,landesbibliothek - ,staats - und ,universittsbibliothek ,dresden at http3_/_/www4slub-dresden4de 7 ,anmerkungen zur ,transkription ,der vorliegende ,text wurde anhand der #ahgf erschienenen ,buchausgabe so weit wie mglich originalgetreu wiedergegeben4 ,typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert2 ungewhnliche und altertmliche ,ausdrcke bleiben gegenber dem ,original unverndert4 ,rechtschreibvarianten wurden nicht vereinheitlicht1 sofern die ,verstndlichkeit des ,textes dadurch nicht berhrt wird4 ,im laufenden ,text werden ,umlaute in ,grobuchstaben 71 7 mit ihren ,umschreibungen dargestellt 7,ae1 ,ue74 ,das ,inhaltsverzeichnis wurde vom ,bearbeiter an den ,anfang des ,textes verschoben4 ,,aesthetische ,,farbenlehre von ,conrad ,hermann ,professor4 ,leipzig4 ,verlag von ,moritz ,schfer4 #ahgf4 ,inhalt4 ,seite #a4 ,die ,farbe als ,wirklichkeit4 #a #b4 ,was heisst ,aesthetik8 #h #c4 ,die ,stellung der ,aesthetik in dem ,systeme der ,philosophie4 #ae #d4 ,form und ,materie des sthetischen ,erkennens4 #bf #e4 ,das empfindende und das denkende ,erkennen der ,seele4 #cc #f4 ,die ,farbe und der ,ton4 #db #g4 ,das wissenschaftliche ,prinzip der sthetischen ,farbenlehre4 #di #h4 ,das ,system der allgemeinen ,unterschiede der ,farbe4 #ed #i4 ,farbe1 ,musik und ,sprache4 #fb #aj4 ,das allgemeine ,gesetz der sthetischen ,form4 #gb ,vorwort4 ,man wird in dieser ,schrift manches finden1 was nicht unmittelbar auf die sthetische ,lehre von den ,farben ,bezug hat4 ,andererseits wird man vielleicht manches in ihr vermissen1 was eigentlich mit hierhin zu gehren scheinen knnte4 ,es ist aber berall etwas ,anderes1 bestimmte gegebene ,erwartungen zu befriedigen und selbst neue ,aussichten oder ,ziele des ,erkennens zu erffnen4 ,worauf sich meine ,schrift bezieht1 ist an sich allein die ,frage nach dem sthetischen ,werth oder der empfindungsmssigen ,bedeutung1 welche die einzelnen ,farben als solche fr uns oder den menschlichen ,geist zu besitzen scheinen4 ,auch hier handelt es sich hauptschlich nur um die ,bestimmung des wissenschaftlichen ,verfahrens oder der ganzen ,methode1 an welche jede derartige ,untersuchung mit ,nothwendigkeit gebunden ist4 ,ich habe schon frher in meinem ,grundriss einer allgemeinen ,aesthetik die ,lehre von den ,farben als einen einzelnen ,abschnitt behandelt und gebe jetzt derselben im ,zusammenhang mit den allgemeinen ,prinzipien alles sthetisch-wissenschaftlichen ,erkennens eine erweiterte und selbststndige ,gestalt4 ,ich beabsichtige namentlich den ,satz zur ,anerkennung zu bringen1 dass auch jede einzelne einfache sinnliche ,wahrnehmung als solche1 wie die einer ,farbe1 einen bestimmten eigenthmlichen ,werth oder eine ,bedeutung fr unser empfindendes ,erkennen besitze1 und dass es ein geordnetes wissenschaftliches ,verfahren gebe1 durch welches dieser ,werthinhalt festgestellt oder ermittelt werden knne4 ,alle allgemeinen sthetischen ,prinzipfragen aber hngen mehr oder weniger mit dieser ,aufgabe zusammen1 und es ist insofern zugleich ein ,beitrag zur weiteren ,ausbildung und wissenschaftlichen ,vervollkommnung der ,aesthetik im ,sinne eines bestimmten und integrirenden ,theiles der ,philosophie1 den ich hiermit zu geben versucht habe4 #a4 ,die ,farbe als ,wirklichkeit und als ,schein4 ,an jede einzelne ,farbe knpft sich fr die menschliche ,seele irgend eine weitere ,empfindungsvorstellung an4 ,es ist dieses eine an sich unbestreitbare ,thatsache und es kann versucht werden1 allen hierhin gehrigen ,erscheinungen in wissenschaftlicher ,weise nahe zu treten4 ,die ,farbenlehre ist namentlich von ,goethe und ,schopenhauer zugleich mit unter dem sthetischen ,gesichtspunkt behandelt werden4 ,wir fassen sie lediglich von dieser letzteren ,seite auf und versuchen zunchst unsern allgemeinen methodischen ,standpunkt in ,bezug auf die ,bearbeitung dieses ganzen ,gebietes zu begrnden4 ,der wissenschaftliche ,begriff von der ,farbe ist zunchst ein anderer als die natrliche oder populre ,vorstellung des ,menschen ber dieselbe4 ,nach dieser letzteren erscheint uns die ,farbe als etwas objectiv ,gegebenes oder ,reales an den usseren ,dingen selbst4 ,wir stellen uns in ihr gleichsam einen stofflichen ,ueberzug oder ein ,kleid vor1 welches die ganzen weiteren ,beschaffenheiten der ,dinge verdeckt4 ,wir nennen sogar einen bestimmten ,farbstoff1 wie etwa den ,zinnober1 ohne ,weiteres eine ,farbe selbst4 ,wir bezeichnen eine bestimmte ,sache als grn1 roth u4 s4 f4 und sehen hierin ganz hnliche ,eigenschaften oder ,inhrenzen der ,dinge selbst wie etwa darin1 dass eine bestimmte ,sache rund1 viereckig1 schwer1 leicht u4 s4 w4 ist4 ,anders aber ist der wissenschaftliche ,begriff der ,farbe4 ,die ,wissenschaft tritt auch hier wie in so vielen anderen ,fllen der unbefangenen oder natrlichen ,vorstellungsweise des ,menschen von den usseren ,dingen feindlich gegenber2 sie zerstrt den ,schein der unmittelbaren sinnlichen ,anschauung und verndert hierdurch unsere ganze ,auffassung der ,welt4 ,der ,mensch dachte sich die ,welt noch anders als er glaubte1 die ,sonne und die ganzen ,gestirne bewegten sich um die ,erde als gegenwrtig1 wo er weiss1 dass er selbst mit seiner ,erde nur ein abhngiges und von ,aussen her bewegtes ,atom im unendlichen ,weltenraume ist4 ,die ,zerstrung eines solchen sinnlichen ,scheines ist nicht gerade immer angenehm und erfreulich fr uns selbst2 es hat aber auch der blosse ,schein und die ,illusion immer eine bestimmte ,wahrheit und ,berechtigung fr uns und es darf versucht werden1 das ,berechtigte dieses ,scheines neben der nothwendigen ,anerkennung der ,wahrheit der ,wissenschaft festzuhalten und zu begrnden4 ,wir werden uns durch alle ,kopernikanische ,demonstration nicht abhalten lassen zu sagen1 die ,sonne geht auf und geht unter1 und so hat auch die populre oder gebruchliche ,vorstellung des ,menschen von der ,farbe immer einen gewissen ,werth oder eine ,bedeutung fr uns neben derjenigen1 wie sie von der ,wissenschaft uns dargestellt oder gelehrt wird4 ,was wir die ,farbe nennen1 ist an sich nicht sowohl eine ,eigenschaft oder ,inhrenz an den usseren ,dingen selbst als vielmehr ein blosser ,reflex oder eine ,wirkung derselben auf uns4 ,der ,ort1 wo sich dasjenige befindet1 was uns die ,farbe heisst1 ist an sich nicht die ussere ,sache1 sondern nur das ,organ unseres ,wahrnehmens derselben oder das ,auge4 ,die populre ,vorstellung verwechselt hierbei gleichsam die ,wirkung mit der ,ursache oder sie schiebt dasjenige1 was an sich selbst nur eine innere oder subjective ,erscheinung in uns ist1 zurck auf den usseren ,ort oder das ,object1 von welchem eine derartige ,erscheinung in uns erfahrungsgemss ihren ,ausgang nimmt4 ,es wre streng genommen nur richtig zu sagen3 diese oder jene ,sache bringt unter dem ,einfluss des ,lichtes eine grne oder rothe ,farbenerscheinung in uns hervor1 nicht aber dass sie an sich selbst grn oder roth sei4 ,es hngt zum ,theil auch sehr viel von den usseren ,bedingungen oder ,modificationen des ,lichtes ab1 in welcher bestimmten ,farbennance uns eine ,sache erscheint und es tragen insofern mehr oder weniger alle ,dinge gewissermaassen einen chamleonartigen ,character an sich4 ,sehr hufig hat auch dasjenige1 worauf wir irgend eine bestimmte ,farbenerscheinung in uns zurckzufhren pflegen1 gar keine eigentliche ,realitt1 sondern ist wie das blaue ,himmelsgewlbe oder der ,regenbogen eine blosse diesem ,farbenbilde von uns untergeschobene ,fiction4 ,die ,farbenerscheinungen in uns haben zunchst allerdings immer eine bestimmte ussere ,ursache1 aber sie sind weit davon entfernt1 mit dieser ,ursache selbst identisch zu sein und es wird also von der ,wissenschaft berhaupt die ,subjectivitt der ,farbe im ,unterschied von der ihr durch die populre ,vorstellung zugeschriebenen ,objectivitt angenommen oder gelehrt4 ,der ,act des ,wahrnehmens der usseren ,dinge durch das ,licht und die ,farbe ist allerdings ein so augenblicklicher und wesentlich zeitloser1 dass hier die ,ursache und die ,wirkung oder der ,ausgangs- und der ,endpunct dieses ,prozesses vollstndig in eine ,einheit mit einander zusammenzufallen scheinen oder dass das subjective ,bild der ,farbe fr uns unmittelbar die ,gestalt einer ,beschaffenheit oder ,inhrenz an der ,objectivitt der usseren ,sachen selbst besitzt4 ,erst die ,wissenschaft hat gelehrt1 dass der ,prozess des ,sehens selbst ein zeitlicher sei1 whrend die populre ,vorstellung hiermit die ,meinung eines unmittelbaren oder rumlichen ,aufnehmens der usseren ,sachen selbst verbindet4 ,wir wissen jetzt1 dass das ,licht berall eine bestimmte ,zeit braucht1 um von einem usseren ,objecte zu uns zu dringen4 ,bei entfernten ,gegenstnden wie bei den ,weltkrpern ist diese ,zeit selbst messbar und es giebt eine interessante ,schrift3 ,die ,gestirne und die ,weltgeschichte4 ,gedanken ber ,raum1 ,zeit und ,ewigkeit4 ,von ,dr4 ,felix ,eberty1 welche hieraus in ,gestalt einer anmuthigen ,spielerei etwa folgende ,resultate zu ziehen versucht hat3 ,nehmen wir an1 dass von irgend einem entfernten ,sterne das ,licht in einem ,zeitraume von #ajjj ,jahren bis zur ,erde gelangt1 so wird dieser ,stern gegenwrtig von uns gesehen nicht so wie er jetzt ist1 sondern so wie er vor jenem ,zeitraume war4 ,das ,gleiche aber wird auch umgekehrt der ,fall sein1 d4 h4 man wird auch auf jenem ,stern die ,erde gegenwrtig nicht so sehen wie sie jetzt ist1 sondern so wie sie vor jenem ,zeitraume war4 ,nehmen wir ferner an1 dass alle einzelnen ,vorgnge auf der ,erde dort gesehen werden knnten1 so wre es an sich mglich1 dass ein auf der ,erde selbst lngst vergangenes ,ereigniss1 etwa die ,kmpfe ,karls des ,grossen mit den ,sachsen1 die ,bekehrung ,wittekinds u4 dergl4 jetzt dort als wirklich erblickt werden knnte4 ,so knnten vielleicht auf ,sternen von verschiedenen ,entfernungen zu einer und derselben ,zeit eine ganze ,reihe nach einander vor sich gegangener historischer ,ereignisse auf der ,erde noch als wirklich erblickt werden oder es knnte gleichsam unsere ,weltgeschichte an einer ,mehrheit anderer ,orte als eine ,reihe gleichzeitiger ,tableaux oder ,bilder sich abspiegeln und wahrgenommen werden4 ,alles dieses ist an sich mglich und denkbar1 wenn auch bei allen uns zunchst liegenden oder uns unmittelbar umgebenden ,objecten dieses zeitliche ,moment berall nicht in ,betracht kommt und wir es uns erst knstlich sagen mssen1 dass die wahrgenommenen ,objecte von unseren ,wahrnehmungen selbst als deren ,ursachen eigentlich durch eine bestimmte ,zeitgrenze getrennt sind4 ,alles was wir sehen1 ist aber berhaupt streng genommen nichts als ,farbe oder es ist eigentlich unrichtig zu sagen1 dass wir einen ,krper oder irgend etwas ,anderes rein an sich oder als solches zu erkennen vermchten4 ,wir sehen unmittelbar genommen eine blosse ,mannichfaltigkeit oder ,verschiedenheit der ,farben und es ist erst hieraus1 dass wir uns die inneren ,bilder und ,vorstellungen von den uns durch die ,farbe mitgetheilten usseren ,dingen zusammensetzen und construiren4 ,die ,farbe ist das absolute ,medium zwischen unserem ,gesicht und der ,welt der usseren ,dinge4 ,nur was ,farbe hat1 kann von uns berhaupt durch den ,sinn des ,gesichtes wahrgenommen werden4 ,die ersten ,eindrcke1 die wir als ,kinder durch das ,gesicht von der ,aussenwelt empfangen1 knnen nichts sein als ein wirres und unverstndliches ,chaos von ,farbenerscheinungen4 ,wir werden erst allmhlich durch die ,erfahrung belehrt1 wie sich diese ,farbenerscheinungen zu den wirklichen ,dingen1 ,gestalten oder ,vorgngen im ,raume verhalten oder welches das reale und substantielle ,wesen sei1 dem sie zum ,ausdrucke fr uns dienen4 ,die ,farbe ist fr unser ,auge dasselbe was die ,sprache fr das ,ohr2 wir lernen auch hier erst allmhlich und durch die ,erfahrung den einzelnen ,laut in seiner ,bedeutung fr die ,sachen und die ,vorstellungen ,anderer verstehen4 ,die ,krperwelt spricht zu uns durch die ,farbe so wie der ,geist des ,menschen durch den ,ton2 beides aber ist zunchst ein reiner ,affect unserer ,sinne1 der sich erst spter mit dem weiteren tieferen und objectiven zu ihm gehrenden ,vorstellungsinhalte fr uns erfllt4 ,jede einzelne ,farbe ist an sich eine bestimmte ,modification des allgemeinen ,elementes des ,lichtes4 ,wir werden zunchst durch eine jede von ihnen physisch in einer anderen ,weise berhrt4 ,einzelne ,farbenaffecte knnen bis zu der ,empfindung des wirklichen physischen ,schmerzes oder der unertrglichen ,unlust gesteigert werden4 ,im ,allgemeinen aber ist es mehr der ,eindruck des ,heiteren1 ,hellen und ,freudigen1 welcher sich an die ,mannichfaltigkeit oder das ,bunte der ,farbe fr uns anknpft4 ,es ist an sich etwas die ,phantasie und das ,leben ,erweckendes in dem blossen ,reiz und ,eindruck der ,farbe fr uns enthalten4 ,auch abgesehen von dem1 was wir durch die ,farbe sehen oder erkennen1 hat sie fr uns berall einen bestimmten ,reiz und ein eigenthmliches ,interesse4 ,jedenfalls aber wird zunchst nur durch sie unsere ganze ,erkenntniss von den rumlichen ,dingen getragen und vermittelt4 ,es mag sein1 dass uns der ,tastsinn zunchst hilft1 die ,bedeutung und die ,tragweite der ,farbenerscheinungen in ihrem ,zusammenhang mit den wirklichen ,dingen zu verstehen4 ,er ist vielfach der nchste und natrlichste ,interpret der ,wahrnehmungen unseres ,gesichts2 das ,kind will berall gleich greifen nach dem1 was es sieht4 ,unter allen hheren ,sinneseindrcken aber sind von ,anfang an die reichsten und mchtigsten die durch die ,farbe und es empfngt wesentlich hiermit unser ganzes ,verstehen und ,begreifen der uns umgebenden ,welt seinen ersten ,anstoss4 ,es ist an und fr sich gewiss1 dass wir nur durch unsere ,sinneswahrnehmungen eine ,kenntniss von der ,welt der uns umgebenden ,sachen erhalten4 ,was wir die ,wirklichkeit nennen1 ist an und fr sich nichts als ein ,complex von ,wahrnehmungen und ,eindrcken unserer ,sinne4 ,die von uns sogenannten ,dinge sind an sich nur die unbekannten ,ursachen der sensuellen ,wirkungen und ,phnomene unseres eigenen inneren ,selbst4 ,wir bevlkern gleichsam nur von uns aus die ,welt mit fingirten ,realitten1 ,gegenstnden1 ,ursachen oder ,substanzen4 ,es liegt zwischen dem1 was wir die ,welt nennen und zwischen uns selbst an und fr sich immer etwas ,drittes in der ,mitte1 nmlich die ,wirkungen1 welche wir von ,aussen her empfangen und durch welche wir uns unsern innern oder subjectiven ,begriff von einer usseren ,welt construiren4 ,es ist nothwendig und gut1 dass sich der menschliche ,geist einmal dieses seines wahrhaften und wirklichen ,verhltnisses zur usseren ,welt bewusst wird oder dass er sich sagt1 dass alles dieses fr ihn eigentlich und an sich nur in seiner inneren ,vorstellung1 nicht aber ausser derselben existire4 ,es giebt streng genommen fr uns nur eine ,welt der ,vorstellungen1 nicht aber eine solche der ,sachen4 ,dieses aber darf uns nicht daran hindern1 doch von einer ,welt der ,sachen als von etwas wirklich ,vorhandenem zu reden4 ,die ,annahme der ,realitt der ,dinge ist eine an sich durchaus nothwendige fr unseren ,geist4 ,unsere subjectiven auf die sinnlichen ,wahrnehmungen gegrndeten ,vorstellungen von ihnen mgen zum ,theil unrichtige sein2 diese werden berichtigt durch das ,denken der ,wissenschaft2 aber der unmittelbare oder natrliche ,mensch lebt nichts destoweniger fortwhrend in einer ,welt der sinnlichen ,anschauungen1 die fr ihn einen ,werth oder eine ,bedeutung besitzen und denen er deswegen auch eine bestimmte ,wahrheit oder ,realitt zuzuschreiben sich berechtigt und genthigt fhlt4 ,es ist an sich eine unfruchtbare ,weisheit fr uns1 dass ein sinnlicher ,schein wie der der ,farbe keine eigentliche objective ,wahrheit oder ,realitt besitze4 ,das factische ,verhltniss bleibt dasselbe1 wenn wir uns sagen1 dass die ,farbe ein blosser subjectiver ,schein ist und wenn wir sie uns als eine objective ,eigenschaft an den ,dingen selbst denken4 ,wir sind berechtigt zu sagen1 eine bestimmte ,sache sei grn oder roth1 wenn wir gleich wissen1 dass sie nur fr unser ,auge einen solchen ,schein an sich trgt4 ,die ,dinge sind so1 wie sie uns erscheinen2 dieses ist diejenige ,voraussetzung1 auf der unsere ganze natrliche oder unmittelbare menschliche ,auffassung von der ,welt beruht4 ,die ,wissenschaft ist auch diesen ,standpunct anzuerkennen genthigt2 wir fragen jetzt nicht danach1 was die ,farbe thatschlich ist oder wie der ,schein derselben in uns entsteht1 sondern nur danach1 was dieser ,schein als solcher fr einen ,werth oder eine ,bedeutung fr uns hat4 ,der ,begriff der ,farbe bedeutet an sich nichts als diesen subjectiven ,schein der ,buntheit des ,lichtes an den usseren ,dingen4 ,nur dieser ,begriff ist es1 mit welchem wir es hier zu thun haben und wir schliessen ausdrcklich jede eigentlich naturwissenschaftliche ,erklrung und ,untersuchung des ,wesens der ,farbe von unserer ,betrachtung aus4 ,nicht alle ,eigenschaften der ,dinge haben in dem ,sinne wie die ,farben den ,charakter von ,wirkungen oder von subjectiven ,erscheinungen und ,abspiegelungen derselben fr uns an sich4 ,der ,ton1 den eine bestimmte ,sache von sich giebt1 erscheint uns nicht als etwas in dem gleichen ,grade nothwendig und wesentlich zu ihr ,gehrendes oder als eine untrennbare und integrirende ,eigenschaft ihrer selbst als die ,farbe1 welche sie zeigt4 ,theils giebt es nur wenige ,dinge1 welche gleichsam an sich und fortwhrend tnend sind1 theils ist auch das ,phnomen des ,tones fast immer von einer wirklichen sichtbaren oder sonst wahrzunehmenden ,bewegung in den ,dingen begleitet4 ,mit dem ,phnomen des ,tones aber hat dasjenige der ,farbe immerhin die meiste ,aehnlichkeit4 ,die ,farbe ist blos eine fortwhrende und von keiner wahrnehmbaren ,bewegung begleitete ,wirkung der usseren ,dinge auf uns4 ,wir sagen auch hier wohl von einer ,sache3 sie leuchtet1 ebenso wie wir uns dort des ,ausdruckes des ,tnens bedienen4 ,auch alle diejenigen ,beschaffenheiten der ,sachen aber1 welche in irgend einer unmittelbaren ,weise unsere sinnliche ,empfindung berhren1 alles ,riechbare1 ,schmeckbare1 ,tastbare sind an sich von derselben ,art als die ,farbe4 ,auch dieses sind wesentlich blos ,wirkungen oder ,relationen des ,stoffes auf uns4 ,nur aus diesen ,wirkungen aber werden die ferneren tieferen ansichseienden oder bleibenden ,eigenschaften der ,dinge von uns erkannt4 ,die ,farbe gehrt insofern berhaupt in diejenige ,kategorie von ,beschaffenheiten1 welche in einer blossen ,beziehung oder ,einwirkung der usseren ,dinge auf uns bestehen4 ,sie hat nichtsdestoweniger ihre ,wurzel immer in dem eigenen ,wesen oder der reinen und frsichseienden ,natur der ,dinge selbst4 ,denn durch die verschiedene ,art und ,weise der ,aufnahme und ,reflexion der ,lichtstrahlen von der ,oberflche des ,stoffes entsteht berall der besondere ,schein irgend einer einzelnen ,farbe4 ,die ,farbe ist insofern in der ,that dasjenige1 als was sie sich die populre ,vorstellung denkt1 das natrliche ,kleid oder die unmittelbare ,aussenseite des stofflichen ,wesens der ,dinge selbst4 ,in ihr spiegelt sich im ,allgemeinen zugleich die ,wesensbeschaffenheit des ,stoffes ab und sie gehrt insofern berhaupt mit zu den wichtigsten ,elementen und ,mitteln des ,erkennens der ,natur der usseren ,dinge4 ,es ist die ,aufgabe der ,physik1 den besonderen naturwissenschaftlichen ,charakter der einzelnen ,farben zu erklren4 ,es entsteht hier die ,frage1 welches der natrliche ,kanon oder das allgemeine wissenschaftliche ,system der einzelnen ,farbenunterschiede sei4 ,man nimmt in der ,physik hierfr den ,regenbogen oder das ,farbenspectrum an4 ,hierauf grndet sich auch die ,theorie von den sogenannten ,complementrfarben1 grn und roth1 gelb und blau u4 a41 deren ,verbindungen man1 weil sie sich unter einander ergnzen1 immer fr besonders wohlgefllig und sthetisch befriedigend angesehen hat4 ,der naturwissenschaftliche ,standpunct in dieser ganzen ,frage ist aber berhaupt ein anderer als der sthetische2 wir glauben diese beiden ,auffassungsweisen des ,wesens der ,farbe bestimmt von einander unterscheiden zu mssen4 ,der naturwissenschaftliche ,kanon der ,farben ist nicht ausreichend fr das ,system derjenigen ,farbenunterschiede1 wie sie unserem ,auge erscheinen und es ist eben nur der ,schein der ,farbe als solcher1 der fr uns ein inneres menschlich gemthliches oder sthetisches ,interesse besitzt4 ,auch schwarz1 grau u4 s4 w4 sind fr uns bestimmte ,erscheinungen der ,farbe1 wenn sie gleich vom naturwissenschaftlichen ,standpunct aus nicht als selbststndige ,arten oder ,modificationen der ,farbe anerkannt werden mgen4 ,es ist ferner eine an sich unerwiesene ,behauptung1 dass gerade die ,verbindung der ,complementrfarben eine fr uns besonders sthetisch wohlgefllige sei4 ,wir sehen z4 ,b41 dass fr die militrische ,bekleidung jetzt fast allgemein die ,verbindung von blau und roth welches keine ,complementrfarben sind1 als passend erfunden wird4 ,die ,farbe als ein subjectiver ,schein ist es1 welcher den ,gegenstand unserer ,untersuchung bildet2 der sthetische ,standpunct in dieser ,frage aber ist vollstndig zu trennen von dem naturwissenschaftlichen1 indem jener es berall nur mit der uns zugekehrten ,seite der objectiven ,phnomene1 nicht aber mit ihrem inneren ,wesen oder reinen ,ansichsein selbst zu thun hat4 #b4 ,was heisst ,aesthetik8 ,die ,farbe ist fr uns an sich oder zunchst nur ein ,mittel zum ,erkennen der wirklichen ,gestalten und ,formen der ,dinge4 ,sie wird nichtsdestoweniger fr uns auch ein selbststndiger ,gegenstand des ,interesses1 indem wir sie gleichsam ablsen oder abstrahiren von den ,dingen1 an welchen sie sich befindet und ihr fr sich selbst einen ,werth oder eine ,bedeutung zuschreiben4 ,die ,natur selbst aber hat gleichsam gewollt1 dass die ,farbe fr uns noch etwas mehr sein soll als ein blosses ,mittel zum ,erkennen des ,wesens der usseren ,dinge1 da sie dieselben in einer zum ,theil berschssigen und verschwenderischen ,flle ber sie ausgegossen hat4 ,zum blossen ,erblicken oder ,erkennen der ,dinge htten allenfalls noch bei ,weitem wenigere und mattere ,farben gengt4 ,die ,natur htte fr unser ,auge mglicherweise die ,gestalt einer blossen schwarzen ,zeichnung an sich tragen knnen1 whrend sie in der ,wirklichkeit vielmehr dem ,character eines bunten ,gemldes entspricht4 ,die ,masse und der ,glanz der ,lichtflle ist in den einzelnen ,klimaten der ,erde selbst eine verschiedene und eine ,landschaft am ,nordpol wird sich zu einer solchen in den ,tropen in der ,that etwa verhalten wie eine schwarze ,zeichnung zu einem bunten ,gemlde4 ,es ist im ,allgemeinen bei ,weitem mehr ,farbe in der ,natur vorhanden als zum wirklichen ,erkennen der ,dinge erforderlich war4 ,eben hierdurch aber ist die ,farbe fr uns noch etwas ,anderes als ein blosses an sich werthloses ,mittel des ,erkennens der usseren ,dinge4 ,wir sind gewohnt1 den einzelnen ,farben einen bestimmten geistigen ,werth oder ,bedeutungsinhalt als den symbolischen ,vertretern bestimmter ,begriffe oder allgemeiner ,zustnde und ,verhltnisse des ,lebens zuzuschreiben4 ,irgend eine bestimmte ,farbe gilt uns als ,ausdruck der ,freude1 der ,trauer1 der ,liebe u4 s4 w42 der ,neid heisst uns gelb1 die ,theorie grau u4 s4 f42 und wir bertragen hierbei also die ,farben auf eine ,menge von ,vorstellungen1 die an und fr sich von geistiger ,art sind oder mit dem ,gebiete des ,sichtbaren nichts zu thun haben4 ,der ,ritter im ,mittelalter schmckte sich mit der ,farbe seiner ,geliebten2 auch wir haben noch unsere ,landesfarben1 an die sich ein bestimmtes ,gefhl der patriotischen ,piett anzuknpfen pflegt u4 s4 w4 ,wir bedienen uns ferner zur ,bekleidung u4 s4 f4 mit ,vorliebe immer der einen oder der anderen ,farbe und finden irgend eine bestimmte ,farbe fr einen bestimmten ,zweck entweder passend oder nicht4 ,aus alledem aber geht hervor1 dass uns das ,besondere der einzelnen ,farben nicht etwas ,gleichgltiges ist1 sondern dass eine jede von ihnen einen eigenthmlichen geistigen ,werth oder ,charakter fr uns besitzt4 ,es knnte hierbei wohl der ,einwand erhoben werden1 dass alles dieses doch bei ,weitem mehr etwas ,zuflliges1 ,ungeordnetes und usserlich ,conventionelles als etwas innerlich ,nothwendiges1 ,gleichartiges und ,wesentliches im menschlichen ,leben sein mchte und dass insofern allen derartigen ,erscheinungen mehr nur der ,charakter eines blossen ,spieles als derjenige von etwas wirklich ,ernsthaftem1 ,tiefem oder ,wahrhaftem zugeschrieben werden drfte4 ,es ist wahr1 die ,ansichten oder ,urtheile des ,menschen ber den ,werth und die ,bedeutung der ,farben gehen anscheinend oft weit aus einander1 und es ist der ,gebrauch1 der von ihnen gemacht wird1 oft ein sehr mannichfaltiger und verschiedener4 ,alles dieses aber gilt zuletzt auch mehr oder weniger von allen anderen sthetischen ,dingen oder ,fragen4 ,das allgemeine ,schnheitsideal der einzelnen ,vlker und ,zeiten in der ,geschichte ist ein verschiedenes2 alle ,urtheile ber das ,schne sind zunchst blos von relativer oder subjectiver ,art2 es knnte hieraus anscheinend gefolgert werden1 dass es ein bestimmtes absolutes oder objectives ,wissen ber das ,schne gar nicht geben knne oder dass jede besondere ,meinung hierber den gleichen ,anspruch auf ,wahrhaftigkeit habe als die andere4 ,mit dieser ,ansicht aber wrde aller ,aesthetik das ,fundament oder der wissenschaftliche ,boden entzogen werden4 ,es ist nothwendig1 in ,bezug hierauf einen bestimmten reinen und einfachen ,standpunct zu gewinnen oder sich die ,frage vorzulegen1 wie sich das wissenschaftliche ,erkennen ber das ,schne und alle anderen sthetischen ,dinge zu den gegebenen ,verschiedenheiten und ,widersprchen in der ,subjectivitt des menschlichen ,auffassens hierber zu verhalten habe4 ,die ,frage nach der ,subjectivitt oder nach der ,stellung des ,menschen zu dem gegebenen ,object des ,erkennens spielt bei allen sthetischen ,dingen eine entscheidende ,rolle4 ,das ,schne ist selbst eine ganz hnliche ,beschaffenheit an den usseren ,dingen fr uns als die ,farbe1 d4 h4 eine solche1 welche wesentlich nur in einer ,wirkung oder ,beziehung derselben auf uns besteht4 ,es kann streng genommen auch hier nicht gesagt werden1 dass eine bestimmte ,sache selbst oder an sich betrachtet schn sei als vielmehr nur1 dass sie uns als eine solche erscheine oder von uns schn gefunden werde4 ,allerdings ist es hier nicht wie bei der ,farbe das ,subject im physischen1 sondern dasselbe im geistigen ,sinne des ,wortes1 auf welches sich diese ,wirkung erstreckt4 ,die ,eigenschaft der ,farbe an den ,dingen berhrt zunchst nur unser ,auge1 die des ,schnen aber zugleich unser ,empfinden oder unseren ,geist4 ,das ganze ,phnomen der ,farbe beruht wesentlich auf der subjectiven ,organisation unseres ,auges oder ,gesichtes2 unsere ,auffassung des ,schnen aber ist zunchst ebenso bedingt durch die subjective ,organisation des ,empfindens unseres ,geistes4 ,der ,schnheitssinn der ,menschen ist zum ,theil ein verschiedener und ebenso bietet die ,organisation unseres ,auges wohl auch gewisse ,verschiedenheiten in sich dar4 ,wir knnen an sich nicht wissen1 ob wir1 d4 h4 der ,mensch berhaupt und nher jeder ,einzelne unter uns das ,wesen der ,farbe und das des ,schnen rein und richtig oder so auffassen1 wie es seiner eigenen wirklichen ,natur nach ist4 ,es kann sich hier wie es scheint an sich berall nur handeln um die ,constatirung subjectiver ,eindrcke und ,phnomene1 nicht aber um ein wirkliches ,wissen von der ,natur des ,objectes an sich4 ,die ,aesthetik wird in diesem ,falle wesentlich zusammenfallen mssen mit der ,kunstgeschichte1 d4 h4 mit der empirischen ,darstellung der verschiedenen wirklichen oder historischen ,auffassungen des ,ideales des ,schnen1 aber es wird an sich keinen hheren1 reinen und absoluten ,standpunct oder ,maassstab fr die ,erkenntniss und ,beurtheilung des allgemeinen und objectiven ,werthes desselben an sich geben knnen4 ,es ist diese ,ansicht jetzt in der ,that eine weit verbreitete und es scheint insofern fraglich1 ob berhaupt noch von der ,aesthetik als einer selbststndigen ,wissenschaft neben der ,kunstgeschichte gesprochen werden knne4 ,die ,subjectivitt unserer ,auffassung von der ,welt ist an und fr sich berall der ,boden1 auf welchem wir selbst stehen und ber dessen ,verhltniss zu der ,objectivitt der ,sachen wir uns zunchst ,rechenschaft abzulegen genthigt sind4 ,die ,welt reflectirt sich in unserem ,geiste in einer bestimmten ,weise und wir sind an sich nicht berechtigt anzunehmen1 dass diese ,weise die allein mgliche oder berechtigte sei4 ,wir werden namentlich dadurch an ihrer ,wahrhaftigkeit zu zweifeln veranlasst1 dass sie selbst nicht eine vollkommen gleichmssige und constante1 sondern eine nach ,massgabe unserer besonderen ,subjectivitt vielfach getheilte1 in sich zerrissene und widerspruchsvolle ist4 ,jede einzelne ,subjectivitt aber hat hierbei an sich das gleiche ,recht und den gleichen ,werth neben der anderen4 ,es bedarf nichts destoweniger eines bestimmten hheren kritischen ,maasstabes fr die ,abschtzung des ,werthes der ,urtheile und ,auffassungen der einzelnen menschlichen ,subjectivitten4 ,das ,schnheitsideal der ,chinesen hat nicht den gleichen ,anspruch auf ,wahrheit als dasjenige der ,griechen4 ,in jeder einzelnen ,subjectivitt reflectirt sich der allgemeine ,inhalt oder das ,wesen des gegebenen ,objectes in einer anderen und zwar in ,ganzen immer mehr oder weniger vollkommenen ,weise4 ,das ,erkennen und ,begreifen des gegebenen ,objectes ist in der einen ,subjectivitt immer ein hheres und besseres als in der anderen4 ,es ist hier eben die ,aufgabe der ,wissenschaft1 den besonderen ,werth und die eigenthmliche ,bedeutung der ,auffassung jeder einzelnen ,subjectivitt in ,bezug auf das ussere ,object zu ermitteln4 ,die ,kunstgeschichte kann nicht eine blosse blinde ,zusammenstellung der verschiedenen ,auffassungen und ,ausprgungen der ,idee des ,schnen in der menschlichen ,subjectivitt sein4 ,sie wird sich hierbei nothwendig an die ,aesthetik anschliessen mssen1 um einen ,maasstab zu gewinnen fr die ,beurtheilung des wahrhaften oder objectiven ,werthes ihrer einzelnen ,erscheinungen4 ,die ,idee des ,schnen an sich ist der ,fhrer und ,leitstern in den besonderen oder wirklichen ,ausprgungen desselben in der ,geschichte4 ,es wird im ,allgemeinen wohl angenommen werden drfen1 dass eine gewisse ,uebereinstimmung in ,bezug auf die wichtigsten ,fragen und ,puncte des ,lebens innerhalb der menschlichen ,subjectivitt stattfinde2 aber es kann nicht ohne ,weiteres der consensus gentium oder hominum zum ,richter und ,maassstab fr das ,wahre1 ,gute und ,schne im ,leben angenommen werden4 ,die ,aesthetik insbesondere setzt an und fr sich eine ideale oder normal angelegte ,subjectivitt fr das ,auffassen und ,begreifen des ,schnen voraus2 es wird die weitere ,frage entstehen1 wie sich diese an sich vollkommene oder ideale ,auffassung desselben in den besonderen wirklichen ,erscheinungen der ,kunstgeschichte modificire4 ,dasselbe was von der ,auffassung des ,schnen gilt1 lsst sich gewiss auch anwenden und bertragen auf die ,auffassung des ,werthes oder der ,bedeutung der ,farben4 ,es wird wohl anzunehmen sein1 dass der ,eindruck oder die geistige ,auffassung einer jeden ,farbe fr die menschliche ,subjectivitt berhaupt an und fr sich der gleiche sein werde4 ,alle ,verschiedenheiten hierbei aber grnden sich zuletzt berall auf den besonderen ,charakter oder die eigenthmliche ,stellung der einzelnen ,abtheilungen oder ,fractionen der menschlichen ,subjectivitt selbst4 ,kinder1 ,wilde1 ,ungebildete u4 s4 w4 finden in der ,regel ein besonderes ,wohlgefallen an grellen und schreienden ,farben2 es ist dieses ein niedriger oder unvollkommener ,standpunct der sthetischen ,bildung oder ,erudition berhaupt4 ,junge ,mdchen haben vielleicht eine besondere ,vorliebe fr das ,rosa2 hierin ist noch nicht ein absolutes ,urtheil ber den ,werth dieser ,farbe an sich enthalten1 sondern es wird dieselbe nur fr sie selbst und ihren besonderen ,lebensstandpunct als vorzugsweise passend von ihnen erfunden4 ,sdliche ,vlker lieben zur ,bekleidung meistens bunte ,farben2 dieses hat zum ,theil einen klimatischen ,grund und der ,sdlnder steht berhaupt zur ,farbe an sich vielfach in einem anderen ,verhltniss als der ,bewohner des ,nordens4 ,bei den ,muhammedanern z4 ,b4 ist die grne ,farbe die heilige2 grn ist die ,fahne des ,propheten1 nur ,muselmnner drfen grne ,turbane tragen u4 s4 w4 ,auch diese ,auffassungsweise hat zum ,theil vielleicht einen klimatischen ,grund2 das ,grn ist dort im ,sommer immer eine seltene1 kostbare und dem ,auge wohlthuende ,erscheinung1 weswegen sich dort an dasselbe vielleicht ganz andere ,empfindungen und ,vorstellungen anknpfen mgen als bei uns4 ,dass der ,neger manches weiss nennen wird1 was wir schwarz nennen1 ist klar1 da er sich durch seine blosse ,hautfarbe von ,anfang an in einem anderen ,verhltniss zur ,farbe befindet als wir4 ,es gilt auch hier berall den besonderen ,werth einer jeden einzelnen menschlichen ,auffassung ber die ,farbe aus ihren eigenthmlichen konkreten ,verhltnissen heraus kritisch zu betrachten und zu prfen4 ,mit dem allgemeinen ,stimmrecht der ,menschen hat es in sthetischen ,dingen eine gleiche ,bewandtniss als in politischen2 nicht jeder ist in gleichem ,grade urtheilsfhig und es mssen auch hier die ,stimmen berall nach ihrem besonderen ,werthe geschtzt und abgewogen werden4 ,die ,idee des ,schnen ist es1 welche nach der allgemein angenommenen ,auffassung ihres ,begriffes den ,gegenstand fr die ,bearbeitung der ,aesthetik bildet4 ,wir halten diese ,begriffsbestimmung der ,aesthetik nicht fr die richtige und vollkommen gengende4 ,das ,schne bildet allerdings thatschlich zuletzt den ,mittelpunct und ,hauptgegenstand alles sthetisch-wissenschaftlichen ,erkennens1 aber es erscheint immerhin als falsch1 den ,bereich dieser ,wissenschaft auf die blosse ,erkenntniss oder ,bearbeitung jenes ,begriffes als solchen zu beschrnken4 ,das ,schne ist nicht allein dasjenige1 welches den ,gegenstand des sthetischen oder des der ,sphre der ,empfindung angehrenden ,erkennens des menschlichen ,geistes bildet1 sondern es ist der unmittelbare ,begriff oder die natrliche ,bedeutung des ,wortes der ,aesthetik jedenfalls eine andere als diejenige einer blossen ,wissenschaft oder ,erkenntniss vom ,schnen als solchem4 ,es kommt aber zuletzt ,alles darauf an1 den allgemeinen ,begriff einer ,wissenschaft richtig festzustellen1 weil nur hierdurch allen weiteren ,irrthmern und ,missverstndnissen ihrer ,behandlung vorgebeugt werden kann4 ,der ,name der ,aesthetik ist fr das ganze ,gebiet der ,erkenntniss vom ,schnen in der neueren ,zeit zuerst aufgestellt worden durch ,alexander ,baumgarten1 einen ,schler von ,leibniz4 ,baumgarten gilt insofern mit ,recht als der erste ,urheber und ,begrnder der ganzen neueren deutschen ,aesthetik berhaupt4 ,er hat mindestens versucht1 das ganze ,gebiet der ,erkenntniss vom ,schnen zuerst in einer rein wissenschaftlichen ,weise aufzufassen und zu bearbeiten4 ,der von ihm aufgestellte ,name der ,aesthetik ist von da an der allgemein herrschende oder angenommene in der ,wissenschaft geworden und es ist nicht gelungen1 denselben durch irgend einen anderen zu ersetzen oder zu verdrngen4 ,wir haben jetzt fast vergessen1 dass die ,bedeutung dieses ,namens ursprnglich doch eine etwas andere ist1 als diejenige der blossen ,lehre vom ,schnen4 ,der ganze sthetische ,standpunct ,baumgartens ist allerdings ein solcher1 der von der neueren ,aesthetik lngst berschritten worden ist und der uns selbst im ,allgemeinen als ein unvollkommener1 hlzerner oder barocker erscheint4 ,ich stehe nicht an zu bekennen1 dass ich nichtsdestoweniger diesen ,standpunct an sich1 abgesehen von seiner nheren ,durchfhrung1 als den richtigen oder als denjenigen anerkenne1 der das wahrhafte ,prinzip oder die rechte und eigentliche ,basis fr die ganze wissenschaftliche ,auffassung des ,gebietes der ,aesthetik in sich enthlt4 ,es ist aber gerade bei einem so schwankenden und vielbestrittenen ,gebiet als dieses in besonderem ,grade nothwendig1 sich ber die allgemeinen ,bedingungen seiner wissenschaftlichen ,erkennbarkeit und ,bearbeitung oder ber das ,formale seines ganzen ,begriffes im ,voraus eine genaue und sichere ,rechenschaft abzulegen4 ,die ,aesthetik wurde von ,baumgarten im ,allgemeinen aufgefasst und begrndet im ,sinne einer ,ergnzung oder einer ,parallelisirung einer anderen philosophischen ,wissenschaft1 der ,logik4 ,diese ,auffassung erscheint uns gegenwrtig als unwahr und fremdartig1 indem uns das ,schne vielmehr in dem ,lichte des ,gegentheiles oder der ,aufhebung der strengen und pedantischen ,regelmssigkeit des logischen ,denkgesetzes entgegenzutreten pflegt4 ,wir weisen es im ,allgemeinen von uns ab1 im ,schnen den ,ausdruck von eigentlich logischen ,gedanken und abstracten ,verstandesreflexionen erblicken zu wollen4 ,wir erblicken den unterscheidenden ,charakter des ,schnen gerade in der ungezwungenen ,natrlichkeit seiner ,erscheinung und seines ganzen ,eindruckes auf uns1 wodurch es insbesondere gegenber der geradlinigen ,eckigkeit eines jeden mechanischen oder einer blossen ,verstandesberechnung entsprungenen ,dinges charakterisirt ist4 ,das ,aesthetische und das ,logische liegt fr unsere ganze ,geistesauffassung weit auseinander2 der ,gedanke ,baumgartens aber1 wenn er richtig verstanden wird1 enthlt wohl eine gewisse ,wahrheit und ,berechtigung fr unsere ganze ,auffassung des ,schnen in sich4 ,die ,aesthetik gehrt ihrer ,natur nach dem ,system der philosophischen ,wissenschaften an und es hngt ihre richtige ,begriffsbestimmung wesentlich mit von der ,frage nach ihrer natrlichen ,stellung in dem ,system dieser ,wissenschaften ab4 ,wir erblicken aber allerdings in der ,aesthetik nicht wie dieses hufig geschieht1 ein ,gebiet der blossen mehr oder weniger schwankenden geistreichen und eleganten ,conversation1 sondern wir versuchen dieselbe so weit mglich zu dem ,range einer eigentlichen geordneten und strengen ,wissenschaft zu erheben4 ,die wissenschaftliche ,frage als solche ist fr uns hierbei berall die wichtigste und entscheidendste1 und wir versuchen unter ,anschluss an die ,lehre ,baumgartens unsere ganze ,auffassung dieses ,gebietes in ,folgendem zu begrnden4 #c4 ,die ,stellung der ,aesthetik in dem ,systeme der ,philosophie4 ,baumgarten glaubte in dem ,system der ,philosophie eine gewisse ,lcke entdeckt zu haben4 ,wir haben in der ,logik eine ,wissenschaft1 die sich auf die allgemeinen ,gesetze oder ,kennzeichen des denkenden ,erkennens des menschlichen ,geistes bezieht4 ,eine hnliche ,wissenschaft muss es nach ,baumgarten auch geben fr das niedere oder das an die ,sinnlichkeit gebundene empfindende ,erkenntnissvermgen unseres ,geistes4 ,das ,verhltniss der ,aesthetik zu diesem letzteren ,vermgen ist nach ,baumgarten dasselbe als das der ,logik zu jenem ersteren4 ,der ,begriff der ,aesthetik als solcher hat also bei ,baumgarten zunchst noch nichts mit dem ganzen ,gebiet der ,erkenntniss vom ,schnen zu thun4 ,derselbe ,gebrauch dieses ,wortes findet sich auch noch bei ,kant1 indem derselbe in der ,kritik der reinen ,vernunft das anschauliche oder sthetische und das denkende oder logische ,erkenntnissvermgen von einander unterscheidet4 ,wir haben aber mit ,unrecht in der neueren ,zeit vergessen und ausser ,acht gelassen1 welches die eigentliche und ursprngliche ,bedeutung des ,namens der ,aesthetik ist und ich schliesse mich daher hier wiederum zur wahrhaften ,begrndung des ,begriffes dieser ,wissenschaft an den frheren ,sprachgebrauch ,baumgartens und ,kants an4 ,es ist gewiss1 dass alles menschliche ,erkennen an und fr sich in diese doppelte ,region des empfindenden und des denkenden zerfllt4 ,die ,frage nach dem ,verhltniss derselben aber ist eines der tiefsten und wichtigsten ,probleme der ,philosophie4 ,es hngt wesentlich hiermit unsere wissenschaftliche ,gesammtansicht von der ganzen geistigen ,natur und ,stellung des ,menschen zusammen4 ,es ist dieses ,verhltniss in den einzelnen ,lehren der ,philosophie in einer sehr verschiedenen ,weise aufgefasst und dargestellt worden4 ,wir sind aber gegenwrtig in der ,lage1 auf ,grund positiver ,wissensresultate hierber vollkommener und sicherer urtheilen zu knnen als frher4 ,diese positiven ,resultate sind wesentlich diejenigen1 welche sich durch die neuere vergleichende ,sprachwissenschaft fr uns ergeben haben4 ,auch unsere jetzige ,psychologie begeht immer noch den ,fehler1 den ,menschen und seine ,seele nur ganz an sich oder abstract genommen zum ,gegenstand ihrer ,untersuchung zu machen4 ,was der ,mensch wirklich ist1 kann nur auf dem ,boden der geschichtlichen ,entwickelung seines ganzen ,geisteslebens wahrhaft von uns aufgefunden und festgestellt werden4 ,die ,wissenschaft der ,psychologie entbehrt zur ,zeit noch eines jeden wahrhaften ,bodens und gesicherten ,fundamentes4 ,wir verstehen unter ihr die ,bearbeitung der geistigen oder der an und fr sich selbst unsinnlichen ,erscheinungen im ,leben des ,menschen4 ,alle diese ,erscheinungen sind zunchst gebunden an die physischen ,bedingungen des ,krpers oder des materiellen ,substrates des ,lebens der ,seele4 ,jeder sogenannte psychische ,vorgang ist zugleich mit ein physischer in den ,bedingungen und ,organen des ,lebens des ,krpers4 ,alles eigentlich ,actuelle am ,menschen ist an und fr sich nur dasjenige1 was zum ,krper und zu seinem ,leben gehrt4 ,alles ,geistige hat blos die ,gestalt einer ideellen ,wirkung oder eines vorbergehenden ,phnomenes am ,leben des ,krpers4 ,es liegt insofern nahe1 im ,krper die einzige reale ,substanz oder die gesammte actuelle ,wesenheit des ,menschen zu erblicken und aus den krperlichen ,bedingungen und ,vorgngen allein die ganzen der ,seele zugeschriebenen ,erscheinungen am ,menschen erklren und ableiten zu wollen4 ,wir mssen uns sagen1 dass unser ganzer ,begriff der ,seele eigentlich nur eine angenommene oder fingirte ,ursache ist1 auf welche wir einen bestimmten ,complex von gegebenen ,erscheinungen am ,menschen zurckzufhren gewohnt sind4 ,die ,existenz der ,seele als einer anderen selbststndigen ,natur und ,wesenheit neben dem ,krper ist an und fr sich noch nicht empirisch gewiss oder wissenschaftlich erwiesen4 ,die ,wissenschaft der ,psychologie also befindet sich in der eigenthmlichen ,lage1 dass dasjenige1 wonach sie sich benennt1 mglicherweise gar nicht existirt und es stehen sich ber die ganze ,frage nach der ,natur des ,menschen zuletzt blos zwei allgemeine ,hauptansichten gegenber1 die eine1 welche in dem ,krper oder der ,materie allein die reale ,substanz oder ,wesenheit des ,menschen erblickt und die andere1 von welcher neben dem ,krper zugleich die ,seele als ein anderes selbststndiges ,prinzip des ,lebens im ,menschen unterschieden wird4 ,die erstere ,ansicht aber wird auch mit dem allgemeinen ,namen des anthropologischen ,materialismus1 die letztere mit dem des ,spiritualismus bezeichnet und es ist jene ihrer allgemeinen ,beschaffenheit nach nher ein ,monismus1 diese aber ein ,dualismus4 ,der ,krper oder das physisch ,wirkliche ist in dem ersteren ,falle die alleinige1 in dem letzteren aber nur eine begleitende oder ,nebenursache der geistigen ,erscheinungen am ,menschen4 ,fr den ,standpunkt des ,materialismus sind alle ,erscheinungen und ,vorgnge am ,menschen zuletzt von einer und derselben ,art und es sind die einen von ihnen hchstens die dem ,grade nach hheren und feineren gegenber der niedrigeren und grberen ,natur der anderen1 whrend dagegen fr den ,standpunct des ,spiritualismus die geistigen ,erscheinungen des ,menschen an sich von specifisch anderer ,natur sind als die physischen und sich an diese nur als an die sie begleitenden ,unterlagen und ,nebenbedingungen gebunden finden4 ,es hat etwas ,verfhrerisches fr den menschlichen ,geist1 den ,zusammenhang zwischen dem ,leben des ,krpers und dem der ,seele ergrnden oder vom ,standpuncte der gegebenen physiologischen ,thatsachen die ,brcke zur ,erklrung der psychischen ,erscheinungen schlagen zu wollen4 ,die ,lehre von der ,seele und ihren ,erscheinungen wrde hierdurch zu einer ,consequenz und einem ,ausflusse der ,naturwissenschaft erhoben werden4 ,wir halten alles ,zusammenwerfen und ,vermischen der verschiedenen ,gebiete des ,erkennens fr einen wissenschaftlichen ,fehler2 auch wird es nie gelingen1 die ,grenze zwischen den ,erscheinungen des ,lebens1 der ,materie und denen des ,geistes wirklich zu berschreiten4 ,wir weisen daher jeden ,anschluss der ,wissenschaft der ,psychologie an diejenige der ,physiologie principgemss von uns ab4 ,die gegebenen geistigen oder psychischen ,erscheinungen des ,menschen bilden ein besonderes ,gebiet der ,erkenntniss oder ,bearbeitung fr sich4 ,die ,frage nach dem ,wie des ,entstehens dieser ,erscheinungen aus den ,bedingungen des ,krpers ist zu sondern von der nach dem ,was ihres eigenen ,wesens oder ,gehaltes2 es knnen ,blicke von der einen dieser beiden ,seiten nach der anderen hin gethan werden1 aber es ist unmglich1 beide in eine ,einheit mit einander zusammenzufassen und den ,schwerpunkt fr die ,wissenschaft vom geistigen ,leben des ,menschen in die ,lehre von seinem ,krper oder in die ,physiologie zu verlegen4 ,auch die ,wissenschaft der ,psychologie bildet an sich einen ,theil des systematischen ,ganzen der ,philosophie berhaupt4 ,ihre ,entwickelung hngt zusammen mit der ,entwickelung des allgemeinen wissenschaftlichen ,prinzipes dieser letzteren selbst4 ,sie ist sogar in gewissem ,sinne das innerste1 wesentlichste und vitalste ,hauptgebiet aller philosophischen ,speculation4 ,das an und fr sich ,wichtigste1 was berhaupt vom ,menschen erkannt werden kann1 ist unter allen ,umstnden nur er selbst und alle wichtigsten ,hauptfragen der ,philosophie haben zuletzt ihren ,sitz und ihren ,ausgangspunkt in der ,psychologie4 ,das ganze ,ziel alles ,begreifens fr die ,philosophie aber ist zuletzt ein doppeltes1 einmal die uns gegenberstehende sinnliche ,aussenwelt der ,natur oder ,objectivitt1 andererseits die ,welt unseres eigenen geistigen ,innern oder die menschliche ,subjectivitt oder der ,makrokosmus des usseren ,seins und der ,mikrokosmus des inneren ,fhlens1 ,anschauens und ,denkens4 ,der ,mensch und sein geistiges ,leben ist in der ganzen uns umgebenden ,welt derjenige ,boden1 auf welchem wir selbst stehen und in welchem sich die ihn umgebende ,aeusserlichkeit selbst abspiegelt und reflectirt4 ,die ,aussenwelt ist fr uns nur dasjenige1 als was sie sich dem ,menschen zeigt und von ihm aufgefasst und erkannt wird4 ,die ,erkenntniss unserer selbst ist daher fr uns auch das ,wichtigere und der wahrhaft entscheidende ,punkt fr unsere ,erkenntniss der ganzen uns umgebenden usseren ,welt4 ,wir postuliren den ,begriff der ,seele im ,sinne eines realen ,trgers oder einer ,substanz aller geistigen ,erscheinungen und ,vorgnge im ,menschen4 ,es ist fr das wissenschaftliche ,begreifen der geistigen ,erscheinungen des ,menschen an und fr sich gleichgltig1 ob und welche ,realitt diesem ,begriffe von uns zugeschrieben werde4 ,die allgemeine ,streitfrage des ,materialismus und ,spiritualismus hat an sich keinen ,einfluss auf die ,aufgabe der wissenschaftlichen ,bearbeitung der gegebenen ,erscheinungen der ,seele als solcher4 ,wir sind berechtigt1 von der ,seele zu reden als von einem an sich einfachen ,wesen1 welches den ,hintergrund oder die ,basis eines bestimmten ,complexes der wirklichen ,erscheinungen am ,menschen bilde1 wenn wir uns auch sagen mssen1 dass dieser ,begriff nur eine von uns selbst gemachte und angenommene ,fiction oder ,hypothese sei4 ,die ganzen ,erscheinungen der ,seele werden von uns eingetheilt oder classificirt durch ein ,system von ,begriffen1 in welchen wir die ,vertreter der einzelnen ,abtheilungen1 ,krfte oder ,functionen derselben zu erblicken gewohnt sind4 ,auch von allen diesen ,begriffen gilt an sich dasselbe als von demjenigen der ,seele berhaupt2 sie sind an sich keine ,realitten1 sondern nur fingirte ,substanzen oder ,trger gewisser ,complexe gleichartiger ,erscheinungen am ,menschen4 ,wir reden von ihnen allerdings so1 als ob sie ganz bestimmte einzelne ,organe und ,theile des ,lebens der ,seele wren hnlich als diejenigen des ,krpers und wir stellen uns berhaupt die ,seele gleichsam als ein ,system oder einen ,organismus von ,theilen und ,functionen vor nach der ,analogie des ,krpers4 ,wir schaffen uns aus den vorbergehenden und wechselnden ,erscheinungen des ,seelenlebens gleichsam ein ,bild oder eine ,vorstellungseinheit von der ,seele an sich4 ,alles dieses ist fr uns freilich etwas ,nothwendiges und ,berechtigtes2 es dient uns sogar in vielen ,fllen geradezu ein bestimmter ,theil des ,krpers als ,ausdruck oder ,bezeichnung einer bestimmten ,kraft oder eines ,prinzipes des ,lebens der ,seele1 so wie wir von ,kopf1 ,herz u4 s4 w4 reden als ob dieses nicht blos ,theile des ,krpers1 sondern auch solche der ,seele wren4 ,es kann im gewissen ,sinne allerdings berhaupt die ,gliederung des ,krpers als ,basis und ,prinzip fr diejenige der ,seele angenommen werden1 so wie sich insbesondere das ,system der ,seelenabtheilungen bei ,plato an dasjenige der krperlichen ,gliederung anschloss4 ,in hnlicher ,weise wurde auch frher die ,lehre von den vier ,temperamenten mit den vier ,elementen der ,natur in ,verbindung gebracht und es kann allerdings mehr oder weniger alles ,psychische auf bestimmte materielle oder physische ,prinzipien zurckgefhrt werden4 ,wir drfen hierbei aber in keinem ,falle vergessen1 dass alles dasjenige1 was wir uns als objectiv gegebene ,krfte oder ,theile der ,seele u4 s4 w4 vorzustellen pflegen1 unmittelbar genommen nichts sind als innere oder subjective ,begriffe unseres eigenen ,denkens1 deren ganzer ,inhalt und deren ,gebrauchsanwendung hufigen ,schwankungen und ,missverstndnissen unterliegt4 ,mit demselben ,worte wird oft ein etwas abweichender ,sinn in ,verbindung gebracht4 ,das ,system der psychologischen ,begriffe oder ,kategorieen ist mehr oder weniger in jeder einzelnen ,sprache selbst ein verschiedenes und es ist die ganze ,gruppirung oder ,vertheilung der ,seelenerscheinungen hiernach immer zum ,theil eine andere4 ,es ist deswegen wissenschaftlich durchaus unberechtigt1 von allen diesen ,begriffen ohne ,weiteres so zu sprechen als ob sie ,realitten wren oder als ob es ein ganz bestimmter und unzweifelhafter wirklicher ,inhalt wre1 der in ihnen fr uns seine ,vertretung fnde4 ,was der ,begriff eines krperlichen ,theiles fr uns bedeutet1 ist etwas ganz ,bestimmtes und unzweifelhaft ,gewisses oder es entspricht hier dem subjectiven ,begriff eine fest begrenzte sinnliche und objective ,realitt4 ,es werden nichtsdestoweniger im philosophischen ,denken alle jene ,begriffe auch gegenwrtig noch so gebraucht1 als ob sie ohne ,weiteres ,realitten wren4 ,unsere ganze philosophische ,kunstsprache beruht einem wesentlichen ,theile nach auf diesem ,irrthum1 den subjectiven ,begriffen ohne ,weiteres den ,charakter als ,vertreter von etwas ,wirklichem oder ,sachlichem zuzuschreiben4 ,eine subjective ,begriffsentwickelung ist nicht als solche bereits eine ,erkenntniss oder die ,darstellung eines objectiven und sachlichen ,inhaltes4 ,man ist sich vielfach der ,rohheit gar nicht bewusst1 welche darin liegt1 die ,begriffe des ,denkens oder die ,worte der ,sprache in einem anderen ,sinne als dem ihnen rechtmssig zukommenden zu gebrauchen4 ,die ,begriffe oder ,kunstausdrcke der ,philosophie unterscheiden sich von denen anderer ,wissenschaften berhaupt dadurch1 dass sie von nur subjectiver ,art sind oder dass keine bestimmte und feste objective ,realitt nachgewiesen werden kann1 auf die sie sich beziehen4 ,dieses sogenannte ,denken in reinen oder subjectiven ,begriffen hat an und fr sich gar keinen wissenschaftlichen ,werth4 ,es entspringen hieraus eine ,menge vollkommen leerer und unrichtig gestellter ,streitfragen und ,probleme des ,tages4 ,so ist jenes berhmte ,unbewusste nichts als ein ,name1 dem in knstlicher und willkrlicher ,weise der ,charakter einer ,realitt beigelegt worden ist4 ,so streitet man sich jetzt unter ,anderm darber1 ob die ,thiere denken knnen oder nicht3 es handelt sich hierbei nicht um etwas ,objectives in der ,sache selbst1 sondern nur um die ,bedeutung eines subjectiven ,begriffes unseres ,denkens4 ,denn die ,erscheinungen der ,thiere bleiben dieselben1 die sie sind1 und es fragt sich blos danach1 ob sie vermge ihres gegebenen ,charakters rechtmssig unter den ,begriff des ,denkens subsumirt werden knnen oder nicht4 ,alles dieses sind blos innere oder dialektische ,fragen des menschlichen ,geistes selbst1 die nicht das ,wesen der ,sachen an sich1 sondern nur das ,verhltniss unserer ,begriffe zu ihm zum ,gegenstand haben4 ,der ,begriff der ,seele vertritt fr uns das andere geistige oder immaterielle ,prinzip im ,menschen neben dem sinnlichen oder materiellen des ,krpers4 ,dem ,begriffe der ,seele substituiren wir auch wohl hin und wieder denjenigen des ,geistes4 ,seele und ,geist aber sind deswegen nicht fr uns schlechthin identische ,begriffe4 ,es ist z4 ,b4 ein wesentlicher ,unterschied1 ob wir mit einem ,menschen das ,prdicat des ,geistvollen oder das des ,seelenvollen in ,verbindung bringen4 ,ein ,mensch von ,geist ist insbesondere ein solcher1 welcher reich ist an eigenen und selbststndigen ,gedanken4 ,der specifische ,charakter des ,seelenvollen liegt dagegen mehr in der ,tiefe und ,eigenthmlichkeit des ,empfindens4 ,der ,begriff des ,geistes im specifischen ,sinne vertritt fr uns wesentlich nur eine bestimmte ,abtheilung oder ,richtung des menschlichen ,seelenlebens berhaupt4 ,wir rechnen zum ,leben des ,geistes insbesondere alles dasjenige hinzu1 was auf einer selbststndigen ,anstrengung unseres ,denkens oder auf einer befreienden ,erhebung unseres inneren ,bewusstseins ber die blosse ,abhngigkeit von den ,bewegungen und ,eindrcken des ,krpers beruht4 ,in diesem ,sinne aber ist es wesentlich der ,begriff der ,sinnlichkeit1 welcher das allgemeine und natrliche ,gegentheil der ,region des ,geistes im ,leben der ,seele bildet4 ,die ,sinnlichkeit ist im ,allgemeinen diejenige ,region des ,lebens der ,seele1 deren ,charakter in einer unmittelbaren ,einheit oder in einem abhngigen und empfangenden ,anschluss desselben an die ,bedingungen und ,anregungen unserer krperlichen ,natur besteht4 ,das ,seelenleben der ,thiere aber kommt ber diese ganze ,region der ,sinnlichkeit berhaupt nicht hinaus1 whrend dasjenige des ,menschen sich wesentlich aus der doppelten ,region der ,sinnlichkeit und des ,geistes1 von denen jene gleichsam direct an das ,leben des ,krpers oder der ,materie angrenzt1 diese aber das ,prinzip der ,seele selbst in seinem hheren reineren oder specifischen ,sinne in sich vertritt1 zusammensetzt4 ,als eine dritte hauptschliche ,seelenabtheilung darf von uns angesehen werden diejenige des ,charakters4 ,der ,charakter ist wesentlich der ,sitz oder das ,organ fr das psychische ,vermgen des ,wollens4 ,das ,verhltniss der drei allgemeinen ,seelenvermgen des ,fhlens oder ,empfindens1 des ,denkens und des ,wollens entspricht dem der drei allgemeinen ,abtheilungen oder ,organe der ,sinnlichkeit1 des ,geistes und des ,charakters4 ,diese ,gliederung bildet das erste und wichtigste ,fundament aller weiteren ,eintheilung des ,lebens der ,seele4 ,hierdurch berhaupt aber unterscheidet sich zunchst das ganze hhere und reichhaltiger zusammengesetzte ,seelenleben des ,menschen von dem niedrigeren und mehr einfach rudimentren des ,thieres4 ,auf die ,erscheinungen und ,vorgnge des thierischen ,seelenlebens kann weder der ,begriff des ,denkens noch der des ,wollens rechtmssig in ,anwendung gebracht werden4 ,wir bedienen uns auch zur ,charakteristik der hheren ,natur und vollkommeneren ,einrichtung des menschlichen ,seelenlebens des ,ausdruckes der ,vernunft1 welchem wir in ,bezug auf das ,leben des ,thieres denjenigen des ,instinctes gegenberstellen4 ,zwischen beiden aber zieht sich durchaus eine bestimmte und scharf bezeichnete ,grenze4 ,alle ,acte des thierischen ,erkennens sind von einer rein unmittelbaren1 wesentlich zeitlosen oder instinctiven ,natur1 d4 h4 es ist dem ,thier die dem ,menschen eigenthmliche in sich zurckgezogene ,sammlung oder nachdenkende ,reflexion des ,erkennens vollstndig fremd4 ,jede ,erkenntniss tritt berall nur in der ,gestalt einer augenblicklichen und blitzartigen ,erleuchtung in der ,seele des ,thieres auf ,grund einer gegebenen sinnlichen ,wahrnehmung hervor4 ,eine solche ,erkenntniss mag vielleicht aufgelst werden knnen in eine bestimmte ,folge einzelner ,momente und sich insofern an eine menschliche ,schlussfolgerung oder ,gedankenberlegung anzuschliessen scheinen1 aber sie ist als psychischer ,act immer ein durchaus einfacher1 