,anmerkungen zur ,transkription ,im ,original gesperrter ,text ist so ausgezeichnet4 ,im ,original fetter ,text ist so ausgezeichnet4 ,im ,original kursiver ,text ist so ausgezeichnet4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription finden sich am ,ende des ,buches4 ,die naturwissenschaftlichen ,grundlagen der ,poesie4 ,prolegomena einer realistischen ,aesthetik von ,wilhelm ,blsche4 ,illustration ,leipzig1 ,verlag von ,carl ,reissner4 #ahhg4 ,vorwort4 ,die nachfolgenden wissenschaftlichen ,studien behandeln in selbststndiger ,abrundung das1 was nach meiner ,ueberzeugung im ersten ,buche jeder neuen1 unserm modernen ,streben gerecht werdenden ,aesthetik seine ,stelle finden msste4 ,realistisch nenne ich diese ,aesthetik1 weil sie unserm gegenwrtigen ,denken entsprechend nicht vom metaphysischen ,standpuncte1 sondern vom realen1 durch vorurtheilsfreie ,forschung bezeichneten ausgehen soll4 ,wie ich mir die ,rolle des besonnenen ,realismus in unserer ,literatur denke1 ist im ersten ,capitel ausfhrlich entwickelt2 die brigen behandeln einzelne ,probleme1 an denen der ,naturforscher und der ,dichter gleich grossen ,antheil nehmen4 ,zurckweisen muss ich im ,voraus alle ,uebertreibungen1 die man von unberufener ,seite an das ,wort ,realismus geknpft hat4 ,der ,realismus ist nicht gekommen1 die bestehende ,literatur in wster ,revolution zu zerstren1 sondern er bedeutet das einfache ,resultat einer langsamen ,fortentwickelung1 wie die gewaltige ,machtstellung der modernen ,naturwissenschaften es nicht mehr und nicht minder ist4 ,jene ,utopien von einer ,literatur der ,kraft und der ,leidenschaft1 die in jhem ,anprall unsere ,literatur der ,convenienz und der sanften ,bemntelung wegfegen soll1 bedeuten mir gar nichts2 was ich von dem aufwachsenden ,dichtergeschlecht fordere und hoffe1 ist eine geschickte ,bethtigung besseren ,wissens auf psychologischem ,gebiete1 besserer ,beobachtung1 gesunderen ,empfindens1 und die ,grundlage dazu ist ,fhlung mit den ,naturwissenschaften4 ,leichte ,plaudereien1 wie sie der ,spalte eines ,feuilletons ziemen1 wird der ,leser vergebens auf diesen ,blttern suchen1 weder unfeines ,schmhen noch kritiklose ,verhimmelung rechne ich unter die nothwendigen ,requisiten der neuen ,sache4 ,die jungen ,krfte1 die jetzt so viel ,lrm machen1 werden schon allein ihren ,weg gehen2 ich aber mchte durch eine anstndige ,polemik sowohl wie durch einen anstndigen ,vortrag berhaupt auch zu denen reden1 die im ,banne lterer ,anschauungen jede ,form realistischen ,fortschritts mit zweifelndem ,auge betrachten4 ,berlin1 im ,winter #ahhf4 ,wilhelm ,blsche4 ,erstes ,capitel4 ,die vershnende ,tendenz des ,realismus4 ,durch die gesammte -- und nicht zum ,wenigsten die deutsche -- ,literatur geht seit einiger ,zeit eine lebhafte ,bewegung4 ,die ,schaufenster der ,buchhandlungen wie die ,spalten der ,journale sind berfllt mit ,streitschriften und ,streitartikeln1 die bereits durch die ,khnheit der ,titel von der ,hitze der ,kmpfenden ,zeugniss ablegen4 ,aber auch abgesehen von diesen ,kundgebungen der eigentlichen ,ritter des ,tourniers fhlt sich jeder ,einzelne im grossen ,publicum mehr oder weniger berufen1 seinen ,wahlzettel in die ,urne zu werfen4 ,denn das ,wort ist gefunden1 welches in neun ,buchstaben die ,loosung des ,ganzen enthllen soll4 ,dieses schicksalsschwere ,wort heisst ,realismus4 ,fr die eine ,partei ein goldenes ,wort1 eins aus jener ,reihe unvergnglicher ,schlagwrter1 die mit ihrer prchtigen ,krze gleichsam die ,stenographie der ,culturgeschichte darstellen1 -- ist es der andern ein ,gruel1 ein ,hemmniss aller ,fortentwicklung1 der ,name einer bsen1 wenn auch glcklicherweise vergnglichen ,krankheit4 ,revolution der ,literatur fr jene1 ,aufdmmern eines neuen ,tages1 weit heller und strahlender noch als der junge ,morgen1 der sich einst in dem klaren ,auge ,lessing's spiegelte und durch dessen weichende ,frhnebel der rasselnde ,schritt des eisernen ,ritters von ,berlichingen erklang1 ist dieser die gleiche ,erscheinung1 die hssliche ,brandrthe eines ,zerstrungskampfes1 das ,blutmal am ,himmel1 das ber der ,sttte des ,mordens und ,brennens plndernder ,vandalenhorden loht1 es fehlt nicht an alten ,fritzen1 die im ,sanssouci ihrer unerschtterlichen ,kunsttheorieen zweifelnd die schnen1 geraden ,terrassen und ,orangerieen abschreiten und sich kopfschttelnd fragen3 ,was soll der ,lrm8 ,verbrderung aller nationalen ,literaturen durch die ,blutsgemeinschaft gleicher ,methode fr die ,schwrmer1 erscheint den ,skeptikern der ganze ,aufstand bei uns in ,deutschland nur als der feige ,abklatsch einer widerwrtigen ,krankheitserscheinung im schlechteren1 in alter ,snde absterbenden oder in unwissender ,roheit der ,halbbildung haltlos hin und her schwankenden ,nachbarlande1 und1 dem ,franzosen gleich1 der das deutsche ,bier als fremdes ,gift verbannen mchte1 wre ihnen nichts lieber1 als eine literarische ,grenzsperre fr alle fremden ,einflsse4 ,und endlich1 was das ,seltsamste ist3 whrend die ,einen glauben1 der ,reinheit ihrer ,gesinnung und dem ,genius poetischer ,sittlichkeit nicht besser dienen zu knnen1 als in dem ,gewande der neuen ,ritterschaft1 meinen die ,andern das ,schwert gegen diese erheben zu mssen zum ,schutze der unschuldigen ,gemther in der ,welt1 zum ,schutze ihrer ,shne und ,tchter1 denen der weihende ,tempel des dichterischen ,ideals kein ,sndenhaus werden soll und keine ,schnapsschenke4 ,jeder ,vernnftige sieht1 dass unter dem einen ,worte ,realismus thatschlich nicht immer das ,gleiche verstanden wird und dass sich hier ,begriffe mischen1 die strenge ,sonderung fordern4 ,es fehlt denn auch nicht an besonneneren ,stimmen1 die sich bemhen1 ,realismus in einer ,weise zu definiren1 die jeden grberen ,irrthum ausschliesst4 ,ich gebe diese ,definition zunchst in mglichst allgemeiner ,fassung wieder1 um spter den speciellen ,punct herauszugreifen1 dem ich eine eingehendere ,betrachtung zu widmen gedenke4 ,die ,basis unseres gesammten modernen ,denkens bilden die ,naturwissenschaften4 ,wir hren tglich mehr auf1 die ,welt und die ,menschen nach metaphysischen ,gesichtspuncten zu betrachten1 die ,erscheinungen der ,natur selbst haben uns allmhlich das ,bild einer unerschtterlichen ,gesetzmssigkeit alles kosmischen ,geschehens eingeprgt1 dessen letzte ,grnde wir nicht kennen1 von dessen lebendiger ,bethtigung wir aber unausgesetzt ,zeuge sind4 ,das vornehmste ,object naturwissenschaftlicher ,forschung ist dabei selbstverstndlich der ,mensch geblieben1 und es ist der fortschreitenden ,wissenschaft gelungen1 ber das ,wesen seiner geistigen und krperlichen ,existenz ein ausserordentlich grosses ,thatsachenmaterial festzustellen1 das noch mit jeder ,stunde wchst1 aber bereits jetzt von einer derartigen beweisenden ,kraft ist1 dass die gesammten lteren ,vorstellungen1 die sich die ,menschheit von ihrer eigenen ,natur auf ,grund weniger exacter ,forschung gebildet1 in den entscheidendsten ,puncten ber den ,haufen geworfen werden4 ,da1 wo diese ltern ,ansichten sich whrend der ,dauer ihrer langen ,alleinherrschaft mit andern ,gebieten menschlicher ,geistesthtigkeit eng verknotet hatten1 bedeutete dieser ,sturz nothwendig eine gnzliche ,umbildung und ,neugestaltung auch auf diesen verwandten ,gebieten4 ,das bekannteste ,beispiel hierfr ist die ,religion1 deren einseitig dogmatischer ,theil durch die ,naturwissenschaften zersetzt und zu vlliger ,umwandlung gezwungen wurde4 ,ein zweites ,gebiet aber1 das auch wesentlich in ,frage kommt1 ist die ,poesie4 ,welche besondern ,zwecke diese auch immer verfolgen mag und wie sehr sie in ihrem innersten ,wesen sich von den exacten ,naturwissenschaften unterscheiden mag1 -- eine ,sonderung1 die wir so wenig1 wie die ,sonderstellung einer vernnftigen ,religion1 antasten1 -- ganz unbezweifelbar hat sie unausgesetzt1 um zu ihren besondern ,zielen zu gelangen1 mit ,menschen und ,naturerscheinungen zu thun und zwar1 so fern sie im ,geringsten gewissenhafte ,poesie1 also ,poesie im echten und edeln ,sinne und nicht ein ,fabuliren fr ,kinder sein will1 mit eben denselben ,menschen und ,naturerscheinungen1 von denen die ,wissenschaft uns gegenwrtig jenen ,schatz sicherer ,erkenntnisse darbietet4 ,nothwendig muss sie auch von letzteren ,notiz nehmen und frhere irrige ,grundanschauungen fahren lassen4 ,es kann ihr1 was ,jedermann einsieht1 von dem ,puncte ab1 wo das ,dasein von ,gespenstern wissenschaftlich widerlegt ist1 nicht mehr gestattet werden1 dass sie zum ,zwecke irgend welcher ,aufklrung einen ,geist aus dem ,jenseits erscheinen lsst1 weil sie sich sonst durchaus lcherlich und verchtlich machen wrde4 ,es kann ihr1 was zwar nicht so bekannt1 aber ebenso wahr ist1 auch nicht mehr ungergt hingehen1 wenn sie eine ,psychologie bei den lebendigen ,figuren ihrer ,erzeugnisse verwerthet1 die durch die ,fortschritte der modernen wissenschaftlichen ,psychologie entschieden als falsch dargethan ist4 ,eine ,anpassung an die neuen ,resultate der ,forschung ist durchweg das ,einfachste1 was man verlangen kann4 ,der gesunde ,realismus ermglicht diese ,anpassung4 ,indem er einerseits die hohen ,gter der ,poesie wahrt1 ersetzt er andererseits die veralteten ,grundanschauungen in geschicktem ,umtausch durch neue1 der exacten ,wissenschaft entsprechende4 ,mit ,genugthuung gewahrt er dabei1 dass die neuen ,sttzen nicht nur relativ1 sondern auch absolut besser sind1 als die alten1 und dass er bei ,gelegenheit dieser ,anpassung der ,poesie ein frisches ,lebensprincip zufhrt1 das nach vollkommener ,eingewhnung hchstwahrscheinlich ganz neue ,blthen am edeln ,stamme des dichterischen ,schaffens zeitigen wird1 die vormals ,niemand ahnen konnte4 ,das ist in abstracter ,krze die eigentlich verstandesgemsse ,definition des ,realismus4 ,so rund ausgesprochen1 hat die ,forderung1 die darin liegt1 alle ,eigenschaften1 um den ,kritiker oder ,dichter1 dem die ,poesie als ein leuchtendes ,palladium der ,menschheit1 das jede ,zeit auf den hchsten ,platz ihres intellectuellen ,knnens zu stellen verpflichtet sein soll1 eine wahre ,herzenssache ist1 zu ernstem1 wohlwollendem ,nachdenken zu zwingen4 ,angesichts der gestellten ,wahl muss er die ganze1 schwere ,verantwortung empfinden1 die in einem leichtsinnig heraufbeschworenen ,streite zwischen ,poesie und ,naturwissenschaften lge4 ,er wird sich nicht stren an die werthlose ,phrase1 dass ein solcher ,conflict nothwendig im ,wesen der beiden ,geistesgebiete begrndet sei4 ,er wird vielmehr den ,blick haften lassen auf den starken ,meistern der ,vergangenheit1 auf dem heldenkhnen ,ringen ,schiller's1 die ,wahrheiten der ,philosophie1 die doch in der speciellen ,form auch mit dem ,wissen zusammen fiel1 dem poetischen ,ideal zu vermhlen1 auf dem unablssigen ,forschen ,gthe's1 der in den ,wahlverwandtschaften -- fehlerhaft vielleicht1 aber doch in sicherem ,ahnen der ,methode -- die ,arbeit des ,forschers auf dem ,gebiete der ,seelenkunde im ,dichterwerke zu verwerthen suchte1 auf dem lichten ,bau der physischen ,weltbeschreibung des greisen ,alexander von ,humboldt1 in deren kosmischem ,rahmen unter der ,form der dichterischen ,naturanschauung die ganze ,poesie mit ,leichtigkeit eine ,stelle gefunden htte4 ,drfen wir stehen bleiben1 wo jene1 denen die ganze ,flle unserer ,offenbarung im ,naturgebiete noch versagt war1 unentwegt den ,wanderstab zum ,vorwrtsschreiten ansetzten8 ,gewiss steckt in den erhitzten ,parteien des ,tages die lebhafteste ,neigung zu schwerem ,kampfe2 sollen wir die einzige noch mgliche ,gelegenheit zur ,vershnung zurckweisen1 -- zu einer ,vershnung1 die vielleicht zugleich einen ,fortschritt fr die ,poesie bedeutet8 ,ich meine1 so1 wie die ,frage gestellt ist1 giebt es nur eine ,antwort4 ,es handelt sich nicht um ,namen1 um ,nationalitten1 um ,meister und ,jnger einer ,schule1 sondern um zwei ,dinge1 die vor aller ,augen sind3 eine ,wissenschaft1 die energisch vorgeht und neue ,begriffe schafft1 und eine ,literatur1 die zurckbleibt1 und mit ,begriffen arbeitet1 die keinen ,sinn und ,verstand mehr haben4 ,thatschlich hat denn auch ein betrchtlicher ,theil unserer modernen ,dichter die richtige ,antwort gefunden1 und es kommt hier nicht darauf an1 ob ,dieser ernste und wohlberlegte ,entschlsse daran angeknpft oder ,jener bloss in kindlicher ,freude ein polizeiwidrig lautes ,jubelgeschrei ber sein findiges ,genie dazu ausgestossen hat4 ,man hat sich geeinigt ber den ,satz3 ,wir mssen uns dem ,naturforscher nhern1 mssen unsere ,ideen auf ,grund seiner ,resultate durchsehen und das ,veraltete ausmerzen4 ,das ,erste1 worauf man im ,verfolgen dieses ,gedankens kam1 war ein ,satz1 der ebenso einfach und selbstverstndlich war1 wie er paradox klang4 ,jede poetische ,schpfung1 die sich bemht1 die ,linien des ,natrlichen und ,mglichen nicht zu berschreiten und die ,dinge logisch sich entwickeln zu lassen1 ist vom ,standpuncte der ,wissenschaft betrachtet nichts mehr und nichts minder als ein einfaches1 in der ,phantasie durchgefhrtes ,experiment1 das ,wort ,experiment im buchstblichen1 wissenschaftlichen ,sinne genommen4 ,daher der ,name ,experimental-,roman1 und daher eine ungeheuerliche ,begriffsverwirrung bei allen ,kritikern und ,poeten1 die weder wussten1 was man unter einem wissenschaftlichen ,experimente1 noch was man unter dichterischer ,thtigkeit verstand4 ,der ,mann1 der das ,wort populr gemacht hat1 ,zola1 ist selbst unschuldig an der ,verwirrung der ,geister4 ,nur hat auch er den ,fehler nebenher begangen1 die ,definition eines ,kunstwerks als ,experiment nicht einzuschrnken durch die ,worte vom wissenschaftlichen ,standpuncte aus1 womit alles klarer und einfacher wird4 ,vom moralischen ,standpuncte beispielsweise will die ,definition gar nichts besagen1 denn was ist moralisch ein ,experiment8 ,aber wissenschaftlich passt die ,sache4 ,sehen wir das unheimliche ,wort nher an4 ,der ,dichter1 der ,menschen1 deren ,eigenschaften er sich mglichst genau ausmalt1 durch die ,macht der ,umstnde in alle mglichen ,conflicte gerathen und unter ,bethtigung jener ,eigenschaften als ,sieger oder ,besiegte1 umwandelnd oder umgewandelt1 daraus hervorgehen oder darin untergehen lsst1 ist in seiner ,weise ein ,experimentator1 wie der ,chemiker1 der allerlei ,stoffe mischt1 in gewisse ,temperaturgrade bringt und den ,erfolg beobachtet4 ,natrlich3 der ,dichter hat ,menschen vor sich1 keine ,chemikalien4 ,aber1 wie oben ausgesprochen ist1 auch diese ,menschen fallen in's ,gebiet der ,naturwissenschaften4 ,ihre ,leidenschaften1 ihr ,reagiren gegen ussere ,umstnde1 das ganze ,spiel ihrer ,gedanken folgen gewissen ,gesetzen1 die der ,forscher ergrndet hat und die der ,dichter bei dem freien ,experimente so gut zu beachten hat1 wie der ,chemiker1 wenn er etwas ,vernnftiges und keinen werthlosen ,mischmasch herstellen will1 die ,krfte und ,wirkungen vorher berechnen muss1 ehe er an's ,werk geht und ,stoffe combinirt4 ,wer sich die ,mhe nehmen will1 einen ganz flchtigen ,blick auf das ,beste zu werfen1 was ,shakespeare oder ,schiller oder ,gthe geschaffen1 der wird den ,faden des psychologischen ,experiments in jeder dieser ,dichtungen klar durchschimmern sehen4 ,bloss jene ,voraussetzungen waren vielfach etwas andere1 und hier ist denn eben der ,punct1 wo der ,einfluss der modernen ,wissenschaft sich als ein neues ,element geltend machen und der ,realismus1 dessen ,theorie wir zugegeben haben1 practisch werden soll4 ,es gilt1 neue ,prmissen fr die weitern ,experimente1 die wir machen wollen1 aufzustellen oder besser1 sie uns von der ,naturwissenschaft aufstellen zu lassen4 ,hier aber1 beim ,eintritt in die ,praxis1 wird die ganze ,sache sehr schwierig4 ,wir haben bisheran einer allgemeinen ,errterung ,raum gegeben4 ,der allgemeine ,zustand des ,denkens in unserer ,zeit und des ,verhltnisses von ,poesie und ,forschung zu einander hat uns ein ,gestndniss abgezwungen1 indem er uns ein ,dilemma zeigte1 aus dem es nur einen ,ausweg gab4 ,wir haben uns einverstanden erklrt mit der vershnlichen ,richtung eines gesunden ,realismus und sind vorgedrungen bis an den ,fleck1 wo die ,berhrung der exacten ,wissenschaften mit derjenigen ,definition der ,poesie1 die von allen am wissenschaftlichsten klingt1 endlich stattfinden soll4 ,alle ,vorfragen sind damit erledigt1 und ich trete jetzt an das heran1 was eigentlich den ,kern des ,ganzen ausmacht und zugleich ein solches ,gewebe ernster ,schwierigkeiten aufweist1 dass ich eine eingehende ,betrachtung derselben fr die nothwendige ,basis jeder realistischen ,dichtung sowohl1 wie jeder realistischen ,aesthetik halte4 ,die ,prmissen des poetischen ,experiments3 das sagt in einem ,worte alles4 ,hier verknoten sich ,naturwissenschaft und ,poesie4 ,wohlverstanden3 diese ,prmissen umschliessen nicht die ,naturgeschichte des poetischen ,genius selbst1 eine ,sache1 die ja auch in die ,aesthetik hineingehrt1 die aber mit dem1 was ich meine1 direct nichts zu schaffen hat4 ,geniale ,anlage muss der ,mensch besitzen1 um berhaupt als ,dichter auftreten zu knnen1 und zwar eine ganz bestimmte ,form genialer ,anlage1 die sich von der fr andere ,geistesgebiete individuell unterscheidet4 ,jene andern ,prmissen1 die erworbenes ,wissen darstellen1 verhelfen ihm bloss in zweiter ,instanz dazu1 sein schpferisches ,wollen nach vernnftigen ,gesetzen zu regeln und auch andern1 nicht dichterisch ,beanlagten durch das ,medium der ,logik einigermassen verstndlich zu machen4 ,aber auch wenn wir alle ,missverstndnisse ausschliessen1 bleibt die ,sache immer noch sehr schwierig4 ,es mangelt zunchst gnzlich an brauchbaren ,bchern1 die dem ,dichter einen vollkommenen ,einblick in das verschaffen knnten1 was ihm aus dem ungeheuren ,bereiche der wissenschaftlichen ,forschung ber den ,menschen zu wissen ,noth thut4 ,die in ihren ,resultaten so sehr werthvolle psychologische und physiologische ,fachliteratur zeigt den ,bestand des ,materials nur in seiner ussersten ,zersplitterung4 ,weit entfernt1 die ,arbeit des einsichtigen ,dichters unter der ,rubrik des psychologischen ,experimentes entsprechend zu wrdigen1 zieht sich die ,fachwissenschaft in den allermeisten ,fllen vornehm zurck und berlsst die ,verarbeitung ihres ,materials fr poetische ,zwecke dem ,philosophen1 der unter zehn ,fllen neunmal die ,thatsachen unter dem ,vorwande der ,ordnung einfach flscht4 ,statt der ,wissenschaft ,rechnung zu tragen1 suchen schaffende ,poesie wie ,aesthetik dann ihre ,prmissen durch ,studium philosophischer ,systeme zu gewinnen1 und der ,erfolg ist1 dass wir unter dem ,vorwande realistischer ,annherung an die ,resultate der ,forschung allenthalben einer ,verherrlichung ,hegel'scher ,phrasen1 ,schopenhauer'scher ,verbohrtheiten oder ,hartmann'scher ,willkr begegnen1 die mit echter ,wissensbasis wenig mehr zu schaffen haben1 als die alten religisen ,ideen1 so geistvoll sie auch im ,einzelnen ersonnen sein mgen4 ,eine ,anzahl vorsichtiger ,geister1 besonders ausbender ,poeten1 verschmht mit ,recht diese schwankende ,brcke und strzt sich khn in die ,detailmasse des exacten ,fachwissens4 ,der ,erfolg zeigt eine ernstliche ,gefahr auch bei