,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #ahie erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,ungewhnliche und altertmliche ,schreibweisen bleiben gegenber dem ,original unverndert2 fremdsprachliche ,zitate wurden nicht korrigiert4 ,einige ,abbildungen wurden zwischen die ,abstze verschoben und zum ,teil sinngem gruppiert1 um den ,textfluss nicht zu beeintrchtigen4 ,besondere ,schriftschnitte wurden in der vorliegenden ,fassung mit den folgenden ,sonderzeichen gekennzeichnet3 fett3 ,gleichheitszeichen gesperrt3 ,pluszeichen ,antiqua3 ,tilden ,liebhaber-,ausgaben ,illustration ,knstler-,monographien von ,h4 ,knackfu ,professor an der ,k4 ,kunstakademie zu ,kassel ,,iv ,michelangelo ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahie ,michelangelo ,von ,h4 ,knackfu ,mit #gh ,abbildungen von ,gemlden1 ,skulpturen und ,zeichnungen ,zweite ,auflage ,illustration ,bielefeld und ,leipzig ,verlag von ,velhagen ,klasing #ahie ,druck von ,fischer ,wittig in ,leipzig4 ,illustration3 ,michelangelo ,buonarroti4 ,bildnis von unbekannter ,hand 7angebliches ,selbstbildnis7 in der ,uffiziengalerie zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration ,michelangelo4 ,lodovico1 ,leonardos ,sohn1 ,buonarroti ,simoni1 der ,spro eines alten ,florentiner ,adelsgeschlechts1 wurde im ,herbst #adgd von der ,republik ,florenz1 deren ,oberhaupt damals ,lorenzo de' ,medici war1 mit dem ,amt eines ,podest -- ,brgermeisters und ,richters -- von ,castello di ,chiusi und ,caprese betraut4 ,whrend dieser seiner ,amtszeit1 die auf ein halbes ,jahr bemessen war1 schenkte ihm seine ,gattin ,francesca den zweiten ,sohn1 worber er folgenden ,vermerk in das ,familienbuch eintrug3 ,ich bekunde1 da heute am #f4 ,mrz #adgd mir ein ,kind mnnlichen ,geschlechts geboren worden ist2 ich habe ihm den ,namen ,michelagnolo gegeben2 er ist geboren am ,montag ,morgen gegen vier oder fnf ,uhr1 whrend ich ,podest von ,caprese bin1 und in ,caprese ist er geboren4 ,paten waren die unten ,genannten4 ,er wurde getauft am achten desselben ,monats in der ,kirche ,s4 ,giovanni zu ,caprese4 7,es folgt die ,nennung der ,taufzeugen1 neun an der ,zahl47 ,ich bemerke1 da es der #f4 ,mrz #adgd nach ,florentiner ,rechnung ab incarnatione ist1 nach rmischer ,rechnung a nativitate ist es #adge48 ,der ,geburtstag ist demnach auch nach unserer ,zeitrechnung der #f4 ,mrz #adge4 ,der ,florentiner ,kalender begann das ,jahr mit dem ,tage der ,menschwerdung des ,herrn 7#be4 ,mrz71 der rmische mit dem ,tage der ,geburt des ,herrn2 der ,gebrauch1 nicht den ersten1 sondern den achten ,tag nach der ,christnacht als ,anfangstag des ,jahres zu betrachten und so die christliche ,zeitrechnung mit dem altrmischen ,kalender in bereinstimmung zu bringen1 kam erst im ,,xvii4 ,jahrhundert zu allgemeiner ,durchfhrung4 ,zu der ,schreibweise des ,namens ,michelagnolo ist zu bemerken1 da dieselbe auf der ,aussprache des ,wortes angelo in alter ,florentiner ,mundart beruht4 ,nach der ,sitte der ,zeit wurde dem ,knaben das ,horoskop gestellt2 man fand1 da er unter verhngnisvollem und glcklichem ,stern geboren sei1 und las aus der ,stellung der ,gestirne1 da man von seiner ,hand und von seinem ,geiste wunderbare und staunenswrdige ,dinge erwarten drfe4 ,als die ,amtszeit ,lodovicos abgelaufen war1 kehrte er nach ,florenz zurck und lebte zeitweilig auf seiner in der ,nhe der ,stadt1 in dem ,dorfe ,settignano gelegenen ,besitzung4 ,hier bekam der kleine ,michelangelo als ,amme eine ,steinmetzenfrau1 die auch ,tochter eines ,steinmetzen war2 darum sagte er im ,alter scherzweise zu seinem ,schler und ,lebensbeschreiber ,vasari1 er habe die ,bildhauerkunst mit der ,ammenmilch eingesogen4 ,als ,michelangelo heranwuchs und eine gelehrte ,schule besuchte1 benutzte er jeden freien ,augenblick zum ,zeichnen4 ,diese ,nebenbeschftigung wurde anfnglich vom ,vater heftig getadelt2 nachdem derselbe aber von der ,unwiderstehlichkeit des knstlerischen ,dranges1 welcher ,michelangelo erfllte1 sich berzeugt hatte1 beschlo er1 diese ,neigung fruchtbar zu machen und seinen ,sohn in der ,malerei ausbilden zu lassen4 ,so schlo ,lodovico ,buonarroti am #a4 ,april #adhh mit ,domenico ,ghirlandajo1 dem trefflichsten ,maler von ,florenz -- damals unbestritten der ersten ,kunststadt ,italiens -- und mit dessen ,bruder ,david einen ,vertrag1 wonach ,michelangelo bei ihnen in dreijhriger ,lehrzeit die ,malerei erlernen sollte2 fr die ,dienste1 welche er seinen ,meistern in dieser ,zeit leisten wrde1 sollte er eine ,vergtung von #bd ,gulden oder #if ,lire 7 ungefhr #afe ,mark7 bekommen4 ,in den ,lebensbeschreibungen ,michelangelos1 welche von ,vasari und von ,condivi -- gleichfalls einem seiner ,schler -- herausgegeben wurden1 ist mancherlei erzhlt von den ,proben ungewhnlicher ,begabung1 durch welche der dreizehnjhrige ,michelangelo das ,staunen seines ,lehrers und seiner ,mitschler erregte4 ,besondere ,bewunderung fand auch auerhalb der ,werkstatt eine gemalte ,nachbildung des berhmten ,kupferstichs von ,martin ,schongauer1 welcher den heiligen ,einsiedler ,antonius darstellt1 wie er von ,teufeln in der ,luft umhergezerrt wird4 ,wie der deutsche ,meister die tierischen ,formen1 in welche er die ,teufelsgestalten kleidete1 mit gewissenhafter ,sorgfalt nach der ,natur gezeichnet hatte1 so studierte der junge ,michelangelo auf dem ,fischmarkte die ,farben der ,schuppen1 der ,flossen und der ,augen verschiedener ,fische1 um die naturgetreuen ,formen mit einer entsprechenden ,naturtreue der ,farben bemalen zu knnen4 ,diese bis ins kleinste gehende ,gewissenhaftigkeit des ,naturstudiums war ein ,zug der ,zeit1 und sie entsprach wohl so recht dem ,geiste1 der in ,ghirlandajos ,werkstatt lebte4 ,eine ,zeichnung nach dem ,wirklichen war es auch1 durch welche ,meister ,domenico zu der uerung hingerissen wurde1 da der ,lehrling mehr verstehe als er selber3 ,michelangelo hatte1 als ,ghirlandajo an dem ,freskenschmuck von ,s4 ,maria ,novella arbeitete1 das ,malergerst mit einigen darauf beschftigten ,gehilfen naturgetreu abgezeichnet4 ,die ,geschicklichkeit seiner ,hand bte der junge ,maler1 indem er ,kupferstiche alter ,meister ,strich fr ,strich bis zur ,erzielung einer vollkommenen ,tuschung mit der ,feder nachbildete4 ,von der erstaunlichen ,gewandheit in der ,handhabung der ,zeichenfeder1 die sich ,michelangelo auf diese ,weise erwarb1 machte er bei der ,ausfhrung seiner ,studien und ,einflle gern ,gebrauch4 ,es giebt ,federzeichnungen von ihm1 in denen eine unvergleichliche ,durchbildung der ,formen erreicht und in denen der ,weg gleichsam vorgezeichnet ist1 auf welchem die ,kupferstecherkunst zur grten ,vollkommenheit gelangen sollte4 ,als ,beispiel mag der in der ,sammlung des ,louvre befindliche ,faunkopf dienen1 mit dessen scharfen1 wunderlichen ,zgen der junge ,michelangelo eine ihn nicht befriedigende ,rtelzeichnung eines weiblichen ,profils zugedeckt hat 7,abb4 #a74 ,illustration3 ,abb4 #a4 ,faunkopf4 ,federzeichnung in der ,sammlung des ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #b4 ,kampf der ,lapithen und ,centauren4 ,marmorbildwerk in der ,casa ,buonarroti zu ,florenz4 ,lorenzo de' ,medici1 dem die ,zeitgenossen den von der ,geschichte festgehaltenen ,beinamen il ,magnifico1 der ,herrliche1 gaben1 empfand es in seiner allseitigen ,frsorge fr den ,glanz des von ihm geleiteten ,staatswesens als einen ,mangel1 da ,florenz sich nicht mehr in dem gleichen ,mae durch den ,ruhm seiner ,bildhauer1 wie durch denjenigen seiner ,maler auszeichnete4 ,darum richtete er in seinem ,garten auf dem ,platz ,s4 ,marco eine ,art von ,kunstschule ein1 deren ,leitung er dem ,aufseher seiner ,antikensammlung1 dem ,bildhauer ,bertoldo1 bertrug4 ,bertoldo war ein ,schler des berhmten ,donatello2 wegen seines hohen ,alters arbeitete er selbst nicht mehr1 aber er galt fr einen ausgezeichneten ,lehrer4 ,als ,lorenzo sich an ,ghirlandajo mit der ,anfrage wandte1 ob er in seiner ,werkstatt vielleicht junge ,leute habe1 welche ,neigung zur ,bildhauerei bekundeten1 sandte ihm dieser einige seiner besten ,schler zu1 darunter ,michelangelo4 ,nachdem dieser durch seine ersten ,thonmodellierungen schon die besondere ,aufmerksamkeit ,lorenzos erregt hatte1 versuchte er sich alsbald1 obgleich er nie zuvor einen ,meiel in der ,hand gehabt hatte1 an einem ,stckchen ,marmor und meielte nach einem verstmmelten antiken ,faunkopf eine grinsende ,maske2 ,michelangelo verschrfte den ,ausdruck des ,vorbilds und lie zwischen den zum ,lachen verzogenen ,lippen die ,zhne hervorblicken4 ,lorenzo sah das ,werk und bewunderte den ,mut und die ,selbstndigkeit des jungen ,knstlers4 ,da er scherzend bemerkte1 es sei doch ein ,fehler an der ,arbeit1 denn so alte ,leute knnten kein so vollstndiges ,gebi mehr haben1 meielte ,michelangelo nachtrglich mit kindlicher ,gewissenhaftigkeit eine naturgetreue ,zahnlcke in den ,mund seiner ,maske4 ,diese ,faunmaske wird jetzt im ,nationalmuseum zu ,florenz gezeigt4 ,das ,erstlingswerk des vierzehnjhrigen ,bildhauers ist eine ,karikatur1 und man braucht es nicht vom knstlerischen ,standpunkt aus zu betrachten4 ,aber es hat die ,bedeutung1 da es dem ,michelangelo den ,weg gebahnt hat4 ,lorenzo fand an der ,fhigkeit und dem ,wesen des jungen ,knstlers solchen ,gefallen1 da er denselben unter seine ,hausgenossen aufnahm4 ,dem ,vater ,michelangelos1 der aus seinem altererbten ,landbesitz nur ein kmmerliches ,einkommen zog1 versprach er zum ,dank fr seine ,einwilligung ein ,amt1 und als derselbe um eine freigewordene ,stelle beim ,zollamt bat1 bertrug er ihm diese1 die ,bescheidenheit des ,wunsches mit den ,worten mibilligend3 ,du wirst immer arm bleiben48 ,dem ,michelangelo selbst wies er zur ,untersttzung seines ,vaters ein monatliches ,einkommen von fnf ,dukaten an und schenkte ihm als besondere ,gunstbezeugung einen violetten ,mantel4 ,so lebte ,michelangelo ber drei ,jahre lang1 von #adhi-adib1 im ,mediceerpalast4 ,er speiste mit den ,shnen des ,staatsoberhauptes1 er geno die ,unterweisungen von deren ,erzieher1 dem berhmten ,gelehrten und ,dichter ,poliziano1 und bewegte sich in den bunten ,gesellschaften und den ,versammlungen geistreicher ,mnner1 die das ,haus des groen ,mediceers belebten4 ,zwei ,marmorwerke1 welche ,michelangelo in jener ,zeit nach eigner ,erfindung ausfhrte1 werden in der ,kunstsammlung des ,hauses ,buonarroti zu ,florenz aufbewahrt4 ,beides sind halberhabene ,arbeiten1 aber von ganz verschiedener ,art4 ,das eine ist ein ,madonnenbild1 in flachem1 zartem ,relief in der ,weise ,donatellos1 des ,altmeisters der ,florentiner ,renaissance1 ausgefhrt4 ,man sieht die ,madonna ganz von der ,seite2 sie sitzt in ruhiger ,wrde1 das ,kind unter dem ,mantel an die ,brust legend1 auf einem ,stein am ,fu einer ,treppe1 auf welcher sich mehrere ,kinder bewegen4 ,das andere ,bildwerk1 von ,michelangelo auf eine von ,poliziano gegebene ,anregung hin geschaffen1 stellt den ,kampf der ,lapithen und ,centauren vor 7,abb4 #b74 ,hier hat der junge ,knstler neue und selbstndige ,wege betreten4 ,in dem freien1 stark hervorspringenden ,relief erkennt man das ,studium antiker ,sarkophagbildwerke2 aber in der ,reckenhaftigkeit und der ungestmen ,wucht der ,mnnerleiber1 die in wildem ,kampfe durcheinanderwogen1 kommt die ,eigenart ,michelangelos machtvoll zum ,durchbruch4 ,die ,ausfhrung der nackten ,krper ist so vollkommen1 da sie bei einem so jugendlichen ,bildhauer geradezu unbegreiflich erscheint1 und ,vasari sagt mit ,recht1 da man nicht das ,werk eines jungen ,mannes1 sondern das eines angesehenen1 in seinen ,studien durchgebildeten und in seiner ,kunst erfahrenen ,meisters zu sehen glaube4 ,es wird erzhlt1 da ,michelangelo in spterem ,alter beim ,anblick dieser ,jugendarbeit es seufzend beklagt habe1 da es ihm nicht gestattet gewesen sei1 sich ausschlielich der ,bildhauerkunst zu widmen4 ,eine ,quelle der ,belehrung waren fr ,michelangelo1 wie fr das ganze damalige ,knstlergeschlecht von ,florenz1 die in den zwanziger ,jahren des ,,xv4 ,jahrhunderts gemalten ,fresken des ,masaccio in der ,brancacci-,kapelle der ,kirche del ,carmine4 ,michelangelo zeichnete die bewunderten ,vorbilder mit grerem ,geschick nach1 als irgend einer der anderen1 die sich dem gleichen ,studium hingaben4 ,der ,neid erwachte und die ,feindseligkeit der ,neider wurde gesteigert durch ,michelangelos ,fehler1 sich ber die schlechten ,zeichnungen seiner ,genossen lustig zu machen4 ,eines ,tages versetzte ihm einer der jungen ,leute1 welche in der ,brancacci-,kapelle zeichneten1 ,pietro ,torrigiano1 der auch ,michelangelos ,mitschler im ,garten von ,s4 ,marco war1 einen so heftigen ,faustschlag ins ,gesicht1 da er ihm das ,nasenbein zertrmmerte4 ,torrigiano floh nach dieser ,that und wurde aus ,florenz verbannt2 ,michelangelo blieb zeitlebens entstellt4 ,dem sorgenfreien und anregenden ,leben an dem glanzvollen ,mediceerhofe machte der ,tod ,lorenzos des ,herrlichen 7am #h4 ,april #adib7 ein ,ende4 ,michelangelo kehrte in das ,haus seines ,vaters zurck4 ,er kaufte einen unbenutzt liegenden ,marmorblock und meielte daraus einen ,herkules4 ,dieses berlebensgroe ,standbild kam im ,palazzo ,strozzi zur ,aufstellung2 #aebi wurde es verkauft und von seinem neuen ,besitzer an ,knig ,franz ,i von ,frankreich geschickt2 im ,,xvii4 ,jahrhundert stand es in einem ,garten von ,fontainebleau2 dieser ,garten wurde #agac zerstrt1 um fr neue ,anlagen ,platz zu schaffen1 und ,michelangelos bewunderter ,herkules ist seitdem verschwunden4 ,verschwunden ist auch ein kleines ,bildwerk1 welches ,michelangelo im ,jahre #adid ausfhrte3 ein hlzernes ,kruzifix1 das auf dem ,hochaltar der ,kirche ,s4 ,spirito zu ,florenz aufgestellt wurde4 ,der ,prior von ,s4 ,spirito bewies dem jungen ,knstler seine ,dankbarkeit1 indem er ihm im ,kloster mehrere ,zimmer zur ,verfgung stellte1 wo derselbe ungestrt seinem ,wissensdrang ,genge thun und durch das ,zergliedern von ,leichen sich eine eingehende ,kenntnis vom ,bau des menschlichen ,krpers verschaffen konnte4 ,michelangelo betrieb das ,studium der ,anatomie mit groer ,grndlichkeit2 dasselbe ersetzte ihm beinahe gnzlich das ,studium nach dem lebenden ,modell4 ,unter den ,zeichnungen1 welche sich von seiner ,hand erhalten haben1 finden sich mehrfach anatomische ,skizzen 7,abb4 #f74 ,sogenannte ,aktstudien nach dem ,leben kommen verhltnismig selten vor2 sie sind aber wundervoll ausgefhrt und bekunden auch ihrerseits das gediegenste anatomische ,wissen 7,abb4 #c74 ,die grte ,mehrzahl der ,studienbltter ,michelangelos -- gleichviel ob sie seiner ,jugendzeit oder seinem ,alter angehren -- lassen erkennen1 da der ,meister aus dem ,gedchtnis1 auf ,grund seiner vollkommenen ,kenntnis der ,knochen und ,muskeln1 sich ber die gerade in ,frage kommende ,ansicht eines menschlichen ,krpers oder ,krperteils ,rechenschaft zu geben gesucht hat2 die ,haut erscheint dabei sozusagen nur wie ein dnner berzug ber den formbestimmenden ,teilen 7,abb4 #d74 ,illustration3 ,abb4 #c4 ,studie nach dem ,leben4 ,rtelzeichnung in der ,sammlung der ,kunstakademie zu ,venedig4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #d4 ,armstudien4 ,rtelzeichnung in der ,sammlung der ,kunstakademie zu ,venedig4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,piero de' ,medici1 ,lorenzos ,sohn und ,nachfolger1 hatte nicht dessen glnzende ,eigenschaften geerbt4 ,zwar setzte er den ,michelangelo1 der ihm in dem ungewhnlich kalten ,januar des ,jahres #adid den ,gefallen that1 im ,hof des ,palastes einen kunstvollen ,schneemann aufzubauen1 wieder in die ,stellung ein1 welche derselbe unter ,lorenzo innegehabt hatte1 aber er schtzte einen spanischen ,schnelllufer ebenso hoch1 wie den jungen1 schon so groen ,knstler4 ,florenz ertrug die ,herrschaft ,pieros nicht lange2 im ,november #adid wurden die ,mediceer vertrieben4 ,michelangelo ging diesem ,ereignis1 das er herannahen sah1 aus dem ,wege2 der ,traum eines ,freundes1 dem ,lorenzo der ,herrliche warnend erschienen1 soll ihn veranlat haben1 ,florenz zu verlassen4 ,er begab sich zunchst nach ,venedig und dann1 da er dort keine ,beschftigung fand1 nach ,bologna1 wohin sich auch die ,mediceer geflchtet hatten4 ,hier brachte ihn der ,umstand1 da er es versumt hatte1 sich ein ,kennzeichen geben zu lassen1 welches zu tragen das ,mitrauen der stdtischen ,regierung jedem ,fremden vorschrieb1 in ,verlegenheit4 ,er wurde zu einer ,geldstrafe von #ej ,bologneser ,pfund -- eine ,summe1 die auf ungefhr #fd ,mark berechnet wird1 -- verurteilt1 und er besa nicht mehr soviel ,geld4 ,einer der ,stadtvorsteher1 ,giovan ,francesco ,aldovrandi1 hatte ,mitleid mit dem jungen ,knstler1 befreite ihn aus seiner ,verlegenheit und gab ihm ehrenvolle ,beschftigung4 ,an dem berhmten ,grabmal 7,arca7 des heil4 ,dominicus hatte der kurz vorher verstorbene ,bildhauer ,niccolo von ,bari -- gewhnlich nach seiner ,thtigkeit an eben diesem ,werk ,niccolo dell' ,arca genannt -- das kleine ,standbild des heiligen ,petronius unfertig zurckgelassen1 und zu einem leuchtertragenden ,engel1 mit dem er das ,grabmal an der einen ,seite geschmckt hatte1 fehlte das ,gegenstck4 ,michelangelo machte den ,engel und vollendete das ,heiligenbild4 ,beide ,figuren1 die durch ihren eigentmlich derben ,faltenwurf sich von den ,arbeiten der lteren ,meister augenfllig unterscheiden1 befinden sich noch an ihren ,pltzen4 ,eine ,figur des heiligen ,proculus1 welche ,michelangelo auerdem noch fr das ,grabmal des heil4 ,dominicus gemacht haben soll1 ist nicht mehr vorhanden4 ,michelangelo blieb lnger1 als es die ,ausfhrung dieser verhltnismig geringfgigen ,arbeiten erforderte1 in ,bologna4 ,sein ,gnner ,aldovrandi1 dem es besonderen ,genu bereitete1 wenn ,michelangelo in seiner toskanischen ,aussprache aus den ,werken der groen toskanischen ,dichter ,dante1 ,petrarca1 ,boccaccio vorlas1 htte ihn gern dort festgehalten4 ,aber noch im ,laufe des ,jahres #adie kehrte ,michelangelo1 der in ,bologna seine ,zeit zu verlieren glaubte1 nach ,florenz zurck4 ,hier stand damals der begeisterte ,prediger ,savonarola an der ,spitze des ,volkes2 auf dessen ,veranlassung wurde im ,palast der ,signoria der groe ,saal erbaut1 der die ,versammlungen der durch die neue ,verfassung geschaffenen zahlreichen ,volksvertretung aufnehmen sollte4 ,es heit1 da neben anderen berhmten ,knstlern auch ,michelangelo ungeachtet seiner ,jugend ber diesen ,saalbau um ,rat gefragt worden sei4 ,illustration3 ,abb4 #e4 ,johannes der ,tufer als ,knabe4 ,marmorfigur im ,museum zu ,berlin4 ,illustration3 ,abb4 #f4 ,drei ,studien einer ,hand und anatomische ,skizze eines ,rckens4 ,federzeichnung im ,kabinett ,taylor zu ,oxford4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,ein ,angehriger einer ,nebenlinie des ,mediceerhauses1 ,lorenzo di ,pierfrancesco 7d4 h4 ,pierfrancescos ,sohn71 hatte in ,florenz verbleiben drfen4 ,fr diesen fhrte ,michelangelo einen ,giovannino8 7,johannes der ,tufer als ,knabe7 in ,marmor aus4 ,der ,giovannino war jahrhundertelang verschollen1 er scheint wieder gefunden zu sein in einer jetzt im ,berliner ,museum befindlichen ,figur1 welche ,johannes als einen halbwchsigen ,knaben darstellt1 der im ,begriff ist1 den aus einer ,honigwabe in ein ,ziegenhorn getrufelten ,honig zu kosten 7,abb4 #e74 ,diese merkwrdige ,figur weist in ihrer ganzen ,erscheinung auf zwei verschiedene ,quellen hin1 aus denen ihr ,urheber ,belehrung geschpft hat3 teilweise1 besonders im ,kopf1 lt sie jenen strengen ,realismus erkennen1 der fr das ,,xv4 ,jahrhundert bezeichnend ist1 und teilweise bekundet sie ein verstndnisvolles ,studium der idealen ,gebilde der antiken ,kunst4 ,in seinem nchsten ,marmorwerk1 einem schlafenden ,liebesgott1 folgte ,michelangelo ganz dem ,vorbild der ,antike1 und dies gelang ihm so gut1 da ,lorenzo di ,pierfrancesco ihm riet1 er solle der ,figur knstlich ein altes ,aussehen geben1 dann knnte er sie in ,rom als antik verkaufen4 ,ein geschftskluger ,zwischenhndler machte sich diesen ,gedanken zunutze1 brachte den ,liebesgott nach ,rom und verkaufte ihn dem ,kardinal ,riario als eine eben ausgegrabene ,antike2 nicht zufrieden damit1 den ,kufer betrogen zu haben1 betrog er auch den ,knstler1 indem er ihm von #bjj ,dukaten1 die er bekommen1 nur #cj auszahlen lie4 ,als der ,kardinal durch einen ,boten1 den er nach ,florenz schickte1 um ber die ,herkunft der ,figur ,erkundigungen einzuziehen1 von ,michelangelo erfuhr1 da dieser der ,schpfer des schlafenden ,cupido sei1 machte er aus ,verdru darber1 da er sich hatte tuschen lassen1 den ,handel rckgngig2 zugleich aber gab er ,veranlassung1 da ,michelangelo nach ,rom bersiedelte4 ,es wird erzhlt1 der kunstverstndige ,bote ,riarios habe sich von der hohen ,meisterschaft ,michelangelos berzeugt durch den ,anblick einer ,hand1 welche derselbe gerade zeichnete1 als er ihn durch seinen ,besuch berraschte4 ,in der ,that hat ,michelangelo ,hnde so trefflich gezeichnet1 wie wohl kaum ein anderer vor oder nach ihm2 man braucht blo das ,skizzenblttchen aus der ,oxforder ,sammlung zu betrachten1 auf welchem er ein und dieselbe ,hand dreimal1 mit jedesmaliger ,steigerung von ,ausdruck und ,charakter1 wiedergegeben hat 7,abb4 #f74 -- ,der ,cupido kam spter in den ,besitz der ,markgrfin ,isabella von ,mantua1 die ihn anfangs auch fr antik hielt1 nachher aber in ihm ein ,werk1 das als moderne ,arbeit nicht seinesgleichen habe1 schtzte4 ,wo der ,cupido seitdem verblieben1 ist ungewi4 ,illustration3 ,abb4 #g4 ,bacchus4 ,marmorfigur im ,nationalmuseum zu ,florenz4 ,am #be4 ,juni #adif kam ,michelangelo in ,rom an4 ,er schrieb alsbald an ,lorenzo di ,pierfrancesco de' ,medici einen 7im ,staatsarchiv zu ,florenz noch vorhandenen7 ,brief1 aus dem wir erfahren1 da er sich gleich nach seiner ,ankunft dem ,kardinal ,riario vorstellte1 da dieser ihn freundlich aufnahm und ihn mit der ,ausfhrung einer lebensgroen ,marmorfigur beauftragte2 da ,michelangelo jenen ,zwischenhndler1 der das ,geschft mit dem ,cupido gemacht hatte1 aufsuchte1 um sich die ,figur1 gegen ,zurckerstattung des dafr empfangenen ,geldes1 wiedergeben zu lassen1 da dieser ihm aber ganz grob antwortete1 lieber wrde er das ,kind in hundert ,stcke schlagen2 ferner1 da ,lorenzo dafr gesorgt hatte1 da es dem jungen ,knstler whrend der ersten ,zeit seines ,aufenthaltes in ,rom nicht an ,geld fehle4 ,indessen sah sich ,michelangelo in der ,hoffnung1 da der ,kardinal ,riario1 bei dem er fast ein ,jahr lang wohnte1 ihm reichliche ,beschftigung geben wrde1 getuscht2 auch von jener gleich anfangs bestellten ,figur ist keine ,rede mehr4 ,die erste ,arbeit1 welche er in ,rom ausfhrte1 war bescheiden genug3 der ,barbier des ,kardinals vergngte sich damit1 in ,tempera zu malen1 und ,michelangelo zeichnete ihm einen heiligen ,franciscus auf1 den jener dann in ,farben setzte2 das ,bild wurde auf einem ,altar der ,kirche ,s4 ,pietro in ,montorio aufgestellt und ist spter verschwunden4 ,mehrere hchst dankbare ,auftrge aber1 durch deren glnzende ,ausfhrung er in ,rom alsbald zur hchsten ,berhmtheit gelangte1 verschafften ihm die ,bekanntschaft mit einem rmischen ,edelmanne1 ,namens ,jacopo ,galli4 ,dieser bestellte bei ihm zwei lebensgroe mythologische ,marmorbilder1 einen ,cupido und einen ,bacchus4 ,der ,cupido hat das ,schicksal so vieler ,jugendwerke ,michelangelos geteilt1 er ist verschollen2 ob man ihn in einer knieenden ,figur mit ,bogen und ,kcher wiedererkennen darf1 welche aus einer italienischen ,sammlung in das ,kensington-,museum zu ,london gekommen ist1 erscheint fraglich4 ,der ,bacchus aber ist wohlerhalten als das erste ganz unbezweifelte ,zeugnis von ,michelangelos ,kunst1 lebensgroe ,gestalten aus einem ,marmorblock herauszuhauen2 er befindet sich im ,national-,museum zu ,florenz4 ,michelangelo hatte ,gelegenheit genug1 antike ,bacchusbilder zu sehen1 und er hat sich auch nach diesen gerichtet1 insofern er eine hochgewachsene ,jnglingsgestalt mit weichen ,formen wiedergab4 ,aber selbstverstndlich konnte und wollte er in dem ,gott des ,weines keine ,gottheit darstellen4 ,sein ,bacchus feiert den ,genu des ,weines2 er giebt sich mit ,behagen der seligen ,stimmung des ,rausches hin1 und eine leichte ,gedunsenheit seiner ,krperformen verrt1 da er diesen ,genu nicht zum erstenmal kostet2 er steht unsicher auf den ,fen1 und mit einem ,blick1 der stier zu werden beginnt1 liebugelt er lchelnd mit dem erhobenen ,trinkgef in seiner ,rechten1 whrend seine ,linke in dem ,traubenvorrat whlt1 den ein naschender kleiner ,faun bereit hlt4 ,dabei bewegt sich die ganze ,verbildlichung des ,weinrausches1 so sprechend sie auch ist1 in einer ,mahaltung1 wie sie eben nur die ,antike lehren konnte 7,abb4 #g74 ,da ,michelangelo sich dem mchtigen ,eindruck der antiken ,kunst1 die ihm in ,rom viel reicher und viel herrlicher entgegentrat1 als in dem ,schulgarten zu ,florenz1 nicht verschlo1 da er namentlich auch von ihr lernte1 ,kraftflle mit ,ebenma zu verbinden1 spricht deutlich aus den dieser ,zeit angehrigen ,studienblttern 7,abb4 #h74 ,illustration3 ,abb4 #h4 ,bewegungsstudie4 ,federzeichnung in der ,sammlung des ,louvre zu ,paris4 ,durch ,jacopo ,gallis ,vermittelung empfing der junge ,meister von dem franzsischen ,gesandten in ,rom1 ,jean de ,groslaye de ,villiers1 ,abt von ,st4 ,denis und ,kardinal des ,titels von ,s4 ,sabina1 den ,auftrag1 eine ,piet -- die ,mutter ,maria mit dem ,leichnam ,christi -- fr die ,kapelle des franzsischen ,knigs in der ,peterskirche zu ,rom zu meieln4 ,der endgltige ,vertrag hierber1 der sich noch im ,archiv des ,hauses ,buonarroti befindet1 wurde am #bf4 ,august #adih geschlossen2 ,galli1 der denselben fr ,michelangelo unterzeichnet hat1 verspricht darin1 da das ,werk so werden solle1 wie kein zur ,zeit lebender ,meister es besser machen knnte4 ,dieses ,versprechen hat ,michelangelo voll eingelst4 ,er schuf die weltberhmte ,gruppe1 welche sich1 nachdem die ,kapelle der franzsischen ,knige durch den ,neubau der ,peterskirche zerstrt worden1 in der nach ihr benannten ,capella della ,piet dieser ,kirche befindet4 ltere ,knstler hatten in der ,darstellung dieses unzhligemal behandelten ,gegenstandes durch eine mglichst herbe ,schilderung von ,tod und ,mutterschmerz ergreifend zum ,beschauer zu sprechen versucht4 ,michelangelo streifte alle ,fesseln der berlieferung ab4 ,er lie die ,mutter in all ihrem ,schmerz die ruhige ,schnheit des ,antlitzes bewahren4 ,den ,christuskrper bildete er als einen ,leichnam1 an dessen ,totsein niemand zweifeln kann2 er benutzte dazu eine ,studie1 die er nach einer wirklichen ,leiche zeichnete 7,abb4 #i72 aber er verklrte den ,leichnam mit idealer ,schnheit1 er schuf eine ,gestalt1 welcher der ,tod seine ,merkmale ohne alle entstellenden ,zge aufgedrckt hat1 die ,gestalt eines gttlichen ,toten1 der gestorben ist1 um wieder aufzuerstehen4 ,durch ein ,mittel knstlerischen ,gegensatzes hat der ,meister es verstanden1 die ruhige ,schnheit des ,leichnams in erhhtem ,mae zur ,geltung zu bringen1 indem er die ,gewnder ,marias in tiefen1 durch malerischen ,wechsel von ,licht und ,schatten belebten ,falten ausarbeitete 7,abb4 #aj74 ,von den ,zeitgenossen nahmen einige1 an die realistische ,auffassung frherer ,meister gewhnt1 an der jugendlichen ,schnheit des ,madonnengesichts ,ansto2 ,michelangelo rechtfertigte es mit theologischer ,gelehrsamkeit1 da die jungfruliche ,mutter in unvergnglicher ,jugend darzustellen sei4 ,in der ,piet der ,peterskirche zeigt ,michelangelo sich nicht nur frei von dem ,herkommen der frheren florentinischen ,kunst1 sondern er erscheint auch unabhngig von der unmittelbaren ,einwirkung der ,antike2 hier steht er zum erstenmal ganz in seiner selbstndigen ,knstlerpersnlichkeit da4 ,gleich als ob ihm selbst dieses zum ,bewutsein gekommen wre1 hat er dieses ,werk allein unter seinen smtlichen ,schpfungen mit seinem ,namen bezeichnet4 ,vasari wei ber diese ,namensinschrift ein ,geschichtchen zu erzhlen3 ,michelangelo htte eines ,tages gehrt1 wie in einer ,gesellschaft von ,fremden1 welche das ,werk bewunderten1 ein ,mailnder ,bildhauer als der ,schpfer desselben genannt worden sei2 daraufhin sei er in der ,nacht mit einem ,licht hingegangen und habe seinen ,namen in das ,schulterband der ,madonna gemeielt4 ,in der ,folgezeit durfte er mit gerechtem ,stolz die berzeugung hegen1 da niemand mehr seine ,schpfungen einem anderen ,urheber zuschreiben wrde4 ,illustration3 ,abb4 #i4 ,studie nach einer ,leiche4 ,federzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 ,illustration3 ,abb4 #aj4 ,piet4 ,marmorgruppe in der ,peterskirche zu ,rom4 ,whrend ,michelangelo in ,rom unsterbliche ,werke schuf1 fhrte sein ,vater in ,florenz ein kmmerliches ,leben2 derselbe hatte sein ,amt durch die ,vertreibung der ,mediceer verloren1 und die schlimmen ,zustnde der ,stadt1 in welcher infolge der endlosen ,unruhen im ,innern und der kriegerischen ,verwickelungen nach auen ,hunger und ,teuerung herrschten1 brachten ihn in arge ,bedrngnis4 ,sehnschtig harrte er auf die ,heimkehr seines ,sohnes1 der ihn von ,rom aus nach ,krften untersttzte2 ,ihr mgt mir glauben18 schrieb ,michelangelo in jener ,zeit seines rmischen ,aufenthalts1 wo die ,hoffnungen auf groe ,auftrge noch unerfllt blieben1 da auch ich ,ausgaben und ,mhen habe2 aber was ,ihr von mir verlangen werdet1 das werde ich ,euch schicken1 und wenn ich mich als ,sklave verkaufen mte48 ,nach der ,vollendung der ,piet sorgte ,michelangelo auch fr seine jngeren ,brder ,buonarroto und ,giovan ,simone2 er