zeitloser und sprungartiger ,vorgang4 ,ein ,thier kann eine ,reihe von ,erfahrungen machen und es tritt zu dem ,prinzipe des ,instinctes hierdurch noch das der ,gewhnung in seinem ,seelenleben hinzu1 aber es ist unfhig1 die ,summe der ,erfahrungen innerlich zu sammeln und aus ihnen weitere ,ableitungen oder ,schlussfolgerungen zu ziehen4 ,fr den ganzen ,unterschied des thierischen ,seelenlebens vom menschlichen ist am ,bezeichnendsten die ,unfhigkeit des ersteren zu dem ,acte der ,abstraction1 d4 h4 zu der selbststndigen ,erhebung oder ,befreiung seines ,innern ber die ,gewalt einer unmittelbar gegebenen sinnlichen ,wahrnehmung und des aus dieser entspringenden ,eindruckes auf das ,leben der ,seele4 ,nur hierauf grndet sich sowohl das ,vermgen des ,denkens als auch dasjenige des ,wollens in der ,seele des ,menschen4 ,jeder ,act des ,verlangens oder des ,strebens beim ,thier ist ein unmittelbarer ,gegenstoss des ,reizes irgend einer sinnlichen ,wahrnehmung oder eines usseren ,eindruckes4 ,alles dieses sind ,erscheinungen des ,begehrens1 noch nicht aber solche des ,wollens4 ,nur der ,mensch vermag zu wollen1 d4 h4 ein bestimmtes von ,innen heraus erfasstes ,ziel im ,gegensatz zu blossen usseren sinnlichen ,anregungen oder ,begehrungen zu verfolgen4 ,diese ,function des ,wollens aber hat wesentlich immer diejenige des ,denkens zu ihrer ,voraussetzung2 denn nur durch die ,erhebung ber das ,einzelne des sinnlichen ,eindruckes zu allgemeinen geistigen ,begriffen wird der ,mensch auch fhig1 sich bestimmte innere oder nur ihm selbst angehrende ,ziele des ,bestrebens zu stecken4 ,in seinem ,erkennen ist es die ,vernunft1 in seinem ,handeln ist es die sittliche ,freiheit1 durch welche sich der ,mensch von dem einfachen und instinctiven ,gebundensein des ,thieres an die ,gewalt der sinnlichen ,wahrnehmungen unterscheidet4 ,nur beim ,menschen aber kann berhaupt wegen der ganzen reicheren ,gestaltung seines ,seelenlebens von einer bestimmten ,gliederung desselben in einzelne ,abtheilungen gesprochen werden4 ,der ,ausgangspunct aller ,entwickelung des menschlichen ,seelenlebens ist an und fr sich kein anderer als derjenige des ,seelenlebens des ,thieres4 ,nur durch die ,fhigkeit seiner weiteren ,vervollkommnung ist das menschliche ,seelenleben zu ,anfang von demjenigen des ,thieres verschieden4 ,dieses gilt sowohl vom ,kind als auch vom ursprnglichen ,menschen am ,anfang aller ,geschichte4 ,im ,leben der ,thiere tritt durch sich selbst in allem ,wechsel der ,generationen keine ,vernderung ein4 ,das ,thier ist durchaus abhngig und gebunden an die ,natur1 whrend die ,bestimmung des ,menschen in dem ,heraustreten aus der blossen ,einheit mit der ,natur und in der ,erhebung zur ,herrschaft ber dieselbe besteht4 ,entscheidend fr das ganze hhere ,seelenleben des ,menschen aber ist insbesondere der ,besitz und das ,entstehen der ,sprache4 ,nur durch diese sondert sich das denkende ,erkennen der ,seele in bestimmter ,weise von demjenigen durch das blosse ,gefhl oder die ,empfindung ab4 ,wir wissen aber jetzt1 dass die ,sprache nicht etwas dem ,menschen ,angeborenes1 sondern etwas in ihm ,entstandenes ist1 welches sich im fortwhrenden ,zusammenhang mit seiner ganzen sonstigen geistigen ,bildung in der ,geschichte weiter entwickelt hat4 ,alles actuelle ,denken ist berall nur dasjenige1 welches in die ,sprache einzutreten oder in ihr seine ,form und seinen ,ausdruck zu gewinnen vermag4 ,die ,sprache bildet ihrer ,natur nach die ,grenze oder ,schwelle zwischen dem sinnlichen oder empfindenden und dem geistigen oder denkenden ,erkennen der ,seele4 ,sie steht insofern im wahrhaften ,mittelpunct der ganzen ,gliederung des menschlichen ,seelenlebens und es sind zuletzt ,sprache1 ,vernunft und sittliche ,freiheit wesentlich eng verbundene und in gleichem ,maasse charakteristische ,erscheinungen des ,lebens des ,menschen4 ,es giebt eine dreifache ,wissenschaft der ,philosophie1 von denen eine jede sich auf das eine jener drei ,grundvermgen der menschlichen ,seele1 das ,empfinden1 das ,denken und das ,wollen bezieht4 ,dieses sind die ,aesthetik1 ,logik und ,ethik4 ,die allgemeine ,stellung dieser drei ,wissenschaften ist eine verwandte und sie bilden mit einander die eine ,hauptgruppe der philosophischen ,disciplinen1 neben welcher als eine andere ,gruppe diejenige der beiden ,gebiete oder ,disciplinen der ,metaphysik und der ,psychologie unterschieden werden darf4 ,die ,welt und die ,seele oder der objective ,makrokosmus und der subjective ,mikrokosmus sind an sich die beiden gegebenen ,hauptabtheilungen alles philosophischen ,erkennens und ,begreifens und es wird insofern der allgemeine ,stoff der ,philosophie zunchst durch die beiden ,gebiete der ,metaphysik und der ,psychologie erschpft4 ,treten aber innerhalb der menschlichen ,seele zunchst die drei allgemeinen ,grundvermgen des ,empfindens1 des ,denkens und des ,wollens hervor1 so gewinnt ein jedes von diesen seinen nheren ,inhalt an einer bestimmten ,sphre des objectiven oder an und fr sich selbst ausserhalb des ,menschen liegenden ,stoffes4 ,das ,wesen der usseren ,welt oder der ,objectivitt tritt der menschlichen ,seele oder der ,subjectivitt im ,ganzen von einer dreifachen ,seite gegenber1 von der des ,schnen1 der des ,wahren und der des ,guten und es ist die allgemeine ,vollkommenheit oder die wesentliche ,bestimmung unseres inneren ,vermgens des ,empfindens an die ,einstimmigkeit mit der ,idee oder dem ,inhalte des ,schnen1 die des ,denkens an diejenige mit der des ,wahren1 die des ,wollens endlich an diejenige mit der des ,guten gebunden4 ,ein jedes dieser drei ,vermgen der ,seele erfllt sich insofern mit einem bestimmten weiteren an sich ausser ihm liegenden ,inhalte und es ist berhaupt nur eine ,beziehung unserer innern ,subjectivitt auf die ussere ,objectivitt1 aus welcher alle wirkliche ,entwickelung des menschlichen ,seelenlebens entspringt4 ,die drei ,wissenschaften der ,aesthetik1 der ,logik und der ,ethik aber beziehen sich auf jene drei ,grundvermgen des ,empfindens1 ,denkens und ,wollens nicht so wie dieselben ihrer unmittelbar gegebenen psychischen ,naturbeschaffenheit nach sind1 sondern so wie dieselben unter dem ,gesichtspunct ihrer an und fr sich geforderten ,vollkommenheit oder des von ihnen zu erreichenden idealen ,inhaltes und ,zieles sein sollen4 ,eben hierdurch aber begrenzen sich diese ,wissenschaften in einer ganz bestimmten und festen ,weise mit dem ,standpuncte der allgemeinen ,wissenschaft von der menschlichen ,subjectivitt1 der ,psychologie4 ,alle ,wissenschaften zerfallen berhaupt in solche1 welche sich auf die ,erklrung und ,bearbeitung der gesetzlichen ,erscheinungen eines bestimmten gegebenen ,seins und in solche1 welche sich auf die ,bestimmung der ,gesetze eines geforderten idealen ,sollens beziehen und es knnen die ersteren unter ihnen auch mit dem ,ausdrucke von beschreibenden oder ,realwissenschaften1 die letzteren aber mit dem von normirenden oder ,idealwissenschaften bezeichnet werden4 ,unter den einzelnen ,theilen der ,philosophie aber gehren die ,psychologie und ,metaphysik der ersteren1 die ,aesthetik1 ,logik und ,ethik dagegen der letzteren dieser beiden ,kategorien an4 ,die ,aesthetik berhaupt also ordnet sich ein in eine bestimmte weitere ,reihe philosophischer ,wissenschaften4 ,die dreifache ,idee des ,schnen1 des ,wahren und des ,guten ist berhaupt entscheidend fr die ganze ,gliederung und ,ordnung des ,lebens des menschlichen ,geistes4 ,diese dreifache ,idee findet insbesondere ihre ,verwirklichung und nhere ,ausprgung in den drei ,reichen oder ,culturgebieten der ,kunst1 der ,wissenschaft und der ,religion und es schliesst sich insofern auch das ,verhltniss jener drei philosophischen ,wissenschaften an dasjenige dieser drei wichtigsten ,hauptgebiete des menschlichen ,geisteslebens an4 #d4 ,form und ,materie des sthetischen ,erkennens4 ,alle menschliche ,erkenntniss ist zunchst eine solche durch das ,gefhl oder die ,empfindung4 ,die hhere logische oder denkende ,erkenntnissweise wchst berall zuerst aus der niederen sinnlichen oder anschaulich empfindungsmssigen hervor4 ,es ist also eigentlich unrichtig1 von einem an sich gegebenen dualistischem ,nebeneinanderstehen beider ,erkenntnissweisen zu sprechen4 ,das unmittelbare oder empfindende ,erkennen ist zu ,anfang durchaus vorwiegend ber dasjenige der bewussten und vermittelten ,reflexion des logischen ,verstandes4 ,dieses gilt um nichts weniger von dem ,leben des einzelnen ,menschen als von demjenigen der ganzen ,gattung oder der ,menschheit berhaupt in der ,geschichte4 ,ueber das ganze ,gesetz und die ,ordnung des denkenden ,erkennens aber hat es schon lngst eine ,wissenschaft und ,theorie gegeben1 whrend diejenige des empfindenden ,erkennens erst in neuerer ,zeit und auch hier in sehr unvollkommener ,weise bearbeitet zu werden angefangen hat4 ,es war daher ein an sich ganz richtiger ,gedanke ,baumgartens1 der ,aesthetik ihre ,stelle im ,system der ,philosophie an der ,seite der ,logik anzuweisen4 ,man hatte bisher nur das logische ,erkennen einer wahrhaft wissenschaftlichen ,bearbeitung wrdig gefunden2 dieses ist allerdings dasjenige1 auf welchem alles wissenschaftliche ,begreifen der ,welt und ihrer ,erscheinungen beruht und es hatte insofern die ,philosophie und ,wissenschaft selbst ein natrliches und nahe liegendes ,interesse daran1 sich mit seiner ,bearbeitung zu beschftigen4 ,es hing hiermit berhaupt eine ungerechtfertigte ,ueberschtzung des denkenden ,erkennens gegenber dem empfindenden zusammen4 ,aesthetik und ,logik berhaupt fallen unter den gemeinsamen ,begriff der ,lehre vom menschlichen ,erkennen und es kann berhaupt eine jede dieser beiden ,wissenschaften immer nur mit einem gewissen ,hinblick auf die andere richtig aufgefasst und bearbeitet werden4 ,das ,schne zunchst ist es nicht allein1 welches den ,gegenstand unserer empfindenden oder sthetischen ,erkenntniss bildet4 ,wir nehmen bestimmte ,empfindungseindrcke auch aus solchen ,dingen und ,erscheinungen in uns auf1 die mit der ,idee des ,schnen an und fr sich selbst nichts zu thun haben4 ,es ist ein ,missverstndniss oder eine falsche und einseitige ,auffassung der ,natur unseres sthetischen ,erkenntnissvermgens1 wenn hierber gesagt zu werden pflegt1 dass die ganze ,aufgabe und ,thtigkeit desselben allein in dem ,aussprechen von ,urtheilen des ,wohlgefallens oder des ,missfallens ber die gegebenen usseren ,erscheinungen oder ,wahrnehmungen bestehe4 ,diese ,aufgabe oder ,function desselben bezieht sich im ,allgemeinen immer auf die ,frage nach dem ,passenden oder ,unpassenden der ,verbindung der gegebenen einzelnen ,wahrnehmungen unter einander4 ,wir finden die ,verbindung eines doppelten ,tones1 einer doppelten ,farbe u4 s4 w4 entweder passend oder unpassend und sprechen insofern ein kritisches ,urtheil des ,wohlgefallens oder ,missfallens1 der ,anerkennung oder ,verwerfung ber ein derartiges ,verhltniss aus4 ,alles ,passende hierbei erscheint uns zuletzt als schn1 alles ,unpassende aber als unschn oder hsslich4 ,es ist aber mit diesem ganz einfachen ,urtheile noch keinesweges der ganze ,empfindungseindruck ausgesprochen oder bestimmt1 welchen wir aus einem solchen entweder wohlgeflligen oder missflligen ,verhltnisse in uns aufnehmen4 ,jedes einzelne ,schne und ,hssliche trgt ausserdem noch einen ganz besonderen und eigenthmlichen ,charakter an sich und ruft berall einen ganz bestimmten und specifischen ,empfindungseindruck in uns hervor4 ,auch sind es keinesweges blos die ,verbindungen und ,verhltnisse der einzelnen einfachen ,elemente des ,wahrnehmens1 sondern auch diese letzteren rein an sich oder als solche1 welche einen bestimmten ,werth oder eine ,bedeutung fr unser ,empfinden besitzen4 ,jene kritische ,function unseres sthetischen ,erkennens ist blos eine einzelne ,form oder ,thtigkeit desselben berhaupt1 die sich auf unser ,verhalten zu der ,region des specifisch ,wohlgeflligen oder ,schnen bezieht4 ,es hat aber dieselbe noch eine breitere und reichere ,unterlage1 welche einer ausfhrlicheren wissenschaftlichen ,bestimmung bedarf4 ,alles dasjenige1 was wir auf empfindendem oder sthetischem ,wege erkennen1 ist nothwendig etwas in irgend welcher ,weise sinnlich ,gegebenes4 ,eine jede sthetische ,erkenntniss ist die ,folge und ,nachwirkung eines ,eindruckes unserer ,sinne4 ,dieser ,eindruck selbst ist berall wesentlich das ,object1 um dessen ,erkenntniss es sich handelt4 ,wir erkennen durch die sinnlichen ,eindrcke zunchst die usseren ,dinge in dem1 was sie an sich selbst oder unmittelbar genommen sind4 ,dieses blos physische ,erkennen oder ,wahrnehmen aber ist noch nicht dasjenige1 was als ein ,act unseres geistigen oder psychischen ,empfindens angesehen werden kann4 ,auch das ,thier erkennt alle sinnlichen ,dinge in der ,welt ganz ebenso gut als wir1 aber es wird in seinem inneren ,empfinden nicht in derselben ,weise von ihnen berhrt als der ,mensch4 ,auch ,kant hatte bei seiner ,lehre vom sthetischen ,erkennen zunchst nur die blossen aus der ,aussenwelt aufgenommenen sinnlichen ,anschauungen vor ,augen4 ,dieses ist etwas ,anderes als was wir hier und mit hherem ,rechte das sthetische ,erkennen der ,seele nennen4 ,es ist etwas ,anderes1 eine ,farbe1 einen ,ton u4 s4 w4 einfach sehen oder hren und ihn nach seinem ferneren ,werthe oder nach seiner tieferen geistigen ,bedeutung verstehen und in unsere innere ,empfindung eintreten lassen4 ,die ,sinne sind fr uns noch mehr als die blossen ,organe zum ,wahrnehmen oder ,erkennen des ,thatschlichen in der gegebenen ,natur der usseren ,dinge4 ,die wahrgenommenen ,erscheinungen und ,dinge rufen in uns berall noch bestimmte weitere und tiefere ,empfindungen hervor4 ,solche ,empfindungen knpfen sich nicht blos an das ,schne oder an das specifisch ,wohlgefllige und ,missfllige in den usseren ,erscheinungen fr uns an4 ,die ganze sinnliche ,welt hat an sich ein tiefes ,interesse und eine mchtige ,bedeutung fr das ,empfinden der menschlichen ,seele4 ,wir sind uns gegenwrtig dieser ganzen ,eigenschaft derselben nicht mehr in ihrem vollen ,umfange bewusst1 weil wir berhaupt jetzt die ,welt mehr mit dem ,auge des denkenden ,verstandes als mit demjenigen der lebendigen ,anschauung und der ,phantasie anzusehen gewohnt sind4 ,wir haben auf wissenschaftlichem ,wege das ,wesen der ,dinge erkannt1 welches hinter ihren ,erscheinungen steht4 ,wir knnen uns den ,schein selbst jetzt zum ,theil in der ,art seines ,entstehens wissenschaftlich erklren4 ,anders aber war es1 als noch der ,schein selbst die ganze fr uns gegebene ,realitt war4 ,fr den natrlichen ,menschen1 das ,kind u4 s4 w4 hat jeder sinnliche ,schein noch eine ganz andere und tiefere empfindungsmssige ,bedeutung gehabt als fr uns4 ,eben die ,unbekanntschaft mit dem hinter ihm verborgenen ,wesen der ,dinge liess ihn in einem tieferen und bedeutungsvolleren ,lichte erscheinen4 ,fr uns sind jetzt die sinnlichen ,erscheinungen im ,allgemeinen nur ,boten und ,reprsentanten des zu ihnen gehrigen wesenhaften ,inhaltes und ,charakters der ,dinge4 ,sie sind fr uns an sich ebenso wenig etwas ,bestimmtes und ,werthvolles als die ,worte der ,sprache1 welche fr uns die gewohnheitsmssigen ,zeichen und ,vertreter der ,begriffe des ,denkens geworden sind4 ,wir haben jetzt durch ,gewohnheit und ,studium gelernt1 die ,sprache zu verstehen1 welche die sinnlichen ,erscheinungen zu uns reden4 ,in einer ,farbe und einem ,ton sehen wir jetzt im ,allgemeinen nur den ,ausdruck und ,boten irgend einer sachlichen ,mittheilung ber das ,wesen der ,dinge oder wir wissen empirisch1 was alle diese sinnlichen ,phnomene zu bedeuten haben und wie sie sich zu der mit ihnen zusammenhngenden ,welt der wirklichen ,dinge1 ,vorgnge u4 s4 w4 verhalten4 ,der rein verstandesmssige ,mensch geht im ,allgemeinen auch so wie das ,thier gleichgltig und in seinem inneren ,empfindungsleben unberhrt in der ,mitte der sinnlichen ,erscheinungen einher4 ,er hat in sich eine ,welt des abstracten ,denkens ausgebildet und insofern das lebendige ,interesse fr den unmittelbaren empfindungsmssigen ,werth der sinnlichen ,phnomene verloren4 ,das ,thier wird im ,allgemeinen nur von denjenigen sinnlichen ,eindrcken lebhaft und nachhaltig berhrt1 die eine unmittelbare und praktische ,bedeutung fr die ,erhaltung seines ,lebens1 die ,erweckung seiner ,begierden u4 s4 w4 besitzen4 ,fr den natrlichen ,menschen aber beim ersten ,erwachen seines ,seelenlebens hat alles dieses ,sinnliche einen tieferen ,reiz und ein intensiveres ,interesse gehabt als fr uns1 eben weil hier die ,seele noch anschliessend damit beschftigt war1 den empfindungsmssigen ,werth aller ,phnomene zu ergrnden und sich noch ohne ,kenntniss ihres actuellen ,wesens oder ,gehaltes befand4 ,es ist dieses an und fr sich derjenige ,standpunct1 auf welchen die ,aesthetik in unserem ,sinne sich zurckzuversetzen hat4 ,wir fassen die ,aesthetik auf als ,wissenschaft des menschlichen ,empfindens ber den gegebenen sinnlichen ,schein4 ,auch die ,kunst selbst aber ist ja zuletzt nichts als ein blosser ,schein4 ,allen diesen ,schein in seinem ,werthe oder seiner ,bedeutung fr unser ,empfinden sich gegenstndlich zu machen oder ihn in denkender ,weise zu begreifen1 eben dieses ist es1 worin die wahrhafte ,aufgabe und der ,begriff aller ,aesthetik von uns erblickt wird4 ,es giebt in ,bezug auf unsere ganze ,stellung zum ,schnen eine bestimmte ,ansicht1 welche dahin geht1 dass es lediglich das ,element der ,form1 d4 h4 die usseren ,verhltnisse der einzelnen ,theile oder ,beschaffenheiten einer ,sache seien1 auf die sich dieser ,charakter derselben oder das ganze ,interesse unseres sthetischen ,wohlgefallens an ihr beschrnke4 ,es ist wahr1 es ist zunchst berall das ,element der ,form1 wegen dessen wir eine ,sache schn finden2 nur ,verhltnisse sind es1 in denen zunchst der ganze ,reiz und ,charakter des ,schnen beruht4 ,ein einzelner ,ton in der ,musik ist an sich weder schn noch unschn und allein die ,verhltnisse der ,tne sind es1 auf denen der ganze ,eindruck des musikalisch ,schnen beruht4 ,so begrndet dieses an sich ist1 so wenig kann doch gesagt werden1 dass die ,form oder das ussere ,verhltniss allein und als solches genommen der wahrhafte ,grund und ,gegenstand unseres ,interesses an der ,sache sei4 ,das ,verhltniss oder die ,form ist berall auch nur eine bestimmte einzelne ,beschaffenheit in der ganzen ,natur und ,einrichtung der ,sache4 ,es gefllt uns die ,form berall nur in ,verbindung mit dem materiellen ,inhalt der einzelnen ,theile1 den sie in sich umschliesst4 ,es ist insofern ein ,missverstndniss oder ein ,irrthum1 in die ,form ganz allein und als solche den ,schwerpunct oder ,sitz des ,schnen verlegen zu wollen4 ,man stellt sich unter der ,form hufig etwas ,allgemeines vor1 was nur auf eine specielle ,besonderheit des ,inhaltes ,anwendung finde und durch welches die ganze ,richtigkeit und ,vollkommenheit dieser letzteren erst anerkannt und festgestellt werde4 ,auch in der ,aesthetik hat man versucht1 bestimmte sogenannte allgemeine oder formale ,kennzeichen und ,merkmale des ,schnen aufzustellen4 ,man ist insofern hierbei gewissermaassen von dem ,grundsatze ausgegangen1 dass es irgend ein hchstes und allgemeines ,naturgesetz des ,schnen geben msse1 welches in jedem einzelnen ,falle als das innere ,prinzip oder der ,grund unseres ,wohlgefallens an demselben constatirt werden knne4 ,alles ,schne ist sich allerdings rcksichtlich seiner ,formbeschaffenheit mehr oder weniger hnlich und wir nehmen zuletzt aus allen einzelnen schnen ,dingen einen in gewisser ,weise verwandten oder gleichartigen ,eindruck in uns auf4 ,durch alle solche ,gleichartigkeit aber wird doch zuletzt die ,eigenthmlichkeit und ,besonderheit des einzelnen ,schnen nicht mit eingeschlossen und erschpft und wir mssen uns sagen1 dass es immerhin keinesweges gleichgltig sei1 an welchen besonderen ,stoff oder ,inhalt uns irgend ein solches allgemeines sthetisches ,formgesetz erscheine4 ,auch ist zuletzt doch eben das sthetische ,formgesetz selbst ein unendlich dehnbares1 mannichfaltiges und vielgestaltiges und es ist bis jetzt wenigstens nicht gelungen1 den allgemeinen ,charakter desselben an gewisse unzweifelhaft feststehende empirische ,merkmale zu binden4 ,die kritische ,beurtheilung des einzelnen ,schnen kann hiernach nicht blos in einer einfachen ,subsumtion desselben unter irgend ein allgemeines ,gesetz oder ,prinzip der ,form bestehen1 sondern es wird nothwendig das allgemeine ,gesetz der ,form durch die besondere ,beschaffenheit des ,inhaltes in einem jeden einzelnen ,falle in einer anderen ,weise abgewandelt und modificirt4 ,ein jeder wirkliche ,schein setzt sich berall zusammen aus seiner formalen ,einheit oder ordnenden ,idee im ,ganzen und aus dem besonderen materiellen ,inhalt oder ,wesen seiner einzelnen ,theile4 ,keines dieser beiden ,elemente fr sich allein hat einen reinen sthetischen ,werth oder kann den ,anspruch erheben1 als schn und befriedigend zu gelten4 ,das ,verhltniss dieser beiden ,elemente aber ist wesentlich dasselbe als dasjenige des formellen und materiellen oder des grammatischen und des lexicalischen ,bestandtheiles in der sprachlichen ,rede oder im ,satz4 ,die ,grammatik ist das ,system der allgemeinen gesetzlichen ,formen1 das ,lexicon ist das ,verzeichniss der smmtlichen einzelnen materiellen ,bestandtheile der ,sprache oder der ,worte4 ,eine jede einzelne wirkliche ,rede aber enthlt theils immer irgend ein allgemeines grammatisches oder syntaktisches ,formgesetz in sich1 theils besteht sie aus gewissen ,gliedern oder ,elementen des materiellen oder lexicalischen ,wortschatzes der ,sprache4 ,jene ,lehre aber1 dass der ,charakter und ,eindruck des ,schnen an einer ,sache sich lediglich auf das ,element der ,form oder das ,verbindungsgesetz ihrer einzelnen ,theile grnde1 ist zuletzt eine ebenso einseitige und unzureichende1 als wenn gesagt werden wollte1 dass unser ,interesse und ,verstndniss eines sprachlichen ,satzes sich allein auf die grammatische ,form desselben unabhngig von dem materiellen ,inhalt oder der ,bedeutung der einzelnen in ihm enthaltenen ,worte beziehe4 ,die ganze ,wissenschaft von der ,sprache setzt sich zusammen aus ,grammatik und ,lexicon oder aus einem formellen und einem materiellen ,theile2 ebenso aber kann auch in der ,aesthetik einmal eine ,lehre von dem formalen ,gesetze der ,ordnung und ,verbindung oder gleichsam eine sthetische ,grammatik und ,syntax1 andererseits aber eine ,bearbeitung des materiellen ,werthes oder ,bedeutungsinhaltes der einzelnen einfachen ,bestandtheile des ,schnen selbst unterschieden werden4 ,wir glauben den ,satz aussprechen zu drfen1 dass an sich jede einzelne sinnliche ,wahrnehmung einen bestimmten ,werth oder eine ,bedeutung fr unser geistiges ,empfinden besitze4 ,eine schne ,sache oder ein ,kunstwerk ist nur ein bestimmtes ,system oder eine formale ,verbindung solcher einzelner ,elemente2 auch diese einzelnen ,elemente als solche bedrfen einer wissenschaftlichen ,bearbeitung in ,rcksicht ihres sthetischen ,werthes4 ,zu diesen einfachen ,elementen gehren auch die ,farben4 ,unsere ganze ,aesthetik ist namentlich deswegen zum ,theil noch unvollkommen1 weil man die ,aufgabe derselben bisher noch wesentlich auf die blosse ,bearbeitung des eigentlichen oder specifischen ,schnen1 insbesondere in ,rcksicht des einseitigen ,elementes der ,form beschrnkt hat4 ,es giebt noch eine andere oder ,elementarlehre der ,aesthetik ber die empfindungsmssige ,bedeutung oder den ,werth der unmittelbar gegebenen einzelnen ,elemente und ,erscheinungen des sinnlichen ,wahrnehmens und es hat diese an und fr sich die erste ,einleitung und ,voraussetzung fr die ,aesthetik im hheren ,sinne als die ,lehre vom ,schnen oder von den wohlgeflligen ,verbindungsverhltnissen jener einfacheren ,elemente zu bilden4 ,ich habe deswegen auch in meinem ,grundriss einer allgemeinen ,aesthetik in diesem ,sinne eine niedere und eine hhere ,abtheilung des sthetischen ,erkennens unterschieden4 ,der wahre und vollkommene wissenschaftliche ,begriff der ,aesthetik ist zunchst noch keineswegs allein derjenige vom ,schnen1 sondern vielmehr derjenige von den objectiven1 d4 h4 von den sich mit innerer ,nothwendigkeit an die smmtlichen ,erscheinungen des usseren ,wahrnehmens anknpfenden ,empfindungen der menschlichen ,seele berhaupt und es tritt dieselbe unter diesem ,gesichtspunkt namentlich der ,logik als der ,lehre vom objectiven1 d4 h4 dem an sich wahren oder mit dem geistigen ,inhalte der ,wirklichkeit einstimmigen ,denken verwandtschaftlich zur ,seite4 ,auch bei der ,bearbeitung der ,logik aber ist es ein ,missverstndniss oder ein ,fehler1 wenn hier das ,hauptgewicht immer auf das sogenannte formelle ,element1 die allgemeinen ,figuren des ,schliessens u4 s4 w4 gelegt wird4 ,es kommt beim richtigen ,denken hauptschlich immer darauf an1 was in dem einzelnen bestimmten ,begriffe als solchem enthalten sei oder gedacht werde4 ,das ,element der ,form ist berall nur dazu da1 die ,verhltnisse der materiellen ,theile der ,sache zu ihrem wahrhaften ,ausdruck zu bringen und nicht in ihr1 sondern in diesen letzteren selbst ist daher berall der wahrhafte ,schwerpunct fr unsere ,auffassung des ,ganzen der ,sache gegeben4 #e4 ,das empfindende und das denkende ,erkennen der ,seele4 ,aller ,zusammenhang des menschlichen ,seelenlebens mit der ,aussenwelt findet zunchst seine ,vermittelung durch die ,wahrnehmungen der ,sinne4 ,die ,sinne sind an sich krperliche ,organe1 deren ganze ,functionen aber in einer ,beziehung auf das ,leben der ,seele bestehen4 ,wie es bei den sinnlichen ,wahrnehmungen selbst zugehe1 ist eine der tiefsten und schwierigsten ,fragen der ,physiologie4 ,es sind dieses jedenfalls ,vorgnge von anderer ,art als sie sich in der ganzen brigen sinnlichen ,natur vorfinden4 ,die ,lichtstrahlen treffen auch andere ,puncte in der brigen krperlichen ,natur als gerade das menschliche oder thierische ,auge2 aber eben dieses ,organ ist specifisch fr die ,aufnahme und ,sammlung der ,lichtstrahlen disponirt4 ,das ,licht ist da fr das ,auge1 ebenso wie die ganze ussere oder sinnliche ,welt da ist fr den ,geist oder in diesem das ,organ und den einheitlichen ,mittelpunct der ,aufnahme ihres ganzen ,inhaltes findet4 ,die ,dinge sind allerdings da an sich1 auch ohne dass sie durch das ,auge gesehen oder durch den ,geist erkannt und begriffen werden4 ,aber alles andere ,einzelne ist blind und dumm der ,welt gegenber ausser dem ,auge und dem ,geist4 ,alles ,makrokosmische verlangt ein ,mikrokosmisches sich gegenber4 ,es wre ein ,mangel in der ,welt1 wenn es kein ,auge gbe1 um sie zu sehen1 und keinen ,geist1 um sie zu begreifen4 ,das ,auge ist insofern der letzte ,endzweck des ,lichtes und der ,geist derjenige der ,ordnung in der ,natur4 ,die ,natur selbst bringt das ,auge und den ,geist hervor1 damit sie von ihnen gesehen und begriffen werden kann4 ,die ,sinne des ,menschen aber sind die ersten ,trger und ,diener seines ganzen geistigen ,lebens4 ,sie sind diejenigen ,theile oder ,organe des ,krpers1 welche der ,aufnahme der usseren ,dinge adquat sind und aus deren ,eindrcken sich die ,seele ihr ganzes ,bild von einer usseren ,welt zusammensetzt4 ,wir mssen den ,sinnen eine allgemeine ,wahrhaftigkeit zugestehen1 weil sonst unsere ganze brige ,weltauffassung eine hinfllige wre4 ,alles actuelle ,leben des ,geistes oder der ,seele ist gebunden an die ,thtigkeiten oder ,functionen der ,sinne und es ist an und fr sich ein blosser ,schein1 als ob die ,seele ein rein innerliches oder von der ,mitwirkung der ,sinne abgelstes ,leben zu fhren im ,stande sei4 ,unsere ,seele empfngt den ganzen ,inhalt ihres ,vorstellens zunchst aus den ,eindrcken und ,wahrnehmungen der ,sinne1 wenn sie dann auch denselben fr sich weiterhin ausbildet und verarbeitet4 ,dieses reine oder innere ,vorstellen der ,seele aber hngt auch dann immer noch in gewisser ,weise zusammen mit der ,thtigkeit oder dem ,leben der ,sinne4 ,auch dann1 wenn unser ,auge blind ist oder wir nichts wahrnehmen von den usseren ,dingen1 glauben wir doch bei uns selbst immer irgend etwas zu sehen oder es sind wesentlich immer innere ,bilder und ,anschauungen1 welche bei allen ,zustnden und ,vorgngen des ,lebens der ,seele sich in uns befinden4 ,der ,that nach ist das ganze geistige ,leben des ,menschen nichts als ein fortwhrendes innerliches ,anschauen oder ,sehen4 ,das ,leben des ,auges und dasjenige des ,geistes ist zuletzt thatschlich eines und dasselbe oder es ist das letztere nichts als eine ,reihe von ,bildern1 die aus der ,abwandelung und ,reflexion der wirklichen durch das erstere aufgenommenen ,bilder in uns entstehen4 ,es ist streng genommen unrichtig zu sagen1 dass die ,anschauungen nur einen einzelnen ,theil oder eine besondere ,art des ganzen ,vorstellungslebens der ,seele ausmachten4 ,wir unterscheiden allerdings im ,allgemeinen1 namentlich nach dem ,vorgange ,kants1 das doppelte ,vermgen oder die doppelte ,abtheilung alles ,vorstellens der ,seele1 die ,anschauungen und die ,begriffe4 ,die ,anschauungen entsprechen an und fr sich den einzelnen sinnlich gegebenen ,erscheinungen und ,bildern der usseren ,welt1 whrend dagegen die ,begriffe an den allgemeinen oder geistig abstracten ,momenten der usseren ,dinge ihren ,inhalt oder ihre objective ,wirklichkeit haben4 ,aber inwiefern ein ,begriff oder eine ihrem ,inhalte nach allgemeine ,geistesvorstellung der ,wirklichkeit nach in der ,seele existirt1 so nimmt sie nothwendig immer zugleich die ,gestalt einer ,anschauung oder eines innerlich von uns gesehenen einzelnen ,bildes fr uns an4 ,es ist schlechthin unmglich1 irgend einen abstracten ,begriff rein an sich oder als solchen in der ,seele vorzustellen und festzuhalten4 ,immer bekleidet sich derselbe mit irgend einem entweder natrlich zu ihm gehrenden oder doch zufllig und conventionell sich mit ihm verbindenden sinnlich anschaulichen ,bilde4 ,sehr hufig besteht dieses anschauliche ,element in nichts ,anderem als in der ,vorstellung der blossen ,schriftzge des den ,begriff vertretenden ,wortes4 ,ueberhaupt hat ein ,begriff in der ,seele eine wirkliche ,gestalt oder ,form nur in dem ihn vertretenden ,worte der ,sprache und alles ,denken ist insofern thatschlich nichts als ein fortwhrendes ,umgehen und ,verknpfen der inneren ,anschauungen oder ,vorstellungsbilder der ,worte der ,sprache4 ,anschauung und ,vorstellung ist insofern eines und dasselbe als auch alle diejenigen ,vorstellungselemente der ,seele1 die keine eigentlichen und unmittelbaren oder objectiv gegebenen ,anschauungsbilder sind1 doch innerhalb der ,seele selbst nothwendig die ,gestalt von solchen anzunehmen genthigt sind4 ,auch alle diejenigen ,wahrnehmungen oder ,eindrcke aber1 welche uns durch irgend einen andern ,sinn als durch den des ,gesichtes selbst zugefhrt werden1 wie ,tne1 ,geruchsempfindungen u4 s4 w41 mssen doch1 inwiefern sie in die ,seele selbst eintreten oder innerlich von uns vorgestellt werden1 nothwendig zugleich die ,form einer ,anschauung oder eines inneren ,gesichtsbildes fr uns annehmen und es sind z4 ,b4 bei dem ,anhren einer ,musik doch immer zugleich innere ,farben- oder ,gesichtswahrnehmungen1 welche in unsere ,seele eintreten oder mit denen sich alle jene einzelnen ,tne fr unser ,vorstellen umkleiden4 ,jede andere ,sinneswahrnehmung muss1 wenn sie in die ,seele eintreten oder zu einer inneren ,vorstellung werden soll1 nothwendig zugleich den ,umweg durch den ,sinn des inneren ,gesichtes oder der ,anschauung nehmen oder es bildet dieser ,sinn gewissermaassen das 1 in welchem alle anderen ,sinneswahrnehmungen sich zuerst vereinigen und sammeln1 ehe sie zu einem ,eigenthum der ,seele werden oder in den ,besitz derselben bergehen knnen4 ,alles geistige ,leben ist zuletzt nichts als ein fortwhrendes inneres ,anschauen oder ,sehen und es ist insofern in erster ,linie der ,sinn des ,auges oder des ,gesichtes1 an welchen das ganze ,leben der ,seele sich gebunden findet4 ,wir unterscheiden die einzelnen ,sinne zunchst in die beiden allgemeinen ,gruppen der niederen und der hheren1 deren erste den ,geruch1 ,geschmack1 das ,gefhl1 deren letztere das ,gesicht und das ,gehr in sich einschliesst4 ,die beiden hheren ,sinne sind von den drei anderen zunchst dadurch unterschieden1 dass in ihnen kein unmittelbarer physischer ,contact mit der krperlichen ,materie stattfindet1 sondern dass es hier das doppelte ,medium des ,lichtes und des ,schalles ist1 welches zwischen uns und die wirkliche ,natur der usseren ,dinge in die ,mitte tritt4 ,die hheren ,sinne sind hierdurch in einer vornehmeren ,weise der ,berhrung mit der niederen groben ,materie entrckt4 ,ihr ,zusammenhang mit dem ,leben des ,geistes ist ein nherer und directerer als derjenige der niederen ,sinne4 ,es sind zunchst hauptschlich die beiden hheren ,sinne1 auf denen unser allgemeines ,bild oder unsere ganze ,vorstellung von der usseren ,welt beruht4 ,an die beiden hheren ,sinne knpft sich ferner nicht in dem ,grade wie an die drei niederen die ,unterscheidung des physisch ,angenehmen und ,unangenehmen und das ,interesse an einer blos krperlichen oder materiellen ,lebensbefriedigung an4 ,die drei niederen ,sinne sind smmtlich ,egoisten1 d4 h4 es sind berall nur angenehme ,eindrcke1 welche von ihnen aufgesucht werden1 whrend alles ,unangenehme peinlich von ihnen empfunden und zurckgewiesen wird4 ,auch die niederen ,sinne aber haben allerdings immer einen bestimmten ,werth fr die allgemeine geistige ,bildung und sthetische ,erziehung des ,menschen4 ,ihre ,verfeinerung hngt immer zusammen mit der allgemeinen ,verfeinerung und ,veredelung des persnlichen ,wesens des ,menschen berhaupt4 ,als eigentliche oder an bestimmten ,puncten localisirte und an gewisse selbststndige ,organe gebundene ,sinne aber sind auch hier streng genommen nur die beiden des ,geruches und des ,geschmackes zu bezeichnen1 whrend der sogenannte fnfte ,sinn1 das ,gefhl1 sich ber die ganze ,oberflche des ,krpers verbreitet und nur hier in dem ,tastvermgen der ,finger und ,hnde seine usserste ,verschrfung oder ,zuspitzung erfhrt4 ,die ,hand aber ist wesentlich das ausfhrende oder praktische ,organ des menschlichen ,krpers fr die nach ,aussen gewendeten ,gedanken oder ,antriebe unserer ,seele4 ,es verbindet sich mit ihr auch ein besonders feines ,vermgen des ,empfindens fr die ,eindrcke der ,haut1 woraus mit wesentlich dasjenige entspringt1 was wir die praktische oder mechanische ,geschicklichkeit nennen4 ,dieses ,organ der ,hand fehlt dem ,krper des ,thieres1 whrend seine sonstigen ,sinnesorgane im ,allgemeinen denen des ,menschen hnlich sind4 ,der ,mensch berwindet die ganze ussere ,welt zunchst nur durch das ,organ seiner ,hand2 er erschafft sich mit ihr zunchst die ,werkzeuge1 auf deren ,anwendung seine ganze weitere ussere oder materielle ,cultur beruht4 ,die ,hand ist insofern das krperliche ,zeichen oder die ,signatur der thatkrftigen ,herrschaft des ,menschen ber die ussere ,welt4 ,umgekehrt besitzt das ,thier ein bestimmtes krperliches ,organ1 welches ebenso das ,zeichen oder die ,signatur seiner ,unfreiheit oder seiner ,abhngigkeit von der ,macht der physischen ,natur ist4 ,dieses ist der ,schwanz1 auf dessen sthetische ,bedeutung ich in meinem ,grundriss einer allgemeinen ,aesthetik hingewiesen habe4 ,die aufnehmenden ,sinnesorgane aber sind an sich dem ,menschen mit dem ,thier gemein2 ein jeder einzelne localisirte ,sinn aber ist an sich einer anderen ,gattung usserer ,wahrnehmungen oder ,eindrcke adquat4 ,diese einzelnen ,sinne sind gleichsam verschiedene ,pforten1 deren jede nach einer anderen ,seite oder ,region der usseren ,welt hinfhrt4 ,die beiden grsseren oder ,hauptpforten aber sind das ,gesicht und das ,gehr1 von denen jenes im ,allgemeinen den rumlichen1 dieses aber den zeitlichen ,erscheinungen und ,vorgngen in der usseren ,welt adquat ist4 ,die ,wahrnehmungen von diesen aber haben vorzugsweise einen hheren geistigen oder sthetischen ,werth und es wird auf die ,untersuchung von ihnen zunchst die ganze ,bestimmung des sthetischen ,werthes aller einzelnen ,sinneseindrcke gegrndet werden mssen4 ,es sind an sich berall nur einzelne oder vorbergehende ,eindrcke1 welche uns durch die ,wahrnehmungen der ,sinne zugefhrt werden4 ,das ,gemeinsame und ,wiederkehrende dieser ,eindrcke bildet fr uns den ,stoff oder die ,basis der ,begriffe4 ,die ,seele des ,thieres kommt ber den blassen ,wechsel der ,sinneseindrcke nicht hinaus4 ,die ,begriffe aber sind an sich die collectiven ,einheiten und ,reprsentanten aller einzelnen ,gattungen von sinnlichen ,wahrnehmungen4 ,in ihnen also ist das an und fr sich ,feste und ,bleibende unseres ganzen inneren ,vorstellungslebens im ,gegensatz zu dem vorbergehenden ,wechsel der sinnlichen ,eindrcke enthalten4 ,die ganze ,region der ,begriffe ist nichts als eine zusammengezogene ,vereinigung und ,verdichtung derjenigen der sinnlichen ,wahrnehmungen4 ,es ist insofern absolut falsch1 den ,inhalt der ,begriffe oder das ,vermgen des ,denkens als eine an sich gegebene unabhngige und selbststndige ,region des menschlichen ,seelenlebens neben derjenigen des sinnlichen ,wahrnehmens und ,empfindens ansehen zu wollen4 ,erst aus den sinnlichen ,wahrnehmungen allein ist von ,anfang an der ganze weitere ,inhalt des ,seelenlebens entstanden4 ,die ganze ,frage nach einem rein innerlichen oder a priori gegebenen ,besitze des ,lebens der ,seele beruht an sich auf einer unrichtigen ,vorstellung von der geistigen ,natur des ,menschen und seinem ,verhltniss zur usseren ,welt4 ,man hat hierdurch die eigene ,unabhngigkeit und ,selbststndigkeit der ,vernunft im ,gegensatz zu ihrer ,abhngigkeit von der usseren ,erfahrung festzustellen versucht4 ,es geschah dieses insbesondere durch den anthropologischen ,idealismus und ,subjectivismus der ,lehrweise ,kants4 ,alles dieses aber ist an sich nichts als ein falscher und missverstandener ,weg1 um den ,satz von der inneren ,freiheit und ,wrde des menschlichen ,geistes zu retten4 ,man glaubte etwas ,bestimmtes feststellen und ausfindig machen zu mssen1 was dem menschlichen ,geiste an sich oder a priori und vor der ,berhrung mit der usseren ,erfahrung eigenthmlich sein und auf welchem eben seine ganze innere ,herrschaft ber die letztere beruhen sollte4 ,namentlich ist es das ,denken und sind es die ganzen inneren ,regionen des ,lebens des menschlichen ,geistes auf welchem zunchst seine ,unabhngigkeit von der usseren ,erfahrung und seine ,herrschaft ber dieselbe zu beruhen scheint4 ,indirect aber geht auch alles dieses zuletzt nur aus der ,berhrung mit der usseren ,erfahrung oder durch ,anschluss an diese hervor4 ,es kann nicht gesagt werden1 dass irgend ein bestimmtes ,moment seines ,innern dem menschlichen ,geiste bereits an sich oder vor seiner ,berhrung mit der usseren ,welt gegeben und eigenthmlich sei4 ,alles dieses ,innere in uns weist durchaus und mit ,nothwendigkeit auf etwas ,aeusseres oder empirisch ,gegebenes zurck4 ,was dem menschlichen ,geiste an sich gegeben und eigenthmlich ist1 ist blos die ,fhigkeit oder ,kraft1 aus den ,erscheinungen der usseren ,erfahrung alles dasjenige ,weitere abzuleiten und zu entwickeln1 was er in sich selbst trgt und worauf dann seine ganze sptere ,freiheit und ,herrschaft ber jene beruht4 ,alles dieses innere also kann hchstens im latenten ,zustande oder der blossen ,mglichkeit nach als ursprnglich in ihm liegend angesehen werden4 ,das ,denken als eine bestimmte ,actualitt tritt im ,leben der ,seele erst hervor mit dem ,besitze der ,sprache und es kann hchstens im potentiellen ,sinne des ,wortes als etwas ursprnglich in ihr ,liegendes angesehen werden4 ,es geht aber hieraus noch keineswegs hervor1 dass das ganze innere ,leben der ,seele gleichsam eine blosse unmittelbare und nothwendige ,folge oder ein mechanischer ,abdruck des ausser ihr gegebenen ,stoffes der ,erfahrung sei4 ,es war dieses wesentlich die ,lehre der ,stoiker von der menschlichen ,seele als einer tabula rasa1 in welcher sich so wie auf der ,flche eines ,spiegels mit ,nothwendigkeit das gegebene ,bild der usseren ,welt reflectire4 ,nach dieser ,lehre msste eigentlich in jeder menschlichen ,seele vollkommen dasselbe ,bild der usseren ,welt oder ganz der gleiche ,apparat der ,anschauungen1 ,vorstellungen1 ,urtheile u4 s4 w4 entstehen als in der anderen und es lugneten in der ,that auch die ,stoiker die geistige ,individualitt1 indem sie annahmen1 dass alle ,weisen oder ,vernnftigen in allen ,punkten des ,lebens mit einander einstimmig sein mssten4 ,auch der neuere anthropologische ,empirismus der ,englnder schliesst sich an diesen ,vorgang der ,stoiker an1 nur dass demselben wesentlich die ,behauptung der ,einstimmigkeit des inneren ,vorstellungsbildes der ,seele mit dem reinen ,wesen oder dem ,ansichsein der usseren ,welt fremd ist und es sich hier blos um eine ,ableitung des ganzen weiteren inneren ,vorstellens der ,seele von den zuerst gegebenen einfachen sinnlichen ,anschauungen handelt4 ,kant aber versuchte die ,selbstheit der ,vernunft oder des menschlichen ,geistes zu retten durch die ,annahme eines ,systemes ursprnglicher oder a priori gegebener ,momente des inneren ,anschauens1 ,denkens1 ,wollens und ,vorstellens4 ,er zog insofern eine ,grenze zwischen einem rein subjectiven1 innerlichen1 a priori gegebenen und einem objectiven1 usserlichen oder a posteriori aufgenommenen ,theil des ganzen gegebenen ,vorstellungsinhaltes der menschlichen ,vernunft4 ,diese oder irgend eine andere hnliche ,grenze ist vollkommen unhaltbar4 ,kant stellte sich die menschliche ,vernunft in einer usserlichen oder mechanischen ,weise gleichsam vor als ein ,gefss mit einer bestimmten gegebenen ,form1 deren ,gesetz sich der von ,aussen in sie eintretende ,inhalt anzubequemen habe4 ,es war diese ,vorstellungsweise allerdings eine nothwendige fr die ,durchfhrung des ,kantischen ,grundgedankens von der ,superioritt der menschlichen ,vernunft ber den ,inhalt der usseren ,erfahrung4 ,aber es kann eben das ,besondere und ,eigenartige des menschlichen ,geistes nicht in einen solchen bestimmten und usserlichen ,apparat des ,vorstellens verlegt werden4 ,jeder einzelne menschliche ,geist ist zunchst eine bestimmte und eigenthmliche ,kraft oder ,form des ,aufnehmens des ,inhaltes der usseren ,welt4 ,der menschliche ,geist berhaupt ist wahrscheinlich auch nur eine bestimmte solche eigenthmliche ,kraft oder ,form und es darf derselbe keineswegs wie es in der ,identittslehre ,schellings und ,hegels geschehen ist mit dem ,geiste oder der ,vernunft an sich und im absoluten ,sinne des ,wortes verwechselt und zusammengeworfen werden4 ,von dieser ,eigenthmlichkeit des menschlichen ,geistes berhaupt aber werden wir annehmen drfen1 dass sie zunchst nur dem ,begreifen der uns unmittelbar umschliessenden besonderen irdischen ,natur oder ,objectivitt adquat sein werde4 ,wir sind der ,geist an sich auf dem ,schauplatze und innerhalb der ,grenze des ,lebens der ,erde oder alles desjenigen1 was uns zunchst umgiebt1 und wir knnen unsere eigene ,subjectivitt und ,individualitt nur begreifen im unmittelbaren ,zusammenhang und als das adquate ,organ fr das ,aufnehmen und ,verstehen dieser uns selbst in sich umschliessenden usseren ,objectivitt4 ,alles dasjenige1 was unsere ,begriffe in sich enthalten1 ist unmittelbar genommen nichts ,anderes als dasjenige1 was wir an und fr sich auch schon in unseren ,anschauungen besitzen4 ,alles ,denken entsteht wesentlich nur aus einem ,bewusstwerden ber dasjenige1 was wir zuerst aus der ,anschauung oder ,empfindung in uns aufgenommen haben4 ,die ,begriffe sind an sich berall die ,abstractionen und die innerlichen ,vertreter der gleichartigen sinnlichen ,anschauungen4 ,es geht in beiden ,abtheilungen des ,erkennens zuletzt nach einer wesentlich hnlichen und gleichartigen ,regel oder ,gesetzmssigkeit zu4 ,alles denkende ,erkennen ist vom empfindenden an sich dadurch verschieden1 dass es in der ,aufeinanderfolge der einzelnen ,begriffe oder der diese vertretenden ,worte der ,sprache in einer ganz bestimmten und deutlichen ,gliederung seiner ,bewegungen vor uns erscheint4 ,den ,fortschritt oder die ,bewegung des ,denkens knnen wir hierdurch gleichsam usserlich messen1 verfolgen und bestimmen1 whrend die innere ,bewegung unseres ,empfindens sich jeder solcher usserlichen ,gliederung oder ,bestimmung entzieht4 ,alles ,empfinden erscheint deswegen unklar1 unbestimmt und schwankend gegenber der hheren ,reinheit1 ,klarheit und ,durchsichtigkeit des denkenden ,erkennens der ,seele4 ,es giebt keine ,sprache fr das ,empfinden in dem ,sinne wie es eine solche fr den ,gedankeninhalt der ,seele giebt4 ,baumgarten aber sah in allem ,empfinden eine dunkle und unklare ,vorahnung der hheren und vollkommeneren ,klarheit des logischen ,denkens4 ,hierauf grndete sich auch seine ,meinung1 dass das ,schne oder das specifische ,object des empfindenden ,erkennens nichts sei als eine verhllte und anschauliche ,darstellung eines abstracten logischen ,gedankens4 ,das ,schne wurde hierdurch in seiner specifischen ,eigenthmlichkeit neben einem blossen ,werk oder einer ,erscheinung des verstandesmssigen ,denkens verkannt4 ,eben hierin bestand der allgemeine ,irrthum der sthetischen ,lehre ,baumgartens4 ,die ,sphre der ,kunst und des ,schnen ist an sich eine ganz andere und selbststndige ,region neben derjenigen der ,wissenschaft und des gedankenmssig ,wahren4 ,fr unseren gegenwrtigen ,geschmack ist gerade alles ,beabsichtigte und gedankenmssig ,reflectirte das specifische ,gegentheil und die eigentliche ,aufhebung der wahrhaften ,vollkommenheit des ,schnen4 ,wir verlangen vom ,schnen in erster ,linie1 dass es natrlich sein soll1 whrend man zur ,zeit ,baumgartens wesentlich noch das ,schne mit dem ,erknstelten verwechselte oder es nicht aus sich1 sondern aus seiner ,uebereinstimmung mit irgend einer abstracten ,idee oder ,regel aufzufassen und zu beurtheilen pflegte4 ,es war dieses im ,allgemeinen die ,zeit des sogenannten ,zopfthumes in der ,geschichte der neueren ,kunst1 welchem auch die sthetische ,lehre ,baumgartens zum ,ausdruck diente4 ,man schtzte z4 ,b4 insbesondere die ,allegorie1 welche sich in unserer ,zeit einer nur geringen ,anerkennung in der ,kunst und ,aesthetik zu erfreuen hat4 ,diese ist in directer ,weise die ,erscheinung oder sinnbildliche ,darstellung irgend eines ,begriffes oder einer allgemeinen geistigen ,idee1 und durch ,baumgarten wurde wesentlich das ,schne berhaupt in einem hnlichen ,lichte aufzufassen versucht4 ,man hatte berhaupt damals fr das eigentlich ,freie1 ,natrliche und ,ungezwungene im ,schnen noch kein ,verstndniss4 ,die ,lehre ,baumgartens war der ,ausdruck und die ,folge des allgemeinen geistigen und knstlerischen ,pedantismus seiner ,zeit4 ,es ist aber immerhin wahr1 dass die ganze ,natur des sthetischen oder empfindenden ,erkennens aufgefasst und beurtheilt werden darf nach der ,analogie des denkenden oder logischen4 ,alles denkende ,erkennen besteht darin1 mit einem bestimmten gegebenen ,begriffe als dem logischen ,subject diejenigen ,eigenschaften oder ,prdicate zu verbinden1 welche an und fr sich zu ihm gehren oder in denen sein eigener logischer ,inhalt und ,werth besteht4 ,eine solche ,operation des ,denkens ist ein logisches ,urtheil und es setzt sich dasselbe naturgemss immer zusammen aus den beiden allgemeinen ,gliedern des ,subjectes und ,prdicates4 ,nach dieser ,analogie aber darf auch von ,urtheilen unseres empfindenden oder sthetischen ,erkennens gesprochen werden4 ,mit einer bestimmten gegebenen sinnlichen ,wahrnehmung1 wie z4 ,b4 der einer ,farbe1 verbindet sich irgend eine weitere ,empfindungsvorstellung in unserer ,seele2 hierbei also ist jene ,wahrnehmung selbst das zuerst gegebene ,subject1 diese ,empfindungsvorstellung aber das mit ihm verknpfte ,prdicat unseres sthetischen ,erkennens4 ,alle sinnlichen ,wahrnehmungen aber haben es an und fr sich an sich1 zu ,gegenstnden oder ,subjecten unseres sthetischen ,erkennens erhoben werden zu knnen1 indem wir uns hierdurch bestreben1 dieselben in dem ihnen an sich zukommenden geistigen ,werth oder in ihrer reinen sthetischen ,bedeutung zu erfassen4 ,diese bestimmte sich mit ihnen verbindende innere ,empfindungsvorstellung ist allerdings ihrem nheren ,charakter nach immer etwas ,undefinirbares oder ,unsagbares2 aber es kann doch immerhin versucht werden1 sie selbst in ,begriffe zu fassen oder sich ihres ,inhaltes in deutlicher oder denkender ,weise bewusst zu werden4 ,die ,region des ,denkens in der ,seele tritt zuerst berall aus derjenigen des ,empfindens hervor2 es kann aber weiter durch das ,denken selbst das ,empfinden begrifflich erkannt oder in die ,form des ,bewusstseins zu erheben versucht werden4 ,eben dieses aber ist es1 worin die ,aufgabe und das ,prinzip aller wissenschaftlichen ,aesthetik besteht4 #f4 ,die ,farbe und der ,ton4 ,jede einzelne ,gattung der sinnlichen ,wahrnehmungen hat an und fr sich einen durchaus eigenthmlichen und besonderen ,charakter4 ,die ,natur der ,farbe aber begrenzt sich hierin zunchst mit derjenigen des ,tones4 ,fr unser ,ohr ist der ,ton dasselbe was fr das ,auge die ,farbe4 ,aber die ,natur und die ,bedeutung beider ,sinne fr das ,seelenleben des ,menschen ist nichtsdestoweniger eine wesentlich verschiedene4 ,es ist eine ganz andere ,welt von ,eindrcken1 welche uns durch einen jeden von ihnen zugefhrt wird4 ,durch die ,farbe leben wir mehr in ,verbindung mit den ,dingen in der usseren ,welt oder der ,natur1 whrend wir durch den ,ton mehr von innerlich geistigen oder menschlich subjectiven ,mittheilungen berhrt werden4 ,die ,farbe ist uns wichtiger fr den ,verkehr mit der ,krperwelt oder der ,objectivitt1 whrend der ,ton seine ,hauptbedeutung in dem geistigen ,leben der ,subjectivitt hat4 ,der ,mangel des einen oder des anderen ,sinnes hat deswegen auch eine vollkommen verschiedene ,ausbildung und ,richtung des menschlichen ,seelenlebens zur ,folge4 ,die ,function und ,leistung des anderen unversehrten oder vorhandenen ,sinnes wird hierdurch nothwendig eine ausgedehntere und grssere4 ,beim ,taubstummen befindet sich das mechanische ,formengeschick1 beim ,blinden das ,gefhl fr ,musik in vergleichsweise gnstigeren ,bedingungen der ,entwickelung4 ,es muss dort die ,function des ,auges zum ,theil diejenige des ,ohres1 hier aber die letztere die erstere mit bertragen4 ,das ganze ,seelenleben des ,taubstummen ist auf die ,basis der ,wahrnehmungen durch das ,gesicht1 dasjenige des ,blinden auf die von denen durch das ,gehr gegrndet4 ,jener lebt an sich nur in usserlichen oder sichtbaren ,bildern und ,anschauungen1 dieser aber in innerlichen subjectiven ,gefhlsvorstellungen oder ,empfindungen4 ,das ganze ,seelenleben des ,taubstummen muss sich wesentlich entwickeln in der ,richtung von ,aussen nach ,innen1 das des ,blinden aber in der von ,innen nach ,aussen4 ,jenem ersteren mssen unter ,anschluss an die sichtbaren ,dinge zuerst die ,vorstellungen von den ,begriffen und ,worten der ,sprache beigebracht werden1 dieser letztere muss sich auf ,grund geistiger ,mittheilungen ein inneres ,bild von einer sichtbaren oder krperlichen ,welt zu erschaffen versuchen4 ,bei dem vollsinnigen ,menschen aber ergnzen sich berall beide ,gattungen von ,wahrnehmungen oder ,eindrcken zu der ,entstehung seines ,gesammtbildes von einer sinnlichen und geistigen ,welt4 ,der ,sinn des ,gehres aber ist an sich der im specifischen ,sinne des ,wortes geistigen oder subjectiven1 der des ,gesichtes dagegen der sinnlichen oder objectiven ,seite des den ,menschen umgebenden ,daseins zugewandt4 ,die ,menge der auf den ,menschen eindringenden ,wahrnehmungen durch die ,farbe ist an sich berall eine unendlich grssere als diejenige der ,wahrnehmungen durch den ,ton4 ,unsere ganze ,communication mit der ,natur beruht hauptschlich auf den ,wahrnehmungen durch das ,gesicht oder die ,farbe4 ,nur durch die ,farbe empfangen wir im ,allgemeinen ein vollstndiges ,bild von dem ,ganzen der uns umgebenden wirklichen oder natrlichen ,welt4 ,alle anderen ,sinne ergnzen hier zuletzt nur dasjenige1 was uns durch die ,farbe oder das ,gesicht zugefhrt und mitgetheilt wird4 ,jedes einzelne ,ding in der ,natur wird durch die ,vermittelung der ,farbe in seiner usseren ,erscheinung von uns erkannt1 whrend die ,thtigkeiten der brigen ,sinne sich berall nur auf vereinzelte und untergeordnete ,phnomene in der natrlichen ,wirklichkeit beziehen4 ,die ,menge der ,farbenerscheinungen in der ,natur ist insbesondere fr uns eine unendlich grssere als diejenige der ,phnomene des ,tones oder des ,schalles4 ,die ,natur ist wesentlich fr uns ein ,gemlde gegenber dem ,auge1 aus welchem nur in sehr beschrnktem ,umfange auch einzelne ,wahrnehmungen des ,tones an unser ,ohr heranzutreten pflegen4 ,der ,ton berhaupt entfaltet sich erst in der ,sphre des ,menschen theils als ,sprache1 theils als ,musik zu seiner hheren knstlerisch gegliederten ,vollkommenheit1 whrend der blosse ,naturlaut im ,allgemeinen noch jedes hheren ,reizes oder jeder geordneten ,vollkommenheit entbehrt4 ,auf dem ,gebiete der ,farbe aber ist umgekehrt die ,natur uns oder dem ,menschen in unbedingter ,weise berlegen1 indem alle knstlichen ,farben des ,malers weit hinter der ,reichhaltigkeit und ,pracht der ,farben in der ,natur zurckbleiben4 ,es liegt im ,wesen des ,tones1 dass er nicht in der gleichen ,reichhaltigkeit und ,flle seiner ,erscheinungen von uns aufgenommen werden kann als die ,farbe4 ,es wre unertrglich fr uns1 wenn zu derselben ,zeit ebenso viele verschiedene ,tonwahrnehmungen an unser ,ohr herantreten wollten als ,farbenwahrnehmungen an unser ,auge4 ,die einzelne ,farbe ist fr uns ein ,mittel der ,wahrnehmung nur insofern1 als sie sich zugleich mit gewissen anderen ,farben berhrt und begrenzt4 ,jeder einzelne ,ton dagegen will rein und unvermischt mit anderen ,tnen von uns wahrgenommen werden4 ,eine ,mehrheit gleichzeitiger verschiedener ,tne ist an sich schlechthin unertrglich fr unser ,ohr4 ,die einzelne ,farbe verlangt andere ,farben neben sich1 whrend der einzelne ,ton an sich jeden anderen ,ton neben sich ausschliesst oder ganz allein an unser ,ohr heranzutreten verlangt4 ,wir wrden nichts sehen1 wenn ,alles um uns her ganz die gleiche ,farbe trge4 ,es liegt im ,wesen der ,farbe1 neben einander zu erscheinen1 im ,wesen des ,tones aber1 einzeln und nach einander von uns vernommen zu werden4 ,auch ist jeder ,ton im ,ganzen nur eine schnell vorbergehende1 die ,farbe dagegen eine dauernde und bleibende ,erscheinung in den ,dingen4 ,es ist berhaupt eine weise ,einrichtung der ,natur1 dass sie uns mit ,wahrnehmungen des ,tones nicht in dem gleichen ,maasse berschttet hat als mit solchen der ,farbe4 ,es bedarf im ,allgemeinen der ,mensch der ,stille um ihn her und es nimmt der einzelne auf uns eindringende ,ton das ,leben und die ,aufmerksamkeit unserer ,seele an und fr sich in einer ganz anderen und schwerer fern zu haltenden ,weise fr sich in ,anspruch als das dem ,auge erscheinende ,lichtbild oder die ,farbe4 ,wir knnen schwerer von dem ,eindrucke des ,tones abstrahiren als von demjenigen der ,farbe4 ,wir sind z4 ,b4 bei dem ,anhren einer ,musik weit mehr die ,sklaven unserer sinnlichen ,eindrcke als bei der ,betrachtung eines ,gemldes oder eines landschaftlichen ,bildes4 ,die ,musik und berhaupt der ,ton reisst uns an sich gewaltiger und unwiderstehlicher mit sich fort als alles dasjenige1 was in sichtbarer ,weise unserem ,auge erscheint4 ,hier ist es nur die besondere ,bedeutung des ,wahrgenommenen selbst1 welche unter ,umstnden einen solchen unwiderstehlichen ,eindruck und ,reiz auf uns auszuben vermag1 whrend dort die blosse physische ,gewalt des ,tones an sich sich an unsere ,seelen heftet4 ,ein jeder berflssige1 lstige und unangenehme ,ton ist uns daher an sich bei ,weitem peinlicher1 widerwrtiger und unertrglicher als ,alles1 was uns durch die ,farbe erscheint4 ,den ,eindruck der ,farbe auf uns knnen wir in jedem ,augenblick leicht durch uns selbst von uns abstreifen und es strt uns dasjenige1 was wir sehen1 im ,allgemeinen nicht oder nur wenig in der ,verfolgung des eigenthmlichen inneren ,weges des ,lebens unserer ,seele4 ,die ,gegenstnde oder ,bilder1 die mich in meinem ,zimmer umgeben1 sind nicht strend fr die ,arbeit meines geistigen ,denkens1 whrend gegenber dem ,gerusch der ,strasse1 dem ,geschrei meines ,kanarienvogels u4 s4 w4 es immer einer gewissen ,anspannung oder ,abhrtung bedarf1 um sich hierbei nicht beirren zu lassen4 ,der ,ton ist an sich berall das ,bild einer ,unruhe oder ,bewegung und ruft daher auch in der ,seele immer den ,eindruck einer solchen hervor4 ,die ,farbe ist im ,allgemeinen etwas ,bleibendes und der ,ausdruck eines vorhandenen ,dinges oder einer feststehenden ,beschaffenheit in der usseren ,welt4 ,es ist an sich