,anmerkungen zur ,transkription ,das ,original ist in ,fraktur gesetzt4 ,im ,original gesperrter1 unterstrichener bzw4 kursiver ,text ist so ausgezeichnet4 ,im ,original in ,antiqua gesetzter ,text ist so markiert4 ,im ,original fetter ,text ist so gekennzeichnet4 ,randbemerkungen des ,originals wurden in eingeschlossen4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription befinden sich am ,ende des ,buches4 ,die ,sammlung ,aus ,natur und ,geisteswelt nunmehr ber #gjj ,bndchen umfassend1 dient seit ihrem ,entstehen 7#ahih7 den ,gedanken1 auf denen die heute sich so mchtig entwickelnde ,volkshochschulbewegung beruht4 ,sie will jedem geistig ,mndigen die ,mglichkeit schaffen1 sich ohne besondere ,vorkenntnisse an sicherster ,quelle1 wie sie die ,darstellung durch berufene ,vertreter der ,wissenschaft bietet1 ber jedes ,gebiet der ,wissenschaft1 ,kunst und ,technik zu unterrichten4 ,sie will ihn dabei zugleich unmittelbar im ,beruf frdern1 den ,gesichtskreis erweiternd1 die ,einsicht in die ,bedingungen der ,berufsarbeit vertiefend4 ,sie bietet wirkliche ,einfhrungen in die ,hauptwissensgebiete fr den ,unterricht oder ,selbstunterricht des ,laien nach den heutigen methodischen ,anforderungen4 ,diesem ,bedrfnis knnen ,skizzen im ,charakter von ,auszgen aus groen ,lehrbchern nie entsprechen1 denn solche setzen eine ,vertrautheit mit dem ,stoffe schon voraus4 ,sie bietet aber auch dem ,fachmann eine rasche zuverlssige bersicht ber die sich heute von ,tag zu ,tag weitenden ,gebiete des geistigen ,lebens in weitestem ,umfang und vermag so vor allem auch dem immer strker werdenden ,bedrfnis des ,forschers zu dienen1 sich auf den ,nachbargebieten auf dem laufenden zu erhalten4 ,in den ,dienst dieser ,aufgabe haben sich darum auch in dankenswerter ,weise von ,anfang an die besten ,namen gestellt1 gern die ,gelegenheit benutzend1 sich an weiteste ,kreise zu wenden1 an ihrem ,teil bestrebt1 an der ,sozialisierung unserer ,kultur mitzuarbeiten4 ,so konnte der ,sammlung auch der ,erfolg nicht fehlen4 ,mehr als die ,hlfte der ,bndchen liegen1 bei jeder ,auflage durchaus neu bearbeitet1 bereits in #b4 bis #g4 ,auflage vor1 insgesamt hat die ,sammlung bis jetzt eine ,verbreitung von fast #e ,millionen ,exemplaren gefunden4 ,alles in allem sind die schmucken1 gehaltvollen ,bnde besonders geeignet1 die ,freude am ,buche zu wecken und daran zu gewhnen1 einen kleinen ,betrag1 den man fr ,erfllung krperlicher ,bedrfnisse nicht anzusehen pflegt1 auch fr die ,befriedigung geistiger anzuwenden4 ,durch den billigen ,preis ermglichen sie es tatschlich jedem1 auch dem wenig ,begterten1 sich eine ,bcherei zu schaffen1 die das fr ihn ,wertvollste ,aus ,natur und ,geisteswelt vereinigt4 ,jedes der meist reich illustrierten ,bndchen ist in sich abgeschlossen und einzeln kuflich ,leipzig1 im ,september #aibj4 ,b4 ,g4 ,teubner ,bisher sind zur ,philosophie und ,psychologie erschienen3 ,zur ,einfhrung ,einfhrung in die ,philosophie4 ,von ,professor ,dr4 ,r4 ,richter4 #d4 ,auflage von ,privatdozent ,dr4 ,m4 ,brahn4 7,bd4 #aee47 ,die ,philosophie4 ,ihr ,wesen1 ihre ,grundprobleme1 ihre ,literatur4 ,von ,realgymnasialdirektor ,h4 ,richert4 #c41 verb4 ,aufl4 7,bd4 #ahf47 ,philosophisches ,wrterbuch4 ,von ,oberlehrer ,dr4 ,p4 ,thormeyer4 #b4 ,aufl4 7,teubners kl4 ,fachwrterbcher ,bd4 #d7 geb4 ,m4 #e4-- ,logik und ,psychologie ,grundri der ,logik4 ,von ,dr4 ,k4 ,j4 ,grau4 7,bd4 #fcg47 ,einfhrung in die ,psychologie4 ,von ,prof4 ,dr4 ,e4 von ,aster4 #b4 ,auflage4 ,mit #d ,figuren4 7,bd4 #dib47 ,einfhrung in die experimentelle ,psychologie4 ,von ,prof4 ,dr4 ,n4 ,braunshausen4 #b4 ,aufl4 ,mit #ag ,abb4 im ,text4 7,bd4 #dhd47 ,die ,seele des ,menschen4 ,von ,geh4 ,rat ,professor ,dr4 ,j4 ,rehmke4 #e4 ,auflage4 7,bd4 #cf47 ,die ,mechanik des ,geisteslebens4 ,von ,geh4 ,med4-,rat ,dir4 ,prof4 ,dr4 ,m4 ,verworn4 #d4 ,aufl4 ,mit #ai ,abb4 i4 ,t4 7,bd4 #bjj47 ,die ,sinne des ,menschen1 ,sinnesorgane u4 ,sinnesempfind4 ,von ,hofr4 ,prof4 ,dr4 ,j4 ,k4 ,kreibig4 #c4 ,aufl4 ,mit #cj ,abb4 7,bd4 #bg47 ,psychologie des ,kindes4 ,von ,professor ,dr4 ,r4 ,gaupp4 #d4 ,auflage4 ,mit #ag ,abbildungen4 7,bd4 #bac_/ad47 ,geistige ,veranlagung und ,vererbung4 ,von ,dr4 med4 et phil4 ,g4 ,sommer4 #b4 ,auflage4 7,bd4 #eab47 ,leib und ,seele in ihrem ,verhltnis zueinander4 ,von ,dr4 med4 et phil4 ,g4 ,sommer4 7,bd4 #gjb47 ,angewandte ,psychologie4 ,methoden und ,ergebnisse4 ,von ,dr4 phil4 et med4 ,e4 ,stern4 7,bd4 #gga47 ,die ,handschriftenbeurteilung4 ,eine ,einfhrg4 i4 d4 ,psycholog4 d4 ,handschrift4 ,von ,prof4 ,dr4 ,g4 ,schneidemhl4 #b41 durchges4 u4 erw4 ,aufl4 ,mit #ea ,handschriftennachbild4 i4 ,t4 u4 auf #a ,tafel4 7,bd4 #ead47 ,hypnotismus und ,suggestion4 ,von ,dr4 ,e4 ,trmner4 #c4 ,auflage4 7,bd4 #aii47 ,die ,psychologie d4 ,verbrechers4 ,kriminalpsychol4 ,von ,strafanstaltsdir4 ,dr4 med4 ,p4 ,pollitz4 #b4 ,aufl4 ,mit #e ,diagr4 7,bd4 #bdh47 99,psychologisches ,wrterbuch4 ,von ,dr4 ,f4 ,giese4 7,teubners kleine ,fachwrterbcher1 geb4 ca4 ,m4 #f4--7 ,ethik ,grundzge der ,ethik4 ,mit besonderer ,bercksichtigung der pdagogischen ,probleme4 ,von ,e4 ,wentscher4 #b4 ,aufl4 7,bd4 #cig47 ,aufgaben und ,ziele des ,menschenlebens4 ,nach ,vortrgen im ,volkshochschulverein zu ,mnchen1 gehalten von ,professor ,dr4 ,j4 ,unold4 #e41 verb4 ,auflage4 7,bd4 #ab47 ,sittl4 ,lebensanschauung4 d4 ,gegenwart4 ,von ,geh4 ,kirchenr4 ,prof4 ,dr4 ,o4 ,kirn4 #c4 ,a41 durchges4 v4 ,prof4 ,d4 ,dr4 ,o4 ,h4 ,stephan4 7#agg47 ,das ,problem der ,willensfreiheit4 ,volkshochschulvortrge4 ,von ,professor ,dr4 ,g4 ,f4 ,lipps4 #b41 vernd4 ,aufl4 7,bd4 #chc47 ,sexualethik4 ,von ,prof4 ,dr4 ,h4 ,e4 ,timerding4 7,bd4 #eib47 sthetik 99,einfhrung in die ,geschichte der sthetik4 ,von ,prof4 ,dr4 ,h4 ,nohl4 7,bd4 #fjb47 sthetik4 ,von ,professor ,dr4 ,r4 ,hamann4 #b4 ,aufl4 7,bd4 #cde47 ,poetik4 ,von ,dr4 ,r4 ,mller-,freienfels4 7,bd4 #dfj47 ,religionsphilosophie ,das ,leben nach dem ,tode im ,glauben der ,menschheit4 ,von ,prof4 ,dr4 ,c4 ,clemen4 7,bd4 #edd47 ,religion und ,naturwissenschaft in ,kampf und ,frieden4 ,von ,pfarrer ,dr4 ,a4 ,pfannkuche4 #b4 ,aufl4 7,bd4 #ada47 ,naturphilosophie ,naturphilosophie4 ,von ,professor ,dr4 ,j4 ,m4 ,verweyen4 #b4 ,aufl4 7,bd4 #dia47 ,entstehung der ,welt u4 der ,erde nach ,sage u4 ,wissenschaft4 ,von ,geh4 ,reg4-,rat ,prof4 ,dr4 ,m4 ,b4 ,weinstein4 #c4 ,aufl4 7,bd4 #bbc47 ,der ,untergang der ,welt u4 der ,erde in ,sage u4 ,wissenschaft4 ,von ,geh4 ,reg4-,rat ,professor ,dr4 ,m4 ,b4 ,weinstein4 7,bd4 #dgj47 ,sternglaube und ,sterndeutung4 ,die ,geschichte und das ,wesen der ,astrologie4 ,unter ,mitwirkung von ,geh4 ,rat ,prof4 ,dr4 ,k4 ,bezold dargestellt von ,geh4 ,hofrat ,prof4 ,dr4 ,fr4 ,boll4 #b4 ,aufl4 ,mit #a ,sternkarte und #bj ,abbildungen4 7,bd4 #fch47 ,geschichte der ,philosophie ,fhrende ,denker4 ,geschichtliche ,einleitung in die ,philosophie4 ,von ,prof4 ,dr4 ,j4 ,cohn4 #d41 durchges4 ,aufl4 ,mit #f ,bildn4 7,bd4 #agf47 99,sozialismus in d4 ,philosophie vom ,altertum bis zur ,gegenwart4 ,von ,provinzialschulrat ,prof4 ,dr4 ,k4 ,vorlnder4 7,bd4 #hbd47 ,die ,freimaurerei4 ,eine ,einfhrung in ihre ,anschauungswelt und ihre ,geschichte4 ,von ,geh4 ,rat ,dr4 ,l4 ,keller4 #b4 ,aufl4 von ,geh4 ,archivrat ,dr4 ,g4 ,schuster4 7,bd4 #dfc47 ,philosophie d4 ,altertums ,griech4 ,weltanschauung4 ,v4 ,prof4 ,dr4 ,m4 ,wundt4 #b4 ,aufl4 7,bd4 #cbi47 99,religion und ,philosophie im alten ,orient4 ,von ,prof4 ,dr4 ,e4 v4 ,aster4 7,bd4 #eba47 ,neuere ,philosophie ,die ,weltanschauungen der groen ,philosophen der ,neuzeit4 ,von ,professor ,dr4 ,l4 ,busse4 #f4 ,auflage1 herausgegeben von ,geh4 ,hofrat ,professor ,dr4 ,r4 ,falckenberg4 7,bd4 #ef47 ,die groen englischen ,philosophen ,locke1 ,berkeley1 ,hume4 ,von ,oberlehrer ,dr4 ,p4 ,thormeyer4 #b4 ,aufl4 7,bd4 #dha47 ,rousseau4 ,von ,prof4 ,dr4 ,p4 ,hensel4 #c4 ,aufl4 ,mit ,bildn4 7,bd4 #ahj47 ,immanuel ,kant4 ,darstellung und ,wrdigung4 ,von ,geh4 ,hofrat ,prof4 ,dr4 ,o4 ,klpe4 #e4 ,aufl41 hrsg4 von ,prof4 ,dr4 ,a4 ,messer4 ,mit #a ,bildnis ,kants4 7,bd4 #adf47 ,schopenhauer4 ,seine ,persnlichkeit1 seine ,lehre1 seine ,bedeutung4 ,von ,realgymn4-,dir4 ,h4 ,richert4 #d4 ,aufl4 ,mit #a ,bildnis4 7,bd4 #ha47 ,herbarts ,lehren und ,leben4 ,von ,pastor ,o4 ,flgel4 #b4 ,aufl4 ,mit #a ,bildnis ,herbarts4 7,bd4 #afd47 ,herbert ,spencer4 ,von ,dr4 ,k4 ,schwarze4 ,mit #a ,bildnis4 7,bd4 #bde47 ,neueste ,philosophie ,die ,philosophie der ,gegenwart in ,deutschland4 ,von ,geh4 ,hofrat ,prof4 ,dr4 ,o4 ,klpe4 #g41 verb4 ,auflage4 7,bd4 #da47 ,okkultismus1 ,spiritismus u4 unterbewute ,seelenzustnde4 ,von ,dr4 ,r4 ,baerwald4 7,bd4 #efj47 99,theosophie u4 ,anthroposophie4 ,von ,privatdozent ,studienrat ,dr4 ,w4 ,bruhn4 7,bd4 #gge47 ,henri ,bergson1 der ,philosoph moderner ,religion4 ,von ,pfarrer ,dr4 ,e4 ,ott4 7,bd4 #dhj47 ,die mit 99 bez4 u4 weitere ,bnde befinden sich in ,vorber4 ,aus ,natur und ,geisteswelt ,sammlung wissenschaftlich-gemeinverstndlicher ,darstellungen #agf4 ,band ,fhrende ,denker ,geschichtliche ,einleitung in die ,philosophie ,von ,jonas ,cohn ao4 ,professor a4 d4 ,universitt ,freiburg i4 ,br4 ,vierte1 durchgesehene ,auflage #ag4--ba4 ,tausend ,mit #f ,bildnissen ,illustration ,verlag und ,druck von ,b4 ,g4 ,teubner in ,leipzig und ,berlin #aiba ,inhaltsverzeichnis4 ,seite ,zur ,einfhrung #c ,erster ,vortrag3 ,sokrates #e ,zweiter ,vortrag3 ,platon #be ,dritter ,vortrag3 ,descartes #dj ,vierter ,vortrag3 ,spinoza #ef ,fnfter ,vortrag3 ,kant #ga ,sechster ,vortrag3 ,fichte 7,kants praktische ,philosophie47 #id ,register #aag ,schutzformel fr die ,vereinigten ,staaten von ,amerika ,copyright #aiba by ,b4 ,g4 ,teubner in ,leipzig4 ,alle ,rechte1 einschlielich des bersetzungsrechts1 vorbehalten4 ,zur ,einfhrung4 ,nicht in die ,geschichte der ,philosophie1 sondern durch ,geschichte in die ,philosophie selbst will dieses ,buch einleiten4 ,diese ,absicht bestimmte die ,auswahl nicht nur der ,denker1 sondern auch dessen1 was von jedem ,denker gegeben wurde4 berall habe ich mich bemht1 das fr die ,philosophie dauernd ,bedeutende herauszuarbeiten4 ,an ,darstellungen1 die auch die ,nebenzge und ,gegenstrmungen im ,geiste der groen ,denker wiedergeben1 fehlt es nicht4 ,wo der ,leser zwischen solchen ,darstellungen und der meinigen ,widersprche zu bemerken glaubt1 bitte ich ihn1 an jene besondere ,absicht meiner ,vortrge zu denken4 ,hervorgegangen ist diese ,absicht aus der festen berzeugung1 da die ,philosophie im ,laufe ihrer ,entwicklung mehr als eine ,summe geistreicher ,einflle hervorgebracht hat4 ,gerade wenn man auf die ,hauptzge der ,entwicklung allein sieht1 erkennt man1 da auch in der wichtigsten aller ,wissenschaften ,wahrheiten von grundlegender und ewiger ,bedeutung gefunden worden sind1 ,wahrheiten1 wohl geeignet1 als ,sttze des ,lebens zu dienen4 ,die folgenden ,vortrge wurden im ,dezember #aijf in ,freiburg i4 ,br4 vor ,hrern jedes ,standes und ,geschlechts gehalten4 ,der ,eifer1 mit dem zahlreiche ,teilnehmer1 vielfach nach anstrengender ,tagesarbeit1 meinen ,ausfhrungen folgten1 zeigte mir1 wie weit das ,bedrfnis nach ,philosophie verbreitet ist4 ,auch die gedruckten ,vortrge mchten weitesten ,kreisen dienen4 ,deshalb habe ich absichtlich den ,ton der mndlichen ,rede im wesentlichen festgehalten4 ,nur die ,wiederholungen des ,vortrags1 die der ,leser durch ,zurckschlagen ersetzen kann1 wurden gekrzt und dafr einige ,abschnitte eingefgt1 die etwas tiefer in die behandelten ,fragen hineinfhren1 bei einmaligem ,hren aber unverstndlich geblieben wren4 ,zu weiterer ,selbstbelehrung wird die ,vergleichung meiner ,darstellung mit anderen neueren ,einleitungen in die ,philosophie beitragen4 ,es handelt sich ja nicht darum1 auf ,eines ,worte zu schwren1 sondern durch eigene ,prfung seine feste berzeugung zu gewinnen4 ,absichtlich nenne ich unter diesen einfhrenden ,bchern kein einzelnes2 sie sind leicht zu finden1 auch diese ,sammlung enthlt mehrere hierhergehrige ,bnde4 ,als ,werke1 in denen die gleichen ,grundberzeugungen wie hier vertreten werden1 und die geeignet scheinen1 zu grndlicherer ,einsicht zu fhren1 mchte ich nur3 ,windelband1 ,prludien1 und ,hensel1 ,hauptprobleme der ,ethik1 anfhren4 ,vor allem aber rate ich1 einige ,hauptwerke der groen hier behandelten ,philosophen selbst zu lesen1 die meist in der philosophischen ,bibliothek 7,felix ,meiner1 ,leipzig71 zum ,teil auch in ,reclams ,universal-,bibliothek erschienen sind4 ,als leichter verstndliche ,schriften kommen vor allem in ,betracht3 ,zu ,vortrag ,i3 ,xenophon3 ,erinnerungen an ,sokrates4 ,platon3 ,verteidigung des ,sokrates1 ,kriton1 ,laches4 ,zu ,vortrag ,,ii3 ,platon3 ,protagoras1 ,gorgias1 ,phdon1 ,gastmahl4 ,zu ,vortrag ,,iii3 ,descartes3 ,abhandlung ber die ,methode4 ,betrachtungen ber die ,metaphysik4 ,zu ,vortrag ,,iv3 ,spinoza3 ,abhandlung ber die ,verbesserung des ,verstandes4 ,zu ,vortrag ,v3 ,kant3 ,prolegomena zu einer jeden knftigen ,metaphysik4 ,grundlegung zur ,metaphysik der ,sitten4 ,zu ,vortrag ,,vi3 ,fichte3 ,die ,bestimmung des ,menschen4 ,einige ,vorlesungen ber die ,bestimmung des ,gelehrten4 ,der geschlossene ,handelsstaat4 ,grundzge des gegenwrtigen ,zeitalters4 ,reden an die deutsche ,nation4 ,absicht des ,buches ,der ,absicht dieser ,vortrge gem habe ich nirgends die ,forscher zitiert1 denen ich ,tatsachen oder ,anregungen verdanke4 ,der ,sachkundige bemerkt ohnedies1 welchen neueren ,philosophen1 ,geschichtschreibern und ,biographen ich mehr oder minder folge4 ,es braucht kaum gesagt zu werden1 da eine allgemeinverstndliche ,einfhrung nicht den ,anspruch erhebt1 neue ,ergebnisse mitzuteilen4 berhaupt bitte ich alle1 die gleich mir ihr ,leben der ,arbeit an philosophischen ,problemen gewidmet haben1 zu bedenken1 da dies ,buch nicht fr sie geschrieben wurde1 wiewohl sie allein seine zustndigen ,richter sind4 ,jede neue ,auflage habe ich genau durchgesehen1 die vierte besonders auch auf die ,verstndlichkeit und ,einsichtigkeit des ,gedankenfortschritts hin4 ,das ,bchlein ist hier und da im philosophischen ,unterricht unserer hheren ,schulen gebraucht worden2 ich habe ,winke eines ,lehrers dankbar benutzt und bitte herzlich1 mir weitere ,erfahrungen mitzuteilen4 ,den ,plan des ,ganzen glaubte ich beibehalten zu sollen1 insbesondere konnte ich mich nicht entschlieen1 ihn durch die -- von manchen ,beurteilern gewnschte -- ,aufnahme anderer ,philosophen zu sprengen4 ,fhrende ,denker -- darunter verstehe ich hier solche1 die geeignet sind1 zur ,philosophie hinzufhren4 ,die groen ,systematiker aber1 ein ,aristoteles1 ,leibniz1 ,hegel setzen zu ihrem ,verstndnis schon geschultes philosophisches ,denken und berdies1 da sie das ganze ,wissen ihrer ,zeit verarbeiten1 zahlreiche sachliche und geschichtliche ,kenntnisse voraus4 ,gerade weil ich diese umfassenden ,geister verehre1 widerstrebt es meinem ,gefhl1 ihnen durch eine abgekrzte ,darstellung ,unrecht zu tun4 ,anders steht es mit ,denkern1 deren ,gre mehr in der ,fragestellung und in der ,entdeckung einiger groen ,grundgedanken besteht4 ,diese allein scheinen mir auch geeignet zu sein1 das ,verstndnis fr ,philosophie zu wecken4 ,erster ,vortrag4 ,sokrates4 ,es ist schwierig1 vor unbekannten ,hrern von ,philosophie zu reden4 ,da nmlich ,philosophie den ganzen ,menschen ergreifen will1 mu ein philosophischer ,vortrag mehr als jeder andere mit der inneren1 ttigen ,anteilnahme des ,hrers rechnen4 ,alle ,philosophie sucht ,antwort zu geben auf die ,frage nach der ,bestimmung des ,menschen4 ,so mannigfaltig die ,gegenstnde sind1 mit denen sie sich beschftigt1 sie whlt diese ,gegenstnde nur1 weil sie von ihnen ,auskunft erhofft ber das wichtigste aller ,probleme3 ,was soll ich in dieser rtselhaften ,welt8 ,nur bei ,hrern1 die von dieser ,frage irgendwie schon beunruhigt worden sind1 kann ein philosophischer ,vortrag hoffen1 ,verstndnis zu finden4 ,ich nehme an1 da ,sie alle in irgendeiner ,weise diese ,unruhe empfunden haben1 da also ein ,bedrfnis nach ,philosophie bei ,ihnen besteht4 ,ein solches ,bedrfnis mu ich voraussetzen1 weiter aber will ich nichts voraussetzen4 ,ich werde mich bemhen1 ,ihnen zu grerer ,klarheit ber das zu verhelfen1 was ,sie suchen1 und ,ihnen die ,wege zeigen1 auf denen jenes ,bedrfnis so viel echte ,befriedigung wie irgend mglich findet4 ,als geeignetes ,mittel zu diesem ,zwecke erscheint mir1 ,ihnen die ,hauptgedanken der ,philosophie in innigster ,verbindung mit dem ,leben der groen ,denker vorzufhren4 ,denn diese ,gedanken sind aus dem inneren ,erleben bedeutender ,persnlichkeiten hervorgegangen2 die ,kenntnis dieser ,persnlichkeiten ist zwar nicht der krzeste und wissenschaftlichste1 wohl aber der gangbarste und angenehmste ,weg1 um ,verstndnis fr ihre ,gedanken zu gewinnen4 ,nicht neue ,ergebnisse der ,wissenschaft1 sondern alte ,weisheit will ich ,ihnen vortragen4 ,sollte einer oder der andere dadurch sich enttuscht fhlen1 so mte ich mit einer ,anekdote antworten4 ,ein leutseliger ,knig besuchte einst eine ,sternwarte und fragte den leitenden ,astronomen3 ,was gibt's ,neues am ,himmel8 ,der schlagfertige ,gelehrte antwortete mit der ,gegenfrage3 ,kennen ,majestt schon das ,alte8 ,alte ,weisheit also will ich versuchen1 ,ihnen so vorzufhren1 da sie neu erscheint -- neu im ,sinne von neu erlebt4 ,ich will mich bemhen1 ,ihnen die scheinbar entlegenen und lebensfremden ,gedanken aus der ,seele fhrender ,denker heraus in ihrer inneren1 lebendigen ,bedeutung nahezubringen4 ,unter den groen ,philosophen habe ich sechs ,mnner gewhlt1 die zugleich die drei fruchtbarsten ,zeitalter in der ,geschichte des philosophischen ,denkens vertreten und die sich paarweise zueinander wie ,lehrer und ,schler verhalten3 ,sokrates und ,platon1 ,descartes und ,spinoza1 ,kant und ,fichte4 ,jedem von ihnen soll ein ,vortrag gewidmet sein4 ,warum ich gerade diese ,mnner auswhlte1 kann sich nur durch den ,fortgang meiner ,betrachtungen rechtfertigen4 ,vaterstadt und ,zeitalter ,bei dem ersten unter ihnen freilich ist das sofort klar4 ,man kann nur bei ,sokrates beginnen1 wenn man die ,philosophie lebendig erfassen will4 ,leben und ,denken sind bei ihm innig verflochten4 ,er hat seine ,philosophie nicht in ,bchern1 sondern in seiner ,lebensfhrung und seinen ,gesprchen dargestellt4 ,vielleicht war das mit dieser ungeheuren ,wirkung auch nur in seiner ,heimat und zu seiner ,zeit mglich4 ,sokrates ist um das ,jahr #dgj v4 ,chr4 als ,sohn des ,bildhauers ,sophroniskos1 den wir uns als ,handwerker1 nicht als ,knstler vorstellen mssen1 in ,athen geboren4 ,seine ,mutter bte den ,beruf einer ,hebamme aus4 ,er stammte also aus kleinbrgerlichen ,verhltnissen4 ,aber die ,armut hinderte einen ,athener jener ,zeit nicht daran1 seinen ,geist zu bilden4 ,athen stand damals auf dem ,gipfel seiner ,macht1 es war nicht mehr ,hauptstadt eines griechischen ,kleinstaates1 sondern ,mittelpunkt eines ,bundes von ,seestaaten1 der tatschlich nahezu die ,festigkeit eines einheitlichen ,reiches hatte4 ,dadurch beherrschte nach den ,perserkriegen das siegreiche ,athen die ,ksten ,asiens und die ,inseln des stlichen ,mittelmeeres4 ,reichtum durchstrmte die ,stadt und wurde bei der demokratischen ,verfassung in ,festen1 ,spielen1 ,bauten1 ,kunstschtzen allen ,brgern zugnglich und nutzbar4 ,das ,leben war durchaus ffentlich4 ,im ,sden1 wo ,gesprch1 ,verhandlung1 selbst ,berufsgeschfte sich auf der ,strae abspielen1 ist das -- fr den ,mann wenigstens -- in gewissem ,sinne immer der ,fall2 in jener ,zeit aber erfllte den gemeinsamen ,schauplatz des ueren ,lebens ein groes ffentliches ,interesse geistiger und sittlicher ,art1 der leidenschaftliche ,anteil jedes ,brgers an seinem ,staate4 ,auch die nicht im engeren ,sinne politischen ,ttigkeiten dienten dem ,staate2 ihn verherrlichte und schmckte die ,kunst1 fr ihn war es ebensogut wie fr den ,sieger selbst eine ,ehre1 wenn einer seiner ,brger in den ,olympischen ,spielen den ,preis errang4 ,diese ,einheit fand ihren hchsten ,ausdruck in einer ,religion1 die nicht in bestimmten ,glaubensstzen oder heiligen ,bchern niedergelegt war1 aber durch die ,weihe ihres ,kultus das ganze brgerliche ,leben beherrschte4 ,so bildete sich der einzelne durch den ,staat und fr den ,staat4 ,das bedeutete aber keine ,unterdrckung persnlicher ,kraft und ,eigenart4 ,im ,gegenteil1 jeder irgendwie ,begabte bemhte sich1 im ,staate ,macht1 ,ansehen1 ,ruhm zu erringen4 ,gerade die ffentlichkeit des ,lebens machte auch die ,ehrungen besonders verlockend2 jede ,ttigkeit wurde so zum ,wettkampf4 ,in den festlichen ,auffhrungen zu ,ehren des ,gottes ,dionysos rangen dramatische ,dichter um den ,preis1 die ,volksversammlungen bildeten den ,schauplatz rednerischen ,wettstreites um die ,gunst des ,volkes4 ,es konnte nicht ausbleiben1 da die starken1 selbstbewuten ,persnlichkeiten1 die sich fr den ,staat gebildet hatten1 auch gegenber dem ,ganzen ihre ,ansprche geltend zu machen suchten4 ,zum ,durchbruch verhalf diesem ,kraftgefhl des ,einzelmenschen die ,wissenschaft1 die seit der ,mitte des #e4 vorchristlichen ,jahrhunderts in ,athen ,aufnahme fand4 ,sie war nicht dort entstanden1 sondern stammte aus den griechischen ,kolonien an der ,westkste ,kleinasiens1 zumal aus den sogenannten ionischen4 ,die frhesten ,vertreter griechischer ,wissenschaft seit ,thales von ,milet richteten ihr ,nachdenken in erster ,linie auf das ,wesen der krperlichen ,natur4 ,uns gehen hier nicht die einzelnen ,ansichten an1 die man ber die ,krperwelt ausbildete2 wichtig ist an dieser ,stelle nur die ,tatsache1 da man sich nicht mehr zufrieden gab1 in ,sonne und ,mond1 ,strmen und ,meeren1 ,wind und ,gewitter uerungen bestimmter ,gtter zu sehen1 sondern da man nach der ,natur dieser krperlichen ,erscheinungen1 ihrem ,grundstoff und gesetzlichen ,zusammenhang forschte4 ,es bildeten sich verschiedene ,schulen aus1 deren ,anhnger einander bekmpften1 den ,gegner zu widerlegen1 die eigene ,ansicht durch eindrucksvolle ,grnde zu sttzen suchten4 ,die ,sophisten ,in diesen ,kmpfen entstand eine ,streitkunst1 die nicht immer die ,grenzen zwischen ,widerlegung und ,verblffung des ,gegners1 zwischen berzeugung und berredung des ,zuhrers innehielt4 ,die ,gewandtheit der ,wortfechter war den ,unbeteiligten oft wichtiger als der ,gegenstand der ,unterredung2 zumal in ,athen nahmen zwar einzelne wie ,perikles1 der leitende ,staatsmann1 inneren ,anteil an der ,erforschung der ,wahrheit um ihrer selbst willen1 fr die groe ,menge aber war der ,streit jener ,schulen nur eine neue ,art ,wettkampf und ,schauspiel4 ,die jungen ,athener1 die sich den fremden ,weisen in die ,lehre gaben1 wollten von ihnen die ,streitkunst lernen1 da diese sich als ,mittel zur ,beeinflussung der ,volksversammlungen und ,gerichte wohl verwenden lie4 ,solchem ,bedrfnis kamen die ,lehrer entgegen1 die man ,sophisten nannte1 und die nach eigener ,angabe ihre ,schler vor allem im ,reden tchtig machen wollten4 ,sophisten bedeutet ursprnglich nur weise und kundige ,mnner4 ,erst spter infolge des ,kampfes1 den ,sokrates und seine ,schler gegen sie fhrten1 bekam die ,benennung den blen ,klang1 den sie noch fr uns hat4 ,die ,sophisten wollten1 so knnen wir bis jetzt ihr ,streben kennzeichnen1 durch die in den wissenschaftlichen ,streitigkeiten ausgebildeten ,mittel ihre ,schler zu wirksamen ,rednern und schlagfertigen ,debattierern ausbilden1 damit sie in der ,volksversammlung und vor ,gericht ,einflu gewnnen4 ,whrend aber die jungen ,athener praktischen ,erfolg im ,staate suchten1 waren die ,sophisten selbst keine praktischen ,staatsmnner4 ,sie waren auch nicht in ihrem heimischen ,staate ttig1 vielmehr zogen sie1 ,ruhm und ,geld zu gewinnen1 von ,stadt zu ,stadt und kehrten natrlich besonders gern in dem reichen und mchtigen ,athen ein4 ,keiner unter den bedeutenden ,sophisten aber war ,athener4 ,sie waren also nicht1 wie der attische ,brger1 selbstverstndlich hineingewachsen in bestimmte heimische ,verhltnisse1 in denen man sich zur ,geltung bringen will1 an denen man vielleicht auch vieles einzelne ndern mchte1 die man aber doch als ,ganzes hinnimmt4 ,nein1 die ,sophisten waren losgelste1 nur auf sich gestellte ,einzelmenschen1 stolz nicht mehr auf ihren ,staat1 auf ihre ,leistungen in ihm und fr ihn1 sondern nur auf ihr eigenes ,wissen und ,knnen4 ,die ,sophisten bildeten keine ,einheit1 sie waren ein ,stand ohne stndische ,organisation4 ,es existierte also auch keineswegs eine sophistische ,schule1 in der bestimmte ,meinungen herrschten4 ,nur der ,lehrberuf war ihnen gemeinsam1 keineswegs der ,inhalt der ,lehre4 ,trotzdem entsprach der ,gleichheit ihrer gesellschaftlichen und geschichtlichen ,stellung ein gemeinsamer ,grundzug ihrer ,gesinnung1 der sich bei den philosophisch ,gerichteten unter ihnen 7und nur diese gehen uns etwas an7 in hnlichen ,lehren ausdrckte4 ,wie im ,leben1 so waren sie auch in der ,philosophie heimatlos4 ,aus dem ,streite der verschiedenen naturphilosophischen ,schulen hatten sie entnommen1 da in keiner von ihnen ,wahrheit sei1 ja1 da es eine fr alle gltige ,wahrheit berhaupt nicht gebe4 ,wahr sei jedem1 was ihm wahr scheine4 ,protagoras1 der lteste und bedeutendste unter den ,sophisten1 suchte das wissenschaftlich zu begrnden4 ,die ,wahrnehmung eines ,dinges durch eines unserer ,sinnesorgane1 z4 ,b4 das ,auge1 kommt dadurch zustande1 da das ,ding auf unser ,auge wirkt4 ,das ,bild1 das wir sehen1 ist also nicht nur von dem gesehenen ,dinge1 sondern zugleich von dem sehenden ,auge abhngig4 ,sie knnen sich das leicht an dem verschiedenen ,anblick klar machen1 den etwa ein ,tisch bietet1 wenn wir ihn von verschiedenen ,seiten und bei verschiedener ,stellung des ,kopfes betrachten4 ,auch die ,farben wirken auf das ermdete ,auge anders als auf das ausgeruhte1 und dasselbe gilt von jeder anderen sinnlichen ,auffassung4 ,sinnliche ,wahrnehmung aber ist -- das steht fr ,protagoras fest -- die einzige ,grundlage alles ,erkennens4 ,wenn die ,wahrnehmung also in jedem ,falle von der besonderen ,natur1 ,stimmung und ,stellung des ,erkennenden abhngig ist1 so gibt es keine fr alle gleiche ,wahrheit4 ,in diesem ,sinne stellte ,protagoras den ,satz auf3 ,der ,mensch ist das ,ma aller ,dinge4 ,gibt es keine ,wahrheit1 so kann man auch keinen anderen von der ,wahrheit berzeugen4 ,will ein ,mensch auf den anderen wirken1 so kann er nur versuchen1 ihm durch geeignete ,knste die ,meinung beizubringen1 die dem ,redner gnstig ist4 ,die ,sophisten wollen daher ihre ,schler zu tchtigen ,knstlern in der berredung machen4 ,diese ,theorie sieht zunchst weltfremd und ungefhrlich aus2 auch war ihr ,urheber berzeugt1 da sie mit politischen und zumal mit religisen ,umwlzungen nichts zu tun habe1 erklrte vielmehr1 ber die ,gtter vermge er berhaupt nichts auszusagen4 ,da es sich auf religisem ,gebiete also nicht um ein ,wissen handeln konnte1 bte er ruhig den gebruchlichen ,kultus aus und folgte den herrschenden ,sitten4 ,der ,widerstreit indessen zwischen seinem ,bekenntnis der ,unwissenheit und dem festen ,glauben eines echten ,anhngers der alten ,religion1 trat1 so sehr er ihn vor sich und anderen zu verschleiern suchte1 bei einigen seiner ,schler entschieden hervor4 ,keck verachteten sie die ,vorsicht und ,zurckhaltung des ,meisters und meinten1 da jeder einzelne sich ber ,gesetz1 ,sitte1 ,religion hinwegsetzen drfe1 wenn nur der ,erfolg seiner ,kraft oder ,schlauheit recht gebe4 ,als ,hauptgegenstand ihres ,unterrichts betrachteten sie die ,kunst der berredung2 wer sich ihnen anvertraute1 sollte lernen1 anderen die ,meinung beizubringen1 die ihm selbst vorteilhaft sei4 ,nach ihrer eigenen ,handlungsweise beurteilten sie auch die ,staatsmnner der ,vorzeit1 in denen sie die ,urheber nicht nur der politischen1 sondern auch der religisen und moralischen ,gesetze und ,sitten sahen4 ,diese ,machthaber waren nach ihrer ,meinung schlaue ,mnner1 gewissermaen ,vorlufer der ,sophisten1 gewesen und hatten es verstanden1 der ,masse die berzeugung beizubringen1 da es gut sei1 den ,gesetzen zu folgen1 die sie nur zum ,vorteil der ,herrscher erdacht hatten4 ,nichts ist wahr1 alles ist erlaubt -- das wird dann die ,lebensregel fr den starken ,geist4 ,hten wird er sich freilich1 sie vor den auszubeutenden ,herdenmenschen offen zu bekennen4 ,gleichzeitig mit dieser ,entwicklung der ,sophistik entartete das politische ,leben4 ,die von alters her erbitterten ,parteikmpfe verwilderten mehr und mehr1 selbst die ,verbindung mit dem ,landesfeinde wurde nicht gescheut4 ,der unparteiische ,betrachter wird sich fragen mssen1 ob die radikalen sophistischen ,theorien ,ursache oder bloe ,spiegelung dieser politischen ,entartung waren1 er wird ihnen sicher nicht die ,hauptschuld zuschreiben4 ,aber viele ,zeitgenossen urteilten anders1 zumal seit in dem groen ,entscheidungskampf um die ,herrschaft ber ,griechenland1 in dem ,peloponnesischen ,kriege1 ,not und ,bedrngnis ber ,athen kam4 ,viele glaubten damals1 da die neumodische ,bildung schuld an allem ,unglck sei2 es entstand eine ,partei1 die in der ,rckkehr zu schlichtem altvterlichem ,glauben und ,handeln das einzige ,heil sah4 ,verhltnis zu den ,sophisten ,des ,sokrates ,jugend fiel in die ,periode der hchsten ,blte des ,staates und des ,eindringens der ,sophisten1 seine ,wirksamkeit hauptschlich in die ,zeit des groen ,krieges4 ,er mute also zu zwei ,gruppen von ,mnnern ,stellung nehmen1 zu den ,neuerern und ,sophisten einerseits1 zu den ,verteidigern der alten ,sittlichkeit und ,religion anderseits4 ,da aber des ,sokrates ,denken sich1 wie hervorgehoben1 in seiner ,lebensfhrung offenbarte1 mssen wir diese vor allem betrachten4 ,sokrates trieb kein dem ,broterwerb gewidmetes ,geschft1 sondern lebte unter grter ,einschrnkung seiner ,bedrfnisse von den ,ertrgnissen des kleinen vterlichen ,erbes und zugleich wohl von freiwilligen ,geschenken seiner ,freunde4 ,er diente dem ,staat als tapferer ,krieger1 einmal auch als ,mitglied des ,rates1 aber politischen ,ehrgeiz hatte er nicht1 in den ,parteikmpfen spielte er keine ,rolle4 ,vielmehr verbrachte er seine ,tage auf den ,pltzen ,athens mit ,gesprchen1 deren ,eigenart uns noch beschftigen mu4 ,nichts lag nher als ihn mit den ,redeknstlern von ,gewerbe1 den ,sophisten in eine ,klasse zu setzen1 wie das auch z4 ,b4 der ,komdiendichter ,aristophanes tat4 ,aber schon uerlich unterschied sich ,sokrates von den ,sophisten dadurch1 da er keinen ,lohn fr seine ,unterredungen nahm1 auch nicht eigentlich ,schler hatte1 die er einen bestimmten ,lehrgang durchmachen lie1 sondern nur ,anhnger1 die ihm freiwillig folgten und an seinen ,unterredungen teilzunehmen begehrten4 ,in diese ,gesprche zog ,sokrates alle mglichen ,brger -- ,handwerker und ,offiziere1 ,vornehme und ,geringe1 ,politiker und ,sophisten -- hinein2 gern ging er von einem praktischen ,falle aus1 wute aber die ,rede bald auf die wichtigsten allgemeinen ,fragen hinberzulenken4 ,ein fremder ,fechtmeister fhrt etwa seine ,knste vor und zuschauende ,brger beraten1 ob sie ihre ,shne von ihm unterrichten lassen sollen4 ,sokrates wird zu der ,beratung herangezogen und macht sofort darauf aufmerksam1 da die ,entscheidung davon abhnge1 was man mit dem ,unterricht erreichen wolle4 ,die ,shne zu tapferen ,kriegern machen1 wird ihm geantwortet4 ,ja aber was ist nun ,tapferkeit8 fragt ,sokrates weiter und ist damit bereits bei der ,erforschung allgemeiner ,fragen des sittlichen ,lebens angelangt4 ,ganz besonders bemhte sich ,sokrates1 begabte junge ,leute an sich heranzuziehen und zu tieferem ,nachdenken anzuregen4 ,zum ,nachdenken anzuregen1 sage ich2 denn ,sokrates will nie fertige ,weisheit mitteilen1 betont vielmehr immer wieder1 er wisse nichts und unterscheide sich nur dadurch von den anderen1 da er um sein ,nichtwissen wisse4 ,erst durch die gemeinsame ,untersuchung soll die ,wahrheit gefunden werden4 ,kein ,wunder1 da oft ein positives ,ergebnis nicht gewonnen wurde1 sondern die ,teilnehmer am ,gesprch zuletzt sich nur insofern gefrdert sahen1 als sie nun mit ,sokrates um ihr ,nichtwissen wuten4 ,denken ,sie sich einen lebhaften1 schlecht gekleideten1 barfu gehenden ,menschen mit dicken ,lippen1 aufgeworfener ,nase und von kurzer ,gestalt1 der die ,vorbergehenden anredet und mit groem ,eifer in eigenartige ,gesprche hineinzieht1 so werden ,sie begreifen1 da dieser ,mann rasch ein stadtbekanntes ,original wurde4 ,sein ,witz und seine geistige berlegenheit errang sich bei manchen ,achtung1 bei mehreren ,feindschaft4 ,sogar seine nach attischem ,brauch ungebildete ,gattin1 die das drftige ,hauswesen in ,ordnung halten mute1 sah in ihm wie natrlich einen recht unntzen ,miggnger und machte ihm wohl gelegentlich heftige ,szenen4 ,ihr ,name ,xanthippe ist sprichwrtlich fr ein zankschtiges ,weib geworden1 obwohl die wenigen1 wirklich zuverlssigen ,nachrichten sie als eine brave ,person schildern1 die ihren ,mann in ihrer ,art herzhaft liebte und sich bei seinem ,tode vor ,kummer nicht fassen konnte4 ,auch auf sie1 die ihren ,gatten gewi nicht verstand1 mu doch die ,gewalt seiner einzigartigen ,persnlichkeit gewirkt haben4 ,lebensweise4 ,jnger ,sokrates wute die verschiedenartigsten ,menschen zu gewinnen und zu fesseln1 er besa die ,kunst1 auf jeden seiner ,eigenart gem zu wirken2 daher schilderte ihn jeder seiner ,schler anders4 ,viele unter den ,bchern der ,sokratesjnger sind verloren1 aber wir besitzen noch die ,werke von zwei sehr verschiedenartigen ,anhngern4 ,xenophon1 ,offizier1 ,landwirt1 ,geschichtschreiber1 ein ,mann des ttigen ,lebens1 schildert ,sokrates als einen praktischen1 witzigen ,menschen1 der es sich zum ,beruf gemacht hat1 die ,athener zu tchtigem ,wirken fr ,familie und ,staat zu erziehen4 ,klug und hilfreich bert er seine ,freunde auch in den kleinen ,angelegenheiten ihres ,privatlebens4 ,unntzen ,spitzfindigkeiten ist er abgeneigt2 es tritt kaum hervor1 da er selbst im ,gegensatze zu der ,scheinweisheit der ,sophisten eine ,einsicht1 ein wahres ,wissen zu gewinnen strebt4 ,sokrates erscheint in diesem ,spiegel bieder1 kernhaft und tchtig1 aber auch nchtern und prosaisch2 seine ,weisheit ist eine ziemlich hausbackene ,moral und ein witzig vorgetragener gesunder ,menschenverstand4 ,der ,quellenwert der ,xenophonischen ,denkwrdigkeiten wird dadurch vermindert1 da sie zum grten ,teile erst ein ,menschenalter nach dem ,tode des ,sokrates verfat wurden4 ,ganz anders sah ,platon mit dem ,tiefblicke des ,dichters den ,sokrates2 er fhlte das ,feuer und die ,begeisterung durch die khlverstndige ,hlle hindurch1 ihm erschlo sich das ,gtterbild1 das hinter der ,silensmaske des ,sokrates verborgen war4 ,wir verdanken es ,platon1 da der mehr als dmonische1 der gttliche ,zauber des seltsamen ,mannes auch uns noch berckt1 wir sind ihm noch greren ,dank dafr schuldig1 da er die ,anstze wissenschaftlicher ,erkenntnis in den ,gesprchen des ,meisters ans ,licht stellte4 ,dem ,historiker freilich hat gerade ,platons ,gre seine ,aufgabe erschwert2 ,platon war kein bloer ,spiegel des empfangenen ,gutes1 in seinem ,geiste bildete sich jeder ,gedanke eigenartig um1 und er nahm in treuer ,verehrung des ,meisters die ,gewohnheit an1 auch eigene berlegungen und ,einsichten dem ,sokrates in den ,mund zu legen1 sie so gleichsam seinem ,lehrer zuzueignen4 ,doch gilt dies von den spteren platonischen ,dialogen mehr als von den frhen1 die bald nach ,sokrates' ,tode entstanden sind4 ,aus ihnen lassen sich die ,grundberzeugungen des ,sokrates recht wohl feststellen4 ,sokrates wollte die1 mit denen er umging1 zum rechten ,leben fhren1 das zugleich nach seiner berzeugung und ,erfahrung das glckliche ,leben ist2 er war also sittlicher ,reformator und wirkte durch sein ,vorbild1 seine ,person mindestens so sehr wie durch seine ,lehre4 ,fr die ,philosophie aber erlangt dieser ,reformator dadurch entscheidende ,bedeutung1 da er sittliche ,einsicht als ,bedingung der sittlichen ,umkehr fordert4 ,das fhrt zur strengeren ,untersuchung4 ,die bedeutendsten ,sophisten1 so sahen wir1 glaubten nicht an eine fr alle ,menschen gltige ,wahrheit4 ,gerade dieser ihrer ,voraussetzung trat ,sokrates entgegen4 ,er war innig berzeugt1 da sich die ,wahrheit finden lassen msse4 ,sonst htte er auch sein ,gesprchfhren nicht als ein ihm von der ,gottheit bertragenes ,amt ansehen knnen4 ,seine ,gesprche sind ja eine ,art ,forschung1 und kein ernster ,forscher zweifelt daran1 da wenigstens ein ,stck ,wahrheit sich finden lt2 sonst wrde er die ,mhe des ,untersuchens nicht auf sich nehmen4 ,sokrates zeigt den ,sophisten1 da sie selbst im ,grunde einige ,wahrheiten zu besitzen glauben4 ,sie wollen doch lehren1 wie man auf ,menschen wirken kann4 ,dazu mssen sie gewisse ,kenntnisse ber die ,natur der ,menschen mitteilen1 und wenn sie diese ,kenntnisse nicht fr wahr hielten1 htte ihr ganzes ,treiben keinen ,sinn4 ,auch ihre ,behauptung1 da sie weiser seien als andere1 da daher ihr ,unterricht etwas ntze1 setzt voraus1 da sie sich im ,besitz gewisser ,wahrheiten fhlen4 ,er bekmpft also die ,sophisten mit ihren eigenen ,waffen und zeigt1 da sie nicht einmal selbst den ,glauben an ihre ,voraussetzung festhalten knnen4 ,allerdings in einem ,punkte stimmt ,sokrates mit den ,sophisten berein1 in der ,forderung verstandesmiger ,untersuchung alles dessen1 was sich fr wahr und gut ausgibt4 ,die ,wahrheit liegt nicht in irgendwelchen berlieferungen fertig vor1 sondern sie mu erst durch ,nachdenken gefunden werden4 ,man sieht1 ,sokrates nimmt neben den beiden ,richtungen1 die wir schilderten1 den ,neuerern und den ,verteidigern des ,alten1 eine ganz eigenartige ,stellung ein4 ,der radikale ,sophistenschler sagt3 ,es gibt keine ,wahrheit1 tue jeder1 was ihm beliebt und ntzt4 ,in schroffem ,gegensatz dazu fordert der fr altvterliche ,sitte und ,religion begeisterte ,patriot3 ,erkenne an1 da die ,wahrheit in den berkommenen ,gebruchen und im heimischen ,gottesdienst gegeben ist1 und hte dich1 durch ,denken oder ,handeln von dieser ,richtschnur abzuweichen4 ,sokrates tritt beiden entgegen und lehrt3 ,es gibt ,wahrheit1 sie ist uns allen erreichbar1 aber wir mssen sie suchen4 ,nur durch ernsthaftes ,forschen knnen wir sie finden2 nur ein ,handeln aus selbsterrungener ,einsicht kann wahrhaft gut sein4 ,methode ,zwei ,fragen drngen sich uns hier sogleich auf3 ,wie lehrte ,sokrates die ,wahrheit finden1 und auf ,wahrheit welcher ,art kam es ihm an8 ,die ,art1 zu einer ,einsicht zu gelangen1 nennt man ,methode4 ,viele von ,ihnen haben gewi schon von