ermglichte ihnen die ,begrndung eines ,geschfts1 in welchem ,wollstoffe bereitet und verkauft wurden4 ,buonarroto hatte diesen ,beruf erlernt2 er war bis zu dem ,zeitpunkte1 wo die ,untersttzung ,michelangelos ihm die ,selbstndigkeit ermglichte1 in dem ,geschft des berhmten ,hauses ,strozzi thtig2 er kam zu ,wohlstand und ,ansehen1 nahm mehrmals an der ,regierung seiner ,vaterstadt teil und wurde vom ,papst ,leo ,x durch den ,grafentitel geehrt2 von ihm stammt das heute noch lebende ,geschlecht der ,buonarroti ab4 ,giovan ,simone hatte wissenschaftlichen ,studien obgelegen und geno als ,dichter einen gewissen ,ruf2 ihm behagte die kaufmnnische ,thtigkeit nicht lange1 er zog es vor1 in planlosen ,reisen die ,welt zu durchstreifen1 und bereitete seinem ,vater und ,michelangelo schweren ,kummer4 ,michelangelos lterer ,bruder1 ,leonardo1 hatte schon einen ,beruf gefunden1 ehe jener nach ,rom ging2 von den ,predigten ,savonarolas entzndet1 war er in den ,dominikanerorden eingetreten4 ,der jngste ,bruder endlich1 ,sigismondo1 sechs ,jahre jnger als ,michelangelo1 ergriff das ,kriegshandwerk und folgte den ,fahnen verschiedener ,condottieri4 ,im ,jahre #aeja kehrte ,michelangelo1 den ,wnschen seines ,vaters folgend1 nach ,florenz zurck4 ,er brachte einen ,auftrag mit1 den wieder ,jacopo ,galli vermittelt hatte4 ,der ,kardinal ,francesco ,piccolomini1 der zwei ,jahre spter als ,pius ,,iii den ppstlichen ,thron bestieg1 bestellte bei ,michelangelo den ,figurenschmuck der ,kapelle1 welche er im ,dom zu ,siena zum ,gedchtnis seines groen ,oheims neas ,silvius 7,papst ,pius ,,ii7 hatte erbauen lassen4 ,fnfzehn kleine ,figuren sollten zur ,ausfhrung kommen3 ,christus1 ,apostel und andere ,heilige1 zwei ,engel2 auerdem sollte eine ,figur des heiligen ,franciscus fertig gemacht werden1 welche ,michelangelos gewaltthtiger ,jugendgenosse ,torrigiano1 der die ,kunst verlie1 um sich den wilden ,sldnern des ,cesare ,borgia einzureihen1 unvollendet hatte stehen lassen4 ,michelangelo fhrte innerhalb der nchsten drei ,jahre vier von den ,heiligenfiguren aus2 dann lie er diese ,arbeit liegen1 ungeachtet der ,unannehmlichkeiten1 welche ihm hieraus erwuchsen4 ,es ist erklrlich1 da es ihm nicht mehr zusagte1 einfache ,heiligenbilder zu meieln4 ,denn die ,vaterstadt beschftigte ihn mit ,aufgaben1 welche hhere ,anforderungen an seine ,leistungsfhigkeit stellten und in denen seine eigentlichste ,begabung1 der ,sinn fr das ,riesenmige und ,gewaltige1 zur ,offenbarung kommen sollte4 ,illustration3 ,abb4 #aa4 ,david4 ,marmornes ,kolossalstandbild in ,florenz4 ,kurze ,zeit nach der ,unterzeichnung des ,vertrags mit ,franz ,piccolomini1 am #af4 ,august #aeja1 wurde ,michelangelo von den ,vorstehern des ,dombaus zu ,florenz1 den ,zunftmeistern der ,wollenweber1 mit der ,ausfhrung eines ,kolossalstandbildes betraut4 ,der ,bildhauer ,agostino di ,duccio hatte im ,jahre #adfc den ,auftrag bekommen1 einen ,david von neun ,ellen ,hhe anzufertigen1 welcher oben auf dem ,dom aufgestellt werden sollte4 ,aber die ,dombauverwaltung war nicht mit seiner ,arbeit zufrieden und lste #adff den mit ihm geschlossenen ,vertrag4 ,seitdem lag der angehauene ,riesenblock nutzlos im ,hof der ,dombauhtte1 bis man im ,jahre #aeja sich entschlo1 ihn aufrichten und bearbeiten zu lassen1 wenn auch nicht mehr fr den ursprnglichen ,zweck4 ,so trat an ,michelangelo eine ,aufgabe heran1 welche neben der ,schwierigkeit1 die an und fr sich in der ,gestaltung einer ,figur von so groem ,mastabe lag1 die grere ,schwierigkeit enthielt1 da der ,knstler durch die ,gestalt1 welche der erste ,bearbeiter des ,blockes diesem bereits gegeben hatte1 an bestimmte ,umrisse gebunden und so in der ,freiheit des ,schaffens gehemmt war4 ,michelangelo behielt den ,gedanken bei1 dem ,riesenbild die ,gestalt eines ,david zu geben4 ,aber er dachte sich ,david nicht als den ,propheten und nicht als den ,knig1 sondern als den ,helden1 der1 noch bevor er die ,schwelle des ,jnglingsalters erreicht hat1 den ,feind seines ,volkes niederstreckt2 er dachte sich den ,heldenknaben in dem ,augenblick1 wie er mit todesmutiger ,entschlossenheit den ,feind ins ,auge fat1 wie er mit dem rechten ,fu sich feststellt fr den ,wurf1 whrend er mit der linken ,hand die ,schleuder von der ,schulter nimmt und in der rechten den ,stein bereit hlt4 ,da die ,kolossalgestalt die ,schnheit ihrer ,formen gnzlich unverhllt zeigen msse1 verstand sich fr ,michelangelo1 der die antiken ,kolosse auf dem ,monte ,cavallo in ,rom gesehen hatte1 ganz von selbst1 und es wurde auch von den ,zeitgenossen als selbstverstndlich hingenommen4 ,er ging mit ,feuereifer an das ,werk4 ,nachdem er eine kleine ,skizze in ,wachs modelliert hatte1 welche noch in der ,sammlung des ,hauses ,buonarroti aufbewahrt wird1 bestieg er am #ac4 ,september #aeja das ,gerst1 mit welchem die ,dombauverwaltung den ,marmorblock hatte umgeben lassen1 und begann die gewaltige ,arbeit4 ,anfang #aejd war der ,riese -- il gigante1 so wurde das ,standbild meistens genannt1 da das ,gegenstndliche1 der ,david1 als ,nebensache galt -- vollendet 7,abb4 #aa74 ,eine vom ,dombauvorstand einberufene ,versammlung von dreiig ,mnnern1 unter denen sich alle berhmten ,knstler der ,stadt befanden1 beriet ber den ,platz der ,aufstellung4 ,leonardo da ,vinci und mit ihm mehrere andere schlugen die ,loggia dei ,lanzi als geeigneten ,ort vor1 da hier das ,marmorwerk vor den ,einflssen der ,witterung geschtzt bliebe4 ,die ,mehrheit aber beschlo die ,aufstellung vor dem ,palast der ,signoria4 ,das ,bild des ,david sollte die ,vter der ,stadt durch seinen tglichen ,anblick mahnen1 da sie dieselbe allezeit mit ,entschlossenheit zu verteidigen und mit ,gerechtigkeit zu regieren htten4 ,mit ,hilfe von ,vorrichtungen1 welche die ,zeitgenossen umstndlich beschrieben haben1 wurde das #ahj ,centner schwere ,standbild vom ,dombauhof nach der ,piazza della ,signoria gebracht2 die berfhrung dauerte vier ,tage4 ,die ,enthllung war ein ,ereignis fr die ,stadt1 das in den ,jahrbchern sorgfltig verzeichnet wurde4 ,keine bildnerische ,schpfung ,michelangelos hat bei den ,zeitgenossen so ungeteilten ,beifall gefunden1 wie der ,gigante82 alle ,bildwerke des ,altertums glaubte man in ihm bertroffen4 -- ,im ,jahre #aebg erlitt der ,marmorriese eine ,beschdigung3 bei einem ,aufruhr traf ein unter die ,belagerer des ,palastes geschleuderter ,mauerstein seinen rechten ,arm1 der herabfiel und in drei ,stcke zerbrach2 erst #aedc wurden die aufgehobenen ,stcke wieder angesetzt4 ,im ,laufe der ,jahrhunderte stellte es sich heraus1 da diejenigen nicht unrecht gehabt hatten1 welche rieten1 das ,standbild unter ,dach aufzustellen2 die ,einwirkung der ,witterung machte sich1 wenn auch nur wenig1 bemerkbar4 ,darum wurde dasselbe im ,jahre #ahgc von seinem ,platze weggenommen und in die ,akademie gebracht4 ,eine ,kopie in ,erzgu ist auf der schnen ,piazza ,michelangelo in den neuen ,anlagen im ,sden der ,stadt aufgestellt worden4 ,auch ein ,michelangelo konnte nicht unausgesetzt an einem marmornen ,kolossalbild arbeiten4 ,in den ,jahren von #aeja bis #aejd schuf er1 abgesehen von den ,apostelfiguren fr ,siena1 noch eine ,anzahl von ,werken1 die ihm eine ,erholung von der groen ,arbeit sein mochten4 ,ein zweiter ,david1 in ,lebensgre1 wurde bei ihm #aejb von ,piero ,soderini1 der seit kurzem unter dem ,titel eines ,bannerherrn auf ,lebenszeit an der ,spitze des florentinischen ,staatswesens stand1 bestellt4 ,diese ,figur sollte in ,erzgu ausgefhrt werden2 sie war bestimmt1 als ,geschenk der florentinischen ,regierung an ,pierre de ,rohan1 ,marschall von ,gi1 geschickt zu werden2 auf diesem ,wege hoffte man das ,wohlwollen des franzsischen ,knigs ,ludwig ,,xii1 bei dem ,rohan in groem ,ansehen stand1 fr die ,republik zu gewinnen1 die sich durch den ,krieg mit ,pisa in schweren ,verlegenheiten befand4 ,aber der ,marschall fiel in ,ungnade1 bevor das ,bildwerk fertig war1 und die ,regierung von ,florenz sah sich nicht mehr veranlat1 ihm das versprochene ,geschenk zu bersenden2 sie fand es zweckmiger1 dasselbe dem ,schatzmeister ,ludwigs ,,xii1 ,florimond ,robertet1 zuzuwenden4 ,an diesen wurde das ,erzbildwerk1 in welchem ,michelangelo den ,david als ,sieger1 mit dem ,haupt des ,goliath unter den ,fen1 dargestellt hatte1 im ,jahre #aejh geschickt4 ,es hat in ,frankreich in verschiedenen ,schlssern gestanden und ist wahrscheinlich whrend der groen ,revolution zu ,grunde gegangen4 ,im ,frhjahr #aejc bestellten die ,vorsteher der ,wollweberzunft und die ,bauverwaltung des ,doms bei ,michelangelo die ,figuren der zwlf ,apostel fr den ,dom2 sie waren so verstndig1 dem ,meister ,zeit zu lassen3 im ,laufe von zwlf ,jahren sollte er jhrlich eine ,figur liefern4 ,aber es scheint1 da ,michelangelo an solchen in ,gewnder gehllten1 ruhig dastehenden ,einzelfiguren keinen ,geschmack fand4 ,er kam mit diesen ,aposteln noch lange nicht so weit1 wie mit den ,heiligenfiguren von ,siena4 ,es ist nichts von denselben zustande gekommen1 als die allererste ,anlage eines heiligen ,matthus4 ,diese eben angelegte ,figur aber1 die sich jetzt in der ,akademie zu ,florenz befindet1 ist im hchsten ,mae bemerkenswert1 weil sie zeigt1 wie ,michelangelo beim ,schaffen seiner ,marmorbilder zu ,werke ging4 ,an der einen ,seite des ,marmorblocks werden die ,formen der ,figur in ganz leichter ,andeutung sichtbar1 in schwachem ,relief1 fast wie eine ,zeichnung4 ,so skizzierte der ,meister sich das ganze ,bild1 wie es werden sollte1 an der ,oberflche des ,blocks1 und indem er in dem ,mae1 wie die ,formen weiter zurcktreten sollten1 tiefer in den ,marmor hineinarbeitete1 schlte er schlielich die ,figur heraus4 ,reliefbilder hat ,michelangelo nur wenige angefertigt4 ,abgesehen von jenen ,arbeiten seiner ,knabenjahre wei man nur von zweien4 ,diese fallen beide in die ,zeit1 in welcher der groe ,david im ,entstehen oder eben vollendet war4 ,beide sind ,madonnenbilder in ,rundformat2 beide wurden fr ,florentiner ,kunstliebhaber angefertigt und sind nicht bis zum letzten ,grade der ,vollendung in der ,ausfhrung gekommen4 ,das eine derselben befindet sich jetzt in der ,akademie zu ,london1 das andere im ,nationalmuseum zu ,florenz4 ber dem zu ,florenz befindlichen ,reliefbilde1 welches ,maria auf einem niedrigen ,steine sitzend und den ,beschauer anblickend1 das ,christuskind an der ,mutter ,knie gelehnt und wie in tiefe ,gedanken versunken darstellt1 liegt ein eigentmlicher ,reiz1 eine ,mischung von schwerem ,ernst mit hoher ,lieblichkeit4 ,dieselbe ,empfindung lebt in der wunderbar schnen lebensgroen ,gruppe von ,maria mit dem ,kinde1 welche ,michelangelo auf die ,bestellung von flandrischen ,kaufleuten1 ,johann und ,alexander ,mouscron1 anfertigte2 dieses ,madonnenbild wurde wahrscheinlich zu ,carrara im ,jahre #aeje ausgefhrt2 es befindet sich noch an seinem ursprnglichen ,bestimmungsort1 auf einem ,seitenaltar in der ,liebfrauenkirche zu ,brgge 7,abb4 #ab74 ,michelangelo hat bei der ,madonna von ,brgge und bei dem ,florentiner ,relief die herkmmliche ,weise1 welche ,jesus als ganz kleines ,kind auf dem ,schoe ,marias sitzend darzustellen pflegte1 verlassen1 indem er den ,knaben in einem ,alter bildete1 welches ihm schon auf seinen ,fchen zu stehen gestattet2 so konnte er das ,christuskind sich mit ,freiheit bewegen lassen1 und er hat den ,spteren das ,beispiel gegeben1 die innig geschlossene ,gruppe von ,mutter und ,kind in unendlicher ,mannigfaltigkeit der ,beziehungen zu gestalten4 ,illustration3 ,abb4 #ab4 ,madonna4 ,marmorgruppe in der ,liebfrauenkirche zu ,brgge4 ,illustration3 ,abb4 #ac4 ,die heilige ,familie4 lgemlde in den ,uffizien zu ,florenz4 ,noch sprechender zeigt sich die ,unabhngigkeit von jeder berlieferten ,darstellungsweise in einem gemalten ,madonnenbilde1 welches ,michelangelo in eben jener ,zeit1 um das ,jahr #aejc1 geschaffen hat4 ,es ist dies die berhmte heilige ,familie1 welche in der ,tribuna der ,uffiziengalerie zu ,florenz einen ,ehrenplatz einnimmt4 ,maria sitzt auf dem ,boden und reicht mit einer anmutigen ,wendung des ,oberkrpers und des ,kopfes das ,jesuskind ber ihre ,schulter dem ,pflegevater ,joseph1 der sich hinter ihr auf ein ,knie niedergelassen hat 7,abb4 #ac74 ,hinsichtlich der ,farbe darf man keine ,ansprche an das ,bild machen2 denn diese ist dem ,knstler augenscheinlich ,nebensache gewesen1 die ,gruppe htte ebenso gut in ,marmor wie in ,malerei ausgefhrt werden knnen4 ,aber in der ,zeichnung und ,rundung der ,formen ist es herrlich und in der ,empfindung so gro wie liebenswrdig4 ,hchst befremdlich fr den modernen ,beschauer ist die ,belebung des entfernten ,hintergrundes durch nackte ,jnglingsgestalten1 die zu dem ,gegenstand der ,darstellung in gar keiner ,beziehung stehen4 ,diese ,gestalten hat ,michelangelo nach ,vasaris ,worten da angebracht1 um noch besser zu zeigen1 wie sehr gro seine ,kunst sei48 ,das ist so recht im ,sinne der ,renaissance4 ,genau mit dem nmlichen ,gefhl und aus dem nmlichen ,grunde1 wie die lteren niederlndischen und deutschen ,maler ihre ,werke mit liebevoll ausgefhrten ,blumen und ,krutern und ,vgelein geschmckt hatten1 aus reiner ,lust an dem neugewonnenen ,knnen1 das der ,vorzeit verborgen gewesen war1 so schmckten jetzt die italienischen ,maler ihre ,bilder mit nackten ,figuren1 um ihre ,kenntnis von der ,schnheit der ,menschengestalt der ,welt freudig zu offenbaren4 ,und wenn irgend einer1 so durfte ,michelangelo sich solcher ,kenntnis rhmen2 wenn gar keine ausgefhrten ,werke von ihm vorhanden wren1 seine ,zeichnungen -- flchtige ,skizzen und durchgebildete ,studien -- wrden es beweisen 7,abb4 #ad und #ae74 -- ,der erste ,besitzer des ,bildes der heiligen ,familie war der ,kunstliebhaber ,angelo ,doni in ,florenz1 der es von dem ihm befreundeten ,knstler um hohen ,preis erwarb4 ,in der ,zeit1 whrend welcher die ,riesenfigur des ,david entstand1 fllt auer den genannten ,werken aller ,wahrscheinlichkeit nach auch noch eine ,marmorfigur1 ber deren ,entstehung die ,nachrichten fehlen1 der sterbende ,adonis im ,nationalmuseum zu ,florenz1 sowie ferner ein unfertig gebliebenes ,gemlde in der ,londoner ,nationalgalerie1 welches die ,grablegung ,christi in eigentmlich wirkungsvoller ,weise darstellt4 ,illustration3 ,abb4 #ad4 ,aktstudien4 ,federzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ae4 ,aktskizzen4 ,federzeichnung in der ,albertina4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,nach der ,vollendung des ,david galt ,michelangelo unbestritten als der erste ,bildhauer der ,welt4 ,noch in demselben ,jahre #aejd trat die ,aufgabe an ihn heran1 mit dem grten ,maler der ,zeit1 mit ,leonardo da ,vinci1 um die ,palme zu ringen4 -- ,leonardo hatte im ,jahre #adhb1 damals ein dreiigjhriger1 schon viel bewunderter ,mann1 seine florentinische ,heimat verlassen3 nach achtzehnjhriger ,abwesenheit kehrte er zurck1 mit dem hchsten ,ruhme gekrnt4 ,die ,vielseitigkeit seiner ,unternehmungen lie ihn auch jetzt immer nur mit ,unterbrechungen in ,florenz verweilen2 im ,anfang des ,jahres #aejd aber glaubte ,soderini ihn durch einen groen und ehrenvollen ,staatsauftrag enger an die ,stadt gefesselt zu haben4 -- ,wie reif auch ,michelangelos knstlerische ,eigenart zu dieser ,zeit entwickelt war1 von diesem einen ,manne1 der so bezaubernd schn zeichnete und der so bestrickenden ,liebreiz in ,formen kleiden konnte1 erfuhr auch er noch einen ,einflu4 ,es ist oft bemerkt worden und auch unverkennbar1 da ,michelangelo in einer ganzen ,anzahl sorgfltig ausgefhrter ,rtel- und ,kreidezeichnungen sich bestrebt hat1 mit der ,art und ,weise ,leonardos zu wetteifern4 ,es sind dies namentlich ,charakterkpfe mannigfaltiger ,art1 bald von weicher1 jugendlicher ,anmut1 bald von einer an die ,karikatur streifenden ,schrfe der ,kennzeichnung1 feine ,studien ber die ,form und den ,ausdruck des menschlichen ,gesichts2 auch phantastische ,bildungen gehren hierhin1 wie die seltsamen ,auftrmungen des ,kopfputzes ber schnen ,frauenprofilen oder verschiedenartige fratzenhafte ,masken 7,abb4 #af1 #ag1 #ah74 ,als ,nachahmungen darf man indessen derartige an ,leonardo erinnernde ,zeichnungen ,michelangelos keineswegs ansehen2 seine ,eigenart hat der junge ,meister berall bewahrt4 ,dem ,gesichtsausdruck hat ,michelangelo auch unabhngig von ,leonardo das eingehendste ,studium gewidmet4 ,von der ,meisterschaft1 mit welcher er die unwillkrliche und flchtige ,thtigkeit der ,gesichtsmuskeln wiederzugeben vermochte1 gibt eine in der ,uffiziensammlung zu ,florenz befindliche ,kreidezeichnung das berhmteste ,beispiel1 welche unter dem ,namen der ,schrecken18 die ,raserei8 oder die verdammte ,seele8 bekannt ist3 ein ,kopf mit gestrubten und in heftiger ,bewegung flatternden ,haaren1 dessen ,augen sich starr auf irgend etwas ,frchterliches heften und dessen ,mund sich zu einem ,schrei des rasendsten ,entsetzens ffnet 7,abb4 #ai74 -- ,leonardo da ,vinci begann in den ersten ,monaten des ,jahres #aejd mit der ,ausfhrung des ,auftrags1 den ,soderini ihm im ,namen der ,republik erteilt hatte4 ,es handelte sich darum1 den auf ,savonarolas ,veranlassung erbauten groen ,ratssaal des ,regierungspalastes mit ,freskogemlden zu schmcken4 ,der ,gegenstand1 welchen ,leonardo auf einer umfangreichen ,wandflche zu schildern bernahm1 war der ,sieg der ,florentiner ber mailndische ,truppen bei ,anghiari 7im ,jahre #addj74 ,die ,ausfhrung des ,gegenstcks zu dieser ,darstellung dachte ,soderini dem ,michelangelo zu2 er hoffte1 da die beiden groen ,knstler im ,wetteifer miteinander ihre ,krfte auf das hchste anspannen wrden4 ,gegen den ,herbst des ,jahres #aejd bekam ,michelangelo den ,auftrag1 fr die zweite ,hauptwand des ,ratssaales ein ,schlachtenbild aus der frheren florentinischen ,geschichte zu entwerfen4 ,er whlte einen ,gegenstand aus den ,kmpfen um ,pisa im ,,xiv4 ,jahrhundert1 deren ,endergebnis die ,unterwerfung dieser ,stadt unter die ,botmigkeit von ,florenz war1 und zwar einen ,gegenstand1 der ihm ,gelegenheit gab1 viele unbekleidete ,gestalten in mannigfaltiger und lebhafter ,thtigkeit darzustellen3 die ,abwehr eines berfalles1 den der ,feind an einem heien ,tage unternahm1 whrend die florentinischen ,reiter im ,arno badeten4 ,michelangelo mag mit einem ungestmen ,verlangen1 ,leonardo zu bertreffen1 an die ,arbeit gegangen sein4 ,denn er war ein leidenschaftlicher ,nebenbuhler2 er lie sich sogar zu ganz ungerechtfertigter ,gehssigkeit gegen den lteren ,meister hinreien1 wenn ein ungenannter ,zeitgenosse ,wahres berichtet1 der in einer ,schrift ber ,leonardo da ,vinci die aufbrausenden ,scheltworte anzufhren wei1 welche ,michelangelo diesem entgegenschleuderte bei einer ,gelegenheit1 wo beide ,knstler von einer mit der ,auslegung ,dantes beschftigten ,gesellschaft ersucht wurden1 eine dunkle ,stelle der ,gttlichen ,komdie zu erklren4 -- ,vor dem ,frhjahr #aeje hatte er den ,karton zu dem ,bilde aus dem ,pisanerkrieg1 den er abgeschlossen von aller ,welt in einem ihm zu diesem ,zwecke eingerumten ,saal im ,spital der ,frberzunft anfertigte1 vollendet4 ,den ,kunstverstndigen der ,zeit erschien diese ,zeichnung als die staunenswrdigste ,schpfung ,michelangelos2 keines seiner spteren gewaltigen ,werke erregte -- wenn ,vasari recht hat -- solches ,aufsehen in ,knstlerkreisen2 zu dem im ,ratssaal aufgestellten ,karton1 der das ,emporklettern der ,badenden aus dem ,flu1 das hastige ,ankleiden und ,waffnen1 das ,strmen zum ,kampf und den ,beginn des ,reitergefechts schilderte1 wallfahrteten die ,maler von nah und fern1 um daraus zu lernen4 -- ,zur ,ausfhrung in ,farben gelangte ,michelangelos ,schlachtenbild ebensowenig wie dasjenige ,leonardos4 ,leonardo hatte wenigstens einen ,anfang gemacht1 indem er die berhmte ,gruppe der vier ,reiter1 welche um eine ,fahne kmpfen1 auf die ,wand malte2 ,michelangelo kam nicht einmal so weit2 er wurde von ,papst ,julius ,,ii nach ,rom berufen und blieb von da ab fast ganz ausschlielich im ,dienst der ,ppste thtig4 -- ,der ,karton der ,pisanerschlacht ist vollstndig verloren gegangen2 er wurde in ,stcke zerrissen1 sei es nun1 da neidische ,bosheit ihm dieses ,schicksal bereitete1 wie ,vasari an einer ,stelle ausdrcklich sagt1 sei es1 da er von bewundernden ,kunstjngern und rcksichtslosen ,sammlern zum ,opfer ihrer ,begeisterung gemacht wurde1 wie man aus einer anderen ,stelle ,vasaris herauslesen knnte4 ,die ,stcke1 von denen im ,jahre #aege noch einige in ,mantua vorhanden waren1 sind spurlos verschwunden4 ,wie unsere ,kenntnis von ,leonardos ,anghiarischlacht sich auf eine von ,rubens nach den vier ,reitern gezeichnete ,skizze1 welche durch ,kupferstich vervielfltigt wurde1 beschrnkt1 so wird uns von ,michelangelos bewunderter ,zeichnung keine weitere ,anschauung gewhrt1 als das wenige1 was einige alte ,kupferstiche aufbewahrt haben3 ein paar ,bruchstcke aus den ,gruppen der vom ,bade aufgeschreckten ,soldaten1 losgelst aus dem ,zusammenhange und auf willkrlich hinzugefgten landschaftlichen ,hintergrnden4 ,illustration3 ,abb4 #af4 ,verschiedene ,kpfe4 ,rtelzeichnung im ,kabinett ,taylor zu ,oxford4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ag4 ,ausdruckstudie4 ,rtelzeichnung in der ,sammlung der ,kunstakademie zu ,venedig4 ,leonardo da ,vinci lie leichten ,herzens die angefangene ,arbeit im ,regierungspalast zu ,florenz liegen1 um sich anderweitiger ,thtigkeit zuzuwenden4 ,fr ,michelangelo begann mit dem ,liegenlassen des ,schlachtenbildes die ,qual seines ,lebens1 da das ,schicksal es ihm nicht vergnnte1 die groen ,schpfungen1 welche er mit der mchtigsten ,begeisterung begann1 in der beabsichtigten ,weise zu ,ende zu fhren4 ,michelangelo hat einmal in einer bewunderungswrdigen ,zeichnung die ,glcksgttin dargestellt1 wie sie auf rollendem ,rade dahingleitet1 nach links und rechts ihre ,gaben ausstreuend 7,abb4 #bj74 ,ein schwerer1 schmerzlicher ,ernst liegt auf den ,mienen der schnen ,gestalt4 ,ihm hat die ,gttin nie gelchelt4 ,als er den ,david und den ,karton der ,pisanerschlacht vollendet und dadurch als ,bildhauer und als ,maler -- wenigstens als ,zeichner -- einen ,ruhm erreicht hatte1 der ihn neben und ber die grten ,meister stellte1 hatte er sein dreiigstes ,jahr noch nicht berschritten4 ,mit diesen ,werken schliet die ,jugendzeit ,michelangelos -- soweit man berhaupt von ,jugend sprechen kann bei einem ,manne1 aus dessen ,leben kein ,zug von jugendlichem ,frohsinn spricht1 und dessen frheste ,arbeiten nichts von jugendlicher ,unsicherheit aufweisen4 ,bis dahin sind die von ihm geschaffenen ,gestalten1 wenn auch nicht aus heiterer1 so doch aus ruhiger ,empfindung hervorgegangen4 ,aus demjenigen1 was er nach dem ,jahre #aeje geschaffen hat1 spricht fast berall eine umdsterte ,stimmung1 ein ,versenken in schwere1 grbelnde ,gedanken4 ,seine ,gestalten werden die ,trger von tiefen namenlosen ,gefhlen1 wie sie sonst nur in ,tnen oder auch in ,farbenstimmungen zur knstlerischen ,aussprache gelangen knnen1 fr die er aber in ,formen ein ,ausdrucksmittel gefunden hat4 ,dabei kleiden sich diese uerungen persnlichen ,gefhls in eine ,groartigkeit der knstlerischen ,gestaltung1 wie er selbst sie vorher nie erreicht hat1 und wie sie keinem anderen seit den ,bltezeiten des klassischen ,altertums auch nur annhernd erreichbar gewesen ist4 ,illustration3 ,abb4 #ah4 ,masken4 ,rtelzeichnung im ,museum ,wicar zu ,lille4 ,papst ,julius ,,ii1 der ,nachfolger ,pius' ,,iii1 berief ,michelangelo nach ,rom1 damit derselbe ihm schon bei ,lebzeiten ein ,grabmal erbaue4 ,nach nicht allzu langer ,zeit einigten sich beide ber einen ,plan von auerordentlicher ,pracht2 das ,grabmal sollte als ein vierseitiges ,gebude in zwei ,geschossen1 mit mehr als vierzig berlebensgroen ,marmorfiguren und zahlreichen ehernen ,flachbildwerken geschmckt1 aufgefhrt werden4 ,michelangelo begab sich alsbald nach ,carrara1 wo er fr #ajjj ,dukaten ,marmorblcke ankaufte und ,vertrge ber den ,transport der gewaltigen ,marmormassen abschlo4 ,er lie die einzelnen ,blcke an ,ort und ,stelle im groben zurechthauen1 und seine ,ungeduld1 die es nicht abwarten konnte1 bis alle ,vorbereitungen zu dem groen ,unternehmen1 in dem jetzt seine ganze ,seele aufging1 vollendet waren1 trieb ihn1 schon jetzt ein paar ,figuren fr das ,grabmal eigenhndig in ,arbeit zu nehmen4 ,acht ,monate lang1 bis gegen ,ende des ,jahres #aeje1 hielten die ,arbeiten in den ,marmorbrchen ihn dort fest4 ,der ,anblick der ,marmorberge soll den ,gedanken in seiner ,phantasie erweckt haben1 einmal1 wenn er ,zeit htte1 eine ,riesengestalt aus dem lebendigen ,fels herauszuhauen1 die von weither auf dem ,meere sichtbar sein sollte4 -- ,im ,anfang des ,jahres #aejf wurde der grte ,teil der ,marmorblcke in ,rom auf dem ,petersplatze abgeladen2 es sah aus1 als ob nicht ein ,grabmal1 sondern ein ,tempel erbaut werden sollte4 ,ein ,haus am ,petersplatz war ,michelangelo als ,werkstatt eingerumt1 welches durch einen ,gang mit dem ,vatikan verbunden wurde1 damit der ,papst jederzeit den ,meister bei der ,arbeit besuchen knnte4 ,so stand ,michelangelo im ,begriffe1 ein ,marmorwerk von einem ,umfange zu schaffen1 wie ,rom seit zwlf ,jahrhunderten nichts hnliches hatte entstehen sehen1 ein ,werk1 das wie kein anderes den ,lieblingsgedanken der ,renaissancezeit1 die ,kunst des rmischen ,altertums fortzusetzen1 zu verwirklichen geeignet erschien4 ,der ,boden ,roms gab gerade in jener ,zeit ,schtze an das ,tageslicht1 welche die antike ,bildhauerkunst in noch viel grerer ,herrlichkeit zeigten1 als ihre bis dahin bekannten ,werke4 ,im ,jahre #aejf wurde in der ,nhe der berbleibsel von den ,bdern des ,titus die ,laokoongruppe ausgegraben1 und ,michelangelo begrte sie als das ,wunder der ,kunst81 das er von allen ,werken des ,altertums neben dem berhmten ,herkules-,torso am hchsten schtzte4 ,auch den antiken ,dekorationsmalereien1 welche in den ,bdern des ,titus aufgedeckt wurden1 hat ,michelangelo seine ,aufmerksamkeit zugewendet4 ,ein in der ,sammlung ,wicar zu ,lille bewahrtes ,blatt gibt ,kunde davon4 ,auf den beiden ,seiten dieses ,blattes hat er mit flssiger ,feder1 deren ,zge das dnne ,papier ganz durchdrungen haben1 ,skizzen niedergeschrieben1 die man als ,erinnerungen an einige jener kleinen ,figurenbildchen erkennt1 welche die antiken ,zimmermaler in das ,formenspiel ihres ,zierwerks eingeflochten haben 7,abb4 #ba und #bb74 ,illustration3 ,abb4 #ai4 ,die ,raserei48 ,kreidezeichnung in der ,sammlung der ,uffizien zu ,florenz4 ,die ,hoffnungsfreudigkeit1 mit welcher ,michelangelo sich an das groe ,werk begab1 wurde bald enttuscht4 ,die ,gre des ,werkes selbst gab mittelbar die erste ,veranlassung1 da dasselbe nicht zustande kam4 ,die alte ,peterskirche bot nicht so viel ,raum1 da das riesige ,grabmal darin htte aufgestellt werden knnen4 ,so dachte ,julius ,,ii daran1 zur ,aufnahme desselben die neue ,chornische1 deren ,grundmauern ,nikolaus ,v vor einem halben ,jahrhundert hatte legen lassen1 auszubauen4 ,an diesen ,gedanken reihte sich bald der grere1 die ganze ,peterskirche durch einen ,neubau von unerhrter ,ausdehnung zu ersetzen4 ,und als ,bramante dem ,papst seinen groartigen ,entwurf zu einem solchen ,neubau vorlegte1 war die ,verwirklichung des ,gedankens sofort beschlossen4 ,in der ,seele des ,papstes1 der darin mit ,michelangelo etwas ,geistesverwandtes hatte1 da die grte ,unternehmung ihm immer die liebste war1 mute vor dem ,plan des ,neubaues der ,peterskirche derjenige der ,ausfhrung seines ,grabmals in den ,hintergrund treten4 ,auch soll ,bramante1 der ,michelangelo diesen ,auftrag nicht gnnte1 dem ,papst vorgeredet haben1 es sei von bler ,vorbedeutung1 sich bei ,lebzeiten sein ,grab bauen zu lassen4 ,die immer wiederkehrenden ,zge grimmiger ,knstlereifersucht sind hliche ,flecken in dem sonst so prchtigen ,bild der rmischen ,renaissance4 -- ,julius ,,ii lie den ,gedanken an das ,grabmal ganz fallen4 ,er wollte ,michelangelo eine ,entschdigung geben durch den ,auftrag1 die ,decke der vatikanischen ,kapelle1 welche ,sixtus ,,iv hatte erbauen lassen1 auszumalen2 auch dieses soll ,bramante ihm geraten haben1 weil er glaubte1 da ,michelangelo einer solchen malerischen ,aufgabe nicht gewachsen sein und so eine beschmende ,niederlage erleiden wrde4 ,da ,michelangelo sich nicht darein schicken konnte1 auf ein ,unternehmen von so hoher ,bedeutung1 das er mit aller ,begeisterung einer ruhmes- und schaffensdurstigen ,seele erfat hatte1 zu verzichten1 ist leicht zu begreifen4 ,es kam zu einem merkwrdigen ,kampf zwischen dem ,papst und dem ,knstler1 zwei ,persnlichkeiten1 die ebenso1 wie sie in der ,vorliebe fr das ,groartige und ,gewaltige einander glichen1 auch an ,heibltigkeit und ,starrkpfigkeit sich gegenseitig nichts nachgaben4 ,illustration3 ,abb4 #bj4 ,fortuna4 ,rtelzeichnung in den ,uffizien zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ba4 ,skizze eines antiken ,rossebndigers4 ,federzeichnung im ,museum ,wicar zu ,lille4 ,michelangelo selbst hat den ,ausbruch dieses ,kampfes aufs anschaulichste erzhlt in einem ,briefe1 den er am #b4 ,mai #aejf an einen ihm und dem ,papste gleichmig befreundeten ,mann1 den ,architekten ,giuliano da ,sangallo1 richtete3 ,ich hrte am ,charsamstag den ,papst sagen1 als er bei ,tisch mit einem ,juwelier und mit dem ,ceremonienmeister sprach1 da er keinen ,pfennig mehr weder fr groe noch fr kleine ,steine 7d4 h4 ,marmorblcke7 ausgeben wolle2 darber geriet ich sehr in ,verwunderung2 doch bat ich ihn1 bevor ich wegging1 um einen ,teil von dem1 dessen ich bedurfte1 um