,,geschichte ,,der ,,philosophie ,,im ,,islam von ,t4 ,j4 ,,de ,,boer4 ,,stuttgart4 ,,fr4 ,,frommanns ,,verlag 7,e4 ,,hauff74 #aija4 ,,vorwort4 ,nach der vortrefflichen ,skizze ,munk's #a ist dies der erste ,versuch1 die ,geschichte der ,philosophie im ,islam im ,zusammenhang vorzufhren4 ,ein neuer ,anfang also1 kein ,abschluss mchte meine ,arbeit sein4 ,nicht ,alles1 was auf diesem ,gebiete vorgearbeitet1 ist mir bekannt geworden und nicht alles ,bekannte war mir zugnglich4 ,handschriftliches konnte nur ausnahmsweise benutzt werden4 ,der ,darstellung wegen sind die ,quellenbelege zurckgehalten4 ,nur wenn ich etwas fast wrtlich oder ohne ,nachprfung herbergenommen habe1 ist das in den ,noten bemerkt worden4 brigens bedauere ich sehr1 dass es jetzt nicht gehrig zur ,anschauung kommen kann1 was ich1 fr das ,verstndnis der ,quellen1 ,mnnern wie ,dieterici1 de ,goeje1 ,goldziher1 ,houtsma1 ,aug4 ,mller1 ,munk1 ,nldeke1 ,renan1 ,snouck ,hurgronje1 ,steinschneider1 van ,vloten und vielen1 vielen anderen verdanke4 ,erst nach ,abschluss dieser ,arbeit ist eine interessante1 auch ber die ,vorgeschichte der ,philosophie im ,islam sich verbreitende ,monographie ber ,ibn ,sina erschienen4 #b ,sie gibt mir aber keine ,veranlassung1 meine ,auffassung im ganzen zu ndern4 ,fr alles ,bibliographische verweise ich auf die ,orientalische ,bibliographie1 ,brockelmann's ,geschichte der ,arabischen ,litteratur und die ,litteraturnachweise bei berweg-,heinze4 ,bei der ,umschreibung arabischer ,namen habe ich mehr auf ,tradition und deutsche ,aussprache als auf ,konsequenz geachtet4 ,es sei nur bemerkt1 dass das z als weiches s zu sprechen1 und das th wie das englische4 ,im ,personenregister bezeichnen ,accente die ,lnge4 ,so viel wie mglich hab' ich mich auf den ,islam beschrnkt4 ,deshalb sind ,ibn ,gebirol und ,maimonides nur im ,vorbeigehen genannt1 andere jdische ,denker ganz bergangen1 obgleich sie1 philosophisch betrachtet1 dem muslimischen ,bildungskreise angehren4 ,der ,schaden ist aber nicht gross4 ,denn ber die jdischen ,philosophen ist schon viel geschrieben worden1 whrend man bis jetzt die muslimischen ,denker sehr vernachlssigt hat4 ,groningen 7,niederlande74 ,t4 ,j4 de ,boer4 ,,inhalts,,bersicht4 ,seite ,i4 ,zur ,einleitung4 #i-cc #a4 ,der ,schauplatz #i #a4 ,das alte ,arabien4 #b4 ,die ersten ,chalifen4 ,medina4 ,schiiten4 #c4 ,die ,omajjaden4 ,damaskus1 ,basra und ,kufa4 #d4 ,die ,abbasiden4 ,bagdad4 #e4 ,kleinstaaterei4 ,fall des ,chalifates4 #b4 ,orientalische ,weisheit #ac #a4 ,semitische ,spekulation4 #b4 ,persische ,religion4 ,zrwanismus4 #c4 ,indische ,weisheit4 #c4 ,griechische ,wissenschaft #ag #a4 ,die ,syrer4 #b4 ,die christlichen ,kirchen4 #c4 ,edessa und ,nisibis4 #d4 ,harran4 #e4 ,gondeschapur4 #f4 ,syrische bersetzungen4 #g4 ,die ,philosophie bei den ,syrern4 #h4 ,arabische bersetzungen4 #i4 ,die ,philosophie der bersetzer4 #aj4 ,umfang der berlieferung4 #aa4 ,fortsetzung des ,neuplatonismus4 #ab4 ,das ,buch vom ,apfel4 #ac4 ,die ,theologie des ,aristoteles4 #ad4 ,aufnahme des ,aristoteles4 #ae4 ,die ,philosophie im ,islam4 ,,ii4 ,philosophie und arabisches ,wissen #cd-fh #a4 ,die ,sprachwissenschaft #cd #a4 ,die verschiedenen ,wissenschaften4 #b4 ,die arabische ,sprache4 ,der ,koran4 #c4 ,die ,grammatiker von ,basra und ,kufa4 #d4 ,logische ,grammatik4 ,metrik4 #e4 ,sprachwissenschaft und ,philosophie4 #b4 ,die ,pflichtenlehre #ch #a4 ,tradition und ,freiheit4 #b4 ,die ,analogie4 #c4 ,inhalt und ,stellung der ,pflichtenlehre4 #d4 ,ethik und ,politik4 #c4 ,die ,glaubenslehre #db #a4 ,christliche ,dogmatik4 #b4 ,der ,kalam4 #c4 ,die ,mutaziliten und ihre ,gegner4 #d4 ,menschliches und gttliches ,wirken4 #e4 ,gottes ,wesen4 #f4 ,offenbarung und ,vernunft4 #g4 ,abu-l-,hudhail4 #h4 ,nazzam4 #i4 ,dschahiz4 #aj4 ,muammar und ,abu ,haschim4 #aa4 ,aschari4 #ab4 ,der atomistische ,kalam4 #ac4 ,die ,mystik4 #d4 ,litteratur und ,geschichte #fc #a4 ,die ,litteratur4 #b4 ,abu-l-,atahia4 ,mutanabbi1 ,abu-l-,ala4 ,hariri4 #c4 ,geschichtliche berlieferung4 #d4 ,masudi und ,muqaddasi4 ,,iii4 ,die pythagoreische ,philosophie #fi-hi #a4 ,die ,naturphilosophie #fi #a4 ,die ,quellen4 #b4 ,die mathematischen ,disziplinen4 #c4 ,die ,naturwissenschaften4 #d4 ,die ,medizin4 #e4 ,razi4 #f4 ,die ,dahriten4 #b4 ,die treuen ,brder von ,basra #gf #a4 ,die ,karmaten4 #b4 ,die ,brder und ihre ,encyklopdie4 #c4 ,eklektizismus4 #d4 ,das ,wissen4 #e4 ,die ,mathematik4 #f4 ,die ,logik4 #g4 ,gott und ,welt4 #h4 ,die menschliche ,seele4 #i4 ,religionsphilosophie4 #aj4 ,die ,ethik4 #aa4 ,wirkung der ,encyklopdie4 ,,iv4 ,die neuplat4 ,aristoteliker des ,ostens #ij-acg #a4 ,kindi #ij #a4 ,sein ,leben4 #b4 ,verhltnis zur ,theologie4 #c4 ,die ,mathematik4 #d4 ,gott1 ,welt1 ,seele4 #e4 ,die ,lehre vom ,nus4 #f4 ,kindi als ,aristoteliker4 #g4 ,die ,schule ,kindis4 #b4 ,farabi #ih #a4 ,die ,logiker4 #b4 ,farabis ,leben4 #c4 ,verhltnis zu ,platon und ,aristoteles4 #d4 ,die ,philosophie4 #e4 ,die ,logik4 #f4 ,das ,seiende4 ,gott4 #g4 ,die ,himmelwelt4 #h4 ,die irdische ,welt4 #i4 ,die menschliche ,seele4 #aj4 ,der ,geist im ,menschen4 #aa4 ,die ,ethik4 #ab4 ,die ,politik4 #ac4 ,das zuknftige ,leben4 #ad4 ,rckblick4 #ae4 ,wirkungen seiner ,philosophie4 ,sidschistani4 #c4 ,ibn ,maskawaih4 #aaf #a4 ,seine ,stellung4 #b4 ,das ,wesen der ,seele4 #c4 ,prinzipien der ,ethik4 #d4 ,ibn ,sina #aai #a4 ,sein ,leben4 #b4 ,das ,werk4 #c4 ,philosophische ,wissenschaften4 ,die ,logik4 #d4 ,metaphysik und ,physik4 #e4 ,anthropologie und ,psychologie4 #f4 ,die ,vernunft4 #g4 ,allegorische ,darstellung der ,vernunftlehre4 #h4 ,geheimlehre4 #i4 ,ibn ,sinas ,zeit4 ,beruni4 #aj4 ,behmenjar4 #aa4 ,das ,fortleben ,ibn ,sinas4 #e4 ,ibn al-,haitham #acc #a4 ,der ,zug nach ,westen4 #b4 ,ibn al-,haithams ,leben und ,werke4 #c4 ,wahrnehmung und ,erkenntnis4 #d4 ,nachwirkung4 ,v4 ,der ,ausgang der ,philosophie im ,osten #ach-aeb #a4 ,gazali #ach #a4 ,dialektik und ,mystik4 #b4 ,gazalis ,leben4 #c4 ,stellung zu seiner ,zeit4 #d4 ,die ,welt4 #e4 ,gott und ,vorsehung4 #f4 ,der ,mensch4 #g4 ,gazalis ,theologie4 #h4 ,erfahrung und ,offenbarung4 #i4 ,rckblick4 #b4 ,die ,kompendienschreiber #aej #a4 ,stellung der ,philosophie4 #b4 ,philosophische ,bildung4 ,,vi4 ,die ,philosophie im ,westen #aec-agf #a4 ,die ,anfnge #aec #a4 ,die ,omajjadenzeit4 #b4 ,das elfte ,jahrhundert4 #b4 ,ibn ,baddscha #aef #a4 ,die ,almoraviden4 #b4 ,ibn ,baddschas ,leben4 #c4 ,charakteristik4 #d4 ,logik und ,metaphysik4 #e4 ,seele und ,geist4 #f4 ,der einzelne ,mensch4 #c4 ,ibn ,tofail #afj #a4 ,die ,almohaden4 #b4 ,ibn ,tofails ,leben4 #c4 ,hai ibn ,jaqzan4 #d4 ,hai und die ,entwicklung der ,menschheit4 #e4 ,hai's ,ethik4 #d4 ,ibn ,roschd #afe #a4 ,sein ,leben4 #b4 ,ibn ,roschd und ,aristoteles4 #c4 ,logik4 ,erkenntnis der ,wahrheit4 #d4 ,die ,welt und ,gott4 #e4 ,krper und ,geist4 #f4 ,geist und ,geister4 #g4 ,rckblick4 #h4 ,praktische ,philosophie4 ,,vii4 ,zum ,schluss #agg-ahh #a4 ,ibn ,chaldun #agg #a4 ,die ,zeitverhltnisse4 #b4 ,das ,leben ,ibn ,chalduns4 #c4 ,philosophie und ,welterfahrung4 #d4 ,geschichtsphilosophie4 ,historische ,methode4 #e4 ,gegenstand der ,geschichte4 #f4 ,charakteristik4 #b4 ,die ,araber und die ,scholastik #ahd #a4 ,politische ,lage4 ,die ,juden4 #b4 ,palermo und ,toledo4 #c4 ,die ,araber in ,paris4 ,i4 ,,zur ,,einleitung4 #a4 ,der ,schauplatz4 #a4 ,von alters her war1 wie heutzutage1 die arabische ,wste der ,tummelplatz unabhngiger ,beduinenstmme4 ,mit freiem1 gesundem ,sinn blickten diese in ihre einfrmige ,welt hinein1 deren hchster ,reiz der ,beutezug1 deren geistiger ,schatz die ,stammesberlieferung war4 ,weder die ,errungenschaften geselliger ,arbeit noch die ,gaben schner ,mue waren ihnen bekannt4 ,nur an den ,rndern der ,wste wurde1 in ,staatenbildungen1 die oft von den berfllen jener ,beduinen zu leiden hatten1 eine hhere ,stufe der ,gesittung erreicht4 ,so war es im ,sden1 wo in christlicher ,zeit unter abyssinischer oder persischer ,oberhoheit das alte ,reich der ,knigin von ,saba fortbestand4 ,im ,westen lagen an einer alten ,handelsstrae ,mekka und ,medina 7,jathrib71 und besonders ,mekka mit seinem ,markte im ,schutze eines ,tempels war ein ,mittelpunkt regen ,verkehrs4 ,im ,norden endlich hatten sich zwei halbsouverne ,staaten unter arabischen ,frsten gebildet3 gegen ,persien hin das ,reich der ,lachmiden in ,hira und gegen ,byzanz der ,gassaniden ,herrschaft in ,syrien4 ,aber in ,sprache und ,poesie stellte sich schon vor ,mohammed einigermaen die ,einheit der arabischen ,nation dar4 ,die ,dichter waren die ,wissenden ihres ,volkes4 ,ihre ,zaubersprche galten zunchst den ,stmmen als ,orakel4 ,doch ging ihre ,wirkung wohl oft ber den eigenen ,stamm hinaus4 #b4 ,mohammed und seinen nchsten ,nachfolgern1 ,abu ,bekr1 ,omar1 ,othman und ,ali 7#fbb-ffa7 ist es nun gelungen1 die freien ,wstenshne zusammen mit den gesitteteren ,bewohnern der ,kstenstriche fr ein gemeinsames ,unternehmen zu begeistern4 ,diesem ,ereignis verdankt der ,islam seine ,weltstellung4 ,denn ,allah zeigte sich gro und fr die ,ihm sich ,ergebenden 7,muslime7 war die ,welt gar klein4 ,in kurzer ,zeit wurde ganz ,persien erobert und verlor das ostrmische ,reich seine schnsten ,provinzen3 ,syrien und gypten4 ,medina war der ,sitz der ersten ,chalifen oder ,stellvertreter des ,propheten4 ,aber ,mohammeds tapferer ,schwiegersohn1 ,ali1 und dessen ,shne unterlagen ,moawia1 dem klugen ,statthalter von ,syrien4 ,seit der ,zeit besteht die ,partei des ,ali 7,schiiten71 die unter mancherlei ,wandlungen1 bald unterworfen1 bald an einzelnen ,stellen zur ,herrschaft gelangt1 ihr ,wesen in der ,geschichte treibt1 bis sie sich 7#aejb7 im persischen ,reich endgltig gegen den sunnitischen ,islam abschliet4 ,in ihrem ,kampfe gegen die weltliche ,macht haben die ,schiiten sich aller mglichen ,waffen1 auch der ,wissenschaft bedient4 ,schon frh erscheint unter ihnen die ,partei der ,kaisaniten1 die dem ,ali und seinen ,erben eine bermenschliche ,geheimwissenschaft zuschreibt1 ein ,wissen1 mit dessen ,hilfe der innere ,sinn der gttlichen ,offenbarung erst klar werde1 das aber auch von seinen ,adepten nicht weniger ,glauben und unbedingten ,gehorsam gegen die ,trger solchen ,wissens erfordert als der ,buchstabe des ,korans4 7,vgl4 ,,iii1 #b #a47 #c4 ,nach dem ,siege ,moawias1 der ,damaskus zur ,hauptstadt des muslimischen ,reiches machte1 lag die ,bedeutung ,medinas hauptschlich auf geistigem ,gebiete4 ,es musste sich damit begngen1 zum ,teil unter jdischen und christlichen ,einflssen1 die ,wissenschaft des ,gesetzes und der ,tradition zu pflegen4 ,in ,damaskus aber fhrten die ,omajjaden 7#ffa-gej7 ihr weltliches ,regiment4 ,unter ihrer ,herrschaft dehnte sich das ,reich vom atlantischen ,meere bis ber die ,grenzen ,indiens und ,turkestans aus1 vom sdlichen ,meere bis an den ,kaukasus und vor die ,mauern von ,konstantinopel4 ,damit war aber auch die weiteste ,ausdehnung erreicht4 ,araber nahmen jetzt berall die fhrende ,stellung ein4 ,sie bildeten eine militrische ,aristokratie und der schlagendste ,beweis fr ihren ,einfluss ist dies1 dass unterworfene ,vlker mit alter1 berlegener ,kultur die ,sprache der ,sieger annahmen4 ,die arabische ,sprache wurde die ,sprache des ,staates und der ,religion1 der ,poesie und der ,wissenschaft4 ,whrend aber die hohen ,staats- und ,militrmter vorzugsweise von ,arabern verwaltet wurden1 blieb es zunchst ,nichtarabern und ,mischlingen berlassen1 ,knste und ,wissenschaften zu pflegen4 ,in ,syrien ging man bei ,christen in die ,schule4 ,die ,hauptsttten geistiger ,bildung aber wurden ,basra und ,kufa1 in denen ,araber und ,perser1 ,muslime1 ,christen1 ,juden und ,magier zusammenstieen4 ,dort1 wo ,handel und ,gewerbe aufblhten1 sind1 unter hellenistisch-christlichen und persischen ,einflssen entstanden1 die ,anfnge weltlicher ,wissenschaft im ,islam zu suchen4 #d4 ,den ,omajjaden folgten die ,abbasiden 7#gej-abeh7 nach4 ,diese machten1 um zur ,herrschaft zu gelangen1 dem ,persertum ,konzessionen und benutzten religis-politische ,bewegungen4 ,nur in dem ersten ,jahrhundert ihrer ,regierung 7bis etwa #hfj7 mehrte oder hielt sich noch die ,gre des ,reiches1 als dessen ,mittelpunkt ,mansur1 der zweite ,herrscher dieses ,hauses1 im ,jahre #gfb ,bagdad grndete1 eine ,stadt1 die bald an weltlichem ,glanze ,damaskus und als ,leuchte des ,geistes ,basra und ,kufa berstrahlte4 ,nur mit ,konstantinopel war sie zu vergleichen4 ,in ,bagdad1 an dem ,hofe ,mansurs 7#ged-gge71 ,haruns 7#ghf-hji71 ,mamuns 7#hac-hcc7 u4 s4 w4 fanden sich1 besonders aus den nordstlichen ,provinzen1 ,dichter und ,gelehrte zusammen4 ,mehrere ,abbasiden liebten weltliche ,bildung1 sei es an sich oder zur ,ausschmckung ihres ,hofes1 und wenn sie oft auch den ,wert der ,knstler und ,gelehrten nicht erkannt haben mgen1 so wussten doch diese die materiellen ,gter ihrer ,herren wohl zu schtzen4 ,wenigstens seit der ,zeit ,haruns bestand in ,bagdad eine ,bibliothek und eine ,gelehrtenanstalt4 ,schon unter ,mansur1 besonders aber unter ,mamun und seinen ,nachfolgern1 wurde dann die wissenschaftliche ,litteratur der ,griechen1 meistens durch syrische ,vermittelung1 in die arabische ,sprache bertragen4 ,auch ,kompendien und ,erluterungen dazu wurden verfasst4 ,als diese gelehrte ,arbeit ihren hchsten ,aufschwung nahm1 war die ,herrlichkeit des ,reiches im ,niedergang begriffen4 ,die alten ,stammesfehden1 die unter den ,omajjaden nie geruht hatten1 waren scheinbar einer festgefgten ,einheit des ,staates gewichen4 ,aber es dauerten in verschrftem ,mae andere ,streitigkeiten fort1 theologische und metaphysische ,znkereien1 wie sie hnlich den ,verfall des ostrmischen ,reiches begleiteten4 ,der ,staatsdienst brauchte in der orientalischen ,despotie nur wenig befhigte ,kpfe4 ,viele junge ,krfte gingen im ppigen ,genusse unter1 andere verfielen auf ,wortknstelei und ,scheingelehrsamkeit4 ,zur ,verteidigung des ,reiches dagegen zog man die frische ,kraft weniger berbildeter ,vlker heran3 zuerst iranische oder iranisierte ,chorasaner1 darauf ,trken4 #e4 ,immer deutlicher zeigte sich des ,reiches ,verfall4 ,die ,machtstellung des ,trkenheeres1 ,aufstnde stdtischen ,pbels und lndlicher ,arbeiter1 schiitische und ismaelitische ,umtriebe berall1 dazu die ,selbstndigkeitsgelste der entfernten ,provinzen waren entweder die ,ursachen oder die ,symptome des ,untergangs4 ,neben dem ,chalifen1 der zum geistlichen ,wrdentrger herabsank1 herrschten die ,trken als ,hausmeier4 ,und an der ,peripherie entstanden nach und nach selbstndige ,staaten1 bis zu einer ganz entsetzlichen ,kleinstaaterei4 ,die wichtigsten1 mehr oder weniger unabhngigen ,herrscher waren im ,westen1 abgesehen von den spanischen ,omajjaden 7vgl4 ,,vi1 #a71 die ,aglabiden ,nordafrikas1 die ,tuluniden und ,fatimiden gyptens und die ,hamdaniden ,syriens und ,mesopotamiens2 im ,osten die ,tahiriden und ,samaniden1 allmhlich von den ,trken verdrngt4 ,an den ,hfen dieser kleinen ,dynastien sind in der nchsten ,zeit 7#aj4 und #aa4 ,jahrh47 die ,dichter und ,gelehrten zu finden4 ,mehr als ,bagdad machen sich auf kurze ,zeit ,haleb 7,aleppo71 der ,sitz der ,hamdaniden1 und auf lngere ,zeit ,kairo1 im ,jahre #ifi von den ,fatimiden erbaut1 als ,heimsttten geistiger ,bestrebungen geltend4 ,im ,osten glnzt noch einen ,augenblick der ,hof des ,trken ,machmud von ,ghazna1 der seit dem ,jahre #iii ,herr von ,chorasan war4 ,in diese ,zeit der ,kleinstaaterei und der ,trkenwirtschaft fllt auch die ,grndung der muslimischen ,universitten4 ,im ,jahre #ajfe wurde die erste in ,bagdad errichtet4 ,seit der ,zeit besitzt der ,orient die ,wissenschaft nur in stereotypen ,auflagen4 ,der ,lehrer hat gelehrt1 was ihm von seinen ,lehrern berliefert worden1 und jedes neue ,buch enthlt kaum einen ,satz1 der nicht schon in lteren ,bchern stnde4 ,die ,wissenschaft ist gerettet4 ,aber die ,gelehrten ,transoxaniens1 die1 der berlieferung nach1 als sie die ,grndung der ersten ,madrasah erfuhren1 eine ,trauerfeier zu ,ehren der ,wissenschaft veranstalteten1 haben ,recht behalten4 #c ber die stlichen ,lnder des ,islam brauste dann 7#ac4 ,jahrh47 der ,mongolensturm dahin4 ,was der ,trke brig gelassen1 raffte dieser hinweg4 ,es blhte da keine ,kultur wieder auf1 die aus sich heraus eine neue ,kunst hervortrieb oder zu einer ,erneuerung der ,wissenschaft die ,anregung darbot4 #b4 ,orientalische ,weisheit4 #a4 ,vor seiner ,berhrung mit dem ,hellenismus hat der semitische ,geist1 in philosophischer ,hinsicht1 es nie weiter als zu ,rtselfragen und ,spruchweisheit gebracht4 ,einzelbeobachtungen aus der ,natur1 hauptschlich aber aus ,leben und ,schicksal des ,menschen1 liegen zu ,grunde1 und wo das ,verstndnis aufhrt1 stellt sich leicht die ,ergebung in den allmchtigen und unergrndlichen ,willen ,gottes ein4 ,wir kennen diese ,weisheit aus dem ,alten ,testament4 ,dass sie sich hnlich bei den ,arabern ausbildete1 zeigen uns die biblische ,geschichte der ,knigin von ,saba und die ,gestalt des weisen ,loqman in der arabischen berlieferung4 ,neben solcher ,weisheit gab es berall die ,magie des ,zauberers1 ein ,wissen1 das sich in der ,herrschaft ber die ,dinge bewhrte4 ,aber nur in den priesterlichen ,kreisen ,alt-,babyloniens1 unter welchen ,einflssen und in welchem ,umfange wissen wir nicht genau1 erhob man sich zu einer wissenschaftlicheren ,betrachtung der ,welt4 ,vom ,wirrsal des ,erdendaseins wandte dort das ,auge sich der himmlischen ,ordnung zu4 ,nicht wie der ,hebrer1 der ber ein gewisses ,staunen nicht hinwegkam #d oder in den unzhligen ,gestirnen nur ein ,sinnbild eigener ,nachkommenschaft sah #e1 sondern hnlich dem ,griechen1 der das ,viele und ,mannigfaltige unter dem ,monde erst verstehen lernte1 nachdem er in der ,einheit und ,stetigkeit der ,himmelsbewegung die ,harmonie des ,alls gefunden hatte4 ,nur dass sich mit dem ,guten1 wie es denn im ,hellenismus nicht anders war1 viel mythologisches ,spiel und astrologisches ,afterwissen verschlangen4 ,diese chaldische ,weisheit wurde in ,babylonien und ,syrien seit den ,tagen ,alexanders des ,groen mit hellenistischen1 spter mit hellenistisch-christlichen ,ideen durchsetzt oder davon verdrngt4 ,nur in der syrischen ,stadt ,harran hielt sich bis in die ,zeit des ,islam das alte ,heidentum1 von christlichen ,einflssen wenig berhrt4 7,vgl4 ,i1 #c #d47 #b4 ,bedeutender als etwaige semitische berlieferung war es1 was dem ,islam von persischer und indischer ,weisheit zugefhrt wurde4 ,auf die ,frage1 ob die orientalische ,weisheit von griechischer ,philosophie1 oder diese von jener ursprnglich beeinflusst sei1 brauchen wir hier nicht einzugehen4 ,was der ,islam graden ,weges ,persern und ,indern entnommen hat1 lsst sich aus den arabischen ,quellen mit ziemlicher ,sicherheit ersehen1 und auf dieses drfen wir uns beschrnken4 ,persien ist das ,land des ,dualismus1 und es ist nicht unwahrscheinlich1 dass seine dualistische ,religionslehre1 sei es direkt1 sei es durch ,vermittelung des ,manichismus oder anderer gnostischer ,sekten1 auf die theologischen ,streitigkeiten im ,islam eingewirkt habe4 ,viel grer aber ist in weltlichen ,kreisen der ,einfluss desjenigen ,systems gewesen1 das der berlieferung nach unter dem ,sasaniden ,jezdegerd ,,ii4 7#dch_/i-deg7 sogar zur ffentlichen ,anerkennung kam1 des ,zrwanismus 7vgl4 ,,iii1 #a #f74 ,in diesem ,system war die dualistische ,weltansicht dadurch aufgehoben1 dass als oberstes ,prinzip die endlose ,zeit 7zrwan1 arab4 dahr7 aufgestellt und mit dem ,geschick1 der uersten ,himmelssphre oder der ,bewegung des ,himmels identifiziert wurde4 ,diese ,lehre1 die philosophischen ,kpfen zusagte1 hat sich1 mit oder ohne die ,maske des ,islam1 in der persischen ,litteratur und bis auf unsere ,zeit in den volkstmlichen ,anschauungen einen groen ,platz zu erhalten gewusst4 ,von den ,theologen aber und nicht weniger von der idealistischen ,schulphilosophie wurde sie als ,materialismus1 ,atheismus u4 s4 w4 abgewiesen4 #c4 ,als das wahre ,land der ,weisheit galt ,indien4 ,vielfach findet sich bei den arabischen ,schriftstellern die ,anschauung1 dort sei die ,geburtssttte der ,philosophie zu finden4 ,durch friedlichen ,handelsverkehr1 dessen ,vermittler zwischen ,indien und dem ,abendlande hauptschlich ,perser waren1 dann infolge der muslimischen ,eroberung verbreitete sich die ,kenntnis indischer ,weisheit4 ,unter ,mansur 7#ged-gge7 und ,harun 7#ghf-hji7 wurde vieles davon1 teils durch die ,mittelstufe des ,persischen 7,pahlawi7 hindurch1 teils direkt aus dem ,sanskrit bersetzt4 ,von der ethischen und politischen ,spruchweisheit1 aus ,fabel und ,erzhlung der ,inder1 ward manches herbergenommen1 so die von ,ibn al-,moqaffa zu ,mansurs ,zeit aus dem ,pahlawi bersetzten ,erzhlungen des ,pantschatantra u4 ,a4 ,an erster ,stelle aber wirkten indische ,mathematik und ,astrologie1 letztere in ,verbindung mit praktischer ,medizin und ,zauberkunst1 auf die ,anfnge der ,weltweisheit im ,islam4 ,die ,astrologie des ,siddhanta von ,brahmagupta1 unter ,mansur mit ,hilfe indischer ,gelehrten von ,fazari aus dem ,sanskrit bersetzt1 war noch vor des ,ptolemus ,almagest bekannt4 ,eine weite ,welt1 in ,vergangenheit und ,zukunft1 that sich da auf4 ,die hohen ,zahlen1 mit denen der ,inder operierte1 erzeugten auf die nchternen muslimischen ,annalisten einen gewaltigen1 verwirrenden ,eindruck1 wie andererseits der arabische ,kaufmann1 der in ,indien und ,china das ,alter unserer erschaffenen ,welt auf einige ,tausend ,jahre ansetzte1 sich im hchsten ,grade lcherlich machte4 ,auch die logischen und metaphysischen ,spekulationen der ,inder sind den ,muslimen nicht unbekannt geblieben1 aber viel weniger als ,mathematik und ,astrologie haben diese die wissenschaftliche ,entwicklung beeinflusst4 ,die ,grbeleien der ,inder1 an ihre heiligen ,bcher anknpfend und durchaus religis bestimmt1 haben gewiss auf persisches ,sufitum und islamische ,mystik nachhaltig eingewirkt4 ,aber ,philosophie ist nun einmal ein griechischer ,begriff und es geht nicht an1 einem ,tagesgeschmack zu liebe1 in unserer ,darstellung den ,kuhmilchgedanken frommer ,inder allzuviel ,platz einzurumen4 ,was jene sinnigen ,ber ber den tuschenden ,schein alles ,sinnlichen vorgebracht haben1 mag oft einen poetischen ,reiz besitzen1 stimmt auch wohl zu dem1 was dem ,osten aus neupythagoreischen und neuplatonischen ,quellen an ,betrachtungen ber die ,vergnglichkeit alles ,irdischen zugnglich war1 hat aber1 ebensowenig wie dieses1 etwas ,erhebliches zur ,erklrung der ,erscheinungen1 zur ,erweckung wissenschaftlichen ,sinnes beigetragen4 ,nicht indischer ,phantasie1 sondern griechischen ,geistes bedurfte es dazu1 das ,nachdenken auf die ,erkenntnis des ,wirklichen zu richten4 ,das beste ,beispiel dafr ist die arabische ,mathematik4 ,nach dem ,urteile ihrer besten ,kenner ist indisch darin fast nur die ,rechenkunst1 griechisch1 wenn auch nicht ausschlielich1 doch vorwiegend1 die ,algebra und die ,geometrie4 ,zum ,begriffe reiner ,mathematik ist wohl kaum ein ,inder durchgedrungen4 ,die ,zahl1 auch die hchste1 blieb doch immer eine konkrete4 ,und in der indischen ,philosophie blieb das ,wissen berhaupt ein ,mittel4 ,zweck war die ,erlsung vom bel des ,daseins1 die ,philosophie ,anleitung zum seligen ,leben4 ,daher die ,monotonie dieser auf das einheitliche ,wesen aller ,dinge gerichteten ,weisheit1 der gegenber die reichgegliederte ,wissenschaft der ,hellenen die ,wirkungen der ,natur und des ,geistes allseitig zu erfassen bestrebt war4 ,orientalische ,weisheit1 ,astrologie und ,kosmologie1 hat den muslimischen ,denkern mancherlei ,stoff geliefert1 aber die ,form1 das bildende ,prinzip1 kam ihnen von den ,griechen her4 berall1 wo es sich nicht um bloes ,aufzhlen oder zuflliges ,zusammenreihen handelt1 sondern nach sachlichen oder logischen ,gesichtspunkten eine ,anordnung des ,mannigfaltigen versucht wird1 darf mit ,wahrscheinlichkeit auf griechischen ,einfluss geschlossen werden4 #c4 ,griechische ,wissenschaft4 #a4 ,wie die ,perser hauptschlich den ,handelsverkehr zwischen ,indien-,china und ,byzanz leiteten1 so traten im fernen ,westen1 bis ins ,frankenreich1 die ,syrer als ,kulturvermittler auf4 ,es waren ,syrer1 die ,wein1 ,seide u4 s4 w4 ins ,abendland einfhrten4 ,aber es waren auch ,syrer1 die griechische ,bildung aus ,alexandrien und ,antiochien nach ,osten hin verbreiteten und in den ,schulen von ,edessa und ,nisibis1 ,harran und ,gondeschapur fortpflanzten4 ,syrien war das richtige ,land der ,mitte1 wo ,jahrhunderte lang die beiden ,weltmchte1 die rmische und die persische1 feindlich oder friedlich zusammenstieen4 ,unter solchen ,umstnden spielten die christlichen ,syrer eine ,rolle1 wie sie hnlich spter den ,juden zu teil ward4 #b4 ,die muslimischen ,eroberer fanden die christliche ,kirche1 abgesehen von vielen ,sekten1 in drei ,abteilungen gespalten4 ,im eigentlichen ,syrien herrschte neben der orthodoxen ,reichskirche die monophysitische1 in ,persien die nestorianische ,kirche vor4 ,der ,unterschied zwischen den ,lehrsystemen dieser ,kirchen ist wohl nicht ohne ,bedeutung fr die ,entwicklung der muslimischen ,dogmatik gewesen4 ,nach der ,lehre der ,monophysiten waren in ,christus ,gott und ,mensch zu einer ,natur vereinigt1 whrend die ,orthodoxen und viel schrfer noch die ,nestorianer eine gttliche und eine menschliche ,natur unterschieden4 ,nun heit ,natur vor allem ,energie oder ,wirkungsprinzip4 ,es handelt sich um die ,frage1 ob gttliches und menschliches ,wollen und ,wirken in ,christus ein und dasselbe seien oder verschieden4 ,die ,monophysiten hoben1 aus spekulativen und religisen ,motiven1 auf ,kosten des ,menschlichen die ,einheit in ,christus1 ihrem ,gotte1 hervor1 die ,nestorianer dagegen betonten die ,eigenart menschlichen ,seins1 ,wollens und ,wirkens dem gttlichen gegenber4 ,letzteres aber bietet1 unter ,begnstigung politischer und kultureller ,verhltnisse1 einer philosophischen ,welt- und ,lebensbetrachtung freieren ,spielraum1 und thatschlich haben die ,nestorianer am meisten fr die ,pflege griechischer ,wissenschaft gethan4 #c4 ,die ,sprache sowohl der westlichen als auch der stlichen 7persischen7 ,kirche war das ,syrische4 ,daneben aber wurde in den ,klosterschulen das ,griechische gelehrt4 ,in der westlichen 7monophysitischen7 ,kirche sind ,rasain und ,kinnesrin als ,sttten der ,bildung zu nennen4 ,bedeutender war1 wenigstens anfangs1 die ,schule von ,edessa1 wie denn auch der edessenische ,dialekt sich zur ,schriftsprache erhoben hatte4 ,aber im ,jahre #dhi ward die dortige ,schule wegen der nestorianischen ,gesinnung ihrer ,lehrer geschlossen4 ,sie that sich dann in ,nisibis wieder auf und verbreitete in ,persien1 aus politischen ,grnden von den ,sasaniden begnstigt1 nestorianischen ,glauben und griechisches ,wissen4 ,der ,unterricht in jenen ,schulen hatte vorzugsweise biblisch-kirchlichen ,charakter und war auf kirchliche ,bedrfnisse berechnet4 ,aber es nahmen auch rzte oder knftige ,studenten der ,medizin daran teil4 ,dass diese oft dem geistlichen ,stande angehrten1 hebt den ,unterschied zwischen theologischem ,studium und der ,beschftigung mit weltlichem ,wissen nicht auf4 ,zwar haben1 nach dem syrisch-rmischen ,rechtsbuch1 die ,lehrer 7gelehrten ,priester7 und rzte ,steuerfreiheit und andere ,privilegien gemeinsam4 ,aber dass die ersteren als ,heilknstler der ,seele betrachtet wurden1 whrend die rzte blo den ,leib zu flicken hatten1 begrndete den ,vorzug jener vor diesen4 ,die ,medizin blieb doch immer etwas ,weltliches1 und nach den ,statuten der ,schule zu ,nisibis 7vom ,jahre #eij7 durften die heiligen ,schriften nicht mit ,bchern des weltlichen ,gewerbes in einem ,raume zusammen gelesen werden4 ,in rztlichen ,kreisen wurden die ,werke des ,hippokrat1 ,galen und ,aristoteles sehr geschtzt4 ,in den ,klstern aber verstand man unter ,philosophie zunchst das beschauliche ,leben des ,asketen und achtete nur auf das ,eine1 das not thut4 #d4 ,eine eigentmliche ,stellung nimmt die mesopotamische ,stadt ,harran1 in der ,nhe ,edessas1 ein4 ,altsemitisches ,heidentum verknpft sich hier1 besonders nach der arabischen ,eroberung1 als die ,stadt neu emporblhte1 mit mathematischen und astronomischen ,studien und neupythagoreischer und neuplatonischer ,spekulation4 ,die ,harranier oder ,sabier1 wie sie im #i4 und #aj4 ,jahrhundert heien1 fhren ihre mystische ,weisheit auf ,hermes ,trismegistos1 ,agathodaemon1 ,uranius u4 ,a4 zurck4 ,zahlreiche ,pseudepigraphen des spteren ,hellenismus werden von ihnen glubig aufgenommen1 einzelnes wird vielleicht in ihrem ,kreise fabriziert4 ,als bersetzer und gelehrte ,schriftsteller sind einige aus ihrer ,mitte thtig gewesen4 ,viele haben mit persischen und arabischen ,gelehrten des achten bis zehnten ,jahrhunderts einen regen wissenschaftlichen ,verkehr unterhalten4 #e4 ,in ,persien1 zu ,gondeschapur1 finden wir eine von ,chosrau ,anoscharwan 7#eca-egi7 gegrndete ,anstalt fr philosophische und medizinische ,studien4 ,ihre ,lehrer waren hauptschlich nestorianische ,christen4 ,aber auer den ,nestorianern duldete der weltlicher ,bildung geneigte ,frst auch ,monophysiten4 ,besonders als ,mediziner waren damals1 wie spter am ,hofe der ,chalifen1 christliche ,syrer in ,ehren4 ,auch die im ,jahre #ebi aus ,athen vertriebenen sieben ,philosophen der neuplatonischen ,schule fanden am ,hofe ,chosraus eine ,zufluchtssttte4 ,sie mgen aber dort hnliche ,erfahrungen gemacht haben1 wie die franzsischen ,freigeister des vorigen ,jahrhunderts am russischen ,hofe4 ,jedenfalls sehnten sie sich nach der ,heimat zurck4 ,und der ,knig war freisinnig und gromtig genug1 sie gehen zu lassen und fr sie im ,friedensvertrage mit ,byzanz vom ,jahre #edi ,glaubensfreiheit zu bedingen4 ,ganz ohne ,einfluss wird ihr ,aufenthalt im persischen ,reich doch wohl nicht geblieben sein4 #f4 ,die ,zeit der syrischen bersetzungen profaner ,schriften aus dem ,griechischen luft etwa vom vierten bis zum achten ,jahrhundert4 ,im vierten ,jahrhundert wurden ,spruchsammlungen bertragen4 ,als erster mit ,namen genannter bersetzer erscheint ,probus1 ,priester und ,arzt in ,antiochien 7erste ,hlfte des fnften ,jahrhunderts874 ,vielleicht war er auch nur ,erklrer logischer ,schriften des ,aristoteles und der ,isagoge des ,porphyrius4 ,bekannter ist ,sergius von ,rasain 7gestorben1 wahrscheinlich in ,konstantinopel1 um #ecf1 etwa #gj ,jahre alt71 ein mesopotamischer ,mnch und ,arzt1 der den ganzen ,umfang der alexandrinischen ,wissenschaft1 vielleicht in ,alexandrien selbst1 studierte und dessen bersetzungen nicht nur auf ,theologie1 ,moral und ,mystik1 sondern mehr noch auf ,physik1 ,medizin und ,philosophie sich erstreckten4 ,auch nach der muslimischen ,eroberung wurde die gelehrte ,thtigkeit der ,syrer fortgesetzt4 ,jakob von ,edessa 7etwa #fdj-gjh7 bersetzte griechisch-theologische ,schriften1 befasste sich aber auerdem mit ,philosophie und erklrte auf eine diesbezgliche ,anfrage1 es sei christlichen ,geistlichen erlaubt1 ,kindern von muslimischen ,eltern gelehrten ,unterricht zu erteilen4 ,bei den letzteren war also ein ,bildungsbedrfnis vorhanden4 ,die bersetzungen der ,syrer1 namentlich des ,sergius von ,rasain1 sind im allgemeinen treu2 die logischen und naturwissenschaftlichen aber entsprechen dem ,original genauer1 als die ethischen und metaphysischen4 ,in diesen gab es eben viel ,dunkles1 das missverstanden oder einfach weggelassen1 und viel ,heidnisches1 das durch ,christliches ersetzt ward4 ,fr ,sokrates1 ,platon und ,aristoteles 7als ,beispiele7 traten wohl einmal ,petrus1 ,paulus und ,johannes ein4 ,das ,schicksal und die ,gtter mussten dem ,einen ,gotte weichen4 ,und ,begriffe wie ,welt1 ,ewigkeit1 ,snde und dergleichen erhielten ein christliches ,geprge4 brigens sind die ,araber mit der ,anpassung an ihre ,sprache1 ,kultur und ,religion spter viel weiter gegangen als die ,syrer4 ,teils lsst sich das wohl aus der muslimischen ,scheu vor allem ,heidnischen1 teils aber auch aus einer greren ,anpassungsfhigkeit erklren4 #g4 ,abgesehen von einigen mathematischen1 physischen und medizinischen ,schriften haben die ,syrer sich fr ein ,zweifaches interessiert4 ,erstens fr moralisierende ,spruchsammlungen1 mit etwas ,philosophiegeschichte verbunden1 und im allgemeinen fr mystische pythagoreisch-platonische ,weisheit4 ,diese findet sich hauptschlich in ,pseudepigraphen1 die den ,namen des ,pythagoras1 ,sokrates1 ,plutarch1 ,dionysius u4 ,a4 tragen4 ,im ,mittelpunkte des ,interesses steht eine platonische ,seelenlehre1 in spterer pythagoreischer1 neuplatonischer oder christlicher ,bearbeitung4 ,platon wird in den syrischen ,klstern sogar zu einem orientalischen ,mnch1 der sich eine ,zelle im ,herzen der ,wildnis erbaute1 weitab von den ,wohnsitzen der ,menschen1 und dort1 nach dreijhrigem ,schweigen und ,grbeln ber einen ,bibelvers1 die gttliche ,dreieinigkeit erkannt haben soll4 ,dazu kam denn als ,zweites die ,logik des ,aristoteles4 ,aristoteles war den ,syrern1 wie lngere ,zeit auch den ,arabern1 fast nur als ,logiker allgemein bekannt4 ,die ,bekanntschaft erstreckte sich1 hnlich wie in der ,frhscholastik des ,abendlandes1 auf ,kategorien1 ,hermeneutik und erste ,analytik bis zu den kategorischen ,figuren4 ,der ,logik bedurfte man schon1 um die ,schriften griechischer ,kirchenlehrer zu verstehen1 da dieselben1 wenigstens formal1 davon beeinflusst waren4 ,wie man aber die ,logik nicht vollstndig hatte1 so besa man sie auch nicht rein1 sondern in neuplatonischer berarbeitung1 wie z4 ,b4 ersichtlich ist aus dem ,werke des ,paulus ,persa1 welches in syrischer ,sprache fr ,chosrau ,anoscharwan geschrieben wurde4 ,es wird darin das ,wissen ber den ,glauben gestellt und die ,philosophie definiert als die ,selbstbesinnung der ,seele auf ihr inneres ,wesen1 in dem sie1 gleichsam wie ein ,gott1 alle ,dinge erblickt4 #h4 ,was die ,araber den ,syrern verdanken1 spricht sich u4 a4 darin aus1 dass arabische ,gelehrte das ,syrische fr die lteste oder richtige 7natrliche7 ,sprache hielten4 ,zwar haben die ,syrer ,selbstndiges nicht geschaffen1 aber ihre bersetzerthtigkeit kam der arabisch-persischen ,wissenschaft zu gute4 ,es sind fast ohne ,ausnahme ,syrer gewesen1 die vom #h4 bis #aj4 ,jahrhundert aus den lteren oder den von ihnen teils verbesserten1 teils neu veranstalteten syrischen bersetzungen die griechischen ,werke ins ,arabische bertrugen4 ,schon der omajjadische ,prinz ,chalid ibn ,jezid 7gest4 #gjd71 der sich unter ,leitung eines christlichen ,mnches mit der ,alchemie befasste1 soll bersetzungen alchemistischer ,werke aus dem ,griechischen ins ,arabische veranstaltet haben4 ,sprichwrter1 ,gnomen1 ,briefe1 ,testamente1 berhaupt ,philosophiegeschichtliches1 wurden schon frh gesammelt und bersetzt4 ,aber erst unter ,mansur wurde damit angefangen1 naturwissenschaftlich-medizinische und logische ,schriften der ,griechen1 zum ,teil aus dem ,pahlawi1 ins ,arabische zu bertragen4 ,besonders beteiligte sich daran ,ibn al-,moqaffa1 ein ,anhnger des persischen ,dualismus1 von dem die ,spteren sich durch ihre ,terminologie unterschieden haben sollen4 ,es ist uns aber von seinen philosophischen bersetzungen nichts erhalten4 ,auch anderes aus dem achten ,jahrhundert ist verloren gegangen2 erst aus dem neunten ,jahrhundert1 aus der ,zeit ,mamuns und seiner ,nachfolger1 ist einiges bersetzte auf uns gekommen4 ,die bersetzer des neunten ,jahrhunderts waren meistens ,mediziner und nach ,ptolomus und ,euklid wurden ,hippokrat und ,galen mit am ersten bertragen4 ,beschrnken wir uns auf die ,philosophie im engeren ,sinne4 ,von ,juhanna oder ,jachja ibn ,bitriq 7,anfang des neunten ,jahrhunderts7 soll eine bersetzung des platonischen ,timus herrhren1 ferner ,aristoteles' ,meteorologie1 das ,buch der ,tiere1 ein ,auszug aus der ,psychologie und die ,schrift ber die ,welt4 ,dem ,abdalmasich ibn ,abdallah ,naima al-,himsi 7um #hce7 wird zugeschrieben eine bertragung der aristotelischen ,sophistik1 dazu des ,johannes ,philoponus ,kommentar zur ,physik und die sogenannte ,theologie des ,aristoteles1 ein paraphrastischer ,auszug aus ,plotin's ,enneaden4 ,qosta ibn ,luqa al-,balabakki 7um #hce7 soll bersetzt haben ,alexanders von ,aphrodisias und ,johannes ,philoponus' ,kommentare zur aristotelischen ,physik1 zum ,teil ,alexanders ,kommentar zu de generatione et corruptione1 dazu ,pseudo-,plutarchs placita philosophorum u4 ,a4 ,die fruchtbarsten bersetzer waren ,abu ,zaid ,honain ibn ,ishaq 7#hji8-hgc71 dessen ,sohn ,ishaq ibn ,honain 7gest4 #iaj oder #iaa7 und ,neffe ,hobaisch ibn al-,hasan4 ,da sie zusammen arbeiteten1 gibt es vieles1 das bald dem ,einen1 bald dem ,anderen zugeschrieben wird4 ,manches wird unter ihrer ,aufsicht von ,schlern und ,untergebenen angefertigt sein4 ,ihre ,thtigkeit dehnte sich auf den ganzen ,umfang der damaligen ,wissenschaft aus4 lteres wurde verbessert1 ,neues hinzugefgt4 ,der ,vater bersetzte vorzugsweise ,medizinisches1 der ,sohn aber mehr ,philosophisches4 ,im zehnten ,jahrhundert dauerte noch die ,arbeit der bersetzer fort4 ,es zeichneten sich besonders aus ,abu ,bischr ,matta ibn ,junus al-,qannai 7gest4 #idj71 ,abu ,zakarija ,jachja ibn ,adi al-,mantiqi 7gest4 #igd7 und ,abu ,ali ,isa ibn ,ishaq ibn ,zura 7gest4 #ajjh74 ,endlich ,abu-l-,chair al-,hasan ibn al-,chammar 7geb4 #idb71 ein ,schler des ,jachja ibn ,adi1 von dem1 ausser bersetzungen1 ,kommentaren u4 s4 w41 auch eine ,schrift ber die bereinstimmung zwischen ,philosophie und ,christentum genannt wird4 ,die ,thtigkeit der bersetzer seit ,honain ibn ,ishaq beschrnkte sich fast ganz auf die aristotelischen und pseudo-aristotelischen ,schriften1 deren ,auszge1 ,paraphrasen und ,kommentare4 #i4 ,als besonders groe ,philosophen sind diese bersetzer nicht anzusehen4 ,selten arbeiteten sie spontan1 fast immer im ,dienste eines ,chalifen1 eines ,wezirs1 oder eines anderen vornehmen ,mannes4 ,auer ihrem ,fachstudium1 gewhnlich der ,medizin1 interessierte sie hchstens die ,weisheit3 schne ,geschichten mit moralischer ,anwendung1 ,anekdtchen und ,sprche4 ,was wir uns im ,verkehr1 in der ,erzhlung oder auf der ,bhne nur als ,eigentmlichkeit gewisser ,personen gefallen lassen1 wurde von jenen ,biedermnnern ihres weisen ,inhalts oder vielleicht auch nur schnrednerischen ,prunkes wegen bewundert und gesammelt4 ,in der ,regel blieben sie dem vterlichen ,christenglauben treu4 ,charakteristisch fr ihre ,auffassung und den ,freisinn der ,chalifen ist es1 was die berlieferung in ,bezug auf ,ibn ,dschibril berichtet4 ,als ,mansur ihn zum ,islam bekehren wollte1 soll er gesagt haben3 ,im ,glauben meiner ,vter werde ich sterben1 wo sie sind1 wnsche ich auch zu sein1 sei's nun im ,himmel oder in der ,hlle4 ,da lchelte der ,chalif und entlie ihn reich beschenkt4 ,von selbstndigen ,schriften dieser ,mnner hat sich nur weniges gerettet4 ,eine kleine ,abhandlung des ,qosta ibn ,luqa ber den ,unterschied zwischen ,seele und ,geist 7pneuma1 ruh71 in lateinischer bersetzung erhalten1 ist viel genannt und benutzt worden4 ,der ,geist ist danach ein feiner ,krper1 der von der linken ,herzkammer aus den menschlichen ,leib belebt und darin ,bewegung und ,wahrnehmung bewirkt4 ,je feiner und klarer dieser ,geist1 um so vernnftiger denkt und handelt auch der ,mensch4 ,darber sind sich ,alle einig4 ,schwieriger aber ist es1 etwas ,sicheres und ,allgemeingltiges ber die ,seele auszusagen4 ,die ,aussprche der grten ,philosophen sind zum ,teil verschieden1 zum ,teil einander widersprechend4 ,jedenfalls ist die ,seele unkrperlich1 weil sie ,qualitten1 und zwar die entgegengesetzten zugleich1 in sich aufnimmt4 ,sie ist einfach1 unvernderlich und vergeht nicht1 wie der ,geist1 mit dem ,krper2 der ,geist vermittelt nur zwischen beiden1 ist also secundre ,ursache der ,bewegung und ,wahrnehmung4 ,was hier in ,bezug auf die ,seele behauptet wird1 finden wir bei vielen ,spteren4 ,nur wird allmhlich1 je mehr die aristotelische ,philosophie platonische ,ansichten in den ,hintergrund drngt1 ein anderes ,gegensatzpaar in das volle ,licht gerckt4 ,von der ,bedeutung des ,lebensgeistes 7ruh7 reden nur noch die ,mediziner4 ,die ,philosophen stellen ,seele und ,geist oder ,vernunft 7nous1 aql7 zusammen4 ,die ,seele wird nun ins ,vergngliche1 mitunter sogar nach gnostischer ,art in das niedere1 bse ,bereich der ,begierden herabgezogen4 ber sie erhebt sich1 als das ,hchste1 das ,unvergngliche im ,menschen1 der vernnftige ,geist4 ,mit dieser ,bemerkung greifen wir aber der ,geschichte vor4 ,kehren wir zu unseren bersetzern zurck4 #aj4 ,das ,wertvollste1 was der griechische ,geist an ,kunst1 ,poesie und ,geschichtschreibung uns hinterlassen hat1 ist den ,orientalen niemals zugnglich geworden4 ,es htte bei ihnen auch schwerlich ,verstndnis gefunden4 ,dafr fehlte eben der ,geschmack und die ,kenntnis griechischen ,lebens4 ,mit dem sagenumstrahlten ,alexander dem ,groen fing ihnen die ,geschichte ,griechenlands erst an1 und es wird der ,aufnahme aristotelischer ,philosophie am muslimischen ,hofe die ,stellung des ,aristoteles zum grten ,frsten des ,altertums gewiss frderlich gewesen sein4 ,die arabischen ,geschichtschreiber zhlten die griechischen ,frsten bis auf ,kleopatra und weiter die rmischen ,kaiser auf1 aber ein ,thukydides z4 ,b4 war ihnen nicht einmal dem ,namen nach bekannt4 ,von ,homeros haben sie nicht viel mehr als den ,satz1 dass ,einer ,herrscher sein solle1 aufgenommen4 ,von den groen griechischen ,dramatikern und ,lyrikern haben sie keine ,ahnung4 ,nur durch seine ,mathematik1 ,naturwissenschaft und ,philosophie hat das griechische ,altertum auf sie gewirkt4 ,von der ,entwicklung der griechischen ,philosophie hat man aus ,plutarch1 ,porphyr u4 ,a41 sowie aus den ,schriften des ,aristoteles und ,galen einiges erfahren4 ,es hat sich aber daran viel ,sagenhaftes gehngt1 und was im ,orient ber die ,lehren der vorsokratischen ,philosophen berichtet worden1 lsst uns nur schlieen auf die ,pseudepigraphen1 aus denen man schpfte1 oder vielleicht auch auf die im ,osten selbst ausgebildeten ,ansichten1 die man mit der ,autoritt alter griechischer ,weisen zu sttzen suchte4 ,doch ist bei ,allem immer zunchst an ein griechisches ,original zu denken4 #aa4 ,im allgemeinen lsst sich behaupten1 dass die ,syrer-,araber den ,faden der ,philosophie dort aufnahmen1 wo ihn die letzten ,griechen hatten fallen lassen1 d4 h4 bei der neuplatonischen ,auslegung des ,aristoteles1 neben dem auch die platonischen ,schriften gelesen und erlutert wurden4 ,unter den ,harraniern und lange ,zeit bei einigen muslimischen ,sekten blhten am meisten die platonischen oder pythagoreisch-platonischen ,studien1 zu denen sich viel ,stoisches und ,neuplatonisches gesellte4 ,man interessierte sich auerordentlich fr das ,schicksal des ,sokrates1 der im heidnischen ,athen als ein ,mrtyrer seines ,vernunftglaubens fiel4 ,mchtig wirkte die platonische ,seelen- und ,naturlehre4 ,das pythische ,erkenne dich selbst1 als ,motto der sokratischen ,weisheit berliefert und neuplatonisch gedeutet1 wurde von den ,muslimen dem ,ali1 ,mohammeds ,schwiegersohn1 oder gar dem ,propheten selbst in den ,mund gelegt4 ,wer sich selbst erkennt1 erkennt damit ,gott1 seinen ,herrn1 das wurde der ,text fr allerhand mystische ,spekulationen4 ,in medizinischen ,kreisen und am weltlichen ,hofe wurden immer mehr die ,werke des ,aristoteles bevorzugt4 ,zunchst freilich nur die ,logik und einzelnes aus den physischen ,schriften4 ,die ,logik1 so glaubte man1 sei das einzige ,neue1 was der ,stagirite erfunden2 in allen anderen ,wissenschaften stimme er aber durchaus mit ,pythagoras1 ,empedokles1 ,anaxagoras1 ,sokrates und ,platon berein4 ,die christlichen und sabischen bersetzer und die von ihnen beeinflussten ,kreise holten sich deshalb unbedenklich psychologisch-ethische1 politische und metaphysische ,belehrung bei den voraristotelischen ,weisen4 ,was den ,namen des ,empedokles1 ,pythagoras u4 ,a4 trug1 war natrlich unecht4 ,ihre ,weisheit wird entweder auf ,hermes oder andere1 orientalische ,weisen zurckgefhrt4 ,so soll ,empedokles ein ,schler ,knig ,davids1 nachher des ,weisen ,loqman gewesen1 ,pythagoras aus der salomonischen ,schule hervorgegangen sein u4 s4 w4 ,schriften1 die in den arabischen ,werken als sokratisch zitiert werden1 sind1 insofern sie echt1 platonische ,dialoge1 in denen ,sokrates auftritt4 ,von ,platon hat man1 auer unechten ,schriften1 mehr oder weniger umfangreich angefhrt3 die ,apologie1 ,kriton1 den ,sophisten1 ,phdrus1 die ,republik1 ,phdon1 ,timus und die ,gesetze4 ,das heit aber nicht1 dass dies ,alles in vollstndiger bersetzung vorgelegen habe4 ,soviel ist sicher1 ,aristoteles war nicht von ,anfang an ,alleinherrscher4 ,platon1 wie man ihn verstand1 lehrte die ,weltschpfung und die geistige ,substantialitt und ,unsterblichkeit der ,seele3 das schadete dem ,glauben nicht4 ,aristoteles aber1 mit seiner ,lehre von der ,ewigkeit der ,welt und einer weniger spiritualistischen ,psychologie und ,ethik1 wurde als gefhrlich betrachtet4 ,muslimische ,theologen des neunten und zehnten ,jahrhunderts aus verschiedenen ,lagern schrieben deshalb gegen ,aristoteles4 ,doch die ,verhltnisse nderten sich4 ,bald gab es ,philosophen1 die die platonische ,lehre von der ,einen ,weltseele1 von der die menschlichen ,seelen nur endliche ,teile seien1 verwarfen und beim ,aristoteles1 der der ,einzelsubstanz so groe ,bedeutung beilegte1 ,grnde suchten fr ihre ,unsterblichkeitshoffnung4 #ab4 ,wie man in der ltesten ,zeit den ,aristoteles auffassen musste1 zeigen uns am besten die ihm untergeschobenen ,schriften4 ,denn nicht nur bekam man seine echten ,werke mit neuplatonischen ,erluterungen dazu1 nicht nur wurde die ,schrift ber die ,welt unbedenklich als aristotelisch anerkannt1 sondern er wurde auch als der ,urheber betrachtet von vielen sptgriechischen ,erzeugnissen1 in denen ein pythagoreisierender ,platonismus oder ,neuplatonismus1 oder gar ein wster ,synkretismus ganz offen gelehrt wurde4 ,als erstes ,beispiel sei hier genannt das ,buch vom ,apfel #f1 darin ,aristoteles dieselbe ,rolle spielt wie ,sokrates in ,platon's ,phdon4 ,als nmlich der ,philosoph seinem ,ende nahe1 besuchen ihn einige ,schler1 die ihn frohen ,mutes finden1 was sie veranlasst1 ,belehrung ber das ,wesen und die ,unsterblichkeit der ,seele von ihrem hinscheidenden ,meister zu erbitten4 ,dieser fhrt darauf etwa folgendes aus3 ,das ,wesen der ,seele besteht in ,wissen1 und zwar in seiner hchsten ,form1 der ,philosophie4 ,eine vollkommene ,erkenntnis der ,wahrheit ist deshalb die ,seligkeit1 die nach dem ,tode der wissenden ,seele bevorsteht4 ,und wie das ,wissen mit hherer ,erkenntnis belohnt wird1 so besteht die ,strafe fr ,nichtwissen in tieferer ,unwissenheit4 ,es gibt ja berhaupt im ,himmel und auf ,erden nichts anderes als ,wissen und ,nichtwissen und die ,vergeltung1 die beide in sich selbst finden4 ,auch ist weder die ,tugend wesentlich vom ,wissen verschieden1 noch das ,laster vom ,nichtwissen3 sie verhalten sich zu einander hnlich wie das ,wasser zum ,eise1 in verschiedener ,form dasselbe4 ,im ,wissen1 dem gttlichen ,wesen der ,seele1 findet diese naturgem ihre einzige wahre ,freude1 nicht aber in ,essen und ,trinken und sinnlicher ,lust4 ,denn die ,sinnenlust ist eine ,flamme1 die blo auf kurze ,zeit erwrmt2 reines ,licht aber1 das weithin leuchtet1 ist die denkende ,seele1 die ihre ,erlsung aus der dunklen ,sinnenwelt herbeisehnt4 ,darum frchtet der ,philosoph den ,tod nicht1 sondern tritt ihm freudig entgegen1 wenn die ,gottheit ruft4 ,der ,genuss1 den ihm sein beschrnktes ,wissen hier bietet1 ist ihm eine ,gewhr fr die ,wonne1 die die ,enthllung des groen ,unbekannten ihm verschaffen wird4 ,etwas davon wei er ja jetzt schon1 denn nur durch die ,erkenntnis des ,unsichtbaren ist die richtige ,schtzung des ,sinnenflligen1 deren er sich rhmen darf1 berhaupt mglich4 ,wer sein ,selbst in diesem ,leben erkennt1 besitzt gerade in dieser ,selbsterkenntnis die ,gewissheit1 alle ,dinge mit ewigem ,wissen zu umfassen1 d4 h4 unsterblich zu sein4 #ac4 ,zweitens sei die sogenannte ,theologie des ,aristoteles erwhnt4 ,es wird darin der gttliche ,platon als der ,idealmensch hingestellt1 der durch ein intuitives ,denken alle ,dinge erkennt und also der logischen ,hilfsmittel des ,aristoteles nicht bedarf4 ,ja1 die hchste ,wirklichkeit1 das absolute ,sein1 wird nicht durch ,denken1 sondern nur in einem ekstatischen ,schauen ergriffen4 fter war ich1 so redet hier ,aristoteles-,plotin1 mit meiner ,seele allein4 ,des ,leibes entkleidet trat ich1 reine ,substanz1 in mein ,selbst hinein1 von allem usseren zum ,inneren zurckkehrend4 ,reines ,wissen war ich da1 ,wissendes und ,gewusstes zugleich4 ,wie wunderte ich mich1 dass ich in meinem ,selbst ,schnheit und ,glanz erblickte und mich als einen ,teil der erhabenen gttlichen ,welt erkannte1 selbst mit schaffendem ,leben begabt4 ,in dieser ,selbstgewissheit erhob ich mich ber die ,welt der ,sinne1 ja ber die ,geisterwelt empor zu dem gttlichen ,stande1 wo ich solch schnes ,licht schaute1 dass es keine ,zunge aussprechen1 kein ,ohr vernehmen knnte4 ,im ,mittelpunkte der ,errterungen steht auch in der ,theologie die ,seele4 ,alle wahre menschliche ,wissenschaft ist ,wissenschaft der ,seele1 ,selbsterkenntnis1 und zwar an erster ,stelle ,kenntnis des ,wesens1 hernach1 aber weniger vollstndig1 der ,wirkungen dieses ,wesens4 ,in solcher ,erkenntnis1 zu der nur uerst wenige gelangen1 besteht die hchste ,weisheit1 die sich in ,begriffe nicht vollkommen fassen lsst1 und die deshalb der ,philosoph als weiser ,knstler und ,gesetzgeber in ewig schnen ,bildern zur ,darstellung bringt1 uns ,menschen zum ,gottesdienste4 ,es zeigt sich eben darin der ,weise als der berlegene1 selbstgengsame ,zauberer1 dessen ,wissen die ,menge beherrscht1 weil diese im ,banne der ,dinge1 der ,vorstellungen und ,begierden immer gefesselt bleibt4 ,die ,seele steht in der ,mitte des ,alls4 ber ihr sind ,gott und der ,geist1 unter ihr die ,materie und die ,natur4 ,ihr ,kommen aus ,gott durch den ,geist in die ,materie1 ihre ,gegenwart im ,krper1 ihre ,rckkehr nach oben1 in diesen drei ,stadien verluft ihr ,leben und das der ,welt4 ,materie und ,natur1 ,sinneswahrnehmung und ,vorstellung verlieren hier fast ganz ihre ,bedeutung4 ,alles ist vom ,geist 7nous1 aql71 der ,geist ist alle ,dinge und im ,geiste ist alles ,eins4 ,auch die ,seele ist ,geist1 freilich1 solange sie in ihrem ,krper weilt1 ,geist in ,hoffnung1 ,geist in der ,form der ,sehnsucht4 ,sie sehnt sich nach oben1 nach den guten1 seligen ,gestirnen1 die1 ber ,vorstellung und ,strebung erhaben1 ihre beschauliche ,lichtexistenz fhren4 ,das ist nun der orientalische ,aristoteles1 wie ihn die ersten ,peripatetiker im ,islam anerkannten4 #g #ad4 ,dass die ,orientalen sich nie zu einer reinen ,auffassung der aristotelischen ,philosophie durchgerungen haben1 braucht uns nicht zu wundern4 ,die ,mittel unserer ,kritik1 ,echtes und ,unechtes zu sondern1 besaen sie nicht4 ,sich in die griechische ,kulturwelt hineinzuleben1 musste ihnen sogar schwerer fallen als den christlichen ,gelehrten des ,mittelalters1 das den lebendigen ,zusammenhang mit dem ,altertum nie ganz verloren hatte4 ,man blieb im ,osten abhngig von neuplatonischen ,bearbeitungen und ,erklrungen4 ,fehlte ein ,teil des wissenschaftlichen ,systems1 z4 ,b4 die aristotelische ,politik1 so war es selbstverstndlich1 dass die ,gesetze oder der ,staat ,platons dafr eintraten4 ,nur wenigen kam der ,unterschied ,beider zum ,bewusstsein4 ,es ist noch auf ein anderes ,motiv zu achten4 ,schon in ihren neuplatonischen ,quellen fanden die ,muslime eine harmonisierende ,auslegung der griechischen ,philosophen vor1 die sie wohl gezwungen waren1 herberzunehmen4 ,die ersten ,anhnger des ,aristoteles mussten ja polemisch und apologetisch vorgehen4 ,entgegen oder neben der bereinstimmung der muslimischen ,gemeinde brauchten sie eine einheitliche ,philosophie1 darin die ,eine ,wahrheit zu finden war4 ,dieselbe ,verehrung1 die ,mohammed seinerzeit den heiligen ,schriften der ,juden und ,christen gezollt hatte1 fand sich spter bei muslimischen ,gelehrten in ,bezug auf die ,werke griechischer ,wissenschaft4 ,nur zeigten die ,gelehrten eine grere ,vertrautheit mit ihren ,vorbildern und geringere ,originalitt4 ,die alten ,philosophen erhielten fr sie eine ,autoritt1 der man sich zu fgen hatte4 ,die ersten muslimischen ,denker waren von der berlegenheit griechischen ,wissens derart berzeugt1 dass sie nicht daran zweifelten1 es habe die hchste ,stufe der ,gewissheit erreicht4 ,selbstndig weiter zu forschen1 war ein ,gedanke1 der nicht leicht aufkam im ,gehirn des ,orientalen1 der sich einen ,menschen ohne ,lehrer nur als einen ,schler ,satans vorzustellen vermag4 ,nach dem ,vorgange hellenistischer ,philosophen musste also der ,versuch gemacht werden1 zwischen ,platon und ,aristoteles die bereinstimmung nachzuweisen1 und besonders diejenigen ,lehren1 welche ,ansto erregten1 entweder stillschweigend zu beseitigen oder in einem1 der muslimischen ,dogmatik nicht zu stark widerstreitenden ,sinne darzustellen4 ,den ,gegnern des ,aristoteles oder der ,philosophie berhaupt zu gefallen1 hob man weise und erbauliche ,sprche aus echten und unechten ,werken des ,philosophen hervor1 um auf diese ,weise der ,aufnahme seiner wissenschaftlichen ,gedanken den ,weg zu bereiten4 ,den ,eingeweihten aber wurde die ,lehre des ,aristoteles1 wie diejenige anderer ,schulen und ,sekten1 als eine hhere ,wahrheit hingestellt1 zu der der positive ,glaube der ,menge und das mehr oder weniger begrndete ,system der ,theologen die ,vorstufen bilden sollten4 #ae4 ,ein vom ,bestande der bersetzten griechischen ,werke abhngiger ,eklektizismus ist die muslimische ,philosophie immer geblieben4 ,der ,verlauf ihrer ,geschichte ist mehr ein ,verdauungs- als ein ,zeugungsprozess4 ,weder durch das ,aufzeigen neuer ,probleme noch durch eigentmliche ,versuche1 alte ,fragen zu lsen1 hat sie sich bedeutend hervorgethan4 ,wichtige ,fortschritte des ,denkens hat sie also nicht zu verzeichnen4 ,dennoch hat sie1 historisch betrachtet1 eine weit grere ,bedeutung1 als die einer bloen ,vermittlerin zwischen dem ,altertum und der christlichen ,scholastik4 ,die ,aufnahme griechischer ,ideen in die ,mischkultur des ,orients zu verfolgen1 hat an sich als ,gegenstand geschichtlichen ,interesses einen ganz eigenen ,reiz1 zumal1 wenn man dabei vergessen kann1 dass es einmal ,griechen gegeben4 ,wichtig wird aber auch die ,betrachtung dieses ,ereignisses1 wenn es zu ,vergleichen mit anderen ,kulturen ,veranlassung bietet4 ,die ,philosophie ist eine so einzigartige1 selbstndig auf griechischem ,boden erwachsene ,erscheinung1 dass man sie als den ,bedingungen des allgemeinen ,kulturlebens berhoben ansehen knnte1 um sie rein aus sich selbst heraus zu erklren4 ,die ,geschichte der ,philosophie im ,islam ist nun schon deshalb wertvoll1 weil sich in ihr der erste ,versuch darstellt1 in grerem ,umfange und mit grerer ,freiheit als es in der altchristlichen ,dogmatik geschehen1 die ,ergebnisse griechischen ,denkens sich anzueignen4 ,die ,erkenntnis der ,bedingungen1 die solches ermglichten1 wird uns1 wenn auch mit ,vorsicht und vorlufig wenigstens in sehr beschrnktem ,mae1 ,analogieschlsse gestatten auf die ,rezeption der griechisch-arabischen ,wissenschaft im christlichen ,mittelalter1 und vielleicht ein wenig belehren ber die ,bedingungen1 unter denen ,philosophie berhaupt entsteht4 ,von einer muslimischen ,philosophie ist eigentlich kaum zu reden4 ,aber es hat im ,islam viele ,mnner gegeben1 die nicht davon lassen konnten1 zu philosophieren4 ,durch die griechischen ,falten hindurch zeigt sich doch die ,form ihrer eigenen ,glieder4 ,es ist leicht1 von der hohen ,warte irgend einer ,schulphilosophie auf jene ,mnner herabzublicken4 ,besser aber wird es fr uns sein1 sie kennen und in ihrer historischen ,bedingtheit begreifen zu lernen4 ,wir mssen es der ,einzelforschung berlassen1 der ,herkunft jedes ,gedankens nachzugehen4 ,unser ,zweck kann es nur sein im folgenden zu zeigen1 was die ,muslime aus dem vorgefundenen ,materiale aufgebaut haben4 ,,ii4 ,,philosophie ,,und ,,arabisches ,,wissen4 #a4 ,die ,sprachwissenschaft4 #a4 ,von muslimischen ,gelehrten des zehnten ,jahrhunderts wurden die ,wissenschaften in arabische und in alte oder nichtarabische eingeteilt4 ,zu den ersteren gehrten ,sprachwissenschaft1 ,pflichten- und ,glaubenslehre1 ,litteraturkenntnis und ,geschichte2 zu den letzteren die philosophischen1 naturwissenschaftlichen und medizinischen ,disziplinen4 ,im groen ,ganzen ist die ,einteilung richtig4 ,die letztgenannten ,fcher sind nicht nur am meisten von fremden ,einflssen bestimmt1 sondern auch nie recht populr geworden4 ,doch sind auch die sogenannten arabischen ,wissenschaften nicht ganz rein einheimische ,schpfungen4 ,auch sie sind entstanden oder ausgebildet1 wo im muslimischen ,reiche ,araber und ,nichtaraber zusammentrafen und das ,bedrfnis erwachte1 ber die den ,menschen nchstliegenden ,gegenstnde1 ,sprache und ,poesie1 ,recht und ,religion1 sofern sich darin ,unterschiede oder ,unzulnglichkeiten zeigten1 nachzudenken4 ,in der ,weise1 wie dieses geschah1 sprt man deutlich den ,einfluss von ,nichtarabern1 namentlich ,persern1 und immer bedeutender macht sich auch dabei die ,einwirkung griechischer ,philosophie geltend4 #b4 ,die arabische ,sprache1 an deren ,wortflle1 ,formenreichtum und innerer ,bildungsfhigkeit die ,araber selbst sich besonders erfreuten1 eignete sich vorzglich zu einer ,weltstellung4 ,besonders zeichnet sie sich1 wenn man sie z4 ,b4 mit der schwerflligen lateinischen oder auch mit der schwlstigen persischen vergleicht1 durch kurze ,abstraktbildungen aus1 was dem wissenschaftlichen ,ausdrucke zu gute kam4 ,sie ist der feinsten ,nuancierung fhig1 verfhrt aber auch durch eine reichentwickelte ,synonymik dazu1 von der aristotelischen ,regel1 dass in der strengen ,wissenschaft der ,gebrauch von ,synonymen nicht zulssig sei1 abzuweichen4 ,eine so elegante1 ausdrucksfhige1 aber schwierige ,sprache1 wie es die arabische war1 musste1 als sie die ,bildungssprache der ,syrer und ,perser geworden1 zu manchen ,betrachtungen ,veranlassung bieten4 ,vor allem machte das ,studium des ,korans1 dessen ,vortrag und ,auslegung1 eine eingehende ,beschftigung mit der ,sprache notwendig4 ,unglubige glaubten auch wohl1 im heiligen ,buche ,sprachfehler nachweisen zu knnen4 ,man sammelte also aus alten ,gedichten und der lebendigen ,beduinensprache ,beispiele1 um die koranischen ,ausdrcke zu belegen1 woran sich wohl ,bemerkungen ber ,sprachrichtigkeit im allgemeinen anschlossen4 ,im ganzen war der lebendige ,brauch die ,richtschnur1 aber um die ,autoritt des ,korans zu retten1 ging es dabei gewiss nicht ohne ,knsteleien ab4 ,den einfachen ,glubigen war dieses ,verfahren immerhin etwas bedenklich4 ,masudi erzhlt uns noch von einigen ,grammatikern aus ,basra1 die auf einer ,lustfahrt einen koranischen ,imperativ durchconjugierten und deshalb 787 von den mit ,dattelpflcken beschftigten ,landleuten durchgeprgelt wurden4 #c4 ,die ,araber fhren die ,sprachwissenschaft1 wie so vieles ,andere1 auf ,ali zurck1 dem sogar die aristotelische ,dreiteilung der ,rede zugeschrieben wird4 ,in ,wirklichkeit sind die ,anfnge in ,basra und ,kufa gemacht worden4 ,die erste ,entwicklung liegt im ,dunkeln1 denn in der ,grammatik des ,sibawaih 7gest4 #ghf7 haben wir eine fertige ,gestalt1 ein ,riesenwerk1 das1 wie nachher ,ibn ,sina's ,kanon der ,medizin1 die spteren ,geschlechter sich nur als das ,erzeugnis vieler zusammenarbeitender ,gelehrten erklren konnten4 ,auch ber die ,unterschiede zwischen den ,schulen von ,basra und ,kufa sind wir schlecht unterrichtet4 ,die ,basrenser1 wie spter die ,schule von ,bagdad1 sollen dem ,qijas 7der ,analogie7 einen groen ,einfluss auf die ,beurteilung sprachlicher ,erscheinungen eingerumt haben1 whrend die ,kufenser viele vom ,qijas abweichende ,spracheigenheiten fr erlaubt hielten4 ,im ,gegensatze zu den kufischen ,grammatikern wurden aus dem ,grunde die anderen ,leute der ,logik genannt4 ,ihre ,terminologie wich von der kufischen im einzelnen ab4 ,viele1 denen nach ,ansicht der echten ,araber die ,logik den ,kopf verdreht hatte1 werden in der ,meisterung der ,sprache entschieden zu weit gegangen sein4 ,andererseits aber wurde die ,willkr zur ,regel erhoben4 ,dass die ,schule von ,basra sich zuerst logischer ,hilfsmittel bediente1 wre kein ,zufall4 berhaupt zeigte sich in ,basra am ersten der ,einfluss philosophischer ,lehren1 und unter ihren ,grammatikern befanden sich viele ,schiiten und ,mutaziliten1 die auch auf ihre ,glaubenslehren einzuwirken fremder ,weisheit gerne gestatteten4 #d4 ,die ,sprachwissenschaft1 sofern sie nicht1 von ,gegenstnden bestimmt1 auf ,sammlung von ,beispielen1 ,synonymen u4 s4 w4 sich beschrnkte1 wurde von der aristotelischen ,logik beeinflusst4 ,syrer und ,perser hatten schon vor muslimischer ,zeit die ,schrift peri hermneias1 mit stoischen und neuplatonischen ,zustzen1 studiert4 ,ibn al-,moqaffa1 der anfangs mit dem ,grammatiker ,chalil 7s4 unten7 befreundet war1 machte dann ,alles1 was sich sprachlich-logisches im ,pahlawi vorfand1 den ,arabern zugnglich4 ,es wurden darnach die ,satzarten1 bald fnf1 bald acht oder neun1 und die drei ,redeteile1 ,nomen1 ,verbum und ,partikel1 aufgezhlt4 ,in der ,folgezeit nahmen einige1 wie ,dschahiz1 unter die rhetorischen ,figuren auch ,schlussfiguren der ,logik auf4 ,und in spteren ,darstellungen wurde viel ber ,laut und ,begriff gestritten und die ,frage errtert1 ob die ,sprache durch ,satzung oder von ,natur sei4 ,allmhlich gewann die philosophische ,ansicht1 sie sei durch ,satzung1 das bergewicht4 ,neben der ,logik kommt hier noch der ,einfluss der propdeutischen oder mathematischen ,wissenschaften in ,betracht4 ,wie die ,prosa des ,verkehrs und die ,reime des ,korans wurden die ,verse der ,dichter nicht blo gesammelt1 sondern auch nach bestimmten ,gesichtspunkten1 unter denen das ,metrum1 geordnet4 ,nach der ,grammatik entstand die ,metrik4 ,chalil 7gest4 #gia71 der ,lehrer ,sibawaih's1 dem man die erste ,anwendung des ,qijas in der ,sprachwissenschaft zuschreibt1 soll auch die ,metrik erfunden haben4 ,whrend man die ,sprache als das nationale1 conventionelle ,element in der ,poesie anzusehen lernte1 glaubte man im ,metrum das natrliche1 allen ,vlkern gemeinsame zu finden4 ,thabit ibn ,qorra 7#hcf-ija7 behauptete darum in seiner ,anordnung der ,wissenschaften1 das ,metrum sei etwas ,wesentliches1 die ,metrik eine natrliche ,wissenschaft1 sie gehre somit zur ,philosophie4 #e4 ,trotz alledem behielt die ,sprachwissenschaft1 die sich auf das ,arabische beschrnkte1 ihre ,eigentmlichkeiten1 auf die hier einzugehen nicht am ,platze ist4 ,jedenfalls ist sie eine groartige ,schpfung des fein beobachtenden und fleiig sammelnden arabischen ,geistes1 darauf die ,araber stolz sein durften4 ,ein ,apologet des zehnten ,jahrhunderts1 der sich gegen die griechische ,philosophie wendet1 sagte3 ,wer die ,feinheiten und ,tiefen der arabischen ,poesie und ,metrik kennt1 der wei1 dass sie alles dasjenige bertrifft1 was die ,leute als ,beweise fr ihre ,meinungen anzufhren pflegen1 welche in dem ,wahne leben1 dass sie die ,wesenheiten der ,dinge zu erkennen im ,stande sind3 ,zahlen1 ,linien und ,punkte4 ,ich kann den ,nutzen dieser ,dinge nicht einsehen1 es sei denn1 dass sie trotz des geringen ,nutzens1 den sie bringen1 den ,glauben schdigen und ,dinge im ,gefolge haben1 gegen welche wir ,gottes ,beistand anrufen4 ,man wollte sich seine ,freude an den ,einzelheiten der ,sprache durch allgemeine philosophische ,spekulationen nicht trben lassen4 ,manche ,wortbildung1 von den bersetzern fremder ,werke herrhrend1 wurde als barbarisch von puristischen ,sprachlehrern verabscheut4 ,und weitere ,verbreitung als die wissenschaftliche ,sprachforschung fand die schne ,kunst der ,kalligraphie1 die sich1 wie die arabische ,kunst berhaupt1 mehr dekorativ als konstruktiv1 in edlen1 feinen ,formen entwickelte4 ,in den ,schriftzgen der arabischen ,sprache zeigt sich uns noch die ,subtilitt des ,geistes1 der sie gebildet1 zugleich aber auch ein ,mangel an ,energie1 der sich in der ganzen ,entwicklung arabischer ,kultur bemerklich gemacht hat4 #b4 ,die ,pflichtenlehre4 #a4 ,der glubige ,muslim hatte1 sofern nicht das ,herkommen seine ,herrschaft behauptete1 anfangs als ,richtschnur seines ,handelns und ,urteilens das ,wort ,gottes und das ,beispiel seines ,propheten4 ,nachdem dieser gestorben war1 folgte man1 falls der ,koran keine ,auskunft erteilte1 der ,sunna ,mohammeds1 d4 h4 man that und entschied1 wie der berlieferung seiner ,genossen nach ,mohammed entschieden oder gehandelt hatte4 ,aber seit der ,eroberung alter ,kulturlnder traten an den ,islam ganz neue ,ansprche heran4 ,statt der einfachen ,verhltnisse arabischen ,lebens fanden sich dort ,gewohnheiten und ,einrichtungen vor1 fr die das heilige ,gesetz keine ,bestimmung bot und noch keine ,tradition vorhanden oder ausgedeutet war4 ,jeden ,tag huften sich also die ,einzelflle1 die nicht vorgesehen waren1 und die man1 sei es nach dem ,herkommen oder nach eigenem ,gutdnken beurteilen musste4 ,in den altrmischen ,provinzen1 ,syrien und ,mesopotamien1 wird dabei das rmische ,recht noch lange ,zeit eine bedeutende ,wirkung ausgebt haben4 ,diejenigen ,rechtslehrer nun1 welche neben ,koran und ,sunna der eigenen ,ansicht 7ra'j1 opinio7 einen bestimmenden ,einfluss auf das ,recht zuerkannten1 wurden ,anhnger des ,raj genannt4 ,als solcher ist besonders bekannt geworden ,abu ,hanifa von ,kufa 7gest4 #gfg71 der ,stifter der hanefitischen ,schule4 ,aber auch in ,medina1 vor und in der ,schule des ,malik 7#gae-gie7 hat man anfangs ganz harmlos1 wenn auch weniger weitgehend1 dem ,raj gehuldigt4 ,nur allmhlich hat sich1 im ,kampfe gegen das zu vielen ,willkrlichkeiten ,veranlassung gebende ,raj1 die ,meinung vorgedrngt1 es sei in ,allem der ,tradition 7hadth7 in ,bezug auf die ,sunna des ,propheten zu folgen4 ,es wurden dann von berall her ,traditionen gesammelt1 gedeutet1 auch massenhaft geflscht1 und eine ,lehre von den ,kriterien ihrer ,echtheit ausgebildet1 die aber mehr auf die uere ,bezeugung und die ,zweckmigkeit des berlieferten als auf ,folgerichtigkeit und historische ,treue ,gewicht legte4 ,infolge dieser ,entwicklung standen jetzt den ,leuten des ,raj1 die hauptschlich in ,iraq 7,babylonien7 gefunden wurden1 die ,anhnger der ,tradition von ,medina entgegen4 ,auch ,schafii 7#gfg-hbj71 der ,grnder der dritten ,rechtsschule1 der sich im allgemeinen an der ,sunna hielt1 wurde wohl im ,gegensatz zu ,abu ,hanifa den ,anhngern der ,tradition beigezhlt4 #b4 ,ein neues ,element brachte die ,logik in diesen ,streit hinein3 das ,qijas1 die ,analogie4 ,einzelne ,qijase gab es natrlich schon frher1 aber die ,aufstellung des ,qijas als eines ,prinzipes1 einer ,grundlage oder ,quelle des ,rechtes setzt den ,einfluss wissenschaftlicher ,reflexion voraus4 ,wenn auch ,raj und ,qijas synonym gebraucht sein mgen1 so haftet doch dem letzteren ,ausdrucke weniger das ,moment individueller ,willkr an4 ,je mehr man sich daran gewhnte1 bei sprachlich-logischen ,untersuchungen das ,qijas anzuwenden1 um so leichter konnte man auch dieses ,prinzip in die ,grundlehre der ,gesetzeskunde aufnehmen1 sei es nun1 dass man von ,fall zu ,fall und von der ,mehrzahl der ,flle auf die brigen 7analogisch7 schloss1 oder aber fr verschiedene ,flle einen gemeinsamen ,grund aufsuchte1 aus dem das ,verhalten im ,einzelfall 7syllogistisch7 abzuleiten wre4 #h ,die ,anwendung des ,qijas scheint zunchst und zumeist in der hanefitischen1 dann aber auch1 obgleich in geringerem ,umfange1 in der schafiitischen ,schule blich gewesen zu sein4 ,im ,zusammenhang damit wurde die ,frage1 ob die ,sprache das ,allgemeine auszudrcken vermge oder blo das ,besondere bezeichnen knne1 fr die ,pflichtenlehre von ,bedeutung4 ,zu einem groen ,ansehen hat das logische ,prinzip des ,qijas es nie gebracht4 ,vielmehr wurde1 neben den historischen ,grundlagen des ,gesetzes1 dem ,koran und der ,sunna1 das ,idschma d4 h4 die bereinstimmung der ,gemeinde1 betont4 ,die bereinstimmung der ,gemeinde oder faktisch der einflussreichsten ,gelehrten1 die mit den ,vtern und ,lehrern der katholischen ,kirche zu vergleichen sind1 ist das dogmatische ,prinzip1 das1 nur von wenigen angefochten1 sich als das wichtigste ,mittel zur ,begrndung der muslimischen ,pflichtenlehre erwiesen hat4 ,nach ,koran1 ,sunna und ,idschma rumt aber die ,theorie immer noch1 an vierter ,stelle1 dem ,qijas einen untergeordneten ,platz ein4 #c4 ,die muslimische ,pflichtenlehre 7al-fiqh das ,erkennen7 umfasst das ganze ,leben des ,glubigen1 dem der ,glaube selbst an erster ,stelle zur ,pflicht gemacht wird4 ,anfangs stie sie1 wie jede ,neuigkeit1 auf heftigen ,widerstand4 ,gesetz ward hier zu ,lehre1 glubiger ,gehorsam zu grbelndem ,wissen4 ,das forderte ,widerspruch heraus1 von einfachen ,frommen und klugen ,politikern zugleich4 ,aber nach und nach wurden die ,wissenden oder ,gesetzesgelehrten 7ulam1 im ,westen faqihs7 als die ,erben der ,propheten anerkannt4 ,die ,pflichtenlehre hat sich vor der ,glaubenslehre entwickelt und auch immer bis heute den ersten ,platz zu behaupten gewusst4 ,fast jeder ,muslim wei etwas davon1 weil es zur guten religisen ,erziehung gehrt4 ,nach dem groen ,kirchenvater ,gazali ist das ,fiqh das tgliche ,brot glubiger ,seelen1 whrend die ,glaubenslehre nur als ,medizin fr ,kranke einen ,wert hat4 ,auf die fein ausgesponnene ,kasuistik des ,fiqh nher einzugehen1 haben wir hier keine ,veranlassung4 ,es handelt sich der ,hauptsache nach um ein ideelles ,recht1 das in unserer mangelhaften ,welt wohl nie rein zur ,anwendung kommen kann4 ,seine ,prinzipien und seine ,stellung innerhalb des ,islam kennen wir jetzt4 ,es sei nur noch die ,einteilung der sittlichen ,handlungen1 wie die ,pflichtenlehrer sie aufstellen1 kurz erwhnt4 ,es gibt ihr zufolge #a4 ,handlungen1 deren ,ausbung unbedingte ,pflicht ist und deshalb belohnt1 deren ,unterlassung bestraft wird2 #b4 gesetzlich anempfohlene ,handlungen1 die belohnt1 deren ,vernachlssigung aber nicht bestraft wird2 #c4 erlaubte1 gesetzlich gleichgiltige ,handlungen2 #d4 vom ,gesetze missbilligte1 aber nicht strafbare ,handlungen2 #e4 gesetzlich verbotene ,handlungen1 die unbedingt ,strafe fordern4 #i #d4 ,die ,einwirkung griechischer ,philosopheme auf die ,ethik im ,islam ist eine zweifache gewesen4 ,bei vielen ,sektierern und ,mystikern1 sowohl orthodoxen als hretischen1 findet sich eine asketische ,ethik von pythagoreisch-platonischer ,frbung4 ,sie findet sich ebenso bei ,philosophen1 denen wir in der ,folge noch begegnen werden4 ,in orthodoxen ,kreisen aber fand der aristotelische ,satz1 dass ,tugend in der richtigen ,mitte bestehe1 viel ,anklang1 weil hnliches im ,koran stand und berhaupt die ,richtung des ,islam eine katholische1 die ,gegenstze ausshnende war4 ,mehr wohl als die ,ethik wurde im muslimischen ,reiche die ,politik gepflegt4 ,politische ,parteikmpfe gaben zuerst ,veranlassung zu ,verschiedenheit der ,meinungen4 ,streitigkeiten ber das ,immat1 d4 h4 die ,herrschaft ber die muslimische ,gemeinde1 durchziehen die ganze ,geschichte des ,islam4 ,es handelt sich aber durchweg mehr um ,fragen persnlicher und praktischer als solche theoretischer ,bedeutung1 weshalb eine ,geschichte der ,philosophie sie nicht eingehend zu bercksichtigen braucht4 ,philosophisch ,wertvolles kommt kaum dabei heraus4 ,schon im ,laufe der ersten ,jahrhunderte entwickelte sich ein festes kanonisches ,staatsrecht1 das aber1 hnlich der ideellen ,pflichtenlehre1 von starken ,herrschern als theologische ,grbelei nicht sonderlich beachtet wurde1 dagegen von schwachen ,frsten erst recht nicht zur ,anwendung gebracht werden konnte4 ,ebensowenig verlohnt es sich1 die vielen1 besonders in ,persien beliebten ,frstenspiegel1 an deren weisen ,sittensprchen und politisch-klugen ,maximen die hfischen ,kreise sich erbauten1 nher zu betrachten4 ,das ,schwergewicht philosophischer ,bestrebungen im ,islam liegt auf der theoretischen1 intellektuellen ,seite4 ,mit den thatschlichen ,vorgngen des gesellschaftlichen und staatlichen ,lebens wei man sich nur notdrftig abzufinden4 ,auch die ,kunst der ,muslime1 obgleich sie viel mehr ,originelles zeigt als ihre ,wissenschaft1 versteht es nicht1 die sprden ,stoffe zu beleben1 sondern spielt mit zierlichen ,formen4 ,die ,poesie schafft kein ,drama4 ,und ihre ,philosophie ist nicht praktisch4 #c4 ,die ,glaubenslehre4 #a4 ,im ,koran war den ,muslimen eine ,religion1 keine ,lehre1 ,gesetze1 aber keine ,dogmen gegeben4 ,was sich darin der ,logik widersetzte1 was wir uns aus den wechselnden ,lebensverhltnissen und den verschiedenen ,stimmungen des ,propheten erklren1 wurde von den ersten ,glubigen einfach hingenommen1 ohne zu fragen nach dem ,wie und ,warum4 ,in den eroberten ,lndern aber fand man eine ausgebildete christliche ,dogmatik1 sowie zoroastrische und brahmanische ,lehren vor4 ,wie viel die ,muslime den ,christen verdanken1 haben wir schon fter betont4 ,die ,glaubenslehre ist von christlichen ,einflssen wohl am meisten bestimmt worden4 ,in ,damaskus wirkten orthodoxe und monophysitische ,lehren1 in ,basra und ,bagdad vielleicht mehr nestorianische und gnostische ,theoreme auf die ,bildung muslimischer ,dogmen ein4 ,litterarisches hat sich aus der ersten ,zeit dieser ,bewegung wenig erhalten4 ,man wird sich aber nicht irren1 wenn man dem persnlichen ,verkehre und dem schulmigen ,unterricht eine bedeutende ,wirkung zuschreibt4 ,wie noch heute1 lernte man damals im ,orient nicht viel aus ,bchern1 sondern mehr aus dem ,munde des ,lehrers4 ,die hnlichkeit zwischen den ltesten ,glaubenslehren im ,islam und den ,dogmen des ,christentums ist zu gro1 dass man einen direkten ,zusammenhang leugnen knnte4 ,die erste ,frage nmlich1 ber die von muslimischen ,gelehrten viel disputiert wurde1 war die nach der ,freiheit des ,willens4 ,die ,willensfreiheit nun wurde von den orientalischen ,christen fast allgemein angenommen4 ,nie und nirgends hat man vielleicht ber das ,willensproblem1 in der ,christologie zunchst1 aber auch in der ,anthropologie1 so viel hin und her geredet1 wie in den christlichen ,kreisen des ,ostens zur ,zeit der muslimischen ,eroberung4 ,auer diesen zum ,teil apriorischen ,erwgungen gibt es auch vereinzelte ,notizen1 die darauf hindeuten1 dass einige von den ersten ,muslimen1 welche die ,willensfreiheit lehrten1 christliche ,lehrer hatten4 ,schon aus den gnostischen ,systemen1 nachher aber aus der bersetzungslitteratur1 gesellte sich zu den hellenistisch-christlichen eine ,anzahl rein philosophischer ,elemente4 #b4 ,eine nach logischer oder dialektischer ,methode1 sei es mndlich oder schriftlich geuerte1 ,behauptung nannten die ,araber im allgemeinen1 ganz besonders aber in der ,glaubenslehre1 einen ,kalam 7logos7 und diejenigen1 welche solche ,behauptungen aufstellten1 hieen mutakallimun4 ,von der einzelnen ,behauptung wurde der ,name auf das ganze ,system bertragen und darunter auch die einleitenden1 grundlegenden ,bemerkungen ber ,methode u4 s4 w4 mitverstanden4 ,wir nennen die ,wissenschaft des ,kalam am besten theologische ,dialektik oder einfach ,dialektik und bersetzen im folgenden ,mutakallimun mit ,dialektiker4 ,der ,name ,mutakallimun1 anfangs allen ,dialektikern gemeinsam1 ward spter vorzugsweise den antimutazilitischen und orthodoxen ,theologen beigelegt4 ,in letzterem ,falle wre er dem ,sinne nach gut mit ,dogmatiker oder ,scholastiker zu bersetzen4 ,hatten nmlich die ersten ,dialektiker das ,dogma noch zu bilden1 die spteren brauchten es blo darzulegen und zu begrnden4 ,die ,einfhrung der ,dialektik war eine gewaltige ,neuerung im ,islam4 ,heftig wurde ihr von den ,anhngern der ,tradition widersprochen4 ,was ber die ,pflichtenlehre hinausging1 hie ihnen ,ketzerei4 ,der ,glaube sollte ,gehorsam sein1 nicht ,erkenntnis1 wie ,murdschiten und ,mutaziliten behaupteten4 ,die ,spekulation wurde von diesen geradezu als eine ,pflicht der ,glubigen hingestellt4 ,auch mit dieser ,forderung shnte die ,zeit sich aus4 ,der berlieferung nach hatte der ,prophet schon gesagt3 ,das erste1 was ,gott geschaffen hat1 ist das ,wissen1 oder3 die ,vernunft4 #c4 ,gro ist die ,anzahl verschiedener ,meinungen1 die zum ,teil schon in der omajjadischen1 hauptschlich aber in der ersten abbasidischen ,zeit laut wurden4 ,je weiter sie auseinander gingen1 um so schwerer war es den ,mnnern der berlieferung1 sich da hinein zu finden4 ,allmhlich aber sonderten sich gewisse einheitliche ,lehrgruppen aus1 von denen das rationalistische ,system der ,mutaziliten1 der ,nachfolger der ,qadariten1 die weiteste ,verbreitung1 besonders unter ,schiiten1 fand4 ,vom ,chalifen ,mamun bis ,mutawakkil kam es sogar zur staatlichen ,anerkennung4 ,frher von der weltlichen ,macht unterdrckt und verfolgt1 wurden die ,mutaziliten jetzt selber ,inquisitoren des ,glaubens1 denen das ,schwert die ,stelle des ,beweises vertrat4 ,ungefhr zu derselben ,zeit aber fingen auch ihre ,gegner1 die ,traditionarier1 damit an1 ein ,glaubenssystem aufzubauen4 berhaupt fehlte es nicht an ,vermittelungen zwischen dem naiven ,glauben der ,menge und der ,gnosis der ,dialektiker4 ,dem spiritualistischen ,geprge des ,mutazilitismus gegenber trugen diese ,vermittelungen in ,bezug auf die ,gotteslehre einen anthropomorphistischen1 in ,bezug auf ,anthropologie und ,kosmologie einen materialistischen ,charakter4 ,die ,seele z4 ,b4 wurde von ihnen krperlich oder als ein ,accidens des ,krpers aufgefasst1 und das gttliche ,wesen als ein menschlicher ,krper vorgestellt4 ,den bildlichen ,gott-,vater der ,christen verabscheute die ,religionslehre und ,kunst der ,muslime1 aber abgeschmackte ,grbeleien ber die ,gestalt ,allah's gab es im ,islam die ,flle4 ,einige gingen so weit1 ihm smtliche ,krperglieder zuzusprechen1 nur mit ,ausnahme des ,bartes und anderer ,privilegien orientalischer ,mnner4 ,es ist unmglich1 all die dialektischen ,sekten1 die oft zunchst als politische ,parteien aufgetreten waren1 ausfhrlicher zu besprechen4 ,von philosophiegeschichtlichem ,standpunkte gengt es auch1 die mutazilitischen ,hauptlehren1 insoweit sie ein allgemeines ,interesse beanspruchen drfen1 hier vorzufhren4 #d4 ,die erste ,frage nun betraf menschliches ,handeln und menschliches ,schicksal4 ,die ,vorlufer der ,mutaziliten1 ,qadariten genannt1 lehrten die ,willensfreiheit des ,menschen4 ,auch noch in spterer ,zeit1 als ihre ,spekulation sich mehr auf theologisch-metaphysische ,probleme richtete1 wurden die ,mutaziliten immer zuerst bezeichnet als ,anhnger der gttlichen ,gerechtigkeit1 die kein ,bses verursache und nach seinem ,verdienste den ,menschen belohne oder strafe1 dann aber1 an zweiter ,stelle1 als ,bekenner der ,einheit ,gottes1 d4 h4 der ,eigenschaftslosigkeit seines ,wesens1 an sich betrachtet4 ,auf die systematische ,darstellung ihrer ,lehren werden die ,logiker 7s4 ,,iv1 #b #a7 ihren ,einfluss ausgebt haben4 ,schon in der ersten ,hlfte des zehnten ,jahrhunderts fing das mutazilitische ,system mit dem ,einheitsbekenntnis an und war die ,lehre von ,gottes ,gerechtigkeit1 die sich in allen seinen ,werken kund gebe1 an die zweite ,stelle gerckt4 ,mit der ,behauptung der ,willensfreiheit sollte die menschliche ,verantwortlichkeit1 sowie die ,heiligkeit ,gottes1 der nicht die sndigen ,handlungen der ,menschen unmittelbar hervorbringen knne1 gerettet werden4 ,darum musste der ,mensch ,herr seiner ,thaten sein1 aber auch blo dieser4 ,denn dass die ,kraft1 welche berhaupt zum ,handeln befhigt1 oder das ,vermgen1 sowohl ,gutes als ,bses zu thun1 unmittelbar von ,gott dem ,menschen zukomme1 wurde von wenigen bezweifelt4 ,daher die vielen1 mit einer ,kritik des philosophischen ,zeitbegriffes verquickten1 spitzfindigen ,errterungen ber die ,frage1 ob das von ,gott im ,menschen geschaffene ,vermgen der ,handlung voraufgehe oder zeitlich damit zusammenfalle4 ,ginge nmlich die ,kraft der ,that vorher1 so msste sie entweder bis zur ,that fortdauern1 was ihrem accidentellen ,charakter widerspreche 7vgl4 ,,ii1 #c #ab71 oder aber schon vor der ,that aufhren zu existieren1 und in diesem ,falle wre sie berhaupt entbehrlich4 ,vom menschlichen ,handeln wurde die ,spekulation weiter auf das ,wirken der ,natur bertragen4 ,statt ,gott oder der ,mensch hie hier der ,gegensatz ,gott oder die ,natur4 ,die hervorbringenden und zeugenden ,krfte der ,natur wurden als ,mittel oder nchste ,ursachen anerkannt und von einigen zu erforschen gesucht4 ,die ,natur selbst aber1 wie die ganze ,welt1 war ihrer ,ansicht nach ein ,werk ,gottes1 eine ,schpfung seiner ,weisheit4 ,wie die ,allmacht ,gottes im ,sittlichen an seiner ,heiligkeit oder ,gerechtigkeit eine ,schranke fand1 so hier im ,natrlichen an seiner ,weisheit4 ,auch bel und ,bses in der ,welt wurden aus der ,weisheit ,gottes1 die ,alles zum ,besten schicke1 erklrt4 ,erzeugnis oder ,zweck gttlicher ,thtigkeit ist es nicht4 ,gott knne zwar1 so hatten ,frhere behauptet1 ,bses und ,unvernnftiges thun1 er thte es nur nicht4 ,dagegen lehrten die spteren ,mutaziliten1 ,gott habe gar nicht die ,macht1 so etwas seinem ,wesen ,widerstreitendes zu thun4 ,von ihren darob entrsteten ,gegnern1 die ,gottes unbeschrnkte ,macht und seinen unergrndlichen ,willen unmittelbar in allem ,handeln und ,wirken thtig sich vorstellten1 wurden sie wegen solcher ,lehre mit den dualistischen ,magiern verglichen4 ,der konsequente ,monismus war auf ,seiten dieser ,gegner1 die den ,menschen und die ,natur nicht neben und unter ,gott zu ,schpfern ihrer ,thaten oder ,wirkungen machen mchten4 #e4 ,die ,mutaziliten hatten1 wie schon aus dem ,vorhergehenden erhellt1 einen anderen ,gottesbegriff als die ,menge und die ,traditionarier4 ,dies zeigte sich nun1 im ,fortgange der ,spekulation1 besonders deutlich in der ,lehre von den gttlichen ,eigenschaften4 ,von ,anfang an war im ,islam die ,einheit ,gottes stark betont4 ,das hinderte aber nicht1 dass man ihm1 nach menschlicher ,analogie1 viele schne ,namen gab und mehrere ,attribute beilegte4 ,als die vorzglichsten stellten sich1 gewiss unter dem ,einflusse christlicher ,dogmatik1 allmhlich heraus3 ,wissen1 ,macht1 ,leben1 ,wille1 ,rede oder ,wort1 ,gesicht und ,gehr4 ,von diesen wurden ,gesicht und ,gehr zuerst in geistigem ,sinne gedeutet oder ganz beseitigt4 ,aber mit irgend einer ,vielheit gleichewiger ,eigenschaften schien die absolute ,einheit des gttlichen ,wesens sich nicht vertragen zu wollen4 ,wre das nicht die ,trinitt der ,christen1 die ja auch schon die drei ,personen des ,einen gttlichen ,wesens als ,eigenschaften gedeutet hatten8 ,teils suchte man nun1 um dieser ,inkonvenienz zu entgehen1 einige ,eigenschaften aus anderen begrifflich abzuleiten und auf eine1 z4 ,b4 das ,wissen oder die ,macht1 zurckzufhren1 teils auch sie samt und sonders als ,zustnde des gttlichen ,wesens zu fassen oder mit dem ,wesen selbst zu identifizieren1 wobei denn freilich ihre ,bedeutung so ziemlich verschwand4 ,mitunter wurde versucht1 durch ,knsteleien des sprachlichen ,ausdrucks noch etwas davon zu retten4 ,whrend z4 ,b4 ein ,philosoph1 die ,eigenschaften leugnend1 behauptete1 ,gott sei wissend seinem ,wesen nach1 drckte ein mutazilitischer ,dialektiker das so aus3 ,gott ist wissend1 aber durch ein ,wissen1 das er selbst ist4 ,nach ,ansicht der ,traditionarier ward auf diese ,weise der ,gottesbegriff allen ,inhaltes beraubt4 ber negative ,bestimmungen1 ,gott sei nicht wie die ,dinge dieser ,welt1 er sei ber ,raum1 ,zeit1 ,bewegung u4 s4 w4 erhaben1 kamen die ,mutaziliten kaum hinaus4 ,aber dass er ,schpfer der ,welt sei1 daran hielten sie fest4 ,wenn man auch von ,gottes ,wesen wenig aussagen konnte1 aus seinen ,werken glaubte man ihn zu erkennen4 ,die ,schpfung war den ,mutaziliten1 wie ihren ,gegnern1 ein absoluter ,akt ,gottes1 die ,weltexistenz eine zeitliche4 ,energisch bekmpften sie die ,lehre von der ,weltewigkeit1 die1 durch die aristotelische ,philosophie gesttzt1 im ,orient weitverbreitet war4 #f4 ,als eins von den ewigen ,attributen ,gottes fanden wir die ,rede oder das ,wort4 ,wahrscheinlich mit ,anschluss an die christliche ,logoslehre wurde nmlich die ,ewigkeit des dem ,propheten geoffenbarten ,korans gelehrt4 ,das war nach den ,mutaziliten geradezu ,abgtterei1 neben ,allah an einen ewigen ,koran zu glauben4 ,die mutazilitischen ,chalifen verkndigten dagegen als ,staatsdogma1 der ,koran sei geschaffen worden4 ,wer dies leugnete1 wurde ffentlich bestraft4 ,obgleich nun die ,mutaziliten mit diesem ,dogma dem ursprnglichen ,islam nher stehen mochten als ihre ,gegner1 so hat doch die ,geschichte den letzteren ,recht gegeben4 ,fromme ,bedrfnisse waren eben mchtiger als logische ,schlussfolgerungen4 ,viele ,mutaziliten setzten sich1 nach der ,meinung ihrer ,glaubensbrder1 ber den ,koran1 das ,wort ,gottes1 allzuleicht hinweg4 ,wenn es zu ihren ,theorien nicht stimmte1 wurde es aus- und umgedeutet4 ,in ,wirklichkeit galt manchem die ,vernunft mehr als das offenbarte ,buch4 ,aus der ,vergleichung nicht nur der drei ,offenbarungsreligionen1 sondern auch dieser mit persischer und indischer ,religionslehre und philosophischer ,spekulation1 ergab sich eine1 die ,gegenstze vershnende1 natrliche ,religion4 ,aufgebaut wurde diese auf der ,grundlage eines angeborenen1 allgemeinnotwendigen ,wissens1 dass es ,einen ,gott gebe1 der als weiser ,schpfer die ,welt hervorgebracht und auch den ,menschen mit ,vernunft begabt habe1 damit er seinen ,schpfer erkennen und ,gutes und ,bses unterscheiden knne4 ,dieser ,natur- oder ,vernunftreligion gegenber sei dann die ,erkenntnis der ,offenbarungslehren etwas ,hinzukommendes1 ein erworbenes ,wissen4 ,mit dieser ,behauptung hatten die konsequentesten ,mutaziliten sich von der bereinstimmung der muslimischen ,gemeinde losgesagt1 sich also thatschlich auerhalb des katholischen ,glaubens gestellt4 ,anfangs beriefen sie sich noch auf jene bereinstimmung4 ,sie konnten es thun1 so lange die ,regierung ihnen gnstig gesinnt war4 ,es dauerte aber nicht lange4 ,bald erfuhren sie1 was seitdem noch fter erfahren wurde3 die ,vlker lassen sich leichter von oben herab eine ,religion als eine ,aufklrung vorschreiben4 #g4 ,nach diesem berblick sehen wir uns einige von den bedeutendsten ,mutaziliten nher an1 damit dem allgemeinen ,bilde nicht die individuellen ,zge fehlen4 ,zuerst betrachten wir ,abu-l-,hudhail al-,allaf1 der um die ,mitte des neunten ,jahrhunderts starb4 ,er war ein berhmter ,dialektiker1 einer der ersten1 die der ,philosophie einen ,einfluss auf ihre theologischen ,lehren gestatteten4 ,dass eine ,eigenschaft irgendwie einem ,wesen inhrieren knne1 lsst sich nach ,abu-l-,hudhail nicht denken3 entweder muss sie mit dem ,wesen identisch oder davon verschieden sein4 ,doch sieht er sich nach einer ,vermittlung um4 ,gott ist1 nach ihm1 wissend1 mchtig1 lebendig durch ,wissen1 ,macht und ,leben1 die sein ,wesen selbst sind4 ,wie auch schon von christlicher ,seite geschehen war1 nennt er jene drei ,bestimmungen die ,modi 7wudschuh7 des gttlichen ,wesens4 ,auch ,hren1 ,sehen u4 a4 lsst er sich als ewig in ,gott gefallen1 jedoch nur mit ,rcksicht auf die spter zu schaffende ,welt4 brigens mag es ihm und anderen von der ,zeitphilosophie ,berhrten leicht genug gewesen sein1 diese und hnliche ,ausdrcke1 wie das ,schauen ,gottes am jngsten ,tage1 #aj spiritualistisch zu deuten1 da sie ja das ,sehen und ,hren berhaupt als geistige ,akte auffassten4 ,abu-l-,hudhail behauptete z4 ,b41 die ,bewegung sei sichtbar1 tastbar aber nicht1 weil sie kein ,krper sei4 ,nicht ewig soll nun aber der ,wille ,gottes sein4 ,im ,gegenteil nimmt ,abu-l-,hudhail absolute ,willensuerungen an1 sowohl von dem wollenden ,wesen wie von dem gewollten ,gegenstande verschieden4 ,so nimmt das absolute ,schpfungswort eine ,mittelstellung ein zwischen dem ewigen ,schpfer und der geschaffenen zeitlichen ,welt4 ,diese ,willensuerungen ,gottes sind eine ,art ,mittelwesen1 mit den platonischen ,ideen oder den ,sphrengeistern zu vergleichen1 aber wohl mehr als immaterielle ,krfte1 denn als persnliche ,geister gedacht4 ,von dem absoluten ,schpfungsworte unterscheidet ,abu-l-,hudhail das accidentelle ,offenbarungswort1 das sich als ,befehl und ,verbot1 in materieller1 rumlicher ,erscheinung an die ,menschen kund gibt und also nur fr diese zeitliche ,welt ,bedeutung hat4 ,die ,mglichkeit1 nach dem gttlichen ,offenbarungsworte zu leben oder dem zu widerstreiten1 ist folglich nur in diesem ,leben vorhanden4 ,verpflichtendes ,gebot und ,verbot setzt ,willensfreiheit und die ,fhigkeit danach zu handeln voraus4 ,im zuknftigen ,leben dagegen gibt es keine gesetzlichen ,verpflichtungen1 somit auch keine ,freiheit mehr2 ,alles hngt dort von der absoluten ,bestimmung ,gottes ab4 ,auch wird es im ,jenseits keine ,bewegung geben1 denn wie die ,bewegung einmal angefangen hat1 muss sie1 am ,ende der ,welt1 aufhren zur ewigen ,ruhe4 ,an eine krperliche ,auferstehung drfte also ,abu-l-,hudhail wohl nicht geglaubt haben4 ,die menschlichen ,handlungen unterscheidet er in natrliche und sittliche oder ,handlungen der ,glieder und des ,herzens4 ,sittlich ist eine ,handlung nur1 wenn wir sie frei verrichten4 ,die sittliche ,that ist des ,menschen selbsterworbenes ,eigentum1 sein ,wissen dagegen kommt ihm von ,gott her zu1 teils durch ,offenbarung1 teils durch natrliche ,erleuchtung4 ,schon vor aller ,offenbarung ist der ,mensch von ,natur verpflichtet1 also auch wohl im ,stande1 ,gott zu erkennen1 ,gutes und ,bses zu unterscheiden1 und tugendhaft1 wahrhaftig und gerecht zu leben4 #h4 ,ein merkwrdiger ,mensch und ,denker ist ein jngerer ,zeitgenosse und1 wie es scheint1 ,schler des ,abu-l-,hudhail1 gewhnlich ,al-,nazzam genannt4 ,er starb im ,jahre #hde4 ,ein phantastischer1 unruhiger1 ehrgeiziger ,mann1 kein folgerichtiger1 aber doch ein khner und ehrlicher ,denker1 so hat ihn ,dschahiz1 einer seiner ,schler1 uns vorgestellt4 ,die ,leute hielten ihn fr einen ,verrckten oder einen ,ketzer4 ,vieles in seinen ,lehren berhrt sich mit dem1 was den ,orientalen als ,philosophie des ,empedokles und ,anaxagoras bekannt war 7vgl4 auch ,abu-l-,hudhail74 ,nach der ,ansicht ,nazzams kann ,gott berhaupt kein ,bses thun1 ja er kann nur das1 was er als das ,beste fr seine ,diener erkennt4 ,seine ,allmacht reicht auch nicht weiter als die wirkliche ,that4 ,wer knnte ihn daran hindern1 die schne berflle seines ,wesens zu verwirklichen8 ,einen ,willen im eigentlichen ,sinne1 der immer ein ,bedrfnis voraussetze1 ist ,gott gar nicht beizulegen4 ,gottes ,wille ist vielmehr nur eine ,bezeichnung fr seine ,thtigkeit selbst oder fr die den ,menschen erteilten ,befehle4 ,die ,schpfung ist ein einmaliger ,akt1 mit dem ,alles zugleich erschaffen1 sodass ,eins im ,andern enthalten ist und im ,laufe der ,zeit die verschiedenen ,exemplare von ,mineralien1 ,pflanzen und ,tieren1 sowie die vielen ,adamskinder1 nach und nach aus ihrem latenten ,zustande in die ,erscheinung treten4 ,mit den ,philosophen verwirft ,nazzam die ,atomenlehre 7s4 ,,ii1 #c #ab71 wei sich dann aber das ,durchlaufen einer bestimmten ,strecke1 wegen der unendlichen ,teilbarkeit des ,raumes1 nur durch ,sprnge zu erklren4 ,statt aus ,atomen lsst er die krperlichen ,substanzen aus ,accidenzen zusammengesetzt sein4 ,wie sich ,abu-l-,hudhail die ,inhrenz von ,eigenschaften in einem ,wesen nicht denken konnte1 so kann sich ,nazzam das ,accidens nur als die ,substanz selbst oder als einen ,teil der ,substanz vorstellen4 ,so ist das ,feuer oder das ,warme z4 ,b4 latent im ,holze vorhanden1 wird aber frei1 wenn durch ,reibung sein ,antagonist1 das ,kalte1 verschwindet4 ,es findet dabei eine ,bewegung oder ,umsetzung1 aber keine qualitative ,vernderung statt4 ,die sinnlichen ,qualitten1 wie ,farben1 ,geschmcke und ,gerche1 sind nach ,nazzam ,krper4 ,auch die ,seele oder den ,geist des ,menschen fasst er als einen feinen ,krper auf4 ,freilich ist die ,seele des ,menschen vorzglichster ,teil1 sie durchdringt den ,krper1 ihr ,organ1 ganz und ist der wirkliche1 wahrhafte ,mensch zu nennen4 ,gedanken und ,strebungen werden als ,bewegungen der ,seele definiert4 ,in ,glaubenssachen und ,gesetzesfragen verwirft ,nazzam sowohl die bereinstimmung der ,gemeinde als auch die analogische ,interpretation des ,rechtes1 und beruft sich1 schiitisch1 auf den unfehlbaren ,imam4 ,er hlt es fr mglich1 dass alle ,muslime eine irrige ,lehre bereinstimmend zulassen1 wie z4 ,b4 dass ,mohammed im ,unterschiede von anderen ,propheten eine ,mission fr die ganze ,menschheit habe4 ,gott sendet aber jeden ,propheten zur ganzen ,menschheit4 brigens teilt ,nazzam in ,bezug auf die ,erkenntnis ,gottes und der sittlichen ,pflichten durch die ,vernunft die ,ansicht des ,abu-l-,hudhail4 ,von der unnachahmbaren ,vortrefflichkeit des ,korans ist er nicht sonderlich berzeugt4 ,es soll das ewige ,wunder des ,korans nur darin bestehen1 dass die ,zeitgenossen ,mohammeds davon abgehalten wurden1 dem ,koran hnliches hervorzubringen4 ,von der muslimischen ,eschatologie hat er wohl nicht viel gehalten4 ,wenigstens lst sich fr ihn die ,hllenqual in einen ,verbrennungsprozess auf4 #i4 ,aus der ,schule ,nazzams werden uns viele synkretistische ,lehren berliefert1 alle ohne ,originalitt4 ,von den ,mnnern1 die aus ihr hervorgegangen1 ist der berhmteste der ,schngeist und ,naturphilosoph ,dschahiz 7gest4 #hfi71 der vom echten ,gelehrten verlangte1 er solle das ,studium der ,theologie mit dem der ,naturwissenschaft verknpfen4 ,in allen ,dingen sprt er die ,wirkungen der ,natur1 in diesen aber einen ,hinweis auf den ,schpfer der ,welt4 ,die menschliche ,vernunft ist im ,stande1 den ,schpfer zu erkennen und ebenso das ,bedrfnis nach einer prophetischen ,offenbarung einzusehen4 ,des ,menschen ,verdienst ist nur sein ,wollen1 denn einerseits sind alle seine ,thaten im ,naturgeschehen verflochten1 und andererseits ist sein ganzes ,wissen notwendig von oben bestimmt4 ,doch scheint dem ,wollen1 das aus dem ,wissen abgeleitet wird1 keine groe ,bedeutung zuzukommen4 ,wenigstens wird der ,wille im gttlichen ,wesen ganz negativ gefasst1 d4 h4 ,gott wirke niemals unbewusst und mit ,missfallen an seinem ,werke4 ,in alldem ist wenig ,eigenes4 ,das ,mittelma ist sein ethisches ,ideal1 aber auch seines ,geistes ,geschick4 ,nur im ,kompilieren seiner vielen ,schriften ist ,dschahiz unmig gewesen4 #aj4 ,bei den lteren ,mutaziliten berwiegen die ethischen und naturphilosophischen ,erwgungen2 bei den spteren gewinnen logisch-metaphysische ,betrachtungen das bergewicht4 ,besonders neuplatonische ,einflsse sind hier zu verspren4 ,muammar1 dessen ,lebenszeit nicht nher bestimmt wird 7etwa um #ijj anzusetzen71 hat manches mit den ,obengenannten gemeinsam4 ,aber weit nachdrcklicher leugnet er die ,existenz gttlicher ,eigenschaften1 die der absoluten ,einheit des ,wesens widersprechen4 ,gott ist ber jede ,vielheit hinaus4 ,er kennt weder sich selbst noch ein ,anderes1 denn das ,wissen wrde in ihm eine ,vielheit voraussetzen4 ,auch ist er berewig zu nennen4 ,dennoch ist er als ,schpfer der ,welt anzuerkennen4 ,freilich hat er nur ,krper geschaffen1 und diese schaffen selbst1 sei es durch ,naturwirkung1 sei es mit ,willen1 ihre ,accidenzen4 ,die ,zahl dieser ,accidenzen ist unendlich1 denn sie sind ihrem ,wesen nach nichts weiter als die begrifflichen ,beziehungen des ,denkens4 ,muammar ist ,conceptualist4 ,bewegung und ,ruhe1 ,gleichheit und ,verschiedenheit u4 s4 w4 sind nichts an sich1 sondern haben nur eine begriffliche oder ideelle ,wirklichkeit4 ,die ,seele1 die das wahre ,wesen des ,menschen sein soll1 wird als eine ,idee oder eine immaterielle ,substanz gefasst4 ,wie sie sich dann zum ,krper und zu dem gttlichen ,wesen verhalte1 wird nicht klargestellt4 ,die berlieferung ist verworren4 ,des ,menschen ,wille ist frei1 das ,wollen eigentlich seine einzige ,that4 ,denn die uere ,handlung gehrt dem ,krper 7vgl4 ,dschahiz74 ,die ,schule von ,bagdad1 der ,muammar anzugehren scheint1 war conceptualistisch4 ,mit ,ausnahme der allgemeinsten ,bestimmungen1 denen des ,seins und des ,werdens1 lie sie die ,universalien nur als ,begriffe ,bestand haben4 ,nher dem ,realismus stand ,abu ,haschim von ,basra 7gest4 #icc74 ,gottes ,eigenschaften1 sowie die ,accidenzen oder ,gattungsbegriffe berhaupt1 fasste er als ein ,mittleres zwischen ,sein und ,nichtsein auf4 ,er nannte sie ,zustnde oder ,modi4 ,als ,erfordernis alles ,wissens bezeichnete er den ,zweifel4 ,ein naiver ,realist war er nicht4 ,auch mit dem ,nichtsein trieben mutazilitische ,denker ein dialektisches ,spiel4 ,es werde gedacht1 es msse also dem ,nichtsein wie dem ,sein eine ,art ,wirklichkeit zukommen1 folgerte man4 ,versucht doch der ,mensch eher das ,nichts zu denken1 als dass er berhaupt nicht denke4 #aa4 ,im neunten ,jahrhundert hatten sich im ,kampfe gegen die ,mutaziliten mehrere dialektische ,systeme ausgebildet1 von denen u4 a4 das karramitische sich lange ber das zehnte ,jahrhundert hinaus erhielt4 ,aus den ,reihen der ,mutaziliten aber erstand der ,mann1 der die ,gegenstze zu vermitteln berufen war1 und der das zunchst im ,osten1 spter im ganzen ,islam als orthodox anerkannte ,lehrsystem aufstellte4 ,es war al-,aschari 7#hgc-ice71 der es verstand1 ,gotte zu geben1 was ,gottes1 und dem ,menschen1 was des ,menschen ist4 ,den groben ,anthropomorphismus der antimutazilitischen ,dialektiker wies er ab1 ,gott ber alles ,krperliche und ,menschliche hinausrckend1 ihm aber seine ,allmacht und ,allwirksamkeit lassend4 ,die ,natur bte bei ihm alle ihre ,wirksamkeit ein1 dem ,menschen aber wurde ein gewisses ,verdienst vorbehalten1 darin bestehend1 dass er den von ,gott in ihm geschaffenen ,handlungen seine ,zustimmung erteilen1 sich dieselben als seine ,thaten aneignen knne4 ,auch wurde dem ,menschen sein sinnlich-geistiges ,wesen nicht verkmmert4 ,er durfte hoffen auf die ,auferstehung des ,fleisches und das ,schauen ,gottes4 ,was die koranische ,offenbarung betrifft1 unterschied ,aschari zwischen einem ewigen ,worte in ,gott und dem in der ,zeit geoffenbarten ,buche1 wie wir es besitzen4 ,bei der ,ausfhrung seiner ,lehren zeigte sich ,aschari in keiner ,weise originell1 sondern er fasste nur ,gegebenes vermittelnd zusammen1 was denn nicht ohne ,widersprche gelingen wollte4 ,die ,hauptsache jedoch war1 dass seine ,kosmologie1 ,anthropologie und ,eschatologie1 zur ,erbauung frommer ,seelen1 nicht allzu weit von dem ,wortlaute der ,tradition sich entfernten1 und dass seine ,theologie1 infolge einer etwas vergeistigten ,auffassung ,gottes1 auch hher ,gebildete nicht ganz unbefriedigt lie4 ,aschari sttzt sich auf die ,offenbarung des ,korans4 ,eine davon unabhngige ,vernunfterkenntnis in ,bezug auf gttliche ,dinge erkennt er nicht an4 ,die ,sinne sollen im allgemeinen nicht tuschen1 dagegen wohl unser ,urteil4 ,zwar erkennen wir ,gott mit unserer ,vernunft1 aber nur aus der ,offenbarung1 der einzigen ,quelle solchen ,wissens4 ,gott ist nun1 nach ,aschari1 zunchst der allmchtige ,schpfer4 ,ferner ist er allwissend1 er wei1 was die ,menschen thun und was sie thun wollen1 was geschieht und wie das1 was nicht geschieht1 wenn es geschhe1 geschehen wre4 ,dazu kommen ,gott alle ,bestimmungen zu1 die irgend eine ,vollkommenheit ausdrcken1 nur dass sie ,gott in einem anderen1 hheren ,sinne eignen als den ,geschpfen4 ,in ,schpfung und ,erhaltung der ,welt ist ,gott die einzige ,ursache2 alles ,weltgeschehen rhrt fortwhrend unmittelbar von ihm her4 ,der ,mensch aber ist sich des ,unterschiedes zwischen seinen unwillkrlichen ,bewegungen1 wie ,zittern und ,beben1 und seiner mit ,willen und ,wahl ausgefhrten ,handlungen wohl bewusst4 #ab4 ,das ,eigentmlichste1 was die ,dialektik der ,muslime ausgebildet hat1 ist ihre ,atomenlehre4 ,die ,entwicklung dieser ,lehre liegt noch fast ganz im ,dunkeln4 ,schon von ,mutaziliten1 besonders aber von deren ,gegnern vor ,aschari ist sie vertreten worden4 ,unsere ,darstellung zeigt1 wie sie sich in der ascharitischen ,schule erhalten1 zum ,teil vielleicht erst ausgebildet hat4 ,die ,atomenlehre der muslimischen ,dialektiker hat ihre ,quelle allerdings in griechischer ,naturphilosophie1 aber ihre ,aufnahme und ,weiterbildung sind von den ,bedrfnissen theologischer ,polemik und ,apologetik bestimmt1 wie sich dies hnlich bei einzelnen ,juden und bei glubigen ,katholiken beobachten lsst4 ,dass man1 im ,islam1 den ,atomismus aufgegriffen habe1 nur weil ,aristoteles ihn bekmpfte1 ist nicht wohl glaublich4 ,wir haben hier einen verzweifelten ,kampf um ein religises ,gut zu verzeichnen1 dabei die ,waffen nicht gewhlt werden4 ,der ,zweck entscheidet4 ,die ,natur soll nicht aus sich selbst heraus1 sondern aus einem gttlichen ,schpfungsakte erklrt2 nicht als eine ewige gttliche ,ordnung1 sondern als ein ,geschpf vergnglichen ,daseins diese ,welt angesehen werden4 ,als freiwirkender1 allmchtiger ,schpfer soll ,gott gedacht und benannt werden1 nicht als unpersnliche ,ursache oder ruhender ,urgrund4 ,an der ,spitze der muslimischen ,dogmatik steht daher seit alter ,zeit die ,schpfungslehre als ein ,zeugnis gegen die heidnisch-philosophische ,ansicht von der ,ewigkeit der ,welt und von den ,wirkungen der ,natur4 ,was wir von der ,sinnenwelt wahrnehmen1 so reden diese ,atomisten1 sind vorbergehende ,accidenzen1 die jeden ,augenblick kommen und gehen4 ,das ,substrat dieses ,wechsels sind die 7krperlichen7 ,substanzen1 die1 weil in oder an ihnen ,vernderungen vorgehen1 nicht unvernderlich gedacht werden knnen4 ,sind sie1 die ,substanzen1 vernderlich1 dann knnen sie auch nicht dauerhaft sein1 denn ,ewiges ndert sich nicht4 ,folglich ist ,alles in der ,welt1 da ,alles sich ndert1 entstanden1 von ,gott erschaffen4 ,das ist der ,ausgangspunkt4 ,von der ,vernderlichkeit alles ,existierenden wird geschlossen auf den ewigen1 unvernderlichen ,schpfer4 ,die ,spteren aber schlieen1 unter dem ,einfluss muslimischer ,philosophen1 von der ,kontingenz oder ,possibilitt alles ,endlichen auf das notwendig-existierende ,wesen ,gottes4 ,kehren wir zur ,welt zurck4 ,sie besteht aus ,accidenzen und deren ,substrate1 die ,substanzen4 ,substanz und ,accidens oder ,qualitt sind die zwei ,kategorien1 mittelst derer die ,wirklichkeit begriffen wird4 ,die brigen ,kategorien fallen entweder unter die der ,qualitt oder lsen sich in ,verhltnisse und ,denkbestimmungen auf1 denen1 objektiv1 nichts entspricht4 ,die ,materie als ,mglichkeit ist nur im ,denken1 die ,zeit ist nichts anderes als ,koexistenz verschiedener ,gegenstnde oder simultane ,beziehung der ,vorstellung1 und ,raum und ,gre kommen zwar den ,krpern zu1 nicht aber den einzelnen ,teilen 7,atomen71 aus denen die ,krper zusammengesetzt sind4 ,was von den ,substanzen berhaupt ausgesagt werden kann1 sind ,accidenzen4 ,ihre ,anzahl ist1 an jeder einzelnen ,substanz1 zahlreich oder gar1 wie einige behaupten1 unendlich1 da von beliebigen gegenstzlichen ,bestimmungen1 zu denen auch die negativen gehren1 jeder ,substanz entweder die eine oder die andere zukomme4 ,das negative ,accidens hat um nichts weniger ,realitt als das positive4 ,gott schafft auch die ,privation und die ,vernichtung1 wofr es denn freilich nicht leicht ist1 das ,substrat ausfindig zu machen4 ,und da jedes ,accidens immer nur seinen ,sitz in irgend einer ,substanz haben kann1 und nicht in einem anderen ,accidens1 so gibt es in ,wirklichkeit kein ,allgemeines1 mehreren ,substanzen ,gemeinsames4 ,die ,universalien sind in keiner ,weise in den ,einzeldingen1 sie sind ,begriffe4 ,somit gibt es keine ,verbindung zwischen den ,substanzen1 sie stehen getrennt fr sich als ,atome1 die einander gleich sind4 ,eigentlich haben sie eine grere hnlichkeit mit den ,homomerien des ,anaxagoras als mit den kleinsten ,stoffteilchen der ,atomisten4 ,sie sind an sich unrumlich 7ohne makan71 haben aber ihren ,ort 7hajjiz7 und fllen durch ihre ,position den ,raum aus4 ,es sind also unausgedehnte1 punktuell gedachte ,einheiten1 aus denen die rumliche ,krperwelt aufgebaut wird4 ,zwischen ihnen soll es ein ,leeres geben1 denn sonst wre1 da die ,atome nicht in einander eindringen1 jede ,bewegung unmglich4 ,alle ,vernderung aber wird auf ,vereinigung und ,trennung1 ,bewegung und ,ruhe zurckgefhrt4 ,sonstige1 wirksame ,beziehungen zwischen den ,atomen-,substanzen gibt es nicht4 ,sie sind einmal da und freuen sich ihres ,daseins1 haben aber gar nichts mit einander zu thun4 ,die ,welt ist eine diskontinuierliche ,masse1 ohne lebendige ,wechselwirkung4 ,das ,altertum hatte dieser ,auffassung vorgearbeitet1 u4 a4 auch mit seiner ,lehre von dem diskontinuierlichen ,charakter der ,zahl4 ,wurde die ,zeit nicht als die ,zahl der ,bewegung definiert8 ,warum sollte man nun nicht jene ,lehre auf ,raum1 ,zeit und ,bewegung bertragen8 ,die ,dialektiker thaten es1 und es mag auch die ,skepsis der ,alten dabei mitgewirkt haben4 ,wie die substanzielle ,krperwelt wurden auch ,raum1 ,zeit und ,bewegung in ,atome ohne ,ausdehnung1 in ,momente ohne ,dauer zerlegt4 ,die ,zeit wird eine ,aufeinanderfolge von vielen einzelnen ,jetzt1 und zwischen je zwei ,zeitmomenten gibt es ein ,leeres4 ,ebenso verhlt es sich mit der ,bewegung3 zwischen je zwei ,bewegungen gibt es eine ,ruhe4 ,eine schnelle und eine langsame ,bewegung besitzen dieselbe ,geschwindigkeit1 nur hat die letztere mehr ,ruhepunkte4 ,um dann aber ber den leeren ,raum1 das unausgefllte ,zeitmoment und die ,ruhepause zwischen zwei ,bewegungen hinauszukommen1 wird die ,lehre vom ,sprunge benutzt4 ,von ,raumpunkt zu ,raumpunkt soll die ,bewegung1 von ,moment zu ,moment die ,zeit weiterspringen4 ,diese phantastische ,lehre brauchte man eigentlich gar nicht4 ,sie war eine ,antwort auf naives ,fragen4 ,konsequent hatte man die ganze rumlich-zeitlich bewegte ,krperwelt in ,atome mit deren ,accidenzen zerstckt4 ,wohl behaupteten einige1 dass zwar die ,accidenzen jeden ,augenblick schwinden1 die ,substanzen dagegen dauernden ,bestand haben1 aber andere machten da keinen ,unterschied4 ,wie die ,accidenzen1 so lehrten sie1 bestehen auch die ,substanzen1 die ja ,raumpunkte sind1 nur einen ,zeitpunkt4 ,jeden ,augenblick schafft ,gott die ,welt aufs neue1 sodass ihr jetziger ,zustand weder mit dem unmittelbar vorhergehenden noch mit dem gleich folgenden in irgend einem wesentlichen ,zusammenhange steht4 ,es gibt also eine ,reihe aufeinander folgender ,welten1 die sich nur scheinbar als eine ,welt darstellen4 ,dass es fr uns so etwas wie ,zusammenhang oder ,kausalitt in den ,erscheinungen gibt1 rhrt nur daher1 dass es ,allah nach seinem unergrndlichen ,willen heut oder morgen nicht beliebt1 die ,gewohnheit des ,geschehens durch ein ,wunder zu unterbrechen1 was er aber jeden ,augenblick zu thun im ,stande ist4 ,wie aller ,kausalzusammenhang nach dem atomistischen ,kalam verschwindet1 wird sehr gut durch das klassische ,beispiel vom schreibenden ,menschen ausgedrckt4 ,gott schafft nmlich in ihm1 und zwar an jedem ,zeitpunkte aufs neue1 zuerst den ,willen1 dann das ,vermgen zu schreiben1 darauf die ,bewegung der ,hand1 und endlich die ,bewegung der ,feder4 ,eins ist dabei vllig unabhngig von dem ,andern4 ,wenn man nun dagegen einwendet1 dass mit der ,kausalitt oder der ,regelmigkeit des ,weltgeschehens auch die ,mglichkeit alles ,wissens aufgehoben sei1 so erwidert der glubige ,denker1 ,allah wisse ja ,alles vorher schon1 er schaffe nicht nur die ,dinge der ,welt und was sie zu wirken scheinen1 sondern auch das ,wissen darum in der menschlichen ,seele1 und wir brauchen nicht weiser zu sein als ,er4 ,er wei es am besten4 ,allah und die ,welt1 ,gott und der ,mensch1 ber diese ,gegenstze konnte die muslimische ,dialektik nicht hinaus kommen4 ,auer ,gott gibt es nur ,platz fr krperliche ,substanzen und deren ,accidenzen4 ,das ,dasein menschlicher ,seelen als unkrperlicher ,substanzen1 sowie berhaupt die ,existenz reiner ,geister1 beides von ,philosophen und1 weniger bestimmt1 von einigen ,mutaziliten gelehrt1 wollte nicht recht stimmen zu der muslimischen ,lehre von der ,transcendenz ,gottes1 der keinen ,genossen hat4 ,die ,seele gehrt zu der ,krperwelt4 ,leben1 ,empfindung1 ,beseeltheit sind ebenso ,accidenzen wie ,farbe1 ,geschmack und ,geruch1 ,bewegung und ,ruhe4 ,einige nehmen nur ein ,seelenatom an1 nach anderen sind mehrere feine ,seelenatome unter die ,krperatome gemischt4 ,das ,denken haftet jedenfalls an einem einzigen ,atom4 #ac4 ,nicht alle guten ,muslime konnten sich bei der ,dialektik beruhigen4 ,der fromme ,diener ,gottes mchte doch auf andere ,weise seinem ,herrn etwas nher kommen4 ,dieses ,bedrfnis1 schon anfangs im ,islam vorhanden1 durch christliche und persisch-indische ,einflsse verstrkt und unter entwickelteren ,kulturverhltnissen mchtig angewachsen1 hat im ,islam eine ,reihe von ,erscheinungen hervorgerufen1 die man als ,mystik und ,sufismus #aa zu bezeichnen pflegt4 ,in dieser ,entwicklung eines muslimischen ,heiligenwesens und ,mnchtums hat sich die ,geschichte christlicher ,mnche und ,klster in ,syrien und gypten1 auch diejenige indischer ,ber wiederholt4 ,im ,grunde haben wir es hier also mit religiser oder geistiger ,praxis zu thun4 ,aber die ,praxis spiegelt sich immer im ,denken1 sie erhlt ihre ,theorie4 ,man bedurfte1 um ein intimeres ,verhltnis mit der ,gottheit zu ,stande zu bringen1 vielfach symbolischer ,handlungen und vermittelnder ,personen4 ,diese nun versuchten es1 sich und den ,eingeweihten die ,geheimnisse der ,symbole zu enthllen und auerdem ihre eigene vermittelnde ,stellung in der ,stufenordnung des ,alls zu begrnden4 ,besonders neuplatonische ,lehren1 teilweise aus der trben ,quelle des ,pseudo-,dionysios des ,areopagiten und des heiligen ,hierotheos 7,stephen bar ,sudaili87 mussten dazu herhalten4 ,auch scheint der indische ,yoga1 wenigstens in ,persien1 bedeutend eingewirkt zu haben4 ,meistens hielt sich die ,mystik in den ,schranken der ,orthodoxie1 die immer auch verstndig genug war1 ,dichtern und ,schwrmern etwas nachzusehen4 ,in ,bezug auf die ,lehre1 dass ,gott alles in allem wirke1 waren ,dialektiker und ,mystiker einverstanden4 ,dass aber ,gott auch alles in allem sei1 wurde von der extremen ,mystik hinzugefgt4 ,daraus entwickelte sich ein heterodoxer ,pantheismus1 der die ,welt zum leeren ,scheine und das menschliche ,ich zum ,gotte machte4 ,so wird die ,einheit ,gottes zur ,alleinheit1 seine ,allwirksamkeit zur ,allwesenheit4 ,hchstens gibt es auer ,gott noch die ,eigenschaften oder ,zustnde der sufischen zu ,ihm sich hinbewegenden ,seele4 ,eine ,psychologie des ,gefhles wird von sufischen ,lehrern entwickelt4 ,whrend1 nach ihnen1 unsere ,vorstellungen von auen an die ,seele herankommen und unsere ,strebungen eine ,veruerlichung des ,inneren bedeuten1 besteht das wahre ,wesen unserer ,seele aus gewissen ,zustnden oder ,gefhlen der ,lust und ,unlust4 ,das wesentlichste von allen ist die ,liebe4 ,weder ,furcht noch ,hoffnung1 sondern die ,liebe erhebt uns zu ,gott4 ,kein ,wissen und kein ,wollen1 sondern die ,vereinigung mit dem ,geliebten heit ,seligkeit4 ,weit grndlicher als von den ,dialektikern wird von diesen ,mystikern die ,welt1 und schlielich auch die ,menschenseele vernichtet4 ,von jenen ist sie der schaffenden ,willkr1 von diesen dem erleuchtenden1 liebenden ,wesen ,gottes zum ,opfer dargebracht worden4 ,in der ,sehnsucht nach dem ,einen ,geliebten wird die verwirrende ,mannigfaltigkeit der ,dinge1 wie sie unseren ,sinnen und der ,vorstellung erscheint1 abgestreift4 ,alles wird1 im ,sein wie im ,denken1 auf einen ,punkt konzentriert4 ,als ,gegensatz denke man sich echtes ,griechentum4 ,dort wnschte man sich die ,zahl der ,sinne grer1 um etwas mehr von dieser schnen ,welt erkennen zu knnen4 ,diese ,mystiker aber schelten die ,vielheit der ,sinne1 weil sie ,verwirrung in ihr ,glck hineinbringt4 ,doch macht die menschliche ,natur sich berall geltend4 ,jene ,welt und ,sinnen entsagenden ,mnner schwelgen oft bis in ein hohes ,alter hinein in den sinnlichsten ,phantasien4 ,dass viele sich gar wenig um die ,glaubenslehre kmmerten1 und dass die asketische ,moral der ,sufis fter in das ,gegenteil sich verwandelte1 braucht uns nach alledem nicht zu wundern4 ,die ,entwicklung des ,sufismus im einzelnen zu verfolgen1 ist mehr eine ,aufgabe fr die ,religions- als fr die ,philosophiegeschichte4 ,auch finden wir die philosophischen ,elemente1 die darin aufgenommen wurden1 bei den muslimischen ,philosophen1 denen wir im folgenden begegnen werden4 #d4 ,litteratur und ,geschichte4 #a4 ,arabische ,poesie und ,annalistik haben sich unabhngig von ,schulgelehrsamkeit ausgebildet4 ,im ,laufe der ,zeit aber wussten ,litteratur und ,geschichtschreibung sich nicht von fremden ,einflssen rein zu erhalten4 ,mit einigen ,andeutungen1 dies zu erhrten1 mssen wir uns hier begngen4 ,einen ,bruch mit der poetischen ,tradition des ,arabertums1 wie ihn das ,christentum in der germanischen ,welt verursachte1 bedeutete die ,einfhrung des ,islam nicht4 ,schon die weltliche ,litteratur der ,omajjadenzeit berlieferte viele ,weisheitssprche1 zum ,teil aus der altarabischen ,poesie1 die der ,koranpredigt ,konkurrenz machten4 ,abbasidenchalife1 wie ,mansur1 ,harun und ,mamun1 waren litterarisch gebildeter als ,karl der ,groe4 ,ihre ,shne wurden nicht nur mit ,koranlektre erzogen1 sondern auch mit den alten ,dichtern und der ,volksgeschichte bekannt gemacht4 ,dichter und ,litteraten wurden an die ,hfe gezogen und frstlich belohnt4 ,dort erfuhr dann die ,litteratur den ,einfluss gelehrter ,bildung und philosophischer ,spekulation1 wenn auch in den meisten ,fllen recht oberflchlich4 ,dies zeigt sich vor allem in skeptischen uerungen1 frivoler ,verspottung des ,heiligsten und ,verherrlichung des ,sinnengenusses4 ,daneben aber drangen weise ,sprche1 ernste ,betrachtungen1 mystische ,spekulationen in die anfangs nchtern-realistische ,poesie der ,araber ein4 ,statt der sinnlichen ,frische der ,darstellung trat ein ermdendes ,spiel mit ,gedanken und ,gefhlen1 wenn nicht gar mit leeren ,worten1 ,metren und ,reimen1 ein4 #b4 ,der hssliche ,abu-l-,atahia 7#gdh-hbh7 redet in seiner slichen ,poesie fast immer von unglcklicher ,liebe und ,verlangen nach dem ,tode4 ,seine ,weisheit spricht er in diesen ,versen aus3 ,lass nach dem ,zweifel den ,verstand sich richten3 ,vor ,snde schtzt am besten das ,verzichten4 ,wer nur einiges ,verstndnis fr das ,leben und fr ,naturpoesie besitzt1 wird sich an seinen ,weltentsagungsgedichten ebensowenig erfreuen knnen1 wie an den der ,form nach zwar epigrammatischen1 dem ,inhalte nach aber furchtbar langweiligen ,versen des ,mutanabbi 7#ije-ife71 den man wohl als den grten arabischen ,dichter gefeiert hat4 ,ebenso hat man ber ,gebhr ,abu-l-,ala al-,maarri 7#igc-ajeh7 als philosophischen ,dichter erhoben4 ,seine1 mitunter ganz ehrenwerten ,gesinnungen und verstndigen ,ansichten sind weder ,philosophie noch ist der geknstelte und oft banale ,ausdruck dafr ,poesie4 ,als ,philologe oder ,historiker htte dieser ,mann bei gnstigeren ,verhltnissen 7er war blind und nicht bermig reich7 vielleicht in der niederen ,kritik etwas leisten knnen4 ,nun aber muss er statt ,begeisterung fr das ,leben freudenlose ,entsagung predigen1 an den politischen ,verhltnissen1 den ,anschauungen der glubigen ,menge und den wissenschaftlichen ,behauptungen der ,gelehrten herumnrgeln1 ohne selbst etwas ,positives aufstellen zu knnen4 ,es fehlt ihm fast ganz die ,gabe der ,kombination4 ,analysieren kann er1 aber er findet keine ,synthese4 ,sein ,wissen ist unfruchtbar4 ,der ,baum seiner ,erkenntnis hat die ,wurzeln in der ,luft1 wie er selbst in einem seiner ,briefe1 wohl in anderem ,sinne1 eingesteht4 ,er lebt als strenger ,clibatr und ,vegetarianer1 wie es sich fr einen ,pessimisten geziemt4 ,es ist ja ,alles1 wie er in seinen ,gedichten ausspricht1 eitel ,tand4 ,das ,geschick ist blind1 die ,zeit verschont weder den ,knig1 der des ,lebens geniet1 noch den ,frommen1 der seine ,nchte durchwacht4 ,auch der widervernnftige ,glaube lst uns des ,daseins ,rtsel nicht4 ,was es hinter dem bewegten ,himmel geben mag1 bleibt uns ewig verborgen4 ,religionen1 welche da eine ,aussicht erffnen1 sind vom ,eigennutz erfunden4 ,allerhand ,sekten und ,parteiungen werden von den ,mchtigen benutzt1 ihre ,gewalt zu sichern4 ,die ,wahrheit darber darf man nur leise sagen4 ,darum ist es das klgste1 sich von der ,welt entfernt zu halten1 uneigenntzig ,gutes zu thun1 weil dies tugendhaft und schn ist1 ohne irgendwelche ,aussicht auf ,belohnung4 ,andere ,schngeister hatten eine praktischere ,philosophie und wussten sich besser in der ,welt geltend zu machen4 ,sie huldigten der klugen ,lehre des ,theaterdirektors aus ,goethes ,faust3 ,wer vieles bringt1 wird manchem etwas bringen4 ,der vollendetste ,typus dieser ,art ist ,hariri 7#ajed-aabb71 dessen ,held1 der ,bettler und ,landstreicher ,abu ,zaid von ,serug als hchste ,weisheit lehrt3 ,hetze1 statt gehetzt zu werden2 ,welt ist all ein ,wald fr ,hatzen4 ,wenn der ,falke dir entgangen1 ,nimm frlieb nur mit dem ,spatzen2 ,und erhltst du nicht den ,thaler1 ,so begng' dich mit dem ,batzen4 #ab #c4 ,wie die ,poesie1 so zeichnete sich auch die ,annalistik der alten ,araber durch scharfe ,erfassung des ,einzelnen aus1 war aber einer ,gesamtauffassung der ,ereignisse nicht fhig4 ,mit der gewaltigen ,ausdehnung des ,reiches erweiterte sich dann der ,blick4 ,zunchst wurde ein groes ,material gesammelt4 ,mehr als die religisen ,pilgerzge frderten ,reisen zur ,sammlung von ,traditionen1 zum ,zwecke der ,verwaltung und des ,handels1 oder auch zur ,befriedigung der ,neugier unternommen1 das geschichtliche und geographische ,wissen4 ,eigentmliche ,methoden der ,forschung1 auf den ,wert der berlieferung als ,quelle unseres ,wissens sich beziehend1 wurden ausgearbeitet4 ,mit derselben ,subtilitt1 wie in der ,grammatik1 ein ausgedehntes ,feld der ,beobachtung ins ,unendliche einteilend1 mehr arabeskenhaft als bersichtlich1 bildete sich so eine ,logik der ,geschichte aus1 die dem orientalischen ,auge um vieles schner erscheinen musste als das aristotelische ,organon in seinem strengen ,aufbau4 ,von vielen wurde die berlieferung1 mit deren ,beglaubigung man es in der ,regel praktisch weniger genau nahm als in der ,theorie1 dem ,sinnenzeugnisse gleichgesetzt1 und dem ,verstandesurteile1 das ja so leicht ,fehlschlsse zulasse1 vorgezogen4 ,es gab aber immer ,leute1 die unparteiisch sich widersprechende ,berichte neben einander berlieferten4 ,andere1 obgleich mit ,schonung fr die ,gefhle und ,bedrfnisse der ,gegenwart1 hielten ihr mehr oder weniger begrndetes ,urteil ber ,vergangenes nicht zurck1 wie es denn oft leichter ist1 aus der ,geschichte als aus dem ,leben klug zu werden4 ,neue ,gegenstnde der ,forschung1 neue ,betrachtungsweisen traten hinzu4 ,die ,erdkunde nahm1 z4 ,b4 in der ,klimatogeographie1 ,naturphilosophisches auf1 die ,geschichtsschreibung zog auch das geistige ,leben1 ,glauben und ,sitte1 ,litteratur und ,wissenschaft in den ,bereich ihrer ,darstellung4 ,die ,bekanntschaft mit anderen ,lndern und ,vlkern forderte vielfach zum ,vergleiche auf4 ,und es kam also ein internationales1 humanistisches ,element herein4 #d4 ,ein ,vertreter humanistischer ,sinnesweise ist ,masudi 7gest4 etwa #ief74 ,er hat ,interesse und ,verstndnis fr ,alles1 was menschlich ist4 berall lernt er von den ,menschen1 denen er begegnet1 und infolgedessen ist die ,bcherlektre1 die seine ,einsamkeit ausfllt1 nicht unfruchtbar4 ,weder die enge ,praxis des ,lebens und ,glaubens1 noch die luftigen ,spekulationen der ,philosophie sagen ihm zu4 ,er kennt sein ,talent4 ,und er findet bis zuletzt1 wenn er fern von der ,heimat in gypten sein ,alter verbringt1 seinen ,trost1 die ,medizin seiner ,seele1 in dem ,studium der ,geschichte4 ,die ,geschichte ist ihm die allesumfassende ,wissenschaft1 seine ,philosophie1 die die ,wahrheit dessen1 was war und ist1 darzustellen hat4 ,auch die ,weltweisheit mit ihrer ,entwicklung wird der ,geschichte zum ,gegenstande4 ,ohne diese wre ja alles ,wissen lngst zu ,grunde gegangen4 ,denn die ,gelehrten kommen und gehen1 aber die ,geschichte verzeichnet ihre ,geistesthaten und stellt dadurch die ,verknpfung von ,vergangenheit und ,gegenwart her4 ,ohne ,vorurteil berichtet sie ber die ,ereignisse und ber die ,ansichten der ,menschen4 ,freilich1 die ,synthese der ,thatsachen und die eigene ,meinung des ,verfassers herauszufinden1 das berlsst ,masudi oft dem verstndigen ,leser4 ,nach ihm darf rhmend hervorgehoben werden der ,geograph ,maqdasi 7oder ,muqaddasi1 schrieb im ,jahre #ihe71 der viele ,lnder durchreiste und in den verschiedensten ,berufen auftrat1 das ,leben seiner ,zeit kennen zu lernen4 ,er ist ein wahrer ,abu ,zaid von ,serug 7vgl4 ,,ii1 #d #b71 nur dass er einen ,zweck hat4 ,kritisch geht er ans ,werk4 ,er hlt sich zu der ,wissenschaft1 die man durch ,forschen und ,nachfragen1 nicht durch ,traditionsglauben oder reine ,vernunftschlsse gewinnt4 ,was ,geographisches im ,koran steht1 erklrt er sich aus dem engen ,gesichtskreise der ,araber1 dem ,allah sich anbequemt haben soll4 ,sine ira et studio beschreibt er nun die ,lnder und ,vlker1 die er mit eigenen ,augen sah4 ,er will an erster ,stelle ,selbsterlebtes darstellen1 dann was er von glaubwrdigen ,leuten vernommen1 und endlich was er in ,bchern gefunden4 ,aus seiner ,selbstcharakteristik sind die folgenden ,stze zusammengezogen3 ,ich habe allgemeine ,bildung und ,pflichtenlehre unterrichtet1 bin als ,prediger aufgetreten und habe von dem ,minarete der ,moscheen den ,gebetsruf erschallen lassen4 ,gelehrten ,sitzungen und frommen bungen habe ich beigewohnt4 ,ich habe ,suppe mit den ,sufis1 ,brei mit den ,mnchen und ,schiffskost mit den ,matrosen gegessen4 ,manchmal war ich die ,eingezogenheit selbst1 dann wieder a ich verbotene ,speisen gegen mein besseres ,wissen4 ,ich ging mit den ,einsiedlern des ,libanons um und dann wieder lebte ich am frstlichen ,hofe4 ,kriege habe ich mitgemacht1 auch sa ich gefangen und wurde als ,spion in den ,kerker geworfen4 ,mchtige ,frsten und ,minister gaben mir ,gehr1 dann schloss ich mich wieder einer ,ruberbande an oder sa als ,kleinhndler auf dem ,markte4 ,viel ,ehren und ,ansehen genoss ich1 aber ebenso musste ich ,schimpfworte hren und mich zum ,eide erniedrigen1 als ich der ,ketzerei oder schlechter ,handlungen verdchtigt ward4 #ac ,wir sind heutigen ,tages gewhnt1 uns den ,orientalen in beschaulicher ,ruhe1 ,glauben und ,sitte der ,vter ergeben1 vorzustellen4 ,ganz richtig ist die ,vorstellung nicht4 ,aber weit weniger als zu der gegenwrtigen ,lage stimmt sie zu der ,verfassung des ,islam in den ersten vier ,jahrhunderten1 als dieser sich anschickte1 den ,besitz nicht nur der ueren ,gter der ,welt1 sondern auch der geistigen ,errungenschaften der ,menschheit zu ergreifen4 ,,iii4 ,,die ,,pythagoreische ,,philosophie4 #a4 ,die ,naturphilosophie4 #a4 ,euklid und ,ptolemus1 ,hippokrat und ,galen1 einiges von ,aristoteles1 dazu ein umfangreiches neupythagoreisches und neuplatonisches ,schrifttum1 damit sind die ,elemente der arabischen ,naturphilosophie bezeichnet4 ,es ist eine ,popularphilosophie1 die1 besonders durch die ,sabier von ,harran vermittelt1 bei ,schiiten und anderen ,sekten ,aufnahme fand1 und die in der ,folge nicht nur hfische ,kreise1 sondern auch eine ganze ,masse von ,gebildeten und ,halbgebildeten ergriff4 ,einzelheiten aus den ,schriften des ,logikers ,aristoteles wurden aufgenommen1 aus der ,meteorologie1 aus der ihm zugeschriebenen ,schrift ber die ,welt1 aus dem ,buch der ,tiere1 der ,psychologie u4 s4 w41 aber der ,geist des ,ganzen ist von ,pythagoras-,platon1 von ,stoikern und von spten ,astrologen und ,alchemisten bestimmt4 ,menschliche ,neugierde und frommer ,sinn1 die ,gottes ,geheimnisse aus seinen ,geschpfen herauslesen mchten1 gehen dabei ber das praktische ,bedrfnis1 das etwas ,rechenkunst fr die ,verteilung der ,erbschaft und fr den ,handel1 auch etwas ,astronomie fr die ,zeitbestimmung gottesdienstlicher ,verrichtungen brauchte1 weit hinaus4 ,von berall her holt man sich seine ,weisheit herbei4 ,es bekundet sich darin eine ,gesinnung1 die von ,masudi richtig formuliert wurde3 es sei das ,gute anzuerkennen1 ob es sich beim ,feinde oder beim ,freunde finde4 ,sollte doch ,ali1 der ,frst der ,glubigen1 gesagt haben3 ,die ,weltweisheit ist das verirrte ,schaf des ,glubigen1 nimm es wieder auf1 wenn auch von den ,unglubigen4 #b4 ,der ,patron mathematischer ,studien im ,islam ist ,pythagoras4 ,zwar wird ,griechisches und ,indisches gemischt1 aber ,alles unter neupythagoreische ,gesichtspunkte gestellt4 ,ohne das ,studium der mathematischen ,disziplinen3 ,arithmetik und ,geometrie1 ,astronomie und ,musik1 wird ,keiner1 so heit es1 zum ,philosophen oder gebildeten ,arzt4 ,die ,zahlenlehre1 hher geschtzt als die ,messkunde1 weil sie weniger zur ,anschauung spricht und den ,geist dem ,wesen der ,dinge nher bringen soll1 gibt zu den ausschweifendsten ,spielereien ,veranlassung4 ,gott ist selbstverstndlich die groe ,eins1 von der ,alles ausgeht1 selbst keine ,zahl1 sondern ,ursache der ,zahl4 ,vor allem aber wird die ,vierzahl1 die ,zahl der ,elemente u4 s4 w41 von den ,naturphilosophen bevorzugt4 ,bald kann man ber nichts im ,himmel und auf ,erden mehr reden und schreiben1 es sei denn in viergliedrigen ,stzen und viergeteilten ,abhandlungen4 ,von der ,mathematik kam man schnell und leicht zur ,astronomie und ,astrologie hinber4 ,die altorientalische ,praxis1 die man vorfand1 wurde schon von den ,hofastrologen der ,omajjaden1 eingehender aber am abbasidischen ,hofe weitergefhrt4 ,man gelangte dabei zu ,spekulationen1 die dem ,offenbarungsglauben zuwiderliefen und deshalb von den ,htern der ,religion niemals gebilligt werden konnten4 ,fr den ,glubigen bestand nur der ,gegensatz3 ,gott und ,welt1 oder dieses ,leben und das zuknftige4 ,fr den ,astrologen aber gab es zwei ,welten1 eine himmlische und eine irdische1 und ,gott und das ,jenseits lagen in weiter ,ferne4 ,je nachdem nun das ,verhltnis zwischen den ,himmelskrpern und den ,dingen unter dem ,monde vorgestellt wurde1 bildete sich eine verstndige ,astronomie oder eine phantastische ,astrologie heraus4 ,ganz frei vom astrologischen ,wahne waren nur wenige4 ,solange nmlich das ptolemische ,system die ,wissenschaft beherrschte1 war es einem gnzlich ,ungebildeten leichter1 den ,unsinn zu verspotten1 als es dem gelehrten ,forscher war1 ihn zu berwinden4 ,war ihm doch diese ,erde mit ihren ,lebewesen ein ,erzeugnis himmlischer ,krfte1 ein ,abglanz himmlischen ,lichtes1 ein ,nachklang der ewigen ,sphrenharmonie4 ,wer nun den ,sternen- und ,sphrengeistern ,vorstellung und ,willen zuschrieb1 lie sie die ,stelle der gttlichen ,vorsehung vertreten1 fhrte auf ihre ,thtigkeit also ,gutes und ,bses zurck und suchte aus dem ,stande ihrer ,krper1 mittelst derer sie nach dauernden ,gesetzen auf das ,irdische wirken1 die zuknftigen ,ereignisse zu erkunden4 ,andere freilich bezweifelten diese ,vorsehung zweiter ,ordnung1 sei es aus ,erfahrungs- und ,vernunftgrnden1 sei es aus dem peripatetischen ,glauben1 dass die seligen himmlischen ,wesen reine denkende ,geister seien1 ber ,vorstellung und ,willen1 somit ber alle sinnliche ,besonderheit erhaben1 sodass ihre frsorgliche ,wirkung nur das ,wohl des ,ganzen bezwecke1 niemals aber auf die ,einzelpersnlichkeit oder das ,einzelgeschehen sich beziehen knne4 #c4 ,auf dem ,gebiete der ,naturwissenschaften haben muslimische ,gelehrte ein reiches ,material zusammengebracht1 zu einer wirklich wissenschaftlichen ,behandlung ist es aber kaum irgendwo gekommen4 ,in den einzelnen ,naturwissenschaften1 deren ,ausbildung hier nicht verfolgt werden kann1 hielt man sich an berlieferten ,systemen4 ,um die ,weisheit ,gottes und die ,wirkungen der ,natur1 die als eine ,kraft oder eine ,emanation der ,weltseele gefasst wurde1 zu ergrnden1 wurden alchemistische ,versuche angestellt1 die ,zauberkrfte der ,talismane geprft1 die ,einflsse der ,musik auf ,tier- und ,menschenseele erforscht1 physiognomische ,beobachtungen gemacht1 die ,wunder des ,schlaf- und ,traumlebens1 der ,wahrsagerei und ,prophetie zu deuten versucht u4 s4 w4 ,im ,mittelpunkt des ,interesses stand natrlich der ,mensch als ,mikrokosmos1 der smtliche ,elemente und ,krfte des ,alls in sich vereinigen soll4 ,als das ,wesentliche am ,menschen galt die ,seele4 ,ihr ,verhltnis zur ,weltseele und ihr zuknftiges ,los waren ,gegenstnde der ,forschung4 ,aber auch ber die ,vermgen der ,seele und deren ,lokalisierung in ,herz und ,hirn wurde viel spekuliert4 ,einige hielten sich an ,galen1 andere gingen ber ihn hinaus und lieen den fnf ueren ,sinnen fnf innere entsprechen1 eine ,lehre1 die1 nebst hnlichen ,naturgeheimnissen1 auf ,apollonius von ,tyane zurckgefhrt wurde4 ,es versteht sich1 dass bei dem ,studium der mathematischen und naturwissenschaftlichen ,disziplinen die verschiedensten ,verhaltungsweisen gegenber den ,religionslehren mglich waren4 ,doch wurden die propdeutischen ,wissenschaften1 sobald sie selbstndig auftraten1 dem ,glauben immer gefhrlich4 ,mit der ,astronomie verband sich leicht die ,annahme von der ,weltewigkeit1 von einer ungeschaffenen ,materie1 von ,ewigkeit her bewegt4 ,und wenn die ,himmelsbewegung ewig1 dann wohl auch der irdische ,wechsel4 ,ewig sind1 so wird von manchem gelehrt1 alle ,reiche der ,natur1 ewig ist auch das ,menschengeschlecht und dreht sich im ,kreise herum4 ,nichts ,neues gibt es auf der ,welt1 wie alles ,andere wiederholen sich ,ansichten und ,begriffe der ,menschen4 ,was nur mglicherweise gethan1 behauptet1 gewusst werden kann1 ist schon dagewesen und wird einmal wieder da sein4 ,darber lie sich nun trefflich reden und klagen1 ohne dass die ,wissenschaft viel dadurch gefrdert wurde4 #d4 ,etwas ntzlicher schien die ,wissenschaft der ,medizin zu sein1 die aus naheliegenden ,grnden von den hohen ,herren begnstigt wurde4 ,nicht am wenigsten ihretwegen beauftragten die ,chalifen so viele ,mnner mit dem bersetzen griechischer ,werke4 ,kein ,wunder also1 dass der ,einfluss mathematisch-naturwissenschaftlicher ,lehren1 sowie der ,logik1 auch in die ,medizin eindrang4 ,der alte ,mediziner war geneigt1 sich mit hergebrachten ,zauberformeln und anderen von der ,erfahrung erprobten ,mitteln zu begngen4 ,aber die moderne ,gesellschaft des neunten ,jahrhunderts forderte vom ,arzte philosophisches ,wissen4 ,er sollte die ,naturen der ,nahrungs-1 ,genuss- und ,heilmittel1 die ,mischungen des ,krpers und in jedem ,falle die ,einwirkungen der ,gestirne kennen4 ,der ,arzt war der ,bruder des ,astrologen1 dessen ,wissen ihm imponierte1 weil es einen erhabeneren ,gegenstand hatte als die medizinische ,praxis4 ,er sollte beim ,alchemisten in die ,schule gehen und nach mathematisch-logischen ,methoden seine ,kunst ausben4 ,es gengte den ,bildungsfanatikern des neunten ,jahrhunderts nicht1 dass der ,mensch nach dem ,qijas1 d4 h4 logisch richtig zu sprechen1 zu glauben und sich zu benehmen hatte1 er musste sich auerdem nach dem ,qijas kurieren lassen4 ,wie ber die ,grundlagen der ,glaubens- und ,pflichtenlehre1 wurde1 am ,hofe ,wathik's 7#hdb-hdg71 ber die ,prinzipien der ,medizin in gelehrten ,sitzungen disputiert4 ,es fragte sich nmlich1 mit ,anlehnung an eine galenische ,schrift1 ob die ,medizin auf berlieferung1 ,erfahrung oder ,vernunfterkenntnis beruhe1 oder aber ob sie durch logische ,deduktion 7,qijas7 auf mathematisch-naturwissenschaftliche ,stze sich sttze4 #e4 ,die hier flchtig skizzierte ,naturphilosophie galt den meisten ,gelehrten des neunten ,jahrhunderts als ,philosophie schlechthin1 im ,gegensatz zu der theologischen ,dialektik1 und wurde als pythagoreisch bezeichnet4 ,auch in das zehnte ,jahrhundert ging sie hinber und ihr bedeutendster ,vertreter wurde der berhmte ,arzt ,razi 7gest4 #ibc oder #icb74 ,dieser war in ,rai geboren und mathematisch gebildet und hatte dann mit groem ,fleie ,medizin und ,naturphilosophie studiert4 ,der ,dialektik war er abhold1 er kannte die ,logik nur bis zu den kategorischen ,figuren der ersten ,analytik4 ,nachdem er als ,direktor des ,krankenhauses seiner ,vaterstadt und in ,bagdad thtig gewesen war1 ging er auf ,reisen und hielt sich an verschiedenen ,frstenhfen auf1 u4 a4 bei dem ,samaniden ,mansur ibn ,ishaq1 dem er ein medizinisches ,werk widmete4 ,vom rztlichen ,berufe und dem dazu erforderlichen ,studium hat ,razi eine hohe ,meinung4 ,die tausendjhrige ,weisheit der ,bcher schtzt er mehr als die ,erfahrungen des ,einzelnen in einem kurzen ,leben1 zieht aber diese den nicht erfahrungsmig erprobten ,folgerungen der ,logiker vor4 ,das ,verhltnis zwischen ,leib und ,seele denkt er sich von der ,seele bestimmt4 ,es sollen also die ,zustnde und ,leiden der ,seele aus der ,physiognomie sich erkennen lassen1 der ,mediziner soll zugleich ,seelenarzt sein4 ,er verfasste darum auch eine geistige ,medizin1 