,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #ahif erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und altertmliche ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert2 fremdsprachliche ,zitate wurden nicht korrigiert4 ,einige ,abbildungen wurden zwischen die ,abstze verschoben und zum ,teil sinngem gruppiert1 um den ,textfluss nicht zu beeintrchtigen4 ,besondere ,schriftschnitte wurden in der vorliegenden ,fassung mit den folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 fett3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,pluszeichen ,antiqua3 ,tilden ,liebhaber-,ausgaben ,illustration ,knstler-,monographien ,in ,verbindung mit ,andern herausgegeben von ,h4 ,knackfu ,x ,murillo ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahif ,murillo ,von ,h4 ,knackfu ,mit #ei ,abbildungen von ,gemlden und ,zeichnungen ,zweite ,auflage ,illustration ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahif ,druck von ,fischer ,wittig in ,leipzig4 ,illustration ,murillo4 ,am ,neujahrstage #afah lie zu ,sevilla ein ,mann ,namens ,gaspar ,estban ,murillo den ,sohn1 den ihm seine ,ehefrau ,maria ,perez zum ,jahresschlu geschenkt hatte1 in der ,pfarrkirche ,st4 ,magdalena auf die ,namen des ,apostels ,bartholomus und des ,blutzeugen ,stephanus taufen4 ,das ist alles1 was man ber die ,herkunft des gefeierten ,malers wei1 dessen ,werke zuerst und am weitesten den ,ruhm der spanischen ,malerei ber die ,pyrenen hinaustrugen4 ,was ber sein ,leben in alten ,nachrichten erzhlt wird1 dem haben die eingehenden ,forschungen unserer ,zeit kaum etwas ,neues hinzugefgt1 auer urkundlichen ,nachweisen ber die ,bestellung und die ,entstehungszeit einzelner ,werke4 ,man kann bei ,bartolom ,estban ,murillo kaum von einer ,lebensgeschichte sprechen4 ,der ,lauf seines ,daseins bewegte sich in engem ,kreise4 ,sein ,leben war seine ,arbeit4 ,auch das ,stoffgebiet1 das er bearbeitete1 erscheint1 wenn man an die ,vielseitigkeit von manchen seiner berhmten ,zeitgenossen denkt1 als ein eng begrenztes2 und dennoch war seine ,kunst eine vielumfassende3 sie blickte hinab in den ,alltagsstaub der ,gassen von ,sevilla und hinauf in lichterfllte ,himmelshhen1 die sich nur dem frommen ,glauben erschlieen1 sie gestaltete das ,gewhnlichste wie das ,unfabarste mit der gleichen ,meisterschaft4 ,neigung und ,beruf zur ,malerei mssen sich bei dem ,knaben ,bartolom ,estban frh zu erkennen gegeben haben4 ,in seinem zehnten ,jahre verwaist und gnzlich mittellos1 wurde er von seinem ,vormund zu dem ,maler ,juan de ,castillo in die ,lehre gebracht4 ,das ,bildermachen war damals in ,spanien ein ,erwerbszweig1 der so gut wie ein anderer seinen ,mann rechtschaffen ernhren konnte4 ,juan de ,castillo war kein groer ,knstler2 er gehrte zu den vielen1 welche das ,heil der ,kunst darin erblickten1 da die ,formensprache der ,italiener1 die gute ,manier18 mit mehr oder weniger ,handwerksgeschick nachgeahmt wurde4 ,den jungen ,murillo beschftigte er mit der ,anfertigung von sogenannten ,sargas1 bemalten ,tchern1 welche als ,wandbekleidungen statt der ,teppiche1 als ,vorhnge1 als ,schiffsflaggen und dergleichen gebraucht wurden4 ,derartige ,arbeiten galten als ein ,mittel1 den ,anfngern die ,hand zu lsen48 ,und gewi mit ,recht2 denn die ,art ihrer ,ausfhrung1 mit ,leimfarben auf ungrundierter ,leinwand1 gestattete nicht das ,anbringen nachtrglicher ,vernderungen und ,verbesserungen1 es war darin also ein bungsmittel von nicht hoch genug zu schtzendem ,wert gegeben4 ,man hat keinen ,grund1 die ,verdienste1 welche der ,lehrer ,murillos sich um dessen erste ,ausbildung erworben1 gering anzuschlagen4 ,jedenfalls brachte er demselben eine bedeutende ,handfertigkeit bei4 ,im ,jahre #afci siedelte ,juan de ,castillo nach ,cadiz ber4 ,der junge ,murillo blieb gnzlich sich selbst berlassen und mute zusehen1 wie er es ermglichen sollte1 sich ,brot vom ,tag zum ,tage zu verschaffen4 ,so stellte er denn seine ,begabung in den ,dienst der allerbescheidensten ,kunstansprche und malte billige ,ware fr die ,hndler1 welche auf den ,messen ,andachtsbilder zu ,markte brachten4 ,es ist nicht zu verwundern1 da sptere ,zeiten sich bemht haben1 ,bilder ,murillos aus diesem ersten ,abschnitt seines ,lebenswerks zu entdecken4 ,jene ,marktware konnte natrlicherweise nur ein vergngliches ,dasein haben4 ,aber es ist ja auch nicht ausgeschlossen1 da er ab und zu einmal einen besseren ,auftrag gegen bescheidenen ,lohn bekam4 berlieferung und ,vermutung haben mehrere ,bilder dieser ,art bezeichnet1 die zum ,teil sich noch in ,sevilla befinden1 zum ,teil nach anderen ,orten verstreut worden sind4 ,so wird im ,museum zu ,cadiz ein ,gemlde1 welches die heilige ,anna mit ,maria und dem ,christuskind darstellt1 als ,jugendwerk ,murillos gezeigt4 ,es ist ein ,bild von trbem und schwrzlichem ,ton1 aber nicht ohne knstlerischen ,reiz in ,bezug auf die ,anordnung der ,gruppe und die ,verteilung von ,hell und ,dunkel4 ,wenn dieses ,bild wirklich ein berrest aus jener ,frhzeit ,murillos sein sollte1 so wrde die geringe ,meinung1 welche seine ,mitschler bei ,juan de ,castillo von seiner ,begabung gehabt haben sollen1 nicht ganz gerechtfertigt erscheinen4 ,illustration3 ,abb4 #a4 ,bartolom ,estban ,murillo4 ,gemalt von ,don ,alonso ,miguel de ,tobar1 angeblich nach einem verschollenen ,selbstbildnis des ,meisters1 im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,einer dieser ehemaligen ,mitschler war es1 dem ,murillo die entscheidende ,wendung in seinem ,leben verdankte4 ,pedro ,moya -- so hie der junge ,mann -- war mit den ,soldaten nach ,flandern gezogen1 er hatte dort das frische und gesunde ,kunstleben kennen gelernt1 das so unabhngig war von der italienischen guten ,manier8 des verflossenen ,jahrhunderts1 er hatte sich von den ,niederlanden aus nach ,england begeben und rhmte sich1 mit dem bewunderten van ,dyck persnlich bekannt geworden zu sein4 ,nach ,sevilla zurckgekehrt1 erzhlte er seinem ,schulfreund von all den ,wundern der ,kunst1 die er gesehen1 und er unterdrckte gewi nicht die ,bemerkung1 wie unendlich altmodisch ihm alles1 was man in ,sevilla malte1 vorkme4 ,nach dem ,anhren von ,moyas ,schilderungen ertrug ,murillo den ,gedanken nicht lnger1 in ausgetretenem ,geleise wandelnd1 in der ,nacht der ,vergessenheit versinken zu sollen4 ,er wollte die ,malweise der ,frsten der ,kunst kennen lernen1 am ,anblick ihrer ,werke sich schulen und dann weiterstreben zum ,hchsten4 ,an eine ,reise nach den ,niederlanden konnte er freilich bei seiner ,mittellosigkeit nicht denken4 ,aber auch in ,madrid befanden sich ja in den ,schlssern des ,knigs zahlreiche ,gemlde der besten ,meister4 ,und in ,madrid lebte ein ,sevillaner1 ,don ,diego ,velazquez1 in der angesehenen ,stellung eines ,hofmalers ,seiner ,majestt3 der wrde sich des ,landsmannes und ,kunstgenossen gewi annehmen4 ,die ,mittel zu einer ,reise nach ,madrid muten beschafft werden1 dann sollte alles andere sich schon finden4 ,illustration3 ,abb4 #b4 ,der heilige ,diego die ,armen speisend4 ,gemlde aus dem ,fraziskanerkloster zu ,sevilla1 jetzt in der ,akademie ,s4 ,fernando zu ,madrid4 bersetzung der ,unterschrift3 ,dem armen ,darbenden gibt ,diego ,speise1 ,er lt sich geben1 da der ,arme esse1 ,der ,arme it1 und ,diego nimmt befriedigt ,auf seine ,rechnung alle ,schuld des ,dankes4 ,er sieht im ,armen ,gott1 aus seinem ,herzen ,bringt ,nchstenliebe ,gott ihr duftend ,opfer4 ,nach in ,werkthtigkeit verbrachtem ,leben ,erfreut der ,heilige sich der ,himmelskrone4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,murillo bedeckte eine groe ,leinwand mit einer ,menge kleiner ,erbauungsbildchen1 fr die er in den ,unternehmern1 welche ,schiffe nach den ,niederlassungen jenseits des ,weltmeers befrachteten1 ,abnehmer suchte und fand4 ,so wanderten ,murillos ,erzeugnisse mit den ,indienfahrern nach ,sdamerika1 und er wanderte auf weiter ,strae1 durch die ,felsenwildnis des ,scheidegebirgs zwischen ,andalusien und ,castilien und ber das eintnige ,hochland der ,mancha nach ,madrid4 ,das war im ,jahre #afdc4 ,der groe ,velazquez nahm den lernbegierigen jungen ,mann1 der im ,alter von #be ,jahren das ,studium sozusagen von neuem beginnen wollte1 mit ,wohlwollen auf4 ,er verschaffte ihm die ersehnte ,gelegenheit1 die im ,besitz des ,knigs befindlichen ,gemlde zu studieren und in den ,werken der ,tizian1 ,rubens1 van ,dyck1 ,ribera eine neue ,welt der ,malerei1 die ,kunst der ,farbe1 vor sich aufgehen zu sehen4 ,er gab ihm ,ratschlge1 heit es2 als besten vermutlich den nmlichen1 den zweitausend ,jahre frher der ,altmeister von ,sikyon dem ,lysipp gegeben hatte3 ,du fragst1 welcher ,knstler das beste ,vorbild sei8 -- ,geh hinaus auf den ,markt und sieh dir die ,natur an6 ,murillo verweilte zwei ,jahre in ,madrid1 lernend und sich bend4 ,in ,sevilla hatte er keinem etwas von der ,reise gesagt1 und von keinem wurde er vermit4 ,als er heimkehrte1 hatte er das ,glck1 da ihm gleich ein ansehnlicher ,auftrag zu teil wurde4 ,illustration3 ,abb4 #c4 ,das ,wunder des heiligen ,diego 7,die ,engelkche874 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 ,im groen ,franziskanerkloster zu ,sevilla sollte ein ,kreuzgang mit ,gemlden geschmckt werden4 ,murillo bewarb sich um diese ,arbeit1 und sie wurde ihm bertragen2 als ,grund seiner ,bevorzugung vor den anderen ,bewerbern wird angegeben1 da seine ,preisforderung die bescheidenste war4 ,es handelte sich um eine ,reihe von ,darstellungen aus der ,geschichte von ,heiligen des ,franziskanerordens4 ,dieselben waren als einzelne lgemlde auszufhren1 denn die ,kunst der ,freskomalerei hatte in ,andalusien keinen ,boden gefunden4 ,murillo malte diese ,bilder1 elf an der ,zahl1 die einen von grerer1 die anderen von geringerer ,breitenausdehnung1 in den ,jahren #afde und #afdf4 ,durch sie wurde er mit einem ,schlage zum berhmten ,mann4 ,ganz ,sevilla staunte ihn an4 ,denn niemand wute1 so heit es in der alten ,lebensbeschreibung1 woher er den neuen1 meisterhaften1 unbekannten ,stil hatte1 fr den es in ,sevilla weder ,vorbild noch ,lehrer gab4 ,man glaubte1 da die ,reise nach ,madrid ,murillos ,geheimnis blieb1 er habe sich whrend der zwei ,jahre in seiner ,wohnung eingeschlossen gehalten1 um unausgesetzt ,naturstudien zu malen4 ,da in dem eingehenden und erfolgreichen ,studium der ,natur das ,geheimnis der berraschenden ,wirkung dieser ,gemlde lag1 das war allerdings zutreffend4 -- ,das ,kloster war stolz auf den auerordentlichen ,kunstbesitz4 ,die ,bilder wurden zum ,schutz mit ,vorhngen versehen und nur an ,festtagen enthllt4 ,aber das schlimme ,jahr #ahaj gab sie den ,ruberhnden preis4 ,als ,joseph ,bonaparte am #a4 ,februar jenes ,jahres seinen ,einzug in ,sevilla gehalten hatte1 wurde das ,kloster geplndert1 die ,bilder wurden in die ,welt hinaus verstreut4 ,nur zwei der kleineren sind in ,spanien verblieben2 sie befinden sich in der ,gemldesammlung der ,akademie von ,s4 ,fernando zu ,madrid4 ,illustration3 ,abb4 #d4 ,sitzender ,bettler4 ,studienzeichnung in den ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,das eine dieser beiden ist die dem ,stifter des ,ordens gewidmete ,darstellung3 der heilige ,franciscus wird durch himmlische ,musik getrstet4 ,in heller und scharfer ,beleuchtung erscheint ein geigenspielender ,engel1 in blartliche und matt-moosgrne ,gewnder gekleidet1 von einem brunlich-goldigen ,lichtschein umgeben1 in der schwarzbraunen ,finsternis der engen ,mnchszelle2 vom ,licht und ,klang geweckt1 richtet sich der ,heilige1 der auf dem harten ,boden eine krgliche ,ruhe gesucht hat1 wie traumbefangen empor4 ,die ,schwrze des ,hintergrundes und die dunkelfarbige ,kutte lassen den ,kopf des ,mnchs lebhaft hervortreten1 der in seiner ganz aus der ,wirklichkeit gegriffenen ,bildung und in dem meisterhaft gegebenen ,ausdruck des verzckten ,lauschens so viel knstlerischen ,wert besitzt1 da er die etwas nchterne ,fassung des ,ganzen aufwiegt4 ,dieser naturwahre ,kopf ist bewunderungswrdig4 ,die ,verbildlichung des berirdischen aber lt noch nicht viel von dem ,meister ahnen1 der spter in himmlischen ,lichterscheinungen so ,unvergleichliches geschaffen hat4 ,das andere ,bild bewegt sich ganz auf irdischem ,boden1 es zeigt sich uns als ein ,meisterwerk der ,naturbeobachtung4 ,es ist mit einer so schlichten ,treue aus der ,wirklichkeit gegriffen1 da man sich sehr wohl das ,aufsehen vorstellen kann1 welches ein solches ,werk erregen mute1 das statt der phrasenhaften ,gestalten der landlufigen ,heiligenmalerei dem ,volke sein eigenes ,abbild zeigte2 da konnte man wohl von einem neuen unbekannten ,stil8 sprechen4 ,der ,held der ,darstellung ist kein weltbekannter ,heiliger1 sondern ein schlichter ,laienbruder des ,ordens mit ,namen ,diego1 der im ,kloster zu ,alcal im ersten ,viertel des ,,xv4 ,jahrhunderts ein still bescheidenes ,leben gefhrt hatte1 von dem aber ,begnadigungen und ,wunder erzhlt wurden1 auf ,grund deren er von ,sixtus ,v im ,jahre #aehh unter die ,kirchenheiligen aufgenommen wurde4 ,der heilige ,diego war von ,geburt ein ,andalusier2 wohl aus diesem ,grunde wurde ihm in dem ,sevillaner ,kloster eine grere ,anzahl von ,bildern gewidmet1 als irgend einem der anderen ,heiligen4 ,hier ist er dargestellt1 wie er ,suppe unter die ,armen verteilt 7,abb4 #b74 ,das ,bild hat sozusagen keine ,farbenwirkung1 auch keine ,wirkung von ,hell und ,dunkel2 es bewegt sich in grauen und braunen ,tnen1 in die1 neben den wenigen helleren ,gesichtern und ,hnden1 nur ein paar ,flecken von verschossenem ,rot1 ,blau1 ,grn und schmutzigem ,wei hineingestreut sind4 ,und dennoch1 wie packt das ,bild den ,beschauer gleich beim ersten ,anblick6 ,der geringe ,reiz der ,farbe1 die trockene ,malweise und was man etwa an der ,aufstellung der ,figuren im ,raume mangelhaft finden knnte1 -- alles das verschwindet ganz und gar hinter der schlagenden ,lebenswahrheit1 von der eine jede ,gestalt bis ins kleinste erfllt ist4 ,das sind dieselben bejammernswerten ,gestalten1 die heute noch die ,kirchthren umlagern -- und jenes ,gesicht kommt einem vor1 als wre man ihnen eben erst auf der ,strae begegnet --1 es ist dieselbe ,geschftsmigkeit des ,bittens und dieselbe ,gelassenheit beim ,hinnehmen der ,gabe1 die auch heute noch dem spanischen ,bettler eigen sind4 ,und die ,kinder1 -- man glaubt noch die ,stimmchen nachklingen zu hren1 mit denen sie1 noch nicht von dem gemessenen ,wesen der ,alten erfllt1 in eindringlicher ,eintnigkeit den freundlichen ,geber bestrmt haben2 und jetzt sind sie so vollstndig befriedigt1 sie besitzen fr den ,augenblick gar keinen ,wunsch mehr1 und sie falten die kleinen schmutzigen ,hnde1 damit ,diego doch nicht ganz allein das ,dankgebet fr alle zu sprechen braucht4 ,die betenden ,hnde des ,heiligen und sein ,kopf -- nebenbei auch ,meisterwerke des malerischen ,knnens in technischer ,beziehung -- sind der ,glanzpunkt des ,bildes4 ,das ,ganze wird von diesem ,kopf als seinem knstlerischen ,mittelpunkt beherrscht1 dem ,kopf eines echten ,spaniers1 eines echten ,mannes aus dem ,volke und eines echten ,heiligen4 ,illustration3 ,abb4 #e4 ,knabe1 die ,guitarre spielend4 ,studienzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #f4 ,studienkopf4 ,in der knigl4 ,gemldegalerie im ,haag4 ,von den greren ,bildern aus dem ,kreuzgang des ,franziskanerklosters ist eines nach ,paris in die ,galerie des ,louvre gelangt4 ,das ist ein merkwrdiges ,bild2 eine ,dichtung von liebenswrdigster ,unbefangenheit1 so kindlich1 wie die ,legende1 die es behandelt4 ,man braucht die ,legende nicht zu kennen1 das ,bild erzhlt sie 7,abb4 #c74 ,diego1 der ,laienbruder1 ist mit dem ,kchendienst beauftragt worden4 ,aber fromme ,anmutungen haben ihn diese weltliche ,aufgabe vergessen lassen2 dem irdischen ,boden entrckt1 kniet er in der ,luft1 anbetend in der ,anschauung unsichtbarer ,geheimnisse1 schon umleuchtet von dem ,glanz seiner zuknftigen ,heiligkeit4 ,damit aber die ,gnade1 welche ,diego zu teil wird1 den ,brdern keine irdische ,benachteiligung bringe1 haben ,himmelsboten inzwischen die ,verrichtung seines ,kirchenamts bernommen4 ,in der ,mitte des ,bildes stehen zwei groe ,engel1 die sich ber die ,besorgung von ,speise und ,trank beraten2 der eine1 in lichtviolettem ,gewand1 mit dunkelgoldigem ,schimmer auf den weien ,flgeln1 schickt sich an1 zur ,fllung eines groen ,thonkrugs davonzueilen2 der andere1 in gelbem ,gewand mit grnlichblau berflogenen ,fittichen1 berhrt mit der ,hand ein auf dem ,kchentisch liegendes ,stck ,lammfleisch4 ,im ,vordergrund sind zwei nackte ,engelkinder am ,gemsekorb beschftigt1 ein etwas greres ,kind stampft im ,mrser4 ,ein ,engelmdchen stellt die ,enpfe auseinander1 ein anderes weiter hinten sieht am ,herd nach dem kochenden ,wasser4 ,die ganze geflgelte ,gesellschaft ist so in ,anspruch genommen von der ungewhnlichen ,beschftigung1 da sie weder den in der ,hinterthr der ,kche erscheinenden ,frater1 der stumm vor ,staunen die ,hnde spreizt1 bemerken1 noch auch den ,prior1 der in ,begleitung zweier schwarzgekleideten vornehmen ,herren durch die vorn am ,bildrand befindliche ,thr hereintritt und so ,zeuge des ,wunders wird4 -- ,murillo hat die ,sache in einer ,weise dargestellt1 als ob er selbst auch ,augenzeuge gewesen wre1 mit einer unbefangenen ,glubigkeit1 die dem phantastischen ,hergang sozusagen den ,anschein der ,glaubhaftigkeit gibt4 ,den leblosen ,inhalt der ,kche hat er mit dem ,flei eines braven ,schlers nach dem ,wirklichen gemalt und mit der ,geschicklichkeit eines niederlndischen ,stilllebenmalers ausgefhrt4 ,illustration3 ,abb4 #g4 ,das ,mdchen mit dem ,geldstck4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,es versteht sich von selbst1 da ein ,maler1 bei dem das ,neue seines ,stils zum besten ,teil auf der ,beobachtung der ,wirklichkeit beruhte1 nicht nachlie1 die ,natur zu studieren4 ,unter den wenigen ,blttern1 welche als ,zeichnungen von ,murillos ,hand gelten 7in den groen ,sammlungen zu ,wien1 ,florenz1 ,paris71 befinden sich einige1 die sich als schnelle ,niederschriften nach dem ,leben zu erkennen geben 7,abb4 #d und #e74 ,im allgemeinen darf man annehmen1 da ,murillo seine ,studien mehr mit ,farbe und ,pinsel1 als mit dem ,zeichenstift machte4 ,was er malte1 um sich im ,erkennen und ,wiedergeben von ,form und ,ausdruck zu ben1 beschrnkte sich1 soweit man nach dem ,erhaltenen urteilen kann1 nur selten auf den beziehungslos hingestellten sogenannten ,studienkopf 7,abb4 #f72 vielmehr rundete es sich ab zum sogenannten ,genre- oder ,sittenbild4 ,das ,pradomuseum zu ,madrid1 welches die reichste ,sammlung von ,werken ,murillos besitzt1 enthlt zwei solcher zu ,bildern ausgearbeiteten ,studien4 ,beide sind ,brustbilder4 ,das eine zeigt das verschrumpfte ,gesicht einer alten ,frau1 die mde aus den einst gewi sehr lebhaft gewesenen schwarzen ,augen blickt1 whrend ihre ,hnde sich mit dem ,spinnrocken beschftigen4 ,das andere zeigt ein lachendes junges ,mdchen4 ,das sonnverbrannte ,gesicht der frischen ,bauerndirne glht aus dem weien ,kopftuch1 das sich von einem dunkelgrauen ,grund abhebt1 farbig hervor2 lustig blitzen die braunen ,augen uns an4 ,alles ist ,saft und ,kraft an dieser kleinen ,person2 zwischen dem ,kopftuch und dem ,hemdrmel lacht ein ,streifchen von der braunen ,sammethaut der runden ,schulter dem ,beschauer entgegen1 und man knnte bedauern1 da das groe weie ,tuch und die ber das rotbraune ,mieder geschlagene graue ,decke die ,umrisse der ,gestalt so vollstndig verbergen4 ,dem in fester und gediegener ,malerei sorgfltig ausgefhrten ,kopf ist eine flchtig gemalte ,hand hinzugefgt1 welche ein blankes ,silberstck hlt3 eine uerliche ,begrndung des lachenden ,ausdrucks1 durch welche der ,maler seine fleiige ,studie zu einem verwertbaren ,bild gemacht hat 7,abb4 #g74 ,illustration3 ,abb4 #h4 ,die ,anbetung der ,hirten4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,auf die ,ausfhrung der ,bilderreihe im ,kreuzgang des ,franziskanerklosters folgte nicht so bald wieder ein ,auftrag von hnlichem ,umfang und gleich groer ,bedeutung4 ,aber bei dem auerordentlichen ,erfolg seiner ersten ,arbeit konnte es nicht ausbleiben1 da ,murillo mit zahlreichen ,bestellungen einzelner ,gemlde fr ,kirchen und ,kapellen1 ,klster und ,stiftungen bedacht wurde4 ,aller ,nahrungssorgen enthoben1 in ganz ,sevilla persnlich beliebt und um seiner ,kunst willen gefeiert1 dachte er bald an die ,grndung eines eigenen ,hausstandes4 ,im ,jahre #afdh verheiratete er sich mit einem ,mdchen aus einer vornehmen ,familie ,sevillas1 ,doa ,beatriz de ,cabrera y ,sotomayor4 ,illustration3 ,abb4 #i4 ,mari ,verkndigung4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,im ,museum zu ,madrid befindet sich eine ganze ,anzahl von ,bildern ,murillos1 die mit grerer oder geringerer ,sicherheit als ,arbeiten aus diesen und den nchstfolgenden ,jahren erkannt werden4 ,es ist bemerkenswert1 da in einigen derselben ,anklnge an die ,art und ,weise der ,meister1 deren ,gemlde er in ,madrid studiert hatte1 sich wahrnehmen lassen4 ,nicht etwa als ob ,murillo als ,nachahmer erschiene2 aber man sieht1 da er mit groem ,flei in das ,wesen seiner ,vorbilder einzudringen und deren ,vorzge zu erkennen bemht gewesen ist1 und das hierbei ,gelernte spiegelt sich nun in den eigenen ,arbeiten wieder4 berall ordnen sich die fremden ,anklnge einer knstlerischen ,eigenart unter1 die so bestimmt ausgeprgt ist1 da man -- bei aller ,verschiedenartigkeit der ,gemlde unter sich -- einen ,murillo aus dieser ,zeit ebenso gut wie einen spteren unter allen anderen ,gemlden gleich herauserkennt4 ,murillo selbst scheint sich dessen auch vllig bewut gewesen zu sein1 da er mit keinem anderen mehr verwechselt werden konnte2 nachdem er von den ,bildern im ,franziskanerkloster einige mit seiner ,namensunterschrift bezeichnet hatte1 hat er dies spter kaum jemals wiederholt4 ,vielleicht das lteste von ,murillos ,gemlden im ,prado ist die ,anbetung der ,hirten 7,abb4 #h74 ,die ,farbe bewegt sich in vorherrschend brunlichen ,tnen1 die sich im ,hintergrund zum ,schwrzlichen vertiefen2 darin stehen das rote ,kleid und der grne ,mantel ,marias als krftige ,farben1 und der feine ,kopf der ,jungfrau1 deren kastanienbraunes ,haar ein graugelblicher ,schleier umschlingt1 und das zartfarbige1 fast schattenlose ,kindlein in der weien ,windel bilden die starken ,helligkeiten1 die den ,blick des ,beschauers festhalten4 ,bei allem ,ansprechenden1 das die ,darstellung besitzt1 empfindet man in derselben doch einen gewissen ,mangel an knstlerischer ,unmittelbarkeit2 das etwas trocken gemalte ,bild macht den ,eindruck des ,komponierten48 ,bei den ,figuren der ,hirten ist ,murillo noch nicht darauf gekommen1 frei in das ,leben hineinzugreifen und solche ,hirten1 wie sie die ,wirklichkeit ihm zeigte1 zu malen1 sondern er hat sich hier mehr nach der ,art und ,weise gerichtet1 wie ,ribera -- an dessen ,auffassung berhaupt das ganze ,bild ein wenig erinnert -- diese ,gestalten zu bilden pflegte4 ,ein fr diese ,zeit sehr bezeichnendes ,bild ist die ,verkndigung 7,abb4 #i74 ,in der ,bildung der beiden ,gestalten -- die in der altherkmmlichen ,weise einander gegenbergestellt sind --1 im ,wurf der ,gewnder zeigt sich ,murillos ,eigenart1 die in diesen ,dingen lieber ,zuflligkeiten der ,natur als berlieferten ,regeln folgte4 ,ganz sein ,eigentum ist die ,verbindung des ,himmels mit der ,erde durch das ,herabsenken einer grauen ,wolke1 die sich ffnet und zwischen einem ,rahmen von allerliebsten ,englein in einen goldfarbigen ,lichtschein blicken lt1 in welchem das ,gttliche -- hier der heilige ,geist in ,gestalt der ,taube -- erscheint4 ,der ,knstler hat ein ,gedicht der ,farbe und des ,lichtes schaffen wollen1 aber der nachmalige groe ,meister dieser malerischen ,poesie zeigt sich hier noch als unfertig4 ,die ,stimmung hat etwas ,kaltes4 ,maria trgt ein lilagraues ,kleid und blaugrnen ,mantel1 der ,engel ein rtlich-lilafarbenes ,gewand1 das im ,licht ins ,hellgelbe bergeht1 mit brunlich-grner ,umgrtung2 seine ,flgel nehmen das ,lila des ,gewandes und das dunkle ,grau der ,wolkenwand mit einer ,vertiefung bis ins ,schwrzliche auf4 ,auch die ,schatten gehen ins ,schwarze4 ,nur an zwei ,stellen kommt ein warmes ,rot vor3 in der ,decke ber dem braunen ,holzmbel1 auf welchem das ,gebetbuch liegt1 und in dem ,nhkissen1 das in dem zwischen den beiden ,figuren auf dem ,boden sichtbar werdenden ,arbeitskorb unter einem weien ,tuch zum ,vorschein kommt4 ,besonderheiten der ,malerei erinnern in diesem ,bilde entschieden an die ,rubenssche ,schule1 vielleicht mehr an van ,dyck als an den groen ,antwerpener ,meister selbst4 ,illustration3 ,abb4 #aj4 ,rebekka und ,elieser4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,noch augenflliger tritt die ,erinnerung an die ,art des ,rubens in einem ,bilde kleineren ,mastabs in die ,erscheinung1 das im brigen durch seinen sonnig warmen ,ton einen weiteren ,fortschritt in der ,entwickelung ,murillos zu bezeichnen scheint3 ,rebekka und ,elieser am ,brunnen 7,abb4 #aj74 ,wie reizvoll leuchtendes ,frauenfleisch auf einem blaugrauen ,luftton stehen kann1 das hat ,murillo dem ,niederlnder sehr glcklich abgelauscht3 er hat sogar dreien der ,mdchen1 die sonst die echtesten ,andalusierinnen sind1 blondes ,haar gegeben4 ,die vier nahe zusammen stehenden ,mdchenkpfe mit dem von ,weizeug umgebenen ,fleisch der ,hlse und ,arme bilden eine einheitliche ,lichtmasse1 welche den ,haupteffekt des ,bildes ausmacht4 ,was aber dem ,bilde seinen eigentmlichen ,reiz verleiht1 ist das von ,murillo aus sich selbst heraus ,empfundene3 die ,stimmung des drckend heien ,sommertages1 die einem so fhlbar wird1 wenn man in die graue ,felsenlandschaft blickt1 die sich weithin unter dem von bleifarbigem ,gewlk durchzogenen ,himmel ausdehnt2 der ehrliche ,durst des ,mannes1 der solch baum- und wasserloses ,bergland durchwandert hat und jetzt begierig die ,lippen an das groe ,schpfgef setzt3 die ,lebhaftigkeit der schwarzbraunen spanischen ,augen1 die auch in den ,gesichtern der ,blondhaarigen funkeln4 -- ,in den ,gewndern sind warme ,farben vorherrschend4 ,elieser hat einen gelblichen ,turban und einen hnlich1 nur krftiger gefrbten ,rock1 der von einem hellblauen ,grtel scharf durchschnitten wird1 ein rotbrauner ,mantel hngt auf seiner ,schulter2 ,rebekka hat ein rotes ,tuch ber den schwarzen ,rock geschlagen2 das vom ,rcken gesehene ,mdchen ist am ,oberkrper mit einem gelblich-grauen ,stoff bekleidet1 ihr ,rock hat einen stumpfen1 dunklen1 ins ,blau-,grnliche gehenden ,ton4 ,die ,mauer1 welche den ,hintergrund dieser ,figur bildet1 ist wieder gelblich1 saftig grnes ,laub hngt von ihr herab2 die ,brunneneinfassung besteht aus roten ,backsteinen4 ,illustration3 ,abb4 #aa4 ,heilige ,familie1 zubenannt del pajarito 7mit dem ,vgelchen74 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ab4 ,die ,jungfrau und das ,christuskind4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,ganz unabhngig von allem ,herkmmlichen -- in knstlerischer wie in sachlicher ,beziehung -- ganz unbefangen aus dem ,leben schpfend1 tritt uns ,murillo in einem ,gemlde entgegen1 welches die heilige ,familie in rein menschlichem ,beisammensein darstellt 7,abb4 #aa74 ,in einem ,gemach mit kahler grauer ,wand sitzt der heilige ,joseph1 dessen mnnlich krftigen ,kopf dichtlockiges schwarzes ,haar umwallt1 mit einem schwarzen ,rock und einem ber die ,kniee geschlagenen brunlich-gelben bergewand bekleidet1 und nimmt vterlich teil an dem kindlichen ,spiel des ,jesusknaben4 ,das goldlockige ,kind1 dem ber das weie ,hemdchen ein gelblich-graues ,wollentuch mit einer hellblaugemusterten ,schrpe als ,rckchen umgebunden ist1 lehnt sich an den ,pflegevater an und belustigt sich munter mit einem weien ,hndchen1 vor dem es einen kleinen ,vogel in die ,hhe hlt4 ,maria sitzt etwas zurck im ,halbschatten1 der das bliche ,rot und ,blau ihrer ,kleidung1 die auerdem zum groen ,teil von einem grauen ,brusttuch bedeckt ist1 so dunkel macht1 da diese ,farben wenig sprechen2 sie unterbricht auf einen ,augenblick ihre ,arbeit an der ,garnwinde1 um mit dem liebenswrdigen ,ausdruck der zufriedenen ,mutter ihre ,blicke auf dem ,spiel des ,kindes ruhen zu lassen4 -- ,es ist nicht mglich1 weiterzugehen in der ,verzichtleistung auf jede ,kennzeichnung der ,heiligkeit4 ,nur ,rembrandt hat hnliches gewagt4 ,man kann sich aber denken1 da gerade in dem strengreligisen ,spanien ein ,bild1 welches das heilige ,vorbild des ,familienlebens so ohne jeden trennenden ,vorhang der ,unnahbarkeit vor die ,augen der ,glubigen rckte1 den hchsten ,beifall finden mute4 ,illustration3 ,abb4 #ac4 ,das auf dem ,kreuze schlafende ,christuskind4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,auch ,murillos ,madonnenbilder haben diese ,eigenschaft des rein ,menschlichen1 die in den ,augen der ,zeit und des ,volkes gewi ihren grten ,vorzug bildete4 ,diese junge ,mutter1 die mit dem meistens ganz nackten ,kind auf dem ,schoe dasitzt1 hat niemals etwas bersinnliches1 nicht einmal etwas von den ,zuflligkeiten irdischer ,erscheinung befreites ,allgemeines1 ,ideales82 sie kommt im ,gegenteil dem ,volke1 welches vor sie hintritt1 so nah wie mglich3 sie ist ,spanierin4 ,vielleicht nur in einigen seiner allerltesten ,madonnenbilder hat ,murillo versucht1 die ,form des ,gesichts zu verallgemeinern4 ,fr die meisten seiner spteren ,madonnen geht selbst die ,bezeichnung ,spanierin8 zu weit2 sie sind reine ,andalusierinnen4 ,untereinander sind sie auerordentlich verschieden4 ,auch das ,kind ist ein wirkliches ,menschenkind1 und zwar ein spanisches4 ,dennoch wrde man sehr unrecht haben1 wenn man diese ,madonnen profan finden wollte4 ,wenn man von dem ,weihevollen1 das in der ,farbenstimmung liegen kann1 ganz absieht3 man braucht sich nur in die ,augen von ,mutter und ,kind zu vertiefen1 deren ,blick so ruhig und so zutrauenerweckend auf uns haftet1 und man wird es bald empfinden1 mit welcher ernsten1 innerlichen ,religiositt ,murillo diese ,gestalten geschaffen hat4 -- ,ein ,madonnenbild im ,prado1 ganz ungewhnlich dster im ,ton des ,rot und ,blau der ,gewnder1 die mit dem ,schwarzgrau des ,grundes zusammen eine ,dunkelheitsmasse bilden1 durch welche das lichterfllte ,fleisch grell hervorgehoben wird 7,abb4 #ab71 steht in ,bezug auf den ,reiz der ,gesamtwirkung vielleicht manchen hnlichen ,gemlden des ,meisters nach2 aber es besitzt eine knstlerische ,kostbarkeit1 ein ,juwel der ,malerei in dem braunhaarigen1 schwarzugigen ,jesuskind4 -- ,kinder hat berhaupt niemand so zu malen verstanden1 wie ,murillo1 -- auch ,rubens und ,tizian nicht4 ,im ,museum zu ,sevilla wird ein sehr dunkel gehaltenes ,madonnenbild als ,andenken an ,murillos frheste1 vor der ,madrider ,reise liegende ,zeit aufbewahrt4 ,da sieht man1 wie der junge ,maler sich abgemht hat1 um ein hbsches ,kind nach der ,natur zu malen2 man sieht1 wie das kleine ,modell geqult worden ist1 um von ,zeit zu ,zeit wenigstens still zu halten1 und wie er sich geplagt hat1 den ,reiz des ,lebendigen zu erfassen1 wobei schlielich doch nun ein wenig ansprechendes ,geschpf mit feisten ,gliederchen und viel zu kleinem ,kopf1 mit unglckselig steifer ,haltung herausgekommen ist2 vom vielen ,herumarbeiten ist die ,farbe so trb geworden1 da der ,maler1 um dieses ,fleisch noch hell erscheinen zu lassen1 kein anderes ,mittel wute1 als da er den ,hintergrund schwarz machte und auch die ,gewnder ,marias bis auf ein paar ,lichtflecke zunchst dem ,kinde mit schwarzer ,dunkelheit berzog4 ,aber schon in den lustigen ,engelputten auf dem in ,paris befindlichen ,st4 ,diegobild bekundet ,murillo eine auerordentliche ,feinfhligkeit fr ,form1 ,bewegung und ,ausdruck der ,kinder4 ,und ehe noch im brigen seine knstlerische ,entwickelung vllig zur ,reife gelangte1 war er schon ein thatschlich unerreichter ,meister in diesen ,dingen4 ,gern malte er ,kinder allein4 ,der als ,kind auf der ,erde erschienene ,gott gab ja fr einen phantasiebegabten ,knstler ,stoff genug zu derartigen ,bildern4 ,so zeigt ein eigentmlich ergreifendes ,gemlde im ,prado das ,christuskind auf dem ,kreuze schlummernd1 das rechte ,hndchen auf einen ,totenkopf gelegt2 etwas wie eine schmerzliche ,ahnung von ,leiden und ,tod liegt auf dem ,gesichtchen des kleinen ,schlfers4 ,die ,farbe des ,krperchens ist wunderbar zart1 silberig1 mit leichter ,rte angeflogen1 die ,lippen frisch und rot1 das ,haar goldbraun4 ,der ,fleischton wird reizvoll hervorgehoben durch die schn zusammenklingenden ,tne des braunen ,kreuzes1 des rtlich violetten ,tuches und der grnlichgrauen ,steinbank2 die beiden letzteren ,farben kehren auch im ,dunkel des ,hintergrundes wieder 7,abb4 #ac74 ,illustration3 ,abb4 #ad4 ,ein schlafendes ,kind4 ,in der ,czernin-,galerie zu ,wien4 ,um ,himmelskinder malen zu knnen1 mute ,murillo natrlich ganz gewhnliche ,menschenkinder studieren 7,abb4 #ad74 ,da machte es denn dem ,maler1 der in der ,armenspeisung des heiligen ,diego so kstliche ,bettelkinder dargestellt hatte1 bisweilen auch ,vergngen1 das kleine ,volk der ,gassen in selbstndigen ,bildern wiederzugeben1 wie es da war1 im schlichtesten ,naturalismus1 aber vollendet knstlerisch4 ,so entstand eine ,anzahl von ,bildern1 in denen irgend etwas zufllig ,gesehenes1 blitzschnell ,aufgefates1 mit unfehlbarem ,knstlergedchtnis ,festgehaltenes1 in glcklichster ,stunde auf die ,leinwand gebracht1 sich zum vollendeten ,kunstwerk gestaltet hat2 ,bilder1 die bei sichtlich ganz mheloser ,ausfhrung die gediegenste ,durchbildung aufweisen und in lebensgroem ,mastab die ,treue von ,augenblicksaufnahmen besitzen4 ,illustration3 ,abb4 #ae4 ,die schmausenden ,gassenbuben4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,photographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #af4 ,die ,melonenesser4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,photographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,derartige ,darstellungen fanden allgemein verdienten ,beifall1 sie wurden gern gekauft und gingen von einem ,besitz in den anderen ber4 ,durch sie wurde man zuerst auch im ,ausland auf ,murillo aufmerksam1 ja gerade von auslndischen ,kunstliebhabern wurden diese ,erzeugnisse eines spanischen ,malers bald so hoch geschtzt1 da ,spanien schlielich kein einziges dieser ,bilder behalten hat4 ,die grte ,anzahl derselben -- fnf -- besitzt die ,mnchener ,pinakothek1 darunter zwei1 die zu ,murillos allerkstlichsten ,werken dieser ,gattung gehren3 ,die wrfelspielenden ,gassenbuben8 und ,die schmausenden ,gassenbuben48 ,der ,reiz dieser beiden wie mit einem schimmernden ,lichtton gemalten ,bilder ist ein auerordentlicher4 ,eine grere ,lebenswahrheit1 eine feinere ,beobachtung der ,bewegungen bis in das ,einzelne hinein ist nicht denkbar4 ,mit welchem ,eifer sind jene ,kinder der ,strae bei dem ,glcksspiel1 das in diesem ,augenblick ihr ganzes ,sein in ,anspruch nimmt6 ,mit welchem ,behagen verzehren diese anderen die saftigen ,frchte6 ,man freut sich beim ,zusehen1 wie es ihnen schmeckt 7,abb4 #ae74 ,dabei ist die uere ,erscheinung der ,dinge1 die ,oberflche von ,haut und ,haaren1 ,stoffen und ,frchten ebenso meisterhaft beobachtet und wiedergegeben wie das innere ,leben des sorglosen kleinen ,volks4 ,auch die drei anderen ,mnchener ,bilder1 die ,melonenesser mit dem ,hndchen 7,abb4 #af71 die kleinen ,obstverkuferinnen1 die ihren ,erls berzhlen1 der ,junge1 der unter der mit lndlich-sittlicher ,unbefangenheit durch die ,mutter vorgenommenen ,suberung seines ,kopfes1 im ,spielen mit einem jungen ,hndchen und im ,kauen an seinem ,brot ein dreifaches ,wohlbehagen geniet 7,abb4 #ag71 sind ,meisterwerke ihrer ,gattung4 ,mehrere ,werke dieser ,art befinden sich in englischen ,sammlungen2 darunter die von so echtem ,humor erfllte ,zusammenstellung eines mrrischen und eines vergngten ,buben in der ,dulwichgalerie 7,abb4 #ah74 -- ,whrend wir bei den genannten ,gemlden1 mit ,ausnahme von einem1 uns im ,freien befinden1 vor der ,stadt oder in den engen ,gassen ,sevillas1 die ein durch oben von ,haus zu ,haus gespannte ,tcher gedmpftes ,sonnenlicht erfllt1 werden wir durch ein nicht minder kostbares ,bild der ,louvresammlung in einen finsteren ,raum versetzt1 in welchen durch das viereckige ,fensterloch ein breiter1 voller ,strahl der aufsteigenden ,sonne eindringt4 ,es ist ein echter1 goldener ,sonnenstrahl1 den ,murillo da hingemalt hat2 scharfes1 fast blendendes ,licht und weiche1 warme ,reflexe in dem graubraunen ,raum und auf den graubraunen ,lumpen und der brunlichen ,haut eines ,jungen1 der die freundliche ,helligkeit1 welche die ,sonne in seinen ,schlupfwinkel entsendet1 dazu benutzt1 auf die kleinen1 qulenden ,blutsauger ,jagd zu machen1 die ihm die ,ruhe verkmmern 7,abb4 #ai74 ,illustration3 ,abb4 #ag4 ,die ,kopfreinigung4 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,photographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #ah4 ,zwei ,bauernjungen4 ,in der ,dulwichgalerie zu ,london4 7,nach einer ,photographie von ,gray ,davies in ,bayswater47 ,wenden wir uns von diesen ,wirklichkeitsbildern wieder zu religisen ,kinderdarstellungen1 zu solchen1 welche ,kinder in den ,jahren erlangter ,freiheit und ,selbstndigkeit der ,bewegung zum ,gegenstand des ,bildes machen1 so finden wir im ,museum zu ,madrid zwei ,gegenstcke1 die bei einer ,wahrheit in der ,wiedergabe des ,kindlichen1 welche ebenso vollkommen ist wie bei jenen1 eine so reiche ,poesie enthalten1 die in der ,auffassung und in der verklrenden ,farbe ein ber das ,alltgliche sich so hoch erhebendes ,wesen -- ,idealitt1 wenn man will -- besitzen1 da sie durch diese ,eigenschaften ebenso unwiderstehlich fesseln und vielleicht nachhaltiger erfreuen1 wie jene anderen durch ihre irdische ,naturtreue4 ,die ,kinder ,jesus und ,johannes sind in diesen liebenswrdigen ,gemlden dargestellt4 ,jesus ist als der gute ,hirt aufgefat4 ,whrend die ,herde im ,thale auf ppigem ,felde zwischen goldfarbenen ,saaten weidet1 ist er einen steinigen1 mit drftigem braun-grnen ,kraut bewachsenen ,berg hinaufgestiegen1 um das eine verirrte ,schaf zu suchen4 ,ermdet von der beschwerlichen ,wanderung sitzt er da auf einem ,stein1 und indem er die ,hand auf das verlorene und wiedergefundene ,schflein legt1 richtet er die groen dunklen ,kinderaugen mit einem wunderbar inhaltvollen ,blick auf den ,beschauer4 ,ein helles ,licht1 wie ein ,strahl von am ,wolkenrand dem ,hervortreten naher ,sonne1 bescheint den kleinen ,hirten und wirft auf das blhende ,fleisch1 das blaviolette ,rckchen und die brunlich-weie ,wolle des ,lammes einen lichtgoldigen ,schein1 da die ,lichter sich hell abheben von dem blauen1 weibewlkten ,himmel 7,abb4 #ba74 ,hier ist gttliche ,ruhe1 die noch mehr hervorgehoben wird durch den ,gegensatz der ,erregung in dem ,bilde des ,vorlufers4 ,der kleine ,johannes1 bekleidet mit einem brunlichen ,flie und roten berwurf1 kniet in einer wilden ,landschaft1 in einer ,felseneinde1 deren braunes ,gestein sich in der ,ferne in kahler1 grauer ,kette fortsetzt4 ,er berhrt mit der einen ,hand1 die einen ,kreuzesstab hlt1 ein ,lamm1 dessen sinnbildliche ,bedeutung das an dem ,stab befestigte ,schriftband mit den ,worten3 ,siehe das ,lamm ,gottes8 erlutert1 und drckt die andere ,hand mit inniger ,empfindung auf die ,brust1 whrend seine ,blicke sich erwartungsvoll nach oben wenden1 von wo ein ,lichtstrahl sich aus der bewegten ,luft auf ihn herabsenkt 7,abb4 #bj74 ,die beiden ,bilder haben eine prchtige1 trotz der krftigen ,schatten sehr lichte ,farbenwirkung4 ,zart und duftig im ,gesamtton1 weich in der ,behandlung ohne jede ,beeintrchtigung der ,bestimmtheit der ,formen1 erscheinen sie hinsichtlich der ,malerei fast als das ,entgegengesetzte des ,bildes der heiligen ,familie 7mit dem ,vgelchen71 in welchem bei der ,festigkeit der krperhaften ,durchbildung die ,bestimmtheit fast zur ,hrte geworden ist4 ,dennoch braucht man nicht anzunehmen1 da eine lange ,reihe von ,jahren zwischen der ,entstehung dieses ,bildes und jener beiden liege4 ,murillo vervollkommnete sich mit groer ,schnelligkeit4 ,wenn den ersten ,werken1 die er nach seiner ,rckkehr nach ,sevilla malte1 noch hin und wieder einige ,trockenheit eigen ist1 wenn man eine gewisse ,neigung zu schweren ,tnen1 besonders in den krftig sprechenden ,farben1 bemerkt und ein mhsames1 nicht immer siegreiches ,ringen um das ,erreichen einer vllig harmonischen ,farbenwirkung wahrnimmt1 so zeigen bald darauf folgende ,werke1 da ,murillo diese ,unvollkommenheiten in verhltnismig kurzer ,zeit grndlich berwunden hat2 dieselben verschwinden ebenso vollstndig1 wie die vereinzelten ,anklnge an fremde ,art und ,weise1 die sich hier und da erkennen lieen4 ,illustration3 ,abb4 #ai4 ,der ,betteljunge mit dem ,floh4 ,im ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,das ,bestreben1 eine bersicht ber den ,entwickelungsgang eines ,malers aus seinen ,werken herzuleiten1 hat bei der ,sprlichkeit vorhandener ,jahresangaben zu einer ,gruppierung der ,werke ,murillos nach gewissen ,besonderheiten der ,farbengebung und der ,malweise gefhrt1 und man spricht hiernach von seinem ersten1 zweiten1 dritten und letzten ,stil oder auch -- ebenfalls im ,sinne zeitlichen ,aufeinanderfolgens -- von seinem kalten1 warmen und duftigen ,stil4 ,die ,einordnung der ,gemlde in ein solches ,schema ist aber nur in beschrnktem ,umfang mglich4 ,wenn man vor denselben steht1 so gewahrt man bald1 da ,murillo1 nachdem er einmal vllig zur ,reife gelangt war1 eine so uneingeschrnkte ,herrschaft ber alle ,mittel der ,malerei besa1 da er mit einer staunenswrdigen ,freiheit und ,vielseitigkeit seine ,malweise immer dem ,gegenstand der ,darstellung anzupassen vermochte1 da ,farbenstimmung und ,behandlung sich ihm jedesmal aus dem1 was er malte1 ergab4 ,daher entzieht sich eine ganze ,menge seiner ,bilder jedem ,versuch einer auch nur annhernden ,bestimmung der ,zeit ihres ,entstehens4 ,illustration3 ,abb4 #bj4 ,das ,kind ,johannes4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,jedenfalls war ,murillo beim ,ablauf des ersten ,jahrzehnts nach seiner ,heimkehr ein vllig ausgereifter ,meister1 der ber sein ,wollen und ,knnen durchaus im klaren war4 ,das bewies er1 als ihm im ,jahre #afee der ,auftrag zu teil wurde1 ein groes ,gemlde fr die ,kathedrale seiner ,vaterstadt auszufhren4 ,dieses prchtige ,bild1 welches die ,geburt ,marias darstellt1 in einer ,auffassung1 die ganz ,murillos besonderster ,eigenart entspricht1 ist in der ,franzosenzeit entfhrt worden und befindet sich jetzt im ,louvre 7,abb4 #bb74 ,es ist ein wunderbares ,werk2 ein duftiger1 farbiger ,lichtzauber4 ,in der ,mitte des langgestreckten ,bildes ist ganz im ,vordergrund das neugeborene ,kind der ,mittelpunkt der ,hauptgruppe4 ,zwei ,frauen1 von denen die ltere1 etwas beleibt und mit einem stehenden ,lcheln in den ,zgen1 eine kstliche ,abschrift aus dem ,leben ist1 haben das kleine ,wesen in weie ,tcher eingeschlagen2 neben ihnen fhlt ein junges ,mdchen1 mit ,schleifchen geputzt und in lebhafte ,farben gekleidet1 nach der ,wrme des ,wassers in der kupfernen ,badewanne2 ein anderes ,mdchen1 das man vom ,rcken sieht1 bringt leinene und wollene ,tcher herbei4 ,das ist alles ganz naturgetreue ,schilderung eines menschlichen ,vorgangs1 ebenso wie dasjenige1 was wir im ,hintergrund sehen3 hier die ,mutter ,anna1 matt im ,bette liegend1 auf dessen ,fuende ,vater ,joachim sitzt1 der sorglich und liebevoll den ,blick auf sie geheftet hlt1 dort1 vor der geffneten ,thr zum ,nebenzimmer1 zwei am ,kaminfeuer beschftigte ,frauen4 ,aber zu dem ,menschlichen gesellt sich das berirdische4 ,der ,himmel nimmt ,anteil an diesem ,familienereignis und entsendet seine ,engel1 um in dem ,kinde die zuknftige ,mutter des ,erlsers zu begren4 ,engel in der ,bildung halbwchsiger ,mdchen1 in lichte1 hellfarbige ,gewnder gekleidet1 beugen sich verehrend ber die ,neugeborene4 ,ein paar kleine ,engelkinder suchen sich in kindlicher ,weise ntzlich zu machen1 indem sie im ,wschekorb kramen wollen1 wobei das eine sich nach dem ,spitzhndchen1 das auch mit zusieht1 umblickt mit einer ,bewegung und einem ,ausdruck1 da man es sagen hrt3 ,schn artig sein68 ,dieses menschliche ,gebaren der kleinen ,engel und die ganze ,durcheinandermischung von ,irdischem und ,himmlischem ist mit einer solchen ,liebenswrdigkeit gegeben1 da der ,eindruck des ,anmutenden denjenigen des ,befremdenden berwiegt3 es liegt in dem ,ganzen eine unbefangene fromme ,kindlichkeit1 als ob der ,schpfer des ,werks nicht im ,,xvii41 sondern im ,,xv4 ,jahrhundert gelebt htte4 ,der grte ,wert des ,bildes aber liegt in seiner ,farbenpoesie4 ,es ist ein gemalter freudiger ,festgesang4 ,auf dem warmen grauen ,ton1 welcher im ,hintergrund vorherrscht1 wirkt die geschlossene ,hauptgruppe mit den ,kpfen der ,engel und der ,frauen1 dem ,fleisch und den zartgefrbten ,gewndern der ,engel1 mit den paar krftigen ,farbentnen in den irdischen ,stoffen1 welche die ganze ,lichtmasse nur beleben1 mit dem in weie ,windeln eingeschlagenen ,kind als ,mittelpunkt1 gleichsam wie ein ,hgel von zartfarbigen ,blumen1 die rings um eine weie ,blte herum aufgeschttet sind2 und immer mehr ,rosen regnen aus der ,luft herab -- die ,engelkinder1 die noch oben schweben4 ,durch das dunkelgrne ,kleid des vom ,rcken gesehenen ,mdchens1 welches die ,gruppe auf der einen ,seite mit krftiger ,dunkelheit abschliet1 wird der blumenhafte ,eindruck der rosigen ,lichtmasse noch entschiedener hervorgehoben4 ,der volle ,zusammenklang von ,licht und ,farbe in der ,hauptgruppe tnt an zwei ,stellen nach1 welche das ,dunkel des ,hintergrundes unterbrechen3 auf der linken ,seite des ,bildes in einem ,sonnenstrahl1 der auf dem mit roter ,decke berzogenen und mit einem blulichroten ,himmel berdeckten ,bette der ,wchnerin spielt und warme ,reflexe umherstreut2 rechts -- mit verminderter ,kraft -- in dem ,herdfeuer und dem ,durchblick in das weigetnchte ,nebenzimmer4 ,illustration3 ,abb4 #ba4 ,der gute ,hirt4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,wenn man die ,pracht der ,wirkung dieses ,gemldes in ,hell und ,dunkel und im ,reichtum der ,farben mit dem in der nmlichen ,sammlung befindlichen1 in der ,gre hnlichen und im knstlerischen ,gedanken einigermaen verwandten ,engelwunder des heiligen ,diego vergleicht1 das hierneben drftig in der ,farbe und zersplittert in der ,wirkung erscheint1 so staunt man ber den ,abstand1 den ,murillo in den zehn ,jahren1 welche zwischen der ,entstehung der beiden ,bilder liegen1 auf dem ,wege der ,vervollkommnung durchmessen hat4 ,aus dem nmlichen ,jahr #afee besitzt die ,kathedrale zwei ,bilder heiliger ,bischfe1 die vor einem ,jahrtausend den ,stuhl von ,sevilla innegehabt hatten1 von der ,hand ,murillos4 ,dieselben wurden ihr als ,geschenk zugewendet und schmcken heute noch ihren ursprnglichen ,platz an den ,wnden der groen ,sakristei4 ,die beiden ,kirchenfrsten1 der durch seine ,schriften allgemein bekannte ,isidorus1 und ,leander1 ein eifriger ,bekehrer der arianischen ,gothen zur katholischen ,lehre1 sind in ganzer ,figur und in bischflicher ,amtstracht dargestellt2 die groen ,massen der weien1 goldverzierten ,kleidung werden belebt durch das ,sichtbarwerden des farbigen -- bei dem einen roten1 bei dem anderen rtlich-violetten -- ,futterstoffs der ,chormntel4 ,das ,fesselndste an den ,bildern sind die ausdrucksvollen ,kpfe1 die so bestimmt und individuell gestaltet sind1 da sie wie ,bildnisse wirken4 ,nachdem ,murillo die erste ,aufgabe1 welche ihm das ,domkapitel gestellt1 so glnzend gelst hatte1 bekam er alsbald den greren ,auftrag1 den ,altar in der ,taufkapelle der ,kathedrale mit ,gemlden zu schmcken4 ,eine ganze hohe1 spitzbogig abgeschlossene ,wand stand hier zur ,aufnahme der ,bilder zur ,verfgung4 ,fr die ,hauptdarstellung wurde -- ich wei nicht aus welchen ,grnden -- die ,erscheinung des ,christuskindes in der ,zelle des heiligen ,antonius von ,padua gewhlt2 darber fand die ,darstellung desjenigen ,vorgangs1 den man von alters her in ,taufkapellen als den hierhin am besten passenden ,gegenstand zu verbildlichen pflegte1 ihren ,platz3 die ,taufe ,christi im ,jordan4 ,illustration3 ,abb4 #bb4 ,die ,geburt ,marias4 ,im ,louvremuseum zu ,paris4 ,im ,sptherbst #afef war ,murillo mit dieser ,arbeit fertig4 ,unter seinen vorzglichsten ,meisterwerken hat das ,antoniusbild stets den grten ,ruhm genossen4 ,der gegebene ,gegenstand war ein himmlisches ,wunder1 aus dem die ,phantasie ,murillos ein ,wunder malerischer ,dichtung schuf4 ,von dem heiligen ,antonius1 der1 zu ,lissabon im ,jahre #aaie aus vornehmer ,familie geboren1 zuerst in den ,augustinerorden trat1 dann ,franziskaner wurde und1 nachdem ein ,versuch1 in ,afrika als ,missionar zu wirken1 an seiner schwchlichen ,gesundheit gescheitert war1 in einem italienischen ,kloster zurckgezogen und unbeachtet lebte1 bis er einmal durch einen ,zufall dazu gebracht wurde1 von der ,macht seiner ,redebegabung ffentlich ,zeugnis zu geben1 und dann1 ,italien und ,sdfrankreich durchwandernd1 als ein ,prediger1 der durch das ,feuer seiner ,worte selbst das steinerne ,herz eines ,ezzelino da ,romano zu erschttern wute1 in den ,herzen vieler ,tausende von ,zuhrern wahre ,wunder wirkte1 bis er im ,jahre #abca im ,kloster zu ,padua starb1 von diesem ungewhnlichen ,manne wurden gleich nach seinem ,tode ,wundergeschichten erzhlt1 die sich bald zu einem anmutigen ,legendenkranz gestalteten4 ,namentlich wollte man wiederholt bemerkt haben1 da ,christus in ,kindesgestalt sichtbar in seiner ,zelle erschienen sei und sich mit ihm unterhalten habe4 -- ,murillo versetzt uns in einen grauen ,klosterraum1 durch dessen offene ,thr man in den ,klosterhof mit seinem ,sulengang sieht4 ,das weiliche ,tageslicht1 welches den ,hof erhellt1 wird verdunkelt durch eine ,flle von goldenem ,himmelslicht1 das in den ,innenraum eindringt4 ,eine groe ,wolke senkt sich herab1 deren dunkles ,grau mit dem der ,wnde zusammengeht2 die ,wolke ffnet sich1 ihr ,inneres ist hellgoldiges ,licht1 und in dem hellsten1 strahlenden ,lichtkern zeigt sich1 selbst eine ,lichtgestalt1 das ,jesuskind4 ,engelscharen umgeben das ,kind in weitem ,kreise1 allerliebste ,kinderengel1 die im ,lichtmeer schwimmen1 sich auf den silbergrauen beleuchteten ,innenrndern der ,wolke umherschwingen und darber hinaus in das ,schattendunkel tauchen4 ,in den ,farbenzauber von ,gold und ,grau und zarten ,fleischtnen werden ein paar feingestimmte lebhafte ,farbentne gebracht durch die ,gewnder einiger greren ,engel1 welche die muntere ,schar der ,himmelskinder begleiten2 diese ernsteren ,gestalten verneigen sich in ,ehrfurcht1 indem sie abwrts blicken auf den begnadigten ,menschen1 dem dieser himmlische ,besuch zu teil wird4 ,ein ,engel in gelbem ,gewande1 mit weien ,fittichen1 ist gleichsam der ,fhrer2 seine ,hand hat den ,wolkenballen1 der bis dahin noch zwischen dem ,jesuskind und den ,blicken des jungen ,mnches lag1 beiseite geschoben1 und indem er sich umwendet1 macht er dem ,kind den ,weg zu diesem frei4 ,das ,kind lst sich aus dem ,licht1 mit vorgestreckten ,hndchen1 das rechte wie zur ,segenspendung erhebend1 schwebt es schreitend herab4 ,der am ,boden knieende ,mnch1 dessen ,antlitz und braune ,kutte der ,schein des ,himmelsglanzes goldig berstrahlt1 breitet die ,arme aus1 die ,gebrde begleitet den ,ausdruck des ,verlangens1 der sein ,gesicht beseelt4 ,ein ,augenblick noch1 und der ,mensch wird den ,gott umfangen4 -- ,dem wunderbaren ,gemlde war das berhmten ,altarbildern so selten vergnnte ,glck beschieden1 an der ,stelle verbleiben zu drfen1 fr die es gemalt wurde4 ,hier in den feierlichen ,hallen des gewaltigen gotischen ,doms kann es seine ,wirkung noch mit voller ,macht auf den ,beschauer ausben1 ganz anders als die vielen ,kirchengemlde1 die in ,museen zwischen zerstreuender ,umgebung untergebracht sind1 und in deren religises ,wesen man sich1 da die ,weihe des ,ortes und die ,abgeschlossenheit fehlt1 erst mhsam hineinversetzen mu1 ehe man sie ihrem innersten ,werte nach wrdigen und genieen kann4 -- ,die ,umrahmung des ,bildes1 bei der gewi ,murillo auch ein ,wort mitgesprochen hat1 ist demselben mit groem ,geschmack angepat4 ,so reich auch die wuchtigen ,barockformen des vergoldeten ,schnitzwerkes sind1 das die ganze ,kapellenwand bis in die ,spitze des ,bogens fllt1 sie ordnen sich in der ,wirkung dem ,gemlde unter2 das ,spiel von ,lichtern und ,schatten in dem natrlichen ,gold1 dessen ,masse durch naturfarbig bemalte ,figuren von ,kinderengeln unterbrochen und hier und da durch ,anwendung von schwarzer und roter ,farbe belebt wird1 hebt die ,lichtflle des ,bildes und dessen goldigen ,ton aufs schnste hervor4 ,illustration3 ,abb4 #bc4 ,ecce homo4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,die obere ,bekrnung des ,rahmens schliet das kleinere ,gemlde ein1 welches die ,taufe ,christi darstellt4 ,ungeachtet der ,verschiedenartigkeit des ,gegenstandes ist die ,farbe desselben vollendet schn zu derjenigen des unteren ,bildes gestimmt4 ,vor dem ,tufer1 der ber der grauen ,fellbekleidung einen roten berwurf trgt1 dessen krftige ,farbe die ,stimmung reizvoll belebt1 kniet ,jesus in demtiger ,haltung2 ber ihm schwebt die ,taube in einem dunkelgoldigen1 von grauem ,wolkenrand umgebenen ,lichtton1 und ,engelkinder halten in der ,luft sein ,gewand1 dessen ,farbe mattviolett ist1 bereit4 -- ,wenn ,murillo den ,erlser als erwachsenen ,mann darzustellen hatte1 so war er -- wenigstens hat es so den ,anschein -- einigermaen