mein ,werk fortzufhren 7,michelangelo hatte nmlich1 als die ,zahlungen des ,papstes fr das ,grabmal ausblieben1 schon alles1 was er besa1 fr die ,kosten der ,arbeit geopfert72 ,seine ,heiligkeit antwortete mir1 ich solle am ,montag wiederkommen2 und ich kam am ,montag wieder und am ,dienstag und am ,mittwoch und am ,donnerstag2 schlielich1 am ,freitag ,morgen1 wurde ich hinausgeschickt1 das heit weggejagt2 und derjenige1 welcher mich wegschickte1 sagte1 da er mich wohl kennte1 da er aber solchen ,auftrag habe4 ,da geriet ich1 da ich am ,samstag die erwhnten ,worte gehrt hatte und jetzt das ,ergebnis sah1 in groe ,verzweiflung48 ,ganz auer ,fassung gebracht durch die erlittene ,krnkung1 bestellte ,michelangelo dem ,thrhter1 er solle dem ,papst1 wenn dieser nach ihm fragen wrde1 sagen1 da er anderswohin gegangen sei2 er begab sich in seine ,wohnung1 beauftragte seine ,diener1 die gesamte ,habe den ,juden zu verkaufen1 und verlie zwei ,stunden nach ,einbruch der ,dunkelheit die ,stadt4 ,er reiste mit ,postpferden1 ohne ,rast zu machen1 bis er die rmische ,grenze hinter sich hatte und in ,poggibonsi florentinisches ,gebiet betrat4 ,hier erreichten ihn fnf ,eilboten1 welche der ,papst ihm1 sobald er von seiner ,flucht erfahren1 nachgesandt hatte1 mit einem eigenhndigen ,schreiben1 da er zurckkehren solle4 ,michelangelo aber gab den ,boten nur einen kurzen ,brief an den ,papst mit1 des ,inhalts1 da er um ,verzeihung bitte1 da er aber nie zurckkehren werde2 er habe fr seine guten und getreuen ,dienste diesen ,umschlag nicht verdient1 da er vom ,angesicht des ,herrn weggejagt worden sei wie ein ,lump2 und wenn ,seine ,heiligkeit nichts mehr von dem ,grabmal wissen wolle1 so sei er dadurch seiner ,verpflichtungen entledigt1 und andere ,verpflichtungen wolle er nicht eingehen4 ,michelangelo reiste weiter nach ,florenz4 ,in dem oben erwhnten ,briefe1 den er gleich nach seiner ,ankunft daselbst an ,sangallo schrieb1 mit der ,bitte1 denselben dem ,papst vorzulesen1 spricht er von noch einer anderen ,ursache seines ,weggangs aus ,rom1 die er aber nicht schriftlich nennen knne2 er sagt darber nur1 diese ,ursache sei von der ,art gewesen1 da sie ihn glauben lie1 wenn er in ,rom bliebe1 wrde sein ,grab eher gemacht werden als das des ,papstes4 ,was das war1 ist nie aufgeklrt worden2 es ist wohl denkbar1 da der aufgeregte und zu ,argwohn geneigte ,mann von dem wirklichen oder eingebildeten ,ha seiner knstlerischen ,nebenbuhler das rgste1 selbst ein ,verbrechen befrchtete4 ,ein ,beweis von der ,gehssigkeit der gegen ihn bestehenden ,eifersucht ist die ,thatsache1 da ,bramante sich nicht scheute1 dem ,papst gegenber auszusprechen1 der wahre ,grund von ,michelangelos ,flucht sei der gewesen1 da er sich der ,aufgabe1 die ,decke der ,sixtinischen ,kapelle zu bemalen1 nicht gewachsen gefhlt htte2 darber wurde ,bramante allerdings im ,beisein des ,papstes eine krftige ,zurechtweisung zu teil durch den ,maurermeister ,pietro ,rosselli1 einen treuen ,freund ,michelangelos1 der dem letzteren auch sofort ber dieses ,vorkommnis nach ,florenz berichtete4 -- ,michelangelo lie durch ,sangallo dem ,papst den ,vorschlag machen1 wenn derselbe darauf einginge1 da die ,arbeit an dem ,grabmal fortgesetzt werde1 wolle er sich ,marmor aus ,carrara nach ,florenz kommen lassen und hier daran arbeiten2 hier knne er bequemer und sorgloser sich der ,arbeit hingeben4 ,julius ,,ii wollte selbstverstndlich von einem solchen ,vorschlag nichts wissen4 ,er wendete sich jetzt mit amtlichen ,schreiben an die ,regierung von ,florenz1 um den ,flchtling zurckzubekommen4 ,michelangelo18 heit es in einem an ,soderini gerichteten ,breve vom #h4 ,juli #aejf1 der sich grundlos und unbedachtsam von ,uns entfernt hat1 frchtet sich1 wie man ,uns sagt1 zurckzukehren4 ,wir zrnen ihm nicht1 da ,wir die ,gemter derartiger ,menschen kennen4 ,aber damit er jeden ,argwohn ablege1 ersuchen ,wir ,eure ,ergebenheit1 ihm in ,unserem ,namen versprechen zu wollen1 da1 wenn er zu ,uns zurckkehrt1 ihm nichts geschehen soll1 und da ,wir ihn in derselben apostolischen ,gnade halten wollen1 in der er vor seinem ,weggang gehalten worden ist48 ,michelangelo blieb den ,vorstellungen ,soderinis gegenber taub2 er lie sich durch die von einem ,kardinal ausdrcklich und schriftlich gegebene ,gewhrleistung fr seine ,sicherheit ebensowenig bewegen1 wie durch die ,versicherungen seiner rmischen ,freunde1 da der ,papst ihm nicht bel wolle4 ,anfangs versuchte er in ,florenz sich durch ,arbeit zu trsten2 er wollte einige angefangene ,werke vollenden -- wir wissen nicht welche4 ,aber es scheint1 da der ,unmut ihm den ,trost der ,arbeit versagte4 ,so sa der von ,sehnsucht nach groen ,thaten verzehrte ,knstler monatelang thatenlos in ,florenz4 ,er dachte in allem ,ernst daran1 nach der ,trkei zu gehen1 da ,franziskanermnche aus ,konstantinopel ihm mitgeteilt hatten1 da der ,sultan seine guten ,dienste beim ,bau einer ,brcke von ,konstantinopel nach ,pera und bei anderen ,unternehmungen wrde gebrauchen knnen4 ,wenn es auch ,soderini nicht gelang1 ,michelangelo zur ,rckkehr zum ,papst zu bewegen1 so gelang es ihm doch wenigstens1 ihn von dem ,gedanken1 zum ,sultan zu gehen1 abzubringen4 ,michelangelos ,stimmung spricht am deutlichsten aus einem ,sonett1 das er an ,julius ,,ii dichtete4 ,er war nmlich ein sehr begabter ,dichter1 der1 wenn er seine ,empfindungen in ,versen aussprach1 es damit ebenso ernst nahm1 wie mit allem1 was er zeichnete1 malte oder meielte2 seine ,gedichte fllen einen ganzen ,band1 und mehrere seiner ,lieder wurden gesungen4 ,in jenem ,sonett beklagt er sich darber1 da der ,papst den ,lgnern und ,verleumdern sein ,ohr leihe2 er seinesteils bleibe ihm derselbe gute ,diener wie frher1 er gehre zu ihm wie die ,strahlen zu der ,sonne1 aber je mehr er sich abmhe1 um so weniger erwecke er bei ihm ,gefallen2 er habe gehofft1 durch die ,hhe des ,herrschers zur ,hhe zu gelangen1 nun mache jener sich zur ,stimme des ,echos2 mit einer leidenschaftlichen uerung der ,hoffnungslosigkeit1 mit der ,klage1 da die ,tchtigkeit verurteilt sei1 von einem drren ,baume ,frchte zu pflcken1 schliet das ,gedicht4 ,illustration3 ,abb4 #bb4 ,skizzen nach antiken ,darstellungen3 ,heimkehrende ,jger1 an der ,spitze des ,zuges ein geharnischter ,jngling mit einem ,pferd1 auf dessen ,rcken ein ,knabe 7,amor87 tnzelt2 ferner eine weibliche ,gewandfigur4 ,federzeichnung im ,museum ,wicar zu ,lille4 ,endlich1 im ,november #aejf1 brach der ,bann4 ,julius ,,ii hatte ,rom im ,august verlassen1 um in schnellem ,siegeszuge ,perugia und ,bologna zu unterwerfen4 ,nach seinem prunkvollen ,einzug in die letztere ,stadt richtete er nochmals ein dringendes ,ersuchen an die ,regierung von ,florenz1 sie mge ihm den ,michelangelo zuschicken1 da er dort etwas fr ihn zu thun habe4 ,und nach ,bologna ging ,michelangelo1 das war ja nicht das ihm so sehr verleidete ,rom4 ,er ging freilich mit einem ,gefhl1 nach seinen eigenen ,worten1 als ob er den ,strick um den ,hals htte4 ,bei sich hatte er ein amtliches ,empfehlungsschreiben der ,signoria an den ,kardinal von ,pavia und ein persnliches von dem ,oberhaupt des ,staates1 ,piero ,soderini1 an dessen ,bruder1 den ,kardinal von ,volterra2 es ist bemerkenswert1 da ,soderini1 der ,michelangelo ja so lange und so grndlich kannte1 in seinem ,schreiben die ,worte gebrauchte3 ,er ist von der ,art1 da mit guten ,worten und mit ,artigkeiten alles von ihm zu erlangen ist2 man mu ihm ,liebe zeigen und ihm ,gunst erweisen1 und er wird ,werke vollbringen1 die jeden1 der sie sieht1 in ,staunen versetzen48 ,der ,papst erwartete den zurckkehrenden ,flchtling mit ,ungeduld4 ,michelangelo wurde gleich nach seiner ,ankunft in ,bologna1 ehe er nur die ,kleider hatte wechseln knnen1 in das ,regierungsgebude gefhrt1 wo ,julius ,,ii bei ,tische sa4 ,dieser sah den vor ihm ,niederknieenden von der ,seite an und sagte in unwilligem ,ton3 ,anstatt da du zu uns gekommen wrest1 hast du gewartet1 da wir zu dir kmen48 ,als darauf ,michelangelo um ,verzeihung bat und zu seiner ,entschuldigung wieder darauf zurckkam1 wie er von der ,schwelle des ,papstes fortgejagt worden sei1 machte ein ,bischof in der wohlgemeinten ,absicht1 etwas zu ,gunsten ,michelangelos zu sagen1 eine ungeschickte ,bemerkung ber die ,unwissenheit der ,knstler2 diese ,bemerkung erregte den schnell aufflammenden ,zorn des ,papstes1 und der ,unwille desselben fiel auf das ,haupt des ,bischofs4 ,dann wandte sich ,julius ,,ii gndig zu ,michelangelo und erteilte ihm als ,zeichen der ,vershnung seinen ,segen4 ,was ,michelangelo in ,bologna fr ,julius ,,ii machen sollte1 war dessen ,bildnis in ganzer ,figur1 das berlebensgro in ,erzgu ausgefhrt und zum ,andenken an die ,einnahme der ,stadt ber dem ,eingang der ,hauptkirche aufgestellt werden sollte4 ,der ,meister vollendete das ,thonmodell noch vor dem ,aufbruch des ,papstes aus ,bologna am #bb4 ,februar #aejg4 ,aber danach mute er noch ein volles ,jahr in ,bologna verweilen2 die ,ausfhrung des ,wachsmodells fr den ,gu nahm unerwartet viel ,zeit in ,anspruch1 dann machte der ,erzgieer1 den man aus ,florenz hatte kommen lassen1 seine ,sache schlecht1 und als endlich der ,gu vollendet war1 erforderte das ,nachbessern des groen ,erzbildes eine ungeheure ,mhe4 ,unwillig darber1 da die ,beendigung der ,arbeit sich von ,monat zu ,monat hinauszog1 voll von ,verlangen1 heimzukehren nach ,florenz1 wo die untersttzungsbedrftigen ,brder sehnschtig seiner harrten1 nahm ,michelangelo fr seine ,arbeit schlielich die ,nchte zur ,hilfe1 da die ,tage ihm nicht ausreichten4 ,dabei lebte er in geradezu kmmerlichen ,verhltnissen2 was er am ,ende seines ,aufenthalts in ,bologna von #ajjj ,dukaten1 die der ,papst fr das ,erzbild zahlte1 fr sich brig behielt1 waren #d ,dukaten4 ,er mute in ,bologna bleiben bis zur ,aufstellung des ,bildes1 die sich auch wieder verzgerte4 ,am #ba4 ,februar #aejh wurde der ,erzkolo1 welcher ,julius ,,ii im ppstlichen ,ornate thronend1 die ,rechte zum ,segen erhoben1 in der ,linken die ,schlssel ,petri haltend darstellte1 feierlich enthllt unter ,glockengelut und dem ,klange von ,pfeifen1 ,trompeten und ,trommeln1 und am ,abend beschlo ein groes ,feuerwerk die ,feier des ,tages4 -- ,die ,bologneser hatten ,julius ,,ii zugejubelt1 als er in ihre ,stadt einzog2 aber die ,wandelbarkeit der ,volksgunst uerte sich schon in den ,witzworten1 die man sich1 an das ,bild anknpfend1 zur ,kennzeichnung des neuen ,herrn erzhlte3 ,michelangelo htte den ,papst gefragt1 ob er der ,figur ein ,buch in die linke ,hand geben sollte1 worauf dieser geantwortet htte3 ,was ,buch8 ein ,schwert6 ich meinesteils verstehe mich nicht aufs ,schriftwesen28 und die erhobene rechte ,hand sollte den ,brgern drohen1 wenn sie nicht artig wren4 ,am #cj4 ,dezember #aeaa schon wurde das ,erzbild ,julius' ,,ii1 nachdem die ,stadt den ,parteigngern des von diesem vertriebenen ehemaligen ,herrschergeschlechts der ,bentivoglio die ,thore geffnet hatte1 herabgestrzt und unter ,hohn und ,spott durch die ,straen geschleift2 dann wurde es dem ,herzog ,alfons von ,ferrara geschenkt1 der ,geschtze daraus gieen lie4 ,michelangelo begab sich nach der ,enthllung des ,erzbildes sofort nach ,florenz zu seinen ,angehrigen4 ,es verdient erwhnt zu werden1 da er jetzt erst1 durch eine notarielle ,urkunde vom #ac4 ,mrz #aejh1 von seinem ,vater fr selbstndig erklrt wurde4 ,aber er durfte nicht lange in der ,heimatstadt verweilen4 ,da er einmal wieder in den ,dienst des ,papstes getreten war1 mute er auch nach ,rom zurckkehren4 ,zwar hatte auch ,soderini einen ,plan mit ,michelangelo vor3 er beabsichtigte die ,errichtung eines ,gegenstckes zum ,david4 ,aber der ,papst hielt den glcklich ,wiedergewonnenen fest und gewhrte nicht einmal die ,bitte ,soderinis1 denselben gegen ,ende des ,jahres #aejh auf nur #be ,tage zu einer ,reise nach ,florenz zu beurlauben4 ,michelangelo hoffte noch immer auf die ,ausfhrung des ,grabmals4 ,aber vergebens2 der ,papst bestand unerbittlich auf dem ,ausmalen der ,decke in der ,sixtinischen ,kapelle1 und dieses ,mal beugte sich der ,knstler dem eisernen ,willen des ,herrschers4 ,mit blutendem ,herzen begann er ein ,werk1 das fr ihn den ,verzicht auf die ,erfllung seines stolzesten ,knstlertraumes bedeutete1 und er schuf in diesem ,werk das ,herrlichste1 was die ,monumentalmalerei berhaupt hervorgebracht hat1 eine ,schpfung so schn und gewaltig1 da die ,nachwelt wohl das ,recht hat zu glauben1 der ,meister habe sich hierdurch ein greres ,anrecht auf ihren ,dank erworben1 als wenn er jenes ,riesengrabmal zur ,ausfhrung gebracht htte4 ,papst ,sixtus ,,iv hatte bei der ,anlage der nach ihm benannten ,kapelle im vatikanischen ,palast von vornherein die ,absicht1 da dieselbe ganz mit ,werken der ,malerei ausgeschmckt werden sollte2 darum blieb sie ohne jeden architektonischen ,schmuck4 ,die ,wnde des mig groen1 lnglich viereckigen ,raumes sind oben durch aneinander gereihte ,rundbogen begrenzt1 deren an den ,langwnden je sechs1 an den ,schmalwnden je zwei sind2 unter jedem dieser ,rundbogen1 mit ,ausnahme der beiden an der ,altarwand1 befindet sich ein kleines rundbogiges ,fenster4 ,die ,decke ist ein ,spiegelgewlbe2 ihr ebenes ,mittelfeld geht ohne jede ,abgrenzung in die gewlbten vier ,seitenteile ber1 welche durch die von den ,rundbogen der ,wnde aus einschneidenden ,kappen in zwlf spitze ,zwickel1 je fnf an den ,langseiten und je einen an den ,schmalseiten1 zerlegt werden4 ,illustration3 ,abb4 #bc4 ,studie zu einer dekorativen ,figur an der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle 7vgl4 ,abb4 #ca74 ,rtelzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 ,das ,feld1 welches sich ,michelangelo zum ,bemalen darbot1 als er am #aj4 ,mai #aejh sich entschlo1 den ersten ,strich fr diese ,arbeit zu thun1 umfate auer der zusammenhngenden ,flche der ,decke die dreieckigen ,felder der ,stichkappen und die rundbogig begrenzten ,wandstcke 7,lnetten71 welche unter den ,kappen die ,fensterbogen einrahmen4 ,die ,bemalung der ,wnde bis zur ,hhe der ,gewlbanstze war schon unter ,sixtus ,,iv begonnen worden und seit geraumer ,zeit vollendet4 ,verschiedene florentinische ,meister hatten hier das ,leben ,christi und das ,leben ,moses' geschildert1 nach der im ,mittelalter beliebten ,weise der ,gegenberstellung von einander entsprechenden ,begebenheiten des alten und des neuen ,testaments4 ,fr die ,deckenmalerei hatte ,julius ,,ii anfnglich keineswegs einen sehr reichen ,inhalt in ,aussicht genommen4 ,michelangelo hat darber folgendes aufgeschrieben3 ,der erste ,entwurf des genannten ,werks waren zwlf ,apostel in den ,zwickeln und das brige in gewisser ,einteilung angefllt mit ,zierwerk nach gebruchlicher ,art2 nachher1 als ich das ,werk begonnen hatte1 schien mir1 da es rmlich ausfallen wrde1 und ich sagte dem ,papst1 da1 wenn ich die ,apostel allein dahin machte1 meines ,erachtens die ,sache rmlich ausfallen wrde2 er fragte mich1 warum2 ich antwortete3 weil sie selbst arm waren4 ,da gab er mir neuen ,auftrag1 ich solle machen1 was ich wollte1 und solle zufrieden sein1 und solle alles bemalen bis an die unten befindlichen ,geschichtsbilder heran48 -- ,illustration3 ,abb4 #bd4 ,studie1 mit einigen ,vernderungen zu einer ,figur an der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle benutzt4 ,rtelzeichnung im ,kupferstichkabinett des ,britischen ,museums zu ,london4 ,so ist der groartige ,inhalt1 den ,michelangelo den ,deckenmalereien gegeben hat1 sein ureigenster ,gedanke4 ,er stellte die ,vorgeschichte der ,erlsung dar3 die ,schpfung und den ,sndenfall und das weitere ,versinken der ,menschheit in ,snde2 dazu das ,hoffen auf den ,erlser1 die ,vorherverkndigung seiner ,ankunft und ,vorbedeutungen der ,erlsung4 ,wie der ,gedanke1 so ist auch die ,ausfhrung des ,werks das ausschlieliche ,eigentum des ,meisters4 ,als die ,kartonzeichnungen -- vielleicht erst diejenigen zu den ,apostelfiguren -- fertig waren1 lie er mehrere ,maler aus ,florenz kommen1 die ihm bei der ,ausfhrung behilflich sein und ihn ber das ,verfahren der ,freskomalerei1 die er niemals gebt hatte1 belehren sollten4 ,nachdem dieselben aber angefangen hatten zu malen1 fand er1 da keiner von ihnen es so machte1 wie es nach seiner ,absicht werden sollte1 und er entlie sie wieder1 nachdem er ihre ,arbeit hatte herunterschlagen lassen4 ,so malte er das groe ,werk ganz eigenhndig1 selbst auf den ,beistand eines ,farbenreibers soll er verzichtet haben4 ,von den ,vorarbeiten zu den ,deckenmalereien wissen wir wenig4 ber den ,verbleib der ,kartons gibt es keine weitere ,kunde als die1 da ,michelangelo #aeca mehrere derselben verschenkte4 ,das einzige1 was von den ,vorbereitungen des ,meisters zu dem ungeheuren ,werk erzhlt1 sind einige kleine ,blttchen mit ,federzeichnungen1 die sich als die ersten1 ganz flchtig hingezeichneten1 aber schon vollkommen sprechenden ,skizzen von einzelnen zu jener reichen ,gestaltenwelt gehrigen ,figuren erkennen lassen1 sowie eine nicht gerade groe ,anzahl von mehr oder weniger durchgebildeten ,studienzeichnungen 7,abb4 #bc1 #bd1 #be74 ,von den in verschiedenen ,sammlungen aufbewahrten ,zeichnungen1 welche ,teile der ,deckenmalerei in sorgfltiger ,ausfhrung wiedergeben1 rhrt die grte ,zahl nicht von der ,hand des ,meisters1 sondern von lernbegierigen ,nachfolgern desselben her2 sie sind nach den fertigen ,bildern oder zum ,teil auch nach den ,kartons angefertigt4 ,doch sind auch diese ,kopieen1 unter denen sich ,bltter von bewunderungswrdiger ,ausfhrung befinden1 wohl der ,beachtung wert2 sie zeigen1 welchen ,einflu ,michelangelos unvergleichliche ,art zu zeichnen auf das mitlebende und das nachfolgende ,knstlergeschlecht ausgebt hat2 bei einem ,vergleich der ,bltter untereinander1 wie ihn die nicht hoch genug zu schtzenden ,braunschen ,photographieen nach den ,reichtmern fast aller greren ,sammlungen von ,handzeichnungen ermglichen1 ist es interessant zu sehen1 wie verschiedenartig bisweilen ein und dasselbe ,urbild von ,verschiedenen aufgefat worden ist4 ,illustration3 ,abb4 #be4 ,gewandstudie zur libyschen ,sibylle 7in der ,ausfhrung nicht verwendet74 ,rtelzeichnung in der ,sammlung des ,louvre zu ,paris4 ,illustration3 ,abb4 #bf4 ,dekorative ,figur an der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,nicht unter freudigen ,verhltnissen malte ,michelangelo die ,deckenbilder der ,sixtinischen ,kapelle2 das bezeugen die ,berichte der ,lebensbeschreiber und mehr noch seine eigenen ,briefe4 ,seine anfngliche ,abneigung gegen die ,arbeit1 von der er erklrte1 da sie auerhalb seines ,berufs lge1 wurde gesteigert durch den ,kampf mit den technischen ,schwierigkeiten der ,freskomalerei2 als einmal whrend der ersten ,zeit des ,malens sich an einer ,stelle ,schimmelflecken zeigten1 geriet der ,meister in helle ,verzweiflung4 ,doch lernte er bald das ,verfahren in einer ,weise beherrschen1 wie es kein anderer besser gekonnt hat4 ,anhaltender war die bedrngte ,lage1 in welcher er sich durch den ,umstand befand1 da er vom ,papst1 der #aeaj gegen den ,knig von ,frankreich zu ,felde zog1 kein ,geld bekommen konnte2 dabei qulte ihn mehr noch als die eigene ,lage die ,sorge um das ,wohl der ,seinigen in ,florenz2 was er von frherem ,verdienst erbrigt und in einem ,florentiner ,hause angelegt hatte1 stellte er seinem ,vater zur ,verfgung1 und eine rhrende ,besorgnis fr seine ,brder spricht aus seinen ,briefen4 ,eine wahre ,qual war die krperliche ,anstrengung beim ,malen an der ,decke1 mit stets in den ,nacken gelegtem ,kopf und aufwrts verdrehten ,augen4 ,er selbst hat in einem ,gedicht an einen ,freund mit bitteren ,scherzen geschildert1 in welchem ,zustand sich sein ,krper befinde1 wenn er1 gekrmmt wie ein syrischer ,bogen1 das ,gesicht von den herabtrufelnden ,farben bunt gemustert gleich einem reich eingelegten ,fuboden1 an dem ,werke arbeite1 von dem er nicht einmal einen guten ,erfolg hoffte3 ,ich stehe nicht am rechten ,platz und bin kein ,maler18 sind die ,schluworte des ,gedichts4 ,seine ,augen gewhnten sich schlielich so sehr an die gewaltsame ,verdrehung1 da er noch monatelang nach ,vollendung der ,malerei eines scharfen ,sehens nur in der ,richtung nach oben fhig war1 so da er beim ,lesen von ,briefen und beim ,betrachten kleiner ,zeichnungen das ,papier ber seinen ,kopf halten mute4 ,als die ,arbeit in ,flu gekommen war und einen guten ,fortgang nahm1 qulte ihn der ,papst mit seiner ,ungeduld1 das ,ganze fertig zu sehen4 ,einmal1 so erzhlt ,vasari1 gab ,michelangelo auf die ungestm drngende ,frage des ,papstes1 wann er fertig sein wrde1 die treffende ,antwort3 ,wenn ich damit zufrieden sein werde18 worauf ,julius ,,ii erwiderte1 der ,meister msse es sich gengen lassen1 wenn er1 der ,papst1 zufrieden wre4 ,im ,herbst #aeaj war der hauptschlichste1 aber rumlich kleinere ,teil der ,malerei1 das ,mittelfeld der ,decke1 vollendet1 und im folgenden ,jahre blieb dieser ,teil eine ,zeitlang1 whrend ,michelangelo die ,kartons fr das brige zeichnete1 aufgedeckt1 dem ,papst und anderen zur ,besichtigung4 ,zwei ,jahre spter wurde das ,ganze fertig4 ,im ,oktober #aeab konnte ,michelangelo dies seinem ,vater schreiben mit dem ,zusatz1 da der ,papst mit dem ,werk zufrieden sei2 er selbst dachte auch jetzt noch mehr an das ,grabmal1 als an die glcklich beendete ,malerei3 die anderen ,dinge18 fgt er jener ,meldung hinzu1 gehen mir nicht so gut2 schuld daran sind die ,zeiten1 die unserer ,kunst8 -- damit meint er die ,bildhauerkunst -- sehr ungnstig sind48 -- ,gerade vier und ein halbes ,jahr hatte die ganze ,arbeit -- mit ,einschlu des ersten ,versuchs mit den ,apostelfiguren -- gedauert2 davon kamen zwanzig ,monate auf das mhevolle ,malen an der ,decke selbst2 den greren ,teil der ,zeit nahmen selbstverstndlich die ,kartons in ,anspruch1 die mit der grten ,genauigkeit gezeichnet werden muten1 da ,michelangelo an der dicht ber seinem ,kopfe befindlichen ,decke gar keinen berblick ber die groen ,gestalten hatte1 deren ,verkrzungen sich -- wie er gleichfalls in jenem ,gedichte klagt -- vor seinen ,augen in der einen ,richtung in die ,lnge dehnten und nach der anderen sich zusammenzogen4 ,am #ca4 ,oktober #aeab wurden die ,gerste aus der ,sixtinischen ,kapelle weggerumt1 und am folgenden ,tag1 dem ,fest aller ,heiligen1 las der ,papst die erste ,messe in dem so herrlich geschmckten ,raum4 ,illustration3 ,abb4 #bg4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die ersten ,schpfungstage4 7,gesamtansicht47 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #bh4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die ,erschaffung der ,pflanzen und der ,himmelslichter4 7,der obere ,teil von ,abb4 #bg47 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,was dem ,besucher der ,sixtinischen ,kapelle beim ,betrachten der ,deckenmalerei zuerst in die ,augen fllt1 ehe er noch dazu kommt1 die berwltigende ,wirkung der einzelnen ,darstellungen zu empfinden1 ist die geradezu unvergleichliche architektonische ,gliederung1 welche der ,meister der groen zusammenhngenden ,flche der ,decke gegeben und durch die er sich die ,rahmen fr seine ,bilder geschaffen hat 7s4 d4 bersichtsblatt74 ,an den gewlbten ,seitenteilen der ,decke steigt in jedem der zwlf ,zwickel ein durch ,kinderfigrchen1 die wie die ,architekturformen als ,marmor gemalt sind1 belebtes ,pilasterpaar empor2 ein durchgehendes ,gesims1 das die ,pilaster miteinander verbindet1 schliet den senkrecht gedachten ,teil der ,flche ab und bildet die ,umrahmung des wagerechten ,mittelfeldes4 ber den ,pilasterpaaren der ,langseiten ragen krftige ,aufstze in das ,mittelfeld hinein1 und hinter oder ber diesen ,aufstzen spannen sich1 den ,pilastern entsprechend1 ,marmorbalken quer ber die ,mittelflche1 die so in neun ,bildfelder1 vier grere und fnf kleinere1 zerlegt wird4 ,dieses ganze bauknstlerische ,rahmenwerk ist vollendet plastisch gemalt1 aber seine ganze ,anordnung schliet jeden ,gedanken an die ,absicht einer groben ,augentuschung aus2 da die ,architektur nicht als eine wirklich zu denkende1 sondern als eine ideale gelten will1 erfhrt seine hchste ,bekrftigung dadurch1 da lebendige1 in natrlichen ,farben gemalte ,menschengestalten den ,schmuck der ,aufstze ber den ,pilasterpaaren bilden4 ,diese die ,architektur bekrnenden ,figuren1 smtlich nackte ,jnglinge in der blhendsten ,flle der ,kraft1 sind die berhmten ,ignudi81 die in der ,wiedergabe des unverhllten menschlichen ,krpers das ,hchste bieten1 was die ,malerei jemals zu erreichen imstande gewesen ist4 uerlich begrndet ist das ,vorhandensein dieser ,gestalten dadurch1 da dieselben die ,bnder halten1 an welchen kreisrunde ,erztafeln mit 7nicht mehr recht erkennbaren7 inhaltlich nebenschlichen ,bildchen befestigt sind2 ihre wesentliche ,bedeutung aber ist keine andere1 als diejenige des ,schmckens4 ,die niederlndischen ,maler des vorhergegangenen ,jahrhunderts schmckten die zierlichen ,einrahmungen1 mit welchen sie die reizenden kleinen ,miniaturen frstlicher ,gebetbcher umgaben1 mit fein gemalten ,abbildungen von ,nelken1 ,wickenblten und hnlichen zierlichen ,naturerzeugnissen3 ,michelangelo gab der ,umrahmung der gewaltigen ,freskogemlde1 welche in der vornehmsten ,kapelle der ,christenheit die ,schpfungsgeschichte erzhlten1 den denkbar groartigsten ,schmuck1 indem er die ,krone der ,schpfung1 den ,menschen1 in diesem ,sinne verwendete4 ,und in der ,that1 ein herrlicher ,schmuck sind diese ,gestalten2 wie sie bald in der ,ruhe1 bald in lebhafter ,bewegung die ,pracht ihrer ,glieder zeigen1 sind sie wahre ,offenbarungen von der ,schnheit der ,menschengestalt1 und in ihrer1 man kann nur sagen urweltlichen ,gre und ,erhabenheit stehen sie himmelhoch ber allem ,gewhnlichen1 ,kleinen und ,kleinlichen1 das den ,erdenbewohnern anhaftet2 einzelne dieser groartigen ,gestalten gehren zweifellos zu dem ,schnsten und ,formvollendetsten1 was die ,malerei in ihrer ganzen ,geschichte aufzuweisen hat 7,abb4 #bf74 ,illustration3 ,abb4 #bi4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die ,erschaffung der ,pflanzen4 7,einzelfigur zu ,abb4 #bh47 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #cj4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die ,erschaffung der ,himmelslichter4 7,einzelfigur zu ,abb4 #bh47 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ca4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,der fnfte und sechste ,schpfungstag4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #cb4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die ,erschaffung ,adams4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #cc4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die ,erschaffung des ,weibes4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #cd4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,der ,sndenfall und die ,vertreibung aus dem ,paradies4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ce4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,das ,opfer der ,shne ,adams2 ,die ,sintflut4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,die ,reihe der erzhlenden ,bilder nimmt ihren ,anfang in dem der ,altarwand zunchst liegenden ,feld4 ,gott scheidet das ,licht von der ,finsternis1 ist der ,inhalt des ersten ,bildes1 das in verhltnismig engem ,raum eine unendliche ,gre entfaltet4 ,die berlebensgroe ,gestalt des ,schpfers hebt sich empor1 sie wird sozusagen pltzlich sichtbar1 ihre ,fe sind noch verborgen1 und schon erfllt sie den ganzen ,raum1 den sie schrg durchschneidet1 um mit gebietender ,aufwrtswendung des ,haupts und mit machtvoller ,bewegung der ,arme die ,scheidung zwischen dem ,licht und dem ,dunkel auszusprechen 7,abb4 #bg unterer ,teil74 ,das zweite ,bild 7,abb4 #bg oberer ,teil mit den ,einzelstcken ,abb4 #bh1 #bi1 #cj7 fat zwei verschiedene ,darstellungen in einer wunderbar wirkungsvollen ,weise zusammen4 ,die ,himmelsfeste ist geschaffen4 ber die ,erde einher bewegt sich der ,schpfer1 und ein ,ausbreiten seiner ,hand lt ,gras und ,kruter emporsprieen2 seine ,bewegung ist kein ,schweben1 ist kein ,fliegen2 es ist ein ,getragensein von eigener ,kraft1 ein ,durchsausen des ,weltenraums4 ,das ,schrankenlose dieser ,sturmesbewegung wird dem ,beschauer doppelt fhlbar dadurch1 da die ganz verkrzt gesehene ,gestalt sich von ihm abwendet1 man glaubt1 sie msse gleich den ,blicken entschwunden sein 7,abb4 #bi74 ,das ,planmige der ,bewegung aber wird in einer ganz unvergleichlichen ,weise verbildlicht dadurch1 da dieselbe ,gestalt von der anderen ,seite wieder in den ,bildraum hineinsaust2 ganz von vorn gesehen1 zeigt ,jehovah hier zuerst dem ,beschauer die schreckliche ,majestt seines ,antlitzes 7,abb4 #cj74 ,die ,arme ausspannend ber ungemessene ,weiten1 gebietet er1 ohne in der ,bewegung innezuhalten1 der ,sonne und dem ,mond1 an ihren bestimmten ,stellen zu sein4 ,dieses ,mal erscheint ,gott nicht mehr allein2 ,engel sind inzwischen geworden1 die sich seiner ,bewegung anschlieen und den ,schpfer und seine ,werke staunend bewundern4 ,das dritte ,bild 7,abb4 #ca unterer ,teil7 zeigt den ,schpfer1 von ,engeln begleitet1 ber der ,wasserflche schwebend2 seine ,linke streckt sich aus1 die ,rechte hebt sich empor1 und im ,wasser regt sich das ,tierleben4 -- ,von nun an wird die ,erde der ,schauplatz der ,darstellungen4 ,die ,bewegung des ,schpfers1 die im ersten ,bilde als eine mchtig aufwrts steigende1 dann als eine das ,weltall durchkreisende -- strmisch im zweiten1 etwas ruhiger im dritten ,bilde -- erschien1 