einer sokratischen ,methode reden hren1 manche wissen wohl auch1 da diese ,methode durch geeignete ,fragen aus dem ,schler selbst die richtige ,antwort herauszuentwickeln sucht4 ,nicht zufllig whlte ,sokrates diesen ,weg1 der fr ihn kein bloes ,mittel der ,belehrung1 sondern wirklich der geeignetste ,pfad zur ,wahrheit war2 die ,methode entsprang vielmehr seiner berzeugung1 da im ,geiste des ,menschen die rechte ,einsicht verborgen sei4 ,es handelt sich also nicht darum1 die ,weisheit gleichsam von auen heranzubringen1 sondern nur sie ans ,licht zu befrdern und von anhaftendem ,irrtum zu befreien4 ,auch diese ,geburt ist1 wie die eines ,kindes1 mhsam und schmerzhaft1 auch sie erfordert kunstgerechte ,hilfe4 ,darum sagt ,sokrates fters scherzend1 seine ,kunst sei die einer ,hebamme und er habe sie von der ,mutter ererbt4 ,im einzelnen stellt sich die sokratische ,methode als ein allmhliches ,hinleiten zu immer besseren ,antworten dar4 ,der ,mitunterredner soll dabei seine ,fehler selbst eingestehen1 die ,wahrheit aus eigener ,einsicht finden4 ,es handle sich z4 ,b4 um die ,frage1 was ist ,tapferkeit8 ,ein ,mann1 besonders wenn er schon im ,felde dem ,feinde gegenbergestanden hat1 wird berzeugt sein1 ber diese ,tugend ,bescheid zu wissen4 ,drngt man ihn aber1 seine ,meinung darber zu uern1 so wird er an einen ihm naheliegenden ,fall denken und etwa antworten3 ,tapferkeit ist1 wenn einer nicht aus der ,schlacht fortluft4 ,sokrates wird ihn dann darauf aufmerksam machen1 da es auch gegen ungerechte ,ansprche der ,machthaber im eigenen ,staate ein tapferes ,verhalten gibt1 da man auch ,krankheiten tapfer erdulden kann4 ,durch diese ,einwnde zwingt er seinen ,unterredner dazu1 einzugestehen1 da er nur ein ,beispiel1 keine ,erklrung der ,tapferkeit gegeben hat1 und zu erkennen1 da es auf den allgemeinen ,begriff der ,tapferkeit ankommt4 ,dieser aber mu fr alle ,flle zutreffen1 in denen man mit ,recht von ,tapferkeit spricht4 ,der in allgemeinen berlegungen ungebte ,gesprchsteilnehmer wird auf die so gestellte ,frage zunchst nicht richtig antworten2 dann mu sich sein ,fehler im weiteren ,verlaufe der ,unterredung herausstellen4 ,hat sich so fter die scheinbar treffliche ,geburt seines ,geistes als ,fehlgeburt erwiesen1 so fhrt das zu einer ,erschtterung seines ,selbstbewutseins1 zu jenem ,wissen des ,nichtwissens1 das nach ,sokrates die erste ,stufe auf dem ,wege zur ,erkenntnis ist4 ,auch sich selbst schreibt ,sokrates nur das ,wissen des ,nichtwissens zu4 ,er fhlt sich den ,schlern berlegen1 sofern er die ,notwendigkeit der ,untersuchung eingesehen hat2 in der ,untersuchung aber stellt er sich mit ihnen auf eine ,stufe4 ,da ,meister und ,jnger zusammen vom ,irrtum zu hherer ,einsicht fortschreiten1 werden die ,schler zu ,genossen im ,suchen nach ,wahrheit4 ,diese ,haltung unterscheidet ,sokrates von den ,sophisten4 ,der ,sophist will im ,gesprch den ,gegner einschchtern1 berlisten1 lieber noch in zusammenhngender ,rede glnzen -- es kommt ihm darauf an1 ,eindruck zu machen1 sich zur ,geltung zu bringen4 ,sokrates will ,liebe zur wissenschaftlichen ,untersuchung wecken1 damit zugleich ,liebe zur ,sache1 zur ernsten ,hingabe an eine berpersnliche ,wahrheit4 ,er hat den erzieherischen ,wert der ,wissenschaft entdeckt4 ,wenn wir ,knaben und ,jnglinge1 auch sofern sie nicht fr die ,wissenschaft bestimmt sind1 durch ,wissenschaft bilden1 berzeugt1 da der ,geist reinen ,wahrheitstrebens ganz allgemein die innere ,selbstndigkeit und die ,hingabe an die ,sache um der ,sache willen erzeugt1 so wirken wir im ,sinne des ,sokrates4 ,sophistisch dagegen wird die ,erziehung1 sobald sie in den rasch mitgeteilten ,ergebnissen fremden ,forschens nur ,mittel berliefert1 zu glnzen und sich durchzusetzen4 ,sokrates steckte sich also das ,ziel1 zu einer genauen ,begriffsbestimmung zu gelangen1 und benutzte als ,mittel dazu ,gesprche1 die von der gewhnlichen unklaren ,vorstellungsweise des ungebildeten ,durchschnittsatheners oder von dem auf ,verblffung abzielenden ,geschwtz des neumodischen1 halbgebildeten ,sophistenschlers ausgingen4 ,da jeder ,schritt auf diesem ,wege nur mit ,zustimmung des ,mitunterredners gemacht wird1 hat sich dieser am ,schlu keine fremde ,weisheit angeeignet1 sondern aus sich selbst heraus eine ,einsicht errungen4 ,absicht und ,inhalt seiner ,gesprche ,weil es ,sokrates mehr darauf ankam1 die rechte ,gesinnung und den ,willen zur ,wahrheit zu wecken als bestimmte einzelne ,wahrheiten einzuprgen1 schlossen seine ,gesprche oft mit einer ,frage ab4 ,doch lt sich die ,richtung1 in der die ,wahrheit liegt1 fast immer erkennen4 ,so drfte man kaum irren1 wenn man die sokratische ,definition der ,tapferkeit in dem ,satze sieht1 sie sei die richtige ,einsicht in das1 was man frchten und was man nicht frchten soll4 ,man kann sich an diesem ,falle den wesentlichen ,inhalt der sokratischen ,weisheit klar machen4 ,es ist zunchst nicht zufllig1 da der ,begriff einer menschlichen ,tugend als ,beispiel gewhlt wurde1 bildet doch die ,untersuchung sittlicher ,eigenschaften durchaus den ,kern des sokratischen ,strebens4 ,aus seiner ,stellung zum ,leben ist das unmittelbar verstndlich3 er will nur das untersuchen1 was dem ,menschen dazu verhilft1 sein ,leben in rechter ,weise zu fhren4 ,zugunsten dieser ,beschrnkung auf das eine1 das not tut1 wendet er sich gegen die ,bemhungen um ,erkenntnis der krperlichen ,natur4 ,wir drfen indessen in dieser ,ablehnung der ,naturphilosophie nicht nur die ,folge seines praktischen ,bestrebens sehen1 sondern mssen zugleich daran erinnern1 da ,sokrates sicheres ,wissen suchte1 solches aber in den ,anfngen der ,naturphilosophie nirgends zu finden war4 ,vielmehr lagen hier verschiedene ,vermutungen miteinander in einem ,streite1 der sich1 wie es schien1 nicht schlichten lie4 ,glcklicherweise glaubte er diese unfruchtbaren ,wortkmpfe zugleich als unwichtig ablehnen zu drfen4 ,wichtig sind fr den ,menschen die ,begriffe1 nach denen er sein ,handeln zu regeln hat4 ,diese kann er in sich selbst finden1 und darum machte ,sokrates die alte ,mahnung3 ,erkenne dich selbst zu seinem ,wahlspruch4 ,wie ,protagoras1 so ging auch ,sokrates vom ,menschen aus4 ,beiden ist der ,mensch das wichtigste1 und in gewissem ,sinne knnte ,sokrates sogar den ,spruch des ,protagoras1 der ,mensch ist das ,ma aller ,dinge1 zugeben4 ,trotzdem besteht der entschiedenste ,gegensatz zwischen ihnen4 ,protagoras denkt1 wenn er jenen ,satz ausspricht1 an die wechselnden ,zustnde1 ,launen und ,neigungen1 die bei jedem ,menschen andere sind und auch bei demselben ,menschen mit der ,zeit wechseln4 ,sokrates dagegen sucht im ,menschen die ,vernunft1 die nicht wechselt und nicht bei einem ,menschen anders als beim andern ist4 ,wo echtes ,denken beginnt1 hrt die ,verschiedenheit zwischen den ,denkenden auf4 ,man kann sich das an der allereinfachsten ,aufgabe1 an einem leichten ,rechenexempel etwa1 klar machen4 ,wenn ich frage1 wieviel ist #e mal #g1 so fhrt ,sie alle ,ihr ,nachdenken zum gleichen ,ziele4 ,da ,sie rechnen knnen1 wissen ,sie1 da die richtige ,antwort #ce ist4 ,sollte jemand die ,laune haben1 dieses ,resultat einmal anders zu wnschen1 so wrde ihm das nichts helfen1 und wer etwa eine andere ,zahl herausbekme1 dem wrde niemand sagen3 ,das scheint dir so1 also ist fr dich #e #g #cb1 sondern jeder wrde ihm zurufen3 ,du irrst dich4 ,so finden wir in uns in der ,tat ein allen gemeinsames ,denken1 das bei geeigneter ,ausbildung ,wahrheiten zu erkennen vermag4 ,aus diesem ,denken entspringt nach ,sokrates auch die ,sittlichkeit4 ,sittlich handeln bedeutet1 den ,aussprchen des ,denkens1 der ,vernunft folgen4 ,nunmehr knnen wir die ,erklrung der ,tapferkeit verstehen4 ,tapferkeit ist die richtige ,einsicht in das1 was man frchten und was man nicht frchten soll4 ,der wahrhaft ,tapfere wei1 da es ,dinge gibt1 die mehr zu frchten sind als der ,tod3 ,unrecht tun1 seine ,pflicht verletzen1 in ,widerstreit mit sich selbst geraten4 ,hat er nur die ,wahl zwischen ,unrecht und ,lebensgefahr1 so nimmt er in voller ,erkenntnis das ,wagnis auf sich4 ,denn ,tapferkeit1 d4 h4 eine ,tugend1 darf nicht mit ,tollkhnheit verwechselt werden1 die sich blind und grundlos in ,gefahr begibt und keineswegs ,lob verdient4 ,der ,tapfere wei auch1 da man unter ,umstnden die ,pflicht hat1 sein ,leben zu erhalten4 ,wenn etwa ein ,heerfhrer1 an dessen ,feldherrnbegabung der ,sieg hngt1 sich den ,kugeln aussetzt1 handelt er nicht tapfer2 er mu sich schonen1 mu sogar tapfer genug sein1 den ,verdacht der ,feigheit zu ertragen1 wenn er wei1 da sein ,tod fr die von ihm vertretene ,sache am meisten zu frchten wre4 ,soweit werden ,sie die ,begriffsbestimmung leicht zugeben4 ,aber da ,tapferkeit ,einsicht sein soll1 wird ,ihnen nicht recht einleuchten4 ,sie alle kennen gewi ,menschen1 die weit vom ,schu sehr gut wissen1 was sie frchten und nicht frchten sollen1 aber doch1 wie man zu sagen pflegt1 kein ,pulver riechen knnen4 ,sokrates hat in der ,tat bersehen1 da die bloe ,einsicht den ,menschen noch nicht die ,kraft des richtigen ,handelns gibt4 ,was hier als eine ,lcke seiner ,erkenntnis zugestanden werden mu1 geht aber aus der ,gre seines ,charakters hervor4 ,in ihm war die ,vernunft zur lebenbestimmenden ,kraft geworden2 dem ,erkannten zu widerstreben war ihm unmglich1 daher verstand er unter ,einsicht oder ,wissen etwas1 was den ganzen ,menschen durchdringt4 ,wer nicht nach seiner ,erkenntnis handelt1 beweist eben damit1 da er im ,sinne des ,sokrates keine ,erkenntnis besitzt4 ,sokrates hat nie eine zusammenfassende ,darstellung seiner ,lehre gegeben1 im ,gegenteil htte er sicher jede derartige ,bemhung als seiner ,absicht widerstrebend abgelehnt4 ,trotzdem will ich jetzt1 nachdem wir ,art und ,ziel seiner ,lebensarbeit kennen gelernt haben1 versuchen1 ihr gedankliches ,ergebnis in einige ,stze zusammenzufassen4 ,was die ,menschen gewhnlich fr ,wissen halten1 ist kein ,wissen1 nur ein unsicheres ,meinen4 ,wer etwas wei1 der mu begriffliche ,rechenschaft ber das ,gewute ablegen knnen4 ,eine ,vorstufe des ,wissens ist1 zu wissen1 da man nichts wei2 denn damit hat man ja bereits erkannt1 da die gewhnliche unklare ,meinung1 der man bisher folgte1 auf einem ,scheinwissen beruht1 und beginnt nun einzusehen1 wodurch wahres ,wissen sich von ,scheinwissen unterscheidet4 ,erkennt man zum ,beispiel1 da es falsch ist1 auf die ,frage nach dem ,wesen eines allgemeinen ,begriffes mit einem einzelnen ,falle1 der unter diesen ,begriff gehrt1 zu antworten1 so besitzt man die wichtige ,unterscheidung des ,begriffes von seinen ,beispielen und ,anwendungen und kennt zugleich in der ,allgemeinheit eine wesentliche ,anforderung an jede wissenschaftliche ,definition4 ,es ist unmglich1 einen ,irrtum als ,irrtum zu durchschauen1 ohne damit zugleich eine ,wahrheit zu erkennen4 ,vernunft und ,sittlichkeit ,da die ,wahrheit unserm vernnftigen ,denken innewohnt1 so mu sie sich wenigstens in den fr die ,menschen wichtigsten ,angelegenheiten auch gewinnen lassen4 ,denn wesentlich ist fr uns die ,erkenntnis derjenigen ,begriffe1 die unser ,handeln zu leiten bestimmt sind4 ,diese aber mssen der uns allen gemeinsamen ,vernunft entnommen werden4 ,tugend ist ,einsicht1 nach ihr streben ist die ,aufgabe jedes ,menschen4 ,die anderen durch seine beunruhigenden ,gesprche zu diesem ,streben anzuregen und ihnen den rechten ,weg zu weisen1 ist der besondere ,lebensberuf des ,sokrates4 ,hieraus knnen wir folgern1 wie ,sokrates zu der berlieferten ,sitte und ,religion stehen mu4 ,da nur ein von der ,einsicht geleitetes ,handeln mit ,sicherheit das ,rechte ergreift1 so kann er in dem blinden ,befolgen berlieferter ,lebensweisen nicht die wahre ,tugend erblicken4 ,sieht man doch oft1 da sonst treffliche ,menschen in schwierigen ,fllen ratlos dastehen1 da ,mnner1 die selbst aus einem gewissen ,naturinstinkt heraus ihre eigenen und ihres ,staates ,angelegenheiten aufs beste besorgen1 unfhig sind1 ihre ,kinder zu gleicher ,tchtigkeit zu erziehen4 ,dabei erkennt ,sokrates durchaus an1 da inhaltlich in der ,vtersitte1 wie in der ,muttersprache1 viel ,wahres berliefert ist2 nur sollen wir diese ,wahrheit einsehen1 nicht blind der berlieferung folgen4 ,bei aller ,freiheit des ,denkens bleibt ,sokrates ein piettvoller ,athener4 ,vor allem aber fordert er ,gehorsam gegen bestehende ,gesetze1 solange sie bestehen1 selbst wenn man aus guten ,grnden ihre nderung wnscht4 ,denn ,gesetzlosigkeit ist unter allen ,umstnden ein bel4 ,den heimischen ,gttern ist er ergeben1 wenn er auch1 wie viele ,zeitgenossen1 die berlieferten ,gttergeschichten im ,sinne seiner reineren ,sittlichkeit umdeutet4 ,so befindet sich ,sokrates1 bei vielen bereinstimmungen im einzelnen1 doch im ,grunde im entschiedensten ,gegensatze gegen die ,verteidiger des ,alten4 ,jene fordern ,gehorsam gegen die alte ,sitte1 weil die ,sieger in den ,perserkriegen ihr gefolgt sind4 ,sokrates prft khl und nchtern auch die ,grundstze der ,vorfahren und folgt ihnen nur1 soweit sie vor seiner ,vernunft standhalten4 ,politisch richtet sich sein ,verlangen eines ,handelns aus ,einsicht in einem wichtigen ,punkte gegen die demokratische ,verfassung ,athens4 ,hier waren alle mter allgemein zugnglich und wurden durch ,volkswahl oder ,auslosung besetzt4 ,sokrates dagegen forderte1 da in jeder ,sache der ,sachverstndige allein entscheide4 ,proze ,diese ,gegenstze mu man kennen1 um das ,schicksal des ,sokrates zu verstehen4 ,im ,peloponnesischen ,kriege war ,athen besiegt worden1 und das siegreiche ,sparta hatte eine kleine ,gruppe ihm ergebener ,aristokraten zu ,herrschern eingesetzt2 diese schalteten aber so willkrlich1 da sie bald durch zurckkehrende verbannte ,demokraten gestrzt wurden4 ,naturgem trat nun eine ,reaktion ein1 die sich nicht nur gegen die von den ,feinden aufgedrungene ,verfassung1 sondern1 da mehrere der ,gewalthaber ,sophistenschler oder ,freunde des ,sokrates gewesen waren1 zugleich gegen die moderne ,bildung richtete4 ,sokrates galt vielen als ,sophist1 er verkehrte in aristokratischen ,kreisen und war daher1 obwohl er sich ungerechten ,anforderungen der gestrzten ,regierung mannhaft widersetzt hatte1 verdchtig4 ,persnliches belwollen gegen ihn1 das diesen ,verdacht ausntzte1 konnte nicht fehlen4 ,wenn man sein ,leben lang den ,leuten zeigt1 da sie nichts wissen1 und angemate ,weisheit ihres ,prunkes entblt1 so schafft man sich ,feinde4 ,persnliche ,feindschaft und sachlicher ,gegensatz drften bei denen zusammengewirkt haben1 die den siebzigjhrigen ,mann im ,jahre #cii v4 ,chr4 anklagten1 da er die vterlichen ,gtter nicht anerkenne1 neue dmonische ,wesen einfhren wolle und die ,jugend verfhre4 ,die ,richter wurden in ,athen aus allen ,brgern ausgelost und waren sehr zahlreich2 ber ,sokrates saen wahrscheinlich #eja zu ,gericht4 ,vor einer solchen ,menge1 zumal von leicht erregbaren ,sdlndern1 wirkt die ,beredsamkeit4 ,sokrates' ,sache stand zunchst nicht schlecht3 sein ,leben war ffentlich und durchsichtig2 mochte man sich oft genug ber ihn gergert haben1 man wute1 da er unstrflich gehandelt1 die ,brgerpflichten erfllt und den ,kultus der ,gtter geehrt hatte4 ,aber die ,richter waren gewohnt1 da der ,angeklagte durch ,redeknste ,eindruck auf sie machte und demtig ihr ,mitleid anflehte4 ,sokrates verschmhte das2 denn er war berzeugt1 da es viel schlimmer sei1 etwas zu tun1 was man fr ,unrecht hielt1 als zu sterben4 ,darum redete er schlicht und stolz4 ,er habe die ,gtter immer geehrt und die ,jnglinge zur ,selbstprfung und ,einsicht erziehen wollen4 ,die ,anklage beruhe auf dem ,ha1 den seine ,gesprche1 sein von dem delphischen ,gott ihm bertragener ,beruf ihm zugezogen habe4 ,diese ungewohnte ,art sich zu verteidigen fhrte zu einer ,verurteilung mit geringer ,mehrheit4 ,nach ,entscheidung der ,schuldfrage mute die ,strafe bestimmt werden1 wobei die ,richter nach athenischem ,rechte nur die ,wahl zwischen den ,antrgen der ,anklger und des ,angeklagten hatten4 ,da die ,anklage auf ,tod lautete1 htte der ,angeklagte in seinem ,interesse eine nicht zu milde ,strafe1 etwa ,verbannung1 beantragen mssen4 ,statt dessen erklrte ,sokrates1 er sei nicht schuldig und knne sich daher keine ,strafe zuerkennen4 ,im ,gegenteil sei er1 da er sein ganzes ,leben der ,besserung seiner ,mitbrger gewidmet habe1 der hchsten ,ehre1 der ,speisung im ,rathause1 wrdig4 ,verbannung1 an die die ,richter etwa denken knnten1 sei fr ihn schlimmer als ,tod1 da sie ihn hindern wrde1 seinen ,beruf auszuben4 ,um doch dem ,gesetze ,genge zu tun1 beantrage er eine ,geldstrafe1 die er zwar nicht aus eigenen ,mitteln aufbringen1 aber doch von ,freunden erhalten knnte4 ,diesen ,antrag mssen die ,richter als ,verhhnung empfunden haben2 denn die ,verurteilung zum ,tode erfolgte mit grerer ,mehrheit als der erste ,spruch4 ,zufllig war damals gerade eine ,festzeit1 whrend deren keine ,hinrichtung vollzogen werden durfte4 ,sokrates wurde daher ins ,gefngnis gefhrt und durfte sich dort mit seinen ,freunden in gewohnter ,weise unterreden4 ,man bewachte ihn nicht streng2 ,freunde suchten und fanden ,mittel1 ihm die ,flucht zu ermglichen4 ,aber er lehnte es ab zu fliehen1 da man nach seiner berzeugung einem gesetzmig gefllten ,urteilsspruch gehorchen msse1 auch wenn man ihn fr sachlich falsch halte4 ,denn ,ungehorsam gegen die ,gesetze fhre zum ,untergange des ,staates4 ,so trank er1 als der ,termin gekommen war1 den ,schierlingsbecher1 wie das ,gesetz es befahl4 ,seine letzten ,stunden hat ,platon in seinem ,gesprche ,phdon der ,nachwelt erhalten2 er lt ,phdon1 einen ,lieblingsjnger des ,sokrates1 der am ,schicksalstage bei ihm im ,gefngnis weilte1 erzhlen1 was er damals erlebt hat4 ,den ,schlu dieser ,schilderung will ich ,ihnen nicht vorenthalten3#a ,tod ,nach diesen ,worten begab sich ,sokrates in ein ,gemach1 um zu baden1 und ,kriton folgte ihm2 uns aber hie er warten4 ,wir warteten also1 redeten miteinander ber das ,gesagte und berdachten es2 dann aber versenkten wir uns wieder in das ,unglck1 das uns getroffen hatte1 wir fhlten nicht anders1 als da wir1 des ,vaters beraubt1 unser knftiges ,leben als ,waisen hinbringen mten4 ,nach dem ,bade wurden seine ,kinder zu ihm gebracht -- denn er hatte zwei kleine ,shne und einen groen --1 und die ihm verwandten ,frauen kamen4 ,er unterhielt sich mit ihnen in ,gegenwart des ,kriton1 trug ihnen seinen ,willen auf1 hie dann ,weiber und ,kinder gehen und kam selbst zu uns4 ,es nahte schon die ,stunde des ,sonnenuntergangs1 denn er hatte lange ,zeit drinnen verbracht4 ,nach seiner ,rckkehr vom ,bade setzte er sich und hatte noch nicht viel geredet1 da kam der ,diener der ,elf#b1 trat zu ihm und sagte3 ,sokrates1 an dir werde ich nicht dasselbe erleben1 wie an andern1 die mir zrnen und mich verfluchen1 wenn ich sie auf ,befehl der ,behrden auffordere1 das ,gift zu trinken4 ,in dir habe ich whrend dieser ganzen ,zeit den edelsten1 freundlichsten und besten ,mann von allen1 die je hierher gekommen sind1 kennengelernt2 auch jetzt wei ich wohl1 wirst du nicht mir zrnen1 sondern den ,schuldigen1 die du ja kennst4 ,du weit1 was ich dir anzukndigen habe1 also lebe wohl und versuche1 das ,notwendige mglichst leicht zu tragen4 ,trnen in den ,augen wandte er sich ab und ging4 ,und ,sokrates sah ihm nach und sagte3 ,auch du lebe wohl1 ich werde es so machen4 ,und zugleich sagte er zu uns3 ,wie fein ist der ,mensch6 ,die ganze ,zeit ber kam er zu mir und unterhielt sich zuweilen mit mir und war gut gegen mich1 und jetzt beweint er mich so aufrichtig4 ,aber wir1 ,kriton1 wollen ihm nun folgen1 und es mag einer das ,gift bringen1 wenn es bereitet ist1 sonst aber es bereiten4 ,und ,kriton sagte3 ,ich meine doch1 ,sokrates1 da die ,sonne noch auf den ,bergen liegt und nicht untergegangen ist2 auch wei ich1 da andere erst lange1 nachdem es ihnen befohlen war1 getrunken haben4 ,vorher aen und tranken sie gut und hatten zuweilen noch die ,schnen bei sich1 die sie gern hatten4 bereile dich nicht1 es ist noch ,zeit4 ,und ,sokrates sagte3 ,lieber ,kriton1 die ,mnner1 von denen du redest1 haben ganz recht getan1 denn sie glaubten etwas damit zu gewinnen2 ebenso aber habe ich recht1 wenn ich anders handle4 ,denn ich glaube nichts zu gewinnen1 wenn ich etwas spter trinke1 sondern nur vor mir selbst lcherlich zu werden1 indem ich am ,leben klebe und mit ,augenblicken geize1 die nicht mehr mein sind4 ,geh also1 folge mir1 lasse alles andere4 ,als dies ,kriton hrte1 winkte er einem ,sklaven1 der in der ,nhe stand4 ,der ,sklave ging hinaus und nach einiger ,zeit kam er wieder mit dem ,manne1 der den ,trank reichen wollte und ihn fertig in einem ,becher brachte4 ,als ,sokrates den ,mann sah1 sagte er3 ,nun1 ,bester1 du weit damit ,bescheid4 ,was soll ich tun8 ,nichts weiter1 sagte der1 als nach dem ,trinken umhergehen1 bis dir die ,beine schwer werden1 dann dich hinlegen4 ,so wird es wirken4 ,damit reichte er ,sokrates den ,becher4 ,der nahm ihn und sagte ganz heiter1 ohne zu zittern1 ohne ,farbe oder ,gesichtszge zu verndern1 nach seiner ,gewohnheit das ,auge fest auf den ,mann gerichtet3 ,was meinst du8 ,darf man von diesem ,tranke den ,gttern opfern oder nicht8 ,wir bereiten1 antwortete jener1 nur gerade das gengende ,ma zum ,trinken1 ,sokrates6 ,ich verstehe1 sagte dieser1 aber beten zu den ,gttern darf und soll man1 da die ,wanderung von hier nach dort glcklich verlaufe4 ,darum bitte ich1 und so mge es geschehen4 ,whrend er das sagte1 setzte er den ,becher an und trank ganz leicht und heiter aus4 ,die meisten von uns waren bis dahin imstande gewesen1 die ,trnen zurckzuhalten2 als wir aber sehen muten1 wie er trank und ausgetrunken hatte1 nicht mehr2 mir selbst strzten mit ,gewalt die ,trnen in ,strmen aus den ,augen1 so da ich mir das ,gesicht verhllte und mich ausweinte -- nicht um seinetwillen1 sondern meines ,geschickes wegen1 da ich solch eines ,freundes beraubt sein sollte4 ,kriton aber war noch vor mir1 da er die ,trnen nicht zurckhalten konnte1 aufgestanden4 ,apollodor hatte schon lange unaufhrlich geweint1 jetzt schluchzte er auf1 schrie und klagte1 so da keiner von den ,anwesenden ohne ,trnen blieb auer ,sokrates selbst4 ,der sprach3 ,ihr seltsamen ,menschen1 was macht ihr8 ,ich habe doch hauptschlich deswegen die ,frauen weggeschickt1 damit sie nicht solche ,strung verursachen1 denn ich habe gehrt1 es msse ,friede um einen ,sterbenden sein4 ,seid stille und fat euch6 ,als wir das hrten1 schmten wir uns und hrten zu weinen auf4 ,er aber ging umher1 bis1 wie er sagte1 die ,beine ihm schwer wurden1 dann legte er sich lang auf den ,rcken hin1 wie der ,mann ihm geheien hatte4 ,und sogleich befhlte ihn der1 der das ,gift gereicht hatte1 und betrachtete von ,zeit zu ,zeit die ,fe und ,schenkel2 spter drckte er ihn stark am ,fu und fragte1 ob er es spre2 ,sokrates sagte1 nein4 ,dann machte er es ebenso mit den ,unterschenkeln1 und so1 weiter hinaufgehend1 zeigte er uns1 wie er kalt und starr wurde4 ,und er berhrte ihn wieder und sagte1 wenn es zum ,herzen kme1 wrde es aus mit ihm sein4 ,als ,sokrates nun am ,unterleib schon ziemlich kalt war1 schlug er das ,gewand vom ,antlitz zurck 7denn er hatte sich verhllt7 und sagte -- es waren seine letzten ,worte --3 ,kriton1 wir schulden dem ,asklepios einen ,hahn6#c ,opfert ihn und versumt es nicht6 ,das wird geschehen1 sagte ,kriton1 aber sieh1 ob du noch etwas zu sagen hast4 ,darauf antwortete er nicht mehr1 sondern zuckte nur nach einiger ,zeit noch2 dann deckte ihn der ,diener auf1 da waren seine ,augen gebrochen4 ,als ,kriton das sah1 drckte er ihm ,mund und ,augen zu4 ,das war das ,ende unseres ,freundes1 nach unserem ,urteil des besten ,mannes unter allen ,zeitgenossen1 des einsichtsvollsten und gerechtesten4 ,illustration3 ,sokrates ,nach einer ,marmorbste in ,villa ,albani in ,rom ,zweiter ,vortrag4 ,platon4 ,nach dem ,tode des ,sokrates waren seine ,schler auf sich selbst angewiesen4 ,sie fhlten sich verwaist1 nun der ,mann nicht mehr lebte1 in dem die ,philosophie gleichsam sich verkrpert hatte4 ,sein ,leben und sein ,tod waren in jedem ,zuge durch seine ,lehre bestimmt1 aber sie bildeten auch die einzigen ,darstellungen1 die es von dieser ,lehre gab4 ,denn ,schriften hinterlie ,sokrates nicht1 der vom lebendigen ,wort eine so hohe1 vom toten ,buch eine sehr geringe ,meinung hatte4 ,da nun der ,meister selbst dahin war1 blieb den ,jngern nichts brig1 als die ,erinnerung an ihn und seine ,gesprche durch schriftliche ,wiedergabe festzuhalten4 ,gerade weil sie in ,sokrates die ,philosophie selbst erblickten1 gingen sie an diese ,aufgabe nicht als ,geschichtschreiber1 die genau bestimmen mchten1 was ,sokrates bei der oder jener ,gelegenheit gesagt oder getan hat1 sondern als ,philosophenschler1 die den ,geist des ,meisters1 wie er in ihnen lebte1 festhalten und anderen mitteilen wollten4 ,nicht die ,einzelheiten seines ,lebens waren fr sie von ,bedeutung1 sondern da ,sokrates sein ganzes ,leben dem ,denken gewidmet und durch das ,denken bestimmt und da er sie1 die ,schler1 zu ,philosophen erweckt hatte4 ,sie fhlten ,sokrates in sich lebendig und stellten ihn daher im ,gesprche dar4 ,es konnte nicht ausbleiben1 da sie dabei auch eigene ,gedanken dem ,meister in den ,mund legten4 ,da er sich verschiedenen ,schlern verschieden gezeigt hatte1 da sich im ,kreis der ,schler entgegengesetzte ,naturen fanden1 erhielten diese ,gesprche je nach ihrem ,verfasser ein mannigfaltiges ,geprge4 ,wir besitzen die wichtigste ,gruppe dieser ,gesprche1 die von ,platon verfaten1 vollstndig4 ,gerade weil ,platon selbst ein genialer ,denker und ,knstler war1 bildete er des ,sokrates ,lehren fruchtbar weiter4 ,oft ist es fr uns schwer festzustellen1 wo in diesen ,gesprchen ,sokrates aufhrt und ,platon anfngt4 ,schon aus dem ,gesagten geht hervor1 da ,platon zu seiner ,philosophie anders stand als ,sokrates1 da er sie nicht mehr in seinem ,leben1 sondern in seinen ,schriften darstellte4 ,in gewissem ,sinne allerdings bemht sich jeder echte ,denker1 seinen ,gedanken gem zu leben2 aber bei ,sokrates hatte es mit der ,einheit von ,leben und ,lehre noch eine besondere ,bewandtnis4 ,seine ,philosophie bestand im ,grunde in seiner ,art zu leben und zu sterben4 ,platon aber war ,dichter2 er legte ein ,bild des philosophischen ,lebens1 wie es ihm vorschwebte1 in ,schriften von wunderbarem ,reize nieder4 ,eine ,probe davon gab ich ,ihnen in der ,schilderung von ,sokrates' ,tod4 ,dieser ,bericht legt ebensosehr ,zeugnis ab fr die persnliche ,gre des ,sokrates wie fr die dichterische ,gre des ,platon4 ,wir mssen uns klar machen1 da die ,philosophie hier einen ,schritt vom unmittelbaren ,leben abrckt4 ,darin liegt ein wichtiger ,gewinn4 ,in ,gesprchen auf dem ,markte kann man den richtigen ,weg des ,forschens weisen2 will man aber eine zusammenhngende ,reihe von ,wahrheiten entwickeln1 so braucht man die ,stille langen ,grbelns und einsamer berlegung4 ,indessen1 mit diesem notwendigen ,fortschritt ist ein ,verlust innig verbunden4 ,das ,denken gewinnt an ,umfang und ,tiefe1 aber es verliert viel von seiner unmittelbaren ,wirkung4 ,es gibt keinen ,fortschritt der ,entwicklung ohne ,verlust4 ,der ,knabe1 der zum ,jngling heranwchst1 gewinnt an ,einsicht und ,willenskraft1 aber die ,zutraulichkeit des ,kindes1 der glckliche unmittelbare ,genu der ,gegenwart1 der ,zauber unberhrter ,reinheit mu schwinden4 ,der ,mann ist dem ,jngling durch ,reife des ,urteils1 durch ,umsicht und ,folgerichtigkeit berlegen4 ,doch das ,feuer in ,liebe und ,ha ist verkhlt1 die edle ,leidenschaftlichkeit und ,geradheit des echten ,jnglings hat sich anpassen gelernt4 ,wer ein rechter ,mann ist1 will nicht wieder ,jngling oder ,kind werden1 aber er wei1 was er verloren hat1 und sucht deshalb den ,umgang mit ,jngeren4 ,aus demselben ,grunde mu die ,menschheit ,geschichte treiben4 ,auch sie hat im ,weiterschreiten viel ,wertvolles unwiederbringlich verloren1 so auch jene ursprngliche ,einheit von ,leben und ,denken4 ,als ,ersatz fr diesen ,verlust soll uns die ,versenkung in das ,altertum dienen1 nicht etwa dazu1 uns an dem zu weiden1 was die ,alten nicht konnten1 und uns zu brsten1 wie wir es so herrlich weit gebracht4 ,leben ,platon war ,dichter und ,lehrer2 das wahre ,leben des ,dichters liegt in seinen ,werken1 das des ,lehrers in seinem ,unterricht -- die ,bedeutung der ueren ,lebensverhltnisse tritt zurck4 ,ich will ,ihnen davon nur mitteilen1 was fr das ,verstndnis seiner ,lehre wichtig ist4 ,platon wurde als ,sohn einer ,aristokratenfamilie ,athens -- wir wissen nicht genau1 ob #dbh oder #dbg -- geboren4 ,seine ,kindheit fllt also in die ,zeit des ,peloponnesischen ,krieges2 die eigentliche ,bltezeit ,athens kannte er nur durch ,erzhlungen und berlieferungen4 ,der ,kampf gegen ,sparta1 der ,hader der ,parteien im ,innern1 das waren seine ,jugendeindrcke4 ,die nchsten ,verwandten ,platons waren ,gegner der bestehenden ,demokratie1 zum ,teil der ,verbindung mit dem ,landesfeinde verdchtig4 ,auch ,kritias1 der ,fhrer der nach dem ,frieden von ,sparta eingesetzten ,regierung1 gehrte zu seiner ,familie4 ,seiner ,herkunft gem strebte der hochbegabte ,jngling nach politischer ,wirksamkeit4 ,aber die bedenklichen ,mittel1 deren die ,parteien sich bedienten1 stieen ihn ab4 ,die aristokratische ,gesinnung seiner ,verwandten teilte er1 die ,ungerechtigkeit jedoch1 mit der ,kritias seine ,gegner verfolgte1 widerstrebte ihm aufs tiefste4 ,seine dichterische ,begabung trieb ihn dazu1 ,tragdien zu schreiben2 aber er vernichtete diese ,versuche1 als er zwanzigjhrig von ,sokrates gewonnen wurde4 ,dies ,ereignis entschied ber sein ,leben4 ,sehr oft ist fr einen ,menschen etwas wesentlich1 was von auen ganz unscheinbar aussieht2 ein ,buch1 ein ,gesprch knnen unserm ,leben eine neue ,wendung geben4 ,so bedeutete es z4 ,b4 fr ,platons ,entwicklung weniger1 da die ,stadt den ,feinden zum ,opfer fiel und da nahe ,verwandte von ihm wegen einer ,verschwrung hingerichtet wurden -- seinen ,beruf fand er1 als er den wunderlichen ,menschen1 der sich auf den ,gassen herumtrieb1 kennenlernte1 als ,sokrates ihn unter die ,zahl seiner ,freunde aufnahm4 ,er lebte mit ihm acht ,jahre lang1 bis zu ,sokrates' ,tode4 ,durch den gewaltigen ,eindruck dieses ,ereignisses wurde ,platon von der ,teilnahme am politischen ,leben ,athens vollends abgeschreckt4 ,was sollte er noch von einer ,stadt hoffen1 die ihren edelsten ,brger zum ,tode verurteilte8 ,der ,verteidigung und dem ,ruhm des ,sokrates widmete er seine ersten ,schriften4 ,dann begab er sich auf eine groe ,reise nach gypten1 ,cyrene1 ,sizilien1 ,unteritalien4 ,dort in den blhenden ,stdten ,grogriechenlands lernte er die mathematische ,wissenschaft genauer kennen1 die in der ,philosophenschule der ,pythagoreer eifrig gepflegt wurde4 ,nach seiner ,rckkehr begann er seine ,lehrttigkeit1 aber nicht mehr wie ,sokrates auf dem ,markte1 sondern anfangs im ,gymnasium des ,akademos1 spter in einem nahe dabei gelegenen ,garten1 den er kaufte4 ,ein ,gymnasium war eine ,anstalt1 in der ,knaben und ,jnglinge nackt turnten und rangen2 es diente aber vielfach zugleich als ,versammlungsort fr andere ,zwecke1 auch die ,sophisten und ,sokrates hatten oft in ,gymnasien gelehrt4 ,platons ,schule in seinem ,garten beim ,gymnasium des ,akademos ist fr uns das ,urbild einer ,vereinigung zu wissenschaftlichen ,zwecken4 ,daher ist der ,name ,akademie zur allgemeinen ,bezeichnung geworden1 hnlich wie der ,name ,csar im ,kaisertitel fortlebt4 ,das stille1 der ,forschung und ,lehre gewidmete ,leben des ,philosophen wurde durch zwei neue ,reisen nach ,sizilien unterbrochen4 ,platon unternahm sie1 weil er bei dem ,tyrannen ,dionys von ,syrakus1 dem ,herrscher der mchtigsten ,stadt ,siziliens1 mit ,hilfe seines ,verwandten ,dion1 der ,platons ,schler und ,freund geworden war1 seine politischen ,gedanken zu verwirklichen hoffte4 ,er erlebte beide ,male eine schwere ,enttuschung und verzichtete seitdem auf jede unmittelbare politische ,wirksamkeit4 ,bis zuletzt wissenschaftlich ttig1 starb er achtzigjhrig im ,jahre #cdh oder #cdg4 ,bei ,sokrates darf man eigentlich nicht von einer ,lehre reden1 wenn man unter diesem ,worte einen bestimmten ,zusammenhang von ,wahrheiten versteht4 ,vielmehr handelt es sich bei ihm um eine ,grundberzeugung1 die in seinem ,leben und in seinen ,gesprchen ,ausdruck findet4 ,auch ,platons ,schriften sind keine ,lehrbcher1 wohl aber ,untersuchungen in ,gesprchsform2 sie streben danach1 ein zusammenhngendes ,ganzes der ,erkenntnis aufzubauen4 ,dieses ,verhltnis mu man bercksichtigen1 wenn man ,platons ,fortbildung sokratischer ,gedanken verstehen will4 ,sokrates ist berzeugt1 da es eine ,wahrheit gibt und zeigt den ,sophisten1 da sie selbst ,wahrheiten voraussetzen4 ,platon beweist diesen ,satz streng4 ,gbe es keine ,wahrheit1 so wre ja auch der ,satz1 es gibt keine ,wahrheit1 unwahr4 ,nun behauptet aber der ,gegner diesen ,satz4 ,er behauptet also gleichzeitig1 da es keine ,wahrheit gibt und da der ,satz1 es gibt keine ,wahrheit1 wahr sei4 ,damit aber bejaht und verneint er dasselbe in demselben ,satze1 seine ,voraussetzung ist widerspruchsvoll4 ,wahrheit ,es entsteht nun aber sofort die weitere ,frage1 wie findet man die ,wahrheit8 ,auf diese ,frage hatte schon ,sokrates geantwortet1 da das ,denken allein ,sicherheit gewhrt4 ,platon vertieft und begrndet diese ,ansicht1 indem er die ,lehre des ,protagoras von der ,sinnesempfindung hinzuzieht4 ,protagoras hatte gezeigt1 da verschiedene ,menschen dasselbe ,ding verschieden sehen4 ,auch zu verschiedenen ,zeiten wirkt eine ,farbe1 ein ,ton1 ein ,geschmack sehr verschieden auf denselben ,menschen4 ,daraus hatte er geschlossen1 da es keine fr alle und zu allen ,zeiten gltige ,wahrheit gebe4 ,platon stimmt der ,voraussetzung durchaus zu1 bestreitet jedoch die ,folgerung4 ,er schliet vielmehr3 ,da es ,wahrheit gibt1 und da sie in der ,sinnesempfindung nicht liegt1 so mu sie auf anderem ,wege gefunden werden4 ,wir knnen1 um seine ,antwort zu verstehen1 von der ,sinneswahrnehmung selbst ausgehen4 ,wohl sieht man einen ,tisch sehr verschieden je nach der ,stellung des ,kopfes zum ,tisch1 wohl wirkt die ,farbe der ,tischplatte in vernderter ,umgebung ganz anders1 trotzdem aber bezweifeln wir nicht1 da wir es in allen ,fllen mit demselben ,tische zu tun haben4 ,niemand zgert1 den ,tisch als ein ,ding1 das sich gleichbleibt1 anzuerkennen1 auch wenn er dem ,auge verschiedene ,bilder bietet4 ,knnen wir nun aber eigentlich sagen1 da wir dieses ,ding1 den ,tisch1 sehen8 ,doch wohl nicht4 ,wir sehen strenggenommen nur wechselnde ,farben und ,umrisse1 fassen sie aber als einem gleichbleibenden ,gegenstande zugehrige auf4 ,wenn wir weiter irgendwelche wahre ,stze von diesem ,gegenstand aussagen1 etwa3 ,dies ist ein ,tisch1 dieser ,tisch ist viereckig1 braun1 grer als jener andere ,tisch1 so berschreiten wir noch viel deutlicher den bloen ,inhalt unserer ,sinnesempfindung4 ,wir vergleichen in jedem dieser ,stze den ,tisch mit anderen ,gegenstnden2 denn sogar wenn wir ihn einfach braun nennen1 erhlt diese ,farbenbezeichnung ihren ,sinn nur durch ,vergleichung mit anderen ,farben4 ,die ,bezeichnung viereckig beruht auf einer ,zhlung und zhlen ist sicher etwas ganz anderes als ,sehen oder ,hren4 ,also3 schon in den wahren ,stzen1 die sich auf ein einzelnes eben vor uns stehendes ,ding beziehen1 liegt viel mehr vor als bloe ,empfindung4 ,die ,fhigkeit aber zu solchen ,ttigkeiten1 wie ,vergleichen1 ,zhlen1 zur ,einheit eines ,dinges ,zusammenfassen1 nennen wir ,verstand und knnen demnach sagen3 schon was aus der schwankenden ,empfindung ein ,erkennen macht1 ist der ,verstand4 ,wollen wir weiter den ,unterschied bestimmen1 der zwischen den ,empfindungen und den ,erzeugnissen des ,verstandes besteht1 so sehen wir leicht1 da jede ,empfindung 7,farbe1 ,ton1 ,geruch7 ein einzelnes ,erlebnis ist1 das entsteht und vergeht1 whrend die durch den ,verstand gewonnenen ,bestimmungen1 wie braun1 viereckig1 auf viele ,empfindungen anwendbar1 d4 h4 allgemein sind4 ,der ,verstand geht also auf das ,allgemeine oder1 um nun die dem ,philosophen gelufigen ,worte einzufhren1 er sucht aus den einzelnen ,erlebnissen den allgemeinen ,begriff zu gewinnen4 ,im gewhnlichen ,leben begngt sich aber der ,mensch1 wenn er ,worte wie ,tisch gebraucht1 mit einer sehr unbestimmten allgemeinen ,vorstellung4 ,es ist daher die erste ,aufgabe des wissenschaftlichen ,denkens1 diese unbestimmte ,vorstellung klar und durchsichtig zu machen4 ,es gibt mannigfaltige ,tische3 runde und viereckige -- auf einem1 auf vier ,beinen stehende1 an der ,wand befestigte ,tische -- ,schreibtische1 ,ladentische1 ,etische usw4 ,was ist das ihnen allen ,gemeinsame1 das uns veranlat1 hier doch berall das ,wort ,tisch zu gebrauchen8 ,zunchst ist alles1 was wir im eigentlichen ,sinne des ,wortes ,tisch nennen1 ein von ,menschen zu bestimmten ,zwecken benutzter ,gegenstand4 ,durch die ,art seines ,zweckes unterscheidet er sich von anderen ,gebrauchsgegenstnden4 ,wir knnen dann sagen3 ein ,tisch ist ein ,gegenstand1 der von ,menschen zu dem ,zwecke verfertigt ist oder benutzt wird1 anderen ,dingen whrend des ,gebrauchs1 auch vor oder nach dem ,gebrauch1 zur ,unterlage zu dienen4 ,diese ,erklrung gibt das allen ,tischen ,gemeinsame1 den ,begriff des ,tisches4 ,diesen ,begriff1 aus dem wir erschlieen1 ob etwas ein ,tisch ist1 ob ein gegebener ,tisch seinen ,zweck gut oder schlecht erfllt1 sehen wir nicht1 wir erzeugen ihn vielmehr in unserm ,denken4 ,auch der ,schreiner knnte keinen ,tisch herstellen1 wenn der ,begriff des ,tisches nicht in seinem ,geiste lge4 ,so kam ,platon dazu1 den ,begriff1 nicht aber die sinnlich erfabaren einzelnen ,dinge1 die wir als ,exemplare 7,beispiele7 des ,begriffs bezeichnen1 fr das eigentlich ,erkennbare zu halten4 ,er war ferner berzeugt1 da unser ,erkennen das wahre ,wesen der ,dinge1 die hhere ,wirklichkeit hinter den wechselnden sinnlichen ,bildern erfasse4 ,darum sind die ,ideen -- wie er die im ,begriffe erfaten ,wesenheiten nennt -- das eigentlich ,wirkliche1 whrend die sinnlich wahrnehmbaren ,dinge nur ein ,widerschein dieses ,wirklichen sind4 ,da so nach ,platons berzeugung alles von den ,ideen abhngt1 bezeichnet man seine ,philosophie als ,ideenlehre4 ,ideenlehre ,ich habe soeben versucht1 ,sie auf einem ,wege1 der fr jeden gangbar ist1 zu einem gewissen ,verstndnis der ,ideenlehre zu fhren4 ,indessen1 