diesem ,unterfangen4 ,die wissenschaftliche ,psychologie und ,physiologie sind durch ,grnde1 die ,jedermann kennt1 gezwungen1 ihre ,studien berwiegend am erkrankten ,organismus zu machen1 sie decken sich fast durchweg mit ,psychiatrie und ,pathologie4 ,der ,dichter nun1 der sich in berechtigtem ,wissensdrange bei ihnen direct unterrichten will1 sieht sich ohne sein ,zuthun in die ,atmosphre der ,clinic hineingezogen1 er beginnt sein ,augenmerk mehr und mehr von seinem eigentlichen ,gegenstande1 dem ,gesunden1 allgemein ,menschlichen hinweg dem ,abnormen zuzuwenden1 und unversehends fllt er im ,bestreben1 die ,prmissen seiner realistischen ,kunst zu beachten1 die ,seiten seiner ,werke mit den ,prmissen dieser ,prmissen1 mit dem ,beobachtungsmateriale selbst1 aus dem er ,schlsse ziehen sollte1 -- es entsteht jene ,literatur des kranken ,menschen1 der ,geistesstrungen1 der schwierigen ,entbindungen1 der ,gichtkranken1 -- kurz1 das1 was eine nicht kleine ,zahl unwissender ,leute sich berhaupt unter ,realismus vorstellt4 ,ich habe den ,weg gezeigt1 wie klar denkende ,dichter auf diese ,linie gerathen knnen1 und bin weit davon entfernt1 das blde ,gelchter der ,menge bei ,beurtheilung derselben zu theilen4 ,es sind keineswegs die kleinen1 rasch zufriedenen ,geister1 die in solche heroischen ,irrthmer verfallen1 und der still vergngte ,poet1 der im einsamen ,kmmerlein von ,sinnen und ,minnen trumt1 hat fr gewhnlich nur sehr problematische ,kenntniss davon1 welcher ,riesenarbeit sich gerade der dichtende ,genius unterzieht1 der im treibenden ,banne seiner ,gedanken bis zum ,unschnsten1 was die ,welt im gebruchlichen ,sinne hat1 dem ,krankensaale1 vordringt4 ,ein ,irrthum bleibt die ,einseitigkeit darum doch4 ,die ,krankheit kann nicht verlangen1 den ,raum der ,gesundheit fr sich in ,anspruch nehmen zu wollen1 das unausgesetzte ,experimentiren mit dem ,pathologischen1 also dem ganz ausschliesslich ,individuellen1 das eine ,ausnahme vom normalen ,allgemeinzustande bildet1 nimmt der ,poesie ihren eigentlichsten ,charakter und verfhrt den ,leser zu ,irrthmern aller ,art1 die hinterher den ganzen ,realismus treffen4 ,ich halte es angesichts all' dieser ,gefahren fr durchaus an der ,zeit1 in einer bersichtlichen ,darstellung diejenigen ,puncte herauszuheben1 die eigentlich in der ,gesammtflle des modernen naturwissenschaftlichen ,materials als wahre ,prmissen seiner ,kunst den ,dichter unmittelbar angehen4 ,ich mchte dabei ebensoweit von philosophischer ,verwsserung wie von fachwissenschaftlicher ,detailberlastung entfernt bleiben4 ,was sich als ,resultat der bisherigen objectiven ,forschung ergiebt1 mchte ich unter dem bestndig beibehaltenen ,gesichtspuncte der dichterischen ,verwerthung klar darlegen4 ,das ,metaphysische kann ich dabei nur streifen als nothwendigen ,grenzbegriff des ,physischen4 ,die ,erkenntnisslehren der modernen ,naturwissenschaft sind1 wie schon gesagt1 bisher in die weiten ,kreise fast stets als ,beiwerk in gewissen ,systemen1 als ,sttze materialistischer oder pessimistischer oder sonst irgendwie auf einen ,glauben getaufter ,weltanschauungen verbreitet worden4 ,all' diesen ,bestrebungen stehe ich durchaus fern4 ,was der ,poet sich ber das innerste ,wesen der kosmischen ,erscheinungen denkt1 ist seine ,sache4 ,die ,puncte1 um die es sich fr mich handelt1 sind als ,wissensgrundlagen massgebend fr ,alle1 so gut wie das ,wasser das ,product zweier ,elemente1 des ,wasserstoffs und des ,sauerstoffs1 fr jeden vernnftigen ,menschen bleibt1 mag er nun im ,puncte des ,gemthes ,christ oder ,jude oder ,mohammedaner sein oder die heilige ,materie anbeten4 ,es giebt ,dinge darunter1 die den ,dichter strker machen werden1 als seine ,vorgnger waren1 wenn er sie in der rechten ,weise beachtet4 ,es giebt auch ,dinge1 die ein zweischneidiges ,schwert sind und mit aller ,vorsicht behandelt werden wollen4 ,im ,grossen und ,ganzen kann ich nur sagen3 eine echte realistische ,dichtung ist kein leichter ,scherz1 es ist eine harte ,arbeit4 ,die grossen ,dichter vor uns haben das smmtlich empfunden1 die kommende ,generation wird es mglicher ,weise noch mehr fhlen4 ,einen ,menschen bauen1 der naturgeschichtlich echt ausschaut und doch sich so zum ,typischen1 zum ,allgemeinen1 zum ,idealen erhebt1 dass er im ,stande ist1 uns zu interessiren aus mehr als einem ,gesichtspuncte1 -- das ist zugleich das ,hchste und das ,schwerste1 was der ,genius schaffen kann4 ,wie so der ,mensch ,gott wird1 ist darin enthalten1 -- aber es wird jederzeit auch darin sich offenbaren1 wie so er ,gottes ,knecht ist4 ,das ,erhebendste dabei ist der ,gedanke1 dass die ,kunst mit der ,wissenschaft empor steigt4 ,wenn das nicht werden sollte1 wenn diese ,beiden fortan im ,kampfe beharren sollten1 wenn ,ideal und ,wirklichkeit sich gegenseitig ermatten sollten in hoffnungslosem1 vershnungslosem ,zwiste3 dann wren die ,gegenwart1 wie die ,zukunft ein des ,revier und die ,mystiker htten ,recht1 die vom ,aufleben der ,vergangenheit trumen4 ,es ist in ,wahrheit nicht so4 ,ein gesunder ,realismus gengt zur ,vershnung1 und er erwchst uns von selbst aus dem ,nebeneinanderschreiten der beiden grossen menschlichen ,geistesgebiete4 ,dichtung um ,dichtung1 sthetische ,arbeit um sthetische ,arbeit1 alle nach derselben ,richtung gestimmt1 mssen den ,sieg anbahnen4 ,die rohe ,brutalitt1 von der hitzige ,kpfe trumen1 wollen wir dabei gern entbehren1 -- ich meine1 die ,wissenschaft ist dazu viel zu ernst und die ,kunst viel zu sehr der ,liebe und des klaren1 blauen1 herzerwrmenden ,frhlingshimmels bedrftig4 ,zweites ,capitel4 ,willensfreiheit4 ,ich will als ,dichter einen ,menschen1 den ich in eine bestimmte ,lage des ,lebens gebracht habe1 eine ,handlung begehen lassen und zwar diejenige1 welche ein wirklicher ,mensch in gleicher ,lage wahrscheinlich oder sogar sicher begehen wrde4 ,ich will als ,kritiker einer ,dichtung beurtheilen1 ob eine bestimmte ,handlung1 die ein bestimmter ,held dieser ,dichtung unter bestimmten ,umstnden begeht1 wirklich richtig1 das heisst den ,gesetzen der ,wirklichkeit entsprechend1 erfunden ist4 ,in beiden ,fllen werde ich beim geringsten ,nachdenken auf die allgemeine ,frage der ,willensfreiheit gefhrt4 ,diese ,frage aber ist weder eine dichterische1 noch eine philosophische1 sondern eine naturwissenschaftliche4 ,in ihr kreuzen sich die smmtlichen ,grundfragen der wissenschaftlichen ,psychologie1 und sie ist meiner ,ansicht nach die erste und wichtigste ,frage1 mit der sich die ,prmissen der realistischen ,poesie und ,aesthetik zu befassen haben4 ,die oberflchlichste ,anschauung der wahren ,dinge in der ,welt lehrt1 dass die menschliche ,willensfreiheit nicht ist1 was das ,wort nahe legt3 eine absolute ,freiheit4 ,wir sehen nicht nur die ,macht des ,willens physikalisch beschrnkt1 sondern gewahren auch in dem eigenthmlichen ,gefge und ,bau der ,gedanken1 die den ,willen zu irgend etwas schliesslich als ussern ,act entstehen lassen1 bestndig sehr eigenthmliche1 subjective ,factoren1 die in uns sofort das ,gefhl eines eingeschrnkten ,laufes der ,gedankenketten entstehen lassen4 ,genau dieselbe ,thatsache erweckt im ,geiste verschiedener ,menschen verschiedene ,gedankenreihen1 die oft den genau entgegengesetzten ,willen hervorrufen4 ,eine unbewacht gelassene ,casse ruft in einem ,gewohnheitsdiebe den ,gedanken und in directer ,fortsetzung die ,handlung des ,stehlens1 in einem seiner bisherigen ,lebensbahn nach durchaus rechtlich gesinnten ,menschen hchstens den ,gedanken an eine ,sicherung und ,bewachung zur ,verhtung eines ,diebstahls hervor4 ,eine grosse ,anzahl von ,menschen ist zwar geneigt1 gerade den ,umstand hier fr allgemeine ,freiheit zu halten1 dass der ,eine so1 der ,andere anders handelt4 ,der ,naturforscher wird sich sagen mssen1 dass die gleiche ussere ,sache nur einen verschiedenen innern ,effect haben kann1 weil sie offenbar in dem ,innern der beiden geistigen ,individuen auf eine ungleiche ,disposition trifft1 etwa wie in der ,physik derselbe ,funke1 je nachdem er in eine ,pulvertonne oder in ein ,wasserfass fllt1 sehr verschiedene ,krfte auslst4 ,damit ist ein erster1 roher ,anhaltspunct fr die ,auffassung psychologischer ,vorgnge gewonnen4 ,wenn ich als ,dichter ,menschen in ,berhrung mit usseren ,erscheinungen bringe1 so wechselt nicht nur der ,wille in den ,handlungen der ,person je nach den usser'n ,impulsen1 sondern er ist auch subjectiv bei den ,einzelnen verschieden je nach der ,disposition des ,geistes1 die der ,impuls bei ,jedem findet4 ,die ,physiologie giebt uns nun als nchsten ,fortschritt ber diesen ersten ,punct weg die ,thatsache an die ,hand1 dass jede ,disposition des ,geistes zugleich eine ,disposition des stofflichen ,untergrundes1 des ,gehirns1 bedeutet4 ,die ,frage1 in welchem ,causalittsverhltniss diese ,doppelerscheinungen der geistigen und stofflichen ,disposition unter sich wohl stehen mchten1 ob der ,geist als solcher existire oder bloss eine subjective ,rckansicht desselben ,dinges sei1 das wir usserlich als ,stoff1 respective mechanische ,kraft uns gegenber stellen1 geht uns hier als eine erkenntniss-theoretische1 wissenschaftlich nicht lsbare gar nichts an4 ,was wir mit ,hnden greifen knnen1 ist das ,zusammenfallen jeder psychischen ,erscheinung mit einer molecularen1 jedes ,gedankens mit einem ganz bestimmten physiologischen ,ereignisse innerhalb des nervsen ,centralorgans4 ,dieses leugnen1 hiesse rundweg das ,gehirn leugnen und die ganze berwltigende ,masse knstlicher wie unfreiwilliger ,beeinflussungen des psychischen ,apparats1 die man bei vivisecirten ,thieren und verwundeten oder gehirnkranken ,menschen durch stoffliche ,umwandlungen in der ,gehirnmasse hat entstehen sehen4 ,die ,thatsache steht also unbezweifelbar fest3 wir knnen behaupten1 wenn bei einer bestimmten ,person ein bestimmter usserer ,impuls eine bestimmte ,disposition im ,gedankengange des ,betreffenden vorfindet1 so ist diese ,disposition zugleich etwas ,stoffliches1 eine ,curve1 ,furche1 reihenweise ,gruppirung kleiner ,theilchen1 ,schwingung der ,molecle nach einer bestimmten ,richtung oder was man sich sonst denken will in der greifbaren ,masse des ,gehirns4 ,das oben gebrauchte ,beispiel mag das zur ,deutlichkeit nochmals illustriren4 ,gleicher usserer ,impuls3 eine offene ,casse4 ,erfolg bei dem einen ,menschen unmittelbar und ohne ,wahl eine moralisch verwerfliche ,gedankenkette1 die endigt mit der ,handlung des ,stehlens1 bei dem andern ebenso unmittelbar eine gute1 die ausluft in die ,handlung des ,bewachens4 ,grund3 der erste ,mensch ist gewhnt1 schlecht zu handeln1 seine ,gedankenkette schlgt sofort eine bestimmte ,richtung ein1 die krperlich einem durch ,gewohnheit tief ausgefahrenen ,geleise entspricht1 in das ein neu ankommender ,wagen stets mit mechanischer ,nothwendigkeit wieder hineinrollt2 umgekehrt bei dem gewohnheitsmssig moralischen ,menschen gerth die ,ideenverbindung unmittelbar in eine ganz entgegengesetzte ,linie1 die schliesslich den umgekehrten ,effect auslst4 ,ich habe das ,beispiel so nackt gewhlt1 wie mglich1 -- ohne jeden ,conflict1 was nicht ausschliesst1 dass es tglich so vorkme4 ,wer oft gestohlen hat1 stiehlt wieder2 wer in moralischem ,denken aufgewachsen ist1 kommt fr gewhnlich gar nicht auf den ,gedanken1 zu stehlen2 die ,ideenkette lenkt ohne ,ablenkungen besonderer ,art1 die ich hier vernachlssige1 stets in dieselben ,geleise ein4 ,das ,wort ,geleise drfen wir unbedenklich anwenden1 da ja ein stofflicher ,vorgang stets mit unterluft4 ,geschaffen hat die ,geleise1 wie sich ,jeder schon zur einfachsten ,erluterung dazu sagt3 die ,gewohnheit4 ,jede ,minute unseres ,lebens bringt uns ,beweise dafr1 -- das ,wort ,gewohnheit1 das uns bestndig auf der ,zunge schwebt1 ist eben nur der ,ausdruck des ,factums1 dass die mehrmals aufgestellten ,gedankenketten sich ein derartig festes ,bett in unserm ,denkorgane graben1 dass gewisse1 nur entfernt daran gemahnende ,impulse sie jedesmal mit zwingender ,nothwendigkeit wieder hervorrufen und dieselbe ,handlung als schliesslichen ,effect daraus entstehen lassen4 ,je ausgefahrener die ,geleise nach und nach werden1 desto rascher und damit dem ,bewusstsein desto undeutlicher saust der ,gedanke hindurch1 desto unmittelbarer lsen sich ,impuls und ,willenseffect ab1 bis schliesslich der ,gedanke gar nicht mehr bewusst wahrgenommen wird und die ,handlung sich als rein mechanischer ,reflex des ,impulses darstellt1 -- ,erscheinungen1 die wir tglich am ,menschen beobachten knnen und die beim ,thiere1 dem die wenigen ,eindrcke seines ,lebens durch ihre regelmssige ,wiederkehr fast alle in der genannten ,weise constant und zur ,quelle reiner ,reflexhandlungen werden1 die ,regel bilden4 ,wenn es auf ,grund eines ungeheuren ,fortschrittes mikroskopischer ,forschung mglich wre1 ein vollkommenes ,bild eines beliebigen menschlichen ,gehirns1 das zu seinen ,lebzeiten ,gedanken gehegt hat1 zu entwerfen1 so wrde man1 wie immer das wahre ,antlitz der ,sache sich gestaltete1 stets auf das schematische ,bild einer ,ebene kommen1 die von ,linien ungleicher ,dicke durchkreuzt wird1 von denen eine ,anzahl nur matt angedeutet und halbverwischt1 eine gewisse ,zahl dagegen usserst scharf und deutlich erschiene1 und der ,beschauer wrde unmittelbar das ,gefhl haben1 dass es sich hier um ein ,strassensystem handle1 bei dem dasselbe obgewaltet1 wie bei menschlichen ,verkehrswegen3 irgend ein usserer ,umstand hat mehrmals die ,verkehrenden auf dieselbe ,strasse gefhrt und1 einmal ausgetreten1 hat diese nun ,alle1 die nur entfernt nach derselben ,richtung wollten1 veranlasst1 ihrer ,linie und keiner andern zu folgen4 ,thatschlich sind wir ja so weit nicht4 ,das ,gehirn1 welches wir kennen1 bietet uns1 was das unmittelbare ,sehen anbelangt1 ungefhr so viel ,anhaltspuncte zur ,kenntniss seiner innern ,processe1 wie dem ,astronomen die ,oberflche des ,planeten ,mars4 ,wir erkennen auf dieser ,lnder und ,meere1 ,canle1 die das ,festland durchschneiden1 atmosphrische ,vorgnge1 ,wolken1 ,schnee1 ,eismassen am ,pol2 das ,alles aber kommt so wenig ber den groben ,umriss hinaus1 dass ,objecte von der ,grsse der ,victoria-,nyanza noch gerade als ,puncte wahrnehmbar sind4 ,unsere ,anschauungen vom ,wesen der ganzen ,gedankenthtigkeit mssen wir1 unfhig1 die ,maschine in ihre ,rdchen auseinander zu nehmen und im todten ,material zu studiren1 abstrahiren aus dem ,erfolge1 aus der regelmssigen1 positiv zu beobachtenden ,wiederkehr gewisser gewohnheitsmssiger ,gedankenreihen in uns selbst und den ,handlungen1 die wir tglich bei uns als ,folgen dieser zwangsweisen ,ideenketten wahrnehmen und bei ,andern als solche voraussetzen drfen4 ,immerhin ist diese ,art der ,beobachtung ein vollkommen guter ,ersatz fr jene4 ,fr die ,freiheit des ,willens1 von der wir ausgegangen sind1 ist jedenfalls -- mgen wir nun physiologisch oder psychologisch zu unsern ,resultaten gekommen sein -- in dem ,bestehen der durch ,gewohnheit gegrabenen ,gedankenstrassen ein bedenkliches ,hinderniss gegeben4 ,der ,wille ist ,endergebniss eines nicht gestrten1 bis zu einer gewissen ,intensitt angeschwollenen ,gedankens1 -- wenn der ,gedanke aber in seinem ,flusse sich in den meisten ,fllen einem gegrabenen ,bette anschmiegen muss1 so kann in allen diesen von einer ,freiheit des endlichen ,willens keine ,rede mehr sein1 und man braucht noch gar nicht auf jene oben erwhnten1 ganz reflectorisch gewordenen ,willensacte zurckzugehen1 um auf ,schritt und ,tritt diesen einfacheren hemmenden ,einflssen zu begegnen4 ,die wichtigste ,frage scheint also1 um hier ,klarheit zu schaffen1 die nach der ,natur der ,gewohnheit zu sein4 ,es gilt festzustellen1 was sich unter diesem ,begriffe1 der die ,willensfreiheit in so frappanter ,weise bedroht1 fr einzelne ,factoren verstecken und ob in dem einen ,worte1 das der ,gebrauch selbst geschaffen1 nicht ,verschiedenartiges sich birgt4 ,gewohnheit ist1 so haben wir physiologisch definirt1 langsame ,einprgung einer bestimmten ,furche 7psychologisch3 ,denkrichtung7 im ,gehirn1 die durch eine lngere ,folge gleichartiger ,wahrnehmungen erzeugt wird4 ,woher kommt eine derartige ,gleichartigkeit der ,wahrnehmungen8 ,zunchst aus der ,einrichtung der ,natur1 die uns trotz der unendlichen ,flle ihrer ,erscheinungen doch gewisse ,phnomene in ewiger ,regelmssigkeit wiederkehren lsst1 die bestndig gleiche ,wahrnehmungen in uns hervorrufen4 ,in zweiter ,linie aber aus einem ,umstande1 der den ,culturmenschen mit verschwindenden ,ausnahmen fest und unerbittlich umklammert hlt3 der ,erziehung4 ,wir sind nicht neu geschaffene ,wesen1 die bloss die ,natur sich gegenber haben4 ,wir gehren einer ,gesellschaft an1 die ebenfalls aus ,menschen mit einem1 dem unsern hnlichen ,denkapparate besteht4 ,wir sind jung1 die ,tafel unseres ,gehirnes ist noch kaum beschrieben4 ,jene ,menschen1 die vielleicht unsere ,erzeuger1 jedenfalls als ,erwachsene unsere ,meister sind1 sind in ihrem ,denken bereits erfllt mit jenen festen ,linien1 jenen ,geleisen des ,gewohnten1 und sie fhlen sich wohl dabei4 ,ihr ,bemhen geht dahin1 in unser ,gehirn dieselben ,linien zu prgen4 ,unfhig1 unmittelbar zu wirken1 beschreiten sie den ,umweg durch die wiederholten ,wahrnehmungen1 aber in der ,weise1 dass sie bestimmte ,wahrnehmungen -- eben jene1 die ihren ,gedankenlinien die bequemen sind -- auswhlen und uns so lange einseitig vorfhren1 bis sich in unserm ,gehirn die gleiche ,linie1 wie bei ihnen1 gebildet hat und wir ihre wahren geistigen ,kinder sind4 ,mit andern ,worten heisst das3 wir erhalten die grosse ,masse unserer gewohnheitsmssigen ,gedanken durch ,unterricht1 durch ,schulung4 ,der ,werth dessen1 was uns vermittelst derselben im ,gehirn eingeritzt wird1 ist dabei ganz gleichgiltig1 es kann die hchste ,moral oder die usserste ,unmoral sein3 von einem gewissen ,puncte ab ist die ,gedankenbertragung gelungen1 die ,linie angelegt1 und es bedarf fortan nur der leisesten ,aehnlichkeit in einer ,wahrnehmung mit jenen frheren1 um sofort den ganzen ,gedankenapparat nach der eingeprgten ,richtung hin in ,thtigkeit zu setzen4#a #a ,sehr lehrreich fr das ganze ,gebiet der ,gedankenbertragung sind die hypnotischen ,experimente1 die gewiss auch fr den ,dichter ein gewisses ,interesse haben mssen4 ,ganz energisch aber ist zu verlangen1 dass jeder ,verwerthung derartiger ,erscheinungen ein kritisches ,verstndniss und ,studium vorausgehe4 ,es handelt sich hier durchaus nicht um ein ,stck jener behaglichen ,mystik1 bei der alle ,menschen1 denen einmal etwas ,unerklrliches vorgekommen1 den ,beruf fhlen1 mitzusprechen1 sondern um exacte wissenschaftliche ,gegenstnde1 die1 eben weil sie von der grssten ,tragweite sind1 auch die vorsichtigste ,behandlung erfordern4 ,wen der ,schleier des ,unbegreiflichen allein verlocken sollte1 der wird bei sorgfltiger ,kenntnissnahme dann schon von selbst merken1 wie wenig seine ,neugier belohnt wird4 ,je tiefer diese ,schulung geht1 je reflectorischer die ,ideenlinien arbeiten1 desto mehr scheinen sie spter ursprnglich mit dem ,individuellen verwachsen und erlangen in ,wrtern1 wie ,gewissen1 ,tact