verwandelt sich im vierten ,bild 7,abb4 #ca oberer ,teil7 in eine abwrts schwebende3 ,gott lt sich auf die ,erde hernieder1 um den ,menschen ins ,dasein zu rufen4 ,es ist der letzte ,tag der ,schpfungsarbeit2 in einer halb ruhenden ,stellung1 von den begleitenden ,engeln gesttzt1 begibt sich ,jehovah an die ,vollendung des ,werks4 ,dieser zur ,ruhe neigende ,jehovah ist eine der allergewaltigsten ,schpfungen von ,michelangelos fast bermenschlich zu nennender ,erfindungskraft3 man sieht1 es ist nicht das ,bedrfnis1 sondern der ,wille1 zu ruhen1 was hier dargestellt ist2 auch in der ,lage eines ,ruhenden bewegt die ,gestalt des ,schpfers sich aus ureigener ,kraft vorwrts1 die tragenden ,engel werden von dieser ,kraft mitgenommen4 ,in einem wunderbaren ,gegensatz hierzu steht die ,gestalt des ,erschaffenen1 welche die ,kraft1 sich zu bewegen1 eben erst empfngt4 ,auf der ,erde1 die in erhabener ,einfachheit durch zwei hintereinander ansteigende ,berglinien angedeutet ist1 ruht der ,leib des ersten ,menschen2 ,jehovah streckt die ,rechte aus1 und wie sein ,finger den ,finger des ,menschen berhrt1 wird in dem ,leib die ,seele lebendig2 der ,oberkrper der prachtvollen ,riesengestalt richtet sich langsam auf1 noch schwer lastend auf dem sttzenden rechten ,arm1 zugleich zieht das linke ,bein sich an1 um das ,aufstehen vorzubereiten1 der ,kopf hebt sich empor und wendet sich1 der erste ,blick der geffneten ,augen schaut das ,angesicht ,gottes 7,abb4 #cb74 ,dieses ,erwachen aus der ,leblosigkeit zum ,leben ist ebenso einzig1 ebenso urgewaltig geschildert1 wie die ,unbegrenztheit ewiger ,kraft in den ,gestalten des schaffenden ,gottes4 ,michelangelos ,schpfungsbilder berragen auf einsamer ,hhe unermelich weit alles1 was vorher und nachher an ,versuchen1 das ,unbegreiflichste in begreifliche ,formen zu kleiden1 gemacht worden ist4 ,den ,schlu der ,schpfungsbilder macht die ,erschaffung der ,eva4 ,der ,herr ist auf die ,erde herabgestiegen2 auf dem ,boden wandelnd1 naht er sich dem ,geschpf nach seinem ,ebenbilde4 ,mahnender ,ernst und wohlwollende ,milde zugleich sprechen aus seinem ,angesicht1 wie er die ,rechte erhebt2 und dem gebietenden ,zuge dieser ,hand folgend1 erhebt sich aus der ,seite des in tiefen ,schlaf versunkenen ,adam das ,weib2 mit freudiger ,dankbarkeit begrt sie das ,leben1 sie neigt sich zum ,niederknieen und streckt die gefalteten ,hnde anbetend dem ,geber des ,daseins entgegen 7,abb4 #cc74 ,das folgende ,bild vereinigt die beiden ,darstellungen der ,snde und der ,strafe des ersten ,menschenpaars4 ,auf der einen ,seite sehen wir die beiden ,prachtgestalten des ,adam und der ,eva unter dem ,baum der ,erkenntnis2 das ,weib sitzt zu den ,fen des ,mannes am ,boden1 den ,rcken gegen den ,baum gekehrt2 die ,versuchung naht heimlich1 berraschend4 ,die ,schlange1 deren ,krper oben in ,weibesgestalt bergeht1 hat sich am ,stamm des ,baumes emporgeringelt1 der ,frauenleib setzt zwischen den sten die schleichende ,bewegung fort1 und das ,haupt verbirgt sich im ,schatten der dichten ,zweige4 ,man glaubt zu hren1 wie die ,versucherin der ,eva leise zuruft2 diese wendet den ,kopf1 und beim ,anblick der ,frucht1 die jene ihr hinhlt1 streckt sie auch schon begehrlich die ,hand aus1 um dieselbe anzunehmen2 und da das ,gebot einmal bertreten ist1 greift ,adam ohne ,zaudern in die vollen ,zweige4 ,der ,erkenntnisbaum bildet die ,abgrenzung der beiden ,bildhlften gegeneinander4 ,in einer eigentmlich wirkungsvollen ,zusammenstellung erscheint unmittelbar neben der ,versucherin der ,racheengel1 und wie jene in geschmeidiger ,bewegung die verbotene ,frucht hinabreicht1 so streckt dieser mit wuchtiger ,kraft das richtende ,schwert gegen die der ,strafe verfallenen ,menschen aus4 ,voll ,schmerz und ,zerknirschung einander anblickend1 der ,mann mit einer ,gebrde leidenschaftlicher ,klage1 in schamvoller ,verzweiflung das ,weib1 so verlt das erste ,menschenpaar das ,paradies4 ,unvergleichlich in ihrer ,einfachheit und ,gre ist die ,andeutung der ,landschaft3 auf der ,paradiesesseite gengen einige leichte ,bewegungen der ,linie1 welche die ,erde gegen den ,himmel abgrenzt1 um im ,verein mit den herabhngenden dichten ,zweigen des ,baumes den ,eindruck gesegneter ppigkeit hervorzurufen2 bei der ,verstoung verluft der ,erdboden in eine kahle ,ebene1 die den ,eindruck trostloser de hervorruft 7,abb4 #cd74 -- ,die drei letzten ,bilder der ,reihe verlassen den berlebensgroen ,mastab2 hier werden irdische ,begebenheiten in ,figuren von natrlicher ,gre dargestellt4 ,den ,anfang macht das ,opfer ,kains und ,abels1 als der ,beginn des ,versinkens der ,menschheit in ,snde4 ,das ,bild erscheint beim ersten ,anblick befremdlich durch seinen ,figurenreichtum2 der ,knstler hat angenommen1 da ,adams ,familie schon zahlreich geworden ist zu der ,zeit1 wo die beiden ,opfer dargebracht werden4 ,adam und ,eva stehen1 hochbetagt1 hinter dem aufgebauten ,altar2 ,abel streut die ,feldfrchte in die ,opferflamme1 ,kain schickt sich an1 den ,widder zu schlachten1 whrend andere noch weitere ,opfertiere herbeibringen1 ,holz zum ,feuer tragen und das ,feuer anblasen 7,abb4 #ce unterer ,teil74 ,dann folgt die ,sintflut4 ,verzweifelte ,menschen erklimmen die letzten aus dem ,wasser ragenden ,hhen2 ,mtter tragen ihre ,kinder1 ,mnner ihre ,weiber hinauf1 andere haben sich mit ,habseligkeiten beladen2 mhsam schleppt ein krftiger ,greis den leblosen ,krper seines erwachsenen ,sohnes auf ein kleines ,eiland1 auf dem eine ,anzahl schon frher angelangter ,flchtlinge ein ,zelt aufgeschlagen hat1 unter dem sie in dumpfer ,hoffnungslosigkeit das steigende ,wasser anstarrt2 weiter in der ,ferne drngen sich einige in ,khnen1 die gleich versinken mssen2 ganz im ,hintergrund des ,bildes1 auf dem kein ,horizont die endlose ,wasserflche begrenzt1 schwimmt die ,arche 7,abb4 #ce oberer ,teil74 ,den ,schlu der ,bilderreihe macht die ,darstellung des trunkenen ,noah mit seinen ,shnen1 von denen der eine ihn verspottet3 auch die aus der groen ,flut ,geretteten sind im ,banne der ,snde1 und das von dem zweiten ,stammvater ausgehende ,menschengeschlecht bedarf der ,erlsung4 ,da die ,erlsung kommen wrde1 ward dem ,menschengeschlecht verheien1 und die gottbegnadeten ,seher1 durch deren ,mund die ,verheiung ausgesprochen wurde1 sind es1 deren ,gestalten ringsum an der ,decke in dem ,architekturgerst1 welches das ,mittelfeld einfat1 erscheinen4 ,jedes der gemalten ,pfeilerpaare in den zwlf ,zwickelfeldern wird durch eine ,marmorwand und einen ,marmorsitz derartig verbunden1 da das ,ganze gleichsam einen mchtigen ,thron bildet4 ,in diesen ,thronnischen sitzen die ,propheten und ,sibyllen1 zu denen sich1 um ihre ,verbindung mit der berirdischen ,welt anzudeuten1 jedesmal ein ,paar von ,engelkindern gesellt4 ,die ,annahme1 da dem ,heidentum durch die ,sibyllen hnliche ,vorherverkndigungen des ,erlsers zu teil geworden seien1 wie dem ,judentum durch die ,propheten1 war schon im ,mittelalter ausgesprochen worden2 wenn die ,kirche diese ,ansicht auch niemals frmlich anerkannte1 so mibilligte sie dieselbe doch nicht1 und die heidnischen ,sibyllen als ,gegenbilder der jdischen ,propheten hatten schon vor der ,renaissancezeit in der christlichen ,kunst einen ,platz gefunden1 wie ja auch in dem ergreifenden alten ,kirchenliede ,dies irae8 neben ,david die ,sibylle als ,zeugin des kommenden ,weltgerichts genannt wird4 ,gewhnlich werden zehn verschiedene ,sibyllen aufgezhlt4 ,michelangelo hat sich mit der ,zahl der ,propheten und ,sibyllen nach den vorhandenen ,rumen gerichtet4 ,er lie an den beiden ,langseiten der ,decke die mnnlichen ,gestalten mit den weiblichen abwechseln1 und zwar in der ,weise1 da jedesmal ein ,prophet und eine ,sibylle einander gegenbersitzen2 an die beiden ,schmalseiten malte er ,propheten4 ,es sind im ganzen also sieben ,propheten und fnf ,sibyllen4 ,die ,namen der doppelt lebensgroen ,gestalten sind auf ,tfelchen zu lesen1 welche unterhalb der ,fubank eines jeden ,thrones ein ,engelknabe ber seinem ,kopfe hlt4 ,durch diese ,inschrifttrger wird das unterste spitzige ,ende eines jeden ,zwickelfeldes auf das trefflichste ausgefllt2 die neben den ,thronpfeilern brig bleibenden dreieckigen ,felder an den ,spitzen der ,gewlbekappen sind mit lediglich dekorativen ,figuren ausgefllt1 die in dunklen ,bronzetnen gemalt sind 7s4 d4 bersichtsblatt u4 ,abb4 #df74 ,wenn es statthaft wre1 von einem bertreffen der ,schpfungsbilder ,michelangelos zu sprechen1 so knnte man sagen1 da dieselben berboten seien durch die mchtigen ,gestalten der ,seher und ,seherinnen1 die bis in das tiefste ,innere der ,seele von der ihnen zu teil gewordenen ,offenbarung ergriffen scheinen1 die in ihrem stummen ,dasitzen ,empfindungen gewahren lassen1 wie der gewhnliche ,sterbliche sie nicht mitempfinden1 sondern nur mit ehrfurchtsvollem ,schauer ahnen kann2 sie entrcken den ,beschauer dem alltglichen ,dasein und lassen ihn teilnehmen an einem bermenschlich groartigen1 von unergrndlichen ,geheimnissen erfllten ,seelenleben4 -- ,gleich neben dem ersten ,schpfungsbilde erblicken wir zwei der allerherrlichsten unter diesen unvergleichlichen ,gestalten4 ,rechts 7vom ,altar aus7 sitzt der ,prophet ,jeremias1 das ergreifende ,bild eines ,mannes1 dessen thatkrftigen ,krper die ,last der schweren ,gedanken niederbeugt2 man sieht in ihm1 wie ,vasari treffend sagt1 die ,schwermut1 das ,grbeln1 das ,nachsinnen und den bitteren ,gram um seines ,volkes willen48 ,seine ,empfindungen spiegeln sich wieder in ,haltung und ,antlitz der ,engelknaben1 welche hinter seinen ,achseln stehen 7,abb4 #cf74 ,die ,sibylle ihm gegenber1 an der linksseitigen ,anwlbung der ,decke1 ist als die libysche bezeichnet4 ,die ,tochter der afrikanischen ,wste erscheint in fremdartiger ,tracht4 ,sie ist ganz von innerer ,glut erfllt2 sie hat die ,niederschrift ihrer ,eingebung vollendet1 und um das groe ,buch beiseite zu legen und zu schlieen1 dreht sie sich mit lebhafter ,bewegung auf dem ,sitze um1 hlt aber dabei den ,kopf nach dem ,beschauer hingewendet1 abwrts ber die ,schulter blickend4 ,geheimnisvoll raunen die ,engelkinder miteinander1 welche sie begleiten 7,abb4 #cg74 ,auf ,jeremias folgt die persische ,sibylle1 die1 im ,gegensatz zu der jugendkrftigen ,libyerin1 als eine uralte ,matrone dargestellt ist2 sie ist tief eingehllt in faltenreiche ,gewnder1 und mit gekrmmtem ,nacken hlt sie die ,schrift1 wie um sie zu berlesen1 dicht vor ihre ,augen4 ,in der ,blte der ,jugend erscheint ihr gegenber ,daniel1 der mit glhendem ,eifer den ,inhalt des ,buches1 das er auf dem ,schoe hlt und zu dessen ,untersttzung einer der ,engelknaben sich zwischen seine ,knie gestellt hat1 auf einer seitwrts stehenden ,tafel auf einzelne ,bltter bertrgt 7,abb4 #ch74 ,die cumische ,sibylle1 welche auf ,daniel folgt1 ist wieder eine alte ,frau2 aber ihr ,alter ist nicht das einer gebrechlichen ,greisin2 sie ist nicht von der ,art gewhnlicher ,sterblicher1 sie ist ein ,riesenweib1 das einem lngst vergangenen ,geschlecht entstammt1 das ,jahrhunderte kommen und gehen gesehen hat4 ,fast mit ,scheu blicken die ,engelknaben in das ,buch1 in welchem die ,vorweltriesin blttert1 jenes ,buch1 in dem die ,geschicke ,roms verzeichnet waren 7,abb4 #ci74 ,whrend diese ,sibylle mit eisiger ,ruhe ihre ,schicksalssprche liest1 ist der ,prophet ,ezechiel ihr gegenber von flammender ,begeisterung erfat2 seine krftige ,gestalt1 die an der ,grenze des ,mannes- und des ,greisenalters steht1 ist von ,bewegung durchzittert1 sein ,kopf wendet sich mit einer ,heftigkeit1 welche das morgenlndische ,schultertuch flattern macht1 dem aufwrts deutenden ,engelknaben zu1 die linke ,hand ist mit der ,schriftrolle herabgesunken1 whrend die rechte sich ffnet1 wie um mit lebhafter ,gebrde die ,worte einzuleiten1 welche von den erhabensten ,gesichten reden sollen4 ,in wirksamem ,gegensatz zu diesem ,feuer steht die kalte ,ruhe der nchsten ,figur2 es ist die erythrische ,sibylle1 die jngere ,nachfolgerin der cumischen1 ein muskelstarkes ,weib gleich jener1 aber doch nicht von so bermenschlich gewaltigen ,formen2 sie schlgt mit unerschtterlicher ,gelassenheit die ,bltter des ,schicksalsbuches der ewigen ,stadt um1 whrend der ,engelknabe ber ihrem ,haupt eine ,lampe mit seiner ,fackel entzndet 7,abb4 #dj74 ,der erythrischen ,sibylle gegenber ist der ,prophet ,jesaias dargestellt in dem ,augenblick1 wo er die gttliche ,offenbarung empfngt4 ,der ,prophet1 ein noch jugendlicher ,mann1 hat in einem ,buche geforscht2 er war ganz versunken in das ,forschen1 sein ,haupt ruhte in der aufgesttzten linken ,hand4 ,da sind die ,himmelsboten herabgestiegen1 der eine der lieblichen kleinen ,engel1 dessen ,gewand noch in der ,luft flattert1 lt sich an der ,schulter des ,mannes nieder1 um ihm verborgene ,wahrheiten zuzuflstern2 und nun schliet sich das ,buch1 der ,kopf hebt sich empor aus der sttzenden ,hand und wendet sich nach dem ,engel hin2 die ganze ,seele des ,mannes lauscht1 man glaubt zu sehen1 wie er den ,atem anhlt 7,abb4 #da74 ,auf ,jesaias folgt die delphische ,sibylle4 ,sie hebt ihre ,schriftrolle empor mit einer ,bewegung1 als ob sie sich scheue1 deren ,inhalt der heidnischen ,welt mitzuteilen2 die heilige ,begeisterung1 welche die ,seherin ergriffen hat1 lt ihre ,augen leuchten und durchschauert die feierlich dasitzende ,gestalt mit einer unwillkrlichen ,bewegung4 ,ein ,windsto treibt die unter dem ,kopftuch der ,seherin hervorwallenden ,locken in die ,hhe und macht die ,haare der beiden ,engel flattern1 von denen der eine sich in das ,buch der ,weissagungen vertieft 7,abb4 #db74 ,die delphische ,sibylle gibt der linksseitigen ,reihe der ,seher und ,seherinnen einen ,schlu1 der ebenso prchtig ist wie der ,anfang2 diese wundervolle ,gestalt steht der libyschen ,sibylle an malerischer ,schnheit nur wenig nach1 an ,formenschnheit ist sie ihr fast berlegen4 ,michelangelo fand selten ,gefallen daran1 weibliche ,schnheit zu verbildlichen2 wo er aber solche als dem ,inhalt seiner ,gedanken entsprechend darstellen wollte1 da that er es mit ,meisterschaft1 und er wollte sie darstellen1 wie frher bei den verschiedenen ,madonnenbildern1 so hier bei der ,vertreterin ,griechenlands4 ,den ,schlu der rechtsseitigen ,reihe macht der ,prophet ,joel4 ,er ist ein unbrtiger ,mann mit hoher ,stirn und ergrauendem ,haar2 seine ,augen fliegen ber die ,schriftrolle1 die er mit beiden ,hnden hlt1 ,kopf und ,haltung bezeichnen eine ,persnlichkeit1 die zu entschlossenem ,handeln bereit ist1 die laut und rckhaltlos die ,worte der ,zukunft verkndigen wird4 ber der ,eingangswand der ,kapelle erscheint der ,prophet ,zacharias4 ,diese ehrwrdige ,greisengestalt mit kahlem ,schdel und langem ,bart1 die mit unerschtterlicher ,ruhe ,blatt fr ,blatt in dem ,buche der ,strafen und der ,verheiungen umschlgt1 ist vielleicht die allerschnste unter all diesen erhabenen ,gestalten4 ,die beiden ,engel stehen in schweigender ,ehrfurcht hinter dem ,rcken des ,greises1 sie halten einander umschlungen und blicken ber seine ,schulter in das ,buch 7,abb4 #dc74 ,die berall durchgefhrte ,anordnung1 da zwischen den einander gegenber befindlichen ,gestalten eine lebhafte ,wechselwirkung durch ,gegenstze besteht1 kommt am sprechendsten zur ,geltung bei den beiden ,propheten der ,schmalseiten4 ber der ,altarwand1 also dem ,zacharias gegenber1 ist ,jonas dargestellt2 wie jener der ruhigste1 so ist dieser der bewegteste von allen2 jener ist ganz eingehllt in die weiten ,falten von ,rock und ,mantel1 dieser entbehrt des ,gewandes4 ,jonas ist dargestellt in dem ,augenblick1 wie er aus dem ,rachen des ,meerungeheuers1 das seitwrts1 ein ,gegenstand des ,staunens fr die ,engelknaben1 sichtbar wird1 wieder ans ,licht gekommen ist4 ,noch nicht ganz ,herr seiner ,glieder1 hat er den ,oberkrper hintenber geworfen und atmet mit tiefen ,zgen die ,himmelsluft ein2 mit ,blicken unaussprechlichen ,dankes wendet sich sein ,kopf nach oben1 und der ,prophet erschaut die verheiungsvolle ,bedeutung seiner ,geschichte4 ,illustration3 ,abb4 #cf4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,der ,prophet ,jeremias4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #cg4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die libysche ,sibylle 7nebst den in das ,mittelfeld der ,decke hineinreichenden dekorativen ,gestalten74 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ch4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,der ,prophet ,daniel4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ci4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die cumische ,sibylle 7mit dem ,anschlu an das ,mittelfeld der ,decke74 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #dj4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die erythrische ,sibylle 7mit dem ,anschlu an das ,mittelfeld der ,decke74 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #da4 ,gleichzeitige ,zeichnung nach ,michelangelos ,prophet ,jesaias an der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle4 ,im ,museum zu ,weimar4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #db4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,die delphische ,sibylle4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,die ,geschichte des ,jonas hat von jeher als eine ,vorbedeutung der ,auferstehung ,christi gegolten2 es ist daher nicht ,zufall1 da ,michelangelo ihm den ,platz ber dem ,altar angewiesen hat4 ,das ,bild des ,jonas1 der nicht sowohl durch seine ,worte1 als vielmehr durch seine ,erlebnisse ,prophet ist1 leitet hinber zu den ,bildern1 in denen vorbedeutende ,begebenheiten aus der ,geschichte des alten ,bundes geschildert sind4 ,in den gewlbten ,zwickelfeldern1 welche in den vier ,ecken der ,kapelle aus der ,verschmelzung von je zwei ,stichkappen entstehen 7siehe das bersichtsblatt71 hat ,michelangelo ,ereignisse dargestellt1 welche als ,errettungen des auserwhlten ,volkes von drohendem ,untergang einen vorbildlichen ,hinweis auf die ,erlsung enthalten2 die bildliche ,wiedergabe dieser ,ereignisse schliet sich dem ,sinne nach unmittelbar an die bildliche ,darstellung der ,vorherverkndiger des ,erlsers an4 ,links von ,jonas ist die ,erhhung der ehernen ,schlange in der ,wste dargestellt1 eine ,begebenheit1 welcher die besondere ,bedeutung innewohnt1 da sie nach den ,worten des ,heilands selbst ein ,vorbild der ,erhhung ,christi am ,kreuze ist4 ,die grere ,hlfte des ,gemldes1 das sich in dem beschrnkten und unbequemen ,raum in beraus groartiger1 bersichtlicher ,komposition entfaltet1 wird durch die ,opfer der feurigen ,schlangen eingenommen2 die ,unglcklichen1 welche nicht nach dem aufgerichteten ,heilszeichen hinblicken1 suchen in aussichtsloser ,flucht sich vor den vom ,himmel herabregnenden ,schlangen zu retten oder in verzweifeltem ,ringen sich der todbringenden ,umschlingungen zu erwehren2 in einem schrecklichen ,knuel hasten und strzen sie durcheinander4 ,in einem wunderbar wirkungsvollen ,gegensatz zu dieser wildbewegten ,gruppe der dem ,verderben ,verfallenen steht an der anderen ,seite des ,bildes das zusammengescharte ,huflein der ,glubigen2 die unversehrt ,dastehenden und die schon getroffen am ,boden ,liegenden1 aber im ,glauben noch ,rettung ,findenden bilden eine eng geschlossene ,gruppe1 deren ruhige ,umrilinie nur durch die in der ,richtung der ,blicke nach der am ,pfahle hngenden ,erzschlange emporgestreckten ,hnde unterbrochen wird 7,abb4 #dd74 ,nach der zeitlichen ,reihenfolge der ,begebenheiten folgt auf dieses ,bild aus der ,zeit der ,wanderschaft der ,israeliten das ihm gegenber1 links vom ,eingang befindliche ,gemlde1 eine ,darstellung aus den ,kmpfen mit den feindlichen ,stmmen1 welche den ,israeliten den ,besitz des gelobten ,landes streitig machten3 die ,besiegung des ,philisters ,goliath4 ,der ,riese liegt von dem ,steinwurf des ,hirtenknaben niedergestreckt am ,boden2 ber den schweren ,krper des ,gefallenen1 der vergebliche ,anstrengungen sich aufzurichten macht1 schreitet ,david und holt mit dem ,schwerte aus1 um ihm das ,haupt vom ,rumpfe zu trennen4 ,die ,gestalt ,davids hebt sich von der hellen ,wand eines ,zeltes ab1 zu dessen ,seiten die ,krieger dem ,vorgang mit ,spannung zuschauen4 ,an diese ,darstellung reiht sich die daneben1 rechts vom ,eingang befindliche3 in der ,ttung des ,holofernes wird hier ein ,bild aus der ,zeit der ,bedrngnisse durch die ,assyrier vorgefhrt4 ,judith steht auf der ,schwelle des ,gemachs1 auerhalb dessen man in einiger ,entfernung den eingeschlafenen ,wchter gewahrt1 und wirft einen ,blick zurck auf den ,leichnam des ,holofernes1 whrend sie sich anschickt1 den von der ,magd aufgenommenen ,korb mit dem abgeschlagenen ,haupt des ,feindes mit einem ,tuch zu verhllen4 ,das gegenberstehende ,bild1 an der rechten ,seite der ,altarwand1 versetzt uns in die ,zeit der ,perserherrschaft4 ,die ,bestrafung ,hamans ist hier in einer dreiteiligen ,komposition dargestellt4 ,in der einen ,bildecke erblicken wir den ,knig ,ahasver auf seinem ,ruhebett1 wie er1 nachdem er aus den alten ,jahrbchern von den ,verdiensten des ,mardochai gehrt hat1 sich aufrichtet1 um zu befehlen1 da dieser geehrt werde2 auf der anderen ,seite sehen wir das ,mahl bei der ,knigin ,esther1 wie diese dem ,knig den ,haman als ,feind ihres ,volkes bezeichnet2 die ,mitte des ,bildes nimmt die ,gestalt des gekreuzigten ,haman ein4 ,in der ,verkrzung dieser ,gestalt -- das ,kreuz steht so1 da man es von der ,seite sieht -- erblickt ,vasari das ,meisterstck in der berwindung der grten ,schwierigkeit in der ,malerei2 in der ,that hatte niemand vor ,michelangelo es vermocht1 eine derartige ,krperhaftigkeit gemalter ,figuren auch in ganz verkrzten ,ansichten zu erreichen4 ,illustration3 ,abb4 #dc4 ,von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle3 ,der ,prophet ,zacharias4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 bersichtsblatt ber ,michelangelos ,deckengemlde in der ,sixtinischen ,kapelle zu ,rom4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #dd4 ,gleichzeitige ,abbildung 7nach dem ,karton7 von ,michelangelos ,gemlde ,die eherne ,schlange8 an der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle4 ,in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,der ,inhalt des gesamten ,bilderkreises erhlt seine ,ergnzung zu einer erschpfend vollstndigen ,verbildlichung der ,vorgeschichte der ,erlsung durch die ,darstellung der leiblichen ,vorfahren ,christi4 ,diese ,darstellungsreihe hat in den ,wandlnetten1 welche die ,fensterbogen einschlieen1 und in den dreieckigen ,feldern der ,stichkappen ihren ,platz gefunden 7s4 d4 bersichtsblatt74 ,die ,namen der zweiundvierzig ,glieder des ,stammbaums1 welche der ,evangelist ,matthus aufzhlt1 hat ,michelangelo auf viereckigen ,tafeln verzeichnet1 die mit ihrer ,umrahmung ein jedes ,bogenfeld in zwei ,hlften teilen4 ,er hat aber darauf verzichtet1 die ,gestalten1 mit welchen er diese ,namenstafeln umgab1 als die geschichtlichen ,trger bestimmter ,namen zu kennzeichnen4 ,er schilderte an diesen ,stellen in ,familiengruppen1 welche im ,gegensatz zu den von berirdischem ,geiste erfllten ,gestalten der ,seher mehr ein allgemein menschliches ,geprge tragen1 den ,schmerz und die ,hoffnung der auf den ,erlser harrenden ,menschheit4 ,die ,reihe begann in den beiden ,bogenfeldern der ,altarwand2 die hier befindlichen ,darstellungen aber muten spter dem ber diese ganze ,wand ausgebreiteten ,gemlde des ,jngsten ,gerichts weichen4 ,daher kommt es1 da jetzt die ,namen1 welche wir an den ersten ,stellen1 rechts und links zunchst der ,altarwand1 lesen1 diejenigen von ,aminadab und von ,naasson sind2 die sieben ersten ,namen waren auf den zerstrten ,feldern angebracht4 ,in den vierzehn noch vorhandenen ,bogenfeldern ist jedesmal eine ,familie in der ,weise angeordnet1 da in der einen ,hlfte der ,lnette der ,mann1 in der anderen die ,frau sitzt4 ,in den acht dreieckigen ,feldern der ,gewlbekappen erscheint jedesmal eine ,familie zu einer engen ,gruppe zusammengeschlossen4 -- ,es ist leicht erklrlich1 da beim ,betrachten der ,deckenmalereien in der ,sixtinischen ,kapelle der ,blick von den berwltigenden ,gestalten der ,propheten und ,sibyllen derartig gefesselt wird1 da man es versumt1 den zwischen und unter ihren ,reihen in den ,fensternischen gemalten ,gruppen der ,vorfahren ,christi -- denn so mssen wir im allgemeinen diese ,figuren bezeichnen1 wenn sie auch im einzelnen namenlos bleiben -- die gebhrende ,aufmerksamkeit zu schenken4 ,und doch haben sie ein sehr hohes ,anrecht auf die aufmerksamste ,beachtung4 ,es ist geradezu wunderbar1 wie der ,meister es verstanden hat1 in einer ,anzahl von gleichmig angeordneten ,kompositionen1 die ohne ,handlung nur der ,ausdruck einer im wesentlichen sich gleich bleibenden ,stimmung sind1 eine ,flle von ,abwechselung zu bringen1 in jeder ,gruppe trotz aller ,gleichartigkeit ein ,bild von neuer und fesselnder ,wirkung zu schaffen4 ,in den ,darstellungen der ,bogenfelder lt sich ein allmhliches ,abwandeln der ,empfindungen verfolgen1 von der dumpfen ,trostlosigkeit jener ,zeiten an1 denen die ,ankunft des ,erlsers noch in unermelicher ,ferne liegt1 bis zu denen1 welche sie nahe bevorstehen sehen4 ,auf dem ersten der noch vorhandenen vierzehn ,bilder1 rechts von der ,altarwand1 sehen wir einen ,mann1 der in regungslosem ,brten vor sich hinstarrt1 und ein ,weib1 das schwer in sich zusammengesunken ist2 die ,hoffnung liegt so fern1 da ihr ,schimmer die ,gemter der ,menschen noch nicht zu erhellen vermag4 ,im nchsten ,bilde1 gegenber dem ersten1 hat die ,frau sich aufgerichtet2 sie scheint ihren ,mann darauf aufmerksam zu machen1 da trostgewhrende ,verheiungen niedergeschrieben worden seien1 und dieser starrt von weitem in das ,buch4 ,das nchste ,paar erscheint in der ,gestalt mder ,pilger1 gleich als ob sie sich aufgemacht htten1 dem verheienden ,ziel entgegenzugehen2 der ,mann sttzt sich auf seinen ,stab und schaut in die ,ferne1 ermattet lt das ,weib1 dem ein ,sugling in den ,armen ruht1 den ,kopf sinken4 ,man mag bei den ,pilgern auch an eine geschichtliche ,andeutung denken3 die ,namen der entsprechenden ,tafel leiten aus der ,zeit des ,umherirrens in der ,wste in die ,zeit der ,richter ber4 ,in der folgenden ,gruppe uert sich schon mehr inneres ,leben4 ,mit tiefem ,ernst zwar1 aber doch gehobenen ,hauptes1 blickt die kniglich stolze ,gestalt des ,mannes1 bei dem die ,namenreihe der ,knige beginnt1 vor sich hin2 das ,weib arbeitet mit ,emsigkeit2 man fhlt1 da ihre ,gedanken kreisen wie die ,garnwinde1 welche sie handhabt4 ,das folgende ,paar hingegen -- bei den ,namen der sndhaften ,knige ,roboam und ,abias -- erscheint wieder in tiefste ,niedergeschlagenheit versunken2 die ,frau lt den ,kopf schwer zur ,seite hngen1 der ,mann birgt1 vllig gebrochen1 sein ,gesicht zwischen den ,knieen4 ,an der ,seite des ,mannes erscheint hier1 und ebenso in dem vorhergehenden ,bilde1 ein teilnahmsvoll blickendes greres ,kind4 ,die ,kindergestalten fehlen von jetzt ab in keinem der ,bilder1 und ihr harmloses ,wesen bringt hufig eine wohlthuende ,milderung in den schweren ,ernst der ,stimmung4 ,in dem nchsten ,bild drngt sich eine ganze ,schar von ,kleinen um die ,mutter und lt sie unter ihren ,liebkosungen die ,schwermut auf einen ,augenblick vergessen2 auch der ,mann1 der sich mit ,schreiben beschftigt1 scheint frei von allzu dsteren ,empfindungen2 die ,namen der ,knige ,asa und ,josaphat1 die thaten1 was recht war vor dem ,herrn1 rechtfertigen die lichtere ,stimmung dieses ,bildes4 ,aber in der folgenden ,gruppe herrscht bei ,mann und ,weib wieder tiefer ,gram1 den die bei beiden befindlichen ,kinder nicht zu zerstreuen vermgen4 ,in noch gesteigertem ,mae kommt der ,gram im nchsten ,bilde zum ,ausdruck2 eine ergreifende ,gestalt ist diese junge ,mutter1 die leidvoll den ,sugling auf dem ,schoe betrachtet1 whrend der ,mann1 in seinen ,mantel gehllt1 sich ganz dem dsteren ,grbeln hingibt4 ,in der anschlieenden ,gruppe scheint der ,mann der ,frau ,trost zuzusprechen1 whrend in der nchstfolgenden ,mann und ,weib sich gegenseitig ansehen1 als ob eins vom anderen ,trost erwarte4 ,von nun an fhlt man1 da die ,zeit der ,erfllung herannaht4 ,im nchsten ,bilde blickt der ,mann mit ahnungsvollem ,sinnen ins ,weite1 whrend die ,frau ihren ,knaben belehrt3 mit dem ,ausdruck unerschtterlicher ,gewiheit scheint sie auf die kommende ,zeit der ,erlsung hinzuweisen 7,abb4 #de74 ,die folgende ,gruppe bringt ein geduldiges ,harren zum ,ausdruck4 ,in den letzten beiden ,bogenfeldern1 an der ,eingangswand1 ist die ,anordnung insofern verndert1 als jetzt in jeder ,hlfte des ,feldes eine ganze ,familie erscheint4 ,hoffnungsfreudig blicken die ,gestalten des vorletzten und in gespannter ,erwartung diejenigen des letzten ,bildes4 -- ,in den acht ,gruppen der ,gewlbekappen1 welche sich alle1 der spitzbogigen ,begrenzung der ,bildflche entsprechend1 in einer mehr oder weniger entschieden betonten ,dreiecksgestalt des ,gesamtumrisses aufbauen1 geht in unendlich feinen ,abstufungen die ,empfindung eines tiefen1 unstillbaren ,schmerzes durch1 dem nur das innige ,zusammenschmiegen der liebenden ,familie einen ,teil seiner ,bitterkeit nimmt4 ,meistens ist die ,mutter die ,hauptfigur der ,gruppe1 und wie sie bald in dumpfer ,betubung oder in gramvoller ,niedergeschlagenheit1 bald in der ,aufwallung einer stummen ,klage oder in der ,ruhe einer mhsam errungenen ,fassung dasitzt1 spiegelt sich in ihren ,zgen das namenlose ,weh des ,bewutseins1 