eine ,art ,ditetik der ,seele4 ,um die ,vorschriften des muslimischen ,gesetzes1 das ,weinverbot u4 s4 w41 kmmerte er sich dabei nicht4 ,sein ,libertinismus scheint ihn aber zum ,pessimismus gefhrt zu haben4 ,er fand nmlich mehr bel als ,gutes in der ,welt und bezeichnete die ,lust als ,abwesenheit von ,unlust4 ,wie hoch ,razi den ,aristoteles und ,galen schtzte1 um ein tieferes ,verstndnis ihrer ,werke hat er sich doch nicht sonderlich bemht4 ,eifrig betrieb er die ,alchemie1 seiner ,ansicht nach eine in der ,existenz einer ,urmaterie begrndete wirkliche ,kunst1 die den ,philosophen unerlsslich sei1 glaubte auch1 sie wre von ,pythagoras1 ,demokrit1 ,platon1 ,aristoteles und ,galen ausgebt worden4 ,entgegen der peripatetischen ,lehre nahm er an1 der ,krper habe das ,prinzip der ,bewegung in sich selbst1 was allerdings ein fruchtbarer ,gedanke in der ,naturwissenschaft htte werden knnen1 wenn er anerkannt und weiter ausgebildet worden wre4 ,razis ,metaphysik geht aus von alten ,lehren1 die seine ,zeitgenossen dem ,anaxagoras1 ,empedokles1 ,mani u4 ,a4 zuschrieben4 ,an der ,spitze seines ,systems stehen fnf gleichewige ,prinzipien1 der ,schpfer1 die ,universalseele1 die erste oder ,urmaterie1 der absolute ,raum und die absolute ,zeit oder ewige ,dauer4 ,damit sind die notwendigen ,bedingungen der wirklich existierenden ,welt gegeben4 ,die einzelnen ,sinneswahrnehmungen setzen berhaupt eine ,materie voraus1 wie die ,zusammenfassung verschiedener wahrgenommener ,gegenstnde einen ,raum4 ,die wahrgenommenen ,vernderungen zwingen uns ferner zur ,annahme einer ,zeit4 ,die ,existenz lebendiger ,wesen fhrt uns auf eine ,seele1 und dass einige von diesen lebendigen ,wesen mit ,vernunft begabt sind1 d4 h4 befhigt1 die ,knste zur hchsten ,vollkommenheit zu bringen1 dies ntigt uns an einen weisen ,schpfer zu glauben1 dessen ,vernunft alles aufs beste angeordnet hat4 ,trotz der ,ewigkeit seiner fnf ,prinzipien spricht ,razi also von einem ,schpfer und gibt auch eine ,schpfungsgeschichte4 ,zuerst nmlich wurde ein einfaches1 reines1 geistiges ,licht erschaffen1 die ,materie der ,seelen1 welche lichtartige1 einfache1 geistige ,substanzen sind4 ,jene ,lichtmaterie oder die ,oberwelt1 aus der die ,seelen herkamen1 heit auch ,vernunft oder ,licht vom ,lichte ,gottes4 ,dem ,lichte folgt der ,schatten1 aus dem1 zum ,dienste der vernnftigen ,seele1 die animalische ,seele geschaffen wird4 ,zugleich aber mit dem einfachen1 geistigen ,lichte war schon anfangs ein zusammengesetztes da1 das ist der ,krper1 aus dessen ,schatten nun die vier ,naturen1 ,wrme und ,klte1 ,trockenheit und ,feuchtigkeit1 hervorgehen4 ,aus diesen vier ,naturen werden zuletzt smtliche himmlische und irdische ,krper gebildet4 ,aber das ,alles geschieht von ,ewigkeit her1 ohne zeitlichen ,anfang1 denn ,gott war nie ohne ,thtigkeit4 ,dass ,razi ,astrolog war1 versteht sich nach dem ,gesagten von selbst4 ,die ,himmelskrper bestehen ja nach ihm aus denselben ,elementen wie die irdischen ,dinge und diese sind den ,einwirkungen jener fortwhrend ausgesetzt4 #f4 ,razi hatte sich nach zwei ,seiten hin polemisch zu verhalten4 ,er bekmpfte einerseits die muslimische ,einheit ,gottes1 die keine ewige ,seele1 ,materie1 ,raum und ,zeit neben sich duldet1 andererseits aber wendete er sich gegen das dahritische ,system1 das keinen ,weltschpfer anerkennt4 ,dieses ,system1 das von muslimischen ,schriftstellern fter1 mit dem gehrigen ,abscheu natrlich1 erwhnt wird1 scheint1 wenn auch zahlreiche1 doch keine bedeutende ,vertreter gefunden zu haben4 ,die ,anhnger des ,dahr 7s4 ,i1 #b #b7 werden als ,materialisten1 ,sensualisten1 ,atheisten1 ,anhnger der ,seelenwanderung u4 s4 w4 uns vorgefhrt1 aber ,genaueres ber ihre ,lehren erfahren wir nicht4 ,die ,dahriten hatten jedenfalls nicht das ,bedrfnis1 alles ,seiende auf ein ,prinzip zurckzufhren1 das geistigen ,wesens und schaffenden ,wirkens war4 ,und eines solchen ,prinzipes bedurfte die muslimische ,philosophie1 sollte sie sich mit der ,glaubenslehre auch nur einigermaen vertragen4 ,dazu eignete sich die ,naturphilosophie nicht1 weil diese mehr ,interesse zeigte fr die mannigfachen und oft gegenstzlichen ,wirkungen der ,natur als fr den ,einen ,urgrund des ,alls4 ,besser aber erfllte diesen ,zweck der neuplatonische ,aristotelismus1 dessen logisch-metaphysische ,spekulation darauf ausging1 alles ,seiende auf ein hchstes ,sein zurckzufhren oder alle ,dinge aus einem obersten ,wirkungsprinzip abzuleiten4 ,doch bevor wir uns dieser ,richtung des ,denkens1 die schon im neunten ,jahrhundert sich zu zeigen anfing1 zuwenden1 haben wir noch ber einen ,versuch zu berichten1 die ,naturphilosophie mit den ,lehren des ,glaubens zu einer ,religionsphilosophie zu verschmelzen4 #b4 ,die treuen ,brder von ,basra4 #a4 ,im ,orient1 wo jede ,religion einen ,staat im ,staate bildete1 trat eine politische ,partei1 schon damit sie berhaupt ,anhnger gewinne1 immer zugleich als religise ,sekte auf4 ,prinzipiell kannte nun der ,islam keinen ,unterschied zwischen den ,menschen1 keine ,kasten oder ,stnde4 ,aber ,besitz und ,bildung haben berall dieselbe ,wirkung4 ,und in ihrem ,gefolge fing man an1 ,grade der ,frmmigkeit und ,stufen der ,erkenntnis aufzustellen1 danach ,gemeinde oder ,partei sich einteilen liee4 ,so entstanden geheime ,gesellschaften mit verschiedenen ,graden1 deren hchster oder nchsthchster eine ,geheimlehre besa1 die der neupythagoreischen ,naturphilosophie manches entlehnte4 ,zu ihrem ,zwecke1 ,eroberung politischer ,macht1 war jedes ,mittel erlaubt4 ,fr die ,eingeweihten wurde der ,koran allegorisch ausgelegt4 ,zwar fhrte man diese geheime ,weisheit auf ,propheten mit biblischen und koranischen ,namen zurck1 es steckten aber heidnische ,philosophen dahinter4 ,die ,philosophie wurde ganz zu einer politischen ,mythologie umgebildet4 ,die hohen ,geister und ,seelen1 die theoretische ,denker in ,gestirnen und ,planeten erkannten1 verkrperten sich fr die ,realpolitik in menschliche ,wesen1 denen zur ,grndung eines irdischen ,reiches der ,gerechtigkeit behlflich zu sein1 als religise ,pflicht verkndigt ward4 ,man kann die ,gesellschaften1 die solches betrieben1 am besten mit ,vereinen vergleichen1 wie sie bis auf den ,saint-,simonismus und verwandte ,erscheinungen dieses ,jahrhunderts1 in ,lndern1 wo die ,geistesfreiheit beschrnkt ist1 aufzutreten pflegen4 ,urheber einer solchen ,bewegung war1 in der zweiten ,hlfte des neunten ,jahrhunderts1 das ,haupt der ,karmatenpartei1 ,abdallah ibn ,maimun4 ,er war ein persischer ,augenarzt1 in der ,schule der ,naturphilosophen gebildet4 ,glubige und ,freidenker wusste er in einen ,bund zusammenzuschlieen1 um den ,versuch zu machen1 die abbasidische ,regierung zu strzen4 ,dem ,einen war er ein ,gaukler1 dem ,andern ein frommer ,asket oder ein gelehrter ,philosoph4 ,seine ,farbe war wei1 weil seine ,religion die des reinen ,lichtes1 zu dem die ,seele nach ihren irdischen ,wanderungen aufsteigen sollte4 ,verachtung des ,krpers1 ,geringschtzung der materiellen1 allen ,bundesbrdern gemeinsamen ,gter wurde gepredigt1 sowie ,hingebung an den ,bund1 ,treue und ,gehorsam bis in den ,tod gegen seine ,oberen4 ,denn der ,bund stufte sich in ,graden ab4 ,nach der ,stufenfolge des ,seins1 ,gott1 ,vernunft1 ,seele1 ,raum und ,zeit1 stellte man sich die ,offenbarung ,gottes in der ,geschichte und in der ,verfassung seines ,bundes vor4 #b4 ,die ,hauptsttten der karmatischen ,wirksamkeit waren ,basra und ,kufa4 ,nun aber finden wir in der zweiten ,hlfte des zehnten ,jahrhunderts in ,basra eine kleine ,gesellschaft von ,mnnern1 deren ,bund vier ,grade haben soll4 ,inwiefern es den ,brdern gelungen ist1 die ideelle ,gliederung ihres ,bundes zu verwirklichen1 wissen wir freilich nicht4 ,dem ersten ,grade gehren die jungen ,mnner von #ae bis #cj ,jahren an1 deren ,seelen in natrlicher ,weise ausgebildet werden4 ,als ,schler haben sie sich ganz ihren ,lehrern zu fgen4 ,der zweite ,grad 7#cj-dj ,jahre7 wird in die ,weltweisheit eingefhrt und bekommt eine analoge ,erkenntnis der ,dinge4 ,im dritten ,grade 7#dj-ej ,jahre7 wird das gttliche ,weltgesetz in adquater ,form erkannt1 es ist das die ,stufe der ,propheten4 ,im hchsten ,grade endlich1 wenn man ber #ej ,jahre hinaus ist1 erlebt man1 wie die seligen ,engel1 die wahre ,wirklichkeit der ,dinge4 ,man ist da ber ,natur1 ,lehre und ,gesetz erhaben4 ,aus diesem ,brderbunde ist uns eine stufenmig fortschreitende ,encyklopdie der damaligen ,wissenschaften erhalten4 ,sie besteht aus #ea 7ursprnglich vielleicht #ej7 ,abhandlungen1 die inhaltlich verschiedener ,art und ,herkunft sind1 sodass es den ,redaktoren oder ,compilatoren nicht gelungen ist1 eine durchgngige bereinstimmung herzustellen4 ,im allgemeinen aber findet sich in dieser ,encyklopdie ein eklektischer ,gnostizismus auf naturphilosophischer ,grundlage mit politischem ,hintergrunde4 ,mit mathematischen ,betrachtungen1 voll ,zahlen- und ,buchstabenspiel hebt die ,darstellung an1 durch ,logik und ,physik1 aber ,alles auf die ,seele und ihre ,krfte beziehend1 schreitet sie fort1 um endlich in mystisch-zauberischer ,weise sich der ,erkenntnis der ,gottheit zu nhern4 ,das ,ganze stellt sich als die ,lehre einer verfolgten ,sekte dar1 ab und zu blickt das ,politische hindurch4 ,wir sehen noch etwas von ,leiden und ,kampf1 von ,bedrckungen1 denen die ,mnner dieser ,encyklopdie oder ihre ,vorgnger ausgesetzt waren1 von ,hoffnung1 die sie hegen1 von ,duldung1 die sie predigen4 ,sie suchen in dieser spiritualistischen ,philosophie ,trost oder ,erlsung1 sie ist ihre ,religion4 ,treu bis zum ,tode1 heit es1 sollen die ,brder sein1 denn fr der ,freunde ,wohl in den ,tod zu gehen1 das ist der wahre heilige ,krieg4 ,auf der ,pilgerfahrt des ,lebens durch diese ,welt1 so wird die verpflichtete ,reise nach ,mekka allegorisiert1 soll ,einer dem ,andern mit allen ,mitteln beistehen4 ,die ,reichen sollen von ihren materiellen1 die ,weisen von ihren geistigen ,gtern den ,anderen mitteilen4 ,doch ist das ,wissen1 wie wir es in der ,encyklopdie haben1 wohl hauptschlich den ,eingeweihten der hchsten ,grade vorbehalten worden4 ,es scheint nun allerdings dieser ,bund der treuen ,brder von ,basra1 wie vielleicht eine ,zweigniederlassung in ,bagdad1 ein stilles ,dasein gefhrt zu haben4 ,die ,brder mgen sich zu den ,karmaten etwa verhalten haben wie die ruhigeren ,taufgesinnten zu den revolutionren ,wiedertufern des ,knigs von ,sion4 ,als ,mitglieder des ,bundes und ,verfasser der ,encyklopdie werden uns von ,spteren genannt3 ,abu ,sulaiman ,mohammed ibn ,muschir al-,busti1 genannt al-,muqaddasi1 ,abu-l-,hasan ,ali ibn ,harun al-,zandschani1 ,mohammed ibn ,achmed al-,nahradschuri1 al-,aufi und ,zaid ibn ,rifaa4 ,zur ,zeit ihres ,wirkens hatte das ,chalifat seine weltliche ,macht schon ganz dem schiitischen ,bujidenhause 7#ide7 abtreten mssen4 ,wahrscheinlich begnstigte dieser ,umstand das ,hervortreten mit einer ,encyklopdie1 in der schiitische und mutazilitische ,lehren mit den ,ergebnissen der ,philosophie zu einem populren ,system zusammengefasst waren4 #c4 ,die ,brder bekennen sich selbst zum ,eklektizismus4 ,sie wollen die ,weisheit aller ,vlker und ,religionen sammeln4 ,noah und ,abraham1 ,sokrates und ,platon1 ,zoroaster und ,jesus1 ,mohammed und ,ali sind ihre ,propheten4 ,sokrates1 ,jesus und seine ,apostel1 sowie die ,aliden1 werden als heilige ,mrtyrer ihres ,vernunftglaubens verehrt4 ,das ,religionsgesetz in seinem buchstblichen ,sinne heit gut fr den gemeinen ,mann1 eine ,medizin fr schwache und kranke ,seelen2 fr starke ,geister aber ist die tiefere philosophische ,einsicht4 ,der ,krper wird dem ,tode geweiht1 ,sterben bedeutet ,auferstehen zum reinen ,leben des ,geistes1 fr diejenigen nmlich1 die schon whrend ihres ,erdendaseins durch philosophische ,betrachtungen aus sorglosem ,schlummer und thrichtem ,schlaf erwacht sind4 ,mit endlosen ,wiederholungen1 durch ,legenden und ,sagen sptgriechischer1 jdisch-christlicher1 persischer oder indischer ,herkunft1 wird dieses eingeschrft4 ,alles ,vergngliche wird dabei zum ,gleichnis4 ,auf den ,trmmern der positiven ,religion und der naiven ,ansicht baut sich eine spiritualistische ,philosophie auf1 alles ,wissen und ,streben der ,menschheit1 sofern es in den ,gesichtskreis der ,brder getreten ist1 umfassend4 ,der ,zweck ihres ,philosophierens heit das ,gotthnlichwerden der ,seele1 soweit es ,menschen mglich ist4 ,in der ,darstellung treten1 aus begreiflichen ,grnden1 die negativen ,tendenzen der ,brder etwas zurck4 ,am rcksichtslosesten aber tritt ihre ,kritik der menschlichen ,gesellschaft und der positiven ,religionen hervor in dem ,buche vom ,tier und ,mensch1 wo die ,einkleidung es ihnen ermglicht1 die ,tiere sagen zu lassen1 was aus menschlichem ,munde zu hren1 bedenklich werden knnte4 #d4 ,der eklektische ,charakter und die in den ,unterteilen wenig systematische ,art der ,darstellung erschwert es1 die ,philosophie der ,brder einheitlich zu entwickeln4 ,doch sollen hier die wichtigsten ,stze1 wenn auch mitunter in loser ,verknpfung1 zusammengereiht werden4 ,die ,geistesthtigkeit des ,menschen zerfllt1 nach der ,encyklopdie1 in ,kunst und ,wissenschaft4 ,wissen nun ist die ,form des ,gewussten in der wissenden ,seele oder eine hhere1 feinere1 geistigere ,existenzweise des im ,stoffe ,wirklichen4 ,kunst dagegen ist das ,hervorgehenlassen der ,form aus der ,knstlerseele in die ,materie hinein4 ,das ,wissen ist potentiell in der ,seele des ,schlers vorhanden1 wird aber erst aktuell durch die belehrende ,thtigkeit eines ,meisters1 der das ,wissen als ein ,wirkliches in sich trgt4 ,woher aber hat es der erste ,meister8 ,nach den ,philosophen1 so antworten die ,brder1 hat er es sich durch eigenes ,nachdenken erworben1 nach den ,theologen durch prophetische ,erleuchtung erhalten1 nach unserer ,meinung aber gibt es verschiedene ,wege oder ,vermittelungen1 zum ,wissen zu gelangen4 ,aus der ,mittelstellung der ,seele zwischen ,krper- und ,geisteswelt ergeben sich schon drei ,wege oder ,quellen der ,erkenntnis4 ,die ,seele erkennt nmlich das1 was unter ihr steht1 durch die ,sinne1 das1 was ber ihr ist1 durch logische ,folgerung1 und endlich sich selbst durch vernnftige ,betrachtung oder unmittelbare ,anschauung4 ,von diesen ,arten ist die ,selbsterkenntnis die gewisseste und vorzglichste4 ,das menschliche ,wissen erweist sich1 wenn es darber hinauszugehen versucht1 vielfach beschrnkt4 ber ,fragen1 wie ,weltentstehung und ,weltewigkeit1 soll man deshalb nicht gleich philosophieren1 sondern sich zunchst an dem ,einfacheren versuchen4 ,und nur durch ,weltentsagung und gerechten ,wandel erhebt die ,seele sich allmhlich zur reinen ,erkenntnis des ,hchsten4 #e4 ,nach der weltlichen ,bildung in ,sprachwissenschaft1 ,poesie und ,geschichte und nach der religisen ,erziehung und ,glaubenslehre1 soll das philosophische ,studium mit den mathematischen ,disziplinen anfangen4 ,alles wird hier neupythagoreisch-indisch dargestellt4 ,nicht nur die ,zahlen1 auch die ,buchstaben werden zu kindischen ,spielereien benutzt4 ,es kam da den ,brdern besonders zu statten1 dass das arabische ,alphabet #bh #d #g ,buchstaben zhlt4 ,statt nach sachlichen ,gesichtspunkten zu verfahren1 wird durch alle ,wissenschaften hindurch nach sprachlichen ,analogien und ,zahlenverhltnissen phantasiert4 ,die ,arithmetik untersucht nicht die ,zahl als solche1 sondern deren ,bedeutsamkeit4 ,es wird nicht fr die ,erscheinungen ein zahlenmiger ,ausdruck gesucht1 sondern nach dem ,system der ,zahlen werden die ,dinge gedeutet4 ,die ,zahlenlehre ist gttliche ,weisheit1 die ber den ,dingen ist1 denn die ,dinge sind erst den ,zahlen nachgebildet4 ,das absolute ,prinzip alles ,seienden und ,gedachten ist die ,eins4 ,daher steht die ,wissenschaft der ,zahl am ,anfang1 in der ,mitte und am ,ende aller ,philosophie4 ,die ,geometrie mit ihren anschaulichen ,figuren dient nur dazu1 ,anfngern das ,verstndnis zu erleichtern1 wahre1 reine ,wissenschaft aber ist allein die ,arithmetik4 ,doch wird auch die ,geometrie eingeteilt in eine sinnliche1 die ,linien1 ,flchen und ,krper zum ,gegenstande hat1 und eine reine oder geistige1 die von den ,dimensionen oder ,eigenschaften der ,dinge1 ,lnge1 ,breite und ,tiefe1 handelt4 ,der ,zweck sowohl der ,arithmetik als der ,geometrie ist1 die ,seele vom ,sinnlichen auf das ,geistige hinzufhren4 ,zuerst fhren sie uns dann zur ,betrachtung der ,gestirne4 ,in der ,astrologie bietet nun die ,encyklopdie1 wie nicht anders zu erwarten ist1 hchst phantastische1 zum ,teil sich widersprechende ,lehren4 ,durch das ,ganze geht die berzeugung hindurch1 dass die ,gestirne nicht blo ,zuknftiges vorhersagen1 sondern dass sie alles ,geschehen unter dem ,monde direkt beeinflussen oder bewirken4 ,sowohl ,glck als ,unglck kommt von ihnen her4 ,jupiter1 ,venus und die ,sonne fhren ,glck1 ,saturn1 ,mars und der ,mond dagegen ,unglck herbei1 und die ,wirkungen des ,merkur sind aus ,gutem und ,bsem gemischt4 ,merkur ist der ,herr der ,bildung und der ,wissenschaft2 ihm verdanken wir unsere ,erkenntnis1 die ,gutes und ,bses umfasst4 ,so hat denn auch jeder andere ,planet seinen eigenen ,wirkungskreis1 und der ,mensch empfindet in seinem ,leben1 wenn er nicht vorzeitig weggerafft wird1 nach und nach die ,einflsse smtlicher ,himmelskrper4 ,der ,mond lsst seinen ,krper wachsen und ,merkur bildet seinen ,geist aus4 ,dann beherrscht ihn ,venus4 ,die ,sonne gibt ihm ,familie1 ,reichtum oder ,herrschaft1 ,mars ,tapferkeit und ,edelsinn4 ,darauf bereitet er sich1 unter ,jupiters ,fhrung1 durch religise bungen zur ,reise ins ,jenseits vor und gelangt unter dem ,einflusse ,saturns zur ,ruhe4 ,viele ,menschen aber leben nicht lange genug oder sind nicht in der ,lage1 ihre natrlichen ,anlagen in ungestrter ,folge zu entwickeln4 ,darum schickt ,gott ihnen gndig seine ,propheten1 nach deren ,lehre man sich auch in kurzer ,frist und unter ungnstigen ,verhltnissen vollstndig ausbilden kann4 #f4 ,nach der ,encyklopdie ist der ,mathematik die ,logik verwandt4 ,wie nmlich die ,mathematik vom ,sinnlichen zum ,geistigen hinfhrt1 so nimmt auch die ,logik eine ,mittelstellung zwischen ,physik und ,metaphysik ein4 ,die ,physik hat es mit den ,krpern1 die ,metaphysik mit den reinen ,geistern zu thun1 die ,logik aber behandelt die ,begriffe dieser sowie die ,vorstellungen jener in unserer ,seele4 ,doch steht die ,logik der ,mathematik an ,umfang und ,bedeutung nach4 ,denn das ,mathematische wird nicht nur als ein ,mittleres1 sondern auch als das ,wesen des ,alls gefasst4 ,hingegen bleibt die ,logik ganz auf die seelischen ,gebilde als ein ,mittleres zwischen ,krper und ,geist beschrnkt4 ,die ,dinge richten sich nach den ,zahlen1 unsere ,vorstellungen und ,begriffe aber nach den ,dingen4 ,die logischen ,betrachtungen der ,brder knpfen sich an ,porphyrs ,einleitung und die ,kategorien1 die ,hermeneutik und die ,analytiken des ,aristoteles4 ,eigentmliches bieten sie nicht oder sehr wenig4 ,zu den fnf ,worten des ,porphyr wird als sechstes das ,individuum hinzugefgt1 wohl der ,symmetrie wegen4 ,drei davon1 ,gattung1 ,art1 ,individuum1 heien dann objektive1 und drei1 ,differenz1 ,proprium1 ,accidens1 begriffliche ,bestimmungen4 ,die ,kategorien sind ,gattungsbegriffe1 von denen der erste die ,substanz1 die neun anderen deren ,accidenzen bezeichnen4 ,durch ,einteilung in ,arten wird ferner das ganze ,system der ,begriffe entwickelt4 ,auer der ,einteilung aber gibt es noch drei logische ,methoden3 ,analyse1 ,definition und ,deduktion4 ,die ,analyse ist die ,methode fr ,anfnger1 weil sie das ,individuelle erkennen lsst4 ,subtiler aber1 das ,geistige uns erschlieend1 sind die ,definition1 welche die ,arten1 und die ,deduktion1 welche die ,gattungen in ihrem ,wesen ergrndet4 ber das ,dasein der ,dinge belehren uns die ,sinne1 der ,dinge ,wesenheit aber wird durch ,nachdenken erkannt4 ,was die ,sinne uns zu erkennen geben1 ist wenig1 wie die ,buchstaben des ,alphabets2 bedeutender schon1 wie die ,worte1 sind die ,prinzipien der ,vernunfterkenntnis2 das ,wichtigste aber sind die aus jenen ,prinzipien abgeleiteten ,stze1 die der menschliche ,geist sich selbst erwirbt oder aneignet1 im ,unterschiede von demjenigen ,wissen1 das ihm die ,natur oder die gttliche ,offenbarung erteilt hat4 #g4 ,von ,gott1 dem hchsten ,sein1 der ber alle ,unterschiede und ,gegenstze1 auch des ,krperlichen und ,geistigen1 erhaben ist1 wird die ganze ,welt auf dem ,wege der ,emanation abgeleitet4 ,wenn mitunter von einer ,schpfung die ,rede ist1 so ist das als eine ,anbequemung an den theologischen ,sprachgebrauch aufzufassen4 ,folgendermaen stellt sich nun die ,stufenreihe der emanierten ,wesen dar3 #a4 der schaffende ,geist 7nous1 aql72 #b4 der leidende ,geist oder die ,allseele2 #c4 die erste ,materie2 #d4 die wirkende ,natur1 eine ,kraft der ,weltseele2 #e4 der absolute ,krper1 auch zweite ,materie genannt2 #f4 die ,sphrenwelt2 #g4 die ,elemente der sublunarischen ,welt2 #h4 die aus diesen ,elementen zusammengesetzten ,mineralien1 ,pflanzen und ,tiere4 ,das sind also acht ,wesen1 die zusammen mit ,gott1 der absoluten ,eins1 die in und mit jedem ,dinge ist1 die ,reihe der den neun ,grundzahlen entsprechenden ,urwesen vollenden4 ,geist1 ,seele1 ,urmaterie und ,natur sind einfach1 mit dem ,krper aber betreten wir das ,gebiet des ,zusammengesetzten4 ,alles ist hier entweder ,materie oder ,form1 ,substanz oder ,accidens4 ,die ersten ,substanzen sind ,materie und ,form1 die ersten ,accidenzen oder ,eigenschaften ,raum1 ,bewegung und ,zeit1 denen man wohl im ,sinne der ,brder den ,ton und das ,licht hinzufgen knnte4 ,die ,materie ist eins1 alle ,vielheit und ,verschiedenheit rhrt von den ,formen her4 ,die ,substanz wird auch als die konstituierende1 materielle1 das ,accidens als die vollendende1 geistige ,form bezeichnet4 ,klar spricht die ,encyklopdie sich nicht aus4 ,jedenfalls aber wird die ,substantialitt mehr im ,allgemeinen als im ,besonderen gesucht und die ,form der ,materie vorgezogen4 ,wie ein ,gespenst schreckt die substantielle ,form von jedem ,eingehen auf das ,materielle ab4 ,wie ,herren nach ihrer ,willkr wandern die ,formen durch die niedere ,welt der ,materie4 ,von einer inneren ,beziehung zwischen ,materie und ,form ist keine ,spur zu entdecken4 ,nicht nur gedanklich1 sondern auch real lassen sie sich trennen4 ,hieraus lsst sich schon ein ,begriff von der ,naturgeschichte der ,brder bilden4 ,man hat sie als ,darwinisten des zehnten ,jahrhunderts hingestellt4 ,nichts ist weniger richtig4 ,zwar ergeben die verschiedenen ,reiche der ,natur1 nach der ,encyklopdie1 eine aufsteigende und zusammenhngende ,reihe4 ,aber nicht nach der ,krperbildung wird das ,verhltnis bestimmt1 sondern nach der inneren ,form oder der ,seelensubstanz4 ,in mystischer ,weise wandert die ,form vom ,niederen zum ,hheren und umgekehrt1 nicht nach inneren ,bildungsgesetzen oder durch ,anpassung an das uere modifiziert1 sondern nach den ,einwirkungen der ,gestirne und1 wenigstens beim ,menschen1 nach praktischem und theoretischem ,verhalten4 ,eine ,entwicklungsgeschichte in modernem ,sinne zu geben1 lag den ,brdern ganz fern4 ,ausdrcklich betonen sie z4 ,b41 ,pferd und ,elephant seien menschenhnlicher als der ,affe1 obgleich beim letzteren die krperliche bereinkunft grer4 ,aber der ,krper ist ja etwas ganz ,nebenschliches in ihrem ,system1 der ,tod des ,krpers heit die ,geburt der ,seele4 ,nur die ,seele ist ein wirkendes ,wesen1 das sich den ,krper schafft4 #h4 ,die ,naturlehre der ,brder geht demnach fast vollstndig in ,psychologie auf4 ,beschrnken wir uns hier auf die menschliche ,seele4 ,sie steht in der ,mitte des ,alls4 ,wie die ,welt ein groer ,mensch1 ist der ,mensch eine kleine ,welt4 ,die menschliche ,seele ist von der ,weltseele emaniert1 und die ,seelen smtlicher ,individuen bilden zusammen eine ,substanz1 die man den absoluten ,menschen oder den ,geist der ,menschheit nennen knnte4 ,jede ,einzelseele aber steckt in der ,materie und muss sich allmhlich zum ,geiste hinbilden4 ,dazu hat sie viele ,vermgen oder ,krfte4 ,von diesen sind die theoretischen ,vermgen die vorzglichsten1 denn in der ,erkenntnis besteht das ,leben der ,seele4 ,die ,seele des ,kindes ist zunchst wie ein weies ,blatt4 ,was die fnf ,sinne ihr zufhren1 wird1 vorn1 mitten und hinten im ,gehirne1 erstens vorgestellt1 zweitens beurteilt und drittens aufbewahrt4 ,durch das ,vermgen der ,sprache und die ,schreibkunst1 womit die entsprechende ,fnfzahl innerer ,sinne erreicht ist1 wird dann der ,vorstellungsinhalt verwirklicht4 ,unter den ueren ,sinnen geht das ,gehr dem ,gesichte voran1 denn dieses bezieht sich1 ein ,sklave des ,augenblickes1 auf das sinnlich ,gegenwrtige1 dagegen das ,gehr auch ,vergangenes erfasst und die ,harmonie der tnenden ,sphren empfindet4 ,gehr und ,gesicht bilden zusammen die ,gruppe geistiger ,sinne1 deren ,wirkung zeitlos von statten gehen soll4 ,whrend nun der ,mensch die ueren ,sinne mit den ,tieren gemein hat1 so bekundet sich in der ,urteilskraft1 in der ,sprache und im ,handeln die spezifisch menschliche ,vernunft4 ,diese urteilt ber gut und bse1 nach welchem ,urteile der ,wille sich entscheidet4 ,besonders aber ist die ,bedeutung der ,sprache fr das ,erkenntnisleben der ,seele hervorzuheben4 ,ein ,begriff1 der nicht durch irgend einen ,ausdruck in irgend einer ,sprache bezeichnet werden kann1 ist eben kein denkbarer ,begriff4 ,das ,wort ist der ,krper des ,gedankens1 der rein fr sich nicht bestehen kann4 ,wie aber diese ,auffassung vom ,verhltnis zwischen ,begriff und ,ausdruck zu sonstigen ,meinungen der ,brder stimmen soll1 ist nicht einzusehen4 #i4 ,auf ihrer hchsten ,stufe wird die ,lehre der ,brder ,religionsphilosophie4 ,eine ,vershnung zwischen ,wissenschaft und ,leben1 ,philosophie und ,glauben ist ihre ,absicht4 ,da sind nun die ,menschen sehr verschieden4 ,der gewhnliche ,mensch braucht einen sinnlichen ,gottesdienst4 ,aber wie die ,seele des gemeinen ,mannes ,tier- und ,pflanzenseele unter sich hat1 so stehen ber ihr die ,seele des ,philosophen und des ,propheten1 dem sich der reine ,engel anschliet4 ,auf den hheren ,stufen erhebt sich die ,seele auch ber die niedere ,volksreligion1 deren sinnliche ,vorstellungen und ,gebruche4 ,als die vollkommenere religise ,offenbarung erschien den ,brdern wohl das ,christentum1 auch der zoroastrische ,glaube4 ,unser ,prophet ,mohammed1 sagen sie1 wurde an ein ungebildetes ,volk von ,wstenbewohnern geschickt1 die weder von der ,schnheit dieser ,welt noch von dem geistigen ,charakter der jenseitigen eine richtige ,vorstellung besaen4 ,die grobsinnlichen ,ausdrcke des ,korans1 dem ,verstndnis jenes ,volkes angepasst1 sollen von den hher ,gebildeten in spiritualistischem ,sinne verstanden werden4 ,aber auch die anderen ,volksreligionen haben die ,wahrheit nicht rein4 ber sie alle hinaus gibt es einen ,vernunftglauben1 fr den die ,brder sogar eine metaphysische ,ableitung versuchen4 ,zwischen ,gott und sein erstes ,geschpf1 den schaffenden ,geist1 wird als ,hypostase das gttliche ,weltgesetz 7nms7 eingeschoben4 ,es ist das die ber ,alles sich erstreckende weise ,anordnung eines barmherzigen ,schpfers1 der ,niemandem ,bses will4 ,den ,glauben an einen zornigen ,gott1 an ,hllenstrafen und dergleichen erklren die ,brder fr widervernnftig4 ,ein solcher ,glaube thut der ,seele weh4 ,die unwissende1 sndige ,seele findet schon in diesem ,leben1 in ihrem eigenen ,leibe die ,hlle4 ,auferstehung dagegen heit die ,trennung der ,seele von ihrem ,krper4 ,und die groe ,auferstehung am jngsten ,tage ist die ,trennung der ,allseele von der ,welt1 ihre ,rckkehr zu ,gott4 ,das ,ziel smtlicher ,religionen ist ja die ,hinwendung zu ,gott4 #aj4 ,die ,ethik der ,brder hat einen asketisch-spiritualistischen ,charakter1 obgleich sich auch hier der ,eklektizismus zeigt4 ,gut handelt nach ihr der ,mensch1 wenn er der richtigen ,natur folgt1 lobenswert ist die freie ,that der ,seele1 vortrefflich sind die aus vernnftiger berlegung hervorgegangenen ,handlungen1 und einer ,belohnung1 d4 h4 der ,erhebung zur himmlischen ,sphrenwelt wert ist endlich die ,befolgung des gttlichen ,weltgesetzes4 ,dazu bedarf es der ,sehnsucht nach oben4 ,die hchste ,tugend ist deshalb die ,liebe1 die nach ,vereinigung mit ,gott1 dem ersten ,geliebten1 hinstrebt1 die sich aber auch in diesem ,leben als religise ,duldung und ,schonung aller ,geschpfe bethtigt4 ,ihr ,gewinn im ,diesseits ist ,seelenruhe1 ,herzensfreiheit1 ,frieden mit der ganzen ,welt1 und im ,jenseits das ,aufsteigen zum ewigen ,lichte4 ,nach alledem braucht es uns nicht zu wundern1 dass dem ,leibe viel ,schlechtes nachgesagt wird4 ,unser wahres ,wesen heit die ,seele1 unseres ,daseins hchster ,zweck soll es sein1 mit ,sokrates dem ,geiste1 mit ,christus dem ,gesetz der ,liebe zu leben4 ,dennoch ist der ,leib zu schonen und zu pflegen1 damit die ,seele ,zeit habe1 sich vollkommen zu entwickeln4 ,in diesem ,sinne wird von den ,brdern ein menschliches ,bildungsideal aufgestellt1 dessen ,zge den ,charakteren verschiedener ,vlker entlehnt sind4 ,der ideale1 sittlich vollkommene ,mensch soll nmlich ostpersischer ,abstammung sein1 arabisch seinem ,glauben nach1 von iraqischer 7babylonischer7 ,bildung1 erfahren wie ein ,hebrer1 ein ,christusjnger in seinem ,wandel1 fromm wie ein syrischer ,mnch1 ein ,grieche in den ,einzelwissenschaften1 ein ,inder in der ,deutung aller ,geheimnisse1 endlich aber und zuhchst ein ,sufi in seinem ganzen ,geistesleben4 #aa4 ,der ,versuch einer ,vershnung1 die auf diese ,weise zwischen ,wissen und ,glauben sollte hergestellt werden1 hat nach keiner ,seite befriedigt4 ,auf die allegorische ,koraninterpretation der ,brder blickten die theologischen ,dialektiker herab1 wie heutzutage unsere ,gottesgelehrten auf die neutestamentliche ,exegese des ,grafen ,tolstoi4 ,und die reineren ,aristoteliker betrachteten die pythagoreisch-platonische ,richtung der ,encyklopdie wie ein heutiger ,philosophieprofessor ,spiritismus1 ,occultismus und derartige ,erscheinungen anzusehen pflegt4 ,aber in der breiten ,masse der gebildeten oder halbgebildeten ,welt haben die ,schriften oder doch die ,ansichten der treuen ,brder von ,basra eine bedeutende ,wirkung erzielt1 von der die vielen1 meist jungen ,handschriften der umfangreichen ,encyklopdie beredtes ,zeugnis ablegen4 ,bei vielen ,sekten innerhalb der islamischen ,welt1 ,batiniten1 ,ismaeliten1 ,assasinen1 ,drusen1 oder wie sie sonst heien mgen1 finden wir der ,hauptsache nach dieselben ,lehren wieder4 ,vorzugsweise in dieser ,form hat sich griechische ,weisheit im ,osten acclimatisieren knnen1 whrend die aristotelische ,schulphilosophie fast nur im ,treibhause frstlicher ,gnner gedeihen wollte4 ,der groe ,kirchenvater ,gazali that die ,weisheit der ,brder gar leicht als ,popularphilosophie ab1 scheute sich aber nicht1 von ihnen das ,gute herberzunehmen4 ,er verdankt ihrem ,gedankenkreise mehr1 als er wohl selbst eingestehen mochte4 ,auch von anderen1 besonders in encyklopdischen ,werken1 sind ihre ,abhandlungen ausgenutzt worden4 ,die ,wirkung der ,encyklopdie dauert noch fort im muslimischen ,osten4 ,vergebens hat man sie1 zusammen mit den ,schriften ,ibn ,sina's1 im ,jahre #aaej zu ,bagdad verbrannt4 ,,iv4 ,,die ,,neuplatonischen ,,aristoteliker ,,des ,,ostens4 #a4 ,kindi4 #ad #a4 ,kindi steht in mannigfachen ,beziehungen zu den mutazilitischen ,dialektikern und den neupythagoreischen ,naturphilosophen seiner ,zeit und wir htten ihn also schon vor ,razi 7s4 ,,iii1 #a #e7 unter den letzteren behandeln knnen4 ,doch hat ihn die ,tradition einstimmig als den ersten ,peripatetiker im ,islam hingestellt4 ,mit welchem ,rechte1 wird sich1 soweit es aus den wenigen mangelhaft erhaltenen ,schriften dieses ,philosophen mglich ist1 im folgenden ergeben4 ,abu ,jaqub ibn ,ishaq al-,kindi 7d4 h4 aus dem ,stamme ,kinda7 war arabischer ,abstammung1 und wurde deshalb1 im ,unterschiede von seinen vielen nichtarabischen ,genossen1 die sich mit ,weltweisheit abgaben1 der arabische ,philosoph genannt4 ,er fhrte seinen ,stammbaum auf die alten ,kinda-,frsten zurck4 ,ob er dazu das ,recht besa1 lassen wir dahingestellt bleiben4 ,jedenfalls hatte der sdarabische ,kindastamm es in der ueren ,kultur weiter gebracht als andere ,stmme4 ,viele ,kinditen hatten sich auch schon frh in ,iraq 7,babylonien7 angesiedelt1 wo dann unser ,philosoph in ,kufa1 davon sein ,vater ,statthalter war1 geboren wurde1 vermutlich am ,anfange des neunten ,jahrhunderts4 ,seine ,erziehung erhielt er wahrscheinlich teilweise in ,basra1 ferner in ,bagdad1 also in den ,mittelpunkten der damaligen ,bildung4 ,hier lernte er persische ,kultur und griechisches ,wissen hher schtzen als alte ,arabertugend und muslimischen ,glauben4 ,er behauptete sogar1 wohl nach anderen1 ,kachtan1 der ,stammvater der ,sdaraber1 sei ein ,bruder ,jaunan's gewesen1 von dem die ,griechen herstammen4 ,so etwas konnte man sagen in ,bagdad1 am abbasidischen ,hofe1 wo man keine ,nationalitt kannte und die alten ,griechen bewunderte4 ,wie lange und in welcher ,stellung ,kindi am ,hofe weilte1 ist nicht bekannt4 ,er wird als bersetzer griechischer ,werke ins ,arabische genannt und soll die ,arbeiten anderer verbessert haben1 u4 a4 die sogenannte ,theologie des ,aristoteles4 ,zahlreiche ,diener und ,schler1 deren ,namen uns berliefert sind1 waren vermutlich unter seiner ,aufsicht damit beschftigt4 ,ferner mag er dem ,hofe als ,astrologe oder ,arzt1 vielleicht auch bei der ,finanzverwaltung1 ,dienste geleistet haben4 ,spter aber wurde er entfernt1 als er von der orthodoxen ,restauration unter ,mutawakkil 7#hdg-hfa7 mit betroffen ward1 und seine ,bibliothek eine ,zeit lang konfisziert4 ,in ,bezug auf seinen ,charakter sagt ihm die berlieferung nach1 er sei geizig gewesen1 was brigens viele andere ,schngeister und ,bcherliebhaber sollen gewesen sein4 ,ebensowenig wie ,kindi's ,geburts-1 ist sein ,todesjahr bekannt4 ,er scheint also in ,ungnaden oder doch in untergeordneter ,stellung gestorben zu sein4 ,dass ,masudi 7s4 ,,ii1 #d #d71 der ihn sehr schtzte1 ganz darber schweigt1 ist befremdend4 ,hchstwahrscheinlich lebte er noch nach dem ,jahre #hgj1 wie aus einer seiner astrologischen ,abhandlungen hervorgeht4 ,der ,ablauf einer kleinen ,weltperiode stand damals bevor1 und das wurde von den ,karmaten zur ,strzung des ,frstenhauses benutzt4 ,da war nun aber ,kindi reichsfreundlich genug1 den von einer ,konjunktion bedrohten ,bestand des ,staates um etwa #dej ,jahre zu verlngern4 ,sein frstlicher ,gnner konnte zufrieden sein und die ,geschichte hat sich bis auf ein halbes ,jahrhundert gefgt4 #b4 ,kindi war ein ,polyhistor1 er hatte die ganze gelehrte ,bildung seiner ,zeit in sich aufgenommen4 ,als ,geograph1 ,kulturhistoriker und ,mediziner mag er eigene ,beobachtungen angestellt und mitgeteilt haben1 ein schpferischer ,geist ist er keinesfalls gewesen4 ,seine theologischen ,ansichten zeigen mutazilitisches ,geprge4 ,er schrieb nmlich ber das menschliche ,vermgen zu handeln und die ,zeit seines ,entstehens1 ob vor oder zugleich mit der ,that4 ,ausdrcklich betonte er die ,gerechtigkeit und die ,einheit ,gottes4 ,gegen die damals als indisch oder brahmanisch bekannte ,theorie1 als einzige ,erkenntnisquelle reiche die ,vernunft aus1 verteidigte er die ,prophetie1 suchte diese aber mit der ,vernunft in ,einklang zu bringen4 ,seine ,kenntnis verschiedener ,religionssysteme forderte ihn zur ,vergleichung auf4 ,als allen gemeinsam fand er den ,glauben heraus1 dass die ,welt das ,werk einer ewigen einheitlichen ,ursache sei1 fr die unser ,wissen keine nhere ,bezeichnung besitze4 ,es sei aber die ,pflicht der ,einsichtigen1 diese ,ursache als gttlich anzuerkennen4 ,die ,gottheit selbst habe ihnen dazu den ,weg gezeigt1 auch ,gesandte geschickt zum ,zeugnis1 die den ,gehorsamen ewige ,glckseligkeit verheien1 den ,ungehorsamen aber entsprechende ,bestrafung androhen sollen4 #c4 ,kindi's eigentliche ,philosophie ist1 wie diejenige seiner ,zeitgenossen1 an erster ,stelle ,mathematik und ,naturphilosophie1 wobei dann ,neuplatonisches und ,neupythagoreisches ineinanderflieen4 ,es wird nach ihm keiner ,philosoph ohne das ,studium der ,mathematik4 ,phantastisches ,spiel mit ,zahlen und ,buchstaben findet sich fter in seinen ,schriften4 ,er wandte auch die ,mathematik auf die ,medizin an in der ,lehre von den zusammengesetzten ,heilmitteln4 ,er grndete nmlich die ,wirkung dieser ,mittel1 hnlich derjenigen der ,musik1 auf die geometrische ,proportion4 ,es handelt sich hier um die ,proportionalitt der sinnlichen ,qualitten3 warm1 kalt1 trocken und feucht4 ,soll ein ,heilmittel im ersten ,grade warm sein1 dann muss es das ,doppelte an ,wrme besitzen von der gleichmigen ,mischung1 im zweiten ,grade das ,vierfache u4 s4 w4 ,die ,entscheidung darber scheint ,kindi dem ,sinne1 besonders dem ,geschmacke anvertraut zu haben1 sodass wir bei ihm eine ,ahnung von der ,proportionalitt der ,sinnesempfindungen htten4 ,das war nun1 wenn berhaupt originell1 bei ihm wohl nichts anderes als eine mathematische ,spielerei4 ,cardan aber1 ein ,philosoph der ,renaissance1 hat ihn wegen dieser ,lehre noch zu den zwlf subtilsten ,geistern gerechnet4 #d4 ,die ,welt ist nach ,kindi1 wie oben schon gesagt1 ein ,werk ,gottes1 dessen ,wirken aber von oben nach unten vielfach vermittelt wird4 ,alles ,hhere wirkt auf das ,niedere ein1 nicht aber das ,verursachte auf seine ber ihm auf der ,stufe des ,seins stehende ,ursache4 ,in allem ,weltgeschehen ist nun eine durchgngige ,urschlichkeit1 die es uns ermglicht1 aus der ,erkenntnis der ,ursache1 der ,himmelskrper z4 ,b41 ,zuknftiges vorherzusagen4 ,auch haben wir an einem vollstndig erkannten ,einzelwesen einen ,spiegel1 darin der ganze ,zusammenhang der ,welt zu schauen4 ,dem ,geiste gehrt die hhere ,wirklichkeit und alle ,wirksamkeit an4 ,seinem ,wunsche gem hat sich die ,materie zu gestalten4 ,und zwischen dem gttlichen ,geiste und der materiellen ,krperwelt steht die ,seele in der ,mitte4 ,sie ist es1 die die ,sphrenwelt erst geschaffen hat4 ,von dieser ,weltseele ist die menschliche ,seele ein ,ausfluss4 ,ihrer ,natur nach1 d4 h4 in ihren ,wirkungen1 ist die letztere an die ,mischung ihres ,krpers gebunden1 aber ihrem geistigen ,wesen nach ist sie davon unabhngig1 treffen sie also auch nicht die ,einwirkungen der ,gestirne1 die sich auf das ,natrliche beschrnken4 ,unsere ,seele1 so fhrt ,kindi aus1 ist eine einfache1 unvergngliche ,substanz1 aus der ,welt der ,vernunft in die ,sinnenwelt herabgekommen1 aber mit ,erinnerung an ihren frheren ,zustand ausgestattet4 ,sie findet sich hier nicht heimisch1 denn sie hat viele ,bedrfnisse1 deren ,befriedigung ihr versagt bleibt1 und die deshalb von schmerzlichen ,gefhlen begleitet sind4 ,es ist eben nichts bestndig in dieser ,welt des ,entstehens und ,vergehens1 in der man dessen1 was man liebt1 jeden ,augenblick beraubt werden kann4 ,bestndigkeit gibt es nur in der ,welt der ,vernunft4 ,wenn wir also unsere ,wnsche erfllt sehen wollen und nicht dessen beraubt werden1 was uns teuer ist1 so mssen wir uns den ewigen ,gtern der ,vernunft zuwenden1 der ,furcht ,gottes1 der ,wissenschaft und den guten ,werken4 ,wenn wir aber nur den materiellen ,gtern nachgehen und glauben1 sie uns erhalten zu knnen1 so streben wir etwas nach1 das in ,wirklichkeit nicht existiert4 #e4 ,dieser ethisch-metaphysischen ,dualitt des ,sinnlichen und ,geistigen entspricht die ,lehre ,kindi's vom ,wissen4 ,unsere ,erkenntnis ist danach entweder sinnliche oder ,vernunfterkenntnis2 was dazwischen1 die ,phantasie oder die ,vorstellungskraft1 heit mittleres ,vermgen4 ,die ,sinne erfassen nun das ,einzelne oder die materielle ,form1 die ,vernunft aber das ,allgemeine1 ,arten und ,gattungen1 oder die geistige ,form4 ,und wie das ,wahrgenommene mit der ,sinneswahrnehmung eins ist1 so ist es auch das von der ,vernunft ,erfasste mit der ,vernunft selbst4 ,zum ersten ,male taucht hier nun die ,lehre von der ,vernunft oder vom ,geiste 7nous1 aql7 in einer ,gestalt auf1 wie sie1 nur etwas modifiziert1 bei den spteren muslimischen ,philosophen einen groen ,platz einnimmt4 ,sie ist charakteristisch fr den ganzen ,verlauf der ,philosophie im ,islam4 ,wie im ,universalienstreite des christlichen ,mittelalters sich doch auch ein objectiv-wissenschaftliches ,interesse kundgibt1 so zeigt sich in den philosophischen ,errterungen der ,muslime ber den denkenden ,geist vor allem das subjektive ,bedrfnis intellektueller ,bildung4 ,kindi unterscheidet einen vierfachen ,geist #ae3 erstens den ,geist1 der immer wirklich ist1 die ,ursache und das ,wesen alles ,geistigen in der ,welt1 also wohl ,gott oder der erste geschaffene ,geist2 zweitens den ,geist als vernnftige ,anlage oder ,potenz der menschlichen ,seele2 drittens als ,habitus oder wirklichen ,besitz der ,seele1 dessen sie sich jeden ,augenblick bedienen kann1 wie z4 ,b4 der ,schreiber seiner ,kunst2 endlich viertens als ,thtigkeit1 wodurch das1 was die ,seele als ein ,wirkliches in sich hat1 in die uere ,wirklichkeit bergefhrt wird4 ,letztere ,thtigkeit scheint1 nach ,kindi1 die eigene ,that des ,menschen zu sein1 whrend er die berfhrung der ,potenz zum ,habitus oder die ,verwirklichung des ,mglichen von der ersten ,ursache1 dem ewigwirklichen ,geiste herleitet4 ,den wirklichen ,geist haben wir also von oben erhalten und es heit der dritte aql deshalb aql mustafad1 lat4 intellectus adeptus sive adquisitus4 ,die ,grundanschauung des ,altertums1 alles ,wissen um die ,dinge msse von auen an uns herankommen1 geht in dieser ,form1 in der ,lehre vom aql mustafad oder dem ,geiste1 den wir von oben bekommen1 durch die arabische ,philosophie und dann in die christliche hinein4 ,leider ist die ,lehre in ,bezug auf diese ,philosophie selbst nahezu richtig4 ,der thtige ,geist1 der sie geschaffen1 ist in ,wirklichkeit der neuplatonische ,aristoteles4 ,das ,hchste1 was er besitzt1 hat der ,mensch ja immer seinem ,gotte oder den ,gttern zugeschrieben4 ,muslimische ,theologen schrieben der gttlichen ,wirksamkeit unmittelbar die sittlichen ,handlungen des ,menschen zu4 ,nach den ,philosophen aber ist das ,wissen mehr als die ,that4 ,diese1 auf die niedere1 sinnliche ,welt sich richtend1 mag des ,menschen ,eigentum sein2 sein hchstes ,wissen aber1 die reine ,vernunft1 kommt von oben her1 vom gttlichen ,wesen4 ,es ist klar1 dass die ,lehre vom ,geiste1 wie sie bei ,kindi vorliegt1 auf die ,nus-,lehre des ,alexander von ,aphrodisias im zweiten ,buche ber die ,seele zurckgeht4 ,aber ,alexander behauptete ausdrcklich1 nach ,aristoteles gebe es einen dreifachen ,nus4 ,kindi sagt dagegen1 er stelle die ,meinung des ,platon und ,aristoteles dar4 ,neupythagoreisches und ,neuplatonisches verknpfen sich hier4 ,in allem muss die ,vierzahl nachgewiesen werden1 und ,platon und ,aristoteles sollen bereinstimmen4 #f4 ,ziehen wir die ,summe4 ,kindi ist mutazilitischer ,theolog und neuplatonischer ,philosoph mit neupythagoreischen ,zuthaten4 ,sokrates1 der ,mrtyrer des athenischen ,heidentumes1 ist sein ,ideal1 ber ihn1 sein ,schicksal und seine ,lehre hat er mehrere ,schriften verfasst4 ,platon und ,aristoteles sucht er in neuplatonischer ,weise zu vereinigen4 ,trotzdem nennt ihn die berlieferung den ersten1 der in seinen ,schriften dem ,aristoteles folgte4 ,nicht ganz ohne ,grund frwahr4 ,in seinem langen ,schriftenverzeichnisse nimmt ,aristoteles einen hervorragenden ,platz ein4 ,er begngte sich nicht mit bloem bersetzen1 sondern studierte die bersetzten ,werke1 versuchte es auch sie zu verbessern und zu erlutern4 ,die aristotelische ,physik1 mit der ,erklrung des ,alexander von ,aphrodisias1 hat jedenfalls bedeutend auf ihn gewirkt4 ,behauptungen1 wie dass die ,welt nicht der ,wirklichkeit1 sondern nur der ,potenz nach unendlich sei1 dass die ,bewegung stetig und dergleichen mehr deuten darauf hin4 ,die damaligen ,naturphilosophen1 wie noch die treuen ,brder1 sagten z4 ,b41 die ,bewegung sei ebensowenig stetig wie die ,zahl4 ,ferner aber wandte ,kindi sich entschieden von der wunderschtigen ,zeitphilosophie ab1 indem er die ,alchemie fr ,schwindel erklrte4 ,er hielt es fr menschenunmglich1 was die ,natur allein hervorzubringen im ,stande ist4 ,wer sich denn auch mit alchemistischen ,versuchen abgebe1 betrge1 seiner ,meinung