vielleicht mglich1 dass die ,menge des ,tones in der ,natur ganz die gleiche sei als diejenige der ,farbe1 d4 h4 dass so wie jeder ,krper uns in einer bestimmten ,farbe erscheint oder von dem ,auge durch das ,lieht erkannt wird1 so auch jede ,bewegung in der ,natur an und fr sich von einem bestimmten ,tone oder ,gerusche begleitet sei und daher eigentlich auch von unserem ,ohre wahrgenommen werden knne4 ,es finden aber gewiss auch kleine und unbedeutende ,molecularbewegungen fortwhrend um uns herum statt und es giebt daher wahrscheinlich auch noch bedeutend mehr ,gerusche in der ,natur als solche wirklich durch unser ,ohr vernommen werden4 ,zunchst ist nur uns gegenber die ,natur verhltnissmssig arm an ,tnen im ,vergleich zu ihrem sonstigen ,reichthum an ,farben4 ,eine solche ,flle von ,tnen aber wie gelegentlich in einem amerikanischen ,urwald oder ein unendlich lauter ,ton wie das ,getse einer ,schlacht sind an sich fr den ,geist des ,menschen etwas durchaus ,unertrgliches und es ist nur die lngere ,gewhnung1 welche unsere ,aufmerksamkeit gegen ein sich fortwhrend wiederholendes ,gerusch1 wie etwa gegen das ,klappern einer ,mhle abzustumpfen vermag4 ,die einzelnen menschlichen oder animalischen ,sinne knnen ferner in die beiden ,klassen derjenigen eingetheilt werden1 welche den auf sie eindringenden ,wahrnehmungen schutz- oder widerstandslos preisgegeben sind und derjenigen1 bei denen eben dieselben willkrlich von uns selbst abgewehrt oder fern gehalten werden knnen4 ,wir nennen die ersteren unter ihnen die unbewaffneten oder offenen1 die letzteren die bewaffneten oder geschlossenen ,sinne4 ,zu der ersteren ,klasse aber gehren insbesondere das ,gehr und der ,geruch1 zu der letzteren das ,gesicht und der ,geschmack4 ,wir sind nicht gezwungen1 irgend etwas ,bestimmtes zu sehen und zu schmecken oder mit der ,zunge zu geniessen4 ,wir brauchen dort nur das ,auge zu schliessen oder den ,rcken zu wenden1 um irgend einem unangenehmen ,bilde zu entgehen4 ,den ,ton aber mssen wir hren und den ,geruch mssen wir riechen oder wir knnen uns doch nur hchst unvollkommen und gewaltsam durch ,verhalten der ,hnde hiergegen schtzen4 ,dieser ussere ,unterschied aber hngt nothwendig auch mit dem inneren ,charakter der einzelnen ,sinne zusammen4 ,das ,gesicht und der ,geschmack werden im ,allgemeinen weit fter und regelmssiger von uns in ,thtigkeit gesetzt als das ,gehr und der ,geruch4 ,die ,wahrnehmungen durch die beiden letzteren ,sinne sind im ,allgemeinen weit drftigere und sparsamere als die durch die beiden ersteren4 ,nur diesen wenigeren ,wahrnehmungen gegenber aber sind wir schutzlos1 whrend wir unsere ,beziehungen zu jenen hufigeren selbststndig zu regeln vermgen4 ,der ,sinn des ,geruches ist berhaupt an und fr sich der allerbescheidenste am ,menschen1 indem er regelmssig eigentlich gar keine ,anregung oder ,befriedigung verlangt4 ,der ,sinn des ,geruches hat im ,allgemeinen nur eine geringe ,bedeutung fr das ganze ,verstndniss oder die ,communication des ,menschen mit der ihn umgebenden usseren ,welt4 ,fr das niedere ,seelenleben der ,thiere ist er von einer entschieden grsseren ,bedeutung1 indem hier insbesondere die geschlechtliche ,annherung nicht wie beim ,menschen durch den geistigen ,sinn des ,gesichtes oder das ,verstndniss und das ,wohlgefallen an den usseren krperlichen ,formen1 sondern durch den physischen und brutalen ,geruchsinstinct ihre ,vermittelung findet4 ,wir sind im ,allgemeinen dankbar fr jeden ,wohlgeruch und empfinden diesen als einen ,luxus und eine ,verfeinerung unseres ,lebens4 ,ebenso aber werden wir peinlich berhrt von jedem ,uebelgeruch2 der ,uebelgeruch als solcher ist fr uns nicht gerade ein krperlicher ,schmerz1 aber er hat gleichsam etwas moralisch ,verletzendes und ,entwrdigendes an sich1 indem sich hierbei unsere ,seele nicht des ,druckes der feindlichen und unangenehmen ,materie zu erwehren vermag4 ,alle ,wahrnehmungen des ,geruches treffen ebenso wie diejenigen des ,gehres ganz unmittelbar und direct das ,leben der ,seele selbst4 ,auch der ,geruch ist so wie das ,gehr ein wesentlich innerlicher oder zeitlicher ,sinn2 es sind die feineren und intensiveren ,wirkungen oder ,ausstrahlungen der physischen ,materie1 welche durch ihn von uns aufgenommen werden4 ,das ,gesicht und der ,geschmack sind gleichsam die beiden rumlichen oder plastischen1 das ,gehr und der ,geruch die beiden zeitlichen oder dramatischen ,sinne im ,organismus des menschlichen ,lebens4 ,wir erkennen durch das ,gesicht die rumlichen ,umrisse oder ,grenzen der ,krper1 whrend wir durch den ,geschmack die den ,raum selbst erfllende ,materie in uns eintreten lassen4 ,die ,wahrnehmungen des ,gehres und des ,geruches aber sind ,folgen von zeitlichen ,vorgngen und ,bewegungen in den ,dingen1 dort einer ,erschtterung der ,luft durch den ,zusammenstoss der einzelnen physischen ,bestandtheile1 hier einer ,auflsung oder ,verdunstung der ,materie in ihre eigenen feineren ,elemente oder ,atome4 ,in der ,gruppe der beiden niederen ,sinne ist insofern das ,verhltniss des ,geschmackes zum ,geruch demjenigen des ,gesichtes zum ,gehr in derjenigen der hheren analog4 ,fr den ,sinn des ,geruches ist namentlich charakteristisch der enge ,zusammenhang desselben mit dem ,gedchtniss oder dem ,erinnerungsvermgen4 ,auch bildet dieser ,sinn zugleich eine ,art von ,werthmesser fr die allgemeine sthetische ,ausbildung oder ,erziehung des ,menschen selbst4 ,jeder wahrhaft gebildete ,mensch ist sehr empfindlich gegen alle starken und bertriebenen ,gerche4 ,selbst ,wohlgerche sind immer nur in sehr bescheidenem ,maasse fr den gebildeten ,menschen ertrglich4 ,am ,wenigsten aber darf der ,mensch selbst nach irgend etwas ,bestimmtem in auffallender ,weise riechen4 ,es hat hierin zum ,theil mit die ,gewohnheit des ,rauchens ihren ,grund und ihre ,berechtigung1 weil hierdurch ein jeder andere dem ,menschen etwa anhaftende ,geruch gebunden oder neutralisirt wird4 ,die ,empfindlichkeit dieser unserer beiden zeitlichen und nach ,aussen hin geffneten ,sinne1 des ,gehres und des ,geruches1 aber ist im ,ganzen eine grssere als diejenige der beiden rumlichen und nach ,aussen hin geschlossenen oder verschliessbaren1 des ,gesichtes und des ,geschmackes1 weil dieselben mehr direct und unmittelbar mit dem ,leben der ,seele1 deren ganze ,natur selbst eine zeitliche oder innerliche ist1 zusammenhngen als diese4 ,der ,ton ist als solcher fr das ,leben der ,seele werthvoller und bedeutsamer als die ,farbe4 ,wir besitzen in der ,musik eine ,kunst1 die nur aus reinen und leeren oder nichts weiteres ,bestimmtes und ,materielles in sich einschliessenden ,tonverhltnissen besteht4 ,eine dem hnliche ,kunstgattung der ,farbe aber giebt es nicht oder es hat dieselbe doch einen durchaus niedrigen und untergeordneten ,werth4 ,die ,farbe ist im ,allgemeinen fr die ,kunst ein blosses ,mittel der ,verschnerung und ,illustrirung der sonst von ihr dargestellten ,gestalten oder ,dinge4 ,die ,malerei ist nicht in demselben ,sinne eine reine und specifische ,kunst der ,farbe als die ,musik eine solche des ,tones4 ,fr den ,maler ist die ,farbe wesentlich nur ein einzelnes ,element oder ein ,mittel1 whrend die ,kunst des ,musikers ganz allein und ausschliessend in der ,behandlung des ,tones als solchen besteht4 ,an einer blossen reinen und leeren ,harmonie von ,farben nehmen wir durchaus nicht dasjenige intensive und geistig lebendige ,interesse1 wie an einer ,harmonie von ,tnen4 ,die ,farbe ist fr uns wesentlich immer nur die ,hindeutung oder der ,ausdruck von noch irgend etwas ,anderem1 whrend der ,ton an sich und ganz allein der ,trger und die ,ursache einer ,empfindungsbewegung der ,seele ist4 ,insofern also steht uns der ,ton an sich weit nher als die ,farbe1 welche fr uns wesentlich nur das ,mittel fr die ,erkenntniss aller anderen ,dinge und ,erscheinungen des ,raumes ist4 ,nichtsdestoweniger doch hat andererseits die ,farbe und die ganze ,wahrnehmung durch das ,gesicht vollkommen die gleiche und in gewissem ,sinne eine noch hhere ,bedeutung fr uns als der ,ton oder die ,wahrnehmung durch das ,gehr4 ,was uns unmittelbar vor der ,seele steht1 sind berall blos ,farben oder anschauliche rumliche ,gestalten und ,bilder4 ,wir bersetzen ,alles innerlich in eine ,wahrnehmung des ,gesichtes1 was sonst in uns entsteht oder uns irgendwie von ,aussen her zugefhrt wird4 ,das ,leben unserer ,seele ist an sich genommen wohl ein zeitliches und insofern dem ,wesen des ,tones oder der ,gehrwahrnehmung zunchst verwandt4 ,da aber die ,seele zunchst gebunden ist an den ,krper und sie insbesondere durch das ,organ oder den ,sinn des ,gesichtes mit der rumlichen oder krperlichen ,welt in ,verbindung steht1 so muss ,alles was zu ihr gehrt1 zugleich in die ,gestalt dieser ,gattung von ,wahrnehmungen eintreten4 ,alles was in uns ist1 ist unmittelbar genommen eine ,erscheinung oder ,vorstellung von ,farbe und es wird selbst das ganze ,seelenleben und ,vorstellen des ,blinden nichts sein knnen als ein innerliches oder eingebildetes ,sehen4 ,das ,leben der ,seele ist an sich ein ewiger ,wechsel oder ein zeitliches ,fliessen von ,vorstellungen1 aber diese einzelnen ,vorstellungen sind smmtlich an sich genommen von rumlicher oder sichtbarer ,art4 ,unsere ,seele lebt actuell berall im ,raume oder in der ,anschauung von rumlich ausgedehnten und sichtbaren ,bildern4 ,es ist wesentlich immer ein bestimmtes ,zugleich1 welches wir innerlich vor uns haben oder zu sehen glauben2 die einzelnen ,puncte dieses ,zugleich aber werden von uns immer nur durch innerliche oder eingebildete ,farbenwahrnehmungen unterschieden4 ,es ist also berhaupt wesentlich und in erster ,linie die ,vorstellung der ,farbe1 welche in uns lebt4 ,hierdurch steht uns die ,farbe wiederum nher oder sind wir unmittelbarer und wesentlicher an sie gebunden als an den ,ton4 ,ist aber die ,farbe zunchst fr uns ein blosses ,mittel fr das ,erkennen und innerliche ,vorstellen aller anderen rumlichen ,dinge1 so gewinnt sie doch auch rein als solche fr uns eine bestimmte geistige ,bedeutung1 und eben nach dieser ,richtung hin ist es1 dass sie hier von uns untersucht werden soll4 #g4 ,das wissenschaftliche ,prinzip der sthetischen ,farbenlehre4 ,alles ,rumliche tritt uns zunchst entgegen durch das ,medium des ,lichtes oder der ,farbe4 ,unser ,interesse hierbei ist berall mehr gerichtet auf die ,dinge1 die uns durch die ,farbe gezeigt werden1 als auf diese letztere rein an sich oder als solche4 ,aber wir erfreuen uns doch zunchst berall an der bunten und eigentlich berschssigen ,farbenpracht der ,natur und aller einzelnen ,dinge4 ,die ,farbe bt als solche einen physischen ,reiz auf uns1 der zugleich auch ein gewisses inneres oder geistiges ,interesse in uns erweckt4 ,es wird gleichsam hell in unserer ,seele mit dem ,eintreten der ,vorstellungen oder ,anschauungen der ,farbe4 ,das ,leben in den ,anschauungen oder ,wahrnehmungen der ,farbe hat insofern einen ganz anderen ,werth oder eine andere ,bedeutung fr uns als dasjenige in denen des ,tones4 ,der ,ton berhrt die ,innerlichkeit unseres ,gemthes1 whrend durch die ,farbe die anschauliche ,einbildungskraft geweckt und in ,anspruch genommen wird4 ,das ,leben im ,ton und das in der ,farbe erzeugt wesentlich andere ,erscheinungen und ,eigenthmlichkeiten in der menschlichen ,seele4 ,alles ,streben nach ,klarheit des ,anschauens und ,denkens wird wesentlich begnstigt und getragen von dem ,elemente der ,farbe4 ,die ,farbe ist wesentlich immer das usserliche oder objective1 der ,ton das innerliche oder subjective ,element im ,sinnesleben der ,seele4 ,die ,farbe zieht uns hinaus aus uns selbst oder veranlasst uns zur ,erschaffung klarer und sichtbarer ,werke in der usseren ,welt1 whrend der ,ton die tiefe und dunkle ,region des inneren ,traumlebens der ,seele beherrscht4 ,die ,farbe zieht uns wesentlich zu sich heran1 whrend der ,ton umgekehrt von ,aussen her in unser ,inneres eindringt4 ,die ,farbe ist dasjenige1 was zwischen uns und der usseren ,krperwelt in der ,mitte liegt4 ,sie bt als solche einen rein sinnlichen ,reiz auf uns aus1 der aber bald auch einen inneren oder geistigen ,werth fr uns gewinnt4 ,die ,bestimmung dieses geistigen ,werthes der ,farben ist es1 welche uns hier beschftigt1 und es fragt sich vor ,allem nach der hierbei zu befolgenden wissenschaftlichen ,methode4 ,der ,werth1 welchen der menschliche ,geist einer bestimmten ,farbe beilegt oder die besondere ,empfindungsanschauung1 welche sich mit derselben fr ihn verknpft1 wird im ,ganzen und ,grossen berall als eine ,erkenntniss des eigenen ,wesens oder der ,bedeutung dieser ,farbe an sich angesehen werden mssen4 ,alle unsere ,empfindungen1 inwiefern sie sich direct an bestimmte ussere ,erscheinungen oder ,momente des ,wahrnehmens anschliessen und unmittelbar durch sie in uns hervorgerufen werden1 haben die ,gestalt von ,erkenntnissen ber dieselben4 ,der ,eindruck eines jeden solchen usseren ,momentes aber wird auf jeden normal angelegten ,menschen an sich auch der nmliche sein2 das ,erkennen im geistigen ,sinne des ,wortes oder als ein innerer ,act der ,seele aber ist hierbei immer zu unterscheiden von dem blos krperlichen oder physischen ,erkennen durch die einfache ,thtigkeit oder ,anwendung der ,sinne als solcher4 ,dass wir durch die ,farbe die ,dinge erkennen1 in dem was sie unmittelbar sind1 in ihrer usseren ,gestalt1 ,begrenzung u4 s4 w4 ist an sich ein rein physischer ,act2 nur insofern aber als hiervon abgesehen die ,farbe an sich ,ursache und ,trger irgend einer inneren ,empfindung wird1 kann von einem ,erkennen im innern oder geistigen ,sinne des ,wortes die ,rede sein4 ,das blosse ,anhren einer ,musik ist ein physischer ,act2 nur das ,verstehen der in ihr niedergelegten ,empfindungen kann als ein innerliches oder geistiges ,erkennen angesehen werden4 ,die ,farbe ist fr uns zunchst ,eins mit den ,dingen1 an welchen sie uns erscheint2 sie wird als solche fr uns zu einem ,gegenstand des empfindenden ,erkennens1 wenn wir sie innerlich von diesen absondern und sie rein als solche zu verstehen und auf uns wirken zu lassen versuchen4 ,diese ,absonderung selbst aber muss dem ,acte des ,erkennens vorausgehen4 ,es entsteht in unserem ,innern eine allgemeine ,vorstellung von der bestimmten ,farbe und es bildet diese als solche den ,gegenstand oder das ,object unseres sthetischen ,erkennens4 ,ein jedes solches allgemeine ,farbenbild aber ist es1 dem wir einen bestimmten sthetischen ,werth zugestehen oder welches in unserem ,seelenleben als der ,ausdruck und ,reprsentant bestimmter weiterer geistiger ,ideen erscheint4 ,die ,vertheilung der ,farben zwischen die einzelnen ,dinge und ,erscheinungen in der ,natur beruht jedenfalls auf irgend einem tieferen allgemeinen und organischen ,gesetz4 ,es wird nicht zufllig sein1 dass uns der ,himmel blau1 die ,vegetation grn erscheint1 wenn gleich an sich auch das ,umgekehrte der ,fall sein knnte4 ,die ,natur bedient sich der ,farben nicht bloss1 um ihre einzelnen ,dinge und ,abtheilungen durch sie von einander zu unterscheiden1 sondern auch um sie in dem was sie an sich oder ihrem ,wesen nach sind1 durch dieselben zu charakterisiren4 ,jedes ,ding oder jeder ,theil der ,natur tritt uns im ,allgemeinen in irgend einer bestimmten ,farbe entgegen4 ,diese ,farbe bildet zugleich etwas innerlich und wesentlich ,charakteristisches fr sie selbst4 ,die ,farbe ist im ,allgemeinen das natrliche ,kleid oder die ,uniform des stofflichen ,wesens der einzelnen ,dinge4 ,jede ,farbe umschliesst im ,allgemeinen einen bestimmten ,kreis oder eine ,provinz natrlicher ,dinge und ,erscheinungen und darf insofern als ein bestimmtes gemeinsames charakteristisches ,merkmal derselben angesehen werden4 ,aus einem solchen ,kreise von ,erscheinungen aber ragt dann in der ,regel die eine oder andere von einer besonders wichtigen oder bedeutungsvollen ,natur hervor1 deren ,charakter sich auf die allgemeine ,bedeutung jener ,farbe fr uns mit bertrgt4 ,so wird z4 ,b4 diejenige ,bedeutung1 welche die blaue ,farbe fr uns besitzt1 in ,uebereinstimmung stehen oder sich anschliessen an alle diejenigen ,empfindungsvorstellungen1 welche sich zunchst an das ,bild des ,himmels als der wichtigsten und bedeutungsvollsten ,naturerscheinung auf dem ,umfangsgebiete des ,blauen anknpfen4 ,ein derartiges besonders wichtiges und bedeutsames einzelnes ,naturphnomen bezeichnen wir mit dem ,ausdrucke eines sthetischen ,typus der ,farbe2 im ,allgemeinen aber wird anzunehmen sein1 dass der sthetische ,werth oder die ,bedeutung jeder einzelnen ,farbe mit der ,natur aller derjenigen ,gegenstnde oder ,erscheinungen1 an denen sie sich regelmssig vorzufinden pflegt1 in einer naturgemssen und nothwendigen ,uebereinstimmung stehen werde4 ,eine jede ,farbe hat so wie jeder ,begriff einen ,umfang1 d4 h4 einen ,complex wirklicher ,erscheinungen1 den sie in sich umschliesst4 ,wir bestimmen aber den ,inhalt eines ,begriffes oder suchen ihn zu ermitteln durch die vergleichende ,zusammenstellung oder ,beobachtung der einzelnen ,erscheinungen seines ,umfanges4 ,dasselbe ,verfahren aber wird an und fr sich auch ,anwendung finden mssen auf die ,bestimmung des sthetischen ,werthes oder ,gehaltes jeder einzelnen ,farbe4 ,auch hier wird die ,bedeutung oder der ,inhalt1 welchen dieselbe fr unser ,empfinden besitzt und in sich vertritt1 im ,zusammenhange stehen mssen mit dem geistigen ,wesen oder dem ,charakter aller derjenigen einzelnen ,dinge und ,erscheinungen1 an welchen sie sich in der ,wirklichkeit vorfindet4 ,dieser ganze ,umfang des wirklichen ,vorkommens einer ,farbe aber kann nher berall zerlegt werden in eine doppelte ,abtheilung1 in die objective und die subjective1 d4 h4 diejenige der ,stellung derselben im ,reiche der natrlichen ,dinge und diejenige ihrer ,anwendung oder ihres ,gebrauches im ,reiche der ,vorstellungen und ,dinge der menschlichen ,cultur4 ,die ,natur vertheilt die ,farben nach einem bestimmten organischen ,gesetz oder mit einer gewissen inneren ,vernunft zwischen die einzelnen ,erscheinungen ihres ganzen ,gebietes4 ,hieraus nimmt der ,mensch eine bestimmte innere ,vorstellung von dem ,wesen oder der ,bedeutung der ,farben in sich auf und er giebt derselben einen ,ausdruck1 indem er sie als ,reprsentanten gewisser allgemeiner ,begriffe oder ,ideen ansieht oder von ihnen einen eigenthmlichen ,gebrauch in ,bezug auf die ihn selbst umgebenden ,gegenstnde oder ,verhltnisse macht4 ,jene objectiven ,thatsachen und ,phnomene aber bilden gleichsam die directen oder unmittelbaren1 diese subjectiven die indirecten oder abgeleiteten ,quellen fr die ,erkenntniss und ,ermittelung des sthetischen ,werthes der einzelnen ,farben und es kommt bei diesen letzteren zugleich berall die ,bercksichtigung der besonderen ,verhltnisse und der ganzen ,lebensstellung jeder einzelnen menschlichen ,subjectivitt in ,betracht4 ,es hat aber die ,natur selbst gleichsam schon gewollt1 dass die ,farbe noch etwas mehr fr uns sein solle als ein blosses ,mittel fr das physische ,erkennen ihrer einzelnen ,dinge1 indem sie dieselbe im ,allgemeinen in einer ber dieses ,bedrfniss weit hinausreichenden ,flle und ,mannichfaltigkeit vor uns ausgegossen hat4 ,es wrden auch wenigere und mattere ,farben ausgereicht haben1 um die ,dinge als solche von uns erkennen zu lassen4 ,diese ,mannichfaltigkeit und ,pracht der ,farben ist nach den einzelnen ,klimaten selbst eine verschiedenartig abgestufte und der ,eindruck einer ,landschaft am ,nordpol verhlt sich zu dem einer solchen in den ,tropen etwa hnlich wie derjenige einer einfachen schwarzen ,zeichnung zu dem eines farbenreichen und bunten ,gemldes4 ,die ganze grssere sinnliche ,lebhaftigkeit und das ausgeprgtere ,formengefhl aller ,sdlnder aber erklrt sich jedenfalls zuerst mit aus der ,einwirkung des bunteren und reicheren ,farbenspieles der ,natur auf das menschliche ,gemth4 ,die ,farbe ffnet im ,allgemeinen die ,phantasie des ,menschen dem ,verstndniss und der ,hingebung an die ihn umgebende ussere ,objectivitt und die inneren ,vorstellungen oder ,bilder der ,farben gewinnen daher auch fr sein geistiges ,innere leicht einen tieferen und reichhaltigeren ,werth4 ,die ,begriffe und ,bezeichnungen fr die einzelnen ,unterschiede der ,farbe sind nicht berall vollkommen dieselben und es weichen in dieser ,rcksicht sogar die verschiedenen ,sprachen oft nicht unwesentlich von einander ab4 ,im ,griechischen insbesondere war das ,system der ,begriffe ber die ,farbe noch zum ,theil unvollkommener als bei uns4 ,es giebt auch jetzt noch nicht fr alle ,nancen der ,farbe bestimmte ,bezeichnungen2 hufig ist der ,name einer ,farbe abgeleitet oder entlehnt worden von irgend einer bestimmten ,sache1 an welcher sie uns erscheint4 ,die ,mittel der ,sprache reichen im ,allgemeinen durchaus nicht aus1 alle einzelnen ,arten oder ,nancen der sinnlichen ,wahrnehmungen zu bezeichnen4 ,es giebt nichtsdestoweniger ein bestimmtes ,system der allgemeinen und wesentlichen ,unterschiede der ,farbe4 ,dieses ,system wird gebildet aus fnf ,paaren von ,farbenverschiedenheiten1 welche zugleich berall in einem bestimmten mehr oder weniger scharf gespannten ,verhltniss des ,gegensatzes zu einander stehen4 ,es sind dieses die zehn ,farben3 weiss und schwarz1 gelb und roth1 grn und blau1 orange und violett1 braun und grau4 ,es bilden diese zehn ,begriffe den allgemeinen ,kanon fr die ,eintheilung der ,farbe in ihrer ,eigenschaft eines sinnlichen ,scheines4 ,jede derselben aber beherrscht im ,allgemeinen eine bestimmte ,abtheilung oder ,sphre wirklicher ,dinge und ,erscheinungen4 ,die ,bedeutung aber1 welche sie fr uns besitzt1 wird sich zunchst grnden auf den ,charakter dieser von ihr beherrschten wirklichen ,dinge4 ,wir versuchen daher zunchst auf ,grund dieses ,prinzipes den allgemeinen ,bedeutungswerth der einzelnen ,farben zu bestimmen4 #h4 ,das ,system der allgemeinen ,unterschiede der ,farbe4 ,die beiden ersten allgemeinen und wichtigen ,haupt- oder ,grundfarben sind ,weiss und ,schwarz4 ,beide stehen in einem schroffen und ausschliessenden oder diametralen ,gegensatz zu einander4 ,weiss ist die ,farbe des ,lichtes1 ,schwarz diejenige der ,finsterniss rein oder an und fr sich4 ,jenes ist der positive1 dieses der negative ,pol im ganzen ,umfange der ,farbe berhaupt und alle anderen einzelnen ,farben liegen an und fr sich zwischen diesem doppelten ,extrem in der ,mitte4 ,das ,weiss ist heller1 das ,schwarz ist dunkler als jede andere irgendwie denkbare ,farbe berhaupt4 ,wir unterscheiden beide ,farben zunchst als neben einander stehende nur dadurch1 dass eine jede von ihnen das ,gegentheil der anderen ist4 ,nur im ,verhltniss zu dritten ,farben aber tritt ihr specifischer ,unterschiedscharakter hervor4 ,jede andere ,farbe wird in ihrem ,effect gehoben oder verstrkt durch ,weiss1 aber verdunkelt durch ,schwarz4 ,weiss ist die natrliche ,basis oder ,folie1 ,schwarz aber die natrliche ,decke oder ,negation einer jeden anderen mittleren ,farbe4 ,wenn beide ,farben in ,verbindung mit einander auftreten1 so ist das natrliche ,verhltniss dieses1 dass ,weiss die ,basis1 ,schwarz aber das ,aufgetragene oder die ,decke bildet4 ,wir schreiben auch regelmssig mit schwarzer ,dinte auf weissem ,papier1 whrend das ,umgekehrte1 weisse ,schrift auf schwarzem ,grunde1 nur seltener oder wie etwa bei ,handlungsfirmen blos da vorzukommen pflegt1 wo die schwarze ,grundlage sich selbst an einer anderen grsseren hellen ,flche befindet4 ,weiss auf ,schwarz macht berall einen anderen ,effect als umgekehrt2 wenn auf der ,strasse ein ,bcker und ein ,schornsteinfeger an einander streifen1 so dass an jenem etwas ,schwarzes1 an diesem etwas ,weisses haften bleibt1 so ist der ,erfolg hiervon ein vollstndig verschiedener2 der ,bcker wird sich rgern und der ,schornsteinfeger wird triumphiren2 jener fhlt sich als einen ,gezeichneten oder es hat das ,schwarze an ihm die ,gestalt eines ,schandfleckes und einer ,beschmutzung2 fr diesen dagegen hat das ,weiss die ,gestalt eines ,siegeszeichens oder einer ,trophe und er fhlt sich als einen solchen1 der einen ,anderen gezeichnet hat4 ,fr den ,neger ist das ,bedrfniss der ,kleidung schon aus sthetischen ,grnden durchaus nicht in dem ,grade gefordert als fr den ,weissen2 jede weisse ,flche verlangt als solche danach und ist gleichsam natrlich dazu bestimmt1 dass auf ihr irgend eine andere ,farbe erscheine4 ,hierauf grndet sich auch die menschliche ,neigung1 alles ,weisse irgendwie zu bemalen und zu beschreiben und es darf alle ,malerei und ,schrift gewissermaassen schon als eine ,folge dieser natrlichen ,provocation der weissen ,farbe aufgefasst werden4 ,die allgemeine ,grundbedeutung des ,weiss fr die menschliche ,vorstellung ist jedenfalls die des ,reinen1 ,einfachen1 ,unbefleckten1 ,harmlosen und ,unschuldigen4 ,es hat mit diesem ,bedeutungscharakter der ,farben eine hnliche ,bewandtniss als mit demjenigen der ,worte der ,sprache4 ,die ganze ,aufgabe in ,bezug hierauf ist eine hnliche als diejenige des ,philologen1 der ein bestimmtes ,wort in dem ganzen ,umfange seines ,gebrauches oder seiner ,bedeutungen in der ,sprache zu verfolgen sich bestrebt4 ,alle diese verschiedenen ,bedeutungen eines ,wortes haben in der ,regel einen bestimmten gemeinsamen ,kern und sie sind zuletzt auch ebenso wie diejenigen einer ,farbe aus einer bestimmten einfachen sinnlichen ,grundanschauung entsprossen4 ,es wrde also unrichtig sein zu sagen1 dass die ,bedeutung einer ,farbe sich ohne ,weiteres mit dem ,inhalte irgend eines allgemeinen logischen ,begriffes decke oder dass ,weiss etwa schlechthin ,unschuld u4 desgl4 bedeute2 diese ,bedeutung einer einzelnen ,farbe hngt vielfach auch davon ab1 in welchen bestimmten ,umgebungen sie uns entgegentritt1 ebenso wie auch auf die ,bedeutung eines ,wortes berall ein eigenthmliches ,licht geworfen wird durch den ,zusammenhang oder die ,umgebungen1 in welchen es uns im ,satze erscheint4 ,jede ,farbe und zum ,theil auch jedes ,wort enthlt immer einen gewissen zunchst verschlossenen ,keim mglicher ,anwendungen oder ,gebrauchsweisen in sich1 welcher erst aus seiner ,verbindung mit anderen ,dingen oder ,worten hervorzutreten pflegt4 ,auch das ,wort ist eigentlich berall in seiner ,bedeutung etwas ,anschauliches oder sinnlich ,konkretes1 welches nur in seiner ,anwendung oder logisch-syntaktischen ,verbindung die ,stelle und ,function eines eigentlich abstracten ,begriffes des ,denkens ausfllt4 ,es ist auch bei den ,worten zum ,theil schwierig1 sie in dem eigentlichen ,kern ihrer innerlich anschaulichen ,bedeutung zu erfassen und es kann diese ,aufgabe auch nur durch eine aufmerksame ,verfolgung derselben in ihrem ganzen wirklichen ,bedeutungsumfange gelst werden4 ,das ,weiss erscheint uns in der ,natur an einer ,menge von ,gegenstnden1 die einen bestimmten sthetischen ,werth oder eine geistige ,bedeutung fr uns besitzen4 ,weiss ist zunchst die ,farbe des ,schnees oder im ,allgemeinen das ,kleid des ,winters4 ,im ,norden ist insofern in einem bestimmten ,theile des ,jahres das ,weiss die allgemeine ,grundfarbe der ,natur4 ,die ,natur wird bunter im ,sommer und in den sdlicheren ,theilen der ,erde4 ,die allgemeine ,farbe des ,sommers aber ist grn und die ,zusammenstellung von ,weiss und ,grn erinnert insofern an das ,verhltniss von ,winter und ,sommer4 ,der ,schnee aber ist sprchwrtlich fr die ,reinheit des ,weiss1 und ,alles was wir schneeweiss nennen gilt uns deswegen im besonderen ,grade fr fleckenlos und rein4 ,wir verlangen insbesondere von der ,wsche1 deren specifischer ,charakter die ,reinheit ist1 eine hnliche vollkommene und usserste ,weisse als diejenige des ,schnees4 ,ausserdem gehrt zu den weissen ,dingen in der ,natur insbesondere die ,milch1 das erste und einfachste ,nahrungsmittel4 ,weiss ist ferner die ,oberflche des menschlichen ,krpers1 mindestens bei den hheren ,racen4 ,hier ist das ,schwarz oder im ,allgemeinen die dunklere ,frbung das natrliche ,merkmal einer niedrigeren geistigen oder intellectuellen ,begabung4 ,die menschliche ,hautfarbe variirt im ,allgemeinen zwischen allen denjenigen ,nancen1 welche unmittelbar auf das ,prinzip des ,lichtes ,bezug haben1 ,weiss1 ,schwarz1 ,gelb1 ,braun1 ,roth1 whrend die eigentlich bunten ,naturfarben1 ,blau1 ,grn u4 s4 w4 von ihr ausgeschlossen sind4 ,schwarz sind in der ,natur im ,allgemeinen weniger wichtige und hervorragende ,dinge4 ,die ,bedeutung des ,schwarz