da den ,kindern1 denen sie das ,dasein gegeben1 die ,erlsung noch fern bleibt 7,abb4 #df74 -- ,je mehr man sich in diese aus dem innersten ,wesen ,michelangelos hervorgegangene ,gestaltenwelt versenkt1 um so mehr offenbart dieselbe von den tiefen ,schtzen ihrer innerlichen ,schnheit4 ,illustration3 ,abb4 #de4 ,gruppe von einem ,bogenfeld der ,sixtinischen ,kapelle4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #df4 ,ein ,stichkappenfeld 7nebst dem anschlieenden ,stck der ,deckenwlbung7 von der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,leider ist die ,zeit nicht spurlos vorbergegangen an ,michelangelos riesengewaltiger malerischer ,schpfung4 ,mehrere klaffende ,risse zeigen sich in der ,decke1 und der ,dampf des ,weihrauchs und der ,kerzen hat im ,lauf der ,jahrhunderte den ,gemlden einen dunklen ,anflug gegeben4 ,doch beeintrchtigen weder die ,risse die ,wirkung der mchtigen ,formen1 noch auch verbirgt der schwrzliche ,hauch die ,schnheit der ,farbe4 ,obgleich ,michelangelo sich selbst als einen ,bildhauer betrachtete1 der nur nebenbei malte1 so hat er in diesem ,werke doch -- was man nach den ,staffeleibildern seiner ,jugend nicht erwarten sollte -- als ein echter ,maler der ,farbe ihr volles ,recht gegeben4 ,was er in jenen ,temperagemlden kaum angestrebt zu haben scheint1 einen wohllautenden ,einklang der ,farbentne1 das hat er in dieser groen ,freskomalerei in vollem ,mae erreicht4 ,an der ,decke der ,sixtinischen ,kapelle ist die ,farbe nicht ein nur uerlich den ,erfindungen des ,knstlers umgehngtes ,kleid1 sondern sie ist ein ,wesensbestandteil der knstlerischen ,erfindung selbst4 ,die wunderbar groartige und erhaben einfache ,farbenstimmung ist das unmittelbare ,ergebnis der nmlichen ,stimmung1 welche die mchtigen ,formen entstehen lie1 und diese ,einheit von ,form und ,farbe erst verleiht dem ,ganzen die weihevolle ,wirkung hchster ,kunst1 die wohl jeder ,beschauer1 auch der weniger kunstempfngliche1 empfindet1 so da er unwillkrlich ein ehrfurchtsvolles ,schweigen beobachtet4 ,die weie1 brunlich angelaufene ,marmorarchitektur bindet den gesamten ,deckenschmuck krftig zusammen4 ,die ,einzelgestalten1 die mehr durch ,schatten und ,licht1 als durch ,farbengegenstze wirken1 fgen sich diesem ,gerst als gleichsam mit dazu gehrig ein4 ,anders verhalten sich die ,mittelbilder der ,decke1 die als selbstndige ,gemlde in die plastisch gemalte ,umgebung eingelassen erscheinen4 ,sie sind in engerem ,sinne malerische ,schpfungen1 und in ihnen wechselt1 bei aller ,einheitlichkeit des ,tons1 die ,farbenstimmung je nach dem ,gegenstand4 ,ganz besonders bewunderungswrdig ist die mittelste ,bildergruppe der ,decke1 von der ,erschaffung ,adams bis zur ,vertreibung aus dem ,paradies1 in ,bezug auf die ,farbenstimmung -- eine wahre ,urweltstimmung -- und nicht minder in ,bezug auf die malerische ,behandlung1 die bei den ,gestalten der ,stammeltern in unbertrefflicher ,weise die malerischen ,reize einer weichen ,haut1 unter welcher spannkrftige ,muskeln lagern1 wiedergibt4 ,goethe hat in wenigen1 unvergleichlichen ,worten von dem ,eindruck ,kunde gegeben1 welchen die ,betrachtung der ,sixtinischen ,decke auf ihn ausbte4 ,als er sie das erste ,mal gesehen hatte1 schrieb er3 ,ich konnte nur sehen und anstaunen4 ,die innere ,sicherheit und ,mnnlichkeit des ,meisters1 seine ,groheit geht ber allen ,ausdruck48 ,und nachdem er ein zweites ,mal den ,anblick des grten ,meisterstcks18 durch den sein ,auge ausgeweitet und verwhnt8 wurde1 genossen hatte1 fand er den treffenden ,ausdruck in den ,worten3 ,ich bin in dem ,augenblicke so fr ,michelangelo eingenommen1 da mir nicht einmal die ,natur auf ihn schmeckt1 da ich sie doch nicht mit so groen ,augen1 wie er1 sehen kann48 ,whrend ,michelangelo die ,deckenmalereien in der ,sixtinischen ,kapelle ihrem ,ende entgegenfhrte -- mit mehr ,mhe als je ein ,mensch ausgestanden1 in schlechter ,gesundheit1 mit grter ,anstrengung und mit ,geduld1 wie er im ,juli #aeab seinem ,bruder schrieb --1 vollzogen sich in ,florenz groe ,umwlzungen4 ,die ,mediceer konnten sich nicht in den ,verlust der ,herrschaft schicken1 welche ihre ,familie so lange ,zeit hindurch ber ihre ,mitbrger ausgebt hatte1 und sie boten alles auf1 um dieselbe wiederzugewinnen4 ,im ,jahre #aeab willigten ,papst und ,kaiser in die gewaltsame ,wiedereinfhrung der beiden noch lebenden ,shne ,lorenzos des ,herrlichen -- der lteste1 ,piero1 war inzwischen in franzsischen ,diensten in der ,schlacht am ,garigliano umgekommen -- in ,florenz4 ,ein spanisches ,heer1 das zu diesem ,zwecke gegen die ,republik aufbrach1 verbreitete durch die ,erstrmung und grausame ,plnderung der florentinischen ,stadt ,prato solchen ,schrecken vor sich her1 da die ,florentiner1 nachdem sie ,soderini zur ,abdankung gezwungen1 sich gutwillig zur ,wiederaufnahme der ,mediceer verstanden4 ,giuliano1 der jngste ,sohn ,lorenzos1 war der erste des verbannten ,geschlechts1 der die ,vaterstadt wieder betrat4 ,nach ihm kam am #aa4 ,september #aeab der ltere ,bruder1 der ,kardinal ,giovanni de' ,medici1 der mit einem ,gefolge von #djj ,geharnischten seinen ,einzug hielt und sofort die ,stellung eines ,oberherrn von ,florenz wieder einnahm4 ,michelangelo verfolgte mit bebendem ,herzen die ,vorgnge in der geliebten ,heimat4 ,die zahlreichen ,briefe mit ,ratschlgen und ,verhaltungsmaregeln1 welche er den ,seinigen schrieb1 geben ,kunde von seiner frchterlichen ,aufregung4 ,er hatte ,soderini so vieles zu verdanken2 das ,schicksal von ,prato hatte ihn gegen die ,mediceer erzrnt4 ,aber andererseits war er mit diesem ,hause durch die ,bande alter ,anhnglichkeit verknpft4 ,als die ,entscheidung gefallen war1 brachte er zu ,gunsten seines ,vaters1 der ber die ,hrte einer ihm aufgelegten ,schatzung von #fj ,dukaten 7ungefhr #fjj ,m47 jammerte1 die alten ,beziehungen in ,erinnerung2 er schrieb ein paar ,zeilen an ,giuliano de' ,medici1 und er hatte den ,erfolg1 da dem greisen ,lodovico ,buonarroti alsbald das ,amt wiederverliehen wurde1 welches derselbe vor der ,vertreibung der ,mediceer innegehabt hatte4 ,giovanni de' ,medici blieb nicht lange ,herrscher von ,florenz4 ,schon im nchsten ,frhjahr wurde er zu einer hheren ,stellung berufen3 er wurde der ,nachfolger ,julius' ,,ii4 ,julius ,,ii1 den die ,geschichte als einen ,kriegsfrsten zu bezeichnen pflegt1 ist als ,frderer der ,knste von keinem anderen ,papst bertroffen worden4 ,das herrlichste ,denkmal seines ,kunstsinns ist die von ,michelangelo gemalte ,decke der ,sixtinischen ,kapelle4 ,der ,papst war wohl berechtigt1 dieses ,werk mit seinem ,wappen bezeichnen zu lassen -- wir erblicken das ,wappen1 dessen ,figur ein ,eichbaum 7rovere7 ist1 unterhalb des ,propheten ,zacharias an der sonst durch einen ,engelknaben eingenommenen ,stelle1 und ursprnglich befand es sich auch unterhalb des ,jonas --2 und ,michelangelo hatte ,recht1 das ,ansinnen eines spteren ,papstes1 der sein eigenes ,wappen demjenigen ,julius' ,,ii gegenber angebracht zu sehen wnschte1 freimtig zurckzuweisen4 ,nach der ,beendigung der ,sixtinischen ,decke hielt ,papst ,julius den ,meister nicht lnger von der ,ausfhrung seines ,grabmals zurck4 ,er fhlte wohl1 da er selbst die ,vollendung dieses ,werkes nicht mehr erleben wrde2 aber er trug ,sorge dafr1 da dasselbe auch nach seinem ,tode ebenso prchtig1 wie er es mit ,michelangelo verabredet hatte1 zustande kommen sollte4 ,in seinem letzten ,willen bertrug er seinem ,notar ,lorenzo ,pucci -- nachmals ,kardinal der ,kirche ,santi ,quattro -- und seinem ,vetter ,bernardo ,grossi della ,rovere1 ,kardinal von ,agen1 die ,verpflichtung1 das ,grabmal in der von ihm und dem ,knstler beabsichtigten ,weise ausfhren zu lassen4 ,julius ,,ii starb am #ba4 ,februar #aeac4 ,am #aa4 ,mrz einigte sich das ,konklave ber die ,wahl ,giovanni de' ,medicis1 der als ,papst den ,namen ,leo ,x annahm4 ,die ,welt begrte den jugendlichen ,mediceer auf dem ,stuhl ,petri mit den hchstgespannten ,erwartungen4 ,die ,mnner der ,knste und ,wissenschaften verkndeten laut1 da jetzt das ,zeitalter ,minervas8 anbreche4 ,michelangelo hatte insbesondere allen ,grund1 das beste zu hoffen4 ,war er doch mit dem jetzigen ,papst1 der mit ihm in ganz gleichem ,alter stand1 durch gemeinsame ,jugenderinnerungen verbunden2 von ihrem vierzehnten bis siebzehnten ,lebensjahre waren sie beide ,haus- und ,tischgenossen gewesen im ,palast ,lorenzos des ,herrlichen4 ,nur das eine schien zu befrchten1 da ,leo ,x den ihm so nahe stehenden ,knstler alsbald zu eigenen ,auftrgen verwenden und ihn so an der ,ausfhrung des ,juliusdenkmals verhindern wrde4 ,darum beeilten sich die beiden von ,julius ,,ii beauftragten ,herren im ,verein mit ,michelangelo1 durch einen genau aufgesetzten ,vertrag die ,denkmalsangelegenheit rechtskrftig zu ordnen4 ,am #f4 ,mai #aeac wurde der ,vertrag in aller ,form abgeschlossen1 und so schien es vollkommen sicher gestellt1 da der letzte ,wille des verstorbenen ,papstes und ,michelangelos heiester ,wunsch zur ,erfllung kmen4 ,dem ,vertrag1 dessen ,urschrift im ,buonarrotischen ,hausarchiv zu ,florenz aufbewahrt wird1 hat ,michelangelo eine ,beschreibung von der damals geplanten und durch ein ,holzmodell veranschaulichten ,gestalt des ,grabmals beigefgt4 ,ein wesentlicher ,unterschied gegen den frheren ,entwurf war durch eine ,vernderung der ,absicht hinsichtlich der ,aufstellung bedingt4 ,whrend das ,grabmal frher als ein von allen ,seiten gleichmig sichtbarer ,freibau gedacht war1 hatte man sich jetzt zu einer derartigen ,aufstellung entschlossen1 da dasselbe nur drei freie ,seiten haben1 mit der vierten aber an die ,wand der ,kirche stoen sollte4 ,wenn das ,werk auf diese ,weise eine ,schauseite verlor1 so sollte es darum doch nichts an ,pracht einben4 ,als ,ersatz fr den wegfallenden ,figurenschmuck der vierten ,seite sollte sich oben auf dem ,grabgebude1 an die ,kirchenwand angelehnt1 ein kapellenartiger ,aufbau mit ,figurenschmuck erheben4 ,michelangelo selbst berichtet1 da das ,werk in seiner jetzigen ,fassung noch grer werden sollte1 als nach dem ersten ,plan4 ,dem entsprach es1 da der ,preis von #ajjjj ,dukaten auf #afejj erhht wurde4 ,die ,zeit der ,vollendung wurde auf sieben ,jahre bemessen4 ,michelangelos ,beschreibung gewhrt ein ziemlich deutliches ,bild4 ,der viereckige ,unterbau1 der in der ,frontbreite #bj ,palmen 7ungefhr #e ,meter71 in der ,lnge von der ,vorderfront bis zur ,kirchenwand #ce und in der ,hhe #ad ,palmen messen soll1 bildet eine geschlossene ,masse1 die an jeder ihrer drei freien ,seiten ber einem ringsum laufenden ,sockel durch zwei von ,pilastern eingeschlossene ,nischen belebt wird4 ,in jede der sechs ,nischen kommt eine ,gruppe von zwei ,figuren1 vor jeden der zwlf ,pilaster eine einzelne ,figur2 diese #bd ,figuren sind um ungefhr ein ,siebentel grer als lebensgro4 ,in den ,flchen zwischen den ,tabernakeln -- so werden die ,nischen mit ,einbegriff ihrer architektonischen ,umrahmung von ,pilastern1 ,fries1 ,architrav und ,gesims genannt -- werden halberhabene ,bildwerke angebracht1 bezglich derer die ,entscheidung noch aussteht1 ob sie in ,marmor oder in ,erzgu ausgefhrt werden sollen4 ,auf dem ,unterbau steht ein von vier ,fen getragener ,sarkophag1 auf welchem die ,figur des ,papstes ,julius ruht2 zu seinen ,hupten befinden sich jederseits zwei ,figuren2 auerdem umgeben sechs sitzende ,figuren 7ber jedem ,tabernakel eine7 den ,sarkophag4 ,diese elf ,figuren bekommen doppelte ,lebensgre4 ,in dem ,kapellchen1 welches an der ,wand ber die ,figuren des ,obergeschosses emporwchst1 befinden sich fnf ,figuren1 die1 weil sie vom ,auge des ,beschauers am weitesten entfernt sind1 grer werden als alle brigen4 ,die ,hhe des ,kapellchens1 ber dessen bauliche ,formen die ,beschreibung keine ,angaben enthlt1 wird auf #ce ,palmen bemessen1 so da die ,gesamthhe des ,grabmals ungefhr #ab ,meter betragen wrde4 ,was die ,figuren des ,grabmals vorstellen sollten1 darber erfahren wir einiges aus den von ,condivi und ,vasari aufgezeichneten ,beschreibungen des lteren ,entwurfs4 ,von den ,figuren des ,obergeschosses werden hier sechs namhaft gemacht4 ,an den vier ,ecken desselben saen zwei weibliche und zwei mnnliche ,gestalten1 von denen die ersteren das thtige und das beschauliche ,leben verbildlichten1 die letzteren den ,moses und den ,apostel ,paulus darstellten2 diese beiden heldenhaften ,mnner mochte wohl ,julius ,,ii selbst als die ,vorbilder seiner eigenen ,bestrebungen gewhlt haben4 ,unmittelbar am ,sarkophag befanden sich zwei ,gestalten1 welche von ,condivi als ein lachender und ein weinender ,engel bezeichnet1 von ,vasari aber nher gekennzeichnet werden als die ,verbildlichungen des ,himmels und der ,erde1 von denen diese darber trauert1 einen solchen ,mann wie ,julius ,,ii verloren zu haben1 whrend jener sich ber die ,aufnahme desselben freut4 ber die ,figuren am ,unterbau erfahren wir1 da an den ,wandpfeilern1 die als ,termini 7,hermen7 gebildet in bekleidete ,bsten endigten1 auf deren ,kpfen das ,abschlugesims des ,unterbaus ruhte1 angebundene nackte ,gefangene standen4 ,nach ,condivi stellten dieselben die freien ,knste vor1 eine jede mit ihrem ,kennzeichen1 so da sie leicht daran erkannt werden knnten2 dadurch sollte angezeigt sein1 da zugleich mit ,papst ,julius alle ,tchtigkeiten in den ,banden des ,todes lgen1 da sie nie imstande wren1 jemanden zu finden1 von dem sie in solchem ,mae begnstigt und gefrdert wrden wie von ihm48 ,vasari spricht ebenfalls von dem ,vorhandensein der gefesselten ,gestalten aller ,tchtigkeiten und erfindenden ,knste1 aber die ,figuren an den ,pfeilern bezeichnet er als alle von diesem ,papst unterworfenen und unter die ,botmigkeit des ,kirchenstaats gebrachten ,provinzen48 ,die ,figurenpaare1 welche die ,nischen fllten1 werden von keinem der beiden ,schriftsteller ausdrcklich erwhnt4 ,doch ist es auer ,frage1 da ,vasari diese ,gruppen im ,sinne hatte1 als er schrieb3 ,er 7,michelangelo7 begann einige nackte ,viktorien1 welche ,gefangene unter sich haben48 ,dem entspricht auch dasjenige1 was eine dritte ,quelle1 eine in der ,sammlung der ,uffizien bewahrte gezeichnete ,skizze vom unteren ,teil des ,grabmals1 ber die beabsichtigte ,gestalt des ,werkes bekundet4 ,diese ,zeichnung stimmt mit den ,beschreibungen berein4 ,sie zeigt am ,unterbau die ,nischen zwischen ,hermenpfeilern1 und an den ,pfeilern stehen gefesselte ,jnglinge2 in den ,nischen aber erblickt man ,engel1 zu deren ,fen niedergeworfene ,mnnergestalten liegen4 ber die ,bedeutung der verschiedenen sinnbildlichen ,figuren am ,untergescho des ,grabmals kann man nach alledem immer noch im ,zweifel sein4 ,gewhnlich nimmt man an1 da durch die ,nischengruppen die weltlichen ,siege ,julius ,,ii verbildlicht werden sollten2 dann wrden die ,figuren an den ,pfeilern1 wie ,condivi sagt1 die in ,banden liegenden ,knste und ,tchtigkeiten darstellen4 ,man knnte bei den ,siegesengeln auch wohl an die in der mittelalterlichen ,kunst beliebte ,verbildlichung des ,sieges der ,tugenden ber die ,laster denken2 dann wrde ,vasari recht haben1 wenn er in den ,gefangenen einen ,hinweis auf die unterworfenen ,provinzen erblickt2 aber er wrde eines schwer begreiflichen ,irrtums zu zeihen sein1 wenn er statt von siegenden ,tugenden von gefesselten ,tugenden oder ,tchtigkeiten 7das ,wort virt besagt beides7 sprche4 ,jedenfalls erscheint es uns weniger befremdlich1 wenn besiegte ,lnder1 als wenn die trauernden ,knste durch gebundene ,gefangene dargestellt werden4 ,von den ,kennzeichen1 welche ,condivi erwhnt1 ist in der ,skizze nirgendwo etwas zu gewahren4 brigens ist es ziemlich nebenschlich1 welches die ursprngliche und richtige ,deutung dieser ,gestalten sein mag4 ,fr ,michelangelo waren sie eine ,gelegenheit1 die tiefste ,seelenqual zu schildern2 kraftvolle ,gestalten1 die durch unzerreibare ,bande der ,freiheit und der ,fhigkeit1 ,thaten zu vollbringen beraubt sind1 in vielfltiger ,abwandelung des gleichen ,grundgedankens zu schildern1 das war ihm eine ,aufgabe1 in welche er sich mit grausamer ,lust versenkte4 ,gerade diese ,aufgabe reizte ihn am meisten4 ,in demjenigen1 was an ,zeichnungen und kleinen ,wachsmodellen von seinen ,vorarbeiten fr das ,grabmal erhalten ist1 stehen ,entwrfe fr verschiedene der ,gefangenen an erster ,stelle4 ,zwei von diesen ,figuren waren das erste1 was er im groen fr das ,werk fertig machte1 dessen architektonischen ,teil er im ,sommer #aeac durch den ,steinmetzenmeister ,antonio del ,ponte a ,sieve in ,angriff nehmen lie4 ,jene zwei ,figuren1 von denen man mit ,sicherheit annehmen kann1 da sie im ,jahre #aeac entstanden sind1 sind die bewunderten beiden ,gefangenen oder1 wie man sie gewhnlich nennt1 ,sklaven1 welche sich zu ,paris im ,museum des ,louvre befinden4 ,in der einen dieser ,gestalten sehen wir einen ,dulder1 dessen ,widerstandsfhigkeit vllig gebrochen ist4 ,die ,formen dieser in der schnsten ,blte des ,jugendreizes prangenden ,gestalt verraten eine titanenhafte ,kraft4 ,aber der ,jngling denkt nicht daran1 seine ,kraft zu gebrauchen2 die ,schmach der ,fesseln -- die durch ein ber die ,brust gespanntes ,band und durch einen ,reif am linken ,handgelenk angedeutet sind -- hat ihn gelhmt und betubt2 das ,wehgefhl der ,hilflosigkeit durchzieht wie ,todesschmerz die ,gestalt2 die ,augen haben sich geschlossen1 und sterbensmde sinkt das ,haupt zurck1 whrend die rechte ,hand nach der ,gegend des ,herzens greift4 ,mit ,recht gilt diese ,figur als die formenschnste von ,michelangelos ,schpfungen2 sie ist zugleich die ergreifendste in der ,empfindung und die meisterhafteste in der ,ausfhrung 7,abb4 #dg74 ,der andere der beiden ,gefangenen ist das gerade ,gegenteil von diesem4 ,in ihm kommt das ,widerstreben gegen die ,fesselung zum ,ausdruck2 er windet sich und zerrt an den ,banden1 die ihm die ,arme im ,rcken zusammenschnren2 die ,muskeln sind krampfhaft gespannt1 der ganze ,krper bebt1 und mit einem ,blick verzweifelten ,schmerzes wendet der ,kopf sich aufwrts 7,abb4 #dh74 ,illustration3 ,abb4 #dg4 berlebensgroes ,marmorstandbild eines ,gefangenen 7fr das ,juliusgrabmal bestimmt74 ,im ,nationalmuseum des ,louvre zu ,paris4 ,ferner fhrte ,michelangelo jetzt eine von den groen sitzenden ,figuren aus1 welche das ,obergescho des ,grabmals schmcken sollten1 und zwar den ,moses4 ,in diesem ,moses schuf er wieder eine jener urgewaltigen ,gestalten1 wie wir sie in den ,propheten der ,sixtinischen ,kapelle bewundern4 ,wir erblicken einen ,helden1 der von feuriger ,thatkraft durchglht ist2 wie er in majesttischer ,haltung dasitzt1 scheint er nur mhsam die innere ,glut zu beherrschen4 ,am strksten spricht die ,erregung aus den wunderbar schnen ,hnden1 von denen die ,rechte sich auf die ,gesetzestafeln sttzt und zugleich in den wallenden ,locken des malerisch weichen ,bartes whlt1 und aus dem machtvollen ,kopf1 ber dessen gewlbter ,stirn die hervortretenden ,strahlen nach altem ,herkommen durch kurze ,hrner angedeutet sind2 ganz treffend gibt ,vasari den ,eindruck des ,kopfes wieder1 wenn er sagt1 aus dem ,antlitz des schrecklichen ,frsten leuchte der gttliche ,glanz1 den der ,herr ihm verliehen1 so blendend1 da man ihn bitten mchte1 das ,tuch zu nehmen und sein ,gesicht zu verhllen4 ,in dem knstlerischen ,gegensatz zwischen dem innern ,feuer und der uerlichen ,ruhe der ,haltung liegt das ,hauptgeheimnis der ,wirkung von ,michelangelos ,moses 7,abb4 #di74 ,leider kann der ,beschauer bei der ,aufstellung1 welche die ,figur endlich in der ,kirche ,s4 ,pietro in vincoli gefunden hat1 diese ,wirkung nur sehr unvollkommen genieen4 ,denn ein groer ,teil von der ,absicht des ,knstlers1 der die ,verhltnisse der ,gestalt danach bemessen hat1 da sie von einem hohen ,standpunkte aus -- die ,fulinie vier ,meter ber dem ,boden -- auf den ,beschauer herabblicken sollte1 geht dadurch verloren1 da die ,figur zu ebener ,erde aufgestellt worden ist2 und eine allzu enge ,nische bedrckt die auf eine freie ,aufstellung berechneten ,umrisse der ,figur4 ,illustration3 ,abb4 #dh4 berlebensgroes ,marmorstandbild eines ,gefangenen 7fr das ,juliusgrabmal bestimmt74 ,im ,nationalmuseum des ,louvre zu ,paris4 ,ungeachtet des ,eifers1 mit welchem ,michelangelo seine ganze ,kraft dem ,grabmal widmete1 nahm das ,werk nicht einen derartigen ,fortgang1 da sich die baldige ,vollendung desselben erwarten lie4 ,vielleicht war dieses der ,grund1 da die ,testamentsvollstrecker des ,papstes ,julius sich zu einer erheblichen ,verkleinerung des ,grabmals entschlossen4 ,michelangelo willigte1 anscheinend ohne ,widerstreben1 ein4 ,das ,grabmal sollte immerhin noch in sehr stattlicher ,gestalt ausgefhrt werden1 wie sich aus der dem neuen ,vertrag1 der am #h4 ,juli #aeaf abgeschlossen wurde1 beigefgten ,beschreibung ergibt4 ,die ,verkleinerung des ,ganzen sollte in einer ,verringerung der ,tiefe bestehen1 so da der ,unterbau1 dessen ,gliederung durch ,pilaster und ,nischen1 dem schon begonnenen ,figurenschmuck entsprechend1 beibehalten wurde1 an den ,seitenwnden nur je eine ,nische bekme4 ,die ,vorderfront sollte auf das ,ma von elf ,ellen verbreitert werden2 die ,verbreiterung war dadurch geboten1 da bei der jetzigen ,anordnung1 welche die frheren ,langseiten zu ,schmalseiten machte1 der ,sarkophag so aufgestellt werden mute1 da er anstatt des ,fuendes eine seiner ,langseiten nach vorn kehrte4 ,der architektonische ,ausbau des ,obergeschosses sollte in ,breite und ,tiefe dem ,untergescho gleich werden1 die sitzenden ,kolossalfiguren1 deren ,zahl1 der ,verringerung der ,nischenzahl am ,unterbau entsprechend1 von sechs auf vier beschrnkt wurde1 sollten nicht mehr vor der ,architektur1 sondern im ,rahmen derselben aufgestellt werden2 in der ,tiefe des ,oberbaues1 in einer ,art von ,tribuna1 sollte das ,bild des ,papstes mit zwei ,nebenfiguren ,platz finden4 ,auf der ,bekrnung des ,ganzen sollte sich ein groes ,madonnenbild erheben4 ,die ,frist der ,fertigstellung wurde bis zum ,jahre #aebe verlngert4 ,michelangelo bekam fr diese ,zeit ein ,haus in ,rom zur ,verfgung gestellt1 und es wurde ihm die ,freiheit gewhrt1 nach seinem ,belieben in ,rom1 ,florenz oder ,carrara an dem ,werk zu arbeiten2 dafr aber verpflichtete er sich1 kein anderes bedeutendes ,werk vor ,vollendung des ,grabmals zu bernehmen4 ,es war nicht ,michelangelos ,schuld1 da er dieser ,verpflichtung nicht treu bleiben konnte4 ,er mute sich dem ,willen eines ,mchtigeren unterwerfen4 ,im ,sptherbst #aeaf erhielt ,michelangelo in ,carrara1 wo er verweilte1 um ,marmorblcke auszuwhlen1 und wo ihn im ,november die ,nachricht von einer lebensgefhrlichen -- aber bald nachher glcklich berwundenen -- ,erkrankung seines ,vaters in schwere ,aufregung versetzte1 von ,papst ,leo ,x den ,befehl1 zu ihm nach ,rom zu kommen zum ,zwecke einer ,besprechung ber den ,bau der ,fassade der ,s4 ,lorenzokirche zu ,florenz4 ,leo ,x war der erste ,mediceer und der erste ,florentiner1 der zur ppstlichen ,wrde gelangte4 ,als er am #cj4 ,november #aeae bei ,gelegenheit seiner ,reise nach ,bologna1 wo er mit dem ,knig von ,frankreich zusammenkam1 die ,vaterstadt besuchte1 entfaltete er bei seinem ,einzug allen ,glanz des geistlichen und weltlichen ,herrschers1 und voll ,stolz bereitete die ,stadt ihrem so hoch gestiegenen ,sohn einen ,empfang von unerhrter ,pracht4 ,der ,papst besuchte in der ,kirche ,s4 ,lorenzo1 die einer seiner ,vorfahren hatte erbauen lassen und welche die ,pfarr- und ,begrbniskirche seines ,hauses war1 das ,grab seines ,vaters4 ,dieser ,kirche fehlte eine stattliche ,schauseite1 und es lag nahe1 da jetzt dem ,papst der ,gedanke kam1 diesen ,mangel zu beseitigen und zur ,ehre seiner ,familie und zum ,schmucke seiner ,vaterstadt hier ein groartiges ,denkmal seiner ,kunstliebe zu errichten4 ,nachdem ,leo ,x diesen ,entschlu gefat hatte1 lie er sich von mehreren der angesehensten ,bauknstler ,entwrfe fr die ,fassade von ,s4 ,lorenzo einreichen2 aber er wurde von keinem derselben befriedigt1 sondern bestimmte1 da ,michelangelo dieses ,bauwerk ausfhren sollte4 ,michelangelo leistete allen ,widerstand1 der ihm mglich war4 ,die ,kardinle ,pucci und della ,rovere versuchten dem ,papst gegenber ihre ,ansprche an die ,thtigkeit des ,knstlers geltend zu machen2 aber sie lieen sich durch die ,zusage ,leos1 da ,michelangelo zwischendurch in ,florenz an den ,grabmalfiguren sollte arbeiten drfen1 vorlufig beruhigen4 ,da lie ,michelangelo unter ,thrnen1 wie seine beiden ,lebensbeschreiber berichten1 von dem ,werke ab1 dem er seine ganze ,liebe gewidmet hatte1 und bernahm den ,bau der ,fassade von ,s4 ,lorenzo4 ,illustration3 ,abb4 #di4 ,moses4 ,marmorne ,kolossalfigur am ,grabmal ,julius' ,,ii in ,s4 ,pietro in vincoli zu ,rom4 ,dieses ,unternehmen war unter den groen ,enttuschungen1 welche ihm das ,leben verbitterten1 eine der schwersten3 es endigte nach vier ,jahren ohne jedes ,ergebnis4 ,michelangelo dachte sich die ,fassade als einen mchtigen1 ganz aus weiem ,marmor herzustellenden ,bau2 derselbe sollte unten mit einer ,sulenhalle beginnen1 sich dann in mehreren ,geschossen erheben und oben mit einem ,giebel abschlieen2 das ,bauwerk sollte mit einer ,menge von berlebensgroen ,marmorbildern und mehreren ,erzfiguren1 so wie mit einer ,anzahl stark erhabener ,relieftafeln von verschiedener ,gestalt und am ,giebel mit dem ,wappen der ,mediceer geschmckt werden4 ,eine solche ,aufgabe htte den ,meister wohl fr die ,zurckstellung des ,juliusgrabmals entschdigen knnen4 ,im ,beginn des ,jahres #aeag war ,michelangelo schon in ,carrara damit beschftigt1 ,marmorblcke fr die ,fassade zurechthauen zu lassen4 ,es ist bezeichnend fr seine ,art und ,weise des ,schaffens1 da er das ,ganze schon so fertig vor ,augen hatte1 da er die ,mae der ,einzelteile bestimmen konnte1 ehe noch ein ausfhrliches ,modell vorhanden war2 und bezeichnend fr seine ,zuversichtlichkeit1 da er die ,arbeit im groen begann1 ehe noch ein ,vertrag die ,bedingungen derselben festgesetzt hatte4 ,mit der ,anfertigung eines ,holzmodells nach seinen ,zeichnungen hatte er den ,architekten ,baccio d',agnolo und den ,bildhauer ,jacopo ,sansovino beauftragt4 ,als ihm aber im ,mrz das ,modell gezeigt wurde1 verwarf er dasselbe als ,kinderwerk48 ,die ,mitwirkung anderer ,knstler bei seiner ,arbeit sagte ihm berhaupt nicht zu4 ,im ,mai bermittelte er dem ,papst und dessen ,vetter1 dem ,kardinal ,giulio de' ,medici1 welcher als ,erzbischof von ,florenz bei der ,angelegenheit beteiligt war1 eine ,erklrung des ,inhalts1 da er den ,mut in sich fhle1 in der ,fassade von ,s4 ,lorenzo ein ,werk zu schaffen1 das hinsichtlich der ,baukunst und der ,bildhauerkunst fr ganz ,italien ein ,musterbild sein sollte2 aber ,bedingung sei1 da der ,papst und der ,kardinal sich rasch entschlssen1 ob er es machen sollte oder nicht1 und sie mten ihm die ,arbeit verdingen und sich in jeder ,beziehung ganz auf ihn verlassen2 wenn seine ,vorschlge nicht gefielen1 so wolle er die schon gehabten ,auslagen auf seine ,rechnung nehmen und einen ,betrag von #ajjj ,dukaten1 den er als ,anzahlung bekommen1 dem ,papst zurckgeben4 ,darauf bekam er umgehend die ,antwort1 da der ,papst und der ,kardinal mit seinen ,vorschlgen sehr einverstanden seien2 nur wnschte der ,papst ein ,modell des ,baues zu sehen4 ,michelangelo hatte in ,carrara schon eigenhndig ein ,modell aus ,thon angefertigt2 aber dieses war zu schnell getrocknet und brchig geworden1 so da er es dem ,papst nicht schicken konnte4 ,darum begab er sich nach ,florenz und lie unter seiner eigenen ,leitung ein ,holzmodell herstellen1 an welchem er den ,figurenschmuck in ,wachs ausarbeitete4 ,als dieses ,modell in ,rom ankam1 fand es bei dem ,papst und bei dem ,kardinal die vollste ,bewunderung4 ,wohl erregte der ,umfang1 den der ,fassadenbau nach ,michelangelos ,absicht annehmen sollte1 einiges ,bedenken2 aber als der ,meister auf ,ersuchen des ,papstes im ,beginn des ,jahres #aeah selbst nach ,rom kam1 schwanden vor dem ,eindruck1 den seine ,begeisterung fr das ,werk hervorrief1 alle ,bedenken4 ,am #ai4 ,januar wurde der ,vertrag unterzeichnet1 wonach die ,fassade ganz so prchtig1 wie der ,meister sie sich gedacht hatte1 ausgefhrt werden sollte4 ,die ,grundmauern des ,fassadenbaues hatte ,michelangelo schon im ,jahre zuvor legen lassen4 ,aber darber hinaus gedieh das ,werk auch nicht4 ,die ,beschaffung des ,marmors verursachte eine endlose ,reihe von ,verdrielichkeiten4 ,der ,papst und der ,kardinal ,medici wnschten1 in bereinstimmung mit der ,regierung von ,florenz1 die ,marmorberge von ,serravezza im ,gebiet der seit #adhb zum florentinischen ,staat gehrigen ,stadt ,pietrasanta nutzbar zu machen4 ,michelangelo sollte zwar die ,steine fr die ,fassade nach seinem ,gutdnken aus ,carrara oder aus ,pietrasanta beschaffen drfen2 aber eine ,bevorzugung der florentinischen ,marmorbrche wurde mit groer ,entschiedenheit gewnscht2 der ,kardinal sprach letzteres sehr deutlich in einem ,brief an ,michelangelo aus1 worin er diesem sogar vorwarf1 da er aus eigenntzigen ,grnden dem ,papst zu trotzen und den ,marmor von ,carrara demjenigen von ,pietrasanta vorzuziehen schiene4 ,die ,carraresen andererseits lieen ,michelangelo ihren ,verdru darber1 da sie durch die neu zu erschlieenden ,steinbrche einen ,teil ihres ,verdienstes verlieren sollten1 bitter empfinden4 ,sie weigerten sich1 die frher eingegangenen ,vertrge ber ,lieferung und ,verschiffung von ,marmor zu halten4 ,michelangelo sah sich gezwungen1 bis nach ,genua zu gehen1 um ,frachtschiffe zur ,verladung der