dieser ,weg erffnet uns zwar einige ,aussicht auf diese ,lehre1 fhrt aber nicht eigentlich in ihr ,inneres hinein4 ,platon selbst hat die ,mathematik1 insbesondere die ,geometrie fr die wahre ,vorschule der ,philosophie erklrt4 ,kein der ,geometrie ,unkundiger trete ein1 soll ber dem ,tor der ,akademie gestanden haben4 ,ich mu fr die unter meinen ,hrern1 welche wenigstens die ,grundlagen der ,mathematik kennen1 die vorige ,betrachtung im folgenden durch eine andere ergnzen4 ,was an der ,mathematik die ,philosophen immer wieder mit fast magischer ,gewalt anzieht1 ist die ,sicherheit ihrer ,ergebnisse4 ,bei geometrischen ,stzen gibt es unter ,kennern der ,geometrie keinen ,streit ber wahr oder falsch4 ,wenn einmal bewiesen ist1 da die ,winkelsumme des ,dreiecks zwei ,rechte betrgt1 so steht das ein fr allemal fest2 wir wissen von vornherein1 da kein einzelnes ,dreieck jemals unsere ,erwartungen ber seine ,winkelsumme tuschen wird4 ,es ist ferner mglich1 sobald einmal gewisse ,grundstze ber ,linien und ,flchen anerkannt sind1 eine ,flle rumlicher ,gebilde wissenschaftlich zu beherrschen und eine ,menge von ,eigenschaften dieser ,gebilde abzuleiten4 ,platon lebte in der ,zeit1 in der die uns vertrautesten geometrischen ,stze entdeckt wurden4 ,die ,sicherheit dieser jungen ,wissenschaft mute gerade im ,gegensatz zu dem zersetzenden ,zweifel der ,sophisten den tiefsten ,eindruck auf ihn machen4 ,fragt man sich nun1 wodurch ein geometrischer ,satz sich von einer ,aussage ber wirkliche ,dinge1 z4 ,b4 ,hunde sind wachsam1 unterscheidet1 so erkennt man1 da es die ,geometrie gar nicht mit einzelnen ,dreiecken oder ,kreisen zu tun hat1 sondern da die gezeichnete ,figur nur ein ,hilfsmittel ist1 sich die allgemeinen ,eigenschaften des ,kreises oder ,dreiecks besser vorzustellen4 ,sage ich dagegen1 ,hunde sind wachsam1 so denke ich an ,phylax oder ,nero2 bei diesen und anderen habe ich mit der ,hundenatur die ,wachsamkeit verbunden angetroffen1 ich vermute1 da diese ,verbindung die ,regel sein wird4 ,aber ein schlfriger ,kter gengt1 um die ,allgemeinheit dieses ,satzes anzufechten4 ,woran nun liegt es1 da wir in der ,geometrie solchen ,gefahren nicht ausgesetzt sind8 ,der ,grund dieses ,vorzugs besteht offenbar darin1 da wir hier der besonderen ,erfahrungen nicht bedrfen1 sondern da1 wenn einmal der ,begriff eines ,dreiecks wirklich erfat ist1 aus unserem ,geiste allein heraus die notwendigen ,eigenschaften des ,dreiecks sich finden lassen4 ,platon hat dafr in einem seiner ,gesprche eine klassische ,darstellung gegeben4 ,er bringt durch geschickt gestellte ,fragen einen der ,geometrie unkundigen ,sklaven dahin1 aus sich selbst heraus einen geometrischen ,satz zu finden4 ,daraus schliet er dann weiter1 da also die geometrischen ,begriffe schlummernden ,erinnerungen gleich im ,geiste jenes ,sklaven wie jedes ,menschen liegen und nur geweckt zu werden brauchen4 ,des ,sokrates ,hebammenkunst bekommt so eine tiefere ,begrndung3 sie erweckt die schlafenden ,begriffe in unserem ,geiste4 ,was die ,geometrie mit den ,figuren tut1 eben das will ,platon mit allen ,begriffen und besonders mit den fr uns wichtigsten1 wie ,tugend1 ,staat1 ,seele1 tun3 er will ihnen ihre ursprngliche1 gleichsam entschlafene ,klarheit wiedergeben4 ,wenn so die ,ideen in unserem ,geiste schlummern1 wenn die ihnen entstammenden ,erkenntnisse alle ,erfahrungsstze an ,sicherheit so weit berbieten1 wie sind sie dann in unseren ,geist gekommen8 ,hierauf gibt ,platon eine seltsam scheinende ,antwort4 ,er sagt1 wir haben in einem frheren ,leben1 als die ,seele noch nicht durch ,verbindung mit dem ,krper herabgezogen war1 die ,ideen selbst geschaut4 ,die dunkle ,erinnerung an dieses vergangene ,sehen befhigt uns allein dazu1 aus den schwankenden1 wechselnden ,wahrnehmungen die gewhnlichen ,erkenntnisse zu gewinnen2 so unsicher diese ,meinungen sind1 nicht einmal sie wren ohne jene ,erinnerung mglich4 ,alle wissenschaftliche ,erkenntnis aber besteht in einem bewuten ,wiedererwecken jener ,erinnerungen4 ,idee und ,welt ,die letzten ,stze zeigen bereits1 da ,platon zu ,untersuchungen gefhrt wird1 die ,sokrates abgelehnt htte4 ,wenn die ,seele vor ihrer ,vereinigung mit dem ,krper die ,ideen selbst1 unvermischt mit den ,wahrnehmungen der ,sinnesorgane1 geschaut hat1 so mssen diese ,ideen also einerseits ein gesondertes ,dasein haben1 anderseits aber doch auch in den einzelnen wahrnehmbaren ,dingen irgendwie wirksam sein4 ,infolge dieser doppelten ,stellung der ,ideen lassen sich die ,fragen nach der ,natur der krperlichen ,dinge nicht mehr abweisen4 ,sokrates1 der immer nur auf den einzelnen ,fall seine ,grundberzeugung angewendet hatte1 konnte sie vernachlssigen2 ,platon1 der einer in sich zusammenhngenden ,erkenntnis zustrebte1 durfte es nicht mehr4 ,auch er will vor allem die ,bestimmung des ,menschen in der ,welt erkennen1 aber diese ,frage schliet fr ihn doch die andere in sich ein3 was ist die ,welt8 ,platons ,antwort1 da sie ein getrbtes ,abbild jener vorbildlichen ,welt reiner ,ideen ist1 bereitet viele ,schwierigkeiten1 die der ,denker selbst erkannt hat4 ,wie steht denn der allgemeine ,begriff des ,menschen1 die ,idee ,mensch1 zu ,peter und ,paul und den andren einzelnen ,menschen8 ,platon hat diese ,frage bald in streng begrifflichen ,ausfhrungen1 bald in ,bildern mythologischer ,art zu lsen gesucht4 ,aber alle diese ,darstellungen1 so bewundernswert sie uns seinen reichen und ringenden ,geist offenbaren1 geben neue ,rtsel auf4 ,noch heute herrscht ,streit ber ,platons eigentliche ,meinung4 ,da zudem in diesen ,ausfhrungen1 so wichtig sie fr manche spteren ,denker geworden sind1 doch nicht der ewige ,wert von ,platons ,philosophie liegt1 darf ich sie hier bergehen4 ,was fr uns an ,platons ,lehre wichtig ist1 knnen wir auch ohne ,eingehen auf diese ,schwierigkeiten verstehen4 ,wir finden diesen fr uns wesentlichen ,kern1 wenn wir uns unserer ,grundfrage erinnern3 ,was soll ich in dieser ,welt8 ,um ,platons ,antwort darauf zu verstehen1 haben wir nur noch ntig1 einen ,punkt dem bisher ,gesagten hinzuzufgen4 ,wir wissen3 ,das wahrhaft ,erkennbare und das wahrhaft ,seiende sind die vom ,verstande erfaten ,begriffe oder ,ideen4 ,sie sind es aber auch1 die den einzelnen1 sinnlich erlebbaren ,gegenstnden ihren ,wert und ihre ,bedeutung verleihen4 ,ein ,pferd ist gut1 wenn es alle ,eigenschaften1 die zum ,begriff des ,pferdes gehren1 wie ,schnelligkeit1 ,lenksamkeit1 ,strke1 in vollkommener ,weise besitzt4 ,es gibt nun viele ,ideen1 wie es viele ,arten von ,dingen und ,eigenschaften gibt4 ,es gibt ,ideen des ,pferdes und des ,hundes1 aber auch des ,tieres2 des ,mannes und der ,frau1 aber auch des ,menschen4 ,augenscheinlich sind einzelne dieser ,ideen untereinander hnlich und anderen untergeordnet4 ,der ,begriff des ,mannes ist dem der ,frau hnlicher als dem des ,pferdes2 ,mann wie ,frau stehen unter dem allgemeineren ,begriffe des ,menschen2 ,mensch und ,pferd stehen unter dem ,begriff des lebendigen ,wesens4 ,da alle ,ideen einen einheitlichen1 vernunftbeherrschten ,zusammenhang bilden sollen1 mu es eine oberste ,idee geben4 ,diese oberste ,idee nun1 unter der alle anderen stehen1 ist fr ,platon die ,idee des ,guten4 ,der ,denker selbst bezeichnete diese ,einsicht als die am schwersten zu erringende4 ,wie er dazu kam1 werden ,sie vielleicht begreifen1 wenn sie sich erinnern1 da alles ,gute in den einzelnen ,dingen von den ,ideen kommt1 da ferner die ,sicherheit unseres ,erkennens und damit die ,gte unsres ,handelns auf der ,wiedererweckung der ,ideen in unserm ,geiste beruht4 ,ist die oberste ,idee die des ,guten1 so fllt fr ,platon auch die ,gottheit mit dieser obersten ,idee zusammen4 ,denn die ,ideen sind es ja1 die gttergleich dauern und in ewigem ,sein unsere wechselnde ,welt bestimmen4 ,die ,einheit von ,macht und ,gte1 die reine ,idee der ,gottheit ist so errungen4 ,aus diesem ,gedanken folgt1 da auch in der ,welt der ,krper alles gem der ,idee des ,guten1 d4 h4 dem ,zwecke des ,guten entsprechend geordnet ist4 ,platon begrndet eine ,art der ,naturerklrung1 die aus einer zweckmigen ,ordnung alles einzelne abzuleiten sucht4 ,die ,sterne z4 ,b4 bewegen sich in kreisfrmigen ,bahnen1 weil die gleichartige und in sich zurcklaufende ,kreisbewegung die vollkommenste ,art der ,bewegung ist4 ,wie ,sie wissen1 geht die moderne ,wissenschaft ganz anders vor4 ,sie hat gefunden1 da die ,sterne sich nicht in ,kreisen1 sondern in ,ellipsen bewegen1 und sie sucht nun nicht etwa zu beweisen1 da die ,ellipse vollkommener ist als der ,kreis1 sondern sie wei gar nichts von vollkommener ,bewegung1 sie fragt nur1 welches die ,ursachen dieser ,bewegung sind1 und findet diese ,ursachen in der gegenseitigen ,anziehung und in der ,lage der ,sterne zueinander4 ,diesen ,gegensatz einer ,erklrung aus ,ursachen 7kausal7 und einer ,erklrung aus ,zwecken 7teleologisch7 hat ,platon sich durchaus deutlich gemacht4 ,in dem ,gesprche ,phdon1 das wir schon kennen1 lt er den ,sokrates etwa folgendes ausfhren3 ,wenn man meint1 durch ,angabe der ,ursachen die ,natur erklrt zu haben1 so komme ihm das vor1 als wenn man sage1 ,sokrates sei im ,gefngnis1 weil seine ,muskeln und ,sehnen sich soundso bewegt htten und weil sie jetzt so gestellt seien1 da er nicht weggehe4 ,und doch haben ihn nicht die ,muskeln und ,sehnen verhindert zu fliehen1 als die ,mglichkeit dazu gegeben war4 ,er ist vielmehr geblieben1 um1 wie er es fr recht hielt1 den ,gesetzen der ,vaterstadt zu gehorchen4 ,naturauffassung4 ,liebe ,fr die ,naturerklrung ist ,platons ,weg ungangbar1 weil wir als beschrnkte ,menschen die ,zwecke des ,weltganzen sicherlich nicht erkennen knnen4 ,wir werden im nchsten ,vortrage sehen1 da hier nur die entgegengesetzte ,methode zur ,erkenntnis fhrt4 ,aber gerade das ,beispiel1 das ich eben aus dem ,phdon anfhrte1 wird ,ihnen gezeigt haben1 da unser ,handeln nur recht gewrdigt und geleitet werden kann1 wenn wir es von seinen ,zielen aus beurteilen4 ,klug handelt1 wer die ,mittel zu seinen ,zwecken richtig whlt1 weise1 wer sich die wahrhaft richtigen ,zwecke stellt4 ,um ,ihnen nun zu zeigen1 wie ,platon seine ,lehre auf unser ,leben anwandte1 kann ich an zwei ,verbindungen anknpfen1 in denen ,sie ,platons ,namen wahrscheinlich oft gehrt und gebraucht haben1 an die platonische ,liebe und den platonischen ,staat4 ,freilich sind die landlufigen ,vorstellungen von diesen beiden bekanntesten platonischen ,lehren grndlich verkehrt4 ,platonische ,liebe1 so meint man wohl1 sei eine ,liebe1 die nicht auf den ,besitz des ,geliebten geht1 die ihren ,gegenstand nur von ferne schwrmerisch verehrt4 ,aber wenn zwischen sinnlicher und platonischer ,liebe wirklich nur dieser ,unterschied bestnde1 wenn ,platon also eine ,liebe gepriesen htte1 die weder die ,kraft hat1 sich das ,geliebte zu erringen1 noch den ,mut1 endgltig zu verzichten1 so wre die platonische ,liebe ein ,trost fr schwache ,slinge1 wert des ,spottes lebenskrftiger ,frohnaturen4 ,in ,wahrheit ist nicht der ,verzicht auf sinnlichen ,besitz1 sondern der ,zusammenhang mit der ,ideenlehre wesentlich fr den ,begriff der platonischen ,liebe4 ,wir haben gesehen1 da alles ,wertvolle1 ,schne und ,gute in den ,dingen von ihrem ,anteil an den ,ideen herkommt4 ,wie jeder1 der mit offenem und knstlerischem ,auge in die ,welt schaut1 liebte und bewunderte ,platon kraftvolle und schngebildete jugendliche ,gestalten4 ,er rechtfertigte sein ,gefhl vor sich selbst durch die ,lehre1 da in der ,schnheit des ,leibes sich die ewige ,idee des ,menschen dem irdischen ,auge offenbart4 ,seiner ,idee nach ist der ,mensch ein vernunftbeherrschtes ,wesen2 und wir drfen1 wenn wir ,platons ,lehre von der ,liebe verstehen wollen1 nicht vergessen1 da fr den ,griechen ein schner ,krper sich in erster ,linie durch gleichmige ,ausbildung aller ,muskeln auszeichnet4 ,einem solchen ,krper sieht man es an1 da er leicht und frei der ,absicht des ,willens gehorcht2 daher kommt in dem schnen ,krper des ,griechen die ,herrschaft des vernnftigen ,geistes ber die ,glieder des ,leibes zum ,ausdruck4 ,es ist ein ,zeichen niederer ,sinnesart1 wenn manche ,orientalen an den ,frauen die tote ,masse des fetten ,krpers lieben4 ,echte ,liebe sucht1 selbst wenn sie sich dessen nicht voll bewut ist1 im geliebten ,wesen das wahrhaft ,wertvolle4 ,daraus folgt1 da ihr der sinnliche ,besitz nicht das ,hchste sein kann2 aber die bloe ,enthaltung vom sinnlichen ,besitze macht fr sich genommen den ,wert einer ,liebe keineswegs aus1 sondern darin zeigt sich die echte ,liebe1 da man in sich selbst wie im ,geliebten ein ,hheres zu erzeugen sucht4 ,platonische ,liebe sieht also im ,geliebten die ,vollkommenheit angelegt und strebt fr sich selbst und fr das geliebte ,wesen nach der ,herrschaft und ,durchsetzung dieser ,vollkommenheit4 ,da aber alle einzelnen ,dinge und ,menschen ihre ,vollkommenheit doch nur aus den ,ideen haben1 so geht die wahre ,liebe von den ,krpern zu den ,seelen und von den ,seelen zu den ,ideen4 ,der ,philosoph liebt die ,wahrheit mit demselben ,feuer1 mit dem der ,liebende seine ,geliebte liebt2 in dem ,streben nach ,wissen1 das fr ,platon wie fr ,sokrates alles beherrscht1 steckt eine leidenschaftliche ,liebe4 ,in jeder ,liebe hoher ,art lieben wir1 selbst wenn wir uns dessen nicht bewut sind1 die ,idee1 die ,gottheit4 ,dadurch sind fr ,platon die innigsten menschlichen ,verhltnisse an die groen ,gedanken seiner ,philosophie angeknpft4 ,noch enger fast ist ,platons ,lehre vom ,staate mit der ,ideenlehre verbunden4 ,die ,vernunft1 die im einzelnen ,menschen herrschen soll1 hat auch den ,staat zu regieren4 ,hier wie dort sollen die niederen ,triebe in strengem ,gehorsam gehalten werden4 ,die eben angedeutete ,vergleichung des einzelnen ,menschen und des ,staates hat ,platon berall durchgefhrt4 ,der ,staat ist ihm nicht eine bloe ,vergesellschaftung der ,menschen zum ,zwecke der ,sicherheit und ,wohlfahrt1 sondern ein in sich wertvolles vergrertes ,abbild des ,menschen4 ,wie der einzelne die ,aufgabe hat1 die ,idee der ,menschheit in sich darzustellen1 so soll das in grerer und vollkommnerer ,weise der ,staat tun4 ,platon erbaut sich in ,gedanken ein ,staatswesen1 das diesen ,anforderungen gengt4 ,nicht aus der ,wirklichkeit nimmt er das ,vorbild fr diesen ,staat2 ja er wei1 da ein ,staat ganz so1 wie er sich ihn denkt1 nie existieren wird4 ,aber auch der ,kreis des ,mathematikers ist in der ,krperwelt nie vllig genau vorhanden und bleibt trotzdem das ,vorbild jedes ,kreises1 den wir zeichnen4 ,so soll der ideale ,staat ,platons ein ,vorbild sein1 dem sich die ,wirklichkeit mglichst zu nhern hat4 ,da nun der ,staat der ,mensch im groen ist1 so entsprechen seine ,teile1 die ,berufsstnde der ,brger1 den ,teilen der menschlichen ,seele4 ,wir mssen daher1 um ,platons ,staatsideal zu verstehen1 einen ,blick auf seine ,seelenlehre werfen4 ,staat4 ,seelenlehre ,da die ,seele sich im irdischen ,leben der einst geschauten ,ideen erinnert1 hat sie vor ihrer ,vereinigung mit dem ,krper schon existiert4 ,sie wird ebenso den ,krper berdauern4 ,noch in anderer ,weise leitet ,platon die ,unsterblichkeit der ,seele aus der ,ideenlehre ab4 ,unsere ,seele ist fhig1 die reinen ,begriffe oder ,ideen zu erfassen4 ,diese ,begriffe aber werden und vergehen nicht1 sondern sind aus dem ,flusse des zeitlichen ,geschehens gleichsam herausgehoben4 ,man kann sich das wieder an einem geometrischen ,begriffe wie dem des ,kreises klar machen4 ,begrifflich1 fr die ,beweisfhrung des ,mathematikers1 ist der ,kreis1 den der groe alexandrinische ,mathematiker ,euklid sich dachte1 und der ,kreis1 an dem heute ein ,schullehrer seinen ,schlern die geometrischen ,stze beweist1 genau derselbe2 es kommt fr die ,geometrie gar nicht in ,betracht1 da jener erste ,kreis vor mehr als #bjjj ,jahren gedacht wurde1 da die ,zeichnungen1 die ,euklid davon machte1 lngst verschwunden sind4 ,ein ,wesen aber1 das ,zeitloses1 ,ewiges zu erfassen vermag1 mu selbst an der ,ewigkeit teilhaben1 kann nicht in die engen ,grenzen eines ,menschenlebens eingeschlossen sein4 ,es liegt in diesem ,beweise der richtige ,gedanke1 da wir durch ,teilnahme an dem ewig ,wahren uns gleichsam ber das zeitliche ,leben emporheben4 ,aber ein zeitliches ,fortleben jenseits des ,todes lt sich weder auf diesem noch auf einem der andern von ,platon versuchten ,wege wissenschaftlich beweisen4 ,platon wollte hier zur ,sache des ,wissens machen1 was immer ,sache des ,glaubens bleiben mu4 ,in diesen ,unsterblichkeitsbeweisen ist die ,seele so vllig aus der krperlichen ,natur herausgehoben worden1 da eine besondere ,vermittlung zwischen den beiden ,gegenstzen ntig wird4 ,platon findet sie in der ,lehre von den ,seelenteilen4 ,wie die ,ideen selbst auer ihrem reinen und abgesonderten ,dasein doch auch in der ,krperwelt wirksam sind1 so beherrscht unsere ,seele zugleich einen besonderen ,krper1 eben unseren menschlichen ,leib4 ,der ,teil der ,seele1 der die ,ideen schaut1 ist die ,vernunft4 ,sie herrscht ber den ,leib mit ,hilfe der wollenden ,seelenteile2 aber den ,willen bestrmen zugleich die krperlichen ,begierden4 ,wenn wir unsere ,gelste nicht beherrschen1 werden wir von ihnen unterjocht4 ,darum unterscheidet ,platon zwei ,willens- oder ,triebkrfte1 eine hhere1 den ,mut1 wie er sie nennt1 durch den die ,vernunft wirkt1 und dem auch jene edlere ,liebe angehrt1 und eine niedere1 die ,begierde4 ,auch die sinnlichen ,begierden gehren zum ,menschen1 wie wir ja ohne ,essen und ,trinken unser ,leben nicht erhalten knnen2 aber sie sollen nicht herrschen1 sondern dienen4 ,gebieten soll die ,vernunft1 ihre ,gebote durchsetzen soll der ,mut4 ,staat ,diesen drei ,teilen der ,seele entsprechen die ,teile des ,menschen im groen1 d4 h4 die ,stnde des ,staates4 ,regieren soll auch hier der vernnftige ,teil2 so rechtfertigt sich ,platons bekannter und zuweilen belachter ,ausspruch1 nicht eher werde es im ,staate besser werden1 als bis die ,knige philosophieren oder die ,philosophen ,knige sind4 ,unter einem ,philosophen versteht ,platon hier nmlich nicht einen einsamen1 in sein ,studierzimmer eingeschlossenen ,grbler1 sondern einen ,mann1 der auer der ,erziehung durch das praktische ,leben auch noch die hchste wissenschaftliche ,ausbildung empfangen hat und darum befhigt ist1 die ,wissenschaft ebensowohl zu frdern wie auf den ,staat anzuwenden4 ,der zweite ,stand1 der dem ,mute entspricht1 ist der ,kriegerstand1 der im ,innern die von den ,herrschern befohlene ,ordnung aufrecht erhlt und gegen uere ,feinde den ,staat beschirmt4 ,auch die herrschenden ,weisen haben zum ,kriegerstand gehrt1 ehe sie in ihre hhere ,stellung aufrckten4 ,damit die beiden herrschenden ,stnde sich ganz ihren ,aufgaben widmen knnen1 ist von ihnen jede ,sorge um den tglichen ,unterhalt1 jede ,begierde nach ,reichtum fernzuhalten4 ,sie werden daher aus ,staatsmitteln ernhrt und drfen weder ,privateigentum noch ,familie haben4 ,der dritte ,stand ist der erwerbende1 er entspricht der ,begierde und hat im rechten ,staate zu gehorchen4 ,bei der ,behandlung des ,nhrstandes zeigt sich in ,platons ,ausfhrungen eine ,schwche1 die er mit allen ,griechen teilt4 ,dem sklavenhaltenden ,griechen war die ,erwerbsarbeit etwas1 das im ,grunde eines freien ,mannes nicht wrdig schien4 ,wir sind hier lngst ber das ,griechentum hinausgeschritten und sehen in jeder recht getanen ,arbeit eine ,verwirklichung des ,besten im ,menschen4 ,diese ,schwche macht sich auch sonst in ,platons ,staatsideal geltend4 ,man hat wegen der von ihm geforderten ,eigentumslosigkeit der hheren ,stnde in ,platon oft einen der ,urvter des ,sozialismus gesehen -- kaum mit ,recht4 ,denn ,platon hat wenigstens in seinem ,staat an das ,privateigentum der ,erwerbsstnde nicht gerhrt4#d ,in fr uns auffallender ,weise werden alle wirtschaftlichen ,fragen vernachlssigt4 ,nicht im ,interesse gerechter ,gterverteilung1 sondern nur1 damit sie ganz ihrem ,amte leben knnen1 wird den ,kriegern und ,weisen das zu ihrem einfachen abgehrteten gemeinsamen ,leben ,ntige aus ffentlichen ,mitteln zugeteilt4 ,das ,herrschen ist nach ,platon kein ,genu1 kein ,mittel1 den ,herrschern ,vorteile zu verschaffen1 sondern ein im ,dienste des ,ganzen gebtes ,amt1 dem sich die dazu ,tchtigen sowenig entziehen drfen1 wie etwa die ,vernunft des einzelnen ,menschen es unterlassen darf1 sein tgliches ,leben nach ihren ,einsichten zu regeln4 ,aus denselben ,grnden wie das ,privateigentum ist fr die hheren ,stnde auch die ,familie abzuschaffen2 in ihnen gibt es nur einzelne gleichberechtigte ,mnner und ,frauen1 deren ,verbindungen von den ,herrschern im ,interesse eines tchtigen ,nachwuchses geregelt werden4 ,whrend ,platon in der ,unterschtzung der ,erwerbsarbeit griechischen ,vorurteilen folgte1 trat er in der ,bewertung der ,frau der in seinem ,volke herrschenden ,meinung entgegen4 ,er forderte vllige ,gleichstellung beider ,geschlechter4 ,zu ,kriegern und ,herrschern werden ,frauen wie ,mnner gemacht4 ,die ,kinder dieser hheren ,stnde erhalten gemeinsame ,erziehung und kennen ihre ,eltern nicht4 ,nur die unter diesen ,kindern1 die ihrer ,abkunft ,ehre machen1 bleiben im ,stande der ,eltern1 die brigen werden in den dritten ,stand herabgesetzt4 ,ebenso werden unter den ,kindern der ,gewerbsleute die tauglichen in die hheren ,stnde emporgehoben4 ,vieles einzelne in ,platons ,staatsideal ist berwunden1 anderes1 wie die ,forderung wissenschaftlicher ,bildung fr die ,regierenden1 ist wenigstens teilweise ,wirklichkeit geworden2 manches1 wie die ,zugnglichkeit der hchsten ,stellen fr alle ,tchtigen und die ,auswahl der ,regierenden allein nach der ,tchtigkeit1 ist auch heute noch ,ziel unseres ,strebens4 ,aber weit wichtiger als alle diese ,einzelheiten ist der ,geist1 der in ,platons ,staatslehre waltet4 ,alle ,einrichtungen beherrscht die ,vernunft1 jeder ,mensch dient den groen ,zielen des ,ganzen4 ,auf diese ,ziele ist der ,sinn gerichtet und von ihnen aus werden die ,mittel gewrdigt4 ,in unserer ,zeit haben sich die ,mittel des ,lebens unendlich vervollkommnet4 ,bewundernswertes ist fr die ,bequemlichkeit und ,gesundheit des ueren ,lebens geschehen1 und diese ,fortschritte werden wachsenden ,teilen des ,volkes zugnglich4 ,wir sollen diese technischen ,errungenschaften nicht unterschtzen4 ,aber auch wenn wir mit immer grerer ,schnelligkeit reisen1 und wenn unsere ,worte durch ,telephon und drahtlose ,telegraphie den ,raum berwinden1 die ,hauptsache bleibt stets1 zu welchen ,zwecken wir reisen und was wir reden4 ,gerade die groen ,fortschritte der ,technik lassen viele vergessen1 da alle diese ,erleichterungen der ,ernhrung und des ,verkehrs nur ,mittel sind1 und da es auf die ,zwecke ankommt1 zu denen wir diese ,mittel gebrauchen4 ,das ,nachdenken ber diese ,zwecke heit ,philosophie4 ,den ,wert dieses ,nachdenkens hat niemand mit grerer ,kraft hervorgehoben als ,platon4 ,in der ,mahnung1 ber die ,ziele des ,lebens nachzudenken1 gipfele ,ihre ,erinnerung an ihn4 ,illustration3 ,platon ,nach einer ,marmorbste in ,rom ,dritter ,vortrag4 ,descartes4 ,geschichtliche ,stellung ,nicht ,geschichte der ,philosophie will ich ,ihnen in diesen ,stunden vortragen1 sondern meine ,absicht ist1 da ,sie die philosophischen ,grundgedanken gleichsam mit entdecken1 im ,geiste groer ,denker miterleben4 ,unter diesem ,gesichtspunkte habe ich ,philosophen gewhlt1 die recht ursprnglich aus sich heraus die ,fragen neu stellen und lsen4 ,es gibt unter den groen ,philosophen auch ,geister anderer ,art1 solche1 die eine ungeheure ,menge von ,wissensstoff in ein einheitliches ,system zu formen unternehmen4 ,ihre ,aufgabe ist die hchste2 denn der ,geist des ,menschen strebt zuletzt danach1 die ganze ,mannigfaltigkeit der ,dinge und ,erlebnisse als gegliederte ,einheit zu berschauen4 ,platons groer ,schler ,aristoteles leistete das fr seine ,zeit und wurde dadurch whrend des ganzen ,mittelalters der eigentliche ,lehrer ,europas4 ,als groer ,vollender1 ,zusammenfassender1 ,abschlieender hat er das griechische ,denken den ,vlkern des ,morgen- und des ,abendlandes vermittelt4 ,aber gerade jene ,flle der ,materialien und der ,gesichtspunkte1 die seiner ,wirkung einst gnstig war1 erschwert uns heute die ,annherung4 ,der ,stoff des ,wissens1 den ,aristoteles beherrschte und verarbeitete1 ist veraltet4 ,wir wissen vieles besser1 und vor allem der ,umfang unserer ,kenntnisse ist weit grer4 ,wir sind nicht etwa klger als ,aristoteles1 aber wir haben das ,glck1 die ,vorarbeiten vieler ,geschlechter fr uns benutzen zu knnen und sind dadurch an ,erfahrungen reicher4 ,so vieles wir noch von ,aristoteles lernen knnen1 ber seinen ,schriften liegt der ,staub der ,geschichte4 ,wir mssen uns1 um ,systemen1 wie ,aristoteles und seine mittelalterlichen ,schler sie schufen1 gerecht zu werden1 in den ,geist ferner ,zeiten zurckversetzen4 ,sie werden bei ,sokrates und ,platon selten eine derartige ,schranke gefhlt haben4 ,die ,fragen1 die diese ,mnner zum ersten ,male mit voller ,klarheit stellten1 qulen noch heute unklar jeden1 der nachzudenken beginnt2 ihre ,antworten zeigen auch uns noch den ,weg der ,lsung4 ,wir verkehren mit ihnen ber die ,jahrtausende hinweg gleichsam unmittelbar4 ,ein hnliches ,gefhl der ,verwandtschaft ergreift uns erst wieder den ,fhrern der beginnenden ,neuzeit gegenber4 ,von dem grten unter ihnen1 von ,ren ,descartes1 will ich heute reden4 ,ren ,descartes 7die lateinische ,namensform ,renatus ,cartesius hat der ,philosoph selbst nicht gebraucht7 wurde #aeif als jngerer ,sohn eines franzsischen ,edelmannes geboren4 ,er wurde1 sobald seine zarte ,gesundheit es erlaubte1 sorgfltig und vielseitig unterrichtet4 ,den wichtigsten ,teil seiner geistigen ,ausbildung erhielt er in der damals neu gegrndeten ,jesuitenschule von ,la ,flche2 er war ein ,musterschler dieser ,musteranstalt4 ,descartes selbst hat spter den ,eindruck des dort erhaltenen ,unterrichtes auf ihn geschildert4 ,wir werden seine ,darstellung verstehen1 wenn wir uns die ,eigentmlichkeiten jenes ,zeitalters rasch vor ,augen fhren4 ,in einer ,beziehung erinnert der ,beginn der ,neuzeit an die ,periode des ,sokrates und ,platon4 ,beide ,male geriet eine religise berlieferung und eine eng damit verbundene ,art der ,lebensfhrung ins ,schwanken4 ,in solchen ,zeiten besinnen sich denkende ,mnner auf die ,grundlagen1 auf denen man gebaut hatte4 ,aber weiter reicht die hnlichkeit beider ,zeiten auch nicht4 ,die berlieferung des ,mittelalters war selbst etwas ganz anderes als die griechische ,religion und der griechische ,staat4 ,das ,rmerreich hatte die ,vlker der damals bekannten ,welt fast alle in seine ,einheit verflochten2 das ,christentum setzte fr den grten ,teil dieser ,vlker eine innere ,einheit an die ,stelle jener ueren politischen ,verbindung4 ,wir knnen darum das ,mittelalter als eine ,zeit der ,einheit bezeichnen2 politisch fhlte sich trotz aller ,kriege die ,christenheit als ein ,ganzes1 auerhalb ihrer standen die ,feinde1 die ,muselmanen2 weiter reichte der ,gesichtskreis kaum4 ,geistig wurde das ganze ,leben von der ,kirche beherrscht4 ,wie aber jene politische ,einheit der christlichen ,welt im ,vergleich zu den kleinen griechischen ,staaten einen ungeheuren ,umfang hatte und im ,gegensatze zu der unmittelbaren ,wirksamkeit jener ,staaten mehr als ideale ,forderung denn als wirkliche ,macht bestand1 so war auch die ,einheit des geistigen ,lebens weit komplizierter und barg viel grere ,gegenstze in ihrem ,schoe4 ,der ,kultus der ,gtter1 in dem die ,religion der ,griechen wesentlich bestand1 war eine ,staatsangelegenheit und wurde mit dem ,schwerte gegen ,feinde1 aber eigentlich nicht mit ,grnden gegen ,andersglubige oder ,unglubige verteidigt4 ,glaubensstze1 ber die sich streiten lie1 enthielt diese ,religion in der vorphilosophischen ,zeit kaum4 ,im ,mittelalter war das anders4 ,der christliche ,glaube mute sich von ,anfang an gegen philosophisch gebildete ,angreifer verteidigen4 ,innerhalb der ,christenheit selbst entstanden verschiedene ,richtungen2 und gegen ,absonderungen der ,ketzer konnte man sich nur durch strenge ,aufrechterhaltung bestimmter ,glaubensstze oder ,dogmen schtzen4 ,viele unter diesen ,dogmen -- ich erinnere an die ,dreieinigkeit1 an die ,gottheit ,christi -- waren schwer zu erfassen und bedurften zu ihrer ,auslegung und ,verteidigung groen ,scharfsinns4 ,es wurde also viel und zusammenhngend nachgedacht1 es galt1 aus den ,lehren der ,kirche1 den berlieferungen der biblischen ,bcher1 den ,anforderungen der fortschreitenden ,zeit eine ,einheit zu bilden4 ,man bedurfte gelehrter ,denker4 ,der bung ihres ,scharfsinns diente auch ein lebhafter ,betrieb der weltlichen ,wissenschaft1 die fast ganz mit der ,philosophie zusammenfiel und deren ,pflege wesentlich in geistlichen ,hnden lag4 ,theologie und ,philosophie unterlagen hnlichen ,bindungen4 ,wie die ,theologie an der ,bibel1 so hatte die ,philosophie besonders im spteren ,mittelalter an den ,schriften des ,aristoteles eine ,autoritt4 ber diese ,schriften wurde nachgedacht1 und ber ihre ,auslegung stritt man sich4 ,alle ,studien1 selbst die medizinischen1 waren wesentlich ,bcherstudien4 ,zeitalter ,am ,beginn des #ag4 ,jahrhunderts1 in der ,jugendzeit des ,descartes1 war etwa seit hundert ,jahren diese alte ,einheit erschttert1 ohne da doch ihre ,herrschaft schon vorbei gewesen wre4 ,die ,neuzeit beginnt auf geistigem ,gebiete berall damit1 da man nicht mehr wie bisher unter ,voraussetzung des traditionellen ,systems von ,lehren und ,bchern um seine ,ausbildung und ,auslegung streitet1 sondern da die ,voraussetzungen der geltenden ,lehre selbst angegriffen werden4 ,das erweiterte ,bild der ueren ,welt sprengte den alten ,rahmen4 ,schon die geographischen ,entdeckungen hatten den ,gesichtskreis ausgedehnt2 viel strker aber noch wirkte die neue ,astronomie4 ,bis zum #af4 ,jahrhundert hatten die meisten ,denker mit ,aristoteles geglaubt1 da die ,erde im ,mittelpunkt der ,welt stehe und ,sonne1 ,mond und ,sterne sich um sie drehen4 ,kopernikus lie die ,erde sich als ,planeten um die ,sonne bewegen und ,giordano ,bruno fate das ganze ,sonnensystem als eine ,welt unter unzhligen anderen auf2 auch die ,fixsterne sind nach seiner ,lehre ,sonnen1 deren ,planeten wir nur nicht erblicken knnen4 ,diese ,stze1 die heute ,schulknaben nachreden1 ohne da sie ihnen ,eindruck machen1 waren um sechzehnhundert noch aufregende1 von allen ,kirchen verdammte ,khnheiten1 fr die ,bruno selbst zum ,mrtyrer wurde4 ,nur das ,umstrittene bewegt die ,geister4 ,mit der alten ,einheit der ueren ,welt gleichzeitig war auch die ,einheit der ,kirche durch die ,reformation vernichtet worden4 ,an ,stelle des einen ,aristoteles ferner war infolge der erweiterten ,kenntnis des ,altertums eine ,menge einander bekmpfender alter ,philosophen getreten4 ,alle diese ,neuerungen bewirkten -- zumal in ,italien1 dem geistig fhrenden ,lande der bergangszeit -- eine groe ,grung4 ,der einzelne ,mensch1 nicht mehr gehalten durch die ,bande der berlieferung1 fhlte sich als freies1 selbstherrliches ,individuum4 ,aber der ,flle neuer ,anregungen fehlte zunchst noch die verbindende ,einheit und die ,sicherheit streng wissenschaftlichen ,denkens4 ,der frei gewordene ,geist ergriff1 was ihm verwandt war1 was seine ,sehnsucht zu befriedigen versprach1 mit ungestmem ,eifer4 ,darum blhen in jenen ,zeiten des bergangs vom ,mittelalter zur ,neuzeit die ,scheinwissenschaften der ,astrologie1 ,magie1 ,alchimie4 ,langsam ringt sich aus diesem ,chaos die echte ,wissenschaft empor -- ihre ,anfnge liegen in der ,mathematik1 der ,astronomie und der philologischen ,behandlung der alten ,schriftsteller4 ,von diesen ,neuerungen drang vieles auch in den ,unterricht der ,jesuitenschule ein4 ,denn die ,jesuiten wollten nicht weltfremde ,mnche1 sondern treue ,diener der ,kirche in der ,welt heranbilden4 ,sie muten ihren ,zglingen daher von der neuen ,weisheit so viel mitteilen1 wie man in der ,welt brauchte4 ,so stand in ihrem ,unterrichte die grndliche ,kenntnis der alten ,sprachen und ,schriftsteller und1 wenigstens in ,la ,flche1 auch der ,mathematik neben der ,kirchenlehre und der ihr entsprechenden ,philosophie4 ,den meisten ,zglingen war dieses ,nebeneinander unvertrglicher ,gegenstnde ganz recht1 wie ja immer in den ,seelen der ,mehrzahl ,widersprechendes sich sehr gut vertrgt4 ,aber es ist ein ,kennzeichen philosophischer ,geister1 da sie ein ,nebeneinander unverbundener1 ja widerstrebender ,teile nicht ertragen knnen4 ,darum befriedigte ,descartes der ,unterricht nicht4 ,von ,anfang an suchte er einheitliches und sicheres ,wissen und begann frh alle ,zweige des ,unterrichts daraufhin zu prfen1 ob sie beweisbare ,wahrheiten enthielten4 ,er mute also an dem1 was man ihn lehrte1 ,kritik ben1 verfuhr aber dabei nicht etwa als junger ,umstrzler1 der1 weil seine ,erwartungen nicht befriedigt wurden1 sich gegen alle ,vorteile des empfangenen ,unterrichtes verstockte4 ,vielmehr wute er ganz wohl1 da er viel ,ntzliches gelernt hatte1 da die alten ,sprachen seinen ,stil gebildet1 die griechischen und rmischen ,schriftsteller seinen ,geist bereichert hatten4 ,auch fr die religise ,unterweisung war er empfnglich1 fhlte sich sein ,leben lang als ,christ und suchte stets mit der katholischen ,kirche im ,einvernehmen zu bleiben4 ,aber der ,preis der geistig ,armen1 der auch in den bildungsstolzen ,schulen nicht ganz verstummen durfte1 lie den ,nutzen gelehrter ,theologie zweifelhaft erscheinen1 zumal der ,streit um die rechte ,auslegung der ,lehre endlos fortging4 ,nirgends zeigte sich die ,sicherheit der ,ergebnisse1 die ,descartes leidenschaftlich begehrte4 ,nur in der ,mathematik fand er dieses ,streben befriedigt4 ,aber hier handelte es sich um ,gegenstnde1 die ihn im ,grunde kalt lieen2 fr ,zahlen und ,figuren als solche interessierte sich der junge ,descartes wenig1 so sehr ihn auch die strenge ,form der mathematischen ,methode anzog4 ,unbefriedigt von der ,schulweisheit1 dabei als ,sohn eines wohlhabenden ,edelmannes unabhngig1 beschlo ,descartes1 statt der ,bcher die ,welt zu studieren4 ,da er sich einen ,beruf whlen sollte1 entschied er sich1 einem ,wunsche seines ,vaters folgend1 dafr1 ,soldat zu werden4 ,beim ,verlassen der ,schule #afab war er indessen noch zu jung und zu schwchlich1 um ,kriegsdienste zu nehmen4 ,er sthlte daher zunchst seinen ,krper durch geeignete bungen und begab sich dann zur gesellschaftlichen ,ausbildung nach ,paris4 ,jugend4 ,kriegszge ,aber schon hier zeigte es sich1 da dem jungen ,manne die ,versenkung in sich selbst und das stille ,studium im ,grunde angemessener war als das rauschende ,treiben der ,welt4 ,verkehr mit ,mathematikern gab ihm neue ,anregung1 ihre ,wissenschaft fesselte ihn jetzt so sehr1 da er zwei ,jahre hindurch zurckgezogen mathematischen ,studien lebte4 ,im ,jahre #afag war er krftig genug zum ,kriegsdienste2 er blieb nun #e ,jahre lang bis #afbb ,soldat4 ,aber dieser junge franzsische ,edelmann trat nicht1 wie man vermuten mchte1 ins franzsische ,heer ein1 sondern ging zu dem protestantischen ,moritz von ,oranien1 der damals allerdings mit ,frankreich verbndet war4 ,als spter in ,deutschland der groe ,krieg begann1 schlo er sich dem ,heere ,tillys1 des ,feldherrn der katholischen ,liga1 an4 ,man sieht1 da weder religise noch politische ,interessen ihn bei der ,wahl der ,fahne leiteten1 der er folgte4 ,auch militrischer ,ehrgeiz lag ihm fern4 ,er blieb stets ,volontr und benutzte die ,kriegszge lediglich als ,mittel1 die ,welt zu sehen4 ,zwischen der kriegerischen ,laufbahn eines ,sokrates und der eines ,descartes besteht also der entschiedenste ,gegensatz4 ,sokrates erfllte als ,krieger seine ,brgerpflicht und ging vllig im ,dienste seiner ,vaterstadt auf4 ,descartes machte die ,kmpfe1 die das ,geschick der europischen ,menschheit bestimmten1 nur deshalb eine ,weile mit1 weil sie ihm ,gelegenheit zur ,ausbildung seiner ,persnlichkeit gaben4 ,nicht nur zwei ,mnner1 zwei ,zeiten und zwei ,lebensauffassungen stehen hier einander gegenber4 ,descartes selbst spricht von seinen ,kriegszgen wie von ,reisen2 durch ,reisen1 so sagt er1 lernt man die ,sitten verschiedener ,vlker kennen und befreit sich von dem ,vorurteil1 da man nur nach der in der ,heimat gewohnten ,weise leben knne4 ,aber das ,lesen im eigenen ,innern war fr ,descartes auch in dieser ,zeit wichtiger noch als das ,lesen im ,buche der ,welt4 ,mehr als von ,kampf und ,sieg1 mehr auch als von der ,durchquerung ,mitteleuropas bis nach ,ungarn hin1 spricht er von den inneren ,erlebnissen in der ,stille der ,winterquartiere4 ,hier nahm er im innigsten ,zusammenhang mit seinen philosophischen berlegungen auch das ,studium der ,mathematik wieder auf4 ,an ,kennern dieser ,wissenschaft fehlte es in den ,heeren jener ,zeit nicht1 da man mathematischer ,berechnungen besonders bei ,belagerungen bedurfte4 ,wir mssen uns klar zu machen suchen1 warum ,descartes von der ,mathematik fr die ,philosophie so viel erhoffte4 ,sie war fr ihn zunchst1 hnlich wie fr ,platon1 ein ,vorbild sicher begrndeter ,erkenntnis4 ,die ,mglichkeit1 durch strenge berlegungen ohne die unsichere ,hilfe der ,erfahrung neue fruchtbare ,wahrheiten zu finden1 hoffte er auf die ,philosophie bertragen zu knnen2 aber zu dieser formalen ,bedeutung der ,mathematik trat die ,flle ihrer neuen naturwissenschaftlichen ,anwendungen1 die eben damals die ,denkenden fesselten4 ,mathematik und ,naturwissenschaft ,diese neue mathematische ,naturwissenschaft bewirkte zugleich einen vollkommenen ,umschwung in der ,auffassung der ,krperwelt4 ,platon1 ,aristoteles und die ,denker des ,mittelalters hatten alle ,naturerscheinungen durch zweckmig wirkende ,krfte erklren wollen4 ,als die beginnende ,neuzeit sich mit frischer ,liebe der ,erforschung der ueren ,natur zuwandte1 folgte man meist diesen ,lehren1 ja man berbot sie1 geleitet durch das ,gefhl einer innigen ,verwandtschaft zwischen ,mensch und ,natur4 ,uns ,deutschen ist diese ,stimmung der ,renaissancezeit durch ,fausts ,monologe vertraut4 ,man glaubte1 vermge einer genialen ,ahnung die ,geheimnisse der ,natur erraten zu knnen1 weil man sich mit ihr eins fhlte4 ,alle ,krfte dachte man sich lebendig und geistig4 ,indessen1 so anziehend diese poetische ,betrachtungsweise ist1 fr die ,erklrung1 ,beherrschung1 ,vorhersage der ,naturerscheinungen leistet sie nichts4 ,wir legen uns die ,zwecke