ist wesentlich berall die des ,ernsten1 ,tiefen1 ,feindlichen1 ,negativen und ,finstern4 ,weiss hat oft die ,bedeutung oder den ,werth des ,heiligen1 ,weihevollen1 ,erhabenen und ,vornehmen4 ,beide ,grundfarben begegnen sich oft wie alle ,extreme in dem ,gebrauche1 der von ihnen gemacht wird oder in der ,bedeutung1 welche sie fr uns besitzen4 ,in beiden liegt insbesondere eine ,hindeutung auf das schlechthin ,negative oder ,leere1 den ,tod und das ,jenseits enthalten4 ,beide sind deswegen zugleich ,farben der ,trauer1 des gehobenen feierlichen ,ernstes1 der priesterlichen ,gewandung u4 dgl4 mehr4 ,die ,zusammenstellung beider ,grundfarben aber macht an sich berall einen durchaus ernsten1 wrdevollen und an das ,tragische anstreifenden ,effect1 indem es der jede ,vermittelung ausschliessende ,contrast oder ,gegensatz des ,positiven und ,negativen berhaupt ist1 der uns in ihnen entgegengefhrt wird4 ,alle sonstigen feindlichen und ausschliessenden ,gegenstze im ,leben sind wir zuletzt auf das ,verhltniss dieser beiden ,grundfarben als der prgnantesten sinnlichen ,vertreter jeder contradictorischen ,entgegensetzung zurckzufhren gewohnt4 ,nichts schliesst sich so unbedingt und schroff von einander aus als ,weiss und ,schwarz4 ,die positive und freundliche ,seite eines jeden ,gegensatzes aber wird berall durch die erstere1 die negative oder feindliche durch die letztere dieser beiden ,grundfarben vertreten4 ,diejenigen beiden ,dinge oder ,erscheinungen in der ,natur1 welche vorzugsweise durch den ,unterschied der beiden ,grundfarben charakterisirt sind und deren ,wichtigkeit und ,bedeutung fr uns auch die grsste und entscheidende ist1 sind der ,tag und die ,nacht4 ,der ,tag ist weiss1 die ,nacht ist schwarz oder es werden doch beide als solche von uns angesehen und bezeichnet4 ,der ,tag ist die ,zeit der ,helligkeit oder des ,erscheinens aller einzelnen ,farben1 die ,nacht diejenige der ,finsterniss oder des ,erlschens und ,verschwindens derselben4 ,die ,zeit selbst tritt uns insofern gleichsam als ein regelmssiger ,wechsel der weissen und schwarzen ,farbe entgegen4 ,alle anderen einzelnen ,bedeutungen beider ,farben knpfen sich zuletzt an den ,unterschied dieser ihrer beiden wichtigsten und hervorragendsten ,haupttypen im ,reiche der wirklichen ,erscheinungen der ,natur an4 ,der ,tag ist die ,position1 die ,nacht ist die ,negation des wirklichen oder physischen ,erscheinens der ,farbe berhaupt4 ,wir leben in der einen ,hlfte aller ,zeit gleichsam in der sinnlichen ,grundanschauung des ,weiss1 in der anderen aber in derjenigen des ,schwarz4 ,die einzelnen ,bedeutungen beider ,farben mgen sich zum ,theil noch an verschiedene andere ,typen oder ,vorbilder in der natrlichen ,wirklichkeit anschliessen2 zunchst aber ist es dieser bestimmte ,hauptgegensatz in der ganzen ,einrichtung der ,natur1 welcher fr die ,bedeutung oder den sthetischen ,werth derselben als charakteristisch erscheint4 ,das zweite ,farbenpaar sind ,gelb und ,roth4 ,dieses sind die beiden ,farben1 welche unmittelbar auf die ,quelle des ,lichtes oder der ganzen ,bedingung des ,erscheinens der ,farbe ,bezug haben4 ,gelb ist die ,farbe alles ,glnzenden oder ,desjenigen1 von welchem irgend ein weiterer ,lichteffect ausgeht4 ,das ,weiss ist die specifische ,lichtfarbe im passiven1 das ,gelb im activen ,sinne des ,wortes4 ,auf dem ,weiss erscheint oder leuchtet jede andere ,farbe1 whrend das ,gelb vielmehr von sich aus strahlend andere ,farben erleuchtet4 ,das ,gelb ist die zunchst dunklere ,farbennance nach dem ,weiss2 das ,erscheinen des ,weiss in der ,natur aber ist immer die ,folge und ,wirkung eines ,gelb oder es hat das ,gelb seinen allgemeinen ,typus an dem ,licht als der realen ,ursache oder dem actuellen ,trger der ,bedingung alles anderen ,sichtbaren4 ,das ,verhltniss des ,gelb zum ,roth aber ist conform demjenigen des ,lichtes zur ,wrme als der extensiven und der intensiven ,seite der brennenden ,substanz in der ,natur oder des ,feuers4 ,roth hat seinen ,haupttypus an der glhenden ,kohle1 so wie berhaupt an allem innerlich ,heissen und ,warmen1 zugleich auch an dem ,blute des menschlichen ,krpers4 ,es bedeutet deswegen auch vorzugsweise ,muth1 innerliche ,erregung1 ,tapferkeit1 ,zorn oder ,begeisterung und ist berhaupt die im eminenten ,sinne kriegerische ,nance der ,farbe4 ,auf alle rohen und naturfrischen ,gemther1 ,kinder1 ,wilde1 selbst ,thiere1 bt das ,roth einen ganz besonders erregenden und ,leben erweckenden ,einfluss aus4 ,die dunklere ,nance des ,roth1 das ,purpur1 welches an ,schwarz anstreift1 ist die ,farbe der kniglichen ,gewalt und ,pracht1 whrend die hellere1 das ,rosa1 in der ,blume dieses ,namens das ,bild der zarteren ,empfindung der ,liebe ist4 ,auch ,gelb bedeutet ebenso ,glanz1 ,macht1 frstliche ,gewalt und ,herrlichkeit und hat seinen nheren ,typus insbesondere an der ,sonne als der allgemeinen ,quelle des ,lichtes auf der ,erde4 ,in ,china ist die gelbe ,farbe die kaiserliche und sie kommt auch sonst in hnlicher ,bedeutung vor4 ,ausser der ,sonne sind namentlich auch das ,gold und der ,lwe wichtige und bedeutungsvolle ,dinge im ,umfang des ,gelben4 ,diese drei ,dinge1 ,sonne1 ,gold und ,lwe sind in einem gewissen ,sinne die mchtigsten1 ein jedes in einer besondern ,sphre des ,lebens1 und sie verbinden sich daher auch in unserer ,vorstellung leicht zu einer ,einheit mit einander1 so wie es auf ,wirthshausschildern in der ,regel heisst3 zur goldenen ,sonne1 zum goldenen ,lwen4 ,auch hat das ,gelb zuweilen die negative oder feindliche ,bedeutung des ,neides1 des ,hasses1 der ,eifersucht u4 s4 w4 ,als allgemeine und entscheidende ,naturtypen des ,gelb und ,roth aber sind die beiden ,prinzipien oder ,elemente des ,lichts und der ,wrme zu betrachten4 ,das dritte ,farbenpaar sind ,grn und ,blau1 von denen jenes an der blhenden ,natur oder ,vegetation1 dieses aber am ,himmel seinen entscheidenden ,typus hat4 ,die ,natur aber und der ,himmel sind die beiden allgemeinen und wichtigsten ,abtheilungen alles ,seienden im ,raume4 ,in beiden ,farben werden unserem ,auge die ausgedehntesten ,flchenerscheinungen dargeboten4 ,die vorhergehenden1 dem reinen ,lichtprinzip nher stehenden ,farben ,gelb und ,roth wrden in dem gleichen ,umfange nicht von uns ertragen werden4 ,grn aber bedeutet im ,ganzen das reale oder sinnliche1 ,blau das ideale oder geistige ,leben und es ist jenes mehr der ,ausdruck der frischen und blhenden ,hoffnung1 dieses aber der der schwrmerischen und sehnsuchtsvollen ,liebe4 ,dieser doppelte ,typus aber der ,vegetation und des ,himmels ist so ausgedehnt und entscheidend1 dass durch ihn der ganze ,charakter beider ,farben unmittelbar und vollstndig bestimmt wird4 ,beim ,blau kommt ausserdem noch zum ,theil das ,auge in ,betracht und es gilt uns die blaue ,farbe der ,augen insbesondere auch als ,ausdruck der idealistischen ,innerlichkeit des ,empfindens4 ,das vierte ,farbenpaar sind ,orange und ,violett1 von denen jenes an der gleichnamigen ,frucht1 dieses aber am ,veilchen seinen charakteristischen ,typus findet4 ,der ,umfang dieser beiden ,farben ist im ,gegensatz zu den vorhergehenden ein ungemein beschrnkter und es kommen hierbei auch wesentlich nur jene beiden hauptschlichen ,typen allein in ,betracht4 ,das ,orange aber hat weiterhin noch die ,bedeutung der gereiften ppigen stolzen und schwellenden ,frucht1 das ,violett diejenige der stillen selbstzufriedenen und bescheidenen ,blthe und es schliesst sich dieser ,gegensatz der realistischen und idealistischen ,seite im ,leben der ,vegetation als eine ,fortsetzung an das gleiche ,verhltniss des vorhergehenden ,farbenpaares an4 ,das fnfte ,farbenpaar endlich sind ,braun und ,grau1 deren gemeinsamer ,charakter ein trber1 gedmpfter1 nchterner und prosaischer ist4 ,diese ,farben sind zu hheren decorativen ,zwecken nicht geeignet und es knpfen sich an sie keine solche reine1 bestimmte ideale und optische ,empfindungen an als an die vorhergehenden4 ,beide ,farben aber haben wiederum einen ziemlich weiten ,umfang im ,reiche der natrlichen ,dinge oder ,erscheinungen4 ,braun ist im ,allgemeinen die ,farbe der ,erde so wie auch des ,holzes und anderer ntzlicher praktischer oder brauchbarer ,dinge4 ,grau dagegen ist insbesondere der ,nebel1 das ,wasser und berhaupt alles ,dunstige1 ,trbe und ,feuchte4 ,braun ist unter den ,thieren insbesondere der ,br1 der gemthliche ,knig der ,wlder des ,nordens1 grau aber der geduldige1 langweilige und in ,rcksicht seiner ,einsicht bel berufene ,esel4 ,grau heisst dem ,dichter auch die ,theorie als das ,trockene1 ,nebelhafte und ,abstrakte4 ,diese beiden ,farben sind wegen ihrer ,anspruchslosigkeit vorzugsweise zur menschlichen1 namentlich zur brgerlichen ,bekleidung geeignet1 whrend dagegen fr die militrische ,bekleidung mehr die reineren und bunteren ,farben als geeignet erfunden werden4 ,als ,gesammttypen derselben aber drfen die ,erde und das ,wasser oder berhaupt die trockene und die feuchte anorganische ,substanz angesehen werden4 ,es sind im ,ganzen zehn einzelne ,farben1 durch welche die ,menge aller wirklichen ,farbennancen erschpft und eingetheilt wird4 ,in der ,reihenfolge der fnf ,paare derselben aber findet ein bestimmter innerer gesetzlicher ,fortschritt statt4 ,in jedem weiteren ,farbengegensatz ist immer eine fortgesetzte ,abschwchung des ausschliessenden ,gegensatzes der beiden ersten oder ,grundfarben ,weiss und ,schwarz enthalten4 ,unter den ferneren ,paaren stehen ,gelb1 ,grn1 ,orange und ,braun auf der ,seite des ,weiss oder des hellen und positiven1 ,roth1 ,blau1 ,violett und ,grau dagegen auf der des ,schwarz oder des dunkeln und negativen ,poles aller ,farbe4 ,wir glauben in dieser ,ordnung der ,farben nur den ,ausdruck eines tieferen und allgemeineren ,einrichtungsgesetzes aller natrlichen ,dinge erblicken zu mssen4 ,das ,prinzip der ,zehn oder die ,regel der dekadischen ,gliederung bildet zuletzt die hchste und umfassendste arithmetische ,einheit und ,ordnung aller wirklichen ,dinge4 ,es ist nicht zufllig1 dass gerade diese ,zahl die allgemeine ,einheit unseres menschlichen oder subjectiven ,zahlensystemes bildet4 ,es hat diese ,einrichtung einen bestimmten objectiven oder metaphysischen ,hintergrund in dem ganzen ,wesen der uns umgebenden usseren ,welt selbst4 ,wir behaupten hiermit nicht1 dass ohne ,weiteres jedes ,ding oder jedes geordnete ,ganze in der ,natur nach der ,regel der ,zehn eingetheilt und gegliedert sein msse4 ,jede der einzelnen einfacheren ,zahlen hat vielmehr einen bestimmten ,spielraum oder ,umfang in der ganzen ,ordnung oder ,gliederung der wirklichen ,dinge4 ,es ist deswegen ungerechtfertigt1 in einer bestimmten einzelnen ,zahl allein das allgemeine ,einheits- oder ,grundgesetz des ,wirklichen erblicken zu wollen1 wie dieses z4 ,b4 durch ,hegel in ,bezug auf die ,drei geschehen ist4 ,unsere ,behauptung geht vielmehr blos dahin1 dass unter allen diesen einzelnen ,zahlen zuletzt die ,zehn die tiefste und umfassendste arithmetische ,einheit in der ,ordnung des ,wirklichen bilde4 ,auch das allgemeine und natrliche ,system der ,farben ist ein dekadisches und es schliesst sich dasselbe insofern an dieses hchste arithmetische ,einheits- oder ,ordnungsgesetz alles ,wirklichen berhaupt an4 ,so wie die ,farben selbst aber bilden auch die allgemeinen natrlichen ,typen derselben oder diejenigen ,gegenstnde und ,erscheinungen in der ,einrichtung aller ,dinge1 an welche sich ihre allgemeine ,bedeutung fr uns zunchst anknpft1 ein bestimmtes ,system oder eine geordnete ,reihe4 ,die ,bedeutung von ,weiss und ,schwarz wies zurck auf die ,erscheinungen von ,tag und ,nacht als die beiden wichtigsten und ,hauptunterschiede der ,zeit als der ersten ,elementarbedingung alles weiteren ,seienden berhaupt4 ,licht und ,wrme oder die ,typen des zweiten ,farbenpaares1 ,gelb und ,roth1 sind die beiden ,erscheinungen der ,extensitt und ,intensitt im ,wesen des ,feuers als der allgemeinen bewegenden und belebenden ,urkraft im ,gesammtumfange des ,seins4 ,die ,natur und der ,himmel als die ,typen des dritten ,farbenpaares1 ,grn und ,blau1 sind die beiden wichtigsten ,hauptabtheilungen alles ,ausgedehnten im ,raume4 ,das vierte ,farbenpaar1 ,orange und ,violett1 weist hin auf den ,unterschied von ,frucht und ,blthe als der beiden wichtigsten ,erscheinungen im ,leben des ,organischen1 whrend endlich das fnfte ,farbenpaar1 ,braun und ,grau1 die beiden ,hauptabtheilungen der unorganischen ,materie1 ,erde und ,wasser1 zu ihrem ,hintergrund haben4 ,die ,zeit1 die ,kraft1 der ,raum1 das organische ,leben und der anorganische ,stoff sind insofern die fnf allgemeinen ,seiten oder ,prinzipien der ,natur1 an deren inneren ,gegenstzen uns zugleich jene zehn ,farben als ihre charakteristischen ,erscheinungen entgegenzutreten pflegen4 #i4 ,farbe1 ,musik und ,sprache4 ,die ,verfolgung der einzelnen ,farben in ihrem weiteren ,vorkommen in der ,natur und in ihrer sich hieran anschliessenden menschlich-subjectiven ,bedeutung oder in dem mannichfachen ,gebrauche1 der durch uns von ihnen gemacht wird1 ist eine fernere ausgedehntere ,aufgabe der ,wissenschaft1 fr welche hier nur die allgemeinen ,prinzipien und ,grundlagen festgestellt werden sollten4 ,man glaube nicht1 dass alles dieses zu gering und berhaupt unwrdig oder ungeeignet fr eine wissenschaftliche ,behandlung sei4 ,wir schliessen alle solche ,untersuchungen mit in den ,begriff des wissenschaftlichen ,gebietes der ,aesthetik ein4 ,alles einzelne ,sinnliche hat einen bestimmten ,werth und eine ,bedeutung fr das geistige ,empfinden des ,menschen4 ,von der ,bestimmung dieses ,werthes haben an und fr sich alle weiteren sthetischen ,untersuchungen ihren ,ausgang zu nehmen4 ,die ,aesthetik ist ihrem allgemeinsten ,sinne und weitesten ,umfange nach die ,wissenschaft von dem empfindungsmssigen ,werth oder der geistigen ,bedeutung aller uns umgebenden sinnlichen ,erscheinungen berhaupt4 ,wir glauben in allem diesem ,sinnlichen etwas ,geistiges zu erkennen und es ist in der ,that auch der ganze uns umgebende sinnliche ,schein noch etwas ,anderes1 ,tieferes und ,mehreres als nur er selbst1 indem er vielmehr als der ,ausdruck und die ,erscheinung eines anderen geistigen ,wesens oder idealen ,hintergrundes angesehen werden muss4 ,er interessirt uns nur deswegen1 weil er in der ,that noch etwas ,anderes ist als nur er selbst4 ,der sinnliche ,schein ist nicht nur dazu da1 damit wir durch ihn das unmittelbare ,wesen1 d4 h4 die actuelle ,gestalt1 ,grenze u4 s4 w4 der wirklichen ,dinge erkennen1 sondern er hat auch an sich und hiervon abgesehen einen tieferen ,werth und eine reine oder ideale geistige ,bedeutung fr uns4 ,die ,farbe ist uns an sich blos das ,medium fr die ,erkenntniss der ,grenzen der ,dinge1 aber sie bildet auch als solche und hiervon abgesehen eine ,art von ,sprache der usseren ,welt fr unseren ,geist4 ,die ,natur hat uns die ,dinge durch die ,farbe nicht blos gezeigt1 sondern sie hat sie auch in einer passenden1 tiefen und sinnvollen ,weise fr unser ,verstndniss illustrirt4 ,die ,farbe ist nicht in dem ,sinne knstlerisch werthvoll und bedeutsam fr uns wie der ,ton1 der in der ,musik den ,stoff fr eine eigene und selbststndige ,kunstgattung bildet4 ,es sind bei der ,musik nicht sowohl die einzelnen ,tne als vielmehr die ganzen ,verhltnisse und die ,reihen derselben1 an welche sich unser ,interesse und ,wohlgefallen anknpft4 ,dagegen hat dort mehr die einzelne ,farbe als solche ein tieferes und lebhafteres ,interesse fr uns4 ,der ,ton ist im ,ganzen etwas ,vorberrauschendes1 die ,farbe dagegen etwas ,dauerndes und ,bleibendes fr uns4 ,die ,farbe wird daher auch leichter zum ,ausdruck oder ,symbol von etwas ,bleibendem fr uns als der ,ton4 ,es giebt allerdings auch eine ,lehre von der ,harmonie der ,farben ebenso wie eine solche von denen der ,tne1 aber wir sind hier doch gegen das ,unpassende nicht in dem gleichen ,grade empfindlich als dort4 ,auch die ,zusammenstellungen der ,farben haben oft einen gewissen mittelbar bedeutsamen oder symbolischen ,werth1 indem sie uns an irgend ein ,verhltniss mit ihnen verwandter ,gegenstnde zu erinnern scheinen4 ,so bedeutet gleichsam ,grn und ,weiss ,sommer und ,winter1 ,weiss und ,gelb ,silber und ,gold1 ,schwarz und ,weiss ,pfeffer und ,salz1 ,weiss und ,roth ,milch und ,blut u4 s4 w4 ,das was wir fr gewhnlich einfach geschmacklos finden1 hat oft zugleich irgend einen tieferen objectiv sachlichen ,grund1 der mit dem ,wesen oder der ,bedeutung der ,farbe zusammenhngt4 ,der ,thr eines ,zimmers oder ,hauses geben wir in der ,regel einen braunen1 weissen oder schwarzen ,anstrich2 eine blaue ,farbe wurde hier absurd sein schon deswegen1 weil ,blau die ,farbe des ,himmels ist1 also des schlechthin ,schrankenlosen1 whrend die ,thr gerade die ,bestimmung einer ,grenze oder einer ,schranke fr uns hat4 ,auch das ,absurde kommt allerdings wohl in ,sphren der niedrigen ,geschmacksbildung vor1 so wie wir uns selbst erinnern1 eine derartige ,thr in einem ,bauernhause gesehen zu haben4 ,das menschliche ,leben bietet hierin einen reichen ,stoff der ,beobachtung dar4 ,das doppelte ,tuch der militrischen ,bekleidung hat einen gewissen hheren poetischen ,reiz und verhlt sich zu dem einfachen ,rocke des ,privatmannes etwa hnlich wie die gereimte ,rede zu der gewhnlichen ,prosa4 ,unter den einfachen ,farbenzusammenstellungen sind die passendsten und wohlgeflligsten diejenigen zwischen ,weiss und irgend einer anderen mittleren ,farbe1 ,roth1 ,blau1 ,grn u4 s4 w4 ,der ,gegensatz des ,hellen und ,dunklen ist hier ein solcher1 der berhaupt noch aufgehoben oder vermittelt werden kann1 whrend bei der ,verbindung von ,weiss und ,schwarz jede ,mglichkeit einer solchen ,ausgleichung ausgeschlossen ist4 ,eine ,verbindung von zwei mittleren ,farben aber entbehrt der bestimmten ,hindeutung auf den einfachen und allgemeinen ,gegensatz des ,hellen und ,dunkeln und es knpft sich insofern an sie nur ein geringerer ,grad der das ,interesse weckenden ,spannung fr uns an4 ,als ,landesfarben u4 dergl4 sind daher auch jene ,farbenverbindungen zwischen ,weiss und irgend einer mittleren ,farbe im ,durchschnitt die hufigsten und beliebtesten4 ,in frherer ,zeit aber bildete zunchst immer nur eine ,farbe den ,ausdruck oder das ,symbol irgend einer politischen ,partei4 ,so war die kaiserliche ,farbe in ,deutschland noch im dreissigjhrigen ,kriege roth1 die franzsische weiss4 ,von den drei jetzigen franzsischen ,farben ,roth1 ,blau1 ,weiss ist jede gewissermaassen ,ausdruck oder ,symbol irgend einer politischen ,partei1 der ,republikaner1 ,constitutionellen1 ,legitimisten4 ,das ,volk liebt es berhaupt1 die politischen ,parteien ohne ,weiteres mit einer bestimmten ,farbe als die ,rothen1 ,schwarzen u4 s4 w4 zu bezeichnen und es bildet die ,farbe berhaupt immer das prgnanteste und deutlichste ,merkmal irgend einer ,partei4 ,dreifache ,farbenzusammenstellungen aber sind erst in der neueren ,zeit aufgekommen2 es giebt eine deutsche1 franzsische1 italienische1 ungarische u4 a4 ,tricolore4 ,es mag ein historischer ,irrthum gewesen sein1 der in der ,zeit der ,burschenschaft das ,schwarz-,roth-,gold zu den deutschen ,nationalfarben erhoben hat2 aber wir haben es doch lange ,zeit auf ,treue und ,glauben in diesem ,sinne angenommen4 ,schwarz ist ,ernst1 ,roth ist ,muth und golden heisst uns die ,treue1 in diesen drei charakteristischen ,nationaleigenschaften mag wohl eine gewisse ,rechtfertigung jener ,farbenzusammenstellung erblickt werden4 ,auch jeder ,ton ist allerdings in gewisser ,weise charakteristisch und sinnbildlich bedeutsam4 ,in ,bezug auf die ,aesthetik des ,tones aber gelten zum ,theil andere ,gesetze und ,regeln als in ,bezug auf diejenige der ,farbe4 ,es ist an sich auch hier eine unrichtige ,auffassung oder ,meinung als ob unser ,interesse an der ,musik in dem blossen ,wohlgefallen an den sogenannten reinen oder formalen ,verhltnissen der ,tne als solchen seinen ,grund habe4 ,das ,beispiel der ,musik ist in der ,regel dasjenige1 welches in erster ,linie fr die sogenannte formalistische ,weise der ,auffassung und ,erklrung des ,schnen angefhrt zu werden pflegt4 ,es ist wahr1 die ,musik stellt an sich nichts anderes ,wirkliches und ausser ihr ,liegendes dar als nur sich selbst2 sie ist nicht eine eigentlich nachahmende ,kunst so wie die ,plastik und ,malerei1 sondern sie besteht an und fr sich nur in leeren und formalen vom menschlichen ,geiste selbst geschaffenen ,verhltnissen oder ,zusammenstellungen von ,tnen4 ,die ,musik prtendirt nicht so wie jene anderen ,kunstformen ein getreues ,bild irgend einer anderen objectiven ,wirklichkeit zu sein und es leidet insofern der ganze ,begriff der knstlerischen ,naturnachahmung zunchst auf sie keine ,anwendung4 ,sie will vielmehr beurtheilt sein allein aus sich selbst und ihren eigenen inneren ,verhltnissen4 ,eine ,dissonanz oder ein sthetisches ,missverhltniss in ihren ,theilen gengt sie zu verurtheilen oder ihre knstlerische ,wirkung auf uns aufzuheben4 ,dasselbe ist nicht ganz in dem gleichen ,grade der ,fall bei jenen eigentlich nachahmenden oder sich direct an irgend ein wirkliches ,urbild anschliessenden ,arten der ,kunst4 ,diese werden zunchst immer mehr beurtheilt nach ihrer ,uebereinstimmung mit dem gegebenen usseren ,object als aus ihren eigenen inneren rein formalen ,verhltnissen allein4 ,wir sehen hier leichter ber irgend ein blos formales ,missverhltniss hinweg als dort1 weil unsere ,aufmerksamkeit sich in erster ,linie auf den sachlichen ,inhalt oder das dargestellte materielle ,object selbst richtet4 ,die ,musik dagegen besteht wesentlich nur in ,formen und es ist deswegen in ihr das ,formgesetz an sich auch ein reineres und strengeres als in irgend einer anderen ,kunst4 ,bei einer jeden anderen ,art des ,schnen unterscheidet sich das ,kunstwerk von der natrlichen ,wirklichkeit wesentlich nur durch die reinere1 einfachere1 vollkommenere und durchsichtigere ,grenze der ,form1 in welche es den gegebenen ,inhalt oder das sachliche ,vorbild von dieser einschliesst1 whrend bei der ,musik das ,kunstwerk selbst berall nur aus reinen1 leeren1 unwirklichen oder subjectiv idealen ,formverhltnissen zu bestehen scheint4 ,es ist aber auch hier eigentlich trgerisch1 als ob die ,musik nichts weiter sei oder darstelle als nur sich selbst4 ,auch die ,musik ist an sich eine darstellende oder nachahmende ,kunst in ,bezug auf das innere oder subjective ,empfindungsleben der ,seele4 ,sie verhlt sich zu dieser ,region an sich hnlich wie die ,plastik und ,malerei zu den sichtbaren oder rumlichen ,dingen der usseren ,welt4 ,auch eine jede musikalische ,composition ist an sich der ,ausdruck und die ,erscheinung einer bestimmten ,empfindungsbewegung der menschlichen ,seele4 ,allerdings sind diese von der ,musik dargestellten ,empfindungen nicht etwas so bestimmt ,gegebenes und fest ,begrenztes als die usseren oder sichtbaren ,dinge im ,raume und sie werden auch wesentlich immer erst durch diese bestimmte ,musik in uns hervorgerufen oder erzeugt4 ,man kann nicht so bestimmt sagen1 was irgend ein musikalisches ,werk darstelle oder bedeute1 als dieses bei einem plastischen oder malerischen ,kunstwerke der ,fall ist4 ,aber immer schliessen doch hier die ,formverhltnisse der ,tne irgend einen weiteren geistigen ,gehalt oder eine tiefere ber sie hinausreichende ,bedeutung in sich ein4 ,auch die ,musik ist gewissermaassen immer eine ,sprache von ,tnen1 die uns irgend etwas ,weiteres mittheilt oder eine ferner1 weite zu ihr gehrende ,empfindung in uns erweckt4 ,es ist also berhaupt unrichtig zu sagen1 dass unser ,wohlgefallen am ,schnen sich auf das blosse ,element der ,form oder der usseren ,verhltnisse seiner einzelnen ,theile grnde2 auch diese ,verhltnisse selbst haben berall einen tieferen ,werth oder drcken irgend etwas ,weiteres und ,ferneres aus als was sie unmittelbar und an sich selbst genommen sind4 ,sowohl die einzelnen und einfachen ,elemente des sinnlichen ,wahrnehmens als auch die ganzen ,verhltnisse und ,compositionen derselben bedeuten berall noch etwas ,anderes und ,weiteres fr uns als was sie an sich selbst sind4 ,jeder sinnliche ,schein ist ,ausdruck und ,hindeutung auf etwas ,geistiges4 ,es gilt dieses selbst auch von den ,eindrcken und ,wahrnehmungen der niederen ,sinne des ,menschen4 ,diese rufen zunchst allerdings blos bestimmte physische ,wirkungen und ,erregungen in uns hervor1 die aber doch zugleich auch gewissen geistigen ,anschauungen und ,stimmungen homogen sind4 ,die niederen ,sinneswahrnehmungen und berhaupt die ,zustnde des ,krpers bilden die ,basis fr das hhere oder geistige ,empfindungsleben der ,seele und es hat alles hierhin ,gehrige wenigstens immer einen mittelbaren und indirecten sthetischen ,werth4 ,auch der ,ton aber hat an sich bestimmte einfache und letzte wurzelhafte ,elemente ebenso wie die ,farbe4 ,es sind allerdings im ,ganzen hier mehr die ,verhltnisse der einzelnen ,elemente1 auf die sich unser ,interesse grndet1 als bei der ,farbe4 ,jede einzelne ,farbe ist mehr an sich etwas ,werthvolles und ,bedeutsames fr uns1 whrend der ,ton mehr als ein ,ganzes oder eine fliessende ,reihe einzelner ,elemente und ,abstufungen einen ,werth fr uns hat4 ,die ,farbe ist an sich berall mehr die ,hindeutung auf einen bestimmten und eigenthmlichen hinter ihr stehenden geistigen oder ideellen ,werth1 whrend der einzelne ,ton sich mehr dienend als ein blosses ,glied in eine ganze ,kette oder ,reihe von ,tonbewegungen einordnet4 ,es hngt dieses zusammen damit1 dass die ,wahrnehmung der ,farbe wesentlich dem ,elemente des ,nebeneinander1 die des ,tones demjenigen des ,nacheinander angehrt4 ,aller geordnete und in regelmssiger ,weise gegliederte ,ton aber ist entweder ,sprache oder ,musik und es hat ein jedes dieser beiden ,gebiete fr uns einen bestimmten und eigenthmlichen sthetischen ,werth4 ,die sinnliche ,erscheinung der ,sprache aber ist allerdings nichts im knstlerischen ,sinne des ,wortes ,aesthetisches fr uns so wie diejenige der ,musik4 ,sie ist unmittelbar genommen nur ,ausdruck oder ,zeichen des begrifflichen ,denkens und es knpft sich an den ,klang derselben fr uns nur ein usserliches und gelegentliches sthetisches ,interesse an4 ,das was die ,sprache fr uns anzeigt oder bedeutet1 ist zunchst nur etwas in zuflliger oder conventioneller ,weise mit ihr ,verbundenes4 ,die ,bedeutung des musikalischen ,tones wird in unmittelbarer oder natrlicher ,weise von uns empfunden1 whrend diejenige des sprachlichen erst knstlich und mechanisch von uns erlernt werden muss4 ,die ,musik ist an sich der natrliche ,ausdruck des ,empfindens1 die ,sprache derjenige des ,denkens der menschlichen ,seele4 ,in diese doppelte ,abtheilung aber zerfllt an sich alles reine oder innere ,leben der menschlichen ,seele4 ,der ,ton ist an sich das in specifischer ,weise dem inneren ,seelenleben adquate ,element4 ,aller geordnete ,ton in der ,welt aber ist berhaupt nur derjenige1 welcher dem ,menschen theils in der ,sprache und dem ,gesang seiner ,stimme1 theils in den knstlichen von ihm erfundenen musikalischen ,instrumenten angehrt4 ,die ,ordnung des sprachlichen ,tones aber beruht wesentlich auf dem ,prinzipe der ,articulation1 die des musikalischen auf dem der ,modulation des ,lautes in seine einzelnen ,glieder oder ,elemente4 ,articulation aber ist ,gliederung des ,tones in einzelne dem ,artcharakter nach verschiedene ,theile oder ,elemente1 whrend die ,modulation in der ,gliederung desselben in einzelne dem ,grade der ,erhhung und ,vertiefung nach verschiedene ,abstufungen oder ,elemente besteht4 ,der sprachliche ,ton zerfllt in ein ,system einzelner generell verschiedener ,classen und ,individuen des ,lautes1 whrend jeder musikalische ,ton an sich einartig ist und nur einer ,gliederung oder ,abstufung nach ,unterschieden des ,grades unterliegt4 ,diese gradweise steigende und fallende ,erhhung und ,erniedrigung des musikalischen ,tones aber ist das natrliche ,bild oder gleichsam die ,sprache des ,empfindens der ,seele1 welches ebenso in einem gradweise anschwellenden und nachlassenden ,auf- und ,niederwogen unseres ganzen inneren ,vorstellens besteht4 ,die ,sprache hingegen oder das articulirende ,lautelement ist ebenso der natrliche ,ausdruck des sich auf die begrifflichen ,allgemeinheiten und generellen ,qualitten der usseren ,wirklichkeit beziehenden und grndenden ,denkens der menschlichen ,seele4 ,das ,empfinden