bereits zugehauenen ,marmorblcke zu mieten4 ,aber in ,carrara wurden die ,fhrer dieser ,schiffe bestochen1 da sie die ,verladung unterlieen4 ,nicht besser erging es ihm1 als er andere ,schiffe aus ,pisa kommen lie4 ,so blieb ihm nichts anderes brig1 als sich nach ,pietrasanta zu wenden4 ,natrlich entstand ein ungeheurer ,zeitverlust dadurch1 da an die ,stelle von ,marmorbrchen1 welche sich in wohlgeordnetem ,betrieb befanden1 solche traten1 die erst erschlossen werden muten4 ,sogar die ,strae zur ,befrderung des ,marmors aus den ,bergen von ,serravezza zum ,meer mute ,michelangelo mit groer ,mhe bauen lassen4 ,dabei hatte er obendrein noch rgerlichkeiten mit den ,florentiner ,behrden1 welche ,abgaben von den neuen ,marmorbrchen erheben und die ,fahrstrae nach ihren1 nicht nach ,michelangelos ,anordnungen angelegt wissen wollten4 ,diesen ,ansprchen gegenber behauptete er allerdings die ,oberhand4 ,aber damit hrten die ,schwierigkeiten nicht auf4 ,die ,steinarbeiter aus ,settignano1 welche ,michelangelo hatte nach ,serravezza kommen lassen1 verstanden sich nicht auf die ,behandlung des ,marmors1 und ,michelangelo hatte allen ,grund1 sich ber die verlorene ,zeit und das weggeworfene ,geld auf das bitterste zu beklagen4 ,als endlich eine ,sule fertig zugehauen war1 strzte sie beim ,herablassen infolge des ,zerspringens eines schlecht gearbeiteten eisernen ,reifens und zersprang in hundert ,stcke1 so da ,michelangelo durch die umherfliegenden ,splitter in groe ,lebensgefahr geriet4 ,von fnf ,sulen1 die nach ,florenz geschickt wurden1 zerbrachen vier unterwegs4 ,im ,frhjahr #aeai war endlich die ,sache so weit in ,gang gebracht1 da der ,meister in ,florenz mit den ,bildhauerarbeiten fr die ,fassade beginnen zu knnen glaubte4 ,aber nun geriet er in ,uneinigkeit mit dem ,kardinal ,medici4 ,dieser beklagte sich darber1 da das ,unternehmen nicht vorwrts kam1 er fing an1 bsen ,zungen ,gehr zu schenken1 welche sagten1 da ,michelangelo selbst daran schuld sei2 und der letztere geriet in ,zorn darber1 da der ,kardinal in ,nichtachtung der ,vertrge1 welche die ,marmorbrche von ,pietrasanta zur ausschlielichen ,verfgung ,michelangelos stellten1 fremde ,arbeiter dorthin schickte1 um ,steine fr einen neuen ,fubodenbelag des ,florentiner ,doms zu brechen4 ,das ,ende der ,auseinandersetzungen war1 da der ,kardinal sich erbot1 ,michelangelo von allen seinen ,verpflichtungen dem ,papst gegenber zu befreien1 und da ,michelangelo sich bereit erklrte1 den ,auftrag in die ,hnde des ,papstes zurckzugeben4 ,so geschah es4 ,papst ,leo erklrte1 wie eine eigenhndige ,aufzeichnung ,michelangelos vom #aj4 ,mrz #aebj1 die im ,buonarrotischen ,hausarchiv aufbewahrt wird1 berichtet1 alle bisher fr die ,fassade von ,s4 ,lorenzo gemachten ,ausgaben als durch ,michelangelos ,straenbau in ,pietrasanta und das ,brechen und ,zurechthauen von ,marmorblcken daselbst ausgeglichen2 er sprach seine ,zufriedenheit mit ,michelangelo aus und erklrte denselben fr frei und ledig von allen ihm gegenber bis zum genannten ,tage eingegangenen ,verbindlichkeiten1 so da derselbe niemandem ,rechenschaft schuldig sein sollte ber irgend etwas1 das er mit ihm oder mit anderen fr seine ,rechnung zu thun gehabt htte4 ,michelangelo befrchtete1 die ,krnkung erleben zu mssen1 da der ,papst jetzt den ,bau der ,lorenzofassade einem anderen bertragen wrde4 ,aber das blieb ihm erspart4 ,leo ,x verzichtete auf die ,ausfhrung des so groartig beabsichtigten ,werkes2 die ,geldverlegenheiten1 in welche der lombardische ,krieg ihn brachte1 mochten ihm den ,verzicht erleichtern4 ,es ist bezeichnend fr den ,schaffensmut ,michelangelos1 da er ber all den ,unannehmlichkeiten1 welche er mit der geplanten ,lorenzofassade hatte1 noch an neue ,unternehmungen denken konnte4 ,als die ,florentiner ,akademie im ,oktober #aeai eine ,bittschrift an den ,papst richtete1 derselbe mge die bertragung der ,gebeine ,dantes in seine ,vaterstadt gestatten1 fgte ,michelangelo seiner ,unterschrift die ,worte bei3 ,ich erbiete mich1 dem gttlichen ,dichter das ,grabmal herzustellen1 wie es seiner wrdig ist1 an einem ehrenvollen ,platze in dieser ,stadt48 -- ,auf auswrtige ,anerbietungen und ,bestellungen dagegen1 deren mancherlei kamen1 ging er nicht ein1 mochten sie auch so ehrenvoll sein1 wie diejenige des ,knigs von ,frankreich1 der ihn instndig um irgend eine ,sache von seiner ,hand1 wenn es auch nur eine ,kleinigkeit wre1 bitten lie4 ,den ,mediceern konnte er es freilich nicht abschlagen1 wenn sie seine ,kraft durch unbedeutende1 aber zeitraubende kleine ,arbeiten in ,anspruch nahmen1 wie durch ,entwrfe zu ,fenstern am ,palast und zu ,fensterlden aus durchbrochenem ,erz4 ,illustration3 ,abb4 #ej4 ,christus4 ,marmornes ,standbild in ,s4 ,maria sopra ,minerva zu ,rom4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,als der ,fassadenbau aufgegeben war1 entledigte sich ,michelangelo alsbald einer alten ,verpflichtung4 ,im ,jahre #aead hatte er fr mehrere rmische ,herren die ,anfertigung eines lebensgroen ,christusbildes fr die ,kirche ,s4 ,maria sopra ,minerva bernommen1 welches den auferstandenen ,heiland unbekleidet1 aufrechtstehend1 mit dem ,kreuz im ,arm1 darstellen sollte4 ,er hatte gleich damals in ,rom das ,standbild begonnen2 aber er mute die angefangene ,figur aufgeben1 weil gerade im ,gesicht derselben eine entstellende dunkle ,marmorader zu ,tage trat4 ,jetzt machte er diese ,figur zum zweitenmal4 ,im ,sommer #aeba schickte er sie nach ,rom2 sein ,gehilfe ,pietro ,urbano1 der das ,standbild begleitete1 sollte dasselbe aufstellen und die offenbar aus ,rcksicht auf die ,gefahr der ,beschdigung beim ,transport unfertig gelassenen uersten ,teile1 die ,finger1 die ,zehen und den ,bart ausarbeiten4 ber die ,arbeit des ,urbano bekam ,michelangelo so ungnstige ,nachrichten1 da er sich dem ,hauptbesteller1 ,metello ,vari1 gegenber erbot1 das ,standbild zum drittenmal zu machen4 ,aber das wies dieser1 der dem ,meister schon unendlich dankbar war1 da er ihm jene erste1 verworfene ,figur zur ,aufstellung in seiner ,wohnung berlassen hatte1 mit den schmeichelhaftesten ,ausdrcken zurck3 ,ihr zeigt18 schrieb er ihm1 ,euren groen ,sinn und ,eure ,hochherzigkeit1 indem ,ihr fr ein ,werk1 das in der ,welt nicht besser gemacht werden kann und das nicht seinesgleichen hat1 mir ein noch besseres liefern wollt48 ,als ,beweis seiner besonderen ,dankbarkeit schenkte er dem ,knstler ein ,reitpferd4 -- ,michelangelos ,christus1 der mit der ,rechten das ,kreuz umfat1 mit der ,linken den ,essigschwamm und die ,stange hlt und mit gewendetem ,haupt ernst und traurig auf den ,beschauer herabblickt1 steht auf einem viel zu niedrigen ,untersatz und in sehr schlechter ,beleuchtung in der ,kirche ,s4 ,maria sopra ,minerva zu ,rom 7,abb4 #ej74 ,da eine sptere ,zeit1 welche die unbefangene ,begeisterung der ,renaissance fr die ,schnheit der ,menschengestalt nicht mehr teilte1 an der vlligen ,nacktheit der ,figur ,ansto nahm1 ist begreiflich2 leider aber ist das bronzene ,lendentuch1 womit man dieselbe bekleidete1 sehr ungeschickt angeordnet3 es liegt zu tief1 so da es den schon durch die niedrige ,aufstellung hervorgerufenen ,eindruck1 als ob die ,beine gegen den ,oberkrper zu kurz wren1 in empfindlicher ,weise verstrkt4 ,einen wie tiefen ,eindruck das ,bild aber auf die ,gemter der ,andchtigen ausbte1 das bekundet eine andere ,zuthat3 der vortretende rechte ,fu der ,figur mute durch einen ,bronzeschuh gegen die inbrnstigen ,ksse der ,beter geschtzt werden4 ,illustration3 ,abb4 #ea4 ,entwurf zu einem ,mediceergrab4 ,zeichnung in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,durch das ,aufgeben des ,baues der ,lorenzofassade glaubte ,michelangelo sich in die ,lage versetzt1 sich endlich wieder dem ,juliusdenkmal widmen zu knnen4 ,mehrere in ,florenz verbliebene ,bestandteile dieses ,werkes bezeugen den ,eifer1 mit dem er die ,thtigkeit hierfr wieder aufnahm4 ,aber der unfertige ,zustand dieser ,arbeiten bekundet1 da er sie jhlings liegen lassen mute4 ,es sind vier ,figuren von ,gefangenen1 die in einer ,grotte im ,baboli-,garten aufgestellt sind1 und eine der fr die ,nischen bestimmten ,siegesgruppen1 welche sich im ,nationalmuseum befindet4 ,an der letzteren ,gruppe sieht man1 ungeachtet der ,unvollstndigkeit ihrer ,ausfhrung und trotz der ,einbue1 welche der ,eindruck des ,ganzen durch das ,fehlen der ,flgel des ,siegesengels erleidet1 zu welchen mchtigen ,schpfungen diese ,zusammenstellungen von ,siegern und ,besiegten dem ,meister ,anla gegeben haben wrden4 ,im ,herbst #aebj starb der ,kardinal della ,rovere1 und es schien angezeigt1 da ,michelangelo sich nach ,rom begbe1 um die ,denkmalsangelegenheit von neuem zu ordnen4 ,in einem hierauf und auf andere ,grnde zur ,rckkehr nach ,rom bezglichen ,briefe1 den sein ,freund und ,nachahmer1 der ,maler ,sebastiano del ,piombo1 ihm am #i4 ,november #aebj schrieb1 kommt eine ,stelle vor1 die fr das ,verhltnis des ,papstes ,leo zu ,michelangelo bezeichnend ist3 ,ihr wrdet18 heit es da1 alles erlangen1 was ,ihr wolltet2 denn ich wei1 in welchem ,ansehen der ,papst ,euch hlt2 wenn er von ,euch spricht1 scheint es1 als ob er ber einen ,bruder rede1 fast mit ,thrnen in den ,augen2 er hat mir gesagt1 da ,ihr ja zusammen aufgezogen seid1 und er zeigt1 da er ,euch kennt und ,euch liebt3 aber ,ihr flt jedermann ,furcht ein1 selbst den ,ppsten48 ,zu dem ,schlusatz pat eine uerung des ,papstes1 welche er demselben ,sebastiano gegenber that2 er hatte ber ,michelangelos ,verdienste in der ,malerei und ber den ,einflu1 den seine ,schpfungen auf andere ,maler ausbten1 gesprochen und schlo dieses ,gesprch mit den ,worten3 ,aber er ist schrecklich 7terribile71 und man kann nicht mit ihm verkehren48 ,leo ,x starb am #a4 ,dezember #aeba4 ,ihm folgte der ,hollnder ,adrian ,,vi1 ein sehr frommer und kirchlich gesinnter ,mann1 der sich aber um ,knste und ,wissenschaften so wenig kmmerte1 wie um die ,politik1 und der darum den ,rmern nie fr etwas anderes galt als fr einen ,barbaren4 ,zu diesem ,papst1 der in der ,sixtinischen ,kapelle nur eine ,stube voll nackter ,leute8 sah1 trat ,michelangelo in keine ,beziehungen4 ,whrend der kurzen ,regierung desselben qulte sich der ,meister in ,florenz mit den ,arbeiten fr das ,juliusgrabmal ab2 aber seine ,begeisterung fr dieses ,werk -- die ,tragdie seines ,lebens1 wie ,condivi sagt -- war durch die fortwhrenden ,unterbrechungen erkaltet1 und die krperlichen ,krfte lieen ihn mit der geistigen ,spannkraft im ,stich4 ,der ,bitte des kunstliebenden ,kardinals ,grimani gegenber1 der ein kleines ,bild nach ,michelangelos freier ,wahl -- einerlei ob gemalt1 gegossen oder gemeielt -- von ihm zu haben wnschte1 entschuldigte er sich 7im ,sommer #aebc7 mit der ,klage1 da er alt und in schlechter ,stimmung sei2 wenn er einen ,tag gearbeitet habe1 msse er vier ,tage ruhen4 ,diese ,unfhigkeit zu frischem ,schaffen mute ihn um so schwerer bedrcken1 als sich neben den ,arbeiten fr jenes unglckliche ,grabmal die ,vorbereitungen fr eine neue groe ,aufgabe einherschleppten4 ,noch bei ,lebzeiten ,leos ,x hatte der ,kardinal ,giulio de' ,medici den ,plan gefat1 an die ,lorenzokirche eine ,grabkapelle seines ,hauses anzubauen4 ,schon im ,november #aebj schrieb er an ,michelangelo1 da der von diesem aufgezeichnete ,entwurf der ,kapelle seinen ,beifall habe4 ,im ,april #aeba finden wir ,michelangelo in ,carrara1 um ,marmorblcke fr dieses ,unternehmen anzuschaffen2 im ,laufe des ,jahres wird die ,sache zu wiederholten ,malen mit dem ,kardinal besprochen1 der den ,knstler bald ungndig1 bald als seinen lieben ,freund behandelt4 ,ernstlich betrieben wurde aber die ,angelegenheit erst1 als ,giulio de' ,medici am #aj4 ,november #aebc als ,clemens ,,vii den ppstlichen ,thron bestieg4 ,michelangelo wurde von neuer ,hoffnungsfreudigkeit erfllt1 da er abermals einen ,mediceer und einen ,jugendfreund auf dem ,stuhle ,petri begrte4 ,in der ,that schienen die ,dinge sich gut anzulassen4 ,dem neuen ,papst lag es sehr am ,herzen1 da ,michelangelos ,kunst seinen ,namen verherrliche1 und er wendete dem ,knstler das grte ,wohlwollen zu4 ,zunchst sorgte er dafr1 da den ,geldverlegenheiten gesteuert wrde1 die so hufig die ,thtigkeit ,michelangelos lhmten2 er dachte daran1 ihm durch eine geistliche ,pfrnde eine dauernde ,versorgung zu verschaffen1 und als der ,meister sich weigerte1 durch ,empfang der niederen ,weihen in den geistlichen ,stand zu treten1 zwang er ihm ein ,gehalt von #ej ,dukaten monatlich auf4 ,michelangelo strubte sich gegen diese ,besoldung1 weil er sich fortwhrend mit dem ,gedanken qulte1 da er durch die bernahme der neuen ,verpflichtungen ein ,unrecht gegen die ,erben ,julius' ,,ii begehe4 ,aber auch in dieser ,hinsicht wurde er beruhigt4 ,ihr habt18 wurde ihm am #bd4 ,mrz #aebd aus ,rom von einem dem ,papste nahestehenden ,mann geschrieben1 viele ,feinde1 die von ,euch sagen1 was sie nur knnen1 aber ,ihr habt einen ,papst zum ,freunde44441 und nichts soll ,euch fehlen1 besonders im ,punkt der ,ehre2 berlat ,eure ,sache mit dem ,grabmal 7des ,papstes ,julius7 dem1 der ,euch wohl will und der ,euch so frei machen kann1 da ,ihr ,euch um nichts zu bekmmern braucht1 und denkt nur daran1 den ,auftrag des ,papstes nicht auer ,augen zu lassen -- lieber sterben6 ,und nehmt ,euer ,gehalt an1 das ,euch gern gegeben wird48 ,der ,kardinal ,pucci lie ,michelangelo schreiben1 da er sich allen ,wnschen desselben hinsichtlich des ,grabmals fge1 selbst wenn er bestimme1 da es durch andere ,hnde fertig gemacht werden solle4 ,und der nchste lebende ,verwandte ,julius' ,,ii1 ,francesco ,maria della ,rovere1 ,herzog von ,urbino1 wagte nicht1 dem bestimmten ,willen des neuen ,papstes zu widersprechen4 ,so konnte ,michelangelo seine ganze ,kraft den ,mediceergrbern widmen4 ,illustration3 ,abb4 #eb4 ,drei ,mnner1 welche einen ,toten tragen4 ,rtelzeichnung in der ,sammlung des ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ec4 ,apollo4 ,marmorstandbild im ,nationalmuseum zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,der ,bau der ,grabkapelle1 die gegenber der von ,brunellesco erbauten ,sakristei an die ,kirche angelehnt und im ,gegensatz zu dieser gewhnlich als die neue ,sakristei bezeichnet wurde1 ging schnell von statten4 ,das ,gebude bekam uerlich eine ganz einfache ,gestalt2 die ,hauptsache sollte seine innere ,ausstattung mit prchtigen ,grabmlern werden4 ,im ,februar #aebd war das ,gewlbe des ,gebudes geschlossen4 ,bald nachher konnte ,michelangelo in einem an den ,papst persnlich gerichteten ,briefe1 in welchem er gegen die ,zulassung der ,mitarbeit anderer ,knstler ,verwahrung einlegte1 mitteilen1 da die ,laterne der ,kuppel fertig sei4 ,bei deren ,enthllung gab er auf die ,frage1 warum er dieselbe der von ,brunellesco erbauten ,laterne auf der alten ,sakristei ganz gleich habe machen lassen1 die treffende ,antwort3 ,man kann sie wohl anders machen1 besser aber nicht48 ,am #ab4 ,januar #aebd fing ,michelangelo an1 mit einem ,schreiner die ,holzmodelle fr die ,grabmler herzustellen1 zu denen er die ,figuren in ,thon skizzierte4 ,nun vergingen aber wieder mehrere ,jahre1 ohne da die ,arbeit an den ,grabmlern selbst recht in ,flu kommen konnte4 ,der ,papst zersplitterte die ,kraft des ,meisters durch eine ,menge von ,zwischenauftrgen1 so da dieser allen ,grund hatte zu der ,klage3 ,man kann nicht mit den ,hnden an der einen ,sache arbeiten und mit dem ,gehirn an einer anderen48 ,da war zuerst eine ,aufgabe1 die dem ,wesen ,michelangelos fern lag1 weil andere als knstlerische ,gesichtspunkte bei ihr magebend sein muten3 die ,errichtung eines ,gebudes neben der ,kirche zur ,aufnahme der berhmten ,mediceischen ,bchersammlung4 ,dann mute ,michelangelo einen ,reliquienbehlter fr die ,s4 ,lorenzokirche entwerfen4 ,ein anderes ,mal sollte er ber einen neben dem ,garten des ,medici-,palastes zu errichtenden ,riesen von #dj ,ellen ,hhe nachdenken2 was ,michelangelo im ,oktober #aebe ber diesen ,riesen aufgeschrieben hat1 kann freilich nur als eine ,verspottung des wunderlichen ,gedankens aufgefat werden4 ,strender noch als die ,zwischenarbeiten1 von denen allerdings der ,bau der ,bibliothek und deren ,einrichtung den ,meister lngere ,zeit aufhielt1 war der ftere ,meinungswechsel des ,papstes hinsichtlich der ,grabmler selbst1 infolgedessen fortwhrend neue ,entwrfe angefertigt werden muten4 ,die ,berichte hierber werden durch eine ,anzahl erhaltener ,skizzen -- wenn auch dieselben nicht alle von ,michelangelos eigener ,hand herrhren -- ergnzt4 ,ursprnglich sollten vier freistehende ,grabmler in der ,kapelle ,platz finden1 zur ,aufnahme der ,gebeine ,lorenzos des ,herrlichen1 seines ermordeten ,bruders ,giuliano und seiner beiden krzlich verstorbenen ,nachkommen2 die letzteren waren sein jngster ,sohn ,giuliano1 ,herzog von ,nemours 7 #aeaf71 und sein ,enkel1 ,pietros ,sohn1 ,lorenzo der ,jngere1 der den ,titel eines ,herzogs von ,urbino fhrte 7 #aeai74 ,die bescheidenen ,raumverhltnisse der ,kapelle lieen die ,aufstellung der vier ,freibauten als zu beengend erscheinen1 und so wurde beschlossen1 da an jeder der vier ,wnde eins der ,grabmler angebracht werden sollte4 ,im ,jahre #aebd kam ,clemens ,,vii auf den ,gedanken1 da auch fr ihn und ,leo ,x hier ,grabmler errichtet werden sollten1 obgleich es gebruchlich war1 da die ,ppste in ,rom beigesetzt wurden4 ,da aber in der ,kapelle kein ,raum fr sechs ,grabmler war1 so sollte nur jeder der beiden ,ppste eines fr sich bekommen1 den beiden ,magnifici8 aber1 den ,vtern der ,ppste1 einerseits und den beiden jngeren ,familienmitgliedern andererseits je ein ,doppelgrabmal 7,abb4 #ea7 gewidmet werden4 ,zwei ,jahre spter aber waren nicht nur die ,grabmler der ,ppste1 sondern auch diejenigen ihrer ,vter ausgeschieden2 es war jetzt nur noch von den ,grbern der beiden ,herzge die ,rede4 ,der ,figurenschmuck der ,grabmler ist in den verschiedenen ,skizzen verschieden angegeben4 ,gegen ,ende des ,jahres #aebe bestand aber auch in dieser ,hinsicht keine ,ungewiheit mehr4 ,so bewegte die ,sache sich endlich in ebenem ,geleise4 ,am #bc4 ,dezember #aebe fgte der ,papst einem ,brief seines ,sekretrs an ,michelangelo eigenhndig die ,worte bei3 ,du weit1 da die ,ppste nicht lange leben1 und ,wir knnen nicht strker1 als es der ,fall ist1 wnschen1 zu sehen oder wenigstens zu hren1 da die ,kapelle mit den ,grbern der ,unsrigen und die ,bibliothek fertig werden2 deswegen empfehlen ,wir ,dir die eine und die andere ,sache2 und inzwischen fassen ,wir ,uns1 wie ,du ja sagst1 mit einer guten ,geduld1 und ,wir bitten ,gott1 da er ,dir es ins ,herz lege1 alles zusammen zu frdern2 und zweifle nicht daran1 da es ,dir weder an ,arbeiten noch an ,belohnung fehlen werde1 solange ,wir das ,leben behalten4 ,und bleibe mit dem ,segen ,gottes und dem ,unsrigen4 ,julius48 ,im ,april #aebf berichtete ,michelangelo nach ,rom1 da die ,maurerarbeit an dem einen ,grab vollendet sei und da in der nchsten ,woche diejenige an dem anderen begonnen werden solle2 gleichzeitig damit knnte die ,stuckarbeit an der ,wlbung der ,kapelle ausgefhrt werden1 zu welchem ,zwecke ,giovan da ,udine aus ,rom kommen sollte2 er selbst habe von den elf ,figuren1 welche er eigenhndig auszufhren wnsche1 sechs bereits angefangen1 und er fhle sich wohl imstande1 die smtlichen ,figuren rechtzeitig fertig zu machen oder doch nur ,unwesentliches daran anderen ,hnden zur ,ausfhrung zu berlassen4 ,illustration3 ,abb4 #ed4 ,skizze zur ,mediceischen ,madonna4 ,federzeichnung in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,das einzige1 was ,michelangelo jetzt bedrckte1 war der ,gedanke an das ,juliusgrabmal4 ,im ,laufe von mehr als zwanzig ,jahren hatte dieses ,gespenst sein ,aussehen verndert4 ,whrend es einst so lockend vor des ,knstlers ,augen gestanden hatte1 da er jede ,arbeit1 die sich zwischen ihn und dieses ,traumbild stellte1 als eine ,qual empfand1 so erschien es ihm jetzt nur drohend und schreckend4 ,michelangelo fhlte gar nicht mehr die ,kraft in sich1 das mit so heier ,begeisterung begonnene ,werk zu vollenden4 ,nicht mehr der ,wunsch des ,herzens1 sondern das ,pflichtgefhl hielt ihn an dasselbe gefesselt4 ,illustration3 ,abb4 #ee4 ,skizze der ,mediceischen ,madonna1 mit der ,ausfhrung bereinstimmend4 ,federzeichnung in der ,sammlung des ,louvre zu ,paris4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ef4 ,die ,mediceische ,madonna4 ,marmorbild in der ,grabkapelle der ,mediceer in ,s4 ,lorenzo zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #eg4 ,grabmal des ,giuliano de' ,medici in ,s4 ,lorenzo zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,der ,herzog von ,urbino verharrte nicht lange in der ,geduld1 die er im ,anfang der ,regierung ,clemens' ,,viii zu zeigen schien4 ,die ,frist1 binnen deren das ,grabmal htte vollendet sein sollen1 war abgelaufen1 und von ,adrian ,,vi hatten die ,erben ,julius' ,,ii sich die ,erlaubnis ausgewirkt1 gerichtlich gegen ,michelangelo vorzugehen4 ,aber ,michelangelo wollte nicht prozessieren4 ,ich nehme an1 ich htte prozessiert und verloren18 schrieb er im ,april #aebe1 und mte ,schadenersatz leisten4 ,wenn daher der ,papst mir helfen will1 was mir die grte ,freude wre1 da ich wegen ,alters oder schlechten krperlichen ,befindens das ,juliusgrab zu vollenden nicht imstande bin1 so kann er als ,mittelsmann den ,willen aussprechen1 da ich zurckerstatte1 was ich bekommen habe1 um dasselbe zu machen2 so da ich aus dieser ,sache herauskomme und da die ,verwandten des ,papstes ,julius mit dem zurckerstatteten ,geld es machen lassen knnen nach ihrem ,gefallen und von wem sie wollen4444 ,und ich werde imstande sein1 an die ,sachen des ,papstes zu denken und zu arbeiten3 denn auf diese ,weise lebe ich nicht1 geschweige da ich arbeite 4444 ,es lt sich mit ,liebe machen1 ohne zu prozessieren44448 ,michelangelo wnschte nur1 da bei der ,abrechnung die ,zeit mit in ,betracht gezogen werde1 die er an anderen ,dingen im ,dienste ,julius' ,,ii verloren habe1 wie bei dem ,aufenthalt in ,bologna4 ,einige ,monate spter schrieb er nochmals1 da er ,ersatz leisten wolle2 aber nur ,geld1 keine ,arbeit drfe man von ihm verlangen2 denn er fhle sich zu alt1 um hoffen zu knnen1 da er noch etwas anderes1 als dasjenige1 was er fr ,papst ,clemens angefangen habe1 vollenden werde4 ,doch willigte er im ,september #aebe ein1 die ,ausfhrung des ,grabmals in ,gestalt eines flachen ,aufbaues an der ,wand1 an welchem die von ihm bereits vollendeten ,figuren ,verwendung finden sollten1 zu leiten4 ,trotzdem wurde er im folgenden ,jahre durch eine so hohe ,berechnung der ,ersatzansprche von seiten der ,verwandten des ,papstes ,julius erschreckt1 da er aus aller ,fassung geriet4 ,wundert ,euch nicht1 da ich ganz den ,kopf verloren habe18 schrieb er an seinen ,vertreter in ,rom4 -- ,aber trotz alledem arbeitete ,michelangelo in dem ,bewutsein1 da ihn in der ,sache des ,juliusgrabmals kein ,verschulden traf1 und des starken ,schutzes ,clemens' ,,vii versichert1 rstig weiter an den ,mediceergrbern1 bis die ,ereignisse ihn zwangen1 die ,arbeit zu unterbrechen4 -- ,am #f4 ,mai #aebg wurde ,rom von den spanischen und deutschen ,sldnern des ,connetable von ,bourbon erstrmt und jener frchterlichen ,plnderung preisgegeben1 die heute noch nicht aus der ,erinnerung des ,volkes verschwunden ist4 ,clemens ,,vii wurde in der ,engelsburg gefangen gehalten4 ,sofort nach dem ,bekanntwerden dieser ,ereignisse erhoben sich die ,florentiner1 um die verhate ,herrschaft abzuschtteln1 welche ,alessandro1 der uneheliche ,sohn des ,herzogs ,lorenzo1 ausbte4 ,der aufgeregte ,zustand1 in welchem sich die ,stadt nach der ,wiedereinfhrung einer ,volksherrschaft1 wie sie zu ,savonarolas ,zeit bestanden hatte1 befand1 wurde verschlimmert durch das ,ausbrechen der ,pest4 ,in ,michelangelos ,armen starb als ,opfer der ,pest sein ,bruder ,buonarroto1 fr dessen ,wohlergehen er immer so unermdlich gesorgt hatte4 ,wenn ,michelangelo nicht an den ,grbern der ,mediceer arbeitete1 whrend ,florenz ber die ,vertreibung des letzten ,mediceers jubelte1 so ist ihm das nicht zu verdenken4 ,die ,regierung der ,republik benutzte die ,mue des ,meisters1 um ihm den ,auftrag zu erteilen1 das schon im ,jahre #aejh geplante ,gegenstck zum ,david anzufertigen4 ,im ,april wurde ihm ein vorhandener ,marmorblock zu diesem ,zweck berwiesen2 ein siegreicher ,riese sollte dargestellt werden1 ,herkules1 der den ,antus wrgt1 oder ,samson1 der den ,eselskinnbacken ber einem erschlagenen ,philister schwingt4 ,michelangelo machte auch ,skizzen zu einer solchen ,gruppe2 aber er fhrte das ,riesenbild nicht aus4 ,aufgaben ganz anderer ,art traten an ihn heran1 bevor es dazu kommen konnte4 ,florenz rstete sich1 um zur ,verteidigung seiner ,freiheit dem ,papst und dem ,kaiser die ,stirn zu bieten4 ,man machte sich auf eine schwere ,belagerung gefat4 ,neun ,mnner wurden ernannt1 welchen die ,anordnung der zur ,verteidigung der ,stadt erforderlichen ,vorkehrungen oblag2 unter ihnen ,michelangelo4 ,ein brgerliches ,verwaltungsamt hatte der ,meister einige ,zeit vorher ausgeschlagen2 aber dem ,schutze seiner ,vaterstadt lieh er willig seine ,krfte4 ,am #f4 ,april #aebi wurde er fr die ,dauer eines ,jahres zum obersten ,leiter und ,aufseher der ,befestigungen von ,florenz ernannt4 ,mit rastlosem ,eifer lie er ,wlle und ,grben und ,bastionen herstellen1 besonders den die ,stadt beherrschenden ,hgel von ,s4 ,miniato sicherte er in einer ,weise1 die sich erfolgreich bewhrte4 ,im ,mai wurde er nach ,pisa geschickt1 um auch dort fr die ,instandsetzung der ,festungswerke ,anordnungen zu treffen4 ,im ,august ging er im ,auftrage der ,republik nach ,ferrara zum ,zwecke der ,einsichtnahme in die berhmten ,festungswerke1 welche der ,herzog ,alfonso d',este seiner ,stadt gegeben hatte4 ,inzwischen rckte das ,heer ,karls ,v gegen ,florenz vor4 ,eine ,stadt nach der anderen ging der ,republik durch ,erstrmung oder bergabe verloren4 ,in ,florenz selbst entstand eine frchterliche ,verwirrung2 whrend die einen mit dem ,mut der ,verzweiflung das uerste zu wagen entschlossen waren1 verzweifelten andere an jeder ,mglichkeit des ,widerstandes4 ,viele verlieen die ,stadt1 um den ,fall derselben nicht mit ansehen zu mssen1 und unter diesen war ,michelangelo4 ,der ,knig von ,frankreich hatte ihm anbieten lassen1 da er in seine ,dienste treten solle2 bei der geringen ,aussicht1 welche die italienischen ,zustnde einem ferneren ,gedeihen der ,knste zu gewhren schienen1 hatte ,michelangelo sich mit dem ,gedanken vertraut gemacht1 diesem ,rufe ,folge zu leisten1 sobald der ,kampf um ,florenz entschieden sein wrde4 ,in jener ,zeit der hchsten ,aufregung entschlo er sich pltzlich1 nicht so lange zu warten1 sondern gleich nach ,frankreich zu gehen2 auf der ,bastion vor dem ,thor ,s4 ,niccol flsterte ihm am ,morgen des #ba4 ,september jemand ins ,ohr1 wenn er sein ,leben behalten wolle1 msse er fliehen2 jener ,ungenannte verschaffte ihm ,pferde1 und er floh2 er wute nicht -- wie er einige ,tage spter schrieb -- ob der ,rat von ,gott oder vom ,teufel kam4 ,am #cj4 ,september wurde ber die smtlichen ,flchtlinge die ,acht ausgesprochen2 ihre ,habe sollte eingezogen werden1 wenn sie sich nicht bis zum #f4 ,oktober dem ,gericht stellten4 ,um zu retten1 was sich retten lie1 verbarg oder verkaufte ,michelangelos ,magd1 was sich an ,einrichtungsgegenstnden und ,vorrten in seinem ,hause befand2 das vorhandene ,verzeichnis dieser ,dinge verrt1 da seine ,einrichtung mehr als bescheiden war4 ,fast scheint es brigens1 als ob man an magebender ,stelle seine ,rckkehr vorausgesetzt htte2 denn sein ,name befindet sich wohl in der ,liste der ,verbannten1 aber nicht in der ,liste derjenigen1 deren ,besitz eingezogen wurde4 ,in der ,that folgte ,michelangelo der ,stimme der ,pflicht und dem ,rat seiner ,freunde und kehrte im ,november von ,venedig1 wohin er zunchst geflohen war1 ber ,ferrara nach ,florenz zurck4 ,die ,signoria hatte ihm die ,zusicherung freien ,geleits nach ,venedig geschickt1 und als er wiederkam1 war seine ,bestrafung nicht allzu streng2 das ,verbannungsurteil wurde am #bc4 ,november aufgehoben und statt dessen nur bestimmt1 da er fr drei ,jahre von dem ,recht1 im groen ,rate zu sitzen1 ausgeschlossen sein sollte1 jedoch mit der ,befugnis1 alljhrlich um seine ,wiedereinsetzung einkommen zu drfen2 auerdem sollte ihm fr sein ,amt als oberster ,aufseher der ,verteidigungswerke fernerhin kein ,gehalt ausgezahlt werden4 ,michelangelo kam noch gerade zur ,zeit1 um alle ,schrecken der engeren ,belagerung mit durchzumachen4 ,in seinen ,skizzenbuchblttern spiegeln sich die blutigen ,bilder wieder1 welche die ,straen von ,florenz belebten 7,abb4 #eb74 ,trotz seiner kriegerischen ,thtigkeit -- denn von einem ,aufhren seines ,amtes1 die ,instandhaltung der ,festungswerke zu leiten1 ist nirgends die ,rede -- fand ,michelangelo noch ,zeit1 sich bisweilen in das ,reich der ,kunst zu flchten4 ,er soll ab und zu heimlich in der ,grabkapelle der ,mediceer an den dort angefangenen ,figuren gearbeitet haben4 ,und mit aller ,bestimmtheit versichert ,vasari1 da whrend der ,belagerung ein ,temperagemlde unter der ,hand des ,meisters entstand1 welches so weit ab wie nur mglich von der rauhen ,wirklichkeit lag4 ,dieses ,bild stellte eine ,leda vor2 ,herzog ,alfons von ,ferrara hatte dasselbe bei ,michelangelo bestellt1 als dieser in kriegerischer ,sendung bei ihm verweilte4 ,leider ist das ,gemlde1 welches den ,beweis erbrachte1 da