,zerrissenheit und ,ohnmacht2 andererseits haben wir ihm recht viel zu danken2 hat er doch schon allein dadurch1 da er bei uns die ,kleinstaaterei und das geistliche ,frstentum beseitigte1 da er lebensfhige ,mittelstaaten schuf1 der deutschen ,einheit mchtig vorgearbeitet4 ,er unterlag in dem gigantischen ,kampfe gegen ,england1 der sein ,leben fllt1 weil er die idealen ,krfte in den unterworfenen ,nationen zu gering einschtzte2 wie anders aber htte sich die ,geschichte des #ai4 ,jahrhunderts gestaltet1 htte er ,england wirtschaftlich und militrisch auf die ,knie zwingen knnen6 ,otto3 ,ich kann ihn aber doch nicht leiden4 ,er hat die ,deutschen gemein behandelt4 ,denk' doch nur an die ,knigin ,luise4 ,und auch das ,bild ist und bleibt mir zu franzsisch2 es ist zu prahlerisch1 zu theatralisch1 zu unwahr4 ,karl3 ,nun ich sagte dir schon1 das ist der ,stil der ,zeit1 allerdings in franzsischer ,ausprgung4 ,und freilich hat gerade die franzsische ,kunst um #ahjj durch die sklavische ,anlehnung an die ,antike manches von dem inneren ,seelenleben verloren1 das sie frher besa und spter wieder gewann4 ,sie lt uns im allgemeinen kalt1 und auch von ,davids ,werken schtzen wir heute weniger seine steif-pomphaften ,schilderungen des antiken ,lebens und seine riesigen1 personenreichen ,darstellungen zur ,verherrlichung des ,kaisers1 wie die ,krnung1 die ,verteilung der ,adler usw41 die zu ihrer ,zeit die ,welt entzckten1 als seine intimen ,familienportrts3 hier hat er der ganzen ,kunst des #ai4 ,jahrhunderts ,anregung gegeben4 ,unser ,portrt steht in der ,mitte4 ,es ist gewi noch mit zuviel ,berechnung und zuviel ,vernunft gemalt1 es ist noch zu sehr ,nachahmung des antiken ,ideals2 andererseits bricht sich doch die ,natur ,bahn4 ,napoleon war zu gro1 als da sein ,bild in den antiken ,formeln erstarren und zur ,drahtpuppe htte werden knnen4 ,wir fhlen doch1 hier ist ein ,gewaltiger dargestellt1 und ein groer ,maler hat den ,pinsel gefhrt4 ,otto3 ,ein groer ,maler8 ,ich kann es noch immer nicht glauben4 ,karl3 ,nun1 unter den ,malern seiner ,zeit war er der erste4 ,schon in der ,revolutionszeit war jedes ,bild von ihm ein ,ereignis fr ,paris4 ,er galt als der ,kunst-,papst4 ,er erfand und leitete die groen ,revolutionsfeste1 lste die alte ,akademie auf1 ordnete die ,museen und besetzte die ,direktorposten1 entwarf die ,kostme der ,zeit1 die ,uniformen1 die ,mbel1 alles im klassizistischen ,stil1 dem ,empirestil1 wie man ihn dann nannte1 und grndete eine ,schule1 aus der sehr bedeutende ,maler hervorgingen4 ,aus dem ,revolutionr war der ,hofmaler ,napoleons und ,verherrlicher des ,kaiserreichs geworden2 seine ,kunst blieb aber dem alten ,ideale treu4 ,nach des ,kaisers ,sturz wurde er als ,knigsmrder verbannt und zog sich nach ,brssel zurck4 ,wie angesehen er war1 siehst du daraus1 da sich ,friedrich ,wilhelm ,,iii4 lebhaft bemhte1 ihn jetzt nach ,berlin zu ziehen1 wo er ihn zum ,direktor aller ,kunstanstalten machen wollte4 ,david lehnte aber ab1 weil er sich zu sehr als ,franzose fhlte1 obwohl ,alexander von ,humboldt ihm die schmeichelhaftesten ,briefe im ,auftrage des ,knigs schrieb und des ,knigs ,bruder ihn sogar deshalb persnlich in ,brssel aufsuchte4 ,otto3 ,nun1 heute betrachten wir es wohl als ein ,glck1 da er dem ,rufe nicht gefolgt ist4 ,karl3 ,vielleicht2 die ,kunst hat schon in der ,romantik andere ,bahnen genommen1 und heute schtzen wir das ,klassizistische nicht mehr so4 ,aber du weit ja3 ,wer den ,besten seiner ,zeit genug getan1 der hat gelebt fr alle ,zeiten48 ,doch nun wollen wir ein paar andere ,bilder ansehen4 ,arnold ,reimann4 ,der ,regenbogen ,von ,caspar ,david ,friedrich ,geboren #e4 ,september #aggd in ,greifswald1 gestorben #g4 ,mai #ahdj in ,dresden4 -- ,museum in ,weimar ,bild #bc ,wem wren die beiden kleinen szenischen ,dichtungen ,goethes3 ,knstlers ,erdenwallen8 und ,knstlers ,apotheose8 nicht bekannt8 ,in der ersten fhrt uns der ,dichter einen wackeren ,maler im ,kampfe mit der ,alltglichkeit und mit der ,sorge ums tgliche ,brot ringend vor1 in ,knstlers ,apotheose8 zeigt er1 wie ein ,werk jenes ,knstlers mit den hchsten ,ehren in eine frstliche ,galerie aufgenommen wird -- nachdem sein ,schpfer schon lange nicht mehr unter den ,lebenden weilt4 ,der ,plafond erffnet sich1 die ,muse1 den ,knstler an der ,hand fhrend1 erscheint auf einer ,wolke8 und kndet ,worte des ,trostes fr jeden ,tchtigen1 dessen ,streben zu seinen ,lebzeiten nicht die volle1 verdiente ,anerkennung fand4 ,es wirkt mit ,macht der edle ,mann ,jahrhunderte auf seinesgleichen4 ,denn was ein guter ,mensch erreichen kann1 ,ist nicht im engen ,raum des ,lebens zu erreichen4 ,drum lebt er auch nach seinem ,tode fort ,und ist so wirksam1 als er lebte3 ,die gute ,tat1 das schne ,wort1 ,es strebt unsterblich1 wie er sterblich strebte4 ,ein wenig an das ,schicksal jenes braven1 nicht gengend anerkannten ,knstlers1 von dem der ,dichter singt1 erinnert das des ,malers ,caspar ,david ,friedrich4 ,nicht als ob er mit der ,not des ,lebens gekmpft htte6 ,er war ,professor an der ,kunstakademie in ,dresden1 befand sich also wohl in auskmmlichen ,daseinsverhltnissen1 es hat ihm in einer solchen ,stellung selbstverstndlich auch nicht an der ,anerkennung der ,zeitgenossen gefehlt2 es scheint aber nicht1 da man seiner ,kunst mehr ,achtung gezollt hat1 als man sie einem tchtigen ,knstler zu widmen pflegt1 den man nicht zu den allerbedeutendsten zhlt4 ,der ,vergleich trifft bei ,caspar ,david ,friedrich jedoch insofern zu1 als seine ,werke1 von denen einige in der ,dresdner und in anderen ,galerien verstreut sind1 keine besondere ,aufmerksamkeit in kunstbegeisterten ,kreisen erregt haben4 ,erst seit etwa einem ,jahrzehnt hat man angefangen zu erkennen1 da ,friedrich sich weit ber die ,malweise seiner ,zeit erhoben hatte1 die man im allgemeinen als akademische bezeichnen kann4 ,akademisch8 nennt man aber eine ,kunst1 die in althergebrachten ,regeln und ,anschauungen wurzelt1 die einer zwischen den ,blttern eines ,buches gepreten ,blume zu vergleichen ist3 trocken1 ohne ,duft und ,leben4 ,so etwa stand es um die ,malerei zu ,anfang des vorigen ,jahrhunderts4 ,wer ,bilder aus dieser ,zeit betrachtet1 wird1 insbesondere bei den ,landschaften1 eine gewisse herkmmliche ,manier erblicken1 sogenannte schne1 geschwungene ,linien und eine ziemlich kalte ,farbengebung4 ,der ,maler gab nicht den ,eindruck wieder1 den die ,natur auf ihn machte1 sondern er komponierte81 d4 h4 ordnete das ,bild nach bestimmten ,regeln1 er suchte die ,natur seiner ,meinung nach zu verschnern4 ,in den ,aufzeichnungen des seinerzeit berhmten ,malers ,philipp ,hackert1 #ahjg1 findet sich unter anderen auch eine ,beschreibung1 wie ein schner ,grtnerbaum8 beschaffen sein msse1 und er warnt den ,kunstjnger ausdrcklich davor1 eine verstmmelte ,natur nachzuahmen84 ,sogar wenn er kranke und sterbende ,natur nachahmt1 schreibt ,hackert1 mu er auch hier das ,schne zu finden wissen1 und sowohl bei nachgeahmten 7d4 h4 nach der ,natur gezeichneten7 als bei komponierten ,bumen mu alles lachend1 freundlich und lieblich sein4 ,mit diesem mu81 das durch nichts zu beweisen ist1 brach ,caspar ,david ,friedrich und wurde so einer der ,vorgnger der modernen ,landschaftsmalerei1 die in der ,natur an sich schon ,schnheit genug erblickt1 die nicht erst durch ,komposition8 gehoben zu werden braucht4 ,damit ist nun nicht gesagt1 da der ,maler1 wie ein photographischer ,apparat1 alles sklavisch genau so nachbilden soll1 wie er es sieht2 die neuere ,malerei hat aber ,freude daran1 den ,eindruck1 den ein ,gegenstand auf ,auge und ,seele eines ,knstlers hervorbringt1 im ,gemlde wiederzugeben1 so da der ,beschauer ihn klar zu erkennen und voll nachzuempfinden imstande ist4 ,man nennt diese ,art der ,kunstanschauung ,impressionismus4 ,dieser ,impressionismus trat zum erstenmal in den sechziger ,jahren des #ai4 ,jahrhunderts bei den ,franzosen auf4 ,das ,hauptgesetz der ,impressionisten lautete damals3 unbedingte ,rckkehr zur ,natur1 d4 h4 sie waren bestrebt1 den ,eindruck 7impression7 wiederzugeben1 den das ,auge des ,beschauers gewann1 und dabei auch allen ,lichtverschiebungen je nach der ,beleuchtung ,rechnung zu tragen4 ,sie verwarfen deshalb die ,malerei1 die lediglich im ,atelier entstanden war1 weil sie die ,ansicht vertraten1 da dort das ,ziel1 das sie erstrebten1 nie erreicht werden knne4 ,der ,impressionismus hat im ,laufe der letzten ,jahrzehnte allerlei ,wandlungen erfahren1 und die allerneueste ,zeit hat auch hier mancherlei andere ,gesichtspunkte fr das knstlerische ,schaffen in ,betracht gezogen4 ,im groen und ganzen geht aber die ,absicht der ,impressionisten dahin1 der ,wirklichkeit mglichst nahe zu kommen4 ,ein ,beispiel fr diese impressionistische ,auffassung gibt ,der ,regenbogen8 von ,caspar ,david ,friedrich4 ,der ,knstler stellt uns in eine flache ,landschaft1 wie wir sie etwa in der weiteren ,umgebung von ,berlin finden mgen4 ,friedrich hat ja auch lngere ,zeit in der preuischen ,hauptstadt gelebt1 und es ist nicht ausgeschlossen1 da er die ,anregung zu seinem ,gemlde hier gewonnen hat4 ,der berhmte englische ,maler ,hogarth sah die edelste ,linie in der ,wellenlinie4 ,zweifellos gibt sie der ,landschaft ,anmut und ,abwechselung1 aber ,hogarths ,forderungen sind nicht berall zu erfllen4 ,warum sollten nicht auch in einem flachen ,gelnde groe ,reize liegen8 ,die geraden1 langgezogenen ,linien dieser ,flachlandschaft entsprechen dem ,hogarthschen ,schnheitsideal keineswegs1 und der einsame ,baum1 der aus der ,ebene hervorragt1 drfte nicht einmal ein schner ,grtnerbaum8 im ,sinne ,hackerts sein1 und doch1 oder vielmehr gerade deswegen spricht aus dieser ,schilderei etwas zu uns1 was uns selten in den ,bildern der ,zeitgenossen des ,malers entgegentritt3 ,stimmung4 ,und darauf kam es ,caspar ,david ,friedrich ja vor allem an4 ,seine ,landschaften zeichnen sich fast durchweg durch einen ernsten1 melancholischen ,charakter aus2 sie wollen die ,natur zur ,darstellung bringen in den ,augenblicken1 in denen sie im ,menschen ganz besondere ,empfindungen hervorruft4 ,so fhlen wir1 da der ,anblick dieser ,gegend in der ,seele des ,knstlers ein ,gefhl des ,friedens1 vermischt mit einer leisen1 fast wohltuenden ,wehmut hervorgerufen hat4 ,in stiller ,sehnsucht schweift sein ,auge hinaus in die weite ,ferne2 doch diese ,empfindungen werden nicht schmerzlich wach1 denn das ,zeichen der ,vershnung1 der ,regenbogen1 spannt sich ber den ,wolken1 und schon leuchtet nach dem ,gewitterschauer die abendliche ,sonne wieder freundlich ber den ,gefilden4 ,das alles spricht aus dieser so bescheidenen ,gegend zu unserem ,auge und ,herzen1 obwohl der ,abbildung das ,hauptschlichste fehlt3 die ,farbe2 aber das ,bild redet dennoch so eindringlich1 da unsere ,phantasie sich die ,farben fast selber hervorzuzaubern vermag4 ,da der ,maler sich aber eine so schwierige ,aufgabe1 wie die des leuchtenden ,regenbogens zumuten konnte und durfte1 lehrt uns schon1 wie weit er seiner ,zeit vorausgeeilt war1 die sich an ein so khnes ,unternehmen kaum je vorher herangewagt hat4 ,wenngleich ,caspar ,david ,friedrich nicht zu den bedeutendsten ,knstlern gezhlt werden kann1 so bleibt er doch beachtenswert als ,vorlufer einer ganzen ,kunstepoche4 ,caspar ,david ,friedrich ist am #e4 ,september #aggd in ,greifswald geboren4 ,er studierte auf der ,kunstakademie in ,kopenhagen und kam als ,einundzwanzigjhriger #agie nach ,dresden1 wo er dann auch bis zu seinem ,tode geblieben ist4 ,von hier aus fhrten ihn seine ,studienreisen hufig in das ,riesengebirge1 den ,harz1 nach ,rgen und ,oesterreich4 ,im ,jahre #ahag wurde er ,mitglied und ,professor der ,akademie der ,knste in ,dresden4 ,auch die ,berliner ,nationalgalerie hat zwei ,landschaften1 eine ,harzlandschaft8 und ,mondaufgang am ,meer8 von ihm erworben4 ,am #g4 ,mai #ahdj ist der ,knstler in seiner zweiten ,heimat ,dresden gestorben4 ,max ,grube4 ,frhlingsmorgen ,von ,camille-,jean-,baptiste ,corot ,geboren #bi4 ,juli #agif in ,paris1 gestorben #bb4 ,februar #ahge in ,paris4 -- ,museum in ,avignon ,bild #bd ,gerade will ich von einem schwermtigen ,frhlingstraum in den schnen ,wldern ,frankreichs erzhlen1 da schaut mir ein zwlfjhriges ,mdel frwitzig ber die ,schulter4 ,ach1 das ist ja ein wunderschnes ,bild6 ,und ,corot heit der ,maler8 ,aber nein1 das ist ja ein ,franzose6 ,von den ,franzosen will ich nichts wissen4 ,weit du denn nicht44488 -- ,jawohl1 mein ,kind1 ich wei1 wir leben in schlimmen ,zeiten4 ,aber wenn das ,bild hier vom ,frhlingsmorgen ebenso herrlich ist wie der ,frhling selber1 warum sollen wir das schnste aller ,frhlingsbilder1 blo weil es von einem ,franzosen gemalt ist1 verchtlich in den ,winkel stellen88 -- ,aber unsere ,lehrerin sagte uns doch1 da die ,franzosen gar nichts von uns wissen wollen48 -- ,ich sage dir1 gerade die ,franzosen knnen ohne unsere ,musik zum ,beispiel gar nicht leben4 ,als wir krzlich den #aej4 ,geburtstag von ,beethoven feierten1 feierten ihn die gebildeten ,franzosen andchtig mit4 ,und als sie gar wieder in ihrer groen ,oper ein ,musikdrama von ,richard ,wagner1 ,die ,walkre81 hren durften1 waren sie frmlich begeistert4 ,an diesem ,abend waren sie unsere ,feinde nicht4 hnlich geht es uns mit den schnen alten ,wald- und ,weiherbildern der ,franzosen1 die in ihrer ,art ebenso herrlich sind wie die ,musik der ,deutschen4 ,aber mit dem guten ,vater ,corot81 wie er hie in ,paris1 in den ,drfern und ,wldern ringsum1 mchte ich dich doch recht nahe bekannt machen1 intim befreundet1 wie er selber in seiner ,sprache sagte4 ,nun ist ja ,vater ,corot schon an die fnfzig ,jahre tot4 ,aber wrest du ihm einmal begegnet auf stillen ,waldwegen und httest ihm gesagt1 da du seinen ,frhlingsmorgen wunderschn findest1 dann wrde dich der kleine silberlockige ,herr aus seinen kindlich-schnen ,blauaugen gerhrt angeschaut haben4 ,er wrde dir die gottgesegnete ,malerhand auf den ,scheitel legen und halb wie im ,traum zu dir sprechen3 ,alle meine schnen ,bilder1 worin ich ,gottesdienst im ,walde und am spiegelnden ,wasser gefeiert1 habe ich nicht blo fr ,franzosen gemalt1 sondern gerade fr dich1 mein ,kind1 und fr die feinen und zarten ,seelen aller ,vlker und ,lnder1 die selber von ,frhlingssonne durchleuchtet sind1 so wie ich48 ,dann fhrte ,vater ,corot dich an der ,hand zu seinem ,landhuschen an den ,teichen und zeigte dir seine vielen ,bilder an den ,wnden und in groen ,stapeln auf dem ,fuboden1 da man kaum einen ,weg zwischen den dichtgestellten ,reihen findet4 ,es machte ihm immer ,freude1 jungen ,menschen seine ,bilder zu zeigen1 die lichtklaren und funkelnden aus ,italien und die andern mit einem lustigen ,menschengewimmel1 mit alten ,griechen1 ,heiligen1 mit ,rittern1 ,kavalieren1 ,damen1 ,soldaten aus alten ,zeiten1 was man so ,geschichtsbilder nennt1 obgleich ja die schne ,malerei darauf kostbarer ist1 als die ,taten aus der ,geschichte1 von denen man doch nichts ,genaues wissen kann4 ,aber die schnsten sind gewi die ,bilder aus seiner silbernen ,zeit81 als er nmlich in den ,wldern die ,nebel und ,lichter noch viel zarter als ,silberfiligran1 rein wie ,feenmrchen zu malen verstand4 ,so wie wir's sehen auf unserm berhmten ,bilde des ,frhlingsmorgens1 das sozusagen die ,krone seiner ,schpfungen ist4 ,und dann nach einer geschlagenen ,stunde der ,bilderschau1 was denkst du wohl1 was ,vater ,corot schlielich getan htte8 ,er htte dir eine von seinen schnsten silberhauchzarten ,landschaften mit einem schnen ,gru an deine deutsche ,mutter zum ,andenken mitgegeben1 ein ,bild1 das heute nach unserm ,gelde mehr als eine ,million wert ist4 ,ja1 so war ,vater ,corot4 ,heute allerdings sind die ,knstler nicht mehr wie die reinen ,kinder4 ,mach' nicht so ein unglubiges ,gesicht1 ,mdel6 ,camille ,corot war wirklich so geartet4 ,noch ganz andere ,dinge hat mir ,albert ,hertel1 unser herrlicher deutscher ,landschaftsmaler1 der nicht nur mit dem zarten ,corot1 sondern auch mit dem strengen ,gustave ,courbet als ,maler und ,mensch befreundet war1 aus alten franzsischen ,ruhmestagen der ,kunst erzhlt4 ,als ,corot noch in dem ,malerdrfchen ,barbizon am groen ,mrchenwalde sa1 kam eines ,tages ein feiner ,herr und wollte ihm ein ,bild abkaufen4 ,der gute ,corot zitterte vor ,aufregung1 und so schlecht es ihm und seinem heute hochberhmten ,genossen damals ging1 er wagte keinen ,preis zu nennen1 aus ,furcht1 er mchte zuviel fordern4 ,da gab ihm der feine ,herr #cjj ,francs4 ,corot war erschttert ber das ,geld wie ber die freundlichen ,worte des klugen ,kunstkenners1 und in seines ,herzens ,freude drngte er dem ,fremden noch ein zweites ,bild als ,gratiszugabe frmlich auf4 ,und wie kam's8 ,nachdem seine feine ,kunst jahrzehntelang miachtet war1 erlebte es ,corot noch1 da jenes ,zugabebildchen mit #bjjjj ,francs bezahlt wurde1 ,albert ,hertel erlebte noch die ,preissteigerung auf #bcjjjj ,francs1 lange vor dem ,kriege1 und du1 mein ,kind1 wirst es fr mehr als eine halbe ,million in ,gold in eine neue ,hand gehen sehen4 ,und was die ,hauptsache ist1 die ,bilder ,corots sind auch wirklich so viel und noch mehr wert4 ,und warum8 ,das ist schwer zu sagen1 oder du verstndest es noch nicht4 ,man knnte sagen1 ein ,bild wie unser ,frhlingsmorgen ist eines so ungeheuren ,preises wert1 weil die ,gnade ,gottes darauf ruht1 weil es unsterblich ist und noch in spteren ,jahrhunderten jedes ,auge und ,herz entzcken wird1 wie uns heute nach #djj ,jahren die wunderschnen ,muttergottesbilder von ,raffael und nach #gjj ,jahren die zarten ,lieder unseres ,herrn ,walter von der ,vogelweide ebenso zu ,herzen gehen wie den ,zeitgenossen der unsterblichen ,meister4 ,und das merke dir1 ,kind1 in der ,kunst von ,gottes ,gnaden 7du ahnst wohl1 was ich damit meine7 fragt man nicht erst1 ob der ,maler oder ,dichter ein ,deutscher1 ,italiener oder ,franzose gewesen ist4 ,sie waren ,weltbrger1 weil ihre ,werke in der ganzen ,welt heimatlich eingebrgert sind und von allen ,menschen verstanden werden4 ,drum grme dich nicht weiter um die bsen und sterblichen ,franzosen1 die doch nur ,spreu vor dem ,winde sind2 aber die unsterblichen und guten ,franzosen wnschen deine ,freundschaft und ,liebe1 und da schlage mit deiner deutschen ,hand getrost in ihre ,wunderhand ein68 ,leise nahm das deutsche ,mdel das ,bildchen des ,frhlingsmorgens vom ,schreibtisch mit sich fort1 um es mit ,reipinnen an die ,wand ihres ,stbchens festzuheften4 ,spter wird sie's in ein ,rhmchen tun4 ,das ,bildchen ist fr sie zum ,erlebnis geworden1 das merke ich schon4 ,nun wollte ich aber eingehend berichten1 wann ,corot geboren1 gestorben1 und was er alles nach und nach gemalt hat4 ,siehe1 da steckt das blonde ,mdel schon wieder den ,kopf durch die ,trspalte1 diesmal jedoch mit glhenden ,wangen und bittenden ,blauaugen4 ,ob ich ihr nicht mehr erzhlen wolle ber den ,camille1 den guten ,vater ,corot1 und ob er noch mehr deutsche ,freunde gehabt habe8 ,natrlich1 mein ,kind1 jeder ,deutsche war sein ,freund1 der artig an seine bescheidene ,tr klopfte4 ,sehr vielen jungen deutschen ,knstlern hat ,corot geholfen auf dem schweren ,wege der ,kunst1 und nicht ,corot blo4 ,die ,franzosen fhlten sich geehrt1 wenn man sie um ,rat ansprach4 ,sie sind ja sehr unruhige ,nachbarn und ,plagegeister1 aber es hat doch auch schne ,zeiten gegeben1 in denen deutsche und franzsische ,maler ein ,herz und eine ,seele gewesen sind4 ,den ,maler ,ludwig ,knaus1 der so fein und sauber1 gemtvoll und witzig das ,bauern- und ,brgerleben geschildert1 hat der ,kaiser der ,franzosen1 der bei ,sedan den ,thron verlor1 auf der ,pariser ,weltausstellung wie einen ,frsten gefeiert4 ,und unsern ,adolf ,menzel haben die ,franzosen frmlich wie ,fchslein den ,lwen angestaunt4 ,und je deutschtmlicher einer war1 um so mehr haben ihn die ,pariser geehrt4 ,das magst du dir auch merken4 ber vier ,jahrzehnte gingen die jungen deutschen ,knstler1 nachdem sie in ,mnchen1 ,berlin und ,dsseldorf ihre ,sache gelernt hatten1 nach ,paris1 um sich hier sozusagen den letzten ,schliff zu holen bei diesen geschickten1 gewitzten und handwerkstchtigen ,parisern4 ,ein ,fest war es1 wenn sie in den groen ,wald pilgerten1 wo ,corot malte und mit ihm groe ,knstler wie ,rousseau1 ,millet1 ,courbet1 ,dupr1 ,diaz1 ,daubigny4 ,corot hat erst spt seinen ,weg gefunden in das ,paradies oder ,feenreich1 wo er die leuchtenden ,wunder der ,gottesschpfung entdeckte4 ,im groen ,walde von ,fontainebleau glaubte er das verlorene ,paradies wiedererschlossen zu haben1 und wir glauben's ihm gern4 ,er war am #bi4 ,juli #agif in ,paris geboren4 ,aber sein geschftsstrenger ,vater hielt nicht viel von der ,kunst und versagte dem ,sohn die ,mittel zu dem heilig ernsten ,streben4 ,schlielich hat es ,camille doch durchgesetzt1 doch schon war er #bf ,jahre alt4 ,und dann verlor er noch manches ,jahr bei den ,schulfuchsern und ,modemalern1 die gar nicht nach seinem ,herzen waren4 ,nicht was in ,bchern stand1 wollte er malen1 sondern was er in der ,einsamkeit selber schaute1 nicht eine aufgeputzte und frisierte ,natur1 sondern den ,wunderglanz des ,morgens und ,abends und die ,sonnenherrlichkeit des ,mittags ohne menschliche ,zutaten4 ,so ganz fein und geheim wollte er die in der ,sonne tanzenden ,bltter1 den silbers wallenden ,frhnebel belauschen1 und das nannte er1 wie seine ,freunde1 die intime ,landschaft1 und sie alle zusammen bildeten die sogenannte ,schule von ,fontainebleau81 um ihrer ,kunst einen schnen ,namen zu geben4 ,ich sage dir1 es ist da1 zwei ,bahnstunden sdlich von ,paris1 ein herrlicher ,wald1 auf ,meilenweite mit ,buchenhochwald1 mit ,hgeln1 ,schluchten1 ,smpfen1 ,weihern1 einsamen ,heiden1 seitwrts von der uralten ,burg des blauen ,brunnens1 des gewaltigen und prchtigen ,schlosses ,fontainebleau1 das vor vier ,jahrhunderten erbaut und spter vergrert wurde1 worin sehr viele heitere und bse ,dinge sich begaben1 was aber den guten ,corot nicht weiter anfocht4 ,er sa weitab1 am ,waldrand im ,drfchen ,barbizon1 und jeden ,morgen zog er in den grnen ,walddom1 auf die ,hhen1 schaute in die ,schluchten und trumte und malte an murmelnden ,quellen4 ,nun hre1 wie er selber von seiner ,malerarbeit und ,waldandacht erzhlt1 und zwar in einem ,briefe an seinen ,freund1 den ,maler ,dupr6 ,am frhsten ,morgen steht man auf1 um drei ,uhr1 vor der ,sonne4 ,man setzt sich an den ,fu eines ,baumes1 man schaut sich um und wartet4 ,zuerst sieht man nicht viel4 ,die ,natur gleicht einem grauen ,leintuche1 worauf sich kaum die ,umrisse einiger ,massen abzeichnen4 ,alles duftet1 alles bebt im erfrischenden ,luftzug des kommenden ,tages4 ,bing6 ,die ,sonne wird hell4 ,sie hat noch nicht die ,schleier zerrissen1 wohinter sich die ,wiese1 das ,tal1 die ,hgel des ,horizonts verbergen4 ,die nchtlichen ,dnste schweben noch wie ,silberflocken ber dem matten grnen ,grase4 ,bing6 bing6 ,im ,gebsch zwitschern unsichtbare ,vgel4 ,ein erster ,sonnenstrahl -- ein zweiter ,sonnenstrahl6 ,die kleinen ,blmchen scheinen freudig aufzuwachen4 ,ein jedes von ihnen hat seinen glitzernden ,tautropfen4 ,die zarten ,bltter zittern in der ,morgenluft4 ,es scheint1 als ob die ,blumen ihr ,morgengebet sprchen4 ,die ,liebesgtter schweben auf ,schmetterlingsflgeln ber die ,wiesen und lassen das hohe ,gras in sanften ,wellen schwingen4 ,man sieht nichts4 -- ,alles ist da4 ,die ganze ,landschaft liegt hinter dem durchsichtigen ,nebelschleier1 der steigt und steigt1 aufgesogen von der ,sonne1 und der schlielich alles enthllt1 die ,silberzunge des ,baches1 die ,wiesen1 die ,bume1 die ,htten1 die fliehende ,ferne4 ,endlich unterscheidet man alles1 was man anfnglich vermutete4448 ,so geht's noch viele ,seiten weiter in dem ,briefe4 ,nun sage1 mein ,kind1 ist das nicht wundervoll8 ,da hast du mit einem ,wort die intime ,kunst1 wie sie noch niemand intimer belauscht und gemalt hat1 als ,camille ,corot4 ,aber das ,bild des ,frhlingsmorgens hat der ,meister nicht in ,fontainebleau1 sondern in seinem spteren ,wohnsitz ,ville d',avray gemalt4 ,dort1 wo er auch bis zu seinem ,tode am #bb4 ,februar #ahge gewohnt1 gearbeitet und seinen langsam aufsteigenden ,ruhm genossen hat4 ,es ist auch ein schner ,fleck ,erde am ,rande des herrlichen ,parks des berhmten ,schlosses ,st4 ,cloud und unfern der groartigen ,porzellanfabrik von ,svres1 auf dem ,wege nach ,versailles4 ,vor seinem ,huschen hatte ,corot die drei ,weiher im ,zuge eines alten ,mhlbaches4 ,diese ,teiche mit ihrem sanften ,spiegelglanz und den leisnebelnden ,silberschleiern hat ,vater ,corot unsterblich gemacht1 denn man schaut sie immer wieder auf den feinen1 zarten1 traumseligen ,meisterwerken4 ,hat ,friedrich der ,groe in der ,galerie von ,sanssouci den ersten ,hhepunkt franzsischer ,kunst mit den kstlichen ,watteaus1 ,lancrets1 ,paters erfat1 die volle ,hhe erstieg diese ,kunst an den ,teichen von ,ville d',avray1 nach deutschem ,gefhl4 ,nun schaue einmal auf dem ,bildchen diesen unendlich glckseligen ,zauberhauch des ,frhlingsmorgens auf dem perlschimmernden ,spiegel des ,teiches1 dessen ,ufer weichnebelndes ,traumglck atmen6 ,die alte ,erle greift mit hundert ,armen dem gttlichen ,licht entgegen1 die ,bltter zerflimmern1 verhauchen im ,morgenglanz1 ganz so wie die arme ,menschenseele in pfingstlicher ,feierstunde vor dem ,herrgott1 der die schne ,welt erschaffen und immer wieder1 immer schner verjngt1 in ,andacht sich demtigt und ewige ,seligkeit vorempfindet4 ,corot war eine fromme1 eine glckselig-fromme ,seele4 ,halte das ,bildchen in ,ehren1 mein ,kind1 und halte heilig fest an der ,kunst der groen ,meister1 und du wirst ein guter und glcklicher ,mensch werden6 ,maximilian ,rapsilber4 ,die ,hochzeitsreise ,von ,moritz v4 ,schwind ,geboren #ba4 ,januar #ahjd in ,wien1 gestorben #h4 ,februar #ahga in ,mnchen4 -- ,schackgalerie in ,mnchen ,buntbild ,v ,wenn ich den ,namen ,schwind hre1 dann fllt mir immer ein liebes altes ,bilderbuch ein1 das in unserer ,kinderstube einen ,ehrenplatz hatte4 ,sein ueres ,gewand war freilich nicht sehr schn1 das ,buch war schmal und hoch1 hatte einen wirr und bunt bedruckten ,pappdeckel und nannte sich mit groen krausen ,buchstaben3 ,mnchener ,bilderbogen48 ,aber innen -- ja1 da war es voll schwarzer und farbenfrhlicher ,herrlichkeiten1 an denen der gute ,geschichten- und ,mrchenonkel ,schwind reichlich mitgeschaffen hatte4 ,auf alle die vielen ,bilder kann ich mich nicht mehr besinnen1 blo ein paar von ihnen stehen mir noch deutlich im ,gedchtnis3 das ,bildermrchen vom ,gestiefelten ,kater81 dessen anmutige und schalkhafte ,einzelheiten wir nicht mde wurden1 mit leuchtenden1 deutenden und lachenden ,augen zu betrachten2 und dann ,die ,geschichte vom ,herrn ,winter81 in der uns besonders ein ,bildchen ans ,kinderherz gewachsen war1 das1 auf dem der alte brummige ,wintersmann1 dick bereift und behaglich eingemummelt in ,mantel und ,kapuze1 ein ,tannenbumchen im ,arm1 durch die schmalen1 stillen ,gassen des ,stdtchens stopft1 hinter deren kleinen ,fenstern die hellen ,weihnachtslichter blitzen -- wohin mochte der ,alte gehen8 ,ja1 ,meister ,schwind ist immer ein ,mrchen- und ,geschichtenerzhler gewesen6 ,das hing wohl mit seiner ,herkunft zusammen1 stammte er doch aus dem heitern1 beweglichen sterreich1 in dem man das warme ,beisammensitzen mit ,freunden und ,gevattern in der ,stube und in ,gottes sonniger ,natur mit all den guten ,dingen der ,gemeinsamkeit1 wie ,essen1 ,trinken1 ,musizieren1 ,plaudern und ,geschichtenerzhlen so recht von ,herzen lieb hat4 ,so steckte schon durch ,blutserbe viel ,behagen und ,lebenslust in ihm1 eine frische1 frohe ,sinnenfreude1 die allem daseinsfremden ,grbeln und blassen ,deuteln abhold war und am farbigen1 mit ,herz und ,sinn sprbaren ,abglanz des ,lebens ihr ,gengen fand4 ,dazu aber kam noch ein besonderer ,zug im ,wesen unsres ,malerdichters3 sein leidenschaftlicher ,hang zur ,natur und ihrem ,frieden1 der so stark war1 da er schon als junger ,mensch wirklich ernsthaft einmal daran gedacht hatte1 als ,einsiedler -- natrlich mit einigen guten ,freunden6 -- in der ,stille des ,waldes zu leben4 ,zum ,glck ist daraus nichts geworden1 das lachende ,leben hat seinen ,lieblingssohn festgehalten1 aber der ,hang zur ,einsiedelei kam immer wieder einmal ber ihn1 so da er ab und zu ein paar kstliche ,bildergeschichten von einsamen ,heiligen1 ,klausnern und ,waldbrdern erzhlen mute4 ,das alles machte ihn so recht zum ,fabulieren fhig und bereit3 er sah mit hellen1 mnnlich tapfern1 alle ,erdenschnheit suchenden und bestaunenden ,augen in die ,welt1 hauste frhlich und behaglich mit den ,seinen und den ,freunden1 schlug sich wacker mit den ,feinden und lebte doch dabei tief innen in sich und lie die ,eindrcke und ,erlebnisse sich in seiner ,seele weiterspinnen1 bis er sie1 von ihnen gedrngt1 wieder aus sich herauslassen mute444 und dann quollen all die bunten1 krausen ,geschichten1 ,mrlein1 ,einflle1 die immer mit einem goldnen ,fdchen des ,humors mit dem wirklichen ,leben seiner ,umwelt zusammenhingen1 aus seinen ,hnden aufs ,papier oder auf die ,leinwand4 ,ja1 auch das mt ihr wissen1 wenn ihr seine ,bilderpoesien betrachtet3 es steckte ihm auch die richtige verschmitzte sterreichische ,necklust im ,blute1 die im ,grunde ,liebe ist1 und die auch den sinnig-ernsten ,gedanken seiner ,lebensanschauung unversehens ein ,schellenmtzchen aufsetzte und sie und sein ganzes ,leben und ,tun mit dem hellen ,zauberton des ,humors umklingt4 ,da haben wir den ganzen ,meister ,schwind gleich auf unserm wunderschnen ,bild ,die ,hochzeitsreise86 ,guckt es euch genau an1 wir werden es gleich herausfinden6 ,kann man sich berhaupt satt daran sehen8 ,ich habe es nun schon an die hundertmal betrachtet1 und immer wieder umspinnt mich die lichte1 behagliche ,lebenslust1 der reine ,friede seiner ,bildseele4 ,und das ,ganze1 ja1 ist wieder eine lchelnde ,dichtergeschichte1 welcher die liebevoll zusammengestimmte ,farbe und die sauber und bedchtig schnrkelnden ,linien recht eigentlich ein ,rahmen sind1 wie die zierhafte ,goldfassung einem ,edelstein4 ,seht1 ber dem alten giebeligen sddeutschen ,stdtchen steht ein blauer ,sommermorgen1 und vor dem ,gasthaus zum ,goldnen ,stern wartet die prchtige1 mit rotem ,plsch gepolsterte gelbe ,postchaise82 der stattliche ,herr mit der ,reisetasche hat wohl eben dem dicken ,herrn ,wirt die ,rechnung fr den ,aufenthalt bezahlt und ihm seine ,anerkennung fr die sorgliche ,unterkunft ausgesprochen1 dann noch ein ,wrtlein ber das ,wetter mit ihm geschwatzt und danach die guten ,reisewnsche des ,gastwirts entgegengenommen -- denn damals1 in den vierziger ,jahren des vorigen ,jahrhunderts1 hatte man noch viel ,zeit1 da gab es noch wenig ,hast und kaum schon ,eisenbahnen1 da konnte man noch viele gute und umstndliche ,worte machen6 ,aber nun wurde es doch endlich ,zeit mit der ,abfahrt1 denn die junge schne ,frau sitzt schon ein wenig ungeduldig und sehnschtig in dem offnen ,chaischen1 dafr bekommt sie nun auch noch ein paar artige ,komplimente von dem ,sternwirt und der ,sternwirtin zu hren4 ,der ,postschwager1 von dem man blo den hohen ,tressenhut sieht1 strngt umstndlich das ,handpferd wieder an1 dem ,gasthausspitz1 der das sieht1 fhrt ein kleines ,reisefieber in die ,glieder1 denn er will den ,wagen bis vors ,tor begleiten1 und der wrdige ,kaufmann mit der sommerlichen ,schirmmtze in dem ,ldchen gegenber steht schon lange in seiner ,ladentr auf der ,lauer1 um der ,abfahrt zuzuschauen und dann mit dem ,sternwirt noch eine kleine wohlwollende ,nachschwatz zu halten2 auch die ,mdchen am ,brunnen stehen gaffend1 wartend und schwatzend und lassen die ,eimer berlaufen -- o man wei ,bescheid1 das waren vornehme ,fremde1 ,herr und ,frau v4 ,schwind aus der ,hauptstadt1 ein berhmter ,kunstmaler1 und seine junge ,frau war eine ,majorstochter1 die ,herrschaften waren auf der ,hochzeitsreise1 ei1 ei1 da lacht das ,glck aus allen ,winkeln1 und da ist man galant und zrtlich und schmckt selbst den ,postwagen mit frischen ,blumen444 der junge ,ehemann hat gestern abend noch drben in dem ,kaufmannsldchen eine ,tte ,honigzucker und ein ,flschchen ,rosenwasser und fr sich selbst ein ,bchschen feinster ,pomade gekauft -- das wei die ganze ,stadt6444 ,und das1 ihr knnt es glauben1 stimmt alles aufs ,haar6 ,meister ,schwind hat sich selbst und seine geliebte junge ,frau auf der ,hochzeitsreise gemalt2 und seht einmal ganz scharf hin --3 der behbige ,wirt in der roten ,sammetweste1 der so ehrerbietig das grne ,kppchen schwingt1 trgt die ,zge von ,schwinds liebem ,jugendgenossen ,lachner1 des weitbekannten ,kapellmeisters und ,komponisten1 der in ,wien neben dem jungen ,dichter ,grillparzer1 dem ,musiker ,franz ,schubert und andern zu seinem ,freundeskreis gehrte4 ,da haben wir den ,schalk1 der mit den ,augen zwinkert und mit den ,lippen schmunzelt1 der lachend seine gute ,freundesliebe und sein ganzes groes1 helles ,jungehemannsglck in das ,bild hineingemalt hat4 ,an solchem ,spa