,anmerkungen zur ,transkription3 ,der vorliegende ,text wurde anhand des #agdd erschienenen ,buchausgabe nahezu originalgetreu wiedergegeben4 ,lediglich die ,zeichensetzung sowie offensichtliche typographische ,fehler wurden stillschweigend korrigiert4 ,altertmliche und inkonsistente ,schreibweisen1 wie z4,b4 ',wirckung' bzw4 ',wrckung' wurden dagegen beibehalten2 auch die ,schreibweise von ,namen ist zum ,teil inkonsistent1 wurde aber hier nicht vereinheitlicht4 ,fremdsprachliche ,zitate sowie deren ,quellenangaben wurden der gedruckten ,ausgabe gem wiedergegeben2 eine ,korrektur wurde nicht vorgenommen4 ,wiederholt werden ,begriffe mit der ,vorsilbe ',uber' anstatt 'ber' verwendet1 was hier ebenfalls beibehalten wurde4 ,einzelne in der gedruckten ,version nicht oder nur unklar erkennbare ,buchstaben wurden sinngem hinzugefgt4 ,der ,hauptteil des ,textes wurde im ,original in ,fraktur gesetzt1 fremdsprachige ,zitate 7meist in ,latein7 dagegen in ,antiqua1 was hier durch ,tilden hervorgehoben wird2 deren ,quellenangaben erscheinen kursiver ,antiquaschrift1 die hier durch ,unterstriche reprsentiert wird4 ,einige ,namen wurden in einer anderen ,frakturschrift gesetzt1 was hier durch ,pluszeichen wiedergegeben wird4 ,m4 ,georg ,friedrich ,meiers ,gedancken von ,schertzen4 -------- -------- -------- -------- -------- -------- ,cic4 de ,orat4 ,l4 ,,ii4 ,ego in his praeceptis hanc vim1 hanc vtilitatem esse arbitror1 non vt1 ad reperiendum quid dicamus1 arte ducamur1 sed vt ea quae natura quae studio1 quae exercitatione consequimur2 aut recta esse confidamus aut praua intelligamus1 quum quo refenda sint1 didicerimus4 -------- -------- -------- -------- -------- -------- ,h ,a ,l ,l ,e1 ,verlegts ,carl ,herrmann ,hemmerede4 #agdd4 ,illustration ,vorrede4 ,illustration ,die ,verbesserung des ,geschmacks ist eine so edle ,beschftigung1 da sich jederzeit1 die erhabensten ,geister eines ,volcks1 derselben unterzogen haben4 ,dadurch unterscheiden sich1 unter andern1 die ,patrioten eines ,landes1 von dem brigen ,hauffen ihrer ,mitbrger1 da sie entweder selbst an der ,reinigung des ,geschmacks1 es sey nun in was fr ,stcken es wolle1 arbeiten2 oder doch dieses lobenswrdige ,unternehmen gerne sehen1 wnschen1 und befrdern helfen4 ,ich habe mich daher1 auf eine lebendige ,art1 zu berzeugen gesucht1 da es die ,pflicht eines redlich gesinten ,deutschen mit sich bringe1 sich zur ,parthey dieser ,patrioten zu schlagen1 und so viel sein ,vermgen ihm erlaubt1 auf alle mgliche ,art1 den ,geschmack seiner ,landsleute feiner zu machen4 ,unser ,vaterland kan sich in unsern ,tagen glcklich schtzen1 da es seinen ,nachbarn1 auch in diesem ,stcke1 die ,wage zu halten anfngt1 und das rhmliche ,beyspiel so vieler schnen ,geister1 die sich um den deutschen ,geschmack so sehr verdient machen1 ist so reizend1 da es nothwendig ,nachahmungs ,begierde verursachen mu4 ,ich bin so eitel oder so dreist1 zu bekennen1 da ich seit geraumer ,zeit einen heftigen ,trieb in mir empfunden1 diesen erwehnten ,vorgngern zu folgen4 ,ich habe aber denselben bisher nur durch einem blossen ,wunsch stillen1 oder vielmehr unterhalten und verstrcken knnen4 ,und jetzo wage ichs in diesen ,blttern1 meiner ,begierde den ,ausbruch zu verstatten4 ,ich kan nicht lugnen1 da ichs mit einiger ,bangigkeit thue4 ,der ,geschmack unserer deutschen ,kunstrichter ist schon so zart und edel1 da ich zu sehr mit meiner eigenen ,arbeit zufrieden seyn mste1 wenn ich diese ,bogen1 ohne alle ,furchtsamkeit1 ans ,licht treten liesse4 ,ich untersttze mich1 durch das ,vertrauen auf die ,gtigkeit meiner ,geehrtesten ,leser1 da sie wenigstens meinen guten ,willen nicht mibilligen werden1 wenn auch meine ,krfte zu matt gewesen seyn solten1 eine ,arbeit zu liefern1 die des ,beyfalls der ,kunstrichter vllig werth wre4 ,ich habe verschiedene ,grnde gehabt1 warum ich eben von ,schertzen meine ,gedancken habe drucken lassen4 ,ich stehe in der ,meinung1 da der verdorbene und pbelhafte ,geschmack am huffigsten noch in den ,schertzen herrsche4 ,man mag nun die ,schertze verstehen1 die in dem tglichen ,umgange vorkommen2 oder diejenigen1 die unter den ,vortrag1 es sey derselbe ein mndlicher oder schriftlicher1 gemengt werden2 oder diejenigen ,spasse1 die auf der ,schaubhne vorgetragen werden4 ,ich glaube1 da der gantze vernnftige ,theil meiner ,landesleute berzeugt ist1 da es zu wnschen wre1 da die ,deutschen1 auch im spassen1 den feinen ,geschmack herrschen liessen4 ,und ich kan mich nicht besinnen1 da eine ausfhrliche ,abhandlung der ,schertze in unserer ,muttersprache schon vorhanden wre4 ,das letzte kan ein ,irrthum seyn1 und so ists eine ,unwissenheits-,snde1 die mir also um so viel eher vergeben werden wird4 ,dazu kmmt noch1 da eine jede andere ,materie1 die in das ,reich des ,geschmacks gehrt1 und die ich htte ausfhren knnen1 mir jetzo entweder zu schwer oder zu weitluftig gewesen1 und ich halte es fr eine vernnftige ,maxime eines ,schriftstellers1 wenn er eine ,materie erwehlt1 durch die er sich vllig ausdehnen kan4 ,ich habe hin und wieder1 in diesen ,blttern1 meine ,betrachtungen1 eine ,critik der ,schertze1 genennt4 ,ich wei nicht1 ob alle meine ,leser diese ,benennung werden genehm halten4 ,sie haben vielleicht einen andern ,begriff von der ,critik1 als ich mir gemacht habe1 und ich kan mich zwar in diesem engen ,raume einer ,vorrede1 nicht weitluftig in die ,untersuchung des ,begriffs der ,critik einlassen1 doch fodert die ,rechtfertigung meines ,gebrauchs dieses ,worts1 da ich meine ,begriffe von der ,critik berhaupt mit wenigen vortrage4 ,die ,critik1 im allerweitesten ,umfange1 ist die ,wissenschaft von den ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten zu urtheilen4 ,sie erstreckt sich ber alle mgliche ,dinge1 und alle ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten derselben4 ,diese ,critik theilt sich in zwey ,hauptste4 ,der erste ist die ,kunst1 den ,geschmack zu bilden1 und lehrt von den ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten1 auf eine sinnliche ,art1 urtheilen4 ,diese ,kunst erstreckt sich ber alle sinnliche ,vorstellungen1 aller ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten1 aller ,dinge4 ,sie fngt von den ,heldengedichten an und geht bis auf die ,haarlocken der ,stutzer1 und ,schminckpflsterchen auf den ,wangen der ,schnen herunter4 ,in hunderttausend ,dingen1 von dieser ,art1 kan ein edler und pbelhafter1 ein feiner und grober1 ein reiner und verdorbener ,geschmack herschen1 und man darf sich also nicht wundern1 da diese ,kunst ihre ,grenzen so weit ausdehnt4 ,der andere ,haupttheil der ,critik1 lehrt die ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten aus deutlichen ,begriffen beurtheilen1 und bekommt so viele besondere ,theile1 als es ,arten der ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten gibt4 ,andere schrencken den ,begriff der ,critik enger ein1 und verstehen darunter1 die ,wissenschaft historische und vermischte ,schriften zu beurtheilen4 ,im engsten ,verstande versteht man darunter die ,wissenschaft1 die alten ,schriftsteller zu beurtheilen1 ob sie bis auf unsere ,zeiten unverflscht gekommen1 und die eingeschlichenen ,fehler zu entdecken und zu verbessern4 ,diese beyden letzten ,begriffe1 verhalten sich zu dem meinigen1 wie ein ,theil zum gantzen4 ,ich unterscheide von meiner ,critik einmal1 die ,anwendung derselben auf einzelne ,flle1 wenn man gewisse ,gegenstnde1 nach den critischen ,regeln1 wrcklich untersucht2 und hernach die ,wissenschaft der ,regeln1 von dem ,verhalten eines ,kunstrichters4 ,diese letzte wrde die ,logik der ,critik seyn4 ,die allgemeine ,critik knnte man die ,metaphysik der ,critik nennen4 ,sie wre eine ,wissenschaft von den ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten berhaupt und den allerhchsten ,gattungen derselben zu urtheilen4 ,ich kan meine ,begriffe nicht rechtfertigen1 ich habe nichts weiter im ,sinne gehabt1 als den ,grund zu zeigen1 warum ich meine ,gedancken von ,schertzen1 in diesen ,blttern1 zur ,critik gerechnet habe4 ,ich schmeichele mir nicht1 da meine ,abhandlung so gut1 noch vielweniger so schn gerathen1 da sie untadelhaft4 ,solche ,abhandlungen sind ,unternehmungen1 dazu gerade ein grsserer ,geist erfodert wird1 als der meinige ist4 ,ich mercke es selbst1 da diese ,bltter viele ,stellen enthalten1 die meinen ,wunsch nicht zu erfllen vermgend sind4 ,und ich sehe es von selbst ein1 da sie in hundert ,stellen verbessert werden knnten4 ,man knnte mir daher1 vielleicht nicht ohne allen ,grund1 einwenden1 da man vernnftiger handele1 wenn man eine ,schrift von dieser ,art1 die nicht berwiegend schn und in ihrer ,art vortrefflich ist1 lieber ungedruckt liesse1 als die ,anzahl solcher ,schriften zu vermehren1 die voller ,mngel sind4 ,ich habe aber irgendswo gelesen1 da es ,leute gegeben1 die niemals ,schriftsteller geworden sind1 weil sie gar zu gute ,schriftsteller haben werden wollen2 und1 die ,wahrheit zu bekennen1 ich bin viel zu starck gewesen als da ich unter dieser ,versuchung htte erliegen sollen4 ,wenn meine geneigten ,leser das schwache dieser ,beantwortung bersehen werden1 so habe ich das wichtigste erlangt1 was ich mir von ihnen1 in dieser ,vorrede1 ausbitten kan4 ,illustration 4 #a4 ,ich begreiffe mit leichter ,mhe1 da die mehresten meiner geneigten ,leser in den ,gedancken stehen1 als wenn ein ,schriftsteller1 der seine ,betrachtungen ber das ,schertzen ihnen vortrgt1 ein schner ,geist1 und selbst ein spahafter ,kopf seyn msse4 ,ich bin weder das eine1 noch das andere1 und unterstehe mich dem ohnerachtet von ,schertzen zu schreiben4 ,ich bin der ,meinung1 da ein witziger ,kopf von dem witzigen1 sinreichen1 scharfsinnigen1 schertzhaften1 und wie es sonst heissen mag1 nicht deswegen urtheilen knne1 weil er vielen ,witz besitzt2 sondern weil er ausserdem ein ,weltweiser ist1 der seinen ,geschmack nach den ,regeln der gesunden ,critik ausgebessert hat4 ,diese ,eigenschaften knnen jemanden zukommen1 der auf einen feurigen ,witz sehr wenige ,ansprche hat4 ,man kan von der ,schnheit eines ,gemhldes1 von den erhabenen ,zgen eines ,gedichts1 und der ,vollkommenheit einer ,rede urtheilen1 und ,regeln geben1 ohne selbst ein ,mahler1 ,dichter1 und ,redner zu seyn4 ,es kan jemand ein geistreicher und belebter ,kopf seyn1 er kan sich in seinen ,gedancken mit der khnsten und angenehmsten ,strcke heben1 und sein ,feur durch ,proben an den ,tag legen1 die den ,beyfall aller ,kunstrichter verdienen4 ,weil er aber zu wenig ,wissenschaft von seinen eigenen ,krften1 und den ,vollkommenheiten derselben besitzt1 so ist er nicht im ,stande1 aus deutlichen ,grnden die ,regeln herzuleiten1 durch deren ,beobachtung seine sinnreichen ,einflle so viel ,geist und ,leben bekommen4 ,er fhlt und schmeckt die ,schnheit seiner ,gedancken1 er begreift aber selbst nicht1 warum sie so reitzend sind4 ,man thue hinzu1 da derjenige1 der selbst ein aufgeweckter ,kopf ist1 mehrentheils viel zu ohnmchtig ist1 als da er alle ,partheilichkeit in seinen ,urtheilen ber das sinnreiche zu vermeiden im ,stande seyn solte4 ,so wenig von einem ,frauenzimmer1 so sichs einmahl in den ,kopf gesetzt hat1 schn zu seyn1 zu erwarten ist1 etwas anders fr reizend zu halten1 als was sie selber besitzt2 so wenig ists von manchen witzigen ,kpfen zu hoffen1 da sie die ,einflle fr schn halten solten1 die der ,art ihres ,witzes nicht gem zu seyn scheinen4 ,der ,witz vieler feurigen ,kpfe bekommt einen gewissen ,schwung1 der ber ihre ,beurtheilungskraft zum ,tyrannen wird4 ,ihnen eckelt vor alle dem1 so ihrem ,geschmacke1 der nun einmal an gewisse ,speisen gewhnt ist1 nicht gem ist4 ,diese ,kpfe msten sich zu viel ,gewalt anthun1 unpartheiisch von einem ,schertze zu urtheilen1 bey dem sie nicht absehen knnen1 wie sie selbst denselben htten vortragen knnen4 ,man lasse den ,cicero1 der nach ,quintilians ,zeugni keine ,ma im schertzen halten knnen1 von einem ,spasse1 der auf einer blossen ,anspielung der ,worte beruht1 urtheilen4 ,ich will verlohren haben1 wenn er ihn nicht bewundern wird4 ,das befremdet mich im geringsten nicht4 ,cicero selbst bediente sich mehr1 als einem so grossen ,geiste anstndig war1 dieser ,schertze4 ,ich habe das ,vertrauen zu der ,billigkeit meiner ,leser1 da sie aus dem1 was ich bisher gesagt1 nicht schliessen werden1 als wenn ich glaubte1 da kein witziger ,kopf von ,schertzen gesunde ,urtheile fllen knne4 ,noch vielweniger1 da ein ,mensch ohne allen ,witz sich dergleichen unterfangen drfe4 ,ich behaupte nur1 da es nicht unumgnglich nothwendig sey1 da derjenige1 der von ,schertzen vernnftige ,gedancken haben will1 selbst glcklich im spassen seyn msse4 ,ein ,mensch der einen gereinigten ,geschmack besitzt1 aber nicht schertzen kan oder will1 besitzt eine ,gleichgltigkeit gegen die ,schertze1 die ihn unpartheiisch macht4 ,er tadelt und lobt das schertzhafte1 ohne da sich eine schmeichelnde oder empfindliche ,eigenliebe unter die ,grnde seiner ,urtheile mengt4 ,ergo fungar vice cotis1 acutum ,reddere qu ferrum valet1 exsors ipsa secandi4 ,horat4 de art4 poet4 4 #b4 ,es gibt eine ,art ernsthafter ,leute1 welche es berhaupt zur ,snde machen will1 wenn man schertzet und lachet4 ,solten diese ,bltter das ,schicksal haben1 in die ,hnde dieser ,leute zu gerathen1 so kan ich mir schon zum voraus einbilden1 was sie1 bey der ,erblickung derselben1 vor saure ,minen machen werden4 ,sie werden mirs als ein sittliches ,verbrechen anrechnen1 da ich von einer ,materie schreibe1 die sich mit der ,tugend nicht reimen will4 ,ich gebe diesen ,gegenfssern muntrer und aufgeweckter ,kpfe zu1 da viele ,schertze unmglich mit der ,tugend bestehen knnen4 ,nur werden sie mir auch im ,gegentheil zugestehen1 da nicht eine jede ,ernsthaftigkeit zum ,character der wahren ,tugend gehrt4 ,multum ringitur otiosa virtus4 ,sidon4 ,es kan manchmal ein tugendhafter zugleich ein schlffriger und niedergeschlagener ,kopf seyn1 der noch dazu von einem schwartzen ,geblthe durchschwmt wird4 ,der wrde sich augenscheinlich betrgen1 wenn er seine natrlich nothwendige ,traurigkeit fr eine ,wirckung der ,tugend halten wolte4 ,aergert er sich nun1 wenn andere frlich sind und schertzen1 weil er selbst nicht anders als immer misvergngt zu seyn das ,unglck hat1 so mu er so viel ,menschenliebe in seinen ,urtheilen blicken lassen1 diejenigen nicht gleich fr lasterhaft zu halten1 die nicht so ernsthaft seyn knnen1 wie er selbst ist4 ,ich werde keine sndliche ,schertze billigen1 ich will mich bemhen zu zeigen1 da ein vollkommener ,schertz1 der ohne allen ,fehler ist1 einen sehr grossen ,witz und ,scharfsinnigkeit1 zwey grosse ,vollkommenheiten der ,seele1 zum ,grunde habe1 und also unmglich ,snde seyn knne4 4 #c4 ,eine wohlgerathene ,untersuchung der ,schertze kan nicht ohne ,nutzen seyn1 und man hat keine ,ursach sich die ,zeit gereuen zu lassen1 die man entweder auf die ,ausarbeitung1 oder aufs ,durchlesen derselben verwendet4 ,ich bin nicht willens alle ,nutzen1 die eine solche ,schrift haben kan1 in ihrer vlligen ,ausdehnung auszufhren4 ,ich begnge mich mit zweyen oder dreyen1 die ich fr die grsten halte4 ,den ersten haben die witzigen ,kpfe davon zu erwarten4 ,ein feuriger ,witz ist eine zu unruhige ,kraft der ,seele4 ,sie lt ihrem ,besitzer nicht bestndig ,zeit genug1 seine spahaften ,einflle gehrig zu prfen und zu beurtheilen4 ,alles was ihm einflt1 hlt er fr witzig und sinnreich1 und wer wolte ihm auch wohl das ,recht dazu streitig machen8 ,seine ,zunge ist viel zu dienstfertig1 als da sie schweigen solte4 ,nein1 ein witziger ,kopf nimt sich die ,freyheit zu schertzen1 wenn1 wo1 mit wem1 und womit er will4 ,er thut das mit so vielen ,vertrauen auf sich selbst1 da er sich unmglich mit den verdrielichen ,gedancken herumschlagen kan1 als wenn es ihm an ,bewundern seiner ,schertze fehlen wrde4 ,ich gebe einem jedweden zu bedencken1 ob ein solcher plauderhafter ,verschwender seines ,witzes wo nicht den ,frost seines ,gehirns mehr als zu oft verrathen1 doch wenigstens in den mehresten ,fllen ein unertrglicher ,gesellschafter werden msse4 ,wie kan man diesem ,uebel wohl anders abhelfen1 als durch eine grndliche ,ueberzeugung1 da zu einem guten ,schertze mehr erfodert werde1 als man gemeiniglich denckt1 und da der sinnreichste und witzigste ,kopf fters sehr schlffrige ,einflle haben knne4 ,cicero beweit das zur genge1 so ein schner ,geist er auch gewesen ist1 so ist sein ,witz doch sehr oft gesuncken und ohnmchtig geworden4 ,solte meine ,abhandlung gerathen1 so rathe ich einem jeden witzigen ,kopfe dieselbe zu lesen4 ,er wird dadurch auf eine heilsame ,art furchtsam gemacht werden1 so oft als er schertzen will4 ,er wird dadurch seinen ,geschmack verbessern1 und viele ,schertze in ihrer ,geburth ersticken1 die ihm wo nicht ,schande1 doch wenig ,ehre zuwege bringen wrden4 4 #d4 ,man kan den armseeligen ,vorrath seines ,witzes nicht nur verrathen1 wenn man selbst auf eine erbrmliche ,art schertzet1 sondern auch wenn man elende ,schertze bewundert4 ,man gibt dadurch einen pbelhaften ,geschmack zu erkennen1 der jederzeit von einem matten ,witze begleitet wird4 ,so wenig ein vortreflicher ,schertz bey einem kriechenden ,witze einen ,eindruck verursachen kan1 so sehr wird der elendeste ,spa von denselben bewundert4 ,ein elender ,kopf schertzet nicht nur auf eine elende ,art1 sondern er wird auch bey den schlechtesten ,einfllen vor ,freuden ausser sich gesetzt4 ,in den ,versamlungen des ,pbels1 macht der frostigste ,einfall seinen ,erfinder zum angenehmsten und lustigsten ,gesellschafter4 ,das wissen die kleinen witzigen ,kpfe1 auf eine listige ,art1 zu ihrem grossen ,troste anzuwenden4 ,wollen sie grosse ,geister nicht bewundern1 so thun sie ihnen den ,possen1 und theilen ihre sinnreichen ,einflle ,leuten mit1 die sie gtiger1 und auf eine ihnen geflligere ,art1 aufzunehmen wissen4 ,so furchtsam ich bin selber zu schertzen1 so sehr nehme ich mich in acht ber einen schlechten ,schertz zu lachen1 ich mste es denn aus ,hflichkeit oder ,geflligkeit thun mssen4 ,dieses halte ich vor einen ansehnlichen ,nutzen1 den man1 von einer grndlichen ,critik der ,schertze1 erwarten kan4 ,man lernt dadurch einen feurigen ,schertz1 von einem frostigen unterscheiden1 man lacht ber den ersten1 und bleibt bey dem letzten unempfindlich1 und beweit sich dadurch als einen ,menschen von gereinigten und feinen ,geschmacke4 4 #e4 ,ein gut gerathener ,schertz bringt uns die ,gewogenheit und ,bewunderung der ,zuhrer zuwege4 ,wir werden fr scharfsinnig1 aufgeweckt1 hflich gehalten1 und fr geschmeidige ,kpfe4 ,durch einen wohlangebrachten ,spa1 kan man seinen ,gegner in ,verwirrung setzen1 ihn zaghaft machen und wiederlegen4 ,man miget dadurch die gar zu grosse und traurige ,ernsthaftigkeit1 das ,gemth wird aufgeheitert1 und man setzt seine ,zuhrer in den ,zustand1 die verdrielichsten ,dinge1 die man ihnen zu sagen hat1 gelassen1 und nicht ohne ,vergngen anzuhren4 ,das sind ,stcke die einem ,redner unentbehrlich sind4 ,ich knnte noch mehr hinzu thun1 wenn das angefhrte nicht schon hinreichend wre1 zu beweisen1 da ein ,redner zu seinem grossen ,vortheile bisweilen schertzen msse4 ,mit weniger ,vernderung1 kan man eben das von einem ,dichter sagen4 ,dieser mu fast noch fter schertzen als der erste4 ,wie oft hat ein ,dichter nicht nthig seiner ,muse zuzuruffen8 ,sed ne relictis musa procax iocis ,ce retractes munera nni3 ,mecum ,diono sub antro ,qure modos leviore plectro4 ,hor4 ,carm4 ,l4 ,,ii4 od4 #a4 ,man kan daher die ,untersuchung der ,schertze als eine ,materie ansehen1 die zur ,rede und ,dichtkunst gehrt4 ,cicero und ,quintilian sind mit mir einig4 ,sie haben beyde in ihren ,schriften1 darinn sie die ,redekunst abgehandelt haben1 auch eine ,betrachtung ber die ,schertze angestellt4 ,dieser ,nutzen allein wre hinreichend1 meine gegenwrtige ,bemhung nicht fr unntz zu halten4 4 #f4 ,die ,untersuchung der ,schertze ist eine ,materie1 die als ein ,stck der so genannten ,aesthetik anzusehen ist4 ,die ,aesthetik ist eine ,wissenschaft der sinnlichen ,erkenntni und dem ,vortrage derselben4 ,sie untersucht die ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten ihres ,vorwurfs4 ,sie gibt ,regeln jene zu erlangen1 und diese zu vermeiden4 ,keine untere ,erkenntni ,kraft der ,seele ist von dem ,gegenstande der ,aesthetik ausgeschlossen4 ,man besehe die ,psychologie des ,herrn ,professor ,baumgartens1 so wird man daselbst hin und wieder den gantzen ,grundri dieser ,wissenschaft antreffen4 ,ich werde in dem folgenden darthun1 da ein ,schertz durch den sinnlichen ,witz und ,scharfsinnigkeit gewrckt werde4 ,folglich ist der ,schertz eine sinnliche ,vorstellung und ,rede1 und gehrt in das ,feld der ,aesthetik1 dieses merckwrdigen ,theils1 ja ich will sagen1 dieses gantzen ,inbegriffs der schnen ,wissenschaften4 4 #g4 ,die sinnliche ,beurtheilungskraft1 oder der ,geschmack1 ist das ,vermgen von den ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten zu urtheilen1 doch so1 da man weder die ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten selbst deutlich erkennt1 noch auch seine ,urtheile von ihnen philosophisch aus deutlich erkannten ,grnden1 auf eine deutliche ,art herleitet4 ,vollkommenheiten1 in so fern sie undeutlich und auf eine sinnliche ,art erkannt werden1 sind ,schnheiten und die ,unvollkommenheiten werden in eben dieser ,absicht ,hlichkeiten genennet4 ,der ,geschmack ist demnach das ,vermgen von den ,schnheiten und ,hlichkeiten zu urtheilen1 und dieselben gewahr zu werden4 ,ein ,schertz ist eine sinnliche ,vorstellung und ,rede1 und seine ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten sind ,schnheiten und ,hlichkeiten4 ,man ist also genthiget die ,beurtheilung eines ,schertzes1 vor den ,richterstuhl des ,geschmacks zu verweisen4 ,wenn ein ,kunstrichter berhaupt derjenige genennet wird1 der von ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten urtheilen kan1 so mu derjenige der einen ,spa beurtheilen will ein ,kunstrichter seyn4 ,die ,untersuchung der ,schertze gehrt demnach auch in denjenigen ,theil der ,aesthetik1 den man den critischen nennt4 4 #h4 ,man hat es bey nahe als eine ,regel angenommen1 da man ber den ,geschmack mit niemanden streiten drfe4 ,diese ,regel ist gegrndet1 so lange man nicht weiter gehen will1 als auf den ,geschmack4 ,alsdenn beruhiget man sich in einer blo sinnlichen und undeutlichen ,erkenntni1 davon man die ,grnde einem andern weder angeben noch erklren kan4 ,o elendes disputiren6 wo die streitenden ,partheien nicht durch ,schlsse wider einander zu ,felde gehen6 ,so lange man also mit dem ,geschmacke nicht die hhere ,beurtheilungskraft1 das ,vermgen aus deutlicher ,erkenntni eine ,sache zu beurtheilen1 verknpft1 so lange ists eine vergebliche ,arbeit1 ber ,schnheiten und deren ,gegentheil1 sich mit jemanden in einen ,streit einzulassen4 ,trahit sua quemque voluptas4 ,virgil4 ,weil aber alle ,schnheiten und ,hlichkeiten1 ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten sind1 und diese1 an sich betrachtet1 insgesamt deutlich knnen vorgestellet werden1 so bleibt es zwar ausgemacht1 da man von dem ,geschmacke1 in so fern er ein ,geschmack ist1 wenig sagen knne1 aber man mu ihn1 wenn ich so reden darf1 entwickeln4 ,man mu die ,gegenstnde des ,geschmacks1 auch nach der hhern ,beurtheilungskraft1 untersuchen1 und da erkennt man ob der ,geschmack gegrndet sey oder nicht4 ,die verworrenen ,vorstellungen knnen nicht anders richtig seyn1 als wenn sie uns dasjenige1 was in den deutlichen unterschieden wird1 mit einemmal1 und unter einander geworffen1 vorstellen4 ,folglich kan man den ,geschmack selbst beurtheilen1 und gewisse ,regeln geben wonach sich derselbe1 auf eine ihm