der ,natur doch immer nur nach unsern ,wnschen zurecht und bleiben bei allgemeinen ,stzen stehen1 aus denen sich nichts einzelnes folgern lt4 ,nur die ,ursachen1 nicht die ,zwecke der ,erscheinungen vermgen wir zu erforschen und auch diese beherrschen wir nur1 soweit wir sie durch ,ma und ,zahl zu bestimmen vermgen4 ,die ,astronomen wurden sich zuerst dessen bewut4 ,in der ,zeit der ,renaissance herrschte die berzeugung1 da die regelmigen ,bewegungen der ,sterne von vollkommeneren ,geistern herrhren1 die bei der alles umfassenden ,gemeinschaft der ,seelen auch auf die menschlichen ,geschicke ,einflu haben4 ,allgemein verbreitet war daher der ,glaube an die ,astrologie4 ,auch ,kepler1 der die ,gesetze der ,planetenbewegung entdeckte1 war noch von diesen ,gedanken ausgegangen1 lernte aber mehr und mehr ihre ,unfruchtbarkeit begreifen1 widmete sich der sorgfltigsten messenden ,beobachtung der ,himmelserscheinungen und forderte von den vermuteten ,ursachen der ,sternbewegungen zahlenmige ,bestimmbarkeit4 ,alle ,fhrer der neuen ,zeit1 so verschieden auch sonst ihre ,ansichten sein mochten1 waren einig in der ,abweisung der ,aristotelischen ,naturphilosophie und in der ,forderung einer die ,ursachen aufsuchenden1 von der ,mathematik geleiteten ,naturforschung4 ,diese neue ,richtung der ,forschung mute aber die ganze ,auffassung der ,krperwelt umwandeln4 ,durch ,zahl und ,ma bestimmbar sind nicht die unmittelbar sinnlich wahrgenommenen ,eigenschaften4 ,die ,tne1 so wie wir sie hren1 knnen wir nur in eine nach der ,hhe aufsteigende ,reihe ordnen1 knnen ihre harmonischen und melodischen ,verhltnisse1 ihre ,gefhlswirkungen beschreiben1 aber wir vermgen nicht die ,tne und ,klnge1 so wie sie gegeben sind1 durch ein ,gesetz zu beherrschen4 ,will der ,physiker die ihrer ,entstehung zugrunde liegenden ,gesetze nher erforschen1 so fat er sie als ,wellenbewegungen der ,luft auf4 ,diese sind nach ,wellenlnge1 ,wellenhhe und ,geschwindigkeit vollstndig mebar und durch geometrische ,figuren darstellbar2 man kann daher sogar vorausberechnen1 was beim ,zusammentreffen verschiedener solcher ,bewegungen erfolgt1 und gewinnt an ,stelle weniger1 unbestimmter ,stze eine groe in sich zusammenhngende ,wissenschaft4 ,wie hier1 so fhrt der ,naturforscher berall die wahrnehmbaren ,verschiedenheiten der ,qualitten auf ,bewegungen der ,krper im ,raume zurck1 weil er diese allein mit ,hilfe der ,mathematik beherrschen kann4 ,die ,wissenschaft von den ,bewegungen der ,krper im ,raume unter der ,einwirkung bewegender ,krfte heit ,mechanik1 daher nennt man diese ,auffassung der ,krperwelt mechanistisch4 ,man mu die ,philosophie des ,descartes durchaus im ,zusammenhange mit dieser groen geistigen ,bewegung1 zu deren ersten ,frderern er gehrte1 betrachten1 um sie zu verstehen4 ,in der ,einsamkeit jener ,winterquartiere legte sich der junge1 zur ,selbstndigkeit gereifte ,denker die ,frage vor3 wie kann ich ein mathematisch sicheres ,wissen von der ,wirklichkeit1 vor allem aber von den letzten ,ursachen alles ,daseins und von mir selbst erlangen8 ,lange rang er mit sich1 um den ,weg zur ,wahrheit zu finden2 endlich im schwbischen ,winterquartier zu ,neustadt #afai erkannte er1 da es darauf ankommt1 auch hier so sichere ,oberstze und ,voraussetzungen zu gewinnen1 wie die ,mathematik sie besitzt4 ,das aber ist nur mglich1 wenn wir alle ,meinungen1 die wir ohne ,beweis fr richtig zu halten pflegen1 vorlufig bezweifeln und nur das festhalten1 was dem entschiedensten ,zweifel gegenber standhielt4 ,auf diesem ,wege gelangte ,descartes zu einer festen berzeugung und zu einer sicheren ,methode1 die ihm auch mathematische und naturwissenschaftliche ,entdeckungen ermglichte4 ,als er dann #afbb den ,kriegsdienst aufgab und nach einer ,reise durch ,italien wieder in ,paris ,aufenthalt nahm1 machte sich im ,kreise der ,gelehrten seine berlegenheit geltend4 ,dadurch erwarb sich ,descartes ,ruhm und ,ansehen1 noch ehe er irgendeine ,schrift verffentlicht hatte4 ,man drngte ihn dazu1 mit seinen ,gedanken hervorzutreten1 aber er konnte die zur ,ausarbeitung ntige ,ruhe in ,paris nicht finden und begab sich daher #afbi nach ,holland4 ,hier lebte er zwanzig ,jahre hindurch ganz der ,ausbildung seiner ,gedanken4 ,um nicht durch ,verkehr gestrt zu werden1 wechselte er vierundzwanzigmal seinen ,aufenthalt4 ,nur zwei ,freunde in ,paris kannten seine ,adresse und vermittelten seine ,geldangelegenheiten und seinen wissenschaftlichen ,briefwechsel4 ,er schildert gelegentlich in einem ,briefe1 wie er inmitten der volkreichen ,stadt ,amsterdam1 ohne die ,bequemlichkeiten der ,zivilisation zu entbehren1 ganz als ,einsiedler lebte4 ,er war dort1 wie er sagt1 vielleicht der einzige ,mensch1 der sich weder um ,handelsgeschfte noch um ,politik bekmmerte4 ,lange ,zeit scheute er davor zurck1 seine ,ruhe durch ,verffentlichungen zu gefhrden4 ,seine ,sorge erwies sich als berechtigt4 ,denn als er nun1 um den ,ruf seines ,geistes zu rechtfertigen1 endlich mit ,schriften hervortrat1 fehlte es weder an verfolgungsschtigen ,gegnern1 noch an ,mideutungen seiner ,lehren durch unverstndige ,freunde4 ,seine ,philosophie begann sich die ,universitten zu erobern und erregte bei den ,anhngern der mittelalterlichen ,lehren einen ,ha1 der sich sogar in ,verboten und persnlichen ,verfolgungen entlud4 ,dadurch wurden ihm die ,niederlande verleidet1 und er folgte bald einer ,einladung der schwedischen ,knigin nach ,stockholm4 ,dort regierte nmlich damals ,christine1 ,gustav ,adolfs jugendliche ,tochter1 deren lebhafter und beweglicher ,geist durch die ,vermittelung des franzsischen ,gesandten an ihrem ,hofe1 eines ,freundes des ,philosophen1 ,interesse fr die ,philosophie des ,descartes gewonnen hatte4 ,aber der ,bruch mit liebgewordenen ,gewohnheiten1 der ,zwang im ,winter1 in frhester ,morgenstunde der ,knigin ,vortrag zu halten1 schdigte seine ,gesundheit4 ,wohl infolge des ,klimas erkrankte er und starb am #aa4 ,februar #afej in der ,hauptstadt ,schwedens4 ,er wurde dort beigesetzt2 die ,franzosen holten spter die irdischen ,reste ihres grten ,philosophen nach ,paris4 ,spteres ,leben4 ,zweifel ,bei ,descartes dient nicht mehr das ,denken dem ,leben selbst wie bei ,sokrates4 ,der ,denker will auch nicht wie ,platon eine ,umbildung des ,lebens bewirken2 vielmehr ist umgekehrt das uere ,leben hier nur ,mittel fr das ,denken4 ,descartes ist ein ,mensch der ,einsamkeit1 eine ,einzelperson1 die sich mglichst von allen ,beziehungen zu anderen loslst4 ,alles uere benutzte er in seiner ,jugend zur ,erweiterung seines ,wissens1 spter als ,mittel1 ruhig seinen ,studien zu leben4 ,so khn er im ,denken war1 so weit entfernt war er von allen revolutionren oder auch nur reformatorischen ,bestrebungen in der ,wirklichkeit4 ,ruhe1 die mir ber alles geht1 vollkommene ,geistesruhe1 die ich suche3 das sind ,worte1 die ,lebensart und ,lebensziel des ,descartes vollstndig bezeichnen4 ,wir haben gesehen1 da fr ,descartes der ,weg zum sicheren ,wissen durch den ,zweifel fhrt4 ,mindestens einmal in seinem ,leben mu der ,denker1 dem es um unumstliche ,erkenntnis zu tun ist1 alle ,meinungen von sich abstreifen1 die berhaupt noch bezweifelt werden knnen4 ,was dieses ,feuer aushlt1 ist echtes ,gold4 ,gem der ,geistesart des ,descartes beschrnkt sich dieses radikale ,vorgehen durchaus auf die ,welt der ,gedanken4 ,descartes will keineswegs seine ,lebensweise ndern1 noch viel weniger natrlich die ,lebensfhrung anderer beeinflussen4 ,der philosophischen ,ruhe ist es am vorteilhaftesten1 mglichst wenig aufzufallen1 sich vielmehr auch den minder zweckmigen ,sitten der ,umgebung anzupassen4 ,nur in den eigenen ,gedanken ist ,descartes ,revolutionr4 ,hier aber geht sein ,zweifel wirklich radikal vor4 ,er fragt sich3 was glaube ich zu wissen und welchen ,grund habe ich fr diesen ,glauben8 ,nach diesem ,grundsatz halte ich zunchst alle ,meinungen1 die mir berliefert sind1 fr zweifelhaft4 ,aber ich mu noch weiter gehen4 ,ich pflege fr wirklich zu halten1 was ich sehe1 hre oder sonst mit meinen ,sinnesorganen wahrnehme4 ,aber meine ,sinne haben mich schon oft getuscht4 ,ich habe zuweilen ein ,spiegelbild fr ,wirklichkeit1 einen ,nebelstreif fr einen ,baum gehalten4 ,ich mu daher an der ,wirklichkeit der wahrgenommenen ,dinge zweifeln4 ,aber vielleicht darf ich wenigstens das fr sicher halten1 was mit dem ,gefhl meiner eigenen gegenwrtigen ,lage zusammenhngt4 ,ich finde mich selbst etwa im ,wintermantel am ,kamin sitzend und schreibend4 ,daran kann ich doch nicht zweifeln4 ,aber habe ich nicht schon oft getrumt und im ,traume geglaubt1 da ich spazieren gehe1 whrend ich in meinem ,bette lag8 ,so gut wie ich damals irrte1 ist es auch mglich1 da das1 was ich jetzt wachend zu erleben glaube1 eine ,art ,traum ist4 ,aber auch1 wenn ich annehme1 da alle meine scheinbar wachen ,erlebnisse nur ,trume sind1 mssen doch die ,bilder im ,traume irgendwelche ,vorbilder in der ,wirklichkeit haben4 ,sogar der ,maler1 der ,fabelwesen bildet1 setzt diese aus ,stcken der ,wirklichkeit zusammen1 verbindet etwa einen ,pferdekrper mit dem ,oberleib eines ,menschen zu einem ,zentauren4 ,mssen also nicht mindestens die einfachen ,bestandteile aller unserer ,erlebnisse wie ,lngenausdehnung oder ,farbe einer ,wirklichkeit entsprechen8 ,es widerstrebt dem natrlichen ,gefhl1 auch daran zu zweifeln4 ,aber unmglich ist der ,zweifel auch gegenber der ,wirklichkeit der einfachen ,erfahrungsbestandteile nicht1 und wir mssen ihn daher nach dem ,grundsatz1 den wir zur ,richtschnur nahmen1 auch hierauf ausdehnen4 ,es wre doch denkbar1 da ein bser ,dmon mir diese einfachsten ,bestandteile meiner ,traumbilder vorspiegelte1 um mich zu tuschen4 ,ich kann also zweifeln1 da ich in ,farbe1 ,ton1 ,gestalt1 in ,tastempfindungen1 ,gerchen und ,geschmcken irgend etwas ,wirkliches wahrnehme4 ,ich kann bezweifeln1 da berhaupt eine ,krperwelt existiert und da ich selbst einen ,krper habe4 ,bleibt nun berhaupt noch etwas brig1 woran wir nicht zweifeln knnen8 ,wenn ich zweifle1 denke ich doch4 ,im ,zweifeln bewhre und fhle ich mich als ,denkender4 ,vom ,zweifel bleibt unangetastet1 was ,voraussetzung auch des ausgedehntesten ,zweifels ist1 eben das ,denken4 ,so findet man mitten im ,zweifel einen festen1 unbezweifelbaren ,punkt4 ,der griechische ,mathematiker ,archimedes rief einst1 als er die ,hebelgesetze gefunden hatte1 aus3 ,man gebe mir einen festen ,punkt auerhalb der ,erde1 auf dem ich stehen kann1 und ich will die ,erde bewegen4 ,mit diesem von ,archimedes geforderten festen ,punkt vergleicht ,descartes seinen ersten sicheren ,satz4 ,man kann diesen ,satz verschieden ausdrcken3 ,ich bin indem ich denke2 ich denke1 also bin ich2 mein ,denken ist4 ,der feste ,punkt3 ,ich denke ,was aber ist nun dieses ,ich1 dessen ich mir im ,denken bewut bin8 ,gewhnlich meint man1 wenn man ich sagt1 damit den eigenen ,geist und ,krper4 ,wir haben gesehen1 da die ,wirklichkeit unseres ,krpers nicht ber jeden ,zweifel erhaben ist4 ,auch unsre ,leidenschaften1 unser ,ha und unsre ,freude sind so innig mit den ,vorstellungen von ,krpern und den ,sinnesempfindungen verbunden1 da sie mit diesen zugleich ein ,raub des ,zweifels werden4 ,nur meines ,denkens bleibe ich mir in allem ,zweifel gewi4 ,selbst wenn alle diese meine ,vorstellungen ,trume sind1 so stelle ich sie mir doch eben trumend vor1 und ,vorstellen ist eine ,art des ,denkens4 ,ja1 wenn ein bser ,dmon mir alles1 was ich zu wissen meine1 vortuscht1 so mu ich ein denkendes ,wesen sein1 damit seine ,tuschung irgendeine ,wirkung auf mich ausben kann4 ,mein ,denken bleibt also gefeit gegen allen ,zweifel4 ,es hiee ,descartes schlecht verstehen1 wollte man ihm mit einem seiner zeitgenssischen ,kritiker einwerfen3 ebensogut wie ich folgere1 ich denke1 also bin ich1 knnte ich statt des ,denkens irgendeine andere ,ttigkeit whlen und z4 ,b4 schlieen1 ich gehe spazieren1 also bin ich4 ,ich kann ja auch trumen1 da ich spazieren gehe2 und das einzige1 was auch in diesem ,falle gewi bleibt1 ist1 da ich mir mein ,spazierengehen vorstelle1 also denke4 ,wenn ich aber von ,gedanken trume1 so ist doch im ,traume das ,denken als solches wirklich da4 ,wie aber kommt man nun von hier aus zu weiteren sicheren ,erkenntnissen8 ,indem ich zweifele1 fhle ich nicht nur mein ,denken1 sondern auch meine ,unvollkommenheit4 ,denn zweifeln kann ich nur1 weil ich nach einem ,zustand der ,gewiheit strebe1 der vollkommener ist als mein ,zweifel4 ,dieses ,bewutsein eines ,mangels bei mir selbst setzt voraus1 da ich die ,vorstellung eines vollkommeneren ,wesens1 als ich selbst bin1 in mir vorfinde4 ,denn als unvollkommen kann ich mich doch nur im ,vergleich mit einer ,vollkommenheit fhlen4 ,in der ,tat habe ich in mir die ,vorstellung eines ,wesens1 das in jeder ,weise vollkommen ist1 einer absoluten ,vollkommenheit1 ,gottes4 ,diese ,vorstellung kann ich nicht selbst hervorgebracht haben2 denn eine ,wirkung kann nie grer sein als ihre ,ursache4 ,da ich unvollkommen bin1 kann ich also nicht ,ursache einer mir berlegenen ,vorstellung von ,vollkommenheit sein4 ,aus demselben ,grunde kann diese ,vorstellung auch nicht von einem andern unvollkommenen ,wesen in mich hineingelegt sein1 sie kann also nur von dem allervollkommensten ,wesen selbst1 von ,gott1 stammen4 ,habe ich so die ,sicherheit von ,gottes ,existenz gewonnen1 so ist damit der am weitesten reichende ,grund des ,zweifels gehoben4 ,gott ist absolut vollkommen1 also ist er gut2 tuschen aber ist bse2 ,gott kann mich daher weder selbst tuschen noch zulassen1 da ein bser ,dmon mich tusche4 ,dann aber ist alles wahr1 was ich ebenso klar und deutlich wie mein eigenes ,dasein als denkendes ,wesen erkenne4 ,ganz im ,sinne der neueren ,naturwissenschaft rechnet ,descartes die ,sinnesempfindungen nicht zu dem klar ,erkennbaren2 denn den ,unterschied von blau1 rot und gelb kann ich mit meinem ,denken nicht weiter durchdringen4 ,dagegen was der ,zahl und dem ,mae zugnglich ist1 rumliche ,bewegungen1 wie sie die moderne ,naturwissenschaft als die den ,sinnesempfindungen zugrunde liegende ,wirklichkeit ansieht1 das ist klar erkennbar1 also auch wirklich wahr4 ,descartes hat demnach drei ,arten des wirklichen ,seins gefunden4 ,zunchst unvollkommene denkende ,wesen1 wie ich selbst mich in meinem ,denken und ,zweifeln erfasse1 dann das allervollkommenste ,wesen1 ,gott1 endlich die raumerfllenden ausgedehnten beweglichen ,krper4 ,ein ,wesen1 das fr sich existiert1 nennt man in der philosophischen ,fachsprache ,substanz4 ,im hchsten und eigentlichsten ,sinne ist ,gott allein ,substanz1 aber in einer erweiterten ,bedeutung des ,wortes kann man auch ,krper und ,seelen ,substanzen nennen1 weil sie nur der ,gottheit bedrfen1 um zu sein4 ,gottesbeweis berblicken wir den ,gedankengang1 durch den ,descartes zu den ersten ,stzen seiner ,philosophie gelangt1 so finden wir1 da der ,gre und ,sicherheit des ,anfangs der ,fortgang nicht entspricht4 ,das ,ausgehen vom ,allergewissesten1 vom ,unbezweifelbaren1 die ,auffindung dieser letzten ,gewiheit in unsrem ,denken selbst -- das ist dauernder ,gewinn4 ,an den ,folgerungen aber1 die er aus diesen ,stzen zieht1 lt sich berechtigte ,kritik ben4 ,vor allem folgt aus der ,selbstgewiheit meines ,denkens nicht1 da ich eine ,substanz1 ein unvernderliches ,etwas bin1 dessen bloe uerung das ,denken ist4 ,nur des ,denkens bin ich mir im ,zweifel gewi1 nicht eines denkenden ,etwas1 einer ,denksubstanz4 ,ebenso kann die ,tatsache1 da wir in uns die ,vorstellung eines allervollkommensten ,wesens finden1 bezweifelt werden4 ,man knnte dagegen etwa einwenden3 ich bilde mir nur ein1 diese ,vorstellung zu besitzen1 in ,wahrheit kann ich mir nur eine endliche mir zugngliche ,einsicht1 ,macht und ,gte vorstellen und damit den ,nebengedanken verbinden1 da diese ,eigenschaften in unendlich hherem ,grade vorhanden sein sollen4 ,ist dies der ,fall1 so kann eine solche ,steigerung sich aus der ber jede ,grenze hinausstrebenden ,natur meines ,denkens ebensoleicht erklren1 wie sich die ,mglichkeit erklrt1 die ,zahlenreihe beliebig auszudehnen und in ,gedanken ,billionen auf ,billionen zu hufen4 ,ein berechtigter ,kern steckt bei alledem auch im ,gottesbeweis des ,descartes4 ,richtig bleibt1 da ich mir im ,denken und ,zweifeln zugleich meines ,denkens1 seiner ,aufgabe und seiner ,unvollkommenheit bewut bin4 ,denken heit nach wahren ,urteilen1 genauer nach einem berall begrndeten ,zusammenhang wahrer ,urteile streben4 ,unser ,denken ist also eine ,ttigkeit1 der ein ,ziel vorschwebt4 ,dieses ,ziel lt sich nur ,schritt fr ,schritt erreichen4 ,jeder wahre ,satz1 den wir finden1 stellt neue ,aufgaben4 ,notwendig entsteht aus dieser ,lage unsres ,denkens das ,gegenbild eines ,geistes1 der ohne die ,mhen des ,weges das ,ziel der ,wahrheit besitzt4 ,so viel also drfen wir auch bei strengster ,prfung ,descartes zugeben1 da mit dem ,bewutsein unsres ,denkens und seiner ,unvollkommenheit sich als ,ergnzung die ,vorstellung eines vollkommenen1 oder wie man auch sagen kann1 gttlichen ,geistes verbindet4 ,ob wir mit logischer ,gewiheit aus dieser ,vorstellung auf das wirkliche ,sein der ,gottheit schlieen drfen1 erscheint fraglicher4 ,bedenken werden wir jedenfalls dagegen haben1 irgend etwas ,weiteres ber die ,gottheit auszusagen2 denn da ihr ,begriff im ,grunde nur als ergnzender ,gegensatz unsrer ,unvollkommenheit gebildet ist1 knnen wir uns nicht berechtigt fhlen1 diese uns unzugngliche ,vollkommenheit zu durchdringen4 ,solchen berlegungen zufolge ist jedenfalls die ,art unzulssig1 in der ,descartes nun weiter schliet1 da ,gott in seiner ,gte uns nicht tuschen knne4 ,gott knnte uns aus guten ,grnden einen ,teil der ,wahrheit verschleiern oder eine ,scheinwelt vortuschen1 so gut wie ,eltern ihren ,kindern manche ,wahrheit vorenthalten und ihnen ,mrchen erzhlen4 ,seele und ,krper ,die ,art1 in der ,descartes die nhere ,ausfhrung seiner ,lehre von ,gott1 ,seelen und ,krpern an den ,anfang seiner ,philosophie anknpft1 ist also keineswegs einwandfrei4 ,trotzdem erlangten auch diese weiteren ,lehren groe ,bedeutung2 ja1 sie haben in ihrer ,zeit strker gewirkt als die ,anfnge seiner ,philosophie1 der ,zweifel und die ,selbstgewiheit des ,denkens4 ,besonders wichtig war es1 da ,descartes ,krper und ,seele einander so klar und schroff gegenberstellte4 ,wir haben schon gesehen1 da die neue ,naturwissenschaft alle krperlichen ,vorgnge auf mathematisch berechenbare ,bewegungen ausgedehnter ,teile zurckzufhren sucht4 ,descartes gehrte zu den frhesten und folgerichtigsten ,fhrern auf diesem ,wege4 ,nicht nur die unbelebte ,natur wurde so aufgefat1 auch der tierische und menschliche ,krper war fr ihn eine bloe ,maschine1 deren ,bewegungen1 dem ,getriebe im ,rderwerk eines zusammengesetzten ,automaten vergleichbar1 durch ,druck und ,sto benachbarter ,teile erklrt werden mssen4 ,im ,gegensatze zu dieser mechanisch gedachten ,krperwelt geht die ,vorstellung1 die ,descartes sich vom ,geiste bildet1 von der ,selbstgewiheit des ,denkens aus4 ,gerade das ,denken aber zeigt einen unausgleichbaren ,gegensatz gegen eine mechanisch gedachte ,krperwelt4 ,dort ein ,nebeneinander von ,teilen1 die einander drcken und stoen -- hier eine vereinheitlichende1 zusammenfassende ,ttigkeit2 dort jeder folgende ,zustand durch den vorhergehenden bestimmt1 alles aus ,ursachen1 nichts aus ,zwecken erklrt -- hier eine zielbewute ,ttigkeit1 die sich selbst ihre ,bahn vorschreibt4 ,descartes erst hat den uns allen von der ,schule her gelufigen1 schroffen ,gegensatz von ,leib und ,seele geschaffen4 ,solche ,vorstellungen1 wie sie etwa dem ,verse ,schillers zugrunde liegen3 ,spricht die ,seele1 so spricht1 ach6 schon die ,seele nicht mehr1 sind keineswegs selbstverstndlich4 ,wer mit ,platon und ,aristoteles berall in der ,krperwelt zweckmig wirkende seelenartige ,krfte sieht1 fr den ist es nicht wunderbar1 da die ,seele spricht4 ,aber er hat auch nicht den ,krperbegriff1 der unserer ,naturwissenschaft zugrunde liegt und ihre ,erfolge ermglicht4 ,die ungeheure ,hochschtzung der ,seele durch das ,christentum konnte fr sich allein genommen noch nicht zu jener schroffen ,entgegensetzung gegen den ,krper fhren4 ,das ,christentum ist ,religion1 nicht ,wissenschaft2 und am allerfernsten lag nicht allein ,christus und seinen ,jngern1 sondern auch den ,schpfern des ,dogmas1 den ,kirchenvtern1 eine wissenschaftliche ,erforschung der ,krperwelt4 ,die christliche ,hochschtzung der ,seele hat nicht gehindert1 da man sich vielfach auch das ,fortleben der ,seele noch an einen ,krper gebunden dachte1 nur an einen feineren1 zarteren1 als der irdische4 ,ist alles in der ,krperwelt durch seelenartige ,krfte belebt1 so kann man in der ,tat leicht zu der ,annahme kommen1 da unser ,geist beim ,verlassen dieses ,krpers sich mit einem1 vielleicht unsichtbaren1 anderen ,leibe umgibt4 ,und doch1 ohne die durch ,platon vorbereitete1 durch das ,christentum zum ,siege gelangte ,hochschtzung der ,seele wre jene schroffe ,gegenberstellung von ,seele und ,krper undenkbar4 ,es hatte schon in ,griechenland ,philosophen gegeben1 die alle krperlichen ,erscheinungen durch ,druck und ,sto allein zu erklren suchten4 ,aber sie waren auf die ,eigenart des ,seelischen noch gar nicht aufmerksam geworden4 ,bei ,descartes trifft die ,auffassung des ,krpers1 die wir die mechanistische nennen1 mit einer hchst geluterten ,vorstellung des ,seelischen zusammen4 ,in seiner ,philosophie erst entwickelt sich jener ,gegensatz von ,seele und ,krper1 von dem wir1 als wre er selbstverstndlich1 auszugehen pflegen4 ,weit verbreitet sind gerade in der ,gegenwart die ,bemhungen1 diesen ,gegensatz wieder zu berbrcken1 und bisweilen begegnet man der ,meinung1 da die schroffe ,entgegensetzung nur eine ,verirrung des ,denkens gewesen sei4 ,diese letzte ,meinung hat sicher unrecht4 ,auch wenn man die ,gegenstze wieder vereinen will1 mu man sie zuvor scharf geschieden haben4 ,klarheit1 sei es selbst im ,irrtum1 ist der ,verworrenheit stets vorzuziehen4 ,unter diesem ,gesichtspunkte mu man auch die ,folgerichtigkeit bewundern1 mit der ,descartes die ,seelen der ,tiere geleugnet hat4 ,der tierische wie der menschliche ,krper war ihm eine bloe ,maschine1 und jene ,selbstgewiheit des ,denkens1 die uns die feste berzeugung von unserm eigenen ,geiste verschafft1 kann wohl in andern ,menschen1 nicht aber in ,tieren vorausgesetzt werden4 ,unzweifelhaft ist diese ,lehre von der ,seelenlosigkeit der ,tiere falsch2 aber es gehrte mehr dazu1 einen solchen ,irrtum zu begehen1 als ihn zu widerlegen4 ,auch da die sinnlichen ,eigenschaften der ,krper1 ,farbe1 ,ton usf4 bloe verworrene ,vorstellungen1 bloer ,schein seien1 wird sich nicht aufrecht erhalten lassen4 ,wir knnen eine ,farbe sehr klar in ihrer ,eigenart und in ihren hnlichkeitsbeziehungen zu anderen ,farben erfassen2 und wenn wir unvermgend sind1 die ,farben1 ,tne usf4 mathematisch zu beherrschen1 so vermgen wir umgekehrt auch nicht zu sagen1 warum dieser so klingende ,ton gerade einer ,luftbewegung von dieser ,wellenlnge entspricht4 ,auch hier liegen neue ,probleme1 die erst eine sptere ,zeit sah1 die aber nur gesehen werden konnten1 nachdem ,descartes und seine ,zeitgenossen die mechanistische ,krperauffassung wirklich durchgefhrt hatten4 ,descartes' ,gre liegt also einerseits darin1 da er den notwendigen ,anfangspunkt alles philosophischen ,forschens1 die ,selbstgewiheit des ,denkens1 entdeckte1 anderseits darin1 da er die ,begriffe von ,gott1 von der ,seele und vom ,krper im ,zusammenhang mit der entstehenden ,wissenschaft der ,neuzeit klar entwickelte4 ,illustration3 ,descartes ,nach dem ,original von ,hals ,vierter ,vortrag4 ,spinoza4 ,der ,schler des ,descartes ,schon einmal hatten wir das ,verhltnis von ,lehrer und ,schler zu betrachten4 ,platon war ,schler des ,sokrates1 das bedeutet3 ,sokrates hat ihn durch seine ,persnlichkeit fr die ,philosophie gewonnen1 die ,freundschaft des ,sokrates war das entscheidende ,ereignis in ,platons ,leben2 darum ist ,sokrates die ,hauptfigur in ,platons dichterischen ,werken4 ,spinoza war ,schler des ,descartes2 doch mssen wir hinzufgen3 er hat ihn niemals gesehen1 noch weniger einen persnlichen ,einflu von ihm erfahren1 nur seine ,bcher hat er studiert und aus ihnen gelernt4 ,die ,verschiedenheit zweier ,zeitalter tritt hier zutage3 nicht mehr auf dem ,markt1 nicht einmal mehr notwendig im unmittelbaren ,verkehr durch ,rede und ,antwort1 nein1 im stillen ,zimmer beim ,lesen des gedruckten ,buches wird jetzt der ,fortschritt gewonnen4 ,spinoza fhlte sich den ,schriften des ,descartes stets zu ,dank verpflichtet1 aber whrend ,platon seine selbstndigen ,gedanken dem ,sokrates in den ,mund legte1 betonte ,spinoza die ,eigenart seiner ,lehre auch seinem wichtigsten ,lehrer gegenber4 ,wir mssen daher fragen1 an welche ,seite jener ,philosophie seine ,umbildung anknpft4 ,wir haben nun bereits erkannt1 da in der ,philosophie des ,descartes zwei ,gruppen von ,gedanken liegen1 deren ,verbindung miteinander nicht so berzeugend durchgefhrt ist1 wie der ,philosoph selbst meinte4 ,an jeden dieser beiden ,bestandteile konnte man anknpfen4 #a4 ,man htte die ,bemhungen um ,sicherheit der ,erkenntnis fortsetzen knnen4 ,descartes hatte diese ,frage als ,hauptproblem der ,philosophie gestellt und in der ,selbstgewiheit des ,denkens den sicheren ,ausgangspunkt fr alle weiteren ,schritte gefunden4 ,aber er hat es unterlassen1 nun fr jede ,art des ,erkennens die ,grundlagen aufzusuchen2 denn er glaubte direkt aus jenem archimedischen ,punkte gengend sichere ,einsicht zu gewinnen4 ,sieht man ein1 da dies voreilig ist1 so mu man genauer untersuchen1 wie sicheres ,erkennen mglich ist und wie weit es reicht4 ,diesen ,weg schlugen die unmittelbaren ,nachfolger des ,descartes auf dem ,festlande nicht ein4 ,englische ,denker1 besonders ,locke1 knpften an seine ,anfnge an1 mit vollem ,bewutsein aber nahm erst ,kant die begonnene ,arbeit auf4 #b4 ,descartes hatte aus seinen ,voraussetzungen geschlossen1 da das klar und deutlich ,erkannte auch wirklich sein msse4 ,klar und deutlich erkennen wir aber uns selbst als denkendes ,wesen1 ,gott als allervollkommenstes ,wesen und die ,krper als bewegte1 raumerfllende ,dinge1 deren ,beziehungen und ,vernderungen der ,mathematik zugnglich sind4 ,an diesen ,teil der ,philosophie des ,descartes knpfte die ,entwicklung der ,philosophie unmittelbar an4 ,auch hier lagen ,schwierigkeiten genug vor2 denn ,descartes hatte jene drei ,arten von ,substanzen einfach nebeneinander gestellt1 dabei aber doch zugegeben1 da ,gott in anderem ,sinne ,substanz ist als die von ihm geschaffenen ,seelen und ,krper4 ,einerseits steht der ,philosoph durchaus auf dem gewhnlichen ,standpunkt schroffer ,entgegensetzung von ,gott und ,welt1 anderseits scheint seine ,lehre zu einer ,einheit beider zu fhren1 wenn man sie zu ,ende denkt4 ,gott ist ja der ,inbegriff aller ,vollkommenheit1 ,sein aber ist auch eine ,vollkommenheit1 und alles ,seiende ist vollkommen1 soweit es existiert4 ,man darf daher diese beschrnkten ,vollkommenheiten nicht von der ,gottheit abtrennen1 sonst wrden sie ihr fehlen1 und ,gott wre nicht das allervollkommenste ,wesen4 ,daraus aber folgt1 da alle ,dinge zur ,gottheit gehren1 da ,gott kein ,wesen ist1 welches auerhalb der ,welt sein gesondertes ,leben fhrt1 sondern eben die ,einheit der ,welt selbst4 ,in anderer ,weise tritt ,descartes' ,grundsatz1 alles klar ,gedachte ist wirklich1 alles ,wirkliche erkennbar 7wiewohl nicht fr unsern begrenzten ,verstand71 mit seinem ,gottesbegriffe in ,widerstreit4 ,denn danach mu auch das ,verhltnis der einzelnen ,dinge und ,ereignisse zu ,gott sich klar einsehen lassen1 d4 h4 alles1 was da ist und geschieht1 mu mit ,notwendigkeit aus dem ,begriffe der ,gottheit erschlossen werden knnen4 ,dann aber bleibt kein ,raum mehr fr ,gottes freie ,schpferttigkeit4 ,wie in der ,gotteslehre1 so treibt auch in der ,frage nach der ,beziehung von ,krper und ,seele die ,lehre des ,descartes ber sich selbst hinaus4 ,bei ihm stehen ,krper und ,seele einander schroff gegenber4 ,die einzigen ,eigenschaften des ,krperlichen sind ,ausdehnung und ,beweglichkeit4 ,der ,zusammenhang ihrer ,bewegungen soll mit ,hilfe der ,mathematik so eingesehen werden1 da1 wenn man die ,ursachen kennt1 die daraus folgenden ,wirkungen berechnet werden knnen4 ,dann aber drfen nur ,bewegungen ,ursachen von ,bewegungen sein4 ,der ,geist ist unausgedehnt und im ,raume unbewegt4 ,er hat mit dem ,raume berhaupt nichts zu tun1 er kann also strenggenommen weder ,bewegungen von ,krpern hervorrufen noch seinerseits durch ,krperbewegungen bestimmt werden4 ,beides hatte ,descartes1 obgleich er die ,schwierigkeiten kannte1 der gewhnlichen ,ansicht entsprechend angenommen4 ,wir glauben ja alle1 da wir durch unsern ,willen vermittels der ,glieder unseres ,krpers auf die ,krperwelt wirken4 ,wenn aber alles krperliche ,geschehen mechanisch1 d4 h4 durch ,druck und ,sto benachbarter ,krper bewirkt wird1 so lt sich das ,eingreifen einer seelischen ,ursache in die ,krperwelt nicht begreifen4 ,diese ,erwgung fhrte mehrere ,schler des ,descartes dazu1 die ,mglichkeit eines unmittelbaren ,einflusses des ,krpers auf die ,seele und der ,seele auf den ,krper zu leugnen1 vielmehr die ,verbindung beider ,arten von ,substanzen der vermittelnden ,wirkung ,gottes zuzuschreiben4 ,verbindet man diese ,lehre mit der vorher verfolgten ,weiterfhrung1 da ,gott selbst die ,einheit der ,welt ist1 so kommt man dazu1 ,krper und ,seele als zwei ,offenbarungsweisen der ,gottheit anzusehen1 die nur in ,gott verbunden sind1 whrend der ,schein ihrer unmittelbaren ,verknpfung darauf beruht1 da die ,vernderungen beider mit gleicher mathematischer ,notwendigkeit aus der ,gottheit hervorgehen4 ,so kann man von ,descartes ausgehend die ,grundstze eines neuen philosophischen ,systems ableiten und man findet dann1 da ,spinoza ein ,system dieser ,art wirklich ausgebildet hat4 ,absichtlich habe ich ,sie diesen ,weg gefhrt1 um ,ihnen an einem ,beispiele zu zeigen1 was in der ,geschichte der ,philosophie die notwendige ,fortentwicklung der ,gedanken bedeutet4 ,aber wir drfen ber dieser ,notwendigkeit den persnlichen ,anteil der einzelnen ,philosophen nicht vernachlssigen4 ,es gehrt schon ,gre dazu1 wirklich ,folgerungen zu ziehen1 die verbreiteten ,meinungen der ,zeit so entschieden widersprechen1 wie die dargelegten2 viele ,zeitgenossen sahen die ,widersprche im ,system des ,descartes und suchten sie zu lsen1 aber nur einer dachte folgerichtig genug1 um vor den ,konsequenzen nicht zurckzuschrecken4 ,vor allem aber ist die ,bedeutung von ,spinozas ,philosophie mit den unvollstndigen ,umrilinien1 die eine ,weiterbildung des ,descartes ergibt1 keineswegs erschpft4 ,um sie zu wrdigen1 mssen wir den ,schpfer des ,systems und seine ,herkunft kennen lernen4 ,herkunft ,die zahlreichen ,juden1 die seit den ,zeiten arabischer ,herrschaft in ,spanien lebten1 hatten im #af4 ,jahrhundert viele ,verfolgungen zu erdulden4 ,durch ,zwang zum ,christentum bekehrt1 blieben sie doch der ,inquisition verdchtig1 bloe ,scheinchristen zu sein1 und muten fortwhrend fr ihr ,leben frchten4 ,eine ,zuflucht bot sich ihnen zu ,beginn des #ag4 ,jahrhunderts in den ,niederlanden1 die selbst in hartem ,kampfe gegen ,spanien sich die ,freiheit protestantischer ,religionsbung errungen hatten4 ,dort nahmen die spanischen ,juden den ,glauben ihrer ,vorfahren wieder an und lebten streng nach den ,gesetzen des ,talmud4 ,als ,sohn einer solchen ,auswandererfamilie wurde ,baruch d',espinoza 7so lautete der ,name ursprnglich7 #afcb in einer der engen ,gassen der ,amsterdamer ,judenstadt geboren4 ,diese ,herkunft bestimmte seine ,jugendeindrcke und seine erste ,geistesbildung4 ,um die berlieferungen ihrer ,religion aufrecht zu erhalten und neuen ,geschlechtern mitzuteilen1 grndeten die ,juden ,amsterdams eine ,schule1 zu deren ,lehrern sie berhmte ,rabbinen beriefen4 ,auch ,baruch d',espinoza empfing hier seine ,jugendbildung2 er erlernte die hebrische ,sprache1 las ,bibel und ,talmud und bte an ihrer ,auslegung seinen ,scharfsinn4 ,seine ,begabung wurde offenbar2 er wollte sich1 da ihm die ,neigung zum ,kaufmannsstande fehlte1 ganz der jdischen ,theologie widmen4 ,schon sah man in dem ,jngling die knftige ,sule der ,synagoge4 ,diese ,hoffnungen der ,rabbinen wurden aber durchkreuzt1 als ,spinoza die ,gedanken der neuen ,wissenschaft kennen lernte4 ,auch in das abgeschlossenste ,ghetto dringt etwas von den geistigen ,bewegungen der ,umwelt1 und die ,amsterdamer ,juden standen -- mochte ihr ,privatleben noch so eingeschrnkt sein -- durch zwei groe ,kanle mit dem ,leben ihrer christlichen ,zeitgenossen in ,verbindung1 durch den ,handel und die ,medizin4 ,in empfnglichen ,geistern entstand so ein ,zwiespalt zwischen den berkommenen ,lehren und dem ,wissen der ,neuzeit4 ,schon whrend der ,knabenjahre ,spinozas hatte das zu einem ,konflikt gefhrt1 der manchem unter ,ihnen aus ,gutzkows ,drama ,uriel ,acosta bekannt sein wird4 brigens ist die ,rolle1 die der ,dichter hier den jungen ,spinoza spielen lt1 reine ,erfindung4 ,wie sich im einzelnen ,spinoza unter diesen ,verhltnissen entwickelte1 wissen wir nicht4 ,sicher ist nur1 da er frhzeitig ,verlangen trug1 die ,wissenschaft der ,neuzeit kennenzulernen4 ,vorbedingung dazu war damals die ,kenntnis der lateinischen ,sprache1 die noch durchaus die ,sprache der ,gelehrten war1 in der jdischen ,schule aber keinen ,gegenstand des ,unterrichts bildete4 ,bei der ,wahl seines ,lehrers hatte er ,glck2 denn dieser konnte dem wissensdurstigen ,jngling mehr geben als ,kenntnis des ,lateinischen4 ,franziscus van den ,ende1 als ,katholik geboren1 aber dem ,kirchenglauben entfremdet1 war mit der ,naturwissenschaft und mit der ,philosophie des ,descartes vertraut4 ,bei ihm mu ,spinoza die ,schriften des ,descartes zuerst gesehen und gleichzeitig seine ,kenntnisse lebender ,sprachen erweitert haben4 ,spinoza war in dieser ,beziehung von vornherein begnstigt2 denn neben seiner ,muttersprache1 dem ,spanischen1 war ihm naturgem von ,jugend auf das ,hollndische bekannt4 ,dazu erlernte er nun mehrere andere ,sprachen1 besonders ,franzsisch und ,italienisch4 ,die neue ,bildung und die vernderten berzeugungen trennten ,spinoza von seinen ,glaubensgenossen4 ,zwar lag ihm jeder ,gedanke an agitatorische ,wirksamkeit fern1 aber es war ihm auf die ,dauer noch weniger mglich1 bei gnzlich vernderten berzeugungen die streng gebundene ,lebensweise eines orthodoxen ,juden zu fhren4 ,mit dem ,tode des ,vaters #afed scheint fr ihn der wichtigste ,grund zu uerer ,anbequemung gefallen zu sein2 seitdem besuchte er die ,synagoge nicht mehr1 bertrat die ,speisegesetze und verkehrte viel mit freigesinnten ,christen4 ,naturgem erregte das ,ansto4 ,aber die ,juden htten gern ,aufsehen vermieden1 frchteten wohl auch1 da das ,verhalten eines ,menschen1 auf den die ,rabbinen solche ,hoffnungen gesetzt hatten1 ,nachahmung finden wrde4 ,man versuchte ihm daher mit ,geld beizukommen und versprach ihm ein ,jahresgehalt1 wenn er sich wenigstens uerlich der jdischen ,sitte fgte4 ,erst als ,spinoza diesen schimpflichen ,vorschlag zurckgewiesen hatte1 wurde er als ,abtrnniger verfolgt4 ,sein ,schwager und seine ,schwester machten seinen ,abfall geltend1 um ihm den ,anspruch auf das vterliche ,erbe zu bestreiten4 ,er nahm die hollndischen ,gerichte in ,anspruch1 siegte1 wie zu erwarten war1 und berlie dann freiwillig den ,geschwistern das ,erbe1 whrend er sich nichts als ein ,bett vorbehielt4 ,jugend4 ,bann ,die ,rabbinen ergriffen schlielich die uersten ,maregeln gegen ihn2 im ,jahre #afef wurde er mit dem groen ,banne belegt und aus der ,gemeinde ausgestoen4 ,die aus dem frhen ,mittelalter stammende ,bannformel lautete frchterlich genug4 ,dies sind ihre wichtigsten ,stze3 ,nach dem ,beschlusse der ,engel und dem ,ausspruche der ,heiligen1 mit ,zustimmung des heiligen ,gottes und dieser ganzen ,gemeinde bannen1 verstoen1 verwnschen und verfluchen wir ,baruch d',espinoza 444 -- ,verflucht sei er am ,tage und verflucht sei er bei ,nacht1 verflucht beim ,niederlegen und verflucht beim ,aufstehen1 verflucht bei seinem ,ausgang und verflucht bei seinem ,eingang4 ,gott mge ihm nie verzeihen6 444 ,wir verordnen1 da niemand mit ihm verkehre1 nicht mndlich und nicht schriftlich1 niemand ihm eine ,gunst erweise1 niemand unter einem ,dache oder innerhalb vier ,ellen mit ihm zusammen sei1 niemand ein von ihm verfates oder geschriebenes ,werk lese4 ,der ,bann bedeutete fr ,spinoza die ,trennung von allen ,genossen seiner ,jugend2 wie es scheint1 hat spter kein ,jude mehr zu seinem ,umgangskreise gehrt4 ,aber damit nicht zufrieden1 suchten die ,rabbinen auch seine brgerliche ,existenz zu vernichten2 sie zeigten ihn der protestantischen ,geistlichkeit als einen religionsgefhrlichen ,menschen an und bewirkten seine ,ausweisung aus ,amsterdam4 ,allzuviel erreichten sie damit nicht2 denn infolge der toleranten ,haltung der weltlichen ,behrden konnte er in einem ,dorfe1 wenige ,meilen von der ,hauptstadt entfernt1 ruhig wohnen4 ,spinoza mute sein ,leben ganz neu gestalten3 er war entschlossen1 nichts gegen seine berzeugung zu tun1 dabei aber ,streit mit seiner ,umgebung mglichst zu vermeiden4 ,er trat nie zum ,christentum ber1 da er bei aller ,verehrung fr die persnliche ,hoheit und die ,moral ,christi sich nicht zu den ,glaubensformeln einer christlichen ,kirche bekennen konnte4 ,am nchsten stand er einigen ,sekten1 die gleich ihm nur in ,holland ,duldung fanden1 ,gemeinden1 die den moralischen ,lebenswandel fr das ,wesentliche am ,christentum hielten und ihren ,mitgliedern in dogmatischer ,beziehung viel ,freiheit lieen4 ,unter ihnen1 den ,mennoniten und ,kollegianten1 fand ,spinoza ,verkehr1 ohne zu ihnen zu gehren4 ,da er mittellos war und ihm jede ffentliche ,anstellung1 jede ausreichend bezahlte ,unterrichtsttigkeit verschlossen blieb1 mute er durch seiner ,hnde ,arbeit fr seinen ,lebensunterhalt sorgen4 ,er nutzte seine naturwissenschaftlichen ,kenntnisse aus1 indem er optische ,glser fr ,brillen und ,fernrohre schliff4 ,infolge der astronomischen ,entdeckungen bestand damals viel ,nachfrage nach ,fernrohren1 whrend nur wenige kundige ,mnner die dazu ntigen ,linsen schleifen konnten4 ,spinoza verdankte also die ,mglichkeit1 sich sein ,brot durch eigene ,arbeit zu erwerben1 der modernen ,naturwissenschaft1 