konnte er selbst seine herzlichste ,freude haben1 und solche launigen ,anspielungen findet ihr auf vielen seiner ,bilder1 sie hingen immer irgendwie mit der ihm vertrauten ,wirklichkeit und dem warmen ,leben zusammen444 ,und nun hrt1 was ,meister ,schwind selber einmal ber seine ,kunst zu einem guten ,freunde1 der auch ein ,malersmann war1 gesagt hat1 als sie miteinander im ,walde spazierengingen4 ,sixt1 schau1 ist das nit herrlich6 ,wann einer an ein schn's ,bumle sein ,lieb und ,freud hat1 so zeichnet er all sein ,lieb und ,freud mit1 und's schaut ganz anders aus1 als wenn's ein ,esel schn abschmiert48 ,in dem frisch herausgesprudelten1 frhlich-weisen ,satz steckt der ganze ,schwind6 ,immer hat er sein ,lieb und ,freud8 mitgemalt1 die galten ihm mehr als alles blo ,handwerkliche oder ,technische1 wie es in der ,knstlersprache heit1 und sie geben allen seinen ,schpfungen die zu ,herzen dringende ,augenlust4 ,aber ihr drft deshalb nicht glauben1 da ,meister ,schwind seine ,werke und ,werklein in leichter oder gar leichtfertiger ,arbeit geschaffen habe2 man kann es in seinen lebendigen1 in jedem ,wort unverstellten ,briefen nachlesen1 wie ernst und schwer er mit ,stoff und ,form gerungen1 gewi in unverdrossener ,lust1 aber auch oft bis zur bittern ,ermdung1 eh' ihm selbst alles gelungen schien1 da es nun wie eitel ,spiel und ,lust wirkte4 ,hinter jeder ,meisterkunst1 auch hinter der anmutigsten1 heitersten1 steht ernste1 tapfre und mhselige ,arbeit1 tagtglicher ,kampf und eine unablssige ,aufopferung des ganzen ,mannes durch lange ,wochen und ,monate -- verget das nicht im freudigen ,schauen1 denkt immer einmal mit ,ehrfurcht daran1 um so grer und staunenswerter wird dann die ,meisterschaft auf euch wirken1 und etwas von dem ,hauch ihrer sittlichen ,kraft wird euch in die ,seele wehen4 -- ,ihr wit es nun schon1 ,schwind ist in allen ,werken ein ,dichtermaler oder -zeichner gewesen4 ,oft gab ihm das eigene ,erleben1 ,erinnern und ,trumen1 bot ihm die nchste vertraute ,umwelt die ,anregung und den ,stoff zu holden ,bilderfabeleien1 an deren ,ausgestaltung und ,ausschmckung er sich nicht genugtun konnte4 ,aber noch eine andre ,schatzkammer stand seinem ,knstlersinn offen1 angefllt bis zur ,decke mit edelstem1 lieblichem ,geistesgut1 dessen reiner ,glanz die ,augen grer und den ,geist heimatselig und andchtig machte1 die ,schatzkammer unsrer deutschen ,mrchen und ,sagen4 ,auch hier trat ,meister ,schwind ein1 um zu suchen und zu finden1 tat es immer wieder1 mit fast noch willigeren ,hnden als in den gabenreichen ,kreis der nahen ,erlebniswelt1 ehrfrchtigen ,sinnes und beglckten ,herzens2 hier fand er ja alles1 was seinem ,wesen teuer war1 in andrer ,form schon fein gebildet1 so da er nur zuzugreifen und es in sein eignes ,schaffensreich zu ziehen brauchte1 um es darin mit ,lust und ,freud' auf seine besondre ,art umzuschmelzen1 und neu zu schaffen1 sich und den ,menschen zum ,wohlgefallen444 ,vom ,gestiefelten ,kater habe ich euch schon erzhlt1 aber da gibt es noch viel1 viel mehr und fast noch ,schneres6 ,habt ihr vielleicht dies und das schon gesehen8 ,da hat er das liebe brave ,aschenbrdel noch einmal zum ,staunen schn in ,farbe gedichtet1 und das ,mrchen von den ,sieben ,raben und die ,geschichte von der ,schnen ,melusine und mehr und mehr1 lauter ,gestalten und ,begebenheiten1 bei deren ,namen das ,herz aufhorcht und freudig klopft wie beim ,klang von ,mutterworten oder ,weihnachtsglocken2 da hat er in der herrlichsten deutschen ,burg1 der ,wartburg im ,thringerwald1 das wunderreiche ,leben der heiligen ,elisabeth an die ,wand gemalt1 die trotz ,strafe und ,verbot ihres ,gemahls der ,barmherzigkeit diente1 und in deren ,scho das ,brot zu ,rosen ward1 als der ,zorn des ,gatten sie treffen wollte444 ,ihr mt das alles und noch viel andres1 was er geschaffen hat1 selbst einmal anschauen1 jetzt oder spter1 wie sich euch die ,gelegenheit bietet1 und wie ihr sie euch nehmt1 und ihr werdet den ,meister ,schwind1 der so erdenfroh und lebensselig und ein ganzer ,poet war1 mit jedem ,bild und ,blatt lieber gewinnen und in jedem ein ,labsal frs ,leben gefunden haben1 zu dem ihr euch in guten und schlimmen ,stunden immer willig und dankbar zurckfinden werdet4 ,gertrud ,triepel4 ,das ,stndchen ,von ,carl ,spitzweg ,geboren #e4 ,februar #ahjh in ,mnchen1 gestorben #bc4 ,september #ahhe ebendort4 -- ,schackgalerie in ,mnchen ,bild #be ,nun1 liebe ,jugend1 horche auf und siehe6 ,jemand tritt in eure ,mitte1 seine ,augen gren euch voll ,gte1 ,schalk und ,humor3 ,carl ,spitzweg6 ,aus der ,flle der ,bilder1 die dieser ,knstler geschaffen hat1 greife ich eins heraus1 um es euch zu zeigen1 nmlich das ,stndchen84 ,lacht ihr wohl8 ,ja1 ihr lacht6 ,schaut nur mit recht hellen ,augen auf dieses kstliche ,bild4 ,die groe ,kunst ,carl ,spitzwegs1 kleine ,dinge getreu und unendlich liebevoll wiederzugeben1 kommt hier zu ihrem vollen ,recht1 und deshalb ist er auch wohl treffend der ,maler des ,idylls8 genannt worden4 ,seid ihr wohl einmal in einer schimmernden ,mondnacht ans ,fenster getreten und habt hinausgeblickt8 ,habt ihr da gesehen1 wie das ,mondlicht auf den simplen ,steinflieen glitzert und gleit8 ,habt ihr die ,zrtlichkeit des glasklaren ,nachthimmels beobachtet1 der sich hoch ber die ,erde spannt1 wie eine sternbeste ,kuppel ber einen groen ,dom8 ,das alles seht ihr hier auf unserm ,bilde4 ,im ,hintergrunde ragen ,tore und ,trme einer alten sdspanischen ,stadt1 einer ,stadt1 in deren ,winkeln und blaudmmernden ,hfen reine ,romantik blht4 ,vor uns steht das stolze ,patrizierhaus1 vom ,mondschein umflossen4 ,die ,nacht trumt444 ,bis dann ganz pltzlich die nchtliche ,stille durch ,musik zerrissen wird444 ,die schne ,frau1 die da auf dem ,balkone steht und vorsichtig hinunterspht1 hatte in ihrem ,schlafgemach das ,kerzenlicht noch brennen4 ,ihre ,gedanken waren in ,glck versponnen2 denn sie ist ,braut4 ,sie hatte die ,musikanten nicht kommen hren und war nun bei den ,klngen der ,musik aufgeschreckt4 ,das aus dem ,zimmer dringende ,licht legt um ihre ,gestalt einen goldigen ,schein2 seltsam flimmern die bleichen ,strahlen des ,mondlichts in ihrem ,haar4 ,ob sie wohl den ,brutigam erkennt1 der vornehm lssig am ,sockel der hohen ,steintreppe lehnt und sinnend dem ,spiele der ,freunde lauscht86444 ,hier ist ,carl ,spitzweg wieder einmal der kluge1 humorvolle ,lebensknstler1 der schalkhaft all die ,personen vor uns hinstellt1 wie auf der ,bhne4 ,sie stehen gespreizt1 etwa wie ,schauspieler1 ihre ,bewegungen haben etwas ,geziertes4 ,sie wollen der ,braut des ,freundes ihre beste ,kunst zeigen und spielen begeistert4 ,diese acht jungen ,mnner sind die echten ,vertreter der guten1 alten ,zeit1 jener ,zeit1 da die ,menschen noch nicht das rasende1 nervenzerrttende ,tempo der ,eil- und ,d-,zge1 ,autos und ,flugzeuge kannten1 als vielmehr die dicken1 schweren ,gule die behaglich gemtliche ,postkutschen zogen4 ,die ,geigen jauchzen1 das ,cello schluchzt1 die ,flte tnt silbern leis1 dazwischen klingen die lustigen ,akkorde der ,zither und ,klarinette1 das sentimentale ,klagen der ,ziehharmonika und das jubelnde ,rufen des ,waldhorns4 ,wie behutsam und doch so sicher leuchten die ,farben dieses ,bildes6 ,das warme krftige ,blau triumphiert1 das sanfte abgestufte ,grau der ,steine1 das tiefe ,samtdunkel der ,kleidung1 das ruhende ,grn des ,efeus2 alle ,farben stimmen glcklich zueinander4 ,die ,lichtwirkung ist meisterhaft4 ,auch das ,helldunkel des ,hintergrundes hat ,carl ,spitzweg so treffend gemalt1 da der ,brutigam1 obgleich im ,schatten des ,hauses1 doch scharf umrissen vor uns steht4 ,wir sehen seine ,gestalt1 die lssig ber der ,brust verschlungenen ,arme1 selbst die khn aufstrebende ,feder des ,baretts ist deutlich sichtbar4 ,er scheint zu lauschen1 und doch fhlen wir1 da sein ,blick die ,braut sucht1 die von ,licht umflossen an der ,balkonbrstung lehnt4 ,ihr werdet die frhliche ,kunst ,carl ,spitzwegs noch nher kennenlernen1 wenn ihr erst weiter ins ,leben hineinschreitet4 ,sicher begegnet euch hier und da wieder einmal eines seiner lieblichen ,bilder in ihrer klaren ,wahrheit4 ,es sind deren ja so viele2 denn das ,leben dieses ,malers war lang und reich an ,schaffen4 ,und wer das ,leben so geliebt hat wie ,carl ,spitzweg1 dem mute der ,tod sachte und gtig den ,pinsel aus den ,hnden nehmen1 ehe sie ganz mde wurden4 ,alles war gut1 behaglich und schn im ,leben dieses heiteren ,knstlers4 ,er wurde am #e4 ,februar #ahjh geboren4 ,im ,hause seines ,vaters verlebte er eine stille1 aber frohe ,jugend in der alten1 berhmten ,kunststadt ,mnchen4 ,sein ,vater war ,kaufmann und wollte seine ,kinder frs praktische ,leben erziehen4 ,so sollte ,carl ,apotheker werden4 ,er wurde ,lehrling und dann ,provisor1 wenngleich ihm treibende ,wandersehnsucht im ,blute lag4 ,seinen ,freunden war er ein guter ,kamerad1 hatte fr harmlose ,freuden ein warmes1 empfindsames ,herz und htte wohl bis an sein ,ende das ,leben eines zufriedenen ,brgers gefhrt1 wenn nicht eines ,tages sein ,talent entdeckt worden wre4 ,auf ,anraten des ,landschaftsmalers ,christian ,heinrich ,hansonn gab er seinen ,beruf auf und sattelte um4 ,nun durfte er reisen1 konnte die vielfltigen ,reize fremder ,lnder sehen1 und seine feine intime ,kunst blhte auf4 ,carl ,spitzweg hatte bereits das achtundzwanzigste ,lebensjahr erreicht1 als er sich der ,malerei zuwandte4 ,schon als ,lehrling in der ,dr4 ,pettenkoferschen ,apotheke zeigte er kluge ,beobachtungsgabe und reges ,interesse fr seine ,umwelt4 ,er studierte die ,menschen1 mit denen er in ,berhrung kam1 achtete auf ihre ,gebrden1 ihr ,mienenspiel und ihr ,lcheln4 ,und selbst komische ,schwchen und irgendwie trichte ,angewohnheiten bei ihnen erfate er schnell4 ,diese ,gabe ist ihm dann in seinem neuen ,beruf von hohem ,nutzen gewesen4 ,wo immer er durch etwas gefesselt wurde1 er hielt es gleich im ,bilde fest2 wie oft mute ein ,zigarrenkistendeckel oder sonst etwas zu diesen ,skizzen herhalten4 ,so lebt in seinen ,bildern vornehmlich das kleinbrgerliche ,treiben der guten1 alten ,zeit4 ,mit feinem ,humor hat ,carl ,spitzweg die kleinbrgerlichen ,gestalten und ihre ,eigenheiten in unzhligen ,abarten verewigt3 die dicken1 gutmtigen ,brger1 die behbige1 gestrenge ,hausfrau1 heitere ,jugend in hellen1 steifgestrkten ,kleidern1 selbstbewute und darum drollig wirkende ,soldaten und den ,postkutscher mit seinem schnen ,horn4 ,wie sein groer ,freund1 ,moritz v4 ,schwind1 liebte auch ,carl ,spitzweg die deutsche ,mrchenwelt4 ,so wuchsen unter seinen frohen ,hnden ,nymphen1 ,eremiten1 ,waldbrder und allerlei lustige ,fabelwesen4 ,und er baute um diese ,mrchenfiguren tiefe1 schweigende ,wlder1 durch deren ,dmmergrn muntere ,wasser pltscherten4 ,obgleich unseren ,knstler die ,pracht und ,schnheit ferner ,lnder entzckte und bewegte1 so war er fr seine ,heimat doch von kindlicher ,liebe erfllt4 ,alle seine ,landschaftsbilder sind in stillem ,jubel geschaffen2 er zeigt uns sein bayrisches ,mutterland3 goldene ,felder in reifer ,fruchtbarkeit1 von ,sonnenglanz berflammt1 von ,bergen umschlossen4 ,der ,erfolg blieb nicht aus4 ,schon vordem war ,carl ,spitzweg kein ,unbekannter mehr2 denn er hatte bereits oft fr die ,fliegenden ,bltter8 kleine ,bildchen voll feiner ,schelmerei gezeichnet4 ,aber ,spitzweg blieb auch in den ,tagen uerer ,anerkennung der bescheidene ,mensch1 der in seiner ,gte nicht zu wissen schien1 wie reiche ,gaben aus seinen ,hnden flossen4 ,wohl hatte auch er zu kmpfen gegen ,neid und ,migunst1 aber er stritt nicht6 ,er zog sich still zurck4 ,nach seinen ,wander- und ,reisejahren kehrte er nach ,mnchen heim1 und dann gingen alljhrlich aus seinem ,atelier1 das sich in einem hohen ,hause am ,heumarkt befand1 viele seiner ,bilder in die ,welt hinaus4 ,hier verbrachte er die letzten dreiundzwanzig ,jahre seines ,lebens1 umgeben von seinen geliebten ,bergen1 hier konnte er in stillen ,stunden trumen1 ohne da seine beschauliche ,einsamkeit gestrt wurde4 ,nur die ,kinderherzen wandten sich ihm in schwrmerischer ,liebe zu4 ,schmunzelnd lie er die ,taschen seines langschigen ,rockes auf ,nschereien und ,spielzeug untersuchen4 ,der ,jubel der kleinen ,besucher machte sein ,herz froh4 ,er ging mit der ,jugend1 mit ihren neuen1 wilden ,freiheitsplnen1 ihrer ungebrochenen ,kraft und ihren reinen ,idealen4 ,obgleich seine ,gestalt durch die ,last der ,jahre mehr und mehr gebeugt1 seine ,haut welk wurde1 blieb er innerlich jung1 weil er von ,sehnsucht nach ,schnheit durchglht war und diese ,schnheit1 die in der bescheidensten ,blte und dem kleinsten ,grashalm zu ihm sprach1 mit liebendem ,blick zu umfassen suchte4 ,dort oben in seinem ,knstlerheim1 das viel ,urvterhausrat barg1 lebte er sorglos und glcklich4 ,hier war der stille ,hafen1 der ihm ,frieden gab4 ,wohl drang noch manch lockender ,ruf aus der bunten1 lebenslustigen ,welt in seine ,einsamkeit4 ,seine ,wandersehnsucht war gestillt1 denn seine ,augen hatten auf der langen ,lebensfahrt viel leuchtende ,schnheit schauen drfen4 ,die ,erinnerung daran schuf ihm keine ,bitterkeit4 ,dankbar gedachte er frherer1 froher ,zeiten2 nun war er wunschlos geworden6 ,carl ,spitzweg hatte ein kluges ,lcheln voll stillen ,humors1 eines ,humors1 der nie wehe tat4 ,nur seine guten ,augen1 hinter dicken ,brillenglsern versteckt1 konnten fremde ,besucher zornig anblitzen1 wenn sie ihn unerwartet berraschten4 ,er blieb am liebsten allein4 ,seine ,lebensregel war einfach und klar3 ,wenn's dirs vergnnt je1 dann richt' es so ein1 ,da dir ein ,spaziergang das ,leben soll sein6 ,stets schaue und sammle1 knapp nippe vom ,wein1 ,mach' unterwegs auch ,bekanntschaften fein1 ,des ,abends kehr' selig bei dir wieder ein ,und schlaf in den ,himmel1 den offnen1 hinein68 ,die wenigen ,freunde1 mit denen er fter zusammentraf -- unter ihnen vor allem die ,maler ,moritz v4 ,schwind und ,schleich --1 liebten ihn um seines goldnen ,humors und seiner reichen ,gte willen4 ,am #bc4 ,september #ahhe vollendete sich dieses ,leben voll ,harmonie4 ,fr die ,kunst bedeutete sein ,tod einen herben ,verlust4 ,und wenn ihr einmal das ,portrt dieses freundlichen ,knstlers sehen solltet1 dann grt ihn im ,geiste voll ,dankbarkeit und ,liebe4 ,er hat's verdient6 ,seine goldklare ,kunst wird gerade fr euch1 die ,jugend1 immerdar ein ,brunnen bleiben1 aus dem ihr schpfen drft1 um eure ,seelen zu erquicken4 ,frnze ,eleonore ,rcken4 ,angelus ,von ,jean ,franois ,millet ,geboren #bd4 ,oktober #ahad in ,gruchy bei ,cherbourg1 gestorben #bj4 ,januar #ahge in ,barbizon 7,departement ,seine-et-,marne74 -- ,muse du ,louvre in ,paris ,bild #bf ,am ,eingang des ,waldes von ,fontainebleau unweit ,paris liegen ,felsblcke zu einem ,naturdenkmal getrmt4 ,beim ,herantreten sieht man1 da dies wahrhaft ein ,denkmal ist2 denn einer der ,blcke trgt auf einer ,bronzeplatte die ,kpfe zweier ,freunde4 ,und einer dieser ,mnner ist der ,maler ,jean ,franois ,millet4 ,mit gutem ,recht hat man ihm hier auf dem ,lande ein ,naturdenkmal gesetzt2 aus der ,natur1 ihrem ,leben1 ihren ,menschen sog dieser ,maler seine ,krfte4 ,hier1 im ,drflein ,barbizon1 lebte er1 nachdem er ein ,meister geworden war4 ,da konnte man ihn herumstreifen sehen auf der weiten ,ebene von ,chailly1 die immer wieder auf seinen ,bildern auftaucht4 ,da ging und stand er mit dem ,gang und ,gehabe eines ,bauern1 mit ,knotenstock und ,holzschuhen1 die ,fischermtze oder den breitkrempigen ,strohhut auf dem ,patriarchenhaupt mit dem wallenden ,bart4 ,ich bin ,bauer1 ,bauer81 hat er einmal voll ,stolz geschrieben4 ,eines ,bauern ,sohn war ,jean ,franois ,millet4 ,aber dieser ,vater war zugleich ,kantor des ,dorfes am ,meer1 er machte ,holzschnitzereien und hatte gelehrte und geistliche ,mnner zu ,verwandten4 ,und eine feinsinnige ,gromutter nhrte des ,knaben ,phantasie und ,seele mit ,sagen und ,legenden4 ,so hatte man ,verstndnis fr die ,lateinstudien des grblerischen1 klugen ,buben und fr seine ,freude am ,zeichnen4 ,wie sollte ,jean da nicht wachsen8 ,und als ein ,maler -- sein spterer ,lehrer -- in ,cherbourg1 wegen der ,zeichnungen des ,burschen um ,rat gefragt1 dem ,vater antwortete3 ,sie sollen verdammt sein1 da sie ihn so lange zu ,haus behielten2 ,ihr ,junge hat das ,zeug zu einem groen ,maler81 da machte der ,bauer kein mrrisches ,gesicht1 sondern lie ohne ,schelten seinen ,buben den ,weg gehen1 der ihm vom ,schicksal bestimmt war4 ,jahre spter kommt unser junger ,bauer eines ,abends1 mit einem ,stipendium versehen1 in ,paris an1 und der ,gestank1 der ,wirrwarr der ,grostadt berwltigen ihn so1 da er schluchzend zur ,nacht seines ,drfleins gedenkt1 das hinter den ,klippen nistet1 der ,gchen zwischen den ,hecken und -- der ,gromutter4 ,aber ,paris war ,paris3 der ,mittelpunkt des ,lebens und ,lernens4 ,in den ,museen waren die ,bilder der groen ,meister1 die der ,kunstschler mit lernhungriger ,seele immer wieder in sich aufnahm4 ,nicht leicht hatte es der ,bub4 ,im ,atelier seines ,lehrers zuckten die modischen ,kameraden die ,achseln ber den ,waldmenschen8 mit seiner ,naturliebe und ,naturkraft4 ,sie malten im ,stil der ,romantik und falschen ,sentimentalitt1 von der der junge ,millet nichts wissen wollte4 ,hier zeigte sich1 wie verschieden ,kunst aufgefat werden kann4 ,gerade in ,frankreich haben die ,anschauungen groe ,wechsel erlebt4 ,immer wieder ringt hier in der bildenden1 malenden ,kunst das ,romanentum1 das wirkungsvollen ,aufbau1 schne ,staffage1 schwungvolle ,linien1 bunteste ,farbe bevorzugt1 gegen das germanische ,kunstwollen1 das echtes ,gefhl1 ,einfachheit1 ,natrlichkeit1 notwendige ,verkrperung seelischen ,ausdrucks erstrebt4 ,die einen wollen formvollendete ,kunst1 die anderen inhaltlich vollendete ,kunst4 ,hier das eigene ,ich zu finden und zu behaupten1 war nicht leicht4 ,in ,paris und ,cherbourg1 in den ,jahren des ,hungerns1 wo er um des ,geldes willen schlielich ,modebildchen und ,firmenschilder malte1 schien ihm das ,emporklimmen oft fast unmglich4 ,und erst #ahdh war er in seiner ,entwicklung so weit1 da er den ganz urwchsigen ,ton fand1 in seinem ersten lndlichen ,bild1 dem ,kornschwinger84 ,doch schon im folgenden ,jahr1 als er -- durch die ,cholera von ,paris vertrieben -- nach dem ,dorf ,barbizon zu den ,bauern bersiedelte1 wird er der echte ,millet1 der ,maler der ,bilder1 um derentwillen wir ihn lieben1 der das gewaltige ,epos von der ,erde und den ,menschen der ,scholle in seinen ,gestaltungen und in seiner ,farbensprache immer wieder aussingt wie ein ,prophet4 ,da wohnte er in dem ,dorfhuschen1 das von ,efeu und ,rosen fast zugedeckt und von einem bunt verwilderten ,garten umgeben war4 ,da malte er in seiner ,scheune -- seinem ,atelier -- jene ,menschen1 die vllig in der ,natur aufgehen1 oder drauen jene ,natur1 die vllig diesen ,bauern zugehrig ist4 ,da saen abends an dem rohen ,tisch seine ,gattin1 die zahlreichen ,kinder um die ,suppenschssel1 und er dazwischen1 der groe1 starke ,mann mit dem ,stiernacken1 den buschigen ,brauen1 den tiefblauen ,augen1 allzeit gastfrei in aller ,einfachheit4 ,was ihn damals menschlich und knstlerisch bewegte1 hat er in feine ,worte gefat1 die uns einen ,schlssel zu seinem inneren ,leben und ,malen geben3 ,wenn ,sie shen1 wie schn der ,wald ist6 ,ich laufe manchmal am ,ende des ,tages und nach meiner ,tagesarbeit hin und komme jedesmal zermalmt wieder4 ,das hat eine ,ruhe1 eine schreckliche ,gre1 so da ich mich manchmal dabei berrasche1 da ich wirklich ,furcht habe4 ,ich wei nicht1 was diese ,bettler von ,bumen einander sagen1 aber sie sagen sich etwas1 was wir nur nicht verstehen1 weil wir eine andere ,sprache sprechen48 ,wenn ich einen ,wald zu malen htte1 so mchte ich444 da man444 dchte444 an sein ,grn1 an sein ,dunkel1 das das ,herz des ,menschen zugleich weitet und zusammenschnrt48 ,ich will ,ihnen gestehen1 auf die ,gefahr hin1 wieder fr einen ,sozialisten zu gelten1 da es die menschliche ,seite ist1 die mich am meisten in der ,kunst bewegt4 ,niemals erscheint mir die lustige ,seite1 ich wei nicht1 wo sie ist1 ich habe sie niemals gesehen444 ,da sehen ,sie aus einem kleinen ,pfad eine arme ,gestalt mit einem ,reisigbndel hervortreten4 ,die444 ,art444 wie dieser ,mensch ,ihnen erscheint1 fhrt ,sie sofort auf das traurige menschliche ,los1 die ,mdigkeit444 ,auf den bestellten ,feldern444 erblicken ,sie grabende1 hackende ,gestalten4 ,von ,zeit zu ,zeit sehen ,sie1 wie sie sich das ,kreuz wieder zurechtrcken444 ,im ,schweie deines ,angesichts sollst du dein ,brot essen4 ,ist das die frhliche ausgelassene ,arbeit1 an die manche ,leute uns glauben machen mchten8 ,und doch befindet sich gerade da fr mich die wahre ,menschlichkeit1 die groe ,poesie48 ,hier in jenen ,worten haben wir den ganzen ,millet1 den ,kmpfer gegen die verlogene1 seelenlose ,schnmalerei damaliger ,mode1 den ,aufrufer fr eine ,gestaltung echter ,empfindung voll ,ernst und ,natrlichkeit4 ,in jener naturfremden ,kunstepoche hatte unser ,maler einen schweren ,stand1 namentlich mit seinen realistischeren1 der ,wirklichkeit abgelauschten ,bauernbildern1 die uns heute die liebsten sind4 ,wie prchtig stehen sie vor uns1 diese ,milletschen ,gestalten1 etwa ,der ,schfer81 der sich auf seinen ,stab sttzt1 neben seinem ,hunde1 ,der ,mann mit der ,hacke81 ,der ausruhende ,winzer84 ,man sehe sich -- etwa in der ,knackfu-,monographie1 die ,gensel schrieb -- einmal die feinen ,zeichnungen und ,skizzen an4 ,da ist ein ,reisigsammler8 mit dem schweren ,bndel auf dem ,rcken1 mit ein paar ,strichen prchtig treffend hingeworfen4 ,der belastete ,krper schreitet so gebckt1 da der gebundene ,reisighaufen und die ,neigung des ,rumpfes und der ,unterschenkel eine lebendige ,bewegungs- und ,linieneinheit bilden4 ,oder man vergleiche die ,zeichnung der hrenleserinnen8 mit dem lgemlde gleichen ,namens4 ,dieses hat zwar den ,vorzug der ,farbe1 aber unbertrefflich ist die ,zeichnung im ,aufbau und ,umri4 ,die husergroen ,erntehaufen und der ,wagen im ,hintergrund1 ihn ganz fllend1 und im gleichen ,bewegungsrhythmus die ,leute1 die die ,garben vom ,wagen zum ,haufen heben4 ,vorn -- gro gehalten -- die drei hrenlesenden ,weiber4 ,wieder entzcken uns der ,zusammenklang der ,linien -- berall die geballte ,rundung --1 die glnzende ,kompositionsgabe dieses ,knstlers4 ,und nicht vergessen sei die kleine ,skizze vom sitzenden ,hirtenmdchen8 mit dem ,kopftuch4 ,das ist nichts als eine ,gestalt ohne ,hintergrund4 ,aber ihr vertrumtes ,sichgehenlassen schlgt uns entgegen aus den nackten ,fen1 auf denen die ,hnde liegen1 dem vorgebeugten ,rcken1 und den lssigen ,zgen4 ,es ist wahr3 aus den ,skizzen spricht ,millet oft am unmittelbarsten zu uns4 ,wie oft mag der ,alte von ,barbizon auf der ,ebene herumgestreift sein1 diese arbeitenden oder ruhenden ,gestalten auf den ,feldern tief sich einprgend4 ,dutzende von ,skizzen macht er1 bis ihm endlich die einfachste ,fassung so lebendig vor der ,seele steht1 da er zum ,pinsel greifen mu4 ,wie einen ,mythos der ,arbeit hat er das ,leben der ,landleute erlebt und in seiner ,kunst verlebendigt4 ,religis1 im freiesten ,sinn1 hat er diese ,bilder empfunden und gezeichnet und gemalt4 ,so mssen wir auch sein berhmtes ,bild ,das ,abendgebet8 oder ,angelus8 verstehen3 ,im ,vordergrund das betende ,bauernehepaar1 gro in die ,mitte des ,bildes gestellt1 mit dem ,krper hinausragend ber die weite ,ebene1 ber die ,erde1 -- hineinragend in die ,klarheit des ,himmels4 ,und diese goldige ,klarheit des ,abendlichtes durchflutet das ganze ,bild1 hngt in der ,luft1 fngt sich an den ,schollen1 der hgellosen ,weite1 den ,kleidern der ,betenden4 ,dies ,leuchten strmt von dem roten ,kopftuch der ,frau1 dies ,schimmern schwillt aus der weigoldenen ,schrze des ,weibes4 ,das ,land1 die ,gestalten1 alles ist hineingebettet in diesen ,zauber des ,lichtes und -- der ,andacht4 ,in solche ,ebene1 in solche ,abendstimmung gehren nur diese ,menschen1 diese ,bauern1 diese betenden ,bauern4 ,nach so hartem ,arbeitstag ist es wie ein ,wunder1 solchen ,abend zu erleben4 ,aus ihrer ,mdigkeit versinken sie in ,andacht4 ,keine verzckte1 zum ,himmel emporgeworfene ,andacht ist es1 sondern eine schlichte1 zu sich selbst gewandte ,bauernfrmmigkeit4 ,der ,mann mit der linkischen ,haltung der ,beine1 wie wir sie am schwerflligen buerlichen ,menschen oft sehen1 hat die ,arme gegen den ,leib herangerafft1 den ,kopf nur ein wenig zwischen die ,schultern vorgesenkt4 ,herbe ist sein ,dastehen2 mehr ein ,besinnen auf sich selbst als ein ,hinweggenommensein vom ,gebet4 ,die ,mtze ist herabgerckt zwischen die ,hnde1 noch klafft ihm das ,hemd von der schweitreibenden ,arbeit4 ,ja1 dies ,beten ist ihm zugleich ein ,ausruhen1 aber ein wohliges2 denn sein ,ohr fllen geruhsam die ,klnge der ,abendglocke1 die weit ber die ,ebene hergetragen werden1 deren stillende ,krfte zusammenstimmen mit dem ,fluten des abendlichen ,lichtes4 ,die kantige ,linie dieses buerlichen ,leibes -- eckig von oben nach unten gefhrt und sich im ,schaft der ,gabel wiederholend -- kreuzt die ,linien der cker1 des ,horizontes1 die quer nach den ,seiten entstrmen4 ,weicher sind die ,umrisse des ,weibes1 hingegebener4 ,tiefer ist dieser ,kopf gebeugt1 inniger die ,faltung der ,hnde1 die besinnliche ,einkehr4 ,bunter ist die ,kleidung1 runder die ,linien des ,leibes1 die sich wiederholen im gerundeten ,kartoffelkorb zu ihren ,fen1 im ,karren mit den gestapelten ,scken4 ,und ihr ist auch die malerisch aufgebaute ,andeutung des ,hintergrundes beigesellt3 jene ferne ,kirche1 von der eben das vertrumte ,luten durch die goldgesiebte ,dmmerung ber die ,ackerbreiten herschwimmt3 ,gegrest seist du1 ,maria68 ,wie eine ,verkndigung ist dies ,tnen1 ja dies ganze ,bild ist wie eine ,verkndigung1 da nach ,tagesnten ein ,abend voll ,schimmer und ,stille die ,welt segnet1 da nach dieser an die ,scholle gebundenen ,mhsal1 die den ,leib hinabdrckt zur ,erde1 die ,tne der ,glocke ,sinne und ,herz hinausfhren ber die ,schollenschwere in eine ,welt geweiteter ,ruhe1 da die ,seele eingedenk wird1 da sie ,flgel hat4 ,gertrud ,fauth4 ,die ,tafelrunde ,von ,adolf ,menzel ,geboren #h4 ,dezember #ahae in ,breslau1 gestorben #aije in ,berlin4 -- ,nationalgalerie in ,berlin ,bild #bg ,im ,jahre #ahcj siedelt mit seinem ,vater1 einem ,steindrucker1 ein fnfzehnjhriger ,lithograph von seiner ,geburtsstadt ,breslau nach ,berlin ber1 ,adolf ,menzel4 ,wie in ,breslau1 so mu er auch in ,berlin seinem ,vater im ,geschfte helfen1 spter sogar ganz die ,sorge fr die ,familie auf sich nehmen4 ,und doch reift er unter diesem ,drucke der ,arbeit ums tgliche ,brot zum ,knstler heran1 zum tchtigsten unter den deutschen ,sachlichkeitsmalern des #ai4 ,jahrhunderts4 ,die ,kunstakademie in ,berlin kann er nur kurze ,zeit besuchen2 er mu sich selbst im ,zeichnen und ,malen ausbilden4 ,aber voll zher ,tatkraft verfolgt er seinen ,weg und entwickelt eine schier unglaubliche ,wirksamkeit als ,zeichner und ,maler1 als ,maler der ,vergangenheit und als ,maler der ,gegenwart4 ,seine handwerkliche ,ttigkeit als ,lithograph hatte ihn von selbst zum ,zeichnen hingefhrt4 ,meisterhaft benutzt er die lithographische ,technik zur ,wiedergabe fein durchgeistigter1 streng sachlich durchgefhrter ,vorwrfe4 ,dann aber hat sich ihm ein anderes ,gebiet der ,schwarzweikunst erschlossen1 der ,holzschnitt4 ,er erhlt gegen ,ende der dreiiger ,jahre den ,auftrag1 ,kuglers ,geschichte ,friedrichs des ,groen mit ,holzschnitten zu schmcken4 ,nun entfaltet er in den ,jahren #ahci bis #ahdb eine ,wirksamkeit1 die ihn auf diesem ,gebiete zum grten ,meister unserer ,zeit stempelt4 -- ,es ist nicht leicht1 aus dem ,holzschnitte alle ,ausdrucksmglichkeiten herauszuholen1 insbesondere dann nicht1 wenn sich der ,holzschnitt wie hier dem gedruckten ,texte anschlieen soll4 ,denn der ,holzschnitt setzt sich nur aus schwarzen ,punkten1 ,linien und ,flchen zusammen1 und diese ,schwrzen mu der fr den ,holzschnitt arbeitende ,knstler mit den dazwischen erscheinenden weien ,flchen des ,papieres1 den sogenannten ,weien1 so vereinen1 da eine vollstndig knstlerische ,wirkung herauskommt4 ,das ist eben die ,schwarzweikunst1 und das ist das ,schwierige in der ,schwarzweikunst4 ,menzel hat diese ,aufgabe glnzend gelst4 ,die verblffende geschichtliche ,treue seiner ,holzschnitte hat aber ,menzel nur dadurch erreicht1 da er mit dem grten ,eifer die geschichtlichen ,quellen jener ,zeit durchforscht hat1 die wir ,rokoko nennen4 ,die ,frchte dieser ,menzelschen ,quellenforschung sind der ,allgemeinheit neben den ,holzschnitten vornehmlich bekannt geworden durch seine ,geschichtsbilder aus der friderizianischen ,zeit4 ,sie sind in den fnfziger ,jahren des vorigen ,jahrhunderts entstanden1 in jener ,zeit1 in der sich die ,historienmalerei des hchsten ,ansehens erfreut hat4 ,das war so gekommen4 ,in den ersten ,jahrzehnten des #ai4 ,jahrhunderts entfaltet sich in ,deutschland die romantische ,malerei1 die sich sehnsuchtsvoll aus der ,gegenwart in die ,vergangenheit flchtet1 dieser die darzustellenden ,vorwrfe entnimmt und sie mit einem merkbaren ,einschlage von ,gefhlsseligkeit malerisch darstellt4 ,neben diese ,romantiker mit ihrem stimmungsreichen ,wirken treten die ,sachlichkeitsmaler1 wie sie namentlich in ,berlin durch ,franz ,krger1 ,erdmann ,hummel1 ,eduard ,grtner1 ,karl ,steffeck1 ,eduard ,meyerheim1 ,albrecht ,adam1 und nicht zuletzt durch ,adolf ,menzel selbst vertreten sind4 ,peinliche ,genauigkeit in der ,wiedergabe des ,dargestellten1 ,ablehnung jeglichen ,gefhlsberschwanges1 klare1 ruhige ,gegenstndlichkeit1 das sind ihre ,tugenden4 ,in ,frankreich hatte sich inzwischen die ,geschichtsmalerei herausgebildet1 die bedeutungsvolle geschichtliche ,begebenheiten in ,bildern grten ,umfanges darstellte4 ,diese ,geschichtsmalerei gelangte #ahdb in zwei groen ,gemlden der ,belgier ,gallait und de ,bifve1 die ,abdankung ,karls ,v4 und der ,kompromi des niederlndischen ,adels1 nach ,deutschland und ri hier bedeutende ,knstler mit sich1 allen voran ,karl von ,piloty1 ,karl ,friedrich ,lessing1 ,eduard ,bendemann1 ,wilhelm von ,kaulbach4 ,fr die ,erfolge dieser groen ,galeriebilder war nicht nur das darin niedergelegte knstlerische ,knnen magebend1 sondern ebenso der geschichtliche ,vorgang selbst4 ,ihn brachte der ,knstler zur ,darstellung1 wie er ihn sich dachte4 ,dadurch kam in den ,aufbau dieser groen ,geschichtsbilder immer etwas ,bhnenhaftes1 ,unwirkliches hinein1 an dem diese ,geschichtsmalerei schlielich zugrunde ging4 ,aber in den vierziger ,jahren des vorigen ,jahrhunderts stand sie noch in hchstem ,ansehen4 ,also wandte sich ihr auch unser ,menzel zu4 ,es lag nahe1 da er die ihm vertraute ,zeit ,friedrichs des ,groen whlte4 ,aber das ist das ,groe in dem ,knstler ,menzel1 da er in der ,hauptsache zu seinen ,friedrichsbildern nicht bedeutungsvolle weltgeschichtliche ,ereignisse als ,anla nimmt1 sondern sich immer bemht1 in diesen nur die ,persnlichkeit des ,knigs zu schildern und alles das1 was sich damals als wirklich ,vorhandenes um den ,knig herum befunden hat4 ,er gibt also weit mehr nur den ,zustand jener ,zeit wieder und das mit der ihm eigenen peinlichen ,sachlichkeit4 ,so entstehen die berhmten ,friedrichsbilder1 die ,tafelrunde in ,sanssouci #ahej1 das ,fltenkonzert #aheb1 der ,knig auf ,reisen #ahed1 die ,huldigung in ,breslau #ahee1 der berfall bei ,hochkirch #ahef1 die ,begegnung mit ,kaiser ,joseph #aheg1 die berraschung in ,lissa und die ,ansprache ,friedrichs des ,groen an seine ,generale vor der ,schlacht bei ,leuthen1 beide #aheh begonnen und nicht vollendet4 ,wie ,menzel seine ,werke geschaffen hat1 zeigt am besten die hier abgebildete ,tafelrunde1 dieses lgemlde1 das sich neben zahlreichen anderen ,werken ,menzels in der ,nationalgalerie zu ,berlin befindet4 ,bereits in der ,kuglerschen ,geschichte ,friedrichs des ,groen hat ,menzel die ,tafelrunde in einem ,holzschnitte geschildert1 aber wesentlich anders als jetzt im ,bilde4 ,jedoch ganz so wie damals geht er auch jetzt von der geschichtlichen1 sachlichen ,treue aus4 ,das ,zimmer in ,sanssouci ist ebenso genau wiedergegeben wie seine ,ausstattung1 sein ,kronleuchter1 seine ,tische und ,sthle4 ,wie er das alles vorher genau nach der ,wirklichkeit gezeichnet hat1 so hat er auch vorher die ,personen der ,tafelrunde nach zeitgenssischen ,stichen gezeichnet1 ebenso ihre ,kleidungsstcke und alles andere ,beiwerk noch4 ,nun erst baut er das ,bild auf2 ,friedrich als ,mittelpunkt vor der ,tr1 die den ,blick in die anschlieenden ,gemcher gehen lt4 ,noch besonders betont wird der ,knig durch den ber ihm hngenden ,kronleuchter4 ,ungezwungen erscheint ,friedrich als ,mittelpunkt der ,tafel1 ungezwungen gibt der ihm gegenbersitzende ,marquis d',argens den ,blick auf ihn frei1 indem er sich in der ,unterhaltung zu seinem ,nachbar rechts vom ,beschauer wendet4 ,ebenso leicht und gefllig ist die ganze ,tafelrunde gruppiert4 ,voltaire1 vom ,beschauer aus der zweite links vom ,knige1 hat eben etwas ,witziges gesagt4 ,der ihm gegenber sitzende ,graf ,algarotti1 der zweite rechts vom ,knige1 beugt sich vor1 um kein ,wort zu verlieren4 ,die beiden ,herren rechts und links vom ,knige hren ebenfalls eifrig zu1 lehnen sich aber zurck1 um das ,zwiegesprch nicht zu stren4 ,friedrich hat das hellbeleuchtete ,gesicht mit glnzenden ,augen und lchelndem ,munde ,voltaire zugewandt und wird ihm im nchsten ,augenblicke antworten4 ,die anderen ,teilnehmer an der ,tafelrunde hren entweder zu oder unterhalten sich1 wie die beiden ,paare vorn im ,bilde4 ,dieser ,vordergrund des ,bildes empfngt wiederum seine besondere ,belebung durch eines der ,windspiele des ,knigs1 das unter dem ,tischtuche hervorkommt4 ,das ,ganze ist getaucht in das warme ,licht des ,sptnachmittags1 das durch die zur ,parkterrasse fhrenden geffneten ,fenstertren hereinflutet4 ,in der ,folge hat ,menzel noch mehrere ,geschichtsbilder gemalt1 aber aus der ,zeit ,wilhelms ,i4 ,so die ,knigskrnung in ,knigsberg1 die ihn #ahfa bis #ahfe beschftigt hat1 und die ,abreise des ,knigs #ahgj zur ,armee4 ,dann wendet er sich mehr den ,darstellungen von ,hoffestlichkeiten zu1 wie das ,ballsouper1 #ahgh gemalt4 ,die kleine ,exzellenz8 -- ,menzel war zum ,wirklichen ,geheimen ,rate mit dem ,prdikat ,exzellenz ernannt und geadelt worden -- war eine bekannte ,erscheinung auf den ,hoffestlichkeiten1 viel beachtet und vielfach auch gefrchtet4 ,denn genau so scharf1 wie er sah und zeichnete1 konnte er auch im ,worte sein4 ,er war von kleinem ,wuchse1 mit groem ,kopfe und klaren1 hinter scharfen ,brillenglsern funkelnden ,augen4 ,von ,jugend auf war er gewohnt1 sein innerstes warmes ,empfinden unter kurz angebundenem ueren ,wesen zu verstecken4 ,unermdlich ist er zeitlebens ttig gewesen und hat alles1 was ihn nur irgendwie gefesselt hat1 gezeichnet4 ,mit sicherem ,striche und in verblffender ,schnelligkeit entstanden diese ,zeichnungen4 ,jene ,bilder von ,hoffestlichkeiten schlagen schon die ,brcke zu den ,gegenwartsbildern1 in denen ,menzel seine hchste ,kunst entfaltet hat4 ,die ffentlichkeit hat von einem ,teile dieser ,bilder erst nach #ahfg und #ahfh ,kenntnis erhalten1 seitdem ,menzel zum zweiten und dritten ,male in ,paris gewesen war4 ,seitdem entstanden diese ,bilder1 die das ,leben schildern1 wie es kribbelt und krabbelt1 wie es sich drngt und stt in unendlicher ,flle und ,folge der ,gestalten4 ,so malt er das ,menschengewimmel im ,restaurant der ,pariser ,weltausstellung #ahfg1 eine ,pariser ,strae am ,wochentage #ahfi1 das ,eisenwalzwerk #ahge1 im ,eisenbahnkupee #ahic4 ,dazu zahlreiche ,bilder in ,wasserfarben und ,deckfarben1 so aus ,bad ,kissingen1 aus dem ,zoologischen ,garten in ,berlin usw4 ,in allen diesen ,bildern kommt zutage1 da ,menzel sich befreit hat von jener ,malweise der ,geschichtsmaler1 die ihre ,vorwrfe im sogenannten ,atelierlicht darstellten1 nmlich in einer meist von oben kommenden ,beleuchtung1 die die ,hauptpersonen heraushebt1 das ,nebenschliche zurcktreten lt4 ,das ist eine ,beleuchtung1 die der ,wirklichkeit nicht entspricht4 ,denn wenn sich beispielsweise im hellen ,tageslichte ein ,festzug ber den ,marktplatz bewegt1 so sammelt sich das ,licht auch nicht nur auf dem ,anfhrer des ,zuges1 sondern es verteilt sich gleichmig ber den ganzen ,marktplatz und ,zug4 ,gegen diese ,atelierbeleuchtung hatte sich auf ,grund solcher ,beobachtungen wie die eben geschilderte die ,freilichtmalerei gewendet1 die in ,frankreich ihren ,anfang genommen und in ,deutschland alsbald ,anhnger gefunden hatte4 ,es war schier unglaublich1 da ,menzel ganz unvermittelt mit einer derartigen ,darstellungsweise vor die ffentlichkeit trat4 ,erst nach seinem ,tode fand man den ,schlssel dazu in ,arbeiten1 die er in den vierziger und fnfziger ,jahren ganz selbstndig nur fr sich geschaffen und niemals an die ffentlichkeit hatte gelangen lassen4 ,da malt er #ahde das ,balkonzimmer1 das er in der ,schneberger ,strae in ,berlin bewohnt1 da malt er #ahdf den ,blick aus seiner ,werkstatt auf den ,garten des ,prinzen ,albrecht1 da malt er im gleichen ,jahre den ,bauplatz mit ,weiden1 den spteren ,hafenplatz1 #ahdg die ,potsdamer ,bahn1 #ahdh den ,kopf eines toten ,schimmels1 eine ,abendgesellschaft und seinen ,bruder1 #ahdi ,frau ,schmidt von ,knobelsdorff1 #ahea eine prchtige ,wolkenstudie1 #aheb die ,wand seines ,ateliers mit den daran hngenden ,gipsabgssen von ,gliedmaen und ,gesichtern1 #ahee den ,tuileriengarten und das ,thtre ,gymnase in ,paris1 #aheh und #ahei ,darstellungen von ,fackelzgen4 ,immer gibt er da nur den ,gesamteindruck der ,vorgnge wieder1 hlt ,form und ,farbe gleichsam nur im groen ,zuge fest1 ganz so1 wie es die spteren ,impressionisten getan haben4 ,so hat ,menzel die ,entwicklung1 die die ,kunst erst in unseren ,tagen durchlaufen hat1 schon fnfzig ,jahre vorher in sich selbst durchlebt4 ,aber alles das1 was er damals so impressionistisch aus sich selbst heraus gemalt hat1 hat er zur ,seite gestellt und nie an die ffentlichkeit gebracht4 ,htte er nicht so gehandelt1 so htte er sich bei ,lebzeiten noch weitere unvergngliche ,lorbeerzweige in seinen ,ruhmeskranz geflochten4 ,georg ,lehnert4 ,der ,stephansturm ,von ,rudolf ,alt ,geboren #bh4 ,august #ahab in ,wien1 gestorben #ab4 ,mrz #aije in ,wien4 -- ,privatbesitz ,bild #bh ,wenn ihr jemals in ,wien wart1 so kennt ihr auch den alten ,steffel81 das ,wahrzeichen der ,stadt4 ,und wenn ihr nicht dort wart1 so lat euch sagen1 da der ,steffel8 die volksmundartlich-zutrauliche ,bezeichnung fr den ,stephansturm ist1 und der erhebt sich im ,mittelpunkte der ,stadt1 #acf ,meter hoch1 als imposantester ,teil der ,kathedrale1 der weltberhmten ,stephanskirche4 ,von welcher ,seite immer ihr euch ,wien nhern mget1 von wo aus immer ihr1 sei es von ,waldhgeln oder aus der ,ebene her1 auf ,wien schauen mget1 das erste1 das euch in die ,augen fllt1 ist der steil und spitz ber das ,husermeer ehrwrdig emporragende ,stephansturm4 ,die ,wiener haben ihn darum in ihr bekanntlich goldenes8 ,herz geschlossen4 ,sie lieben ihn1 als sei er ein lebendiges ,wesen1 ja ein ,freud und ,leid mitfhlender ,genosse und ,teil ihrer selbst1 so da sie sich ohne ihn ihr ,leben und ,dasein einfach nicht mehr vorzustellen vermgen4 ,und der ,turm verdient diese ,liebe4 ,er ist wirklich kein gewhnlicher ,kirchturm1 sondern neben den beiden ,trmen des ,straburger und des ,ulmer ,mnsters das wundersamste ,denkmal altgotischer ,kirchenbaukunst in deutschen ,landen4 ,vierundvierzig ,jahre ist an ihm gebaut worden1 und whrend der als sein ,zwillingsbruder gedachte ,nordturm etwa in der ,hlfte stecken blieb und durch ein kurzes ,nottrmlein #aegi knstlich zugedeckt werden mute1 wurde der ,sdturm1 eben unser ,steffel81 bereits im ,jahre #adcc durch ,hans ,prachatitz zu ,ende gefhrt und mit der ,turmrose gekrnt4 ,ganz so1 wie er damals gebaut wurde1 hat er nun freilich den ,wetterstrmen der ,zeit nicht standzuhalten vermocht4 ,er mute spter teilweise abgetragen und wieder erneuert werden1 und so hat denn das #ai4 ,jahrhundert noch zweiundzwanzig ,jahre 7von #ahdb bis #ahfd7 an ihm herumgebaut1 bis zum ,schlu auf das neue ,turmkreuz ein drei ,zentner schwerer ,steinadler aufgesetzt wurde -- den nun so leicht keiner mehr herunterholen wird4 ,alles in allem ist der ,turm recht flink entstanden4 ,an der ,domkirche selbst wurde weit lnger gebaut1 vom #ac4 bis ins #af4 ,jahrhundert1 und mehrere ,stilepochen1 ,gotik1 ,renaissance und im ,innern die ,barockkunst1 haben dem ,bauwerk ihren ,stempel aufgedrckt4 ,der ,turm aber ist vllig einheitlich und harmonisch gefgt und auch1 was unsere neueren ,zeiten hinzugetan haben1 geschah ganz im ,geiste und nach dem ,vorbilde alter ,kunst4 ,niemand denkt mehr ans #ai4 ,jahrhundert1 im ,anblick des ,stephansturms4 ,jeder fhlt hier den ,hauch des ,mittelalters1 das zuerst dieses ,kunstwerk errichtete1 und das aus seinem religisen ,geiste heraus1 in tiefer ,inbrunst und mit hoher ,schpfermacht1 dieses ,wunderwerk ersann4 ,wie die steile ,spitze aus flankierenden ,turmspitzen1 ber einem hohen1 geschmckten ,quaderunterbau1 herauswchst1 immer schlanker und dnner wird1 von steinernen ,krabben wie von einem begleitenden ,zackenwerk bis zur hchsten ,spitze lebendig umkrochen1 und so in den ,wolkenhimmel vorstt1 ein gleichsam aus der ,erde emporschieender ,sehnsuchtspfeil zur ,gottheit1 das reit auch den heutigen ,betrachter immer wieder mchtig mit sich fort und schenkt ihm fromme und hohe ,gefhle der ,verehrung und der ,andacht4 ,und da ist nun in unseren ,zeiten in ,wien ein ,maler gewesen1 der hat den ,stephansturm und berhaupt den ganzen ,stephansdom mit besonders warmem ,herzen geliebt1 und er ist nicht mde geworden1 ihn zu malen4 ,immer aufs neue1 bald von dieser1 bald von jener ,seite aus1 bald von innen und bald von auen4 ,doch nie als bloes kaltes ,gemuer und einsam ragende ,steinmasse1 sondern stets mit einem pulsierenden ,stck ,menschenleben drumherum -- so da man so recht fhlt1 wie auch dieser ,dom kein beliebiges totes ,bauwerk1 sondern selbst ein ,stck ,leben ist1 umbraust und ausstrahlend1 und gleichsam atmend und fhlend4 ,der ,maler1 der das so erfat hat1 hie ,rudolf ,alt1 und er hat seinem ,namen ,ehre gemacht und hat nicht blo das ,alte geliebt1 sondern ist auch selber alt geworden1 #ib ,jahre und noch ein paar ,monate drber4 ,hierdurch pat er nun gerade erst recht zum alten ,stephansturm1 so da man wohl sagen kann3 die beiden gehren zueinander4 ,und das haben die ,wiener auch so empfunden und nannten schlielich die beiden immer gewissermaen in einem ,atem4 ,aber wenn ich sage3 der ,rudolf ,alt liebte das ,alte1 so mu ich doch hinzufgen3 er liebte nicht minder auch das ,junge und das ,neue4 ,er zhlte sechsundachtzig ,jahre1 da grndete man in ,wien1 #ahih1 die ,sezession1 d4 h4 die jungen ,knstler taten sich zusammen und wollten der ,welt zeigen1 da sie auch da wren und etwas machen knnten und den hergebrachten ,schlendrian nicht mehr brauchten4 ,viele1 namentlich alte ,leute haben sie darum gehat und haben sie geschmht und befehdet1 vor allem natrlich aus ,knstlerkreisen4 ,aber just der lteste ,knstler von allen1 eben unser ,rudolf ,alt1 lie sich nicht ins ,bockshorn jagen1 stellte sich frisch und frhlich zu den ,jungen und wurde ,ehrenprsident der ,sezession4 ,er war aber damals keineswegs das1 was man eine knstlerische ,ruine nennt1 sondern er malte noch fest und feurig drauflos und stellte jedes ,jahr mit den ,sezessionisten zusammen aus4 ,und er konnte sich noch sehr gut blicken lassen1 alles1 was er machte1 zeigte ,leben1 und er wurde mitunter so keck mit der ,farbe1 als sprte er eine neue ,jugend in sich4 ,mrz #aije ist er dann gestorben4 ,ja1 so war er1 der ,rudolf ,alt1 ein ,alter und ein ,junger zugleich1 ein ehrfrchtig ,zurckschauender und ein hoffnungsfreudig in die ,zukunft ,blickender4 ,das sind aber grade immer die ,allerbesten1 die so fhlen4 ,denn es ist kein ,kunststck1 immer nur das ,neueste mitmachen zu wollen und auch in der ,kunst ein ,modefex zu werden1 der ,tracht und ,art von ,jahr zu ,jahr wechselt4 ,ebensowenig freilich kann der einem imponieren1 der stets nur am berlieferten klebt und alles immer so weitermacht1 wie er es als ,schler gelernt hat1 und nichts ,neues hinzu erfindet4 ,die wirklich guten und tchtigen ,knstler vielmehr leben gewi gern mit ihrer ,zeit und lassen sich hei davon erfllen und durchdringen1 aber sie verlieren dabei nie die ,ehrfurcht vor dem1 was die ,jahrhunderte und ,jahrtausende vorher gemacht und als ,zeugnisse ihres hchsten und heiligsten ,strebens und ,knnens hinterlassen haben4 ,es kommt eben darauf an1 da man berall das zu finden wei1 was einem die meiste ,kraft gibt1 und das strmt sowohl aus der ,vergangenheit wie aus der ,zukunft -- man mu es nur einzufangen wissen4 ,und dann mu es in einem neu erstehen und aufblhen4 ,doch das kann man nicht machen81 das mu man werden8 lassen4 ,rudolf ,alt war einer1 der die ,kunst in sich werden lie4 ,er hatte die schne ,geduld und feine ,versenkung des bescheidenen und liebenswrdigen sterreichers und dabei doch etwas von der emsigen ,ttigkeit und geistigen ,bestimmtheit des ,reichsdeutschen4 ,er stammte nmlich von ,vaters ,seite her aus dem ,reich4 ,dieser1 ,jacob ,alt und auch schon ein ,maler1 kam aus ,frankfurt am ,main her und war in ,wien in jungen ,jahren eingewandert4 ,er heiratete dann eine echte ,wienerin1 und so wurden seine beiden ,jungens1 ,rudolf und ,franz1 beide ,wiener und beide ,maler4 ,also ,knstlerblut1 wohin wir blicken6 ,und darum auch echte und ehrliche ,liebe zur ,kunst6 ,zur ,kunst und zur ,heimat6 ,denn die schne sterreichische ,heimat ist von ,vater und ,shnen ,alt1 vorab von ,rudolf1 der der bedeutendste war1 mit unermdlicher ,zuneigung durchstreift und abgemalt worden4 ,es gibt kaum eine ,gegend im schnen alten sterreich1 zumal im ,alpengebiet1 die ,rudolf ,alt nicht irgendwann einmal vor den ,pinsel bekommen htte4 ,von allen seinen ,fahrten aber kehrte er immer nach ,wien zurck und blieb und arbeitete dort den grten ,teil des ,jahres4 ,wiener ,menschen und ,wiener ,huser1 ,wiener ,palste und ,wiener ,kirchen1 manchmal auch nur schne ,bruchstcke von solchen1 fesselten ihn immer wieder zu malerischer ,wiedergabe4 ,und dabei guckte er genau und scharf hin4 ,er malte nicht blo so von ungefhr1 er gab das ,ding mit all seinen ,eigenheiten1 den ,stein mit seinen ,verwitterungen1 das ,schmuckstck mit seinen ,verschnrkelungen4 ,ihm war jede ,kleinigkeit wichtig1 sie hatte fr ihn ,sinn und ,bedeutung4 ,er war darin nicht anders als unser norddeutscher ,malmeister1 der groe ,adolf ,menzel4 ,darum hat man auch fters die beiden miteinander verglichen4 ,das ist immerhin viel ,ehre fr ,rudolf ,alt4 ,denn ,menzel war gewi der ,grere1 der ,vielseitigere und der ,mchtigere4 ,dafr hat ,alt freilich mehr ,liebenswrdigkeit1 ,innigkeit und ,plauderhaftigkeit4 ,von all seinen ,bildern ist kaum eines so populr geworden wie das des ,stephansturmes1 das wir hier abbilden4 ,es ist sowohl fr ,rudolf ,alt selber wie auch fr die ,stephanskirche am bezeichnendsten4 ,was immer auch der ,maler sonst dieser ,kirche abzugewinnen vermochte -- mochte er das ,riesentor an der ,westfront oder den ,chor im ,osten mit dem steckengebliebenen ,nordturm malen1 mochte er auch nur die ,armeseelennische mit einem stillen ,beter wiedergeben oder sich in die mystische ,pracht des ,inneren versenken1 mit dem durchs ,dunkel flimmernden ,geleuchte der ,kerzen und der bunten ,kirchenfenster -- soviel unser ,knstler auch in solchen ,bildern an feiner ,kunst und zrtlichen ,versenkungen darzubieten hatte3 es schwang doch nicht in dem ,mae sein ganzes ,innere mit1 wie wenn es dem ruhmvollsten ,vergangenheitszeugen der ,wienerstadt galt1 dem vielgeliebten ,steffel84 ,den hat er nun auf unserem ,bilde in seiner ganzen ,schnheit und ,ehrwrdigkeit wirklich gepackt4 ,wenn er von jeher liebte1 jedes ,detail sorgsam und hingebend malerisch nachzubilden1 hier tat er es ganz besonders4 ,die ganze krause ,vielfltigkeit gotischer ,verzierungskunst1 an ,fenstern und ,fensterkrnungen1 an ,wimpergen und ,fialen1 an ,kreuzblumen und ,nischenstandbildern1 sei es am ,turm selbst oder am anstoenden ,langhaus1 das1 dem ,beschauer entgegen1 aus dem ,bilde herauswchst3 allberall folgte die zarte und anschmiegende ,kunst des ,pinsels dem ,werke des mittelalterlichen ,architekten1 notierte jeden ,einfall1 liebkoste jedes vorkragende ,steinchen und zauberte so das ganze berzierliche und doch so mchtig empfundene ,spitzennetz1 das der alte ,bauknstler seiner gewaltigen ,schpfung zum ,schmucke bergeworfen hat1 aufs neue vor unsere ,sinne4 ,welche ,gefahr bestand1 hierbei kleinlich zu werden und sich ganz in lauter ,einzelwerk zu verlieren6 ,alt wich dieser ,gefahr aus oder vielmehr1 er bemeisterte sie1 indem er stark das ,konstruktive und die ,umrilinien betonte und so den groen ,zug des ,bauwerkes zur ,geltung brachte4 ,nirgends haftet unser ,blick ungebhrlich an wertlosen ,nebendingen4 ,diese schweben wie ,koloraturen um das ,ganze1 aber sie ordnen sich dem ,hauptzuge unter4 ,was uns er ,blick sofort und mit innerster ,bewegung umfat1 das ist3 wie dieser machtvolle ,turm in zierlicher ,verjngung gleichsam zum ,himmel emporstt2 wie er1 klar und scharfumrissen1 zwischen ,wolken und ,himmelsblau den ,sieg der ,menschenhand verkndet2 und wie er dabei zum ekstatischen ,gottesanbeter wird1 der in verklrter1 sich selbst verzehrender ,andacht einen wundervollen und hinreienden ,formausdruck findet4 ,alles dieses1 das ,religis-,wesenhafte der mittelalterlichen ,kirchenschpfung1 findet sich auf dem ,altschen ,bilde wieder4 ,und dennoch geht es keineswegs hierin auf4 ,dafr ist es zu wienerisch4 ,dem ,wiener1 wenigstens dem heutigen1 liegt das ,verzckte nicht und hat ihm im ,grunde wohl niemals gelegen4 ,er liebt das ,gemtliche und ,natrliche1 das dem ,augenblick lssig ,hingegebene4 ,so gewissenhaft er in seiner ,frmmigkeit ist1 so wenig er die ,religion missen mchte -- schon um der schnen ,feierlichkeiten willen1 die damit verbunden sind -- seine ,behaglichkeit und sein ,vergngen will er keinesfalls darum aufgeben4 ,der gute alte ,steffel hat nun gewi nichts ,aufdringliches noch ,aufreizendes4 ,er ist kein fanatischer ,buprediger4 ,er steht als braver erprobter ,sittenwchter und ,gottheitsmahner mitten in der ,stadt1 hebt den ,finger zum ,himmel1 aber raubt den ,menschen nicht ihr irdisches ,behagen4 ,wenn sie nur als liebe ,schflein sonntags und feiertags folgsam zu ihm kommen1 und ihm ab und zu mal einen warmen und stolzen ,blick bewundernder ,verehrung schenken1 so ist er schon ganz zufrieden und lt das liebe dumme ,menschenvolk in seiner ,tagesgeschftigkeit um sich herumwimmeln4 ,das gehrt eben zum frommen ,stephansturm1 dieses durchaus weltliche ,menschengewimmel -- sonst knnte er nicht in ,wien stehen1 noch die ,herzen der ,wiener in dem ,grade1 wie er tat1 sich erobert haben4 ,darum hat auch der ,maler recht daran getan1 das bunte und ach so selbstvergessene ,straenleben1 das sich um das ,gotteshaus ergiet1 mit in sein ,bild hineinzubeziehen1 die braven ,spieerhuser mitzumalen1 die der ,kirche gegenberlagern1 die ,omnibusse nicht zu vergessen1 die ihrer ,fahrgste harren1 und das ganze ,gemisch von volksmigem ,gaffertum1 flchtiger ,eleganz und geschftigem ,umherschlendern redlich einzufangen1 das fr diese ,stadtgegend -- nahe bei der ,krntnerstrae und dem ,graben1 den vornehmsten ,geschftsgegenden ,wiens -- so charakteristisch ist4 ,erst hiermit haben wir das richtige ,bild1 das richtige ,wien4 ,der ,stephansturm aber ragt darber auf in gleichgltiger ,majestt1 ein milder ,mahner1 ein duldsamer ,verzeiher1 ein einsamer ,heiliger und ,gottesheld4 ,franz ,servaes4 ,thusnelda im ,triumphzug des ,germanicus ,von ,karl ,theodor v4 ,piloty ,geboren #a4 ,oktober #ahbf in ,mnchen1 gestorben #ba4 ,juli #ahhf in ,ambach 7,oberbayern74 -- ,neue ,pinakothek in ,mnchen ,bild #bi ,dster1 fast teilnahmlos sitzt der rmische ,kaiser ,tiberius auf seinem ,thron und wohnt dem ,triumphzug des ,germanicus bei1 der mit dem wohlgersteten und disziplinierten ,rmerheere ,siege ber die ,germanen erfochten in frechen ,raubkriegen4 ,pyrrhussiege brigens1 die es den ,rmern fr die ,zukunft verleideten1 weiter in ,germanien vorrcken zu wollen4 ,die ,rmer hatten die ,gewohnheit1 bei solchen ,triumphzgen gefangene1 hervorragende ,persnlichkeiten aus der besiegten ,nation dem ,volke vorzufhren4 ,dieses ,mal gab ,tiberius die ein paar ,jahre vorher in ,rmerhnde gefallene ,thusnelda1 des edlen ,arminius ,gemahlin1 die in der ,gefangenschaft einen ,sohn1 den ,thumelikus1 geboren hatte1 der ,schaulust des rmischen ,pbels preis4 ,und den ,augenblick1 in dem die ,unglckliche1 die ihren ,gatten nie wiedergesehen hat1 am ,sitze des finsteren ,kaisers vorbeischritt1 hat ,karl v4 ,piloty in seinem ,riesenbilde geschildert4 ,hoheitsvoll wandelt sie mit ihrem ,knaben einher1 an ,wuchs und ,wrde alle andern berragend4 ,hinter ihr gefangene deutsche ,frauen1 vor ihr gefangene ,germanen1 gefesselt und mihandelt von rmischen ,soldaten4 ,mit roher ,faust zerrt der eine von diesen einen greisen germanischen ,barden an seinem langen ,bart vorwrts1 ein zweiter ,skalde liegt gefesselt1 tot oder ohnmchtig1 im ,vordergrund unter einem ,haufen von ,beutestcken4 ,im ,hintergrunde sieht man den ,triumphator heranfahren1 dunkel gegen lichte ,bauten gestellt1 umjubelt von der kranzspendenden1 ,krnze werfenden ,menge4 ,eine ,flle mehr episodenhafter ,charakterfiguren ist unter die ,hauptgestalten gemischt3 um den ,kaiser ein ,kranz von ,frauen1 neben ihm ein ,germane1 der vielleicht zu seiner ,leibwache gehrt und beschmt den ,blick wegwendet von seinen gedemtigten ,landsleuten1 weiter unten ein ,weib1 das den gefangenen ,germanen haerfllt die ,faust zeigt1 ,gassenjugend usw4 ,die mchtige ,komposition ist auf verhltnismig engem ,raum mit ,meisterschaft zusammengedrngt1 reich1 fr ihre ,entstehungszeit ber alle ,begriffe reich1 und doch nicht mit ,menschen und ,dingen berladen4 ,aber darin wie in den glnzend gegebenen ,einzelheiten1 liegt nicht der ,wert des #ahgc fr die ,wiener ,weltausstellung vollendeten ,bildes4 ,es war ein ,triumph der ,malerei1 die ,offenbarung eines neuen ,begriffes vom ,malen1 nachdem man darunter viele ,jahrzehnte lang nur ein ,kolorieren1 nur das ,ausfllen von ,umrissen durch farbige ,flchen verstanden4 ,auch die ,form1 die ,bewegung der ,gestalten war von einer berzeugenden ,wahrhaftigkeit1 die damals den ,beschauern mit atemraubender ,wucht vor ,augen trat -- heute freilich kommt das ,bild denen1 die inzwischen ,epochen eines viel robusteren ,realismus in der ,kunst durchgemacht1 durchaus nicht mehr durch seine ,naturwahrheit verblffend vor -- oder hchstens durch seine ,gre4 ,und doch ist dies ,gemlde ein ,markstein in der ,entwicklung der deutschen ,malerei1 und ,karl v4 ,piloty1 von tiefer empfindenden ,knstlern1 ja seinen ,schlern schon bei ,lebzeiten in den ,hintergrund gedrngt1 ist in ,wahrheit ein ,bahnbrecher von ,verdiensten gewesen1 die nicht hoch genug eingeschtzt werden knnen4 ,er fhrte die ,deutschen1 wie gesagt1 von der ,kartonkunst zur wirklichen ,malerei1 er brachte ihnen ,freude an der ,farbe bei und den ,begriff der malerischen ,freiheit4 ,viele seiner ,schler haben sich groe ,namen gemacht2 die von ihnen noch leben1 gelten auch noch heute1 und was er vor so vielen voraus hatte -- er lie seine ,schler werden und wachsen1 wie es ihnen ihre ,natur vorschrieb4 ,von allen seinen bekannten ,schlern hat vielleicht einzig der ,ungar ,benczur ,palette und ,vortragsweise seines ,meisters auf die ,dauer behalten4 ,die anderen1 die ,gabriel ,max1 ,defregger1 ,hans ,makart1 ,eduard ,grtzner1 ,hugo v4 ,habermann1 ,franz v4 ,lenbach usw4 nahmen wohl des klugen und weitschauenden ,meisters ,korrektur und ,ratschlge dankbar entgegen1 aber1 sobald sie selbstndig geworden und genug gelernt hatten1 gingen sie ihre eigenen ,wege4 ,auch jene1 die ihren historischen ,unglcksfall8 -- so nannte boshafterweise damals der ,knstlerwitz die von den ,schlern gefrchteten ,pilotyschen ,geschichtsmotive -- bereits hinter sich hatten4 ,ohne einen ,versuch in der ,geschichtsmalerei kam bei ,piloty selten einer durch1 so wenig engherzig der ,meister war1 wenn er fhlte1 da die ,begabung des ,schlers nach einer anderen ,seite drngte4 ,er selbst blieb bei seiner ,groen ,historie8 -- nur ein paar ,bildnisse hat er auer den ,geschichtsbildern gemalt1 ihn verlangte nach malerischem ,aufwand1 nach dramatischem1 ja oft ein wenig theatralischem ,effekt -- und dazu gab ihm eben das ,stoffgebiet1 das er gewhlt hatte1 ,gelegenheit6 -- ,die ,familie des ,knstlers stammte aus ,italien1 hatte sich in der ,pfalz niedergelassen1 und der ,grovater ,karl v4 ,pilotys war1 als die ,sulzbacher ,linie in ,bayern zur ,regierung kam1 mit dem ,kurfrsten ,karl ,theodor nach ,mnchen bergesiedelt4 ,dieses ,piloty knstlerisch begabter ,sohn ,ferdinand hatte eine lithographische ,kunstanstalt erffnet1 bald nachdem ,senefelder seine groe ,erfindung gemacht1 und sein ,sohn ,carl besuchte die ,mnchener ,kunsthochschule4 ,sein ,talent zeigte sich so frh1 da ihn der ,vater schon mit zwlf ,jahren auf die ,akademie schickte1 an der freilich damals -- #ahch -- noch wenig knstlerischer ,gewinn zu holen war4 ,aber ,pilotys eiserner ,flei lie ihn1 der brigens in allem ein ,mensch von fast dsterm1 schwerbltigem ,ernste war1 auch hier vorwrtskommen4 ,aber nach wenigen ,jahren schon warf ihn das ,schicksal einstweilen jh aus der ,laufbahn des ,malers4 ,der ,vater starb1 und um die ,familie zu erhalten1 mute der ,sechzehnjhrige die ,leitung des umfangreichen lithographischen ,geschftes bernehmen1 was er auch zustande brachte4 ,nur in den ,freistunden1 die wohl sprlich genug waren1 lebte er noch seiner ,kunst1 bis ihn glcklichere ,lebensumstnde aus diesem ,frondienst befreiten und er zu seiner ,malerei zurckkehren konnte4 ,um die ,mitte der vierziger ,jahre -- damals schickte man die groen und sensationellen ,bilder noch auf ,reisen -- wurde in ,mnchen des berhmten ,belgiers ,gallait ,abdankung ,karls ,v48 ausgestellt4 ,das packende ,werk wirkte mchtig auf ,piloty und drngte ihn in die ,richtung der historischen ,malerei4 ,er sah auch unter starken ,eindrcken ein verwandtes ,werk von ,gallaits ,landsmann ,bifve1 lernte in ,paris die ,kunst ,delaroches kennen1 und in ,venedig1 wohin er #ahdg zum ersten ,male zu ,fue pilgerte1 begeisterte er sich an ,paolo ,veronese4 ,alle diese ,einflsse bestimmten seine endgltige ,richtung4 ,nach ein paar ,genrebildern8 kam er zu seinem ersten historischen ,gemlde1 als ,knig ,maximilian ,,ii4 von ,bayern fr seine1 der ,historienmalerei gewidmete ,galerie des ,maximilianeums ein ,bild bestellte3 ,kurfrst ,maximilian tritt #afji der katholischen ,legion bei84 ,das ,werk des siebenundzwanzigjhrigen ,jnglings fiel so glnzend aus1 da alle ,welt staunte4 ,und als er ein ,jahr spter das in der ,mnchener ,pinakothek befindliche ,werk ,seni an der ,leiche ,wallensteins8 mit der fr die damalige ,zeit blendenden ,vollendung aller ,stillebenteile1 namentlich der ,stoffe1 herausgebracht1 stand sein ,ruhm fr alle ,zeit fest4 ,im nchsten ,jahre wurde er ,professor an der ,kgl4 ,kunstakademie und nach ,w4 v4 ,kaulbachs ,tode1 allerdings fast zwei ,jahrzehnte spter1 deren ,direktor4 ,nach dem ,seni8 folgte ein ,geschichtsbild dem andern4 ,einige ,stoffe nahm der ,knstler noch aus der ,geschichte des ,dreiigjhrigen ,krieges2 #ahfj vollendete er das gewaltige ,werk ,nero nach dem ,brande ,roms81 #ahfa ,galilei im ,kerker81 ,gottfried von ,bouillon auf der ,wallfahrt zum ,heiligen ,grabe81 ,kolumbus als ,entdecker ,amerikas81 ,maria ,stuart1 die ,verkndigung ihres ,todesurteils empfangend81 ,der ,dauphin ,ludwig ,,xvii4 bei seinem ,pfleger#81 dem ,schuster ,simon84 ,eine ,berufung zum ,leiter der ,berliner ,kunstakademie lehnte er 7#ahfi7 ab und vollendete #ahgc seine ,thusnelda81 ein ,werk1 in dem er die glnzenden ,seiten seiner ,kunst vielleicht klarer offenbarte1 als in irgendeinem spteren3 seine hchst vervollkommnete ,gabe zu komponieren1 seine ,zeichenkunst und seine farbige ,wahrheit4 ,von gewaltigen ,ausmaen ist auch das damals begonnene1 #ahgi vollendete ,werk ,die ,munichia81 umgeben von allen um die ,entwicklung ,mnchens verdienten ,mnnern -- eine schwere ,aufgabe1 meisterlich gelst4 ,die vielen ,bildnisse in dem ,gemlde1 das den ,sitzungssaal des ,mnchener ,rathauses ziert1 sind voll frischen ,lebens und1 so weit es das ,thema nur irgend zulie1 frei von akademischer ,konvention4 ,der kleiner gehaltene ,letzte ,gang der ,girondisten81 die ,klugen und die trichten ,jungfrauen81 ,unter der ,arena81 ,der ,rat der ,drei in ,venedig8 folgten -- ein ,tod ,alexanders des ,groen in ,babylon8 blieb unvollendet2 denn whrend der ,arbeit1 am #ba4 ,juli #ahhf1 starb ,piloty in seiner ,besitzung am ,starnberger ,see1 in ,ambach4 ,mit den oben aufgezhlten ,bildern ist brigens noch lange nicht das ganze ,malerwerk des ,historienmalers ,piloty erschpft4 ,sein ,hauptverdienst aber erwarb er sich trotz jener glnzenden ,leistungen als ,anreger1 als ,lehrer4 ,wilhelm v4 ,kaulbach1 damals ,direktor der ,kunstakademie1 hat seinen ,sohn ,hermann in ,pilotys ,schule geschickt1 damit er malen lerne1 und er selbst plagte sich hinter verschlossenen ,tren noch in seinen alten ,tagen1 im neuen ,sinne nach der ,natur malen zu lernen4 ,vielleicht die schlagendsten ,beweise fr die ,macht von ,pilotys ,wirkung auf seine ,zeit6 ,fritz v4 ,ostini4 ,gefilde der ,seligen ,von ,arnold ,bcklin ,geboren #af4 ,oktober #ahbg in ,basel1 gestorben #af4 ,januar #aija in ,fiesole bei ,florenz4 -- ,nationalgalerie in ,berlin ,buntbild ,,vi ,welch wunderbare1 farbenfrohe ,mrchenwelt6 ,ein seltsam fremdes ,fabelwesen1 ,chiron1 der ,zentaur1 halb ,mensch1 halb ,pferd1 trgt sinnend1 in beschaulichem ,wohlgefhl1 eine schne junge ,frau ber das geheimnisvolle ,dunkel blauschimmernden ,wassers hinber an ein grnes1 durch ragende1 silberglnzende ,pappeln belebtes ,gestade4 ,das ist ein ,ereignis fr die ,geister des weltfernen1 ruhig in einsamem ,stolz dahinflutenden ,stromes2 denn nur wenigen ,auserwhlten ist der ,zutritt vergnnt zu der ,sttte seliger ,gottesnhe und ewigen ,friedens1 zum paradiesischen ,reiche der ,schnheit und ,anmut4 ,zwei ,nixen haben es bemerkt1 holde ,wesen1 denen der schuppige ,fischschwanz nichts von ihrer ,schnheit nimmt2 sie trieben im ,wasser blumengeschmckt ihr neckisches ,spiel2 nun schwimmen sie heran und singen1 berwltigt von der ,schnheit der ,frau1 die ihren ,einzug hlt1 zum ,gru am schilfigen ,gestade ihr schnstes ,lied von ,lust und ,liebe1 von seliger1 goldener ,zeit4 ,aber der ,beschauer mu lcheln3 sie mhen sich vergebens4 ,mgen sie noch so hingebungsvoll ihren ,sang ertnen lassen3 die stolze ,frau ist solcher ,huldigungen gewohnt2 sie hrt wohl die schmelzenden ,klnge1 aber ihr ,geist ist auf ,hheres gespannt2 ihr ,auge mag flchtig mit ,wohlgefallen auf ihnen geruht haben1 jetzt richtet sie den ,blick vorwrts und schaut erhobenen ,hauptes in das ,land ihrer ,sehnsucht1 und3 ,wundersam1 auch ,schwne kommen ,aus den ,buchten hergeschwommen1 ,majesttisch rein bewegt4 ,ruhig schwebend1 zart gesellig1 ,aber stolz und selbstgefllig1 ,wie sich ,haupt und ,schnabel regt 444 ,sie fhlen sich recht wichtig1 wie sie von beiden ,seiten in groen ,bogen wrdevoll heranschwimmen1 halb neugierig fragend1 halb geheimnisvoll-feierlich ,ungeahntes kndend4 ,fast ein wenig aufdringlich scheinen sie den ,zugang wahren oder doch prfen zu wollen1 ob der getreue ,grenzwchter auf seinem breiten1 braunen ,rcken auch eine wrdige ,last herbertrage2 ganz erfllt sind sie von der ,herrlichkeit der ,dinge1 die hier zu schauen sind4 ,aber ,chiron stemmt den ,arm in die ,seite und ist spttisch gestimmt4 ,er hat sein weies ,haar festlich bekrnzt1 und sein ,herz ist voll ,neigung zu dem reizvollen ,wesen1 das auf ihm ruht und seinen ,hals so wonnesam umfngt2 ihm ist der ,augenblick zu kostbar und seine ,last zu lieb1 um ,neugierigen und ,propheten ,rede zu stehen2 halb belustigt1 halb verchtlich bannt er sie durch seinen ,blick3 ,was wollt ihr ,wichtigtuer8 ,kmmert euch um euch6 ,in hnlicher ,spannung wie die ,schwne harrt der ,ankommenden ein auf dem ,rasen zwischen den ,stmmen am ,landungswege ruhendes ,liebespaar4 ,erwartungsvoll richten sie sich ein wenig auf3 ,wer bist du1 knigliche ,frau1 so erhaben und doch so lieblich1 der die ,gtter erlauben1 mit uns das ,paradies zu teilen8 ,in der ,ferne1 sich klar abhebend von einer einsamen lichten ,baumgruppe1 sieht man ,jnglinge mit ,tamburinen und ,jungfrauen mit ,girlanden in strahlenden1 rot1 goldgelb und rosa blinkenden ,gewndern2 sie fhren einen festlichen ,reigen auf um einen hellen ,altar und sind der hohen ,frau gewrtig zu freudigem ,empfang3 ein ,gtterbote hat verkndet1 wer da kommt4 ,an ihnen vorbei blickt man weit hinein in die lachende sonnige ,ebene1 bis hin zu den sanft schwellenden ,hgeln am fernen ,horizont4 ,vorbei zieht die ,kommende an der dunklen ,felsengrotte1 die schauerlich geheimnisvolle ,tiefen birgt3 an jenem ,eingang zu der traurigen ,sttte ewigen ,todes1 wo die leiblosen ,schatten ein dumpf-bewutloses ,dasein fhren4 ,ihr winkt die strahlende ,sonne paradiesischer ,freude und ungetrbten ,glckes1 ein erhhtes ,leben voll ,genu und ,schnheit1 unter sdlich leuchtendem ,himmel1 in vollkommenem ,einklang mit der ,natur1 in seligster ,harmonie mit ,wesen von gleicher ,feierstimmung4 ,es ist ,helena1 die lieblichste der ,frauen1 die ,gattin des ,menelaos1 die einst ,paris freventlich entfhrte1 um derentwillen dann der mnnermordende ,trojanische ,krieg entbrannte2 jetzt ist sie den ,ihren daheim gestorben und geht zur ,seligkeit ein in das traumhafte ,reich ewigen ,lichtes1 reinster ,schnheit1 nie aufhrender ,wonne4 ,alles ,schwere und ,trbe des ,erdendaseins ist abgestreift1 golden liegt die ,zukunft vor ihr4 ,unter ,gttern und ,heroen1 mit