nach1 sich selbst oder andere4 ,diese ,ansicht ,kindi's hat der berhmte ,mediziner ,razi zu widerlegen versucht4 #g4 ,sowohl als ,lehrer wie als ,schriftsteller hat ,kindi hauptschlich durch seine ,mathematik1 ,astrologie1 ,geographie und ,medizin gewirkt4 ,sein treuester und gewiss bedeutendster ,schler war ,achmed ibn ,mohammed al-,tajjib al-,sarachsi 7gest4 #hii71 ,verwaltungsbeamter und ,freund des ,chalifen ,mutadid1 dessen ,nachlssigkeit oder ,willkr er zum ,opfer fiel4 ,er befasste sich mit ,geheimwissenschaft und ,astrologie1 bemhte sich1 aus den ,wundern der ,schpfung die ,weisheit und ,macht des ,schpfers zu erkennen1 und trieb ,geographie und ,geschichte4 ,bekannter ist ein anderer ,schler ,kindi's geworden1 ,abu ,maschar 7gest4 #hhe71 der aber seinen ,ruhm ganz der ,astrologie zu verdanken hat4 ,dieser soll von einem fanatischen ,gegner der ,philosophie1 durch ein oberflchliches ,studium der ,mathematik zur ,beschftigung mit der ,astrologie gereizt1 als er schon #dg ,jahre alt war1 ein ,verehrer ,kindi's geworden sein4 ,ob nun das ,dichtung oder ,wahrheit1 auf jeden ,fall ist ein solcher ,bildungsgang charakteristisch fr das neugierige ,haschen nach halbverstandenem ,wissen1 das den ersten ,jahrhunderten der arabischen ,wissenschaft eigentmlich ist4 ,die ,schule ,kindi's ist in keiner ,weise ber den ,meister hinausgegangen4 ,von ihrer litterarischen ,thtigkeit ist uns fast nur in einzelnen ,zitaten etwas erhalten4 ,mglich wre es allerdings1 dass in den ,abhandlungen der treuen ,brder sich einiges gerettet htte4 ,doch lsst sich dies beim jetzigen ,stande der ,wissenschaft nicht bestimmen4 #b4 ,farabi4 #a4 ,im zehnten ,jahrhundert werden von den ,naturphilosophen die ,logiker oder ,metaphysiker unterschieden4 ,diese befolgen eine strengere ,methode als die ,dialektiker und behandeln andere ,gegenstnde als die ,physiker4 ,von ,pythagoras haben sie sich losgesagt1 um sich der ,fhrung des ,aristoteles1 freilich in neuplatonischer ,gestalt1 anzuvertrauen4 ,wir haben es da mit zwei ,richtungen wissenschaftlichen ,interesses zu thun4 ,die ,naturphilosophen interessieren sich mehr oder weniger fr die ,flle konkreter ,erscheinungen der ,natur1 wie der ,lnder- und ,vlkerkunde4 ,sie untersuchen berall die ,wirkungen der ,dinge1 glauben auch das ,wesen nur in der ,wirkung zu erkennen4 ,wenn sie zwar ber ,natur1 ,seele und ,geist zum gttlichen ,wesen hinaufsteigen1 so bestimmen sie dieses doch nur oder vorzugsweise als erste ,ursache1 als weisen ,schpfer1 dessen ,gte und ,weisheit aus seinen ,werken hervorgehe4 ,ganz anders verhalten sich die ,logiker4 ,das ,einzelgeschehen hat fr sie untergeordneten ,wert1 nicht weiter1 als es aus dem ,allgemeinen ableitbar sich erweist4 ,gehen die ,physiker von den ,wirkungen aus1 die ,logiker wollen aus ihren ,grnden die ,dinge begreifen4 ,sie fragen berall nach dem ,begriff oder dem ,wesen der ,dinge1 bis zum ,hchsten4 ,gott1 um mit einem ,beispiele den ,gegensatz greifbar hinzustellen1 ist ihnen nicht zunchst der weise ,schpfer1 sondern das notwendig-existierende ,wesen4 ,die ,logiker folgen zeitlich den ,physikern nach1 wie denn auch von der mutazilitischen ,dialektik 7s4 ,,ii1 #c #d und #e7 zuerst ,gottes ,wirken1 darauf sein ,wesen in den ,kreis der ,betrachtung gezogen wurde4 ,als den bedeutendsten ,vertreter der naturphilosophischen ,richtung haben wir ,razi kennen gelernt4 ,die logisch-metaphysischen ,bestrebungen1 denen ,kindi u4 a4 vorgearbeitet1 erreichen ihren ,hhepunkt in ,razi's jngerem ,zeitgenossen ,abu ,nasr ,mohammed ibn ,mohammed ibn ,tarchan ibn ,uzlag al-,farabi4 #b4 ber den ueren ,lebens- und ,bildungsgang ,farabis ist wenig ,sicheres zu sagen4 ,er war ein stiller ,mann1 der im ,schatten der ,macht1 zuletzt als ,sufi gekleidet1 sich einem philosophisch-beschaulichen ,leben hingab4 ,sein ,vater soll persischer ,heerfhrer gewesen sein4 ,in ,wasidsch1 einem kleinen befestigten ,orte des ,bezirkes ,farab1 im ,trkenlande ,transoxanien1 wurde er geboren4 ,in ,bagdad erhielt er1 teilweise von einem christlichen ,lehrer1 ,johanna ibn ,hailan1 seine ,ausbildung4 ,diese umfasste sowohl ,litterarisches als ,mathematisches1 also ,trivium und ,quadrivium im ,sinne des christlichen ,mittelalters4 ,von seiner mathematischen ,bildung zeugen noch einige seiner ,schriften1 namentlich ber ,musik4 ,die ,legende lsst ihn alle ,sprachen der ,welt 7#gj7 reden4 ,aus seinen ,werken erhellt1 was schon a priori wahrscheinlich1 dass er ,trkisch und ,persisch verstand4 ,das ,arabisch schreibt er klar und nicht ohne ,reiz4 ,nur schadet die ,vorliebe fr ,synonymen und parallele ,satzglieder dann und wann der ,przision des philosophischen ,ausdruckes4 ,die ,philosophie1 in die ,farabi eingeweiht wurde1 stammte aus der ,schule von ,merw4 ,vielleicht hatte diese sich schon mehr metaphysischen ,fragen zugewandt als die naturphilosophische ,richtung der ,harranier und ,basrenser4 ,von ,bagdad1 wo er lange ,zeit gelebt und gewirkt1 siedelte ,farabi1 wohl infolge der politischen ,wirren1 nach ,haleb 7,aleppo7 an den glnzenden ,hof ,saif-addaula's ber4 ,nur soll er nicht am ,hofe1 sondern in ,naturzurckgezogenheit die letzten ,jahre verbracht haben4 ,auf einer ,reise starb er in ,damaskus1 ,dezember des ,jahres #iej1 wo ihm1 wie berichtet wird1 sein ,frst in sufischem ,gewande die ,leichenrede hielt4 ,er soll #hj ,jahre alt geworden sein4 ,dass er ein hohes ,alter erreicht hat1 ist wahrscheinlich4 ,sein ,zeit- und ,studiengenosse ,abu ,bischr ,matta starb #aj ,jahre frher und sein ,schler ,abu ,zakarija ,jachja ibn ,adi im ,jahre #igd1 #ha ,jahre alt4 #c4 ,die zeitliche ,reihenfolge der ,schriften ,farabis ist nicht festgestellt4 ,kleinere ,abhandlungen1 in denen er sich mit den ,dialektikern und ,naturphilosophen berhrt1 drften1 wenn sie berhaupt echt in der berlieferten ,gestalt1 populre oder ,jugendschriften sein4 ,seine ,entwicklung wendete sich dem aristotelischen ,schrifttum zu1 weshalb ihn der ,orient den zweiten ,lehrer1 d4 h4 den zweiten ,aristoteles nannte4 ,seit seiner ,zeit steht die ,zahl und ,folge der aristotelischen oder doch dem ,aristoteles zugeschriebenen ,werke1 die man nach seinem ,vorgange paraphrasierte und kommentierte1 im allgemeinen fest4 ,zuerst die acht logischen ,schriften1 ,kategorien1 ,hermeneutik1 erste und zweite ,analytik1 ,topik1 ,sophistik1 ,rhetorik und ,poetik1 denen die ,isagoge des ,porphyr voraufgeht4 ,dann folgen die acht ,schriften zur ,physik1 auscultatio physica1 de coelo et mundo1 de generatione et corruptione1 die ,meteorologie1 die ,psychologie1 de sensu et sensato1 das ,buch der ,pflanzen und das der ,tiere4 ,endlich schlieen sich an ,metaphysik1 ,ethik1 ,politik u4 a4 ,die sogenannte ,theologie des ,aristoteles hat ,farabi noch fr ein echtes ,werk gehalten4 ,in neuplatonischer ,weise und mit einiger ,accommodation an den muslimischen ,glauben sucht er die bereinstimmung zwischen ,platon und ,aristoteles nachzuweisen4 ,nicht sondernde ,kritik1 eine geschlossene ,weltanschauung ist ihm ,bedrfnis4 ,die ,befriedigung dieses mehr religisen als wissenschaftlichen ,bedrfnisses lsst ihn ber philosophische ,differenzen hinwegsehen4 ,platon und ,aristoteles sollen sich von einander nur unterscheiden durch ihre ,methode1 im sprachlichen ,ausdruck und in ihrem ,verhalten zum praktischen ,leben4 ,ihre ,weisheitslehre aber ist dieselbe4 ,sie sind die ,imame1 d4 h4 die hchsten ,autoritten in der ,philosophie1 und da sie ,beide selbstndige1 originelle ,geister gewesen1 gilt ihre bereinstimmende ,autoritt dem ,farabi mehr als der ,glaube der ganzen muslimischen ,gemeinde1 die mit blindem ,zutrauen ,einem ,fhrer folgt4 #d4 ,farabi wird den rzten zugezhlt1 doch scheint er die ,kunst nicht praktisch gebt zu haben4 ,er widmete sich der ,heilkunst der ,seele ganz4 ,seelenreinheit nannte er die ,bedingung und die ,frucht alles ,philosophierens1 ,wahrheitsliebe forderte er auch gegen ,aristoteles4 ,geometrie und ,logik sollen dann das ,urteil bilden fr das ,studium der ,natur- und ,geisteswissenschaften4 ,den einzelnen ,disziplinen aber schenkt ,farabi wenig ,beachtung1 er konzentriert sich auf ,logik1 ,metaphysik und die ,prinzipien der ,physik4 ,die ,philosophie ist ihm die ,wissenschaft alles ,seienden als solchen1 bei deren ,erwerb man der ,gottheit hnlich wird4 ,sie ist die eine1 allesumfassende ,wissenschaft1 die uns das einheitliche ,weltbild vorfhrt4 ,den ,dialektikern wirft ,farabi vor1 dass sie ungeprft die ,stze des gemeinen ,bewusstseins als ,grundlage fr ihre ,beweise benutzen1 den ,naturphilosophen1 dass sie sich immer nur mit den ,wirkungen der ,dinge befassen1 also nie ber die ,gegenstze des ,weltgeschehens hinaus zu einer einheitlichen ,auffassung des ,alls gelangen4 ,den ersteren gegenber will er das ,denken begrnden1 im ,gegensatze zu den letzteren den ,einen ,urgrund alles ,seienden erforschen4 ,wir werden folglich seiner historischen und dogmatischen ,stellung am besten gerecht1 wenn wir zuerst seine ,logik1 darauf die ,metaphysik und zuletzt seine ,physik und praktische ,philosophie zur ,darstellung bringen4 #e4 ,farabis ,logik ist keine reine ,analyse wissenschaftlichen ,denkens1 sondern enthlt auch viele sprachliche ,bemerkungen und erkenntnistheoretische ,errterungen4 ,wie die ,grammatik sich auf die ,sprache eines ,volkes beschrnkt1 so soll die ,logik dagegen den sprachlichen ,ausdruck der ,gesamtvernunft aller ,vlker heranziehen4 ,von den einfachsten ,elementen der ,sprache zu den zusammengesetzten hat sie fortzuschreiten1 vom ,wort zum ,satze1 zur ,rede4 ,nach der ,beziehung ihrer ,gegenstnde zur ,wirklichkeit zerfllt die ,logik in zwei ,teile3 der erste ,teil umfasst die ,lehre von den ,begriffen und ,definitionen 7tasawwur71 der zweite diejenige von den ,urteilen1 ,schlssen und ,beweisen 7tasdiq74 ,die ,begriffe1 mit denen die ,definitionen in ganz uerlicher ,weise zusammengestellt werden1 haben an sich keine ,beziehung zur ,wirklichkeit1 d4 h4 sie sind weder wahr noch falsch4 ,unter ,begriffen versteht ,farabi hier die einfachsten seelischen ,gebilde1 d4 h4 sowohl die aus sinnlicher ,wahrnehmung stammenden ,vorstellungen einzelner ,gegenstnde als die ursprnglichen dem ,geiste eingeprgten ,begriffe1 wie das ,notwendige1 das ,wirkliche1 das ,mgliche4 ,solche ,vorstellungen und ,begriffe sind unmittelbar gewiss4 ,man kann den ,sinn des ,menschen darauf hinlenken1 seine ,seele darauf aufmerksam machen1 sie ihm aber nicht vordemonstrieren1 nicht aus ,bekanntem ableitend sie erklren1 da sie an sich im hchsten ,grade klar sind4 ,aus der ,zusammensetzung von ,vorstellungen oder ,begriffen ergeben sich ,urteile1 die nun entweder wahr oder falsch sein knnen4 ,durch ,schluss und ,beweis geht die ,begrndung der ,urteile auf einige dem ,verstande ursprnglich gegebene1 unmittelbar einleuchtende1 nicht weiter begrndbare ,stze zurck4 ,solche ,stze1 die ,grundstze oder ,axiome aller ,wissenschaft1 soll es geben fr die ,mathematik1 die ,metaphysik und die ,ethik4 ,die ,lehre vom ,beweise1 wie von ,bekanntem1 ,begrndetem aus wir zur ,erkenntnis eines ,unbekannten gelangen1 ist nach ,farabi die eigentliche ,logik4 ,dazu bildet die ,kenntnis der ,hauptbegriffe 7,kategorien71 ihrer ,zusammensetzung im ,urteil 7,hermeneutik7 und im ,schlusse 7erste ,analytik7 nur die ,einleitung4 ,und in der ,beweislehre kommt es darauf an1 die ,normen zu ermitteln einer allgemeingltigen1 notwendigen ,wissenschaft1 was die ,philosophie sein soll4 ,als oberste ,norm gilt hier der ,satz des ,widerspruchs1 wodurch in einem einheitlichen ,denkakte die ,wahrheit oder ,notwendigkeit zugleich mit der ,unwahrheit oder ,unmglichkeit des ,gegenteiles erkannt wird4 ,dementsprechend soll die platonische ,dichotomie als wissenschaftliche ,methode der aristotelischen ,polytomie vorzuziehen sein4 ,ferner begngt ,farabi sich nicht mit der formalen ,seite der ,beweislehre4 ,diese soll mehr sein als eine ,methodologie1 die den richtigen ,weg zur ,wahrheit zeigt1 sie soll selbst ,wahrheit zeigen1 ,wissenschaft erzeugen4 ,sie betrachtet die ,urteile nicht blo als ,material fr die ,schlussform1 sondern untersucht auch ihren ,wahrheitsgehalt in ,beziehung auf die ,einzelwissenschaften4 ,nicht nur ,hilfsmittel ist sie1 sie ist vielmehr ein ,teil der ,philosophie4 ,die ,beweislehre geht1 wie wir sahen1 auf notwendiges ,wissen aus1 dem notwendigen ,sein entsprechend4 ,auer diesem aber ist das groe ,gebiet des ,mglichen da1 von dem wir nur ein wahrscheinliches ,wissen erhalten knnen4 ,die verschiedenen ,grade der ,wahrscheinlichkeit nun oder die ,art und ,weise1 in der wir zu einer ,wissenschaft des ,mglichen gelangen1 werden in der ,topik errtert4 ,daran schlieen sich ,sophistik1 ,rhetorik und ,poetik1 die sonst hauptschlich praktische ,ziele verfolgen4 ,zusammen aber mit der ,topik werden sie bei ,farabi zu einer ,dialektik des ,scheines4 ,nur auf den notwendigen ,stzen der zweiten ,analytik1 so fhrt er aus1 lsst sich wahre ,wissenschaft aufbauen1 aber von den topischen 7dialektischen7 bis zu den poetischen ,urteilen stuft sich das ,wahrscheinliche zum bloen ,scheine der ,wahrheit ab4 ,am tiefsten steht also die ,poesie1 die nach ,farabis ,ansicht ein lgnerisches und unsittliches ,gerede ist4 ,im ,anschluss an ,porphyrs ,isagoge hat unser ,philosoph sich auch ber die ,universalienfrage geuert4 ,das ,besondere findet er nicht nur in den ,dingen und in der sinnlichen ,wahrnehmung1 sondern auch im ,denken4 ,ebenso ist das ,allgemeine nicht blo1 accidentell1 in den ,einzeldingen1 sondern auch1 substantiell1 im ,geiste4 ,der menschliche ,geist abstrahiert das ,allgemeine von den ,dingen1 vor diesen war es aber schon an sich4 ,dem ,sinne nach findet somit der dreifache ,unterschied des ante rem1 in re1 post rem sich bereits bei ,farabi4 ,gehrt zu den ,universalien auch das bloe ,sein8 ,ist die ,existenz berhaupt ein ,prdikat8 ,diese ,frage1 die soviel ,unheil in der ,philosophie gestiftet1 wurde von ,farabi vllig richtig beantwortet4 ,die ,existenz ist nach ihm eine grammatische oder logische ,beziehung1 aber keine ,kategorie der ,wirklichkeit1 die etwas von den ,dingen aussagt4 ,die ,existenz eines ,dinges ist nichts auer dem wirklichen ,dinge selbst4 #f4 ,die logische ,richtung des ,denkens macht sich auch in der ,metaphysik geltend4 ,an ,stelle des ,vernderlichen und des ,ewigen treten die ,begriffe des ,mglichen und des ,notwendigen hervor4 ,alles ,seiende ist nmlich nach ,farabi entweder ein notwendiges oder ein mgliches2 ein ,drittes gibt es nicht4 ,da nun alles ,mgliche zu seiner ,verwirklichung eine ,ursache voraussetzt1 die ,reihe der ,ursachen aber nicht ins ,unendliche gehen kann1 so sehen wir uns gentigt1 ein notwendig ,seiendes anzunehmen1 das ursachlos1 hchst vollkommen1 ewig vollwirklich1 sich selbst gengend1 ohne jede ,vernderung1 als absoluter ,geist1 reine ,gte1 ,denken1 ,denkendes und ,gedachtes in einem ,wesen1 die alles bersteigende ,gte und ,schnheit seines ,wesens liebt4 ,dieses ,wesen kann nicht bewiesen werden1 denn es ist selbst der ,beweis und der ,urgrund aller ,dinge4 ,wahrheit und ,wirklichkeit fallen in diesem ,wesen zusammen4 ,in seinem ,begriffe liegt es1 dass es einzig ist1 denn wenn es zwei erste1 absolute ,wesen gbe1 mssten sie teils gleich1 teils von einander verschieden sein1 wodurch aber die ,einfachheit eines jeden aufgehoben wre4 ,ein allervollkommenstes ,wesen muss einzig sein4 ,dieses ,erste1 ,eine1 wahrhaft ,wirkliche nennen wir ,gott4 ,und da in ,ihm alles eins ist1 auch ohne ,artdifferenz1 so gibt es keine ,definition fr sein ,wesen4 ,doch legt ihm der ,mensch die schnsten1 die hchsten ,werte des ,lebens zum ,ausdruck bringenden ,namen bei1 weil im mystischen ,drange dazu die ,worte ihre gewhnliche ,bedeutung verlieren1 ber jeden ,widerspruch hinaus4 ,einige ,namen beziehen sich auf das ,wesen1 andere auf sein ,verhltnis zur ,welt1 ohne jedoch die ,einheit des ,wesens zu beeintrchtigen4 ,alle sind sie aber metaphorisch zu verstehen1 nur nach schwacher ,analogie vermgen wir sie aufzufassen4 ,eigentlich sollten wir von ,gott1 dem vollkommensten ,wesen1 auch den vollstndigsten ,begriff haben4 ,sind doch unsere mathematischen ,begriffe vollkommener als die physischen1 weil sie sich auf vollkommenere ,gegenstnde beziehen4 ,aber mit dem ,allervollkommensten ergeht es uns wie mit dem hellsten ,lichte3 wegen der ,schwche unserer ,augen knnen wir es nicht vertragen4 ,so haften auch an unserem ,erkennen die ,mngel der ,materie4 #g4 ,besser als an sich vermgen wir ,gott zu sehen in der ,stufenordnung der aus ihm hervorgehenden ,wesen4 ,von ,ihm1 dem ,einzigen1 ist das ,all1 denn sein ,wissen ist die hchste ,macht4 ,indem er sich selbst erkennt1 wird die ,welt4 ,nicht ein allmchtiger ,schpferwille1 sondern die ,erkenntnis des ,notwendigen ist die ,ursache aller ,dinge4 ,von ,ewigkeit her sind in ,gott die ,formen oder ,vorbilder der ,dinge und ewig geht auch aus ihm sein ,ebenbild hervor1 das zweite ,all genannt oder der erste geschaffene ,geist1 der die uerste ,himmelsphre bewegt4 ,diesem ,geiste folgen1 einer aus dem anderen1 die acht ,sphrengeister1 die alle einzig in ihrer ,art1 vollkommen und ,schpfer der ,himmelskrper sind4 ,diese neun ,geister1 himmlische ,engel genannt1 bilden zusammen die zweite ,stufe des ,seins4 ,auf der dritten ,stufe steht die in der ,menschheit thtige ,vernunft1 heit auch der heilige ,geist1 der ,himmel und ,erde verbindet2 auf der vierten ,stufe befindet sich die ,seele4 ,beide1 ,vernunft und ,seele1 bleiben nicht rein fr sich in ihrer ,einheit1 sondern vervielfltigen sich nach der ,vielheit menschlicher ,wesen4 ,als ,wesen fnfter und sechster ,ordnung erscheinen zuletzt ,form und ,materie1 mit denen die ,reihe geistigen ,seins abgeschlossen ist4 ,die drei ersten ,stufen1 ,gott1 ,sphrengeister und thtige ,vernunft1 bleiben ,geist an sich1 die drei folgenden aber1 ,seele1 ,form und ,materie1 obgleich unkrperlich1 gehen doch ein ,verhltnis zum ,krper ein4 ,entsprechend denen des ,geistigen hat auch das ,krperliche1 das der ,imagination des ,geistes entspringen soll1 sechs ,stufen3 ,himmelskrper1 ,menschenkrper1 ,tierkrper1 ,pflanzenkrper1 ,mineral und ,element4 ,wahrscheinlich zeigen sich in diesen ,spekulationen nach der ,dreizahl noch die ,einflsse der christlichen ,lehrer ,farabis4 ,fr sie bedeutete nmlich die ,dreizahl1 was den ,naturphilosophen die ,vierzahl war4 ,auch die ,terminologie stimmt dazu4 ,das ist aber nur uerlich2 der ,inhalt ist ,neuplatonismus4 ,als ein ewiger1 intellektueller ,prozess erscheint hier die ,schpfung oder ,emanation der ,welt4 ,indem der erste geschaffene ,geist seinen ,urheber denkt1 entsteht der zweite ,sphrengeist2 indem er1 sich selbst denkend1 sich substanziert1 geht aus ihm der erste ,krper1 die oberste ,himmelsphre1 hervor4 ,und so geht es weiter bis zu der niedersten ,sphre1 der des ,mondes1 in notwendiger ,folge4 ,ganz nach dem ptolemischen ,sphrensystem1 wie es jeder ,gebildete1 wenigstens aus ,dantes ,komdie1 kennt1 in neuplatonischer ,ableitung4 ,es bilden die ,sphren zusammen eine ununterbrochene ,ordnung1 denn alles ,seiende ist eine ,einheit4 ,schpfung und ,erhaltung der ,welt ist ein und dasselbe4 ,und nicht nur die ,einheit des gttlichen ,wesens bildet sich in der ,welt ab1 sondern in ihrer schnen ,ordnung drckt sich auch die gttliche ,gerechtigkeit aus4 ,die logische ,weltordnung ist zugleich eine sittliche4 #h4 ,die irdische ,welt unter dem ,monde ist natrlich ganz von der ,welt der ,himmelsphren abhngig4 ,doch trifft die ,einwirkung von oben erstens1 wie wir a priori erkennen1 die notwendige ,ordnung des ,ganzen1 zweitens zwar auch das ,einzelne1 aber nur insofern dies in natrlicher ,wechselwirkung begrndet ist1 also nach ,regeln1 welche die ,erfahrung uns lehrt1 stattfindet4 ,die ,astrologie1 die alles ,zufllige1 ,auerordentliche1 den ,gestirnen und ihren ,konjunktionen zuschreibt1 wird von ,farabi bekmpft4 ,vom ,zuflligen gibt es kein sicheres ,wissen1 und viel des irdischen ,geschehens trgt1 wie ja auch ,aristoteles gelehrt1 in hohem ,grade den ,charakter des ,zuflligen oder des ,mglichen an sich4 ,dagegen hat die himmlische ,welt eine andere1 vollkommenere ,natur1 die nach notwendigen ,gesetzen wirkt4 ,sie kann dieser irdischen ,welt nur ,gutes spenden1 warum es ganz verfehlt ist1 zu behaupten1 von einigen ,gestirnen kme ,glck1 von anderen jedoch ,unglck her4 ,die ,natur der ,himmel ist ,eine und gleichmig gut4 ,der ,schluss1 zu dem nach diesen ,erwgungen ,farabi gelangt1 ist denn auch dieser3 demonstrative1 ganz sichere ,erkenntnis gibt nur die mathematische ,astronomie1 ein wahrscheinliches ,wissen gewhrt die physikalische ,himmelskunde1 einen ganz unsicheren ,glauben aber verdienen die ,stze und ,weissagungen der ,astrologie4 ,gegenber der ,einfachheit der ,himmelswelt haben wir unter dem ,monde das ,reich der vier ,naturen1 also der ,gegenstze und der ,vernderung4 ,von den ,elementen bis zum ,menschen gibt es auch hier in der ,vielheit die ,einheit der aufsteigenden ,reihe4 ,wenig ,eigentmliches wei ,farabi darber vorzubringen4 ,seinem logischen ,standpunkte treu kmmert er sich weniger um die ,naturwissenschaften1 zu denen er wohl unbedenklich1 auf die ursprngliche ,einheit der ,materie sich sttzend1 die ,alchemie wird gezhlt haben4 ,wir wenden uns gleich seiner ,lehre vom ,menschen oder von der menschlichen ,seele zu1 die einiges ,interesse darbietet4 #i4 ,die ,krfte oder ,teile der menschlichen ,seele sind nach ,farabi nicht koordiniert1 sondern bilden eine aufsteigende ,reihe4 ,das niedere ,vermgen ist ,materie fr das hhere und dieses die ,form fr jenes2 das hchste aber1 das ,denken1 ist immateriell1 ,form fr alle vorhergehenden ,formen4 ,aus dem ,sinnlichen erhebt das ,leben der ,seele sich durch die ,vorstellung zum ,denken4 ,in allen ,vermgen aber ist ein ,streben oder ,wollen enthalten4 ,jede ,theorie hat die praktische ,kehrseite4 ,von den ,wahrnehmungen der ,sinne sind ,neigung und ,abneigung unzertrennlich4 ,zu ihren ,vorstellungen verhlt sich die ,seele zustimmend oder ablehnend1 indem sie bejaht und verneint4 ,das ,denken endlich richtet ber ,gutes und ,bses1 gibt dem ,willen seine ,motive und bildet ,kunst und ,wissenschaft aus4 ,alles ,wahrnehmen1 ,vorstellen und ,denken hat irgend ein ,streben zur notwendigen ,folge1 wie die ,wrme aus der ,substanz des ,feuers hervorgeht4 ,die ,seele ist die ,vollkommenheit 7,entelechie7 des ,krpers1 aber die ,vollkommenheit der ,seele ist der ,geist 7aql74 ,nur der ,geist ist der wahre ,mensch4 #aj4 ,vom ,geiste ist demnach zumeist die ,rede4 ,im menschlichen ,geiste erhebt sich alles ,irdische zu einer hheren ,existenzweise1 die den ,kategorien des ,krperlichen enthoben ist4 ,als ,anlage oder ,potenz ist nun der ,geist in der ,seele des ,kindes vorhanden4 ,indem er dann die ,krperformen mittelst der ,sinne und der ,vorstellung in der ,erfahrung erfasst1 wird er auch wirklich zum ,geiste4 ,diese berfhrung von der ,mglichkeit zur ,wirklichkeit1 das ,zustandekommen der ,erfahrung also1 ist aber nicht des ,menschen eigene ,that1 sondern wird von dem bermenschlichen ,geiste1 der aus dem letzten ,sphrengeist1 dem des ,mondes1 hervorgegangen ist1 bewirkt4 ,als ,spende von oben1 nicht als eine in geistigem ,ringen erarbeitete ,erkenntnis stellt sich so das menschliche ,wissen dar4 ,im ,lichte des ber uns stehenden ,geistes erblickt unser ,verstand die ,formen des ,krperlichen4 ,dabei erweitert sich aber die ,erfahrung zur ,vernunfterkenntnis4 ,die ,erfahrung nmlich umfasst nur die von der ,stoffwelt abstrahierten ,formen4 ,es gibt ja aber auch ,formen oder allgemeine ,wesenheiten vor und ber den stofflichen ,dingen1 in den reinen ,geistern der ,sphren4 ,von diesen getrennten ,formen erhlt der ,mensch jetzt ,kunde2 nur durch ihre ,einwirkung wird ihm seine wirkliche ,erfahrung erklrlich4 ,die hhere ,form wirkt immer nur auf die zunchst ihr folgende1 von ,gott bis zum ,geiste der ,menschheit4 ,nach oben hin verhlt sich jede ,zwischenform empfangend1 nach unten aber gebend thtig4 ,im ,verhltnis zum menschlichen ,geiste1 der von oben beeinflusst wird 7aql mustafad71 ist also der bermenschliche1 aus dem letzten ,sphrengeist hervorgegangene ,geist thtig oder schaffend zu nennen 7aql fu l474 ,doch ist er nicht immer thtig1 weil er an der ,materie eine ,schranke seiner ,wirksamkeit hat4 ,gott aber ist der vollwirkliche1 ewigthtige ,geist4 ,im ,menschen ist der ,geist dreifach3 als mglich1 als wirklich1 als von oben bewirkt4 ,das heit aber im ,sinne ,farabis dies3 des ,menschen geistige ,anlage 7#a7 wird durch ,erfahrungswissen 7#b7 hindurch gefhrt zur ,erkenntnis des bersinnlichen 7#c71 das aller ,erfahrung vorhergeht und selbst die ,erfahrung bewirkt4 ,die ,stufen des ,geistes und seiner ,erkenntnis entsprechen den ,stufen des ,seins4 ,sehnschtig strebt das ,niedere dem ,hheren zu und das ,hhere hebt das ,niedere zu sich empor4 ,der ber uns stehende ,geist1 der allem ,irdischen die ,formen verliehen hat1 sucht diese zertrennten ,formen wieder zusammenzubringen1 dass sie in ,liebe sich einigen4 ,zunchst sammelt er sie im ,menschen4 ,darauf1 dass derselbe ,geist1 der dem ,krperlichen die ,gestalt verlieh1 auch dem ,menschen die ,idee gibt1 beruht nun aber die ,mglichkeit und die ,wahrheit menschlicher ,erkenntnis4 ,die zerstreuten ,formen des ,irdischen finden sich im menschlichen ,geiste wieder1 wodurch dieser dem letzten ,himmelsgeiste hnlich wird4 ,vereinigung mit dem ,himmelsgeiste1 dadurch er sich ,gott nhert1 ist ,ziel und ,glck des ,menschengeistes4 ,ob nun eine solche ,vereinigung vor dem ,tode des ,menschen mglich sei1 ist nach ,farabi zweifelhaft oder ganz zu verneinen4 ,in diesem ,leben ist ,vernunfterkenntnis das ,hchste1 was erreicht werden kann4 ,aber die ,trennung vom ,krper gibt der vernnftigen ,seele die vllige ,freiheit des ,geistes4 ,besteht sie dann aber noch als ,individualseele8 ,oder ist sie nur ein ,moment der hheren ,weltvernunft8 ,dunkel1 und nicht in allen ,schriften bereinstimmend1 drckt ,farabi sich darber aus4 ,die ,menschen1 so heit es1 sterben hin1 ein ,geschlecht folgt dem andern und ,gleiches verbindet sich mit ,gleichem1 ,jedes in seiner ,ordnung4 ,unendlich1 weil nicht an den ,raum gebunden1 mehren sich die vernnftigen ,seelen1 wie ,gedanke zu ,gedanken1 ,kraft zu ,kraft hinzukommt4 ,jede ,seele denkt sich selbst und alle andern1 die ihr gleich sind1 und je mehr sie denkt1 um so intensiver ist ihre ,freude 7vgl4 unten #ac74 #aa4 ,wir kommen zur praktischen ,philosophie4 ,in ,ethik und ,politik treten wir in ein etwas nheres ,verhltnis zum ,leben und ,glauben der ,muslime4 ,einige allgemeine ,gesichtspunkte seien hervorgehoben4 ,wie die ,logik die ,prinzipien des ,wissens1 so soll die ,ethik die ,grundstze des ,handelns darstellen4 ,nur dass hier bung und ,erfahrung etwas mehr gewertet werden1 als in der ,erkenntnistheorie4 ,in der ,ausfhrung schliet sich ,farabi teils dem ,platon1 teils dem ,aristoteles an1 teils geht er auch in mystisch-asketischer ,weise ber sie hinaus4 ,den ,theologen gegenber1 die zwar ein ,vernunftwissen1 aber keine ,vernunftgesetze des ,handelns anerkennen1 betont ,farabi fter1 die ,vernunft bestimme1 ob etwas gut sei oder bse4 ,wie sollte die von oben her uns erteilte ,vernunft nicht das ,handeln bestimmen1 da ja im ,wissen die hchste ,tugend besteht8 ,wenn einer1 so erklrt ,farabi hchst bezeichnend1 alles wsste1 was in den ,schriften des ,aristoteles steht1 danach aber nicht handelte1 whrend ein anderer in seinem ,sinne handelte ohne davon zu wissen1 so wre dem ersteren der ,vorzug zu geben4 ,die ,erkenntnis steht hher als die sittliche ,that1 sonst knnte sie diese nicht bestimmen4 ,von ,natur aus begehrt die ,seele4 ,insofern sie wahrnimmt und vorstellt1 kommt ihr1 wie den ,tieren1 ein ,wille zu4 ,aber ,wahlfreiheit hat allein der ,mensch1 da dieselbe auf vernnftiger berlegung beruht4 ,die ,sphre der ,freiheit ist das reine ,denken4 ,es ist das also eine ,freiheit1 die von den ,motiven des ,denkens abhngig ist1 eine ,freiheit1 die zugleich ,notwendigkeit ist1 weil sie in letzter ,instanz von dem vernnftigen ,wesen ,gottes bestimmt ist4 ,in diesem ,sinne ist ,farabi ,determinist4 ,die so gefasste ,freiheit des ,menschen kann sich1 wegen des ,widerstandes der ,materie1 in der ,herrschaft ber das ,sinnliche nur unvollkommen bethtigen4 ,vollkommen wird sie erst nach der ,befreiung der vernnftigen ,seele von den ,banden des ,stoffes und den ,hllen des ,irrtums1 im ,leben des ,geistes4 ,das aber ist die hchste ,glckseligkeit1 die nur ihrer selbst willen erstrebt wird1 somit das ,gute schlechthin4 ,und dieses ,gute sucht die ,menschenseele1 wenn sie sich dem ,geiste ber ihr zuwendet1 wie die ,seelen der ,himmel1 als sie sich dem ,hchsten nhern4 #ab4 ,schon die ,ethik nimmt wenig ,rcksicht auf die wirklichen sittlichen ,verhltnisse4 ,noch weiter aber entfernt ,farabi sich von der ,wirklichkeit in seiner ,politik4 ,das platonische ,staatsideal geht fr seine orientalische ,anschauungsweise fast ganz in den philosophischen ,herrscher auf4 ,von einem natrlichen ,bedrfnis zusammengefhrt1 haben die ,menschen sich dem ,willen eines ,einzigen unterworfen1 in welchem der ,staat1 ob er nun gut oder bse1 gleichsam verkrpert ist4 ,deshalb sind die ,staaten schlecht1 wenn ihr ,haupt in ,bezug auf die ,prinzipien des ,guten entweder unwissend oder im ,irrtum oder gar verderbt ist4 ,der gute oder vorzgliche ,staat dagegen hat nur ,eine ,art1 darin der ,philosoph ,herrscher ist4 ,mit allen menschlichen und philosophischen ,tugenden stattet ,farabi seinen ,frsten aus3 es ist ,platon in ,mohammeds ,prophetenmantel4 ,in der ,beschreibung der den idealen ,frsten vertretenden ,herrscher -- es knnen mehrere zugleich sein1 auch knnen ,frst und ,minister sich in ,herrschertugend und ,weisheit teilen -- nhern wir uns der muslimischen ,staatslehre jener ,zeit4 ,aber die ,ausdrcke sind verhllt4 ,die richtige ,abstammung eines ,frsten z4 ,b4 und die ,pflicht der ,fhrung in den heiligen ,krieg werden nicht klar bezeichnet4 ,es bleibt doch alles in philosophischem ,nebel schweben4 #ac4 ,im ,staate1 der mit der ,religionsgemeinschaft zusammenfllt1 ist die ,sittlichkeit allein vollkommen4 ,nach dem ,zustande des ,staates bestimmt sich also nicht nur das zeitliche ,schicksal seiner ,brger1 sondern auch ihr zuknftiges ,los4 ,die ,seelen der ,brger im unwissenden ,staate sind ohne ,vernunft1 als sinnliche ,formen kehren sie zu den ,elementen wieder1 damit sie sich aufs neue mit anderen ,wesen1 ,menschen oder ,tieren1 verbinden4 ,in den irrenden und verderbten ,staaten ist allein der ,fhrer verantwortlich1 seiner wartet ,strafe im ,jenseits2 die irregefhrten ,seelen aber teilen das ,schicksal der ,unwissenden4 ,dagegen bestehen nur die guten wissenden ,seelen fort1 sie gehen ein in die ,welt des reinen ,geistes4 ,je hher die ,stufe des ,wissens1 die sie in diesem ,leben erreicht1 um so hher wird nach dem ,tode ihre ,stelle in der ,ordnung des ,alls sein1 um so intensiver ihre selige ,lust4 ,vermutlich sind derartige ,ausdrcke nur die ,hlle eines mystisch-philosophischen ,glaubens von dem ,aufgehen des menschlichen ,geistes in den ,weltgeist1 zuletzt in ,gott4 ,denn1 so lehrt ,farabi1 in absteigender ,betrachtung 7logisch-metaphysisch7 ist die ,welt etwas anderes als ,gott1 im ,aufsteigen aber erkennt die ,seele das ,diesseits als identisch mit dem ,jenseits1 weil ,gott in allem1 ja in seiner ,einheit das ,all selbst ist4 #ad4 berblicken wir jetzt ,farabis ,system1 so zeigt es sich als einen ziemlich konsequenten ,spiritualismus1 genauer bestimmt ,intellektualismus4 ,das ,krperliche1 ,sinnenfllige entspringt der ,imagination des ,geistes1 man knnte es als verworrene ,vorstellung bezeichnen4 ,das einzige wahre ,sein ist ,geist1 aber verschieden abgestuft4 ,ganz einfach rein ist nur ,gott1 und die ewig aus ihm hervorgehenden ,geister1 einer aus dem andern1 haben schon die ,vielheit in sich4 ,die ,zahl der selbstndigen ,geister wird nach dem ptolemischen ,weltsystem bestimmt und entspricht der himmlischen ,hierarchie4 ,je weiter vom ,ersten entfernt1 um so weniger hat einer am ,sein des reinen ,geistes teil4 ,von dem letzten ,weltgeiste kommt dem ,menschen sein ,wesen1 d4 h4 die ,vernunft zu4 ,alles ist ohne ,lcke1 die ,welt ist ein gut und schn geordnetes ,ganzes4 bel und ,bses sind nur eine notwendige ,folge der ,endlichkeit im ,einzelnen1 wodurch die ,gte des ,alls um so deutlicher hervortritt4 ,ob die schne ,ordnung der ,welt1 von ,ewigkeit her aus ,gott emaniert1 jemals wird zerstrt werden knnen oder auch in ,gott zurckflieen8 ,ein fortwhrendes ,zurckstrmen zur ,gottheit gibt es wohl4 ,die ,sehnsucht der ,seele geht nach oben1 fortschreitendes ,wissen lutert sie und fhrt sie hinauf4 ,aber wie weit8 ,philosophen und ,propheten haben es nicht klar sagen knnen4 ,beide1 die ,philosophie und die ,prophetie1 leitet ,farabi von dem schaffenden ,weltgeiste ber uns her4 ,hin und wieder spricht er sich ber die ,prophetie aus1 als ob diese die hchste ,stufe menschlichen ,erkennens und ,handelns darstelle4 ,das kann aber nicht seine wirkliche ,meinung sein1 ist wenigstens nicht die ,konsequenz seiner theoretischen ,philosophie4 ,ihr zufolge gehrt alles ,prophetische in ,traum1 ,gesicht1 ,offenbarung u4 s4 w4 dem ,kreise der ,vorstellung an1 steht also in der ,mitte zwischen sinnlicher ,wahrnehmung und reiner ,vernunfterkenntnis4 ,wenn er nun auch in seiner ,ethik und ,politik der ,religion eine hohe erzieherische ,bedeutung beimisst1 so bleibt sie doch immer an absolutem ,werte der ,erkenntnis durch reine ,vernunft nachstehen4 ,farabi hat im ,intellektuellen fr ein ,ewiges gelebt4 ,ein ,knig an ,geist1 ein ,bettler an ,besitz1 war es ihm bei seinen ,bchern und den ,vgeln und ,blumen seines ,gartens wohl4 ,seinem ,volke1 der muslimischen ,gemeinde1 konnte er nur wenig sein4 ,in seiner ,staats- und ,sittenlehre war fr weltliche ,geschfte und fr den heiligen ,krieg keine rechte ,stelle4 ,seine ,philosophie befriedigte kein sinnliches ,bedrfnis und widersprach dem sinnlich-geistigen ,vorstellungsleben1 wie es sich besonders in ,kunstschpfungen und religisen ,phantasien uert4 ,er verlor sich in den ,abstraktionen des reinen ,geistes4 ,als frommer1 heiliger ,mann wurde er von ,mitlebenden angestaunt1 von wenigen ,schlern als personifizierte ,weisheit verehrt1 von den echten ,gelehrten des ,islam aber fr alle ,zeit verketzert4 ,grund gab es freilich genug dafr4 ,wie die ,naturphilosophie leicht zu ,naturalismus und ,atheismus fhrte1 so leitete der ,monotheismus der ,logiker unmerklich zum ,pantheismus hinber4 #ae4 ,viel ,schule hat ,farabi nicht gemacht4 ,bekannt geworden ist ,abu ,zakarija ,jachja ibn ,adi1 ein jakobitischer ,christ1 als bersetzer aristotelischer ,werke4 ,mehr genannt worden aber ist ein ,schler des letzteren1 mit ,namen ,abu ,sulaiman ,mohammed ibn ,tahir ibn ,bahrain al-,sidschistani1 der in der zweiten ,hlfte des zehnten ,jahrhunderts in ,bagdad die ,gelehrten seiner ,zeit um sich versammelte4 ,die ,gesprche1 welche sie da fhrten und die philosophischen ,belehrungen1 die der ,meister erteilte1 sind uns zum ,teil erhalten4 ,wir sehen deutlich den ,ausgang der ,schule4 ,wie die ,naturphilosophie in ,geheimwissenschaft verlief und die ,schule ,kindis sich von der ,philosophie ab mathematischem und physikalischem ,einzelwissen zuwandte1 so geht hier die logische ,richtung ,farabis in ,wortphilosophie ber4 ,in ,distinktionen und ,begriffsbestimmungen bewegt sich das ,gesprch4 ,auch werden ,einzelheiten aus der ,philosophiegeschichte und den besonderen ,wissenschaften ohne systematischen ,zusammenhang errtert4 ,fast nirgends zeigt sich ein sachliches ,interesse4 ,die menschliche ,seele rckt ganz in den ,vordergrund1 hnlich wie bei den treuen ,brdern1 nur dass diese mehr die wunderbaren ,wirkungen der ,seele1 jene ,logiker aber ihr vernnftiges ,wesen und ihre ,erhebung in das bervernnftige betrachten4 ,statt mit ,zahlen und ,buchstaben1 wie bei den ,brdern1 wird in ,sidschistanis ,gesellschaft mit ,worten und ,begriffen gespielt4 ,das ,ende ist in beiden ,fllen ein mystischer ,sufismus4 ,es ist demnach nicht zu verwundern1 dass in den gelehrten ,sitzungen ,abu ,sulaimans1 ber die sein ,schler ,tauhidi 7gest4 #ajji7 ,bericht erstattet1 ,empedokles1 ,sokrates1 ,platon u4 a4 mehr genannt werden als ,aristoteles4 ,eine sehr gemischte ,gesellschaft findet sich da in jenen ,sitzungen zusammen4 ,es wird nicht gefragt1 welchem ,lande man entstamme1 welcher ,religion man angehre4 ,man lebt der berzeugung1 die von ,platon hergeleitet wird1 in jeder ,meinung stecke etwas von der ,wahrheit1 wie in allen ,dingen ein gemeinsames ,sein und in allen ,wissenschaften eine und dieselbe wirkliche ,erkenntnis4 ,nur unter dieser ,annahme scheint es begreiflich1 dass jeder zunchst seine eigene ,meinung fr die wahre1 und die von ihm gepflegte ,wissenschaft fr die vorzglichste halten knne4 ,eben deswegen gibt es auch keinen ,zwiespalt zwischen ,religion und ,philosophie1 wie heftig man es von beiden ,seiten behaupten mge4 ,die ,philosophie besttigt vielmehr die ,lehren der ,religion1 wie diese die ,resultate jener vervollkommnet4 ,ist die philosophische ,erkenntnis ,wesen und ,ziel der menschlichen ,seele1 so ist der religise ,glaube ihr ,leben oder der ,weg zu dem ,ziele4 ,da nmlich die ,vernunft ,gottes ,statthalter auf ,erden ist1 so ist es unmglich1 dass ,vernunft und ,offenbarung sich widersprechen4 ,einzelnes hervorzuheben aus den ,gesprchen1 deren ,grundstimmung wir angegeben1 verlohnt sich nicht4 ,kulturhistorisch ist die ,erscheinung ,sidschistanis und seines ,kreises wichtig1 aber fr die ,fortbildung der ,philosophie im ,islam hat sie keine ,bedeutung4 ,was fr ,farabi wirklich das ,leben seines ,geistes war1 wird in dieser ,gesellschaft gar oft zum ,gegenstande geistreicher ,unterhaltung4 #c4 ,ibn ,maskawaih4 #a4 ,wir sind an die ,wende des zehnten und elften ,jahrhunderts gelangt4 ,farabis ,schule scheint auszusterben und ,ibn ,sina1 der die ,philosophie seines ,vorgngers zu neuem ,leben erwecken sollte1 ist noch ein ,jngling4 ,hier aber haben wir eines ,mannes zu gedenken1 der zwar dem ,kindi nher als dem ,farabi verwandt ist1 doch auch1 wegen der ,gemeinsamkeit ihrer ,quellen1 in wesentlichen ,punkten mit dem letzteren bereinstimmt4 ,sein ,beispiel zeigt zugleich1 dass die hellsten ,kpfe der ,zeit nicht gesonnen waren1 ,farabi auf das ,gebiet logisch-metaphysischer ,spekulationen zu folgen4 ,dieser ,mann ist der ,arzt1 ,philolog und ,historiker ,abu ,ali ibn ,maskawaih1 der ,schatzmeister und ,freund des ,sultans ,adudaddaula war und hochbetagt im ,jahre #ajcj starb4 ,u4 a4 hat er uns eine bis heute im ,orient geschtzte philosophische ,ethik hinterlassen4 ,sie ist eine ,mischung aus ,platon1 ,aristoteles1 ,galen und dem muslimischen ,religionsgesetz1 doch herrscht darin ,aristoteles vor4 ,mit einer ,abhandlung ber das ,wesen der ,seele hebt sie an4 #b4 ,die menschliche ,seele1 so fhrt ,ibn ,maskawaih aus1 ist eine unkrperliche1 einfache1 sich ihres ,seins1 ,wissens und ,wirkens bewusste ,substanz4 ,dass sie geistiger ,natur sein muss1 folgt schon daraus1 dass sie die entgegengesetzten ,formen zugleich in sich aufnimmt1 z4 ,b4 die ,vorstellung von wei und schwarz1 whrend ein ,krper nur eins von beiden auf einmal aufnehmen kann4 ,ferner nimmt sie sowohl die ,formen des ,sinnlichen wie des ,geistigen in gleicher1 geistiger ,weise auf1 denn die ,lnge ist in der ,seele nicht lang1 wird auch im ,gedchtnis nicht lnger4 ,weit ber ihren ,krper geht sodann das ,wissen und ,wirken der ,seele hinaus1 ja die ganze ,sinnenwelt gengt ihr nicht4 berdies besitzt sie eine ursprngliche ,vernunfterkenntnis1 die ihr nicht von den ,sinnen zugekommen sein kann1 denn durch dieselbe bestimmt sie1 bei der ,vergleichung und ,unterscheidung des von der sinnlichen ,wahrnehmung ihr ,dargebotenen1 ,wahres und ,falsches1 die ,sinne beaufsichtigend und berichtigend4 ,im ,selbstbewusstsein endlich1 dem ,wissen um das eigene ,wissen1 zeigt sich am klarsten die geistige ,einheit der ,seele1 in der ,denken1 ,denkendes und ,gedachtes zusammen fallen4 ,von den ,tierseelen unterscheidet sich die menschliche ,seele besonders durch vernnftige berlegung als das ,prinzip ihres ,handelns1 welches auf das ,gute gerichtet ist4 #c4 ,gut ist im allgemeinen dasjenige1 wodurch ein ,wollendes den ,zweck oder die ,vollkommenheit seines ,wesens erreicht4 ,gut zu sein1 dazu ist also eine gewisse auf einen ,endzweck gerichtete ,anlage erforderlich4 ,in ,bezug auf ihre ,anlage unterscheiden die ,menschen sich aber sehr wesentlich4 ,nur wenige1 meint ,ibn ,maskawaih1 sind von ,natur gut und werden nie schlecht1 denn was von ,natur ist1 ndert sich nicht4 ,viele dagegen sind von ,natur schlecht und werden nie gut4 ,andere aber1 die anfangs weder gut noch schlecht sind1 werden durch ,erziehung und gesellschaftlichen ,verkehr nach einer von beiden ,seiten hin bestimmt4 ,das ,gute ist nun entweder ein allgemeines oder ein besonderes4 ,es gibt ein absolutes ,gut1 mit dem hchsten ,sein und der hchsten ,erkenntnis identisch1 dem alle ,guten zusammen zustreben4 ,aber fr jeden ,einzelnen stellt sich ein besonderes ,gut subjektiv als ,glck oder ,lust dar1 und dieses besteht in der vollen ,bethtigung des eigenen ,wesens1 in der vollstndigen ,auslebung des ,inneren4 ,im allgemeinen ist der ,mensch gut und glcklich1 wenn er menschlich handelt4 ,tugend ist menschliche ,tchtigkeit4 ,da nun aber die ,menschheit in den verschiedenen ,individuen verschieden abgestuft sich darstellt1 so ist das ,glck oder das ,gut nicht fr alle dasselbe4 ,und weil das auf sich selbst gestellte ,individuum nicht alle mglichen ,gter verwirklichen kann1 so mssen viele zusammenleben4 ,daraus ergibt sich schon als eine erste ,pflicht oder die ,grundlage aller ,tugenden die allgemeine ,menschenliebe1 ohne die keine ,gesellschaft mglich ist4 ,nur mit und in anderen ist der einzelne ,mensch vollkommen1 die ,ethik soll ,sozialethik sein4 ,die ,freundschaft ist darum nicht1 wie bei ,aristoteles1 eine ,erweiterung der ,selbstliebe1 sondern eine ,einschrnkung oder eine ,art der ,nchstenliebe4 ,und diese1 wie die ,tugend berhaupt1 kann sich nur bethtigen in der ,gesellschaft oder der ,staatsgemeinschaft1 nicht aber in der ,weltflucht des frommen ,mnches4 ,der ,einsiedler1 der glaubt1 mig und gerecht zu leben1 irrt sich in ,bezug auf den ,charakter seiner ,handlungen4 ,diese mgen religis sein1 moralisch sind sie nicht4 ,ihre ,betrachtung fllt also nicht der ,ethik zu4 brigens stimmt1 nach ,ibn ,maskawaih1 das richtig aufgefasste ,religionsgesetz vorzglich mit einer humanen ,ethik berein4 ,die ,religion ist eine sittliche ,schulung fr das ,volk4 ,ihre ,vorschriften ber den gemeinschaftlichen ,gottesdienst und die ,wallfahrt nach ,mekka sollen z4 ,b4 die ,pflege der ,nchstenliebe in den weitesten ,kreisen bezwecken4 ,im einzelnen ist es ,ibn ,maskawaih nicht gelungen1 die ethischen ,lehren der ,griechen1 die er in seine ,darstellung aufnimmt1 unter einander und mit dem ,gesetz des ,islam zu verschmelzen4 ,wir bergehen das4 ,doch ist nicht nur im allgemeinen sein ,versuch zu loben1 eine von der ,kasuistik der ,pflichtenlehrer und von der ,askese der ,sufi's freie ,ethik zu geben1 sondern auch in der ,ausfhrung ist die ,besonnenheit eines reichgebildeten ,mannes anzuerkennen4 #d4 ,ibn ,sina4 #a4 ,zu ,efschene1 in der ,nhe ,bocharas1 wurde im ,jahre #ihj aus einer ,beamtenfamilie geboren ,abu ,ali al-,hosain ibn ,abdallah ibn ,sina 7,avicenna74 ,im elterlichen ,hause1 wo persische und anti-muslimische ,traditionen lebendig waren1 erhielt er seine weltliche und religise ,erziehung4 ,dann studierte der krperlich und geistig frhreife ,jngling ,philosophie und ,medizin in ,bochara4 ,siebzehn ,jahre war er alt1 als er den ,frsten ,nuch ibn ,mansur glcklich kurierte1 und der ,zutritt zu dessen ,bibliothek ihm gestattet ward4 ,von jetzt ab war er1 in ,studium und ,praxis1 sein eigener ,lehrer4 ,er verstand es1 das ,leben und die ,bildung seiner ,zeit sich zu ,nutzen zu machen4 ,im ,getriebe der ,kleinstaaterei versuchte er unablssig sein ,glck4 ,einem groen ,frsten htte er sich wohl ebensowenig unterordnen knnen wie in der ,wissenschaft einem ,lehrer4 ,von ,hof zu ,hof wanderte er fort1 bald in der ,staatsverwaltung1 bald als ,lehrer und ,schriftsteller thtig1 bis er ,wezir des ,schems addaula in ,hamadan wurde4 ,nach dem ,tode dieses ,frsten ward er von dessen ,sohne ein paar ,monate auf die ,festung geschickt4 ,darauf ging er weiter nach ,ispahan zu ,ala addaula4 ,endlich starb er noch in ,hamadan1 das ,ala addaula erobert hatte1 im ,alter von #eg ,jahren 7#ajcg74 ,sein ,grab wird noch heute dort gezeigt4 #b4 ,es ist wohl der grte ,irrtum1 der sich in der ,geschichte der muslimischen ,philosophie festgesetzt hat1 ,ibn ,sina sei ber ,farabi hinaus zu einem reineren ,aristotelismus vorgedrungen4 ,was kmmerte unser ,weltmann sich im ,grunde um ,aristoteles4 ,sich in den ,geist irgend eines ,systems zu versenken1 war nicht seine ,sache4 ,er nahm das ihm ,zusagende1 wo er es fand1 bevorzugte aber dabei die seichten ,paraphrasen des ,themistius4 ,so ward er der groe ,vermittlungsphilosoph des ,orients1 der richtige ,vorlufer der ,kompendienschreiber fr alle ,welt4 ,er wusste seinen von berall her zusammengeholten ,stoff geschickt zu gruppieren und1 wenn auch nicht ohne ,spitzfindigkeit1 fasslich darzustellen4 ,jeden ,augenblick seines ,lebens nutzte er aus4 ,am ,tage besorgte er die ,staatsgeschfte oder bte seine ,lehrthtigkeit aus1 der ,abend war den geselligen ,genssen der ,freundschaft und der ,liebe gewidmet1 und manche ,nacht fand ihn schriftstellerisch thtig1 das ,schreibrohr in der ,hand1 den ,becher zur ,seite1 damit er nicht einschlafe4 ,zeit und ,umstnde bestimmten diese ,wirksamkeit4 ,wenn er am frstlichen ,hofe die ntige ,mue und eine ,bibliothek zur ,hand hatte1 schrieb er seinen ,kanon der ,medizin oder die groe philosophische ,encyklopdie4 ,auf ,reisen verfasste er ,auszge und kleinere ,werke4 ,auf der ,festung schrieb er ,gedichte und fromme ,betrachtungen1 aber immer in geflliger ,form4 ,seine kleineren mystischen ,schriften haben sogar einen poetischen ,reiz4 ,auf ,bestellung ward von ihm auch die ,wissenschaft1 ,logik und ,medizin versifiziert1 wie das seit dem zehnten ,jahrhundert immer mehr ,sitte wurde4 ,nimmt man hinzu1 dass er nach ,belieben persisch oder arabisch schrieb1 so bekommt man das ,bild eines vielgewandten ,mannes4 ,sein ,leben war reich an ,arbeit und ,genuss bis zur bersttigung4 ,an ,genialitt freilich stand er seinem lteren ,landsmann1 dem ,dichter ,firdausi 7#idj-ajbj71 an wissenschaftlichem ,talente seinem ,zeitgenossen ,beruni 7s4 unten #i7 nach4 ,firdausi und ,beruni haben fr uns noch ,bedeutung4 ,ibn ,sina aber war der ,ausdruck seiner ,zeit und darauf beruht seine groe ,wirkung1 seine geschichtliche ,stellung4 ,nicht wie ,farabi zog er sich aus dem ,leben zurck1 sich in die ,kommentatoren des ,aristoteles zu versenken1 sondern in ihm verschmolzen sich griechische ,wissenschaft und orientalische ,weisheit4 ,kommentare zu den ,alten1 meinte er1 waren genug geschrieben4 ,es war jetzt an der ,zeit1 eine eigene ,philosophie auszubilden1 d4 h4 alten ,lehren eine moderne ,form zu geben4 #c4 ,in der ,medizin befleiigt ,ibn ,sina sich einer systematischen ,darstellung1 doch ist er hier kein strenger ,logiker4 ,der ,erfahrung rumt er1 wenigstens theoretisch1 einen groen ,platz ein und ausfhrlich bespricht er die ,bedingungen1 unter denen nur z4 ,b4 die ,wirksamkeit der ,heilmittel erkannt werden knne4 ,was aber an philosophischen ,prinzipien die ,medizin enthlt1 soll diese als ,lehnstze aus der ,philosophie herbernehmen4 ,die eigentliche ,philosophie zerfllt in ,logik1 ,physik und ,metaphysik4 ,als ,ganzes umfasst sie die ,wissenschaft alles ,seienden als solchen und der ,prinzipien aller ,einzelwissenschaften1 wodurch1 soweit es menschenmglich ist1 die philosophierende ,seele die hchste ,vollkommenheit erreicht4 ,das ,seiende ist nun entweder geistig1 ,gegenstand der ,metaphysik1 oder krperlich1 ,gegenstand der ,physik1 oder intellektuell1 ,gegenstand der ,logik4 ,die ,gegenstnde der ,physik knnen weder sein noch gedacht werden ohne ,materie4 ,das ,metaphysische aber ist ganz ohne ,materie und das ,logische ist von der ,materie abstrahiert4 ,einige hnlichkeit hat das ,logische mit dem ,mathematischen1 insofern nmlich die ,gegenstnde der ,mathematik sich von der ,materie abstrahieren lassen4 ,doch bleibt das ,mathematische immer darstellbar1 konstruierbar1 hingegen hat das ,logische als solches sein ,dasein nur im ,intellekte1 wie z4 ,b4 ,identitt1 ,einheit und ,vielheit1 ,allgemeinheit und ,partikularitt1 ,wesentlichkeit und ,zuflligkeit u4 s4 w4 ,die ,logik ist demnach die ,wissenschaft der ,denkbestimmungen4 ,in der nheren ,ausfhrung schliet ,ibn ,sina sich ganz der ,logik ,farabis an4 ,wohl besser noch wrde sich die bereinstimmung uns zeigen1 wenn die logischen ,schriften seines ,vorgngers vollstndiger erhalten wren4 fter betont er die ,mangelhaftigkeit der menschlichen ,denknatur1 die einer logischen ,regel dringend bedrftig sei4 ,wie der ,physiognomiker aus ueren ,zgen auf den ,charakter des ,inneren schliet1 so soll der ,logiker aus bekannten ,vorderstzen ,unbekanntes ableiten4 ,wie leicht schleichen sich dabei die ,irrtmer der ,phantasie und der ,begierde ein6 ,eines ,kampfes mit der ,sinnlichkeit bedarf es1 damit das ,vorstellungsleben sich erhebe zu der reinen ,wahrheit der ,vernunft1 durch die etwas als notwendig erkannt wird4 ,nur der gttlich inspirierte ,mensch kann der ,logik entbehren1 ebenso wie der ,beduine eine arabische ,grammatik nicht braucht4 ,auch die ,universalienfrage wird hnlich wie bei ,farabi behandelt4 ,vor aller ,vielheit hat jedes ,ding ein ,sein im ,geiste ,gottes und der ,engel 7,sphrengeister71 dann geht es als materielle ,form in die ,vielheit ein1 um endlich im menschlichen ,intellekte zur ,allgemeinheit des ,begriffes sich zu erheben4 ,wie nun ,aristoteles zwischen erster 7individueller7 und zweiter 7allgemeinbegrifflicher7 ,substanz unterschieden hat1 so macht ,ibn ,sina hnlich einen ,unterschied zwischen erstem und zweitem ,begriff 7ma'n1 intentio74 ,der erste bezieht sich auf die ,dinge1 der zweite auf die ,disposition unseres ,denkens4 #d4 ,in der ,metaphysik und der ,physik unterscheidet ,ibn ,sina sich von ,farabi hauptschlich dadurch1 dass er1 indem er die ,materie nicht aus ,gott ableitet1 das ,geistige hher ber alles ,materielle hinausrckt1 und1 im ,zusammenhang damit1 die ,bedeutung der ,seele als einer ,vermittlerin zwischen dem ,geistigen und dem ,krperlichen steigert4 ,aus dem ,begriffe des ,mglichen und ,notwendigen ergibt sich die ,existenz eines notwendigen ,wesens schlechthin4 ,nicht aus seinen ,werken soll man1 nach ,ibn ,sina1 das ,dasein eines ,schpfers zu erweisen suchen1 sondern aus dem mglichen ,charakter alles ,seienden und ,denklichen in der ,welt die ,existenz eines ersten notwendig ,seienden1 in welchem ,wesen und ,dasein ,eins sind1 folgern4 ,nicht nur alles1 was unter dem ,monde ist1 ist mglicher ,natur1 sondern auch die ,himmel sind an sich nur mglich4 ,notwendig wird ihre ,existenz durch ein anderes1 das ber alle ,mglichkeit hinaus ist1 also auch ber alle ,vielheit und ,vernderlichkeit4 ,das absolut ,notwendige ist eine starre ,einheit1 aus der nichts ,vielfaches hervorgehen kann4 ,dieses erste ,eine ist ,ibn ,sinas ,gott1 dem zwar viele ,prdikate1 des ,denkens u4 s4 w41 beigelegt werden1 aber nur im ,sinne der ,negation oder der ,beziehung1 sodass sie die ,einheit des ,wesens nicht berhren4 ,aus dem ersten ,einen kann also nur ,eines hervorgehen1 der erste ,weltgeist4 ,in diesem entsteht die ,vielheit4 ,indem er nmlich seine ,ursache denkt1 erzeugt er einen dritten ,geist1 den ,lenker der uersten ,sphre2 indem er sich selbst denkt1 entsteht eine ,seele1 mittelst der der ,sphrengeist seine ,wirkung ausbt2 und sofern er drittens ein an sich ,mgliches ist1 geht aus ihm ein ,krper hervor1 die uerste ,sphre4 ,und so geht es weiter4 ,jeder ,geist entlsst aus sich eine ,dreiheit3 ,geist1 ,seele und ,krper4 ,denn1 da der ,geist nicht unmittelbar den ,krper bewegen kann1 so bedarf er zur ,ausbung seiner ,wirksamkeit der ,seele4 ,zuletzt kommt der thtige ,geist 7aql fu-l7 der die ,materie des ,irdischen1 die krperlichen ,formen und die menschlichen ,seelen hervorbringt und lenkt4 ,dieser ganze ,prozess1 der nicht zeitlich vorgestellt werden darf1 findet statt in einem ,substrate1 der ,materie4 ,die ,materie ist die ewige1 reine ,mglichkeit alles ,seienden1 zugleich die ,schranke fr die ,wirkung des ,geistes4 ,sie ist das ,prinzip aller ,individualitt4 ,das musste nun allerdings glubigen ,muslimen als etwas ,furchtbares erscheinen4 ,wohl hatten mutazilitische ,dialektiker behauptet1 ,gott knne kein ,bses oder nichts ,vernunftwidriges thun4 ,jetzt aber behauptete die ,philosophie1 dass ,gott statt alles ,mgliche zu knnen1 nur das an sich ,mgliche zu bewirken im ,stande sei1 und dass direkt von ihm nur der erste ,weltgeist ausgehe4 brigens macht ,ibn ,sina alle ,anstrengung1 sich dem ,volksglauben anzubequemen4 ,alles ist durch ,gottes ,bestimmung1 sagt er1 ,gutes und ,bses1 aber nur ersteres mit freudiger ,billigung4 ,das ,bse ist entweder ein ,nichtseiendes oder1 sofern es von ,gott herrhrt1 ein ,accidentelles4 ,htte ,er1 der notwendigen bel wegen1 diese ,welt nicht hervorgehen lassen1 so wre das der bel grtes gewesen4 ,die ,welt knnte nicht besser und schner sein als sie eben ist4 ,in ihrer schnen ,ordnung besteht die gttliche ,vorsehung1 die von den ,seelen der ,himmel vermittelt wird4 ,gott und die reinen ,geister kennen nur das ,allgemeine1 knnen also nicht fr ,besonderes sorgen4 ,aber die ,seelen der ,himmelsphren1 denen ,vorstellung des ,einzelnen zukommt und durch die der ,geist auf den ,krper wirkt1 bieten die ,mglichkeit1 eine ,frsorge auch fr das ,einzelne und den ,einzelnen anzunehmen1 die ,offenbarung zu erklren u4 s4 w4 ,auch das pltzliche ,entstehen und ,vergehen von ,substanzen 7,schpfung und ,vernichtung7 im ,gegensatze zu der stetigen ,bewegung1 d4 h4 dem allmhlichen bergange des ,mglichen zum ,wirklichen1 scheint dem ,ibn ,sina nichts ,unmgliches zu bedeuten4 berhaupt herrscht bei ihm keine ,klarheit ber das ,verhltnis der ,seinsformen1 ber ,geist und ,krper1 ,form und ,materie1 ,substanz und ,accidens4 ,dem ,wunder bleibt jedenfalls ein ,platz brig4 ,in heftigen1 seelischen ,erregungen1 die oft pltzlich eine groe ,hitze oder ,klte bei uns hervorrufen1 haben wir1 nach ,ibn ,sina1 ,analoga zu wunderbaren ,wirkungen der ,weltseele1 wenn diese auch gewhnlich dem ,naturlaufe folgt4 ,von allen diesen ,mglichkeiten macht unser ,philosoph selbst sehr migen ,gebrauch4 ,astrologie und ,alchemie hat er aus ganz vernnftigen ,grnden bekmpft4 ,trotzdem hat man ihm bald nach seinem ,tode schon astrologische ,gedichte aufgebrdet und erscheint er in der trkischen ,romanlitteratur1 freilich an der ,stelle eines alten ,mystikers1 als ,zauberer4 ,ibn ,sinas ,physik beruht ganz auf der ,annahme1 ein ,krper knne nichts bewirken4 ,was wirkt1 ist berall eine ,kraft1 eine ,form1 eine ,seele und durch sie der ,geist4 ,im ,gebiete des ,physischen gibt es also unzhlige ,krfte1 deren ,hauptstufen von unten nach oben die ,naturkrfte1 die ,vermgen der ,pflanzen und der ,tiere1 die ,menschenseelen und die ,weltseelen sind4 #e4 ,farabi war es vor allem um die reine ,vernunft zu thun3 er hat das ,denken um seiner selbst willen geliebt4 ,ibn ,sina aber ist berall um die ,seele bemht4 ,wie er in seiner ,medizin den menschlichen ,krper ins ,auge fasst1 so in seiner ,philosophie die menschliche ,seele4 ,seine groe philosophische ,encyklopdie heit ja die ,heilung 7sc4 der ,seele74 ,die ,psychologie ist der ,mittelpunkt seines ,systems4 ,seine ,anthropologie ist dualistisch4 ,krper und ,seele gehren nicht wesentlich zusammen4 ,wie alle ,krper unter der ,einwirkung der ,gestirne aus der ,mischung der ,elemente hervorgehen1 so der menschliche ,krper aus dem schnsten ,gleichmae dieser ,mischung4 ,eine spontane ,generation des ,krpers1 wie berhaupt ein ,aussterben und ,neuerstehen des ,menschengeschlechtes ist deshalb mglich4 ,aber aus der ,mischung der ,elemente lsst sich die ,seele nicht erklren4 ,sie ist nicht die untrennbare ,form des ,krpers1 sondern diesem accidentell4 ,von dem ,geber der ,formen1 d4 h4 dem thtigen ,geiste ber uns1 erhlt jeder ,krper seine ihm und nur ihm eignende ,seele4 ,von ,anfang an ist jede ,seele ,individualsubstanz und sie bildet sich zeitlebens in ihrem ,krper immer individueller aus4 ,zu der ,behauptung1 die ,materie sei das ,prinzip der ,individualitt1 stimmt dies allerdings nicht4 ,aber die ,seele ist das ,wunderkind unseres ,philosophen4 ,er ist nicht leichtglubig1 warnt fter vor einem allzuleichten ,hinnehmen der ,geheimnisse des ,seelenlebens1 wei aber doch selber manches zu berichten ber die vielen wunderbaren ,krfte und mglichen ,wirkungen der ,seele1 die die vielverschlungenen ,pfade des ,lebens wandert und die ,abgrnde des ,seins und ,nichtseins bersteigt4 ,von allen ,seelenkrften sind die theoretischen ,vermgen die vorzglichsten4 uere und innere ,sinne fhren der vernnftigen ,seele die ,kenntnis der ,welt zu4 ,besonders die ,lehre von den inneren ,sinnen1 den sinnlich-geistigen ,vorstellungsvermgen1 deren ,sitz das ,gehirn1 wird von ,ibn ,sina eingehend dargestellt4 ,gewhnlich nahmen die ,mediziner-,philosophen drei innere ,sinne oder ,stadien des ,vorstellungsprozesses an3 #a4 die ,zusammenfassung der einzelnen ,sinneswahrnehmungen zu einem ,gesamtbilde im ,vorderhirn2 #b4 die ,umbildung oder ,bearbeitung dieser ,vorstellung des ,gemeinsinnes mit ,hilfe schon vorhandener ,vorstellungen1 also die eigentliche ,apperzeption1 in der ,mitte des ,gehirns2 #c4 die ,aufbewahrung der apperzipierten ,vorstellung im ,gedchtnis1 das seinen ,sitz im hintern ,teile des ,gehirns haben soll4 ,ibn ,sina geht etwas weiter in der ,analyse4 ,er unterscheidet im ,vorderhirne vom ,gemeinsinne das sinnliche ,gedchtnis1 die ,schatzkammer der ,gesamtbilder4 ,ferner lsst er die ,apperzeption teils unbewusst1 unter dem ,einfluss des sinnlich-begehrenden ,lebens1 wie es sich auch bei den ,tieren findet1 von statten gehen1 teils aber bewusst1 unter der ,mitwirkung der ,vernunft1 zu ,stande kommen4 ,in dem ersteren ,falle behlt die ,vorstellung ihre ,beziehung zu dem ,einzelding -- so kennt das ,schaf die ,feindschaft des ,wolfes --1 in dem zweiten ,falle aber erweitert sie sich zum allgemeinen4 ,dazu kommt dann als fnftes hinzu das vorstellende ,gedchtnis oder das ,zeughaus der von der sinnlichen ,phantasie und dem vernnftigen ,nachdenken gebildeten ,vorstellungen4 ,es entsprechen also1 aber ganz anders als bei den treuen ,brdern 7s4 ,,iii1 #b #h71 den fnf ueren ,sinnen fnf innere4 ,unbeantwortet bleibt die aufgeworfene ,frage1 ob man nicht von dem ,gedchtnis noch die ,erinnerung als ein besonderes ,vermgen zu scheiden habe4 #f4 ,auf dem ,gipfel der theoretischen ,seelenkrfte steht die ,vernunft4 ,es gibt zwar auch eine praktische ,vernunft1 aber in ihrem ,thun haben wir uns selbst nur mittelbar1 vervielfltigt2 unmittelbar dagegen in dem ,selbstbewusstsein1 dem reinen ,erkennen unseres ,wesens1 darin die ,einheit unserer ,vernunft sich darstellt4 ,statt aber die niederen ,krfte der ,seele herabzudrcken1 zieht die ,vernunft dieselben hinauf1 die ,sinneswahrnehmung verfeinernd1 die ,vorstellung verallgemeinernd4 ,an dem ihr von den ueren und inneren ,sinnen zugefhrten ,materiale arbeitet sich die ,vernunft1 die anfangs bloe ,denkfhigkeit ist1 nach und nach zur vollkommenen ,denkfertigkeit aus4 ,durch bung wird die ,anlage ,wirklichkeit4 ,es geschieht das an der ,hand der ,erfahrung1 aber unter der ,fhrung und der ,erleuchtung von oben1 von dem ,geber der ,formen1 der als thtiger ,geist der ,vernunft die ,ideen mitteilt4 ,ein ,gedchtnis aber fr die reinen ,vernunftideen hat die menschliche ,seele nicht1 denn ,gedchtnis setzt immer ein krperliches ,substrat voraus4 ,so oft also die vernnftige ,seele etwas erkennt1 fliet ihr jedesmal von oben die ,erkenntnis zu1 und nicht durch ,umfang und ,inhalt des ,erkennens unterscheiden sich die denkenden ,seelen1 sondern durch die ,fertigkeit1 sich zur ,aufnahme der ,erkenntnis mit dem ,geiste ber uns in ,verbindung zu setzen4 ,die vernnftige ,seele1 die dasjenige1 was unter ihr ist1 beherrscht1 und das ,hhere durch die ,erleuchtung des ,weltgeistes erkennt1 ist nun der eigentliche ,mensch1 entstanden zwar1 aber als einfaches ,wesen1 als ,individualsubstanz1 unzerstrbar1 unsterblich4 ,hier unterscheidet durch ihre ,klarheit ,ibn ,sinas ,lehre sich von derjenigen des ,farabi4 ,seit ,ibn ,sina gilt im ,orient die ,annahme der individuellen ,unsterblichkeit entstandener ,menschenseelen als aristotelisch1 das ,gegenteil als platonisch4 ,so versteht sich seine ,philosophie besser mit der ,religion4 ,im menschlichen ,krper und in der ganzen ,sinnenwelt hat die ,seele eine ,schule1 sich auszubilden4 ,nach dem leiblichen ,tode aber1 der diesem ,krper fr immer ein ,ende macht1 besteht die ,seele in enger oder entfernter ,verbindung mit dem ,weltgeiste fort4 ,in dieser ,vereinigung 7die nicht als vllige ,einswerdung aufzufassen ist7 mit dem ,geiste ber uns besteht die ,seligkeit der guten1 wissenden ,seelen4 ,den anderen wird ewiges ,unglck zu teil4 ,wie krperliche ,mngel zu ,krankheiten fhren1 so folgt notwendig aus schlechtem ,seelenzustande die ,strafe4 ,in derselben ,weise bemisst sich aber auch die himmlische ,belohnung nach der ,stufe seelischer ,gesundheit oder ,vernnftigkeit1 die im ,erdenleben erreicht wurde4 ,der reinen ,seele bleibt in den ,leiden der ,zeit der ,trost des ,ewigen4 ,freilich wird das ,hchste nur von wenigen erreicht4 ,auf dem ,gipfel der ,wahrheit ist fr die ,masse kein ,platz2 nur einer nach dem andern dringt zu der auf einsamer ,hhe entspringenden ,quelle der ,gotteserkenntnis vor4 #g4 ,seine ,ansicht von der menschlichen ,vernunft auszudrcken1 benutzt und deutet ,ibn ,sina dichterische berlieferungen1 wie das auch in der spteren persischen ,litteratur sehr beliebt war4 ,an erster ,stelle interessiert uns die allegorisierte ,gestalt des ,hai ibn ,jaqzan4 ,sie stellt den ,aufstieg des ,geistes aus den ,elementen durch die ,reiche der ,natur1 der ,seele und der ,geister bis zum ,throne des ,ewigen1 ,einen dar4 ,als ein jugendlicher ,greis1 seine ,fhrerschaft anbietend1 begegnet sie dem ,philosophen4 ,dieser hat sich bemht1 mit seinen ueren und inneren ,sinnen1 ,erde und ,himmel zu erkennen4 ,zwei ,wege ffnen sich ihm3 nach ,westen der ,weg der ,materie und des ,bsen1 nach ,sonnenaufgang aber der ,weg der geistigen1 ewigreinen ,formen1 auf den ,hai den ,wanderer fhrt4 ,zusammen gelangen sie zu der ,quelle gttlicher ,weisheit1 dem ,born ewiger ,jugend1 wo ,schnheit der ,schnheit ,vorhang1 ,licht des ,lichtes ,schleier ist3 das ewige ,geheimnis4 ,hai ibn ,jaqzan ist demnach der ,fhrer der einzelnen denkenden ,seelen1 er ist der ewige ,geist1 der ber der ,menschheit steht und sich in ihr bethtigt4 ,einen hnlichen ,sinn findet unser ,philosoph in der vielfach umgebildeten sptgriechischen ,legende von den ,brdern ,salaman und ,absal4 ,salaman ist ihm der ,weltmensch1 dessen ,weib 7 die sinnliche ,welt7 sich in ,absal verliebt und diesen durch eine ,list in ihre ,arme zu fhren wei4 ,vor dem entscheidenden ,augenblicke fhrt aber ein ,blitz vom ,himmel herab1 entdeckt ,absal den beinahe begangenen ,frevel und erhebt ihn von der sinnlichen ,genusswelt zu der ,welt reingeistiger ,betrachtung4 ,wie ein ,vogel1 heit es an anderer ,stelle1 ist die ,seele des ,philosophen4 ,mit groer ,mhe entkommt sie irdischen ,stricken und durchfliegt die ,weltenrume1 bis der ,engel des ,todes ihr die letzten ,fesseln lst4 ,das ist ,ibn ,sinas ,mystik4 ,seine ,seele hat ,bedrfnisse1 fr die seine ,apotheke keine ,mittel1 das hfische ,leben keine ,befriedigung darbietet4 #h4 ,ethik und ,politik theoretisch auszubilden bleibe den ,lehrern des ,fiqh berlassen4 ,unser ,philosoph fhlt sich auf der ,stufe eines ,erleuchteten wie ein ,gott ber alle menschlichen ,gesetze hinausgehoben4 ,nur fr die ,menge ist das ,gesetz der ,religion und des ,staates verpflichtend4 ,mohammeds ,zweck war1 die ,beduinen zu zivilisieren2 zu dem ,zwecke predigte er u4 a4 eine ,auferstehung des ,fleisches4 ,was reingeistige ,seligkeit bedeutet1 htten sie nicht verstanden1 er musste sie also mit der ,aussicht auf krperliche ,leiden oder ,freuden erziehen4 ,mit dieser sinnlichen ,menge1 deren ,gottesdienst in der ,beobachtung uerer ,formen besteht1 stimmen insofern die ,asketen1 obgleich sie ganz der ,welt und der ,sinne entsagen wollen1 berein1 dass auch sie mit ,rcksicht auf eine himmlische ,belohnung ihre frommen ,werke ausben4 ,hher als die ,menge und die ,frommen stehen die wahren ,gottesverehrer in geistiger ,liebe1 die nichts wollen als ,gott selbst1 ohne ,hoffnung1 ohne ,furcht4 ,ihr ,eigentum ist die ,freiheit des ,geistes4 ,dieses ,geheimnis aber soll man der ,menge nicht offenbaren4 ,nur seinen liebsten ,schlern vertraut es der ,philosoph4 #i4 ,ibn ,sina kam auf seinen ,reisen mit vielen gelehrten ,zeitgenossen zusammen4 ,dauernde ,verbindungen waren1 wie es scheint1 nicht davon die ,folge4 ,wie er sich von seinen ,vorgngern allein dem ,farabi verpflichtet fhlt1 so dankt er der ,mitwelt nur in seinen frstlichen ,gnnern4 ,den ,ibn ,maskawaih 7s4 ,,iv #c71 mit dem er noch fter zusammenkam1 hat er ungnstig beurteilt4 ,mit dem ihm als ,forscher berlegenen ,beruni fhrte er eine ,korrespondenz1 die aber bald abgebrochen wurde4 ,beruni 7#igc-ajdh71 wenn er auch ,kindi und ,masudi eher als ,farabi und den jngeren ,ibn ,sina seine ,meister nennen darf1 verdient hier zur ,charakteristik der ,zeit einer kurzen ,erwhnung4 ,vorzglich beschftigten ihn ,mathematik1 ,astronomie1 ,lnder- und ,vlkerkunde4 ,er war ein scharfer ,beobachter und guter ,kritiker4 ,aber er verdankte der ,philosophie manche ,aufklrung und widmete ihr als ,kulturerscheinung fortwhrend seine ,aufmerksamkeit4 ,treffend hebt ,beruni die bereinstimmung zwischen pythagoreisch-platonischer ,philosophie1 indischer ,weisheit und vielen sufischen ,anschauungen hervor4 ,nicht weniger treffend erkennt er die berlegenheit griechischer ,wissenschaft gegenber den ,versuchen und ,leistungen der ,araber und ,inder4 ,indien1 sagt er1 von ,arabien ganz zu schweigen1 hat keinen ,sokrates hervorgebracht4 ,keine logische ,methode hat dort die ,phantasie aus der ,wissenschaft vertrieben4 ,doch will er einzelnen ,indern gerecht werden4 ,zustimmend fhrt er als die ,lehre der ,anhnger ,aryabhatas folgendes an3 ,es gengt uns1 das zu erkennen1 was von den ,strahlen der ,sonne beleuchtet wird2 was darber hinausgeht1 wenn auch von unermesslicher ,ausdehnung1 brauchen wir nicht4 ,was der ,sonnenstrahl nicht erreicht1 knnen die ,sinne nicht wahrnehmen1 und was der ,sinn nicht wahrnimmt1 knnen wir nicht erkennen4 ,daraus ergibt sich uns ,berunis ,philosophie4 ,nur die ,wahrnehmungen der ,sinne1 von einem logischen ,geiste verknpft1 gewhren sichere ,erkenntnis4 ,und zum ,leben brauchen wir eine praktische ,philosophie1 die uns vom ,freunde den ,feind unterscheiden lsst4 ,er glaubte selbst wohl nicht1 damit alles und das letzte ,wort gesagt zu haben4 #aj4 ,aus der ,schule ,ibn ,sinas sind uns mehr ,namen berliefert als ,schriften erhalten4 ,dschuzdschani hat1 im ,anschluss an eine ,selbstbiographie1 das ,leben des ,meisters beschrieben4 ,und von ,abu-l-,hasan ,behmenjar ibn al-,marzuban haben wir noch ein paar kleinere metaphysische ,abhandlungen1 die sich fast ganz in bereinstimmung mit dem ,systeme seines ,lehrers befinden4 ,nur scheint die ,materie etwas von ihrer ,substantialitt einzuben3 als ,seinsmglichkeit wird sie zu einer ,relation oder ,beziehung des ,denkens4 ,gott ist1 nach ,behmenjar1 die reine1 ursachlose ,einheit notwendigen ,seins1 nicht der lebendige1 alles wirkende ,schpfer4 ,er ist zwar ,ursache der ,welt1 aber die ,folge ist mit der ,ursache zugleich und notwendig gegeben1 sonst wre die ,ursache nicht vollkommen1 weil der ,vernderung fhig4 ,wesenhaft1 nicht zeitlich1 geht ,gottes ,dasein dem der ,welt voran4 ,drei ,bestimmungen kommen demnach dem hchsten ,sein zu3 dass es wesentlich zuerst1 sich selbst gengend und notwendig sei1 m4 a4 ,w4 ,gottes ,wesen ist die ,seinsnotwendigkeit4 ,diesem absolut-notwendigen ,sein verdankt alles mglicherweise ,existierende sein ,dasein4 ,das stimmt nun wohl zu den ,lehren ,ibn ,sinas4 ,und ebenso verhlt es sich mit dem ,weltbilde und der ,seelenlehre des ,schlers4 ,was einmal zur vollen ,wirklichkeit gelangt ist1 die der ,art nach verschiedenen ,sphrengeister1 die ,urmaterie und die individuell verschiedenen menschlichen ,seelen1 besteht alles ewig fort4 ,vollwirkliches1 weil ohne jede ,mglichkeit1 kann nicht vergehen4 ,die ,eigenart alles ,geistigen ist die ,erkenntnis des eigenen ,wesens4 ,wille heit1 nach ,behmenjar1 nichts anderes als ,erkenntnis dessen1 was notwendig aus dem ,wesen folgt4 ,in der ,selbsterkenntnis besteht auch das ,leben und die ,lust der vernnftigen ,seele4 #aa4 ,ibn ,sina hat eine weitgehende ,wirkung erzielt4 ,nach seinem ,kanon der ,medizin1 der auch im ,abendlande vom #ac4 bis #af4 ,jahrhundert hohes ,ansehen genoss1 werden heutigen ,tages noch die ,perser kuriert4 ,sein ,einfluss auf die christliche ,scholastik war bedeutend4 ,dante setzte ihn zwischen ,hippokrat und ,galen1 und ,scaliger behauptete1 er sei in der ,medizin dem ,galen gleich1 in der ,philosophie diesem sogar weit berlegen4 ,dem ,orient galt und gilt er als der ,frst der ,philosophie4 ,der neuplatonische ,aristotelismus ist dort bekannt geblieben in der ,form1 die ihm ,ibn ,sina gegeben4 ,zahlreich sind die ,handschriften seiner ,werke1 ein ,zeugnis seiner ,popularitt1 unzhlig aber die ,kompendien und ,kommentare zu seinen ,schriften4 ,mediziner und ,staatsmnner1 aber auch ,theologen studierten ihn4 ,nur wenige gingen ber ihn zu den ,quellen zurck4 ,der ,feinde gab es freilich von ,anfang an viele und sie uerten sich lauter als die ,freunde4 ,dichter verfluchten ihn1 ,theologen stimmten mit ein oder versuchten es1 ihn zu widerlegen4 ,und der ,chalif ,mustandschid lie im ,jahre #aaej unter der philosophischen ,bibliothek eines ,richters auch die ,schriften ,ibn ,sinas zu ,bagdad dem ,feuer bergeben4 #e4 ,ibn al-,haitham4 #a4 ,nach ,ibn ,sina und seiner ,schule fand die theoretische ,philosophie in den stlichen ,lndern des muslimischen ,reiches wenig ,pflege mehr4 ,die arabische ,sprache musste im ,leben und in der ,litteratur dort immer mehr der persischen weichen4 ,dass letztere ,sprache sich weniger gut zu abstrakt logischen und metaphysischen ,errterungen eignet1 drfte dabei nur ganz nebenschlich ins ,gewicht fallen4 ,es nderten sich in trauriger ,weise die ,kulturverhltnisse und damit die ,interessen der ,menschen4 ,ethik und ,politik traten in den ,vordergrund1 jedoch ohne eine wirklich neue ,gestalt zu bekommen4 ,ganz vorherrschend aber war es in der neupersischen ,litteratur eine teils freigeistige1 teils1 und zwar berwiegend1 mystische ,poesie1 die das ,bedrfnis der ,gebildeten nach ,weisheit befriedigte4 ,seit der ,mitte des zehnten ,jahrhunderts etwa hatte sich von ,bagdad aus ein ,teil der wissenschaftlichen ,bewegung dem ,westen zugewendet4 ,wir fanden schon ,farabi in ,syrien1 ,masudi in gypten4 ,dort wurde ,kairo ein zweites ,bagdad4 #b4 ,in ,kairo treffen wir am ,anfang des elften ,jahrhunderts einen der bedeutendsten ,mathematiker und ,physiker des ganzen ,mittelalters1 ,abu ,ali ,mohammed ibn al-,hasan ibn al-,haitham4 ,in ,basra1 wo er geboren wurde1 hatte er schon ein ,staatsamt verwaltet4 ,in allzugroem ,vertrauen auf die ,verwertbarkeit seiner mathematischen ,kenntnisse glaubte er die ,nilberschwemmungen regulieren zu knnen4 ,deshalb vom ,chalifen al-,hakim berufen1 sah er bald nach seiner ,ankunft das ,vergebliche seiner ,bemhungen ein4 ,als ,verwaltungsbeamter fiel er dann in ,ungnade1 verbarg sich bis zum ,tode des ,chalifen 7#ajbj7 und lebte ferner wissenschaftlichen und litterarischen ,arbeiten1 bis er im ,jahre #ajch starb4 ,seine ,hauptwirksamkeit liegt auf dem ,gebiete der ,mathematik und ihrer ,anwendung4 ,doch hat er sich auch sehr viel mit den galenischen und aristotelischen ,schriften1 und nicht blo mit den physischen1 beschftigt4 ,nach seinem eigenen ,bekenntnis hat er von ,jugend auf alles bezweifelnd1 die verschiedenen ,ansichten und ,lehren der ,menschen betrachtet1 bis er in allen mehr oder weniger gelungene ,versuche1 sich der ,wahrheit zu nhern1 erkannte4 ,als ,wahrheit galt ihm ferner nur das1 was sich der sinnlichen ,wahrnehmung als ,material darbot und vom ,verstande seine ,form erhielt1 also die logisch bearbeitete ,wahrnehmung4 ,solche ,wahrheit zu suchen war sein ,bestreben beim ,studium der ,philosophie4 ,die ,philosophie sollte ihm ,grundlage aller ,wissenschaften sein4 ,er fand sie in den ,schriften des ,aristoteles1 weil dieser es am besten verstanden hatte1 die sinnliche ,wahrnehmung einheitlich zu vernnftiger ,erkenntnis zu verknpfen4 ,eifrig studierte und erluterte er darum die ,werke des ,aristoteles1 zu ,nutz und ,frommen der ,menschheit1 zu eigener bung und als ,schatz und ,trost fr sein ,alter4 ,von diesen ,arbeiten scheint uns aber nichts erhalten zu sein4 ,des ,ibn al-,haithams bedeutendste ,schrift1 die in lateinischer bersetzung und ,bearbeitung auf uns gekommen ist1 ist die ,optik4 ,er zeigt sich darin als einen scharfen mathematischen ,denker1 berall um die ,analyse der ,begriffe und der wirklichen ,vorgnge bemht4 ,ein ,abendlnder des #ac4 ,jahrhunderts 7,witelo7 wusste das ,ganze methodischer darzustellen1 doch drfte an ,schrfe der ,beobachtung im einzelnen ,ibn al-,haitham jenem berlegen sein4 #c4 ,das ,denken ,ibn al-,haithams ist ganz mathematisch bestimmt4 ,die ,substanz eines ,krpers besteht nach ihm aus der ,summe seiner wesentlichen ,eigenschaften1 wie das ,ganze der ,summe der ,teile und der ,begriff der ,summe seiner ,merkmale gleich ist4 ,in der ,optik interessieren uns besonders die psychologischen ,bemerkungen ber das ,sehen und die ,sinneswahrnehmung berhaupt4 ,das ,bestreben ist hier darauf gerichtet1 die einzelnen ,momente der ,wahrnehmung zu sondern und den zeitlichen ,charakter des ganzen ,prozesses hervorzuheben4 ,die ,wahrnehmung setzt sich dann zusammen aus der ,sinnesempfindung 7#a71 der ,vergleichung 7#b7 mehrerer ,empfindungen oder der jetzigen ,empfindung mit dem infolge frherer ,empfindungen nach und nach in der ,seele geformten ,erinnerungsbilde1 und dem ,wiedererkennen 7#c71 sodass wir das jetzt ,wahrgenommene als mit dem ,erinnerungsbilde gleich erkennen4 ,das ,vergleichen und das ,wiedererkennen sind keine ,thtigkeiten der ,sinne1 die nur passiv empfinden1 sondern fallen dem urteilenden ,verstande zu4 ,gewhnlich geht das alles unbewusst oder halbbewusst von statten1 und nur durch ,besinnung wird es uns zum ,bewusstsein gefhrt und das scheinbar ,einfache in seine ,bestandteile zerlegt4 ,der ,prozess der ,wahrnehmung verluft sehr schnell4 ,je gebter der ,mensch in dieser ,hinsicht ist und je fter eine ,wahrnehmung sich wiederholt1 um so fester wird das ,erinnerungsbild der ,seele eingeprgt1 um so schneller kommt das ,wiedererkennen oder die ,wahrnehmung zu ,stande4 ,die ,ursache davon ist die1 dass die neue ,empfindung von dem schon vorhandenen seelischen ,gebilde ergnzt wird4 ,leicht knnte man also meinen1 die ,wahrnehmung sei1 wenigstens nach langer ,einbung1 ein zeitloser ,akt4 ,das wre aber ein ,irrtum1 denn nicht nur entspricht jeder ,empfindung eine qualitative1 im ,sinnesorgan lokalisierte ,vernderung1 die eine ,zeit erfordert1 sondern auch zwischen der ,reizung des ,organs und der bewussten ,wahrnehmung muss der rumlichen ,fortleitung des ,reizes durch die ,nerven eine ,zeitstrecke entsprechen4 ,dass es z4 ,b4 zur ,auffassung einer ,farbe ,zeit bedarf1 beweist der drehende ,farbenkreisel1 der uns nur eine ,mischfarbe zeigt1 weil wir wegen der schnellen ,bewegung keine ,zeit haben1 die einzelnen ,farben aufzufassen4 ,vergleichen und ,wiedererkennen sind nach ,ibn al-,haitham die bedeutenden1 seelischen ,momente der ,wahrnehmung4 ,dagegen entspricht die ,empfindung der ,materie1 der empfindende ,sinn verhlt sich passiv4 ,eigentlich ist alles ,empfinden an sich eine ,art ,unlust1 welche sich fr gewhnlich nicht fhlbar macht1 bei sehr starken ,reizen aber1 z4 ,b4 durch allzuhelles ,licht1 zum ,bewusstsein kommt4 ,der ,charakter der ,lust kommt nur der vollkommenen ,wahrnehmung zu1 d4 h4 dem ,erkennen1 das die ,materie der ,empfindung zur seelischen ,form erhebt4 ,das ,vergleichen und ,wiedererkennen in der ,wahrnehmung ist wesentlich ein unbewusstes ,urteilen und ,schlieen4 ,das ,kind macht schon einen ,schluss1 wenn es von zwei pfeln den schneren whlt4 ,schlieen ist jede ,erfassung eines ,zusammenhanges4 ,weil aber ,urteilen und ,schlieen schnell zu ,stande kommen1 irrt der ,mensch sich dabei leicht1 und hlt auch oft fr einen ursprnglichen ,begriff1 was nur ein auf dem ,wege des ,schlieens abgeleitetes ,urteil ist4 ,bei allem1 was uns als ,axiome verkndet wird1 soll man doch auf der ,hut sein und nachspren1 ob es nicht aus ,einfacherem abgeleitet werden knne4 #d4 ,diese ,aufforderung unseres ,philosophen hat im ,orient wenig gefruchtet4 ,zwar hat er in ,mathematik und ,astronomie etwas ,schule gemacht1 aber fr seine aristotelische ,philosophie gab es weniger ,liebhaber4 ,wir kennen nur einen seiner ,schler1 der zu den ,philosophen gezhlt wird1 ,abu-l-,wafa ,mubasschir ibn ,fatik al-,qaid1 einen gyptischen ,emir1 der im ,jahre #ajec ein ,werk mit ,spruchweisheit1 ,anekdoten zur ,philosophiegeschichte u4 s4 w4 lieferte4 ,von eigener ,gedankenarbeit ist dabei kaum etwas zu spren4 ,es sollte unterhalten4 ,und mehr noch als an solchem ,werke erbauten sich die ,einwohner ,kairos in der ,folgezeit an den ,mrchen der ,tausend und eine ,nacht4 ,der ,orient hat ,ibn al-,haitham fast vergessen1 ihn und seine ,werke verketzert4 ,ein ,schler des jdischen ,philosophen ,maimonides erzhlt1 er sei wegen ,handelsgeschfte in ,bagdad gewesen1 als dort die ,bibliothek eines ,philosophen 7gest4 #abad7 verbrannt wurde4 ,da warf ein ,prediger1 der die ,exekution leitete1 mit eigener ,hand eine astronomische ,schrift des ,ibn al-,haitham in die ,flammen1 nachdem er auf eine darin abgebildete ,weltkugel als das ,unglckszeichen verruchter ,gottlosigkeit hingewiesen hatte4 ,v4 ,,der ,,ausgang ,,der ,,philosophie ,,im ,,osten4 #a4 ,gazali4 #a4 ,wir haben frher schon gesehen1 dass die theologische ,bewegung im ,islam stark von der ,philosophie beeinflusst war4 ,nicht nur die mutazilitische1 sondern auch die antimutazilitische ,dialektik holte ihre ,ansichten und die ,argumente1 womit sie die eigene ,lehre sttzte1 die des ,gegners bekmpfte1 zum groen ,teile aus den ,schriften der ,philosophen4 ,man nahm aus diesen auf1 was man eben brauchen konnte1 das andere lie man auf sich beruhen1 oder aber man machte den ,versuch1 es zu widerlegen4 ,so entstanden zahlreiche ,schriften1 gegen eine besondere philosophische ,lehre oder einen einzelnen ,philosophen gerichtet4 ,ein ,versuch aber1 das ganze ,system der ,philosophie1 wie es im ,osten auf griechischer ,grundlage aufgebaut war1 nach eingehendem ,studium von allgemeinen ,gesichtspunkten aus zu bekmpfen1 ist wohl vor ,gazali nicht gemacht worden4 ,das ,unternehmen ,gazalis hatte auch eine positive ,seite4 ,neben der ,dialektik1 die die ,lehren des ,glaubens verstndlich zu machen oder gar vernnftig zu begrnden suchte1 lief im ,islam eine ,mystik her1 die auf innerliches1 gemtliches ,erfassen des ,dogmas aus war4 ,nicht begreifen oder beweisen wollte sie den ,glaubensinhalt1 sondern erfahren1 im ,geiste erleben4 ,dem ,glauben soll ja die hchste ,gewissheit zukommen4 ,sollte man ihn dann in ein abgeleitetes ,wissen verwandeln knnen8 ,oder sollten seine ,stze ,prinzipien der ,vernunft sein1 keines weiteren ,beweises fhig noch bedrftig8 ,aber die ,grundstze der ,vernunft mssen1 wenn sie einmal bekannt sind1 allgemein anerkannt werden1 und die allgemeine ,anerkennung fehlt den ,stzen des ,glaubens4 ,woher sonst der ,unglaube8 ,so wurde weiter gefragt4 ,und als der einzige ,ausweg aus solchen ,zweifeln erschien es vielen1 die ,glaubenslehre auf eine innere1 bervernnftige ,erleuchtung zu grnden4 ,anfangs geschah das unbewusst1 in mystischem ,drange1 wobei denn oft der ,inhalt der ,pflichten- und ,glaubenslehre sehr vernachlssigt wurde4 ,auch hier hat ,gazali eingegriffen4 ,was vielleicht von ,salimiten und ,karramiten1 antimutazilitischen ,sekten1 vorgebildet war1 hat er in groem ,stile durchgefhrt3 die ,mystik trgt und krnt seit seiner ,zeit das ,lehrgebude des orthodoxen ,islam4 #b4 ,merkwrdig ist die ,lebensgeschichte dieses ,mannes1 und zum ,verstndnis seiner ,wirksamkeit ist es unbedingt erforderlich1 etwas nher darauf einzugehen4 ,im ,jahre #ajei wurde er zu ,tos in ,chorasan geboren1 war also ein ,landsmann des groen ,dichters ,firdausi4 ,wie dieser von der alten ,herrlichkeit der persischen ,nation zeugt1 so sollte ,gazali ,zeugnis und ,zierde des ganzen zuknftigen ,islam sein4 ,schon seine ,erziehung1 nach dem ,tode des ,vaters im ,hause eines sufischen ,freundes1 war mehr universal als national gerichtet4 ,dem unruhigen1 phantastischen ,geiste des ,jnglings sagte auch keine ,beschrnkung zu4 ,in der spitzfindigen ,kasuistik der ,pflichtenlehre mit ihren przisen ,formeln fand er sich nicht zurecht4 ,er sah sie an als ein weltliches ,wissen1 von dem er sich abwendete1 um sich in die ,erkenntnis ,allahs geistig zu vertiefen4 ,dann studierte er in ,nischabur ,theologie bei einem sufischen ,lehrer1 dem ,imam al-,haramain 7gest4 #ajhe71 whrend dessen er wohl selbst anfing zu schriftstellern und zu lehren1 vielleicht auch schon an seiner ,wissenschaft zu zweifeln4 ,er begab sich darauf zu ,nizam al-,mulk1 dem ,wezir des ,seldschukenfrsten1 bis er 7#ajia7 eine ,professur in ,bagdad erhielt4 ,in diese ,zeit fllt jedenfalls die nhere ,beschftigung mit der ,philosophie4 ,es war aber nicht reine ,liebe zur ,wissenschaft1 die ihn dazu trieb1 sondern die ,sehnsucht des ,herzens1 ,lsung fr die ,zweifel des ,verstandes zu finden4 ,keine ,aufklrung ber das ,weltgeschehen1 auch keine ,klrung des eigenen ,denkens1 sondern ,herzensruhe und die ,erfahrung einer hheren ,wirklichkeit suchte er zu erreichen4 ,eingehend befasste er sich mit den ,schriften der ,philosophen1 besonders denen des ,farabi und ,ibn ,sina1 und hauptschlich dem ,system des letzteren folgend1 schrieb er ein philosophisches ,kompendium1 objektiv gehalten1 scheinbar mit einiger ,teilnahme am ,inhalt4 ,er that es1 wie er anfangs wohl leise zur ,selbstberuhigung1 spter aber laut zu seiner ,entschuldigung sagte1 nur um der ,darstellung der philosophischen ,lehren die ,widerlegung folgen zu lassen4 ,auch diese erschien1 wahrscheinlich nicht lange ,zeit darauf4 ,es war die berhmte ,ruin der ,philosophen1 die vermutlich noch in ,bagdad oder kurz nach seiner ,abreise verfasst wurde4 ,schon nach vier ,jahren nmlich 7#ajie7 hatte ,gazali seine von uerem ,erfolg begleitete ,lehrthtigkeit in ,bagdad eingestellt4 ,sein immer zweifelnder ,geist fand im dogmatischen ,vortrag wohl keine ,befriedigung4 ,seine glnzende ,stellung zog ihn bald an1 bald stie sie ihn ab4 ,er glaubte wohl1 auf andere ,weise besser die ,welt und ihre ,weisheit bekmpfen zu knnen1 zu sollen4 ,sein ,ehrgeiz war grer als diese ,welt4 ,doch tiefer4 ,whrend einer ,krankheit stand ihm der innere ,beruf vor der ,seele4 ,im stillen1 durch sufische bungen1 sollte er sich darauf vorbereiten1 vielleicht einmal als religis-politischer ,reformator auftreten4 ,zu derselben ,zeit1 als die ,ritter vom ,kreuze im ,abendlande sich gegen den ,islam rsteten1 da bereitete sich ,gazali zum geistigen ,vorkmpfer des muslimischen ,glaubens4 ,nicht gewaltig war seine ,bekehrung1 wie die des heiligen ,augustin1 sondern dem ,erlebnis zu vergleichen des heiligen ,hieronymus1 der im ,traume von seinen ciceronianischen ,liebhabereien zum praktischen ,christentum berufen ward4 ,zehn ,jahre ist nun ,gazali auf der ,wanderschaft1 seine ,zeit in fromme bungen und litterarische ,thtigkeit teilend4 ,in der ersten ,zeit vermutlich hat er sein theologisch-ethisches ,hauptwerk ,die ,belebung der ,religionswissenschaften geschrieben4 ,gegen ,ende hat er reformatorisch zu wirken versucht4 ,seine ,reise fhrte ihn ber ,damaskus und ,jerusalem 7noch vor der ,einnahme durch die ,kreuzfahrer71 ,alexandria1 ,mekka und ,medina nach ,hause zurck4 ,nach seiner ,rckkehr hat ,gazali noch auf kurze ,zeit in ,nischabur als ,lehrer gewirkt und ist in seiner ,vaterstadt ,tos am #ai4 ,dez4 des ,jahres #aaaa gestorben4 ,die letzten ,jahre gehren hauptschlich frommer ,betrachtung und dem ,studium der ,traditionen1 die einmal dem ,jngling nicht ins ,gedchtnis hinein wollten4 ,ein schn vollendetes ,leben1 in dem das ,ende zum ,anfang zurckkehrt4 #c4 ,gazali berschaut die geistigen ,strmungen seiner ,zeit4 ,da gibt es nun die ,dialektik der ,theologen1 eine sufische ,mystik1 pythagoreische ,popularphilosophie und neuplatonischen ,aristotelismus4 ,was die ,dialektik ergrnden will1 ist auch ,gegenstand seines ,glaubens1 nur dnken ihm ihre ,argumente etwas schwach und deshalb viele von ihren ,behauptungen bedenklich4 ,der sufischen ,mystik fhlt er sich am nchsten verwandt1 ihr verdankt er das beste3 die ,begrndung seines ,glaubens in der ,persnlichkeit1 sodass er als innere ,erfahrung postulieren kann1 was die ,dialektiker verstandesmig abzuleiten versuchen4 ,auch der ,popularphilosophie dankt er ,belehrung1 ber ,mathematik nmlich1 die er durchaus als ,wissenschaft anerkennt1 und ihre astronomischen ,folgerungen4 ,ihre ,physik lsst er1 wo sie nicht gegen den ,glauben verstt1 gelten4 ,aber der ,aristotelismus1 wie er von ,farabi und ,ibn ,sina1 nicht weniger autorittsglubig als die ,theologen1 gelehrt worden1 erscheint ihm als der ,feind des ,islam1 den er im ,namen smtlicher muslimischen ,schulen und ,richtungen1 also von katholischem ,standpunkte1 bekmpfen soll4 ,und zwar mit des ,aristoteles eigenen ,waffen1 denen der ,logik4 ,denn ebenso fest wie die ,stze der ,mathematik1 stehen ihm die ,grundstze des ,denkens1 welche die ,logik lehrt4 ,vollbewusst geht er vom ,satze des ,widerspruchs aus1 dem sich ,gott selbst1 nach seiner ,behauptung1 unterwirft4 ,von den physisch-metaphysischen ,lehren der ,philosophie greift er nun hauptschlich drei an3 #a4 dass die ,welt ewig sei2 #b4 dass ,gott nur ,allgemeines erkenne und es folglich keine besondere ,vorsehung gebe2 #c4 dass nur die ,seele unsterblich sei und also eine ,auferstehung des ,fleisches nicht zu erwarten4 ,bei der ,widerlegung dieser ,lehren ist ,gazali vielfach abhngig von dem christlichen ,kommentator des ,aristoteles1 ,johannes ,philoponus1 der auch gegen des ,proklos ,lehre von der ,ewigkeit der ,welt geschrieben hat4 #d4 ,die ,welt ist nach den ,philosophen eine ,kugel von endlicher ,ausdehnung1 aber unendlicher ,dauer4 ,von ,ewigkeit geht sie aus ,gott hervor1 wie die ,wirkung mit der ,ursache zugleich ist4 ,dagegen meint ,gazali1 dass man ,raum und ,zeit nicht in der ,weise verschieden auffassen drfe1 und dass die gttliche ,urschlichkeit als freischpferische ,macht zu bestimmen sei4 ,zunchst ,raum und ,zeit4 ,ebensowenig wie ,anfang und ,ende der ,zeit knnen wir uns eine uerste ,grenze des ,raumes vorstellen4 ,wer an eine endlose ,zeit glaubt1 muss1 seiner ,vorstellung folgend1 also auch die ,existenz eines unendlichen ,raumes annehmen4 ,dass der ,raum dem ueren1 die ,zeit dagegen dem inneren ,sinne entspreche1 ndert daran nichts1 denn aus dem ,sinnlichen kommen wir doch nicht heraus4 ,wie der ,raum zum ,krper1 so verhlt sich die ,zeit zur ,bewegung des ,krpers4 ,beide sind nur ,verhltnisse der ,dinge1 in und mit den ,dingen der ,welt erschaffen1 oder vielmehr nur ,beziehungen unserer ,vorstellungen1 die ,gott in uns schafft4 ,wichtiger noch ist es1 was ,gazali ber die ,urschlichkeit beibringt4 ,die ,philosophen unterscheiden ein ,wirken ,gottes1 der wollenden ,geistwesen1 der ,seele1 der ,natur1 des ,zufalles oder dergleichen4 ,fr ,gazali aber gibt es1 wie fr den orthodoxen ,kalam1 berhaupt nur eine ,kausalitt1 die des wollenden ,wesens4 ,die ,naturkausalitt beseitigt er ganz1 sie lst sich ohne ,rest in ein ,zeitverhltnis auf4 ,auf eine bestimmte ,erscheinung 7,ursache7 sehen wir