,,friedrich ,,nietzsche ,,in ,,seinen ,,werken ,,von ,,lou ,,andreas-,,salom4 ,,mit #b ,,bildern ,,und #c ,,facsimilirten ,,briefen ,,nietzsches4 ,,zweite ,,auflage4 ,,motto3 ,,nietzsches ,,wahlspruch3 ,increscunt animi1 virescit volnere virtus4-- ,furius ,antias bei ,gellius4 ,,verlagsbuchhandlung ,,carl ,,konegen 7,,ernst ,,st,,lpnagel74 ,,wien #aiaa4 ,nicht ,willens mich auseinanderzusetzen1 weder mit dem inzwischen verffentlichten ,nachla ,nietzsches1 noch mit ,andern ber ,nietzsche1 lasse ich diese ,schrift in unverndertem 7anastatischem7 ,druck neu auflegen4 ,lou ,andreas-,salom4 ,,in ,,treuem ,,gedenken ,,gewidmet ,,einem ,,ungenannten ,,inhalts-,,verzeichniss4 ,sein ,wesen ,seine ,wandlungen ,das ,system ,nietzsche ,illustration ,ein ,brief ,friedrich ,nietzsches zum ,vorwort4 ,i4 ,,abschnitt ,,sein ,,wesen4 ,,motto3 ,der ,mensch mag sich noch so weit mit seiner ,erkenntniss ausrecken1 sich selber noch so objectiv ,vorkommen3 zuletzt trgt er doch ,nichts davon1 als seine eigene ,biographie4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i4 #eac47 ,mihi ipsi scripsi6 ruft ,friedrich ,nietzsche in seinen ,briefen wiederholt nach ,vollendung eines ,werkes aus4 ,und gewiss hat es etwas zu bedeuten1 wenn der erste lebende ,stilist dies von sich selber sagt1 er1 dem es1 wie keinem ,zweiten1 gelungen ist1 fr jeden seiner ,gedanken1 und noch fr die feinste ,schattirung darin1 den erschpfenden ,ausdruck zu finden4 ,dem1 der ,nietzsches ,schriften zu lesen weiss1 ist es denn auch ein verrtherisches ,wort3 es deutet die ,verborgenheit an1 in welcher alle seine ,gedanken stehen1 die lebendige ,hlle1 die sie vielgestaltig umkleidet1 es deutet an1 dass er im ,grunde nur fr sich dachte1 fr sich schrieb1 weil er nur sich selbst beschrieb1 sein eignes ,selbst in ,gedanken umsetzte4 99 99 99 99 99 ,die ,bitte in der ,frhlichen ,wissenschaft1 auf welche in dem vorstehend facsimilirten ,briefe ,bezug genommen ist1 lautet3 ,ich kenne mancher ,menschen ,sinn ,und weiss nicht1 ,wer ich selber bin6 ,mein ,auge ist mir viel zu nah-- ,ich bin nicht1 was ich seh und sah4 ,ich wollte mir schon besser ntzen1 ,knnt' ich mir selber ferner sitzen4 ,zwar nicht so ferne wie mein ,feind6 ,zu fern sitzt schon der nchste ,freund-- ,doch zwischen dem und mir die ,mitte6 ,errathet ihr1 um was ich bitte8 7,scherz1 ,list und ,rache #be47 ,wenn es berhaupt die ,aufgabe des ,biographen ist1 den ,denker durch den ,menschen zu erlutern1 so gilt dies in ungewhnlich hohem ,masse fr ,nietzsche1 denn bei keinem ,andern fallen usseres ,geisteswerk und inneres ,lebensbild so vllig in ,eins zusammen4 ,auf ihn trifft es ganz besonders zu1 was er in dem vorangestellten ,briefe von den ,philosophen berhaupt ausspricht3 dass man ihre ,systeme auf die ,personalacten ihrer ,urheber hin prfen solle4 ,spter hat er der gleichen ,auffassung in den ,worten ,ausdruck gegeben3 ,allmhlig hat sich mir herausgestellt1 was jede grosse ,philosophie bisher war3 nmlich das ,selbstbekenntniss ihres ,urhebers und eine ,art ungewollter und unvermerkter mmoires4 7,jenseits von ,gut und ,bse #f47 ,dies war denn auch der leitende ,gedanke in meinem in dem vorstehenden ,briefe erwhnten ,entwurf zu einer ,charakteristik ,nietzsches1 den ich ihm im ,october #ahhb vorlas und mit ihm durchsprach4 ,die ,arbeit enthielt im ,umriss den ersten ,theil des vorliegenden ,buches und einzelne ,abschnitte des zweiten ,theiles1--der ,inhalt des dritten1 das eigentliche ,system ,nietzsche war damals noch nicht geboren4 ,im ,laufe der ,jahre erweiterte sich1 im ,anschlsse an die rasch aufeinander folgenden ,werke1 jene ,charakteristik immer mehr1 und ,einzelnes daraus ist bereits in besonderen ,aufstzen verffentlicht worden4#a ,es handelte sich fr mich ausschliesslich darum1 die ,hauptzge von ,nietzsches geistiger ,eigenart zu schildern1 aus denen allein seine ,philosophie und ihre ,entwicklung begriffen werden knnen4 ,zu diesem ,zwecke beschrnkte ich mich freiwillig sowohl nach der ,seite der rein theoretischen ,betrachtungsweise1 als auch hinsichtlich der rein persnlichen ,lebensbeschreibung4 ,beides durfte nicht zu weit gefhrt werden1 wenn die ,grundlinien seines ,wesens deutlich hervortreten sollten4 ,wer ,nietzsche auf seine ,bedeutung als ,theoretiker hin prfen wollte1 auf das1 was etwa die znftige ,philosophie aus ihm zu lernen vermchte1 der wrde sich enttuscht abwenden1 ohne zum ,kern seiner ,bedeutung vorzudringen4 ,denn der ,werth seiner ,gedanken liegt nicht in ihrer theoretischen ,originalitt1 nicht in dem1 was dialektisch begrndet oder widerlegt werden kann1 sondern durchaus in der intimen ,gewalt1 mit welcher hier eine ,persnlichkeit zur ,persnlichkeit redet1--in dem1 was nach seinem eigenen ,ausdruck wohl zu widerlegen1 aber doch nicht todtzumachen ist4 ,wer andererseits von ,nietzsches usserem ,erleben ausgehen wollte1 um sein ,inneres zu erfassen1 der wrde ebenfalls nur eine leere ,schale in der ,hand behalten1 aus welcher der ,geist entwichen ist4 ,denn man kann von ,nietzsche sagen1 dass er nach aussen hin eigentlich nichts erlebte3#b all sein ,erleben war ein so tief innerliches1 dass es sich nur im ,gesprch1 von ,mund zu ,mund1 und in den ,gedanken seiner ,werke kundthat4 ,die ,summe von ,monologen1 aus denen im ,wesentlichen seine vielbndigen ,aphorismensammlungen bestehen1 bilden ein einziges grosses ,memoirenwerk1 dem sein ,geistesbild zu ,grunde liegt4 ,dieses ,bild ist es1 das ich hier zu zeichnen versuche3 das ,gedanken-,erlebniss in seiner ,bedeutung fr ,nietzsches ,geisteswesen--das ,selbstbekenntniss in seiner ,philosophie4 ,obgleich ,nietzsche seit einigen ,jahren hufiger genannt wird als irgend ein anderer ,denker1 obgleich viele ,federn damit beschftigt sind1 theils ,jnger fr ihn zu werben1 theils gegen ihn zu polemisiren1 so ist er doch in den ,grundzgen seiner geistigen ,individualitt nahezu unbekannt geblieben4 ,denn seitdem die kleine1 zerstreute ,schaar seiner ,leser1 die er stets besass1 und die ihn wahrhaft zu lesen verstand1 zu einer grossen ,schaar von ,anhngern angewachsen ist1 seitdem weite ,kreise sich seiner bemchtigt haben1 ist ihm das ,schicksal widerfahren1 welches jedem ,aphoristiker droht2 einzelne seiner ,ideen1 aus dem ,zusammenhang gelst und dadurch beliebig deutbar1 sind zu ,stich- und ,schlagworten ganzer ,richtungen gemacht worden1 erklingen im ,kampf von ,meinungen1 im ,streit von ,parteien1 denen er selbst vllig fern stand4 ,wohl verdankt er diesem ,umstand seinen raschen ,ruhm1 den pltzlichen ,lrm um seinen stillen ,namen1--aber im ,besten1 durchaus ,einzigartigen und ,unvergleichlichen1 das er zu geben hat1 ist er dadurch vielleicht bersehen worden und unbeachtet geblieben1--ja in eine vielleicht noch tiefere ,verborgenheit zurckgetreten als vorher4 ,viele feiern ihn zwar noch laut1 mit der ganzen ,naivett glubiger ,kritiklosigkeit1 doch gerade sie gemahnen unwillkrlich an sein bitteres ,wort3 ,der ,enttuschte spricht3 ,ich horchte auf ,widerhall1 und ich4 hrte nur ,lob-- 7,jenseits von ,gut und ,bse #ii74 ,kaum ,einer von ihnen ist ihm wahrhaft nachgegangen1--fernab von den ,andern und ihrem ,tagesstreit und allein in der ,ergriffenheit seines eigenen ,innern2 kaum ,einer hat diesen einsamen1 schwer ergrndlichen1 heimlichen und auch unheimlichen ,geist begleitet1 der ,ungeheures zu tragen whnte und an einem ungeheuren ,wahn zusammenbrach4 ,daher ist es1 als stnde er da inmitten derer1 die ihn am meisten preisen1 wie ein ,fremdling und ,einsiedler1 dessen ,fuss sich in ihren ,kreis nur verirrte1 und von dessen verhllter ,gestalt ,keiner den ,mantel gehoben1--ja1 als stnde er da mit der ,klage seines ,zarathustra auf den ,lippen3 ,sie reden ,alle von mir1 wenn sie ,abends ums ,feuer sitzen1 aber ,niemand--denkt an mich6 ,dies ist die neue ,stille1 die ich lernte3 ihr ,lrm um mich breitet einen ,mantel um meine ,gedanken4 ,friedrich ,wilhelm ,nietzsche ist am #ae4 ,october #ahdd als der einzige ,sohn eines ,predigers in ,rcken bei ,ltzen geboren1 von wo sein ,vater spter nach ,naumburg versetzt wurde4 ,seine ,schulbildung empfing er in der nahegelegenen ,schulpforta und ging dann als ,student der classischen ,philologie an die ,universitt ,bonn1 wo damals der berhmte ,philologe ,ritschl lehrte4 ,er studirte fast ausschliesslich unter ,ritschl1 verkehrte auch persnlich viel mit ihm und folgte ihm im ,herbst #ahfe nach ,leipzig4 ,in seine ,leipziger ,studienzeit fllt ,nietzsches erste persnliche ,beziehung zu ,richard ,wagner1 den er #ahfh im ,hause von dessen ,schwester1 der ,frau ,prof4 ,brockhaus1 kennen lernte1 nachdem er sich schon frher mit seinen ,werken vertraut gemacht4 ,noch vor seiner ,promotion berief #ahfi die ,universitt ,basel den #bd;jhrigen ,nietzsche auf den ,lehrstuhl des ,philologen ,kiessling1 der von dort an das ,johanneum in ,hamburg ging4 ,nietzsche erhielt erst eine ausserordentliche1 kurz darauf eine ordentliche ,professur fr classische ,philologie1 und die ,universitt ,leipzig verlieh ihm den ,doctorgrad ohne vorhergehende ,promotion4 ,neben seinen ,universittscollegien bernahm er den ,unterricht des ,griechischen in der dritten 7hchsten7 ,classe des ,baseler ,pdagogiums1--einer ,mittelanstalt zwischen ,gymnasium und ,universitt1--an welcher noch andere ,universittsprofessoren1 wie der ,culturhistoriker ,jacob ,burckhardt und der ,philologe ,mhly1 lehrten4 ,hier gewann er grossen ,einfluss auf seine ,schler2 sein seltnes ,talent1 junge ,geister an sich zu fesseln und entwickelnd1 anregend auf sie zu wirken1 kam zu voller ,geltung4 ,burckhardt sagte damals von ihm3 einen solchen ,lehrer habe ,basel noch niemals besessen4 ,burckhardt gehrte zum engsten ,freundeskreise ,nietzsches1 zu dem noch der ,kirchenhistoriker ,franz ,overbeck und der ,kantphilosoph ,heinrich ,romundt zhlten4 ,mit den beiden ,letztem wohnte ,nietzsche zusammen in einem ,hause1 welches nach ,verffentlichung der ,unzeitgemssen ,betrachtungen in der ,baseler ,gesellschaft den ,beinamen3 ,die ,gifthtte erhielt4 ,gegen ,schluss seines ,baseler ,aufenthalts lebte ,nietzsche eine ,zeit lang mit seiner einzigen1 fast gleichaltrigen ,schwester ,elisabeth zusammen1 die spter seinen ,jugendfreund ,bernhard ,frster heiratete und mit diesem nach ,paraguay ging4 #ahgj machte ,nietzsche den deutschfranzsischen ,krieg als freiwilliger ,krankenpfleger mit2 nicht lange darauf traten die ersten drohenden ,anzeichen eines ,kopfleidens hervor1 das sich in periodisch wiederkehrenden heftigen ,schmerzen und ,uebelkeiten usserte4 ,will man ,nietzsches eigenen1 mndlichen ,aeusserungen ,glauben schenken1 so war dieses ,leiden erblicher ,natur1 und ist sein ,vater demselben erlegen4 ,neujahr #ahgf fhlte er sich bereits so kpf- und augenkrank1 dass er sich im ,pdagogium vertreten lassen musste1 und von da ab verschlimmerte sich sein ,zustand derartig1 dass er mehrere ,male dem ,tode nahe war4 ,ein paar ,mal den ,pforten des ,todes entwischt1 aber frchterlich geqult1--so lebe ich von ,tag zu ,tage2 jeder ,tag hat seine ,krankengeschichte4 ,mit diesen ,worten schildert ,nietzsche in einem ,briefe an einen ,freund die ,leiden1 unter welchen er ungefhr #ae ,jahre zugebracht hat4 ,umsonst verlebte er den ,winter #ahgf-ahgg in dem milden ,klima von ,sorrent1 wo er sich in ,gesellschaft einiger ,freunde befand3 von ,rom war seine langjhrige ,freundin ,malwida von ,meysenbug 7,verfasserin der bekannten ,memoiren einer ,idealistin und ,anhngerin ,r4 ,wagners7 zu ihm gekommen2 von ,westpreussen ,dr4 ,paul ,re1 mit dem ihn schon damals ,freundschaft und ,gleichheit der ,bestrebungen-verband4 ,dem kleinen gemeinschaftlichen ,hauswesen hatte sich auch noch ein junger brustkranker ,baseler1 ,namens ,brenner1 zugesellt1 der jedoch bald darauf starb4 ,als auch der ,aufenthalt im ,sden ohne gnstige ,wirkung auf seine ,schmerzen blieb1 gab ,nietzsche #ahgh seine ,lehrthtigkeit am ,pdagogium und #ahgi seine ,professur an der ,universitt endgiltig auf4 ,seitdem fhrte er nur noch ein ,einsiedlerleben1 theils in ,italien--meistens in ,genua--theils im ,schweizer ,gebirge1 namentlich in dem kleinen ,engadiner ,dorfe ,sils-,maria1 unweit des ,maloja-,passes4 ,sein usserer ,lebenslauf erscheint damit abgeschlossen und gleichsam beendet1 whrend sein ,denkerleben erst jetzt recht eigentlich beginnt3 so dass uns der ,denker ,nietzsche1 mit dem wir uns zu beschftigen haben1 erst am ,ausgang dieser ,lebensereignisse vollkommen deutlich entgegentritt4 ,trotzdem werden wir auf alle ,schicksalswendungen und ,erlebnisse1 die hier nur kurz skizzirt worden sind1 bei ,gelegenheit der verschiedenen ,perioden seiner ,geistesentwicklung noch ausfhrlicher zurckkommen mssen4 ,sein ,leben und ,schaffen zerfllt in der ,hauptsache in drei ineinander bergreifende ,perioden1 die je ein ,jahrzehnt umfassen3 ,zehn ,jahre1 #ahfi--ahgi1 dauerte ,nietzsches ,lehrthtigkeit in ,basel2 diese philologische ,wirksamkeit fllt der ,zeit nach fast vllig zusammen mit dem ,jahrzehnt seiner ,jngerschaft ,wagner gegenber und mit der ,verffentlichung derjenigen ,werke1 welche von der ,metaphysik ,schopenhauers beeinflusst sind3 sie whrte von #ahfh bis #ahgh1 in welchem ,jahre er zum ,zeichen seiner philosophischen ,sinnesnderung ,wagner sein positivistisches ,erstlingswerk3 ,menschliches1 ,allzumenschliches bersandte4 ,seit dem ,anfang der ,siebzigerjahre bestand seine ,verbindung mit ,paul ,re1 die im ,herbst #ahhb ihren ,abschluss fand1--gleichzeitig mit der ,vollendung der ,frhlichen ,wissenschaft1 des letzten derjenigen ,werke ,nietzsches1 die noch auf positivistischer ,grundlage ruhen4 ,im ,herbst #ahhb fasste ,nietzsche den ,entschluss1 sich zehn ,jahre lang aller schriftstellerischen ,thtigkeit zu enthalten4 ,in dieser ,zeit tiefsten ,schweigens wollte er seine neue1 dem ,mystischen sich zuwendende ,philosophie auf ihre ,richtigkeit prfen und dann #ahib als ihr ,verkndiger auftreten4 ,diesen ,vorsatz hat er nicht ausgefhrt1 sondern gerade in den ,achtzigerjahren eine fast ununterbrochene ,productivitt entfaltet und ist dann noch vor ,ablauf des von ihm angesetzten ,jahrzehntes verstummt3 #ahhi setzte ein gewaltsamer ,ausbruch seines ,kopfleidens pltzlich aller weiteren ,geistesarbeit ein ,ziel4 ,der ,zeitraum aber zwischen der ,niederlegung seiner ,baseler ,professur und dem ,aufhren aller geistigen ,thtigkeit berhaupt umfasst wiederum ein ,jahrzehnt1 die ,zeit von #ahgi--ahhi4 ,seitdem lebt ,nietzsche als ,kranker1 nach einem vorbergehenden ,aufenthalt in der ,anstalt von ,professor ,binswanger in ,jena1 bei seiner ,mutter in ,naumburg4 ,die beiden diesem ,buche beigegebenen ,bilder zeigen ,nietzsche inmitten dieser letzten zehn ,leidensjahre4 ,und gewiss ist dies die ,zeit gewesen1 in welcher seine ,physiognomie1 sein ganzes ,aeussere1 am charakteristischesten ausgeprgt erschien3 die ,zeit1 in welcher der ,gesammtausdruck seines ,wesens bereits vllig vom tief bewegten ,innenleben durchdrungen war1 und selbst noch in dem bezeichnend blieb1 was er zurckhielt und verbarg4 ,ich mchte sagen3 dieses ,verborgene1 die ,ahnung einer verschwiegenen ,einsamkeit1--das war der erste1 starke ,eindruck1 durch den ,nietzsches ,erscheinung fesselte4 ,dem flchtigen ,beschauer bot sie nichts ,auffallendes2 der mittelgrosse ,mann in seiner beraus einfachen1 aber auch beraus sorgfltigen ,kleidung1 mit den ruhigen ,zgen und dem schlicht zurckgestrichenen braunen ,haar konnte leicht bersehen werden4 ,die feinen1 hchst ausdrucksvollen ,mundlinien wurden durch einen vornbergekmmten grossen ,schnurrbart fast vllig verdeckt2 er hatte ein leises ,lachen1 eine geruschlose ,art zu sprechen und einen vorsichtigen1 nachdenklichen ,gang1 wobei er sich ein wenig in den ,schultern beugte2 man konnte sich schwer diese ,gestalt inmitten einer ,menschenmenge vorstellen1--sie trug das ,geprge des ,abseitsstehens1 des ,alleinstehens4 ,unvergleichlich schn und edel geformt1 so dass sie den ,blick unwillkrlich auf sich zogen1 waren an ,nietzsche die ,hnde1 von denen er selbst glaubte1 dass sie seinen ,geist verriethen1--eine darauf zielende ,bemerkung findet sich in ,jenseits von ,gut und ,bse 7#bhh73 ,es giebt ,menschen1 welche auf eine unvermeidliche ,weise ,geist haben1 sie mgen sich drehen und wenden1 wie sie wollen1 und die ,hnde vor die verrtherischen ,augen halten --als ob die ,hand kein ,verrther wre6--4#c ,wahrhaft verrtherisch sprachen auch die ,augen4 ,halbblind1 besassen sie dennoch nichts vom ,sphenden1 ,blinzelnden1 ungewollt ,zudringlichen vieler ,kurzsichtigen2 vielmehr sahen sie aus wie ,hter und ,bewahrer eigener ,schtze1 stummer ,geheimnisse1 die kein unberufener ,blick streifen sollte4 ,das mangelhafte ,sehen gab seinen ,zgen eine ganz besondere ,art von ,zauber dadurch1 dass sie1 anstatt wechselnde1 ussere ,eindrcke wiederzuspiegeln1 nur das ,wiedergaben1 was durch sein ,inneres zog4 ,in das ,innere blickten diese ,augen und zugleich1--weit ber die nchsten ,gegenstnde hinweg1--in die ,ferne1 oder besser3 in das ,innere wie in eine ,ferne4 ,denn im ,grunde war seine ganze ,denkerforschung nichts als ein ,durchforschen der ,menschenseele nach unentdeckten ,welten1 nach ihren noch unausgetrunkenen ,mglichkeiten 7,jenseits von ,gut und ,bse #de71 die er sich rastlos schuf und umschuf4 ,wenn er sich einmal gab1 wie er war1 im ,bann eines ihn erregenden ,gesprchs zu ,zweien1 dann konnte in seine ,augen ein ergreifendes ,leuchten kommen und schwinden2--wenn er aber in finsterer ,stimmung war1 dann sprach die ,einsamkeit dster1 beinahe drohend aus ihnen1 wie aus unheimlichen ,tiefen1--aus jenen ,tiefen1 in denen er immer allein blieb1 die er mit ,niemandem theilen konnte1 vor denen ihn selbst bisweilen ,grauen erfasste1--und in die sein ,geist zuletzt versank4 ,einen hnlichen ,eindruck des ,verborgenen und ,verschwiegenen machte auch ,nietzsches ,benehmen4 ,im gewhnlichen ,leben war er von grosser ,hflichkeit und einer fast weiblichen ,milde1 von einem stetigen1 wohlwollenden ,gleichmuth1--er hatte ,freude an den vornehmen ,formen im ,umgang und hielt viel auf sie4 ,immer aber lag darin eine ,freude an der ,verkleidung1--,mantel und ,maske fr ein fast nie entblsstes ,innenleben4 ,ich erinnere mich1 dass1 als ich ,nietzsche zum ersten ,male sprach1--es war an einem ,frhlingstage in der ,peterskirche zu ,rom1--whrend der ersten ,minuten das gesucht ,formvolle an ihm mich frappirte und tuschte4 ,aber nicht lange tuschte es an diesem ,einsamen1 der seine ,maske doch nur so ungewandt trug1 wie ,jemand1 der aus ,wste und ,gebirge kommt1 den ,rock der ,allerweltsleute trgt2 sehr bald tauchte die ,frage auf1 die er selbst in die ,worte zusammengefasst hat3 ,bei ,allem1 was ein ,mensch sichtbar werden lsst1 kann man fragen3 was soll es verbergen8 ,wovon soll es den ,blick ablenken8 ,welches ,vorurtheil soll es erregen8 ,und dann noch3 bis wie weit geht die ,feinheit dieser ,verstellung8 ,und worin vergreift er sich dabei8 ,dieser ,zug stellt nur die ,kehrseite der ,einsamkeit dar1 aus welcher ,nietzsches ,innenleben ganz herausbegriffen werden muss1--einer sich stetig steigernden ,selbstvereinsamung und ,selbstbeziehung auf sich4 ,in dem ,maasse1 als sie zunimmt1 wird alles nach ,aussen gewandte ,sein zum ,schein1--zum blossen tuschenden ,schleier1 den die ,einsamkeitstiefe nur um sich webt1 um zeitweilig fr ,menschenaugen erkennbare ,oberflche zu werden4 ,tiefdenkende ,menschen kommen sich im ,verkehr mit ,andern als ,komdianten vor1 weil sie sich da1 um verstanden zu werden1 immer erst eine ,oberflche anheucheln mssen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,,ii #bcb74 ,ja1 man kann selbst ,nietzsches ,gedanken1 sofern sie sich theoretisch aussprechen1 noch mit zu dieser ,oberflche rechnen1 hinter der1 abgrndig tief und stumm1 das innere ,erleben ruht1 dem sie entstiegen sind4 ,sie gleichen einer ,haut1 welche ,etwas verrth1 aber noch mehr verbirgt 7,jenseits von ,gut und ,bse #cb72 denn1 sagt er entweder verstecke man seine ,meinungen1 oder man verstecke sich hinter seine ,meinungen 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,,ii #cch74 ,er findet eine schne ,bezeichnung fr sich selbst1 wenn er in diesem ,sinne von den ,verborgenen unter den ,mnteln des ,lichts redet 7,jenseits von ,gut und ,bse #dd71--von denen1 die sich in ihre ,gedankenklarheit verhllen4 ,in jeder ,periode seiner ,geistesentwicklung finden wir daher ,nietzsche in irgend einer ,art und ,form der ,maskirung1 und immer ist sie es1 welche die jeweilige ,entwicklungsstufe recht eigentlich charakterisirt4 ,alles1 was tief ist1 liebt die ,maske4444 ,jeder tiefe ,geist braucht eine ,maske3 mehr noch1 um jeden tiefen ,geist wchst fortwhrend eine ,maske 7,jenseits von ,gut und ,bse #dj74 ,wanderer1 wer bist ,du8-- -- --,ruhe ,dich hier aus4-- -- --erhole ,dich6-- -- --,was dient ,dir zur ,erholung8-- -- -- ,zur ,erholung8 ,zur ,erholung8 ,oh du ,neugieriger1 was sprichst du da6 ,aber gieb mir1 ich bitte-- -- ,was8 ,was8 sprich es aus6--,eine ,maske mehr6 ,eine zweite ,maske6444 7,jenseits von ,gut und ,bse #bgh74 ,und zwar wird es sich uns aufdrngen1 dass in dem ,grade1 als seine ,selbstvereinsamung und grblerische ,selbstbeziehung auf sich ausschliesslicher wird1 auch die ,bedeutung der jedesmaligen ,verkleidung eine tiefere wird1 und das wirkliche ,wesen hinter seiner ,aeusserungsform1 das wirkliche ,sein hinter dem vorgehaltenen ,schein immer weniger sichtbar zurckweicht4 ,schon in ,der ,wanderer und sein ,schatten 7#age7 weist er auf die ,mediocritt als ,maske hin4 ,die ,mediocritt ist die glcklichste ,maske1 die der berlegene ,geist tragen kann1 weil sie die grosse ,menge1 das heisst die ,mediocren1 nicht an ,maskirung denken lsst--3 und doch nimmt er sie gerade ihretwegen vor1--um sie nicht zu reizen1 ja nicht selten aus ,mitleid und ,gte4 ,von dieser ,maske des ,harmlosen an wechselt er sie bis zu der des ,grauenhaften1 die noch ,grauenhafteres hinter sich verbirgt3 --bisweilen ist die ,narrheit selbst die ,maske fr ein unseliges allzu gewisses ,wissen4 7,jenseits von ,gut und ,bse #bgj71--und endlich bis zu einem tuschenden ,lichtbild des gttlich ,lachenden1 das den ,schmerz in ,schnheit zu verklren strebt4 ,so ist ,nietzsche innerhalb seiner letzten philosophischen ,mystik allmlig in jene letzte ,einsamkeit versunken1 in deren ,stille wir ihm nicht mehr folgen knnen1 die uns nur noch1 wie ,symbole und ,wahrzeichen1 seine lachenden ,gedankenmasken und deren ,deutung brig lsst1 whrend er fr uns bereits zu dem geworden ist1 als den er sich einmal in einem ,briefe unterschreibt3 ,der auf ewig ,abhandengekommene4 7,brief vom #h4 ,juli #ahha aus ,sils-,maria47 ,dieses innere ,alleinsein1 diese ,einsamkeit ist in allen ,wandlungen ,nietzsches der unvernderliche ,rahmen1 aus welchem sein ,bild uns anschaut4 ,mag er sich verkleidet haben1 wie er will1--immer trgt er die ,einde und den heiligen unbetretbaren ,grenzbezirk mit sich1 wohin er auch gehe4 7,der ,wanderer und sein ,schatten #chg47 ,und es drckt daher auch nur das ,bedrfniss aus1 dass das ussere ,dasein seiner einsamen ,innerlichkeit entsprechen mge1 wenn er einem ,freunde schreibt3 7,am #ca ,october #ahhj aus ,italien47 ,als ,recept1 sowie als natrliche ,passion erscheint mir immer deutlicher die ,einsamkeit und zwar die vollkommene1--und den ,zustand1 in dem wir unser ,bestes schaffen knnen1 muss man hersteilen und viele ,opfer dafr bringen knnen4 ,den zwingenden ,anlass aber1 sein inneres ,alleinsein so vollkommen wie mglich zu einem usseren zu machen1 bot ihm erst sein krperliches ,leiden1 welches ihn von den ,menschen forttrieb und selbst den ,verkehr mit einzelnen seiner ,freunde1--immer einen seltenen ,verkehr zu ,zweien1--nur mit grossen ,unterbrechungen mglich machte4 ,leiden und ,einsamkeit1--das sind also die beiden grossen ,schicksalszge in ,nietzsches ,entwicklungsgeschichte1 immer strker ausgeprgt1 je nher man dem ,ende kommt4 ,und sie tragen bis an das ,ende jenes wundersame ,doppelgesicht1 welches sie als ein usserlich gegebenes ,lebenslos1 und zugleich als eine rein psychisch bedingte1 eine gewollte innere ,nothwendigkeit erscheinen lassen4 ,auch sein physisches ,leiden1 nicht minder als seine ,verborgenheit und ,einsamkeit1 reflectirte und symbolisirte etwas ,tiefinnerliches--und dies so unmittelbar1 dass er es auch in seine ussere ,schickung aufnahm wie einen ihm zugedachten ernsten ,freund und ,wegegenossen4 ,so schreibt er einmal bei ,gelegenheit einer ,beileidsusserung 7,ende ,august #ahha aus ,sils-,maria73 ,es jammert mich immer zu hren1 dass ,sie leiden1 dass ,ihnen irgend etwas fehlt1 dass ,sie ,jemanden verloren haben3 whrend bei mir ,leiden und ,entbehrung zur ,sache gehren und nicht1 wie bei ,ihnen1 zum ,unnthigen und zur ,unvernunft des ,daseins4 ,hierauf beziehen sich die einzelnen1 in seinen ,werken zerstreuten ,aphorismen ber den ,werth des ,leidens fr die ,erkenntniss4 ,er schildert den ,einfluss der ,stimmungen des ,kranken und des ,genesenden auf das ,denken1 er begleitet die feinsten ,uebergnge solcher ,stimmungen bis ins ,geistigste hinauf4 ,eine periodisch wiederkehrende ,erkrankung1 wie die seinige es war1 scheidet bestndig eine ,lebensperiode1 und damit auch eine ,gedankenperiode von der vorhergehenden4 ,sie gibt durch dieses ,doppeldasein die ,erfahrungen und das ,bewusstsein zweier ,wesenheiten4 ,sie lsst alle ,dinge immer wieder auch dem ,geiste neu werden1--neu schmecken nennt er es einmal hchst treffend1--und setzt ganz neue ,augen auch noch fr das ,gewohnteste1 ,alltglichste ein4 ,ein ,jegliches erhlt etwas von der ,frische und dem lichten ,thau der ,morgenschnheit1 weil eine ,nacht es vom vorhergehenden ,tage getrennt hat4 ,so wird jede ,genesung ihm zu einer ,palingenesis seiner selbst und darin zugleich des ,lebens um ihn1--und immer wieder ist der ,schmerz verschlungen in den ,sieg4 ,deutet ,nietzsche es schon selbst an1 dass die ,natur seines physischen ,leidens sich gewissermassen in seinen ,gedanken und ,werken widerspiegle1 so springt der enge ,zusammenhang von ,denken und ,leiden noch aufflliger hervor1 wenn man sein ,schaffen und dessen ,entwicklung als ,ganzes betrachtet4 ,man steht nicht jenen allmligen ,vernderungen des ,geisteslebens gegenber1 wie sie ein ,jeder durchmacht1 der seiner natrlichen ,grsse entgegenwchst1-- nicht den ,wandlungen des ,wachsthums3 sondern einem jhen ,wandel und ,wechsel1 einem fast rhythmischen ,auf und ,nieder von ,geisteszustnden1 die letzten ,grundes nichts ,anderem zu entspringen scheinen1 als einem ,erkranken an ,gedanken und einem ,genesen an ,gedanken4 ,nur aus der innersten ,bedrftigkeit seiner ganzen ,natur1 nur aus dem qulendsten ,heilungsverlangen heraus erschliessen sich ihm neue ,erkenntnisse4 ,kaum aber ist er vllig in ihnen aufgegangen1 kaum hat er an ihnen ausgeruht und sie seiner eignen ,kraft assimilirt1--da ergreift es ihn auch schon wieder wie ein neues ,fieber1 etwas wie ein unruhig drngender ,ueberschuss an innerer ,energie1 der zuletzt seinen ,stachel gegen ihn selbst kehrt und ihn an sich selber erkranken lsst4 ,das ,zuviel von ,kraft erst ist der ,beweis der ,kraft1 sagt ,nietzsche im ,vorwort zur ,gtzen-,dmmerung 7s4 ,i72--in diesem ,zuviel thut seine ,kraft sich ,schmerzen an1 tobt sie sich aus in leidvollen ,kmpfen1 reizt sich auf zu den ,qualen und ,erschtterungen1 an denen sein ,geist fruchtbar werden will4#d ,mit der stolzen ,behauptung3 ,was mich nicht umbringt1 macht mich strker6 7,gtzen-,dmmerung1 ,sprche und ,pfeile #h7 geisselt er sich1--nicht bis zum ,umbringen1 nicht bis zum ,tode1 aber eben bis zu jenen ,fiebern und ,verwundungen1 deren er bedarf4 ,dieses ,schmerzheischende zieht sich durch die ganze ,entwicklungsgeschichte ,nietzsches als die eigentliche ,geistesquelle in ihr2 er spricht es am treffendsten in den ,worten aus3 ,geist ist das ,leben1 das selber ins ,leben schneidet3 an der eignen ,qual mehrt es sich das eigne ,wissen1--wusstet ihr das schon8 ,und des ,geistes ,glck ist dies3 gesalbt zu sein und durch ,thrnen geweiht zum ,opferthier1-- wusstet ihr das schon8------,ihr kennt nur des ,geistes ,funken3 aber ihr seht den ,amboss nicht1 der er' ist1 und nicht die ,grausamkeit seines ,hammers6 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #cc47 ,jene ,spannung der ,seele im ,unglck1-- -- --ihre ,schauer im ,anblick des grossen ,zgrundegehens1 ihre ,erfindsamkeit und ,tapferkeit im ,tragen1 ,ausharren1 ,ausdeuten1 ,ausntzen des ,unglcks1 und was ihr nur je von ,tiefe1 ,geheimniss1 ,maske1 ,geist1 ,list1 ,grsse geschenkt worden ist3--ist es nicht ihr unter ,leiden1 unter der ,zucht des grossen ,leidens geschenkt worden8 7,jenseits von ,gut und ,bse #bbe47 ,und immer wieder tritt ,zweierlei an diesem ,vorgang besonders auffllig hervor3 ,einmal der enge ,zusammenhang von ,gedankenleben und ,seelenleben in seinem ,wesen1 die ,abhngigkeit seines ,geistes von den ,bedrfnissen und ,erregungen seines ,innern4 ,dann aber die ,eigenthmlichkeit1 dass aus dieser so engen ,zusammengehrigkeit sich immer von ,neuem ,leiden ergeben mssen2 jedesmal bedarf es einer hhen ,gluth der ,seele1 wo es zu hchster ,klarheit1 zu hellem ,licht der ,erkenntniss kommen soll1--aber nie darf diese ,gluth in wohlthuender ,wrme ausstrmen1 sondern muss verwunden mit sengenden ,feuern und brennenden ,flammen3 auch hier gehrt1--wie er es in dem oben angefhrten ,briefe ausdrckt1--das ,leiden zur ,sache4 ,wie ,nietzsches krperliches ,leiden der ,anlass zu seiner usseren ,vereinsamung wurde1 so muss auch in seinem psychischen ,leidenszustand einer der tiefsten ,grnde gesucht werden fr seinen scharf zugespitzten ,individualismus1 fr die strenge ,betonung des ,einzelnen als des ,einsamen in ,nietzsches besonderem ,sinn4 ,die ,geschichte des ,einzelnen ist durchaus eine ,leidensgeschichte und nicht irgend welchem allgemeinen ,individualismus zu vergleichen1--ihr ,inhalt lautet viel weniger3 ,selbstgengsamkeit als3 ,selbsterduldung4,betrachtet man das leidensvolle ,auf und ,nieder seiner ,geisteswandlungen1 dann liest man die ,geschichte eben so vieler ,selbstverwundungen1 und es verbirgt einen langen1 schmerzlichen ,heldenkampf mit sich selbst1 wenn ,nietzsche ber seine ,philosophie die khnen ,worte setzt3 ,dieser ,denker braucht ,niemanden1 der ihn widerlegt3 er gengt sich dazu selber6 7,der ,wanderer und sein ,schatten #bdi47 ,seine ausserordentliche ,fhigkeit1 sich immer wieder in die hrteste ,selbstberwindung einzuleben1 in jeder neuen ,erkenntniss immer wieder heimisch zu werden1 scheint nur da zu sein1 um die ,trennung vom ,neuerrungenen jedesmal um so erschtternder zu gestalten4 ,ich komme6 brich ,deine ,htte ab und wandre mir entgegen6 gebietet ihm der ,geist1 und mit trotziger ,hand macht er sich selbst obdachlos und sucht von ,neuem das ,dunkel1 das ,abenteuer und die ,wste auf mit der ,klage auf den ,lippen3 ,ich muss den ,fuss weiter heben1 diesen mden1 verwundeten ,fuss3 und weil ich muss1 so habe ich oft fr das ,schnste1 das mich nicht halten konnte1 einen grimmigen ,rckblick1--weil es mich nicht halten konnte6 7,frhliche ,wissenschaft #cji47 ,sobald ihm in einer ,anschauungsweise wahrhaft wohl geworden ist1 erfllt sich an ihm selbst sein ,wort3 ,wer sein ,ideal erreicht1 kommt eben damit ber dasselbe hinaus4 7,jenseits von ,gut und ,bse #gc47e ,der ,meinungswechsel1 der ,wandlungsdrang stecken daher der ,philosophie ,nietzsches tief im ,herzen1 sie sind durchaus bestimmend fr die ,art seines ,erkennens4 ,nicht umsonst nennt er sich im ,schlusslied von ,jenseits von ,gut und ,bse einen3 ,ringer1 der zu oft sich selbst bezwungen1--,zu oft sich gegen eigne ,kraft gestemmt1-- --,durch eignen ,sieg verwundet und gehemmt4 ,im ,heroismus der ,bereitwilligkeit1 die eigne ,ueberzeugung preiszugeben1 nimmt dieser ,drang in seinem ,innern geradezu die ,stelle der ,ueberzeugungstreue#f ein4 ,wir wrden uns fr unsere ,meinungen nicht verbrennen lassen3 heisst es in ,der ,wanderer und sein ,schatten 7#ccc71 wir sind ihrer nicht so sicher4 ,aber vielleicht dafr1 dass wir unsere ,meinungen haben drfen und ndern drfen4 ,und in der ,morgenrthe 7#cgj7 spricht sich diese ,gesinnung in den schnen ,worten aus3 ,nie etwas zurckhalten oder ,dir verschweigen1 was gegen ,deinen ,gedanken gedacht werden kann4 ,gelobe es ,dir6 ,es gehrt zur ersten ,redlichkeit des ,denkens4 ,du musst jeden ,tag auch ,deinen ,feldzug gegen ,dich selber fhren4 ,ein ,sieg und eine eroberte ,schanze sind nicht mehr ,deine ,angelegenheit1 sondern die der ,wahrheit1--aber auch ,deine ,niederlage ist nicht mehr ,deine ,angelegenheit6 ,darber steht als ,titel3 ,inwiefern der ,denker seinen ,feind liebt4 ,aber diese ,feindesliebe entspringt der dunklen ,ahnung1 dass im ,feind ein knftiger ,genosse verborgen sein knne1 und dass nur des ,unterliegenden neue ,siege harren3 sie entspringt der ,ahnung1 dass fr ihn der stets gleiche1 schmerzliche ,seelenprocess der ,selbstverwandlung unumgngliche ,bedingung aller ,schaffenskraft sei4 ,der ,geist ist es1 der uns rettet1 dass wir nicht ganz verglhen und verkohlen4-- --,vom ,feuer erlst1 schreiten wir dann1 durch den ,geist getrieben1 von ,meinung zu ,meinung1-- --als edle ,verrther aller ,dinge4 7,menschliches1 ,allzumenschliches1 ,i #fcg47 --wir mssen ,verrther werden1 ,untreue ben1 unsere ,ideale immer wieder preisgeben4 7,menschliches1 ,allzumenschliches1 ,i #fbi47 ,dieser ,einsame musste gleichsam sich selber vervielfltigen1 in eine ,mehrheit von ,denkern zerfallen1 in dem ,masse1 als er sich in sich selber abschloss2--nur so vermochte er geistig zu leben4 ,der ,selbstverwundungstrieb war nur eine ,art seines ,selbsterhaltungstriebes3 nur indem er sich immer wieder in ,leiden strzte1 entlief er seinen ,leiden4 ,unverwundbar bin ich allein an meiner ,ferse6-- -- -- -- --,und nur wo ,grber sind1 gibt es ,auferstehungen6-- -- --,also sang ,zarathustra2 7,,ii #df7--;,er1 zu dem das ,leben einst dies ,geheimniss redete3 ,siehe1 sprach es1 ich bin das1 was sich immer selber berwinden muss 7,,ii #di74g ,ueber nichts hat wohl ,nietzsche so oft und so tief nachgedacht1 wie ber dieses sein eignes ,wesensrthsel1 und ber nichts knnen wir uns daher aus seinen ,werken so gut unterrichten wie gerade hierber3 im ,grunde waren ihm alle seine ,erkenntnissrthsel nichts anderes4 ,je tiefer er sich selbst erkannte1 desto rckhaltsloser wurde seine ganze ,philosophie zu einer ungeheuren ,widerspiegelung seines ,selbstbildes1--und desto naiver legte er es dem ,allbilde als solchem unter4 ,wie unter den ,philosophen abstracte ,systematiker ihre eignen ,begriffe zu einer ,weltgesetzlichkeit verallgemeinert haben1 so verallgemeinert ,nietzsche seine ,seele zur ,weltseele4 ,aber um sein ,bild zu zeichnen1 bedarf es nicht erst der ,zurckfhrung seiner smmtlichen ,theorien auf ihn selbst1 wie es in den folgenden ,theilen geschieht4 ,ein gewisses ,verstndniss dafr ist auch schon hier mglich1 wo ,nietzsche lediglich in ,bezug auf seine geistige ,veranlagung betrachtet wird1 ,der ,reichthum derselben ist zu mannigfaltig1 als dass er in einer bestimmten ,ordnung erhalten werden knnte2 die ,lebendigkeit und der ,machtwillen jedes einzelnen ,talentes und ,geistestriebes fhren nothwendig zu einer nie beschwichtigten ,nebenbuhlerschaft aller ,talente4 ,in ,nietzsche lebten in stetem ,unfrieden1 nebeneinander und sich gegenseitig tyrannisirend1 ein ,musiker von hoher ,begabung1 ein ,denker von freigeisterischer ,richtung1 ein religises ,genie und ein geborener ,dichter4 ,nietzsche selbst versuchte1 daraus die ,besonderheit seiner geistigen ,individualitt zu erklren1 und erging sich hufig in eingehenden ,gesprchen darber4 ,er unterschied zwei grosse ,hauptgruppen von ,charakteren3 solche1 deren verschiedene ,regungen und ,triebe in ,harmonie zueinander stehen1 eine gesunde ,einheit bilden1 und solche1 deren ,triebe und ,regungen sich gegenseitig hemmen und befehden4 ,die erste ,gruppe verglich er1--innerhalb des einzelnen ,individuums1--mit dem ,zustande der ,menschheit zur ,zeit des ,heerdenwesens1 vor aller staatlichen ,gliederung3 wie dort der ,einzelne seine ,individualitt und sein ,machtgefhl nur besitzt im geschlossenen ,ganzen der ,heerde1 so hier die einzelnen ,triebe im ,ganzen der geschlossenen ,persnlichkeit1 deren ,inbegriff sie bilden4 ,die ,naturen der zweiten ,gruppe dagegen leben in ihrem ,innern1 wie die ,menschen bei einem ,kriege ,aller gegen ,alle leben wrden2--die ,persnlichkeit selbst lst sich gewissermassen in eine ,unsumme von eigenmchtigen ,triebpersnlichkeiten auf1 in eine ,subject-,vielheit4 ,dieser ,zustand wird nur berwunden1 wenn von aussen her eine hhere ,macht1 eine strkere ,autoritt geschaffen werden kann1 die ber ,alle zu herrschen weiss3 gleich einem ,gesetz staatlicher ,gliederung1 fr das es nur unterworfene ,gewalten gibt4 ,denn was in den zuerst geschilderten ,naturen ganz instinctmssig vor sich geht--die ,einordnung des ,einzelnen ins ,ganze1--das muss hier erst erobert und den tyrannischen ,einzelgelsten abgezwungen werden als eine unerbittlich feste ,rangordnung der ,triebe untereinander4#h ,man sieht1 hier ist der ,punkt1 an welchem ,nietzsche die ,mglichkeit einer ,selbstbehauptung als ,ganzes durch das ,leiden alles ,einzelnen aufgegangen ist4 ,hier liegt wie in einer ,knospe eingeschlossen die ursprngliche ,bedeutung seiner spteren ,decadenz-,lehre mit dem ,grundgedanken3 es giebt die ,mglichkeit eines hchsten ,vermgens und ,schaffens durch ein bestndiges ,erdulden und ,verwunden4 ,mit einem ,wort3 hier ging ihm die ,bedeutung des ,heroismus als ,ideal auf4 ,die eigene qualvolle ,unvollkommenheit riss ihn dem ,ideal und dessen ,tyrannei entgegen3 ,unsere ,mngel sind die ,augen1 mit denen wir das ,ideal sehen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches1 ,,ii #hf74 ,was macht heroisch8 zugleich seinem hchsten ,leide und seiner hchsten ,hoffnung entgegengehen sagt er 7,frhliche ,wissenschaft #bfh74 ,und ich fge dem noch drei ,aphorismen bei1 die er mir einmal niederschrieb1 und die mir seine ,auffassung mit besonderer ,schrfe zu verdeutlichen scheinen3 ,der ,gegensatz des heroischen ,ideals ist das ,ideal der harmonischen ,allentwicklung1--ein schner ,gegensatz und ein sehr wnschenswerther6 ,aber nur ein ,ideal fr grundgute ,menschen4 7,zum ,beispiel3 ,goethe74#i ,weiter3 ,heroismus--das ist die ,gesinnung eines ,menschen1 der ein ,ziel erstrebt1 gegen welches gerechnet er gar nicht mehr in ,betracht kommt4 ,heroismus ist der gute ,wille zum absoluten ,selbst-,untergang4 ,und als drittes3 ,menschen1 die nach ,grsse streben1 sind gewhnlich bse ,menschen2 es ist ihre einzige ,art1 sich zu ertragen4 ,das ,wort bse will hier ebenso wie oben das ,wort gut weder im ,sinn des landlufigen ,urtheils noch berhaupt im ,sinne eines ,urtheils genommen werden1 sondern blos als ,bezeichnung eines ,thatbestandes3 und als eine solche bezeichnet es fr ,nietzsche stets den innern ,krieg in einer ,menschenseele1--dasselbe1 was er spter ,anarchie in den ,instincten nennt4 ,in seiner letzten ,schaffensperiode hat sich ihm1 auf dem ,wege einer bestimmten ,gedankenentwicklung1 das ,bild dieses ,seelenzustandes bis zum ,culturbilde der ,menschheit ausgedehnt2 die ,losungsworte heissen da3 ,innenkrieg ,dcadence1 und ,sieg ,selbstuntergang der ,menschheit zur ,erschaffung einer ,uebermenschheit4 ,ursprnglich aber handelt es sich fr ihn um sein eigenes ,seelenbild4 ,er unterscheidet nmlich die harmonische oder einheitliche und die heroische oder vielspltige ,naturanlage als die beiden ,typen des handelnden und des erkennenden ,menschen1 mit anderen ,worten3 den ,typus seines ,wesens-,gegensatzes und seinen eigenen4 ,zum handelnden ,menschen wird ihm der ,ungetheilte und ,unzersetzte1 der ,instinct-,mensch1 die ,herrennatur4 ,wenn dieser seiner natrlichen ,entwicklung folgt1 muss sein ,wesen sich immer selbstsicherer und fester zuspitzen und seine gedrngte ,kraft in gesunden ,thaten sich entladen4 ,die ,hemmnisse1 welche die ,aussenwelt ihm mglicherweise entgegenstellt1 enthalten zugleich eine ,anregung und ,frderung dafr3 denn nichts ist ihm naturgemsser1 als der tapfere ,kampf nach aussen hin1 in nichts erweist sich seine ungebrochene ,gesundheit so sehr als in seiner ,kriegstchtigkeit4 ,mag sein ,intellect klein oder gross sein3 in jedem ,fall steht er im ,dienst dieser frischen ,wesenskraft und dessen1 was ihr wohl thut und noth thut1-- er hat sich ihr in seinen ,zielen nicht entgegengesetzt1 er hat sie nicht zersetzt1 er folgt nicht eignen ,wegen4 ,ganz anders der erkennende ,mensch4 ,anstatt nach einem festen ,zusammenschluss seiner ,triebe zu suchen1 der sie schtzt und erhlt1 lsst er sie so weit als irgend mglich auseinanderlaufen2 je breiter das ,gebiet1 das sie zu umfassen lernen1 desto besser1 je mehr der ,dinge1 bis zu denen sie ihre ,fhlhrner ausstrecken1 und die sie betasten1 sehen1 hren1 riechen1 desto tchtiger sind sie ihm fr seine ,zwecke1--fr die ,zwecke des ,erkennens4 ,denn ihm ist nunmehr das ,leben ein ,mittel der ,erkenntniss 7,frhliche ,wissenschaft #cbd7 und erruft seinen ,genossen zu 7,frhliche ,wissenschaft #cai73 ,wir selber wollen unsere ,experimente und ,versuchstiere sein6 ,so gibt er sich selbst freiwillig als ,einheit auf1--je polyphoner sein ,subject1 desto lieber ist es ihm3 ,scharf und milde1 grob und fein1 ,vertraut und seltsam1 schmutzig und rein1 ,der ,narren und ,weisen ,stelldichein3 ,dies ,alles bin ich1 will ich sein1 ,taube zugleich1 ,schlange und ,schwein6 7,frhliche ,wissenschaft1 ,scherz1 ,list und ,rache #aa47 ,denn wir ,erkennenden1 sagt er1 mssen dankbar sein gegen ,gott1 ,teufel1 ,schaf und ,wurm in uns1-- -- -- --mit ,vorder- und ,hinterseelen1 denen ,keiner leicht in die letzten ,absichten sieht1 mit ,vorder- und ,hintergrnden1 welche kein ,fuss zu ,ende laufen drfte1 wir die geborenen1 geschworenen1 eiferschtigen ,freunde der ,einsamkeit-- --4 7,jenseits von ,gut und ,bse #dd47 ,der ,erkennende hat die ,seele1 welche die lngste ,leiter hat und am tiefsten hinunter kann1-- -- --die umfnglichste ,seele1 welche am weitesten in sich laufen und irren und schweifen kann2-- -- --die sich selber fliehende1 die sich selber im weitesten ,kreise einholt2 die weiseste ,seele1 welcher die ,narrheit am sssesten zuredet3 -- -- --die sich selber bebendste1 in der alle ,dinge ihr ,strmen und ,wiederstrmen und ,ebbe und ,fluth haben-- -- --4 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #hb47 ,mit solcher ,seele wird man zum ,tausendfuss und ,tausend-,fhlhorn 7,jenseits von ,gut und ,bse #bje71 immer im ,begriff1 sich selbst zu entlaufen1 um sich bis in fremdes ,wesen hinein zu erstrecken3 ,wenn man erst sich selber gefunden hat1 muss man verstehen1 sich von ,zeit zu ,zeit zu verlieren--und dann wieder zu finden3 vorausgesetzt1 dass man ein ,denker ist4 ,diesem ist es nmlich nachtheilig1 immer an ,eine ,person gebunden zu sein4 7,der ,wanderer und sein ,schatten #cjf47 ,das ,gleiche besagen die ,verse 7,frhliche ,wissenschaft1 ,scherz1 ,list und ,rache #cc73 ,verhasst ist mir's schon1 selber mich zu fhren6 ,ich liebe es1 gleich ,wald- und ,meeresthieren1 ,mich fr ein gutes ,weilchen zu verlieren1 ,in holder ,irrniss grblerisch zu hocken4 ,von ferne her mich endlich heimzulocken1 ,mich selber zu mir selber--zu verfhren4 ,das ,versehen ist berschrieben ,der ,einsame1 d4 h4 der von den ,anforderungen und ,kmpfen der ,aussenwelt mglichst ,abgeschiedene2 denn kriegstchtig nach aussen hin wird ein solches ,innenleben in dem ,masse immer weniger1 je vollkommener es benommen und bewegt ist von den ,kriegen1 ,siegen1 ,niederlagen und ,eroberungen innerhalb seiner eignen ,triebe4 ,in der ,einsamkeit seiner geistigen ,selbstversenkung und ,selbsterweiterung sucht es vielmehr eine ,hlle1 die es schonend behte vor den lauten und verwundenden ,lebensereignissen draussen1--steht es doch schon ohnedies in ,kampf und ,wunden2 gilt doch von diesem ,erkennenden die ,schilderung3--das ist ein ,mensch1 der bestndig ausserordentliche ,dinge erlebt1 sieht1 hrt1 argwhnt1 hofft1 trumt2 der von seinen eigenen ,gedanken wie von ,aussen her1-- --als von seiner ,art ,ereignissen und ,blitzschlgen getroffen wird4 7,jenseits von ,gut und ,bse #bib47 ,denn die kriegerische ,stellung der ,triebe zu einander in seinem ,innern ist damit nicht aufgehoben1 sondern eher gesteigert3 ,wer aber die ,grundtriebe des ,menschen darauf hin ansieht1 wie weit sie gerade hier als inspirirende ,genien 7oder ,dmonen und ,kobolde--7 ihr ,spiel getrieben haben mgen1 wird finden1-- -- -- -- --dass jeder ,einzelne von ihnen gerade sich gar zu gerne als letzten ,zweck des ,daseins und als berechtigten ,herrn aller brigen ,triebe darstellen mchte4 ,denn jeder ,trieb ist herrschschtig und als solcher versucht er zu philosophiren 7,jenseits von ,gut und ,bse #f74 ,daher grade legt die ,erkenntniss des ,erkennenden ein entscheidendes ,zeugniss dafr ab1 wer er ist1--das heisst1 in welcher ,rangordnung die innersten ,triebe seiner ,natur zu einander gestellt sind 7ebendaselbst74 ,trotzdem aber wird durch das ,erkennen in diesem ,innen-,krieg eine ,verwandlung vollzogen1 die demselben eine neue ,bedeutung gibt1--eine rettende und erlsende ,bedeutung3 in der ,erkenntniss ist ein allen ,trieben gemeinsames ,ziel gegeben1 eine ,richtung1 der ein jeder von ihnen insofern zustrebt1 als sie alle das ,nmliche erobern wollen4 ,die ,zersplitterung des ,beliebens1 die ,tyrannei der ,willkr ist damit gebrochen4 ,die ,triebe halten an ihrer ,subjects-,vielheit fest1 aber sie unterstellen dieselbe einer hheren ,macht1 die ihnen als ,dienern und ,werkzeugen befiehlt2 sie bleiben wild und kriegerisch1 aber sie werden in ihrem ,kriegs-,ziel unvermerkt zu ,helden1 die zu kmpfen und zu bluten berufen sind2--das heroische ,ideal ist inmitten ihrer ,selbstsucht aufgerichtet und zeigt den fr sie einzig mglichen ,weg zur ,grsse4 ,so ist die ,gefahr der ,anarchie beseitigt zu ,gunsten eines sichern ,gesellschaftsbaues der ,triebe und ,affecte4 ,ich erinnere mich eines mndlichen ,ausspruches von ,nietzsche1 der sehr bezeichnend diese ,freude des ,erkennenden an der umfassenden ,breite und ,tiefe seiner ,natur ausdrckt1--die ,lust1 die daraus entspringt1 dass er sein ,leben nunmehr als ein ,experiment des ,erkennenden 7,frhliche ,wissenschaft #cbd7 auffassen darf3 ,einer alten1 wetterfesten ,burg gleiche ich1 die viele versteckte ,keller und ,unterkeller hat2 in meine eignen verborgensten ,dunkelgnge bin ich noch nicht ganz hinabgekrochen1 in meine unterirdischen ,kammern bin ich noch nicht gekommen4 ,sollte mit ihnen nicht alles unterbaut sein8 sollte ich nicht aus meiner ,tiefe zu allen ,oberflchen der ,erde hinaufklettern knnen8 sollten wir nicht auf jedem ,dunkelgang zu uns selber wiederkehren8 ,dasselbe ,gefhl gibt auch in der ,frhlichen ,wissenschaft 7#bdi7 der ,aphorismus wieder1 der die ,ueberschrift trgt3 ,der ,seufzer des ,erkennenden3 ,oh ber meine ,habsucht6 ,in dieser ,seele wohnt keine ,selbstlosigkeit1-- vielmehr ein ,alles begehrendes ,selbst1 welches durch viele ,individuen wie durch seine ,augen sehen und wie mit seinen ,hnden greifen mchte1--ein auch die ganze ,vergangenheit noch zurckholendes ,selbst1 welches nichts verlieren will1 was ihm berhaupt gehren knnte6 ,oh ber diese ,flamme-meiner ,habsucht6 ,oh dass ich in hundert ,wesen wiedergeboren wrde6 ,auf diese ,weise wird das ,umfassende und ,verschlungene der unharmonischen1 der stillosen ,natur zu einem gewaltigen ,vorzug3 ,wollten und wagten wir eine ,architektur nach unserer ,seelen-,art1-- -- -- -- so msste das ,labyrinth unser ,vorbild sein6 7,morgenrthe #afi47--;aber kein ,labyrinth1 in welchem die ,seele sich selbst verliert1 sondern aus dessen ,wirrnis sie zur ,erkenntniss hindurchdringt4 ,man muss noch ,chaos in sich haben1 um einen tanzenden ,stern gebren zu knnen1-- dieses ,wort ,zarathustras 7,i #ae7 gilt von ihr1 die zum ,sternendasein1 zum ,licht geboren ist als zu ihrem eigensten ,wesensgenius1 ihrer eigensten ,verklrung4 ,nietzsche hat dies unter dem ,namen3 ,eine lichte ,art von ,schatten geschildert 7,der ,wanderer und sein ,schatten #beh73 ,dicht neben den ganz nchtigen ,menschen befindet sich fast regelmssig1 wie an sie angebunden1 eine ,lichtseele4 ,sie ist gleichsam der negative ,schatten1 den jene werfen4 ,diese ,lichtseele ist um so strahlender1 je mchtiger und nchtiger1 also je tyrannischer und gefhrlicher die ,natur ist1 welche sich gleichsam in ihr verbrennen lsst1--alle ihre ,neigungen als ,brennstoff in diese heilige ,gluth wirft4 ,die ,art1 in welcher dies geschieht1 wechselt mit dem ,erkenntnissstandpunkt des ,erkennenden3 ,nietzsches ,auffassung dessen1 was ,erkenntnisse ist1 ist in seinen verschiedenen ,geistesperioden eine verschiedene1 und dementsprechend verschiebt sich auch jedesmal das1 was er die innere ,rangordnung der ,triebe nennt1 innerhalb des wogenden ,kampfes in dieser reichen ,genie-,natur4 ,man kann sagen1 dass aus den wechselnden ,bildern solcher ,verschiebungen sich die ,geschichte seiner ,entwicklung im ,wesentlichen zusammensetzt1 bis in seiner letzten ,schaffensperiode sein ganzes ,innenleben sich in philosophischen ,theorien widerspiegelt3 bis ihm ,dunkelseele und ,lichtseele zu ,reprsentanten des ,menschlichen und ,uebermenschlichen werden4 ,der geschilderte ,seelenprocess selbst aber bleibt durch alle ,wandlungen hindurch in seinen ,grundzgen der nmliche4 ,hat man ,charakter1 so hat man auch sein typisches ,erlebniss1 das immer wiederkommt1 sagt ,nietzsche 7,jenseits von ,gut und ,bse #gj74 ,nun1 dieses ist sein typisches ,erlebniss1 das immer wiederkommt1 an dem er sich immer wieder aufrichtete1 ber sich selbst erhob1--an dem er auch endlich sich in sich selbst berschlug und zu ,grunde ging4 ,und daran musste er wohl zu ,grunde gehen4 ,denn in dem gleichen ,process1 der ihm stets von neuem ,heilung und ,erhebung sicherte1 lag auch schon das pathologische ,moment dieser ,art von ,geistesentwicklung verborgen4 ,auf den ersten ,blick fllt es nicht auf4 ,man sollte vielmehr meinen1 in einer ,kraft1 die sich selber so zu heilen weiss1 msse mindestens ebensoviel ,gesundheit stecken wie in dem ruhigen ,frieden einer harmonischen ,krfteentfaltung4 ,ja1 sogar eine weit grssere ,gesundheit3 denn sie ist im ,stande1 selbst an dem1 was ,wunden schlgt und ,fieber erzeugt1 sich noch zu befestigen und zu beweisen2 sie ist im ,stande1 ,krankheit und ,kampf zu einem ,stimulans fr ,leben und ,erkennen umzuwandeln1 zu einem ,sporn und ,hellsehen fr ihre ,zwecke1--sie umfasst also schadlos ,kampf und ,krankheit4 ,auf solche ,weise wollte ,nietzsche1 namentlich zuletzt1 namentlich als er am krankhaftesten war1 seine ,leidensgeschichte aufgefasst wissen3 alseine ,genesungsgeschichte4 ,allerdings vermochte diese gewaltige ,natur es1 sich mitten aus ,schmerzen und ,widerstreit heraus in ihrem ,erkenntnissideal selbst zu heilen und zusammenzufassen4 ,aber1 nach erlangter ,genesung1 bedurfte sie wiederum ebenso nothwendig der ,leiden und ,kmpfe1 der ,fieber und ,wunden4 ,sie1 die sich selbst ,heilung geschafft1 ruft jene wieder1 hervor2 sie wendet sich gegen sich selbst1 schumt gleichsam ber1 um sich in neue ,krankheitszustnde zu ergiessen4 ,ueber jedem erreichten ,erkenntnissziel1 jedem erlangten ,genesungsglck stehen immer wieder die ,worte3 ,wer sein ,ideal erreicht1 kommt eben damit ber dasselbe hinaus1 denn3 sein ,ueberglck ward ihm zum ,ungemach 7,frhliche ,wissenschaft1 ,scherz1 ,list und ,rache #dg71 und er fhlt sich3 verwundet von seinem ,glcke#aj 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #b74 ,sich ,schmerzen machen4 ,rcksichtslosigkeit des ,denkens ist oft das ,zeichen einer unfriedlichen inneren ,gesinnung1 welche ,betubung begehrt4 ,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #eha4 ,die ,gesundheit ist hier also nicht das ,ueberlegene und ,ueberragende1 welches das ,pathologische1 als ein ,nebenschliches1 zu einem ,werkzeug fr sich umschafft1 sondern beide bedingen sich1 ja enthalten sich gegenseitig1--beide zusammen stellen thatschlich eine eigenthmliche ,selbstspaltung innerhalb ein und desselben ,geisteslebens dar4 ,eine solche innere ,spaltung liegt nmlich dem ganzen geschilderten ,seelenprocess zu ,grunde4 ,anscheinend zwar sollte in ihm die ,vielspltigkeit1 die ,subjects-,vielheit der unharmonisch veranlagten ,natur1 in einer hohem ,einheit1 in einem richtunggebenden ,ziel aufgehoben werden4 ,nun vollzieht sich aber dieser ,vorgang innerhalb der vielspltigen ,seele in der ,weise1 dass ein einziger ,trieb sich alle brigen unterordnet2 mit anderen ,worten3 die ,vielspltigkeit wird auf eine um so tiefer gehende ,zweispaltung reducirt4 ,so wenig wie die ,gesundheit hier berragend das ,krankhafte mit umfasst1 so wenig umfasst und berragt der herrschende ,trieb wahrhaft das gesammte ,innere1 indem er es in den ,dienst der ,erkenntniss stellt3 der ,erkennende blickt wohl mit seinen ,geistesaugen auf sich selbst wie auf eine zweite ,wesenheit1 aber er bleibt doch in der eigenen ,wesenheit gefangen2 er ist nur im ,stande sie zu spalten1 nicht ber sie hinauszugreifen4 ,die ,macht der ,erkenntniss also1 weit davon entfernt1 eine einigende zu sein1 ist vielmehr eine trennende1--aber die ,tiefe der ,trennung erweckt den ,schein1 als lge das ,ziel aller ,regungen ausser ihnen4 ,in ,folge dieser ,selbsttuschung drngen alle ,krfte begeistert der ,erkenntniss zu1 als vermchten sie damit sich selbst und ihrem ,zwiespalt zu entlaufen4 ,man sollte allerdings glauben1 es werde wenigstens eine ,art von ,zusammenschluss des ,gesammtlebens dadurch erreicht1 dass auf der einen ,seite das ,triebleben1 unter dem darauf gerichteten ,erkenntnissblick1 zu ungeheurer ,bewusstheit gesteigert wird1--dass auf der anderen das ,denken durch die ,welt der ,stimmungen und ,triebe eine ungemeine ,belebung erhlt4 ,aber das ,resultat ist ein gerade entgegengesetztes1 indem der ,gedanke die ,unmittelbarkeit aller inneren ,regungen zersetzt1 die ,erregungen des ,inneren hinwiederum die beherrschte ,strenge des ,gedankens bestndig lockern4 ,so durchdringt thatschlich die ,spaltung des ,ganzen alles ,einzelne nur immer weiter und tiefer4 ,was ist es nun1 das trotzdem eine so hohe1 geradezu erlsend wirkende ,befriedigung aus einer so durchsichtigen ,selbsttuschung quellen lsst8 ,was ist es1 das einen ,schein dazu befhigt1 das ganze ,sein1 wenn auch unter steten ,erkrankungen und ,verwundungen1 zu beseligen und zu verklren8 ,mit dieser ,frage stehen wir vor dem eigentlichen ,nietzsche-,problem2 sie erst weist uns auf den geheimen ,zusammenhang des ,gesunden und ,pathologischen in ihm4 ,indem nmlich die ,vielheit unverbundener ,einzeltriebe sich in zwei einander gleichsam gegenber stehende ,wesenheiten zerspaltet1 von denen die ,eine herrscht1 die ,andere dient1--wird es dem ,menschen ermglicht1 zu sich selber nicht nur wie zu einem anderen1 sondern auch wie zu einem hhern ,wesen zu empfinden4 ,indem er einen ,theil seiner selbst sich selber zum ,opfer bringt1 ist er einer religisen ,exaltation nahe gekommen4 ,in den ,erschtterungen seines ,geistes1 in denen er das heroische ,ideal eigener ,preisgebung und ,hingebung zu verwirklichen whnt1 bringt er an sich selbst einen religisen ,affect zum ,ausbruch4 ,von allen grossen ,geistesanlagen ,nietzsches gibt es keine1 die tiefer und unerbittlicher mit seinem geistigen ,gesammtorganismus verbunden gewesen wre1 als sein religises ,genie4 ,zu einer anderen ,zeit1 in einer andern ,culturperiode wrde dasselbe diesem ,predigerssohn sicherlich nicht gestattet haben1 zum ,denker zu werden4 ,unter den ,einflssen unserer ,zeit erhielt jedoch sein religiser ,geist die ,richtung aufs ,erkennen und vermochte dasjenige1 wonach es ihn instinctiv am drngendsten verlangte1 wie nach dem natrlichen ,ausdruck seiner ,gesundheit1 nur in krankhafter ,weise zu befriedigen1--das heisst1 er vermochte es nur vermittelst einer ,rckbeziehung auf sich selbst anstatt auf eine ihn mit umfassende1 ausser ihm liegende ,lebensmacht4 ,so erreichte er das gerade ,gegentheil des ,angestrebten3 nicht eine hhere ,einheit seines ,wesens1 sondern dessen innerste ,zweitheilung1 nicht den ,zusammenschluss aller ,regungen und ,triebe zu einem einheitlichen ,individuum1 sondern ihre ,spaltung zum ,dividuum4 ,es war immerhin eine ,gesundheit erreicht1--doch mit den ,mitteln der ,krankheit2 eine wirkliche ,anbetung1 doch mit den ,mitteln der ,tuschung2 eine wirkliche ,selbstbehauptung und ,selbsterhebung1 doch mit den ,mitteln der ,selbstverwundung4 ,deshalb liegen in dem gewaltigen religisen ,affect1 aus dem ganz allein bei ,nietzsche alle ,erkenntniss hervorgeht1 unlslich in einen ,knoten verschlungen3 eigne ,aufopferung und eigne ,apotheose1 ,grausamkeit der eignen ,vernichtung und ,wollust der eignen ,vergtterung1 leidvolles ,siechen und siegende ,genesung1 glhender ,rausch und khle ,bewusstheit4 ,man fhlt hier die enge ,verknpfung der ,gegenstze1 die einander unaufhrlich bedingen3 man fhlt das ,ueberschumen und freiwillige ,hinabstrzen der aufs ,hchste erregten und gespannten ,krfte ins ,chaotische1 ,dunkle1 ,schauerliche1 und dann wieder aus diesem heraus ein ,drngen ins ,lichte1 ,zarteste1--das ,drngen eines ,willens1 der sich-- --von der ,noth der ,flle und ,ueberflle1 vom ,leiden der in ihm gedrngten ,gegenstze lst1#aa--;ein ,chaos1 das den ,gott gebren mchte1--gebren muss4 ,im ,menschen ist ,geschpf und ,schpfer vereint3 im ,menschen ist ,stoff1 ,bruchstck1 ,ueberfluss1 ,lehm1 ,koth1 ,unsinn1 ,chaos2 aber im ,menschen ist auch ,schpfer1 ,bildner1 ,hammer-,hrte1 ,zuschauer-,gttlichkeit und siebenter ,tag4444 7,jenseits von ,gut und ,bse #bbe47 ,und hier zeigt sich1 dass unablssiges ,leiden und unablssige ,selbstvergttlichung sich gegenseitig bedingen1 indem ein jedes seinen eignen ,gegensatz immer wieder neu erzeugt1-- wie es ,nietzsche in der ,geschichte des ,knigs ,vivamitra ausgedrckt findet1 der aus tausendjhrigen ,selbstmarterungen ein solches ,machtgefhl und ,zutrauen zu sich gewann1 dass er es unternahm1 einen neuen ,himmel zu bauen3-- -- --,jeder1 der irgendwann einmal einen neuen ,himmel gebaut hat1 fand die ,macht dazu erst in der eignen ,hlle444 7,genealogie der ,moral ,,iii #aj47 ,eine andere ,stelle1 wo er dieser ,sage gedenkt1 steht in der ,morgenrthe 7#aac7 und folgt unmittelbar auf die ,schilderung jener machtdurstigen ,leidenden1 die als das wrdigste ,object ihrer ,vergewaltigungslust sich selbst auserlesen haben3 ,der ,triumph des ,asketen ber sich selber1 sein dabei nach ,innen gewendetes ,auge1 welches den ,menschen zu einem ,leidenden und zu einem ,zuschauenden zerspaltet sieht und frderhin in die ,aussenwelt nur hineinblickt1 um aus ihr gleichsam ,holz zum eigenen ,scheiterhaufen zu sammeln1 diese letzte ,tragdie des ,triebes nach ,auszeichnung1 bei der es nur noch ,eine ,person gibt1 welche in sich selber verkohlt-- -- ,dieser ,abschnitt1 der die ,beschreibung aller bisherigen ,askese und ihrer ,motive enthlt1 schliesst mit der ,bemerkung3 -- --ja1 ist denn wirklich der ,kreislauf im ,streben nach ,auszeichnung mit dem ,asketen am letzten ,ende angelangt und in sich abgerollt8 ,knnte dieser ,kreis nicht noch einmal von ,anfang an durchlaufen werden1 mit der festgehaltenen ,grundstimmung des ,asketen und zugleich des mitleidenden ,gottes8 ,in ,menschliches1 ,allzumenschliches 7,i #acg7 sagt er darber3 ,es gibt einen ,trotz gegen sich selbst1 zu dessen sublimirtesten ,aeusserungen manche ,formen der ,askese gehren4 ,gewisse ,menschen haben nmlich ein so hohes ,bedrfniss1 ihre ,gewalt und ,herrschsucht auszuben1 dass sie-- -- --endlich darauf verfallen1 gewisse ,theile ihres eigenen ,wesens-- -- --zu tyrannisiren4-- -- --,dieses ,zerbrechen seiner selbst1 dieser ,spott ber die eigene ,natur1 dieses spernere se sperni1 aus dem die ,religionen so viel gemacht haben1 ist eigentlich ein sehr hoher ,grad der ,eitelkeit4-- -- --,der ,mensch hat eine wahre ,wollust darin1 sich durch bertriebene ,ansprche zu vergewaltigen und dieses tyrannisch fordernde ,etwas in seiner ,seele nachher zu vergttern4--und #ach3 -- --,eigentlich liegt ihm also nur an der ,entladung seiner ,emotion2 da fasst er wohl1 um seine ,spannung zu erleichtern1 die ,speere der ,feinde zusammen und begrbt sie in seine ,brust1--und #adb3 -- --er geisselt seine ,selbstvergtterung mit ,selbstverachtung und ,grausamkeit1 er freut sich an dem wilden ,aufruhre seiner ,begierden1-- -- --er versteht es1 seinem ,affect1 zum ,beispiel dem der ussersten ,herrschsucht1 einen ,fallstrick zu legen1 so dass er in den der ussersten ,erniedrigung bergeht und seine aufgehetzte ,seele durch diesen ,contrast aus allen ,fugen gerissen wird2-- -- --es ist im ,grunde eine seltene ,art von ,wollust1 welche er begehrt1 aber vielleicht jene ,wollust1 in der alle anderen in einen ,knoten zusammengeschlungen sind4 ,novalis1 eine der ,autoritten in ,fragen der ,heiligkeit durch ,erfahrung und ,instinct1 spricht das ganze ,geheimniss einmal mit naiver ,freude aus3 ,es ist wunderbar genug1 dass nicht lngst die ,association von ,wollust1 ,religion und ,grausamkeit die ,menschen aufmerksam auf ihre innige ,verwandtschaft und gemeinschaftliche ,tendenz gemacht hat4 ,in der ,that ist eine rechte ,nietzsche-,studie in ihrer ,hauptsache eine religionspsychologische ,studie1 und nur insoweit als das ,gebiet der ,religionspsychologie bereits aufgehellt ist1 fallen auch helle ,streiflichter auf die ,bedeutung seines ,wesens1 seines ,leidens und seiner ,selbst-,beseligung4 ,seine ganze ,entwicklung ging gewissermassen davon aus1 dass er den ,glauben verlor1 also von der ,emotion ber den ,tod ,gottes1--dieser ungeheuren ,emotion1 die bis in das letzte ,werk hineinklingt1 das ,nietzsche1 schon auf der ,schwelle des ,wahnsinns verfasste1-- bis in den vierten ,theil seines3 ,also sprach ,zarathustra4 ,die ,mglichkeit1 einen ,ersatz#ab fr den verlorenen ,gott in den verschiedensten ,formen der ,selbstvergottung zu finden1 das ist die ,geschichte seines ,geistes1 seiner ,werke1 seiner ,erkrankung4 ,es ist die ,geschichte des religisen ,nachtriebes im ,denker1 der noch mchtig bleibt1 auch nachdem der ,gott zerbrach1 auf den er sich bezog1 und auf den ,nietzsches ,worte ,anwendung finden knnen3 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #bbc73 ,die ,sonne ist schon hinunter gegangen1 aber der ,himmel unseres ,lebens glht und leuchtet noch von ihr her1 ob wir sie schon nicht mehr sehen4 ,man lese darber den ergreifenden ,gefhlsausbruch des tollen ,menschen in der ,frhlichen ,wissenschaft 7#abe74 ,wohin ist ,gott8 rief er1 ich will es ,euch sagen6 ,wir haben ihn getdtet6--ihr und ich6 ,wir ,alle sind seine ,mrder6-- -- -- -- -- --,hren wir noch nichts vom ,lrm der ,todtengrber1 welche ,gott begraben8 ,riechen wir noch nichts von der gttlichen ,verwesung8--auch ,gtter verwesen6 ,gott ist todt6 ,gott bleibt todt6 ,und wir haben ihn getdtet6 ,wie trsten wir uns1 die ,mrder aller ,mrder8 ,das ,heiligste und ,mchtigste1 was die ,welt bisher besass1 ist unter unseren ,messern verblutet1--wer wischt dies ,blut von uns ab8 ,mit welchem ,wasser knnten wir uns reinigen8-- -- -- --,ist nicht die ,grsse dieser ,that zu gross fr uns8 ,mssen wir nicht selber zu ,gttern werden1 um nur ihrer wrdig zu erscheinen8 ,es gab nie eine grssere ,that1--und wer nur immer nach uns geboren wird1 gehrt um dieser ,that willen in eine hhere ,geschichte1 als alle ,geschichte bisher war6-- -- ,die ,antwort auf diesen ,ausbruch von ,qual und ,sehnsucht gab sich ,nietzsche in seiner letzten ,schaffensperiode mit den ,worten ,zarathustras 7,i ,schluss73 ,todt sind alle ,gtter3 nun wollen wir1 dass der ,uebermensch lebe6--und sprach damit den innersten ,seelengrund seiner ,philosophie aus4 ,die ,gottsehnsucht wird in ihrer ,qual zu einem ,drang der ,gott-,schpfung1 und dieser musste sich nothwendig in ,selbstvergottung ussern4 ,mit richtigem ,blick erkannte ,nietzsche im religisen ,phnomen die ungeheure ,auslebung des individuellsten ,verlangens1 den ,willen zur hchsten ,selbstbeseligung4 ,dieser ,individualismus1 der als ,kern in allem ,religisen steckt1 dieser sublime ,egoismus1 der in allem ,religisen frei und naiv ausstrmt1 indem er sich auf eine von aussen gegebene ,lebens-oder ,gottesmacht zu beziehen glaubt1 wurde in ihm1 dem ,erkennenden1 auf sich selbst zurckgeworfen4 ,und so gelangt er dazu1 sich die ihm vom ,verstnde aufgedrungene ,gottlosigkeit mit dem vermessenen ,schlsse innerlich anzueignen3 ,wenn es ,gtter gbe1 wie hielte ich's aus1 kein ,gott zu sein6 ,also gibt es keine ,gtter4 ,diese ,worte stehen im zweiten ,theil des ,also sprach ,zarathustra 7#f72 an sie lassen sich jene anderen anschliessen 7#ee73 ,und ,anbetung wird noch in ,deiner ,eitelkeit sein6 ,in ihnen ist die ganze ,gefahr ausgesprochen1 die ber dem ,einsamen und ,einzelnen schwebt1 der sich spalten und verdoppeln muss4 ,einer ist immer zu viel um mich4-- -- --,immer ,einmal ,eins--das gibt auf die ,dauer ,zwei6 7,also sprach ,zarathustra ,i #gf47 ,die ,art1 wie er sich zu dieser ,zweiheit stellte1 wie er sich gegen sie zur ,wehre setzte oder ihr nachgab1 und worin er sie jedesmal suchte1--das alles bedingt den ,wandel seiner ,erkenntniss1 sowie die ,eigenart seiner verschiedenen ,geistesperioden--bis endlich seine ,zweiheit ihm zu einer ,hallucination und ,vision1 zu einer leibhaften ,wesenheit wurde1 die seinen ,geist verdsterte1 seinen ,verstand erstickte4 ,er vermochte nicht sich lnger gegen sich selbst zu wehren3 ,dieses war das dionysiche ,drama vom ,schicksal der ,seele 7,zur ,genealogie der ,moral1 ,vorrede ,,xiii7 in ,nietzsche selbst4 ,die ,einsamkeit des ,innenlebens1 in welcher der ,geist ber sich selbst hinausgelangen will1 ist nirgends tiefer und schmerzvoller als zum ,schluss4 ,man knnte sagen1 die strkste ,mauer in dieser verhngnissvollen ,selbstvermaurung sei ein zarter1 glnzender1 gttlicher ,schein1 der sie umgaukelt1 eine ,luftspiegelung1 die ihm die eigenen ,grenzen verwischt und verbirgt4 ,jeder ,gang nach aussen fhrt immer wieder in die ,tiefe dieses ,selbst zurck1 das sich schliesslich zu ,gott und ,welt1 zu ,himmel und ,hlle werden muss--jeder ,gang fhrt es einen ,schritt weiter in seine letzte ,tiefe und in seinen ,untergang4 ,diese ,grundzge von ,nietzsches ,eigenart enthalten die ,ursachen des zugleich ,raffinirten und ,exaltirten1 das auch dem ,grossen und ,bedeutenden in seiner ,philosophie beigemischt ist gleich einer brennenden ,wrze4 ,am schrfsten wird es wohl von der unverdorbenen ,zunge junger und gesunder ,geister herausgeschmeckt werden1--oder auch von denen1 die1 im ruhigen ,frieden glaubensvoller ,anschauungen geborgen1 niemals den ganzen furchtbaren ,kampf und ,brand eines religis veranlagten ,freigeistes am eignen ,leibe erfahren haben4 ,aber es ist auch dasjenige1 was ,nietzsche in so hohem ,masse zum ,philosophen unserer ,zeit hat werden lassen4 ,denn in ihm hat typische ,gestalt gewonnen1 was sie in ihrer ,tiefe bewegt3 jene ,anarchie in den ,instincten schpferischer und religiser ,krfte1 die zu gewaltig nach ,sttigung begehren1 um sich mit den ,brosamen begngen zu knnen1 welche vom ,tisch der modernen ,erkenntniss fr sie abfallen4 ,dass sie sich nicht mit ihnen begngen knnen4 aber ebensowenig ihre ,stellung zur ,erkenntniss preisgeben1-- gleich unersttlich im leidenschaftlichen ,verlangen wie unermdlich im ,darben und ,entbehren1--das ist der grosse und erschtternde ,zug im ,bilde der ,philosophie ,nietzsches4 ,das ist es auch1 was sie in immer neuen ,wendungen zum ,ausdruck bringt3--eine ,reihe von gewaltigen ,versuchen1 dieses ,problem moderner ,tragik1 das ,rthsel der modernen ,sphinx zu lsen und sie in den ,abgrund zu strzen4 ,aber deshalb ist es eben der ,mensch und nicht der ,theoretiker1 auf den wir unsern ,blick richten mssen1 um uns in den ,werken ,nietzsches zurechtzufinden1--und deshalb wird auch der ,gewinn1 das ,resultat unserer ,betrachtung nicht darin bestehen1 dass uns ein neues theoretisches ,weltbild in seiner ,wahrheit aufgeht1 sondern das ,bild einer ,menschenseele in ihrer ,zusammensetzung von ,grsse und ,krankhaftigkeit4 ,zunchst scheint die philosophische ,bedeutung in ,nietzsches ,wandlungen dadurch abgeschwcht zu werden1 dass sich jedesmal genau derselbe innere ,process abspielt4 ,aber sie wird vertieft und verschrft1 weil der ,wechsel der ,ansichten immer wieder auf das ,wesen bergreift4 ,nicht nur die usseren ,umrisslinien einer ,theorie sind jedesmal verndert1 sondern die ganze ,stimmung1 ,luft1 ,beleuchtung wandelt sich mit ihnen4 ,whrend wir ,gedanken einander widerlegen hren1 sehen wir ,welten versinken1 neue ,welten emporsteigen4 ,gerade hierauf beruht die wahre ,originalitt des ,nietzscheschen ,geistes3 durch das ,medium seiner ,natur1 die ,alles auf sich und ihre intimsten ,bedrfnisse bezieht1 aber sich auch an ,alles hingebend verliert1 erschliessen sich ihm jene inneren ,erlebnisse und ,ergebnisse von ,gedankenwelten1 die wir sonst nur mit dem ,verstnde streifen1 ohne sie jemals in ihren ,tiefen auszuschpfen und ohne daher an ihnen schpferisch zu werden4 ,theoretisch betrachtet1 lehnt er sich hufig an fremde ,muster und ,meister an1 aber das1 worin diese ihre ,reife1 ihren ,productionspunkt haben1 wird ihm nur zum ,anlass1 daran zu eigner ,productivitt zu gelangen4#ac ,die geringste ,berhrung1 die sein ,geist empfand1 gengte1 um in ihm eine ,flle innern ,lebens1--,gedanken-,erlebens1 auszulsen4 ,er hat einmal gesagt3 ,es gibt zwei ,arten des ,genie's3 eins1 welches vor allem zeugt und zeugen will1 und ein andres1 welches sich gern befruchten lsst und gebiert4 7,jenseits von ,gut und ,bse #bdh47 ,zweifellos gehrte er der letzteren ,art an4 ,in ,nietzsches geistiger ,natur lag--ins ,grosse gesteigert--etwas ,weibliches2#ad aber er ist darin in einem solchen ,masse ,genie1 dass es fast gleichgiltig erscheint1 woher er die erste ,anregung empfngt4 ,wenn wir alles zusammenlesen1 was sein ,erdreich befruchtet hat1 dann haben wir einige unscheinbare ,samenkrner vor uns3 wenn wir in seine ,philosophie eintreten1 umrauscht uns ein ,wald schattenspendender ,bume1 umfngt uns die verschwenderische ,vegetation einer wildgrossen ,natur4 ,seine ,ueberlegenheit bestand darin1 dass er jedem ,samenkorn1 welches in sein ,inneres fiel1 entgegenbrachte1 was er selbst als das ,kennzeichen des echten ,genies anfhrt3 den neuen1 treibenden ,fruchtboden mit einer urwaldfrischen unausgenutzten ,kraft4 7,der ,wanderer und sein ,schatten #aah47 #a ,eine zusammenfassende ,charakteristik ,nietzsches1 in der zum ersten ,male die drei ,perioden seiner geistigen ,entwicklung unterschieden und bestimmt charakterisirt sind1 erschien in der ,sonntags-,beilage der ,vossischen ,zeitung #ahia1 ,nr4 #b1 #c und #d4 ,ausserdem brachte die ,freie ,bhne eingehendere ,ausfhrungen einzelner ,punkte unter dem ,titel ,zum ,bilde ,friedrich ,nietzsches1 ,jahrg4 ,,ii 7#ahia71 ,heft #c1 #d und #e1 ,jahrg4 ,,iii 7#ahib71 ,heft #c und #e2 das ,magazin fr ,literatur #ahib1 ,october1 ,ein ,apokalyptiker2 ,der ,zeitgeist #ahic1 ,nr4 #bj1 ,ideal und ,askese4 #b ,was das ,leben--1 die sogenannten ,erlebnisse angeht1-- wer von uns hat dafr auch nur ,ernst genug8 ,oder ,zeit genug8 ,bei solchen ,sachen waren wir1 frchte ich1 nie recht bei der ,sache1 wir haben eben unser ,herz nicht dort--und nicht einmal unser ,ohr6 7,zur ,genealogie der ,moral1 ,vorrede ,,iii47 #c ,eine hnliche ,bedeutung legte er seinen selten kleinen und feinmodellirten ,ohren bei1 von denen er sagte1 sie seien die wahren ,ohren fr ,unerhrtes4 7,zarathustra ,i #be47 #d ,giebt es--eine ,vorneigung fr das ,harte1 ,schauerliche1 ,bse1 ,problematische des ,daseins aus ,wohlsein1 aus berstrmender ,gesundheit1 aus der ,ueberflle selbst8------,giebt es vielleicht--eine ,frage fr ,irrenrzte--,neurosen der ,gesundheit8 7,versuch einer ,selbstkritik zur neuen ,ausgabe der ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste der ,musik ,,iv u4 ,,ix47 #e ,vgl4 auch ,die frhliche ,wissenschaft #bec1 ,eines ,tages erreichen wir unser ,ziel--und weisen nunmehr mit ,stolz darauf hin1 was fr lange ,reisen wir dazu gemacht haben4 ,wir kamen aber dadurch so weit1 dass wir an jeder ,stelle whnten1 zu ,hause zu sein4 #f ,daher nennt er die ,ueberzeugungen ,feinde der ,wahrheit3 ,ueberzeugungen sind gefhrlichere ,feinde der ,wahrheit als ,lgen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches1 ,i #dhc74 #g ,durch diesen ,trieb entwickelte er sich mehr1 als er es selbst wahr haben wollte1 zu jenem ,don ,juan der ,erkenntniss1 den er 7,morgenrthe #cbg7 folgendermassen schildert3 ,er hat ,geist1 ,kitzel und ,genuss an ,jagd und ,intriguen der ,erkenntniss--bis an die hchsten und fernsten ,sterne der ,erkenntniss hinauf6--bis ihm zuletzt ,nichts mehr zu erjagen brig bleibt1 als das absolut ,wehethuende der ,erkenntniss1 glefich dem ,trinker1 der am ,ende ,absinth und ,scheidewasser trinkt4 ,so gelstet es ihn am ,ende nach der ,hlle1--es ist die letzte ,erkenntniss1 die ihn verfhrt4 ,vielleicht1 dass auch sie ihn enttuscht1 wie alles ,erkannte6 ,und dann msste er in alle ,ewigkeit stehen bleiben1 an die ,enttuschung festgenagelt und selber zum steinernen ,gast geworden1 mit einem ,verlangen nach einer ,abendmahlzeit der ,erkenntniss1 die ihm nie mehr zu ,theil wird6--denn die ganze ,welt der ,dinge hat diesem ,hungrigen keinen ,bissen mehr zu reichen4 #h ,die ,instincte bekmpfen mssen--das ist die ,formel fr dcadence3 so lange das ,leben aufsteigt1 ist ,glck gleich ,instinct1 sagt er 7,gtzen-,dmmerung1 ,das ,problem des ,sokrates #aa71 und unterscheidet so den ,dekadenten von der geborenen ,herrennatur4 #i ,nietzsche fasst hier1 nebenbei bemerkt1 ,goethe durchaus anders auf als einige ,jahre spter 7in der ,gtzen-,dmmerung74 ,hier sieht er noch in ihm den ,antipoden seiner eigenen1 unharmonischen ,natur--spter hingegen einen ihm tief verwandten ,geist1 der nicht harmonisch war1 sondern sich durch ,ausgestaltung und ,hingabe seiner selbst zum ,harmonischen umschuf4 #aj ,vgl4 auch ,jenseits von ,gut und ,bse #bbd3 wir-- -- --sind erst dort in unsrer ,seligkeit1 wo wir auch am meisten--in ,gefahr sind4 #aa ,versuch einer ,selbstkritik1 in der neuen ,ausgabe der ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste der ,musik ,,xi4 #ab ,siehe in der ,frhlichen ,wissenschaft 7,scherz1 ,list und ,rache #ch7 ber die menschliche ,bestimmung als erfllt in der ,gottschpfung des ,menschen3 ,der ,fromme spricht3 ,gott liebt uns1 weil er uns erschuf6 ,der ,mensch schuf ,gott6 sagt drauf ihr ,feinen4 ,und soll nicht lieben1 was er schuf8 ,soll's gar1 weil er es schuf1 verneinen8 ,das hinkt1 das trgt des ,teufels ,huf4 #ac ,auch wenn man von denjenigen ,denkern absieht1 welche die verschiedenen ,phasen von ,nietzsches ,entwicklung direct bestimmt haben1 lassen sich viele seiner ,gedanken schon bei frheren ,philosophen nachweisen4 ,auf diese fr die wahre ,bedeutung ,nietzsches durchaus unwesentliche ,thatsache ist neuerdings mit dem grssten ,lrm von ,leuten hingewiesen worden1 denen lediglich der ,zufall das eine oder andere philosophische ,buch in die ,hnde gespielt hat4 ,in der vorliegenden ,schrift ist absichtlich auf die ,stellung ,nietzsches in der ,geschichte der ,philosophie kein ,bezug genommen1 da dies eine eingehende systematische ,prfung seiner einzelnen ,theorien auf ihren objectiven ,werth zur ,voraussetzung haben wrde1 was einer besonderen ,arbeit ,vorbehalten bleiben muss4 #ad ,manchmal1 wenn er dies besonders empfand1 war er geneigt1 das weibliche ,genie als das eigentliche ,genie zu nehmen4 ,die ,thiere denken anders ber die ,weiber1 als die ,menschen2 ihnen gilt das ,weibchen als das productive ,wesen4-- -- -- -- --,die ,schwangerschaft hat die ,weiber milder1 abwartender1 furchtsamer1 unterwerfungslustiger gemacht2 und ebenso erzeugt die geistige ,schwangerschaft den ,charakter des ,contemplativen1 welcher dem weiblichen ,charakter verwandt ist3--es sind die mnnlichen ,mtter4-- 7,die frhliche ,wissenschaft #gb47 ,,ii4 ,,abschnitt ,,seine ,,wandlungen4 ,,motto3 ,die ,schlange1 welche sich nicht huten kann1 geht zu ,grunde4 ,ebenso die ,geister1 welche man verhindert1 ihre ,meinungen zu wechseln2 sie hren auf1 ,geist zu sein4 7,morgenrthe #egc7 ,die erste ,wandlung1 die ,nietzsche in seinem ,geistesleben durchkmpfte1 liegt weit zurck in der ,dmmerung seiner ,kindheit oder doch wenigstens seiner ,knabenjahre4 ,es ist der ,bruch mit dem christlichen ,kirchenglauben4 ,in seinen ,werken findet diese ,trennung selten ,erwhnung4 ,trotzdem kann sie als der ,ausgangspunkt seiner ,wandlungen angesehen werden1 weil schon von ihr aus ein charakteristisches ,licht auf die ,eigenart seiner ,entwicklung fllt4 ,seine ,aeusserungen ber diesen ,gegenstand1 den ich besonders eingehend mit ihm besprochen habe1 betrafen hauptschlich die ,grnde1 welche den ,glaubensbruch hervorrufen4 ,weitaus die meisten religis veranlagten ,menschen werden erst durch intellectuelle ,grnde dahin gedrngt1 sich in schmerzlichen ,kmpfen von ihren ,glaubensvorstellungen loszusagen4 ,wo aber1 in selteneren ,fllen1 die erste ,entfremdung vom ,gemthsleben selbst ausgeht1 da ist der ,process ein kampfloser und schmerzloser2 der ,verstand zersetzt nur1 was schon vorher abgestorben1--eine ,leiche war4 ,in ,nietzsches ,fall fand eine eigenthmliche ,kreuzung dieser beiden ,mglichkeiten statt3 weder waren es nur intellectuelle ,grnde1 die ihn ursprnglich von den anerzogenen ,vorstellungen frei machten1 noch auch hatte der alte ,glaube aufgehrt1 den ,bedrfnissen seines ,gemths zu entsprechen4 ,vielmehr betonte ,nietzsche immer wieder1 dass das ,christenthum des elterlichen ,pfarrhauses seinem inneren ,wesen glatt und weich angelegen habe--gleich einer gesunden ,haut1 und dass ihm die ,erfllung all seiner ,gebote so leicht geworden sei wie das ,befolgen einer eignen ,neigung4 ,dieses gleichsam angeborene1 unverusserliche ,talent zu aller ,religion hielt er fr eine der ,ursachen der ,sympathie1 die ihm ernste ,christen selbst dann noch entgegenbrachten1 als er bereits durch eine tiefe ,geisteskluft von ihnen getrennt war4 ,der dunkle ,instinct1 der ihn hier zum ersten ,mal aus lieb und theuer gewordnen ,gedankenkreisen forttrieb1 erwachte grade in diesem ,heimathsgefhl1 in diesem warmen ,zu ,hause1 von dem sich ,nietzsches ,wesen darin umfangen fhlte4 ,um in machtvoller ,entwicklung zu sich selbst zu gelangen1 bedurfte sein ,geist der seelischen ,kmpfe1 ,schmerzen und ,erschtterungen1--er bedurfte dessen1 dass sein ,gemth sich die ,trennung von diesem ruhigen ,friedenszustand anthat1 weil seine ,schaffenskraft von der ,emotion und ,exaltation seines ,innern abhngig war3 hier tritt uns die ,erscheinung des ,schmerzheischenden in der ,decadenten-,natur zum ersten ,mal in ,nietzsches ,leben entgegen4 ,unter friedlichen ,umstnden fllt der kriegerische ,mensch ber sich selbst her1 7,jenseits von ,gut und ,bse #gf7 und verbannt sich selbst in eine ,gedankenfremde1 in der er von nun an zu einem ewigen ,wandern ohne ,rast und ,ruhe bestimmt ist4 ,aber in dieser ,rastlosigkeit lebt von nun an eine unersttliche ,sehnsucht in ,nietzsche1 die nach dem verlorenen ,paradies zurckstrebt1 whrend seine ,geistesentwicklung ihn zwingt1 sich in grader ,linie immer weiter davon zu entfernen4 ,im ,gesprch ber die ,wandlungen1 die schon hinter ihm lagen1 usserte ,nietzsche einmal halb im ,scherz3 ,ja1 so beginnt nun der ,lauf und wird fortgesetzt1--bis wohin8 wenn ,alles durchlaufen ist1--wohin luft man alsdann8 ,wenn alle ,combinationsmglichkeiten erschpft wren1--was folgte dann noch8 wie8 msste man nicht wieder beim ,glauben anlangen8 ,vielleicht bei einem katholischen ,glauben8 ,und der ,hintergedanke1 der sich in dieser ,aeusserung verbarg1 trat in den ernst hinzugefgten ,worten aus seinem ,versteck3 ,in jedem ,fall knnte der ,kreis wahrscheinlicher sein als der ,stillstand4 ,eine in sich selbst zurcklaufende1 niemals stillstehende ,bewegung1--das ist in ,wahrheit das ,kennzeichen der ganzen ,geistesart ,nietzsches4 ,die ,combinationsmglichkeiten sind keineswegs unendlich1 sind im ,gegentheil sehr begrenzt1 da der vorwrts treibende1 selbstverwundende ,drang1 der die ,gedanken nicht zur ,ruhe kommen lsst1 ganz und gar der innern ,eigenart der ,persnlichkeit entspringt3 so weit auch die ,gedanken zu schweifen scheinen1 so bleiben sie doch stets an die gleichen ,seelenvorgnge gebunden1 die sie immer wieder zurck unter die herrschenden ,bedrfnisse zwingen4 ,wir werden sehen1 inwiefern ,nietzsches ,philosophie in der ,that einen ,kreis beschreibt1 und wie zum ,schlsse der ,mann in einigen seiner intimsten und verschwiegensten ,gedankenerlebnisse sich wieder dem ,knaben nhert1 so dass von dem ,gang seiner ,philosophie die ,worte gelten3 siehe einen ,fluss1 der in vielen ,windungen zurck zur ,quelle fliesst6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #bc47 ,es ist kein ,zufall1 dass ,nietzsche in seiner letzten ,schaffensperiode zu seiner mystischen ,lehre von einer ewigen ,wiederkunft gelangte3 das ,bild des ,kreises1--eines ewigen ,wechsels in einer ewigen ,wiederholung1--steht wie ein wundersames ,symbol und ,geheimzeichen ber der ,eingangspforte zu seinen ,werken4 ,als sein erstes literarisches ,kinderspiel 7,zur ,genealogie der ,moral1 ,vorrede ,,vi7 nennt ,nietzsche einen ,aufsatz aus seiner ,knabenzeit1 ber den ,ursprung des ,bsen1 worin er1 wie es billig ist1 ,gott zum ,vater des ,bsen machte4 ,auch gesprchsweise erwhnte er diesen ,aufsatz als ,beweis dafr1 dass er sich schon zu einer ,zeit philosophischen ,grbeleien hingegeben habe1 wo er sich noch in dem philologischen ,schulzwang der ,schulpforte befand4 ,wenn wir ,nietzsche aus seiner ,kindheit in seine ,lehrjahre und dann in die lange ,zeit seiner philologischen ,thtigkeit folgen1 dann erkennen wir auch hier deutlich1 wie seine ,entwicklung von ,anfang an auch rein usserlich unter dem ,einfluss eines gewissen ,selbstzwanges verluft4 ,schon die strenge philologische ,schulung musste einen solchen ,zwang fr den jungen ,feuergeist enthalten1 dessen reiche schpferische ,krfte dabei leer ausgingen4 ,ganz besonders aber galt dies von der ,richtung seines ,lehrers ,ritschl4 ,grade bei diesem wurde das ,hauptaugenmerk1 sowohl nach ,seite der ,methode wie nach ,seite der ,probleme1 auf formale ,beziehungen und ussere ,zusammenhnge gerichtet1 whrend die innere ,bedeutung der ,schriftwerke zurckstand4 ,fr ,nietzsches ganze ,eigenart aber war es bezeichnend1 dass er spter seine ,probleme ausschliesslich der ,welt des ,innern entnahm und geneigt war1 das ,logische dem ,psychologischen unterzuordnen4 ,und doch war es eben hier1 in dieser strengen ,zucht und auf diesem steinigen ,boden1 dass sein ,geist so frh reife ,frucht trug und ,ausgezeichnetes leistete4 ,eine ,reihe vortrefflicher philologischer ,untersuchungen#a bezeichnet den ,weg von seinen ,studienjahren an bis zu der ,baseler ,professur4 ,es ist nicht unwahrscheinlich1 dass eine zu frhe ,entfesselung des ganzen ,geistesreichthums ,nietzsches durch das ,studium der ,philosophie oder der ,knste ihn von vornherein zu jener ,zgellosigkeit verfhrt htte1 der sich einige seiner letzten ,werke nhern4 ,so aber gab fr seine vielspltigen ,triebe die khle ,strenge philologischer ,wissenschaft eine ,zeit lang das einigende und zusammenhaltende ,band ab1 indem es fr ,manches1 das in ihm schlummerte1 zur ,fessel wurde4 ,in welchem ,grade jedoch ,nietzsches unbercksichtigte starke ,talente ihn qulten und strten1 whrend er seinen ,fachstudien nachging1 das empfand er darum nicht minder als ein tiefes ,leiden4 ,namentlich war es der ,drang nach ,musik1 den er nicht abzuweisen vermochte1 und oft musste er ,tnen lauschen1 whrend er ,gedanken lauschen wollte4 ,wie eine tnende ,klage begleiten jene ihn durch die ,jahre hindurch1 bis ihm sein ,kopfleiden jede ,ausbung der ,musik unmglich machte4 ,aber wie gross auch der ,gegensatz war1 den ,nietzsches ,philologenthum zu seinem sptem ,philosophenthum bildete1 so fehlt es doch nicht an zahlreichen vermittelnden ,zgen1 die von der einen ,periode zu der andern berleiten4 ,grade die ,richtung ,ritschls1 welche diesen ,gegensatz zu verschrfen scheint1 kam in einer bestimmten ,besonderheit ,nietzsches ,geistesart sogar entgegen1 indem sie seinen ,hang zum ,produciren noch verstrkte und ausbildete4 ,es lag in ihr das ,streben nach einer gewissen formell knstlerischen ,abrundung und virtuosen ,behandlung wissenschaftlicher ,fragen1 mglich gemacht durch strenge ,begrenzung derselben und ,concentrirung auf einen gegebenen ,punkt4 ,bei ,nietzsche stand nun das ,bedrfniss1 durch freiwillige und concentrirte ,beschrnkung einer ,aufgabe1 dieselbe in rein knstlerischer ,weise zum ,abschluss zu bringen1 in engem ,zusammenhang mit dem ,grundtrieb seiner ,natur1 ber das ,selbstgeschaltene immer wieder hinauszugehen1 es als ein endgltig ,erledigtes1 ,vergangenes1 von sich abzustossen4 ,fr den ,philologen ist ein solcher ,wechsel der ,aufgaben und ,probleme von selbst gegeben1--den fr ,nietzsche charakteristischen ,ausspruch3 ,eine ,sache1 die sich aufgeklrt hat1 hrt auf1 uns etwas anzugehen1 7,jenseits von ,gut und ,bse #hj7--knnte ein ,philologe gethan haben1 denn fr diesen wird thatschlich ein aufgeklrtes ,dunkel zu einer vllig erledigten ,sache1 die ihn nicht lnger zu beschftigen braucht4 ,aber es sind hiervon tief verschiedene ,grnde1 die ,nietzsches hufigen ,gedankenwechsel bedingen1 und daher ist es in hohem ,grade interessant zu sehen1 wie sich hier die ,gegenstze des ,philologenthums und ,philosophenthums dennoch zu berhren scheinen1 und wie ,nietzsche auch in dieser ihm fremdesten ,verkleidung1--der nchtern philologischen1-- in dieser ussersten geistigen ,selbstunterordnung1 sein ,selbst durchsetzte4 ,der ,philologe tritt einem ,problem mit seiner ,gesinnung1 seinem innern ,menschen1 berhaupt nicht nahe1 assimilirt es sich in keiner ,weise und wird von ihm daher auch nur so lange festgehalten1 als er zur ,lsung der ,aufgabe bedarf4 ,fr ,nietzsche dagegen bedeutete ,beschftigung mit einem ,problem1 bedeutete erkennen1 vor allem andren3 sich erschttern lassen2 und von einer ,wahrheit sich berzeugen bedeutete ihm3 von einem ,erlebniss berwltigt werden1--ber den ,haufen geworfen werden1 wie er es nannte4 ,er nahm einen ,gedanken auf1 wie man ein ,schicksal auf sich nimmt1 das den ganzen ,menschen ergreift und in ,bann schlgt3 er lebte den ,gedanken noch viel mehr1 als er ihn dachte1 aber er that es mit einer so leidenschaftlichen ,inbrunst1 einer so maasslosen ,hingebung1 dass er sich an ihm erschpfte1-- und1 gleich einem ,schicksal1 das ausgelebt ist1 fiel der ,gedanke wieder von ihm ab4 ,erst in der ,ernchterung1 wie sie naturgemss einer jeden derartigen ,erregung folgen musste1 ,hess er seine berwundene ,erkenntniss rein intellectuell auf sich wirken2 erst dann ging er ihr mit still und klar nachprfendem ,verstnde nach4 ,sein merkwrdiger ,wandlungsdrang auf dem ,gebiete philosophischer ,erkenntniss war durch den ungeheuren ,drang nach immer neuen ,emotionen geistigster ,art bedingt1 und daher war fr ihn vollkommene ,klarheit stets nur die ,begleiterscheinung von ,ueberdruss und ,erschpfung4 ,aber selbst in dieser ,erschpfung verlassen ihn seine ,probleme nicht1 der ,ueberdruss gilt nur ihren ,lsungen1 durch welche die ,quelle der ,erschtterung momentan verschttet worden ist4 ,die gefundene ,lsung war deshalb fr ,nietzsche jedesmal ein ,signal zu einem ,gesinnungswechsel1 denn nur so liess sich das ,problem festhalten1 die ,lsung von neuem versuchen4 ,mit wahrem ,hass verfolgte er hinterher ,alles1 was ihn zu ihr getrieben1 ,alles1 was ihm geholfen hatte1 sie zu finden4 ,da eine ,sache1 die sich aufgeklrt hat1 aufhrt1 uns etwas anzugehen1 so wollte ,nietzsche im ,grunde nichts von der endgiltigen ,aufklrung eines ,problems wissen1 und jenes ,wort1 das scheinbar die volle ,befriedigung erfolgreichen ,denkens zum ,ausdruck bringt1 bezeichnete fr ihn die ,tragik seines ,lebens3 er wollte nicht1 dass2 die ,probleme seiner ,forschung jemals aufhren sollten1 ihn etwas anzugehen1 er wollte1 dass sie fortfahren sollten1 ihn im ,tiefsten seiner ,seele aufzuwhlen1 und daher war er gewissermaassen der ,auflsung gram1 die ihm sein ,problem raubte1 daher warf er sich jedesmal auf sie mit der ganzen ,feinheit und ,ueberfeinheit seiner ,skepsis und zwang sie schadenfroh1--seines eigenen ,leids und des ,schadens1 den er sich damit zufgte1 froh6--ihm seine ,probleme wieder herauszugeben4 ,deshalb kann man von vorn herein mit einem gewissen ,recht von ,nietzsche sagen3 was innerhalb einer ,denkrichtung1 einer ,betrachtungsweise diesen leidenschaftlichen ,geist dauernd festhalten1 was einen neuen ,wandel und ,wechsel unmglich machen soll1 das muss im letzten ,grunde unaufklrbar fr ihn bleiben1 es muss der ,energie aller ,lsungsversuche widerstehen1 seinen ,verstand an tdtlichen ,rthseln aufreiben1--an ,rthseln gleichsam kreuzigen4 ,als endlich in der ,that auf diesem2 ,wege die ,erschtterung seines ,innern strker geworden war1 als die durch sie gewaltsam gespornte ,verstandeskraft1 da erst gab es fr ihn kein ,entrinnen und kein ,entweichen mehr4 ,doch da verlor sich auch nothwendig das ,ende in ,dunkel1 ,schmerz und ,geheimniss3 in eine ,besessenheit der ,gedanken durch die ,gefhlserregungen1 die einem strmischen ,meere gleich ber ihnen zusammenschlugen4 ,wer ,nietzsches ,zickzack-,pfaden bis zuletzt folgt1 der tritt dicht an diesen ,punkt heran1 wo er sich1 im ,grauen vor einer letzten ,aufklrung und ,problemlsung1 endgiltig in die ewigen ,rthsel der ,mystik hinabstrzt4-- ,die ,geistesbegabung ,nietzsches zeichnete sich aber noch durch zwei ,eigenschaften aus1 die in gleicher ,weise dem ,philologen wie spter dem ,philosophen zu statten kamen4 ,die erste war sein ,talent fr ,subtilitten1 seine ,genialitt in der ,behandlung feinster ,dinge1 die von einer zarten und sichern ,hand angefasst sein wollen1 um nicht verwischt und entstellt zu werden4 ,es ist dasselbe1 was ihn spter nach meinem ,dafrhalten als ,psychologen noch mehr fein als gross erscheinen lsst1--oder lieber3 am grssten im ,erfassen und ,gestalten von ,feinheiten4 ,hchst bezeichnend ist dafr der ,ausdruck1 den er einmal 7,der ,fall ,wagner #c7 von den ,dingen gebraucht1 wie sie sich dem ,blick des ,erkennenden darstellen3 ,das ,filigran der ,dinge4 ,in ,verbindung mit diesem ,zuge steht die ,neigung1 ,verborgenem und ,heimlichem nachzuspren1 ,verstecktes ans ,licht zu ziehen--2 der ,blick fr das ,dunkel1 und die instinctiv ergnzende ,anempfindung und ,nachempfindung1 wo dem ,wissen ,lcken bleiben4 ,ein grosser ,theil von ,nietzsches ,genialitt beruht hierauf4 ,es hngt dies aufs engste mit seiner hohen knstlerischen ,kraft zusammen1 in der sich der ,blick fr das ,feine und ,einzelne in wundervoller ,weise zu einem grossen1 freien ,schauen des ,zusammenhanges1 des ,gesammtbildes erweitert4 ,im ,dienste strengphilologischer ,kritik hat er dieses ,talent gebt1 um aus den ,texten das ,verblasste und ,vergessene gewissenhaft herauszulesen1#b--;aber in diesem ,bemhen ist er zugleich schon ber seine rein gelehrten ,studien hinausgefhrt worden4 ,der ,weg1 auf dem dieses geschah1 fhrt uns zu seiner bedeutendsten philologischen ,arbeit1 zu der ,arbeit ber die ,quellen des ,diogenes ,laertius4 ,denn die ,beschftigung mit dieser ,schrift wurde fr ihn der ,anlass1 dem ,leben der alten griechischen ,philosophen und seiner ,beziehung zum ,gesammtleben der ,griechen nachzugehen4 ,in seinen spteren ,werken kommt er einmal darauf zu sprechen 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #bfa74 ,man sieht es1 wie er ber den ,trmmern der ,ueberlieferung gesessen und gegrbelt haben mag1 in die ,lcken1 in die entstellten ,theile die verlornen ,gestalten hineindichtend1 sie nachschaffend und entzckt wandelnd unter ,gebilden von mchtigstem und reinstem ,typus4 ,er schaut hinein in die ,dmmerung jener ,zeiten wie in eine ,bildner-,werksttte solcher ,typen4 ,und es ergreift ihn wunderbar1 sich vorzustellen1 dass dort die ,anstze gelegen haben mgen zu einem noch hhern ,philosophentypus1 wie ihn vielleicht ,plato von der sokratischen ,verzauberung frei geblieben gefunden htte4 ,dies ,alles ist aber mehr als ein blosser ,uebergang vom ,philologen zum ,philosophen4 ,was sich da in seinen sehnschtig schaffenden ,gedanken verrieth1 whrend er gezwungen war1 trockene ,kritik zu ben1 legt schon den letzten und hchsten ,punkt seines ,ehrgeizes bloss2 nicht umsonst ist es gewesen1 dass ,nietzsche in die ,philosophie nicht auf dem ,wege abstracter philosophischer ,fachstudien eintrat1 sondern auf dem einer tiefen ,auffassung des philosophischen ,lebens in seiner innersten ,bedeutung4 ,und wenn wir das ,ziel bezeichnen wollten1 welchem durch alle ,wandlungen hindurch die ,kmpfe dieses unersttlichen ,geistes galten1 so vermchten wir dafr kein bezeichnenderes ,wort zu finden als das von der ersehnten ,entdeckung einer neuen1 bis dahin unentdeckt gebliebenen ,mglichkeit des philosophischen ,lebens4 7,menschliches1 ,allzumenschliches i #bfa47 ,so steht jene rein philologische ,schrift dicht vor der ganzen ,reihe der spteren ,werke1--einer kleinen1 in der ,mauer halb verborgenen ,pforte vergleichbar1 die in ein umfangreiches ,gebude einfhrt4 ,wenn wir sie ffnen1 streift unser ,blick schon die lange ,flucht der ,innenrume1 bis zum letzten1 zum dunkelsten4 ,und wer hier auf der ,schwelle stehen bleibt und hindurchblickt1 der vermag der gewaltigen ,kraft nicht ohne ,staunen zu gedenken1 die ,stein um ,stein zu einem ,ganzen fgte3 einer ,kraft1 die jeden ,einzeltheil mit verschwenderischem ,reichthum ausschmckte1 ihn spielend zu so zahllosen ,seitengngen und verborgenen ,verstecken ausbaute1 als beabsichtige sie ein ,labyrinth1--und die dennoch mit eiserner ,consequenz stets in gerader ,grundlinie an ihrem ,werke weiter schuf4 ,an seinen griechischen ,studien ging aber ,nietzsche nicht nur die ,ahnung seines innerlichsten ,strebens und die erste ,fernsicht auf das ,ziel seiner geheimen ,sehnsucht auf1 sondern sie wiesen ihm auch den ,weg1 auf dem er sich diesem ,ziel nhern konnte4 ,denn sie waren es1 die ihm das ganze ,culturbild des alten ,hellenenthums zeigten1 die ihm jene ,bilder einer versunkenen ,kunst und ,religion entrollten1 in deren ,anschauen er in durstigen ,zgen frisches volles ,leben trank4 ,so stellt er seine philologische ,gelehrsamkeit in den ,dienst culturhistorischer1 sthetischer1 geschichtsphilosophischer ,forschung und berwindet ihren ,formalismus4 ,es verwandelt und vertieft sich fr ihn damit die ,bedeutung der ,philologie1 die zwar weder eine ,muse noch eine ,grazie1 aber eine ,gtterbotin ist2 und wie die ,musen zu den trben1 geplagten1 botischen ,bauern niederstiegen1 so kommt sie in eine ,welt voll dsterer ,farben und ,bilder1 voll von allertiefsten und unheilbarsten ,schmerzen1 und erzhlt trstend von den lichten ,gttergestalten eines fernen1 blauen1 glcklichen ,zauberlandes4 ,diese ,worte sind der ,antrittsvorlesung ,nietzsches an der ,baseler ,universitt ,homer und die ,klassische ,philologie 7#bd7 entnommen1 die 7,basel #ahfi7 nur fr ,freunde gedruckt worden ist4 ,zwei ,jahre spter erschien 7,basel #ahga7 eine andere kleine ,schrift derselben ,geistesrichtung3 ,sokrates und die griechische ,tragdie1 welche indessen fast vollstndig1 mit nur usserlichen ,umstellungen des ,gedankenzusammenhangs1 in das #ahgb verffentlichte erste grssere philosophische ,werk ,nietzsches3 ,die ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste der ,musik 7,leipzig1 ,e4 ,w4 ,fritsch1 jetzt ,c4 ,g4 ,naumann7#c aufgenommen worden ist4 ,in diesen beiden ,arbeiten baute ,nietzsche seine culturphilosophischen ,ausfhrungen noch auf streng philologischer ,grundlage auf2 und sie alle haben dazu beigetragen1 seinen ,namen unter den philologischen ,fachgenossen zu verbreiten4 ,dennoch bezeichnen sie schon den ,weg1 den er1 von seinem ursprnglichen ,fachstudium aus1 durch ,kunst und ,geschichte hindurch1 zurckgelegt hatte1 um schliesslich in die geschlossene ,weltanschauung einer bestimmten ,philosophie einzutreten4 ,es war die ,weltanschauung ,richard ,wagners1 die ,verknpfung seines ,kunststrebens mit ,schopenhauers ,metaphysik4 ,wenn wir das ,werk aufschlagen1 so befinden wir uns mitten im ,bannkreis des ,meisters von ,bayreuth4 ,durch ihn erst vollzog sich fr ,nietzsche die volle ,verschmelzung von ,philologenthum und ,philosophenthum1 wurde erst jenes ,wort wahr1 womit er seinen ,homer und die klassische ,philologie schliesst1 indem er einen ,ausspruch des ,seneca umkehrt3 philosophia facta est quae philologia fuit1 damit soll ausgesprochen sein1 dass alle und jede philologische ,thtigkeit umschlossen und eingehegt sein soll von einer philosophischen ,weltanschauung1 in der alles ,einzelne und ,vereinzelte als etwas ,verwerfliches verdampft und nur das ,ganze und ,einheitliche bestehen bleibt4 ,der ,zauber1 der ,nietzsche auf ,jahre hinaus zum ,jnger ,wagners machte1 erklrt sich namentlich daraus1 dass ,wagner innerhalb des germanischen ,lebens dasselbe ,ideal einer ,kunstcultur verwirklichen wollte1 welches ,nietzsche innerhalb des griechischen ,lebens als ,ideal aufgegangen war4 ,mit der ,metaphysik ,schopenhauers trat im ,grunde nichts anderes hinzu1 als eine ,steigerung dieses ,ideals ins ,mystische1 ins unergrndlich ,bedeutungsvolle1--gleichsam ein ,accent1 den es durch die metaphysische ,interpretation alles ,kunsterlebens und ,kunsterkennens noch erhielt4 ,diesen ,accent empfindet man am deutlichsten1 wenn man den ,sokrates und die griechische ,tragdie vergleicht mit der ,ergnzung und ,erweiterung1 die derselbe in dem ,hauptwerk3 ,die ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste der ,musik erhalten hat4 ,in diesem ,buche sucht ,nietzsche alle ,kunstentwicklung auf die ,bethtigung zweier entgegengesetzter ,kunsttriebe der ,natur zurckzufhren1 die er nach den beiden ,kunstgottheiten der ,griechen als das ,dionysische und das ,apollinische bezeichnet4 ,unter ersterem versteht er das orgiastische ,element1 wie es sich in den wonnevollen ,verzckungen1 in der ,mischung von ,schmerz und ,lust1 von ,freude und ,entsetzen1 in der selbstvergessenen ,trunkenheit ,dionysischer ,feste auslebte4 ,in ihnen sind die gewhnlichen ,schranken und ,grenzen des ,daseins vernichtet1 scheint das ,individuum wieder mit dem ,naturganzen zu verschmelzen2 zerbrochen ist das ,principium individuationis2 der ,weg zu den ,mttern des ,seins1 zu dem innersten ,kern der ,dinge liegt offen 7#hf74 ,nher gebracht wird uns das ,wesen dieses ,triebes durch die physiologische ,erscheinung des ,rausches4 ,die ihm entsprechende ,kunst ist die ,musik4 ,den ,gegensatz bildet der formenbildende ,trieb1 der in ,apollo1 dem ,gott aller bildnerischen ,krfte1 verkrpert ist4 ,in ihm vereinigt sich maassvolle ,begrenzung1 ,freiheit von allen wilderen ,regungen und weisheitsvolle ,ruhe4 ,er muss als der erhabene ,ausdruck1 als die ,vergttlichung des ,principii individuationis 7#af7 betrachtet weiden1 dessen ,gesetz das ,individuum1 d4 h4 die ,einhaltung der ,grenzen desselben1 das ,maass im hellenischen ,sinne ist 7#ag74 ,die ,macht des durch ihn symbolisirten ,triebes offenbart sich physiologisch in dem schnen ,schein der ,welt des ,traumes4 ,seine ,kunst ist die plastische des ,bildners4 ,in der ,vershnung und ,verbindung dieser beiden sich anfnglich bekmpfenden ,triebe erkennt ,nietzsche ,ursprung und ,wesen der attischen ,tragdie1 die als die ,frucht der ,vershnung der beiden widerstrebenden ,kunstgottheiten ebenso sehr dionysisches als apollinisches ,kunstwerk ist4 ,entstanden aus dem dithyrambischen ,chor1 der die ,leiden des ,gottes feierte1 ist sie ursprnglich nur ,chor1 dessen ,snger durch die dionysische ,erregung so verwandelt und verzaubert wurden1 dass sie sich selbst als ,diener des ,gottes1 als ,satyrn1 empfanden und als solche ihren ,herrn und ,meister ,dionysos schauten4 ,mit dieser ,vision1 die der ,chor aus sich erzeugt1 gelangt sein ,zustand zu apollinischer ,vollendung4 ,das ,drama als die apollinische ,versinnlichung dionysischer ,erkenntnisse und ,wirkungen ist vollstndig4 ,jene ,chorpartien1 mit denen die ,tragdie durchflochten ist1 sind also gewissermassen der ,mutterschoss des eigentlichen ,dramas 7#da72 sie sind das dionysische ,element desselben1 whrend der ,dialog den apollinischen ,bestandteil bildet4 ,in ihm sprechen von der ,scene aus die ,helden des ,dramas als die apollinischen ,erscheinungen1 in denen sich der ursprngliche tragische ,held ,dionysos objectivirt1 als blosse ,masken1 hinter denen allen die ,gottheit steckt4 ,wir werden am ,schlsse unseres ,buches sehen1 in welch eigenthmlicher ,weise ,nietzsche ganz zuletzt noch einmal auf diesen ,gedanken zurckgriff1 indem er seine verschiedenen ,entwicklungsperioden und ,gesinnungswandlungen so darzustellen versuchte1 als seien sie nicht unmittelbare ,aeusserungen seines ,geistes gewesen1 sondern gewissermaassen nur willkrlich vorgehaltene ,masken1 apollinische ,scheinbilder1 hinter denen sein dionysisches ,selbst1 gttlich berlegen1 das ewig gleiche geblieben sei4 ,die ,ursachen dieser ,selbsttuschung werden wir am ,schlsse erkennen4 ,die ,bedeutung1 die ,nietzsche dem ,dionysischen beimisst1 ist charakteristisch fr seine ganze ,geistesart3 als ,philolog hat er mit seiner ,deutung der ,dionysoscultur einen neuen ,zugang zur ,welt der ,alten gesucht2 als ,philosoph hat er diese ,deutung zur ,grundlage seiner ersten einheitlichen ,weltanschauung gemacht2 und ber alle seine sptem ,wandlungen hinweg taucht sie noch in seiner letzten ,schaffensperiode wieder auf2 verwandelt zwar1 insofern ihr ,zusammenhang mit der ,metaphysik ,schopenhauers und ,wagners zerrissen ist3 aber sich doch gleich geblieben in dem1 worin schon damals seine eignen verborgenen ,seelenregungen nach einem ,ausdruck suchten2 verwandelt erscheint sie zu ,bildern und ,symbolen seines letzten1 einsamsten und innerlichsten ,erlebens4 ,und der ,grund dafr ist1 dass ,nietzsche im ,rausch des ,dionysischen etwas seiner eignen ,natur ,homogenes herausfhlte3 jene geheimnissvolle ,wesenseinheit von ,weh und ,wonne1 von ,selbstverwundung und ,selbstvergtterung1--jenes ,uebermass gesteigerten ,gefhlslebens1 in welchem alle ,gegenstze sich bedingen und verschlingen1 und auf das wir immer wieder zurckkommen werden4 ,den schrfsten ,contrast zum ,dionysischen und der aus ihm geborenen ,kunstcultur bildet die ,geistesrichtung des theoretischen1 aller ,intuition entfremdeten ,menschen1 die auf den ,namen des ,sokrates getauft wird4 ,in der ,geburt der ,tragdie sucht ,nietzsche die ,entwicklung dieser ,geistesrichtung von ,sokrates an durch die ,philosophie und ,wissenschaft aller ,jahrhunderte bis auf unsere ,zeit in grossen ,zgen zu schildern4 ,mit ,sokrates1 dessen ,vernunftlehre sich gegen die ursprnglichen hellenischen ,instincte kehrte1 um sie zu zgeln1--schlgt der griechische ,geschmack zu ,gunsten der ,dialektik um1 und es beginnt jener ,triumphzug des ,theoretischen1 das durch ,vernunft-,einsicht die letzten ,grnde des ,seins zu erforschen und dasselbe corrigiren zu knnen vermeint4 ,diesem ,optimismus hat erst ,kants ,kritik ein ,ende bereitet1 indem sie auf die ,grenzen des theoretischen ,erkennens hinwies und1 wie ,nietzsche spter witzig bemerkt1 die ,philosophie zu einer ,enthaltsamkeitslehre reducirt1 die gar nicht ber die ,schwelle hinwegkommt und sich peinlich1 das ,recht zum ,eintritt verweigert 7,jenseits von ,gut und ,bse #bjd74 ,dadurch schaffte sie1 nach ,nietzsche1 ,raum fr die ,regeneration der ,philosophie durch ,schopenhauer1 der endlich einen ,zugang zum unerforschten ,sein und zu dessen ,umgestaltung auf dem ,wege der intuitiven ,erkenntniss erschlossen habe4 ,in den ,jahren #ahgc--ahgf verffentlichte ,nietzsche im ,geist und ,sinn seines vorhergehenden ,werkes1 unter dem ,gesammttitel3 ,unzeitgemsse ,betrachtungen1 vier kleinere ,schriften1--bestimmt3 gegen die ,zeit1 und dadurch auf die ,zeit und hoffentlich zu ,gunsten einer kommenden ,zeit1 zu wirken4 ,die erste derselben1 die den ,titel fhrte3 ,david ,strauss1 der ,bekenner und der ,schriftsteller1 bestand in einer vernichtenden ,kritik des damals beraus gefeierten ,buches ,der alte und der neue ,glaube1 und einer energischen ,befehdung des einseitigen ,intellectualismus unserer modernen ,bildung4 ,von dauernderem ,interesse ist die zweite hchst werthvolle ,schrift3 ,vom ,nutzen und ,nachtheil der ,historie fr das ,leben1 deren ,grundgedanke in ,nietzsches letzten ,werken1 wenn auch modificirt1 aber darum nicht weniger deutlich wiederkehrt als seine ,auffassung des ,dionysischen4 ,das ,wort ,historie bezeichnet hier den ,begriff des ,gedankenlebens1 ganz allgemein gefasst1 im ,gegensatz zum ,instinctleben2--,erkennen des ,vergangenen1 ,wissen vom ,gewesenen1 im ,gegensatz zur vollen ,lebenskraft des ,gegenwrtigen und ,werdenden4 ,die ,schrift behandelt die ,frage3 ,wie ist das ,wissen dem ,leben unterthan zu machen8 und prcisirt den ,standpunkt des ,verfassers in dem ,satze3 ,nur soweit die ,historie dem ,leben dient1 wollen wir ihr dienen4 ,sie dient ihm aber nur so lange1 als gegenber den zersetzenden1 belastenden und berall eindringenden ,einflssen des ,gedanklichen die wichtigste ,seelenfunction im ,menschen noch vllig intact geblieben ist4 -- --die plastische ,kraft eines ,menschen1 eines ,volkes1 einer ,cultur1-- --ich meine jene ,kraft1 aus sich heraus eigenartig zu wachsen1 ,vergangenes und ,fremdes umzubilden und einzuverleiben1 ,wunden auszuheilen1 ,verlorenes zu ersetzen1 zerbrochene ,formen aus sich nachzuformen 7#aj74 ,sonst entsteht in uns ein ,chaos fremder1 uns nur zugestrmter ,reichthmer1 die wir nicht zu bewltigen1 nicht zu assimiliren im ,stande sind1 und deren ,mannigfaltigkeit daher das ,einheitliche und ,organische unserer ,persnlichkeit schwer gefhrdet4 ,wir werden dann zum passiven ,schauplatz durcheinanderwogender ,kmpfe1 in denen sich die verschiedensten ,gedanken1 ,stimmungen1 ,werthurtheile unaufhrlich befehden2 wir leiden unter den ,siegen der ,einen wie unter den ,niederlagen der ,andern1 ohne im ,stande zu sein1 unser ,selbst zu ihrer ,aller ,herrn zu machen4 ,hier findet sich zum ersten ,mal eine ,hindeutung auf ,nietzsches so viel besprochenen ,decadenzbegriff1 der in seinen spteren ,werken eine so grosse ,rolle spielt4 ,nicht umsonst gemahnt uns diese erste ,beschreibung der ,decadenzgefahr an die von uns gegebene ,schilderung seines eignen ,seelenzustandes2--wir knnen hier schon den seelischen ,ursprung derselben deutlich erkennen3 es ist die geheime ,qual1 die es diesem leidenschaftlichen ,geist verursachte1 den steten ,andrang berwltigender ,erkenntnisse und ,gedankenstrmungen auszuhalten1-- ,gewalt1 mit der all sein ,denken und ,wissen auf sein ,innenleben einwirkte1 so dass die ,flle innerer einander widerstreitender ,erlebnisse die geschlossenen ,grenzen der ,persnlichkeit zu sprengen drohte4 ,er sagt selbst im ,vorwort 7,v7 zu jener ,schrift3 --,auch soll-- -- --nicht verschwiegen werden1 dass ich die ,erfahrungen1 die mir jene qulenden ,empfindungen erregten1 meistens aus mir selbst und nur zur ,vergleichung aus ,anderen entnommen habe4#d ,was er in sich selbst vorfand1 das wurde ihm zur allgemeinen ,gefahr des ganzen ,zeitalters1--und steigerte sich spter sogar zu einer ,todesgefahr fr das ganze ,menschenthum1 die ihn zum ,erlser und ,erretter aufrief4 ,die ,folge aber dieses ,umstandes ist ein eigenthmlicher ,doppelsinn1 der durch die ganze ,schrift hindurch geht und einem kundigen ,nietzsche-,leser sofort auffllt3 da nmlich dasjenige1 was am herrschenden ,zeitgeist seine ,bedenken hervorrief1 doch etwas wesentlich ,anderes war als sein eigenes ,seelenproblem1 so wendet er sich ohne ,unterschied gegen zwei voneinander vllig verschiedene ,dinge3 ,einmal gegen die ,verkmmerung eines vollen1 reichen ,seelenlebens durch den erkltenden und lhmenden ,einfluss einseitiger ,verstandesbildung3 ,der moderne ,mensch schleppt zuletzt eine ungeheure ,menge von unverdaulichen ,wissenssteinen mit sich herum1 die dann bei ,gelegenheit ordentlich im ,leibe rumpeln1 wie es im ,mrchen heisst 7#cf74 ,im ,inneren ruht dann wohl die ,empfindung jener ,schlange gleich1 die ganze ,kaninchen verschluckt hat und sich dann still gefasst in die ,sonne legt und alle ,bewegungen ausser den nothwendigsten vermeidet4-- --,jeder1 der vorbergeht1 hat nur den einen ,wunsch1 dass eine solche ,bildung nicht an ,unverdaulichkeit zu ,grunde gehe 7#cg74--;,das andere ,mal aber gerade gegen die allzu heftige1 aufreizende und aufrhrerische ,einwirkung des ,gedanklichen auf das psychische ,leben1 gegen den dadurch hervorgerufenen ,kampf zusammenhangloser wilder ,triebkrfte4 ,es ist ein ,unterschied wie zwischen ,seelenstumpfsinn und ,seelenwahnsinn4 ,in ,nietzsche selbst pflegten die abstractesten ,gedanken sich in ,gemthsmchte umzusetzen1 die ihn mit unmittelbarer und unberechenbarer ,gewalt fortrissen4 ,in dem von ihm gezeichneten ,bilde unseres ,zeitalters mussten sich ihm daher die beiden entgegengesetzten ,wirkungen des ,intellectuellen vermischen1 und in ,bezug auf die eine von ihnen1--auf die chaotische ,entfesselung des ,seelenlebens1--verschmolzen ihm in hnlicher ,weise zwei verschiedene ,ursachen mit einander4 ,es handelt sich nmlich nicht nur um die rein intellectuellen ,einflsse1 nicht nur um die ,gefahr des ,verstandesmssigen fr das ,instinctmssige1 sondern auch um die uns vererbten und einverleibten ,einflsse lngst verflossener ,zeiten1 die1 einst einer intellectuellen ,quelle entsprungen1 jetzt nur in der ,form von ,trieben und ,gefhlsschtzungen in uns leben4 ,der geschlossenen ,persnlichkeit droht also nicht nur die ,gefahr1 die von aussen kommt1 sondern auch diejenige1 die sie in sich trgt1 die mit ihr geboren ist1--jene ,instinct-,widersprchlichkeit1 die das ,erbe aller ,sptlinge ist1 denn--,sptlinge sind ,mischlinge4 ,die ,ueberwindung des ,nachtheils1 den die ,historie in diesem ,sinn1--erlernt oder erlebt1--bringen kann1 liegt in der ,hinwendung auf das ,unhistorische4 ,unter dem ,unhistorischen versteht ,nietzsche die ,rckkehr zum ,unbewussten1 zum ,willen des ,nichtwissens1 zum ,horizont-,abschliessenden1 ohne das es kein ,leben gibt4 ,jedes ,lebendige kann nur innerhalb eines ,horizontes gesund1 stark und fruchtbar werden 7#aa71-- --,das ,unhistorische ist einer umhllenden ,atmosphre hnlich1 in der sich ,leben allein erzeugt4-- --,es ist wahr3 erst dadurch1 dass der ,mensch denkend1 berdenkend1 vergleichend1 trennend1 zusammenschliessend jenes unhistorische ,element einschrnkt1 erst dadurch dass innerhalb jener umschliessenden ,dunstwolke ein heller1 blitzender ,lichtschein entsteht1 also erst durch die ,kraft1 das ,vergangene zum ,leben zu gebrauchen und aus dem ,geschehenen wieder ,geschichte zu machen1 wird der ,mensch zum ,menschen3 aber in einem1 ,uebermaasse von ,historie hrt der ,mensch wieder auf 7#ab f474 ,seine ,kraft misst sich an dem ,maass des ,historischen1 das er vertrgt und besiegt1--an der ,kraft des ,unhistorischen in ihm3 ,je strkere ,wurzeln die innere ,natur eines ,menschen hat1 um so mehr wird er auch von der ,vergangenheit sich aneignen oder anzwingen2 und dchte man sich die mchtigste und ungeheuerste ,natur1 so wre sie daran zu erkennen1 dass es fr sie gar keine ,grenze des historischen ,sinnes geben wrde1 an der sie berwuchernd und schdlich zu wirken vermchte2 alles ,vergangene1 eigenes und fremdestes1 wrde sie an sich heran1 in sich hineinziehen und gleichsam zu ,blut umschaffen4 ,das was eine solche ,natur nicht bezwingt1 weiss sie zu vergessen2 es ist nicht mehr da1 der ,horizont ist geschlossen und ganz1 und nichts vermag daran zu erinnern1 dass es noch jenseits desselben ,menschen1 ,leidenschaften1 ,lehren1 ,zwecke gibt4 7#aa7 ,ein solcher ,geist treibt ,historie auf alle drei ,weisen1 auf die sie berhaupt getrieben werden kann1 ohne ihr nach irgend einer der drei ,richtungen hin zu verfallen3 er schaut sie an als ,monumentalgeschichte1 indem er seinen ,blick auf den grossen ,gestalten der ,vorzeit ruhen lsst und sie auf sein ,werk und sein ,wollen bezieht1 ohne sich jedoch an sie zu verlieren3 als begeisternde ,vorgnger und ,genossen4 ,er vertieft sich in antiquarische ,geschichte1 indem er alles ,vergangene durchwandert6 wie die ,sttte seines eignen ,vorlebens1--wie ,jemand1 der die ,sttte seiner eignen ,kindheit betritt1 an welcher ihm auch das ,geringste werthvoll und bedeutsam erscheint3-- ----er versteht die ,mauer1 das gethrmte ,thor1 die ,rathsverordnung1 das ,volksfest wie ein ausgemaltes ,tagebuch seiner ,jugend und findet sich selbst in diesem ,allen1 seine ,kraft1 seinen ,fleiss1 seine ,lust1 sein ,urtheil1 seine ,thorheit und ,unart wieder4 ,hier ,hess es sich leben1 sagt er sich1 denn es lsst sich leben1 hier wird es sich leben lassen1 denn wir sind zh und nicht ber ,nacht umzubrechen4 ,so blickt er1 mit diesem ,wir1 ber das vergngliche wunderliche ,einzelleben hinweg und fhlt sich selbst als den ,haus-1 ,geschlechts- und ,stadtgeist 7#bh74 ,er wird endlich drittens auch kritisch auf die ,geschichte blicken1 um zum ,aufbau einer ,zukunft eine ,vergangenheit umzubrechen1 und hierzu bedarf er der grssten ,lebenskraft1 denn grsser als die ,gefahr1 ein ,schwrmer oder ein ,sammler zu werden1 ist die1 ein ,verneinender zu bleiben4 ,es ist immer ein gefhrlicher1 nmlich fr das ,leben selbst gefhrlicher ,process3-- -- --,denn da wir nun einmal die ,resultate frherer ,geschlechter sind1-- -- --ist 7es7 nicht mglich sich ganz von dieser ,kette zu lsen4-- --,wir bringen es im besten ,falle zu einem ,widerstreite der ererbten1 angestammten ,natur und unserer ,erkenntniss1-- -- --wir pflanzen eine neue ,gewhnung1 einen neuen ,instinct1 eine zweite ,natur an1 so dass die erste ,natur abdorrt4 ,es ist ein ,versuch1 sich gleichsam a posteriori eine ,vergangenheit zu geben1 aus der man stammen mchte1 im ,gegensatz zu der1 aus der man stammt-- -- --4 ,aber hier und da gelingt der ,sieg doch1 und es gibt-- -- -- -- --einen merkwrdigen ,trost3 nmlich zu wissen1 dass auch jene erste ,natur irgend wann einmal eine zweite ,natur war und dass jede siegende zweite ,natur zu einer ersten wird 7#cc f474--,man kann diese drei ,betrachtungsweisen der ,historie in gewissem ,sinne auf drei ,perioden von ,nietzsches eigener ,entwicklung anwenden1 indem man mit der antiquarischen1 die dem ,philologen zukommt1 den ,anfang macht1 darauf die monumentale ,auffassung folgen lsst1 die ihn veranlasst1 als ,jnger zu ,fssen grosser ,meister zu sitzen1 und endlich seine sptere positivistische ,periode als die kritische bezeichnet4 ,nachdem aber ,nietzsche auch diese letztere berwunden hatte1 verschmolzen ihm alle drei ,standpunkte zu einem einzigen1 auf dem1 wie sich zeigen wird1 die in dieser ,schrift enthaltenen ,gedanken in geheimnissvoller und ergreifender ,weise wiederkehren sollten1 in der extremen und paradoxen ,zuspitzung des ,satzes3 das ,historische sei unterthan dem individuellen ,leben1 dessen stndige ,bedingung das ,unhistorische ist4--,die starke ,natur1 die er als zugleich historisch und unhistorisch beschreibt1 ist somit ein ,erbe aller ,vergangenheit und dadurch ungeheuer in der ,flle des ,erlebens1 aber ein ,erbe1 der seinen ,reichthum wahrhaft fruchtbar zu machen weiss1 weil er ihn wahrhaft besitzt1 ber ihn gebietet1--nicht von ihm besessen und beherrscht wird4 ,ein solcher ,erbe und ,sptling ist dann immer zugleich der ,erstling einer neuen ,cultur und1 als ,trger der ,vergangenheit1 ein ,gestalter der ,zukunft3 der ,reichthum1 den er ausstreut1 trgt noch den knftigen ,zeiten ,frchte4 ,er ist einer von den grossen ,unzeitgemssen1 welche in die fernste ,vergangenheit niedertauchen1 in die fernste ,zukunft hinausweisen1 in ihrer ,zeit aber immer als ,fremdlinge dastehen1 obgleich in ihnen die ,gegenwart ihre hchste ,kraft sammelt und ausgibt4 ,hier liegt der erste ,ansatz zu den ,gedanken der letzten ,schaffensperiode ,nietzsches3 ein ,einzelner der ,genius der gesammten ,menschheit1 allein1 fhig1 von der ,gegenwart aus die ,vergangenheit als ,ganzes zu deuten und damit auch die ,zukunft1 als fernstes ,ganzes1 bis in alle ,ewigkeit in ihrem ,ziel und ,sinn zu bestimmen4 ,rein usserlich betrachtet1 reichen die ,wurzeln dieser ,anschauung hinab bis zu ,nietzsches ,philologenthum1 welches ihn dazu fhrte1 sich alter ,culturen erkennend zu bemchtigen4 ,wissen und ,sein waren seiner geistigen ,eigenart stets ,eins3 und so hiess fr ,nietzsche classischer ,philologe sein so viel als ,grieche sein4 ,gewiss musste dies die ihn qulende ,instinctwidersprchlichkeit1 welche sich fr ihn zum ,gegensatz von ,antik und ,modern zuspitzte1 noch verstrken1 gleichzeitig aber auch die ,mittel zu ihrer ,bekmpfung enthalten1 nmlich3 durch die ,vergangenheit1 der ,gegenwart berlegen1 die ,zukunft bauen2 aus einem ,mann der ,zeit zu einem ,sptling lterer ,culturen und einem ,erstling neuer ,cultur werden4#e ,zweien solcher ,unzeitgemssen1--das ist ,vorzeitgemssen und ,zukunftgemssen1 sind die beiden letzten von ,nietzsches ,unzeitgemssen ,betrachtungen geweiht3 ,schopenhauer als ,erzieher1 und ,richard ,wagner in ,bayreuth4 ,in diesen beiden1 mit berstrmender ,begeisterung aufgerichteten1 ,standbildern des ,genius wird es besonders klar1 'bis zu welchem ,grade die angestrebte ,cultur des ,unzeitgemssen in einem ,cultus des ,genies gipfelte4 ,im ,genie besitzt die ,menschheit nicht nur ihren ,erzieher1 ihren ,fhrer1 ihren ,verknder1 sondern auch ihren eigentlichen und ausschliesslichen ,endzweck4 ,die ,vorstellung von den erhabenen ,einzelnen1 um derentwillen allein die brige ,fabrikwaare der ,natur vorhanden sei1 ist einer von jenen ,schopenhauerischen ,grundgedanken1 die ,nietzsche nie wieder losgelassen haben4 ,etwas in seinem innersten ,geist drstete ebenso unersttlich nach der ungeheuren ,steigerung des ,egoistischen in das ,idealselbstische1 das darin liegt1 als auch nach der dunklen ,kehrseite dieses hchsten ,menschenlooses1 nach dem ,einsamen und ,heroischen4 ,in seiner mittleren ,schaffensperiode ging er scheinbar von dieser ursprnglichen ,genievorstellung ab1 weil sie ihren metaphysischen ,hintergrund eingebsst hatte1 von dem allein der grosse ,einzelne sich in bermenschlicher ,bedeutsamkeit abheben konnte1--wie eine ,gestalt aus der hheren und wahren ,welt4 ,aber der ,gedanke des ,geniecultus barg einen ,ansatz zu dem1 was ,nietzsche1 am ,ende seiner ,entwicklung1 mit einem ,griff genialen ,wahnsinns1 dann wieder aus ihm gestaltet hat4 ,denn zum ,ersatz einer metaphysischen ,deutung steigerte sich ihm der positive ,lebenswerth des ,genies noch so hoch ber ,schopenhauers ,auffassung desselben hinaus1 dass diese letztere nur ein schwaches ,gegenbild zu der seinen bietet4 ,solange nmlich der ,geniecultus ein ,cultus des ,metaphysischen in der menschlichen ,physis blieb1 erstreckte er sich auf eine fortlaufende ,reihe1 eine ,kette solcher ,einzelner1 die einander in ,sinn und ,wesen ebenbrtig und gleichwerthig waren4 ,sie werden nicht als ,bestandtheile einer ,entwicklungslinie des ,menschlichen betrachtet1 sie3 --setzen nicht etwa einen ,prozess fort1 sondern leben zeitlos-gleichzeitig1--sie bilden eine ,art von ,brcke ber den wsten ,strom des ,werdens4 -- -- --ein ,riese ruft dem anderen durch die den ,zwischenrume der ,zeiten zu1 und ungestrt durch muthwilliges1 lrmendes ,gezwerge1 welches unter ihnen wegkriecht1 setzt sich das hohe ,geistergesprch fort4 7,nutzen u4 ,nachtheil d4 ,histor4 #ia74 ,weil es dieses ,gezwerge ist1 das die ganze ,entwicklungsgeschichte sowohl in ihren ,geschehnissen1 wie in ihren ,gesetzen bestimmt1 so ist ,eins sicher3 ,das ,ziel der ,menschheit kann nicht am ,ende liegen1sondern nur in ihren hchsten ,exemplaren4 7,a4 a4 ,o47 ,aber da auch die hchsten ,exemplare nur das zum ,ausdruck bringen1 was in der ,tiefe des ,menschlichen berhaupt1 als sein metaphysisches ,grundwesen1 ruht1 so unterscheiden sie sich von der ,masse der ,menschen weniger durch eine ,wesensverschiedenheit1 als vielmehr durch eine ,wesensenthllung1 durch eine gttliche ,nacktheit1--whrend der ,mensch der ,masse tausend ber sein wahres ,wesen gebreitete ,schichten trgt1 die alle der ,welt und ,lebensoberflche angehren und sich hier und da bis zur ,undurchdringlichkeit verhrten4 ,wenn der grosse ,denker die ,menschen verachtet1 so verachtet er ihre ,faulheit3 denn ihrethalben erscheinen sie als ,fabrikware4-- --,der ,mensch1 welcher nicht zur ,masse gehren will1 braucht nur aufzuhren1 gegen sich bequem zu sein 7,schopenhauer als ,erzieher #d74 ,daher ist liebevolle ,erziehung und ,bemhung um ,alle die ,folge dieser ,anschauungsweise1 die im tiefsten ,sinn ,alle gleichstellt1 weil sie den metaphysischen ,kern in jeder ,schale ehrt2 sie entfernt sich darum von nichts so weit als von ,nietzsches spteren ,forderungen der ,sklaverei und ,tyrannei4 ,ist aber wie in ,nietzsches spterer ,philosophie dieser metaphysische ,hintergrund zerstrt1 lst sich das bersinnliche ,sein in das unendliche ,werden des ,wirklichen auf1 so vermag sich der ,einzelne ber die ,masse nur durch einen ,wesensunterschied zu erheben1 der einem hchsten ,gradesunterschied gleichkommt3 indem er die ,quintessenz dieses ,werdeprocesses reprsentirt1 umfasst er denselben mglichst in seiner ,totalitt1 whrend der ,mensch der ,masse ihn nur blind und bruchstckweise zu erleben und in sich darzustellen weiss4 ,dieser ,einzelne wre gewissermassen als der ,einziges imstande1 der langen ,entwicklung1 die sich ,geschichte nennt1 einen ,sinn zu geben2 er selbst wre nicht wie der ,schopenhauerische ,mensch geschaffen aus bersinnlichem ,stoff1 aber dafr wre er durch und durch ,schpfer und als solcher imstande1 der ,welt jene ,bedeutsamkeit der ,dinge zu ersetzen1 an die der ,metaphysiker glaubt4 ,anstatt vieler einander ebenbrtiger ,einzelner1 die sich wie ein gleichmssig hoher zusammenhngender ,bergrcken ber dem ,menschengetriebe erheben1 gibt es daher in ,nietzsches letzter ,philosophie nur den grossen ,einsamen1 der sich als ,gipfel des ,ganzen darstellt2 nach oben hin ist er noch viel einsamer als sie1 denn er ist als ,abschluss der ,entwicklung das hchste ,exemplar der ,gattung1 nach unten aber ist er viel hrter und herrischer als sie1 denn die ,masse und das ,leben bedeuten an sich1 oder metaphysisch1 nichts2 er muss ihnen erst bis an seinen ,gipfel hinan eine bestimmte ,rangordnung verleihen4 ,es ist leicht begreiflich1 warum erst mit ihm der ,geniecultus ins ,ungeheure wchst1 denn in ,ermangelung der metaphysischen ,deutung1 durch die der ,schopenhauerische ,mensch von vornherein in eine hhere ,ordnung der ,dinge erhoben wird1 kann ,er nur durch das ,mittel des ,ungeheuren berzeugen4 ,folgendes sind die vier ,gedanken der ersten philosophischen ,periode ,nietzsches1 womit er sich1 wenn auch in stets vernderter ,auffassung bis zuletzt beschftigt hat3 es sind das ,dionysische1 die ,decadenz1 das ,unzeitgemsse1 der ,geniecultus4 ,wie wir ihn selbst1 so werden wir auch sie immer wiederfinden1 und in demselben ,maasse1 als er sich selbst immer persnlicher in seiner ,philosophie zum ,ausdruck bringt1 gestaltet er auch sie immer charakteristischer4 ,betrachtet man seine ,gedanken in ihrem ,wechsel und ihrer ,mannigfaltigkeit1 dann erscheinen sie fast unbersehbar und allzu complicirt2 versucht man hingegen aus ihnen herauszuschlen1 was sich im ,wechsel stets gleich bleibt1 dann erstaunt man ber die ,einfachheit und ,bestndigkeit seiner ,probleme4 ,immer ein ,anderer und immer ,derselbe6 konnte ,nietzsche von sich sagen4 ,dass die ,wagner-,schopenhauerische ,weltanschauung eine so tiefe ,bedeutung fr ,nietzsche gewann1 dass er spter noch nach allen ,kmpfen und von ganz entgegengesetzten ,richtungen seines ,geisteslebens aus sich wieder ihren ,grundgedanken annherte1 zeigt1 wie sehr dieselbe seiner ganzen ,natur entgegenkam1 wie sehr sich in ihr aussprach1 was in ihm schlummerte4 ,aus seinem ,philologenthum in dieses ,philosophenthum erhoben1 fhlte er sich ohne ,zweifel einem ,gefangenen gleich1 von dem die ,ketten fallen4 ,waren doch vorher seine besten ,krfte gebunden gewesen2 jetzt durfte er aufathmen1 jetzt wurde ,alles in ihm befreit4 ,seine knstlerischen ,instincte schwelgten in den ,offenbarungen der ,wagner'schen ,musik2 seine starke ,veranlagung zu religisen und moralischen ,exaltationen genoss in der metaphysischen ,ausdeutung dieser ,kunst eine bestndige ,mglichkeit der ,erhebung4 ,sein umfassendes grndliches ,wissen diente der neuen ,weltanschauung1 die sich in seiner ,auffassung des ,griechenthums wiederspiegelte4 ,da in ,wagners ,person das ,kunstgenie ,thatsache geworden1 in ihm gleichsam der erlsende ,heiland gegeben war1 so fiel ,nietzsche die ,stellung des ,erkennenden1 des wissenschaftlichen ,vermittlers1 zu3 damit blieb er in der ,aufgabe des ,philosophen4 ,aber die gewonnene ,erkenntniss selbst bildete nur den ,anlass zur vollen ,entfaltung seiner knstlerischen und religisen ,eigenart1 und eben dies bezeichnet ihren ,werth fr seinen ,geist4 ,wonach er sich schon whrend seiner philologischen ,studien gesehnt hatte1 als er dem ,leben der alten ,philosophen nachforschte1 das war hier zur ,wahrheit geworden3 das ,denken ein ,erleben1 die ,erkenntniss ein ,mitarbeiten und ,mitschaffen an der neuen ,cultur2 im ,gedanken durften alle ,seelenkrfte ,zusammenwirken3 er forderte den ganzen ,menschen4 ,nietzsche gibt nur dem befreienden ,entzcken ,ausdruck1 das er hier genoss1 wenn er am ,schluss seines ,sokrates und die klassische ,philologie in die ,worte ausbricht3 ,ach6 ,es ist der ,zauber dieser ,kmpfe1 dass1 wer sie schaut1 sie auch kmpfen muss6 ,und wie seine einzelnen ,geistesanlagen sich jetzt freier ausleben und entwickeln durften1 so bot diese ,periode in ,nietzsches ,leben auch jenem tiefsten1 fast weiblichen ,bedrfnisse seines ,inneren nach persnlicher ,anbetung1 nach ,aufblick1 volle ,befriedigung1 das sich spter so schmerzlich an sich selbst befriedigen musste4 ,mochte die ,wagner-,schopenhauerische ,philosophie1 ihrer ganzen ,anschauungsweise nach1 ihm ein noch so tiefes ,glck gewhren1 so war doch das ,werthvollste fr ihn hier das persnliche ,verhltniss zu ,wagner1 der unbedingte ,aufblick zu ihm4 ,seine ,begeisterung entzndete sich darin an einer ausser ihm stehenden ,persnlichkeit1 in der er gleichsam das ,ideal seines eigenen ,wesens verkrpert zu sehen glaubte4 ,das ,glck eines solchen ,glaubens breitet ber die ,gedanken der ersten philosophischen ,schriften ,nietzsches etwas ,gesundes1 beinahe ,naives1 das von der ,eigenart seiner spteren ,werke scharf absticht4 ,es ist1 als she man ihn erst an dem ,bilde seines ,meisters ,wagner und dessen ,philosophen ,schopenhauer sich selbst begreifen und errathen4 ,denn mit instinctiver ,scheu weist er noch jene ,kunst zurck1 sein eigenes ,selbst in bewusster ,weise zum ,object und ,experiment des ,erkennenden zu machen1 die ,kunst1 an der er spter so gross und so krank werden sollte4 ,wie kann sich der ,mensch kennen8 ,er ist eine dunkle und verhllte ,sache2 und wenn der ,hase sieben ,hute hat1 so kann der ,mensch sich siebenmal siebzig abziehen und wird doch nicht sagen knnen das bist du nun wirklich1 das ist nicht mehr ,schaale4 ,zudem ist es ein qulerisches gefhrliches ,beginnen1 sich selbst derartig anzugraben und in den ,schacht seines ,wesens auf dem nchsten ,wege gewaltsam hinabzusteigen4 ,wie leicht beschdigt er sich dabei so1 dass kein ,arzt ihn heilen kann 7,schopenhauer als ,erzieher #g74 ,und deshalb ruft er der ,jugend1 die nach ,einsicht in ihr eigenes ,selbst begehrt1 die ,worte zu3 was hat deine ,seele hinangezogen1 was hat sie beherrscht und zugleich beglckt8 ,stelle dir die ,reihe dieser verehrten ,gegenstnde vor dir auf1 und vielleicht ergeben sie dir-- -- --ein ,gesetz1 das ,grundgesetz deines eigentlichen ,selbst4 ,vergleiche diese ,gegenstnde1 sieh1-- -- --wie sie eine ,stufenleiter bilden1 auf welcher du bis jetzt zu dir selbst hingeklettert bist2 denn dein wahres ,wesen liegt nicht tief verborgen in dir1 sondern unermesslich hoch ber dir -- -- --4 7,a4 a4 ,o47 ,mit einer ,offenheit1 die ihm spter whrend der ,zeit peinlichster ,selbstanalyse ganz abhanden kam1 legt er die ,motive bloss1 aus denen es ihn von ,anfang an inbrnstig nach einer solchen ,jngerschaft verlangt habe--nach einem berlegenen ,wegweiser zugleich und ,zuchtmeister 7,schopenhauer als ,erzieher #ad73 -- --darf ich ein wenig bei einer ,vorstellung verweilen1 welche in meiner ,jugend so hufig und so dringend war1 wie kaum eine andre4 ,wenn ich frher recht nach ,herzenslust in ,wnschen ausschweifte1 dachte ich mir1 dass mir die schreckliche ,bemhung und ,verpflichtung1 mich selbst zu erziehen1 durch das ,schicksal abgenommen wrde3 dadurch dass ich zur rechten ,zeit einen ,philosophen zum ,erzieher fnde1 einen wahren ,philosophen1 dem man ohne weiteres ,besinnen gehorchen knnte1 weil man ihm mehr vertrauen wrde als sich selbst4 7,schopenhauer als ,erzieher #h f47 ,es ist interessant1 zu beobachten1 wie er zu diesem ,zwecke hinter dem ,denker ,schopenhauer einen ,idealmenschen ,schopenhauer zu entdecken sucht1#f und wie er ,wagner gegenber von einer tiefen ,verwandtschaft ihrer beiderseitigen ,naturen ausgeht4 ,in der ,that berrascht die ,uebereinstimmung der von ihm geschilderten natrlichen und geistigen ,anlagen ,wagners mit der ,vielstimmigkeit seiner eigenen ,anlagen1 wie sie im ersten ,theil dieses ,buches dargelegt ist4 ,so sagt er in ,richard ,wagner in ,bayreuth 7#ac73 ,jeder seiner ,triebe strebte ins ,ungemessene1 alle daseinsfreudigen ,begabungen wollten sich einzeln losreissen und fr sich befriedigen2 je grsser ihre ,flle1 um so grsser war der ,tumult1 um so feindseliger ihre ,kreuzung4 ,dann1 beim ,eintritt der geistigen und sittlichen ,mannbarkeit ,wagners1 gelangt diese ,vielheit zum ,zusammenschluss und zugleich zu einer eigentmlichen ,spaltung in sich4 ,seine ,natur erscheint in furchtbarer ,weise vereinfacht1 in zwei ,triebe oder ,sphren auseinandergerissen4 ,zu unterst whlt ein heftiger ,wille in jher ,strmung1 der gleichsam auf allen ,wegen1 ,hhlen und ,schluchten ans ,licht will und nach ,macht verlangt4 7#aj47-- -- -- -- -- --,der gesammte ,strom strzte sich bald in dieses1 bald in jenes ,thal und bohrte in die dunkelsten ,schluchten3--in der ,nacht dieses halb unterirdischen ,whlens erschien ein ,stern hoch ber ihm-- -- 7#ab47 ,wir thun einen ,blick in die andere ,sphre ,wagners4 ,es ist die eigenste ,urerfahrung1 welche ,wagner in sich selbst erlebt und wie ein religises ,geheimniss verehrt3-- -- --jene wundervolle ,erfahrung und ,erkenntniss1 dass die eine ,sphre seines ,wesens der andern treu blieb1-- -- --die schpferische1 schuldlose lichtere ,sphre der dunkelen1 unbndigen1 tyrannischen4 7#ac47 ,im ,verhalten der beiden tiefsten ,krfte zu einander1 in der ,hingebung der einen an die andere1 lag die grosse ,nothwendigkeit1 durch welche er allein ganz und er selbst bleiben konnte4 7#ac47 ,gegen den ,schluss der ,schrift sucht ,nietzsche auch die ,musik ,wagners aus dieser ihm selbst so verwandten ,eigenart heraus zu begreifen1 indem er das musikalische ,genie ,wagners als eine ,art ,wiederspieglung von dessen seelischen ,zustnden auffasste3 -- --wie seine ,musik sich mit einer gewissen ,grausamkeit des ,entschlusses dem ,gange des ,dramas1 der wie das ,schicksal unerbittlich ist1 unterwirft1 whrend die feurige ,seele dieser ,kunst darnach lechzt1 einmal ohne alle ,zgel in der ,freiheit und ,wildniss umherzuschweifen4 7#hb47 ,ueber allen den tnenden ,individuen und dem ,kampfe ihrer ,leidenschaften1 ber dem ganzen ,strudel von ,gegenstzen1 schwebt1-- --ein bermchtiger symphonischer ,verstand1 welcher aus dem ,kriege fortwhrend die ,eintracht gebiert4 7#gi47 ,nie ist ,wagner mehr ,wagner1 als wenn die ,schwierigkeiten sich verzehnfachen und er in ganz grossen ,verhltnissen mit der ,lust des ,gesetzgebers walten kann4 ,ungestme1 widerstrebende ,massen zu einfachen ,rhythmen bndigen1 durch eine verwirrende ,mannigfaltigkeit von ,ansprchen und ,begehrungen ,einen ,willen durchfhren--4 7#hj47 ,aber gerade diese ,verwandtschaft ihrer beiderseitigen ,naturen musste ,nietzsche schliesslich zu einer ,weiterentwicklung seines ,geistes auf einsamen ,bahnen fhren1 sie musste ihn irgend wann einmal von ,wagner losreissen4 ,sobald ,nietzsche in dieser ,periode den ,hhepunkt erreicht hat1 ist auch schon der erste ,schritt vorgezeichnet1 der ihn unvermeidlich abwrts fhren musste4 ,es erscheint als eine vllige ,verkehrung des ,sachverhalts1 wenn er spter in seinem ungerechten ,bchlein ,der ,fall ,wagner behauptet3 ,mein grsstes4 ,erlebniss war eine ,genesung4 ,wagner gehrt bloss zu meinen ,krankheiten4 7,vorwort47 ,denn in das ,krankhafte geht seine ,entwicklung erst lange nach seinem ,bruch mit ,wagner1 ja man kann von seiner ,wagnerperiode in gewissem ,sinne sagen1 dass sie zu seinen berwundenen ,gesundheiten gehrt habe4 ,trotzdem aber darf man das ,wahre in seiner ,behauptung nicht berhren3 dass er nmlich damals seinen eigenen ,hhepunkt noch nicht erreicht habe1 wie gesund und glcklich er auch zu jener ,zeit gewesen sei4 ,diese ,gesundheit htte er sich nur erhalten knnen um den ,preis der ,grsse4 ,um aus dem ,jnger ein ,meister zu werden1 musste er erst in sein ,selbst einkehren2 da aber seine ,natur mit zwingender ,nothwendigkeit nach einer ,jngerschaft im religisen ,sinne verlangte1 so blieb nur die eine ,mglichkeit1 ,jnger und ,meister in sich selbst zu vereinigen1-- sei es auch1 um daran zu leiden1 sei es auch1 um an einer krankhaften ,verschmelzung ,beider zu ,grunde zu gehen4 ,von seinem ,weg zur ,grsse gilt ,zarathustras ,wort3 ,gipfel und ,abgrund--das ist jetzt in ,eins beschlossen6 ,man hat dem ,abfall ,nietzsches von ,wagner die verschiedenartigsten ,deutungen gegeben1 man hat ihn aus rein idealen ,beweggrnden--unwiderstehlichem ,wahrheitsdrang--und auch aus menschlichen-allzumenschlichen ,motiven zu erklren gesucht4 ,in ,wirklichkeit kreuzte sich aber wohl beides darin in ganz hnlicher ,weise1 wie dies schon in der allerersten ,wandlung ,nietzsches1 in seiner ,abwendung vom ,glauben1 der ,fall gewesen war2 gerade der ,umstand1 dass er volles ,gengen1 ,seelenfrieden und eine ,geistesheimat gefunden hatte1 dass ihm ,wagners ,weltanschauung so weich und glatt anlag wie eine gesunde ,haut1 kitzelte ihn1 sie sich abzustreifen1 ,hess ihm sein ,ueberglck als ,ungemach erscheinen1 ,hess ihn verwundet werden von seinem ,glck4 ,auf diese ,art der ,entstehungseiner freigeisterischen ,richtung findet seine ,vermuthung ber den ,ursprung der ,freigeisterei berhaupt 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #bcb7 ,anwendung1 die durch allzu starke ,empfindungsseligkeit in der gegebenen ,weltanschauung erzeugt werde3 ,ebenso wie die ,gletscher zunehmen1 wenn in den ,aequatorialgegenden die ,sonne mit grsserer ,gluth als frher auf die ,meere niederbrennt1 so mag auch wohl eine sehr starke1 um sich greifende ,freigeisterei ,zeugniss dafr sein1 dass irgendwo die ,gluth der ,empfindung ausserordentlich gewachsen ist4 ,erst in der selbstgewollten1 selbstgesuchten ,peinigung wuchs seinem ,geist die streitbare1 harte ,rstung1 mit der gewappnet er dann gegen seine alten ,ideale zu ,felde zog4 ,gewiss empfand er es als eine ,befreiung1 sich mit dem ,verzicht auf ,erhebendes und ,schnes zugleich aus einer letzten ,abhngigkeit loszulsen2 aber dennoch stellte diese ,selbstbefreiung einen ,act der ,entsagung dar2 er litt unter ihr1 wie man unter ,wunden leidet1 auch wenn man sie sich selbst geschlagen hat4 ,der ,bruch vollzog sich endgiltig und fr ,wagner vllig unerwartet1 als dieser mit seiner ,parsifal-,dichtung bei katholisirenden ,tendenzen angelangt--war1 whrend ,nietzsches ,geistesentwicklung in einer jhen ,wandlung sich der positivistischen ,philosophie der ,englnder und ,franzosen zugewandt hatte4 ,der ,abfall ,nietzsches von ,wagner bedeutete aber nicht nur eine ,trennung der ,geister1 sondern zerriss zugleich ein ,verhltniss1 in welchem sich beide so nahe gestanden hatten1 wie nur der ,sohn dem ,vater1 der ,bruder dem ,bruder nahe steht4 ,ganz vergessen1 ganz verschmerzen konnte es wohl keiner von ihnen4 ,noch im ,herbst #ahhb1 ein halbes ,jahr vor dem ,tode ,wagners1 wurde whrend der ,bayreuther ,festspiele1--der ,erstauffhrung des ,parsifal--1 der ,versuch gemacht1 ,nietzsche vor dem ,meister zu erwhnen4 ,nietzsche weilte damals in der ,nhe1 in dem thringischen ,drfchen ,tautenburg bei ,dornburg1 und seine alte ,freundin ,frulein von ,meysenbug meinte1 obschon mit ,unrecht1 dass im ,fall des ,gelingens ,nietzsche zu bewegen gewesen wre1 nach ,bayreuth zu kommen und ,sich mit ,wagner zu vershnen4 ,indessen der ,versuch misslang2 ,wagner verliess in grosser ,erregung das ,zimmer und verbot1 den ,namen jemals wieder vor ihm auszusprechen4 ,aus ungefhr derselben ,zeit stammt folgender in ,facsimile wiedergegebene ,brief ,nietzsches1 der seine eigene ,stellung in dem ,bruch mit ,wagner beredt genug schildert3 ,illustration ,illustration ,illustration ,illustration ,wenn ich diese kurze ,schilderung lese1 dann sehe ich ihn selbst vor mir1 wie er1 whrend einer gemeinsamen ,reise von ,italien her durch die ,schweiz1 mit mir das ,gut ,triebschen bei ,luzern besuchte1 den ,ort1 an welchem er mit ,wagner unvergessliche ,zeiten verlebt hatte4 ,lange1 lange sass er dort schweigend am ,seeufer1 in schwere ,erinnerungen versunken2 dann1 mit dem ,stock im feuchten ,sande zeichnend1 sprach er mit leiser ,stimme von jenen vergangenen ,zeiten4 ,und als er aufblickte1 da weinte er4 ,mit seiner innern und ussern ,loslsung von dem ,wagnerthum und der ,philosophie ,schopenhauers fllt ,nietzsches schwerstes krperliches ,leiden zusammen4 ,so lebte er damals1 krperlich wie geistig1 unter ,strmen und ,schmerzen1 die ihn in die ,nhe leiblichen wie seelischen ,todes brachten4 ,seine ,krankheit war zum ,ausbruch gekommen in den ,jahren gesteigertster ,productivitt1 allzu vielseitiger und aufreibender ,beschftigung mit wissenschaftlichen ,untersuchungen1 philosophischen ,problemen1 mit der geistigen ,bewegung der ,gegenwart1 der ,kunst ,wagners und mit der ,musik selbst4 ,es ist gewiss nicht zufllig1 dass auch der letzte1 verhngnissvolle ,ausbruch seines ,kopfleidens am ,ende der ,achtziger ,jahre ebenfalls auf eine ,periode ungeheurer geistiger ,schaffenskraft und ,regsamkeit folgte4 ,wenn er sich am gesundesten und rstigsten1 in der ,vollkraft seiner ,leistungsfhigkeit fhlte1 dann kam er stets der ,krankheit am nchsten2 und die ,zeiten unfreiwilliger ,msse und ,ruhe waren es1 die ihm immer wieder ,erholung brachten und die ,katastrophe noch aufhielten4 ,dieser ,vorgang spiegelt rein krperlich etwas von jenem eigenthmlich pathologischen ,zuge der ,uebergesundheit seines ,geisteslebens wieder1 welche in ,krankheitszustnde berzustrmen pflegte1 nachdem sie ihren ,hhepunkt erreicht hatte4 ,aus ihnen rang er sich aber mit der zhen ,kraft seiner ungeheuren ,natur stets wieder zur ,gesundheit durch4 ,solange er noch die ,schmerzen bezwang und die volle ,arbeitskraft in sich fhlte1 konnte selbst das ,leiden seiner lebensvollen ,unverwstlichkeit und ,selbstbehauptung noch nichts anhaben4 ,noch am #ab4 ,mai #ahgh schreibt er im ,ton getrosten ,muthwillens in einem ,briefe aus ,basel3 ,die ,gesundheit schwankend und gefhrlich1 aber--fast htte ich gesagt3 was geht mich meine ,gesundheit an8 ,aber dann folgt1 am #ad4 ,december #ahgh1 die ,hindeutung auf den voraussichtlich nothwendigen ,rcktritt von der ,professur3 ,mein ,zustand ist eine ,thierqulerei und ,vorhlle1 ich kanns nicht leugnen4 ,wahrscheinlich hrt es mit meiner akademischen ,thtigkeit auf1 vielleicht mit der ,thtigkeit berhaupt1 mglicherweise mit-- --u4 s4 w4 ,und dann die bittere ,klage3 ,es scheint mir nichts mehr zu helfen1 die ,schmerzen waren gar zu toll4-- -- --,immer heisst es3 ,ertrage6 ,entsage6 ,ach1 man bekommt die ,geduld auch satt4 ,wir haben die ,geduld zur ,geduld nthig6 ,endlich1 im ,tone stiller ,ergebung1 ein ,brief aus ,genf1 vom #ae4 ,mai #ahgi3 ,mir geht es nicht gut1 aber ich bin ein alter routinirter ,leidtragender und werde meine ,brde weiterschleppen1--aber nicht mehr lange1 so hoffe ich6 ,bald darauf legte er seine ,professur nieder1 und auf immer umfing ihn die ,einsamkeit1 ,der ,verzicht auf seine ,lehrthtigkeit fiel ihm schwer1--war es doch im ,grunde der ,verzicht auf jede fernere strengwissenschaftliche ,arbeit4 ,kopf und ,augen1--er nennt sich selbst einen ,kranken1 der jetzt leider auch ein ,sieben-,achtel-,blinder ist1 und nicht mehr lesen kann1 ausser mit ,schmerzen und auf ein ,viertelstndchen 7,brief an ,re7--1 hinderten ihn nunmehr dauernd an einem stofflichen ,ausbau seiner ,gedanken durch ausgebreitete ,studien4 ,wie umfangreich und vielseitig er seine ,forschungen angelegt hatte1 zeigt die grosse ,mannigfaltigkeit seiner an der ,universitt und am ,pdagogium zu ,basel gehaltenen ,vorlesungen4 ,allerdings beschrnkte er sich damals noch auf die ,erforschung des ,hellenenthums und blieb philosophisch in den ,fesseln eines bestimmten metaphysischen ,systems gebunden4 ,aber seine sptere ,selbstbefreiung vom ,zwang dieses ,systems htte unter andern ,gesundheitsverhltnissen um so gnstiger wirken mssen4 ,das ,culturbild des griechischen ,lebens1 aus dem er damals mit den ,augen des ,metaphysikers die tiefsten ,grundzge des ,weltbildes und ,menschenlebens herauszulesen meinte1 wrde sich ihm1 auf dem ,wege wissenschaftlicher ,weiterarbeit1 allmhlig zu einem ,totalbilde der ,weltentwicklung erweitert haben4 ,in der ,genialitt seiner feinen ,anempfindung und knstlerischen ,nachgestaltungskraft war er geradezu prdestinirt zu geschichtsphilosophischen ,leistungen im ,grossen4 ,sein ,drang zum ,produciren wre dadurch gehindert worden1 sich allzusehr ins ,subjective zu verlieren2 empfand er es doch oftmals selbst1 dass1 je beflgelter1 drngender und leidenschaftlicher geartet die ,gedanken sind1 desto umfassender und strenger der ,stoff sein msse1 an dem sie gebunden1 von dem sie beherrscht werden4 ,daher begegnen wir in seinen ,werken bis zuletzt immer wieder erneuten fruchtlosen ,anstrengungen1 sich nach aussen hin auszubreiten und sein ,denken wissenschaftlich zu begrnden1--es ist etwas vom vergeblichen ,flgelschlagen eines gefangenen ,adlers darin4 ,er war durch seine ,gesundheit genthigt1 sich selbst zum ,stoff seiner ,gedanken zu nehmen1 sein eignes ,ich seinem philosophischen ,weltbilde unterzulegen und dieses aus dem eignen ,innern herauszuspinnen4 ,vielleicht htte er im andern ,falle etwas so ganz ,eigenartiges1--und daher so ganz ,einzigartiges1 nicht geleistet4 ,aber trotzdem vermag man nicht ohne das tiefste ,bedauern auf diesen ,wendepunkt in ,nietzsches ,schicksal zurckzublicken1--auf diesen unheimlichen ,zwang zur ,selbstvereinsamung und ,selbstabschliessung1--man vermag sich dem ,gefhl nicht zu entziehen1 dass er hier an einer ,grsse1 die ihm ,vorbehalten war1 vorbergeht4 ,an dieser ,stelle wird es um ,nietzsche ,nacht4 ,seine bisherigen ,ideale1 seine ,gesundheit1 seine ,arbeitskraft1 sein ,wirkungskreis1--,alles1 was seinem ,leben ,licht und ,glanz und ,wrme gegeben hatte1 entschwand ihm eins nach dem andern4 ,es war ein ungeheurer ,zusammenbruch1 unter dessen ,trmmern er wie begraben wurde4 ,es begannen seine ,dunkel-,zeiten4 7,s4 ,der ,wanderer u4 sein ,schatten #aia47 ,die jetzt folgenden ,schriften sind nicht1 wie die bisherigen1 aus einer ,flle herausgeschpft1 die in ihm angesammelt und bereit lag1 von einem ,ziel aus verfasst1 das er erreicht zu haben glaubte1--sie erzhlen vielmehr davon1 wie er sich in seiner ,nacht orientirt und langsam vorwrts tastet1 sie sind die qualvollen1 kampfvollen1 endlich sieghaften ,schritte nach einem dunklen ,ziele hin4 ,als ich allein weiter ging1 bekennt er viele ,jahre spter 7,einfhrende ,vorrede zum zweiten ,bande von ,menschliches1 ,allzumenschliches7 von dieser ,zeit1 zitterte ich3 nicht lange darauf1 und ich war krank1 mehr als krank1 nmlich mde1 aus der unaufhaltsamen ,enttuschung ber ,alles1 was uns modernen ,menschen zur ,begeisterung brig blieb-- --4 ,aber nicht als einen ,klagenden sehen wir ihn sich durch die ,trmmer hindurchkmpfen1--und mit ,recht bezeichnet er dies als den ,reiz jener ,schriften3 dass hier ein ,leidender und ,entbehrender redet1 wie als ob er nicht ein ,leidender und ,entbehrender sei4 7,ebendaselbst47 ,immer wieder wird er zu einem ,neu-,schaffenden und ,neu-,entdeckenden4 ,tief unter die ,trmmerwelt steigt er hinab1 er untergrbt und unterwhlt noch ihre letzten ,fundamente und spht mit nachtgewhntem ,auge nach den verborgenen ,schtzen und ,heimlichkeiten des ,erdinnern aus4 ,ein zweiter ,trophonius1 listig aus-und einschlpfend1 weiss er auch aus der ,tiefe noch ,aufschluss zu geben ber die ,welt da droben und ihr ,rthsel zu deuten4 ,so sehen wir ihn3 einen ,unterirdischen1 an der ,arbeit1 einen ,bohrenden1 ,grabenden1 ,untergrabenden1-- --wie er langsam1 besonnen1 mit sanfter ,unerbittlichkeit vorwrts kommt1 ohne dass die ,noth sich allzusehr1 verriethe1 welche jede lange ,entbehrung von ,licht und ,luft mit sich bringt4 ,und darber kommt uns jene zuversichtliche ,frage1 mit der er selbst auf diese ,jahre zurckblickte1 und die die ,betrachtung seiner ferneren ,entwicklungsgeschichte uns beantworten soll3 --,scheint es nicht1 dass-- -- --er vielleicht seine eigne lange ,finsterniss haben will1 sein ,unverstndliches1 ,verborgenes1 ,rtselhaftes1 weil er weiss1 was er auch haben wird3 seinen eignen ,morgen1 seine-eigne ,erlsung1 seine eigne ,morgenrte8444 7,einfhrende ,vorrede zur neuen ,ausgabe der ,morgenrte47 ,illustration ,illustration ,illustration ,illustration ,mit solchen ,gefhlen von ,selbstmitleid und ,selbstbewunderung blickte ,nietzsche auf die ,geistesperiode zurck1 vor welcher wir nunmehr stehen4 ,wir sehen3 das ,charakterische sind von vornherein die ,kmpfe und ,wunden1 die es ihn kostete1 sich die neue ,weltanschauung anzueignen2 es ist das tiefe ,erkranken an ihr1 aus dem er sich alsdann seine neue ,gesundheit schuf4 ,seine ,originalitt musste sich daher zunchst viel weniger in den ,einsichten und ,theorien selbst aussprechen1 die sich ihm damals erschlossen1 als vielmehr in der ,kraft1 mit der er sich vom alten ,ideal losriss1 um sie erfassen zu knnen4 ,er gelangte eben nicht wie die ,meisten zum ,bewusstsein erhhter ,selbstndigkeit und eigenster ,geistesthtigkeit auf ,grund einer intellectuellen ,entwicklung1 die uns gleichgiltig und kalt stimmt gegenber den verlassenen unreiferen ,gedanken4 ,er gelangte dazu nur durch eine gewaltsame ,emprung gegen das ,ehemalige1 wobei die intellectuellen ,grnde den ,gesinnungswechsel weniger bedingten als begleiteten4 ,daher sehen wir anfnglich immer1 dass ,nietzsche die neuen ,gedanken in einer gewissen ,unselbstndigkeit so hinnimmt1 wie er sie gerade vorfindet1--dass er sie zunchst wieder kritiklos empfngt2 denn seine ganze ,kraft ist inzwischen vollstndig in ,anspruch genommen von den allerinnerlichsten ,erlebnissen1 und die neuen ,theorien als solche bilden1--um einen ,lieblingsausdruck von ,nietzsche zu gebrauchen1--nur eine vorlufige ,vordergrundsphilosophie1 whrend im verborgenen ,hintergrnde1 den ,kmpfen des ,seelenlebens1 sich der eigentlich entscheidende ,process abspielt4 ,je fester er mit dem ,alten verwachsen ist1 je gewaltsamer der ,sprung ins ,neue eine vollstndige ,entwurzelung aus dem heimischen ,geistesboden verlangt1 desto tiefer ist die innere ,bedeutung