den edelsten ,helden der ,vorzeit und den blhendsten ,mdchen und ,frauen vergangener ,tage wird sie leben in unverwelkbarer ,jugendschne und unbekmmerter ,heiterkeit1 in sieghafter ,anmut1 liebend und geliebt1 ein einziges groes ,fest feiernd4 ,von ihr1 die so vieles erlebt1 die aller ,menschen und selbst der ,greise ,herz rhrte1 die von allen ,dichtern als die ,herrlichste auf ,erden gepriesen ward1 der die gtige ,parze zur ,schnheit noch alle beglckenden ,gaben des ,geistes und ,herzens in die ,wiege legte1 von ihr wird ,chiron mit den ,goetheschen ,versen reden1 wenn er spter dieses ,augenblicks gedenkt3 ,was6 444 ,frauenschnheit will nichts heien1 ,ist gar zu oft ein starres ,bild2 ,nur solch ein ,wesen kann ich preisen1 ,das froh und lebenslustig quillt4 ,die ,schne bleibt sich selber selig2 ,die ,anmut macht unwiderstehlich1 ,wie ,helena1 da ich sie trug4 ,ja1 sie hat recht1 sie darf sich als ,knigin1 als ,gttin fhlen6 ,so zieht sie denn hoch erhobnen ,hauptes1 mit anmutiger ,gebrde den rtlichen ,schleier haltend1 der von dem blendenden ,krper herabzufallen droht1 als ,herrscherin ein in ihr neues ,reich1 ,glck spendend schon allein durch ihr ,dasein4 ,richtet man ihr1 der ,gttin1 nicht dort schon den ,altar8 ,welch herrliche ,festesstunden wird sie erleben im frhlichen ,spiel auf den sanften grnen ,wiesen1 oder ruhend im ,schatten der geheimnisvoll-dunklen ,bsche1 hingegeben dem sanften ,klang der fernher tnenden ,hirtenflte1 oder oben auf der ragenden ,bergesspitze1 wenn sie einmal das ,bedrfnis hat1 ihre ,seele in voller ,einsamkeit auszuweiten und ganz mit ,gott und der ,natur eins zu sein6 ,jetzt erst wird das wahre ,leben beginnen1 ein ,genieen1 das nicht gemein macht1 sondern erhebt1 das eigene ,selbst erhht und in die ,unendlichkeit aufgehen lt4 ,der ,seele ,feiertag hebt an6 ,auch das ist ,religion4 ,der christliche ,gedanke einer ,belohnung im ,jenseits fr ein ,leben voll ,gte und ,reinheit1 fr ein nie aufhrendes ,ringen nach ,vervollkommnung1 fr eine irdische ,laufbahn1 an deren ,schlu der trstende ,engelsang ertnt1 der die ,seele der ,gnade der himmlischen ,mchte gewi macht3 ,wer immer strebend sich bemht1 ,den knnen wir erlsen -- hier ist er durch die ,kunst des ,malers ins ,heidnisch-,antike gewendet4 ,wir atmen die ,luft des alten ,griechenlands1 wir fhlen den ,geist jener glcklichen ,heldenzeit1 in der ,kraft1 ,schnheit1 ,anmut inmitten einer gottbegnadeten ,natur unter sdlichem ,himmel sich ungehemmt entfalten durften1 in der die ,menschen1 vollsaftig1 schn und gut1 kindlich und lebensfroh1 ringsum in der ,natur ,gtter1 ,halbgtter und fabelhafte ,zwischenwesen zu spren meinten1 in ,baum und ,flu1 in ,strauch und ,tier lebende ,wesen verehrten und sich selbst als ,gtter fhlten4 ,so liegt religise ,feierstimmung ber diesem ,bilde1 und sie wird durch die leuchtende ,pracht der tiefen1 satten ,farben noch gesteigert4 ,wie trumerisch und seltsam erwartungsvoll stimmt uns das tiefe ,blau in seinen fein erwogenen ,abstufungen1 wie wird unser ,auge durch das herrliche ,grn erquickt1 das in mannigfachster ,strke vom zartesten bis zum tiefdunklen ,ton das ,ganze durchzieht und frohe ,hoffnung weckt6 ,und gibt nicht das schimmernde ,rot1 zumal das merkwrdige ,krapp des ,schleiers und das strahlende ,wei der ,schwne und ,wolken gerade in ,verbindung mit den blauen ,farbenwerten den ,eindruck des ,festlichen8 ,spren wir nicht pulsierendes ,leben in den hellgetnten ,krpern1 und den ,ernst des ,daseins1 wenn wir in das ,dunkel der ,felsengrotte schauen1 die den ,weg zum ,hades allen weist1 die nicht des ,gtterglckes wrdig sind8 ,und der ,eindruck des ,feierlich-,prchtigen wird noch erhht durch die straffe ,linienfhrung4 ,in klarer ,schrfe hebt sich der sanft ansteigende ,anger vom ,wasser ab1 und eine fast parallele ,linie begrenzt die freie ,flche1 auf der die ,gestalten des ,hintergrundes sich bewegen4 ,kerzengerade streben die ,bume aus dem ,erdboden empor1 nur die am weitesten links neigen sich ein wenig zur ,seite4 ,und weil wir ihre ,wipfel nicht sehen1 haben wir die ,empfindung1 sie wchsen immer noch hher hinauf4 ,nicht minder zeigt auf der rechten ,seite die gewaltige ,felsenplatte ber der ,grotte parallele ,linien1 und senkrecht fliet das trumerisch-pltschernde ,quellwasser herab4 ,aber dieser rechtwinkelige ,aufbau wirkt nicht langweilig1 sondern gibt nur das ,gefhl von ,ruhe1 ,frieden und ,sicherheit2 dazu erwecken die gleichmig aufwrts sich wlbenden ste den ,eindruck reicher ,flle1 und die wagerechten ,linien werden angenehm durchbrochen durch die ppige ,rundung des dunklen ,gebsches in der ,mitte und die davon sich lebenswahr abhebenden1 das ,auge festhaltenden weichen ,formen der ,krper im ,wasser2 auch lenken links die weien ,schwne den ,blick von der starren ,linie ab1 und auf der andern ,seite klingt die sich himmelhoch trmende ,felsenlandschaft mit ihren ,kreisformen an die ,rundung des groen ,gebsches an4 ,die etwas unruhige ,zeichnung dieser ,felsengegend1 in der ein ,hirte in weltfliehender ,einsamkeit die ,flte blst1 trgt wiederum dazu bei1 die beseligende feierliche ,stimmung der im frohen ,verein sich regenden1 zueinander strebenden ,gruppen zu betonen2 denn auch durch den ,gegensatz wirkt der ,maler4 ,so zeigt das ganze ,bild eine wunderbare bereinstimmung von ,gedanken1 ,farbe und ,form3 wir fhlen1 es mute so und konnte nicht anders gemalt werden4 ,arnold ,bcklin ist der ,schpfer dieses groen ,kunstwerkes1 ein ,knstler von ,gottes ,gnaden4 ,er war ,baseler von ,geburt und ein treuer ,schweizer sein ,leben lang1 wenn er auch viel reiste und lange ,zeit in ,deutschland und ,italien lebte4 ,die ,jahre #ahbg bis #aija begrenzen sein ,dasein4 ,er besa eine groartige ,phantasie1 geniale ,gestaltungskraft1 ein tiefes ,gemt und launigen ,humor4 ,er sah mit dem freudetrunkenen ,auge der alten ,griechen die ,natur belebt durch allerhand ,fabelwesen1 wie ,zentauren1 ,nixen1 ,faune1 ,pane1 ,einhrner1 ,tritonen1 ,meergreise1 ,waldteufel1 ,najaden und ,wasserkinder1 die an ,strand und ,busch und ,felsen1 in ,wald und ,wasser und ,heide ihr ,spiel treiben1 sich necken und zanken1 immer von ,kraft und ,laune strotzen und das innerste ,weben und ,leben1 die schpferische ,kraft der ,natur offenbaren4 ,daneben stehen ergreifende ,bilder von hchstem ,ernst der ,lebensauffassung1 wie die ,beweinung ,christi1 die ,toteninsel1 der alte ,eremit1 der in rhrender ,einfalt vor einem ,madonnenbild ,geige spielt1 ,odysseus und ,kalypso1 der heilige ,hain1 das ,schweigen im ,walde1 und eine geringe ,zahl von ,portrts1 unter denen die ,selbstbildnisse am bedeutendsten sind4 ,er war ein aufrechter ,mann1 stark1 sicher1 selbstbewut1 ehrlich auch in der ,malerei3 er malte mit guter handwerklicher ,technik und nur das1 was er wirklich empfunden und erlebt hatte4 ,und dies ,erleben war hei und innig3 so steigerte er die ,natur ber das hinaus1 was er mit dem leiblichen ,auge sah1 gab ihr noch tiefere und leuchtendere ,farben und eine strengere und klarere ,linienfhrung1 um das innere ,schauen und die gehobene ,seelenstimmung zum ,ausdruck zu bringen4 ,er wird stets zu den grten deutschen ,malern gerechnet werden1 denn die ,innerlichkeit seines ,wesens1 die trumende ,sehnsucht seiner ,phantasie1 seine ,liebe zur ,natur und sein goldener ,humor1 das alles ist von deutscher ,art und erfllt den ,beschauer mit ,andacht und ,entzcken4 ,arnold ,reimann4 ,medea ,von ,anselm ,feuerbach ,geboren #ab4 ,september #ahbi in ,speyer1 gestorben #d4 ,januar #ahhj in ,venedig4 -- ,neue ,pinakothek in ,mnchen ,buntbild ,,vii ,in herber1 trauervoller ,gre blickt uns aus dem ,medea-,bilde ,anselm ,feuerbachs in der ,neuen ,pinakothek zu ,mnchen der ,geist der griechischen ,tragdie an4 ,um dies einsame ,felsenufer weht heroische ,luft4 ,aus dem ,vorgang1 den unser ,auge verfolgt1 steigt die ,ahnung einer furchtbaren ,tat1 eines schweren ,schicksals auf1 das unerbittlich waltet4 ,medea1 die ,tochter eines barbarischen ,stammes1 in dem noch die ,knste finsterer ,zauberei gedeihen und die ungebndigte ,wildheit ursprnglicher ,leidenschaft regiert1 hatte in ihrer ,verbindung mit dem ,griechenfrsten ,jason den ,weg zu hherer ,gesittung beschritten4 ,nun sieht sie sich von ,jason betrogen und verraten1 und die schreckliche ,enttuschung dieses ,erlebnisses wirft sie wieder in barbarische ,art zurck4 ,in dem ,herzen der ,beleidigten reift ein ungeheurer ,entschlu der ,rache3 sie will ,jason verlassen und die ,kinder1 die sie ihm geschenkt1 tten4 ,der ,augenblick des heimlichen ,aufbruchs ist dargestellt1 und wie der ,wille und die ,gedanken ,medeas von dem felsigen ,gestade1 das sich zur ,linken auftrmt1 in die ,ferne fortstreben1 so wird das ganze ,bild durch eine ,linienbewegung von links nach rechts hin bestimmt4 ,durch die stehende ,gestalt des ,knaben wird das ,auge in die ,hhe gefhrt1 zu seinem ,kopf1 zu dem ,haupte der ,mutter1 das sich nach rechts beugt1 und dessen ,neigung die in groem ,schwung abfallenden ,umrisse des ,gebirges im ,hintergrunde wiederholen4 ,dann wandert der ,blick weiter1 ber die zweite sitzende ,gestalt in der ,mitte der ,komposition1 zu der ,gruppe der krftigen ,gestalten rechts1 die das ,segelschiff vom ,strand ins ,meer stoen1 um es flott zu machen4 ,whrend vorher aufrechte ,linien betont wurden1 gleitet nun alles in die ,wagerechten ber1 die durch den ,schiffsbord und das zusammengerollte ,segel gebildet werden4 ,so ist die ,anordnung darauf gestellt1 da ein starker1 mchtiger ,ton zur ,linken angeschlagen wird1 der nach rechts hin langsam abklingt4 ,wundervoll wird durch dies ,liniengefge die heldenhafte1 tragische ,stimmung des ,ganzen zum ,ausdruck gebracht4 ,erschtternd wirkt auf uns der ,blick1 den ,medea auf ihr ,jngstes senkt1 die ,bewegung ihrer ,hnde1 mit denen sie die ,kinder an sich zieht1 die ahnungslos sich an die ,mutter schmiegen -- denn wir wissen1 welch grliche ,gedanken in ihrem ,haupte reifen4 ,mit unvergleichlicher ,kunst hat der ,maler in der ganzen ,haltung dieser ,frau den ,widerstreit zwischen mtterlicher ,zrtlichkeit und entschlossener ,hrte gespiegelt4 ,was sie sinnt1 wird noch deutlicher zum ,ausdruck gebracht durch die dunkle1 verschleierte ,gestalt der ,dienerin1 die das kommende ,unheil zu ahnen scheint und ihr ,haupt in den ,hnden verbirgt4 ,der sitzenden ,gestalt ,medeens1 in geringer ,verkleinerung1 im ,umri fast gleich1 sitzt sie dort wie ein dsterer ,schatten ihrer ,herrin1 wie eine ,verkrperung ihres entsetzlichen ,planes4 ,der ,druck der seelischen ,wirrnis1 die unter der ,hlle uerer ,ruhe lebt1 wird noch fhlbarer durch den ,gegensatz zu der ,ttigkeit der krftigen ,mnner1 die das ,schiff gegen die ,brandung ins ,wasser drcken4 ,es geht durch dies ,werk etwas wie eine ,klage ber die tragischen ,verkettungen1 denen das ,dasein des ,menschen unterworfen ist4 ,und wir fhlen aus dem innerlichen ,ernst1 mit dem das ,ereignis geschildert wird1 da der ,knstler sich nicht fr eine einzelne ,arbeit in diese ,stimmung hineinzwang1 sondern da sie seinem tiefsten ,wesen eigen war4 ,anselm ,feuerbach gehrte zu den groen ,meistern der deutschen ,kunst des vorigen ,jahrhunderts1 die bis zu ihrem ,ende mit dem ,unverstand der ,menschen zu ringen hatten und1 diesem ,kampfe nicht gewachsen1 frh verbittert und zerrttet starben1 um erst lange nach ihrem ,tode die ,anerkennung und den ,ruhm zu finden1 nach dem sie im ,leben vergebens gedrstet hatten4 ,in einer ,zeit1 da die allgemeine ,aufmerksamkeit der ,erforschung der ,naturkrfte zugewandt und daher auch das ganze ,streben der ,kunst darauf gerichtet war1 die ,wahrheit des ,lebens ringsum zu schildern1 gehrte ,feuerbach zu dem kleinen ,kreise der ,meister1 in deren ,herzen eine unbezwingliche ,sehnsucht nach ,schnheit1 ,gre und ,hoheit lebendig war1 die sie in ihren knstlerischen ,werken zu offenbaren suchten4 ,um die ,umgebung zu finden1 die solchem ,schaffen entsprach1 zog ,feuerbach1 ebenso wie der ,schweizer ,arnold ,bcklin und der ,rheinlnder ,hans von ,mares1 ber die ,alpen nach ,italien1 wo die groartigen ,linien der sdlichen ,landschaft1 der freiere ,zug des ,volkslebens und die ,erinnerungen an die ,welt der ,antike1 deren ,reste und ,trmmer den fremden ,wanderer gren1 den ,deutschen von jeher aus ,gegenwart und ,alltag in eine ferne ,schnheitswelt entrckt haben4 ,mit den beiden ,meistern1 die eben genannt wurden1 lebt ,feuerbach in der ,kunstgeschichte fort als einer der ,fhrer des ,kreises der ,deutsch-,rmer81 die sich in ausgesprochenen ,gegensatz zu den ,realisten und ,impressionisten stellten4 ,diese wollten die malerische ,spiegelung von ,leben und ,bewegtheit1 von ,natur und modernem ,wesen wiedergeben1 den ,zauber des ,lichtes und seiner farbigen ,brechungen ergrnden1 den ,reiz und den ,schimmer der ,erscheinungen festhalten1 die das ,auge ringsum1 berall und jeden ,augenblick wahrnimmt4 ,die ,deutsch-,rmer erstrebten ganz andere ,ziele4 ,einer mit der ,phantasie erschauten bedeutungsvolleren ,welt wollten sie ,form geben1 die in der ,wirklichkeit nicht zu finden ist1 und in der menschliche ,empfindungen und ,leidenschaften1 unser innerstes ,lebensgefhl und unsere ,trume in ,gebilden von einer hheren ,geltung sichtbaren ,ausdruck gewinnen4 ,strker noch als seine ,genossen fhlte sich ,feuerbach bei solchem ,streben zu der ,schnheit und der ,kultur ,italiens hingezogen4 ,als ,sohn eines gelehrten ,archologen war er #ahbi in ,speyer geboren4 ,er entstammte einer ,familie von ,wissenschaftlern und ,universittsprofessoren4 ,von ,kindheit an war ihm die ,welt des klassischen ,altertums nahe vertraut4 ,als blutjunger ,kunstschler war er zuerst1 sechzehnjhrig1 auf die ,akademie nach ,dsseldorf1 dann nach ,mnchen und ,antwerpen gekommen1 um das malerische ,handwerk zu erlernen4 ,in ,paris1 im ,atelier von ,thomas ,couture1 der um die ,mitte des ,jahrhunderts unzhlige ,schler aus der ganzen ,welt unterrichtete1 schlo ,feuerbach dann seine ,ausbildung ab4 ,aber sein ,herz ging ihm erst auf1 als er #ahee nach ,italien kam4 ,in ,venedig81 so heit es in seinen wundervollen ,briefen1 deren ,sammlung einen kostbaren ,schatz unserer ,kunstliteratur bedeutet1 verkndigte sich das ,morgengrauen1 in ,florenz brach die ,morgenrte an1 in ,rom aber vollzog sich das ,wunder1 das man eine vollkommene ,seelenwanderung nennen kann -- eine ,offenbarung48 ,seine zarte1 empfindsame ,seele suchte hier die freie ,heiterkeit der ,antike1 die ,klarheit und ,geschlossenheit der alten ,kunst4 ,in dem ,gegensatz und ,widerspruch zwischen dieser ,sehnsucht und der ,wirklichkeit des modernen ,lebens1 in die er sich geschleudert sah1 ruht der tragische ,konflikt seines ,wesens1 ruht aber auch der ,reiz seiner ,kunst4 ,in seinen ,bildern ist etwas wie ,trauer1 wie eine ,klage um ein verlorenes ,glck4 ,wiederholt hat er ,iphigenie gemalt1 wie sie1 an ein fernes1 fremdes ,gestade verbannt1 ber das ,meer hinblickt1 das ,land der ,griechen mit der ,seele suchend48 ,so mochte er selbst empfinden4 ,und nicht anders mag er auch die tragische ,zerrissenheit im ,herzen der ,medea in sich gefhlt haben4 ,alle diese ,bilder wurden nicht nur ,darstellungen aus einem ,stoffgebiet der ,sage1 sondern zugleich persnliche ,bekenntnisse eigenen ,erlebens4 ,daher die zurckhaltende ,farbenstimmung seiner ,werke1 das schwermtige ,halbdunkel1 der trbe nordische ,himmel1 der ,landschaft wie ,menschen in ein ernstes ,grau hllt4 ,auch auf unserm ,bilde herrscht dieser graublaue ,ton1 der sich ber die breiten ,farbflchen legt4 ,er dmpft und mildert das satte ,rot vom ,mantel der ,medea und von den ,mtzen der halbnackten ,schiffsmannschaft1 das ,blau der ,hose1 die der eine ,bursche trgt1 das ,wei vom ,gewande der ,frstin und von dem lssig ber die ,schulter geschlungenen ,hemde des einen ,bootsmanns -- und er sinkt nieder bis zu schwrzlicher ,dunkelheit in der ,gestalt der ,dienerin1 die wie eine aus dem ,boden gestiegene1 unheimliche ,schicksalsgttin mitten im ,bildviereck als finsteres ,wahrzeichen schattenhaft aufragt4 ,deutlich erkennen wir auf diesem ,meisterwerke1 wie der ,aufenthalt in ,italien ,feuerbachs ,art beeinflute4 ,medea selbst ist die ,idealisierung einer schnen ,italienerin4 ,ihr ,faltenwurf deutet auf das ,studium antiker ,kunstwerke4 ,die prachtvoll bewegte ,gruppe der ,schiffsleute zeigt1 was der ,knstler dort unten mit durstigen ,blicken in sich aufgenommen hatte3 dergleichen kann man an den ,ksten ,italiens jederzeit beobachten4 ,auch die ,kinder ,medeas stammen von den ,straen italienischer ,stdte und ,drfer4 ,so gewann die ganze ,szene eine unmittelbare ,wahrheit und ,lebendigkeit4 ,aber sie wurde darber hinaus emporgehoben zu einer heroischen ,wrde und edlen ,hoheit4 ,die innere ,erregung ist durch die ,ruhe und ,gemessenheit der ,anordnung gebndigt4 ,ein ,griechentum steigt empor1 das durch die ,seele eines modernen ,menschen hindurchgegangen ist4 ,nicht lange nachdem ,feuerbach dies ,werk geschaffen1 schien sein ,leben eine glckliche ,wendung zu nehmen4 ,im ,jahre #ahgc wurde er nach ,wien berufen1 um dort zu wirken4 ,endlich glaubte er ,anerkennung und ,verstndnis gefunden zu haben4 ,aber was ihn erwartete1 war nur noch grimmigere ,enttuschung4 ,in der frhlichen sterreichischen ,stadt1 die damals den farbentrunkenen ,bildern von ,hans ,makart zujubelte1 konnte die schlichte ,vornehmheit der ,feuerbachschen ,kunst sich nicht durchsetzen4 ,in nervser berreizung verlie er ,wien nach wenigen ,jahren wieder und flchtete nach ,venedig4 ,die ,verzweiflung darber1 da sein heier ,wunsch1 den ,deutschen eine monumentale ,malerei groen ,stiles zu schenken1 ohne ,echo blieb1 trieb ihn1 wenig ber fnfzig ,jahre alt1 #ahhj in den ,tod4 ,seine ,selbstbiographie1 die unter dem ,titel ,ein ,vermchtnis8 nach seinem ,hingang erschien1 zeigt ergreifend das schmerzvolle ,ringen1 in dem er sich zerqult hat1 und bleibt fr alle ,zeiten eine ,mahnung fr unser ,volk1 das einen seiner grten ,knstler verkannte und miachtete4 ,max ,osborn4 ,wie die ,alten sungen ,von ,ludwig ,knaus ,geboren #e4 ,oktober #ahbi in ,wiesbaden1 gestorben #g4 ,dezember #aiaj4 -- ,nationalgalerie in ,berlin ,bild #cj ,als ,ludwig ,knaus im ,oktober #ahii auf der ,hhe seines ,ruhms seinen siebzigsten ,geburtstag feierte1 hatte die ,berliner ,akademie der ,knste ihm zu ,ehren in einer groen ,ausstellung alle ,gemlde und ,zeichnungen vereinigt1 die aus seinen fleiigen ,hnden hervorgegangen und nur irgendwie erreichbar gewesen waren4 ,zufolge einer ,zuflligkeit entsinne ich mich dieser ,ausstellung noch ganz genau4 ,ich hatte einen reichen ,amerikaner kennengelernt1 der es sich in den ,kopf gesetzt hatte1 seinen hbschen fnfjhrigen ,buben von ,knaus malen zu lassen4 ,nun war ,knaus1 obwohl er auch einige ausgezeichnete ,bildnisse nach dem ,leben geschaffen hat1 nicht so recht eigentlich das1 was man einen ,portrtmaler zu nennen pflegt4 ,aber da er einen groen ,teil seiner ,berhmtheit insonderheit seiner lebensfrischen ,auffassung des ,kindlichen verdankte1 so versteifte der amerikanische ,herr sich auf seinen ,wunsch4 ,er war bereits dreimal bei ,knaus gewesen und nie empfangen worden und wollte es nun mit einer ,art berfall versuchen4 ,da ich wute1 da ,knaus zu einer bestimmten ,stunde von dem ,vorstande der ,akademie in seiner ,ausstellung empfangen werden sollte und ich ihn persnlich kannte1 so hatte ich meinen leidenschaftlichen ,amerikaner mitgenommen1 und es glckte mir auch1 ihn bei einer gnstigen ,gelegenheit dem ,jubilar vorzustellen4 ,da kam es nun zu einer drolligen kleinen ,szene4 ,der ,amerikaner pflanzte sich breitspurig vor ,knaus auf und radebrechte in seinem schlechten ,deutsch3 ,sie sein das weltberhmte ,knaus4 ,ich uollen malen lassen mein ,boy von ,ihnen4 ,ich zahle die hchste ,preis4 ,uas soll dies koste44488 ,knaus war anfnglich etwas verblfft1 lchelte dann 7die ,umstehenden kicherten bereits7 und erwiderte3 ,sehr freundlich von ,ihnen1 aber ich nehme in meinen hohen ,jahren keine ,auftrge mehr an4448 ,doch mein ,amerikaner lie sich nicht aus der ,fassung bringen4 ,ich uill zahlen #bjjjj ,dollars vor die ,bildnu81 scho er von neuem los4 ,knaus strich sich ber den grauen ,kinnbart4 ,kann ich ,ihren ,jungen einmal sehen88 fragte er4 ,der ,amerikaner nickte4 ,well18 sagte er1 ich haben ein ,photograf von ihn --8 und er zog seine ,brieftasche1 holte eine ,photographie hervor und zeigte sie ,knaus4 ,ein hbscher ,junge18 meinte der ,maler1 aber ich mu ihn schon lebendig vor mir haben4448 ,er sein in ,milwaukee in ,amerrrika18 antwortete der andere1 kommen ,sie mit1 ,mister ,knaus1 wir fahre morgen ab1 ich zahle ,reise hin und her und ,aufenthalt und alles1 ,sie sollen auch meine liebe ,frau malen1 und in ,chikago habe ich ,freunde zu malen1 und in ,washington und in ,new ,york1 es kann sein ein splendid ,geschft vor ,sie4 ,uollen ,sie fahre morgen mit mir ab88 ,nun lachte der alte ,knaus herzlich1 und der ,kreis um ihn stimmte frhlich in das ,lachen ein4 ,ich danke ,ihnen sehr fr ,ihr gtiges ,anerbieten18 antwortete der ,maler1 aber ich bin siebzig ,jahre alt und auf lngere ,reisen nicht mehr eingerichtet4448 ,die ,freunde des ,jubilars hielten es jetzt fr zweckmig1 der ,szene ein ,ende zu bereiten1 zumal ein paar knigliche ,prinzen in der ,eingangstr sichtbar wurden -- sie faten ,knaus unter den ,arm und zogen ihn mit sich4 ,der ,amerikaner wollte nach1 aber nun hielt ich ihn fest und versuchte1 ihm klar zu machen1 da er nach ,lage der ,sache schon notgedrungen auf seinen ,wunsch verzichten msse4 ,er hrte mich kopfschttelnd an und meinte schlielich3 ,der alte ,herr sein kein smarter ,geschftsmann4448 ,auf dieser ,ausstellung befanden sich auch zwei ,gemlde und einige dazu gehrige ,skizzen1 die uns hier besonders interessieren4 ,das eine ,bild hie ursprnglich ,der ,katzentisch8 und zeigt fast genau dieselbe ,darstellung wie auf dem unter dem ,titel ,wie die ,alten sungen1 so zwitschern die ,jungen8 bekannten1 in der ,berliner ,nationalgalerie hngenden und hier wiedergegebenen ,gemlde4 ,nur ein ,unterschied waltet ob3 auf der ersten ,bearbeitung1 dem sogenannten ,katzentisch81 tragen die ,figuren die halb kleinstdtische1 halb lndliche ,tracht unserer ,tage1 whrend das zweite ,bild sie in ,rokokokostm zeigt4 ,knaus selbst erklrte mir einmal1 warum er die ,umarbeitung vorgenommen hat4 ,ihn reizte das farbige ,kostm aus dem dritten ,viertel des #ah4 ,jahrhunderts in diesem ,falle um so mehr1 als dadurch die ,gegensatzwirkung zwischen dem altvterischen ,gehaben am ,tische der ,erwachsenen und der naiven ,kindlichkeit an den ,katzentischen viel strker zum ,ausdruck gebracht werden konnte4 ,in der ,tat ist dies ,bild von den zwitschernden ,jungen8 eins der reizendsten und liebenswrdigsten ,kunstwerke1 die aus dem ,knausschen ,atelier hervorgegangen sind1 und ist auch zu einem ,lieblingsbilde unsrer kinderreichen ,nation geworden4 ,auf dem freien ,platz auerhalb der ,stadt unter den ,linden vor dem alten ,wirtshause tafelt die ,gesellschaft1 vielleicht aus ,anla eines ,geburtstags- oder eines sonstigen ,familienfestes4 ,wie die ,kleidung zeigt1 ist es eine gutbrgerliche ,gesellschaft1 die eines ,beamten oder eines vermgenden ,handwerksmeisters1 und zwar sitzen die ,erwachsenen im ,hintergrunde an einem langen ,tische auf schlichten ,holzbnken1 denn gerade ausgangs des vergngungsschtigen #ah4 ,jahrhunderts liebte man es1 im ,gegensatz zu der recht ppigen ,lebensfhrung in den ,stdten1 bei lndlichen ,ausflgen die ,einfachheit aufzusuchen und zur ,natur zurckzukehren84 ,ganz vorn steht das eigentliche ,katzentischchen1 an dem unter der ,obhut eines hbschen ,kindermdchens die ,allerkleinsten ihren ,platz gefunden haben4 ,an diesem ,tischchen merkt man noch nicht viel von der angeborenen ,nachahmungssucht der ,kinder1 die zu dem ,sprichwort gefhrt hat1 das dem ,bilde seinen ,titel gab4 ,hchstens versucht das niedliche ,dirnchen an der linken ,tischecke durch sein ehrpusseliges ,getue1 die steife ,haltung und die ,sicherheit in der ,handhabung von ,messer und ,gabel1 sich als wohlerzogenes junges ,dmchen zu erweisen1 das schon den ,vergleich mit den ,erwachsenen aufnehmen kann4 ,um so wilder benehmen sich die beiden ,buben1 von denen der eine dem andern den ,teller mit ,naschwerk fortreien mchte1 was ihm1 nach der drohenden ,bewegung seines ,tischnachbarn zu urteilen1 vermutlich schlecht bekommen wird4 ,artiger ist der kleine ,krauskopf neben dem sittigen ,dmchen1 der sogar von seinem ,imbi das schwarze ,katzerl etwas abbekommen lt4 ,gegenber sitzt das ,kindermdchen 7es kann auch eine ltere ,schwester sein7 und fttert das jngste ,baby1 was die groe ,ulmer ,dogge1 die zutraulich den dicken ,kopf auf die ,schulter des ,mdchens legt1 mit ,neugier und -- ,frelust beobachtet1 indes ein zweites ,baby im festgesicherten ,kinderstuhl am ,dumchen lutscht4 ,anders geht es schon an dem greren ,tische dahinter zu4 ,da zwitschern8 wahrhaftig die ,jungen1 was die ,alten sungen68 ,seh' einer den frechen ,bengel links unten an der ,tafel an1 der dem sich lachend strubenden ,mdelchen sogar einen ,ku rauben will6 ,da benimmt sich das ,prchen1 das dem ,beschauer den ,rcken wendet1 immerhin vornehmer1 wenn seine ,haltung auch zeigt1 da es gerne die ,verlobten und ,verliebten spielen mchte1 vielleicht so wie der ltere ,bruder und die knftige ,schwgerin4 ,da ist aber auch einer1 der stehende ,junge rechts1 der nach ,vatersart zu einer ,strafpredigt ausholt und den sich ,schnbelnden unten die ,wahrheit sagt1 whrend die neben ihm sitzenden ,kleinen lachende ,zuschauer sind und zwei andere ,bbchen in ihrem ,essenseifer gar keine ,zeit haben1 sich um das ,zustndliche ringsum zu kmmern4 ,das reizende ,bild beweist am schlagendsten die wundervolle ,gabe der ,beobachtung der ,kindernatur1 die der ,maler in hohem ,mae besa4 ,ludwig ,knaus1 am #e4 ,oktober #ahbi zu ,wiesbaden geboren1 bezog als sechzehnjhriger ,jngling die ,dsseldorfer ,akademie und erregte bereits durch seine ,erstlingsarbeiten1 den ,bauerntanz8 und ,die falschen ,spieler8 7#ahea71 die durch ihre eigentmlichen ,hell-,dunkelreize an die alten ,niederlnder mahnten1 allgemeine ,aufmerksamkeit4 ,unter dem ,einflu der franzsischen ,meister entwickelte sich whrend eines ,pariser ,studienaufenthalts seine malerische ,technik so schnell1 da ihm 7#ahee7 die schon damals nicht hufige ,ehre zuteil wurde1 eins seiner ,bilder an das ,luxembourg-,museum verkaufen zu knnen -- den ,spaziergang8 einer von einem kleinen ,mohren als ,diener begleiteten ,dame in einem sommerlichen ,park4 ,in seinem innersten knstlerischen ,wesen blieb ,knaus aber trotz seines langjhrigen ,pariser ,aufenthalts immer ganz deutsch1 das zeigten seine ,ende der fnfziger ,jahre entstandenen ,genrebilder aus dem rheinischen ,bauernleben in der ,tiefe und ,reinheit des ,empfindens und der von warmem ,humor durchsonnten ,charakterzeichnung4 ,nach ,rckkehr in die ,heimat lebte ,knaus zunchst fnf ,jahre in ,berlin1 siedelte hierauf nach ,dsseldorf ber und wurde #ahgd abermals nach ,berlin berufen1 diesmal als ,vorsteher eines ,meisterateliers in der ,kunstakademie1 an deren veredelnder ,umwandlung er ttigen ,anteil nahm4 ,auch in dieser ,periode entstanden vorzugsweise ,bilder aus dem ,leben des ,volks1 ,lustspielszenen voll zauberhaften ,reizes wie schmerzerfllte ,dramen1 ,gemlde1 die gewissermaen die ganze ,stufenleiter menschlichen ,empfindens zu malerischem ,ausdruck brachten4 ,eine besondere ,meisterschaft aber erreichte er in dieser ,zeit in der mannigfaltigen ,charakteristik der ,kinderwelt4 ,so sind selbst die rhrenden ,engelsfiguren auf seiner ,heiligen ,familie8 ,kinderbildchen im besten ,sinne des ,wortes1 pausbckige ,erdenkinder mit drallen ,gliederchen1 die auf ihren ,fittichen munter durch die ,luft tummeln4 ,neben seinen zahlreichen ,darstellungen aus dem ,kinderleben schuf er in seiner ,berliner ,zeit auch mannigfache ,bilder aus dem ,hasten und ,treiben der ,grostadt und zudem noch eine kleinere ,anzahl von ,portrts 7meist berhmter ,gelehrter1 wie der ,professoren ,mommsen und ,helmholtz71 die er fr die ,nationalgalerie malte1 ,bilder voller ,feinheit und ,echtheit im seelischen ,ausdruck und eigenartiger ,intimitt der ,auffassung4 ,das ,knaussche ,gesamtwerk ist von einer erstaunlichen ,vielseitigkeit1 aber was er auch schaffte1 er schaffte sozusagen vom ,herzen zum ,herzen81 wie einer seiner ,biographen sich ausdrckt1 er malte das1 was der ,menschen ,augen und ,seelen erquickt1 froh macht und rhrt -- deutsche ,innigkeit spiegelt in seinen ,bildern sich wider4 ,fedor v4 ,zobeltitz4 ,stiergefecht ,von ,edouard ,manet ,geboren #ahcb in ,paris1 gestorben #cj4 ,april #ahhc ebendort4 -- ,privatbesitz ,bild #ca ,der ,schpfer dieses ,bildes mute zu seinen ,lebzeiten viel ,kummer und ,schmerz erdulden4 ,die ,herren1 die vor ,erffnung einer ,kunstausstellung darber entscheiden1 welche ,bilder dem ,publikum gezeigt werden drfen und welche nicht1 haben oft genug ,edouard ,manets ,bilder zurckgewiesen4 ,da verband sich ,manet mit einigen gleichgesinnten ,malern1 denen es ebenso bse wie ihm ergangen war1 und sie erffneten gemeinsam eine eigene ,ausstellung1 die sie trotzig die ,ausstellung der ,zurckgewiesenen8 nannten4 ,und hier zeigten sie dem ,publikum die ,bilder1 die das ,prfungskollegium mit ungengend8 bezeichnet hatte4 ,nun aber ging das ,spotten und ,schimpfen erst los4 ,die ,herren1 die in den ,zeitungen ber ,kunstausstellungen zu schreiben pflegen1 verstanden diese ,kunstwerke nicht1 und so sagten sie in ihren ,zeitungen1 die ,bilder ,manets und seiner ,freunde seien berhaupt nicht ,kunst4 ,um aber auch das ,publikum auf ihre ,seite zu bekommen1 machten sie ber die ,bilder ,manets und seiner ,freunde boshafte ,witze4 ,denn sie wuten1 da die ,menschen immer jenen gerne zustimmen1 die den1 der etwas ,neues oder ,khnes zu unternehmen wagt1 verspotten4 ,weil aber die ,besucher der ,ausstellung selber von ,kunst nicht viel verstanden1 waren sie ber das ungewohnte1 das sie in den ,bildern ,manets und seiner ,freunde fanden1 ebenso wtend wie die ,zeitungsschreiber und gingen mit ,schirmen und ,stcken gegen die ,bilder los4 ,und wie ,manet1 so erging es vielen1 ja den meisten groen ,knstlern aller ,zeiten4 ,da sie lebten1 da sie mit ihren groen1 entscheidenden ,werken hervortraten1 mit jenen ,werken1 die sie spter berhmt und unsterblich machen sollten1 wurden sie von ihren ,zeitgenossen verlacht1 verspottet1 ja beschimpft4 ,und wenn ihr euch nun dieses ,stiergefecht8 von ,manet betrachtet1 findet ihr etwas daran1 das hlich oder den ,spott herausfordernd wre8 ,ich glaube kaum4 ,es ist ein ,bild voll ,leben1 ,kraft und ,licht1 schlicht und doch prchtig und bewegt1 wie solch ,stiergefecht da unten in ,spanien oder ,sdfrankreich wirklich ist4 ,der ,tag1 an dem so eine ,corrida8 -- dies ist der spanische ,ausdruck fr ,stiergefecht8 -- stattfindet1 ist einer der aufregendsten und grten ,festtage fr die betreffende ,stadt4 ,schon ,tage vorher sieht man in allen ,hnden das ,programm1 auf dem die ,namen der einzelnen ,stierkmpfer und die ,anzahl der ,stiere1 die die ,arena betreten sollen1 verzeichnet stehen4 ,in den ,straen1 an den ,tischen vor den ,kaffeehusern1 ja beim ,abendbrot in der ,familie wird von nichts anderem gesprochen4 ,die ,namen der grten ,toreros8 -- so heien die ,stierkmpfer auf spanisch -- gehen von ,mund zu ,mund2 ihre ,tapferkeit1 ihre ,geschicklichkeit wird voll ,feuer errtert oder bestritten4 ,die ganze ,stadt zittert frmlich vor ,aufregung4 ,da kann es einem wohl geschehen -- wie ich es selbst einmal erlebte --1 da man auf der ,strae von einem wildfremden ,menschen angesprochen wird1 der einem ungefragt einen ,rat darber erteilt1 was fr einen ,sitzplatz man in der ,arena whlen msse1 um alles nur ja recht gut sehen zu knnen4 ,denn solch einem ,spanier oder ,sdfranzosen erscheint es ganz und gar undenkbar1 da man in seiner ,stadt1 heute1 an diesem ,tage zu einem andern ,zweck weilen knne1 als um eben der ,corrida beizuwohnen4 ,und nun der ,tag des ,stiergefechts6 ,schon am frhen ,vormittag gert die ,stadt in ,bewegung4 ,von berallher strmen die ,menschen zusammen4 ,mit der ,bahn1 in von kleinen ,mauleseln gezogenen ,wagen1 zu ,pferde und auf dem ,fahrrad1 einzeln und in ganzen ,trupps1 selbst aus vielen ,stunden weit entfernten ,orten und ,stdten kommen sie herbeigeeilt4 ,und alles1 ,mnner1 ,frauen1 ,knaben1 ,greise1 ja sogar ,kinder1 alles pilgert hinaus zur ,arena vor der ,stadt4 ,die ,luft zittert vor ,hitze1 ,pferden und ,hunden hngt die ,zunge zum ,maul heraus1 der ,himmel ist dunkelstrahlendblau1 und der feine weie ,staub der sdlichen ,landstrae1 von all den tausend ,fen aufgewirbelt1 legt sich auf die ,gewnder4 ,endlich ist es soweit4 ,eine nach ,tausenden und ,tausenden zhlende ,menge erfllt die ,arena1 die ,sonne brennt auf die ,kpfe und auf den ,sand1 die ,damen und ,herren fcheln sich ,luft zu1 ,limonadenverkufer bieten ihre ,getrnke an1 alles lacht1 schwtzt1 gestikuliert und schreit durcheinander