selbst unbekante ,art1 zu richten hat4 ,wenn das alle ,kunstrichter beobachteten1 so wrden sie nicht ,geschmack dem ,geschmack entgegen setzen1 und dadurch ,streitigkeiten verewigen1 die vielleicht krzer ausgemacht werden knnten4 ,ob nun gleich die ,beurtheilung der ,schertze ein ,werck des ,geschmacks ist 74 #g47 so kan man doch ,regeln geben1 wonach die ,schnheiten und ,hlichkeiten eines ,schertzes beurtheilet werden knnen4 4 #i4 ,es gibt ,regeln wonach die ,schertze beurtheilt und eingerichtet werden knnen4 ,man wrde also ohne ,ursach zweiffeln1 ob auch ,grnde vorhanden wren1 woher diese ,regeln fliessen4 ,nein1 alles hat seinen ,grund1 sollten wohl die ,regeln des ,geschmacks eine ,ausnahme von dieser ,regel machen1 welcher das gantze ,reich der ,mglichkeiten und ,wrcklichkeiten1 nach seinem gantzen ,umfange1 unterworffen ist8 ,ich rechne zu diesen ,grnden1 die ,beschaffenheit der ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten berhaupt4 ,insbesondere die ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten unserer ,erkenntni1 und des ,vortrages derselben4 ,und endlich die ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten der sinnlichen ,erkenntnikrfte der ,seele1 insonderheit des sinnlichen ,witzes und ,scharfsinnigkeit4 ,aus diesen ,quellen mssen die ,regeln1 der ,beurtheilung und ,einrichtung eines ,spasses1 erwiesen werden4 ,ich begnge mich mit der blossen ,benennung und ,anfhrung dieser ,grnde4 ,ich mste meinen ,lesern zu wenig ,einsicht zutrauen1 wenn ich sie beweisen wolte1 da mein ,zweck nicht darinn besteht1 den ,geschmack berhaupt in diesen ,blttern zu bilden und einzurichten4 4 #aj4 ,wenn es ,regeln zu schertzen gibt1 wenn diese ,regeln aus ,grnden knnen bewiesen werden1 so mste man ohne ,grund an der ,mglichkeit einer ,wissenschaft der ,schertze zweiffeln4 ,ich bin berzeugt1 da eine ,wissenschaft mglich sey1 in welcher gezeigt wird1 wie man einen ,schertz erfinden1 und bis zur ,grentze seiner ,vollkommenheit erheben kan4 ,cicero und ,quintilian scheinen mir zu widersprechen4 ,allein ihre ,grnde beweisen nicht1 da diese ,wissenschaft unmglich sey1 und da man nicht auf eine ,kunstmige ,art ein spahafter ,mensch werden knne4 ,beyde glauben1 da die ,natur und ,gelegenheit das meiste zu einem glcklichen ,schertze beytragen mssen4 ,ich glaube es auch4 ,aber so wenig man sagen kan1 da es keine knstliche ,vernunftlehre gebe1 weil zur ,ausbung derselben ein guter ,mutterwitz erfodert wird2 eben so wenig wird die ,wissenschaft der ,schertze1 und die ,theorie derselben1 gelugnet werden knnen1 weil man mit allen ,regeln keinen ,menschen zu einen schertzhaften ,kopfe machen kan1 der keine natrliche ,geschicklichkeit zu schertzen empfangen hat4 ,ein anders ist die ,regeln zu schertzen verstehen1 und dieselben geschickt ausben knnen4 ,ich behaupte nur1 da ein ,mensch der ein gutes ,naturell zu schertzen besitzt1 durch die ,kunst1 leichter1 eher und besser1 eine ,fertigkeit zu schertzen bekommen knne1 wenn sich berdies gute ,gelegenheiten dazu an die ,hand geben1 als ein anderer1 der sich mit der blossen ,natur behelfen will4 ,die ,natur arbeitet ihre ,wercke nur aus den groben heraus1 sie berliefert uns ihre ,kunststcke roh1 und berlt unserer ,geschicklichkeit den ,ausputz4 ,der letzte wird vielmehr frostige ,schertze erzeugen1 als der erste1 er mag sich auch noch so sehr in acht nehmen wollen4 ,in vitium ducit culp fuga1 si caret arte4 ,horat4 de art4 poet4 ,ich gebe noch mehr zu4 ,ich behaupte da derjenige1 der schertzen will1 wenn er bey einem jeden ,schertze sich erst auf die ,regeln besinnen1 und seinen ,schertz mit ,flei kunstmig einrichten will1 besser thut wenn er gar stille schweigt4 ,ein ,schertz mu unvermuthet vorgetragen werden1 und ein ,schertz1 auf den man sich vorbereitet1 mu unglcklich gerathen1 wie ich das in dem folgenden darthun will4 ,nichts desto weniger hat die ,wissenschaft zu schertzen ihren ,nutzen4 ,es verhlt sich hier eben so1 wie bey der knstlichen ,vernunftlehre4 ,das wrde ein erbrmlicher ,philosoph seyn1 der bey einer jeden ,erklrung1 bey einem jeden ,schlusse1 sich der ,regeln der ,vernunftlehre deutlich erinnern wolte4 ,man mu eine ,fertigkeit in der ,vernunftlehre erlangen1 man mu seine ,vernunft und ,verstand gewhnen1 die ,regeln der ,vernunftlehre zu beobachten1 ohne unser ,wissen4 ,eben das sage ich von der ,wissenschaft der ,schertze4 ,sie mu unserm ,witze und ,scharfsinnigkeit den gehrigen ,schwung und ,einrichtung geben1 da wir nach ihren ,regeln schertzen knnen ohne uns derselben bewust zu seyn4 ,simul ac durauerit tas ,membra animumque tuum1 nabis sine cortice4 ,horat4 ,wer demnach von ,natur ein feuriger und aufgeweckter ,kopf ist1 wer die ,gelegenheit gut in acht nehmen1 und zu seiner ,absicht geschickt anwenden kan1 und die ,wissenschaft zu schertzen versteht1 dem bin ich gut davor1 da er glcklich im schertzen seyn wird4 4 #aa4 ,ich will nicht mehr versprechen1 als ich zu halten mir getraue4 ,ich will nicht sagen1 da ich willens sey1 eine ,wissenschaft der ,schertze zu schreiben4 ,sondern meine ,absicht ist hauptschlich1 ,regeln fest zu setzen1 wonach die ,schnheit und ,hlichkeit eines ,schertzes beurtheilet werden kan4 ,diese ,regeln machen entweder die ,wissenschaft der ,schertze aus1 oder die letzte wird doch mit geringer ,mhe1 und einigen kleinen ,vernderungen und ,zustzen1 daraus fliessen4 ,meiner ,einsicht nach glaube ich1 da die ,regeln1 wonach die ,vollkommenheit einer ,sache beurtheilt werden mu1 einerley sind mit den ,regeln1 die beobachtet werden mssen1 wenn eine ,sache zu ihrer ,vollkommenheit soll erhoben werden4 4 #ab4 ,weil ich zu furchtsam bin selbst zu schertzen1 so werde ich mich sehr hten1 wenn ich ein ,exempel anfhren soll1 welches doch selten genug geschehen wird1 selbst zu spassen4 ,ich knnte zwar aus dem gemeinem ,leben dergleichen erwhlen1 da man mehr als zu viel antrift1 die fast zu einer allgemeinen ,gewohnheit geworden4 ,allein da dieselben grstentheils zu frostig und abgeschmackt sind1 so wrde ich meinen ,lesern ,verdru erwecken1 wenn ich sie ausdrcklich anfhren wolte4 ,ich werde mich begngen1 meinen ,eckel vor solchen ungeschickten ,schertzen von weiten zu bezeugen4 ,noch eins habe ich zu erinnern4 ,wenn ich an einem ,schertze was loben werde1 so werden meine ,leser die ,gtigkeit haben1 und nicht glauben1 da ich den gantzen ,schertz billigte4 ,ein ,schertz kan viele ,vollkommenheiten haben4 ,die eine kan er besitzen1 eine andere kan ihm fehlen4 ,ja ein ,spa kan mehr gut als bse seyn1 und mehr bse als gut1 jene knnen gebilliget werden1 weil man doch in dem ,reiche der ,natur nichts findet das durch und durch gut wre4 ,vbi plura nitent - - non ego paucis ,offendar maculis1 quas non incuria fudit1 ,aut humana parum cauit natura4 ,horat4 de art4 poet4 4 #ac4 ,ich knnte mich noch lnger bey solchen allgemeinen ,betrachtungen1 diesen angenehmen ,materien1 aufhalten1 wenn ich berhaupt von dem ,geschmacke handeln wolte4 ,ich habe aber meinen jetzigen ,gedancken beraus enge ,schrancken gesetzt4 ,ich will nur von ,schertzen handeln1 und gewisse ,regeln fest setzen1 wonach sie beurtheilt werden knnen4 ,ich mu1 meine ,beurtheilungsgrnde ungezweifelt zu erweisen1 ein paar ,erklrungen zum voraus untersuchen4 ,es sollen das nicht alle diejenigen seyn1 die in meine ,betrachtung einen nhern ,einflu haben1 sondern ich will mich begngen1 den ,witz1 die ,scharfsinnigkeit und den scharfsinnigen ,witz1 nur in so fern zu untersuchen1 als es zur ,beurtheilung der ,schnheiten eines ,schertzes nthig seyn wird4 ,ich wrde sonst meinen ,lesern beschwerlich fallen1 und mich des ,fehlers eines ,schriftstellers theilhaftig machen1 der zu weit ausholt und von dem man sagen kan ,gemino bellum troianum orditur ab ovo4 ,hor4 de art4 poet4 4 #ad4 ,wir haben ein ,vermgen die ,uebereinstimmung der ,dinge gewahr zu werden4 ,die ,fertigkeit in diesem ,vermgen nennet man den ,witz4 ,zu den ,uebereinstimmungen der ,dinge1 mu man die ,aehnlichkeit1 die ,gleichheit und die ,proportionen rechnen4 ,der ,witz ist demnach die ,fertigkeit die ,aehnlichkeit1 ,gleichheit und ,proportion der ,dinge zu erkennen4 ,ist diese ,erkenntni deutlich1 so kan man den ,witz einen hhern1 obern oder vernnftigen ,witz nennen4 ,ist sie aber undeutlich1 so heit es der sinnliche und untere ,witz4 ,die ,vorstellungen und ,reden1 die durch den ,witz gewrckt werden1 sind sinnreiche oder witzige ,vorstellungen und ,reden4 4 #ae4 ,wir besitzen ein ,vermgen die ,verschiedenheit der ,dinge zu erkennen4 ,wer eine ,fertigkeit in demselben hat1 wird scharfsinnig genennt4 ,man mu zu der ,verschiedenheit nicht nur die ,unhnlichkeit rechnen1 sondern auch die ,ungleichheit1 und das ,gegentheil der ,proportion4 ,die ,scharfsinnigkeit besteht also in der ,fertigkeit1 die ,unhnlichkeit und ,ungleichheit1 nebst der ,verschiedenheit der ,grssen-,verhltnisse zu erkennen4 ,diese ,erkenntni ist entweder deutlich1 oder undeutlich4 ,die erste ist ein ,werck der hhern und vernnftigen ,scharfsinnigkeit1 und die andere gehrt fr die untere und sinnliche ,scharfsinnigkeit4 ,vorstellungen und ,reden die durch die ,scharfsinnigkeit gewrckt werden heissen scharfsinnig4 ,die ,fertigkeit die aus dem ,witze und der ,scharfsinnigkeit zusammengesetzt ist1 will ich den scharfsinnigen ,witz nennen1 welcher demnach entweder ein sinnlicher oder vernnftiger ist4 ,ich thue nicht ein ,wort zu diesen ,erklrungen mehr hinzu4 ,ich htte sie bey nahe gantz ausgelassen1 wenn ich nur gewust1 ob die ,eintheilung des scharfsinnigen ,witzes in den sinnlichen und vernnftigen so sehr bekannt wre1 als ich sie bey meiner ,abhandlung werde nthig haben4 ,es kan zwar scheinen1 als wenn ich ein freyer ,schpffer dieser ,erklrungen sey4 ,allein man wird sich der ,mhe berheben knnen1 von meinen knftigen ,beweisen viel abzuziehen1 wenn man bedenckt1 da meine ,erklrungen1 der ,sache nach und im ,grunde1 verschieden sind1 man mag nun die erklrten ,sachen mit einem ,namen ausdrucken1 mit welchem man es vor gut befindet4 4 #af4 ,eine ,vorstellung ist um so viel vollkommener1 je mehr das ,vermgen1 wodurch sie gewrckt worden1 bey ihrer ,hervorbringung1 seine ,vollkommenheit bewiesen hat4 ,die ,strcke und ,vortreflichkeit der wrckenden ,ursach1 breitet sich bis in die ,wrckung aus2 und wie die ,ursach beschaffen ist1 in so fern sie wrckt1 so ist auch die ,wrckung beschaffen1 in so fern sie von ihrer ,ursach abhnget4 ,die ,vollkommenheiten der ,vorstellungen1 haben also ihren ,grund in den ,vollkommenheiten des ,vermgens1 die es zu ihrer ,hervorbringung angewendet hat4 ,ich will die ,vollkommenheiten der ,schertze fest setzen4 ,diese sind ,vorstellungen1 die durch den scharfsinnigen ,witz gewrckt werden4 ,es ist demnach nthig1 da ich die ,vollkommenheiten des scharfsinnigen ,witzes bestimme4 ,die ,vollkommenheiten eines ,vermgens sind von zweyfacher ,art4 ,die ersten entstehen aus dem ,vorwurffe des ,vermgens1 und die letzten befinden sich in der ,einrichtung des ,vermgens selbst4 ,ich habe es jetzo blo mit der letzten ,art zu thun4 ,wenn ich von der ,vollkommenheit des scharfsinnigen ,witzes rede1 so verstehe ich dieselbe1 wie man zu reden pflegt1 formaliter betrachtet4 ,und in dieser ,absicht besteht sie in der ,grsse und ,strcke desselben4 ,je grsser ein ,vermgen ist1 desto mehr verschiedenes ist in demselben befindlich1 folglich ist die ,anzahl der bereinstimmigen ,stcke in dem ,vermgen um so viel grsser4 ,die ,vollkommenheit wchst aber1 durch die ,vermehrung der bereinstimmigen ,stcke4 ,wenn ich also die formelle ,vollkommenheit des scharfsinnigen ,witzes den ,stuffen nach bestimmen will1 so darf ich nur die ,grade des ,witzes und der ,scharfsinnigkeit ausmachen4 4 #ag4 ,die ,grsse eines ,vermgens wird bestimmt #a7 durch die ,grsse der ,wrckungen #b7 durch die ,menge derselben4 ,je grssere und mehrere ,wrckungen ein ,vermgen hervorbringt1 desto grsser ist es4 #c7 durch die ,schwierigkeit der ,wrckungen4 ,je leichter die ,wrckung hervorgebracht werden kan1 desto kleiner ist das ,vermgen4 ,je schwerer aber die ,wrckung ist1 je mehr ,hindernisse in den ,weg gelegt werden1 desto mehr ,kraft mu angewendet werden1 und um so viel grsser mu das ,vermgen seyn1 welches dem ohnerachtet die ,wrckung geleistet hat4 ,diese ,stze entlehne ich aus der ,dynamik1 in welcher man bemht ist1 die ,krfte berhaupt auszumessen4 4 #ah4 ,der sinnliche ,witz ist um so viel grsser und vollkommener #a7 je mehr ,dinge mit einander verglichen werden4 ,wenn ,dinge in eine ,vergleichung gesetzt werden1 so mssen sie vorgestellt werden4 ,ein ,witz1 der demnach nur zwey ,dinge mit einander vergleicht1 stelt sich nicht so viel vor1 als derjenige so mehrere in ,vergleichung setzt4 ,die ,anzahl der ,wrckungen des letztern ist also grsser1 mithin mu der ,witz selber grsser seyn 4 #ag4 n4 #b4 #b7 ,je unbekannter die ,dinge sind1 die mit einander verglichen werden4 ,dinge die man sich unzhlige mahl schon vorgestellet hat1 und die uns dadurch beraus bekannt geworden1 stellen wir uns mit leichter ,mhe vor1 weil wir eine ,fertigkeit dieselben vorzustellen erlangt haben4 ,sind sie uns aber noch nicht sehr bekannt1 so ist ihre ,vorstellung schwerer1 und ihre ,vergleichung erfodert also einen grssern ,witz 4 #ag4 n4 #c4 #c7 ,je verschiedener die ,dinge sind1 deren ,uebereinstimmung der ,witz erkennet4 ,denn alsdenn ist die ,uebereinstimmung schwerer zu entdecken1 weil sie nicht nur sehr versteckt und geringe ist1 sondern weil durch die augenscheinliche ,verschiedenheit unsere ,aufmercksamkeit strcker auf das verschiedene gezogen wird1 dadurch unserm ,witze eine ,hinderni bey der ,entdeckung der ,uebereinstimmung in den ,weg gelegt wird4 4 #ag4 n4 #c4 #d7 ,je mehr ,uebereinstimmungsstcke erkannt werden4 ,in diesem ,falle1 ist die ,menge der ,wrckungen des ,witzes grsser1 und folglich mu der ,witz selber grsser seyn 4 #ag4 n4 #b4 #e7 ,je grssere ,uebereinstimmungen entdeckt werden4 ,alsdenn ist die ,grsse der ,wrckungen des ,witzes ansehnlicher1 welche eben deswegen seine eigene ,grsse vermehrt 4 #ag4 n4 #a4 #f7 ,je strcker die ,vorstellungen gewesen1 die vor der ,uebung des ,witzes vorhergegangen1 ja je strcker die ,vorstellungen sind1 welche bey seiner ,uebung zugleich in der ,seele angetroffen werden1 wenn diese ,vorstellungen von anderer ,art1 als die ,vorstellungen des ,witzes1 sind4 ,aus der ,lehre von unserer ,seele ist bekannt1 da eine sehr starcke ,vorstellung uns verhindert1 gleich nachher1 auf etwas anders zu dencken2 und wenn wir den ,kopf sonst voller starcken ,vorstellungen haben1 so ist es ungemein schwer1 zu gleicher ,zeit auf etwas anders zu dencken4 ,ein ,witz der mitten unter diesen grossen ,hindernissen dennoch wrcksam seyn kan1 mu grosse ,hindernisse bersteigen1 und demnach gro seyn 4 #ag4 n4 #c4 #g7 ,je klrer1 richtiger1 gewisser und lebendiger1 doch aber auf eine undeutliche ,art1 die ,uebereinstimmung vorgestelt wird4 ,denn der ,grad der ,deutlichkeit gehrt fr den vernnftigen ,witz1 davon ich nicht rede4 ,eine klare1 richtige1 gewisse und lebendige ,vorstellung ist allezeit grsser1 als eine dunckele1 unrichtige1 ungewisse1 matte und todte ,vorstellung1 wenn man die brigen ,stcke derselben als gleich annimmt4 ,ein ,witz der klrere1 richtigere1 gewissere und lebendigere ,vorstellungen wrckt1 bringt also grssere ,wirckungen hervor1 als derjenige1 dessen ,vorstellungen nach allen diesen ,stcken kleiner sind4 ,jener ist demnach grsser und vollkommener4 4 #ag4 n4 #a4 4 #ai4 ,ich will mich bey den ,graden der ,vollkommenheit1 in der ,scharfsinnigkeit nicht aufhalten4 ,die ,scharfsinnigkeit ist von dem ,witze nicht unterschieden1 als nur dem ,gegenstande nach4 ,man nehme den vorhergehenden ,absatz4 ,wo das ,wort ,uebereinstimmung steht1 da setze man ,verschiedenheit1 und an statt dieses setze man jenes1 so hat man die ,regeln wodurch die ,grsse der ,scharfsinnigkeit bestimmt wird4 ,da nun der scharfsinnige ,witz eine ,fertigkeit ist1 die aus dem ,witze und der ,scharfsinnigkeit zusammengesetzt ist1 so versteht sich von selbst1 da1 je grsser und vollkommener diese beyden ,fertigkeiten sind1 desto grsser und vollkommener der scharfsinnige ,witz seyn msse4 4 #bj4 ,quintilian versichert uns1 in dem sechsten ,buche seiner ,redekunst1 da die ,natur das meiste zu einem guten ,schertze beytrage1 weil sie einen ,menschen1 unter andern1 scharfsinniger und fertiger in der ,erfindung der ,spasse mache4 ,ja1 er erklrt einen ,schertz ausdrcklich durch3 sermonem cum risu aliquos incessentem4 ,cicero stimmt mit dem letzten berein4 ,er setzt jederzeit voraus1 da ein ,schertz geschickt sey1 ein lachen zu verursachen1 und da ein ,spa dewegen vorgetragen werde1 damit ein ,gelchter mge erweckt werden4 ,betrachtet man alle die ,exempel1 die beyde anfhren1 nebst den ,quellen1 woraus sie die ,schertze hergeleitet haben2 so mu man augenblicklich auf die ,gedancken gerathen1 da zu einem ,schertze1 eine ,uebereinstimmung verschiedener ,dinge1 und die ,einsicht derselben1 erfodert werde4 ,dieses zum voraus gesetzt1 werde ich nicht irren1 wenn ich sage3 da ein ,schertz eine ,rede sey1 wodurch wir ,vorstellungen1 die von den scharfsinnigen ,witze gewrckt worden1 vortragen1 und welche zum nchsten ,zwecke hat1 andere zum lachen zu reizen4 ,ich sage ein ,schertz sey eine ,rede4 ,ich will dewegen nicht in ,abrede seyn1 da ein schertzhafter ,kopf mit sich selbst spassen knne4 ,ich will sagen1 da ich zugebe1 da ein ,mensch ,vorstellungen haben kan1 denen alle ,eigenschaften eines ,schertzes zukommen1 und denen nichts weiter fehlt1 als der ,ausdruck und ,vortrag4 ,ich will niemanden einen ,streit erregen1 wer diesen ,vorstellungen schon den ,namen der ,schertze beylegen will4 ,ich habe aber doch geglaubt1 da ich berechtiget sey1 einen ,schertz eine ,rede zu nennen4 ,ich habe nicht nur den huffigsten ,gebrauch zu reden auf meiner ,seite2 sondern wenn es auch ein ,irthum ist1 so irre ich zum ummercklichen ,nachtheil der ,critik ber die ,schertze4 ,alles was ich von den ,schertzen1 nach meiner ,erklrung1 beweisen werde1 wenn man das ausnimmt1 was von dem ,vortrage derselben wird gesagt werden1 gilt auch von einem ,schertze1 wenn man ihn als eine blosse ,vorstellung betrachten will4 ,ich sage nicht1 da ein ,schertz allezeit ein ,lachen erwecke4 ,es kan jemand sehr starck zum ,lachen gereitzt werden1 und doch durch tausenderley ,ursachen genthiget werden1 die ,stirne mit ,runzeln zu bedecken4 ,ich leugne nicht1 da man bey einem ,schertze ausser dem ,lachen noch andere entferntere ,zwecke haben knne4 ,ich sage nur da der ,schertzende zunchst1 durch seinen ,schertz ein ,lachen zu erwecken1 gesinnet seyn msse4 4 #ba4 ,ich unterscheide einen ,schertz von einer sinnreichen ,rede und ,einfalle berhaupt4 ,es kan jemand sehr vielen ,witz in seinen ,reden blicken lassen1 er kan die artigsten ,einflle vortragen1 darber sich seine ,zuhrer in einem hohen ,grade belustigen1 und man wird deswegen nicht sagen knnen1 da er schertze4 ,man mste denn alle ,allegorien1 ,metaphern1 und alle ,wrckungen des ,witzes1 ,schertze nennen wollen1 welches gewi nur aus ,spa geschehen wrde4 ,desgleichen1 wird auch nicht eine jede scharfsinnige ,rede ein ,schertz seyn4 ,wer das im ,ernst behaupten wolte1 der mste alle ,subtilitten fr ,spa halten4 ,gewi1 ein schner ,einfall6 auf die ,art wrde der ernsthafteste ,metaphysicus und ,mathematicus1 in seinem ,vortrage nichts thun1 als spassen4 ,endlich so mu man das nicht gleich fr einen ,schertz halten1 wodurch man zum lachen bewegt wird4 ,es kan jemand sich aus dem ,athem lachen1 wenn er einen andern fallen sieht1 der ,hals und ,bein zerbricht1 welcher aber doch gewi nicht aus ,spa gefallen ist4 ,das ,lachen kan aus unzhligen ,ursachen entstehen1 die keinen ,schertz zum ,grunde haben4 ,doch davon werde ich weiter handeln1 wenn ich die ,vollkommenheit eines ,schertzes1 in ,absicht aufs lachen1 untersuchen werde4 4 #bb4 ,die ,vollkommenheit und ,unvollkommenheit eines ,schertzes ist1 entweder eine materielle oder formelle4 ,die erste entsteht aus den ,dingen1 die man zum ,schertze braucht1 und worber man schertzet4 ,ich bin nicht willens alle ,eintheilungen der ,schertze1 die daher erwachsen1 anzufhren4 ,sie sind nicht nur leicht1 sondern auch bey nahe unzhlig4 ,ich brauche sie auch zu meiner ,abhandlung sehr wenig1 weil es nicht hieher gehrt1 die ,sittlichkeit der ,schertze1 und die daher entstehenden ,pflichten zu untersuchen4 ,ich werde nur berhaupt zum ,beschlusse meiner ,abhandlung einige ,anmerckungen darber machen4 ,doch kan ich mich nicht enthalten1 mit wenigen einige ,arten dieser ,schertze anzufhren4 ,ich nenne einen ,schertz unschuldig1 wenn er keine ,snde ist1 oder wenn dabey keine ,pflicht bertreten wird4 ,die ,schertze die nicht unschuldig sind1 bekommen ihren ,namen von den ,pflichten1 welche dabey bertreten werden4 ,ein ,schertz ist gottlo1 wenn er den ,pflichten gegen ,g,ott zuwieder2 grob1 unhflich1 burisch1 wenn er die ,pflichten der ,hflichkeit bertrit2 unanstndig wenn er den ,pflichten der ,wohlanstndigkeit widerspricht u4 s4 w4 ,man erkennt von selbst was ein hflicher1 anstndiger1 keuscher ,schertz u4 s4 w4 sagen wolle4 ,hieher kan man auch die verschiedenen ,arten der ,schertze rechnen1 welche auf den ,zwecken1 die man ausser dem ,lachen bey einem ,spasse haben kan1 beruhen4 ,man wird ohne mein ,erinnern gewahr werden1 da ich dahin1 unter andern1 die beissenden oder satyrischen ,schertze rechne4 4 #bc4 ,die formellen ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten der ,schertze1 gehren wesentlich in meine ,abhandlung4 ,sie beruhen auf der ,einrichtung derselben1 und ,geschicklichkeit zu ihrem ,zweck1 in so fern sie von einem scharfsinnigen ,witze abhangen1 ohne da man dabey auf ihren ,gegenstand sieht4 ,ich theile sie in dieser ,absicht in zwey ,arten4 ,die erste begreift die glcklichen oder geschickten ,schertze1 wenn sie formaliter vollkommen sind4 ,sind sie in einem hhern ,grade glcklich1 so werden sie feurige ,schertze genennt4 ,zu der zweyten ,art gehren diejenigen1 denen eine formelle ,unvollkommenheit zukommt1 sie werden unglckliche1 ungeschickte1 abgeschmackte ,schertze genennt4 ,ein ,schertz der in hhern ,grade abgeschmackt ist1 heit frostig4 ,ich htte bey nahe vergessen zu erinnern1 da ein feuriger ,schertz gottlo unhflich seyn knne1 und ein abgeschmackter unschuldig4 ,folglich kan ein ,schertz eine grosse formelle ,vollkommenheit besitzen1 der aber in der ,sache selbst hchst unvollkommen ist1 und umgekehrt4 4 #bd4 ,da eine ,vorstellung um so viel vollkommener oder unvollkommener ist1 formaliter betrachtet1 je vortreflicher oder schlechter sich die ,vorstellungskraft1 wodurch sie gewrckt wird1 bey ihrer ,hervorbringung bewiesen2 so mu auch ein ,schertz um so viel glcklicher oder unglcklicher seyn1 je strcker oder matter und schwcher der scharfsinnige ,witz ist1 wodurch er gewrckt wird1 und je geschickter er selbst ist ein ,lachen zu erwecken4 ,das ,feuer und die ,klte eines ,schertzes1 haben also ihren ,grund1 eines theils1 in der ,strcke und ,mattigkeit des scharfsinnigen ,witzes2 andern theils aber1 in der ,geschicklichkeit desselben einen andern zum lachen zu reitzen4 ,man thue hinzu1 da auch ein geschickter ,vortrag des ,schertzes sehr viel beytragen kan1 das ,feuer desselben zu vermehren1 gleichwie der feurigste ,spa durch einen ungeschickten ,vortrag kan ausgedmpft werden4 4 #be4 ,wenn man den #bd4 ,absatz mit dem #bh4 vergleicht1 so knnen daher die ,hauptregeln mit geringer ,mhe erwiesen werden1 wonach ein ,schertz eingerichtet werden mu1 wenn er glcklich und feurig seyn soll4 ,ein ,spa wird glcklich #a7 wenn viele ,dinge verglichen werden4 #b7 ,wenn die ,vorstellungen1 die den ,schertz ausmachen1 unbekannt