befangen4 ,er war am glcklichsten in der ,gestaltung seiner ,kpfe1 wenn er dieselben bildnisartig machen konnte1 mit ,benutzung wirklicher ,personen1 die mit der ,vorstellung1 welche er sich geschaffen1 hnlichkeit besaen4 ,dies gilt auch von einem groen ,teil seiner ,marienbilder4 ,in dem ,antlitz des ,heilandes aber wagte er eine solche ,anlehnung an einen in der ,wirklichkeit lebenden ,menschen nicht4 ,dennoch ist das ,bild des ,christuskopfes1 welches er sich im ,anschlu an die berlieferte ,form schuf1 ein schnes und wrdiges4 ,es unterscheidet sich durch den ehrlichen knstlerischen ,ernst1 durch die ,schlichtheit des ,ausdrucks sehr vorteilhaft von den slichen und geknstelt ausdrucksvollen ,christuskpfen1 mit denen italienische ,maler des ,,xvii4 ,jahrhunderts die ,gunst eines groen ,publikums gewannen 7vergl4 ,abb4 #bc74 ,das ,antoniusbild zu ,sevilla ist infolge der hohen ,wertschtzung1 welche ,murillos ,gemlde in unserem ,jahrhundert gefunden haben1 der ,gegenstand eines unglaublichen ,frevels geworden4 ,im ,november #ahgd wurde aus demselben die ,figur des ,heiligen1 zum ,zweck des ,verkaufs im ,ausland1 herausgeschnitten4 ,durch den ,umstand1 da das ,gemlde nach der weitverbreiteten ,unsitte1 aus schnen ,kirchenbildern eine ,einnahmequelle fr den ,kster zu machen1 unter einem ,vorhang verborgen gehalten wurde1 war es mglich1 da die ,schandthat so lange unentdeckt blieb1 bis der ,dieb mit seinem ,raub ,europa verlassen hatte4 ,doch waren zum ,glck die angestellten eifrigen ,nachforschungen von ,erfolg gekrnt2 im ,februar #ahge wurde das herausgeschnittene ,stck in ,new ,york aufgefunden4 ,es war ganz unbeschdigt1 bis auf eine geringe ,beschneidung des oberen ,randes1 und ist mit groer ,geschicklichkeit wieder in das ,bild eingesetzt worden4 ,illustration3 ,abb4 #bd4 ,das ,jesuskind erscheint dem heiligen ,antonius4 ,im ,ermitagemuseum zu ,petersburg4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,murillos ,antoniusbild war in seiner ganzen ,auffassung und ,darstellung etwas ,neues1 noch nie ,dagewesenes4 ,es ist nicht zu verwundern1 wenn dem ,meister wiederholt ,bestellungen von hnlichen1 wenn auch im ,format kleineren1 ,gemlden des nmlichen ,inhalts gemacht wurden4 ,es gibt zwei solcher ,bilder1 die sich als ,nachklnge des groen ,werkes in der ,kathedrale zu ,sevilla1 auf den dritten oder vierten ,teil des dort aufgewendeten ,raumes zusammengedrngt1 zu erkennen geben1 und die zugleich bekunden1 wie ,murillo1 der sich nicht leicht selbst wiederholte1 einem einmal angeschlagenen ,thema immer neue ,seiten abzugewinnen wute4 ,das eine dieser ,bilder1 in der ,ermitage zu ,petersburg1 erscheint frmlich wie eine ,fortsetzung der in jenem begonnenen ,erzhlung1 nur da der ,schauplatz aus dem ,kloster hinaus auf die einsame ,hhe eines ,berges verlegt ist4 ,antonius kniet in derselben ,stellung wie dort1 nur beruhigter2 seine ,arme verharren unverndert in ihrer ausgestreckten ,lage4 ,das ,jesuskind -- dasselbe ,kind wie dort -- hat den ,schritt aus dem ,engelreigen1 der hier nur in einer ,andeutung durch einige wenige niedliche ,puttchen sichtbar ist1 und aus dem ,lichtgewlk heraus vollendet und ist auf das ,buch getreten1 welches aufgeschlagen vor dem ,mnch liegt2 es hat das rechte ,hndchen mit einer jetzt deutlich ausgesprochenen ,bewegung des ,segnens emporgehoben1 und das linke in die geffnete ,rechte des ,heiligen gelegt1 dem es mit einer lieblichen ,wendung des lockigen ,kpfchens in die ,augen schaut 7,abb4 #bd74 ,whrend hier eine heilige ,scheu den ,sterblichen noch zurckhlt1 auch nur seine ,hand um diejenige des in ,kindergestalt zu ihm gekommenen ,gottes zu schlieen1 sehen wir in dem anderen der beiden ,bilder1 das sich im ,berliner ,museum befindet und zweifellos das schnste ,gemlde ,murillos ist1 welches ,deutschland besitzt1 die ,scheu von der ,liebesglut berwunden4 ,das gttliche ,kind ruht in den ,armen des ,mnchs4 ,nie hat ein ,maler aus tieferer ,empfindung heraus geschaffen4 ,murillo hat es beim ,gestalten dieses ,bildes in der innersten ,seele mitgefhlt1 wie einem ,menschen zu ,mut sein mu1 der seinen ,gott umarmt4 ,thatschlich das denkbar ,vollkommenste des ,ausdrucks hat er erreicht in dieser ,verbindung einer unbegrenzten ,ehrfurcht mit einer ebenso unbegrenzten ,liebe1 die sich in der ,art und ,weise ausspricht1 wie ,antonius das ,kind auf seinen ,armen hlt3 er mchte es an sich pressen und doch wagt er kaum1 es mit den ,fingerspitzen zu berhren4 ,das ,kind aber schmiegt mit hingebender ,zrtlichkeit seinen ,kopf an den des ,mannes und streichelt ihm nach echter ,kindesart die ,wange1 zum groen ,vergngen seines ,engelgefolges1 aus dem nun einige auch auf den ,erdboden herabgekommen sind4 ,einer der kleinen ,engel hlt die sinnbildliche ,lilie hoch empor und wendet sich dabei nach seinen ,genossen um1 als ob er ihnen zuriefe1 wie rein und unschuldig doch dieser ,mensch sein msse1 dem die ,gottheit eine krperliche ,berhrung gestatte 7,abb4 #be74 -- ,wenn etwas gro ist an ,murillo1 grer als bei vielen der ,besten1 so ist es die ungeknstelte ,wahrheit1 mit der er der ,innigkeit seiner ,empfindungen knstlerischen ,ausdruck gibt4 ,das ,berliner ,bild ist auch in ,bezug auf den feinen ,ton und den ,reiz der ,lichtwirkung ein vorzgliches ,beispiel von ,murillos ,farbenkunst4 ,nach der ,vollendung des ,altargemldes fr die ,taufkapelle im ,dom konnte1 mit ,ausnahme einiger eiferschtigen ,berufsgenossen1 niemand mehr daran zweifeln1 da ,murillo die ,bezeichnung als bester ,maler von ,sevilla8 uneingeschrnkt verdiente4 ,die jungen ,maler suchten seinen ,unterricht und schtzten und liebten ihn als ,lehrer4 ,durch seine ,bemhungen wurde im ,jahre #affj eine ,kunstakademie in ,sevilla gegrndet1 nicht ohne groe ,schwierigkeiten1 welche dem ,zustandekommen dieser ,einrichtung in den ,weg gelegt wurden durch den ,neid jener ,maler1 die es nicht ber sich bringen konnten1 ,murillo als den greren zu erkennen4 ,die von dieser ,seite ausgehenden ,anfechtungen waren wohl auch der ,grund1 weshalb ,murillo die ,stellung als ,vorsitzender der ,akademie nur whrend des ersten ,jahres ihres ,bestehens aushielt4 ,er war seinem ganzen ,wesen nach nicht dazu geschaffen1 aus der ,werkstatt herauszutreten und in ,reibungen mit der ,auenwelt seine ,kraft zu verbrauchen4 ,illustration3 ,abb4 #be4 ,der heilige ,antonius4 ,im knigl4 ,museum zu ,berlin4 7,nach einer ,photographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #bf4 ,der heilige ,ferdinand4 ,im ,kapitelsaal der ,kathedrale von ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,vom ,domkapitel erhielt ,murillo nach einigen ,jahren einen weiteren1 allerdings weniger gewichtigen ,auftrag3 die ,ausfhrung von einigen zum ,schmuck des ,kapitelsaales bestimmten ,bildern von geringer ,gre4 ,dabei wurde ihm zugleich die ,ausbesserung von vorhandenen ,gemlden1 allegorischen ,darstellungen des im ,jahre #afah verstorbenen ,pablo de ,cspedes1 eines richtigen ,manieristen18 bertragen4 ,murillos ,bilder befinden sich oberhalb der ,wnde des ,kapitelsaales1 zwischen den ,stuckverzierungen der berwlbung1 einer lnglich runden ,kuppel4 ,es sind acht rings herum verteilte ,brustbilder von ,heiligen und ein ,marienbild von grerem ,format an der dem ,eingange gegenberliegenden ,seite4 ,sie stehen zwischen den kleinen ,rundfenstern1 welche die ,kuppel durchbrechen1 in gleicher ,reihe mit diesen1 befinden sich also in beraus ungnstigen ,beleuchtungsverhltnissen4 ,da zudem der ,saal sehr hoch ist1 mute ,murillo mit starken ,mitteln arbeiten1 um seine ,bilder zur ,wirkung zu bringen4 ,die ,brustbilder zeigen zunchst dem ,marienbild die zwei kniglichen ,heiligen ,hermenegild und ,ferdinand 7,abb4 #bf71 dann die zwei heiligen ,bischfe von ,sevilla1 ,isidor und ,leander1 darauf die ,heiligen ,pius und ,laureanus und zum ,schlu die ,stadtpatroninnen1 die heilige ,justa und die heilige ,rufina2 es sind smtlich schne1 wirkungsvolle ,kpfe4 ,das ,marienbild zeigt eine ,darstellung1 welche den ,sinn einer ,verbildlichung der theologischen ,lehre von der unbefleckten ,empfngnis ,marias hat4 ,die ,jungfrau steht in den ,wolken1 mit gefalteten ,hnden und gesenkten ,blicken3 unter ihren ,fen ist der ,mond1 und ein goldfarbiger ,lichtglanz umgibt ihre ganze1 mit einem weien ,gewand bekleidete und von einem blauen ,mantel umwallte ,gestalt2 der ,wolkenrand ist belebt von einer ,schar kstlicher ,kinderengel4 -- ,diese liebliche ,schpfung ,murillos ist eine von vielen des gleichen ,inhalts1 die er in den verschiedenen ,zeiten seines ,lebens mit nie versiegendem ,reichtum der ,einbildungskraft gestaltet hat4 ,er soll im ganzen mehr als dreiigmal die ,verbildlichung der unbefleckten ,empfngnis gemalt haben1 das erste ,mal vielleicht schon in seiner ,anfangszeit2 die letzten ,behandlungen dieses ,gegenstandes sind die bekanntesten und gefeiertsten ,werke aus der ,endzeit seines ,lebens4 ,es hat seinen besonderen ,grund1 da gerade dieser ,gegenstand im ,lebenswerk des ,sevillaner ,malers eine so groe ,rolle spielt4 ,derselbe hat fr ,sevilla eine besondere ,bedeutung4 ,die ,lehre1 da die ,mutter des ,heilandes ausgenommen gewesen sei von der ,behaftung mit dem ,makel der ,erbsnde1 hatte damals noch nicht die ,bedeutung eines ,glaubenssatzes der katholischen ,kirche -- als solcher wurde sie erst im ,jahre #ahed verkndigt --2 sie war jahrhundertelang mit ebensoviel ,eifer bestritten wie verteidigt worden4 ,aber seit dem ,jahre #afag war es durch ein ppstliches ,breve untersagt1 in ffentlicher ,predigt jene ,lehrmeinung als eine irrige anzugreifen4 ,da es hierzu gekommen1 sahen die ,sevillaner als ihr ,verdienst an4 ,einige ,jahre vorher hatte nmlich in ,sevilla ein ,dominikaner1 der die von seinem ,orden immer behauptete ,ansicht1 ,maria sei ebensogut wie die brigen ,nachkommen ,evas mit der ,erbsnde behaftet zur ,welt gekommen1 in seinen ,predigten ausgesprochen und zu begrnden versucht und dadurch die ganze ,stadt in ,aufregung versetzt2 die ,stadt stellte sich mit leidenschaftlich aufflammender ,begeisterung auf die ,seite der ,franziskaner1 welche die ,ansicht von der vollkommenen ,makellosigkeit ,marias zu der ihrigen gemacht hatten4 ,die ,sevillaner hatten dann eine ,abordnung an ,knig ,philipp ,,iii entsendet1 mit der ,bitte1 da er1 dem das ,volk den ,beinamen der dritte ,heilige8 -- der dritte neben dem westgotischen ,knigssohn ,hermenegild und dem kastilischen ,ferdinand ,,iii -- gegeben hatte1 seinen ,einflu beim ppstlichen ,stuhl geltend machen mge1 um zu bewirken1 da die ,lehre von der unbefleckten ,empfngnis ,marias zum ,glaubenssatz der ,kirche erhoben wrde4 ,der ,erfolg war jenes von ,paul ,v erlassene ,breve gewesen4 ,seitdem entstanden in ,sevilla ,gemlde1 welche dieser ,lehre bildlichen ,ausdruck geben sollten1 in groer ,zahl4 ,es bestand damals schon eine ,form fr die ,verbildlichung des ,lehrsatzes1 die sich im ,laufe der ,zeit allmhlich festgestellt hatte4 ,um die vollkommene ,makellosigkeit ,marias1 die ihr vom ersten ,augenblick ihres ,daseins an verliehene ,ausnahmestellung unter allen ,menschenkindern1 bildlich zu kennzeichnen1 hatte man zuerst zu einer ,hufung von ,darstellungen gegriffen1 die auf alle ,stellen der heiligen ,schrift1 welche auf ,maria und ihre bernatrliche ,reinheit gedeutet wurden1 hinwiesen4 ,in der ,mitte all dieser teils aus ,figuren1 teils aus ,sinnbildern bestehenden ,darstellungen erschien ,maria selbst als das ,weib der geheimen ,offenbarung1 mit der ,sonne bekleidet1 den ,mond zu ihren ,fen1 auf ihrem ,haupt eine ,krone mit zwlf ,sternen48 ,ein solches ,bild war ohne eine gelehrte theologische ,erklrung unmglich zu verstehen2 der ,zweck eines ,gemldes1 durch sich selbst zum ,beschauer zu sprechen1 war auf diese ,weise nicht zu erreichen4 ,das fhlten die ,maler und lieen daher immer mehr von dem umgebenden ,beiwerk1 das begreiflicherweise auch der ,erzielung einer knstlerischen ,wirkung ,schwierigkeiten bereitete1 weg4 ,die ,kathedrale zu ,sevilla besitzt ein ,bild aus der ,schluzeit des ,,xvi4 ,jahrhunderts1 von der ,hand des ,juan de las ,roelas1 eines ,sevillaners von flandrischer ,abkunft4 ,da ist das ,weib der geheimen ,offenbarung dargestellt als eine anmutige ,mdchengestalt1 die betend und mit niedergeschlagenen ,augen auf der ,mondsichel steht2 die ,bekleidung mit der ,sonne ist angedeutet durch einen sie umgebenden ,lichtglanz1 der in ,vergoldung ausgefhrt ist2 ber ihrem ,kopf halten zwei ,engel die ,sternenkrone4 ,ihre ,kleidung zeigt die bei ,marienbildern von altersher blichen ,farben blau und rot2 aber das ,rot ist zu einer leichten ,rosenfarbe geworden4 ,ganz oben im ,bilde erscheint die heilige ,dreifaltigkeit4 ,unten drngt sich in der ,finsternis eine ,schar schwarzer ,teufel1 welche in ohnmchtigem ,grimme emporgrinsen2 ,cherubim1 zu beiden ,seiten von ,marias ,fen in ,reihen geordnet1 halten denselben krystallene ,schilde entgegen4 ,in dieser ,darstellung der ,abwehr der unreinen ,geister durch das reine ,krystall hat der ,maler ein fr seine an ,allegorien gewhnte ,zeit leicht und vollkommen verstndliches ,mittel zur ,bezeichnung der ,reinheit gefunden4 ,darum hat er aber doch die ,sinnbilder der mittelalterlichen ,darstellungsweise noch nicht ganz weggelassen3 links und rechts vom ,kopfe ,marias schweben ,engel1 welche herabhngende ,ketten von aneinander gereihten ,bildchen tragen1 und in diesen ,bildchen sind ,dinge dargestellt1 welche die sinnbildlichen ,bezeichnungen ,marias vergegenwrtigen1 die in der ,lauretanischen ,litanei genannt werden4 -- ,zu ,murillos ,zeit war man dazu bergegangen1 unter ,weglassung des gesamten schwerflligen ,beiwerks sich auf das ,bild der ber alles ,irdische erhaben dastehenden ,jungfrau zu beschrnken4 ,selbst von den aus der geheimen ,offenbarung entnommenen ,zeichen wird nur der unter ihren ,fen befindliche ,mond beibehalten1 wohl mehr als ein gegebenes ,mittel1 um den ,begriff der ,hhe anzudeuten1 als in dem hineingelegten ,sinne1 da durch das ,stehen auf dem ,monde das ,erhabensein ber die ,wandelbarkeit ausgedrckt werden solle4 ,an das ,sonnenkleid erinnert noch der goldfarbige ,lichtton1 von dem die ,gestalt sich abhebt4 ,die ,gestalt selbst ist heller als dieser helle ,grund2 die weie ,farbe ihres ,kleides scheint zuerst aus malerischen ,grnden gewhlt und dann sinnbildlich gedeutet worden zu sein4 ,das ,himmelsgewlk1 welches die ,jungfrau umgibt1 ist von ,engeln in ,kindergestalt belebt2 wenn von diesen der eine oder andere bisweilen noch irgend ein allgemein verstndliches ,sinnbild1 welches die ,reinheit bezeichnet -- wie eine ,lilie oder einen ,spiegel --1 in den ,hnden hlt1 so ist das nur eine ganz nebenschliche ,beigabe1 der keine wesentliche ,bedeutung mehr beigelegt wird4 -- ,murillo hat diese ,darstellungsform nicht geschaffen2 aber er hat sie mit der grten ,vollkommenheit ausgestaltet4 ,keiner hat so wie er in der ,gestalt der betenden ,jungfrau selber die ,reinheit zu verkrpern gewut4 ,jedes von seinen ,bildern der unbefleckten ,empfngnis trgt mit vollem ,recht den ,namen1 mit dem der ,spanier die ,darstellung dieses ,geheimnisses zu bezeichnen pflegt3 la ,pursima1 die ,allerreinste4 ,und seine ,farbentne sind die wunderbarste ,musik zu dem geistlichen ,lobgesang von der ,allerreinsten4 ,illustration3 ,abb4 #bg4 ,der ,traum des ,patriziers ,johannes4 ,gemalt fr die ,kirche ,santa ,maria la ,blanca in ,sevilla2 jetzt in der ,akademie ,san ,fernando zu ,madrid4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,illustration3 ,abb4 #bh4 ,der ,patrizier ,johannes vor dem ,papst und die ,grndung der ,kirche ,santa ,maria ad nives in ,rom4 ,gemalt fr die ,kirche ,santa ,maria la ,blanca in ,sevilla2 jetzt in der ,akademie ,san ,fernando zu ,madrid4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,das ,bild der ,immaculata im ,kapitelsaal zu ,sevilla ist durch ein hohes ,ma von ,lieblichkeit ausgezeichnet4 ,durch die ,eigenschaft der ,groartigkeit ragt ein im ,museum zu ,sevilla befindliches ,bild ber alle hervor4 ,dasselbe stammt aus dem ,franziskanerkloster und nimmt schon durch seine rumliche ,ausdehnung -- es ist in berlebensgroem ,mastab ausgefhrt -- eine besondere ,stellung unter ,murillos inhaltsgleichen ,gemlden ein4 ,maria erscheint als eine majesttische ,gestalt von mchtigen ,formen4 ,sie ruht mit dem linken ,knie auf einer weien ,wolke1 ihr rechter ,fu tritt auf den ,mond1 der hier nicht als ,sichel1 sondern als volle ,kugel erscheint1 mit einer ,bewegung1 die weniger ein ,aufsttzen1 als vielmehr ein ,hinabdrcken ausspricht4 ,sie hat mit vorgestreckten ,armen die ,hnde gefaltet und blickt mit einer ,wendung des ,kopfes hinab in die ,tiefe4 ,die ,tiefe scheint vor unseren ,augen zu wachsen4 ,denn eine machtvolle ,aufwrtsbewegung geht durch das ,ganze4 ,die dichte ,wolke scheint1 schrg aufsteigend1 sich zu heben2 die unsichtbare ,macht1 welche sie empordrckt1 wird untersttzt durch vier ,engelknaben1 ,gestalten von schon weiter entwickelter ,krperbildung1 als wie wir sie sonst bei ,murillos ,kinderengeln zu sehen gewhnt sind4 ,der ,zug nach oben treibt ,marias ,mantel in mchtig schlagenden ,falten empor1 und ihr ,haar weht ausgebreitet zur ,seite4 ,man empfngt den ,eindruck1 da die berirdische ,hhe1 in der die ,erhabene erscheint1 sich zur ,unermelichkeit steigert4 ,illustration3 ,abb4 #bi4 ,die heilige ,elisabeth die ,kranken pflegend4 ,gemlde aus der ,kirche des ,hospitals de la ,caridad zu ,sevilla1 in der ,akademie ,san ,fernando zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,eine ,darstellung der unbefleckten ,empfngnis bildete auch einen ,bestandteil eines bedeutenden ,auftrages1 den ,murillo von einem ihm nahe befreundeten ,mann1 dem ,domprbendaten ,don ,justino de ,neve1 bekam4 ,die alte ,kirche ,s4 ,maria de las ,nieves 7vom ,schnee71 im ,volksmunde la ,blanca 7die ,weie7 genannt1 war neu hergestellt worden1 und ,don ,justino stiftete zum ,schmuck derselben vier lgemlde1 welche vier ,bogenfelder1 zwei langgestreckte und zwei halbkreisfrmige1 ausfllen sollten4 ,den ,stoff der ,darstellung gab fr die beiden groen ,felder die ,legende ber die ,grndung von ,s4 ,maria ,maggiore zu ,rom1 der ersten ,schneekirche18 nach deren ,beispiel spter viele andere ,marienkirchen den ,beinamen ad nives8 bekamen4 ,fr die kleineren ,felder wurde eine ,gegenberstellung der unbefleckten ,jungfrau und der katholischen ,kirche -- auch diese unter dem ,bilde einer ,jungfrau dargestellt -- gewhlt4 ,das ,jahr #affe wird als dasjenige angegeben1 in welchem ,murillo diesen ,auftrag zu ,ende fhrte4 ,die ,gemlde schmckten die ,kirche bis zur ,besetzung ,sevillas durch die ,franzosen4 ,der ,marschall ,soult lie sie bei der ,plnderung der ,kirchen und ,klster alle vier als seinen eigenen ,beuteanteil einpacken4 ,doch gelang es wenigstens die beiden greren fr ,spanien zurckzugewinnen2 sie befinden sich in der ,akademie ,s4 ,fernando zu ,madrid4 ,von den beiden kleineren ist das eine nach ,england in eine ,privatsammlung gekommen1 whrend die ,immaculata in das ,louvremuseum gelangt ist4 ,illustration3 ,abb4 #cj4 ,moses schlgt ,wasser aus dem ,felsen4 ,in der ,kirche des ,hospitals de la ,caridad zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,dieses ,gemlde unterscheidet sich von den brigen ,darstellungen des gleichen ,gegenstandes dadurch1 da auf demselben nach mittelalterlicher ,weise ,bildnisse verehrender ,menschen angebracht sind4 ,die ,erscheinung der himmlischen ,jungfrau ist ganz von einem goldigen ,licht umgeben1 in welchem ,scharen kleiner ,englein schwimmen4 ,nur links unten wird ein ,stckchen irdischer ,finsternis sichtbar1 auch diese noch von einem goldfarbenen ,dunst berzogen4 ,an dieser ,stelle befindet sich die ,bildnisgruppe4 ,am weitesten zurck zwei ,figuren1 welche nebelhaft verschwimmen2 das sind wohl verstorbene ,angehrige des ,stifters1 deren ,gesichtszge der ,maler nur andeutungsweise geben konnte4 ,weiter vorn zwei junge ,leute und ein ,knabe1 in lebendigster ,portrtmigkeit und in stofflicher ,krperhaftigkeit ausgefhrt2 sie wenden die ,blicke andachts- und vertrauensvoll der ,himmlischen zu1 von deren lieblichem ,antlitz das ,licht auszugehen scheint1 das ihre ,gesichter scharf beleuchtet4 ,sie werden auf ,maria hingewiesen durch einen ganz im ,vordergrunde in halber ,figur sichtbaren ,mann1 unter dem wir uns zweifellos den ,stifter vorzustellen haben1 von dessen ,gesicht man aber1 da er sich vom ,beschauer abwendet1 nicht viel sieht4 ,dessen dunkle ,kleidung setzt sich scharf ab von dem lichtberstrahlten ,saum der ,wolke1 auf welcher die ,jungfrau steht1 und scheidet in krftiger ,wirkung die irdische ,gruppe von der himmlischen ,erscheinung4 ,illustration3 ,abb4 #ca4 ,die ,speisung der ,fnftausend4 ,in der ,kirche des ,hospitals de la ,caridad zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,illustration3 ,abb4 #cb4 ,der heilige ,johannes von ,gott einen ,kranken tragend4 ,in der ,kirche des ,hospitals de la ,caridad zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,die beiden groen ,gemlde aus ,s4 ,maria la ,blanca gehren zu ,murillos trefflichsten ,schpfungen in malerischer ,hinsicht4 ,wenn man zum erstenmal vor sie hintritt1 so fllt es einem schwer zu begreifen1 da diese so ganz malerisch und farbig gedachten1 weich und duftig mit der hchsten ,sicherheit und ,leichtigkeit der ,hand hingemalten ,bilder denselben ,urheber haben1 wie die ,bilder aus dem ,franziskanerkloster1 die man unmittelbar vorher in einem anderen ,raum der nmlichen ,sammlung gesehen hat4 ,unwillkrlich wird man durch die ,hell- und ,dunkelwirkung dieser ,gemlde1 durch das ,hineinwirken hchster ,lichter in ,massen von tiefster ,dunkelheit an des ,meisters hollndischen ,zeitgenossen ,rembrandt erinnert2 aber der ,unterschied ist der1 da die mchtige ,lichtwirkung sich mit der reichsten1 blhendsten ,farbenpracht vereinigt1 mit einer ,farbenpracht1 die derjenigen der groen ,venezianer des ,,xvi4 ,jahrhunderts nicht nachsteht4 -- ,die in den beiden ,gemlden behandelte rmische ,legende erzhlt folgendes3 ,einem frommen ,patrizier mit ,namen ,johannes erschien im ,traum die ,mutter ,gottes und befahl ihm1 an derjenigen ,stelle der ,stadt eine ,kirche zu bauen1 wo am nchsten ,morgen ,schnee liegen wrde4 ,auf ,zureden seiner ,gemahlin begab sich ,johannes gleich nach ,tagesanbruch zum ,papst ,liberius1 um diesem den wunderbaren ,traum zu berichten4 ,der aber hatte in der ,nacht die nmliche ,erscheinung gehabt4 ,man fand an diesem ,morgen -- es war der #e4 ,august -- die ,hhe des esquilinischen ,hgels mit ,schnee bedeckt1 und hier wurde sofort der ,grundstein zu der neuen ,kirche gelegt4 -- ,das eine ,bild schildert den ,traum des ,patriziers 7,abb4 #bg74 ,johannes und seine ,gattin -- selbstverstndlich in die ,tracht des ,,xvii4 ,jahrhunderts gekleidet -- sind in der bedeutungsvollen ,nacht vom ,schlaf bermannt worden1 ehe sie dazu kamen1 das ,bett aufzusuchen2 er schlft auf einem ,stuhl am ,tische1 den ,ellenbogen auf den ,tisch gesttzt und den ,kopf in die ,hand gelehnt2 sie ist am ,boden neben ihrem ,arbeitskorb sitzend umgesunken und ruht mit dem ,kopf auf einem ,schemel4 ,wie ein aus ,licht und ,duft gewobenes ,gebilde erscheint ber ihnen in einem goldigen1 von ,wolken umsumten ,schein1 in ,wei und ,blau die ,jungfrau mit dem ,jesuskind im ,arm4 ,das ist wirklich traumhaft1 wie diese krperlose und doch greifbar deutliche ,lichterscheinung als etwas pltzlich sichtbar ,werdendes das nachtschwarze ,dunkel des ,raums durchbricht und helle ,beleuchtung auf das krperhafte ,irdische1 auf das farbig gekleidete ,ehepaar1 den mit rotem ,tuch bedeckten ,tisch1 den ,arbeitskorb der ,frau und ein zu ihren ,fen schlafendes weies ,hndchen entsendet4 ,oben ist ,licht in der ,finsternis2 unten wirken entschiedene ,farben gegen den dunklen ,hintergrund1 bald krftig abgesetzt1 bald weich verschwimmend in bergngen vom hchsten malerischen ,reiz1 indem hier ein ,beschattetes von den letzten verlorenen ,lichtstrahlen gestreift wird1 so da man eben noch seine ,formen und ,farben erkennt1 und dort ein ,beleuchtetes an der ,schattengrenze von feinem ,halbton berzogen wird4 ,auerhalb des ,gemaches1 dessen ,seitenwand sich geffnet hat1 sieht man1 mit den ,blicken der ,handbewegung der ,madonna folgend1 den beschneiten ,berg und graue ,schneeluft4 -- ,das ,gegenstck stellt die ,audienz des ,patriziers und seiner ,gattin beim ,papst dar 7,abb4 #bh74 ,hier wird man auch durch die naive ,formlosigkeit1 mit welcher ein seiner ,natur nach ceremoniser ,hergang sich abspielt1 lebhaft an ,rembrandt erinnert4 ,der ,papst1 der da unter einer ,sulenhalle auf seinem ,thron sitzt und seiner ,verwunderung ber dasjenige1 was das vor ihm knieende ,ehepaar berichtet1 unverhaltenen ,ausdruck gibt1 scheint ein sehr gemtlicher ,herr zu sein4 ,ein neben ihm stehender ,monsignore1 der die ,ankmmlinge durch sein ,augenglas betrachtet1 bringt geradezu ein humoristisches ,element in die ,sache4 ,das ,ehepaar hat sich in den hchsten ,feiertagsstaat geworfen4 ,johannes hat ber den goldbrokatenen ,rock einen schwarzseidenen ,mantel angezogen2 seine ,gattin hat sich ganz in helle ,seide1 die aus dem ,weien ins ,gelbliche und ins ,rosa-,violette schillert1 gekleidet und mit kostbarem ,schmuck geputzt4 ,auf der ,gestalt der ,frau sammelt sich die grte ,helligkeit des ,bildes4 ,der ,papst sitzt im ,schatten der ,architektur4 ,das prchtige ,purpurrot seines ,schultermntelchens und seiner ,mtze wiederholt sich in der ,polsterung des ,thronsessels und im ,fukissen und klingt in abgeschwchter1 mehr brunlicher ,tnung in dem groen ,teppich nach1 der den ,boden bedeckt4 ,auerhalb der ,sulenhalle sieht man in der ,ferne den auf die ,audienz folgenden ,vorgang abgebildet3 der ,papst begibt sich in feierlicher ,prozession zu dem schneebedeckten ,hgel1 ber dem im ,gewlk wiederum die ,madonna erscheint1 wie um zu besttigen1 da ihr ,gehei richtig verstanden worden sei4 ,dieser ,ausblick ins ,freie ist kstlich4 ,die in weiliche ,wolken sich zerteilende ,schneeluft1 der ganze winterliche ,duft1 der die ,prozession einhllt1 sind wunderbar fein gegeben4 ,murillo mu wohl einmal in ,madrid ,gelegenheit gehabt haben1 einen solchen nordisch winterlichen ,tag zu erleben1 dessen unvergessenen ,eindruck er hier verwertete4 ,illustration3 ,abb4 #cc4 ,die ,befreiung des heiligen ,petrus4 ,gemlde aus der ,kirche de la ,caridad zu ,sevilla1 im ,ermitagemuseum zu ,petersburg4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #cd4 ,der ,erzengel ,raphael als ,schutzengel4 ,vom ,hauptaltar der ,kapuzinerkirche1 jetzt in einer ,sakristei der ,kathedrale zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,die ,sammlung der ,madrider ,akademie enthlt noch zwei andere ,gemlde von ,murillo4 ,das eine stellt die ,auferstehung des ,heilandes dar4 ,vor dem dunkelgrauen ,steinsarg schlafen die bewaffneten ,wchter1 in ,stellungen1 die der ,maler bis ins kleinste dem ,leben abgelauscht hat4 ,christus schwebt mit einer roten ,siegesfahne in der ,hand ber dem ,grabe4 ,von seiner schn gebildeten ,gestalt1 die nur wenig von einem wehenden weien ,gewandstck verdeckt wird1 geht ein goldiger ,lichtschein aus1 der seinen ,helligkeitsmittelpunkt in einem die dunkelbraunen ,locken des ,hauptes umgebenden ,strahlenkranz hat1 und der in brunlicher ,abtnung gegen die ringsum lagernde ,finsternis eindringend1 diese von der ,gestalt des ,auferstandenen fern hlt4 ,die ,gruppe der ,wchter wird durch die von oben auf ihre braunen ,gesichter1 die eisernen ,waffenstcke und die bunte ,kleidung fallende ,beleuchtung farbig belebt4 -- ,dieses ,bild stellt sich hier in der kleinen ,sammlung1 wo die wenigen1 aber der ,entstehungszeit nach weit auseinander liegenden ,werke ,murillos zu interessanten ,vergleichen anregen1 in berzeugender ,weise als ein ,mittelglied zwischen den ,franziskanerbildern und den ,gemlden aus ,s4 ,maria la ,blanca dar4 ,jenen an ,reiz des ,lichtes und der ,farbe weit berlegen1 ist es diesen doch noch unhnlicher1 weil dem ,licht der weiche1 duftige ,zauber fehlt1 der doch gerade bei der ,gestalt eines ,verklrten am rechten ,platze wre2 auch fllt an dieser ,gestalt selbst eine gewisse ,befangenheit in der ,wiedergabe der ,bewegung des ,emporschwebens auf1 worin man wohl ebenfalls ein ,zeichen von ziemlich weit zurckliegender ,entstehung erkennen darf4 ,aber auch das andere1 umfangreichere ,gemlde1 welches die heilige ,elisabeth von ,thringen als ,krankenpflegerin zeigt1 wrde man1 oberflchlich nach der ,malweise urteilend1 fr lter halten als die ,bilder aus der ,schneekirche4 ,hier ist nichts von jener wunderbaren ,duftigkeit der ,malerei2 alles ist in feste und bestimmte ,formen gebracht1 die malerische ,behandlung gibt allen ,dingen ihre volle1 deutliche ,krperhaftigkeit2 bei ruhiger ,alltagsbeleuchtung ist auf jede ,zauberwirkung des ,lichtes verzichtet1 und selbst die ,farbenwirkung ist schlicht und anspruchslos4 ,und doch gehrt das ,bild einer spteren ,zeit an2 es ist gemalt worden als ,bestandteil des ,wandschmuckes einer ,kirche1 welche erst im ,jahre #affd im ,bau fertig wurde1 deren ,ausschmckung ,murillo also sicher erst nach ,vollendung seiner ,arbeit fr die ,schneekirche in ,angriff nehmen konnte4 ,man erkennt hier deutlich1 wie weit ,murillo davon entfernt war1 sich eine bestimmte ,art und ,weise auszubilden1 die fr alle ,flle passen mute4 ,er hatte alle ,mittel in der ,hand und richtete seinen ,stil8 nach dem gegebenen ,gegenstande4 ,das hat er vielleicht mehr als irgendwo anders in eben dieser1 fr die ,kirche des ,hospitals de la ,caridad 7der christlichen ,nchstenliebe7 zu ,sevilla geschaffenen ,bilderreihe bewiesen1 an der er etwa bis zum ,jahre #afgj arbeitete4 ,illustration3 ,abb4 #ce4 ,die heilige ,justa und die heilige ,rufina1 ,schutzpatroninnen von ,sevilla4 ,vom ,hauptaltar der ,kapuzinerkirche1 jetzt im ,museum zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,dem ,meister war hier von dem ihm befreundeten ,stifter des ,hospitals eine sehr dankbare ,aufgabe gestellt worden4 ,die ,oberwnde des ,kirchenschiffs waren mit ,gemlden zu schmcken1 welche die leiblichen ,werke der ,barmherzigkeit in biblischen ,vorbildern zur ,anschauung brachten4 ,auerdem waren an zwei ,seitenaltren ,bilder anzubringen1 welche ,heilige der ,nchstenliebe in der ,ausbung von ,liebeswerken zeigten4 ,dazu kamen noch ein paar kleinere ,bilder4 ,das in ,rede stehende ,bild der ,landgrfin ,elisabeth ist eines jener beiden ,altargemlde 7,abb4 #bi74 ,die ,darstellung bewegt sich ganz in der ,welt der irdischen ,dinge4 ,sein geliebtes ,bettelvolk hat ,murillo mit der nmlichen ,treue aus der ,wirklichkeit heraus auf die ,leinwand gebracht1 wie er es vor zwanzig ,jahren gethan4 ,er hat nichts gespart1 um durch die ,widerlichkeit der ,gebrechen1 die da zu sehen sind1 die ,selbstverleugnung der frstlichen ,krankenpflegerin in das hellste ,licht zu setzen4 ,das ,auge des ,beschauers verweilt wider ,willen auf dem ,gesicht eines ,jungen1 der1 mit einer ekelhaften ,hautkrankheit behaftet1 sich den ,kopf kratzt und dabei eine aus ,lust- und ,schmerzgefhl gemischte ,grimasse schneidet1 wie sie der beste niederlndische ,genremaler nicht naturwahrer htte wiedergeben knnen4 ,wenn das groe ,publikum1 dem zu allen ,zeiten an einem ,kunstwerk dasjenige am meisten zusagt1 was ohne ein ,aufgebot von ,sammlung und ,vertiefung gewrdigt werden kann1 in dem ganzen ,bild nichts so sehr bewundert1 wie diesen ,jungen1 so ist das freilich nicht ,murillos ,schuld4 ,der ,maler hat das ,seinige gethan1 um die heilige ,krankenpflegerin zum bewunderungswrdigsten ,mittelpunkt des ,bildes zu machen4 ,kann man sich etwas ,vornehmeres denken1 als die ,art1 wie die ,frstin mit ihren feinen ,hnden den ,kopf des wahrscheinlich an jenem nmlichen bel leidenden ,burschen behandelt1 ohne an etwas anderes zu denken1 als an die ,erfllung dessen1 was ihr die ,nchstenliebe gebietet1 mit dem ruhigen ,ausdruck einer barmherzigen ,schwester in den ,zgen8 ,sie verrichtet das ,liebeswerk1 das sie sich zur ,aufgabe gemacht hat4 ,das sagt uns der ,knstler ohne jede ,phrase4 ,da ist ebensowenig von der bertriebenheit des ,ausdrucks vorhanden1 durch welche andere ,maler des ,,xvii4 ,jahrhunderts zu wirken suchten1 wie von der ,heiligthuerei1 die den ,kirchenbildern unserer ,zeit eigen zu sein pflegt4 ,die ,ruhe der ,heiligen wirkt auch auf die sie bedienenden ,hofdamen hinber1 obgleich die eine derselben es doch nicht vermeiden kann1 den ,kopf ein wenig zur ,seite zu wenden4 ,eine alte ,hofmeisterin1 die weiter zurck im ,schatten steht1 scheint das ,thun ihrer jungen ,herrin zwar sehr entschieden zu mibilligen1 aber sie wagt doch nichts zu sagen4 ,das ist alles ganz einfach1 ganz natrlich4 ,wie in der ,auffassung1 so ist auch in der malerischen ,erscheinung das vollstndig gelungene ,vermeiden von allem1 was wie ,absichtlichkeit aussehen knnte1 die hervorstechendste ,eigenschaft dieses ,bildes4 ,was vom malerischen ,gesichtspunkte aus zuerst und am meisten an demselben berrascht1 ist die so hoch knstlerische scheinbare ,kunstlosigkeit der ,anordnung4 ,die ,helligkeiten und ,dunkelheiten sind scheinbar auch nur so verteilt1 wie es eben der ,zufall mit sich brachte4 ,in der ,farbe herrschen ,schwarz und ,grau vor2 die einzigen sehr lebhaften ,tne sind in dem blauen ,rock und dem roten ,unterrock der ,bettelfrau und in der roten ,schrpe der im ,profil stehenden ,hofdame enthalten4 ,ein feiner ,luftton berzieht die in der ,ferne als ,nebenbild sichtbare ,darstellung1 wie die genesenen ,kranken unter einer hohen ,bogenhalle des ,schlosses bewirtet werden4 ,illustration3 ,abb4 #cf4 ,madonna4 ,in der ,gemldesammlung des ,palastes ,corsini zu ,rom4 ,das ,hospital de la ,caridad zu ,sevilla besteht heute noch4 ,aber es besitzt nur mehr einen ,bruchteil des einstigen reichen ,gemldeschmucks seiner ,kirche3 zwei von den ,verbildlichungen der ,barmherzigkeitswerke1 das ,altarbild1 dessen ,gegenstck das ,elisabethbild war1 und drei kleine1 auerhalb des leitenden ,gedankens von der ,nchstenliebe stehende ,bilder4 ,das brige wurde bei der ,ausraubung der ,klster im ,jahre #ahaj weggenommen4 ,die ursprngliche ,anordnung der ,barmherzigkeitsbilder war folgende4 ,an der sdlichen ,langwand reihten sich drei ,gemlde aneinander1 welche in ,darstellungen aus dem ,alten ,testament und der ,parabel das ,trnken der ,durstigen1 das ,beherbergen der ,fremden1 das ,bekleiden der ,nackten schilderten3 ,moses schlgt das ,wasser aus dem ,felsen1 ,abraham bewirtet die ,engel1 der ,vater des verlorenen ,sohns gibt diesem das beste ,kleid4 ,an der nrdlichen ,wand die aus den ,evangelien und der ,apostelgeschichte entnommenen ,darstellungen des ,speisens der ,hungrigen1 des ,pflegens der ,kranken1 des ,befreiens der ,gefangenen3 ,christus speist die ,fnftausend1 er heilt den ,lahmen am ,teich ,bethesda1 der ,engel des ,herrn fhrt den ,apostel ,petrus aus dem ,kerker4 ,die ,verbildlichung des siebenten ,barmherzigkeitswerkes1 des ,begrabens der ,toten1 kam nicht zur ,ausfhrung1 wohl nur aus ,rcksichten auf die ,symmetrie der ,anordnung2 ein gezeichneter ,entwurf ,murillos zu der ,darstellung1 wie ,tobias die ,leichen der ,hingerichteten bestattet1 soll sich noch im ,besitz des ,hospitals befinden4 ,die an ihren ,pltzen verbliebenen sind die figurenreichen1 durch bedeutend grere ,breitenausdehnung vor den brigen ausgezeichneten ,hauptbilder einer jeden ,wand3 die ,speisung der ,fnftausend und das ,wasser aus dem ,felsen4 ,beide sind groartige ,meisterwerke 7,abb4 #cj und #ca74 ,das alttestamentliche ,bild trgt die ,stimmung eines schwlen ,sommertags4 ,silberhell springt die ,quelle aus der dunklen ,schattenseite des ,felsens4 ,man fhlt die ,erfrischung1 welche die ,trinkenden genieen4 ,moses spricht das ,dankgebet1 und alles freut sich ber die ,befreiung von der ,qual des ,durstes4 ,das ,wasser ist in berflu vorhanden1 und auch den ,tieren wird uneingeschrnkte ,labung vergnnt4 ,einzelne ,gruppen heben sich aus dem ,menschengewoge sprechend hervor4 ,so eine junge ,frau1 die ihre ,kinder trinken lt2 wie durstig ist das wartende kleine ,mdchen1 und wie schmeckt es dem ,jungen1 der den ,napf am ,munde hat6 ,auf dem ,rcken eines gierig saufenden ,schimmels wendet sich ein prchtiger ,knabe1 dessen ,durst gelscht ist1 nach dem ,beschauer um und weist freudig auf das ,wunder hin4 ,die reiche malerische ,wirkung des von zahllosen ,figuren angefllten ,bildes wird zusammengehalten durch einen feinen goldigen ,ton1 dem die einzelnen ,farben sich unterordnen4 -- ,das ,gegenstck ist vielleicht noch wirkungsvoller4 ,auf einer von ,felsen berragten ,anhhe sitzt der ,heiland -- wohl das schnste ,christusbild1 welches ,murillo geschaffen hat1 -- und segnet aufwrts blickend die fnf ,brote1 die einer der ihn umgebenden ,jnger ihm in den ,scho legt4 ,am ,boden sieht man den geleerten ,brotkorb4 ,ein ,junge aus dem ,volk bringt zwei ,fische herbei1 die ,petrus ihm abnimmt4 ,zwei der ,jnger haben sich umgewendet und blicken in die weite lichte ,landschaft hinaus1 wo die fnftausend ,zuhrer sich scharen1 von der ,ebene aus den ,abhang des ,hgels hinan1 bis in die ,nhe des ,heilands1 wo sich im ,vordergrund1 wenige ,schritte von seinen ,fen entfernt1 eine ,frauengruppe niedergelassen hat4 ,auf diese ,gruppe fllt ein helles ,licht1 hinter ihnen legt sich ein ,wolkenschatten ber ,volk und ,landschaft1 die ,ferne ist wieder beleuchtet4 ber dem ,horizont liegt graues ,gewlk1 das nach links1 wo die ,linie des ansteigenden ,hgels sich in seinen ,tnen abhebt1 in geballte weie ,massen bergeht4 ,der nach vorn sich hinausziehende ,gipfel des ,hgels und ein ,teil der ,apostel sind wieder in ,schatten gehllt1 so da hier gerade unter der weien ,wolke eine groe ,dunkelheitsmasse entsteht1 welche den ,hintergrund fr die farbigen1 krftig beleuchteten ,hauptfiguren gibt4 ,illustration3 ,abb4 #cg4 ,der heilige ,joseph mit dem ,jesuskind4 ,im ,ermitagemuseum zu ,petersburg4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ch4 ,der heilige ,antonius von ,padua mit dem ,jesuskind4 ,vom ,hauptaltar der ,kapuzinerkirche1 jetzt im ,museum zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,das der ,hospitalkirche erhalten gebliebene ,gegenstck zu dem ,altarbild der heiligen ,elisabeth ist einem ,helden der ,nchstenliebe gewidmet1 der in ,spanien thtig war und der so viel ,gutes wirkte1 da schon die ,mitwelt zu seinem ,namen ,johannes den ,beisatz von ,gott8 hinzufgte4 ,der heilige ,johannes von ,gott -- mit diesem ,namen war er kurze ,zeit vor der ,errichtung des ,hospitals de la ,caridad unter die ,kirchenheiligen aufgenommen worden -- war wohl das besondere ,vorbild des ,stifters dieser groen ,wohlthtigkeitsanstalt4 ,wie dieser hatte er in seiner ,jugend wild gelebt1 dann aber seine ,habe und sein ganzes ,leben den ,werten der ,barmherzigkeit geopfert4 ,granada verdankte ihm zwei groe ,krankenhuser1 und der ,orden der ,krankenpfleger1 welche sich den barmherzigen ,schwestern in gleicher ,thtigkeit zur ,seite stellten1 ging aus seiner ,anregung hervor4 ,er fand seinen ,tod in einem ,liebeswerke4 ,bei der ,rettung eines ,ertrinkenden aus dem angeschwollenen ,jenil zog der #ee;jhrige ,mann sich eine ,krankheit zu1 der er nach wenigen ,tagen erlag 7im ,jahre #aeej74 ,murillo hat diesem ,menschenfreund ein ,gemlde von eigentmlicher1 packender ,groartigkeit gewidmet 7,abb4 #cb74 ,einst war derselbe1 als er bei der ,ausbung eines ,liebeswerkes sich versptet und den ,weg verfehlt hatte1 wie durch ein ,wunder der ,gefahr eines ,sturzes in den ,jenil entgangen2 das ist hier als ein sichtbares ,wunder verbildlicht4 ,dicht am ,rande des ,stroms ist der ,heilige unter der ,last eines halbentseelten ,mannes1 der als eine unbehilfliche ,brde auf seinen ,schultern liegt1 erschpft zusammengesunken2 ein ,schritt des ,aufrichtens wrde ihn ins ,wasser fhren4 ,da tritt ein ,engel ihm zur ,seite1 um ihn zu halten4 ,der ,retter ist im ,augenblick der uersten ,gefahr gekommen wie der ,blitz2 und wie von einem ,blitzstrahl sind die drei ,figuren beleuchtet4 ,die ,vorstellung von einer pltzlichen1 blendenden ,lichterscheinung wird auf das lebhafteste hervorgerufen durch das ,verschwinden der ganzen ,umgebung in vlliger ,lichtlosigkeit2 die schwache ,mondsichel am ,himmel1 ein erleuchtetes ,fenster in der ,nhe1 vor dem zwei ,kinderkpfchen -- zuschauende ,englein -- erscheinen1 die ,laterne in einem fernen ,thorweg ist dem bernatrlichen ,lichtblitz gegenber wie von ,schwrze berzogen4 ,die hellgelbe ,farbe des ,engelgewandes erhht den ,eindruck des grellen ,aufleuchtens im ,finsteren4 ,der ,heilige1 der den ,himmelsboten in hchster ,ergriffenheit anstarrt1 fesselt den ,beschauer durch die sprechende ,lebenswahrheit und ,eigenart seines prchtigen ,kopfs aus dem spanischen ,volke4 ,illustration3 ,abb4 #ci4 ,der heilige ,felix von ,cantalicio mit dem ,jesuskind4 ,vom ,hauptaltar der ,kapuzinerkirche1 jetzt im ,museum zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie in ,madrid47 ,in hnlicher ,wirkung als ein pltzlich im ,dunkel aufflammendes ,licht erscheint der ,engel1 welcher die ,kerkerbande des heiligen ,petrus lst und den ,apostel von der ,seite des schlafenden ,wchters hinweg ins ,freie fhrt1 in dem jetzt in der ,sammlung der ,ermitage zu ,petersburg befindlichen ,gemlde 7,abb4 #cc74 ,die drei brigen ,bilder aus der ,folge der ,barmherzigkeitswerke sind in englische ,privatsammlungen gelangt4 ,die drei kleineren ,bilder von ,murillo1 die sich noch in der ,kirche der ,caridad befinden1 sind eine nur in halber ,lebensgre ausgefhrte ,verkndigung ,marias und zwei in die oberen ,bekrnungen von ,seitenaltren eingelassene entzckende ,kinderbilder1 hier das ,jesuskind1 dort der kleine ,johannes4 ,unmittelbar nach der ,bewltigung dieser groen ,aufgabe ging ,murillo an eine noch umfangreichere ,arbeit1 an die ,anfertigung der smtlichen ,altargemlde fr die im ,jahre #afgj vollendete ,kapuzinerkirche4 ,dabei handelte es sich um einen groen1 aus einem ,hauptbild und mehreren an dasselbe angeschlossenen ,nebenbildern zusammengesetzten ,aufbau ber dem ,hochaltar und um eine ,anzahl von sonstigen1 teils zusammengehrigen1 teils einzelnen ,gemlden -- im ganzen neunzehn ,bilder4 ,gleich darauf1 im ,jahre #afgc1 wurde ihm die ,ausschmckung der ,altre der ,augustinerkirche bertragen4 ,in diesen ,werken hat ,murillo sein ,bestes gegeben4 ,man mu das ,provinzialmuseum zu ,sevilla1 wo die ,mehrzahl der ,kapuzinerbilder und ein paar ,hauptbilder von den ,augustinern vereinigt sind1 gesehen haben1 um seine ,bedeutung als ,knstler voll zu wrdigen4 ,im ,madrider ,museum empfngt man trotz der kostbaren ,perlen1 welche sich unter den #df ,gemlden1 die dort seinen ,namen tragen1 befinden1 nicht annhernd den ,eindruck von der ,gre seiner ,meisterschaft wie hier4,a ,a ,es ist sehr zu bedauern1 da die photographischen ,aufnahmen von ,braun ,co4 in ,dornach sich nicht auf das ,museum von ,sevilla erstreckt haben4 ,von den ,bildern aus der ,kapuzinerkirche fehlen nur drei in der ,sammlung3 das groe ,hauptaltarblatt1 welches den heiligen ,franz von ,assisi im ,anblick der ,erscheinung von ,christus und ,maria darstellt1 und ein ,paar von ,gegenstcken1 die ,erzengel ,raphael und ,michael4 ,des ersteren hatte sich das ,kloster schon vor der ,bilderruberei der ,franzosenzeit freiwillig entuert -- es steht nicht fest1 aus welchem ,grunde4 ,man wei nicht1 wo es schlielich hingelangt ist4 ,das ,raphaelbild befindet sich in einem ,nebenraum 7in der ,sagresta de los clices7 der ,kathedrale zu ,sevilla4 ,die ,kapuziner schenkten es nach dem ,abzug der ,franzosen der ,kathedrale als ,dankesgabe fr die gelungene ,rettung ihrer ,gemlde4 ,der ,erzengel ist dargestellt als der ,geleiter eines ,kindes2 er hat den ,knaben1 der an seiner ,seite schreitet1 an der ,hand gefat und zeigt mit der ,rechten nach der ,hhe1 nach einem ,lichtstrahl1 der die dichte ,finsternis der ,umgebung durchbricht4 ,dieses ansprechende ,gemlde ist das ,urbild zahlloser spterer ,schutzengeldarstellungen 7,abb4 #cd74 ,das ,bild des ,engels ,michael ist verschwunden4 ,illustration3 ,abb4 #dj4 ,mari ,verkndigung4 ,altargemlde aus der ,kapuzinerkirche1 jetzt im ,museum zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,i4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,die ,bilder1 welche ehemals in ihrer ,vereinigung die ,seitenteile des ,hochaltars ausmachten1 zeigen ,darstellungen verschiedener ,heiligen4 ,da sind zunchst die ,schutzheiligen von ,sevilla1 ,justa und ,rufina1 in einem ,bilde vereinigt 7,abb4 #ce74 ,die beiden ,glaubenszeuginnen halten gemeinschaftlich das ,abbild eines ,turmes2 das ist das stolze ,wahrzeichen der ,stadt1 deren ,boden sie in der ,rmerzeit mit ihrem ,blut getrnkt haben1 der aus einem maurischen ,minaret hervorgegangene ,glockenturm der ,kathedrale1 die ,giralda1 das hchste ,bauwerk ,spaniens4 ,die beiden ,gestalten heben sich farbenreich von dem grauen ,hintergrund einer bewlkten ,luft ab4 ,wer den schnsten ,murillo1 den ,italien besitzt1 die ,madonna in der ,sammlung des ,palastes ,corsini zu ,rom 7,abb4 #cf71 gesehen hat1 der erkennt mit berraschung in dem ,kopf der heiligen ,justa dasselbe blasse1 von dichtem1 schwarzem ,haar umrahmte ,antlitz1 dieselben unvergelichen ,augen wieder1 durch welche jene ,maria1 die zwischen wucherndem ,gestrpp am ,fu einer zerfallenen ,mauer sitzt und ihr ,kind in ,sorge an sich drckt1 sich einem so nachhaltig ins ,gedchtnis prgt2 nur da hier das ganze ,gesicht frischer erscheint und da der ergreifende ,ausdruck schwerer ,besorgtheit fehlt1 der jenem merkwrdigsten von ,murillos ,madonnenbildern eigen ist4 ,man sieht1 der ,meister hat ein und dasselbe lebende ,vorbild in verschiedener ,auffassung zu verschiedenen ,darstellungen zu benutzen gewut4 -- ,in dem ,gegenstck zu den beiden ,sevillaner ,mrtyrinnen sind der glaubenseifrige ,bischof der alten ,hispalis1 ,leander1 und der grte ,gelehrte des ,ordens1 dem die ,kapuziner angehren1 der heilige ,bonaventura1 zusammengestellt4 ,bonaventura trgt ber der braunen ,franziskanerkutte den rotseidenen ,kardinalskragen2 in den ,hnden hlt er ein ,buch und das ,modell eines gotischen ,kirchenbaus4 ,der heilige ,leander1 eine ,gestalt von schlagender ,glaubhaftigkeit1 erscheint in weiem ,kirchenornat1 mit dem goldenen ,bischofsstab in der ,hand -- die abgelegte ,mitra hlt ein ,engelknabe1 der am ,rand des ,bildes steht --2 mit der anderen ,hand zeigt der ,bekehrer des heiligen ,hermenegild einen ,zettel mit den ,worten3 ,credite1 o ,gothi1 consubstantialem ,patri 7,glaubt1 o ,goten1 an die ,wesensgleichheit des ,sohnes mit dem ,vater74 ,das ,gemlde besitzt eine eigene ,gre in der ,wirkung seiner wenigen1 in groen ,massen angeordneten ,farben4 -- ,weiter stehen sich ,johannes der ,tufer und der heilige ,joseph als ,gegenbilder gegenber4 ,johannes1 eine durch scharfe ,beleuchtung hervorgehobene sehnige ,mnnergestalt mit brunlicher ,haut und schwarzem1 wirrem ,haar1 mit einem sehr bedeutenden ,kopf von echt spanischem ,schnitt1 faltet1 an einen ,felsen der ,wste gelehnt1 die knochigen ,hnde und wendet den ,blick empor1 der unsichtbaren ,quelle des ,lichts entgegen1 das die blauschwarze ,wolkennacht durchbricht4 ,joseph ist als zur ,zeit der ,flucht in dem ,ruinenland gypten verweilend gedacht4 ,in den ,resten eines zerfallenen ,gemuers1 das einige antike ,bauformen aufweist1 auf einer ,art von ,terrasse stehend1 hat er das ,jesuskind1 das etwa vierjhrig erscheint1 vor sich auf einen ,baustein gestellt und hlt es mit beiden ,hnden fest4 ,der ,knabe1 in ein helles ,rckchen von weicher ,lilafarbe gekleidet1 lehnt sich an die in violettgraue und dunkelgraugelbe ,gewnder gehllte ,gestalt des ,pflegevaters und schmiegt seinen ,lockenkopf an dessen ,brust1 whrend er den ,blick voll auf den ,beschauer heftet4 ,joseph aber wendet seinen krftig geschnittenen ,kopf1 dem die wallende ,flle des dichten ,haares eine besonders mchtige ,erscheinung gibt1 seitwrts und spht mit scharfen ,augen hinaus in die ,landschaft1 deren lichte ,ferne sich weithin unter dem blauen1 von ,gewlk durchflogenen ,himmel ausdehnt2 hochaufgerichtet hlt er ,umschau1 ob nirgends zwischen den weien ,bauwerken oder auf den ,hhen der ,hgelkette ,verfolger nahen4 ,murillo hat das unbestreitbare ,verdienst1 den ,beschtzer der ,kindheit ,jesu1 aus dem die meisten lteren ,maler eine recht nichtssagende ,persnlichkeit gemacht haben1 whrend die neueren ihn mit einem berma von schwchlicher ,weichheit und dem ,ausdruck von ,frmmelei auszustatten pflegen1 in all seinen verschiedenen ,st4 ,josephsbildern -- die im einzelnen voneinander abweichen in der ,bildung des ,kopfes -- in wrdiger ,weise als eine ausdrucksvolle1 krftige ,mnnererscheinung aufgefat zu haben 7vergl4 ,abb4 #cg74 -- ,in nach oben spitz zulaufenden ,feldern1 die sich unter den ,anfngen des ,bogens1 welcher den ganzen ,aufbau des ,hochaltars abschlo1 befunden haben1 sind zwei ,heilige der ,entsagung1 denen beiden das ,jesuskind erscheint1 in ,halbfiguren dargestellt 7,abb4 #ch und #ci74 ,in dem einen ,bild steht das ,kind vor dem heiligen ,antonius von ,padua1 der es mit glhender ,innigkeit betrachtet1 auf dessen ,gebetbuch4 ,in dem anderen ruht es in den braunen ,hnden eines ,greises mit dem ,bettelsack1 des heiligen ,felix1 und streichelt dessen struppigen ,graubart4 ,auf beiden ,bildern leuchtet der ,kindeskrper wie das ,licht in der ,finsternis in der ,umgebung von ,braun und ,grau2 besonders schn auf dem letzgenannten1 in dem die wenigen ,tne wundervoll zusammengestimmt sind4 ,die einzelnen ,altarbilder aus der ,kapuzinerkirche bertreffen eins das andere an ,schnheit4 ,das grte derselben stellt die ,verkndigung ,marias dar1 ein kleineres die unbefleckte ,empfngnis1 ein anderes die ,klage um den ,leichnam ,christi2 sechs von bereinstimmender ,gre zeigen eine nochmalige ,darstellung der unbefleckten ,empfngnis1 die ,anbetung der ,hirten1 die ,weltentsagung des heiligen ,franciscus1 nochmals den heiligen ,antonius und den heiligen ,felix und die ,almosenspende des heiligen ,thomas von ,villanueva4 ,zu diesen neun groen ,gemlden kommt noch ein kleines ,juwel1 ein ,madonnenbildchen von kaum #fj ,centimetern im ,quadrat1 von dem die ,sage zu erzhlen wei1 ,murillo habe eine ,serviette vom ,etisch genommen1 um dasselbe darauf wie mit ,zauberhand entstehen zu lassen2 daher fhrt es den ,beinamen de la servilleta48 ,es ist nicht zu verwundern1 da sich an dieses mit glcklichster ,leichtigkeit geschaffene ,meisterwerk die ,vorstellung von etwas ,auergewhnlichem geheftet hat4 ,aus dem schwarzen ,hintergrund lst sich farbig das ,brustbild ,marias1 und von den ,armen der ,mutter aus streckt das leuchtend helle ,kind sich vor1 auf den ,beschauer zu4 ,das ,kind ist so krperhaft gemalt1 da es vor den ,rahmen herauszukommen scheint1 und seine groen ,augen sprechen so lebhaft1 als ob es einen gleich anreden wollte4 ,der ,blick des ,jesuskindes wird von dem ruhigen und milden ,blick ,marias begleitet4 ,es liegt etwas ,unbeschreibliches in dem ,bann dieser vier dunklen ,augen4 ,illustration3 ,abb4 #da4 ,die unbefleckte ,empfngnis4 ,aus der ,kapuzinerkirche1 jetzt im ,museum zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,in dem ,bild der ,verkndigung 7,abb4 #dj7 weicht die ,anordnung von der herkmmlichen ,weise1 an der auch ,murillo in seinen frheren ,behandlungen dieses ,gegenstandes festhielt1 dadurch ab1 da der ,himmelsbote der betenden ,jungfrau gerade von vorn entgegentritt1 so da diese ihn sieht1 ohne sich umzuwenden1 und sich dem ,beschauer in gerader ,seitenansicht zeigt4 ,hierin fand der ,knstler das ,mittel1 eine ungemein ansprechende ,schlichtheit in die ,gestalt ,marias zu legen4 ,gabriel senkt sich auf einer ,wolke aus der ,hhe herab1 wo1 von einem ,chor kleiner ,engel umgeben1 der heilige ,geist im ,lichtglanz schwebt4 ,auf den ,gru des ,himmelsboten richtet ,maria den ,kopf auf1 so da sie ihm gerade entgegensieht2 unwillkrlich erheben sich ihre ,hnde ber das ,gebetbuch1 auf dem sie ruhten4 ,der ,eindruck des ,bildes wird sehr wirkungsvoll gesteigert dadurch1 da durch die ,art der malerischen ,behandlung ,maria als ein irdisches ,wesen von fester ,krperhaftigkeit deutlich von den himmlischen ,lichtgestalten unterschieden wird2 ganz besonders kommt ihr feiner ,kopf durch seine ,wirklichkeitserscheinung gegenber der ,krperlosigkeit des zerflieenden ,lichtgewlks1 von dem er sich abhebt1 bedeutsam zur ,geltung4 ,ein ,meisterwerk ersten ,ranges ist die ,anbetung der ,hirten1 ein ,prachtstck von farbenreicher ,helldunkelwirkung4 ,der nchtliche ,himmel1 den man auerhalb des verfallenen ,stallgebudes sieht1 hellt sich unten im ersten ,morgengrauen auf4 ,von diesem schwachen1 farblosen ,lichtschimmer am ,rande des ,bildes nimmt eine zusammenhngende ,helligkeitsmasse ihren ,ursprung1 die sich mit stetig wachsender ,kraft in das ,bild hineinzieht3 das graue ,gemuer des eingestrzten ,eingangsbogens wird von einem geheimnisvollen ,lichtstrahl gestreift1 dann wird der brunliche ,kopf eines alten ,hirten von diesem ,himmelslicht voll beleuchtet1 und die ,helligkeit endigt mit der hchsten ,steigerung von ,licht und ,farbe in der ,krippe1 wo ,maria ihr feines1 zartes ,gesicht ber das in weien ,windeln auf gelbes ,stroh gebettete ,kind beugt2 an ihrer ,brust und ihren ,armen wird das vollfarbige ,rot und ,blau ihrer ,kleidung mit in das bernatrliche ,licht hineingezogen1 das auf dem ,kind seinen ,sammelpunkt hat4 ,im ,vordergrund bildet