nicht etwa1 wie man manchmal lesen kann1 dem ,talmud4 ,man behauptet nmlich fter1 da ,spinoza einer talmudischen ,vorschrift gefolgt sei1 die von jedem ,gelehrten die ,erlernung eines ,handwerks fordere4 ,aber es handelt sich dabei nicht um eine ,vorschrift1 sondern nur um einen ,rat1 der meist unbefolgt blieb2 und vollends das ,schleifen optischer ,glser htte ,spinoza als ,talmudschler nicht erlernen knnen4 ,lebensart4 ,schriften ,alle ,zeit1 die ihm sein ,handwerk frei lie1 widmete er seinen ,studien4 ,schlicht und bescheiden lebte er anfangs in einem ,dorfe bei ,amsterdam1 spter bei ,leiden1 in der ,nhe des ,haag und schlielich im ,haag4 ,dieser ,aufenthaltswechsel und die ,zurckgezogenheit knnte an ,descartes erinnern4 ,aber zwischen beiden ,mnnern bestand ein groer ,unterschied4 ,descartes1 als ,edelmann geboren1 wohlhabend1 unabhngig1 whlte sich die ,einsamkeit2 dem gebannten ,juden1 der sich sein ,brot verdienen mute1 war sie aufgentigt4 ,trotzdem oder vielmehr gerade deshalb nahm ,spinoza an dem ,geschick der ihn umgebenden ,bevlkerung weit mehr ,anteil als ,descartes4 ,die ,glaubensfreiheit ,hollands1 die seinen ,eltern ,zuflucht gewhrt hatte und ihm trotz aller ,anfechtungen ,sicherheit bot1 war bedroht2 denn die kalvinistische ,geistlichkeit1 der sich aus politischen ,grnden das ,haus der ,oranier anschlo1 erstrebte die ,alleinherrschaft ihrer ,kirche4 ,in diese ,streitigkeiten griff ,spinoza #afgj durch eine anonym erschienene ,abhandlung1 den theologisch-politischen ,traktat1 ein4 ,wie der ,name sagt1 behandelt dieses ,buch das ,verhltnis von ,theologie und ,politik1 von ,kirche und ,staat1 und zwar kmpft es fr die ,oberherrschaft des ,staates und gegen den politischen ,einflu der ,geistlichkeit4 ,zugleich erschttert ,spinoza den ,anspruch der ,bibel auf gttlichen ,ursprung durch eine historische ,kritik am ,alten ,testament1 zu der seine jdische ,jugendbildung ihn befhigte4 ,die khne ,schrift erregte groes ,aufsehen3 ebenso allgemein wie die ,entrstung war der ,wunsch1 sie zu lesen4 ,eine ,flle von ,gegenschriften entstand1 und der ,verfasser1 der trotz der ,anonymitt bald erkannt wurde1 hatte die ,folgen seines ,unterfangens zu spren4 ,persnliche ,freunde wandten sich von ihm ab1 zeitweise schien es1 als solle mit dem ,buch auch der ,verfasser verfolgt werden4 ,vor ernsthafter ,gefahr schtzte ihn die ,gnnerschaft des ,jan de ,wit1 damals noch der ,leiter der hollndischen ,politik4 ,indessen schon war de ,wits ,stellung nicht ohne eigne ,schuld erschttert2 denn dieser sonst untadelhafte1 stolze ,aristokrat hatte das ,landheer gegenber der ,flotte vernachlssigt und dadurch den ,widerstand gegen das ,eindringen der ,heere ,ludwigs ,,xiv4 geschwcht4 ,die ,erbitterung des ,volkes darber1 von den ,priestern aufgestachelt1 fhrte #afgb zu der grlichen ,ermordung ,jan de ,wits und seines ,bruders4 ,leidenschaftliche ,emprung ber diese ,schandtat ergriff den sonst so gelassenen ,philosophen4 ,er wollte1 um seiner ,entrstung ,ausdruck zu geben1 an den ,hausmauern ein ,plakat anheften1 in dem er die ,bewohner des ,haag fr die niedrigsten aller ,barbaren erklrte4 ,unzweifelhaft wre er bei diesem nutzlosen ,beginnen der ,volkswut zum ,opfer gefallen1 wenn ihn sein ,hauswirt nicht eingeschlossen und dadurch an der ,ausfhrung seines ,vorhabens gehindert htte4 ,aus den ueren ,verhltnissen begreift man1 warum zu ,spinozas ,lebzeiten nur eine ,darstellung der ,philosophie des ,descartes unter seinem ,namen erschien2 entstanden war diese ,schrift fr einen ,schler1 den ,spinoza nicht als reif genug ansah1 um ihm die eigene ,lehre mitzuteilen4 ,dies ,buch verschaffte dem gebannten ,juden einen ,ruf an die ,universitt ,heidelberg4 ,aber so ehrenvoll ein solches ,zeichen freier ,gesinnung fr den ,landesherrn1 den ,kurfrsten ,karl ,ludwig von der ,pfalz1 ist -- so wenig wre die ,ausfhrung auf die ,dauer mglich gewesen4 ,stand doch in dem an ,spinoza gerichteten ,briefe neben der ,zusicherung der ,lehrfreiheit die ,erwartung1 da er nichts gegen die ,kirche sagen werde4 ,spinoza wute1 da ,konflikte nicht ausbleiben konnten1 und in der klaren1 ruhigen ,weise1 in der er seine persnlichen ,angelegenheiten stets besorgte1 lehnte er den ehrenvollen ,ruf ab4 ,sein ,leben blieb unverndert1 aber die doppelte ,anstrengung geistiger und krperlicher ,arbeit und der ,glasstaub1 der beim ,schleifen entsteht1 scheinen seiner zarten ,natur geschadet zu haben1 er wurde lungenkrank und starb #afgg1 erst #de ,jahre alt4 ,bald nach seinem ,tode wurden seine hinterlassenen ,schriften1 darunter sein ,hauptwerk1 von seinen ,freunden herausgegeben4 ,spinoza nannte dieses ,hauptwerk ,ethik1 d4 h4 ,lehre vom ,sittlichen oder vom rechten ,leben4 ,schon in diesem ,titel zeigt sich die ,verschiedenheit seines ,strebens von dem seines ,lehrers ,descartes4 ,fr jenen war die ,erkenntnis als solche ,lebensziel1 ,spinoza aber wollte durch seine ,erkenntnis vor allem die richtige ,lebensart finden4 ,zwang ihn doch schon seine uere ,lage1 viel mehr ber die ,lebensfhrung nachzudenken4 ,descartes konnte1 whrend er eine ,revolution in seinen ,gedanken machte1 uerlich in den ,formen seines ,standes weiterleben2 ,spinoza mute1 durch den ,bann ausgestoen1 nirgends zugehrig1 sich sein ganzes ,dasein nach eigenen ,grundstzen aufbauen4 ,weit wichtiger aber als diese ueren ,dinge war ein tief innerer ,unterschied der ,naturen4 ,descartes hatte1 wenn man so sagen darf1 alle ,leidenschaft nur im ,kopfe4 ,die ganze ,wrme seiner ,natur gehrte dem ,suchen nach klarer ,erkenntnis2 auerhalb dieses ,gebietes war er khl4 ,selbst seine unzweifelhaft aufrichtige christliche ,frmmigkeit war mehr ,verstandes- als ,herzenssache4 ,spinoza dagegen war eine durch und durch religise ,natur1 ganz erfllt von dem ,streben nach inniger ,vereinigung mit ,gott4 ,im ,dienste des ,strebens stand fr ihn die ,erkenntnis4 ,gerade weil er tief religis und zugleich ,denker war1 konnte er sich keiner herrschenden ,kirche anschlieen4 ,fr ,naturen1 in denen entweder die ,klarheit des ,denkens weniger gro ist oder die ,gewalt des religisen ,gefhles zurcktritt1 ist die uere ,anpassung leichter4 ,man mu diese tief in ,spinozas ,natur angelegten ,bestrebungen3 ein sittlich religises ,leben durch das ,denken zu begrnden1 mit den am ,anfang dieses ,vortrags dargelegten folgerichtigen ,weiterbildungen der ,lehre des ,descartes zusammennehmen1 um ,spinozas ,philosophie zu verstehen4 ,form und ,inhalt der ,ethik ,spinozas ,hauptwerk ist in einer eigentmlichen ,form geschrieben4 ,da die ,geometrie fr ihn das ,vorbild strenger1 wissenschaftlicher ,beweise war1 bildete er seine ,darstellung dem berhmten griechischen ,lehrbuch der ,geometrie1 dem ,werke des ,euklid1 nach4 ,wie ein ,mathematiker beginnt er mit ,grundstzen1 deren ,wahrheit nach seiner berzeugung selbstverstndlich ist1 und mit ,erklrungen oder ,definitionen der ,grundbegriffe4 ,von diesen ,voraussetzungen aus beweist er dann die einzelnen ,lehrstze4 ,diese ,form mssen wir der ,verstndlichkeit unsrer ,darstellung zuliebe ganz unbercksichtigt lassen4 ,aber es ist doch hervorzuheben1 da die ,wahl der geometrischen ,darstellung keine willkrliche ,laune ,spinozas ist1 sondern mit dem ,inhalt seiner ,lehre aufs engste zusammenhngt4 ,schon ,descartes hatte gelehrt1 man drfe nur annehmen1 was sich mit derselben ,klarheit wie die ,stze der ,mathematik einsehen lt4 ,in einer ,art ,umkehrung dieses ,satzes hatte er ferner geschlossen1 da das klar und deutlich ,erkannte an sich auch wahr sei4 ,folgerichtig war es nun1 die ,durchfhrbarkeit einer ,darstellung1 in der jede ,behauptung mathematisch streng bewiesen wird1 als ,prfstein fr die ,wahrheit des philosophischen ,systems anzusehen4 ,so wenig also ,spinoza seine ,grundberzeugungen durch geometrische ,beweise gewonnen hat1 und so knstlich einem modernen ,leser diese ,beweise vielfach zu sein scheinen1 so notwendig war doch fr ,spinoza seine ,philosophie erst vollendet1 als er sie in jene strenge ,form zu kleiden vermochte4 ,descartes hatte die ,gottheit als den ,inbegriff aller ,vollkommenheit gefat4 ,von diesem ,gedanken eines allervollkommensten ,wesens geht ,spinoza aus4 ,da fr ihn wie fr seinen ,lehrer in jeder ,wirklichkeit eine ,vollkommenheit liegt1 mu alle wahre ,wirklichkeit ,gott angehren4 ,gott fllt so zusammen mit der ,welt2 denn unter ,welt verstehen wir die ,einheit1 den inneren ,zusammenhang aller ,dinge4 ,gott ist das ,all1 das ,all ist ,gott4 ,man nennt diese ,lehre ,pantheismus 7griechisch von pan ,all und theos ,gott71 und wir haben bereits gesehen1 da der ,pantheismus aus den ,voraussetzungen des ,descartes notwendig folgte3 ,er hat aber noch eine andere ,wurzel3 im religisen ,erleben4 ,fr die rohen ,anfnge der ,religion bedeutet ein ,gott ein bermchtiges ,wesen1 das dem ,menschen schaden oder ntzen1 wie ein ,feind oder wie ein ,schirmherr gegenberstehen kann2 so verhielt es sich z4 ,b4 bei den ,griechen1 wie ,homer sie schildert4 ,an die ,schirmherrschaft eines ,gottes ber sein ,volk schliet sich der ,gedanke an1 da die ,volkssitte von diesem ,gotte stammt und geschtzt wird4 ,gott wird der gerechte ,herrscher1 dann der liebende ,vater des ,menschen4 ,die zunchst als ueres ,gebot befolgte ,sitte verklrt sich mehr und mehr zu einer von der ,stimme des ,gewissens geforderten ,sittlichkeit4 ,je inniger der religise ,mensch das als ,gottesgebot empfundene ,sittengesetz mit seinem eigenen ,wesen verknpft fhlt1 um so mehr empfindet er die ,gottheit in sich selbst wirksam4 ,aber in uns widerstrebt etwas dieser gttlichen ,wirkung1 eine ,fremdheit bleibt1 die zugleich ,unseligkeit ist4 ,ihre ,ursache wird darin gefunden1 da wir uns an einzelne ,dinge hingeben4 ,von ihnen mssen wir uns abwenden1 dann werden wir mit ,gott eins werden4 ,daher finden wir bei christlichen1 jdischen und mohammedanischen ,gottesgelehrten des ,mittelalters vielfach den ,gedanken1 da der wahrhaft fromme ,mensch im ,innersten seines ,wesens mit der ,gottheit zusammenfllt4 ,wie der ,mensch auf der hchsten ,stufe der ,gott-,innigkeit sich mit ,gott eins fhlt1 so ist in seinem ,kerne jedes ,ding eins mit ,gott1 alle ,getrenntheit von ,gott ist ,schein und ,folge des ,abfalls4 ,vereinigung mit ,gott finden heit zugleich1 ,gott als ,kern aller ,dinge erkennen4 ,diese ,art der ,frmmigkeit1 die durch ,versenkung aller ,gedanken in die ,gottheit die volle ,vereinigung des ,menschen mit ,gott sucht1 heit ,mystik1 und wir knnen demnach sagen1 da alle ,mystik zum ,pantheismus strebt4 ,in ,spinoza nun trifft eine mystische ,religiositt mit jenem verstandesmig 7rationalistisch7 aus der ,lehre des ,descartes entstandenen ,pantheismus zusammen4 ,gott ist das allervollkommenste ,wesen und der ,inbegriff alles ,seins1 nichts ist auer ihm1 also ist er das einzige1 was ,substanz heien darf4 ,aus ,wesen und ,begriff dieser einzigen1 unendlichen1 alles umfassenden ,substanz mu nun alles einzelne ,sein und ,geschehen mit mathematischer ,notwendigkeit folgen4 ,die ,schpfung der ,welt kann also ,spinoza nicht als eine freie ,tat ,gottes ansehen1 die seine ,willkr auch htte unterlassen knnen2 vielmehr ist die ,einheit der ,welt selbst ,gott1 es gehrt zum notwendigen ,wesen ,gottes1 sich in dieser ,welt darzustellen4 ,alles einzelne ist nur wirklich1 sofern es an der ,gottheit teilhat4 ,da es ein einzelnes ist1 beruht auf seiner ,beschrnktheit und damit auf einer ,verneinung4 ,diese ,gleichsetzung von ,einzelheit1 ,beschrnkung und ,verneinung wird ,ihnen zunchst fremd vorkommen4 ,doch ist nicht schwer zu zeigen1 was der ,denker damit meint4 ,wir sind nur ,mensch1 indem wir nicht ,tier1 ,pflanze und ,stein sind1 wir knnen einen bestimmten ,lebensberuf nur ergreifen1 indem wir auf alle anderen ,mglichkeiten der ,lebensgestaltung verzichten4 ,so verstehen wir den ,satz1 mit ,hilfe dessen ,spinoza die ,besonderheit der einzelnen ,wesen aus der ,einheit der ,gottesnatur herzuleiten sucht3 ,alle ,bestimmtheit ist ,verneinung4 ,gott ,gott oder die ,natur oder das allervollkommenste ,wesen ist durch und durch erkennbar1 freilich nicht fr unsern menschlichen ,verstand1 der selbst vereinzelt1 bestimmt1 beschrnkt und daher mit der ,verneinung behaftet ist4 ,aber sogar unser menschlicher ,verstand kann allgemein die ,notwendigkeit einsehen1 mit der alles einzelne aus der ,gottheit folgt1 und beherrscht in der mathematisch erkennbaren ,ordnung der krperlichen ,bewegungen ein ihm zugngliches ,teilgebiet der gttlichen ,ordnung der ,welt4 ,spinoza ist wie ,descartes ,anhnger der neuen naturwissenschaftlichen ,auffassung der ,krperwelt1 nach der jede ,bewegung aus dem vorangehenden ,zustande der ,krper notwendig und berechenbar folgt4 ,fr ein ,eingreifen des ,geistes in die ,krperwelt1 wie wir es in jeder unserer ,bewegungen zu erleben glauben1 lt diese ,auffassung1 wenn sie streng durchgefhrt wird1 keinen ,raum4 ,alle krperlichen ,bewegungen sind wieder nur durch andere krperliche ,bewegungen hervorgerufen1 unsere ,armbewegung etwa durch eine ,bewegung in unserem ,gehirn4 ,nun haben wir aber als denkende ,wesen ,anteil an einer von der ,krperwelt ganz verschiedenen ,art des ,seins4 ,dieses geistige ,sein ist im ,grunde vom ,krper ebenso unabhngig1 wie jener von ihm4 ,man sieht1 ,spinoza folgert aus der schroffen ,entgegensetzung von ,geist und ,krper1 wie ,descartes gelehrt hatte1 die ,unmglichkeit ihrer ,wechselwirkung4 ,es entsteht daher fr ihn die ,aufgabe1 das anscheinende ,ineinanderwirken geistiger und krperlicher ,geschehnisse zu erklren4 ,in der gttlichen ,einheit besitzt er das ,mittel dazu4 ,alle einzelnen ,dinge1 ,krper wie ,seelen1 sind nur notwendige ,folgen und ,einschrnkungen der einen wahrhaft wirklichen ,gottnatur4 ,diese ist nun so beschaffen1 da sie sich in unendlich vielen ,weisen entfaltet und offenbart4 ,diese ,entfaltungsweisen der ,gottheit1 deren jede von jeder anderen unabhngig1 jede in ihrer ,art unendlich ist1 nennt ,spinoza ,attribute4 ,von den unendlich vielen ,attributen der ,gottheit sind uns nur zwei zugnglich1 die ,ausdehnung oder die ,krperwelt und das ,denken oder die ,welt des ,geistes4 ,beide sind vllig unabhngig voneinander2 aber da beide derselben allumfassenden1 gttlichen ,einheit angehren1 herrscht in beiden die gleiche gesetzliche ,ordnung4 ,nicht unser ,gedanke oder ,willensentschlu bewegt unsern ,arm2 aber es ist in der ,einheit ,gottes begrndet1 da1 wenn wir den ,arm bewegen wollen1 zugleich aus der ,notwendigkeit des krperlichen ,geschehens eine ,gehirnbewegung folgt1 die ,ursache der ,armbewegung wird4 ,niemals erzeugt ein ,gedanke eine ,bewegung oder eine ,bewegung einen ,gedanken4 ,aber da ,bewegungen und ,gedanken aus derselben gttlichen ,notwendigkeit folgen1 ist die ,ordnung und ,verknpfung der krperlichen ,dinge dieselbe wie die ,ordnung und ,verknpfung der ,gedanken4 ,krper und ,seele ,notwendig folgt daraus weiter1 da jedem krperlichen ,dinge ein seelisches ,sein entspricht4 ,unsere ,seele kann ja fr ,spinoza nicht wie fr ,descartes eine selbstndige ,substanz sein1 vielmehr ist sie ein bloes ,stck der gttlichen ,ordnung der ,geisterwelt1 das einem bestimmten ,stck der gttlichen ,ordnung der ,krperwelt1 eben unserem ,krper1 entspricht4 ,was von unserem ,krper gilt1 mu fr jeden anderen ebenso zutreffen4 ,spinoza hat nicht mehr ntig1 die ,tierseelen zu leugnen1 denn sie sind in seiner ,welt keine ,ausnahme2 vielmehr gehrt fr ihn auch zu allem scheinbar ,unbeseelten etwas ,seelisches4 ,wir mssen uns aber sehr hten1 diese berzeugung des ,philosophen mit der poetischen ,naturbeseelung zu verwechseln1 die sich z4 ,b4 in der griechischen ,gttersage findet4 ,fr den ,griechen lebt in ,baum und ,quell ein uns verwandtes1 unsern ,bitten zugngliches ,wesen4 ,fr ,spinoza gehren wir selbst zu einer notwendigen ,ordnung1 die durch unsere ,wnsche nicht im mindesten gendert werden kann4 ,von einem menschlichen ,hineinfhlen in die ,krperwelt ist gar keine ,rede4 ,die nach innerer ,zweckmigkeit den ,lauf der ,welten regelnden ,sternseelen1 die die ,renaissance annahm1 werden nicht etwa der neuen ,astronomie zum ,trotz wiederhergestellt -- im ,gegenteil3 auch die ,bewegung der ,glieder unseres ,leibes vollzieht sich nach unerbittlicher ,notwendigkeit4 ,zwecke und ,zweckmigkeit gibt es in der ,natur nicht1 nur ,ursachen und ihre notwendigen ,wirkungen4 ,genau die gleiche ,notwendigkeit aber herrscht auch auf geistigem ,gebiete4 ,jede ,regung unserer ,seele folgt ebenso unbedingt mathematisch aus ,gottes ,entfaltungsweise oder ,attribut des ,denkens1 wie der ,fall eines geworfenen ,steines aus ,gottes ,attribut der ,ausdehnung folgt4 ,darum betrachtet der ,philosoph die menschlichen ,leidenschaften ohne ,liebe und ,abscheu1 mit der gleichen khlen1 verstandesmigen ,ruhe wie die geometrischen ,figuren4 ,auch sie folgen notwendig aus ,gott und sollen in dieser ,notwendigkeit verstanden werden4 ,man sieht1 in dieser streng einheitlichen und geordneten ,welt ist kein ,platz fr ,freiheit des ,willens4 ,unsre ,taten und ,gedanken sind durch den gttlich natrlichen ,zusammenhang so notwendig bestimmt1 wie die ,umdrehung der ,erde oder der ,fall des ,steins4 ,wir halten uns nur fr frei1 weil wir die ,ursachen unserer ,handlungen nicht kennen4 ,auch der geworfene ,stein wrde1 wenn das ihm entsprechende ,denken entwickelt genug wre sich diese ,frage zu stellen1 meinen1 er sei frei4 ,denn er wrde die werfende ,hand und die ,anziehung der ,erde nicht gengend erkennen4 ,ebensowenig hat diese ,welt ,raum fr ,unterschiede von gut und bse1 von schn und hlich4 ,alles einzelne folgt ja mit gleicher ,notwendigkeit aus ,gott4 ,nennen wir etwa ein ,tier schdlich1 so beziehen wir es einseitig auf die unbedeutende1 kleine1 eingeschrnkte ,erscheinung ,gottes1 die wir selbst sind4 ,in der ,ordnung des ,weltganzen1 der ,gottheit1 hat die ,giftschlange dasselbe ,recht wie der ,mensch2 und fr die ,giftschlange ist der ,mensch1 der sie totschlgt1 mit gleichem ,recht bse wie die ,schlange fr den ,menschen4 ,auch knnen wir durch unsern ,entschlu nichts an der ,welt und folglich auch nichts an uns selbst ndern2 sind wir doch ganz und gar ,folgen der ,weltordnung4 ,nahe liegt hier die ,folgerung1 es htte keinen ,sinn1 ,vorschriften fr das ,verhalten der ,menschen zu geben4 ,indessen dies wre ein verzweifelter ,abschlu fr ein ,werk1 das den ,titel ,ethik fhrt und vor allem eine ,anweisung zum rechten ,leben erteilen will4 ,in der ,tat bemerken wir hier einen ,bruch in dem scheinbar so fest geschlossenen ,system ,spinozas4 ,ich habe meine ,darstellung absichtlich so eingerichtet1 da ,sie diesen ,bruch deutlich erkennen4 ,wir verfahren im ,sinne ,spinozas1 wenn wir unbekmmert um die ,rcksicht auf seine ,person und seinen ,ruhm die ,wahrheit suchen und sagen4 ,spinoza selbst hat die ,schroffheit dieses ,bruches nicht empfunden4 ,htte ich ,sie den ,weg zu seinem ,lebensideale gefhrt1 den er selbst ging1 so wre sicherlich auch den meisten von ,ihnen der ,widerspruch verborgen geblieben4 ,denn es besteht zwischen ,spinozas ,system und seiner ,lebensweisheit zwar kein logisch unanfechtbarer ,zusammenhang1 aber eine um so engere ,einheit persnlichen ,erlebens1 die wir nachzuerleben versuchen mssen4 ,der einzelne ,mensch existiert als ,einzelwesen nur durch ,verneinung1 durch ,einschrnkung des gttlichen ,seins auf seine enge ,eigenart4 ,jedes einzelne ,wesen sucht sich selbst zu erhalten4 ,sofern es dabei an seine ,besonderheit denkt1 kann es in ,streit mit anderen ,wesen kommen4 ,denn es wird dann leicht geschehen1 da mehrere den ,besitz desselben ,dinges zur ,erhaltung oder ,ausbreitung ihrer ,macht ntig zu haben glauben4 ,wenn aber der ,mensch erkannt hat1 da alle ,dinge1 alle andern ,menschen und er selbst in ,wahrheit zu demselben ,wesen1 zur ,gottheit1 gehren1 wird das anders4 ,der ,mensch1 sofern er denkendes ,wesen ist1 hat so viel ,wirklichkeit in sich1 wie er ,gotteserkenntnis besitzt4 ,hat er das einmal recht eingesehen1 so wei er1 da die wahre ,erhaltung und ,erhhung seines ,wesens einzig in der ,gotteserkenntnis besteht4 ,da die ganze ,ordnung der ,natur die ,gottheit offenbart1 so fhrt jede wirkliche ,einsicht in den notwendigen ,zusammenhang der krperlichen oder der geistigen ,dinge zu ,gott4 ,soweit ,menschen berzeugt sind1 da ihr wahres ,wesen1 ihre echte ,selbsterhaltung in der ,erkenntnis besteht1 knnen sie nicht mehr in ,kampf miteinander geraten4 ,denn diese wahre ,einsicht ist kein ,gut1 das dem einen durch den andern entrissen werden knnte1 im ,gegenteil mu jedem daran liegen1 da mglichst viele seine ,einsicht teilen1 damit er mit seinen ,mitmenschen in ,eintracht leben kann4 ,in der wahren ,erkenntnis hren wir auf1 einzelne ,menschen zu sein4 ,jeder wahre ,satz ist ja wahr ohne ,rcksicht auf die besonderen ,eigenschaften dessen1 der ihn denkt4 ,erkenntnis und ,gottesliebe ,bis hierher spricht ,spinoza verstandesmig khl und nchtern4 ,nun aber in den letzten ,stzen seines ,werkes bricht die ,wrme seines religisen ,gefhls durch4 ,jene ,gotteserkenntnis fhrt zugleich zur ,liebe zu ,gott4 ,denn sein eigenes wahres ,wesen liebt jeder1 und in der rechten ,gotteserkenntnis erfat der ,mensch dieses ,wesen als ,einheit mit ,gott4 ,hier berhrt sich ,spinoza am innigsten mit der ,mystik4 ,aber was der ,mystiker durch religise bungen oder durch ,abscheidung von der ,welt und ,versenkung in sein eigenes ,inneres zu erreichen sucht1 die ,vereinigung mit der ,gottheit1 das erstrebt ,spinoza auf dem ,wege verstndiger ,erkenntnis4 ,auf der hchsten ,stufe fhrt diese ,erkenntnis dazu1 in allem1 was geschieht1 die eine groe notwendige gttliche ,ordnung zu erblicken und zu lieben4 ,diese ,liebe verzichtet auf die ,mglichkeit der ,gegenliebe4 ,wer ,gott wahrhaft erkannt hat1 wei ja1 da ,gott kein einzelnes ,wesen neben anderen ,wesen1 sondern die einheitliche ,ordnung der ,welt ist4 ,die ,gottheit wrde erniedrigt werden1 wenn sie irgendeinen ,teil der ,welt1 der ja ein besonderer ,teil nur durch ,verneinung ist1 mit besonderer ,liebe umfate4 ,der echte ,liebende will doch aber das ,geliebte nicht herabziehen4 ,wer ,gott wahrhaft liebt1 wnscht nicht1 da ,gott ihn wieder liebt4 ,die echte ,gottesliebe ist also im hchsten ,mae uneigenntzig4 ,als ,goethe mitten in den leidenschaftlichen ,strmen seiner ,jugend auf diesen ,satz ,spinozas stie1 fand er darin einen tiefen ,frieden4 ,goethe war nicht1 wie man oft lesen kann1 im eigentlichen ,sinne ,anhnger ,spinozas1 aber der ,gedanke einer gttlichen ,einheit der ,welt und das uneigenntzige ,gefhl der ,liebe zu dieser ,gottnatur begleiteten ihn durch sein reiches ,leben4 ,mit diesen letzten ,stzen1 in denen sich die ,persnlichkeit des ,weisen rein offenbart1 wollen wir heute schlieen4 ,es liegt eine tiefe innere ,wahrheit in dieser uneigenntzigen ,gottesliebe1 auch wenn es ,spinoza nicht gelungen ist1 sie ohne ,widerspruch mit den ,voraussetzungen seiner ,philosophie zu verbinden4 ,illustration3 ,spinoza ,nach ,seydlitz1 ,historisches ,portrtwerk ,fnfter ,vortrag4 ,kant4 ,schwierigkeiten der ,metaphysik ,die wunderbare ,einheit und ,geschlossenheit1 durch die ,spinozas ,system jeden ,denkenden fesselt1 hlt1 wie schon im vorigen ,vortrag angedeutet wurde1 vor einer schrferen ,kritik nicht stand4 ,an zwei ,punkten besonders zeigen sich ,schwchen und ,lcken4 ,spinoza sagt1 da alles einzelne mit mathematischer ,notwendigkeit aus ,gott folgt4 ,in ,wahrheit aber vermag er nicht1 aus dem ,begriffe des allervollkommensten ,seins herzuleiten1 warum die ,welt1 die wir durch unsere ,erlebnisse kennen1 so und nicht anders ist4 ,nicht einmal die ,existenz und ,verschiedenheit von ,geist und ,krper wird strenggenommen aus den ,voraussetzungen entwickelt1 sondern ohne ,beweis hingestellt4 ,gott als das denkbar ,vollkommenste soll sich in unzhligen1 voneinander unabhngigen ,daseinsarten darstellen4 ,wir aber kennen nur zwei dieser ,arten1 ,ausdehnung und ,denken4 ,warum gerade diese zwei und warum haben diese zwei gerade die uns bekannten ,eigenschaften8 ,auf solche ,fragen bleibt ,spinoza die ,antwort schuldig4 ,der allgemeine ,satz1 jede ,bestimmtheit ist ,verneinung1 tuscht ihn ber diese ,schwierigkeiten hinweg1 bietet aber in ,wahrheit keine ,hilfe4 ,dadurch1 da etwas nicht ,ausdehnung ist und auch keiner anderen ,grundeigenschaft ,gottes angehrt1 wird es durchaus noch nicht als ,denken bestimmt4 ,wir hatten den ,sinn des ,grundsatzes1 jede ,bestimmung ist ,verneinung1 an dem ,beispiele klar gemacht1 da ich als ,mensch nicht ,tier1 als ,mann nicht ,frau bin2 aber lt sich wirklich der ,inhalt1 den ich unter ,mensch oder ,mann verstehe1 durch ,verneinung von ,tier oder ,frau gewinnen8 ,diese ,frage so stellen1 heit sie verneinen4 ,die ,bestimmtheit des einzelnen ist berall unableitbar2 da in diesem ,augenblicke diese ,farbe von mir gesehen1 dieser ,ton gehrt wird1 da blau und rot in nicht weiter beschreibbarer ,weise voneinander verschieden sind1 vermgen wir niemals aus allgemeinen ,grnden abzuleiten4 ,wollte man sich hier mit der ,schwche unserer ,vernunft helfen1 so mten doch wenigstens die ,grundeigentmlichkeiten der ,welt aus ,gottes ,wesen heraus eingesehen werden knnen1 wenn jene mathematische ,notwendigkeit im ,verhltnis von ,gott und ,welt fr uns mehr als eine ,sehnsucht unseres ,erkennens sein sollte4 ,aber auch dies ist1 wie wir gesehen haben1 unmglich4 ,die zweite ,hauptschwierigkeit besteht in der ,verbindung von ,spinozas ,ethik mit seiner ,lehre von ,gott und ,welt4 ,da alles mit gleicher ,notwendigkeit aus ,gott folgen soll1 so kann es zwischen den einzelnen ,dingen keine ,unterschiede des ,wertes geben4 ,wir sehen das einzelne noch nicht in ,gott1 wenn wir es ntzlich oder schdlich1 gut oder bse nennen1 sondern wir sehen es ganz einseitig in ,beziehung zu unserer beschrnkten1 vergnglichen ,eigenart4 ,was von den ,dingen gilt1 trifft durchaus auch fr die menschlichen ,handlungen zu4 ,auch sie folgen mit ,notwendigkeit aus der gttlichen ,weltordnung4 ,ein ,geist1 der diese ,weltordnung ganz berschaute1 wrde mathematisch beweisen knnen1 warum ,peter wie ein ,schurke1 ,paul wie ein ,heiliger lebt4 ,was notwendig ist und nicht anders zu sein vermag1 als es ist1 dem kann man auch keine ,vorschriften geben wollen1 das versucht man nicht zu ndern4 ,niemand gibt der ,erde den guten ,rat1 sich langsamer zu bewegen4 ,welchen ,sinn hat es aber dann1 den ,menschen jene uneigenntzige ,gottesliebe zu empfehlen1 da sie doch nur1 soweit das aus ,gottes ewiger ,natur notwendig folgt1 dazu gelangen knnen8 ,auch bezeichnet der ,philosoph selbst das ,verhalten des gottesliebenden ,menschen als im hchsten ,sinne richtig und gut1 whrend er nach seinen eigenen ,voraussetzungen kein ,recht zu solchen ,werturteilen hat4 ,vielleicht wundern sich manche unter ,ihnen darber1 da ich ,sie solange mit einem ,denker beschftigt habe1 dem ich nachher solche ,irrtmer und ,widersprche vorwerfen mu4 ,ich mchte darauf zunchst erwidern3 ,nicht ich bin es1 der diese ,schwchen ,spinozas gesehen hat1 sondern der ,fortschritt der philosophischen ,einsicht macht es uns heute leicht1 den groen ,philosophen zu kritisieren4 ,er selbst hat durch die ,folgerichtigkeit und ,energie seines ,denkens viel dazu beigetragen4 ,denn nur die ganz klare ,durchbildung einer ,lehre vermag die in ihr liegenden ,schwierigkeiten zu enthllen4 ,es klingt sehr gut1 wenn man sagt1 ,gott ist die notwendige ,weltordnung1 wir mssen einsehen1 da alles einzelne notwendig aus ,gott folgt1 und mssen alles1 es sei wie es sei1 in gleicher ,weise als ,ausflu der gttlichen ,natur verstehen und lieben4 ,erst die ,durchbildung dieser ,stze zum ,system lehrt uns1 da1 wenn alles mit gleicher ,notwendigkeit aus ,gott folgt1 jede ,forderung1 an ein ,einzelwesen1 sich zu ndern1 und also auch die ,forderung zur ,gottesliebe fortzuschreiten1 sinnlos wird4 ,es kommt nun aber hinzu1 da diese ,schwierigkeiten nicht etwa nur in ,spinozas ,system sich finden1 sondern da jeder ,philosoph1 der hnliches will1 ihnen verfallen mu4 ,die groen ,leistungen unseres ,erkennens bewirken ,vereinigung vorher getrennter ,gebiete4 ,beispiele aus den einzelnen ,wissenschaften liegen nahe2 unsere ,physiker haben gelernt1 ,licht und ,elektrizitt als verschiedene ,formen desselben ,geschehens anzusehen1 unsere ,botaniker und ,zoologen bemhen sich1 die unzhligen ,arten der ,pflanzen und ,tiere aus der ,entwicklung einer oder weniger ,urformen abzuleiten4 ,jeder solche ,fortschritt verbindet zu sinnvollem ,zusammenhang1 was vorher fremd und zufllig nebeneinander stand4 ,dieses ,einheitsstreben unseres ,geistes fhrt schlielich zu dem ,bemhen1 alle einzelnen ,dinge und ,ereignisse aus einem einzigen obersten ,satze durch ,vernunft abzuleiten4 ,da aber doch die ,wahrnehmungen in all ihrer ,verschiedenheit bestehen bleiben1 behauptet ein solcher ,satz das ,dasein einer wahren ,wirklichkeit1 im ,vergleich mit welcher unsere ,wahrnehmungen1 ja diese ganze ,welt wechselnder ,geschehnisse unwirklich sind4 ,fr ,platon stellt die ,ideenwelt1 fr ,spinoza die einheitliche ,gottnatur jene wahre ,wirklichkeit dar4 ,man nennt diese ,bemhungen1 sofern sie als ,wissenschaft auftreten1 ,metaphysik4 ,es lt sich nun ganz allgemein beweisen1 da jede ,metaphysik zu hnlichen ,schwierigkeiten fhren mu1 wie wir sie aufgedeckt haben4 ,spinozas ,system ist nicht etwa der letzte groe ,versuch einer solchen ,metaphysik4 ,die ,sehnsucht1 alle die zerstreuten ,einzelheiten der ,welt als notwendige ,einheit zu begreifen1 hat vielmehr immer wieder zu neuen metaphysischen ,systemen gefhrt1 von denen einige sehr wichtig und lehrreich sind4 ,nur wegen des geringen ,umfanges dieser ,vortrge1 und weil ich bei den meisten unter ,ihnen keine besonderen ,vorkenntnisse voraussetzen darf1 habe ich mich begngen mssen1 an dem einen groen ,beispiel ,spinozas den ,flug und den ,sturz der ,metaphysik klarzumachen4 ,denn nur1 wenn ,sie diesen ,zwist zwischen der hchsten geistigen ,sehnsucht und dem ,knnen des ,menschen eingesehen haben1 werden ,sie die groe ,leistung ,kants verstehen4 ,geschichtlich hngt ,kant nicht unmittelbar mit ,spinoza zusammen1 sondern mit einem jngeren ,zeitgenossen des gebannten ,juden1 mit ,gottfried ,wilhelm ,leibniz4 ,dieser groe ,deutsche hat unter allen ,denkern vor ,kant vielleicht am tiefsten die ,schwierigkeiten der ,metaphysik eingesehen4 ,trotzdem bildete er ein metaphysisches ,system aus1 das sich vom ,spinozismus hauptschlich durch die ,bemhung unterschied1 der ,eigenart der einzelnen ,dinge und der ,selbstndigkeit der einzelnen ,geister gerecht zu werden4 ,leibniz war ein ,forscher von beinahe unbegreiflicher ,vielseitigkeit1 whrend die groe ,einheit seines philosophischen ,strebens ihn vor zersplitternder ,vielwisserei schtzte4 ,gerade diese besondere ,art seiner ,gre hindert eine kurze und zugleich allgemein verstndliche ,darstellung seiner ,lehre4 ,fortgewirkt haben ,leibnizens ,gedanken in der ,form1 die ,christian ,wolff ihnen gab1 kein groer ursprnglicher ,denker1 aber ein um die ,verbreitung philosophischer ,bildung hchst verdienter ,mann4 ,vor allem drfen wir ,deutschen es ihm nicht vergessen1 da er die ,philosophie deutsch reden lehrte1 whrend vorher deutsche ,philosophen meist lateinisch oder franzsisch geschrieben hatten1 und da er die deutschen ,universitten wieder zu ,arbeitssttten fortschreitender ,wissenschaft und grndlicher ,philosophie erhob4 ,wolff war durchaus ,metaphysiker und fest berzeugt1 da unser vernnftiges ,denken imstande sei1 den wahren1 einheitlichen ,zusammenhang der ganzen ,welt zu erkennen4 ,recht bezeichnend nennt er ein deutsches ,werk1 das eine kurze ,darstellung seiner ,lehre gibt3 ,vernnftige ,gedanken von ,gott1 der ,welt und der ,seele des ,menschen1 auch allen ,dingen berhaupt4 ,in der ,lehre dieses ,mannes wurde ,kant erzogen1 ,kant1 dem es vorbehalten war1 unter ,ablehnung der ,metaphysik im alten ,sinne der ,philosophie die richtige ,aufgabe und den wahren ,weg zu ihrer ,lsung zu zeigen4 ,leben ,das ,leben ,immanuel ,kants ist schlichter1 ereignisrmer als das irgendeines unter den bisher behandelten ,philosophen4 ,es fehlt in ihm die unmittelbare ,teilnahme am ,staatsleben1 es fehlen groe ,reisen1 uerlich bemerkbare ,umschwnge1 wirklich gefhrliche ,verfolgungen4 ,weder wirkte er in der groen ,welt1 noch stellte er sich der ,lebensart seiner ,zeitgenossen auffllig entgegen1 sondern er fhrte das stille ,arbeitsleben des ,lehrers an einer kleinen deutschen ,hochschule4 ,immanuel ,kant wurde #agbd in ,knigsberg als ,sohn eines armen ,handwerkers geboren4 ,die ,familie war fromm im ,sinne einer innerlichen lebendigen protestantischen ,frmmigkeit1 wie der ,pietismus sie damals pflegte4 ,das ,interesse eines einflureichen pietistischen ,geistlichen ermglichte dem begabten ,knaben eine hhere ,ausbildung4 ,nach ,beendigung der ,schule widmete sich ,kant an der heimischen ,universitt dem ,studium der ,philosophie im weitesten ,sinne des ,wortes1 wozu damals auch ,mathematik und ,physik gehrten4 ,neben der ,lehre ,wolffs gewann die ,naturwissenschaft groen ,einflu auf ihn4 ,seit den ,zeiten eines ,descartes hatten ,astronomie und ,physik groe ,fortschritte gemacht4 ,newton war es gelungen nachzuweisen1 da die gleiche ,gesetzmigkeit der ,schwerkraft den ,fall schwerer ,krper auf der ,erde und die ,bewegungen der ,gestirne beherrscht4 ,die mathematisch geleitete ,erforschung und die mit ihr eng verbundene mechanistische ,auffassung der ,krperwelt1 die im #ag4 ,jahrhundert noch um ihre ,anerkennung kmpfte1 hatte sich allgemein durchgesetzt4 ,fr ,kants sptere ,philosophie ist es sehr wichtig1 da nicht nur in der ,mathematik1 sondern auch in der ,naturwissenschaft allgemein anerkannte ,ergebnisse ihm vor ,augen standen4 ,seine ersten ,schriften waren zum groen ,teil naturwissenschaftlichen ,inhalts4 ,hervorzuheben ist unter ihnen die #agee erschienene ,allgemeine ,naturgeschichte und ,theorie des ,himmels1 in der er die ,entstehung des ,sonnensystems mechanisch zu erklren versuchte4 ,seinen wahren ,beruf entdeckte ,kant frh2 was ihn uerlich hinderte1 der inneren ,stimme zu folgen1 berwand sein fester ,wille4 ,entschlossen1 sich ganz der ,wissenschaft zu widmen1 erwarb er sich die ntigen ,mittel durch ,hauslehrerttigkeit auf ,gtern der ,provinz ,preuen2 dann lie er sich #agee als ,dozent in ,knigsberg nieder1 erlangte aber trotz eifriger und erfolgreicher ,ttigkeit als ,lehrer und ,schriftsteller erst #aggj eine ordentliche ,professur4 ,schuld an dieser spten ,befrderung war der ,siebenjhrige ,krieg und in seinem ,gefolge die ,armut des preuischen ,staates4 ,lebensart4 ,werke ,kants ,leben war aufs strengste geregelt4 ,bercksichtigt man1 da er von seiner ,arbeit leben mute1 seine wissenschaftlichen ,plne durchfhren wollte und auf seinen von ,natur zarten ,krper ,rcksicht zu nehmen gezwungen war1 so begreift man sein genaues ,haushalten mit ,zeit1 ,kraft und ,geld4 ,er hatte den ,grundsatz1 niemals jemandem ,geld schuldig zu sein4 ,wer auch an meine ,tr klopfte1 so erzhlte er selbst1 ich konnte ruhig ffnen2 denn ich wute1 da kein ,glubiger eintreten wrde4 ,wie seine wirtschaftliche ,selbstndigkeit1 so war auch seine ,gesundheit sein eigenes ,werk1 und er hatte darum ein ,recht1 stolz auf sie zu sein4 ,streng regelmig verlief sein ,tag4 ,seinen ,spaziergang trat er stets so genau zur festgesetzten ,stunde an1 da die ,nachbarn1 wie es heit1 ihre ,uhr nach ihm stellten4 ,hatte er einmal einen allgemeingltigen ,entschlu gefat1 so hielt er unerbittlich daran fest4 ,selbst in verhltnismig geringen ,angelegenheiten formte er sich derartige ,grundstze4 ,das alles sieht fast pedantisch aus1 aber es war in ,wahrheit keine pedantische ,schrulle1 sondern die notwendige ,bedingung seiner groen ,leistungen4 ,wir drfen uns ,kant nicht als einen schon in der ,jugend eingetrockneten ,gelehrten und ,bchermenschen vorstellen4 ,vielmehr war er in jngeren ,jahren als unterhaltender und witziger ,gesellschafter sehr beliebt1 auch bei ,frauen1 wie er selbst den ,umgang mit klugen1 feinen ,frauen besonders schtzte4 ,er lebte als ,junggeselle1 aber keineswegs ungesellig1 sondern suchte ,verkehr besonders mit ,mnnern des praktischen ,lebens4 ,kaufleute und ein ,forstmeister waren seine nchsten ,freunde4 ,obwohl er seine ,heimatprovinz nie1 seine ,heimatstadt hchst selten verlie1 umspannte sein ,gesichtskreis die ganze ,welt4 ,reisebeschreibungen waren seine liebste ,erholungslektre2 er wute berall ,bescheid1 und die ,welt lag offener vor ihm als vor manchem1 der heute alle ,meere durchfahren hat4 ,noch grer war seine ,teilnahme fr alles1 was dem ,wohl der ,menschheit dient4 ,an den ,reformen der ,erziehung1 die damals vielfach versucht wurden1 nahm er regen ,anteil und gab sich z4 ,b4 viele ,mhe1 fr ,basedows ,philanthropin ,geld zusammenzubringen4 ,bis in seine mittleren ,jahre hinein verfolgte er auch die schne ,literatur eifrig4 ,klopstocks ,schwrmerei stie ihn ab1 ,wieland war sein ,lieblingsschriftsteller4 ,spter freilich1 als unsere ,dichtung sich zu ihrer hchsten ,blte entfaltete1 war ,kant zu beschftigt mit der ,ausbildung seiner ,philosophie1 um noch jene ganz neue ,welt der ,poesie in sich aufnehmen zu knnen4 ,dieser lebhafte1 fr alles ,bedeutende empfngliche ,geist spiegelt sich in dem ,stil seiner ,jugendwerke1 der oft von feiner1 etwas altmodischer ,grazie ist4 ,als er freilich sein ,hauptwerk ausarbeitete1 lag die frische ,jugend lngst hinter ihm4 ,die ersten vorbereitenden ,gedanken legte er #aggj beim ,antritt seiner ,professur in einer lateinischen ,schrift nieder1 aber es bedurfte noch #aa ,jahre schweigender ,arbeit1 bis #agha die ,kritik der reinen ,vernunft1 das ,hauptwerk ,kants und der neueren ,philosophie1 erschien4 ,ihr ,verfasser war damals bereits #eg ,jahre alt4 ,noch blieb ihm ,zeit und ,kraft1 die brigen ,teile seiner ,philosophie auszufhren4 #aghh erschien die ,kritik der praktischen ,vernunft1 d4 h4 die ,ethik1 #agij die ,kritik der ,urteilskraft1 die zugleich seine sthetik und die ,lehre von der organischen ,natur enthlt4 ,auch seine ,religionsphilosophie vermochte er1 anfangs durch die ,zensur daran gehindert1 nach ,friedrich ,wilhelms ,,ii4 ,tode herauszugeben4 ,dann aber nahte dem durch ,arbeit geschwchten ,krper das ,alter mit allen seinen ,leiden4 ,er mute schlielich seine ,lehrttigkeit aufgeben und wurde #ahjd fast achtzigjhrig durch den ,tod erlst4 ,kants ,hauptwerk1 mit dem wir uns heute beschftigen wollen1 ist schwer zu lesen und zu