,ludwig ,richter4 ,ein deutscher ,maler und ,hausfreund4 ,illustration ,seine ,lebensgeschichte fr ,jung und ,alt erzhlt von ,j4 ,ninck4 #ge4--abejjj ,carl ,hirsch1 ,verlagsbuchhandlung fr christliche ,literatur und ,kunst4 ,konstanz4 ,illustration ,illustration ,alle die vielen schnen ,bilder1 mit denen dies ,bchlein geschmckt ist1 sind von ein und demselben ,manne gezeichnet worden4 ,um sie abdrucken zu knnen mute jede ,zeichnung dann noch mit einem scharfen ,messer in hartes ,holz hineingeschnitten werden1 daher nennt man diese ,bilder ,holzschnitte4 ,wer htte nicht seine ,freude an diesen feinen ,holzschnitten6 ,versuch einmal sie nachzuzeichnen4 ,dann merkst ,du erst1 wie viel ,mhe und ,sorgfalt hinter diesen saubern ,bildchen steckt4 ,wieviel ,striche und ,strichlein gehren zu solch' einem hbschen ,ganzen6 ,aber ehe der ,maler seine ,striche machte1 mute er sich das ,bild erst im ,kopfe ausdenken1 mute er seine ,gedanken schnell in einigen ,umrissen aufs ,papier bringen2 das nennt man einen ,entwurf1 eine ,skizze4 ,der erste ,entwurf gefiel ihm nicht und er versuchte einen zweiten1 dritten ,entwurf4 ,so hat er fr ein einziges ,bildchen manchmal #e bis #aj ,skizzen gemacht1 bis es ihm endlich gefallen und gelingen wollte4 ,solche ,bilder zu schaffen1 wie wir sie hier vor uns sehen1 dazu gehrt nicht blos viel ,arbeit1 nicht blos eine lange bung und ,ausbildung1 sondern vor allem eine groe ,kunst6 ,und nun denke1 der ,mann1 der uns die #ej ,holzschnitte dieses ,heftes gezeichnet1 hat im ,ganzen #cccd solcher ,holzschnitte geschaffen6 und viele sind noch weit grer und figurenreicher als die in unserm kleinen ,buche enthaltenen4 ,das mu ein fleiiger ,mann gewesen sein6 ,wie heit er nur8 ,auf vielen seiner ,holzschnitte findet man an irgend einem verborgenen ,pltzchen ein ,l4 ,r4 stehen1 das bedeutet3 ,ludwig ,richter4 ,auer jenen ,holzschnitten hat dieser groe weltberhmte ,knstler auch noch prchtige farbige lgemlde und andere ,arten von ,bildern1 z4 ,b4 sog4 ,radierungen1 ,stahlstiche1 in ,menge hervorgebracht4 ,am liebsten aber hat er ,bcher mit ,bildern geschmckt1 und am allerliebsten fr die ,jugend4 ,so hat er zum ,robinson ,crusoe und zu manchem ,mrchenbuch die ,bilder gezeichnet4 ,es ist gewi ,niemand unter meinen ,lesern1 der nicht schon ,illustrationen von der ,hand dieses trefflichen ,meisters ,ludwig ,richter gesehen und sich daran erfreut htte4 ,mir ist er ein lieber ,freund gewesen von ,jugend auf1 und ich habe ihn auch persnlich gekannt4 ,jetzt weilt er schon manches ,jahr nicht mehr unter den ,lebenden4 ,ich will ein wenig aus seinem ,leben1 besonders von seiner reichbewegten ,jugend1 erzhlen4 ,illustration ,illustration #a4 ,ludwig ,richters ,elternhaus4 ,dresden1 die schsische ,residenz1 ist schon von manchem ,reisenden fr die schnste ,stadt ,deutschlands erklrt worden4 ,einmal nmlich liegt sie am herrlichen ,elbestrom1 unweit den waldigen ,bergen der schsischen ,schweiz und des ,erzgebirges1 und zum andern zeichnet sie sich aus durch frstliche ,gebude und reiche ,kunstschtze4 ,in dieser ,stadt wurde ,adrian ,ludwig ,richter am #bh4 ,september #ahjc1 also am ,tage vor ,michaelis1 geboren4 ,sein ,vater war ein unbemittelter ,landschaftszeichner und ,kupferstecher2 zu dem ltesten1 ,ludwig1 gesellten sich spter noch #b ,shne und eine ,tochter4 ,vom ,vater her sollte ,ludwig eigentlich katholisch erzogen werden2 weil jedoch seine ,mutter evangelisch war und blieb1 so fhlte er sich auch in der evangelischen ,kirche heimisch4 ,illustration ,illustration ,illustration ,zu den grten ,freuden gehrte es fr den kleinen ,ludwig allemal1 die ,groeltern ,mller zu besuchen1 die in ,dresden ein kleines ,kaufmannsldchen und ein ,haus mit sehr groem ,garten besaen4 ,auf dem ,wege dahin kam der dreijhrige einst an einem schnen ,rasenplatz vorber mit vielen blauen ,glocken- und ,sternblumen1 die ihn aufs allerlebhafteste fesselten4 ,als er nach dem ,kaffee beim ,grovater einen ,augenblick sich selbst berlassen war1 fielen ihm die lieblichen ,blmlein wieder ein1 die ihm solche ,freude bereitet hatten4 ,flugs machte er sich auf1 wackelte vertrauensselig durch mehrere einsame ,gassen zurck zu dem schnen ,rasenplatz1 und pflckte fr ,gropapa einen groen ,strau2 aber statt nun dessen ,haus wieder zu finden1 trippelte er in der entgegengesetzten ,richtung immer fort4 ,um ,mitternacht stand das kleine ,mnnlein1 den ,blumenstrau immer noch fest in der ,hand mitten auf dem mondscheinbeleuchteten ,marktplatz vor dem ,rathause1 ein winziges ngstliches ,figrchen auf dem weiten den ,platze -- da kam der ,rettungsengel in ,gestalt eines ,nachtwchters1 den ,dreimaster auf dem ,kopfe und den ,sbel an der ,seite1 und trug den ,flchtling zu der in ,todesngsten schwebenden ,mutter1 die ihren ,verlust bereits auf dem ,rathause gemeldet hatte4 ,dies ,erlebnis bildete eine der frhesten unauslschlichen ,erinnerungen ,ludwig ,richters4 ,illustration ,wie viele ,herrlichkeiten gab es doch bei den ,groeltern6 ,schon das ,kaufldchen war ein hchst interessantes ,heiligtum3 ,das ,fenster auen garnirt mit hlzernen1 gelb und orange bemalten ,kugeln1 welche ,citronen und ,apfelsinen vorstellten2 dann der groe blanke ,messingmond1 vor welchem ,abends die ,lampe angezndet wurde und welcher dann mit seinem wunderbaren ,glanze das ,ldchen in einen ,feenpalast verwandelte2 die vielen verschlossenen ,ksten1 der anziehende ,syrupstnder1 die ,bchsen mit bunten ,zuckerpltzchen1 ,johannisbrot und andern ,sigkeiten6 ,und der ,besitzer aller dieser ,schtze war der ,grovater unseres ,ludwig6 und der steckte seinem ,enkel gar gern etwas zu6 ,mit einer groen ,zipfelmtze auf dem ,kopf und einer braunen ,schrze vor der ,brust fuhr er geschftig in dem ,ldchen hin und her und gab jedem das ,seine4 ,die ,klingel an der ,tr bimmelte unaufhrlich -- da wogte es bestndig aus und ein -- ein buntes ,treiben fr das aufmerksame ,auge des knftigen ,malers4 ,illustration ,ein ,hauptvergngen verschaffte unserm ,ludwig der dicke ,sto bunter ,bilderbogen1 welche der ,grovater zum ,verkauf hielt4 ,der ,verfertiger dieser ,kunstwerke1 ein gewisser ,rdiger1 den ,ludwig mit ehrfurchtsvoller ,bewunderung in seinem groen ,dreimaster1 grnen ,frack und ,schnallenschuhen die ,strae hinabwandeln sah1 mag ihm damals als ein groer ,meister erschienen sein4 ,und dann welche ,freude bot der groe ,garten des groelterlichen ,hauses6 ,da wurde gespielt1 geklettert1 gepflckt nach ,herzenslust4 ,ein ,lieblingssitz war der uralte ,birnbaum mit seinen mchtigen sten4 ,manche ,stunde verbrachte der kleine ,ludwig trumerisch in dem grnen ,gezweig1 um sich die zwitschernden ,finken und ,spatzen1 mit welchen er zur ,zeit der ,reife die zahllosen ,birnen des alten ,baumes teilte4 ,von diesem verborgenen ,aufenthalte berblickte man den ganzen ,garten mit seinen ,struchern und ,beeten und ,blumen und ,wegen1 blickte ber die ,gartenmauern hinweg zu den gelben ,kornfeldern und fernen ,hfen4 ,ja das waren goldene ,jahre1 die ,kindheit im ,hause der ,eltern und ,groeltern4 ,aber es wird ,zeit1 unsern ,ludwig zu begleiten auch in #b4 die ,schule4 ,das ,schnste und ,berhmteste im heutigen ,dresden ist das ,museum am ,zwinger2 wer das nicht gesehen htte in ,dresden1 der wre in ,rom gewesen ohne den ,papst zu sehen4 ,in dem ,museum hngen hunderte der herrlichsten ,gemlde aus allen ,zeiten und ,lndern1 und in einem ,zimmer ganz allein1 wie in einer ,betkapelle1 hngt die himmlische ,mutter mit dem ,kinde1 von ,raffael gemalt1 die sog4 sixtinische ,madonna1 das weltberhmte ,bild1 das zu dem schnsten gehrt was menschliche ,hand aufs ,papier gezaubert hat4 ,illustration ,illustration ,vor hundert ,jahren nun1 da stand an der ,stelle1 wo heute dies ,museum mit der sixtinischen ,gottesmutter sich erhebt1 ein schmuckloses ,huslein1 drin sa alltglich eine ,schaar munterer ,bblein in ,reih und ,glied1 mit ,schiefertafel und ,stift in den ,hnden1 und der gestrenge ,herr ,lehrer schrieb ihnen ,buchstaben an die ,wand zum ,nachschreiben1 und ,zahlenexempel zum ,ausrechnen4 ,es war die ,schule unseres kleinen ,ludwig ,richter4 ,er bekennt selbst1 da sie ihm nicht viel ,freude gemacht1 da sie ihm statt der ,birnen im groelterlichen ,garten -- ,kopfnsse gebracht ohne ,zahl1 weil ihm besonders das ,rechnen gar nicht in den ,kopf wollte4 ,die schne ,flche der ,schiefertafel hatte fr ihn etwas sehr verlockendes1 nmlich statt mit ,ziffern1 sie mit ,zeichnungen zu fllen4 ,eines ,tages war er gerade daran1 eine groe ,schlacht zu malen mit viel ,soldaten und mchtigem ,pulverdampf4 ,und auch sein ,nachbar auf der ,bank schaute statt zu rechnen lieber zu1 wie diese ,schlacht da auf der ,tafel ablief4 ,ganz in seine ,zeichnung vertieft rief der junge ,knstler halblaut3 ,jetzt mu die ,kavallerie einhauen1 im selben ,augenblick schlug das ,rohrstbchen des ,lehrers ganz unbarmherzig auf ihn los3 ja einhauen soll sie1 einhauen soll sie -- so wurde es zur ,tat gemacht1 was ,ludwig hatte abbilden wollen4 ,die ,tafel wurde ihm abgenommen und dem ,direktor vorgelegt4 ,er selbst wurde bei den ,ohren zur ,tre gefhrt1 und dort mute er knieen bis die ,stunde aus war und die ,reutrnen flossen4 ,illustration ,anders als beim ,rechenlehrer erntete ,ludwig in der ,schreibstunde groes ,lob4 ,die groen kunstvollen ,vorschriften1 welche er gemacht hatte1 hingen1 wie er selbst mit ,stolz erzhlt1 noch lange unter ,glas und ,rahmen in der ,klasse4 ,illustration ,illustration ,da der ,weg zur ,schule sehr weit war1 bestellten die ,eltern einen vorgerckteren ,schler als ,mentor1 welcher ihren ,ludwig tglich gegen eine kleine ,vergtung abholen und wieder heimbringen mute4 ,obwohl er ,gabriel hie1 hatte er mit einem ,schutzengel doch keine hnlichkeit1 sondern war fr ,ludwig ein grausamer ,tyrann1 ja entpuppte sich zuletzt als ein ,verfhrer4 ,eines ,tages wollte er den ,kleinen zwingen1 einem ,trdler1 bei dem sie auf dem ,schulwege vorberkamen1 ein ,buch fr ihn abzustehlen4 ,ludwig gab unter vielen ,trnen seinen schndlichen ,drohungen nach und brachte ihm das ,gewnschte2 er gestand es aber sogleich den ,eltern und wurde nun von dem gewissenlosen ,menschen befreit4 ,als er spter mit dem ersten ,knstlerruhm von ,rom zurckkehrte1 fand er diesen ,gabriel als ,brezeljungen an einer ,straenecke stehn4 ,unehrliche ,leute bringens im ,leben nicht weit4 -- ,bald nach genanntem ,vorfall wurde ,ludwig selbst der ,fhrer seines jngern ,bruders ,willibald1 der in die gleiche ,schule kam2 treulich wartete er auf ihn bis seine ,klasse aus war1 und ging dann ,hand in ,hand mit ihm dem ,elternhause zu4 ,drollig sahen die beiden ,brder im ,winter aus1 da sie in gleichen ,pelzmtzen und in gleichen ,mnteln prangten1 aus ,grovaters altem braunen ,kapuzinerkuttenmantel gefertigt4 ,dazu trug jeder ein ,paar ,fausthandschuhe1 an grnen ,bndern befestigt4 ,und wenn sie so mit ihren ,rnzeln ehrbar nach ,hause wanderten1 dann kam ihnen wohl eine ,schar evangelischer ,knaben in den ,weg1 titulirten sie3 katholische ,mpse und begannen ein ,handgemenge4 ,schneeballen flogen1 ,lineale und ,bcher dienten als ,waffen -- aber zuletzt wurden die ,katholischen aufs ,haupt oder auf die ,pelzmtze geschlagen und muten unter ,hohngeschrei der ,evangelischen den ,rckzug antreten4 ,illustration ,ergtzlicher waren die vielen in ,lden ausgestellten ,bilder und ,raritten1 an denen der ,schulweg vorbeifhrte4 ,der hchste ,kunstgenu aber wurde unserm ,ludwig zu ,teil1 als eines ,tages der ,vater einen groen ,pack mit ,kupferstichen und ,zeichnungen heim brachte1 die er von den ,erben eines verstorbenen ,knstlers billig erstanden hatte4 ,manche ,stunde sa nun das ,shnlein vor den schnen ,bildern1 lauschte mit ,begier den ,erklrungen des ,vaters1 welcher darber ganz gesprchig wurde1 und so erwuchs1 ihm selber unbewut1 eine ,liebe zur ,kunst in ihm1 die spter die schnsten ,frchte bringen sollte4 #c4 ,kriegszeiten4 ,an einem schwlen ,sommerabend des ,jahres #ahaa standen die ,dresdener in ,gruppen auf der ,strae und sahen zum ,himmel4 ,ludwig und sein ,vater gesellten sich zu ihnen4 ,sie schauten -- den ,kometen1 einen groen ,stern1 der mit langem ,feuerstreif unheimlich geisterhaft ber den dunkeln ,husern schimmerte und die ,gemter mit ,bangen erfllte4 ,man erblickte darin ein ,anzeichen neuer groer ,kriege1 die ber die beunruhigten ,vlker heraufziehen wrden4 ,illustration ,hielt doch seit ,anfang des ,jahrhunderts der ,franzosenkaiser ,napoleon ,i4 ganz ,europa in ,aufregung und ,kriegsnot4 ,und jetzt eben stand ein neuer gewaltiger ,kriegszug bevor -- gegen ,ruland4 ,im ,frhjahr #ahab erschien ,napoleon mit seiner ,gemahlin in ,dresden4 ,ihm voran zogen seine prachtvollen ,garden1 eine ,schaar ,mamelucken1 ,trompeter und ,trommler -- ein buntes kriegerisches ,schauspiel fr den achtjhrigen ,ludwig4 ,tglich gab es nun neues zu sehen1 ,truppenzge aller ,art1 ,illuminationen1 ,feuerwerke1 die ,einzge verschiedener ,frsten welche dem ,kaiser in ,dresden huldigen wollten4 ,von ,schule war natrlich keine ,rede in jener ,zeit2 ,ludwig lag den ganzen ,tag am ,fenster und schaute1 was es zu sehen gab4 ,auch im ,hause gabs mancherlei ,unterhaltung1 denn alles war mit ,soldaten besetzt4 ,diese ,einquartierung war um so schlimmer1 als fr den ,vater damals jeder ,verdienst aufhrte4 ,es ist ein ,wunder1 wie die ,familie durchkam4 ,eine ,zeit lang hatten sie dreizehn ,mann auf einmal in ihrem bescheidenen ,huslein1 denn der ,vater hatte auch die ,mannschaft noch zu sich genommen1 welche zweien ber ihm wohnenden ,witwen zukam4 ,oft stand der gute ,vater selbst am ,kochherd und rhrte in einem riesigen ,topfe den ,brei fr die vielen ,mitesser4 ,illustration3 ,das ,habermu ,bekanntlich endete der russische ,feldzug des gewaltigen ,eroberers mit der entsetzlichsten ,niederlage und dem schrecklichsten ,jammer fr sein stattliches ,heer4 ,neue ,kriege auf deutschem ,boden waren die ,folge4 ,die ,vlker erhoben sich1 um das ,joch des ,kaisers fr immer abzuschtteln4 ,dresden hatte wie wenig andere ,stdte ,deutschlands die ,leiden des ,krieges zu schmecken4 ,im ,august #ahac1 wo #bjjjjj ,soldaten vor ,dresden standen1 flogen die ,kugeln bis in die ,straen und ,huser der ,stadt1 und ngstlich flchteten die ,bewohner in die ,keller4 ,herzzerreiende ,bilder aber sah ,ludwig als er am ,morgen nach der zweitgigen ,schlacht mit dem ,vater das ,schlachtfeld besuchte1 um armen ,verwundeten ,hilfe zu bringen4 ,aufs tiefste erschttert kehrte er nach ,hause zurck4 ,illustration ,die ,kriegsnte sollten noch nicht sobald vorbergehen4 ,die ,stadt ,dresden wurde eingeschlossen1 die ,vorrte waren aufgezehrt1 die ,teuerung nahm berhand4 ,die ,bcker hatten die ,lden geschlossen1 wo aber einer am ,morgen etwas gebacken hatte1 da gab es ein ,gedrnge1 da man seines ,lebens nicht sicher war4 ,so machte denn auch ,ludwig eines ,morgens den ,versuch1 aus einem ganz belagerten ,bckerladen ein ,groschenbrtchen zu erlangen4 ,die gute ,bckersfrau bemerkte ihn und rief1 man solle doch den ,kleinen heranlassen2 und so erhielt er denn fr seinen ,groschen ein winzig kleines ,brtchen4 ,es fest unter dem ,mantel haltend1 bemhte er sich aus dem ,gedrnge herauszukommen2 als er jedoch glcklich sich durchgewunden1 fand er nur noch ein fingerlanges ,stckchen in seiner ,hand1 was ein mageres ,frhstck gab4 ,erst als die ,franzosen im ,november #ahac abgezogen waren1 brachen bessere ,tage an1 trafen groe ,wagen mit ,lebensmitteln ein und alles durfte wieder aufatmen4 ,wenn man solche schwere ,zeiten miterlebt hat1 so behlt das ganze ,leben einen ,ernst und man geniet um so dankbarer die ,segnungen des ,friedens4 #d4 ,aus dem ,bue kann was werde4 ,was ,ludwig einmal werden sollte1 davon wurde zu ,hause kein ,wort gesagt -- es verstand sich von selber1 da er in des ,vaters ,fustapfen trete1 als ,zeichner und ,kupferstecher4 ,gerade so wurde es spter auch mit den ,geschwistern gehalten4 ,als ,ludwig #ab ,jahre alt war1 sagte er der ,schule ,lebewohl und bekam ein ,pltzchen neben des ,vaters ,arbeitstisch1 um auf eigene ,faust im ,zeichnen sich zu ben1 oder dem ,vater beim ,kopiren und ,radiren 7d4 h4 auf ,kupfer tzen7 von allerhand ,kalenderbildern zu helfen4 ,so hat er1 noch ein ,kind1 die ,schlacht von ,waterloo1 den ,wiener ,kongre1 dazu grausige ,feuersbrnste1 ,mordtaten1 ,erdbeben1 mit besonders stolzer ,empfindung aber ,tells ,apfelschu1 auf die ,kupferplatte eingerissen4 ,in der ,stille hegte ,ludwig dabei immer die ,hoffnung1 er drfe noch einmal ein ,maler werden1 denn das schien ihm mit ,recht etwas viel herrlicheres als ,kupferstecher4 ,illustration3 ,sonntagsfrhe4 ,eines ,abends sa er wieder fleiig an seinem ,fenster zwischen den duftenden ,blumenstcken ber einer ,zeichnung und brachte gerade die letzten ,verbesserungen an -- als sein ,pate1 der ,herr ,professor ,zingg mit ,vater und ,mutter ins ,zimmer trat4 ,verlegen wollte ,ludwig sein ,kunstwerk vor den gestrengen ,augen des gepuderten ,meisters verbergen1 der aber nahm in der ,nhe des ,knaben ,platz und fragte alsbald3 ,was macht der ,bue da8 ,der ,vater winkte3 ,zeigs mal dem ,herrn ,professor6 ,errtend brachte es der ,junge4 ,der ,pate betrachtete die ,zeichnung genau1 fuhr in der ,luft den ,linien der abgemalten ,esel1 ,schafe und ,menschen nach1 unter allerlei beiflligen ,tnen1 und sagte dann ganz ernsthaft3 ,ah by ,gott6 ,aus dem ,bue kann was werde4 ,dies ,lob des ehrfurchtgebietenden ,herrn ,paten und ,professors beschmte den angehenden ,knstler und spornte ihn mchtig an2 wie ein ,samenkorn in die ,frhlingserde1 fiel das ,wort in sein hoffendes ,herz1 und er arbeitete fortan mit verdoppeltem ,eifer4 ,illustration ,bald danach wurde ganz unerwartet der ,vater ,richter zum ,professor an der ,kunstakademie ernannt mit einem ,gehalte von #bjj ,talern 7,m4 #fjj74 ,das war ein ,jubel im ganzen ,hause4 ,ludwig wollte sich besonders darber freuen1 da der ,vater nicht nur so ein gewhnlicher1 sondern ein auerordentlicher ,professor geworden sei4 ,er wute noch nicht1 da der letztere von einem ordentlichen ,professor sich hauptschlich dadurch unterscheidet1 da er weniger ,gehalt bekommt als dieser4 ,immerhin kam die ,familie nunmehr in bessere ,verhltnisse1 auch in eine gerumigere ,wohnung2 und der ,vater hatte fortan stets eine ,anzahl ,schler um sich im ,haus1 welche sich ganz der ,kunst widmeten und deren ,umgang fr ,ludwig anregend war4 ,illustration ,von einschneidender ,bedeutung fr ,ludwigs ,zukunft sollte ein ,mann werden1 der scheinbar zufllig und wider ,willen in das ,richtersche ,haus gefhrt ward4 ,der ,buchhndler ,christoph ,arnold wollte jemand anders im gleichen ,haus besuchen und kam irrtmlich an die ,tr des ,zimmers1 wo ,vater und ,sohn bei ihren ,zeichnungen saen4 ,da er den ,vater aus frherer ,zeit kannte1 so trat er ein und verweilte ein wenig4 ,whrend er sich mit dem ,vater unterhielt1 beobachtete er den ,sohn mit einem eigentmlichen ,interesse1 das diesem auffiel1 erkundigte sich auch nach seinen ,verhltnissen und ,arbeiten4 ,schlielich bestellte er fr ein ,werk1 das er herausgeben wollte1 eine grere ,folge malerische ,ansichten von ,dresden und ,umgebung und wnschte ausdrcklich1 da auch ,ludwig bei der ,aufnahme und ,ausfhrung der ,zeichnungen mitarbeiten solle2 er sehe1 da er ,geschmack habe1 nach der ,natur zu zeichnen4 ,illustration3 ,was ihr gethan habt den geringsten meiner ,brder1 das habt ihr mir gethan4 ,math #dj ,dieser ehrenvolle und gute ,bezahlung versprechende ,auftrag war ,vater und ,sohn sehr willkommen4 ,im ,weggehen reichte der freundliche ,buchhndler ,ludwig mit ,trnen in den ,augen die ,hand4 ,drauen erklrte er dem verwunderten ,vater1 er sei durch ,ludwigs ,anblick an seinen unlngst verstorbenen ,sohn1 dem er hnlich sehe1 aufs lebhafteste erinnert worden1 und schlo daran den ,wunsch1 da doch ,ludwig einen bestimmten ,abend allwchentlich in seiner ,familie zubringen mchte4 ,der junge ,richter wurde in dem wohlhabenden ,hause bald heimisch2 er fhlte sich ganz wie ein ,sohn behandelt1 und fand besonders auch fr seine knstlerischen ,arbeiten und ,plne das liebevollste ,interesse4 ,vater ,arnold war es auch1 der im geeigneten ,moment zu seiner weiteren ,ausbildung die ,hand bot und die ,mittel gewhrte4 ,illustration ,fr einen knftigen ,maler ist es freilich die ,hauptsache1 da er hinauskommt aus seinem engen ,bereich in die weite schne ,gotteswelt1 wo das ,auge neue ,bilder1 das ,gemt mannigfaltige ,eindrcke aufnehmen kann4 ,wie schlug daher unserm jungen ,knstler das ,herz1 als im ,jahre #ahbj pltzlich die ,frage an ihn erging1 ob er nicht ,lust habe1 den reichen russischen ,frsten ,narischkin auf einer ,reise nach ,frankreich1 ,england1 ,italien zu begleiten4 ,der ,frst war ,oberkammerherr der russischen ,kaiserin1 reiste mit groem ,gefolge in der ,welt herum und wnschte dazu auch einen ,maler bei sich zu haben1 der ihm berall ,skizzen nach der ,natur aufnehmen knne4 ,neben freier ,verpflegung und ,reise sollte ,richter noch ein ,jahresgehalt von #ajj ,dukaten dafr erhalten4 ,sein ,glck war gro und sein ,ziel1 doch einmal ein ,landschaftsmaler zu werden1 schien ihm viel nher gerckt4 ,im ,november machte sich die ,gesellschaft um ,mitternacht in mehreren ,reisewagen auf den ,weg2 von ,dresden ging es ber ,weimar1 ,frankfurt1 ,heidelberg1 ,karlsruhe nach ,straburg und von da ber ,lyon immer weiter sdwrts4 ,ludwig hatte berall ,mue1 die schnsten ,ansichten aufzunehmen1 und der ,frst ermunterte ihn1 sie gleich recht sorgsam auszufhren1 denn er beabsichtigte ein ,album daraus zusammenzustellen und es der ,kaiserin zu verehren4 ,was war das fr ein ,genu1 als unser ,freund1 der frher kaum ber