und hnlichen1 ,bezeichnungen1 die uns im ,leben sehr oft geneigt machen1 sie angeborene zu nennen1 obwohl sie allem ,anscheine nach durchweg erworbene1 von aussen eingeprgte sind4 ,das ,adjectivum angeboren aber1 welches sich uns hier zwanglos in die ,errterung einmischt1 fhrt uns unwillkrlich auf ein ,zweites1 das im ,begriffe der ,gewohnheit1 wenn auch wahrscheinlich nicht dort1 wo man es vermuthete1 so doch anderswo steckt4 ,ein ,vogel1 den man im ,zimmer fern von ,seinesgleichen aufgezogen1 zeigt bei nahendem ,winter ein ,bestreben1 zu wandern4 ,hier kann nicht mehr von individueller ,aneignung1 von einer durch ,gewohnheit erzielten ,gedankenlinie1 in die jedesmal beim ,anblick fallenden ,laubes oder sonstiger ,erscheinungen des ,wechsels der ,jahreszeiten der ,gedanke einlenkt1 um schliesslich den ,willen des ,wanderns auszulsen1 die ,rede sein4 ,eben haben wir gesehen1 dass die ,function1 das bestndige ,wahrnehmen gleicher ,dinge allmhlich eine krperliche und geistige ,disposition1 ein ,geleise gewissermassen1 schafft1 das dann beim ,nachfolgenden wie ein ,organ die ,function bestimmt2 bei diesem geborenen ,zugvogel ist offenbar die ,umwandlung einer bestimmten ,stelle des ,denkapparates schon bei der ,geburt mit allen andern ,organen1 die im embryonalen ,leben nicht durch1 sondern fr die ,function entstehen1 angelegt worden und tritt jetzt beim geringsten dahin zielenden ,impuls mit voller ,kraft in ,thtigkeit1 indem sie den ,vogel zwingt1 beim ersten ,anzeichen des ,herbstes -- und sei es auch sein allererster1 den er im individuellen ,leben mitmacht -- eine ,gedankenreihe zu verfolgen1 die ihm bei menschlich klarem ,bewusstsein wie eine ,vision vorkommen wrde1 indem er ,bilder von einem warmen ,lande1 wohin er wandern soll1 denkt1 die keine eigene ,erfahrung ihm eingeben kann4 ,wir haben es hier mit einer ,gewohnheit secundrer ,art zu thun3 -- mit vererbten geistigen ,linien4 ,jede geistige ,gewohnheit bedingt etwas krperliches1 einerlei1 ob als ,ursache oder als unvermeidliche ,parallelerscheinung2 dass krperliche ,vernderungen sich vererben1 wissen wir alle2 es kann in ,fllen wie dem genannten nicht anders sein1 als dass sich hier eine ,structurverschiebung des ,gehirns1 eine moleculare ,disposition vererbt hat1 deren unzertrennliche ,begleiterin die psychische ,erscheinung ist1 die wir sehen4 ,zwischen dem ,gehirn jenes ,vogels und dem gewaltigen ,verstandesapparate des ,menschen aber besteht physiologisch wie psychologisch lediglich ein ,unterschied des ,grades1 nicht der ,art1 -- es fragt sich3 spielen auch beim ,menschen ererbte ,gedankenreihen eine ,rolle1 die sich unter dem allgemeinen ,worte ,gewohnheit des ,denkens verbirgt8 ,bei der ungeheuren ,masse von ,eindrcken1 die der ,mensch im ,gegensatz zu den meisten ,thieren whrend der ,dauer seiner individuellen ,existenz empfngt und die trotz aller ,macht der ,gewohnheit gerade auf den hheren geistigen ,gebieten durchweg nicht reflectorisch werden1 nicht ganz aus dem ,bewusstsein verschwinden1 scheint es von vornherein nicht wahrscheinlich1 dass hier sehr viel vererbt werden sollte4 ,jedenfalls besttigt die ,erfahrung1 dass ,vererbung berwiegend dann stattfindet1 wenn gewisse ,gedankenketten ber das gewhnliche ,mass hinaus sich eingebohrt haben1 also beispielsweise bei einseitigem ,genie1 bei krankhaft eingewurzelten fixen ,ideen1 also fast oder ganz abnormen ,zustnden1 -- und es scheint selbst hier1 als vererbten sich nicht eigentliche ,gedankenlinien1 sondern nur gewisse ,stimmungen des ,untergrundes1 wenn ich so sagen soll1 gewisse ,weichheiten oder ,hrten der ,flche1 die den spter durch ,erziehung herantretenden ,geleisen einen ungewhnlichen ,widerstand oder ein ungewhnliches ,entgegenkommen bewiesen4 ,in der ,empfnglichkeit des ,gehirns fr einzugrabende ,linien berhaupt liegt ganz unbezweifelbar die eigentliche grosse ,erbschaft1 die der ,mensch1 der als solcher geboren wird1 vor dem ,thiere voraus hat2 wer das exact beobachten will1 vergleiche ein lernendes ,kind mit einem lernenden ,papageien4 ,wahrscheinlich ist dem ,vogel der absolute ,fortschritt gerade deshalb so erschwert1 weil sein ,gehirn von ,jugend auf mit einer ,reihe ererbter ,linien 7,instincte nennt es ein gelufiges ,wort7 durchsetzt ist1 die den ,boden hart gemacht haben fr alles ,neue2 die wenigen ererbten ,geisteslinien des ,menschen1 der ,mangel an ,instincten1 wre im ,lichte dieser ,anschauung dann vielleicht die ,wiege seiner geistigen ,entwicklungsfhigkeit1 indem es ihm die ,tafel fr das ,lernen frei hielte4 ,dass darum gewisse ,instincte1 ganz oder beinah reflectorische ,geisteslinien1 auch beim ,menschen und zwar bei allen ohne ,ausnahme als ,erbe frherer1 mehr thierischer ,verhltnisse sich -- wenn auch bisweilen gleichsam verschttet und von den tausend ,erziehungslinien berdeckt -- vorfinden1 ist nicht zu leugnen4 ,stark erregte ,momente1 ,revolutionen1 ,hungersnoth1 bestndiger ,anblick von ,blut1 sexuelle ,ueberreizung lassen diese ,instincte gelegentlich in roher und erschreckender ,weise durchbrechen1 und der ,mensch handelt in solchen ,momenten im ,banne einer dmonischen ,gehirnmacht1 einer entfesselten psychisch-molecularen ,bewegungswelle1 die unvergleichlich mchtiger fortreisst1 als alle individuell durch ,erziehung erworbenen ,moral- oder ,unmorallinien1 er handelt mit dem ,instincte von ,thierformen1 die weit unten an der ,schwelle des ,menschlichen stehen und fr uns nur noch in analogen ,erscheinungen der jetzigen hheren ,sugethierwelt zu studiren sind4 ,der ,dichter1 wie der ,historiker mssen gerade diesen geheimnissvollen ,vererbungslinien1 deren ,rolle im einzelnen ,leben wie in der ,geschichte sehr gross ist1 mit ,interesse nachgehen4 ,wnschen mchte man1 dass gewisse dauernde ,errungenschaften der menschlichen ,cultur -- beispielsweise die ,basis der ,moral1 das ,mitleid -- mit der ,zeit bereits reine ,instincte geworden wren1 die der ,einzelne mit auf die ,welt brchte4 ,man ist mitunter versucht1 dergleichen zu glauben4 ,wenn ein ,mensch1 ohne eine ,secunde zu zgern1 einem ,kinde1 das in's ,wasser gefallen ist1 nachspringt und es rettet1 so scheint hier eine ,geisteskette vorzuliegen1 die bereits ganz reflectorisch wirkt und wohl als solche vererbt werden knnte4 ,die ,erfahrungen1 die man andererseits an ,kindern macht1 die aus besten ,bildungskreisen entspringen und doch1 ehe sie durch ,zucht selbst gebildet sind1 nichts bethtigen als die alten thierischen ,instincte1 die mit ihrem roheren ,egoismus dem ,mitleid gerade zuwider laufen1 verhindern alle derartigen optimistisch gefrbten ,schlsse4 ,beschrnkt1 wie unsere ,kenntnisse von dem ganzen ,gewebe der ,vererbungsfragen gegenwrtig noch sind1 mssen sie dem ,dichter1 der in ihnen das ,material tragischer oder vershnender ,verknotungen sucht1 eine starke ,resignation und scharfe ,kritik als ,grundbedingung an's ,herz legen4 ,rechnen soll er mit der ,vererbungsfrage als ,ganzem1 das ist sicher4 ,aber er soll nicht spielen damit1 sich nicht muthwillig auf ,gebiete begeben1 die der ,fackel des ,forschers selbst noch verschlossen sind4 ,die ,zukunft wird erst zeigen knnen1 wie eigentlich diese ,dinge eingreifen in's ,leben des ,einzelnen1 wie die ,snden und ,vorzge der ,ahnen sich unmittelbar im ,gehirne des ,enkels rchen4 ,immerhin mag heute schon der grandiose ,romancyklus von ,zola eine durchdachte ,vorahnung fr das ,kommende darstellen4 ,wenn man sich aber vergegenwrtigen will1 welche zahllosen dichterischen ,vorwrfe in dem ,spiel der ,ideenketten1 an die ,schule und erste ,bildung uns schmieden1 enthalten sind1 so kann man im ,grunde nur warnen vor dem einseitigen ,betonen der ,vererbungsconflicte1 so lange die ,physiologie noch nicht in festen ,gesetzen die nthigen ,prmissen aufgestellt4 ,man soll sie beachten1 wo man durch den ,stoff nothwendig auf sie gefhrt wird1 aber sie noch nicht in den ,vordergrund drngen1 wo es nicht durchaus nthig ist4 ,die indirecte ,vererbung1 das unbrauchbare ,alte1 das uns in unserer ,bildung1 durch unsere ,umgebung allenthalben belastend in's ,gehirn gegraben wird1 tausend begabte ,kpfe im ,kampfe mit dem lebendigen ,neuen zu ,tode hetzt1 uns als unechte ,religion1 veraltete ,moral1 conventioneller ,humbug1 historische ,entartung und was sonst noch alles1 den ,geist trbt und fr die ,ziele der ,gegenwart blind macht3 das ist durchschnittlich weit gefhrlicher1 als die dunklen chemischen und physikalischen ,mchte1 die hier oder dort eine ,familie in allen ,phasen des ,wahnsinns untergehen lassen oder an den geschlechtlichen ,fhigkeiten eines unschuldigen ,nachkommen die sexuellen ,verrcktheiten des ,urgrossvaters rchen4 ,es sind harte1 unerbittliche ,gesetze im ,einen1 wie im ,andern1 aber im letztern ,falle haben sie mehr von jener dunklen ,tragic1 die allem ,geschehen der ,natur geheimnissvoll zu ,grunde liegt1 im ersteren sehen wir den ,kampf menschlich lebhafter und nher vor ,augen1 wir fhlen die ,schmerzen1 wie die ,triumphe innerlich blutiger und siegesstolzer mit1 weil wir mehr verstehen und strker durchfhlen1 dass die ,sache auch einmal anders werden knnte durch unser ,zuthun4 ,ich kehre zur eigentlichen ,frage zurck4 ,gewohnheit umschliesst1 so haben wir jetzt gesehen1 zweierlei3 ,ererbtes und ,erworbenes4 ,da das ,letztere wenigstens beim normalen ,culturmenschen mit zunehmendem ,alter unausgesetzt wchst1 so gleicht das ,gehirn dieses ,menschen schliesslich einer ber und ber beschriebenen ,tafel1 auf der sich gewisse ,striche mehr und mehr verdickt haben1 und die am ,ende gar nichts ganz ,neues mehr aufzunehmen im ,stande ist1 so dass der ,geist wie ein geschickter ,seiltnzer mehr oder weniger nur noch die vorgeschriebenen ,stangen abklettert1 je nachdem dieser oder jener ussere ,anlass bei einer der ewig bereiten ,endstationen anklopft4 ,eigentliches ,leben in dieses an und fr sich sehr einfache ,gedankenspiel bringt aber nun eine ,thatsache1 die ich bisheran absichtlich vernachlssigt habe4 ,was wir durch ,unterricht 7sei es nun unmittelbarer durch das ,leben oder mittelbarer in der ,schule7 an festen ,gedankenlinien eingeprgt bekommen1 steht weder immer im ,einklange untereinander1 noch mit dem1 was durch die ,vererbung an allgemeinen ,instincten oder individuellen ,neigungen in uns bereits bei der ,geburt befestigt ist4 ,mit andern ,worten3 jene constanten ,linien im ,denkorgan kreuzen1 hemmen1 verwickeln sich vielfach1 wodurch die einfachen ,denkprocesse1 die durch die ,mglichkeit des ,eingrabens fester ,linien so bequem und bis zur ,grenze des ,reflectorischen glatt gemacht wurden1 wiederum recht erschwert werden4 ,ich sehe ab von ganz krankhaften ,erscheinungen4 ,man hat ,flle1 wo eine ,gedankenlinie eines ,menschen von einem gewissen ,puncte ab1 ohne dass er sich dessen bewusst wurde1 in eine ganz andere berging1 so dass beim ,versuche1 den ,gedankengang wieder zu geben1 von einer ,ecke ab jedesmal die ,begriffe wie vertauscht waren4 ,hier waren offenbar zwei ,linien in abnormer ,weise verschmolzen1 ein hochinteressanter1 aber lediglich psychiatrischer ,fall4 ,ich will jetzt versuchen1 an einem consequent durchgefhrten ,beispiele genau den normalen ,fall von sich widersprechenden ,gedankenlinien aufzudecken4 ,es ist das um so wichtiger1 als man gerade hier1 im ,widerstreite der ,gedankenlinien1 den schrfsten ,beweis fr eine metaphysisch beeinflusste ,willensfreiheit zu finden geglaubt hat4 ,ich nehme an1 einen ,menschen trifft ein usserer ,sinneseindruck1 -- etwa der ,anblick einer schnen ,frau1 die das ,weib eines ,andern ist1 also ein ,sinneseindruck1 den das ,auge in's ,gehirn bermittelt1 der dort zur geistigen ,wahrnehmung wird und als solche gewisse ,gedanken erregen muss1 deren ,lauf durch die vorhandenen ,gewohnheitslinien bestimmt wird und deren endliches ,resultat bei gengend starker ,erregung ein ,willensact1 eine ,handlung ist4 ,der ,anblick einer krperlich reizenden ,frau erweckt im ,manne nothwendig zunchst die ,gedankenketten1 die um das ,geschlechtliche gelagert sind4 ,diese knnen aber sehr verschiedener ,art sein1 von dem einen rtlichen ,centrum knnen ,furchen ganz entgegengesetzter ,richtung und ,tiefe ausstrahlen4 ,nehmen wir den ,fall eines ,menschen1 der gar keine ,bildung genossen hat1 aber auch1 vielleicht weil er eben erst geschlechtsreif geworden ist1 im ,bezug auf das ,geschlechtliche noch durchaus keine feste ,gewohnheitsfurche im ,gehirn trgt4 ,bei ihm wird der erste ,gedanke hchstwahrscheinlich die ,vererbungsfurche1 die den instinctiven ,fortpflanzungstrieb als uraltes ,erbe stets neu zeitigt1 einschlagen1 ein ,kampf ist ausgeschlossen1 da nur diese einzige ,linie vorhanden ist1 aber der aus der angeregten ,gedankenkette hervorgehende ,wille wird etwas ,unklares1 ,reflectorisches haben1 das sich dmonisch ,bahn bricht1 aber dem ,bewusstsein selbst fast ganz entzogen ist4 ,zweiter ,fall3 der ,mensch ist ein gebter und geriebener ,don ,juan4 ,im ,worte liegt schon enthalten1 dass bei diesem ,typus sich in der fr das ,geschlechtliche reservirten ,gegend des ,gehirns nicht bloss die instinctive ,vererbungs-,furche1 sondern daneben noch eine sehr tief ausgefahrene ,aneignungs-,furche1 ein durch ,gewohnheit individuell scharf eingepflgtes ,geleise findet1 das beim ,anblick des schnen ,weibes eine grosse1 aber dem ,bewusstsein noch durchweg zugngliche ,gedankenkette durchpassiren lsst1 als deren ,resultat ein sicherer1 auf hundert ,erfahrungen gesttzter ,wille entsteht1 -- der ,wille zur ,verfhrung1 der ,wille zum geschlechtlichen ,genuss1 -- im ,princip derselbe ,wille1 wie bei dem ersten ,menschen1 nur unendlich bewusster und dauernder4 ,ein ,conflict findet -- moralische ,bildung bei dem ,typus des ,don ,juan ausgeschlossen -- auch hier nicht statt1 die ,wahrnehmung erregt nur eine einzige ,ideenkette1 die als ,endresultat nur einen ,willen kennt4 ,der dritte ,fall aber1 an den ich jetzt herantrete1 ist der weitaus interessanteste1 dichterisch jedenfalls der werthvollste4 ,ein ,mensch soll eine ordentliche moralische ,bildung genossen haben1 dabei aber dem ,geschlechtlichen nicht so fern geblieben sein1 dass es nicht auch1 abgesehen von der stets vorhandenen ererbten ,linie1 eine gewisse ,spur in seinem ,gehirn zurckgelassen htte1 die im ,stande wre1 den ,gedanken bei vlliger ,unbeeinflussung in ,don ,juanartige ,gelste zu treiben4 ,eine ,disposition1 wie diese1 ist unter allen die verbreitetste4 ,ihr ,ergebniss ist im vorliegenden ,falle ein innerer ,kampf4 ,die ,wahrnehmung erweckt zwei ,gedankenlinien1 die moralische und die schlechthin sexuelle1 von denen die eine als ,endergebniss einen ,willen erzeugen muss1 der dem der andern durchaus entgegengesetzt ist4 ,die ,moral verbietet1 was die geschlechtliche ,neigung verlangt4 ,beide ,gedankenketten erscheinen vor dem ,bewusstsein1 -- eine freie ,wahl ist diesem aber absolut versagt2 es steht als indifferenter ,zuschauer vor dem ,kampfe der ,gedanken um den ,willen4 ,nur ein ,wille kann als ,endresultat hervortreten4 ,so lange beide ,ideenketten vollkommen gleich stark sind1 heben sie sich gegenseitig im ,puncte des ,willens auf wie ,plus und ,minus4 ,rollt der eine ,gedankenzug glatt durch sein ,geleise bis zur ,willensstation1 so ist inzwischen der andere ebenso glatt dort angekommen und die ,beiden verschliessen sich gegenseitig den ,ausgang4 ,die ,entscheidung1 welche ,linie siegt1 kann sehr lange ausstehen4 ,ueber ihre ,veranlassung herrschen vielfach die irrigsten ,vorstellungen4 ,man denkt sich unwillkrlich1 das ,bewusstsein selbst1 welches doch keinerlei mechanische ,macht besitzt1 knne durch einen metaphysischen ,druck diesen oder jenen ,willen zum ,durchschlag bringen4 ,das wre die reinste ,hexerei4 ,die ,entscheidung kommt vielmehr daher1 von wo berhaupt alles ,motorische nur kommen kann3 von aussen1 durch neue ,wahrnehmungen1 die whrend der ,hemmung jener beiden ,ketten in's ,gehirn eintreten4 ,es fragt sich bei diesen1 in welche der beiden ,linien sie einlenken4 ,sind es zufllig sexuelle ,eindrcke1 die mit dem ,streite sonst nichts zu schaffen haben1 aber nothwendig in die geschlechtliche ,linie gerathen1 so graben sie dort die ,furche ebenso nothwendig ein ,minimum tiefer1 und dieses ,minimum gengt1 grob sinnlich gesprochen1 um dem sexuellen ,gedankenzuge im ,wettlaufe zum ,willensziel einen ,vorsprung zu geben und damit das ,resultat zu entscheiden4 ,umgekehrt3 nahen sich zufllig bei schwebendem ,streite neue1 moralische ,wahrnehmungen1 so siegt die ,moral auch in jenem offenen ,falle4 ,unendlich geringe ,factoren haben hier die weittragendste ,bedeutung4 ,ein zuflliges ,wort1 ein lebhaftes ,erinnerungsbild1 der ,anblick irgend einer ,situation1 die unmittelbar alle nicht das ,mindeste mit dem obwaltenden ,gedankenzwist in der kritischen ,sache zu thun haben1 entscheidet mit mathematischer ,gewissheit ber den ,sieg4 ,in mancher bedeutenden ,dichtung will es uns bei oberflchlicher ,betrachtung fast strend und unlogisch erscheinen1 dass lange ,seelenkmpfe pltzlich durch einen vielleicht sehr geringfgigen usserlichen ,umstand zur jhen ,entscheidung gebracht werden4 ,wer sicherer beobachtet hat1 sieht gerade hierin den echten ,spiegel des ,wahren1 und er wird in der ,wahl jenes scheinbar geringfgigen ,umstandes bei schrferem ,hinblick stets etwas entdecken1 was indirect einem der streitenden ,gedanken des ,helden nicht zufllig1 sondern nothwendig den ,sieg verleihen musste1 selbst wenn es gar nicht direct an die ,objecte des ,seelenkampfes heranreichte4 ,es ist nichts weiter als der ,tropfen ,oel1 der die eine ,wagenaxe in der ,arena geschmeidiger macht2 aber dieser ,tropfen ist die weihende ,spende der ,nike4 ,von diesem dritten ,menschen giebt es tausend und abertausend ,varianten4 ,die gegenseitige ,hemmung und ,beeinflussung der ,gedankenketten ist es1 die uns erst eigentlich das geistige ,werden unserer ,handlungen zum ,bewusstsein bringt und verhindert1 dass ,impuls und ,effect sich bloss reflectorisch auslsen4 ,man kann sagen1 dass wir unserer ,gedanken erst recht bewusst werden1 wenn sie gehemmt sind und einander bekmpfen1 etwa so1 wie die ,meeresflche uns erst charakteristische ,form gewinnt1 wenn wir sie uns als ein ,spiel sich brechender ,wogen denken4 ,von einer freien ,beeinflussung des ,willens aber durch das ,bewusstsein kann im buchstblichen ,sinne keine ,rede sein4 ,wir erhalten ussere ,eindrcke1 wir denken in gewissen vorgezogenen ,linien1 dieses ,denken wird uns unter gewissen ,bedingungen durch einen ,act1 dessen innerste ,natur wir nicht ergrnden knnen1 bewusst3 das ist alles4 ,in diesen ,verhltnissen liegen die ,wurzeln unseres ,glckes und unserer ,schmerzen1 unserer ,fortschritte und unserer ,rckschritte4 ,naturwissenschaftlich sind wir als ehrliche ,beobachter gezwungen1 die ,bedingtheit aller menschlichen ,willensacte der ,art des geistigen ,apparates gemss als eine ,thatsache auszusprechen1 die weder juristische noch theologische ,forderungen irgendwie erschttern knnen4 ,diese ,forderungen mssen sich mit der ,thatsache abfinden4 ,die ,genesis seiner ,gedanken und ,handlungen zugestanden1 bleibt ja praktisch der ,mensch mit lauter ,gedankenketten1 die im ,verbrechen gipfeln1 schlecht und strafbar und der ,mensch1 der durch den ,zwang seiner ,gehirnfurchen zu moralischem ,denken und ,thun gezwungen wird1 gut4 ,fr den ,dichter aber scheint mir in der ,thatsache der ,willensunfreiheit der hchste ,gewinn zu liegen4 ,ich wage es auszusprechen3 wenn sie nicht bestnde1 wre eine wahre realistische ,dichtung berhaupt unmglich4 ,erst indem wir uns dazu aufschwingen1 im menschlichen ,denken ,gesetze zu ergrnden1 erst indem wir einsehen1 dass eine menschliche ,handlung1 wie immer sie beschaffen sei1 das restlose ,ergebniss gewisser ,factoren1 einer ussern ,veranlassung und einer innern ,disposition1 sein msse und dass auch diese ,disposition sich aus gegebenen ,grssen ableiten lasse1 -- erst so knnen wir hoffen1 jemals zu einer wahren mathematischen ,durchdringung der ganzen ,handlungsweise eines ,menschen zu gelangen und ,gestalten vor unserm ,auge aufwachsen zu lassen1 die logisch sind1 wie die ,natur4 ,im ,angesicht von ,gesetzen knnen wir die ,frage aufwerfen3 ,wie wird der ,held meiner ,dichtung unter diesen oder jenen ,umstnden handeln8 ,wir fragen zuerst3 ,wie wird er denken8 ,hier habe ich die ussere ,ursache3 was findet sie in ihm vor8 ,was liegt als ,erbe in seinem ,geistesapparate1 was hat die ,bildung und ,uebung des ,lebens darin angebahnt1 welche fertigen ,gedankenlinien wird jene ussere ,thatsache erregen1 wie werden diese sich hemmen oder befrdern1 welche wird siegen und den ,willen schaffen1 der die ,handlung macht8 ,ich habe das ,wort mathematisch gebraucht4 ,ja1 eine derartige ,dichtung wre in der ,that eine ,art von ,mathematik1 und indem sie es wre1 htte sie ein ,recht1 ihr ,phantasiewerk mit dem stolzen ,namen eines psychologischen ,experimentes zu bezeichnen4 ,ich glaube gezeigt zu haben1 wie gross unsere ,unkenntniss im ,einzelnen besonders bei der ,vererbungsfrage noch ist4 ,jene ,dichtung1 von der ich rede1 ist in ihrer ,vollendung noch ein ,traum4 ,aber das soll uns nicht hindern1 rstig am grossen ,bau mitzuschaffen4 ,einstweilen mge sich vor allem die ,klarheit ber die ,hauptprobleme ,bahn brechen4 ,der ,dichter soll anfangen1 sich bei der ,unzahl von ,phrasen etwas zu denken1 die auf seinem ,gebiete umherschwirren1 die ,stze wie3 ,es lag in ihm so zu handeln1 ,die ,natur brach sich gewaltsam ,bahn1 ,er fhlte etwas1 was seinen ,gedanken blitzschnell eine andere ,richtung gab und hnliches1 sollen ihm einen ,inhalt bekommen1 er soll einsehen1 dass es im ,geiste so wenig ,sprnge giebt1 wie bei einem festen ,verkehrsnetz1 wo jede alte ,strasse so lange wie mglich benutzt wird und eine neue nicht von heute auf morgen gebaut wird1 er soll endlich alle die grossen ,namen3 ,schicksal1 ,erbsnde1 ,zufall und wie sie heissen mgen1 im ,einzelnen neu prfen und auf die ,principien hin modificiren1 wo es ,noth thut4 ,ich gebe hier keine ,aesthetik1 sondern beschrnke mich auf die naturwissenschaftlichen ,grundlagen1 es liegt mir fern1 in jene ,fragen nher einzutreten1 die sich daran anknpfen4 ,man sagt wohl1 die ,poesie werde roh und alltglich1 wenn sie sich an die ,fragen der ,physiologie um ,auskunft wende4 ,wenn ich die ,probleme berblicke1 auf die der ,gang dieser ,studie mich gefhrt hat1 so weiss ich nicht1 was das heissen soll4 ,diese ,probleme sind die hchsten1 die ich mir denken kann4 ,wir stehen dicht vor der ,schwelle des ,ewigen1 des ,unerreichten1 und wandeln doch noch auf dem sicheren ,boden der ,wirklichkeit4 ,giebt es einen hheren ,genuss8 ,drittes ,capitel4 ,unsterblichkeit4 ,geheimnissvolles ,wort1 -- ,unsterblichkeit6 ,wer die ,geschichte der ,menschheit anknpfen wollte an die ,geschichte ihrer tiefsten ,trume1 ihres bangesten1 herzbewegtesten ,sehnens1 der msste sie anknpfen an dieses ,wort4 ,es ist nicht wahr1 dass dieses ,wort nicht auch uns noch immer im ,grunde all' unseres ,denkens fortzitterte3 -- die uralten ,phantasieen des ,volkes vom ,nilstrande1 in denen der ,zauber desselben zuerst eine dmonische ,macht geworden1 sind von all' dem ,alten1 ,verklungenen vielleicht noch das ,lebendigste und greifbar ,deutlichste1 was mitten durch unsere junge ,welt wandelt4 ,wir sind anders geworden1 besser1 freier1 wir stehen nicht mehr im ,morgenschein der ,jahrtausende1 der helle ,mittag wlbt sich ber uns1 der grosse1 helle ,mittag1 von dem wir noch kein ,ende sehen1 -- und doch -- und doch4 ,das ,wort ,unsterblichkeit ist nach wie vor eine zwingende ,gewalt4 ,es ist die ,basis aller ,metaphysik in der ,religion4 ,die ,zeiten sind herum1 wo die ,menschheit einen ,gott in ,donnerwolken oder ,knechtsgestalt zur ,erklrung ihrer ,sittengesetze brauchte3 die ,frage des ewigen ,looses nach aller ,zeitlichkeit fordert auch heute noch den khnen ,flug ber die ,grenzen des ,erkannten1 und wenn alle dogmatische ,religion sich sonst zersetzen sollte1 so wird ihre letzte lebenskrftige ,ranke sich immer wieder emporwinden an der festen ,sule des ,trostes am ,grabe unserer ,todten4 ,aber wie die meisten ,fragen1 die eine religise ,bedeutung besitzen1 ist auch diese zugleich auf's ,engste verwachsen mit der ,dichtung4 ,ihre ,behandlung unter den ,prmissen realistischer ,aesthetik und ,poesie scheint mir um so dringender geboten1 als die allgemeine ,ansicht von der ,stellung der exakten ,naturwissenschaft zu ihr vielfach eine einseitige oder geradezu falsche ist4 ,dank einer gewissen ,sorte von voreiligem und bei bestem ,willen hochgradig ungeschicktem ,popularisiren physiologischer ,erkenntniss1 hat man sich daran gewhnt1 ein ,dilemma aufzustellen1 das thatschlich nicht stichhaltig ist4 ,man wiederholt unaufhrlich die beiden ,stze3 ,entweder unsere ,seelen sind unsterblich1 -- -- oder mit dem ,tode ist alles aus fr ewige ,zeiten und in jeder ,bedeutung1 -- wobei es dann als ,folgerung der ,wissenschaft nahe gelegt wird1 dass die erste ,mglichkeit in ,wahrheit keine sei und die zweite als ,kehrseite der andern die nothwendig richtige sein msse4 ,der ,fehler liegt in dem entweder -- oder4 ,ich will versuchen1 das exact zu entwickeln4 ,die moderne ,physiologie ist1 um den ersten ,punct zunchst allein in's ,auge zu fassen1 allerdings1 sobald sie ehrlich sein will1 gezwungen1 die gewhnlichen ,vorstellungen von ,unsterblichkeit smmtlich zu vernichten4 ,die ,seele im ,volkssinne ist fr sie lebend wie todt ganz gleichmssig ein ,gespenst4 ,das1 was wir so nennen1 ist ein ,complex von ,erscheinungen hchst verwickelter ,art1 die wir unabnderlich als ,parallelphnomene gewisser molecularer ,vorgnge finden und zwar so parallel1 dass jeder molecularen ,verschiebung auch eine ,verschiebung des ,psychischen entspricht und das so genau1 dass1 wie ich es im vorigen ,capitel fr ein bestimmtes ,gebiet durchgefhrt habe1 schematische ,bilder des psychischen ,mechanismus auf den molecularen passen und umgekehrt4 ,mglicherweise ist jede moleculare ,erscheinung in der ,welt von entsprechenden psychischen begleitet1 doch werden letztere uns erst bemerkbar bei einer gewissen ,summirung und ,ordnung der ,molecularphnomene1 wie sie in der organischen und hier vor allem der hheren organischen1 der thierischen und schliesslich der menschlichen ,molecularstructur sich finden4 ,diese hhere ,structur ist lediglich ein ,anordnungsproblem1 eine ,constructionsaufgabe1 bei der einfachste ,bestandtheile schliesslich den complicirtesten ,bau liefern4 ,obwohl durch gewisse1 uns zur ,zeit noch verschlossene ,zeugungs- und ,vererbungsgesetze mit der nchsten ,generation hnlicher ,gebilde verknpft1 hat die einzelne ,molecularpyramide1 die in ihrer ungeheuren ,massenanhufung fr bestimmte ,zwecke auch die erstaunlichsten psychischen ,parallelerscheinungen aufwies1 die je geleistet worden waren1 doch eine endliche ,dauer und zerfllt nach einer gewissen ,zeit wieder in ihre kleinen molecularen ,bausteine4 ,letzteren ,vorgang nennen wir ,tod4 ,dass die psychischen ,phnomene1 die sich parallel mit den molecularen zu einer colossalen ,gesammtleistung fr die ,dauer der molecularen ,massenordnung vereinigt1 im ,momente des ,zusammenbruchs der molecularen ,pyramide ebenfalls als ,ganzes verschwinden und sich in die problematischen geringsten ,procentstze auflsen1 die mglicherweise an jedem ,einzelmolecl haften1 ist vollkommen selbstverstndlich4 ,das ,schema des physiologischen ,todes3 ,zerfallen einer kunstvollen mathematischen ,figur in lose1 durch das ,spiel neuer ,krfte bald nach allen ,richtungen verschobene ,puncte1 muss sich nothwendig auch decken mit dem ,schema des psychologischen ,todes4 ,der ,naturforscher muss als absolut sichere ,thatsache constatiren1 dass noch niemals an irgend einem ,puncte der bekannten ,welt psychische ,erscheinungen ohne entsprechende moleculare beobachtet worden sind1 und der ,inductionsschluss vom ,bekannten auf das ,unbekannte tritt mit allem ,rechte in ,kraft4 ,das ,suchen nach krperlosen ,seelen1 wie es in spiritistischen ,kreisen als angebliches ,problem behandelt wird1 kann gerade vom methodologischen ,standpuncte aus nur mit dem ,eifer verglichen werden1 mit dem jener berhmte ,brger der guten ,stadt ,schilda das ,tageslicht vermittelst einer ,mausefalle zu fangen versuchte1 um es in das fensterlose ,rathhaus zu berfhren4 ,alles was in's ,gebiet dieser theoretischen wie practischen ,narrheiten gehrt1 kann physiologisch nicht scharf genug zurckgewiesen werden4 ,der ,dichter1 der hier pikante ,stoffe zu finden glaubt1 ist zu bedauern4 ,ich bin sogar der ,ansicht1 dass1 abgesehen von den ,geistererscheinungen1 die keine ,dichtung uns mehr im ,ernste auftischen kann1 der rechte ,poet auf so manche kleinen ,effecte verzichten soll1 die man sich im ,banne lterer ,anschauungen noch gefallen liess4 ,wenn er einen ,todten schildert1 soll er nicht mehr die ,reporterphrase verwenden3 ,die ,mienen des ,entschlafenen bezeugten den tiefen ,frieden1 zu dem er eingegangen4 ,die ,gesichtsmuskeln werden nach eingetretenem ,tode meist schlaff und geben den ,zgen etwas ,lchelndes4 ,aber man sollte das nicht mehr als ,anhaltspunct benutzen1 nachdem man weiss1 dass es in ,wahrheit nichts besagt und eine krperliche ,erscheinung ganz gleicher ,natur wie die nachfolgenden der ,verwesung ist1 die kein ,mensch als ,effecte ausspielen mchte4 ,die strenge ,wissenschaft geht brigens noch weiter4 ,sie verneint nicht nur die individuelle ,fortdauer der psychischen ,processe ber den ,tod hinaus1 sondern sie bedroht auch ernstlich die letzte ,zuflucht der ,unsterblichkeitstrume1 die bedingte ,fortdauer der ,vter in den ,nachkommen4 ,es giebt gewisse nicht wohl anfechtbare ,schlsse1 die das ewige ,bestehen des ,menschengeschlechts fr die ,zukunft ebenso unsicher machen1 wie es auf ,grund der palontologischen ,forschung fr die ,vergangenheit ist4 ,cosmologische ,erscheinungen1 die theils als ,ergebniss unendlich kleiner1 aber unablssig anwachsender ,strungen1 theils in ,form grberer ,catastrophen eintreten knnen1 sind mglich1 die den ,planeten1 an dessen ,existenz und ,temperaturhhe das organische ,leben gebunden ist1 gnzlich vernichten oder doch zum ,bewohnen untauglich machen knnen4 ,auch jener ,fortdauer durch ,zeugung hnlicher ,nachkommen wre damit ein ,ziel gesetzt4 ,das ist mit runden ,worten die eine ,seite der ,frage4 ,die ,antwort der ,wissenschaft ist bei aller ,mangelhaftigkeit unserer physiologischen ,erkenntniss in diesem ,falle decidirt genug1 um alle leichtfertigen ,trumereien auszuschliessen4 ,die ,dichtung kann nichts thun1 als die ,thatsache annehmen1 wie sie ist4 ,wir drfen weder poetisch darstellen1 wie ein verstorbener ,mensch aus dem ,jenseits zurckgekommen1 noch drfen wir berhaupt den ,anschein erwecken1 als hielten wir die psychische ,existenz eines lebenden ,wesens fr etwas1 was von der physiologischen ,erscheinungsform so unabhngig wre1 dass es beim ,zerfallen der ,letzteren selbststndig weiter existiren knne4 ,mit ,entschiedenheit muss ich mich nun aber gegen die zweite ,hlfte jenes ,doppelsatzes wenden4 ,ich frage3 was will der ,satz mit dem ,tode ist ,alles aus8 ,in dem ,alles steckt eine ,vermessenheit1 die derselbe ,naturforscher1 der eben die bestimmte1 positive ,einzelannahme eines ,fortlebens der individuellen ,seele zurckweisen musste1 darum noch lange nicht kritiklos nachzusprechen gezwungen ist4 ,in jenem ,alles wre enthalten1 dass wir eine factische ,kenntniss vom ,wesen der ganzen ,welt1 wie des ,individuums htten4 ,das ist nicht der ,fall4 ,es muss ganz scharf unterschieden werden3 die bestimmte psychisch-physiologische ,weltansicht des ,naturforschers und die ,welt an sich1 die ,welt1 die sich hinter dem ,bilde verbirgt1 das wir sehen4 ,der ,naturforscher ist ein ,mensch4 ,er sieht ,dinge um sich her1 so weit seine ,sinnesorgane und sein ,gehirn ihm das erlauben -- nicht mehr4 ,die schrfsten ,beweise sprechen dafr1 dass diese ,sinnesorgane und dieses ,gehirn ihm nur einen ganz beschrnkten ,theil der wirklichen ,welt zeigen1 und es giebt eine ,reihe von ,puncten1 die nahe zu legen scheinen1 dass sogar dieser kleine ,theil beeinflusst und mglicherweise geflscht ist durch die feste ,form seines beobachtenden und reflectirenden ,organes4 ,da ,alles1 was wir gewahren1 erst in unserm ,centralorgan zum ,bilde wird1 so kann die ,vermuthung nicht wohl widerlegt werden1 dass die ,structur dieses ,organs auf die ,form dieses ,bildes einen ,druck ausbt2 man hat mit einiger ,wahrscheinlichkeit bereits ausgesprochen1 dass die ,begriffe des ,raumes1 der ,zeit und der ,causalitt in unserm subjectiven ,weltbilde erst ,wirkungen dieses ,druckes wren und somit berhaupt nur in uns1 nicht in der ,aussenwelt existirten2 man hat mit ziemlicher ,sicherheit den ,begriff des ,stoffes in uns selbst verlegt1 whrend von ,aussen nur ,krafteindrcke kommen4 ,und es wird fr den ,laien am ,besten ermglicht1 sich in diese khnen1 aber nicht unbegrndeten ,hypothesen hineinzudenken1 wenn er sich an rohe ,facta der ,sinnenwelt hlt 7beispielsweise die ,farben1 welche bekanntlich nicht an den ,gegenstnden haften1 die wir roth1 blau oder grn sehen1 sondern in unserm ,auge sind7 und sich mit ihrer ,hilfe die ,mglichkeit vergegenwrtigt4 ,whrend diese ,ideenkreise die ,flschung unseres ,weltbildes durch unser eigenes ,denkorgan als wahrscheinlich hinstellen1 zwingt andererseits die ,forschung selbst zur ,erkenntniss fester ,grenzen4 ,wir sind nicht im ,stande1 jenen ,parallelismus von ,psychischem und ,molecularem1 von dem auf diesen ,blttern bereits so oft die ,rede gewesen ist1 irgendwie zu verstehen4 ,wenn eine ,moleclreihe rechts schwingt beim ,gefhl des ,schmerzes1 links bei dem des ,angenehmen1 so ist damit noch keine ,brcke geschlagen von der ,schwingung zum ,gefhl und wir knnen lediglich den nie wechselnden ,parallelismus constatiren4 ,wenn wir den ,begriff des ,molecls zerlegen und die tieferen ,geheimnisse dessen aufzudecken versuchen1 was wir mechanische ,kraft nennen1 so verwickeln wir uns nicht aus ,unkenntniss der ,sachen1 sondern durch offenkundiges ,versagen der ,logik in unlsbare ,widersprche4 ,wir knnen nicht umhin1 ein derartiges ,aufhren aller wissenschaftlich gangbaren ,strassen als ,grenze zu bezeichnen4 ,wir fhlen sehr wohl1 dass jenseits derselben noch sehr ,viel liegt1 ja1 die fundamentale ,kenntniss des ,daseins eigentlich erst ihren ,anfang nehmen wrde1 aber es ist nichts zu machen1 wir knnen mit dem ,gehirn1 das wir haben1 einfach nicht weiter4 ,ob unsere ,urenkel mehr vermgen werden1 muss ihnen ihr vielleicht weiter entwickeltes ,gehirn sagen1 es geht uns gegenwrtig nichts an4 ,eine ,wissenschaft aber1 die von ,grenzen1 von ,flschungen ihres ,weltbildes zu reden gezwungen ist1 kann zwar innerhalb ihres ,gebietes sehr wohl diese oder jene ,thatsache als sicheres ,resultat aufstellen1 sie hat aber kein ,recht1 ihre ,urtheile in der ,weise zu verallgemeinern1 dass sie sich fr competent in ,fragen der absoluten ,welt1 der ,welt an sich1 erklren darf4 ,die ,wissenschaft ist nicht nur berechtigt1 sondern genthigt1 ausdrcklich festzustellen1 dass so1 wie sich die ,welt in unsern ,menschenaugen deutlich erkennbar spiegelt1 ein isolirtes ,fortleben der ,seele einfach unmglich ist4 ,mit dem ,tode ist eine ,kette von ,ereignissen der sichtbaren ,welt zu ,ende4 ,was beweist das fr die wirkliche ,welt1 jene ,welt1 die sich noch unabsehbar hinter unsern ,erkenntnissgrenzen dehnt und von der ein ganz kleines1 getrbtes ,endchen in unser ,sehfeld sich erstreckt8 ,gar nichts4 ,wir1 die wir weder wissen1 was psychische und moleculare ,vorgnge ihrem innersten ,wesen nach sind1 noch wie sie zusammen kommen1 wir1 die wir von ,zielen1 ,zwecken1 ,sittlichkeit1 ,gesetzmssigkeit1 ,anfang1 ,ende1 ,schnheit oder ,hsslichkeit der wahren ,welt auch nicht das ,geringste ahnen1 wir sollten von etwas sagen1 es sei zu ,ende8 ,wir1 die wir in einer ,welt voll unendlicher1 sich im ,raum verlierender ,linien1 voll unendlicher ,decimalbrche1 voll unendlich theilbarer ,krper leben1 wir sollen von irgend einem ,ding sagen3 ,hier ist alles aus8 ,eine wohlfeile ,philosophie1 die aus dem schwankendsten unserer ,begriffe1 der ,materie1 etwas absolutes macht1 mag sich dabei beruhigen2 ,naturwissenschaft ist das nicht4 ,ich hoffe1 dass man mich richtig verstanden hat4 ,alles was wir ,menschen sehen1 ist ,physisches1 auch das ,psychische1 in so fern es stets an ein ,physisches geknpft ist4 ,innerhalb dieses ,physischen giebt es keine ,unsterblichkeit4 ,aber wir haben ,grund zu glauben1 dass dieses ,physische vor unsern ,augen nicht das echte ,cosmische1 das eigentlich ,wahre und ,seiende ist1 sondern bloss ein mattes und lckenhaftes ,gleichniss desselben4 ,innerhalb dieses eigentlich ,seienden ist allem ,anschein nach das ,leben1 das psychische wie das moleculare1 selbst etwas ganz anderes1 und dort mag es ,verhltnisse geben1 die alle irdischen ,conflicte lsen1 alles ,schiefe vershnen2 die ,annahme kann uns nicht bestritten werden1 der ,naturforscher hat hier nichts mehr zu sagen4 ,freilich3 ,wissen thun wir von jener ,welt an sich gar nichts1 als dass sie besteht4 ,aber darin liegt viel4 ,mit ihrer ,existenz haben wir einen ruhenden ,punct gefunden1 der ausserhalb des ,irdischen liegt4 ,mit dem ,bewusstsein eines solchen ,punctes weicht die drckende ,schwere des ,vernichtungsgedankens sowohl im ,individuellen1 wie im allgemeinen ,erdenloos4 ,mag unsere ,laufbahn immerhin um sein fr die ,augen1 fr das enge ,gehirn der verschwindenden ,menschenwelle auf dem einsamen ,planeten der ,sonne4 ,alles ist damit nicht aus4 ,hinter dem ewig verschlossenen ,vorhang wandelt ein ,anderes1 ein ,grsseres1 als wir4 ,indem der ,forscher uns unerbittlich versagt1 unsere ,unsterblichkeitstrume in ,bilder der sichtbaren ,welt zu kleiden1 erffnet er uns zugleich durch die ,feststellung von ,grenzen die ,ahnung einer ,welt1 an die jene ,trume sich ungestrt heften drfen4 ,in dem ,versagen jenes ersten ,punctes muss er denn allerdings seine ganze ,strenge walten lassen4 ,wohl erffnet sich uns der tiefe ,gedanke1 dass unser ,leben nicht das ,absolute1 nicht ,leben im eigentlicheren ,sinne sei1 sondern nur ein seltsamer ,traum1 ein ,wandelbild1 das an uns vorberzieht1 wohl mgen