,,goethes ,,weltanschauung4 ,von ,,rudolf ,,steiner4 ,,weimar ,,verlag ,,von ,,emil ,,felber #ahig4 ,,vorrede4 ,die ,gedanken1 die ich in diesem ,buche mitteile1 sollen die ,grundstimmung festhalten1 die ich in der ,weltanschauung ,goethes beobachtet habe4 ,im ,lauf vieler ,jahre habe ich immer wieder und wieder das ,bild dieser ,weltanschauung betrachtet4 ,besonderen ,reiz hatte es fr mich1 nach den ,offenbarungen zu sehen1 welche die ,natur ber ihr ,wesen und ihre ,gesetze den feinen ,sinnes- und ,geistesorganen ,goethes gemacht hat4 ,ich lernte begreifen1 warum ,goethe diese ,offenbarungen als so hohes ,glck empfand1 da er sie zuweilen hher schtzte als seine ,dichtungsgabe4 ,ich lebte mich in die ,empfindungen ein1 die durch ,goethes ,seele zogen1 wenn er sagt1 da wir durch nichts so sehr veranlat werden ber uns selbst zu denken1 als wenn wir hchst bedeutende ,gegenstnde1 besonders entschiedene ,naturscenen nach langen ,zwischenrumen endlich wiedersehen und den zurckgebliebenen ,eindruck mit der gegenwrtigen ,einwirkung vergleichen4 ,da werden wir denn im ,ganzen bemerken1 da das ,object immer mehr hervortritt1 da1 wenn wir uns frher an den ,gegenstnden empfanden1 ,freud und ,leid1 ,heiterkeit und ,verwirrung auf sie bertrugen1 wir nunmehr bei gebndigter ,selbstigkeit ihnen das gebrende ,recht widerfahren lassen1 ihre ,eigenheiten zu erkennen und ihre ,eigenschaften1 sofern wir sie durchdringen1 in einem hhern ,grade zu schtzen wissen4 ,jene ,art des ,anschauens gewhrt der knstlerische ,blick1 diese eignet sich dem ,naturforscher1 und ich mute mich1 zwar anfangs nicht ohne ,schmerzen1 zuletzt doch glcklich preisen1 da1 indem jener ,sinn mich nach und nach zu verlassen drohte1 dieser sich in ,aug und ,geist desto krftiger entwickelte4 ,die ,eindrcke1 welche ,goethe von den ,erscheinungen der ,natur empfangen hat1 mu man kennen1 wenn man den vollen ,gehalt seiner ,dichtungen verstehen will4 ,die ,geheimnisse1 die er dem ,wesen und ,werden der ,schpfung abgelauscht hat1 leben in seinen knstlerischen ,erzeugnissen und werden nur demjenigen offenbar1 der hinhorcht auf die ,mitteilungen1 die der ,dichter ber die ,natur macht4 ,niemand kann in die ,tiefen der ,goetheschen ,kunst hinuntertauchen1 dem ,goethes ,naturbeobachtungen unbekannt sind4 ,solche ,empfindungen drngten mich zu der ,beschftigung mit ,goethes ,naturstudien4 ,sie lieen zunchst die ,ideen reifen1 die ich vor mehr als zehn ,jahren in ,krschners ,deutscher ,nationallitteratur mitteilte4 ,was ich damals in dem ersten anfing1 habe ich ausgebaut in den drei folgenden ,bnden der naturwissenschaftlichen ,schriften ,goethes1 von denen der letzte in diesen ,tagen vor die ,oeffentlichkeit tritt4 ,dieselben ,empfindungen leiteten mich1 als ich vor mehreren ,jahren die schne ,aufgabe bernahm1 einen ,teil der naturwissenschaftlichen ,schriften ,goethes fr die groe ,weimarische ,goethe-,ausgabe zu besorgen4 ,was ich an ,gedanken zu dieser ,arbeit mitgebracht und was ich whrend derselben ersonnen habe1 bildet den ,inhalt des vorliegenden ,buches4 ,ich darf diesen ,inhalt als erlebt im vollsten ,sinne des ,wortes bezeichnen4 ,von vielen ,ausgangspuncten aus habe ich mich den ,ideen ,goethes zu nhern gesucht4 ,allen ,widerspruch1 der in mir gegen ,goethes ,anschauungsweise schlummerte1 habe ich aufgerufen1 um gegenber der ,macht dieser einzigen ,persnlichkeit die eigene ,individualitt zu wahren4 ,und je mehr ich meine eigene1 selbst erkmpfte ,weltanschauung ausbildete1 desto mehr glaubte ich ,goethe zu verstehen4 ,ich versuchte ein ,licht zu finden1 das auch die ,rume in ,goethes ,seele durchleuchtet1 die ihm selbst dunkel geblieben sind4 ,zwischen den ,zeilen seiner ,werke wollte ich lesen1 was mir ihn ganz verstndlich machen sollte4 ,die ,krfte seines ,geistes1 die ihn beherrschten1 deren er sich aber nicht selbst bewut wurde1 suchte ich zu entdecken4 ,die wesentlichen ,charakterzge seiner ,seele wollte ich durchschauen4 ,unsere ,zeit liebt es die ,ideen da1 wo von psychologischer ,betrachtung einer ,persnlichkeit die ,rede ist1 in einem mystischen ,halbdunkel zu lassen4 ,die gedankliche ,klarheit in solchen ,dingen wird gegenwrtig als nchterne ,verstandesweisheit verachtet4 ,man glaubt tiefer zu dringen1 wenn man von mystischen ,abgrnden des ,seelenlebens1 von dmonischen ,gewalten innerhalb der ,persnlichkeit spricht4 ,ich mu gestehen1 da mir diese ,schwrmerei fr mystische ,psychologie als ,oberflchlichkeit erscheint4 ,sie ist bei ,menschen vorhanden1 in denen der ,inhalt der ,ideenwelt keine ,empfindungen erzeugt4 ,sie knnen in die ,tiefen dieses ,inhaltes nicht hinabsteigen1 sie fhlen die ,wrme nicht1 die von ihm ausstrmt4 ,deshalb suchen sie diese ,wrme in der ,unklarheit4 ,wer im stande ist1 sich einzuleben in die hellen ,sphren der reinen ,gedankenwelt1 der empfindet in ihnen das1 was er sonst nirgends empfinden kann4 ,persnlichkeiten wie die ,goethes kann man nur erkennen1 wenn man die ,ideen1 von denen sie beherrscht sind1 in ihrer lichten ,klarheit in sich aufzunehmen vermag4 ,wer die ,mystik in der ,psychologie liebt1 wird vielleicht meine ,betrachtungsweise kalt finden4 ,ob es aber meine ,schuld ist1 da ich das ,dunkle und ,unbestimmte nicht mit dem ,tiefsinnigen fr ein und dasselbe halten kann8 ,so rein und klar1 wie mir die ,ideen erschienen sind1 die in ,goethe als wirksame ,krfte gewaltet haben1 versuche ich sie darzustellen4 ,vielleicht findet auch mancher die ,linien1 die ich gezogen habe1 die ,farben1 die ich aufgetragen habe1 zu einfach4 ,ich meine aber1 da man das ,groe am besten charakterisiert1 wenn man es in seiner monumentalen ,einfachheit darzustellen versucht4 ,die kleinen ,schnrkel und ,anhngsel verwirren nur die ,betrachtung4 ,nicht auf nebenschliche ,gedanken1 zu denen er durch dieses oder jenes ,erlebnis von untergeordneter ,bedeutung veranlat worden ist1 kommt es mir bei ,goethe an1 sondern auf die ,grundrichtung seines ,geistes4 ,mag dieser ,geist auch da und dort ,seitenwege einschlagen3 eine ,haupttendenz ist immer zu erkennen4 ,und sie habe ich verfolgt4 ,wer da meint1 da die ,regionen1 durch die ich gegangen bin1 eisig sind1 der hat sein ,herz zu ,hause gelassen4 ,will man mir den ,vorwurf machen1 da ich nur diejenigen ,seiten der ,goetheschen ,weltanschauung schildere1 auf die mich mein eigenes ,denken und ,empfinden weist1 so kann ich nichts erwidern1 als da ich eine fremde ,persnlichkeit nur so ansehen will1 wie sie mir nach meiner eigenen ,wesenheit erscheinen mu4 ,die ,objectivitt derjenigen ,darsteller1 die sich selbst verleugnen wollen1 wenn sie fremde ,ideen schildern1 schtze ich nicht hoch4 ,ich glaube1 sie kann nur matte und farbenblasse ,bilder malen4 ,ein ,kampf liegt jeder wahren ,darstellung einer fremden ,weltanschauung zu ,grunde4 ,und der vllig ,besiegte wird nicht der beste ,darsteller sein4 ,die fremde ,macht mu ,achtung erzwingen2 aber die eigenen ,waffen mssen ihren ,dienst tun4 ,ich habe deshalb rckhaltlos ausgesprochen1 da nach meiner ,ansicht die ,goethesche ,denkweise ,grenzen hat4 ,da es ,erkenntnisgebiete gibt1 die ihr verschlossen geblieben sind4 ,ich habe gezeigt1 welche ,richtung die ,beobachtung der ,welterscheinungen nehmen mu1 wenn sie in die ,gebiete dringen will1 die ,goethe nicht betreten hat1 oder auf denen er1 wenn er sich in sie begeben hat1 unsicher herumgeirrt ist4 ,so interessant es ist1 einem groen ,geiste auf seinen ,wegen zu folgen2 ich mchte jedem nur so weit folgen1 als er mich selbst frdert4 ,denn nicht die ,betrachtung1 die ,erkenntnis1 sondern das ,leben1 die eigene ,ttigkeit ist das ,wertvolle4 ,der reine ,historiker ist ein schwacher1 ein unkrftiger ,mensch4 ,die historische ,erkenntnis raubt die ,energie und ,spannkraft des eigenen ,wirkens4 ,wer alles verstehen will1 wird selbst wenig sein4 ,was fruchtbar ist1 allein ist wahr1 hat ,goethe gesagt4 ,soweit ,goethe fr unsere ,zeit fruchtbar ist1 soweit soll man sich in seine ,gedanken- und ,empfindungswelt einleben4 ,und ich glaube1 aus der folgenden ,darstellung wird hervorgehen1 da unzhlige noch ungehobene ,schtze in dieser ,gedanken- und ,empfindungswelt verborgen liegen4 ,ich habe auf die ,stellen hingedeutet1 an denen die moderne ,wissenschaft hinter ,goethe zurckgeblieben ist4 ,ich habe von der ,armut der gegenwrtigen ,ideenwelt gesprochen und ihr den ,reichtum und die ,flle der ,goetheschen entgegengehalten4 ,in ,goethes ,denken sind ,keime1 welche die moderne ,naturwissenschaft zur ,reife bringen sollte4 ,fr sie knnte dieses ,denken vorbildlich sein4 ,sie hat einen greren ,beobachtungsstoff als ,goethe4 ,aber sie hat diesen ,stoff nur mit sprlichem und unzureichendem ,ideengehalt durchsetzt4 ,ich hoffe1 da aus meinen ,ausfhrungen hervorgeht1 wie wenig ,eignung die moderne naturwissenschaftliche ,denkweise dazu besitzt1 ,goethe zu kritisieren1 und wie viel sie von ihm lernen knnte4 ,,rudolf ,,steiner4 ,,inhalt4 ,seite ,vorrede ,,iii ,einleitung #a ,goethes ,stellung innerhalb der abendlndischen ,gedankenentwickelung #e ,goethe und ,schiller #g ,die platonische ,weltanschauung #aj ,die ,folgen der platonischen ,weltanschauung #ae ,goethe und die platonische ,weltansicht #bg ,persnlichkeit und ,weltanschauung #de ,die ,metamorphose der ,welterscheinungen #fa ,die ,anschauungen ber ,natur und ,entwicklung der ,lebewesen #he ,die ,metamorphosenlehre #hg ,die ,betrachtung der ,farbenwelt #adg ,die ,erscheinungen der ,farbenwelt #adi ,gedanken ber ,entwicklungsgeschichte der ,erde und ,lufterscheinungen #ahc ,gedanken ber ,entwicklungsgeschichte der ,erde #ahe ,betrachtungen ber atmosphrische ,erscheinungen #aic ,goethe und ,hegel #aig ,namen-,register #bje ,,einleitung4 ,will man ,goethes ,weltanschauung verstehen1 so darf man sich nicht damit begngen1 hinzuhorchen1 was er selbst in einzelnen ,aussprchen ber sie sagt4 ,in kristallklaren ,stzen den ,kern seines ,wesens auszusprechen1 lag nicht in seiner ,natur4 ,er hatte eine gewisse ,scheu davor1 das ,lebendige1 die ,wirklichkeit in einem durchsichtigen ,gedanken festzuhalten4 ,sein ,innenleben1 seine ,beziehungen zur ,auenwelt1 seine ,beobachtungen ber die ,dinge und ,ereignisse waren zu reich1 zu erfllt von zarten ,bestandteilen1 von intimen ,elementen1 um von ihm selbst in einfache ,formeln gebracht zu werden4 ,er spricht sich aus1 wenn ihn dieses oder jenes ,erlebnis dazu drngt4 ,aber er sagt immer zu viel oder zu wenig4 ,die lebhafte ,anteilnahme an allem1 was an ihn herankommt1 bestimmt ihn oft1 schrfere ,ausdrcke zu gebrauchen1 als es seine ,gesamtnatur verlangt4 ,sie verfhrt ihn ebenso oft1 sich unbestimmt zu uern1 wo ihn sein ,wesen zu einer bestimmten ,meinung ntigen knnte4 ,er ist immer ngstlich1 wenn es sich darum handelt1 zwischen zwei ,ansichten zu entscheiden4 ,er will sich die ,unbefangenheit nicht dadurch rauben1 da er seinen ,gedanken eine scharfe ,richtung giebt4 ,er beruhigt sich bei dem ,gedanken3 ,der ,mensch ist nicht geboren1 die ,probleme der ,welt zu lsen1 wohl aber zu suchen1 wo das ,problem angeht1 und sich sodann in der ,grenze des ,begreiflichen zu halten4 ,ein ,problem1 das der ,mensch gelst zu haben glaubt1 entzieht ihm die ,mglichkeit1 tausend ,dinge klar zu sehen1 die in den ,bereich dieses ,problemes fallen4 ,er achtet auf sie nicht mehr1 weil er ber das ,gebiet aufgeklrt zu sein glaubt1 in das sie fallen4 ,goethe mchte lieber zwei ,meinungen ber eine ,sache haben1 die einander entgegengesetzt sind1 als eine bestimmte4 ,denn jedes ,ding scheint ihm eine ,unendlichkeit einzuschlieen1 der man sich von verschiedenen ,seiten nhern mu1 um von ihrer ganzen ,flle etwas wahrzunehmen4 ,man sagt1 zwischen zwei entgegengesetzten ,meinungen liegt die ,wahrheit mitten inne4 ,keineswegs6 ,das ,problem liegt dazwischen1 das ,unschaubare1 das ewig thtige ,leben1 in ,ruhe gedacht4 ,goethe will seine ,gedanken lebendig erhalten1 damit er in jedem ,augenblicke sie umwandeln kann1 wenn die ,wirklichkeit ihn dazu veranlat4 ,er will nicht recht haben2 er will stets nur aufs ,rechte losgehen4 ,in zwei verschiedenen ,zeitpunkten spricht er sich ber dieselbe ,sache verschieden aus4 ,eine feste ,theorie1 die ein fr allemal die ,gesetzmigkeit einer ,reihe von ,erscheinungen zum ,ausdruck bringen will1 ist ihm widerlich4 ,wenn man dennoch die ,einheit seiner ,anschauungen berschauen will1 so mu man weniger auf seine ,worte hren als auf seine ,lebensfhrung sehen4 ,man mu sein ,verhltnis zu den ,dingen belauschen1 wenn er ihrem ,wesen nachforscht und dabei das ergnzen1 was er selbst nicht sagt4 ,man mu auf das ,innerste seiner ,persnlichkeit eingehen1 das sich zum grten ,teile hinter seinen uerungen verbirgt4 ,was er sagt1 mag sich oft widersprechen2 was er lebt1 gehrt immer einem widerspruchlosen ,ganzen an4 ,hat er seine ,weltanschauung auch nicht in einem geschlossenen ,system aufgezeichnet2 er hat sie in einer geschlossenen ,persnlichkeit dargelegt4 ,wenn wir auf sein ,leben sehen1 so lsen sich alle ,widersprche in seinem ,reden4 ,er hat ber die ,natur dies und jenes gesagt4 ,in einem festgefgten ,gedankengebude hat er seine ,naturanschauung niemals niedergelegt4 ,aber wenn wir seine einzelnen ,gedanken auf diesem ,gebiete berblicken1 so schlieen sie sich von selbst zu einem ,ganzen zusammen4 ,man kann sich eine ,vorstellung davon machen1 welches ,gedankengebude entstanden wre1 wenn er seine ,ansichten im ,zusammenhang vollstndig dargestellt htte4 ,ich habe mir vorgesetzt1 in dieser ,schrift zu schildern1 wie ,goethes ,persnlichkeit in ihrem innersten ,wesen geartet gewesen sein mu1 um ber die ,erscheinungen der ,natur solche ,gedanken uern zu knnen1 wie er sie in seinen naturwissenschaftlichen ,arbeiten niedergelegt hat4 ,da manchem von dem1 was ich sagen werde1 ,goethesche ,stze entgegengehalten werden knnen1 die ihm widersprechen1 wei ich4 ,es handelt sich mir aber in dieser ,schrift nicht darum1 eine ,entwicklungsgeschichte seiner ,aussprche zu geben1 sondern darum1 die ,grundlagen seiner ,persnlichkeit darzustellen1 die ihn zu seinen tiefen ,einsichten in das ,schaffen und ,wirken der ,natur fhrten4 ,nicht aus den zahlreichen ,stzen1 in denen er ,konzessionen an andere ,denkweisen macht1 oder in denen er sich der ,formeln bedient1 welche der eine oder der andere ,philosoph gebraucht hat1 lassen sich diese ,grundlagen erkennen4 ,aus den uerungen zu ,eckermann knnte man sich einen ,goethe konstruieren1 der nie die ,metamorphose der ,pflanzen htte schreiben knnen4 ,an ,zelter hat ,goethe manches ,wort gerichtet1 das verfhren knnte1 auf eine wissenschaftliche ,gesinnung zu schlieen1 die seinen groen ,gedanken ber die ,bildung der ,tiere widerspricht4 ,ich gebe zu1 da in ,goethes ,persnlichkeit auch ,krfte gewirkt haben1 die ich nicht bercksichtigt habe4 ,aber diese ,krfte treten zurck hinter den eigentlich bestimmenden1 die seiner ,weltanschauung das ,geprge geben4 ,diese bestimmenden ,krfte so scharf zu charakterisieren1 als mir mglich ist1 habe ich mir zur ,aufgabe gestellt4 ,,goethes ,,stellung ,,innerhalb ,,der ,,abendl,,ndischen ,,gedankenentwickelung4 ,,goethe ,,und ,,schiller4 ,goethe erzhlt von einem ,gesprch1 das sich einstmals zwischen ihm und ,schillern entspann1 nachdem beide einer ,sitzung der naturforschenden ,gesellschaft in ,jena beigewohnt hatten4 ,schiller zeigte sich wenig befriedigt von dem1 was in der ,sitzung vorgebracht worden war4 ,eine zerstckelte ,art1 die ,natur zu betrachten1 war ihm entgegengetreten4 ,und er bemerkte1 da eine solche den ,laien keineswegs anmuten knne4 ,goethe erwiderte1 da sie den ,eingeweihten selbst vielleicht unheimlich bliebe1 und da es noch eine andere ,weise geben knne1 die ,natur nicht gesondert und vereinzelt1 sondern sie wirkend und lebendig1 aus dem ,ganzen in die ,teile strebend darzustellen4 ,und nun entwickelte ,goethe die groen ,ideen1 die ihm ber die ,pflanzennatur aufgegangen waren4 ,er zeichnete mit manchen charakteristischen ,federstrichen eine symbolische ,pflanze vor ,schillers ,augen4 ,diese symbolische ,pflanze sollte die ,wesenheit ausdrcken1 die in jeder einzelnen ,pflanze lebt1 was fr besondere ,formen diese auch annimmt4 ,sie sollte das successive ,werden der einzelnen ,pflanzenteile1 ihr ,hervorgehen auseinander und ihre ,verwandtschaft untereinander zeigen4 ber diese symbolische ,pflanzengestalt schrieb ,goethe am #ag4 ,april #aghg in ,palermo die ,worte nieder3 ,eine solche mu es doch geben2 woran wrde ich sonst erkennen1 da dieses oder jenes ,gebilde eine ,pflanze sei1 wenn sie nicht alle nach einem ,muster gebildet wren4 ,die ,vorstellung einer plastisch-ideellen ,form1 die dem ,geiste sich offenbart1 wenn er die ,mannigfaltigkeit der ,pflanzengestalten berschaut und ihr ,gemeinsames beachtet1 hatte ,goethe in sich ausgebildet4 ,schiller betrachtete dieses ,gebilde1 das nicht in einer einzelnen1 sondern in allen ,pflanzen leben sollte1 und sagte kopfschttelnd3 ,das ist keine ,erfahrung1 das ist eine ,idee4 ,wie aus einer fremden ,welt kommend1 erschienen ,goethe diese ,worte4 ,er war sich bewut1 da er zu seiner symbolischen ,gestalt durch dieselbe ,art naiver ,wahrnehmung gelangt war wie zu der ,vorstellung eines ,dinges1 das man mit ,augen sehen und mit ,hnden greifen kann4 ,wie die einzelne ,pflanze1 so war fr ihn die symbolische oder ,urpflanze ein objektives ,wesen4 ,nicht einer willkrlichen ,spekulation1 sondern unbefangener ,beobachtung glaubte er sie zu verdanken4 ,er konnte nichts entgegnen als3 ,das kann mir sehr lieb sein1 wenn ich ,ideen habe1 ohne es zu wissen1 und sie sogar mit ,augen sehe4 ,und er war ganz unglcklich1 als ,schiller daran die ,worte knpfte3 ,wie kann jemals eine ,erfahrung gegeben werden1 die einer ,idee angemessen sein sollte4 ,denn darin besteht das ,eigentmliche der letzteren1 da ihr niemals eine ,erfahrung kongruieren knne4 ,zwei entgegengesetzte ,weltanschauungen stehen in diesem ,gesprche einander gegenber4 ,goethe sieht in der ,idee eines ,dinges ein ,element1 das in demselben unmittelbar gegenwrtig ist1 in ihm wirkt und schafft4 ,ein einzelnes ,ding nimmt1 nach seiner ,ansicht1 bestimmte ,formen aus dem ,grunde an1 weil die ,idee sich in dem gegebenen ,falle in einer besonderen ,weise ausleben mu4 ,es hat fr ,goethe keinen ,sinn zu sagen1 ein ,ding entspricht der ,idee nicht4 ,denn das ,ding kann nichts anderes sein1 als das1 wozu es die ,idee gemacht hat4 ,anders denkt ,schiller4 ,ihm sind ,ideenwelt und ,erfahrungswelt zwei getrennte ,reiche4 ,der ,erfahrung gehren die mannigfaltigen ,dinge und ,ereignisse an1 die den ,raum und die ,zeit erfllen4 ,ihr steht das ,reich der ,ideen gegenber1 als eine andersgeartete ,wirklichkeit1 dessen sich die ,vernunft bemchtigt4 ,von zwei ,welten flieen dem ,menschen seine ,erkenntnisse zu1 von auen durch ,beobachtung und von innen durch das ,denken4 ,fr ,goethe giebt es nur eine ,quelle der ,erkenntnis1 die ,erfahrungswelt1 in welcher die ,ideenwelt eingeschlossen ist4 ,schillers ,anschauung ist hervorgegangen aus der ,philosophie seiner ,zeit4 ,die grundlegenden ,vorstellungen1 welche dieser ,philosophie ihr ,geprge gegeben haben1 und welche treibende ,krfte der ganzen abendlndischen ,geistesbildung geworden sind1 mu man im griechischen ,altertume suchen4 ,in einem verhngnisvollen ,augenblicke bemchtigte sich eines griechischen ,denkers ein ,mitrauen in die menschlichen ,sinnesorgane4 ,er fing an zu glauben1 da diese ,organe dem ,menschen nicht die ,wahrheit berliefern sondern da sie ihn tuschen4 ,er verlor das ,vertrauen zu dem1 was die naive1 unbefangene ,beobachtung darbietet4 ,er fand1 da das ,denken ber die wahre ,wesenheit der ,dinge andere ,aussagen mache als die ,erfahrung4 ,es wird schwer sein zu sagen1 in welchem ,kopfe sich dieses ,mitrauen zuerst festsetzte4 ,man begegnet ihm in der eleatischen ,philosophenschule1 deren erster ,vertreter der um #egj v4 ,chr4 zu ,kolophon geborene ,xenophanes ist4 ,als die wichtigste ,persnlichkeit dieser ,schule erscheint ,parmenides4 ,denn er hat mit einer ,schrfe wie niemand vor ihm behauptet1 es gbe zwei ,quellen der menschlichen ,erkenntnis4 ,er hat erklrt1 da die ,eindrcke unserer ,sinne ,trug und ,tuschung seien1 und da der ,mensch zu der ,erkenntnis des ,wahren nur durch das reine ,denken1 das auf die ,erfahrung keine ,rcksicht nimmt1 gelangen knne4 ,damit hat er den auf ihn folgenden ,philosophen eine ,entwicklungskrankheit eingeimpft1 an der die wissenschaftliche ,bildung noch heute leidet4 ,,die ,,platonische ,,weltanschauung4 ,mit der ihm eigenen bewunderungswerten ,khnheit spricht ,plato dieses ,mitrauen in die ,erfahrung aus4 ,die ,dinge dieser ,welt1 welche unsere ,sinne wahrnehmen1 haben gar kein wahres ,sein3 sie werden immer1 sind aber nie4 ,sie haben nur ein relatives ,sein1 sind insgesamt nur in und durch ihr ,verhltnis zu einander2 man kann daher ihr ganzes ,dasein ebensowohl ein ,nichtsein nennen4 ,sie sind folglich auch nicht ,objekte einer eigentlichen ,erkenntnis4 ,denn nur von dem1 was an und fr sich und immer auf gleiche ,weise ist1 kann es eine solche geben2 sie hingegen sind nur das ,objekt eines durch ,empfindung veranlaten ,dafrhaltens4 ,so lange wir nur auf ihre ,wahrnehmung beschrnkt sind1 gleichen wir ,menschen1 die in einer finsteren ,hhle so fest gebunden sen1 da sie auch den ,kopf nicht drehen knnten und nichts shen1 als beim ,lichte eines hinter ihnen brennenden ,feuers1 an der ,wand ihnen gegenber die ,schattenbilder wirklicher ,dinge1 welche zwischen ihnen und dem ,feuer vorbergefhrt wrden1 und auch sogar von einander1 ja jeder von sich selbst1 eben nur die ,schatten an jener ,wand4 ,ihre ,weisheit aber wre1 die aus ,erfahrung erlernte ,reihenfolge jener ,schatten vorherzusagen4 ,in zwei ,teile reit die platonische ,anschauung die ,vorstellung des ,weltganzen auseinander1 in die ,vorstellung einer ,scheinwelt und in eine andere der ,ideenwelt1 der allein wahre1 ewige ,wirklichkeit entsprechen soll4 ,was allein wahrhaft seiend genannt werden kann1 weil es immer ist1 aber nie wird1 noch vergeht3 das sind die realen ,urbilder jener ,schattenbilder3 es sind die ewigen ,ideen1 die ,urformen aller ,dinge4 ,ihnen kommt keine ,vielheit zu2 denn jedes ist seinem ,wesen nach nur eines1 indem es das ,urbild selbst ist1 dessen ,nachbilder oder ,schatten alle ihm gleichnamige1 einzelne1 vergngliche ,dinge derselben ,art sind4 ,ihnen kommt auch kein ,entstehen und ,vergehen zu2 denn sie sind wahrhaft seiend1 nie aber werdend1 noch untergehend wie ihre hinschwindenden ,nachbilder4 ,von ihnen allein daher giebt es eine eigentliche ,erkenntnis1 da das ,objekt einer solchen nur das sein kann1 was immer und in jedem ,betracht ist1 nicht das1 was ist1 aber auch wieder nicht ist1 je nachdem man es ansieht4 ,die ,unterscheidung von ,idee und ,wahrnehmung hat nur eine ,berechtigung1 wenn von der ,art gesprochen wird1 wie die menschliche ,erkenntnis zustande kommt4 ,der ,mensch mu die ,dinge auf zweifache ,art zu sich sprechen lassen4 ,einen ,teil ihrer ,wesenheit sagen sie ihm freiwillig4 ,er braucht nur hinzuhorchen4 ,dies ist der ideenfreie ,teil der ,wirklichkeit4 ,den andern aber mu er ihnen entlocken4 ,er mu sein ,denken in ,bewegung setzen1 dann erfllt sich sein ,inneres mit den ,ideen der ,dinge4 ,im ,innern der ,persnlichkeit ist der ,schauplatz1 auf dem auch die ,dinge ihr ideelles ,innere enthllen4 ,da sprechen sie aus1 was der ueren ,anschauung ewig verborgen bleibt4 ,das ,wesen der ,natur kommt hier zu ,worte4 ,aber es liegt nur an der menschlichen ,organisation1 da durch den ,zusammenklang von zwei ,tnen die ,dinge erkannt werden mssen4 ,in der ,natur ist ein ,erreger da1 der beide ,tne hervorbringt4 ,der unbefangene ,mensch horcht auf den ,zusammenklang4 ,er erkennt in der ideellen ,sprache seines ,innern die ,aussagen1 die ihm die ,dinge zukommen lassen4 ,nur wer die ,unbefangenheit verloren hat1 der deutet die ,sache anders4 ,er glaubt1 die ,sprache seines ,inneren komme aus einem andern ,reich als die ,sprache der ueren ,anschauung4 ,plato ist es zum ,bewutsein gekommen1 da er auf zwei ,wegen von den ,dingen ,kunde erhlt2 aber er hat nicht erkannt1 da es dieselben ,dinge sind1 die auf den beiden ,wegen ihre ,mitteilungen senden4 ,er hat damit dem abendlndischen ,denken eine ,aufgabe gestellt1 die vollkommen berflssig war4 ,durch ,jahrhunderte hindurch wurde unendlicher ,scharfsinn auf die ,frage verwendet3 wie verhalten sich die im ,innern des ,menschen offenbar werdenden ,ideen zu den ,dingen der ueren ,wahrnehmung8 ,ein groer ,teil des ,inhalts aller auf die platonische folgenden ,philosophieen besteht aus ,lsungsversuchen dieser gar nicht vorhandenen ,frage4 ,was das gesunde menschliche ,empfinden in jedem ,augenblicke lehrt3 wie die ,sprache der ,anschauung und die des ,denkens sich verbinden1 um die volle ,wirklichkeit zu offenbaren1 das wurde von den grbelnden ,denkern nicht beachtet4 ,statt hinzusehen1 wie die ,natur zu dem ,menschen spricht1 bildeten sie knstliche ,begriffe ber das ,verhltnis von ,ideenwelt und ,erfahrung aus4 ,um die ,sehkraft fr dieses ,verhltnis ganz zu lhmen1 verband sich mit dem ,platonismus das ,christentum4 ,dieses religise ,bekenntnis mit seinem ,jenseitsglauben und seiner ,verachtung der ,sinnenwelt ist nur eine volkstmliche ,form des ,platonismus4 ,es macht eine nach menschlichem ,bilde gedachte persnliche ,wesenheit zum ,urheber der ,welt4 ,die christlichen ,kirchenvter versetzen einfach die platonische ,ideenwelt in den ,geist dieses persnlichen ,gottes4 ,in diesem ,geiste sind die ,urbilder1 die ,muster aller ,dinge enthalten1 und ,gott hat die ,welt nach diesen ,urbildern geschaffen und regiert sie ihnen gem4 ,die ,welt ist nur der unvollkommene ,abglanz der in ,gott ruhenden vollkommenen ,ideenwelt4 ,der wahrhaft ,fromme soll sich nicht viel mit diesem ,abglanz beschftigen2 er soll seine ,empfindung1 sein ,gefhl zu ,gott erheben4 ,ohne jedes ,schwanken wollen wir glauben1 da die denkende ,seele nicht wesensgleich sei mit ,gott1 denn dieser gestattet keine ,gemeinschaft1 da aber die ,seele erleuchtet werden knne durch ,teilnahme an der ,gottesnatur1 sagt der ,kirchenvater ,augustinus4 ,ebensowenig gesteht er der ,gesamtnatur irgendwelche gttliche ,wesenheit zu4 ,aber die ,wahrheit sucht er nur bei ,gott4 ,frechheit ist es1 nach seiner ,ansicht1 zu glauben1 da die ,natur oder die menschliche ,seele gttlich sei4 ,nicht durch ,beobachtung der irdischen ,dinge1 sondern durch ,versenken in die berirdische gttliche ,wesenheit wird die vernnftige ,seele vollkommen4 ,in dieser ,lehre der ,kirchenvter wird der ,sprache des menschlichen ,innern ein allem natrlichen ,empfinden fremder ,ursprung angedichtet4 ,nicht aus den ,dingen soll diese ,sprache kommen1 sondern aus dem ,geiste des jenseitigen ,gottes4 ,die platonische ,vorstellungsart hielt sich mehr im abstrakten ,elemente des ,denkens auf4 ,das ,ungesunde derselben wre leichter berwunden worden1 wenn nicht die platonischen ,begriffe durch das ,christentum das ,empfindungs- und ,gemtsleben ergriffen htten4 ,dieses ,gemtsleben der abendlndischen ,menschheit ist auf diese ,weise geradezu nach der falschen ,richtung hin umorganisiert worden4 ,was ,plato nur gedacht hat1 das haben die ,kirchenvter dem ,gemte eingepflanzt4 ,was aber in dem ,gemte wurzelt1 das ist viel schwerer auszurotten1 als was blo im ,verstande ruht4 ,deshalb ist es bis heute noch nicht gelungen1 die christlich-platonische unnatrliche ,ansicht ber die ,wirklichkeit innerhalb der abendlndischen ,bildung zu berwinden4 ,,die ,,folgen ,,der ,,platonischen ,,weltanschauung4 ,vergeblich hat sich ,aristoteles gegen die platonische ,spaltung der ,weltvorstellung aufgelehnt4 ,er sah in der ,natur ein einheitliches ,wesen1 das die ,ideen ebenso enthlt1 wie die durch die ,sinne wahrnehmbaren ,dinge und ,erscheinungen4 ,nur im menschlichen ,geiste knnen die ,ideen ein selbstndiges ,dasein haben4 ,aber in dieser ,selbstndigkeit kommt ihnen keine ,wirklichkeit zu4 ,blo die ,seele kann sie abtrennen von den wahrnehmbaren ,dingen1 mit denen zusammen sie die ,wirklichkeit ausmachen4 ,htte die abendlndische ,philosophie an die richtig verstandene ,anschauung des ,aristoteles angeknpft1 so wre sie bewahrt geblieben vor den ,irr- und ,schleichwegen1 die sie gewandelt ist4 ,aber dieser richtig verstandene ,aristoteles war der christlichen ,denkweise unbequem4 ,mit einer ,naturauffassung1 welche das hchste wirksame ,prinzip in die ,erfahrungswelt verlegt1 wei das ,christentum nichts anzufangen4 ,die christlichen ,philosophen und ,theologen deuteten deshalb den ,aristoteles um4 ,sie legten seinen ,ansichten einen ,sinn unter1 der geeignet war1 dem christlichen ,dogma zur logischen ,sttze zu dienen4 ,nicht suchen sollte der ,geist in den ,dingen die schaffenden ,ideen4 ,die ,wahrheit ist ja den ,menschen von ,gott in ,form der ,offenbarung mitgeteilt4 ,nur besttigen sollte die ,vernunft1 was ,gott geoffenbart hat4 ,die aristotelischen ,stze wurden von den christlichen ,denkern des ,mittelalters so gedeutet1 da die religise ,heilswahrheit durch sie ihre philosophische ,bekrftigung erhielt4 ,nach der ,auffassung ,thomas' von ,aquino1 des bedeutendsten christlichen ,denkers1 enthlt die ,offenbarung die hchsten ,wahrheiten1 die ,heilslehre der heiligen ,schrift2 aber es ist der ,vernunft mglich1 in aristotelischer ,weise in die ,dinge sich zu vertiefen und deren ,ideengehalt aus ihnen herauszuholen4 ,die ,offenbarung steigt so tief herab und die ,vernunft kann sich so weit erheben1 da die ,heilslehre und die menschliche ,erkenntnis an einer ,grenze in einander bergehen4 ,die ,art des ,aristoteles1 in die ,dinge einzudringen1 dient also fr ,thomas dazu1 bis zu dem ,gebiete der ,offenbarung zu kommen4 ,als mit ,bacon von ,verulam und ,descartes eine ,zeit anhob1 in welcher der ,wille sich geltend machte1 die ,wahrheit durch die eigene ,kraft der menschlichen ,persnlichkeit zu suchen1 waren die ,denkgewohnheiten so verdorben1 da alles ,streben zu nichts anderem fhrte als zur ,aufstellung von ,ansichten1 die trotz ihrer scheinbaren ,unabhngigkeit von der platonischen und christlichen ,vorstellungswelt1 doch nichts waren als neue ,formen derselben4 ,auch ,bacon und ,descartes haben den bsen ,blick fr das ,verhltnis von ,erfahrung und ,idee als ,erbstck einer entarteten ,philosophie mitbekommen4 ,bacon hatte nur ,sinn und ,verstndnis fr die ,einzelheiten der ,natur4 ,durch ,sammeln desjenigen1 was durch die rumliche und zeitliche ,mannigfaltigkeit als ,gleiches oder hnliches sich hindurchzieht1 glaubte er zu allgemeinen ,regeln ber das ,naturgeschehen zu kommen4 ,goethe spricht ber ihn das treffende ,wort3 ,denn ob er auch darauf hindeutet1 man solle die ,partikularien nur deswegen sammeln1 damit man aus ihnen whlen1 sie ordnen und endlich zu ,universalien gelangen knne1 so behalten doch bei ihm die einzelnen ,flle zu viele ,rechte1 und ehe man durch ,induktion1 selbst diejenige1 die er anpreist1 zur ,vereinfachung und zum ,abschlu gelangen kann1 geht das ,leben weg1 und die ,krfte verzehren sich4 ,fr ,bacon sind diese allgemeinen ,regeln ,mittel1 durch welche es der ,vernunft mglich ist1 das ,gebiet der ,einzelheiten bequem zu berschauen4 ,aber er glaubt nicht1 da diese ,regeln in dem ,ideengehalte der ,dinge begrndet und wirklich schaffende ,krfte der ,natur sind4 ,deshalb sucht er auch nicht unmittelbar in der ,einzelheit die ,idee auf1 sondern abstrahiert sie aus einer ,vielheit von ,einzelheiten4 ,wer nicht daran glaubt1 da in dem einzelnen ,dinge die ,idee lebt1 kann auch keine ,neigung haben1 sie in demselben zu suchen4 ,er nimmt das ,ding so hin1 wie es sich der bloen ueren ,anschauung darbietet4 ,bacons ,bedeutung ist darin zu suchen1 da er auf die durch ,plato und das ,christentum herabgewrdigte uere ,anschauungswelt hinwies4 ,da er betonte1 in ihr sei eine ,quelle der ,wahrheit4 ,er war aber nicht im ,stande der ,ideenwelt in gleicher ,weise zu ihrem ,rechte gegenber der ,anschauungswelt zu verhelfen4 ,er erklrte das ,ideelle fr ein subjektives ,element im menschlichen ,geiste4 ,seine ,denkweise ist umgekehrter ,platonismus4 ,plato sieht nur in der ,ideenwelt1 ,bacon nur in der ideenlosen ,wahrnehmungswelt die ,wirklichkeit4 ,in ,bacons ,auffassung liegt der ,ausgangspunkt jener ,denkergesinnung1 von welcher die ,naturforscher bis in die ,gegenwart beherrscht sind4 ,sie leidet an einer falschen ,ansicht ber das ideelle ,element der ,erfahrungswelt4 ,von anderen ,gesichtspunkten aus1 aber nicht minder beeinflut durch ,platos ,denkungsarten1 stellte drei ,jahrhunderte nach ,bacon ,descartes seine ,betrachtungen an4 ,auch er krankt an der ,erbsnde des abendlndischen ,denkens1 an dem ,mitrauen gegenber der unbefangenen ,beobachtung der ,natur4 ,der ,zweifel an der ,existenz und ,erkennbarkeit der ,dinge ist der ,anfang seines ,forschens4 ,nicht auf die ,dinge richtet er den ,blick1 um ,zugang zur ,gewiheit zu erlangen1 sondern eine ganz kleine ,pforte1 einen ,schleichweg im vollsten ,sinne des ,wortes sucht er auf4 ,in das intimste ,gebiet des ,denkens zieht er sich zurck4 ,alles1 was ich bisher als ,wahrheit geglaubt habe1 kann falsch sein1 sagt er sich4 ,was ich gedacht habe1 kann auf ,tuschung beruhen4 ,aber die eine ,thatsache bleibt doch bestehen1 da ich ber die ,dinge denke4 ,auch wenn ich ,lug und ,trug denke1 so denke ich doch4 ,und wenn ich denke1 so existiere ich auch4 ,ich denke1 also bin ich4 ,damit glaubt ,descartes einen festen ,ausgangspunkt fr alles weitere ,nachdenken gewonnen zu haben4 ,er fragt sich weiter3 giebt es nicht in dem ,inhalte meines ,denkens noch anderes1 das auf ein wahrhaftes ,sein hindeutet8 ,und da findet er die ,idee ,gottes1 als eines allervollkommensten ,wesens4 ,da der ,mensch selbst unvollkommen ist3 wie kommt die ,idee eines allervollkommensten ,wesens in seine ,gedankenwelt8 ,ein unvollkommenes ,wesen kann eine solche ,idee unmglich aus sich selbst erzeugen4 ,denn das vollkommenste1 das es zu denken vermag1 ist eben ein unvollkommenes4 ,es mu also diese ,idee von dem vollkommensten ,wesen selbst in den ,menschen gelegt sein4 ,also mu auch ,gott existieren4 ,wie aber soll ein vollkommenes ,wesen uns eine ,tuschung vorspiegeln8 ,die ,auenwelt1 die sich uns als wirklich darstellt1 mu deshalb auch wirklich sein4 ,sonst wre sie ein ,trugbild1 das uns die ,gottheit vormachte4 ,auf diese ,weise sucht ,descartes das ,vertrauen zur ,wirklichkeit zu gewinnen1 das ihm wegen ererbter ,empfindungen zuerst fehlte4 ,auf einem uerst knstlichen ,wege sucht er die ,wahrheit4 ,einseitig vom ,denken geht er aus4 ,nur dem ,denken gesteht er die ,kraft zu1 berzeugung hervorzubringen4 ber die ,beobachtung kann nur eine berzeugung gewonnen werden1 wenn sie durch das ,denken vermittelt wird4 ,die ,folge dieser ,ansicht war1 da es das ,streben der ,nachfolger ,descartes wurde1 den ganzen ,umfang der ,wahrheiten1 die das ,denken aus sich heraus entwickeln und beweisen kann1 festzustellen4 ,die ,summe aller ,erkenntnisse aus reiner ,vernunft wollte man finden4 ,von den einfachsten unmittelbar klaren ,einsichten wollte man ausgehen1 und fortschreitend den ganzen ,kreis des reinen ,denkens durchwandern4 ,nach dem ,muster der ,euclidischen ,geometrie sollte dieses ,system aufgebaut werden4 ,denn man war der ,ansicht1 auch diese gehe von einfachen1 wahren ,stzen aus und entwickle durch bloe ,schlufolgerung1 ohne ,zuhilfenahme der ,beobachtung1 ihren ganzen ,inhalt4 ,ein solches ,system reiner ,vernunftwahrheiten zu liefern1 hat ,spinoza in seiner ,ethik versucht4 ,eine ,anzahl von ,vorstellungen3 ,substanz1 ,attribut1 ,modus1 ,denken1 ,ausdehnung u4 s4 w4 nimmt er vor und untersucht rein verstandesmig die ,beziehungen und den ,inhalt dieser ,vorstellungen4 ,in dem ,gedankengebude soll das ,wesen der ,wirklichkeit sich aussprechen4 ,spinoza betrachtet nur die ,erkenntnis1 die durch diese wirklichkeitsfremde ,thtigkeit zu ,stande kommt1 als eine solche1 die dem wahren ,wesen der ,welt entspricht2 die adquate ,ideen liefert4 ,die aus der ,sinneswahrnehmung entsprungenen ,ideen sind ihm inadquat1 verworren und verstmmelt4 ,es ist leicht einzusehen1 da auch in dieser ,vorstellungswelt die platonische ,auffassungsweise von dem ,gegensatz der ,wahrnehmungen und der ,ideen nachwirkt4 ,die ,gedanken1 die unabhngig von der ,wahrnehmung gebildet werden1 sind allein das ,wertvolle fr die ,erkenntnis4 ,spinoza geht noch weiter4 ,er dehnt den ,gegensatz auch auf das sittliche ,empfinden und ,handeln der ,menschen aus4 ,unlustempfindungen knnen nur aus ,ideen entspringen1 die von der ,wahrnehmung stammen2 solche ,ideen erzeugen die ,begierden und ,leidenschaften im ,menschen1 deren ,sklave er werden kann1 wenn er sich ihnen hingiebt4 ,nur was aus der ,vernunft entspringt1 erzeugt unbedingte ,lustempfindungen4 ,das hchste ,glck des ,menschen ist daher1 sein ,leben in den ,vernunftideen1 die ,hingabe an die ,erkenntnis der reinen ,ideenwelt4 ,wer berwunden hat1 was aus der ,wahrnehmungswelt stammt1 und nur noch in der reinen ,erkenntnis lebt1 empfindet die hchste ,seligkeit4 ,nicht ganz ein ,jahrhundert nach ,spinoza tritt der ,schotte ,david ,hume mit einer ,denkweise auf1 die wieder aus der ,wahrnehmung allein die ,erkenntnis entspringen lt4 ,nur einzelne ,dinge in ,raum und ,zeit sind gegeben4 ,das ,denken verknpft die einzelnen ,wahrnehmungen1 aber nicht1 weil in diesen selbst etwas liegt1 was dieser ,verknpfung entspricht1 sondern weil sich der ,verstand daran gewhnt hat1 die ,dinge in einen ,zusammenhang zu bringen4 ,der ,mensch ist gewohnt1 zu sehen1 da ein ,ding auf ein anderes der ,zeit nach folgt4 ,er bildet sich die ,vorstellung1 da es folgen msse4 ,er macht das erste zur ,ursache1 das zweite zur ,wirkung4 ,der ,mensch ist ferner gewohnt1 zu sehen1 da auf einen ,gedanken seines ,geistes eine ,bewegung seines ,leibes folgt4 ,er erklrt sich dies dadurch1 da er sagt1 der ,geist habe die ,leibesbewegung bewirkt4 ,denkgewohnheiten1 nichts weiter sind die menschlichen ,ideen4 ,wirklichkeit haben nur die ,wahrnehmungen4 ,die ,vereinigung der verschiedensten durch die ,jahrhunderte hindurch zum ,dasein gelangten ,denkrichtungen ist die ,kant'sche ,weltanschauung4 ,auch ,kant fehlt die natrliche ,empfindung fr das ,verhltnis von ,wahrnehmung und ,idee4 ,er lebt in philosophischen ,vorurteilen1 die er durch ,studium seiner ,vorgnger in sich aufgenommen hat4 ,das eine dieser ,urteile ist1 da es notwendige ,wahrheiten