sein ,dresden hinausgekommen war1 nun mitten im ,winter durch das ,land der ,zypressen und ,lorbeeren1 der ,oliven- und ,mandelbume dahinfuhr und pltzlich in ,marseille von der ,hhe herab auf das weite ,meer hinschaute1 auf dessen wundervollem ,blau eine ,unzahl weier ,segel wie ausgestreute ,bltenflocken erglnzten4 ,illustration ,illustration ,der ,frst war von ,ludwigs ,kunst sehr angetan1 lobte seine ,bilder und bezeigte ihm fter seine ,gunst4 ,einmal umarmte er ihn sogar vor einer groen ,gesellschaft und erklrte1 er habe ihn lieb wie seinen eigenen ,sohn4 ,ein andermal berreichte er ihm eine goldene ,repetiruhr und bat1 dieselbe als ein ,zeichen seiner ,erkenntlichkeit und ,zufriedenheit zu nehmen4 ,allein es gibt nichts unbestndigeres als die ,gunst der ,groen1 das sollte auch unser junger ,freund erfahren4 ,eines ,tages hatte er in ,marseille eine majesttische ,piniengruppe1 hinter welcher eine ,pyramide emporstieg1 und das blaue ,meer sich dehnte1 aufs ,papier gebracht4 ,tglich arbeitete er angestrengt an seinen ,zeichnungen1 whrend die andern sich ganz dem ,genusse der schnen ,natur hingaben4 ,als er beim ,nachmittagskaffee dem ,frsten seine ,bltter vorlegte1 bemerkte er sogleich seine ble ,laune2 und diese loderte beim ,anblick der ,pinienlandschaft auf in den hlichsten ,zorn3 ,fort1 fort1 nehmen ,sie es weg1 ich mag nichts sehen2 gehen ,sie fort6 ,damit wandte er sich heftig ab4 ,bestrzt legte ,richter seine ,mappe bei ,seite1 ohne sich den ,unmut des ,frsten erklren zu knnen4 ,ein freundlicher ,herr des ,gefolges lste ihm nachher das ,rtsel4 ,die ,pyramide1 ein ,grabmal6 hatte den ,frsten an den ,tod erinnert1 und es erschien ihm als ein bses ,vorzeichen1 da der ,maler fr das ,album ein solches ,bild gewhlt hatte4 ,vom ,sterben wollte der ,frst wie viele andere haltlose ,menschen1 nichts wissen2 wehe dem1 der ihn irgendwie daran erinnerte6 ,illustration ,von ,stund an war ,richter in ,ungnade gefallen bei der russischen ,durchlaucht1 und auch die brige ,gesellschaft wandte sich kalt von ihm ab2 nur der freundliche ,arzt machte eine ,ausnahme4 ,illustration ,sie haben dann auch in ,paris noch einige ,wochen geweilt4 ,was fr bunte ,bilder gab es erst dort zu schauen2 was fr ppige ,lust lockte dort von allen ,seiten1 manchen unschuldigen ,jngling schon hatte sie in ihren ,strudel gezogen4 ,unser ,maler aber war gefeit durch einen ,begleiter1 den er zwar nicht erwhlt1 den er sogar gerne weggeschickt htte1 welcher aber ,engeldienste versah3 das war die ,armut2 und so kam er unversehrt nach ,hause zurck1 nach siebenmonatlicher ,abwesenheit4 ,als er in ,leipzig seinen ausbedungenen ,knstlerlohn in #ajj goldenen ,dukaten vor sich auf dem ,tisch blinken sah1 nicht ohne einige freundliche ,worte des ,frsten1 da dnkte der junge ,maler sich so reich wie noch nie1 schenkte den ,kindern1 die im ,grnen drauen spielten eben am ,johannistage1 gleich einige ,silbermnzen und jubelte dabei in seinem ,herzen3 ich bin wieder frei6 ,die schne ,uhr1 die er vom ,frsten erhalten1 brachte er dem ,vater von der ,reise mit4 ,er selbst war um viele ,erfahrungen reicher geworden und seinem ,ziele ein gut ,stck nher gekommen4 ,illustration #e4 ,ludwig ,richter findet einen ,schatz4 ,richter konnte fortan sein ,brot selbst verdienen4 ,er machte weitere ,zeichnungen fr ,papa ,arnold4 ,dazwischen brachte er seine ersten lbilder auf die ,leinwand und studirte was er konnte1 um sich fortzubilden4 ,sein groer ,wunsch stand nach ,italien1 dem ,sehnsuchts- und ,heimatsland aller ,knstler4 ,dort meinte er1 msse ihm eine groe1 letzte ,frderung erblhen4 ,eines ,vormittags im schnen ,mai des ,jahres #ahbc trat ganz unerwartet der gute ,vater ,arnold in das ,richtersche ,haus4 ,er rhmte wie hbsch ,ludwigs ,zeichnungen fr sein ,buch ausgefallen seien und wie gern dies ,buch gekauft werde4 ,nun msse aber auch fr den ,maler etwas rechtes getan werden zur weitern ,ausbildung4 ,er wisse1 da sein ,sehnen nach ,rom gehe1 so solle er nur bald sein ,bndel schnren und ihm die ,sorge fr das ,reisegeld berlassen4 ,vorderhand wolle er ihm jhrlich #djj ,taler 7,m4 #abjj7 auf #c ,jahre aussetzen1 damit er ohne ,sorgen studiren knne4 ,richter wute nicht wie ihm geschah4 ,tiefgerhrt drckte er seinem ,wohltter beide ,hnde4 ,nicht lange danach schnrte er sein ,bndel und wanderte sdwrts ber die ,alpen gen ,rom1 -- ,eisenbahnen gabs ja damals noch nicht1 und auf ,schusters ,rappen sieht und lernt ein ,knstler mehr als im ,eilwagen4 ,die drei ,jahre in der ,fremde ffneten unserm ,freunde allerdings eine ganz neue ,welt und bildeten die eigentliche ,hochschule fr seinen sptern ,beruf4 ,dazu fand er einen groen ,schatz unterwegs1 und davon mu ich jetzt noch erzhlen4 ,illustration ,auf der ,romreise blieb er einige ,tage im schnen ,salzburg1 um ,ausflge zu machen4 ,allein unfreundliches ,wetter verhllte ihm die ,reize des ,gebirges und zwang ihn in sein ,stblein4 ,da sa er nun und lie den ,kopf hngen2 in seiner ,einsamkeit sehnte er sich um so mehr nach einem treuen ,reisegefhrten1 einem ,kunstgenossen womglich1 und hatte doch niemand finden knnen4 ,da klopft es an seine ,tr1 herein tritt ein lterer ,mann1 sehr sauber1 und auf dem wettergebrunten ,gesicht standen ,tchtigkeit und ,ehrenhaftigkeit geschrieben4 ,er erzhlte1 er sei ,steuermann auf einem hollndischen ,schiff gewesen und habe ,schiffbruch gelitten2 nun msse er ber ,land sich