wir zugeben1 dass der ,tod nur eine ,episode in diesem ,bilde1 kein wirklicher ,abschluss sei4 ,aber das ist auch nun von der andern ,seite wieder alles4 ,jene wahre ,welt greift nicht als fremder ,gott in unsere ,welt ein1 weder in den ,offenbarungen der ,religion1 noch den ,geheimnissen des innersten ,seelenlebens1 noch auch in den ,idealen der menschlichen ,kunst4 ,es giebt keine ,puncte im physischen ,weltbilde1 das wir vor uns sehen1 wo wir der ,welt an sich nher oder ferner wren2 berall stossen wir bei einiger ,durchdringung der ,erscheinungen auf die ewige ,schranke4 ,gleichwohl -- selbst mit all' diesem ,vorbehalt -- scheint mir der ,poesie vor allem eine mchtige ,sttze in dieser ,fassung des ,unsterblichkeitsgedankens zu liegen4 ,fr sie1 die stets das ,ganze1 das ,allgemeine im ,auge hat1 ist das ,resultat des ,naturforschers1 das hinter der physischen ,welt eine andere1 wenn auch unbekannte1 nachweist1 ein gewaltiger ,gewinn4 ,dem ,irdischen1 das in ungelsten ,conflicten auseinandergeht1 wahrt sie die ,fernsicht in ein ,zweites1 das dahinter liegt und das zugleich unsere ,erkenntnissschwche1 wie unsere ,hoffnung einschliesst4 ,nur wenn sich die ,poesie frei macht von dem gewhnlichen1 physischen ,unsterblichkeitsglauben und1 der ,wissenschaft folgend1 sich zu dem wahrhaft philosophischen ,gedanken erhebt1 dass diese ,erscheinungen des ,lebens1 wie des ,todes berhaupt nicht das wahre ,wesen der ,sache1 sondern nur das getrbte ,bild1 wie es unser ,gehirn im ,zwange fester ,ursachen schafft1 darstellen -- nur dann kann sie mit gutem ,gewissen wieder gelegentlich den ,schmerz der ,tragdie mildern durch ein weises ,betonen des trstenden ,gedankens1 dass weder mit dem ,leben1 noch mit dem ,tode1 weder mit menschlichem ,glcke noch menschlichem ,unglcke ,alles aus sei4 ,und es ist dann sehr einerlei1 ob sie mit ,hamlet bloss unser ,nichtwissen in die geheimnissschweren ,worte kleidet3 ,der ,rest ist ,schweigen1 oder ob sie in sieghaftem ,vertrauen emporjubelt mit dem ,gtheschen ,chor3 ,alles ,vergngliche ist nur ein ,gleichniss6 ,viertes ,capitel4 ,liebe4 ,weit ab von jenen geheimnissvollen ,schranken des irdischen ,geschehens1 die wir im letzten ,capitel berhrten1 liegt mitten im ,centrum der molecularen ,welt der unscheinbare ,ursprung dessen1 was unter dem ,flammenzeichen des stolzen ,namens ,liebe sich zum mchtigsten ,herrscher im ,gesammtbereiche der ,poesie aufgerungen hat4 ,das ,wort ,unsterblichkeit mit seinem ,echo in den ,grnden1 von wo kein ,wandrer wiederkehrt1 muss seiner ,natur nach den menschlichen ,gedanken bis zu jenen ,grenzen fhren1 die dem ,forscher gestellt sind2 das ,wort ,liebe1 und mag das noch so hart hineintnen in alle unklaren ,trumerseelen1 bedeutet in seiner ,quelle1 seinem ,verlauf und seinen ,zielen eine durchaus irdische ,erscheinung4 ,der ,naturforscher1 von dem der gewissenhafte ,dichter ,aufschluss verlangt ber die ,resultate seiner unbefangenen ,forschung nach der ,natur der ,liebesempfindung1 ist gezwungen1 den ,fragenden vor die ,anfnge jener ungeheuren ,kette zu stellen1 die wir zusammenfassend die organische ,welt nennen4 ,tief unten an den ,wurzeln dieses riesigen ,lebensbaumes zeigt er ihm die einfache ,zelle1 ein selbststndiges ,wesen1 nicht ,thier noch ,pflanze -- einen ,crystall aus gleichem ,stoffe geformt wie alle andern1 aber von allen ewig geschieden durch die ,besonderheit seiner molecularen ,zusammensetzung4 ,gesetze1 ihrem ,wesen nach unbekannt1 wie jene1 die den crystallinischen ,sprsslingen irgend einer ,mutterlauge alltglich vor unsern ,augen jenes mathematisch starre ,gefge geben1 das jeder ,mineraliensammlung den allgemein bekannten ,charakter verleiht1 ermglichen dieser organischen ,zelle eine bestimmte ,art von ,aufnahme fremder ,stoffe1 die sie wachsen lassen1 und eine ,zertheilung in zwei oder mehrere ,individuen vom ,puncte an1 wo dieses ,wachsthum einen gewissen1 nicht nher definirbaren ,zustand der ,reife erlangt hat4 ,wir kennen heute noch ,geschpfe solcher einfachsten ,art1 deren ,leben in den beiden ,processen des ,wachsens durch ,nahrungsaufnahme1 das durch das ,vermgen der ,ortsbewegung untersttzt werden kann1 und des ,zerfallens in eine ,anzahl neuer1 kleiner ,individuen1 bei denen sich dasselbe wiederholt1 erschpft zu sein scheint4 ,die hchste ,wahrscheinlichkeit spricht dafr1 dass sie unvernderte ,nachkommen uralter ,formen sind1 aus denen sich an andern ,stellen durch ,umwandlung die gesammte ,linie der hheren ,organismen entwickelt hat4 ,der ,begriff der ,fortpflanzung bedeutet hier einfach1 wie bei ,mutter und ,kind3 ,trennung4 ,von ,liebe1 von einer ,vereinigung zweier ,individuen ist noch keine ,rede4 ,aber in dieser ,trennung liegt bereits der erste ,schritt zum ,kommenden4 ,gewisse ussere ,ursachen1 die im ,princip jedenfalls am ,besten in dem ,darwin'schen ,gedanken von der umwandelnden ,macht des ,kampfes um's ,dasein1 der kleinste chemisch und physicalisch bedingte individuelle ,neigungen im bestehenden ,typus zu grossen ,verwandlungen heraufzchtet1 ausgesprochen sind1 fhrten nmlich im ,laufe der ,zeit eine ,fortentwickelung unter den einzelligen ,wesen herbei4 ,die einfache ,zelle zerfiel unter ,umstnden in ein ,dutzend ,tochterzellen4 ,anstatt sich nun nach allen ,richtungen zu zerstreuen1 konnte es fr diese ntzlich werden1 beisammen zu bleiben4 ,wir sehen ein ,conglomerat von ,zellen einer einzigen ,generation1 die sich wie die ,haut einer ,blase um einen hohlen ,mittelraum gruppiren und als ,ganzes in einfachster ,form das ,schema eines thierischen ,krpers bilden4 ,zwischen den ,zellen entwickelt sich ein ,gefhl der ,gemeinschaft -- der ,freundschaft1 wenn man so will4 ,aus der ,generation von ,zellen wird ein ,zellenstaat1 in dem die ,mitglieder1 selbst ,sprsslinge einer ,einheit1 sich gewissermassen zu einer neuen1 hheren ,einheit zusammenthun4 ,sehr bald entwickelt sich ,arbeitstheilung4 ,da die ,nahrungssfte durch die dnnen ,zellwnde hindurch bei nherem ,aneinanderschliessen auf ,grund physikalischer ,gesetze frei circuliren1 knnen sich einige wenige ,zellen1 indem sie alle ,kraft darauf verwenden1 ganz der ,nahrungsaufnahme widmen und den brigen die motorischen und sensitiven ,eigenschaften berlassen4 ,durch diese ,theilung der ,functionen entstehen ,organe1 das heisst bestimmte ,ecken des ,zellenstaates1 wo ,zellen bloss noch fr eine einzige ,function thtig sind1 diese aber so intensiv betreiben1 dass sie fr alle andern mit gengt4 ,am ,ende ist ein hchst verwickelter ,organismus geschaffen1 dessen ,theile nur mehr in der ,gesammtmasse existiren knnen1 so dass der ,zellenstaat ein einheitliches ,wesen1 ein wahres ,individuum wird4 ,die ,frage ist3 wie wird die ,fortpflanzung dieser complicirten ,maschine vor sich gehen8 ,das ,zerfallen in neue ,individuen war eine ,function der ,einzelzelle4 ,im ,zellenstaat hat diese sich bei der allgemeinen ,arbeitstheilung ebenfalls derartig in gewissen ,zellen localisirt1 dass nur noch diese zerfallen und ,abkmmlinge des ,ganzen in ,gestalt einzelner ,zellen entsenden4 ,von diesen ,tochterzellen grndet spter jede ihren neuen ,staat fr sich1 indem sie den alten ,weg der ,selbsttheilung einschlgt und aus den ,theilchen den ,staat hervorgehen lsst4 ,der ,vorgang ist jetzt complicirter1 aber noch immer behauptet die ,trennung allein ihr ,recht1 wo es sich um ,fortpflanzung handelt4 ,erst die nchste ,stufe erweitert sie zu etwas ,neuem4 ,allenthalben bestehen ,zellengemeinden1 die kleine ,einzelzellchen als ,sprsslinge aussenden4 ,es ereignet sich1 dass zwei dieser ,sprsslinge -- zwei von verschiedenen ,gemeinden -- auf einander stossen1 sich vermischen4 ,jeder trgt das ,bestreben in sich1 durch ,selbsttheilung einen neuen ,staat zu grnden4 ,indem das ,bestreben der ,beiden sich vermischt1 entsteht ein gemeinsamer ,bau von doppelt starken ,dimensionen4 ,wieder treten ,gesetze in ,kraft1 die den ,vortheil nicht verloren gehen lassen1 es bildet sich bei einem grossen ,theile der ,zellenstaaten allmhlich das ,bestreben aus1 seine ,sprsslinge alle sich mit je einem ,sprssling eines andern vermischen zu lassen1 um dem knftigen ,neubau eine ,doppelbasis von verstrkter ,kraft zu geben4 ,die ,trennung des ,keims vom ,mutterorganismus bleibt nach wie vor2 aber es folgt ihr eine ,mischung1 eine ,vereinigung1 ehe ein neuer ,organismus entstehen kann4 ,inzwischen1 whrend dieser letzte ,fortschritt sich anbahnte1 hat die ,arbeitstheilung und ,organisation in den einzelnen ,zellenstaaten colossale ,entwickelungen durchgemacht4 ,es giebt ,zellstaaten1 die aus ,millionen einzelner ,zellen bestehen1 welche sich um die verschiedensten ,hohlrume in mehrschichtigen ,blasen gruppiren1 und jeder ,keimzelle wird durch bestimmte ,vererbungsgesetze auferlegt1 nach ,verschmelzung mit einer solchen eines andern gleichartigen ,staates ein ,gebude aufzufhren1 das nach ,krften dem ,mutterstaate gleichen muss4 ,indessen3 die ,welt ist gross1 die gleichartigen ,staaten sind oft weit von einander entfernt1 die frei ausschwrmenden ,keimzellen finden sich oft nicht zueinander4 ,es bahnt sich ein neuer ,fortschritt an4 ,wie einst jene ersten ,tochterzellen in einem ,gefhle von ,zugehrigkeit1 von ,freundschaft beisammen blieben und den ,zellenstaat grndeten1 so vereinigen sich jetzt je zwei ,zellenstaaten -- nicht um ganz zu verwachsen1 sondern bloss1 um ihren ,keimzellen durch mglichst gnstige locale ,bedingungen das ,verschmelzen zu erleichtern4 ,sie treten von ,zeit zu ,zeit nahe zusammen1 und der eine entsendet seine ,fortpflanzungszellen in einen der geschtzten ,hohlrume im ,innern des andern1 wo sie sich ungestrt mit den ,keimzellen dieses letztern verbinden knnen1 um ihr ,verschmelzungsproduct nachher von dort aus in's ,freie treten zu lassen4 ,der ,laie1 dem diese ,dinge neu sind1 denkt vielleicht1 der ,naturforscher1 indem er die letzte ,stufe der ,zellenentwickelung schildert1 stehe noch immer bei grauen ,urzeiten4 ,in ,wahrheit sind wir bereits am ,ziel4 ,der ,mensch ist der hchste und vollendetste ,zellenstaat der zuletzt besprochenen ,art2 und zwar ist der ,mann der eine1 das ,weib der andere4 ,indem sie sich geschlechtlich nhern1 vermischt sich eine ,keimzelle des ,mannes1 die ,samenzelle1 mit einer ,keimzelle des ,weibes1 der ,eizelle1 in geschtztem ,hohlraum des weiblichen ,krpers1 aus der ,mischung der beiden ,zellen entsteht der neue ,zellenstaat des kindlichen ,organismus1 der spter aus dem bergenden ,leibe des ,mutterstaates an's ,licht des ,tages tritt1 um sich hier fertig auszugestalten4 ,bei allen ,verwickelungen des ,details geht durch den ganzen ,zeugungsprocess ein ,athem staunenswerthester ,einfachheit1 ein ,zurckgehen auf die ursprnglichsten ,erscheinungen des organischen ,lebens4 ,in jenen beiden ,keimzellen1 der ,samen- und der ,eizelle1 wird der werdende ,organismus unter dem ,bilde der anfnglichen ,einzelzelle1 des ,urwesens1 von dem die ganze ,kette abstammt1 wieder angelegt1 und indem der wachsende ,embryo sich aus ihnen formt1 durchluft er noch einmal die wichtigsten ,stufen der ganzen ,ahnenreihe in traumhaft verschwommenem ,fluge4 ,noch einmal scheint die ,natur sich durchzutasten durch die unzhligen ,erinnerungen des organischen ,stammbaums1 ber dessen einstigen lebenden ,vertretern jetzt bereits der ,sedimentrschutt vieler ,jahrmillionen versteinernd lastet4 ,endlich wird der ,mensch4 ,aber auch in ihm mischen sich ,vater und ,mutter noch immer so seltsam1 dass man den doppelten ,ursprung ahnen kann1 selbst wenn wir vom ,zeugungsacte gar keine ,vorstellung htten1 die ,eizelle des ,weibes und die ,samenzelle des ,mannes nie im ,lichtfelde unseres ,mikroskops erschienen wren4 ,geheimnisse fr den gegenwrtigen ,stand der ,wissenschaft giebt es hier im ,einzelnen die ,menge1 ,metaphysik gar nicht4 ,der ,parallelismus des ,psychischen und ,molecularen wahrt seine gewhnliche ,rolle1 das ,geistige zeigt sich durchaus in stufenweisem ,aufbau1 je nach der ,entwicklungshhe des ,krperlichen1 und die menschlichen ,seelenregungen ussern sich folgerichtig erst mit ,vollendung des menschlichen ,gehirns4 ,wer geneigt ist1 den ,schauer des ,erhabenen besonders stark vor den ,momenten der hchsten ,vereinigung des ,universellen und ,geschichtlichen mit dem ,individuellen und ,vorbergehenden zu empfinden und dem ,idealen die wissenschaftlich allein zulssige ,bedeutung des ,allgemeinen1 ber das ,einzelne als hhere ,einheit ,hervorragenden zu geben1 der wird in den gesammten ,erscheinungen des ,zeugungsprocesses eine hohe1 vielleicht die allerhchste ideale ,erhebung des individuell ,menschlichen erblicken mssen und ihnen gegenber jene ,regung strker als irgendwo anders empfinden4 ,wir verdanken den ,begleitungsphnomenen des ,zeugungsgesetzes berhaupt1 wenn nicht sogar den ,sinn fr ,schnheit1 so doch das ,wichtigste1 was wir schn nennen3 die edeln ,formen des ,weibes in ihrer knstlerischen ,gegenstzlichkeit zum ,manne1 die ,farbenpracht der organischen ,natur1 deren ,blthen1 ,federn1 ,dfte in ihrer hchsten ,entfaltung smmtlich auf geschlechtlichen ,beziehungen beruhen1 die reichen ,gaben des ,gemthes1 die sich in der ,gatten- und ,elternliebe durch die hhere ,thierwelt ziehen1 um schliesslich in den verallgemeinernden ,regungen des menschlichen ,mitleids ihre hchsten ,triumphe zu feiern4 ,unsere grossen ,dichter haben sich dementsprechend auch niemals gescheut1 von den natrlichen ,acten der ,zeugung als etwas ,grossartigem und im eminenten ,sinne ,idealem unbefangen zu reden und den ,satz aufrecht zu erhalten1 dass wir es in ihnen keineswegs mit einem der ,sittlichkeit als ,sinnlichkeit feindselig gegenbergestellten ,principe1 sondern vielmehr mit der ,basis aller ,sittlichkeit zu thun haben4 ,ohne eine solche naturgemsse ,grundidee wre beispielsweise die ,gretchentragdie des ,faust1 in der gerade die ,tiefe und ,wahrheit der ,neigung bei dem ,weibe1 das geschlechtlich ,echte das vershnende ,element fr alle ,verletzung der ,sitte abgiebt1 vollkommen widersinnig4 ,hier wie in andern poetischen ,meisterwerken liegt der ,nachdruck auf dem ,satze3 die ,liebe muss auf enge geschlechtliche ,vereinigung als ihr natrliches ,ziel hinauslaufen1 wenn sie wahr sein soll -- und wenn ussere ,umstnde gerade diese ,wahrheit des ,gefhls zur ,tragdie gestalten1 so ist sie selbst dann noch immer grsser als eine ,unwahrheit im gleichen ,falle wre1 so gut wie ,wallenstein1 obwohl er tragisch endet1 grsser bleibt1 als ,einer1 der in seiner ,lage anders handelte2 der ganze ,begriff der ,tragdie rankt sich eben um die ,wahrheit auf4 ,diese ,anschauungen unserer grossen ,dichter1 die viel genannt1 aber weniger gelesen werden1 sind jedoch keineswegs die gleichen wie die einer ungeheuren ,masse kleiner ,dichter1 die weniger genannt1 aber vermge ihrer colossalen ,menge weit mehr gelesen werden4 ,die ,begriffe1 die unser ,publicum sich seit ,jahrhunderten von der ,bedeutung der geschlechtlichen ,dinge fr das unausgesetzt behandelte ,thema der ,liebe bildet1 sind unter dem ,einflusse dieser zweiten ,sorte von ,dichtern nach und nach ganz eigenthmliche geworden4 ,ich halte diesen ,punct fr lehrreich genug1 um ein deutliches ,beispiel fr jene eigenartige ,krankheitsgeschichte abzugeben1 die sich unter dem ,titel der sogenannten rein idealistischen ,richtung durch die erotische ,weltliteratur und wohl mit am rgsten durch unsere neuere erotische ,poesie zieht1 eine ,krankheitsgeschichte1 die sich freilich1 wie schon gesagt1 zumeist nur an der breiten ,masse der ,dichterwerke bemerkbar macht1 aber von hier aus schwere ,ansteckungsstoffe in's ,publicum verbreitet hat4 ,man wirft der modernen realistischen ,richtung die ,vorliebe fr pathologische ,probleme vor4 ,ich erlaube mir im ,nachfolgenden1 ein solches an einem ganzen ,kreise poetischer ,bestrebungen zu entwickeln1 auf die ,gefahr hin1 jenem ,vorwurfe zu verfallen4 ,ich schicke dabei voraus1 dass ich keineswegs der ,erste bin1 der darauf hin weist1 dass aber1 wie so viele ,flle1 die unmittelbar in's ,gebiet der ,wechselbeziehungen zwischen naturwissenschaftlichem ,denken und poetischem ,schaffen gehren1 auch dieser noch lange nicht eindringlich und oft genug ffentlich besprochen wird und darum in den ,prmissen einer realistischen ,aesthetik nicht fehlen darf4 ,nehmen wir einmal fr einen heitern ,moment an1 es gbe eine ,dichterschule1 die den khnen ,satz als poetisches ,programm aufstellte1 die physiologische ,function der ,nahrungsaufnahme im ,menschen gehre zu den hchsten und dankbarsten ,vorwrfen der ,poesie1 und thatschlich durch practische ,werke ersten ,ranges die ,haltbarkeit dieses ,programmes darthte4 ,man msste die ,grnde prfen1 die jenem ,unterfangen zu ,grunde lgen und1 wofern diese stichhaltig wren1 sich darein finden und der ,sache freuen4 ,jetzt aber kme eine ,spaltung innerhalb der neuen ,partei und es erhben sich beredte ,apostel1 die ,folgendes aufstellten4 ,das ,essen selbst sei etwas ,unschnes1 ,unappetitliches1 wohl gar ,unmoralisches1 drfe nur im ,geheimen gebt werden1 sei kein ,gegenstand der ,poesie4 ,ein poetisches ,element stecke bloss im ,hunger4 ,von unvergleichlichem dichterischen ,werthe sei jener eigenartige nervse ,zustand des ,gehirns bei leise dmmerndem ,hungergefhl1 jener ,wechsel von geistigem ,eifer und geistiger ,abspannung in seinen tausend feinen ,nuancen1 wie er dem ,mahle vorausgehe1 bis zu jenen ,anfllen von ,raserei1 von ,hallucinationen und von vlliger ,lethargie1 wie sie bei ,verhungernden in der ,wste sich zeigten1 oder dem ,ekel vor aller ,nahrungsaufnahme1 der ,blasirtheit im ,puncte des ,appetits1 wie sie durch sonstige ,strungen des ,nervensystems hervorgebracht wrden4 ,ich glaube1 man wrde1 selbst das ,ganze zugestanden1 diese ,sectirer der letztern ,sorte fr ,narren erklren4 ,ich bin weit entfernt1 diesen ,titel auf alle ,poeten anzuwenden1 die das ,liebesproblem nach derselben ,seite hin einseitig gefasst haben1 aber das ,gefhl eines vollkommenen ,parallelismus kann ich nicht opfern4 ,das natrliche ,ziel der ,liebesempfindung1 so hre ich von allen ,seiten1 soll man in der ,poesie verschleiern und beseitigen1 die ,empfindung selbst1 die voraufgeht1 verherrlichen4 ,ersteres soll etwas grob ,sinnliches sein1 letzteres etwas ,geistiges4 ,in der ,that1 auch der ,hunger ist scheinbar mehr ein nervsgeistiges ,phnomen als das ,zerkauen der ,nahrung zwischen den ,zhnen4 ,aber diese geistige ,disposition ist1 was beim ,hunger kein kleines ,kind je bezweifelt hat1 doch unmittelbares ,erzeugniss eines physiologischen ,vorganges4 ,ganz so die ,liebe4 ,es ist physiologisch sogar leichter1 die ,liebe aus dem ,geschlechtsbedrfniss1 als den ,hunger aus dem leeren ,magen abzuleiten4 ,erst von einem gewissen ,alter ab entwickeln sich beim ,menschen die mechanischen ,bedingungen des ,zeugungsactes2 ,hand in ,hand mit dieser ,entwickelung schreitet das allmhliche ,erwachen und ,functioniren des sexuellen ,hauptcentrums im ,gehirn vor1 dessen ,thtigkeit wir uns in der geistigen1 nervsen ,erscheinung des ,liebesgefhls bewusst werden4 ,jngling und ,mdchen beginnen sich als etwas ,gegenstzliches zu betrachten1 das doch eine ,vereinigung fordert1 der ,unterschied der ,formen erweckt unklare ,phantasiebilder1 die durch individuelle ,sympathieen meist sehr bald eine feste ,gestalt annehmen1 die ,gestalt eines subjectiven ,ideals1 mit dem vorkommenden ,falles die geschlechtliche ,vereinigung grssern ,reiz gewhren wrde1 als mit jedem zweiten ,wesen des andern ,geschlechtes4 ,gegen diese einfache1 dem ,thatschlichen ,rechnung tragende ,auffassung der ,liebe als ,anregung einer gewissen ,gehirnpartie in ,folge eines dem ,gesammtorganismus1 dem ,zellenstaate1 erwachsenen ,bedrfnisses erhebt sich aber jene andere ,meinung mit erneuter ,macht1 indem sie das ,wort die ,liebe ist etwas ,geistiges so gefasst haben will1 dass darin noch etwas ,besonderes stecken soll4 ,dieses ,besondere aber1 das meist nicht nher definirt1 dafr aber desto mehr gepriesen und dem ,gemeinen gegenber gesetzt wird1 stellt sich bei kritischer ,zerlegung sehr leicht als ein ,doppeltes heraus4 ,einmal ist es ein ,gttliches1 ein gttlicher ,funke1 der in der ,liebe zum ,ausdruck kommen soll1 also ein ,stck ,metaphysik -- das andere ,mal ein ,wahnsinn1 eine zerstrende ,macht1 also1 physiologisch gesprochen1 ein ,stck ,psychiatrie4 ,wer sich davon berzeugen will1 ob diese ,zerlegung des beliebten ,begriffes richtig ist1 der unterziehe sich der ,aufgabe1 aus einigen ,dutzend ,romanen und lyrischen ,gedichtsammlungen der ,alltagsmode die ,phrasen herauszuschreiben1 in denen der ,autor selbst oder seine ,haupthelden ihre ,liebesgefhle definiren4 ,stets wird er das ,entweder -- ,oder finden3 die ,liebe ist von ,gott -- die ,liebe ist ,wahnsinn4 ,nur hchst selten wird er auch einmal verschmt angedeutet finden1 dass die ,liebe auf natrlichen ,gesetzen und ,functionen basirt1 die ihre feste und geordnete ,stellung im ,zellenstaate des menschlichen ,organismus einnehmen4 ,am ,gttlichen in der ,liebe zweifeln1 ist fr diese ,poeten und ihre ,verehrer gleichbedeutend mit usserster ,roheit und ,gefhllosigkeit4 ,gleichwohl ist der realistische ,aesthetiker1 der auf naturwissenschaftlichem ,boden steht1 genthigt1 den ,ausdruck fr gnzlich werthlose ,phrase zu erklren4 ,wenn gttlich so viel heissen will1 wie in eminentem ,sinne gemahnend an unsere ,abhngigkeit von einer grossen ,entwicklungswelle1 an die ,unterordnung des ,subjectiven unter das ,allgemeine1 so kann man sich das ,wort gefallen lassen fr das eigentliche ,ziel der ,liebe1 fr die ganze ,annherung und ,vereinigung der ,geschlechter4 ,das angeblich ,roheste und ,gemeinste ist dann das hochgradig ,gttlichste und die ,verbindung von ,mann und ,weib in ihrer physiologischen ,thatschlichkeit der gttlichste1 d4 h4 der ,gottheit nchst stehende ,act1 den das individuelle ,menschenleben berhaupt umschliesst4 ,die gttliche ,mission des ,weibes besteht dann in seiner ,schnheit1 die den ,mann reizt -- die ,liebe1 mit der die ,gatten einander begegnen1 ist der hchste ,gottesdienst4 ,in solchem ,sinne mag das ,wort gelten4 ,aber diese ,auslegung luft dem gewhnlichen ,wortbegriffe schnurstracks entgegen4 ,andererseits die ,liebe schlechthin als ,wahnsinn zu bezeichnen1 ist physiologisch eine ,ungeheuerlichkeit4 ,das ,geschlechtscentrum im geistigen ,apparate des ,menschen kann erkranken1 das ist richtig4 ,die ,liebe kann eine ,verrcktheit werden1 sie kann vermge der ,trennung von functionirendem ,geschlechtsorgan und nervsem ,gehirncentrum eine ,geisteskrankheit werden1 deren ,wahngebilde jede ,fhlung mit den wahren ,zielen des natrlichen ,triebes verlieren1 so gut wie es psychiatrische ,flle giebt1 in denen der ,kranke jedes ,gefhl fr ,nahrungsaufnahme verliert und ohne ,hilfe bei normalem ,munde und ,magen verhungern wrde4 ,diese sexuellen ,geisteskrankheiten sind streng zu unterscheiden von den ,krankheiten der sexuellen ,functionsorgane4 ,sie treten zumeist als ,folgen bereits vorhandener anderer ,verbildungen des ,gehirns auf4 ,seit uralten ,zeiten sind sie eine ,begleiterscheinung bestimmter ,formen von religisem ,wahnsinn gewesen und lassen sich als solche durch die ,geschichte der orientalischen ,vlker wie der abendlndischen bis in's ,mittelalter und bis auf den heutigen ,tag verfolgen -- eine ,aufgabe1 der allerdings noch kein grosser ,historiker sich im rechten ,masse unterzogen hat4 ,sie treten ferner chronisch und wahrscheinlich sogar erblich bei ,nationen auf1 deren cerebrale ,centra durch ,ueberbildung und zwecklosen ,luxus geschwcht und verdorben sind2 dahin gehrt die gesammte historische ,entwickelung der ,pderastie1 bei deren ,beurtheilung brigens der moderne ,rechtsstandpunct so wenig durch die ,erkenntniss des ,krankhaften verrckt wird1 wie es durch die ,leugnung der ,willensfreiheit auf andern ,gebieten geschieht4 ,selbst die einfache ,einseitigkeit in der ,anstrengung gewisser ,gehirnpartieen beim vollkrftigen ,genie besitzt meistens einen irgendwie schdigenden ,einfluss auf die benachbarte sexuelle ,gegend des nervsen ,centralapparates1 so dass die geschlechtlichen ,neigungen sehr grosser ,mnner durchweg nicht als ,muster des ,normalen gelten knnen1 ussere sich dieses ,abweichen von der ,linie nun in widernatrlicher ,enthaltsamkeit oder unbndiger ,ausschweifung4 ,aus allen diesen ,einschrnkungen ergiebt sich nun aber doch noch lange nicht die ,krankhaftigkeit aller ,liebeserscheinungen4 ,die ,liebe soll ein ,zwang sein1 der auf dem freien ,bewusstsein lastet1 der die ,seele knechtet und zu ,gemeinem treibt4 ,da liegt der fundamentale ,irrthum4 ,um das freie ,bewusstsein1 die unabhngige gttliche ,seele zu retten1 erklrt man den einfachsten und logischsten ,naturtrieb fr eine unwrdige ,fessel1 die uns an's ,gemeine kettet4 ,hier1 wie bei dem andern ,falle liegen die ,wurzeln im ,metaphysischen1 sagen wir immerhin1 da wir von modernen ,dichtern sprechen3 im ,christlichen4 ,die knstliche ,seele1 die uns diese religisen ,anschauungen in den ,menschen hineingedacht haben1 empfindet schliesslich die ganze ,natur1 auch wo sie heiter und glcklich macht1 als ,zwang4 ,der ,zeugungsact verwandelt sich ihr1 obwohl von anderem ,standpuncte1 von anderer cerebraler ,verbildung aus1 als bei dem sexuell erkrankten ,don ,juan oder dem geschlechtlich complet wahnsinnigen alten ,griechen1 in ein leeres ,spiel1 eine ,dummheit1 von der wir uns frei machen mchten4 ,das fllt aber selbst bereits in's ,gebiet der sexuellen ,gehirnkrankheit4 ,der einfache ,schluss ergiebt sich3 jene ganze ,literatur1 die in guten oder schlechten ,versen1 reiner oder fehlerhafter ,prosa uns unablssig von dem ,dmon der ,liebe1 von der ,knechtung unter das ,joch ,amors seufzt und die reine1 heilige1 gttliche ,minne preist -- jene ganze ,literatur ist ,product einer mehr oder minder entwickelten sexuellen ,gehirnschwchung1 die tglich weiter um sich greift1 je mehr ,menschen mit empfnglichem1 fr die ,gewohnheitslinien des ,unterrichts geebnetem ,gehirn jene ,literatur lesen und wieder lesen4 ,ein schwererer ,vorwurf kann meines ,erachtens gegen eine ganze ,richtung der ,poesie nicht wohl erhoben werden4 ,die nothwendige practische ,folge ist1 dass eine ,scheidung entsteht zwischen der gewhnlichen1 normalen ,liebe1 der sogenannten hausbackenen1 und jenem metaphysisch verbildeten1 in lauter ,jammer und ,trumen dahinsiechenden ,zerrbilde der ,liebe1 das ,roman1 ,drama und ,lyrik allerorten predigen4 ,der gesunde ,spiessbrger1 der seine ,gehirncentra noch in erfreulicher ,ordnung beisammen hat1 unterscheidet schliesslich mit sicherm ,gefhl die ,liebe1 wie sie im ,leben vorkommt von der ,liebe in ,bchern und ,theaterstcken1 und der junge ,mann oder das junge ,mdchen1 die sich schon in unreifen ,jahren durch das bestndige ,hren und ,lesen in letztere zuerst hineinhimmeln1 sehen sich durchweg bei spterm1 reifem ,eintritt in das wirkliche ,leben genthigt1 jenes erste ,bild zwangsweise wieder aus dem ,gehirn herauszuschaffen -- ein ,process1 der in nur zu vielen ,fllen gar nicht mehr gelingt -- so wenig1 wie ein ,kind1 das man an ,morphium gewhnt hat1 spter noch normal einschlafen kann4 ,wer nicht blind ist1 muss einsehen1 dass wir hier dem vollkommenen ,bankerotte der erotischen ,poesie entgegensteuern1 denn was sich vom ,normalen derartig trennt1 muss ber kurz oder lang nothwendig gewaltsam unterdrckt werden4 ,anstatt aber ,hilfe zu schaffen1 wthet man vielmehr gegen jede ,sorte von ,schriftstellern1 die der ,liebe in ihren ,dichtungen wieder zu einem natrlichen ,boden verhelfen mchten4 ,es ist eine hchst traurige ,erscheinung1 wie dabei alles durcheinander geworfen wird4 ,mnner1 die mit ,bewusstsein daran gehen1 die ,kehrseite der echten ,liebe in den krankhaften ,entartungen zu schildern1 stellt man ganz unbefangen neben oder unter solche1 die selbst im ,banne sexueller ,gehirnaffectionen stehen und ihre ,bcher mit den unlogischen ,gebilden ihrer kranken ,phantasie fllen1 ohne ihre ,abirrung vom ,normalen selbst zu empfinden4 ,gewiss sind auch jene bewussten ,studien ber das ,abnorme mehr oder weniger eine unerfreuliche ,lectre und gewinnen hchstens durch den ,contrast1 den das ,logische und ,helle der wahren ,liebe selbst unausgesprochen gegen alle diese ,fratzen und ,verirrungen bildet4 ,aber welcher unendliche ,fortschritt liegt schon allein in dem ,bewusstsein1 wie es ,zola's ,nana oder ,daudet's ,sappho vertreten -- dem schneidig scharfen ,bewusstsein1 dass wir es hier mit kranken ,menschen zu thun haben1 mit krankhaften ,situationen1 krankhaften ,verwickelungen4 ,von der ,erkenntniss des ,falschen1 ,ungesunden zur ,erkenntniss des ,wahren und ,gesunden ist aber nur ein ,schritt4 ,jene ,schriftsteller1 die vor unsern ,augen sich so eifrig mit dem ,studium der entarteten ,liebe befassen1 bekunden bereits auf ,schritt und ,tritt eine weit tiefere ,einsicht in das ,gebiet des ,normalen1 wie hundert andere1 die nach ihrer und ihrer ,leser ,meinung niemals die ,linie des ,erhabenen auf erotischem ,gebiete verlassen haben4 ,eine zuknftige ,poesie1 die sich an die ,ersteren anlehnt1 ohne ihnen auf ihr ,specialgebiet zu folgen1 wird das ,grsste zu leisten im ,stande sein4 ,wir wollen brigens darin ,gerechtigkeit walten lassen1 dass wir unsern ,poeten1 die theils unbefangen1 theils mit kritischem ,bewusstsein immerfort das ,krankhafte in der ,liebe schildern1 nicht die ganze ,schuld daran aufbrden4 ,die ,poesie -- wenigstens die unbefangene -- hilft zwar das ,gift weiterverbreiten1 aber sie empfngt es auch unablssig aus dem ,leben zurck4 ,eine ungeheure ,masse falscher ,sentimentalitt1 knstlicher ,gefhle1 moralischer ,unnatur belastet unser ganzes modernes ,liebesleben4 ,freytag hat gelegentlich in seinem ,romane von der verlorenen ,handschrift ein anmuthiges ,bildchen vom deutschen ,mdchen entworfen1 wie es unsere ,bildung in unsern ,stdten heranbildet4 ,das ,bild ist anmuthig geblieben1 weil der ,kern in diesem einzelnen ,mdchen durch und durch gesunde ,erbschaft war und das ,sentimentale sich bloss in einer ,form darber ranken konnte1 die dem ,humor ,stoff bot1 aber ohne ernste ,folgen blieb4 ,leider ist dieses ,bild schon nicht mehr berall das ,typische4 ,eine widerwrtige ,sentimentalitt greift wie ein schleichendes ,gift allenthalben um sich und zeitigt ein ,geschlecht von ,menschenkindern1 in deren ,empfindungen so wenig waschechte ,natur steckt1 wie auf den ,wangen einer ,pariser ,ballschnheit4 ,es ist vor allen ,dingen ,mission der ,poesie1 die hier viel gesndigt und viel gelitten1 mit festem ,muthe sich mehr und mehr dem ,modegeschmacke entgegenzustellen4 ,sie kann es aber nur1 indem sie echt realistisch wird1 das heisst3 sich an die ,natur anlehnt4 ,der einfache ,realismus1 der den ,menschen die wahren ,kleider des ,lebens anzieht1 ist noch lange nicht ausreichend zum wirklichen ,zweck4 ,es gilt tiefer zu gehen und die ,welt wieder an den ,gedanken zu gewhnen1 den sie durch ,metaphysik1 ,sentimentalitt und ,katzenjammer so vielfach verloren3 dass die ,liebe weder etwas berirdisch ,gttliches1 noch etwas ,verrcktes und ,teuflisches1 dass sie weder ein ,traum1 noch eine ,gemeinheit sei1 sondern diejenige ,erscheinung des menschlichen ,geisteslebens darstelle1 die den ,menschen mit ,bewusstsein zu der folgenreichsten und tiefsten aller physischen ,functionen hinleitet1 zum ,zeugungsacte4 ,damit eine derartige ,rolle fr die ,poesie aber ermglicht werde1 ist es allererste ,bedingung fr den realistischen ,dichter1 sich ber die nheren ,puncte der physiologischen ,basis des ,liebesgefhls zu unterrichten4 ,nur eine strenge ,beobachtung der ,gesetze und ,erscheinungen des ,krperlichen in seinen verschiedenen ,phasen kann zu neuen ,zielen fhren4 ,das erfordert freilich auch an dieser ,stelle wieder harte ,arbeit fr den ,poeten4 ,das leichte ,fabuliren von den lustigen oder bsen ,abenteuern verliebter ,seelchen hrt dabei auf1 und der ,dichter wird nothgedrungen sogar hin und wieder ,pfade wandeln mssen1 wo die landlufige ,moral erschreckt zurckschaudert4 ,wer dazu nicht das ,zeug in sich fhlt1 der soll dem ,liebesproblem fern bleiben2 besser gar keine ,liebesgeschichten mehr1 als jene geflschten2 denn der ,dichter mag lgen1 wo er ,lust hat -- es ist alles harmlos gegen das ,lgen auf erotischem ,gebiete1 dessen ,folgen bei dem von ,natur gesetzten ,nachahmungs- und ,gewohnheitstriebe des menschlichen ,geistes unmittelbar in's practische ,leben hineingreifen4 ,ich nehme keinen ,anstand1 zu behaupten1 dass wir berhaupt eine erschpfende dichterische ,darstellung des ganzen normalen ,liebeslebens in ,weib und ,mann von seinen ersten ,keimen bis zur reifen ,mitte und wiederum abwrts bis zum langsamen ,versiegen im alternden ,organismus in der gesammten ,weltliteratur noch nicht besitzen4 ,zola hat in seinem geistvollen und tiefen ,romane ,la joie de vivre wenigstens gelegentlich einmal den ,versuch gemacht1 an einem gesunden weiblichen ,typus ein vollkommen plastisches ,bild zu entwickeln2 aber bei seiner ,neigung fr das ,pathologische1 die ihm nun einmal im ,blute steckt1 ist das ,ganze nach meisterhafter ,anlage schliesslich doch einseitig und ohne die natrliche ,vershnung ausgelaufen4 ,was ich fordere1 ist noch weitaus mehr4 ,ich fordere neben vollkommen scharfer ,beobachtung eine bestimmte ,tendenz4 ,man rede mir nicht davon1 die realistische ,dichtung msse sich ganz frei machen von jeder ,tendenz4 ,ihre ,tendenz ist die ,richtung auf das ,normale1 das ,natrliche1 das bewusst ,gesetzmssige4 ,die ,poesie hat mit wenigen1 allerdings sehr hoch stehenden ,ausnahmen bisher zu allen ,sorten abnormer ,liebe erzogen4 ,sie muss in ,zukunft versuchen1 dem ,leser gerade das ,normale als das im eminenten ,sinne ,ideale1 ,anzustrebende auszumalen4 ,nur dann giebt es noch einen ,aufschwung in der erotischen ,poesie4 ,der vermessene ,ausspruch muss mit ,macht widerlegt werden3 das ,gewhnliche1 jene ,liebe1 die der einfache ,spiessbrger auch erlebt1 wenn er gesund ist1 sei zu gering fr den edeln ,schwung der ,poesie4 ,das ist die schwerste ,unwahrheit1 die je ,geltung gewonnen hat in der ,literatur4 ,ihre ,folge ist gewesen1 dass wir hunderttausend ,bnde ber eine sentimentale1 nervs berspannte ,liebe und eben so viele ber eine unter alles ,natrliche herabgesunkene ,liebe besitzen -- eine ,literatur voller ,gttinnen und ,cocotten1 aber ohne ,normalmenschen4 ,unwillkrlich1 indem ich dieses schreibe1 schweift mein ,blick in entlegene ,tage hinber4 ,wunderbare ,gleichfrmigkeit der auf- und niedersteigenden ,wellen im ,laufe der ,culturgeschichte6 ,derselbe ,gedanke1 der uns heute zu so herbem ,urtheile ber eine grosse ,masse der vorhandenen ,poesie treibt1 den wir als neue ,frucht vom ewig fortgrnenden ,baume der ,erkenntniss zu pflcken glauben3 er lebte in ,cervantes schon1 als er ,don ,quixote's ,freunde die geistverderbenden ,ritterromane zum ,flammentode verdammen liess4 ,wann erstehen unserer ,zeit die treuen ,freunde1 die sie von ihren gefhrlichen ,lieblingen erlsen8 ,fnftes ,capitel4 ,das realistische ,ideal4 ,ist es mehr als ein ,wortspiel1 ein heiteres ,paradoxon1 was in den beiden ,worten der ,ueberschrift liegt8 ,kennt der ,realismus ein ,ideal8 ,giebt es etwas derart in all' den ,gigantomachieen des modernen realistischen ,romans1 diesen wilden ,bchern1 in denen der ,mensch hoffnungslos ringt mit zerstrenden ,gewalten1 mit den zermalmenden ,gespenstern der ,vergangenheit1 mit den rohen ,naturmchten einer blinden mechanischen ,weltordnung1 in diesem den ,lande1 das keine ,gtter mehr kennt1 keine ,freiheit des ,willens1 keine ,unsterblichkeit im alten ,sinne1 keine von allen ,banden der gemeinen ,natur erlste ,liebe8 ,es wre vielleicht angemessener gewesen1 diese ,frage zu allererst aufzuwerfen1 ehe wir uns der ,mhe unterzogen1 jene einzelnen ,puncte nher zu prfen4 ,ich habe gleichwohl den umgekehrten ,weg gewhlt4 ,anstatt das ,wort ,ideal unmittelbar mit seinem ,vollgewicht in die ,rechnung einzusetzen1 habe ich mich bemht1 den ,leser selbst mehr und mehr dem ,begriffe nahe zu bringen1 der nach meiner ,ansicht sich innerhalb des ,realismus allein noch mit jenem stolzen ,worte deckt4 ,wer mir genau gefolgt ist1 kann nicht mehr im ,zweifel darber sein4 ,wir haben gebrochen mit der ,metaphysik4 ,jenseits unseres ,erkennens liegt eine andere ,welt1 aber wir wissen nichts von ihr2 unser ,ideal1 so fern es eine lebendige ,macht sein soll1 muss irdisch1 muss ein ,theil von uns sein1 muss der ,welt angehren1 die wir bewohnen1 die in uns lebt und webt4 ,wir haben gebrochen mit den heitern ,kindertrumen von ,willensfreiheit1 von ,unsterblichkeit der ,seelen in den ,grenzen unseres ,denkens1 von einer gttlichen ,liebe1 die ein anderes1 als das natrliche ,dasein lebt4 ,unser ,weg geht aufwrts zwischen zerborstenen ,tempelsulen1 zwischen versiegenden ,quellen1 zwischen verdorrendem ,laub4 ,wir wissen jetzt1 dass unsere ,visionen1 unsere ,prophetenstimmen1 unsere leidenschaftlich schmachtenden und schwelgenden ,gefhle nichts besseres waren1 als ,krankheit1 ,delirien des ,fiebertraums1 dmmernde ,nacht des klaren ,geisteslichts4 ,nun denn3 wenn dem allem so ist1 das ,ideale geben wir damit doch nicht auf4 ,wenn es nicht mehr der ,abglanz des ,gttlichen sein darf1 so ist ihm darum nicht benommen1 die ,blthe des ,irdischen zu sein1 die tiefste1 reinste ,summe1 die der ,mensch ziehen kann aus allem1 was er sieht1 all' dem ,unermesslichen1 was sich in der ,natur1 in der ,geschichte1 in allem ,erkennbaren ihm darbietet4 ,wenn er den ,blick schweifen lsst ber diese ganze ,erde1 ber sein ganzes ,geistesreich1 so sieht er im ,grunde all' dieser wechselnden ,formen ein einziges grosses ,princip1 nach dem alles strebt1 alles ringt3 das gesicherte ,gleichmass1 die fest in beiden ,schaalen schwebende ,wage1 den ,zustand des ,normalen1 die ,gesundheit4 ,ganz vollkommen erfllt ist dieses ,princip allerdings nirgendwo4 ,aber es schwebt ber ,allem als das ewige ,ziel1 niemals ganz realisirt1 aber darum doch die unablssige ,hoffnung des ,realen4 ,es giebt nur einen ,namen fr dieses ,princip1 er lautet3 ,ideal4 ,vor diesem ,ideale schwindet jeder ,unterschied des ,bewussten und ,mechanischen in der ,natur4 ,der ,mensch1 indem er sich seiner bewusst wird im ,triebe nach ,glck1 ,frieden1 ,wohlsein1 harmonischem ,ausleben des ,zuerkannten1 theilt nur den innern ,wunsch1 der allem ,spiel molecularer ,krfte zu ,grunde liegt4 ,das letzte ,ziel des grandiosen ,daseinskampfes1 der zwischen den frei schwebenden ,himmelskrpern wie zwischen den ,elementen auf ,erden1 zwischen den einfachen chemischen ,stoffen wie zwischen den geheimnissvollen ,bildungen des organischen ,lebens tobt1 ist nichts anderes1 als der dauernde ,wohlstand von ,generationen1 die in ,einklang mit der ,umgebung gelangt sind4 ,in diesem ,sinne ist die ,natur selbst erfllt von einer tiefen1 zwangsweisen ,idealitt1 und wo ihre volle ,entfaltung zu ,tage tritt1 ussert sich diese in der hchsten ,annherung an das ideale ,princip des grsstmglichen ,glckes der ,gesammtheit1 an dem jedes ,individuum seinen ,antheil hat4 ,dunkel1 wie der ganze ,untergrund der grossen ,daseinswelle1 in der wir leben1 fr unsere ,erkenntniss bleibt1 ist die ideale ,richtung auf das ,harmonische1 nach allen ,seiten ,festgefgte1 in seiner ,existenz ,glckliche und ,normale berhaupt die einzige feste ,linie1 die wir durch das ganze ,weltsystem verfolgen knnen4 ,es ist die einzige treibende ,idee1 die aus dem ungeheuren ,wirrsal des ,geschehens einigermassen deutlich hervortritt1 von der wir sagen knnen3 sie verkrpert ein ,ziel1 einen ,endpunct4 ,die weiteren philosophischen ,trumereien1 ob man sich die ,welt denken solle als etwas ursprnglich ,gutes1 das schlecht geworden und nun im ,banne eines metaphysischen ,willens wieder zum ,anfnglichen zurckstrebe -- ob das absolute ,glck denkbar sei als absolute ,ruhe oder harmonische ,bewegung -- das alles geht mich hierbei herzlich wenig an4 ,ich wahre durchaus den ,standpunct des ,naturforschers4 ,wenn aber ein derartiges ideales ,princip sich von diesem aus fr die ganze sichtbare ,welt ergiebt1 so hat auch der realistische ,dichter ein ,recht1 sich seiner zu bemchtigen1 es als ,tendenz in seinen ,dichtungen erscheinen zu lassen4 ,tendenz zum ,harmonischen1 ,gesunden1 ,glcklichen3 -- -- -- was will man mehr von der ,kunst8 ,giebt es einen besseren ,boden fr die ,aesthetik1 um ihren menschlichen ,begriff des ,schnen darauf zu bauen8 ,es ist hier nicht meine ,aufgabe1 zu zeigen1 wie dieser ,begriff des ,schnen selbst sich im ,einzelnen aus dem ,begriffe des ,normalen1 ,gesunden entwickelt1 ich beschrnke mich auf die ,grundlagen4 ,es wird nicht ,wenigen so vorkommen1 als sinke die realistische ,dichtung durch ,anerkennung jener ,tendenz von ihrer hohen ,sonderstellung jh wieder herab zum ,gewhnlichen4 ,wenn die ,tendenz zum ,glcke wieder oben anstehen soll1 so hat ja auch der billigste ,liebesroman1 dessen einziges ,ziel ist1 dass sie sich bekommen1 das ,recht der ,existenz damit zurck erhalten4 ,in ,wahrheit will das nichts heissen4 ,der realistische ,dichter soll das ,leben schildern1 wie es ist4 ,im ,leben waltet die ,tendenz zum ,glck1 zur ,gesundheit als ,wunsch1 nicht als absolute ,erfllung4 ,das wird der ,dichter durchaus anerkennen mssen4 ,er wird sich stets fernhalten von dem ,unterfangen1 uns die ,welt als ein heiteres ,theater darzustellen1 wo alle ,conflicte zum ,guten auslaufen4 ,eine unerbittliche ,nothwendigkeit wird ihn zu den schrfsten ,consequenzen zwingen1 und wenn er1 was nicht zu vermeiden1 das ,ungesunde in sein ,experiment hineinzieht1 so ist er verpflichtet1 es in seinem ganzen ,umfange zur folgerichtigen ,entwicklung zu bringen4 ,seiner ,tendenz dient er dann eben bloss im ,negativen1 im ,contraste4 ,im ,allgemeinen kann ich auch hier nur wiederholen1 was bereits fter gesagt ist3 der ,realismus hat gar kein ,interesse daran1 allenthalben mit der ,prtention des durchaus ,neuen aufzutreten4 ,seine wesentlichste ,mission ist1 zu zeigen1 dass ,wissenschaft und ,poesie keine principiellen ,gegner zu sein brauchen4 ,das kann aber ebenso gut geschehen1 indem wir wissenschaftlichen ,factoren in der ,dichtung zu ihrem ,rechte verhelfen1 wie gelegentlichen ,falles auch1 indem wir einen ,zug zum ,idealen in der ,wissenschaft nachweisen4 ,nur allein das ,metaphysische muss uns fern bleiben4 ,das ,streben nach harmonischem ,ausgleich der ,krfte1 nach dauerndem ,glck ist in jeder ,faser etwas ,irdisches4 ,hier auf ,erden ringt der ,einzelne nach ,seligkeit1 hier auf ,erden pflanzen wir in heiterem ,bewusstsein ,keime zum ,segen der kommenden ,geschlechter4 ,die dunkle ,welt des ,metaphysischen sagt hier nichts1 hilft nichts1 hindert nichts2 sie kann1 wie ich das ausgefhrt habe1 einen trstenden ,gedanken abgeben beim ,tode2 an ,glck und ,unglck im ,leben ndert sie nichts4 ,jene ,schule des ,realismus1 die gegenwrtig so viel ,staub aufwirbelt1 hat uns mit beharrlichem ,bemhen in einer langen ,reihe von psychologischen ,gemlden mit dem traurigen ,bankerotte des menschlichen ,glcksgefhls in ,folge krankhafter ,verbildung bekannt zu machen gesucht4 ,ich erwarte eine neue ,literatur1 die uns mit derselben ,schrfe das ,gegenstck1 den ,sieg des ,glckes in ,folge wachsender1 durch ,generationen vererbter ,gesundheit1 in ,folge frdernder ,verknpfung des schwachen ,individuellen mit einem starken ,allgemeinen in ,vergangenheit und ,gegenwart vorfhren soll4 ,auch dafr giebt es ,stoff genug in der ,welt1 und zwar ist das gerade der ,stoff1 der in eminentem ,sinne das ,ideale in der natrlichen ,entwickelung darlegen wird4 ,das ,ideale1 von dem wir nach ,vernichtung so vieler ,illusionen noch zu reden wagen1 liegt nicht hinter uns wie das ,paradies der ,christen1 nicht nach unserer individuellen ,existenz in einer persnlichen ,fortdauer im ,sinne der ,jnger ,mohammeds1 nicht ganz ausserhalb des practischen ,lebens in den ,trumen des ,genies1 des ,poeten3 es liegt vor uns in der ,weise1 dass wir selbst unablssig danach streben und in diesem ,streben zugleich das ,wohl unserer ,nachkommen1 die ,erfllung derselben im ,ideale anbahnen helfen4 ,das soll uns die ,dichtung zeigen4 ,idealisiren muss fr sie nicht heissen1 die realen ,dinge versetzen mit einem ,phantasiestoffe1 einem narkotischen ,mittel1 das ,alles rosig macht1 aber in seinen schliesslichen ,folgen unabnderlich ein ,gift bleibt1 das den normalen ,krper zerstrt -- sondern es muss heissen1 den idealen ,faden1 den fortwirkenden ,hang zum ,glcke und zur ,gesundheit1 der an allem ,vorhandenen haftet1 durch eine gewisse geschickte ,behandlung deutlicher herausleuchten zu lassen1 ungefhr wie ein ,docent bei einem ,experimente sehr wohl die ,aufmerksamkeit der ,zuschauer auf eine bestimmte ,seite desselben lenken kann1 ohne darum den natrlichen ,lauf zu verflschen4 ,die oberste ,pflicht des ,dichters hierbei muss freilich allezeit ,entsagung sein4 ,wie schon betont3 das ,wollen1 das wir in der ,natur sehen1 ist selbst noch keine ,erfllung4 ,je gesunder der ,poet selbst ist1 desto eher wird er in die ,gefahr gerathen1 einerseits das ,ungesunde zu grell zu malen1 andererseits seine ,welt gewaltsam als ein ,reich der ,gesundheit ausmalen zu wollen4 ,das ,wirkliche muss hier als ewiger ,corrector die ,auswchse beseitigen4 ,fr den ,standpunct des natrlichen ,ideals in der allgemeinen ,werthschtzung ist es schliesslich immer noch besser1 man lsst es zu schwach durchschimmern im ,gange der geschilderten ,begebenheiten1 als man profanirt es in der ,weise des alten metaphysischen ,ideals durch knstliches ,auffrben4 ,eine realistische ,dichtung aber ganz ohne ,ideal -- -- -- das ist mir etwas ,unverstndliches4 ,im ,mrchen mag gelegentlich alles schwarz sein4 ,im ,leben giebt es dunkle ,sterne und dunkle ,menschenherzen4 ,aber um den finstern ,bruder1 mit dem ihn am ,himmel das ,gesetz der ,schwere verkettet1 kreist der helle ,sirius -- neben den kranken ,seelen wandeln gesunde4 ,wer die ,welt schildern will1 wie sie ist1 wird sich dem nicht verschliessen drfen4 ,sechstes ,capitel4 ,darwin in der ,poesie4 ,es giebt ein psychologisches ,gebiet1 das wie kein anderes geschaffen ist1 den ,blick des ,dichters1 der in die ,tiefen der menschlichen ,tragdie einzudringen sucht1 mit magischem ,banne zu fesseln4 ,es ist die ,erscheinung des bahnbrechenden ,genies1 des ,entdeckers1 ,erfinders1 ,reformators auf irgend einem ,boden1 den noch keiner bebaut hat4 ,wechselnde ,bilder ziehen bei dem einfachen ,worte durch den ,vorstellungskreis des ,gebildeten4 ,ein ,hauch des ,einsamen1 ,weltentrckten1 der menschenleeren ,wste streift seine ,stirn1 durch sein geistiges ,auge zittert der verlorene ,schein des ,lmpchens in der ,zelle des verlassenen ,grblers1 ein ,rauschen von ,wogen berhrt sein ,ohr1 ber denen schwere ,nebelmassen die ,fernsicht nach jungfrulichem ,inselboden fr den ,blick der ,welt verhllen4 ,christus1 der dem ,zwiegesprch der ,geister in der ,einde lauscht1 ,gutenberg1 der im stillen ,gemache seine ,lettern fgt1 ,columbus1 der die ,wellen eines neuen ,meeres an sein ,steuer branden lsst1 treten aus dem ,schatten der ,geschichte hervor4 ,aber aus dem ,strahlenkreise der ,vision steigt auch das blutige ,kreuz von ,golgatha1 klirrt die ,kette an den ,armen des hispanischen ,admirals1 tnt der ,seufzer des sterbenden ,buchdruckermeisters von ,mainz1 den sie um die ,frchte seiner ,arbeit betrogen4 ,der prfende ,geist ffnet sich der ,frage3 ,was fr ein ,phnomen der irdischen ,entwickelungslinie wandelt in diesen ,bildern der ,einsamkeit1 der ,grsse und des ,martyriums an uns vorber8 ,wieder1 wie bei den grossen ,problemen1 die ich frher gestreift1 steht die ,antwort in erster ,linie dem ,naturforscher zu4 ,um was es sich handelt1 das ist nichts ,wichtigeres und nichts ,geringeres1 als die ,bildung einer neuen ,art4 ,die ,zeit ist noch nicht allzu fern1 wo der ,naturforscher sich bei diesem ,begriffe nicht viel denken konnte4 ,heute ist das anders4 ,die gesammte ,formenwelt des ,organischen hat sich herausgestellt als eine mchtige1 in tausend und tausend ,adern zerspaltene ,entwickelungswelle1 in der das ,geschlecht des ,menschen nur einen einzigen ,ast bildet4 ,tief an der ,wurzel schon zertheilt in die ,doppellinie des ,pflanzlichen und des ,thierischen1 reicht diese ,welle aus uralten ,zeiten herauf bis zum heutigen ,tage4 ,hervorgegangen aus sehr einfachen ,urformen1 hat sich innerhalb des ,ganzen allmhlich eine ,flle verschiedener ,typen ausgebildet1 die theils nebeneinander fortbestanden1 theils ausstarben und ,neuem ,platz machten4 ,darwin hat zuerst in der allgemein bekannten einfachen ,weise gezeigt1 wie in ,folge der ussern1 rtlichen ,bedingungen1 in die das organische ,leben auf der ,erde bei fortschreitender ,vermehrung versetzt war1 die ,bildung der ,arten aus gleicher ,urform sich annhernd logisch erklren lsst4 ,ich kenne sehr wohl die ,schwierigkeiten1 die uns noch auf ,schritt und ,tritt hier begegnen4 ,aber sie sind gerade fr den ,punct1 auf den ich fr die ,betrachtung des menschlichen ,entdeckergenies hinaus will1 nebenschlicher ,natur4 ,fr gewhnlich giebt es ein organisches ,vererbungsgesetz1 welches vorschreibt1 dass die ,nachkommen eines bestimmten ,mitgliedes einer ,thier- oder ,pflanzenart durchaus den ,eltern gleichen1 also wiederum den ,arttypus rein darstellen mssen4 ,indessen1 dieses ,gesetz erleidet ,strungen1 die an sich zwar so geringfgiger ,natur sind1 wie die unablssigen kleinen ,strungen der ,planetenbahnen4 ,chemische und physikalische ,einflsse machen sich hier geltend1 die wir im ,detail noch nicht verfolgen knnen4 ,das ,resultat sind unablssige individuelle ,abneigungen der ,jungen von den ,eltern1 meist zu klein1 um als wahre pathologische ,abnormitten zu gelten1 aber doch stark genug1 eine gewisse ,rolle im ,leben des ,individuums zu spielen2 von einem ,wurf junger ,katzen knnen alle drei gesund sein1 wenn auch jede anders gefrbt ist1 und es muss schon eine sechs ,beine haben oder zeitlebens blind bleiben1 um pathologisch als ,abnormitt aufgefasst zu werden4 ,diese anscheinend zwecklosen ,varietten innerhalb des ,normalen werden aber von ,wichtigkeit1 wenn die ussern ,existenzbedingungen der ganzen ,art sich in ,folge klimatischer oder sonstiger ,umwlzungen verndern4 ,wenn ein ,land pltzlich kltere ,winter bekommt1 kann der sonst werthlose ,umstand1 dass eine ,katze vermge kleiner individueller ,abweichung doppelt so dichtes ,haar besitzt als die brigen1 von entscheidender ,wichtigkeit werden1 kann sogar bewirken1 dass sie allein mit denjenigen ihrer ,jungen1 die das starke ,kleid geerbt haben1 alle andern berdauert und ,stammmutter einer neuen ,spielart mit wolligerem ,pelze wird4 ,das ,ueberdauern der ,andern bezeichnet dabei ein ,schlagwort als3 ,sieg im ,kampfe um's ,dasein4 ,innerhalb des ,thierischen ist die als ,beispiel gewhlte ,katze ein ,genie4 ,es ist ihr etwas vererbt1 etwas in ihr gegeben1 das mit ,hilfe des zuflligen ,zusammentreffens der vorhandenen ,gabe und des ussern ,bedrfnisses zu einer ,erfindung1 einem ,fortschritte wird4 ,dieses ,genie wird1 schematisch gesprochen1 geboren als eine willkrliche1 ziellose ,linie1 die aber im ,leben pltzlich in's ,herz einer ,scheibe trifft und ihren ,entsender zum ,schtzenknige macht4 ,und die ,art1 wie dieses ,genie sich auf die ,nachkommen bertrgt1 wo es normale ,gabe aller wird1 ist die directe der krperlichen ,vererbung4 ,stellen wir jetzt daneben das menschliche ,genie4 ,zunchst handelt es sich hier um etwas weit ,feineres1 nmlich einen ,gehirnprocess4 ,ein ,mensch wird geboren1 dessen ,art zu denken1 ,vorstellungen zu verknpfen1 eine gewisse individuelle ,besonderheit aufweist1 die1 ohne pathologisch zu werden1 doch innerhalb des ,spielraums des ,normalen ihre ,eigenart wahrt4 ,die ,linie1 von der ich eben sprach1 ist damit gegeben1 aber sie ist noch vllig ziellos4 ,tausend ,genies bleiben einfach unter der ,masse verborgen1 weil ihre ,linie nie das ,centrum einer ,scheibe trifft4 ,dieses ,treffen hngt von bestimmten ,mglichkeiten ab4 ,es muss irgendwo in der ,nhe eine ,zielscheibe stehen1 ein ,stoff sich finden1 an dem das ,genie sich bewhren kann4 ,solche ,stoffe liegen zu gewissen ,zeiten in der ,luft4 ,man denke an die ,entdeckungen1 die von drei oder vier ,menschen fast zu gleicher ,zeit gemacht wurden4 ,man denke daran1 was ,luther oder ,copernicus oder ,columbus bereits vorfanden4 ,wir nehmen an1 das ,genie ist geboren1 der ,stoff1 an dem es sich bewhren kann1 ist auch gegeben4 ,der betreffende ,mensch besitzt jetzt etwas1 eine ,idee1 ein geistiges ,plus1 das ihn von allen seinen ,mitmenschen zugleich scheidet und frdernd heraushebt4 ,so weit ist der ,process gnzlich dem oben skizzirten bei der ,neubildung einer zoologischen oder botanischen ,spielart analog4 ,durchaus anders aber gestaltet sich der weitere ,verlauf im ,kampfe um's ,dasein4 ,das doppelte ,wollhaar des ,raubthiers war etwas vom ,individuellen ,untrennbares4 ,es haftete an der ,person1 es schtzte diese ,person im ,kampfe um's ,dasein1 und es bertrug sich von ihr zu neuen ,personen auf dem ,wege physischer ,vererbung im ,zeugungsprocess4 ,anders bei der menschlichen ,idee1 die das ,genie durch ,zusammenstoss mit einem ussern ,zndstoffe entfesselt4 ,in den allermeisten ,fllen emancipirt diese sich sehr schnell vom ,individuellen1 dem eine krperliche ,uebertragung durch ,vererbung doch nicht gegeben ist1 dessen einzelne ,person also weiterhin nebenschlich ist4 ,die ,idee bertrgt sich von ,gehirn zu ,gehirn1 kmpft vermge ihrer bessern ,kraft sich durch im ,kampfe um's ,dasein mit andern ,ideen und befestigt sich schliesslich als eiserner ,bestand im ,denkapparate der ganzen ,culturmenschheit4 ,in dieser ,loslsung der ,idee von ihrem ,urheber liegt das tragische ,schicksal des ,genies als ,person2 die ,idee1 indem sie als ,macht im ,kampfe um's ,dasein auftritt1 kmpft fr sich1 nicht fr ihren ,urheber4 ,die ,tragik ist bitter1 darber kann kein ,zweifel bestehen4 ,man fhlt sich manchmal berufen1 die ,natur grausam zu nennen wegen der groben ,mittel1 die sie im ,daseinskampfe zur ,schpfung einer neuen ,thier- oder ,pflanzenart anwendet2 die ,wiege des ,fortschritts1 des ,neuen im ,geistesleben der ,menschheit ist in dem ,sinne das rgste ,procrustesbett1 das berhaupt denkbar ist2 das ,individuum gilt hier gar nichts mehr4 ,aber eine vernnftige ,lebensphilosophie muss sich in diese ,thatsachen zu finden wissen4 ,jene ,idee1 die unter dem ,nebel all' des mystischen ,beiwerks doch immer die ,herzen der ,menschen am meisten im ,christenthum angesprochen hat3 die stille ,resignation1 dass der ,einzelne am ,kreuze sterben msse1 damit sein ,werk ein beglckendes ,evangelium fr viele ,tausende werde -- sie wird bleiben1 auch wenn kein ,wort mehr von aller christlichen ,metaphysik ,glubige finden sollte -- weil sie eine tiefe ,wahrheit enthlt4 ,nicht der ,mensch siegt im ,kampfe um's ,dasein1 sondern die ,idee3 so lautet derselbe ,satz in wissenschaftlicher ,form4 ,er enthlt zugleich eine ,formel fr die ,thatsache und einen ,trost4 ,denn schliesslich1 wenn der ,mensch auch nicht1 wie das bevorzugte ,thier in jenem ,beispiele von dem doppelten ,wollpelze1 am eigenen ,leibe die ,segnungen dessen fhlt1 was sein ,gehirn in dunkler ,mission ausgestreut1 so sieht er doch als bewusstes ,wesen die ,siegesbahn seiner ,idee auch noch in ihrer ,trennung von seinem ,selbst und empfindet ihren ,glanz als vershnende ,wrme4 ,ich habe das erfinderische ,genie mit ,absicht aus der reichen ,flle der ,erscheinungen im menschlichen ,dasein herausgegriffen1 die man im engern ,sinne als darwinistische ,probleme auffassen kann4 ,ich denke1 dass schon dieses eine ,beispiel gengt1 um zu zeigen1 wie sehr man sich hier vor willkrlicher ,uebertragung einfacher biologischer ,gesetze auf die complicirten ,phnomene des menschlichen ,geisteslebens hten muss4 ,die ,anlage1 die ,zielscheibe1 der ,kampf um's ,dasein3 alles spielt auch hier seine ,rolle4 ,aber der ,verlauf ist gerade in wesentlichen ,puncten ein anderer4 ,unendlicher ,stoff fr den ,dichter liegt allerdings auf diesen ,gebieten4 ,sowohl das ,aufstreben des ,neuen wie das ,absterben des ,veralteten1 die geheimnissvollen ,processe1 wie das ,gesunde verdrngt wird durch ein ,gesunderes1 wie es zum ,ungesunden herabsinkt durch haltlose ,opposition gegen das bessere ,neue1 ohne selbst das alles begreifen zu knnen -- sie sind seit alten ,tagen die ,domne der ,poesie1 ohne dass man sich in der rechten ,weise ber die eigentlichen ,gesetze1 die darin walten1 und ihre ,beziehungen zu den ,darwin'schen ,gedanken hat klar werden wollen4 ,man kann wohl verlangen1 dass ein realistischer ,dichter nach ,darwin kein ,bedenken mehr trgt1 die ,dinge beim rechten ,namen zu nennen4 ,aber es gehrt dazu in erster ,linie ein ernstes ,studium4 ,allgemeine ,schlagwrter beweisen nichts4 ,man mache sich daran und entwickele uns zunchst1 was noch nicht ordentlich versucht worden ist1 die darwinistischen ,linien in der ,geschichte2 man prfe die ,werke ausgezeichneter ,beobachter wie ,shakespeare im ,einzelnen auf das ganze ,princip4 ,dann wird man dahin kommen1 ,stze aufstellen zu knnen1 die den ,schlagwrtern einen lebendigen ,zusammenhang mit der ganzen ,wissenschaft geben4 ,zahllose ,puncte sind dabei im ,auge zu behalten4 ,die einfache ,zuchtwahl durch persnliches ,emporkmpfen und dadurch ermglichte ,grndung