regelmig eine bestimmte andere 7,wirkung7 folgen2 wie sie aber daraus erfolgt1 bleibt uns ein ,rtsel4 ,von dem ,wirken der ,naturdinge wissen wir nichts4 ,auch ist jede ,vernderung an sich unbegreiflich4 ,wie etwas ein anderes wird1 ist dem ,denken unfasslich1 dieses kann ebensogut nach ,thatsachen wie nach ,ursachen fragen4 ,etwas ist oder ist nicht1 aber ein ,seiendes in ein ,anderes zu verwandeln1 dazu ist nicht einmal die gttliche ,allmacht im ,stande4 ,sie schafft oder vernichtet4 ,dennoch ist es eine ,thatsache unseres ,bewusstseins1 dass wir etwas wirken4 ,wenn wir etwas wollen und die ,kraft zur ,ausfhrung besitzen1 nehmen wir den ,erfolg als unsere ,that in ,anspruch4 ,aus freiem ,willen1 mit bewusster ,kraft handeln1 das ist die einzige ,kausalitt1 davon wir wissen1 und hieraus schlieen wir auf das gttliche ,wesen4 ,mit welchem ,rechte8 ,in seiner persnlichen ,erfahrung des ,gottesbildes in seiner ,seele glaubt ,gazali die ,berechtigung zu solchem ,schlusse zu finden4 ,aber die ,gotthnlichkeit seiner ,seele will er nicht auf die ,natur bertragen4 ,gott ist ihm demnach1 sofern er aus der ,welt zu erkennen1 das allmchtige1 freiwollende und wirkende ,wesen4 ,seiner ,wirksamkeit darf man keine rumliche ,schranke setzen1 wie die ,philosophen thun1 wenn sie ihn nur auf sein erstes ,geschpf wirken lassen4 ,andererseits aber kann er sein ,werk rumlich und zeitlich beschrnken1 sodass diese endliche ,welt auch nur eine endliche ,dauer besitzt4 ,dass ,gott die ,welt aus dem ,nichts hervorrufe durch eine absolute ,schpfungsthat1 scheint den ,philosophen absurd4 ,sie erkennen nur einen ,wechsel der ,accidenzen oder ,formen an der ,einen ,materie1 ein ,wandern des ,wirklichen von ,mglichkeit zu ,mglichkeit4 ,aber entsteht denn nie etwas ,neues8 ,ist nicht jede sinnliche ,wahrnehmung1 so fragt ,gazali1 und jede geistige ,perzeption etwas ganz ,neues1 das entweder ist oder nicht ist1 bei dessen ,entstehen aber nicht das ,gegenteil aufhrt1 bei dessen ,verschwinden nicht das ,entgegengesetzte eintritt8 ,sind auch nicht die vielen individuellen ,seelen1 die es nach ,ibn ,sinas ,system geben soll1 absolut neu entstanden8 ,mit ,fragen wird man nicht fertig4 ,die ,vorstellung schweift berall in die ,weite1 das ,denken fhrt uns ins ,unendliche4 ,wie ,raum und ,zeit1 lsst sich auch die ,reihe der ,ursachen nirgendwo abschliessen4 ,damit es aber ein bestimmtes1 abgeschlossenes ,sein gebe1 -- diese ,forderung stellt ,gazali mit den ,philosophen -- brauchen wir einen ewigen ,willen als erste von allem ,anderen verschiedene ,ursache4 ,dies drfen wir jedenfalls dem ,gazali zugestehen3 die phantastische ,formen- und ,seelenlehre des ,ibn ,sina hlt seiner ,kritik nicht ,stand4 #e4 ,wir haben uns schon dem ,gottesbegriffe genhert4 ,den ,philosophen ist ,gott das hchste ,sein1 dessen ,wesen das ,denken4 ,was er erkennt1 wird1 geht aus seinem berflusse hervor1 positiv gewollt aber hat er es nicht4 ,denn alles ,wollen setzt einen ,mangel1 ein ,bedrfnis1 voraus und bedingt eine ,vernderung in dem wollenden ,wesen4 ,wollen ist ,bewegung in der ,materie1 vollwirklicher ,geist will nichts4 ,gott schaut also in wunschloser ,betrachtung seiner ,schpfung zu4 ,er erkennt sich selbst oder auch sein erstes ,geschpf oder1 nach ,ibn ,sina1 das ,allgemeine1 die ewigen ,gattungen und ,arten aller ,dinge4 ,nach ,gazali aber soll ,gott ewig ein ,wille zukommen als eins seiner ewigen ,attribute4 ,herkmmlicherweise lsst er zwar in metaphysischen und ethischen ,betrachtungen das ,erkennen dem ,wollen vorangehen4 ,aber seiner berzeugung nach ist im ,wissen die ,einheit des ,wesens nicht mehr als im ,wollen4 ,nicht nur die ,vielheit der ,gegenstnde des ,wissens und ihre verschiedene ,beziehung auf das wissende ,subjekt1 sondern auch das ,selbstbewusstsein1 das ,wissen um das ,wissen1 geht an sich betrachtet ins ,unendliche4 ,es muss da ein ,willensakt den ,abschluss bewirken4 ,in der ,richtung der ,aufmerksamkeit und in der ,selbstbesinnung wirkt ein ursprngliches ,wollen4 ,und so kommt auch das gttliche ,wissen nur zu einem einheitlichen ,abschluss1 in seiner ,persnlichkeit1 durch einen ursprnglichen1 ewigen ,willen4 ,statt der ,behauptung der ,philosophen1 ,gott wolle die ,welt1 weil er sie als das ,beste denke1 setzt ,gazali3 ,gott erkennt die ,welt1 weil und indem er sie will4 ,sollte denn ,er1 der alles will und schafft1 sein ,werk nicht erkennen bis zum kleinsten ,stoffteile8 ,wie sein ewiger ,wille aller ,einzeldinge ,ursache1 so umfasst sein ewiges ,wissen alles ,besondere zugleich1 ohne dass die ,einheit seines ,wesens dadurch aufgehoben wird4 ,es gibt folglich eine ,vorsehung4 ,auf die ,einwendung1 dass die gttliche ,vorsehung alles besondere ,geschehen notwendig mache1 entgegnet ,gazali1 hnlich wie der hl4 ,augustin1 das ,vorherwissen unterscheide sich nicht vom ,wissen im ,gedchtnis1 d4 h4 ,gottes ,wissen sei ber jeden ,zeitunterschied erhaben4 ,es lsst sich fragen1 ob nicht ,gazali1 um den ewigen1 allmchtigen ,schpferwillen zu retten1 sowohl den zeitlichen ,charakter der ,welt1 den er beweisen mchte1 als die ,freiheit des menschlichen ,handelns1 von der er dabei ausgeht1 und die er auch nicht ganz aufgeben wollte1 jener absoluten ,macht zum ,opfer dargebracht habe4 ,gott zu liebe verschwindet diese ,welt der ,schatten und der ,abbilder1 wie er sie nennt4 #f4 ,die dritte ,frage1 ber die ,gazali sich mit den ,philosophen auseinandersetzt1 hat weniger philosophisches ,interesse4 ,sie betrifft die ,auferstehung des ,fleisches4 ,nach den ,philosophen ist nur die ,seele unsterblich1 sei es individuell oder als ,teil der ,weltseele2 dagegen der ,krper vergnglich4 ,gegen diesen ,dualismus1 der theoretisch zu einer asketischen ,ethik fhrte1 praktisch aber sehr leicht in ,libertinismus sich umsetzte1 emprt sich das religis-sittliche ,gefhl ,gazalis4 ,soll das ,fleisch ,pflichten haben1 so muss es wieder in seine ,rechte eingesetzt werden4 ,die ,mglichkeit der ,auferstehung ist ja nicht zu leugnen1 denn die ,wiedervereinigung der ,seele mit ihrem 7neuen7 ,krper ist nicht wunderbarer als die erste ,verbindung derselben mit dem irdischen ,leibe1 die auch von ,philosophen angenommen wird4 ,kann doch jede ,seele zur ,zeit der ,auferstehung einen neuen1 ihr passenden ,leib bekommen4 ,jedenfalls aber ist die ,seele das eigentliche ,wesen des ,menschen2 aus welcher ,materie ihr himmlischer ,krper gebildet wird1 ist gleichgiltig4 #g4 ,schon aus diesen letzten ,stzen erhellt1 dass ,gazalis ,theologie von philosophischer ,spekulation nicht unberhrt geblieben ist4 ,wie die abendlndischen ,kirchenvter hat er1 bewusst oder unbewusst1 viel ,philosophisches aufgenommen4 ,von den ,muslimen des ,westens wurde deshalb seine ,theologie lange ,zeit als ,neuerung verketzert4 ,wirklich weist seine ,lehre von ,gott1 von der ,welt und der menschlichen ,seele viele ,elemente auf1 die dem ltesten ,islam fremd sind1 und1 teils durch christliche und jdische1 teils durch sptere muslimische ,vermittelung1 auf heidnische ,weisheit zurckgehen4 ,allah1 der ,welten ,herr1 ,mohammeds ,gott1 ist zwar fr ,gazali eine lebendige ,persnlichkeit1 aber doch weit weniger anthropomorph als er dem naiven ,glauben und im antimutazilitischen ,dogma erschien4 ,der sicherste ,weg1 ihn zu erkennen1 soll es sein1 alle ,eigenschaften der ,geschpfe ihm abzusprechen4 ,das heit aber nicht1 dass er keine ,eigenschaften besitze4 ,im ,gegenteil4 ,die ,vielheit der ,bestimmungen schadet nicht der ,einheit des ,wesens4 ,schon das ,krperliche bietet dafr ,analogien4 ,ein ,ding kann zwar nicht zugleich schwarz und wei1 wohl aber kalt und trocken sein4 ,nur soll man1 wenn man ,gott menschliche ,attribute beilegt1 diese in anderem1 hherem ,sinne verstehen4 ,denn er ist reiner ,geist4 ,auer ,allwissenheit und ,allmacht kommen ihm aber auch reine ,gte und ,allgegenwart zu4 ,durch diese ,allgegenwart werden ,diesseits und ,jenseits einander etwas nher gerckt als in der gewhnlichen ,vorstellung4 ,gott ist vergeistigt4 ,nun werden aber auch ,auferstehung und zuknftiges ,leben viel geistiger gefasst als dieses ,leben4 ,die philosophisch-gnostische ,lehre von drei oder vier ,welten ermglicht solche ,auffassung4 ,stufenmig erheben sich ber einander die irdische sinnliche ,menschenwelt1 die ,welt himmlischer ,geister1 zu der unsere ,seele gehrt1 die ,welt berhimmlischer ,engel1 endlich ,gott selbst als die ,welt reinsten ,lichtes1 vollkommensten ,geistes4 ,aus der niederen ,welt steigt die fromme erleuchtete ,seele durch die ,himmel hinauf bis vor ,gottes ,angesicht4 ,denn sie ist geistiger ,natur und ihr ,auferstehungskrper himmlischen ,wesens4 ,entsprechend den verschiedenen ,welten und den ,seelenstufen unterscheiden sich auch die ,menschen von einander4 ,der sinnliche ,mensch muss sich begngen mit ,koran und ,tradition1 ber den ,buchstaben darf er nicht hinausgehen4 ,die ,pflichtenlehre ist sein ,lebensbrot1 ,philosophie wre fr ihn tdliches ,gift4 ,derjenige1 der nicht schwimmen kann1 darf sich nicht ins ,meer wagen4 ,dennoch gibt es immer ,leute1 die1 um schwimmen zu lernen1 ins ,wasser gehen4 ,sie wollen ihren ,glauben zum ,wissen erheben und fallen dabei leicht in ,zweifel und ,unglauben4 ,fr sie1 meint ,gazali1 knnen ,dogmatik und ,polemik gegen die ,philosophie ein ntzliches ,heilmittel sein4 ,auf der hchsten ,stufe menschlicher ,vollkommenheit stehen aber diejenigen1 welche ohne schweres ,nachdenken durch innere gttliche ,erleuchtung die ,wahrheit und ,wirklichkeit der geistigen ,welt in sich erfahren4 ,es sind dies die ,propheten und frommen ,mystiker1 zu denen ,gazali sich zhlen darf4 ,in allem sehen sie ,gott1 ihn1 ja ihn allein1 in der ,natur wie im ,leben ihrer ,seele4 ,vorzglich aber in der ,seele1 die zwar nicht gottgleich1 aber doch gotthnlich ist4 ,wie alles uere jetzt sich ndert6 ,was scheinbar auer uns besteht1 wird zu einem ,zustande oder einer ,eigenschaft der ,seele1 die im ,bewusstsein ihrer ,vereinigung mit ,gott zur hchsten ,seligkeit fortschreitet4 ,alles einigt sich da in ,liebe4 ,der wahre ,gottesdienst geht ber ,furcht vor ,strafe und ,hoffnung auf ,belohnung hinaus zur ,liebe ,gottes im ,geiste4 ber ,dulden und ,danken -- die ,pflicht der noch nicht vollendeten frommen ,wanderer auf ,erden -- erhebt sich der vollkommene ,gottesdiener1 schon in dieser ,welt ,gott freudig zu lieben und zu loben4 #h4 ,es ergeben sich uns aus dem ,vorigen drei ,stufen des ,glaubens oder der ,gewissheit4 ,erstens der ,autorittsglaube der ,menge3 sie glaubt1 was ihr ein glaubwrdiger ,mann erzhlt1 z4 ,b4 dass ,n4 ,n4 da im ,hause sei4 ,zweitens das abgeleitete ,wissen der ,gelehrten3 sie haben den ,n4 ,n4 reden hren und schlieen1 dass er sich im ,hause befinde4 ,drittens aber die unmittelbare ,gewissheit der ,erkennenden3 diese sind ins ,haus gegangen und haben mit eigenen ,augen den ,n4 ,n4 gesehen4 ,auf ,erfahrung legt ,gazali berall ,gewicht1 den ,dialektikern und ,philosophen gegenber4 ,mit ihren allgemeinen ,begriffen werden sie zunchst der ,mannigfaltigkeit dieser sinnlichen ,welt nicht gerecht4 ,die sinnlichen ,qualitten der ,dinge1 auch die ,zahl der ,gestirne z4 ,b4 erkennen wir nur durch ,erfahrung1 nicht aus reinen ,begriffen4 ,viel weniger aber noch erschpfen diese die ,hhen und ,tiefen unseres ,inneren4 ,dem diskursiven ,verstande der ,gelehrten bleibt ewig verborgen1 was der ,gottesfreund intuitiv erkennt4 ,sehr wenige ersteigen diese ,hhe der ,erkenntnis1 wo sie mit den ,gottesgesandten und ,propheten aller ,zeiten zusammentreffen4 ,ihnen zu folgen ist daher die ,pflicht der niedriger stehenden ,geister4 ,wie erkennt man nun aber den berlegenen ,geist1 dessen man zum ,fhrer bedarf8 ,das ist eine ,frage1 an der jedes religis-bestimmte ,system1 das menschlicher ,vermittler nicht entbehren kann1 rein verstandesmig betrachtet1 scheitern muss4 ,auch ,gazalis ,antwort ist schwankend4 ,soviel ist ihm gewiss1 dass ,verstandesgrnde allein hier nicht den ,ausschlag geben knnen4 ,den wirklich von ,gott erleuchteten ,propheten und ,lehrer erkennt man durch ,versenkung in seine einzigartige ,persnlichkeit1 durch die ,erfahrung innerer ,verwandtschaft4 ,die ,wahrheit der ,prophetie bewhrt sich in ihrem sittlichen ,einfluss auf die ,seele4 ,von der ,wahrhaftigkeit des ,gotteswortes im ,koran bekommen wir eine moralische1 keine theoretische ,gewissheit4 ,das einzelne ,wunder ist nicht im ,stande zu berzeugen1 sondern die ,offenbarung als ,ganzes sowie die ,persnlichkeit des ,propheten1 durch den die ,offenbarung vermittelt1 machen auf die verwandte ,seele einen unwiderstehlichen ,eindruck4 ,von diesem ,eindrucke ganz hingerissen1 entsagt sie der ,welt1 um die ,pfade ,gottes zu wandern4 #i4 ,gazali ist ohne ,zweifel die merkwrdigste ,gestalt des ,islam4 ,seine ,lehre ist ein ,ausdruck seiner ,persnlichkeit4 ,auf das ,verstndnis dieser ,welt hat er verzichtet4 ,aber das religise ,problem hat er viel tiefer erfasst als die ,philosophen seiner ,zeit4 ,diese waren1 wie ihre griechischen ,vorgnger1 intellektualistisch1 sahen folglich die ,lehren der ,religion an nur als ,produkte der ,vorstellung1 der ,phantasie oder auch der ,willkr des ,gesetzgebers4 ,ihnen zufolge war ,religion entweder blinder ,gehorsam oder eine ,art ,erkenntnis1 eine ,wahrheit niederer ,ordnung enthaltend4 ,dagegen stellt ,gazali ,religion als ,erfahrung seines ,inneren hin4 ,mehr als ,gesetz und mehr als ,lehre ist sie ihm1 sie ist ,seelenerlebnis4 ,nicht jeder erlebt das so wie ,gazali4 ,wer ihm aber bei seinem mystischen ,fluge1 ber die ,bedingungen mglicher ,erfahrung hinaus1 nicht folgen kann1 wird doch eingestehen mssen1 dass seine ,irrfahrten auf der ,suche nach dem ,hchsten fr die ,geschichte des menschlichen ,geistes nicht weniger wichtig sind als die scheinbar sicheren ,gnge der ,philosophen seiner ,zeit durch ein ,land1 das andere vor ihnen entdeckt haben4 #b4 ,die ,kompendienschreiber4 #a4 ,in einer ,geschichte des gelehrten ,unterrichtes bei den muslimischen ,vlkern msste dieser ,gegenstand einen greren ,raum einnehmen2 wir werden ihn hier mit wenigen ,worten abthun4 ,dass ,gazali die ,philosophie fr alle ,folgezeit vernichtet habe1 ist eine oft wiederholte1 aber ganz irrige ,behauptung1 die weder von geschichtlichem ,wissen noch von ,verstndnis zeugt4 ,die ,philosophie hat im ,osten nach ihm ihre ,lehrer und ,schler zu ,hunderten und ,tausenden gezhlt4 ,ebensowenig wie die ,pflichtenlehrer ihre spitzfindige ,kasuistik1 haben die ,glaubenslehrer ihre dialektischen ,argumente zur ,sttze des ,dogmas aufgegeben4 ,und die allgemeine ,bildung hat einen ,bestandteil philosophischer ,gelehrsamkeit in sich aufgenommen4 ,freilich1 eine hervorragende ,stellung hat die ,philosophie sich nicht zu erobern1 ihr frheres ,ansehen nicht zu erhalten gewusst4 ,nach einer arabischen ,anekdote soll ein ,philosoph1 der in ,gefangenschaft geraten war und von einem ,manne1 der ihn als ,sklaven kaufen wollte1 befragt wurde1 wozu er tauge1 die ,antwort gegeben haben3 ,zur ,freiheit4 ,philosophie braucht ,freiheit4 ,und wo gab es diese im ,orient8 ,freiheit von materiellen ,sorgen1 ,freiheit zur ,bethtigung uninteressierten ,denkens schwanden immer mehr dahin1 wo keine aufgeklrten ,despoten im ,stande waren1 sie zu gewhren und zu schtzen4 ,als glaubens- und staatsgefhrlich wurden die ,philosophen an manchen ,orten verfolgt4 ,es ist das nur ein ,zeichen des allgemeinen ,kulturverfalles4 ,wenn auch abendlndische ,reisende des zwlften ,jahrhunderts die ,kultur des ,ostens hchlich preisen1 so war sie doch1 mit frheren ,zeiten verglichen1 im ,niedergang begriffen4 ,auf keinem ,gebiete ging man ber das alte hinaus1 dazu waren die ,geister zu schwach4 ,die litterarische ,produktion stockte und den ,vielschreibern der folgenden ,jahrhunderte gebhrt nur das ,verdienst der schnen ,auswahl4 ,die ,pflichten- und die ,glaubenslehre mit der ,mystik hatten ihren ,abschluss gefunden4 ,ebenso die ,philosophie4 ,nach ,ibn ,sina1 ihrem ,frsten1 mit selbstndigen ,ansichten hervorzutreten1 fhlte keiner sich berufen4 ,es war die ,zeit gekommen der ,kompendien1 der ,kommentare1 der ,glossen und ,superglossen4 ,damit vertrieb die gelehrte ,welt sich in der ,schule die ,zeit1 whrend die glubige ,menge sich immer mehr der ,fhrung der ,derwischorden unterstellte4 #b4 ,die allgemeine ,bildung entnahm am meisten der philosophischen ,propdeutik1 etwas ,mathematik u4 s4 w41 in der ,regel natrlich hchst elementar4 ,von ,sektierern und ,mystikern wurde vieles der pythagoreisch-platonischen ,weisheit entlehnt4 ,besonders den ,heiligen- und ,wunderglauben zu sttzen1 mussten jene ,lehren herhalten4 ,eine wste1 synkretistische ,theosophie schmckte sich damit4 ,sie nahm auch den ,aristoteles1 natrlich den unechten1 unter ihre ,lehrer auf1 machte ihn aber zum ,schler des ,agathodaemon und ,hermes4 ,die nchternen ,geister dagegen hielten sich an dem ,aristotelismus1 soweit er sich mit ihren eigenen ,ansichten oder dem orthodoxen ,glauben vertrug4 ,fast allgemein folgte man dem ,system des ,ibn ,sina1 nur wenige gingen auf ,farabi zurck oder suchten beide zu vereinigen4 ,von den physischen und metaphysischen ,lehren nahm man weniger ,notiz2 ,ethik und ,politik wurden schon mehr gepflegt2 allgemein studiert aber nur die ,logik4 ,diese lie sich trefflich in schulmige ,form bringen1 als reine ,formallogik war sie ein ,werkzeug1 dessen sich jeder bedienen konnte4 ,mit den ,mitteln der ,logik lie sich ja alles beweisen4 ,und wenn einmal ein ,beweis als fehlerhaft erkannt wurde1 so trstete man sich damit1 dass die ,behauptung doch richtig sein knnte1 wenn auch der ,beweis dafr nicht richtig gefhrt worden war4 ,schon in der ,encyklopdie des ,abu ,abdallah al-,chwarizmi aus dem letzten ,viertel des zehnten ,jahrhunderts war der ,logik ein grerer ,raum zugemessen als der ,physik und ,metaphysik4 ,ebenso machten es viele sptere ,encyklopdien und ,sammelwerke4 ,auch die ,dogmatiker fingen ihr ,system an mit logischen und erkenntnistheoretischen ,betrachtungen1 in denen dem ,wissen ein traditionelles ,lob gespendet wurde4 ,und seit dem zwlften ,jahrhundert entstand eine ganze ,menge ,einzelbearbeitungen des aristotelischen ,organons4 ,als vielgebraucht1 kommentiert u4 s4 w4 seien hier nur genannt die ,werke des ,abhari 7gest4 #abfd71 der unter dem ,titel ,isagudschi 7eisagg7 eine kurze bersicht der ganzen ,logik gab1 und des ,qazwini 7gest4 #abgf74 ,an der grten ,universitt der muslimischen ,welt1 in ,kairo1 werden heutzutage noch die ,kompendien des #ac4 und #ad4 ,jahrhunderts gebraucht4 ,dort heit es noch1 wie lange ,zeit bei uns3 ,zuerst ,collegium logicum6 ,selbstverstndlich mit keinem besseren ,erfolge4 ,man lsst sich1 innerhalb der ,schranken des ,gesetzes1 die von den alten ,philosophen aufgefundenen ,regeln des ,denkens gefallen1 lchelt aber dabei ber jene ,mnner und ber die mutazilitischen ,dialektiker1 die an die ,vernunft geglaubt4 ,,vi4 ,,die ,,philosophie ,,im ,,westen4 #a4 ,die ,anfnge4 #a4 ,zum muslimischen ,occidente rechnet man das westliche ,nordafrika1 ,spanien und ,sizilien4 ,nordafrika hat zunchst untergeordnete ,bedeutung4 ,sizilien richtet sich nach ,spanien und wird bald von den ,nordmannen ,unteritaliens unterworfen4 ,fr unseren ,zweck kommt zunchst das muslimische ,spanien oder ,andalusien in ,betracht4 ,das ,kulturschauspiel des ,orients erlebt hier eine zweite ,auffhrung4 ,wie dort ,araber mit ,persern1 so vermhlen sich hier ,araber mit ,spaniern4 ,und statt der ,trken und ,mongolen gibt es hier die ,berbern ,nordafrikas1 deren rohe ,kraft immer mehr zerstrend in das ,spiel feinerer ,bildung eingreift4 ,nach dem ,sturze der ,omajjaden in ,syrien 7#gej7 hat sich einer aus ihrem ,hause1 ,abderrachman ibn ,moawia1 nach ,spanien begeben1 wo er sich zum ,emir von ,kordova und ganz ,andalusien emporzuarbeiten wusste4 ber #bej ,jahre dauerte diese ,omajjadenherrschaft und erreichte1 nach vorbergehender ,kleinstaaterei1 unter ,abderrachman ,,iii4 7#iab-ifa71 dem ersten1 der sich ,chalif nennen lie1 und dessen ,sohn al-,hakam ,,ii4 7#ifa-igf7 ihren ,glanzpunkt4 ,das zehnte ,jahrhundert war fr ,spanien1 was das neunte fr den ,orient3 die ,zeit hchster materieller und geistiger ,kultur4 ,wenn mglich war sie hier frischer1 naturwchsiger als dort4 ,produktiver1 wenn es wahr ist1 dass alles ,theoretisieren entweder einen ,mangel oder eine ,stockung der ,produktionskraft bedeutet4 ,die ,wissenschaften1 und besonders die ,philosophie1 fanden hier nmlich weit weniger ,vertreter4 berhaupt waren die ,verhltnisse geistigen ,lebens einfacher gestaltet4 ,die ,zahl alter ,kulturschichten war geringer4 ,wohl hatte man hier auer ,muslimen ,juden und ,christen1 die sich zu ,abderrachmans ,,iii4 ,zeit gemeinschaftlich am ,kulturleben arabischen ,stempels beteiligten4 ,aber ,anhnger des ,zoroaster1 ,atheisten u4 s4 w4 gab es nicht4 ,auch waren die ,parteiungen des stlichen ,islam fast unbekannt4 ,nur eine ,rechtschule1 die des ,malik1 fand ,eingang4 ,mutazilitische ,dialektik strte nicht den ,frieden des ,glaubens4 ,zwar verherrlichten die andalusischen ,dichter die ,dreiheit3 ,wein1 ,weib und ,gesang1 aber frivole ,freigeisterei einerseits1 dstere ,weltflucht und ,theosophie andererseits kamen nur selten zum ,ausdruck4 ,im ganzen war die geistige ,kultur vom ,orient abhngig4 ,seit dem zehnten ,jahrhundert wurden aus ,spanien viele wissenschaftliche ,reisen dorthin1 ber gypten bis zum stlichen ,persien1 unternommen1 um den ,vorlesungen berhmter ,gelehrten beizuwohnen4 ,und das ,bedrfnis nach ,bildung in ,andalusien lockte auch manch orientalischen ,gelehrten1 der in seiner ,heimat keine ,beschftigung fand1 herbei4 ,dazu lie al-,hakam ,,ii4 berall im ,osten ,bcher abschreiben fr seine ,bibliothek1 deren ,bndezahl auf #djjjjj angegeben wird4 ,hauptschlich interessierte der ,westen sich fr ,mathematik und ,naturwissenschaft1 ,astrologie und ,medizin1 ebenso wie anfangs der ,osten4 ,poesie1 ,geschichte und ,geographie wurden eifrig gepflegt4 ,der ,geist war noch von des ,gedankens ,blsse nicht angekrnkelt4 ,als ,abdallah ibn ,masarra von ,kordova1 unter ,abderrachman ,,iii41 mit ,naturphilosophie nach ,hause kam1 musste er seine ,schriften verbrennen sehen4 #b4 ,im ,jahre #ajac wurde ,kordova1 die ,zierde der ,welt1 von den ,berbern verwstet und das ,omajjadenreich zerfiel in eine ,anzahl kleiner ,staaten4 ,ihre ,nachblte fllt das elfte ,jahrhundert1 die mediceische ,zeit ,spaniens1 aus4 ,an den stdtischen ,hfen gedeihen noch ,kunst und ,poesie1 ppig wuchernd auf den ,trmmern alter ,herrlichkeit4 ,die ,kunst verfeinert sich1 die ,poesie wird weise1 subtil der wissenschaftliche ,gedanke4 ,aus dem ,orient zieht man immerfort geistige ,nahrung4 ,naturphilosophie1 die ,schriften der treuen ,brder1 die ,logik aus der ,schule des ,abu ,sulaiman al-,sidschistani halten nach einander ihren ,einzug4 ,gegen ,ende des ,jahrhunderts sprt man auch den ,einfluss der ,schriften ,farabis und wird ,ibn ,sinas ,medizin bekannt4 ,die ,anfnge philosophischen ,nachdenkens finden wir zumeist bei den zahlreichen gebildeten ,juden4 ,mchtig und ganz eigenartig wirkt die ,naturphilosophie des ,ostens auf ,ibn ,gebirol1 den ,avencebrol christlicher ,schriftsteller4 ,bachja ibn ,pakuda wird von den treuen ,brdern beeinflusst4 ,sogar die religise ,poesie der ,juden wird von der philosophischen ,bewegung ergriffen4 ,es spricht darin die ,seele1 die sich zum ,geiste erhebt1 nicht die jdische ,gemeinde1 die ihren ,gott sucht4 ,unter den ,muslimen blieb die ,zahl derjenigen1 die sich eingehend mit ,philosophie beschftigten1 sehr beschrnkt4 ,kein ,meister sammelte eine zahlreiche ,jngerschaar um sich1 gelehrte ,sitzungen1 in denen ber philosophische ,gegenstnde disputiert wurde1 fanden kaum statt4 ,so musste sich hier der einzelne ,denker wohl ganz vereinsamt fhlen4 ,subjektiv wie im ,orient1 bildete sich auch im ,westen die ,philosophie aus4 ,aber sie war hier mehr nur die ,sache vereinzelter ,individuen und stand dazu dem ,glauben der ,menge ferner4 ,im ,orient gab es zahllose ,vermittelungen zwischen ,glauben und ,wissen1 zwischen den ,philosophen und der glubigen ,gemeinde4 ,das ,problem des denkenden ,individuums gegenber der staatlichen ,gesellschaft und dem ,glauben beschrnkter fanatischer ,massen wurde daher im ,westen schrfer gefasst4 #b4 ,ibn ,baddscha4 #a4 ,gegen ,ende des elften ,jahrhunderts1 als ,abu ,bekr ,mohammed ibn ,jachja ibn al-,saig ibn ,baddscha in ,saragossa geboren wurde1 war das schne ,andalusien nahe daran1 in seiner ,kleinstaaterei unterzugehen4 ,von ,norden her wurde es von den weniger gebildeten1 aber krftigen und tapferen ,christenrittern bedroht4 ,da griff aber rettend die berberische ,dynastie der ,almoraviden ein1 die nicht nur fester im ,glauben1 sondern auch klger in der ,politik war als die ppigen ,herrschergeschlechter ,spaniens4 ,jetzt schien die ,zeit feiner ,bildung und freien ,forschens fr immer dahin4 ,nur ,traditionarier der strengsten ,observanz durften ffentlich auftreten4 ,und die ,philosophen1 wenn sie sich nicht verborgen hielten1 wurden verfolgt oder gettet4 #b4 ,aber barbarische ,herren haben ihre ,grillen1 indem sie die ,bildung der von ihnen ,unterworfenen1 wenigstens uerlich1 sich anzueignen lieben4 ,also nahm sich ,abu ,bekr ibn ,ibrahim1 ,schwager des ,almoravidenfrsten ,ali1 der einige ,zeit ,gouverneur ,saragossas war1 zum groen rgernis seiner ,faqihs und ,soldaten1 den ,ibn ,baddscha zum ,vertrauten und ersten ,minister4 ,dieser ,mann nun war in den mathematischen ,wissenschaften1 besonders in der ,astronomie und ,musik1 dazu in der ,medizin1 theoretisch und praktisch bewandert und gab sich mit logischen1 naturphilosophischen und metaphysischen ,spekulationen ab4 ,er war nach der ,ansicht der ,fanatiker ein ganz verrckter ,atheist und unsittlicher ,mensch4 ,von dem ueren ,leben ,ibn ,baddschas wissen wir ferner nur1 dass er im ,jahre #aaah nach dem ,falle ,saragossas zu ,sevilla war1 wo er mehrere seiner ,schriften verfasste1 darauf in ,granada1 und dass er sich nach ,fez an den ,almoravidenhof begab1 wo er im ,jahre #aach starb4 ,der berlieferung nach fand er1 auf ,veranlassung eines neidischen ,arztes1 den ,gifttod4 ,glcklich war1 nach seinem ,selbstbekenntnis1 sein kurzes ,leben nicht gewesen4 ,oft hatte er sich1 als letzte ,zuflucht1 den ,tod herbeigesehnt4 ,materielle ,not1 vor allem geistige ,vereinsamung mgen ihn gedrckt haben4 ,dass er zu seiner ,zeit1 in seiner ,umgebung1 sich nicht heimisch fhlen konnte1 zeigen zur ,genge die erhaltenen ,schriften4 #c4 ,er schliet sich fast ganz an ,farabi1 den einsamen1 stillen ,mann des ,orients an4 ,wie dieser hat er wenig systematisiert4 ,die ,zahl seiner selbstndigen ,abhandlungen ist nicht gro4 ,aus kurzen ,erluterungen zu den aristotelischen und anderen philosophischen ,schriften besteht das meiste4 ,seine ,bemerkungen sind abgerissen1 bald fngt er hier1 bald dort von neuem an4 ,mit immer neuen ,anstzen sucht er sich dem griechischen ,gedanken zu nhern1 von den verschiedensten ,seiten in die alte ,wissenschaft einzudringen4 ,die ,philosophie wird er nicht los1 und er wird nicht fertig mit ihr4 ,auf den ersten ,blick macht das einen verwirrenden ,eindruck4 ,im dunklen ,drange aber ist der ,philosoph sich seiner ,wege bewusst4 ,auf der ,suche nach ,wahrheit und ,recht findet er ein anderes1 ,einheit und ,freude seines ,lebens4 ,gazali hat es sich1 seiner ,meinung nach1 gar zu leicht gemacht1 als er glaubte1 nur im ,vollbesitz der durch gttliche ,erleuchtung erfassten ,wahrheit glcklich sein zu knnen4 ,der ,wahrheit zu liebe1 die sich in den sinnlichen ,bildern religiser ,mystik mehr verhllt als aufdeckt1 soll der ,philosoph stark genug sein1 jenem ,glcke zu entsagen4 ,nur vom reinen ,denken1 das keine ,sinnenlust trbt1 wird die hchste ,gottheit geschaut4 #d4 ,in seinen logischen ,schriften hat ,ibn ,baddscha sich kaum von ,farabi entfernt4 ,auch seine physischen und metaphysischen ,lehren stimmen im allgemeinen zu den ,ansichten des ,meisters4 ,nur die ,art und ,weise1 in der er die ,entwicklungsgeschichte des menschlichen ,geistes und die ,stellung des ,menschen in ,wissenschaft und ,leben darlegt1 darf einiges ,interesse beanspruchen4 ,zwei ,arten des ,seienden gibt es ihm zufolge3 ein bewegtes und ein unbewegtes4 ,das ,bewegte ist krperlich1 begrenzt1 aber seine ewige ,bewegung lsst sich aus dem endlichen ,krper nicht erklren4 ,es bedarf1 im ,gegenteil1 zur ,erklrung dieser unendlichen ,bewegung einer unendlichen ,kraft oder eines ewigen ,wesens1 des ,geistes4 ,indem nun das ,krperliche oder ,natrliche von auen bewegt wird und der ,geist1 selbst unbewegt1 dem ,krperlichen ,bewegung verleiht1 steht das ,seelische als das sich selbst ,bewegende in der ,mitte4 ,das ,verhltnis nun zwischen dem ,natrlichen und dem ,seelischen macht dem ,ibn ,baddscha ebensowenig ,mhe wie seinen ,vorgngern4 ,das ,hauptproblem aber ist dieses3 ,wie verhalten sich ,seele und ,geist zu einander1 namentlich im ,menschen8 #e4 ,ibn ,baddscha geht von der ,voraussetzung aus1 dass der ,stoff nicht ohne irgend eine ,form sein kann1 wohl aber die ,form rein fr sich ohne ,stoff4 ,sonst nmlich liee sich berhaupt keine ,vernderung denken1 denn dieselbe ist nur mglich durch das ,kommen und ,gehen der substantiellen ,formen4 ,diese ,formen nun1 vom ,hylischen bis zum rein ,geistigen1 bilden eine ,reihe1 der die ,entwicklung des menschlichen ,geistes entspricht1 sofern nmlich er das ,vernunftideal verwirklicht4 #af ,des ,menschen ,aufgabe ist es1 smtliche geistigen ,formen zu erfassen1 zunchst die intelligibelen ,formen alles ,krperlichen1 dann die sinnlich-geistigen ,vorstellungen der ,seele1 darauf den ,menschengeist selbst und den thtigen ,geist ber ihn1 endlich die reinen ,geister der ,himmelsphren4 ,durch successive ,erhebung aus dem ,individuellen1 ,sinnlichen1 dessen ,vorstellung den ,stoff des ,geistes bildet1 gelangt der ,mensch zum bermenschlichen und ,gttlichen4 ,dazu fhrt ihn nun die ,philosophie oder die ,erkenntnis des ,allgemeinen1 die durch ,studium und ,nachdenken aus der ,erkenntnis des ,individuellen1 aber mit ,hilfe des erleuchtenden ,geistes von oben hervorgeht4 ,gegenber dieser ,erkenntnis des ,allgemeinen oder ,unendlichen1 in dem ,sein und ,gedachtwerden zusammenfallen1 erweist sich alles ,wahrnehmen und ,vorstellen als trglich4 ,in der ,vernunfterkenntnis also und nicht in mystisch-religisen ,trumereien1 denen immer ,sinnliches anhaftet1 erreicht der menschliche ,geist seine ,vollkommenheit4 ,denken ist die hchste ,seligkeit1 denn alles ,intelligibele ist seiner selbst ,zweck4 ,da es aber das ,allgemeine ist1 so lsst sich ein ,fortbestehen individueller ,menschengeister ber dieses ,leben hinaus nicht annehmen4 ,es mge die ,seele1 die im sinnlich-geistigen ,vorstellungsleben das ,individuelle erfasst und in einzelnen ,begierden und ,handlungen sich kund gibt1 nach dem ,tode weiter bestehen knnen und ,strafe oder ,belohnung erhalten1 der ,geist aber oder der vernnftige ,teil der ,seele ist in allen eins4 ,ewig ist nur der ,geist der ganzen ,menschheit in seiner ,vereinigung mit dem thtigen ,geiste ber ihm4 ,diese ,lehre1 unter dem ,namen des ,averroes in das christliche ,mittelalter eingedrungen1 findet sich also schon bei ,ibn ,baddscha1 wenn nicht ganz scharf gefasst1 doch klarer als bei ,farabi4 #f4 ,nicht jeder ,mensch erhebt sich zu solcher ,hhe der ,betrachtung4 ,die meisten tasten immer im ,dunkeln herum1 nur ,schattenrisse der ,dinge sehen sie und wie ,schatten werden sie vergehen4 ,einige sehen das ,licht zwar und die farbige ,welt der ,dinge1 aber ganz wenige erkennen das ,wesen dessen1 was sie gesehen4 ,nur die letzteren1 die ,seligen1 erreichen das ewige ,leben1 in dem sie selbst zu ,licht werden4 ,wie gert nun aber der ,einzelne zu dieser ,stufe des ,erkennens und seligen ,seins8 ,durch vernnftiges ,handeln und freie ,ausbildung seiner intellektuellen ,krfte4 ,vernnftiges ,handeln ist freies d4 h4 zweckbewusstes ,handeln4 ,wenn einer z4 ,b4 einen ,stein zerschlgt1 weil er sich daran gestoen1 so handelt er zwecklos wie ein ,tier oder ein ,kind2 thut er es aber1 damit sich andere nicht daran stoen werden1 so ist seine ,that menschlich1 vernnftig zu nennen4 ,um menschlich leben1 vernnftig handeln zu knnen1 muss unter ,umstnden der ,einzelne sich aus der ,gesellschaft zurckziehen4 ,ibn ,baddschas ,ethik heit die ,leitung des ,einsamen4 ,zur ,selbsterziehung fordert sie auf4 ,in der ,regel aber kann man sich der ,vorteile menschlichen ,zusammenlebens bedienen1 ohne die ,nachteile mit in den ,kauf zu nehmen4 ,zu kleineren oder greren ,verbnden knnen die ,weisen sich zusammenschlieen1 ja das ist sogar ihre ,pflicht1 wenn sie sich treffen4 ,sie bilden dann einen ,staat im ,staate4 ,naturgem versuchen sie zu leben1 sodass unter ihnen weder ,arzt noch ,richter ntig ist4 ,wie ,pflanzen in freier ,luft wachsen sie auf und brauchen die ,kunst der ,grtner nicht4 ,von den niederen ,genssen und ,gesinnungen der ,menge halten sie sich fern4 ,sie sind ,fremdlinge in dem weltlichen ,treiben der ,gesellschaft4 ,und da sie ,freunde unter einander sind1 wird dieses ,leben ganz von der ,liebe bestimmt4 ,und als ,freunde ,gottes1 der die ,wahrheit ist1 finden sie ihre ,ruhe in der ,vereinigung mit dem bermenschlichen ,geiste der ,erkenntnis4 #c4 ,ibn ,tofail4 #a4 ,die ,herrschaft ber den westlichen ,islam verblieb den ,berbern1 aber an die ,stelle der ,almoraviden traten alsbald die ,almohaden4 ,der ,grnder der neuen ,dynastie1 ,mohammed ibn ,tumart1 war seit #aaba als ,mahdi aufgetreten4 ,unter seinen ,nachfolgern ,abu ,jaaqub ,jusuf 7#aafc-aahd7 und ,abu ,jusuf ,jaaqub 7#aahd-aaih7 erreichte ihre ,herrschaft1 deren ,sitz ,marokko1 den ,hhepunkt4 ,eine gewaltige ,neuerung in der ,theologie fhrten die ,almohaden herbei3 das bis jetzt verketzerte ,system der ,aschari und ,gazali wurde im ,westen aufgenommen4 ,das bedeutete eine ,vergeistigung der ,glaubenslehre1 die weder ,altglubige noch ,freidenker ganz befriedigen konnte1 aber doch manchen zu weiterem ,philosophieren angeregt haben mag4 ,bisher hatte man sich gegen alles ,rsonnieren in ,glaubenssachen ablehnend verhalten1 und auch spter noch waren viele ,politiker und ,philosophen der ,ansicht1 an dem ,glauben der ,menge solle man nicht rtteln1 noch ihn zum ,wissen erheben1 sondern die ,gebiete der ,religion und der ,philosophie reinlich scheiden4 ,die ,almohaden waren theologisch interessiert1 doch zeigten ,abu ,jaaqub und dessen ,nachfolger1 soweit die politischen ,verhltnisse es erlaubten1 ein derartiges ,verstndnis fr weltliches ,wissen1 dass eine kurze ,blte der ,philosophie an ihrem ,hofe hervorbrechen konnte4 #b4 ,nachdem er in ,granada eine ,sekretrstelle bekleidet hatte1 finden wir den ,abu ,bekr ,mohammed ibn ,abdalmalik ibn ,tofail al-,qaisi als ,wezir und ,leibarzt des ,abu ,jaaqub4 ,in der kleinen andalusischen ,stadt ,guadix war er geboren und in der ,residenz ,marokko starb er im ,jahre #aahe4 ,dazwischen liegt sein1 wie es scheint1 wenig wechselreiches ,leben4 ,er liebte die ,bcher mehr als die ,menschen und in der groen ,bibliothek seines ,herrn las er sich vieles zusammen1 das er fr seine ,kunst brauchte oder das seiner ,wissbegierde zusagte4 ,er war der ,dilettant unter den ,philosophen des ,westens1 mehr zu beschaulichem ,genieen als zu wissenschaftlicher ,arbeit aufgelegt4 ,zum ,schreiben kam er selten4 ,seiner ,behauptung1 das ptolemische ,weltsystem grndlich verbessern zu knnen1 braucht man wohl nicht unbedingt ,glauben zu schenken4 ,viele ,araber haben hnliches behauptet1 sie thaten es aber nicht4 ,von ,ibn ,tofails poetischen ,versuchen haben sich ein paar ,gedichte erhalten4 ,sein ,hauptbestreben aber war1 dem des ,ibn ,sina hnlich1 griechische ,wissenschaft mit orientalischer ,weisheit zu einer modernen ,weltansicht zu vereinigen4 ,wie ,ibn ,baddscha war ihm das ein persnliches ,anliegen4 ,das ,verhltnis des einzelnen zu der ,gesellschaft und ihren ,vorurteilen beschftigte auch seinen ,geist4 ,aber er ging weiter4 ,ibn ,baddscha lie als ,regel den einzelnen oder einen kleinen ,kreis selbstndiger ,denker einen ,staat im ,staate bilden1 gleichsam wie ein ,abbild des groen ,ganzen oder als ,vorbild fr bessere ,zeiten4 ,ibn ,tofail dagegen griff auf das ,original zurck4 #c4 ,in seinem ,werke ,hai ibn ,jaqzan stellt er den ,fall rein dar4 ,zwei ,inseln bilden die ,scenerie3 auf die eine versetzt er die menschliche ,gesellschaft mit ihrer ,konvention1 auf die andere ein ,individuum1 das sich natrlich entwickelt4 ,die ,gesellschaft als ,ganzes wird von niederen ,trieben1 nur uerlich durch eine grobsinnliche ,religion etwas gebndigt1 beherrscht4 ,aber zwei ,mnner aus dieser ,gesellschaft1 ,salaman und ,asal 7,absal1 vgl4 ,,iv1 #d #g7 genannt1 erheben sich zu vernnftiger ,erkenntnis und ,beherrschung ihrer ,begierden4 ,mit ,anbequemung an die ,volksreligion wei der erstere1 der praktischen ,sinnes ist1 das ,volk zu regieren2 der andere aber1 von spekulativer ,anlage und mystischer ,neigung1 wandert aus nach der gegenberliegenden1 wie er glaubt1 unbewohnten ,insel1 dort dem ,studium und der ,askese sich zu ergeben4 ,auf jener ,insel aber war unser ,hai ibn ,jaqzan1 d4 h4 der ,einsame1 der ,sohn des ,wachenden1 zu einem vollkommenen ,philosophen herangebildet4 ,als ,kind nach der ,insel verschlagen oder durch spontane ,generation daselbst entstanden1 war er von einer ,gazelle gesugt worden1 hatte sich dann nach und nach1 wie ein ,robinson1 aber ganz auf eigene ,mittel angewiesen1 eine materielle ,existenz gegrndet1 ferner durch ,beobachtung und ,nachdenken sich die ,erkenntnis der ,natur1 der ,himmel1 ,gottes und seines ,inneren erworben1 bis er nach #g #g ,jahren das ,hchste erreichte1 nmlich das sufische ,schauen ,gottes1 die ,ekstase4 ,in diesem ,zustande fand ihn ,asal4 ,nachdem sie dazu gelangt waren1 sich zu verstndigen -- ,hai war anfangs noch ohne ,sprache -- stellte es sich heraus1 dass die ,philosophie des ,einen und die ,religion des ,anderen zwei ,formen derselben ,wahrheit waren1 nur in der ersteren etwas weniger verschleiert4 ,als dann aber ,hai erfuhr1 dass auf der gegenberliegenden ,insel ein ganzes ,volk in dunklem ,irrtum verharrte1 fasste er den ,entschluss1 dahin zu gehen1 den ,leuten die ,wahrheit zu enthllen4 ,da musste er aber die ,erfahrung machen1 dass die ,menge einer reinen ,auffassung der ,wahrheit nicht fhig war1 und dass ,mohammed weise daran gethan1 als er dem ,volke statt des vollen ,lichtes ,sinnbilder gegeben hatte4 ,nach diesem ,ergebnis zog er sich deshalb mit seinem ,freunde ,asal auf die unbewohnte ,insel zurck1 ,gott im ,geist und ,wahrheit zu dienen bis zum ,tode4 #d4 ,ibn ,tofail hat den weitaus grten ,teil seines ,romans dem ,entwicklungsgange ,hais gewidmet4 ,es wird nun aber wohl nicht seine ,meinung gewesen sein1 das auf sich selbst gestellte ,individuum knne es an der ,hand der ,natur ohne die ,hilfe der ,gesellschaft so weit bringen1 wie unser ,hai4 ,er dachte doch wohl etwas mehr historisch als einige ,aufklrer des vorigen ,jahrhunderts4 ,viele kleine ,zge in seinem ,werke zeigen1 dass ,hai der ,vertreter der auerhalb der ,offenbarung stehenden ,menschheit sein soll4 ,was sich in ihm vollzieht1 ist die ,entwicklung indischer1 persischer1 griechischer ,weisheit4 ,ein paar ,andeutungen in dieser ,richtung1 die hier nicht weiter verfolgt werden kann1 mgen diese ,ansicht wahrscheinlich machen4 ,so ist es zunchst bedeutsam1 dass ,hai auf der ,insel ,ceylon lebt1 deren ,klima die spontane ,generation ermglichen soll1 wo der ,sage nach ,adam1 der erste ,mensch1 erschaffen wurde und wo der indische ,knig zum ,weisen kam4 ,hais erste religise ,bewunderung1 nachdem er sich aus tierischen ,anfngen durch ,scham und ,neugierde emporgearbeitet1 gilt dem von ihm entdeckten ,feuer1 was an die persische ,religion erinnert4 ,und seine weiteren ,spekulationen sind der griechisch-arabischen ,philosophie entlehnt4 ,die ,verwandtschaft mit ,ibn ,sinas ,hai-,gestalt 7s4 ,,iv1 #d #g71 auf die ,ibn ,tofail selbst hinweist1 ist klar4 ,nur tritt ,hai hier menschlicher auf4 ,ibn ,sinas ,figur stellt den bermenschlichen ,geist dar4 ,der ,romanheld ,ibn ,tofails aber scheint die ,personifikation zu sein des natrlichen1 von oben her erleuchteten ,geistes der ,menschheit1 der mit der richtig verstandenen ,prophetenseele ,mohammeds1 deren ,aussagen allegorisch zu deuten sind1 vortrefflich bereinstimmen soll4 ,ibn ,tofail ist somit zu denselben ,ergebnissen gekommen wie seine orientalischen ,vorgnger4 ,dem gemeinen ,manne muss die ,religion erhalten bleiben1 weil er nicht darber hinaus kann4 ,nur wenige erheben sich zum ,verstndnis der religisen ,symbole4 ,und ganz vereinzelt erreicht einer die freie ,anschauung der hchsten ,wirklichkeit4 ,mit dem grten ,nachdruck ist letzteres hier hervorgehoben4 ,auch wenn man in ,hai den ,vertreter der ,menschheit findet1 wird man das nicht leugnen knnen4 ,als die hchste ,vollkommenheit des ,menschen wird es hingestellt1 in einsamster ,stille1 von allem ,sinnlichen abgewendet1 sein ,selbst in den ,weltgeist zu versenken4 ,freilich1 dazu kommt es erst im ,alter1 das auerdem einen menschlichen ,freund findet4 ,und die ,beschftigung mit dem ,materiellen1 mit ,knsten und ,wissenschaften1 bildet die natrliche ,vorstufe geistiger ,vollkommenheit4 ,ohne ,reue und ,scham darf also ,ibn ,tofail auf sein am ,hofe verbrachtes ,leben zurckschauen4 #e4 ,die philosophischen ,ansichten1 die ,hai sich in seinen sieben ,lebensperioden entwickelte1 sind uns schon fter begegnet4 ,aber auch sein praktisches ,verhalten wird von ,ibn ,tofail besonders bercksichtigt4 ,sufische bungen1 wie sie in orientalischen ,ordensgemeinschaften noch befolgt werden1 wie sie aber auch schon von ,platon und ,neuplatonikern empfohlen worden1 haben die ,stelle gottesdienstlicher ,handlungen nach dem muslimischen ,gesetze eingenommen4 ,und ,hai bildet sich in der siebenten ,periode seines ,lebens eine ,ethik aus1 die pythagoreisch aussieht4 ,als den ,zweck seines ,handelns hat sich dem ,hai ergeben1 in allem das ,eine zu suchen und sich mit dem ,absoluten1 ,selbstndigbestehenden zu vereinigen4 ,diesem ,hchsten sieht er nmlich die ganze ,natur zustreben4 ber die ,ansicht1 alles auf ,erden sei des ,menschen wegen da1 ist er hinaus4 ,tier und ,pflanze leben ebenfalls fr sich selbst und fr ,gott4 ,nicht willkrlich also darf er damit handeln4 ,auf das ,notwendigste beschrnkt er jetzt seine leiblichen ,bedrfnisse4 ,reife ,frchte werden von ihm bevorzugt1 deren ,samen er fromm der ,erde anvertraut4 ,sorgfltig htet er sich davor1 dass durch seine ,begierde irgend eine ,art ganz aussterbe4 ,und nur in der uersten ,not greift er zu tierischer ,nahrung1 wobei er ebenso die ,art mglichst zu schonen sucht4 ,genug zum ,leben1 zum ,schlafen zu wenig1 wird seine ,losung4 ,das betrifft das ,verhalten seines ,krpers zum ,irdischen4 ,aber mit dem ,himmel verbindet ihn der ,lebensgeist4 ,und wie die ,himmel bestrebt er sich1 seiner ,umgebung zu ntzen und selbst rein zu leben4 ,so pflegt er die ,pflanze und schtzt das ,tier1 damit seine ,insel zum ,paradiese werde4 ,er hlt auf die uerste ,reinlichkeit seines ,krpers und seiner ,kleidung und sucht all seine ,bewegungen harmonisch1 denen der ,himmelskrper gleichmig1 zu gestalten4 ,auf diese ,weise wird er allmhlich befhigt1 sein ,selbst ber ,erde und ,himmel hinaus zum reinen ,geiste zu erheben4 ,das ist der ,zustand der ,ekstase1 den kein ,gedanke1 kein ,wort1 kein ,bild je hat fassen oder ausdrcken knnen4 #d4 ,ibn ,roschd4 #a4 ,abu-l-,walid ,mohammed ibn ,achmed ibn ,mohammed ibn ,roschd 7,averroes7 wurde im ,jahre #aabf zu ,kordova aus einer ,juristenfamilie geboren4 ,dort eignete er sich auch die gelehrte ,bildung seiner ,zeit an4 ,im ,jahre #aaec soll er von ,ibn ,tofail dem ,frsten ,abu ,jaaqub ,jusuf vorgestellt sein1 ber welchen ,vorfall wir einen charakteristischen ,bericht besitzen4 ,nach den einleitenden ,hflichkeitsphrasen nmlich fragte ihn der ,frst3 ,was ist die ,ansicht der ,philosophen ber den ,himmel1 ist er ewig oder entstanden8 ,vorsichtig antwortete ,ibn ,roschd1 er beschftige sich nicht mit ,philosophie4 ,darauf fing der ,frst mit ,ibn ,tofail ber den ,gegenstand an zu reden und zeigte zum ,erstaunen des ,zuhrers seine ,bekanntschaft mit ,aristoteles1 ,platon und den ,philosophen