die aus einem ,mann1 einem ,knaben und einem halbwchsigen ,mdchen bestehende ,hirtengruppe eine dunkle ,masse von lebendig bewegten ,umrissen1 in welcher das von drauen kommende schwache ,dmmerlicht im ,widerstreit mit den von der ,krippe ausstrahlenden warmen ,reflexen die einzelnen ,formen auseinander hlt4 ,das sind prachtvolle andalusische ,bauersleute1 besonders schn das junge ,mdchen1 dessen ungekmmtes ,haar und brauner ,nacken sich von der blaugrauen ,dmmerung abheben4 ,joseph steht im ,halblicht an der ,mauer4 ,die oben im ,stall lagernde nachtschwarze ,finsternis wird durch die ,lichtgestalten zweier ,kinderengel unterbrochen1 die sich jubelnd in einer goldenen ,wolke tummeln4 ,ganz verschieden von dieser heiligen ,nacht ist das andere ,nachtstck1 welches die ,klage um den ,leichnam ,christi darstellt4 ,hier ist durch den ,verzicht auf jeden ,farbenzauber eine ergreifende ,stimmung erzielt4 ,wie schrille ,klagelaute wirken die grell und schroff in zerrissenen ,massen in das tiefschwarze ,dunkel gestreuten ,lichter1 welche uns vier ,gestalten zeigen3 die mit ausgebreiteten ,hnden zum ,himmel aufjammernde ,mutter1 den mit dem ,kopf auf ihrem ,schoe ruhenden1 auf ein weies ,tuch gebetteten heiligen ,leichnam und zwei weinende ,engelkinder4 ,fast keine andere ,farbe zwischen dem ,schwarz1 als ,wei und ,fleischtne2 denn die ,gewnder ,marias sind ganz dunkel4 ,die schwarze ,masse des ,hintergrundes ist eine ,felsenwand2 das erkennt man an einem ,stckchen ,umrilinie1 welches an einer ,seite vor einer schwach flimmernden ,andeutung der ,helligkeit1 durch welche sich am ,horizont der ,himmel von der ,erde abgrenzt1 sichtbar wird4 ,von den beiden ,bildern der ,immaculata zeigt das eine die ,jungfrau in halb kindlicher ,bildung1 von einer groen ,anzahl reizender kleiner ,engel umgeben1 von denen einige ,sinnbilder tragen1 eine ,lilie1 eine weie ,rose1 einen ,palmenzweig1 einen ,spiegel 7,abb4 #da74 ,auch in dem anderen1 das zunchst durch die auerordentliche ,einfachheit der ,linien1 mit der es komponiert ist1 auffllt1 ist ,maria mehr ,kind als ,jungfrau4 ,sie hat die beiden ,hnde nebeneinander auf die ,brust gelegt und blickt nach oben1 wo ,gott ,vater mit zum ,segen ausgebreiteten ,hnden erscheint1 als eine ,lichtgestalt in schimmerndem ,lichtduft1 dessen ,helligkeit die ,farben seiner ,gewnder berflutet4 ,englein1 wie aus ,lichtstoff gebildet1 umgeben den ,gott und fllen den ,raum bis zu dem lichten ,rand der ,wolke1 von welcher ,maria getragen wird2 je weiter sie sich herabsenken1 desto krperhafter wird ihre ,erscheinung4 ,unterhalb der ,wolke sieht man den ,erdball im ,dunklen liegen2 der hllische ,drache hat seine ,tatze darauf gelegt4 ,die ,ruhe in der ,haltung und in den ,umrissen ,marias1 deren ,gewnder sich kaum bewegen1 geben dem ,bild etwas eigentmlich ,feierliches2 auch das ,leben der ,engelchen ist von einer feierlichen ,ergriffenheit erfllt1 die nur bei einem der kleinen ,himmelskinder einem ,drange nach strkerer ,bewegung weicht 7,abb4 #db74 ,in der ,reihe von verschiedenen ,auffassungen1 die ,murillo seinen ,darstellungen der ,allerreinsten zu geben wute1 steht dieses ,werk an einem ,endpunkt1 der jenem viel lteren ,gemlde aus der ,franziskanerkirche1 wo alles von mchtiger ,bewegung durchdrungen ist und ,maria als eine reife ,gestalt von gttlicher ,erhabenheit erscheint1 gerade entgegengesetzt ist4 ,die kindliche ,gestalt ,marias in diesem ,bilde hat noch ein persnliches ,interesse4 ,die berlieferung behauptet1 ,murillo habe hier seine ,tochter abgemalt1 die sich dem ,klosterleben weihte4 ,wenn das wahr ist1 so wrde hier auch die ,andeutung der in den ,krallen des ,bsen liegenden ,welt eine besondere ,bedeutung haben4 ,illustration3 ,abb4 #db4 ,die unbefleckte ,empfngnis4 ,altargemlde aus der ,kapuzinerkirche1 jetzt im ,museum zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,die ,flucht des ,frommen aus der ,welt ist der ,gegenstand des ,gemldes1 welches den heiligen ,franz von ,assisi darstellt4 ,es ist eine ,allegorie4 ,das ,kreuz ,christi steht in einer wilden ,landschaft4 ,dunkle ,wolken verhllen den ,himmel2 man fhlt den rauhen ,wind1 welcher sie jagt4 ,franciscus1 in geflickter brauner ,kutte1 stt eine blaue ,kugel1 welche die ,welt bedeutet1 mit dem ,fue fort und umarmt den ,gekreuzigten1 der die rechte ,hand vom ,kreuze lst1 um damit den ,heiligen an seine blutende ,seite zu drcken4 ,es ist unmglich1 den ,gedanken mit tieferer ,empfindung auszusprechen4 ,auf die ,anbringung seiner niedlichen ,engelkinder hat ,murillo auch hier nicht ganz verzichtet4 ,neben dem ,kranz schweben zwei der kleinen ,wesen1 von denen das eine mit ernsthaftem und ergriffenem1 dabei aber doch ganz kindlichem ,gesicht das ,evangelienbuch hinhlt1 in dem die ,worte aufgeschlagen sind3 ,wer nicht allem entsagt1 was er besitzt1 kann nicht mein ,jnger sein48 ,das ,antoniusbild ist wieder eine neue ,abwandlung des schon so oft behandelten ,themas von dem ,jesuskind1 das die ,schar seiner ,engelgespielen verlt1 um dem ,mnch seine ,liebe zu bezeugen4 ,es ist ebenso innig empfunden und noch vollendeter in der malerischen ,wirkung wie jene lteren ,darstellungen4 ,in dem wunderbar ausdrucksvollen ,kopf dieses ,antonius hat ,murillo wieder mit der hchsten ,meisterschaft das lebenswahre ,charakterbild eines von der ,begeisterung der ,jugend erfllten ,ordensmannes gegeben4 ,den ,kapuzinern zuliebe1 die im ,gegensatz zu den brigen ,franziskanern den ,bart wachsen lassen1 hat er das ,gesicht des ,heiligen hier und in dem kleineren ,bild des ,hauptaltars mit einem ,anflug von ,bart versehen4 ,auch der heilige ,felix ist mit der ,erscheinung des ,jesuskindes dargestellt1 die ihm zu teil wird1 whrend er1 der ,arme1 ,nahrungsmittel zu noch rmeren trgt4 ,es ist ,nacht4 ,am ,horizont zeigt ein kleiner farbiger ,streifen den ersten ,beginn der ,morgenrte1 die im verschwimmenden ,dmmerlicht einen von ,bumen eingefaten endlos langen ,weg mehr ahnen als sehen lt4 ,auf dieser weiten ,strae ist der alte ,mann mit seinem ,bettelsack dahergekommen1 und nun sinkt er in die ,kniee vor dem ,wunder1 das ihn berrascht4 ,die ,finsternis des ,himmels ffnet sich1 ,englein schlagen einen ,wolkensaum auseinander1 und wie ein farbenprchtiges ,traumbild zeigt sich in einer ,flut von ,helligkeit die ,muttergottes1 mit dem ,antlitz das ,licht berleuchtend1 welches sie goldig umstrahlt4 ,sie neigt sich freundlich herab und legt das ,jesuskind auf die ,arme des ,alten1 der mit einem ,blicke namenloser ,dankbarkeit -- dieser ,ausdruck des ,greises ist unendlich verschieden von der ,glut des ,jnglings in dem ,antoniusbild -- zu ihr aufsieht1 und der nicht wagt1 seine derben ,finger auch nur an das weie ,tuch zu legen1 das dem zarten ,kindeskrper untergebreitet ist 7,abb4 #dc74 ,alle diese ,gemlde1 die so beraus mannigfaltig in der ,wirkung sind und von denen jedes einzelne ein ,wunder der ,malerei genannt werden kann1 bertrifft an ,gre und ,schnheit der malerischen ,wirkung das ,bild1 welches dem heiligen ,thomas von ,villanueva gewidmet ist4 ,illustration3 ,abb4 #dc4 ,der heilige ,felix von ,cantalicio4 ,altargemlde aus der ,kapuzinerkirche1 jetzt im ,museum zu ,sevilla4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,illustration3 ,abb4 #dd4 ,der ,apostel ,jakobus der ltere4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,thomas von ,villanueva 7 #aeee7 gehrte dem ,augustinerorden an2 auf den erzbischflichen ,stuhl von ,valencia berufen1 fuhr er fort wie ein armer ,mnch zu leben und wendete sein ganzes ,einkommen den ,armen zu4 ,als ,almosenspender ist er hier dargestellt4 ,er steht in einer schwarzen ,mnchskutte1 aber mit der weien ,bischofsmtze auf dem feinen1 vornehmen ,kopf und mit dem ,krummstab in der ,hand1 in einer ,renaissancekirche1 deren sonnig beleuchtete ,architektur in der ,tiefe des ,bildes einen lichtgrauen ,hintergrund bildet1 whrend vorn ,teile eines niedrigeren ,einbaus mit einer von einem roten ,vorhang umschlungenen ,sule in tiefem ,schatten liegen4 ,bettler aller ,art umdrngen den ,heiligen1 der von einem ,tischchen die zu verteilenden ,silberstcke nimmt4 ,eben reicht er eine ,mnze einem halbnackten ,lahmen1 der auf den ,knieen rutschend1 dem ,beschauer seinen prchtigen braunen ,rcken zeigt4 ,neben diesem hebt ein krnklicher ,junge in zerlumpten ,kleidern sein hliches ,gesicht mit dem stumpfen ,ausdruck des gewohnheitsmigen ,bettelns zu dem ,geber auf4 ,unter den weiter zurckstehenden ,armen fllt ein ,alter mit rotem ,kahlkopf auf1 der das empfangene ,geldstck dicht vor die blden ,augen hlt1 um dessen ,wert zu prfen4 ,ganz vorn sitzen im ,schatten1 durch scharfe ,randlichter von hinten beleuchtet1 ein paar ,kinder am ,boden1 ein ,mdchen und ein vergngter kleiner ,junge1 die mit der ,ruhe der ,gewiheit die ihnen zustehenden ,gaben erwarten4 -- ,in aufs feinste abgewogenen ,massen von ,hell und ,dunkel klingen die ,tne von ,schwarz1 ,grau1 sparsam verteiltem ,wei1 ,braun1 warmfarbigem ,fleisch und verschiedenen ,abstufungen von ,rot zu unbertrefflicher ,wirkung zusammen4 -- ,es wird berichtet1 ,murillo habe die fr die ,kapuzinerkirche gemalte ,almosenspende seine ,leinwand8 genannt1 um damit auszudrcken1 da er diese ,arbeit fr seine bestgelungene halte4 ,vom malerischen ,gesichtspunkt aus kann man hierin dem ,maler nur beipflichten4 ,im vorigen ,jahrhundert freilich bewunderte ,raphael ,mengs vor allen ,werken ,murillos einen ,apostel ,jakobus 7im ,madrider ,museum1 ,abb4 #dd71 vielleicht das einzige seiner ,bilder1 welches1 trotz des ,wertes des ,ausdruckes in dem ,kopf des nimmer rastenden und nimmer mden ,wanderers1 an einer gewissen akademischen ,langweiligkeit leidet4 ,heute aber drfte sich wohl kaum ein ,maler der ,ansicht verschlieen1 da die ,almosenspende des heiligen ,thomas von ,villanueva auch die berhmtesten ,schpfungen des ,meisters in ,bezug auf malerische ,vollendung berbietet4 ,illustration3 ,abb4 #de4 ,die ,heilung eines ,lahmen durch einen ,heiligen des ,augustinerordens 7,thomas von ,villanueva874 ,in der knigl4 ,pinakothek zu ,mnchen4 7,nach einer ,photographie von ,franz ,hanfstngl in ,mnchen47 ,illustration3 ,abb4 #df4 ,der heilige ,bernhard von ,clairvaux4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,die beiden aus der ,augustinerkirche geretteten ,gemlde des ,museums zu ,sevilla sind diesem ,bild sehr hnlich im ,ton und wetteifern mit demselben in der ,pracht der ,wirkung4 ,beide stellen den heiligen ,augustinus dar1 in ,anschauung von ,erscheinungen1 welche sich auf ,stellen aus den ,schriften des groen ,kirchenlehrers beziehen4 ,hier reicht derselbe sein flammendes ,herz dem ,jesuskind dar1 und dieses durchbohrt dasselbe mit dem ,pfeil der ,liebe4 ,dort offenbart sich ihm die heiligste ,dreifaltigkeit4 ,augustinus erscheint als ein schwarzbrtiger und schwarzlockiger ,mann in schwarzer ,tracht4 ,durch die ,dunkelheit seiner ,gesamterscheinung wird der auch in der ,malweise mit hchster ,vollendung durchgefhrte ,gegensatz verschrft zwischen dem irdischen ,wirklichen und den himmlischen ,gesichten4 ,das ,dreifaltigkeitsbild1 wo der ,heilige sich von den ,bchern und ,schriften1 ber denen er als grbelnder ,forscher sa1 pltzlich umwendet1 da ein aus den ,himmelschren herabgestiegenes ,engelkind seine ,schulter berhrt hat1 und nun in der fernsten1 hellsten ,tiefe eines berirdischen ,glanzes die ,dreieinigkeit schauend erkennt1 das ist vielleicht die groartigste unter den vielen ,farbendichtungen ,murillos1 welche ein ,hineintreten des ,gttlichen in den ,gesichtskreis eines ,sterblichen behandeln4 ,in die ,reihe der fr die ,augustinerkirche gemalten ,altarbltter gehrt vermutlich auch das ,prachtbild in der ,mnchener ,pinakothek1 welches die ,heilung eines ,lahmen durch einen mit der schwarzen ,kutte bekleideten ,heiligen darstellt 7,abb4 #de74 ,illustration3 ,abb4 #dg4 ,der heilige ,ildefons4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,illustration3 ,abb4 #dh4 ,bildnis des ,paters ,cavanillas4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,auch das ,pradomuseum zu ,madrid besitzt ein prchtiges ,augustinusbild1 das sich jenen ,verbildlichungen von ,aussprchen des ,heiligen anschliet4 ,augustinus1 hier mit einem goldgestickten bischflichen ,chormantel ber der schwarzen ,kutte bekleidet1 sieht zu gleicher ,zeit die ,erscheinung des gekreuzigten ,heilandes und der ,mutter ,maria1 welche von beiden ,seiten ,gnadenstrahlen nach seinem ,haupt hinstrmen lassen1 so da er in die ,mitte gestellt1 nicht wei1 wohin sich wenden48 ,tiefes ,schwarz und ,goldtne1 dunkles und lichtes ,grau und die duftig zarten ,fleischtne der ,engel1 dazu ein paar lebhafte ,farben in der ,gewandung ,marias und im ,futter des ,chormantels -- bilden auch hier einen wunderbaren ,farbenklang1 wenn auch die ,wirkung nicht bis zu dem ,mae von ,vollkommenheit abgerundet erscheint1 wie in den ,augustinusbildern des ,museums zu ,sevilla4 ,eine im ,pradomuseum befindliche ,vision des heiligen ,franz von ,assisi kann vielleicht einigermaen eine ,vorstellung davon gewhren1 wie ,murillo diesen ,gegenstand in dem abhanden gekommenen groen ,hauptbild der ,kapuzinerkirche behandelt hat4 ,franciscus kniet vor dem ,altar seiner ,kapelle ,portiuncula8 und sieht mit begeisterter ,andacht und staunendem ,entzcken auf die ,erscheinung von ,christus und ,maria1 die nebeneinander auf einer ,wolke thronen4 ,zum ,zeichen der ihm verliehenen besonderen ,gnade werfen die ,englein1 welche die ,erscheinung begleiten1 ,rosen auf ihn herab1 was den kleinen munteren ,wesen augenscheinlich groes ,vergngen bereitet4 ,wenn in diesem ,gemlde so starke ,mittel aufgeboten sind1 um die ,figuren herauszuheben1 da die ,haltung der malerischen ,gesamtwirkung darunter leidet1 so mu man sich dieses daraus erklren1 da das ,bild fr eine schlecht beleuchtete ,kirche bestimmt gewesen sein wird4 ,illustration3 ,abb4 #di4 ,die bende ,magdalena4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,diesen ,schilderungen himmlischer ,erscheinungen1 in denen ,murillo einzig war1 schlieen sich im ,madrider ,museum noch zwei sehr groe an4 ,dem heiligen ,bernhard1 dessen weie ,cisterzienserkleidung eine wieder ganz andersartige ,wirkung in das ,bild bringt1 erscheint ,maria mit dem ,jesuskind in seiner ,studierstube2 der ,kopf des ,kreuzzugpredigers -- eines ,eiferers -- gehrt in die ,reihe der meisterhaftesten ,charakterkpfe ,murillos 7,abb4 #df74 ,dem heiligen ,ildefons 7,erzbischof von ,toledo7 erscheint die ,muttergottes in der ,kathedrale und berreicht ihm ein himmlisches ,megewand 7,abb4 #dg74 ,unter den kleineren ,gemlden der ,pradosammlung aus der ,zeit von ,murillos grter ,meisterschaft mgen nur einige hervorgehoben sein1 die zugleich geeignet sind1 von der ,mannigfaltigkeit seiner ,darstellungsweise eine ,anschauung zu gewhren4 ,bildnisse hat ,murillo nur sehr selten gemalt4 ,hier ist dasjenige des ,barferpaters ,cavanillas 7,abb4 #dh71 das uns einen der charaktervollen spanischen ,mnchskpfe zeigt1 unter denen ,murillo1 mit allen befreundet1 seine ,modelle auswhlen durfte4 ,eine gesunde ,gesichtsfarbe1 braunes ,haar1 graubraune ,kutte1 eine graublaue ,luft1 deren ,ausdehnung eingeschrnkt wird durch ein ,stckchen graugrnes ,hochland und das saftige ,grn einer kletternden ,rebe am ,bildrand3 das sind die ,bestandteile1 aus denen sich eine feine und zugleich krftige ,farbenharmonie zusammensetzt4 ,diese im wesentlichen auf dem ,gegensatz von ,braun und ,blau beruhende ,farbenstimmung erscheint in der denkbar hchsten ,schnheit in einem unter ,lebensgre ausgefhrten ,bild des heiligen ,franz von ,paula4 ,der alte ,einsiedler1 ein schlichter ,mann mit treuherzigem ,greisenkopf1 in eine dunkelbraune ,kutte gekleidet1 kniet betend im freien ,feld1 den ,kopf mit einer fr alte ,leute bezeichnenden ,seitenbewegung nach oben gewendet1 die ,hnde auf die ,krcke des ,wanderstabs gelegt4 ,er ist wohl auf der weiten ,reise zu dem franzsischen ,knig ,ludwig ,,xi begriffen1 der ihn zu sich berief4 ,weithin dehnt sich die bergige ,landschaft aus1 in der ,ferne duftig verschwimmend4 ,darber spannt sich ein dunkelblauer sdlicher ,himmel aus1 den weie ,sommerwolken durchziehen4 ,dieses mit der grten ,leichtigkeit und ,schnelligkeit gemalte ,bild entfaltet in seiner auerordentlichen ,einfachheit einen ,farbenreiz1 der es neben die besten ,schpfungen des ,meisters stellt4 ,ganz anders gestimmte1 weichere ,farbentne im ,verein mit einer sehr krftigen1 ,licht und ,schatten scharf voneinander scheidenden ,beleuchtung verleihen dem ,bild der ,berin ,magdalena 7,abb4 #di7 einen eigentmlich fesselnden ,reiz4 ,die ,gestalt hebt sich von einem lichtlosen grauen ,felsen ab4 ,das ,fleisch leuchtet in einem feinen ,silberton so hell1 da die weien ,bltter des aufgeschlagenen ,buches kaum mehr ,licht haben1 in den ,schatten spielen warmgoldige ,reflexe2 das ber ,schultern und ,brust herabwallende ,haar ist dunkelblond2 an den ,knieen wird ein ,stck von der grauen ,fellbekleidung sichtbar2 darber ist ein ,gewand von rtlich-violetter ,farbe geschlagen1 einer ,farbe1 welche den gelben ,totenschdel durch die ,kraft des geraden ,gegensatzes hervorhebt4 ,eine ergreifende ,stimmung liegt in dem ,bild des ,gekreuzigten 7,abb4 #ej74 ,der ,gedanke -- den ,drer vielleicht als einer der ersten hatte --1 die ,gestalt des ,heilands am ,kreuz ganz allein1 ohne ,bezugnahme auf den geschichtlichen ,hergang1 ganz hell auf ganz dunklem ,grunde1 als das ,licht in der ,finsternis zu malen1 wurde im ,,xvii4 ,jahrhundert sehr hufig verwertet4 ,aus dem ,bilde ,murillos spricht ein viel tieferes1 aufrichtigeres ,gefhl1 als aus den berhmten ,gemlden von ,rubens und van ,dyck4 ,das malerisch ,eigenartige liegt darin1 da innerhalb des starken ,gegensatzes von ,hell und ,dunkel die ,farbentne in einer weichen ,stimmung gehalten sind4 ,auch die malerische ,behandlung ist1 unbeschadet der ,bestimmtheit der ,formen1 ganz weich4 ,das ,dunkel des schwarzgrauen ,himmels ist an zwei ,stellen farbig belebt3 unten lagert ein fahler1 gelblicher ,schein ber dem ,horizont1 und oben flimmert eine unbestimmte bluliche ,helligkeit um den rechten ,arm und die ,schulter des ,erlsers4 ,illustration3 ,abb4 #ej4 ,christus am ,kreuz4 ,im ,museum des ,prado zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,ein groer ,farbenreichtum1 in ganz heller1 freundlicher ,stimmung zusammengehalten1 zeichnet das ,bild aus1 welches den beliebten ,gegenstand der ,unterweisung der heranwachsenden ,jungfrau ,maria durch ihre ,mutter behandelt 7,abb4 #ea74 ,die heilige ,mutter ,anna trgt ein brunliches ,kleid1 das1 unten und an den rmeln aufgeschlagen1 sein grnes ,futter und ein graues ,unterkleid sehen lt2 ber ihrem ,scho liegt ein dunkelgelber berwurf1 und ein dnnes ,schleiertuch von heller1 gelblich-grauer ,farbe umrahmt das wohlwollende ltliche ,gesicht4 ,der ,schemel1 auf dem sie sitzt1 ist mit einem roten1 goldverzierten ,kissen belegt4 ,ein neben ihr stehender groer ,arbeitskorb1 aus dem zwischen weiem ,leinen ein gelblich-rotes ,nhkissen hervorsieht1 bekundet1 da ber dem ,religionsunterricht die husliche ,arbeit nicht vernachlssigt wird4 ,die kleine ,maria1 die mit so klugen ,kinderaugen fragt und so verstndig und aufmerksam auf die freundlich gegebene ,belehrung horcht1 trgt ein helles ,kleid von jener rtlich-violetten1 ins ,gelblichweie schillernden ,farbe1 die ,murillo schon in frheren ,bildern gern anwendete2 das ber ihren ,arm geschlagene und auf den ,boden herabhngende ,tuch ist krftig blau2 das ,kleid und das lichtbraune ,haar ist nach der ,sitte von ,murillos ,zeit mit roten ,schleifchen geschmckt4 ,die ,englein1 welche in einem goldumsumten ,nebel ber das ,gelnder der ,hausterrasse hereinflattern1 sind rosig-goldige ,duftgebilde2 in dem ,gewandstreifchen und den ,flgeln kehren auch hier ein paar kleine lebhafte ,farben wieder1 rosa und blau4 ,der ,kranz aus weien und roten ,rosen1 den die ,englein dem ,kind aufsetzen1 bedeutet die ,freuden und ,schmerzen1 welche der zuknftigen ,mutter des ,erlsers bevorstehen4 ,illustration3 ,abb4 #ea4 ,die heilige ,anna mit der ,jungfrau ,maria4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #eb4 ,die ,kinder ,jesus und ,johannes4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,die ,krone von allen ,gemlden ,murillos im ,pradomuseum ist das entzckende ,kinderbild1 welches unter dem ,namen3 ,die ,kinder mit der ,muschel8 bekannt ist 7,abb4 #eb74 ,der kleine ,johannes kniet am ,ufer eines ,baches vor dem kleinen ,jesus1 der ihm aus einer ,muschelschale ,wasser zu trinken gibt -- eine sinnbildliche ,darstellung in dem ,gewande kindlichen ,spiels4 ,das ganze ,bild ist ,licht und ,duft4 ,alles schimmert in einem leuchtenden ,goldton1 der auch die ihm scheinbar widerstreitenden ,tne -- das rtliche ,violett des ,mntelchens1 das um die ,hften des ,christuskindes geschlungen ist1 und das unter der ,engelwolke sichtbar werdende ,lichtblau der ,luft -- zart berhaucht und wie ein durchsichtiges ,geflimmer vor den ,dunkelheiten liegt4 ,es ist ein malerischer ,reiz von unendlicher ,feinheit1 der die liebliche ,darstellung verklrt4 ,illustration3 ,abb4 #ec4 ,die unbefleckte ,empfngnis4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 ,illustration3 ,abb4 #ed4 ,die unbefleckte ,empfngnis4 ,im ,pradomuseum zu ,madrid4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ee4 ,die unbefleckte ,empfngnis4 ,im ,museum des ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,originalphotographie von ,braun1 ,clment ,cie4 in ,dornach i4 ,e4 und ,paris47 ,am weitesten berhmt ist ein ,bild der unbefleckten ,empfngnis1 das am sptesten entstandene unter vier an ,reizen sich gegenseitig berbietenden ,gemlden des gleichen ,inhalts1 die im ,pradomuseum vereinigt sind4 ,von diesen vier ,bildern weicht eines 7,abb4 #ec7 durch die ungewhnliche ,fassung in eine ,halbfigur von den sonstigen ,darstellungen ab2 der ,kopf1 mit sehr heller1 rosiger ,haut und dunkelbraunem ,haar1 gleicht hier demjenigen in ,sevilla1 das als ,bildnis der ,tochter des ,meisters bezeichnet wird4 ,ein anderes1 das in verhltnismig krftigen ,farben gehalten ist1 zeigt die ,jungfrau in noch kindlicherer ,bildung als ein etwa zwlfjhriges1 blondhaariges und braunugiges ,mdchen1 das mit gefaltet vorgestreckten ,hnden in einem ,kranz von entzckenden ,englein schwebt4 ,das dritte1 in kleinerem ,mastab ausgefhrt1 ist diesem in der ganzen ,anordnung und in der ,hauptfigur hnlich1 besitzt aber in seiner weicheren ,stimmung mit den in den goldigen ,schein nur hingehauchten ,lichtgebilden der ,cherubimkpfchen und den wie hingestreute ,rosen wirkenden ,engelkindern auf der von ,goldlicht durchschimmerten ,wolke einen noch feineren ,farbenreiz4 ,jenes am meisten gefeierte 7,abb4 #ed7 ist das duftigste von allen4 ,das sonnig lichte ,gewlk ist mehr blulich als grau1 nur im ,schatten der ,untersicht wird es dunkelgrau4 ,der die ,gestalt der ,jungfrau umgebende ,goldton reicht nicht weiter hinauf1 als das ,blau des ,mantels1 zu dem er in einer ebenso feinen ,gegensatzwirkung steht1 wie unten das warme ,fleisch der ,engel zu dem khlen ,ton der ,wolke2 der ,kopf ,marias hebt sich mit seinem blonden ,haar gegen einen blulich-weien leuchtenden ,strahlenschein ab4 hnlich wie in jenem ,bild aus der ,franziskanerkirche zu ,sevilla geht ein ,zug der ,aufwrtsbewegung durch das ,bild4 ,aber nicht auf gttliche ,hoheit1 sondern auf die ,entfaltung der hchsten ,anmut und ,holdseligkeit hat der ,knstler hier den ,hauptwert gelegt4 ,dieser ,kopf ist das ,vollkommenste1 was ,murillo sich von jungfrulicher ,frauenschnheit denken konnte4 ,marias ,blicke sind nach der ,hhe der ,unendlichkeit gerichtet1 sie schaut das ,ewige1 ,unbegreifliche4 ,ein geheimnisvoller ,schauer durchbebt ihre ,gestalt1 ihre ,hnde pressen sich auf der ,brust bereinander4 ,dieses ,kreuzen der ,hnde ber der ,brust pat zu dem ,aufwrtsschauen1 wie zu dem demtigen ,senken der ,augen die gefalteten ,hnde4 ,illustration3 ,abb4 #ef4 ,jesus und ,maria mit ,elisabeth und ,johannes4 ,im ,museum des ,louvre zu ,paris4 ,illustration3 ,abb4 #eg4 ,madonna4 ,in der ,sammlung des ,palastes ,pitti zu ,florenz4 7,nach einer ,photographie von ,g4 ,brogi in ,florenz47 ,illustration3 ,abb4 #eh4 ,die ,jungfrau mit dem ,rosenkranz4 ,in der ,dulwichgalerie in ,london4 7,nach einer ,photographie von ,gray ,davies in ,bayswater47 ,die ,entstehungszeit dieses ,gemldes lt sich mit ziemlicher ,sicherheit danach bestimmen1 da der ,kopf ,marias eine groe hnlichkeit besitzt mit dem ebenso berhmten ,bild im ,louvre1 welches ,murillo im ,jahre #afhg malte 7,abb4 #ee74 ,nur ist das ,blond des ,haares hier dunkler1 entsprechend der krftigeren ,stimmung des ganzen1 bedeutend umfangreicheren ,gemldes4 ,der ,goldschein ist hier weit ausgedehnt1 er tritt wolkig aus dem umgebenden ,himmelsblau hervor1 verdichtet sich unter den ,fen ,marias zu einer krperhaften ,wolke1 die rechts ihren tiefen ,schatten hat1 und verflchtet sich nach unten links zu einem blau-silberigen ,dunstschleier4 ,in der ,gestalt ,marias ist hier weniger ,bewegung4 ,die ,jungfrau ist in feierlicher ,ergriffenheit in die ,anschauung der ,gottheit verloren4 ,um so lebendiger ist die ,bewegung in der endlosen ,schar der ,engelchen1 die sie mit festlichem ,jubel umschwrmen4 -- ,murillo malte dieses ,bild1 eines seiner letzten ,werke1 fr ein ,hospital zu ,sevilla4 ,bei der ,ausraubung der ,klster im ,jahre #ahaj nahm ,marschall ,soult1 der ein gutes ,kunstverstndnis gehabt haben mu1 dasselbe fr sich in ,beschlag4 ,bei der ,versteigerung von dessen ,nachla im ,jahre #aheb erwarb ,napoleon das ,bild um den ,preis von #faecjj ,francs fr die ,louvresammlung4 ,seit den ,zeiten1 wo rmische ,csaren abenteuerliche ,summen aufwendeten1 um die alten ,meisterwerke hellenischer ,kunst aus dem ,besitz griechischer ,stdte und ,tempelgemeinden in die kaiserlichen ,sammlungen der ,welthauptstadt zu bringen1 war es nicht mehr vorgekommen1 da fr ein ,gemlde eine so hohe ,summe verausgabt wurde4 ,in unseren ,tagen sind freilich schon zweimal noch hhere ,preise bezahlt worden 7fr ,meissoniers ,krassiere und ,millets ,abendluten74 ,illustration3 ,abb4 #ei4 ,madonna1 zubenannt mit dem ,wickelband 7de la faja74 ,im ,besitz des ,prinzen ,don ,antonio zu ,madrid4 7,nach einer ,photographie von ,j4 ,laurent ,cie4 in ,madrid47 ,das ,louvremuseum besitzt noch ein anderes groes ,meisterwerk ,murillos1 welches der ,immaculata mindestens ebenbrtig ist4 ,dasselbe fhrt in sehr unzutreffender ,weise die ,bezeichnung einer heiligen ,familie2 es ist vielmehr eine ,verbildlichung der heiligen ,dreifaltigkeit 7,abb4 #ef74 ,jesus ,christus steht als ,kind auf dem ,schoe ,marias und nimmt das ,zeichen seines ,opfertodes aus der ,hand des kleinen ,vorlufers1 den seine ,mutter ,elisabeth begleitet1 entgegen4 ber dem ,jesuskind schwebt der heilige ,geist in ,gestalt einer ,taube1 und ganz oben breitet ,gott ,vater segnend die ,arme aus4 ,durch die ,schnheit des khlen1 leuchtenden ,gesamttons1 innerhalb dessen sich die reichste ,farbenwirkung entfaltet1 gehrt dieses ,bild zu den malerisch vollkommensten ,schpfungen ,murillos4 ,in der ,reihe der vorzglichsten ,werke des ,meisters steht noch eine ,anzahl von ,madonnenbildern1 die nach verschiedenen ,orten zerstreut worden sind4 ,italien besitzt neben der bereits erwhnten ,corsinimadonna in ,rom 7,abb4 #cf7 das schne1 schwermtige1 mit krftigen ,farben aus tiefdunklem ,grunde hervortretende ,marienbild des ,pittipalastes zu ,florenz 7,abb4 #eg72 ,england das herrliche ,rosenkranzbild der ,dulwichgalerie1 das die ,jungfrau mit dem ,kinde1 erhaben und holdselig zugleich1 in lichter ,wolkenhhe thronend zeigt 7,abb4 #eh72 ,holland eine nicht minder liebenswrdige ,madonna in der kniglichen ,gemldesammlung im ,haag4 ,vielleicht das allerschnste aber von ,murillos ,madonnenbildern ist das frher im ,palast ,san ,telmo 7,montpensier7 zu ,sevilla1 jetzt im ,besitz des ,prinzen ,anton von ,orlans-,bourbon befindliche ,gemlde1 welches unter dem ,namen ,die ,jungfrau mit dem ,wickelband 7de la faja78 bekannt ist 7,abb4 #ei74 ,maria ist hier als die irdische ,mutter aufgefat4 ,sie ist damit beschftigt1 das auf ihrem ,schoe liegende ,kind mit ,windeln zu umhllen2 neben ihr liegt das ,wickelband4 ,aber zu den ,seiten der so anmutig menschlichen ,mutter spielen himmlische ,engel dem ,kind auf ,laute und ,geige das ,schlummerlied1 und kleine ,cherubim schauen vergngt aus den ,wolken herab4 ,murillo hatte das sechzigste ,lebensjahr berschritten1 als er sich entschlo1 einem von auswrts an ihn gerichteten ,ersuchen zu entsprechen und die ,ausfhrung der ,hochaltargemlde in der ,kapuzinerkirche zu ,cadiz zu bernehmen4 ,es war1 soviel man wei1 das erste und einzige ,mal seit der ,jugendreise nach ,madrid1 da er seine ,heimat verlie4 ,dieses ,altarwerk ist unzerstrt geblieben2 es befindet sich in der an einem ,platz an der ,see gelegenen ,kirche des jetzt in ein ,irrenhaus umgewandelten ,klosters an seiner ursprnglichen ,stelle4 ,man kann sich nach ihm eine ,vorstellung davon machen1 wie das allerdings aus einer greren ,anzahl von ,gemlden zusammengesetzte ,altarwerk zu ,sevilla sich aufgebaut hat4 ,es sind sechs ,bilder1 welche1 durch ,rahmen voneinander getrennt1 die ganze ,wand oberhalb des ,altartisches ausfllen4 ,ein groes viereckiges ,mittelbild ragt bis weit in den ,rundbogen hinein1 mit welchem die ,wand unter das ,gewlbe tritt2 da die ,kirche auf den ,namen der heiligen ,katharina geweiht ist1 wurde hierfr der ,stoff aus deren ,legende gewhlt4 ,der ber diesem ,bild verbleibende1 oben von einem ,bogenabschnitt begrenzte ,raum enthlt eine ,darstellung von ,gott ,vater1 der segnend zwischen ,engeln erscheint4 ,die seitlichen ,felder1 jedes ungefhr halb so breit wie das ,mittelstck1 sind an der ,stelle quer geteilt1 wo die uere ,gesamteinfassung aus der ,senkrechten in die ,rundung des ,bogens bergeht4 ,in den unteren1 hohen viereckigen ,abschnitten sind einerseits der heilige ,joseph mit dem ,kinde ,jesus1 andererseits der heilige ,franciscus mit dem gekreuzigten ,heiland dargestellt4 ,in den oberen1 von der ,linie des ansteigenden ,bogens in die ,gestalt eines unregelmigen ,dreiecks gebrachten ,abschnitten erscheinen die ,erzengel ,michael und ,raphael1 dieser ein ,kind geleitend1 jener den bsen ,feind niedertretend4 -- ,murillo begann das ,werk mit dem ,hauptbild4 ,den ,inhalt desselben gab die fr bildliche ,darstellungen sehr beliebte ,erzhlung der mittelalterlichen ,legende1 wie der alexandrinischen ,jungfrau1 nachdem sie das ,christentum angenommen1 das ,jesuskind erscheint1 um ihr durch ,anstecken eines ,ringes zu erklren1 da sie nunmehr seine ,braut geworden sei4 ,der ,meister hat hier wieder eines seiner zauberhaftesten ,lichtgedichte geschaffen1 gro und lieblich4 ,in einen hohen ,sulenbau flutet ein aus dem dunkelgoldigen in einen hellsilberigen ,ton bergehender ,lichtnebel1 angefllt mit krperlosen ,englein1 und entwickelt sich unten1 dicht ber dem ,marmorboden der ,halle1 zu einer ,wolke1 auf welcher die ,jungfrau ,maria mit dem gttlichen ,kinde sitzt4 ,das helle und doch krftige ,rot und ,blau ihrer ,kleidung heben sich prchtig ab von dem ,silberton und verbinden sich mit dem ebenso krftigen ,gelb der ,gewandung eines hinter ihr stehenden ,engels zum vollen ,dreiklang der ,hauptfarben4 ,den ,helligkeitsmittelpunkt des ,gemldes bildet das ,jesuskind1 vor dem ,katharina1 liebenswrdig mdchenhaft in ,haltung und ,ausdruck1 kniet und ihm die ,hand entgegenhlt4 ,die junge ,heilige trgt ein weies1 lilafarbig schillerndes ,kleid und einen ,mantel von ,goldbrokat4 ,groe ,engel mit farbigen ,gewndern und ,fittichen -- in den ,kpfen ,abbilder andalusischer ,mdchen -- stehen auf beiden ,seiten4 ,aus dem ,lichtgewlk lsen sich1 etwas krperhafter hervortretend als ihre ,gefhrten1 zwei allerliebste ,kinderengel1 welche ber ,katharina die ,blumenkrone der ,jungfrulichkeit und den ,palmenzweig des ,mrtyrertums halten4 ,fremdartig und hart stehen in dem zarten ,duft des ,gemldes zwei andere ,kinderengel1 welche den auf den ,fuboden herabhngenden ,mantel ,marias aufheben3 hier hat eine fremde ,hand ergnzt1 was der ,meister selbst nicht mehr malen konnte4 ,murillo zog sich1 als das ,hauptbild bis auf weniges fertig war1 durch einen ,sturz vom ,gerst derartige ,verletzungen zu1 da er die ,arbeit aufgeben und sich nach ,sevilla zurckbringen lassen mute4 ,die ,vollendung des ,altarwerkes in ,cadiz blieb ,schlerhnden berlassen4 ,sicher lagen zu den ,nebenbildern ,entwrfe und ,farbenskizzen von der ,hand des ,meisters vor4 ,der ,schler1 der sie ausfhrte1 hat sich auch redlich bemht1 seine ,malerei nach der ,harmonie des ,mittelbildes zu stimmen2 in den beiden unteren ,bildern hatte auch vielleicht der ,meister schon den ,ton angegeben4 ,aber trotzdem lt der unendlich weite ,abstand zwischen der eigenhndigen und der ,schlerarbeit sehr deutlich sehen1 wie unmglich es fr einen anderen -- mochte derselbe noch so vertraut sein mit dem ,handwerksverfahren des ,meisters -- war1 sich in dessen feine ,farbenempfindung hineinzufhlen4 ,murillo erwartete den ,tod4 ,in seiner ,pfarrkirche zum heiligen ,kreuz -- in der ,nhe der ,kathedrale -- sa er manchmal stundenlang vor dem ,altar einer ,kapelle1 in welcher ihm das ,grab bereitet werden sollte1 und betrachtete das alte ,bild ber dem ,altar4 ,dieses ,bild ist noch vorhanden1 es befindet sich jetzt in der groen ,sakristei der ,kathedrale4 ,es ist ein im ,jahre #aedh gemaltes ,werk des ,brsseler ,meisters ,peter von ,kempen1 den die ,spanier ,piedro ,campaa nannten1 eine lebensgroe ,darstellung der ,kreuzabnahme2 ein1 trotz der ,aufnahme italienischer ,formengebung1 in der ,farbe noch ganz altflandrisch empfundenes ,bild1 malerisch1 stimmungsvoll und ergreifend1 ganz dazu angethan1 da ein ,maler sich in seinen ,anblick vertieft4 ,die altertmliche ,malweise und die ganze ,auffassung des ,niederlnders1 der auch in der ,zeichnung des ,christuskrpers noch an der harten ,formensprache seiner ,vorfahren festgehalten hat1 sind ja von der ,art und ,weise ,murillos so verschieden wie nur mglich4 ,aber in einem mute ,murillo eine ,geistesverwandschaft fhlen3 in der ,wahrhaftigkeit1 mit welcher der alte ,maler1 noch nicht angekrnkelt von der ,knstelei und ,berechnung des ,manierismus1 ,selbstempfundenes und in tiefster ,seele ,empfundenes in seiner eigenen ,ausdrucksweise ehrlich ausspricht4 ,auch ,murillo hat in seinen ,bildern frisch vom ,herzen weg gesprochen2 was er an himmlischen ,wundern und ,erscheinungen in seinem ,innern gestaltete1 bis es wie ein ,lebendiges vor seinem geistigen ,auge stand1 hat er mit derselben ,ehrlichkeit abgemalt1 mit der er die ,erscheinungen der ,wirklichkeit1 die sein ,malerauge reizten1 wiedergab4 ,diese knstlerische ,wahrhaftigkeit ist das ,geheimnis1 welches die ,wrdigung der ,werke ,murillos unabhngig macht von den ,zuflligkeiten der ,zeit1 des ,landes und der religisen ,richtung1 welcher sie angehren1 und zwar voll und ganz angehren4 ,auf die ,frage1 warum er sich von jenem ,bild nicht trennen knne1 antwortete ,murillo1 er wolle warten1 bis die heiligen ,mnner dort den ,heiland heruntergelassen htten4 ,er wartete darauf1 da die ,arme des ,erlsers1 die in dem ,bilde sich ausgebreitet vom ,kreuz herabsenken1 ihn umfangen sollten4 ,er starb am #c4 ,april #afhb4 ,die ,stadt ,sevilla hat ihm vor der ,kunstakademie1 die von ihm begrndet wurde und die das ,museum einschliet1 welches seine besten ,werke bewahrt1 ein stattliches ,standbild errichtet4 ,sein ,grab ist verschwunden2 es ist mit der alten ,pfarrkirche zum heiligen ,kreuz ein ,opfer der ,verwstungen des ,jahres #ahaj geworden4