sind4 #c7 ,wenn die verglichenen ,sachen sehr verschieden sind4 #d7 ,wenn er viele und grosse ,uebereinstimmungsstcke entdeckt4 #e7 ,wenn kurtz vor dem ,schertze1 sehr starcke ,vorstellungen von anderer ,art1 vorhergegangen4 #f7 ,wenn er mitten unter solchen ,vorstellungen vorgetragen wird1 die sehr starck und von anderer ,art sind4 #g7 ,wenn er selbst eine sehr starcke und grosse sinnliche ,vorstellung ist4 #h7 ,wenn er sehr geschickt ist ein ,lachen hervorzubringen1 oder wenigstens dazu sehr lebhaft zu reitzen4 #i7 ,wenn er auf eine geschickte ,art vorgetragen wird4 ,nach diesen ,regeln will ich meine ,beurtheilung der ,schertze einrichten4 ,und ich glaube1 es wird aus denselben1 durch ein geringes ,nachdencken1 knnen erkannt werden1 da ein feuriger ,schertz unter die vollkommensten und vortreflichsten sinnlichen ,vorstellungen gehre2 und da ein spahafter ,kopf1 der in seinen ,schertzen glcklich ist1 eine wahre ,hochachtung und ,bewunderung verdiene4 4 #bf4 ,das ,feuer eines ,schertzes1 und die unterschiedenen ,grade desselben1 entstehen #a7 durch die ,menge der ,regeln die dabey beobachtet werden4 ,je mehr von den kurtz vorher angefhrten ,regeln beobachtet werden1 desto glcklicher und feuriger wird der ,schertz2 je wenigern ,regeln er aber gem ist1 desto unglcklicher und frostiger mu er seyn4 #b7 ,durch die genauere ,beobachtung einer jeden ,regel4 ,je mehr und besser eine jede beobachtet wird1 desto glcklicher ist der ,spa2 je schlechter und kleiner aber die ,beobachtung einer jeden ,regel ist1 desto unglcklicher und frostiger mu der ,schertz gerathen4 ,ich will mich nicht unterstehen zu versichern1 da ich mir getrauete1 den ,grad der ,gte eines ,schertzes in einem gegebenen ,falle genau zu bestimmen4 ,so weit habe ich es noch nicht in der mathematischen ,erkenntni solcher ,dinge gebracht1 die nicht nach ,ruthen und ,schuhen knnen abgemessen werden4 ,ich begreiffe auch leicht1 da ich einen zu strengen ,kunstrichter abgeben wrde1 wenn ich keinen andern ,schertz loben wolte1 als solche die im hchsten ,grade feurig sind4 ,mir deucht1 da ich das von einem spahaften ,kopfe sagen knne1 was ,horatz von den ,dichtern behauptet3 mediocribus esse poetis ,non homines1 non di1 non concessere columnae4 ,ich bin also der ,meinung1 da man einem ,schertze seinen ,beyfall nicht versagen knne1 wenn er nur mehr als mittelmig glcklich ist4 ,doch ich mu nun weiter gehen1 und eine jede der gegebenen ,regeln genauer untersuchen4 4 #bg4 ,die erste ,vollkommenheit eines glcklichen ,schertzes entsteht1 vermge der ersten ,regel 4 #be4 aus der ,anzal der ,dinge1 die mit einander verglichen werden4 ,ich rede nicht von der ,vollkommenheit und ,strcke eines schertzhaften ,menschen1 die man ihm zugestehen mu1 wenn er geschickt ist oft und viel zu schertzen1 mit allem was ihm vorkommt4 ,ein ,mensch dessen ,fertigkeit zu schertzen sich ber unzlige ,gegenstnde erstreckt1 hat ein sehr weites ,feld1 darin sich sein ,witz und ,scharfsinnigkeit wrcksam beweit1 und man mu ihm einen grossen ,reichthum an schertzhaften ,einfllen zugestehen4 ,darin besteht aber nicht die ,vollkommenheit1 die ich hier meine4 ,diese ,schnheit eines ,schertzes mu in einem einzigen ,schertze enthalten seyn4 ,der ,schertz der dieselbe haben soll1 mu uns sehr viele ,dinge auf einmal vorstellen4 ,ich gebe zu1 da ein ,schertz1 der auch nur zwey ,dinge mit einander vergleicht1 im brigen sehr feurig seyn knne4 ,man wird aber doch zugestehen mssen1 da ihm eine ,schnheit fehlt1 die nicht anders mglich ist1 als durch die ,menge der ,gegenstnde1 die man in einem einzigen ,schertze zusammen fat4 ,zwey ,schertze1 die im brigen gleich schn sind1 deren einer nur zwey ,dinge vergleicht1 der andere aber mehrere1 sind ohne ,streit dergestalt von einander unterschieden1 da der letztere vor den erstern den ,vorzug erhalten mu4 4 #bh4 ,ein ,schertz bekommt durch die in dem vorhergehenden ,absatze angemerckte ,vollkommenheit1 eine ,schnheit1 die eine ungemeine ,belustigung zu verursachen vermgend ist4 ,nichts belustiget die ,einbildungskraft strcker1 als die ,verschiedenheit4 ,das ,auge irret mit dem grsten ,vergngen in einer ,gegend herum1 von der es kein ,ende erblickt1 und welche durch eine unendliche ,mannigfaltigkeit der ,gegenstnde ausgefllt ist4 ,alles was gro und unendlich ist1 erweckt in der ,seele eine angenehme ,empfindung4 ,es sey nun1 da unser ,geist sich ber seine eigene ,strcke1 wodurch er vermgend ist so vieles auf einmal zu fassen1 ergtzt4 ,oder1 da selbst eine jede ,vorstellung eine ,vollkommenheit ist1 die die ,seele fhlt1 und welche durch die ,vervielfltigung der ,vorstellungen selbst vervielfltiget wird4 ,oder da die ,menge der ,vorstellungen1 die die ,seele mit einemmal begreift1 eine ,uebereinstimmung des mannigfaltigen in der ,seele selbst entsteht1 welche sie fhlt1 und woher1 als aus einem ,gefhl der ,vollkommenheit1 eine ,lust entstehen mu4 ,dem sey wie ihm wolle1 das mannigfaltige1 und die ,abwechselung in demselben1 fhrt jederzeit etwas belustigendes mit sich4 ,jucundum nihil est nisi quod reficit varietas4 ,publ4 mimogr4 ,wenn also ein ,schertz eine solche ,mannigfaltigkeit in sich fat1 so mu er angenehm seyn4 ,und ich halte mich vor berzeugt1 da ein angenehmer ,schertz besser sey1 als ein unangenehmer4 ,jener erweckt ein lachen wodurch das ,gemth aufgeheitert wird1 und wer lacht nicht gerne zu dem ,ende8 ,und wer geht nicht gerne mit solchen ,leuten um die auf eine so angenehme ,art schertzen8 ,nil ego contulerim iucundo sanus amico4 ,hor4 ,satt4 ,l4 ,i4 ,sat4 ,v4 4 #bi4 ,zu den ,schertzen1 welche diese erste ,vollkommenheit haben1 knnen diejenigen gerechnet werden1 welche durch die ,anfhrung eines ,verses aus einem berhmten ,poeten gemacht werden4 ,wenn die ,wahl glcklich ist1 so wird der ,schertz ohnfehlbar gerathen4 ,man kan entweder die unvernderten ,worte des ,dichters behalten1 oder dieselben etwas verndern4 ,wem nun der ,dichter bekannt ist1 dem wird durch die ,anfhrung1 auch nur einiger ,worte1 der ,zusammenhang der gantzen ,stelle ins ,gemth gebracht1 woher man den ,vers entlehnt hat4 ,und man wird mir ohne ,bewei zugestehen1 da dadurch der ,einbildungskraft eine gantze ,menge mannigfaltiger ,dinge vorgestellt wird4 ,ich setze voraus1 da sonst keine nothwendige ,eigenschaft eines ,schertzes fehlt4 ,dieses ,kunstgriffes wissen sich die ,satyrenschreiber1 mit grossen ,vortheile1 zu bedienen1 und ich halte es daher fr unnthig ,exempel anzufhren4 ,von gleicher ,art sind die ,sprchwrter4 ,einige derselben beziehen sich nicht nur1 vermge ihres wesentlichen ,inhalts1 auf viele ,dinge zugleich1 sondern weil sie in unendlich vielen ,fllen im gemeinen ,leben gebraucht werden1 so stellt uns die ,einbildungskraft1 so bald wir das ,sprchwort hren1 unzlige solcher ,flle vor4 ,wenn man demnach schertzen will1 und man fhrt zu dem ,ende1 ein bekanntes ,sprchwort an1 das sich sonst zu den ,umstnden schickt1 und die ,sache lcherlich macht1 so bekommt der ,schertz eine ,mannigfaltigkeit die angenehm seyn mu4 4 #cj4 ,diese ,vollkommenheit der ,schertze1 von der ich bisher geredet habe1 entsteht auch aus der ,erzehlung einer gantzen ,begebenheit4 ,man kan sie entweder selbst erdichten1 oder aus der ,geschichtskunde entlehnen4 ,das erste erfodert eine grosse ,geschicklichkeit4 ,ich unterstehe mich nicht1 ,regeln davon zu geben1 da es berdies mein ,zweck nicht ist dergleichen vorzutragen4 ,ich mercke nur an1 da durch eine solche ,erzehlung1 ein ,schertz diejenige ,schnheit bekommt1 von der ich jetzo rede4 ,eine ,erzehlung fat sehr vieles in sich1 es kan demnach einem solchen ,spasse an ,mannigfaltigkeit nicht fehlen4 ,ein ,exempel gibt mir des ,herrn ,liskov ,satyre1 auf den bekannten ,philippi1 in welcher er seinen ,tod erzehlt4 ,entlehnt man die ,erzehlung aus der ,geschichtskunde1 so kan es auf verschiedene ,art geschehen4 ,man kan eine berhmte ,person nennen1 oder sonst eine berhmte ,sache und ,begebenheit4 ,man kan durch einen kurzen ,ausspruch1 eine bekante ,sache ins ,gedchtnis bringen1 und dem ,schertze diejenige ,lebhaftigkeit geben1 welche durch die ,anzahl der verglichenen ,dinge entsteht4 ,meine ,leser werden nicht dencken1 als wenn ich glaubte1 da die ,verse1 ,sprchwrter1 und ,erzehlungen1 dem ,schertze keine andere ,schnheiten1 als die ,mannigfaltigkeit zu geben vermgend wren4 ,ich habe diese ,quellen der ,schertze nur deswegen angefhrt1 damit man berzeugt werde1 da meine erste ,regel der ,schnheit eines ,schertzes1 von der ich bisher geredet1 gegrndet sey4 4 #ca4 ,ich gehe zur andern ,hauptvollkommenheit der ,schertze fort4 ,ich habe 4 #be4 erwiesen1 da ein glcklicher ,schertz unbekannt seyn msse4 ,man mu diese ,vollkommenheit nicht so verstehen1 als wenn das ,materielle des ,schertzes1 die ,sachen worber man schertzet1 und woher man den ,schertz nimmt1 unbekannt seyn msten4 ,nein1 das wre eine ,unvollkommenheit die den gantzen ,schertz verderben wrde4 ,ein solcher ,spa wre viel zu dunckel1 als da er solte verstanden werden knnen1 und ein ,schertz der nicht eingesehen wird1 ist in ,absicht auf den1 der ihn nicht einsieht1 kein ,schertz4 ,der allerfeurigste ,spa thut keine ,wrckung1 bey denen die ihn nicht verstehen4 ,ich glaube da uns viele ,schertze im ,cicero1 und andern alten ,schriftstellern besser gefallen wrden1 wenn wir sie nur gantz verstnden4 ,warum kan niemand ber die pyxis ,coeliana im ,quintilian und ,cicero lachen8 ,die ,sache ist uns unbekannt4 ,man begreift also1 wovon ich unten ausfhrlicher handeln werde1 da die ,sachen womit man schertzet1 demjenigen bekannt seyn mssen1 bey dem ein ,schertz seine ,wrckung thun soll4 ,was ist aber denn nun das unbekannte1 das zur ,schnheit eines ,schertzes erfodert wird8 ,es besteht1 mit einem ,worte1 in dem schertzhaften eines ,spasses4 ,das was einen ,schertz zum ,schertz macht1 die ,form desselben1 der ,schwung der ,gedancken1 die ,vergleichung verschiedener ,stcke1 und hundert andere ,dinge die das ,wesen eines ,schertzes ausmachen1 mssen noch unbekannt seyn4 ,oder1 will man es anders ausdrucken1 so sage man1 da ein glcklicher ,schertz neu seyn msse4 4 #cb4 ,wenn ich sage1 da ein glcklicher ,schertz noch neu und unbekannt seyn msse1 so verstehe ich das nicht nur von den ,personen1 denen der ,schertz vorgetragen wird1 sondern auch von der schertzenden ,person selbst4 ,ein ,mensch der einen ihm schon bekannten ,schertz vortrgt1 beweit alsdenn keine ,strcke seines scharfsinnigen ,witzes4 ,er braucht nichts weiter als sein ,gedchtni1 und er verhlt sich dabey nicht anders als ein ,geschichtschreiber1 der die ,schertze eines andern erzehlen kan1 ohne selbst ein spahafter ,kopf zu seyn4 ,es ist wahr1 wenn ein solcher ,schertz nur den ,zuhrern noch unbekannt ist1 so kan er bey ihnen alle ,wrckungen eines feurigen ,schertzes hervorbringen4 ,derjenige1 der den ,schertz erzehlt1 darf sichs nur nicht mercken lassen1 da ihm derselbe schon lngst bekannt gewesen ist4 ,dem ohnerachtet behlt ein solcher ,spa einen ,fehler1 der von andern nur darinn unterschieden ist1 da er nicht so mercklich ist4 ,noch viel nthiger aber ist es1 da ein ,schertz der glcklich gerathen soll1 den ,zuhrern noch neu und unbekannt sey4 ,haben sie ihm schon unzhlige mal gehrt1 so ist er was altes1 und er verliehrt alles das ,feur1 welches ihm nichts anders als die ,neuigkeit geben kan4 4 #cc4 ,das neue hat jederzeit eine ,schnheit1 die alle dem fehlen mu1 was alt ist4 ,das alte wird uns zur ,gewohnheit1 man gibt nicht mehr drauf achtung1 die ,vorstellung desselben verdunckelt sich nach und nach1 und wir werden natrlicher ,weise verdrielich1 ein und eben dasselbe so oft zu dencken1 weil die ,seele keinen ,zuwachs der ,erkenntni1 so ein ,mangel einer ,vollkommenheit ist1 dabey fhlt4 ,was uns aber noch neu ist1 beschftiget unsere gantze ,aufmercksamkeit1 es entsteht darber eine ,art einer angenehmen ,verwunderung1 unsere ,seele freuet sich heimlich ber den ,anwachs ihrer ,erkenntni1 welcher berhaupt betrachtet eine ,vollkommenheit ist4 ,kurtz1 eine ,vorstellung die bey uns gantz neu ist1 hat ein ,licht welches viel zu angenehm ist1 als da wir es nicht mit ,vergngen sehen solten4 ,ich wei wohl1 da es ,leute gibt1 welchen vor dem was neu ist eckelt1 und die sich in das ,alterthum dermassen verliebt haben1 da sie mit einem innigern ,vergngen die ,schrift auf einer verrosteten ,mntze lesen1 als den ,beweis einer neuen ,wahrheit durchdencken4 ,allein ich wei auch1 da diese ,bewunderer des ,alterthums meinen ,satz besttigen4 ,nimmermehr wrden sie ein verschimmeltes ,manuscript mit ,vergngen ansehen1 wenn es in ihrer ,vorstellung nicht etwas neues wre4 ,nein1 es bleibt dabey1 die ,natur bleibt sich berall hnlich1 das alte in so fern es alt ist kan niemals uns das ,vergngen geben1 welches ,neuigkeiten verursachen1 als in so fern unsere ,gedancken davon neu sind4 ,die ,neuigkeit ist also eine ,schnheit des ,schertzes1 welche reitzt4 ,man kan hinzu thun1 da die ,neuigkeit eines ,schertzes ein untrglicher ,bewei sey1 da ihn der schertzende selbst gemacht hat4 ,die ,strcke und ,geschicklichkeit seines scharfsinnigen ,witzes leuchtet darinn unleugbar hervor1 und gibt dem ,schertze eine ,anmuth1 die eine ,bewunderung des ,urhebers verursacht4 ,ein ,schertz der feurig seyn soll1 mu wenigstens einen gantz neuen ,gedancken enthalten1 der zu dem schertzhaften in demselben gehrt4 4 #cd4 ,ein ,schertz mu nothwendig abgeschmackt und frostig seyn1 der von ,vater auf ,sohn fortgepflanzt worden4 ,man solte1 bey manchen ,spassen1 womit sich verfrorne ,kpfe breit machen1 fast auf die ,gedancken gerathen1 da es ,familien-,spasse gebe2 und da man1 wenn die dunckeln ,zeiten diese wichtige ,nachricht nicht entrissen htten1 den ,ursprung mancher ,schertze vor den ,hunnen ,kriege finden knnte4 ,es ist nichts natrlicher1 als da ein ,sohn die ,schertze seines spahaften ,vaters bewundert und sich mercket4 ,kan man wohl anders dencken1 als ein ,vater werde sich ber sein kluges ,kind hertzlich freuen mssen1 wenn es so gelehrig ist1 und die ,schertze seines ,vaters wieder an ,mann zu bringen wei8 ,ich betrge mich entweder1 oder die mehresten ,spasse1 die man im gemeinen ,leben hrt1 sind geerbte ,spasse1 nur da sie1 wie bey allen mndlichen ,ueberliefferungen zu geschehen pflegt1 denn und wenn eine kleine ,vernderung auszustehen haben4 ,ein ,schertz der scharfsinnigen ,kpfen1 und einem gereinigten ,geschmacke gefallen soll1 mu unsern ,vtern unbekannt gewesen seyn4 ,man hat sich dabey nicht nach den ,beyfall des grsten ,hauffens zu richten4 ,ich wei wohl1 da unter denselben ein verdorbener ,geschmack herrscht1 dem solche ererbte ,schertze dennoch zu gefallen pflegen4 ,allein1 das ist ein ,beweis der abgeschmackten ,beschaffenheit eines ,spasses1 wenn er einem frostigen ,kopfe gefllt1 und es bleibt wahr was ,horatz gesagt3 ,nec1 si quid fricti ciceris probat nucis emtor1 ,aequis accipiunt animis1 donantue corona4 4 #ce4 ,ein ,schertz der feurig seyn soll1 mu nicht zur ,mode geworden seyn4 ,ein ,mode ,schertz ist viel zu bekannt1 und alt1 als da er einiges ,feur behalten solte4 ,man kan leicht dencken1 was ein feuriger ,witz vor ,vergngen finden wird1 in den gewhnlichen artigen ,zusammenknften1 da sich ein jeder bemht die ,gesellschaft1 mit spahaften ,einfllen nach der ,mode1 zu unterhalten4 ,will man ,exempel solcher abgeschmackten ,schertze hren1 so darf man nur mit einem kleinen ,herrn umgehen4 ,ein kleiner ,herre ist eine ,archiv aller ,dinge die zur ,mode gehren4 ,sein ,kopf start vor ,menge der artigen ,einflle1 welche im ,schwange gehen4 ,er bringt mit inniger ,zufriedenheit hundert lustige ,einflle vor1 die tausend andere ebenfals sagen4 ,es mste jemand sehr wenigen ,umgang haben1 dem nicht hundert ,schertze von solcher ,art beyfallen solten4 ,doch kan ich mich nicht enthalten derjenigen zu erwehnen1 die man durch eine ,anspielung auf solche ,dinge macht1 die mir die ,schamhaftigkeit zu nennen verbiethet4 ,ich will nicht sagen1 da diese abgeschmackten ,zoten viel zu schmutzig sind1 als da sie einem ehrbaren ,menschen solten anstndig seyn4 ,ich sage nur1 da derjenige einen sehr armseeligen ,witz blicken lt1 der mit ,schertzen aufgezogen kommt die unter den ,pbel im ,schwange gehen1 und davon man ,millionen hnliche und gantz gleiche ,schertze antrift4 ,mu das nicht ein allerliebster ,umgang mit ,frauenzimmer seyn1 wo man seiner ,schnen mit dergleichen witzigen ,einfllen zu schmeicheln sucht8 ,die ,ktzelung1 die durch einen solchen frostigen ,schertz entsteht1 rhrt gewi nicht aus dem sinnreichen desselben her1 sondern aus dem ,inhalte desselben1 der allein im ,stande ist1 die ,lebens ,geister eines schmutzigen ,gehirns1 zu reitzen4 ,es sey also ferne1 da ich solche ,mode ,schertze billigen solte1 sie gehren unter die ,zahl derjenigen1 die ein guter ,geschmack fr abgeschmackt hlt4 ,doch was kan man wohl hoffen8 ,kan man wohl glauben1 da die ,liebhaber dieser ,schertze sich bessern werden1 wenn man ihnen auch die ,wahrheit noch so deutlich sagt8 ,ich zweiffele sehr daran4 ,sie wollen mit aller ,gewalt spahafte ,kpfe seyn1 sie selbst knnen nicht schertzen1 ist es wohl anders mglich1 als da sie zur ,mode ihre ,zuflucht nehmen8 ,uberdem finden solche frostige ,kpfe jederzeit ,bewunderer ihres ,witzes3 vn sot trouve touiours un plus sot qui l'admire ,boileau4 ,so lange es demnach ,leute gibt die ihrer ,natur zum ,possen schertzen wollen2 ,so lange es ,leute gibt1 die einen ,mode ,schertz bewundern1 so lange werden auch die ,mode ,schertze ihr altes ,recht behaupten4 4 #cf4 ,der vorhergehende ,absatz veranlat mich zu einer ,critik1 ber eine ,stelle im #c4 ,buch der ,odyssee4 ,homer lt den ,demodocus die ,rache des ,vulcans besingen1 die ihm die ,eifersucht ber seine ,frau eingeblasen4 ,vulcan war von der ,untreue seiner ,venus benachrichtiget worden1 und weil er sich auf seine ,fsse zu verlassen keine ,ursach fand1 so hatte er ,grund zu zweiffeln die ,venus auf frischer ,that einmal zu ertappen4 ,er ersan eine ,list1 die man von einem ,schmidt1 der eine ,gottheit ist1 vermuthen kan4 ,er verfertigte eine unsichtbare ,schlinge1 die unzerbrechlich war1 und die er nur selbst aufzulsen vermochte4 ,venus und ,mars werden gefangen4 ,vulcan erblickt seinen ,fang1 und hebt ein so erbrmliches ,geschrey an1 wozu ,rache1 ,eifersucht1 ,zorn und ,verspottung einen ,ehemann in hnlichen ,umstnden nur immer zu vermgen im ,stande sind4 ,alle ,gottheiten mnnlichen ,geschlechts1 denn das ,frauenzimmer des ,olympus war viel zu schamhaftig1 als da es bey dieser schmutzigen ,begebenheit erscheinen solte1 kommen zu ,hauffe1 und bewundern die ,list des ,vulcans4 ,wer ,homers ,gtter kennt wird mit leichter ,mhe errathen knnen1 was ein jeder von ihnen1 bey diesem ,anblicke1 wird gedacht haben4 ,apollo ist unverstellter als die brigen1 er fragt den ,mercur1 ob er wohl wnschte sich jetzt in den ,umstnden zu befinden1 in welchen ,mars betroffen worden8 ,mercur antwortet mit aller der ,schalckhaftigkeit1 wozu eine so lustige ,gottheit im ,stande war4 ,o1 sagt er1 wenn es nur wahr wre1 und wenn ich noch dreymal strcker gefesselt wre1 und alle ,gtter und ,gttinnen mich sehen solten1 so wolte ich doch bey der unvergleichlichen ,venus gerne liegen4 ,di war nun der ,spa1 darber alle ,gtter anfingen zu lachen4 ,ich will nicht sagen1 da dieser ,schertz einer ,gottheit unanstndig sey1 und da ,mercur1 wenn er ein ,philosoph gewesen wre1 ohnfehlbar zur ,cynischen ,secte gehrt htte4 ,der lppische ,character den ,homers ,gottheiten haben kan damit vllig bestehen4 ,homer hat auch sehr gut gethan1 da er das ,frauenzimmer zu ,hause bleiben lassen1 weil er selbst scheint gesehen zu haben1 da sonst die gantze ,begebenheit1 und der ,spa den er anbringt1 unertrglicher wrde geworden seyn4 ,ich will auch zugeben da dieser ,schertz einiges ,feuer in anderen ,absichten haben knne4 ,ob er aber neu genug sey1 daran habe ich grosse ,ursach zu zweiffeln4 ,es ist mir sehr wahrscheinlich1 da ,apollo1 wo nicht eben die ,gedancken gehabt1 doch schon die ,antwort des ,mercurs vorhergesehen4 ,und ich zweiffele gar nicht1 da die brigen ,gtter eben das gedacht4 ,war also dieser ,schertz in der ,versammlung der ,gtter etwas neues8 ,homers ,fabel macht also den ,schertz des ,mercurs auf dieser ,seite frostig4 ,doch ich tadle auch diesen ,schertz aus einem ernsthafteren ,grunde4 ,soll er feurig seyn1 so mu er den ,lesern des ,homers neu und unbekannt seyn4 ,kan man dieses wohl von diesem lustigen ,einfalle des ,mercurs sagen8 ,ich habe ,ursach dran zu zweiffeln4 ,dieser ,schertz gehrt unter die ,alltages ,schertze1 deren man mehr1 als gut ist1 antrift4 ,war dieser ,schertz also wohl werth1 da bey nahe der gantze ,himmel drber lacht8 4 #cg4 ,wenn ein feuriger ,schertz neu seyn soll1 so mu ihn der ,schertzende auch keinem andern abborgen4 ,er mu sich nicht fr den ,erfinder eines ,spasses ausgeben1 den ein anderer erdacht hat4 ,es gibt auch hier eine ,art eines gelehrten ,diebstahls1 wird er entdeckt1 so verliehrt der ,schertz ein grosses ,stck seines ,feuers2 bleibt er aber auch verborgen1 so fehlt ihm nichts destoweniger eine ,schnheit1 ob man gleich diesen ,mangel nicht merckt4 ,wer einen ,schertz stiehlt1 mu1 wenn er anders nicht ausserordentlich unverschmt ist1 mit tausend ,aengsten befrchten1 da es seine ,zuhrer mercken werden1 denn alsdenn ist ihnen der ,schertz entweder schon bekannt1 oder der schertzende wird von ihnen nicht anders als ein ,sprachrohr betrachtet1 durch welches1 der von ihnen entfernte ,urheber des ,scherzes1 ihnen seinen lustigen ,einfall mittheilt4 ,wenn man eines andern ,schertze erzehlt1 kan man sehr selten diejenige anstndige ,dreistigkeit behalten1 die zu einem glcklichen ,spasse nthig ist4 ,ja was noch mehr4 ,der ,schertz kan in dem ,munde seines ,erfinders ein grosses ,feur besessen haben1 welches verlscht1 wenn ein anderer eben denselben vortragen will1 weil sich beyde in verschiedenen ,umstnden befinden1 die doch allezeit sich aufs genaueste passen mssen1 wenn der ,spa gerathen soll4 ,ich will zugeben da niemand den ,diebstahl merckt1 da derjenige1 der den ,spa von andern entlehnt1 die anstndigste ,dreistigkeit blicken lasse1 und da alle ,umstnde sich aufs genaueste schicken4 ,dem ohnerachtet behaupte ich1 da der ,schertz eine ,hlichkeit behlt1 weil zwar der ,fehler verborgen ist1 aber doch wrcklich vorhanden ist4 ,denn der ,schertz ist doch alt1 und der ihn vortrgt ist ein blosser ,erzhler desselben4 ,ich knnte dergleichen ,schertze ,thrasonische ,spasse nennen4 ,thraso beym ,terenz im ,eunuch4 macht es eben so3 ,tuumne1 obsecro te1 hoc dictum erat8 vetus credidi4 ,audieras8 saepe2 fertur in primis4 ,meum est4 ,ich rathe demnach einem jeden spahaften ,kopfe1 ja niemals die ,schertze anderer ,leute nachzubeten4 ,sind sie selbst nicht im ,stande ,erfinder der ,schertze zu seyn1 so thun sie viel besser gar nicht zu spassen1 als so verwegen zu seyn1 und sich in die ,gefahr zu begeben1 die ,armut ihres ,witzes zu verrathen4 ,eben das gilt auch von allen denjenigen1 die durch das lesen artiger und sinreicher ,schriftsteller1 einen ,vorrath artiger ,gedancken sich gesamlet haben1 die sie bey aller ,gelegenheit1 durch eine mnnliche ,nachahmung1 wiederum an ,mann zu bringen suchen4 ,man kan ihnen den ,ruhm geschickter und glcklicher ,nachahmer manchmal nicht absprechen4 ,ein ,bayle und ,fontenelle1 kan der ,vater unzliger kleiner ,bayle und ,fontenelle seyn4 ,nur mssen sich diese kunstmigen ,abschreiber bescheiden1 so lange keinen ,anspruch auf einen witzigen ,kopf vom ersten ,range zu machen1 bis sie ,erfinder artiger ,einflle geworden4 4 #ch4 ,eine ,sache die noch so neu ist wird mit der ,zeit alt4 ,alle ,dinge in der ,welt sind der ,vergnglichkeit unterworffen1 und ein ,schertz mag noch so feurig seyn1 so wird er mit der ,zeit frostig4 ,folglich mu ein ,spa nicht zu oft aufgewrmt werden4 ,wenn ein ,schertz das erstemal noch so schn gerathen1 so wird er das andre mal schon viel von seiner ,lebhaftigkeit verlohren haben1 und noch mehr wenn man ihn zum dritten mal hrt4 ,man kan einen ,schertz mit der ,zeit ohne ,bewegung anhren1 ber welchen man sich das erstemal aus dem ,othem gelacht hat1 und man verwandelt endlich sein ,wohlgefallen ber den ,spa1 in eine ,verachtung desjenigen1 der sich erkhnt uns mit einerley so oft zu unterhalten4 ,ridetur chorda qui semper oberrat eadem4 ,hor4 art4 poet4 ,ein solcher ,schertz wird mit der ,zeit gar zu bekant1 und man hat grosse ,ursach zu glauben1 da ein scharfsinniger ,witz nicht eben gar zu gro und fruchtbar seyn msse1 der sich durch einen einzigen glcklichen ,schertz erschpft zu haben scheint1 weil er immer denselben und keinen neuen vortrgt4 ,ja der1 so diesen ,fehler in ,schertzen begeht1 bezeigt gar zu wenig ,hochachtung gegen seine ,zuhrer4 ,er glaubt entweder1 da sie kein gutes ,gedchtni haben1 und da ihnen also einerley ,sache immer neu bleiben msse2 oder da sie nicht witzig genug gewesen1 seinen ,spa schon hinlnglich zu verstehen2 oder da sie gar zu flatterhaft sind1 und die schlechteste ,ursach zum lachen ergreiffen1 sich lustig zu machen4 ,alles dieses wird dem ,schertzenden sehr wenig ,hochachtung bey seinen ,zuhrern zu wege bringen4 ,nein1 ein ,schertz der einmal geglckt1 mu ,zeitlebens nicht wieder vorgetragen werden4 ,oder1 will man mehr ,gelindigkeit von mir fodern1 so kan ich zwar die ,zahl der ,wiederholung nicht bestimmen2 doch1 nach meinem ,geschmacke1 geflt mir ein ,schertz noch ziemlich1 den ich zum zweyten oder dritten mal hre1 wird er mir aber zum vierten oder fnften mal gesagt1 so erweckt er in mir entweder ,gleichgltigkeit1 oder ,verdru4 ,das1 was ich jetzo von ,schertzen gesagt habe1 kan man auch von einem jeden artigen ,gedancken und ,einfalle sagen4 ,ein ,schriftsteller1 der eine gewisse ,anzal artiger ,einflle zu haben scheint1 die er so oft vorbringt1 als er redet oder schreibt1 scheinet mir einen sehr eingeschrnckten ,vorrath davon zu besitzen1 und macht seine ,schrift1 bey vernnftigen ,lesern eckelhaft4 4 #ci4 ,ich kan mich hier nicht enthalten einen ,fehler anzumercken den manche1 die mit ,gewalt1 es koste was es wolle1 lustige ,gesellschafter seyn wollen1 begehen4 ,sie samlen sich einen ziemlichen ,vorrath kleiner poirlichen ,histrchen1 die sie in allen ,gesellschaften mit einer ktzelnden ,zufriedenheit erzehlen4 ,sie haben ihren eigenen ,witz dergestalt verwhnt1 da sie nicht lustig seyn knnen wenn sie diese ,lappalien nicht vortragen4 ,und wer solche ,leute kennt der pflegt1 so bald sie den ,faden ihrer ,geschichte anfangen1 zu sagen1 ja ja6 nun kommen die ,historien1 nun werden sie aufgerumt4 ,ich will nicht sagen1 da es unverschmt gehandelt sey1 eine gantze ,gesellschaft mit ,dingen zu unterhalten1 die man ihnen wohl tausendmal gesagt hat4 ,ich sage nur1 da dis ein ,zeichen eines sehr matten und frostigen ,witzes sey1 wenn man einerley schertzhafte ,einflle1 so oft wiederholt4 ,wollen diese lebendigen ,chronicken etwa einwenden1 da die ,gesellschaft gleichwol lache1 so bitte ich sie achtung zu geben1 ob ein solches lachen nicht vielmehr eine erzwungene ,hflichkeit sey1 die man ihnen beweit1 weil man sich doch genthiget sieht1 mit ihnen umzugehen4 ,wenn sie sich die ,mhe nehmen wollen diese ,beobachtung zu machen1 so werden sie gewahr werden1 da mancher ber ihre ,erzehlungen lacht1 indem er mitten im ,ghnen begriffen war4 ,doch kan es seyn da sie sich in ,gesellschaft mit ,leuten von frostigen ,witze und blen ,geschmack befinden1 und alsdenn versichere ich ihnen1 da diese lachen werden1 und wenn sie ihre ,historien ihnen noch tausendmal vortragen solten4 4 #dj4 ,noch ein ,fehler ist zu bemercken1 welcher der ,schnheit eines ,schertzes1 so aus der ,neuigkeit desselben entspringt1 zu wieder ist4 ,es besteht derselbe darin1 wenn man gar zu aufgerumt ist1 und in kurtzer ,zeit gar zu viel ,schertze hinter einander vortrgt4 ,cicero hat denselben auch bemerckt1 im andern ,buche vom ,redner3 ,hoc opinor primum1 ne1 quotiescunque potuerit dictum dici1 necesse habeamus dicere4 ,ein jeder dieser ,schertze kan an sich sehr schn seyn1 und1 wenn er allein vorgetragen wird1 alles das ,feur besitzen1 so zu einem angenehmen ,schertze erfodert wird4 ,allein weil er unter einer gar zu grossen ,menge anderer ,schertze vorgetragen wird1 so erkaltet er4 ,man wird des lachens auch mde4 ,unsere ,seele liebt die ,vernderungen1 eine ,belustigung die gar zu lange eintrchtig bleibt1 wird matt und verliehrt ihre ,anmuth4 ,alle glckliche ,schertze erwecken in der ,seele ein hnliches ,vergngen1 ist es also nicht natrlich1 da1 wenn in kurzer ,zeit1 gar zu viele ,schertze auf einander folgen1 die folgenden immer frostiger werden mssen1 je weiter sie von dem ersten entfernt sind8 ,alle sinnliche ,lust wenn sie aufs hchste getrieben worden1 nimt von selbst natrlicher ,weise wieder ab4 ,omnibus in rebus voluptatibus maximis fastidium est finitimum4 ,cicero im dritten ,buch vom ,redner4 ,es streitet wider die ,natur der ,seele1 viele feurigen ,schertze hinter einander1 mit gleicher ,lebhaftigkeit1 zu fhlen1 die letztern haben keine vllige ,neuigkeit mehr1 weil sie das ,vergngen1 das die vorhergehenden erweckt haben1 nur durch einen etwas vernderten ,grund verursachen1 oder vielmehr nur fortsetzen4 ,es ist demnach natrlich1 da uns das ,schertzen endlich verdrielich werden mu1 wenn es in einem1 durch eine geraume ,zeit1 fortgeht4 ,quem bis terque bonum cum risu miror1 idem ,indignor4 ,hor4 de art4 poet4 ,sollen alle unsere ,schertze glcklich seyn1 so mu man nicht zu viel auf einmal1 und kurtz hinter einander spassen4 ,es ist demnach eine ,maxim die der ,vollkommenheit der ,schertze nachtheilig ist1 wenn man annimt1 da ein ,schertz1 der an sich feurig ist1 auch knne vorgetragen werden1 ohne weitere ,betrachtungen dabey anzustellen4 ,ein schertzhafter ,kopf mu kein ,verschwender1 sondern ein sparsamer ,hauhalter seyn1 der fr das knftige sorgt4 ,hat er in manchen ,stunden einen gar zu starcken ,zuflu von ,schertzen1 so bedencke er1 da theure ,zeiten kommen knnen1 da bey ihm die ,schertze sehr rar seyn mchten4 ,die ,leute1 die manchmal gar zu lustige und aufgerumte ,stunden bekommen1 besitzen einen ,witz1 der mir einem gewaltigen ,strohme gleich zu seyn scheint1 bey welchen1 wenn er einmal seinen ,dam durchbrochen1 kein aufhalten ist4 ,es ist wahr1 wir sind1 wenn wir auch noch so feurige ,kpfe wren1 nicht immer zum spassen aufgelegt2 aber man kan doch sagen1 da es mglich sey sich vor den ,fehler zu hten1 den ,horatz an den ,sngern bemerckt hat4 ,satt4 ,l4 ,i4 ,sat4 ,,iii4 ,omnibus hoc vitium est cantoribus1 inter amicos ,vt nunquam inducant animum cantare rogati4 ,iniussi nunquam desistant4 4 #da4 ,ich will durch alle die bisherigen ,regeln nicht fodern1 da der gantze ,schertz von dem schertzenden erst msse erfunden werden1 ob ich gleich behaupte1 da das die schnsten ,schertze dieser ,art sind1 welche der schertzende erschaffen hat1 und das erstemal vortrgt4 ,man kan einen von andern gehrten ,spa vortragen1 ja man kan seine eigene ,spasse wieder aufwrmen1 wenn nur etwas neues dabey vorkommt4 ,folglich mu wenigstens der schertzende mit ,wahrheit behaupten knnen1 da er etwas an dem ,schertze1 den ,augenblick erst1 erfunden habe4 ,solche ,schertze sind auch schn1 ob gleich nicht in dem ,grade1 als die ganz neuen4 ,es kan hier eben so gehalten werden1 als in den ,wissenschaften4 ,man kan daselbst ,wahrheiten von andern entlehnen1 wenn man sie mit einiger ,vernderung und ,zusatz vortrgt1 oder auch nur auf eine andere ,art beweit1 und andere ,folgen daraus herleitet1 so kan man sich fr den ,erfinder einiger ,theile dieser ,wahrheit mit ,recht ausgeben4 ,man kan daher andern ihre ,spasse abborgen1 ein kleiner ,umstand1 den wir hinzu oder wegthun1 gibt uns ein ,recht denselben eines theils fr den unsrigen auszugeben4 ,wenn wir ihn auch nur in andern ,umstnden vortragen1 und ihn so geschickt vorzubringen wissen1 da es natrlich zu seyn scheint1 auf einen solchen schertzhaften ,einfall zu kommen1 so fehlts demselben doch nicht an aller ,neuigkeit4 4 #db4 ,ich habe zur dritten ,schnheit der ,schertze1 die ,verschiedenheit der ,dinge1 die man mit einander vergleicht1 angenommen4 4 #bh4 ,wenn die ,dinge gar nicht mercklich1 oder doch in einem sehr geringen ,grade verschieden sind1 so verursacht die ,entdeckung ihrer ,ubereinstimmung1 entweder gar keinen1 oder doch einen sehr frostigen ,spa4 ,ich will nicht wieder sagen1 da ein solcher ,spa frostig sey1 weil er von einem sehr matten ,witze seinen ,ursprung hat1 denn das habe ich schon 4 #bj4 angemerckt4 ,sondern ich habe noch andere ,ursachen1 warum ich behaupte1 da ein feuriger ,schertz von ,dingen1 die in einem hohen ,grade verschieden sind1 msse entlehnt werden4 ,ich werde unten darthun1 da wir lachen1 wenn wir einen ,wiederspruch in ,kleinigkeiten gewahr werden4 ,soll nun der ,spa zum lachen reitzen1 so mu er einen solchen ,wiederspruch entdecken4 ,das wird gewi nicht geschehen1 wenn man ,dinge1 deren ,uebereinstimmung gro1 und augenscheinlich ist1 mit einander vergleicht4 ,nimt man aber ,dinge1 die sehr verschieden sind1 und deren ,verschiedenheit offenbar1 und in die ,augen flt1 und entdeckt in ihnen eine ,uebereinstimmung1 so scheint das ein ,wiederspruch zu seyn1 und wir erhalten unsern ,zweck4 ,man kan hinzu thun1 da sonst der ,spa nicht neu und unerwartet genug seyn wrde4 ,dinge die gar zu mercklich mit einander bereinkommen1 sind sehr leicht zu vergleichen1 ein jeder der sie betrachtet1 kan mit einer geringen ,aufmercksamkeit die ,uebereinstimmung gewahr werden4 ,wird man jemanden also wohl viel neues sagen1 wenn man sich die ,mhe macht1 ihm in solchen kleinen ,entdeckungen zu helfen8 ,nein1 ,dinge worber man glcklich schertzen will1 mssen eine sehr unmerckliche ,uebereinstimmung haben4 ,ihre ,verschiedenheit mu so mercklich und gro seyn1 da sie dem ,ansehen nach nichts mit einander gemein zu haben scheinen4 ,oder1 wenn sie auch mit einander in manchen ,stcken bereinkommen1 so mu doch die ,ubereinstimmung1 die wir durch unsern ,schertz in ihnen entdecken wollen1 dergestalt beschaffen seyn1 da sie der ,verschiedenheit derselben zu wiedersprechen scheint1 und da man daher ,ursach zu glauben hat1 da keiner von unsern ,zuhrern1 ohne unsern ,schertz1 diese ,entdeckung wrde gemacht haben4 4 #dc4 ,wenn ein ,schertz nicht die gemeldete ,eigenschaft besitzt1 so ist er ein so stumpfer ,einfall1 da er fr keine ,geburth der ,scharfsinnigkeit kan angesehen werden4 ,ein feuriger ,schertz mu nicht nur durch den ,witz gewrckt werden1 sondern es mu auch darin eine grosse ,scharfsinnigkeit hervorleuchten4 ,kan dieses wohl mglich seyn1 wenn die verglichenen ,dinge mit einander sehr bereinkommen8 ,nein1 wenn ein ,schertz nicht ein ,schertz seyn soll1 quem praecepit ,rusticus1 abnormis sapiens1 crassaque ,minerua4 ,hor4 ,sat4 ,l4 ,,ii4 ,sat4 ,,ii4 so mu man nicht1 wenn man schertzen will1 handgreifliche ,uebereinstimmungen vorbringen4 ,ein feuriger ,schertz mu so fein und scharfsinnig seyn1 da er von einem plumpen ,kopfe nicht eingesehen werden kan4 ,das kan nicht anders erhalten werden1 als wenn man den ,schertz dergestalt einrichtet1 da derjenige1 der ihn begreiffen will1 erst vorlufig einen grossen ,unterschied gewahr werden mu4 ,das gemeine ,leben knnte mir hier wieder eine ansehnliche ,menge solcher stumpfen ,spasse an die ,hand geben1 wenn ich glaubte da der ,versuch1 den ,geschmack des ,pbels zu verbessern1 einen mercklichen ,nutzen haben knnte4 4 #dd4 ,zur ,verschiedenheit der ,dinge wird ihre ,unhnlichkeit1 die ,verschiedenheit ihrer ,beschaffenheiten1 gerechnet4 ,soll demnach ein ,schertz gerathen1 so mssen die ,dinge1 womit man schertzet1 eine augenscheinliche ,unhnlichkeit haben1 die so gro und mercklich ist1 da man keine ,aehnlichkeit in ihnen gewahr wird1 wenn man sie nicht mit der ussersten ,aufmercksamkeit betrachtet4 ,wenn man die mercklichen und augenscheinlichen ,aehnlichkeiten der ,dinge entdeckt1 so kan man zwar sagen1 da man eine gute ,allegorie1 oder andere witzige ,vergleichungen1 gemacht habe1 aber ein ,schertz kan eine solche ,entdeckung nicht genennt werden4 ,so wenig man darber lachen wrde1 wenn ein ,maler sein ,bild dem ,originale so hnlich macht als mglich1 so wenig wird man durch die ,anzeige der offenbaren ,aehnlichkeit zweyer ,dinge zum lachen gereitzt werden4 ,der ,knig in ,franckreich1 ,ludewig der eilfte1 gibt mir ein ,exempel von einem ,schertze1 der diese ,schnheit an sich hat4 ,man erzehlt da er1 da ihm die ,nachricht berbracht worden1 da ein gewisser ungelehrter ,mensch1 einen sehr schnen ,bchervorrath besitze1 geantwortet habe3 dieser ,mensch sey wie ein bucklichter1 der eine ,last auf den ,rcken trage1 die er nicht sehen knne4 ,man wird ohne mein ,erinnern mir zugestehen1 da ein ungelehrter ,besitzer einer schnen ,bibliothek1 und ein ausgewachsener ,mensch1 zwey ,dinge sind1 deren ,unhnlichkeit gro und handgreiflich genug ist4 4 #de4 ,die andere ,art der ,verschiedenheit ist die ,ungleichheit1 die ,verschiedenheit der ,grsse4 ,ich bin berzeugt da nichts lcherlicher und thrichter knne gedacht werden1 als wenn sich kleine ,dinge grossen gleichschtzen wollen4 ,die belachenswrdige ,thorheit eitler und hochmthiger ,menschen1 besteht ja eben darin1 da sie sich ber sich selbst ausdehnen wollen1 und dem ,frosche in der ,fabel hnlich sind1 der gerne so gro seyn wolte als ein ,ochse4 ,meines ,erachtens kan also kein ,schertz strcker zum lachen reitzen1 als derjenige1 welcher ,dinge vergleicht1 die der ,grsse nach unendlich verschieden sind4 ,ich sage nicht1 da man die grossen ,dinge denen kleinen gleich schtzen solle1 das knnte nicht nur manchmal eine ,frucht der ,dumheit1 ,unwissenheit1 ,grobheit und ,unverschmtheit seyn1 sondern es wrde auch in vielen ,fllen nicht lcherlich seyn1 weil alle grossen ,dinge1 der ,wahrheit gem1 den kleinen gleich sind1 wenn man von ihnen dasjenige absondert1 wodurch sie die kleinen bertreffen4 ,meinem ,bedncken nach1 ist das eigentlich lcherlich1 wenn man kleine ,dinge denen grossen gleich schtzt4 ,das ,grosse bleibt dabey in seinen ,wrden und ,vorzuge1 und man htet sich vor den ,verdacht der ,leichtsinnigkeit4 ,der ,wiederspruch ist dabey so mercklich1 da es nothwendig lcherlich seyn mu4 ,wird man nicht starck zum ,lachen gereitzt wenn man beym ,ausonius1 ,epigr4 ,,xcv4 die ,begebenheit des ,faustulus liet8 ,faustulus ritte auf einer ,ameise4 ,da diese den ,koller bekam1 warf sie den unglckseeligen ,faustulus herunter1 schlug hinten aus1 und versetzte ihm einen dergestalt tdtlichen ,sto1 da er in seiner ,todesstunde nur noch zu seinem ,troste sagen konnte3 ,er habe eben so einen schweren ,fall gethan als ,phaeton4 ,faustulus insidens formicae1 vt magno elephanto ,decidit1 terrae terga supina dedit4 ,moxque idem est ad mortem multatus calcibus eius ,perditus vt posset vix retinere animam4 ,vix tamen est fatus3 quid rides improbe livor8 ,quod cecidi8 cecidit non aliter ,phaton4 ,ein feuriger ,spa mu also unter ,dingen1 die der ,grsse nach fast unendlich verschieden sind1 eine ,verhltni1 eine ,gleichheit entdecken4 ,ich will eben nicht sagen1 da dis zu allen feurigen ,schertzen nthig sey4 ,manchmal kan man zwey ,dinge der ,grsse nach nicht mit einander vergleichen1 weil man nur auf ihre ,aehnlichkeit sieht4 ,doch ist unleugbar1 da ein ,schertz um so viel feuriger seyn msse1 je ungleicher die ,dinge sind1 die mit einander verglichen werden4 4 #df4 ,keine ,dinge sind so verschieden als die einander entgegen gesetzt sind4 ,in so fern sie entgegen gesetzt sind1 haben sie gar nichts mit einander gemein4 ,man begreift also mit leichter ,mhe1 da die ,vollkommenheit eines ,schertzes1 von der ich bisher rede1 nicht besser erhalten werden kan1 als durch die ,verbindung und ,vergleichung wiederwrtiger ,dinge4 ,und o6 was entdeckt sich hier fr eine fruchtbare ,quelle der ,schertze6 ,ich begnge mich dieselbe blo angezeigt zu haben4 ,exempel trift man in grosser ,menge in den ,satirischen ,schriften an1 welchen die ,ironie die ,stacheln gibt4 ,die ,quelle der ,ironie ist eben das entgegengesetzte desjenigen1 worber man spotten will4 ,und wenn sonst alles seine ,richtigkeit hat1 so mssen die ,schertze1 die daher genommen werden nothwendig gerathen4 ,es sind demnach alle sinnreichen ,einflle matte ,schertze1 wenn sie keine grosse ,verschiedenheit der ,dinge1 womit man schertzet1 zum ,grunde haben4 ,sie knnen sonst alle ,schnheiten eines sinreichen ,einfals haben1 und in dieser ,absicht angenehm seyn1 nur mu man ihnen den ,namen der ,schertze nicht beylegen1 denn zu diesen wird auch ,scharfsinnigkeit erfodert4 4 #dg4 ,aus dem1 was bisher gesagt worden1 erhellet von selbst1 warum manche ,leute mit ihren spahaften ,einfllen1 einem zur ,last werden4 ,es sind das alle diejenigen die einen gar zu lebhaften ,witz besitzen1 der von einer schlechten ,beurtheilungskraft regiert wird4 ,der ,mangel der ,beurtheilungskraft erhlt seinen ,ursprung aus dem ,mangel der ,scharfsinnigkeit4 ,es ist also klar1 da solche spahafte ,kpfe einen viel zu lebhaften ,witz besitzen1 mit ,ausschliessung der ,scharfsinnigkeit1 als da sie glcklich in ,schertzen seyn sollen4 ,mu das nicht verdrielich seyn1 wenn man mit lauter ,anspielungen1 ,allegorien1 tropischen ,redensarten1 und dergleichen unterhalten wird1 wenn man diese ,dinge fr artige ,schertze halten soll8 ,ich rathe daher einem jedweden witzigen ,kopfe1 nicht gleich einen jeden sinnreichen ,einfall fr einen ,schertz zu halten und auszugeben1 sondern jederzeit zu bedencken1 ob der ,witz durch die nthige ,scharfsinnigkeit untersttzt worden4 ,wenn man diese ,behutsamkeit verabsumt1 so kan es leicht geschehen1 da uns unser ,witz ein ,blendwerck vormacht1 und wir dadurch genthiget werden1 ,dinge in solchen ,stcken zu vergleichen1 worin sie doch von einander unterschieden werden4 ,ein solcher ,irrthum macht unsern sinreichen ,einfall abgeschmackt1 und um so viel unwrdiger ein guter ,schertz zu heissen4 4 #dh4 ,ich komme zur vierten ,schnheit der ,schertze 4 #be4 ,ein feuriger ,schertz1 mu sehr viele und grosse ,uebereinstimmungsstcke1 der verglichenen ,dinge1 entdecken4 ,dadurch wird ausser der ,strcke des ,witzes1 die alsdenn in dem ,schertze mercklich wird1 eine ,vollkommenheit in demselben hervorgebracht1 welche in ,verwunderung setzt1 die ,sache lcherlich macht1 und ungemein belustiget4 ,wenn die ,sachen1 wie die vorhergehende ,schnheit der ,schertze erfodert1 ungemein unterschieden sind1 und doch eine vielfltige und grosse ,uebereinstimmung unter ihnen entdeckt wird1 so ist das so etwas unerwartetes1 welches ein angenehmes ,erstaunen und ,verwunderung verursacht4 ,man bewundert ja alle diejenigen ,dinge1 die man als etwas ansieht1 so man vorher gar nicht gedacht hat4 ,es scheint wiedersinnisch zu seyn1 da so sehr verschiedene ,dinge1 doch eine so grosse ,uebereinstimmung haben1 und das ist eine krftige ,reitzung zu lachen4 ,wolte man wohl zweiffeln1 da diese ,verwunderung und dieses lachen etwas unangenehmes sey8 ,es kan nicht anders seyn1 als da aus dem ,gewahrwerden dieser ,uebereinstimmung1 eine ,belustigung entsteht1 weil die ,uebereinstimmung der ,dinge berhaupt eine ,schnheit und ,vollkommenheit ist4 4 #di4 ,wenn ich sage1 da ein ,schertz viele und grosse ,vergleichungsstcke entdecken msse1 so will ich nicht behaupten1 da man durch eine weitluftige ,erzehlung dieser ,stcke1 den ,schertz vortragen solle4 ,nein1 dadurch wrde der ,schertz frostig werden4 ,man kan auch mit wenigen ,worten sehr viel sagen4 ,genug1 wenn man es nur sagt4 ,man mu seinem ,zuhrer nur ein weites ,feld erfnen1 die ,uebereinstimmungsstcke selbst zu errathen1 man mu ihn aber auch selbst gleichsam1 zu dieser ,untersuchung1 zwingen4 ,ich sage jetzt nichts weiter1 als da durch einen ,schertz dem ,zuhrer mit einem mal1 eine sehr grosse und mannigfaltige ,ubereinstimmung der verglichenen ,dinge vorgestelt werden msse4 ,unser ,schertz mu ein sehr kurzer ,inbegriff sehr vieler ,vergleichungsstcke seyn4 ,er mu einem ,abgrunde hnlich seyn1 in welchem man immer mehr erblickt1 je lnger man in denselben hinein sieht4 ,es versteht sich von selbst1 da es wahre ,vergleichungsstcke seyn mssen4 ,ein ,blendwerck des ,witzes1 wodurch uns eine ,verschiedenheit als eine ,ubereinstimmung vorgestelt wird1 kan nur so lange eine ungegrndete ,lust verursachen1 so lange wir in ,verwirrung und ,irrthum bleiben4 ,so bald der ,nebel und das ,blendwerck verschwunden1 schmen wir uns1 da wir ber einen ,gedancken gelacht haben1 der ein ,hirngespinst gewesen4 ,doch davon werde ich weiter reden wenn ich die ,wahrheit der ,schertze untersuchen werde4 4 #ej4 ,durch diese ,eigenschaft bekommt ein ,schertz eine ,schnheit1 die ihm nichts anders zu geben vermag4 ,ein ,schertz1 der diese ,beschaffenheit hat1 geflt uns1 so oft wir uns dessen wieder erinnern4 ,so oft wir ihn von neuen berdencken1 erblicken wir mehrere ,vergleichungsstcke4 ,dadurch entsteht nicht nur ein neues ,vergngen1 sondern wir sind auch mit uns selbst zufrieden1 weil wir berzeugt werden1 da wir einen ,schertz gebilliget1 und darber gelacht haben1 der es vollkommen werth gewesen4 ,wir freuen uns heimlich ber unsern guten ,geschmack1 und sind versichert1 da wir uns1 durch das belachen dieses ,spasses1 keiner flchtigen ,leichtsinnigkeit verdchtig gemacht haben4 ,mit einem ,wort1 ein ,schertz der diese ,eigenschaft besitzt1 hat diejenige ,schnheit die ,ovidius1 ,epist4 ex pont4 ,l4 ,,iii4 ep4 ,v4 an einer andern ,sache rhmt4 ,cumque nihil1 toties lecta1 e dulcedine perdant4 ,viribus illa suis1 non nouitate placent4 ,ich widerspreche mir nicht4 ,ich habe zwar erwiesen1 da ein alter ,schertz mat und frostig werde1 das ist aber meinem jetzigen ,gedancken nicht zu wieder4 ,es ist gantz ein anders1 wenn man einen ,schertz1 als einen ,schertz1 sich oft mu vorsagen lassen1 und wenn man eines ,schertzes1 den man von andern nur einmal gehrt hat1 sich oft wieder erinnert4 ,ich rede auch hier von einer andern ,art des ,vergngens1 so von dem gantz unterschieden ist1 so aus der ,neuigkeit entsteht4 ,ja man fge hinzu1 wie ich niemals behauptet1 da die ,neuigkeit eines ,scherzes die einzige ,schnheit desselben sey1 und noch weniger1 da alles ,vergngen ber einen ,spa1 gantz allein aus dem neuen desselben entstehe4 ,noch einmal1 ein guter ,schertz mu ein ,thema seyn1 darber ein witziger ,kopf1 einen sehr langen allegorischen und ,emblematischen ,vortrag halten knnte4 4 #ea4 ,die ,ubereinstimmungsstcke sind entweder ,aehnlichkeiten1 oder ,gleichheiten1 oder beydes zusammen4 ,ein glcklicher ,spa mu demnach1 viele und grosse ,aehnlichkeiten und ,gleichheiten entdecken4 ,es ist wahr1 die blosse ,aehnlichkeit kan manchmal zureichen1 allein ich glaube doch1 da die ,gleichheiten und ,proportionen derselben1 erst dem ,schertze die rechte ,schnheit auf dieser ,seite geben4 ,die ,aehnlichkeiten fallen eher in die ,augen1 knnen leichter entdeckt werden1 und es ist weniger ,scharfsinnigkeit zu ihrer ,entdeckung nthig4 ,allein die ,vergleichungen der ,grssen erfodern mehr durchdringenden ,verstand4 ,man mu die ,grssen ausmessen1 und sie mit einander vergleichen4 ,kan nun das unsere ,seele gleichsam im ,augenblicke verrichten1 so beweit sie dadurch ihre ,strcke in ausnehmenden ,grade4 ,die ,entdeckungen der ,aehnlichkeiten knnen viel unrichtige ,gedancken verursachen1 wenn sie nicht durch eine genaue ,beobachtung der ,proportion in ihren gehrigen ,schrancken erhalten werden4 ,alle einzelne ,theile eines ,gesichts knnen