gebe1 die durch reines1 von aller ,erfahrung freies ,denken erzeugt werden4 ,der ,beweis davon ist1 nach seiner ,ansicht1 durch die ,existenz der ,mathematik und der reinen ,physik erbracht1 die solche ,wahrheiten enthalten4 ,ein anderes seiner ,vorurteile besteht darin1 da er der ,erfahrung die ,fhigkeit abspricht1 zu gleich notwendigen ,wahrheiten zu gelangen4 ,das ,mitrauen gegenber der ,wahrnehmungswelt ist auch in ,kant vorhanden4 ,zu diesen seinen ,denkgewohnheiten tritt bei ,kant der ,einflu ,humes hinzu4 ,er giebt ,hume ,recht in ,bezug auf die ,behauptung1 da die ,ideen1 in die das ,denken die einzelnen ,wahrnehmungen zusammenfat1 nicht aus der ,erfahrung stammen4 ,sondern da das ,denken sie zur ,erfahrung hinzufgt4 ,diese drei ,vorurteile sind die ,wurzeln des ,kantschen ,gedankengebudes4 ,der ,mensch besitzt notwendige ,wahrheiten4 ,sie knnen nicht aus der ,erfahrung stammen1 weil diese keine solchen darbietet4 ,dennoch wendet sie der ,mensch auf die ,erfahrung an4 ,er verknpft die einzelnen ,wahrnehmungen diesen ,wahrheiten gem4 ,sie stammen aus dem ,menschen selbst4 ,es liegt in seiner ,natur1 da er die ,dinge in einen solchen ,zusammenhang bringt1 der den durch reines ,denken gewonnenen ,wahrheiten entspricht4 ,kant geht nun noch weiter4 ,er schreibt auch den ,sinnen die ,fhigkeit zu1 das was ihnen von ,auen gegeben wird1 in eine bestimmte ,ordnung zu bringen4 ,auch diese ,ordnung fliet nicht mit den ,eindrcken der ,dinge von ,auen ein4 ,die rumliche und die zeitliche ,ordnung erhalten die ,eindrcke erst durch die sinnliche ,wahrnehmung4 ,raum und ,zeit gehren nicht den ,dingen an4 ,der ,mensch ist so organisiert1 da er1 wenn die ,dinge auf seine ,sinne ,eindrcke machen1 diese in rumliche oder zeitliche ,zusammenhnge bringt4 ,nur ,eindrcke1 ,empfindungen erhlt der ,mensch von ,auen4 ,die ,anordnung derselben im ,raum und in der ,zeit1 ihre ,zusammenfassung zu ,ideen ist sein eigenes ,werk4 ,aber auch die ,empfindungen sind nichts1 was aus den ,dingen stammt4 ,nicht die ,dinge nimmt der ,mensch wahr1 sondern nur die ,eindrcke1 die sie auf ihn ausben4 ,ich wei nichts von einem ,dinge1 wenn ich eine ,empfindung habe4 ,ich kann nur sagen3 ich bemerke das ,auftreten einer ,empfindung bei mir4 ,durch welche ,eigenschaften das ,ding befhigt ist1 in mir die ,empfindungen hervorzurufen1 darber kann ich nichts erfahren4 ,der ,mensch hat es1 nach ,kants ,meinung1 nicht mit den ,dingen an sich zu thun1 sondern nur mit den ,eindrcken1 die sie auf ihn machen und mit den ,zusammenhngen1 in die er selbst diese ,eindrcke bringt4 ,nicht objektiv von ,auen aufgenommen1 sondern nur auf uere ,veranlassung hin1 subjektiv von innen erzeugt1 ist die ,erfahrungswelt4 ,das ,geprge1 das sie trgt1 geben ihr nicht die ,dinge1 sondern die menschliche ,organisation4 ,sie ist folglich als solche unabhngig von dem ,menschen gar nicht vorhanden4 ,von diesem ,standpunkte aus ist die ,annahme notwendiger1 von der ,erfahrung unabhngiger ,wahrheiten mglich4 ,denn diese ,wahrheiten beziehen sich blo auf die ,art1 wie der ,mensch von sich selbst aus seine ,erfahrungswelt bestimmt4 ,sie enthalten die ,gesetze seiner ,organisation4 ,sie haben keinen ,bezug auf die ,dinge an sich selbst4 ,kant hat also einen ,ausweg gefunden1 der es ihm gestattet1 bei seinem ,vorurteile stehen zu bleiben1 da es notwendige ,wahrheiten gebe1 die fr den ,inhalt der ,erfahrungswelt gelten1 ohne doch daraus zu stammen4 ,allerdings mute er1 um diesen ,ausweg zu finden1 sich zu der ,ansicht entschlieen1 da der menschliche ,geist unfhig sei1 irgend etwas ber die ,dinge an sich zu wissen4 ,er mute alles ,erkennen auf die ,erscheinungswelt einschrnken1 welche die menschliche ,organisation aus sich herausspinnt infolge der von den ,dingen verursachten ,eindrcke4 ,aber was kmmerte ,kant das ,wesen der ,dinge an sich1 wenn er nur die ewigen1 notwendig-giltigen ,wahrheiten in dem ,sinne retten konnte1 wie er sich dieselben vorstellte4 ,der ,platonismus hat in ,kant eine bse ,frucht hervorgebracht4 ,plato hat sich von der ,wahrnehmung abgewendet und den ,blick auf die ewigen ,ideen gerichtet1 weil ihm jene das ,wesen der ,dinge nicht auszusprechen schien4 ,kant aber verzichtet darauf1 dass die ,ideen eine wirkliche ,einsicht in das ,wesen der ,welt erffnen1 wenn ihnen nur die ,eigenschaft des ,ewigen und ,notwendigen verbleibt4 ,plato hlt sich an die ,ideenwelt1 weil er glaubt1 da das wahre ,wesen der ,welt ewig1 unzerstrbar1 unwandelbar sein mu1 und er diese ,eigenschaften nur den ,ideen zusprechen kann4 ,kant ist zufrieden1 wenn er nur diese ,eigenschaften von den ,ideen behaupten kann4 ,sie brauchen dann gar nicht mehr das ,wesen der ,welt auszusprechen4 ,zu den philosophischen ,vorurteilen ,kants kamen seine religisen4 ,das ,christentum kann sich nicht begngen mit den beiden ,elementen der ,wirklichkeit1 mit der ,wahrnehmung und den ,ideen4 ,es braucht eine jenseitige ,welt1 ein gttliches ,wesen4 ,in ,kant lebten die christlichen ,empfindungen4 ,in ihm lebte der ,glaube an ,gott4 ,zugleich aber sah er ein1 da alle ,beweise1 die seine ,vorgnger vorgebracht hatten1 um das ,dasein ,gottes zu beweisen1 ,sophistereien sind4 ,er erkannte1 da es keinen ,weg giebt1 um aus dem reinen ,denken heraus zu der berzeugung von diesem ,dasein zu gelangen4 ,das ,natrliche wre nun gewesen1 auf den ,gottesbegriff bei ,erklrung der ,welt ganz zu verzichten und zu untersuchen1 was sich aus ,wahrnehmung und ,denken allein ergibt4 ,dies war ,kant wegen seiner christlichen ,gesinnung nicht mglich4 ,er wollte den ,gottesbegriff und auch andere christliche ,glaubensvorstellungen den ,menschen erhalten1 obgleich ihm klar war1 da die ,vernunft mit ihnen nichts zu thun hat4 ,dies konnte er erreichen1 wenn er der ,vernunft die ,fhigkeit absprach1 ber das wahre ,wesen des ,daseins ,aufklrung zu geben4 ,die ,dinge an sich sind dem menschlichen ,erkennen unzugnglich4 ,folglich gehren der ,gottesbegriff und die anderen christlichen ,vorstellungen nicht in den ,bereich dessen1 was mit der ,vernunft zu umfassen ist4 ,die ,beweise fr die religisen ,wahrheiten mssen scheitern1 nicht weil diese ,wahrheiten nicht bestehen1 sondern weil das menschliche ,erkennen nicht bis zu ihnen hinanreicht4 ,kant wollte diese ,wahrheiten vor den ,anfechtungen der ,vernunft ein fr alle mal bewahren4 ,nicht um das religise ,dogma zu zerstren1 hat ,kant sein ,gedankengebude aufgestellt1 sondern um es fester zu begrnden4 ,die ,kantsche ,philosophie ist keine ,feindin1 sondern die beste ,freundin der christlichen und jeder ,religion4 ,in dem ,gebiete der ,dinge an sich knnen sich ,wesen aller ,arten befinden4 ,die ,erkenntnis kann nichts darber ausmachen4 ,und wenn der ,glaube kommt und erklrt1 er habe ,grnde das dem ,wissen unbekannte ,gebiet mit diesen oder jenen ,wesenheiten erfllt zu denken1 so kann keine ,vernunft dagegen etwas einwenden4 ,nicht durch ,hinwegrumung alter ,irrtmer1 nicht durch eine freie1 ursprngliche ,vertiefung in die ,wirklichkeit ist die ,kantsche ,weltanschauung entstanden1 sondern durch logische ,verschmelzung anerzogener und ererbter philosophischer und religiser ,vorurteile4 ,sie konnte nur aus einem ,geiste entspringen1 in dem der ,sinn fr das lebendige ,schaffen innerhalb der ,natur unentwickelt geblieben ist4 ,und sie konnte nur auf solche ,geister wirken1 die an dem gleichen ,mangel litten4 ,aus dem weitgehenden ,einflusse1 den ,kants ,denkweise auf seine ,zeitgenossen ausbte1 ist zu ersehen1 wie stark diese in dem ,banne platonischer ,vorstellungen standen4 ,,goethe ,,und ,,die ,,platonische ,,weltansicht4 ,ich habe die ,gedankenentwickelung von ,platos bis zu ,kants ,zeit geschildert1 um zeigen zu knnen1 welche ,eindrcke ,goethe empfangen mute1 wenn er sich an die ,philosophen wandte1 um sein so starkes ,erkenntnisbedrfnis zu befriedigen4 ,auf die unzhligen ,fragen1 zu denen ihn seine ,natur drngte1 fand er in den ,philosophien keine ,antworten4 ,ja1 es zeigte sich1 so oft er sich in die ,weltanschauung eines ,philosophen vertiefte1 ein ,gegensatz zwischen der ,richtung1 die seine ,fragen einschlugen und der ,gedankenwelt1 bei der er sich ,rat holen wollte4 ,der ,grund liegt darin1 da die platonische ,trennung von ,idee und ,erfahrung seiner ,natur zuwider war4 ,wenn er die ,natur beobachtete1 so brachte sie ihm die ,ideen entgegen4 ,er konnte sie deshalb nur ideenerfllt denken4 ,eine ,ideenwelt1 welche die ,dinge der ,natur nicht durchdringt1 ihr ,entstehen und ,vergehen1 ihr ,werden und ,wachsen nicht hervorbringt1 ist ihm ein kraftloses ,gedankengespinnst4 ,das logische ,fortspinnen von ,gedankenreihen1 ohne ,versenkung in das wirkliche ,leben und ,schaffen der ,natur erscheint ihm unfruchtbar4 ,denn er fhlt sich mit der ,natur innig verwachsen4 ,er betrachtet sich als ein lebendiges ,glied der ,natur4 ,was in seinem ,geiste entsteht1 das hat1 nach seiner ,ansicht die ,natur in ihm entstehen lassen4 ,der ,mensch soll sich nicht in eine ,ecke stellen und glauben1 da er da aus sich heraus ein ,gedankengewebe spinnen knne1 das ber das ,wesen der ,dinge aufklrt4 ,er soll den ,strom des ,weltgeschehens bestndig durch sich durchflieen lassen4 ,dann wird er fhlen1 da die ,ideenwelt nichts anderes ist1 als die schaffende und thtige ,gewalt der ,natur4 ,er wird nicht ber den ,dingen stehen wollen1 um ber sie nachzudenken1 sondern er wird sich in ihre ,tiefen eingraben und aus ihnen herausholen1 was in ihnen lebt und wirkt4 ,zu solcher ,denkweise fhrte ,goethe seine ,knstlernatur4 ,mit derselben ,notwendigkeit1 mit der eine ,blume blht1 fhlte er seine dichterischen ,erzeugnisse aus seiner ,persnlichkeit herauswachsen4 ,die ,art1 wie der ,geist in ihm das ,kunstwerk hervorbrachte1 schien ihm nicht verschieden von der zu sein1 wie die ,natur ihre ,geschpfe erzeugt4 ,und wie im ,kunstwerke das geistige ,element von der geistlosen ,materie nicht zu trennen ist1 so war es ihm auch unmglich bei einem ,dinge der ,natur die ,wahrnehmung ohne die ,idee vorzustellen4 ,fremd blickte ihn daher eine ,anschauung an1 die in der ,wahrnehmung nur etwas ,unklares1 ,verworrenes erblickte und die ,ideenwelt abgesondert1 gereinigt von aller ,erfahrung betrachten wollte4 ,er fhlte in jeder ,weltanschauung1 in der platonische ,gedankenelemente lebten1 etwas naturwidriges4 ,deshalb konnte er bei den ,philosophen nicht finden1 was er bei ihnen suchte4 ,er suchte die ,ideen1 die in den ,dingen leben1 und die alle ,einzelheiten der ,erfahrung als hervorwachsend aus einem lebendigen ,ganzen erscheinen lassen1 und die ,philosophen lieferten ihm ,gedankenhlsen1 die sie nach logischen ,grundstzen zu ,systemen verbunden hatten4 ,immer wieder fand er sich auf sich selbst zurckgewiesen1 wenn er bei ,andern ,aufklrung suchte ber die ,rtsel1 die ihm die ,natur aufgab4 ,es gehrt zu den ,dingen1 an denen ,goethe vor seiner italienischen ,reise gelitten hat1 da sein ,erkenntnisbedrfnis keine ,befriedigung finden konnte4 ,in ,italien konnte er sich eine ,ansicht bilden ber die ,triebkrfte1 aus denen die ,kunstwerke hervorgehen4 ,er erkannte1 da in den vollendeten ,kunstwerken das enthalten ist1 was die ,menschen als ,gttliches1 als ,ewiges verehren4 ,nach dem ,anblicke von knstlerischen ,schpfungen1 die ihn besonders interessieren1 schreibt er die ,worte nieder3 ,die hohen ,kunstwerke sind zugleich als die hchsten ,naturwerke von ,menschen nach wahren und natrlichen ,gesetzen hervorgebracht worden4 ,alles ,willkrliche1 ,eingebildete fllt zusammen2 da ist ,notwendigkeit1 da ist ,gott4 ,die ,kunst der ,griechen entlockt ihm den ,ausspruch3 ,ich habe die ,vermutung1 da die ,griechen nach den ,gesetzen verfuhren1 nach welchen die ,natur selbst verfhrt und denen ich auf der ,spur bin4 ,was ,plato in der ,ideenwelt zu finden glaubte1 was die ,philosophen ,goethe nie nahe bringen konnten1 das blickt ihm aus den ,kunstwerken ,italiens entgegen4 ,in der ,kunst offenbart sich fr ,goethe zuerst das in vollkommener ,gestalt1 was er als die ,grundlage der ,erkenntnis ansehen kann4 ,er erblickt in der knstlerischen ,produktion eine ,art und hhere ,stufe des ,naturwirkens2 knstlerisches ,schaffen ist ihm gesteigertes ,naturschaffen4 ,er hat das in seiner ,charakteristik ,winkelmanns spter ausgesprochen4 ,indem der ,mensch auf den ,gipfel der ,natur gestellt ist1 so sieht er sich wieder als eine ganze ,natur an1 die in sich abermals einen ,gipfel hervorzubringen hat4 ,dazu steigert er sich1 indem er sich mit allen ,vollkommenheiten und ,tugenden durchdringt1 ,wahl1 ,ordnung1 ,harmonie und ,bedeutung aufruft und sich endlich zur ,produktion des ,kunstwerkes erhebt4 ,nicht auf dem ,wege logischer ,schlufolgerung1 sondern durch ,betrachtung des ,wesens der ,kunst gelangt ,goethe zu seiner ,weltanschauung4 ,und was er in der ,kunst gefunden hat1 das sucht er auch in der ,natur4 ,die ,thtigkeit1 durch die sich ,goethe in den ,besitz einer ,naturerkenntnis setzt1 ist nicht wesentlich von der knstlerischen verschieden4 ,beide gehen in einander ber und greifen ber einander4 ,der ,knstler mu1 nach ,goethes ,ansicht1 grer und entschiedener werden1 wenn er zu seinem ,talente noch ein unterrichteter ,botaniker ist1 wenn er1 von der ,wurzel an1 den ,einflu der verschiedenen ,teile auf das ,gedeihen und den ,wachstum der ,pflanze1 ihre ,bestimmung und wechselseitige ,wirkung erkennt1 wenn er die successive ,entwicklung der ,blumen1 ,bltter1 ,befruchtung1 ,frucht und des neuen ,keimes einsieht und berdenkt4 ,er wird alsdann nicht blo durch die ,wahl aus den ,erscheinungen seinen ,geschmack zeigen1 sondern er wird uns auch durch eine richtige ,darstellung der ,eigenschaften zugleich in ,verwunderung setzen und belehren4 ,das ,kunstwerk ist demnach um so vollkommener1 je mehr in ihm dieselbe ,gesetzmigkeit zum ,ausdruck kommt1 die in dem ,naturwerke enthalten ist1 dem es entspricht4 ,es giebt nur ein einheitliches ,reich der ,wahrheit1 und dieses umfat ,kunst und ,natur4 ,daher kann auch die ,fhigkeit des knstlerischen ,schaffens von der des ,naturerkennens nicht wesentlich verschieden sein4 ,vom ,stil des ,knstlers sagt ,goethe1 da er auf den tiefsten ,grundfesten der ,erkenntnis ruhe1 auf dem ,wesen der ,dinge1 insofern uns erlaubt ist1 es in sichtbaren und greifbaren ,gestalten zu erkennen4 ,die aus platonischen ,vorstellungen hervorgegangene ,weltbetrachtung zieht eine scharfe ,grenzlinie zwischen ,wissenschaft und ,kunst4 ,die knstlerische ,thtigkeit lt sie auf der ,phantasie1 auf dem ,gefhle beruhen2 die wissenschaftlichen ,ergebnisse sollen das ,resultat einer ,phantasie-freien ,begriffsentwicklung sein4 ,goethe stellt sich die ,sache anders vor4 ,fr ihn ergiebt sich1 wenn er das ,auge auf die ,natur richtet1 eine ,summe von ,ideen2 aber er findet1 da in dem einzelnen ,erfahrungsgegenstande der ideelle ,bestandteil nicht abgeschlossen ist2 die ,idee weist ber das ,einzelne hinaus auf verwandte ,gegenstnde1 in denen sie auf hnliche ,weise zur ,erscheinung kommt4 ,der philosophierende ,beobachter hlt diesen ideellen ,bestandteil fest und bringt ihn in seinen ,gedankenwerken unmittelbar zum ,ausdrucke4 ,auch auf den ,knstler wirkt dieses ,ideelle4 ,aber es treibt ihn1 ein ,werk zu gestalten1 in dem die ,idee nicht blo wie in einem ,naturwerke wirkt1 sondern zur gegenwrtigen ,erscheinung wird4 ,was in dem ,naturwerke blo ideell ist und sich dem geistigen ,auge des ,beobachters enthllt1 das wird in dem ,kunstwerke real1 wird wahrnehmbare ,wirklichkeit4 ,der ,knstler verwirklicht die ,ideen der ,natur4 ,er braucht sich aber diese nicht in ,form der ,ideen zum ,bewutsein zu bringen4 ,wenn er ein ,ding oder ein ,ereignis betrachtet1 so gestaltet sich in seinem ,geiste unmittelbar ein anderes1 das in realer ,erscheinung enthlt was jene nur als ,idee4 ,der ,knstler liefert ,bilder der ,naturwerke1 welche deren ,ideengehalt in einen ,wahrnehmungsgehalt umsetzen4 ,der ,philosoph zeigt1 wie sich die ,natur der denkenden ,betrachtung darstellt2 der ,knstler zeigt1 wie die ,natur aussehen wrde1 wenn sie ihre wirkenden ,krfte nicht blo dem ,denken1 sondern auch der ,wahrnehmung offen entgegenbrchte4 ,es ist eine und dieselbe ,wahrheit1 die der ,philosoph in ,form des ,gedankens2 der ,knstler in ,form des ,bildes darstellt4 ,beide unterscheiden sich nur durch ihre ,ausdrucksmittel4 ,die ,einsicht in das wahre ,verhltnis von ,idee und ,erfahrung1 die sich ,goethe in ,italien angeeignet hat1 ist nur die ,frucht aus dem ,samen1 der in seiner ,naturanlage verborgen war4 ,die italienische ,reise brachte ihm jene ,sonnenwrme1 die geeignet war1 den ,samen zur ,reife zu bringen4 ,in dem ,aufsatz die ,natur1 der #aghb im ,tiefurter ,journal erschienen ist1 und der ,goethe zum ,urheber hat 7vgl4 meinen ,nachweis von ,goethes ,urheberschaft im ,,vii4 ,bande der ,schriften der ,goethe-,gesellschaft71 finden sich schon die ,keime der spteren ,goetheschen ,weltanschauung4 ,was hier dunkle ,empfindung ist1 wird spter klarer deutlicher ,gedanke4 ,natur6 ,wir sind von ihr umgeben und umschlungen -- unvermgend1 aus ihr herauszutreten1 und unvermgend1 tiefer in sie hineinzukommen4 ,ungebeten und ungewarnt nimmt sie uns in den ,kreislauf ihres ,tanzes auf und treibt sich mit uns fort1 bis wir ermdet sind und ihrem ,arme entfallen 4444 ,gedacht hat sie 7die ,natur7 und sinnt bestndig2 aber nicht als ein ,mensch1 sondern als ,natur 444 ,sie hat keine ,sprache noch ,rede1 aber sie schafft ,zungen und ,herzen1 durch die sie fhlt und spricht 4444 ,ich sprach nicht von ihr4 ,nein1 was wahr ist und falsch ist1 alles hat sie gesprochen4 ,alles ist ihre ,schuld1 alles ist ihr ,verdienst6 -- ,als ,goethe diese ,stze niederschrieb1 war ihm noch nicht klar1 wie die ,natur durch den ,menschen ihre ideelle ,wesenheit ausspricht2 da es aber die ,stimme der ,natur ist1 die im ,geiste ertnt1 das fhlte er4 ,in ,italien fand ,goethe die geistige ,atmosphre1 in der sich seine ,erkenntnisorgane ausbilden konnten1 wie sie es ihren ,anlagen gem muten1 wenn er zur vollen ,befriedigung kommen sollte4 ,in ,rom hat er ber ,kunst und ihre theoretischen ,forderungen mit ,moritz viel verhandelt2 auf der ,reise hat sich in ihm bei ,beobachtung der ,pflanzenmetamorphose eine naturgeme ,methode ausgebildet1 die sich spter fr die ,erkenntnis der ganzen organischen ,natur fruchtbar erwiesen hat4 ,denn als die ,vegetation mir ,schritt fr ,schritt ihr ,verfahren vorbildete1 konnte ich nicht irren1 sondern mute1 indem ich sie gewhren lie1 die ,wege und ,mittel anerkennen1 wie sie den eingehlltesten ,zustand zur ,vollendung nach und nach gewhren lie4 ,wenige ,jahre nach seiner ,rckkehr aus ,italien gelang es ihm1 auch fr die ,betrachtung der unorganischen ,natur ein aus seinen geistigen ,bedrfnissen geborenes ,verfahren zu finden4 ,bei physischen ,untersuchungen drngte sich mir die berzeugung auf1 da bei aller ,betrachtung der ,gegenstnde die hchste ,pflicht sei1 jede ,bedingung1 unter welcher ein ,phnomen erscheint1 genau aufzusuchen und nach mglichster ,vollkommenheit der ,phnomene zu trachten2 weil sie doch zuletzt sich aneinanderzureihen1 oder vielmehr bereinanderzugreifen gentigt sind1 und vor dem ,anschauen des ,forschers auch eine ,art ,organisation bilden1 ihr inneres ,gesamtleben manifestieren mssen4 ,goethe fand nirgends ,aufklrung4 ,er mute sich selbst aufklren4 ,er suchte den ,grund dafr und glaubte ihn darin zu finden1 da er fr ,philosophie im eigentlichen ,sinne kein ,organ htte4 ,er ist aber darin zu suchen1 da die platonische ,denkweise1 die alle ihm zugnglichen ,philosophien beherrschte1 seiner gesunden ,naturanlage widersprach4 ,in seiner ,jugend hatte er sich wiederholt an ,spinoza gewandt4 ,er gesteht sogar1 da dieser ,philosoph auf ihn immer eine friedliche ,wirkung hervorgebracht habe4 ,diese beruht darauf1 da ,spinoza das ,weltall als eine groe ,einheit ansieht1 und alles ,einzelne mit ,notwendigkeit aus dem ,ganzen hervorgehend sich denkt4 ,wenn sich ,goethe aber auf den ,inhalt der ,spinozistischen ,philosophie einlie1 so fhlte er doch1 da dieser ihm fremd blieb4 ,denke man aber nicht1 da ich seine ,schriften htte unterschreiben und mich dazu buchstblich bekennen mgen4 ,denn da niemand den andern versteht1 da keiner bei denselben ,worten dasselbe1 was der andere denkt1 da ein ,gesprch1 eine ,lektre bei verschiedenen ,personen verschiedene ,gedankenfolgen aufregt1 hatte ich schon allzudeutlich eingesehen1 und man wird dem ,verfasser von ,werther und ,faust wohl zutrauen1 da er von solchen ,miverstndnissen tief durchdrungen1 nicht selbst den ,dnkel gehegt1 einen ,mann vollkommen zu verstehen1 der als ,schler von ,descartes1 durch mathematische und rabbinische ,kultur sich zu dem ,gipfel des ,denkens hervorgehoben1 der bis auf den heutigen ,tag noch das ,ziel aller spekulativen ,bemhungen zu sein scheint4 ,nicht der ,umstand1 da ,spinoza durch ,descartes geschult worden ist1 auch nicht der1 da er durch mathematische und rabbinische ,kultur sich zu dem ,gipfel des ,denkens erhoben hat1 machte ihn fr ,goethe unverstndlich1 sondern seine wirklichkeitsfremde1 rein logische ,art1 die ,erkenntnisse zu behandeln4 ,goethe konnte sich dem reinen erfahrungsfreien ,denken nicht hingeben1 weil er es nicht zu trennen vermochte von der ,gesamtheit des ,wirklichen4 ,er wollte nicht einen ,gedanken blo logisch an den andern angliedern4 ,vielmehr erschien ihm eine solche ,gedankenthtigkeit von der wahren ,wirklichkeit abzulenken4 ,er mute den ,geist in die ,erfahrung versenken1 um zu den ,ideen zu kommen4 ,die ,wechselwirkung von ,idee und ,wahrnehmung war ihm ein geistiges ,atemholen4 ,durch die ,pendelschlge wird die ,zeit1 durch die ,wechselbewegung von ,idee und ,erfahrung die sittliche und wissenschaftliche ,welt regiert4 ,im ,sinne dieses ,satzes die ,welt und ihre ,erscheinungen zu betrachten1 schien ,goethe naturgem4 ,denn fr ihn gab es keinen ,zweifel darber1 da die ,natur dasselbe ,verfahren beobachtet3 da sie eine ,entwicklung aus einem lebendigen geheimnisvollen ,ganzen zu den mannigfaltigen besonderen ,erscheinungen hin ist1 die den ,raum und die ,zeit erfllen4 ,das geheimnisvolle ,ganze ist die ,welt der ,idee4 ,die ,idee ist ewig und einzig2 da wir auch den ,plural brauchen1 ist nicht wohlgethan4 ,alles1 was wir gewahr werden und wovon wir reden knnen1 sind nur ,manifestationen der ,idee2 ,begriffe sprechen wir aus1 und insofern ist die ,idee selbst ein ,begriff4 ,das ,schaffen der ,natur geht aus dem ,ganzen1 das ideeller ,art ist1 ins ,einzelne1 das als ,reelles der ,wahrnehmung gegeben ist4 ,deshalb soll der ,beobachter3 das ,ideelle im ,reellen anerkennen und sein jeweiliges ,mibehagen mit dem ,endlichen durch ,erhebung ins ,unendliche beschwichtigen4 ,goethe ist berzeugt davon1 da die ,natur nach ,ideen verfahre1 ingleichen da der ,mensch in allem1 was er beginnt1 eine ,idee verfolge4 ,wenn es dem ,menschen wirklich gelingt1 sich zu der ,idee zu erheben1 und von der ,idee aus die ,einzelheiten der ,wahrnehmung zu begreifen1 so vollbringt er dasselbe1 was die ,natur vollbringt1 indem sie ihre ,geschpfe aus dem geheimnisvollen ,ganzen hervorgehen lt4 ,solange der ,mensch das ,wirken und ,schaffen der ,idee nicht fhlt1 bleibt sein ,denken von der lebendigen ,natur abgesondert4 ,er mu das ,denken als eine blo subjektive ,thtigkeit ansehen1 die ein abstraktes ,bild von der ,natur entwerfen kann4 ,sobald er aber fhlt1 wie die ,idee in seinem ,innern lebt und thtig ist1 betrachtet er sich und die ,natur als ,ein ,ganzes1 und was als ,subjektives in seinem ,innern erscheint1 das gilt ihm zugleich als objektiv2 er wei1 da er der ,natur nicht mehr als ,fremder gegenbersteht1 sondern er fhlt sich verwachsen mit dem ,ganzen derselben4 ,das ,subjektive ist objektiv geworden2 das ,objektive von dem ,geiste ganz durchdrungen4 ,goethe ist der ,meinung1 der ,grundirrtum ,kants bestehe darin1 da dieser das subjektive ,erkenntnisvermgen selbst als ,objekt betrachtet und den ,punkt1 wo subjektiv und objektiv zusammentreffen1 zwar scharf aber nicht ganz richtig sondert4 7,weimarische ,ausgabe1 #b4 ,abteilung1 ,band ,,xi ,s4 #cgf47 ,das ,erkenntnisvermgen erscheint dem ,menschen nur so lange als subjektiv1 als er nicht beachtet1 da die ,natur selbst es ist1 die durch dasselbe spricht4 ,subjektiv und objektiv treffen zusammen1 wenn die objektive ,ideenwelt im ,subjekte auflebt1 und in dem ,geiste des ,menschen dasjenige lebt1 was in der ,natur selbst thtig ist4 ,wenn das der ,fall ist1 dann hrt aller ,gegensatz von subjektiv und objektiv auf4 ,dieser ,gegensatz hat nur eine ,bedeutung1 solange der ,mensch ihn knstlich aufrecht erhlt1 solange er die ,ideen als seine ,gedanken betrachtet1 durch die das ,wesen der ,natur abgebildet wird1 in denen es nicht aber selbst wirksam ist4 ,kant und die ,kantianer hatten keine ,ahnung davon1 da in den ,ideen der ,vernunft das ,wesen1 das ,ansich der ,dinge unmittelbar gegenwrtig ist4 ,fr sie ist alles ,ideelle ein blo ,subjektives4 ,deshalb kamen sie zu der ,meinung1 das ,ideelle knne nur dann notwendig gltig sein1 wenn auch dasjenige1 auf das es sich bezieht1 die ,erfahrungswelt1 nur subjektiv ist4 ,mit ,goethes ,anschauungen steht die ,kantsche ,denkweise in einem scharfen ,gegensatz4 ,es giebt zwar einzelne uerungen ,goethes1 in denen er von ,kants ,ansichten in einer anerkennenden ,art spricht4 ,er erzhlt1 da er manchem ,gesprch ber diese ,ansichten beigewohnt habe4 ,mit einiger ,aufmerksamkeit konnte ich bemerken1 da die alte ,hauptfrage sich erneuere1 wieviel unser ,selbst und wieviel die ,auenwelt zu unserm geistigen ,dasein beitrage4 ,ich hatte beide niemals gesondert1 und wenn ich nach meiner ,weise ber ,gegenstnde philosophierte1 so that ich es mit unbewuter ,naivitt und glaubte wirklich1 ich she meine ,meinungen vor ,augen4 ,sobald aber jener ,streit zur ,sprache kam1 mochte ich mich gern auf diejenige ,seite stellen1 welche dem ,menschen am meisten ,ehre macht1 und gab allen ,freunden vollkommen ,beifall1 die mit ,kant behaupteten3 wenn gleich alle unsere ,erkenntnis mit der ,erfahrung angehe1 so entspringe sie darum doch nicht eben alle aus der ,erfahrung4 ,die ,idee stammt auch1 nach ,goethes ,ansicht1 nicht aus dem ,teile der ,erfahrung1 welcher der bloen ,wahrnehmung durch die ,sinne des ,menschen sich darbietet4 ,die ,vernunft1 die ,phantasie mssen sich bethtigen1 mssen in das ,innere der ,wesen dringen1 um sich der ideellen ,elemente des ,daseins zu bemchtigen4 ,insofern hat der ,geist des ,menschen ,anteil an dem ,zustandekommen der ,erkenntnis4 ,goethe meint1 es mache dem ,menschen ,ehre1 da in seinem ,geiste die hhere ,wirklichkeit1 die den ,sinnen nicht zugnglich ist1 zur ,erscheinung komme2 ,kant dagegen spricht der ,erfahrungswelt den ,charakter der hheren ,wirklichkeit ab1 weil sie ,bestandteile enthlt1 die aus dem ,geiste stammen4 ,nur wenn er die ,kantschen ,stze erst im ,sinne seiner ,weltanschauung umdeutete1 konnte ,goethe sich zustimmend zu ihnen verhalten4 ,die ,grundlagen der ,kantschen ,denkweise widersprechen ,goethes ,wesen aufs schrfste4 ,wenn dieser den ,widerspruch nicht scharf genug betonte1 so liegt das wohl nur darin1 da er sich auf diese ,grundlagen nicht einlie1 weil sie ihm zu fremd waren4 ,der ,eingang 7der ,kritik der reinen ,vernunft7 war es1 der mir gefiel1 ins ,labyrinth selbst konnte ich mich nicht wagen3 bald hinderte mich die ,dichtungsgabe1 bald der ,menschenverstand1 und ich fhlte mich nirgends gebessert4 ber seine ,gesprche mit den ,kantianern mute sich ,goethe eingestehen3 ,sie hrten mich wohl1 konnten mir aber nichts erwidern1 noch irgend frderlich sein4 ,mehr als einmal begegnete es mir1 da einer oder der andere mit lchelnder ,bewunderung zugestand3 es sei freilich ein ,analogon ,kantscher ,vorstellungsart1 aber ein seltsames4 ,es war1 wie ich gezeigt1 auch kein ,analogon1 sondern das entschiedenste ,gegenteil der ,kantschen ,vorstellungsart4 ,es ist interessant zu sehen1 wie ,schiller sich ber den ,gegensatz der ,goetheschen ,denkweise und seiner eigenen aufzuklren sucht4 ,er empfindet das ,ursprngliche und ,freie der ,goetheschen ,weltanschauung4 ,aber er kann die platonischen ,gedankenelemente aus seinem eigenen ,geiste nicht entfernen4 ,er kann sich nicht zu der ,einsicht erheben1 da ,idee und ,wahrnehmung in der ,wirklichkeit nicht getrennt vorhanden sind1 sondern nur knstlich von dem durch ,plato verfhrten ,verstand getrennt gedacht werden4 ,deshalb stellt er der ,goetheschen ,geistesart1 die er als eine intuitive bezeichnet1 die eigene als spekulative gegenber und behauptet1 da beide1 wenn sie nur kraftvoll genug wirken1 zu einem gleichen ,ziele fhren mssen4 ,von dem intuitiven ,geiste nimmt ,schiller an1 da er sich an das ,empirische1 ,individuelle halte und von da aus zu dem ,gesetze1 zu der ,idee aufsteige4 ,falls ein solcher ,geist genialisch ist1 wird er in dem ,empirischen das ,notwendige1 in dem ,individuellen die ,gattung erkennen4 ,der spekulative ,geist dagegen soll den umgekehrten ,weg machen4 ,ihm soll zuerst das ,gesetz1 die ,idee gegeben sein1 und von ihr soll er zum ,empirischen und ,individuellen herabsteigen4 ,ist ein solcher ,geist genialisch1 so wird er zwar immer nur ,gattungen im ,auge haben1 aber mit der ,mglichkeit des ,lebens und mit gegrndeter ,beziehung auf wirkliche ,objekte4 ,die ,annahme einer besonderen ,geistesart1 der spekulativen gegenber der intuitiven1 beruht auf dem ,glauben1 da der ,ideenwelt ein abgesondertes1 von der ,wahrnehmungswelt getrenntes ,dasein zukomme4 ,wre dies der ,fall1 dann knnte es einen ,weg geben1 auf dem der ,inhalt der ,ideen in den ,geist kme1 auch wenn ihn dieser nicht in der ,erfahrung aufsuchte4 ,ist aber die ,ideenwelt mit der ,erfahrungswirklichkeit untrennbar verbunden1 sind beide nur als ,ein ,ganzes vorhanden1 so kann es nur eine intuitive ,erkenntnis1 die in der ,erfahrung die ,idee aufsucht und mit dem ,individuellen zugleich die ,gattung erfat1 geben4 ,in ,wahrheit giebt es auch keinen rein spekulativen ,geist im ,sinne ,schillers4 ,denn die ,gattungen existieren nur innerhalb der ,sphre1 der auch die ,individuen angehren2 und der ,geist kann sie anderswo gar nicht finden4 ,hat ein sogenannter spekulativer ,geist wirklich ,gattungsideen1 so stammen diese aus der ,beobachtung der wirklichen ,welt4 ,wenn das lebendige ,gefhl fr diesen ,ursprung1 fr den notwendigen ,zusammenhang des ,gattungsmigen mit dem ,individuellen verloren geht1 dann entsteht die ,meinung1 solche ,ideen knnen in der ,vernunft auch ohne ,erfahrung entstehen4 ,die ,bekenner dieser ,meinung bezeichnen eine ,summe von abstrakten ,gattungsideen als ,inhalt der reinen ,vernunft1 weil sie die ,fden nicht sehen1 mit denen diese ,ideen an die ,erfahrung gebunden sind4 ,eine solche ,tuschung ist am leichtesten bei den allgemeinsten1 umfassendsten ,ideen mglich4 ,da solche ,ideen weite ,gebiete der ,wirklichkeit umspannen1 so ist in ihnen manches ausgetilgt oder abgeblat1 was den zu diesem ,gebiete gehrigen ,individualitten zukommt4 ,man kann eine ,anzahl solcher allgemeiner ,ideen durch berlieferung in sich aufnehmen und dann glauben1 sie seien dem ,menschen angeboren1 oder man habe sie aus der reinen ,vernunft herausgesponnen4 ,ein ,geist1 der einem solchen ,glauben verfllt1 kann sich als spekulativ ansehen4 ,er wird aus seiner ,ideenwelt aber nie mehr herausholen knnen1 als diejenigen hineingelegt haben1 von denen er sie berliefert erhalten hat4 ,wenn ,schiller meint1 da der spekulative ,geist1 wenn er genialisch ist1 zwar immer nur ,gattungen1 aber mit der ,mglichkeit des ,lebens und mit gegrndeter ,beziehung auf wirkliche ,objekte erzeugt 7vergl4 ,schillers ,brief an ,goethe vom #bc4 ,august #agid71 so ist er im ,irrtum4 ,ein wirklich spekulativer ,geist1 der nur in ,gattungsbegriffen lebte1 knnte in seiner ,ideenwelt keine andere gegrndete ,beziehung zur ,wirklichkeit finden1 als diejenige1 die schon in ihr liegt4 ,ein ,geist1 der ,beziehungen zur ,wirklichkeit hat und sich dennoch als spekulativ bezeichnet1 ist in einer ,tuschung ber seine eigene ,wesenheit befangen4 ,diese ,tuschung kann ihn dazu verfhren1 seine ,beziehungen zur ,wirklichkeit1 zum unmittelbaren ,leben zu vernachlssigen4 ,er wird glauben der unmittelbaren ,beobachtung entraten zu knnen1 weil er andere ,quellen der ,wahrheit zu haben meint4 ,die ,folge davon ist immer1 da die ,ideenwelt eines solchen ,geistes einen matten abgeblaten ,charakter trgt4 ,die frischen ,farben des ,lebens werden seinen ,gedanken fehlen4 ,wer im ,bunde mit der ,wirklichkeit leben will1 wird aus einer solchen ,gedankenwelt nicht viel gewinnen knnen4 ,nicht als eine ,geistesart1 die neben der intuitiven als gleichberechtigt anzusehen ist1 kann die spekulative gelten1 sondern als eine verkmmerte1 an ,leben verarmte ,denkart4 ,der intuitive ,geist hat es nicht blo mit ,individuen zu thun1 er sucht nicht in dem ,empirischen den ,charakter der ,notwendigkeit auf4 ,sondern wenn er sich der ,natur zuwendet1 vereinigen sich bei ihm ,wahrnehmung und ,idee unmittelbar zu einer ,einheit4 ,beide werden ineinander geschaut und als ,ganzheit empfunden4 ,er kann zu den allgemeinsten ,wahrheiten1 zu den hchsten ,abstraktionen aufsteigen3 das unmittelbar wirkliche ,leben wird in seiner ,gedankenwelt immer zu erkennen sein4 ,solcher ,art war ,goethes ,denken4 ,heinroth hat in seiner ,anthropologie ein treffliches ,wort ber dieses ,denken gesprochen1 das ,goethe im hchsten ,grade gefiel1 weil es ihn ber seine ,natur aufklrte4 ,herr ,dr4 ,heinroth spricht von meinem ,wesen und ,wirken gnstig1 ja er bezeichnet meine ,verfahrungsart als eine eigentmliche3 da nmlich mein ,denkvermgen gegenstndlich thtig sei1 womit er aussprechen will1 da mein ,denken sich von den ,gegenstnden nicht sondere2 da die ,elemente der ,gegenstnde1 die ,anschauungen in dasselbe eingehen und von ihm auf das innigste durchdrungen werden2 da mein ,anschauen selbst ein ,denken1 mein ,denken ein ,anschauen sei4 ,im ,grunde schildert ,heinroth nichts als die ,art1 wie sich jedes gesunde ,denken zu den ,gegenstnden verhlt4 ,jede andere ,verfahrungsart ist eine ,abirrung von dem naturgemen ,wege4 ,wenn in einem ,menschen die ,anschauung berwiegt1 dann bleibt er an dem ,individuellen hngen2 er kann nicht in die tieferen ,grnde der ,wirklichkeit eindringen2 wenn das abstrakte ,denken in ihm berwiegt1 dann erscheinen seine ,begriffe unzureichend1 um die lebendige ,flle des ,wirklichen zu verstehen4 ,das ,extrem der ersten ,abirrung stellt den rohen ,empiriker dar1 der mit den individuellen ,tatsachen sich begngt2 das ,extrem der andern ,abirrung ist in dem ,philosophen gegeben1 der die reine ,vernunft anbetet und der nur denkt1 ohne ein ,gefhl davon zu haben1 da ,gedanken ihrem ,wesen nach an ,anschauungen gebunden sind4 ,in einem schnen ,bilde schildert ,goethe das ,gefhl des ,denkers1 der zu den hchsten ,wahrheiten aufsteigt1 ohne die ,empfindung fr die lebendige ,erfahrung zu verlieren4 ,er schreibt im ,anfang des ,jahres #aghd einen ,aufsatz ber den ,granit4 ,er versetzt sich auf einen aus diesem ,gestein bestehenden ,gipfel1 wo er sich sagen kann3 ,hier ruhst du unmittelbar auf einem ,grunde1 der bis zu den tiefsten ,orten der ,erde hinreicht1 keine neuere ,schicht1 keine aufgehufte1 zusammengeschwemmte ,trmmer haben sich zwischen dich und den festen ,boden der ,urwelt gelegt2 du gehst nicht wie in jenen fruchtbaren ,thlern ber ein anhaltendes ,grab1 diese ,gipfel haben nichts ,lebendiges erzeugt und nichts ,lebendiges verschlungen2 sie sind vor allem ,leben und ber alles ,leben4 ,in diesem ,augenblicke1 da die innern anziehenden und bewegenden ,krfte der ,erde gleichsam unmittelbar auf mich wirken1 da die ,einflsse des ,himmels mich nher umschweben1 werde ich zu hheren ,betrachtungen der ,natur hinaufgestimmt1 und wie der ,menschengeist alles belebt1 so wird auch ein ,gleichnis in mir rege1 dessen ,erhabenheit ich nicht widerstehen kann4 ,so einsam1 sage ich zu mir selber1 indem ich diesen ganz nackten ,gipfel hinabsehe und kaum am ,fue ein gering wachsendes ,moos erblicke1 so einsam1 sage ich1 wird es dem ,menschen zu ,mute1 der nur den ltesten1 ersten1 tiefsten ,gefhlen der ,wahrheit seine ,seele erffnen will4 ,ja1 er kann zu sich sagen3 ,hier auf dem ltesten1 ewigen ,altare1 der unmittelbar auf die ,tiefe der ,schpfung gebaut ist1 bring ich dem ,wesen aller ,wesen ein ,opfer4 ,ich fhle die ersten1 festesten ,anfnge unsers ,daseins1 ich berschaue die ,welt1 ihre schrofferen und gelinderen ,thler und ihre fernen fruchtbaren ,weiden1 meine ,seele wird ber sich selbst und ber alles erhaben und sehnt sich nach dem nhern ,himmel4 ,aber bald ruft die brennende ,sonne ,durst und ,hunger1 seine menschlichen ,bedrfnisse1 zurck4 ,er sieht sich nach jenen ,thlern um1 ber die sich sein ,geist schon hinwegschwang4 ,solchen ,enthusiasmus der ,erkenntnis1 solche ,empfindungen fr die ltesten1 festen ,wahrheiten kann nur derjenige in sich entwickeln1 der immer und immer wieder aus den ,regionen der ,ideenwelt den ,weg zurckfindet zu den unmittelbaren ,anschauungen4 ,,pers,,nlichkeit ,,und ,,weltanschauung4 ,die ,auenseite der ,natur lernt der ,mensch durch die ,anschauung kennen2 ihre tiefer liegenden ,triebkrfte enthllen sich in seinem eigenen ,innern als subjektive ,erlebnisse4 ,in der philosophischen ,weltbetrachtung und im knstlerischen ,empfinden und ,hervorbringen durchdringen die subjektiven ,erlebnisse die objektiven ,anschauungen4 ,das wird wieder ein ,ganzes1 was sich in zwei ,teile spalten mute1 um in den menschlichen ,geist einzudringen4 ,der ,mensch befriedigt seine hchsten geistigen ,bedrfnisse1 wenn er der objektiv angeschauten ,welt einverleibt1 was sie in seinem ,innern ihm als ihre tieferen ,geheimnisse offenbart4 ,erkenntnisse und ,kunsterzeugnisse sind nichts anderes1 als von menschlichen inneren ,erlebnissen erfllte ,anschauungen4 ,in dem einfachsten ,urteile ber ein ,ding oder ,ereignis der ,auenwelt knnen ein menschliches ,seelenerlebnis und eine uere ,anschauung im innigen ,bunde miteinander gefunden werden4 ,wenn ich sage3 ein ,krper stot den andern1 so habe ich bereits ein inneres ,erlebnis auf die ,auenwelt bertragen4 ,ich sehe einen ,krper in ,bewegung2 er trifft auf einen andern2 dieser kommt infolgedessen auch in ,bewegung4 ,mit diesen ,worten ist der ,inhalt der ,wahrnehmung erschpft4 ,ich bin aber dabei nicht beruhigt4 ,denn ich fhle3 es ist in der ganzen ,erscheinung noch mehr vorhanden1 