einer ,familie1 die mit jener ,ideenneuerung im ,genie nichts zu schaffen hat1 bei der neben den geistigen vor allen auch die krperlichen ,fhigkeiten1 ,arbeitskraft1 weibliche wie mnnliche ,schnheit und anderes1 mitspielen1 ist beim ,menschen natrlich nicht erloschen und wahrt ihre alte ,rolle4 ,das ganze sociale ,leben mit all' seinen ,klippen und ,irrthmern1 seinen ,triumphen und ,fortschritten fordert die ,beleuchtung vom ,darwin'schen ,gesichtspuncte aus4 ,aber was schon im eng beschrnkten ,thier- und ,pflanzenleben seine ernsten ,schwierigkeiten bietet1 wird hier vollends zu einem fast unentwirrbaren ,gewebe4 ,krperliche ,gesundheit als ,vortheil im ,daseinskampfe findet ihr ,aequivalent in ,geldmitteln1 die ,kraft der ,sehnen wird gleichwerthig ersetzt durch die bessere ,molecularconstruction des ,gehirns1 die unerbittliche ,strenge des ,gesetzes vom ,recht der ,strkern sieht sich seltsam durchkreuzt von einem bereits gewaltig angesammelten ,fond humaner ,anschauungen1 die wieder von einer das ,gesetz berbietenden ,brutalitt auf der andern ,seite paralysirt werden4 ,der ,dichter1 der sich mit ,muth der ,aufgabe unterzieht1 in jeder einzelnen ,thatsache hierbei ein ,glied grosser ,ketten nachzuweisen1 sieht sich allerdings auch darin belohnt1 dass er jede1 auch die geringfgigste ,erscheinung1 so fern sie nur echt dem ,leben entspricht1 zum ,gegenstande hchst interessanter ,darstellungen machen kann4 ,im ,lichte grosser1 allgemeiner ,gesetze kann die an und fr sich nicht sehr poetische ,chronik eines ,krmerviertels1 das ein grosses ,magazin im modernsten ,stile nach und nach vollkommen todt macht1 von hchster dramatischer ,wirkung werden1 ein ,motiv1 das ,zola in einem seiner besten ,romane bereits mit ,geschick durchgefhrt hat4 ,die kleinen ,thatsachen in dieses ,licht des ,allgemeinen1 ,gesetzlichen1 hheren ,zielen ,zustrebenden heraufrcken3 das ist ja eben die idealisirende ,macht1 die der ,dichter hat4 ,das werthlose ,geznk ber ,werth und ,grenzen der ,detailmalerei kann hier keine ,geltung beanspruchen4 ,gerade das ,studium der biologischen ,phnomene der ,artumwandlung1 wie es ,darwin angebahnt1 fhrt von selbst darauf1 dass wir uns gewhnen1 den kleinsten ,ursachen1 den winzigsten ,fortschritten und ,strungen unter ,umstnden die allergrsste ,wichtigkeit beizulegen4 ,der ,dichter1 der nur ,einiges von ,darwin gelesen1 wird mit ganz anderer ,werthschtzung an die ,dinge des tglichen ,lebens herangehen und sich sagen1 dass nicht das ,ungeheuere1 ,welterschtternde allein die geistige ,durchdringung durch die dichterische ,anschauung ermgliche1 sondern auch das ,kleine -- wofern nur der ,poet den nthigen hellen ,kopf mitbringt4 ,denn hohe ,ideen aus der ,sonne zu lesen ist unverhltnissmssig viel leichter1 als aus einem ,sandkorn4 ,eine andere ,bereicherung als ,frucht darwinistischer ,studien erblicke ich in dem verschrften ,verstndniss des ,dichters fr die lngere ,zeitdauer1 die jeder ,entwickelungsprocess auch im ,menschenleben in ,anspruch nimmt4 ,wie die ,welt nicht in sieben ,tagen geschaffen ist1 so schafft sich auch keine psychologische ,thatsache von heute auf morgen4 ,unsere ,bcher sind zwar voll von einer ,liebe1 einem ,hass1 die sich einer geschleuderten ,dynamitbombe gleich ohne alle ,prmissen entladen2 der naturwissenschaftlich gebildete ,dichter wird hier sceptischer zu ,werke gehen4 ,unsere lteren grossen ,meister -- ,shakespeare1 der ,zeitgenosse ,bakons1 und ,gthe1 der unmittelbare ,vorgnger ,darwin's -- bleiben dabei nach wie vor unsere ,fhrer und ,lehrer4 ,gerade auf dem darwinistischen ,gebiete scheint mir der allgemeine ,werth der ,methode die ,hauptsache1 die den ,dichter frdern muss -- viel mehr noch als das nhere ,eingehen auf ,fragen der ,zuchtwahl4 ,ich will1 um noch einen dritten dahin gehrigen ,punct herauszugreifen1 auch ,gewicht legen auf die ,rolle des oft verkannten ,wortes ,zufall in der ,dichtung4 ,was ist naturwissenschaftlich gesprochen -- ,zufall8 ,nicht ,wenige1 die sich im ,allgemeinen an das ,causalprincip gewhnt haben1 wie es die logische ,wissenschaft lehrt1 meinen in ,folge dessen jeden ,zufall1 der als ,factor in einer ,dichtung auftritt1 schlechtweg als unerlaubten deus ex machina verwerfen zu mssen4 ,im letzten ,grunde der ,erscheinungen hngt ja ,alles zusammen1 das ist richtig4 ,trotzdem bietet die ,welt von einem ,standpuncte wie unserm menschlichen1 der gewissermassen sehr weit ab in der grossen ,kette liegt1 das schematische ,bild einer unendlichen ,menge in sich geschlossener ,linien dar1 innerhalb deren alles causal verknpft ist und ohne fremde ,beihilfe weiterluft4 ,jede ,kreuzung zweier dieser ,linien erscheint vom ,standpuncte der beiden einzelnen wie ein in keinem ihrer eigenen ,richtungsgesetze begrndeter grober ,stoss von aussen4 ,diesen jedesmaligen ,kreuzungsstoss nennen wir ,zufall4 ,vom hypothetischen ,standpuncte einer ,kenntniss smmtlicher anfnglicher ,richtungsverhltnisse aller causalen ,sonderlinien zueinander1 also einer mathematisch exacten ,vorstellung von der anfnglichen ,atomlagerung der irdischen ,welt aus hrten die ,empfindungen dieses unerwarteten ,stosses und damit der ,zufall als ,sonderbegriff auf zu existiren4 ,der menschliche ,standpunct den ,dingen gegenber ist hiervon noch sehr weit entfernt4 ,wenn ich in einer ,weltstadt von zwei ,millionen ,einwohnern an einem ,tage mit meiner individuellen ,linie ohne jede bewusste ,abneigung zu einer zweiten hin vier ,mal auf diese zweite treffe1 also einem und demselben ,bekannten vier ,mal an vier verschiedenen ,orten1 die wir beide ohne ,kenntniss von der ,anwesenheit des andern aufsuchten1 begegne1 so bleibt mir das1 aller atomistischen ,nothwendigkeit unbeschadet1 persnlich ein vierfacher ,zufall4 ,oder im oben gewhlten ,beispiele von der neu entstehenden ,raubthierart3 wenn dort die in sich geschlossene ,causalittsreihe innerhalb des doppelt behaarten ,individuums mit der absolut unabhngigen klimatischen ,causalittsreihe1 die den strengeren ,winter bewirkt1 zusammenstsst1 so ist dieser ,zusammenstoss ,zufall4 ,das ,weitere nicht mehr2 denn die ,erhaltung jenes ,individuums und die folgende ,ausbildung einer neuen ,rasse sind von da ab logische ,consequenzen des ,zufalls1 der als solcher den ,ausgangspunct einer neuen1 selbststndigen ,causalittslinie bildet4 ,vom ,dichter verlangen1 dass er diesen ,erscheinungen gegenber seinen menschlichen ,betrachtungsstandpunct aufgeben und uns nur noch berall geschlossene ,linien vorfhren sollte1 hiesse denn doch gerade die ,wirklichkeit in seinen ,bildern antasten4 ,wir wissen physikalisch sehr gut1 dass unsere ,auffassung beispielsweise von der ,farbe der ,gegenstnde eine illusorische ist1 indem wir die ,farbe an den ,dingen haftend glauben1 whrend sie in unserm ,auge liegt2 soll etwa deswegen der ,dichter nicht mehr von rothen ,rosen oder blauem ,himmel sprechen8 ,ja1 man kann geradezu sagen1 dass eine schrfere ,beachtung des ,zufalls in seiner thatschlichen ,erscheinung den ,dichter eher darauf fhren wird1 ihm eine mehr1 als eine weniger wichtige ,rolle zuzuertheilen4 ,man fhre -- was fachwissenschaftlich bei ,gelegenheit angeblicher mystischer ,phnomene1 zweitem ,gesicht1 ,prophezeiungen und ,aehnlichem fast zur ,pflicht wird -- nur eine kurze ,zeit seines ,lebens einmal ,buch ber die ,zuflle1 denen man begegnet1 vor allem die mehrfachen in derselben ,sache4 ,man wird selbst staunen1 welche ,resultate man erhlt1 wie merkwrdig unwahrscheinlich das alltglichste ,leben im ,grunde genommen ist6 ,hier und da1 an einer ,spielbank zum ,beispiel1 sind die tollsten ,beobachtungen dieser ,art in einem einzigen ,tage zusammen zu bringen4 ,in diesem ,puncte aber ist das ganze ,leben ein ununterbrochenes blindes ,glcksspiel4 ,der ,begriff der ,wahrscheinlichkeit -- und hier liegt der ,knoten -- der ,begriff1 den wir in jedem prfenden ,augenblicke hineinschmuggeln1 ist eben in ,wahrheit nichts ,reales4 ,fr unsern ,standpunct ist es1 wenn wir einen ,wrfel fallen lassen1 selbst wenn er fnf leere ,seiten hat1 positiv nicht wahrscheinlicher1 dass eine der leeren1 als dass die einzige bezeichnete ,seite nach oben zu liegen kommt4 ,jede ,wahrscheinlichkeit hrt der freien ,macht des ,zufalls in der ,welt gegenber auf1 gerade weil der ,zufall im letzten ,ende auch ein ,nothwendiges1 uns aber vllig ,verhlltes einschliesst4 ,ich weiss recht wohl1 dass sich das ganze ,innere des logisch denkenden ,kritikers auflehnt1 wenn ein ,poet uns eine ,liebesgeschichte erzhlt1 die auf fnf oder sechs groben ,zufllen1 wie ungewolltes ,begegnen1 aufgebaut ist4 ,und doch spreche ich es rund als meine ,ueberzeugung aus1 dass man ,bnde fllen knnte mit der einfachen ,aufzhlung der grossen und kleinen ,zuflle1 die bei einer nicht annhernd gleich verwickelten ,geschichte im wahren ,leben bei peinlicher ,beobachtung sich ergeben wrden1 denn mit jedem ,schritt1 den wir thun1 kreuzen wir fremde ungeahnte ,causalittsreihen1 die in ,folge der neuen ,reihe1 die aus dem ,contact hervorgeht1 eine ,macht innerhalb unserer eigenen ,linie werden4 ,ein ganzes ,menschenleben bis in dieses feine ,gewebe seines ,schicksals hinein zu zergliedern3 das wre ein ,kunstwerk1 wie wir es noch nicht einmal ahnen4 ,in ,wahrheit giebt es wenige ,puncte1 die dem ,beobachter so schmerzlich nahe legen1 wie weit unsere ,kunst in all' ihrer ,erfassung des ,menschlichen noch hinter der ,wirklichkeit zurcksteht4 ,das ,wort des alten ,malers bei ,zola muss uns trsten3 ,arbeiten wir6 ,arbeit steckt auch in all' diesen darwinistischen ,problemen1 ,arbeit nicht bloss fr den ,naturforscher1 sondern auch fr den ,dichter4 ,sagen wir uns unablssig1 dass die ,arbeit1 das harte1 mit dem ,leben ringende ,knstlerstreben1 unser wahres ,erbe von den grossen ,geistern der ,vergangenheit her ist1 nicht das unklare ,trumen4 ,genialitt wird geboren2 aber das ,ausleben der ,genialitt ist unablssige ,durchdringung des ,stoffes1 ist ewiges ,studium2 wenn sie das nicht ist1 so ist sie eine ,krankheit1 fr die der schonungslose ,kampf um's ,dasein die ideale ,nemesis wird1 indem er sie ausrottet4 ,siebentes ,capitel4 ,eine ,schlussbetrachtung4 ,in dem ,augenblicke1 wo ich diese ,studie abschliesse1 hat die realistische ,bewegung bei uns in ,deutschland eine ,form angenommen1 die es mehr und mehr wnschenswerth erscheinen lsst1 das ,wort zu friedlicher ,verstndigung zu ergreifen4 ,whrend in ,russland und ,frankreich muthige ,werkmeister sich in harter ,arbeit um die neuen ,stoffe der ,dichtung mhen und1 bald mit falschen1 bald mit treffenden ,schlgen1 doch unablssig das ,rohmaterial gefgig machen und das ,instrument ben1 vernimmt man bei uns viel ,lrm und sieht wenig ,frchte4 ,man ist allerdings bisweilen geneigt1 das laute ,geschrei bloss fr das harmlose ,jauchzen von ,schulknaben zu halten1 die einen freien ,tag haben1 weil ihre ,lehrer zu stiller1 ernster ,conferenz ber die wichtigsten ,fragen des ,unterrichts zusammengetreten sind4 ,werden wir erleben1 dass auch die ,stimme der ,meister einmal laut wird und uns in anderer ,weise1 als das ,gezwitscher der ,jungen es vermochte1 von der ,bedeutung der ,stunde ,rechenschaft ablegt8 ,wir haben es schon oft gesehen1 dass der ,deutsche zuletzt kam1 dann aber dem ,ganzen die ,krone aufsetzte1 indem er ihm aus der ,tiefe seiner geistigen ,entwickelung heraus ,dinge verlieh1 die keine andere ,nation je besessen4 ,ich bin auf diesen ,blttern wiederholt gezwungen gewesen1 den ,namen ,zola zu nennen1 und ich kann es als meine ruhige ,ueberzeugung auch hier noch einmal aussprechen1 dass mir ,zola in vielen ,puncten sehr hoch steht1 sowohl in seinem ,knnen1 wie in der ,ehrlichkeit seines ,wollens4 ,aber ich mchte diese fragmentarische ,behandlung des realistischen ,problems nicht schliessen1 ohne vorher noch mit ein paar ,worten auch dem deutschen ,antheil an der ,entstehung jener ganzen ,richtung -- wie immer unsere ,besten im ,augenblick sich zu ihr stellen mgen -- gerecht geworden zu sein4 ,wenn die ,literaturgeschichte dereinst mit dem ,werkzeuge einer geluterten darwinistischen ,methode die ,wurzeln dessen aufdecken wird1 was wir jetzt ,realismus in der ,poesie nennen1 so wird der ,hass der gereizten ,parteien sich vershnen mssen in der ,erkenntniss ihres gemeinsamen ,ursprungs4 ,einseitige ,beurtheiler schmhen heute in ,zola das ,stck ,victor ,hugo1 das unbezweifelbar in ihm steckt2 die einsichtigere ,zukunft wird sich mit ,ruhe sagen drfen1 dass es sich hier einfach um eine ,entwickelung handelt1 dass der ,zola'sche ,realismus sich folgerichtig als zweite ,stufe des bessern ,theils in ,victor ,hugo aus dem ,hugo'schen ,idealismus ergeben musste4 ,nicht anders ergeht es uns in ,deutschland4 ,indem wir scheinbar neue ,wege wandeln werden1 werden wir unbewusst doch nur das bessere ,theil unserer grossen literarischen ,vergangenheit ausbauen4 ,welch' himmelweite ,kluft trennt scheinbar eine deutsche ,dichtung1 die sich in dem von mir im ,vorstehenden ausgefhrten ,sinne mit den ,principien der ,naturwissenschaft in ,einklang setzt1 von einem ,freytag'schen ,romane6 ,und doch ist das alles nur scheinbar4 ,als ,freytag den tiefen ,ausspruch ,julian ,schmidt's zum ,motto machte3 ,die ,dichtung soll das ,volk bei der ,arbeit aufsuchen1 war er nach den ,trumen der ,romantik im ,grunde der ,begrnder des ,realismus4 ,anderes hat dann1 sollte man glauben1 die ,linie abgelenkt1 die ,richtung auf das ,historische hat den ,roman wieder auf ein neues ,gebiet gedrngt4 ,in schrferer ,beleuchtung erscheint auch das als ein realistisches ,symptom4 ,man wollte die ,ahnen in der ,dichtung sehen1 um die ,enkel in ihrer ,arbeit zu begreifen4 ,leichter ,sinn sieht in diesen krausen ,gngen1 die das ,princip gewandelt1 eine ,modekrankheit4 ,das heisst nichts4 ,krankhaft war allerdings und ist hier mancher ,detailzug geblieben1 wie ich das in dem ,capitel ber die ,liebe vielleicht schroff1 aber als volle ,ueberzeugung ausgesprochen4 ,doch selbst dieser ,tadel trifft kaum die ,bessern1 fast nur die ,kleinen4 ,die historische ,dichtung als ,ganzes war eine berechtigte ,pionierarbeit -- grsser und glnzender als sie1 folgt ihr freilich jetzt die ,aufgabe1 das ,geschichtliche nicht darzustellen in knstlich belebten ,bildern des ,vergangenen1 sondern in seiner lebendigen ,bethtigung mitten unter uns1 in seinen fortschwirrenden ,fden1 in seiner ,macht ber die ,gegenwart4 ,von diesem freien ,standpuncte aus verliert der ,kampf um den ,realismus seine ,bitterkeit4 ,die grosse ,literatur1 auf die wir stolz sind1 erscheint wieder als ,ganzes1 wo jeder ,bedeutende sein ,recht erhlt4 ,und am ,ende1 wenn auch bei uns in ,deutschland der ,realismus im neuen ,sinne einmal seine grossen ,vertreter gefunden hat1 wird als ,summe sich ergeben1 dass wir1 die wir auf einer stofflich reicheren und tieferen ,literatur fussen1 als die ,nachbarlnder1 auch nun in jenem ,gebiete fester und sicherer uns ergehen werden1 als die ,franzosen und ,englnder oder die ,russen und ,skandinavier4 ,gerade den ,jngeren1 die jetzt so viel ,lrm schlagen1 kann nicht genug an's ,herz gelegt werden1 dass ,realisten sein nicht heissen darf1 die ,fhlung mit den grossen ,traditionen unserer ,literatur verlieren4 ,studirt ,zola1 achtet ihn1 helft die ,kurzsichtigen im ,publicum aufklren1 die keinen ,dichter vertragen knnen1 der im ,dienste einer ,idee selbst das ,extreme nicht scheut2 aber gebt euch nicht blind fr ,schler ,zola's aus1 als wenn in ,paris ein ,messias erstanden sei1 der alle alten und neuen ,testamente auflsen sollte4 ,studirt1 was ,zola sich zu thun ehrlich bemht hat1 ,naturwissenschaften1 beobachtet1 wendet ,gesetze auf das menschliche ,leben an1 das ist alles schwere ,arbeit1 aber es bringt uns vorwrts4 ,und vor allem3 vergesst nicht1 dass ihr der deutschen ,literatur angehrt1 dass hinter euch ,gthe und ,schiller stehen und dass ihr ein ,recht habt1 euch als deren ,enkel selbststndig neben den ,schler ,balzac's und ,nachfolger ,victor ,hugo's zu stellen1 was die ,vergangenheit und den ,bildungsgrad eures ,volkes anbetrifft4 ,die ,wissenschaft ist internationales ,gut1 ,jeder kann sie sich aneignen1 der sich der ,mhe unterzieht4 ,aber bildet euch nicht ein1 das leere ,poltern und ,schreien hlfe irgend etwas4 ,ihr habt jetzt nach ,krften auf den historischen ,roman gescholten1 obwohl darin doch wenigstens ordentliche ,arbeit1 ordentliches ,studium steckte4 ,ich will glauben1 dass das ,schelten begrndet war1 wenn ihr zeigt1 dass ihr mehr knnt1 dass ihr das unendlich viel erhabenere ,problem zu lsen wisst1 wie die ,fden der ,geschichte sich verknoten im socialen und ethischen ,leben der ,gegenwart1 wie man historische ,dichtungen schreibt1 die gestern und heute spielen4 ,ihr habt die weiche1 tndelnde ,lyrik ausgepfiffen auf allen ,gassen4 ,auch das soll gut und recht sein1 wenn ihr mir eine neue ,lyrik zeigt1 die an ,gthe und ,heine organisch anknpft und doch selbststndig das ,herzensglck und ,herzensweh des modernen ,menschen zum ,ausdruck bringt4 ,macht der ,welt klar1 dass der ,realismus in ,wahrheit der hchste1 der vollkommene ,idealismus ist1 indem er auch das ,kleinste hinaufrckt in's ,licht des grossen ,ganzen1 in's ,licht der ,idee4 ,dann werden die ,missverstndnisse aufhren4 ,der ,leser wird nicht mehr der ,ansicht huldigen1 wenn er eine realistische ,dichtung aufschlge1 so umgellte ihn das ,gelchter von ,idioten und ,cocotten1 und wenn man1 was berhaupt recht rathsam wre1 sich bloss genthigt she1 das ,romanlesen bei unreifen ,mdchen etwas mehr einzuschrnken in ,folge des ,ueberwiegens der realistischen ,richtung1 so sollte das unser geringster ,schmerz sein4 ,freilich wird es auch ohne ,missverstndnisse noch manchen harten ,kampf kosten1 bis die ,mehrzahl der geniessenden ,leser sich an das schrfere ,instrument des ,beobachters gewhnt haben wird4 ,das kommt nicht von heute auf morgen4 ,zunchst muss das ,vertrauen in der ,menge fr den realistischen ,dichter gewonnen werden1 und wir werden gut thun1 die ,schauerscenen nach ,krften zu vermeiden1 so lange die ,vorurtheile noch so sehr gross sind4 ,auch werden die ,lyrik und das ,drama1 die ja immer mehr zum ,herzen sprechen1 den harten ,tritt des ,romanes dmpfen helfen1 wenn sie erst einmal zur ,stelle sind4 ,am ,ende wird auch die ,masse des ,volkes besser sehen lernen1 und das ist fr alle ,flle ein ,gewinn4 ,die ,poesie wahrt so nur ihre alte ,rolle als ,erzieherin des ,menschengeschlechtes1 und indem sie es thut1 darf sie hoffen1 auf freundlichem ,boden sich mit der ,naturwissenschaft zu begegnen4 ,beide reichen sich dann die ,hand in dem ,bestreben1 den ,menschen gesund zu machen4 ,illustration3 ,,finis ,c4 ,g4 ,rder1 ,leipzig4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription ,offensichtlich fehlerhafte ,zeichensetzung wurde stillschweigend korrigiert4 ,alte und unterschiedliche ,schreibweisen wurden beibehalten4 ,korrekturen 7das korrigierte ,wort ist in eingeschlossen73 ,s4 #ab3 ,methaphysische ,metaphysische ,das ,metaphysische kann ich dabei nur streifen ,s4 #ec3 uud und und indem der wachsende ,embryo ,s4 #eg3 letztere letzteres letzteres etwas ,geistiges