verstehen4 ,es ist in einer ,sprache geschrieben1 der man berall den ,kampf um den richtigen und vollstndigen ,ausdruck der ,gedanken anfhlt4 ,auch mute ,kant1 um berhaupt von seinen ,zeitgenossen verstanden zu werden1 vielfach die ,ausdrucksweise eben der ,philosophie gebrauchen1 die er widerlegte4 ,davon abgesehen1 gewinnt der ,stil dieses groen ,werkes fr den1 der es wirklich versteht1 einen ganz eigenen ,reiz4 ,unter der starren ,maske fremder ,worte fhlt man das geistige ,ringen und die beglckende1 endlich erreichte ,klarheit4 ,obwohl in der ,darstellung fast jede ,spur von ,persnlichem ausgeschieden ist1 macht sich die ,persnlichkeit geltend4 ,von allem diesem ,reize kann ich ,ihnen nichts mitteilen1 da ich die besonderen ,schwierigkeiten der ,kantischen ,ausdrucksweise vermeiden mu4 ,auch der folgende ,versuch1 ,kants ,grundgedanken in allgemein zugnglicher ,sprache wiederzugeben1 wird an ,ihre ,aufmerksamkeit und an ,ihre geistige ,mitarbeit noch erhebliche ,ansprche stellen4 ,ich kann ,ihnen diese ,schwierigkeiten nicht ersparen2 denn nur1 wenn ,sie einen ,anteil an der ,mhe der ,wissenschaft gewinnen1 wird ,ihnen die ,wissenschaft inneren ,vorteil bringen4 ,es gibt eine ,art von ,popularisierung wissenschaftlicher ,ergebnisse1 die dem ,hrer nur den ,schaum zu leichtem ,genusse bietet4 ,sie erzeugt den falschen ,glauben1 nun auf der ,hhe wahrer ,bildung zu stehen4 ,vergleichen mchte ich diese ,art mit der knstlerischen ,schilderung von ,bauern1 ,seeleuten usw41 die um die ,mitte des #ai4 ,jahrhunderts der erwachenden ,anteilnahme an dem ,geschick breiterer ,volksschichten entgegenkam4 ,man stellte ,landleute und ,matrosen in sauberen1 wie aus der ,maskengarderobe geliehenen ,sonntagskleidern in friedlicher ,feierstimmung dar4 ,wir empfinden diese ,kunst als ,lge4 ,wir wollen fr das schwere ,leben des ,bauern und ,arbeiters1 wie es wirklich ist1 ,verstndnis gewinnen4 ,dazu darf der ,schmutz der ,arbeit und die ,schwielen an den ,hnden sowenig fehlen wie der ,gesichtsausdruck1 den der ,lebenskampf aufprgt4 ,ebenso knnen ,sie fr die ,wissenschaft ,verstndnis und ,liebe nur gewinnen1 wenn ,sie an ihren ,anstrengungen teilzunehmen suchen4 ,rationalisten und ,empiristen ,um ,kants ,leistung zu verstehen1 mssen wir vollstndiger als bisher wissen1 woran er anknpfte4 ,die ,denker1 die wir in den vorangehenden ,vortrgen behandelten1 stimmen alle darin berein1 da sie im vernnftigen ,denken das ,mittel des ,erkennens erblicken4 ,nach dem lateinischen ,worte ratio1 ,vernunft1 nennt man sie daher ,rationalisten4 ,aus reinem ,denken heraus suchten sie sicheres ,wissen von der ,gesamtheit der ,welt zu gewinnen4 ,wir sahen an ,spinoza1 in welche ,schwierigkeiten ihr ,streben sie verwickelte4 ,nahe lag infolgedessen der ,einwand1 da ihre ,voraussetzung falsch1 da das vernnftige ,denken gar nicht die ,grundlage sicheren ,wissens sei4 ,schon vor ,descartes hatte der englische ,denker und ,staatsmann ,francis ,bacon1 mit dem praktischen ,sinne seines ,volkes das ,ntzliche ergreifend1 eine andere ,ansicht vom ,erkennen aufgestellt4 ,knnen wir denn irgendeine noch so einfache wirkliche ,einsicht aus der bloen ,vernunft herausholen8 ,schnee schmilzt bei ,erwrmung zu ,wasser1 ,wasser verdampft bei weiterer ,erhitzung4 ,wir wissen das sicher -- aber nur aus ,erfahrung4 ,es gibt ,flssigkeiten1 die -- wie das ,weie im ,hhnerei -- beim ,erhitzen fest werden1 nicht flssig4 ,durch ,sammlung und ,vergleichung solcher ,erfahrungen werden wir reicher an ,wissen2 die ,erfahrung1 ,einzelheiten hufend1 vom ,einzelnen zum ,allgemeinen aufsteigend1 gibt allein wahre ,erkenntnis4 ,da ,erfahrung auf griechisch empeiria heit1 nennt man diese ,philosophen ,empiristen4 ,von ,descartes und von der ,naturwissenschaft ,newtons beeinflut1 hatte ,john ,locke den ,empirismus ausgebildet und im ,laufe des #ah4 ,jahrhunderts auch auf dem ,festland ,einflu gewonnen4 ,indessen ,erfahrung ist eine recht komplizierte ,sache -- der ,satz1 erhitztes ,wasser verdampft1 ist ja augenscheinlich erst das ,erzeugnis vieler ,wahrnehmungen und berlegungen4 ,man hat zuerst das ,wasser gesehen1 seine ,feuchtigkeit gefhlt1 dann hat man die ,wrme des ,feuers empfunden1 beim ,eintauchen des ,fingers wahrgenommen1 wie das ,wasser wrmer wurde1 endlich sieht man ,nebel aus dem ,wasser sich erheben und in der ,luft vergehen1 das ,wasser aufwallen und kochen1 bemerkt schlielich1 wie das ,wasser weniger wird4 ,alle diese einzelnen ,wahrnehmungen1 die sich zu dem ,satze erhitztes ,wasser verdampft zusammenfinden mssen1 verdanken wir unsern ,sinnesorganen1 dem ,auge1 der ,haut usw41 es sind ,sinnesempfindungen4 ,alles ,wissen beruht auf ,erfahrung -- aber alle ,erfahrung ist zuletzt nur eine ,summe von ,sinnesempfindungen -- zu dieser ,lehre schreiten die englischen ,denker und ihre franzsischen ,gefolgsmnner naturgem fort4 ,sofern sie diese ,folgerung wirklich ziehen1 nennt man sie nach dem lateinischen ,worte sensus ,sinn3 ,sensualisten4 ,nun ist ja gar nicht zu leugnen1 da jedem ,erfahrungssatze ,sinnesempfindungen zugrunde liegen4 ,das wuten natrlich auch die ,rationalisten2 aber sie behaupteten erstlich1 da es ,erkenntnisse gebe1 die keine ,erfahrungsstze seien1 und zweitens1 da auch den ,erfahrungsstzen noch etwas mehr zugrunde liege als blo einzelne ,sinnesempfindungen1 und da in diesem ,mehr der eigentliche ,erkenntniswert der ,erfahrung begrndet sei4 ,wir sehen ,farben1 wir fhlen ,hrte1 ,wrme1 ,klte1 wir hren ,tne -- aber wir erfahren im ,sehen1 ,fhlen1 ,hren sichtbare1 harte1 tnende ,krper und die ,vorgnge an diesen ,krpern4 ,schon ,platon hatte von solchen ,tatsachen her die dem modernen ,sensualismus verwandte ,erkenntnislehre des ,protagoras bekmpft4 ,die neueren ,sensualisten suchten nun nachzuweisen1 da auch die ,vorstellungen von ,dingen1 ,vorgngen usw4 aus lauter einzelnen ,sinnesempfindungen bestehen4 ,wenn wir oft wahrnehmen1 da eine bestimmte ,farbe mit einer bestimmten ,tastempfindung1 einem ,geschmacke usw4 zusammen da ist1 so geben wir diesem ,zusammensein einen ,namen1 wir erwarten dann gewohnheitsmig1 da in knftigen ,fllen die gleichen ,zusammenhnge wiederkehren1 z4 ,b4 da der harte1 weie1 an den ,kanten durchscheinende ,gegenstand1 den wir ein ,stck ,zucker nennen1 auch wieder s schmecken werde4 ,humes ,kausaltheorie ,in hnlicher ,art erklrt ,david ,hume1 der bedeutendste unter den englischen ,sensualisten1 auch das ,zustandekommen unserer ,vorstellungen von ,ursache und ,wirkung4 ,wenn wir sagen3 die ,hitze bewirkt ,verdampfen des ,wassers1 so meinen wir1 das gibt ,hume zu1 mehr zu sagen1 als3 wir erleben erst ,hitze und dann1 unter ,andauern der ,hitze1 ,verminderung des ,wassers und ,dampfbildung4 ,wir sind ja alle berzeugt1 da1 wo und wann wir auch ,wasser in gengendem ,grade erhitzen1 wir seine ,verwandlung in ,dampf mit ansehen werden4 ,umgekehrt1 wo immer wir eine ,vernderung wahrnehmen1 sind wir berzeugt1 da sie ,folge einer bestimmten ,ursache ist4 ,die ,voraussetzung1 da alles ,geschehen sich aus ,ursachen erklrt1 die notwendig immer dieselben ,folgen hervorbringen1 leitet alles ,forschen2 wir nennen sie1 nach dem lateinischen ,worte causa ,ursache1 das ,kausalgesetz4 ,wie kommen wir aber nun dazu1 mit ,hilfe des ,kausalgesetzes aus den einzelnen ,empfindungen allgemeine ,schlsse zu ziehen8 ,diese ,frage mu der ,sensualismus so beantworten1 da er das ,kausalgesetz selbst auf ,empfindungen zurckfhrt4 ,um das zu leisten1 lehrt ,hume3 ,in unserem ,geiste verbinden sich zwei ,empfindungen1 die gleichzeitig oder unmittelbar nacheinander erlebt wurden1 z4 ,b4 ,hitze und gesehener ,dampf so1 da bei ,wiederkehr der ersten ,empfindung eine ,erinnerung an die zweite auftaucht4 ,die ,vorstellungen verbinden 7assoziieren7 sich4 ,wir haben ein ,assoziationsgesetz vor uns1 das schon ,aristoteles gekannt hat4 ,diese ,verbindung wird um so enger1 je hufiger wir die beiden ,empfindungen zusammen erlebt haben4 ,das ,auftreten der ersten lt uns dann die zweite erwarten4 ,auf solchen aus ,gewohnheit entsprungenen ,erwartungen beruht unser ,glaube an einen regelmigen ,verlauf der ,ereignisse4 ,nur ,gewohnheit ist im ,grunde jenes ,gefhl der ,notwendigkeit1 das wir mit dem ,kausalgesetz verbinden4 ,dieses ,gefhl ist uns im ,leben ntzlich2 es gibt unsern ,handlungen die sichere ,grundlage4 ,an der ,zweckmigkeit der ,erwartung regelmiger ,folgen zweifelt ,hume gar nicht2 aber er betont1 da es sich dabei nur um eine ntzliche ,gewohnheit1 durchaus nicht um eine in den ,dingen und ,ereignissen liegende ,notwendigkeit handelt4 ,kant sagt einmal1 ,hume habe ihn aus seinem dogmatischen ,schlummer erweckt1 d4 h4 dem ungeprften ,glauben an berkommene ,lehrmeinungen ein ,ende gemacht4 ,wir verstehen leicht1 da gerade ein ,angriff auf die unbedingte ,geltung des ,kausalgesetzes geeignet war1 als erschreckender ,weckruf zu wirken4 ,als naturwissenschaftlich gebildeter ,mann wute ,kant1 wie sehr diese ,wissenschaften auf der ,kausalitt beruhen1 als ,anhnger der ,wolffschen ,philosophie war er gewohnt1 das ,dasein ,gottes mit ,hilfe des ,satzes zu beweisen3 ,diese kunstvoll und zweckmig eingerichtete ,welt mu eine ,ursache1 und zwar eine nach ,zwecken wirkende ,ursache haben4 ,wissenschaft und ,religion schienen zugleich bedroht2 ,grund genug1 ,humes ,lehre eingehend zu prfen4 ,kritik an ,hume ,gerade dem ,naturwissenschaftler muten ,einwnde gegen ,hume naheliegen4 ,unsere ,erwartungen auf regelmiges ,verhalten der ,dinge werden oft getuscht1 aber in solchen ,fllen zweifelt kein ,forscher an der ,geltung des ,kausalgesetzes1 sondern er sucht die bisher noch unbekannte ,ursache jener ,abweichung zu finden4 ,ein ,stck ,eisen1 das man an einen ,magneten hlt1 fllt nicht1 wie man nach dem ,gesetz der ,schwere erwarten sollte1 zur ,erde1 sondern wird schwebend erhalten4 ,niemand glaubt1 hier hre die ,anziehung der ,erde zu wirken auf1 vielmehr sieht man darin die ,wirkung einer andern1 ihr entgegen gerichteten ,kraft1 des ,magnetismus4 ,nur die ,voraussetzung1 da auch scheinbare ,durchbrechungen des regelmigen ,geschehens auf kausalen ,gesetzen beruhen1 hat aus gelegentlichen ,beobachtungen auffallender ,erscheinungen das stolze ,gebude der ,lehre von der ,elektrizitt und dem ,magnetismus entstehen lassen4 ,man kann also den ,satz1 jede ,vernderung mu eine ,ursache haben1 nicht als ,ergebnis unserer ,erfahrungen ansehen1 weil er vielmehr ,voraussetzung fr alles ,erfahrungswissen ist4 ,noch mehr3 ,hume selbst setzt in seiner ,ableitung des ,kausalgesetzes dieses ,gesetz voraus1 ohne es zu bemerken4 ,unsere ,erwartung1 da auf eine ,vorstellung1 auf die frher eine andere gefolgt war1 auch beim ,wiederauftreten jene zweite folgen werde1 beruht auf dem ,assoziationsgesetz4 ,dieses ,gesetz aber spricht eine ,regelmigkeit im ,verhalten unserer ,vorstellungen aus1 ist also selbst ein auf ,vorstellungen angewandter ,sonderfall des ,kausalgesetzes4 ,hume bersieht trotz seines ,scharfsinnes1 da er das ,abzuleitende voraussetzt1 weil er die ,frage1 auf die es ankommt1 verkennt4 ,der englische ,denker sucht sich ,rechenschaft darber zu geben1 wie in uns die ,vorstellung der ,kausalitt zustande kommt1 und glaubt auf diesem ,wege eine ,entscheidung darber zu gewinnen1 ob diese ,vorstellung notwendig gilt oder nicht4 ,aber aus der ,entstehung lt sich auf die ,geltung und den ,wert einer ,erscheinung nie ein bindender ,schlu ziehen4 ,selbst wenn z4 ,b4 die ,religion aus dem ,glauben an ,gespenster und der ,furcht vor ihnen entstanden sein sollte1 wre damit noch keineswegs bewiesen1 da sie mit ,aufhren des ,gespensterglaubens ihr ,recht verliert4 ,so ist die ,rechtsfrage niemals durch eine ,geschichte der ,entstehung zu beantworten1 es sei denn1 es handele sich um ein historisches ,recht4 ,humes ,angriff auf die unbedingte ,geltung des ,kausalgesetzes war damit zurckgewiesen4 ,keineswegs aber leugnete ,kant die ,bedeutung der ,erfahrung fr die ,erkenntnis und der ,sinnesempfindung fr die ,erfahrung4 ,gewi3 ohne ,sinnesempfindungen kein ,wissen -- aber ein bloer ,haufe von ,empfindungen gibt fr sich allein gar keine ,kenntnis4 ,erfahrungen sammeln1 heit aus den einzelnen ,empfindungen einen geordneten ,zusammenhang aufbauen1 in dem jede neue ,wahrnehmung ihren bestimmten ,platz findet4 ,das ,kausalgesetz ist eine der notwendigen ,voraussetzungen1 ohne deren ,anerkennung wir blo ein loses ,nacheinander unverbundener ,eindrcke1 keine ,welt miteinander zusammenhngender ,geschehnisse htten4 ,ein solcher ,spreusand von ,erlebnissen1 der unter dem ,erleben ins ,nichts zerstiebte1 wrde der ,mglichkeit der ,erfahrung widerstreiten4 ,das ,kausalgesetz gehrt also zu den logischen ,voraussetzungen der ,erfahrung oder unserer ,erkenntnis einer ,wirklichkeit4 ,was wir erkennen sollen1 mu unter den ,bedingungen unserer ,erkenntnis stehen2 was diesen ,bedingungen widerspricht1 kann gar nicht ,gegenstand der ,erkenntnis werden4 ,descartes hatte gezeigt1 da das ,denken das ,allergewisseste ist1 ,kant machte diesen ,satz fruchtbar1 indem er bewies1 da jede andere ,gewiheit von der ,gewiheit der ,grundstze des ,erkennens abhngig ist4 ,damit wlzte er die ganze ,art und ,richtung der ,betrachtung um4 ,vorher war man von den ,dingen ausgegangen4 ,auch ,descartes hatte vom ,denken gleich den bergang zur ,gottheit gesucht und aus ihr dann alles brige abgeleitet4 ,spinoza fragte nach der einen ersten ,ursache1 aus der alles andere mit mathematischer ,gewiheit folgt4 ,kant sucht in unserem ,geiste die innere ,notwendigkeit1 die uns dazu treibt1 zu jeder ,vernderung die ,ursache aufzusuchen4 ,er selbst verglich diese ,umstlpung der ,betrachtungsweise mit der ,leistung des ,kopernikus1 der an ,stelle der ,erde die ,sonne in den ,mittelpunkt gerckt hatte4 ,so hat ,kant1 um bei unserem ,beispiel zu bleiben1 an ,stelle irgendeiner ersten ,ursache in der ,welt 7einer gttlichen ,ordnung oder einer rein im ,stoffe gelegenen ewigen ,gesetzlichkeit7 den notwendig nach ,ursachen fortschreitenden ,geist in die ,mitte der ,ursachenforschung gestellt4 ,man hat dieser ,lehre zuweilen vorgeworfen1 sie mache alle ,gewiheit vom ,menschen und damit von der ,willkr abhngig4 ,ein strkeres ,miverstndnis ist kaum denkbar4 ,schon als wir das ,verhltnis von ,sokrates zu ,protagoras betrachteten1 sahen wir1 da die ,vernunft und ihre ,gesetze zwar im ,geiste jedes einzelnen ,menschen sich finden1 aber doch von den ,eigenschaften und ,merkmalen1 die ihn zu einem besonderen ,menschen1 zu ,peter oder ,paul machen1 ganz unabhngig sind4 ,wenn wir auch nur den einfachsten1 alltglichen ,vorgang erkennen wollen1 so mssen wir versuchen1 von unseren besonderen persnlichen ,beziehungen dazu abzusehen4 ,wir drfen z4 ,b4 nicht unserer ,neigung folgen1 einen uns unsympathischen ,mann fr den ,urheber einer beltat zu halten4 ,jeder ,richter soll objektiv sein1 wie man sagt1 d4 h4 von den besonderen subjektiven ,neigungen und ,abneigungen1 die er wie jeder andere mitbringt1 absehen4 ,aber von den allgemeinen ,stzen der ,vernunft1 die in uns allen die gleichen sind1 kann und soll er nicht absehen1 im ,gegenteil1 er soll ihnen durchaus folgen4 ,ganz ebenso ist es in der ,naturforschung4 ,eine ,mondfinsternis ist ein auffallendes ,ereignis2 wenn sich kurz nach einer solchen etwas anderes ,auffallendes1 z4 ,b4 eine ,schlacht ereignet1 so ist der ,mensch ursprnglich geneigt1 diese beiden auffallenden ,ereignisse in ,verbindung miteinander zu bringen4 ,in der ,tat glauben die meisten ,vlker an solche ,zusammenhnge4 ,hat man aber eingesehen1 da die ,mondfinsternis ,folge einer bestimmten1 mit berechenbarer ,regelmigkeit wiederkehrenden ,stellung von ,sonne1 ,mond und ,erde zueinander ist1 whrend jene ,schlacht sich aus ,gegenstzen zwischen ,frsten oder ,vlkern erklrt1 die mit ,mond und ,sonne gar nichts zu tun haben1 so wird man einen solchen ,zusammenhang leugnen4 ,kant hat also nicht im geringsten nach ,art der ,sophisten alle ,wahrheit von der ,laune und ,stimmung des einzelnen ,menschen abhngig gemacht1 sondern er hat gezeigt1 da die in allen ,menschen angelegte1 aber nicht in allen gleichmig entwickelte ,vernunft die notwendige ,voraussetzung aller ,erkenntnis ist4 ,kausaltheorie ,wir mssen uns aber1 um ,kant vllig zu verstehen1 daran erinnern1 da er den englischen ,empiristen doch ein ganz bestimmtes ,recht zuerkannte4 ,jeder ,naturforscher ist berzeugt1 da eine von ihm beobachtete ,vernderung eine ,ursache hat2 und wenn er diese ,ursache nicht findet1 so wird er nicht etwa an dem ,gesetze der ,kausalitt irre1 sondern hlt seine ,kenntnis der ,tatsachen fr unvollstndig4 ,an diesem ,verhalten soll uns deutlich werden1 da aus dem allgemeinen ,gesetze der ,kausalitt allein die besondere ,ursache in irgendeinem einzelnen ,falle nicht erschlossen werden kann4 ,so bequem haben wir es nicht1 vielmehr erfordert es sorgsame ,beobachtung1 mhsame ,experimente1 vielfache berlegung und ,berechnung aller einzelnen in ,betracht kommenden ,umstnde1 um auch nur einen einzigen ,zusammenhang besonderer ,ursachen mit ihren ,wirkungen zu erkennen4 ,fruchtbar also wird der ,grundsatz der ,verbindung von ,ursache und ,wirkung nur durch ,erfahrungen4 ,alle ,erfahrungen aber vermitteln uns unsere ,sinnesorgane1 deren ,leistungsfhigkeit die moderne ,wissenschaft darum durch ,fernrohr1 ,mikroskop und viele andere ,mittel zu erhhen sucht4 ,indessen1 zu einer ,erfahrung im wahren ,sinne des ,wortes werden diese ,sinneswahrnehmungen nur durch die ,grundstze des ,verstandes1 als deren ,beispiel uns der ,satz der ,kausalitt gedient hat4 ,unser ganzes ,erkennen besteht also darin1 da wir den stets sich hufenden ,stoff der ,sinnesempfindungen in immer exakterer und bestimmterer ,weise den ,grundgesetzen unseres ,geistes unterwerfen4 ,dabei klren sich zugleich jene ,verstandesgesetze selbst4 ,irgendwie nimmt auch der roheste ,mensch an1 da jede ,vernderung eine ,ursache hat4 ,selbst im ,mrchen geschieht nichts ganz ,willkrliches1 mgen die ,ursachen im einzelnen noch so phantastisch gedacht werden4 ,auch in jeder praktischen ,arbeit setzt der ,mensch die ,geltung des ,kausalgesetzes voraus4 ,wer mit dem ,hammer einen ,nagel in ein ,brett schlgt1 erwartet1 da die ,wucht des ,werkzeuges die ,spitze des ,nagels in die ,fasern des ,holzes hineintreiben wird4 ,wenn trotzdem der ,nagel sich krmmt1 so sucht er die ,ursache dafr entweder in einer ,verhrtung im ,holze oder in einer ,schwche des ,nagels4 ,da aber die ,einheit der ganzen ,welt durch die ,einheitlichkeit des ,kausalgesetzes zustande kommt1 sieht erst die ,wissenschaft ein4 ,auch ihr wird diese ,einheitlichkeit nicht wie ein ,geschenk gegeben1 sondern sie bemht sich darum1 immer mehr die ,flle der ,erscheinungen durch einheitliche ,naturgesetze zu verbinden4 ,was wir aber ,naturgesetz nennen1 ist nichts anderes als ein allgemeiner ,satz1 der ,ursache und ,wirkung verbindet4 ,die ,naturgesetze sind also jene im ,vergleich zum ,kausalgesetz besonderen1 im ,vergleich zu den einzelnen ,tatsachen allgemeinen ,stze1 durch die wir den ,stoff der ,sinnesempfindungen der obersten ,forderung des ,kausalgesetzes unterwerfen4 ,darum setzen wir auch voraus1 da sie ausnahmslos gelten1 und wenn wir ,ausnahmen finden1 so fhren wir sie entweder auf ,durchkreuzung durch andere ,naturgesetze zurck1 oder wir berzeugen uns1 da jenes scheinbare ,naturgesetz kein solches war4 ,was bei ,spinoza am ,anfang stand1 die einheitliche ,gesetzlichkeit der ganzen ,welt1 die innerlich notwendige ,verknpfung aller ,einzelheiten zu einem ,ganzen1 das steht fr ,kant am ,ende4 ,von einer ,welt drfen wir aber im ,grunde nur reden1 wo alle ,einzelheiten zu einem ,ganzen verknpft sind4 ,man erkennt so1 da dem ,menschen nicht eine fertige ,welt gegeben1 sondern da es seine ,aufgabe ist1 den gegebenen ,stoff sinnlicher ,empfindungen immer vollstndiger in die ,einheit einer ,welt hineinzubauen -- wir drfen sagen3 ,die ,welt ist uns nicht gegeben1 sondern aufgegeben4 ,es wird ntig sein1 den ganzen ,gedankengang1 den wir an einem ,beispiele durchgegangen sind1 nun allgemeiner zu wiederholen4 ,dabei werden wir wichtige ,bestandteile1 die wir der ,einfachheit wegen zunchst absichtlich weglieen1 nachholen mssen4 ,auch wird es zweckmig sein1 nunmehr wenigstens einige vielgebrauchte kantische ,ausdrcke zu erklren4 ,wir knnen von einer ,fragestellung ausgehen1 die ,kant selbst zum ,zwecke einer leichteren ,einfhrung in seine ,lehre benutzt hat4#e ,kant wollte wissen1 warum die ,metaphysik bisher immer ,schiffbruch gelitten hatte4 ,metaphysik beansprucht1 sichere und allgemeingltige ,erkenntnisse zu besitzen4 ,nun gibt es ,wissenschaften1 die zwar nicht das ,ganze der ,welt und sein ,verhltnis zur ,gottheit zum ,gegenstande haben1 dafr aber auf ihrem engeren ,gebiete jene ,zuverlssigkeit und ,allgemeingltigkeit besitzen1 die die ,metaphysik vergeblich erstrebt4 ,es sind dies die ,mathematik und die mathematische ,naturwissenschaft4 ,wenn wir wissen1 wie auf diesen ,gebieten ,erkenntnis zustande kommt1 dann werden wir auch einsehen lernen1 warum es sich auf metaphysischem ,gebiet anders verhlt4 ,es entstehen also zunchst drei ,fragen1 den drei ,wissenschaften entsprechend4 ,diese ,fragen haben aber nicht alle dieselbe ,form4 ,in ,mathematik und ,naturwissenschaft gibt es allgemein anerkannte wissenschaftliche ,stze4 ,wer ,euklids ,geometrie oder ,newtons ,physik verstanden hat1 kann nicht mehr fragen1 ob hier ,wissenschaft mglich ist2 denn er hat die ,wirklichkeit dieser ,wissenschaften erkannt1 und was wirklich ist1 dessen ,mglichkeit ist erwiesen4 ,hier kann es also nur darauf ankommen1 nachzuweisen1 wie diese ,mglichkeit zustande kommt4 ,anders steht es mit der ,metaphysik4 ,in ihren ,streitigkeiten hat es wenigstens bisher keine ,entscheidung gegeben1 und viele haben infolgedessen an jeder ,mglichkeit metaphysischer ,erkenntnis gezweifelt4 ,wir mssen also fragen1 ob ,metaphysik als ,wissenschaft mglich ist4 ,sollte diese ,frage verneint werden1 so wre damit freilich noch nicht alles erledigt4 ,denn augenscheinlich liegt doch tief in unserem ,wesen begrndet ein ,bedrfnis nach ,metaphysik2 wre das nicht der ,fall1 so htte die ,menschheit lngst von den ,bemhungen um eine solche ,erkenntnis abgelassen4 ,kant selbst hat dieses ,bedrfnis im hchsten ,grade gefhlt1 er sagt einmal1 er sei in die ,metaphysik verliebt4 ,die ,tatsache dieses ,bedrfnisses verlangt auch dann und gerade dann eine ,erklrung1 wenn man eine wissenschaftliche ,metaphysik nicht fr mglich hlt4 ,wir verstehen jetzt die vier ,fragen1 auf die ,kant in der schon erwhnten spteren1 leichter verstndlichen ,darstellung den ,inhalt der ,kritik der reinen ,vernunft zurckgefhrt hat3 ,i4 ,wie ist reine ,mathematik mglich8 ,,ii4 ,wie ist reine ,naturwissenschaft mglich8 ,,iii4 ,ist ,metaphysik als ,wissenschaft mglich8 ,,iv4 ,wie ist das ,bedrfnis nach ,metaphysik als ,tatsache mglich8 ,fragestellung ,zu erklren bleibt dabei nur noch das ,wrtchen rein in der ersten und zweiten ,frage4 ,es bedeutet3 unabhngig von jeder einzelnen sinnlichen ,erfahrung4 ,wir haben am ,kausalgesetze gesehen1 da die allgemeine ,voraussetzung einer ,verbindung von ,ursache und ,wirkung allen ,erfahrungen zugrunde liegt4 ,die ,erfahrung1 wenn wir unter diesem ,worte die ,vereinheitlichung unserer verstreuten ,empfindungen verstehen1 ist nur unter ,voraussetzung des ,kausalgesetzes mglich2 dieses ,gesetz ist also von jeder besonderen ,erfahrung unabhngig1 es ist rein in dem eben erklrten ,wortsinne4 ,dagegen kommt jedes einzelne ,naturgesetz1 z4 ,b4 da der ,magnet ,eisen anzieht1 erst durch ,anwendung des allgemeinen ,kausalgesetzes auf einzelne ,erfahrungen zustande4 ,diese ,gesetze sind also nicht mehr rein4 ,nur um jene reinen ,voraussetzungen aller ,naturwissenschaft handelt es sich hier4 ,wir gehen nunmehr die einzelnen ,fragen durch und erklren ,kants ,antworten4 ,i4 ,wie ist reine ,mathematik mglich8 ,die mathematischen ,stze leiten wir nicht aus einzelnen ,erfahrungen her2 wenn wir z4 ,b4 beweisen wollen1 da die ,winkelsumme des ,dreiecks zwei ,rechte betrgt1 so messen wir nicht die ,winkel mglichst vieler ,dreiecke nach1 sondern wir fhren einen ganz allgemeinen ,beweis1 der auf andere einfachere ,stze und schlielich auf unbeweisbare ,grundstze zurckgeht4 ,das ,dreieck1 welches wir uns dabei vielleicht aufzeichnen1 dient nur zur ,erleichterung des ,verstndnisses4 ,seine besondere ,beschaffenheit1 ob es rechtwinklig1 spitzwinklig oder stumpfwinklig1 ob es gleichseitig oder ungleichseitig ist1 bleibt ganz auer ,betracht4 ,ja wir wissen genau1 da das gezeichnete ,dreieck den ,anforderungen der ,geometrie nicht vllig entspricht4 ,fr unseren ,beweis sind seine ,seiten ohne ,breite1 whrend jede gezeichnete ,linie eine gewisse ,breite besitzt4 ,in den mathematischen ,wissenschaften haben wir also eine ,flle von ,stzen1 die rein1 unabhngig von jeder ,erfahrung gelten4 ,diese ,wahrheiten aber sind uns hchst wichtig2 denn wir sind berzeugt1 da alle unsere ,erfahrungen ber krperliche ,dinge diesen ,stzen entsprechen werden4 ,jeder ,physiker oder ,astronom setzt bei seinen ,messungen die ,lehrstze der ,geometrie voraus4 ,wir haben frher gesehen1 wie ,descartes und seine ,nachfolger in der ,geometrie das ,vorbild rein verstandesmiger ,erkenntnis erblickten4 ,sie glaubten1 da die geometrischen ,stze sich durch bloes ,denken gewinnen lieen und hofften daher1 in hnlicher ,weise ein ,system wahrer ,stze ber ,gott und das ,weltganze aufstellen zu knnen4 ,kant war mit ihnen einig darin1 da die geometrischen ,stze nicht aus der ,erfahrung abgeleitet sind4 ,aber ebensowenig lassen sie sich aus dem bloen logischen ,denken heraus gewinnen2 wenn wir auch den ,begriff der geraden ,linie1 des ,punktes1 der ,ebene und der ,parallelen aufgestellt haben1 knnen wir daraus noch nicht den ,grundsatz ableiten1 da in einer ,ebene zu jeder geraden ,linie durch jeden ,punkt auerhalb dieser ,geraden eine und nur eine ,parallele gezogen werden kann4 ,die berzeugung von der ,wahrheit dieses ,satzes beruht auf den ,grundeigenschaften unserer rumlichen ,anschauung4 hnliches gilt von allen ,grundstzen der ,geometrie4 ,hier steht also zwischen dem ,denken und den einzelnen sinnlichen ,wahrnehmungen noch etwas ,drittes3 der ,raum4 ,jede unserer ,wahrnehmungen von ,krpern ist rumlich1 darum gelten von ihr die ,grundeigenschaften des ,raumes4 ,htte sie diese ,form nicht1 so knnten wir sie gar nicht in unsere einheitliche ,vorstellung einer ,krperwelt einordnen4 ,diese allgemeine ,form des ,raumes ist nicht aus einzelnen ,erfahrungen abzuleiten2 denn die ,erfahrung als ,verknpfung der einzelnen ,empfindungen in eine einheitliche ,welt ist nur mit ,hilfe des ,raumes mglich4 ,aber die ,eigentmlichkeiten des ,raumes1 die in den geometrischen ,grundstzen ausgesprochen werden1 sind ebensowenig denknotwendig in dem ,sinne1 da es ein ,widerspruch wre1 sie zu bestreiten4 ,in ,gedanken knnen wir uns z4 ,b4 ganz gut mit ,rumen von vier und mehr ,dimensionen beschftigen4 ,wenn also der ,raum weder ,erfahrung noch denkerzeugter ,begriff ist1 so bleibt nur eins noch brig3 er ist eine reine1 d4 h4 von aller ,erfahrung unabhngige ,form unserer ueren ,anschauung oder1 was dasselbe sagt1 unserer ,anschauung der ,krperwelt4 ,die ,stze der ,geometrie sind allgemein gltig1 weil alle unsere krperliche ,erfahrung nur in den ,formen dieser ,anschauung mglich ist4 ,was vom ,raum gilt1 gilt ganz hnlich auch von der ,zeit1 nur da sie unserer ,erfahrung noch viel allgemeiner zugrunde liegt4 ,die ,verknpfung der seelischen ,vorgnge1 der ,gedanken und ,gefhle1 alles dessen1 was wir unsere innere ,erfahrung nennen knnen1 findet nicht im ,raume1 wohl aber in der ,zeit statt4 ,nach ,kant steht die ,arithmetik in einem hnlichen ,verhltnisse zur ,zeit wie die ,geometrie zum ,raum4 ,man kann das verstehen1 wenn man das ,zhlen als ,vorbedingung der ,zahl ansieht4 ,doch fhrt das auf schwierige und sehr umstrittene ,probleme1 die hier darzulegen unmglich ist4 ,wir haben so zwei reine ,anschauungsformen1 durch die alle einzelnen ,erlebnisse geordnet sind4 ,die ,gesetzlichkeit dieser ,formen sprechen wir in den ,grundstzen der ,mathematik aus4 ,die ,geltung der ,mathematik fr alle ,erfahrungen beruht auf diesen reinen ,anschauungsformen4 ,was nicht in ,raum und ,zeit angeordnet ist1 bleibt fr uns schlechthin unerkennbar4 ,,ii4 ,wie ist reine ,naturwissenschaft mglich8 ,auch die ,naturwissenschaft macht1 wie wir schon bei unserer ,betrachtung des ,kausalgesetzes sahen1 ,voraussetzungen1 die nicht aus der ,erfahrung ableitbar sind4 ,alle einzelnen ,naturgesetze zwar enthalten ,erfahrungsbestandteile1 sind also in ,kants ,sinne keine reinen ,erkenntnisse1 aber es ist mglich1 jene vor aller ,erfahrung gltigen ,voraussetzungen aller ,naturwissenschaft fr sich zu betrachten4 ,diese ,voraussetzungen und was ohne ,anleihe an die besondere ,erfahrung aus ihnen folgt1 nennt ,kant reine ,naturwissenschaft4 ,durch ,raum und ,zeit erhlt jedes ,erlebnis eine bestimmte ,stelle1 die fr alle ,menschen dieselbe ist4 ,aber die so geordneten ,anschauungen bilden doch ein bloes ,nebeneinander1 wenn nicht noch andere ,prinzipien von ihnen gelten4 ,sie sollen ja nicht nur geordnet angeschaut1 sondern als gesetzmiger ,zusammenhang gedacht werden4 ,dazu ist1 wie wir bereits sahen1 die ,geltung des ,kausalgesetzes notwendig4 ,damit aber die gesetzmigen ,vernderungen der ,natur von unserem ,verstande beherrschbar seien1 mssen sie1 wie wir schon frher erkannt haben1 der ,rechnung unterworfen werden knnen4 ,alle ,unterschiede in der ,krperwelt mssen auf quantitative ,unterschiede1 d4 h4 auf ,verschiedenheiten der ,gre und ,zahl zurckgefhrt werden4 ,soll ferner im ,flusse der ,ereignisse ,einheit herrschen1 so mu etwas von allem ,wechsel unberhrt erhalten bleiben1 und da es sich berall in der ,naturwissenschaft um mebare ,gren handelt1 mu auch dieses ,etwas eine ,gre sein4 ,als solche ,erhaltungsgren hat die moderne ,physik ,materie und ,energie erkannt4 ,es ist an dieser ,stelle nicht mglich1 alle ,voraussetzungen der ,naturwissenschaft aufzufhren2 welcher ,art sie sind1 zeigen die behandelten ,beispiele genugsam4 ,sehen wir sie uns noch einmal an1 so erkennen wir sofort1 da sie der ,zeit zu ihrer ,anwendung bedrfen4 ,die ,erhaltungsgesetze sagen aus1 da eine ,gre in aller ,zeit bestehen bleibt1 das ,kausalgesetz macht aus der bloen ,zeitfolge der ,geschehnisse eine begreifliche ,ordnung4 ,die ,stze der reinen ,naturwissenschaft enthalten also auer den ,verstandesformen1 die ,kant ,kategorien nennt1 noch die ,anschauungsformen4 ,fruchtbar wird diese reine ,naturwissenschaft aber erst1 indem sie sich den ,stoff der ,empfindungen unterwirft4 ,diesen ,stoff empfngt sie1 vermag ihn aber nicht aus ihren ,grundstzen abzuleiten1 zu erzeugen4 ,,iii4 ,ist ,metaphysik als ,wissenschaft mglich8 ,mit den letzten ,stzen ist diese ,frage eigentlich schon verneint4 ,man hatte geglaubt1 aus dem reinen ,denken heraus ohne ,anleihe an die ,erfahrung ,erkenntnisse ber die ,gottheit und ihr ,verhltnis zur ,welt ableiten zu knnen4 ,wir wissen jetzt1 da zunchst jede inhaltlich fruchtbare ,anwendung der allgemeinen ,verstandesformen nur mit ,hilfe der ,formen der ,anschauung1 ,raum und ,zeit1 mglich ist4 ,der ,satz1 da jede ,vernderung ihre ,ursache haben mu1 hat nur innerhalb des ,reiches zeitlicher ,geschehnisse ,sinn4 ,wenn die frhere ,metaphysik sagte3 die ,welt ist da1 also mu sie eine ,ursache haben1 so suchte sie den ,begriff der ,ursache1 statt ihn innerhalb der ,welt anzuwenden1 vielmehr auf das ,ganze der ,welt und sein ,verhltnis zu etwas auerhalb der ,welt auszudehnen4 ,damit berschritt sie das ,reich mglicher ,erfahrung1 in welchem allein die ,formen unseres ,denkens ,halt und ,erfllung gewinnen4 ,die ,taube1 die in der ,luft fliegt und deren ,widerstand fhlt1 knnte meinen1 sie werde im luftleeren ,raum1 wo dieser ,widerstand sie nicht hindert1 noch viel besser fliegen knnen4 ,sie wei nicht1 da doch nur der ,widerstand der ,luft ihren ,flgelbewegungen ,halt und ,kraft gibt4 ,so meint der ,metaphysiker ohne den widerstrebenden ,stoff der ,anschauungen besser denken zu knnen1 und vergit1 da nur jener ,stoff die ,formen des ,denkens mit ,inhalt erfllt und anwendbar macht4 ,aus den ,erfahrungen metaphysische ,schlsse zu ziehen1 ist erst recht unmglich2 denn aus ,erfahrungen knnen wir immer nur auf ,dinge und ,vorgnge schlieen1 die den ,erfahrungen hnlich sind4 ,das seinem ,begriff gem notwendigerweise der ,erfahrung unzugngliche ,ganze der ,welt und die ,gottheit bleiben also unerkennbar4 ,metaphysik als ,wissenschaft ist nicht mglich4 ,,iv4 ,wie ist das ,bedrfnis nach ,metaphysik als ,tatsache mglich8 ,all unser ,erkennen ist eine fortschreitende ,arbeit1 immer neuen ,stoff der ,wahrnehmungen fgen wir der wissenschaftlichen ,erkenntnis ein1 immer einheitlicher suchen wir die ,grundgesetze der ,natur zu fassen1 immer vollstndiger die ,erlebnisse ihnen zu unterwerfen4 ,als ,ziel dieses ,strebens schwebt dem ,forscher eine einheitliche ,welterkenntnis vor4 ,gewi1 die ,welt als ,ganzes ist nicht gegeben1 aber sie ist doch aufgegeben4 ,wohl wei der besonnene ,denker1 da der endliche menschliche ,verstand jene unendliche ,aufgabe nie wirklich lsen wird1 aber trotzdem gibt diese ,aufgabe seiner unablssigen ,arbeit ,ziel und ,richtung4 ,ganz natrlich hat der ,mensch die ,sehnsucht1 dieses ,ideal seines ,erkenntnisstrebens sich bestimmter auszumalen4 ,sobald er es versucht1 erfhrt er1 da seine irdischen ,farben versagen4 ,aber die ,sehnsucht bleibt1 und wir werden noch einsehen1 wie wichtig die ,tatsache dieser ,sehnsucht fr unsere ganze ,auffassung von ,welt und ,leben sein mu4 ,vorlufig knnen wir unsere vierte ,frage beantworten3 ,die ,tatsache des ,bedrfnisses nach ,metaphysik erklrt sich aus der ,natur unseres ,erkennens als eines nach einem unerreichbaren ,ziele gerichteten ,strebens4 ,gottesbeweise4 bergang zur ,ethik ,kants ,kritik des ,erkennens hat also ein doppeltes ,gesicht4 ,das eine positive ist der ,erfahrungserkenntnis zugewendet3 sie wird sicher begrndet durch die reinen ,formen der ,anschauung1 ,raum und ,zeit1 und durch die ,verstandesbegriffe1 die ,kategorien4 ,innerhalb der ,erfahrung gibt es ,grundstze1 die sicherer sind als jede einzelne ,erfahrung und die das ,ganze der ,erfahrung erst mglich machen1 nmlich die ,grundregeln unseres ,anschauens und ,denkens4 ,aber alle diese ,regeln sind nur anwendbar1 soweit sie mit ,erfahrungsstoff erfllt werden knnen4 ,jeder ,behauptung1 die jenseits des ,erfahrbaren eine bersinnliche ,welt aus bloen ,verstandesbegriffen aufbauen will1 wendet die ,erkenntniskritik ihr verneinendes1 abweisendes ,gesicht zu4 ,ein ,begriff des allervollkommensten ,wesens z4 ,b4 kann von uns gar nicht erfat werden4 ,descartes hatte diesen ,gedanken zugleich mit dem ,gefhl unserer ,unvollkommenheit aus dem ursprnglichen ,zweifel abgeleitet1 ,spinoza hatte sich bemht1 alle einzelnen ,dinge und ,ereignisse in diesem allervollkommensten ,wesen so zusammenzudenken1 da sie aus ihm mit mathematischer ,notwendigkeit folgen4 ,vergleicht man ,kant mit diesen beiden ,philosophen1 so kann man sagen3 ,er gibt ,descartes zu1 da unser ,erkennen nur unvollkommen einem ,ziel sich nhert1 welches ihm als unerreichbares ,ideal vorschwebt4 ,aber von diesem ,ziele vermgen wir nur zu wissen1 da es unserem ,denken als ,ziel vorschwebt und ,richtung gibt2 keineswegs drfen wir behaupten1 da wir den ,begriff einer ,gottheit in uns tragen1 in der dieses ,ziel erreicht ist4 ,auch der ,schlu von dem ,begriffe eines allervollkommensten ,wesens auf seine ,wirklichkeit ist falsch4 ,dieser angeblich sichere ,beweis fr das ,dasein ,gottes war lngst vor ,descartes von mittelalterlichen ,denkern aufgestellt worden und lautet wesentlich so3 ,zum ,begriffe des allervollkommensten ,wesens gehrt jede einzelne ,vollkommenheit4 ,nun ist aber ,sein1 ,wirklichkeit eine ,vollkommenheit1 also mu das allervollkommenste ,wesen wirklich sein1 sonst knnte man ein ,wesen denken1 das zu allen brigen ,vollkommenheiten noch die des ,wirklich-,seins htte1 also vollkommener wre1 als das allervollkommenste ,wesen4 ,das aber widerspricht dem ,begriffe eines solchen ,wesens und ist daher unmglich4 ,kant sagt gegen diesen ,beweis1 da aus einem bloen ,begriff niemals die wirkliche ,existenz dessen1 was in diesem ,begriffe gedacht wird1 erschlossen werden kann4 ,wirklichkeit drfen wir nur da behaupten1 wo unsere ,erfahrung uns dazu das ,recht gibt4 ,auch darf man nicht sagen1 da der ,begriff eines wirklich existierenden allervollkommensten ,wesens den ,begriff eines nur mglicherweise existierenden allervollkommensten ,wesens an ,vollkommenheit bertrfe4 ,das wre so1 als wenn jemand behaupten wollte1 hundert ,taler1 die einer zu erwerben hofft1 seien ihrem ,begriffe nach weniger1 als hundert ,taler1 die er in der ,tasche hat4 ,gerade diese zerstrende ,seite der ,kantischen ,philosophie hat auf die ,zeitgenossen den grten ,eindruck gemacht4 ,einer der bekanntesten deutschen ,denker jener ,zeit1 ,moses ,mendelssohn1 hat ,kant deshalb den ,alleszermalmer genannt4 ,fr uns1 die wir viel schrfere ,verneiner erlebt haben1 ist ,kant vor allem ,begrnder sicherer ,erkenntnis und ,fhrer zu einer ,lebensanschauung1 die unter ,verzicht auf tuschende ,phantasien doch die ,ziele und ,werte unseres ,daseins uns sichert4 ,wir knnen das ,weltganze niemals wirklich begreifen1 aber all unser ,erkennen entnimmt doch seinen ,sinn der ,aufgabe1 die einzelnen ,erfahrungen zum ,ganzen zu gestalten4 ,im ,erkenntnisstreben1 in der ,aufgabe liegt das einzige fr uns faliche ,verhltnis zum ,unendlichen und ,unbegreiflichen2 im ,erkennen selbst ist das ,hchste eine ,aufgabe1 eine ,pflicht4 ,so hngt ,kants ,philosophie des ,erkennens mit seiner ,moralphilosophie zusammen4 ,wir wissen nichts von einer bersinnlichen ,welt1 die unsre ,erfahrung berschreitet1 d4 h4 wir drfen nicht etwa eine solche ,welt leugnen1 sondern wir drfen gar nichts ber sie aussagen4 ,aber eins ist uns sicher bekannt1 da wir ,pflichten und ,aufgaben haben4 ,sollte diese ,erkenntnis uns nicht weiterfhren8 ,am ,anfang dieser ,vortrge habe ich die ,frage3 ,was soll ich in dieser ,welt8 als die ,grundfrage der ,philosophie bezeichnet4 ,diese ,frage fhrte zu der andern3 ,was ist diese ,welt8 ,zuweilen mochte bei ,ihnen whrend der vorangehenden ,vortrge die ,meinung entstehen1 da diese beiden ,fragen doch nur