und ,theologen des ,islam4 ,jetzt rckte auch ,ibn ,roschd mit der ,sprache heraus und erwarb sich die ,gunst des hohen ,herrn4 ,sein ,schicksal war bestimmt4 ,er sollte den ,aristoteles interpretieren1 wie keiner es vor ihm gethan1 damit die ,menschheit rein und vollstndig die ,wissenschaft besitze4 ,nebenbei war er ,jurist und ,mediziner4 ,wir finden ihn 7#aafi7 als ,richter in ,sevilla und kurz darauf in ,kordova4 ,abu ,jaaqub1 jetzt ,chalif1 beruft ihn im ,jahre #aahb als seinen ,leibarzt1 nach kurzer ,zeit aber ist er wieder ,richter in seiner ,vaterstadt1 wie es sein ,vater und ,grovater gewesen4 ,aber die ,verhltnisse verschlechtern sich4 ,die ,philosophen werden verflucht und ihre ,schriften ins ,feuer geworfen4 ,in seinem ,alter wird ,ibn ,roschd von ,abu ,jusuf nach ,elisana 7,lucena bei ,kordova7 verbannt1 doch stirbt er in der ,residenz ,marokko1 am #aj4 ,dez4 #aaih4 #b4 ,auf ,aristoteles konzentriert sich seine ,wirksamkeit4 ,was er von dessen ,schriften und ber sie erlangen kann1 wird fleiig studiert und genau verglichen4 ,ibn ,roschd hat noch in bersetzung ,schriften der ,griechen gekannt1 die jetzt ganz oder teilweise verloren sind4 ,kritisch und systematisch geht er ans ,werk4 ,er paraphrasiert den ,aristoteles1 er interpretiert1 bald krzer1 bald ausfhrlicher1 in mittleren und groen ,kommentaren4 ,so verdient er sich den ,namen des ,kommentators1 den er auch in ,dantes ,komdie besitzt4 ,es ist1 als ob die ,philosophie der ,muslime in ihm zum ,verstndnis des ,aristoteles kommen soll1 um dann1 fertig1 sterben zu knnen4 ,aristoteles ist fr ihn der vollkommenste ,mensch1 der grte ,denker1 der im ,besitze einer unfehlbaren ,wahrheit gewesen4 ,neue ,entdeckungen der ,astronomie und der ,physik knnten daran nichts ndern4 ,zwar kann man den ,aristoteles miverstehen4 ,ibn ,roschd selbst hat manches1 was er den ,schriften ,farabis und ,ibn ,sinas entnommen1 spter anders und besser verstehen gelernt4 ,doch lebt er immer des ,glaubens1 dass der richtig verstandene ,aristoteles mit der hchsten uns ,menschen erreichbaren ,wissenschaft bereinstimmen werde4 ,im ewigen ,kreislaufe des ,weltgeschehens hat ,aristoteles eine ,hhe erreicht1 ber die hinauszugelangen nicht mglich ist4 ,denen1 die nach ,aristoteles gekommen sind1 hat es oft viel ,mhe und ,nachdenken gekostet1 sich die ,einsichten zu erschlieen1 die sich dem ersten ,meister leicht erffneten4 ,nach und nach aber werden alle ,zweifel und ,gegenreden verstummen1 denn ,aristoteles ist ein bermensch1 gleichsam von der ,vorsehung dazu bestimmt1 zu zeigen1 wie weit das menschliche ,geschlecht es in seiner ,annherung an den ,weltgeist bringen kann4 ,als die hchste ,inkarnation des ,geistes der ,menschheit mchte ,ibn ,roschd seinen ,meister den gttlichen nennen4 ,es wird sich im folgenden zeigen1 dass die malose ,bewunderung fr ,aristoteles zu einer reinen ,erfassung seiner ,gedanken auch bei ,ibn ,roschd nicht ausreichte4 ,den ,ibn ,sina zu bekmpfen1 lsst er keine ,gelegenheit vorbeigehen4 ,mit ,farabi und ,ibn ,baddscha1 denen er vieles verdankt1 setzt er sich auch gelegentlich auseinander4 ,er meistert alle seine ,vorgnger1 weit schlimmer als ,aristoteles es seinen ,lehrer ,platon gethan4 ,und dennoch ist er selbst nicht hinausgekommen1 bei weitem nicht1 ber die ,auffassung neuplatonischer ,ausleger und die ,missverstndnisse syrischer und arabischer bersetzer4 fter folgt er sogar dem oberflchlichen ,themistius entgegen dem verstndigen ,alexander von ,aphrodisias1 oder sucht ihre ,ansichten zu kombinieren4 #c4 ,ibn ,roschd ist vor allem ein ,fanatiker der aristotelischen ,logik4 ,ohne sie wird man nicht selig und es ist schade fr ,platon und ,sokrates1 dass sie nicht davon wussten6 ,die ,glckseligkeit der ,menschen bemisst sich nach der ,stufe ihrer logischen ,einsichten4 ,mit kritischem ,blicke erkennt er ,porphyrs ,isagoge als entbehrlich1 aber ,rhetorik und ,poetik rechnet er noch zum logischen ,organon4 ,da gibt es denn die wunderlichsten ,missverstndnisse4 ,tragdie und ,komdie z4 ,b4 werden zu ,lob- und ,schmhgedichten1 die poetische ,wahrscheinlichkeit muss es sich gefallen lassen1 entweder demonstrierbare ,wahrheit oder trgerischen ,schein zu bedeuten1 die ,erkennung auf der ,bhne wird zur apodeiktischen ,erkenntnis u4 s4 w4 ,von der griechischen ,welt hat er natrlich berhaupt keine ,anschauung4 ,es ist verzeihlich1 denn er konnte keine ,ahnung davon haben4 ,dennoch verzeiht man nicht gerne dem1 der andere geschulmeistert4 ,wie seine ,vorgnger legt ,ibn ,roschd besonderen ,nachdruck auf das ,sprachliche1 soweit es allen ,sprachen gemeinsam4 ,dieses ,gemeinsame1 das ,universelle also1 hat ,aristoteles1 meint er1 in seiner ,hermeneutik1 aber auch in der ,rhetorik1 immer vor ,augen4 ,so soll es auch der arabische ,philosoph halten1 nur darf er die ,beispiele zur ,erluterung der allgemeinen ,regeln der arabischen ,sprache und ,litteratur entnehmen4 ,um die allgemeinen ,regeln aber ist es zu thun1 ,wissenschaft ist ,erkenntnis des ,allgemeinen4 ,die ,logik ebnet dazu die ,wege1 dass unser ,wissen aus sinnlicher ,besonderheit zur reinen ,vernunftwahrheit aufsteige4 ,die ,menge wird immer im ,sinnlichen leben1 im ,irrtum herumtappen4 ,mangelhafte ,anlage und wenig ,ausbildung1 dazu schlechte ,gewhnung halten sie vom ,fortschritt zurck4 ,doch muss es einigen mglich sein1 zur ,erkenntnis der ,wahrheit zu gelangen4 ,der ,adler schaut der ,sonne ins ,gesicht1 denn1 wenn keiner sie anschauen knnte1 so htte die ,natur etwas vergebens gemacht4 ,was da glnzt1 soll gesehen1 was da ist1 soll erkannt werden1 wenn auch nur von einem einzigen ,manne4 ,und die ,wahrheit ist4 ,die ,liebe zu ihr in unserer ,brust wre ganz vergebens1 wenn wir uns ihr nicht nhern knnten4 ,ibn ,roschd glaubt1 in vielen ,dingen die ,wahrheit zu erkennen1 ja die absolute ,wahrheit auffinden zu knnen4 ,mit ,lessing htte er sich nicht bescheiden mgen1 sie zu suchen4 ,die ,wahrheit ist ihm ja in ,aristoteles gegeben4 ,von diesem ,standpunkte blickt er auf die muslimische ,theologie herab4 ,zwar erkennt er in der ,religion eine ,wahrheit eigener ,art 7s4 unten #g71 aber die ,theologie ist ihm zuwider4 ,sie will beweisen1 was1 auf diese ,weise1 nicht bewiesen werden kann4 ,die ,offenbarung im ,koran1 so lehrt ,ibn ,roschd mit anderen1 spter hnlich ,spinoza1 hat nicht den ,zweck1 die ,menschen zu belehren1 sondern sie zu bessern4 ,nicht ,wissen1 sondern ,gehorsam oder ,sittlichkeit ist das ,ziel des ,gesetzgebers1 der wei1 dass menschliches ,glck nur in der ,gesellschaft zu verwirklichen ist4 #d4 ,was ,ibn ,roschd von seinen ,vorgngern1 namentlich von ,ibn ,sina1 unterscheidet1 ist vor allem die unzweideutige ,art und ,weise1 in der er die ,welt als ewigen ,prozess des ,werdens auffasst4 ,die ,welt als ganzes ist eine ewig-notwendige ,einheit1 ohne irgendwelche ,mglichkeit des ,nicht- oder ,andersseins4 ,materie und ,form sind nur im ,gedanken zu trennen4 ,die ,formen wandern nicht wie ,gespenster durch die dunkle ,materie1 sondern sind keimartig in dieser enthalten4 ,wie ,naturkrfte wirken die materiellen ,formen1 ewig fortzeugend1 nie von der ,materie getrennt1 aber dennoch gttlich zu nennen4 ,absolutes ,entstehen und ,vergehen gibt es nicht1 denn alles ,geschehen ist bergang von der ,potenzialitt zur ,aktualitt und von der ,aktualitt in die ,potenzialitt zurck4 ,dabei wird gleichartiges immer nur von gleichartigem erzeugt4 ,es gibt aber eine ,stufenordnung des ,seienden4 ,die materielle oder substanzielle ,form steht in der ,mitte zwischen bloem ,accidens und reiner 7separater7 ,form4 ,auch die substanziellen ,formen zeigen graduelle ,verschiedenheiten1 ,mittelzustnde zwischen ,potenzialitt und ,aktualitt4 ,und endlich das ganze ,system der ,formen1 von der niedersten hylischen ,form bis zum gttlichen ,wesen1 der ,urform des ,alls1 ist ein geschlossener ,stufenbau4 ,der ewige ,prozess des ,werdens innerhalb der gegebenen ,ordnung setzt nun eine ewige ,bewegung voraus1 und diese ein ewig ,bewegendes4 ,wenn die ,welt entstanden wre1 so knnte man von ihr nur schlieen auf eine andere1 ebenfalls entstandene ,krperwelt1 die sie erzeugt htte1 ins ,unendliche4 ,wenn sie ein ,mgliches wre1 nur auf ein ,mgliches1 daraus sie geworden1 und so in infinitum4 ,nur die ,annahme einer einheitlich ewig-notwendig bewegten ,welt gewhrt uns nach ,ibn ,roschd die ,mglichkeit1 auf ein ewig bewegendes1 von der ,welt getrenntes ,wesen zu schlieen1 das1 indem es immerfort die ,bewegung und schne ,ordnung des ,alls bewirkt1 ,urheber der ,welt genannt werden darf1 und das in den ,geistern1 welche die ,sphren bewegen -- denn jede besondere ,bewegung erfordert ihr besonderes ,prinzip --1 die ,vermittler seiner ,thtigkeit hat4 ,das ,wesen des ersten ,bewegenden oder ,gottes1 sowie der ,sphrengeister1 findet ,ibn ,roschd im ,denken1 in dem ihm die ,einheit des ,seins gegeben ist4 ,das mit seinem ,gegenstande identische ,denken ist die einzige positive ,bestimmung des gttlichen ,wesens1 womit dann ,sein und ,einheit absolut zusammenfallen4 ,sein und ,einheit kommen nmlich nicht zum ,wesen hinzu1 sondern sind1 wie alle ,universalien1 nur im ,denken gegeben4 ,das ,denken bringt berall das ,allgemeine im ,besonderen hervor4 ,zwar ist das ,universale als ,natur in den ,dingen wirksam1 aber das ,universale als solches ist nur im ,verstande4 ,oder der ,mglichkeit nach ist es in den ,dingen1 wirklich aber im ,verstande1 d4 h4 im ,verstande hat es mehr ,sein1 eine hhere ,art zu existieren als in den ,dingen4 ,fragt man nun1 ob das gttliche ,denken auch das ,besondere1 oder nur das ,allgemeine umfasse1 so antwortet ,ibn ,roschd3 keins von beidem1 denn ber beides ist das gttliche ,wesen hinaus4 ,sein ,denken bewirkt das ,all1 umfasst das ,all4 ,gott ist das ,prinzip1 die ,urform und der ,endzweck aller ,dinge4 ,er ist die ,weltordnung1 die ,vershnung aller ,gegenstze1 das ,all selbst in seiner hchsten ,existenzweise4 ,dass von einer gttlichen ,vorsehung im gewhnlichen ,sinne also nicht geredet werden knne1 ergibt sich daraus von selbst4 #e4 ,zwei ,arten des ,seienden kennen wir3 ein bewegtes und ein bewegendes1 selbst aber unbewegtes1 oder ein krperliches und ein geistiges4 ,im ,geistigen aber liegt die hhere ,einheit oder ,vollendung alles ,seienden in stufenmiger ,ordnung4 ,es ist also keine abstrakte ,einheit4 ,die ,sphrengeister sind1 je ferner sie dem ersten stehen1 um so weniger einfach4 ,alle erkennen sich selbst1 aber in ihrem ,wissen ist auch die ,beziehung auf die erste ,ursache4 ,daraus ergibt sich eine ,art ,parallelismus zwischen dem ,krperlichen und dem ,geistigen4 ,der ,zusammensetzung des ,krperlichen aus ,materie und ,form entspricht etwas in den niederen ,geistern4 ,was dem rein ,geistigen beigemischt1 ist zwar keine ,materie1 die etwas erleiden knnte1 aber doch etwas der ,materie hnliches1 das ein anderes in sich aufzunehmen vermag4 ,sonst liee sich mit der ,einheit des auffassenden ,geistes die ,vielheit der ,intelligibilia nicht in bereinstimmung bringen4 ,die ,materie erleidet1 der ,geist aber empfngt4 ,hauptschlich mit ,rcksicht auf den menschlichen ,geist hat ,ibn ,roschd diesen fein unterscheidenden ,parallelismus eingefhrt4 #f4 ,dass die menschliche ,seele sich zu ihrem ,krper verhalte1 wie die ,form zur ,materie1 steht dem ,ibn ,roschd fest4 ,es ist ihm vllig ernst damit4 ,die ,theorie vieler unsterblicher ,seelen weist er1 ,ibn ,sina bekmpfend1 ganz bestimmt zurck4 ,nur als ,vollkommenheit ihres ,leibes hat die ,seele einen ,bestand4 ,was die empirische ,psychologie betrifft1 ist er ngstlich bestrebt1 sich an ,aristoteles1 gegen ,galen u4 a41 zu halten4 ,aber in der ,lehre vom ,nus entfernt er sich1 ohne dass er sich dessen bewusst wre1 nicht unbetrchtlich von seinem ,meister4 ,eigentmlich1 von neuplatonischen ,anschauungen ausgehend1 ist seine ,auffassung der materiellen ,vernunft4 ,sie ist nicht blo eine ,anlage oder eine ,fhigkeit der menschlichen ,seele4 ,sie ist auch nicht gleichbedeutend mit dem sinnlich-geistigen ,vorstellungsleben1 sondern sie ist etwas berseelisches1 berindividuelles4 ,die materielle ,vernunft ist ewiger1 unvergnglicher ,geist1 ebenso ewig und unvergnglich wie die reine ,vernunft oder der thtige ,geist ber uns4 ,es ist die ,verselbstndigung der ,materie im ,bereiche des ,krperlichen1 die hier von ,ibn ,roschd1 freilich mit ,anschluss an ,themistius u4 a41 auf das ,gebiet des ,geistigen bertragen wird4 ,die materielle ,vernunft ist also ewige ,substanz4 ,die ,anlage aber oder die ,fhigkeit des menschlichen ,individuums zu geistiger ,erkenntnis nennt ,ibn ,roschd leidende ,vernunft4 ,diese entsteht und vergeht mit den ,individuen1 whrend die materielle ,vernunft ewig ist1 wie die ,gattung der ,menschheit4 ,nun bleibt aber1 wie nicht anders mglich1 das ,verhltnis zwischen dem thtigen und dem empfangenden ,geiste 7so sagen wir jetzt fr materielle ,vernunft7 etwas dunkel4 ,der thtige ,geist macht die ,vorstellungen der menschlichen ,seele intelligibel1 der empfangende ,geist nimmt sie in sich auf4 ,das ,seelenleben der menschlichen ,individuen ist also der ,ort1 wo das mystische ,liebespaar sich trifft4 ,und die rter sind sehr verschieden4 ,von der ganzen seelischen ,anlage des ,menschen und von der ,disposition seiner ,vorstellungen hngt es ab1 in welchem ,grade der thtige ,geist dieselben zur ,intelligibilitt erheben kann1 inwiefern der empfangende ,geist sie zu seinem ,inhalte zu machen im ,stande ist4 ,dadurch erklrt es sich1 dass die ,menschen nicht alle auf derselben ,stufe geistigen ,erkennens stehen4 ,aber die ,summe geistiger ,erkenntnis in der ,welt ndert sich nicht1 wenn auch ihre ,verteilung an die einzelnen ,schwankungen unterliegt4 ,mit ,naturnotwendigkeit ersteht immer wieder der ,philosoph1 sei es ,aristoteles oder ,ibn ,roschd1 in dessen ,kopf das ,seiende zum ,begriff wird4 ,zwar sind die ,gedanken der ,individuen zeitlich und ist der empfangende ,geist1 insofern der einzelne an ihm teil hat1 vernderlich1 aber als menschliche ,gattungsvernunft betrachtet1 ist dieser ,geist ewig unvernderlich1 wie der thtige ,geist aus der letzten ,sphre ber uns4 #g4 ,im ganzen sind es drei groe ,ketzereien1 die das ,system des ,ibn ,roschd in ,widerspruch setzen zu der ,theologie der drei ,weltreligionen seiner ,zeit4 ,erstens die ,ewigkeit der ,krperwelt und der sie bewegenden ,geister1 zweitens der notwendige ,kausalnexus alles ,weltgeschehens1 sodass fr ,vorsehung1 ,wunder und dergleichen kein ,platz bleibt1 und drittens die ,vergnglichkeit alles ,individuellen1 womit auch die individuelle ,unsterblichkeit aufgehoben ist4 ,logisch betrachtet scheint die ,annahme einer ,anzahl selbstndiger ,sphrengeister unter ,gott keinen gengenden ,grund zu besitzen4 ,aber ,ibn ,roschd hilft sich hier1 wie seine ,vorgnger1 ber den ,widerspruch hinweg mit der ,behauptung1 jene ,sphrengeister seien nicht individuell1 sondern nur der ,art nach verschieden4 ,ihr ,zweck war ja nur1 so lange die ,einheit des ,weltsystems nicht erkannt war1 die verschiedenen ,bewegungen zu erklren4 ,nachdem das ptolemische ,weltsystem gefallen und diese vermittelnden ,geister berflssig wurden1 identifizierte man den thtigen ,geist mit ,gott1 wie es brigens auch schon frher von spekulativer und religiser ,seite versucht war4 ,ein ,schritt weiter war es nur1 auch den ewigen ,geist der ,menschheit mit ,gott zu identifizieren4 ,keins von beiden hat ,ibn ,roschd gethan1 wenigstens nicht nach dem ,wortlaute seiner ,schriften4 ,aber in seinem ,systeme war1 bei konsequenter ,durchfhrung1 die ,mglichkeit dazu gegeben1 wie zu einer pantheistischen ,weltanschauung berhaupt4 ,andererseits konnte sich leicht der ,materialismus1 wie entschieden ihn auch unser ,philosoph bekmpfte1 daran lehnen4 ,denn wo die ,ewigkeit1 ,form und ,wirksamkeit alles ,materiellen so stark betont wird1 wie von ihm geschah1 da mag der ,geist noch ,knig heien1 aber1 wie es scheinen knnte1 nur von des ,stoffes ,gnaden4 ,jedenfalls ist ,ibn ,roschd ein khner und folgerichtiger1 wenn auch kein origineller ,denker zu nennen4 ,die theoretische ,philosophie gengte ihm1 doch schuldete er es seiner ,zeit und seiner ,stellung1 sich mit der ,religion und der ,praxis abzufinden4 ,wir knnen uns darber kurz fassen4 #h4 ,ibn ,roschd findet oft ,gelegenheit1 gegen die ungebildeten ,herrscher und die bildungsfeindlichen ,theologen seiner ,zeit sich zu uern4 ,doch bleibt ihm das ,leben im ,staate immer der ,einsamkeit vorzuziehen4 ,auch seinen ,gegnern dankt er -- das ist ein erfreulicher ,charakterzug -- fr manche ,belehrung4 ,die ,einsamkeit1 meint er1 bringe keine ,knste und ,wissenschaften hervor1 hchstens knne man in ihr das ,erworbene genieen und es vielleicht um ein weniges vermehren4 ,zum ,wohle des ,ganzen aber soll jeder beitragen1 auch die ,frauen sollen wie die ,mnner der ,gesellschaft und dem ,staate dienen4 ,hier schliet ,ibn ,roschd sich dem ,platon an 7die ,politik des ,aristoteles hat er nicht gekannt7 und bemerkt ganz vernnftig1 viel ,armut und ,elend seiner ,zeit rhre daher1 dass man sich die ,weiber nur zu einem auerdem sehr fraglichen ,vergngen wie ,haustiere oder ,pflanzen halte1 statt sie an der materiellen und geistigen ,gterproduktion und der ,htung dieser ,gter teilnehmen zu lassen4 ,in der ,ethik tadelt unser ,philosoph sehr scharf die ,doktrin der ,rechtslehrer1 dass etwas nur gut oder bse sei1 weil ,gott es so gewollt4 ,alles hat vielmehr von ,natur oder vernunftgemss seinen sittlichen ,charakter4 ,die von vernnftiger ,einsicht bestimmte ,handlung ist sittlich4 ,freilich ist es nicht die ,einzelvernunft1 sondern die ,staatsraison1 an die in letzter ,instanz zu appellieren ist4 ,von staatsmnnischem ,gesichtspunkte aus betrachtet ,ibn ,roschd auch die ,religion4 ,er wrdigt sie ihres moralischen ,zweckes wegen4 ,sie ist ,gesetz1 keine ,lehre4 ,deshalb bekmpft er fortwhrend die ,theologen1 die statt glubig zu gehorchen begreifen wollen4 ,er macht es ,gazali zum ,vorwurf1 dass dieser der ,philosophie ,einfluss auf seine ,religionslehre auszuben gestattet und dadurch viele zum ,zweifel und ,unglauben veranlasst hat4 ,das ,volk soll glauben1 so wie es im ,buche steht4 ,das ist ,wahrheit1 freilich eine ,wahrheit fr groe ,kinder1 denen man ,mrchen erzhlt4 ,was darber hinaus1 ist vom bel4 ,fr die ,existenz ,gottes z4 ,b4 hat der ,koran zwei jedem einleuchtende ,beweise3 die gttliche ,frsorge fr alles1 besonders fr den ,menschen1 und die ,erschaffung des ,lebens in ,pflanzen1 ,tieren u4 s4 w4 ,daran ist nicht zu rtteln1 am ,wortlaute der ,offenbarung nicht theologisch herumzudeuteln4 ,denn die ,beweise1 welche die ,theologen fr das ,dasein ,gottes beibringen1 halten einer wissenschaftlichen ,kritik nicht ,stand1 ebensowenig wie der aus dem ,begriffe des ,mglichen und ,notwendigen bei ,farabi und ,ibn ,sina4 ,das alles fhrt zu ,atheismus und ,libertinismus4 ,im ,interesse der ,sittlichkeit1 des ,staates also1 ist die halbe ,theologie zu bekmpfen4 ,dagegen drfen die wissenden ,philosophen das ,wort ,gottes im ,koran deuten4 ,im ,lichte hchster ,wahrheit verstehen sie1 was damit bezweckt ist4 ,und dem gemeinen ,manne sagen sie davon nur so viel1 wie er eben aufzufassen im ,stande ist4 ,auf diese ,weise kommt die schnste ,harmonie heraus4 ,religionsgesetz und ,philosophie stimmen mit einander berein1 eben weil sie nicht dasselbe wollen4 ,wie ,praxis und ,theorie verhalten sie sich4 ,indem der ,philosoph die ,religion begreift1 lsst er sie in ihrem ,bereiche gelten1 sodass die ,philosophie gar nicht wider die ,religion verstt4 ,die ,philosophie aber ist die hchste ,form der ,wahrheit1 zugleich auch die erhabenste ,religion4 ,die ,religion des ,philosophen nmlich ist die ,erkenntnis alles dessen1 was ist4 ,aber irreligis erscheint diese ,ansicht doch1 und eine positive ,religion kann es sich nicht gefallen lassen1 im ,reiche der ,wahrheit die fhrende ,stellung der ,philosophie anzuerkennen4 ,nur natrlich war es1 dass die ,theologen des ,westens1 hnlich ihren orientalischen ,brdern1 die ,gunst der ,verhltnisse ausnutzten und nicht ruhten1 bis sie die ,herrin zur ,magd der ,theologie erniedrigt hatten4 ,,vii4 ,,zum ,,schluss4 #a4 ,ibn ,chaldun4 #a4 ,die ,philosophie des ,ibn ,roschd und seine ,erklrung des ,aristoteles hat auf die muslimische ,welt uerst wenig gewirkt4 ,viele seiner ,schriften sind im ,original verloren gegangen1 wir haben sie in hebrischen und lateinischen bersetzungen4 ,schler und ,nachfolger hat er nicht gefunden4 ,in abgelegenen ,winkeln fand sich wohl mancher ,freigeist oder ,mystiker1 in dessen ,kopf es wunderlich genug aussah1 um sich ernstlich mit philosophischen ,fragen theoretischer ,art abzumhen1 aber auf die allgemeine ,bildung und die ,gestaltung der ,verhltnisse zu wirken1 wurde der ,philosophie nicht verstattet4 ,vor den siegreichen ,waffen der ,christen zog die materielle und damit auch die geistige ,kultur der ,muslime sich immer weiter zurck4 ,spanien ward ,afrika1 wo der ,berber herrschte4 ,die ,zeit war ernst1 es handelte sich um die ,existenz des ,islam in diesen ,lndern4 ,zum ,kampfe gegen den ,feind1 aber auch gegen einander1 rsteten sich die ,mnner1 und zu mystischen bungen schlossen sich berall die frommen ,brder zusammen4 ,in den sufischen ,orden dieser ,leute retteten sich wenigstens noch einige philosophische ,formeln4 ,als gegen die ,mitte des dreizehnten ,jahrhunderts ,kaiser ,friedrich ,,ii4 den muslimischen ,gelehrten von ,ceuta eine ,anzahl philosophischer ,fragen vorlegte1 beauftragte der ,almohade ,abdalwahid den ,ibn ,sabin1 ,stifter eines mystischen ,ordens1 damit1 sie zu beantworten4 ,er that es4 ,in schulmeisterlichem ,tone leiert er die ,ansichten alter und neuer ,philosophen ab4 ,das sufische ,geheimnis1 ,gott sei die ,realitt aller ,dinge1 lsst er durchblicken4 ,das einzige aber1 was wir aus seinen ,antworten lernen knnen1 ist1 dass ,ibn ,sabin ,bcher gelesen1 von denen1 wie er glaubt1 ,kaiser ,friedrich keine blasse ,ahnung hatte4 #b4 ,in kleinen ,staatengebilden1 auf- und abwogend1 trieb die muslimische ,kultur des ,westens dahin4 ,bevor sie jedoch ganz verschwand1 fand sich der ,mann1 der das ,gesetz ihrer ,bildung aufzufinden versuchte1 und damit eine neue philosophische ,disziplin1 die ,philosophie der ,gesellschaft oder der ,geschichte1 zu begrnden glaubte4 ,dieser merkwrdige ,mensch ist ,ibn ,chaldun1 im ,jahre #accb aus sevillanischer ,familie zu ,tunis geboren4 ,dort erhielt er auch seine ,erziehung und wurde dann1 teilweise von einem im ,orient ausgebildeten ,lehrer1 philosophisch geschult4 ,nach dem ,studium aller bekannten ,wissenschaften war er bald im ,staatsdienste1 bald auf ,reisen1 aber berall ein guter ,beobachter4 ,verschiedenen ,frsten diente er als ,sekretr1 auch war er ,gesandter an mehreren ,hfen in ,spanien und ,afrika4 ,so war er am christlichen ,hofe ,peters des ,grausamen in ,sevilla4 ,auch ist er bei ,tamerlan in ,damaskus gewesen4 ,eine reiche ,welterfahrung hatte er sich also zu eigen gemacht1 als er im ,jahre #adjf zu ,kairo starb4 ,als ,charakter ist er vielleicht nicht hoch zu stellen4 ,man wird aber dem ,manne1 der mehr als andere seiner ,zeit fr die ,wissenschaft gelebt1 etwas ,eitelkeit1 ,dilettantismus und dergleichen gerne verzeihen4 #c4 ,die ,schulphilosophie1 wie ,ibn ,chaldun sie kennen lernte1 befriedigte ihn nicht4 ,in ihren fertigen ,rahmen passte sein ,weltbild nicht hinein4 ,wenn er etwas mehr zum ,theoretisieren aufgelegt gewesen wre1 htte er wohl einen ,nominalismus ausgebildet4 ,die ,philosophen behaupten1 alles zu wissen4 ,ihm aber erscheint das ,universum zu gro1 als dass es von unserem ,verstande begriffen werden knne4 ,es gibt der ,wesen und der ,dinge mehr1 unendlich viel mehr1 als der ,mensch wissen kann4 ,gott schafft1 was ihr nicht wisset4 ,die logischen ,deduktionen wollen oft nicht stimmen zu der empirischen ,natur der ,einzeldinge1 die nur durch ,beobachtung erkannt wird4 ,es ist ,einbildung1 durch bloe ,anwendung logischer ,regeln zur ,wahrheit gelangen zu knnen4 ,nachdenken ber das erfahrungsmig ,gegebene ist demnach die ,aufgabe des wissenschaftlichen ,mannes4 ,und nicht darf er sich mit seiner ,einzelerfahrung begngen1 sondern mit kritischer ,sorgfalt hat er die ,summe der gesamten berlieferten ,erfahrung der ,menschheit zu ziehen4 ,von ,natur ist die ,seele ohne ,wissen4 ,aber von ,natur hat sie auch das ,vermgen1 nachzudenken1 die gegebene ,erfahrung zu bearbeiten4 ,beim ,nachdenken springt1 wie durch ,inspiration1 oft der richtige ,mittelbegriff hervor1 mittelst dessen die gewonnene ,einsicht dann nach den ,regeln formaler ,logik zurechtgelegt werden mag4 ,die ,logik bringt keine ,erkenntnis hervor1 sondern beschreibt nur den ,weg unseres ,nachdenkens1 zeigt1 wie wir zum ,wissen kommen1 und hat insofern auch einen ,wert1 dass sie uns vor ,irrtmern hten und den ,geist schrfen und zu ,genauigkeit im ,denken anhalten kann4 ,sie ist folglich eine ,hilfswissenschaft1 die von einigen ,befhigten1 dazu ,berufenen1 auch ihrer selbst wegen gepflegt werden soll1 jedoch nicht die grundlegende ,bedeutung besitzt1 die ihr von den ,philosophen beigelegt wird4 ,den ,weg des ,nachdenkens1 den sie beschreibt1 geht das wissenschaftliche ,talent in irgend einer ,einzelwissenschaft auch zur ,not ohne sie4 ,ibn ,chaldun ist ein nchterner ,denker4 ,alchemie und ,astrologie bekmpft er mit vernnftigen ,grnden4 ,dem mystischen ,rationalismus der ,philosophen hlt er fter die einfachen ,lehren seiner ,religion entgegen1 sei es mit persnlicher berzeugung oder nur aus politischer ,rcksicht4 ,aber auf seine wissenschaftlichen ,ansichten bt die ,religion keinen greren ,einfluss als der neuplatonische ,aristotelismus4 ,platons ,staat1 die pythagoreisch-platonische ,philosophie1 aber ohne ihre wunderschtigen ,auswchse1 und die ,geschichtswerke seiner orientalischen ,vorgnger1 namentlich des ,masudi1 haben auf die ,ausbildung seiner ,gedanken am meisten gewirkt4 #d4 ,mit dem ,anspruch1 eine neue philosophische ,disziplin zu begrnden1 von der ,aristoteles keine ,ahnung hatte1 tritt ,ibn ,chaldun auf4 ,philosophie ist die ,wissenschaft dessen1 was ist1 aus seinen ,ursachen oder ,grnden entwickelt4 ,aber dem entspricht nicht1 was die ,philosophen ber die hohe ,geisterwelt und ,gottes ,wesen vorbringen3 ,unbeweisbares reden sie darber4 ,viel besser kennen wir unsere ,menschenwelt1 und davon lsst sich durch ,beobachtung und innere ,seelenerfahrung etwas ,sicheres aussagen4 ,hier lassen sich die ,thatsachen nachweisen und ihre ,ursachen herausfinden4 ,insofern nun letzteres auch in der ,geschichte gelingt1 d4 h4 sofern die geschichtlichen ,ereignisse auf ihre ,ursachen zurckgefhrt und historische ,gesetze aufgefunden werden knnen1 ist die ,geschichte wirklich ,wissenschaft und ein ,teil der ,philosophie zu nennen4 ,so tritt der ,begriff der ,geschichte als ,wissenschaft rein heraus4 ,mit ,neugierde1 ,eitelkeit1 gemeinem ,nutzen1 erbaulicher ,wirkung u4 s4 w4 hat sie nichts zu schaffen4 ,sie soll1 wenn auch im ,dienste hherer ,lebenszwecke1 nichts anderes als ,thatsachen feststellen und deren kausale ,verknpfung auszumitteln suchen4 ,kritisch1 ohne ,vorurteil4 ,als oberstes methodologisches ,prinzip gilt dabei1 dass die ,ursache der ,wirkung entspricht1 d4 h4 dass gleiche ,erscheinungen auch dieselben ,bedingungen voraussetzen oder dass unter denselben ,kulturverhltnissen auch die nmlichen ,vorgnge sich ereignen werden4 ,da nun mit ,wahrscheinlichkeit anzunehmen ist1 dass die ,natur der ,menschen und der ,gesellschaft im ,laufe der ,zeit sich nicht oder nicht bedeutend ndert1 so ist ferner ein lebensvolles ,verstndnis der ,gegenwart das beste ,mittel zur ,erforschung der ,vergangenheit1 indem das nchste1 vollstndig ,bekannte uns ,rckschlsse gestattet auf die weniger gut bekannten ,ereignisse frherer ,zeit1 ja sogar einen ,ausblick auf die ,zukunft verheit4 ,in jedem ,falle ist also die berlieferung an der ,gegenwart zu prfen1 und wenn sie uns ,dinge erzhlt1 die jetzt unmglich sind1 so ist schon deshalb ihre ,wahrheit zu bezweifeln4 ,vergangenheit und ,gegenwart sind einander wie zwei ,tropfen ,wasser gleich4 ,das knnte1 absolut gefasst1 auch ,ibn ,roschd gesagt haben4 ,nach ,ibn ,chaldun gilt das aber nur ganz allgemein als heuristisches ,prinzip4 ,im einzelnen erleidet es manche ,einschrnkung1 ist jedenfalls aus den ,thatsachen selbst zu begrnden4 #e4 ,was ist nun der ,gegenstand der ,geschichte als philosophischer ,disziplin8 ,es ist1 antwortet ,ibn ,chaldun1 das soziale ,leben1 die gesamte materielle und geistige ,kultur der ,gesellschaft4 ,die ,geschichte hat zu zeigen1 wie die ,menschen arbeiten und sich ernhren1 warum sie sich streiten und unter einzelnen ,fhrern zu greren ,verbnden zusammenschlieen1 wie sie endlich im sesshaften ,leben ,mue finden zur ,pflege hherer ,knste und ,wissenschaften1 wie also aus rohen ,anfngen nach und nach eine feinere ,kultur aufblht1 und wie diese dann wieder hinstirbt4 ,die sich ablsenden ,gesellschaftsformen sind1 nach ,ibn ,chaldun1 ,nomadentum1 ,dynastie und ,stadtstaat4 ,die erste ,frage ist die ,nahrungsfrage4 ,nach dem ,stande ihrer ,wirtschaft 7,nomaden1 sesshafte ,viehzchter1 ,ackerbauer7 unterscheiden sich die ,menschen und die ,vlker4 ,bedrfnis fhrt zu ,raub und ,krieg und zur ,unterwerfung unter den fhrenden ,herrscher4 ,so entwickelt sich eine ,dynastie und diese grndet sich eine ,stadt1 wo die ,arbeitsteilung oder die gegenseitige ,hilfeleistung ,wohlstand hervorbringt4 ,aber dieser ,wohlstand fhrt zu unnatrlichem ,miggange und ppigkeit4 ,arbeit hat an erster ,stelle den ,wohlstand erzeugt1 aber jetzt1 auf der hchsten ,kulturstufe1 lsst man andere fr sich arbeiten4 ,oft ohne ,gegenleistung1 denn ,ansehen1 oder auch ,servilitt nach oben1 ,erpressung nach unten1 verschaffen ,wohlstand4 ,man wird aber dabei von anderen abhngig4 ,die ,bedrfnisse werden immer grer1 die ,steuern immer drckender4 ,die reichen ,verschwender und ,steuerzahler werden arm und ihr unnatrliches ,leben macht sie krank und elend4 #ag ,die alten ,kriegersitten haben sich verfeinert1 sodass man sich nicht mehr verteidigen kann4 ,das ,band des ,gemeinsinnes oder der ,religion1 womit frher die ,not und der ,wille des ,herrschers die einzelnen zusammenknpfte1 erschlafft1 denn die ,stdter sind nicht fromm4 ,so ist alles in innerer ,auflsung begriffen4 ,und da erscheint ein neuer1 krftiger ,nomadenstamm aus der ,wste1 oder ein weniger berbildetes ,volk mit einem festeren ,gemeinsinne und fllt ber die verweichlichte ,stadt her4 ,dann bildet sich ein neuer ,staat1 der sich die materiellen und geistigen ,gter der alten ,kultur aneignet1 und dieselbe ,geschichte wiederholt sich4 ,es ergeht den ,staaten und den greren ,verbnden wie einzelnen ,familien3 in drei bis sechs ,generationen vollendet sich ihre ,geschichte4 ,die erste ,generation grndet1 die zweite erhlt1 vielleicht auch die dritte u4 s4 w41 die letzte zerstrt4 ,das ist der ,kreislauf aller ,civilisation4 #f4 ,nach ,august ,mller stimmt die ,theorie ,ibn ,chalduns zu der ,geschichte ,spaniens1 ,westafrikas und ,siziliens vom #aa4 bis #ae4 ,jahrhundert1 deren ,beobachtung sie auch entnommen ist4 ,freilich ist sein eigenes ,geschichtswerk eine ,kompilation4 ,im einzelnen fehlt er oft1 wenn er mit seiner ,theorie die berlieferung meistert4 ,aber in seiner philosophischen ,einleitung findet sich eine ,flle feiner psychologischer und politischer ,bemerkungen und als ganzes ist sie eine groartige ,leistung4 ,das ,altertum hat sich mit dem ,problem der ,geschichte nicht eingehend befasst4 ,groe ,kunstwerke der ,geschichtschreibung hat es uns hinterlassen1 aber keine philosophische ,begrndung der ,geschichte als ,wissenschaft4 ,dass die ,menschheit es1 obgleich von ,ewigkeit her bestehend1 nicht lngst zu viel hherer ,kultur gebracht hatte1 wurde aus elementaren ,ereignissen1 ,erdbeben1 ,wasserfluten u4 s4 w4 erklrt4 ,dagegen fasste die christliche ,philosophie die ,geschichte mit ihren ,wandlungen als die ,verwirklichung oder ,vorbereitung des ,gottesstaates auf ,erden4 ,ibn ,chaldun hat nun zuerst ganz bewusst und in ausfhrlich begrndeter ,darstellung den ,versuch gemacht1 die ,entwicklung der menschlichen ,gesellschaft aus den nchsten ,ursachen abzuleiten4 ,die ,verhltnisse der ,rasse1 des ,klimas1 der ,gterproduktion u4 s4 w4 werden errtert und in ihrer ,wirkung auf die sinnlich-geistige ,konstitution des ,menschen und der ,gesellschaft dargestellt4 ,im ,kreislaufe der ,civilisationen findet er eine innere ,gesetzmigkeit4 berall forscht er den natrlichen ,ursachen nach1 bis zur mglichsten ,vollstndigkeit4 ,dass die ,kette von ,ursachen und ,folgen in einer letzten ,ursache zum ,abschlusse komme1 behauptet er auch zu glauben4 ,die ,reihe kann nicht ins ,unendliche gehen1 und darum schlieen wir auf einen ,gott4 ,dieser ,schluss aber1 so heit es bei ihm1 bedeutet eigentlich dies1 dass wir nicht im ,stande sind1 die ,ursachen aller ,dinge und die ,art ihres ,wirkens zu erkennen1 es ist im ,grunde ein ,gestndnis unserer ,unwissenheit4 ,das bewusste ,nichtwissen ist auch eine ,art ,wissen4 ,aber soweit es mglich ist1 soll man das ,wissen verfolgen4 ,indem ,ibn ,chaldun seine neue ,wissenschaft anbahnt1 will er nur die ,hauptprobleme angedeutet1 nur im allgemeinen ,methode und ,gegenstand dieser ,wissenschaft angegeben haben4 ,aber er hofft1 dass andere nach ihm kommen werden1 mit gesundem ,verstande und sicherem ,wissen seine ,untersuchungen weiterzufhren und neue ,probleme aufzustellen4 ,die ,hoffnung ,ibn ,chalduns ist in ,erfllung gegangen1 aber nicht im ,islam4 ,wie er ohne ,vorgnger war1 blieb er ohne ,nachfolger4 ,doch hat sein ,werk im ,orient nachhaltig gewirkt4 ,viele muslimische ,staatsmnner1 die seit dem #ae4 ,jahrhundert so manchen europischen ,frsten und ,diplomaten zur ,verzweiflung gebracht haben1 sind bei unserem ,philosophen in die ,schule gegangen4 #b4 ,die ,araber und die ,scholastik4 #a4 ,dem ,sieger gehrt die ,braut4 ,in den ,kriegen zwischen ,christen und ,muslimen1 die in ,spanien gefhrt wurden1 hatten erstere oft die ,anziehungskraft maurischer ,schnen kennen gelernt4 ,manch christlicher ,ritter hatte mit einer ,mohrin den neuntgigen ,gottesdienst gefeiert4 ,aber auer den materiellen ,gtern und den sinnlichen ,genssen wirkten auch die ,reize geistiger ,kultur auf die ,eroberer4 ,und so erschien die arabische ,wissenschaft dem ,auge vieler wissensbedrftiger ,mnner wie eine holde ,braut4 ,vermittelnd traten da besonders ,juden auf4 ,die ,juden hatten alle ,wandlungen der muslimischen ,geisteskultur mitgemacht4 ,viele haben in der arabischen ,sprache geschrieben1 andere arabische ,schriften ins ,hebrische bertragen4 ,manch philosophisches ,werk muslimischer ,autoren verdankt diesem ,umstande seine ,erhaltung4 ,der ,schlusspunkt jdisch-philosophischer ,entwicklung war ,maimonides 7#aace-abjd71 der1 hauptschlich unter dem ,einflusse ,farabis und ,ibn ,sinas1 ,aristoteles mit dem ,alten ,testamente zu vershnen suchte4 ,teils deutete er die philosophischen ,lehren aus dem offenbarten ,texte heraus1 teils lie er die aristotelische ,philosophie auf das ,irdische sich beschrnken1 whrend dasjenige1 was drber ist1 aus dem gttlichen ,buche erkannt werden sollte4 ,in den muslimischen ,staaten zur ,zeit ihrer ,blte hatten die ,juden sich an der wissenschaftlichen ,arbeit beteiligt4 ,sie waren geduldet1 auch wohl begnstigt worden4 ,aber mit dem ,zusammenbruch jener ,staaten1 beim ,niedergange der ,kultur1 nderte sich ihre ,lage4 ,von fanatisierten ,massen vertrieben1 flchteten sie sich in die ,christenlnder1 besonders nach ,sdfrankreich1 dort als ,kulturvermittler ihre ,mission zu erfllen4 #b4 ,an zwei ,punkten berhrte sich die muslimische mit der christlichen ,welt des ,abendlandes3 in ,unteritalien und in ,spanien4 ,zu ,palermo1 am ,hofe ,kaiser ,friedrichs ,,ii4 wurde die arabische ,wissenschaft eifrig gepflegt und den ,lateinern zugnglich gemacht4 ,der ,kaiser und sein ,sohn ,manfred schickten den ,universitten zu ,bologna und ,paris bersetzungen philosophischer ,schriften1 zum ,teil aus dem ,arabischen1 zum ,teil aber auch direkt aus dem ,griechischen4 ,viel bedeutender aber und einflussreicher war die bersetzerthtigkeit in ,spanien4 ,in dem von den ,christen zurckeroberten ,toledo befand sich eine reiche arabische ,moschee-,bibliothek1 die als ,bildungssttte weit in die nrdlichen ,christenlnder hinein bekannt wurde4 ,mosaraber und ,juden1 zum ,teil getaufte1 arbeiteten dort mit spanischen ,christen zusammen4 ,aus allen ,lndern fanden sich ,mitarbeiter4 ,so wirkten z4 ,b4 als bersetzer ,johannes ,hispanus und ,gundisalinus 7erste ,hlfte des #ab4 ,jahrhunderts71 ,gerard von ,cremona 7#aaad-aahg71 ,michel der ,schotte und ,hermann der ,deutsche 7zwischen #abdj und #abdf74 ber die ,thtigkeit dieser ,mnner sind wir im einzelnen noch nicht gengend unterrichtet4 ,insofern jedem ,worte des arabischen ,originales oder der hebrischen 7auch spanischen87 bersetzung irgend ein lateinisches entspricht1 sind ihre bersetzungen treu zu nennen4 ,durch geistvolles ,verstndnis zeichnen sie sich im allgemeinen nicht aus4 ,demjenigen1 der des ,arabischen nicht kundig ist1 fllt es schwer1 sich da hinein zu lesen4 ,gespensterhaft nehmen sich viele beibehaltene arabische ,worte und bis zur ,unkenntlichkeit verunstaltete ,eigennamen aus4 ,es mag das alles eine schne ,verwirrung in den ,kpfen lateinischer ,philosophieschler angestiftet haben4 ,und nicht weniger thaten es die sich neu aufschlieenden ,gedanken4 ,die bersetzerthtigkeit hlt im allgemeinen gleichen ,schritt mit dem ,interesse christlicher ,kreise1 und dieses hat sich hnlich entwickelt1 wie wir es im stlichen und westlichen ,islam zu beobachten ,gelegenheit hatten 7vgl4 ,,vi1 #a #b74 ,die ersten bersetzungen sind mathematisch-astrologisch1 medizinisch1 naturphilosophisch1 psychologisch1 daran sich das logische und metaphysische schliet4 ,spter beschrnkt man sich mehr auf ,aristoteles und seine ,kommentare1 anfangs aber wird allerhand ,wunderschtiges bevorzugt4 ,kindi wurde hauptschlich als ,arzt und ,astrolog bekannt4 ,ibn ,sina wirkte durch seine ,medizin1 empirische ,psychologie und dazu seine ,naturphilosophie und ,metaphysik4 ,weniger ,einfluss bten neben ihm ,farabi und ,ibn ,baddscha aus4 ,zuletzt kamen die ,kommentare des ,ibn ,roschd 7,averroes7 und ihr ,ansehen hat1 neben ,ibn ,sinas ,kanon der ,medizin1 am lngsten ,stand gehalten4 #c4 ,was hat nun die christliche ,philosophie des ,mittelalters den ,muslimen zu verdanken8 ,diese ,frage zu beantworten1 gehrt eigentlich nicht mehr zur ,aufgabe dieser ,monographie4 ,es ist eine ,arbeit fr sich1 dafr es viele ,folianten1 von denen ich keinen gelesen1 zu durchstbern gibt4 ,im allgemeinen lsst sich sagen1 dass sich in den bersetzungen aus dem ,arabischen dem christlichen ,abendlande ein zweifaches ,neues aufthat4 ,erstens bekam man den ,aristoteles1 sowohl logisch als physisch-metaphysisch1 vollstndiger als man ihn bisher kannte4 ,doch war dies nur von vorbergehender1 zeitweilig anregender1 ,bedeutung1 denn bald wurden alle seine ,schriften direkt aus dem ,griechischen viel besser ins ,lateinische bersetzt4 ,das wichtigste aber war1 dass man aus den ,schriften der ,araber1 namentlich des ,ibn ,roschd1 eine eigentmliche ,auffassung der aristotelischen ,lehren als der hchsten ,wahrheit kennen lernte4 ,dies musste fortwhrend zum ,widerspruch1 zum ,kompromiss zwischen ,theologie und ,philosophie1 oder gar zur ,leugnung des ,kirchenglaubens ,veranlassung geben4 ,zum ,teil anregend1 zum ,teil zersetzend wirkte so die muslimische ,philosophie auf die scholastische ,entwicklung des kirchlichen ,dogmas ein4 ,denn gleichgltig neben einander hergehen1 wie das bei muslimischen ,denkern wohl vorgekommen1 konnten im ,christentume ,philosophie und ,theologie noch nicht4 ,dazu hatte die christliche ,dogmatik schon in den ersten ,jahrhunderten ihrer ,ausbildung zu viel griechische ,philosophie in sich aufgenommen4 ,sie konnte noch etwas mehr sich assimilieren4 ,und es war verhltnismig leichter1 ber die einfachen ,lehren des ,islam als ber die verwickelten ,dogmen des ,christentums hinauszukommen4 ,die christliche ,theologie zeigte1 als im #ab4 ,jahrhundert der ,einfluss der ,araber zu wirken anfing1 einen neuplatonisch-augustinischen ,charakter4 ,bei den ,franziskanern blieb auch im #ac4 ,jahrhundert dieser ,charakter gewahrt4 ,damit kam nun die pythagoreisch-platonische ,richtung im muslimischen ,denken gut berein4 ,fr ,duns ,scotus war ,ibn ,gebirol 7,avencebrol1 s4 ,,vi1 #a #b7 eine erste ,autoritt4 ,dagegen nahmen die groen ,dominikaner1 ,albert und ,thomas1 die die ,zukunft der kirchlichen ,lehre bestimmten1 einen gemigten ,aristotelismus auf1 mit dem sich vieles aus ,farabi1 besonders aber aus ,ibn ,sina und ,maimonides1 ganz gut vertrug4 ,erst um die ,mitte des #ac4 ,jahrhunderts geht eine tiefere ,wirkung von ,ibn ,roschd aus1 und zwar in ,paris1 dem ,mittelpunkte der damaligen christlich-wissenschaftlichen ,bildung4 ,im ,jahre #abef schreibt ,albert der ,groe noch gegen ,averroes1 #ae ,jahre spter aber ,thomas von ,aquino gegen die ,averroisten4 ,ihr ,haupt ist ,siger von ,brabant 7seit #abff bekannt71 ,mitglied der ,artistenfakultt von ,paris4 ,vor der strengen ,konsequenz des averroistischen ,systems schreckt er nicht zurck4 ,und wie ,ibn ,roschd den ,ibn ,sina meistert1 so kritisiert1 wenn auch uerst respektierlich1 ,siger den groen ,albert und den heiligen ,thomas4 ,zwar versichert er1 sich der ,offenbarung zu unterwerfen1 aber die ,vernunft besttigt ihm doch1 was ,aristoteles1 in zweifelhaften ,fllen nach der ,erklrung des ,ibn ,roschd1 in seinen ,schriften gelehrt hat4 ,sein feiner ,intellektualismus gefllt aber den ,theologen nicht4 ,wie es scheint auf ,anstiften der ,franziskaner1 die in ihm vielleicht auch den ,aristotelismus der ,dominikaner treffen wollten1 wird er von der ,inquisition verfolgt1 bis er zu ,orvieto 7um #abha-abhd7 im ,gefngnis stirbt4 ,dante1 der mglicherweise von seinen ,ketzereien nichts wusste1 hat unseren ,siger als ,reprsentanten weltlicher ,wissenschaft ins ,paradies versetzt4 ,dagegen sind ihm die beiden ,vertreter der muslimischen ,philosophie neben den groen und weisen ,mnnern ,griechenlands und ,roms in der ,hlle ,vorhalle begegnet4 ,ibn ,sina und ,ibn ,roschd schlieen dort die ,reihe der groen ,heiden1 zu denen1 wie ,dante1 die ,nachwelt noch oft mit ,bewunderung emporgeblickt hat4 ,,anmerkungen #a ,s4 ,munk1 ,mlanges de philosophie juive et arabe1 ,paris #ahei4 #b ,carra de ,vaux1 ,avicenne1 ,paris #aijj4 #c ,vgl4 ,snouck ,hurgronje1 ,mekka1 ,,ii1 ,s4 #bbh f4 #d ,hiob ,,xxxviii4 #e #a ,mos4 ,,xv #c4 #f ,der ,dialog heisst so1 weil ,aristoteles whrend des ,gesprches einen ,apfel in der ,hand hlt1 dessen ,geruch seine letzten ,lebenskrfte weckt4 ,am ,schlusse sinkt die ,hand kraftlos nieder und fllt der ,apfel auf den ,boden4 #g ,als echtes ,werk des ,aristoteles galt auch ,spteren noch ein ,auszug aus der stoicheisis theologik des ,proklos4 #h ,beides kommt vor1 doch ist ,qijas gewhnlich ,analogie4 ,in der philosophischen1 von den bersetzern herrhrenden ,terminologie steht aber ,qijas immer fr syllogismos1 whrend analogia mit arab4 mithl wiedergegeben wird4 #i ,vgl4 ,snouck ,hurgronje in ,,zdmg4 ,,liii1 ,s4 #aee4 #aj ,mystiker fhrten auch wohl einen sechsten ,sinn dafr ein4 #aa ,nach ihrem grobwollenen ,rock 7sf7 wurden die ,asketen ,sufis genannt4 #ab ,rckerts bers4 d4 ,makamen ,,ii1 ,s4 #bai4 #ac ,vgl4 v4 ,kremer1 ,kulturgesch4 des ,orients ,,ii1 ,s4 #dbi ff4 #ad ,vgl4 den ,art4 ,zu ,kindi und seiner ,schule in ,stein's ,archiv fr ,geschichte der ,philosophie ,,xiii1 ,s4 #aec ff41 aus dem ich manches1 ohne viel zu ndern1 hier wieder aufgenommen habe4 #ae ,das arab4 aql 7nous7 bersetzt man gewhnlich mit ,vernunft und ,intelligenz 7lat4 intellectus und intelligentia74 ,ich ziehe aber ,geist vor1 weil der ,ausdruck ,gott und die reinen 7separaten7 ,sphrengeister mitumfasst4 brigens ist schwer zu entscheiden1 wie weit bei den einzelnen ,denkern die ,personifikation der ,vernunft ging4 #af ,vgl4 hierzu ,munk1 ,mlanges1 p4 #chi-dji4 #ag ,ibn ,chaldun spricht nur von armen ,reichen und schweigt von ,proletariern und grostdtischem ,elend1 wie wir es kennen4 ,er hat auch meistens nur in kleineren ,stdten gelebt und ,kairo aus der ,ferne bewundert4