durchschlagen zu ,weib und ,kind in ,holland4 ,das sagte er so treuherzig und bescheiden1 da der junge ,maler ohne weiteres in die ,tasche griff und dem ,seemann forthalf4 ,der dankte freundlich1 sah ihn lange an als mchte er dem ,geber auch etwas ,liebes erzeigen und sagte3 ,ich habe einen langen ,weg vor mir1 aber ich habe einen guten ,reisegefhrten6 -- ,o das ist ja ein ,glck1 rief nun der andere lebhaft im ,gefhl seiner ,entbehrung1 wer ist es denn8 -- ,es ist der liebe ,herrgott selber1 erwiederte der ,seemann1 ein kleines neues ,testament aus der ,brusttasche ziehend1 und hier habe ich seine ,worte2 wenn ich mit ihm rede1 so antwortet er mir daraus4 ,so wandere ich getrost1 lieber junger ,herr6 ,illustration ,merkwrdig1 diese ,rede des einfachen ,mannes traf das ,herz des jungen ,knstlers wie ein ,pfeil und der ,stachel davon blieb lange darin stecken4 ,hatte er doch mit dem lieben ,gott bisher noch wenig oder nichts sich zu schaffen gemacht und eine ,bibel noch niemals gesehen4 ,dieser arme ,mann aber sprach und sah aus1 als kenne er ,gott recht wohl1 als stehe er im lebendigsten ,verkehr mit ihm1 daher auch sein getroster ,mut4 ,und er fing an1 ihn um seinen ,schatz1 das ,bchlein zu beneiden4 ,illustration ,wenige ,tage darauf fhrte ihn die ,reise durch das ,zillertal4 ,von einem ,unwetter berfallen1 mute er in einer bescheidenen ,dorfschenke ,halt machen4 ,er fragte die ,wirtin1 ob sie nichts zu lesen habe4 ,unter den ,bchern1 die sie ihm in ihrer ,schrze bringt1 lauter ,andachtsbcher1 findet er eins1 das bei seinem ,papa ,arnold verlegt war1 demselben der ihm das ,geld zur ,reise gegeben4 ,das ist ihm wie ein ,gru aus der ,heimat2 er blttert darin und findet die ,abschiedsreden ,jesu aus dem ,evangelium ,johannis4 ,es war ihm ganz neu1 da man solche lngere ,reden ,jesu besitze4 ,da vernahm er zum ersten ,male die wunderbaren ,worte3 ,ich bin der ,weg1 die ,wahrheit und das ,leben1 ,niemand kommt zum ,vater denn durch mich4 ,liebet ihr mich1 so haltet meine ,gebote4 ,und ich will den ,vater bitten und er soll euch einen andern ,trster geben1 da er bei euch bleibe ewiglich4 ,diese ,worte ergriffen ihn wie ,glockentne aus dem ,walde1 wie ,klnge aus einer andern ,welt4 ,obwohl er ihren ,sinn nicht verstand1 hrte er ein leises ,echo in seinem ,innern und das treuherzige ,gesicht des alten ,steuermannes tauchte wieder auf vor seiner ,seele4 ,illustration ,monate vergingen4 ,richter schien in ,rom am ,ziel seiner ,wnsche4 ,natur und ,kunst boten im alles1 was er fr sein ,studium brauchte2 auch fand er ,kunstgenossen und ,freunde genug4 ,in der ,tat1 er war glcklich4 ,und doch1 was war das fr ein ,heimweh in seiner ,brust8 ,warum berwltigte ihn zuweilen das ,gefhl1 als ob ihm alles fehle8 ,und er kam sich vor wie ein einsamer ,schiffer1 der ohne ,steuer und ,kompa von ,wind und ,wellen getrieben wird1 am ,himmel ,nacht und kein leuchtendes ,sternlein4 ,da fiel im einst ein merkwrdiges ,buch in die ,hand3 ,stillings ,jugend- und ,wanderjahre1 darin fesselte ihn ein ,wort und traf ihn ins ,herz2 es lautete3 ,wenn der ,mensch nicht dahin gelangt1 da er ,gott mit einer starken ,leidenschaft liebt1 so hilft ihn alles nichts1 und er kommt nicht weiter4 ,illustration ,aber wie sollte er zu solcher ,liebe gelangen8 ,diese ,frage bewegte ihn unausgesetzt viele ,tage lang4 ,und ,gott sandte ihm einen ,freund zur ,hilfe4 ,ein junger ,maler1 ,ludwig von ,maydell war aus ,schweden krzlich nach ,rom gekommen4 ,richter fhlte sich sogleich wunderbar zu dem schlichten1 festen1 fleiigen ,manne hingezogen4 ,am ,sylvesterabend des ,jahres #ahbd hatte er ihm versprochen von #aj ,uhr ab bei ihm zuzubringen4 ,zur verabredeten ,stunde suchte er ihn auf und findet ihn nicht gleich4 ,schon lenkt er seine ,schritte in die nchste ,strae wo viele junge ,knstler sich zu einem lustigen ,feste versammelt hatten2 schon erblickt er die leuchtenden ,fenster und hrt ihren ,gesang1 da schaut er nochmals zurck zu den beiden ,dachfenstern1 hinter denen der ernste ,freund wohnte4 ,ein geheimer ,zug des ,herzens entschied fr diesen4 ,er versuchts noch einmal1 dringt durch das ,dunkel der schmalen ,gnge und ,treppen durch und findet ,maydell in der ,kche1 den ,tee bereitend4 ,lachend ber ,richters ,irrfahrt1 fhrt er ihn in die ,stube1 wo noch zwei andere junge ,maler warteten4 ,bald saen die vier bei traulichem ,gesprche um den ,tisch4 ,zuletzt um ,mitternacht las ,maydell auf ,bitten der andern den #h4 ,psalm4 ,illustration ,illustration ,wenn ich schau den ,himmel1 ,deiner ,finger ,werk1 ,den ,mond und die ,sterne1 die ,du bereitet1 -- ,was ist der ,mensch1 da ,du sein gedenkest1 ,und das ,menschenkind1 da ,du ,dich sein annimmst8 ,aus den einfachen warmen ,worten1 die die ,freunde daran schlossen1 merkte ,richter1 da sie hatten1 was ihm noch fehlte3 ,der ,glaube an ,gott und ,christum war der ,mittelpunkt ihres ,lebens und ,strebens4 ,stillbewegt hrte er zu4 ,in dieser ,nacht ging eine groe ,umwandlung mit ihm vor4 ,als die ,freunde zum ,schlu den alten schnen ,choral anstimmten3 ,nun danket alle ,gott -- da konnte auch unser ,ludwig ,richter freudigen ,herzens mitsingen4 ,und als am ,neujahrsmorgen die ,sonne ihre ersten ,strahlen in ,richters ,kmmerlein sandte und der ,ton des ,morgenglckleins vom benachbarten ,kirchlein in sein ,fenster drang -- erwachte er aus tiefem ,schlafe mit dem ,gefhl eines unaussprechlichen ,glckes1 das ihm zu ,teil geworden1 ,friede und ,freude erfllte sein ,herz1 er fhlte sich wie neugeboren und es war ihm als msse er die ganze ,welt an sein ,herz drcken4 ,wie ein ,blitz durchdrang ihn das ,bewutsein3 ich habe ,gott1 ich habe meinen ,heiland gefunden1 nun ist alles gut1 nun ist mir ewig wohl4 ,illustration ,es lt sich denken1 da er von da an mit ,maydell durch innigste ,freundschaft verbunden blieb bis an sein ,ende4 ,zeitlebens hat er ,gott gedankt fr den ,schatz1 den er damals bei jenem ,freunde gefunden4 ,im ,alter schrieb er einmal am ,sylvesterabend in sein ,tagebuch3 ,heut um die ,mitternacht wird es fnfzig ,jahre1 ein halbes ,jahrhundert1 da ich in ,rom mit ,maydell beisammen war und mir in der ,finsternis1 die mich mit ,bangen erfllte1 ein helles ,licht ausging4 ,in jener ,nacht fand ich den ,weg zu ,gott und zu unserm ,herrn ,jesu ,christo4 ,so ists gekommen1 da ,richter spter nicht blos ein groer ,maler1 sondern auch ein frommer ,maler ward4 ,illustration #f4 ,auf der ,hhe des ,lebens4 ,in ,rom malte ,richter sein erstes groes lgemlde und sandte es seinem ,wohltter1 dem ,vater ,arnold1 zum ,dankgeschenk4 ,ein zweites ,bild das er nach ,dresden schickte1 wurde von der dortigen ,kunstakademie sehr ehrenvoll aufgenommen und belohnt4 ,richter war ein groer ,knstler geworden4 ,am #a4 ,april #ahbg trat er den ,heimweg wieder an4 ,sein treuer ,freund in ,rom1 der evangelische ,gesandtschaftsprediger ,rothe1 machte ihm ein eigentmliches ,geschenk zum ,abschied1 das von liebevoller ,frsorge zeugte4 ,er bescheerte ihm nmlich ein -- feines schwarzes ,hndlein1 das ihm als ,reisegefhrte dienen sollte4 ,gar treuherzig sah der kleine ,spitz bei der ,vorstellung zu seinem neuen ,herrn auf1 setzte sich auf die ,hinterpfoten und streckte ssauer lchelnd die ,zunge heraus4 ,piccinino hie das ,hndchen1 wurde aber im deutschen ,land spter einfach ,pitsch gerufen4 ,es sollte dem fureisenden ,knstler1 dem eifrigen ,lufer als ,hemmschuh dienen1 damit er sich nicht wieder wie auf der ,herreise durch ,gewaltmrsche krank mache2 der ,freund wute1 da der warmherzige ,richter dem ,tierchen keine ,strapazen zumuten werde4 ,was fr eine ,freude1 als der ,sohn endlich wieder im ,elternhause in ,dresden anlangte4 ,sieh da1 ,ludwig der ,rmer6 ,nun schn willkommen6 so rief ihm der ,vater entgegen4 ,ludwig mute aber jetzt auf eigenen ,fen stehen4 ,er mietete eine kleine ,wohnung fr sich und nun gings an ein frhliches ,schaffen4 ,noch im selben ,jahre feierte unser ,maler seine ,hochzeit mit ,gustchen -- ,auguste -- ,freudenberg von ,dresden1 die er schon lange geliebt4 #bg ,jahr lang war er mit ihr aufs innigste verbunden1 ein reiches1 schnes ,familienleben wurde ihnen bescheert4 ,illustration ,kaum hatte ,richter seinen ,hausstand begrndet1 so erhielt er einen ,ruf als ,lehrer an die ,zeichenschule in ,meien mit einem ,jahresgehalt von ,m4 #fjj4 -- ,das war freilich zum ,leben viel zu wenig1 aber es war doch etwas sicheres1 und das ist fr einen angehenden ,knstler viel wert4 ,daneben hoffte er durch ,verkauf von ,bildern das ,ntige zu verdienen4 ,so zog er freudig in das schne ,meien1 dessen malerische ,lage im ,elbtal1 #e ,stunden nrdlich von ,dresden ihn lngst entzckt hatte4 ,die ,zeichenschule befand sich auf der das ,stdtchen hoch berragenden ,albrechtsburg1 einem in gotischen ,stil kunstreich erbauten ,schlosse2 auf hoher ,wendeltreppe stieg man zu den herrlichen ,rumen der ,kunstschule hinan1 wo die ,pltze der jungen ,zeichner sich wie ,sperlingsnester am ,hochaltar ausnahmen und den weitesten ,ausblick auf ,stadt und ,strom boten4 ,richter selbst wohnte in einem altertmlichen hohen ,haus gegenber2 und das trauliche ,heim belebte sich bald auch durch ,kinderstimmen4 ,das lteste ,tchterlein ,marie wurde geboren1 als gerade vom ,turm der ,choral geblasen wurde3 ,nun danket alle ,gott4 ,danach folgten ,heinemnnel 7,heinrich7 und ,aime4 ,wie manchmal hat des ,vaters ,stift der ,kinder frohes ,spiel und der ,mutter treue ,frsorge gezeichnet2 und das gelang ihm noch viel besser als ,landschaften zu malen4 ,er merkte1 da die ,darstellung deutschen ,familien- und ,volkslebens sein eigentliches ,gebiet sei4 ,so entstanden in ,meien die ersten der sinnigen herzerfreuenden ,bilder1 die ,richter zum ,liebling des deutschen ,volkes und besonders der ,kinder gemacht haben4 ,an langen ,winterabenden sa der ,maler oft mit den ,kindlein am ,ofen1 erzhlte ,geschichten und zeigte ,bilder4 ,zuletzt greift er auf ihr ,verlangen und ,betteln zum ,stift und zeichnet vor ihren ,augen die ,erlebnisse des ,tages1 macht auch wohl noch lustige ,verslein dazu1 die sich den ,kindern wie von selbst einprgen4 ,wie jauchzten die ,kleinen1 wenn sie unter des ,vaters ,hnden die ,gestalten gleichsam hervorwachsen sahen1 wenn sie forschten und errieten1 was fr ein ,bild sich wohl aus den einzelnen ,linien entwickeln werde4 ,in ,erinnerung an diese schnen ,abendstunden und an die ,freude seiner eigenen ,kinder hat ,richter spter seine ,bilderbcher ,frs ,haus herausgegeben -- vielleicht das ,beste was er dem deutschen ,hause geboten hat4 ,illustration ,manche ,sorgen und ,krankheit der geliebten ,frau trbten die ,meiner ,zeit fr unsern ,knstler2 er hat sie scherzend die sieben magern ,jahre ,pharaos genannt1 weils oft knapp herging in seinem ,haushalte4 ,aber sein lebendiges ,gottvertrauen und froher ,mut hielten ihn