der ernste und dstere ,knstler auch die sinnliche ,glut der ,liebe mit der ganzen ,kraft seiner ,meisterschaft zu schildern verstand1 verloren gegangen4 ,michelangelo schenkte dasselbe spter aus ,verdru darber1 da der ,abgesandte des ,herzogs1 welcher es in ,empfang nehmen sollte1 eine alberne ,bemerkung ber die ,darstellung machte1 seinem ,gehilfen ,antonio ,mini1 zugleich mit einer ganzen ,anzahl von ,kartons und gezeichneten und modellierten ,skizzen1 damit dieser arme ,knstler aus dem ,erls die ,heiratsausstattung zweier ,schwestern bestreite4 ,dann kam das ,bild -- oder eine ,kopie desselben1 die ,mini in gewinnschtiger ,absicht anfertigen lie1 -- in den ,besitz des ,knigs ,franz ,,ii von ,frankreich2 es hing in ,fontainebleau1 bis es unter ,ludwig ,,xiii das ,opfer scheinheiliger ,gewissensbedenken geworden sein soll1 indem der ,staatsminister des ,noyers den ,befehl gab1 dasselbe zu verbrennen4 ,jedenfalls ist sowohl ,michelangelos ,original wie auch die betrgerische ,kopie -- eins von beiden wurde im vorigen ,jahrhundert in stark beschdigtem ,zustand aufgefunden und nach ,england verkauft -- gnzlich verschollen4 -- ,die heldenhaften ,anstrengungen1 mit welchen die ,florentiner ihre ,freiheit verteidigten1 waren vergeblich4 ,nicht die feindlichen ,geschosse1 nicht die ,pest und nicht der ,hunger vermochten whrend der zehnmonatlichen ,belagerung ihren ,mut zu brechen4 ,aber der ,verrat ihres ,heerfhrers ,malatesta zwang sie1 am #ab4 ,august #aecj ihre ,thore dem ,feind zu ffnen und ein unbarmherziges ,gericht ber sich ergehen zu lassen4 ,karl ,v setzte den vertriebenen ,alessandro de' ,medici als erblichen ,herrscher von ,florenz ein und berlie die ,stadt der ,gnade oder ,ungnade des ,papstes4 ,mit schonungsloser ,strenge wurde gegen alle gewtet1 die einer besonderen ,feindschaft gegen die ,mediceer verdchtig waren4 ,auch der ,mann1 dem die ,mauern und ,wlle der ,stadt ihre ,widerstandsfhigkeit verdankten1 hatte allen ,grund1 die ,folgen seiner ,vaterlandsliebe zu frchten4 ,michelangelo hielt sich eine ,zeitlang verborgen4 ,aber ,papst ,clemens ,,vii billigte dem groen ,knstler ebenso gut eine ,ausnahmestellung zu1 wie es das ,jahr zuvor die ,regierung der ,republik gethan hatte4 ,der ,papst hatte sich selbst durch bswillige ,gerchte1 welche von den leidenschaftlichen ,neidern ,michelangelos verbreitet wurden und welche ihn einer unwrdigen ,gehssigkeit gegen die ,mediceer beschuldigten1 in seinem ,wohlwollen nicht irre machen lassen2 er hatte bei solchen ,anschwrzungen nur1 wie ,sebastiano del ,piombo dem ,meister spter berichtete1 traurig mit den ,achseln gezuckt4 ,als ,mittelsmann zwischen dem ,papst und ,michelangelo trat der ppstliche ,bevollmchtigte in ,florenz1 ,baccio ,valori1 ein geborener ,florentiner1 auf4 ,dafr machte ,michelangelo demselben als ,geschenk das ,marmorbild eines ,apollo1 der sich anschickt1 einen ,pfeil aus dem ,kcher zu ziehen4 ,die ,figur1 welche sich jetzt im ,nationalmuseum zu ,florenz befindet1 ist nicht ganz fertig geworden2 sie verrt keine besondere ,begeisterung des ,meisters1 und fast macht sie den ,eindruck1 als ob sie aus der ,umarbeitung eines fr das ,juliusgrabmal bestimmt gewesenen ,gefangenen hervorgegangen wre 7,abb4 #ec74 ,illustration3 ,abb4 #eh4 ,grabmal des ,lorenzo de' ,medici in ,s4 ,lorenzo zu ,florenz4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #ei4 ,die ,nacht4 ,marmorfigur am ,grabmal des ,giuliano de' ,medici in ,florenz4 ,einzelfigur zu ,abb4 #eg4 ,illustration3 ,abb4 #fj4 ,der ,tag4 ,marmorfigur am ,grabmal des ,giuliano de' ,medici in ,florenz4 ,einzelfigur zu ,abb4 #eg4 ,vor ,ablauf des ,jahres #aecj war ,michelangelo wieder eifrig bei der ,arbeit in der ,grabkapelle der ,medici1 und er blieb whrend der nchsten ,jahre bei diesem ,werk4 ,aber er arbeitete unter der grten krperlichen und geistigen ,qual4 ,er war1 wie ein ,freund am #bi4 ,september #aeca ber ihn berichtet1 bis zur ,fleischlosigkeit abgemagert4 ,michelangelo wird18 heit es in demselben ,bericht weiter1 nicht mehr lange leben1 wenn nicht ,abhilfe geschafft wird2 denn er arbeitet viel1 it wenig und schlecht und schlft auch nicht1 und seit einem ,monat wird er stark behindert durch ,kopfschmerzen und ,schwindel2 er hat1 kurz gesagt1 zwei bel1 eines am ,kopf und eines am ,herzen1 und fr jedes gibt es ein ,heilmittel1 man mu nur die ,ursache wissen und aussprechen48 ,das ,heilmittel fr den ,kopf sollte darin bestehen1 da dem ,meister verboten wrde1 whrend des ,winters in der feuchten und kalten ,kapelle1 wo er sich den ,tod hole1 zu arbeiten2 das ,heilmittel fr das ,herz sollte in der endlichen ,regelung der ,sache des ,juliusgrabmals bestehen2 denn um dieser ,sache willen war ,michelangelo ganz in ,schwermut verfallen4 ,illustration3 ,abb4 #fa4 ,der ,abend4 ,marmorfigur am ,grabmal des ,lorenzo de' ,medici in ,florenz4 ,einzelfigur zu ,abb4 #eh4 ,illustration3 ,abb4 #fb4 ,der ,morgen4 ,marmorfigur am ,grabmal des ,lorenzo de' ,medici in ,florenz4 ,einzelfigur zu ,abb4 #eh4 ,es ist wahrhaft peinlich1 die ,geschichte der ,hinundherverhandlungen ber diese ,angelegenheit zu verfolgen4 ,zum ,glck besa ,michelangelo in ,papst ,clemens einen wirklichen ,freund4 ,es war keine bloe ,redensart1 wenn ,sebastian del ,piombo an den ,meister schrieb 7am #bi4 ,april #aeca73 ber die ,nachricht1 da ,ihr ,euch fr ihn abmht1 da ,ihr ,tag und ,nacht arbeitet1 hat er 7der ,papst7 sich sehr gefreut2 aber nicht weniger wrde er sich freuen1 wenn er wte1 da ,ihr ,euch zufrieden fhltet und ruhigen ,mutes wret und da ,ihr die gleiche ,liebe1 die er zu ,euch hegt1 ihm entgegenbrchtet48 ,so wendete ,clemens ,,vii jetzt auch alle ,mittel an1 um ,michelangelo gegen ,belstigung durch die ,ansprche des ,herzogs von ,urbino zu schtzen4 ,das uerste ,mittel1 zu dem er schritt1 erscheint uns verwunderlich genug1 aber es war zweifellos sehr wirksam3 am #ba4 ,november #aeca1 also bald nach der ,kenntnisnahme von dem oben erwhnten ,bericht1 schickte er ein ,breve an ,michelangelo1 worin er demselben bei ,strafe der ,ausschlieung aus der ,kirchengemeinschaft verbot1 an irgend etwas anderem als an den ,mediceergrbern zu arbeiten4 ,das wrde wohl1 heit es in einer vertraulichen ,erluterung1 als ,entschuldigung allen anderen ,anforderungen gegenber -- denn auer dem ,herzog von ,urbino1 der auf seinem ,recht bestand1 waren noch zahllose ,kunstfreunde da1 die irgend etwas1 und wenn es nur ein paar ,striche wren1 von ,michelangelo zu besitzen wnschten1 -- gengen2 zugleich sollte der ,meister so1 indem er an jeder ,zersplitterung seiner ,kraft verhindert wurde1 gezwungen werden1 besser fr seine ,gesundheit zu sorgen1 um derentwillen ihm auerdem ein behaglicherer ,arbeitsraum angewiesen wurde4 ,da aber der ,papst erfuhr1 da ,michelangelo doch keine volle ,ruhe finden knnte1 solange die rmische ,grabmalsangelegenheit in der ,luft schwebte1 riet er ihm selbst1 zur ,ordnung derselben nach ,rom zu kommen4 ,im ,frhjahr #aecb begab sich ,michelangelo nach ,rom4 ,dem entschlossenen ,auftreten seines ,freundes ,sebastiano del ,piombo1 der die ,vertreter des ,herzogs auf den unschtzbaren ,kunstwert dessen1 was ,michelangelo bereits fr das ,grabmal geschaffen hatte1 berzeugend hinwies1 hatte er es zu verdanken1 da ihm die gnstigsten ,bedingungen entgegengebracht wurden4 ,er hatte sich erboten1 #bjjj ,dukaten ,schadenersatz zu zahlen1 wenn das ,grabmal durch andere fertig gemacht wrde2 statt dessen sollte er jetzt noch #bjjj ,dukaten zubekommen1 wenn er nur durch ,zeichnungen1 ,modelle und persnliche ,leitung die ,anweisungen zur ,ausfhrung des ,grabmals gbe2 es wrde gengen1 so meinte ,sebastiano1 wenn nur etwas von seinem ,schatten auf das ,werk fiele4 ,die ,zahl der am ,grabmal anzubringenden ,figuren sollte auf sechs1 die fertig in ,rom oder angefangen in ,florenz standen1 beschrnkt werden4 ,unter diesen ,bedingungen gab der ,papst die ,erlaubnis1 da ,michelangelo alljhrlich mehrere ,monate sein ,werk in ,florenz verlassen drfe1 um in ,rom zu arbeiten4 ,hiernach wurde am #bi4 ,april #aecb ein neuer ,vertrag ber das ,juliusgrabmal abgeschlossen1 der alle ,parteien zufrieden zu stellen schien4 ,als ,aufstellungsort fr das ,grabmal wurde in diesem ,vertrag1 da man von der im ,neubau begriffenen ,peterskirche absehen mute1 die ,kirche ,s4 ,pietro in vincoli bestimmt1 deren ,titel ,julius ,,ii als ,kardinal getragen hatte4 ,michelangelo teilte jetzt seine ,zeit in der vorgesehenen ,weise zwischen ,florenz und ,rom4 ,in ,rom hatte er neben dem ,juliusgrabmal noch eine andere ,arbeit1 die seine ,thtigkeit mehr in ,anspruch nahm als jenes3 der ,papst erteilte ihm den ,auftrag1 die ,schmalwnde der ,sixtinischen ,kapelle mit groen ,gemlden zu schmcken2 an der ,eingangswand sollte der ,sturz der bsen ,engel1 an der ,altarwand das ,weltgericht dargestellt werden1 und den ,karton zu letzterem ,gemlde mute ,michelangelo alsbald beginnen4 ,illustration3 ,abb4 #fc4 ,das ,jngste ,gericht4 ,freskogemlde in der ,sixtinischen ,kapelle zu ,rom4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #fd4 ,zwei ,auferstandene zwischen ,engel und ,teufel4 ,kreidezeichnung nach ,michelangelos ,jngstem ,gericht4 ,im ,museum zu ,weimar4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,als ,michelangelo im ,herbst #aecd ,florenz verlie1 um wieder an seine rmischen ,arbeiten zu gehen1 sah er die ,heimatstadt1 wo er kurz vorher seinen neunzigjhrigen ,vater begraben hatte1 zum letztenmal4 ,clemens ,,vii starb am #be4 ,september #aecd1 zwei ,tage bevor ,michelangelo in ,rom eintraf4 ,nach dem ,tode dieses mchtigen ,beschtzers war in ,florenz kein ,aufenthalt mehr fr ihn4 ,denn er wute sich gehat von dem neuen ,gebieter der ,stadt1 von dem weder ,milde noch ,gerechtigkeit zu erwarten war und den er dadurch noch besonders erzrnt hatte1 da er ihm die ,anfertigung der ,plne zum ,bau einer ,zwingburg glatt verweigerte4 ,papst ,clemens hatte dem lasterhaften ,alessandro gegenber mit der grten ,schrfe die ,interessen des ,knstlers wahrgenommen2 aber jetzt hatte dieser in ,florenz alles zu frchten4 ,er lie daher die ,mediceergrber stehen und liegen1 wie sie waren4 ,es fehlten daran nicht weniger als zwlf ,figuren2 aber immerhin war ein gewisser ,abschlu erreicht4 ,hauptschlich durch ,vasaris ,bemhungen wurde das ,vorhandene in gute ,ordnung gebracht und die ganze ,kapelle1 wenn auch erst nach langen ,jahren1 wrdig in stand gesetzt4 ,illustration3 ,abb4 #fe4 ,ein ,teufel aus der ,umgebung des ,minos und eine emporschwebende ,auferstandene4 ,kreidezeichnung nach ,michelangelos ,jngstem ,gericht4 ,in der ,ambrosianischen ,bibliothek zu ,mailand4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,es ist ein mannigfaltig bewegtes1 dsteres ,stck ,lebensgeschichte1 welches den ,hintergrund der gewaltigen ,schpfung ,michelangelos bildet1 die1 obgleich unvollendet1 fr sich allein gengen wrde1 ebensogut wie die ,decke der ,sixtinischen ,kapelle1 ihm fr alle ,zeiten und ber allen ,wechsel des ,geschmacks hinaus unvergnglichen ,ruhm zu sichern4 ,der ,eindruck1 den die ,grabkapelle der ,mediceer als ,ganzes1 in ihrer ,einheit von ,baukunst und ,bildhauerkunst1 bei dem von oben her nach allen ,seiten hin gleichmig einfallenden ,licht1 auf den ,beschauer ausbt1 lt sich nicht schildern2 man kann ihn nur an ,ort und ,stelle empfinden4 ,an jedem der beiden ,grabmler1 welche die ,seitenwnde einnehmen1 befinden sich nur drei ,figuren3 das sitzende ,bild der hier bestatteten ,persnlichkeit in der mittelsten ,nische des unteren ,wandgeschosses und zwei allegorische ,gestalten1 welche auf dem ,deckel des vor der ,wand stehenden ,sarkophags ruhen4 ,diese drei ,figuren wirken so mchtig1 da sie die ,leere der vielen unausgefllt gebliebenen ,nischen vergessen lassen4 ,an der ,wand gegenber dem ,altar befindet sich als siebente ,figur von ,michelangelos ,hand eine ,madonna2 zu ihren ,seiten wurden nachtrglich die nach den ,entwrfen des ,meisters von seinen ,gehilfen ausgefhrten ,figuren der beiden ,schutzheiligen des ,mediceischen ,hauses1 ,cosmas und ,damian1 aufgestellt4 ,die ,madonna war die erste ,figur1 welche ,michelangelo fr die ,mediceische ,grabkapelle entwarf4 ,schon #aeba wurde der betreffende ,marmorblock zurechtgehauen4 ,aber zehn ,jahre spter harrte sie noch der ,vollendung1 und gnzlich fertig ist sie berhaupt nicht geworden4 ,in dem ,madonnenantlitz1 das mit unendlicher ,milde ber das ,kind hinweg zu uns herabblickt1 kehrt etwas von der ruhigen ,schnheit der ,madonnenbilder aus ,michelangelos ,jugendzeit wieder2 bei dem ,jesuskind deutet die ,mchtigkeit der ,formen und die ungestme ,kraft der ,bewegung -- das ist ,michelangelos eigenste ,weise -- das gttliche ,wesen an 7,abb4 #ef1 mit den ,skizzen ,abb4 #ed u4 #ee74 ,ursprnglich war die ,madonna fr die ,mittelnische eines ,doppelgrabmals bestimmt 7,abb4 #ea74 ,mit dem ,zurichten des ,marmorblocks nach den ,maen der ,nische hngt es zusammen1 da der ,meister1 der niemals ,modelle im groen fr seine ,marmorarbeiten anfertigte1 an der rechten ,seite der ,figur nicht genug ,marmor brig behielt1 um den rckwrts aufgesttzten ,arm 7vgl4 die ,skizze ,abb4 #ee7 mit vlliger ,freiheit herauszuarbeiten4 ,die ,bilder der beiden ,herzge1 die brigens kaum als eigentliche ,bildnisse aufzufassen sind1 erscheinen in idealer1 antiker ,feldherrenrstung4 ,in vornehm stolzer ,haltung sitzt ,giuliano da2 lssig spielen seine ,hnde mit dem ,feldherrenstab1 den der ,herrscher des ,kirchenstaats ihm anvertraut hat2 auf den harten ,zgen des ,kriegers liegt ein leises ,weh1 eine ,klage um die ,thaten1 welche der achtunddreiigjhrig ,gestorbene ungethan lassen mute 7,abb4 #eg74 ,lorenzo 7,abb4 #eh7 erscheint in tiefes ,nachdenken versunken2 die ,stimmung wird eigentmlich gesteigert dadurch1 da das ,gesicht ganz im ,schatten des ,helms verborgen ist4 ,worber grbelt der ,gedankenreiche 7il pensoso1 so nennt ihn ,vasari78 ,denkt er an das ,schicksal seines ,vaters1 der in der ,verbannung im ,dienste eines ,fremden fallen mute1 und daran1 da er selbst der einzige und letzte ,enkel ,lorenzos des ,herrlichen ist1 dessen ,geschlecht kein rechtmiger ,nachkomme fortpflanzt8 ,oder qult es ihn im ,tode1 da sein auerehelicher ,sohn ,alessandro durch seine ,miregierung nur ,schaden und ,schande ber das schne ,florenz bringt8 ,dieser ,gedanke mag wohl ,michelangelos ,meiel geleitet haben1 als er das ,marmorbild ausfhrte2 denn dasselbe entstand erst nach dem ,untergang der ,freiheit von ,florenz -- im ,september #aeca war es noch nicht angefangen --1 whrend das ,bild ,giulianos bereits im ,frhjahr #aebf gnzlich vollendet war4 ,illustration3 ,abb4 #ff4 ,ein ,auferstandener und ein zur ,seligkeit ,aufsteigender 7derselbe wird im ,original von einem ,engel1 der ihn am linken ,arm gefat hat1 emporgezogen74 ,kreidezeichnung nach ,michelangelos ,jngstem ,gericht4 ,in der ,ambrosianischen ,bibliothek zu ,mailand4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,auf dem ,sarkophag zu ,fen ,giulianos ruhen die allegorischen ,gestalten des ,tages und der ,nacht 7,abb4 #ei u4 #fj71 auf dem ,sarkophag ,lorenzos diejenigen des ,abends und der ,morgenrte 7,abb4 #fa u4 #fb74 ,diese vier ,figuren befanden sich im ,jahre #aebf smtlich schon in ,arbeit4 ,sie waren angefangen worden1 als noch die ,absicht bestand1 da jede ,figur fr sich auf einem ,sarkophag lagern sollte 7vgl4 ,abb4 #ea72 daher kommt es1 da sie bei der spter beschlossenen ,aufstellung1 zu je zweien auf einem ,sarkophag1 mit den ,fen keinen ,platz mehr auf dem ,sargdeckel gefunden haben4 ,was ,michelangelo mit diesen ,gestalten1 zu denen noch mehrere von verwandter ,art hinzukommen sollten1 sagen wollte1 darber geben einige ,worte ,auskunft1 die er selbst auf der ,rckseite einer ,zeichnung aufgeschrieben hat3 ,der ,tag und die ,nacht sprechen und sagen3 wir haben mit unserem schnellen ,lauf den ,herzog ,giuliano zum ,tode gefhrt2 es ist wohl billig1 da er sich dafr rcht1 wie er thut2 und die ,rache ist diese3 wie wir ihn gettet haben1 so hat der ,tote uns das ,licht genommen1 und mit dem ,schlieen seiner ,augen hat er die unsrigen zugedrckt1 da sie nicht mehr leuchten ber der ,erde4 ,was htte er wohl mit uns gemacht1 wenn er am ,leben blieb68 ,die zuerst vollendete von den vier mchtigen1 bermenschlichen ,gestalten1 die einzige1 welche ganz fertig geworden1 ist die ,nacht4 ,die ,mutter von ,schlaf und ,tod1 der zur ,kennzeichnung eine tragische ,maske1 eine ,eule und ein ,bndel ,mohnkpfe beigegeben sind1 erscheint als eine krftig-schlanke ,riesin von mtterlicher ,bildung2 sie schlft1 aber im ,schlaf verfolgt sie der ,schmerz4 ,einst fand man unter dieser ,gestalt einen ,zettel angeheftet1 auf dem die ,bewunderung ihrer ,lebensflle mit einem gewandten ,hinweis auf ,michelangelos ,namen1 in einer ,vierzeile ausgesprochen war3 ,die ,nacht1 die du in lieblichen ,gebrden ,hier schlafen siehst1 ein ,engel lie sie werden ,aus diesem ,stein2 die ,schlafende hat ,leben4 ,weck' sie nur auf1 sie wird dir ,antwort geben4 ,illustration3 ,abb4 #fg4 ,ein emporsteigender ,seliger4 ,rtelzeichnung nach ,michelangelos ,jngstem ,gericht4 ,in der ,sammlung der ,kunstakademie zu ,venedig4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,darauf lie ,michelangelo die ,nacht antworten3 ,lieb ist der ,schlaf mir1 ,stein zu sein1 noch lieber3 ,nichtsehn1 ,nichthren mu fr ,glck ich halten1 ,solang' ,unheil und ,schmach im ,lande walten4 ,drum weck' mich nicht2 sprich leis und geh vorber4 ,dieser berhmte ,austausch von ,gedichten fand zu einer ,zeit statt1 wo fr ,florenz der ,verlust der ,freiheit eine endgltige ,thatsache geworden war4 ,es wre unrichtig darum anzunehmen1 da ,michelangelo eine politische ,anspielung im ,sinne gehabt htte1 als er die ,nacht so schmerzerfllt darstellte4 -- ,das ,gegenbild der ,nacht1 der ,tag1 mu die zuletzt ausgefhrte ,figur sein2 denn der ,kopf derselben ist nicht ber die erste ,anlage hinausgekommen2 aber aus den kaum angedeuteten ,zgen dieses ,kopfes spricht schon mit wunderbarer ,bestimmtheit der beabsichtigte ,ausdruck4 ,die gewaltige ,kraft des ,riesenleibes mchte sich zu ,thaten regen1 aber bittere ,unlust hlt ihn nieder1 da die mchtigen ,glieder sich zu unerwnschter ,ruhe bequemen mssen4 -- ,die gleiche ,bedeutung1 wie an dem ,grabmal ,giulianos die ,nacht und der ,tag1 haben um denjenigen ,lorenzos der ,abend 7il crepuscolo1 das ,dunkelwerden7 und der ,morgen 7l'aurora1 die ,morgenrte74 ,der ,abend erscheint als ein ,greis4 ,aber die ,muskeln dieses ,greises sind kaum weniger gewaltig1 als diejenigen des kraftstrotzenden ,mannes1 der den ,tag verbildlicht4 ,man sieht1 es ist nicht krperliche ,ermattung1 sondern die ,abspannung dumpfen ,grams1 was ihn schwer und mde zur ,ruhe sinken lt4 ,die ,morgenrte zeigt im ,gegensatz zur ,nacht mdchenhafte ,formen2 sie ist schn1 aber durch keinen ,hauch von sinnlichem ,reiz wird die ,schnheit dieser ,gestalt zum ,menschlichen erniedrigt4 ,sie vermag nicht1 sich vom ,lager zu erheben2 die ,augen1 die sich eben im ,erwachen geffnet haben1 mchten sich gleich wieder schlieen4 ,in diesem ,antlitz hat der ,ausdruck des ,schmerzes die grte ,bitterkeit angenommen4 ,die ,figur der ,morgenrte wurde im ,jahre #aeca fertig1 man darf wohl denken1 da ,michelangelo unwillkrlich in ihren ,zgen sich die bitteren ,empfindungen hat wiederspiegeln lassen1 die der ,fall von ,florenz ihm verursachte4 ,es ist gar keine ,frage1 da die ,gestalten von ,nacht und ,morgen1 ,tag und ,abend nichts anderes ausdrcken sollen1 als den ,schmerz ber den ,tod der beiden ,mediceer4 ,was sie aber in ,wirklichkeit ausdrcken1 sind doch nur die ,schmerzen1 welche die ,seele ihres ,schpfers marterten4 ,durch nichts unterscheiden sich ,michelangelos ,gestalten so sehr von der ,antike1 wie dadurch1 da sie gar nichts ,allgemeingltiges haben1 sondern nur die uerung rein persnlicher ,stimmung sind4 ,aber die ,persnlichkeit1 deren ,seele so aus den ,kunstwerken zu uns spricht1 ist von einer berwltigenden1 man mchte sagen bermenschlichen ,gre4 ,nach dem ,tode ,clemens' ,,vii hoffte ,michelangelo1 seine ,verpflichtungen gegen die ,erben ,julius' ,,ii ungestrt erfllen zu knnen4 ,aber der ,nachfolger ,clemens'1 ,paul ,,iii 7,alessandro ,farnese71 legte sofort ,beschlag auf den ,knstler4 ,auf ,michelangelos ,bemerkung1 da er1 durch den ,vertrag mit dem ,herzog von ,urbino gebunden1 diesen zufrieden stellen msse1 bevor er dem ,papst mit seiner ,kunst dienen knne1 geriet ,paul ,,iii in hellen ,zorn und rief3 ,dreiig ,jahre lang habe ich mich danach gesehnt1 und jetzt1 wo ich ,papst bin1 soll ich's mir versagen8 ,ich zerreie den ,vertrag68 ,michelangelo wollte aus ,rom fliehen und an irgend einem stillen ,ort1 in einer im ,gebiet von ,genua gelegenen ,abtei des ihm befreundeten ,bischofs von ,aleria oder in ,urbino1 ausfhren1 was er noch fr das ,juliusgrabmal zu thun hatte4 ,aber der neue ,papst zwang den ,knstler sowohl1 wie den ,herzog von ,urbino unter seinen ,willen4 ,bald nach seiner ,thronbesteigung besuchte er mit einem groen ,gefolge von ,kardinlen den ,meister in dessen ,wohnung2 er bewunderte die dort vorhandenen ,figuren fr das ,juliusgrabmal und hrte es gern1 als der ,kardinal von ,mantua ber den ,moses den ,ausspruch that1 da diese ,figur allein gengend sei1 um ,papst ,julius zu ehren2 und beim ,anblick der fr das ,jngste ,gericht bereits angefertigten ,zeichnungen beschlo er1 da ,michelangelo dieses ,werk fr ihn ausfhren solle4 ,illustration3 ,abb4 #fh4 ,ein ,verdammter1 von ,teufeln herabgezogen4 ,kreidezeichnung nach ,michelangelos ,jngstem ,gericht4 ,in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,alsbald wurden in der ,sixtinischen ,kapelle die ,gerste aufgeschlagen1 und im ,frhjahr #aece begann ,michelangelo die ,ausfhrung des groen ,freskogemldes1 dem1 da es sich ber die ganze ,flche der ,altarwand ausdehnte1 nicht nur die drei hier befindlichen ,gemlde aus dem vorhergegangenen ,jahrhundert 7von ,perugino71 sondern auch zwei ,lnettenbilder weichen muten1 welche ,michelangelo selbst vor vierundzwanzig ,jahren gemalt hatte4 ,am #a4 ,september #aece ernannte ,paul ,,iii den ,meister durch ein in den schmeichelhaftesten ,ausdrcken abgefates ,breve zum obersten ,bauknstler1 ,bildhauer und ,maler des ,vatikans und wies ihm auf ,lebenszeit ein jhrliches ,einkommen von #fjj ,goldscudi und auerdem die ,einknfte aus dem ,zoll der ,pobrcke bei ,piacenza1 die auf den gleichen ,betrag geschtzt wurden1 an4 -- ,der greise ,meister gebrauchte acht ,jahre1 um das ungeheuer groe ,gemlde des ,jngsten ,gerichts1 bei dem er wieder jede ,mitwirkung von ,gehilfen verschmhte1 zu vollenden4 ,der ,weihnachtstag des ,jahres #aeda wird als der ,tag bezeichnet1 an dem das ,bild zum ,staunen ,roms und der ,welt8 aufgedeckt wurde4 ,michelangelos ,weltgericht 7,abb4 #fc7 ist ein gemaltes ,dies irae2 der ,tag des ,schreckens ist in ihm geschildert4 ,christus erscheint nicht1 wie sonst blich1 in der gemessenen ,ruhe eines antiken ,gtterbildes2 der ,weltenrichter ist1 als der eifrige ,gott der ,bibel1 mit der frchterlichen ,majestt des ,zornes bekleidet4 ,wie er beim ,schall der ,posaunen1 der die ,toten aus der ,erde ruft1 die ,hand erhebt1 um mit einer ,gebrde1 die jeden ,widerspruch ausschliet1 den ,auferstandenen zur ,linken das ,urteil ewiger ,verdammnis entgegenzuschleudern1 da geht es wie ,schrecken auch durch die dichtgedrngten ,scharen der ,heiligen1 welche in doppeltem ,kreise den ,richter umgeben1 und die ,engel1 welche in der ,hhe die ,leidenswerkzeuge ,christi der ,welt entgegenhalten1 scheinen zu erzittern4 ,die ,erde hat sich geffnet1 und man blickt in ihren verborgenen ,schlund1 wo ,teufel heimlich und gierig die erwachenden ,toten zu ergreifen suchen1 bevor sie ihnen von ,engeln -- die hier wie berall in dem ,bilde ohne ,flgel erscheinen -- entzogen werden4 ,dann zieht eine unsichtbare ,kraft oder die hilfreiche ,hand von ,engeln die ,begnadeten hinauf1 bis ihre ,schar sich mit den endlosen ,reihen der um ,christus versammelten ,seligen vereinigt4 ,den ,aufsteigenden gegenber strzen die ,verdammten4 ,von oben her durch ,engel zurckgetrieben1 von unten durch grimmig starke ,teufel gezerrt1 sinken sie pfeilgerade oder in verzweifelter ,bewegung des ,widerstandes1 mit einer unheimlichen ,langsamkeit1 die den ,eindruck der ,unerbittlichkeit schauerlich verstrkt1 in die ,tiefe4 ,am ,rand der ,erde wird die ,luft zur ,flut2 das ist der ,acheron1 auf dem der alte ,fhrmann ,charon1 nach der durch ,dante eingebrgerten ,vorstellung1 eine ,schar ,verworfener in seinem ,nachen zur ,hlle fhrt4 ,der hllische ,ferge ,schlgt mit dem ,ruder jeglichen1 der zgert18 und unter seinem ,schlage strzt und drngt sich die ,menge nach dem vorderen ,rand des ,kahnes1 wo sie von hohnlachenden ,teufeln gepackt und herausgerissen werden1 oder1 was noch schauerlicher wirkt1 ohne ueren ,zwang1 von grausiger ,notwendigkeit getrieben1 in das ,reich der ewigen ,qual hinabspringen4 ,dort harrt ihrer1 von wilden1 hlichen ,genossen umgeben1 der ,hllenfrst ,minos1 von einer ,schlange umwunden2 in seinen ,zgen mischt sich mit dem ,ausdruck der eigenen endlosen ,qual die teuflische ,lust ber die ,ankunft der ,opfer4 ,illustration3 ,abb4 #fi4 ,teufel1 der einen ,verdammten hinabtrgt4 ,rtelzeichnung nach ,michelangelos ,jngstem ,gericht4 ,in der ,albertina zu ,wien4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,das ,gemlde ist nicht leicht zu betrachten4 ,seine ungeheure ,gre erschwert den berblick4 ,das ,schlimmste aber ist1 da es bis zur vlligen ,zerstrung der ,farbenwirkung geschwrzt ist4 ,michelangelo hatte1 um die ,ablagerung von ,staub auf dem ,bilde zu verhten1 die zur ,aufnahme desselben bestimmte ,wandflche so vorbereiten lassen1 da sie eine kleine ,neigung vornber bekam2 infolgedessen aber hat der ,rauch der ,altarkerzen um so nachteiliger auf dasselbe eingewirkt4 ,hat man sich aber erst hineingesehen1 da es einem gelingt1 die einzelnen ,gruppen zu verstehen und eingehend zu betrachten1 so findet man berall eine ,wucht und ,gre der ,gedanken und ,empfindungen1 die man nur mit ,dantes ,dichtung vergleichen kann4 -- ,in den so mannigfaltig bewegten ,gestalten hat das jngere ,knstlergeschlecht eine unerschpfliche ,quelle der ,belehrung gefunden1 wie eine groe ,menge noch erhaltener1 nach dem ,karton oder dem fertigen ,freskobild von den verschiedensten ,hnden gezeichneter ,wiedergaben von einzelnen ,figuren und ,gruppen bekundet 7,abb4 #fd bis #gj74 -- ,michelangelo mute es erleben1 da sein ,weltgericht wegen der ,nacktheit fast smtlicher ,figuren ,anfechtungen und ,unbilden erleiden mute4 ,schon whrend der ,arbeit wurde er dieserhalb von dem ppstlichen ,ceremonienmeister ,biagio da ,cesena getadelt2 dafr rchte er sich1 wie ,vasari erzhlt1 dadurch1 da er dem ,minos die ,zge des ,biagio gab1 und ,paul ,,iii hatte nichts dagegen einzuwenden1 da ein ,mann1 der ein groes ,werk mit kleinlicher und niedriger ,gesinnung betrachtete1 in solcher ,weise bestraft wurde4 ,sehr heftig waren sodann die ,angriffe des ,dichters ,pietro ,aretino4 ,diese ,angriffe waren um so abscheulicher1 als sie nicht aus innerer berzeugung hervorgingen2 ,aretino1 der in seinen schriftstellerischen ,werken der zgellosesten ,unanstndigkeit frnte1 erboste sich gegen ,michelangelo1 weil er von diesem1 an den er sich mit ,ratschlgen und schmeichlerischer ,bewunderung herangedrngt hatte1 nicht in der erhofften ,weise durch das ,geschenk eines ,kunstwerkes von hohem ,wert geehrt wurde2 darum eiferte er ganz wtend gegen das ,bild1 das er vorher hoch gepriesen hatte1 und gegen dessen ,urheber1 der sich durch die ,herabwrdigung des ,heiligen als ,lutheraner8 entpuppt habe4 ,solche ,ausflle hatten zwar zunchst keinen ,erfolg4 ,aber in ,paul ,,iv kam #aeee ein ,papst zur ,regierung1 dem der ,blick dafr fehlte1 da ,michelangelos ,gestalten in ihrer knstlerischen ,erhabenheit das wrdigste ,gewand besaen4 ,derselbe hatte sogar die ,absicht1 das ,gemlde ganz herunterschlagen zu lassen2 er begngte sich dann aber damit1 eine bermalung der anstigen ,stellen anzuordnen4 ,so flickte1 da selbstverstndlich ,michelangelo nicht fr eine derartige ,entstellung seiner ,schpfung zu gewinnen war1 dessen ,schler ,daniello ,ricciarelli allerhand ,gewandstcke in das ,bild2 diese traurige ,arbeit whrte mehrere ,jahre1 sie wurde erst unter ,pius ,v durch einen anderen ,maler zu ,ende gefhrt4 ,eine ,auffrischung dieser bermalungen1 die im vorigen ,jahrhundert stattfand1 hat noch ganz besonders zur ,verunstaltung des ,gemldes beigetragen4 ,illustration3 ,abb4 #gj4 ,verdammte am ,rande von ,charons ,nachen4 ,kreidezeichnung nach ,michelangelos ,jngstem ,gericht4 ,in der ,ambrosiana zu ,mailand4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,nach der ,vollendung des ,jngsten ,gerichts kam endlich auch die ,tragdie des ,juliusgrabmals zu einem ,abschlu4 ,im ,september #aeci hatte ,michelangelo von dem ,herzog von ,urbino einen sehr freundlich gehaltenen1 mit den ,worten ,liebster ,herr ,michelangelo8 anfangenden ,brief bekommen1 des ,inhalts1 da der ,herzog dem ,papst zuliebe gern warten wolle1 bis der ,meister mit der fr diesen begonnenen ,arbeit vollstndig fertig sei1 und da er das feste ,vertrauen hege1 ,michelangelo werde alsdann mit doppeltem ,eifer die ,vollendung des ,grabmals vornehmen4 ,michelangelo hatte das ,wohlwollen des ,herzogs zu nhren gewut durch einen demselben bersandten ,entwurf zu einem in ,edelmetall auszufhrenden ,salzfa4 ,im ,frhjahr #aedb arbeiteten mehrere ,gehilfen -- die zum ,teil schon seit