schn seyn1 haben sie aber nicht die gehrige ,proportion1 so wolte ich nicht sagen1 da das ,gesicht reitzend sey4 ,man kan sagen1 da die ,proportion der ,grundri der ,schnheit berhaupt sey4 ,kan wohl die ,schnheit eine ,schnheit seyn1 wenn der ,plan1 nach welchen sie aufgefhrt worden1 nichts taugt8 ,ich sage also1 da ein ,schertz abgeschmackt werden msse1 ob er gleich viele und grosse ,aehnlichkeiten vorstelt1 wenn in denselben gar keine ,proportion ist4 ,doch wird niemals erfodert1 da die ,proportion1 die ich zu einem ,schertze erfodere1 nach der strengsten ,mathematik richtig sey4 ,ein wenig mehr oder weniger1 thut hier nichts zur ,sache4 ,die ,schertze sind ja ohne dem undeutliche ,vorstellungen4 ,wenn nur die ,proportion1 dem ,ansehen nach1 beobachtet wird1 so entsteht die ,schnheit1 von der ich rede4 ,ist doch in der ,baukunst nicht einmal diese ,strenge nthig4 ,die ,proportion kan fehlerhaft seyn1 wenn der ,fehler nur nicht in die ,sinne flt4 4 #eb4 ,ich erachte es unnthig zu seyn hier die ,quellen anzufhren1 woher diese ,schnheit der ,schertze entsteht4 ,sie sind viel zu bekannt1 als da ich meine ,leser damit aufhalten solte4 ,alle ,metaphern1 ,allegorien1 und wie sie ,namen haben mgen1 sind die ,grnde zu dieser ,schnheit der ,schertze1 wenn sonst dabey kein ,fehler begangen wird1 der den ,spa frostig macht4 4 #ec4 ,da die ,namen womit gewisse ,dinge bezeichnet werden1 und berhaupt die ,worte1 nicht als innere ,bestimmungen der bezeichneten ,sachen selbst anzusehen sind1 so macht die ,ubereinstimmung der ,namen nicht die geringste ,aehnlichkeit und ,gleichheit der ,sachen selbst aus4 ,es sind das demnach sehr frostige ,schertze1 welche auf der blossen ,ubereinstimmung der ,namen und der ,worte1 beruhen4 ,die ,namen der ,dinge sind viel zu weit1 wenn ich so reden soll1 von dem ,rande der ,dinge selbst entfernt1 als da sie auch nur die geringste ,ubereinstimmung ausmachen knnten1 die den ,dingen selbst eigenthmlich zugehrten4 ,ein spahafter ,kopf1 der seine ,schertze blo in der ,uebereinstimmung der ,worte sucht1 verrth einen ,witz der viel zu mat ist1 als da er bis in die ,sache selbst dringen solle4 ,die ,sachen stehen weiter von seinem ,gesichtspuncte weg1 als ihre ,namen1 und er ist zu kurtzsichtig1 er kan sie nicht erreichen4 ,nein1 solche ,spasse sind zu abgeschmackt1 sie knnen nicht gebilliget werden4 ,sie knnen keinen anderm ,witze gefallen1 als der weniger ,feuer besitzt1 als zu einem feinem ,geschmacke erfodert wird4 ,cicero1 im andern ,buche vom ,redner1 billiget diese ,schertze berhaupt4 ,quintilian verwirft diese ,wort-,schertze auch nicht gantz in seinen #ften ,buche1 doch gibt er den ,schertzen1 die aus der ,sache selbst genommen werden1 einen grossen ,vorzug4 4 #ed4 ,ich verwerffe in einem feurigen ,schertze nicht alle ,anspielungen und ,aehnlichkeiten der ,worte2 sondern nur diejenigen ,spasse1 die in der blossen ,aehnlichkeit der ,worte bestehen4 ,man kan es daher leicht gewahr werden1 ob ein ,spa diesen ,fehler habe4 ,man darf ihn nur in anderen ,worten ausdrucken1 oder in eine fremde ,sprache bersetzen1 verliehrt er alsdenn alle sein ,feur1 so ist er gewi abgeschmackt4 ,ein feuriger ,spa mu in allen mglichen ,sprachen ein ,schertz bleiben1 obgleich nicht immer in einerley ,grade4 ,man kan sagen1 da ein feuriger ,spa die ,schnheit eines ,gedichts haben msse4 ,dasselbe mu ein ,gedicht bleiben1 man mag die ,ordnung der ,worte ndern1 oder auch andere gleichgltige ,worte an die ,stelle der vorigen setzen1 ,inuenias etiam disiecti membra poetae4 ,hor4 ,sat4 ,l4 ,i4 ,sat4 ,,iiii4 ,folglich mu ein ,schertz1 aus der ,uebereinstimmung der ,gedancken und ,sachen selbst1 hergenommen werden4 ,weil aber die ,worte1 womit man hnliche ,dinge ausdruckt1 ungezwungen hnlich seyn knnen1 so wrde es beym ,schertzen ein unnthiger ,zwang seyn1 den ich niemanden rathen wolte1 wenn man die ,uebereinstimmung der ,worte mit ,gewalt vermeiden wolte4 ,wenn sie nur nicht die ,hauptsache beym spassen ist1 und als eine ungezwungene ,folge der ,vergleichung der ,begriffe anzusehen ist1 so kan die ,aehnlichkeit der ,worte die ,schnheit eines ,schertzes wohl gar etwas vermehren1 wenigstens in ein grsseres ,licht setzen1 indem sie die ,einsicht des ,spasses selbst erleichtert4 ,wenn man dem ,cicero und ,quintilian diese ,meinung zuschreiben will1 so kan man sie entschuldigen1 da sie die ,wort-,schertze gebilliget haben4 4 #ee4 ,zu diesem ,klapperwerck in ,schertzen rechne ich alle ,zweydeutigkeiten1 ,anspielungen auf ,nahmen1 ,versetzungen der ,buchstaben1 ,vernderungen derselben1 ,verstimmelungen und ,verlngerungen der ,namen1 und wie diese ,kindereyen alle heissen mgen4 ,des ,cicero ,jus verrinum ist ein zu oft gepeitschter ,spa1 als da ich nthig htte denselben zu tadeln4 ,man findet mehr dergleichen in eben diesem ,schriftsteller1 insonderheit in seinen ,briefen1 und in den ,reden wieder den ,verres4 ,ich rechne diese abgeschmackten ,schertze mit zu den ,mode-,spassen und ,jedermans-,einfllen4 ,die kleinen ,herrn wissen sich sonderlich derselben fleiig in den ,umgange mit ,frauenzimmer zu bedienen4 ,in allen artigen ,zusammenknften nach der ,mode1 sind diese ,lppereyen die gewhnlichsten ,belustigungen4 ,und man darf sich mit der ,hofnung im geringsten nicht schmeicheln1 da diese ,anzahl der ,schertze mercklich werde verringert werden4 ,es verhlt sich hier eben so wie in der ,dichtkunst4 ,grosse ,dichter mgen noch so sehr wider die ,wortspiele1 und andere ,lppereyen in der ,dichtkunst1 eiffern1 so finden sich doch immer schlfrige ,kpfe genug1 welche dem ohnerachtet die ,musen durch ,wortkrmereyen mihandeln4 ,so lange es noch ,leute von pbelhaften ,geschmacke und frostigen ,witze gibt1 die doch gleichwohl spassen wollen1 so lange werden auch die ,wortschertze nicht aufhren4 ,ein matter und schlfriger ,kopf hat ein viel zu grosses ,vergngen an solchen ,wortspielen1 als da er sie fr was elendes ansehen solte4 ,vor ,armseligkeit seines ,witzes1 kan er nichts feiners und edlers schmecken1 man wrde ihm demnach alles ,vergngen dieser ,art rauben1 wenn man ihm untersagen wolte1 mit blossen ,worten zu spielen4 ,nein1 ein leerer ,kopf vergngt sich selbst ber diese seine ,einflle1 er bewundert sich selbst1 und er ist der ,person vllig hnlich die ,boileau in folgenden ,worten abschildert3 ,un sot en ecrivant fait tout avec plaisir1 ,il n'a point dans ses vers l'embarras de choisir1 ,et toujours amoureux de ce qu'il vient d'ecrire1 ,ravi d'etonnement en soi meme il s'admire4 ,diese ,unsinnigkeit im ,schertzen ist manchmal nicht ohne alle ,wrckung1 bey ,leuten die etwas zu furchtsam und zrtlich zu seyn pflegen4 ,sie haben1 ich wei selbst nicht ob ich es so nennen soll1 das ,unglck einen ,namen von ihren ,vorfahren zu erben1 der abgeschmackten ,kpfen1 einen unermeslichen ,vorrath zu erbrmlichen ,spassen1 an die ,hand gibt4 ,sie sind zu empfindlich ihr ,erbgut ohne ,vernderung zu behalten4 ,allein ist es wohl werth1 einem ,narren zu gefallen1 die ,genealogie zu verwirren8 ,da diese letzte ,anmerckung eine historische ,wahrheit1 zum ,grunde habe1 kan ich beweisen4 ,die ,gemahlin des ,wilhelm ,bautru1 ,grafen von ,serrant1 der1 unter andern1 als ein aufgeweckter ,kopf das ,,xvii4 ,jahrhunderts1 berhmt ist1 wolte lieber ,frau von ,nogent1 als von ,bautrou heissen1 weil sie sich nach der italienischen ,aussprache dieses ,namens1 unzhligen ,stichen1 durch ein ,wortspiel auf trou1 ausgesetzt hatte4 4 #ef4 ,ich habe die fnfte ,schnheit der ,schertze 4 #be4 darin gesetzt1 da vor dem ,schertze starcke ,vorstellungen1 von gantz anderer ,art1 mssen vorhergegangen seyn4 ,ich verstehe das nicht nur von dem schertzenden selbst1 sondern auch von seinen ,zuhrern4 ,der ,schertzende und seine ,zuhrer mssen1 vor dem ,spasse1 einen sehr grossen ,eindruck1 von gantz andern ,vorstellungen1 gehabt haben1 die mit dem ,schertze1 in so fern er ein ,schertz ist1 nichts gemein haben4 ,sie mssen ihre ganze ,aufmercksamkeit1 mit ganz andern ,dingen beschftiget haben1 als da sie den ,schertz htten vorhersehen sollen4 ,dadurch bekommt der ,spa ein ,licht das in ,verwunderung setzt4 ,der ,schertz wird so neu und unerwartet seyn1 da man sagen kan1 er knne sonst nicht recht neu seyn4 ,diese schleunige ,vernderung der ,scene in unsern ,vorstellungen1 macht eine so angenehme ,verwandelung und ,verwirrung1 da sie ohne ,vergngen und ,bewunderung nicht geschehen kan4 ,der schertzende beweit dadurch1 wie leicht es ihm sey einen ,schertz zu machen1 und zeigt die ,strcke seines ,witzes1 die den ,spa selbst gro und feurig macht4 ,ich glaube1 das sey der ,grund1 warum die ,schertze1 die ein ,lehrer1 mitten unter dem ,vortrage der scharfsinnigsten ,wahrheiten vorbringet1 so angenehm sind2 weil die ,gemther vorher mit viel zu ernsthaften ,dingen beschftiget gewesen1 als da sie htten den ,spa vorhersehen knnen4 4 #eg4 ,wenn man sich auf etwas lange besinnen mu1 so will man eine ,vorstellung klar machen1 vermittelst solcher ,vorstellungen1 die vieles mit ihr gemein haben1 und die also mit ihr zu gleicher ,art knnen gerechnet werden4 ,ein ,schertz auf den man sich lange besint1 mu demnach unglcklich gerathen4 ,er beweit1 da unser ,witz lange nicht diejenige ,munterkeit besitzt1 die erfodert wird1 wenn ein feuriger ,schertz1 unmittelbar auf solche ,vorstellungen folgen soll1 die von gantz anderer ,art sind4 ,nein1 ein glcklicher ,schertz mu die ,frucht eines ,witzes seyn1 der so hurtig aufgeweckt1 und schnell ist1 da er nicht genthiget ist sich lange zu besinnen4 ,wer sich auf seine ,schertze lange besinnen mu1 wird sich sehr schwer1 vor den ,ausbruch seines ,zauderns1 und der ,anstalten die sein ,witz vorkehrt1 hten knnen4 ,dem ,zuhrer wird die ,zeit unterdessen lang werden4 ,komt endlich der ,schertz zur ,welt1 so wird er entweder nicht neu genug seyn1 oder die ,hofnung des ,zuhrers betrogen haben4 ,einem langsamen ,witze gerth sehr selten ein ,schertz4 ,der ,schertz der glcklich seyn soll1 mu so schleunig in der ,seele des schertzenden klar werden1 da er selbst dadurch in eine ,art der ,verwunderung gesetzt wird4 ,diese ,verwunderung wird dem schertzenden eine ,lebhaftigkeit1 und ,dreistigkeit geben1 ohne welche der ,vortrag des ,schertzes elend werden mu4 4 #eh4 ,wer glcklich im ,schertzen seyn will1 der hte sich seine ,spasse nicht vorher auszudencken4 ,wer den ,spa vorher erdenckt1 und sich auf denselben vorbereitet1 der geht so lange damit schwanger1 bis er ihn vorgetragen hat4 ,die gantze ,reihe der ,vorstellungen1 von der ,zeit an1 da er den ,schertz erdacht1 bis auf den ,zeitpunct da er vorgetragen werden soll1 ist entweder mit dem ,schertze ausgefllt1 oder doch mit sehr hnlichen ,vorstellungen4 ,es ist demnach nothwendig da der ,spa milingen mu4 4 #eg4 ,cicero merckt diesen ,fehler auch an1 er sagt im andern ,buche vom ,redner3 quia meditata videntur minus ridentur4 ,quintilian im sechsten ,buche1 fodert gleichfals1 da man sich auf den ,schertz nicht vorbereiten msse4 ,er sagt3 ne praeparatum domo allatum videatur1 quod dicimus4 ,wer sich auf den ,schertz vorbereitet1 kan unmglich die anstndige ,dreistigkeit behalten1 die zum ,vortrage eines ,schertzes nothwendig ist4 ,man wirds ihm an den ,augen ansehen1 da er einen ,spa auf den ,hertzen hat1 den er gern an ,mann bringen mchte4 ,er wird mit einer ngstlichen ,sehnsucht1 die er nicht verbergen kan1 die ,zeit erwarten1 da er seinen ,schertz vortragen will4 ,kan also der ,schertz wohl neu genug seyn1 in ,absicht auf den schertzenden und den ,zuhrer8 ,und das ist doch ein so nthiges ,stck zu einem feurigen ,schertze4 ,uberdem1 kan ja derjenige der sich auf einen ,schertz vorbereitet1 nicht jederzeit vorhersehen1 ob er sich zu den ,umstnden1 in welchen er sich befinden wird1 genau schicken wird4 ,es ist also sehr wahrscheinlich1 da ein vorbereiteter ,schertz zur ,unzeit angebracht wird1 und das werde ich als einen grossen ,fehler im folgenden vorstellen4 4 #ei4 ,soll man sich auf einen ,schertz gar nicht vorbereiten1 so mu man auch die ,umstnde nicht mit ,flei so einrichten1 damit man den ,spa anbringen knne4 ,die ,gelegenheit zu schertzen1 mu sich selbst darbiethen1 und wir mssen nichts weiter thun als sie ergreiffen4 ,es verrathen also alle diejenigen die ,mattigkeit ihres ,witzes1 welche1 wenn sie einen ,vortrag thun sollen1 oder in eine ,gesellschaft sich begeben1 ihre ,rolle1 in so fern sie die schertzhafte ,person seyn wollen1 vorher auswendig lernen4 ,sind sie nun berdies zu ungeduldig1 die ,zeit zu erwarten in welcher sie ihren ,spa anbringen knnen und bereiten sie sich selbst die ,gelegenheit zu ihrem ,schertze1 so wird dieser ,fehler noch mercklicher1 und ihr ,schertz wird matt und frostig seyn4 ,ich leugne nicht da es nicht manchmal solte mglich seyn zu verhindern1 da der ,zuhrer die ,vorbereitung zum ,spasse mercke4 ,ich sage nur1 da dieses sehr schwer sey1 und in den mehresten ,fllen mislingen msse4 ,der ,spa behlt berdies doch einen ,fehler1 der nur von andern darin verschieden ist1 da er bisweilen nicht gesehen wird4 4 #fj4 ,aus dem was ich bisher gesagt erhellet1 warum die ,schertze die man in den ,antworten auf vorgelegte ,fragen vortrgt so sehr gefallen4 ,weil wir nicht haben vorher sehen knnen1 was uns ein anderer fragen werde1 so ist nicht die geringste ,vermuthung vorhanden1 da wir unsern ,schertz vorher ausgedacht haben4 ,ein solcher ,schertz1 wenn er sonst nicht zu frostig ist1 mu also feuriger seyn1 als alle diejenigen1 die man ohne gefragt zu werden vortrgt1 weil wir in den wenigsten ,fllen den ,verdacht der ,vorbereitung von uns ablehnen knnen4 ,cicero hat eben diese ,schnheit angemerckt1 er setzt1 an oft gedachten ,orte1 den ,grund hinzu3 nam ingenii celeritas maior est quae apparet in respondendo1 humanitatis est responsio4 4 #fa4 ,die sechste ,schnheit der ,schertze 4 #be4 entsteht daher1 wenn er von vielen ,vorstellungen anderer ,art1 die in den ,gemthern einen grossen ,eindruck haben1 begleitet wird4 ,man verstehe dieses nicht nur von den schertzenden selbst1 sondern auch von seinen ,zuhrern4 ,jener mu seinen ,kopf sonst voller ,gedancken haben1 die bey nahe seine gantze ,aufmercksamkeit beschftigen1 und die mit dem ,schertze nichts1 oder doch sehr wenig gemein haben4 ,er mu mitten unter diesen ,vorstellungen seinen ,schertz erdencken4 ,die ,zuhrer mssen in gleichen ,umstnden ihres ,gemths stehen4 ,die ,seele der ,zuhrer mu einer ,schaubhne gleich seyn1 und der ,schertz einer ,zwischenfabel in einen theatralischen ,stcke4 ,bey so gestalten ,sachen1 ist es sehr wahrscheinlich1 da kein anderer den schertzhaften ,einfall haben wird1 den der schertzende hat4 ,der ,schertz wird also vollkommen neu1 und unerwartet seyn4 ,er wird eine ,lebhaftigkeit besitzen1 die ihm unter hnlichen ,gedancken fehlen wrde1 und die ,verschiedenheit der brigen ,gedancken wird seinen ,glantz um ein merckliches erhhen4 ,diese ,schnheit wird noch mehr erhalten1 wenn man schertzt zu der ,zeit1 da wir und unsere ,zuhrer mit vielen andern ,gedancken beschftiget sind1 die den schertzhaften ,gedancken entgegen gesetzt sind4 ,opposita iuxta se posita magis elucescunt1 ist eine viel zu bekannte ,regel1 als da ich den vorhergehenden ,gedancken zu beweisen fr nthig halte4 4 #fb4 ,ein feuriger ,schertz mu demnach gantz unvermuthet und unerwartet seyn4 ,es mu weder in unsern vorhergehenden ,gedancken 4 #ef4 noch in denjenigen1 die wir zu gleicher ,zeit haben1 eine merckliche ,vermuthung des ,schertzes vorhanden seyn4 ,eine ,sache die wir vermuthen und erwarten1 sehen wir vorher2 wird sie wrcklich1 so kan sie unmglich gantz neu seyn4 ,ein erwarteter ,schertz kan demnach unmglich so feurig seyn1 als ein unerwarteter1 weil jener nicht so neu ist als dieser4 ,wenn man gantz unerwartete ,schertze vortrgt1 so berfllt man den ,zuhrer1 man lt ihm nicht viel ,zeit nachzudencken1 und es mu ihm ein ,schertz gefallen1 der sonst nicht eben zu viel ,feur besitzt4 ,man kan sagen1 da das unerwartete in einem ,schertze1 ein ,mittel sey1 viele andere ,fehler des ,schertzes zu verbergen4 ,wenn der ,zuhrer unsern ,schertz erwartet1 so macht er eine ,zurstung die uns gefhrlich ist4 ,er samlet die gantze ,macht seiner ,beurtheilungskraft1 und er hat ein ,recht was ausnehmendes zu erwarten4 ,er stellt sich schon zum voraus manches artige von unsern ,schertze vor4 ,und da mssen wir ihm entweder einen ausnehmend feurigen ,schertz vortragen1 oder wir betrgen seine ,hofnung1 und er verwandelt sein ,vergngen1 so er uns zugedacht1 in eine ,verachtung und hnisches ,lachen4 ,man hte sich also andern auf unsere ,schertze ,hofnung zu machen4 ,wir knnen sonst nicht verhten da unsere ,zuhrer dencken ,quid dignum tanto feret hic promissor hiatu8 ,parturient montes1 nascetur ridiculus mus4 ,hor4 art4 poet4 ,es gilt hier eine ,art eines gewissen ,betrugs4 ,man hintergehe seine ,zuhrer4 ,man mache ihnen zu gantz andern ,dingen ,hofnung1 und ehe sie sichs versehen betrge man sie4 ,man sage ihnen das nicht worauf sie gewartet1 sondern vielmehr den ,schertz1 den sie nicht erwartet4 ,cicero steht in den ,gedancken1 als wenn das ,vergngen1 so aus einem solchen ,betruge bey dem ,zuhrer entsteht1 daher rhre1 weil uns unser eigener ,irrthum belustiget4 ,ich bin gantz anderer ,meinung4 ,ein ,irthum bleibt eine ,unvollkommenheit1 die uns nicht belustigen kan1 in so fern sie ein ,irthum ist4 ,der ,irthum macht nur1 da uns der ,spa gantz unerwartet und unvermuthet vorgetragen wird1 und das ists was uns bey demselben geflt4 4 #fc4 ,wer also im ,schertzen glcklich seyn will1 mu sichs durchaus vorher nicht mercken lassen1 da er spassen will4 ,ich rede nicht von einem ,fehler1 den man ohnedem selten antrift4 ,ich meine1 wenn es jemand vorher sagen wolte1 da er schertzen wolte4 ,wer seinen ,schertz mit ausdrcklichen ,worten ankndiget1 kan nicht schertzen1 und begeht einen abgeschmackten ,fehler4 ,sondern ich bemercke hier einen ,fehler der hufiger ist4 ,man kan es manchem spahaften ,kopfe schon zum voraus ansehen1 da er spassen will4 ,er gewhnt sich gewisse ,gesichtszge an1 die jederzeit vor seinem ,schertze vorhergehen4 ,er kan nicht eher spassen1 ehe er nicht sein ,gesicht in gewisse dazu ausgesuchte ,falten gelegt hat4 ,sie mgen beschaffen seyn wie sie wollen1 so wird der ,schertz dadurch verdorben1 wenn der ,zuhrer daher den ,schertz prophezeyen kan4 ,ich rechne dahin den ,fehler1 wenn ein schertzhafter ,kopf sich erst vorher selbst satt lacht1 ehe er andere zu lachen machen will4 ,ein solcher ,mensch verdirbt seinen gantzen ,spa1 wenn er die ,frchte desselben selbst vorher einerntet1 und die ,zuhrer haben keine ,ursach seinen ,spa zu belohnen1 weil er sich die ,bezahlung fr seine ,mhe selbst genommen hat4 ,vorher mu niemand lachen4 ,ob man aber bey dem ,schertze1 oder nachher1 auch lachen drffe1 will ich unten beurtheilen4 ,genug1 da ich erwiesen habe1 ein schertzhafter ,kopf msse sichs vorher durch nichts1 was es auch sey1 mercken lassen1 da er schertzen wolle4 4 #fd4 ,aus dem vorhergehenden ist klar1 da die ,schertze1 wenn sonst das brige seine ,richtigkeit hat1 gerathen mssen1 welche ,zuhrern vorgetragen werden1 die mit vielen ernsthaften ,gedancken beschftiget sind4 ,das ernsthafte ist ja dem schertzhaften entgegen gesetzt1 und ein schertzhafter ,kopf der diese ,gelegenheit ergreift1 folgt der ,regel des ,horatz ,misce stultitiam consiliis breuem4 ,carm4 ,l4 ,,iii4 od4 ,,xii4 und bringt seinen ,spa mitten unter ,vorstellungen vor1 die von gantz verschiedener ,art sind4 ,geht seine ,geschicklichkeit noch weiter1 und kan er mitten unter betrbten und traurigen ,gedancken schertzen1 so erhlt sein ,spa noch eine grssere ,schnheit von dieser ,seite4 ,die ,verminderung der ,traurigkeit ist immer was angenehmes1 und die ,lust die eine ,betrbni verdrengt1 oder mindert1 ist durchdringender4 ,ein ,schertz der dergestalt vorgetragen wird da er - - - - amara laeto temperet risu - - ,hor4 ,carm4 ,l4 ,,ii4 od4 ,,xvi4 mu viel angenehmer seyn1 als ein anderer1 wenn er anders nicht aus einem leichtsinnigen und fladderhaften ,gemth entsprungen4 ,ein ,mensch der alsdenn schertzen kan1 wenn ihm ein ,glied abgelt wird1 mu gewi einen sehr lebhaften und starcken ,witz besitzen4 ,das1 deucht mich1 ist der ,grund1 warum diejenigen ,kpfe1 die in ihrer ,todes ,stunde noch gespat haben1 als witzige ,kpfe bewundert werden4 ,socrates1 ,adrian der ,kayser1 ,margaretha von ,oesterreich1 und andere1 geben hier1 wenn man den ,erzhlungen von ihnen glaubt1 ,exempel an die ,hand4 4 #fe4 ,wenn ernsthafte ,gedancken in der ,seele die ,oberhand haben1 so mu das ,gesicht natrlicher ,weise ernsthafte ,zge behalten4 ,herrschen aber die schertzhaften ,gedancken1 so mu man sich mit ,gewalt zwingen1 das ,lachen zu verbeissen4 ,ein ,mensch1 der bey dem ,vortrage seines ,schertzes1 gar keine ,ernsthaftigkeit behlt1 beweit also1 da der ,schertz in seiner ,seele herrsche4 ,folglich hat er nicht diejenige ,vollkommenheit seines ,witzes1 vermge welcher er1 mitten unter starcken ,gedancken von anderer ,art1 schertzen kan1 und er macht dadurch seinen ,schertz matter4 ,wer recht glcklich schertzen will1 bey dem mu mitten im schertzen die ,ernsthaftigkeit in der ,seele1 und in dem ,gesichte1 die ,oberhand behalten4 ,ich sage nicht da er finstere und saure ,minen machen soll1 das ist ein ,fehler von dem ich unten reden werde4 ,die ,ernsthaftigkeit mu nur strcker bleiben1 als das ,gegentheil4 ,man mu von ihm sagen knnen ,incolumi grauitate iocum tentauit4 ,hor4 art4 poet4 ,kurtz1 derjenige der schertzt1 mu im ,schertzen bey nahe ein ,crassus seyn1 qui cum omnium esset venustissimus vrbanissimus1 omnium grauissimus seuerissimus erat videbatur1 nach dem ,zeugni des ,cicero im andern ,buch vom ,redner4 4 #ff4 ,hieraus lt sich ein ,fehler beurtheilen1 den man bey manchen spahaften ,kpfen antrift4 ,ihr scharfsinniger ,witz ist den ,krpern hnlich1 die nicht eher in ,bewegung gerathen1 bis sie von andern angestossen worden4 ,ihr ,witz schlft so lange1 bis ein anderer anfngt zu schertzen1 und alsdenn werden sie auch rege4 ,sie leiten aus einem ,schertze1 den sie gehrt1 andere her4 ,und man kan sagen1 da ein feuriger ,witz viele andere erwrmen und erhitzen knne4 ,man darf sich nicht wundern1 da demjenigen1 der den herrschenden ,witz in solchen ,fllen hat1 seine ,schertze gelingen1 denn er bringt sie mitten unter verschiedenen ,gedancken vor4 ,seine ,affen aber haben das ,glck nicht4 ,sie tragen ihre ,schertze alsdenn erst vor1 wenn die ,gesellschaft schon aufgerumt worden1 und sie kommen mit ihren ,einfllen zu spt4 ,ein anderer hat schon die besten ,frchte eines ,schertzes genossen1 und ihnen bleibt nur die ,nachlese brig1 die bisweilen mager genug ist4 ,dahin knnen auch die ,schertze gerechnet werden1 die in den stillen ,gesellschaften vorgetragen werden4 ,es scheint1 da manche ,zusammenknfte nur gehalten werden1 um einander anzusehen1 und von ,gedancken auszuruhen4 ,eine solche ,gesellschaft von ,seulen1 kan sehr leicht durch den frostigsten ,einfall ergtzt werden4 ,sie dencken wenig oder nichts1 und eine ,kleinigkeit kan ihre gantze ,seele einnehmen4 ,ein ,schertz aber1 der alsdenn belacht wird1 ist auf dieser ,seite sehr mat4 ,der schertzende und die ,zuhrer dencken ausser dem ,schertze weiter nichts1 und also mangelt ihm die ,schnheit die ich bisher ausgefhret habe4 4 #fg4 ,ich komme nunmehr auf die siebende ,vollkommenheit der ,schertze 4 #be4 ,ein feuriger ,schertz mu eine sehr grosse und vollkommene sinliche ,vorstellung seyn4 ,oder1 er mu alle ,vollkommenheiten einer sinlichen ,vorstellung1 in einem mercklichen ,grade1 besitzen4 ,ich bin nicht willens1 alle einzelne ,vollkommenheiten eines sinlichen ,gedanckens durchzugehen4 ,das wrde fr meine jetzige ,absicht zu weitluftig seyn4 ,ich will mich begngen1 die vornehmsten1 und wenn ich so reden soll die ,grund-,vollkommenheiten der sinnlichen ,erkenntni durchzugehen4 ,die brigen sind entweder in diesen schon mit begriffen1 oder knnen doch mit leichter ,mhe daraus hergeleitet werden4 ,zu diesen ,hauptvollkommenheiten rechne ich1 die ,klarheit1 die ,wahrheit1 und das ,leben4 ,ich knnte auch die ,gewiheit noch hinzuthun4 ,allein da sie der ,inbegriff der ,klarheit und der ,wahrheit ist1 so bergehe ich sie ohne ,schaden4 ,kurtz1 ein feuriger ,schertz mu in hohem ,grade klar1 richtig1 und lebendig seyn4 4 #fh4 ,die ,klarheit einer sinlichen ,vorstellung wird entweder vermehrt durch die geringere ,dunckelheit ihrer ,theile1 oder durch die ,menge der ,theile und ,merckmaale1 die in ihr enthalten sind4 ,beyde ,vollkommenheiten mssen bey einem feurigen ,schertze verbunden werden4 ,die letzte wird insonderheit die ,lebhaftigkeit genennt4 ,ein feuriger ,schertz mu uns sehr vieles auf einmal vorstellen4 ,er mu unserm ,auge die ,aussicht in ein ,feld erfnen1 dessen ,ende es vor ,menge der ,gegenstnde nicht gewahr werden kan4 ,wir mssen durch den ,schertz von einem ,chaos der ,begriffe berhuft werden dessen ,entwickelung wir entweder vorzunehmen nicht ,zeit haben1 oder in der ,geschwindigkeit nicht anzufangen wissen4 ,eine jede dieser ,vorstellungen mu zwar nicht vllig klar1 aber auch nicht vollkommen dunckel seyn4 ,ich habe nicht nthig zu zeigen1 wie diese ,schnheit der ,schertze knne hervorgebracht werden4 ,das ist nicht nur von meinem jetzigen ,zweck entfernet1 sondern ich glaube auch1 da es nicht eben nthig sey4 ,wer nur die ,schnheiten der ,schertze1 die ich bisher abgehandelt habe1 zu erhalten sucht1 sonderlich die erste bis zur vierten1 der wird in seinem ,schertze eine unendliche ,mannigfaltigkeit hervorbringen4 ,wei er sie nun dem ,zuhrer dergestalt vorzustellen1 da dieser sie gewahr wird1 so bekommt sein ,schertz die nthige ,lebhaftigkeit4 4 #fi4 ,die ,lebhaftigkeit eines ,schertzes mu vermindert werden1 oder wohl gar verlohren gehen1 wenn er zu weitluftig und zu lang ist4 ,die ,krtze desselben ist mit seiner ,lebhaftigkeit nothwendig verbunden4 ,wenn der ,schertz zu lang ist1 so wird er entwickelt und deutlich1 er bleibt also keine sinliche ,vorstellung mehr4 ,die ,theile des ,schertzes werden der ,aufmercksamkeit nach und nach vorgestelt1 und man hat ,zeit ein ,stck nach dem andern zu berdencken4 ,folglich empfinden wir nicht dasjenige ,licht1 und die angenehme ,verwirrung1 welche durch nichts anders mglich ist1 als wenn man auf einmal mit ,begriffen berhuft wird4 ,es verhlt sich wie mit den ,lichtstrahlen4 ,so lange dieselben zerstreut bleiben1 bringen sie zwar ein ,licht hervor1 welches aber lange nicht so starck und durchdringend ist1 als wenn sie durch einen ,brenspiegel gesamlet1 und in einen ,punct gedrengt werden4 ,folglich mu ein ,schertz zwar sehr vieles in sich fassen1 aber dasselbe nicht durch eine weitluftige ,vorstellung zerstreuen1 sondern mit einemmal dem ,gemth vorstellen4 ,man kan auch mit wenig ,worten sehr viel sagen4 ,wenige ,vorstellungen sind oft ein ,inbegriff unendlich vieler andern4 ,bey einem ,schertze mu ungleich mehr gedacht als gesagt werden4 ,man mu dem ,zuhrer nur ,gelegenheit geben1 und dabey zwingen selbst nachzudencken4 ,est breuitate opus1 vt currat sententia1 neu se ,impediat verbis lassas onerantibus aures4 ,hor4 ,satt4 ,l4 ,i4 ,sat4 ,x4 4 #gj4 ,wenn man die nthige ,klarheit und ,krtze in einem ,spasse zu gleicher ,zeit erhalten will1 so mu er sich zu den ,umstnden1 in welchen wir uns eben befinden1 vollkommen schicken4 ,zu diesen ,umstnden rechne ich die ,personen mit denen wir umgehen nebst allen ihren ,umstnden1 die ,zeit1 den ,ort1 die ,reden und ,erzhlungen1 mit denen die ,gesellschaft unterhalten wird4 ,mit einem ,wort1 den gantzen ,zustand in welchen wir uns mit unsern ,zuhrern befinden4 ,alle diese ,umstnde mssen die ,vignette seyn1 und unser ,schertz die ,devise4 ,diese ,umstnde mssen also den vlligen ,grund1 die ,veranlassung1 und die ganze ,erklrung unseres ,scherzes enthalten4 ,dadurch erhalten wir die ,klarheit unseres ,schertzes4 ,ein jeder versteht ihn1 und unser ,schertz kommt so zu gelegener ,zeit1 und er pat sich so genau1 da wir nicht nur beweisen1 da wir den ,schertz erst selbst erfunden1 sondern wir brauchen auch sehr wenig zu sagen1 und wir werden doch verstanden4 ,ueberdies so entsteht aus dieser ,eigenschaft des ,schertzes ein ,vergngen1 weil diese ,uebereinstimmung mit allen ,umstnden eine ,vollkommenheit ist1 die den ,schertz angenehm machen mu4 ,dulce est desipere in loco4 ,hor4 ,carm4 ,l4 ,,iii4 od4 ,,xii4 ,die schnsten ,schertze in dieser ,art sind ohnfehlbar diejenigen1 welche sich so genau zu den ,umstnden schicken1 da sie in keinem andern ,zustande unverndert knnen angebracht werden4 ,denn1 da in der ,welt nicht zwey ,zeiten mglich sind die vllig einerley wren1 so ist es ein ,bewei1 da ein ,schertz nicht den hchsten ,grad dieser ,vollkommenheit besitzt1 oder da er nicht allen ,umstnden vllig gem ist1 wenn er mehr als einmal angebracht werden kan4 ,ein vollkommen glcklicher ,spa kan also nur ein einziges mal angebracht werden1 wenn er gar nichts von seinem ,feuer verliehren soll4 ,durch diese ,eigenschaft erhlt man auch die ,lebhaftigkeit eines ,schertzes noch auf eine andere ,art4 ,wenn der ,schertz so genau mit allen ,umstnden bereinstimmt1 so mu der so den ,spa einsieht1 den ganzen ,umfang seines ,zustandes sich auf einmal vorstellen4 ,wie viel1 ja unendlich viel1 enthlt nicht unser ,zustand in einem jeden ,augenblicke8 ,mu also der ,schertz dadurch nicht eine unendliche ,mannigfaltigkeit erhalten8 ,wider diese ,regel versndigen sich alle spahafte ,kpfe1 die zu phlegmatisch sind1 auf eine lcherliche ,art4 ,sie haben das ,unglck1 von einer gewissen ,langsamkeit beherrscht zu werden1 vermge welcher sie zur ,auswickelung ihrer ,gedancken zu viel ,zeit brauchen4 ,der ,flu ihrer ,umstnde ist fr sie zu schnell1 sie knnen der ,geschwindigkeit desselben in ihren ,gedancken nicht folgen1 und sie sind gezwungen sich bey manchen ,umstnden zu verweilen1 die alsdann lngst vorbey sind1 wenn sie sie erst recht gewahr werden4 ,diese ,kpfe kommen mit ihren spahaften ,einfllen immer zu spt4 ,die ,gesellschaft hat das schon wieder vergessen1 worauf sie ihren ,schertz grnden1 und sie machen sich lcherlich1 wenn sie die ,gesellschaft nthigen wollen1 ihnen zu gefallen sich wieder auf das vorhergehende zu besinnen4 ,wem erst nachher ein ,schertz einflt1 wenn die ,gelegenheit vergangen ist1 der unterdrcke ihn ja1 wenn er anders nicht die ,trgheit seines ,witzes auf eine lcherliche ,art verrathen will4 4 #ga4 ,ein ,schertz verliehrt nothwendig seine ,schnheit wenn er deutlich ist1 und in so fern er deutlich ist4 ,ein jeder deutlicher ,begriff fhrt eine ,ueberlegung mit sich1 durch welche man sich den gantzen ,begriff1 nicht auf einmal1 sondern ,stckweise1 und nach und nach1 vorstelt4 ,ein deutlicher ,schertz verliehrt die ,lebhaftigkeit1 die ihn so schn macht4 ,man kan das von allen ,schnheiten sagen4 ,so bald wir einen deutlichen ,begriff von einer ,schnheit erlangen1 so bald verschwindet das schne1 als welches nur in der ,verwirrung des ,begriffs liegt4 ,man lasse einen ,meknstler das schnste ,gesicht ausmessen1 und die ,proportionen aller ,theile und ,zge desselben in ,zahlen ausdrucken1 man lasse ihn die ,lage aller ,theile und ,zge nach geometrischen ,grnden bestimmen4 ,ich glaube nicht1 da sich jemand in ein solches abgeschriebenes ,gesicht verlieben wrde4 ,man lasse aber eben dieses ,gesicht von einem ,mahler abmahlen1 so wird es in seinem vlligen ,glantze erscheinen4 ,soll also ein ,schertz eine schne sinliche ,vorstellung bleiben1 so mu er nicht durch den ,verstand betrachtet werden1 so lange er diese seine ,schnheit behalten soll4 ,ein ,schertz mu nothwendig frostig werden1 den der schertzende mit einem weitluftigen ,commentarius begleitet4 ,das mu man den ,zuhrer selbst berlassen1 der mag den ,schertz in seinem ,gemth so weitluftig zergliedern1 wie er es selbst fr gut befindet4 ,es ist auch eine ,art der ,unverschmtheit1 die ein spahafter ,kopf gegen seine ,zuhrer blicken lt1 wenn er ihnen seinen ,schertz erklrt4 ,er gibt zu verstehen1 da er ihnen nicht ,einsicht genug zutraue1 die ,strcke seines ,schertzes zu begreiffen4 ,es ist eine sehr beschwerliche ,mode mancher schertzhaften ,kpfe1 da sie so gefllig sind1 und ihrem ,zuhrer die ,mhe des ,nachdenckens berheben wollen4 ,es schmeckt die ,verhalten zu sehr nach ,eigenliebe1 und ,einbildung1 als da es gefallen solte4 ,ein ,schertz der einen ,commentarius nthig hat1 oder gleich damit versehen wird1 ist in beyden ,fllen frostig4 ,noch viel abgeschmackter ist ein anderer ,fehler1 den ich nur beylufig berhre4 ,es sind manche1 die selbst zu schertzen ungeschickt sind1 so gefllig gegen die ,gesellschaft1 da sie die ,schertze1 die andere in derselben vortragen1 mit ,noten erlutern4 ,man knnte diese ,leute die ,scholiasten spahafter ,kpfe nennen4 ,sie begehen einen doppelten ,fehler4 ,sie beweisen sich nicht nur unbescheiden gegen die ,gesellschaft1 indem sie in der ,meinung zu stehen den ,schein geben1 da sie allein die ,strcke des ,schertzes begriffen1 sondern sie machen auch die ,schertze eines andern1 so viel an ihnen ist1 frostig4 4 #gb4 ,ein ,schertz der lebhaft seyn soll mu in einem hohen ,grade klar seyn4 ,wenn er demnach dunckel ist1 und gar nicht eingesehen wird1 so hrt er auf1 ein ,schertz zu seyn4 ,man kan also sagen1 da ein ,schertz in so fern er dunckel ist1 gar kein ,schertz sey4 ,es ist ein ,fehler eines ,schertzes wenn er dunckel ist1 und ohne ,noten und ,commentarius nicht verstanden werden kan4 ,ich sage nicht1 da ein ,schertz von allen ,leuten msse verstanden werden1 denn so mste er gewi sehr frostig und abgeschmackt seyn1 weil dieser allgemeine ,begriff das ,unglck hat1 sehr abgeschmackte ,kpfe unter sich zu begreiffen4 ,sondern ich behaupte1 da ein feuriger ,schertz keinem witzigen ,kopfe1 der die ,umstnde wei1 in welchen er vorgetragen worden1 dunckel seyn msse4 ,es knnen dahin alle die ,schertze gerechnet werden1 die gar zu weit hergeholt sind1 die gar zu sehr erzwungen werden1 und bey denen man gar zu viel nachdencken mu1 ehe man sie einsehen kan4 ,dieser ,fehler hat mannigfaltige ,ursachen4 ,wenn ein schertzhafter ,kopf seine ,schertze nicht nach der ,gelegenheit einrichtet2 wenn in den ,umstnden gar keiner1 oder doch ein sehr unmercklicher1 ,grund zum ,schertze vorhanden ist2 wenn die ,gedancken bey dem ,schertze1 aus welchen die brigen leicht fliessen1 verschwiegen werden1 und diejenigen vorgetragen werden1 aus welchen sehr schwer das brige erkannt werden kan2 wenn die ,vergleichungsstcke sehr klein und unmercklich sind u4 s4 w4 so wird er ausser dem ,gesichtskreyse der allermehresten ,zuhrer angetroffen werden4 ,ein glcklicher ,schertz mu ungezwungen seyn1 leicht eingesehen werden knnen1 und das schertzhafte dergestalt entdecken1 da man dem ,zuhrer1 als der sich gerne belustigen will1 nicht die ,mhe macht1 den ,kopf zu sehr zu zerbrechen4 ,es sind manche ,kpfe1 die mitten in ,gesellschaften doch allein sind4 ,sie haben ihre eigenen ,reihen der ,vorstellungen1 und wenn ihnen alsdenn was schertzhaftes einflt1 so tragen sie es ohne ,bedencken vor1 und wundern sich1 wenn andere nicht mitlachen4 ,sie solten erst die ,gtigkeit haben1 und ihre vorhergehenden ,vorstellungen vortragen1 oder die ,geflligkeit gegen die ,gesellschaft beweisen1 und mit ,leib und ,seel unter ihr gegenwrtig seyn4 4 #gc4 ,die ,wahrheit eines ,schertzes ist eine so nothwendige ,eigenschaft desselben1 da man sagen kan1 ein falscher ,schertz sey gar kein ,schertz4 ,ein ,schertz1 der in einem gantz unrichtigen und falschen ,gedancken besteht1 kan zwar so lange einen ,schein und ,glantz haben1 so lange wir in ,irrthum stecken4 ,allein sein ,feuer gleicht dem ,feuer eines ,irlichts4 ,so lange man dasselbe von ferne sieht1 hlt man es fr ein ,feuer dem ,scheine nach1 betrachtet man es aber in der ,nhe1 so werden wir den ,betrug gewahr4 ,man kan also sagen1 da ein ,schertz1 der in einem falschen ,gedancken besteht1 kein dauerhaftes ,feuer habe4 ,sein ,feuer verschwindet1 so bald wir unsern ,irthum gewahr werden4 ,ein falscher ,gedancke ist ja eigentlich kein ,gedancke1 er ist ein ,blendwerck1 ein ,hirngespinst1 das man nicht zu genau und zu nahe betrachten mu1 wenn man es lange besitzen will4 ,knnte also wol ein ,schertz in der ,that ein ,schertz1 oder wol gar ein feuriger ,schertz seyn1 der in einem falschen ,gedancken besteht8 ,nichts weniger als das1 er ist ein ,scheinschertz1 der keinen ,grund keine ,dauer bey der ,probe behalten kan4 ,ich sage also1 da ein feuriger ,schertz in einem wahren und richtigen ,gedancken bestehen msse4 ,da nun der ,gedancke1 der den ,schertz unmittelbar und zunchst ausmacht1 die ,vorstellung der ,uebereinstimmung verschiedener ,dinge ist1 so wird zur ,wahrheit des ,schertzes nicht nur erfodert1 da die ,dinge1 die wir uns als verschieden vorstellen1 in der ,that diese ,verschiedenheit haben1 sondern1 da sie auch in den ,stcken mit einander bereinkommen1 nach welchen wir sie vergleichen4 ,ein ,schertz mu also im ,grunde frostig seyn1 wenn er uns ,dinge als verschieden vorstelt1 in so ferne sie entweder gar nicht1 oder doch nicht so wie wir sie uns vorstellen verschieden sind2 und wenn er uns ,dinge als bereinstimmig vorstelt1 in so ferne sie entweder gar nicht1 oder doch nicht so wie wir sie uns vorstellen1 bereinkommen4 ,kurtz1 ein feuriger ,schertz mu uns solche ,uebereinstimmungen und ,verschiedenheiten vorstellen1 die den ,dingen wrcklich zukommen4 4 #gd4 ,meine ,meinung von der ,wahrheit der ,schertze1 die ich in dem vorhergehenden ,absatze vorgetragen1 widerspricht den ,kunstrichtern nicht1 welche den ,unwahrheiten in den ,schertzen einen ,platz verstatten4 ,cicero gehrt dahin1 welcher im andern ,buch vom ,redner sagt3 ,perspicitis hoc genus quam sit facetum1 quam elegans1 quam oratorium1 siue habeas vere quod narrare possis1 quod tamen est mendaciunculis aspergendum1 siue fingas4 ,diese ,kunstrichter betrachten den ,schertz auf eine gantz andere ,art4 ,wenn man von ,schertzen redet1 so versteht man entweder die ,dinge die man vergleicht1 worber man schertzet1 und von denen man den ,schertz entlehnt2 oder man versteht den ,gedancken selbst in welchen das schertzhafte besteht1 die ,vergleichung verschiedener ,dinge4 ,in der letzten ,absicht mu1 meines ,erachtens1 kein unrichtiger ,gedancke1 und wenn er auch ein mendaciunculum wre1 in dem ,schertze vorkommen4 ,in der ersten ,absicht mu man anders urtheilen4 ,da knnen also die ,dinge womit man schertzet1 auch wahr seyn1 oder sie sind falsch und erdichtet4 ,wenn diese ,dinge auch wahr sind1 so ist der ,schertz durch und durch wahr1 und enthlt nicht den geringsten unrichtigen ,gedancken1 und diese ,wahrheit nennet man die unbedingte ,wahrheit eines ,schertzes4 4 #ge4 ,die bedingte ,wahrheit eines ,schertzes besteht darin1 wenn die ,dinge1 womit man schertzet1 falsch1 erdichtet und unrichtig sind1 wenn aber dem ohnerachtet der ,schertz die 4 #gc4 erfoderte ,wahrheit hat4 ,der schertzende und seine ,zuhrer1 knnen entweder durch einen ,irrthum diese ,dinge auch fr wahr halten1 oder sie knnens wissen1 da sie falsch sind1 und diese ,dinge erdichten4 ,zu jenen gehren die ,schertze welche die ,heyden von ihren ,gottheiten und andern ,fabeln entlehnt haben4 ,dahin man den berhmten ,spa mit der ,diana rechnen kan1 den man bey den alten antrift4 ,in der ,nacht1 da der ,tempel der ,diane zu ,ephesus verbrante1 wurde ,alexander der grosse gebohren4 ,man fragte warum ,diane ihren ,tempel nicht gerettet1 und man bekam zur ,antwort1 weil sie nicht zu ,hause gewesen1 sondern der ,olympias bey der ,geburt beystehen mssen4 ,diese ,schertze die eine bedingte ,wahrheit haben1 kan man durchaus nicht verwerffen1 man mste denn allen ,fabeln und ,erdichtungen alle ,schnheiten absprechen4 ,nein1 wenn ein solcher ,schertz nur die 4 #gc4 angefhrte ,wahrheit hat1 so kan er beraus feurig seyn4 ,nur mssen dabey die ,regeln einer guten ,fabel und ,erdichtung beobachtet werden4 ,ein ,schertz1 der eine bedingte ,wahrheit hat1 mu den ,regeln vllig gem seyn1 die man in der ,dichtkunst von der ,wahrscheinlichkeit der ,fabeln gibt4 ,ich habe demnach nicht nthig ,regeln davon zu geben4 ,man beobachte nur die ,vorschrift des ,horatz3 ,ficta voluptatis causa sint proxima veris4 ,art4 poet4 4 #gf4 ,meinem ,urtheil nach1 gebe ich doch einem ,schertze der unbedingt wahr ist1 den ,vorzug vor denjenigen1 die nur unter gewissen ,bedingungen wahr sind4 ,ich habe darzu verschiedene ,ursachen4 ,eine jede ,unwahrheit ist doch ein unvollkommener ,gedancke als eine ,wahrheit4 ,ein ,schertz mag so feurig seyn wie er will1 wenn er nur unter ,bedingungen wahr ist1 so hat er keine wahren und richtigen ,grnde1 worauf er beruht4 ,ueberdem so scheint mir der ,witz nicht so starck zu seyn1 der sich den ,stoff zu spassen erdichtet4 ,er kan nach seinem ,gefallen dichten1 weglassen1 und hinzuthun was ihm geflt1 folglich ist es kein ,wunder1 da ihm sein ,schertz gelingen mu4 ,es scheint berdies1 als wenn ein solcher spahafter ,kopf seinen ,schertz vorher ausdenckt1 und alsdenn erst die ,materialien dazu erfindet4 ,er scheint einem ,menschen hnlich zu seyn1 der seinen ,vortrag erst ausarbeitet1 und hernach den ,text dazu aussucht4 ,gantz anders verhlt sichs im entgegen gesetzten ,falle4 ,unser ,witz ist alsdenn schlechterdings an die ,sachen gebunden1 er mu in der ,geschwindigkeit sich so zu biegen wissen1 da er auf die ,dinge pat1 denn es wird nichts seinem ,willkhr berlassen4 ,ich gebe gerne zu1 da ein ,schertz der eine bedingte ,wahrheit hat1 bisweilen unendlich feuriger seyn kan1 als ein anderer1 sonderlich wenn der schertzende die ,dinge nicht selbst erdichtet1 sondern schon lngst bekannte ,fabeln braucht4 ,in diesem letzten ,falle1 gibt er einem schlechterdings richtigen ,schertze sehr wenig nach4 ,ich sage nur1 wenn zwey ,schertze sonst vollkommen gleich sind1 und der eine ist unbedingt wahr1 der andere aber nur unter gewissen ,bedingungen1 so ist der erste feuriger als der andere4 ,ein ,witz1 der in dem ,reiche der ,wahrheiten keinen ,stoff zum ,schertze finden kan1 scheint mir nicht durchdringend und scharfsichtig genug zu seyn1 als zu einem recht feurigen ,witze nthig ist4 4 #gg4 ,das ,leben der ,erkenntni besteht in dem ,vergngen oder ,verdrusse1 so damit verbunden ist4 ,soll also ein ,schertz lebendig genug seyn1 so mu er entweder ,vergngen1 oder ,verdru bey den ,zuhrern erwecken4 ,das letzte wolte ich eben nicht sagen4 ,ich will balde erweisen1 da das ,lachen ber einen feurigen ,schertz aus ,vergngen entstehen msse4 ,ich gebe zu1 da die ,personen ber die man schertzt verdrieslich werden knnen1 wenn sie lcherlich gemacht werden4 ,es kan auch seyn1 da durch unsern ,schertz1 mittelbar ein ,verdru verursacht wird1 wenn wir zu dem ,ende etwas durch unsern ,schertz lcherlich gemacht haben1 damit es unsere ,zuhrer verabscheuen sollen4 ,dem sey wie ihm wolle1 so nehme ich an1 da das ,lachen1 welches wir zunchst durch unsern ,schertz hervorzubringen suchen1 mit ,vergngen verbunden seyn msse4 ,non satis est pulcra esse poemata3 dulcia sunto ,et quocunque volent1 animum auditoris agunto4 ,hor4 art4 poet4 ,ich sage eben das von einem feurigen ,schertze4 ,erweckt er in unsern ,zuhrern ,vergngen und ,lust1 so hren sie uns gerne zu1 wir machen sie uns geneigt1 und sie sind uns ,danck schuldig1 da wir ihnen so was vergngtes vorgesagt haben4 ,je mehr ,vergngen ein ,schertz also verursacht1 je mehr angenehme ,gemthsbewegungen dadurch erregt werden1 desto feuriger ist er4 4 #gh4 ,das ,vergngen entsteht aus der anschauenden ,erkenntni einer ,vollkommenheit4 ,das ,vergngen1 so durch einen ,schertz verursacht wird1 entsteht demnach entweder aus dem ,gefhl seiner formellen ,schnheit1 oder seiner ,materiellen4 ,von dem ersten rede ich jetzo1 und das scheint eine natrliche ,frucht und ,wrckung eines feurigen ,schertzes zu seyn4 ,wenn ein ,schertz einen hohen ,grad der ,schnheit besitzt1 wenn wir denselben dergestalt vortragen1 da der ,zuhrer die gantze ,schnheit des ,schertzes begreift und fhlt1 so mu er ihm gefallen und ein ,vergngen in ihm verursachen4 ,ein ,schertz der kein ,vergngen verursacht1 mu entweder nicht feurig genug seyn1 oder von dem ,zuhrer1 aus seiner eigenen ,schuld1 nicht begriffen werden1 oder der ,zuhrer mu ein ,klotz seyn4 ,in dem ersten ,falle ist die ,mattigkeit des ,schertzes eine ,hlichkeit desselben1 und es ist daraus klar1 da ich mit ,grunde fodere1 da ein feuriger ,schertz nicht nur lebendig seyn1 sondern auch keinen ,verdru zunchst verursachen msse4 ,zu gleicher ,zeit erhellet1 da ich nicht nthig habe1 besondere ,regeln von dem ,leben eines ,schertzes zu geben1 weil ein ,schertz der sehr feurig ist und den ,regeln1 die ich bisher ausgefhrt habe1 gem ist1 nothwendig reizend seyn mu4 ,ein ,schertz der von einem lebhaften feurigen und muntern ,kopfe1 mit kaltem ,blute kan angehret werden1 oder wol gar mit ,widerwillen1 mu sehr frostig seyn1 wenn anders keine andere ,ursach zum ,verdrusse kan angegeben werden4 male si - - loqueris ,aut dormitabo1 aut ridebo4 ,hor4 art4 poet4 4 #gi4 ,ich habe zur achten ,vollkommenheit eines feurigen ,schertzes1 die ,geschicklichkeit desselben1 ein ,lachen zu verursachen1 angenommen4 4 #be4 ,ich habe schon einmal erinnert1 da meine ,meinung nicht darin besteht1 als wenn ein ,spa wrcklich msse mit einem lachen begleitet werden1 noch viel weniger werde ich die ,grsse des ,lachens bey einem ,zuhrer1 zum ,merckmal der ,grsse und ,strcke eines feurigen ,schertzes1 annehmen4 ,es kan jemand eine so ernsthafte ,gemthsfassung besitzen1 da er entweder gar nicht1 oder doch sehr selten lacht2 dieser wird auch ber den feurigsten ,schertz nicht lachen1 ob er gleich noch so sehr dazu gereitzt wird4 ,mancher kan einen sehr heftigen ,trieb zum lachen fhlen1 und doch aus berwiegenden ,grnden sich zwingen nicht zu lachen4 ,jener lacht ber ,kleinigkeiten1 ber ein ,nichts1 da ihm der ,othem vergeht1 dieser lchelt nur bey den allerlcherlichsten ,dingen4 ,ich sehe mich also genthiget1 die ,schnheit eines ,schertzes1 die aus dem ,verhltni desselben zum lachen entspringt1 nur darin zu setzen1 da er etwas belachenswrdiges enthalte1 und dergestalt eingerichtet sey1 da ein ,mensch der gerne und leicht1 doch nicht ohne ,grund1 lacht1 durch denselben zu einen starcken lachen sehr starck bewegt werde4 4 #hj4 ,man kan aus und mit ,verdru lachen1 man kan aber auch aus ,vergngen lachen1 und das ,lachen kan unser ,gemth dergestalt aufheitern1 da dadurch alle bange ,ernsthaftigkeit aus der ,seele vertrieben wird4 ,man kan sagen1 da ein solches ,lachen den ,winden hnlich sey1 die die ,wolcken zertheilen1 vertreiben1 und den ,himmel aufheitern4 ,ein solches lachen ist eine so starcke ,bewegung des ,gemths1 die fhig ist1 der ,seele eine ,munterkeit und aufgerumtes ,wesen zu geben1 so der ,betrbni entgegengesetzt ist4 ,man wird mir ohne ,schwierigkeit einrumen1 da die letzte ,art des lachens diejenige sey1 die durch einen ,schertz mu gesucht werden4 ,der ,schertz mu das ,gemth auf eine angenehme ,art erschttern1 und die verwirrte ,bewegung verursachen1 die wir das ,lachen nennen4 ,wenn man jemand zu einem verdrieslichen ,lachen zwingt1 so werden wir wenig ,danck verdienen4 ,er wird sich wider uns rsten1 und alle seine ,krfte samlen uns zu widerstehen4 ,er wird unserm ,schertze den ,eingang verwehren1 und wir werden ihm mit unsern ,schertzen zur ,last werden4 ,ueberdem mste es ein elender ,spa seyn1 der wenig ,schnheit haben wrde1 wenn er dem ,zuhrer nicht zugleich