der ,wandlung4 ,so kann man in gewissem ,sinne sagen1 dass gerade die scheinbare innere ,unselbstndigkeit1 mit welcher ,nietzsche sich einer fremden ,denkweise vorlufig hingiebt1 eine ,kraft heroischester ,selbstndigkeit verbrgt4 ,whrend die theuersten ,gedanken ihn heimlocken1 berlsst er sich wehrlos ,gedankenkreisen1 denen gegenber er sich noch als ,fremdling1 ja insgeheim noch als ,gegner fhlt1--aber mit jenem schnen ,wort im ,herzen3 ,ein ,sieg und eine eroberte ,schanze sind nicht mehr deine ,angelegenheit1 sondern die der ,wahrheit1--aber auch deine ,niederlage ist nicht mehr deine ,angelegenheit4 7,morgenrthe #cgj ,inwiefern der ,denker seinen ,feind liebt47 ,man muss dies im ,auge behalten1 wenn man ,nietzsches unvermitteltem ,gesinnungswechsel gerecht werden und die ,entstehung seines positivistischen ,erstlingswerkes begreifen will1--dieses ,werkes1 welches so berraschend und unerwartet seinem ,geiste entsprang4 ,erst im ,jahre #ahgf war die letzte der ,unzeitgemssen ,betrachtungen1 das in berstrmender ,begeisterung geschriebene ,bchlein ,richard ,wagner in ,bayreuth1 erschienen1 und schon in dem ,winter #ahgf_/ahgg entstand die erste seiner ,aphorismensammlungen3 ,menschliches1 ,allzumenschliches4 ,ein ,buch fr freie ,geister4 7,dem ,andenken ,voltaire's geweiht zur ,gedchtniss-,feier seines ,todestages1 des #cj4 ,mai #aggh7 nebst einem ,anhang3 ,vermischte ,meinungen und ,sprche4 7,verlag von ,ernst ,schmeitzner1 ,chemnitz1 #ahgh47 ,von keinem ,buche gilt mit grsserm ,recht das ,wort1 das er ber die ,werke dieser ,periode schrieb3 ,meine ,schriften reden nur von meinen ,ueberwindungen3 ich bin darin1 mit ,allem1 was mir feind war4-- -- --,einsam nunmehr1-- --nahm ich-- --,partei gegen mich und fr ,alles1 was gerade mir wehe that und hart fiel4 7,einfhrende ,vorrede zur ,neuen ,ausgabe von ,menschliches1 ,allzumenschliches ,,ii1 ,,viii47 ,jenes ,werk spiegelt den damaligen ,zustand seines ,geistes so deutlich wieder1 dass es zwei vllig von einander verschiedene ,bestandtheile zu enthalten scheint3 einerseits den noch unselbstndigen ,positivisten ,nietzsche1 der uns in den neu bernommenen ,theorien fast nichts ,eigenes giebt1 sondern uns nur darber orientirt1 wo er sich jetzt befindet1--in welche neue ,haut er sich fast passiv hat kleiden lassen2 andererseits den ,kmpfer und ,dulder ,nietzsche1 der sich entschlossen von den ehemaligen ,idealen losringt und uns in diesem ,kampfe eine ergreifende ,flle des originalsten ,gedankenlebens durch die ,inbrunst offenbart1 mit welcher er sich gegen sein eigenes altes ,selbst wehrt und sich selbst verwundet4 ,hieraus erklrt sich auch die ,leidenschaftlichkeit und ,rcksichtslosigkeit der ,angriffe1 die er gegen ,wagner und dessen ,ansichten richtet4 ,niemand ist weniger fhig zu ruhig abwgender ,gerechtigkeit als der1 welcher seinen ,ueberzeugungswechsel gerade vollzieht1--und dies nicht aus rein intellectuellen ,grnden1 sondern selber aus der ,tiefe des ,menschlichen1 ,allzumenschlichen seiner eigenen ,natur heraus4 ,keinen ,gedanken schleudern wir so weit1 so heftig von uns fort1 als denjenigen1 von dem wir uns soeben erst in schmerzlichem ,widerstreit getrennt haben1 und vor dem wir noch verletzt und erschttert1 voll geheimer ,wunden1 die unser ,stolz verbirgt1 dastehen3 es ist ,hass darin als ein ,nachklang unvergesslicher ,liebe4 ,durchaus bezeichnend fr das ,jhe und ,innerliche der ,wandlung ,nietzsches ist es1 dass sie auch diesmal ihren ,ausgang von einem persnlichen ,verhltniss nahm4 ,wie der bitterste ,stachel im ,kampf gegen das alte ,erkenntnissideal ein ,freundschaftsbruch war1 so verkrperte sich fr ,nietzsche auch der neue ,erkenntnisstypus wiederum in einer ,persnlichkeit4 ,je leidensvoller die ,einsamkeit1 in welche der ,freundschaftsbruch ihn zurckwarf1 desto mehr ,innigkeit gewann ,nietzsches ,beziehung zu ,paul ,re1 denn fr einen solchen ,einsamen ist der ,freund ein kstlicherer ,gedanke als fr die ,vielsamen1 wie er ,re einmal schreibt4 7#ca4 ,october #ahhj1 aus ,italien47 ,war sein ,verhltniss zu ,richard ,wagner durch die ,ausschliesslichkeit gekennzeichnet1 mit der ,nietzsche in ihm aufging und zu ihm aufsah3 durch seine ,jngerschaft1--so bildet sein ,freundschaftsbund mit ,re mehr eine geistige ,genossenschaft1 die selbst dadurch nicht behindert wurde1 dass die ,freunde fern von einander lebten1 und ,re nur zeitweise seinen ,wohnsitz in ,westpreussen verlassen konnte1 um mit ,nietzsche an verschiedenen ,orten zusammenzutreffen4 ,schon am #ai4 ,november #ahgg klagt ,nietzsche von ,basel aus1 wo er noch im ,kreise von ,gesinnungsgenossen lebte1 ber diese ,entfernung1 welche ihn1 infolge einer ,erkrankung ,res1 fr lngere ,zeit vom ,freunde getrennt hielt3 ,mge ich bald von ,ihnen1 mein ,freund1 hren1 dass die bsen ,krankheitsgeister ganz von ,ihnen gewichen sind2 dann bliebe mir fr ,ihr neues ,lebensjahr nichts zu wnschen brig1 als dass ,sie bleiben1 der ,sie sind und dass ,sie mir bleiben1 der ,sie im letzten ,jahre waren1-- -- -- -- -- -- -- --ich muss ,ihnen doch sagen1 dass ich in meinem ,leben noch nicht so viel ,annehmlichkeiten von der ,freundschaft gehabt habe1 wie durch ,sie in diesem ,jahre1 gar nicht von dem zu reden1 was ich von ,ihnen gelernt habe4 ,wenn ich von ,ihren ,studien hre1 so wssert mir immer der ,mund nach ,ihrem ,umgnge2 wir sind geschaffen dafr1 uns gut zu verstndigen1 ich glaube1 wir finden uns immer auf dem halben ,wege schon1 wie gute ,nachbarn1 die immer zur gleichen ,zeit den ,einfall haben1 sich zu besuchen1 und sich auf der ,grenze ihrer ,besitzungen einander entgegenzukommen4 ,vielleicht steht es ein wenig mehr in ,ihrer ,gewalt1 als in meiner1 die grosse rumliche ,entfernung zu berwinden2 darf ich in dieser ,beziehung fr das neue ,jahr hoffen8 ,ich selber bin gar zu elend und gebrechlich daran1 als dass ich nicht um die beste ,freude1 die es giebt1 bitten drfte1 selbst wenn die ,bitte unbescheiden ist--ein gutes ,gesprch unter uns ber menschliche ,dinge1 ein persnliches ,gesprch1 nicht ein briefliches1 zu dem ich immer untauglicher werde4-- -- -- -- -- ,je mehr ,nietzsches krperliches ,leiden ihn in die ,einsamkeit zwang1 je einsiedlerischer1 fern von allen ,menschen1 er leben musste1 um dieses ,leiden ertragen zu knnen1 desto sehnschtiger verlangt er nach dem ,freunde1 der seine ,einsamkeit zur ,zweisamkeit machen solle3 ,zehnmal tglich wnsche ich bei ,ihnen1 mit ,ihnen zu sein4 7,brief aus ,basel1 ,december #ahgh47 ,immer knpfe ich im ,geist meine ,zukunft mit der ,ihrigen zusammen4 7,aus ,genf1 ,mai #ahgi47 ,viele ,wnsche habe ich aufgeben mssen1 aber noch niemals den1 mit ,ihnen zusammenzuleben1--mein ,garten ,epikurs4 7,aus ,naumburg1 den letzten ,october #ahgi47 ,die heftigen ,schmerzen und ,anflle1 unter denen ,nietzsche litt1 weckten damals ,todesgedanken in ihm1 und diese geben einem jeden ,wiedersehen eine besonders tief empfundene ,bedeutung4 ,wie viel ,freude haben ,sie min gemacht1 mein lieber1 ausserordentlich lieber ,freund6 ruft er nach einem solchen aus4 ,also ich habe ,sie noch einmal gesehen und so gefunden1 wie mein ,herz mir die2 ,erinnerung bewahrt hatte2 wie ein bestndiger1 angenehmer ,rausch wars1 diese ,tage hindurch4 ,ich gestehe ,ihnen1 ich hoffe nicht mehr auf ein ,wiedersehn1 die ,erschtterung meiner ,gesundheit ist zu tief1 die ,qual zu anhaltend1 was ntzt mir alle ,selbstberwindung und ,geduld6 ,ja1 in ,sorrentiner ,zeiten gab es noch zu hoffen1 aber das ist vorbei4 ,so preise ich denn1 ,sie gehabt zu haben1 mein herzlich geliebter ,freund4-- -- -- ,die beiden ,freunde gelangten in diesen ,jahren zu um so bereinstimmenderen ,ansichten1 als ihre ,studien vielfach gemeinsame waren4 ,re vermittelte ,nietzsche meistens die ,bcher1 deren er bedurfte1 las dem ,augenleidenden vor und lebte mit ihm in einem stndigen1 theils brieflichen1 theils persnlichen ,verkehr und ,gedankenaustausch4 ,mein geliebter ,freund6 schreibt ,nietzsche nach einer etwas lnger whrenden ,trennung1 ,fr unser ,zusammensein1-- falls ich dieses ,glck doch noch erleben sollte1 ist viel in mir prparirt4 ,auch ein ,kistchen ,bcher steht fr jenen ,augenblick bereit1 ,realia betitelt1 es sind gute ,sachen darunter1 ber die ,sie sich freuen werden4 ,knnen ,sie mir ein lehrreiches ,buch1 womglich englischer ,abkunft1#g aber ins ,deutsche bersetzt und mit mit gutem1 grossem ,druck zusenden8--,ich lebe ganz ohne ,bcher1 als ,sieben-,achtel-,blinder1 aber ich nehme gern die verbotene ,frucht aus ,ihrer ,hand4--,es lebe das ,gewissen1 weil es nun eine ,historie haben wird und mein ,freund an ihm zum ,historiker geworden ist6 ,glck und ,heil auf ,ihren ,wegen4 ,von ,herzen ,ihnen nahe ,ihr ,friedrich ,nietzsche4 ,so schreibt er dem ,freunde immer wieder1 in verschiedenen ,wendungen3 ,bei allem ,guten1 das ,sie thun oder ,vorhaben1 wird auch fr mich der ,tisch gedeckt und mein ,appetit ist sehr lebendig nach ,realismus1 das wissen ,sie6 ,so wurde denn der ,realismus die ursprngliche ,form1 in der ,nietzsche den philosophischen ,realismus in sich aufnahm und den alten ,idealismus begrub4 ,schon das anonym erschienene kleine ,erstlingswerk ,res 7,berlin1 ,carl ,duncker1 #ahge71 dessen ,psychologische ,beobachtungen-- ,sentenzen im ,geist und ,stil ,la ,rochefoucaulds-- schtzte ,nietzsche nicht nur1 sondern er berschtzte es sogar1 wie ein noch jetzt erhaltener ,brief an den ,verfasser bekundet4 ,res ,lieblingsautoren wurden nun auch die seinigen3 die franzsischen ,aphoristiker1 die ,la ,rochefoucauld1 ,la ,bruyre1 ,vauvenargues1 ,chamfort1 beeinflussten um diese ,zeit ausserordentlich ,nietzsches ,stil und ,denken4 ,von den philosophischen ,schriftstellern ,frankreichs bevorzugte er mit ,re1 ,pascal und ,voltaire1 von den ,novellisten ,stendhal und ,mrime4 ,von ungleich tieferer ,bedeutung war jedoch fr ihn ,res zweites ,werk ,der ,ursprung der moralischen ,empfindungen 7,chemnitz1 ,ernst ,schmeitzner1 #ahgg7h1 das fr die nchste ,zeit gewissermassen ,nietzsches positivistisches ,glaubensbekenntnis bildete4 ,dadurch wurde er zu den englischen ,positivisten gefhlt1 an die ,re sich angeschlossen hatte1 und die auch ,nietzsche bald allen hnlichen deutschen ,werken vorzog4 ,die ,hauptanziehungskraft1 die der ,positivismus auf ihn ausbte1 lag vornehmlich in der ,beantwortung jener einen ,frage1 die ,re in seinem ,buch behandelte1 der ,frage nach der ,entstehung des moralischen ,phnomens4 ,fr ,re fiel sie zusammen mit der ,frage nach den ,grnden der ,sanction altruistischer ,empfindungen2 seine ,untersuchungen richteten sich hauptschlich gegen die ethischen ,systeme der bisherigen ,metaphysik4 ,da nun die ,ethik ,wagners und ,schopenhauers auf dem ,altruismus und dessen metaphysischem ,gefhlswerth fusst1 so musste ,nietzsche gerade in ,res ,buch die geeignetesten ,waffen zu seinem ,kampf gegen die verlassene ,weltanschauung finden4 ,der ,ursprung der moralischen ,empfindungen wurde der eigentliche ,gegenstand seiner ,forschung1 und man kann sein ,erstlingswerk kurz als den ,versuch bezeichnen1 zur vollen ,einsicht in die ,nichtigkeit seiner ehemaligen ,ideale zu gelangen durch die ,einsicht in ihre ,entstehungsgeschichte4 ,auf diesem ,wege wird sein gesammtes ,philosophiren zu einer ,analyse und ,geschichte menschlicher ,vorurtheile und ,irrthmer2 der ,metaphysiker wird zum ,psychologen und ,historiker und stellt sich auf den ,boden eines nchternen und consequenten ,positivismus4 ,er schloss sich aufs ,engste der englischen positivistischen ,schule an in ihrer bekannten ,zurckfhrung der moralischen ,werthurtheile und ,phnomene auf den ,nutzen1 die ,gewohnheit und das ,vergessen der ursprnglichen ,ntzlichkeitsgrnde2 es bedarf daher keiner besonderen ,erluterung seiner ,theorien2 es gengt auf die ,richtung hinzuweisen1 welcher er sie entnahm4 ,man vergleiche ,stellen wie die folgende in ,menschliches1 ,allzumenschliches3 ,die ,geschichte der-- -- --moralischen ,empfindungen verluft in folgenden ,hauptphasen4 ,zuerst nennt man einzelne ,handlungen gut oder bse ohne alle ,rcksicht auf deren ,motive1 sondern allein der ntzlichen oder schdlichen ,folgen wegen4 ,bald aber vergisst man die ,herkunft dieser ,bezeichnungen und whnt1 dass den ,handlungen an sich1 ohne ,rcksicht auf deren ,folgen1 die ,eigenschaft gut oder bse innewohne4 7,i #ci74 ,wie wenig moralisch she die ,welt ohne die ,vergesslichkeit aus6 ,ein ,dichter knnte sagen1 dass ,gott die ,vergesslichkeit als ,thrhterin an die ,tempelschwelle der ,menschenwrde hingelagert habe4 7,i #ib74 ,den ,weg1 auf dem die sogenannte ,moralitt der ,handlungen entstanden ist1 kann man mit den ,worten bezeichnen3--jetzt aus ,gewohnheit1 ,vererbung und ,anerziehung1 ursprnglich1 weil 7es7--ntzlicher und ehrebringender ist4 7,,ii #bf74 ,ferner1 ,der ,wanderer und sein ,schatten 7#dj73 ,die ,bedeutung des ,vergessens in der moralischen ,empfindung3 ,die selben ,handlungen1 welche innerhalb der ursprnglichen ,gesellschaft zuerst die ,absicht auf gemeinsamen ,nutzen eingab1 sind spter von anderen ,generationen auf andere ,motive hin gethan worden3 aus ,furcht oder ,ehrfurcht vor ,denen1 die sie forderten und anempfablen1 oder aus ,gewohnheit1 weil man sie von ,kindheit an um sich hatte thun sehen1 oder aus ,wohlwollen1 weil ihre ,ausbung berall ,freude und zustimmende ,gesichter schuf1 oder aus ,eitelkeit1 weil sie gelobt wurden4 ,solche ,handlungen1 an denen das ,grundmotiv1 das der ,ntzlichkeit1 vergessen worden ist1 heissen dann moralische4 ,der ,inhalt unseres ,gewissens ist ,alles1 was in den ,jahren der ,kindheit von uns ohne ,grund regelmssig gefordert wurde 7#eb71 indem dem einzelnen ,menschen das1 was in der ,geschichte der ,menschheit in der bezeichneten ,weise entstanden ist1 berliefert wird als eine ,summe religis sanctionirter und festgeprgter ,pflichtbegriffe4 ,die ,sitte resprsentirt die ,erfahrungen frherer ,menschen ber das vermeintlich ,ntzliche und ,schdliche1--aber das ,gefhl fr die ,sitte 7,sittlichkeit7 bezieht sich nicht auf jene ,erfahrungen als solche1 sondern auf das ,alter1 die ,heiligkeit1 die ,indiscutabilitt der ,sitte4 7,morgenrthe #ai74 ,so zieht sich durch das ganze ,werk hindurch1 was schon der ,titel charakteristisch andeutet3 die ,gedankenarbeit der ,zerstrung1 die rcksichtslose ,blosslegung der ,allzumenschlichkeit dessen1 was bisher heilig1 ewig1 bermenschlich hiess4 ,um zu sehen1 mit welcher schroffen ,einseitigkeit und ,uebertreibung sich ,nietzsche hier gegen sich selbst wandte1 lohnt es die ,mhe1 seinen nunmehrigen ,anschauungen in ,bezug auf diejenigen vier ,punkte nachzugehen1 die in seiner vorhergehenden philosophischen ,periode eine entgegengesetzte ,deutung erfahren hatten3 in ,bezug auf die ,bedeutung des ,dionysischen1 des ,dekadenz-,begriffs1 des ,unzeitgemssen1 und des ,geniecultus4 ,an ,stelle des ,dionysos steht hier der frher so viel geschmhte ,sokrates als ,schirmherr und ,tempelhter des neuen ,wahrheitstempels da4 ,wenn ,alles gut geht1 wird die ,zeit kommen1 da man1 um sich sittlich-vernnftig zu frdern1 lieber die ,memorabilien des ,sokrates in die ,hand nimmt1 als die ,bibel1 und wo ,montaigne und ,horaz als ,vorlufer und ,wegweiser zum ,verstndniss des einfachsten und unvergnglichsten ,mittler-,weisen1 des ,sokrates1 benuzt werden4 ,zu ihm fhren die ,strassen der verschiedendsten philosophischen ,lebensweisen zurck1 welche im ,grunde die ,lebensweisen der verschiedenen ,temperamente sind1 festgestellt durch ,vernunft und ,gewohnheit und allesammt mit ihrer ,spitze hin nach der ,freude am ,leben und am eignen ,selbst gerichtet4-- -- -- 7,der ,wanderer und sein ,schatten #hf74 ,dieser ,sieg des ,sokratischen1 der ,vernunft und weisen ,leidenschaftslosigkeit1 ber das ,dionysische1 ber die ,affectsteigerung und den selbstvergessenen ,lebensrausch1 gipfelt in dem ,satz1 dass der wissenschaftliche ,mensch die ,weiterentwickelung des knstlerischen 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #bbb71 und alles dessen sei1 was auf dem ,rausch anstatt auf der ,einsicht beruht1 denn3 an sich ist-- --der ,knstler schon ein zurckbleibendes ,wesen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #aei74 ,daher bedeutete fr ,griechenland das ,aufkommen des sokratischen ,geistes einen ungeheuren ,fortschritt4 ,die ,formen aus der ,fremde entlehnen1 nicht schaffen1 aber zum schnsten ,schein umbilden--das ist griechisch3 nachahmen1 nicht zum ,gebrauch1 sondern zur knstlerischen ,tuschung1-- -- --ordnen1 verschnern1 verflachen--so geht es fort von ,homer bis zu den ,sophisten des dritten und vierten ,jahrhunderts der neuen ,zeitrechnung1 welche ganz ,aussenseite1 pomphaftes ,wort1 begeisterte ,gebrde sind und sich an lauter ausgehhlte1 schein-1 klang- und effect-lsterne ,seelen wenden4--,und nun wrdige man die ,grsse jener ,ausnahme ,griechen1 welche die ,wissenschaft schufen4 ,wer von ihnen erzhlt1 erzhlt die heldenhafteste ,geschichte des menschlichen ,geistes6 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,,ii #bba2 ,vergleiche auch ,morgenrthe #edd ber das damalige ,jauchzen ber die neue ,erfindung des vernnftigen ,denkens47 ,die ,abkunft alles ,gefhlsmssigen von ,urtheilen und ursprnglichen ,gedankenschlssen wird deshalb ,denen entgegengestellt1 die dem ,affectleben als dem hchsten ,leben das ,wort reden4 --,gefhle sind nichts ,letztes1 ,ursprngliches1 hinter den ,gefhlen stehen ,urtheile und ,werthschtzungen1 welche in der ,form von ,gefhlen uns vererbt sind4 ,die ,inspiration1 die aus dem ,gefhle stammt1 ist das ,enkelkind eines ,urtheils--und oft eines falschen6--und jedenfalls nicht deines eigenen6 ,seinem ,gefhle vertrauen--das heisst seinem ,grossvater und seiner ,grossmutter und deren ,grosseltern mehr gehre hen als den ,gttern1 die in uns sind3 unserer ,vernunft und unserer ,erfahrung4 7,morgenrthe #ce74 ,die edlen ,schwrmer1 welche die ,unterordnung des ,fhlens unter das vernnftige ,denken zu verhindern suchen1 verfhren dadurch zu einer ,lasterhaftigkeit des ,intellectes4 7,morgenrthe #edc74 ,diesen schwrmerischen ,trunkenbolden verdankt die ,menschheit viel bles3-- -- --,zu alledem pflanzen jene ,schwrmer mit allen ihren ,krften den ,glauben an den ,rausch als an das ,leben im ,leben3 einen furchtbaren ,glauben6 ,wie die ,wilden jetzt schnell durch das ,feuerwasser verdorben werden und zu ,grunde gehen1 so ist die ,menschheit-- -- --langsam und grndlich durch die geistigen ,feuerwsser trunken machender ,gefhle-- -- --verdorben worden3 7,morgenrthe #ej74-- -- --daran denken sie nicht1 dass die ,erkenntniss auch der hsslichsten ,wirklichkeit schn ist1-- -- --,das ,glck der ,erkennenden mehrt die ,schnheit der ,welt-- -- --2-- --zwei so grundverschiedene ,menschen1 wie ,plato und ,aristoteles1 kamen in dem berein1 was das hchste ,glck ausmache1-- --3 sie fanden es im ,erkennen1 in der ,thtigkeit eines wohlgebten findenden und erfindenden ,verstandes 7nicht etwa in der ,intuition1 nicht in der ,vision1 und ebenfalls nicht im ,schaffen1--7-- 7,morgenrthe #eej74 ,damit fllt der bisherige ,genie-,cultus3#i ,ach1 um den wohlfeilen ,ruhm des ,genie's6 ,wie schnell ist sein ,thron errichtet1 seine ,anbetung zum ,brauch geworden6 ,immer noch liegt man vor der ,kraft auf den ,knieen--nach alter ,sclaven-,gewohnheit --und doch ist1 wenn der ,grad von ,verehrungswrdigkeit festgestellt werden soll1 nur der ,grad der ,vernunft in der ,kraft entscheidend4 7,morgenrthe #edh74--;,es ist die ,zeit angebrochen fr die strengen und schlichten ,geister1 die bermssige ,verherrlichung der knstlerischen ,genialitt steht der fortschreitenden ,vermnnlichung der ,menschheit entgegen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #adg74 ,scheinbar kmpft das ,genie wohl fr die hhere ,wrde und ,bedeutung des ,menschen1 es will sich die glnzenden1 tiefsinnigen ,deutungen des ,lebens durchaus nicht nehmen lassen und wehrt sich gegen nchterne1 schlichte ,methoden und ,resultate1 anstatt zurckzutreten gegenber der hherstehenden wissenschaftlichen ,hingebung an das ,wahre in jeder ,gestalt1 erscheine diese auch noch so schlicht4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #adf74 ,wenn man die sogenannte ,inspiration untersucht1 so zeigt sich1 dass nicht so sehr das ,wunder einer zeugenden ,phantasie1 sondern ebenfalls nur die ,urtheilskraft sichtend1 ordnend1 whlend1 das ,kunstwerk erzeugt1--wie man jetzt aus den ,notizbchern ,beethoven's ersieht1 dass er die herrlichsten ,melodien allmhlich zusammengetragen und aus vielfachen ,anstzen gewissermaassen ausgelesen hat4-- -- -- -- --die knstlerische ,improvisation steht tief im ,verhltniss zum ernst und mhevoll erlesenen ,kunstgedanken4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #aee7 ,daher ist ,genie in viel hherem ,grade erlernbar1 als meist angenommen wird3 ,redet nur nicht von ,begabung1 angeborenen ,talenten6 ,es sind grosse ,mnner aller ,art zu nennen1 welche wenig begabt waren4 ,aber sie bekamen ,grsse1 wurden ,genie's1-- -- --3 sie hatten ,alle jenen tchtigen ,handwerker-,ernst1 welcher erst lernt1 die ,theile vollkommen zu bilden1 bis er es wagt1 ein grosses ,ganzes zu machen2 sie gaben sich ,zeit dazu1 weil sie mehr ,lust am ,gutmachen des ,kleinen1 ,nebenschlichen hatten1 als an dem ,effecte eines blendenden ,ganzen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #afc74 ,der ,drang1 das ,wunder der ,genialitt zu erklren und herabzusetzen1 ist hier1 wo es in ,nietzsches ,gedanken dem ,wagner-,wunder gilt1 ebenso stark1 wie spter1 in seiner letzten ,geistesperiode1 der ,drang1 dem ,genie--diesmal dem eigenen ,genie--das ,wort zu sprechen und es auf das hchste zu glorificiren4 ,hier erscheint ihm sogar jede wahrhafte ,grsse als ein ,verhngniss1 weil sie viele schwchere ,krfte und ,keime zu erdrcken sucht1 whrend es nur gerecht und wnschenswerth sei1 dass nicht nur einzelne ,grosse leben1 sondern dass ebenfalls den schwcheren und zarteren ,naturen auch ,luft und ,licht gegnnt 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #aeh7 werde4 ,das ,vorurtheil zu ,gunsten der ,grsse3 ,die ,menschen berschtzen ersichtlich alles ,grosse und ,hervorstechende4-- -- --,die extremen ,naturen erregen viel zu sehr die ,aufmerksamkeit2 aber es ist auch eine viel geringere ,cultur nthig1 um von ihnen sich fesseln zu lassen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #bfj74 ,er findet nicht ,worte genug1 um den ,hochmuth derer zu geissein1 die sich von der ,allgemeinheit ausgenommen wissen wollen3 es ist ,phantasterei1 von sich zu glauben1 dass man eine ,meile ,wegs voraus sei und dass die gesammte ,menschheit unsere ,strasse ziehe4 ,man soll der hochmthigen ,vereinsamung nicht so leicht das ,wort reden 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #cge74 ,denn diese ,phantasterei beruht meistens auf einer eitlen ,selbsttuschung ber die ,motive unseres ,thuns und ,lassens2 der wahre ,denker weiss1 dass eine so starke ,betonung der ,rangunterschiede unter den ,menschen unberechtigt ist1 und dass das ,menschliche1 selbst in seinen edelsten und hchsten ,regungen1 noch ein ,allzumenschliches bleibt4 ,kraft dieser ,einsicht ist er imstande1 sich mit allen ,uebrigen auf ,eine ,stufe zu stellen und sich gerade dadurch denkend ber sein eignes unzulngliches ,wesen zu erheben4 ,vielleicht1 dass es eine ,zukunft giebt1 wo dieser ,muth des ,denkens so angewachsen sein wird1 dass er als der usserste ,hochmuth sich ber den ,menschen und ,dingen fhlt1--wo der ,weise als der am meisten ,muthige sich selber und das ,dasein am meisten unter sich sieht8 7,morgenrthe #eea74 ,deshalb besitzt der ,weise die ,neigung1 die menschlichen ,handlungen auf ihre ,allzumenschlichkeit zu prfen3 ,man wird selten irren1 wenn man extreme ,handlungen auf ,eitelkeit1 mittelmssige auf ,gewhnung und kleinliche auf ,furcht zurckfhrt4 7,menschliches1 ,allzumenschliches #agd74 ,die ,bedeutung der ,eitelkeit als eines ,hauptmotivs der menschlichen ,handlungen wird immer neu betont und erwogen1--wie ihr auch in ,res ,buch ein besonderes ,capitel gewidmet war4 ,wer die ,eitelkeit bei sich leugnet1 besitzt sie gewhnlich in so brutaler ,form1 dass er instinctiv vor ihr das ,auge schliesst1 um sich nicht verachten zu mssen4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,,ii #ch74 ,wie arm wre der menschliche ,geist ohne die ,eitelkeit6 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #gi74 ,die ,eitelkeit1 das menschliche ,ding an sich4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,,ii #df74 ,die rgste ,pest knnte der ,menschheit nicht so schaden1 als wenn eines ,tages die ,eitelkeit aus ihr entschwnde4 7,der ,wanderer und sein ,schatten #bhe74 ,denn auch das1 was wir uns gewhnt haben1 fr ,kraftgefhl und ,machtbewusstsein inneren hchsten ,werthes anzusehen1 ist meistens nur ein ,ausfluss der ,eitelkeit1 sich hervorzuthun4 ,der ,mensch will fr mehr gelten1 als er eigentlich seiner ,kraft nach zu gelten berechtigt ist4 ,er merkt zeitig1 dass nicht ,das1 was er ist1 sondern ,das1 was er gilt1 ihn trgt oder niederwirft3 hier ist der ,ursprung der ,eitelkeit4 7,der ,wanderer und sein ,schatten #aha4 ,die ,eitelkeit als die grosse ,ntzlichkeit471--wo ,nietzsche den ,mchtigen gleichsetzt mit dem ,eitlen1 ,listigen1 ,klugen1 der die eigne ,furchtsamkeit und ,wehrlosigkeit dadurch verbirgt1 dass er sich ,ansehen verschafft4 ,die einschlgigen ,aussprche stehen im schrfsten ,gegensatz zu seiner sptem ,anschauung der ,sklaven- und ,herrennaturen1 sowie der ursprnglichen ,gemeinwesen4 7,vergl4 auch den ,aphorismus ,eitelkeit als ,nachtrieb des ungesellschaftlichen ,zustandes in ,der ,wanderer und sein ,schatten #ca47 ,die ,eitelkeit schwindet in dem ,maasse1 als sich der hher stehende ,mensch der ,gleichheit oder doch der ,aehnlichkeit menschlicher ,motive bewusst wird und sich selbst in der ihn allen ,andern gleichstellenden ,allzumenschlichkeit seiner ,triebe erkennt4 ,der einzige wahrhaft werthbestimmende ,unterschied zwischen den ,menschen liegt ausschliesslich in der ,art und dem ,grade ihres intellectuellen ,vermgens2 die ,menschen veredeln heisst demnach nichts anderes1 als ,einsicht unter sie tragen4 ,selbst das1 was vom moralischen ,standpunkt aus als bse bezeichnet wird1 erweist sich meistens als bedingt durch geistige ,verkmmerung und ,verrohung4 ,viele ,handlungen werden bse genannt und sind nur dumm1 weil der ,grad der ,intelligenz1 welcher sich fr sie entschied1 sehr niedrig war4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #ajg74 ,die ,unfhigkeit1 den ,schaden oder das ,weh1 welches man ,andern zufgt1 richtig zu taxiren1 lsst den sogenannten ,verbrecher1 den in seiner ,geistesentwickelung ,zurckgebliebenen1 als besonders grausam und herzlos erscheinen4 ,ob der ,einzelne den ,kampf um das ,leben so kmpft1 dass die ,menschen ihn gut1 oder so1 dass sie ihn bse nennen1 darber entscheidet das ,maass und die ,beschaffenheit seines ,intellects4 7,menschliches4 ,allzumenschliches ,i #ajd74 ,die ,menschen1 welche jetzt grausam sind1 mssen uns als ,stufen frherer ,culturen gelten1------4 ,es sind zurckgebliebene ,menschen1 deren ,gehirn1 durch alle mglichen ,zuflle im ,verlaufe der ,vererbung1 nicht so zart und vielseitig fortgebildet worden ist4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #dc74 ,es sind die ,menschen des ,niedergangs4 ,je vorgeschrittener aber ein ,mensch1 desto mehr verfeinert1 mildert1 ja verdnnt sich gewissermassen die rohe ,instinctkraft der ursprnglichen ,leidenschaften1 aus der noch die ,handlungen des ,zurckgebliebenen quellen4--,gute ,handlungen sind sublimirte bse2 bse ,handlungen sind vergrberte1 verdummte1 gute4 -- -- --,die ,grade der ,urtheilsfhigkeit entscheiden1 wohin ,jemand sich-- -- --hinziehen lsst4-- -- -- --,ja1 in einem bestimmten ,sinne sind auch jetzt noch alle ,handlungen dumm1 denn der hchste ,grad von menschlicher ,intelligenz-- -- --wird sicherlich noch berboten werden3 und dann-- -- --wird der erste ,versuch gemacht1 ob die ,menschheit aus einer moralischen sich in eine weise ,menschheit umwandeln knne4 7,menschliches1 ,all-zurnenschliches ,i #ajg74 ,ihr ,merkzeichen aber wird sein1 dass in den ,menschen der gewaltthtige ,instinct schwcher1 die ,gerechtigkeit in ,allen grsser wird1 ,gewalt und ,sclaverei aufhrt4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #deb74 ,beneidenswerth sind ,diejenigen1 in denen sich durch generationenlange ,gewhnung ein milder1 mitleidsvoller und liebevoller ,sinn vererbt hat3 ,die ,herkunft von guten ,ahnen macht den chten ,geburtsadel aus2 eine einzige ,unterbrechung in jener ,kette1 ,ein bser ,vorfallr also hebt den ,geburtsadel auf4 ,man soll ,jeden1 welcher von seinem ,adel redet1 fragen3 hast du keinen gewaltthtigen1 habschtigen1 ausschweifenden1 boshaften1 grausamen ,menschen unter deinen ,vorfahren8 ,kann er darauf in gutem ,wissen und ,gewissen mit ,nein antworten1 so bewerbe man sich um seine ,freundschaft4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #def74 ,das beste ,mittel1 jeden ,tag gut zu beginnen1 ist3 beim ,erwachen daran zu denken1 ob man nicht wenigstens einem ,menschen an diesem ,tage eine ,freude machen knne4 ,wenn dies als ein ,ersatz fr die religise ,gewhnung gelten drfte1 so htten die ,menschen einen ,vortheil bei dieser ,aenderung4 ,und diese ,verherrlichung der zarten und mitleidigen ,regungen auf ,kosten nicht nur der brutalen ,roheit1 sondern auch der begeisterten ,leidenschaft des religisen oder knstlerischen ,rausches klingt aus in der schnen ,begrndung der ,religionslosigkeit3 ,es ist nicht genug ,liebe und ,gte in der ,welt1 um noch davon an eingebildete ,wesen wegschenken zu drfen4 7,menschliches1 ,allzumenschlichen #aabi74aj ,wir werden spter sehen1 wie stark sich ,nietzsches letzte ,philosophie gegen diese ,auffassung der ,mitleids ,moral und der ,abschwchung des ,instinctlebens richtet1 ,und wie ihm nur derjenige der hchststehende ,mensch heissen wird1 der die ganze ,flle der leidenschaftlichen ,triebe und ,instincte in sich birgt1--also der bse ,mensch4 ,noch ist ihm aber ausserhalb der ,gte und ,selbstlosigkeit kein ,menschenwerth denkbar1 weil nur diese die ,ueberwindung der thierischen ,vergangenheit darstellen4 ,deshalb sollte man den ,weisen allein zugleich gut nennen1 nicht weil er anders geartet ist als der ,unweise1 sondern weil die ursprngliche menschliche ,beschaffenheit in ihm vergeistigt und dadurch die ,wildheit in seinen ,anlagen besnftigt worden ist 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #ef74 ,die volle ,entschiedenheit des ,denkens und ,forschens1 also die ,freigeisterei1 zur ,eigenschaft des ,charakters geworden1 macht im ,handeln massig3 denn sie schwcht die ,begehrlichkeit 7,ebendaselbst #dfd74 ,dabei verschwindet immer mehr-- -- --die bermssige ,erregbarkeit des ,gemthes4 ,er 7der ,weise7 geht zuletzt wie ein ,naturforscher unter ,pflanzen1 so unter ,menschen herum und nimmt sich selber als ein ,phnomen wahr1 welches nur seinen erkennenden ,trieb stark anregt 7,ebendaselbst #bed74 ,alle menschliche ,grsse beruht auf einer ,verfeinerung des ,instinctmssigen2 der hchste ,mensch entsteht durch das ,abstreifen des ,thierischen1 als ein ,nicht-mehr-,thier1 rein negativ gedacht2 er ist als das dialektische und vernnftige ,wesen das ,ueber-,thier 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #dj71 in dem sich eine neue ,gewohnheit1 die des ,begreifens1 ,nicht-,liebens1 ,nicht-,hassens1 ,ueberschauens allmhlich anpflanzen kann 7,ebendaselbst #ajg74 ,ein ,ueber-,mensch hingegen1 als ein ,wesen von positiven neuen und hheren ,eigenschaften1 galt ,nietzsche damals als vollendete ,phantasterei und seine ,erfindung als der strkste ,beweis menschlicher ,eitelkeit4 ,es msste geistigere ,geschpfe geben1 als die ,menschen sind1 blos um den ,humor ganz auszukosten1 der darin liegt1 dass der ,mensch sich fr den ,zweck des ganzen ,weltendaseins ansieht1 und die ,menschheit sich ernstlich nur mit ,aussicht auf eine ,welt-,mission zufrieden giebt 7,der ,wanderer und sein ,schatten #ad74 ,ehemals suchte man zum ,gefhl der ,herrlichkeit des ,menschen zu kommen1 indem man auf seine gttliche ,abkunft hinzeigte3 diess ist jetzt ein verbotener ,weg geworden1 denn an seiner ,thr steht der ,affe1 nebst anderem greulichen ,gethier1 und fletscht verstndnissvoll die ,zhne1 wie um zu sagen3 nicht weiter in dieser ,richtung6 ,so versucht man es jetzt in der entgegengesetzten ,richtung3 der ,weg1 wohin die ,menschheit geht1 soll zum ,beweise ihrer ,herrlichkeit-- -- --dienen4 ,ach1 auch damit ist es ,nichts6-- -- -- -- --,wie hoch die ,menschheit sich entwickelt haben mge--und vielleicht wird sie am ,ende gar tiefer1 als am ,anfang stehen6--es giebt fr sie keinen bergang in eine hhere ,ordnung1 so wenig die ,ameise und der ,ohrwurm am ,ende ihrer ,erdenbahn zur ,gottverwandtschaft und ,ewigkeit emporsteigen4 ,das ,werden schleppt das ,gewesensein hinter sich her3 warum sollte es von diesem ewigen ,schauspiele eine ,ausnahme geben6 ,fort mit solchen ,sentimentalitten6 7,morgenrthe #di74 ,vermchte ein ,mensch das ,leben ganz zu erkennen1 so msste er am ,werthe des ,lebens verzweifeln2 gelnge es ihm1 das ,gesammtbewusstsein der ,menschheit in sich zu fassen und zu empfinden1 er wrde mit einem ,fluche gegen das ,dasein zusammenbrechen1--denn die ,menschheit hat im ,ganzen keine ,ziele1 folglich kann der ,mensch-- -- --nicht darin seinen ,trost und ,halt finden1 sondern seine ,verzweiflung 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #cc74 ,daher lautet der erste ,grundsatz des neuen ,lebens3 man soll das ,leben auf das ,sicherste1 ,beweisbarste hin einrichten3 nicht wie bisher auf das ,entfernteste1 ,unbestimmteste1 ,horizont-,wolkenhafteste hin 7,der ,wanderer und sein ,schatten #caj74 ,man soll wieder zum guten ,nachbar der nchsten ,dinge 7,der ,wanderer und sein ,schatten #af7 werden und1 anstatt im ,unzeitgemssen der fernsten ,vergangenheit und ,zukunft zu schwelgen1 die hchsten ,erkenntnissgedanken der eigenen ,zeit in sich verkrpern4 ,denn es ist der ,menschheit nunmehr1 anstelle all jener phantastischen ,ziele1 die ,erkenntnis der ,wahrheit als das einzige ungeheure ,ziel' 7,morgenrthe #de7 vor ,augen zu stellen4 ,dem ,lichte zu--deine letzte ,bewegung2 ein ,jauchzen der ,erkenntniss--dein letzter ,laut 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #bib74 ,es ist mglich1 dass ein solcher berhandnehmender ,intellectualismus ihr ,glck und ihre ,lebensfhigkeit beeintrchtigt1 dass er also in einem gewissen ,sinne ein ,decadenz-,symptom ist1--aber hier deckt sich der ,begriff der ,decadenz mit dem der edelsten ,grsse3 ,vielleicht selbst1 dass die ,menschheit an dieser ,leidenschaft der ,erkenntniss zu ,grunde geht6-- -- --,sind die ,liebe und der ,tod nicht ,geschwister8-- --wir wollen ,alle lieber den ,untergang der ,menschheit1 als den ,rckgang der ,erkenntniss6 7,morgenrthe #dbi74 ,ein solcher ,tragdien-,ausgang der ,erkenntniss 7,morgenrthe #de7 wre gerechtfertigt1 denn fr sie ist kein ,opfer zu gross3 ,fiat veritas1 pereatvita6 ,dieses ,wort fasste damals ,nietzsches ,erkenntnissideal zusammen1-- dasselbe ,wort1 gegen das er sich noch kurz zuvor mit der grssten ,erbitterung gewendet hatte1 und das er nur wenige ,jahre spter wieder ebenso heftig bekmpfen sollte1 so dass die ,umkehrung desselben als die ,quintessenz sowohl seiner ursprnglichen als auch seiner spteren ,lehre gelten kann4 ,das ,lebenwollen um jeden ,preis1 auch um den ,preis der ,lebenserkenntniss1 --das ist die neue ,lehre1 die ,nietzsche spter jener ,lebensmdigkeit entgegenstellte1 deren ,einsicht in der ,werthlosigkeit alles ,geschaffenen gipfelt3 ,in der ,reife--des ,lebens und des ,verstandes berkommt den ,menschen das ,gefhl1 dass sein ,vater ,unrecht hatte1 ihn zu zeugen 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #chf72 denn ,jeder ,glaube an ,werth und ,wrdigkeit des ,lebens beruht auf unreinem ,denken 7,ebendaselbst #cc74 ,verfolgt man ,nietzsches ,gedanken in dieser ,gruppe von ,werken1 so kann man deutlich herausempfinden1 unter welchem inneren ,zwange er sie zu immer schroffem ,consequenzen zuspitzte1 und mit welchem ,grade von ,selbstberwindung dies jedesmal geschah4 ,aber gerade infolge des ,gegensatzes1 in dem diese ,erkenntnissrichtung zu seinem innersten ,bedrfen und ,verlangen stand1 wurde die ,erkenntniss der ,wahrheit fr ihn zu einem ,ideal1--gewann sie fr ihn die ,bedeutung einer hheren1 von ihm selbst unterschiedenen1 ihm schlechthin berlegenen ,macht4 ,der ,zwang1 dem er sich damit unterwarf1 befhigte ihn ihr gegenber zu einem enthusiastischen1--fast religisen ,verhalten und ermglichte ihm jene 'religis motivirte ,selbstspaltung1 deren ,nietzsche bedurfte1--jene ,selbstspaltung1 durch die der ,erkennende auf sein eigenes ,wesen und dessen ,regungen und ,triebe herabblicken kann wie auf ein zweites ,wesen4 ,indem er sich so gleichsam der ,wahrheit als einer ,idealmacht opferte1 gelangte er zu einer ,affect-,entladung religiser ,art1 die eine viel intensivere ,gluth in ihm erzeugen musste1 als sie sich jemals an einer warmen1 kampflosen ,befriedigung seiner innern ,wnsche und ,neigungen htte entznden knnen4 ,so erscheint in dieser ,periode1 paradox genug1 sein ganzer ,kampf wider den ,rausch1 seine ganze ,verherrlichung der ,affectlosigkeit lediglich als ein ,versuch1 sich durch diese ,selbstvergewaltigung zu berauschen4 ,daher vollzog er seine ,wandlung in einem ussersten ,extrem2 ja man knnte sagen3 die ,energie1 mit welcher er sich zu einem lauten1 rckhaltlosen ,ja6 der neuen ,denkweise gegenber aufrafft1 stelle nur den ,gewaltact eines ,nein6 dar1 mit dem er seine eigne ,natur und ihre tiefsten ,bedrfnisse zu unterjochen strebt4 ,jene vorurteilslose ,klte und ,ruhe des ,erkennenden1 sein ,ideal in dieser ,geistesperiode1 begriff fr ihn eine ,art sublimer ,selbstfolterung in sich1 und er ertrug sie nur1 indem er dabei die ,leiden seines ,seelenlebens entschlossen als eine ,krankheit auffasste1 als eine von den ,krankheiten1 in denen ,eisumschlge noth thun 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #ch71--und auch wohl thun1--denn die scharfe ,klte ist so gut ein ,reizmittel als ein hoher ,wrmegrad4 ,deshalb tritt seine ,uebereinstimmung mit ,res ,gedankenrichtung nirgends so vollstndig zu ,tage als gerade in dem ,erstlingswerk ,menschliches1 ,allzumenschliches1 zu einer ,zeit also1 wo er am schwersten unter seiner ,trennung von ,wagner und dessen ,metaphysik litt4 ,daher ,hess er sich in seinem bertriebenen ,intellectualismus vielfach von der persnlichen ,eigenart ,res leiten4 ,er formte sich auf ,grund derselben ein ganz bestimmtes ,idealbild1 das ihm zur ,richtschnur diente3 die ,ueberlegenheit des ,denkers ber den ,menschen1 die ,nichtachtung aller ,schtzungen1 welche dem ,affectleben entspringen1 die unbedingte und rckhaltlose ,hingabe an die wissenschaftliche ,forschung erstand vor ihm als ein neuer und hherer ,typus des erkennenden ,menschen und verlieh seiner ,philosophie ihr eigenthmliches ,geprge4 ,im ,bedrfniss1 die rein wissenschaftlichen ,gedanken1 die er dem ,positivismus entnahm1 in einer menschlichen ,form verkrpert zu denken1 verfing er sich im ,bild einer einzelnen1 ganz bestimmten ,persnlichkeit1 die ihm selbst durchaus entgegengesetzt war1 und marterte sich damit1 die ,zge dieses ,bildes noch zu verschrfen4 ,dass er immer wieder zu seiner ,entwickelung der ,selbstverneinung1 zu seiner ,geistessteigerung der freiwilligen ,schmerzen bedurfte1 erklrt auch hier den scheinbaren ,widerspruch1 dass er1 um seine ,selbstndigkeit aus dem ,bannkreise ,wagners und der ,metaphysik zu retten1 sich wieder unter fremden ,bann stellte1 sein ,selbst aufzugeben suchte4 ,denn weder im ,charakter der philosophischen ,richtung noch in dem des persnlichen ,verhltnisses lag eine ,veranlassung dazu2 die ,grnde blieben vielmehr rein innerlicher ,natur4 ,sie allein trieben ihn zum engen ,anschluss an einen ,andern und dessen ,gedanken2 sietrieben ihn1 gleichsam aus einem ,collectivgeist 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #ahj7 heraus zu denken und zu schaffen4 ,in diesem ,sinne konnte er bei ,uebersendung seines ,menschlichen1 ,allzumenschlichen dem ,freunde schreiben3 ,ihnen gehrt's1--den ,andern wird's geschenkt6 und gleich darauf hinzufgen3 ,alle meine ,freunde sind jetzt einmthig1 dass mein ,buch von ,ihnen geschrieben sei und herstamme3 weshalb ich zu dieser neuen ,vaterschaft gratulire6 ,es lebe der ,realismus6 ,es stellte sich eben zwischen den beiden ,freunden eine eigenthmliche ,art der ,ergnzung heraus1 die derjenigen ganz entgegengesetzt war1 welche einst zwischen ,nietzsche und ,wagner bestanden hatte4 ,fr ,wagner1 als das ,kunstgenie1 musste ,nietzsche der ,denker und ,erkennende sein1 der wissenschaftliche ,vermittler der neuen ,kunstcultur4 ,jetzt hingegen war in ,re der ,theoetiker gegeben1 und ,nietzsche ergnzte ihn dadurch1 dass er die praktischen ,consequenzen der ,theorien zog und ihre innere ,bedeutung fr ,cultur und ,leben festzustellen suchte4 ,an diesem ,punkt1 bei der ,frage nach dem ,werth1 schied sich die geistige ,eigenart der ,freunde4 ,so hrte der ,eine da auf1 wo der ,andere anfing4 ,re1 als ,denker von schroffer ,einseitigkeit1 liess sich durch solche ,fragen nicht beeinflussen2 ihm ging der knstlerische1 philosophische1 religise ,geistesreichthum ,nietzsches ganz ab1 dagegen war er von ,beiden der schrfere ,kopf4 ,mit ,staunen und ,interesse sah er1 wie seiae fest und sauber gesponaenen ,gedankenfden sich unter ,nietzsches ,zauberhnden in lebendige frischblhende ,ranken verwandelten4 ,fr ,nietzsches ,werke ist es charakteristisch1 dass selbst ihre ,irrthmer und ,fehler noch eine ,flle von ,anregung enthalten1 die ihre allgemeine ,bedeutung erhht1 selbst wo jene ihren wissenschaftlichen ,werth verringern4 ,im ,gegensatz dazu ist es fr ,res ,schriften bezeichnend1 dass sie mehr ,mngel als ,fehler besitzen2 dies drckt wohl am klarsten aus der ,schlusssatz des kurzen ,vorwortes zum ,ursprung der moralischen ,empfindungen3 ,in dieser ,schrift sind ,lcken1 aber ,lcken sind besser1 als ,lckenbsser6 ,nietzsches geniale ,vielseitigkeit hingegen erschliesst neue ,einblicke gerade in ,gebiete1 zu denen der ,logik der ,schlssel fehlt1 in denen diese sich gezwungen sieht1 dem ,wissen seine ,lcken zu lassen4 ,whrend fr ,nietzsche die leidenschaftliche ,verschmelzung des ,gedankenlebens mit dem gesammten ,innenleben charakteristisch war1 bildete einen ,grundzug von ,res geistigem ,wesen die schroffe und bis zum ,aeussersten gehende ,scheidung von ,denken und ,empfinden4 ,nietzsches ,genialitt entsprang dem lebensvollen ,feuer hinter seinen ,gedanken1 welches sie in einem so herrlichen ,lichte ausstrablen liess1 wie sie es auf dem ,wege der logischen ,einsicht allein nicht htten gewinnen knnen2 ,res ,geistesstrke beruhte auf der kalten ,unbeeinflussbarkeit des ,logischen durch das ,psychische1 auf der ,schrfe und klaren ,strenge seines wissenschaftlichen ,denkens4 ,seine ,gefahr lag in der ,einseitigkeit und ,abgeschlossenheit dieses ,denkens1 in einem ,mangel an jener weitgehenden und feinen ,witterung1 die mehr ,verstndniss als ,verstand verlangt2 ,nietzsches ,gefahr lag gerade in seiner unbegrenzten ,anempfindungsfhigkeit und der ,abhngigkeit seiner ,verstndeseinsichten von allen ,regungen und ,erregungen seines ,gemths4 ,selbst da1 wo seine jeweilige ,denkweise momentan mit geheimen ,wnschen und ,herzenstrieben in ,widerspruch zu gerathen schien1 schpfte er doch seine hchste ,erkenntnisskraft aus dem wilden ,kampf und ,widerstreit mit solchen ,wnschen und ,trieben4 ,res ,geistesart hingegen schien selbst dann noch jede ,betheiligung des ,gemthslebens an ,erkenntnissfragen auszuschliessen1 wenn einmal das ,erkenntnissresultat seinem individuellen ,empfinden entsprach4 ,denn der ,denker in ihm blickte berlegen und fremd auf den ,menschen in ihm herab und saugte demselben dadurch gewissermaassen einen ,theil seiner ,energie aus1 und mit der ,energie den ,egoismus4 ,an dessen ,stelle gab es in diesem ,charakter nichts als eine tiefe1 lautere1 unbegrenzte ,gte des ,wesens1 deren ,aeusserungen in einem interessanten und ergreifenden ,gegensatz standen zu der kalten ,nchternheit und ,hrte seines ,denkens4 ,nietzsche aber besass umgekehrt jene hochfliegende ,selbstliebe1 die sich selbst so lange in ihre ,erkenntnissideale hinein verlegt1 bis sie sich fast mit ihnen verwechselt und der ,welt mit der ,begeisterung des ,apostels und ,bekehrers gegenbertritt4 ,so lag hinter aller theoretischen ,uebereinstimmung der ,freunde eine um so tiefere ,verschiedenheit des ,empfindens unter der ,gedankenhlle verborgen4 ,was durchaus der natrliche ,ausdruck der geistigen ,eigenart des ,einen war1 war fr den ,andern der volle ,gegensatz der seinigen2 aber eben darum ,beiden dasselbe ,ideal4 ,nietzsche schtzte und berschtzte an ,re1 was ihm selbst am schwersten fiel1 weil eben fr ihn in einem solchen ,selbstzwang wieder die innere ,bedeutung seiner ,wandlung lag3 ,mein lieber ,freund und ,vollender6 nennt er ihn deshalb in einem ,briefe1 wie sollte ich es auch aushalten1 ohne von ,zeit zu ,zeit meine eigene ,natur gleichsam in einem gereinigten ,metall und in einer erhhtem ,form zu sehen1--ich1 der ich selber ,bruchstck-- -- --bin und durch selten1 selten gute ,minuten in das bessere ,land hinausschaue1 wo die ganzen und vollstndigen ,naturen wandeln6 ,aber diese von sich selbst absehende ,hingebung ist nur der ,weg1 auf dem er sich innerhalb einer neuen ,weltanschauung zu einem eigenen neuen ,selbst durchringt2 es ist nur der leidende ,zustand1 in dem er den aufgenommenen fremden ,geistessamen zu seinem eignen lebensvollen ,originalgeist umschafft und ausgestaltet4 ,es sind wie immer die ,geburtswehen1 die seine neue ,schpfung begleiten und es ihm verbrgen1 dass er sich mit2 seinem ganzen ,wesen und allen seinen ,krften in ihr2 ausleben und erneuern wird4 ,die ,geschichte also1 wie ,nietzsche sich in dieser ,wandlung entwickelt und sie wieder verlsst1 ist wesentlich eine ,geschichte seines innern ,erlebens1 seiner ,seelenkmpfe4 ,in den hierhergehrigen ,werken1--von seinem ,erstgeborenen und ,schmerzenskinde ,menschliches1 ,allzumenschliches an1 bis hinein in die tiefbewegte freudige ,stimmung der ,frhlichen ,wissenschaft1 die gewissermassen schon der folgenden ,geistesperiode angehrt1 liegt diese ,entwicklung vor uns ausgebreitet4 ,in ihnen allen hat er in einer ,reihe von ,aphorismensammlungen das ,bild und ,ideal des ,freigeistes aufrichten wollen1 des freien ,geistes in seinen ,gedanken ber alle ,gebiete des ,wissens und des ,lebens und noch mehr in der ,flle seiner ,gedankenerlebnisse selbst4 ,die ,grundstimmung1 aus der ein jedes dieser ,bcher hervorgegangen ist1 prgt sich jedesmal als das eigentlich ,charakteristische an demselben schon im ,titel aus4 ,niemals sind ,nietzsches ,titel zufllig1 indifferent oder abstractem ,stoff entnommen1 sie sind ganz und gar ,bilder innerer ,vorgnge1 ganz und gar ,symbole4 ,so fasste er auch den ,grundinhalt seiner einsamen ,denkerexistenz am ,schluss der ,siebzigerjahre in wenigen ,worten zusammen1 als er auf das ,titelblatt des zweiten ,werkes schrieb3 ,der ,wanderer und sein ,schatten 7,chemnitz #ahhj1 ,ernst ,schmeitzner74 ,aus der ,hitze der ersten1 leidenschaftlichen ,kmpfe ist er hier in die ,einsamkeit seiner selbst eingekehrt2 aus dem ,krieger wurde ein ,wanderer1 der statt feindseliger ,angriffe auf die verlassene ,geistesheimath nunmehr das ,land seiner freiwilligen ,verbannung danach durchforscht1 ob der steinige ,boden sich nicht anbauen lasse1 ob nicht auch er irgendwo seine fette ,erdkrume besitze4 ,der laute ,zwiespalt mit dem ,gegner hat sich in die ,stille eines ,zwiegesprchs mit sich selbst aufgelst3 der ,einsame hrt seinen eigenen ,gedanken zu wie einer mehrstimmigen ,unterhaltung1 er lebt in ihrer ,gesellschaft wie unter ihrem ihn berall hin begleitenden ,schatten4 ,noch erscheinen sie ihm dster1 einfrmig und gespenstisch1 ja1 so hoch und drohend emporgewachsen1 wie es ,schattengebilde nur sind1 wenn die ,sonne im ,untergang steht4 ,aber nicht lange mehr1 denn seine ,nhe streift ihnen allmhlich alles ,schattenhafte ab3 was ,gedanke war und farblose ,theorie1 das erhlt ,klang und ,blick1 ,gestalt und ,leben4 ,ist dies doch der innere ,process seiner ,aneignung und ,umschaffung des ,neuen und ,ungewohnten3 dass er ihm ,leben einhaucht1 dass er ihm zu voller ,lebensflle verhilft4 ,man mchte sagen3 ,nietzsche whlt sich die dstersten ,gedankenschatten aus1 um sie mit seinem eigenen ,blut zu nhren1 um sie1 sei es auch unter ,wunden und ,verlusten1 zuletzt dennoch zu seinem eigenen lebendigen ,selbst verwandelt zu sehen1 zu seinem ,doppel-,selbst4 ,in dem ,maasse als die ,gedanken1 mit denen er sich umgiebt1 von dem ganzen ,reichthum seines ,wesens in sich aufnehmen1 in dem ,maasse als sie sich langsam mit der ganzen wunderbaren ,kraft und ,gluth desselben sttigen1 wird die ,stimmung immer gehobener und getroster4 ,man fhlt3 hier geht ,nietzsche ,schritt um ,schritt den ,weg zu sich selbst1 beginnt heimisch zu werden in seiner neuen ,haut1 beginnt sich in seiner ,eigenart auszuleben1 ihm ist wie einem ,wanderer1 der nach harter ,mhsal endlich nach ,hause kommt4 ,er will nicht mehr dasselbe ,ziel des ,denkens erreichen1 wie sein ,genosse ,paul ,re1 er will das ,seine3 dies hrt man sogar schon aus ,briefen heraus1 in denen er immer noch den ,theoretiker bewundert3 ,immer mehr bewundere ich brigens1 wie gut gewappnet ,ihre ,darstellung nach der logischen ,seite ist4 ,ja1 so etwas kann ich nicht machen2 hchstens ein bischen seufzen oder singen1--aber beweisen1 dass es ,einem wohl im ,kopfe wird1 das knnen ,sie1 und daran ist hundertmal mehr gelegen4 ,in solchem ,singen und ,seufzen hatte sich gerade die eigene ,genialitt seinem ,bewusstsein aufgedrngt1 als die ,gabe zu den herrlichsten ,klagegesngen und ,siegeshymnen1 die jemals eine ,gedankenschlacht begleiteten1 als die ,schpfergabe1 auch noch den nchternsten1 den hsslichsten ,gedanken in innere ,musik umzusetzen4 ,lebte doch der ,musiker in ihm sich nicht mehr auf eigene ,kosten aus1 er ging mit auf1 ein ,einzelton1 in der neuen grossen ,melodie des ,ganzen4 ,und dies giebt in der ,that seinen ,werken und ,gedanken zu dieser ,zeit noch eine ganz besondere ,bedeutung3 die neue ,einheitlichkeit1 die sein ,wesen dadurch gewonnen hat1 dass alle seine ,triebe und ,talente allmhlich dem einen grossen ,ziele des ,erkennens dienstbar gemacht worden sind4 ,der ,knstler1 der ,dichter1 der ,musiker ,nietzsche1 anfangs gewaltsam zurckgedrngt und unterdrckt1 beginnt wieder sich ,gehr zu verschaffen1 aber unterthan dem ,denker in ihm und dessen ,zielen2-- --dies hat ihn dazu befhigt1 von seinen neuen ,wahrheiten in einer ,weise zu singen und zu seufzen die ihn zum ersten ,stilisten der ,gegenwart erhoben haben4#aa ,seinen ,stil auf ,ursachen und ,bedingungen hin prfen ist daher mehr1 als die blosse ,ausdrucksform seiner ,gedanken untersuchen3 es bedeutet1 ,nietzsche in seinem innersten ,grundwesen belauschen4 ,denn der ,stil dieser ,werke ist entstanden durch die opferwillige und begeisterte ,verschwendung grosser knstlerischer ,talente zu ,gunsten des strengen ,erkennens1--durch das ,bestreben1 nur dieses strenge ,erkennen und nichts als dieses auszusprechen1 aber nicht in abstracter ,allgemeinheit1 sondern in individualisirtester ,nancirung1--so wie es sich in allen ,regungen einer ergriffenen und erschtterten ,seele wiederspiegelt4 ,die lebendigste ,innerlichkeit und ,flle hatte ,nietzsche schon in den ,werken seiner ersten ,geistesperiode in vollendete ,form zu giessen verstanden1--aber erst jetzt lernte er1 sie mit der ,schrfe und ,klte nchternen ,denkens zu verbinden3 wie ein goldener ,ring umschliesst dieses die ,lebensflle in einem jeden seiner ,aphorismen und verleiht ihnen gerade hierdurch ihren eigenthmlichen ,zauber4 ,so schuf ,nietzsche gewissermaassen einen neuen ,stil in der ,philosophie1 die bis dahin nur den ,ton des ,wissenschafters oder die dichterische ,rede des ,enthusiasten vernommen hatte3 er schuf den ,stil des ,charakteristischen1 der den ,gedanken nicht nur als solchen1 sondern mit dem ganzen ,stimmungsreichthum seiner seelischen ,resonanz ausspricht1 mit all den feinen und geheimen ,gefhlsbeziehungen1 die ein ,wort1 ein ,gedanke weckt4 ,durch diese ,eigenart meistert ,nietzsche nicht nur die ,sprache1 sondern hebt zugleich ber die ,grenze sprachlicher ,unzulnglichkeit hinaus1 indem er durch die ,stimmung miterklingen lsst1 was sonst im ,worte stumm bleibt4 ,in keines ,andern ,geist aber konnte das bloss ,gedachte so vllig zu etwas wirklich ,erlebtem werden1 wie in ,nietzsches ,geist1 denn keines ,andern ,leben ging je so vllig darin auf1 mit dem ganzen innern ,menschen am ,denken schpferisch zu werden4 ,seine ,gedanken hoben sich nicht1 wie es gewhnlich der ,fall ist1 vom wirklichen ,leben und dessen ,ereignissen ab3 sie machten vielmehr das eigentliche und einzige ,lebensereigniss dieses ,einsamen aus4 ,und dem gegenber erschien ihm auch der lebensvollste ,ausdruck1 den er fr sie fand1 noch blass und leblos3 ,ach1 was seid ihr doch1 ihr meine geschriebenen und gemalten ,gedanken6 so klagt er in dem schnen ,schluss-,aphorismus von ,jenseits von ,gut und ,bse 7#bif74 ,es ist nicht lange her1 da wart ihr noch so bunt1 jung und boshaft1 voller ,stacheln und geheimer ,wrzen1 dass ihr mich niesen und lachen machtet--und jetzt8-- -- --,welche ,sachen schreiben und malen wir denn ab1 wir ,mandarinen mit chinesischem ,pinsel1 wir ,verewiger der ,dinge1 welche sich schreiben lassen1 was vermgen wir denn allein abzumalen8 ,ach1 immer nur ,das1 was eben welk werden will und anfngt1 sich zu verriechen6 ,ach1 immer nur abziehende und erschpfte ,gewitter und gelbe spte ,gefhle6 ,ach1 immer nur ,vogel1 die sich mde flogen und verflogen und sich nun mit der ,hand haschen lassen1--mit unserer ,hand6--,und nur euer ,nachmittag ist es1 ihr meine geschriebenen und gemalten ,gedanken1 fr den allein ich ,farben habe1 viel ,farben vielleicht1 viel bunte ,zrtlichkeiten und fnfzig ,gelbs und ,brauns und ,grns und ,roths3--aber ,niemand errth mir daraus1 wie ihr in eurem ,morgen aussahet1 ihr pltzlichen ,funken und ,wunder meiner ,einsamkeit1 ihr meine alten1 geliebten-- -- --schlimmen ,gedanken6 ,es gehrt ganz wesentlich dazu1 dass man sich ,nietzsche bei seinen stillen und einsamen ,wanderungen vorstelle1 ein paar ,aphorismen mit sich herumtragend als das ,resultat langer stummer ,selbstunterhaltung1--nicht ber den ,schreibtisch gebckt1 nicht mit der ,feder in der ,hand3 ,ich schreib nicht mit der ,hand allein3 ,der ,fuss will stets mit ,schreiber sein4 singt er in der ,frhlichen ,wissenschaft 7,scherz1 ,list und ,rache #eb74 ,gebirge und ,meer umgeben ihn bei seinen ,gedanken-,wandelungen als der wirkungsvolle ,hintergrund fr die ,gestalt dieses ,einsamen4 ,am ,hafen von ,genua trumte er seine ,trume1 sah eine neue ,welt am verhllten ,horizont empordmmern in der ,morgenrthe und fand das ,wort seines ,zarathustra 7,,ii #e73 -- --aus dem berflsse heraus ist es schn hinaus zu blicken auf ferne ,meere4 ,im ,engadiner ,gebirge aber erkannte er sich selbst wie in einer ,wiederspiegelung von ,klte und ,gluth1 aus deren ,mischung alle seine ,kmpfe und ,wandlungen hervorgegangen waren4 ,in mancher ,natur-,gegend entdecken wir uns selber wieder1 mit angenehmem ,grausen2 es ist die schnste ,doppelgngerei1 sagt er davon 7,der ,wanderer und sein ,schatten #cch71 -- -- --in dem gesammten-- -- -- ,charakter dieser ,hochebene1 welche sich ohne ,furcht neben die ,schrecknisse des ewigen ,schnees hingelagert hat1 hier1 wo ,italien und ,finnland zum ,bunde zusammengekommen sind und die ,heimath aller silbernen ,farbentne der ,natur zu sein scheint3 ,von diesem ,ort mit seinen kleinen1 abgelegenen ,seen1 aus denen ihn die ,einsamkeit selber mit ihren ,augen anzusehen schien1 sagt er auch in einem ,briefe3 ,seine ,natur ist der meinigen verwandt1 wir wundem uns nicht ber einander1 sondern sind vertraulich zusammen4 ,aeusserlich betrachtet1 hatte ihn allerdings sein ,kopf- und ,augenleiden gezwungen1 rein aphoristisch zu arbeiten1 aber auch seiner geistigen ,eigenart entsprach es immer mehr1 seine ,gedanken nicht in der fortlaufenden ,kette vor sich zu sehen1 wie man sie1 systematisch arbeitend1 auf dem ,papier fixirt1 sondern ihnen zuzuhren wie in einem ,gesprch zu ,zweien1 einem immer wieder abgebrochenen und immer wieder aufgenommenen1 von ,einzelheiten ausgehenden ,dialog1--der seinen ,ohren fr ,unerhrtes 7,also sprach ,zarathustra ,i #be71 vernehmbar wurde gleich gesprochenem ,wort4 ,schreiben kann ich nicht1 obschon ich es herzlich gern thun mchte1 schreibt er auf einer ,postkarte 7,januar #ahha aus ,italien74 ,ach1 die ,augen6 ,ich weiss mir damit gar nicht mehr zu helfen1 sie halten mich frmlich mit ,gewalt ferne von der ,wissenschaft--und was habe ich ausserdem6 ,nun1 die ,ohren6 knnte man sagen4 ,aber mit diesem ,lauschen und ,horchen nahm er es sehr genau1 und es giebt keinen ,satz in seinen ,bchern1 auf den nicht ,anwendung findet1 was er einmal in einem seiner ,briefe schreibt3 ,ich bin immer von sehr feinen ,sprachdingen occupirt2 die letzte ,entscheidung ber den ,text zwingt zum scrupulsesten ,hren von ,wort und ,satz4 ,die ,bildhauer nennen diese letzte ,arbeit3 ad unguem4 ,als ,nietzsche im ,jahre #ahha sein drittes ,werk auf positivistischer ,grundlage1 die ,morgenrthe 7,chemnitz #ahha1 ,ernst ,schmeitzner71 vollendete1 da war in ihm der ,process einer ,verlebendigung und ,individualisirung der aufgenommenen ,theorien schon vollkommen zum ,abschluss gelangt ,dieses ,werk und in ebenso hohem ,grade das nchstfolgende erscheinen mir daher als die bedeutendsten und gehaltvollsten seiner mittleren ,geistesperiode4 ,denn in ihnen ist es ihm gelungen1 praktisch den bertriebenen ,intellektualismus zu berwinden1 dem er sich in ,menschliches1 ,allzumenschliches noch ohne ,weiteres in freiwilliger ,selbstmarterung unterworfen hatte1-- es ist ihm gelungen1 denselben innerlich und individuell zu ergnzen und menschlich zu vertiefen1 ohne die wissenschaftliche ,grundlage1 auf die er sich gestellt hatte1 unter den ,fssen zu verlieren1--ohne die ,strenge der ,erkenntnissmethode zu lockern1 mit der er seinen ,problemen nachging4 ,nietzsches eigene ,natur hatte ihm geholfen1 die ,einseitigkeiten und ,hrten seiner praktischen ,philosophie zu widerlegen1 und einen lebensvolleren ,typus des ,erkennenden aus den ,gedankenkmpfen der letzten ,jahre herauszugestalten4 ,denn die ,unterordnung des ,affektlebens unter das ,denken hatte sich1 wie wir sahen1 in ,nietzsche vermge einer so gewaltigen inneren ,hingebung an das ,wahrheitsideal vollzogen1 dass gerade dadurch ihm die ,bedeutung des ,affectlebens fr das ,denken aufgehen musste4 ,unmerklich verschob sich ihm damit der ,hauptaccent von dem rein intellectuellen ,vorgang auf die ,macht des ,gefhls1 die sich in den ,dienst auch noch der nchternsten und hsslichsten ,wahrheiten zu stellen vermag1 bloss weil sie ,wahrheiten sind4 ,so beginnt denn schon wieder an ,stelle der ,verstandeskraft die ,seelenkraft zu dem zu werden1 was den ,rang des ,denkers als ,menschen bestimmt4 ,und es ist leicht zu sehen1 wie auf diesem ,wege allmhlich der ,werth einer ganz neuen ,denkweise ,nietzsche aufgehen musste1--einer allem ,verstandesmssigen berhaupt abholden ,philosophie4 ,in keinem seiner ,bcher lassen sich so sehr wie in der ,morgenrthe die feinen ,uebergnge und ,gedankenverbindungen nachweisen1 die von seiner positivistischen ,geistesperiode in die darauf folgende einer mystischen ,willensphilosophie hinberleiten4 ,der ,uebergang von einem ,alten zu einem ,neuen macht1 hnlich wie im ,menschlichen1 ,allzumenschlichen1 den hohen ,reiz und ,werth des ,buches aus4 ,aber in ganz entgegengesetzter ,weise wie dort1 wo wir theoretisch der vollendeten ,thatsache eines ,gesinnungswechsels gegenberstehen1 in den sich das leidende ,gefhl erst allmhlich hineinzufinden sucht4 ,hier dagegen wird jede ,mglichkeit einer ,theorien-,aenderung noch mit ,heftigkeit zurckgewiesen als ,versuchungen des wissenschaftlichen ,menschen1 whrend die ,seele schon begehrlich und tastend ihre ,fhlhrner immer wieder nach dem ,verbotenen ausstreckt1 wie sehr der ,verstand es ihr auch verwehrt4 ,so sind es ,aeusserungen leisen ,schwankens1 einzelne ,ausbrche tief erregten ,seelenlebens1 denen wir ahnungsvoll das ,zuknftige entnehmen1 weil sie in diesem ,gemthszustand eine ungewollte ,naivett und ,unmittelbarkeit besitzen1 die ,nietzsche sonst vollstndig abgeht4 ,hier verrth er sich fortwhrend1 ohne es zu ahnen1 indem er den ,anlass zu jeder ,versuchung prft und tadelt1--er entblsst das ,geheime und ,verborgene seines ,innenlebens1 sodass wir zu sehen glauben1 wie sein vergangenes und sein zuknftiges ,selbst mit einander hinter dem ,rcken der scheinbar unangetasteten ,verstandesphilosophie das ,bekenntniss heimlichen ,hffens und ,verlangens austauschen4 ,in der ,auflehnung gegen dieses heimliche ,hoffen und ,verlangen ruft er sich in dem ,aphorismus ,nicht die ,leidenschaft zum ,argument der ,wahrheit machen6 7,morgenrthe #edc7 die ,worte zu3 ,oh1 ihr-- -- --edlen ,schwrmer1 ich kenne euch6-- -- -- -- --,bis zum ,hass gegen die ,kritik1 die ,wissenschaft1 die ,vernunft treibt ihr es6-- -- --,farbige ,bilder1 wo ,vernunftgrnde noth thten6 ,gluth und ,macht der ,ausdrcke6-- -- --,ihr versteht euch darauf1 zu beleuchten und zu verdunkeln1 und mit ,licht zu verdunkeln6-- -- -- -- --,wie drstet ihr darnach1 ,menschen in diesem ,zustande --es ist der der ,lasterhaftigkeit des ,intellectes --zu finden und an ihrem ,brande eure ,flammen zu entznden6-- -- -- ,erst in ,nietzsches letzter ,philosophie begreift man ganz1 wie sehr er selbst es ist1 an den er die ,mahnung richtet3 ,nichts wre verkehrter1 als abwarten wollen1 was die ,wissenschaft ber die ersten und letzten ,dinge einmal endgltig feststellen wird1-- -- --,der ,trieb1 auf diesem ,gebiete durchaus nur ,sicherheiten haben zu wollen1 ist ein religiser ,nachtrieb1 nichts ,besseres1-- 7,der ,wanderer und sein ,schatten #af74 ,aber inmitten zahlreicher derartiger ,auflehnungen gegen sich selbst1 bricht dann auch vereinzelt der ,ueberdruss durch an der strengen ,selbstbescheidung des ,verstandes-,erkennens und an--der ,tyrannei des ,wahren3--ich wsste nicht1 warum die ,alleinherrschaft und ,allmacht der ,wahrheit zu wnschen wre2-- -- -- --man muss sich von ihr im ,unwahren ab und zu erholen knnen1--sonst wird sie uns langweilig1-- 7,morgenrthe #ejg74 ,und sehnschtig ruft er sogar den von ihm geschmhten ,knstlern zu3 ,oh1 wollten doch die ,dichter wieder werden1 was sie einstmals gewesen sein sollen3--,seher1 die uns ,etwas von dem ,mglichen erzhlen6 ,wollten sie uns von den zuknftigen ,tugenden ,etwas vorausempfinden lassen6 ,oder von ,tugenden1 die nie auf ,erden sein werden1 obschon sie irgendwo in der ,welt sein knnten1--von purpurnglhenden ,sternbildern und ganzen ,milchstrassen des ,schnen6 ,wo seid ihr1 ihr ,astronomen des ,ideals8 7,morgenrthe #eea74 ,so sehen wir in der ,morgenrthe nicht nur1 wie er gegen die heimlich in ihm aufsteigenden ,gelste ankmpft1 sondern wie er ihnen auch schon nachgiebt1 in der hingegebenen ,sehnsucht nach etwas ,neuem1 in der ,ahnung eines vor ihm aufsteigenden ,erkerintnisszieles4 ,beides ist in charakteristischer ,weise mit einander vermischt1 insofern ja die hchste ,gluth der ,seele1 die ,nietzsche fr ein ,erkenntnissideal aufwendet1 bei ihm stets den bereits beginnenden ,niedergang desselben ,ideals anzeigt1 dem er sich zur ,zeit der ,unbeirrtesten ,ueberzeugung von dessen ,wahrheit und ,nothwendigkeit nur mit ,widerstreben gefgt hatte4 ,dies ist die ,sonnenbahn der ,idee1 wie er sie selbst auf ,grund eigener ,erfahrung geschildert hat3 ,wenn eine ,idee am ,horizonte eben aufgeht1 ist gewhnlich die ,temperatur der ,seele dabei sehr kalt4 ,erst allmhlich entwickelt die ,idee ihre ,wrme1 und am heissesten ist diese-- --1 wenn der ,glaube an die ,idee schon wieder im ,sinken ist4 7,der ,wanderer und sein ,schatten #bjg47 ,sich selbst aber charakterisirt er in derselben ,schrift 7#cca7 mit den ,worten3 ,jene ,personen1 welche langsam beginnen und schwer in einer ,sache heimisch werden1 haben nachher mitunter die ,eigenschaft der sttigen ,beschleunigung1--sodass zuletzt ,niemand weiss1 wohin der ,strom sie noch reissen kann4 ,die ,macht der langsam und schwer1 aber um so verhngnissvoller und unwiderstehlicher entzndeten ,innerlichkeit1-- diese berschumende ,flle1 musste ihn schliesslich dem ,positivismus entfremden und zu neuen ,gedankenfernen fhren4 ,schon sieht er im vollsten ,gegensatz zur frher verherrlichten ,affectlosigkeit sein ,ideal darin1 dass der ,erkennende der ,mensch ,eines hohen ,gefhls1 die ,verkrperung einer einzigen grossen ,stimmung sei2 es soll ihm eben ,das der gewhnliche ,zustand sein1 was bisher als die mit ,schauder empfundene ,ausnahme hier und da einmal in unseren ,seelen eintrat3 eine fortwhrende ,bewegung zwischen hoch und tief und das ,gefhl von hoch und tief1 ein bestndiges ,wie-auf-,treppen-steigen und zugleich ,wie-auf-,wolken-ruhen4 7,frhliche ,wissenschaft #bhh47 ,vor einem solchen ,erkennenden steht jetzt als ,lockung was ihm ehemals als ,gefahr galt3 ,einmal den ,boden verlieren6 ,schweben6 ,irren6 ,toll sein6 7,frhliche ,wissenschaft #df47 ,und in der ,morgenrthe 7#bga7 heisst es unter der ,ueberschrift ,feststimmung3 ,gerade fr jene ,menschen1 welche am hitzigsten nach ,macht streben1 ist es unbeschreiblich angenehm1 sich berwltigt zu fhlen6 ,pltzlich und tief in ein ,gefhl1 wie in einen ,strudel hinabzusinken6 ,sich die ,zgel aus der ,hand reissen zu lassen1 und einer ,bewegung wer weiss wohin8 zuzusehen6 ,in einer solchen ,feststimmung des ,ueberflusses und ,ueberschusses1 langsam aus den nchternsten ,erkenntnissen herausgeschpft und angesammelt1--in einem solchen ,zauber der ,ausspannung und ,erholung nach langem ,arbeitstag1 gleitet ,nietzsche in eine ,welt der ,mystik hinein4 ,in einer solchen ,selbstberwltigung besiegt der eigene ,sieg den ,sieger4 ,es ist das ,glck des ,gegensatzes1 das er darin sucht1 des ,gegensatzes zum ,khlen1 ,strengen1 ,verstandesmssigen der positivistischen ,denkweise3 die ,erkenntniss neu gegrndet auf die begeisterten ,eingebungen des ,gefhls1 des ,affectlebens1 und unterthan gemacht dem ,schaffensdrang des ,willens4 ,diese ,morgenrthe ist kein blasses1 kaltes1 rckwrts leuchtendes ,aufklrungslicht mehr1--hinter ihr erhebt sich schon eine wrmende1 lebenzeugende ,sonne1 und whrend er selbst noch im grauen ,zwielicht der ,dmmerung dasteht1 sind seine ,augen schon sehnschtig auf diesen hellen verheissenden ,schein am ,horizont gerichtet4 ,es gibt so viele ,morgenrthen1 die noch nicht geleuchtet haben6 schrieb er mit den ,worten des ,rig-veda als ,motto auf das ,titelblatt1 ohne dass er noch zu glauben wagte1 er selbst sei berufen1 ein solches ,leuchten am ,himmel der ,erkenntniss zu entznden1 ,das ,buch enthlt ,gedanken ber die moralischen ,vorurtheile1 wie dem ,titel ergnzend beigefgt ist1 und damit will es scheinbar noch dem zersetzenden1 negirenden ,geiste der vorhergehenden ,werke angehren2 aber darber schwebt schon ein trumender1 hoffender ,geist1 der zwar nur hier und da vollen ,ausdruck findet1 aber schweigend sinnt1 wie es zu ermglichen wre1 aus allen ,vorurtheilen heraus zu neuen ,werthurtheilen zu gelangen1 wie es mglich wre1 zum ,schpfer neuer ,werthe zu werden4 ,wenn endlich auch alle ,bruche und ,sitten vernichtet sind1 auf welche die ,macht der ,gtter1 der ,priester und ,erlser sich sttzt1 wenn also die ,moral im alten ,sinne gestorben sein wird3 dann kommt--ja was kommt dann8 7,morgenrthe #if47 ,der ,sturz1 der ,abbruch des ,alten ist eben kein ,ende mehr1 vielmehr ein ,ausblick1 ein ,anfang und ein ,appell an alle besten ,geisteskrfte4 ,es kommt eben noch etwas1--die ,hauptsache kommt noch6 verspricht die ,morgenrthe und wird immer heller und rther4 ,ein ,jahr nach ,verffentlichung der ,morgenrthe schrieb ,nietzsche denn auch zum ersten ,mal wieder ber neue philosophische ,hoffnungen und ,femplne3 -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- ,nun1 liebste ,freundin1 ,sie haben immer fr mich ein gutes ,wort in ,bereitschaft1 es macht mir grosse ,freude1 ,ihnen zu gefallen4 ,die frchterliche ,existenz der ,entsagung1 welche ich fhren muss und welche so hart ist1 wie je eine asketische ,lebenseinschnrung1 hat einige ,trostmittel1 die mir das ,leben immer noch schtzenswerter machen als das ,nichtsein4 ,einige grosse ,perspectiven des geistig sittlichen ,horizonts sind meine mchtigste ,lebensquelle4 ,ich bin so froh darber1 dass gerade auf diesem ,boden unsere ,freundschaft ihre ,wurzeln und ,hoffnungen treibt4 ,niemand kann so von ,herzen sich ber ,alles freuen1 was von ,ihnen gethan und geplant wird6 ,treulich ,ihr ,freund ,f4 ,n4 ,und kurz darauf ruft er am ,schlsse eines anderen ,briefes aus3 ,auch ich habe jetzt ,morgenrthen um mich1 und keine gedruckten6 ,was ich nie mehr glaubte1-- -- -- --das erscheint mir jetzt als mglich1--als die goldene ,morgenrthe am ,horizonte all' meines zuknftigen ,lebens-- -- --4 ,diese ,stimmung1 die mit der ,gewalt der ,sehnsucht eine neue ,geisteswelt fern am ,horizont heraufbeschwor1 damit sie ,ersatz bte fr alles1 was ,zweifel und ,kritik zerstrt hatten1 klingt am deutlichsten durch in den ,schlussworten der ,morgenrthe1 in denen ,nietzsche seine kritische und negirende ,denkrichtung selber als einen ,wegweiser zu neuen ,idealen aufzufassen sucht3 ,warum doch gerade in dieser ,richtung1 dorthin1 wo bisher alle ,sonnen der ,menschheit untergegangen sind8 ,wird man vielleicht uns einstmals nachsagen1 dass auch wir1 nach ,westen steuernd1 ein ,indien zu erreichen hofften1--dass aber unser ,loos war1 an der ,unendlichkeit zu scheitern8 ,oder1 meine ,brder8 ,oder--8 7,morgenrthe1 ,schluss47 ,als ,nietzsche im ,jahre #ahhb seine ,frhliche ,wissenschaft vollendete1 da war ihm sein ,indien bereits zur ,gewissheit geworden3 er glaubte gelandet zu sein an den ,ksten einer fremden1 noch namenlosen1 ungeheuren ,welt1 von der nichts anderes bekannt sei1 als dass sie jenseits alles dessen liegen msse1 was von ,gedanken angefochten1 von ,gedanken zerstrt werden kann4 ,ein weites1 scheinbar uferloses ,meer zwischen ihm und jeder ,mglichkeit einer erneuten begrifflichen ,kritik1--jenseits aller ,kritik meinte er festen ,boden gefasst zu haben4 ,der bermthige ,jubel dieser ,gewissheit klingt in den ,versen wieder1 die er in das ,widmungs-,exemplar seiner ,frhlichen ,wissenschaft schrieb3 ,freundin1 sprach ,columbus1 traue ,keinem ,genuesen mehr6 ,immer starrt er in das ,blaue ,fernstes zieht ihn allzusehr6 ,wen er liebt1 den lockt er gerne ,weit hinaus in ,raum und ,zeit1-- eber uns glnzt ,stern bei ,sterne ,um uns braust die ,ewigkeit4 ,aber er irrte sich in ,bezug auf die vllige ,neuheit und ,jenseitigkeit des ,landes1--es war der umgekehrte ,irrthum des ,columbus1 der1 das ,alte suchend1 das ,neue fand4 ,denn ,nietzsche war in der ,that1 ohne es zu bemerken1 nach einer ,weltumseglung von der entgegengesetzten ,seite an die ,kste eben desjenigen ,landes zurckgelangt1 von welchem er ursprnglich ausgegangen1 und welches er fr immer im ,rcken gelassen zu haben glaubte1 als er sich von der ,metaphysik abwandte4 ,wir werden es an allen ,werken seiner letzten ,geistesperiode erkennen1 in wiefern sie wieder aus jenem alten ,boden hervorgewachsen sind1 wenn auch in ihrem ,wachsthum und ihrer ,eigenart beeinflusst durch die ,erfahrungen der letzten ,jahre4 ,unstreitig hatte ein ,hauptwerth der positivistischen ,denkrichtung fr ,nietzsche darin gelegen1 dass sie ihm wenigstens innerhalb gewisser ,grenzen wirklich ,spielraum fr alle diese ,stimmungs-,uebergnge und ,gefhlsschwankungen zu bieten vermochte und ihn dadurch eine ,zeit lang festhielt4 ,sie schlug ihn nicht in ,fesseln1 wie es die ,metaphysik nothwendig gethan hatte1 sondern wies ihm nur eine ,wegerichtung2 sie brdete ihm nicht ein ,erkenntnisssystem auf1 sondern gab ihm im wesentlichen nur eine neue ,erkenntnissmethode an die ,hand4 ,darum war auch seine ,emancipation von ihr keine so gewaltsame und pltzliche wie seine ,wagnerwandlung1 sie war1 anstatt eines ,fesselsprengens1 ein allmhliches ,sich-,verfliegen und ,sich-,verlaufen1--all mein ,wandern und ,bergsteigen3 eine ,noth war's nur und ein ,behelf des ,unbeholfenen3--fliegen allein will mein ganzer ,wille6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #ai47 ,ich habe gehen gelernt3 seitdem lasse ich mich laufen6 7,i #ed47 ,aber wohl vollzog sie sich ebenso unaufhaltsam und unwiderruflich1 wie die vorhergehende ,wandlung4 ,denn ber die rein empiristische ,betrachtungsweise seiner ,probleme1 ber die principielle ,beschrnkung auf das ,erfahrungsgebiet1 musste ,nietzsche irgend wann einmal wieder hinaus2 einer ,philosophie der letzten und hchsten ,dinge in irgend einer ,form konnte er1 der ganzen ,art seines ,geistes nach1 nicht dauernd entsagen4 ,es konnte sich im ,grunde nur darum handeln1 auf welchem stillen4 ,seitenweg er sich wieder dorthin zurckschleichen wrde1--wo die ,gtter und die ,uebermenschen hausen4 ,nietzsche schreibt einmal an ,re3 ,ach1 liebster1 guter ,freund1 mit dem schmerzlichsten ,bedauern lese ich-- -- --die ,nachricht ,ihres ,krankseins4 ,was soll aus uns werden1 wenn wir in unseren besten ,jahren so elend dahinwelken8-- -- --,will uns das ,schicksal ein schnes ,greisenalter aufsparen1 weil unsere ,denkweise diesem am natrlichsten1 wie eine gesunde ,haut1 anliegt8 ,aber mssten wir da nicht zu lange warten8 ,die ,gefahr wre1 dass wir die ,geduld verlren--4 ,er verlor sie vllig4 ,schon krmmt und bricht sich mir die ,haut6 sang er gleich darauf in einem schlechten ,versehen der ,frhlichen ,wissenschaft1 und unter der ,greisenhaut des affectlosen ,erkennenden regte sich machtvoll jener ,verjngungsdrang1 aus welchem heraus ,nietzsche noch in seinem ,untergange eine ,apotheose des ,lebens1 des ewigen ,lebens1 schrieb4 ,das ,schicksal brauchte ihm kein ,greisenalter auf-zusparen--4 ,aber als die ,basis der neuen ,lehre1 die er verknden wollte1 als das einzige zuverlssige ,fundament1 auf dem sie errichtet werden knnte1 dachte sich ,nietzsche damals doch noch eine wissenschaftliche ,begrndung4 ,gerade in dieser ,zeit des ,ueberganges sehen wir ihn daher von dem lebhaftesten ,verlangen ergriffen1 sich grossen zusammenhngenden ,forschungen widmen zu drfen1 denen er seit langen ,jahren hatte entsagen mssen4 ,mit nimmermdem ,interesse und ,antheil verfolgte er die ,studien1 welche ,re seit #ahgh unternommen hatte1 um durch sie die ,grundgedanken seines ersten moralphilosophischen ,buches zu erweitern und zu erhrten4 ,als dieser #ahha ,nietzsche mittheilte1 dass er sein neues ,werk noch vor ,ablauf des ,jahres zu vollenden hoffe1 empfing er die beglckte ,antwort3 ,dieses selbe ,jahr soll nun auch das ,werk ans ,licht bringen1 an dem ich im ,bilde des ,zusammenhanges und der goldenen ,kette meine arme1 stckweise ,philosophie vergessen darf6 ,welches herrliche ,jahr #ahha6 ,die in ,frage stehende ,schrift3 ,die ,entstehung des ,gewissens 7,berlin #ahhe7 wurde jedoch erst vier ,jahre spter vllig beendigt1 nachdem ,nietzsche inzwischen lngst den letzten ,rest seiner ,freigeisterei von sich abgestreift und die abgelegte ,haut auch schon mit der gewhnlichen ,energie verbrannt hatte4 ,aber durch den regen ,antheil1 den er so lange an ,res ,studien zu jenem ,buche genommen1 hat es eine bestimmte ,bedeutung fr sein ,gedankenleben gewonnen4 ,doch sttzt er sich jetzt nicht in demselben ,sinne auf ,die ,entstehung des ,gewissens1 wie er sich einst in ,menschliches1 ,allzumenschliches auf den ,ursprung der moralischen ,empfindungen gesttzt hatte4 ,darauf beruht berhaupt ein ,unterschied zwischen der letzten ,geistesperiode ,nietzsches und der vorhergehenden positivistischen1 dass er sich nicht mehr darauf beschrnkt1 einzelne gegebene ,theorien in ihrer inneren ,bedeutsamkeit zum ,ausdruck zu bringen1 sondern dass er sich der khnsten ,entwickelung eines eigenen ,systems hingiebt1 dass er aus dem ,aphoristischen1 ,vereinzelten hinausstrebt4 ,hatte die freigeisterische ,richtung ihn dazu angetrieben1 ihre ,erkenntnisse in tiefstem ,erleben und ,empfinden zu verinnerlichen1 so drngte nun die leidenschaftliche ,gewalt dieses inneren ,erlebens ihrerseits nach ,entlastung in bestimmten ,gedanken und ,theorien2 sie drngte danach1 sich in neue geschlossene ,weltbilder umzusetzen4 ,im ,sommer #ahhb wurde ,nietzsche dadurch zu dem ,entschlsse gefhrt1 sich whrend einer ,reihe von ,jahren demjenigen ,studium zu widmen1 das ihm fr den systematischen ,ausbau seiner ,zukunftsphilosophie unentbehrlich zu sein schien1 dem ,studium der ,naturwissenschaften4 ,er wollte zu diesem ,zwecke sein ,leben im ,sden aufgeben1 um in ,paris1 ,wien oder ,mnchen ,vorlesungen zu hren4 ,zehn ,jahre lang sollte jede schriftstellerische ,thtigkeit eingestellt werden1 bis das ,neue in ihm nicht nur vllig ausgereift1 sondern auch auf wissenschaftlichem ,wege als richtig erwiesen wre4 ,etwas spter als ,nietzsche fhlte auch ,re das ,bedrfniss1 sich mit den ,naturwissenschaften auseinanderzusetzen1 die ihnen ,beiden bisher fremd geblieben waren4 ,er jedoch wnschte sie nicht als ,material zum ,ausbau eigener philosophischer ,hypothesen heranzuziehen1 sondern hatte1 nach ,vollendung seines ,buches1 das ,verlangen1 neue ,gedanken frei auf sich wirken zu lassen und vllig aus seinem engeren ,specialgebiete herauszutreten4 ,so wandte er sich denn der ,medicin zu1 studirte noch einmal1 und machte sein ,staatsexamen als praktischer ,arzt1 mit der ,absicht1 sich lngere ,zeit der ,psychiatrie zu widmen und auf diesem ,umwege zu den ,geisteswissenschaften zurckzukehren1 ,niemals standen sich die ,freunde geistig ferner als damals1 wo sie scheinbar noch einmal ,dasselbe zu erstreben schienen3 sie waren an den einander entgegengesetzten ,polen ihres ,wesens und ,geistes angelangt4#ab ,das spricht sich bezeichnend auch darin aus1 dass die geplanten zehn ,jahre des ,schweigens fr ,nietzsche gerade diejenigen seiner grssten ,productivitt wurden1 whrend ,re bis jetzt den ,punkt noch nicht erreicht hat1 auf dem sein altes ,schaffen und sein neues ,wissen in ,eins verschmelzen und ihn zu neuer erhhter ,selbstthtigkeit anregen mssen4 ,nietzsche war durch sein ,kopfleiden an der ,ausfhrung seiner ,entschlsse gehindert worden2 schon der anbrechende ,winter #ahhb fand ihn wieder in seiner ,einsiedlerklause zu ,genua4 ,doch auch bei besserer ,gesundheit wre das ,vorhaben nicht ausfhrbar gewesen4 ,denn ,nietzsche befand sich nicht mehr in jenem abwartenden ,zustande1 in welchem der ,geist noch ,fremdes aufnehmen1 sich strenden ,einsichten willig unterordnen kann2 er war schon viel zu stark productiv erregt1 um noch von irgend etwas berhrt zu werden1 das ihn in seinem ,drange zu schaffen htte aufhalten knnen4 ,whrend er zur ,entfesselung seiner ,schaffenskraft einer ersten ,befruchtung von aussen her bedurfte1 sei es selbst unter ,schmerzen und ,selbstberwindung1 whrend er sich einer solchen fremden ,erkenntniss gegenber hingebend verhielt1 in der ,inbrunst der ,verschmelzung mit ihr sein ,selbst preisgab1 erscheint er--einmal befruchtet--um so unzugnglicher und unbeeinflussbarer4 ,er ist ganz benommen vom eigenen ,zustand und von ,dem1 was ,leben in ihm gewinnen will4 ,richtet sich aber seine ,aufmerksamkeit nach aussen1 so geschieht es nur noch1 um fr das ,leben1 das aus ihm geboren werden soll1 um jeden ,preis ,raum zu schaffen1 keineswegs aber1 um seine ,existenzbedingungen noch einmal zu prfen und in ,frage zu stellen4 ,der ihm durch seinen krperlichen ,zustand zum zweiten ,mal aufgezwungene ,verzicht auf umfassende wissenschaftliche ,studien fhrte dieses ,mal zu dem entgegengesetzten ,resultat wie zur ,zeit seines ,wagnerbruches und seiner positivistischen ,periode4 ,damals war er die ,veranlassung1 dass ,nietzsche1 anstatt neue ,theorien zu begrnden1 die von ,anderen aufgenommenen innerlich auszuschpfen und in ihren ,seelenwirkungen festzustellen suchte4 ,jetzt hingegen wird er dadurch verleitet1 die ihm fehlende theoretische ,grundlage gewissermassen hinzuzudichten4 ,hierin liegt geradezu ein ,grundzug der letzten ,philosophie ,nietzsches3 das ,bedrfniss1 sich systematisch auszubreiten1 als gelte es1 den verschiedensten ,wissensgebieten die ,beweise fr die ,richtigkeit seines schpferischen ,gedankens zu entnehmen1 in ,wahrheit jedoch nur ein gewaltsames ,raumschaffen fr denselben3 ein so souvernes ,ausleben seiner ,innerlichkeit1 dass sich ihm unwillkrlich das ganze ,weltbild zu einer ,wiege seiner ,schpfung umgestaltet4 ,dementsprechend gewinnen von jetzt an alle seine ,lehren1 so paradox dies klingen mag1 einen um so persnlicheren ,charakter1 je allgemeiner gefasst sie erscheinen1 je allgemeingiltigere ,bedeutung sie beanspruchen4 ,zuletzt verbirgt sich ihr ,hauptkern unter so vielen ,schalen1 ihr letzter ,geheimsinn unter so vielen ,masken1 dass die ,theorien1 in denen er zum ,ausdruck kommt1 fast nur noch ,bilder und ,symbole inneren ,erlebens sind4 ,endlich fehlt jeder ,wille zur ,uebereinstimmung und zur ,verstndigung mit ,anderen1--,mein ,urtheil ist mein ,urtheil3 dazu hat nicht leicht auch ein ,anderer das ,recht 7,jenseits von ,gut und ,bse #dc7--und doch wird gleichzeitig dieses ,urtheil zum ,weltgesetz decretirt1 zu einem ,befehl an die ganze ,menschheit4 ,denn so vollstndig verschmilzt fr ,nietzsche zum ,schlsse innere ,eingebung und ,aussen-,offenbarung1 dass er in seinem ,innenleben das ,weltganze zu umfassen whnt1 und sein ,geist in mystischer ,weise den ,inbegriff des ,seienden in sich zu enthalten1 aus sich zu gebren glaubt4 ,fr mich--wie gbe es ein ,ausser-mir8 ,es gibt kein ,aussen6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #ie47 ,entsprechend dem ,umstande1 dass ,nietzsches letzte ,schaffensperiode ganz und gar in der philosophischen ,ausdeutung seines eigenen ,seelenlebens besteht1 nennt er ,die frhliche ,wissenschaft1 das ,werk1 welches sie einleitet1 in einem seiner ,briefe das ,persnlichste unter meinen ,bchern1 und klagt noch kurz vor dem ,druck der ,frhlichen ,wissenschaft in einem anderen ,briefe3 ,das ,manuscript erweist sich seltsamer ,weise als unedirbar4 ,das kommt vom ,princip des mihi ipsi scribo6 ,in der ,that hat er wohl niemals so vllig fr sich selbst geschrieben1 als zu jener ,zeit1 wo er im ,begriffe stand1 seiner ganzen ,weltbetrachtung sein eigenes ,selbst unterzulegen1 ,alles aus seinem eigenen ,selbst heraus zu erklren4 ,so ist die ,mystik der neuen ,grundlehren ,nietzsches wohl schon hier enthalten1 aber noch verborgen im rein persnlichen ,element1 aus dem sie hervorging4 ,in ,folge dessen bilden diese ,aphorismen ,monologe1 monologischer gemeint als sonst irgend etwas in ,nietzsches ,werken1 gleichsam halblaute ,zwischenreden1 ja oft nur gedacht als ein stummes geistiges ,mienenspiel1 das weit mehr verstecken als verrathen soll4 ,die ,gedanken der ,zukunftsphilosophie reden schon daraus zu uns1 aber sie umgeben uns noch gleich verschleierten ,gestalten1 deren ,blick dunkel und rthselhaft auf uns ruht1 und dies nicht1 weil sie1 wie in der ,morgenrthe1 nur ,ahnungen zum ,ausdrcke bringen und noch der festen ,zge und sicheren ,umrisse entbehren1 sondern weil ihnen mit ,absicht ein ,schleier bergeworfen und ,schweigsamkeit anbefohlen wurde4 ,mit dem ,finger an der ,lippe scheint ,nietzsche hier vor uns zu stehen1 und gerade daraus entnehmen wir1 dass er uns ,viel1 dass er uns ,alles zu bekennen wnscht4 ,aber es wird ihm schwer1 ohne ,rckhalt davon zu sprechen1 weil auch in diesem ,falle sein ,selbstbekenntniss zugleich wieder ein ,schmerzensbekenntniss ist4 ,und in einem viel tieferen1 viel schmerzvolleren ,sinn als bisher fhrt uns diesmal die ,philosophie ,nietzsches hinein in die verborgenen ,leiden und ,qualen seines ,erlebens1 sodass1 im ,vergleiche hierzu1 selbst die harten ,kmpfe und ,entsagungen seiner positivistischen ,periode uns harmlos und gefahrlos ,vorkommen werden4 ,auf den ersten ,blick erscheint dies als ein ,widerspruch1 da ,nietzsches letzte ,philosophie gerade aus dem ,drange he'rvorgegangen ist1 an ,stelle der ihm widerstrebenden positivistischen ,theorien eine ,weltanschauung aufzubauen1 die seinem innersten ,verlangen vllig entsprche4 ,insofern beginnt er in der ,that seine letzte ,wandlung unter ,jauchzen und ,frohlocken4 ,aber man darf nicht vergessen1 dass diese usserste ,selbsteinkehr1 dieser ,versuch1 das ,weltbild aus seinem ,eigenbild zu construiren1 ,nietzsches ,leiden an sich selbst zu ,tage treten lsst1 aus dem sein tiefster ,wesensgrund besteht4 ,bisher hat er in seinen ,erkenntnisswandlungen diesem ,leiden an sich selbst dadurch zu entrinnen gesucht1 dass er den einen ,theil seines ,selbst durch den anderen qulte und tyrannisirte1 aber bei allen ,wandlungen des theoretischen ,menschen blieb unverwandelt und sich ewig gleich der praktische ,mensch mit seinen inneren ,nthen4 ,jetzt erst1 wo ,nietzsche sich nicht mehr zwingt und kasteit1 jetzt erst1 wo er seiner ,sehnsucht freie ,worte giebt1 begreift man ganz1 in welcher ,qual er lebte1 hrt man endlich den ,schrei nach ,erlsung von sich selbst1--nach seinem ,wesens-,gegensatz1 nach vollstndiger und endgiltiger ,verwandlung1 ,umwandlung1-- nicht einzelner ,erkenntnisse nur1 sondern des ganzen1 des innersten ,menschen4 ,man sieht frmlich1 wie er hier1 in ,verzweiflung1 aus sich selbst heraus und nach aussen greift1 nach einem erlsenden ,ideal1 welches er aus einem solchen ,wesens-,gegensatz zu formen sucht4 ,daher liess sich voraussehen3 sobald ,nietzsche seinen ,seeleninhalt frei zum ,weltinhalt umschuf1 sobald er seinem intimsten ,erleben die ,weltgesetze entnahm1 musste seine ,philosophie ein tragisches ,weltbild zeichnen3 die ,menschheit musste von ihm aufgefasst werden als eine an sich selbst leidende1 an ihrer eigenen ,entwicklung hoffnungslos krankende ,zwittergattung1 deren ,daseinsberechtigung gar nicht in ihr selbst1 sondern in einer schlechthin anderen1 hheren1 ,uebermenschen-,gattung liege1 zu der sie nur eine ,brcke bilden solle4 ,das ,endziel der ,menschheit sei ,untergang und ,selbstaufopferung zu ,gunsten dieses ihr entgegengesetzten ,ideals4 ,erst am ,eingang zu ,nietzsches letzter ,philosophie wird daher vllig klar1 bis zu welchem ,grade es der religise ,grundtrieb ist1 der sein ,wesen und ,erkennen stets beherrschte4 ,seine verschiedenen ,philosophien sind ihm ebensoviele ,gott-,surrogate1 die ihm helfen sollen1 ein mystisches ,gott-,ideal ausser seiner selbst entbehren zu knnen4 ,seine letzten ,lehren enthalten nun das ,eingestndniss1 dass er dies nicht vermag4 ,und gerade deshalb stossen wir in seinen letzten ,werken wieder auf eine so leidenschaftliche ,bekmpfung der ,religion1 des ,gottesglaubens und des ,erlsungsbedrfnisses1 weil er sich ihnen so gefhrlich nhert4 ,hier spricht aus ihm ein ,hass der ,angst und der ,liebe1 mit dem er sich seine eigene ,gottesstrke einreden1 seine menschliche ,hilflosigkeit ausreden mchte4 ,denn wir werden sehen1 kraft welcher ,selbsttuschung und geheimen ,list ,nietzsche endlich den tragischen ,conflict seines ,lebens lst1--den ,conflict1 des ,gottes zu bedrfen und dennoch den ,gott leugnen zu mssen4 ,zuerst gestaltet er mit sehnsuchtstrunkener ,phantasie1 in ,trumen und ,verzckungen1 visionengleich1 das mystische ,uebermenschen-,ideal1 und dann1 um sich vor sich selbst zu retten1 sucht er1 mit einem ungeheuren ,sprung1 sich mit demselben zu identificiren4 ,so wird er zuletzt zu einer ,doppelgestalt1 halb kranker1 leidender ,mensch1 halb erlster1 lachender ,uebermensch4 ,das ,eine ist er als ,geschpf1 das ,andere als ,schpfer1 das ,eine als ,wirklichkeit1 das ,andere als mystisch gedachte ,ueberwirklichkeit4 ,oft aber1 whrend man seinen ,reden darber zuhrt1 empfindet man mit ,grauen1 dass er als ,gegenstand der ,anbetung hinstellt1 was in ,wahrheit auch fr ihn nicht vorhanden ist1 und man gedenkt seines ,wortes1 -- -- --wer weiss1 ob sich nicht bisher in allen grossen ,fllen eben das ,gleiche begab3 dass die ,menge einen ,gott anbetete1--und dass der ,gott nur ein armes ,opferthier war6 7,jenseits von ,gut und ,bse #bfi47 ,das ,opferthier als ,gott ist wahrlich ein ,titel1 der ber der letzten ,philosophie ,nietzsches stehen knnte und am deutlichsten den inneren ,widerspruch enthllt1 der in ihr liegt1--jene ,exaltation von ,schmerz und ,wonne1 in der beide ununterscheidbar in einander fliessen4 ,wir haben vorher gesehen1 inwiefern es eine ,feststimmung war1 in der ,nietzsche in seine letzte ,geisteswandlung hinberglitt1-- eine ,feierstimmung trumenden ,rausches und ,ueberflusses3 wir sehen jetzt den ,punkt1 an welchem die ,gewalt der inneren ,erregung in den ,schmerz berschlgt4 ,er war in jener ganzen ,zeit1 selbst in seinem ,alltagsleben1 erfllt von einer ,stimmung usserster seelischer ,ueberwltigung1 in der man sogar der ,ausgelassenheit fhig ist1 aber nur weil alle ,nerven beben1 in der man leicht bis zum ,scherzen und ,lachen gelangt1 aber nur mit zitternden ,lippen4 ,bedurfte es doch jedesmal fr ,nietzsche einer solchen ,verschlingung von ,wonne und ,weh1 von ,begeisterung und ,leiden1 um ihn einer geistigen ,wiedergeburt entgegenzufhren4 ,sein ,glck musste erst zum ,ueberglck1 und in diesem ,uebermass zum eigenen ,gegner und ,gegensatz geworden sein2 ,frieden und ,heimatgefhl1 wo er sie einmal innerhalb eines gewonnenen ,erkenntnissgebietes mhsam errungen hatte1 mussten ihn erst zu ,selbstverwundung und ,selbstvertreibung gereizt haben1 damit sein ,geist in sich selber schwelgen und sich in neuen ,schpfungen entlasten konnte4 ,es ist dafr bezeichnend1 dass er sein ,werk1 im ,jauchzen seines ,herzens1 die frohe ,botschaft1 ,die frhliche ,wissenschaft nannte1 zugleich aber ber den ,schluss-,aphorismus desselben die dsteren ,rthselworte setzte3 ,incipit tragoedia6 ,dieser ,verbindung von tiefer ,erschtterung und spielendem ,uebermuth1 von ,tragik und ,heiterkeit1 welche fr die ganze ,gruppe der letzten ,werke charakteristisch ist1 entspricht es auch1 dass die ,frhliche ,wissenschaft1 im schrfsten ,gegensatz zu dem dunkeln ,geheimniss der ,schlussworte1 ein ,vorspiel in ,versen besitzt3 ,scherz1 ,list und ,rache4 ,hier begegnen uns zum ersten ,mal ,verse in ,nietzsches ,schriften1--sie mehren sich aber in dem ,maasse1 als er seinem persnlichen ,untergang zuzuschreiten glaubt4 ,in ,gesngen klingt sein ,geist aus4 ,die ,verse sind berraschend verschieden an ,werth1 zum ,theil vollendet3 ,gedanken1 die an ihrer eigenen ,schnheit und ,flle sich zu ,gedichten wandelten2--zum ,theil von einer so wunderlichen ,unvollkommenheit1 wie sie nur die ,laune des ,muthwillens vom ,zaune bricht4 ,ueber ihnen allen aber ruht etwas seltsam ,ergreifendes3 ,sind es doch ,blumen1 die sich ein ,einsamer auf den ,leidensweg streut1 der seiner harrt1 um den ,schein zu erwecken1 dass es ein ,freudenweg sei4 ,frisch gebrochenen ,rosen gleichen sie1 auf die sein ,fuss treten will1 whrend er schon beschftigt ist1 in seinen leidvollsten ,erkenntnissen seinem ,haupte die ,dornenkrone zu flechten4 ,sie klingen wie ein ,prludium zu dem erschtternden ,schauspiel seiner hchsten ,erhebung und seines ,unterganges4 ,von diesem ,schauspiel hebt auch die ,philosophie ,nietzsches den ,vorhang nicht ganz4 ,was sie uns zeigt1 ist nur1 gleich einem ,bilde auf diesem ,vorhang1 ein buntes ,blumengewinde1 aus dem1 halb versteckt1 die ,worte gross und traurig hervorleuchten3 ,incipit tragoedia6 #a ,die philologischen ,arbeiten ,nietzsches sind3 ,zur ,geschichte der ,theognideischen ,spruchsammlung1 im ,rheinischen ,museum1 ,bd4 #bb2 ,beitrge zur ,kritik der griechischen ,lyriker1 ,i4 ,der ,danae ,klage von ,simonides1 im ,rhein4 ,mus41 ,bd4 #bc2 ,de ,laertii ,diogenis ,fontibus1 im ,rhein4 ,mus41 ,bd4 #bc und #bd2 ,analecta ,laertiana1 im ,rhein4 ,mus41 ,bd4 #be2 ,beitrge zur ,quellenkunde und ,kritik des ,laertius ,diogenes1 ,gratulationsschrift des ,pdagogiums zu ,basel4 ,basel #ahgj4--;,certamen quod dicitur ,homeri et ,hesiodi e codice ,florentino post ,h4 ,stephanum denuo ed4 ,f4 ,n41 in den ,acta societatis philologae ,lipsiensis ed4 ,fr4 ,ritschl1 ,vol4 ,i2 dazu der florentinische ,tractat ber ,homer und ,hesiod1 ihr ,geschlecht und ihren ,wettkampf1 im ,rhein4 ,mus1 ,bd4 #be und #bh4 ,auch rhrt das ,registerheft zu den ersten #bd ,bnden des ,rheinischen ,museums 7#ahdb-ahfi7 von ihm her1 das er nach ,ritschls ,disposition zusammenstellte4 #b ,er hat so gelesen1 wie er es einmal gut lesen nennt3 --das heisst langsam1 tief1 vor- und rcksichtig1 mit ,hintergedanken1 mit offen gelassenen ,thren1 mit zarten ,fingern und ,augen lesen-- 7,einfhrende ,vorrede zur neuen ,ausgabe der ,morgenrthe #aa47 #c ,dieses ,buch erregte bei seinem ,erscheinen das lebhafteste ,missfallen der philologischen ,zunft2 hatte der ,verfasser es doch gewagt1 seinen ,ausfhrungen nicht nur die ,lehren des verpnten ,philosophen ,arthur ,schopenhauer1 sondern auch die knstlerischen ,anschauungen des damals noch ebenso geschmhten ,zukunftsmusikers ,richard ,wagner zu ,grunde zu legen4 ,ein junger philologischer ,heisssporn1 ,ulrich v4 ,wilamowitz-,mllendorf1 der jetzt zu den hervorragenden ,vertretern der classischen ,philologie in ,deutschland gehrt1 machte sich in nicht besonders glcklicher und geschmackvoller ,weise zum ,sprachrohr znftiger ,einseitigkeit4 ,ohne der ,eigenart des ,nietzscheschen ,buches irgendwie gerecht zu werden1 griff er es in der ,broschre ,zukunftsphilologie6 eine erwidrung auf ,f4 ,n4's gebrt der tragdie1 ,berlin #ahgb1 von einem beschrnkt philologischen ,standpunkte auf das heftigste an4 ,fr den ,angegriffenen traten in die ,schranken derjenige1 an den vor ,allen das ,buch gerichtet war1 ,richard ,wagner1 der ,knstler1 in einem in der ,norddeutschen ,allgemeinen ,zeitung vom #bc4 ,juni #ahgb abgedruckten offenen ,briefe an ,friedrich ,nietzsche1 und ,erwin ,rohde1 der bereits damals von seiner tiefen ,kenntnis des griechischen ,alterthums die vollgiltigsten ,proben abgelegt hatte4 ,in der ausgezeichnet geschriebenen ,streitschrift3 ,afterphilologie4 ,sendschreiben eines ,philologen an ,richard ,wagner1 ,leipzig #ahgb1 stellte er sich auf den von dem ,gegner gewhlten ,boden und wies die von diesem gemachten ,einwnde und ,beschuldigungen zurck1 worauf v4 ,wilamowitz dann noch mit einer ,duplik1 ,zukunftsphilologie6 ,zweites ,stck1 eine erwidrung auf die rettungsversuche fr ,f4 ,n4's gebrt der tragdie1 ,berlin #ahgc1 antwortete4 #d ,vergleiche die einfhrende ,vorrede zur ,neuen ,ausgabe des zweiten ,bandes von ,menschliches1 ,allzumenschliches1 wo es ,,iv heisst3 --was ich gegen die historische ,krankheit gesagt habe1 das sagte ich als ,einer1 der von ihr langsam1 mhsam genesen lernte-- -- --4 #e ,vorwort ,v3 ,auch soll-- --nicht verschwiegen werden1-- -- -- --dass ich nur1 sofern ich ,zgling lterer ,zeiten1 zumal der griechischen bin1 ber mich als ein ,kind dieser jetzigen ,zeit zu so unzeitgemssen ,erfahrungen komme4 #f ,vgl4 ,schopenhauer als ,erzieher #ai3 ich ahnte1 in ihm jenen ,erzieher und ,philosophen gefunden zu haben1 den ich so lange suchte4 ,zwar nur als ,buch3 und das war ein grosser ,mangel4 ,um so mehr strengte ich mich an1 durch das ,buch hindurch zu sehen und mir den lebendigen ,menschen vorzustellen1 dessen grosses ,testament ich zu lesen hatte1 und der nur solche zu seinen ,erben zu machen verhiess1 welche mehr sein wollten und konnten als nur seine ,leser3 nmlich seine ,shne und ,zglinge4 #g ,nietzsche lebte damals in einer ,bewunderung der englischen ,gelehrten und ,philosophen1 die spter in ihr ,gegentheil umschlug2 in ,menschliches1 ,allzumenschliches ,,ii #ahd nennt er sie noch die ganzen1 vollen und fllenden ,naturen1 und in einem ,briefe an ,re nennt er die englischen ,philosophen der ,gegenwart1 den einzig gut philosophischen ,umgang1 den es jetzt giebt4 ,dementsprechend ist das ,einzige1 was er in dieser ,periode an seinem ehemaligen ,meister ,schopenhauer noch hochschtzt3 sein harter ,thatsachen-,sinn1 sein guter ,wille zu ,helligkeit und ,vernunft1 der ihn oft so englisch--erscheinen lsst4 7,frhliche ,wissenschaft #ii47 #h ,erwhnt wird es von ,nietzsche in ,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #cg4 #i ,vergleiche ,menschliches1 ,allzumenschliches die ,aphorismen ber ,cultus des ,genius' aus ,eitelkeit 7#afb7 und ,gefahr und ,gewinn im ,cultus des ,genius'4 7#afd74 #aj ,dieser ,besitz von ,liebe und ,gte als der heilsamsten ,kruter und ,krfte im ,verkehre der ,menschen 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #dh7 ist noch mehr werth als die gepriesene grosse einzelne ,aufopferung2 noch mchtiger an der ,cultur gebaut1 hat jenes immerwhrende freundliche ,wohlwollen1 das des ,lebens ,behagen schafft4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #di7 #aa ,vergleiche die folgenden ,aphorismen1 die ,nietzsche mir einmal aufschrieb3 ,zur ,lehre vom ,stil4 #a4 ,das ,erste1 was noth thut1 ist ,leben3 der ,stil soll leben4 #b4 ,der ,stil soll dir angemessen sein in ,hinsicht auf eine ganz bestimmte ,person1 der du dich mittheilen willst4 7,gesetz der doppelten ,relation47 #c4 ,man muss erst genau wissen3 so und so wrde ich das sprechen und vortragen--bevor man schreiben darf4 ,schreiben muss eine ,nachahmung sein4 #d4 ,weil dem ,schreibenden viele ,mittel des ,vortragenden fehlen1 so muss er im ,allgemeinen eine sehr ausdrucksvolle ,art von ,vortrag zum ,vorbild haben3 das ,abbild davon1 das ,geschriebene1 wird schon nothwendig viel blsser ausfallen4 #e4 ,der ,reichthum an ,leben verrth sich durch ,reichthum an ,gebrden4 ,man muss alles1 ,lnge und ,krze der ,stze1 die ,interpunctionen1 die ,wahl der ,worte1 die ,pausen1 die ,reihenfolge der ,argumente--als ,gebrden empfinden lernen4 #f4 ,vorsicht vor der ,periode6 ,zur ,periode haben nur die ,menschen ein ,recht1 die einen langen ,athem auch im ,sprechen haben4 ,bei den meisten ist die ,periode eine ,affectation4 #g4 ,der ,stil soll beweisen1 dass man an seine ,gedanken glaubt1 und sie nicht nur denkt1 sondern empfindet4 #h4 ,je abstracter die ,wahrheit ist1 die man lehren will1 um so mehr muss man erst die ,sinne zu ihr verfhren4 #i4 ,der ,tact des guten ,prosaikers in der ,wahl seiner ,mittel besteht darin1 dicht an die ,poesie heranzutreten1 aber niemals zu ihr berzutreten4 #aj4 ,es ist nicht artig und klug1 seinem ,leser die leichteren ,einwnde vorwegzunehmen4 ,es ist sehr artig und sehr klug1 seinem ,leser zu berlassen1 die letzte ,quintessenz unserer ,weisheit selber auszusprechen4 #ab ,siehe in der ,frhlichen ,wissenschaft 7#bgi7 unter der ,ueberschrift ,sternen-,freundschaft die schnen ,worte1 mit denen ,nietzsche damals von dieser geistigen ,genossenschaft ,abschied nahm4 ,,iii4 ,,abschnitt4 ,,das ,,system ,,nietzsche ,,motto3 ,schaffen wollt ihr noch die ,welt1 vor der ihr knien knnt4 7,also sprach ,zarathustra ,,ii4 #dg74 ,geist8 ,was ist mir ,geist6 ,was ist mir ,erkenntniss6 ,ich schtze nichts als ,antriebe1--und ich mchte schwren1 dass wir darin unser ,gemeinsames haben4 ,sehen ,sie doch durch diese ,phase hindurch1 in der ich seit einigen ,jahren gelebt habe1--sehen ,sie dahinter6 ,lassen ,sie sich nicht ber mich tuschen--glauben doch nicht1 dass der ,freigeist mein ,ideal ist66 ,ich bin-- -- --,verzeihung6 ,liebste ,lou6 ,f4 ,n4 ,in dieser geheimnissvollen ,weise bricht der vorstehende ,brief ,nietzsches ab1 den er in der ,zeit zwischen der ,verffentlichung der ,frhlichen ,wissenschaft und derjenigen seiner mystischen ,dichtung ,also sprach ,zarathustra geschrieben hat4 ,in den wenigen ,zeilen sind bereits die wesentlichsten ,zge der letzten ,philosophie ,nietzsches angedeutet3 auf dem ,gebiet der ,logik die principielle ,abkehr von dem bisherigen reinlogischen ,erkenntnissideal1 von der theoretischen ,strenge der verstandesmassigen ,freigeisterei2 auf dem ,gebiet der ,ethik1 anstatt der bisherigen negirenden ,kritik1 die ,verlegung der ,wahrheitsbegrndung in die ,welt der seelischen ,antriebe1 als der ,quelle einer neuen ,werthung und ,abschtzung aller ,dinge2 ferner eine ,art von ,rckkehr zu ,nietzsches erster philosophischer ,entwicklungsphase1 die vor seinem positivistischen ,freigeisterthum liegt1--nmlich zur ,metaphysik der ,wagner-,schopenhauerischen ,aesthetik und ihrer ,lehre vom bermenschlichen ,genie4 ,und hierauf endlich grndet sich1 als auf den ,kempunkt der neuen ,zukunftsphilosophie1 das ,mysterium einer ungeheuren ,selbst-,apotheose1 das er in dem zgernden ,wort ,ich bin--sich noch scheut auszusprechen4 ,nietzsches letzte ,geistesperiode umfasst fnf ,werke3 ,die vierbndige ,dichtung ,also sprach ,zarathustra 7,i und ,,ii #ahhc2 ,,iii #ahhd1 ,chemnitz1 ,ernst ,schmeitzner2 ,,iv #ahia1 ,leipzig1 ,c4 ,g4 ,naumann72 ,jenseits von ,gut und ,bse1 ,vorspiel einer ,philosophie der ,zukunft 7#ahhf1 ,leipzig1 ,c4 ,g4 ,naumann2 #b4 ,auflage #ahia72 ,zur ,genealogie der ,moral1 eine ,streitschrift 7#ahhg1 ,leipzig1 ,c4 ,g4 ,naumann72 ,der ,fall ,wagner1 ein ,musikanten-,problem 7#ahhh1 ,leipzig1 ,c4 ,g4 ,naumann72 endlich die kleine ,aphorismen-,sammlung ,gtzen-,dmmerung oder ,wie man mit dem ,hammer philosophirt 7#ahhi1 ,leipzig1 ,c4 ,g4 ,naumann74 ,wir knnen hier aber nicht dem ,gange seines philosophischen ,denkens ,schritt fr ,schritt an der ,hand jener ,werke folgen1 da sie nicht1 wie die der vorhergehenden ,periode1 ebensoviele ,entwicklungsstufen seines ,gedankens darstellen1 sondern zum ersten ,mal alle dazu bestimmt sind1 der ,darlegung eines ,systems zu dienen1 wenn auch nur eines ,systems1 das mehr auf ihrer ,gesammtstimmung als auf der klaren ,einheitlichkeit begrifflicher ,deduction beruht4 ,der aphoristische ,charakter1 den seine ,bcher auch hier bewahren1 erscheint daher in diesem ,fall als ein unleugbarer ,mangel der ,form seiner ,darstellung1 nicht1 wie bisher1 als ein eigenthmlicher ,vorzug derselben4 ,was ,nietzsche durch seine vollendete ,meisterschaft in der aphoristischen ,form gelang3 einen jeden ,gedanken in seiner seelischen ,bedeutsamkeit voll auszuschpfen und mit allen seinen feinen inneren ,nebenbeziehungen wiederzugeben1 das reicht nicht aus fr die systematische ,begrndung eigener ,theorien1 sondern lst sie hier und da in ein geistreiches ,spiel mit blendenden ,hypothesen auf4 ,nietzsche wurde sowohl durch sein ,augenleiden als auch durch seine ,gewhnung an sprunghaftes ,denken dazu gezwungen1 im ,allgemeinen an seiner alten ,schreibweise festzuhalten1 aber immer wieder macht er1--sowohl in ,jenseits von ,gut und ,bse1 als auch in der ,genealogie der ,moral1--den ,versuch1 ber das ,rein--,aphoristische hinauszukommen1 seine ,gedanken systematisch zu ordnen und vorzutragen1 weil das1 was ihm vorschwebt1 ein einheitliches ,ganzes geworden ist4 ,daher finden wir auch hier zum ersten ,mal bei ihm eine ,art von ,erkenntnisstheorie1 einen ,ansatz dazu1 sich mit den erkenntnisstheoretischen ,problemen auseinanderzusetzen1 nachdem er ihnen bisher immer aus dem ,wege gegangen war1 wie er berhaupt gern jedes ,problem mied1 dem sich nur auf rein begrifflichem ,wege beikommen lsst4 ,jetzt erst bleibt er nicht mehr ohne ,weiteres bei der praktischen ,philosophie stehen1 sondern hlt es fr nothwendig1 auf die ,mittel hinzuweisen1 mit denen er sich das erkenntnisstheoretische ,pfrtchen aufgebrochen habe1 durch das er zu seinen ,hypothesen gelangt4 ,ziemlich ausfhrliche ,bemerkungen darber finden sich an den verschiedensten ,stellen seiner ,werke zerstreut4 ,es erscheint aber hchst charakteristisch1 dass sie sich erst jetzt finden1 wo er der ,welt des ,abstrakt-,logischen principielle ,feindschaft erklrt und fest entschlossen ist1 alle schwierigen ,begriffsknoten1 auf die er stossen knnte1 mit einem ,schwerthieb zu zerhauen3 er befasst sich mit der ,erkenntnisstheorie eben nur1 um sie ber den ,haufen zu werfen4 ,zur ,zeit seines ,wagnerthums war ,nietzsche als ,jnger ,schopenhauers diesem seinem ,meister in der bekannten ,interpretirung und ,modificirung ,kants gefolgt1 laut welcher die ,fragen nach den hchsten und letzten ,dingen ihre ,beantwortung finden1 zwar nicht durch den ,verstand1 sondern durch die hchsten ,eingebungen und ,erleuchtungen des ,willenslebens4 ,spter stimmte ,nietzsche1 unter heftigem ,protest gegen diese ,annahme der ,schopenhauerischen ,metaphysik1 der strengen ,selbstbescheidung der ,erfahrungswissenschaft zu1 welche sich mit dem ,verstandeserkennen auf den ihm zugnglichen ,gebieten begngt4 ,aber ,nietzsche hielt diese ,zustimmung nur so lange aufrecht1 als er mit ,hilfe eines fanatischen ,intellektualismus sich aus dem bescheidenen ,verstandeserkennen ein ihn begeisterndes ,wahrheitsideal zu schaffen vermochte1 dem sich sein ,wille und ,seelenleben blind unterwarf4 ,sobald sein ,fanatismus sich erschpft hatte1 sobald seine ,begeisterung die intellektuellen ,ziele und ,werthe nicht mehr in so ber-schwnglich-idealer ,beleuchtung sah1 wurde er derselben berhaupt berdrssig und verlangte nach neuen ,idealen4 ,in diesem ,verlangen ging ihm nun innerhalb des ,positivismus eine ,einsicht auf1 die er bisher nicht beachtet hatte3 nmlich die ,einsicht in die ,relativitt alles ,denkens1 die ,zurckfhrung alles ,verstandeserkennens auf die rein praktische ,grundlage des menschlichen ,trieblebens1 dem es entstammt und von dem es dauernd abhngig ist4 ,diesem ,wege1 der ihm von seinen eigenen philosophischen ,genossen vorgezeichnet war1 brauchte er nur mit gewohnter ,exaltation zu folgen1 um schliesslich zu seiner ursprnglichen ,schtzung der ,affekte zrckzugelangen4 ,denn was fr die ,andern nur eine natrliche ,consequenz war1 welche die moderne ,erkenntnisstheorie zieht1 und welche die ,methode und die ,resultate der ,erfahrungswissenschaft als solche gar nicht berhrt1 daraus entnahm ,nietzsche den ,anstoss zu einem vlligen ,gesinnungswechsel4 ,mit derselben ussersten ,uebertreibung und demselben ,fanatismus1 mit denen er das streng begriffliche ,denken als hchstes ,wahrheitsideal angebetet hatte1 verhhnt er es jetzt als etwas ,geringes und ,niedriges gegenber den ,trieben1 die es in ,wahrheit regieren4 ,was sich inzwischen verndert hat1 ist zwar nur seine ,stimmung1 nur seine ,gefhlsauffassung der ,sachlage1 aber eben dies besagt fr ,nietzsche ,alles3 es veisst ihn allmhlich fort zu immer weitergehenden ,folgerungen und wird so schliesslich zum ,ausgangspunkt fr eine neue ,weltanschauung4 ,dieser ,verlauf ist typisch fr die ,entstehung aller ,grundgedanken in ,nietzsches ,zukunftsphifosophie-2 ihm werden wir in seiner ,erkenntnisstheorie wie in seiner ,morallehre1 in seiner esthetik wie in seiner letzten ,mystik wieder begegnen und stets dieselben drei ,entwicklungsstufen daran wahrnehmen3 zuerst das ,anknpfen an einzelne letzte ,consequenzen der modernen ,erfahrungswissenschaft1 dann ein ,umschlagen seiner ,gemthsstimmung in der ,auffassung solcher ,ergebnisse1 ihre ,zuspitzung und ,uebertreibung bis aufs ,aeusserste1 und endlich1 daraus fliessend1 seine eigenen1 neuen ,theorien4 ,hinsichtlich dieser sind aber zwei ,seiten zu unterscheiden1 einestheils ihr thatschlicher philosophischer ,gehalt1 anderntheils ,nietzsches rein seelische ,wieder-,spiegelung in ihnen1 indem er sich in seinen ,gedanken den ,ausdruck fr sein tiefstes ,wesen schafft4 ,diese ,selbstwiederspiegelung fhrt uns zu dem ,bilde ,nietzsches zurck1 wie es im ersten ,theile dieser ,arbeit entworfen ist4 ,der ,gedankengehalt aber der neuen ,lehre erweist sich als eine kunstvolle ,verbindung der beiden philosophischen ,phasen in ,nietzsches ,geistesentwicklung1--als ein ,muster von zwei verschiedenen mit genialer ,hand ineinandergeflochtenen ,geweben3 der ,schopenhauerischen ,willenslehre und der ,entwicklungslehre der ,positivistem ,fr ,nietzsches ,erkenntnisstheorie1 mit ihrer ,bekmpfung der ,bedeutung des ,logischen und ihrer ,zurckfhrung desselben auf das schlechthin ,unlogische1 kommt am meisten in ,betracht sein ,buch ,jenseits von ,gut und ,bse1 das in einzelnen ,abschnitten ebensogut heissen knnte3 ,jenseits von ,wahr und ,falsch4 ,denn hier errtert er am ausfhrlichsten die ,unberechtigung der ,werthgegenstze wahr und unwahr1 die mit der ,einsicht in ihren ,ursprung nicht minder hinfllig werden1 wie die ,werthgegenstze gut und bse4 ,das ,problem vom ,werthe der ,wahrheit trat vor uns hin1-- -- --,was in uns will eigentlich zur ,wahrheit8-- -- --,gesetzt1 wir wollen ,wahrheit3 warum nicht lieber ,unwahrheit8-- -- 7#a47 ,ja1 was zwingt uns berhaupt zur ,annahme1 dass es einen wesenhaften ,gegensatz von wahr und falsch giebt8 ,gengt es nicht1 ,stufen der ,scheinbark eit anzunehmen-- --8 7#cd47 ,in welcher seltsamen ,vereinfachung und ,flschung lebt der ,mensch6-- -- -- erst auf diesem nunmehr festen und granitnen ,grunde von ,unwissenheit durfte sich--die ,wissenschaft erheben1 der ,wille zum ,wissen auf dem ,grunde eines viel gewaltigeren ,willens1 des ,willens zum ,nicht-wissen1 zum ,ungewissen1 zum ,unwahren6 ,nicht als sein ,gegensatz1 sondern--als seine ,verfeinerung6 7#bd47 ,das ,bewusstsein ist nicht in irgend einem entscheidenden ,sinne dem ,instinktiven entgegengesetzt1--das meiste bewusste ,denken eines ,philosophen ist durch seine ,instinkte heimlich gefhrt und in bestimmte ,bahnen gezwungen4 7#c47 ,alle ,logik ist letzten ,endes nichts anderes als eine blosse ,zeichen-,convention 7,gtzen-,dmmerung ,,iii #c71 alles ,denken eine ,art von ,zeichensprache der ,affekte1 da wir zu keiner anderen ,realitt hinab oder hinauf knnen als gerade zur ,realitt unserer ,triebe--denn ,denken ist nur ein ,verhalten dieser ,triebe zu einander4 7,jenseits von ,gut und ,bse #cf74 ,und daraus folgt denn schon3 -- --je mehr ,affekte wir ber eine ,sache zu ,worte kommen lassen1 je mehr ,augen1 verschiedne ,augen wir uns fr dieselbe ,sache einzusetzen wissen1 um so vollstndiger wird unser ,begriff dieser ,sache1 unsre ,objektivitt sein4 ,den ,willen aber berhaupt eliminiren1 die ,affekte sammt und sonders aushngen1 gesetzt1 dass wir dies vermchten3 wie8 hiesse das nicht den ,intellekt castriren8444 7,zur ,genealogie der ,moral ,,iii #ab74 ,hier ist der ,punkt1 an welchem ,nietzsches ,auffassung pltzlich von seiner ehemaligen abweicht und ihn zu der entgegengesetzten fhrt4 ,hat er frher davor gewarnt1 irgend einem ,affekt zu trauen1 weil derselbe doch nur das ,enkelkind alter vergessener und wahrscheinlich irrthmlicher ,urtheilsschlsse sei1 so beruft er sich jetzt auf die uralte ,gefhlsgrundlage1 der alle ,urtheilsschlsse entstammen1 und degradirt diese so zu unselbstndigen1 abhngigen ,enkelkindern des ,gefhls4 ,fr beide ,auffassungen findet er die gesuchte ,begrndung noch in der positivistischen ,weltanschauung1 aber was dort friedlich neben einander besteht1--die ,relativitt des ,denkens und diejenige des ,affektlebens1-- --das trennt sich fr ihn in zwei unvershnliche ,gegenstze3 auf der einen ,seite steht der bis auf die ,spitze getriebene ,intellektualismus1 dem er sich bis dahin hingegeben1 und durch den er alles ,leben dem ,denken1 alles ,gemth dem ,verstnde unterthan machen wollte1--auf der anderen ,seite eine ebenfalls auf das ,hchste gesteigerte ,gefhlsexaltation1 die sich fr ihre lange ,unterdrckung rcht und in ihrem ,lebensberschwang sich nur genug thun kann in einem fanatischen3 fiat vita1 pereat veritas6 ,darum heisst es weiter3 ,die ,falschheit eines ,urtheils ist uns noch kein ,einwand gegen ein ,urtheil2-- --,die ,frage ist1 wie weit es lebenfrdernd1 lebenerhaltend -- --ist2-- -- --,verzichtleisten auf falsche ,urtheile 7wre7 ein ,verzichtleisten auf ,leben1 eine ,verneinung des ,lebens4 7,jenseits von ,gut und ,bse #d47 ,bei allem ,werthe1 der dem ,wahren1 dem ,wahrhaftigen1-- --zukommen mag3 es wre mglich1 dass dem ,scheine1 dem ,willen zur ,tuschung1 und der ,begierde ein fr alles ,leben hherer und grundstzlicherer ,werth zugeschrieben werden msste4 ,es wre sogar noch mglich1 dass1 was den ,werth jener guten und verehrten ,dinge ausmacht1 gerade darin bestnde1 mit jenen schlimmen1 scheinbar entgegengesetzten ,dingen auf verfngliche ,weise verwandt1 verknpft1 verhkelt1 vielleicht gar wesensgleich zu sein4 7,jenseits von ,gut und ,bse #b47 -- -- --wir sind von ,grund aus1 von ,alters her--ans ,lgen gewhnt4 ,oder1 um es tugendhafter und heuchlerischer1 kurz angenehmer auszudrcken3 man ist viel mehr ,knstler als man weiss4 7,ebendaselbst #aib47 ,und das ,lebenerhaltendere der ,lge ist es1 das den ,knstler hoch ber den wissenschaftlichen ,menschen und dessen ,wahrheitsforschung stellt4 --die ,kunst1 in der gerade die ,lge sich heiligt1 der ,wille zur ,tuschung das gute ,gewissen zur ,seite hat1 7,zur ,genealogie der ,moral ,,iii #be71 ist es auch1 um derentwillen jetzt pltzlich wieder die ehemals so geschmhten ,metaphysiker weit vornehmer und schtzenswerther erscheinen1 als die ,wirklichkeits-,philosophaster1 mit ihrer ,gengsamkeit und ,lappenhaftigkeit4 7,jenseits von ,gut und ,bse #aj47 ,an dieser erneuten ,verherrlichung des ,knstlerthums und selbst der ,metaphysik erkennt man1 wie weit ,nietzsche schon zu einem neuen1 entgegengesetzten ,typus des ,erkennenden durchgedrungen ist1 und wie weit er sich bereits von den positivistischen ,wirklichkeits-,philosophastern entfernt hat4 ,denn was diese als eine unvermeidliche ,zugabe zum erkennenden ,denken betrachten und im ,erkenntnissakt nach ,mglichkeit zu reduciren suchen3 die ,abhngig-keitdes ,denkens vom menschlichen ,triebleben1--das gerade bedarf1 nach ,nietzsche der hchstmglichen ,steigerung4 ,die ,einsicht in die ,relativitt alles ,denkens1 in die engen ,grenzen1 die der ,wahrheitserkenntniss gezogen sind1 dien6 ihm ausschliesslich zur ,proklamirung einer neuen ,grenzenlosigkeit des ,erkennens1 die demselben den absoluten ,charakter wiedergeben soll4 ,weil ,nietzsche der absoluten ,ideale bedurfte1 um sie anbeten und an ihnen seine ,hingebung ausleben zu knnen1 suchte er1 sobald sein logisches ,wahrheitsideal allzu bescheiden zusammenschrumpfte1 ,abhilfe in dessen ,gegensatz1 im ,maasslosen des gesteigerten ,affektlebens4 ,ist er vorher davon ausgegangen1 das ,wahrheitsstreben von einer letzten ,illusion zu befreien1 indem er es als relativ auffasste1 so ffnet er sich nun einen neuen ,zugang zu neuen ,illusionen3 durch ,verlegung des ,erkenntnissgebietes in das der ,gefhlserregungen und ,willenseingebungen4 ,damit sind alle zurckhaltenden1 einschrnkenden ,dmme niedergerissen und rckhaltlos darf das ,affektleben darber hinfluthen4 ,nirgends ,gewissheit oder berall ,gewissheit1 das kommt hier beinahe auf dasselbe hinaus2 wo der ,gedanke alle selbstndigen ,erkenntnissrechte eingebsst hat1 da schweift er1 als ,spielzeug und ,werkzeug der ihn regierenden verborgenen ,triebe bis in die fernsten ,fernen1 bis in die tiefsten ,tiefen4 ,ist ,nietzsche ursprnglich aus dem geheimnissvoll schimmernden ,zaubergarten der ,metaphysik in die nchterne ,verstandeswelt empirischer ,forschung eingetreten1 so verliert er sich jetzt in den ,irrgarten einer ,wildniss1 die1 ungelichtet und undurchdringlich1 diese ,verstandeswelt umgiebt4 ,gerade der ,umstand1 dass in ihr noch keine ,wege gebahnt sind1 dem ,denken noch keine ,richtung gewiesen ist1--dass ,alles in ihr noch herrenlos und gesetzlos ist1 und der ,willensmachtspruch ,raum hat fr jegliches ,schaffen1--gerade dies ,abenteuerlich-,gefhrliche ist ihm ,brgschaft fr den richtigen ,weg1 denn es erscheint als die ,richtung mitten ins ,innere des ,lebens1 mitten in seine ,urkrfte hinein4 ,rthsel-,trunkene1 ,zwielicht-,frohe nennt daher ,zarathustra seine ,jnger1 deren ,seele mit ,flten zu jedem ,irr-,schlunde gelockt wird3--denn nicht wollt ihr mit feiger ,hand einem ,faden nachtasten2 und1 wo ihr errathen knnt1 da hasst ihr es1 zu erschliessen4 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #f f47 ,auch im ,erkennen fhle ich nur meines ,willens ,zunge und ,werde-,lust 7,ebendaselbst ,,ii #h72 ,werk- und ,spielzeuge sind ,sinn und ,geist6 7,ebendaselbst ,i #dc71 denn das ,leben spricht3 ,auch du1 ,erkennender1 bist nur ein ,pfad und ,fusstapfen meines ,willens3 wahrlich1 mein ,wille zur ,macht wandelt auch auf den ,fssen deines ,willens zur ,wahrheit6 7,ebendaselbst ,,ii #ej7 ,nietzsche1 der so lange ,zeit hindurch1 zur ,beschwichtigung und ,zgelung seyier tieferregten ,innerlichkeit und ihres ,affektlebens1 eine kalte und nchterne ,denkweise benutzt hatte1 erfuhr nun an sich selber1 was er frher einmal vorahnend und warnend1 in ,menschliches1 ,allzumenschliches 7,,ii #bge71 geschildert3 ,hat man seinen ,geist verwendet1 um ber die ,maasslosigkeit der ,affekte ,herr zu werden1 so geschieht es vielleicht mit dem leidigen ,erfolge1 dass man die ,maasslosigkeit auf den ,geist bertrgt und frderhin im ,denken und ,erkennenwollen ausschweift4#a ,in einem solchen ,verlangen wild auszuschweifen1 schafft er sich einen neuen ,wahlspruch3,nichts ist wahr1 ,alles ist erlaubt6 7,zur ,genealogie der ,moral ,,iii4 #bd47 und preist den ,werth der ,tuschung1 der willkrlichen ,fiktion1 des ,unlogischen und ,unwahren1 als der im ,grunde lebenfrdernden1 willensteigernden ,mchte4 ,in der ,vorstellung1 dass ja in dem gesammten ,weltbilde1 so wie wir es um uns aufgebaut haben1 wir selbst als die ,schpfer mit unserer psychischen ,eigenart drinstecken1 und dass unser ,erkennen letzten ,endes doch nichts ist als eine ,anmenschlichung der ,dinge1 schwelgt er so lange1 bis das ,weltganze sich ihm zu einem ,traumbilde verflchtigt1 das sich der ,einzelne willkrlich ersonnen hat4 ,warum drfte die ,welt1 die uns etwas angeht--1 nicht eine ,fiktion sein8 fragt er sich 7,jenseits von ,gut und ,bse #cd71 mit dem ,hintergedanken3 und also durch einen ,gewaltakt umzuschaffen sein8 ,hierauf bezieht sich ein kurzes interessantes ,kapitel in der ,gtzen-,dmmerung 7,,iv71 dessen ,absicht aber nur im ,zusammenhang mit den brigen zerstreuten ,bemerkungen ,nietzsches ber diesen ,gegenstand ganz verstndlich wird4 ,es ist berschrieben3 ,wie die wahre ,welt endlich zur ,fabel wurde4 ,geschichte eines ,irrthums4 und enthlt eine ,skizzirung des philosophischen ,entwicklungsganges von den ,alten bis zu uns4 ,die alte ,philosophie fasste schon1 wenn auch erst in naiver ,weise1 den ,erkennenden und sein ,weltbild1 die ,person und die ,wahrheit1 als identisch2 sie gipfelte in der ,umschreibung des ,satzes3 ich1 ,plato1 bin die ,wahrheit4 ,die wahre ,welt1 im ,gegensatz zur unwahren1 scheinbaren1 in der die ,unweisen leben1 ist1 erreichbar fr den ,weisen1--lebt in ihr1 er ist sie4 ,im ,christenthum trennt sich die ,idee der wahren ,welt fortschreitend von der ,persnlichkeit1 indem sie sich entmenschlicht und sublimirt1 als ,zukunftsverheissung1 als ,versprechen ber den ,menschen auffliegt4 ,endlich1 durch eine ,reihe von metaphysischen ,systemen hindurch1 verblasst sie bei ,kant zu einem blossen ,schatten1 unerreichbar1 unbeweisbar1 unversprechbar1--bis sie sich1 mit der endgiltigen ,abkehr von aller ,metaphysik1 vllig zu ,nichts verflchtigt3 ,grauer ,morgen4 ,erstes ,ghnen der ,vernunft4 ,hahnenschrei des ,positivismus4 ,damit steigt die bisher1 als scheinbar und unwahr gescholtene ,welt im ,preise1 weil sie die einzig brigbleibende ist3 ,heller ,tag2 ,frhstck2 ,rckkehr des bon sens und der ,heiterkeit2 ,schamrthe ,plato's2 ,teufelslrm aller freien ,geister4 ,aber mit der ,einsicht in die ,entstehung der ,fabel von der wahren ,welt haben wir zugleich die ,entstehungsweise des ,weltbildes unserer ,erkenntniss berhaupt eingesehen4 ,jetzt1 wo der ,glaube an eine mystische wahre ,welt hinter der scheinbaren1 durch ,tuschung und ,irrthum entstandenen1 uns nicht mehr trstet1 was bleibt uns noch brig8 ,mit der wahren ,welt haben wir auch die scheinbare abgeschafft1 die ja nur als deren ,gegensatz mglich war4 ,wieder ist der ,mensch auf sich selbst zurckgeworfen als auf den ,selbstschpfer aller ,dinge4 ,wieder ist die alte ,fassung3 ,ich1 ,plato1 bin die ,welt1 mglich geworden und steht als letzte ,weisheit am ,anfang aller ,philosophie1 nun aber nicht mehr in der naiven1 noch ungebrochenen ,identificirung von ,person und ,wahrheit1 von ,subjekt und ,objekt1 sondern als klar bewusste und gewollte ,schpferthat ,dessen1 der sich selbst als den ,weltentrger erkannt hat4 ,ich1 ,nietzsche-,zarathustra1 bin die ,welt1 sie ist1 weil ich bin1 sie ist1 wie ich will4 ,dieses ,ergebniss wird nur angedeutet in den geheimnissvollen ,schlussworten3 ,mittag2 ,augenblick des krzesten ,schattens2 ,ende des lngsten ,irrthums4 ,hhepunkt der ,menschheit2 ,incipit ,zarathustra4 ,hier lsst es sich schon deutlich verfolgen1 wie sich neue und ins ,mystische berschlagende ,gedanken ,nietzsches mit ,elementen mischen und verknpfen1 die er noch der modernen ,erkenntnisstheorie entnimmt4 ,und damit ist bereits der ,punkt erreicht1 von dem aus sich seine neue ,lehre aufbaut1 und bei dem es sich nicht mehr um eine blosse ,gefhlsbertreibung gewisser allgemeingiltiger ,einsichten handelt4 ,denn aus der ,thatsache der ,begrenztheit und ,relativitt alles menschlichen ,erkennens1 und aus der der ,prioritt des menschlichen ,trieblebens gegenber demselben formt sich ihm unvermerkt der neue ,typus des ,philosophen3 das berlebensgrosse ,bild eines ,einzelnen1 dessen ,gewaltwille ber wahr und unahr entscheidet1 und in dessen ,hand das ,verstandeserkennen der ,menschen ein blosses ,spielzeug ist4 ,man knnte sagen3 dasjenige1 was den ,geist zu strenger ,selbstbescheidung zwingt1 was ihn von allen ,seiten bedingt und beeinflusst1 das personificirt sich ,nietzsche unter dem ,bilde einer zgellosen ,allmacht1 die er auf einen bermenschlichen ,einzelnen bertrgt4 ,ja1 in ihm sollen alle ,triebe und ,krfte alles ,menschenthums dermaassen entfesselt und gesteigert gedacht werden1 dass die ,quintessenz des ,lebens1 der ,kraft-,extract des ,ganzen1 in ihm gleichsam ,person geworden ist1 sodass er auch die ,erkenntnissnormen umzuprgen und zu verrcken im ,stande wre4 ,doch geschieht dies nicht in einem ,act der ,contemplation1 sondern in einer schpferischen ,that1 als ,handlung und ,befehl1 der an die ,welt ergeht4 --,die eigentlichen ,philosophen aber sind ,befehlende und ,gesetzgeber3 sie sagen so soll es sein6 sie bestimmen erst das ,wohin8 und ,wozu8 des ,menschen-- --1--sie greifen mit schpferischer ,hand nach der ,zukunft-- --4 ,ihr ,erkennen ist ,schaffen1 ihr ,schaffen ist eine ,gesetzgebung1 ihr ,wille zur ,wahrheit ist--,wille zur ,macht4 7,jenseits von ,gut und ,bse #baa47 ,ihre ,philosophie schafft immer die ,welt nach ihrem ,bilde1 sie kann nicht anders2 ,philosophie ist dieser tyrannische ,trieb selbst1 der geistigste ,wille zur ,macht1 zur ,schaffung der ,welt1 zur causa prima 7,ebendaselbst #i74 ,die csarischen ,zchter und ,gewaltmenschen der ,cultur 7,ebendaselbst #bjg7 sind es1 mit deren ,erluterung und ,beschreibung sich ,nietzsches ganze ,zukunftsphilosophie beschftigt1 ja1 in deren ,bilde ihr gesammter ,inhalt besteht4 ,in seiner ,erkenntnisstheorie wird ihnen nur der ,boden bereitet1 in seiner ,ethik und ,aesthetik wachsen sie aus diesem ,boden immer hher hinauf in eine religise ,mystik1 in der ,gott1 ,welt und ,mensch zu einem einzigen ungeheuren ,ueberwesen verschmelzen4 ,es ist leicht zu sehen1 inwiefern sich ,nietzsche mit dem ,bilde dieses ,schpfer-,philosophen seinen ehemaligen metaphysischen ,anschauungen nhert1 wie er aber dieselben zugleich durch seine spteren wissenschaftlichen ,theorien zu modificiren sucht4 ,die idealen ,wahrheiten der ,metaphysik mit ihren erhebenden und trstenden ,deutungen des ,weltrthsels nimmt er nicht wieder auf1 aber indem er berhaupt mit der ,mglichkeit einer ,wahrheit aufrumt1 indem er die ,skepsis in das ,gebiet des ,erkennens hineintrgt und sich auf den ,standpunkt ,alles ist unwahr stellt1 schafft er sich ,raum1 um einen ,ersatz fr jene verlorenen idealen ,wahrheiten und ,trostgrnde herzustellen4 ,durch einen ,machtspruch1 durch einen ,willensakt wird in die ,dinge die ,bedeutung hineingelegt1 die sie an sich selbst nicht haben2 aus dem ,wahrheits-,entdecker1 als welcher der ,philosoph bisher galt1 ist er gewissermassen zum ,wahrheits-,erfinder geworden1 zu einem berreichen des ,willens 7,jenseits von ,gut und ,bse #bab71 der zwar ,unwahrheiten und ,tuschungen ausspricht1 aber dessen schpferischer ,wille sie wahr1 d4 h4 zu berzeugenden ,wirklichkeiten1 zu machen weiss4 ,wer seinen ,willen nicht in die ,dinge zu legen weiss1 der legt wenigstens einen ,sinn noch hinein 7,gtzen-,dmmerung1 ,sprche und ,pfeile #ah74 ,damit kehrt er sich gegen die ,metaphysiker1 aber wie sie nimmt er sich das ,recht zu einer ,umdeutung und ,umschaffung der ,dinge auf ,grund der ber die blosse ,verstandeskraft hinausgehenden ,eingebungen des ,gemths4 ,in dieser persnlich gedachten ,ueberlegenheit des ,affektlebens ber das ,verstandesleben1 in welcher schliesslich der ,wahrheitsgehalt einer ,erkenntniss als unwesentlich erachtet wird gegenber ihrem ,willens- und ,gefhlsgehalt1 spiegelt sich rckhaltlos ,nietzsches ,geistesart1 sein innerstes ,wesen und ,sehnen wieder4 ,nach dem langen ,zwang im ,dienste des strengen ,wahrheitserkennens war dies eine ,reaktion1 deren ,seligkeit ihn in einen ,taumel der ,mystik hineinriss4 ,seine eigene ,seele gibt er jenem bermenschengrossen ,schpfer-,philosophen1 in dem des ,lebens ,flle und ,ueberflle sich drngt und schpferisch nach ,entlastung durch den ,gedanken verlangt1--es ist der tropische ,mensch1 auf den die ,worte passen1 die wir bereits im ersten ,theile dieses ,buches auf ,nietzsches tieferregtes ,innenleben angewendet haben3 die umfnglichste ,seele1 welche am weitesten in sich laufen und irren und schweifen kann2-- -- --die sich selber fliehende1 die sich selber im weitesten ,kreise einholt2 die weiseste ,seele1 welcher die ,narrheit am sssesten zuredet3 die sich selber bebendste1 in der alle ,dinge ihr ,strmen und ,wiederstrmen und ,ebbe und ,fluth haben 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #hb74 ,aber noch weiter geht diese unwillkrliche und gewaltsame ,reaktion gegen die vorhergehende ,geistesperiode1 und geht die unbewusste ,selbstwiderspiegelung in den ,theorien1 bis hinein in das persnlichste ,empfinden ,nietzsches4 ,denn in ihnen treffen wir auch auf jenen unheimlichen ,zug in ,nietzsches ,seelenleben1 wonach er sich nur in der ,selbstopferung und ,selbstvergewaltigung befriedigte und seiner ,exaltation genug that4 ,wie er sich zuvor zur ,unterwerfung unter die ,forderungen eines strengen ,intellektualismus gezwungen hatte1 so zwingt er jetzt umgekehrt den ,verstand1 den ,trieb zu rein intellektuellem ,erkennen1 unter den ,machtwillen der ,affekte4 ,hatte er zuvor seinen seelischen ,menschen vergewaltigt1 so vergewaltigt er jetzt den erkennenden ,menschen in sich4 ,er ruht nicht eher1 als bis der ,triumph des entfesselten ,lebenswillens zu einer ,selbstverhhnung des ,verstandes wird3 in unheimlicher ,weise resultirt schliesslich die hchste ,erkenntniss aus einer ,selbstpreisgebung alles logischen ,erkennens1--der ,denker wird heimlich durch seine ,grausamkeit gelockt und vorwrts gedrngt1 durch jene gefhrlichen ,schauder der gegen sich selbst gewendeten ,grausamkeit4--er muss als ,knstler und ,verklrer der ,grausamkeit walten 7,jenseits von ,gut und ,bse #bbi74 ,der menschliche ,geist taucht zuletzt freiwillig hinab in seine ,vernichtung1 denn nur so empfngt er die hchste ,offenbarung1--er taucht hinab ins ,grenzenlose1 ,maasslose1 das ber ihm zusammenschlgt1 denn nur so erfllt er sein ,ziel4 ,wir werden in der ganzen letzten ,philosophie ,nietzsches1 in der ,ethik wie in der ,aesthetik1 den durchgehenden ,grundgedanken wiederfinden3 dass der ,untergang durch das ,uebermass die ,bedingung einer hchsten ,neuschpfung sei1 und daher mndet auch ,nietzsches ,erkenntnisstheorie in eine ,art schauerlich--persnlicher ,mystik aus1 in der die ,begriffe ,wahn und ,wahrheit unlslich verkettet sind1 und das ,uebermenschliche daher kommt als ein ,blitz1 der den ,geist treffen und tdten1 als ein ,wahnsinn1 mit dem sein ,wahrheitssinn geimpft werden soll3 ,wollte ich doch1 sie htten einen ,wahnsinn1 an dem sie zu ,grunde gingen6-- -- --,wahrlich ich wollte1 ihr ,wahnsinn hiesse ,wahrheit6-- --,und des ,geistes ,glck ist diess3 gesalbt zu sein und durch ,thrnen geweiht zum ,opferthier1--wusstet ihr das schon8 ,und die ,blindheit des ,blinden und sein ,suchen und ,tappen soll noch von der ,macht der ,sonne zeugen1 in die er schaute1--wusstet ihr das schon8 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #cc74 ,aber dieses letzte ,mysterium kann uns1 wie das ganze ,bild des ,schpfer-,philosophen berhaupt1 nur fortschreitend1 in der ,ethik und ,aesthetik ,nietzsches1 vllig deutlich werden1 indem es1 von den abstrakten ,grundlinien aus1 stets krperhaftere ,zge gewinnt1 bis es endlich1 als eine mystische ,wesensverklrung ,nietzsches selber1 in seiner persnlichen ,einzelgestalt vor unseren ,augen steht4 ,dass erst die ,ethik der ,erkenntnisstheorie ihre rechte ,erluterung und ,begrndung giebt1 erhellt schon aus dem ,charakter des ,erkennenden als des wahren ,trgers des ,lebenswillens1--des ,erkennenden als des ,handelnden und ,schaffenden4 ,es gilt daher im hchsten ,grade von ,nietzsches ,philosophie1 was er von den ,systemen der ,philosophen berhaupt aussagt3 dass die moralischen-- --,absichten-- --den eigentlichen ,lebenskeim ausmachten1 aus dem jedesmal die ganze ,pflanze gewachsen ist 7,jenseits von ,gut und ,bse #f74 ,dieser enge ,zusammenhang des ,philosophen mit dem ,leben als solchem und mit dessen menschlichsten und persnlichsten ,zwecken soll ihn am entschiedensten von allen ,denen trennen1 die das ,leben anfeinden oder pessimistisch ansehen4 ,er soll der geborene ,lebens-,apologet sein und seine ,philosophie eo ipso eine ,lebens-,apotheose1 denn zu sich selbst kann das ,leben nur immer wieder ,ja sagen4 ,in ,wirklichkeit jedoch ist fast immer das ,gegentheil der ,fall gewesen 7,gtzen-,dmmerung ,,ii ,i74 ber das ,leben haben zu allen ,zeiten die ,weisesten gleich geurtheilt3 es taugt nichts4444 ,immer und berall hat man aus ihrem ,munde denselben ,klang gehrt1--einen ,klang voll ,zweifel1 voll ,schwermuth1 voll ,mdigkeit am ,leben1 voll ,widerstand gegen das ,leben4 ,war doch dieser geschwchte ,lebenswille eine ,folge der ,verfeinerung und ,sublimirung ihres menschlich-thierischen ,wesens1 der intellektuellen und beschaulichen ,eigenart ihrer ,natur1--war es doch1 nach ,nietzsches ehemaliger ,auffassung1 gewissermaassen zugleich ihr ,adelszeichen1 das sie von den geistig rohen ,menschen1 vom ,pbel1 unterschied und zu ihrer ,fhrerrolle berechtigte4 ,hier hat sich nun die ,auffassung dahin verndert1 dass nicht mehr auf die ,lebensdurchgeistigung1 sondern auf die ,lebensschwchung der ,nachdruck gelegt wird4 ,die ,menschen des ,geistes erscheinen nunmehr als die ,kranken und ,entnervten1 als die ,niedergangstypen eines jeden ,zeitalters4 ,der von ,nietzsche so geliebte und verherrlichte ,philosoph1 der bei den ,griechen die ,lehre von der ,herrschaft der ,vernunft ber die ,naturinstinkte vertrat1 ,sokrates1 wandelt sich ihm damit wieder zu der gefhrlichen und geschmhten ,versucher-,gestalt1 die er fr ,nietzsche zur ,zeit der ,schopenhauerischen ,periode war4 ,sokrates1 der ,hssliche1 ,missgestaltete unter den vornehmen1 wohlgebildeten ,griechen1 trat unter ihnen auf als der erste grosse ,decadent1 er corrumpirte und verschnitt den ursprnglichen hellenischen ,lebensinstinkt1 indem er ihn der ,vernunftlehre unterwarf 7,vergleiche ,gtzen-,dmmerung ,,ii ,das ,problem des ,sokrates74 ,darin ist er das ,urbild aller ,denker1 die das ,leben durch das ,denken meistern wollen1 aber wie sie ,alle beweist er damit ,nichts gegen das ,leben1 sondern nur ,etwas gegen das ,denken4 ,denn wenn auch bisher alle ,philosophen zur ,missachtung des ,daseins1 zur ,erschlaffung der lebenerhaltenden ,instinkte beigetragen haben1 so spricht sich darin nicht eine ,wahrheit hinsichtlich des also geringgeschtzten ,lebens aus1 sondern nur der ,widerspruch1 in den sie mit sich selber gerathen sind1 als das charakteristische ,symptom eines ,krankheitszustandes4 ,es lehrt nur1 dass die ,menschen des berwiegenden ,intellekts sich von der ,lebensquelle1 die auch ihrem ,intellekt erst ,nahrung zufhrt1 abgekehrt haben1 dass sie ,abgelebte1 ,mde1 ,sptlinge niedergehender ,culturen sind1 dass sie in sich nicht mehr die sieghafte1 heilende1 umformende ,kraft besitzen1 welche ber die ,schden und ,lcken des ,daseins triumphirt und dasselbe zu hherer ,entwicklung weiterfhrt4 ,ihnen allen gilt daher die argwhnische ,frage3 ,waren sie vielleicht allesammt auf den ,beinen nicht mehr fest8 spt8 wackelig8 ddcadents8 ,erschiene die ,weisheit vielleicht auf ,erden als ,rabe1 den ein kleiner ,geruch von ,aas begeistert8444 7,gtzen-,dmmerung ,,ii #a47 ,aber nicht nur ihnen gilt diese ,frage1 denn sie reprsentiren nur die usserste ,spitze dessen1 worin die ganze ,entwicklung der ,menschheit gipfelt4 ,der stumpfen und dumpfen ,einheitlichkeit seines ursprnglichen ,thierbewusstseins entrissen1 ist der ,mensch durch die ,weiterbildung seiner ,geistesfhigkeiten in ,zwiespalt mit dem ,naturgrund gerathen1 in dem seine ,kraft wurzelt4 ,er ist damit zu einer ,halbheit1 zu einem ,zwitterding geworden1 das ersichtlich seine ,erklrung und ,daseinsberechtigung nicht aus sich selber schpfen kann1--8 er ist der verkrperte ,uebergang zu ,etwas1 das noch nicht entdeckt1 noch nicht geschaffen ist1 und als ein solcher ,uebergang ist der ,mensch das krankhafteste1--das noch nicht festgestellte ,thier4 7,jenseits von ,gut und ,bse #fb74 ,so haftet der ,decadenz-,charakter dem ,menschenthum als solchem an und nicht nur einer einzelnen ,form1 einem einzelnen ,gebiet desselben4 ,wir finden demnach die ersten ,anfnge der ,decadenz1 des ,niederganges ungebrochenen ,lebens1 schon im ,entstehen aller ,cultur1--da wo sich die wilde ,bestie ,mensch1 das menschliche ,raubthier1 durch den ersten socialen ,zwang in seiner ungezgelten ,freiheit beengt fhlt4 ,jene furchtbaren ,bollwerke1 mit denen sich die staatliche ,organisation gegen die alten ,instinkte der ,freiheit schtzte-- -- --brachten zu ,wege1 dass alle jene ,instinkte des wilden freien schweifenden ,menschen sich rckwrts1 sich gegen den ,menschen selbst wandten4 ,alle ,instinkte1 welche sich nicht nach ,aussen entladen1 wenden sich nach ,innen-- ist das1 was ich die ,verinnerlichung des ,menschen nenne3 damit wchst erst das an den ,menschen heran1 was man spter seine ,seele nennt4 ,die ganze innere ,welt1 ursprnglich dnn wie zwischen zwei ,hute eingespannt1 hat ,tiefe1 ,breite1 ,hhe bekommen1 als die ,entladung des ,menschen nach ,aussen gehemmt worden ist4 ,der ,mensch1 der sich1 aus ,mangel an usseren ,feinden und ,widerstnden1 eingezwngt in eine drckende ,enge und ,regelmssigkeit der ,sitte1 ungeduldig selbst zerriss1 verfolgte1 annagte1 aufstrte1 misshandelte1 dies an den ,gitterstangen seines ,kfigs sich wund stossende ,thier1-- -- --4 ,mit ihm aber war die grsste und unheimlichste ,erkrankung eingeleitet1 von welcher die ,menschheit bis heute nicht genesen ist1 das ,leiden des ,menschen--an sich3 als die ,folge einer gewaltsamen ,abtrennung von der thierischen ,vergangenheit1 einer ,kriegserklrung gegen die alten ,instinkte1 auf denen bis dahin seine ,kraft1 ,lust und ,furchtbarkeit beruhte4 7,zur ,genealogie der ,moral ,,ii #af47 ,wenn dementsprechend die ,krankhaftigkeit des ,menschen gewissermaassen sein ,normalzustand1 seine specifisch menschliche ,natur selbst ist1 und die ,begriffe ,erkrankung und ,entwicklung als nahezu identisch gefasst werden1 so mssen wir natrlich auch am ,ausgang einer langen culturellen ,entwicklung wieder der nmlichen ,decadenz als ,resultat begegnen4 ,sie hat nur das ,aussehen verndert4 ,es sind die ,zeiten langer friedlicher ,gewhnung1 in denen sie in ihrer neuen ,form auftritt1 ,zeiten1 in denen das strenge ,zusammenhalten1 die harte ,zucht und ,unterordnung der ,einzelnen nicht mehr als nothwendig erscheinen1 sondern die ,mittel zu einer sorgloseren und volleren ,selbstauslebung reichlich vorhanden sind4 ,die starre ,gleichfrmigkeit1 zu der durch eine ,jahrhunderte whrende ,schulung ,alle herangezchtet worden sind1 beginnt sich aufzulsen und dem ,spiel des ,individuellen ,platz zu machen4 ,die ,variation1 sei es als ,abartung 7in's ,hhere1 ,feinere1 ,seltnere71 sei es als ,entartung und ,monstrositt1 ist pltzlich in der grssten ,flle und ,pracht auf dem ,schauplatz1 der ,einzelne wagt einzeln zu sein und sich abzuheben4 ,lauter neue ,wozu's1 lauter neue ,womit's1 keine gemeinsamen ,formeln mehr1 ,missverstndniss und ,missachtung mit einander im ,bunde1 der ,verfall1 ,verderb und die hchsten ,begierden schauerlich verknotet1 das ,genie der ,rasse aus allen ,fllhrnern des ,guten und ,schlimmen berquellend1 ein verhngnissvolles ,zugleich von ,frhling und ,herbst4 7,jenseits von ,gut und ,bse #bfb47 ,wenn in der zuerst geschilderten ursprnglichen ,decadenzform die ,leidenschaften des ,menschen sich gegen ihn selbst wenden1 ihn bedrohen und zerfleischen1 weil er sich nicht nach ,aussen hin entladen1 nicht wehren kann1--so gerathen sie jetzt aus dem entgegengesetzten ,grunde in einen gleichen ,innenkrieg miteinander1 weil keine ,verhltnisse mehr vorhanden sind1 gegen die der ,mensch sich zu wehren htte1 nichts1 was seine ,kriegskraft nach ,aussen hin abzuziehen vermchte4 ,im zahmen ,frieden des geordneten ,lebens hat der inzwischen so stark verinnerlichte ,mensch nur noch sich selbst zum ,kampfplatz seiner ungeberdigen ,triebe4 ,sobald diese sich zu regen anfangen1 beginnt er wiederum1 an sich zu leiden1 ,dank den wild gegeneinander gewendeten1 gleichsam explodirenden ,egoismen1 die sein beraus complicirt gewordenes ,wesen in sich begreift1 und durch die es allmlig alle ,geschlossenheit der ,persnlichkeit wieder einbsst4 ,in diesem ,stadium bildet der ,mensch das ,endglied einer einzigen ungeheuer langen ,entwicklungskette1 deren einzelne ,ringe ihm alle einverleibt sind1 als die ,summe der gesammten allmlig angezchteten intellektuellen1 moralischen und socialen ,menschlichkeit nebst smmtlichen nur allzu lebendigen ,instinkterinnerungen an die zurckliegende ,thierheit4 ,aber wenn diese beiden ,formen der ,decadenz mit ,nothwendigkeit der menschlichen ,natur entspringen und unumgngliche ,durchgangsphasen fr deren ,weiterbildung zu etwas ,hherem sind1 so gibt es daneben noch eine dritte ,art der ,decadenz1 welche die geschilderten ,krankheitszustnde unheilbar zu machen und die ,mglichkeit einer ,wiedergenesung zu verhindern droht4 ,das ist die falsche ,weltdeutung1 die unrichtige ,lebensauffassung1 die durch jenes ,leiden und jene ,krankheit gezeitigt wird4 ,es ist die ,aufforderung zur ,askese in gleichviel welcher ,form1 zur ,abkehr vom ,leben und seinen ,schmerzen1 zur ,hingebung an die ,mdigkeit1 die als ,folge des immerwhrenden ,krieges der man ist auftritt4 ,ein solches asketisches ,ideal predigen nicht nur alle ,religionen und ,moralen1 sondern auch jeder ,intellektualismus1 der das ,denken auf ,kosten des ,lebens untersttzt und das ,ideal der ,wahrheit dem ,ideal einer mglichsten ,lebenssteigerung entgegensetzt4 ,das wahre ,heilmittel fr diese um sich greifende ,corruption bestnde gerade in der vollen ,hinwendung zum ,leben1 damit aus dem chaotischen ,reichthum durcheinander ringender ,gegenstze eine neue hhere ,gesundheit geboren werde4 ,man ist nur fruchtbar um den ,preis1 an ,gegenstzen reich zu sein 7,gtzen-,dmmerung ,v #c71 vorausgesetzt1 dass noch gengende ,kraft da ist1 sie zu tragen1 sie zu ertragen4 ,dann ist scheinbare ,auflsung und ,decadenz1 dann ist alle sogenannte ,corruption nur ein ,schimpfname fr die ,herbstzeiten1--d4 h4 fr die ,zeiten der abfallenden ,bltter1 aber auch der reifenden ,frchte4 ,insofern kann ,decadenz und ,fortschritt ein und dasselbe bedeuten3 den ,fortschritt dem nothwendigen ,ende zu1--,es hilft nichts3 man muss vorwrts1 will sagen ,schritt fr ,schritt weiter in der dcadence4-- -- --,man kann diese ,entwicklung hemmen und1 durch ,hemmung1 die ,entartung selber stauen1 aufsammeln1 vehementer und pltzlicher machen3 mehr kann man nicht4 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #dc47 ,ein solches ,ende1 eine solche tragische ,verknpfung von vorwrts und niederwrts wird dadurch erklrt1 dass der ,mensch nicht in sich selbst seine ,erfllung findet1 sondern ber sich selbst hinaus drngt nach etwas ,hherem1 als er ist4 ,es ist mit der ,thatsache einer gegen sich selbst gekehrten1 -- --,thierseele auf ,erden etwas so ,neues1 ,tiefes1-- --,widerspruchsvolles und ,zukunftsvolles gegeben1--dass daraus die ,zuversicht auf eine mgliche1 neue ber-,art des ,menschlichen geschpft werden kann4 ,es ist1 als ob sich damit ,etwas ankndige1 ,etwas vorbereite1 als ob der ,mensch kein ,ziel1 sondern nur ein ,weg1 ein ,zwischenfall1 eine ,brcke1 ein grosses ,versprechen sei4 7,zur ,genealogie der ,moral ,,ii #af47 ,der ,mensch ist ein ,seil1 geknpft zwischen ,thier und bermensch1--ein ,seil ber einem ,abgrunde4-- --,was gross ist am ,menschen1 das ist1 dass er eine ,brcke und kein ,zweck ist3 was geliebt werden kann am ,menschen1 das ist1 dass er ein bergang und ein ,untergang ist4 7,also sprach ,zarathustra ,i #ab47 ,die ,decadenzerscheinungen knnen daher der ,menschheit zu ,zeiten des hereinbrechenden ,unterganges und der sich ankndigenden ,neugeburt ebenso wenig erspart bleiben als einem schwangeren ,weibe die ,widerlichkeiten und ,wunderlichkeiten der ,schwangerschaft3 -- -- --als welche man vergessen muss1 um sich des ,kindes zu freuen4 ,die ,einsicht in die durchgngige ,allzumenschlichkeit der ,triebe1 die ,nietzsche frher so stark betont hatte1 wird hier also nicht aufgegeben1 sondern noch mglichst verschrft und zum ,ausgangspunkt seiner neuen ,menschheitstheorie genommen4 ,aus einer verstandeskalten ,einsicht hat sie sich ihm zu einem ,gemthsaffekt gesteigert1 und als solcher gewinnt sie eine so ungeheure ,bedeutung1 dass sie alle seine ,seelen- und ,gedankenkrfte aufwhlt1 bis ihm in ,zorn1 ,gram und ,entsetzen neue ,flgel und quellenahnende ,krfte 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #gg7 wachsen1 mit denen er sich ber sie erhebt4 ,aus dem ,accent1 den er auf seine ehemalige ,einsicht legt1 aus den ussersten ,consequenzen1 die er aus ihr zieht1 quillt ihm die bermchtige ,sehnsucht nach seiner neuen ,theorie1 nach dem ,gedanken einer ,selbstopferung des ,allzumenschlichen fr das ,uebermenschliche4 ,wie sich in dem erkenntnisstheoretischen ,theile von ,nietzsches neuer ,lehre die ,abhngigkeit des ,logischen vom ,seelischen1 des ,gedankenlebens vom ,gemthsleben wiederspiegelt1 so tritt uns in jenem ,menschheitsbilde einer leidenden ,ueberflle zum ,zweck einer ,neugeburt die ,erklrung seines eigenen ,wesens entgegen3 die ,selbstopferung durcheinanderringender ,triebe zur ,entbindung hchster ,schaffenskraft4 ,aus dem tiefen1 ihm stets gegenwrtigen ,gefhl eigener ,krankhaftigkeit1 eigenen ,leidens ist seine ,decadenzlehre hervorgegangen4 ,auch von ihr gilt1 was von allen ,theorien seiner letzten ,philosophie gilt3 die schmerzlichen psychischen ,vorgnge1 die bei ihm bisher die ,ursache und ,begleiterscheinung der verschiedenen ,erkenntnissprocesse waren1 werden nunmehr zum ,erkenntniss-inhalt selbst4 ,der ,gedanke einer berreich gewordenen1 sich opfernden ,menschheit ist es denn auch1 von dem aus ,nietzsche1 zurckblickend1 den ganzen ,gang der ,menschheits-,entwicklung begreift4 ,um desswillen allein war jene lange und peinvolle ,zhmung ursprnglicher ,thierwildheit nthig1 obgleich sie den ,menschen zum ,decadenten heranzchtet1 und er ihr schliesslich doch wieder entwchst4 ,ihr ,sinn ist es gewesen1 ihn mit der ganzen ,flle seiner ,innerlichkeit zu bereichern und ihn dann zum ,herrn dieses ,reichthums und seiner selbst zu machen4 ,das konnte nur durch einen langen harten ,zwang geschehen1 in dem sein ,wille1 als1 der eines noch ,unmndigen1 gleichsam unter ,schlgen und ,strafen zur ,mndigkeit erzogen wurde4 ,so lernte der ,mensch einen lngeren und tieferen ,willen haben1 als das vergessliche1 vom ,augenblick beherrschte1 dem ,augenblicksimpulse unterworfene ,thier4 ,er lernte fr sein ,wollen einstehen--er wurde das ,thier1 das versprechen darf4 ,alle ,menschheitserziehung ist im ,grunde eine ,art von ,mnemotechnik3 sie lst das ,problem1 wie dem unberechenbaren ,willen ein ,gedchtniss einzuverleiben sei4 ,fr sich gut sagen drfen und mit ,stolz1 also auch zu sich ,ja sagen drfen--das ist--- eine spte ,frucht3--wie lange musste diese ,frucht herb und sauer am ,baume hngen6 ,stellen wir uns--ans ,ende des ungeheuren ,prozesses1 dorthin1 wo der ,baum endlich seine ,frchte zeitigt1 wo die ,societt und ihre ,sittlichkeit der ,sitte endlich zu ,tage bringt1 wozu sie nur das ,mittel war3 so finden wir als reifste ,frucht-- --das souveraine ,individuum1 das nur sich selbst gleiche1-- --1 kurz den ,menschen des eignen unabhngigen langen ,willens1 der versprechen darf4 7,zur ,genealogie der ,moral ,,ii ,i ff47 ,dieser ,selbstgewissheit des freigewordenen1 herrgewordenen ,individuums entspricht eine neue ,art von ,gewissen1 nachdem der ,mensch den ,moral ,vorstellungen und ,idealbegriffen des ,herkommens--seinen strengen1 nunmehr berflssig gewordenen ,erziehern--entwachsen ist1 und damit das alte ,gewissen seine ,wurzel und ,berechtigung in ihm verloren hat4 ,auch die ,willenstheorie ,nietzsches weist eine ,verschmelzung seiner ehemaligen metaphysischen ,anschauungen mit einem wissenschaftlichen ,determinismus auf4 ,als ,jnger ,schopenhauers unterschied ,nietzsche gleich diesem zwischen dem mysterisen ,willen an sich1 der die ,grundlage der ,schopenhauerischen ,metaphysik ausmacht1 und dem ,willen1 wie er fr unsere menschliche ,wahrnehmung in die ,erscheinung tritt4 ,er nannte ihn also frei1 insofern die letzten ,grnde seines ,seins und ,wesens jenseits unserer gesammten ,erfahrungswelt liegen1 jenseits des fr diese geltenden ,causalittsgesetzes2 unfrei1 insofern die einzelne ,willenserscheinung uns nur wahrnehmbar wird innerhalb des unzerreissbaren ,netzes des allgemeinen ,causalzusammenhangs4 ,nachdem ,nietzsche dann mehrere ,jahre einem consequenten ,determinismus gehuldigt hatte1 hlt er auch jetzt noch an der ,ansicht fest1 dass der ,wille sich am ,gngelbande der ihn bestimmenden ,einflsse sozusagen erst seinen ,namen verdiene4 ,aber was er als ,determinist hinsichtlich der mysterisen ,herkunft und ,abstammung des ,willens leugnet1 das versucht er dafr an das ,ziel und ,ende der ,willensentwicklung zu stellen4 ,ist nmlich in ,folge der von ihm geschilderten langen ,willenszchtung durch ,zwang und ussere ,beeinflussung ein reifer1 selbstgewisser1 dem ,augenblick entwachsener und das ,leben beherrschender ,wille allmhlich geschaffen worden1 so ist er damit in einem ,sinne frei geworden1 dem gegenber die ,deterministen ,unrecht bekommen3 denn nun lassen sich seine ,handlungen nicht lnger aus einer bestimmten ,zeit und ,umgebung ableiten1 nun wird er durch nichts mehr als durch sich selbst1 d4 h4 durch seine gewaltig angewachsene und rcksichtslos explodirende ,strke bestimmt1--er ist reines1 von der ,zeit gelstes ,machtbewusstsein4 ,allerdings ist dieses sein ,wesen nicht mehr metaphysischer ,natur1 denn es ist geworden1 es ist das ,resultat einer ,entwicklungsreihe1 und die erreichte ,freiheit des ,willens ist die ,tochter der ,nothwendigkeit und strengsten ,bedingtheit des ,willens4 ,aber es ist dennoch