als was die bloe ,wahrnehmung liefert4 ,ich greife nach einem inneren ,erlebnis1 das mich ber die ,wahrnehmung aufklrt4 ,ich wei1 da ich selbst durch ,anwendung von ,kraft1 durch ,stoen1 einen ,krper in ,bewegung versetzen kann4 ,dieses ,erlebnis bertrage ich auf die ,erscheinung und sage3 der eine ,krper stot den andern4 ,der ,mensch begreift niemals1 wie anthropomorphisch er ist 7,goethe1 ,sprche in ,prosa4 ,national-,litt4 ,goethes ,werke1 ,band #cf1 #b4 ,s4 #cec74 ,es giebt ,menschen1 die aus dem ,vorhandensein dieses subjektiven ,bestandteiles in jedem ,urteile ber die ,auenwelt die ,folgerung ziehen1 da der objektive ,wesenskern der ,wirklichkeit dem ,menschen unzugnglich sei4 ,sie glauben1 der ,mensch verflsche den unmittelbaren1 objektiven ,thatbestand der ,wirklichkeit1 wenn er seine subjektiven ,erlebnisse in sie hineinlegt4 ,sie sagen3 weil der ,mensch sich die ,welt nur durch die ,brille seines subjektiven ,lebens vorstellen kann1 ist alle seine ,erkenntnis nur eine subjektive1 beschrnkt-menschliche4 ,wem es aber zum ,bewutsein kommt1 was im ,innern des ,menschen sich offenbart1 der wird nichts mit solchen unfruchtbaren ,behauptungen zu thun haben wollen4 ,er wei1 da ,wahrheit eben dadurch zustande kommt1 da ,wahrnehmung und ,idee sich im menschlichen ,erkenntnisproze durchdringen4 ,ihm ist klar1 da in dem ,subjektiven das eigentlichste und tiefste ,objektive lebt4 ,wenn die gesunde ,natur des ,menschen als ein ,ganzes wirkt1 wenn er sich in der ,welt als in einem groen1 schnen wrdigen ,ganzen fhlt1 wenn das harmonische ,behagen ihm ein reines1 freies ,entzcken gewhrt1 dann wrde das ,weltall1 wenn es sich selbst empfinden knnte1 als an sein ,ziel gelangt1 aufjauchzen und den ,gipfel des eigenen ,werdens und ,wesens bewundern4 7,goethes ,werke1 ,deutsche ,nat4-,litt4 ,band #bg1 ,s4 #db47 ,die der bloen ,anschauung zugngliche ,wirklichkeit ist nur die eine ,hlfte der ganzen ,wirklichkeit2 der ,inhalt des menschlichen ,geistes ist die andere ,hlfte4 ,trte nie ein ,mensch der ,welt gegenber1 so kme diese zweite ,hlfte nie zur lebendigen ,erscheinung1 zum vollen ,dasein4 ,sie wirkte zwar als verborgene ,krftewelt2 aber es wre ihr die ,mglichkeit entzogen1 sich in einer eigenen ,gestalt zu zeigen4 ,man mchte sagen1 ohne den ,menschen wrde die ,welt ein unwahres ,antlitz zeigen4 ,sie wre so1 wie sie ist1 durch ihre tieferen ,krfte1 aber diese tieferen ,krfte blieben selbst verhllt durch das1 was sie wirken4 ,im ,menschengeiste werden sie aus ihrer ,verzauberung erlst4 ,der ,mensch ist nicht blo dazu da1 um sich von der fertigen ,welt ein ,bild zu machen2 nein1 er wirkt selbst mit an dem ,zustandekommen dieser ,welt4 ,verschieden gestalten sich die subjektiven ,erlebnisse bei verschiedenen ,menschen4 ,fr diejenigen1 welche nicht an die objektive ,natur der ,innenwelt glauben1 ist das ein ,grund mehr1 dem ,menschen das ,vermgen abzusprechen1 in das ,wesen der ,dinge zu dringen4 ,denn wie kann ,wesen der ,dinge sein1 was dem einen so1 dem andern anders erscheint4 ,fr denjenigen1 der die wahre ,natur der ,innenwelt durchschaut1 folgt aus der ,verschiedenheit der ,innenerlebnisse nur1 da die ,natur ihren reichen ,inhalt auf verschiedene ,weise aussprechen kann4 ,dem einzelnen ,menschen erscheint die ,wahrheit in einem individuellen ,kleide4 ,sie pat sich der ,eigenart seiner ,persnlichkeit an4 ,besonders fr die hchsten1 dem ,menschen wichtigsten ,wahrheiten gilt dies4 ,um sie zu gewinnen1 bertrgt der ,mensch seine geistigsten1 intimsten ,erlebnisse auf die angeschaute ,welt und mit ihnen zugleich das ,eigenartigste seiner ,persnlichkeit4 ,es giebt auch allgemeingltige ,wahrheiten1 die jeder ,mensch aufnimmt1 ohne ihnen eine individuelle ,frbung zu geben4 ,dies sind aber die oberflchlichsten1 die trivialsten4 ,sie entsprechen dem allgemeinen ,gattungscharakter der ,menschen1 der bei allen der gleiche ist4 ,gewisse ,eigenschaften1 die in allen ,menschen gleich sind1 erzeugen ber die ,dinge auch gleiche ,urteile4 ,in der ,art1 wie die ,menschen die ,dinge nach ,ma und ,zahl ansehen1 unterscheiden sie sich nicht4 ,deshalb gelten fr alle die gleichen mathematischen ,wahrheiten4 ,in den ,eigenschaften aber1 in denen sich die ,einzelpersnlichkeit von dem allgemeinen ,gattungscharakter abhebt1 liegt auch der ,grund zu den individuellen ,ausgestaltungen der ,wahrheit4 ,nicht darauf kommt es an1 da in dem einen ,menschen die ,wahrheit anders erscheint als in dem andern1 sondern darauf1 da alle zum ,vorschein kommenden individuellen ,gestalten einem einzigen ,ganzen angehren1 der einheitlichen ideellen ,welt4 ,die ,wahrheit spricht im ,innern der einzelnen ,menschen verschiedene ,sprachen und ,dialekte2 in jedem groen ,menschen spricht sie eine eigene ,sprache1 die nur dieser ,einen ,persnlichkeit zukommt4 ,aber es ist immer die eine ,wahrheit1 die da spricht4 ,kenne ich mein ,verhltnis zu mir selbst und zur ,auenwelt1 so hei ichs ,wahrheit4 ,und so kann jeder seine eigene ,wahrheit haben1 und es ist doch immer dieselbige4 ,dies ist ,goethes ,meinung4 ,nicht ein starres1 totes ,begriffssystem ist die ,wahrheit1 das nur einer einzigen ,gestalt fhig ist2 sie ist ein lebendiges ,meer1 in welchem der ,geist des ,menschen lebt1 und das ,wellen der verschiedensten ,gestalt an seiner ,oberflche zeigen kann4 ,die ,theorie an und fr sich ist nichts ntze1 als insofern sie uns an den ,zusammenhang der ,erscheinungen glauben macht1 sagt ,goethe4 ,er schtzt keine ,theorie1 die ein fr allemal abgeschlossen sein will1 und in dieser ,gestalt eine ewige ,wahrheit darstellen soll4 ,er will lebendige ,begriffe1 durch die der ,geist des ,einzelnen nach seiner individuellen ,eigenart die ,anschauungen zusammenfat4 ,die ,wahrheit erkennen heit ihm1 in der ,wahrheit leben4 ,und in der ,wahrheit leben ist nichts anderes1 als bei der ,betrachtung jedes einzelnen ,dinges hinzusehen1 welches innere ,erlebnis sich einstellt1 wenn man diesem ,dinge gegenbersteht4 ,eine solche ,ansicht von dem menschlichen ,erkennen kann nicht von ,grenzen des ,wissens1 nicht von einer ,eingeschrnktheit desselben durch die ,natur des ,menschen sprechen4 ,denn die ,fragen1 die sich1 nach dieser ,ansicht1 das ,erkennen vorlegt1 entspringen nicht aus den ,dingen2 sie sind dem ,menschen auch nicht von irgend einer andern auerhalb seiner ,persnlichkeit gelegenen ,macht auferlegt4 ,sie entspringen aus der ,natur der ,persnlichkeit selbst4 ,wenn der ,mensch den ,blick auf ein ,ding richtet1 dann entsteht in ihm der ,drang1 mehr zu sehen1 als ihm in der ,wahrnehmung entgegentritt4 ,und soweit dieser ,drang reicht1 soweit reicht sein ,erkenntnisbedrfnis4 ,woher stammt dieser ,drang8 ,doch nur davon1 da ein inneres ,erlebnis sich in der ,seele angeregt fhlt1 mit der ,wahrnehmung1 eine ,verbindung einzugehen4 ,sobald die ,verbindung vollzogen ist1 ist auch das ,erkenntnisbedrfnis befriedigt4 ,erkennen wollen ist eine ,forderung der menschlichen ,natur und nicht der ,dinge4 ,diese knnen dem ,menschen nicht mehr ber ihr ,wesen sagen1 als er ihnen abfordert4 ,wer von einer ,beschrnktheit des ,erkenntnisvermgens spricht1 der wei nicht1 woher das ,erkenntnisbedrfnis stammt4 ,er glaubt1 der ,inhalt der ,wahrheit liege irgendwo aufbewahrt1 und in dem ,menschen lebe nur der unbestimmte ,wunsch1 den ,zugang zu dem ,aufbewahrungsorte zu finden4 ,aber es ist das ,wesen der ,dinge selbst1 das sich aus dem ,innern des ,menschen herausarbeitet und dahin strebt1 wohin es gehrt3 zu der ,wahrnehmung4 ,nicht nach einem ,verborgenen strebt der ,mensch im ,erkenntnisproze1 sondern nach der ,ausgleichung zweier ,krfte1 die von zwei ,seiten auf ihn wirken4 ,man kann wohl sagen1 ohne den ,menschen gbe es keine ,erkenntnis des ,innern der ,dinge1 denn ohne ihn wre nichts da1 wodurch dieses ,innere sich aussprechen knnte4 ,aber man kann nicht sagen1 es gibt im ,innern der ,dinge etwas1 das dem ,menschen unzugnglich ist4 ,da an den ,dingen noch etwas anderes vorhanden ist1 als was die ,wahrnehmung liefert1 wei der ,mensch nur1 weil dieses andere in seinem eigenen ,innern lebt4 ,von einem weiteren unbekannten ,etwas der ,dinge sprechen1 heit ,worte ber etwas machen1 was nicht vorhanden ist4 ,die ,naturen1 die nicht zu erkennen vermgen1 da es die ,sprache der ,dinge ist1 die im ,innern des ,menschen gesprochen wird1 sind der ,ansicht1 alle ,wahrheit msse von auen in den ,menschen eindringen4 ,solche ,naturen halten sich entweder an die bloe ,wahrnehmung und glauben1 allein durch ,sehen1 ,hren1 ,tasten1 durch ,auflesung der geschichtlichen ,vorkommnisse und durch ,vergleichen1 ,zhlen1 ,rechnen1 ,wgen des aus der ,tatsachenwelt ,aufgenommenen die ,wahrheit erkennen zu knnen2 oder sie sind der ,ansicht1 da die ,wahrheit nur zu dem ,menschen kommen knne1 wenn sie ihm durch ein bermenschliches ,wesen offenbart werde1 oder endlich1 sie wollen durch ,krfte besonderer ,natur1 durch ,ekstase oder mystisches ,schauen in den ,besitz der hchsten ,einsichten kommen1 die ihnen1 nach ihrer ,ansicht1 die dem ,denken zugngliche ,ideenwelt nicht darbieten kann4 ,den ,offenbarungsglubigen und den ,mystikern reihen sich noch die ,metaphysiker an4 ,diese suchen zwar durch das ,denken sich ,begriffe von der ,wahrheit zu bilden4 ,aber sie suchen den ,inhalt fr diese ,begriffe nicht in der menschlichen ,ideenwelt1 sondern in einer hinter den ,dingen liegenden zweiten ,wirklichkeit4 ,sie meinen1 durch reine ,begriffe ber einen solchen ,inhalt entweder etwas ,sicheres ausmachen zu knnen1 oder wenigstens durch ,hypothesen sich ,vorstellungen von ihm bilden zu knnen4 ,ich spreche hier zunchst von der zuerst angefhrten ,art von ,menschen1 von den ,tatsachenfanatikern4 ,ihnen kommt es zuweilen zum ,bewutsein1 da in dem ,zhlen und ,rechnen bereits eine ,verarbeitung des ,anschauungsinhaltes mit ,hilfe des ,denkens stattfindet4 ,dann aber sagen sie1 die ,gedankenarbeit sei blo das ,mittel1 durch das der ,mensch den ,zusammenhang der ,tatsachen zu erkennen bestrebt ist4 ,was aus dem ,denken bei ,bearbeitung der ,auenwelt fliet1 gilt ihnen als blo subjektiv2 als objektiven ,wahrheitsgehalt1 als wertvollen ,erkenntnisinhalt sehen sie nur das an1 was mit ,hilfe des ,denkens von aussen an sie herankommt4 ,sie fangen zwar die ,tatsachen in ihre ,gedankennetze ein1 lassen aber nur das ,eingefangene als objektiv gelten4 ,sie bersehen1 da dieses ,eingefangene durch das ,denken eine ,auslegung1 ,zurechtrckung1 eine ,interpretation erfhrt1 die es in der bloen ,anschauung nicht hat4 ,die ,mathematik ist ein ,ergebnis reiner ,gedankenprozesse1 ihr ,inhalt ist ein geistiger1 subjektiver4 ,und der ,mechaniker1 der die ,naturvorgnge in mathematischen ,zusammenhngen vorstellt1 kann dies nur unter der ,voraussetzung1 da diese ,zusammenhnge in dem ,wesen dieser ,vorgnge begrndet sind4 ,das heit aber nichts anderes als3 in der ,anschauung ist eine mathematische ,ordnung verborgen1 die nur derjenige sieht1 der die mathematischen ,gesetze in seinem ,geiste ausbildet4 ,zwischen den mathematischen ,raum- und ,zahlenvorstellungen und den intimsten1 geistigsten ,erlebnissen ist aber kein ,art-1 sondern nur ein ,gradunterschied4 ,und mit demselben ,rechte wie die ,ergebnisse der mathematischen ,forschung kann der ,mensch andere innere ,erlebnisse1 andere ,gebiete seiner ,ideenwelt auf die ,anschauungen bertragen4 ,nur scheinbar stellt der ,tatsachenfanatiker rein uere ,vorgnge fest4 ,er denkt zumeist ber die ,natur seiner ,ideenwelt und ihren ,charakter1 als subjektives ,erlebnis1 nicht nach4 ,auch sind seine inneren ,erlebnisse inhaltsarme1 blutleere ,abstraktionen1 die von dem kraftvollen ,tatsacheninhalt verdunkelt werden4 ,die ,tuschung1 der er sich hingiebt1 kann nur so lange bestehen1 als er auf der untersten ,stufe der ,naturinterpretation stehen bleibt1 solange er blo zhlt1 wgt1 berechnet4 ,auf den hheren ,stufen drngt sich die wahre ,natur der ,erkenntnis bald auf4 ,man kann es aber an den ,tatsachenfanatikern beobachten1 da sie sich vorzglich an die unteren ,stufen halten4 ,sie gleichen dadurch einem ,aesthetiker1 der ein ,musikstck blo darnach beurteilen will1 was an ihm berechnet und gezhlt werden kann4 ,sie wollen die ,erscheinungen der ,natur von dem ,menschen absondern4 ,nichts ,subjektives soll in die ,beobachtung einflieen4 ,goethe verurteilt dieses ,verfahren mit den ,worten3 ,der ,mensch an sich selbst1 insofern er sich seiner gesunden ,sinne bedient1 ist der grte und genaueste physikalische ,apparat1 den es geben kann1 und das ist eben das grte ,unheil der neueren ,physik1 da man die ,experimente gleichsam vom ,menschen abgesondert hat1 und blo in dem1 was knstliche ,instrumente zeigen1 die ,natur erkennen1 ja1 was sie leisten kann1 dadurch beschrnken und beweisen will4 ,es ist die ,angst vor dem ,subjektiven1 die zu solcher ,verfahrungsweise fhrt1 und die aus einer ,verkennung der wahrhaften ,natur desselben herrhrt4 ,dafr steht ja aber der ,mensch so hoch1 da sich das sonst ,undarstellbare in ihm darstellt4 ,was ist denn eine ,saite und alle mechanische ,teilung derselben gegen das ,ohr des ,musikers8 ,ja man kann sagen1 was sind die elementaren ,erscheinungen der ,natur selbst gegen den ,menschen1 der sie alle erst bndigen und modifizieren mu1 um sie sich einigermaen assimilieren zu knnen8 7,goethes ,werke4 ,deutsche ,nat4-,litt4 ,band #cf1 #b ,s4 #cea47 ,nach ,goethes ,ansicht soll der ,naturforscher nicht allein darauf aufmerksam sein1 wie die ,dinge erscheinen1 sondern wie sie erscheinen wrden1 wenn alles1 was in ihnen als ideelle ,triebkrfte wirkt1 auch wirklich zur ueren ,erscheinung kme4 ,erst wenn sich der leibliche und geistige ,organismus des ,menschen den ,erscheinungen gegenberstellt1 dann enthllen sie ihr ,inneres4 ,wer mit freiem1 offenem ,beobachtungsgeist und mit einem entwickelten ,innenleben1 in dem die ,ideen der ,dinge sich offenbaren1 an die ,erscheinungen herantritt1 dem enthllen diese1 nach ,goethes ,meinung1 alles1 was an ihnen ist4 ,goethes ,weltanschauung entgegengesetzt ist daher diejenige1 welche das ,wesen der ,dinge nicht innerhalb der ,erfahrungswirklichkeit1 sondern in einer hinter derselben liegenden zweiten ,wirklichkeit sucht4 ,ein ,bekenner einer solchen ,weltanschauung trat ,goethe in ,fr4 ,h4 ,jacobi entgegen4 ,er macht seinem ,unwillen in einer ,bemerkung der ,tag- und ,jahreshefte 7zum ,jahre #ahaa7 ,luft3 ,jacobi von den gttlichen ,dingen machte mir nicht wohl2 wie konnte mir das ,buch eines so herzlich geliebten ,freundes willkommen sein1 worin ich die ,these durchgefhrt sehen sollte3 die ,natur verberge ,gott6 ,mute bei meiner reinen1 tiefen1 angeborenen und gebten ,anschauungsweise1 die mich ,gott in der ,natur1 die ,natur in ,gott zu sehen unverbrchlich gelehrt hatte1 so da diese ,vorstellungsart den ,grund meiner ganzen ,existenz ausmachte1 mute nicht ein so seltsamer1 einseitig beschrnkter ,ausspruch mich dem ,geiste nach1 von dem edelsten ,manne1 dessen ,herz ich verehrend liebte1 fr ewig entfernen4 ,goethes ,anschauungsweise gibt ihm die ,sicherheit1 da er in der ideellen ,durchdringung der ,natur das ewig ,gesetzmige in ihr unmittelbar anschaut4 ,und dieses ewig ,gesetzmige ist ihm mit dem ,gttlichen identisch4 ,wenn das ,gttliche hinter den ,naturdingen sich verbergen wrde und doch das schpferische ,element in ihnen bildete1 knnte es nicht angeschaut werden2 der ,mensch mte an dasselbe glauben4 ,in einem ,briefe an ,jacobi nimmt ,goethe sein ,schauen gegenber dem ,glauben in ,schutz3 ,gott hat ,dich mit der ,metaphysik gestraft und ,dir einen ,pfahl ins ,fleisch gesetzt1 mich mit der ,physik gesegnet4 ,ich halte mich an die ,gottesverehrung des ,atheisten 7,spinoza7 und berlasse ,euch alles1 was ihr ,religion heit und heien mgt4 ,du hltst aufs ,glauben an ,gott2 ich aufs ,schauen4 ,wo dieses ,schauen aufhrt1 da hat der menschliche ,geist nichts zu suchen4 ,in den ,sprchen in ,prosa lesen wir3 ,der ,mensch ist wirklich in die ,mitte einer wirklichen ,welt gesetzt und mit solchen ,organen begabt1 da er das ,wirkliche und nebenbei das ,mgliche erkennen und hervorbringen kann4 ,alle gesunden ,menschen haben die berzeugung ihres ,daseins und eines ,daseienden um sich her4 ,indessen giebt es auch einen hohlen ,fleck im ,gehirn1 d4 h4 eine ,stelle1 wo sich kein ,gegenstand abspiegelt1 wie denn auch im ,auge selbst ein ,fleckchen ist1 das nicht sieht4 ,wird der ,mensch auf diese ,stelle besonders aufmerksam1 vertieft er sich darin1 so verfllt er in eine ,geisteskrankheit1 ahnet hier ,dinge einer andern ,welt1 die aber eigentlich ,undinge sind und weder ,gestalt noch ,begrenzung haben1 sondern als leere ,nacht-,rumlichkeiten ngstigen und den1 der sich nicht losreit1 mehr als gespensterhaft verfolgen4 7,goethes ,werke1 ,deutsche ,nationallitteratur ,band #cf1 #b1 ,s4 #deh47 ,aus derselben ,gesinnung heraus ist der ,ausspruch3 ,das ,hchste wre1 zu begreifen1 da alles ,faktische schon ,theorie ist4 ,die ,blue des ,himmels offenbart uns das ,grundgesetz der ,chromatik4 ,man suche nur nichts hinter den ,phnomenen2 sie selbst sind die ,lehre4 ,kant spricht dem ,menschen die ,fhigkeit ab1 in das ,gebiet der ,natur einzudringen1 in dem ihre schpferischen ,krfte unmittelbar anschaulich werden4 ,nach seiner ,meinung sind die ,begriffe abstrakte ,einheiten1 in die der menschliche ,verstand die mannigfaltigen ,einzelheiten der ,natur zusammenfat1 die aber nichts zu thun haben mit der lebendigen ,einheit1 mit dem schaffenden ,ganzen der ,natur1 aus der diese ,einzelheiten wirklich hervorgehen4 ,der ,mensch erlebt in dem ,zusammenfassen nur eine subjektive ,operation4 ,er kann seine allgemeinen ,begriffe auf die empirische ,anschauung beziehen2 aber diese ,begriffe sind nicht in sich lebendig1 produktiv1 so da der ,mensch das ,hervorgehen des ,individuellen aus ihnen anschauen knnte4 ,eine tote1 blo im ,menschen vorhandene ,einheit sind fr ,kant die ,begriffe4 ,unser ,verstand ist ein ,vermgen der ,begriffe1 d4 i4 ein diskursiver ,verstand1 fr den es freilich zufllig sein mu1 welcherlei und wie verschieden das ,besondere sein mag1 das ihm in der ,natur gegeben werden kann und was unter seine ,begriffe gebracht werden kann4 ,dies ist ,kants ,charakteristik des ,verstandes 7 #gg der ,kritik der ,urteilskraft74 ,aus ihr ergiebt sich folgendes mit ,notwendigkeit3 ,es liegt der ,vernunft unendlich viel daran1 den ,mechanismus der ,natur in ihren ,erzeugungen nicht fallen zu lassen und in der ,erklrung derselben nicht vorbei zu gehen2 weil ohne diesen keine ,einsicht in die ,natur der ,dinge erlangt werden kann4 ,wenn man uns gleich einrumt3 da ein hchster ,architekt die ,formen der ,natur1 so wie sie von jeher da sind1 unmittelbar geschaffen1 oder die1 so sich in ihrem ,laufe kontinuirlich nach eben demselben ,muster bilden1 prdeterminirt habe1 so ist doch dadurch unsere ,erkenntnis der ,natur nicht im mindesten gefrdert2 weil wir jenes ,wesens ,handlungsart und die ,ideen desselben1 welche die ,prinzipien der ,mglichkeit der ,naturwesen enthalten sollen1 gar nicht kennen1 und von demselben als von oben herab die ,natur nicht erklren knnen 7 #gh der ,kritik der ,urteilskraft74 ,goethe ist der berzeugung1 da der ,mensch in seiner ,ideenwelt die ,handlungsart des schpferischen ,naturwesens unmittelbar erlebt4 ,wenn wir ja im ,sittlichen1 durch ,glauben an ,gott1 ,tugend und ,unsterblichkeit uns in eine obere ,region erheben und an das erste ,wesen annhern sollen3 so drft es wohl im ,intellektuellen derselbe ,fall sein1 da wir uns1 durch das ,anschauen einer immer schaffenden ,natur1 zur geistigen ,teilnahme an ihren ,produktionen wrdig machten4 ,ein wirkliches ,hineinleben in das ,schaffen und ,walten der ,natur ist fr ,goethe die ,erkenntnis des ,menschen4 ,ihr ist es gegeben3 zu erforschen1 zu erfahren1 wie ,natur im ,schaffen lebt4 ,es widerspricht dem ,geist der ,goetheschen ,weltanschauung1 von ,wesenheiten zu sprechen1 die auerhalb der dem menschlichen ,geiste zugnglichen ,erfahrungs- und ,ideenwelt liegen und die doch die ,grnde dieser ,welt enthalten sollen4 ,alle ,metaphysik wird von dieser ,weltanschauung abgelehnt4 ,es gibt keine ,fragen der ,erkenntnis1 die1 richtig gestellt1 nicht auch beantwortet werden knnen4 ,wenn die ,wissenschaft zu irgend einer ,zeit ber ein gewisses ,erscheinungsgebiet nichts ausmachen kann1 so liegt das nicht an der ,natur des menschlichen ,geistes1 sondern an dem zuflligen ,umstande1 da die ,erfahrung ber dieses ,gebiet zu dieser ,zeit noch nicht vollstndig vorliegt4 ,hypothesen knnen nicht ber ,dinge aufgestellt werden1 die auerhalb des ,gebietes mglicher ,erfahrung liegen1 sondern nur ber solche1 die einmal in dieses ,gebiet eintreten knnen4 ,eine ,hypothese kann immer nur besagen3 es ist wahrscheinlich1 da innerhalb eines ,erscheinungsgebietes diese oder jene ,erfahrung gemacht werden wird4 ber ,dinge und ,vorgnge1 die nicht innerhalb des ,feldes der ,beobachtung liegen1 kann innerhalb dieser ,denkungsart gar nicht gesprochen werden4 ,die ,annahme eines ,dinges an sich1 das die ,wahrnehmungen in dem ,menschen bewirkt1 aber nie selbst wahrgenommen werden kann1 ist eine unstatthafte ,hypothese4 ,hypothesen sind ,gerste1 die man vor dem ,gebude auffhrt1 und die man abtrgt1 wenn das ,gebude fertig ist2 sie sind dem ,arbeiter unentbehrlich2 nur mu er das ,gerste nicht fr das ,gebude ansehen4 ,einem ,erscheinungsgebiete gegenber1 fr das alle ,wahrnehmungen vorliegen und das ideell durchdrungen ist1 erklrt sich der menschliche ,geist befriedigt4 ,er hat alles1 was er fr eine ,erklrung braucht4 ,die befriedigende ,grundstimmung1 die ,goethes ,weltanschauung fr ihn hat1 ist derjenigen hnlich1 die man bei den ,mystikern beobachten kann4 ,die ,mystik geht darauf aus1 in der menschlichen ,seele den ,urgrund der ,dinge1 die ,gottheit1 zu finden4 ,der ,mystiker ist gerade so wie ,goethe davon berzeugt1 da ihm in inneren ,erlebnissen das ,wesen der ,welt offenbar werde4 ,nur gilt ihm die ,versenkung in die ,ideenwelt nicht als das innere ,erlebnis1 auf das es ankommt4 ber die klaren ,ideen der ,vernunft hat er ungefhr dieselbe ,ansicht wie ,kant4 ,sie stehen fr ihn auerhalb des schaffenden ,ganzen der ,natur und gehren nur dem menschlichen ,verstande an4 ,der ,mystiker sucht deshalb zu den hchsten ,erkenntnissen durch ,erweckung besonderer ,krfte zu gelangen4 ,er sucht durch ,entwicklung ungewhnlicher ,zustnde1 z4 ,b4 durch ,ekstase1 zu einem ,schauen hherer ,art zu gelangen4 ,er ttet die sinnliche ,beobachtung und das vernunftgeme ,denken in sich ab1 und sucht sein ,gefhlsleben zu steigern4 ,dann meint er in sich die wirkende ,gottheit unmittelbar zu fhlen4 ,er glaubt in ,augenblicken1 in denen ihm das gelingt1 ,gott lebe in ihm4 ,eine hnliche ,empfindung ruft auch die ,goethesche ,weltanschauung in dem hervor1 der sich zu ihr bekennt4 ,nur schpft sie ihre ,erkenntnisse nicht aus ,erlebnissen1 die nach ,erttung von ,beobachtung und ,denken eintreten1 sondern eben aus diesen beiden ,thtigkeiten4 ,sie flchtet nicht zu abnormen ,zustnden des menschlichen ,geisteslebens1 sondern sie ist der ,ansicht1 da die gewhnlichen naiven ,verfahrungsarten des ,geistes einer solchen ,vervollkommnung fhig sind1 da der ,mensch das ,schaffen der ,natur in sich erleben kann4 ,es sind am ,ende doch nur1 wie mich dnkt1 die praktischen und sich selbst rektifizierenden ,operationen des gemeinen ,menschenverstandes1 der sich in einer hheren ,sphre zu ben wagt4 7,vergl4 ,goethe ,werke in der ,weimarischen ,ausgabe4 #b4 ,abt41 ,band #aa ,s4 #da47 ,in eine ,welt unklarer ,empfindungen und ,gefhle versenkt sich der ,mystiker2 in die klare ,ideenwelt versenkt sich ,goethe4 ,die ,mystiker verachten die ,klarheit der ,ideen4 ,sie halten diese ,klarheit fr oberflchlich4 ,sie ahnen nicht1 was ,menschen empfinden1 welche die ,gabe haben1 sich in die belebte ,welt der ,ideen zu vertiefen4 ,es friert den ,mystiker1 wenn er sich der ,ideenwelt hingibt4 ,er sucht einen ,weltinhalt1 der ,wrme ausstrmt4 ,aber der1 welchen er findet1 klrt ber die ,welt nicht auf4 ,er besteht nur in subjektiven ,erregungen1 in verworrenen ,vorstellungen4 ,wer von der ,klte der ,ideenwelt spricht1 der kann ,ideen nur denken1 nicht erleben4 ,wer das wahrhafte ,leben in der ,ideenwelt lebt1 der fhlt in sich das ,wesen der ,welt in einer ,wrme wirken1 die mit nichts zu vergleichen ist4 ,er fhlt das ,feuer des ,weltgeheimnisses in sich auflodern4 ,so hat ,goethe empfunden1 als ihm die ,anschauung der wirkenden ,natur in ,italien aufging4 ,damals wute er1 wie jene ,sehnsucht zu stillen ist1 die er in ,frankfurt seinen ,faust mit den ,worten aussprechen lt3 ,wo fa' ich dich1 unendliche ,natur8 ,euch ,brste1 wo8 ,ihr ,quellen alles ,lebens1 ,an denen ,himmel und ,erde hngt1 ,dahin die welke ,brust sich drngt --4 ,,die ,,metamorphose ,,der ,,welterscheinungen4 ,den hchsten ,grad der ,reife erlangte ,goethes ,weltanschauung1 als ihm die ,anschauung der zwei groen ,triebrder der ,natur3 die ,bedeutung der ,begriffe von ,polaritt und von ,steigerung aufgieng4 7,vergl4 den ,aufsatz3 ,erluterung zu dem ,aufsatz die ,natur4 ,deutsche ,nationallitteratur4 ,goethes ,werke ,band #cd ,s4 #fc f47 ,die ,polaritt ist den ,erscheinungen der ,natur eigen1 insofern wir sie materiell denken4 ,sie besteht darin1 da sich alles ,materielle in zwei entgegengesetzten ,zustnden uert1 wie der ,magnet in einem ,nordpol und einem ,sdpol4 ,diese ,zustnde der ,materie liegen entweder offen vor ,augen1 oder sie schlummern in dem ,materiellen und knnen durch geeignete ,mittel in demselben erweckt werden4 ,die ,steigerung kommt den ,erscheinungen zu1 insofern wir sie geistig denken4 ,sie kann beobachtet werden bei den ,naturvorgngen1 die unter die ,idee der ,entwicklung fallen4 ,auf den verschiedenen ,stufen der ,entwicklung zeigen diese ,vorgnge die ihnen zu ,grunde liegende ,idee mehr oder weniger deutlich in ihrer ueren ,erscheinung4 ,in der ,frucht ist die ,idee der ,pflanze1 das vegetabilische ,gesetz1 nur undeutlich in der ,erscheinung ausgeprgt4 ,die ,idee1 die der ,geist erkennt1 und die ,wahrnehmung sind einander unhnlich4 ,in den ,blten tritt das vegetabilische ,gesetz in seine hchste ,erscheinung1 und die ,rose wre nur wieder der ,gipfel dieser ,erscheinung4 ,in der ,herausarbeitung des ,geistigen aus dem ,materiellen durch die schaffende ,natur besteht das1 was ,goethe ,steigerung nennt4 ,die ,natur ist in immerstrebendem ,aufsteigen begriffen1 heit1 sie sucht ,gebilde zu schaffen1 die1 in aufsteigender ,ordnung1 die ,ideen der ,dinge auch in der ueren ,erscheinung immer mehr zur ,darstellung bringen4 ,goethe ist der ,ansicht1 da die ,natur kein ,geheimnis habe1 was sie nicht irgendwo dem aufmerksamen ,beobachter nackt vor die ,augen stellt4 ,die ,natur kann ,erscheinungen hervorbringen1 von denen sich die ,ideen fr ein groes ,gebiet verwandter ,vorgnge unmittelbar ablesen lassen4 ,es sind die ,erscheinungen1 in denen die ,steigerung ihr ,ziel erreicht hat1 in denen die ,idee unmittelbare ,wahrnehmung wird4 ,der schpferische ,geist der ,natur tritt hier an die ,oberflche der ,dinge2 was an den grob-materiellen ,erscheinungen nur dem ,denken erfabar ist1 was nur mit geistigen ,augen geschaut werden kann3 das wird in den gesteigerten dem leiblichen ,auge sichtbar4 ,alles ,sinnliche ist hier auch geistig und alles ,geistige sinnlich4 ,durchgeistigt denkt sich ,goethe die ganze ,natur4 ,ihre ,formen sind dadurch verschieden1 da der ,geist in ihnen mehr oder weniger auch uerlich sichtbar wird4 ,eine tote geistlose ,materie kennt ,goethe nicht4 ,als solche erscheinen diejenigen ,dinge1 in denen sich der ,geist der ,natur eine seinem ideellen ,wesen unhnliche uere ,form gibt4 ,weil ein ,geist in der ,natur und im menschlichen ,innern wirkt1 deshalb kann der ,mensch sich zur ,teilnahme an den ,produktionen der ,natur erheben4 ,vom ,ziegelstein1 der dem ,dache entstrzt1 bis zum leuchtenden ,geistesblitz1 der dir aufgeht und den du mitteilst gilt fr ,goethe alles im ,weltall als ,wirkung1 als ,manifestation ,eines schpferischen ,geistes4 ,alle ,wirkungen1 von welcher ,art sie seien1 die wir in der ,erfahrung bemerken1 hngen auf die stetigste ,weise zusammen1 gehen ineinander ber2 sie undulieren von der ersten bis zur letzten4 ,ein ,ziegelstein lst sich vom ,dache los3 wir nennen dies im gemeinen ,sinne zufllig2 er trifft die ,schultern eines ,vorbergehenden1 doch wohl mechanisch2 allein nicht ganz mechanisch1 er folgt den ,gesetzen der ,schwere1 und so wirkt er physisch4 ,die zerrissenen ,lebensgefe geben sogleich ihre ,funktion auf2 im ,augenblicke wirken die ,sfte chemisch1 die elementaren ,eigenschaften treten hervor4 ,allein das gestrte organische ,leben widersetzt sich eben so schnell und sucht sich herzustellen2 indessen ist das menschliche ,ganze mehr oder weniger bewutlos und psychisch zerrttet4 ,die sich wiedererkennende ,person fhlt sich ethisch im tiefsten verletzt2 sie beklagt ihre gestrte ,thtigkeit1 von welcher ,art sie auch sei1 aber ungern ergbe der ,mensch sich in ,geduld4 ,religis hingegen wird ihm leicht1 diesen ,fall einer hheren ,schickung zuzuschreiben1 ihn als ,bewahrung vor grerem bel1 als ,einleitung zu hherem ,guten anzusehen4 ,dies reicht hin fr den ,leidenden2 aber der ,genesende erhebt sich genial1 vertraut ,gott und sich selbst und fhlt sich gerettet1 ergreift auch wohl das ,zufllige1 wendets zu seinem ,vorteil1 um einen ewig frischen ,lebenskreis zu beginnen4 ,als ,modifikationen des ,geistes erscheinen ,goethe alle ,weltwirkungen1 und der ,mensch1 der sich in sie vertieft und sie beobachtet von der ,stufe des ,zuflligen bis zu der des ,genialen1 durchlebt die ,metamorphose des ,geistes von der ,gestalt1 in der sich dieser in einer ihm unhnlichen ueren ,erscheinung darstellt1 bis zu der1 wo er in seiner ihm ureigensten ,form erscheint4 ,einheitlich wirkend sind im ,sinne der ,goetheschen ,weltanschauung alle schpferischen ,krfte4 ,ein ,ganzes1 das sich in einer ,stufenfolge von verwandten ,mannigfaltigkeiten offenbart1 sind sie4 ,goethe war aber nie geneigt1 die ,einheit der ,welt sich als einfrmig vorzustellen4 ,oft verfallen die ,anhnger des ,einheitsgedankens in den ,fehler1 die ,gesetzmigkeit1 die sich auf einem ,erscheinungsgebiete beobachten lt1 auf die ganze ,natur auszudehnen4 ,in diesem ,falle ist z4 ,b4 die mechanistische ,weltanschauung4 ,sie hat ein besonderes ,auge und ,verstndnis fr das1 was sich mechanisch erklren lt4 ,deshalb erscheint ihr das ,mechanische als das einzig ,naturgeme4 ,sie sucht auch die ,erscheinungen der organischen ,natur auf mechanische ,gesetzmigkeit zurckzufhren4 ,ein ,lebendiges ist ihr nur eine complicierte ,form des ,zusammenwirkens mechanischer ,vorgnge4 ,in besonders abstoender ,form fand ,goethe eine solche ,weltanschauung in ,holbachs ,systme de la nature ausgesprochen1 das ihm in ,straburg in die ,hnde fiel4 ,eine ,materie sollte sein von ,ewigkeit1 und von ,ewigkeit her bewegt1 und sollte nun mit dieser ,bewegung rechts und links und nach allen ,seiten1 ohne weiteres1 die unendlichen ,phnomene des ,daseins hervorbringen4 ,dies alles wren wir sogar zufrieden gewesen1 wenn der ,verfasser wirklich aus seiner bewegten ,materie die ,welt vor unsern ,augen aufgebaut htte4 ,aber er mochte von der ,natur so wenig wissen als wir2 denn indem er einige allgemeine ,begriffe hingepfahlt1 verlt er sie sogleich1 um dasjenige1 was hher als die ,natur1 oder was als hhere ,natur in der ,natur erscheint1 zur materiellen1 schweren1 zwar bewegten1 aber doch richtungs- und gestaltlosen ,natur zu verwandeln1 und glaubt dadurch recht viel gewonnen zu haben 7,dichtung und ,wahrheit #aa4 ,buch74 ,in hnlicher ,weise htte sich ,goethe geuert1 wenn er den ,satz du ,bois-,reymonds 7,grenzen des ,naturerkennens ,s4 #ac7 htte hren knnen3 ,naturerkennen ist ,zurckfhrung der ,vernderungen in der ,krperwelt auf ,bewegungen von ,atomen1 die durch deren von der ,zeit unabhngige ,centralkrfte bewirkt werden1 oder ,auflsung der ,naturvorgnge in ,mechanik der ,atome4 ,goethe dachte sich die ,arten von ,naturwirkungen mit einander verwandt und in einander bergehend2 aber er wollte sie nie auf eine einzige ,art zurckfhren4 ,er trachtete nicht nach einem abstrakten ,prinzip1 auf das alle ,naturerscheinungen zurckgefhrt werden sollen1 sondern nach ,beobachtung der charakteristischen ,art1 wie sich die schpferische ,natur in jedem einzelnen ihrer ,erscheinungsgebiete durch besondere ,formen ihrer allgemeinen ,gesetzmigkeit offenbart4 ,nicht eine ,gedankenform wollte er smtlichen ,naturerscheinungen aufzwngen1 sondern durch ,einleben in verschiedene ,gedankenformen wollte er sich den ,geist so lebendig und biegsam erhalten1 wie die ,natur selbst ist4 ,wenn die ,empfindung von der groen ,einheit alles ,naturwirkens in ihm mchtig war1 dann war er ,pantheist4 ,ich fr mich kann bei den mannigfaltigen ,richtungen meines ,wesens1 nicht an einer ,denkweise genug haben2 als ,dichter und ,knstler bin ich ,polytheist1 ,pantheist als ,naturforscher1 und eines so entschieden als das andere4 ,bedarf ich eines ,gottes fr meine ,persnlichkeit als sittlicher ,mensch1 so ist dafr auch schon gesorgt4 7,an ,jacobi1 #f4 ,jan4 #ahac74 ,als ,knstler wandte sich ,goethe an jene ,naturerscheinungen1 in denen die ,idee in unmittelbarer ,anschauung gegenwrtig ist4 ,das ,einzelne erschien hier unmittelbar gttlich2 die ,welt als eine ,vielheit gttlicher ,individualitten4 ,als ,naturforscher mute ,goethe auch in den ,erscheinungen1 deren ,idee nicht in ihrem individuellen ,dasein sichtbar wird1 die ,krfte der ,natur verfolgen4 ,als ,dichter konnte er sich bei der ,vielheit des ,gttlichen beruhigen2 als ,naturforscher mute er die einheitlich wirkenden ,naturideen suchen4 ,das ,gesetz1 das in die ,erscheinung tritt1 in der grten ,freiheit1 nach seinen eigensten ,bedingungen1 bringt das ,objektiv-,schne hervor1 welches freilich wrdige ,subjekte finden mu1 von denen es aufgefat wird4 ,dieses ,objektiv-,schne im einzelnen ,geschpf will ,goethe als ,knstler anschauen2 aber als ,naturforscher will er die ,gesetze kennen1 nach welchen die allgemeine ,natur handeln will4 ,polytheismus ist die ,denkweise1 die in dem ,einzelnen ein ,geistiges sieht und verehrt2 ,pantheismus die andere1 die den ,geist des ,ganzen erfat4 ,beide ,denkweisen knnen nebeneinander bestehen2 die eine oder die andere macht sich geltend1 je nachdem der ,blick auf das ,naturganze gerichtet ist1 das ,leben und ,folge ist aus einem ,mittelpunkte1 oder auf diejenigen ,individuen1 in denen die ,natur in einer ,form vereinigt1 was sie in der ,regel ber ein ganzes ,reich ausbreitet4 ,solche ,formen entstehen1 wenn z4 ,b4 die schpferischen ,naturkrfte nach tausendfltigen ,pflanzen noch eine machen1 worin alle brigen enthalten1 oder nach tausendfltigen ,tieren ein ,wesen1 das sie alle enthlt3 den ,menschen4 ,goethe macht einmal die ,bemerkung3 ,wer meine ,schriften und mein ,wesen berhaupt verstehen gelernt1 wird doch bekennen mssen1 da er eine gewisse innere ,freiheit gewonnen4 7,unterhaltungen mit dem ,kanzler von ,mller1 #e4 ,jan4 #ahca47 ,damit hat er auf die wirkende ,kraft hingedeutet1 die sich in allem menschlichen ,erkenntnisstreben geltend macht4 ,solange der ,mensch dabei stehen bleibt1 die ,gegenstnde um sich her wahrzunehmen und ihre ,gesetze als ihnen eingepflanzte ,prinzipien zu betrachten1 von denen sie beherrscht werden1 hat er das ,gefhl1 da sie ihm als unbekannte ,mchte gegenberstehen1 die auf ihn wirken und ihm die ,gedanken ihrer ,gesetze aufdrngen4 ,er fhlt sich den ,dingen gegenber unfrei2 er empfindet die ,gesetzmigkeit der ,natur als starre ,notwendigkeit1 der er sich zu fgen hat4 ,erst wenn der ,mensch gewahr wird1 da die ,naturkrfte nichts anderes sind als ,formen des ,geistes1 der in ihm selbst wirkt1 geht ihm die ,einsicht auf1 da er der ,freiheit teilhaftig ist4 ,die ,naturgesetzlichkeit wird nur so lange als ,zwang empfunden1 so lange man sie als fremde ,gewalt ansieht4 ,lebt man sich in ihre ,wesenheit ein1 so empfindet man sie als ,kraft1 die man auch selbst in seinem ,innern bethtigt2 man empfindet sich als produktiv mitwirkendes ,element beim ,werden und ,wesen der ,dinge4 ,man ist ,du und ,du mit aller ,werdekraft4 ,man hat in sein eigenes ,thun das aufgenommen1 was man sonst nur als ueren ,antrieb empfindet4 ,dies ist der ,befreiungsproze1 den im ,sinne der ,goetheschen ,weltanschauung der ,erkenntnisakt bewirkt4 ,klar hat ,goethe die ,ideen des ,naturwirkens angeschaut1 als sie ihm aus den italienischen ,kunstwerken entgegenblickten4 ,eine klare ,empfindung hatte er auch von der befreienden ,wirkung1 die das ,innehaben dieser ,ideen auf den ,menschen ausbt4 ,eine ,folge dieser ,empfindung ist seine ,schilderung derjenigen ,erkenntnisart1 die er als die der umfassenden ,geister bezeichnet4 ,die ,umfassenden1 die man in einem stolzern ,sinne die ,erschaffenden nennen knnte1 verhalten sich im hchsten ,sinne produktiv2 indem sie nmlich von ,ideen ausgehen1 sprechen sie die ,einheit des ,ganzen schon aus1 und es ist gewissermaen nachher die ,sache der ,natur sich in diese ,idee zu fgen4 ,zu der unmittelbaren ,anschauung des ,befreiungsaktes hat es aber ,goethe nie gebracht4 ,diese ,anschauung kann nur derjenige haben1 der sich selbst bei seinem ,erkennen belauscht4 ,goethe hat zwar die hchste ,erkenntnisart ausgebt2 aber er hat diese ,erkenntnisart nicht an sich beobachtet4 ,gesteht er doch selbst3 ,wie hast du's denn so weit gebracht8 ,sie sagen1 du habest es gut vollbracht6 ,mein ,kind6 ,ich hab' es klug gemacht2 ,ich habe nie ber das ,denken gedacht4 ,aber so wie die schpferischen ,naturkrfte nach tausendfltigen ,pflanzen noch eine machen1 worin alle brigen enthalten sind1 so bringen sie auch nach tausendfltigen ,ideen noch eine hervor1 worin die ganze ,ideenwelt enthalten ist4 ,und diese ,idee erfat der ,mensch1 wenn er ber sein ,denken nachdenkt4 ,eben weil ,goethes ,denken stets mit den ,gegenstnden der ,anschauung erfllt war1 weil sein ,denken ein ,anschauen1 sein ,anschauen ein ,denken war3 deshalb konnte er nicht dazu kommen1 das ,denken selbst zum ,gegenstande des ,denkens zu machen4 ,die ,idee der ,freiheit gewinnt man aber nur durch die ,anschauung des ,denkens4 ,an dem ,zustandekommen aller brigen ,anschauungen ist der ,mensch unbeteiligt4 ,in ihm leben die ,ideen dieser ,anschauungen auf4 ,diese ,ideen wrden aber nicht da sein1 wenn in ihm nicht die produktive ,kraft vorhanden wre1 sie