lngerer ,zeit mit dieser ,arbeit beschftigt waren -- an den ,figuren1 welche ,michelangelo fr den oberen ,teil des ,grabmals angeordnet hatte4 ,andere1 darunter ,francesco di ,amadore1 genannt ,urbino1 der zugleich der ,diener des ,meisters war1 arbeiteten an dem baulichen ,rahmen und dem ,zierwerk4 ,am #f4 ,mrz #aedb erklrte der ,herzog in einem ,briefe an ,michelangelo noch einmal ausdrcklich1 da er von dessen eigener ,hand -- mit ,rcksicht darauf1 da der ,papst ihn schon wieder durch einen neuen ,auftrag gebunden habe1 -- nichts weiter verlange1 als die drei bereits fertigen ,figuren4 ,eine neue ,schwierigkeit bereitete ,michelangelo sich selber1 oder vielmehr sein knstlerisches ,gewissen bereitete sie ihm4 ,zwei von jenen drei ,figuren1 die beiden ,gefangenen1 waren bestimmt gewesen1 an einem mchtig aufgebauten1 mit zahlreichen anderen ,figuren ausgestatteten ,grabmal in ,gemeinschaft mit vielen gleichartigen als schmckende ,glieder1 in inniger ,verbindung mit der ,architektur1 verwendet zu werden4 ,an dem verkleinerten1 zu einem an die ,wand angelehnten flachen ,aufbau zusammengeschrumpften ,grabmal wrde es allzu befremdlich ausgesehen haben1 wenn zwei ,nebenfiguren1 deren ,bedeutung noch dazu durch ihre ,vereinzelung abgeschwcht wurde1 als ein hervorragender ,hauptbestandteil des ,figurenschmucks aufgetreten wren4 ,darum beschlo ,michelangelo1 dieselben durch inhaltlich bedeutsamere ,gestalten zu ersetzen2 er whlte dazu1 in ,wiederaufnahme eines ,gedankens1 welcher schon bei dem ersten ,entwurf des ,grabmals bestand1 die ,verbildlichung des thtigen und des beschaulichen ,lebens4 ,so begann er eigenhndig1 da doch einmal drei ,figuren von seiner ,hand das ,werk schmcken sollten1 die berlebensgroen ,figuren der ,rachel und der ,lea3 jene als die ,beschauliche betend1 diese -- nach einem von ,dante gebrauchten ,bilde -- mit einem ,blumenkranz in der ,rechten und einem ,spiegel in der ,linken als die ,thtige4 ,zwar wurde in dem ,vertrag1 der am #bj4 ,august #aedb als der letzte ber das ,juliusgrabmal abgeschlossen wurde1 dem ,meister gestattet1 die ,vollendung auch dieser beiden ,figuren fremder ,hand zu berlassen4 ,aber er kam spter doch wieder auf die eigenhndige ,ausarbeitung derselben zurck4 ,im ,jahre #aede war das ,grabmal ,julius' ,,ii in der ,gestalt1 in der wir es in der ,kirche ,s4 ,pietro in vincoli erblicken1 fertig4 ,sein unterer ,teil zeigt eine ,anordnung1 welche derjenigen entspricht1 die ,michelangelo fr das ,erdgescho des ursprnglich geplanten ,grabbaues entworfen hatte3 zu den ,seiten eines ,mittelfeldes zwei von ,hermenpfeilern eingeschlossene ,nischen4 ,in den ,nischen haben die ,verbildlichungen des beschaulichen und des thtigen ,lebens ,platz gefunden1 und in dem engen ,mittelraum sitzt der gewaltige ,moses2 die ,leere ber den vor den ,pfeilern heraustretenden ,sockeln1 die als ,fugestelle fr die ,reihe der ,gefangenen gedacht waren1 wird durch gewundene ,steingebilde1 umgekehrte ,konsolen1 einigermaen ausgefllt 7,abb4 #ga74 ,der obere ,teil des ,grabmals1 der in der ,mitte die ,figuren des auf einem ,sarkophag ruhenden ,papstes und der ,madonna1 seitlich diejenigen eines ,propheten und einer ,sibylle enthlt1 zeigt nicht nur in den ,figuren sehr deutlich1 da ,michelangelos ,hand hier ferngeblieben ist1 sondern er verrt auch in der ,anordnung nichts von ,michelangelos ,geist4 ,wir erfahren1 da ,michelangelo sich ber die ,figuren des ,propheten und der ,sibylle sehr unzufrieden geuert habe4 ,im brigen aber berwog die ,beruhigung1 da die ,sache berhaupt zu einem ,ende gekommen war1 den ,schmerz darber1 da dieses ,ende im ,vergleich mit den groen ,hoffnungen1 die er vor vierzig ,jahren gehegt1 so beraus klglich war4 ,der einst so leidenschaftliche ,mann hatte gelernt1 sich zu ergeben4 ,so hatte er auch spter auf die ,mitteilung1 da sein ,freskobild des ,weltgerichts auf ,befehl ,pauls ,,iv einer bermalung unterworfen werden sollte1 nichts zu erwidern1 als die ,worte3 ,bilder lassen sich ndern2 wenn der ,papst nur die ,welt ndern knnte68 ,die berflssig gewordenen ,figuren der beiden ,gefangenen schenkte ,michelangelo dem in ,lyon ansssigen ,florentiner ,roberto ,strozzi1 in dessen rmischem ,hause er im ,jahre #aedd whrend einer schweren ,krankheit gepflegt wurde4 ,dieselben kamen dann in den ,besitz des ,connetable ,anne de ,montmorency2 vom letzten ,montmorency wurden sie dem ,kardinal ,richelieu geschenkt1 und sie blieben im ,besitz der ,familie ,richelieu1 bis sie gegen ,ende des vorigen ,jahrhunderts fr den franzsischen ,staat erworben wurden4 -- ,es ist erwhnenswert1 da ,michelangelo an ,roberto ,strozzi die ,bitte richtete1 dem ,knig von ,frankreich zu sagen1 da er1 ,michelangelo1 auf seine eigenen ,kosten dem ,knig ein ehernes ,reiterstandbild auf dem ,hauptplatz von ,florenz errichten wollte1 wenn derselbe ,florenz die ,freiheit wieder verschaffte4 ,michelangelo glhte fr die ,freiheit seiner ,heimat1 die doch als endgltig verloren gelten mute1 seit ,alessandros ,nachfolger1 der junge und thatkrftige ,cosimo1 das ,haupt der jngeren ,linie der ,mediceer1 die ,stadt und ihr ,gebiet als ein erbliches ,herzogtum beherrschte4 ,in jener ,zeit mag der ,meister die trotz ihres unfertigen ,zustandes so wunderbar ausdrucksvolle ,bste des ,freiheitshelden ,brutus gemeielt haben1 die sich im ,nationalmuseum zu ,florenz befindet4 ,illustration3 ,abb4 #ga4 ,unterstck des ,grabmals des ,papstes ,julius ,,ii in der ,kirche ,s4 ,pietro in vincoli zu ,rom4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,der in dem ,brief des ,herzogs von ,urbino vom #f4 ,mrz #aedb erwhnte neue ,auftrag ,pauls ,,iii an ,michelangelo war die ,ausschmckung der ,kapelle1 welche dieser ,papst im ,vatikan hatte erbauen lassen1 und die nach ihm als die ,paulinische ,kapelle bezeichnet wird1 mit ,freskogemlden4 ,die darzustellenden ,gegenstnde waren die ,bekehrung des ,paulus und die ,kreuzigung des ,petrus4 ,die allmhliche ,erfllung dieses ,auftrags beschftigte den betagten ,meister bis zum ,jahre #aedi4 ,wir mssen darber staunen1 da ,michelangelo im achten ,jahrzehnt seines ,lebens noch die krperliche ,kraft besa1 welche dazu gehrt1 eine umfangreiche ,freskomalerei auszufhren2 und wir drfen uns nicht darber wundern1 wenn aus diesen spten ,werken1 ungeachtet aller ,schnheiten1 welche in den ,einzelheiten der figurenreichen ,darstellungen vorhanden sein mgen1 keine groe dichterische ,kraft mehr spricht4 -- ,michelangelo selbst sagte1 die ,freskomalerei sei keine ,sache fr alte ,leute1 und in einer ,gesellschaft1 welche sich um die geistvolle und gefeierte ,markgrfin-,witwe von ,pescara1 ,vittoria ,colonna1 versammelt hatte1 uerte er1 da er nicht mehr die ,kraft in sich fhlte1 welche eine solche ,liebe wie die ,malerei beanspruche4 ,der ,name der ,vittoria ,colonna ist der ,nachwelt wohl durch nichts so sehr bekannt geworden1 wie durch ihre ,beziehungen zu ,michelangelo4 ,vittoria1 die ,tochter des ,groconnetable von ,neapel1 ,fabrizio ,colonna1 war im ,jahre #adij geboren4 ,schon als ,mdchen war sie weit und breit berhmt wegen ihres ,geistes und ihrer ,schnheit1 und mehr als ihre ,abstammung aus dem alten und mchtigen rmischen ,adelsgeschlecht lieen ihre persnlichen ,eigenschaften sie in den ,augen frstlicher ,bewerber begehrenswert erscheinen4 ,im ,jahre #aeji vermhlte sie sich mit ihrem ,jugendgespielen ,ferrante ,francesco d',avalos1 ,markgraf von ,pescara1 dem sie schon als ,kind verlobt worden war4 ,pescara starb #aebe an den ,wunden1 welche er in der ,schlacht bei ,pavia empfing4 ,die ,witwe suchte ,trost in ,andachtsbungen1 in ,werken der ,wohlthtigkeit und in der ,dichtkunst4 ,sie nahm ihren ,aufenthalt in verschiedenen ,klstern1 in ,orvieto1 ,viterbo1 ,rom4 ,von #aedd bis zu ihrem ,tode im ,februar #aedg verweilte sie dauernd in ,rom bei den ,nonnen von ,s4 ,silvestro in capite4 ,in ihrer ,zurckgezogenheit von dem ,treiben der ,welt versagte ,vittoria ,colonna sich nicht den ,genu des ,verkehrs mit geistreichen ,mnnern1 mit denen sie sich ber ,religion1 ,dichtung und ,kunst unterhalten konnte4 ,man wei nicht1 wann ihr ,verkehr mit ,michelangelo begann1 der sich zu dem innigsten und reinsten ,bund zweier fr das ,schne und ,erhabene begeisterten ,seelen gestaltete2 die ,vermutungen schwanken zwischen den ,jahren #aecc und #aech4 ,die ,markgrfin war nicht mehr jung1 und ,michelangelo war dem ,greisenalter nahe1 als sie sich kennen lernten4 ,unter den ,gedichten aus ,michelangelos ,jugendzeit gibt es einige wenige -- sie fallen in das ,jahr #aejg --1 welche sich mit heiem ,verlangen an eine ,geliebte wenden2 das ist das einzige1 was darauf hinweist1 da er in jngeren ,jahren nicht vllig unempfindlich gegen ,frauenliebe geblieben sei1 und nichts lt vermuten1 da es sich hier um mehr als eine flchtige ,neigung gehandelt habe4 ,was die ,kunst in ,michelangelos ,herzen an ,raum brig lie1 wurde1 solange sein ,vater lebte1 durch die ,sorge fr dessen ,wohlergehen ausgefllt4 ,erst als diese liebgewordene ,sorge von ihm genommen war1 empfand er das ,bedrfnis1 sich enger an einen gleichgesinnten ,menschen anzuschlieen4 ,auf eine geradezu leidenschaftliche ,freundschaft zu einem jungen1 vornehmen ,rmer1 ,tomaso de' ,cavalieri1 den er mit ,geschenken von ,zeichnungen berhufte und dessen lebensgroes ,bildnis er zeichnete1 obgleich sonst das ,portrtieren gar nicht seiner ,neigung entsprach1 folgte die ,liebe zu ,vittoria ,colonna4 ,gegenseitige ,bewunderung des ,knstlers und der ,dichterin knpfte das ,band1 das um so fester und inniger wurde1 je nher diese beiden ungewhnlichen ,persnlichkeiten im schriftlichen ,verkehr und in mndlicher ,unterhaltung einander kennen lernten4 ,in dieser ebenso glhenden wie ehrfurchtsvollen ,liebe fand die ungestm leidenschaftliche ,seele ,michelangelos eine beglckende ,ruhe4 ,die ,mehrzahl von ,michelangelos ,gedichten sind in der ,zeit des ,umgangs mit ,vittoria ,colonna entstanden4 ,die meisten unter ihnen sind der ,liebe zu dieser hohen ,frau gewidmet4 ,andere nicht minder begeisterte gelten der ,vaterstadt1 und einige der schnsten sind dem groen ,dichter gewidmet1 der gleich ihm gezwungen war1 das geliebte ,florenz zu meiden2 ,michelangelo war ein groer ,kenner und ,verehrer ,dantes1 und es ist sehr zu beklagen1 da ein von ihm mit ,randzeichnungen versehenes ,exemplar der ,gttlichen ,komdie bei einem ,schiffbruch zu ,grunde gegangen ist4 ,sehr zahlreich sind ferner die ,gedichte religisen ,inhalts1 aus denen eine wunderbare ,tiefe der ,empfindung spricht4 ,ernste1 christliche ,frmmigkeit war ein ,grundzug von ,michelangelos ,wesen2 er wurde nicht mde1 in der ,bibel zu lesen und in geistlichen ,abhandlungen1 besonders in den ,schriften ,savonarolas1 dessen ,predigten er in der ,jugend gehrt hatte und dessen lebhafte ,stimme ihm noch im ,alter in den ,ohren klang4 ,in dieser aufrichtigen innerlichen ,frmmigkeit begegnete er sich mit ,vittoria ,colonna1 er erkannte1 wie er in einem seiner ,gedichte sagt1 in ihren schnen ,augen das ,licht1 welches den ,weg zum ,himmel weist4 -- ,dem entsprach der ,inhalt der ,zeichnungen1 welche er fr die geliebte ,frau anfertigte4 ,christus am ,kreuz in der ,qual der letzten ,augenblicke und die ,klage ,marias an dem ,leichnam ,christi waren in diesen ,zeichnungen dargestellt4 ,den letzteren ,gegenstand whlte ,michelangelo auch1 als er1 noch bei ,lebzeiten der ,vittoria1 daran ging1 ein ,marmorwerk zum ,schmuck seines eigenen ,grabes zu meieln4 ,er begann aus einem groen ,marmorblock eine ,gruppe herauszuarbeiten1 welche den eben vom ,kreuze abgenommenen ,leichnam des ,heilands zeigte1 wie er1 von ,nikodemus und ,maria ,magdalena gehalten1 in die ,arme der ,mutter sinkt4 ,aber er brachte dieses ,werk nicht zu ,ende4 ,als ,vittoria ,colonna verschieden war1 der er am ,sterbebett die ,hnde1 doch nicht das ,antlitz zu kssen wagte1 hatte er die letzte ,anregung1 welche seine ,schaffenskraft frisch erhielt1 verloren4 ,wohl arbeitete er1 als die ,beendigung der ,freskomalerei in der ,paulinischen ,kapelle ihm volle ,mue gewhrte1 mit ,eifer an der ,marmorgruppe fr sein ,grab4 ,ein ,augenzeuge berichtet aus dem ,jahre #aeej3 ,ich kann sagen1 da ich ,michelangelo1 obgleich er ber die ,sechzig und nicht sehr krftig ist1 von einem sehr harten ,marmor mehr ,splitter in einer ,viertelstunde habe herabhauen sehen1 als drei junge ,steinhauer in drei oder vier fertig brchten1 und er ging mit einem solchen ,ungestm daran1 da ich dachte1 das ganze ,werk mte in ,stcke springen1 indem er auf einen ,hieb groe ,brocken1 drei oder vier ,finger dick1 herunterschlug1 so haarscharf an seiner ,anzeichnung1 da1 wenn er weiter1 als es sein sollte1 gegangen wre1 er ,gefahr lief1 alles zu verderben48 ,michelangelo verdarb sich in der ,that dieses ,werk durch sein ,ungestm1 und als obendrein noch eine dunkle ,ader darin zu ,tage kam1 zerschlug er zornig die ,gruppe in ,stcke4 ,ein ,bildhauer1 dem er die ,marmorstcke schenkte1 setzte dieselben wieder zusammen und ergnzte das ,fehlende2 in diesem ,zustand ist die ,gruppe spter nach ,florenz gekommen1 wo sie hinter dem ,hochaltar des ,doms aufgestellt worden ist4 ,noch rger verhauen ist eine nur aus den beiden ,figuren der ,mutter ,maria und des toten ,christus bestehende ,gruppe1 welche ,michelangelo wahrscheinlich fr sein ,grab auszufhren beabsichtigte1 bevor er sich zu jener greren ,gruppe entschlo2 dieselbe befindet sich im ,palazzo ,rondanini zu ,rom2 das ,merkwrdigste daran ist1 da der ,kopf ,marias1 obgleich er nur mit ganz groben ,hieben angelegt ist1 ganz sprechend und ergreifend den beabsichtigten ,ausdruck zeigt4 -- ,der ,meister sah ein1 da er auch der ,bildhauerkunst entsagen msse4 ,nach der ,verzichtleistung auf die ,ausbung der beiden ,knste kam er sich wie ein schon halb ,gestorbener vor4 ,in einem ,sonett1 das er an ,vasari sandte1 hat er seine ,empfindungen schn und ergreifend ausgesprochen2 leider vermag die bersetzung nur ein schwaches ,bild zu geben von der ,kraft und ,knappheit von ,michelangelos dichterischer ,ausdrucksweise3 ,am ,ziel der ,fahrt ist angelangt mein ,leben1 -- ,wie schwach der ,kahn1 wie wild des ,meers ,gewalten6 -- ,im ,hafen1 wo der ,landende gehalten ,ist1 ,rechnung ber all sein ,thun zu geben4 ,die mich die ,kunst zur ,gottheit lie erheben1 ,zum einz'gen ,herrn1 die ,freude am ,gestalten3 ,jetzt seh' ich1 wieviel ,irrtum sie enthalten1 ,und wie wir gegen unser ,bestes streben4 ,die eitle1 frohe ,schaffenswonne endet1 ,da sich ein zwiefach ,sterben mir bereitet3 ,ein ,tod ist da1 den andern seh' ich nahen4 ,nicht mal' noch meil' ich mehr2 die ,seele wendet ,zur ,gottesliebe ruhig sich1 die breitet ,vom ,kreuz die ,arme aus1 uns zu umfahen4 ,illustration3 ,abb4 #gb4 ,christusfigur fr die ,kreuzabnahme des ,daniel da ,volterra4 ,kreidezeichnung in der ,sammlung der ,kunstakademie zu ,venedig4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,illustration3 ,abb4 #gc4 ,die ,auferstehung ,christi4 ,kreidezeichnung im ,britischen ,museum zu ,london4 7,nach einer ,aufnahme von ,ad4 ,braun ,co41 ,braun1 ,clment ,cie4 ,nchfl41 in ,dornach i4 ,els4 und ,paris47 ,die letzten ,jahre von ,michelangelos ,leben blieben von groen ,strmen1 wenn auch nicht von mancherlei ,betrbnissen und ,verdrielichkeiten1 verschont4 ,dank der von ,paul ,,iii getroffenen ,frsorge lebte der betagte ,meister in ,wohlhabenheit1 trotzdem ihm die ,einknfte aus dem ,pobergang bei ,piacenza verloren gingen1 als ,piacenza in den ,besitz ,kaiser ,karls ,v kam4 ,im fortwhrenden ,kampf mit ,entbehrungen hatte er sich an eine ,lebensweise von auerordentlicher ,einfachheit und ,migkeit gewhnt4 ,da er diese ,lebensweise auch im hohen ,alter beibehielt1 kam er in den ,ruf des ,geizes2 aber seine ,wohlthtigkeit und ,freigebigkeit strafte solches ,gerede ,lgen4 ,die bewunderungswrdigste ,art der ,freigebigkeit bewies er den jungen ,knstlern gegenber1 welche ihm -- ohne im engeren ,sinne des ,wortes seine ,schler zu sein -- nacheiferten2 er schenkte ihnen nicht nur von seinen ,studienzeichnungen1 sondern er berlie ihnen ganze ,kompositionen1 damit sie dieselben ausfhrten4 ,sebastian del ,piombo und ,daniel ,ricciarelli 7,daniele da ,volterra7 haben vieles in ihren besten ,werken der ,erfindung ,michelangelos zu verdanken gehabt4 ,insbesondere gilt des letzteren bedeutendstes ,gemlde1 die berhmte ,kreuzabnahme in ,s4 ,trini de' ,monti zu ,rom1 als ,michelangelos ,geisteserzeugnis2 eine erhaltene ,zeichnung zu der ,christusfigur in diesem ,bilde weist mit ,bestimmtheit auf die ,hand des ,meisters hin 7,abb4 #gb74 ,viele ,bilder von verschiedenen ,malern werden ausdrcklich als aus solche ,weise entstanden namhaft gemacht4 ,zu den bekannteren unter diesen gehrt das von ,jacopo da ,pontormo gemalte ,bild in der ,uffiziensammlung3 ,venus und ,amor1 das sich im ,besitz des ,alessandro de' ,medici befunden hat1 somit in ,michelangelos frhere ,zeit -- ,alessandro wurde im ,jahre #aecg ermordet -- zurckreicht4 ,verschollen sind die zahlreichen ,gemlde kleineren ,mastabes1 welche der ,mantuaner ,marcello ,venusti nach ,zeichnungen ,michelangelos ausfhrte4 ,unter denselben wird eine ,auferstehung ,christi erwhnt2 von der ,hand des ,meisters sind zwei verschiedene1 aber gleich eigenartige und gewaltige ,kompositionen dieses ,gegenstandes erhalten1 welche nach der ,art der ,zeichnung seinem hohen ,alter anzugehren scheinen2 das eine der ,bltter befindet sich im ,louvre1 das andere 7,abb4 #gc7 im ,britischen ,museum zu ,london4 ,michelangelo berlebte seine smtlichen ,brder4 ,giovansimone starb #aedh1 ,sigismondo #aeee4 ,beide hinterlieen keine ,nachkommenschaft1 und ,michelangelo verzichtete auf ihr ,erbe zu ,gunsten von ,buonarrotos ,sohn ,leonardo4 ,diesem seinem ,neffen1 mit dem er bis in seine letzten ,tage einen regen ,briefwechsel unterhielt1 kam von nun an all sein sorgender ,familiensinn zu gute4 ,ein ,verlust1 der den einsamen ,mann ebenso hart traf1 wie der ,tod eines ,angehrigen1 war der ,tod seines ,dieners ,urbino 7,francesco d',amadore71 der fnfundzwanzig ,jahre lang sein ,hauswesen besorgt hatte1 der bei der ,ausfhrung des ,juliusgrabmals mit beteiligt gewesen war und auch hinsichtlich der ,freskomalereien des ,meisters ein nicht zu unterschtzendes ,verdienst besa2 er war nmlich von ,papst ,paul ,,iii angestellt worden1 die ,fresken in der ,sixtinischen und ,paulinischen ,kapelle regelmig abzustuben und von den ,ruteilchen1 welche bei festlichen ,beleuchtungen anflogen1 zu subern2 wie ntzlich diese ,vorsichtsmaregel war1 die nach dem ,willen ,pauls ,,iii niemals unterlassen werden sollte1 spter aber doch versumt wurde1 hat die ,zeit gelehrt4 ,als ,urbino erkrankte1 lie der siebzigjhrige ,michelangelo es sich nicht nehmen1 selbst an dessen ,krankenlager zu wachen2 die ,briefe1 welche er ber den ,tod des treuen ,dieners geschrieben hat1 sind der rhrendste ,beweis von der ,herzensgte1 welche sich unter seiner rauhen ,auenseite verbarg4 ,illustration3 ,abb4 #gd4 ,hofseite des ,palazzo ,farnese in ,rom 7der von ,michelangelo entworfene ,teil ist durch ,schattierung hervorgehoben74 ,illustration3 ,abb4 #ge4 ,durchschnitt von ,michelangelos ,modell fr die ,kuppel der ,st4 ,peterskirche in ,rom4 ,nachdem ,michelangelo auf die ,ausbung von zwei ,knsten verzichtet hatte1 blieb ihm die dritte3 die ,baukunst4 ,hier konnte er alle seine ,schaffensgedanken zu vollkommenem ,ausdruck bringen1 ohne seinem ,krper ,anstrengungen zuzumuten1 denen derselbe nicht mehr gewachsen war2 hier gengten ,zeichnungen1 und die ,lust und ,kraft zum ,zeichnen behielt er fast bis zum letzten ,lebenstage4 ,michelangelos ,bauthtigkeit in ,rom begann mit der ,vollendung des ,farnesischen ,palastes1 den ,paul ,,iii1 als er noch ,kardinal war1 durch ,antonio da ,sangallo hatte anfangen lassen1 den er aber als ,papst reicher und stattlicher1 als ursprnglich geplant1 zu gestalten beschlo4 ,auf ,michelangelos ,erfindung beruhen an diesem ,palast1 der einer der schnsten ,roms ist1 das prchtige ,bekrnungsgesims der ,auenseite und das oberste ,stockwerk der ,hofarchitektur 7,abb4 #gd74 ,die ,ausfhrung des ,kranzgesimses nach ,michelangelos ,plan war die ,folge eines vom ,papst noch bei ,lebzeiten des ,sangallo ausgeschriebenen ,wettbewerbs2 den ,ausbau des ,hofes bernahm ,michelangelo erst1 nachdem ,sangallo gestorben war 7#aedf74 ,der ,tod ,sangallos hatte fr ihn die wichtigere ,folge1 da er an dessen ,stelle als ,leiter des ,neubaues von ,st4 ,peter berufen wurde4 ,die ,ernennung geschah durch eine ,breve vom #a4 ,januar #aedg1 welches dem ,meister die ,vollmacht erteilte1 da er alle ,plne ndern und ganz nach ,gutdnken bauen und niederreien drfe1 und ihn zugleich den ,verwaltern des ,kirchenbaues gegenber vollstndig unabhngig machte1 ihn sogar von jeder ,verpflichtung einer ,rechnungsablage entband4 ,nachdem ,papst ,paul ,,iii gestorben war 7#aj4 ,november #aedi71 besttigte dessen ,nachfolger ,julius ,,iii 7#aeej bis #aeee7 alle jene ,vollmachten4 ,die ,ernennung ,michelangelos lautete auf ,lebenszeit1 und durch den mehrmaligen ,wechsel auf dem ppstlichen ,thron1 den er noch erlebte1 blieb seine ,stellung als ,bauleiter des ,petersdoms unberhrt4 ,wohl fehlte es whrend der siebzehn ,jahre von ,michelangelos ,thtigkeit an diesem ,riesenbau niemals an ,zank und rger4 ,migunst und ,besserwissenwollen suchten dem ,meister zu schaden4 ,viel mehr aber noch machten ihm die ,bauverwalter zu schaffen1 die1 unwillig ber die ,verkrzung ihrer frheren ,rechte und auch wohl unzufrieden mit der scharfen ,beaufsichtigung1 die hinsichtlich ihrer ,ehrlichkeit stattfand1 bald offen1 bald heimlich mit immer neuen ,angriffen gegen ,michelangelo hervortraten4 ,mit unanfechtbarer ,sieghaftigkeit wies der ,meister alle ,angriffe1 welcher ,art sie auch sein mochten1 zurck4 -- ,michelangelos ,anteil an der endgltigen ,gestalt der ,peterskirche ist sehr bedeutend1 wenn er auch selbst so bescheiden war1 sich nur als den ,ausfhrer der ,plne des ,bramante1 auf die er zurckkam1 zu bezeichnen4 ,vor allem hat er den ,ruhm1 die ,gestalt der ,kuppel bestimmt zu haben4 ,schon gleich im ,beginn seiner ,thtigkeit als ,baumeister von ,st4 ,peter beschftigte er sich mit dem ,gedanken an die stolze ,kuppel1 welche den ,riesendom majesttisch bekrnen sollte4 ,die ,kuppel des ,doms seiner ,heimatstadt schwebte ihm dabei vor ,augen2 deren ,mae lie er sich im ,jahre #aedg schicken4 ,zehn ,jahre spter war der ,bau so weit gediehen1 da der ,aufbau der ,kuppel beginnen sollte4 ,michelangelo machte eigenhndig ein ,thonmodell zu derselben1 und nach diesem wurde das groe ,holzmodell hergestellt1 welches heute noch im ,vatikan aufbewahrt wird und welches fr die ,ausfhrung im wesentlichen magebend geblieben ist 7,abb4 #ge und #gf74 ,der alte ,meister1 der in den letzten ,jahren1 da ihm die ,fe den ,dienst versagten1 auf einem ,maultier auf den ,bauplatz zu reiten pflegte1 sah den senkrechten ,teil des ,kuppelgebudes1 die sogenannte ,trommel1 noch emporwachsen2 aber es war ihm nicht mehr vergnnt1 die gewaltige ,rundung der ,kuppel mit ihren unberechenbaren1 ausschlielich vom knstlerischen ,gefhl bestimmten ,umrilinien sich gegen den ,himmel wlben zu sehen4 ,illustration3 ,abb4 #gf4 ueres von ,michelangelos ,modell fr die ,kuppel der ,st4 ,peterskirche in ,rom4 ,neben den ,arbeiten an ,st4 ,peter beschftigten noch verschiedene bedeutende ,unternehmungen den ,meister im neunten ,jahrzehnt seines ,lebens4 ,fr die ,stadt ,rom1 welche ihn im ,jahre #aedf durch die auergewhnliche ,ehrenbezeugung der ,verleihung des rmischen ,brgerrechts ausgezeichnet hatte1 bernahm er die ,neuanlage des ,kapitolsplatzes4 ,wenn auch diese ,anlage erst nach seinem ,tode und nicht ganz getreu nach seinen ,plnen zur ,ausfhrung kam1 so verdankt doch der ehrwrdige ,platz seine stolze jetzige ,erscheinung dem ,geiste ,michelangelos2 bemerkenswert ist1 da der ,meister sich eines perspektivischen ,kunstgriffs -- ,schrgstellung der beiden seitlichen ,palste -- bediente1 um die ,raumwirkung des ,platzes zu erhhen4 -- ,im ,jahr #aeei bernahm er den ,weiterbau der unter ,leo ,x begonnenen ,nationalkirche der ,florentiner in ,rom 7,s4 ,giovanni de' ,fiorentini72 doch kamen seine hieraus bezglichen ,plne nicht zur ,ausfhrung1 weil sie zu kostspielig waren4 -- ,in dem nmlichen ,jahre erhielt er einen ,brief von der ,knigin ,katharina von ,frankreich1 mit der ,bitte um die ,anfertigung eines ehernen ,reiterstandbildes fr ihren im ,turnier umgekommenen ,gemahl4 ,nicht umsonst berief sich die ,tochter ,lorenzos de' ,medici auf die alte ,anhnglichkeit ,michelangelos an ihr ,haus1 um derentwillen sie hoffte1 da der ,meister ihr gegenber sich nicht mit seinem hohen ,alter entschuldigen werde4 ,michelangelo willigte ein1 eine ,zeichnung fr das ,reiterstandbild ,heinrichs ,,ii zu entwerfen2 die ,ausfhrung bertrug er dem ,daniele da ,volterra2 durch dessen ,tod 7#aefg7 wurde die ,vollendung des angefangenen ,werkes vereitelt4 -- ,von ,papst ,pius ,,iv1 der im ,jahr #aeei auf ,paul ,,iv folgte1 wurde ,michelangelo fr verschiedenartige ,unternehmungen in ,anspruch genommen4 ,er entwarf den ,plan zu dem ,grabmal1 welches der ,papst seinem ,bruder1 dem ,markgrafen von ,marignano1 im ,dom zu ,mailand errichten lie4 ,er gab die ,zeichnung zu dem neuen ,stadtthor1 welches nach jenem ,papst den ,namen ,porta ,pia bekommen hat4 ,in den ,ruinen der ,thermen des ,diokletian legte er ein ,karthuserkloster an2 der verhltnismig wohl erhaltene groe ,saal der ,thermen wurde hierbei1 mit mglichster ,schonung des ,vorhandenen1 in eine ,kirche 7,s4 ,maria degli ,angeli7 verwandelt4 ,leider ist diese ,kirche durch eine im vorigen ,jahrhundert vorgenommene ,umnderung in ihrer ,wirkung beeintrchtigt worden2 der hundertsulige ,klosterhof1 in welchem noch eine ,gruppe von ,cypressen gezeigt wird1 die ,michelangelo eigenhndig gepflanzt haben soll1 ist jetzt1 da er in ein ,militrmagazin hineingezogen worden ist1 ganz entstellt4 ,michelangelo dachte wohl bisweilen daran1 seine ,tage in der ,heimat zu beschlieen4 ,der ,herzog ,cosimo ,i von ,florenz versuchte wiederholt und in der liebenswrdigsten ,weise1 ihn zur bersiedelung zu bewegen4 ,schlielich htten weder die ,beschwerden des ,greisenalters1 noch auch die ,unzufriedenheit mit den politischen ,verhltnissen von ,florenz ihn an der ,rckkehr in die ,heimat verhindert2 aber der ,bau von ,st4 ,peter war ein ,band1 das ihn unlsbar in ,rom festhielt4 ,es erschien ihm als eine schwere ,snde diesen ,bau1 zu verlassen1 an dem er nicht um irdischen ,lohnes willen -- er hatte jede ,art von ,gehalt oder ,entschdigung abgelehnt1 als er die ,anstellung annahm --1 sondern aus ,frmmigkeit und ,liebe zu ,gott wirkte4 ,so widmete er dem ,petersdom den letzten ,rest seiner ,krfte4 ,am #ae4 ,februar #aefd wurde ,michelangelo von einer groen ,schlfrigkeit befallen4 ,er wollte dieselbe durch einen ,spazierritt vertreiben2 aber die ,khle der ,witterung und eine ,schwche in ,kopf und ,beinen zwang ihn1 ins ,haus zurckzugehen und in einem ans ,feuer gerckten ,sessel ,ruhe zu suchen4 ,am #ah4 ,februar1 eine halbe ,stunde vor ,sonnenuntergang1 entschlief er im ,beisein einiger weniger ,freunde4 ,der ,leichnam wurde in der ,apostelkirche aufgebahrt4 ,der ,papst wollte ihn im ,dom von ,st4 ,peter1 wo sonst nur ,ppste bestattet zu werden pflegten1 beisetzen lassen4 ,aber ,michelangelo selbst hatte den ,wunsch ausgesprochen1 da sein ,leib in ,florentiner ,erde ruhen mge4 ,diesen ,wunsch teilten der ,herzog ,cosimo und das nunmehrige ,haupt der ,familie ,buonarroti1 ,michelangelos ,neffe ,leonardo4 ,der letztere lie den ,sarg mit der ,leiche heimlich1 als ,warenballen verpackt1 nach ,florenz schaffen4 ,am #ab4 ,mrz wurde der ,sarg in der ,kirche ,s4 ,croce1 wo sich der ,begrbnisplatz der ,buonarroti befand1 aufgestellt4 ,der ,direktor der im ,jahre zuvor gegrndeten ,kunstakademie von ,florenz lie den ,sarg im ,beisein einer ungeheuren ,menschenmenge ffnen1 und man sah die ,zge des ,toten noch wohlerhalten4 ,auf ,kosten des ,herzogs wurde darauf eine ,leichenfeier ins ,werk gesetzt1 so groartig und prunkend1 wie ,florenz noch keine gesehen hatte4 ,monatelang arbeiteten ,maler und ,bildhauer an der knstlerischen ,ausschmckung der ,s4 ,lorenzokirche1 welche zum ,schauplatz dieser ,feier bestimmt wurde und wo dieselbe am #ad4 ,juli #aefd stattfand4 ,es sind mehrere ausfhrliche ,beschreibungen erhalten1 die der ,nachwelt berichten1 mit welchem ,aufwand von ,kunst und ,pracht die ,florentiner ihren groen ,toten ehrten4 ber der ,gruft ,michelangelos in ,s4 ,croce lie ,leonardo ,buonarroti ein stattliches ,denkmal errichten4 ,es zeigt die trauernden ,gestalten der drei ,knste um einen ,sarkophag versammelt1 ber dem in einer ,nische des ,wandaufbaues die ,bste des ,meisters steht4 ,vasari1 der getreue ,schler gab die ,zeichnung dazu1 ,herzog ,cosimo1 der ,landesherr schenkte den ,marmor4 ,in ,rom wurde an der ,apostelkirche ein ,ehrengrabmal fr ,michelangelo errichtet4 ,darauf war er in ganzer ,figur in seiner ,arbeitskleidung zu sehen4 ,die darber angebrachte ,inschrift sagte3 ,tanto nomini nullum par elogium -- an einen solchen ,namen reicht kein ,lobspruch4 ,dem ,menschen ,michelangelo hat ein ,zeitgenosse 7,scipione ,ammirato7 ein schnes ,denkmal gesetzt in den ,worten3 ,neunzig ,jahre hat ,buonarroti gelebt1 und in so langer ,ausdehnung der ,zeit und der ,gelegenheit zu sndigen hat sich nie die ,mglichkeit gefunden1 ihn mit ,recht eines ,fleckens oder irgend welcher ,hlichkeit der ,sitten zu zeihen48 ,illustration