und erfllt die aufsteigenden ,sitzreihen der ,arena mit stndiger ,bewegung -- da ertnt pltzlich ,musik1 und unter klingendem ,spiel vollzieht sich der ,aufmarsch der ,quadrille83 die ,stierkmpfer zu ,fu und zu ,pferde1 in den farbenprchtigsten1 reich mit ,gold und ,silber gestickten ,gewndern1 ziehen in die ,arena ein4 ,dann ffnet sich eine ,pforte3 der ,stier betritt den ,kreis4 ,und nun beginnt1 unter der gespanntesten ,aufmerksamkeit der ,menge1 der ,kampf4 ,der ,stier wird mit roten ,tchern und durch ,stiche buntbebnderter1 kurzer ,lanzen gereizt4 ,es ist ein wundervolles ,spiel von ,mut1 ,kraft1 ,geschicklichkeit und blitzschneller ,geistesgegenwart1 bis schlielich der ,espada81 der erste ,torero und ,held des ganzen ,spieles1 die ,arena allein betritt1 das ,publikum mit dem blanken ,degen in der ,hand grt und dann1 zuletzt1 ganz ,muskel und ,auge1 den ,stier mit einem einzigen scharfgezielten ,degensto in den ,nacken ttet4 ,milingt ihm der ,sto1 bricht ihm der ,degen1 vermag er ihn nicht bis ans ,heft hineinzustoen1 so spiet ihn der wtende ,stier mit seinen ,hrnern auf1 und er mu seine ,ungeschicklichkeit mit dem ,leben bezahlen1 zumindest aber zischt und pfeift ihn die emprte ,menge unerbittlich aus1 so wie es etwa bei uns im ,theater einem ganz1 ganz schlechten ,schauspieler geschehen kann4 ,gelang ihm der ,sto aber1 dann bricht die ganze tausendkpfige ,menge in nicht endenwollenden1 tosenden ,beifall aus4 ,einen ,moment nun aus solch einem ,stiergefecht hat ,manet in diesem ,bilde festgehalten4 ,er hat jedoch keineswegs einen sehr aufregenden1 spannenden oder besonders schnen ,moment gewhlt1 sondern irgendeine ganz nebenschliche1 gleichgltige1 beinahe langweilige ,szene4 ,er htte ja die farbenprchtige ,quadrille oder eine aufregende ,kampfszene malen knnen4 ,aber das wollte der ,knstler nicht4 ,er wollte die ,aufmerksamkeit des ,betrachters nicht durch das fesseln1 was er malt1 sondern gleich allen groen ,malern nur dadurch1 wie es gemalt ist4 ,und dies ist ihm auch vollkommen gelungen4 ,ihr ahnt wohl die blendende ,glut der ,sonne1 wenn ihr die scharfen ,schlagschatten des ,stieres und der ,toreros betrachtet1 und fhlt die ,kraft des zornigen ,stieres1 der voll ,aufregung den ,schweif emporstreckt und1 vor lauter ,wut zitternd1 nicht wei1 was er beginnen soll2 da aber mit ihm nicht zu spaen ist1 davon knnt ihr euch an dem toten ,pferd berzeugen1 das er mit seinen ,hrnern durchbohrt hat4 ,und obwohl ihr die ,augen des ,toreros1 mit dem roten ,tuch in der ,hand1 gar nicht seht1 sprt ihr doch1 mit welch scharfen ,blicken er jede ,muskelbewegung des ,stieres beobachtet4 ,auch an der ,haltung der anderen ,stierkmpfer knnt ihr ihre ,gelassenheit und ,sicherheit erkennen1 und wie sie trotzdem dieses schwarze1 gefhrliche ,tier nicht einen ,moment lang aus den ,augen verlieren4 ,und im ,hintergrunde sehen wir1 fast unerkennbar1 die ,menge4 ,aber dadurch1 da sie in unregelmige grere und kleinere ,gruppen verteilt ist1 zwischen denen einzelne ,personen hervorragen1 ahnen wir die ,aufregung besser1 als wenn wir die einzelnen ,gesichter sehen wrden4 berdies knnten wir ja ihre ,gesichtszge gar nicht erkennen1 da sie viel zu weit von uns entfernt sitzen4 ,das hat der ,maler wohl bedacht4 ,denn ,manet malte immer nur so viel1 als er wirklich sah1 und nicht1 was er htte sehen knnen1 wenn er seinem ,modell nher gestanden htte1 als es in ,wirklichkeit der ,fall war4 ,sah er also ein ,gesicht von der ,ferne nur als einen lichten ,fleck1 so malte er auch nur einen lichten ,fleck und nicht ,augen1 ,nase1 ,mund und tausend kleine ,fltchen1 die er gar nicht wahrgenommen hatte4 ,denn ,manets oberster ,grundsatz war -- ,wahrheit6 ,der ,beschauer des ,bildes sollte nur den ,eindruck haben1 den auch der ,maler gehabt hatte4 ,deshalb nannte man ,manet und seine ,freunde nach dem franzsischen ,wort impression 7d4 h4 auf deutsch3 ,eindruck7 ,impressionisten4 ,wit ihr berhaupt1 wie sorgfltig solch ein ,knstler alles vorher berlegt1 bevor er zu malen beginnt8 ,ihr glaubt vielleicht1 der ,stier und die ,stierkmpfer seien so auf gut ,glck1 einer hierhin1 einer dahin gestellt1 wie's gerade der ,zufall wollte8 ,nein4 ,dies ist alles nach einem genau vorher festgelegten ,plan geordnet4 ,seht euch einmal die obere ,balkonbalustrade an3 sie beginnt genau im ,schnitt des zweiten und dritten ,drittels der ,hhe des ,bildes1 steigt ein klein wenig an und fllt dann in einem schn geschwungenen ,bogen nach rechts unten zu ab4 ,und wenn ihr nun ein lpapier auf das ,bild legt und eine ,linie vom ,kopf des nur halb sichtbaren ,stierkmpfers 7ganz links7 ber die ,kruppe des ,stieres1 die schwarzen ,mtzen der beiden hell gekleideten ,toreros1 dann am oberen ,rand des ber den ,plankenzaun hngenden ,mantels entlang und weiter ber den ,kopf des ,toreros rechts bis zum ,schweif des toten ,pferdes zieht1 so werdet ihr eine ,linie erhalten1 die der hnlich ist1 die die ,balkonbalustrade beschreibt2 und wenn ihr1 wiederum links beginnend1 den ,arm des nur halb sichtbaren ,stierkmpfers bis zum ,kopf seines ,schattens verlngert und weiter ber die ,schulter seines ,schattens1 am unteren ,rand des roten ,tuches entlang bis zum ,schatten des ,mannes1 der das ,tuch hlt1 dann durch den ,kopf seines ,schattens1 die ,blutlache des toten ,pferdes bis zu dessen ,schweif1 so habt ihr wiederum eine ,bogenlinie erhalten4 ,verbindet ihr nun die erste und zweite ,linie1 so habt ihr ungefhr die ,form eines liegenden ,eies nachgezeichnet4 ,und dies ist auch tatschlich die ,form solch einer ,arena1 in der die ,stierkmpfe abgehalten werden4 ,ihr seht also1 wie wohlbedacht ,figuren1 ,schatten und ,dinge auf dem ,bild eines solchen ,meisters angeordnet sind1 und wie aufmerksam man ein ,bild betrachten mu1 ehe man auch nur begreift1 was der ,maler alles beabsichtigte1 und ehe man ein ,urteil darber abgeben darf4 ,wenn ihr dies ,bild hier lngere ,zeit genau beseht1 werdet ihr gewi noch selber mancherlei dem hnliches1 wie ich es euch eben erklrte1 finden4 ,so z4 ,b4 wie die ,gruppen der ,zuschauer die ,formen und ,farben des groen schwarzen ,stieres und der beiden hell gekleideten ,toreros in der ,mitte1 dann des einen dunkel gewandeten ,toreros rechts und endlich noch das lichte ,dreieck1 das der ,pferdekadaver bildet1 in ,linie und ,farbe1 d4 h4 in lichteren oder dunkleren1 hnlich geformten ,flecken wiederholen4 ,aber ich will euch nicht alles sagen1 denn selber entdecken macht mehr ,freude3 und sicher werdet ihr nicht nur hier an diesem ,stiergefecht von ,manet1 sondern auch an den anderen ,bildern dieses ,buches1 etwa beim ,botticellischen ,frhling oder bei ,el ,greco1 ,menzel und manchen anderen1 hnliches herausfinden4 ,manet malte dieses ,bild wahrscheinlich1 nachdem er aus ,spanien zurckgekommen war1 wohin er eine kurze ,reise unternommen hatte2 dort hatte er sicherlich solche ,stierkmpfe gesehen4 ,aber auch schon viel frher1 vor seiner spanischen ,reise1 hat er ,stierkmpfe und andere ,bilder1 auf denen die ,leute spanische ,kostme tragen1 gemalt4 ,ihr fragt1 wie das mglich sei8 ,nun erstens hatte ,manet schon in ,paris ,bilder des groen spanischen ,malers ,velasquez1 der #bjj ,jahre vor ihm lebte1 gesehen2 und diese gefielen ihm ausnehmend gut1 weil er wohl fhlte1 da1 wenn ,velasquez gleichzeitig mit ihm gelebt htte1 sie beide sicher sehr gute ,freunde geworden wren4 ,und zweitens kam eines ,tages eine spanische ,tnzertruppe nach ,paris1 und ihre prchtigen ,kostme1 sowie ihre feurigen und krftigen ,bewegungen entzckten ,manet aufs uerste4 ,da malte er nun nicht nur so manches ,bild von dieser ,tnzertruppe1 sondern auch damals schon ,stierkmpfer und ,stiergefechte4 ,daran aber zeigt sich der groe ,knstler4 ,denn whrend wir gewhnlichen ,menschen nur das richtig wiedererzhlen oder zeichnen knnen1 was wir in ,wirklichkeit gesehen haben1 vermag der ,knstler durch seine ,phantasie schon beim bloen ,anblick eines spanischen ,kostms sich ganz ,spanien mit seinen ,stierkmpfen so deutlich in seinem ,innern vorzustellen1 als htte er es leibhaftig geschaut4 ,so vermochte auch zum ,beispiel ,goethe uns den ,wahnsinn ,gretchens zu zeigen1 obwohl er bis dahin niemals in ,wirklichkeit einen wahnsinnigen ,menschen gesehen hatte4 ,denn der groe ,knstler wei durch den ,geist ,gottes1 der in ihm ist1 alle ,dinge in seinem ,innern schon von vornherein1 die wir1 um sie zu kennen1 erst in ,wirklichkeit erleben oder sehen mssen4 ,und ,manet war einer dieser groen1 von ,gottes ,geist begnadeten ,knstler4 ,er starb1 ein berhmter ,mann1 im ,jahre #ahhc1 einundfnfzig ,jahre alt1 in ,paris1 wo er geboren worden war und gelebt hatte4 ,die aber1 die ihn zu seinen ,lebzeiten verlacht und verspottet hatten1 werden heute von uns und allen ,menschen verlacht und sind dem ,spott vieler ,jahrhunderte preisgegeben1 soweit man ihre ,namen kennt4 ,wir aber wollen ihre ,namen gar nicht wissen2 denn wer nicht den ,wert eines ,knstlers zu achten wei1 ist nur namenloser ,verachtung wert4 ,edgar ,byk4 ,place du ,thtre ,franais ,von ,camille ,pissarro ,geboren #ahcj auf der ,insel ,st4 ,thomas in den ,antillen1 gestorben #aijc in ,paris4 -- ,privatbesitz ,bild #cb ,dies ,bild zeigt euch den ,platz des ,thtre ,franais1 auch ,comdie ,franaise genannt2 das ist das lteste und berhmteste ,schauspielhaus von ,paris und damit auch von ganz ,frankreich4 ,ihr knnt auf dem ,bilde1 ganz rechts vorn1 noch eine ,ecke von dem alten1 dunklen ,gebude sehen4 ,die breite ,strae1 die ihr mitten in dem ,bilde weit nach hinten verlaufen seht1 ist die berhmte ,avenue de l',opra1 die geradeaus zur groen ,pariser ,oper fhrt4 ,stellt ihr euch hier auf diese kleine1 weie ,rettungsinsel neben die ,laterne1 die ihr rechts vorn auf dem ,bilde bemerkt1 dann steht ihr im ,mittelpunkt von ,paris2 denkt euch nun einen riesigen menschlichen ,krper1 viel1 viel grer als etwa die ,bavaria in ,mnchen1 ja so gro wie ganz ,frankreich1 dann wre dieser ,platz hier die ,stelle1 wo das ,herz ,frankreichs schlgt4 ,durch diese ,avenue de l',opra hasten stndig zahllose fleiige ,menschen an ihre ,arbeit1 ,miggnger schlendern dahin und betrachten die wundervollen ,schaufenster der ,kauflden1 die -- einer immer herrlicher als der andere -- sich zu beiden ,seiten der ,strae hinziehen2 ,arme und ,reiche eilen aneinander vorbei1 ,droschken und ,equipagen1 ,automobile und ,pferdeomnibusse rollen in endlosen ,reihen dahin1 und tief unter der ,erde rast donnernd die elektrische ,stadtbahn1 die ,mtro81 wie sie der ,pariser nennt4 ,dies aber ist es eben1 was diese ,stadt so viel schner erscheinen lt1 als andere groe ,stdte3 nur ,droschken1 ,wagen1 ,automobile1 ,pferde- und ,automobilomnibusse eilen durch die ,straen1 flink1 beweglich und abwechslungsvoll2 nirgends fast sieht man ,straenbahnen mit ihren langweiligen1 steif auf ,schienen dahinrollenden unfrmlichen ,wagen4 ,dazu kommt noch1 da der ,pariser nicht so bequem wie die ,leute in anderen ,grostdten ist4 ,er geht viel mehr4 ,ein halbe ,stunde ,wegs zu ,fu macht ihm nichts aus4 ,und so kommt es1 da dort die ,straen immer von eilenden ,menschen belebt sind4 ,abends erglnzen ,millionen ,lichter1 die ,stadt ist hell wie beim hellsten ,sonnenschein und die ,straen voll ,menschen wie am ,tage4 ,die ,leute sind heiter1 liebenswrdig1 und so du selbst freundlich dreinblickst1 lcheln sie dir zu4 ,bittest du sie aber um eine ,geflligkeit1 so zeigen sie sich nett und hilfsbereit4 ,du mchtest zum ,beispiel gerne in diese oder jene ,strae kommen1 weit aber nicht den ,weg4 ,da sitzt so ein ,schuster vor seinem kleinen ,laden -- denn die ,luft ist warm und mild -- und hmmert einen ,fleck auf eine zerrissene ,sohle1 die von den vielen langen ,pariser ,straen schon ganz dnn und abgewetzt ist4 ,du trittst an ihn heran und fragst ihn nach dem ,weg1 natrlich hbsch bescheiden3 denn nichts ist dem ,pariser in der ,seele mehr zuwider1 als wenn man hochmtig ist4 ,und siehe da3 er wirft den ,hammer hin1 springt auf1 ruft seiner ,frau zu1 da sie ein wachsames ,auge auf sein ,handwerkszeug habe1 und fhrt dich dorthin1 wohin du gehen wolltest4 ,und obwohl du dich wehrst und ihm sagst1 es sei ja gar nicht ntig1 er mge dir nur den ,weg beschreiben1 den du einzuschlagen httest1 du wrdest dich schon zurechtfinden3 er lt sich nicht abweisen1 sondern luft ein ganzes ,stck ,weges mit dir1 bis er sicher ist1 da du nicht mehr fehlgehen knnest4 ,denn die ,stadt ist gro1 der ,straen sind unzhlige1 und verwirrend ist die ,menge der ,menschen und ,gefhrte1 die durch sie nach allen ,richtungen flutet4 ,nun aber denkt euch1 ihr blicktet vom obersten ,stockwerk eines dieser groen ,huser1 wie ihr sie da auf dem ,bilde seht1 aus einem ,fenster auf die ,strae herab3 -- da wird euch all dies ,gewimmel von ,menschen1 ,wagen und ,pferden wie das aufgeregte ,durcheinanderkribbeln eines ungeheuren ,ameisenhaufens anmuten1 in dem ihr mit einem ,stock herumgestochert habt4 ,hinter solch einem ,fenster aber sa1 vor noch gar nicht vielen ,jahren1 ein alter1 schner1 gtiger ,mann mit einem schneeweien ,bart und malte solche ,bilder wie dieses1 das da vor euch liegt4 ,er hie ,camille ,pissarro1 war in den ,antillen als ,franzose geboren und in seiner ,jugend mit den grten franzsischen ,malern seiner ,zeit befreundet4 ,von ihnen allen hatte er ein wenig gelernt1 von ,manet1 ,czanne1 ,renoir2 aber auch von ,signac1 ,seurat und ,monet1 die damals in ,paris eine ganz neue ,art des ,malens erfunden hatten4 ,ihr wit vielleicht aus der ,physikstunde1 da die meisten ,farben1 die wir sehen1 erst durch ,mischung der reinen ,regenbogenfarben entstehen2 so erhlt man ,grn1 wenn man ,blau und ,gelb mischt1 und die weie ,farbe ist eine ,mischung aller ,farben zusammen4 ,diese ,lehre nun machten sich einige ,maler jener ,zeit teilweise zunutze1 die auf das ,auge des ,betrachters mit ihren ,bildern denselben ,eindruck wie die ,natur erzielen wollten4 ,sie mischten also die ,farben nicht1 bevor sie zu malen begannen1 auf der ,palette1 sondern wenn sie z4 ,b4 etwas ,grnes malen wollten1 dann setzten sie viele kleine blaue und gelbe ,tupfen nebeneinander auf die ,leinwand2 und so machten sie es mit allen gemischten ,farben4 ,und besah man sich ein solches ,bild1 wenn es fertig war1 aus einiger ,entfernung1 dann bednkten einen alle ,dinge so natrlich1 wie sie drauen im ,freien in strahlendstem ,sonnenlicht erscheinen4 ,diese ,art zu malen war besonders bei ,landschaftsbildern1 die recht hell und sonnig sein sollten1 sehr schn4 ,die ,knstler1 die auf diese ,weise beim ,malen verfuhren1 nannten sich ,neo-,impressionisten 7was so viel wie ,neu-,impressionisten heit71 zum ,unterschied von jenen ,impressionisten1 von denen ich sprach1 als ich euch von ,edouard ,manet erzhlte4 ,pissarro nun1 der sein ganzes ,leben lang nur ,landschaften1 ,felder1 ,wiesen1 ,wald1 ,meer und ,huser malte1 gefiel diese neue ,art des ,malens sehr gut1 denn er dachte1 auf diese ,weise wrden seine ,bilder noch viel schner werden4 ,und obwohl er schon #ef ,jahre alt war1 begann er die neue ,malweise mit ,eifer zu studieren und auszuben1 trotzdem die ,leute ber diese ,bilder lachten und schimpften4 ,denn er war wie jeder echte ,knstler fleiig und arbeitsam1 und ,schwierigkeiten oder ,migeschick vermochten ihn nicht von seinem ,wege abzuschrecken4 ,so waren ihm z4 ,b4 bei der ,belagerung von ,paris im ,jahre #ahgj an die #cjj ,bilder verbrannt4 ,aber er klagte darber nicht1 obwohl es fr ihn1 wie ihr euch wohl denken knnt1 ein schwerer ,verlust war1 sondern begann -- er war damals schon #dj ,jahre alt -- tapfer und frhlich aufs neue4 ,zuletzt1 in hohem ,alter1 mit #gj ,jahren1 erkrankte er an einem unheilbaren ,augenbel1 so da er das ,sonnenlicht nicht mehr vertragen und nicht mehr in der ,art der ,neo-,impressionisten malen konnte4 ,aber auch diesmal verlor er den ,mut nicht1 sondern zog in die hohen ,huser von ,paris4 ,und dort1 hinter den ,fenstern der obersten ,stockwerke1 von wo aus ,paris zwischen seinen vielen wundervollen ,grten nur wie eine groe einzige ,masse erscheint und die ,menschen und ,wagen nur wie ,punkte aussehen1 sa ,pissarro und malte in diesen letzten drei ,jahren die schnsten ,bilder seines ,lebens4 ,was er frher bei all den andern ,malern seiner ,zeit gelernt hatte1 das verga er nun aber nicht4 ,denkt euch vielmehr1 einer lernt in seiner ,jugend allerlei schwere ,turnbungen2 als ,erwachsener braucht er euch dann keine ,turnbungen mehr vorzumachen1 aber an seinem elastischen ,gang1 an seinen beherrschten ,bewegungen werdet ihr den frheren ,turner erkennen4 ,so war es auch mit ,pissarro3 er malte freilich nicht mehr nach den verschiedenen ,malweisen seiner mannigfachen ,freunde1 sondern jetzt1 im hohen ,alter1 kehrte er wieder zu seiner eigenen duftigen ,malart seiner ,jugendzeit zurck4 ,aber an dem zarten ,hauch1 an dem hellen ,licht und an der strahlenden ,lebendigkeit1 die seine ,bilder jetzt zeigten1 sah man1 wieviel er inzwischen gelernt hatte4 ,und steht ihr vor solch einer ,straenansicht des alten ,pissarro1 dann fhlt ihr die ,gre und ,flle der ,stadt und das ,gewimmel in den ,straen4 ,aber nicht kalt und bse sieht es aus2 sondern wenn ihr diese ,bilder betrachtet1 dann glaubt ihr1 ,blumen aus dem ,straenpflaster sprieen zu sehen1 die ,huser sehen heiter und festlich aus1 als wren sie mit ,girlanden geschmckt1 und ewiger ,sonnenschein flimmert ber ,paris4 #gc ,jahre alt1 mitten in friedlicher ,arbeit1 starb ,pissarro1 #aa ,jahre bevor der grauenvolle ,weltkrieg begann4 ,edgar ,byk4 ,das letzte ,aufgebot ,von ,franz ,defregger ,geboren #cj4 ,april #ahce in ,ederhof in ,tirol1 gestorben #aiba4 -- ,kunsthistorische ,sammlungen in ,wien ,bild #cc ,tirol #ahji6 ,der bermut des korsischen ,abenteurers1 der fremde ,lnder vergab und weite ,gebiete von ihren ,mutterlanden losri1 ohne ,erbarmen1 ohne ,rcksicht auf menschliche ,rechte1 er hatte ,tirol von sterreich getrennt und den ,bayern zugesprochen4 ,die ,tiroler1 die ihr schnes1 wenn auch armes ,vaterland aus tiefster ,seele liebten1 erhoben sich in todesmutigem ,aufstande1 gefhrt von ,andreas ,hofer1 dem ,sandwirt von ,passeyer1 und ihr ,kampf gegen die aufgezwungene ,fremdherrschaft gehrt zu den glorreichsten ,episoden in der ganzen ,geschichte der ,kriege4 ,es war ein furchtbarer1 ungleicher und blutiger ,kampf4 ,nicht die mnnliche ,jugend allein bis zum ,knabenalter herab1 auch die ,frauen taten mit1 und als die schlechtbewaffneten ,scharen immer mehr zusammenschmolzen1 da griffen die ,greise zur ,wehr1 als ,letztes ,aufgebot84 ,flinten gab's kaum mehr -- aus ,sensen und anderem ,gert schmiedeten sie sich ihre ,waffen und zogen hinaus gegen den grausamen1 das ,recht verhhnenden ,feind1 bereit1 das letzte fr das ,vaterland zu tun1 was sich tun lie -- dafr zu sterben6 ,den ,auszug eines solchen ,letzten ,aufgebotes8 hat #ahgd ,franz ,defregger gemalt4 -- ,das zweite ,bild nach dem ,speckbacher81 das er der ,tiroler ,geschichte entnahm1 und das1 in ,berlin ausgestellt1 so recht eigentlich seinen ,ruhm begrndete4 ,wir sehen durch die ,gasse eines typischen ,sdtiroler ,dorfes einen ,trupp solcher kmmerlich bewehrten alten ,mnner hinausziehen1 bitter ernst1 aber aufrecht und entschlossen4 ,sie wissen1 sie kehren nicht wieder4 ,und die andern wissen es auch1 die ,frauen ringsumher4 ,aber keine sentimentale ,gebrde1 keine ,trnen4 ,ein einziges altes ,paar sieht man einander abschiednehmend die ,hand drcken4 ,die andern ,frauen sehen stumm dem ergreifenden ,zuge nach4 ,ein gleich erschtternder ,moment kann im ,bilde nicht mit weniger ,theatralik gegeben1 das ,geschichtliche nicht mit grerer ,innerlichkeit geschildert werden4 ,jede ,gestalt1 jedes ,gesicht auf dem ,bilde erzhlt8 -- aber nichts ,anekdotisches3 durch das ganze ,werk weht der ,atem einer groen ,zeit4 ,zu den markigsten ,gestalten der ganzen ,defreggerschen ,kunst gehrt die des voranschreitenden ,fhrers1 der auf seine ,leute einspricht4 ,der alte ,hne ist der einzige1 der einen ,stutzen trgt -- ganz unsoldatisch1 verkehrt1 mit dem ,kolben nach hinten4 ,weit greifen die ,schritte der greisen ,helden aus -- sie haben ,eile1 zu kmpfen und zu sterben4 ,defregger hat ein paar ,jahre spter 7#ahgf7 noch ein ,gegenstck zu dieser ,szene voll dstern ,ernstes gemalt -- die von jauchzendem bermute belebte ,heimkehr der ,sieger84 ,auch eine ,tiroler ,dorfgasse im ,jahre #ahji1 auch einen ,trupp ,freiheitskmpfer1 aber solcher1 die irgendwo die ,franzosen geschlagen haben1 wie das ja in jener ,zeit oft genug geschah1 ohne da es das traurige1 ungerechte ,schicksal von dem tapferen1 heimattreuen ,volke abwenden konnte4 ,die packende ,eindringlichkeit des ,letzten ,aufgebots8 wurde aber durch die buntere und figurenreichere ,siegerheimkehr trotz ihrer prchtigen ,typen nicht mehr erreicht4 ,durch das erste ,bild klang eben ein tiefstes ,empfinden1 das heie ,weh um ein ,schicksal1 wie es ein menschlich gleich wertvolles ,volk vorher nur selten erlebt hatte -- und erst #aibj wieder erleben sollte6 ,franz v4 ,defregger hat am #cj4 ,april #ahce in ,tirol als der ,sohn eines wohlhabenden ,bauern das ,licht der ,welt erblickt4 ,des ,vaters ,hof stand im stillen ,pustertale und gehrte zur ,gemeinde ,dlsach1 fr deren ,pfarrkirche der inzwischen lngst berhmt gewordene ,knstler spter ein prchtiges ,altarbild gemalt hat4 ,der junge ,bauernsohn1 dessen ,begabung sich frh auf die vielseitigste und merkwrdigste ,weise offenbarte1 mute bis in sein fnfzehntes ,jahr hinein das ,vieh des ,vaters hten und wute wenig von ,kunst1 insbesondere vom ,malen4 ,er machte ,figuren aus ,teig1 schnitzelte sie aus ,rben und ,kartoffeln1 bemalte mit seinen ,stiften1 als er endlich solche bekam1 die ,wnde1 ja er zeichnete einmal einen ,fnfzigguldenschein1 wohl die einzige ,vorlage1 die er hatte1 so genau nach -- in aller ,unschuld6 --1 da jener fr echt gehalten wurde4 ,spter mute er als ,knecht arbeiten in des ,vaters ,hof1 und als er zweiundzwanzig ,jahre alt war1 starb pltzlich der ,vater1 und dem ,jngling fiel der ,hof zu4 ,nicht zu seiner ,freude4 ,er wollte erst den ,hof verkaufen und nach ,amerika auswandern4 ,das letztere zerschlug sich1 der ,hof aber wurde verkauft1 und der ,defregger-,franzl ging1 bereits vierundzwanzigjhrig1 mit einer ,empfehlung des ,dorfpfarrers nach ,innsbruck zu einem ,bildhauer in die ,lehre4 ,nach einigen ,monaten empfahl ihm dieser1 obwohl mit seinen ,leistungen zufrieden1 doch lieber ,maler zu werden4 ,noch in seiner ,tiroler ,landestracht stellte er sich in ,mnchen ,meister ,karl v4 ,piloty vor1 und nach einem ,jahre bereits war er ,schler einer ,malklasse4 ,im ,zeichnen war er durch eisernen ,flei bereits selbst vorangekommen4 ,freilich muten uns heute seine ersten ,bildversuche seltsam an3 die ,figuren sind silhouettenhaft1 noch stark biedermeierisch angehaucht1 aber vorzglich gekennzeichnet und echt4 ,defregger arbeitete unermdlich und voll ,freudigkeit4 ,in der ,malklasse bei ,anschtz gefiel es ihm allerdings wenig4 ,er ging nach ,paris1 wo er als sprachunkundiger ,auslnder freilich in keine ,schule aufgenommen wurde4 ,trotzdem blieb er fnf ,vierteljahr1 sah wenigstens sehr viel gute ,kunst und malte fr sich4 ,zurckgekommen1 blieb er einen ,sommer lang in seiner ,tiroler ,heimat und begann dort -- es war im ,jahre #ahfd -- sein erstes gutes ,bild ,der verwundete ,wilderer84 ,im ,herbst des ,jahres nahm ihn ,piloty in seine ,schule auf4 ,nun ging es rapid aufwrts1 nachdem einmal das ,handwerkliche von dem spt und mit etwas schweren ,hnden in die ,schule ,gekommenen berwunden war4 #ahfh wurde das vaterlndische ,bild ,speckbacher und sein ,sohn ,anderl8 fertig1 das einen ,riesenerfolg brachte4 ,und nun folgte ,jahr um ,jahr ein ,schlager1 und immer nahm der ,maler den ,stoff aus dem heimatlichen ,leben oder der ,tiroler ,geschichte1 die ,figuren aus dem eigenen geliebten ,volke4 ,in ,zeiten des ,naturalismus8 hat man ihm vorgeworfen1 da er seine ,gestalten zu sehr verschnere -- in ,wahrheit whlte er sich nur aus dem prchtigen ,menschenschlage seiner ,tiroler ,heimat die fr seine ,art passendsten ,erscheinungen aus oder suchte sich unter den ,mnchener ,modellen solche1 die mit jenen eine gewisse ,rassenhnlichkeit hatten4 ,in der langen ,reihe seiner ,bilder finden wir brigens genug ,erscheinungen1 die zwar im hchsten ,grade charakteristisch sind1 auf die aber das ,wort schn8 im alltglichen ,sinne durchaus nicht pat4 ,man denke nur an seine ungezhlten knorrig-schnittigen ,kpfe alter ,mnner1 an denen oft nur eins schn ist1 die stark ausgeprgte ,rasseneigenart4 ,als ,defregger noch jung war1 hat ihn freilich ,jugendschnheit und ,kraft als ,knstler mehr gereizt1 als vielleicht spter4 ,seinem ,volkstum ist er aber auch damals immer treu gewesen1 und gerade die ,typen auf seinem ,letzten ,aufgebot8 konnten auf keinem andern ,boden gewachsen sein1 als auf dem ,tirols4 ,als er spter fr den bayrischen ,staat den ,schmied von ,kochel8 schuf1 gelang ihm das ,typische der ,erscheinungen weit weniger1 trotz der nahen ,stammverwandtschaft zwischen ,tirolern und ,bayern4 ,er hat noch eine ganze ,reihe von ,szenen aus dem ,befreiungskampfe von #ahji gemalt -- die groen ,bilder3 ,andreas ,hofers letzter ,gang8 und ,andreas ,hofer im ,innsbrucker ,schlo8 gehren zu den besten4 ,voll frischen1 blhenden ,lebens und sehr volkstmlich geworden sind aber zahlreiche ,schilderungen aus dem friedlichen ,volksleben3 ,der ,ringkampf8 7#ahgj71 ,der ,ball auf der ,alm8 7#ahgb71 ,das ,preispferd8 und ,die ,bettelmusikanten8 7#ahgc71 ,das ,tischgebet8 7#ahge71 ,der ,zitherspieler8 7#ahgf71 ,brautwerbung81 ,abschied der ,jger von der ,alm8 7#ahgg72 dann ,sepps erster ,brief81 vielbewundert wegen der bildhbschen beiden ,frauentypen 7#ahhj71 ,der ,salontiroler8 7#ahhb71 ,ankunft auf dem ,tanzboden8 7im gleichen ,jahr7 usw4 ,die ,zahl kleinerer ,tiroler ,genrebilder und gar die ,reihe der beliebten ,studienkpfe1 die von ,defreggers ,staffelei kam1 ist ,legion4 ,er war ein ,liebling des ,kunsthandels und der ,sammler1 und lange ,jahre hindurch war auch jede seiner ,arbeiten1 kaum begonnen1 auch schon in festen ,hnden4 ,im ,jahre #ahgh wurde er ,professor an der ,mnchener ,akademie1 und seine ,schule zog natrlich vor allem seine ,landsleute an4 ,freilich gingen aus diesen mehr ,nachahmer1 als selbstndige ,knstler hervor4 ,in ,mnchen besa er ein schnes ,wohnhaus und ,ateliergebude1 ein prchtiges ,besitztum in ,bozen4 ,im hohen ,alter bte er sein ,augenlicht fast ganz ein1 blieb aber immer noch der gleiche gtige und lebensfrohe ,mensch4 ,er starb1 fast sechsundachtzigjhrig1 im ,winter #aiba4 ,die heutige ,kunst hat vielleicht in manchem andere ,ziele1 als sie einem ,franz v4 ,defregger naturgem waren1 sie erzhlt heute weniger1 verschmht die ,historie81 will weniger ergtzen durch ,lieblichkeit der ,szenen oder dramatische ,wucht der ,begebenheiten -- aber sympathischere ,persnlichkeiten1 als den schlichten1 starken ,tiroler ,maler ,defregger wird sie so bald nicht aufzuweisen haben4 ,und heller als je wird gerade jetzt in den ,herzen nicht nur seiner engeren ,landsleute1 sondern wohl aller echt deutsch ,empfindenden das hohe ,lied widerhallen1 das den ,tiroler ,freiheitskmpfern #ahji seine ,kunst gesungen hat6 ,zumal im ,letzten ,aufgebot84 ,fritz v4 ,ostini4 ,vorlesung ,von ,lourens ,alma-,tadma ,geboren #h4 ,januar #ahcf in ,dronryp in ,friesland1 gestorben #be4 ,juni #aiab in ,wiesbaden4 -- ,sammlung ,balcer in ,baltimore ,bild #cd ,das ,bild ,alma-,tadmas zeigt uns1 wie man im ,altertum aus den ,werken der ,dichter vorzulesen pflegte4 ,der ,platz1 auf den uns der ,knstler fhrt1 ist eine ,exedra1 die man bei den ,alten in jedem vornehmen ,hause und in den ffentlichen ,bdern 7,thermen7 fand4 ,durch die ,ausgrabungen der ,stdte ,herkulaneum und ,pompeji ist viel von dem ,leben der ,vlker des ,altertums bekannt und verstndlich geworden4 ,ein ,landsmann ,alma-,tadmas1 ,edward ,bulwer1 hat in seinem ,roman ,die letzten ,tage von ,pompeji8 ein lebendiges ,bild von dem ,treiben dieser ,stadt gegeben4 ,wahrscheinlich befindet sich die ,exedra1 die uns der ,knstler auf dem ,bilde zeigt1 in den neuen ,bdern von ,pompeji4 ,die ,pompejaner kamen hier nicht nur zusammen1 um zu baden1 es wurde hier vorgelesen1 rezitiert und musiziert2 einer der ,pltze war besonders fr ,ringkmpfe eingerichtet4 ,das war die ,palstra4 ,die ,hauptperson unseres ,bildes ist der ,vorleser4 ,er liest aus einem ,papyrus vor1 den wir unseren heutigen ,bchern etwa vergleichen knnen4 ,diese ,papyrus bestanden aus langen1 aus der ,papyrusstaude geschnittenen ,streifen1 die auf ein ,stbchen gerollt wurden4 ,am ,ende des ,streifens war ein zweites ,stbchen angebracht1 worauf das ,gelesene gewickelt wurde4 ,die einzelnen ,abstze des ,textes entsprechen den ,seiten unserer ,bcher4 ,war der ,vorleser mit ,lesen fertig1 so mute der ,papyrus vom ,anfang dem ,ende zu aufgerollt werden2 denn sonst bekam der nchste ,leser das ,ende des ,buches zuerst zu lesen4 ,auf unserem ,bilde sehen wir1 da der ,vorleser in groe ,begeisterung geraten ist4 ,er scheint ganz vergessen zu haben1 seine ,rolle an dem abgelaufenen ,ende wieder aufzuwickeln1 oder sie gleiten zu lassen1 wie es bei dem ,papyrus blich war4 ,auch die ,krperhaltung des ,vortragenden verrt seine groe innere ,teilnahme an der ,lektre4 ,er hat das ,haupt nach vorn geneigt1 sein ,blick geht in die ,ferne4 ,die ,augen der ,zuhrer sind mit ,spannung auf den ,vortragenden gerichtet4 ,sie lesen ihm die ,worte vom ,munde ab4 ,unter den auf der ,marmorbank sitzenden lauscht eine schne ,tnzerin mit besonderer ,aufmerksamkeit4 ,das ,instrument1 ein ,tamburin1 mit dem sie beim ,tanzen den ,takt schlgt1 hat sie in der ,linken4 ,ihre ,rechte hlt die ,hand eines der ,musikanten1 der ihr zur ,seite auf dem ,fuboden ,platz genommen hat4 ,neben ihm steht seine ,kithara4 ,mit diesem ,instrument begleiteten ,snger und ,dichter die ,vortrge ihrer ,werke4 ,es wurde aber auch als ,solo-,instrument gespielt4 ,hufig war eine solche ,kithara reich verziert4 ,auch die auf unserem ,bilde gezeigte ist durch ,ornamente vielfltig geschmckt4 ,die ,gestalt eines vornehmen ,pompejaners schliet das ,bild nach links hin ab4 ,sein ,obergewand1 die ,toga1 zeigt reichen ,faltenwurf1 darunter sehen wir die ,tunika oder das ,untergewand4 ,an dem ,faltenwurf der ,kleider erkennen wir1 da der ,vornehme in kostbare ,stoffe gehllt ist4 ,im ,vordergrunde1 dem ,vortragenden gegenber1 liegt eine andere ,gestalt1 die zum ,unterschiede der brigen dargestellten ,personen ganz schmucklos nur mit einem ,felle um ,brust und ,lenden bekleidet ist4 ,offenbar ein ,barbar1 der vielleicht zum ersten ,male den ,werken des ,dichters ,homer lauscht4 ,alma-,tadma hat diesen ,barbaren mglicherweise deshalb in den ,vordergrund gelegt1 um dadurch anzudeuten1 da die ,macht1 die von dem ,geiste der ,kunst ausstrahlt1 viel strker ist als alle anderen ,krfte1 und da keiner ihr widerstehen kann4 ,das ,bild gibt einen ,ausschnitt aus dem ,leben der ,vlker des ,altertums1 es soll eine zufllige ,begebenheit wirklichkeitsgetreu darstellen4 ,diese ,wirkung will der ,knstler dadurch erreichen1 da er nur einen ,abschnitt des ganzen ,raumes zeigt4 ,alma-,tadma hat eine groe ,anzahl solcher ,bilder gemalt1 die uns das tgliche ,leben der ,vlker des ,altertums veranschaulichen sollen4 ,da sehen wir1 wie ein ,kaiser der ,rmer zu einem ,tpfer geht1 oder wir wohnen dem ,feste der ,weinlese im alten ,rom bei1 oder betrachten die ,arbeit eines ,knstlers an den ,tempeln der ,griechen1 eine ,unterhaltung der gypter vor dreitausend ,jahren1 eine ,audienz bei einem rmischen ,kaiser und anderes mehr4 ,es kam dem ,knstler bei seinem ,schaffen offenbar darauf an1 die ,gegenstnde und ,personen mglichst so darzustellen1 da sie lebendig wirkten4 ,wenn er z4 ,b4 ,marmor malte1 sollte das ,auge wirklich ,marmor empfinden1 ebenso ,stoffe und ,bronzen4 ,durch diese ,farbengebung erreichte er am ehesten1 da seine ,bilder lebensvoll die ,begebenheiten aus dem ,alltagsleben der ,vlker des ,altertums veranschaulichen4 ,es war ,alma-,tadma mglich1 die ,bilder so zu malen1 denn er war in den ,lndern des ,altertums viel gereist und hatte mit grtem ,eifer die ,reste der antiken ,kunst studiert4 ,in ,london lie er sich dann ein ,haus bauen1 das einem altrmischen ,hause getreu nachgebildet war4 ,in dem ,hause des ,knstlers befanden sich alle ,einrichtungen der alten ,pompejaner4 ,und nun malte der ,knstler sein eigenes ,haus in ,london1 hllte die ,gestalten1 die er darstellen wollte1 in antike ,gewnder und konnte dem ,beschauer auf diese ,weise ein ,bild vom ,leben und ,treiben der klassischen ,vlker schaffen4 ,lourens ,tadma -- so heit der ,knstler eigentlich nur -- ist im ,jahre #ahcf in ,dronryp geboren4 ,er ist demnach ,hollnder4 ,schon auf dem ,gymnasium studierte er die alten ,klassiker mit besonderem ,eifer4 ,mit sechzehn ,jahren bezog er die ,akademie in ,antwerpen und lernte von seinem ,lehrer ,leys vieles1 was ihm spter bei seiner ,beschftigung mit