zur ,erscheinung zu bringen4 ,wenn auch die ,ideen der ,inhalt dessen sind1 was in den ,dingen wirkt2 zum erscheinenden ,dasein kommen sie durch die menschliche ,thtigkeit4 ,die eigene ,natur der ,ideenwelt kann also der ,mensch nur erkennen1 wenn er seine ,thtigkeit anschaut4 ,bei jeder anderen ,anschauung durchdringt er nur die wirkende ,idee2 das ,ding1 in dem gewirkt wird1 bleibt als ,wahrnehmung auerhalb seines ,geistes4 ,in der ,anschauung der ,idee ist ,wirkendes und ,bewirktes ganz in seinem ,innern enthalten4 ,er hat den ganzen ,proze restlos in seinem ,innern gegenwrtig4 ,die ,anschauung erscheint nicht mehr von der ,idee hervorgebracht2 denn die ,anschauung ist jetzt selbst ,idee4 ,diese ,anschauung des sich selbst ,hervorbringenden ist aber die ,anschauung der ,freiheit4 ,bei der ,beobachtung des ,denkens durchschaut der ,mensch das ,weltgeschehen4 ,er hat hier nicht nach einer ,idee dieses ,geschehens zu forschen2 denn dieses ,geschehen ist die ,idee selbst4 ,der ,mensch1 der diese in sich selbst ruhende ,thtigkeit anschaut1 fhlt die ,freiheit4 ,goethe hat diese ,empfindung zwar erlebt1 aber nie in der hchsten ,form4 ,er bte in seiner ,naturbetrachtung eine freie ,thtigkeit2 aber sie wurde ihm nie gegenstndlich4 ,er hat nie hinter die ,kulissen des menschlichen ,erkennens geschaut1 und deshalb die ,idee des ,weltgeschehens in dessen ureigenster ,gestalt1 in seiner hchsten ,metamorphose nie in sein ,bewutsein aufgenommen4 ,sobald der ,mensch zur ,anschauung dieser ,metamorphose gelangt1 bewegt er sich sicher im ,reich der ,dinge4 ,er hat in dem ,mittelpunkte seiner ,persnlichkeit den wahren ,ausgangspunkt fr alle ,weltbetrachtung gewonnen4 ,er wird nicht mehr nach unbekannten ,grnden1 nach gttlichen ,ursachen der ,dinge forschen2 er wei1 da das hchste ,erlebnis1 dessen er fhig ist1 in der ,selbstbetrachtung der eigenen ,wesenheit besteht4 ,wer ganz durchdrungen ist von den ,gefhlen1 die dieses ,erlebnis hervorruft1 der wird die wahrsten ,verhltnisse zu den ,dingen gewinnen4 ,bei wem das nicht der ,fall ist1 der wird die hchste ,form des ,daseins anderswo suchen1 und1 da er sie in der ,erfahrung nicht finden kann1 in einem unbekannten ,gebiet der ,wirklichkeit vermuten4 ,seine ,betrachtung der ,dinge wird etwas ,unsicheres bekommen2 er wird sich bei der ,beantwortung der ,fragen1 die ihm die ,natur stellt1 fortwhrend auf ein ,unerforschliches berufen4 ,weil ,goethe durch sein ,leben in der ,ideenwelt ein ,gefhl hatte von dem festen ,mittelpunkt innerhalb der ,persnlichkeit1 ist es ihm gelungen innerhalb bestimmter ,grenzen im ,naturbetrachten zu sicheren ,begriffen zu kommen4 ,weil ihm aber die unmittelbare ,anschauung des innersten ,erlebnisses abging1 tastet er auerhalb dieser ,grenzen unsicher umher4 ,er redet aus diesem ,grunde davon1 da der ,mensch nicht geboren sei1 die ,probleme der ,welt zu lsen1 wohl aber zu suchen1 wo das ,problem angeht1 und sich sodann in der ,grenze des ,begreiflichen zu halten4 ,er sagt3 ,kant hat unstreitig am meisten gentzt1 indem er ,grenzen zog1 wie weit der menschliche ,geist zu dringen fhig sei1 und da er die unauflslichen ,probleme liegen lie4 ,htte ihm die ,anschauung des hchsten ,erlebnisses ,sicherheit in der ,betrachtung der ,dinge gegeben1 so htte er auf seinem ,wege mehr gekonnt als durch geregelte ,erfahrung zu einer ,art von bedingter ,zuverlssigkeit gelangen4 ,statt geradewegs durch die ,erfahrung durchzuschreiten in dem ,bewutsein1 da das ,wahre nur eine ,bedeutung hat1 insoweit es von der menschlichen ,natur gefordert wird1 gelangt er doch zu der berzeugung1 da ein hherer ,einflu die ,standhaften1 die ,thtigen1 die ,verstndigen1 die ,geregelten und ,regelnden1 die ,menschlichen1 die ,frommen begnstige und da sich die moralische ,weltordnung am schnsten da zeige1 wo sie dem ,guten1 dem wacker ,leidenden mittelbar zu ,hilfe kommt4 ,weil ,goethe das innerste menschliche ,erlebnis nicht kannte1 war es ihm unmglich1 zu den ,gedanken ber die sittliche ,weltordnung zu gelangen1 die zu seiner ,naturanschauung notwendig gehren4 ,die ,ideen der ,dinge sind der ,inhalt des in den ,dingen ,wirksamen und ,schaffenden4 ,die sittlichen ,ideen erlebt der ,mensch unmittelbar in der ,ideenform4 ,wer zu erleben imstande ist1 wie in der ,anschauung der ,ideenwelt das ,ideelle sich selbst zum ,inhalt wird1 sich mit sich selbst erfllt1 der ist auch in der ,lage1 die ,produktion des ,sittlichen innerhalb der menschlichen ,natur zu erleben4 ,wer die ,naturideen nur in ihrem ,verhltnis zu der ,anschauungswelt kennt1 der wird auch die sittlichen ,begriffe auf etwas ihnen ueres beziehen wollen4 ,er wird eine hnliche ,wirklichkeit fr diese ,begriffe suchen1 wie sie fr die aus der ,erfahrung gewonnenen ,begriffe vorhanden ist4 ,wer aber ,ideen in ihrer eigensten ,wesenheit anzuschauen vermag1 der wird bei den sittlichen gewahr1 da nichts ueres ihnen entspricht1 da sie unmittelbar als ,ideen produziert werden4 ,ihm ist klar1 da weder ein gttlicher ,wille1 noch eine sittliche ,weltordnung wirksam sind1 um diese ,ideen zu erzeugen4 ,denn es ist in ihnen nichts von einem ,bezug auf solche ,gewalten zu bemerken4 ,alles was sie aussprechen1 ist in ihrer reinen ,ideenform auch eingeschlossen4 ,nur durch ihren eigenen ,inhalt wirken sie auf den ,menschen als sittliche ,mchte4 ,kein kategorischer ,imperativ steht mit der ,peitsche hinter ihnen und drngt den ,menschen1 ihnen zu folgen4 ,der ,mensch empfindet1 da er sie selbst hervorgebracht hat und liebt sie1 wie man sein ,kind liebt4 ,die ,liebe ist das ,motiv des ,handelns4 ,die ,lust am eigenen ,erzeugnis ist der ,quell des ,sittlichen4 ,es gibt ,menschen1 die keine sittlichen ,ideen zu produzieren vermgen4 ,sie nehmen diejenigen anderer ,menschen durch berlieferung in sich auf4 ,und wenn sie kein ,anschauungsvermgen fr ,ideen als solche haben1 erkennen sie den menschlichen ,ursprung des ,sittlichen nicht4 ,sie suchen ihn in einem bermenschlichen1 gttlichen ,willen4 ,oder sie glauben1 da eine auerhalb des ,menschen bestehende objektive sittliche ,weltordnung bestehe1 aus der die moralischen ,ideen stammen4 ,in dem ,gewissen des ,menschen wird oft das ,sprachorgan dieser ,weltordnung gesucht4 ,wie in seiner brigen ,weltanschauung ist ,goethe auch in seinen ,gedanken ber den ,ursprung des ,sittlichen unsicher4 ,auch hier treibt sein ,gefhl fr das ,ideengeme ,stze hervor1 die den ,forderungen seiner ,natur gem sind4 ,pflicht3 wo man liebt1 was man sich selbst befiehlt4 ,nur wer die ,grnde des ,sittlichen rein in dem ,inhalt der sittlichen ,ideen sieht1 sollte sagen3 ,lessing1 der mancherlei ,beschrnkung unwillig fhlte1 lt eine seiner ,personen sagen3 ,niemand mu mssen4 ,ein geistreicher1 frohgesinnter ,mann sagte3 ,wer will1 der mu4 ,ein dritter1 freilich ein ,gebildeter1 fgte hinzu3 ,wer einsieht1 der will auch4 ,und so glaubte man den ganzen ,kreis des ,erkennens1 ,wollens und ,mssens abgeschlossen zu haben4 ,aber im ,durchschnitt bestimmt die ,erkenntnis des ,menschen1 von welcher ,art sie auch sei1 sein ,thun und ,lassen2 deswegen auch nichts schrecklicher ist1 als die ,unwissenheit handeln zu sehen4 ,da in ,goethe ein ,gefhl fr die echte ,natur des ,sittlichen herrscht1 welches sich nur nicht zur klaren ,anschauung erhebt1 zeigt folgender ,ausspruch3 ,der ,wille mu1 um vollkommen zu werden1 sich im ,sittlichen dem ,gewissen1 das nicht irrt1 fgen 444 ,das ,gewissen bedarf keines ,ahnherrn1 mit ihm ist alles gegeben2 es hat nur mit der eigenen innern ,welt zu thun4 ,das ,gewissen bedarf keines ,ahnherrn1 kann nur heien3 der ,mensch findet in sich keinen sittlichen ,inhalt ursprnglich vor2 er gibt sich ihn selbst4 ,diesen ,aussprchen stehen andere gegenber1 die den ,ursprung des ,sittlichen in ein ,gebiet auerhalb des ,menschen verlegen3 ,der ,mensch1 wie sehr ihn auch die ,erde anzieht mit ihren tausend und abertausend ,erscheinungen1 hebt doch den ,blick sehnend zum ,himmel auf1 weil er tief und klar in sich fhlt1 da er ein ,brger jenes geistigen ,reiches sei1 woran wir den ,glauben nicht abzulehnen1 noch aufzugeben vermgen4 ,was gar nicht aufzulsen ist1 berlassen wir ,gott als dem allbedingenden und allbefreienden ,wesen4 ,fr die ,betrachtung der innersten ,menschennatur1 fr die ,selbstbeschauung fehlt ,goethe das ,organ4 ,hierbei bekenne ich1 da mir von jeher die groe und so bedeutend klingende ,aufgabe3 erkenne dich selbst1 immer verdchtig vorkam1 als eine ,list geheim verbndeter ,priester1 die den ,menschen durch unerreichbare ,forderungen verwirren und von der ,thtigkeit gegen die ,auenwelt zu einer innern falschen ,beschaulichkeit verleiten wollten4 ,der ,mensch kennt nur sich selbst1 insofern er die ,welt kennt1 die er nur in sich und sich nur in ihr gewahr wird4 ,jeder neue ,gegenstand1 wohl beschaut1 schliet ein neues ,organ in uns auf4 ,davon ist gerade das ,umgekehrte wahr3 der ,mensch kennt die ,welt nur1 insofern er sich kennt4 ,denn in seinem ,innern offenbart sich in ureigenster ,gestalt1 was in den ,auendingen nur im ,abglanz1 im ,beispiel1 ,symbol als ,anschauung vorhanden ist4 ,wovon der ,mensch sonst nur als von einem ,unergrndlichen1 ,unerforschlichen1 ,gttlichen sprechen kann3 das tritt ihm in der ,selbstanschauung in wahrer ,gestalt vor ,augen4 ,weil er in der ,selbstanschauung das ,ideelle in unmittelbarer ,gestalt sieht1 gewinnt er die ,kraft und ,fhigkeit1 dieses ,ideelle auch in aller ueren ,erscheinung1 in der ganzen ,natur aufzusuchen und anzuerkennen4 ,wer den ,augenblick der ,selbstanschauung erlebt hat1 denkt nicht mehr daran1 hinter den ,erscheinungen einen verborgenen ,gott zu suchen2 er ergreift das ,gttliche in seinen verschiedenen ,metamorphosen in der ,natur4 ,goethe bemerkt in ,beziehung auf ,schelling3 ,ich wrde ihn fters sehen1 wenn ich nicht noch auf poetische ,momente hoffte1 und die ,philosophie zerstrt bei mir die ,poesie1 und das wohl deshalb1 weil sie mich ins ,objekt treibt1 indem ich mich nie rein spekulativ erhalten kann1 sondern gleich zu jedem ,satze eine ,anschauung suchen mu und deshalb gleich in die ,natur hinaus fliehe4 ,die hchste ,anschauung1 die ,anschauung der ,ideenwelt selbst1 hat er eben nicht finden knnen4 ,sie kann die ,poesie nicht zerstren1 denn sie befreit den ,geist nur von allen ,vermutungen1 da in der ,natur ein ,unbekanntes1 ,unergrndliches sein knne4 ,dafr aber macht sie ihn fhig1 sich unbefangen1 ganz den ,dingen hinzugeben2 denn sie gibt ihm die berzeugung1 da aus der ,natur alles zu entnehmen ist1 was der ,geist von ihr nur wnschen kann4 ,die hchste ,anschauung befreit aber den ,menschengeist auch von allem ,abhngigkeitsgefhl4 ,er fhlt sich durch ihren ,besitz souvern im ,reiche der sittlichen ,weltordnung4 ,er wei1 da die ,triebkraft1 die alles hervorbringt1 in seinem ,innern als sein eigener ,wille wirkt1 und da die hchsten ,entscheidungen ber ,sittliches in ihm selbst liegen4 ,denn diese hchsten ,entscheidungen flieen aus der ,welt der sittlichen ,ideen1 die der ,mensch selbst produziert4 ,mag der ,mensch im einzelnen sich beschrnkt fhlen1 mag er auch von tausend ,dingen abhngig sein2 im ganzen gibt er sich sein sittliches ,ziel und seine sittliche ,richtung4 ,das ,wirksame aller brigen ,dinge kommt im ,menschen als ,idee zur ,erscheinung2 das ,wirksame im ,menschen ist die ,idee1 die er selbst hervorbringt4 ,in jeder einzelnen menschlichen ,individualitt vollzieht sich der ,proze1 der im ,ganzen der ,natur sich abspielt3 die ,schpfung eines ,tatschlichen aus der ,idee heraus4 ,und der ,mensch selbst ist der ,schpfer4 ,denn auf dem ,grunde seiner ,persnlichkeit lebt die ,idee1 die sich selbst einen ,inhalt gibt4 ber ,goethe hinausgehend1 mu man seinen ,satz erweitern1 die ,natur sei in dem ,reichtum der ,schpfung so gro1 nach tausendfltigen ,pflanzen eine zu machen1 worin alle brigen enthalten sind1 und nach tausendfltigen ,tieren ein ,wesen1 das sie alle enthlt1 den ,menschen4 ,die ,natur ist in ihrer ,schpfung so gro1 da sie den ,proze1 durch den sie frei aus der ,idee heraus alle ,geschpfe hervorbringt1 in jedem ,menschenindividuum wiederholt1 indem die sittlichen ,handlungen aus dem ideellen ,grunde der ,persnlichkeit entspringen4 ,was der ,mensch auch als objektiven ,grund seines ,handelns empfindet1 es ist alles nur ,umschreibung und zugleich ,verkennung seiner eigenen ,wesenheit4 ,sich selbst realisiert der ,mensch in seinem sittlichen ,handeln4 ,in lapidaren ,stzen hat ,max ,stirner diese ,erkenntnis in seiner ,schrift ,der ,einzige und sein ,eigentum ausgesprochen4 ,eigner bin ich meiner ,gewalt1 und ich bin es dann1 wenn ich mich als ,einzigen wei4 ,im ,einzigen kehrt selbst der ,eigner in sein schpferisches ,nichts zurck1 aus welchem er geboren wird4 ,jedes hhere ,wesen ber mir1 sei es ,gott1 sei es der ,mensch1 schwcht das ,gefhl meiner ,einzigkeit und erbleicht erst vor der ,sonne dieses ,bewusstseins4 ,stell' ich auf mich1 den ,einzigen1 meine ,sache1 dann steht sie auf dem vergnglichen1 dem sterblichen ,schpfer seiner1 der sich selbst verzehrt1 und ich darf sagen3 ich hab' mein ,sach' auf ,nichts gestellt4 ,aber zugleich darf ich1 wie ,faust zu ,mephistopheles sagen3 ,in deinem ,nichts hoff' ich das ,all zu finden1 denn in meinem ,innern wohnt in individueller ,bildung die ,wirkungskraft1 durch welche die ,natur das ,all schafft4 ,so lange der ,mensch in sich diese ,wirkungskraft nicht geschaut hat1 wird er sich ihr gegenber erscheinen wie ,faust dem ,erdgeist gegenber4 ,sie wird ihm stets die ,worte zurufen3 ,du gleichst dem ,geist1 den du begreifst1 nicht mir6 ,erst die ,anschauung des tiefsten ,innenlebens zaubert diesen ,geist hervor1 der von sich sagt3 ,in ,lebensfluten1 im ,thatensturm ,wall' ich auf und ab1 ,webe hin und her6 ,geburt und ,grab1 ,ein ewiges ,meer1 ,ein wechselnd ,weben1 ,ein glhend ,leben4 ,so schaff' ich am sausenden ,webstuhl der ,zeit ,und wirke der ,gottheit lebendiges ,kleid4 ,ich habe in meiner ,philosophie der ,freiheit 7,weimar1 ,emil ,felbers ,verlag #ahid7 darzustellen versucht1 wie die ,erkenntnis1 da der ,mensch in seinem ,tun auf sich selbst gestellt ist1 hervorgeht aus dem innersten ,erlebnis1 aus der ,anschauung der eigenen ,wesenheit4 ,stirner hat bereits #ahdd die ,ansicht verteidigt1 da der ,mensch1 wenn er sich wahrhaft versteht1 nur in sich selbst den ,grund fr seine ,wirksamkeit sehen knne4 ,bei ihm geht aber diese ,erkenntnis nicht aus der ,anschauung des innersten ,erlebnisses1 sondern aus dem ,gefhle der ,freiheit und ,ungebundenheit gegenber allen1 ,zwang heischenden ,weltmchten hervor4 ,stirner bleibt bei der ,forderung der ,freiheit stehen2 ich versuche das ,leben in der ,freiheit zu schildern1 indem ich zeige1 was der ,mensch erblickt1 wenn er auf den ,grund seiner ,seele sieht4 ,goethe ist bis zu der ,anschauung der ,freiheit nicht gekommen1 weil er eine ,abneigung gegen die ,selbsterkenntnis hatte4 ,wre das nicht der ,fall gewesen1 so htte die ,erkenntnis des ,menschen als einer freien1 auf sich selbst gegrndeten ,persnlichkeit die ,spitze seiner ,weltanschauung bilden mssen4 ,die ,keime zu dieser ,erkenntnis treten uns bei ihm berall entgegen2 sie sind zugleich die ,keime seiner ,naturansicht4 ,innerhalb seiner eigentlichen ,naturstudien spricht ,goethe nirgends von unerforschlichen ,grnden1 von verborgenen ,triebkrften der ,erscheinungen4 ,er begngt sich damit1 die ,erscheinungen in ihrer ,folge zu beobachten und sie mit ,hilfe derjenigen ,elemente zu erklren1 die sich den ,sinnen und dem ,geiste bei der ,beobachtung offenbaren4 ,am #e4 ,mai #aghf schreibt er in diesem ,sinne an ,jacobi1 da er den ,mut habe1 sein ganzes ,leben der ,betrachtung der ,dinge zu widmen1 die er reichen und von deren ,wesenheit er sich eine adquate ,idee zu bilden hoffen kann1 ohne sich im mindesten zu bekmmern1 wie weit er kommen werde1 und was ihm zugeschnitten ist4 ,wer sich dem ,gttlichen in dem einzelnen ,naturdinge zu nhern glaubt1 der braucht sich nicht mehr eine besondere ,vorstellung von einem ,gotte zu bilden1 der auer und neben den ,dingen existiert4 ,nur wenn ,goethe das ,gebiet der ,natur verlsst1 dann hlt auch sein ,gefhl fr die ,wesenheit der ,dinge nicht mehr stand4 ,dann fhrt ihn der ,mangel an menschlicher ,selbsterkenntnis zu ,behauptungen1 die weder mit seiner ihm angeborenen ,denkweise1 noch mit der ,richtung seiner ,naturstudien zu vereinigen sind4 ,wer ,neigung hat1 sich auf solche ,behauptungen zu berufen1 der mag annehmen1 da ,goethe an einen persnlichen ,gott und eine individuelle ,fortdauer des ,individuums geglaubt habe4 ,mit seinen ,naturstudien steht ein solcher ,glaube im ,widerspruch4 ,sie htten nie die ,richtung nehmen knnen1 die sie genommen haben1 wenn sich ,goethe bei ihnen von diesem ,glauben htte bestimmen lassen4 ,es wird ,aufgabe einer besonderen ,schrift sein1 die psychologischen ,grnde blozulegen1 die ,goethe trotz der ,richtung seiner ,naturstudien zu ,aussprchen fhrten1 die auf einen bei ihm vorhandenen ,glauben an einen persnlichen ,gott und an eine individuelle ,fortdauer deuten4 ,als die ,naturstudien in ,goethes ,lebensfhrung zurcktraten1 nahm er christliche und selbst mystische ,elemente in sein ,vorstellungsleben auf4 ,und mit zunehmendem ,alter nahmen auch diese ,elemente an ,bedeutung fr seine ,weltanschauung zu4 ,hier habe ich mir weder die ,aufgabe gestellt1 die aufsteigende ,entwicklung ,goethes zu zeigen1 die darin besteht1 da sein eigenes ,wesen den ,einflu der christlich-religisen und philosophisch-platonischen ,vorstellungen1 die in seiner ,jugend an ihn herantraten1 allmhlich berwand und sich selbst herausarbeitete2 noch wollte ich die absteigende ,entwicklung charakterisieren1 die ihn wieder zu christlichen und mystischen ,vorstellungen hinfhrte4 ,er selbst sah die nderung der ,weltanschauung als ,folge der verschiedenen ,lebensalter an4 ,als ,frster die ,ansicht aussprach1 die ,lsung des ,faust-,problems werde sich aus dem ,worte ergeben3 ,ein guter ,mensch in seinem dunkelen ,drange ist sich des rechten ,weges wohl bewut entgegnete ,goethe3 ,das wre ja ,aufklrung2 ,faust endet als ,greis1 und im ,greisenalter werden wir ,mystiker 7aus ,frsters ,nachla ,s4 #baf74 ,und in den ,prosasprchen lesen wir3 ,jedem ,alter des ,menschen antwortet eine gewisse ,philosophie4 ,das ,kind erscheint als ,realist2 denn es findet sich so berzeugt von dem ,dasein der ,birnen und pfel als von dem seinigen4 ,der ,jngling1 von inneren ,leidenschaften bestrmt1 mu auf sich selbst merken1 sich vorfhlen1 er wird zum ,idealisten umgewandelt4 ,dagegen ein ,sceptiker zu werden1 hat der ,mann alle ,ursache2 er thut wohl zu zweifeln1 ob das ,mittel1 das er zum ,zwecke gewhlt hat1 auch das rechte sei4 ,vor dem ,handeln1 im ,handeln hat er alle ,ursache1 den ,verstand beweglich zu erhalten1 damit er nicht nachher sich ber eine falsche ,wahl zu betrben habe4 ,der ,greis jedoch wird sich immer zum ,mysticismus bekennen2 er sieht1 da so vieles vom ,zufall abzuhngen scheint2 das ,unvernnftige gelingt1 das ,vernnftige schlgt fehl1 ,glck und ,unglck stellen sich unerwartet ins gleiche2 so ist es1 so war es1 und das hohe ,alter beruhigt sich in dem3 der da ist1 der da war und der da sein wird 7vergl4 ,goethes ,werke in ,krschners ,deutscher ,nat4-,litt4 ,band #cf1 #b74 ,ich habe in dieser ,schrift die ,weltanschauung ,goethes im ,auge1 aus der seine ,einsichten in das ,leben der ,natur hervorgewachsen sind und welche die treibende ,kraft in ihm war von der ,entdeckung des ,zwischenknochens beim ,menschen bis zur ,vollendung der ,farbenlehre4 ,und ich glaube gezeigt zu haben1 da diese ,weltanschauung vollkommener der ,gesamtpersnlichkeit ,goethes entspricht1 als die ,ansichten seiner ,jugend- und auch die seiner ,altersepoche4 ,ich glaube1 ,goethe hat in seinen ,naturstudien1 wenn auch nicht geleitet von einer klaren1 ideengemen ,selbsterkenntnis1 so doch von einem richtigen ,gefhle1 eine freie aus dem wahren ,verhltnis der menschlichen ,natur zur ,auenwelt flieende ,verfahrungsweise beobachtet4 ,goethe ist sich selbst darber klar1 da in seiner ,denkweise etwas ,unvollendetes liegt3 ,ich war mir edler1 groer ,zwecke bewut1 konnte aber niemals die ,bedingungen begreifen1 unter denen ich wirkte2 was mir mangelte1 merkte ich wohl1 was an mir zu viel sei1 gleichfalls2 deshalb unterlie ich es nicht1 mich zu bilden1 nach auen und von innen4 ,und doch blieb es beim ,alten4 ,ich verfolgte jeden ,zweck mit ,ernst1 ,gewalt und ,treue2 dabei gelang mir oft1 widerspenstige ,bedingungen vollkommen zu berwinden1 oft aber auch scheiterte ich daran1 weil ich nachgeben und umgehen nicht lernen konnte4 ,und so ging mein ,leben hin unter ,thun und ,genieen1 ,leiden und ,widerstreben1 unter ,liebe1 ,zufriedenheit1 ,ha und ,mifallen ,anderer4 ,hieran spiegele sich1 dem das gleiche ,schicksal geworden6 ,,die ,,anschauungen ,,ber ,,natur ,,und ,,entwicklung ,,der ,,lebewesen4 ,,die ,,metamorphosenlehre4 ,man kann ,goethes ,verhltnis zu den ,naturwissenschaften nicht verstehen1 wenn man sich blo an die ,einzelentdeckungen hlt1 die er gemacht hat4 ,ich sehe als leitenden ,gesichtspunkt fr die ,betrachtung dieses ,verhltnisses die ,worte an1 die ,goethe am #ah4 ,august #aghg von ,italien aus an ,knebel gerichtet hat3 ,nach dem1 was ich bei ,neapel1 in ,sizilien von ,pflanzen und ,fischen gesehen habe1 wrde ich1 wenn ich zehn ,jahre jnger wre1 sehr versucht sein1 eine ,reise nach ,indien zu machen1 nicht um ,neues zu entdecken1 sondern um das ,entdeckte nach meiner ,art anzusehen4 ,auf die ,art1 wie ,goethe die ihm bekannten ,naturerscheinungen in einer seiner ,denkungsart gemen ,naturansicht zusammengefat hat1 scheint es mir anzukommen4 ,wenn alle die ,einzelentdeckungen1 die ihm gelungen sind1 schon vor ihm gemacht gewesen wren1 und er uns nichts als seine ,naturansicht gegeben htte1 so schmlerte dies die ,bedeutung seiner ,naturstudien nicht im geringsten4 ,ich bin mit du ,bois-,reymond einer ,meinung darber1 da auch ohne ,goethes ,beteiligung die ,wissenschaft heute so weit wre1 wie sie ist1 da die ihm gelungenen ,schritte frher oder spter andere gethan htten4 7,goethe und kein ,ende ,s4 #ca74 ,ich kann diese ,worte nur nicht1 wie es du ,bois-,reymond tut1 auf den ganzen ,umfang von ,goethes naturwissenschaftlichen ,arbeiten beziehen4 ,ich beschrnke sie auf die in ihrem ,verlaufe gemachten ,einzelentdeckungen4 ,keine einzige derselben wrde uns wahrscheinlich heute fehlen1 wenn ,goethe sich nie mit ,botanik1 mit ,anatomie u4 s4 w4 beschftigt htte4 ,seine ,naturansicht aber ist ein ,ausflu seiner ,persnlichkeit2 kein ,anderer htte zu ihr kommen knnen4 ,ihn interessierten auch nicht die ,einzelentdeckungen4 ,sie drngten sich ihm whrend seiner ,studien von selbst auf1 weil ber die ,tatsachen1 die sie betreffen1 zu seiner ,zeit ,ansichten ,geltung hatten1 die unvereinbar mit seiner ,art1 die ,dinge anzusehen1 waren4 ,htte er mit dem1 was die ,naturwissenschaft ihm berlieferte1 seine ,anschauung aufbauen knnen3 so wrde er sich nie mit ,detailstudien beschftigt haben4 ,er mute ins ,einzelne gehen1 weil das1 was ihm ber das ,einzelne von den ,naturforschern gesagt wurde1 seinen ,forderungen nicht entsprach4 ,und nur wie zufllig ergaben sich bei diesen ,detailstudien die ,einzelentdeckungen4 ,ihn beschftigte zunchst nicht die ,frage3 ob der ,mensch wie die brigen ,tiere einen ,zwischenkieferknochen in der oberen ,kinnlade habe4 ,er wollte den ,plan entdecken1 nach dem die ,natur die ,stufenfolge der ,tiere und auf der ,hhe dieser ,stufenfolge den ,menschen bildet4 ,das gemeinsame ,urbild1 das allen ,tiergattungen und zuletzt in seiner hchsten ,vollkommenheit auch der ,menschengattung zu ,grunde liegt1 wollte er finden4 ,die ,naturforscher sagten ihm3 es besteht ein ,unterschied im ,bau des tierischen und des menschlichen ,krpers4 ,die ,tiere haben in der oberen ,kinnlade den ,zwischenknochen1 der ,mensch hat ihn nicht4 ,seine ,ansicht war1 da sich der menschliche ,bau nur dem ,grade der ,vollkommenheit nach von dem tierischen unterscheiden knne1 nicht aber in ,einzelheiten4 ,denn1 wenn das letztere der ,fall wre1 knnte nicht ein gemeinsames ,urbild der tierischen und der menschlichen ,organisation zu ,grunde liegen4 ,er konnte mit der ,behauptung der ,naturforscher nichts anfangen4 ,deshalb suchte er nach dem ,zwischenknochen beim ,menschen und fand ihn4 hnliches ist bei allen seinen ,einzelentdeckungen zu beobachten4 ,sie sind ihm nie ,selbstzweck4 ,sie mssen gemacht werden1 um seine ,vorstellungen ber die ,naturerscheinungen als berechtigt erscheinen zu lassen4 ,im ,gebiete der organischen ,naturerscheinungen ist das ,bedeutsame in ,goethes ,ansicht die ,vorstellung1 die er vom ,wesen des ,lebens ausbildete4 ,nicht auf die ,betonung der ,tatsache1 da ,blatt1 ,kelch1 ,krone u4 s4 w4 ,organe an der ,pflanze sind1 die mit einander identisch sind1 und sich aus einem gemeinschaftlichen ,grundgebilde entwickeln1 kommt es an4 ,sondern darauf1 welche ,vorstellung ,goethe von dem ,ganzen der ,pflanzennatur als einem ,lebendigen hatte und wie er sich das ,einzelne aus diesem ,ganzen hervorgehend dachte4 ,seine ,idee von dem ,wesen des ,organismus ist seine ureigenste zentrale ,entdeckung im ,gebiete der ,biologie zu nennen4 ,da sich in der ,pflanze1 in dem ,tiere etwas anschauen lasse1 was der bloen ,sinnenbeobachtung nicht zugnglich ist1 war ,goethes ,grundberzeugung4 ,was das leibliche ,auge an dem ,organismus beobachten kann1 scheint ,goethe nur die ,folge zu sein des lebendigen ,ganzen durcheinander wirkender ,bildungsgesetze1 die dem geistigen ,auge allein zugnglich sind4 ,was er mit dem geistigen ,auge an der ,pflanze1 an dem ,tier erschaut1 das hat er beschrieben4 ,nur wer ebenso wie er zu sehen fhig ist1 kann seine ,idee von dem ,wesen des ,organismus nachdenken4 ,wer bei dem stehen bleibt1 was die ,sinne und das ,experiment liefern1 der kann ,goethe nicht verstehen4 ,wenn wir seine beiden ,gedichte lesen die ,metamorphose der ,pflanzen und die ,metamorphose der ,tiere1 so scheint es zunchst1 als ob die ,worte uns nur von einem ,glied des ,organismus zum andern fhrten1 als ob blo uerlich ,tatschliches verknpft werden sollte4 ,wenn wir uns aber durchdringen mit dem1 was ,goethe als ,idee des ,lebewesens vorschwebt1 dann fhlen wir uns in die ,sphre des ,lebendig-,organischen versetzt1 und aus einer centralen ,vorstellung wachsen die ,vorstellungen ber die einzelnen ,organe hervor4 ,als ,goethe anfieng selbstndig ber die ,erscheinungen der ,natur nachzusinnen1 nahm vor allem ,andern der ,begriff des ,lebens seine ,aufmerksamkeit in ,anspruch4 ,in einem ,briefe aus der ,straburger ,zeit vom #ad4 ,juli #aggj schreibt er von einem ,schmetterling3 ,das arme ,tier zittert im ,netz1 streift sich die schnsten ,farben ab2 und wenn man es ja unversehrt erwischt1 so steckt es doch endlich steif und leblos da2 der ,leichnam ist nicht das ganze ,tier1 es gehrt noch etwas dazu1 noch ein ,hauptstck und bei der ,gelegenheit1 wie bei jeder andern1 ein hauptschliches ,hauptstck3 das ,leben4 -- ,da ein ,organismus nicht wie ein totes ,naturprodukt betrachtet werden kann1 da noch mehr darin steckt als die ,krfte1 die auch in der unorganischen ,natur leben1 war ,goethe von vornherein klar4 ,wenn du ,bois-,reymond meint1 da die rein mechanische ,weltkonstruktion1 welche heute die ,wissenschaft ausmacht1 dem ,weimarschen ,dichterfrsten nicht minder verhat gewesen wre1 als einst ,friederikens ,freund das systme de la nature1 so hat er unzweifelhaft ,recht2 und nicht minder hat er ,recht mit den andern ,worten3 von dieser ,weltkonstruktion1 die durch die ,urzeugung an die ,kant-,laplacesche ,theorie grenzt1 von der ,entstehung des ,menschen aus dem ,chaos durch das von ,ewigkeit zu ,ewigkeit mathematisch bestimmte ,spiel der ,atome1 von dem eisigen ,weltende -- von diesen ,bildern1 welche unser ,geschlecht so unfhlend ins ,auge fat1 wie es sich an die ,schrecknisse des ,eisenbahnfahrens gewhnte -- htte ,goethe sich schaudernd abgewandt 7,goethe und kein ,ende ,s4 #ce f474 ,gewi htte er sich schaudernd abgewandt1 weil er einen hhern ,begriff des ,lebendigen suchte und ihn auch fand als den eines komplizierten1 mathematisch bestimmten ,mechanismus4 ,nur wer unfhig ist1 einen solchen hhern ,begriff zu fassen und das ,lebendige mit dem ,mechanischen identifiziert1 weil er am ,organismus nur das ,mechanische zu sehen vermag1 der wird sich fr die mechanische ,weltkonstruktion und ihr ,spiel der ,atome erwrmen und unfhlend die ,bilder ins ,auge fassen1 die du ,bois-,reymond entwirft4 ,wer aber den ,begriff des ,organischen im ,sinne ,goethes in sich aufnehmen kann1 der wird ber seine ,berechtigung ebensowenig streiten wie ber das ,vorhandensein des ,mechanischen4 ,man streitet ja auch nicht mit dem ,farbenblinden ber die ,farbenwelt4 ,alle ,anschauungen1 welche das ,organische sich mechanisch vorstellen1 verfallen dem ,richterspruch1 den ,goethe seinen ,faust sagen lt3 ,wer will was ,lebendiges erkennen und beschreiben ,sucht erst den ,geist herauszutreiben2 ,dann hat er die ,teile in der ,hand1 ,fehlt1 leider6 nur das geistige ,band4 ,die ,mglichkeit1 sich intimer mit dem ,leben der ,pflanzen zu beschftigen1 fand sich fr ,goethe1 als ihm der ,herzog ,karl ,august am #ba4 ,april #aggf einen ,garten schenkte4 ,auch durch die ,streifzge im ,thringerwald1 auf denen er die ,lebenserscheinungen der niederen ,organismen beobachten konnte1 wird ,goethe angeregt4 ,moose und ,flechten nehmen seine ,aufmerksamkeit in ,anspruch4 ,am #ca4 ,oktober bittet er ,frau von ,stein um ,moose von allen ,sorten1 womglich mit den ,wurzeln und feucht1 damit er sie bentzen knne1 um die ,fortpflanzung zu beobachten4 ,es ist wichtig1 im ,auge zu behalten1 da ,goethe sich im ,anfange seiner botanischen ,studien mit den niederen ,pflanzenformen beschftigte4 ,denn er hat spter bei der ,konzeption seiner ,idee der ,urpflanze nur die hheren ,pflanzen bercksichtigt4 ,dies kann also nicht davon herrhren1 da ihm das ,gebiet der niederen fremd war1 sondern davon1 da er die ,geheimnisse der ,pflanzennatur an den hheren deutlicher ausgeprgt glaubte4 ,er wollte die ,idee der ,natur da aufsuchen1 wo sie sich am klarsten offenbart und dann von dem ,vollkommenen zum ,unvollkommenen herabsteigen1 um dieses aus jenem zu begreifen4 ,nicht das ,zusammengesetzte wollte er durch das ,einfache erklren2 sondern jenes mit einem ,blick als wirkendes ,ganzes berschauen und dann das ,einfache und ,unvollkommene als einseitige ,ausbildung des ,zusammengesetzten und ,vollkommenen erklren4 ,wenn die ,natur fhig ist1 nach unzhligen ,pflanzenformen noch eine zu machen1 die sie alle enthlt1 so mu auch dem ,geiste beim ,anschauen dieser vollkommenen ,form das ,geheimnis der ,pflanzenbildung in unmittelbarer ,anschauung aufgehen1 und er wird dann leicht das an dem ,vollkommenen ,beobachtete auf das ,unvollkommene anwenden knnen4 ,umgekehrt machen es die ,naturforscher1 die das ,vollkommene nur als eine mechanische ,summe der einfachen ,vorgnge ansehen4 ,sie gehen von diesem ,einfachen aus und leiten das ,vollkommene von demselben ab4 ,als sich ,goethe nach einem wissenschaftlichen ,fhrer fr seine botanischen ,studien umsah1 konnte er keinen andren finden als ,linn4 ,wir erfahren von seiner ,beschftigung mit ,linn zuerst aus den ,briefen an ,frau von ,stein vom ,jahre #aghb4 ,wie ernst es ,goethe mit seinen naturwissenschaftlichen ,bestrebungen war1 geht aus dem ,interesse hervor1 das er an ,linns ,schriften genommen hat4 ,er gesteht1 da nach ,shakespeare und ,spinoza auf ihn die grte ,wirkung von ,linn ausgegangen ist4 ,aber wie wenig konnte ihn ,linn befriedigen4 ,goethe wollte die verschiedenen ,pflanzenformen beobachten1 um das ,gemeinsame1 das in ihnen lebt1 zu erkennen4 ,er wollte wissen1 was alle diese ,gebilde zu ,pflanzen macht4 ,und ,linn hatte sich damit begngt1 die mannigfaltigsten ,pflanzenformen in einer bestimmten ,ordnung nebeneinander zu stellen und zu beschreiben4 ,hier stie ,goethes naive1 unbefangene ,naturbeobachtung in einem einzelnen ,falle auf die durch den ,platonismus beeinflute ,denkweise der ,wissenschaft4 ,diese ,denkweise sieht in den einzelnen ,formen ,verwirklichungen ursprnglicher1 nebeneinander bestehender platonischer ,ideen oder ,schpfungsgedanken4 ,goethe sieht in dem einzelnen ,gebilde nur eine besondere ,ausgestaltung eines ideellen ,urwesens1 das in allen ,formen lebt4 ,jene ,denkweise will mglichst genau die einzelnen ,formen unterscheiden1 um die ,vielgliedrigkeit der ,ideenformen1 oder des ,schpfungsplanes zu erkennen2 ,goethe will die ,vielgliedrigkeit des ,besonderen aus der ursprnglichen ,einheit erklren4 ,da vieles in mannigfaltigen ,formen da ist1 ist fr jene ,denkungsart ohne weiteres klar1 denn schon die idealen ,urbilder sind fr sie das ,mannigfaltige4 ,fr ,goethe ist das nicht klar1 denn das ,viele gehrt nach seiner ,ansicht nur zusammen1 wenn sich ,eines darin offenbart4 ,goethe sagt deshalb1 was ,linn mit ,gewalt auseinander zu halten suchte1 mute1 nach dem innersten ,bedrfnis meines ,wesens1 zur ,vereinigung anstreben4 ,linn nimmt die vorhandenen ,formen einfach hin1 ohne darnach zu fragen1 wie sie aus einer ,grundform geworden sind3 ,spezies zhlen wir so viele1 als verschiedene ,formen im ,prinzip geschaffen worden sind3 dies ist sein ,grundsatz4 ,goethe sucht im ,pflanzenreich das ,wirksame1 das durch ,spezifizierung der ,grundform das ,einzelne schafft4 ,ein naiveres ,verhltnis zur ,pflanzenwelt als bei ,linn fand ,goethe bei ,rousseau4 ,am #af4 ,juni #aghb schreibt er an ,karl ,august3 ,in ,rousseaus ,werken finden sich allerliebste ,briefe ber die ,botanik1 worin er diese ,wissenschaft auf das falichste und zierlichste einer ,dame vortrgt4 ,es ist recht ein ,muster1 wie man unterrichten soll und eine ,beilage zum ,emil4 ,ich nehme daher ,anla1 das schne ,reich der ,blumen meinen schnen ,freundinnen aufs neue zu empfehlen4 ,in seiner ,geschichte meines botanischen ,studiums legt ,goethe dar1 was ihn zu ,rousseaus botanischen ,ideen hingezogen hat3 ,sein ,verhltnis zu ,pflanzenfreunden und ,kennern1 besonders zu der ,herzogin von ,portland1 mag seinen ,scharfblick mehr in die ,breite gewiesen haben1 und ein ,geist wie der seinige1 der den ,nationen ,ordnung und ,gesetz vorzuschreiben sich berufen fhlt1 mute doch zu der ,vermutung gelangen1 da in dem unermelichen ,pflanzenreiche keine so groe ,mannigfaltigkeit der ,formen erscheinen knnte1 ohne da ein ,grundgesetz1 es sei noch so verborgen1 sie wieder smtlich zur ,einheit zurckbrchte4 ,ein solches ,grundgesetz1 das die ,mannigfaltigkeit zur ,einheit zurckbringt1 von der sie ursprnglich ausgegangen ist1 sucht auch ,goethe4 ,zwei ,schriften vom ,freiherrn von ,gleichen1 genannt ,ruwurm1 fielen damals in ,goethes geistigen ,horizont4 ,sie behandeln beide das ,leben der ,pflanze in einer ,weise1 die fr ihn fruchtbar werden konnte3 ,das ,neueste aus dem ,reiche der ,pflanzen 7,nrnberg #agfd7 und ,auserlesene mikroskopische ,entdeckungen bei den ,pflanzen 7,nrnberg #aggg-ha74 ,sie beschftigen sich mit den ,befruchtungsvorgngen der ,pflanzen4 ,bltenstaub1 ,staubfden und ,stempel sind in ihnen sorgfltig beschrieben und in gut ausgefhrten ,tafeln die ,vorgnge bei der ,befruchtung dargestellt4 ,goethe macht nun selbst ,versuche1 um die von ,gleichen-,ruwurm beschriebenen ,ergebnisse mit eigenen ,augen zu beobachten4 ,er schreibt am #ab4 ,januar #aghe an ,frau von ,stein3 ,mein ,mikroskop ist aufgestellt1 um die ,versuche des ,gleichen1 genannt ,ruwurm1 mit ,frhlingsantritt nachzubeobachten und zu kontrollieren4 ,zur selben ,zeit studiert er die ,wesenheit des ,samens1 wie aus einem ,bericht an ,knebel vom #b4 ,april #aghe hervorgeht3 ,die ,materie vom ,samen habe ich durchgedacht1 so weit meine ,erfahrungen reichen4 ,diese ,beobachtungen ,goethes erscheinen erst im rechten ,lichte wenn man bercksichtigt1 da er schon dazumal nicht bei ihnen stehen geblieben ist1 sondern eine ,gesamtanschauung der ,naturvorgnge zu gewinnen suchte1 der sie zur ,sttze und ,bekrftigung dienen sollten4 ,am #h4 ,april desselben ,jahres meldet er ,knebel1 da er nicht nur ,thatsachen beobachtet1 sondern auch hbsche ,kombinationen ber diese ,thatsachen gemacht habe4 ,von wesentlichem ,einflu auf die ,ausbildung der ,ideen ,goethes ber organische ,naturwirkungen war der ,anteil1 den er an ,lavaters groem ,werke3 ,physiognomische ,fragmente zur ,befrderung der ,menschenkenntnis und ,menschenliebe1 nahm1 das in den ,jahren #agge bis #aggh erschienen ist4 ,er hat selbst ,beitrge zu diesem ,werke geliefert4 ,in der ,art1 wie er sich in diesen ,beitrgen ausspricht1 ist seine sptere ,weise1 das ,organische anzusehen1 schon vorgebildet4 ,lavater blieb dabei stehen1 die ,gestalt des menschlichen ,organismus als ,ausdruck der ,seele zu behandeln4 ,er wollte aus den ,formen der ,krper die ,charaktere der ,seelen deuten4 ,goethe fieng bereits damals an1 die uere ,gestalt um ihrer selbst willen zu betrachten1 ihre eigene ,gesetzmigkeit und ,bildungskraft zu studieren4 ,er beschftigt sich zugleich mit den ,schriften des ,aristoteles ber die ,physiognomik und versucht es1 auf ,grundlage des ,studiums der organischen ,gestalt1 den ,unterschied des ,menschen von den ,tieren festzustellen4 ,er findet diesen in dem durch das ,ganze des menschlichen ,baues bedingten ,hervortreten des ,kopfes1 in der vollkommenen ,ausbildung des menschlichen ,gehirns1 zu dem alle ,teile wie zu einem ,organ hindeuten1 auf das sie gestimmt sind4 ,im ,gegenteil ist bei dem ,tiere der ,kopf an den ,rckgrat blo angehngt1 das ,gehirn1 das ,rckenmark haben nicht mehr ,umfang als zur ,auswirkung der untergeordneten ,lebensgeister und zur ,leitung der blo sinnlichen ,verrichtungen unbedingt notwendig ist4 ,goethe sucht schon damals den ,unterschied des ,menschen von den ,tieren nicht in irgend einem ,einzelnen1 sondern in dem verschiedenen ,grade der ,vollkommenheit1 den das gleiche ,grundgebilde in dem einen oder andern ,falle erreicht4 ,es schwebt ihm bereits das ,bild eines ,typus vor1 der sowohl bei den ,tieren wie beim ,menschen sich findet1 der bei den ersteren so ausgebildet ist1 da der ganze ,bau den animalischen ,funktionen dient1 whrend bei letzterem der ,bau das ,grundgerste fr die ,entwicklung des ,geistes abgibt4 ,aus solchen ,betrachtungen heraus erwchst ,goethes ,spezialstudium der ,anatomie4 ,am #bb4 ,januar #aggf berichtet er an ,lavater3 ,der ,herzog hat mir sechs ,schdel kommen