vergngen knnte4 ,es scheint berdies das ,vergngen eine nothwendige ,verbindung mit dem ,schertze zu haben1 weil wir alsdenn am wenigsten zu schertzen im ,stande sind1 wenn wir nicht aufgerumt1 sondern mivergngt sind4 ,noch einmal1 ein feuriger ,schertz mu geschickt seyn1 ein lachen zu verursachen1 das von einem starcken sinlichen ,vergngen begleitet wird4 ,ich erinnere nur noch das einzige1 da ich nicht behaupte1 als wenn ein ,lachen mglich wre mit welchem gar kein ,vergngen verbunden ist1 ich behaupte nur1 da manchmal mit dem ,lachen ein ,verdru verbunden seyn kan1 der grsser und strcker ist1 als das ,vergngen so zugleich dabey angetroffen wird4 4 #ha4 ,man kan sagen1 da es eine schwere ,untersuchung sey1 den ,ursprung des ,lachens1 nach allen seinen ,stcken1 auseinander zu setzen4 ,das ,lachen ist eine so verworrene und1 aus unendlich vielen andern1 zusammengesetzte ,vernderung1 da man ,ursach zu zweiffeln hat1 ob man dieselbe so deutlich erklren knne1 als andere ,vernderungen die bey uns vorgehen4 ,ich bergehe die ,bewegung des ,krpers1 die mit dem ,lachen verbunden ist4 ,ich will nur bestimmen1 woher die ,vernderung der ,seele entsteht1 wenn sie ber etwas lcherliches lacht1 denn das ist dasjenige lachen1 so durch einen ,schertz verursacht werden soll4 ,lcherlich sind alle ,ungereimtheiten die man in ,kleinigkeiten bemerckt4 ,das ,lachen entsteht also aus der ,beobachtung einer ,ungereimtheit in ,kleinigkeiten4 ,cicero sagt im andern ,buche vom ,redner3 ,locus autem regio quasi ridiculi turpitudine deformitate quadam continetur1 haec enim ridentur vel sola1 vel maxime1 quae notant designant turpitudinem aliquam non turpiter4 ,es wird leicht zu erweisen seyn1 da eine jede ,hlichkeit etwas ungereimtes oder wiedersprechendes enthalte1 indem die ,natur alsdenn von den ,regeln der ,vollkommenheit abweicht1 worin ihre ,maximen bestehen1 wenn sie etwas hliches in ihren ,wercken hervorbringt4 ,cicero bemerckt an eben dem ,orte1 da man weder ber eine gar zu grosse ,hlichkeit noch ,schandthat lache4 ,die erste bewegt zum ,mitleiden1 die andere zum ,zorn und ,abscheu4 ,folglich wrde ein solches ,lachen mit einem berwiegenden ,verdrusse verbunden seyn4 ,man thue hinzu1 da man1 wenn man grosse ,dinge lcherlich macht1 sein leichtsinniges ,gemth verrth1 eine ,beschaffenheit die abermals einem guten ,geschmacke ,verdru erwecken mu4 ,ich habe demnach mit ,grunde annehmen knnen1 da1 wenn man andre mit ,vergngen zu lachen machen will1 man in ,kleinigkeiten eine ,ungereimtheit oder ,widerspruch entdecken msse4 4 #hb4 ,wenn ein ,schertz also krftig zum ,lachen reizen soll1 so mu er einmal1 von ,kleinigkeiten handeln1 es mgen nun sittliche ,dinge seyn oder blo natrliche4 ,man nennt sie ,kleinigkeiten aus verschiedenen ,grnden1 die ich nicht nthig habe anzufhren4 ,ich bemercke nur da es ,dinge seyn mssen1 die weder an sich betrachtet1 noch in ,absicht auf ihre ,folgen1 von grosser ,wichtigkeit sind4 ,die ,ungereimtheit die man entdeckt1 kan berhaupt die ,abweichung einer ,sache von ihren ,regeln seyn4 ,diese ,regeln mgen nun moralisch oder nicht moralisch seyn1 genug1 wenn die ,sache nur als regello1 widersinnisch und hlich vorgestelt wird4 ,je mehr solcher ,unrichtigkeiten entdeckt werden1 desto lcherlicher wird die ,sache4 ,ich thue nicht ein ,wort mehr hinzu1 weil ich schon mehr als einmal erinnert habe1 da ich keine ,wissenschaft der ,schertze schreibe4 ,genug1 da ich nunmehr die ,grnde habe1 woraus ich verschiedene ,unvollkommenheiten bey den ,schertzen entdecken kan4 4 #hc4 ,ein jeder feuriger ,schertz ist werth1 da er mit lachen angehrt wird4 ,man hte sich aber da man nicht alles1 was lcherlich und belachens werth ist1 fr einen ,schertz halte4 ,noch viel weniger kan alles das was ein lachen verursacht ein ,schertz seyn4 ,non sunt omnia ridicula faceta4 ,cic4 de ,orat4 ,l4 ,,ii4 ,in einem ,schertze1 wenn er feurig seyn soll1 mu das formelle1 die ,vergleichung verschiedener ,dinge1 der sinreiche und scharfsinnige ,gedancke1 den ,grund zum lachen enthalten4 ,liegt dieser ,grund in etwas anders1 so kan es entweder gar kein ,schertz genennt werden1 oder er mu beraus frostig seyn4 ,alle diejenigen lustigen ,herrn1 die einen armseeligen ,witz besitzen1 mgen sich also ja in acht nehmen1 sich einzubilden1 da sie spahafte ,kpfe sind1 wenn sie keinen andern ,grund dazu anzugeben wissen1 als weil sie geschickt sind andere zum lachen zu bestimmen4 ,es gehrt mehr zu einem schertzhaften ,kopfe1 als die ,geschicklichkeit ein lachen zu verursachen1 ob ich gleich derselben ihren vlligen ,werth lasse1 der ihr in anderer ,absicht zukommen kan4 4 #hd4 ,wenn eine ,person1 ,sache1 ,begebenheit1 ,handlung1 oder wie es ,namen haben mag1 an sich schon lcherlich ist1 ohne da wir nthig haben einen sinreichen ,einfall hinzuzuthun1 so wird die blosse ,erzhlung und ,vorstellung dieser ,stcke schon ein ,lachen verursachen4 ,man wrde sich aber gewaltig irren1 wenn man dergleichen ,erzhlungen fr ,schertze halten wolte1 und die ,person die sie vortrgt fr einen schertzhaften ,kopf4 ,es ist wahr1 wenn die ,materialien unseres ,schertzes schon an sich lcherlich sind1 so wird es uns leichter werden1 damit zu schertzen1 und unser ,schertz kan dadurch feuriger werden4 ,allein wenn ber weiter nichts1 als ber die ,sachen gelacht wird1 so ist ein lustigmacher zu eilfertig1 sich deswegen fr einen ,meister in ,schertzen zu halten4 ,das haben sich alle ,liebhaber poierlicher ,historien zu mercken4 ,sie knnen sich in anderer ,absicht die ,gesellschaft verbindlich machen1 wenn ihre ,histrchen alle diejenige ,artigkeit haben1 die einen vernnftigen ,menschen nicht verunzieren1 wenn er sie erzhlt oder belacht4 ,aber1 da sie deswegen fr witzige und feurige ,kpfe wollen gehalten seyn1 ist eine ,hofnung1 die sie sich so lange mssen vergehen lassen1 bis sie wichtigere ,grnde dazu anzugeben wissen4 4 #he4 ,ich wei selbst nicht woher es kommt1 da manche ,dinge1 bey den meisten ,leuten1 ein ungemeines lachen verursachen1 und wenn sie auch ohne allen ,witz und ,scharfsinnigkeit vorgetragen werden1 die doch nicht lcherlich sind4 ,man nenne nur gewisse ,dinge1 bey denen schamhafte ,gemther roth werden1 oder man nenne auch ,dinge die zur ,religion gehren1 ich bin gut dafr1 da es unzhlige ,leute gibt die hertzlich darber lachen werden1 obgleich nicht das geringste spahafte dabey angetroffen wird4 ,der ,grund dieses lachens liegt in der schmutzigen und leichtsinnigen ,beschaffenheit des ,zuhrers1 und ich bin zufrieden angemerckt zu haben1 da dergleichen ,zoten und ,mibrauch der ,dinge1 die mit der ,religion eine ,verwandschaft haben1 wenn sie mit keinem sinreichen ,einfalle begleitet werden1 keine ,schertze knnen genannt werden1 und ob sie noch so hertzlich belacht wrden4 ,oben habe ich gezeigt1 da man schandbare ,zoten1 und ob sie gleich mit ,witz und ,scharfsinnigkeit vorgetragen wrden1 demohnerachtet fr frostige ,spasse halten msse4 ,und ich werde mich also nicht betrgen1 wenn ich berhaupt sage1 da alle ,unfltereyen1 sie mgen ,namen haben wie sie wollen1 entweder gar keine ,schertze1 oder doch ein viel zu elender ,stoff sind1 als da ein reinliches ,gemth sich die ,mhe nehmen solte1 sie zu durchwrcken1 und einen ,schertz daraus zu machen4 4 #hf4 ,ein ,schertz mu nothwendig abgeschmackt seyn1 der auf keine andere ,art zum lachen reitzen kan1 als wenn man den schertzenden ansieht1 und auf seine ,geberden dabey achtung gibt4 ,ein feuriger ,schertz mu auch ein ,schertz bleiben1 wenn man den ,urheber desselben auch nicht sehen solte1 ob ich gleich nicht in ,abrede seyn will1 da die ,art des ,vortrages ein vieles1 zur ,vermehrung der ,schnheit eines ,schertzes1 beytragen knne4 ,dem sey wie ihm wolle4 ,ein ,schertz der sonst gar kein ,feuer hat1 als wenn man das ,bezeugen des schertzenden beym ,vortrage desselben mit zu ,hlfe nimt1 ist ein sehr frostiger ,schertz4 ,der schertzende macht sich alsdenn zu einen ,narren und ,harlekin4 ,man lacht nicht ber seinen sinreichen ,einfall1 sondern ber sein ungereimtes ,betragen4 ,kurtz1 ,reden die nicht eher zum lachen bewegen1 bis sie mit tausend nrrischen ,verzuckungen der ,glieder des ,krpers begleitet werden1 sind ,narrenspossen4 ,und man kan sagen1 da ihr ,feuer nicht geistig1 sondern blo krperlich sey1 weil sie alle ihre ,lebhaftigkeit durch die ,mihandlungen des ,krpers bekommen4 4 #hg4 ,man solte fast auf die ,gedancken gerathen1 da die ,natur bey der ,bildung gewisser ,menschen gespat habe4 ,man sagt von diesen ,leuten1 da sie zu ,narren geboren sind4 ,wenigstens scheints1 da die ,natur bey ihnen nicht so regelmig verfahren sey1 als sie ordentlicher ,weise zu thun gewohnt ist4 ,tausend ,kleinigkeiten befinden sich in der ,gestalt1 und gantzen ,bildung solcher ,leute1 welche regello sind1 und diese ,leute so unglckseelig machen1 da man sie ohne lachen nicht ansehen kan4 ,diese verunglckten ,wercke der ,natur1 drfen nur den frostigsten ,einfall vorbringen1 so wird berlaut gelacht2 und ,leute von weniger ,beurtheilungskraft glauben1 da denselben das schertzen beraus wohl anstehe4 ,ich darf diesen lcherlichen ,irthum nicht wiederlegen4 ,es ist von selbst klar1 da man nicht ber den ,einfall1 sondern ber die ,person lache4 ,und1 meiner ,einsicht nach1 schicken sich solche ,leute am allerwenigsten1 schn und feurig zu schertzen4 ,ihre ,einflle knnen ,schertze fr die ,augen1 und nicht fr die ,ohren genennt werden4 4 #hh4 ,wenn die lcherliche ,gestalt eines ,menschen ein blosser ,naturfehler ist1 so verdient er ,mitleiden und ,vergebung4 ,wer aber seinen ,krper durch ,flei und ,uebung zu einen poirlichen ,werckzeuge1 andere ,leute zu belustigen1 macht1 verdient ohnfehlbar die ,verachtung vernnftiger ,leute4 ,schertze1 die mit ungereimten und ausserordentlichen ,verzuckungen der ,gesichtszge1 und unmenschlichen ,verdrehungen der ,theile desselben1 vorgetragen werden1 gehren auf die ,schaubhne1 und auch da hat man sie schon weg gepeitscht4 ,eine ,rede1 die mit einem ,fratzen-,gesichte vorgetragen wird1 ist ein ,schertz der fr einen groben und pbelhaften ,geschmack gehrt4 ,es ist zu bedauren1 da manche witzige ,kpfe auf diese ,ausschweiffung gerathen4 ,sie wrden sonst nicht gantz unglcklich im ,schertzen seyn4 ,weil sie aber die ,narrheit begehen1 und sich befleiigen1 ihre ,gesichter dergestalt zu verzucken1 ,possent vt iuuenes visere fervidi ,multo non sine risu ,dilapsam in cineres faciem ,hor4 ,carm4 ,l4 ,,iv4 od4 ,,xv4 so sind sie nicht werth1 da man sie schertzhafte ,leute nennt4 ,wer sich so weit erniedrigen kan1 sich selbst mit ,flei lcherlich zu machen1 verdient nicht1 ein vernnftiges ,wesen zu heissen4 4 #hi4 ,es ist unmglich und unnthig alle die ,thorheiten beym schertzen zu zchtigen1 die mit der vorhergehenden eine ,verwandschaft haben4 ,viele lassen es nicht bey den ,verdrehungen ihres ,gesichts bewenden1 sie brauchen ihren ganzen ,krper zu einem ,gauckelwerck1 und befleiigen sich1 wider die ordentlichen mechanischen ,regeln1 ihre ,gliedmassen zu bewegen4 ,viele geben1 durch ihre poirliche ,kleidung1 ihren ,worten den ,schein eines ,schertzes4 - tunicis - - est qui ,inguen ad obscoenum subductis vsque facetus4 ,hor4 art4 poet4 ,andere befleiigen sich1 durch kindische ,nachffungen anderer ,leute in ,worten und ,geberden1 ein ,lachen zu verursachen4 ,noch andere beweisen ihre ,kunst in dummen1 unfrmlichen1 unverstndlichen ,worten und ,tnen4 ,kurtz1 ich rechne alle diejenigen dahin1 die sich selbst bey einem ,schertze lcherlich machen1 es sey nun auf die eine1 oder die andere ,weise4 ,derjenige der einen feurigen ,schertz machen will1 mu auf alle mgliche ,art bemht seyn1 sich selbst nicht zum ,narren zu machen4 ,er mu sein ,ansehen und ,hochachtung bey seinen ,zuhrern erhalten1 und jederzeit der ,regel des ,cicero folgen3 ne aut scurrilis iocus sit aut mimicus4 4 #ij4 ,wenn ein schertzhafter ,kopf in den ,gedancken steht1 da es sehr leicht sey1 ein anstndiges lachen zu verursachen2 und da man bey einem ,spasse entweder allein1 oder zuerst darauf zu sehen habe1 wie man seine ,zuhrer zu lachen machen wolle1 so hegt er zwey sehr schdliche ,vorurtheile4 - ,non satis est risu diducere rictum ,auditoris1 est quaedam tamen hic quoque virtus4 ,hor4 ,sat4 ,l4 ,i4 ,sat4 ,x4 ,aus dem vorhergehenden erhellet eines theils1 da derjenige viele ,scharfsinnigkeit und ,witz besitzen msse1 der1 ohne sich selbst lcherlich zu machen1 andere ,leute von feinem ,geschmacke zum lachen bestimmen will4 ,andern theils ist ausgemacht1 da man hauptschlich davor sorgen msse1 dem ,schertze das gehrige ,feuer zu verschaffen1 so wird derselbe ohne dem werth seyn1 mit lachen von andern angehrt zu werden4 ,wer aber demohnerachtet die angefhrten unrichtigen ,stze zu ,maximen beym ,spassen annimmt1 der wird wo nicht bestndig1 doch mehrentheils1 ein ,harlekin seyn4 ,er wird alles zusammen samlen1 was lcherlich ist1 und er wird sich kein ,bedencken machen1 auch seine eigene ,person als ein ,mittel zu diesem seinen ,zwecke zu brauchen4 ,das ,lachen mu bey einem jeden ,spasse zum ,zwecke angenommen werden1 und folglich in der ,ausbung das letzte seyn1 die brigen ,schnheiten mssen zuerst in dem ,schertze hervorgebracht werden1 hernach ist es erst ,zeit auf die ,hervorbringung des ,lachens zu dencken4 4 #ia4 ,die letzte ,schnheit eines glcklichen ,schertzes besteht in einem geschickten ,vortrage desselben4 ,man mag nun den ,vortrag zu den wesentlichen ,stcken eines ,spasses rechnen1 oder ihn nur als die ,einkleidung desselben ansehen1 so wird doch jederzeit auf den ,vortrag des ,schertzes viel ankommen1 wenn er glcklich gerathen soll4 ,der ,vortrag verhlt sich wie die ,einfassung eines ,diamants1 wodurch der ,glantz desselben innerlich zwar weder vermehrt noch vermindert werden kan1 wohl aber usserlich2 sie befrdert und erhhet den ,glantz1 oder erstickt ihn4 ,ein ,schertz kan im hchsten ,grade feurig seyn1 wenn man ihn als einen ,gedancken betrachtet1 durch einen ungeschickten ,vortrag aber dergestalt verunstaltet werden1 da sein ,feuer umhlt und unsichtbar wird4 ,im ,gegentheil kan das ,feuer eines sehr mittelmssigen ,schertzes1 vielmehr glntzen1 wenn es durch einen gehrigen ,vortrag untersttzt wird4 4 #ib4 ,bey dem ,vortrage unserer ,gedancken mu man auf zwey ,stcke sehen4 ,auf die ,worte1 und auf das ,betragen des gantzen ,krpers1 nebst andern ,vernderungen1 die mit dem ,vortrage eine nothwendige ,verbindung haben4 ,ich bin nicht willens alle die ,regeln auszufhren1 die zu einem geschickten ,vortrage eines ,schertzes erfodert werden4 ,sie sind mit den ,regeln der ,redekunst den wesentlichen ,stcken nach einerley4 ,ich werde mich begngen1 einige ,fehler im ,vortrage der ,spasse zu bemercken wodurch das ,feuer derselben verdunckelt wird4 ,die ,worte wodurch der ,schertz vorgetragen wird sollen die ,zeichen desselben seyn4 ,wenn sie demnach dergestalt beschaffen sind1 da der ,zuhrer aus denselben den gantzen ,schertz1 nebst allen ,schnheiten desselben1 erkennen kan1 so sind sie ohne ,tadel4 ,der ,schertzende mu seinen ,vortrag dergestalt einrichten1 da keine ,schnheit verborgen bleibt oder verdunckelt wird4 ,hat er einen feurigen ,spa erdacht1 kan er reden1 ist er der ,sprache mchtig1 und wei er was vor ,tne1 ,erhhungen und ,erniedrigungen der ,stimme1 zu einem jedem ,gedancken sich schicken1 so kan es ihm an einem geschickten ,vortrage nicht fehlen4 ,verbaque provisam rem non invita sequentur4 ,hor4 art4 poet4 ,der ,vortrag eines ,schertzes ist ohne ,tadel1 in welchen sich der ,schertz in seiner ganzen ,pracht und vollem ,lichte zeigt4 ,ich thue noch das einige hinzu1 da der ,vortrag des ,schertzes geschwind seyn msse4 ,ist man gar zu langsam1 zhlt man gleichsam die ,worte1 so kan man den ,zuhrer nicht unvermuthet genug berfallen1 und es wird der ,schertz nicht lebhaft genug werden4 ,dem ,zuhrer wird die ,zeit lang1 und man lt ihm gar zu viel ,raum zur ,ueberlegung und zum ,nachdencken4 ,ueberdies wrde ein gar zu langsamer ,vortrag1 ein untrgliches ,zeichen der ,langsamkeit unseres ,witzes seyn4 ,nein1 die bedachtsame ,munterkeit und ,hitze des ,geistes1 belebt auch den ,krper1 und zwingt ihn1 in allen seinen ,handlungen und ,worten1 eine ,hurtigkeit zu beobachten1 die nicht bereilt und schlfrig ist4 4 #ic4 ,so gewi es ist1 da zu einem geschickten ,vortrage1 auch die ,uebereinstimmung aller ,minen und ,zge des ,gesichts mit dem ,vortrage1 erfodert werde1 so schwer ists1 die ,regeln zu entdecken1 durch welche diese ,einrichtung des ,gesichts bestimmt wird4 ,zum guten ,glck1 pflegt die ,natur in solchen ,kleinigkeiten den ,mangel unseres ,fleisses zu ersetzen4 ,itaque imbuendus est is1 qui iocose volet dicere1 quasi natura quadam apta ad haec genera1 moribus1 vt ad cuiusque modi genus ridiculi vultus etiam accommodetur4 ,cic4 de ,orat4 ,l4 ,,ii4 ,wer in seinem ,vortrage ungezwungen ist1 und nicht gar zu sehr knstelt1 wer selbst einen lebhaften ,eindruck von den ,sachen hat1 die er vortrgt1 dessen ,gesichtszge werden um der natrlichen ,uebereinstimmung des ,krpers mit der ,seele willen1 seinem ,vortrage am gemssesten seyn1 wenn er am wenigsten drauf denckt4 ,man kan eben dieses von einem schertzenden sagen4 ,kan man ihm gleich nicht ausfhrlich vorschreiben1 wie ers machen soll1 da er seinem ,gesichte die gehrige ,einrichtung beym spassen gebe1 so kan man doch gar zu leicht die ,regellosigkeit in diesem ,stcke gewahr werden4 ,ich werde nur ein paar ,fehler dieser ,art berhren1 weil sie der ,schnheit eines ,schertzes gar zu nachtheilig zu seyn scheinen4 ,der erste ist die ,finsterni des ,gesichts4 ,ich habe zwar erwiesen1 da der schertzende ernsthaft seyn msse1 ein ernsthaftes ,gesicht aber ist nicht saur und finster4 ,es ist wahr1 der ,schertz wird ungemein belacht1 der mit einer runzlichten ,stirne vorgetragen wird4 ,allein ich bin mit dem ,cicero eines ,sinnes3 ,in moroso non sal sed natura ridetur4 ,man schliet aus der ,finsterni des ,gesichts1 auf einen murrischen ,kopf1 und es scheint uns wiedersprechend und ungereimt zu seyn1 da ein so murrischer und unaufgerumter ,kopf1 so lustige und aufgerumte ,einflle haben knne4 ,ueberdies hat es das ,ansehen1 als wenn die ,natur bey einem solchen ,menschen ihre ,maximen vergessen4 ,sie pflegt gewhnlicher ,weise1 die genaueste ,uebereinstimmung zwischen ,leib und ,seele1 zu erhalten4 ,ist es also nicht wiedersinnisch1 da sie die ,seele eines ,democritus in den ,krper eines ,cato gesteckt hat8 der schertzende macht sich selbst lcherlich1 wenn er nicht eine heitere1 freudige und muntere ,ernsthaftigkeit annimt1 und ich habe oben erwiesen1 da ein ,schertz viel von seinem ,feuer verliehre1 wenn sich der schertzende selbst lcherlich macht4 4 #id4 ,der andere ,fehler des ,gesichts1 der dem schertzenden nachtheilig ist1 besteht darin1 wenn er eine gar zu grosse ,zufriedenheit ber seinen ,spa mercken lt4 ,man sieht es manchem spahaften ,kopfe an den ,augen an1 da er ein inniges ,vergngen ber seinen ,einfall empfindet1 und seine ,artigkeit gar zu lebhaft selbst fhlt4 ,die ,augen funckeln ihm im ,kopfe1 und gehen von einem ,zuhrer zu den andern fort1 sie scheinen ein ,verlangen nach dem ,beyfalle der ,zuhrer zu entdecken1 und eine ,verwunderung und ,zorn an den ,tag zu legen1 im ,fall der ,beyfall der ,zuhrer nicht so1 und in eben der ,strcke1 gleich erfolgt1 als der schertzende sich wrdig zu seyn glaubt4 ,ein solches ,bezeugen verursacht eine kleine ,rache bey den ,zuhrern1 die in ,absicht auf den schertzenden grausam ist4 ,ein vernnftiger ,mensch verachtet berhaupt alle ,personen1 die mit sich selbst gar zu sehr zufrieden sind4 ,er glaubt1 da sein ,beyfall unnthig sey1 weil der scherzende1 durch seine ,zufriedenheit mit sich selbst1 ihm zuvorgekommen4 ,er schliet nach einen ,vorurtheil1 so in den mehresten ,fllen eintrift1 da ein ,kind1 welches von seinen ,eltern affenmig geliebt wird1 viele ,fehler habe4 ,er wird aufmercksam gemacht1 ,fehler zu entdecken1 die er sonst nicht wrde sonderlich bemerckt haben2 und man pflegt einem ,menschen1 der mit sich selbst gar zu sehr zufrieden ist1 ,fehler anzurechnen1 die man bey andern wo nicht ganz bersehen1 doch nicht so sehr ahnden wrde4 ,ein ,mensch der glcklich im ,schertzen seyn1 und ,beyfall erlangen will1 mu gegen seinen eigenen ,einfall gleichgltig zu seyn scheinen4 ,er darf die ,augen eben nicht niederschlagen und auf seinen ,schertz fluchen4 ,allein er mu sich sehr in acht nehmen1 kein gar zu lebhaftes ,vergngen1 ber seine eigene ,schertze1 von sich blicken zu lassen4 4 #ie4 ,ein ,mensch der mitten in seinem ,schertze lacht1 und denselben mit lachen vortrgt handelt poirlich4 ,er verliehrt die angenehme ,ernsthaftigkeit1 die einen ,schertz so schn macht4 ,er wird durch das lachen gehindert1 seinen ,schertz geschwind und hurtig vorzutragen1 und dadurch die ,zuhrer unvermuthet zu berfallen4 ,ehe noch der ,schertz vllig vorgetragen wird1 mercken es schon die ,zuhrer1 da ein ,schertz vorgetragen werden soll2 er kan ihnen also unmglich gantz neu seyn1 wenn sie ihn hernach in seinem ,umfange und vlligen ,ausdehnung erkennen4 ,der ,schertz bekommt dadurch alle ,hlichkeiten eines vorhergesehenen ,spasses4 ,der schertzende kan dadurch gehindert werden1 seinen ,schertz ordentlich und verstndlich vorzutragen1 und er kan wohl gar in den kindischen ,fehler fallen1 da er den ,vortrag unterbrechen mu1 und die lppische ,entschuldigung hinzu thun1 da er es vor lachen nicht sagen knne4 ,ja man kan sagen1 da das lachen in manchen ,gesellschaften eine ,sympathetische ,kraft habe4 ,es darf nur einer lachen1 so lacht die gantze ,gesellschaft1 ohne zu wissen warum4 ,es ist also vermuthlich1 da1 wenn der schertzende seinen ,schertz mit lachen vortrgt1 seine ,zuhrer ihm ,gesellschaft leisten werden1 und sie haben nicht nthig ber den ,schertz selbst hernach zu lachen4 ,es kommt einem berhaupt poirlich vor1 wenn man einen ,menschen lachen sieht1 und man wei nicht warum4 ,der schertzende macht sich also selbst lcherlich1 wenn er mitten im schertzen lacht4 ,soll der ,schertz nicht frostig werden so mu der schertzende weder vorher1 noch mitten im ,schertze lachen4 4 #if4 ,wenn man dem spahaften ,kopfe ja erlauben will1 ber seinen ,einfall zu lachen1 so mu er es nicht eher thun als nachher1 doch hte er sich vor einer gar zu grossen ,eilfertigkeit4 ,ist er der erste im lachen1 so kommt mir dieses lachen vor1 wie das plaudite bey einem ,lustspiel4 ,man scheint die ,zuhrer zum lachen aufzumuntern1 man scheint zu befrchten1 das lachen werde nicht erfolgen4 ,es ist berhaupt der nthigen ,ernsthaftigkeit beym schertzen zu wieder1 und man erweckt den ,verdacht1 da man selbst gar zu sehr fr seinen ,einfall eingenommen sey4 ,wenn aber der ,schertz sehr feurig ist1 und alles um uns herum lacht1 so mu ein ,mensch sehr viele ,herrschaft ber sich selbst besitzen1 wenn er sich des lachens enthalten will4 ,ein lachen das alsdenn entsteht1 kan als eine ,schwachheits-,snde entschuldiget werden4 ,ich nenne es eine ,schwachheits-,snde weil ich glaube1 da ein vollkommener ,schertz eine freudige ,ernsthaftigkeit vorher und nachher erfodert4 ,der schertzende beweit die ,strcke seines ,witzes auf eine ausnehmende ,art1 wenn er mitten unter vorhergehenden1 begleitenden und nachfolgenden ernsthaften ,gedancken schertzen kan4 ,und da wird er gewi auch nachher nicht lachen4 ,der schertzende mu gleichsam im ,vorbeygehen den ,schertz anbringen4 ,er mu den ,schein geben1 da es ihm selbst nicht viel darum zu thun sey1 so beweit er dadurch wie leicht es ihm sey1 auf eine feurige ,art zu schertzen4 ,ich will nicht einmal den ,fehler berhren1 wenn ein frostiger ,kopf ber seine eigene bejammernswrdige ,einflle lacht4 ,ich bin zweiffelhaft1 ob ein solcher ,mensch ,mitleiden1 oder ,verachtung und ,verspottung verdiene4 ,ein solcher alberner ,possenreier ist vernnftigen ,leuten dergestalt entgegen gesetzt1 da er auch gantz verschiedenen ,gemthsbewegungen unterworffen ist1 ,und wenn er selber lacht so mchten andre weinen ,canitz4 4 #ig4 ,ich halte es nicht eben fr einen der geringsten ,fehler1 wenn der schertzende eine gar zu ngstliche ,furchtsamkeit1 bey dem ,vortrage des ,spasses1 von sich blicken lt4 ,wenn der ,schertz recht gelingen soll1 so mu er mit einer anstndigen ,dreistigkeit1 und ,unerschrockenheit vorgetragen werden4 ,ich verstehe dadurch kein freches und unverschmtes ,wesen1 sondern eine khne ,munterkeit1 welche aus dem ,uebergewicht des bewustseyns1 da der ,schertz werth sey vorgetragen zu werden1 entsteht1 und welche das ,mittel ist zwischen einer zaghaften ,bldigkeit und einer lermenden ,tollkhnheit4 ,mancher ,kopf hat sehr feurige ,einflle1 allein so bald sie ihm auf die ,zunge kommen1 berflt ihn eine ,bangigkeit1 die ihn bla macht1 den ,othem versetzt1 und durch eine zitternde und unterbrochene ,stimme die ,angst seines ,hertzens verrth4 ,solche ,gemther sind zu zrtlich und empfindlich1 sie sind bertriebene ,richter ihrer eigenen ,gedancken1 und haben eine zu schlechte ,hofnung der guten ,aufnahm ihres ,schertzes4 ,sie verderben dadurch ihre ,schertze1 die im brigen glcklich genug sind4 ,sie sind nicht im ,stande1 ihren ,schertz munter genug vorzutragen1 sie knnen den ,zuhrer nicht unvermuthet genug berfallen1 sie erwecken selbst eine ,art der ,angst in den ,gemthern der ,zuhrer1 welche nothwendig mit einiger ,unlust den ,schertz erwarten mssen1 der so viele ,geburtsschmertzen verursacht4 ,ja sie verrathen eine gewisse ,schwche ihres ,witzes1 die den ,schertz selber matt machen mu4 ,ein hitziger ,kopf hat viel zu feurige ,einflle1 als da sie ihm ,zeit1 zu ngstlichen ,beurtheilungen1 lassen solten4 ,er wird von seinen eigenen ,einfllen so unvermuthet und pltzlich berfallen1 und so nachdrcklich gerhrt1 da er in eine ,art der ,verwirrung gerth1 die ihm natrlicher ,weise eine ,khnheit geben mu4 ,die ,lebhaftigkeit und ,strcke seiner ,schertze1 breitet sich bis in seinen ,krper aus1 und geben ihm alles das ,feuer1 das zu einem unerschrockenen und dreisten ,vortrage derselben nthig ist4 ,kan man wohl diese ,strcke des ,witzes1 bey demjenigen annehmen1 der mit ,zittern und ,zagen1 und einer stotternden ,stimme spat8 ,wer sich nicht getrauet1 mit einem mnnlichen und unverzagten ,muthe1 zu schertzen1 der berhebe sich gar dieser ,mhe4 ,seine ,furchtsamkeit kan ihn berdies manchmal in eine solche ,verwirrung setzen1 da er nicht mehr wei was er sagt1 und er wird sich der ,gefahr1 ausgelacht zu werden1 aussetzen4 4 #ih4 ,ich habe bisher die ,schnheiten eines ,schertzes ausgefhrt1 welche meinen ,bedncken nach nthig sind1 wenn er glcklich gerathen soll4 ,ich will nicht sagen1 da ich keine einzige bergangen htte4 ,ich will auch nicht zum andern1 oder gar zum dritten mal1 sagen1 da ich nicht in den ,gedancken stehe1 als wenn ein jeder glcklicher ,schertz1 alle diese ,schnheiten besitzen msse4 ,sondern ich werde meine ,erinnerungen die ich noch zu machen habe1 in ein paar allgemeine ,anmerckungen einschrencken4 ,zuerst gebe ich zu1 da es manche ,schertze gibt1 bey welchen unmglich alle diese ,schnheiten zusammen stat finden knnen4 ,es kan geschehen1 da bey gewissen ,spassen1 nach allen ihren ,umstnden betrachtet1 einige dieser ,schnheiten einander wiedersprechen4 ,daraus wird aber meines ,erachtens nichts weiter folgen1 als da manche ,schertze unmglich den grsten ,grad der ,schnheit erreichen knnen1 der bey einem ,schertze1 berhaupt betrachtet1 mglich ist4 ,hernach ist mit leichter ,mhe zu begreiffen1 da eine ,schnheit eines ,schertzes so gro1 starck und einnehmend seyn knne1 da viele andere ,fehler dadurch bedeckt werden4 ,was einem ,schertze an der einen ,schnheit abgeht1 kan durch die andre ersetzt werden4 ,und es gibt ,fehler der ,schertze die mit leichter ,mhe knnen versteckt werden4 ,ja1 man kan sich in ,gesellschaft befinden1 da man hundert ,fehler in ,schertzen begehen kan1 die die ,gesellschaft nicht merckt4 ,non quiuis videt immodulata poemata iudex4 ,hor4 art4 poet4 ,es gehrt ein wenig ,verschlagenheit und ,list dazu1 wenn man in allen ,gesellschaften1 die aus keinen grossen ,geistern bestehen1 im spassen glcklich seyn will4 ,man kundschafte den ,geschmack der ,gesellschaft aus1 man verstecke die ,fehler seiner ,schertze1 so bin ich gut davor1 da man fr einen schertzhaften ,kopf wird gehalten werden4 ,nur hte man sich vor der ,eitelkeit1 deswegen zu glauben1 da man auch vor dem ,richterstuhle der gesunden ,critik1 eines guten ,ausspruchs1 blo um dieser ,ursach willen1 sich zu getrsten habe4 4 #ii4 ,die ,grnde der ,beurtheilung eines ,schertzes1 die ich bisher ausgefhret habe1 knnen innere ,grnde genennet werden1 weil sie in den ,schnheiten bestehen1 die einem glcklichen ,schertze eigenthmlich zugehren4 ,es gibt aber auch usserliche ,grnde1 die berhaupt aus dem ,urtheile anderer von unsern ,schertzen hergenommen werden1 und aus dem ,eindrucke den unser ,schertz in den ,gemthern unserer ,zuhrer macht4 ,doch ist dabey viel ,behutsamkeit nthig4 ,ich will erst untersuchen1 ob man einen ,schertz fr feurig zu halten ,ursache habe1 wenn er von andern gelobt1 belacht1 und gebilliget wird4 ,es wrde ein bereiltes ,urtheil seyn1 wenn man diese ,frage schlechterdings bejahen wolte4 ,unser ,zuhrer1 dem wir den ,schertz vortragen1 kan aus grosser ,hflichkeit und ,freundschaft unsere frostigsten ,schertze loben und belachen1 weil er uns einen ,gefallen dadurch zu erweisen glaubt4 ,hat man also nicht nthig der ,warnung des ,horatz ,gehr zu geben8 ,nunquam te fallant animi sub vulpe latentes4 ,art4 poet4 ,oder er kan uns wohl gar so viel ,ehrfurcht und ,unterwrfigkeit von ,rechts wegen schuldig seyn1 da es ein unbesonnenes ,verbrechen seyn wrde1 wenn er sich nicht verstellen wolte4 ,oder er kan ein ,gnatho seyn1 welcher denckt3 ,est genus hominum1 qui esse primos se omnium rerum volunt1 ,nec sunt4 ,hos consector4 ,hisce ego non paro me vt rideant1 ,sed eis vltro arrideo1 eorum ingenia admiror simul4 ,quicquid dicunt laudo1 id rursum si negant1 laudo id quoque1 ,negat quis1 nego2 ait1 aio2 postremo imperaui egomet mihi ,omnia assentari4 ,terent4 in ,eunuch4 ,oder1 welches vor allen ,dingen anzumercken1 unser ,zuhrer kan ein einfltiger1 stumpfer1 frostiger ,kopf seyn4 ,man sage ihm die feurigsten ,schertze1 die sind ihm zu hoch1 er kan sie nicht begreiffen1 er bleibt ungerhrt4 ,hrt er aber den frostigsten und abgeschmacktesten ,spa1 der wird fr seinen groben ,geschmack sich schicken4 ,sein eikaltes ,gehirne wird den kleinsten ,grad des ,feuers fhlen1 welches in einem ohnedem feurigen ,kopfe unmercklich ist4 ,man sieht demnach1 da der ,beyfall1 der unsern ,schertzen gegeben wird1 ein sehr zweiffelhaftes ,merckmaal der ,schnheit derselben ist4 ,wollen wir daraus einen wahrscheinlichen ,schlu machen1 so mssen wir wissen1 da derjenige1 der unsern ,schertz lobt1 ein feuriger ,kopf von gereinigtem ,geschmacke sey1 und da er weder aus ,freundschaft1 noch ,hflichkeit1 noch ,unterwrfigkeit1 noch ,schmeicheley ber unsern ,einfall lache4 4 #ajj4 ,eben so wenig kan man daher1 wenn unser ,schertz getadelt wird1 und keinen ,eindruck bey andern verursacht1 auf den ,frost desselben einen unbetrglichen ,schlu machen4 ,ich habe schon bemerckt1 da ein frostiger und ungeschliffener ,kopf1 den schnsten ,schertz ohne ,rhrung1 anhren und ihn tadeln wird4 ,aus diesem ,tadel darf man sich so wenig machen1 da man ihn vielmehr als ein ,zeichen der ,schnheit unsers ,schertzes anzusehen hat4 ,es kan jemand aus ,feindschaft1 ,verachtung unserer ,person1 ,neid1 und ,tadelsucht unsere ,einflle tadeln1 und sich mit ,gewalt zwingen nicht zu lachen1 sondern sein ,vergngen ber den ,schertz zu verheelen und zu ersticken4 ,ich wei selbst nicht woher es kommt1 da der ,neid fast eine ,erbsnde vieler feurigen ,kpfe zu seyn scheint4 ,ein witziger ,kopf wird viel ,mhe nthig haben1 einen sinnreichen ,einfall an andern zu loben4 ,ich rede nur von solchen aufgeweckten ,kpfen1 die ausserdem nicht eben gar zu grosse ,vollkommenheiten besitzen4 ,ja es kan auch ein geistreicher ,kopf1 der in keinem dieser angefhrten ,fehler steckt1 manchmal viel zu ernsthafte und verdriesliche ,gedancken haben1 als da er die ,schnheit eines feurigen ,schertzes zu mercken vermgend seyn solte4 ,so wenig man bestndig zu schertzen aufgelegt ist1 so wenig ist man zu allen ,zeiten im ,stande1 durch einen glcklichen ,schertz gerhrt zu werden4 ,ja endlich kan die ,verschiedenheit des ,geschmacks ,ursach seyn1 warum andere unsere ,schertze nicht fr schn halten4 ,laudatur ab his culpatur ab illis4 ,hor4 ,sat4 ,l4 ,i4 ,sat4 ,,ii4 ,mich dnckt1 ich habe berflig dargethan1 da ein ,schertz sehr feurig seyn knne ob er gleich von andern getadelt wird1 und keinen mercklichen ,eindruck bey andern macht4 ,wenn aber ein ,mensch von grossem ,witze1 ,scharfsinnigkeit1 und ,beurtheilungskraft1 der gantz unpartheiisch ist1 unsern ,schertz ohne ,rhrung anhrt und ihn verachtet1 so ist der ,schlu beraus wahrscheinlich1 da der ,schertz mat1 unglcklich und frostig sey4 ,noch viel behutsamer mu man seyn1 wenn man von seinem eigenen ,urtheile1 ber seine eigene ,einflle1 einen ,schlu auf ihre ,hlichkeit oder ,schnheit machen will4 ,eitelkeit und ,eigenliebe verblenden uns1 da wir unsere eigene ,fehler nicht mercken1 und unsere ,vollkommenheiten durch ein ,vergrsserungsglas betrachten4 ,niedertrchtigkeit stelt uns hlicher1 in unsern eigenen ,augen1 dar1 als wir in der ,that sind4 ,es sind demnach ,uebereilungen1 wenn man gerade zu schliessen wolte3 ,mein ,spa der mir geflt ist feurig1 und der mir miflt ist frostig4 ,wer aber seinen ,geist ber die ,schwachheiten der ,eitelkeit und ,niedertrchtigkeit erhoben hat1 wer ein feuriger ,kopf ist1 und einen feinen ,geschmack hat1 der kan diese ,schlsse mit vieler ,wahrscheinlichkeit machen4 ,nur mu er sich hten1 da das auch keine ,frucht einer schmeichelnden ,eigenliebe sey1 wenn er sich selbst fr einen erhabenen1 feurigen und feinen ,geist hlt4 4 #aja4 ,ich knnte meine ,betrachtung hier beschliessen4 ,das hundert der ,abstze ist ohne dem wieder mein ,vermuthen voll geworden4 ,ich habe aber angemerckt1 und zwar1 wie ich mir schmeichle1 nicht ohne ,grund1 da die formelle ,vollkommenheit eines ,schertzes in verschiedenen ,stcken1 von der materiellen ,vollkommenheit derselben abhnget4 ,ich werde daher von dieser noch handeln mssen4 ,ich bin nicht willens mich dabey so weit auszudehnen1 als ich zu thun im ,stande wre4 ,ich werde die materielle ,vollkommenheit der ,schertze1 nur in so weit in ,betrachtung ziehen1 als sie das ,feuer eines ,schertzes entweder glnzender machen1 oder verdunckeln kan4 ,ich werde alle ,weitluftigkeit vermeiden1 und diese gantze ,betrachtung in drey oder vier ,regeln einschliessen4 4 #ajb4 ,so lange die materielle ,unvollkommenheit eines ,schertzes kleiner ist1 als die formelle ,schnheit desselben1 so wird jene dem ,feuer desselben keinen mercklichen ,abbruch thun4 ,so bald aber die materielle ,unvollkommenheit mit der formellen ,vollkommenheit die ,wage hlt1 oder diese wohl gar bertrift1 so bekommt die ,schnheit eines ,schertzes einen ,schandfleck1 der wenigstens die formellen ,schnheiten verdeckt4 ,ein solcher ,schertz gleicht einem ,feuer1 das vielen ,dampf und ,rauch verursacht4 ,wenn gleich der ,rauch dem ,feuer selbst keine ,kraft nimt1 so verdeckt er doch dasselbe1 und verhindert den ,glantz desselben1 der sonst sich weiter ausbreiten1 und durchdringender seyn wrde4 ,ein ,mensch1 der an einem ,dinge ,vollkommenheiten und ,unvollkommenheiten gewahr wird1 beurtheilt die ,sache nach dem ,uebergewicht der einen oder der andern4 ,wenn die letzten die ersten weit bertreffen1 so kan es natrlicher ,weise nicht anders seyn1 als da man sich die hliche ,seite eines solchen ,dinges aufmercksamer1 klrer1 gewisser und lebendiger vorstelt4 ,darber vergit man nach und nach die ,vollkommenheiten1 sie scheinen nicht hinreichend zu seyn eine ,sache1 die berwiegend fehlerhaft ist1 nach ihrem schwchern ,theile zu beurtheilen4 ,mit einem ,wort1 eine ,sache die mehr hlich als schn ist1 wird nach ihrer schnen ,seite nicht vornemlich beurtheilt4 ,die ,schnheiten werden durch die strckern ,hlichkeiten verdunckelt1 und man ist nicht gewohnt1 wenige ,vollkommenheiten1 mit einem so elenden ,anhange mehrerer ,unvollkommenheiten1 besonders zu schtzen4 ,soll also der ,schertz sein vlliges ,feuer behalten1 und darin untersttzt werden1 so mu die materielle ,unvollkommenheit1 wo nicht gantz fehlen1 welches allerdings besser ist1 doch mercklich kleiner seyn4 ,mir deucht alle ,religions-,spttereien haben diesen ,fehler4 ,die ,schertze die ber ,religionssachen getrieben werden1 knnen bisweilen sehr gut geraten1 weil aber die ,gottlosigkeit und ,leichtsinnigkeit derselben1 zwey ,snden sind1 die bey nahe den hchsten ,grad in diesem ,falle erreichen1 so knnen solche ,schertze bey niemanden ihre ,wrckung thun1 als die eben so gottlo und leichtsinnig sind1 wie der schertzende selbst4 4 #ajc4 ,wenn der ,verdru und der ,eckel des ,zuhrers ber die materielle ,unvollkommenheit unseres ,schertzes1 grsser ist1 als sein ,vergngen ber die formelle ,schnheit desselben1 so verliehrt unser ,schertz seinen ,glantz und ,feuer1 wenigstens in dem ,gemthe unsers ,zuhrers4 ,niemand ist so thricht1 eine kleine ,lust durch einen strckern ,verdru zu erkauffen2 und es ist sehr wahrscheinlich1 da der ,verdru ber unsern ,schertz das ,vergngen ber eben demselben verdunckeln werde1 folglich auch den ,grund desselben1 oder die ,anschauung der ,schnheiten desselben4 ,diese werden sich gleichsam hinter der ,hlichkeit des ,schertzes verliehren1 und so gut seyn als wenn sie gar nicht da wren4 ,wenn ja ein feuriger ,schertz eine materielle ,unvollkommenheit hat1 so mu doch der ,verdru darber mercklich schwcher und dunckeler seyn1 als das ,vergngen ber eben denselben4 ,alsdenn wird sichs umgekehrt verhalten4 ,die hliche ,seite wird sich immer weiter hinter die schne drehen1 und es kan wohl gar kommen da der ,zuhrer1 ber den ,vergngen1 an die ,unvollkommenheiten zu gedencken vergit4 ,wenigstens ists einem oftermals nicht zuwieder1 einen kleinen ,verdru auszustehen1 wenn er nur durch ein grsser ,vergngen belohnt und ersetzt wird4 ,es ist nicht zu leugnen1 da die ,ausbung dieser ,regel viele ,kunst erfodert4 ,es kan jemand einen sehr grossen ,verdru worber empfinden1 so dem andern gar keine1 oder doch eine sehr kleine ,unlust erweckt1 und so verhlt es sich auch mit dem ,vergngen4 ,dem sey nun wie ihm wolle1 so mu der schertzende sich durchaus nach den ,zuhrern bequemen1 wenn er bey ihnen seinen ,zweck erreichen will4 ,ich rechne dahin die ,schertze1 die von unzchtigen1 unfltigen1 und gar zu gemeinen ,dingen hergenommen werden4 ,kurtz1 alle diejenigen ,schertze die in der ,einbildungskraft ein schndliches und eckelhaftes ,bild verursachen4 ,ich lasse einen jeden urtheilen1 ob die feurigsten ,schertze nicht ihren ,glantz verliehren1 wenn sie eine so schmutzige und suische ,einfassung bekommen8 ,ein spahafter ,kopf1 der bey seinen ,schertzen gar zu oft ins ,dicke trit1 kan zwar in einer ,zeche ,misttrger ohne ,eckel gehrt werden1 aber nicht von ,leuten1 die sehr selten ,empfindungen von gewissen ,dingen zu haben pflegen4 ,es gibt eine gewisse ,art ,leute1 die1 ich wei nicht was fr ein ehrwrdiges etwas1 darin zu suchen pflegen1 wenn sie ohne ,eckel gewisse ,dinge ansehen1 und befhlen1 und wohl gar mit noch einem andern ,sinne empfinden knnen4 ,diese ,leute schreiben sich deswegen eine heldenmige ,hertzhaftigkeit zu1 und verlachen alle diejenigen1 die kein solches ,cyclopen-,hertz besitzen als sie selbst4 ,und diese sinds die mehrentheils in ,gesellschaften1 und was noch das rgste ist1 alsdenn wenn gegessen wird1 solche ,spasse machen1 die gar zu natrlich sind1 und wodurch sie andern einen ,eckel verursachen1 der ihnen die ,materie zu ihrem ,triumphe darbietet4 ,meinem ,urtheile nach1 verdunckeln solche spahafte ,kpfe1 durch ihre eigene ,schuld1 das schne ihrer ,schertze1 durch das schmutzige womit sie schertzen4 ,ich will nicht einmal von den bejammernswrdigen ,kpfen reden1 deren ,zoten nicht einmal eine formelle ,schnheit besitzen4 ,denn alsdenn ist der ,zeug des ,spasses suisch1 und der ,spa selbst hlich1 und kan auf keinerley ,art gerechtfertiget werden4 4 #ajd4 ,wenn man mit ,dingen scherzt1 die man mit der ussersten ,ernsthaftigkeit1 zu betrachten verbunden ist1 so ist auch das kleinste lachen bey solchen ,dingen eine ,snde4 ,ein feuriger ,schertz verursacht ein grosses lachen4 ,folglich mu ein solcher ,schertz1 der mit und ber dergleichen ,dinge gefhrt wird1 eine grssere materielle ,unvollkommenheit haben1 und folglich viel von seinem ,feuer verliehren4 ,ich rechne dahin1 nicht nur diejenigen ,scherze1 in welchen solche wichtige ,dinge selbst lcherlich gemacht werden1 als welches berdies eine strafbare ,leichtsinnigkeit ist2 sondern auch diejenigen1 die etwas anders durch ,vergleichung mit dergleichen ,dingen lcherlich machen4 ,es ist wahr1 diese wichtigen ,dinge bleiben alsdenn in ihrem vlligen ,werthe4 ,allein die ,einbildungskraft pflegt hernach den ,schertz uns wieder ins ,gemth zu bringen1 so bald wir an solche ernsthafte ,dinge dencken1 und da ist es nothwendig1 da wir unsere ,pflicht bertreten mssen4 ,ich tadle alle ,schertze1 in welchen solcher wichtigen ,dinge ,erwehnung geschieht1 es sey nun auf die eine1 oder die andere ,art4 ,meines ,erachtens gehren dahin1 alle ,schertze die mit der ,religion getrieben werden1 es sey nun1 da man ber ,religionssachen schertze1 welches freylich das rgste ist1 oder da man durch ,religionssachen etwas anders lcherlich mache4 ,nimium enim risus pretium est1 si probitatis impendio constat4 ,quint4 de inst4 ,orat4 ,ich wei wohl1 da man vieles zur ,entschuldigung der letztern anzufhren pflegt4 ,ich wei aber auch1 da ich sie nicht verwerffe1 weil ich glaube1 da sie ,religions-,spttereyen wren4 ,wenn man weiter nichts thut1 als da man die ,religionssachen braucht1 etwas anders lcherlich zu machen1 so spottet man nicht der ,religion1 die bleibt in ihrer ,hoheit4 ,allein unsere ,einbildungskraft vergesellschaftet die ,religion mit den ,schertzen1 wir erinnern uns der ,schertze1 wenn wir an die ,religion dencken1 und man ist alsdenn nicht im ,stande1 gantz ernsthaft zu bleiben1 wozu man doch bey der ,religion jederzeit verbunden ist4 ,alle vernnftige ,kenner der ,schaubhne1 stimmen mit mir in diesem ,stcke berein4 ,sie sehen es als einen groben ,fehler an1 wenn man wichtige ,dinge1 und insonderheit ,dinge1 die mit der ,religion eine ,verwandschaft haben1 in die ,comdie bringt4 ,sie tadeln insgesamt1 den berhmten ,nrnbergischen ,dichter ,hans ,sachsen1 der so artig zu dichten gewust1 da er ,adam und ,eva aufgefhrt1 wie sie ihre ,kinder in ,gegenwart ,g,ottes1 der ihnen erschienen1 aus ,luthers ,catechismus examiret1 da denn ,abel recht gut bestanden1 ,cain aber sehr schlecht antworten knnen4 ,man begreift ohne ,mhe1 da der ,grund dieses ,tadels1 darin zu suchen sey1 weil die ,comdie der ,ort ist1 wo geschertzt werden soll1 und da die ,thorheiten der ,menschen lcherlich gemacht werden sollen4 ,verbannt man nun die ,religion aus der ,comdie1 so gibt man zu verstehen1 da es hlich sey1 wenn man die ,religion zu schertzen braucht1 und ob man gleich sie selbst nicht lcherlich mache1 und die ,schertze noch so feurig seyn solten4 ,was ich von der ,religion gesagt habe1 das gilt auch von allen wichtigen ,wahrheiten1 die man durchaus nicht zum ,schertzen brauchen mu4 ,ich htte hier die schnste ,gelegenheit1 denen ,herrn den ,text zu lesen1 die mit der ,philosophie ihren ,schertz treiben1 und wunder dencken1 wie spitzfindig sie sind1 wenn sie z4 ,e4 ber die beste ,welt ein lachen verursachen4 ,doch ich begnge mich anzumercken da man weder ber1 noch mit dergleichen ,dingen schertzen msse1 bey denen wir verbunden sind1 so oft wir uns damit beschftigen1 eine genaue und strenge ,ernsthaftigkeit zu beobachten4 ,non haec iocosae conueniunt lyrae ,hor4 ,carm4 ,l4 ,,iii4 ,od4 ,,iii4 4 #aje4 ,wenn wir uns in solchen ,umstnden befinden1 in welchen wir verbunden sind1 die strengste ,ernsthaftigkeit zu beobachten1 so ist das geringste lachen eine ,snde1 und die materielle ,unvollkommenheit unsers ,schertzes flt alsdenn mehr1 und strcker in die ,augen1 als die formelle ,schnheit1 und unser ,schertz wird verdorben4 ,es gibt gewisse ,personen1 in deren ,gegenwart wir die strengste ,ernsthaftigkeit beobachten mssen1 wenn sie uns selbst nicht einigermassen von diesem ,zwange lozumachen fr gut befinden4 ,es gibt ,orte und ,zeiten1 die von uns fodern1 alsdenn gar nicht zu lachen1 wenn wir uns in denselben befinden4 ,alle ,schertze die in ,gegenwart solcher ,personen1 an solchen ,orten und in solchen ,zeiten vorgetragen werden1 wenn sie auch noch so feurig sind1 verliehren ein vieles von ihrer ,schnheit1 weil sie aus einer ,leichtsinnigkeit entstehen1 die gar zu sehr in die ,augen flt4 ,ich htte hier ,gelegenheit eine weitluftige ,critik1 ber viele ,arten der ,schertze anzustellen4 ,ich will mich aber begngen1 nur einige derselben anzufhren1 mehr1 um meine ,anmerckung dadurch zu besttigen1 als sie selbst ausfhrlich zu untersuchen4 ,ich rechne dahin zuerst alle ,schertze1 die in der ,todesstunde getrieben werden4 ,es ist wahr1 solche ,schertze haben ein ungemeines ,feuer1 wenn sie sonst nicht berwiegend hlich sind4 ,ich habe dieses schon oben angemerckt4 ,allein die ,todesstunde ist die wichtigste ,zeit unsers ,lebens4 ,wir sollen in derselben einen ,schrit thun1 bey dem die grste ,aufmercksamkeit und ,bedachtsamkeit nthig ist1 und wir sind verbunden alle unsere ,verstandeskrfte zusammenzufassen1 um mit der strengsten ,aufmercksamkeit die ,vernderung zu erwarten1 die uns aus der ,zeit in die ,ewigkeit versetzt4 ,mich deucht1 da alles dieses ohne ,ernsthaftigkeit unmglich sey4 ,und wer in seiner ,todesstunde spat1 ist viel zu leichtsinnig1 als da er den ,tod regelmig ausstehen solte4 ,diese ,leichtsinnigkeit verdunckelt auch den feurigsten ,spa4 ,nein1 in der ,todesstunde kan kein ,spa recht glcklich gerathen4 ,zum andern gehren hieher die ,schertze in der ,kirche1 und insonderheit auf der ,canzel4 ,ein ,p4 ,abraham von ,sancta ,clara mag noch so ein lustiger ,kopf seyn1 er mag noch so feurig seyn1 so wird ihm doch kein ,schertz gelingen1 wenn er ihn auf den ,stuhle vortrgt welcher den wichtigsten ,wahrheiten gewidmet ist4 ,daher darf kein ,prediger die ,laster auf der ,canzel lcherlich machen1 er mu sie aus wichtigern ,grnden mit dem grsten ,ernste bestrmen4 ,endlich rechne ich dahin die ,heldengedichte und grossen ,lobreden4 ,ein ,dichter und ,lobredner verhlt sich unanstndig gegen seinen ,helden1 wenn er schertzt4 ,das hohe1 das erhabene1 das ehrwrdige wird durch das lcherliche verdunckelt4 ,in solchen ,reden und ,gedichten mu gar nicht geschertzt werden4 ,gnther wird daher mit ,recht getadelt1 da er in der ,helden-,ode auf den ,eugen einen ,soldaten nach dem pbelhaftesten ,character auffhrt4 4 #ajf4 ,ich mu nunmehr den ,beschlu meiner ,betrachtung machen4 ,ich solte glauben1 da diese ,bltter nicht gantz ungeschickt wren1 den guten ,geschmack zu befrdern1 in einer ,sache die sehr hufig zu seyn pflegt4 ,ich habe mich wenigstens bemht1 diese ,critik der ,schertze auf ,grnde zu bauen1 die aus der ,natur der ,seele1 und der ,schnheiten berhaupt hergenommen sind1 und ich habe nichts weiter mehr nthig1 als mich der ,gewogenheit meiner geneigten ,leser zu empfehlen4 ,viue1 vale6 si quid nouisti rectius istis1 ,candidus imperti2 si non1 his vtere mecum4 ,e ,n ,d ,e4 ,illustration