der ,antike ntzlich wurde4 ,lourens ,tadma war1 wie uns erzhlt wird1 ein sehr ehrgeiziger1 fast eitler ,mann2 er setzte deshalb seinem ,namen noch ,alma8 vor1 um in den ,katalogen als ,erster genannt zu werden4 ,schon sein erstes ,bild ,die ,erziehung der ,shne ,chlothildens1 der ,gemahlin ,chlodwigs81 erregte viel ,aufsehen4 ,im ,jahre #ahii wurde ,alma-,tadma baronisiert4 ,damit war auch sein ,ehrgeiz uerlich befriedigt4 ,leider ist sein ,haus mit dem ,atelier und einem groen ,teil seiner ,werke durch eine ,feuersbrunst zerstrt worden4 ,die ,begeisterung der ,maler fr die ,kunst des ,altertums war zu ,beginn des vergangenen ,jahrhunderts so gro1 da eine ,zeitlang nur noch ,werke ,beachtung fanden1 die dem ,geiste des ,altertums ganz entsprachen4 ,man nannte diese ,knstler ,klassizisten4 ,spuren dieser klassizistischen ,richtung finden wir auch in ,berlin in der ,nhe des ,schlosses1 im ,lustgarten oder ,unter den ,linden4 ,da sehen wir ,bauwerke1 die an griechische ,vorbilder erinnern1 z4 ,b4 das ,alte ,museum1 das ,opernhaus1 die ,schlowache oder das ,brandenburger ,tor4 ,die ganze ,bewegung1 die den ,geist des ,altertums neu aufleben lie1 war gleichzeitig in ,deutschland1 ,frankreich und ,england zu finden4 ,zeitgenossen von ,alma-,tadma sind die englischen ,maler ,leighton und ,pointer4 ,so stellt ,pointers bestes ,bild beispielsweise einen ,besuch bei einem griechischen ,arzte dar4 ,tadmas ,gemlde unterscheiden sich von den ,werken dieser ,knstler dadurch1 da sie in ihrem ,aufbau nicht so geschlossen sind und mehr den ,charakter zuflliger ,szenen1 also wirklicher ,augenblicksbilder aus dem ,leben der ,alten tragen4 ,alma-,tadma malte klassische ,stoffe mit der ,absicht1 sie mglichst wirklichkeitsgetreu darzustellen4 ,das unterscheidet ihn von den ,klassizisten1 denen es in erster ,linie auf eine geschlossene harmonische ,bildwirkung ankam4 ,doch kann man ,tadma wegen der ,auswahl seiner ,stoffe nicht zu den ,realisten rechnen1 die nur die ,wirklichkeit darstellen wollen4 ,er ist ein ,nachklassizist1 ein ,knstler1 in dem sich zwei ,strmungen kreuzen4 ,willy ,manig4 ,im ,herbst ,von ,johann ,christian ,krner ,geboren #c4 ,februar #ahch in ,rinteln1 gestorben #af4 ,oktober #aiaa in ,dsseldorf4 -- ,gemldegalerie in ,dresden ,bild #ce ,an einem wunderschnen ,herbstmorgen war es1 der ,nebel hatte sich verzogen1 die ,sonne glitzerte im feuchten ,grase1 da wanderte ein junger ,mann frohgemut durchs ,waldgebirge4 ,er war gro und schlank1 trug einen grau-grnen ,joppenanzug1 den derben ,wanderstock in der ,hand1 und aus seiner ,rocktasche lugte etwas von der grauen ,leinwand eines ,skizzenbuches hervor4 ,langsam stieg er aufwrts und hielt ,umschau1 manchmal blieb er stehen1 um tief aufzuatmen4 ,der ,zauber des deutschen ,waldes hatte ihn ergriffen4 ,feierlich ernst standen die alten ,tannen da1 die schon soviel ,leben gesehen hatten1 ,menschen und ,getier1 ,blumen und ,grser -- das alles war gekommen und gegangen1 die ,bume hatten es berdauert4 ,sie mochten nun bald ihre hundert ,jahre auf derselben ,stelle stehen4 ,freilich1 auch ihre ,zeit war binnen kurzem vorber1 die ,axt hieb sie nieder1 sie gingen hinaus1 um menschlichen ,zwecken dienstbar gemacht zu werden1 und neues ,leben siedelte sich dann dort an1 wo jetzt noch die tiefen ,schauer des ,hochwaldes den ,wanderer umfingen4 ,ein geheimnisvolles ,dunkel lag zwischen den ,stmmen4 ,dort rauschte das ,wasser hernieder zwischen ,gestein und allerlei ,krutern4 ,hie und da flog ein ,vglein vom ,bache auf1 eine ,meise oder eine ,bachstelze4 ,ein ,raubvogel strich langsam von einer ,tanne ab und verschwand im ,dickicht4 -- ,der junge ,mann kam auf die ,hhe des ,gebirgskammes1 stand auf einer ,halde und blickte tief hinein auf waldige ,hnge1 die in blaugrauem ,dunste dalagen1 und sah weit hinber auf immer neue ,gebirgsbildungen und grne ,tler4 ,da -- was war das8 ,ein ,schrei1 laut und fast schrecklich1 ein tiefes ,orgeln1 drang ihm ins ,ohr4 ,war es ein ,mensch1 der dort in tiefer ,angst um ,hilfe rief8 ,oder war es der ,schrei eines ,tieres8 ,es wiederholte sich mehrmals4 ,der junge ,mann blieb stehen und lauschte4 ,er wute3 es war der brnstige ,schrei des ,edelhirsches1 des ,knigs dieser ,wlder4 ,so wie an diesem ,tage ist der ,wanderer gar manches ,mal in seiner ,jugend und in seinem ,mannesalter durch den ,wald gegangen4 ,er ist ,maler geworden1 einer der bedeutendsten und bekanntesten1 sein ,name3 ,christian ,krner4 ,immer wieder hat er ,wald und ,wild zum ,gegenstande seines ,schaffens gemacht4 ,frh schon hat er gezeichnet und gemalt und auch in jungen ,jahren schon die ,freuden der ,jagd kennengelernt1 in seiner hessischen ,heimat1 wo er in ,rinteln am #c4 ,februar #ahch geboren wurde4 ,im dortigen ,revier des ,herrn von ,mnchhausen hat er sich zuerst als ,jger bettigt4 ,es sieht nicht mehr so wild aus in unserem deutschen ,walde wie in frheren ,jahrhunderten4 ,da gab es ganze ,waldgebiete1 die keines ,menschen ,fu betrat1 und die in voller ,unberhrtheit dalagen2 andere1 die von den ,menschen nutzbar gemacht wurden1 in denen aber keine geregelte ,waldwirtschaft bestand4 ,der ,wald ergnzte sich durch eigene ,besamung immer wieder neu1 der ,mensch aber nutzte ihn aus1 ohne ihn zu pflegen4 ,das alles ist jetzt anders1 der deutsche ,wald ist zahmer und ordentlicher geworden4 ,mit der ,erkenntnis1 da die zgellose ,wirtschaft das ,holzkapital rasch aufzehren wrde1 begann das ,streben nach ,ordnung im ,walde und seine ,pflege4 ,saat und ,pflanzung1 ,schutz des natrlichen ,nachwuchses unter dem ,schirme der alten ,bume fhrten zur ,aufzucht junger ,holzbestnde4 ,aber auch heute noch ist gengend ,mannigfaltigkeit im deutschen ,walde vorhanden1 um uns zu erfreuen4 ,schonungen und ,bestnde verschiedenen ,alters wechseln miteinander ab1 ,berg und ,tal1 ,bche und ,teiche1 anmutige ,waldwiesen1 ,farnkruter und ,blumen gefallen uns wohl1 und gerne atmen wir die reine ,luft1 die uns neue ,krfte verleiht4 ,und immer noch gibt es ,wild und ,jagdgrnde1 wenn auch diese meist gegen das ,ackerland hin eingehegt sind1 damit das ,wild auf den ,feldern keinen ,schaden tun kann1 wie das einst vor allem durch ,hirsche und wilde ,schweine geschah4 ,noch immer wei der ,jger dieses ,growild zu hegen und zu erlegen1 hufiger als dieses finden wir das zierliche ,reh1 der ,fuchs schleicht noch immer vorsichtig auf ,raub aus1 ,habichte nisten im hohen ,gipfel1 der ,kuckuck ruft1 und die wilde ,taube gurrt1 und die ,scharen der kleinen ,singvgel beleben ,busch und ,tann4 ,von ,jagd und ,jgerleben wollen allerdings heute viele nichts mehr wissen4 ,es mag dies daher kommen1 da groe ,teile des ,volkes der ,natur entfremdet sind4 ,der wahre ,jger ist nicht nur ein ,freund der freien1 schnen ,natur und besonders des ,waldes und seiner ,bume1 die er mit ,verstndnis behandelt1 er ist auch ein ,freund des ,wildes1 das er nach ,mglichkeit hegt und zur rauhen ,winterszeit an bestimmten ,stellen fttert4 ,das ,erlegen des ,wildes vollfhrt er weidgerecht und mit ,schonung1 und sehr schmerzlich ist es ihm1 wenn er einmal ein ,stck ,wild schlecht getroffen hat und es krank zu ,holze8 zieht1 wo es trotz eifrigster ,nachsuche hufig nicht gefunden wird4 ,ist der ,jger aber ein ,maler1 so bringt er doppelte ,beute mit heim1 das ,wild und die ,beobachtungen1 die er mit ,auge und ,stift im ,revier gemacht hat4 ,der ,wald hat ihn geboren81 so schrieb einmal jemand ber ,krner1 den groen ,meister4 ,nie ging er ohne sein ,skizzenbuch1 dem er mit dem ,stifte seine ,beobachtungen anvertraute4 ,oft wanderte er mit ,leinwand1 ,pinsel und ,farben hinaus1 um landschaftliche ,skizzen zu machen1 denn als ,maler der ,landschaft war er ebenso hervorragend wie als ,wildmaler4 ,er hat ,wald und ,wild in allen ,jahreszeiten gemalt1 im knospenden ,frhling1 im stillen ,sommer1 im bunten ,herbst und im weien ,gewande des ,winters4 ,es gelang ihm sowohl das ,liebliche1 ,anmutige1 wie das ,groe und ,erhabene4 ,jede ,stimmung der ,landschaft und die ganze ,tierwelt des ,waldes hat er uns in zahlreichen ,bildern berliefert4 ,das ,wild hat er in der ,bewegung beobachtet und seine ,studien am erlegten ,tiere fortgesetzt4 ,von der ,sorgfalt solchen ,studiums machen sich wohl viele kaum einen rechten ,begriff4 ,der ,maler lt sich sogar die ,mhe nicht verdrieen1 das tote ,wild mittels eines ,drahtgestelles aufzurichten1 um die ,formen und ,farben nun genauer auf der ,leinwand festhalten zu knnen4 ,er malt das erlegte1 zerwirkte8 ,wild1 d4 h4 von der ,decke entblt1 um so die ,muskelteile und ,sehnen und ihre ,lage besser zu erkennen und dieses ,studium rckwrts wieder bei der ,darstellung des lebenden ,tieres verwerten zu knnen4 ,auch an eingefangenen lebenden ,tieren lassen sich natrlich gute ,studien machen4 ,mit ,zielbewutsein ging ,krner seinen ,weg4 ,eine ,zeitlang studierte er in ,dsseldorf4 ,auch ,paris besuchte er zu weiterer ,ausbildung4 ,immer wieder aber ging er zu seinem besten ,lehrmeister1 der ,natur selbst1 in die ,schule4 ,nicht sogleich stellte sich der ,erfolg ein1 nach und nach aber wurde er als einer der ersten ,maler des ,waldes und ,wildes anerkannt4 ,viele ehrende ,auszeichnungen sind ihm zuteil geworden1 zahlreiche silberne und goldene ,medaillen wurden ihm auf ,ausstellungen verliehen1 auch wurde er zum ,mitgliede der ,berliner ,akademie gewhlt4 ,seine ,bilder wanderten in die bedeutendsten ,gemldegalerien ,deutschlands4 ,er hat nicht nur in lfarben1 sondern auch meisterhaft in ,wasserfarben gemalt4 ,auch die ,schwarzweikunst bte er1 radierte ,bltter eines ,jagdbuches und zahlreiche ,einzelbltter4 ,ein glckliches ,familienleben war ihm beschieden4 ,in seiner ,gattin ,magda ,krner1 seiner ,schlerin1 fand er eine gleichstrebende ,lebensgefhrtin4 ,wie oft sind sie gemeinsam miteinander gewandert6 ,im ,teutoburger ,walde hatte ,krner seine ,jagd1 dort hat er viel nach der ,natur gemalt1 ebenso an der ,mosel1 besonders aber im ,harz1 in der ,brockengegend bei ,schierke4 ,hochbetagt ist er am #af4 ,oktober #aiaa in ,dsseldorf gestorben4 ,auer seiner ,witwe berlebten ihn zwei ,shne1 von denen der ltere ,kaufmann1 der jngere ebenfalls ein tchtiger ,maler geworden ist4 ,das ,bild ,im ,herbst8 ist ein ,werk aus ,krners bester ,zeit4 ,schauplatz ist der ,teutoburger ,wald1 in der ,nhe der ,externsteine4 ,wie da ein leichter herbstlicher ,duft ber dem ,walde lagert1 wie das ,licht hindurchdringt und berall seinen ,glanz verbreitet1 wie sich dagegen die dunklen ,flchen der groen ,buche und der hinteren ,wipfel abheben1 und wie dann wieder ber diesen die letzte ,hhe1 von der ,sonne voll beschienen1 in lichtem ,blau das ,ganze krnt4 ,wie aber auch alles einzelne den ,eindruck voller ,naturwahrheit macht1 zum ,greifen deutlich und doch nicht kleinlich1 in flotten ,strichen hingesetzt2 je ferner1 desto mehr ,flche1 denn auch in der ,natur erkennt man da die ,einzelheiten nicht mehr4 ,gerade fllt die ,sonne auf die ,lichtung1 der leichte ,schatten der groen ,buche nur dmpft diese ,helligkeit in der ,mitte ein wenig4 ,auf diese sonnenbeschienene ,flche fllt naturgem das ,auge des ,beschauers zuerst1 und dort spielt sich denn auch der dargestellte ,vorgang ab4 ,die dunkleren ,krper der ,tiere treten aus dem ,hellen deutlich hervor1 besonders die des vorderen ,hirsches mit den beiden ,alttieren4 ,es ist der ,platzhirsch mit dem ,wilde1 das sich ziemlich gleichgltig verhlt1 er steht ruhig in seiner sicheren ,kraft da1 der andere1 der ,angreifer fordert ihn schreiend zum ,kampfe heraus1 man erkennt seinen ,atem in der khlen ,herbstluft4 ,er will dem ,gegner seinen ,rang als ,fhrer des ,rudels streitig machen4 ,was wird werden8444 ,es kommt zum ,kampfe4 ,gewaltig geraten sie aneinander1 man hrt das ,klappen der ,geweihe4 ,die ,kmpfer schieben sich hin und her1 endlich wei der ,schwchere sich los zu machen und zu flchten -- wenn er nicht1 was selten vorkommt1 schwerverwundet auf der ,walstatt bleibt und seinen ,wagemut schlielich doch mit dem ,leben bezahlen mu4 ,es sind ein ,paar krftige ,knaben1 die sich hier auf dem ,bilde gegenberstehen1 ,zehnender81 wie man sie nach dem ,geweih nennt1 d4 h4 sie haben fnf ,enden an jeder ,stange4 ,im ersten ,jahre schiebt der ,hirsch nur ein ,paar ,spiee aus1 im zweiten manchmal ein ,paar ,gabeln1 daher ,gabler genannt1 meist aber schon ein ,geweih mit drei ,enden an jeder ,stange1 so da er zum ,sechsender geworden ist4 ,in der ,regel wird er dann mit jedem ,jahre strker1 es folgt der ,achtender1 der ,zehnender4 ,die starken ,geweihe ber zwlf ,enden sind immer seltener geworden4 ,der ,maler-,jger ,christian ,krner vereinigte den scharfen ,blick des ,malers mit dem des ,jgers4 ,er schenkte uns herrliche ,kunstwerke1 er lehrte uns aber auch eindringlich1 wie wir mit offenem ,auge und ,herzen vertieft sehen sollen1 um die ,schnheit der ,dinge in unserem deutschen ,walde reicher zu genieen4 ,felix ,freiherr v4 ,stenglin4 ,die ,flucht nach gypten ,von ,hans ,thoma ,geboren #b4 ,oktober #ahci in ,bernau 7,baden74 -- ,stdelsches ,kunstinstitut in ,frankfurt am ,main ,bild #cf ,unter den deutschen ,malern der ,gegenwart der innigste und deshalb deutscheste -- das ist ,hans ,thoma6 ,alles1 was ,gutes in der deutschen ,volksseele lebt3 ,schlichtheit und tiefe ,herzlichkeit1 frohe und fromme ,liebe zur ,natur1 aber auch zum ,menschen1 der in ihr lebt und schafft1 schalkhafter ,humor und trumerisches ,sinnen1 frhliche ,lebensbejahung und doch ein ,zug der ,sehnsucht ber ,leben und ,alltag hinaus -- das sucht in ,hans ,thomas ,werken seinen ,ausdruck und spricht erquickend zu uns aus seinen ,bildern4 ,gewi habt ihr schon das eine oder andere davon gesehen und liebgewonnen2 wenigstens wohl einen der farbenschnen ,steindrucke1 die von des ,meisters ,hand in die ,welt hinausgegangen sind4 ,vielleicht den ,geiger81 den vertrumten ,schwarzwaldjungen1 der in blauer ,nacht1 von den silbernen ,strahlen des langsam heraufsteigenden runden ,mondes umspielt1 im kleinen ,bauerngarten sitzt und seine junge ,sehnsucht1 sein ,hoffen und ,wnschen in leisen1 schwebenden ,melodien in das traumstille ,dunkel hinausklingen lt1 oder den ,semann81 der hoch aufgerichtet1 ernst und feierlich ber die feuchtbraune ,erde schreitet und in breitem ,wurf den ,samen in die ,scholle streut1 da er keime und ,frucht bringe1 oder das ,schwarzwaldhaus81 das uns der ,maler im ersten ,frhlingsscheine zeigt1 wenn die ,bume noch kahl sind und die ,luft durchsichtig klar ist2 hell lt er die ,sonne auf dem braunen ,geblk spielen1 fleiige ,frauen arbeiten im ,grtchen hinter dem ,lattenzaun1 und lenzselig krht der bunte ,haushahn in den ,morgenglanz hinein4 ,in diesem ,huschen1 hoch oben in den ,schwarzwaldbergen1 im ,dorfe ,bernau1 ist ,hans ,thoma am #b4 ,oktober #ahci geboren worden4 ,hier hat er die ersten zwanzig ,jahre seines ,lebens verbracht und alle ,se und alle ,stille seiner geliebten ,heimat in sich eingesogen4 ,wie oft mag er1 an die ,hauswand gelehnt1 hier auf dem hlzernen ,balkon gestanden und in das wellige ,tal mit seinen tief niederhngenden grauen ,schindeldchern1 den bunt geblmten ,wiesen und glitzernden ,bchen hinausgetrumt haben und dann weiter ber die fernen ,wlder und ,berge in die unbekannte ,welt1 die dahinter lag1 oder nchtens in die hehre und geheimnisvolle ,sternenwelt hinauf4 ,denn ein ,trumer und ,sinnierer8 war der ,thoma ,hans von klein auf1 das lag ihm schon im ,geblt2 den grten ,einflu aber auf das ,gemt des ,knaben hatte die ,mutter1 die mit ungewhnlicher ,erzhlergabe tausend bunte ,bilder aus ihrem eigenen wunderlichen ,traumleben1 aus der ,mrchenwelt und aus der ,heiligen ,geschichte in die ,seele ihres ,buben senkte und seinen ,sinn fr das geheimnisvolle ,leben in und um uns empfnglich machte2 sie war eine fromme ,frau1 die des ,abends gern aus der ,bibel vorlas oder vorlesen hrte2 dann lauschten alle mit stillen ,augen1 unter ihnen der kleine ,hans1 und sahen die ,gestalten des heiligen ,buches leben und sich regen1 und dann sprachen die ,groen ber das ,gelesene4 ,diese ,eindrcke senkten sich unverwischbar in das weiche1 phantasiebegabte ,kindergemt1 in dem das ,gelesene vielleicht am klarsten und reinsten zum ,bilde sich formte4 ,und so griff er auch spter als ,mann und ,greis immer wieder zur ,bibel1 um mit gereiftem ,sinn und tieferer ,demut dem gttlichen ,geheimnis nachzugehen4 ,aus dieser religisen ,erinnerungs- und ,erlebnisflle muten auch dem ,knstler und ,meister ,hans ,thoma mancherlei ,gesichte zustrmen1 denn alles1 was sein ,herz bewegte1 wurde ihm zum ,bilde1 und ,mensch und ,knstler waren eins in ihm4 ,seht euch die ,flucht nach gypten8 an4 ,es ist eines seiner schnsten und innigsten ,bilder4 ,ihr kennt die ,stelle der ,heiligen ,geschichte8 ,da die ,weisen aus dem ,morgenlande aber hinweggezogen waren1 siehe1 da erschien der ,engel des ,herrn dem ,joseph im ,traum und sprach3 ,stehe auf und nimm das ,kindlein und seine ,mutter zu dir und fliehe in gyptenland und bleibe allda1 bis ich dir sage2 denn es ist vorhanden1 da ,herodes das ,kindlein suche1 dasselbe umzubringen4 ,und er stand auf und nahm das ,kindlein und seine ,mutter zu sich bei der ,nacht und entwich in gyptenland4448 ,ernst und behutsam fhrt ,joseph das brave ,eselein durch das blhende1 grne ,land4 ,er sieht nicht vor1 nicht hinter sich4 ,sorge beugt seinen ,nacken und macht seinen ,schritt schwer4 ,aber ,maria1 die mtterliche ,frau1 die still und gefat auf dem geduldigen ,grautier sitzt1 hat den ,blick hoffnungsvoll erhoben4 ,ihr ,auge hngt glubig an der lichten ,engelsgestalt1 die in holdernster ,kindlichkeit neben ihr schwebt und mit trstender ,gebrde in die ,ferne1 in eine glcklichere ,zukunft der ,geborgenheit deutet2 strmendes ,sonnenlicht verklrt ringsum das ,land wie eine gttliche ,verheiung1 als sollten alle ,not und ,trbsal der gengstigten ,kreatur sich ber ein ,weilchen in ,frieden und ,seligkeit wandeln4 ,im ,schoe der ,mutter aber schlummert tief und glcklich das ,jesuskind dem ,ziele entgegen4 ,und noch ein andrer kleiner ,himmelsgesandter gibt ,eltern und ,kind das ,geleit1 er trgt ,blumen im ,arm und hat ,blten auf den ,leidensweg der heiligen ,familie gestreut und auch das getreulich schreitende ,tierlein mit den bunten lebendigen ,sternen geschmckt444 ,fhlt ihr den ,zauber des ,bildes8 ,was ist nun das ,schne an ihm1 das1 was uns erfreut1 ergreift und rhrt und zugleich mit tiefem ,frieden erfllt8 ,ist es die klare1 rein leuchtende ,farbe8 ist es die schlichte1 liebevoll gefhrte ,linie1 mit der jedes ,antlitz1 jede ,hand1 jede ,gewandfalte gestaltet ist1 ist es der fromme ,vorgang des ,bildes oder die ,anordnung der ziehenden ,gruppe vor der in ,sonnenglast und ,ferne verdmmernden ,landschaft1 die einen so sen deutschen ,klang hat --8 ,ach1 ihr fhlt es schon1 es ist der ,geist1 es ist die ,seele und ,liebe des ,meisters1 aus der das alles geflossen ist1 ,farbe und ,linie1 und was sonst noch auf dem ,bilde zu uns spricht1 die alles zur ,einheit verschmilzt1 durchleuchtet und verklrt4 ,aus ihr heraus mute alles schlicht und innig1 rein und klar1 friedlich und inneren ,lebens voll1 lieblich und kstlich auf der ,leinwand entstehen und mute auch so in unsre ,augen und ,herzen scheinen4 ,meister ,thoma hat niemals blo etwas mit der ,hand oder mit den ,augen gemalt und gezeichnet2 er hat immer und vor allem mit dem ,herzen geschaffen und fr die ,herzen der andern4 ,das ,herz aber kennt keinen ,prunk und aufregenden ,lrm und keine kalte oder erregende ,schnheit der ,farben und der ,linien und andern geflligen ,zauber4 ,der ,meister schrieb einmal ber seine biblischen ,bilder3 ,diese ,bilder sind wie die andern auch emporgewachsen aus einer ,summe von ,empfindungen1 aus denen die ,phantasie sie zur knstlerischen ,form gestaltet4 ,es sind ,empfindungen1 wie sie im ,volksgemte leben1 uraltes ,erbgut2 ich mchte fast sagen1 ich male solche ,sachen so1 als ob ich sie fr die einfach glubige ,frmmigkeit meiner ,mutter malte -- ohne ,geistreichheit -- die ,stoffe1 wie sie sich geben1 nur mit dem ,schmucke versehen1 den ich ihnen nach ,kraft und ,recht meines knstlerischen ,vermgens geben kann --8 und man darf hinzusetzen3 seines mnnlich-schlichten1 innig deutschen ,herzens1 seines gott- und menschennahen ,gemts1 das er aus der reinen und erhabenen ,stille seiner ,bergesheimat ins ,leben mitgenommen hat4 ,hans ,thoma hat viel1 unendlich viel geschaffen4 ,sein ,leben1 das jetzt in den ,achtzigen steht1 war reich und gesegnet und ist es geblieben bis diesen ,tag4 ,ach1 es ist vor diesem ,reichtum und dieser ,flle schwer und unmglich zu sagen3 das ist das ,schnste1 das ,beste1 das ,eigentliche6 ,in allen ,blttern und ,bildern leuchtet ja die ,thoma-,seele1 lebt das ,thoma-,herz4 ,ebenso tief ihm eingesenkt1 wie die ,liebe zum altehrwrdigen religisen ,erbgut1 ist ihm die ,liebe zur ,heimat4 ,ein ,mensch wie ,thoma mute mit ,liebe und ,lust an ,gottes schner ,natur hngen1 und die ,natur ist fr einen solchen ,herzmenschen immer und vor allem die ,heimat4 ,so hat ,thoma von ,anfang an und immer wieder seine ,heimatlandschaft gemalt und gezeichnet und ist ihr als ,schaffender durch alle ,jahrzehnte seines langen ,lebens treu geblieben4 ,nach groen1 lrmenden1 gigantischen ,motiven8 hat unser ,meister auch hierbei niemals ausgeschaut1 die welligen ,gelnde seines geliebten ,schwarzwaldes oder des ihm formverwandten ,taunus1 der ,mainlauf mit seinen heitern ,ufern waren fr ihn immer wieder voll stiller1 feiner1 lieblicher ,bildergedanken4 ,wie wundervoll vertraut leuchten die ,bilder und ,bildchen uns mit ihren klaren ruhigen ,farben an -- die ,wrme1 die von ihnen weht1 der ,thoma-,zauber machen sie uns im ,beschauen zu beglckenden ,sinnbildern deutscher ,heimat2 wir atmen den ,duft des ,korns1 das auf sonnenheien ,feldern schauert1 hren den ,bach plaudern1 der sich hell schimmernd aus blumigem ,dickicht seinen ,weg ber feuchtes ,gerll sucht1 wir riechen den starken ,erdodem der ,schalle1 die der warme ,frhling gelockert hat1 hren das ,flstern und ,schwirren der ,bltter auf einsamer ,berghalde oder das geheimnisreiche ,raunen der ,nacht1 wenn sie mit weichem1 blauem ,dunkel die ,htten im ,tale umfngt2 wir lagern mit dem wegmden ,wanderer am ,waldrand und trumen hinab in den khlen ,grund und hinaus in die besonnte ,ferne1 in der lichte ,bergkuppen1 heitre ,wiesen und ,felder und ein heimelig verstecktes ,stdtchen schimmern1 und ber uns am blauen ,himmel ziehen die groen1 weien ,sommerwolken -- ach1 so knnte man noch von hundert ,bildern erzhlen1 aus denen die ,wrme und der ,frieden der ,heimatliebe und die stille1 leise ,trauer der ,erdensehnsucht ihren ,zauber spinnen6 ,und in dieser von ihm geliebten ,landschaft malt er auch die ,menschen seiner ,heimat2 seine heitern oder versonnenen ,fabelwesen1 ,nymphen1 ,faune1 ,waldschrate und die holden sinnbildlichen ,gestalten des ,traums und des ,frhlings2 ja1 selbst die ,bildnisse von ,freunden und ,verwandten1 die er mit behutsamer ,hand und bis ins ,innerste sphenden ,augen geschaffen hat1 sind fast immer vor so einen landschaftlichen ,hintergrund gestellt1 der wie eine leise1 kennzeichnende ,melodie das ,bildwesen des ,dargestellten umklingt4 ,meister ,thoma hat gemalt1 gezeichnet1 lithographiert1 radiert -- da gibt es kein ,ende1 nicht fr ihn und nicht fr uns6 ,ihr kennt sicherlich manche seiner hundertfach vervielfltigten ,federspiele und ,zeichnungen1 zum mindesten die lustig-putzigen1 auf ,wolken jubilierenden und segelnden1 auf ,vgeln reitenden ,engelein -- er hat mit zahllosen dieser ,bltter und mit seinen schnen ,steindrucken die ,wrme seiner ,kunst bis in die fernsten und einfachsten ,htten getragen und ,augen und ,herzen ,tag um ,tag erfreut4 ,ach1 lieber ,meister ,hans ,thoma1 wieviel liee sich noch ber dein reiches1 kstliches ,lebenswerk sagen4 ,aber ich hoffe1 etwas von deiner guten ,menschlichkeit1 von deiner dankbaren und sehnschtigen ,frommheit1 von deinem ,frohsinn und deiner heien1 zarten ,liebe zur ,heimat1 ein ,hauch deiner innigen1 schlichtgroen ,kunst1 der jeden erfllt1 der dein ,werk betrachtet und liebt1 ist vielleicht auch in diese bescheidenen ,zeilen eingegangen und hat dich den jungen ,lesern lieb gemacht1 so da sie gern mehr von dir sehen wollen1 um dich ganz kennenzulernen und zu besitzen4 ,und so nehmen wir ,abschied von dir und gren dich dankbar und ehrfurchtsvoll mit dem schnen ,dichterwort1 das so gut auf dich pat3 ,der ist in tiefster ,seele treu1 ,der die ,heimat liebt wie du4 ,gertrud ,triepel4 ,das ,tischgebet ,von ,fritz von ,uhde ,geboren #bb4 ,mai #ahdh in ,wolkenburg in ,sachsen1 gestorben #be4 ,februar #aiaa in ,mnchen4 -- ,muse de ,luxembourg in ,paris ,buntbild ,,viii ,wer ,palstina bereist und seine heiligen ,sttten1 wird immer eine ,kette von ,gedanken mit sich tragen1 die zurckfhren auf die ,geschichten des ,neuen ,testaments1 und fast unbewut wird ihn ber die ,berge und ,tler bis zu der ,lehmflut der ,jordanfurt und dem stillen ,wasserspiegel des ,toten ,meeres eine ,gestalt begleiten1 der unsre religise ,phantasie ,leben geschaffen hat3 ein ,mann mit hehrem1 durchgeistigtem ,gesicht1 lockigem ,haupthaar1 gekleidet in eine schlichte1 lang herabwallende ,tunika1 mit ,sandalen an den ,fen -- die ,gestalt ,jesu ,christi4 ,mir wenigstens ist es so ergangen4 ,ich hatte mich freilich vorher in die ,evangelien vertieft und folgte ihrem ,erzhlungsstoff als ich oben am ,saume des ,plateaus ber ,tiberias stand1 unter mir den schweigenden ,see von ,genezareth mit den ihn umgebenden1 schroff abfallenden1 zerklfteten ,bergen4 ,auch auf ,jerusalems hochehrwrdigem ,tempelplatz und am ,quellstrom des ,jordan1 im ,garten ,gethsemane1 wo ,judas den ,herrn verriet1 und auf der ,hhe des lbergs1 am ,jakobsbrunnen1 am ,grabe ,josephs und vor allem in jener grnen ,talmulde1 in die sich die weien ,huser von ,nazareth schmiegen1 der ,jugendheimat ,jesu4 ,kein ,ort in ,palstina ist durch die berlieferung so zu ,ansehn gekommen wie gerade ,nazareth4 ,das ,alte ,testament erwhnt seiner nicht1 und da es bei ,johannes an einer ,stelle heit3 ,was kann von ,nazareth ,gutes kommen88 -- so lt sich vielleicht annehmen1 da es dermaleinst die kleinste und unbedeutendste ,stadt ,galilas war4 ,aber sie wurde zu weltgeschichtlicher ,bedeutung durch den ,aufenthalt des ,heilands4 ,wie lange lebte er in der ,stille und ,einsamkeit dieses abgeschiedenen ,fleckens8 ,wir wissen es nicht4 ,im ,lukas-,evangelium wird von dreiig ,jahren gesprochen1 ehe der ,ruf des ,tufers ,johannes durch das ,galilische ,land drang2 aber sei es eine krzere oder lngere ,zeit gewesen1 eins steht fest3 es war die ,zeit der ,vorbereitung fr ,jesus und sicher gefllt mit einem berreichen und wunderbaren ,inhalt4 ,der ,vater ,jesu war ein ,zimmermann1 ein ,wanderhandwerker1 und seine ,werkstatt zu ,nazareth zeigt man noch heute -- oder wenigstens den ,ort1 wo sie gestanden haben kann1 und einen ,pfeiler aus porsem ,gestein als letztes berbleibsel der ,wohnung von ,joseph und ,maria4 ,ich malte mir in der ,phantasie die ,wohnung aus1 wie sie zu ,zeiten ,jesu gewesen sein knne3 ein winziges ,huschen aus ,holz und ,lehm mit runden ,dachbalken und dem blichen ,sller1 auf den eine ,holztreppe fhrte4 ,im ,hause wenig mehr als zwei ,rume1 einfach ausgestattet mit groben ,decken und ,teppichen1 den ntigen ,gerten und dem ,handwerkszeug4 ,jesus half dem ,vater bei der ,arbeit1 auch er war ein ,zimmermann4 ,er lebte in dieser verlorenen ,kleinstadt1 ging am ,sabbat in die ,synagoge1 lie sich am ,wochenende seinen ,lohn auszahlen4 ,er lebte wie ein ,mensch unter ,menschen1 aber von einem anderen ,geiste erfllt als diese1 das zeigt uns jener ,besuch mit den ,eltern zum ,osterfeste in ,jerusalem1 da die angsterfllte ,mutter nach langem ,suchen den ,sohn im ,tempel mitten unter den ,lehrern fand4 ,neben der kleinen maronitischen ,kirche in ,nazareth liegt die sogenannte ,mensa ,christi in einem neueren ,gebude mit einem groen runden ,steinblock4 ,fromme ,legende erzhlt1 das sei der ,tisch gewesen1 an dem ,jesus vor und nach seiner ,auferstehung mit den ,jngern gespeist habe4 ,und an diesem ,tische sah ich ihn im ,dmmer einer ,nachmittagsstunde scheinbar leibhaftig sitzen3 als einen ,mann mit hehrem1 durchgeistigtem ,gesicht1 lockigem ,haupthaar1 gekleidet in eine schlichte1 lang herabwallende ,tunika mit ,sandalen an den ,fen4 ,so lebt er in der nachschaffenden ,erinnerung des ,christentums -- und so sehen wir ihn auf dem berhmten ,bilde ,fritz von ,uhdes1 das hier in seiner farbigen ,wirkung wiedergegeben ist4 ,das ,zustndliche ist eine ,bauernstube1 dem ,eindruck nach eine hollndische oder eine aus dem deutsch-belgischen ,grenzgebiet1 die ,wnde kahl1 der ,boden mit ,ziegelfliesen belegt4 ,durch das gardinenlose ,fenster fllt der ,blick auf flaches ,land und das rote ,dach eines ,fabrikgebudes1 ber dem noch der ,himmel blaut1 sich aber schon in zartes ,dmmerlicht einwebt4 ,die ,armut wohnt in diesem krglichen ,heim4 ,doch alles ist blitzsauber1 auch der zur ,abendmahlzeit hergerichtete ,tisch mit dem groen ,kartoffelnapf in der ,mitte4 ,mann und ,frau stehen sich gegenber1 er noch in seiner ,arbeitsbluse1 hinter der ,frau wird das ,elternpaar sichtbar1 am ,ende des ,tisches warten die ,kinder4 ,ehe sich die ,familie zum ,essen setzt1 wird das ,tischgebet gesprochen4 ,es ist das uralte3 ,komm1 ,herr ,jesus1 sei unser ,gast und segne1 was du uns bescheret hast4 ,amen48 ,woher dies ,gebet stammt1 lt sich nicht nachweisen4 ,der ,volksmund hat es geformt1 vielleicht schon vor ,jahrhunderten1 in dem innigen ,glauben1 da auch des ,leibes ,nahrung von ,gott kommt und des ,segens des ,himmels bedarf4 ,und whrend dies ,gebet gesprochen wird1 erscheint der ,herr ,jesus ,christus selbst1 wie eine ,lichtgestalt1 und erhebt segnend seine ,hand4 ,er ist nicht etwa eine geisterhafte ,erscheinung1 das ,ganze soll keineswegs wie eine ,vision wirken4 ,htte das der ,maler so gewollt1 so wrde der ,ausdruck in den ,gesichtern der ,buerin und der ,kinder ein anderer geworden sein1 ein erstaunter ob des ,wunders1 ein ekstatischer1 ein verzckter4 ,aber whrend der junge ,mann nur andchtig vor sich niederschaut und das eine der ,kinder1 wohl der ,kleine1 der das ,gebet gesprochen1 noch die ,hnde auf dem ,tisch gefaltet hlt1 lebt im ,gesicht der ,buerin ein unendlich dankbarer1 fromm einfltiger ,ausdruck4 ,der ,maler hat geflissentlich seine ,szene aus dem ,bereich des bersinnlichen und des ,unwirklichen in das der ,natrlichkeit gerckt4 ,da steht der freie ,stuhl und der ,teller fr den ,herrn ,jesus1 die symbolische ,einladung des ,tischgebets ist zur ,wirklichkeit geworden1 der ,herr ist eingetreten in die niedrige ,stube des armen ,mannes und will mit der ,familie speisen4 ,dies ,gemlde1 dessen ,original das ,pariser ,luxembourg-,museum ankaufte1 ist #ahhe entstanden und nicht das erste1 in dem der ,knstler rcksichtslos mit den berlieferungen der religisen ,malerei brach1 wie sie die ,dsseldorfer ,schule unter ,e4 v4 ,gebhardt in ,anlehnung an die alten niederlndischen und deutschen ,meister wiederaufgenommen hatte4 ,whlten diese ,darstellungen aus der evangelischen ,geschichte im ,spiegel des fnfzehnten und sechzehnten ,jahrhunderts und ihrer zeichnerischen und malerischen ,prinzipien1 so ging ,uhde ein gewaltiges ,stck weiter und versetzte den ,stifter der christlichen ,religion in seiner typischen1 nur realistisch umgebildeten ,erscheinung unmittelbar in die lebenatmende ,gegenwart4 ,und zwar zog er den ,glubigen auf seinen ,bildern nicht etwa eine besondere ,feiertagstracht an1 wie sie die ,besteller und ,stifter der ,altarbilder des ,mittelalters und der ,renaissance in sichtbarem ,stolze zur ,schau tragen1 sondern er stellte den ,heiland in seiner ,knechtsgestalt8 auf ,erden mitten unter die ,knechte81 die rmsten der ,armen1 die ,zllner und ,snder1 die ,mhseligen und ,beladenen8 in ihrer ,alltagsgewandung4 ,dieser ,bruch mit der ,auffassung des ,hergebrachten erschreckte anfnglich1 wie alles ,neue in der ,kunst1 aber der ,kreis der ,anhnger ,uhdes erweiterte sich bald4 ,man erkannte und fhlte die ,tiefe des ,grundgedankens1 der den ,knstler beherrschte3 die ,gleichberechtigung aller ,glubigen vor dem gttlichen ,mittler -- man verstand auch die schne und geistvolle ,auslegung des ,schriftworts3 ,wo ,zween oder ,drei versammelt sind in meinem ,namen1 da bin ich mitten unter ihnen48 ,am ,schlu des ,matthus-,evangeliums steht ein hnliches ,wort3 ,und siehe1 ich bin bei euch alle ,tage1 bis an der ,welt ,ende48 ,dies ewige ,beiunssein des ,gottessohnes in unsern ,gebeten ist der verklrende ,gedanke in ,uhdes religisen ,bildern4 ,im brigen3 lt sich die ,berechtigung bestreiten1 ,christus unter den ,menschen der ,gegenwart darzustellen1 wenn dies den alten ,meistern unter den ,menschen ihrer ,zeit erlaubt war8 ,gewi nicht4 ,aber das uerliche1 so verblffend es auch durch seine ,neuheit wirkte1 wre doch nur leere ,form geblieben ohne die seelische ,verinnerlichung1 die aus ,uhdes ,bildern spricht4 ,dabei flieen naturgem ,gemt als die ,fhigkeit zum ,fhlen1 ,geist als die ,fhigkeit des ,denkens und ,technik als die ,fhigkeit zur malerischen ,ausgestaltung zusammen4 ,wir betrachten unser ,bild4 ,drauen vor dem ,fenster noch blauender ,himmel1 im ,zimmer streifen schon die ,schatten des ,abends ber die ,decke und durch die ,winkel1 und in diesem ,herbstlicht stehen die ,figuren in vollkommener ,krperlichkeit4 ,uhde lag es fern1 in seinem ,gemlde das ,christentum zu verwssern und der ,heilandserscheinung etwa ein plattnaturalistisches ,geprge zu geben4 ,im ,gegenteil1 die ,gestalt ,christi in der drftigen ,bauernstube wirkt wunderbar erhaben1 doppelt erhaben in ihrer ,schlichtheit und ,anspruchslosigkeit1 alles ,licht scheint von ihr auszustrahlen1 und es bedurfte kaum des ,glorienscheins ber ihrem ,haupte1 um den ,adel der geistigen ,auffassung noch mehr zu betonen4 ,im gleichen ,jahre #ahhe entstand1 etwas frher als ,das ,tischgebet81 ein zweites ,bild nach genau demselben ,motiv1 bekannt geworden unter dem ,text des ,gebetspruchs ,komm1 ,herr ,jesus1 sei unser ,gast8 7,original in der ,berliner ,nationalgalerie74 ,hier ist der ,raum grer und gewhrt einen behaglicheren ,eindruck1 der ,heiland tritt eben in die ,stube1 und der ,hausvater ladet ihn mit entsprechender ,gebrde ein1 am ,tische ,platz zu nehmen1 auf den die junge ,frau gerade die gefllte ,schssel niedersetzt4 ,aber die ,gestalt ,christi ist in dieser ,erstfassung nicht ganz frei von etwas theaterhafter ,haltung1 und ich ziehe schon deshalb das ,tischgebet8 vor1 auf dem zudem die ,figuren knapper gruppiert sind und dem ,beschauer gewissermaen nherrcken4 ,dadurch wirkt das ,ganze geschlossener1 traulicher und intimer1 es wird zu einem ,familienidyll4 ,fritz von ,uhde1 der heute leider nicht mehr unter den ,lebenden weilt1 wurde am #bb4 ,mai #ahdh zu ,wolkenburg in ,sachsen geboren und bezog achtzehnjhrig die ,dresdner ,kunstakademie1 sattelte indes bald wieder um und trat in das ,gardereiterregiment ein1 in dem er bis zu seiner ,befrderung zum ,rittmeister verblieb4 ,aus dieser ,zeit kenne ich ein ,portrt von ihm1 als groen1 schlanken1 schnen ,mann mit mchtigem dunklen ,schnurrbart1 und dies ,charakteristische seiner ,erscheinung hat er auch spter nicht verloren4 #ahgg nahm er in ,mnchen die ,kunst als ,lebensberuf wieder auf1 und zwar zunchst ohne eine fhrende lehrende ,hand1 bis er mit dem ungarischen ,maler ,munkacsy bekannt wurde und ihm nach ,paris folgte4 ,in der technischen ,behandlung zeigten seine ersten ,bilder durchaus den ,einflu des lteren ,meisters1 in der ,wahl der ,motive aber und mehr noch in der ,beleuchtung die ,einwirkung der alten ,niederlnder wie ,frans ,hals und ,jan van der ,meer4 ,eine ,studienreise nach ,holland erffnete ihm das ,verstndnis fr die freie ,luft81 fr die ,schnheit der hellen ,durchsichtigkeit1 und seine prchtigen ,bilder aus dieser ,zeit1 meist ,genreskizzen aus dem hollndischen ,volksleben1 beweisen1 wie entschlossen er sich von der ,pariser ,atelierberlieferung und ihren schablonenhaften ,modellen lossagte4 ,die bertragung seiner neuen ,darstellungsart1 der ,hellmalerei in freier ,luft und bei zerstreutem ,licht1 auf heimische ,motive stie anfnglich auf ,widerstand1 machte aber spter ,schule4 ,und dann kam sein erstes religises ,bild1 ,christus und die ,kinder81 und erregte gewaltiges ,aufsehn1 und doch schlielich nur1 weil es so gar nicht der ,tradition entsprach4 ,die ernsthafte ,kritik freilich betonte schon damals das ,gelungene dieses khnen ,wagemuts und die ,ehrlichkeit in der berzeugung des ,malers1 da es nicht die hchste ,aufgabe christlicher ,darstellungskunst sei1 blind der ,vergangenheit zu folgen1 sondern da auch die ,gegenwart historische ,rechte an sie stelle4 ,jede seiner neuen ,schpfungen war nun ein weiterer ,schritt vorwrts1 die ,kraft der malerischen ,behandlung wuchs zusehends1 und wenn er sich auch in der bertragung biblischer berlieferung auf die moderne ,gegenwart immer vorsichtig vor einem ,zuviel htete1 so blieb er doch seiner ,auffassung und ,auslegung des religisen ,stoffes getreu4 ,nur in seinem sehr schnen ,abendmahlsbilde hat er den ,jngern die bliche ,tracht gegeben1 den weiten gegrteten ,rock mit dem ,mantel darber4 ,den ,hhepunkt seines ,schaffens aber erreichte er wohl in dem hier wiedergegebenen ,gemlde4 ,die ,geschichte ,jesu ,christi ist vielfach romantisch behandelt worden4 ,ein deutscher ,schriftsteller1 ,max ,kretzer1 hat sogar versucht1 die knstlerische ,auffassung ,uhdes in einen ,gegenwartsroman zu bernehmen1 und ,christus redend und handelnd in die moderne ,welt der ,arbeit eingefhrt4 ,aber was da schemenhaft an uns vorbergleitet und fast gespensterhaft wirkt1 das wird in den ,bildern ,uhdes zu jenem ,quell sprudelnder ,wahrheit1 der den ,geist des ,christentums beherrscht1 und zu einer das ,tiefstinnere durchdringenden ,schnheit4 ,fedor von ,zobeltitz4 ,buerinnen in der ,kirche ,von ,wilhelm ,leibl ,geboren #bc4 ,oktober #ahdd in ,kln1 gestorben #d4 ,dezember #aijj in ,wrzburg4 -- ,kunsthalle in ,hamburg ,bild #cg ,wilhelm ,leibl vertritt fr die deutsche ,malerei des #ai4 ,jahrhunderts diejenige knstlerische ,anschauung1 die man in der franzsischen ,entwicklung den ,impressionismus nennt4 ,er gibt dieser ,sehart eine deutsche ,form und fhrt sie zur ,gre4 ,impressionismus ist die malerische ,form1 die es durchfhrt1 das ,bild ganz rein aus den ,farbeneindrcken der ,dinge im ,auge aufzubauen1 die alles andere1 ,deutlichkeit der ,krpergestalt1 ,klarheit des ,bildraumes1 geistige ,bedeutung der ,erscheinung1 zurcktreten lt1 einschmelzen lt in die reine ,erscheinung der ,welt als ,farbe4 ,da die ,farbe an sich -- als ,farbenfleck -- eben1 flchig ist1 hat auch das ,gesamtgebilde1 das ,malerei aus solchen kleinsten ,farbeneindrcken erschafft1 eine ebene1 raumlose1 zarthauchige1 schwebende ,wirkung4 ,es wird das ,einssein aller ,dinge im ,erlebnis des ,sehens1 ihr bloes ,dasein fr das ,auge als ,schnheit1 als ein tiefer ,geisteswert gefhlt1 und darum dies und nur dies gestaltet4 ,die ,seele nimmt das ,sein der ,dinge als ,farbenspiel ins ,bewutsein1 und dies von ,farben getragene ,gefhl vom ,sein der ,welt als ,farbenleben ist ,glck1 so da der ,geist besondere ,inhalte1 ,bedeutsamkeiten der dargestellten ,dinge nicht weiter sucht4 ,so entstand eine sehr geistige1 feinsinnige ,kunst1 die der ,stolz der ,sptzeit des #ai4 ,jahrhunderts und ,ausdruck ihres ,weltgefhls gewesen ist4 ,der erste1 der ,malerei in diesem ,sinne als reines ,sehen auffate1 war ,gustave ,courbet in ,frankreich4 ,die neue ,farbe aber1 die er fr die ,erscheinungen und fr seine ,liebe zur ,erde fand1 war noch dunkel1 schwer1 wenn auch in zarten ,tonabstufungen belebt4 ,nach ihm kam ,edouard ,manet und vermhlte diese rein flchige ,farbigkeit der ,erscheinung mit dem ,licht1 dem ther ber und um die ,dinge4 ,es entstand die ,hellmalerei1 der vollendete ,impressionismus4 ,ihren ,ausgang hatten die franzsischen ,maler1 die den ,impressionismus schufen1 von der lteren ,wirklichkeitsmalerei der ,spanier genommen1 ,courbet von ,ribera1 ,manet von ,goya und ,velasquez4 ,leibl in ,deutschland geht dagegen von der ,malart der ,hollnder der groen ,zeit aus4 ,wie die hollndischen ,bildnismaler stellt er die ,figur auf dunklen ,grund und gibt eine geschlossene ,bewegung der ,farbe aus diesen ,dunkelheiten ber ,zwischentne und ,farbenstufen empor zum hellsten ,licht auf ,hnden1 ,gesicht und dem ,wei der ,kleidung4 ,und die hohe ,aufgabe des ,knstlers ist es1 diese ,gegenwerte von ,dunkel und ,hell1 den ,farbengrund und das ,leben von ,hnden und ,antlitz1 in ein frei abgestimmtes ,gleichgewicht zu bringen4 ,diese ,anschauung vom schnen1 tonfeinen ,bilde hat ,leibl in seinen ersten ,mnchner ,lehrjahren gewonnen4 ,adrian ,brouwer1 ,ostade1 ,rembrandt waren die groen ,lehrmeister solcher ,form1 die als malerisches ,handwerk auch von ,ramberg1 einem begabten und geschmackvollen ,manne1 gepflegt wurde1 in dessen ,malschule ,leibl arbeitete4 ,wie nahe er althollndischer ,schnheit kam1 zeigt das wundervolle ,bildnis der ,frau des ,baumeisters ,gedon aus dem ,jahre #ahfi1 das heute in der ,mnchner ,neuen ,pinakothek ist4 ,dies ,bild des ,fnfundzwanzigjhrigen bezeichnet das ,ende seiner ,lehrjahre4 ,es beginnen die ,wanderjahre4 ,ihm waren1 als dem ,knstler einer anderen ,zeit1 neue und eigene ,ziele gestellt4 ,die ,zeitaufgabe einer neuen ,malform1 die ,sehart des ,impressionismus1 rhrte ihn an4 ,diese neue ,form war nicht ,willkr1 franzsische ,laune4 ,sie war ein ,zeitgebot4 ,die ,welt rein als ,farbe1 als ,eindrucksspiel aus ,farben zu begreifen1 war das ,sehgesetz des technischen ,zeitalters4 ,in den ,dienst dieses knstlerischen ,zeitgedankens trat ,leibl mit dem ,jahre #ahfi4 ,da war in ,mnchen eine groe ,kunstausstellung1 auf der auch ,bilder von ,courbet und ,manet zu sehen waren4 ,leibl1 der genialste der jungen ,maler in ,deutschland1 war der einzige1 der sofort begriff1 was hier vom romanischen ,formsinn ,neues und ,bedeutendes erstrebt wurde1 denn seine eigene innere ,entwicklung hatte ihn verwandter ,anschauung zugefhrt4 ,lngst war sein ,bild viel flchiger und viel mehr auf reinen ,farbeneindruck1 auf reinen ,seheindruck gestellt1 als je ein hollndisches ,stck4 ,diese seine eigenen ,ahnungen besttigten ihm die franzsischen ,werke4 ,da er von ihnen ,anregungen nahm1 das hat nichts zu tun mit dem ,begriff ,nachahmung4 ,geistesverwandtschaft1 ,zeitverwandtschaft wirkte sich aus4 ,leibl begriff die geistreiche ,art1 wie ,manet ,eindrcke als ,farben1 als knappe1 treffende1 lichtrichtige und lufthaltige ,farbflchen in die ,bildflche zwang4 ,vor allem aber tat es ihm ,courbet an1 der als ein ,spro burgundischen ,bauerntums aus dem ,schweizer ,jura dem ,pflzer1 der ,leibl war1 dem ,blute nach nher stand4 ,courbets dunkle klangschwere ,farben antworteten seinem ,farbengefhl4 ,courbet kam damals nach ,mnchen1 lernte ,leibl kennen und befreundete sich mit ihm4 ,so geschah es im ,zusammenhang mit dieser ,bekanntschaft1 da ,leibl zu ,beginn des ,jahres #ahgj nach ,paris ging4 ,hier sind nun ,werke entstanden1 die dem franzsischen ,impressionismus so nahe sind1 wie nichts ,deutsches sonst4 ,und doch sind sie immer aus deutschem ,gefhl geboren und mochten den ,franzosen eher der ,art ,holbeins verwandt erscheinen1 als der ihren4 ,die ,pariserin81 heute im ,wallraf-,richartz-,museum in ,kln1 der ,savoyardenknabe8 ebendort1 das sind ,glanzstcke impressionistischer ,form1 aus tiefem1 schnem ,schwarz zu weichen1 blonden ,helligkeiten gefhrt4 ,aber das ,meisterwerk war das ,bildnis eines ,mdchens in schwarzem ,gewand1 die eine hollndische ,tonpfeife hlt1 eingeschmiegt in einen ,sitz aus farbigen orientalischen ,wirkereien4 7,die ,cocotte8 im ,wallraf-,richartz-,museum47 ,ein ,schwarz1 das frmlich leuchtet1 ist hier in tiefe1 warme ,umfarbe gebettet1 und das schne1 weiche ,hell der ,hnde und des ,gesichts steht zart luftig ber dem ,tnespiel der ,farben4 ,diese ,pariser ,bilder sagen es schon aus1 da ,leibl einmal der grte ,maler der ,hnde in deutscher ,kunst sein wird4 ,der ,krieg zwang ,leibl1 ,paris zu verlassen4 ,aber er blieb zunchst in der gleichen ,schaffensbahn4 ,immer heller1 immer leichter wurden seine ,farbtne1 immer freier1 immer treffender1 dem reinen ,seheindruck immer gemer seine ,farbenformeln4 ,hauchige bltenhafte malerische ,gebilde sind damals entstanden1 wie das ,bildnis einer ,nichte ,leibls1 ,nina ,kirchdorff1 heute in der ,pinakothek4 ,diese ,entwicklung gipfelt in dem herrlichen1 leider unvollendeten ,bild der ,tischgesellschaft8 7,kln1 ,wallraf-,richartz-,museum71 an dem er von #ahga bis #ahgd arbeitete4 ,eine ganz strenge1 schwierige ,farbenrechnung1 ein groartiger ,aufbau der ,farbenflchen zu reinem ,einklang1 dient hier als ueres ,mittel doch nur dazu1 seelisch ,tiefes auszusprechen1 das stille ,zusammensein von ,menschen1 ihr ,dasein an sich als ,gefhl freinander4 ,aber nun erwachte in ,leibl ein neues tiefes ,gefhl1 die ,natursehnsucht des knstlerischen ,menschen4 ,er verlie ,mnchen1 wo zuletzt nur noch die alten ,bilder der ,pinakothek seine ,freunde gewesen waren1 ging aufs ,land1 wohnte unter ,bauern in einfachster ,lebensart4 ,und hier gab er seiner impressionistischen ,malform ein neues ,ziel1 eine groe ,wendung3 sie sollte fhig werden1 aufs schrfste1 treueste die ganze ,wirklichkeit der ,gesichtswelt nachzugestalten4 ,bis dahin waren ,leibls ,bilder geistreich und geisttief gewesen1 jetzt sollten sie naturhaft und naturtief werden4 ,hierfr gab er die ,sehart des ,impressionismus durchaus nicht auf4 ,sein ,mittel bleibt die feine1 zartest abgestimmte kleinste ,farbenflche1 die malerische ,eindrucksformel als ,wiedergabe eines kleinsten ,eindrucksteiles4 ,sein ,bild bleibt ,erscheinungsflche1 geschlossen einheitliche ,ebene aus ,farbtnen4 ,aber diese feinen1 luftigen ,farbtnungen und der gesetzmige ,zusammenbau der ,eindrucksformeln zum ,bildfeld1 das wird so verfeinert und gesteigert1 da nun ein ,stck ,welt in seiner vollen ,festigkeit1 ,flle und ,tiefe darstellbar wird4 ,es entsteht jetzt der eigentliche deutsche ,impressionismus4 ,wie in franzsischer ,freilichtmalerei ist alle zeichnerische ,darstellungsart auch bei ,leibl streng ausgeschlossen1 alle ,linienarbeit1 mittels deren man wohl leicht ,krper- und ,raumtiefe erfassen kann1 aber dadurch die ,einheit des ,farbenlebens verfehlt4 ,alle ,krperlichkeit und ,raumheit1 aller ,eindruck von ,stofflichkeiten soll im ,impressionismus ganz rein als ,ergebnis der ,farbenzusammenhnge da sein2 denn die ,sehwelt ist hier als ,farbe und nur als ,farbe begriffen4 ,es war eine unsglich schwere ,aufgabe1 die ,leibl sich so stellte4 ,fernstes wollte er verbinden1 zusammenzwingen3 hchste ,geistigkeit der reinen ,farbenanschauung1 geistigstes ,gesetz der ,farbe an sich und die naturhafte ,tiefe und ,gewalt der ,wirklichkeit4 ,da ,leibl in ungeheurem ,ringen mit der ,last dieser ,aufgabe sie lste1 macht ihn zu einer der groen ,gestalten der ,kunst4 ,etwas ,hohes ist hier geschaffen3 die ,wiedergeburt der ,wirklichkeit aus dem ,geist der ,farbe4 ,den groen ,geistern der germanischen ,malkunst gesellt sich ,wilhelm ,leibl mit den ,schpfungen seines persnlichen ,stils1 den ,jan van ,eyck1 ,bruegel1 ,brouwer und ,vermeer erscheint er nun verwandt1 die alle das ,tiefste wollten3 in ,farben das ,vollwirkliche fhlen lassen4 ,schritt um ,schritt hat ,leibl sein ,ziel erreicht1 jeder ,schritt eine groe ,schpfung4 ,das wundervolle ,bild von #ahgd1 ,dachauer ,buerinnen81 in der ,berliner ,nationalgalerie hat noch weiche hauchige1 lockere ,flchen1 aber schon eine neue ,festigkeit der ,gestalten1 eine scharfe ,klarheit des ,flchengefges1 ein sicheres ,gleichgewicht der ,massen und ,farben4 ,man fhlt frmlich das ,schweben und ,widerschweben der feinen ,gewichte der ,farbabtnungen1 die den ,bau des ,bildes zur ,harmonie stimmen4 ,im ,fortgang seines ,schaffens sucht der ,knstler nun den ,farbenflchen vollste ,festigkeit1 letzte ,klarheit zu geben4 ,das ist erreicht im ,bildnis des jungen ,baron ,perfall von #ahgf 7,berlin1 ,nationalgalerie74 ,hier steht die ,gestalt als ,aufbau der lufthaften ,tne der ,jgerkleidung und der gebrunten ,glieder fest und klar im freien ,raum4 ,wie dann der ,seespiegel und der ,himmelsgrund luftbla durch das ,zweigegitterwerk der jungen ,triebe am alten ,weidenstock ber dem ,see hindurchschimmern1 wie die ,seeufer drben flach1 weich im ,wasserduft liegen1 das ist ,malerei des ,wirklichen in diesem neuen ,geist4 ,das alles noch einmal angespannt und verschrft bringt das ,bild der ,dorfpolitiker8 von #ahgg 7,berlin1 ,sammlung ,arnhold74 ,sicherste ,darstellung der ,menschen als individueller ,charaktere ist hier vereint mit lichtscharfer1 farbenklarer ,malart4 ,aber die ,genauigkeit der malerischen ,form ist hier fast bis zur ,hrte getrieben4 ,das eingehende ,studium der einzelnen ,bauerngesichter1 wie sie eine ,amtsverfgung bereden1 hatte ,zge des ,anekdotischen in das ,bild gebracht4 ,die zauberhafte malerische ,schnheit der ,dachauer ,buerinnen8 von #ahgd war hier allzuweit ferngedrngt4 ,so ging ,leibl daran1 alles1 was er an ,darstellungsmitteln errungen hatte1 in einer groen ,schpfung zu vereinigen4 ,dies ,werk ist das ,bild der ,buerinnen in der ,kirche8 in der ,kunsthalle zu ,hamburg1 das in ,berbling von #ahgh bis #ahha in vier ,sommern entstand4 ,hier gipfelt ,leibls ,schaffen4 ,nicht so1 da die einzelnen ,schnheitswerte der brigen ,bilder berboten wrden4 ,die ,raucherin von #ahgj81 die ,tischgesellschaft81 die ,dachauer ,buerinnen81 viele ,einzelbildnisse -- ihre ,schnheit ist in sich vollendet und unberbietbar4 ,was dem ,kirchenbild seine einzigartige ,bedeutung gibt1 ist die hier voll und endgltig erreichte ,wirklichkeitsnachschaffung in den hchsten ,mitteln malerischer ,form4 ,diese drei ,weiber sind vor uns1 als ob wir ihnen ins ,auge blickten4 ,wir fhlen ihre ,seele1 die harte1 verstandesscharfe ,art der ,buerin1 deren ,andacht ,wille und starre ,bewutheit ist1 die eifrige1 betuliche1 etwas zittrige ,betfrmmigkeit der betenden ,alten1 die gleichgltige1 nchterne1 leere ,gelassenheit des jungen ,mdchens4 ,und ,wunder des ,pinsels1 ,erstaunung jedes ,malers und ,laien sind die ,stoffe der ,kleider1 die gestickten ,blumen auf dem ,schultertuch des ,mdchens1 das geschnitzte ,muschelwerk des braunen1 bestaubten ,holzgesthls1 die ,holzmasern des vom ,knien im ,gebet abgeschliffenen ,brettes der ,kirchenbank4 ,das alles miteinander macht1 da wir hier nicht wie vor ,malerei1 sondern wie vor ,dingen selbst empfinden1 so sehr ist ,malerei hier geistige ,wiederschpfung des ,seheindrucks geworden1 ,impressionismus1 ,eindrucksdarstellung in einem letzten1 tiefsten ,sinne4 ,solche ,erzeugung des vollsten ,wirklichkeitsscheines konnte nur als ,endergebnis strengster malerischer ,eindruckswiedergabe gelingen4 ,nur ein ,meister impressionistischer ,malart1 der die innerste ,tonfeinheit1 ,tonrichtigkeit nachzugestalten verstand1 der in der ,arbeit von ,jahrzehnten die ,handhabung der zartesten ,farbtonmittel gelernt hatte1 eben nur ,leibl1 der ,schpfer des deutschen ,impressionismus1 konnte derart reine ,farbenbewegungen1 gesetzmigen ,farbenaufbau in den ,dienst der unbedingten ,sehwahrheit fhren4 ,es gibt ,maler und ,laien1 die meinen1 solche ,sehwahrheit sei lediglich ,flei und peinliche ,naturtreue4 ,kein ,irrtum kann grer sein4 ,nur die restlose ,durchfhrung der impressionistischen ,tonmalerei hat diese letzte malerische ,sachwahrheit mglich gemacht4 ,leibls ,weg ist hier am ,ziel4 ,der ,impressionismus als knstlerischer ,schaffensgedanke war hier ganz deutsch geworden und hatte sich als tiefste ,erfllung vollendet4 ,in der ,tat hatten ,leibls ,werk und ,weg hier zunchst einen ,abschlu4 ,eine solche ,sehwirklichkeit noch einmal und immer wieder zu bringen1 htte keinen ,sinn gehabt4 ,es wre nur ein anderer ,stoff zur ,darstellung gelangt4 ,leibl hat es versucht1 hat statt der ,buerinnen ,gemsjger gemalt4 ,das ,bild ist milungen1 ,leibl hat es darum zerschnitten4 ,es gab keine ,steigerung dieser ,form1 kein ,weiter auf dieser ,bahn4 ,leibl ist darum in diesen achtziger ,jahren tief erkrankt und lange schaffensunfhig gewesen4 ,erst im neuen ,jahrzehnt ist ihm wieder ,schnes gelungen1 aber ,schnes einer ganz anderen ,art4 ,er kehrte zur ,anschauung seiner ,anfnge zurck1 und es entstanden rembrandtisch zauberhafte ,einzelheiten in ,bildern bayrischer ,bauernmdchen1 ,brustschmuckstcke1 in geistiges ,glanzspiel entrckt1 ein buntes ,brusttuch1 in reine ,farbenmelodien zerlst4 ,das sind ,herrlichkeiten1 aber der groe ,leibl-,stil1 das war seine malerische ,eroberung der naturhaften ,wirklichkeit4 ,damit hatte ,leibl die uralte1 tiefe ,sehnsucht der deutschen ,seele in der ,kunst1 da sie ganz eins werde mit dem ,geheimnis der ,schpfung1 einmal wieder erfllt4 ,darum1 da er das errang1 wird ,wilhelm ,leibl immer die deutsche ,liebe haben4 ,wilhelm ,niemeyer4 ,netzflickerinnen ,von ,max ,liebermann ,geboren #bi4 ,juli #ahdi in ,berlin4 -- ,kunsthalle in ,hamburg ,bild #ch ,alle ,maler von ,bedeutung1 die von der ,mitte des neunzehnten ,jahrhunderts an erstanden sind1 haben einen ,zug gemeinsam4 ,die entscheidende ,tatsache ihres ,lebens ist immer der ,schritt aus dem ,atelier in die ,welt gewesen4 ,dann haben sich ihre ,wege weit getrennt und trennen mssen1 weil jeder ,knstler1 von dem zu sprechen lohnt1 seine eigenen ,augen hat und selbstverstndlich ein eigenes ,temperament1 das ihre ,blicke leitet1 und die ,welt ist unendlich weit und mannigfaltig4 ,das hatten die ,menschen in der ,zeit der ,ateliermalerei vergessen1 und so war sie jetzt neu zu entdecken3 fr scharfe ,augen als ,wirklichkeit1 fr sanfte ,seelen als ,stimmung1 fr ,trumer als ,mittel1 ihren inneren ,gesichten ,gegenwart zu geben4 ,es war eine ,zeit der ,entdeckungen1 der ,bereicherung4 ,und es war auch eine ,zeit des ,kampfes4 ,denn die ,menschen hatten aus der ,ateliermalerei sehr bestimmte ,ideen ber ,schn und ,hlich und nannten alles hlich1 was anders war als die ,bilder1 an die sie gewhnt waren4 ,in ,deutschland war der strkste ,maler ,max ,liebermann4 ,er war in ,berlin geboren und hatte von ,natur den tiefen ,respekt vor der ,wirklichkeit1 der hier zu ,hause ist und auf den alle ,vorzge und die ,grenzen dieses besonderen ,menschentums zurckzufhren sind4 ,denselben ,respekt1 auf dem die ,kunst aller hier wirklich einheimischen ,meister beruht3 des ,bildhauers ,schadow1 des ,baumeisters ,schinkel1 des ,malers ,menzel4 ,auf den ,maler mute natrlich der ,maler besonders stark wirken4 ,und ,liebermann wute das ,genie ,menzel zu schtzen1 als man in ,berlin im allgemeinen in ihm noch einen durch seine ,kleinheit und ,grobheit kuriosen alten ,malprofessor sah1 dessen ,bilder deshalb sehr bedeutend seien1 weil man sie mit der ,lupe ansehen knne4 ,menzel war in ,wirklichkeit der erste ,maler des neunzehnten ,jahrhunderts1 der seine ,kunst ganz aus sich selbst und seiner ,umwelt entwickelt hatte1 zu einer ,zeit1 als noch alles das eigene ,leben als unknstlerisch floh4 ,liebermann sah den ,grundzug dieser groen ,kunst und wurde durch sie in seinem ,wesen bestrkt4 ,aber er war1 durch ,blut und ,jugend1 ein ganz verschiedenes ,temperament4 ,es gibt einen besonderen ,blick1 den man den ,malerblick nennt4 ,er ist die ,folge der ,gewohnheit scharfen ,sehens und bringt ber der ,nasenwurzel eine tiefe ,falte hervor1 die man die ,malerfalte nennen knnte4 ,bei ,menzel ist dieser ,blick bohrend1 bei ,liebermann rasch und nervs4 ,der ,unterschied der ,naturen wird hier sinnfllig4 ,menzels ,absicht ist1 ,ruhendes festzuhalten1 ,liebermann will die flchtige ,bewegung des ,augenblicks aus der ,wirklichkeit herausreien4 ,ein anderer ,unterschied trennte den jungen ,liebermann wenigstens von dem alten ,menzel4 ,er stand anders zu ,licht und ,farbe4 ,die viel strkere ,empfindlichkeit fr diese ,elemente teilte er mit dem jngeren ,geschlecht aller europischen ,maler4 ,und wie sie alle lockte ihn auch hier die ,bewegtheit1 das in jedem ,augenblicke wechselnde ,spiel1 die ,stimmung1 die1 kaum empfunden1 schon wieder vorber ist1 aber ebenso wie die ,bewegung des ,menschen nur durch den schnellsten und schrfsten ,blick aus der ,wirklichkeit herausgerissen werden kann4 ,die ,arbeit eines solchen ,malers hat etwas von dem ,schieen und ,treffen des ,jgers4 ,wie dieser mu auch der ,maler erst ein lohnendes ,ziel aufspren und braucht ein ,revier1 in dem es viele gibt4 ,dieses ,revier fand ,liebermann in ,holland1 wo der eingeborene ,josef ,israels das besondere ,licht1 aus dem einstmals ,rembrandts ,kunst entstanden war1 wieder entdeckt hatte4 ,dieses ,land wurde seine ,wahlheimat4 ,nicht nur durch seine ,atmosphre4 ,es ist noch so viel ursprngliches1 heimliches ,leben erhalten1 es ist in seinen ,wohn- und ,arbeitssttten noch wenig von der trostlosen ,gleichfrmigkeit berhrt1 die das moderne ,leben den ,knstlern so verhat gemacht hat4 ,gewi ist auch in entlegenen deutschen ,landschaften noch dergleichen zu finden1 aber nirgends so rein und in solcher ,flle und mit diesem ,beharren des ,volkes bei alter ,tracht4 ,die ,menschen1 die in dieser ,welt geboren sind1 sehen das als ,alltag2 auch ein ,israels fand die ,fischer von ,zandvoort doch eigentlich erst kunstfhig durch ihr ,schicksal1 nicht schon durch ihre ,erscheinung4 ,erst fr das ,auge des ,fremden wird es etwas ,besonderes1 an ,reizen ,reiches1 er kann ,tage und ,wochen unermdet durch diese alten ,stdte und ,drfer wandern4 ,selbst wenn er nicht fein genug sieht1 um das ,weben und ,wechseln des ,lichtes zu genieen4 ,fr ein ,entdeckerauge1 wie es die ,natur ,liebermann verliehen hat1 verzehnfachte sich der ,reiz4 ,er fand ,stoffe auf ,schritt und ,tritt1 ganz ,neues1 nie ,gesehenes4 ,durch eine schattige ,strae -- ,niederland ist wie ,england ein ,land der schnen ,bume -- kommen ,mdchen mit ihren weien ,hauben und roten ,schrzen daher1 im ,schatten1 von ,sonnenpfeilen mit ,lichtern befleckt4 ,unter den ,bumen der ,reeperbahn schreitet der ,seiler rckwrts und zieht sein ,tau4 ,in einer niedrigen ,scheune wird auf alte ,art ,flachs gesponnen3 an der ,fensterscheibe sitzen alte ,frauen und drehen mit gleichfrmiger ,bewegung die ,rder1 groe ,mdchen tragen1 rckwrts gehend1 die blonden ,wocken2 sie sind blau gekleidet und wei behaubt4 ,in den ,hoofjes1 ,gartenhfen mit kleinen ,huschen1 leben alte ,mnner und ,frauen ein behagliches ,spittlerleben1 in eigener dunkler ,tracht zwischen bunten ,blumen und unter schattigen ,laubgngen4 ,vor dem stattlichen alten ,waisenhaus aus rotem ,backstein tummeln sich die ,amsterdamer ,waisenmdchen in ihren merkwrdigen ,kleidern1 die nach mittelalterlicher ,art geteilt sind1 rechts schwarz1 links rot4 ,und alles das von der feinen ,hlle sanften ,lichtes umschlossen1 das die ,erscheinungen zugleich bewegt und harmonisch macht4 ,es ist richtig1 da ,liebermann den hollndischen ,malern1 einem ,israels1 einem ,mauve viel verdankt4 ,sie haben ihm zu den ersten ,ausdrucksmitteln geholfen4 ,aber keiner von ihnen hat gesehen1 was er sah1 hat so gesehen1 wie er sah4 ,und keiner brauchte fr seine ruhigen ,erlebnisse die ,mittel1 deren sein zugreifendes ,temperament bedurfte1 und die er allein finden konnte und gefunden hat4 ,als ,liebermann einmal in ,laren malte1 kam der hollndische ,zeichner und ,schriftsteller ,jan ,veth zu ihm und sagte dem ,fremden3 ,hier ist etwas2 das knnen nur ,sie malen48 ,er zeigte ihm dann die ,flachsscheuer1 die dem ,knstler das berhmte ,bild der ,nationalgalerie gab4 ,man knnte dasselbe von allen hollndischen ,bildern ,liebermanns mit ,ausnahme der allerersten sagen4 ,man kann dafr kein strker beweisendes ,beispiel geben als die ,netzflickerinnen4 ,weiter1 flacher ,strand an grauem ,tag4 ,vom ,meere her geht ein scharfer ,wind4 ,man sprt seine ,nhe1 schmeckt die salzige ,luft und ihre ,frische4 ,weithin sind ber den ,plan ,netze gebreitet4 ,frauen in der ,tracht des ,landes sind bei ihnen beschftigt1 spreiten sie gebckt aus1 ziehen kniend den ,faden durch die ,nadel1 bessern hockend die zerrissenen ,maschen aus4 ,und diese ,landschaft mit ihren mannigfaltig bewegten ,figuren bildet den ,hintergrund1 von dem sich die groe ,gestalt vorne klar abhebt3 eine junge ,frau1 die mit ihren ,netzen herankommt1 und deren ,haar und ,kleider die starke ,brise bewegt4 ,nur ein ganz stumpfer ,blick kann hier von ,naturalismus1 das bedeutet etwa3 ungestalteter ,abschilderung einer ,wirklichkeit1 sprechen4 ,es ist dabei gleichgltig1 ob diese ,wirklichkeit berhaupt einmal existiert hat1 was ganz unwahrscheinlich ist4 ,selbst wenn sie existiert htte1 liee sie sich nicht abmalen1 weil ja die ,gestalten nicht in ,ruhe1 sondern in ,bewegung sind4 ,aber es ist gar keine ,zuflligkeit in dem ,bilde4 ,alle diese ,gestalten sind bewut verteilt zu einer bestimmten rhythmischen ,bewegung1 ganz so verteilt1 da die kleinen ,gestalten in einer festen ,beziehung zu der ,hauptfigur stehen1 ihre ,bewegung betonen und ihren klaren ,umri nicht beeintrchtigen4 ,die ,natrlichkeit ist nicht die billige1 die der ,zufall gibt1 sondern die knstlerische1 die aus vollkommener ,herrschaft ber die ,erscheinung folgt4 ,es ist unter den ,figuren keine1 die man stellen kann4 ,sie sind nicht auf den ,beschauer gerichtet1 sie stehen und gehen unbelauscht fr sich4 ,sie sind der ,wirklichkeit1 dem ,moment abgestohlen4 ,und weil sie so dem ,maler ganz gehren1 weil er nicht diese zehn oder zwanzig ,stellungen abgezeichnet hat1 sondern ,hunderte sich zu eigen gemacht1 deshalb kann er sie in das ,bild stellen1 wie das ,bild sie braucht4 ,und deshalb ist jede ,figur voller ,ausdruck1 neu und berraschend4 ,was fr eine ,vielbewegtheit ist in der ,frau des ,vordergrundes1 die schreitet und trgt und sich gegen den ,wind zu behaupten hat6 ,diese ,gestalt ist der allerechteste ,liebermann1 ,fund eines ,auges1 das auf nie gesehene1 auf ganz besondere ,bewegungen jagt1 auf solche1 die nicht gestellt werden knnen1 deren ,umri man kaum notieren1 die man schlielich nur aus der ,erinnerung des ,gefhles gestalten kann4 ,es war die merkwrdige ,antwort der ,menschen1 da sie1 wenn er ihnen einen solchen ,fund1 seine ,schnheit gab1 behaupteten1 er suche das ,hliche4 ,aber das ,bild ist nicht nur ,fgung von ,figuren4 ,es ist mehr1 ein ,ganzes auch durch die ,stimmung1 durch ,licht und ,ton4 ,und auch diese sind nicht von auen fabar1 so da man etwa die ,entstehung durch ein ,zusammenarbeiten von ,landschafts- und ,figurenstudien erklren knnte1 wie es die ltere ,malerei trieb4 ,nein1 das ,erlebnis eines ,augenblickes hat den ,ansto gegeben1 und die ,tat des ,malers ist1 es nach vielen ,beobachtungen und langer ,arbeit so gestaltet zu haben1 da seine ganze ,kraft sich mitteilt4 ,nach langen ,lehrjahren in ,holland ist ,liebermann zu dem ,meister geworden1 der keinen besonderen ,stoff mehr zu suchen braucht1 dem ,welt und ,menschen berall solchen ,stoff gaben1 weil er sie mit ganz eigenen ,augen ansieht4 ,fritz ,stahl4 ,der ,frhling ,von ,ferdinand ,hodler ,geboren #ad4 ,mrz #ahec in ,bern1 gestorben #ai4 ,mai #aiah in ,genf4 -- ,folkwang-,museum in ,hagen 7,westfalen7 ,bild #ci ,da schaut nur die zwei seligen jungen ,menschen6 ,trunkenheit1 se ,lenztrunkenheit durchrieselt ihre ,glieder1 und vom ,wunder des ,neuerwachens1 in ihnen selbst und in der ,natur1 sind sie wie in ,seligkeit entrckt4 ,sie wissen nicht1 wie ihnen geschieht2 sie fhlen nur den geheimnisvollen ,rausch1 der wie eine lohende ,flamme jhlings sie durchbraust444 ,stolz und tatbegierig1 aus dumpfem ,faulenzen1 richtet der ,knabe zu halb hockender ,stellung sich empor4 ,wie ,schlummerhauch ist etwas von ihm niedergeglitten1 ein ,strom junger1 neuer ,kraft perlt durch seine ,adern4 ,halb bewutlos trumt er hinaus ins ,weite1 der ,umgebung nicht achtend4 ,er sieht auch nicht -- in diesem ,augenblick nicht6 -- das ganz verzckte junge ,mdel1 das gleich ihm pltzlich1 wie aufgeschreckt1 vom ,boden emporfhrt2 dann tiefbetroffen innehlt1 wie durchbohrt vom ,anblicke der mnnlichen jungen ,schnheit1 die im ,knaben sich darbeut4 ,sie hat vielleicht eben noch ahnungslos neben ihm gelagert und harmlos mit ihm geplaudert1 halb ,kinderspiele1 halb ,gott im ,herz84 ,da traf sie beide der erste heie ,strahl der erwachenden ,frhlingssonne -- und damit war es um sie geschehen6 ,ist es ,liebe1 was sie so mit ,riesen- und ,rtselmacht durchweht und durchsickert8 ,ach1 beide haben bis dahin von ,liebe noch nichts gewut und geahnt6 ,unschuldige ,spielkameraden1 haben sie miteinander verkehrt1 bekleidet oder unbekleidet -- was kam darauf an8 ,er1 der ,bub1 wei auch jetzt noch nichts anderes4 ,was kmmert ihn ,liebe8 was kmmert ihn das ,mdel8 ,aber das ,leben sprt er pltzlich1 das groe1 unermeliche1 das wie eine lockende ,rennbahn vor ihm liegt1 mit fernher blitzender ,zielsule4 ,in dieses ,leben will er sich strzen1 abenteuergierig1 erobererfreudig6 ,kraftgeschwellt sind seine ,glieder und sthlern und sturmpochend ist sein ,herz4 ,o ,leben1 o ,wonne6 ,o ,kampf1 o ,sieg6 ,schier zerspringen wollen ihm ,herz und ,adern1 doch dumpf und wie verfangen bannt ihn noch trumerischer ,sinn4 ,aber in dem ,mdel quirlt und fiebert alles empor4 ,der ,pfeil sitzt in ihrem ,blute1 der ,pfeil des tckischen ,liebesgottes4 ,sie fragt nicht nach dem ,leben1 das drauen liegen mag in weiter ,ferne4 ,sie fhlt nur die ,nhe des ,einzigen1 des ,geliebten -- o des ,angebeteten1 der neben ihr sich emporrichtet wie ein junger ,gott6 ,und all ihr ,sein1 das fhlt sie in schmerzlich-ser ,erleuchtung1 gehrt von dieser ,sekunde ab nur ihm -- zu dem es sie hindrngt in heier ,wonne1 und von dem es sie fernhlt1 wie in fassungsloser ,andacht6 ,beten mchte sie1 weinen1 jubeln1 hinausschreien -- und gleichzeitig ganz stille sein oder nur leise-bebend und dumpf vor sich hin stammeln6 ,liebe1 ,liebe1 einzige ,himmelsmacht6 ,und ,frhling1 ,frhling1 der sie in uns weckt und entzndet6 -- -- ,doch