lassen1 habe herrliche ,bemerkungen gemacht1 die ,euer ,hochwrden zu ,diensten stehen1 wenn dieselben ,sie nicht ohne mich fanden4 ,im ,tagebuche ,goethes lesen wir unter dem #ae4 ,oktober #agha1 da er in ,jena mit dem alten ,einsiedel ,anatomie trieb1 und in demselben ,jahre fing er an1 sich von ,loder in diese ,wissenschaft genauer einfhren zu lassen4 ,er erzhlt davon in ,briefen an ,frau von ,stein vom #bi4 ,oktober #agha und an den ,herzog vom #d4 ,november4 ,er hat auch die ,absicht1 den jungen ,leuten an der ,zeichenakademie das ,skelett zu erklren und sie zur ,kenntnis des menschlichen ,krpers anzufhren -- ,ich thue es1 sagt er1 um meinet- und ihretwillen2 die ,methode1 die ich gewhlt habe1 wird sie diesen ,winter ber vllig mit den ,grundsulen des ,krpers bekannt machen4 ,er hat1 wie aus dem ,tagebuch zu ersehen1 diese ,vorlesungen auch gehalten4 ,auch mit ,loder hat er in dieser ,zeit ber den ,bau des menschlichen ,krpers manches ,gesprch gefhrt4 ,und wieder ist es seine allgemeine ,naturansicht1 die als treibende ,kraft und als eigentliches ,ziel dieser ,studien erscheint4 ,er behandelt die ,knochen als einen ,text1 woran sich alles ,leben und alles ,menschliche anhngen lt 7,briefe an ,lavater und ,merck vom #ad4 ,november #agha74 ,vorstellungen ber das ,wirken des ,organischen1 ber den ,zusammenhang der menschlichen ,bildung mit der tierischen beschftigen damals seinen ,geist4 ,da der menschliche ,bau nur die hchste ,stufe des tierischen ist1 und da er durch diesen vollkommeneren ,grad des ,tierischen die sittliche ,welt aus sich hervorbringt1 ist eine ,idee1 die bereits in der ,ode das ,gttliche vom ,jahre #aghb niedergelegt ist4 ,edel sei der ,mensch ,hilfreich und gut6 ,denn das allein ,unterscheidet ihn ,von allen ,wesen1 ,die wir kennen4 -- -- -- -- -- ,nach ewigen1 ehrnen1 ,groen ,gesetzen ,mssen wir alle ,unsers ,daseins ,kreise vollenden4 ,die ewigen1 ehrnen ,gesetze wirken im ,menschen gerade so wie in der brigen ,organismenwelt2 sie erreichen in ihm nur eine ,vollkommenheit1 durch die es ihm mglich ist edel1 hilfreich und gut zu sein4 ,whrend in ,goethe sich solche ,ideen immer mehr festsetzten1 arbeitete ,herder an seinen ,ideen zu einer ,philosophie der ,geschichte der ,menschheit4 ,alle ,gedanken dieses ,buches wurden von den beiden durchgesprochen4 ,goethe war von ,herders ,auffassung der ,natur befriedigt4 ,sie fiel mit seinen eigenen ,vorstellungen zusammen4 ,herders ,schrift macht wahrscheinlich1 da wir erst ,pflanzen und ,tiere waren 444 ,goethe grbelt jetzt gar denkreich in diesen ,dingen und jedes1 was erst durch seine ,vorstellung gegangen ist1 wird uerst interessant1 schreibt am #a4 ,mai #aghd ,frau von ,stein an ,knebel4 ,wie sehr man berechtigt ist1 von ,herders ,ideen auf die ,goethes zu schlieen1 zeigen die ,worte1 die ,goethe am #h4 ,dezember #aghc an ,knebel richtet3 ,herder schreibt eine ,philosophie der ,geschichte1 wie ,du ,dir denken kannst1 von ,grund aus neu4 ,die ersten ,kapitel haben wir vorgestern zusammen gelesen1 sie sind kstlich4 ,stze wie die folgenden liegen ganz in ,goethes ,denkrichtung4 ,das ,menschengeschlecht ist der groe ,zusammenflu niederer organischer ,krfte4 ,und so knnen wir annehmen1 da der ,mensch ein ,mittelgeschpf unter den ,tieren1 d4 i4 die ausgearbeitete ,form sei1 in der sich die ,zge aller ,gattungen um ihn her im feinsten ,inbegriff sammeln4 ,mit solchen ,vorstellungen war allerdings die ,ansicht der damaligen ,anatomen nicht zu vereinigen1 da der kleine ,knochen1 den die ,tiere in der oberen ,kinnlade haben1 der ,zwischenkiefer1 der die oberen ,schneidezhne enthlt1 dem ,menschen fehle4 ,smmering1 einer der bedeutendsten ,anatomen der damaligen ,zeit1 schrieb am #h4 ,oktober #aghb an ,merck3 ,ich wnschte1 dass ,sie ,blumenbach nachshen1 wegen des ossis intermaxillaris1 der ceteris paribus der einzige ,knochen ist1 den alle ,tiere vom ,affen an1 selbst der ,orang-,utang eingeschlossen1 haben1 der sich hingegen nie beim ,menschen findet2 wenn ,sie diesen ,knochen abrechnen1 so fehlt ,ihnen nichts1 um nicht alles vom ,menschen auf die ,tiere transferieren zu knnen4 ,ich lege deshalb einen ,kopf von einer ,hirschkuh bei1 um ,sie zu berzeugen1 da dieses os intermaxillare 7wie es ,blumenbach7 oder os incisivum 7wie es ,camper nennt7 selbst bei ,tieren vorhanden ist1 die keine ,schneidezhne haben4 ,das war die allgemeine ,meinung der ,zeit4 ,auch der berhmte ,camper1 fr den ,merck und ,goethe die innigste ,verehrung hatten1 bekannte sich zu ihr4 ,der ,umstand1 da der ,zwischenknochen beim ,menschen links und rechts mit den ,oberkieferknochen verwachsen ist1 ohne da bei einem normal gebildeten ,individuum eine deutliche ,grenze zu sehen ist1 hat zu dieser ,ansicht gefhrt4 ,htten die ,gelehrten ,recht gehabt mit derselben1 dann wre es unmglich1 ein gemeinsames ,urbild fr den ,bau des tierischen und menschlichen ,organismus aufzustellen2 eine ,grenze zwischen den beiden ,formen mte angenommen werden4 ,der ,mensch wre nicht nach dem ,urbilde geschaffen1 das auch den ,tieren zu ,grunde liegt4 ,dieses ,hindernis seiner ,weltanschauung mute ,goethe hinwegrumen4 ,es gelang ihm im ,frhling #aghd in ,gemeinschaft mit ,loder4 ,nach seinem allgemeinen ,grundsatze1 da die ,natur kein ,geheimnis habe1 was sie nicht irgendwo dem aufmerksamen ,beobachter nackt vor ,augen stellt1 gieng ,goethe vor4 ,er fand bei einzelnen abnorm gebildeten ,schdeln die ,grenze zwischen ,ober- und ,zwischenkiefer wirklich vorhanden4 ,freudig berichtet er von dem ,fund am #bg4 ,mrz an ,herder und ,frau von ,stein4 ,an ,herder schreibt er3 ,es soll ,dich auch herzlich freuen2 denn es ist wie der ,schlustein zum ,menschen1 fehlt nicht1 ist auch da6 ,aber wie6 ,ich habe mirs auch in ,verbindung gedacht mit ,deinem ,ganzen1 wie schn es da wird4 ,und als ,goethe die ,abhandlung1 die er ber die ,sache geschrieben hat1 im ,november #aghd an ,knebel schickt1 deutet er die ,bedeutung1 die er der ,entdeckung fr seine ganze ,vorstellungswelt beilegt1 mit den ,worten an3 ,ich habe mich enthalten1 das ,resultat1 worauf schon ,herder in seinen ,ideen deutet1 schon jetzt merken zu lassen1 da man nmlich den ,unterschied des ,menschen vom ,tier in nichts ,einzelnem finden knne4 ,goethe konnte erst ,vertrauen zu seiner ,naturansicht gewinnen1 als die irrtmliche ,ansicht ber das fatale ,knchelchen beseitigt war4 ,er gewann allmhlich den ,mut1 seine ,ideen ber die ,art1 wie die ,natur1 mit einer ,hauptform gleichsam spielend1 das mannigfaltige ,leben hervorbringt1 auf alle ,reiche der ,natur1 auf ihr ganzes ,reich auszudehnen4 ,in diesem ,sinne schreibt er im ,jahre #aghf an ,frau von ,stein4 ,immer lesbarer wird ,goethe das ,buch der ,natur1 nachdem er den einen ,buchstaben richtig entziffert hat4 ,mein langes ,buchstabieren hat mir geholfen1 jetzt wirkts auf einmal und meine stille ,freude ist unaussprechlich1 schreibt er der ,frau von ,stein am #ae4 ,mai #aghe4 ,er hlt sich jetzt auch bereits fr fhig1 eine kleine botanische ,abhandlung fr ,knebel zu schreiben4 ,die ,reise1 die er #aghe nach ,karlsbad mit diesem zusammen unternimmt1 wird zu einer frmlichen botanischen ,studienreise4 ,nach der ,rckkehr werden mit ,hilfe ,linns die ,reiche der ,pilze1 ,moose1 ,flechten und ,algen durchgegangen4 ,er teilt am #i4 ,november der ,frau von ,stein mit3 ,ich lese ,linn fort1 ich mu wohl1 ich habe kein anderes ,buch bei mir2 es ist die beste ,art1 ein ,buch gewissenhaft zu lesen1 die ich fter praktizieren mu1 da ich nicht leicht ein ,buch auslese4 ,das ist nicht zum ,lesen1 sondern zur ,rekapitulation gemacht und that mir die trefflichsten ,dienste1 da ich ber die meisten ,punkte selbst gedacht hatte4 ,whrend dieser ,studien bekommt auch die ,grundform1 aus welcher die ,natur alle mannigfaltigen ,pflanzengebilde herausarbeitet1 einzelne1 wenn auch noch nicht deutliche ,umrisse in seinem ,geiste4 ,in einem ,briefe an die ,frau von ,stein vom #i4 ,juli #aghf sind die ,worte enthalten3 ,es ist ein ,gewahrwerden der ,form1 mit der die ,natur gleichsam nur immer spielt und spielend das mannigfaltige ,leben hervorbringt4 ,im ,april und ,mai #aghf beobachtete ,goethe durch das ,mikroskop die niederen ,organismen1 die sich in ,aufgssen verschiedener ,substanzen 7,pisangmark1 ,kaktus1 ,trffeln1 ,pfefferkrnern1 ,thee1 ,bier u4 s4 w47 entwickeln4 ,er notiert sorgfltig die ,vorgnge1 die er an diesen ,lebewesen beobachtet und verfertigt ,zeichnungen dieser organischen ,formen 7vergl4 ,goethes naturwissenschaftliche ,schriften in der ,weimarer ,goethe-,ausgabe1 #b4 ,abteilung1 ,band #g ,s4 #bhi-cji74 ,man kann auch aus diesen ,notizen ersehen1 da ,goethe der ,erkenntnis des ,lebens nicht durch solche ,beobachtung niederer und einfacher ,organismen nher zu kommen sucht4 ,es ist ganz offenbar1 da er die wesentlichen ,zge der ,lebensvorgnge an den hheren ,organismen ebenso zu erfassen glaubt wie an den niederen4 ,er ist der ,ansicht1 da sich an dem ,infusionstierchen dieselbe ,art von ,gesetzmigkeit wiederholt1 die das ,auge des ,geistes an dem ,hund wahrnimmt4 ,die ,beobachtung durch das ,mikroskop lehrt nur ,vorgnge kennen1 die im ,kleinen das sind1 was das unbewaffnete ,auge im ,groen sieht4 ,sie bietet eine ,bereicherung der sinnlichen ,erfahrung4 ,einer hheren ,art des ,anschauens1 nicht einer ,verfolgung der den ,sinnen zugnglichen ,vorgnge bis in ihre kleinsten ,bestandteile1 offenbart sich das ,wesen des ,lebens4 ,goethe sucht dieses ,wesen durch die ,betrachtung der hheren ,pflanzen und ,tiere zu erkennen4 ,er wrde diese ,erkenntnis ohne ,zweifel in derselben ,weise gesucht haben1 auch wenn zu seiner ,zeit die ,pflanzen- und ,tieranatomie schon ebenso weit vorgeschritten gewesen wre1 wie sie gegenwrtig ist4 ,wenn ,goethe die ,zellen1 aus denen sich der ,pflanzen- und ,tierkrper aufbaut1 htte beobachten knnen1 so wrde er erklrt haben1 da sich an diesen elementaren organischen ,formen dieselbe ,gesetzmigkeit zeigt1 die auch am ,zusammengesetzten wahrzunehmen ist4 ,er htte sich durch dieselben ,ideen1 durch die er sich die ,lebensvorgnge der hheren ,organismen erklrte1 auch die ,erscheinungen an diesen kleinen ,wesen begreiflich gemacht4 ,den lsenden ,gedanken des ,rtsels1 das ihm die organische ,bildung und ,umbildung aufgegeben hat1 findet ,goethe erst in ,italien4 ,am #c4 ,september verlt er ,karlsbad4 ,in wenigen1 aber bedeutsamen ,stzen schildert er in seiner ,geschichte meines botanischen ,studiums 7,goethes ,werke in ,krschners ,nat4-,litt4 ,band #cc ,s4 #fa ff47 die ,gedanken1 welche die ,beobachtung der ,pflanzenwelt in ihm aufregt bis zu dem ,augenblicke1 da ihm in ,sizilien eine klare ,vorstellung darber sich offenbart1 wie es mglich ist1 da den ,pflanzenformen bei einer eigensinnigen1 generischen und spezifischen ,hartnckigkeit eine glckliche ,mobilitt und ,biegsamkeit verliehen ist1 um in so viele ,bedingungen1 die ber den ,erdkreis auf sie einwirken1 sich zu fgen und darnach bilden und umbilden zu knnen4 ,beim bergang ber die ,alpen1 im botanischen ,garten von ,padua und an andern ,orten zeigte sich ihm das ,wechselhafte der ,pflanzengestalten4 ,wenn in der tiefern ,gegend ,zweige und ,stengel strker und massiger waren1 die ,augen nher aneinander standen und die ,bltter breit waren1 so wurden hher ins ,gebirg hinauf ,zweige und ,stengel zarter1 die ,augen rckten auseinander1 soda von ,knoten zu ,knoten ein grerer ,zwischenraum stattfand und die ,bltter sich lanzenfrmiger bildeten4 ,ich bemerkte dies bei einer ,weide und einer ,gentiana und berzeugte mich1 da es nicht etwa verschiedene ,arten wren4 ,auch am ,walchensee bemerkte ich lngere und schlankere ,binsen als im ,unterlande 7ital4 ,reise #h4 ,sept474 ,am #h4 ,oktober findet er in ,venedig am ,meere verschiedene ,pflanzen1 an denen ihm die ,wechselbeziehung des ,organischen zu seiner ,umgebung besonders anschaulich wird4 ,sie sind alle zugleich mastig und streng1 saftig und zh1 und es ist offenbar1 da das alte ,salz des ,sandbodens1 mehr aber die salzige ,luft ihnen diese ,eigenschaft gibt2 sie strotzen von ,sften wie ,wasserpflanzen1 sie sind fett und zh wie ,bergpflanzen2 wenn ihre ,bltterenden eine ,neigung zu ,stacheln haben1 wie ,disteln tun1 sind sie gewaltig spitz und stark4 ,ich fand einen solchen ,busch ,bltter2 er erschien mir wie unser unschuldiger ,huflattig1 hier aber mit scharfen ,waffen bewaffnet1 und das ,blatt wie ,leder1 so auch die ,samenkapseln1 die ,stiele1 alles mastig und fett 7ital4 ,reise74 ,im botanischen ,garten zu ,padua bekommt der ,gedanke in ,goethes ,geiste eine bestimmtere ,gestalt1 wie man sich alle ,pflanzengestalten vielleicht aus einer entwickeln knne 7ital4 ,reise1 #bg4 ,sept472 im ,november teilt er ,knebel mit3 ,so freut mich doch mein bischen ,botanik erst recht in diesem ,lande1 wo eine frohere1 weniger unterbrochene ,vegetation zu ,hause ist4 ,ich habe schon recht artige1 ins allgemeine gehende ,bemerkungen gemacht1 die auch ,dir in der ,folge angenehm sein werden4 ,am #be4 ,mrz #aghg kommt ihm eine gute ,erleuchtung ber botanische ,gegenstnde4 ,er bittet ,herdern zu sagen1 da er mit der ,urpflanze bald zu stande sei4 ,nur frchtet er1 da niemand die brige ,pflanzenwelt darin wird erkennen wollen 7ital4 ,reise74 ,am #ag4 ,april geht er mit dem festen1 ruhigen ,vorsatz1 seine dichterischen ,trume fortzusetzen1 nach dem ffentlichen ,garten4 ,allein ehe er sichs versieht1 erhascht ihn das ,pflanzenwesen wie ein ,gespenst4 ,die vielen ,pflanzen1 die ich sonst nur in ,kbeln und ,tpfen1 ja die grte ,zeit des ,jahres nur hinter ,glasfenstern zu sehen gewohnt war1 stehen hier froh und frisch unter freiem ,himmel1 und indem sie ihre ,bestimmung erfllen1 werden sie uns deutlicher4 ,im ,angesicht so vielerlei neuen und erneuten ,gebildes1 fiel mir die alte ,grille wieder ein1 ob ich nicht unter dieser ,schar die ,urpflanze entdecken knnte8 ,eine solche mu es denn doch geben3 woran wrde ich sonst erkennen1 da dieses oder jenes ,gebilde eine ,pflanze sei1 wenn sie nicht alle nach einem ,muster gebildet wren8 ,er bemht sich die abweichenden ,gestalten zu unterscheiden1 aber immer wieder werden seine ,gedanken zu dem einen ,urbild1 das ihnen allen zu ,grunde liegt1 hingelenkt 7ital4 ,reise1 #ag4 ,april #aghg74 ,goethe legt sich ein botanisches ,tagebuch an1 in dem er alle whrend der ,reise ber das ,pflanzenreich gemachten ,erfahrungen und ,reflexionen einzeichnet 7vergl4 ,goethes ,werke in der ,weimarischen ,ausgabe1 #b4 ,abt41 ,band #g ,s4 #bgc ff474 ,diese ,tagebuchbltter zeigen1 wie unermdlich er damit beschftigt ist1 ,pflanzenexemplare ausfindig zu machen1 die geeignet sind1 auf die ,gesetze des ,wachstums und der ,fortpflanzung hinzuleiten4 ,glaubt er irgend einem ,gesetze auf der ,spur zu sein1 so stellt er es zunchst in hypothetischer ,form auf1 um es sich dann im ,verlauf seiner weiteren ,erfahrungen besttigen zu lassen4 ,die ,vorgnge der ,keimung1 der ,befruchtung1 des ,wachstums notiert er sorgfltig4 ,da das ,blatt das ,grundorgan der ,pflanze ist1 und da die ,formen aller brigen ,pflanzenorgane am besten zu verstehen sind1 wenn man sie als umgewandelte ,bltter betrachtet1 leuchtet ihm immer mehr ein4 ,er schreibt in das ,tagebuch3 ,hypothese3 ,alles ist ,blatt und durch diese ,einfachheit wird die grte ,mannigfaltigkeit mglich4 ,und am #ag4 ,mai teilt er ,herder mit3 ,ferner mu ich ,dir vertrauen1 da ich dem ,geheimnis der ,pflanzenzeugung und ,organisation ganz nahe bin1 und da es das ,einfachste ist1 was nur gedacht werden kann4 ,unter diesem ,himmel kann man die schnsten ,beobachtungen machen4 ,den ,hauptpunkt1 wo der ,keim steckt1 habe ich ganz klar und zweifellos gefunden1 alles brige sehe ich auch schon im ganzen1 und nur noch einige ,punkte mssen bestimmter werden4 ,die ,urpflanze wird das wunderlichste ,geschpf von der ,welt1 um welches mich die ,natur selbst beneiden soll4 ,mit diesem ,modell und dem ,schlssel dazu kann man alsdann noch ,pflanzen ins unendliche erfinden1 die konsequent sein mssen1 das heit1 die1 wenn sie auch nicht existieren1 doch existieren knnten1 und nicht etwa malerische oder dichterische ,schatten und ,scheine sind1 sondern eine innerliche ,wahrheit und ,notwendigkeit haben4 ,dasselbe ,gesetz wird sich auf alles brige ,lebendige anwenden lassen4 4444 ,vorwrts und rckwrts ist die ,pflanze immer nur ,blatt1 mit dem knftigen ,keime so unzertrennlich vereint1 da man eins ohne das andere nicht denken darf4 ,einen solchen ,begriff zu fassen1 zu ertragen1 ihn in der ,natur aufzufinden1 ist eine ,aufgabe1 die uns in einen peinlich sen ,zustand versetzt 7ital4 ,reise74 ,goethe nimmt zur ,erklrung der ,lebenserscheinungen einen ,weg1 der gnzlich verschieden ist von denen1 welche die ,naturforscher gewhnlich gehen4 ,diese scheiden sich in zwei ,parteien4 ,es gibt ,verteidiger einer in den organischen ,wesen wirkenden ,lebenskraft1 die gegenber anderen ,naturursachen eine besondere1 hhere ,krfteform darstellt4 ,wie es ,schwerkraft1 chemische ,anziehung und ,abstoung1 ,magnetismus u4 s4 w4 gibt1 so soll es auch eine ,lebenskraft geben1 welche die ,stoffe des ,organismus in eine solche ,wechselwirkung bringt1 da dieser sich erhalten1 wachsen1 ernhren und fortpflanzen kann4 ,die ,naturforscher1 welche dieser ,meinung sind1 sagen3 in dem ,organismus wirken dieselben ,krfte wie in der brigen ,natur2 aber sie wirken nicht wie in einer leblosen ,maschine4 ,sie werden von der ,lebenskraft gleichsam eingefangen und auf eine hhere ,stufe des ,wirkens gehoben4 ,den ,bekennern dieser ,meinung stehen andere ,naturforscher gegenber1 welche glauben1 da in den ,organismen keine besondere ,kraft wirke4 ,sie halten die ,lebenserscheinungen fr komplizierte chemische und physikalische ,vorgnge und geben sich der ,hoffnung hin1 da es einst vielleicht gelingen werde1 einen ,organismus ebenso durch ,zurckfhrung auf unorganische ,kraftwirkungen zu erklren wie eine ,maschine4 ,die erstere ,ansicht wird als ,vitalismus1 die andere als ,mechanismus bezeichnet4 ,von beiden ist die ,goethesche ,auffassungsweise durchaus verschieden4 ,da in dem ,organismus noch etwas anderes wirksam ist als die ,krfte der unorganischen ,natur1 erscheint ihm selbstverstndlich4 ,zur mechanischen ,auffassung der ,lebenserscheinungen kann er sich nicht bekennen4 ,ebensowenig sucht er1 um die ,wirkungen im ,organismus zu erklren1 nach einer besonderen ,lebenskraft4 ,er ist berzeugt1 da zur ,erfassung der ,lebensvorgnge eine ,anschauung gehrt1 die anderer ,art ist als diejenige1 durch welche die ,erscheinungen der unorganischen ,natur wahrgenommen werden4 ,wer zur ,annahme einer ,lebenskraft sich entschliet1 der sieht zwar ein1 da die organischen ,wirkungen nicht mechanistisch sind1 aber es fehlt ihm zugleich die ,fhigkeit1 jene andere ,art der ,anschauung in sich auszubilden1 durch die ihm das ,organische erkennbar werden knnte4 ,die ,vorstellung der ,lebenskraft bleibt dunkel und unbestimmt4 ,ein neuerer ,anhnger des ,vitalismus1 ,gustav ,bunge1 meint3 ,in der kleinsten ,zelle -- da stecken schon alle ,rtsel des ,lebens drin1 und bei der ,erforschung der kleinsten ,zelle -- da sind wir mit den bisherigen ,hilfsmitteln bereits an der ,grenze angelangt 7,vitalismus und ,mechanismus1 ,leipzig #ahhf1 ,s4 #ag74 ,es ist durchaus im ,sinne der ,goetheschen ,denkweise1 darauf zu antworten3 ,dasjenige ,anschauungsvermgen1 welches nur das ,wesen der unorganischen ,erscheinungen erkennt1 ist mit seinen ,hilfsmitteln an der ,grenze angelangt4 ,dieses wird aber nie innerhalb seines ,bereiches ,mittel finden1 die zur ,erklrung des ,lebens der kleinsten ,zelle geeignet sein knnen4 ,wie zur ,wahrnehmung der ,farbenerscheinungen das ,auge gehrt1 so gehrt zur ,auffassung des ,lebens die ,fhigkeit1 in dem ,sinnlichen ein bersinnliches unmittelbar anzuschauen4 ,dieses bersinnliche wird demjenigen immer entschlpfen1 der nur die ,sinne auf die organischen ,formen richtet4 ,goethe sucht die sinnliche ,anschauung der ,pflanzengestalten auf eine hhere ,art zu beleben und sich die sinnliche ,form einer bersinnlichen ,urpflanze vorzustellen 7vergl4 ,geschichte meines botanischen ,studiums in ,krschners ,nat4 ,litt41 ,goethes ,werke1 ,band #cc ,s4 #hj74 ,der ,vitalist nimmt seine ,zuflucht zu dem inhaltleeren ,begriff der ,lebenskraft1 weil er das1 was seine ,sinne im ,organismus nicht wahrnehmen knnen1 berhaupt nicht sieht4 ,goethe sieht das ,sinnliche von einem bersinnlichen so durchdrungen1 wie eine gefrbte ,flche von der ,farbe4 ,die ,anhnger des ,mechanismus sind der ,ansicht1 da es einmal gelingen knne1 lebende ,substanzen auf knstlichem ,wege aus unorganischen ,stoffen herzustellen4 ,sie sagen1 vor noch nicht vielen ,jahren wurde behauptet1 da es im ,organismus ,substanzen gebe1 die nicht auf knstlichem ,wege1 sondern nur durch die ,wirkung der ,lebenskraft entstehen knnen4 ,gegenwrtig ist man bereits im stande1 einige dieser ,substanzen knstlich im ,laboratorium zu erzeugen4 ,ebenso knne es dereinst mglich sein1 aus ,kohlensure1 ,ammoniak1 ,wasser und ,salzen ein lebendiges ,eiwei herzustellen1 welches die ,grundsubstanz der einfachsten ,organismen ist4 ,dann1 meinen die ,mechanisten1 werde unbestreitbar erwiesen sein1 da ,leben nichts weiter ist als eine ,kombination unorganischer ,vorgnge1 der ,organismus nichts weiter als eine auf natrlichem ,wege entstandene ,maschine4 ,vom ,standpunkte der ,goetheschen ,weltanschauung ist darauf zu erwidern3 die ,mechanisten sprechen in einer ,weise von ,stoffen und ,krften1 die durch keine ,erfahrung gerechtfertigt ist4 ,und man hat sich an diese ,weise1 zu sprechen1 so gewhnt1 da es sehr schwer wird1 diesen ,begriffen gegenber die reinen ,aussprche der ,erfahrung geltend zu machen4 ,man betrachte aber doch einen ,vorgang der ,auenwelt unbefangen4 ,man nehme ein ,quantum ,wasser von einer bestimmten ,temperatur4 ,wodurch wei man etwas von diesem ,wasser8 ,man sieht es an und bemerkt1 da es einen ,raum einnimmt und zwischen bestimmten ,grenzen eingeschlossen ist4 ,man steckt den ,finger oder ein ,thermometer hinein1 und findet es mit einem bestimmten ,grade von ,wrme behaftet4 ,man drckt gegen seine ,oberflche und erfhrt1 da es flssig ist4 ,das sind ,aussprche1 welche die ,sinne ber den ,zustand des ,wassers machen4 ,nun erhitze man das ,wasser4 ,es wird sieden und zuletzt sich in ,dampf verwandeln4 ,wieder kann man sich durch die ,wahrnehmung der ,sinne von den ,beschaffenheiten des ,krpers1 des ,dampfes1 in den sich das ,wasser verwandelt hat1 ,kenntnis verschaffen4 ,statt das ,wasser zu erhitzen1 kann man es dem elektrischen ,strom unter gewissen ,bedingungen aussetzen4 ,es verwandelt sich in zwei ,krper1 ,wasserstoff und ,sauerstoff4 ,auch ber die ,beschaffenheit dieser beiden ,krper kann man sich durch die ,aussagen der ,sinne belehren4 ,man nimmt also in der ,krperwelt ,zustnde wahr und beobachtet zugleich1 da diese ,zustnde unter gewissen ,bedingungen in andere bergehen4 ber die ,zustnde unterrichten die ,sinne4 ,wenn man noch von etwas anderem als von ,zustnden1 die sich verwandeln1 spricht1 so beschrnkt man sich nicht mehr auf den reinen ,tatbestand1 sondern man fgt zu demselben ,begriffe hinzu4 ,sagt man1 der ,sauerstoff und der ,wasserstoff1 die sich durch den elektrischen ,strom aus dem ,wasser entwickelt haben seien schon im ,wasser enthalten gewesen1 nur so innig mit einander verbunden1 da sie in ihrer ,selbstndigkeit nicht wahrzunehmen waren1 so hat man zu der ,wahrnehmung einen ,begriff hinzugefgt1 durch den man sich das ,hervorgehen der beiden ,krper aus dem einen erklrt4 ,und wenn man weitergeht und behauptet1 ,sauerstoff und ,wasserstoff seien ,stoffe1 was man schon durch die ,namen tut1 die man ihnen beilegt1 so hat man ebenfalls zu dem ,wahrgenommenen einen ,begriff hinzugefgt4 ,denn tatschlich ist in dem ,raume1 der vom ,sauerstoff eingenommen wird1 nur eine ,summe von ,zustnden wahrzunehmen4 ,zu diesen ,zustnden denkt man den ,stoff hinzu1 an dem sie haften sollen4 ,was man von dem ,sauerstoff und dem ,wasserstoff im ,wasser schon vorhanden denkt1 das ,stoffliche1 ist ein ,gedachtes1 das zu dem ,wahrnehmungsinhalt hinzugefgt ist4 ,wenn man ,wasserstoff und ,sauerstoff durch einen chemischen ,proze zu ,wasser vereinigt1 so kann man beobachten1 da eine ,summe von ,zustnden in eine andere bergeht4 ,wenn man sagt3 es haben sich zwei einfache ,stoffe zu einem zusammengesetzten vereinigt1 so hat man eine begriffliche ,auslegung des ,beobachtungsinhaltes versucht4 ,die ,vorstellung ,stoff erhlt ihren ,inhalt nicht aus der ,wahrnehmung1 sondern aus dem ,denken4 ,ein hnliches wie vom ,stoffe gilt von der ,kraft4 ,man sieht einen ,stein zur ,erde fallen4 ,was ist der ,inhalt der ,wahrnehmung4 ,eine ,summe von ,sinneseindrcken1 ,zustnden1 die an aufeinanderfolgenden ,orten auftreten4 ,man sucht sich diese ,vernderung in der ,sinneswelt zu erklren1 und sagt3 die ,erde ziehe den ,stein an4 ,sie habe eine ,kraft1 durch die sie ihn zu sich hinzwingt4 ,wieder hat unser ,geist eine ,vorstellung zu dem ,tatbestande hinzugefgt und derselben einen ,inhalt gegeben1 der nicht aus der ,wahrnehmung stammt4 ,nicht ,stoffe und ,krfte nimmt man wahr1 sondern ,zustnde und deren bergnge in einander4 ,man erklrt sich diese ,zustandsnderungen durch ,hinzufgung von ,begriffen zu den ,wahrnehmungen4 ,man nehme einmal an1 es gebe ein ,wesen1 das ,sauerstoff und ,wasserstoff wahrnehmen knnte1 nicht aber ,wasser4 ,wenn wir vor den ,augen eines solchen ,wesens den ,sauerstoff und ,wasserstoff zu ,wasser vereinigten1 so verschwnden vor ihm die ,zustnde1 die es an den beiden ,stoffen wahrgenommen hat1 in ,nichts4 ,wenn wir ihm nun die ,zustnde auch beschrieben1 die wir am ,wasser wahrnehmen3 es knnte sich von ihnen keine ,vorstellung machen4 ,das beweist1 da in den ,wahrnehmungsinhalten des ,sauerstoffs und des ,wasserstoffs nichts liegt1 aus dem der ,wahrnehmungsinhalt ,wasser abzuleiten ist4 ,ein ,ding entsteht aus zwei oder mehreren andern heit3 es haben sich zwei oder mehrere ,wahrnehmungsinhalte in einen zusammenhngenden1 aber den ersteren gegenber durchaus neuen1 verwandelt4 ,was wre also erreicht1 wenn es gelnge1 ,kohlensure1 ,ammoniak1 ,wasser und ,salze knstlich zu einer lebenden ,eiweisubstanz im ,laboratorium zu vereinigen8 ,man wte1 da die ,wahrnehmungsinhalte der vielerlei ,stoffe sich zu einem ,wahrnehmungsinhalt vereinigen knnen4 ,aber dieser ,wahrnehmungsinhalt ist aus jenen durchaus nicht abzuleiten4 ,der ,zustand des lebenden ,eiweies kann nur an diesem selbst beobachtet1 nicht aus den ,zustnden der ,kohlensure1 des ,ammoniaks1 des ,wassers und der ,salze herausentwickelt werden4 ,im ,organismus hat man etwas von den unorganischen ,bestandteilen1 aus denen er aufgebaut werden kann1 vllig verschiedenes vor sich4 ,die sinnlichen ,wahrnehmungsinhalte verwandeln sich bei der ,entstehung des ,lebewesens in sinnlich-bersinnliche4 ,und wer nicht die ,fhigkeit hat1 sich sinnlich-bersinnliche ,vorstellungen zu machen1 der kann von dem ,wesen eines ,organismus ebensowenig etwas wissen1 wie jemand vom ,wasser etwas erfahren knnte1 wenn ihm die sinnliche ,wahrnehmung desselben unzugnglich wre4 ,die ,keimung1 das ,wachstum1 die ,umwandlung der ,organe1 die ,ernhrung und ,fortpflanzung des ,organismus sich als sinnlich-bersinnlichen ,vorgang vorzustellen1 war ,goethes ,bestreben bei seinen ,studien ber die ,pflanzen- und die ,tierwelt4 ,er bemerkte1 da dieser sinnlich-bersinnliche ,vorgang in der ,idee bei allen ,pflanzen derselbe ist1 und da er nur in der ueren ,erscheinung verschiedene ,formen annimmt4 ,dasselbe konnte ,goethe fr die ,tierwelt feststellen4 ,hat man die ,idee der sinnlich-bersinnlichen ,urpflanze in sich ausgebildet1 so wird man sie in allen einzelnen ,pflanzenformen wiederfinden4 ,die ,mannigfaltigkeit entsteht dadurch1 da das der ,idee nach ,gleiche in der ,wahrnehmungswelt in verschiedenen ,gestalten existieren kann4 ,der einzelne ,organismus besteht aus ,organen1 die auf ein ,grundorgan zurckzufhren sind4 ,das ,grundorgan der ,pflanze ist das ,blatt mit dem ,knoten1 an dem es sich entwickelt4 ,dieses ,organ nimmt in der ueren ,erscheinung verschiedene ,gestalten an3 ,keimblatt1 ,laubblatt1 ,kelchblatt1 ,kronenblatt u4 s4 w4 ,es mag die ,pflanze sprossen1 blhen oder ,frchte tragen1 so sind es doch immer nur dieselbigen ,organe1 welche in vielfltigen ,bestimmungen und unter oft vernderten ,gestalten die ,vorschrift der ,natur erfllen4 ,um ein vollstndiges ,bild der ,urpflanze zu erhalten1 mute ,goethe die ,formen im allgemeinen verfolgen1 welche das ,grundorgan im ,fortgang des ,wachstums einer ,pflanze von der ,keimung bis zur ,samenreife durchmacht4 ,im ,anfang ihrer ,entwicklung ruht die ganze ,pflanzengestalt in dem ,samen4 ,in diesem hat die ,urpflanze eine ,gestalt angenommen1 durch die sie ihren ideellen ,inhalt gleichsam in der ueren ,erscheinung verbirgt4 ,einfach schlief in dem ,samen die ,kraft2 ein beginnendes ,vorbild ,lag1 verschlossen in sich1 unter die ,hlle gebeugt1 ,blatt und ,wurzel und ,keim1 nur halb geformet und farblos2 ,trocken erhlt so der ,kern ruhiges ,leben bewahrt1 ,quillet strebend empor1 sich milder ,feuchte vertrauend1 ,und erhebt sich sogleich aus der umgebenden ,nacht4 7,goethes ,werke in ,krschners ,nat4-,litt4 ,band #cc ,s4 #aje74 ,aus dem ,samen entwickelt die ,pflanze die ersten ,organe1 die ,kotyledonen1 nachdem sie ihre ,hllen mehr oder weniger in der ,erde zurckgelassen und die ,wurzel in den ,boden befestigt hat4 ,und nun folgt im weiteren ,verlauf des ,wachstums ,trieb auf ,trieb2 ,knoten auf ,knoten trmt sich bereinander1 und an jedem ,knoten findet sich ein ,blatt4 ,die ,bltter erscheinen in verschiedenen ,gestalten4 ,die unteren noch einfach1 die oberen mannigfach gekerbt1 eingeschnitten1 aus mehreren ,blttchen zusammengesetzt4 ,die ,urpflanze breitet auf dieser ,stufe der ,entwicklung ihren sinnlich-bersinnlichen ,inhalt im ,raume als uere sinnliche ,erscheinung aus4 ,goethe stellt sich vor1 da die ,bltter ihre fortschreitende ,ausbildung und ,verfeinerung dem ,lichte und der ,luft schuldig sind4 ,wenn wir jene in der verschlossenen ,samenhlle erzeugten ,kotyledonen1 mit einem rohen ,safte nur gleichsam ausgestopft1 fast gar nicht oder nur grob organisiert und ungebildet finden1 so zeigen sich uns die ,bltter der ,pflanzen1 welche unter dem ,wasser wachsen1 grber organisiert als andere1 der freien ,luft ausgesetzte2 ja1 sogar entwickelt dieselbige ,pflanzenart glttere und weniger verfeinerte ,bltter1 wenn sie in tiefen1 feuchten ,orten wchst1 da sie hingegen1 in hhere ,gegenden versetzt1 rauhe1 mit ,haaren versehene1 feiner ausgebildete ,bltter hervorbringt 7,goethes ,werke1 ,nat4-,litt4 ,band #cc ,s4 #be f474 ,in der zweiten ,epoche des ,wachstums zieht die ,pflanze wieder in einen engeren ,raum zusammen1 was sie vorher ausgebreitet hat4 ,miger leitet sie nun den ,saft1 verengt die ,gefe1 ,und gleich zeigt die ,gestalt zrtere ,wirkungen an4 ,stille zieht sich der ,trieb der strebenden ,rnder zurcke1 ,und die ,rippe des ,stiels bildet sich vlliger aus4 ,blattlos aber und schnell hebt sich der zrtere ,stengel1 ,und ein ,wundergebild zieht den ,betrachtenden an4 ,rings im ,kreise stellet sich nun1 gezhlet und ohne ,zahl1 das kleinere ,blatt neben dem hnlichen hin4 ,um die ,achse gedrngt1 entscheidet der bergende ,kelch sich1 ,der zur hchsten ,gestalt farbige ,kronen entlt4 ,im ,kelch zieht sich die ,pflanzengestalt zusammen2 in der ,blumenkrone breitet sie sich wieder aus4 ,nun folgt die nchste ,zusammenziehung in den ,staubgefen und dem ,stempel1 den ,organen der ,fortpflanzung4 ,die ,bildungskraft der ,pflanze entwickelte in den vorhergehenden ,wachstumsperioden in einerlei ,organen als ,trieb1 das ,grundgebilde zu wiederholen4 ,dieselbe ,kraft verteilt sich auf dieser ,stufe der ,zusammenziehung auf zwei ,organe4 ,das ,getrennte sucht sich wieder zusammenzufinden4 ,dies geschieht im ,befruchtungsvorgang4 ,der in dem ,staubgef vorhandene mnnliche ,bltenstaub vereinigt sich mit der weiblichen ,substanz1 die im ,stempel enthalten ist2 und damit ist der ,keim zu einer neuen ,pflanze gegeben4 ,goethe nennt die ,befruchtung eine geistige ,anastomose und sieht in ihr nur eine andere ,form des ,vorgangs1 der in der ,entwicklung von einem ,knoten zum andern stattfindet4 ,an allen ,krpern1 die wir lebendig nennen1 bemerken wir die ,kraft1 ihresgleichen hervorzubringen4 ,wenn wir diese ,kraft geteilt gewahr werden1 bezeichnen wir sie unter dem ,namen der beiden ,geschlechter 7,weimarische ,goethe-,ausgabe1 #b4 ,abteil41 ,band #f ,s4 #cfa74 ,von ,knoten zu ,knoten bringt die ,pflanze ihresgleichen hervor4 ,denn ,knoten und ,blatt sind die einfache ,form der ,urpflanze4 ,in dieser ,form heit die ,hervorbringung ,wachstum4 ,ist die ,fortpflanzungskraft auf zwei ,organe verteilt1 so spricht man von zwei ,geschlechtern4 ,auf diese ,weise glaubt ,goethe die ,begriffe von ,wachstum und ,zeugung einander nher gerckt zu haben4 ,in dem ,stadium der ,fruchtbildung erlangt die ,pflanze ihre letzte ,ausdehnung2 in dem ,samen erscheint sie wieder zusammengezogen4 ,in diesen sechs ,schritten vollendet die ,natur einen ,kreis von ,pflanzenentwicklung1 und sie beginnt den ganzen ,vorgang wieder von vorne4 ,in dem ,samen sieht ,goethe nur eine andere ,form des ,auges1 das sich an den ,laubblttern entwickelt4 ,die aus den ,augen sich entfaltenden ,seitenzweige sind ganze ,pflanzen1 die1 statt in der ,erde1 auf einer ,mutterpflanze stehen4 ,die ,vorstellung von dem sich stufenweise1 wie auf einer geistigen ,leiter vom ,samen bis zur ,frucht sich umbildenden ,grundorgan ist die ,idee der ,urpflanze4 ,gleichsam um die ,verwandlungsfhigkeit des ,grundorgans fr die sinnliche ,anschauung zu beweisen1 lt die ,natur unter gewissen ,bedingungen auf einer ,stufe statt des ,organs1 das nach dem regelmigen ,wachstumsverlaufe entstehen sollte1 ein anderes sich entwickeln4 ,bei den gefllten ,mohnen z4 ,b4 treten an der ,stelle1 wo die ,staubgefe entstehen sollten1 ,blumenbltter auf4 ,das ,organ1 das der ,idee nach zum ,staubgef bestimmt war1 ist ein ,blumenblatt geworden4 ,in dem ,organ1 das im regelmigen ,fortgang der ,pflanzenentwicklung eine bestimmte ,form hat1 ist die ,mglichkeit enthalten1 auch eine andere anzunehmen4 ,als ,illustration seiner ,idee von der ,urpflanze betrachtet ,goethe das ,bryophyllum calycinum1 die gemeine ,keim-,zumpe1 eine ,pflanzenart1 die von den ,molukkeninseln nach ,kalkutta und von da nach ,europa gekommen ist4 ,aus den ,kerben der fetten ,bltter dieser ,pflanzen entwickeln sich frische ,pflnzchen1 die1 nach ihrer ,ablsung1 zu vollstndigen ,pflanzen auswachsen4 ,goethe sieht in diesem ,vorgang sinnlich-anschaulich dargestellt1 da in dem ,blatte eine ganze ,pflanze der ,idee nach ruht 7vergl4 ,goethes ,bemerkungen ber das ,bryophyllum calycinum in der ,weimarischen ,goethe-,ausgabe1 #b4 ,abteil41 ,band ,,vii ,s4 #acg ff474 ,wer die ,vorstellung der ,urpflanze in sich ausbildet und so beweglich erhlt1 da er sie in allen mglichen ,formen denken kann1 die ihr ,inhalt zult1 der kann mit ihrer ,hilfe sich alle ,gestaltungen im ,pflanzenreiche erklren4 ,er wird die ,entwicklung der einzelnen ,pflanze begreifen2 aber er wird auch finden1 da alle ,geschlechter1 ,arten und ,varietten nach diesem ,urbilde geformt sind4 ,diese ,anschauungen hat ,goethe in ,italien ausgebildet und in seiner #agij erschienenen ,schrift3 ,versuch die ,metamorphose der ,pflanzen zu erklren niedergelegt4 ,auch in der ,entwicklung seiner ,ideen ber den menschlichen ,organismus schreitet ,goethe in ,italien vor4 ,am #bj4 ,januar schreibt er an ,knebel3 ,auf ,anatomie bin ich so ziemlich vorbereitet1 und ich habe mir die ,kenntnis des menschlichen ,krpers1 bis auf einen gewissen ,grad1 nicht ohne ,mhe erworben4 ,hier wird man durch die ewige ,betrachtung der ,statuen immerfort1 aber auf eine hhere ,weise hingewiesen4 ,bei unserer medizinisch-chirurgischen ,akademie kommt es blo darauf an1 den ,teil zu kennen1 und hierzu dient auch wohl ein kmmerlicher ,muskel4 ,in ,rom aber wollen die ,teile nichts heien1 wenn sie nicht zugleich eine edle schne ,form darbieten4 -- ,in dem groen ,lazarett ,san ,spirito hat man den ,knstlern zulieb einen sehr schnen ,muskelkrper dergestalt bereitet1 da die ,schnheit desselben in ,verwunderung setzt4 ,er knnte wirklich fr einen geschundenen ,halbgott1 fr einen ,marsyas gelten4 -- ,so pflegt man auch nach ,anleitung der ,alten das ,skelett nicht als eine knstlich zusammengereihte ,knochenmaske zu studieren1 vielmehr zugleich mit den ,bndern1 wodurch es schon ,leben und ,bewegung erhlt4 ,auch nach seiner ,rckkehr aus ,italien treibt ,goethe fleiig anatomische ,studien4 ,es drngt ihn1 die ,bildungsgesetze der tierischen ,gestalt ebenso zu erkennen1 wie ihm dies fr diejenigen der ,pflanze gelungen war4 ,er ist berzeugt1 da auch die ,einheit des ,tier-,organismus auf einem ,grundorgan beruht1 welches in der ueren ,erscheinung verschiedene ,formen annehmen kann4 ,verbirgt sich die ,idee des ,grundorgans1 so erscheint dieses ungeformt4 ,es stellt dann die einfacheren ,organe des ,tieres dar2 bemchtigt sich die ,idee des ,stoffes so1 da sie ihn sich vllig hnlich macht1 dann entstehen die hheren1 die edleren ,organe4 ,was in den einfacheren ,organen der ,idee nach vorhanden ist1 das schliet sich in den hheren nach auen auf4 ,es ist ,goethe nicht geglckt1 die ,gesetzmigkeit der ganzen tierischen ,gestalt in eine einzige ,vorstellung zu fassen1 wie er es fr die ,pflanzenform erreicht hat4 ,nur fr einen ,teil dieser ,gestalt hat er das ,bildungsgesetz gefunden1 fr das ,rckenmark und ,gehirn mit den diese ,organe einschlieenden ,knochen4 ,in dem ,gehirn sieht er eine hhere ,ausbildung des ,rckenmarks4 ,jedes ,nervenzentrum der ,ganglien gilt ihm als ein auf niederer ,stufe stehengebliebenes ,gehirn 7vergl4 ,weimarische ,goethe-,ausgabe1 #b4 ,abteil41 ,band #h ,s4 #cfj74 ,und die das ,gehirn einschlieenden ,schdelknochen deutet er als ,umformungen der ,wirbelknochen1 die das ,rckenmark umhllen4 ,da er die hintern ,schdelknochen 7,hinterhauptbein1 hinteres und vorderes ,keilbein7 als drei umgebildete ,wirbel anzusehen hat1 ist ihm schon frher aufgegangen2 fr die vorderen ,schdelknochen behauptet er dasselbe1 als er im ,jahre #agij auf den ,dnen des ,lido einen ,schafschdel findet1 der so glcklich geborsten ist1 da in dem ,gaumbein1 der oberen ,kinnlade und dem ,zwischenknochen drei ,wirbel in