der ,seele gehrt wesentlich immer uns selbst oder unserer eigenen inneren ,subjectivitt an1 whrend das ,denken sich wesentlich auf den gegebenen ,inhalt der usseren ,objectivitt bezieht und aus diesem seine allgemeinen ,begriffe und ,abstractionen schpft4 ,alles ,denken ist selbst eine ,art von geistiger ,articulation1 indem es in einer ,gliederung oder ,unterscheidung des wirklichen in seine eigenen allgemeinen geistigen ,elemente oder ,artcharaktere besteht4 ,denken und ,articulation des ,lautes sind zwei natrlich verwandte und innerlich correlate ,erscheinungen im geistigen ,leben des ,menschen4 ,die ,natur aber macht in allen ihren ,tnen allerdings gewisse ,versuche1 sich sowohl zu einer ,modulation als einer ,articulation des ,lautes zu erheben1 d4 h4 es treten uns wohl ,anklnge an beides in den natrlichen ,lauterscheinungen entgegen1 aber ohne sich jemals zu der reinen und specifischen ,vollkommenheit beider ,prinzipe im ,leben des ,menschen zu lutern4 ,aller natrliche ,ton ist ein unklarer1 chaotischer und verschwommener4 ,hier hat der ,ton selbst noch keinen seiner specifischen ,vollkommenheit adquaten ,werth oder ,gehalt2 er empfngt diesen erst in der ,sphre des ,seelenlebens des ,menschen und es ist insofern in allem geordneten ,ton etwas specifisch ,geistiges oder der unmittelbare ,ausdruck eines in sich geordneten und gegliederten ,vorstellungslebens enthalten4 ,auch den einzelnen articulirten ,lauten der ,sprache aber wohnt an und fr sich selbst berall eine bestimmte anschaulich empfindungsmssige ,bedeutung oder ein gewisser sthetischer ,werth fr uns bei4 ,denn auch die ,sprache ist ebenso wie die ,musik wenigstens an und fr sich und in einem gewissen ,sinne des ,wortes zugleich etwas ,malerisches in ,bezug auf den menschlichen ,geist und sein inneres ,leben4 ,auch in der ,sprache ist ursprnglich wenigstens immer ein bestimmtes nachahmendes und abbildendes ,prinzip oder ,bestreben enthalten gewesen4 ,es sind nicht wie bei der ,musik allein die reinen und unmittelbaren inneren ,empfindungen der ,seele selbst gewesen1 welche den ,gegenstand oder ,stoff dieser ,nachahmung der ,sprache gebildet haben4 ,der sprachliche ,laut hat sich zunchst berall angeschlossen an irgend ein usseres oder objectiv gegebenes ,moment der ,bewegung1 der ,erscheinung oder des ,tones4 ,die ,sprache ist an sich und von ,anfang an mehr ein ,bild der ,welt und ihrer usseren ,erscheinungen und ,dinge als wie die ,musik ein solches der inneren ,bewegungen und ,vorgnge des ,lebens der ,seele4 ,sie schliesst sich insofern mehr an die eigentlich objectiven ,gebiete und ,arten des menschlichen ,nachahmens und ,darstellens1 die ,plastik und die ,malerei1 an1 nur dass sie nicht so wie diese von rumlicher oder sichtbarer1 sondern von zeitlicher und hrbarer ,natur ist4 ,die ,vorgnge der ,bewegung und des ,tones in der usseren ,welt forderten den menschlichen ,geist zuerst zu gewissen ,versuchen der ,nachahmung heraus und es sind hieraus zuerst alle ,anfnge der ,sprache entstanden4 ,allerdings war hier die ,menge des ,nachzuahmenden verhltnissmssig nur eine geringe und es haben von diesen wenigen ,momenten aus die lautlichen ,mittel oder ,zeichen fr die ,vertretung aller anderen uns umgebenden ,dinge und ,beschaffenheiten festgestellt werden mssen4 ,die ,sprache ist jetzt ein ,system von ,worten oder lautlichen ,zeichen fr den ganzen ,umfang der allgemeinen ,kategorieen der ,dinge und ,erscheinungen der usseren ,welt2 aber sie ist zur ,erschaffung desselben ursprnglich durch eine ,nachahmung des zeitlichen1 tnenden oder sich sonst irgendwie an den inneren ,stimmlaut anschmiegenden ,elementes in der usseren ,welt hingefhrt worden4 ,ausgeschlossen ist hierbei nicht1 dass auch innere ,empfindungsbewegungen der ,seele1 inwiefern sie sich direct oder indirect an ussere ,momente des ,wahrnehmens anschliessen1 den ,gegenstand dieses ,nachahmens gebildet haben4 ,in der ,sprache verbindet sich insofern das doppelte ,prinzip der ,nachahmung im objectiven und im subjectiven ,sinne des ,wortes1 wie es ausserdem einmal in der plastisch-malerischen1 andererseits in der musikalischen ,kunst seinen specifischen ,ausdruck findet1 obgleich auch hier berall der ersteren die ,nachahmung des inneren ,empfindens und der letzteren diejenige der usseren ,bewegungen und ,vorgnge keinesweges vollkommen fremd ist4 ,die ,sprache berhaupt hat jedenfalls1 trotzdem dass sie gegenwrtig ein festgestelltes conventionelles ,zeichen unseres ,denkens ist1 in ihren ,erscheinungen einen bestimmten sthetischen ,werth und bildet insofern einen ,gegenstand des wissenschaftlich-sthetischen ,interesses1 indem sie so wie jedes andere ,kunstwerk zunchst aus einem ,versuch und ,bestreben des ,nachahmens der wirklichen ,welt nach ihrer ,abspiegelung im ,empfinden der menschlichen ,seele entspringt4 ,das ,verhltniss der beiden ,lautclassen der ,vocale und der ,consonanten in der ,sprache hat eine gewisse ,aehnlichkeit mit demjenigen des allgemeinen ,gegensatzes auf dem ,gebiete der ,farbe1 des ,weiss und des ,schwarz oder berhaupt des ,hellen und des ,dunkeln4 ,der ,vocal bildet gleichsam das ,element des ,lichtes1 der ,consonant dasjenige des ,schattens in der sthetischen ,einrichtung oder ,erscheinung der ,sprache4 ,so wie bei einem ,gemlde der ,schatten oder die dunkleren ,theile und ,parthieen von uns nur erkannt werden durch ihre ,begrenzung mit dem ,hellen oder dem ,licht1 ebenso wird auch das consonantische ,element in der ,sprache von uns nur erkannt oder hrbar wahrgenommen durch seine ,begrenzung mit demjenigen des ,vocales4 ,auch die ,sprache ist gleichsam ein fliessendes ,lautgemlde1 welches aus einem fortwhrenden ,wechsel der beiden allgemeinen ,grundverschiedenheiten des helleren und des dunkleren oder des aus sich selbst tnenden und des von diesem anderen gezeigten oder getragenen ,lautelementes besteht4 ,die nhere ,gruppirung oder ,vertheilung dieser beiden ,elemente ist in jeder ,sprache mehr oder weniger eine verschiedene und es besitzt in ,folge davon eine jede derselben einen eigenthmlichen sthetischen ,charakter1 in welchem sie zugleich immer zu einem bedeutsamen ,ausdruck der ,geistesart oder ,anschauungsweise eines bestimmten ,volkes wird4 ,auch jeder einzelne ,laut als solcher hat nicht weniger als jede einzelne ,farbe fr unsere ,auffassung einen bestimmten sthetischen ,werth4 ,es ist auch gewissermaassen immer etwas ,typisches fr unser ,empfinden in ihnen enthalten4 ,sie lassen sich selbst zum ,theil auf bestimmte ,typen und ,vorbilder des natrlichen ,lautes zurckfhren4 ,es drfte bedenklich sein1 ohne ,weiteres eine bestimmte ,analogie zwischen dem ,system der einzelnen ,farben und demjenigen der articulirten ,laute nachweisen zu wollen4 ,jede einzelne ,art des ,aesthetischen ist gewissermaassen etwas ,besonderes und ,eigenartiges fr sich4 ,jedenfalls aber schliesst sich der sprachliche ,ton oder das articulirende ,lautelement nher an das ,wesen und den ,charakter der ,farbe an als der modulirende ,ton des ,gesanges und der ,musik4 ,dieser letztere ist weit mehr im eigentlichen ,sinne des ,wortes fliessend oder in specifisch zeitlicher ,weise ausgedehnt und gegliedert als jener4 ,zwischen ,musik und ,farbe steht der sprachliche ,laut gewissermaassen als etwas ,verbindendes in der ,mitte4 ,die ,sprache selbst ist gleichsam ein ,lautgemlde der usseren ,welt und ihrer ,auffassung durch die ,begriffe und das ,denken des menschlichen ,geistes4 ,sie ist nicht in dem ,sinne etwas eigentlich ,knstlerisches wie auf der einen ,seite die reine ,kunst des ,tones oder die ,musik und auf der anderen die ,malerei oder diejenige der ,farbe4 ,aber ihre ,elemente haben doch auch an sich immer einen bestimmten sthetischen ,werth und es ist keinesweges allein das ,gebiet des eigentlich ,schnen und der ,kunst1 auf welches sich die ,anwendung und das ganze ,interesse des sthetischen ,erkennens unserer ,seele bezieht4 ,es ist berhaupt theils eine ,erweiterung1 theils eine ,umgestaltung des ganzen ,begriffes der ,aesthetik1 welche hiermit von uns anzubahnen gestrebt wird4 ,das ,schne ist an sich blos dasjenige ,sinnliche1 welches eine ganz besonders edle und erhabene ,empfindung oder ein ,gefhl des specifischen ,wohlgefallens und der hchsten inneren ,befriedigung in uns hervorzurufen geeignet ist4 ,auch alles andere niedere und gemeine ,sinnliche aber hat an sich einen ,werth oder eine ,bedeutung fr unser ,empfinden4 ,es ist daher falsch1 das ,schne allein und ohne ,weiteres als ,gegenstand oder ,object der ,wissenschaft vom ,empfinden zu bezeichnen4 ,es giebt noch einen weiteren ,vorhof anderer an sich unbedeutenderer ,gegenstnde und ,wahrnehmungen unseres empfindenden ,erkennens4 ,in gewissem ,sinne aber ist allerdings alle ,empfindung eine ,art von dunkler ,vorahnung der hheren1 vollkommeneren und klareren ,erkenntnissweise des ,denkens4 ,alles menschliche ,erkennen nimmt seinen ,anfang mit den ,eindrcken1 welche wir durch das ,empfinden von ,aussen her empfangen4 ,nur aus diesen ,eindrcken entspringt zuerst alles weitere und hhere menschliche ,bewusstsein und ,denken4 ,das ,begreifen dieser ,eindrcke selbst nach dem ihnen an sich beiwohnenden ,werth oder ihrer reinen geistigen ,bedeutung ist es1 worin die wahrhafte ,aufgabe der ganzen ,wissenschaft der ,aesthetik besteht4 #aj4 ,das allgemeine ,gesetz der sthetischen ,form4 ,in der ,aesthetik berhaupt wird immer eines der wichtigsten ,gebiete des ganzen menschlichen ,geisteslebens erblickt werden mssen4 ,in ihr berhrt sich im ,allgemeinen das doppelte ,interesse und ,bildungsprinzip der ,wissenschaft und der ,kunst mit einander4 ,wissenschaft und ,kunst bilden einen doppelten verschiedenartigen ,typus und ,quell aller hheren ,bildung des menschlichen ,geistes4 ,an den ,gegenstnden1 ,fragen und ,interessen der ,kunst aber nimmt das grssere gebildete ,publikum im ,ganzen ein mehr unmittelbares und lebendiges ,interesse als an denjenigen der ,wissenschaft4 ,die ,kunst ist an sich fr ,alle im ,volk ohne ,weiteres bestimmt1 whrend die ,wissenschaft mehr das besondere ,eigenthum einzelner ausschliessend hierzu berufener ,kreise zu bilden pflegt4 ,hier bildet insbesondere nur die ,philosophie mit allen zu ihr gehrenden weiteren ,fragen und ,interessen ein solches ,gebiet1 welchem auch die grssere ,menge der ,gebildeten im ,volke wenigstens in gewissem ,sinne eine ,theilnahme zu schenken gewohnt ist4 ,die historischen ,grssen der ,philosophie unter uns1 ,kant1 ,fichte1 ,schelling1 ,hegel u4 ,a41 gehren wesentlich mit in die ,kategorie der allgemeinen geistigen ,heroen der ,nation und es haben ihre ,lehren theils mittelbar durch die ,einwirkung auf die brige ,wissenschaft1 theils unmittelbar oder durch sich selbst einen entscheidenden ,einfluss auf den ganzen ,fortschritt des geistigen ,lebens derselben ausgebt4 ,dieser ,einfluss der ,philosophie aber hat sich wie nach anderen ,richtungen des ,lebens1 so namentlich mit auf diejenige der ,erfassung des ,schnen und des knstlerischen ,gestaltens und ,schaffens erstreckt4 ,die ,aesthetik ist an sich das populrste oder das dem ,standpuncte der allgemeinen menschlichen ,geistesbildung am ,leichtesten zugngliche ,gebiet des philosophischen ,denkens4 ,der ,gebildete hat nicht blos das ,bedrfniss1 das ,schne zu geniessen1 sondern auch ber dasselbe nachzudenken und sich gesellig zu unterhalten4 ,alle hhere und elegante ,geistesbildung liegt wesentlich zwischen den beiden einzelnen ,gebieten der ,kunst und der ,wissenschaft oder der ,philosophie in der ,mitte4 ,wir versuchen gleichsam berall1 dasjenige was wir durch die ,empfindung aufgenommen haben1 in die ,sprache des ,gedankens einzufhren und durch sie ,anderen mitzutheilen4 ,das ,empfindungsmssige ist also berhaupt zugleich durch den ,gedanken erkennbar oder es setzt alle ,aesthetik berhaupt eine gewisse ,homogenitt des ,empfindens mit dem ,denken voraus4 ,wir erkennen insofern immerhin den ,standpunct ,baumgartens1 der in der ,aesthetik eine allgemeine ,wissenschaft vom menschlichen ,empfinden sah1 als einen berechtigten an4 ,es ist zuletzt eine leere und nichtssagende ,phrase1 dass unser ,interesse und ,wohlgefallen am ,schnen sich blos auf die reine und leere ,vollkommenheit seiner ,form oder seiner usseren harmonischen ,erscheinung grnde4 ,auch das eine schne ,formverhltniss gefllt und berhrt uns berall in einer anderen ,weise als das andere4 ,alles ,sinnliche ist berhaupt gleichsam eine wirkliche und lebendige ,sprache fr unser ,empfinden und es muss dasselbe in seiner inneren ,natur und ,einrichtung in einer ganz hnlichen ,weise von uns aufgefasst und erkannt werden als die wirkliche ussere ,erscheinung unseres ,denkens in den ,worten und ,formen der ,sprache4 ,jedes ,gebiet des menschlichen ,geisteslebens hat an sich irgend ein bestimmtes hchstes und oberstes ,gesetz1 welches den ganzen weiteren ,umfang seiner ,erscheinungen beherrscht und in welchem die allgemeine ,einheit und ,richtschnur seiner ganzen ,auffassung und ,beurtheilung durch uns enthalten liegt4 ,es giebt ein oberstes ,gesetz fr unser logisches ,denken und ein solches fr unser sittliches ,handeln2 ebenso muss es an sich auch ein solches ,gesetz geben fr unser ,empfinden oder fr unsere ganze ,auffassung des ,schnen4 ,alle an sich schnen ,dinge sind in einer specifischen ,weise unterschieden und begrenzt gegenber denjenigen1 die derselben ,eigenschaft entbehren4 ,das specifische ,kennzeichen des ,schnen aber beruht zunchst berall nur in dem ,elemente der ,form oder der usseren ,verhltnisse der ,theile eines ,ganzen4 ,es findet hier oft eine sehr feine aber bestimmte ,grenze statt1 durch die sich die schne ,sache von der nicht schnen unterscheidet4 ,hauptschlich aber sind es zunchst bestimmte ,verhltnisse der einzelnen ,theile1 an welche der ganze ,charakter des ,schnen in einer ,sache gebunden erscheint4 ,auf diesen ,umstand hat sich die ,meinung begrndet1 dass das ,schne in den ,verhltnissen seiner einzelnen ,theile messbar oder berechenbar sein msse4 ,diese ,meinung hat zunchst in der ltesten sthetischen ,lehre1 welche die ,geschichte kennt1 in der der ,pythagoreer1 ihren ,ausdruck gefunden4 ,die ,pythagoreer bemerkten die ,bedeutung des ,zahlenelementes zuerst namentlich auf dem ,kunstgebiete der ,musik4 ,das ,wohlgefllige oder ,schne ist hier in untrennbarer ,weise gebunden an ein bestimmtes mathematisches ,verhltniss der ,tne4 ,auch sonst aber fhlen wir berall die ,bedeutung und das entscheidende ,gewicht des ,elementes des ,maasses in den ,verhltnissen des ,schnen4 ,es widerspricht an und fr sich unserer ,vorstellung von einem sthetischen ,ganzen oder einem ,kunstwerk1 dass sich dasselbe hnlich wie eine ,maschine msse mathematisch bestimmen oder berechnen lassen4 ,nichtsdestoweniger weisen in der ,einrichtung des ,kunstwerkes eine ,menge von ,erscheinungen auf eine solche ,analogie hin und es wre auch offenbar die ,spitze oder der ,triumph alles wissenschaftlichen ,erkennens des ,schnen1 wenn es jemals gelange1 irgend ein bestimmtes ,kunstwerk in den smmtlichen ,maassverhltnissen seiner ,theile in einer vollkommen genauen und exacten mathematischen ,weise zu bestimmen4 ,es sind in der neueren ,zeit bestimmte dahin gehende ,versuche angestellt worden4 ,insbesondere gehren hierzu die ,forschungen ,zeisings ber das ,verhltniss des sogenannten goldenen ,schnittes4 ,dieses ,verhltniss1 nach welchem von zwei ungleichen ,hlften einer ,sache die kleinere oder der minor sich zu der grsseren oder dem major verhlt wie dieser letztere zur ,summe von beiden oder zum ,ganzen1 besitzt offenbar eine hervorragende ,bedeutung in der ,einrichtung und den ,proportionen aller sthetischen und berhaupt auch der organischen oder lebendigen ,dinge4 ,zeising erblickt in demselben gleichsam den unbedingten ,schlssel zu der ,auflsung aller wohlgeflligen und knstlerischen ,proportionen4 ,ich lege selbst diesem ,prinzip einen entscheidenden ,werth bei1 aber ich bin nicht mit ,zeising der ,meinung1 dass mit demselben das ,schne ohne ,weiteres in seinen ganzen ,verhltnissen bestimmt oder ausgemessen werden knnte4 ,die ,aesthetik ist zuerst eine ,wissenschaft aus ,gedanken oder ,begriffen2 sie hat sich vor ,allem der ganzen ,prinzipien fr die ,behandlung ihres ,stoffes bewusst zu werden4 ,es lsst sich nicht ,alles am ,schnen ohne ,weiteres mathematisch ausmessen1 bestimmen oder berechnen4 ,aus den ,forschungen ,zeisings geht vielleicht mit ,sicherheit nur so viel hervor1 dass die ,proportion des goldenen ,schnittes ein gewisses mittleres ,durchschnittsmaass der schnen oder wohlgeflligen ,verhltnisse bilde1 aber es schliesst sich dieselbe keinesweges berall in einer genauen und stricten ,weise an die ,wirklichkeit dieser letzteren an4 ,jedes einzelne ,schne ist berhaupt in seinen ganzen ,verhltnissen immer etwas ,besonderes und ,eigenartiges fr sich2 auch die ,verhltnisse des ,maasses seiner ,theile bilden berall nur eine bestimmte einzelne ,seite oder ,beschaffenheit seines ,wesens im ,ganzen4 ,wir sind durchaus der ,ansicht1 dass die ,aesthetik eine wesentlich beobachtende oder sich an die gegebene ,wirklichkeit der einzelnen ,erscheinungen ihres ,gebietes anschliessende ,wissenschaft sein msse1 d4 h4 wir erblicken in allen allgemeinen ,gedanken und generalisirenden ,reflexionen ber das ,schne eine blosse vorbereitende ,einleitung fr das wirkliche und vollstndige ,erfassen der gegebenen individuellen ,erscheinungen dieses letzteren selbst4 ,jedes einzelne ,schne bildet in seiner ganzen besonderen ,einrichtung immer ein neues und eigenthmliches sthetisches ,problem fr sich2 fr die ,bearbeitung desselben aber gehen aus der ,natur oder dem ,begriffe des ,schnen gewisse allgemeine ,prinzipien oder ,methoden hervor4 ,eine schne ,sache oder ein ,kunstwerk hat zunchst immer in einem gewissen ,sinne die ,eigenschaft eines ,abbildes oder einer ,nachahmung irgend einer an und fr sich gegebenen ,beschaffenheit oder ,seite der natrlichen ,wirklichkeit an sich4 ,die ,nachahmung der ,natur ist eines der ersten und wichtigsten ,motive1 aus welchem von ,anfang an alles knstlerische ,schaffen des ,menschen entspringt4 ,insofern ist es kein durchaus richtiger oder wenigstens kein ausreichender ,gedanke1 der in die freie und ungebundene ,schpfungskraft der menschlichen ,phantasie allein das ganze ,prinzip der ,entstehung des knstlerisch ,schnen verlegen will4 ,alles durch den ,menschen ,erschaffene schliesst sich mehr oder weniger irgendwie an das in der natrlichen ,wirklichkeit oder ,objectivitt ,gegebene an4 ,der ,begriff des ,schaffens im vollen und eigentlichen ,sinne des ,wortes kann auf die ganze ,lebensthtigkeit des ,menschen berhaupt keine ,anwendung finden4 ,jedes menschliche ,werk hat die ,elemente und ,vorbilder seines ,entstehens in der usseren ,natur4 ,es sind wesentlich berall nur ,bilder und ideale ,reproductionen der usseren ,dinge1 welche der menschliche ,geist aus sich zu erschaffen vermag4 ,wir legen einem ,kunstwerke ,wahrheit bei eben inwiefern es die richtige ,nachahmung oder der getroffene ,ausdruck von etwas anderem an sich schon vorhandenem ,wirklichen ist4 ,allerdings ist es niemals irgend eine einzelne empirische ,sache oder ,realitt als solche1 welche den ,gegenstand und das ,object der knstlerischen ,nachahmung bildet4 ,der ,begriff der ,nachahmung im ,sinne der ,kunst ist immerhin ein in gewisser ,weise schwierig zu fassender und es bedeutet derselbe berhaupt nichts weniger als eine einfache ,identitt des geschaffenen oder nachgeahmten ,werkes mit den wirklichen oder empirischen ,dingen im ,leben und der ,natur4 ,in diesem ,sinne wre die ,kunst berhaupt berflssig und htte den ,werth einer blossen leeren ,wiederholung oder ,copie der ,natur4 ,jedes ,kunstwerk geht zugleich hinaus ber die ,natur oder stellt uns etwas ,hheres1 ,reineres und ,vollkommeneres dar als was diese selbst ist4 ,das ,kunstwerk muss berall zugleich der ,natur unhnlich sein oder sich von ihr unterscheiden1 wenn es uns gefallen oder befriedigen soll4 ,das ,motiv des ,erschaffens der ,kunst liegt zugleich berall mit darin1 dass uns die ,natur oder ,wirklichkeit nicht vollkommen gefllt oder zu befriedigen vermag4 ,alle ,kunst ist insofern zugleich eine ,art von ,kritik und ,verwerfung der empirisch gegebenen ,wirklichkeit oder ,natur4 ,sie entspringt insofern zugleich aus einem rein inneren subjectiv idealen ,wnschen1 ,anschauen und ,bedrfen heraus und es stellt sich insofern der menschliche ,geist in der ,kunst im ,allgemeinen die ,natur vor nicht so wie diese unmittelbar und an sich selbst ist1 sondern so wie er sie sich von seinem eingebildeten subjectiven ,standpuncte aus wnscht oder trumt4 ,es ist in aller ,kunst einmal etwas ,objectives1 andererseits etwas ,subjectives enthalten oder es kann dieselbe berall zugleich als eine ,nachahmung oder ein ,bild der usseren ,wirklichkeit und als ein solches des eigenen inneren menschlichen ,seelenlebens angesehen werden4 ,der ,mensch idealisirt sich in der ,kunst zunchst die ,natur1 indem er sie auf einen eingebildeten oder idealen ,gipfel der ,vollkommenheit ihrer ,erscheinungen erhebt4 ,er fgt insofern immer etwas zu ihr hinzu oder macht etwas ,anderes aus ihr als was sie unmittelbar und an sich selbst genommen ist4 ,alle diese ,ideale der ,kunst aber sind zugleich berall noch etwas ,anderes und ,mehreres als eine blosse subjective und willkhrliche ,zuthat zur ,natur oder eine ,vernderung derselben vom ,standpunct und im ,sinne der blossen ,subjectivitt des menschlichen ,geistes4 ,der ,mensch erkennt vielmehr in den ,idealen der ,kunst wesentlich berall nur die eigenen allgemeinen ,vollkommenheitsanlagen und immanenten ,ziele des ,lebens der ,natur selbst oder es darf von der ,kunst gesagt werden1 dass sie ihrem eigentlichen ,wesen nach die ,darstellung derjenigen reinen ,grundgedanken und einfachen ,formcharaktere sei1 welche an und fr sich die ,basis der ganzen wirklichen ,natur und lebendigen ,schpfung der ,dinge bilden4 ,der ,mensch geht insofern in der ,erschaffung der ,kunst nicht sowohl ber die ,natur hinaus als vielmehr blos tiefer in sie hinein und es wohnt den von der ,kunst dargestellten ,idealen eine ,wahrheit eben insofern bei als sie die gereinigten ,erscheinungen der eigenen inneren ,wesensmomente und entscheidenden ,grundgedanken der ,natur selbst sind4 ,der ,begriff der ,nachahmung in der ,kunst bezieht sich insofern nicht sowohl auf die unmittelbar gegebene gemeine oder empirische ,wirklichkeit in der ,natur als vielmehr auf dasjenige ideale und rein geistige ,wesen1 welches den wahrhaften ,hintergrund und die eigentliche ,substanz der vor uns erscheinenden wirklichen oder einzelnen ,dinge bildet4 ,auch alle ,kunst ist insofern wesentlich ein ,erkennen und sie befindet sich berall in einem nothwendigen und organischen ,anschluss an das ,ganze der ihr gegenberstehenden wirklichen ,welt4 ,die ,ideale der ,kunst sind an sich gegeben oder prformirt im ,wesen der wirklichen ,welt und sie werden von uns oder vom menschlichen ,geist nur durch ,ausscheidung des ,indifferenten und ,zuflligen der einzelnen ,erscheinungen von ihrem reinen inneren geistigen ,wesensgehalt oder der in ihnen liegenden besonderen und specifischen ,vollkommenheitsanlage festgestellt und erkannt4 ,fr die ,auffassung alles ,menschlichen ist berhaupt in erster ,linie der ,gesichtspunct des ,anschlusses desselben an das vor ihm in der usseren ,objectivitt oder ,wirklichkeit ,gegebene entscheidend4 ,es ist zunchst eine blosse ,phrase1 dass der ,mensch allein der selbststndige ,urheber und ,schpfer aller von ihm ausgehenden oder zu seinem ,leben gehrenden ,dinge1 ,werke oder ,erfindungen sei4 ,die ganzen ,bedingungen1 ,elemente und ,anregungen dieses seines ,schaffens sind vielmehr schon vor ihm und an sich in der ,natur oder ,aussenwelt gegeben gewesen und es ist berall nur durch eine ,benutzung oder ,anwendung derselben1 dass er zur ,ausbildung desjenigen1 was ihm selbst angehrt1 hingefhrt und veranlasst wird4 ,alles ,eigene des ,menschen geht berall nur aus einer ,beziehung oder einem eindringenden ,erkennen in den ihm gegenberstehenden ,stoff der natrlichen ,dinge oder ,erscheinungen hervor4 ,es ist nicht ein selbststndig erschaffener1 sondern nur ein der ,natur abgerungener und erworbener ,besitz1 auf den sich das ganze menschliche ,leben mit seinem ,inhalt und seinen ,einrichtungen grndet4 ,das ,leben des ,menschen oder die ,geschichte ist ein fortwhrender ,kampf seines ,geistes mit der ,natur1 in welchem er dieselbe allmhlich in einer immer vollkommeneren ,weise nach allen ihren ,seiten und ,beschaffenheiten in sich aufnimmt und berwindet4 ,alles ,menschliche weist daher zuletzt ebensosehr auf die ,sphre der ,natur oder der usseren ,objectivitt als auf diejenige der ,subjectivitt oder seines eigenen ,geistes hin4 ,die ,natur tritt in der ,sphre des ,menschen gleichsam blos aus einander oder hervor in allen denjenigen ,vollkommenheiten ihres ,wesens1 welche sie in unmittelbarer oder latenter ,weise bereits in sich selbst einschliesst oder besitzt4 ,die ,lehrstze der ,wissenschaft sind geistige ,wahrheiten1 welche an sich im ,wesen der usseren ,dinge liegen und welche hier vom menschlichen ,geiste nur aufgefunden1 gleichsam frei gemacht oder erkannt werden4 ,etwas ,aehnliches aber gilt zuletzt auch von den ,werken der ,kunst und von allen anderen ,sphren und ,erscheinungen des menschlichen ,lebens4 ,die ,wahrheit alles ,menschlichen besteht berhaupt in dem mglichst vollkommenen1 tiefen und innigen ,anschluss an die inneren ,gesetze oder das geistige ,wesen der ,natur4 ,es ist insofern berall etwas mehr als ein blosser zuflliger und willkhrlicher subjectiver ,einfall1 der uns in irgend einem bedeutenden ,werke oder einer ,erfindung des menschlichen ,geistes entgegentritt4 ,so verschiedenartig auch das ,schne in allen seinen einzelnen ,erscheinungen sein mag1 so ist es doch berall ein bestimmter gleichmssiger ,eindruck1 der aus demselben in jedem ,falle von uns aufgenommen wird4 ,wir bezeichnen diesen ,eindruck im ,allgemeinen mit dem ,worte des ,harmonischen oder ,zusammenstimmenden1 und es ist derselbe zunchst berall gebunden an ein bestimmtes ,verhltniss oder eine ,grenze des ,maasses der einzelnen ,theile der ,sache4 ,die ganzen ,beschaffenheiten eines jeden sthetischen ,dinges zerfallen aber berhaupt in zwei verschiedene ,kategorieen1 einmal in solche der ,qualitt oder der ,art1 andererseits in solche der ,quantitt oder des ,maasses4 ,zunchst aber sind es hauptschlich die ,beschaffenheiten oder ,eigenthmlichkeiten dieser letzteren ,kategorie1 durch welche sich das ,kunstwerk oder die sthetische ,sache am ,deutlichsten und ,bestimmtesten von derjenigen der gemeinen ,wirklichkeit unterscheidet4 ,wir erkennen im ,kunstwerk im ,allgemeinen dieselben ,qualitten oder ,artbeschaffenheiten wieder1 die uns auch sonst schon aus der brigen gemeinen ,wirklichkeit her bekannt sind1 und es ist eben wesentlich in ,bezug auf diese1 dass uns das ,kunstwerk im ,lichte einer ,nachahmung oder eines ,bildes der letzteren entgegenzutreten pflegt4 ,am ,bestimmtesten aber ist es zunchst die ,seite der ,quantitt oder das ,element des ,maasses1 durch welches sich das ,kunstwerk von der ,natur und den ,verhltnissen des gewhnlichen ,dinges zu unterscheiden pflegt4 ,eben dieses ,element der ,quantitt unterliegt dort einer bestimmteren und festeren ,regelung als hier und es ist wesentlich eben dieser ,umstand1 auf welchem die ganze hhere ,vollkommenheit des ,eindruckes des ,kunstwerkes gegenber dem des gewhnlichen ,dinges beruht4 ,es werden im ,kunstwerke zunchst berall nur die gegebenen ,qualitten oder ,artbeschaffenheiten der ,dinge in eine sicherere und bestimmtere ,grenze ihres relativen ,maasses eingeschlossen als sonst4 ,nur insofern erscheint uns das ,kunstwerk zunchst als der ,ausdruck der hheren und idealen ,vollkommenheit der wirklichen ,welt1 als ein jeder ,theil oder ein jedes ,ding dieser letzteren in die richtige ihm gebhrende ,grenze des ,maasses im ,verhltniss zu den brigen eingeschlossen und eingefhrt wird4 ,bei der wirklichen ,sache sind diese ,maassverhltnisse in der ,regel in einer mehr oder weniger angeordneten ,weise abgewandelt1 getrbt und verschoben oder es sind keine reinen und klaren ,eindrcke der ,proportionen des ,maasses1 die aus ihr von uns aufgenommen zu werden pflegen4 ,der ,knstler1 indem er die ,natur nachahmt1 thut zunchst wesentlich nichts ,anderes als dieses1 dass er jeden ,theil derselben in die ihm gebhrende ,grenze des ,maasses einzuschliessen und uns insofern einen idealen ,eindruck oder ein gereinigtes ,bild der ganzen inneren ,ordnungsverhltnisse der ,sache zu geben versucht4 ,das ,kunstwerk ist insofern wesentlich die ,aussage darber1 welches die wahren und eigentlichen ,maassverhltnisse der einzelnen ihrem qualitativen ,charakter nach verschiedenen ,theile und ,beschaffenheiten der wirklichen ,welt seien und es ist insofern hauptschlich zunchst dieses ganze ,moment der ,quantitt1 auf welchem der allgemeine ,unterschied der ,kunst von der ,natur beruht4 ,der ,knstler findet mit richtigem ,tact die entsprechenden ,verhltnisse des ,maasses fr die einzelnen ,theile seines ,werkes und es wird dieses letztere von unserem eigenen ,gefhl hauptschlich unter demselben ,gesichtspuncte aufgefasst und zu beurtheilen versucht4 ,die ,grenze dieses richtigen ,maasses aber ist an und fr sich berall eine ganz bestimmte1 einfache und feste oder es wird in der ,regel auch die geringste ,abweichung von derselben lebhaft und deutlich von uns empfunden4 ,diese ,aussprche und ,urtheile unseres subjectiven ,gefhles aber ber das richtige ,maass in den ,dingen mssen jedenfalls auch eine bestimmte objective ,begrndung oder ,berechtigung besitzen und es wird in der ,auffindung oder ,feststellung dieser letzteren immer das eigentliche ,ziel und entscheidende ,hauptproblem aller wissenschaftlichen ,erkenntniss des ,schnen erblickt werden mssen4 ,was zunchst als ein blosser ,machtspruch unseres ,gefhles erscheint1 wird nher wohl immer als die ahnende ,erkenntniss eines objectiven ,naturgesetzes oder eines an sich bestehenden normalen ,grundverhltnisses der ,einrichtung alles ,wirklichen angesehen werden mssen4 ,ein solches normales ,grundverhltniss glaubt namentlich ,zeising in der ,regel des goldenen ,schnittes aufgefunden zu haben und es scheint diese ,regel in der ,that einen bestimmten inneren oder natrlichen ,anspruch auf eine solche ihr zugeschriebene ,stellung in sich zu enthalten4 ,alle eigentliche und strenge mathematische ,regelmssigkeit ist an und fr sich nicht fhig1 ein ,gefhl des ,wohlgefallens und der sthetischen ,befriedigung in uns zu erwecken4 ,auch ist die innere ,ordnung des sthetischen ,dinges berall eine specifisch andere als diejenige irgend einer mathematischen ,figur4 ,es ist im ,gegensatz hierzu berall der ,eindruck des ,freien1 ,natrlichen und ,ungezwungenen1 den wir aus ihm empfangen4 ,der blosse ,gedanke1 dass das ,schne mathematisch bestimmbar sei1 hat an und fr sich etwas ,paradoxes1 ,feindliches und ,verletzendes fr uns an sich4 ,wir fhlen auf der einen ,seite das strenge ,walten des ,maasses in der ,einrichtung des ,schnen1 aber wir mssen uns zugleich auf der anderen ,seite sagen1 dass die ,natur und das ,gesetz dieses ,maasses ein ganz anderes sein msse als dasjenige der gewhnlichen strengen ,ordnung und ,regelmssigkeit der ,mathematik4 ,im ,prinzip scheint es eine ,nothwendigkeit fr den menschlichen ,geist zu sein1 anzunehmen1 dass das ,schne calculabel oder mathematisch bestimmbar sei2 aber es bedarf wahrscheinlich einer anderen ,art von ,mathematik als der gewhnlichen1 um diese ,eigenschaft wirklich an ihm festzustellen und zu ermitteln4 ,nur das mechanische ,ding stimmt in seinen ,verhltnissen und ,formen unmittelbar und genau mit der gewhnlichen ,regelmssigkeit der ,mathematik berein4 ,daher entbehrt dasselbe im ,allgemeinen auch der specifischen ,eigenschaft oder des ,charakters der ,schnheit1 ausser insofern derselbe in ,gestalt einer ausdrcklichen knstlerischen ,zuthat mit ihm in ,verbindung gebracht wird4 ,die ,gestalten der mechanischen ,dinge sind als solche trocken1 eckig und langweilig2 sie werden bedingt durch einen praktischen ,zweck und gehen im ,allgemeinen unmittelbar hervor aus einer ,bestimmung oder ,berechnung der ,mathematik4 ,das ,schne dagegen ist an sich genommen zwecklos und erinnert uns in seiner ,erscheinung berall an die ,freiheit und ,ungezwungenheit des ,lebendigen oder ,organischen in der ,natur4 ,alles ,wirkliche aber1 was der ,mensch erschafft1 ist im ,allgemeinen entweder ein ,kunstwerk oder ein mechanisches ,ding4 ,auch diese letzteren ,gegenstnde aber haben immerhin ein gewisses sthetisches ,interesse4 ,sie sind weder in dem ,sinne ,bilder und ,nachahmungen der usseren ,wirklichkeit als die ,werke der ,kunst1 noch sind sie auch in der eigentlichen und unmittelbaren ,bedeutung des ,wortes schn4 ,es giebt aber berhaupt nichts ,wirkliches1 welches alles sthetischen ,interesses fr uns entbehrte4 ,auch diesen mechanischen ,dingen liegen zum ,theil hnlich wie den ,werken der ,kunst gewisse ,motive der ,nachahmung oder des ,anschlusses an einzelne ,vorbilder der ,natur und des wirklichen ,lebens zu ,grunde4 ,viele dieser mechanischen ,dinge sind theils gleichsam ,objectivirungen einzelner ,organe oder ,bewegungen des menschlichen ,krpers1 theils weisen sie auf bestimmte ,urbilder oder ,typen in der usseren ,natur hin4 ,das ,werkzeug des ,hammers z4 ,b4 ist gleichsam vorgebildet in der geballten ,faust und dem diese erhebenden ,vorderarm des menschlichen ,krpers1 ebenso der ,bohrer in dem sich in irgend einen weichen ,stoff eingrabenden ,finger der ,hand4 ,die ,scheere hat ihren ,urtypus in den ,organen des ,krebses2 das von ,rudern und ,segeln getriebene ,schiff ist gleichsam eine ,combination des doppelten natrlichen ,vorbildes des schwimmenden ,fisches und des die ,luft durchschneidenden ,vogels2 die ,gestalt des ,wagens erinnert an diejenige der auf der ,erde wandelnden vierfssigen ,thieres2 in der ,detonation des ,geschtzes ist es gleichsam die ,naturerscheinung des ,gewitters1 welche von dem ,menschen nachgeahmt und in die ,sphre seiner eigenen ,erfindungen bergetragen wird4 ,alles dieses hat insofern noch einen tieferen ,sinn und ein weiteres an ,beziehungen reiches ,interesse2 der ,mensch schafft sich in allen diesen ,dingen gleichsam die ,knechte und den umgebenden ,hofstaat seiner eigenen ,person1 und es ist ausser dem blossen praktischen ,zweck immer noch irgend ein anderweites knstlerisch nachahmendes und geistig sthetisches ,interesse hierbei im ,spiel4 ,wir stellen auch dieses ganze ,gebiet als eine besondere ,provinz des elementarischen sthetischen ,erkennens hin1 indem es1 wenn gleich von dem des ,schnen verschieden1 doch mit in die allgemeine ,kategorie der sthetisch interessanten und sinnvoll bedeutsamen ,erscheinungen fllt4 ,die ,natur des ,kunstwerkes ist im ,allgemeinen die eines idealen und von allem ,zuflligen gereinigten ,abbildes der allgemeinen ,gesetze und ,einrichtungsverhltnisse des wirklichen ,lebens4 ,das innerste ,einheitsgesetz der ,kunst und des ,schnen wird insofern kein anderes sein knnen als dasjenige der ,natur oder des wirklichen ,lebens selbst4 ,die ,frage nach einem hchsten ,einheits- oder ,organisationsgesetz alles ,wirklichen aber ist allerdings immer eine der tiefsten und wichtigsten in dem ganzen ,umfange der ,philosophie4 ,zeising legt seinem ,prinzipe des goldenen ,schnittes in einem gewissen ,sinne die ,eigenschaft eines solchen ,gesetzes bei1 indem er dasselbe im weitesten ,umfange nicht blos der knstlerischen sondern auch der natrlichen ,erscheinungen als hchste ,norm aller ,eintheilung nachzuweisen versucht4 ,ebenso sah ,hegel in seinem ,prozesse der logischen ,dreigliederung das oberste und umfassendste ,eintheilungsgesetz alles ,wirklichen4 ,so verschiedenartig aber auch die ganzen ,ordnungen und ,erscheinungsformen des ,wirklichen sind1 so ist es doch immerhin mglich1 dass ihnen allen ein bestimmtes hchstes ,einheitsgesetz zur ,grundlage diene4 ,die ,lehren ,zeisings1 ,hegels u4 ,a4 hierber haben zunchst berall nur einen einseitigen oder provisorischen ,werth4 ,inwiefern es berhaupt ein derartiges ,gesetz giebt1 so wird dasselbe nur ein so einfaches sein knnen1 dass es sich mit einer unmittelbaren ,nothwendigkeit aus dem ganzen ,prinzip oder der ,idee einer jeden natrlichen ,eintheilung oder ,gliederung ergiebt4 ,wir weisen hierbei entschieden jede ,einseitigkeit und ,willkrlichkeit des philosophischen ,constructionsverfahrens von uns ab1 indem wir blos aus der einfachen ,natur der ,sache selbst den richtigen ,weg zur ,lsung jenes ,problemes aufzufinden versuchen4 ,in der ,geschichte der ,philosophie haben zuerst die ,pythagoreer sich mit der ,frage nach der allgemeinen ,einheit und ,ordnung des ,wirklichen beschftigt4 ,ihnen galt zunchst die ,zahl als der oberste ,ausdruck oder als das ,symbol aller weiteren geistigen ,ordnung der wirklichen ,dinge4 ,wir erblicken in diesem ,gedanken die erste noch unvollkommene ,ahnung einer tiefen und umfassenden wissenschaftlichen ,wahrheit1 die theils bis jetzt schon durch viele ,entdeckungen ihre ,besttigung gefunden hat1 theils spter vielleicht noch in weiterem ,umfange besttigt werden wird4 ,es wird wohl so sein1 dass alles ,geordnete und ,organische in der ,welt zuletzt mit auf ,zahlenverhltnissen beruht oder von der ,art ist1 dass es an und fr sich auch mathematisch bestimmt und berechnet werden kann4 ,der ,umfang dieses mathematischen ,elementes in der ,wirklichkeit ist vielleicht noch ein grsserer als jetzt von uns angenommen oder vermuthet wird4 ,die ,zahl ist unter allen ,umstnden immer das festeste und bestimmteste ,element alles wissenschaftlichen ,erkennens4 ,alle andere ,ordnung im ,wirklichen ist wahrscheinlich zuletzt auch eine mathematisch bestimmte und es hat insofern der ,gedanke nichts ,auffallendes1 dass auch das ,kunstwerk oder das ,schne als der ideale ,ausdruck aller anderen ,ordnung in der ,natur etwas in seinen ,verhltnissen an und fr sich mathematisch zu ,bestimmendes oder zu ,berechnendes sei4 ,auch die ,pythagoreer selbst haben durch die mathematische ,bestimmung der ,intervalle der ,tne zuerst diesen ,weg der wissenschaftlichen ,erkenntniss des ,schnen betreten4 ,es ist aber vor ,allem nothwendig1 sich ber die mgliche ,stellung und ,bedeutung dieses mathematischen ,elementes in der ,einrichtung aller wirklichen ,dinge eine sichere ,rechenschaft abzulegen4 ,alle ,beschaffenheiten der wirklichen ,welt zerfallen ebenso wie diejenigen des ,kunstwerkes in die beiden allgemeinen ,kategorieen der ,qualitt und der ,quantitt oder der ,art und des ,maasses4 ,jeder ,theil eines natrlichen ,ganzen aber besitzt ein bestimmtes ,maass und es ist dieses berall seinem besonderen innerlich qualitativen oder ,artcharakter gemss4 ,zwischen den ,beschaffenheiten der ,qualitt und denen der ,quantitt in den ,dingen findet berall ein bestimmter nothwendiger und organisch gesetzlicher ,zusammenhang statt4 ,bei einer jeden natrlichen ,sache oder einem organischen ,ganzen tritt uns zugleich ein bestimmtes ,system von ,artcharakteren und ein anderes mit diesem verbundenes von ,verhltnissen des ,maasses entgegen4 ,eine jede ,sache in der ,natur darf auf ,grund ihres ,artcharakters berall nur ein bestimmtes ,maass in der ,mitte aller anderen zu ihr gehrenden oder ihr hnlichen ,dinge erreichen4 ,wir prfen und betrachten daher die ,verhltnisse des ,maasses wesentlich niemals fr sich allein1 sondern berall nur insofern als sie sich mit den ,verhltnissen der ,verschiedenheiten der ,art verbinden und diesen gleichsam zu einem charakteristischen ,ausdruck oder einer ,erscheinung ihres inneren ,wesens oder ,werthes zu dienen scheinen4 ,bei der ,betrachtung der ,verhltnisse des menschlichen ,krpers z4 ,b4 sind es keinesweges allein die usseren ,proportionen des ,maasses als solche1 sondern dieselben nur in ,verbindung oder als eine ,inhrenz der qualitativen ,unterschiede der ,art oder des ,wesens der einzelnen ,theile1 auf welche sich unser ,interesse richtet1 oder die den ,gegenstand unseres sthetischen ,wohlgefallens an der natrlichen oder der knstlerischen ,erscheinung dieser ganzen ,gestalt bilden4 ,der ,kopf z4 ,b4 hat hier einen im ,verhltniss geringen ,umfang des ,maasses1 aber er ist in qualitativer ,beziehung der bedeutungsvollste und wichtigste ,theil des menschlichen ,krpers und es ist darum sein ,werth fr die ,gesammterscheinung des letzteren wesentlich der gleiche als derjenige des ,ganzen aller brigen ,theile4 ,es sind ferner die obere und die untere ,hlfte des menschlichen ,krpers auch qualitativ oder ihrem inneren ,wesen nach von einander verschieden und es sind insofern keinesweges allein die quantitativen ,proportionen des ,maasses1 welche bei der ,beurtheilung dieses ,verhltnisses in ,betracht kommen knnen4 ,das ,maass ist bei allem ,wirklichen berall nichts als eine ,inhrenz oder eine begleitende ,erscheinung der ,art1 und es ist insofern ein einseitiges und ungerechtfertigtes ,verfahren1 die ,dinge in ,rcksicht des sthetischen ,charakters ihrer usseren ,erscheinung allein unter dem ,gesichtspunct der usserlichen ,maassverhltnisse ihrer einzelnen ,theile auffassen und wissenschaftlich begreifen zu wollen4 ,hieran scheinen auch die im ,uebrigen verdienstvollen ,untersuchungen ,zeisings ber den goldenen ,schnitt die ,grenze ihrer ,wahrheit und ,berechtigung zu finden4 ,das wirkliche ,ganze oder das lebendige ,ding ist berall eine complexe ,einheit von ,beschaffenheiten der ,art und von solchen des ,maasses und es ordnen sich wie es scheint die wirklichen ,maassverhltnisse der einzelnen ,theile desselben niemals oder doch blos selten und in einer unvollkommenen ,weise so ganz einfach dem ,gesetz oder der ,regel irgend einer mathematischen ,proportion unter als etwa diejenigen einer ,maschine oder eines sonstigen mechanischen ,dinges1 welche in der ,regel unmittelbar und direct nach einer solchen ausgemessen und festgestellt worden sind4 ,wir versuchen die ,bedeutung dieses von uns aufgestellten ,satzes an einem bestimmten ,beispiele deutlich zu erlutern4 ,nach der ,theorie der antiken ,metriker gab es im ,versmaass drei an und fr sich wohlgefllige ,verhltnisse1 welche in dem dreifachen ,zahlenverhltniss3 #b 3 #a1 #b 3 #b1 #b 3 #c ihren ,ausdruck fanden4 ,dieses waren die drei allgemeinen ,versmaasse oder metrischen ,stilgattungen1 das trochische1 daktylische und ponische1 welche auf dem dreifachen ,sylbenschema3 1 1 beruhten4 ,in dem einen derselben also wurde der langen betonten ,sylbe oder der ,arsis 7nach dem antiken ,sprachgebrauch im ,gegensatz zu dem unsrigen1 der ,thesis7 eine einfache1 in dem anderen eine zweifache1 in dem dritten endlich eine dreifache kurze ,sylbe in der ,thesis 7dort der ,arsis7 an die ,seite gestellt und es knpft sich berall offenbar an dieses dreifache ,verhltniss der beiden ,hlften eines ,fusses die besondere ,harmonie1 der sthetische ,stimmungscharakter oder das ,ethos jedes einzelnen ,versmaasses an4 ,da nun die lange ,sylbe berall die ,ausdehnung oder das zeitliche ,maass einer doppelten kurzen besitzt1 so besteht im trochischen ,versmaass die ,einheit oder ,reihe des ,fusses aus #c1 im daktylischen aus #d1 im ponischen aus #e letzten einfachen ,zeittheilen1 7morae1 7 und es betrgt im ersten ,falle die ,lange der ,arsis das ,doppelte derjenigen der ,thesis1 whrend im zweiten beide ,theile einander gleich sind1 im dritten aber die ,arsis zur ,thesis sich wie das ,einfache zum ,anderthalbfachen verhlt1 weswegen auch fr das erste dieser drei ,versmaasse der ,ausdruck des 1 fr das zweite der des 1 fr das dritte der des festgestellt wurde4 ,die sthetische ,lehre oder ,meinung war also hier die1 dass in jenem dreifachen ,zahlenverhltniss allein der ,grund oder das bedingende ,prinzip des eigenthmlichen ,charakters einer jeden diesen drei ,arten des ,versmaasses enthalten sei4 ,das ,irrthmliche hiervon aber besteht darin1 dass auf das innerlich dynamische oder qualitative ,moment des auf der langen ,sylbe oder der ,arsis ruhenden ,accentes keine ,rcksicht genommen worden war4 ,die ,intensitt oder ,strke dieses ,accentes ist nmlich berall eine geringere oder grssere je nach der ,anzahl der der ,arsis des ,fusses in der ,thesis gegenberstehenden kurzen ,sylben4 ,das vollstndige ,schema jener drei ,formen des ,versmaasses ist insofern dieses3 1 1 und es findet in ihnen berall ein bestimmtes ,gleichgewicht zwischen der ,strke oder der intensiven ,gewalt des arsischen ,accentes und der ,lnge oder ,extensitt der thetischen ,hlfte des ,fusses statt4 ,der sthetische ,eindruck jedes einzelnen ,fusses also entspringt nicht sowohl aus einem ,abwgen der blossen usseren oder zeitlichen ,lnge der ,arsis und ,thesis als vielmehr aus einem solchen des innerlichen oder qualitativen ,elementes des ,accentes mit dem usserlichen oder quantitativen der kurzen thetischen ,sylbenzahl4 ,dass diese ,verschiedenheit der ,strke des arsischen ,accentes nicht eine blosse ,fiction ist1 geht fr uns deutlich hervor da1 wo mehrere verschiedene ,versfsse zu einer einzigen ,reihe verbunden sind wie z4 ,b4 pinifer ,olympus et ,ossa1 wo sich von selbst das ,bedrfniss einer allmhlichen ,abschwchung des ,accentes der langen ,sylben im ,verhltniss zu der verminderten ,anzahl der thetischen ,krzen geltend macht4 ,ueberhaupt also bilden die usserlich quantitativen ,verhltnisse immer nur die eine ,hlfte des ,wesens der ,sache berhaupt und wir erklren es insofern fr einen ,irrthum1 jene ,verhltnisse nur an sich oder als solche zu einem ,gegenstand der wissenschaftlichen ,untersuchung oder einem ,maassstab fr die ,bestimmung des sthetischen ,charakters einer ,sache machen zu wollen4 ,eine der tiefsinnigsten und richtigsten ,bemerkungen der ,pythagoreer war die1 dass die allgemeinste und wichtigste ,eintheilungsform alles ,wirklichen die der ,entgegensetzung ist und dass berall von zwei einander entgegengesetzten ,theilen oder ,hlften die eine die ihrem ,werth und ihrer ,bedeutung nach hhere oder vollkommenere ist oder zu sein scheint1 als die andere4 ,die ,entgegensetzung ist an sich die einfachste und elementarischste ,art aller natrlichen ,eintheilung oder ,gliederung des ,wirklichen2 das denkbar einfachste arithmetische ,eintheilungsprinzip ist dasjenige durch die ,zahl zwei und es hat eben dieses an dem ,verhltnisse der ,entgegensetzung seinen nheren lebendigen oder organischen ,inhalt4 ,ueberall aber findet zwischen zwei qualitativ entgegengesetzten ,begriffen oder ,theilen eines ,ganzen zugleich ein gewisser absoluter ,unterschied des ,werthes oder des hheren und niederen ,grades der allgemeinen ,vollkommenheit statt4 ,es ist insofern bei aller ,verschiedenheit des ,inhaltes der ,qualitt doch immer ein bestimmtes gleichmssiges oder constantes ,verhltniss des ,unterschiedes der ,quantitt oder des ,werthes1 welches sich durch alle wirklichen ,gegenstze hindurchzieht4 ,wir geben diesem ,verhltnisse auch dadurch einen ,ausdruck1 dass wir denjenigen ,begriff1 der uns als der hhere oder vollkommenere gilt1 regelmssig berall an die erste1 den anderen dagegen an die zweite ,stelle zu setzen pflegen1 so wie wir z4 ,b4 sagen3 ,gott und ,welt1 ,thier und ,pflanze1 ,mann und ,weib1 ,gutes und ,bses1 ,oben und ,unten1 ,rechts und ,links u4 s4 w41 nicht aber umgekehrt4 ,dieses allgemeine ,gesetz der qualitativen ,entgegensetzung aber erinnert gewissermaassen an die ,zeising'sche ,regel des goldenen ,schnittes als das angenommene oberste ,prinzip aller organischen oder lebendigen ,eintheilung der ,quantitt oder des ,maasses4 ,auch dort giebt es berall einen ,major und einen ,minor oder eine strkere und eine schwchere ,hlfte eines hheren gemeinsamen ,ganzen und es darf angenommen werden1 dass das ,verhltniss dieses doppelten ,unterschiedes der ,qualitt auch innerlich ein hnliches sein werde als das jenes doppelten ,unterschiedes des ,maasses oder der ,quantitt4 ,das ,verhltniss des goldenen ,schnittes hat1 wie es scheint1 auch an sich selbst einen gewissen ,anspruch darauf1 als hchster ,ausdruck einer unmittelbar wohlgeflligen und organisch-lebendigen ,proportion oder ,eintheilung des ,maasses zu gelten4 ,das ,zusammenstimmende oder ,passende in den ,verhltnissen des ,maasses bei allem ,organischen und ,schnen ist nicht von der ,art1 dass es durch irgend eine einfache arithmetische ,formel ausgedrckt werden knnte oder mit einer solchen bereinzustimmen schiene4 ,hierdurch unterscheidet sich offenbar die ,ordnung alles ,lebendigen von derjenigen des durch uns selbst kunstmssig berechneten mechanischen ,dinges4 ,dieses letztere hat seine mathematische ,proportion oder die ,formel seiner arithmetischen ,ordnung ausser sich selbst und es macht eben darum in seinen ,verhltnissen im ,allgemeinen einen eckigen1 unschnen und unlebendigen ,eindruck4 ,dem ,organischen und dem ,schnen aber ist das ,prinzip der mathematischen ,ordnung an sich selbst inwohnend oder immanent und es bringt eben darum auf uns den ,eindruck des ,freien1 ,natrlichen1 ,ungezwungenen und eigenartig ,selbststndigen hervor4 ,das ,organische und das ,schne ist einheitlich geordnet1 aber der ,gedanke dieser ,ordnung ist ein ihm selbst inwohnender und nicht wie der des mechanischen ,dinges ein von ,aussen her auf dasselbe bertragener4 ,wir finden es daher nicht regelmssig oder begrifflich gestaltet im ,sinne der gewhnlichen mechanischen ,mathematik1 aber es ist gleichsam eine tiefere innerliche oder organische ,mathematik1 welche uns in ihm zu walten scheint4 ,es ist mglich1 dass auch unsere ganze ,mathematik selbst noch einer ,erweiterung fhig ist1 inwiefern es ihr gelingen sollte1 die ,gesetze und ,verhltnisse der organischen oder lebendigen ,gestalten der ,dinge zu begreifen4 ,die gewhnliche ,geometrie ist nur die ,wissenschaft von den reinen oder abstracten ,elementen und ,verhltnissen des ,raumes4 ,die ,gestalten der wirklichen oder lebendigen ,dinge aber scheinen sich gleichsam als ,fortsetzungen oder speciellere ,durchdringungen an jene reinen ,elemente des ,raumes anzuschliessen1 etwa hnlich wie die wirklichen ,materien und ,stoffe der ,natur durch die ,chemie als ,producte der ,verbindung und innigen ,durchdringung der reinen und einfachen stofflichen ,grundelemente nachgewiesen werden4 ,die ,regel des goldenen ,schnittes bildet insofern ein durchaus eigenthmliches und singulres ,verhltniss oder ,prinzip der ,eintheilung des ,maasses als hier in einem und demselben wirklichen ,verhltniss zweier ,theile der nmliche ,unterschied des ,maasses sich zweimal zugleich vorfindet1 indem die grssere ,hlfte eines ,ganzen durch dieses letztere oder durch die ,summe seiner beiden einzelnen ,hlften gerade um ebenso viel wiederum aufgehoben oder bertroffen wird als sie selbst ber die kleinere hinausragt oder als diese von ihr aufgehoben und bertroffen wird4 ,das ,ganze ist hier gleichsam der natrliche ,rcher des ,unterliegens der kleineren ,hlfte gegenber dem ,uebergewichte der grsseren1 da diese ihm selbst gegenber gerade um so viel kleiner ist als sie grsser war im ,verhltniss zu jener4 ,die grssere ,hlfte ist ganz in demselben ,maasse der ,major im ,verhltnisse zu der kleineren oder dem ,minor als sie selbst der ,minor ist im ,verhltniss zu dem ,ganzen oder der ,summe4 ,wir glauben hierin gewissermaassen einen ,ausdruck der ethischen ,idee der ,gerechtigkeit in der natrlichen ,vertheilung des ,maasses erblicken zu drfen4 ,auch das ,gesetz oder der ,gedanke einer ,tragdie beruht zuletzt ganz auf demselben ,princip oder ,verhltniss1 welches uns hier auf dem ,gebiete des ,maasses in der ,regel des goldenen ,schnittes erscheint4 ,der tragische ,held1 ein verhltnissmssig grosser ,mensch1 ist hier gleichsam der ,major1 welcher ein bestimmtes ,unrecht begeht1 indem er ber den ,minor oder ber den ,maassstab der gewhnlichen und kleinen ,dinge oder rechtlichen ,verhltnisse des menschlichen ,lebens hinausgreift und diesen verletzt2 er wird hiefr aufgehoben oder vernichtet durch die hhere ,idee der ,gerechtigkeit1 welche im ,ganzen oder in der ,gesammteinrichtung oder im allgemeinen ,verlaufe des menschlichen ,lebens waltet und es muss die ihn treffende ,strafe berall dem ,maasse jenes von ihm begangenen ,unrechtes adquat sein4 ,das ,ganze also ist auch hier immer ganz in demselben ,maasse das ,grssere oder ,strkere gegenber dem ,major als dieser selbst gegenber dem ,minor und es sind wesentlich berall diese drei ,factoren1 aus denen sich die ,idee oder ,einrichtung einer ,tragdie zusammensetzt4 ,das ,gesetz der ethischen ,gerechtigkeit im ,leben und das der sthetischen oder organischen ,harmonie in allem ,lebendigen ist also wesentlich berall eines und dasselbe und es schliesst sich auch das ,verhltniss des ,major und des ,minor oder der strkeren und schwcheren ,hlfte eines jeden sonstigen qualitativen ,gegensatzes im ,leben1 wie z4 ,b4 des ,mnnlichen und des ,weiblichen1 an die nmliche ,grundform aller wirklichen ,eintheilung oder ,gliederung an4 ,die innere ,harmonie einer jeden specifisch schnen ,sache oder eines ,kunstwerkes ist allerdings berall noch eine hhere1 reinere und vollkommenere als die des gewhnlichen1 wirklich lebendigen oder organischen ,dinges4 ,es ist vielleicht mglich1 diesen ,unterschied an irgend ein bestimmmtes nheres oder specifisches ,merkmal zu binden4 ,das wirklich ,lebendige oder ,organische strebt durch sich selbst in einzelnen seiner ,erscheinungen der reineren und hheren ,vollkommenheit des ,knstlerischen zu und es ist das ,kunstwerk selbst berall nur der ,ausdruck des hchsten und eigentlichen ,vollkommenheitszieles der empirischen ,dinge in der brigen wirklichen ,welt4 ,wir glauben den ,satz aussprechen zu drfen1 dass diese hhere und reinere ideale ,vollkommenheit in der ,erscheinung des ,kunstwerkes gegenber der sonstigen gemeinen ,wirklichkeit ihren nchsten und wesentlichen ,grund berall darin habe1 dass dort die an sich schwcheren oder berhaupt die der ,seite des ,minor in einer jeden organischen ,entgegensetzung angehrenden ,elemente sich auf eine verhltnissmssig hhere ,stufe der ,bedeutung oder der usseren ,anerkennung ihres inneren ,werthes gestellt und erhoben finden werden als hier4 ,in der wirklichen ,welt regiert im ,allgemeinen das rohe und brutale ,uebergewicht des ,strkeren ber das ,schwchere und es beruht hierauf zuletzt der allgemeine ,eindruck des ,unbefriedigenden oder des das ,gefhl der sthetischen ,gerechtigkeit ,verletzenden1 welches dieselbe fr uns an sich trgt4 ,im ,kunstwerk oder in der ,sphre des ,schnen dagegen wird das an sich ,schwchere im ,allgemeinen immer nach dem ihm inwohnenden geistigen ,werthe zu seiner wahrhaften und berechtigten ,geltung gegenber der rohen ,gewalt des ,strkeren gebracht und es grndet sich eben hierauf jener ,eindruck des hheren sthetischen ,gerechtigkeitsgefhles1 welcher aus der wahrhaft und vollkommen schnen ,sache fr uns entspringt4 ,das ,niedrige und ,gemeine tritt im ,kunstwerk zurck und der verborgene ,werth des ,edlen gelangt hier zu seinem wahrhaften ,rechte4 ,die ,waagschale des ,major und des ,minor wird im ,kunstwerk zu ,gunsten dieses letzteren ,elementes um ein ,bestimmtes gegenber der ,wirklichkeit verndert und es ist anzunehmen1 dass dieses dann berall der richtige ,ausdruck des wahren und eigentlichen oder rein idealen ,standpunctes und seinsollenden ,verhltnisses beider ,elemente sein werde4 ,hierauf grndet sich berall der ,eindruck des ,leichten1 ,edlen und unmittelbar ,geflligen1 welcher dem ,kunstwerke gegenber der wirklichen ,sache beiwohnt4 ,so wird in allen idealen oder an das ,knstlerische anstreifenden ,verhltnissen des ,lebens dem weiblichen ,geschlecht eine relativ hervorragendere ,stellung neben dem mnnlichen angewiesen als dieses sonst in allen gewhnlichen oder nchternen ,einrichtungen der ,fall zu sein pflegt4 ,die ,pflanze als der ,minor des organischen ,lebens in der ,natur hat ebenso fr die ,kunst einen verhltnissmssig hheren ,werth als das ,thier4 ,im ,versmaasse wird von dem kurzen ,sylbenelement immer ein verhltnissmssig grsserer ,gebrauch gemacht oder es tritt dasselbe dem ,elemente der langen ,sylbe hier in einer verhltnissmssig grsseren ,wichtigkeit und ,strke zur ,seite als dieses in der gewhnlichen ,rede der ,fall ist oder es wird auch hier in der ,kunstgestalt der ,sprache die ,bedeutung des ,minor gegenber der des ,major berall um ein ,bestimmtes erhht4 ,es ist aber zuletzt berall nur die ,auflsung des gegebenen ,schnen in den ,complex seiner smmtlichen sowohl qualitativen als quantitativen ,beschaffenheiten und die ,vergleichung oder ,abwgung des relativen ,werthes aller seiner einzelnen ,elemente unter einander1 in welcher das wahrhafte ,prinzip der wissenschaftlichen ,erkenntniss desselben erkannt werden kann4