etwas ,mystisches um diese ,freiheit1 denn sie wendet sich nunmehr als eine unbedingte ,macht umgestaltend und umschaffend gegen eben die natrlichen ,bedingungen1 denen sie entsprungen4 ,die ,welt der ,wirklichkeit in ihrer uns allein zugnglichen und begreiflichen ,entwicklung hatte ,nietzsche in seiner positivistischen ,zeit als das ,werthvollste schtzen gelernt1 indem er sich gegen die andersgesinnten ,metaphysiker mit dem ,wort kehrte3 ,alles ,fertige1 ,vollkommene wird angestaunt1 alles ,werdende unterschtzt1 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #afb7--;blos weil man die ,entstehungsursachen des ersteren nicht mehr nachprfen1 nicht mehr durchschauen kann4 ,nun gelangt er zu dem gleichen ,anstaunen des ,fertiggewordenen und scheinbar ,vollkommenen2 und alles ,werdende erscheint ihm nur noch schtzenswerth1 insofern es der ,weg dazu ist4 ,die ,bedingtheit aller ,dinge wird von ihm auch jetzt zugestanden1 aber nur1 weil aus ihr heraus irgend wann einmal eine ber alle ,bedingtheit und ,erfahrung hinausgehende mystische ,bedeutsamkeit aller ,dinge sich offenbaren soll4 ,von der ,machtstrke des freigewordenen ,willens hngt diese ,bedeutsamkeit ab1 denn von ihm wird sie in die ,dinge hineinerschaffen2 darum will ,nietzsche an ,stelle des freien und unfreien ,willens der ,deterministen den ,ausdruck starker und schwacher ,wille gesetzt sehen 7,jenseits von ,gut und ,bse #ba7 und die gesammte ,psychologie aufgefasst wissen als ,morphologie und ,entwicklungslehre des ,willens zur ,macht4 7,ebendas4 #bc47 ,der ,willensmchtige ist also jederzeit der im hchsten ,grade ,unzeitgemsse1 er ist ,derjenige1 in dem ,genie geworden ist1 was sich durch lange ,zeit hindurch in der ,menschheit vorbereitet hat4 ,im ,genie strmt frei aus1 was von der ,menschheit in ,unfreiheit und ,knechtschaft erlernt wurde4 ,genies sind wie ,explosivstoffe1 in denen eine ungeheure ,kraft aufgehuft ist2 ihre ,voraussetzung ist immer1 historisch und physiologisch1 dass lange auf sie hin gesammelt1 gehuft1 gespart und bewahrt worden ist1-- -- --die ,zeit1 in der sie erscheinen1 ist zufllig2 dass sie fast immer ber dieselbe ,herr werden1 liegt nur darin1 dass sie strker1 dass sie lter sind1 dass lnger auf sie hin gesammelt worden ist2-- -- --die ,zeit ist relativ immer viel jnger1 dnner1 unmndiger1 unsicherer1 kindischer4-- -- --,der grosse ,mensch ist ein ,ende2-- -- --,das ,genie--in ,werk1 in ,that-- ist nothwendig ein ,verschwender3 dass es sich ausgiebt1 ist seine ,grsse4444 ,der ,instinkt der ,selbsterhaltung ist gleichsam ausgehngt2 der bergewaltige ,druck der ausstrmenden ,krfte verbietet ihm jede solche ,obhut und ,vorsicht4 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #dd47 ,im ,genie tritt also1 wenigstens nach einer bestimmten ,richtung1 in ausserordentlichem ,grade das zu ,tage was den ,menschen befhigen soll1 von seiner ,art zu einer ,ueber-,art fortzuschreiten1 eine ,selbstvergeudung zu ,gunsten einer ,neuschpfung1 ein verschwenderischer ,reichthum1 in dessen ,gaben sich die ganze ,vergangenheit abgelagert hat1 und in dem sie zugleich ganz und gar ,fruchtbarkeit geworden ist1--,zukunftsbefruchtung4 ,denke man sich nun ein ,genie1 das nicht1 gleich anderen ,genies1 seine ,genialitt nur auf einem oder einigen ,gebieten besitzt1 sondern in ,bezug auf das gesammte ,menschheitsbewusstsein1--so etwa1 dass in ihm wirksam und lebendig ausstrmt1 was je in demselben gelebt und gewirkt3 ein solches ,genie wre das ,bild des ,menschen1 aus dem der ,uebermensch geboren wird4 ,es wrde in sich die ganze ,vergangenheit berschauen und zusammenfassen1 ja1 es enthielte in sich die ganze ,linie ,mensch1 bis zu ihm selbst hin noch1 und deshalb msste sich in ihm pltzlich ,weg und ,ziel der ,menschheitszukunft offenbaren4 ,zum ersten ,mal erhielte durch den ,machtwillen eines solchen ,offenbarers die ,menschheitsentwicklung ,richtung1 ,ziel und ,zukunft1 alle ,dinge eine innere und endgiltige ,bedeutsamkeit3--mit einem ,wort1 zum ersten ,mal erstnde der ,philosoph als der ,schaffende1 wie ,nietzsche ihn sich denkt3 als der ,willensmchtige1 der ,menschheitsgenius1 der das ,leben in sich ,begreifende1 an dem offenbar wird1 was ,nietzsche vom ,denken berhaupt sagt3 es sei in der ,that viel weniger ein ,entdecken1 als ein ,wiedererkennen1 ,wiedererinnern1 eine ,rck- und ,heimkehr in einen fernen uralten ,gesammt-,haushalt der ,seele1 aus dem jene ,begriffe einstmals herausgewachsen sind3--,philosophien ist insofern eine ,art von ,atavismus hchsten ,ranges4 7,jenseits von ,gut und ,bse #bj47 ,alles ,hchste eine ,art von ,atavismus1--darin liegt der wunderlich reaktionre ,charakter der ganzen letzten ,philosophie ,nietzsches1 der sie am schrfsten von der seiner vorhergehenden ,periode unterscheidet4 ,es ist ein ,versuch1 an ,stelle der metaphysischen ,verherrlichung bestimmter ,dinge und ,begriffe die ihres ,alters und ihrer weit zurckliegenden ,herkunft zu setzen4 ,er nimmt das ,wiedererinnern und ,wiedererkennen nur deshalb nicht im ,sinne ,platos1 weil er meint1 es durch die ungeheuer lange ,zeitstrecke des ,bestehens alles ,denkens ebenso bedeutsam und bermenschlich fassen zu knnen4 ,deshalb gilt ihm1 dass von allem ,hochgearteten nur das ,aelteste das ,zukunftbestimmende sei1#b dass ,werth und ,vornehmheit der ,dinge ausschliesslich an das ,alter gebunden seien3 erst am ,ende angelangt1 weisen sie ihren ,schatz auf1 weisen sie sich als ,macht1 ,freiheit und unabhngig gewordene ,kraft aus4 ,wer 7die guten ,dinge7 hat1 ist ein ,andrer1 als wer sie erwirbt4 ,alles ,gute ist ,erbschaft3 was nicht ererbt ist1 ist unvollkommen1 ist ,anfang 444 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #dg71 vornehm ist3 was sich nicht improvisiren lsst4 ,nichts ist mithin pbelhafter1 unvornehmer1 als das ,werdende und der ,bringer des ,werdenden und ,neuen3 der moderne ,mensch und der moderne ,geist1 der von seiner ,zeit ganz und gar bedingt und daher ganz und gar ,sklavengeist ist4 ,herrengeist kann er erst werden1 nachdem ihm ,jahrhunderte und ,jahrtausende einverleibt sind1 und er dadurch selbst ein ,unzeitgemsser1 zeitlose ,genialitt geworden ist4 ,demokratismus war jeder ,zeit die ,niedergangs-,form der organisirenden ,kraft3-- -- --,damit es ,institutionen giebt1 muss es-- --,wille1 ,instinkt1 ,imperativ geben1 antiliberal bis zur ,bosheit3 den ,willen zur ,tradition1 zur ,autoritt1 zur ,verantwortlichkeit auf ,jahrhunderte hinaus1 zur ,solidaritt von ,geschlechter-,ketten vorwrts und rckwrts in infinitum4 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #ci47 ,es ist interessant1 durch ,vergleichung der entsprechenden ,stellen in ,nietzsches vorhergehenden ,werken zu sehen1 welche ,wandlung in der ,auffassung einer ,theorie der blosse ,gefhlsumschlag bei ihm hervorzurufen vermag1 und wie unvershnlich sich dadurch die ,gegenstze sofort zuspitzen4 ,jetzt geisselt er die pbelhafte#c ,gleichmacherei aller ,menschen und die zahmen ,friedenszustnde1 in denen keine rohen ,barbarengewalten mehr aufkommen knnen1 welche die gesunde ,kraft alter ,zeiten in die ermattete und entkrftete ,gegenwart hinbertragen wrden4 ,barbaren sind die ganzeren ,menschen 7was auf jeder ,stufe auch so viel mit bedeutet1 als die ganzeren ,bestien--74 7,jenseits von ,gut und ,bse #beg47 ,diese ganzeren ,menschen und ganzeren ,bestien erscheinen in einem solchen ,gesellschaftszustand als bse und gefhrlich1 sie werden zu ,verbrechern gestempelt und demgemss behandelt1-- ja1 sie sind kraft ihrer strkeren ,naturtriebe die geborenen ,verbrecher und ,biecher der bestehenden ,ordnung4 ,der ,verbrecher-,typus1 das ist der ,typus des starken ,menschen unter ungnstigen ,bedingungen1-- -- --,ihm fehlt die ,wildniss1 eine gewisse freiere und gefhrlichere ,natur und ,daseinsform1 in der ,alles1 was ,waffe und ,wehr im ,instinkt des starken ,menschen ist1 zu ,recht besteht4 ,seine ,tugenden sind von der ,gesellschaft in ,bann gethan4 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #de47 ,das ,freiheitsideal1 wonach einem ,jeden eine gewisse ,freiheit zukommt1 das also auch den ,schwchsten und ,geringsten zur ,freiheit der ,bewegung gelangen lsst1 steht dem seinen gerade entgegen3 seine rcksichtslose ,auslebung fordert immer die ,vergewaltigung ,anderer1 seine ,strke ussert sich unwillkrlich und nothwendig in einem ,zertreten jeder ihn umgebenden ,schwche4 ,der ,grund aber dieser in ihm ausbrechenden ,strke der ,instinkte ist1 dass er sozusagen von einer lteren ,kultur-stufe herkommt1 ein lteres ,stck ,menschenthum darstellt3 dass er1 mit einem ,wort1 gleich dem ,willensmchtigen und dem ,genie1 im hchsten ,grade atavistisch veranlagt ist4 ,mag diese ihm von ,alters her innewohnende ,instinktmacht an sich noch so unedler ,natur sein1 edel ist sie schon dadurch1 dass sie einen ,durchbruch lang angesammelter ,flle1 einen starken ,explosivstoff darstellt1 mit welchem die ,vergangenheit die ,zukunft befruchtet4 ,wo der ,verbrecher sehr stark1 wo er also zugleich ein ,genie seiner ,art und ein ,willensfreier ist1 da gelingt es ihm manchmal1 die herrschende ,zeitrichtung seiner atavistischen ,sonderart entsprechend zu leiten und das ihm widerstrebende ,zeitalter unter seinen ,tyrannenwillen zu beugen4 ,ein ,beispiel hierfr ist ,napoleon1 den ,nietzsche hnlich auffasst wie ,taine4 ,auch ihm erscheint es von der grssten ,bedeutsamkeit1 dass ,napoleon ein ,nachkomme der ,tyrannen-,genies der ,renaissance-,zeit ist1 der1 nach ,corsica verpflanzt1 in der ,wildheit und ,ursprnglichkeit der dortigen ,sitten das ,erbe seiner ,vorfahren unangetastet in sich bewahren konnte1 um endlich mit der ,gewalt desselben das moderne ,europa zu unterjochen1 das ihm einen ganz anderen ,spielraum der ,kraftentladung bot1 als einst ,italien seinen ,ahnen geboten hatte4 ,nietzsches ,bewunderung fr den grossen ,corsen gehrt seiner letzten ,geistesperiode an1 wie er auch die italienische ,renaissance frher wesentlich anders auffasste4#d ,in der ,urgesundheit seiner gewaltthtigen ,instinktkraft und seines rckhaltlosen ,egoismus wurde ,napoleon nun fr ,nietzsche das ,idealbild der geborenen ,herrennatur1 wie sie sein soll1 und wie wir sie auch heute noch brauchen1 um ,alles auszurotten1 was durch die ,sklavennatur der modernen ,menschen an moralischen ,rcksichten und weichlichen ,regungen grossgezogen worden ist4 ,wir kommen damit zu ,nietzsches viel besprochener und vielfach berschtzter ,unterscheidung zwischen ,herren-,moral und ,sklaven-,moral4 ,anfangs ging ,nietzsche auch hier von positivistischen ,anregungen aus4 ,wie schon erwhnt1 gab ,res damals im ,werden begriffenes ,werk ,die ,entstehung des ,gewissens den ,anlass1 mit dem ,freunde das ganze ,material1 dessen dieser fr seine eigenen ,zwecke bedurfte1 durchzusprechen1--namentlich auch den etymologischen und historischen ,zusammenhang der ,begriffe vornehm-stark-gut1 niedrig-schwach-schlecht in der ltesten ,moral oder auf der sozusagen vormoralischen ,culturstufe4 ,die ,art1 wie diese ,gesprche und gemeinsamen ,studien noch einmal von den beiden ,freunden aufgenommen wurden1 war charakteristisch fr die ,beziehung1 in der ,nietzsche auch jetzt noch zu den positivistischen ,anschauungen stand3 er hrte den ,gedanken derselben noch einmal geduldig zu1 entnahm ihnen hie und da die ,anregung oder das ,material zu eigenem ,denken1 wandte sich aber hierbei bereits feindlich gegen seine ehemaligen ,genossen4 ,in ,res ,werk wurde die historische ,verschiebung des ,urtheils zu ,gunsten aller wohlwollenden1 gleichmachenden ,regungen als ein natrlicher und allmhlicher ,uebergang zu hher entwickelten ,gesellschaftsformen aufgefasst3 die anfngliche ,verherrlichung der raubthierhaften ,kraft und ,selbstsucht weicht immer mehr der ,einfhrung milderer ,sitten und ,gesetze1 bis endlich in der christlichen ,moral das ,mitleid und die ,nchstenliebe als hchstes ,gebot religis sanktionirt erscheint4 ,in seiner persnlichen ,abschtzung des moralischen ,phnomens war ,re indessen weit davon entfernt1 sich auf die ,seite der englischen ,utilitarier zu stellen1 denen er in seinen wissenschaftlichen ,anschauungen sonst am nchsten kommt4 ,fr ,nietzsche hingegen spitzte sich1 in ,folge seiner vernderten persnlichen ,auffassung des ,moralischen1 der geschichtlich gegebene ,unterschied zwischen den beiden verschiedenen ,verthbestimmungen dessen1 was gut heisst1 zu zwei unvershnlichen ,gegenstzen zu3 zu einem ,kampf zwischen ,herren-,moral und ,sklaven-,moral1 der ungeschlichtet bis in unsere ,tage hineinreicht4 ,die ungemein grosse ,bedeutung1 die alles ,willensmchtige und ,instinktstarke fr ihn gewonnen hatte1 verleitete ihn1 darin die einzig mgliche ,quelle aller gesunden ,moral zu erblicken1 in der ,sanktionirung wohlwollender ,regungen hingegen ein tdtliches ,uebel1 an dem die ganze ,menschheit bis heute kranke4 ,seine bisherige ,zurckfhrung aller moralischen ,werthurtheile auf den ,nutzen1 die ,gewohnheit und das ,vergessen der ursprnglichen ,ntzlichkeitsgrnde erschien ihm nunmehr als unrichtig3 eine solche ,entstehung konnte sich hchstens fr die ,sklaven-,moral schicken1 fr die andere musste ein vornehmerer ,ursprung gefunden werden4 ,denn vornehm ist es1 ein ,ding ohne ,rcksicht auf den ,nutzen gut oder schlecht zu nennen1 und so verfhrt die ,herrennatur3 sie empfindet sich selbst in ihrem ,wesen und allen ihren ,regungen als gut und sieht auf ,alles1 was diesen nicht entspricht1 also auf alles ,schwache1 ,abhngige1 ,furchtsame1 mit unwillkrlicher und halb unbewusster ,geringschtzung als auf das ,schlechte herab4 ,ganz anders entsteht die ,sklaven-,moral dieser ,geringgeschtzten1 dieser ,schlechten3 sie entsteht nicht spontan und von sich selbst aus1 sondern auf dem ,boden des ,ressentiment als eine ,art ,racheakt3 sie nennt alles bse1 hassenswerth1 was den herrschenden ,stnden angehrt1 und erst von da aus erfindet sie1 als etwas ,abgeleitetes1 ihren ,begriff gut fr smmtliche jenen entgegengesetzte ,eigenschaften1--also fr das ,schwache1 ,unterdrckte1 ,leidende4 ,auf der einen ,seite steht mithin das unschuldbewusste ,raubthier1 das starke1 frohlockende ,ungeheuer1 das sogar die schlimmsten ,thaten1 wenn es sie selbst begeht1 mit einem bermuthe und seelischen ,gleichgewichte vollbringt1 wie einen ,studentenstreich 7,zur ,genealogie der ,moral ,i #aa71 auf der anderen ,seite der ,unterdrckte1 ,hassgebte1 dessen ,seele ohnmchtig nach ,rache drstet1 whrend er die ,moral des ,mitleids und der erbarmenden ,nchstenliebe zu predigen scheint4 ,zu einem vollkommenen ,idealbild ist dieser letztere ,typus im ,christenthum ausgearbeitet worden1 das ,nietzsche ohne ,weiteres als einen ungeheuren ,racheakt des ,judenthums an der selbstherrlichen antiken ,welt auffasst4 ,dass die ,juden den ,stifter des ,christenthums gekreuzigt und seine ,religion verleugnet haben1 soll die eigentliche ,feinheit dieses ,racheplanes gewesen sein1 damit die anderen ,vlker unbedenklich an diesem ,kder anbeissen4#e ,es ist aber nicht nothwendig1 ,nietzsche in allen seinen ,erklrungen und seiner bisweilen gewagten ,geschichts-,interpretation nachzugehen1 weil die eigentliche ,bedeutsamkeit dieser ,anschauung fr seine ,philosophie an anderer ,stelle liegt1 als wo man sie gemeinhin sucht4 ,im ,bedrfniss1 ,alles mglichst zu verallgemeinern und wissenschaftlich zu begrnden1 hat ,nietzsche versucht1 ,etwas1 dessen ,bedeutung fr ihn innerhalb eines verborgenen seelischen ,problems lag1 aus der ,menschheitsgeschichte zu entwickeln und in sie hineinzulegen4 ,deshalb ist es zu bedauern1 wenn das ,eigenartige in ,nietzsches ,gedankengang verwischt wird1 indem man daran die falsche ,seite ber ,gebhr betont3 die der ,wissenschaftlichkeit4 ,auch von diesen ,hypothesen ,nietzsches gilt es1 und ganz besonders von diesen1 dass man sie nicht theoretisch nehmen darf1 um den originellen ,kern aus ihnen herauszuschlen4 ,nicht was die ,seelengeschichte der ,menschheit sei1 sondern wie seine eigene ,seelengeschichte als diejenige der ganzen ,menschheit aufzufassen sei1 das war fr ihn die ,grundfrage4 ,im schrfsten ,gegensatz zu der philologischen ,genauigkeit1 mit der er anfnglich und im ,wesentlichen auch in der vorhergehenden ,periode ,geschichte und ,philosophie interpretirt hatte1 spielt jetzt die exakte wissenschaftliche ,forschung keine ,rolle mehr neben seinen genialen ,einfllen und ,ideen1--und sie konnte auch keine mehr spielen1 weil ,nietzsche verhindert war1 wissenschaftlich zu arbeiten4 ,von allen ,studien1 die er jetzt noch streifen mochte1 gelten daher seine ,worte aus der ,frhlichen ,wissenschaft 7#aff7--;dass wir ,immer in unserer ,gesellschaft bleiben1 auch wo wir whnen1 ,fremdes aufzunehmen3 ,alles1 was meiner ,art ist1 in ,natur und ,geschichte1 redet zu mir1 lobt mich1 treibt mich vorwrts1 trstet mich--3 das ,andere hre ich nicht oder vergesse es gleich4 ,grenze unseres ,hrsinns3 ,man hrt nur die ,fragen1 auf welche man im ,stande ist1 eine ,antwort zu finden4 7,ebendaselbst #aif47 ,wie gross auch die ,habsucht meiner ,erkenntniss ist3 ich kann aus den ,dingen nichts ,anderes herausnehmen1 als was mir schon gehrt1-- das ,besitzthum ,anderer bleibt in den ,dingen zurck4 7,ebendaselbst #bdb47 ,bei einer so willkrlichen ,behandlung des ,materials zu ,gunsten seiner philosophischen ,hypothesen entfernte er sich viel weiter von sachlicher ,beobachtung und ,begrndung1 wurde er viel subjektiver bestimmt in seinen ,schlssen und ,folgerungen1 als in den ,jahren1 wo er sich noch bewusst auf das innerlich ,erlebte beschrnkte4 ,jetzt wurde aus dem innerlich ,bedeutsamen das nach ,aussen hin ,bestimmende und ,gesetzgebende und er selber der grosse ,gewalt-,herr1 der gewitzte ,unhold1 der mit seiner ,gnade und ,ungnade alles ,vergangene zwnge und zwngte3 bis es ihm ,brcke wrde und ,vorzeichen und ,herold und ,hahnenschrei4 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #gd47 ,fr ,nietzsches seelisches ,problem handelt es sich von vornherein weniger darum1 den ,gegensatz zwischen ,herren-,moral und ,sklaven-,moral geschichtlich richtig zu fixiren1 als um ,feststellung der ,thatsache1 dass der ,mensch1 so wie er bis heute von unten herauf geworden ist1 beide ,gegenstze in sich trgt1 dass er das leidende ,resultat einer solchen ,instinkt-,widersprchlichkeit1 einer solchen ,einverleibung von ,doppel-,werthungen ist4 ,wenn wir uns ,nietzsches ,decadenz-,schilderung entsinnen1 so finden wir in ihr den ,menschen als geborene ,herren-,natur1 d4 h4 in ursprnglich ungezhmter ,kraft und ,wildheit1 aber geknechtet und zum gehorchenden ,sklaven gemacht durch den socialen ,zwang1 durch die ,thatsache der beginnenden ,kultur selbst4 ,alle ,kultur als solche beruht fr ,nietzsche auf einem solchen ,krankmachen1 ,sklavischmachen des ,menschen1 und ausdrcklich bemerkt er1 dass ohne diesen ,vorgang1 ohne gewaltsam gegen sich selbst gekehrt zu werden1 die menschliche ,seele flach und dnn geblieben wre4 ,seine ursprngliche ,herren-,natur ist noch nichts als ein herrliches ,thier-,exemplar und zur ,weiterentwickelung erst befhigt durch die ,wunden1 die ihrer ,kraft beigebracht werden1--denn in der ,qual dieser ,wunden muss sie lernen1 sich selbst zu zerfleischen1 sich an sich selbst zu rchen1 ihre ,ohnmacht in nach ,innen gekehrten ,leidenschaften auszulassen3 alles dies ausschliesslich auf dem ,boden des sklavischen ,ressentiment4 ,das ,wesentliche1-- -- --wie es scheint1 ist1 nochmals gesagt1 dass lange und in ,einer ,richtung gehorcht werde3 dabei kommt-- --auf die ,dauer immer ,etwas heraus1 dessentwillen es sich lohnt1 auf ,erden zu leben4 7,jenseits von ,gut und ,bse #ahh47 ,nun gilt dieser ,decadenz-,zustand ,nietzsche allerdings nicht nur als berwindbar1 sondern geradezu als die nothwendige ,voraussetzung fr den daraus zu zchtenden willenslangen1 affektstarken1 selbstsicheren ,menschen1 aber man beachte wohl3 ,dieser vollendete ,mensch mit seiner vertieften und individualisirten ,herren-,natur soli keineswegs seinem naiven ,egoismus leben1 nicht die ,vorurtheile und ,sklavenketten abstreifen1 um sich ,selbstzweck zu sein1 sondern er soll zum ,erstling einer hheren ,menschengattung werden und fr ihre ,neugeburt sich opfern1 denn1 wie wir gesehen1 stellte ja fr ,nietzsche der ,gipfel der ,entwickelung den ,untergang der ,menschheit dar1 indem diese nur der ,uebergang zu etwas ,hherem1 eine ,brcke1 ein ,mittel ist4 ,je grsser daher ein ,mensch ist1 je mehr ,genie1 je mehr ,gipfel in einem jeden ,sinne1 um so mehr ist er auch ein ,ende1 eine ,selbstvergeudung1 ein ,ausstrmen letzter ,krfte1--zum ,vernichten bereit im ,siegen6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #ia47 ,er soll etwas ,vollkommenes1 zu-,ende-,gerathenes1 ,glckliches1 ,mchtiges1 ,triumphirendes1 nur werden1 damit er zu ,neuem1 zu noch ,schwererem1 ,fernerem bereit sei1 wie ein ,bogen1 den alle ,noth immer nur noch straffer anzieht1 7,zur ,genealogie der ,moral ,i #ab7 ein ,bogen1 dessen ,pfeil nach dem ,uebermenschen zielt4 ,so wird er denn zu einem ,kampfplatze widerstrebender und einander bekriegender ,triebe1 aus deren schmerzlicher ,flle allein alle ,entwickelung hervorgeht2 es zeigt sich in ihm wieder jenes ,durcheinander von ,herrschenwollen und ,dienen mssen1 von ,vergewaltigung des ,einen durch den ,andren1--woraus einst alle ,kultur geworden1 und woraus nun eine ,ueber-,kultur als letzte und hchste ,schpfung entstehen soll4 ,er ist kein ,friedvoller und sich selbst ,geniessender1 sondern ein ,kmpfender und ,selbst-,untergang4 ,er wiederholt also in sich und auf ,grund seiner vollkommen individualisirten und geistesfreien ,persnlichkeit genau dasselbe1 was einst auf die ,menschheit von ,aussen her1 durch ,knechtung1 als ein aufgezwungenes ,erziehungsmittel wirkte1--wir finden in ihm wieder diese heimliche ,selbst-,vergewaltigung1 diese ,knstler-,grausamkeit1 diese ,lust1 sich selbst als einem schweren widerstrebenden leidenden ,stoffe eine ,form zu geben1 einen ,willen1 eine ,kritik1 einen ,widerspruch1 eine ,verachtung1 ein ,nein einzubrennen1 diese unheimliche und entsetzlich-lustvolle ,arbeit einer mit sich selbst willig-zwiespltigen ,seele1 welche sich leiden macht1 aus ,lust am ,leidenmachen4 7,zur ,genealogie der ,moral ,,ii #ah47 ,denn gerade die vollendetste und umfassendste ,seele muss am klarsten und unwid erruf lichsten das ,grundgesetz des ,lebens in sich zum ,ausdruck bringen1 welches heisst3 ,ich bin das1 was sich immer selber berwinden muss4 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #di47 ,es ist nicht zu verkennen1 wie sehr ,nietzsche seinen eignen ,seelenzustand diesen ,theorien untergelegt1 wie stark er sein eignes ,wesen in ihnen wiedergespiegelt1 und wie er endlich dem tiefsten ,bedrfniss desselben das ,grundgesetz des ,lebens selbst entnommen hat4 ,seine leidvolle ,seelen-,vielspltigkeit1 seine gewaltsame ,zweispaltung in einen sich opfernden1 anbetenden und in einen beherrschenden1 vergttlichten ,wesenstheil liegt seinem gesammten ,bilde der ,menschheitsentwickelung zu ,grunde4 ,ueberall1 wo er von ,herren- und ,sklaven-,naturen spricht1 muss man dessen eingedenk bleiben1 dass er von sich selbst spricht1 getrieben von der ,sehnsucht einer leidenden und unharmonischen ,natur nach ihrem ,wesens-,gegensatz und von dem ,verlangen1 zu einem solchen als zu seinem ,gott aufblicken zu knnen4 ,sein eigenes ,ich schildert er1 wenn er vom ,sklaven sagt3 sein ,geist liebt ,schlupfwinkel1 ,schleichwege und ,hinterthren1 alles ,versteckte muthet ihn an als seine ,welt1 seine ,sicherheit1 sein ,labsal2 7,zur ,genealogie der ,moral ,i #aj7--und er beschreibt sein ,gegenbild in der handelnden1 frohen1 instinktsicheren1 unbekmmerten ,herren-,natur1 dem ursprnglichen ,thatenmenschen4 ,aber indem er das ,eine die ,voraussetzung des ,andren sein lsst1 indem er die ,menschen-,natur als solche zu dem ,schauplatz macht1 auf dem sich diese beiden ,gegenstze immer wieder treffen1 um sich gegenseitig zu berwinden1 fasst er sie als ,entwickelungsstufen innerhalb desselben ,wesens1 die1 historisch betrachtet1 ,gegenstze bleiben1 sich aber im ,einzelwesen1 psychologisch betrachtet1 als eine ,wesenstheilung innerhalb des entwickelungsfhigen ,menschen erweisen4 ,daher ist seine ,auffassung des geschichtlichen ,kampfes zwischen ,herren- und ,sklaven-,naturen in seiner ganzen ,bedeutung nichts als eine vergrberte ,illustration dessen1 was im hchsten ,einzelmenschen vorgeht1 des grausamen ,seelenprozesses1 durch den dieser sich in ,opfergott und ,opferthier spalten muss4 ,erst jetzt lsst sich feststellen1 was eigentlich ,nietzsches ,umwerthung aller ,werthe1 aller bisherigen ,moralund ,idealauffassungen bedeutet1 und wie sie sich zum asketischen ,ideal verhlt1 in dem jetzt alle religisen und moralischen ,ideale fr ,nietzsche zusammengefasst sind4 ,diese ,umwerthung aller ,werthe beginnt allerdings damit1 dass sie jeglicher ,askese den ,krieg erklrt1--beginnt mit einer ,heiligsprechung des ,allzumenschlichen im ,menschen1 das bisher geschmht und unterdrckt wurde1 weil das ,natrliche und ,sinnliche dem ,ueber-natrlichen und ,uebersinnlichen im ,wege stand1 an das man als an eine unumstsslich gegebene ,thatsache glaubte4 ,nietzsches ,zukunftsphilosoph aber glaubt nicht langer1 dass irgend ein ,uebermenschenthum gegeben sei1 es msste denn erst geschaffen werden durch den ,menschen selbst1 und dazu verfgt er ja ber kein andres ,material als ber die elementare ,lebenskraft der ,natur1 wie sie ist4 ,es gilt also nicht mehr1 das ,diesseits in ein hheres ,jenseits mglichst restlos zu verflchtigen1 sondern die ganze ,flle eines reichen1 ungeahnt herrlichen ,jenseits mitten aus dem ,diesseits hervorzulocken4#f ,daher giebt er den verachteten1 gefrchteten1 misshandelten ,trieben1 den ,leidenschaften des natrlichen noch von keiner ,moral zurechtgestutzten ,menschen ihr ,existenzrecht wieder4 ,mit der ,ueberzeugung1 dass es nicht auf eine ,scheidung von guten und bsen ,krften ankomme1 sondern auf eine ,strkung und usserste ,steigerung der ,lebenskraft berhaupt1 damit das ,leben aus sich selbst heraus seinen hchsten ,zweck verwirklichen knne1 ist es gegeben1 dass dem ,menschen sein ,bsestes nthig ist zu seinem ,besten1--dass alles ,bseste seine beste ,kraft ist und der hrteste ,stein dem hchsten ,schaffenden2 und dass der ,mensch besser und bser werden muss4 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #ig47 ,als ein ,frsprecher des ,lebens soll der ,mensch sich in seiner ,tugend ausgeben1 preisgeben1 verschwenden2 aber indem er sein eigenes ,selbst zu seiner ,tugend umtauft1 soll er sie zu einer ,machtflle in sich steigern1 die ihn endlich zersprengt gleich einem zu engen ,gefss3 er soll sie nur besitzen1 um von ihr besessen zu werden4 ,zu einem so kraftquellenden ,uebermaass anwachsend1 verschlingt sie endlich ihn und seinen ,einzelwillen in der ,gluth und ,empfindung des ,ganzen1--wandelt sie sich ihm zur ,brcke1 auf welcher er dem ,untergange zuschreitet3 ,der ,mensch ist ,etwas1 das berwunden werden muss3 und darum sollst du deine ,tugenden lieben1--denn du wirst an ihnen zu ,grunde gehen4 7,ebendaselbst ,i #dg47 ,ich liebe ,den1 dessen ,seele bervoll ist1 so dass er sich selber vergisst1 und alle ,dinge in ihm sind3 so werden alle ,dinge sein ,untergang4 7,ebendaselbst ,i #ad47 ,so gleichbedeutend hiernach egoistische ,kraftauslebung und ,tugend im ersten ,augenblick erscheinen mgen1 so tief bleiben sie doch in ,wahrheit von einander geschieden4 ,wohl ist der ,werthunterschied zwischen den menschlichen ,krften und ,eigenschaften1 den alle ,moral als einen qualitativen auffasst1 im ,grunde vllig ins ,quantitative verlegt1 aber die willige und begeisterte ,hingabe an diese das ,selbst zerstrende ,kraftsteigerung begreift darum nicht minder einen ,werthunterschied der ,gesinnung in sich4 ,die ,verwerflichkeit der ,gesinnung wird betont1 wenn es heisst1 dass nicht das ,bse der ,menschengrsse schlimmster ,feind sei1 sondern -dass sein ,bsestes so gar klein ist6 ,ach dass sein ,bestes so gar klein ist6 7,ebendaselbst ,,iii #ig47 ,das ,uebermaass ist der ,weg zum ,uebermenschlichen1 deshalb geht diesem der ,ruf voran3 ,wo ist doch der ,blitz1 der euch mit seiner ,zunge lecke8 ,wo ist der ,wahnsinn1 mit dem ihr geimpft werden msstet8--,seht1 ich lehre euch den bermenschen3 der ist dieser ,blitz1 der ist dieser ,wahnsinn6-- 7,ebendaselbst ,i #aa47 ,daher darf man den ,weg1 den ,nietzsche zur ,erreichung seines ,idealzieles whlt1 nicht mit diesem ,ziele selbst verwechseln2 er betrachtet die ,herrschaft der furchtbaren ,instinkte nur als ein ,mittel1 dessen er fr den hchsten ,endzweck bedarf4 ,ganz mit ,unrecht und in grobem ,missverstndniss ist ihm vorgeworfen worden1 sein ,uebermensch trage statt der ,zge eines ,jesus die eines ,cesare ,borgia1 oder sonst eines lasterhaften ,unmenschen4 ,in ,wahrheit ist der ,unmensch dem ,uebermenschen nicht ,vorbild1 sondern nur ,sockel2 er stellt sozusagen den unbehauenen ,granitblock dar1 der gefordert wird1 um auf demselben eine ,gtterstatue aufzurichten4 ,und diese ,gtterstatue des ,uebermenschen-,ideals ist in ,art und ,wesen nicht nur von ihm verschieden1 sondern ihm geradezu entgegengesetzt4 ,dabei wird der ,gegensatz so tief und scharf gefasst1 wie es selbst in der asketischesten ,moral nicht der ,fall ist4 ,alle ,moral strebt nur eine ,verbesserung und ,verschnerung des ,menschlichen an1 whrend ,nietzsche davon ausgeht1 dass eine ganz neue ,species1 eine ,ueberart1 geschaffen werden msse4 ,was bisher als ein ,uebergang von ,niederem zu ,hherem galt1 unter ,beibehaltung des charakteristisch ,menschlichen im ,idealbilde1 das fasst ,nietzsche als einen vollstndigen ,bruch1 als den ,kampf sich befehdender ,gegenstze auf2 was bisher nur ein ,gradesunterschied zwischen dem natrlichen und dem moralischen ,menschen innerhalb des beiden gemeinsamen ,menschsems war1 das wird bei ,nietzsche zu einem absoluten ,wesensgegensatz zwischen dem ,naturmenschen und dem ,uebeimenschen4 ,deshalb kann man sagen3 ,betrachtet man den ,moral-,weg1 den ,nietzsche einschlgt1 so ist fr denselben allerdings das ,anti-,asketische bezeichnend1 indem er nicht dem steilen und steinigen ,pfade der ,selbstentsagung gleicht1 sondern mitten in eine tropische ,wildniss unbekmmerten ,selbstgenusses fhrt4 ,fasst man hingegen ,nietzsches ,moral-,ziel genauer ins ,auge1 so erweist es sich als vllig asketischer ,natur1 indem es den ,menschen nicht nur erheben1 sondern vollstndig ber ihn hinausgehen1 ihn nicht nur lutern1 sondern ihn vollstndig aufheben will4 ,einerseits also bekmpft ,nietzsche die bliche ,moral wegen ihres asketischen ,grund ,charakters1 wegen ihrer ,geringachtung und ,verdammung der untermenschlichen ,begierden1 denen er1 als der ,kraftquelle im ,menschen1 so hohen ,werth zuspricht2 andrerseits aber bekmpft er die herrschende ,moral nicht minder heftig in dem1 worin sie ihm nicht asketisch genug ist4 ,er wendet sich grundstzlich gegen ihren optimistischen ,glauben1 als ob auf dem ,wege einer bestimmten ,luterung der ,mensch einem ,idealziele nahegebracht werden knne2 denn der ,mensch ist nach ,nietzsches ,meinung unfhig hierzu1 und daher beruht alle sogenannte ,veredelung auf einer blossen ,schwchung der elementaren ,lebenskraft4 ,nackt hatte ich einst ,beide gesehn1 den grssten ,menschen und den kleinsten ,menschen3 allzuhnlich einander1--allzumenschlich auch den ,grssten noch6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #ih47 ,der ,versuch aller ,moral1 das ,menschenwesen einem ,idealwesen anzuhneln1 ergiebt nur eine unwirkliche ,nachahmung auf ,kosten der wirklichen ,kraft1 und alle moralische ,umwandlung ist deshalb nur eine ,art von sthetischer ,verschleierung des geschwchten1 aber sonst vllig unvernderten menschlichen ,wesens4 ,wie8 ,ein grosser ,mann8 ,ich sehe immer nur den ,schauspieler seines eignen ,ideals4 7,jenseits von ,gut und ,bse #ig47 ,ich suchte nach grossen ,menschen1 ich fand immer nur die ,affen ihres ,ideals4 7,gtzen-,dmmerung ,i #ci47 ,aus dieser pessimistischen ,auffassung des ,menschlichen entspringt der extrem-asketische ,grundzug1 den das ,idealziel in ,nietzsches ,philosophie erhlt2 dasselbe ist nur erreichbar durch den ,untergang des ,menschen4 ,und dieser ,grundzug tritt in der ,folge um so extremer hervor1 je prinzipieller ,nietzsche alles ,asketische zu verleugnen und auszumerzen bemht ist4 ,je ausschliesslicher am ,anfang die ,steigerung der egoistischen ,kraft gefordert wird1 desto ungeheurer erscheint am ,ende der ,entwickelung die ,forderung1 das eigene ,selbst aufzugeben1 damit ,raum fr den ,uebermenschen geschafft werde4 ,hiess es zuerst3 ,der ,mensch ist ,etwas1 das bse1 wild und grausam werden muss1 so heisst es schliesslich3 ,der ,mensch ist ,etwas1 das berwunden werden muss1--alle erlangte ,grausamkeit und ,wildheit ist letzten ,endes nur dazu da1 um sich gegen den ,menschen selbst zu kehren und ihn zu vernichten4 ,so unvershnlich fallen die beiden ,seiten von ,nietzsches ,ethik auseinander1 die er in ein und demselben ,gebot zusammenfasst1--in dem ersten und einzigen ,moralgesetz1 das in die neuen ,werthtafeln eingegraben wird3 ,werdet hart6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #ij ,gtzen-,dmmerung1 ,schluss47 ,aus dem ,wort3 ,werdet hart6 blickt in der ,that deutlich das ,doppelantlitz der ,nietzsche-,moral1 mit seinen ,zgen voll tyrannischer ,grausamkeit und asketischer ,entsagung4 ,denn hart werden bedeutet einmal die ,widerstandskraft gegen alle weichen und wohlwollenden ,regungen1 die ,versteinerung im egoistischen ,selbstgenuss1 kurz3 ,hrte gegen ,andere1 guten ,willen zur ,ausbung herrischer ,macht2 das andere ,mal aber bedeutet es die ,hrte gegen sich selbst1 als den ,untergehenden1 der zermalmt werden muss1--es bedeutet3 ,euch adelt die ,hrte in demselben ,sinne1 wie sie den ,stein adelt1 den der ,knstler zu einem hohen ,kunstwerk verarbeiten will4 ,alles drft ihr1 nur ,eines nicht1 nicht nachgeben1 nicht zerbrckeln whrend seiner ,arbeit1 sonst ist all euer ,menschliches1 wie hoch es auch in den ,augen der alten ,moral dastehen mag1 nur noch gut fr den ,kehrichthaufen1 den man hinwreg fegt2 es ist ,abfall und verdorbenes ,material4 ,einer solchen ,bestimmung gegenber erscheint als das ,verwerflichste die ngstliche ,weichlichkeit des ,gefhls1 die zagende ,bedenklichkeit angesichts des ,furchtbaren1 des ,entscheidenden4 ,denn1 so singt ,zarathustra1 der ,zukunftsschpfer1 --zum ,menschen treibt er mich stets von ,neuem1 mein inbrnstiger ,schaffens-,wille2 so treibt's den ,hammer hin zum ,steine4 ,ach1 ihr ,menschen1 im ,steine schlft mir ein ,bild1 das ,bild meiner ,bilder6 ,ach1 dass es im hrtesten1 hsslichsten ,steine schlafen muss6 ,nun wthet mein ,hammer grausam gegen sein ,gefngniss4 ,vom ,steine stuben ,stcke3 was schiert mich das8 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #h47 ,hiermit stehen wir vor dem ,rthsel und ,geheimniss in den ,lehren ,nietzsches1--vor der ,frage3 ,wie denn die ,entstehung des ,uebermenschlichen aus dem ,unmenschlichen berhaupt mglich sei1 wenn ,beide als unvershnliche ,gegenstze zu denken sind4 ,die ,beantwortung dieser ,frage erinnert unwillkrlich an ein altes moralisches ,heilrezept1 welches ungefhr so lautet3 ,um einen ,fehler loszuwerden1 gebe man ihm nach und bertreibe ihn so lange1 bis er durch seine ,uebertreibung und sein ,uebermaass abschreckend wirkt4 ,das moralische ,heilrezept1 das ,nietzsche fr die ,menschheit schrieb1 weil er fr sich selbst kein probateres wusste1 besitzt eine gewisse ,aehnlichkeit damit4 ,er wollte in der ,that den ,menschen durch die ,entfesselung aller wildesten ,triebe in einen ,zustand bringen1 in dem der egoistische ,selbstgenuss durch das ,uebermaass und die ,uebertreibung zu einem ,leiden am eignen ,selbst wird4 ,aus der ,qual eines solchen ,leidens heraus sollte dann eine grenzenlose bermchtige ,sehnsucht nach dem eignen ,gegensatz erwachsen1--die ,sehnsucht des ,starken1 ,unmssigen1 ,heftigen nach dem ,zarten1 ,maassvollen1 ,milden2 die ,sehnsucht der ,hsslichkeit und dunklen ,begierde nach der ,schnheit und lichten ,reinheit1--die ,sehnsucht des gequlten1 von seinen wilden ,trieben besessenen ,menschen nach seinem ,gott4 ,nietzsche hielt es fr mglich1 dass aus einem solchen ,gemthszustand thatschlich dessen ,gegensatz durch die ,uebergewalt eines ,affektes hervorbrechen knne4 ,so erscheint ihm einmal der ,grossmthige als ein ,mensch des ussersten ,rachedurstes1 dem eine ,befriedigung sich in der ,nhe zeigt und der sie so reichlich1 grndlich und bis zum letzten ,tropfen schon in der ,vorstellung austrinkt1 dass ein ungeheurer schneller ,ekel dieser schnellen ,ausschweifung folgt1--er erhebt sich nunmehr ber sich1 wie man sagt1 und verzeiht seinem ,feinde1 ja segnet und ehrt ihn4 ,mit dieser ,vergewaltigung seiner selber1 mit dieser ,verhhnung seines eben noch so mchtigen ,rachetriebes giebt er aber nur dem neuen ,triebe nach4 7,die frhliche ,wissenschaft #di47 ,die ,grundbedingung fr eine solche ,darstellung des scheinbar ,uebermenschlichen durch das eigne ,selbst ist aber1 dass dieses die wilde ,kraft seines qualvollen ,uebermaasses bewahre1--dass es sie nicht schwche1 zgele1 massige1 lutere1 um den ,gegenstzen ihre schmerzliche ,spannung zu nehmen4 ,je hher hinauf1 zu den zartesten lthen des ,schnen und ,gttlichen es gelangen will1 desto tiefer hinab in das schwrzeste ,erdreich1 in sein ,unmenschliches1 ,untermenschliches muss es die ,wurzeln seiner ,kraft senken4 ,dadurch wird freilich das ,uebermenschliche1 das der ,mensch erzeugt1 zur ,darstellung eines blossen1 gttlichen ,scheines1 sozusagen eines ,momentbildes1 nicht zu der seines wirklichen1 eignen ,wesens1 --aber nur in dieser ,weise ist es berhaupt realisirbar4 ,da keine allmhliche ,entwickelung1 kein ,uebergang die ,gegenstze einander nhert1 da sie sich vielmehr gerade kraft ihrer ,gegenstzlichkeit bedingen und erzeugen1 so bleibt ewig ein unberbrckbarer ,abgrund zwischen ihnen bestehen2 auf der einen ,seite die bis zum ,furchtbaren gesteigerte1 bis zum ,chaotischen aufgewhlte ,lebenswirklichkeit der menschlichen ,triebe1--auf der andren ,seite ein blosses ,scheinbild1 eine leichte ,wesenswiderspiegelung1 gewissermaassen eine gttliche ,maske1 der gar keine selbstndige ,wirklichkeit innewohnt4 ,und somit ,hesse sich gegen diese ,theorie ,nietzsches im allerhchsten ,grade derselbe ,vorwurf erheben1 den er der blichen ,moralauffassung macht1 nmlich1 dass es genge1 den ,menschen einem vorgehaltenen ,idealbilde anzuhneln3 der ,vorwurf1 dass nur eine sthetische ,verschleierung1 nicht aber eine durchgreifende ,umwandlung erzielt werde1 dass also der ,mensch zu einem blossen ,schauspieler seines ,ideals herabsinke4 ,wir begegnen hier genau derselben ,erscheinung1 die uns an ,nietzsches ,stellung zum ,asketischen berraschte3 was ,nietzsche am grundstzlichsten zu bekmpfen scheint1 das nimmt er schliesslich selbst am grundstzlichsten in seine ,theorien auf1--aber nur in den ussersten ,consequenzen und im extremsten ,sinn4 ,was er auf seinem ,wege als ,mittel zum ,zweck am entschiedensten verwirft1 das benutzt er schliesslich1 um es seinem ,endzweck1 seinem ,ziele selbst einzuverleiben4 ,ja1 man kann berall da1 wo ,nietzsche irgend etwas mit ganz besonderem ,hasse verfolgt upd erniedrigt1 mit ,sicherheit annehmen1 dass es irgendwie tief--tief im ,herzen seiner eigenen ,philosophie oder seines eigenen ,lebens steckt4 ,dies gilt sowohl von ,personen wie von ,theorien4 ,meistens giebt ,nietzsche in solchen ,fllen selber zu1 dass der von ihm bekmpfte ,gegenstand eine ,art von ,werth besessen habe als ,moment der ,entwickelung zu seiner neuen ,auffassung hin4 ,im vorliegenden ,falle gesteht er3 der ,mensch habe seine ,fhigkeit zur ,ueber-menschen-,darstellung erst allmhlich gewonnen durch seine ,entwickelung innerhalb der herrschenden ,moral1 ,kunst und ,religion4 ,erst indem diese ihn an die ,mglichkeit seiner ,wesensveredelung glauben liess1 lehrte sie ihn so sehr ,kunst1 ,oberflche1 ,farbenspiel-- --werden1 dass man an seinem ,anblicke nicht mehr leidet2 7,jenseits von ,gut und ,bse #ei7 sie hat uns die ,schtzung des ,helden1 der in jedem von allen diesen ,alltagsmenschen verborgen ist1 und die ,kunst gelehrt1 wie man sich selber als ,held1 aus der ,ferne und gleichsam vereinfacht und verklrt ansehen knne1--die ,kunst1 sich vor sich selber in ,scene zu setzen4 ,so allein kommen wir ber einige niedrige ,details an uns hinweg6 7,die frhliche ,wissenschaft #gh47 ,der ,unterschied zwischen dem bisherigen ,menschen und dem von ,nietzsche angestrebten bestnde demnach darin1 dass letzterer sich nicht dem ,glauben hingiebt1 sein ,wesen habe sich umgewandelt und verndert1 seitdem er moralische1 knstlerische und religise ,zge in sich entwickelt2 er bleibt sich dessen bewusst1 dass er sozusagen nur als ,dichter oder ,schauspieler schafft1 wenn er das ,ideale zur ,erscheinung bringt ,aber diese ,einsicht darf ihm erst kommen1 wenn er das von ,nietzsche vorausgesetzte ,kraftmaass erreicht hat1 wenn er stark genug1 hart genug1 ,knstler genug geworden ist4 ,sonst wrde er die ,wahrheit nicht ertragen1 dass sein ,wesen unabnderlich1 sein bermenschliches ,ideal nur ein geschautes ,bild1 sein hchstes sittliches ,werk nur ein ,kunstwerk ist4 ,so ist es zu verstehen1 wenn ,nietzsche sagt3 -- --man knnte die homines religiosi mit unter die ,knstler rechnen1 als ihren hchsten ,rang4 7,jenseits von ,gut und ,bse #ei47 ,denn das knstlerische ,prinzip ist es1 aus dem die lebendigen hchsten ethischen und religisen ,werthunterschiede fliessen1 und ,nietzsches ,jenseits von ,gut und ,bse1 wie auch sein ,jenseits von wahr und falsch1 macht ,halt vor dem ,jenseits von schn und hsslich und dringt nicht bis zu diesem durch4 ,der ,uebermensch ist nur mglich und begreiflich als das ,kunstwerk des ,menschen4 ,und wollen wir uns davon ein ,bild machen1 so giebt es dafr vielleicht kein besseres1 als das von ,nietzsche in seiner ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste der ,musik gebrauchte1 wenn er vom ,verhltniss des ,dionysischen zum ,apollinischen in der ,kunstschpfung redet4 ,er vergleicht dort die apollinischen ,visionen1 welche aus dem orgiastischen ,kraftleben des ,dionysischen entstanden sind1 jener bekannten optischen ,erscheinung1 bei welcher durch das ,hineinstarren ins volle ,gluthmeer der ,sonne dunkle farbige ,flecken gleichsam als ,heilmittel vor unseren geblendeten ,augen erzeugt werden1 indem er das ,phnomen in seiner ,umkehrung benutzt3 durch das ,hinabtauchen in das schmerzvolle ,dunkel entfesselten ,uebermaasses1 sich selbst verschlingender ,urkrfte ersteht vor uns in gleicher ,heilwirkung ein zartes strablendes ,lichtbild des ,uebermenschlichen4 ,und wie in der griechischen ,tragdie1 auf die ,nietzsche sein ,gleichniss anwendet1 die apollinischen ,lichtbilder1 d4 h4 die ,heldengestalten der hellenischen ,bhne1 im ,grunde nur ,masken des ,einen ,gottes ,dionysos waren1 so verkrpert auch dieses im ,ueberdrang des ,schpferischen erzeugte ,bild des ,uebermenschen im ,grunde nur einen gttlichen ,schein1 ein ,symbol im knstlerischen ,sinn4 ,hinter ihm1 abgrndig tief und in purpurner ,finsterniss1 ruht das dionysische ,sein selber1 die ,elementargewalt des ,lebens1 deren es zu seiner ,erzeugung immer wieder von neuem bedarf4 ,so sehen wir1 dass in ,nietzsches ,philosophie die ,ethik unmerklich in die ,aesthetik berfliesst1--in eine ,art von religiser ,aesthetik1--und dass die ,lehre vom ,guten ermglicht wird durch die ,gttlichkeit des ,schnen4 ,die feine ,grenze1 auf der sich der ,schein dem ,sein vermhlen muss1 um das ,ideal zu gestalten1 macht die ,welt des ,schnen und ihrer phantastischen ,selbsttuschung zum eigentlichen ,mutterschooss idealer und imaginativer ,ereignisse1 zu denen der tiefste ,impuls gerade dadurch gegeben wird1 dass sie ewig unrealisirbar bleiben1 dass die ,sehnsucht ihnen keine wesenhafte ,wahrheit und ,wirklichkeit zu verleihen vermag4 ,es ist derselbe ,zustand1 den ,nietzsche schildert1 wenn er von einem ,knstler sagt1 er habe viel mehr von seinem--,unvermgen1 als von seiner reichen ,kraft4-- -- --eine ungeheure ,lsternheit nach dieser ,vision ist in seiner ,seele zurckgeblieben1 und aus ihr nimmt er seine ebenso ungeheure ,beredtsamkeit des ,verlangens und ,heisshungers4 7,die frhliche ,wissenschaft #gi47 ,man muss sich also die ,entstehung des bermenschlichen ,scheines1 das ,mysterium von der pltzlichen ,selbstentsagung und ,selbstaufhebung1 diese asketische ,grundvorstellung1 auf welche ,nietzsches ,ethik hinausluft1--als ein sthetisches ,phnomen denken1 als eine so intensive ,versenkung in die ,qual des ,uebermaasses1 dass aus ihr die ,sehnsucht den ,gegensatz als eine geschaute und nachgelebte ,vision hervortreibt4 -- --von ,niemandem will ich so als von dir gerade ,schnheit1 du ,gewaltiger3 heisst es von dem starken1 mit bermchtigen ,affekten geladenen ,menschen1 aber gerade dem ,helden ist das ,schne aller ,dinge ,schwerstes4 ,unerringbar ist das ,schne allem heftigen ,willen4-- --,diess nmlich ist das ,geheimniss der ,seele3 erst1 wenn sie der ,held verlassen hat1 naht ihr1 im ,traume1--der ber-,held 7,uebermensch74 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #ed f47 ,in seligem ,traume stammelt sie dann3 --ein ,schatten kam zu mir--aller ,dinge ,stillstes und ,leichtestes kam--zu mir6 ,des bermenschen ,schnheit kam zu mir als ,schatten4 7,,ii #h47 ,denn ,alles ,gttliche luft auf zarten ,fssen6--,was wre denn schn1 wenn nicht erst der ,widerspruch sich selbst zum ,bewusstsein gekommen wre1 wenn nicht erst das ,hssliche zu sich selbst gesagt htte3 ich bin hsslich8 ,in der ,hsslichkeit jenes chaotischen ,uebermaasses1 bis zu welchem der ,mensch seine wildesten ,krfte entfesseln soll1 bricht er zuletzt den ,stab ber sich selbst1 als ber den von ,wesensgrund aus hsslichen4 ,ein ,hass springt da hervor3-- --,er hasst da aus dem tiefsten ,instinkte der ,gattung heraus2 in diesem ,hass ist ,schauder1 ,vorsicht1 ,tiefe1 ,fernblick1--es ist der tiefste ,hass1 den es giebt4 ,um seinetwillen ist die ,kunst tief4444 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #bj47 ,sie ist tief1 weil sie durch diesen ,hass dem ,menschen die grenzenlose ,sehnsucht nach dem ,schnen lehrt und so die ,erzeugung des schnen ,scheines aus der entfesselten ,ueberflle des wirklichen ,seins ermglicht2 sie ist tief1 weil sie einen ungeheuren ,idealisirungsdrang weckt und den ,menschenwillen durch die ,vision der ,schnheit zur ,zeugung reizt1 sodass er in leidenschaftlicher ,begeisterung sich seinem eigenen ,wesensgegensatz vermhlt4 ,so wird die zgellose ,kraft bis zum hchsten ,uebermaass nur gesteigert1 um in einen ,rauschzustand der ,begeisterung berzustrmen1 der die4 ,bedingung zur schpferischen ,erzeugung des ,schnen ist4 ,das ,wesentliche am ,rausch ist das ,gefhl der ,kraftsteigerung und ,flle4 ,aus diesem ,gefhle giebt man an die ,dinge ab1 man zwingt sie von uns zu nehmen1 man vergewaltigt sie1--man heisst diesen ,vorgang ,idealisiren4 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #h47 ,man bereichert in diesem ,zustande ,alles aus seiner eignen ,flle3 was man sieht1 was man will1 man sieht es geschwellt1 gedrngt1 stark1 berladen mit ,kraft4 ,der ,mensch dieses ,zustandes verwandelt die ,dinge1 bis sie seine ,macht wiederspiegeln1-- --4 ,dies ,verwandeln-mssen in's ,vollkommne ist--,kunst4 7,ebendaselbst ,,ix #i47 ,trgt ,nietzsches ,ethik einen vorwiegend sthetisirenden ,charakter1 indem die ,verwandlung ins ,vollkommne nur einen schnen ,schein ergiebt1 so nhert sich dafr seine ,aesthetik sehr stark dem ,religis-,symbolischen1 insofern sie aus dem ,drang entsteht1 die ,menschen und ,dinge zu vergttlichen1 sie ins ,gotthafte aufzulsen1 um sie zu ertragen4 ,ueber diesen psychischen ,vorgang hat ,nietzsche nicht bloss eine ,theorie aufgestellt und in zerstreuten ,aphorismen angedeutet1 sondern er hat auch den ,versuch gemacht1 selbst das grundlegende ,erstlingswerk zu schaffen1 in dem jene hohe ,schpferthat des ,menschen1 die ,erzeugung des ,uebermenschlichen1--zum ersten ,mal vollbracht wird4 ,dieses ,werk ist seine ,dichtung ,also sprach ,zarathustra4 ,die ,zarathustra-,gestalt1 als eine ,selbstverklrung ,nietzsches1 als eine ,widerspiegelung und ,verwandlung seiner ,wesensflle in einem gottartigen ,lichtbilde1 soll ein vollstndiges ,analogon bilden zu der von ihm getrumten ,entstehung des ,uebermenschlichen aus dem ,menschlichen4 ,zarathustra ist sozusagen der ,nietzsche-,uebermensch1 er ist der ,ueber-,nietzsche4 ,infolgedessen trgt das ,werk einen tuschenden ,doppel-,charakter3 es ist einerseits eine ,dichtung in rein sthetischem ,sinn und kann als solche von rein sthetischem ,standpunkt aus verstanden und beurtheilt werden2 andererseits aber will es nur in einem rein-mystischen ,sinn ,dichtung sein1--im ,sinn eines religisen ,schpfungsaktes1 in dem die hchste ,forderung der ,ethik ,nietzsches zum ersten ,mal ihre ,erfllung findet4 ,daraus erklrt es sich1 dass das ,zarathustra-,werk das am besten missverstandene unter allen ,bchern ,nietzsches geblieben ist1 um so mehr1 als meistens angenommen worden ist1 es enthalte in dichterischer ,form eine ,popularisirung dessen1 