verwandelter ,gestalt unmittelbar sinnlich sich darzustellen scheinen4 ,die ,anatomie der ,tiere war zu ,goethes ,zeit noch nicht so weit vorgeschritten1 da er ein ,lebewesen htte anfhren knnen1 welches wirklich an ,stelle von entwickelten ,schdelknochen ,wirbel hat1 und das also im sinnlichen ,bilde das zeigt1 was bei den vollkommenen ,tieren nur der ,idee nach vorhanden ist4 ,durch die ,untersuchungen ,carl ,gegenbauers1 die im ,jahre #ahgb verffentlicht worden sind1 ist es gelungen1 eine solche ,tierform anzugeben4 ,die ,urfische oder ,selachier haben ,schdelknochen und ein ,gehirn1 die sich deutlich als ,endglieder der ,wirbelsule und des ,rckenmarkes erweisen4 ,nach dem ,befund an diesen ,tieren scheint allerdings eine grere ,zahl von ,wirbeln in die ,kopfbildung eingegangen zu sein 7mindestens neun71 als ,goethe angenommen hat4 ,dieser ,irrtum ber die ,zahl der ,wirbel und auch noch die ,tatsache1 da im ,embryonalzustand der ,schdel der hheren ,tiere keine ,spur einer ,zusammensetzung aus wirbelartigen ,teilen zeigt1 sondern sich aus einer einfachen knorpeligen ,blase entwickelt1 ist gegen den ,wert der ,goetheschen ,idee von der ,umwandlung des ,rckenmarks und der ,wirbelsule angefhrt worden4 ,man giebt zwar zu1 da der ,schdel aus ,wirbeln entstanden ist4 ,aber man leugnet1 da die ,kopfknochen in der ,form1 in der sie sich bei den hheren ,tieren zeigen1 umgebildete ,wirbel seien4 ,man sagt1 da eine vollkommene ,verschmelzung der ,wirbel zu einer knorpeligen ,blase stattgefunden habe1 in der die ursprngliche ,wirbelstruktur vollstndig verschwunden sei4 ,aus dieser ,knorpelkapsel haben sich dann die ,knochenformen herausgebildet1 die an hheren ,tieren wahrzunehmen sind4 ,diese ,formen haben sich nicht nach dem ,urbilde des ,wirbels gebildet1 sondern entsprechend den ,aufgaben1 die sie am entwickelten ,kopfe zu erfllen haben4 ,man htte also1 wenn man nach einem ,erklrungsgrund fr irgend eine ,schdelknochenform sucht1 nicht zu fragen3 wie hat sich ein ,wirbel umgebildet1 um zu dem ,kopfknochen zu werden2 sondern welche ,bedingungen haben dazu gefhrt1 da sich diese oder jene ,knochengestalt aus der einfachen ,knorpelkapsel herausgetrennt hat8 ,man glaubt an die ,bildung neuer ,gestalten1 nach neuen ,bildungsgesetzen1 nachdem die ursprngliche ,wirbelform in eine strukturlose ,kapsel aufgegangen ist4 ,ein ,widerspruch zwischen dieser ,auffassung und der ,goetheschen kann nur vom ,standpunkte des ,tatsachenfanatismus aus gefunden werden4 ,was in der ,knorpelkapsel des ,schdels nicht mehr sinnlich-wahrnehmbar ist1 die ,wirbelstruktur1 ist in ihr gleichwohl der ,idee nach vorhanden und tritt wieder in die ,erscheinung1 sobald die ,bedingungen dazu vorhanden sind4 ,in der knorpeligen ,schdelkapsel verbirgt sich die ,idee des wirbelfrmigen ,grundorgans innerhalb der sinnlichen ,materie2 in den ausgebildeten ,schdelknochen tritt sie wieder in die uere ,erscheinung4 ,goethe hofft1 da sich ihm die ,bildungsgesetze der brigen ,teile des tierischen ,organismus in derselben ,weise offenbaren werden1 wie es diejenigen des ,gehirns1 ,rckenmarks und ihrer ,umhllungsorgane getan haben4 ber die am ,lido gemachte ,entdeckung lt er am #cj4 ,april ,herdern durch ,frau von ,kalb sagen1 da er der ,tiergestalt und ihren mancherlei ,umbildungen um eine ganze ,formel nher gerckt ist und zwar durch den sonderbarsten ,zufall 7,goethe an ,frau von ,kalb74 ,er glaubt1 seinem ,ziele so nahe zu sein1 da er noch in demselben ,jahre1 das ihm den ,fund gebracht hat1 eine ,schrift ber die tierische ,bildung vollenden will1 die sich der ,metamorphose der ,pflanzen an die ,seite stellen lt4 7,briefwechsel mit ,knebel ,s4 #ih47 ,in ,schlesien1 wohin er im ,juli #agij reist1 treibt er ,studien zur vergleichenden ,anatomie und beginnt an einem ,aufsatz ber die ,gestalt der ,tiere zu schreiben4 7,weimarische ,goethe-,ausgabe1 #b4 ,abt4 ,band #h ,s4 #bfa ff474 ,es ist ,goethe nicht gelungen1 von dem glcklich gewonnenen ,ausgangspunkte aus zu den ,bildungsgesetzen der ganzen ,tiergestalt fortzuschreiten4 ,so viel ,anstze er auch dazu macht1 den ,typus der tierischen ,gestalt zu finden3 etwas der ,idee der ,urpflanze ,analoges ist nicht zu stande gekommen4 ,er vergleicht die ,tiere untereinander und mit dem ,menschen und sucht ein allgemeines ,bild des tierischen ,baues zu gewinnen1 nach welchem1 als einem ,muster1 die ,natur die einzelnen ,gestalten formt4 ,eine lebendige ,vorstellung1 die sich nach den ,grundgesetzen der tierischen ,bildung mit einem ,gehalt erfllt und so das ,urtier der ,natur gleichsam nachschafft1 ist dieses allgemeine ,bild des tierischen ,typus nicht4 ,ein allgemeiner ,begriff ist es nur1 der von den besonderen ,erscheinungen abgezogen ist4 ,er stellt das ,gemeinsame in den mannigfaltigen ,tierformen fest2 aber er enthlt nicht die ,gesetzmigkeit der ,tierheit4 ,alle ,glieder bilden sich aus nach ew'gen ,gesetzen1 ,und die seltenste ,form bewahrt im ,geheimen das ,urbild4 7,gedicht1 ,die ,metamorphose der ,tiere74 ,wie dieses ,urbild durch gesetzmige ,umformung eines ,grundgliedes sich als die vielgliedrige ,urform des tierischen ,organismus entwickelt1 davon konnte ,goethe eine einheitliche ,vorstellung nicht entwickeln4 ,sowohl der ,versuch ber die ,gestalt der ,tiere als auch der #agie in ,jena entstandene ,entwurf einer vergleichenden ,anatomie1 ausgehend von der ,osteologie und seine sptere ausfhrlichere ,gestalt ,vortrge ber die drei ersten ,kapitel des ,entwurfs einer allgemeinen ,einleitung in die vergleichende ,anatomie 7#agif7 enthalten nur ,anleitungen darber1 wie die ,tiere zweckmig zu vergleichen sind1 um ein allgemeines ,schema zu gewinnen1 nach dem die schaffende ,gewalt die organischen ,naturen erzeugt und entwickelt1 eine ,norm1 nach welcher die ,beschreibungen auszuarbeiten und auf welche1 indem solche von der ,gestalt der verschiedenen ,tiere abgezogen wre1 die verschiedensten ,gestalten wieder zurckzufhren sind 7vergl4 die genannten ,vortrge74 ,bei der ,pflanze hingegen hat ,goethe gezeigt1 wie ein ,urgebilde durch aufeinanderfolgende ,modifikationen sich gesetzmig zu der vollkommenen organischen ,gestalt ausbildet4 ,wenn er auch nicht die schaffende ,naturgewalt in ihrer ,bildungs- und ,umbildungskraft durch die verschiedenen ,glieder des tierischen ,organismus hindurch verfolgen konnte1 so ist es ,goethe doch gelungen1 einzelne ,gesetze zu finden1 an die sich die ,natur bei der ,bildung der tierischen ,formen hlt1 welche die allgemeine ,norm zwar festhalten1 doch aber in der ,erscheinung verschieden sind4 ,er stellt sich vor1 da die ,natur nicht die ,fhigkeit habe1 das allgemeine ,bild beliebig zu verndern4 ,wenn sie in einer ,form ein ,glied in besonders vollkommener ,form ausbildet1 so kann dies nur auf ,kosten eines andern geschehen4 ,im ,urorganismus sind alle ,glieder enthalten1 die bei irgend einem ,tiere vorkommen knnen4 ,bei der einzelnen ,tierform ist das eine ausgebildet1 das andere nur angedeutet2 das eine besonders vollkommen entwickelt1 das andere vielleicht fr die sinnliche ,beobachtung gar nicht wahrzunehmen4 ,fr den letztern ,fall ist ,goethe berzeugt1 da in jedem ,tiere das1 was von dem allgemeinen ,typus an ihm nicht sichtbar1 doch in der ,idee vorhanden ist4 ,siehst du also dem einen ,geschpf besonderen ,vorzug ,irgend gegnnt1 so frage nur gleich1 wo leidet es etwa ,mangel anderswo1 und suche mit forschendem ,geiste4 ,finden wirst du sogleich zu aller ,bildung den ,schlssel4 ,denn so hat kein ,tier1 dem smtliche ,zhne den obern ,kiefer umzunen1 ein ,horn auf seiner ,stirn getragen1 ,und daher ist den ,lwen gehrnt der ewigen ,mutter ,ganz unmglich zu bilden und bte sie alle ,gewalt auf2 ,denn sie hat nicht ,masse genug1 die ,reihen der ,zhne ,vllig zu pflanzen und auch ein ,geweih und ,hrner zu treiben4 7,metamorphose der ,tiere74 ,im ,urorganismus sind alle ,glieder ausgebildet und halten sich das ,gleichgewicht2 die ,mannigfaltigkeit des ,einzelnen entsteht dadurch1 da die ,kraft der ,bildung sich auf das eine ,glied wirft und dafr ein anderes in der uern ,erscheinung gar nicht oder nur andeutungsweise entwickelt4 ,dieses ,gesetz des tierischen ,organismus nennt man heute das von der ,korrelation oder ,kompensation der ,organe4 ,goethe denkt sich in der ,urpflanze die ganze ,pflanzenwelt1 in dem ,urtiere die ganze ,tierwelt der ,idee nach enthalten4 ,aus diesem ,gedanken entsteht die ,frage3 wie kommt es1 da in dem einen ,falle diese bestimmten ,pflanzen- oder ,tierformen1 in dem andern ,falle jene entstehen8 ,unter welchen ,bedingungen wird aus dem ,urtiere ein ,fisch8 ,unter welchen ein ,vogel8 ,goethe findet zur ,erklrung des ,baues der ,organismen in der ,wissenschaft eine ,vorstellungsart vor1 die ihm zuwider ist4 ,die ,anhnger dieser ,vorstellungsart fragen bei jedem ,organ3 wozu dient es dem ,lebewesen1 an dem es vorkommt8 ,einer solchen ,frage liegt der allgemeine ,gedanke zu ,grunde1 da ein gttlicher ,schpfer oder die ,natur jedem ,wesen einen bestimmten ,lebenszweck vorgesetzt und ihm dann einen solchen ,bau gegeben habe1 da es diesen ,zweck erfllen kann4 ,goethe findet eine solche ,frage ebenso ungereimt1 wie etwa die3 zu welchem ,zwecke bewegt sich eine elastische ,kugel1 wenn sie von einer andern gestoen wird8 ,eine ,erklrung der ,bewegung kann nur gegeben werden durch ,auffinden des ,gesetzes1 nach welchem die ,kugel durch einen ,sto oder eine andere ,ursache in ,bewegung versetzt worden ist4 ,man fragt nicht3 wozu dient die ,bewegung der ,kugel1 sondern3 woher entspringt sie8 ,ebenso soll man1 nach ,goethes ,meinung1 nicht fragen3 wozu hat der ,stier ,hrner1 sondern3 wie kann er ,hrner haben4 ,durch welche ,gesetze tritt in dem ,stiere das ,urtier als hrnertragende ,form auf8 ,goethe hat die ,idee der ,urpflanze und des ,urtieres gesucht1 um in ihnen die ,erklrungsgrnde fr die ,mannigfaltigkeit der organischen ,formen zu finden4 ,die ,urpflanze ist das schaffende ,element in der ,pflanzenwelt4 ,will man eine einzelne ,pflanzenart erklren1 so mu man zeigen1 wie dieses schaffende ,element in dem besonderen ,falle wirkt4 ,die ,vorstellung1 ein organisches ,wesen verdanke seine ,gestalt nicht den in ihm wirkenden und bildenden ,krften1 sondern sie sei ihm zu gewissen ,zwecken von auen aufgedrngt1 wirkt auf ,goethe geradezu abstoend4 ,er schreibt3 ,neulich fand ich in einer leidig apostolisch kapuzinermigen ,deklamation des ,zricher ,propheten die unsinnigen ,worte3 ,alles1 was ,leben hat1 lebt durch etwas auer sich -- oder so ungefhr klang's4 ,das kann nun so ein ,heidenbekehrer hinschreiben1 und bei der ,revision zupft ihn der ,genius nicht beim rmel 7ital4 ,reise1 #e4 ,oktober #aghg74 ,goethe denkt sich das organische ,wesen als eine kleine ,welt1 die durch sich selbst da ist und sich nach ihren ,gesetzen gestaltet4 ,die ,vorstellungsart1 da ein lebendiges ,wesen zu gewissen ,zwecken nach auen hervorgebracht sei und seine ,gestalt durch eine absichtliche ,urkraft dazu determiniert werde1 hat uns in der philosophischen ,betrachtung der natrlichen ,dinge schon mehrere ,jahrhunderte aufgehalten1 und hlt uns noch auf1 obgleich einzelne ,mnner diese ,vorstellungsart eifrig bestritten1 die ,hindernisse1 welche sie in den ,weg legt1 gezeigt haben 444 ,es ist1 wenn man sich so ausdrcken darf1 eine triviale ,vorstellungsart1 die eben deswegen1 wie alle trivialen ,dinge1 trivial ist1 weil sie der menschlichen ,natur im ganzen bequem und zureichend ist 7vergl4 ,weimarische ,goethe-,ausgabe1 #b4 ,abteil41 ,band #g ,s4 #bag f474 ,es ist allerdings bequem zu sagen3 ein ,schpfer hat bei ,erschaffung einer organischen ,art einen gewissen ,zweckgedanken zu ,grunde gelegt1 und ihr deswegen eine bestimmte ,gestalt gegeben4 ,goethe will aber die ,natur nicht aus den ,absichten irgend eines gttlichen ,wesens1 sondern aus den in ihr selbst liegenden ,bildungsgesetzen erklren4 ,eine einzelne organische ,form entsteht dadurch1 da ,urpflanze oder ,urtier in einem besonderen ,falle sich eine bestimmte ,gestalt geben4 ,diese ,gestalt mu eine solche sein1 da die ,form innerhalb der ,bedingungen1 in denen sie lebt1 auch leben kann4 ,die ,existenz eines ,geschpfes1 das wir ,fisch nennen1 ist nur unter der ,bedingung eines ,elementes1 das wir ,wasser nennen1 mglich 7,weimarische ,ausgabe1 #b4 ,abteil41 ,band #g ,s4 #bba74 ,will ,goethe begreifen1 welche ,bildungsgesetze eine bestimmte organische ,form hervorbringen1 so hlt er sich an seinen ,urorganismus4 ,in ihm liegt die ,kraft1 sich in den mannigfaltigsten ueren ,gestalten zu verwirklichen4 ,um einen ,fisch zu erklren1 wrde ,goethe untersuchen1 welche ,bildungskrfte das ,urtier anwendet1 um von allen ,gestalten1 die der ,idee nach in ihm liegen1 gerade die ,fischgestalt hervorzubringen4 ,wrde das ,urtier innerhalb gewisser ,verhltnisse sich in einer ,gestalt verwirklichen1 in der es nicht leben kann1 so ginge es zu ,grunde4 ,erhalten kann sich eine organische ,form innerhalb gewisser ,lebensbedingungen nur1 wenn es denselben angepat ist4 ,also bestimmt die ,gestalt die ,lebensweise des ,tieres1 ,und die ,weise zu leben1 sie wirkt auf alle ,gestalten ,mchtig zurck4 ,so zeiget sich fest die geordnete ,bildung1 ,welche zum ,wechsel sich neigt durch uerlich wirkende ,wesen4 7,metamorphose der ,tiere47 ,die in einem gewissen ,lebenselemente dauernden organischen ,formen sind durch die ,natur dieses ,elementes bedingt4 ,wenn eine organische ,form aus einem ,lebenselemente in ein anderes kme1 so mte sie sich entsprechend verndern4 ,das wird in bestimmten ,fllen eintreten knnen1 denn der ihr zu ,grunde liegende ,urorganismus hat die ,fhigkeit1 sich in unzhligen ,gestalten zu verwirklichen4 ,die ,umwandlung der einen ,form in die andere ist aber1 nach ,goethes ,ansicht1 nicht so zu denken1 da die ueren ,verhltnisse die ,form unmittelbar nach sich umbilden1 sondern so1 da sie die ,veranlassung werden1 durch die sich die innere ,wesenheit verwandelt4 ,vernderte ,lebensbedingungen reizen die organische ,form1 sich nach inneren ,gesetzen in einer gewissen ,weise umzubilden4 ,die ueren ,einflsse wirken mittelbar1 nicht unmittelbar auf die ,lebewesen4 ,unzhlige ,lebensformen sind in ,urpflanze und ,urtier der ,idee nach enthalten2 diejenigen kommen zur thatschlichen ,existenz1 auf welche uere ,einflsse als ,reize wirken4 ,die ,vorstellung1 da eine ,pflanzen- oder ,tierart sich im ,laufe der ,zeiten durch gewisse ,bedingungen in eine andere verwandelt1 hat innerhalb der ,goetheschen ,naturanschauung ihre volle ,berechtigung4 ,goethe stellt sich vor1 da die ,kraft1 welche im ,fortpflanzungsvorgang ein neues ,individuum hervorbringt1 nur eine ,umwandlung derjenigen ,kraftform ist1 die auch die fortschreitende ,umbildung der ,organe im ,verlaufe des ,wachstums bewirkt4 ,die ,fortpflanzung ist ein ,wachstum ber das ,individuum hinaus4 ,wie das ,grundorgan whrend des ,wachstums eine ,folge von ,vernderungen durchluft1 die der ,idee nach gleich sind1 so kann auch bei der ,fortpflanzung eine ,umwandlung der ueren ,gestalt unter ,festhaltung des ideellen ,urbildes stattfinden4 ,wenn eine ursprngliche ,organismenform vorhanden war1 so konnten die ,nachkommen derselben im ,laufe groer ,zeitrume durch allmhliche ,umwandlung in die gegenwrtig die ,erde bevlkernden mannigfaltigen ,formen bergehen4 ,der ,gedanke einer tatschlichen ,blutsverwandtschaft aller organischen ,formen fliet aus den ,grundanschauungen ,goethes4 ,er htte ihn sogleich nach der ,konzeption seiner ,ideen von ,urtier und ,urpflanze in vollkommener ,form aussprechen knnen4 ,aber er drckt sich1 wo er diesen ,gedanken berhrt1 zurckhaltend1 ja unbestimmt aus4 ,in dem ,aufsatz3 ,versuch einer allgemeinen ,vergleichungslehre1 der nicht lange nach der ,metamorphose der ,pflanzen entstanden sein drfte1 ist zu lesen3 ,und wie wrdig ist es der ,natur1 da sie sich immer derselben ,mittel bedienen mu1 um ein ,geschpf hervorzubringen und es zu ernhren6 ,so wird man auf eben diesen ,wegen fortschreiten und1 wie man nur erst die unorganisierten1 undeterminierten ,elemente als ,vehikel der organisierten ,wesen angesehen1 so wird man sich nunmehr in der ,betrachtung erheben und wird die organisierte ,welt wieder als einen ,zusammenhang von vielen ,elementen ansehen4 ,das ganze ,pflanzenreich z4 ,b4 wird uns wieder als ein ungeheures ,meer erscheinen1 welches ebensogut zur bedingten ,existenz der ,insekten ntig ist als das ,weltmeer und die ,flsse zur bedingten ,existenz der ,fische1 und wir werden sehen1 da eine ungeheure ,anzahl lebender ,geschpfe in diesem ,pflanzenozean geboren und ernhrt werde1 ja wir werden zuletzt die ganze tierische ,welt wieder nur als ein groes ,element ansehen1 wo ein ,geschlecht auf dem andern und durch das andere1 wo nicht entsteht1 doch sich erhlt4 ,rckhaltloser ist folgender ,satz der ,vortrge ber die drei ersten ,kapitel des ,entwurfs einer allgemeinen ,einleitung in die vergleichende ,anatomie 7#agif73 ,dies also htten wir gewonnen1 ungescheut behaupten zu knnen1 da alle vollkommenern organischen ,naturen1 worunter wir ,fische1 ,amphibien1 ,vgel1 ,sugetiere und an der ,spitze der letztern den ,menschen sehen1 alle nach einem ,urbilde geformt seien1 das nur in seinen bestndigen ,teilen mehr oder weniger hin- und herneigt und sich noch tglich durch ,fortpflanzung aus- und umbildet4 ,goethes ,vorsicht dem ,umwandlungsgedanken gegenber ist begreiflich4 ,der ,zeit1 in welcher er seine ,ideen ausbildete1 war dieser ,gedanke nicht fremd4 ,aber sie hatte ihn in der wstesten ,weise ausgebildet4 ,die damalige ,zeit 7schreibt ,goethe #ahjg1 vergl4 ,krschners ,nat4-,litt41 ,goethes ,werke ,band #cc ,s4 #ab7 jedoch war dunkler1 als man es sich jetzt vorstellen kann4 ,man behauptete zum ,beispiel1 es hnge nur vom ,menschen ab1 bequem auf allen vieren zu gehen1 und ,bren1 wenn sie sich eine ,zeit lang aufrecht hielten1 knnten zu ,menschen werden4 ,der verwegene ,diderot wagte gewisse ,vorschlge1 wie man ziegenfige ,faune hervorbringen knne1 um solche in ,livre1 zu besonderem ,staat und ,auszeichnung1 den ,groen und ,reichen auf die ,kutsche zu stiften4 ,mit solchen unklaren ,vorstellungen wollte ,goethe nichts zu thun haben4 ,ihm lag daran1 eine ,idee von den ,grundgesetzen des ,lebendigen zu gewinnen4 ,dabei wurde ihm klar1 da die ,gestalten des ,lebendigen nichts ,starres1 ,unvernderliches1 sondern da sie in einer fortwhrenden ,umbildung begriffen sind4 ,wie diese ,umbildung sich im einzelnen vollzieht1 festzustellen1 dazu fehlten ihm die ,beobachtungen4 ,erst ,darwins ,forschungen und ,hckels geistvolle ,reflexionen haben einiges ,licht auf die tatschlichen ,verwandtschaftsverhltnisse einzelner organischer ,formen geworfen4 ,vom ,standpunkt der ,goetheschen ,weltanschauung kann man sich den ,behauptungen des ,darwinismus gegenber1 soweit sie das tatschliche ,hervorgehen einer organischen ,art aus der andren betreffen1 nur zustimmend verhalten4 ,goethes ,ideen dringen aber tiefer in das ,wesen des ,organischen ein als der ,darwinismus der ,gegenwart4 ,dieser glaubt die im ,organischen gelegenen inneren ,triebkrfte1 die sich ,goethe unter dem sinnlich-bersinnlichen ,bilde vorstellt1 entbehren zu knnen4 ,ja er spricht ,goethe sogar die ,berechtigung ab1 von seinen ,voraussetzungen aus von einer wirklichen ,umwandlung der ,organe und ,organismen zu sprechen4 ,jul4 ,sachs weist ,goethes ,gedanken mit den ,worten zurck1 er bertrage die vom ,verstand vollzogene ,abstraktion auf das ,objekt selbst1 indem er diesem eine ,metamorphose zuschreibt1 die sich im ,grunde genommen nur in unserem ,begriffe vollzogen hat4 ,goethe soll1 nach dieser ,ansicht1 nichts weiter gethan haben als ,laubbltter1 ,kelchbltter1 ,blumenbltter u4 s4 w4 unter einen allgemeinen ,begriff gebracht und mit dem ,namen ,blatt bezeichnet haben4 ,ganz anders freilich wre die ,sache1 wenn 444 wir annehmen drften1 da bei den ,vorfahren der uns vorliegenden ,pflanzenform die ,staubfden gewhnliche ,bltter waren u4 s4 w4 7,sachs1 ,geschichte der ,botanik #ahge ,s4 #afi74 ,diese ,ansicht entspringt dem ,tatsachenfanatismus1 der nicht einsehen kann1 da die ,ideen ebenso objektiv zu den ,dingen gehren1 wie das1 was man mit den ,sinnen wahrnehmen kann4 ,goethe ist der ,ansicht1 da von ,verwandlung eines ,organes in das andere nur gesprochen werden kann1 wenn beide auer ihrer ueren ,erscheinung noch etwas enthalten1 das ihnen gemeinsam ist4 ,dies ist die sinnlich-bersinnliche ,form4 ,das ,staubgef einer uns vorliegenden ,pflanzenform kann nur dann als das umgewandelte ,blatt der ,vorfahren bezeichnet werden1 wenn in beiden die gleiche sinnlich-bersinnliche ,form lebt4 ,ist das nicht der ,fall1 entwickelt sich an der uns vorliegenden ,pflanzenform einfach an derselben ,stelle ein ,staubgef1 an der sich bei den ,vorfahren ein ,blatt entwickelt hat1 dann hat sich nichts verwandelt1 sondern es ist an die ,stelle des einen ,organs ein anderes getreten4 ,der ,zoologe ,oskar ,schmidt fragt3 ,was sollte denn auch nach ,goethes ,anschauungen umgebildet werden8 ,das ,urbild doch nicht 7,war ,goethe ,darwinianer8 ,graz #ahga ,s4 #bb74 ,gewi wandelt sich nicht das ,urbild um1 denn dieses ist ja in allen ,formen das gleiche4 ,aber eben weil dieses gleich bleibt1 knnen die ueren ,gestalten verschieden sein und doch ein einheitliches ,ganzes darstellen4 ,knnte man nicht in zwei auseinander entwickelten ,formen das gleiche ideelle ,urbild erkennen1 so knnte keine ,beziehung zwischen ihnen angenommen werden4 ,erst durch die ,vorstellung der ideellen ,urform kann man mit der ,behauptung1 die organischen ,formen entstehen durch ,umbildung auseinander1 einen wirklichen ,sinn verbinden4 ,wer nicht zu dieser ,vorstellung sich erhebt1 der bleibt innerhalb der bloen ,tatsachen stecken4 ,in ihr liegen die ,gesetze der organischen ,entwicklung4 ,wie durch ,kepplers drei ,grundgesetze die ,vorgnge im ,sonnensystem begreiflich sind1 so durch ,goethes ideelle ,urbilder die ,gestalten der organischen ,natur4 ,kant1 der dem menschlichen ,geiste die ,fhigkeit abspricht1 ein ,ganzes ideell zu durchdringen1 durch welches ein ,mannigfaltiges in der ,erscheinung bestimmt wird1 nennt es ein gewagtes ,abenteuer der ,vernunft1 wenn jemand die einzelnen ,formen der organischen ,welt aus einem ,urorganismus erklren wollte4 ,fr ihn ist der ,mensch nur im stande1 die mannigfaltigen ,einzelerscheinungen in einen allgemeinen ,begriff zusammenzufassen1 durch den sich der ,verstand ein ,bild macht von der ,einheit4 ,dieses ,bild ist aber nur im menschlichen ,geiste vorhanden und hat nichts zu thun mit der schaffenden ,gewalt1 durch welche die ,einheit wirklich die ,mannigfaltigkeit aus sich hervorgehen lt4 ,das gewagte ,abenteuer der ,vernunft bestnde darin1 da jemand annhme1 die ,erde liee aus ihrem ,mutterscho erst einfache ,organismen von minder zweckmiger ,bildung hervorgehen1 die aus sich zweckmigere ,formen gebren4 ,da ferner aus diesen noch hhere sich entwickeln bis hinauf zu den vollkommensten ,lebewesen4 ,wenn auch jemand eine solche ,annahme machte1 meint ,kant1 so knne er doch nur eine absichtsvolle ,schpferkraft zu ,grunde legen1 welche der ,entwicklung einen solchen ,ansto gegeben hat1 da sich alle ihre einzelnen ,glieder zweckmig entwickeln4 ,der ,mensch nimmt eben eine ,vielheit mannigfaltiger ,organismen wahr2 und da er nicht in sie hineindringen kann1 um zu sehen1 wie sie sich selbst eine ,form geben1 die dem ,lebenselement angepat ist1 in dem sie sich entwickeln1 so mu er sich vorstellen1 sie seien von auen her so eingerichtet1 da sie innerhalb ihrer ,bedingungen leben knnen4 ,goethe legt sich die ,fhigkeit bei1 zu erkennen1 wie die ,natur aus dem ,ganzen das ,einzelne1 aus dem ,innern das uere schafft4 ,was ,kant ,abenteuer der ,vernunft nennt1 will er deshalb mutig bestehen 7vergl4 den ,aufsatz ,anschauende ,urteilskraft1 ,goethes ,werke in ,krschners ,nat4-,litt4 ,bd4 #cd74 ,wenn wir keinen anderen ,beweis dafr htten1 da ,goethe den ,gedanken einer ,blutsverwandtschaft aller organischen ,formen als berechtigt anerkennt1 wir mten es aus diesem ,urteil ber ,kants ,abenteuer der ,vernunft folgern4 ,ein noch vorhandener skizzenhafter ,entwurf einer ,morphologie lt erraten1 da ,goethe den ,plan hatte1 die besonderen ,gestalten in ihrer ,stufenfolge darzustellen1 die seine ,urpflanze und sein ,urtier in den ,hauptformen der ,lebewesen annehmen 7vergl4 ,weimar4 ,ausgabe1 #b4 ,abteil41 ,band #f ,s4 #cba74 ,er wollte zuerst das ,wesen des ,organischen schildern1 wie es ihm bei seinem ,nachdenken ber ,tiere und ,pflanzen aufgegangen4 ,dann aus einem ,punkte ausgehend zeigen1 wie das organische ,urwesen sich nach der einen ,seite zu der mannigfaltigen ,pflanzenwelt1 nach der andern zu der ,vielheit der ,tierformen entwickelt1 wie besonderen ,formen der ,wrmer1 ,insekten1 der hheren ,tiere und die ,form des ,menschen aus dem allgemeinen ,urbilde abgeleitet werden knnen4 ,auch auf die ,physiognomik und ,schdellehre sollte ein ,licht fallen4 ,die uere ,gestalt im ,zusammenhange mit den inneren geistigen ,fhigkeiten darzustellen1 machte sich ,goethe zur ,aufgabe4 ,es drngte ihn1 den organischen ,bildungstrieb1 der sich in den niederen ,organismen in einer einfachen ueren ,erscheinung darbietet1 zu verfolgen in seinem ,streben1 sich stufenweise in immer vollkommeneren ,gestalten zu verwirklichen1 bis er sich in dem ,menschen eine ,form giebt1 die diesen zum ,schpfer der geistigsten ,erzeugnisse geeignet macht4 ,dieser ,plan ,goethes ist ebensowenig zur ,ausfhrung gekommen wie ein anderer1 zu dem das ,fragment ,vorarbeiten zu einer ,physiologie der ,pflanzen ein ,anlauf ist 7vergl4 ,weimar4 ,goethe-,ausgabe1 #b4 ,abteil41 ,band #f ,s4 #bhf ff474 ,goethe wollte zeigen1 wie alle einzelnen ,zweige des ,naturerkennens3 ,naturgeschichte1 ,naturlehre1 ,anatomie1 ,chemie1 ,zoonomie und ,physiologie zusammenwirken mssen1 um von einer hheren ,anschauungsweise dazu verwendet zu werden1 ,gestalten und ,vorgnge der ,lebewesen zu erklren4 ,er wollte eine neue ,wissenschaft1 eine allgemeine ,morphologie der ,organismen aufstellen1 zwar nicht dem ,gegenstande nach1 denn derselbe ist bekannt1 sondern der ,ansicht und der ,methode nach1 welche sowohl der ,lehre selbst eine eigene ,gestalt geben mu1 als ihr auch gegen andere ,wissenschaften ihren ,platz anzuweisen hat4 ,was die ,anatomie1 ,naturgeschichte1 ,naturlehre1 ,chemie1 ,zoonomie1 ,physiologie an einzelnen ,naturgesetzen darbieten1 soll von der lebendigen ,vorstellung des ,organischen ebenso aufgenommen und auf eine hhere ,stufe gestellt werden1 wie das ,lebewesen selbst die einzelnen ,naturvorgnge in den ,kreis seiner ,bildung aufnimmt und auf eine hhere ,stufe des ,wirkens stellt4 ,goethe ist zu den ,ideen1 die ihm durch das ,labyrinth der lebendigen ,gestalten durchhalfen1 auf eigenen ,wegen gelangt4 ,die herrschenden ,anschauungen ber wichtige ,gebiete des ,naturwirkens widersprachen seiner allgemeinen ,weltanschauung4 ,deshalb mute er sich selbst ber solche ,gebiete ,vorstellungen ausbilden1 die seinem ,wesen gem waren4 ,er war aber berzeugt1 da es nichts ,neues unter der ,sonne gebe1 und da man gar wohl in berlieferungen schon angedeutet finden knne1 was man selbst gewahr wird4 ,er teilt gelehrten ,freunden aus diesem ,grunde seine ,schrift ber die ,metamorphose der ,pflanzen mit und bittet sie1 ihm darber ,auskunft zu geben1 ob ber den behandelten ,gegenstand schon etwas geschrieben oder berliefert ist4 ,er hat die ,freude1 da ihn ,friedrich ,august ,wolf1 auf einen trefflichen ,vorarbeiter1 ,kaspar ,friedrich ,wolf aufmerksam macht4 ,goethe macht sich mit dessen #agei erschienenen ,theoria generationis bekannt4 ,gerade an diesem ,vorarbeiter aber ist zu beobachten1 wie jemand eine richtige ,ansicht ber die ,tatsachen haben und doch nicht zur vollendeten ,idee der organischen ,bildung kommen kann1 wenn er nicht fhig ist1 sich durch ein hheres als das sinnliche ,anschauungsvermgen in den ,besitz der sinnlich-bersinnlichen ,form des ,lebens zu setzen4 ,wolf ist ein ausgezeichneter ,beobachter4 ,er sucht durch mikroskopische ,untersuchungen sich ber die ,anfnge des ,lebens aufzuklren4 ,er erkennt in dem ,kelch1 der ,blumenkrone1 den ,staubgefen1 dem ,stempel1 dem ,samen umgewandelte ,bltter4 ,aber er schreibt die ,umwandlung einer allmhlichen ,abnahme der ,lebenskraft zu1 die in dem ,mae sich vermindern soll1 als die ,vegetation lnger fortgesetzt wird1 um endlich ganz zu verschwinden4 ,kelch1 ,krone u4 s4 w4 sind ihm daher eine unvollkommene ,ausbildung der ,bltter4 ,wolf ist als ,gegner ,hallers aufgetreten1 der die ,prformations- oder ,einschachtelungslehre vertrat4 ,nach dieser sollten alle ,glieder eines ausgewachsenen ,organismus im ,keim schon im ,kleinen vorgebildet sein1 und zwar in derselben ,gestalt und gegenseitigen ,anordnung wie im vollendeten ,lebewesen4 ,die ,entwicklung eines ,organismus ist demzufolge nur eine ,auswicklung des schon ,vorhandenen4 ,wolf lie nur das gelten1 was er mit ,augen sah4 ,und da der eingeschachtelte ,zustand eines ,lebewesens auch durch die sorgfltigsten ,beobachtungen nicht zu entdecken war1 betrachtete er die ,entwicklung als eine wirkliche ,neubildung4 ,die ,gestalt eines organischen ,wesens ist1 nach seiner ,ansicht1 im ,keime noch nicht vorhanden4 ,goethe ist derselben ,meinung in ,bezug auf die uere ,erscheinung4 ,auch er lehnt die ,einschachtelungslehre ,hallers ab4 ,fr ,goethe ist der ,organismus im ,keime zwar vorgebildet1 aber nicht der ueren ,erscheinung1 sondern der ,idee nach4 ,die uere ,erscheinung betrachtet auch er als eine ,neubildung4 ,aber er wirft ,wolf vor1 da dieser da1 wo er nichts mit den ,augen des ,leibes sieht1 auch mit ,geistes-,augen nichts wahrnimmt4 ,wolf hatte keine ,vorstellung davon1 da etwas der ,idee nach doch vorhanden sein kann1 auch wenn es nicht in die uere ,erscheinung tritt4 ,deshalb ist er immer bemht1 auf die ,anfnge der ,lebensbildung durch mikroskopische ,untersuchungen zu dringen1 und so die organischen ,embryonen von ihrer frhesten ,erscheinung bis zur ,ausbildung zu verfolgen4 ,wie vortrefflich diese ,methode auch sei1 durch die er soviel geleistet hat2 so dachte der treffliche ,mann doch nicht1 da es ein ,unterschied sei zwischen ,sehen und ,sehen1 da die ,geistes-,augen mit den ,augen des ,leibes in stetem lebendigen ,bunde zu wirken haben1 weil man sonst in ,gefahr gert zu sehen und doch vorbeizusehen4 -- ,bei der ,pflanzenverwandlung sah er dasselbige ,organ sich immerfort zusammenziehen1 sich verkleinern2 da aber dieses ,zusammenziehen mit einer ,ausdehnung abwechsele1 sah er nicht4 ,er sah1 da es sich an ,volum verringere1 und bemerkte nicht1 da es sich zugleich veredle1 und schrieb daher den ,weg zur ,vollendung1 widersinnig1 einer ,verkmmerung zu 7#cc4 ,band der ,goethe-,ausgaben in ,krschners ,nat4-,litt474 ,bis zu seinem ,lebensende stand ,goethe mit zahlreichen ,naturforschern in persnlichem und schriftlichem ,verkehre4 ,er beobachtete die ,fortschritte der ,wissenschaft von den ,lebewesen mit dem regsten ,interesse2 er sah mit ,freuden1 wie in diesem ,erkenntnisgebiete ,vorstellungsarten ,eingang fanden1 die sich der seinigen nherten und wie auch seine ,metamorphosenlehre von einzelnen ,forschern anerkannt und fruchtbar gemacht wurde4 ,im ,jahre #ahag begann er seine ,arbeiten zu sammeln und in einer ,zeitschrift1 die er unter dem ,titel ,zur ,morphologie begrndete1 herauszugeben4 ,zu einer ,weiterbildung seiner ,ideen ber organische ,bildung durch eigene ,beobachtung oder ,reflexion kam er trotz alledem nicht mehr4 ,zu einer eingehenderen ,beschftigung mit solchen ,ideen fand er sich nur noch zweimal angeregt4 ,in beiden ,fllen fesselten ihn wissenschaftliche ,erscheinungen1 in denen er eine ,besttigung seiner ,gedanken fand4 ,die eine waren die ,vortrge1 die ,k4 ,f4 ,ph4 ,martius ber die ,vertikal- und ,spiraltendenz der ,vegetation auf den ,naturforscherversammlungen in den ,jahren #ahbh und #bi hielt und von denen die ,zeitschrift ,isis ,auszge brachte2 die andere ein naturwissenschaftlicher ,streit in der franzsischen ,akademie1 der im ,jahre #ahcj zwischen ,geoffroy de ,saint-,hilaire und ,cuvier ausbrach4 ,martius dachte sich das ,wachstum der ,pflanze von zwei ,tendenzen beherrscht1 von einem ,streben in der senkrechten ,richtung1 wovon ,wurzel und ,stengel beherrscht werden2 und von einem anderen1 wodurch ,bltter-1 ,bltenorgane u4 s4 w4 veranlat werden1 sich gem der ,form einer ,spirallinie an die senkrechten ,organe anzugliedern4 ,goethe griff diese ,ideen auf und brachte sie mit seiner ,vorstellung von der ,metamorphose in ,verbindung4 ,er schrieb einen lngeren ,aufsatz 7,goethe-,ausgabe in ,krschners ,nat4-,litt4 ,band #cc71 in dem er alle seine ,erfahrungen ber die ,pflanzenwelt zusammenstellte1 die ihm auf das ,vorhandensein der zwei ,tendenzen hinzudeuten schienen4 ,er glaubt1 da er diese ,tendenzen in seine ,idee der ,metamorphose aufnehmen msse4 ,wir muten annehmen3 es walte in der ,vegetation eine allgemeine ,spiraltendenz1 wodurch in ,verbindung mit dem vertikalen ,streben aller ,bau1 jede ,bildung der ,pflanzen nach dem ,gesetze der ,metamorphose vollbracht wird4 ,das ,vorhandensein der ,spiralgefe in einzelnen ,pflanzenorganen fat ,goethe als ,beweis auf1 da die ,spiraltendenz das ,leben der ,pflanze durchgreifend beherrscht4 ,nichts ist der ,natur gemer1 als da sie das1 was sie im ganzen intentioniert1 durch das ,einzelnste in ,wirksamkeit versetzt4 ,man trete zur ,sommerszeit vor eine im ,gartenboden eingesteckte ,stange1 an welcher eine ,winde 7,konvolvel7 von unten an sich fortschlngelnd in die ,hhe steigt1 sich fest anschlieend ihren lebendigen ,wachstum verfolgt4 ,man denke sich ,winde und ,stange1 beide gleich lebendig1 aus einer ,wurzel aufsteigend1 sich wechselweise hervorbringend und so unaufhaltsam fortschreitend4 ,wer sich diesen ,anblick in ein inneres ,anschauen verwandeln kann1 der wird sich den ,begriff sehr erleichtert haben4 ,die rankende ,pflanze sucht das auer sich1 was sie sich selbst geben sollte und nicht vermag4 ,dasselbe ,gleichnis wendet ,goethe am #ae4 ,mrz #ahcb in einem ,briefe an den ,grafen ,sternberg an und setzt die ,worte hinzu3 ,freilich pat dies ,gleichnis nicht ganz1 denn im ,anfang mute die ,schlingpflanze sich um den sich erhebenden ,stamm in kaum merklichen ,kreisen herumwinden4 ,je mehr sie sich aber der oberen ,spitze nherte1 desto schneller mute die ,schraubenlinie sich drehen1 um endlich 7bei der ,blte7 in einem ,kreise auf einen ,discus sich zu versammeln1 dem ,tanze hnlich1 wo man sich in der ,jugend gar oft ,brust an ,brust1 ,herz an ,herz mit den liebenswrdigsten ,kindern selbst wider ,willen gedrckt sah4 ,verzeih diese ,anthropomorphismen4 ,ferdinand ,cohn bemerkt zu dieser ,stelle3 ,htte ,goethe nur noch ,darwin erlebt6 444 wie wrde er sich des ,mannes erfreut haben1 der durch streng induktive ,methode klare und berzeugende ,beweise fr seine ,ideen zu finden wute4 ,darwin hat von fast allen ,pflanzenorganen gezeigt1 da sie in der ,zeit ihres ,wachstums die ,tendenz zu schraubenfrmigen ,bewegungen haben1 die er circummutation nennt4 ,im ,september #ahcj spricht sich ,goethe in einem ,aufsatz ber den ,streit der beiden ,naturforscher ,cuvier und ,geoffroy de ,saint-,hilaire aus2 im ,mrz #ahcb setzt er diesen ,aufsatz fort4 ,der ,tatsachenfanatiker ,cuvier trat im ,februar und ,mrz #ahcj in der franzsischen ,akademie gegen die ,ausfhrungen ,geoffroy ,st4 ,hilaires auf1 der1 nach ,goethes ,meinung1 zu einer hohen der ,idee gemen ,denkweise gelangt war4 ,cuvier ist ein ,meister im ,unterscheiden der einzelnen organischen ,formen4 ,geoffroy bemht sich1 die ,analogien in diesen ,formen aufzusuchen und den ,nachweis zu fhren1 die ,organisation der ,tiere sei einem allgemeinen1 nur hier und da modifizierten ,plan1 woher die ,unterscheidung derselben abzuleiten sei1 unterworfen4 ,er strebt die ,verwandtschaft der ,geschpfe zu erkennen und ist der berzeugung1 das ,einzelne knne aus dem ,ganzen nach und nach entwickelt werden4 ,goethe betrachtet ,geoffroy als ,gesinnungsgenossen2 er spricht das am #b4 ,august #ahcj zu ,eckermann mit den ,worten aus3 ,jetzt ist ,geoffroy de ,saint-,hilaire entschieden auf unserer ,seite und mit ihm alle bedeutenden ,schler und ,anhnger ,frankreichs4 ,dieses ,ereignis ist fr mich von ganz unglaublichem ,wert und ich juble mit ,recht ber den endlichen ,sieg einer ,sache1 der ich mein ,leben gewidmet habe und die vorzglich auch die meinige ist4 ,geoffroy bt eine ,denkweise1 die auch die ,goethes ist1 er sucht in der ,erfahrung mit dem sinnlich ,mannigfaltigen zugleich auch die ,idee der ,einheit zu ergreifen2 ,cuvier hlt sich an das ,mannigfaltige1 an das ,einzelne1 weil ihm bei dessen ,betrachtung die ,idee nicht zugleich aufgeht4 ,geoffroy hat eine richtige ,empfindung von dem ,verhltnisse des ,sinnlichen zur ,idee2 ,cuvier hat sie nicht4 ,deshalb bezeichnet er ,geoffroys einziges ,prinzip als anmalich1 ja erklrt es sogar fr untergeordnet4 ,man kann besonders an ,naturforschern die ,erfahrung machen1 da sie absprechend ber ein blo ,ideelles1 ,gedachtes sprechen4 ,sie haben kein ,organ fr das ,ideelle und kennen daher dessen ,wirkungsweise nicht4 ,goethe wurde dadurch1 da er dieses ,organ in besonders vollkommener ,ausbildung besa1 von seiner allgemeinen ,weltanschauung aus zu seinen tiefen ,einsichten in das ,wesen des ,lebendigen gefhrt4 ,seine ,fhigkeit1 die ,geistes-,augen mit den ,augen des ,leibes in stetem lebendigen ,bunde wirken zu lassen1 machte es ihm mglich1 die einheitliche sinnlich-bersinnliche ,wesenheit anzuschauen1 die sich durch die organische ,entwicklung hindurchzieht1 und diese ,wesenheit auch da anzuerkennen1 wo ein ,organ sich aus dem andern herausbildet1 durch ,umbildung seine ,verwandtschaft1 seine ,gleichheit mit dem vorhergehenden verbirgt1 verleugnet1 und sich in ,bestimmung wie in ,bildung in dem ,grade verndert1 da keine ,vergleichung nach ueren ,kennzeichen mehr mit dem vorhergehenden stattfinden knne 7vergl4 den ,aufsatz ber ,joachim ,jungius in ,goethes ,werken1 ,band #cc1 ,krschners ,nat4-,litt474 ,das ,sehen mit den ,augen des ,leibes vermittelt die ,erkenntnis des ,sinnlichen und ,materiellen2 das ,sehen mit ,geistes-,augen fhrt zur ,anschauung der ,vorgnge im menschlichen ,bewutsein1 zur ,beobachtung der ,gedanken-1 ,gefhls- und ,willenswelt2 der lebendige ,bund zwischen geistigem und leiblichem ,auge befhigt zur ,erkenntnis des ,organischen1 das als sinnlich-bersinnliches ,element zwischen dem rein ,sinnlichen und rein ,geistigen in der ,mitte liegt4 ,,die ,,betrachtung ,,der ,,farbenwelt4 ,,die ,,erscheinungen ,,der ,,farbenwelt4 ,goethe wird durch die ,empfindung1 da die hohen ,kunstwerke von ,menschen nach wahren und natrlichen ,gesetzen hervorgebracht sind1 fortwhrend angeregt1 diese wahren und natrlichen ,gesetze des knstlerischen ,schaffens aufzusuchen4 ,er ist berzeugt1 die ,wirkung eines ,kunstwerkes msse darauf beruhen1 da aus demselben eine natrliche ,gesetzmigkeit herausleuchtet4 ,er will diese ,gesetzmigkeit erkennen4 ,er will wissen1 aus welchem ,grunde die hchsten ,kunstwerke zugleich die hchsten ,naturwerke sind4 ,es wird ihm klar1 da die ,griechen nach eben den ,gesetzen verfuhren1 nach denen die ,natur verfhrt1 als sie aus der menschlichen ,gestalt den ,kreis gttlicher ,bildung entwickelten4 7,ital4 ,reise #bh4 ,jan4 #aghg74 ,er will sehen1 wie die ,natur diese ,bildung zu stande bringt4 ,um sie in den ,kunstwerken verstehen zu knnen4 ,goethe schildert1 wie es ihm in ,italien allmhlich gelungen ist1 zu einer ,einsicht in die natrliche ,gesetzmigkeit des knstlerischen ,schaffens zu kommen 7vergl4 ,confession des ,verfassers1 ,goethes ,werke1 ,band #cf in ,krschners ,nat4-,litt474 ,zum ,glck konnte ich mich an einigen von der ,poesie herbergebrachten1 mir durch inneres ,gefhl und langen ,gebrauch bewhrten ,maximen festhalten1 so da es mir zwar schwer1 aber nicht unmglich ward1 durch ununterbrochenes ,anschauen der ,natur und ,kunst1 durch lebendiges wirksames ,gesprch mit mehr oder weniger einsichtigen ,kennern1 durch stetes ,leben mit mehr oder weniger praktischen oder denkenden ,knstlern1 nach und nach mir die ,kunst berhaupt einzuteilen1 ohne sie zu zerstckeln1 und ihre verschiedenen ineinander greifenden ,elemente gewahr zu werden4 ,nur ein einziges ,element will ihm nicht die natrlichen ,gesetze offenbaren1 nach denen es im ,kunstwerke wirkt3 das ,kolorit4 ,mehrere ,gemlde werden in seiner ,gegenwart erfunden und komponiert1 die ,teile1 der ,stellung und der ,form nach1 sorgfltig durchstudiert4 ,die ,knstler knnen ihm ,rechenschaft geben1 wie sie bei der ,komposition verfahren4 ,sobald aber die ,rede aufs ,kolorit kommt1 da scheint alles von der ,willkr abzuhngen4 ,niemand wei1 welcher ,bezug zwischen ,farbe und ,helldunkel1 und zwischen den einzelnen ,farben herrscht4 ,worauf es beruht1 da ,gelb einen warmen und behaglichen ,eindruck macht1 ,blau die ,empfindung der ,klte hervorruft1 da ,gelb und ,rotblau nebeneinander eine harmonische ,wirkung hervorbringen1 darber kann ,goethe keinen ,aufschlu gewinnen4 ,er sieht ein1 da er sich mit der ,gesetzmigkeit der ,farbenwelt in der ,natur erst bekannt machen mu1 um von da aus in die ,geheimnisse des ,kolorits einzudringen4 ,weder die ,begriffe ber die physische ,natur der ,farbenerscheinungen1 die ,goethe von seiner ,studienzeit her noch im ,gedchtnis hatte1 noch die physikalischen ,kompendien1 die er um ,rat fragte1 erwiesen sich fr seinen ,zweck als fruchtbar4 ,wie alle ,welt1 war ich berzeugt1 da die smtlichen ,farben im ,licht enthalten seien2 nie war es mir anders gesagt worden1 und niemals hatte ich die geringste ,ursache gefunden1 daran zu zweifeln1 weil ich bei der ,sache nicht weiter interessiert war 7,konfession des ,verfassers1 ,goethes ,werke in ,krschners ,nat4-,litt4 ,band #cf1 #b74 ,als er aber anfing1 interessiert zu sein1 da fand er1 da er aus dieser ,ansicht nichts fr seinen ,zweck entwickeln konnte4 ,der ,begrnder dieser ,ansicht1 die ,goethe bei den ,naturforschern herrschend fand1 und die heute noch dieselbe ,stellung einnimmt1 ist ,newton4 ,sie behauptet1 das weie ,licht1 wie es von der ,sonne ausgeht1 ist aus farbigen ,lichtern zusammengesetzt4 ,die ,farben entstehen dadurch1 da die einzelnen ,bestandteile aus dem weien ,lichte ausgesondert werden4 ,lt man durch eine kleine runde ffnung ,sonnenlicht in ein dunkles ,zimmer treten1 und fngt es auf einem weien ,schirme1 der senkrecht gegen die ,richtung des einfallenden ,lichtes gestellt wird1 auf1 so erhlt man ein weies ,sonnenbild4 ,stellt man zwischen die ffnung und den ,schirm ein ,glasprisma1 durch welches das ,licht durchstrahlt1 so verndert sich das weie runde ,sonnenbild4 ,es erscheint verschoben1 in die ,lnge gezogen und farbig4 ,man nennt dieses ,bild ,sonnenspektrum4 ,bringt man das ,prisma so an1 da die oberen ,partien des ,lichtes einen krzeren ,weg innerhalb der ,glasmasse zurckzulegen haben als die unteren1 so ist das farbige ,bild nach unten verschoben4 ,der obere ,rand des ,bildes ist rot1 der untere violett2 das ,rote geht nach unten in ,gelb1 das ,violette nach oben in ,blau ber2 die mittlere ,partie des ,bildes ist im allgemeinen wei4 ,nur bei einer gewissen ,entfernung des ,schirmes vom ,prisma verschwindet das ,weie in der ,mitte vollstndig2 das ganze ,bild erscheint farbig1 und zwar von oben nach unten in der ,folge3 rot1 orange1 gelb1 grn1 hellblau1 indigo1 violett4 ,aus diesem ,versuche schlieen ,newton und seine ,anhnger1 da die ,farben ursprnglich in dem weien ,lichte enthalten seien1 aber miteinander vermischt4 ,durch das ,prisma werden sie voneinander gesondert4 ,sie haben die ,eigenschaft1 beim ,durchgange durch einen durchsichtigen ,krper verschieden stark von ihrer ,richtung abgelenkt1 das heit gebrochen zu werden4 ,das rote ,licht wird am wenigsten1 das violette am meisten gebrochen4 ,nach der ,stufenfolge ihrer ,brechbarkeit erscheinen sie im ,spektrum4 ,betrachtet man einen schmalen ,papierstreifen auf schwarzem ,grunde durch ein ,prisma1 so erscheint derselbe ebenfalls abgelenkt4 ,er ist zugleich breiter und an seinen ,rndern farbig4 ,der obere ,rand erscheint violett1 der untere rot2 das ,violette geht auch hier ins ,blaue1 das ,rote ins ,gelbe ber2 die ,mitte ist im allgemeinen wei4 ,nur bei einer gewissen ,entfernung des ,prismas von dem ,streifen erscheint dieser ganz farbig4 ,in der ,mitte erscheint wieder das ,grn4 ,auch hier soll das ,weie des ,papierstreifens in seine farbigen ,bestandteile zerlegt sein4 ,da nur bei einer gewissen ,entfernung des ,schirmes oder ,streifens vom ,prisma alle ,farben erscheinen1 whrend sonst die ,mitte wei ist1 erklren die ,newtonianer einfach4 ,sie sagen3 ,in der ,mitte fallen die strker abgelenkten ,lichter vom oberen ,teil des ,bildes mit den schwcher abgelenkten vom unteren zusammen und vermischen sich zu ,wei4 ,nur an den ,rndern erscheinen die ,farben1 weil hier in die am schwchsten abgelenkten ,lichtteile keine strker abgelenkten von oben und in die am strksten abgelenkten keine schwcher abgelenkten von unten hineinfallen knnen4 ,dies ist die ,ansicht1 aus der ,goethe fr seinen ,zweck nichts entwickeln kann4 ,er will deshalb die ,erscheinungen selbst beobachten4 ,er wendet sich an ,hofrat ,bttner in ,jena1 der ihm die ,apparate leihweise berlt1 mit denen er die ntigen ,versuche anstellen kann4 ,er ist zunchst mit andern ,arbeiten beschftigt und will1 auf ,bttners ,drngen1 die ,apparate wieder zurckgeben4 ,vorher nimmt er doch noch ein ,prisma zur ,hand1 um durch dasselbe auf eine vllig geweite ,wand zu sehen4 ,er erwartet1 da sie in verschiedenen ,stufen gefrbt erscheine4 ,aber sie bleibt wei4 ,nur an den ,stellen1 wo das ,weie an ,dunkles stt1 treten ,farben auf4 ,die ,fensterstbe erscheinen in den allerlebhaftesten ,farben4 ,aus diesen ,beobachtungen glaubt ,goethe zu erkennen1 da die ,newtonsche ,anschauung falsch sei1 da die ,farben nicht im weien ,lichte enthalten seien4 ,die ,grenze1 das ,dunkle1 msse mit der ,entstehung der ,farben etwas zu tun haben4 ,er setzt die ,versuche fort4 ,weie ,flchen auf schwarzem und schwarze ,flchen auf weiem ,grunde werden betrachtet4 ,allmhlich bildet er sich eine eigene ,ansicht4 ,eine weie ,scheibe auf schwarzem ,grunde erscheint beim ,durchblicken durch das ,prisma verschoben4 ,die oberen ,partien der ,scheibe1 meint ,goethe1 schieben sich ber das angrenzende ,schwarz des ,untergrundes2 whrend sich dieser ,untergrund ber die unteren ,partien der ,scheibe hinzieht4 ,sieht man nun durch das ,prisma1 so erblickt man durch den oberen ,scheibenteil den schwarzen ,grund wie durch einen weien ,schleier4 ,besieht man sich den unteren ,teil der ,scheibe1 so scheint dieser durch das bergelagerte ,dunkle hindurch4 ,oben wird ein ,helles ber ein ,dunkles gefhrt2 unten ein ,dunkles ber ein ,helles4 ,der obere ,rand erscheint blau1 der untere gelb4 ,das ,blau geht gegen das ,schwarze zu in ,violett2 das ,gelbe nach unten in ein ,rot ber4 ,wird das ,prisma von der beobachteten ,scheibe entfernt1 so verbreitern sich die farbigen ,rnder2 das ,blau nach unten2 das ,gelb nach oben4 ,bei hinreichender ,entfernung greift das ,gelb von unten ber das ,blau von oben2 durch das bereinandergreifen entsteht in der ,mitte ,grn4 ,zur ,besttigung dieser ,ansicht betrachtet ,goethe eine schwarze ,scheibe auf weiem ,grunde durch das ,prisma4 ,nun wird oben ein ,dunkles ber ein ,helles1 unten ein ,helles ber ein ,dunkles gefhrt4 ,oben erscheint ,gelb1 unten ,blau4 ,bei ,verbreiterung der ,rnder durch ,entfernung des ,prismas von der ,scheibe wird das untere ,blau1 das allmhlich gegen die ,mitte zu in ,violett bergeht1 ber das obere ,gelb1 das in seiner ,verbreiterung nach und nach einen roten ,ton erhlt1 gefhrt4 ,es entsteht in der ,mitte ,pfirsichblt4 ,goethe sagte sich3 was fr die weie ,scheibe richtig ist1 mu auch fr die schwarze gelten4 ,wenn sich dort das ,licht in so vielerlei ,farben auflst1 so mte ja hier auch die ,finsternis als in ,farben aufgelst angesehen werden 7,konfession des ,verfassers1 ,goethes ,werke in ,krschners ,nat4-,litt4 ,band #cf1 #b74 ,goethe teilt nun seine ,beobachtungen und die ,bedenken1 die ihm daraus gegen die ,newtonsche ,anschauung erwachsen sind1 einem ihm bekannten ,physiker mit4 ,dieser erklrt die ,bedenken fr unbegrndet4 ,er leitete die farbigen ,rnder und das ,weie in der ,mitte1 sowie dessen bergang in ,grn1 bei gehriger ,entfernung des ,prismas von dem beobachteten ,objekt1 im ,sinne der ,newtonschen ,ansicht ab4 hnlich verhalten sich andere ,naturforscher1 denen ,goethe die ,sache vorlegt4 ,er setzt die ,beobachtungen1 fr die er gerne ,beihilfe von kundigen ,fachleuten gehabt htte1 allein fort4 ,er lt ein groes ,prisma aus ,spiegelscheiben zusammensetzen1 das er mit reinem ,wasser anfllt4 ,weil er bemerkt1 da die glsernen ,prismen1 deren ,querschnitt ein gleichseitiges ,dreieck ist1 wegen der starken ,verbreiterung der ,farbenerscheinung dem ,beobachter oft hinderlich sind3 lt er seinem groen ,prisma den ,querschnitt eines gleichschenkeligen ,dreieckes geben1 dessen kleinster ,winkel nur fnfzehn bis zwanzig ,grade gro ist4 ,die ,versuche1 welche in der ,weise angestellt werden1 da das ,auge durch das ,prisma auf einen ,gegenstand blickt1 nennt ,goethe subjektiv4 ,sie stellen sich dem ,auge dar1 sind aber nicht in der ,auenwelt fixiert4 ,er will zu diesen auch objektive hinzufgen4 ,dazu bedient er sich des ,wasserprismas4 ,das ,licht scheint durch ein ,prisma durch1 und hinter dem ,prisma wird das ,farbenbild auf einem ,schirme aufgefangen4 ,goethe lt nun das ,sonnenlicht durch die ffnungen ausgeschnittener ,pappen hindurchgehen4 ,er erhlt dadurch einen erleuchteten ,raum1 der ringsherum von ,dunkelheit begrenzt ist4 ,diese begrenzte ,lichtmasse geht durch das ,prisma und wird durch dasselbe von ihrer ,richtung abgelenkt4 ,hlt man der aus dem ,prisma kommenden ,lichtmasse einen ,schirm entgegen1 so entsteht auf demselben ein ,bild1 das im allgemeinen an den ,rndern oben und unten gefrbt ist4 ,ist das ,prisma so gestellt1 da sein ,querschnitt von oben nach unten schmler wird1 so ist der obere ,rand des ,bildes blau1 der untere gelb gefrbt4 ,das ,blau geht gegen den dunklen ,raum in ,violett1 gegen die helle ,mitte zu in ,hellblau ber2 das ,gelbe gegen die ,dunkelheit zu in ,rot4 ,auch bei dieser ,erscheinung leitet ,goethe die ,farbenerscheinung von der ,grenze her4 ,oben strahlt die helle ,lichtmasse in den dunklen ,raum hinein2 sie erhellt ein ,dunkles1 das dadurch blau erscheint4 ,unten strahlt der dunkle ,raum in die ,lichtmasse hinein2 er verdunkelt ein ,helles und lt es gelb erscheinen4 ,durch ,entfernung des ,schirmes von dem ,prisma werden die ,farbenrnder breiter1 das ,gelbe nhert sich dem ,blauen4 ,durch ,einstrahlung des ,blauen in das ,gelbe erscheint bei hinlnglicher ,entfernung des ,schirmes vom ,prisma in der ,mitte des ,bildes ,grn4 ,goethe macht sich das ,hineinstrahlen des ,hellen in das ,dunkle und des ,dunklen in das ,helle dadurch anschaulich1 da er in der ,linie1 in welcher die ,lichtmasse durch den dunkeln ,raum geht1 eine weie feine ,staubwolke erregt1 die er durch feinen1 trockenen ,haarpuder hervorbringt4 ,die mehr oder weniger farbige ,erscheinung wird nun durch die weien ,atome aufgefangen und dem ,auge in ihrer ganzen ,breite und ,lnge dargestellt 7,farbenlehre1 ,didaktischer ,teil #cbf74 ,goethe findet seine ,ansicht1 die er an den subjektiven ,erscheinungen gewonnen1 durch die objektiven besttigt4 ,die ,farben werden durch das ,zusammenwirken von ,hell und ,dunkel hervorgebracht4 ,das ,prisma dient nur dazu1 ,hell und ,dunkel bereinander zu schieben4 ,goethe kann1 nachdem er diese ,versuche gemacht hat1 die ,newtonsche ,ansicht nicht zu der seinigen machen4 ,es geht ihm mit ihr hnlich wie mit der ,hallerschen ,einschachtelungslehre4 ,wie diese den ausgebildeten ,organismus bereits mit allen seinen ,teilen im ,keime enthalten denkt1 so glauben die ,newtonianer1 da die ,farben1 die unter gewissen ,bedingungen am ,lichte erscheinen1 in diesem schon eingeschlossen seien4 ,er knnte gegen diesen ,glauben dieselben ,worte gebrauchen1 die er der ,einschachtelungslehre entgegengehalten hat1 sie beruhe auf einer bloen auersinnlichen ,einbildung1 auf einer ,annahme1 die man zu denken glaubt1 aber in der ,sinnenwelt niemals darstellen kann 7vgl4 den ,aufsatz ber ,l4 ,fr4 ,wolf im #cc4 ,bande von ,goethes ,werken1 ,krschners ,nat4-,litt474 ,ihm sind die ,farben ,neubildungen1 die an dem ,lichte entwickelt werden1 nicht ,wesenheiten1 die aus dem ,lichte blo ausgewickelt werden4 ,wegen seiner der ,idee gemen ,denkweise mu er die ,newtonsche ,ansicht ablehnen4 ,diese kennt das ,wesen des ,ideellen nicht4 ,nur was tatschlich vorhanden ist1 erkennt sie an4 ,was in derselben ,weise vorhanden ist wie das ,sinnlich-,wahrnehmbare4 ,und wo sie die ,tatschlichkeit nicht durch die ,sinne nachweisen kann2 da nimmt sie dieselbe hypothetisch an4 ,weil am ,lichte die ,farben sich entwickeln2 also der ,idee nach schon in demselben enthalten sein mssen1 glaubt sie1 sie seien auch tatschlich1 materiell in demselben enthalten und werden durch das ,prisma und die dunkle ,umgrenzung nur hervorgeholt4 ,goethe wei1 da die ,idee in der ,sinnenwelt wirksam ist2 deshalb versetzt er etwas1 was als ,idee vorhanden ist1 nicht in den ,bereich des ,tatschlichen4 ,in der unorganischen ,natur wirkt das ,ideelle ebenso wie in der organischen1 nur nicht als sinnlich-bersinnliche ,form4 ,ihre uere ,erscheinung ist ganz materiell1 blo sinnlich4 ,sie dringt nicht ein in das ,sinnliche2 sie durchgeistigt es nicht4 ,die ,vorgnge der unorganischen ,natur verlaufen gesetzmig1 und diese ,gesetzmigkeit stellt sich dem ,beobachter als ,idee dar4 ,wenn man an einer ,stelle des ,raumes weies ,licht und an einer andern ,farben wahrnimmt1 die an demselben entstehen1 so besteht zwischen den beiden ,wahrnehmungen ein gesetzmiger ,zusammenhang1 der als ,idee vorgestellt werden kann4 ,wenn aber jemand diese ,idee verkrperlicht und als ,tatschliches in den ,raum hinaus versetzt1 das von dem ,gegenstande der einen ,wahrnehmung in den der andern hinberzieht1 so entspringt das aus einer grobsinnlichen ,vorstellungsweise4 ,dieses ,grobsinnliche ist es1 was ,goethe von der ,newtonschen ,anschauung zurckstt4 ,die ,idee ist es1 die einen unorganischen ,vorgang in den andern hinberleitet1 nicht ein ,tatschliches1 das von dem einen zu dem andern wandert4 ,die ,goethesche ,weltanschauung kann nur zwei ,quellen fr alle ,erkenntnis der unorganischen ,naturvorgnge anerkennen3 dasjenige1 was an diesen ,vorgngen sinnlich wahrnehmbar ist1 und die ideellen ,zusammenhnge des ,sinnlich-,wahrnehmbaren1 die sich dem ,denken offenbaren4 ,die ideellen ,zusammenhnge innerhalb der ,sinneswelt sind nicht gleicher ,art4 ,es gibt solche1 die unmittelbar einleuchtend sind1 wenn sinnliche ,wahrnehmungen nebeneinander oder nacheinander auftreten1 und andere1 die man erst durchschauen kann1 wenn man sie auf solche der ersten ,art zurckfhrt4 ,in der ,erscheinung1 die sich dem ,auge darbietet1 wenn es ein ,dunkles durch ein ,helles ansieht und ,blau wahrnimmt1 glaubt ,goethe einen ,zusammenhang der ersten ,art zwischen ,licht1 ,finsternis und ,farbe zu erkennen4 ,ebenso ist es1 wenn ,helles durch ein ,dunkles angeschaut gelb ergibt4 ,die ,randerscheinungen des ,spektrums lassen einen ,zusammenhang erkennen1 der durch unmittelbares ,beobachten klar wird4 ,das ,spektrum1 das in einer ,stufenfolge sieben ,farben vom ,rot bis zum ,violett zeigt1 kann nur verstanden werden1 wenn man sieht1 wie zu den ,bedingungen1 durch welche die ,randerscheinungen entstehen1 andere hinzugefgt werden4 ,die einfachen ,randerscheinungen haben sich in dem ,spektrum zu einem komplizierten ,phnomen verbunden1 das nur verstanden werden kann1 wenn man es aus den ,grunderscheinungen ableitet4 ,was in dem ,grundphnomen in seiner ,reinheit vor dem ,beobachter steht1 das erscheint in dem komplizierten1 durch die hinzugefgten ,bedingungen1 unrein1 modifiziert4 ,die einfachen ,tatbestnde sind nicht mehr unmittelbar zu erkennen4 ,goethe sucht daher die komplizierten ,phnomene berall auf die einfachen1 reinen zurckzufhren4 ,in dieser ,zurckfhrung sieht er die ,erklrung der unorganischen ,natur4 ,vom reinen ,phnomen geht er nicht mehr weiter4 ,in demselben offenbart sich ein ideeller ,zusammenhang sinnlicher ,wahrnehmungen1 der sich durch sich selbst erklrt4 ,das reine ,phnomen nennt ,goethe ,urphnomen4 ,er sieht es als mige ,spekulation an1 ber das ,urphnomen weiter nachzudenken4 ,der ,magnet ist ein ,urphnomen1 das man nur aussprechen darf1 um es erklrt zu haben4 7,sprche in ,prosa1 #cf4 ,band von ,goethes ,werken in ,krschners ,nat4-,litt47 ,ein zusammengesetztes ,phnomen wird erklrt1 wenn man zeigt1 wie es sich aus ,urphnomenen aufbaut4 ,die moderne ,naturwissenschaft verfhrt anders als ,goethe4 ,sie will die ,vorgnge in der ,sinnenwelt auf ,bewegungen kleinster ,krperteile zurckfhren und bedient sich zur ,erklrung dieser ,bewegungen derselben ,gesetze1 durch die sie die ,bewegungen begreift1 die sichtbar im ,raume vor sich gehen4 ,diese sichtbaren ,bewegungen zu erklren ist ,aufgabe der ,mechanik4 ,wird die ,bewegung eines ,krpers beobachtet1 so fragt die ,mechanik3 durch welche ,kraft ist er in ,bewegung versetzt worden2 welchen ,weg legt er in einer bestimmten ,zeit zurck2 welche ,form hat die ,linie1 in der er sich bewegt u4 s4 w4 ,die ,beziehungen der ,kraft1 des zurckgelegten ,weges1 der ,form der ,bahn sucht sie mathematisch darzustellen4 ,nun sagt der ,naturforscher3 das rote ,licht kann auf eine schwingende ,bewegung kleinster ,krperteile zurckgefhrt werden1 die sich im ,raume fortpflanzt4 ,begriffen wird diese ,bewegung dadurch1 da man die in der ,mechanik gewonnenen ,gesetze auf sie anwendet4 ,die ,wissenschaft der unorganischen ,natur betrachtet es als ihr ,ziel1 allmhlich vollstndig in angewandte ,mechanik berzugehen4 ,die moderne ,physik fragt nach der ,anzahl der ,schwingungen in der ,zeiteinheit1 welche einer bestimmten ,farbenqualitt entsprechen4 ,aus der ,anzahl der ,schwingungen1 die dem ,rot entsprechen und aus derjenigen1 welche dem ,violett entsprechen1 sucht sie den physikalischen ,zusammenhang der beiden ,farben zu bestimmen4 ,vor ihren ,blicken verschwindet das ,qualitative2 sie betrachtet das ,rumliche und ,zeitliche der ,vorgnge4 ,goethe fragt3 welcher ,zusammenhang besteht zwischen ,rot und ,violett1 wenn man vom ,rumlichen und ,zeitlichen absieht und blo das ,qualitative der ,farben betrachtet4 ,die ,goethesche ,betrachtungsweise hat zur ,voraussetzung1 da das ,qualitative wirklich auch in der ,auenwelt vorhanden ist und mit dem ,zeitlichen und ,rumlichen ein untrennbares ,ganzes ist4 ,die moderne ,physik mu dagegen von der ,grundanschauung ausgehen1 da in der ,auenwelt nur ,quantitatives1 licht- und farblose ,bewegungsvorgnge vorhanden seien1 und da alles ,qualitative erst als ,wirkung des ,quantitativen auf den sinn- und geistbegabten ,organismus entstehe4 ,wre diese ,annahme richtig1 dann knnten die gesetzmigen ,zusammenhnge des ,qualitativen auch nicht in der ,auenwelt gesucht1 sie mssten aus dem ,wesen der ,sinneswerkzeuge1 des ,nervenapparates und des ,vorstellungsorganes abgeleitet werden4 ,die qualitativen ,elemente der ,vorgnge wren dann nicht ,gegenstand der physikalischen ,untersuchung1 sondern der physiologischen und psychologischen4 ,dieser ,voraussetzung gem verfhrt die moderne ,naturwissenschaft4 ,der ,organismus bersetzt1 nach ihrer ,ansicht1 entsprechend der ,einrichtung seiner ,augen1 seines ,sehnervs und seines ,gehirns einen ,bewegungsvorgang in die ,empfindung des ,rot1 einen andern in die des ,violett4 ,daher ist alles uere der ,farbenwelt erklrt1 wenn man den ,zusammenhang der ,bewegungsvorgnge durchschaut hat1 von denen diese ,welt bestimmt wird4 ,ein ,beweis fr diese ,ansicht wird in folgender ,beobachtung gesucht4 ,der ,sehnerv empfindet jeden ueren ,eindruck als ,lichtempfindung4 ,nicht nur ,licht1 sondern auch ein ,sto oder ,druck auf das ,auge1 eine ,zerrung der ,netzhaut bei schneller ,bewegung des ,auges1 ein elektrischer ,strom1 der durch den ,kopf geleitet wird3 das alles bewirkt ,lichtempfindung4 ,dieselben ,dinge empfindet ein anderer ,sinn in anderer ,weise4 ,sto1 ,druck1 ,zerrung1 elektrischer ,strom bewirken1 wenn sie die ,haut erregen1 ,tastempfindungen4 ,elektrizitt erregt im ,ohr eine ,gehr-1 auf der ,zunge eine ,geschmackempfindung4 ,daraus schliet man1 da der ,empfindungsinhalt1 der im ,organismus durch eine ,einwirkung von auen auftritt1 verschieden ist von dem ueren ,vorgange1 durch den er veranlat wird4 ,die rote ,farbe wird von dem ,organismus nicht empfunden1 weil sie an einen entsprechenden ,bewegungsvorgang drauen im ,raume gebunden ist1 sondern weil ,auge1 ,sehnerv und ,gehirn des ,organismus so eingerichtet sind1 da sie einen farblosen ,bewegungsvorgang in eine ,farbe bersetzen4 ,das hiermit ausgesprochene ,gesetz wurde von dem ,physiologen ,johannes ,mller1 der es zuerst aufgestellt hat1 das ,gesetz der spezifischen ,sinnesenergieen genannt4 ,die angefhrte ,beobachtung beweist nur1 da der sinn- und geistbegabte ,organismus die verschiedenartigsten ,eindrcke in die ,sprache der ,sinne bersetzen kann1 auf die sie ausgebt werden4 ,nicht aber1 da der ,inhalt jeder ,sinnesempfindung auch nur im ,innern des ,organismus vorhanden ist4 ,bei einer ,zerrung des ,sehnervs entsteht eine unbestimmte1 ganz allgemeine ,erregung1 die nichts enthlt1 was veranlat1 ihren ,inhalt in den ,raum hinaus zu versetzen4 ,eine ,empfindung1 die durch einen wirklichen ,lichteindruck entsteht1 ist inhaltlich unzertrennlich verbunden mit dem ,rumlich-,zeitlichen1 das ihr entspricht4 ,die ,bewegung eines ,krpers und seine ,farbe sind auf ganz gleiche ,weise ,wahrnehmungsinhalt4 ,wenn man die ,bewegung fr sich vorstellt1 so abstrahiert man von dem1 was man noch sonst an dem ,krper wahrnimmt4 ,wie die ,bewegung1 so sind alle brigen mechanischen und mathematischen ,vorstellungen der ,wahrnehmungswelt entnommen4 ,mathematik und ,mechanik entstehen dadurch1 da von dem ,inhalte der ,wahrnehmungswelt ein ,teil ausgesondert und fr sich betrachtet wird4 ,in der ,wirklichkeit gibt es keine ,gegenstnde oder ,vorgnge1 deren ,inhalt erschpft ist1 wenn man das an ihnen begriffen hat1 was durch ,mathematik und ,mechanik auszudrcken ist4 ,alles ,mathematische und ,mechanische ist an ,farbe1 ,wrme und andere ,qualitten gebunden4 ,wenn die ,physik gentigt ist1 anzunehmen1 da der ,wahrnehmung einer ,farbe ,schwingungen im ,raume entsprechen1 denen eine sehr kleine ,ausdehnung und eine sehr groe ,geschwindigkeit eigen ist1 so knnen diese ,bewegungen nur analog den ,bewegungen gedacht werden1 die sichtbar im ,raume vorgehen4 ,das heit1 wenn die ,krperwelt bis in ihre kleinsten ,elemente bewegt gedacht wird1 so mu sie auch bis in ihre kleinsten ,elemente hinein mit ,farbe1 ,wrme und andern ,eigenschaften ausgestattet vorgestellt werden4 ,wer ,farben1 ,wrme1 ,tne u4 s4 w4 als ,qualitten auffat1 die als ,wirkungen uerer ,vorgnge durch den vorstellenden ,organismus nur im ,innern desselben existieren1 der mu auch alles ,mathematische und ,mechanische1 das mit diesen ,qualitten zusammenhngt1 in dieses ,innere verlegen4 ,dann aber bleibt ihm fr seine ,auenwelt nichts mehr brig4 ,das ,rot1 das ich sehe1 und die ,lichtschwingungen1 die der ,physiker als diesem ,rot entsprechend nachweist1 sind in ,wirklichkeit eine ,einheit1 die nur der abstrahierende ,verstand von einander trennen kann4 ,die ,schwingungen im ,raume1 die der ,qualitt ,rot entsprechen1 wrde ich als ,bewegung sehen1 wenn mein ,auge dazu organisiert wre4 ,aber ich wrde verbunden mit der ,bewegung den ,eindruck der roten ,farbe haben4 ,die moderne ,naturwissenschaft versetzt ein unwirkliches ,abstraktum1 ein aller ,empfindungsqualitten entkleidetes1 schwingendes ,substrat in den ,raum und wundert sich1 da nicht begriffen werden kann1 was den vorstellenden mit ,nervenapparaten und ,gehirn ausgestatteten ,organismus veranlassen kann1 diese gleichgiltigen ,bewegungsvorgnge in die bunte1 von ,wrmegraden und ,tnen durchsetzte ,sinnenwelt zu bersetzen4 ,du ,bois-,reymond nimmt deshalb an1 da der ,mensch wegen einer unberschreitbaren ,grenze seines ,erkennens nie verstehen werde1 wie die ,tatsache3 ich schmecke ,ses1 rieche ,rosenduft1 hre ,orgelton1 sehe ,rot zusammenhngt mit bestimmten ,bewegungen kleinster ,krperteile im ,gehirn1 welche ,bewegungen wieder veranlat werden durch die ,schwingungen der geschmack-1 geruch-1 ton- und farbenlosen ,elemente der ueren ,krperwelt4 ,es ist durchaus und fr immer unbegreiflich1 da es einer ,anzahl von ,kohlenstoff-1 ,wasserstoff-1 ,stickstoff-1 ,sauerstoff- u4 s4 w4 ,atomen nicht sollte gleichgiltig sein1 wie sie liegen und sich bewegen1 wie sie lagen und sich bewegten1 wie sie liegen und sich bewegen werden 7,grenzen des ,naturerkennens1 ,leipzig #ahhb ,s4 #ce f474 ,es liegt aber hier durchaus keine ,erkenntnisgrenze vor4 ,wo im ,raume eine ,anzahl von ,atomen in einer bestimmten ,bewegung ist1 da ist notwendig auch eine bestimmte ,qualitt 7z4 ,b4 ,rot7 vorhanden4 ,und umgekehrt1 wo ,rot auftritt1 da mu die ,bewegung vorhanden sein4 ,nur das abstrahierende ,denken kann das eine von dem andern trennen4 ,wer die ,bewegung von dem brigen ,inhalte des ,vorganges1 zu dem die ,bewegung gehrt1 in der ,wirklichkeit abgetrennt denkt1 der kann den bergang von dem einen zu dem andern nicht wieder finden4 ,nur was an einem ,vorgang ,bewegung ist1 kann wieder von ,bewegung abgeleitet werden2 was dem ,qualitativen der ,farben- und ,lichtwelt angehrt1 kann auch nur auf ein ebensolches ,qualitatives innerhalb desselben ,gebietes zurckgefhrt werden4 ,die ,mechanik fhrt zusammengesetzte ,bewegungen auf einfache zurck1 die unmittelbar begreiflich sind4 ,die ,farbentheorie mu komplizierte ,farbenerscheinungen auf einfache zurckfhren1 die in gleicher ,weise durchschaut werden knnen4 ,ein einfacher ,bewegungsvorgang ist ebenso ein ,urphnomen1 wie das ,entstehen des ,gelben aus dem ,zusammenwirken von ,hell und ,dunkel4 ,goethe wei1 was die mechanischen ,urphnomene fr die ,erklrung der unorganischen ,natur leisten knnen4 ,was innerhalb der ,krperwelt nicht mechanisch ist1 das fhrt er auf ,urphnomene zurck1 die nicht mechanischer ,art sind4 ,man hat ,goethe den ,vorwurf gemacht1 er habe die mechanische ,betrachtung der ,natur verworfen und sich nur auf die ,beobachtung und ,aneinanderreihung des ,sinnlich-,anschaulichen beschrnkt 7vergl4 z4 ,b4 ,harnack in seinem ,buche ,goethe in der ,epoche seiner ,vollendung ,s4 #ab74 ,du ,bois-,reymond findet 7,goethe und kein ,ende1 ,leipzig #ahhc ,s4 #bi73 ,goethes ,theoretisieren beschrnkt sich darauf1 aus einem ,urphnomen1 wie er es nennt1 andere ,phnomene hervorgehen zu lassen1 etwa wie ein ,nebelbild dem andern folgt1 ohne einleuchtenden urschlichen ,zusammenhang4 ,der ,begriff der mechanischen ,kausalitt war es1 der ,goethe gnzlich abging4 ,was tut aber die ,mechanik anderes1 als verwickelte ,vorgnge aus einfachen ,urphnomenen hervorgehen lassen8 ,goethe hat auf dem ,gebiete der ,farbenwelt genau dasselbe gemacht1 was der ,mechaniker im ,gebiete der ,bewegungsvorgnge leistet4 ,weil ,goethe nicht der ,ansicht ist1 alle ,vorgnge in der unorganischen ,natur seien rein mechanische1 deshalb hat man ihm den ,begriff der mechanischen ,kausalitt aberkannt4 ,wer das thut1 der zeigt nur1 da er selbst im ,irrtum darber ist1 was mechanische ,kausalitt innerhalb der ,krperwelt bedeutet4 ,goethe bleibt innerhalb des ,qualitativen der ,licht- und ,farbenwelt stehen2 das ,quantitative1 ,mechanische1 das mathematisch auszudrcken ist1 berlt er andern4 ,er hat die ,farbenlehre durchaus von der ,mathematik entfernt zu halten gesucht1 ob sich gleich gewisse ,punkte deutlich genug ergeben1 wo die ,beihilfe der ,mekunst wnschenswert sein wrde4 ,aber so mag auch dieser ,mangel zum ,vorteil gereichen1 indem es nunmehr des geistreichen ,mathematikers ,geschft werden kann1 selbst aufzusuchen1 wo denn die ,farbenlehre seiner ,hilfe bedarf1 und wie er zur ,vollendung dieses ,teils der ,naturlehre das ,seinige beitragen kann 7 #gbg des didaktischen ,teiles der ,farbenlehre74 ,die qualitativen ,elemente des ,gesichtssinnes3 ,licht1 ,finsternis1 ,farben mssen erst aus ihren eigenen ,zusammenhngen begriffen1 auf ,urphnomene zurckgefhrt werden2 dann kann auf einer hheren ,stufe des ,denkens untersucht werden1 welcher ,bezug besteht zwischen diesen ,zusammenhngen und dem ,quantitativen1 dem ,mechanisch-,mathematischen in der ,licht- und ,farbenwelt4 ,die ,zusammenhnge innerhalb des ,qualitativen der ,farbenwelt will ,goethe in ebenso strengem ,sinne auf die einfachsten ,elemente zurckfhren1 wie das der ,mathematiker oder ,mechaniker auf seinem ,gebiete tut4 ,die ,bedchtlichkeit1 nur das ,nchste ans ,nchste zu reihen1 vielmehr das ,nchste aus dem ,nchsten zu folgern1 haben wir von den ,mathematikern zu lernen und selbst da1 wo wir uns keiner ,rechnung bedienen1 mssen wir immer so zu ,werke gehen1 als wenn wir dem strengsten ,geometer ,rechenschaft zu geben schuldig wren4 ,denn eigentlich ist es die mathematische ,methode1 welche wegen ihrer ,bedchtlichkeit und ,reinheit gleich jeden ,sprung in der ,assertion offenbart1 und ihre ,beweise sind eigentlich nur umstndliche ,ausfhrungen1 dass dasjenige1 was in ,verbindung gebracht wird1 schon in seinen einfachen ,teilen und seiner ganzen ,folge da gewesen1 in seinem ,umfange bersehen und unter allen ,bedingungen richtig und unumstlich erfunden worden 7,versuch als ,vermittler von ,subjekt und ,objekt1 ,goethes ,werke in ,krschners ,nat4-,litt4 ,band #cd74 ,goethe entnimmt die ,erklrungsprinzipien fr die ,erscheinungen unmittelbar aus dem ,bereich der ,beobachtung4 ,er zeigt1 wie innerhalb der erfahrbaren ,welt die ,erscheinungen zusammenhngen4 ,vorstellungen1 welche ber das ,gebiet der ,beobachtung hinausweisen1 lehnt er ab4 ,alle ,erklrungsarten1 die das ,feld der ,erfahrung dadurch berschreiten1 da sie ,faktoren herbeiziehen1 die ihrer ,wesenheit nach nicht beobachtbar sind1 widersprechen der ,goetheschen ,weltanschauung4 ,eine solche ,erklrungsart ist diejenige1 welche das ,wesen des ,lichtes in einem ,lichtstoff sucht1 der als solcher nicht selbst wahrgenommen1 sondern nur in seiner ,wirkungsweise als ,licht beobachtet werden kann4 ,auch gehrt zu diesen ,erklrungsarten die in der modernen ,naturwissenschaft herrschende1 nach welcher die ,bewegungsvorgnge der ,lichtwelt nicht von den wahrnehmbaren ,qualitten des ,gesichtssinnes1 sondern von den kleinsten ,teilen des nicht wahrnehmbaren ,stoffes ausgefhrt werden4 ,es widerspricht der ,goetheschen ,weltanschauung nicht1 sich vorzustellen1 da eine bestimmte ,farbe mit einem bestimmten ,bewegungsvorgang im ,raume verknpft sei4 ,aber es widerspricht ihr durchaus1 wenn behauptet wird1 dieser ,bewegungsvorgang gehre einem auerhalb der ,erfahrung gelegenen ,wirklichkeitsgebiete an1 der ,welt des ,stoffes1 die zwar in ihren ,wirkungen1 nicht aber ihrer eigenen ,wesenheit nach beobachtet werden kann4 ,fr einen ,anhnger der ,goetheschen ,weltanschauung sind die ,lichtschwingungen im ,raume ,vorgnge1 denen keine andere ,art von ,wirklichkeit zukommt als dem brigen ,wahrnehmungsinhalt4 ,sie entziehen sich der unmittelbaren ,beobachtung nicht deshalb1 weil sie jenseits des ,gebietes der ,erfahrung liegen1 sondern weil die menschlichen ,sinnesorgane nicht so fein organisiert sind1 da sie ,bewegungen von solcher ,kleinheit noch unmittelbar wahrnehmen4 ,wre ein ,auge so organisiert1 da es das ,hin- und ,herschwingen eines ,dinges1 das in einer ,sekunde sich vierhundert ,billionen-,mal wiederholt1 noch in allen ,einzelheiten beobachten knnte1 so wrde sich ein solcher ,vorgang genau so darstellen wie einer der grob-sinnlichen ,welt4 ,das heit1 das schwingende ,ding wrde dieselben ,eigenschaften zeigen wie andere ,wahrnehmungsdinge4 ,jede ,erklrungsart1 welche die ,dinge und ,vorgnge der ,erfahrung aus anderen nicht innerhalb des ,erfahrungsfeldes gelegenen ableitet1 kann zu inhaltvollen ,vorstellungen von diesem jenseits der ,beobachtung befindlichen ,wirklichkeitsgebiete nur dadurch gelangen1 da sie gewisse ,eigenschaften aus der ,erfahrungswelt entlehnt und auf das ,unerfahrbare bertrgt4 ,so bertrgt der ,physiker ,hrte1 ,undurchdringlichkeit auf die kleinsten ,krperelemente1 denen er auerdem noch die ,fhigkeit zuschreibt1 ihresgleichen anzuziehen und abzustoen2 dagegen erkennt er diesen ,elementen ,farbe1 ,wrme und andere ,eigenschaften nicht zu4 ,er glaubt einen erfahrbaren ,vorgang der ,natur dadurch zu erklren1 da er ihn auf einen nicht erfahrbaren zurckfhrt4 ,nach ,du ,bois-,reymonds ,ansicht ist ,naturerkennen ,zurckfhren der ,vorgnge in der ,krperwelt auf ,bewegungen von ,atomen1 die durch deren anziehende und abstoende ,krfte bewirkt werden 7,grenzen des ,naturerkennens1 ,leipzig #ahhb1 ,s4 #aj74 ,als das ,bewegliche wird dabei die ,materie1 der den ,raum erfllende ,stoff1 angenommen4 ,dieser ,stoff soll von ,ewigkeit her dagewesen sein und wird in alle ,ewigkeit hinein da sein4 ,dem ,gebiete der ,beobachtung soll aber die ,materie nicht angehren1 sondern jenseits desselben vorhanden sein4 ,du ,bois-,reymond nimmt deshalb an1 da der ,mensch unfhig sei1 das ,wesen der ,materie selbst zu erkennen1 da er also die ,vorgnge der ,krperwelt auf etwas zurckfhre1 dessen ,natur ihm immer unbekannt bleiben wird4 ,nie werden wir besser als heute wissen1 was hier im ,raume1 wo ,materie ist1 spukt 7,grenzen des ,naturerkennens ,s4 #bb74 ,vor einer genauen berlegung lst sich dieser ,begriff der ,materie in ,nichts auf4 ,der wirkliche ,inhalt1 den man diesem ,begriffe gibt1 ist aus der ,erfahrungswelt entlehnt4 ,man nimmt ,bewegungen innerhalb der ,erfahrungswelt wahr4 ,man fhlt einen ,zug1 wenn man ein ,gewicht in der ,hand hlt1 und einen ,druck1 wenn man auf die horizontal hingehaltene ,handflche ein ,gewicht legt4 ,um diese ,wahrnehmung zu erklren1 bildet man den ,begriff der ,kraft4 ,man stellt sich vor1 da die ,erde das ,gewicht anzieht4 ,die ,kraft selbst kann nicht wahrgenommen werden4 ,sie ist ideell4 ,sie gehrt aber doch dem ,beobachtungsgebiete an4 ,der ,geist beobachtet sie1 weil er die ideellen ,bezge der ,wahrnehmungen untereinander anschaut4 ,zu dem ,begriffe einer ,abstoungskraft wird man gefhrt1 wenn man ein ,stck ,kautschuk zusammendrckt1 und es sich dann selbst berlt4 ,es stellt sich in seiner frheren ,gestalt und ,gre wieder her4 ,man stellt sich vor1 die zusammengedrngten ,teile des ,kautschuks stoen sich ab und nehmen den frheren ,rauminhalt wieder ein4 ,solche aus der ,beobachtung geschpfte ,vorstellungen bertrgt die angedeutete ,denkart auf das unerfahrbare ,wirklichkeitsgebiet4 ,sie tut in ,wirklichkeit also nichts1 als ein ,erfahrbares aus einem andern ,erfahrbaren herleiten4 ,nur versetzt sie willkrlich das letztere in das ,gebiet des ,unerfahrbaren4 ,jeder ,vorstellungsart1 die von einem ,unerfahrbaren spricht1 ist nachzuweisen1 da sie einige ,lappen aus dem ,gebiete der ,erfahrung aufnimmt und in ein jenseits der ,beobachtung gelegenes ,wirklichkeitsgebiet verweist4 ,nimmt man die ,erfahrungslappen aus der ,vorstellung des ,unerfahrbaren heraus1 so bleibt ein inhaltloser ,begriff1 ein ,unbegriff1 zurck4 ,die ,erklrung eines ,erfahrbaren kann nur darin bestehen1 da man es auf ein anderes ,erfahrbares zurckfhrt4 ,zuletzt gelangt man zu ,elementen innerhalb der ,erfahrung1 die nicht mehr auf andere zurckgefhrt werden knnen4 ,diese sind nicht weiter zu erklren1 weil sie keiner ,erklrung bedrftig sind4 ,sie enthalten ihre ,erklrung in sich selbst4 ,ihr unmittelbares ,wesen besteht in dem1 was sie der ,beobachtung darbieten4 ,ein solches ,element ist fr ,goethe das ,licht4 ,nach seiner ,ansicht hat das ,licht erkannt1 wer es unbefangen in der ,erscheinung wahrnimmt4 ,die ,farben entstehen am ,lichte und ihre ,entstehung wird begriffen1 wenn man zeigt1 wie sie an demselben entstehen4 ,das ,licht selbst ist in unmittelbarer ,wahrnehmung gegeben4 ,was in ihm ideell veranlagt ist1 erkennt man1 wenn man beobachtet1 welcher ,zusammenhang zwischen ihm und den ,farben ist4 ,nach dem ,wesen des ,lichtes zu fragen1 nach einem ,unerfahrbaren1 das der ,erscheinung ,licht entspricht1 ist vom ,standpunkte der ,goetheschen ,weltanschauung aus unmglich4 ,denn eigentlich unternehmen wir umsonst1 das ,wesen eines ,dinges auszudrcken4 ,wirkungen werden wir gewahr1 und eine vollstndige ,geschichte dieser ,wirkungen umfate wohl allenfalls das ,wesen jenes ,dinges4 ,das heit eine vollstndige ,darstellung der ,wirkungen eines ,erfahrbaren umfat alle ,erscheinungen1 die in ihm ideell veranlagt sind4 ,vergebens bemhen wir uns den ,charakter eines ,menschen zu schildern2 man stelle dagegen seine ,handlungen1 