knnen arme ,worte1 niedergeschrieben auf ,papier1 wiedergeben1 was an mchtigem und zartgestuftem ,gefhlsinhalt die ,kunst des ,malers in ,formen und ,farben so viel bezwingender ausgedrckt hat8 ,nur leise1 bescheiden hindeuten knnen sie auf das1 was stumm und gewaltig das ,bild in sich birgt1 das ein groer neurer ,meister aus der ,tiefe seiner ,schpferkraft als ein innerstes ,erlebnis herausgeholt hat4 ,wie mu er die ,macht und ,wunderkraft des ,frhlings in und um sich gesprt haben1 um sie in solch herrlich erfatem und ausgebautem ,sinnbild uns zu knden6 ,seht nur1 wie er das getan hat6 ,die beiden ,figuren des ,knaben und des ,mdchens1 nehmen fast das ganze ,bild ein4 ,getrennt voneinander1 ohne sich zu berhren1 sind sie nebeneinander hingesetzt1 jedes ganz erfllt von seiner grenden und treibenden ,gefhlswelt4 ,so tritt jede ,einzelgestalt voll und plastisch heraus und beide sind widereinander aufs abgewogenste abgesetzt4 ,das in sich gekrmmte ,mdchen1 im ,profil gesehen und hitzig bewegt1 nimmt auf der linken ,hlfte des ,bildes fr sich einen kleineren ,raum ein als der ,knabe auf der rechten1 der1 in gerader ,haltung1 mit seinem steil aufgerichteten ,kopfe schier den oberen ,bildrand zu durchstoen droht und hierdurch das ,jhe1 ,impulsive1 das ihn bewegt1 auch formal vortrefflich zum ,ausdruck bringt4 ,nackt ist dieser ,knabe1 whrend das ,mdchen um den ,leib ein lichtblaues ,hemdkleid trgt4 ,und die rosig-braune ,hautfarbe des ,knaben1 die am ,hals und ,oberarm grnliche ,schatten wirft1 kontrastiert sehr wirksam mit dem ,gewande des ,mdchens und dessen heller getnter ,hautfrbung4 ,rings um sie her aber ist der ,frhling erblht in einer wogenden ,flle gelber ,primeln1 die brnstig und ppig aus sprlicher grner ,grasnarbe hervorquellen4 ,nach oben zu gewahrt man ein ,stckchen graugelber ,sandflche1 darber einen ganz schmalen ,streifen dumpfblauen ,himmels2 die schlieen das ,bild ber den beiden ,figuren kurz ab4 ,es ist kein sehr groes ,bild2 aber es birgt in sich eine wahre ,pracht an malerischer ,eingebung und poetischer ,durchgeistigung4 ,der ,maler dieses ,bildes ist ,ferdinand ,hodler1 ein ,schweizer ,meister1 der am #ad4 ,mrz #ahec in ,bern geboren und am #ai4 ,mai #aiah in ,genf gestorben ist4 ,sein ,vater war ein ,schreinergeselle1 ein ,bauernsohn aus dem nahe gelegenen ,gurzelen1 seine ,mutter1 ehemals ,jungfer ,neukomm1 eine ,kchin aus einem ,strafgefangenenhaus4 ,der ,vater war ernst und schweigsam und starb1 als der ,sohn fnf ,jahre zhlte1 an der ,schwindsucht4 ,die ,mutter war redselig und heiter1 schlug sich als ,witwe tapfer durchs ,leben1 berdauerte indes ihren ,gatten um nicht mehr als acht oder neun ,jahre4 ,nach der ,mutter ,tod trat der ,sohn1 ein kaum vierzehnjhriges ,brschlein1 in ,thun beim ,maler ,sommer in die ,lehre und lernte ,erinnerungslandschaften81 d4 i4 ,andenkenbilder fr ,fremde und ,touristen1 malen4 ,mit vielerlei ,sorgen ums tgliche ,brot fristete der junge ,mensch sein ,dasein1 lernte ganz brav1 bekam aber von den hheren ,zielen der ,kunst kaum etwas zu hren4 ,erst als er mit neunzehn ,jahren nach ,genf kam und dann an der dortigen ,kunstschule bei dem ausgezeichneten ,lehrmeister ,barthlemy ,menn fnf ,jahre lang in ,unterweisung trat1 ffneten sich ihm allmhlich die ,augen1 und er ward seiner knstlerischen ,sendung inne4 ,in ,genf erlernte ,hodler auch das ,franzsische2 wie sein ,biograph ,c4 ,a4 ,loosli berichtet1 bei dem ,musiker ,henri ,giroud4 ,bis dahin beherrschte er1 der von ,eltern des deutschen ,volksschlages ,abstammende1 lediglich deren ,sprache1 d4 h4 kaum ein reines ,hochdeutsch als vielmehr das sogenannte ,berner ,ditsch84 ,wenn daher ,hodler1 der in ,genf ansssig blieb1 spter im ,verkehr und in ,briefen sich berwiegend der franzsischen ,sprache bediente1 so geschah das1 weil er diese in korrekterer ,weise gelernt hatte und berdies tglich um sich her vernahm4 ,diese ,sprache war ihm die bequemere geworden1 sie gilt berdies in seinem engeren ,vaterlande1 der ,schweiz1 ebenso als ,volks- und ,staatssprache wie das ,deutsche und das ,italienische4 ,mit der franzsischen ,kunst aber1 besonders mit der beherrschenden des #ai4 ,jahrhunderts1 dem ,impressionismus1 hat ,hodler kaum irgendwelche ,berhrungspunkte und fast mehr im gegenstzlichen als im gleichfhlenden ,sinne4 ,was romanisch8 an seiner ,kunstsprache anmutet1 geht auf italienische ,maler der ,frhrenaissance1 wie ,luca ,signorelli und ,andrea ,mantegna1 ferner wohl auf die ,nachwirkungen eines einjhrigen ,aufenthalts in ,spanien zurck4 ,im brigen nennt er selbst als die ,meister1 an denen er sich vorzugsweise emporgebildet hat3 ,drer1 ,holbein und ,rembrandt4 ,wir haben demnach ein volles ,recht1 ,hodler1 ebensogut wie seinen ,landsmann ,arnold ,bcklin1 als ein ,glied unserer grodeutschen ,kunstbewegung zu betrachten4 berdies ist er in deutschen ,kunstkreisen1 erst in ,wien1 dann in ,berlin1 mit voller ,brderlichkeit aufgenommen worden und hat1 auer im deutschschweizerischen ,zrich1 in reichsdeutschen ,stdten seine grten ,freskenwerke gemalt3 in der ,universitt zu ,jena den ,auszug der ,jenenser ,studenten von #ahac8 und im hannverschen ,rathaus1 zur ,erinnerung an die ,einfhrung der ,reformation1 das ,riesenwandbild ,die ,einmtigkeit84 ,da ,hodler in den ,wirren des ,weltkrieges einmal mit vielen anderen sich dazu hat hinreien lassen1 gegen deutsche ,beschieungen des ,reimser ,domes zu protestieren1 hat weit weniger politische als knstlerische ,bedeutung3 auch unser eigenes kulturelles ,gewissen hat geblutet1 weil hier ein erhabenes und nie zu ersetzendes ,kunstdenkmal den grausen ,kriegsnotwendigkeiten hat zum ,opfer fallen mssen4 ,nach wie vor aber behielt ,hodler seine deutschen ,freunde1 die fest und stark an ihn glaubten und bis zu seinem ,tode innige ,wechselbeziehungen mit ihm unterhielten4 ,wie soll ich euch nun mit kurzen ,worten darlegen1 worin ,hodlers kunstgeschichtliche ,bedeutung besteht8 ,blickt noch einmal auf das ,bild vom ,frhling81 so werdet ihr in dessen klarem und geschlossenem ,aufbau1 in der ,bestimmtheit und ,schrfe seiner figuralen ,durchbildung einen ,zug entdecken1 den ihr nur als monumental8 bezeichnen knnt4 ,die ,gre der ,auffassung1 die ,strenge der ,komposition und die beherrschende ,sicherheit dessen1 was wir den ,rhythmus nennen1 stellten ,hodlersche ,bilder sehr bald in einen vielfach als feindlich empfundenen ,gegensatz zu der mehr weichlichen und verschwommenen ,kunstbung jener ,zeit1 vor allem der siebziger und achtziger ,jahre des #ai4 ,jahrhunderts4 ,die ,strenge des ,hodlerschen ,stiles wurde als ,hrte1 seine ,freiheit gegenber der photographisch aufgefaten ,naturvorlage als ,gewaltsamkeit bezeichnet -- whrend wir heute hierin doch blo ein wohlberechtigtes ,beiseitewerfen pedantischer ,hemmungen zu erkennen vermgen4 ,der ,hauptwiderstand aber richtete sich wider das1 was ,hodler selbst den ,parallelismus8 zu nennen liebte1 d4 h4 die bertragung architektonischer ,stilgedanken auf den ,bau gemalter ,bilder1 sowie die ftere ,wiederholung und ,nebeneinanderreihung gleicher1 nur wenig abgewandelter ,umrisse und ,stellungen4 ,indes zeigt sich gerade in dieser scheinbar khnen und revolutionren ,neuerung ein ,zurckgreifen auf die klassischen ,kompositionsgepflogenheiten alt-orientalischer1 frh-antiker und byzantinischer ,kunstbungen1 die nur im ,laufe der ,zeiten1 zum ,schaden der ,kunstentwickelung1 wieder verlorengegangen waren4 ,hodler ist also weit weniger ein ,umstrzler als ein ,wiedererneuerer1 dem eine wahre und vergeistigte ,ausdruckskunst mit ihren knstlerisch gebotenen ,freiheiten weit ber jeglichem befangenen ,naturabklatsch steht4 ,trotzdem war die ,natur fr ,hodler1 als einen echten ,schweizer1 sein ewiges ,a und ,o4 ,leider sind seine ,landschaften1 zumal die aus den letzten ,jahrzehnten1 bei uns in ,deutschland nicht sehr bekannt geworden4 ,die wundersame ,frische1 ,luftklarheit1 ,farbenblankheit und ,gefhlskeuschheit1 die sie ausstrahlen1 htten ihnen bei uns viele begeisterte ,freunde erwerben mssen4 ,unendliche ,schtze ruhen hier noch im verborgenen4 ,auch in seiner ,menschendarstellung1 vor allem auf ,bildnissen1 ist ,hodler von einer ,geradheit und ,ehrlichkeit1 die nur im besten ,sinne als germanisch bezeichnet werden kann4 ,im ,grunde suchte und zeigte ,hodler auf seinen ,bildern stets nur den naturentbundenen1 freien und selbstherrlichen ,menschen4 ,denkt nur einmal ein ,weilchen an ,velasquez' ,infantin ,maria ,theresia81 die wir frher miteinander betrachtet haben1 zurck und werft dann wieder einen ,blick auf unser ,frhlingsbild3 welch ein ,unterschied im ,gefhl fr das1 was den ,menschen8 ausmacht1 faltet sich vor uns auseinander6 ,velasquez war gebunden durch ein ungemein strenges1 alles ,menschliche rcksichtslos unterjochendes ,hofzeremoniell und hat sich als ,maler in bewundernswerter ,weise damit abgefunden4 ,hodler aber bedurfte eines derartigen ,sichabfindens nicht4 ,er schildert den ,menschen in seiner ,nacktheit1 ,krpers und der ,seele1 und steigt so in schpferischer ,weise auf die ,urgrnde der ,natur hinunter1 aus denen alle ,schnheit und alle ,menschlichkeit wahrhaft erwachsen4 ,franz ,servaes4 ,ave ,maria ,von ,giovanni ,segantini ,geboren #ae4 ,januar #aheh in ,arco1 gestorben #bi4 ,september #ahii bei ,pontresina 7,oberengadin74 -- ,moderne ,galerie in ,rom ,bild #dj ,tiefster ,friede ber dem weiten ,see4 ,nichts bewegt die klare ,wasserflche als der ,ruderschlag des ,schiffers1 der eine junge ,mutter mit ihrem ,kinde und eine dichtgedrngte kleine ,herde von ,schafen in seinem ,kahn bersetzt4 ,am fernen ,ufer spiegelt sich eine ,ortschaft im ,wasser1 und ihr spitzes ,kirchtrmlein hebt sich von der reinen ,abendluft ab4 ,von da drben tnen die ,aveglocken herber1 deren ,klang der ganzen lieblichen ,szene die ,stimmung gibt4 ,die ,frau mit dem ,kindchen sitzt andachtsvoll1 ruhig im ,kahn1 wie ein ,urbild der ,madonna1 und auch der ,schiffer scheint seine ,ruder einen ,augenblick1 wie betend1 ruhen zu lassen4 ,die friedvollste ,szene1 die ein ,mensch erdenken kann1 ein ,bild1 vor dem man vergit1 da es ,hliches1 da es ,ha und ,streit gibt auf der ,welt4 ,und doch1 trotz aller fast berirdischen ,lieblichkeit1 alles gesehen1 alles wahr6 ,dieses ,bild hat ein ,vierundzwanzigjhriger gemalt1 ,giovanni ,segantini1 geb4 am #ae4 ,januar #aheh zu ,arco im damals noch sterreichischen ,sdtirol1 ein ,knstler von einer ,gre1 ,tiefe und ,reinheit des ,empfindens1 wie das vergangene ,jahrhundert wenige aufzuweisen hat1 eigenartig durch und durch1 in seinem ,fhlen wie in seinen knstlerischen ,ausdrucksmitteln hochstrebend1 wie nur die besten der ganzen ,kunstgeschichte es waren6 ,sein ,leben1 von verschiedenen ,biographen geschildert1 ist ein seltener1 tief ergreifender ,roman4 ,aus dem ,dunkel der bittersten ,not rang er sich zur ,hhe durch1 und auf dieser ,hhe ereilte den noch nicht ,zweiundvierzigjhrigen ein viel zu frher1 tragischer1 man mchte fast sagen1 groartiger ,tod4 ,er starb inmitten seiner ,kunst1 starb fr sie1 darf man sagen1 auf hchster ,hhe der ,engadiner ,alpen1 deren herbe1 grozgige ,natur1 deren kristallreine ,luft er ber alles geliebt und sicher besser gekannt hat1 als irgendein anderer ,sterblicher vor und nach ihm4 ,giovanni ,segantinis ,eltern besaen einen armseligen ,kramladen1 einen kleinen ,handel mit ,obst und ,gemsen4 ,die ,mutter starb dem ,kinde frh -- sie war des viel lteren ,vaters dritte ,frau4 ,diesem lebten in ,mailand zwei ,kinder aus erster ,ehe1 ,bruder und ,schwester1 die sich durch den ,betrieb einer kleinen ,parfmfabrik kmmerlich ernhrten4 ,als ,giovannis ,mutter verschieden war1 beschlo der ,vater1 mit seinem ,shnchen nach ,mailand berzusiedeln4 ,aber gerade damals brach das kleine ,unternehmen jener ,geschwister zusammen1 und ,vater ,segantini wanderte1 kurz entschlossen1 mit dem lteren ,sohne aus und lie den kleinen ,giovanni bei der ,stiefschwester zurck4 ,seine ganze erste ,lebensgeschichte ist eine ,geschichte der ,armut und der ,leiden4 ,er wurde tagsber1 whrend die ,schwester zur ,arbeit ging1 in die ,wohnung eingesperrt1 von der er nicht einmal einen ,blick auf die ,strae1 sondern nur auf ,himmel und ,wolken hatte4 ,den ,vater sah er nie wieder4 ,monatelang verging so ,tag fr ,tag eintnig dem kleinen ,gefangenen4 ,schlielich beschlo er1 zu entfliehen1 was er sich in kindlicher ,torheit sehr einfach vorstellte1 als er eines ,tages ,nachbarn davon reden hrte1 da ein ,bursche zu ,fu von ,mailand nach ,frankreich gewandert war4 ,mit einem halben ,pfund ,brot versehen1 lief er davon4 ,die ,nacht berraschte ihn im ,freien1 gute ,leute fanden den ,knaben1 der schon eingeschlafen war1 und nahmen ihn mit in ihr ,haus4 ,er wollte sich um keinen ,preis wieder in sein ,gefngnis nach ,mailand bringen lassen1 und die mitleidigen1 aber selbst armen ,leute behielten ihn4 ,sein ,brot jedoch mute er sich selbst verdienen1 und zwar als -- wohlbestallter ,hter der ,schweine und ,gnse des ,ortes4 ,hier war er verhltnismig glcklich1 wurde aber nach einigen ,monaten zurck nach ,mailand geholt2 neue ,plagen begannen1 ein ,vetter1 ,schweinemetzger in ,trient1 nahm ihn als ,lehrling an1 und nach trben ,schicksalen landete er in einer ,art von ,erziehungsanstalt fr verwahrloste ,kinder1 wo er drei ,jahre blieb4 ,weil er wegen einer harmlosen ,sache1 die eigentlich ein spitzbbischer ,kamerad begangen1 abermals entlaufen war1 hatte man ihn dorthin gebracht4 ,in der ,anstalt wurde er als ,schuhflicker beschftigt2 entlassen1 lebte er in ,mailand bei einem ,allerweltsgenie und ,tausendsasa ,tettamanzi1 der ihm die ,anfangsgrnde des ,zeichnens beibrachte4 ,dann malte der hoch aufgeschossene ,jngling auf eigene ,rechnung ,landschaften in ,lecco1 kam wieder ins ,elend und nach ,mailand zurck1 wo er endlich in der ,kunstschule der ,brera-,galerie eines geregelten ,unterrichtes teilhaftig wurde4 #ahgh gewann er die erste ,medaille als ,schler1 fing an1 in engeren ,kreisen ein wenig ,aufsehen zu erregen -- fand aber selbst wenig ,gengen in der ,schule4 ,er erwies sich vielfach als widerspenstig1 als kleiner ,revolutionr81 da er sich dem rckstndigen ,betrieb der ,anstalt nicht unterordnen wollte1 ri andere mit sich und verlor schlielich durch einen ,akt des ,jhzorns seinen ,platz in der ,akademie4 ,aber seine schwerste ,prfungszeit war vorber4 ,er fand ,kunsthndler1 die ihn der ,sorge ums ,leben enthoben1 und bezog sein eigenes ,atelier4 ,nun entwickelte sich auf mannigfachen ,umwegen1 auch ber minder geratene ,werke1 sein eigener ,stil1 in der ,stoffwahl und ,auffassung sowohl1 wie in der ,malweise4 ,er war durch eigenes ,nachdenken zu dem ,grundsatz der ,farbenzerteilung 7des ,divisionismus87 gekommen1 den unabhngig von ihm auch eine franzsische ,malerschule angenommen hatte4 ,er hatte gefunden1 da sich im ,bilde mehr ,farbenpracht und wahreres ,licht erzielen lasse1 wenn man die ,grundfarben nicht mische1 sondern nebeneinander hinsetzte1 so da sie sich erst im ,auge des ,beschauers zu den gewnschten ,wirkungen vereinigten4 ,so entstand ,segantinis eigentmliche ,technik1 die ihn vielleicht zunchst bekannter gemacht hat1 als die ,gre und ,tiefe seiner ,werke1 als die1 vielleicht bis heute von keinem ,maler bertroffene ,menschen- und ,naturliebe1 die aus ihnen spricht4 berblickt man mit ,verstndnis das riesige ,lebenswerk ,segantinis1 so wird dessen ,umfang doppelt rtselhaft1 wenn man die erwhnte ,art seiner ,maltechnik bercksichtigt4 ,nur eine ganz ungeheure ,arbeitskraft1 die kein ,schicksal und kein ,ruhebedrfnis ablenken konnte1 vermochte das zu leisten4 ,was ein anderer mit ein paar breiten ,pinselstrichen hingestrichen htte1 war fr ihn eine unendlich mhevolle ,arbeit der ,zusammensetzung von ,farbtnen1 die1 ,strichelchen neben ,strichelchen1 wie gestickt1 wie verflochten1 nebeneinander lagen4 ,und die letzten ,nebendinge wurden mit der gleichen ,innigkeit und ,sorgfalt ausgefhrt1 wie die ,hauptsachen im ,bilde1 die trotzdem ihre hhere ,geltung als ,hauptsachen behielten4 ,viele ,bilder hat er mehrfach gemalt1 immer verndert -- auch unser ,ave ,maria84 ,oft schuf er noch mehr oder weniger farbige ,zeichnungen nach den ,bildern -- in verwandter1 gestrichelter ,weise1 holte die in der ,jugend versumte ,bildung nach1 kurz man wei nicht1 woher er bei dieser ,ttigkeit noch die ,zeit zum ,leben nahm4 ,noch in seinem letzten ,lebensjahr hat er nach eigener ,mitteilung fnfzehn ,stunden am ,tage gearbeitet4 ,und von seinen ,frhwerken1 die ihm nicht mehr gengen konnten1 hat er selbst vieles zerstrt4 ,die ,kunst seiner ,glanzperiode gehrte zunchst ganz der ,verherrlichung der ,gebirgsnatur1 der ,schilderung von ,menschen und ,tieren in den ,alpen1 sie ist ein hohes ,lied der ,arbeit1 und zwar der ,bauernarbeit in der kargen ,umwelt des ,hochgebirges4 ,auf ungezhlten seiner ,bilder finden wir ,schafe1 die er mit einer so wunderbaren ,lebenstreue wiedergab1 wie kaum ein ,schafmaler vor oder nach ihm4 ,er verstand die ,tiere1 als htte er mit ihnen geredet1 auch ,rinder1 ,pferde und ,ziegen4 ,und doch wre es falsch1 ihn unter die ,tiermaler einzureihen4 ,sein ,ziel stand hher -- ,segantini zhlt zu den hchststehenden ,darstellern des ,menschlichen -- dazu freilich holte er sich seine ,stoffe aus den ,tiefen der ,armut1 der er ja selbst entstammte4 ,immer hher drang er1 nicht nur im ,gebiet der ,kunst1 sondern auch auf dem ,rcken der ,erde4 ,sein ,auge suchte die kristallklarste1 reinste ,luft1 und nach manchem ,umherziehen fand er endlich1 was er suchte1 auf den ,hhen des ,engadin1 das nun seine knstlerische ,heimat wurde4 ,er lie sich in ,savognino 7#abci ,meter ber dem ,meere7 nieder1 studierte und malte aber in weit betrchtlicherer ,hhe4 ,jetzt hatte er die ersehnte kristallene ,helle1 und die ,bilder1 die sie ihm beleuchtete1 verloren trotz ihrer verwickelten ,malweise nichts an ihrer lichten ,klarheit4 ,jene lichtumflossenen ,hhen blieben fortan die ,heimat seiner ,kunst1 auch wenn er nicht den vollen1 flimmernden ,sonnenschein1 wenn er ,nacht und ,dmmerung1 ja dstere ,innenrume1 wie seine berhmten ,stallbilder1 wie ,am ,spinnrocken81 ,im ,schafstalle8 und das herrliche ,werk ,zwei ,mtter8 malte4 ,klarheit ist auch in diesen dunkleren ,stcken1 ein geheimnisvolles ,weben und ,leben des ,lichtes4 ,es hat wenig ,wert1 die ,reihe aller bedeutsamen ,werke ,segantinis aufzuzhlen1 ihr ,vorgang ist meist zu einfach1 die ,art der ,auffassung alles4 ,besonders berhmt sind die ,bilder ,an der ,barre8 7#ahhg71 ,maientag im ,gebirge81 ,mittag in den ,alpen81 ,alpenweide81 ,dmmerstunde84 ,das erste ,aufsehen in ,deutschland erregte er durch das ,pflgen im ,engadin81 das #ahij der bayrische ,staat erwarb1 nachdem es erst in ,stuttgart ausgestellt gewesen war4 ,prchtig sind ferner ,das ,rosenblatt81 ,die ,heimkehr81 ,neuer ,frhling84 ,im ,jahre #ahid bersiedelte der ,meister nach ,maloja1 und nun begann auch jene letzte ,periode seines ,schaffens1 in der dies nicht mehr an den schweren ,geschehnissen des ,lebens klebte1 in der vielmehr seine ,kunst sich zu immer hheren ,flgen der ,phantasie und der ,gedanken aufschwang4 ,da entstand das liebliche ,bild ,liebesfrucht81 der ,engel des ,lebens81 die ,phantasie der ,schlechten ,mtter81 die ,liebe am ,born des ,lebens81 der ,quell des bels81 ,musik84 ,fr die ,pariser ,weltausstellung an der ,jahrhundertwende plante er ein gigantisches ,werk1 ein ,rundbild 7,panorama71 das auf #ddjj ,quadratmetern die ganzen ,herrlichkeiten des ,engadin1 wie er sie erlebte1 darstellen sollte1 und zu dem er sich allerlei wunderliche ,nebendinge -- ,heuduft1 ,ozonluft1 ,wind1 ,herdengelute -- ausgedacht hatte4 ,die ,idee zerschlug sich an der ,platzfrage und wohl auch am ,kostenpunkt4 ,nun begann er ein ,triptychon 7,dreiflgelbild71 in dem er die ,quintessenz aus seinem ,studium der ,gebirgswelt1 einen ,hochgesang ihrer ,schnheit geben und in architektonischem ,rahmen ,werden1 ,sein und ,vergehen darstellen wollte4 ,noch grozgiger behandelt waren die drei ,abwandlungen ber das gleiche ,thema1 die er zum ,teil unvollendet hinterlie -- vielleicht waren sie auch fr jenes1 nur leider mit etwas zu viel ,beiwerk belastete ,triptychon als ,hauptbilder bestimmt4 ,mitten in der ,arbeit aber ereilte ihn der ,tod4 ,der ,maler hatte im ,september #ahii den ,schafberg bei ,maloja bestiegen1 um die ,berge fr sein groes ,werk noch einmal zu studieren4 ,er lie das ,riesenbild ,sein81 das ,mittelstck des ,triptychons1 auf die ,hhe schaffen und arbeitete da im ,freien4 ,eine ,erkltung warf ihn aufs ,krankenlager4 rztliche ,hilfe kam zu spt4 ,in der ,nacht des #bh4 ,september #ahii starb er4 -- ,das uerliche seiner ,malweise haben viele norditalienische ,maler sich angeeignet4 ,aber da sie von seiner ,seelengre und heien ,naturliebe nicht viel dazu zu geben hatten1 sind gerade die ,werke der ,segantini-,schler8 oft leer und langweilig4 ,fritz v4 ,ostini4 ,inhaltsverzeichnis ,die grere ,seitenzahl bezieht sich auf den ,text1 die kleinere arabische ,zahl auf die einfarbigen ,bilder1 die kleinere rmische auf die ,buntbilder ,seite ,der heilige ,franziskus predigt den ,vgeln4 ,von ,giotto di ,bondone 7#abff-accg7 #a #a ,maria im ,rosenhag4 ,von ,stephan ,lochner 7#adjj-adea7 #g #b ,der ,frhling4 ,von ,sandro ,botticelli 7#addf-aeaj7 #ad #c ,das heilige ,abendmahl4 ,von ,leonardo da ,vinci 7#adeb-aeai7 #ba #d ,christus am ,kreuz4 ,von ,matthias ,grnewald 7um #adgj bis etwa #aebi7 #bh #e ,selbstbildnis4 ,von ,albrecht ,drer 7#adga-aebh7 #ce #f ,das ,paradies4 ,von ,lukas ,cranach d4 4 7#adgb-aeec7 #dc #g ,die ,erschaffung des ,lichts4 ,von ,michelangelo ,buonarroti 7#adge-aefd7 #di #h ,das ,konzert4 ,von ,giorgione 7#adgg-aeaa7 #ei #i ,die ,sixtinische ,madonna4 ,von ,raffael ,santi 7#adhc bis #aebj7 #fg ,i ,der ,zinsgroschen4 ,von ,tizian 7um #adgg-aegf7 #ge ,,ii ,die heilige ,nacht4 ,von ,correggio 7#adid-aecd7 #hc ,,iii ,landschaft aus den ,voralpen4 ,von ,albrecht ,altdorfer 7#adhj-aech7 #ib #aj ,kaufmann ,georg ,gisze4 ,von ,hans ,holbein d4 ,j4 7#adig-aedc7 #ig #aa ,bauernkirmes4 ,von ,pieter ,bruegel d4 4 7#aebe-aefi7 #aje #ab ,die ,hochzeit zu ,kana4 ,von ,paolo ,veronese 7#aebh bis #aehh7 #aad #ac ,laokoon4 ,von ,domenico ,theotocopuli1 gen4 ,el ,greco 7#aedh-afad7 #abb #ad ,lwenjagd4 ,von ,peter ,paul ,rubens 7#aegg-afdj7 #abi #ae ,hille ,bobbe4 ,von ,frans ,hals d4 4 7#aehj-afff7 #acf #af ,infantin ,maria ,theresia4 ,von ,diego ,velsquez de ,silva 7#aeii-affj7 #adb #ag ,die ,nachtwache4 ,von ,rembrandt 7#afjf-affi7 #aej ,,iv ,die unbefleckte ,empfngnis4 ,von ,murillo 7#afah bis #afhb7 #aeg #ah ,der ,tanz4 ,von ,jean ,antoine ,watteau 7#afhd-agba7 #afc #ai ,der ,markusplatz in ,venedig4 ,von ,antonio ,canale1 gen4 ,canaletto 7#afig-agfh7 #agj #bj ,die ,herzogin von ,devonshire mit ihrem ,tchterchen4 ,von ,sir ,joshua ,reynolds 7#agbc-agib7 #agf #ba ,napoleon auf dem ,st4 ,bernhard4 ,von ,jacques ,louis ,david 7#agdh-ahbe7 #ahi #bb ,der ,regenbogen4 ,von ,caspar ,david ,friedrich 7#aggd bis #ahdj7 #bjj #bc ,frhlingsmorgen4 ,von ,camille-,jean-,baptiste ,corot 7#agif-ahge7 #bje #bd ,die ,hochzeitsreise4 ,von ,moritz v4 ,schwind 7#ahjd bis #ahga7 #bac ,v ,das ,stndchen4 ,von ,carl ,spitzweg 7#ahjh-ahhe7 #bbj #be ,angelus4 ,von ,jean ,franois ,millet 7#ahad-ahge7 #bbf #bf ,die ,tafelrunde4 ,von ,adolf ,menzel 7#ahae-aije7 #bcc #bg ,der ,stephansturm4 ,von ,rudolf ,alt 7#ahab-aije7 #bdj #bh ,thusnelda im ,triumphzug des ,germanicus4 ,von ,karl ,theodor v4 ,piloty 7#ahbf-ahhf7 #bdh #bi ,gefilde der ,seligen4 ,von ,arnold ,bcklin 7#ahbg bis #aija7 #bed ,,vi ,medea4 ,von ,anselm ,feuerbach 7#ahbi-ahhj7 #bfa ,,vii ,wie die ,alten sungen4 ,von ,ludwig ,knaus 7#ahbi bis #aiaj7 #bfg #cj ,stiergefecht4 ,von ,edouard ,manet 7#ahcb-ahhc7 #bgc #ca ,place du ,thtre ,franais4 ,von ,camille ,pissarro 7#ahcj-aijc7 #bha #cb ,das letzte ,aufgebot4 ,von ,franz von ,defregger 7#ahce bis #aiba7 #bhf #cc ,vorlesung4 ,von ,lourens ,alma-,tadma 7#ahcf-aiab7 #bib #cd ,im ,herbst4 ,von ,johann ,christian ,krner 7#ahch-aiaa7 #big #ce ,die ,flucht nach gypten4 ,von ,hans ,thoma 799 #ahci7 #cjd #cf ,das ,tischgebet4 ,von ,fritz von ,uhde 7#ahdh-aiaa7 #caa ,,viii ,buerinnen in der ,kirche4 ,von ,wilhelm ,leibl 7#ahdd bis #aijj7 #cai #cg ,netzflickerinnen4 ,von ,max ,liebermann 799 #ahdi7 #cbh #ch ,der ,frhling4 ,von ,ferdinand ,hodler 7#ahec-aiah7 #ccd #ci ,ave ,maria4 ,von ,giovanni ,segantini 7#aheh-ahii7 #cda #dj ,bilderverzeichnis ,die grere ,seitenzahl bezieht sich auf den ,text1 die kleinere arabische ,zahl auf die einfarbigen ,bilder1 die kleinere rmische auf die ,buntbilder ,seite ,abendmahl1 ,das heilige4 ,von ,leonardo da ,vinci #ba #d ,angelus4 ,von ,jean ,franois ,millet #bbf #bf ,aufgebot1 ,das letzte4 ,von ,franz von ,defregger #bhf #cc ,ave ,maria4 ,von ,giovanni ,segantini #cda #dj ,buerinnen in der ,kirche4 ,von ,wilhelm ,leibl #cai #cg ,bauernkirmes4 ,von ,pieter ,bruegel d4 4 #aje #ab ,christus am ,kreuz4 ,von ,matthias ,grnewald #bh #e ,empfngnis1 ,die unbefleckte4 ,von ,murillo #aeg #ah ,erschaffung des ,lichts1 ,die4 ,von ,michelangelo ,buonarroti #di #h ,flucht nach gypten1 ,die4 ,von ,hans ,thoma #cjd #cf ,franziskus predigt den ,vgeln1 ,der heilige4 ,von ,giotto di ,bondone #a #a ,frhling1 ,der4 ,von ,sandro ,botticelli #ad #c ,frhling1 ,der4 ,von ,ferdinand ,hodler #ccd #ci ,frhlingsmorgen4 ,von ,jean ,baptiste ,camille ,corot #bje #bd ,gefilde der ,seligen4 ,von ,arnold ,bcklin #bed ,,vi ,gisze1 ,kaufmann ,georg4 ,von ,hans ,holbein d4 ,j4 #ig #aa ,herbst1 ,im4 ,von ,johann ,christian ,krner #big #ce ,herzogin von ,devonshire mit ihrem ,tchterchen1 ,die4 ,von ,sir ,joshua ,reynolds #agf #ba ,hille ,bobbe4 ,von ,frans ,hals #acf #af ,hochzeit zu ,kana1 ,die4 ,von ,paolo ,veronese #aad #ac ,hochzeitsreise1 ,die4 ,von ,moritz von ,schwind #bac ,v ,konzert1 ,das4 ,von ,giorgione #ei #i ,landschaft aus den ,voralpen4 ,von ,albrecht ,altdorfer #ib #aj ,laokoon4 ,von ,domenico ,theotocopuli1 gen4 ,el ,greco #abb #ad ,lwenjagd4 ,von ,peter ,paul ,rubens #abi #ae ,madonna1 ,die ,sixtinische4 ,von ,raffael ,santi #fg ,i ,maria im ,rosenhag4 ,von ,stephan ,lochner #g #b ,maria ,theresia1 ,infantin4 ,von ,diego ,velsquez de ,silva #adb #ag ,markusplatz in ,venedig1 ,der4 ,von ,antonio ,canale1 gen4 ,canaletto #agj #bj ,medea4 ,von ,anselm ,feuerbach #bfa ,,vii ,nacht1 ,die heilige4 ,von ,correggio #hc ,,iii ,nachtwache1 ,die4 ,von ,rembrandt #aej ,,iv ,napoleon auf dem ,st4 ,bernhard4 ,von ,jacques ,louis ,david #ahi #bb ,netzflickerinnen4 ,von ,max ,liebermann #cbh #ch ,paradies1 ,das4 ,von ,lukas ,cranach d4 #dc #g ,place du ,thtre ,franais4 ,von ,camille ,pissarro #bha #cb ,regenbogen1 ,der4 ,von ,kaspar ,david ,friedrich #bjj #bc ,selbstbildnis4 ,von ,albrecht ,drer #ce #f ,stndchen1 ,das4 ,von ,carl ,spitzweg #bbj #be ,stephansturm1 ,der4 ,von ,rudolf ,alt #bdj #bh ,stiergefecht4 ,von ,edouard ,manet #bgc #ca ,tafelrunde1 ,die4 ,von ,adolf ,menzel #bcc #bg ,tanz1 ,der4 ,von ,jean ,antoine ,watteau #afc #ai ,thusnelda im ,triumphzug des ,germanicus4 ,von ,karl ,theodor von ,piloty #bdh #bi ,tischgebet1 ,das4 ,von ,fritz von ,uhde #caa ,,viii ,vorlesung4 ,von ,lourens ,alma-,tadma #bib #cd ,wie die ,alten sungen4 ,von ,ludwig ,knaus #bfg #cj ,zinsgroschen1 ,der4 ,von ,tizian #ge ,,ii ,knstlerverzeichnis ,die grere ,seitenzahl bezieht sich auf den ,text1 die kleinere arabische ,zahl auf die einfarbigen ,bilder1 die kleinere rmische auf die ,buntbilder ,seite ,alma-,tadma1 ,lourens 7#ahcf-aiab73 ,vorlesung #bib #cd ,alt1 ,rudolf 7#ahab-aije73 ,der ,stephansturm #bdj #bh ,altdorfer1 ,albrecht 7#adhj-aech73 ,landschaft aus den ,voralpen #ib #aj ,bcklin1 ,arnold 7#ahbg-aija73 ,gefilde der ,seligen #bed ,,vi ,botticelli1 ,sandro 7#addf-aeaj73 ,der ,frhling #ad #c ,bruegel d4 41 ,pieter 7#aebe-aefi73 ,bauernkirmes #aje #ab ,canale1 ,antonio1 gen4 ,canaletto 7#afig-agfh73 ,der ,markusplatz in ,venedig #agj #bj ,corot1 ,camille-,jean-,baptiste 7#agif-ahge73 ,frhlingsmorgen #bje #bd ,correggio1 ,antonio da 7#adid-aecd73 ,die heilige ,nacht #hc ,,iii ,cranach d4 41 ,lukas 7#adgb-aeec73 ,das ,paradies #dc #g ,david1 ,jacques ,louis 7#agdh-ahbe73 ,napoleon auf dem ,st4 ,bernhard #ahi #bb ,defregger1 ,franz von 7#ahce-aiba73 ,das letzte ,aufgebot #bhf #cc ,drer1 ,albrecht 7#adga-aebh73 ,selbstbildnis #ce #f ,feuerbach1 ,anselm 7#ahbi-ahhj73 ,medea #bfa ,,vii ,friedrich1 ,caspar ,david 7#aggd-ahdj73 ,der ,regenbogen #bjj #bc ,giorgione 7um #adgg-aeaa73 ,das ,konzert #ei #i ,giotto di ,bondone 7#abff-accg73 ,der heilige ,franziskus predigt den ,vgeln #a #a ,greco1 ,el1 s4 ,theotocopuli1 ,domenico ,grnewald1 ,matthias 7um #adgj bis etwa #aebi73 ,christus am ,kreuz #bh #e ,hals d4 41 ,frans 7#aehj-afff73 ,hille ,bobbe #acf #af ,hodler1 ,ferdinand 7#ahec-aiah73 ,der ,frhling #ccd #ci ,holbein d4 ,j41 ,hans 7#adig-aedc73 ,kaufmann ,georg ,gisze #ig #aa ,knaus1 ,ludwig 7#ahbi-aiaj73 ,wie die ,alten sungen #bfg #cj ,krner1 ,johann ,christian 7#ahch-aiaa73 ,im ,herbst #big #ce ,leibl1 ,wilhelm 7#ahdd-aijj73 ,buerinnen in der ,kirche #cai #cg ,leonardo da ,vinci1 s4 ,vinci ,liebermann1 ,max 799 #ahdi73 ,netzflickerinnen #cbh #ch ,lochner1 ,stephan 7#adjj-adea73 ,maria im ,rosenhag #g #b ,manet1 ,edouard 7#ahcb-ahhc73 ,stiergefecht #bgc #ca ,menzel1 ,adolf 7#ahae-aije73 ,die ,tafelrunde #bcc #bg ,michelangelo 7#adge-aefd73 ,die ,erschaffung des ,lichts #di #h ,millet1 ,jean ,franois 7#ahad-ahge73 ,angelus #bbf #bf ,murillo 7#afah-afhb73 ,die unbefleckte ,empfngnis #aeg #ah ,piloty1 ,karl ,theodor von 7#ahbf-ahhf73 ,thusnelda im ,triumphzug des ,germanicus #bdh #bi ,pissarro1 ,camille 7#ahcj-aijc73 ,place du ,thtre ,franais #bha #cb ,raffael ,santi 7#adhc-aebj73 ,die ,sixtinische ,madonna #fg ,i ,rembrandt 7#afjf-affi73 ,die ,nachtwache #aej ,,iv ,reynolds1 ,sir ,joshua 7#agbc-agib73 ,die ,herzogin von ,devonshire mit ihrem ,tchterchen #agf #ba ,rubens1 ,peter ,paul 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,hoffmann 7,e4 ,t4 ,a471 #h ,bde4 ,hoffmann v4 ,fallersleben1 #b ,bde4 ,hlderlin1 #b ,bde4 ,homer1 #b ,bde4 99,immermann1 ,mnchhausen mit ,oberhof1 #a ,bd4 ,immermann1 #c ,b4 ,keller 7,gottfried71 #e ,bde4 ,keller 7,gottfried71 7,erweiterte ,ausgabe71 #f ,bde4 ,kerner 7,justinus71 #b ,bde4 ,kleist 7,h4 v471 #c ,bde4 99,krner1 #a ,bd4 ,lenau1 #b ,bde4 99,lessing 7,vollst4 ,ausgabe71 #be ,bde4 ,lessing1 #d ,bde4 ,ludwig1 #b ,bde4 99,c4 ,f4 ,meyer1 #c ,bde4 ,mrike1 #b ,bde4 99,nestroy1 #a ,bd4 ,nibelungenlied 7bersetzung von ,simrock mit ,urtext71 #a ,bd4 ,novalis1 #b ,bde4 99,raimund1 #a ,bd4 ,reuter1 #f ,bde4 ,rckert1 #d ,bde4 ,scheffel1 #c ,bde4 ,schenkendorf1 #a ,bd4 ,schiller 7,auswahl71 #e ,bde4 ,schiller 7,vollstnd4 ,ausgabe71 #aj ,bde4 ,shakespeare1 ,dram4 ,werke 7,auswahl71 #d ,bde4 ,shakespeare 7,erweiterte ,auswahl71 #f ,bde4 ,shakespeare 7,vollst4 komment4 ,ausgabe71 #g ,bde4 ,stifter1 #e ,bde4 ,storm1 #c ,bde4 ,sturm u4 ,drang1 ,dichtungen aus der ,geniezeit1 #b ,bde4 ,tieck1 #b ,bde4 99,uhland 7,schulausgabe71 #a ,bd4 99,uhland 7,erweit4 ,ausgabe71 #b ,bde4 ,wagner 7,richard71 #f ,bde4 ,zschokke1 #e ,bde4 99,conrad ,ferdinand ,meyer1 smtliche ,werke1 #c ,bnde4 ,jeder ,band in ,ganzleinen #c ,m41 ,halbleder #e ,m41 ,ganzleder #f ,m41 die mit 99 bezeichneten ,bnde #ej ,pf4 mehr4 ,den ,freunden von ,bongs ,goldener ,klassiker-,bibliothek8 steht das #afj ,seiten starke1 reich illustrierte ,bndchen ,lebensbilder unserer ,klassiker8 gegen ,einsendung von #be ,pf4 postfrei zur ,verfgung4 ,die ,lebensbilder8 enthalten eine ,schilderung des ,lebens und ,wirkens unserer ,klassiker sowie die ,inhaltsangaben der in ,bongs ,goldener ,klassiker-,bibliothek8 erschienenen ,werke1 ferner3 #eg ,portrte und einen ,anhang3 ,grundlinien der ,kultur- und ,literaturgeschichte von #agdj bis zur ,gegenwart84 ,bongs ,jugendbcherei ,von ,ministerien1 ,schulmnnern ,deutschlands1 sterreichs und der ,schweiz1 ,erziehern1 sowie den ,prfungsausschssen fr ,jugendschriften und der ,presse bestens empfohlen 99,die ,abenteuer des ,frsten ,dshaparidse1 des grten ,brenjgers ,sibiriens4 ,erzhlt vom letzten berlebenden ,gefhrten ,egon von ,kapherr4 ,mit #ha ,abbildungen4 99,triumphe der ,technik4 ,von ,hans ,dominik4 ,mit vielen ,abbildungen1 ,zeichnungen und ,photographien4 99,jugend-,turn- und ,sportbuch von ,dr4 ,ed4 ,neuendorff4 ,mit zahlreichen ,abbildungen4 99,das ,buch der ,physik4 ,errungenschaften der ,naturerkenntnis4 ,von ,hans ,dominik4 ,mit #aej ,abbildungen1 ,tabellen1 technischen ,skizzen und ,photographien4 99,das ,buch der ,chemie4 ,errungenschaften der ,naturerkenntnis4 ,von ,hans ,dominik4 ,mit #aed ,abbildungen1 ,tabellen1 technischen ,skizzen und ,photographien4 ,gemlde und ihre ,meister4 ,mit erklrenden ,texten sowie einem ,geleitwort von ,dr4 ,arnold ,reimann1 ,stadtschulrat in ,berlin4 ,mit #h farbigen und #dj schwarzen ,beilagen4 ,unter den ,wilden4 ,entdeckungen und ,abenteuer4 ,von ,dr4 ,adolf ,heilborn4 ,mit #e farbigen ,beilagen und #cf 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