aufrecht -- und zur rechten ,zeit wurde er nach ,auflsung der ,meiner ,zeichenschule #ahce als ,akademielehrer nach ,dresden berufen an des pensionirten ,vaters ,stelle4 ,so durfte ,richter von schwerer ,last befreit1 wieder in seine geliebte ,vaterstadt zurckkehren1 und neue ,schaffenslust entfalten4 #ahda erhielt er den ,professorentitel4 ,auch wurden ihm noch zwei herzige ,tchterlein1 ,helene und ,lieschen bescheert4 ,warme ,liebe umgab ihn zu ,hause2 seine ,schler hingen voll ,verehrung an ihm2 seine ,kunst brachte ihm mehr und mehr ,gunst und ,erfolg1 er war ein glcklicher ,mann und hatte die ,hhe des ,lebens gewonnen4 ,von allen ,seiten bekam er ,auftrge und sein ,stift konnte zeitweise den vielen ,wnschen und ,bestellungen nicht nachkommen4 ,viele der ,zeichnungen hat seine ,tochter ,aime in ,holz geschnitten sowie deren ,mann1 der treffliche ,august ,gaber4 ,wre ,richter1 wie er ursprnglich sich wnschte1 ein ,landschaftsmaler geworden und geblieben1 so htte er fr reiche ,leute1 hohe ,herren und fr ,gemldegalerien ,bilder geliefert1 und htte dort fr seine ,kunstwerke gewi ,anerkennung und ,bewunderung gefunden -- dem ,volke aber1 dem einfachen ,manne und der ,kinderwelt wre er unbekannt geblieben4 ,durch die ,holzschnitte jedoch1 mit denen er die verschiedensten ,volks- und ,jugendbcher illustrierte1 ist er ein rechter ,hausfreund geworden4 ,gott hat ihm eine wunderbare ,gabe verliehen1 anschaulich1 verstndlich und dabei mit viel ,humor und ,liebenswrdigkeit das tgliche ,tun und ,treiben der ,menschen in ,haus und ,hof1 in ,feld und ,wald1 in ,lust und ,leid1 darzustellen1 als einer der alles selber erlebt und empfunden hat4 ,illustration ,von ,trauer ist sein schnes ,familienleben nicht verschont geblieben4 ,unter den blhenden ,rosen des reizend gelegenen ,gartenhauses am ,haldenschlag erkrankte die lteste ,tochter ,marie und entschlief nach heiem ,kampf1 erst achtzehnjhrig4 ,aus jenem groen ,leid stammen ,richters ergreifende ,zeichnungen zu den ,liedern3 ,es ist bestimmt in ,gottes ,rat1 und ,es ist ein ,schnitter der heit ,tod1 sowie von dem ,nachtwchter am offenen ,grabe1 mit dem bedeutsamen ,worte ,marie auf dem ,grabkreuz daneben4 ,noch schwerer war der ,schlag1 der ,richter im ,sommer #ahed traf1 da ihm ganz pltzlich seine treue ,hausfrau von der ,seite gerissen wurde4 ,seine eigenen ,krfte hatten schon begonnen abzunehmen infolge beranstrengung in ,dresden4 ,im nahen ,loschwitz an der ,elbe hatte er sich ein hbsch an den ,bergeshang gelehntes ,bauernhaus gekauft1 wo er stillen ,sommeraufenthalt mit den ,seinen liebte4 ,im ,jahre #ahgd erschien sein letztes ,werk4 ,ein einzelnes ,blatt aus dem gleichen ,jahr trgt seine eigenhndige ,unterschrift3 ,meine letzte ,zeichnung ,l4 ,richter4 ,ein ,augenleiden1 infolge der feinen ,zeichen- und ,radierarbeiten1 hatte dem fleiigen ,knstler ,halt geboten4 ,illustration3 ,herr bleibe bei uns ,er benutzte die ,mue1 um seine ,jugenderinnerungen aufzuschreiben4 ,er hat sie zum ,teil seinem ,sohne ,heinrich diktiert und es ist ein herrliches ,buch daraus geworden1 das ,jedermann nur mit ,genu lesen kann4 ,als ,richter seines ,augenlichts zuletzt ganz beraubt war1 wurde er von seinen ,freunden vielfach bemitleidet4 ,so meinte einmal einer von ihnen1 als der ,meister im ,garten auf und ab ging3 ob es ihm1 der so viel ,sinn fr die ,herrlichkeit ,gottes in seinen ,werken gehabt habe1 nicht recht schwer sei alle die ,blumenpracht jetzt nicht mehr bewundern zu knnen8 ,o1 sagte der edle ,mann lchelnd1 wenn ich mich so in der schnen ,natur ergehe1 finde ich gar mancherlei blhende ,blumen4 ,ich berdenke da mein langes ,leben und pflcke in so viel herrlichen ,erfahrungen ein ,blmlein ums andere1 bis es am ,ende ein groer ,strau wird von lauter ,gnadenerweisungen meines ,gottes und ,heilandes1 -- an dem sich mein inneres ,auge nicht satt sehen kann4 ,an mancherlei ,ehrungen hat es dem groen ,knstler nicht gefehlt4 ,der alte ,kaiser ,wilhelm ,i4 setzte ihm #ahgf einen ,ehrensold aus von jhrlich ,mk4 #cjjj4 ,die ,stadt ,dresden ernannte ihn zum ,ehrenbrger4 ,am #hj4 ,geburtstag wurden ihm zahllose ,liebes- und ,ehrenbezeugungen von allen ,seiten1 darunter auch ein glnzender ,ordensstern von seinem schsischen ,landesherrn1 zu ,teil4 ,er blieb der schlichte bescheidene ,mann1 der er immer gewesen4 ,bevor er sich frh an den ,arbeitstisch setzte1 las er den ,seinen den ,morgensegen4 ,ein bequemer brauner ,hauspelz war sein tglich ,kleid4 ,enkel und ,urenkel hat er gesehen und frhlich mit ihnen gescherzt4 ,am #ai4 ,juni #ahhd beschlo er sein reiches gesegnetes ,leben in seiner ,vaterstadt ,dresden4 ,sie hat ihn im ,denkmal verewigt auf der berhmten ,brhlschen ,terrasse1 freundlichen1 sinnenden ,blickes schaut der ,meister in die ,ferne1 das ,skizzenbuch bereit auf seinem ,scho2 um den ,sockel aber spielen ,eidechse und ,farrenkraut4 ,er selbst hat gern unter sein ,bild1 unter den gtigen1 geist- und gemtvollen1 von weiem ,haar umwallten ,kopf1 die ,worte gesetzt3 ,groe ,gedanken und ein reines ,herz1 das ist's was wir uns von ,gott erbitten sollten4 ,und wir setzen dazu3 ,selig sind die reines ,herzens sind1 denn sie werden ,gott schauen4 ,illustration3 ,hosianna ,illustration3 ,lasset die ,kindlein zu mir kommen4 ,anmerkungen zur ,transkription ,das ,original ist in ,fraktur gesetzt4 ,offensichtliche ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4