seine ,taten zusammen1 und ein ,bild des ,charakters wird uns entgegentreten4 -- ,die ,farben sind ,taten des ,lichtes1 ,taten und ,leiden4 ,in diesem ,sinne knnen wir von denselben ,aufklrung ber das ,licht erwarten4 7,didaktischer ,teil der ,farbenlehre4 ,vorwort47 ,das ,licht stellt sich der ,beobachtung dar als das einfachste1 homogenste1 unzerlegteste ,wesen1 das wir kennen 7,briefwechsel mit ,jacobi ,s4 #afg74 ,ihm entgegengesetzt ist die ,finsternis4 ,fr ,goethe ist die ,finsternis nicht die vollkommen kraftlose ,abwesenheit des ,lichtes4 ,sie ist ein ,wirksames4 ,sie stellt sich dem ,licht entgegen und tritt mit ihm in ,wechselwirkung4 ,die moderne ,naturwissenschaft sieht die ,finsternis an als ein vollkommenes ,nichts4 ,das ,licht1 das in einen finstern ,raum einstrmt1 hat1 nach dieser ,ansicht1 keinen ,widerstand der ,finsternis zu berwinden4 ,goethe stellt sich vor1 da ,licht und ,finsternis sich zu einander hnlich verhalten wie der ,nord- und ,sdpol eines ,magneten4 ,die ,finsternis kann das ,licht in seiner ,wirkungskraft schwchen4 ,umgekehrt kann das ,licht die ,energie der ,finsternis beschrnken4 ,in beiden ,fllen entsteht die ,farbe4 ,eine physikalische ,anschauung1 die sich die ,finsternis als das vollkommen ,unwirksame denkt1 kann von einer solchen ,wechselwirkung nicht sprechen4 ,sie mu daher die ,farben allein aus dem ,lichte herleiten4 ,die ,finsternis tritt fr die ,beobachtung ebenso als ,erscheinung auf wie das ,licht4 ,das ,dunkel ist in demselben ,sinne ,wahrnehmungsinhalt wie die ,helle4 ,das eine ist nur der ,gegensatz des andern4 ,das ,auge1 das in die ,nacht hinausblickt1 vermittelt die reale ,wahrnehmung der ,finsternis4 ,wre die ,finsternis das absolute ,nichts1 so entstnde gar keine ,wahrnehmung1 wenn der ,mensch in das ,dunkel hinaussieht4 ,das ,gelb ist ein durch die ,finsternis gedmpftes ,licht2 das ,blau eine durch das ,licht abgeschwchte ,finsternis4 ,das ,auge ist dazu eingerichtet1 dem vorstellenden ,organismus die ,erscheinungen der ,licht- und ,farbenwelt und die ,bezge dieser ,erscheinungen zu vermitteln4 ,es verhlt sich dabei nicht blo aufnehmend1 sondern tritt in lebendige ,wechselwirkung mit den ,erscheinungen4 ,goethe ist bestrebt1 die ,art dieser ,wechselwirkung zu erkennen4 ,er betrachtet das ,auge als ein durchaus ,lebendiges und will seine ,lebensuerungen durchschauen4 ,wie verhlt sich das ,auge zu der einzelnen ,erscheinung8 ,wie verhlt es sich zu den ,bezgen der ,erscheinungen8 ,das sind ,fragen1 die er sich vorlegt4 ,licht und ,finsternis1 ,gelb und ,blau sind ,gegenstze4 ,wie empfindet das ,auge diese ,gegenstze8 ,es mu in der ,natur des ,auges begrndet sein1 da es die ,wechselbeziehungen1 die zwischen den einzelnen ,wahrnehmungen bestehen1 auch empfinde4 ,denn das ,auge hat sein ,dasein dem ,lichte zu danken4 ,aus gleichgiltigen tierischen ,hilfsorganen ruft sich das ,licht ein ,organ hervor1 das seinesgleichen werde2 und so bildet sich das ,auge am ,lichte frs ,licht1 damit das innere ,licht dem uern entgegentrete 7,didaktischer ,teil der ,farbenlehre4 ,einleitung74 ,so wie ,licht und ,finsternis sich in der ueren ,natur gegenstzlich verhalten1 so stehen die beiden ,zustnde einander entgegen1 in die das ,auge durch die beiden ,erscheinungen versetzt wird4 ,wenn man das ,auge innerhalb eines finstern ,raumes offen hlt1 so wird ein gewisser ,mangel empfindbar4 ,wird es dagegen einer stark beleuchteten weien ,flche zugewendet1 so wird es fr eine gewisse ,zeit unfhig1 mig beleuchtete ,gegenstnde zu unterscheiden4 ,das ,sehen ins ,dunkle steigert die ,empfnglichkeit2 dasjenige in das ,helle schwcht sie ab4 ,jeder ,eindruck aufs ,auge bleibt eine ,zeitlang in demselben4 ,wer ein schwarzes ,fenster-,kreuz auf einem hellen ,hintergrunde ansieht1 wird1 wenn er die ,augen schliet1 die ,erscheinung noch eine ,weile vor sich haben4 ,blickt man1 whrend der ,eindruck noch dauert auf eine hellgraue ,flche1 so erscheint das ,kreuz hell1 der ,scheibenraum dagegen dunkel4 ,es findet eine ,umkehrung der ,erscheinung statt4 ,daraus folgt1 da das ,auge durch den einen ,eindruck disponiert wird1 den entgegengesetzten aus sich selbst zu erzeugen4 ,wie in der ,auenwelt ,licht und ,finsternis in ,beziehung zu einander stehen1 so auch die entsprechenden ,zustnde im ,auge4 ,goethe stellt sich vor1 da der ,ort im ,auge1 auf den das dunkle ,kreuz fiel1 ausgeruht und empfnglich fr einen neuen ,eindruck ist4 ,deshalb wirkt auf ihn die graue ,flche lebhafter als auf die brigen ,orte im ,auge1 die vorher das strkere ,licht von den ,fensterscheiben empfangen haben4 ,hell erzeugt im ,auge die ,hinneigung zum ,dunkel2 ,dunkel die zum ,hellen4 ,wenn man ein dunkles ,bild vor eine hellgraue ,flche hlt und unverwandt1 indem es weggenommen wird1 auf denselben ,fleck sieht1 so erscheint der ,raum1 den das dunkle ,bild eingenommen hat1 um vieles heller als die brige ,flche4 ,ein graues ,bild auf dunklem ,grunde erscheint heller als dasselbe ,bild auf hellem4 ,das ,auge wird durch den dunklen ,grund disponiert1 das ,bild heller1 durch den hellen es dunkler zu sehen4 ,goethe wird durch diese ,erscheinungen auf die groe ,regsamkeit des ,auges verwiesen und den stillen ,widerspruch1 den jedes ,lebendige zu uern gedrungen ist1 wenn ihm irgend ein bestimmter ,zustand dargeboten wird4 ,so setzt das ,einatmen schon das ,ausatmen voraus und umgekehrt4 ,es ist die ewige ,formel des ,lebens1 die sich auch hier uert4 ,wie dem ,auge das ,dunkle geboten wird1 so fordert es das ,helle2 es fordert ,dunkel1 wenn man ihm ,hell entgegenbringt und zeigt eben dadurch seine ,lebendigkeit1 sein ,recht1 das ,objekt zu fassen1 indem es etwas1 das dem ,objekt entgegengesetzt ist1 aus sich selbst hervorbringt 7 #ch des didaktischen ,teiles der ,farbenlehre74 ,in hnlicher ,weise wie ,licht und ,finsternis rufen auch ,farbenwahrnehmungen eine ,gegenwirkung im ,auge hervor4 ,man halte ein kleines ,stck gelbgefrbten ,papiers vor eine mig erleuchtete weie ,tafel1 und schaue unverwandt auf die kleine gelbe ,flche4 ,nach einiger ,zeit hebe man das ,papier hinweg4 ,man wird die ,stelle1 die das ,papier ausgefllt hat1 violett sehen4 ,das ,auge wird durch den ,eindruck des ,gelb disponiert1 das ,violett aus sich selbst zu erzeugen4 ,ebenso wird das ,blaue das ,orange1 das ,rote das ,grn als ,gegenwirkung hervorbringen4 ,jede ,farbenempfindung hat also im ,auge einen lebendigen ,bezug zu einer andern4 ,die ,zustnde1 in die das ,auge durch ,wahrnehmungen versetzt wird1 stehen in einem hnlichen ,zusammenhange wie die ,inhalte dieser ,wahrnehmungen in der ,auenwelt4 ,wenn ,licht und ,finsternis1 ,hell und ,dunkel aufs ,auge wirken1 so tritt ihnen dieses lebendige ,organ mit seinen ,forderungen entgegen2 wirken sie auf die ,dinge drauen im ,raume1 so treten diese mit ihnen in ,wechselwirkung4 ,der leere ,raum hat die ,eigenschaft der ,durchsichtigkeit4 ,er wirkt auf ,licht und ,finsternis gar nicht4 ,diese scheinen durch ihn in ihrer eigenen ,lebhaftigkeit durch4 ,anders ist es1 wenn der ,raum mit ,dingen gefllt ist4 ,diese ,fllung kann eine solche sein1 da das ,auge sie nicht gewahr wird1 weil ,licht und ,finsternis in ihrer ursprnglichen ,gestalt durch sie hindurch scheinen4 ,dann spricht man von durchsichtigen ,dingen4 ,scheinen ,licht und ,finsternis nicht ungeschwcht durch ein ,ding hindurch1 so wird es als trb bezeichnet4 ,die trbe ,raumausfllung bietet die ,mglichkeit1 ,licht und ,finsternis1 ,hell und ,dunkel in ihrem gegenseitigen ,verhltnis zu beobachten4 ,ein ,helles durch ein ,trbes gesehen erscheint gelb1 ein ,dunkles blau4 ,das ,trbe ist ein ,materielles1 das vom ,lichte durchhellt wird4 ,gegenber einem hinter ihm befindlichen helleren1 lebhafteren ,licht ist das ,trbe dunkel2 gegen eine durchscheinende ,finsternis verhlt es sich als ,helles4 ,es wirken also1 wenn ein ,trbes sich dem ,licht oder der ,finsternis entgegenstellt1 wirklich ein vorhandenes ,helles und ein ebensolches ,dunkles ineinander4 ,nimmt die ,trbe1 durch welche das ,licht scheint1 allmhlich zu1 so geht das ,gelb in ,gelbrot und dann in ,rubinrot ber4 ,vermindert sich die ,trbe1 durch die das ,dunkel dringt1 so geht das ,blau in ,indigo und zuletzt in ,violett ber4 ,gelb und ,blau sind ,grundfarben4 ,sie entstehen durch ,zusammenwirken des ,hellen oder ,dunklen mit der ,trbe4 ,beide knnen einen rtlichen ,ton annehmen1 jenes durch ,vermehrung1 dieses durch ,verminderung der ,trbe4 ,das ,rot ist somit keine ,grundfarbe4 ,es erscheint als ,farbenton an dem ,gelben oder ,blauen4 ,gelb mit seinen rtlichen ,nuancen1 die sich bis zum reinen ,rot steigern1 steht dem ,licht nahe1 ,blau mit seinen ,abtnungen ist der ,finsternis verwandt4 ,wenn sich ,blau und ,gelb vermischen entsteht ,grn2 mischt sich das bis zum ,violetten gesteigerte ,blau mit dem zum ,roten verfinsterten ,gelb1 so entsteht die ,purpurfarbe4 ,diese ,grunderscheinungen verfolgt ,goethe innerhalb der ,natur4 ,die helle ,sonnenscheibe durch einen ,flor von trben ,dnsten gesehen1 erscheint gelb4 ,der dunkle ,weltraum durch die vom ,tageslicht erleuchteten ,dnste der ,atmosphre angeschaut1 stellt sich als das ,blau des ,himmels dar4 ,ebenso erscheinen uns auch die ,berge blau3 denn indem wir sie in einer solchen ,ferne erblicken1 da wir die ,lokalfarben nicht mehr sehen1 und kein ,licht von ihrer ,oberflche mehr auf unser ,auge wirkt1 so gelten sie als ein reiner finsterer ,gegenstand1 der nun durch die dazwischen tretenden ,dnste blau erscheint 7 #aef des didaktischen ,teiles der ,farbenlehre74 ,aus der ,vertiefung in die ,kunstwerke der ,maler ist ,goethe das ,bedrfnis erwachsen1 in die ,gesetze einzudringen1 denen die ,erscheinungen des ,gesichtssinnes unterworfen sind4 ,jedes ,gemlde gab ihm ,rtsel auf4 ,wie verhlt sich das ,hell-,dunkel zu den ,farben8 ,in welchen ,beziehungen stehen die einzelnen ,farben zu einander8 ,warum bewirkt ,gelb eine heitere1 ,blau eine ernste ,stimmung8 ,aus der ,newtonschen ,farbenlehre war kein ,gesichtspunkt zu gewinnen1 von dem aus diese ,geheimnisse zu lften gewesen wren4 ,sie leitet alle ,farben aus dem ,lichte ab1 stellt sie stufenweise nebeneinander und sagt nichts ber ihre ,beziehungen zum ,dunklen und auch nichts ber ihre lebendigen ,bezge zu einander4 ,aus den auf eigenem ,wege gewonnenen ,einsichten konnte ,goethe die ,rtsel lsen1 die ihm die ,kunst aufgegeben hatte4 ,das ,gelb mu eine heitere1 muntere1 sanft reizende ,eigenschaft besitzen1 denn es ist die nchste ,farbe am ,licht4 ,es entsteht durch die gelindeste ,migung desselben4 ,das ,blau weist auf das ,dunkle hin1 das in ihm wirkt4 ,deshalb gibt es ein ,gefhl von ,klte1 so wie es auch an ,schatten erinnert4 ,das rtliche ,gelb entsteht durch ,steigerung des ,gelben nach der ,seite des ,dunklen4 ,durch diese ,steigerung wchst seine ,energie4 ,das ,heitere1 ,muntere geht in das ,wonnige ber4 ,sobald die ,steigerung noch weitergeht1 vom ,rotgelben ins ,gelbrote1 verwandelt sich das heitere1 wonnige ,gefhl in den ,eindruck des ,gewaltsamen4 ,das ,violett ist das zum ,hellen strebende ,blau4 ,die ,ruhe und ,klte des ,blauen wird dadurch zur ,unruhe4 ,eine weitere ,zunahme erfhrt diese ,unruhe im ,blauroten4 ,das reine ,rot steht in der ,mitte zwischen ,gelbrot und ,blaurot4 ,das ,strmische des ,gelben erscheint gemildert2 die lssige ,ruhe des ,blauen belebt sich4 ,das ,rote macht den ,eindruck der idealen ,befriedigung1 der ,ausgleichung der ,gegenstze4 ,ein ,gefhl der ,befriedigung entsteht auch durch das ,grn1 das eine ,mischung von ,gelb und ,blau ist4 ,weil aber hier das ,heitere des ,gelben nicht gesteigert1 die ,ruhe des ,blauen nicht gestrt durch den rtlichen ,ton ist1 so wird die ,befriedigung eine reinere sein als die1 welche das ,rot hervorbringt4 ,das ,auge fordert1 wenn ihm eine ,farbe entgegengebracht wird1 sogleich eine andere4 ,erblickt es ,gelb1 so entsteht in ihm die ,sehnsucht nach dem ,violetten2 nimmt es ,blau wahr1 so verlangt es ,orange2 sieht es ,rot1 so begehrt es ,grn4 ,es ist begreiflich1 da das ,gefhl der ,befriedigung entsteht1 wenn neben eine ,farbe1 die dem ,auge dargeboten wird1 eine andere gesetzt wird1 die es seiner ,natur nach erstrebt4 ,aus dem ,wesen des ,auges ergibt sich das ,gesetz der ,farbenharmonie4 ,farben1 die das ,auge nebeneinander fordert1 wirken harmonisch4 ,treten zwei ,farben nebeneinander auf1 von denen die eine nicht die andere fordert1 so wird das ,auge zur ,gegenwirkung aufgeregt4 ,die ,zusammenstellung von ,gelb und ,purpur hat etwas ,einseitiges1 aber ,heiteres und ,prchtiges4 ,das ,auge will ,violett neben ,gelb1 um sich naturgem ausleben zu knnen4 ,tritt ,purpur an die ,stelle des ,violetten1 so macht der ,gegenstand seine ,ansprche gegenber denen des ,auges geltend4 ,er fgt sich den ,forderungen des ,organs nicht4 ,zusammenstellungen dieser ,art dienen dazu1 auf das ,bedeutende der ,dinge hinzuweisen4 ,sie wollen nicht unbedingt befriedigen1 sondern charakterisieren4 ,zu solchen charakteristischen ,verbindungen eignen sich ,farben1 die nicht in vollem ,gegensatz zu einander stehen1 die aber doch auch nicht unmittelbar ineinander bergehen4 ,zusammenstellungen der letzteren ,art geben den ,dingen1 an denen sie vorkommen1 etwas ,charakterloses4 ,das ,werden und ,wesen der ,licht- und ,farbenerscheinungen hat sich ,goethe in der ,natur offenbart4 ,er hat es auch wiedererkannt in den ,schpfungen der ,maler1 in denen es auf eine hhere ,stufe gehoben1 ins ,geistige bersetzt ist4 ,einen tiefen ,einblick in das ,verhltnis von ,natur und ,kunst hat ,goethe durch seine ,beobachtungen der ,gesichtswahrnehmungen gewonnen4 ,daran mag er wohl gedacht haben1 als er nach ,vollendung der ,farbenlehre ber diese ,beobachtungen an ,frau von ,stein schrieb3 ,es reut mich nicht1 ihnen soviel ,zeit aufgeopfert zu haben4 ,ich bin dadurch zu einer ,kultur gelangt1 die ich mir von einer andern ,seite schwerlich verschafft htte4 ,,gedanken ,,ber ,,entwicklungsgeschichte ,,der ,,erde ,,und ,,lufterscheinungen4 ,,gedanken ,,ber ,,entwicklungsgeschichte ,,der ,,erde4 ,durch seine ,beschftigung mit dem ,ilmenauer ,bergbau wurde ,goethe angeregt1 das ,reich der ,mineralien1 ,gesteine und ,felsarten1 sowie die bereinander geschichteten ,massen der ,erdrinde zu betrachten4 ,im ,juli #aggf begleitete er den ,herzog ,karl ,august nach ,ilmenau4 ,sie wollten sehen1 ob das alte ,bergwerk wieder in ,bewegung gesetzt werden knne4 ,goethe widmete dieser ,bergwerksangelegenheit auch weiter seine ,frsorge4 ,dabei wuchs in ihm immer mehr der ,trieb1 zu erkennen1 wie die ,natur bei der ,bildung der ,stein- und ,gebirgsmassen verfhrt4 ,er bestieg die hohen ,gipfel und kroch in die ,tiefen der ,erde1 um der groen formenden ,hand nchste ,spuren zu entdecken4 ,seine ,freude1 die schaffende ,natur auch von dieser ,seite kennen zu lernen1 teilte er am #h4 ,september #aghj von ,ilmenau aus der ,frau von ,stein mit4 ,jetzt leb' ich mit ,leib und ,seel in ,stein und ,bergen und bin sehr vergngt ber die weiten ,aussichten1 die sich mir auftun4 ,diese zwei letzten ,tage haben mir ein gro ,fleck erobert und knnen auf ,vieles schlieen4 ,die ,welt kriegt mir nun ein neu ungeheuer ,ansehen4 ,immer mehr befestigt sich bei ihm die ,hoffnung1 da es ihm gelingen werde1 einen ,faden zu spinnen1 der durch die unterirdischen ,labyrinthe durchfhren und eine bersicht in der ,verwirrung geben knne 7,brief an ,frau von ,stein vom #ab4 ,juni #aghd74 ,allmhlich dehnt er seine ,beobachtungen ber weitere ,gebiete der ,erdoberflche aus4 ,auf seinen ,harzreisen glaubt er zu erkennen1 wie sich groe anorganische ,massen gestalten4 ,er schreibt ihnen die ,tendenz zu1 sich in mannigfachen ,richtungen zu trennen1 so da ,parallelepipeden entstehen1 welche wieder in der ,diagonale sich zu durchschneiden die ,geneigtheit haben 7vergl4 den ,aufsatz ,gestaltung groer anorganischer ,massen im #cd4 ,bande von ,goethes ,werken1 ,krschners ,nat4-,litt474 ,er denkt sich die ,steinmassen von einem ideellen ,gitterwerk durchzogen1 und zwar sechsseitig4 ,dadurch werden kubische1 parallelepipedische1 rhombische1 rhomboidische1 sulen- und plattenfrmige ,krper aus einer ,grundmasse herausgeschnitten4 ,er stellt sich innerhalb dieser ,grundmasse ,krftewirkungen vor1 die sie in dem ,sinne trennen1 wie das ideelle ,gitterwerk es veranschaulicht4 ,wie in der organischen ,natur1 so sucht ,goethe auch in dem ,steinreiche das wirksame ,ideelle4 ,auch hier forscht er mit ,geistes-,augen4 ,wo die ,trennung in regelmige ,formen nicht in die ,erscheinung tritt1 da nimmt er an1 da sie ideell in den ,massen vorhanden ist4 ,auf einer ,harzreise1 die er #aghd unternimmt1 lt er von dem ihn begleitenden ,rat ,kraus ,kreidezeichnungen ausfhren1 in denen das ,unsichtbare1 ,ideelle durch das ,sichtbare verdeutlicht und zur ,anschauung gebracht ist4 ,er ist der ,ansicht1 da das ,tatschliche vom ,zeichner nur dann wahrhaft dargestellt werden kann1 wenn dieser auf die ,intentionen der ,natur achtet1 die in der ueren ,erscheinung oft nicht deutlich genug hervortreten4 ,im bergang aus dem ,weichen in das ,starre ergibt sich die ,scheidung1 sie sei nun dem ,ganzen angehrig oder sie ereigne sich im ,innersten der ,massen 7,band #cd von ,goethes ,werken in ,krschners ,nat4-,litt4 ,aufsatz3 ,gebirgs-,gestaltung im ganzen und einzelnen74 ,in den organischen ,formen ist1 nach ,goethes ,ansicht1 ein sinnlich-bersinnliches ,urbild lebendig gegenwrtig2 ein ,ideelles tritt in die sinnliche ,wahrnehmung ein und durchsetzt sie4 ,in der regelmigen ,gestaltung anorganischer ,massen wirkt ein ,ideelles1 das als solches nicht in die sinnliche ,form eingeht1 aber doch eine sinnliche ,form schafft4 ,die unorganische ,form ist in der ,erscheinung nicht sinnlich-bersinnlich1 sondern nur sinnlich2 sie mu aber als ,wirkung einer bersinnlichen ,kraft aufgefat werden4 ,sie ist ein ,zwischending zwischen dem unorganischen ,vorgang1 dessen ,verlauf noch von einem ,ideellen beherrscht wird1 der aber von demselben keine geschlossene ,form erhlt1 und dem ,organischen1 in dem das ,ideelle selbst zur sinnlichen ,form wird4 ,die ,bildung zusammengesetzter ,gesteine denkt sich ,goethe dadurch bewirkt1 da die ursprnglich nur ideell in einer ,masse vorhandenen ,substanzen tatschlich auseinander getrennt werden4 ,in einem ,briefe an ,leonhard1 vom #be4 ,november #ahjg1 schreibt er3 ,so gestehe ich gern1 da ich da noch oft simultane ,wirkungen erblicke1 wo ,andere schon eine successive sehen2 da ich in manchem ,gestein1 das andere fr ein ,konglomerat1 fr ein aus ,trmmern ,zusammengefhrtes und ,zusammengebackenes halten1 ein aus einer heterogenen ,masse in sich selbst ,geschiedenes und ,getrenntes und sodann durch ,konsolidation ,festgehaltenes zu schauen glaube4 ,goethe ist nicht dazu gekommen1 diese ,gedanken fr eine grere ,zahl unorganischer ,formenbildungen fruchtbar zu machen4 ,es ist seiner ,denkweise gem1 auch die ,anordnung der geologischen ,schichten aus ideellen ,bildungsprinzipien zu erklren1 die dem ,stoff1 seinem ,wesen nach1 innewohnen4 ,den damals weit verbreiteten geologischen ,ansichten ,werners konnte er sich aus dem ,grunde nicht anschlieen1 weil dieser solche ,bildungsprinzipien nicht kannte1 sondern alles auf die rein mechanischen ,wirkungen des ,wassers zurckfhrte4 ,noch unsympathischer war ihm der von ,hutton aufgestellte und von ,alexander von ,humboldt1 ,leopold von ,buch und ,anderen verteidigte ,vulkanismus1 der die ,entwicklung der einzelnen ,erdperioden durch gewaltsame ,revolutionen erklrte4 ,durch vulkanische ,krfte lt diese ,anschauung groe ,gebirgssysteme pltzlich aus der ,erde emporschieen4 ,solche unermeliche ,kraftleistungen schienen ,goethe dem ,wesen der ,natur zu widersprechen4 ,er sah keinen ,grund1 warum die ,gesetze der ,erdentwicklung sich zu gewissen ,zeiten pltzlich ndern und nach langandauernder allmhlicher ,wirksamkeit sich in einem gewissen ,zeitpunkte durch ,heben und ,drngen1 ,aufwlzen und ,quetschen1 ,schleudern und ,schmeien uern sollen4 ,die ,natur erschien ihm in allen ihren ,teilen konsequent1 so da selbst eine ,gottheit an den ihr eingeborenen ,gesetzen nichts ndern knnte4 ,ihre ,gesetze hlt er fr unwandelbar4 ,die ,krfte1 die heute an der ,bildung der ,erdoberflche wirken1 mssen zu allen ,zeiten gewirkt haben4 ,von diesem ,gesichtspunkte aus kommt er auch zu einer naturgemen ,ansicht darber1 auf welche ,weise die ,gesteinsblcke an ihre ,pltze gelangt sind1 die in der ,nhe des ,genfer ,sees zerstreut sich vorfinden und die1 ihrer ,beschaffenheit nach1 von weit entfernten ,gebirgen abgetrennt sind4 ,es trat ihm die ,meinung entgegen1 da diese ,gesteinsmassen bei dem tumultuarischen ,aufstand der weit rckwrts im ,lande gelegenen ,gebirge an ihren jetzigen ,ort geschleudert worden seien4 ,goethe suchte nach ,krften1 die gegenwrtig beobachtet werden knnen1 und die geeignet sind1 diese ,erscheinung zu erklren4 ,er fand solche bei der ,bildung der ,gletscher ttig4 ,nun brauchte er nur anzunehmen1 da die ,gletscher1 die heute noch das ,gestein vom ,gebirge in die ,ebenen befrdern1 einstmals eine ungeheuer viel grere ,ausdehnung gehabt haben als gegenwrtig4 ,sie haben dann die ,steinmassen viel weiter von den ,gebirgen weggetragen als sie es in der ,gegenwart tun4 ,als die ,gletscher wieder an ,ausdehnung verloren1 sind diese ,gesteine liegen geblieben4 ,in analoger ,weise1 dachte ,goethe1 mssen auch die in der norddeutschen ,tiefebene umherliegenden ,granitblcke an ihre jetzigen ,fundorte gelangt sein4 ,um sich vorstellen zu knnen1 da die von erratischen ,blcken bedeckten ,landesteile einst von ,gletschereis bedeckt waren1 bedarf es der ,annahme einer ,epoche groer ,klte4 ,gemeingut der ,wissenschaft wurde diese ,annahme durch ,agassiz1 der selbstndig auf sie kam und sie #ahcg in der ,schweizerischen ,gesellschaft fr ,naturforschung darlegte4 ,in neuerer ,zeit ist diese ,klteepoche1 die ber die ,kontinente der ,erde hereinbrach1 als bereits ein reiches ,tier- und ,pflanzenleben entwickelt war1 zum ,lieblingsstudium bedeutender ,geologen geworden4 ,was ,goethe im ,einzelnen ber die ,erscheinungen dieser ,eiszeit vorbringt1 ist gegenber den ,beobachtungen1 die sptere ,forscher gemacht haben1 belanglos4 ,ebenso wie zur ,annahme einer ,epoche groer ,klte wird ,goethe durch seine allgemeine ,naturanschauung zu einer richtigen ,ansicht ber das ,wesen der ,versteinerungen gefhrt4 ,zwar haben schon frhere ,denker in diesen ,gebilden berreste vorweltlicher ,organismen erkannt4 ,diese richtige ,ansicht ist aber so langsam allgemein herrschend geworden1 da noch ,voltaire die versteinerten ,muscheln als ,naturspiele ansehen konnte4 ,goethe erkannte bald1 nachdem er einige ,erfahrung auf diesem ,gebiete gewonnen hatte1 da die ,versteinerungen als ,reste der ,organismen in einem naturgemen ,zusammenhange mit denjenigen ,erdschichten stehen1 in denen sie gefunden werden4 ,das heit1 da diese ,organismen in den ,epochen der ,erde gelebt haben1 in denen sich die entsprechenden ,schichten gebildet haben4 ,in dieser ,weise spricht er sich ber ,versteinerungen in einem ,briefe an ,merck vom #bg4 ,oktober #aghb aus3 ,alle die ,knochentrmmer1 von denen ,du sprichst und die in dem oberen ,sande des ,erdreichs berall gefunden werden1 sind1 wie ich vllig berzeugt bin1 aus der neuesten ,epoche1 welche aber doch gegen unsere gewhnliche ,zeitrechnung ungeheuer alt ist4 ,in dieser war das ,meer schon zurckgetreten2 hingegen flossen ,strme noch in groer ,breite1 doch verhltnismig zum ,niveau des ,meeres1 nicht schneller und vielleicht nicht einmal so schnell als jetzt4 ,zu derselbigen ,zeit setzte sich der ,sand1 mit ,leimen gemischt1 in allen breiten ,thlern nieder1 die nach und nach1 als das ,meer sank1 von dem ,wasser verlassen wurden und die ,flsse sich in ihrer ,mitte nur geringe ,beete gruben4 ,zu jener ,zeit waren die ,elephanten und ,rhinocerosse auf den entblten ,bergen bei uns zu ,hause1 und ihre ,reste konnten gar leicht durch die ,waldstrme in jene groen ,stromtler oder ,seeflchen heruntergesplt werden1 wo sie mehr oder weniger mit dem ,steinsaft durchdrungen sich erhielten und wo wir sie nun mit dem ,pfluge oder durch andere ,zuflle ausgraben4 ,in diesem ,sinne sagte ich vorher1 man finde sie in dem oberen ,sande1 nmlich in dem1 der durch die andern ,flsse zusammengesplt worden1 da schon die ,hauptrinde des ,erdbodens vllig gebildet war4 ,es wird nun bald die ,zeit kommen1 wo man ,versteinerungen nicht mehr durcheinander werfen1 sondern verhltnismig zu den ,epochen der ,welt rangieren wird4 ,goethe ist wiederholt ein ,vorlufer der durch ,lyell begrndeten ,geologie genannt worden4 ,auch diese nimmt nicht mehr gewaltsame ,revolutionen oder ,katastrophen an1 um die ,entstehung einer ,erdperiode aus der andern zu erklren4 ,sie fhrt die frheren ,vernderungen der ,erdoberflche auf dieselben ,vorgnge zurck1 die sich auch jetzt noch abspielen4 ,es darf aber nicht auer acht gelassen werden1 da die moderne ,geologie blo physikalische und chemische ,krfte heranzieht1 um die ,erdbildung zu erklren4 ,da dagegen ,goethe gestaltende ,krfte annimmt1 die innerhalb der ,massen wirksam sind und die eine hhere ,art von ,bildungsprinzipien darstellen1 als die ,physik und ,chemie sie kennen4 ,,betrachtungen ,,ber ,,atmosph,,rische ,,erscheinungen4 ,im ,jahre #ahae lernt ,goethe ,luke ,howards ,versuch einer ,naturgeschichte und ,physik der ,wolken kennen4 ,er wird dadurch zu schrferem ,nachdenken ber ,wolkenbildungen und ,witterungsverhltnisse angeregt4 ,zwar hat er schon frher mancherlei ,beobachtungen ber diese ,erscheinungen gemacht und aufgezeichnet4 ,das ,erfahrene jedoch zusammenzustellen fehlten ihm ,umsicht und wissenschaftliche ,verknpfungszweige4 ,in dem ,howardschen ,aufsatze sind die mannigfaltigen ,wolkenbildungen auf gewisse ,grundformen zurckgefhrt4 ,goethe findet nun einen ,eingang in die ,witterungskunde1 die ihm bisher fremd geblieben ist1 weil es seiner ,natur unmglich war1 aus der ,art1 wie dieser ,wissenszweig zu seiner ,zeit behandelt wurde1 etwas zu gewinnen4 ,den ganzen ,komplex der ,witterungskunde1 wie er tabellarisch durch ,zeichen und ,zahlen aufgestellt wird1 zu erfassen1 war meiner ,natur unmglich2 ich freute mich1 einen integrierenden ,teil derselben meiner ,neigung und ,lebensweise angemessen zu finden1 und weil in diesem unendlichen ,all alles in ewiger1 sicherer ,beziehung steht1 eins das andere hervorbringt oder wechselsweise hervorgebracht wird1 so schrfte ich meinen ,blick auf das dem ,sinne der ,augen ,erfaliche1 und gewhnte mich1 die ,bezge der atmosphrischen und irdischen ,erscheinungen mit ,barometer und ,thermometer in ,einklang zu bringen4 ,da der ,stand des ,barometers in genauem ,bezug zu allen ,witterungsverhltnissen steht1 so tritt er auch bald fr ,goethe in den ,mittelpunkt seiner ,beobachtungen ber atmosphrische ,verhltnisse4 ,je lnger er diese ,beobachtungen fortsetzt1 um so mehr glaubt er zu erkennen1 da das ,steigen und ,fallen des ,quecksilbers im ,barometer an verschiedenen nher und ferner1 nicht weniger an unterschiedenen ,lngen1 ,breiten und ,hhen gelegenen ,beobachtungsorten so geschieht1 da einem ,steigen oder ,fallen an einem ,orte ein fast gleich groes ,steigen oder ,fallen an allen andern ,orten zu gleichen ,zeiten entspricht4 ,aus dieser ,regelmigkeit der ,barometervernderungen zieht ,goethe die ,folgerung1 da auf dieselben keine auerirdischen ,einflsse wirken knnen4 ,wenn man dem ,monde1 den ,planeten1 den ,jahreszeiten einen solchen ,einflu zuschreibt1 wenn man von ,ebbe und ,flut in der ,atmosphre spricht1 so wird die ,regelmigkeit nicht erklrt4 ,alle diese ,einflsse mten sich zu gleichen ,zeiten in der verschiedensten ,weise an verschiedenen ,orten geltend machen4 ,nur wenn innerhalb der ,erde selbst die ,ursache fr diese ,vernderungen liegt1 sind sie erklrbar1 meint ,goethe4 ,da nun der ,stand des ,quecksilbers von dem ,druck der ,luft abhngt1 so stellt sich ,goethe vor1 da die ,erde abwechselnd die ganze ,atmosphre zusammenpret und wieder ausdehnt4 ,wird die ,luft zusammengepret1 so erhht sich ihr ,druck und das ,quecksilber fllt2 das ,umgekehrte findet bei der ,ausdehnung statt4 ,goethe schreibt diese abwechselnde ,zusammenziehung und ,ausdehnung der ganzen ,luftmasse einer ,vernderlichkeit zu1 welcher die ,anziehungskraft der ,erde unterworfen ist4 ,das ,vermehren und ,vermindern dieser ,kraft sieht er in einem gewissen ,eigenleben der ,erde begrndet und vergleicht es mit dem ,ein- und ,ausatmen eines ,organismus4 ,demnach denkt sich ,goethe auch die ,erde nicht in blo mechanischer ,weise wirksam4 ,so wenig er die geologischen ,vorgnge rein mechanisch und physikalisch erklrt1 ebensowenig thut er dies bei den ,barometerschwankungen4 ,seine ,naturansicht steht in scharfem ,gegensatz zu der modernen4 ,diese sucht1 ihren allgemeinen ,grundstzen gem1 die atmosphrischen ,vorgnge physikalisch zu begreifen4 ,die ,temperaturunterschiede in der ,atmosphre bewirken eine ,verschiedenheit des ,luftdrucks an verschiedenen ,orten1 erzeugen ,luftstrmungen von wrmeren nach klteren ,gebieten1 vermehren oder vermindern den ,feuchtigkeitsgehalt1 bringen ,wolkenbildungen und ,niederschlge hervor4 ,aus solchen und hnlichen ,faktoren werden die ,schwankungen des ,luftdrucks und damit das ,steigen und ,fallen des ,barometers erklrt4 ,auch widerspricht ,goethes ,vorstellung von einer ,vermehrung und ,verminderung der ,anziehungskraft den modernen mechanischen ,begriffen4 ,nach diesen ist die ,strke der ,anziehungskraft an einem ,orte stets dieselbe4 ,goethe wendet mechanische ,vorstellungen nur so weit an1 als es ihm durch die ,beobachtung geboten erscheint4 ,,goethe ,,und ,,hegel4 ,,goethe ,,und ,,hegel4 ,goethes ,weltbetrachtung geht nur bis zu einer gewissen ,grenze4 ,er beobachtet die ,licht- und ,farbenerscheinungen und dringt bis zum ,urphnomen vor2 er sucht sich innerhalb der ,mannigfaltigkeit des ,pflanzenwesens zurechtzufinden und gelangt zu seiner sinnlich-bersinnlichen ,urpflanze4 ,von dem ,urphnomen oder der ,urpflanze steigt er nicht zu hheren ,erklrungsprinzipien auf4 ,das berlt er den ,philosophen4 ,er ist befriedigt1 wenn er sich auf der empirischen ,hhe befindet1 wo er rckwrts die ,erfahrung in allen ihren ,stufen berschauen1 und vorwrts in das ,reich der ,theorie1 wo nicht eintreten1 doch einblicken kann4 ,goethe geht in der ,betrachtung des ,wirklichen so weit1 bis ihm die ,ideen entgegenblicken4 ,in welchem ,zusammenhange die ,ideen untereinander stehen2 wie innerhalb des ,ideellen das eine aus dem andern hervorgeht3 das sind ,aufgaben1 die auf der empirischen ,hhe erst beginnen1 auf der ,goethe stehen bleibt4 ,die ,idee ist ewig und einzig1 meint er4 ,da wir auch den ,plural brauchen1 ist nicht wohlgetan4 ,alles1 was wir gewahr werden und wovon wir reden knnen1 sind nur ,manifestationen der ,idee4 ,da aber doch in der ,erscheinung die ,idee als eine ,vielheit von ,einzelideen auftritt1 z4 ,b4 ,idee der ,pflanze1 ,idee des ,tieres1 so mssen diese sich auf eine ,grundform zurckfhren lassen1 wie die ,pflanze sich auf das ,blatt zurckfhren lt4 ,auch die einzelnen ,ideen sind nur in ihrer ,erscheinung verschieden2 in ihrem wahren ,wesen sind sie identisch4 ,es ist also ebenso im ,sinne der ,goetheschen ,weltanschauung1 von einer ,metamorphose der ,ideen wie von einer ,metamorphose der ,pflanzen zu reden4 ,der ,philosoph1 der diese ,metamorphose der ,ideen darzustellen versucht hat1 ist ,hegel4 ,er ist dadurch der ,philosoph der ,goetheschen ,weltanschauung4 ,von der einfachsten ,idee1 dem reinen ,sein1 geht er aus4 ,in diesem verbirgt sich die wahrhafte ,gestalt vollstndig4 ,ihr reicher ,inhalt wird zum blutarmen ,abstractum4 ,man hat ,hegel vorgeworfen1 da er aus dem reinen ,sein die ganze inhaltvolle ,welt der ,ideen ableitet4 ,aber das reine ,sein enthlt der ,idee nach die ganze ,ideenwelt1 wie das ,blatt der ,idee nach die ganze ,pflanze enthlt4 ,hegel verfolgt die ,metamorphosen der ,idee von dem reinen abstrakten ,sein bis zu der ,stufe1 in der die ,idee unmittelbar wirkliche ,erscheinung wird4 ,er betrachtet als diese hchste ,stufe die ,erscheinung der ,philosophie selbst4 ,denn in der ,philosophie werden die in der ,welt wirksamen ,ideen in ihrer ureigenen ,gestalt angeschaut4 ,in ,goethes ,weise gesprochen knnte man etwa sagen3 die ,philosophie ist die ,idee in ihrer grten ,ausbreitung2 das reine ,sein ist die ,idee in ihrer uersten ,zusammenziehung4 ,da ,hegel in der ,philosophie die vollkommenste ,metamorphose der ,idee sieht1 beweist1 da ihm die wahre ,selbstbeobachtung ebenso verschlossen ist wie ,goethe4 ,ein ,ding hat seine hchste ,metamorphose erreicht1 wenn es in der ,wahrnehmung1 im unmittelbaren ,leben seinen vollen ,inhalt herausarbeitet4 ,die ,philosophie aber enthlt den ,ideengehalt der ,welt nicht in ,form des ,lebens1 sondern in ,form von ,gedanken4 ,die lebendige ,idee1 die ,idee als ,wahrnehmung1 ist allein der menschlichen ,selbstbeobachtung gegeben4 ,hegels ,philosophie ist keine ,weltanschauung der ,freiheit1 weil sie den ,weltinhalt in seiner hchsten ,form nicht auf dem ,grunde der menschlichen ,persnlichkeit sucht4 ,auf diesem ,grunde wird aller ,inhalt ganz individuell4 ,nicht dieses ,individuelle sucht ,hegel1 sondern das ,allgemeine1 die ,gattung4 ,er verlegt den ,ursprung des ,sittlichen daher auch nicht in das menschliche ,individuum1 sondern in die objektive ,weltordnung1 welche die sittlichen ,ideen enthalten soll4 ,der ,mensch gibt sich nicht selbst sein sittliches ,ziel1 sondern er hat sich der sittlichen ,weltordnung einzugliedern4 ,das ,einzelne1 ,individuelle gilt ,hegel geradezu als das ,schlechte1 wenn es in seiner ,einzelheit verharrt4 ,erst innerhalb des ,ganzen erhlt es seinen ,wert4 ,dies ist die ,gesinnung der ,bourgeoisie1 bemerkt ,max ,stirner und ihr ,dichter ,goethe1 wie ihr ,philosoph ,hegel haben die ,abhngigkeit des ,subjekts vom ,objekte1 den ,gehorsam gegen die objektive ,welt u4 s4 w4 zu verherrlichen gewut4 ,hegel wie ,goethe fehlt die ,anschauung der ,freiheit1 weil beiden die ,anschauung des innersten ,wesens der menschlichen ,natur abgeht4 ,hegel fhlt sich durchaus als ,philosoph der ,goetheschen ,weltanschauung4 ,er schreibt am #bj4 ,februar #ahba an ,goethe3 ,das ,einfache und ,abstrakte1 das ,sie sehr treffend das ,urphnomen nennen1 stellen sie an die ,spitze1 zeigen dann die konkreteren ,erscheinungen auf1 als entstehend durch das ,hinzukommen weiterer ,einwirkungsweisen und ,umstnde und regieren den ganzen ,verlauf so1 da die ,reihenfolge von den einfachen ,bedingungen zu den zusammengesetztern fortschreitet1 und so rangiert1 das ,verwickelte nun1 durch diese ,dekomposition1 in seiner ,klarheit erscheint4 ,das ,urphnomen auszuspren1 es von den andern ihm selbst zuflligen ,umgebungen zu befreien1 -- es abstrakt1 wie wir dies heien1 aufzufassen1 dies halte ich fr eine ,sache des groen geistigen ,natursinns1 sowie jenen ,gang berhaupt fr das wahrhaft ,wissenschaftliche der ,erkenntnis in diesem ,felde4 444 ,darf ich ,ew4 u4 s4 w4 aber nun auch noch von dem besondern ,interesse sprechen1 welches ein so herausgehobenes ,urphnomen fr uns ,philosophen hat1 da wir nmlich ein solches ,prparat geradezu in den philosophischen ,nutzen verwenden knnen6 ,haben wir nmlich unser zunchst austernhaftes1 graues1 oder ganz schwarzes ,absolutes1 doch gegen ,luft und ,licht hingearbeitet1 da es derselben begehrlich geworden1 so brauchen wir ,fensterstellen1 um es vollends an das ,licht des ,tages herauszufhren2 unsere ,schemen wrden zu ,dunst verschweben1 wenn wir sie so geradezu in die bunte1 verworrene ,gesellschaft der widerwrtigen ,welt versetzen wollten4 ,hier kommen uns nun ,ew4 ,wohlgeboren ,urphnomene vortrefflich zu statten2 in diesem ,zwielichte1 geistig und begreiflich durch seine ,einfachheit1 sichtlich und greiflich durch seine ,sinnlichkeit -- begren sich die beiden ,welten1 unser ,abstruses1 und das erscheinende ,dasein1 einander4 ,wenn auch ,goethes ,weltanschauung und ,hegels ,philosophie einander vollkommen entsprechen1 so wrde man sich doch sehr irren1 wenn man den ,gedanken-,leistungen ,goethes und denen ,hegels den gleichen ,wert zuerkennen wollte4 ,in beiden lebt dieselbe ,vorstellungsweise4 ,beiden fehlt die ,selbstwahrnehmung4 ,doch hat ,goethe seine ,reflexionen auf ,gebieten angestellt1 in denen der ,mangel der ,selbstwahrnehmung nicht schdlich wirkt4 ,hat er auch nie die ,ideenwelt als ,wahrnehmung gesehen2 er hat doch in der ,ideenwelt gelebt und seine ,beobachtungen von ihr durchdringen lassen4 ,hegel hat die ,ideenwelt ebensowenig wie ,goethe als ,wahrnehmung1 als individuelles ,dasein geschaut4 ,er hat aber gerade ber die ,ideenwelt seine ,reflexionen angestellt4 ,diese sind daher nach vielen ,richtungen hin schief und unwahr4 ,htte ,hegel ,beobachtungen ber die ,natur angestellt1 so wren sie wohl ebenso wertvoll geworden wie diejenigen ,goethes2 htte ,goethe ein philosophisches ,gedankengebude aufgestellt1 so wre es kaum gesnder geworden als dasjenige ,hegels4 ,,namen-,,register4 ,agassiz #ahi4 ,aristoteles #ae2 #ig4 ,augustinus #ad4 ,bacon von ,verulam #af ff4 ,blumenbach #ajj4 ,bttner #aec f4 ,bunge1 ,gustav #aaj4 ,camper #aja4 ,cohn1 ,ferdinand #add4 ,cuvier #adc2 #add ff4 ,darwin #acd4 ,descartes #af2 #ah ff42 #ce4 ,diderot #acd4 ,du ,bois-,reymond #fe2 #hg2 #ib4 ,frster #ha4 ,gegenbauer1 ,carl #abb4 ,geoffroy de ,st4 ,hilaire #adc2 #add ff4 ,gleichen-,ruwurm #ie ff4 ,haeckel #acd4 ,haller #adj f4 ,heinroth #db f4 ,herder #ii2 #ajf2 #ajh2 #abd4 ,holbach #fe4 ,hume #ba2 #bd4 ,jacobi1 ,fr4 ,h4 #ee2 #ef2 #eg2 #fj2 #ff2 #gi4 ,kalb1 ,frau von #abd4 ,kant #ba ff42 #bg2 #cg2 #ia2 #acf ff4 ,karl1 ,august #ib2 #ie2 #ahe4 ,keppler #acf4 ,knebel #hg2 #if2 #ii2 #ajj2 #ajb2 #ajf2 #abj4 ,kraus #ahf f4 ,laplace #ia4 ,lavater #ig ff42 #abi4 ,leonhard #ahg f4 ,lessing #gd4 ,linn #ic ff42 #ajc4 ,loder #ih2 #aja4 ,lyell #aia f4 ,martius1 ,k4 ,ph4 #adb ff4 ,merck #ii2 #ajj2 #aja2 #aia4 ,mller1 ,kanzler von #fh4 ,newton #aea ff4 ,parmenides #aj4 ,plato #aj2 #ae2 #bd2 #bf2 #bg2 #bi2 #cd4 ,rousseau #ie4 ,sachs1 ,julius #acd f4 ,schelling #gf4 ,schiller #g ff42 #ci4 ,schmidt1 ,oscar #ace f4 ,spinoza #bj f42 #cd2 #ce2 #ee4 ,stein1 ,frau von #ib2 #if2 #ih2 #ii2 #ajj2 #aja2 #ajb2 #ajc2 #ahb2 #ahe2 #ahf4 ,sternberg1 ,graf ,caspar #add4 ,stirner1 ,max #gg ff4 ,thomas von ,aquino #af4 ,werner #ahh4 ,wolf1 ,friedrich ,august #adj4 ,wolf1 ,kaspar ,friedrich #adj ff4 ,xenophanes #aj4