uerlich nebeneinander stnden2 -- jetzt werden ,sie ihren inneren ,zusammenhang erkannt haben4 ,keineswegs vermgen wir1 wie z4 ,b4 ,spinoza wollte1 aus einer ,gesamterkenntnis der ,welt heraus die ,bestimmung unseres ,daseins abzuleiten2 vielmehr wissen wir von dem ,ganzen der ,welt1 von alledem1 was wir ihre ,einheit1 ihr ,wesen nennen1 nur so viel gewi1 da es uns als ,aufgabe unseres ,erkenntnisstrebens vor ,augen schwebt1 und zwar als eine ,aufgabe1 deren volle ,lsung nie gelingen kann4 ,ein solches notwendig gefordertes und doch unerreichbares ,ziel nennt ,kant ,idee4 ,einheit1 ,wesen der ,welt1 das sind ,ideen1 denen sich unsere ,erkenntnis in steter pflichtbewuter ,arbeit annhern soll4 ,das letzte ,wort in ,kants theoretischer ,philosophie1 das ,wort sollen1 ist zugleich das ,haupt- und ,schlagwort seiner ,ethik2 sie darzustellen ist die ,aufgabe unseres letzten ,vortrages4 ,im ,anschlu an sie wollen wir den ,mann betrachten1 der diese ,ethik ins ,leben hinberfhrte3 ,fichte4 ,illustration3 ,kant ,aus3 ,allgemeines ,historisches ,portrtwerk 7gemalt v4 ,dbler7 ,sechster ,vortrag4 ,fichte4 7,kants praktische ,philosophie47 ,bei der ,schwierigkeit der ,sache fassen wir die ,ergebnisse des vorigen ,vortrags zweckmig in einige ,stze zusammen4 ,kant hat nachgewiesen3 #a4 ,unser ,erkennen ist ein ,bearbeiten einer uns zuflieenden ,menge von ,empfindungen durch die notwendigen ,gesetze unserer ,vernunft4 ,diese ,vernunftgesetze sind anwendbar1 weil wir unsere ,empfindungen in der anschaulichen ,ordnung von ,raum und ,zeit wahrnehmen4 #b4 ,die reinen ,anschauungsformen ,raum und ,zeit ebenso wie die ,verstandesgrundstze 7,kategorien2 z4 ,b4 ,satz der ,kausalitt7 sind nicht der ,erfahrung entnommen1 vielmehr wird eine ,erfahrung im ,sinne einer geordneten ,verarbeitung der ,empfindungen erst durch sie mglich4 #c4 ,die ,verstandesgrundstze sind nur anwendbar1 soweit fr uns die ,mglichkeit der ,erfahrung reicht4 ,erfahrbar sind uns nur einzelne ,dinge und ,ereignisse4 ,wir haben die ,aufgabe1 sie immer vollstndiger zu einem einheitlichen ,ganzen zusammenzudenken4 ,dieses ,ganze selbst aber1 die ,welt1 vermgen wir als ,ganzes nie zu erfassen4 ,die ,welt ist uns nicht gegeben1 sondern aufgegeben4 #d4 ,die ,philosophie darf nicht von einer ,behauptung ber die ,dinge ausgehen1 sondern sie mu sich an den ,gesetzen des ,erkennens orientieren4 ,nennt man eine ,lehre1 die von den ,dingen 7res7 ausgeht1 ,realismus1 eine solche1 die von den ,gedanken 7idea7 ausgeht1 ,idealismus1 so mu alle wahre ,philosophie ,idealismus sein4 ,das bedeutet aber nicht1 da die ,wahrheit abhngig ist von den zuflligen ,vorstellungen eines einzelnen ,menschen4 ,vielmehr haben wir uns zu sttzen auf die ,voraussetzungen des ,erkennens1 die jeder einzelne in gleicher ,weise anerkennen mu1 sofern er sich nur berhaupt die ,aufgabe der ,erkenntnis stellt4 #e4 ,die ,grundstze der ,erkenntnis treten dem einzelnen ,menschen als ,forderungen gegenber4 ,wir sollen z4 ,b4 zu jeder ,vernderung ihre ,ursache suchen4 ,eine ,forderung durchsetzen heit handeln4 ,so zeigt sich das ,erkennen 7die theoretische ,vernunft7 selbst als eine ,art ,handeln 7griechisch prattein1 davon praktisch74 ,die ,gewiheit des ,erkennens grndet sich auf die berzeugung von ,anforderungen1 die an unser geistiges ,handeln gestellt werden4 ,so mndet die theoretische ,philosophie in die praktische ein4 ,kant spricht daher von einem ,vorrechte 7,erstlingsrechte1 ,primate7 der praktischen ,vernunft4 ,der gute ,wille ,wir wollen ,wahrheit und einheitliche ,welterkenntnis4 ,wir sollen sie wollen und wir fhlen1 da dieses ,sollen und der ,gehorsam ihm gegenber mehr ,wert hat als unser vergngliches ,leben4 ,aber die ,erkenntnis ist doch gewi nicht das einzige1 was wir erstreben sollen4 ,wir mssen alle bisherigen ,betrachtungen durch eine noch tiefer sich versenkende1 noch weiter ausblickende ergnzen4 ,unser ,streben nach ,erkenntnis hat die ,reinheit der ,absicht mit jedem sittlichen ,streben gemein4 ,sittlich ist berall ein ,wille1 der keine ,nebenabsichten fr sich selbst verfolgt1 sondern das ,rechte um des ,rechten willen tut4 ,kant stellt an die ,spitze seiner ,moralphilosophie den berhmten ,satz3 ,es ist berall nichts in der ,welt1 ja berhaupt auch auer derselben zu denken mglich1 was ohne ,einschrnkung fr gut knnte gehalten werden1 als allein ein guter ,wille4 ,kant geht hier nicht von der ,handlung1 noch weniger vom ,erfolg1 sondern vom ,willen selbst aus4 ,der ,erfolg unserer ,taten liegt oft gar nicht in unserer ,macht4 ,der ,handlung1 wie sie uerlich erscheint1 kann man nicht ansehen1 welchem ,beweggrunde sie entstammt4 ,die letzte ,entscheidung darber1 ob wir recht oder unrecht gehandelt haben1 gibt uns stets nur das eigene ,bewutsein von der ,natur unseres ,willens1 das ,gewissen4 ,ein guter ,wille will1 was er fr recht erkannte4 ,diese ,bestimmung ist formal1 sie gibt fr sich allein keinen ,aufschlu darber1 wie im einzelnen ,falle gehandelt werden soll4 ,ja1 wir mssen zuweilen den guten ,willen1 die moralische ,absicht des ,handelnden zugeben in ,fllen1 in denen die ,handlung selbst uns ,abscheu einflt4 ,unter den russischen ,revolutionren1 deren ,mordtaten wir mit ,entsetzen lesen1 gibt es wohl wenigstens einzelne1 die nicht aus niederen ,motiven 7,rachsucht1 ,blutgier1 ,ruhmsucht71 sondern aus der berzeugung handeln1 da der ,mord ihre ,pflicht ist4 ,dafr spricht1 da sie ihr eigenes ,leben opfern und da sie1 wo ihr ,fanatismus sie nicht irrefhrt1 mitleidig und hilfsbereit sind4 ,wir werden sogar in solchen ,fllen den guten ,willen anerkennen mssen und nur zu bedauern haben1 da dem sittlichen ,streben eine irregeleitete ,vernunft beiwohnt4 ,eine ,handlungsweise1 die wir als uns geboten erkannt haben1 heit ,pflicht4 ,ein guter ,wille ist also ein pflichtbewuter ,wille1 er tut die ,pflicht um ihrer selbst willen4 ,ich sagte eben1 eine ,handlungsweise1 die wir als geboten anerkennen1 ist ,pflicht4 ,woher stammt dieses ,gebot8 ,sicher nicht von einer ueren1 irdischen ,gewalt4 uere bermacht kann uns krperlich zwingen1 ihr den ,willen zu tun1 sie kann uns auch schrecken und auf unsere ,schwche wirken1 aber sie kann nicht machen1 da wir etwas gegen unsere freie1 innere berzeugung fr recht halten4 ,selbst ein gttliches ,gebot kann das nicht bewirken4 ,wir erkennen unsere ,pflicht nicht durch irgendeine gttliche ,offenbarung1 die in der ,bibel oder sonst in einem ,buch oder ,ausspruch niedergelegt ist1 sondern umgekehrt3 wir sehen in der ,bibel nur gttliche ,offenbarung1 weil und soweit unsere sittliche ,einsicht ihren ,geboten beistimmt4 ,die ,moral lehnt also jede fremde ,gesetzgebung ab4 ,sie ist nicht heteronom 7heteros -- griechisch -- fremd1 nomos ,gesetz71 in ihr gibt sich unser innerstes ,wesen selbst das ,gesetz1 sie ist autonom 7autos selbst74 ,man hat von ,kants ,moral gesagt1 sie sei eng1 habe etwas von ,kleinbrgerlichkeit und ,polizeistaat an sich4 ,ich glaube1 ,sie werden aus der ,darstellung von ,kants ,grundstzen dieses ,gefhl nicht gewonnen haben4 ,ganz im ,gegenteil3 es ist eine ,moral fr mndige ,menschen1 eine strenge und stolze ,sittlichkeit4 ,polizeigeruch ist an ihr sicher nicht zu spren4 ,die ,polizei und das ,gericht des ,staates knnen die inneren ,vorgnge1 um die es sich fr die ,moral handelt1 gar nicht sehen1 sie sollen das auch nicht versuchen4 ,ihre ,aufgabe ist es1 die sehr notwendige uere ,ordnung der ,gesellschaft aufrecht zu erhalten1 sie kmmern sich daher nur um die uere ,gesetzmigkeit der ,handlungen4 ,ob jemand nicht stiehlt1 weil er ,stehlen fr unrecht erkannt hat oder weil er das ,gefngnis frchtet1 ist diesen ueren ,gewalten gleichgltig1 soll und mu ihnen als ueren ,gewalten gleichgltig sein4 ,ja1 die uere ,gewalt mte die ordnungstrende ,handlung selbst dann verfolgen1 wenn sie aus einer vom ,irrtum mileiteten sittlichen ,gesinnung hervorgehen sollte1 wie die ,mordtaten einzelner russischer ,revolutionre4 ,autonomie und kategorischer ,imperativ ,aus der ,schtzung des guten ,willens als des ,hchsten1 was es in der ,welt gibt1 folgt nun aber1 da wir unsere ,mitmenschen mit ,achtung zu behandeln haben2 denn in jedem ,menschen liegt wenigstens die ,mglichkeit1 sich auf die ,stufe des guten ,willens zu erheben4 ,wir drfen selbst dem verkommensten ,menschen die ,mglichkeit nicht absprechen1 sich auf sein besseres ,selbst zu besinnen1 und sollen deshalb einen ,menschen nicht wie ein ,ding als bloes ,mittel zum ,zwecke behandeln1 vielmehr stets auf seinen ,eigenwert ,rcksicht nehmen4 ,vor der moralischen ,forderung endlich sind wir alle gleich4 ,wir drfen also hier kein ,vorrecht fr uns beanspruchen1 sondern mssen so handeln1 da wir die gleiche ,handlungsweise von jedem in der gleichen ,lage fordern wrden4 ,wenn wir etwa in die ,versuchung kommen1 ein ,versprechen nicht zu halten1 sollen wir uns fragen1 ob es denkbar wre1 da alle ,menschen in der gleichen ,lage ebenso handelten4 ,wenn jeder sein ,wort brche1 sobald ,wort halten unbequem ist1 so schwnde alles ,vertrauen auf ein gegebenes ,wort und damit ,treu und ,glauben in der menschlichen ,gesellschaft4 ,aus dieser ,erwgung ergibt sich1 warum der ,wortbruch unmoralisch ist4 ,so versteht man die ,formel1 in die ,kant das ,sittengesetz gebracht hat3 ,handle so1 da die ,maxime deines ,wollens jederzeit ,prinzip einer allgemeinen ,gesetzgebung sein knnte4 ,kant nennt diese ,forderung den kategorischen ,imperativ -- ein ,ausdruck1 dessen ,bedeutung ,sie nun leicht verstehen werden4 ,jeder andere ,befehl 7,imperativ7 gilt nur unter gewissen ,voraussetzungen4 ,der ,arzt z4 ,b4 befiehlt dem ,magenkranken mig zu leben1 falls er gesund werden will2 zieht jener ,schlemmerei der ,gesundheit vor1 so gilt dieser ,befehl nicht mehr4 ,der rmische ,staat befahl den ,christen1 vor den ,kaiserbildern zu opfern2 aber dieser ,befehl band sie nur1 solange sie leben wollten1 und die ,mrtyrer zogen den ,tod einer ,verletzung ihres religisen ,gefhles vor4 ,alle solche ,befehle gelten nur bedingt1 hypothetisch2 das ,sittengesetz ist der einzige ,befehl1 der unbedingt1 kategorisch1 den ,anspruch auf ,befolgung erhebt4 ,ist der gute1 d4 h4 pflichtbewute ,wille das ,hchste1 ,gewisseste und ,wichtigste1 was es fr uns gibt1 so mu es auch mglich sein1 unsere ,handlungen durch freien ,willensentschlu dem erkannten ,sittengebot gem zu bestimmen1 d4 h4 wir mssen frei sein4 ,wir stellen weiter die ,forderung1 da der gute ,wille herrsche4 ,in dem kleinen ,stck ,welt1 das wir bersehen1 ist das nun sicher nicht der ,fall4 ,sehr oft unterliegt der edlere ,mensch dem rcksichtslosen ,schurken1 noch fter kmpft unser bestes ,wollen vergeblich gegen die ,widerstnde des ,naturlaufs1 gegen ,krankheit1 ,mangel und ,migeschick4 ,das ,ganze der ,welt aber kennen wir nicht1 wir wissen nicht1 wie sich in diesem ,ganzen die ,widersprche ausgleichen4 ,indessen1 aus der moralischen ,forderung folgt1 da es irgendwie eine solche ,ausgleichung geben mu4 ,so grndet sich auf die ,sittlichkeit der ,glaube4 ,glauben bedeutet hier nicht soviel wie fr wahrscheinlich halten1 vielmehr ist das ,wort im religisen ,sinne gemeint1 etwa wie ,luther es nach dem ,hebrerbrief erklrt hat3 ,glaube ist die ,gewiheit dessen1 was man nicht siehet4 ,glaube ist ,gewiheit1 und weil diese ,gewiheit aus den ,forderungen unserer ,vernunft folgt1 spricht ,kant von ,vernunftglauben2 ,glaube ist aber die ,gewiheit dessen1 was man nicht sieht4 ,sehen1 auch im bertragenen ,sinne des ,wortes1 knnen wir ja die ,einrichtungen des ,weltganzen niemals4 ,wie die ,gottheit regiert1 wissen wir nicht2 nur da eine ,gottheit regiert1 ist uns moralisch gewi4 ,da wir nur im moralischen ,wollen ein wahres ,verhltnis zur ,gottheit haben1 knnen wir ,gott auch nur durch rechtes ,handeln dienen4 ,jeder ,glaube1 der durch uerliche ,zeichen der ,verehrung ,gott wohlgefllig zu sein glaubt1 ist ,aberglaube4 ,einheit der ,kantischen ,philosophie ,sie erkennen1 wie innerlich notwendig ,kants theoretische und praktische ,philosophie zusammenhngen4 ,auch geschichtlich bilden beide ,teile eine untrennbare ,einheit4 ,schon in der ersten ,auflage der ,kritik der reinen ,vernunft hat ,kant auf die ,ergnzung dieses ,werkes durch die ,moralphilosophie hingewiesen4 ,es gab keine ,zeit in ,kants ,leben1 in der er nur die negativen ,teile seiner ,philosophie besessen htte4 ,ich betone das1 weil das ,gegenteil oft behauptet wird4 ,heinrich ,heine hat einmal in seiner witzigen ,art gesagt3 ,kant habe in der ,kritik der reinen ,vernunft den lieben ,gott totgeschlagen1 dann aber habe der ,philosoph an seinen alten ,diener ,lampe gedacht1 der ihm auf seinen regelmigen ,spaziergngen den ,regenschirm nachtrug4 ,er habe berlegt1 da ,lampe ohne den lieben ,gott nicht glcklich sein knnte1 es sei aber praktisch ntig1 da ,lampe glcklich sei1 und darum habe ,kant in der ,kritik der praktischen ,vernunft den lieben ,gott wieder auferweckt4 ,das ist ebenso amsant wie falsch4 ,kant hat in der ,kritik der reinen ,vernunft nicht etwa das ,dasein der ,gottheit widerlegt1 sondern nur falsche ,beweise fr dieses ,dasein entkrftet und gezeigt1 da aus rein theoretischen ,grnden ber die ,gottheit gar nichts gefolgert werden kann4 ,im ,hintergrunde stand dabei die berzeugung1 da es andere1 moralische ,grnde gebe1 durch die wir der ,gottheit gewi werden4 ,was ,heine witzig gesagt hat1 wiederholte ,ernst ,hckel spter in trockenem ,lehrton2 es ist aber dadurch nicht wahrer geworden4 ,natrlich hat jeder denkende ,mensch das ,recht zu prfen1 ob der von ,kant behauptete ,zusammenhang zwischen theoretischer und praktischer ,philosophie begrndet ist4 ,aber die ,behauptung1 da ein solcher ,zusammenhang fr den ,philosophen selbst nicht bestehe1 da ,kant aus ueren ,grnden oder aus innerer ,feigheit seine ,meinung gendert habe1 beruht bestenfalls auf grober ,unkenntnis der ,tatsachen4 ,gegen meine ,gewohnheit in diesen ,vortrgen habe ich eben eine fremde ,auffassung schroff bekmpft4 ,ich mute das tun1 weil sie darauf ausgeht1 das ,wertvollste1 was ,kants ,philosophie nach meiner festen berzeugung fr unser ganzes ,leben geleistet hat1 einem billigen ,hohne preiszugeben4 ,ich will ,ihnen dieses ,wertvollste jetzt noch in einem groartigen ,bilde vorfhren4 ,johann ,gottlieb ,fichte1 ,kants selbstndigster ,schler1 war zugleich eine lebendige ,verkrperung von ,kants ,moralphilosophie4 ,die ,betrachtung seiner ,persnlichkeit rundet unsere ,darstellung gleichsam zum ,kreise4 ,mit einer ,philosophie1 die ganz ,leben war1 habe ich begonnen4 ,dann zeigte ich1 wie sich mehr und mehr das ,denken zurckziehen mute in den stillen ,garten ,platons und tiefer noch in die einsame ,studierstube der neueren ,denker4 ,jetzt aber werde ich zu ,ihnen von einem ,manne reden1 der den ,gewinn an ,zusammenhang und ,grndlichkeit1 wie das einsame ,denken ihn bringt1 wohl kannte1 der selbst einen groen ,teil seines ,lebens mit lebensfernen ,studien zubrachte1 dann jedoch das so ,errungene wieder ins ,leben zurckfhrte und dem ,leben dienstbar machte4 ,johann ,gottlieb ,fichte wurde am #ai4 ,mai #agfb als ,sohn eines ,leinenwebers und ,bandhndlers in dem ,dorfe ,rammenau1 das zur schsischen ,lausitz gehrt1 geboren4 ,obwohl die ,handweber damals noch nicht durch die ,konkurrenz der ,fabriken zum ,hunger verurteilt waren1 ging es doch bei ,fichtes ,eltern drftig zu1 zumal dem ltesten ,sohne noch sieben ,geschwister folgten4 ,whrend ,fichte die ,dorfschule besuchte1 mute er zugleich als ,gnsejunge zum ,unterhalte der ,familie beitragen4 ,sein lebhafter ,geist ergriff die einzige ,anregung1 die sich ihm bot1 mit ,feuer3 die sonntglichen ,predigten prgte er sich so gut ein1 da er sie aus dem ,gedchtnis herzusagen wute4 ,eines ,sonntags kam zum ,gutsherrn von ,rammenau ein benachbarter reicher ,edelmann1 ein ,herr von ,miltitz1 zu ,besuch4 ,als er bedauerte1 die ,predigt bereits versumt zu haben1 machte man ihn auf die ,fhigkeit des jungen ,fichte aufmerksam2 er lie ihn zu sich kommen und die ,predigt wiederholen1 unterhielt sich darauf mit dem ,knaben und fand1 da dieser nicht etwa die ,worte mechanisch hergesagt1 sondern den ,sinn vollstndig erfat hatte4 ,der ,eindruck dieser ,begabung war so stark1 da ,miltitz sich entschlo1 ,fichte auf seine ,kosten ausbilden zu lassen4 ,fichtes ,jugend ,durch einen ,pfarrer auf einem der ,gter des ,herrn von ,miltitz vorbereitet1 trat er #aggd in die berhmte ,anstalt ,schulpforta ein4 ,schulpforta ist ein ,internat1 d4 h4 die ,zglinge wohnen in der ,anstalt4 ,schon die strenge ,disziplin1 die hier herrschte1 bedrckte den an ,freiheit gewhnten ,knaben2 schlimmer aber war fr sein empfindliches ,rechtsgefhl die ,roheit der lteren ,genossen gegen die jngeren4 ,sie trieb ihn zu einem ,fluchtversuch1 von dem ihn indessen der ,gedanke an seine ,eltern bald zurckbrachte4 ,so durchlief er die ,anstalt und begab sich1 ausgerstet mit grndlicher ,bildung besonders in den alten ,sprachen #aghj nach der ,universitt ,jena1 die er bald mit ,leipzig vertauschte1 um ,theologie zu studieren4 ,materielle ,not1 der ,zwang1 durch ,stundengeben sein ,brot zu verdienen1 beeintrchtigten sein ,studium4 ,miltitz war gestorben2 seine ,erben untersttzten ihn eine ,zeitlang1 aber diese stets unzureichende ,hilfe versiegte bald ganz4 ,die ,nte des ,hauslehrer- und ,hofmeisterdaseins mute ,fichte bis auf die ,neige auskosten1 schlielich war er vllig mittellos1 seine ,rechtlichkeit verbot ihm1 ,geld zu borgen1 da er nicht die ,mglichkeit sah1 es wiederzugeben4 ,aus dieser uersten ,not befreite ihn #aghh der alte ,dichter ,chr4 ,felix ,weie1 einst ,lessings ,jugendfreund1 indem er ihm eine ,hauslehrerstelle bei einem ,gastwirt in ,zrich verschaffte4 ,indessen hinderte ,fichte seine ,selbstachtung und sein ,pflichtgefhl1 in der ,erziehung seiner ,zglinge eine bloe ,versorgung fr sich selbst zu sehen2 er fate dieses ,amt als echten ,beruf auf und fhlte sich daher berechtigt1 alle ,strungen in diesem ,berufe zu bekmpfen4 ,als strend empfand er vor allem die ,schwchen der ,eltern2 daher legte er sich ein ,tagebuch an1 in das er die bedeutendsten ,erziehungsfehler der ,eltern einschrieb1 und las es ihnen am ,ende jeder ,woche vor4 ,anderthalb ,jahre lang dauerte diese ,ttigkeit ,fichtes2 und es spricht immerhin fr den ,charakter jener ,brgersleute1 da das ,verhltnis nicht auf ihren1 sondern auf ,fichtes ,wunsch gelst wurde4 ,in ,zrich fand ,fichte nicht nur ,erholung von seinen materiellen ,nten1 sondern auch zum erstenmal in seinem ,leben einen ihm angemessenen ,verkehr4 ,besonders eng schlo er sich an einen ,kaufmann ,rahn an1 der einst ein ,freund des ,dichters ,klopstock gewesen war1 dessen ,schwester geheiratet hatte1 und dem nach dem ,tode seiner ,frau die einzige ,tochter ,johanna die ,wirtschaft fhrte4 ,sie erkannte ,fichtes hohen ,wert1 ihre ,liebe fand ,erwiderung1 und als ihr ,verlobter verlie ,fichte die ,schweiz4 ,in ,leipzig1 wohin er zurckkehrte1 erwartete ihn freilich die alte ,not1 noch verschrft durch den ,gegensatz gegen die hohe ,meinung1 die ,fichte von sich selbst hegte4 ,damals1 am #bj4 ,juni #agij1 schrieb er an seinen ,vater3 ,den gewhnlichen ,weg schleichen -- mich auf eine ,dorfpfarre setzen1 kann ich einmal nicht1 und ,gott1 der mir diesen ,sinn gab1 wei1 da ich es nicht kann4 ,man gewinnt aus seinen ,briefen und seiner ,lebensfhrung den ,eindruck1 da ,fichte sich zu ,groem berufen fhlte1 aber noch nicht wute1 auf welchem ,gebiete seine knftigen ,leistungen liegen wrden4 ,da brachte ein scheinbar unbedeutendes ,ereignis die ,entscheidung4 ,ein ,student wnschte ,unterricht von ihm in der ,kantischen ,philosophie4 ,fichte konnte schon aus ueren ,grnden solche ,angebote nicht abweisen1 und da er als gewissenhafter ,mensch doch genau kennen mute1 was er lehren sollte1 vertiefte er sich in ,kants ,werke4 ,eine neue ,welt ging ihm auf4 ,am #e4 ,mrz #agia schrieb er an einen seiner ,brder3 ,aus ,verdru 7da sich gewisse ,aussichten nicht erfllten7 warf ich mich in die ,kantische ,philosophie1 4441 die ebenso herzerhebend als kopfbrechend ist4 ,ich fand darin eine ,beschftigung1 die ,herz und ,kopf fllte2 mein ungestmer ,ausbreitungsgeist schwieg3 das waren die glcklichsten ,tage1 die ich je verlebt habe4 ,von einem ,tage zum andern verlegen um ,brot1 war ich dennoch damals vielleicht einer der glcklichsten ,menschen auf dem weiten ,runde der ,erden4 ,was gab ,fichte die ,kantische ,philosophie8 ,natrlich hatte er schon vorher philosophiert2 denn ,philosoph wird nur1 wer mit dem ,verlangen nach sicherem1 einheitlichem ,wissen geboren ist1 und ein ,mensch1 in dem der ,drang des ,fragens lebt1 beginnt frh nachzudenken4 ,fichte kam dabei zu ,ansichten1 die in manchem denen ,spinozas hnelten4 ,vor allem war er berzeugt von der notwendigen einheitlichen ,ordnung der ,welt1 in deren durchgehender ,bestimmtheit kein ,platz fr die ,freiheit des ,willens ist4 ,gerade die ,frage der ,willensfreiheit hatte den tatendurstigen ,jngling viel beschftigt1 er hatte darber auch mit seinem ,schwiegervater ,rahn diskutiert und den alten ,mann zu seiner berzeugung gebracht4 ,jetzt schrieb er ihm1 er erkenne1 da sie sich damals beide geirrt htten2 denn sie seien von der unrichtigen ,seite ausgegangen4 ,wir drfen ja nicht das ,weltganze an den ,anfang stellen1 sondern wir mssen uns an den ,gesetzen und ,aufgaben des ,erkennens orientieren4 ,da das ,weltganze selbst ein ,ziel fr unsern ,erkenntniswillen ist1 tuschen wir uns1 wenn wir uns als unfreie ,glieder dieses ,ganzen fhlen4 ,in ,kants ,lehren findet ,fichte gerechtfertigt1 was sein stolzer ,freiheitswille forderte2 zugleich wei er nun1 was der ,kern seiner ,begabung ist4 ,von jetzt ab ist er ganz ,philosoph2 sein ,ziel mu sein1 das ,leben nach den ,anforderungen der ,philosophie zu gestalten4 ,seine uere ,lage freilich war bedrngter als je1 auch seine ,heirat rckte infolge geschftlicher ,verluste seines ,schwiegervaters in unbestimmte ,ferne4 ,er mute sich entschlieen1 noch einmal eine ,hauslehrerstelle anzunehmen und fand sie in einer grflichen ,familie in ,warschau4 ,dort traf er es indessen weit ungnstiger als bei jenen ,zricher ,brgersleuten1 die sich dem ,eindruck seiner ,persnlichkeit nicht hatten entziehen knnen4 ,die ,grfin1 die ihren ,gemahl vllig beherrschte1 sah in dem ,hauslehrer nur einen ,bedienten1 von dem sie ,unterordnung unter ihre ,launen und die ,manieren eines franzsischen ,tanzmeisters verlangte4 ,gleich die erste ,unterredung verlief so1 da ,fichte die ,stellung nicht antreten konnte2 die ,entschdigung die er fr die ,geld- und ,zeitverluste der weiten ,reise fordern mute1 erhielt er erst1 als er mit gerichtlicher ,klage drohte4 ,fichtes philosophische ,anfnge ,da ,fichte nach ,empfang der ,entschdigung einige ,mittel besa und sich zudem nicht sehr weit von ,knigsberg befand1 beschlo er1 dort ,kant aufzusuchen1 den er unter allen ,lebenden am hchsten verehrte4 ,aber dieser ,besuch brachte ihm zunchst eine neue ,enttuschung4 ,der groe alte ,mann1 der oft von unbekannten ,besuchern belstigt wurde1 empfing den ,kandidaten der ,theologie ,fichte1 wie dieser selbst schreibt1 nicht sonderlich4 ,um sich eine andere ,aufnahme zu verdienen1 blieb ,fichte nun in ,knigsberg und arbeitete in wenigen ,wochen seine ,gedanken ber ,religionsphilosophie aus4 ,die ,handschrift schickte er unter dem ,titel3 ,versuch einer ,kritik aller ,offenbarung an ,kant1 der daraus die ,begabung des ,einsenders erkannte und ,fichte bei einem neuen ,besuche1 wie wir wiederum von diesem selbst wissen1 mit ausgezeichneter ,gte aufnahm4 ,fichte war gezwungen1 diese ,gte fr sein ueres ,leben in ,anspruch zu nehmen1 da seine ,mittel erschpft waren4 ,kant gewhrte das erbetene ,darlehn seinen ,grundstzen gem nicht1 half aber in viel grndlicherer und vornehmerer ,weise dadurch1 da er ,fichte einen ,verleger fr seine ,arbeit und eine passende ,hauslehrerstelle bei einem ,grafen ,krockow in der ,nhe von ,danzig verschaffte4 ,dort fhlte er sich bei gebildeten ,menschen wohl und hatte ,mue1 seine ,schrift eingehend durchzuarbeiten4 ,ostern #agib erschien sie im ,buchhandel2 gegen ,fichtes ,wunsch1 aber vielleicht nicht ohne ,nebenabsicht des ,verlegers anonym4 ,eines der ersten kritischen ,bltter jener ,zeit1 die ,jenaer ,literaturzeitung1 erklrte1 der erhabene ,verfasser lasse sich gar nicht verkennen1 das ,buch sei von ,kant4 ,natrlich berichtigte ,kant das sofort und nannte als ,verfasser den ,kandidaten der ,theologie ,johann ,gottlieb ,fichte4 ,dadurch war der unbekannte ,hauslehrer pltzlich ein berhmter ,mann geworden2 denn wer ein ,buch schreiben konnte1 das man fr ein ,werk ,kants hielt1 hatte ,anspruch auf allgemeine ,beachtung4 ,auch uerlich wendete sich jetzt sein ,geschick4 ,sein ,schwiegervater hatte wenigstens einen ,teil seines ,vermgens retten knnen1 und ,fichte durfte nun endlich an die ,heirat denken4 ,er ging nach ,zrich und fhrte am #bb4 ,oktober #agic seine ,braut heim4 ,den ,winter verbrachte das junge ,paar in der ,heimat der ,frau2 ,fichte lebte in einem angeregten ,kreise und lernte auch den groen ,propheten echter ,volksbildung ,pestalozzi kennen4 ,zugleich zeigte sich die ,richtung seines ,geistes1 die philosophischen ,erkenntnisse fr die ,erfassung der ,gegenwart nutzbar zu machen1 und seine ,begeisterung fr einen freien ,staat in einer ,schrift ber die ,franzsische ,revolution4 ,im ,sommer des nchsten ,jahres folgte er einem ,rufe an die ,universitt ,jena und bte dort vom ersten ,tage an eine hinreiende ,wirkung auf die ,studenten aus4 ,von vornherein zerfiel seine ,lehrttigkeit in zwei ,teile3 in umfangreichen ,vorlesungen bildete er die ,kantische ,philosophie in seiner ,weise fort1 whrend er in krzeren1 allgemeinverstndlichen ,vortrgen im ,geiste dieser ,philosophie auf die ,menge der ,studierenden einwirkte und ihnen die echten ,lebensaufgaben der gelehrten ,stnde vor ,augen fhrte4 ,die ,wissenschaftslehre ,die theoretische ,philosophie ,fichtes ist zu schwierig1 um hier dargestellt zu werden4 ,nur was der ,philosoph wollte1 kann ich ,ihnen deutlich machen4 ,ich sagte vorher3 ,kants ,philosophie gab ihm die ,mglichkeit1 die ,freiheit des ,willens zu bejahen4 ,er sah nun ein1 da zwei ,weltanschauungen entstehen1 je nachdem man von den ,dingen1 von der ,natur ausgeht oder von dem ,ich1 von seiner ,tat im ,erkennen und ,handeln4 ,die erste ,weltanschauung hat ,spinoza am folgerichtigsten durchgebildet1 ,kant hat sie widerlegt4 ,aber ,kant1 obwohl er im erkennenden und handelnden ,ich das ,zentrum aller ,einsicht entdeckte1 hat doch die einzelnen ,grundstze nicht aus diesem ,einheitspunkte abgeleitet4 ,das will ,fichte tun4 ,die ,vielheit der ,kategorien1 die ,anschauungsformen1 der ,stoff sinnlicher ,empfindungen stehen bei ,kant nebeneinander1 sie sollen aus einem ,grundsatze abgeleitet werden4 ,gegenstand dieses ,grundsatzes kann nur das ,zentrum des ,erkennens1 das ,ich sein4 ,obwohl ,fichte nicht wie ,spinoza von der ,substanz ausgeht1 von einem festen ,ganzen1 das uns gegeben ist1 sondern vom ,handeln des ,ich1 begegnet ihm doch die ,schwierigkeit1 die wir am ,systeme des ,spinoza aufgewiesen haben3 die ,inhaltflle der ,welt aus einem ,grundsatze abzuleiten4 ,er hat sein ,leben lang mit diesem ,problem gerungen2 wir knnen die ,versuche der ,lsung nicht verfolgen1 so wertvoll sie fr den ,fortschritt philosophischer ,erkenntnis sind4 ,eine befriedigende ,lsung konnte er nicht finden4 ,wichtig ist uns1 da ,fichte in der ,richtung seines ,denkens ,kantianer bleibt1 insofern er nicht von den ,dingen1 sondern von der ,erkenntnis der ,dinge ausgeht4 ,philosophie ist also nicht ,weltweisheit1 wie man frher wollte1 sondern1 wie ,fichte sie nannte1 ,wissenschaftslehre4 ,kant hatte an die einzelnen ,voraussetzungen der ,wissenschaft angeknpft1 ,fichte suchte den einheitlichen ,zusammenhang aller dieser ,voraussetzungen abzuleiten4 ,gemeinsam ist ihnen allen1 da sie ,formen des ,erkennens sind1 ihre ,einheit mu also die ,einheit des ,erkennens sein4 ,eine solche ,einheit der vereinzelten ,eindrcke und ,vorstellungen haben wir im ,sinne1 wenn wir sagen3 ich erkenne4 ,uns selbst fhlen wir als ,vereinigung1 als ,einheitsquelle aller ,einzelheiten4 ,aber als solche ,einheitsquellen sind wir alle wesentlich gleich1 hierfr kommt die ,verschiedenheit der ,menschen voneinander nicht in ,betracht4 ,wir wissen ja bereits1 da die ,vernunft nicht dem einzelnen ,menschen angehrt4 ,in uns finden wir1 sobald wir auf uns selbst reflektieren1 diese allgemeine ,vernunft als ein ,handeln gem der ,forderung der ,wahrheit4 ,wir finden uns als ,einheit1 als ,ich1 nicht als bloe ,summe von ,eindrcken und ,vorstellungen1 sofern dieser ,einheitswille der ,vernunft in uns lebt4 ,an diese allgemeine ,vernunft1 die den einzelnen erst zum ,ich macht1 denkt ,fichte1 wenn er in seiner ,philosophie vom ,ich ausgeht1 ganz und gar nicht an seine eigene begrenzte ,person4 ,der oft wiederholte ,spott1 da ,fichte sich selbst fr den ,schpfer der ,welt gehalten habe1 trifft also den ,philosophen gar nicht4 ,indessen hat dieses reine ,ich doch eine sehr innige ,beziehung zu jedem einzelnen ,menschen2 denn jedem von uns ist als ,aufgabe gestellt1 das reine ,ich1 die ,vernunft1 zu verwirklichen4 ,auf zwei ,wegen mu dies geschehen3 theoretisch durch immer vollkommenere ,erkenntnis1 praktisch durch ,unterwerfung der ,welt unter den vernunftgeleiteten ,willen4 ,was wir uere ,welt nennen1 kommt fr uns nur als ,material dieser ,ttigkeiten in ,betracht4 ,gem diesen ,grundstzen handelte ,fichte und fhrte1 was er fr ,recht hielt1 ohne irgendwelche ,rcksichten durch4 ,konflikte konnten bei einer solchen ,denkungsart nicht ausbleiben4 ,bald geriet er in ,streitigkeiten mit zuchtlosen studentischen ,verbindungen2 von allgemeinerem ,interesse aber sind andere ,kmpfe1 durch die er gezwungen wurde1 ,jena zu verlassen4 ,fichte lie in einer von ihm herausgegebenen philosophischen ,zeitschrift einen religionsphilosophischen ,aufsatz abdrucken1 dessen ,inhalt er mibilligte1 den er aber doch fr beachtenswert hielt4 ,um dabei seine abweichende berzeugung geltend zu machen1 verffentlichte er gleichzeitig eine eigene ,arbeit ber den gleichen ,gegenstand1 die seine ,auffassung von ,kants ,vernunftglauben entwickelte4 ,gott1 so fhrte er aus1 kann von uns nur in ,beziehung auf uns selbst erfat werden2 ein ,recht1 unserem ,sein ewige ,bedeutung und damit ,beziehung zur ,gottheit zu geben1 haben wir aber nur1 sofern wir moralische ,wesen sind4 ,die ,unvollkommenheit1 deren wir uns immer bewut bleiben1 bedarf hier einer ,ergnzung1 und da die ,forderung der ,moral das ,allergewisseste ist1 sind wir auch dieser ,ergnzung gewi4 ,wir sind also berzeugt1 da die ,ordnung der ,welt mit den ,anforderungen der ,moral bereinstimmt2 diese moralische ,weltordnung und nichts anderes ist uns ,gott4 ,die ,mehrzahl der ,menschen glaubt in der ,gottheit ein ,wesen neben andern ,wesen zu haben1 eine ,macht1 mit der sich verhandeln lt1 und die dazu da ist1 unsere ,wnsche zu erfllen1 wenn wir ihr gewisse ,dienste leisten4 ,gegen einen solchen lohnschtigen1 moralisch verwerflichen ,glauben wendete sich ,fichte im ,namen der wahren ,religion4 ,der ,gott1 den jener ,aberglaube meint1 existiert nicht4 ,atheismusstreit ,aus solchen uerungen leiteten ,fichtes ,gegner ihren ,vorwurf her1 da der ,philosoph ein ,gottesleugner1 ein ,atheist sei4 ,eine anonyme ,broschre giftigster ,art warnte vor dem ,verfhrer der ,jugend und fand trotz ihrer offenbaren ,gehssigkeit ,gehr2 die ,dresdner ,regierung forderte das ,ministerium von ,sachsen-,weimar zum ,einschreiten gegen ,fichte auf4 ,im ,weigerungsfalle drohte sie1 ihren ,untertanen den ,besuch der ,universitt ,jena zu verbieten4 ,da eine solche ,maregel fr die ,universitt gefhrlich geworden wre1 suchte man in ,weimar nach einem ,ausweg1 der die ,dresdner ,regierung beruhigte1 ohne ,fichte und die ,freiheit der ,wissenschaft zu verletzen4 ,man htte am liebsten alles ,aufsehen vermieden und der ,form wegen ,fichte einen ,verweis erteilt1 ohne ihn im brigen in seiner ,freiheit einzuschrnken4 ,der stolze ,mann aber war keineswegs geneigt1 ungerechten ,tadel hinzunehmen1 zumal in ihm die ,freiheit der ,wissenschaft angegriffen war2 er durchkreuzte daher alle ,versuche diplomatischer ,vertuschung1 indem er sich zugleich vor der ffentlichkeit in einer ,broschre und vor der vorgesetzten ,behrde in einer ausfhrlichen ,eingabe verteidigte4 ,das ,recht stand bis hierher vollstndig und unzweifelhaft auf seiner ,seite2 leider lie er sich indessen durch den schlechten ,rat eines ,freundes dazu verfhren1 in einem schroffen ,brief an einen der vorgesetzten ,beamten zu erklren1 da er im ,falle eines ,verweises ,jena verlassen msse und da andere ,professoren sich ihm anschlieen wrden4 ,die ,drohung1 die in diesem ,briefe lag1 verletzte ,goethe1 der als weimarischer ,minister die entscheidende ,stimme hatte1 aufs tiefste4 ,aus seiner hohen ,vorstellung von dem ,werte staatlicher ,autoritt heraus erklrte er1 er wrde seinen eigenen ,sohn maregeln1 wenn er einen solchen ,brief an seine ,regierung zu schreiben wagte4 ,obwohl ,fichte jenen unbesonnenen ,schritt bereits bedauerte1 wurde ihm doch zugleich mit dem ,verweis die angebotene ,entlassung erteilt4 ,da die kurschsische ,regierung ihm sogar den ,aufenthalt in schsischen und thringischen ,landen unmglich zu machen suchte1 begab er sich nach ,berlin4 ,auch dorthin verfolgten ihn seine ,gegner2 aber der schlicht fromme ,knig ,friedrich ,wilhelm ,,iii4 soll1 als ,fichtes ,angelegenheit ihm vorgetragen wurde1 gesagt haben3 ,ist ,fichte ein so ruhiger ,brger1 als aus allem hervorgeht1 und so entfernt von gefhrlichen ,verbindungen1 so kann ihm der ,aufenthalt in meinen ,staaten ruhig gestattet werden4 ,ist es wahr1 da er mit dem lieben ,gotte in ,feindseligkeiten begriffen ist1 so mag dies der liebe ,gott mit ihm abmachen1 mir tut das nichts4 ,der geschlossene ,handelsstaat ,in ,berlin war ,fichte schriftstellerisch auerordentlich ttig4 ,unter seinen ,arbeiten aus dieser ,zeit wollen wir nur eine nher betrachten1 weil sie fr seine bertragung der philosophischen ,grundstze auf die ,fragen des ,lebens sehr bezeichnend ist4 ,sie ist unter dem ,titel ,der geschlossene ,handelsstaat #ahjj erschienen4 ,durchaus von ,kantischen ,grundstzen ausgehend1 wendet ,fichte diese doch in hchst eigenartiger ,weise an4 ,kantisch ist die ,bestimmung des ,verhltnisses von ,staat und ,sittlichkeit4 ,die ,sittlichkeit besteht nur in der ,gte des ,willens2 der bloe ,gehorsam gegen die ,gesetze1 die ,gesetzlichkeit oder ,legalitt1 ist keineswegs ,sittlichkeit4 ,umgekehrt hat die uere ,macht1 der ,staat1 gar keine ,mglichkeit1 seine ,brger sittlich zu machen2 das ist auch durchaus nicht seine ,aufgabe4 ,ihm kann es nur darauf ankommen1 da das uere ,zusammenleben seiner ,brger geordnet sei4 ,fr die ,gesetze des ,zusammenlebens1 die der ,staat aufstellt1 fordert er ,gehorsam1 ohne sich um die ,grnde dieses ,gehorsams weiter zu kmmern4 ,aber unser ganzes ,leben steht im ,dienste der sittlichen ,aufgabe2 auch der ,staat1 obwohl er nicht direkt ,wchter und ,frderer der ,sittlichkeit ist1 hat doch mit der ganzen ueren ,ordnung1 die er aufstellt und schtzt1 nur als ,diener sittlichen ,strebens ,wert und ,recht4 ,jeder ,mensch ist verpflichtet1 die ihm gestellten sittlichen ,aufgaben zu erfllen1 er kann das nur1 wenn er sich seinen ,anlagen und ,krften gem bettigt4 ,aus ,pflichten entspringen nach ,fichtes berzeugung alle ,rechte2 denn jeder darf fordern1 da er instand gesetzt werde1 seine ,pflicht zu erfllen4 ,soll der ,mensch sich bettigen1 so mu er leben und wirken knnen4 ,es ist die ,aufgabe des ,staates1 ihm diese ,mglichkeit gegen uere ,eingriffe zu gewhrleisten4 ,jeder soll arbeiten2 um zu arbeiten1 mu er leben4 ,darum gibt es ein unbedingtes ,recht1 ein ,urrecht jeder ,person1 sofern sie arbeitswillig oder arbeitsunfhig ist1 auf den notwendigen ,lebensunterhalt4 ,ihr diesen ,unterhalt zu gewhren1 ist kein ,almosen1 sondern ,pflicht4 ,daher hat der ,arme ein absolutes ,zwangsrecht auf ,untersttzung4 ,aber da der ,mensch nur als moralische ,person1 d4 h4 als wollende und arbeitende1 ein ,recht auf ,dasein hat1 so soll jeder auch nur von seiner ,arbeit leben4 ,wenn der ,staat die ,aufgabe hat1 jedem dieses ,recht zu sichern1 so mu er auch die ,mittel zur ,erfllung dieser ,aufgabe haben1 d4 h4 er mu die ,herstellung und ,verteilung der ,lebensbedrfnisse berwachen2 er mu etwa befehlen knnen1 da der ,boden zum ,anbau von ,getreide und nicht zu ,jagdgrnden benutzt wird1 er mu dafr sorgen1 da ein gengender ,teil seiner ,brger sich mit der ,herstellung der ntigsten ,nahrungsmittel beschftigt usw4 ,soll der ,staat die ,produktion regulieren1 so mu er sie bersehen knnen4 ,das vermag er indessen nur zu tun1 wenn sein ,wirtschaftsgebiet geschlossen ist4 ,er kann doch z4 ,b4 nur dann die ,herstellung einer ,ware befehlen1 wenn zugleich fr ihren ,absatz gesorgt wird4 ,dann aber darf diese ,ware nicht durch billigere ,produkte des ,auslandes vom heimischen ,markte verdrngt werden4 ,darum also mu der ,staat ein geschlossener ,handelsstaat sein4 ,vom ,auslande ist nur zu beziehen1 was das ,inland aus klimatischen oder hnlichen ,grnden nicht erzeugen kann und was zugleich unentbehrlich ist4 ,den ,einkauf dieser ,waren im ,austausch gegen berschssige ,produkte des ,inlands behlt sich der ,staat vor4 ,fichte hat nicht etwa gemeint1 da diese ,wirtschaftsordnung ohne weiteres eingefhrt werden knnte1 er wollte nur ein ,idealbild aufstellen und forderte von dem wirklichen ,staate1 da er sich diesem ,ideale allmhlich nhere4 ,fichtes ,idealstaat ist sozialistisch1 sofern die ,staatsgewalt ein sehr weitgehendes ,aufsichtsrecht ber ,erzeugung1 ,verteilung und ,verbrauch der ,gter erhlt4 ,kommunistisch freilich ist er nicht2 denn das ,privateigentum1 auch das ,privateigentum an ,produktionsmitteln1 bleibt bestehen4 ,auer durch diesen ,umstand unterscheidet sich ,fichtes ,sozialismus von der bei unseren ,sozialdemokraten herrschenden ,richtung trotz mancher hnlichkeit doch durch die ,art seiner ,begrndung4 ,diese gibt jedem ,menschen den gleichen ,anspruch auf ,glck1 fr ,fichte dagegen ist wie fr seinen ,lehrer ,kant nicht ,glck1 sondern sittliche ,bettigung das ,ziel des ,menschenlebens4 ,aus diesem ,ziele leitet er auch das ,eigentumsrecht ab4 ,wir haben ,eigentum im ,grunde nur insofern an den ,dingen1 als wir gewisse ,handlungen an ihnen vornehmen drfen4 ,ein ,werkzeug gehrt mir1 das bedeutet1 ich habe ein ,recht1 es zu benutzen4 ,die ,ausschlielichkeit dieses ,rechtes ist ntig1 weil nicht mehrere zugleich dieselben ,handlungen mit demselben ,dinge vornehmen knnen4 ,diese ,ausschlielichkeit oder das ,eigentumsrecht im eigentlichen ,sinne des ,wortes gibt es nur im ,staat und durch den ,staat2 also hat der ,staat auch die ,aufgabe1 dieses ,recht so zu bestimmen und zu beschrnken1 da es den ,anforderungen der sittlichen ,ordnung der ,menschenwelt gengt4 ,wir haben nicht zu untersuchen1 ob und inwieweit die einzelnen ,vorschlge des geschlossenen ,handelsstaates notwendig1 zweckmig und durchfhrbar sind4 ,philosophisch wichtig ist die ,art ihrer ,begrndung1 und diese mu fr solche ,untersuchungen vorbildlich bleiben1 mgen auch alle ,einzelheiten durch vernderte ,verhltnisse und erweiterte nationalkonomische ,kenntnisse sich ganz anders darstellen4 ,unwillkrlich werden ,sie bei diesem ,staatsideal an den platonischen ,staat zurckgedacht haben4 ,der ,gegensatz fllt sofort in die ,augen3 ,platon hatte zwar fr die oberen ,stnde das ,privateigentum abgeschafft1 aber -- wenigstens im ,staat -- keinen eigentlichen ,sozialismus gelehrt2 denn die ,eigentumsverteilung des wirtschaftlich arbeitenden ,volkes1 die ganze ,lage dieses ,volkes war ihm gleichgltig gewesen4 ,das hngt mit ,platons ,philosophie aufs engste zusammen2 ihm kam es berall nur darauf an1 da die ,ideen sich rein in der ,wirklichkeit spiegeln1 daher bestand fr ihn die ,aufgabe des ,staates darin1 die ,idee des ,menschen1 der kein einzelner gleichzukommen vermag1 im ,groen darzustellen4 ,der ,nhrstand entsprach dabei den niederen ,begierden und ,trieben1 die zum ,leben ntig sind1 im brigen aber dienen mssen4 ,so hoch diese ,anschauung mit ihrer reinen ,hingabe an das ,ideal auch steht1 immer blickt sie auf den ,erfolg1 nicht auf den ,willen2 wer jeder ,menschenseele die ,anlage zur vollen ,sittlichkeit zuspricht1 wer im guten ,willen unabhngig von der ,hhe der ,erkenntnis und der ,gre der ,fhigkeiten den hchsten ,wert sieht1 kann solche aristokratische ,hrte nicht gutheien4 ,das ,christentum1 fr das jeder ,mensch zur ,gotteskindschaft berufen ist1 mute den starren antiken ,stolz schmelzen2 erst auf seinem ,boden konnte der ,gedanke von dem unvergleichlichen ,werte jeder ,seele wachsen1 den die neuere ,philosophie zur ,klarheit brachte4 ,die ,idee der ,menschheit liegt fr ,kant und ,fichte in jedem einzelnen ,menschen1 und darum hat jeder ein ,recht darauf1 sich seinen ,fhigkeiten gem als freie1 sittliche ,persnlichkeit zu bettigen4 ,fichte blieb mit ,ausnahme einer kurzen ,lehrttigkeit an der damals preuischen ,universitt ,erlangen in ,berlin4 ,er lie seine ,familie dorthin nachkommen und verkehrte viel mit allen fhrenden ,geistern der preuischen ,hauptstadt4 ,berlin besa damals noch keine ,hochschule1 aber dem ,bildungsbedrfnis weiter ,kreise kam man durch ,vorlesungen entgegen4 ,so hielt auch ,fichte ffentliche ,vortrge1 die sehr besucht waren4 ,in diesen ,reden schmeichelte er der vornehmen und bildungsstolzen ,gesellschaft keineswegs1 erfllte vielmehr hier wie immer1 wenn er sich an die breitere ffentlichkeit wandte1 die ,aufgabe1 durch die ,philosophie auf das ,leben bessernd zu wirken4 ,ja1 er fate diese ,aufgabe jetzt noch viel genauer4 ,er stellte nicht mehr blo ein ,bild des ,gelehrten1 des ,staates1 des ,menschen auf1 wie er sein sollte1 sondern er fragte nach der besonderen ,beschaffenheit seiner ,zeit und nach den ,aufgaben1 die aus dieser besonderen ,beschaffenheit folgten4 ,grundzge des gegenwrtigen ,zeitalters ,im ,winter #ahjd--ahje hielt er ,vortrge unter dem ,titel3 ,grundzge des gegenwrtigen ,zeitalters4 ,die ,frage1 was bedeutet unsere ,zeit1 kann man nur beantworten1 wenn man eine berzeugung von der ,bestimmung des ,menschengeschlechtes zugrunde legt und dann untersucht1 wie sich die bisherige ,entwicklung zu dieser ,bestimmung verhlt4 ,das ,ziel des ,menschen ist sittliches ,handeln1 d4 h4 ein ,handeln aus ,pflichtbewutsein und zugleich aus voller ,pflichterkenntnis4 ,seine ,pflicht erkennen aber kann nur der ,mensch1 in dem das vernnftige ,denken frei und mchtig geworden ist4 ,auch soll er ja das ,rechte aus seiner eigenen ,erkenntnis heraus tun1 er soll autonom sein und nicht einer fremden ,autoritt folgen4 ,wenn die ,menschheit auf dieser ,stufe stehen wird1 so werden auch alle ueren ,angelegenheiten den ,anforderungen der ,vernunft gem geordnet sein4 ,das ,ziel der ,menschheit ist also ein ,zeitalter der ,vernunftkunst4 ,wie verhlt sich nun die bisherige ,entwicklung zu diesem ,ziele8 ,der ,mensch soll sich zum ,vernunftwesen entwickeln4 ,daraus folgt1 da er am ,anfang seiner ,geschichte noch kein solches ,vernunftwesen ist1 aber doch die ,anlage dazu in sich hat4 ,die noch unbewute ,anlage bewhrt sich zunchst in einer fr die frheren ,zustnde des ,menschengeschlechts zweckmigen ,lebensordnung4 ,da diese ,regelung nicht dem ,denken entstammt1 doch aber zweckmig ist1 spricht ,fichte von einem ,vernunftinstinkt4 ,noch unfhig1 sich selbst das ,gesetz zu geben1 unterwerfen sich die ,menschen einer ueren ,autoritt4 ,ein blo gesetzliches ,handeln gewhnt sie an ,beherrschung ihrer sinnlichen ,triebe durch ein ,gebot4 ,zugleich bilden sich die ueren ,formen des menschlichen ,zusammenlebens aus1 auch sie geschtzt durch die ,heiligkeit gttlicher ,gebote4 ,da aber der ,mensch dazu bestimmt ist1 frei zu werden1 so mu er aus diesem ,zustande heraustreten1 er mu dazu bergehen1 selbst zu prfen und nur das zu befolgen1 was er fr recht erkannt hat4 ,diese ,befreiungs- und ,aufklrungsbewegung fhrt zunchst zum ,zweifel an dem ,rechte der ,autoritten1 die bis dahin die egoistischen ,triebe in ,schranken gehalten haben1 und bald zur ,leugnung dieses ,rechtes4 ,da die ,einsicht in das ,sittengesetz1 in die ,notwendigkeit der ,vernunft fehlt1 folgt jeder seiner eigenen ,selbstsucht4 ,nur die gegenseitige ,furcht hlt die ,ordnung der menschlichen ,gesellschaft noch aufrecht4 ,aus wohlverstandenem ,eigennutz schont man ,leben und ,eigentum der andern1 damit diese uns die gleiche ,rcksicht zuteil werden lassen2 aber niemand will fr das ,ganze1 fr groe sittliche ,ziele ,opfer bringen4 ,dieser ,zustand kann nur berwunden werden1 wenn das von seinen ,fesseln befreite ,denken sich auf die in ihm selbst liegenden ,befehle der ,vernunft besinnt1 und wenn das durch keine ,autoritt mehr gebundene ,handeln sich aus ,erkenntnis seiner ,pflicht in den ,dienst der groen ,ziele der ,menschheit stellt4 ,noch1 so sagt ,fichte zu seinen ,hrern1 die meist in dem ,gefhle lebten1 es herrlich weit gebracht zu haben1 noch fehlt den meisten diese ,einsicht und dieser ,entschlu1 noch leben wir im ,zeitalter der vollendeten ,sndhaftigkeit4 ,die ,menschheit mu durch diesen ,zustand hindurch1 aber nur solche ,vlker werden die allgemeine ,kultur frdern und selbst weiterbestehen1 deren ,mitglieder aus eigener ,freiheit sich sittlich bestimmen4 ,denken wir an den ,zeitpunkt jener ,vortrge1 so wirken sie fast prophetisch4 ,schon #ahjf brach der preuische ,staat zusammen4 ,nach der ,schlacht bei ,jena 7#ad4 ,oktober #ahjf7 verlie ,fichte ,berlin4 ,er konnte nicht als ,untertan des fremden ,eroberers leben1 der fr ihn eine ,verkrperung kraftvoller ,selbstsucht war1 und dessen ,sieg er sich daraus erklrte1 da seine ,gegner ,selbstsucht mit ,schwche paarten4 ,in ,knigsberg1 wohin ,fichte dem ,knig gefolgt war1 fate er1 als ,preuen und ,deutschland fr immer vernichtet schienen1 zugleich mit wenigen andern ,getreuen ,entschlu und ,plan der inneren ,erneuerung4 ,der ,grundsatz seiner kraftvollen ,sittlichkeit3 ,du kannst1 denn du sollst1 hatte sich jetzt zu bewhren4 ,der lebenden ,generation freilich traute er die ,kraft sittlichen ,entschlusses nicht zu1 sondern erwartete die ,besserung von einem besser erzogenen ,geschlechte4 ,jetzt erkannte er die volle ,bedeutung der neuen ,erziehungsweise1 die er bei ,pestalozzi in ,zrich kennengelernt hatte4 ,reden an die deutsche ,nation ,um die in ,knigsberg gefaten ,vorstze zu verwirklichen1 hielt er in ,berlin1 wohin er nach dem ,friedensschlusse zurckgekehrt war1 unter den ,augen der franzsischen ,spione im ,winter #ahjg--ahjh seine berhmten ,reden an die deutsche ,nation4 ,kurz zuvor war in ,nrnberg der ,buchhndler ,palm standrechtlich erschossen worden1 weil in seinem ,verlage eine gegen ,napoleon gerichtete ,broschre erschienen war4 ,unter dem ,eindruck dieser ,gewalttat schrieb ,fichte am #b4 ,januar #ahjh an ,beyme3 ,ich wei recht gut1 was ich wage1 wei1 da ebenso wie ,palm das ,blei mich treffen kann4 ,aber dies ist es nicht1 was ich frchte1 und fr den ,zweck1 den ich habe1 wrde ich auch gerne sterben4 ,die ,reden an die deutsche ,nation knpften unmittelbar an die ,grundzge des gegenwrtigen ,zeitalters an4 ,die ,zeit der vollendeten ,sndhaftigkeit hat ihre ,frchte gezeitigt1 der ,staat ist zusammengebrochen4 ,jetzt hat es keinen ,sinn mehr1 ber vergangene ,snden zu rechten1 sondern es kommt darauf an1 einen neuen ,entschlu zu fassen4 ,denn sonst wird das deutsche ,volk geknechtet bleiben1 damit aber wre die ,zukunft der ganzen ,menschheit gefhrdet4 ,fichte hat sich1 wie wir wissen1 schon vorher der ,wirklichkeit mehr und mehr genhert4 ,jetzt1 unter dem ,eindruck der ,vernichtung aller deutschen ,staaten1 tat er den letzten entscheidenden ,schritt4 ,schon der ,titel beweist das3 er spricht nicht mehr zu ,menschen schlechthin oder zu ,gelehrten schlechthin -- er spricht zu ,deutschen4 ,fichte hat die sittliche ,notwendigkeit des besonderen deutschen ,volkstums in seinem ,schmerz um den ,zusammenbruch1 in seinem ,kampf um die ,umgestaltung erlebt4 ,aber wie er berall nicht vermag1 die ,anerkennung des ,gegebenen mit der ,einheit der ,vernunft zu verbinden1 so gelingt ihm auch hier die ,erhebung seines ,vernunftinstinktes zu einsichtigem ,bewutsein nicht ohne ,rest4 ,er kann nicht das ,recht der geschichtlich gewordenen ,mannigfaltigkeit verschiedener ,nationen anerkennen1 die auf verschiedenen ,wegen dem ,ziel des rechten ,volkslebens nachstreben4 ,vielmehr fordert seine ,einheit heischende ,vernunft ein ,volk1 und dies eine ,volk sieht er jetzt in den ,deutschen1 weil sie allein unter den ,vlkern germanischer ,herkunft sich die ,reinheit der ,ursprache bewahrt haben 7die ,skandinavier zhlt er folgerecht zu den ,deutschen74 ,die anderen ,vlker knnen nur durch das ,menschheitsvolk1 durch die ,deutschen1 zur ,hhe der wahren ,menschheit erhoben werden4 ,dabei denkt ,fichte freilich nicht an ,gewalt oder politische ,herrschaft1 sondern nur an geistige ,einwirkung4 ,voraussetzung dazu ist aber die staatliche ,unabhngigkeit4 ,nur ein von uerer ,herrschaft freies ,volk kann seine ,aufgabe erfllen2 auch der einzelne kann nur als ,glied eines freien ,volkes erfolgreich wirken4 ,darum mu er mit ,einsetzung aller ,kraft danach streben1 da das ,volk1 dem er angehrt1 dessen ,sprache sein ,innenleben gebildet und genhrt hat1 auch nach auen seine ,geschicke selbst bestimmt1 wenn ntig ,gewalt der ,gewalt entgegensetzend4 ,freilich1 der tiefste sittliche ,wert des einzelnen ist vom ,erfolge unabhngig2 er kann ohne ,schuld sein1 wenn sein ,volk untergeht1 er kann und darf dann bei seinen vergeblichen ,kmpfen ,trost aus dem ,glauben schpfen1 da auch erfolgloses1 sittliches ,wirken ewigen ,wert hat und irgendwie1 auch wenn wir es nicht zu erkennen vermgen1 der moralischen ,weltordnung dient4 ,aber dieser letzte ,trost der ,religion1 der den verzweifelten ,kmpfer aufrechterhlt1 soll nicht die ,schlaffheit beschnigen4 ,gerade weil ,fichte ganz von lebendiger ,religion durchdrungen war1 hatte er scharfe ,worte gegen die1 die aus der ewigen ,seligkeit ein ,schlummerkissen machen wollten4 ,wir sind auf der ,erde1 um hier nach ,krften dem fr recht ,erkannten zum ,siege zu verhelfen4 ,der natrliche1 nur im wahren ,falle der ,not aufzugebende ,trieb des ,menschen ist der1 den ,himmel schon auf dieser ,erde zu finden1 und ewig ,dauerndes zu verflen in sein irdisches ,tagewerk1 das ,unvergngliche im ,zeitlichen selbst zu pflanzen und zu erziehen4 ,in diesem ,sinne ruft ,fichte hier die ,deutschen auf4 ,jeder soll an der besseren ,zukunft mitarbeiten4 ,denn im ,entschlusse jedes einzelnen liegt das ,heil4 ,diese ,reden sind nicht mde geworden euch einzuschrfen1 da euch durchaus nichts helfen kann denn ihr euch selber4 ,im energischen ,willen allein liegt die ,mglichkeit einer ,besserung4 ,der ,wille eines ganzen ,volkes aber ist nicht auf einmal umzuwandeln4 ,hier mu die ,erziehung eintreten1 und darum entwickelte ,fichte in den ,reden an die deutsche ,nation einen grogedachten ,erziehungsplan1 dessen ,einzelheiten ich nicht besprechen kann4 ,fichte knpfte an ,pestalozzis ,versuche an1 jedem1 auch dem rmsten ,kinde1 zu freiem menschlichen ,bewutsein1 zur ,beherrschung seiner ,sinnes- und ,verstandesgaben zu verhelfen1 den ,geist jedes ,kindes frei zu machen durch ,arbeit1 ,einsicht und ,liebe4 ,wie ,fichte diese ,erziehung fern von der ,verderbnis der ihn umgebenden ,welt durchgefhrt denkt1 ist uns weniger wesentlich4 ,das ,entscheidende ist1 da jeder zur ,selbstttigkeit und zur freiwilligen ,unterwerfung unter das fr recht ,erkannte erzogen werden soll4 ,nicht dumpfe ,knechte einer ueren ,autoritt1 nicht schlaffe ,sklaven der eigenen sinnlichen ,triebe1 sondern freie ,diener des ,vernunftgebotes1 autonome ,menschen sollen gebildet werden4 ,nicht in den ,mitteln der ,erziehung1 wohl aber in dem ,werte1 den er auf ,erziehung und ,bildung legte1 und in dem hohen ,ziele1 das er der ,bildung gab1 stimmte ,fichte mit den ,mnnern berein1 die ,preuen damals von ,grund auf erneuerten4 ,sie konnten das ungestrt tun1 denn den politischen ,wert der besseren ,erziehung erkannte ,napoleon nicht4 ,in diesem ,sinne wurde unter ,fichtes lebhaftester ,anteilnahme die ,universitt ,berlin begrndet4 ,auch diesmal entsprach die ,wirklichkeit nicht ganz den strengen und hohen ,ansprchen des ,philosophen4 ,aber ,fichte wute jetzt1 da wir in der ,umgebung1 in die wir hineingesetzt sind1 zu wirken haben trotz aller ,widerstnde2 er lie daher das ,werk nicht im ,stich4 ,fichtes ,tod4 ,rckblick ,als dann #ahac der ,befreiungskampf begann1 wollte ,fichte abermals wie schon #ahjf als religiser ,redner mit in den ,krieg ziehen4 ,da ihm das auch diesmal nicht gewhrt wurde1 blieb er in ,berlin1 bte seinen ,beruf weiter aus und lie sich einexerzieren1 um im uersten ,falle als ,soldat des ,landsturms dem ,vaterland zu dienen4 ,seine wackere ,frau half die zahlreichen ,verwundeten und ,kranken pflegen1 die besonders seit den ,schlachten von ,grobeeren und ,dennewitz nach ,berlin gelegt wurden4 ,sie zog sich dabei selbst eine ansteckende ,krankheit zu4 ,fichte pflegte sie und ging1 um ihr ,leben bangend1 am #c4 ,januar #ahad ins ,kolleg4 ,er las zwei ,stunden ber hchst abstrakte ,fragen der reinen ,philosophie1 whrend er frchtete1 seine ,frau nicht mehr lebend anzutreffen4 ,als er nach ,hause kam1 sagten ihm die rzte1 da die ,krise vorber und die ,kranke wahrscheinlich gerettet sei4 ,froh beugte er sich ber sie und empfing dabei vermutlich selbst den ,keim der ,krankheit1 der er am #bi4 ,januar #ahad erlag1 whrend seine ,frau genas4 ,obwohl dieser ,tod ,fichtes ,leben gleichsam krnt1 wre es doch ganz und gar nicht in seinem ,sinne1 mit dem ,tode zu schlieen4 ,fichtes ,philosophie ist eine ,lehre des ,lebens und seiner ,gestaltung durch den vernnftigen ,willen4 ,diese ,formel gemahnt an ,sokrates und fordert zu einem ,rckblicke auf4 ,sokrates hat als erster die ,grundfrage nach den ,zwecken unseres ,daseins in den ,mittelpunkt des ,nachdenkens gestellt und dadurch der ,philosophie ihren wahren ,gegenstand bestimmt4 ,in der ,erkenntnis glaubte er die ,lsung aller ,schwierigkeiten zu besitzen4 ,noch hing er mit den berlieferungen seines ,volkes so eng zusammen1 da er berzeugt war1 durch sein ,denken die alte ,sitte und ,religion nicht umzustrzen1 sondern erst in voller ,reinheit zu erfassen4 ,platon1 von der ,wirklichkeit zurckgestoen1 in seinen ,reformversuchen erfolglos1 baute in groartiger ,weise ein ,system menschlicher ,ziele auf und stellte es in eine ,welt1 die selbst ganz und gar nach den ,ideen der ,vernunft gebaut ist4 ,die ,wissenschaft der ,neuzeit beweist im ,gegensatz dazu1 da unsere ,naturerkenntnis nicht nach ,zwecken1 sondern nach ,ursachen fragen mu1 wenn sie ,erfolge erzielen will4 ,von neuem fordert der ,umsturz einer lange herrschenden ,denkweise zu einer ,prfung der ,erkenntnisgrundlagen auf2 ,descartes findet in der ,selbstgewiheit des ,denkens den festen ,punkt1 von dem aus er den ,zweifel berwindet4 ,in ihm erreicht die ,einsamkeit des ,philosophen1 seine ,entfremdung von ,staat1 ,volk und ,gesellschaft einen ,hhepunkt2 denn schon sein ,schler ,spinoza1 durch das ,schicksal ganz auf sich selbst gestellt1 betont doch wieder die ,fragen des menschlichen ,zusammenlebens4 ,er findet in der ,hingabe an eine ganz verstandesmig gedachte ,gottnatur ,befriedigung seiner religisen ,sehnsucht4 ,aber so gro der ,eindruck seines ,systems ist1 der kritischen ,vernunft hlt es nicht stand4 ,wir haben an ihm die ,unmglichkeit einer ,metaphysik und damit zugleich einer ,ethik erkannt1 die von einer ,vorstellung des ,weltzusammenhanges her den ,wert unseres ,lebens bestimmen wollte4 ,kant erst macht vollen ,ernst damit1 die ,philosophie auf die ,untersuchung der ,voraussetzungen und der ,tragweite unseres ,erkennens zu begrnden4 ,er findet1 da die ,welt selbst unsere ,aufgabe ist1 da wir sie als ,ziel verstehen mssen1 nicht aus ihr unsere ,ziele ableiten drfen4 ,zugleich macht er mit seiner ,ethik des guten ,willens der alten ,einseitigkeit ein ,ende1 die glaubt1 da durch die richtige ,erkenntnis schon das richtige ,handeln gewonnen sei4 ,so schafft er die ,grundlagen1 von denen aus wir nun von neuem versuchen mssen1 ,klarheit ber die ,ziele unseres ,lebens zu erlangen4 ,als erster hat ,fichte diese ,aufgabe in ganz bestimmter ,weise zu lsen begonnen4 ,von allgemeinen ,forderungen ausgehend1 kam er schrittweise zu der ,erkenntnis1 da jedem ,menschen nach seiner besonderen ,stellung in seiner ,zeit und in seinem ,volke besondere ,aufgaben erwachsen4 ,die ,einheit mit seiner ,umgebung1 die in ,sokrates trotz der beginnenden ,entfremdung noch naiv vorhanden ist1 wird hier als ,vernunftziel gestellt4 ,dieser ,gedanke ist fr unsere ,gegenwart besonders wichtig2 wir sind getrennt und zerspalten in ,stnde und ,parteien1 jeder von uns ist auf ein kleines ,lebens- und ,arbeitsgebiet beschrnkt und mu es sein1 wenn er etwas leisten will4 ,die enge und innige ,einheit1 die eine als selbstverstndliche ,wahrheit hingenommene berlieferung frheren ,jahrhunderten gab1 ist unwiderbringlich verloren4 ,und doch sollen wir ein echtes ,volk1 ein einheitlich fhlendes und handelndes ,volk werden2 denn wir sind weit entfernt es zu sein4 ,wir knnen das nur durch ,vernunftkunst1 um ,fichtes ,wort zu gebrauchen1 durch wissenschaftlich begrndete und dem ,leben angepate berzeugungen von dem1 was wir sollen4 ,wir mssen dabei ,fichtes ,irrtum1 die ,mannigfaltigkeit des ,lebens aus der ,einheit der ,vernunft abzuleiten1 berwinden4 ,aber die ,aufgabe1 mit der er sein ,leben lang kmpfte1 die ,vereinigung reinsten ,wollens und ,erkennens aus ursprnglichster ,kraft mit ,anerkennung des geschichtlich gewordenen ,zusammenhangs ist auch die unsere4 ,ich konnte ,ihnen nur den ersten ,anfang des ,weges zeigen1 den man hier gehen mu4 ,meine ,absicht war1 die berzeugung von der ,notwendigkeit der ,philosophie als einer ,wissenschaft von den ,zielen unseres ,lebens zu wecken und ,ihnen die sicheren ,grundstze dieser ,wissenschaft mitzuteilen4 ,illustration3 ,fichte ,nach dem ,bronzemedaillon von ,l4 ,wichmann an dem ,grabdenkmal ,fichtes4 7,alter ,dorotheenstdtischer ,kirchhof in ,berlin47 ,register4 7,die ,philosophen1 denen ein ganzer ,vortrag gewidmet ist1 sind nicht aufgenommen47 ,akademie #bh ,anschauungsformen #hi ,aristoteles #dj4 #df ,assoziationsgesetz #hj4 #hb ,attribut #fg ,aufgabe #he4 #ia4 #ic ,autonom #if ,bacon1 ,francis #gh ,begriff #ae4 #cj ,bruno1 ,giordano #dc ,christentum #da f4 #aji ,denken #ej4 #eb ,eigentum #ajh ,empirist #gi ,ethik #fd4 #fi4 #id f4 ,ewigkeit #cg ,glauben #ih ,goethe #df4 #ga ,gott #cd4 #ea4 #fe f4 #ib f4 #aje f4 ,gottesliebe #gj ,gute 7,idee des7 #cc ,heteronom #if ,hume #hj f4 ,ich #ej4 #ajd f4 ,idealismus #id ,idee 7,platon7 #cj f4 7,kant7 #ic ,jesuiten #da4 #dc ,imperativ 7kategorischer7 #ig ,kategorien #cj ,kausal #cd4 #df ,kausalgesetz #hj ,kepler #df ,kirche #fb ,kopernikus #dc ,leibniz #gd ,liebe1 platonische #ce f4 ,locke #ef4 #gi ,luther #ih ,mathematik #ca4 #de f4 #fd4 #hg f4 ,mechanistische ,auffassung der ,krperwelt #dg4 #ec4 #fh4 #ge ,metaphysik #gc4 #he f4 #ij f4 ,methode 7sokratische7 #ae ,mittelalter #da f4 ,mystik #ff4 #gj ,naturgesetz #he ,naturphilosophen 7griechische7 #h4 #ag ,naturwissenschaft #df f4 #hi f4 ,neuzeit #db f4 ,newton #ge ,nichtwissen 7sokratisches7 #ab4 #ai ,pantheismus #fe ,pestalozzi #ajc ,pflicht #if ,philosophie #e ,praktische ,philosophie #id f4 ,primat der praktischen ,vernunft #ie ,protagoras #i4 #ag f4 #bh4 #hj ,rationalist #gh ,raum #hg f4 ,realismus #id ,rein #hg ,seele #cf f4 #ed f4 ,selbstgewiheit des ,denkens #ea f4 ,sensualist #gi ,sinnesempfindung #bh4 #eb ,sophisten #h f4 ,sozialismus #ch4 #ajh ,staat #cf f4 #ajg f4 ,substanz #eb4 #ff ,tapferkeit #ab4 #ae f4 ,teleologisch #cd4 #df ,thales v4 ,milet #h ,tierseelen #ee4 #fh ,unsterblichkeit #cg ,vernunft #ag ,vernunftkunst #aaj ,verstand #bi ,wahrheit #i4 #ad4 #af4 #bh f4 ,wahrnehmung #i4 #bi ,wille #ie ,willensfreiheit #fi4 #ig ,wissenschaftslehre #ajd ,wolff 7,christian7 #gd f4 ,xenophon #ac ,zeit #hi f4 ,zweifel #di ,funoten #a ,bei der bersetzung habe ich zu ,rate gezogen3 ,hermann ,zimpel3 ,platons ,apologie1 ,kriton1 ,phaidon4 ,breslau4 ,woywod #ahhh4 ,ich mchte diese durch ihre schlichte und lebendige ,sprache zur ,einfhrung sehr geeignete bersetzung meinen ,lesern dringend empfehlen4 #b ,d4 h43 der ,gefngnisbehrde1 einer ,kommission von #aa ,mnnern4 #c ,dem ,gott der ,heilkunst fr seine ,genesung -- denn so fate ,sokrates den ,tod auf4 #d ,in seinem ,alterswerk1 den ,gesetzen1 stellt er allerdings den ,kommunismus als 7fr ,menschen kaum erreichbares7 ,ideal hin4 #e ,prolegomena zu einer jeden knftigen ,metaphysik1 die als ,wissenschaft wird auftreten knnen4 #aghc4 ,allgem4 ,geschichte der ,philosophie 7,die ,kultur der ,gegenwart1 hrsg4 von ,prof4 ,p4 ,hinneberg4 ,teil ,i1 ,abt4 ,v47 #b41 verm4 u4 verb4 ,aufl4 ,geh4 ,m4 #ad4--1 geb4 ,m4 #ah4--1 in ,halbfranz ,m4 #bd4-- ,man wird kaum ein ,buch finden1 das von gleich hohem ,standpunkt aus1 dabei in fesselnder ,darstellung eine ,geschichte der ,philosophie von ihren ,anfngen bis in die ,gegenwart u4 damit eine ,geschichte des geistigen ,lebens berhaupt gibt4 7,ztschr4 f4 latein4 hh4 ,sch47 ,systematische ,philosophie 7,kultur d4 ,geg41 hrsg4 v4 ,prof4 ,p4 ,hinneberg4 ,teil ,i1 ,,vi47 #c4 ,a4 7,u4 d4 ,pr4 #aibj47 ,die ,hervorhebung des ,wesentlichen1 die ,reife des ,urteils1 das ,fernhalten alles ,schulmigen und ,pedantischen1 die ,klarheit u4 ,sorgfalt des sprachl4 ,ausdrucks -- dies alles drckt den einzelnen ,abhandlungen den ,stempel des ,klassizismus auf4 7,jahrb4 d4 ,philosophie47 ,einleitung in die ,philosophie ,von ,prof4 ,dr4 ,hans ,cornelius4 #b4 ,aufl4 ,geh4 ,m4 #h4--1 geb4 ,m4 #aj4-- ,die gegebenen ,gesichtspunkte und ,einleitungen fhren tief in die ,erkenntnistheorie und ,psychologie4 ,leser1 die einer tiefgrndigen ,untersuchung nicht aus dem ,wege gehen1 werden viel von ihm lernen4 7,leipziger ,zeitung47 ,zur ,einfhrung in die ,philosophie der ,gegenwart ,von ,geh4 ,reg4-,rat ,prof4 ,dr4 ,a4 ,riehl4 #e4 ,aufl4 ,geh4 ,m4 #d4ej1 geb4 ,m4 #f4dj ,von den blichen ,einleitungen in die ,philosophie unterscheidet sich ,riehls ,buch nicht blo durch die ,form der freien ,rede1 sondern auch durch seine ganze methodische ,auffassung und ,anlage4 ,nichts von eigenem ,system1 nichts von langatmigen1 logischen1 psycholog4 oder gelehrten historischen ,entwicklungen1 sondern eine lebendig anregende u4 doch nicht oberflchl41 vielmehr in das ,zentrum der ,philosophie fhrende ,betrachtungsweise4 7,monatschr4 f4 hh4 ,schulen47 ,wilhelm ,diltheys gesammelte ,schriften ,in #f ,bdn4 ,jeder ,bd4 zum ,preise von #h--ab ,m4 geh4 und #aj--ae ,m4 geb4 ,band ,,ii3 ,weltanschauung u4 ,analyse des ,menschen seit ,renaissance u4 ,reformation4 ,abhandl4 z4 ,gesch4 d4 ,philos4 u4 ,relig4 #b4 ,aufl4 ,u4 d4 ,presse #aibj4 ,inhalt3 ,auffassung und ,analyse des ,menschen im #ae4 und #af4 ,jahrhundert4 -- ,das natrlichste ,system der ,geisteswissenschaften4 -- ,die ,autonomie des ,denkens4 -- ,giordano ,bruno4 -- ,der entwicklungsgeschichtliche ,pantheismus4 -- ,aus der ,zeit der ,spinozastudien ,goethes4 -- ,die ,funktion in der ,anthropologie in der ,kultur des #af4 und #ag4 ,jahrhunderts4 ,band ,,iv3 ,jugendgeschichte ,hegels4 ,u4 d4 ,presse #aibj ,naturphilosophie ,unt4 ,redaktion v4 ,geh4 ,reg4-,rat ,prof4 ,dr4 ,c4 ,stumpf4 ,bearb4 von ,prof4 ,dr4 ,e4 ,becher4 7,die ,kultur der ,gegenwart4 ,hrsg4 von ,prof4 ,p4 ,hinneberg ,teil ,,iii1 ,abt4 ,,vii1 #a47 ,geh4 ,m4 #ad4--1 gebunden ,m4 #ah4--1 in ,halbfr4 ,m4 #bd4-- ,inhalt3 ,einleitung4 ,aufgabe der ,naturphil4 ,naturerkenntnistheorie4 ,gesamtbild d4 ,natur4 ,philosophisches ,wrterbuch ,von ,dr4 ,p4 ,thormeyer4 #b4 verbesserte u4 vermehrte ,auflage4 7,teubners kleine ,fachwrterbcher ,band #d47 ,geb4 ,m4 #e4-- ,sachliche1 sprachliche und geschichtliche ,erklrung aller wichtigen philosophischen ,fachausdrcke nebst deren hufigeren ,verbindungen und ,zusammensetzungen sowie ,darstellung der ,hauptlehren der bedeutenderen ,philosophen4 99 99 99 99 99 ,das ,grundproblem ,kants4 ,eine kritische ,untersuchung und ,einfhrung in die ,kant-,philosophie4 ,v4 ,prof4 ,dr4 ,a4 ,brunswig4 ,geh4 ,m4 #c4fj1 geb4 ,m4 #f4hj4 ,hegel und der nationale ,machtstaatsgedanke4 ,von ,dr4 ,h4 ,heller4 ,unter der ,presse #aibj4 ,persnlichkeit und ,weltanschauung4 ,psych4 ,untersuch4 z4 ,religion1 ,kunst u4 ,philos4 ,von ,dr4 ,r4 ,mller-,freienfels4 ,m4 ,abb4 i4 ,t4 u4 a4 #e ,taf4 ,m4 #f4--1 geb4 ,m4 #i4-- ,himmelsbild und ,weltanschauung im ,wandel der ,zeiten4 ,von ,prof4 ,troels-,lund4 ,aut4 bersetzung von ,l4 ,bloch4 #d4 ,aufl4 ,geb4 ,m4 #g4ej ,humor als ,lebensgefhl4 7,der groe ,humor47 ,von ,prof4 ,dr4 ,h4 ,hffding4 ,eine psycholog4 ,studie4 ,a4 d4 ,dnischen v4 ,h4 ,goebel4 ,geh4 ,m4 #c4hj1 geb4 ,m4 #e4dj ,aus der ,mappe eines ,glcklichen4 ,von ,wirkl4 ,geh4 ,oberreg4-,rat ,ministerialdirektor ,dr4 ,r4 ,jahnke4 #e4 ,aufl4 ,kart4 ,m4 #e4-- ,gott1 ,gemt und ,welt4 ,goethes ,aussprche ber ,religion und religis-kirchliche ,fragen4 ,von ,theodor ,vogel4 #d4 ,aufl4 ,geb4 ,m4 #e4-- ,das ,erlebnis und die ,dichtung4 ,lessing4 ,goethe4 ,novalis4 ,hlderlin4 ,von ,geh4 ,reg4-,rat ,prof4 ,dr4 ,w4 ,dilthey4 #f4 ,aufl4 ,mit #a ,titelbild4 ,geh4 ,m4 #i4--1 geb4 ,m4 #ab4-- 99 99 99 99 99 ,,aus ,,weimars ,,verm,,chtnis ,nichts vom ,vergnglichen1 wie's auch geschah6 ,uns zu verewigen sind wir ja da4 ,im ,sinne dieses ,goetheschen ,spruches soll in dieser ,reihe zwanglos erscheinender ,schriften versucht werden1 das ewig ,lebendige der grten ,zeit deutschen ,geisteslebens fr ,gegenwart und ,zukunft fruchtbar zu machen4 -- ,zunchst erschienen3 ,schiller1 ,goethe und das deutsche ,menschheitsideal4 ,von ,prof4 ,dr4 ,k4 ,bornhausen 7,bd4 #a47 ,kart4 ,m4 #e4-- ,will den ,sinn wecken fr den bleibenden ,wert des ,lebens der befreundeten ,dichter in enger ,arbeitsgemeinschaft1 das in seiner ,bedeutung fr ihr ,volk und die ,menschheit auch fr sie grer war als sie selbst4 ,die ihrer ,poesie innewohnende ,kraft1 den ,teil des ,ganzen zu vergegenwrtigen1 der in ihnen und uns ,ewigkeit hat1 gilt es fruchtbar zu machen fr die ,selbstbesinnung unserer ,zeit4 ,lebensfragen in unserer klassischen ,dichtung4 ,von ,gymnasialdir4 ,prof4 ,h4 ,schurig4 7,bd4 #b47 ,kart4 ,m4 #g4ej ,in dem ,bchlein soll eine ,brcke geschlagen werden zwischen den ,lebenden und der ,dichtung1 gezeigt werden1 wie die ,dichtung unserer groen ,klassiker1 die das ,leben selbst ist1 gefat in ,reinheit und gehalten im ,zauber der ,sprache1 auch heute noch wahren ,lebens ,quell sein kann4 99 99 99 99 99 ,hauptprobleme der ,ethik ,neun ,vortrge von ,prof4 ,dr4 ,p4 ,hensel4 #b4 ,aufl4 ,kart4 ,m4 #c4fj ,das ,buch ,hensels ist die beste ,einfhrung in die ,hauptprobleme der ,ethik1 des sittlichen ,denkens und der sittlichen ,welt4 ,ich wte kein ,buch1 wo so knapp und scharf die grundlegenden ,probleme in ihren ,tiefen erfat und gestaltet sind1 wo die groen ,gesichtspunkte in dieser berragenden und umfassenden ,weite1 so da ,inhalte und ,werte des sittlichen ,geistes dem ,leben und der ,welt des ,geistes an sich eingeordnet werden1 gesehen und durchgefhrt werden4 7,theol4 ,jahresbericht47 ,geist der ,erziehung ,pdagogik auf philosophischer ,grundlage4 ,von ,prof4 ,dr4 ,j4 ,cohn4 ,geheftet ,m4 #aj4--1 gebunden ,m4 #ac4-- ,eine philosophische ,begrndung der ,pdagogik1 die zeigt1 wie ,erziehung und erziehende ,gemeinschaften zusammenwirken knnen und mssen1 um unter ,bercksichtigung der gegenwrtigen ,kulturlage und der ,eigentmlichkeiten des deutschen ,volkes den ,zgling zum autonomen ,glied der deutschen ,kulturgemeinschaft heranzubilden4 ,individuum und ,gemeinschaft ,grundfragen der sozialen ,theorie und ,ethik4 ,von ,prof4 ,dr4 ,th4 ,litt4 ,geh4 ,m4 #g4--1 geb4 ,m4 #i4-- ,von den ,erfahrungen und ,bedrfnissen des praktischen ,lebens ausgehend1 sucht der ,verfasser das berreiche soziologische ,erfahrungsmaterial der ,gegenwart1 insbesondere der jngsten gesamteuropischen ,krisis1 mit ,hilfe der ,erkenntnismittel1 die die fortschreitende ,entwicklung des sozial- und kulturphilosophischen ,denkens geschaffen hat1 zu ordnen und zu deuten und fr die soziale ,selbsterfassung und ,selbstleitung nutzbar zu machen4 ,hauptfragen der modernen ,kultur ,von ,dr4 ,emil ,hammacher4 ,geh4 ,m4 #aj4--1 geb4 ,m4 #ab4-- ,man mu das inhaltreiche und fesselnde ,buch selbst lesen1 um sich von der ,flle von ,anregungen1 die es vermittelt1 ein ,bild zu machen4 ,neben den ,arbeiten von ,jonas ,cohn1 ,adolf ,dyroff1 ,karl ,joel1 ,max ,scheler1 ,georg ,mehlis u4 a4 wird es als ,zeuge eines hohen ,idealismus seinen selbstndigen ,platz behaupten4 7,deutsche ,revue47 ,geschichtsphilosophie ,von ,prof4 ,dr4 ,o4 ,braun4 ,in einem ,bande mit3 ,grundzge der histor4 ,methode4 ,von ,geh4 ,reg4-,rat ,prof4 ,dr4 ,a4 ,meister4 #b4 ,aufl4 ,geh4 ,m4 #a4ej1 geb4 ,m4 #b4dj ,der erste ,teil gibt eine ausfhrliche ,geschichte der ,disziplin vom ,altertum bis zur ,gegenwart1 der zweite ,teil behandelt die bedeutendsten ,probleme und ,lsungen der ,gegenwart4 berall entwirft der ,verfasser von den wichtigeren ,erscheinungen knappe ,bilder unter ,verknpfung der ,persnlichkeiten mit den allgemeinen ,kulturstrmungen4 ,philosophische ,propdeutik im ,anschlu an ,probleme der ,einzelwissenschaften4 ,hrsg4 von ,geh4 ,reg4-,rat u4 ,oberreg4-,rat ,dr4 ,g4 ,lambeck4 ,geh4 ,m4 #e4fj1 geb4 ,m4 #h4-- ,zeigt1 wie jede ,einzelwissenschaft -- ,naturwissenschaften1 ,mathematik1 ,geisteswissenschaften -- bestrebt ist1 die philosophischen ,voraussetzungen1 auf denen sie beruht und die philosophischen ,probleme1 die ihr ,gebiet einschlieen1 zu ergrnden und zu lsen und so an ihrem ,teile dazu beitrgt1 der ,philosophie kritisches ,material fr die ,schaffung eines einheitlichen ,weltbildes zu liefern1 nach dem jeder denkende ,mensch verlangt4 ,psychologisches ,wrterbuch ,von ,dr4 ,f4 ,giese4 7,teubners kl4 ,fachwrterbcher47 ,geb4 ca4 ,m4 #f4-- ,auf smtl4 ,preise ,teuerungszuschlge d4 ,verlags 7ab ,april #aibj #ajj1 ,abnderung vorbeh47 und teilweise der ,buchhandlungen ,teubners kleine ,fachwrterbcher bringen sachliche und worterluternde ,erklrungen aller wichtigeren ,gegenstnde und ,fachausdrcke der einzelnen ,gebiete der ,natur- und ,geisteswissenschaften4 ,sie wenden sich an weiteste ,kreise und wollen vor allem auch dem ,nichtfachmann eine verstndnisvolle1 befriedigende ,lektre wissenschaftlicher ,werke und ,zeitschriften ermglichen und den ,zugang zu diesen erleichtern4 ,dieser ,zweck hat ,auswahl und ,fassung der einzelnen ,erklrungen bestimmt3 ,bercksichtigung alles ,wesentlichen1 allgemeinverstndliche ,fassung der ,erluterungen1 ausreichende sprachliche ,erklrung der ,fachausdrcke1 wie sie namentlich die immer mehr zurcktretende humanistische ,vorbildung erforderlich macht4 ,mit greren rein wissenschaftlichen ,nachschlagewerken knnen die kleinen ,fachwrterbcher namentlich hinsichtlich der ,vollstndigkeit natrlich nicht in ,wettbewerb treten1 sie verfolgen ja aber auch ganz andere ,zwecke1 durch die ,preis und ,umfang bedingt waren4 ,den allgemeinen ,konversationslexika gegenber bieten sie bei den sich ohnehin mehr und mehr spezialisierenden auch auerfachlichen ,interessen des ,einzelnen ,vorteile insofern1 als die ,bearbeitung den besonderen ,bedrfnissen des einzelnen ,fachgebietes besser angepat und leichter auf dem neuesten ,stand des ,wissens gehalten werden kann1 als insbesondere auch die ,neu- und ,nachbeschaffung der einzelnen abgeschlossene ,gebiete behandelnden ,bnde bedeutend leichter ist als die einer ,gesamt-,enzyklopdie1 deren erster ,band gewhnlich schon wieder veraltet ist1 wenn der letzte erscheint4 ,preis gebunden ,m4 #e4-- bis ,m4 #g4bj ,hierzu ,teuerungszuschlge des ,verlags3 ,september #aibj #ajj1 ,abnderung vorbehalten4 99 sind erschienen bzw4 werden demnchst erscheinen2 die anderen ,bnde sind in ,vorbereitung4 99,philosophisches ,wrterbuch4 #b4 ,aufl4 ,von ,dr4 ,p4 ,thormeyer4 99,psychologisches ,wrterbuch von ,dr4 ,fritz ,giese4 ,literaturgeschichtliches ,wrterbuch von ,dr4 ,h4 ,rhl4 ,kunstgeschichtliches ,wrterbuch von ,dr4 ,e4 ,cohn-,wiener4 ,musikalisches ,wrterbuch von ,privatdozent ,dr4 ,j4 ,h4 ,moser4 ,wrterbuch des klassischen ,altertums von ,dr4 ,b4 ,a4 ,mller4 99,physikalisches ,wrterbuch von ,prof4 ,dr4 ,g4 ,berndt4 ,chemisches ,wrterbuch von ,privatdozent ,dr4 ,h4 ,remy4 ,astronomisches ,wrterbuch von ,observator ,dr4 ,h4 ,naumann4 99,geologisch-mineralogisches ,wrterbuch von ,dr4 ,c4 ,w4 ,schmidt4 99,geographisches ,wrterbuch von ,prof4 ,dr4 ,o4 ,kende4 99,zoologisches ,wrterbuch von ,dr4 ,th4 ,knottnerus-,meyer4 99,botanisches ,wrterbuch von ,dr4 ,o4 ,gerke4 99,wrterbuch der ,warenkunde von ,prof4 ,dr4 ,m4 ,pietsch4 99,handelswrterbuch von ,dr4 ,v4 ,sittel u4 ,justizrat ,dr4 ,m4 ,strau4 99 99 99 99 99 ,die ,gromchte und die ,weltkrise ,von ,prof4 ,dr4 ,r4 ,kjelln4 ,geh4 ca4 ,m4 #h4--1 geb4 ca4 ,m4 #aj4-- ,in dem die ,fortfhrung seiner in #ai ,auflagen verbreiteten ,gromchte der ,gegenwart bildenden ,werk beleuchtet der ,verfasser im ersten ,teil das ,system der ,gromchte vor dem ,weltkriege1 sie als die gewaltigsten ,lebenserscheinungen auf der ,erde betrachtend1 mit leidenschaftlicher ,teilnahme und gespannter ,aufmerksamkeit1 zugleich aber mit dem scharfen khlen ,blick1 der hinter der ,einzelerscheinung die ,gesetzmigkeit sucht4 ,mit khnem raschen ,griff aus der ,flle die wesentlichen ,zge auswhlend1 schafft ,kjelln so ungewhnlich anschauliche ,lebensbilder der acht ,gromchte4 ,der zweite ,teil will ein ,wegweiser durch die ,machtprobleme des ,weltkrieges sein und bringt eine ,kennzeichnung des ,staatensystems1 wie es aus dem ,kriege hervorgegangen ist4 ,den ,abschlu bildet eine ,betrachtung ber das ,wesen der ,gromacht berhaupt4 ,das ,gymnasium und die neue ,zeit ,frsprachen und ,forderungen fr seine ,erhaltung und seine ,zukunft4 ,geh4 ,m4 #d4ej1 geb4 ,m4 #f4-- ,das ,buch stellt in lngeren ,darlegungen und krzeren uerungen berufener ,frsprecher aus allen ,kreisen und ,arbeitsgebieten1 vor allem auch von ,mnnern des praktischen ,lebens1 zusammen1 was sich ber ,bedeutung der humanistischen ,bildung und des ,gymnasiums fr die knftige ,gestaltung unseres ,volkslebens sagen lt4 ,zur ,einfhrung in die ,philosophie der ,gegenwart ,von ,geh4 ,rat ,prof4 ,dr4 ,a4 ,riehl4 #e4 ,aufl4 ,geh4 ,m4 #d4ej1 geb4 ,m4 #f4dj 444 ,so steigt ein ,stck geistiger ,menschheitsgeschichte in seinen wesentlichen ,umrissen mit herauf1 und indem wir uns um die ,sache bemhen1 lernen wir groe ,menschen kennen1 die fr uns gelebt haben und uns einladen1 mit ihnen zu leben4 7,tgl4 ,rundschau47 ,persnlichkeit und ,weltanschauung ,psychol4 ,untersuch4 zu ,religion1 ,kunst u4 ,philosophie4 ,von ,dr4 ,r4 ,mller-,freienfels4 ,mit ,abb4 im ,text u4 auf #e ,taf4 ,geh4 ,m4 #f4--1 geb4 ,m4 #i4-- ,aus ,weimars ,vermchtnis ,nichts vom ,vergnglichen1 wie's auch geschah6 ,uns zu verewigen sind wir ja da4 ,im ,sinne dieses ,goetheschen ,spruches soll in dieser ,reihe zwanglos erscheinender ,schriften versucht werden1 das ewig ,lebendige der grten ,zeit deutschen ,geisteslebens fr ,gegenwart und ,zukunft fruchtbar zu machen4 -- ,zunchst erschienen3 ,schiller1 ,goethe und das deutsche ,menschheitsideal4 ,von ,prof4 ,k4 ,bornhausen4 7,bd4 #a47 ,kart4 ,m4 #e4-- ,lebensfragen in unserer klassischen ,dichtung4 ,von ,gymnasialdirektor ,prof4 ,h4 ,schurig4 7,bd4 #b47 ,das ,erlebnis und die ,dichtung ,lessing4 ,goethe4 ,novalis4 ,hlderlin4 ,von ,geh4 ,reg4-,rat ,prof4 ,dr4 ,w4 ,dilthey4 #f4 ,aufl4 ,mit #a ,titelbild4 ,geheftet ,m4 #i4--1 geb4 ,m4 #ab4-- ,aus den tiefsten ,blicken in die ,psyche der ,dichter1 dem klaren ,verstndnis fr die historischen ,bestimmungen1 in denen sie leben und schaffen muten1 kommt ,dilthey zu einer ,wrdigung poetischen ,schaffens1 die eine selbstndigfreie ,stellung einnimmt4 7,die ,hilfe47 ,kapitalismus und ,sozialismus ,betrachtungen ber die ,grundlagen der gegenwrtigen ,wirtschaftsordnung sowie die ,voraussetzungen und ,folgen des ,sozialismus4 ,von ,geh4 ,regierungsrat ,prof4 ,dr4 ,l4 ,pohle4 #b4 ,aufl4 ,geh4 ,m4 #f4--1 geb4 ,m4 #g4-- ,auf smtliche ,preise ,teuerungszuschlge des ,verlags3 ,sept4 #aibj #ajj1 ,abnd4 vorbeh4 ,verlag von ,b4 ,g4 ,teubner in ,leipzig und ,berlin ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription ,der ,buchkatalog ,aus ,natur und ,geisteswelt ist als eigenes ,projekt im ,project ,gutenberg unter ,nummer #ecfad verfgbar und wurde hier entfernt4 ,offensichtliche ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,die ,darstellung der ,ellipsen wurde vereinheitlicht4 ,korrekturen3 ,s4 #h3 ,debattern ,debattierern zu wirksamen ,rednern und schlagfertigen ,debattierern ausbilden ,s4 #fc3 bei zu warum zu ,spinozas ,lebzeiten