was die brigen ,schriften in strengerer philosophischer ,form geben4 ,in ,wahrheit aber ist es das am wenigsten populr gemeinte seiner ,werke2 denn wenn es bei ,nietzsche jemals eine esoterische ,philosophie gab1 die ,niemandem vllig zugnglich werden sollte1 so liegt sie hier1 und dem gegenber gehrt ,alles1 was er sonst geschrieben1 dem mehr exoterischen ,theil seiner ,lehre an4 ,daher erschliesst sich das tiefste ,verstndniss des ,zarathustra weniger auf dem ,wege der ,nietzsche-,philosophie1 als auf dem der ,nietzsche-,psychologie1 indem man den verborgenen ,seelenregungen nachsprt1 die ,nietzsches ethische und religise ,vorstellungen bedingen und seiner seltsamen ,mystik zu ,grunde liegen4 ,dann zeigt es sich1 dass die ,theorien ,nietzsches alle aus dem ,bedrfniss der eigenen ,selbsterlsung geflossen sind1--aus dem ,sehnen1 seiner tief bewegten und leidvollen ,innerlichkeit jenen ,halt z geben1 den der ,glubige in seinem ,gott besitzt4 ,dieses gewaltige ,wnschen und ,verlangen erzwang sich schliesslich ,befriedigung3 es schuf den ,gott oder doch ein gotthaftes ,ueberwesen1 in dem das ,gegenbild des eigenen ,wesens verusserlicht und verklrt wurde4 ,die ,doppelgestalt1 die ,nietzsche sich damit selbst gab1 und in der er sich als einen ,zweiten anschaute1 ist in seinem ,zarathustra verkrpert1 wandelt in ihm gleichsam auf eigenen ,fssen4 ,seltsam schimmert an einzelnen ,stellen der ,dichtung das heimliche ,eingestndniss durch1 dass ,zarathustra keine eigene ,wesenswahrheit habe1 sondern nur ein ,dichtergeschpf sei1 und selbst ein ,dichter und ,erdichtender3 --was sagte dir einst ,zarathustra8 ,dass die ,dichter zuviel lgen8--,aber auch ,zarathustra ist ein ,dichter4 7,,ii #fh47 ,doch es liegt ja schon in ,nietzsches ,auffassung des hchsten ,ideals1 dass der ,schein das ,recht hat1 sich als ,sein und ,wesen zu geben1--ja1 dass alle hchste ,wahrheit in der ,scheinwirkung1 im ,effekt auf ,andere besteht4 ,der ,mensch1 in seiner mystischen ,wesenswandlung1 sucht ganz und gar zu einem lockenden1 sehnsuchtweckenden und erziehenden ,scheinbilde zu werden1 dem nichts ,hochgeartetes zu widerstehen vermag4 ,von ihm gilt das ,wort3 ,wer von ,grund aus ,lehrer ist1 nimmt alle ,dinge nur in ,bezug auf seine ,schler ernst1--sogar sich selbst4 7,jenseits von ,gut und ,bse #fc47 ,damit ist in bewusster ,weise eine ,rechtfertigung der heiligen ,tuschung gegeben1 und nicht umsonst sagt ,nietzsche wiederholt1 dass es das ,problem von der pia fraus sei1 dem er am lngsten und tiefsten nachgegangen4 ,auch die ,redlichkeit1 als eine verhltnissmssig spte ,tugend des modernen ,wahrheitsmenschen1 hat der grosse ,unzeitgemsse1 der frei ber die ,tugenden aller ,kulturen verfgt1 in sich zu berwinden um seiner ,zwecke willen1 die ein weiches ,gewissen nicht vertragen4 ,in bezeichnenderweise steht schon in der frhlichen ,wissenschaft 7#aei73 ,wer jetzt unbeugsam ist1 dem macht seine ,redlichkeit oft ,gewissensbisse3 denn die ,unbeugsamkeit ist die ,tugend eines anderen ,zeitalters1 als die ,redlichkeit4 ,zu ,zarathustra aber spricht der kluge ,bucklichte1 der ihm zuhrt und ihm seine ,gedanken abliest3 --warum redet ,zarathustra anders zu seinen ,schlern--als zu sich selber8 7,,ii #ia47 ,und ,zarathustra selber ruft diesen zu3 ,wahrlich1 ich rathe euch3 geht fort von mir und wehrt euch gegen ,zarathustra6 ,und besser noch3 schmt euch seiner6 ,vielleicht betrog er euch4-- -- -- --,ihr verehrt mich2 aber wie1 wenn eure ,verehrung eines ,tages umfllt8 ,htet euch1 dass euch nicht eine ,bildsule erschlage6 7,i #aaa47 ,je vollstndiger aber nach dieser ,seite hin alle ,wirklichkeit und ,wahrheit entschwan1 je bewusster das ,ideal als ,scheinbild gedacht wurde1 desto grsser ,nietzsches ,verlangen1 ihm religis eine ,wahrheit zuzugestehen1 es zu einer mystischen ,selbstvergottung zu machen4 ,und hier sehen wir1 wie sein ,gedanke einen wunderlichen ,kreis um sich selbst beschreibt3 um der asketischen ,selbstvernichtung aller ,moral zu entgehen1 lst er das moralische ,phnomen in ein sthetisches auf1 in dem die ,grundnatur des ,menschen neben seiner sthetischen ,lichtgestalt unverndert bestehen bleibt2 um aber dieser ,lichtgestalt eine positive ,bedeutung zu verleihen1 erhebt er sie ins ,mystische1 ,religise und ist dann1 um diesen lichten ,gegensatz herauszubringen1 gezwungen1 die wirkliche menschliche ,grundnatur mglichst dunkel und leidvoll zu malen4 ,damit das erlsende ,ueberwesen glaubhaft wrde1 mussten die ,gegenstze mglichst verschrft1 musste es vom natrlich-menschlichen ,wesen mglichst unterschieden werden4 ,jeder vermittelnde ,uebergang htte die mystische ,illusion zerstrt und den ,menschen auf sich selbst zurckgeworfen2 das ,ueberwesen wre dann zu einer blossen ,wesensentwickelung in ihm selbst geworden4 ,die ,schatten mussten auf der einen--der menschlichen--,seite in demselben ,maasse vertieft werden1 als auf der anderen--der bermenschlichen--das ,licht heller hervortreten und den ,glauben erzwingen sollte1 dass es vllig anderer ,art sei4 ,so entstand die ,lehre1 dass zur ,erzeugung des ,uebermenschen der ,unmensch nthig sei1 und dass nur aus dem ,uebermaass der wildesten ,begierden die sich selbst preisgebende ,sehnsucht nach dem eigenen ,gegensatz hervorgehe4 ,gegen diese mystische ,gottschpfung lsst sich derselbe ,vorwurf richten1 den ,nietzsche der christlich-asketischen ,gottschpfung gemacht hat3 es sei in ihr des ,menschen ,wille gewesen1 ein ,ideal aufzurichten -- -- -- --1 um angesichts desselben seiner absoluten ,unwrdigkeit handgreiflich gewiss zu sein4 ,und dann3 ,dies ,alles ist interessant bis zum bermaass1 aber auch von einer schwarzen dsteren entnervenden ,traurigkeit1-- -- -- --4 ,hier ist ,krankheit1 es ist kein ,zweifel1 die furchtbarste ,krankheit1 die bis jetzt im ,menschen gewthet hat3--und wer es noch zu hren vermag-- -- --wie in dieser ,nacht von ,marter und ,widersinn der ,schrei ,liebe1 der ,schrei des sehnschtigsten ,entzckens1 der ,erlsung in der ,liebe geklungen hat1 der wendet sich ab1 von einem unbesieglichen ,grausen erfasst4444 ,im ,menschen ist so viel ,entsetzliches6444 7,zur ,genealogie der ,moral ,,ii #bb47 ,dieser ,zug zum ,asketischen und ,mystischen1 der sich1 inmitten des ,kampfes wider das ,asketische und ,mystische1 so stark als der geheime ,grundzug der ,philosophie ,nietzsches ausweist1 zeigt am deutlichsten die ,rckwendung zu seiner ersten philosophischen ,weltanschauung1 der ,schopenhauerisch-,wagnerischen4 ,aber indem er sich im ,prinzip gegen alle bisherige ,mystik und ,askese auflehnt1 giebt er in nicht geringerem ,grade dem ,einflsse nach1 den die ,erfahrungswissenschaft und die positivistische ,theorie auf ihn ausgebt haben1--und so treten denn auch hier die beiden ,hauptlinien seiner letzten ,philosophie unverkennbar hervor4 ,die mystische und asketische ,bedeutung des ,aesthetischen ist in seinem ,system keine geringere als in dem ,schopenhauers2 bei ,beiden fllt sie zusammen mit dem tiefsten ethischen und religisen ,erleben1 und nicht umsonst greift ,nietzsche1 um diese ,bedeutung zu erlutern1 auf ,gedanken und ,bilder seiner ,geburt der ,tragdie zurck4 ,aber bei ,schopenhauer wird das sthetische ,schauen aufgefasst als ein mystischer ,durchblick in den metaphysischen ,hintergrund der ,dinge1 in das ,wesen des ,dinges an sich1 und setzt deshalb die ,beschwichtigung des gesammten ,seelenlebens1 gewissermaassen die ,abstreifung alles ,irdischen1 voraus4 ,bei ,nietzsche hingegen1 wo der metaphysische ,hintergrund fehlt1 und wo es gilt1 dafr einen ,ersatz mitten aus dem ,ueberschwang irdischer ,lebenskrfte heraus zu schaffen1 ist die psychische ,voraussetzung die gerade entgegengesetzte3 das ,schne soll das ,willensleben im ,tiefsten erregen1 es soll alle ,krfte entfesseln1 brnstig machen und zur ,zeugung reizen1 denn es handelt sich nicht um die metaphysische ,offenbarung von etwas ewig ,seiendem1 sondern um die mystische ,schpfung von etwas nicht ,vorhandenem2 das ,mystische bei ,nietzsche ist daher stets so viel wie ins ,ungeheure und folglich ,uebermenschliche gesteigerte ,lebenskraft4 ,genau aber so1 wie bei ,schopenhauer das ,ueberirdische aus der asketischen ,vernichtung des ,irdischen resultirt1 ist bei ,nietzsche der mystische ,lebensberschwang nur mglich als eine ,folge des ,unterganges alles ,menschlichen und ,gegebenen durch das ,uebermaass4 ,und hier liegt der ,haupt-,berhrungspunkt beider ,anschauungen3 beide gehen durch das ,tragische in das ,selige ihrer ,mystik ein4 ,die ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste der ,musik#g hat sich verwandelt in eine ,geburt der ,tragdie aus dem ,geiste des ,lebens4 ,das ,leben1 als das1 was sich immer selber berwinden muss1 fordert immer wieder als ,grundbedingung immer hherer ,schpfungen den ,untergang4 ,was tragisch erscheint vom ,standpunkte dessen1 der zu einem solchen ,untergang bestimmt ist1 wird als ,seligkeit unerschpflicher ,lebensflle empfunden vom ,standpunkte des ,daseins selbst oder dessen1 der sich mit diesem identificirt1 ber sich selbst siegt1 indem er es in sich bis zum ,uebermaass steigert4 ,in charakteristischer ,weise zeigt sich diese vernderte ,auffassung des ,tragischen in der ,gtzen-,dmmerung1 wo ,nietzsche noch einmal sein altes ,problem aus der ,geburt der ,tragdie1 die ,bedeutung der dionysischen ,mysterien und des tragischen ,gefhls der ,griechen1 bespricht4 ,ursprnglich war ihm der dionysische ,orgiasmus das ,entladungsmittel der ,affekte1 wodurch die fr das ,schauen der apollinischen ,bilder erforderliche ,seelenstille hergestellt wurde1--jetzt ist er ihm der ,schpfungsakt des ,lebens selbst1 das der ,raserei und des ,schmerzes bedarf1 um aus ihnen heraus das ,lichte und ,gttliche zu gestalten4#h ,ursprnglich war er ihm ein ,zeugniss fr die--in ,schopenhauerischem ,sinne--tief pessimistische ,natur der ,griechen1 indem im ,orgiasmus das ,innerste des ,lebens sich als ,dunkel1 ,schmerz und ,chaos enthllte2 jetzt erscheint er ihm als der lebensdurstige hellenische ,instinkt1 der sich nur im ,uebermaass genug thun konnte1 und der auch noch in ,schmerz1 ,tod und ,chaos der triumphirenden ,unerschpflichkeit des ,lebens froh ward3-- -- -- --in den dionysischen ,mysterien-- -- --spricht sich die ,grundthatsache des hellenischen ,instinkts aus--sein ,wille zum ,leben4 ,was verbrgte sich der ,hellene mit diesen ,mysterien8 ,das ewige ,leben1 die ewige ,wiederkehr des ,lebens2 die ,zukunft in der ,vergangenheit verheissen und geweiht2 das triumphirende ,ja zum ,leben ber ,tod und ,wandel hinaus2 -- -- -- -- -- --,in der ,mysterienlehre ist der ,schmerz heilig gesprochen3 die ,wehen der ,gebrerin heiligen den ,schmerz berhaupt1-- -- --,damit es die ewige ,lust des ,schaffens giebt1 damit der ,wille zum ,leben sich ewig selbst bejaht1 muss es auch ewig die ,qual der ,gebrerin geben4444 ,dies ,alles bedeutet das ,wort ,dionysos3-- -- --4 7,gtzen-,dmmerung ,x #d47 ,dass alle ,schnheit zur ,zeugung reize 7,,ix #bb71 ist das ,religise an der ,kunst1 denn diese lehrt das ,vollkommene schaffen4 ,die hchste1 d4 h4 religiseste ,kunst ist die tragische1 denn in ihr zeugt der ,knstler aus dem ,furchtbaren das ,schne4 ,was theilt der tragische ,knstler von sich mit8 ,ist es nicht gerade der ,zustand ohne ,furcht vor dem ,furchtbaren und ,fragwrdigen1 das er zeigt8-- -- -- --,die ,tapferkeit und ,freiheit des ,gefhls vor einem mchtigen ,feinde1 vor einem erhabenen ,ungemach1 vor einem ,problem1 das ,grauen erweckt--dieser siegreiche ,zustand ist es1 den der tragische ,knstler auswhlt1 den er verherrlicht4 ,vor der ,tragdie feiert das ,kriegerische in unserer ,seele seine ,saturnalien2 wer ,leid gewohnt ist1 wer ,leid aufsucht1 der heroische ,mensch preist mit der ,tragdie sein ,dasein1--ihm allein kredenzt der ,tragiker den ,trunk dieser sssesten ,grausamkeit4-- 7,,ix #bd47 ,die ,psychologie des ,orgiasmus als eines berstrmenden ,lebens- und ,kraftgefhls1 innerhalb dessen selbst der ,schmerz noch als ,stimulans wirkt1 gab mir den ,schlssel zum ,begriff des tragischen ,gefhls1-- --,das ,jasagen zum ,leben selbst noch in seinen fremdesten und hrtesten ,problemen2 der ,wille zum ,leben1 im ,opfer seiner hchsten ,typen der eignen ,unerschpflichkeit frohwerdend--das nannte ich dionysisch1 das errieth ich als die ,brcke zur ,psychologie des tragischen ,dichters4 ,nicht um von ,schrecken und ,mitleiden loszukommen1-- -- --3 sondern um1 ber ,schrecken und ,mitleid hinaus1 die ewige ,lust des ,werdens selbst zu sein1--jene ,lust1 die auch noch die ,lust am ,vernichten in sich schliesst 444-- -- -- -- 7,x #e47 ,diese ,auffassung des ,tragischen und des durch dasselbe bedingten ,lebensgefhls machte es mglich1 dass ,nietzsche gerade bei seiner ,rckkehr zur ,schopenhauerischen ,philosophie des ,pessimismus und der ,askese seine lebensfreudigste ,lehre schuf1--seine ,lehre von der ewigen ,wiederkunft aller ,dinge4 ,so sehr ,nietzsches ,system philosophisch wie psychologisch einen asketischen ,grundzug forderte1 ebensosehr erforderte es dessen ,gegensatz1 die ,apotheose des ,lebens1 denn in ,ermanglung eines metaphysischen ,glaubens gab es ja nichts anderes als das leidende und leidvolle ,leben selbst1 das glorificirt und vergttlicht werden konnte4 ,nietzsches ,lehre von der ewigen ,wiederkunft ist niemals gengend betont und gewrdigt worden1 obwohl sie gewissermaassen in seinem ,gedankengebude sowohl das ,fundament1 als auch die ,krnung bildet und diejenige ,idee gewesen ist1 von der er bei der ,conception seiner ,zukunftsphilosophie ausgegangen ist1 und mit der er sie auch abschliesst4 ,wenn sie erst hier ihre ,stelle findet1 so geschieht dies1 weil sie nur im ,zusammenhnge des ,ganzen verstndlich wird1 und weil in der ,that ,nietzsches ,logik1 ,ethik und ,aesthetik als ,bausteine fr die ,wiederkunftslehre gelten mssen4 ,den ,gedanken einer mglichen ,wiederkehr aller ,dinge im ewigen ,kreislauf des ,seins hat ,nietzsche schon in der frhlichen ,wissenschaft1 im vorletzten ,aphorismus des ,buches ,das grsste ,schwergewicht1 als eine ,vermuthung ausgesprochen3 ,wie1 wenn dir eines ,tages oder ,nachts1 ein ,dmon in deine einsamste ,einsamkeit nachschliche und dir sagte3 ,dieses ,leben1 wie du es jetzt lebst und gelebt hast1 wirst du noch einmal und noch unzhlige ,male leben mssen2 und es wird nichts ,neues daran sein1 sondern jeder ,schmerz und jede ,lust und jeder ,gedanke und ,seufzer und alles unsglich ,kleine und ,grosse deines ,lebens muss dir wiederkommen1 und ,alles in der selben ,reihe und ,folge--und ebenso diese ,spinne und dieses ,mondlicht zwischen den ,bumen1 und ebenso dieser ,augenblick und ich selber4 ,die ewige ,sanduhr des ,daseins wird immer wieder umgedreht--und du mit ihr1 ,stubchen vom ,staube6--,wrdest du dich nicht niederwerfen und mit den ,zhnen knirschen und den ,dmon verfluchen1 der so redete8 ,oder hast du einmal einen ungeheuren ,augenblick erlebt1 wo du ihm antworten wrdest3 du bist ein ,gott und nie hrte ich ,gttlicheres6 ,wenn jener ,gedanke ber dich ,gewalt bekme1 er wrde dich1 wie du bist1 verwandeln und vielleicht zermalmen2 die ,frage bei ,allem und ,jedem willst du diess noch einmal und noch unzhlige ,male8 wrde als das grsste ,schwergewicht auf deinem ,handeln liegen6 ,oder wie msstest du dir selber und dem ,leben gut werden1 um nach nichts mehr zu verlangen1 als nach dieser letzten ewigen ,besttigung und ,besiegelung8-- ,hier tritt der ,grundgedanke deutlich hervor--fast deutlicher und unumwundener als irgendwann spter1 denn ,nietzsche ertrug es nicht1 ganz ber das zu schweigen1 was seinen ,geist erfllte und erregte4 ,aber es erschtterte ihn noch so sehr1 von dieser neuen ,erkenntniss zu sprechen1 dass er seinen ,wiederkunftsgedanken ganz unauffllig wie einen harmlosen ,einfall zwischen andere ,einflle hineinschob1 so dass wer darber hinliest1 den ,zusammenhang mit der ernsten ,schlussbetrachtung ,incipit tragoedia nicht merkt1--so heimlich1 dass alle ,welt es berhrt1 dass alle ,welt uns berhrt6 7,einfhrende ,vorrede zur neuen ,ausgabe der ,morgenrthe #e47 ,so steht er denn da1 inmitten der brigen ,gedanken1 gerade als der ,verhllteste unter den ,verhllten1 und an dem feinen ,maskenscherz1 ,etwas dadurch am besten zu verstecken1 dass man es offen und nackt hinstellt1 hat der an ,heimlichkeiten so reiche und aller ,heimlichkeit so frohe ,geist ,nietzsches trotz aller tiefen ,seelenbewegung seinen ,spass gehabt4 ,thatschlich trug er sich schon damals mit jenem ,gedanken wie mit einem unentrinnbaren ,verhngniss1 das ihn verwandeln und zermalmen wollte2 er rang nach dem ,muth1 ihn siqh selbst und den ,menschen als unumstssliche ,wahrheit in seiner ganzen ,tragweite zu gestehen4 ,unvergesslich sind mir die ,stunden1 in denen er ihn mir zuerst1 als ein ,geheimniss1 als ,etwas1 vor dessen ,bewahrheitung und ,besttigung ihm unsagbar graue1 anvertraut hat3 nur mit leiser ,stimme und mit allen ,zeichen des tiefsten ,entsetzens sprach er davon4 ,und er litt in der ,that so tief am ,leben1 dass die ,gewissheit der ewigen ,lebenswiederkehr fr ihn etwas ,grauenvolles haben musste4 ,die ,quintessenz der ,wiederkunftslehre1 die strablende ,lebensapotheose1 welche ,nietzsche nachmals aufstellte1 bildet einen so tiefen ,gegensatz zu seiner eigenen qualvollen ,lebensempfindung1 dass sie uns anmuthet wie eine unheimliche ,maske4 ,verkndiger einer ,lehre zu werden1 die nur in dem ,maasse ertrglich ist1 als die ,liebe zum ,leben berwiegt1 die nur da erhebend zu wirken vermag1 wo der ,gedanke des ,menschen sich bis zur ,vergtterung des ,lebens aufschwingt1 das musste in ,wahrheit einen furchtbaren ,widerspruch zu seinem innersten ,empfinden bilden1--einen ,widerspruch1 der ihn endlich zermalmt hat4 ,alles1 was ,nietzsche seit der ,entstehung seines ,wiederkunfts-,gedankens gedacht1 gefhlt1 gelebt hat1 entspringt diesem ,zwiespalt in seinem ,inneren1 bewegt sich zwischen dem mit knirschenden ,zhnen dem ,dmon der ,lebensewigkeit fluchen und der ,erwartung jenes ungeheuren ,augenblicks1 der zu den ,worten die ,kraft giebt3 du bist ein ,gott und nie hrte ich ,gttlicheres6 ,je hher er sich1 als ,philosoph1 zur vollen ,exaltation der ,lebensverherrlichung erhob1 je tiefer litt er1 als ,mensch1 unter seiner eigenen ,lebenslehre4 ,dieser ,seelenkampf1 die wahre ,quelle seiner ganzen letzten ,philosophie1 den seine ,bcher und ,worte nur unvollkommen ahnen lassen1 klingt vielleicht am ergreifendsten durch in ,nietzsches ,musik zu meinem ,hymnus an das ,leben1 die er im ,sommer #ahhb componirte1 whrend er mit mir in ,thringen1 bei ,dornburg1 weilte4 ,mitten in der ,arbeit an dieser ,musik wurde er durch einen seiner ,krankheitsanflle unterbrochen1 und immer wieder wandelte sich ihm der ,gott in den ,dmon1 die ,begeisterung fr das ,leben in die ,qual am ,leben4 ,zu ,bett4 ,heftiger ,anfall4 ,ich verachte das ,leben4 ,f4 ,n4 ,so lautete einer der ,zettel1 die er mir zuschickte1 wenn er an sein ,lager gefesselt war4 ,und dieselbe ,stimmung spricht sich in einem ,briefe aus1 den er kurz nach ,vollendung jener ,composition schrieb3 ,meine liebe ,lou1 ,alles was ,sie mir melden1 thut mir sehr wohl4 ,uebrigens bedarf ich etwas des ,wohlthuenden6 ,mein ,venediger ,kunstrichter hat einen ,brief ber meine ,musik zu ,ihrem ,gedichte geschrieben2 ich lege ihn bei--,sie werden ,ihre ,nebengedanken dabei haben4 ,es kostet mich immerfort noch den grssten ,entschluss1 das ,leben zu acceptiren4 ,ich habe viel vor mir1 auf mir1 hinter mir2-- -- -- -- -- -- -- ,vorwrts------und aufwrts6-- -- ,damals war1 wie gesagt1 die ,wiederkunfts-,idee fr ,nietzsche noch keine ,ueberzeugung geworden1 sondern erst eine ,befrchtung4 ,er hatte die ,absicht1 ihre ,verkndigung davon abhngig zu machen1 ob und wie weit sie sich wissenschaftlich werde begrnden lassen4 ,wir wechselten eine ,reihe von ,briefen ber diesen ,gegenstand1 und immer ging aus ,nietzsches ,aeusserungen die irrthmliche ,meinung hervor1 als sei es mglich1 auf ,grund1 physikalischer ,studien und der ,atomenlehre1 eine wissenschaftlich unverrckbare ,basis dafr zu gewinnen4 ,damals war es1 wo er beschloss1 an der ,wiener oder ,pariser ,universitt zehn ,jahre ausschliesslich ,naturwissenschaften zu studiren4 ,erst nach ,jahren absoluten ,schweigens wollte er dann1 im ,fall des gefrchteten ,erfolges1 als der ,lehrer der ewigen ,wiederkunft unter die ,menschen treten4 ,es kam bekanntlich ganz anders4 ,innere und ussere ,grnde machten ,nietzsche die geplante ,arbeit unmglich1 trieben ihn wieder nach dem ,sden und in die ,einsamkeit zurck2 ,das ,jahrzehnt des ,schweigens aber wurde zum beredtesten und fruchtbarsten seines ganzen ,lebens4 ,schon ein oberflchliches ,studium zeigte ihm bald1 dass die wissenschaftliche ,fundamentirung der ,wiederkunftslehre auf ,grund der atomistischen ,theorie nicht durchfhrbar sei2 er fand also seine ,befrchtung1 der verhngnissvolle ,gedanke werde sich unwiderleglich als richtig beweisen lassen1 nicht besttigt und schien damit von der ,aufgabe seiner ,verkndigung1 von diesem mit ,grauen erwarteten ,schicksal befreit zu sein4 ,aber nun trat etwas ,eigenthmliches ein3 weit davon entfernt1 sich durch die gewonnene ,einsicht erlst zu fhlen1 verhielt sich ,nietzsche gerade entgegengesetzt dazu2 von dem ,augenblick an1 wo das gefrchtete ,verhngniss von ihm zu weichen schien1 nahm er es entschlossen auf sich und trug seine ,lehre unter die ,menschen3 in dem ,augenblick1 wo seine bange ,vermuthung unbeweisbar und unhaltbar wird1 erhrtet sie sich ihm1 wie durch einen ,zauberspruch1 zu einer unwiderlegbaren ,ueberzeugung4 ,was wissenschaftlich erwiesene ,wahrheit werden sollte1 nimmt den ,charakter einer mystischen ,offenbarung an1 und frderhin giebt ,nietzsche seiner ,philosophie berhaupt als endgiltige ,grundlage1 anstatt der wissenschaftlichen ,basis1 die innere ,eingebung--seine eigene persnliche ,eingebung4 ,was war es1 das trotz des widerstrebenden ,grauens auf der einen und des mangelnden ,beweises auf der anderen ,seite einen so umwandelnden ,einfluss auf ihn ausbte8 ,erst die ,lsung dieses ,rthsels gewhrt uns einen ,einblick in das verborgene ,geistesleben ,nietzsches1 in die ,entstehungsursache seiner ,theorien4 ,eine neue tiefere ,bedeutsamkeit der ,dinge1 ein neues ,suchen und ,fragen nach den letzten und hchsten ,problemen--dies alles1 was ,nietzsche als ,metaphysiker gekannt1 als ,empiriker aber schmerzlich vermisst hatte1 das war es1 was ihn in die ,mystik seiner ,wiederkunftslehre hineintrieb4 ,mochte auch diese ,lehre mit neuen ,seelenqualen fr ihn verbunden sein1 mochte sie ihn sogar zermalmen1 lieber nahm er das ,leiden am ,leben auf sich1 als in der ,entgtterung und ,entgeistung desselben zu beharren4 ,ausser mit diesem ,leiden konnte er mit allen anderen ,leiden fertig werden1--ja er ertrug sie nicht nur1 sondern wusste noch seinen ,geist an ihnen zu spornen und zu stacheln1 indem sie ihn lehrten1 nach einem ,sinn1 nach dem tiefsten ,geheimsinn des ,lebens unablssig zu suchen und zu forschen4 ,hat man sein warum8 des ,lebens1 so vertrgt man sich fast mit jedem wie8 sagt ,nietzsche in der ,gtzen-,dmmerung 7,i #ab74 ,aber sein warum8 als die ,grundsehnsuch seines ,lebens1 verlangte nach einer ausgiebigen ,beantwortung und vertrug keine ,selbstbescheidung4 ,so begehrte der ,philosoph in ihm auch hier nicht danach1 von der ,qual einer gefrchteten ,lehre errettet1 sondern nur1 an ihr fruchtbar1 an ihr zum ,wissenden und ,wahrseher zu werden1--und er begehrte dies so inbrnstig1 dass1 selbst mit dem ,hinflligwerden der wissenschaftlichen ,beweisgrnde1 jener innere ,grund ,macht genug besass1 um eine schwankende ,muthmaassung zu begeisterter ,ueberzeugung zu steigern4 ,daher wird auch der theoretische ,umriss des ,wiederkunfts-,gedankens eigentlich niemals mit klaren ,strichen gezeichnet2 er bleibt blass und undeutlich und tritt vollstndig zurck hinter den praktischen ,folgerungen1 den ethischen und religisen ,consequenzen1 die ,nietzsche scheinbar aus ihm ableitet1 whrend sie in ,wirklichkeit die innere ,voraussetzung fr ihn bilden4 ,in einem seiner frhesten ,werke1 in der zweiten der ,unzeitgemssen ,betrachtungen 7,vom ,nutzen und ,nachtheil der ,historie fr das ,leben71 erwhnt ,nietzsche einmal 7#bc71 vorbergehend1 der ,wiederkehrs-,philosophie der ,pythagorer1 als eines geeigneten ,mittels1 um jedes ,factum in seiner genau gebildeten ,eigenthmlichkeit und ,einzigkeit zu unverlierbarer ,bedeutung zu erheben1 fgt aber hinzu1 dass eine solche ,lehre in unserem ,denken nicht eher ,raum beanspruchen knne1 als bis die ,astronomie wieder zu ,astrologie geworden sei4 ,gewiss sind ihm die theoretischen ,schwierigkeiten einer modernen ,neubelebung dieser alten ,idee in spteren ,jahren nicht geringer erschienen1 als zur ,zeit seines ,glaubens an ,schopenhauers ,metaphysik4 ,aber eben diese ,metaphysik deutete ihm damals die ,dinge des ,lebens in erhebender ,weise und machte damit jede mystische ,grbelei berflssig4 ,das ewige ,sein hinter dem ungeheuren ,werdeprozess der ,erscheinungswelt1 das sich in einer jeden ,gestaltung derselben objektivirt1 gewissermaassen durch eine jede1 als ihr hherer ,sinn1 hindurchschimmert1 ,hess nicht die ,sehnsucht aufkommen1 diesem ,werdeprozess selbst1 durch eine ewige ,wiederholung desselben im ,kreislauf des ,seins1 eine ber das ,ephemere hinausgehende ,bedeutung zuzuschreiben4 ,erst spter1 als ,nietzsche vor einer metaphysischen ,weiterklrung absah und unwillkrlich nach einem ,ersatz dafr verlangte1 drngte sich ihm jener ,gedanke wieder auf4 ,scheinbar freilich schwcht derselbe den ,pessimismus der positivistischen ,lebensauffassung um nichts ab1 ja1 eher verschrft er ihn noch2 denn die ,sinnlosigkeit einer ins ,unendliche verlaufenden ,werde-,linie erscheint wegen ihrer unzhlbaren verhllten ,zukunftsmglichkeiten weniger niederdrckend1 als eine stete ,wiederholung des ,sinnlosen in sich selbst4 ,aber charakteristischer ,weise entsprang hieraus die neue ,erlsungsphilosophie ,nietzsches4 ,gerade durch die ,verschrfung des ,niederdrckenden und ,trostlosen1 das in einer nchternen und kalten ,betrachtungsweise des ,lebens liegt1 gerade durch den harten ,zwang1 immer wieder zu einem solchen ,leben zurckkehren zu mssen1 sollte der ,menschengeist zu seiner hchsten ,that angespornt werden3 er sollte1 gleichsam gepeitscht von ,verdruss und ,grauen1 rriit gewaltigem ,willen dem sinnlosen ,leben einen ,sinn1 dem zuflligen ,werdeprozess des ,ganzen ein ,ziel geben und damit die thatschlich nicht vorhandenen ,lebenswerthe aus sich heraus erschaffen4 ,so kann man sagen1 dass ,nietzsche1 anstatt sich vom ,pessimismus seiner ,freigeisterei abzuwenden und zur trstlicheren ,metaphysik zurckzukehren1 diesen ,pessimismus bis auf das ,aeusserste steigert1--dass er es aber nur thut1 um den ussersten ,ueberdruss und ,lebensschmerz als ein ,sprungbrett zu benutzen1 von dem er sich in die ,tiefen seiner ,mystik hinabstrzen will4 ,in der ,that schien der ,wiederkunftsgedanke besonders dazu geeignet1 eine solche ,wirkung auszuben1 insofern er sich auf das wirkliche ,leben eines jeden ,einzelnen bezieht und sich nicht nur an das philosophirende ,denken1 sondern mehr noch an den schaffenden ,willen richtet4 ,dem ,lebensganzen1 als einem sinnlosen und zuflligen ,ganzen1 denkend gegenber zu stehen1 ist etwas ,anderes1 als es im ,einzelleben immer aufs neue sinnlos wiederholen zu mssen1 ohne ihm jemals entrinnen zu knnen2--damit gewinnt die rein abstrakte ,betrachtungsweise eine ,richtung auf das ,persnliche1 und die philosophische ,theorie wird in das empfindliche lebendige ,fleisch hineingedrckt1 gleich einem schmerzenden ,sporn1 der dazu antreiben soll1 um jeden ,preis eine neue ,hoffnung1 einen neuen ,lebenssinn1 ein neues ,lebensziel zu schaffen4 ,in ,bezug auf diesen ,optimismus ist ,nietzsche's letzte ,philosophie das genaue ,gegenbild seiner ersten philosophischen ,weltanschauung1 der ,schopenhauerischen ,metaphysik mit ihrer ,verherrlichung des buddhistischen ,ideals der ,askese1 der ,willensverneinung und ,lebens-,abkehr4 ,die alte indische ,lehre von einer ewigen ,wiedergeburt in der ,seelenwanderung1 als des ,fluches1 dem ein jeder verfllt1 der nicht bis zur ,selbstverneinung durchgedrungen1 ist von ,nietzsche geradezu umgekehrt worden4 ,nicht ,befreiung von dem ,wiederkunftszwange1 sondern freudige ,bekehrung zu ihm ist das ,ziel des hchsten sittlichen ,strebens1 nicht ,nirwana1 sondern ,sansra der ,name fr das hchste ,ideal4 ,diese ,korrektur vom ,pessimistischen ins ,optimistische ist der eigentliche ,unterschied zwischen ,nietzsches ursprnglichem und spterem ,denken und stellt in der ,entwickelung dieses einsamen ,leidenden einen heldenmthigen ,sieg der ,selbstberwindung dar4 ,philosophisch aber ist sie durch die dazwischen liegende positivistische ,geistesperiode ,nietzsches vorbereitet worden1 in der dieser das ,dasein allerdings erst recht pessimistisch betrachten1 zugleich aber sich auf die ,lebenswirklichkeit beschrnken und allen metaphysischen ,nebendeutungen derselben entsagen lernte4 ,denn sein ,optimismus folgt1 als philosophische ,lebenslehre1 aus der ,betonung und ,verewigung der ,lebensthatsache selbst1 als des obersten ,prinzips2 durch den gewaltsam bis ins ,mystische gesteigerten ,accent1 den er ihr gab1 schuf er sich ihre ,vergttlichung4 ,in den ,kreislauf des ,lebens unerbittlich verstrickt1 auf ewig an ihn gebunden1 mssen wir ,ja sagen lernen zu allen seinen ,gestaltungen1 um sie zu ertragen2 nur durch die ,kraft und ,freudigkeit eines solchen ,ja vershnen wir uns mit dem ,leben1 indem wir uns mit ihm identificiren4 ,dann fhlen wir uns als einen schpferischen ,theil seines ,wesens1 ja1 als dieses ,wesen selbst in seiner unersttlichen berquellenden ,macht und ,flle4 ,die auf ,lebenskraft gegrndete rckhaltlose ,lebensliebe ist deshalb das einzige heilige ,moralgesetz des neuen ,gesetzgebers2 die bis zum ,rausch entfesselte ,lebens-,exaltation nimmt die ,stelle ein der religisen ,erhebung1 ja1 eines ,gottes-,kultus4 ,ueber diesen ,umschlag von ,pessimismus in ,optimismus und ber das neue ,ideal der ,weltbejahung spricht sich ,nietzsche1 in ,jenseits von ,gut und ,bse 7#ef71 folgendermaassen aus3 ,wer1 gleich mir1 mit irgend einer rthselhaften ,begierde sich lange darum bemht hat1 den ,pessimismus in die ,tiefe zu denken und aus der halb christlichen1 halb deutschen ,enge und ,einfalt zu erlsen1 mit der er sich diesem ,jahrhundert zuletzt dargestellt hat1 nmlich in ,gestalt der ,schopenhauerischen ,philosophie2 wer wirklich einmal-- -- --in die weltverneinendste aller mglichen ,denkweisen hinein und hinunter geblickt hat-- -- -- --1 der hat vielleicht ebendamit1 ohne dass er es eigentlich wollte1 sich die ,augen fr das umgekehrte ,ideal aufgemacht3 fr das ,ideal des bermthigsten1 lebendigsten und weltbejahendsten ,menschen1 der sich nicht nur mit dem1 was war und ist1 abgefunden und vertragen gelernt hat1 sondern es1 so wie es war und ist1 wieder haben will1 in alle ,ewigkeit hinaus1 unersttlich da capo rufend1 nicht nur zu sich1 sondern zum ganzen ,stcke und ,schauspiele1 und nicht nur zu einem ,schauspiele1 sondern im ,grunde zu ,dem1 der gerade dies ,schauspiel nthig hat--und nthig macht3 weil er immer wieder sich nthig hat--und nthig macht-- --,wie8 ,und dies wre nicht--circulus vitiosus deus8 ,in diesen ,worten ist nicht nur angedeutet1 wie ganz fr ,nietzsche der ,optimismus aus der ,verschrfung und ,uebertreibung des ,pessimismus hervorgesprungen ist1 sondern auch inwiefern seiner neuen ,philosophie ein ,charakter religiser ,erhebung eigen ist4 ,der ,mensch fhlt sich einerseits zum ,weltganzen1 zum ,lebensganzen mystisch erweitert1 sodass sein eigener ,untergang1 sowie seine eigene ,lebenstragdie gar nicht mehr fr ihn vorhanden ist1--und andererseits wieder verleiht er diesem1 an sich zuflligen und sinnlosen1 ,lebensganzen eine ,verpersnlichung und ,vergeistigung1 durch die es zur ,gottheit erhoben wird4 ,welt1 ,gott und ,ich verschmelzen zu einem einzigen ,begriff1 aus dem sich nun fr das ,einzelwesen ebenso gut1 wie aus irgend einer ,metaphysik1 ,ethik oder ,religion1 ableiten lassen3 eine ,norm des ,handelns und eine hchste ,anbetung4 ,den ,hintergrund der ganzen ,vorstellung aber bildet der ,gedanke1 dass das ,weltganze eine ,fiktion des ,menschen sei1 der es schafft und1 in seinem ,gottsein1 d4 h4 in seiner ,wesenseinheit mit der ,lebensflle1 es von sich und seinem schpferischen und wertheprgenden ,willen abhngig weiss4 ,so erklrt sich das geheimnissvolle ,wort in ,jenseits von ,gut und ,bse 7#aej73 ,um den ,helden herum wird ,alles zur ,tragdie 7das heisst3 der ,mensch als solcher ist gerade in seiner hchsten ,entwickelung der ,untergehende und ,geopferte71 um den ,halbgott herum ,alles zum ,satyrspiel 7das heisst3 in seiner vollen ,hingebung an das ,lebensganze lchelt er als ein ,erhobener auf sein eigenes ,schicksal herab72 und um ,gott herum wird ,alles--wie8 vielleicht zur ,welt8-- 7das heisst3 durch die vollkommene ,identificirung des ,menschen mit dem ,leben wird nicht nur er selbst vershnt in das ,lebensganze aufgenommen1 sondern wird auch dieses absolut in ihn hineingezogen1 sodass er zum ,gott wird1 der die ,welt aus sich entlsst und im ,weltschaffen unausgesetzt sein ,wesen ussert74 ,und hier stossen wir wieder auf den ,grundgedanken in ,nietzsches ,philosophie1 der die ,wiederkunftslehre1 wie alle seine ,lehren1 in ihm hat entstehen lassen3 auf jene ungeheure ,vergttlichung des ,schpfer-,philosophen4 ,in ihm ruhen ,anfang und ,ende dieser ,philosophie1 und map kann sagen1 dass auch der abstrakteste ,zug des ,systems ein ,versuch ist1 seine gewaltigen ,uebermenschen-,zge zu zeichnen4 ,wir haben gesehen1 dass er1 sowohl innerhalb der ,logik wie der ,ethik1 zu einem ,inbegriff des ,lebensganzen erhoben wurde1 als das ,ueber-,genie1 das alles ,andere in sich trgt4 ,wir haben ferner gesehen1 wie1 in ,nietzsches ,aesthetik1 seine ,bedeutung ins ,religis-,mystische derart zugespitzt wurde1 dass er sich vom ,bloss-,menschlichen unterschied und als ,gotteswesen das ,menschenwesen mit umfasste4 ,aber erst auf ,grund der ,wiederkunftslehre wchst ,alles zu einer einzigen gigantischen ,gestalt zusammen1 denn nur der ,umstand1 dass der ,weltverlauf kein unendlicher1 sondern ein sich in seiner ,begrenzung stetig wiederholender ist1 macht es mglich1 ein ,ueberwesen zu construiren1 in dem der ganze ,weltverlauf ruht und sich abschliesst4 ,nur durch ein solches gewinnt derselbe endgiltig ,sinn und ,ziel und die ,richtung auf die erlsende ,schpfung des ,uebermenschen1--nur so wird diese letztere zu mehr als einer ,hypothese1--wird sie zu einer ,that4 ,daher sehen wir auch1 dass ,nietzsche diese seine fundamentalste und zugleich mystischeste ,lehre sozusagen nicht in seinem eigenen ,namen vortrgt1 sondern in dem seines ,zarathustra2 nicht der ,denker und ,mensch soll sie vortragen1 sondern ,der1 dem ,gewalt vergehen ist1 sie in beseligende ,erlsung umzusetzen4#i ,streift aber ,nietzsche je einmal in seinen ,aphorismen den ,wiederkunfts-,gedanken1 danm verstummt er mit einer ,geberde des ,schreckens und der ,ehrfurcht3--,aber was rede ich da8 ,genug6 ,genug6 ,an dieser ,stelle geziemt mir nur ,eins1 zu schweigen3 ich vergriffe mich sonst an dem1 was einem ,jngeren allein freisteht1 einem ,zuknftigeren1 einem ,strkeren1 als ich bin1--was allein ,zarathustra freisteht1 ,zarathustra dem ,gottlosen 444 7,zur ,genealogie der ,moral ,,ii #be47 ,und die seelische ,bedeutung der ,zarathustra-,gestalt fr ,nietzsches ,wesen selbst wird ebenfalls erst vllig deutlich hier1 wo sie als ,trger der ,wiederkunftslehre auftritt4 ,er glaubte sie in sich enthalten wie ein mystisches ,wesen1 aber unterschieden von seiner natrlichen und menschlichen ,existenzform als ,nietzsche4 ,in seiner zuflligen ,zeiterscheinung1 krperlich und geistig bedingt durch die ,umstnde und ,wechselflle seines vorbergehenden ,lebens1 betrachtete ,nietzsche sich als einen ,dekadenten1 gleich den ,anderen1 nur wert und dazu bestimmt unterzugehen4 ,aber andererseits hielt ,nietzsche sich fr das1 nothwendig krankhaft disponirte1 ,medium1 durch welches die ,ewigkeit aller ,zeiten sich ihrer selbst und ihres ,sinnes bewusst wird1--fr den fleischgewordenen ,menschheitsgenius selbst1 in dem die ,vergangenheit der ,gegenwart das ,rthsel aller ,zukunft lst4 ,so glaubte er das in sich zu verkrpern1 was er als hchste ,bedeutung menschlicher ,dekadenzform geschildert hatte3 er fhlte sich krank in den ,geburtswehen1 die einem bermenschlichen ,wesen galten1 er fhlte sich als einen ,untergehenden und ,zerbrechenden zu ,gunsten einer hchsten ,neuschpfung1 welche die ,welt erlsen sollte3--,dass der ,schaffende selber das ,kind sei1 das neu geboren werde1 dazu muss er auch die ,gebrerin sein wollen und der ,schmerz der ,gebrerin4 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #g47 ,zarathustra ist also das ,kind1 sowie gleichzeitig der ,gott ,nietzsches1 sowohl die ,that oder ,kunstschpfung eines ,einzelnen1 als auch die ,zusammenfassung dieses ,einzelmenschen mit der ganzen ,linie ,mensch1 mit dem ,menschheitssinn selbst4 ,er ist ,geschpf und ,schpfer1 der ,strkere1 ,zuknftigere1 der die leidende menschliche ,nietzsche-,erscheinung berragt1--er ist der ,ueber-,nietzsche4 ,aus ihm spricht deshalb auch nicht das ,erleben und ,verstehen eines ,einzelnen1 sondern das ,menschheitsbewusstsein selbst von seinen fernsten ,ursprngen an1-- --daher seine ,worte3 ,ich gehre nicht zu ,denen1 welche man nach ihrem ,warum fragen darf4 ,ist denn mein ,erleben von ,gestern8 ,das ist lange her1 dass ich die ,grnde meiner ,meinungen erlebte4 ,msste ich nicht ein ,fass sein von ,gedchtniss1 wenn ich auch meine ,grnde bei mir haben wollte8 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #fh47 ,so entsteht ein wundersames ,gedankenspiel1 in dem ,nietzsche und sein ,zarathustra unablssig in einander berzugehen und sich wieder von einander zu lsen scheinen4 ,vollstndig durchsichtig wird dies fr den1 der weiss1 in wie vielen kleinen1 rein persnlichen ,zgen ,nietzsche sich selbst in seinen ,zarathustra hineingeheimnisst hat1 und bis zu welch visionrer ,verzckung sich ihm dieses ganze ,mysterium steigerte4 ,hieraus erklrt sich auch das unerhrte ,selbstbewusstsein1 mit dem er von seinem ,buche spricht1 und das ihn einmal in die ,worte ausbrechen lsst3 ein ,buch1 so tief1 so fremd1 dass sechs ,stze daraus verstanden1 d4 h4 erlebt haben1 in eine hhere ,ordnung der ,sterblichen erhebt6 ,war seine ,zarathustra-,dichtung fr ihn das ,werk1 durch das aus einem ,menschlichen ein ,uebermenschliches herausgeboren wurde1 so mag er sein unverffentlichtes1 nur im ersten ,theile vollendetes ,hauptwerk ,der ,wille zur ,macht gewissermaassen als von der ,zarathustra-,gestalt geschaffen gedacht haben1--d4 h4 von einem ,ewigen und ,freien1 dem allein eine ,umwerthung aller ,werthe gelingen kann1 weil er ausser jeder ,zeit und jedes ,einflusses dasteht1 als ein schlechthin ,unabhngiger1 ,alles in sich ,begreifender und ,umfassender4 ,nur so ist ,nietzsches ,behauptung in der ,gtzen-,dmmerung 7,,ix #ea7 zu verstehen3 ,ich habe der ,menschheit das tiefste ,buch gegeben1 das sie besitzt1 meinen ,zarathustra3 ich gebe ihr ber kurzem das unabhngigste4-- ,im ersten ,falle soll das ,uebermenschliche den ,tiefen des ,nietzsche-,menschenthums entstiegen sein1 im zweiten schwebt es bereits frei schaffend ber demselben4 ,so mystisch-geheimnissvoll diese ,zarathustra-,figur auch in ihrer ,weltbedeutung gefasst ist1 s streng logisch schliesst sie sich doch in ihrer ,gestaltung an ,nietzsches ,ausfhrungen ber das ,wesen des ,genialen1 des ,willensfreien und des ,atavistischen1 als des ,zukunftbedingenden1 an4 ,die ,betrachtung dieser ,theorien hat gezeigt1 dass sie alle auf die mgliche ,erschaffung eines ,ueberwesens hinzielen2 und es ist interessant zu verfolgen1 wie frh schon sich in ,nietzsche verwandte ,gedanken geregt haben1 die sich spter1 aus seiner ersten philosophischen ,periode herbergenommen1 durch seine positivistische ,weltanschauung hindurchgearbeitet haben1 um schliesslich in seiner letzten ,philosophie zu neuem ,leben erweckt zu werden4 ,das ,genie der ,ethik und ,aesthetik umfasst bereits bei ,schopenhauer ,sinn und ,wesensgrund der ganzen ,welt und ,menschheit und thutdies in einem jeden solchen ,genius gleichwertig aufs neue1 aber ,sinn und ,wesensgrund bedeuten bei diesem das hindurchleuchtende ewige ,sein1 das metaphysische ,ding an sich1 ganz losgelst von der thatschlichen ,entwickelungsgeschichte von ,welt und ,menschheit4 ,nietzsche aber1 der von diesen metaphysischen ,vorstellungen absieht1 braucht das ,auftreten des ,genius in einem einzigen1 isolirten ,ueberwesen1 das eine ,mehrzahl von seinesgleichen ausschliesst und die thatschlich gegebene ,erscheinung von ,welt und ,menschheit in sich begreift4 ,in ,menschliches1 ,allzumenschliches 7,,ii #ahe7 sagt er noch im ,hinblick auf den ,schopenhauerischen ,gedanken1 den er in positivistischem ,sinne modificirt3 ,wenn ,genialitt1 nach ,schopenhauers ,beobachtung1 in der zusammenhngenden und lebendigen ,erinnerung an das ,selbst-,erlebte besteht1 so mchte im ,streben nach ,erkenntniss des gesammten historischen ,gewordenseins-- -- --ein ,streben nach ,genialitt der ,menschheit im ,ganzen zu erkennen sein4 ,die vollendet gedachte ,historie wre kosmisches ,selbstbewusstsein4 ,dazu stelle man auch die nachfolgenden ,aeusserungen in der frhlichen ,wissenschaft1 so 7#cd7 den ,aphorismus ,historia abscondita3 ,jeder grosse ,mensch hat eine rckwirkende ,kraft3 alle ,geschichte wird um seinetwillen wieder auf die ,wage gestellt1 und tausend ,geheimnisse der ,vergangenheit kriechen aus ihren ,schlupfwinkeln--hinein in seine ,sonne4 ,ferner 7#ccg73 -- -- --wer die ,geschichte der ,menschen insgesammt als eigene ,geschichte zu fhlen weiss1 der empfindet in einer ungeheuren ,verallgemeinerung allen jenen ,gram des ,kranken1 der an die ,gesundheit1 des ,greises1 der an den ,jugendtraum denkt1 des ,liebenden1 der der ,geliebten beraubt wird1 des ,mrtyrers1 dem sein ,ideal zu ,grunde geht1 des ,helden am ,abend der ,schlacht1 welche ,nichts entschieden hat und doch ihm ,wunden und den ,verlust des ,freundes brachte--2 aber diese ungeheure ,summe von 8,gram aller ,art tragen1 tragen knnen und nun doch noch der ,held sein1 der beim ,anbruch eines zweiten ,schlachttages die ,morgenrthe und sein ,glck begrsst1 als der ,mensch eines ,horizontes von ,jahrtausenden vor sich und hinter sich1 als der ,erbe aller ,vornehmheit1 alles vergangenen ,geistes und der verpflichtete ,erbe1 als der ,adeligste aller alten ,edlen und zugleich der ,erstling eines neuen ,adels1 dessen ,gleichen noch keine ,zeit sah und trumte3 diess ,alles auf seine ,seele nehmen1 ,aeltestes1 ,neuestes1 ,verluste1 ,hoffnungen1 ,eroberungen1 ,siege der ,menschheit3 diess ,alles endlich in ,einer ,seele haben und in ,ein ,gefhl zusammendrngen3--diess msste doch ein ,glck ergeben1 das bisher der ,mensch noch nicht kannte1--eines ,gottes ,glck voller ,macht und ,liebe1 voller ,thrnen und voll ,lachens1 ein ,glck1 welches1 wie die ,sonne am ,abend1 8 fortwhrend aus seinem unerschpflichen ,reichthume wegschenkt und in's ,meer schttet und1 wie sie1 sich erst dann am reichsten fhlt1 wenn auch der rmste ,fischer noch mit goldenem ,ruder rudert6 ,dieses gttliche ,gefhl hiesse dann--,menschlichkeit6 ,aber die menschliche ,genialitt wird fr ,nietzsche in immer geringerem ,grade durch das ,erkennen oder das erworbene ,nachempfinden des historisch ,gewordenen ausgelst1 denn die ,flle des ,gewordenen liegt im ,menschen selbst bereit und kann durch tiefere ,selbstversenkung hervorgeholt und zum ,bewusstsein gebracht werden4 ,schon in ,menschliches1 ,allzumenschliches 7,i #ad7 weist er auf die ,eigenschaft des ,affektes1 hin1 rckwirkend ,schlummerndes in uns zu wecken1 das vergangenen ,zustnden angehrt3 ,alle strkeren ,stimmungen bringen ein ,miterklingen verwandter ,empfindungen und ,stimmungen mit sich2 sie whlen gleichsam das ,gedchtniss auf4 ,aber nicht nur hinsichtlich der individuellen ,vergangenheit mit ihren ,affekten1 sondern gleichzeitig auch dessen1 was sich an ,gedanken und ,empfindungen im ,laufe der ,menschheits-,entwicklung abgesetzt hat1--denn der ,einzelne ist ein ,erzeugniss derselben und enthlt ihre verschiedenen ,stufen noch fortdauernd in sich4 ,hierauf ist in der frhlichen ,wissenschaft 7#ed7 ,bezug genommen1 in dem ,aphorismus ,das ,bewusstsein vom ,scheine3 ,wie wundervoll und neu und zugleich wie schauerlich und ironisch fhle ich mich mit meiner ,erkenntniss zum gesammten ,dasein gestellt6 ,ich habe fr mich entdeckt1 dass die alte ,mensch- und ,thierheit1 ja die gesammte ,urzeit und ,vergangenheit alles empfindenden ,seins in mir fortdichtet1 fortliebt1 forthasst1 fortschliesst1--ich bin pltzlich mitten in diesem ,traume erwacht1 aber nur zum ,bewusstsein1 dass ich eben trume und dass ich weitertrumen muss1 um nicht zu ,grunde zu gehen3 wie der ,nachtwandler weitertrumen muss1 um nicht hinabzustrzen4 ,was ist mir jetzt ,schein6 ,wahrlich nicht der ,gegensatz irgend eines ,wesens1--was weiss ich von irgend welchem ,wesen auszusagen1 als eben nur die ,prdikate seines ,scheines6 ,wahrlich nicht eine todte ,maske1 die man einem unbekannten aufsetzen und auch wohl abnehmen knnte6 ,schein ist fr mich das ,wirkende und ,lebende selber1 das soweit in seiner ,selbstverspottung geht1 mich fhlen zu lassen1 dass hier ,schein und ,irrlicht und ,geistertanz und nichts ,mehr ist1--dass unter allen diesen ,trumenden auch ich1 der ,erkennende1 meinen ,tanz tanze1 dass der ,erkennende ein ,mittel ist1 den irdischen ,tanz in die ,lnge zu ziehen und insofern zu den ,festordnern des ,daseins gehrt1 und dass die erhabene ,consequenz und ,verbundenheit aller ,erkenntnisse vielleicht das hchste ,mittel ist und sein wird1 die ,allgemeinheit der ,trumerei und die ,allverstndlichkeit aller dieser ,trumenden unter einander und eben damit die ,dauer des ,traumes aufrecht zu erhalten4 ,hier hat ,nietzsche schon die ,wendung gemacht1 die den ,uebergang zu seiner spteren ,mystik bildet4 ,in dieser ist die ,welt ihm zu einer ,fiktion des ,erkennenden geworden1 der1 wenn er1 wie aus nachtwandelndem ,traume1 zum ,bewusstsein der ,fiktion erwacht1 sich wohl als ,herr und ,schpfer fhlen kann1 der den ,sinn dieses ,scheines1 dieses ,traumes gebieterisch bestimmt4 ,umgestaltet durch die mystische ,vorstellung1 dass das ,erwachen aus dem ,traume des ,alllebens zugleich zu einer schpferischen welterlsenden ,that wird1 kehrt derselbe ,gedanke spter in wundervoll dichterischer ,einkleidung in dem ,lied der alten ,brumm-,glocke 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #aaj f47 wieder1 die in tiefer ,mitternacht den beginnenden ,tag des ,erwachenden durch zwlf ,schlge verkndet3 ,eins6 ,oh ,mensch6 gieb ,acht6 ,zwei6 ,was spricht die tiefe ,mitternacht8 ,drei6 ,ich schlief1 ich schlief--1 ,vier6 ,aus tiefem ,traum bin ich erwacht3-- ,fnf6 ,die ,welt ist tief1 ,sechs6 ,und tiefer als der ,tag gedacht4 ,sieben6 ,tief ist ihr ,weh--1 ,acht6 ,lust--tiefer noch als ,herzeleid3 ,neun6 ,weh spricht3 ,vergeh6 ,zehn6 ,doch alle ,lust will ,ewigkeit--1 ,elf6 --will tiefe1 tiefe ,ewigkeit6 ,zwlf6 ,die schliessliche ,ausgestaltung dieser ,vorstellungen enthlt wiederum starke ,anklnge an ,nietzsches ,schopenhauerische ,periode und an die indische ,philosophie1 jedoch immer mit der charakteristischen ,modifikation1 dass das ,endziel sowie der dahin fhrende ,weg1 anstatt im ,lebenserlschen1 in der ,lebenssteigerung zu suchen sei4 ,aber wie sehr sich trotzdem diese beiden ,gefhlsauffassungen des ,daseinsproblems einander nhern1 ergiebt sich nicht zum wenigsten daraus1 dass1 nach neuerer ,auffassung1 selbst die indische ,lebensabkehr1 dieser extremste ,ausdruck der weltverneinenden ,philosophie1 eigentlich nicht die ,befreiung vom ,leben anstrebt1 sondern nur die ,erlsung vom ,immer-wieder-sterben-mssen infolge der ,seelenwanderung4 ,es ist schliesslich nichts als eine andere ,form der ,todesfurcht1 die in den brigen ,religionen das ,motiv des ,unsterblichkeitsglaubens abgegeben hat2--es ist eine ,furcht1 deren ,beschwichtigung ebenso wohl erreicht werden kann durch ein ,aufgehobensein in die ,lebensewigkeit1 bei voller ,identificirung des ,einzelnen mit der ,kraft und ,flle des ,lebensganzen1 als auch durch ein ,abstreifen und ,verflchtigen aller ,lebenstriebe1 mit denen ,tod1 ,erlschen1 ,vergehen unabtrennbar verknpft sind4#aj ,aber der ,reiz1 den fr ,nietzsche eine mystische ,auslegung von ,traumzustnden und die ,auffassung des ,weltbewusstseins als eines ,traumbewusstseins besass1 hatte noch einen persnlichen ,grund4 ,in der ,that handelte es sich dabei fr ihn um mehr als nur um ein ,gleichniss oder ,analogon1--denn er war berzeugt1 dass speciell in den ,zustnden des ,rausches und ,traumes eine ,flle von ,vergangenheit im ,menschen zur ,gegenwart wieder erweckt werden knne4 ,trume spielten stets eine grosse ,rolle in seinem ,leben und ,denken1 und in seinen letzten ,jahren entnahm er ihnen oft1 wie einer ,rthsellsung1 den ,inhalt seiner ,lehre4 ,in dieser ,weise verwendet er zum ,beispiel den in ,also sprach ,zarathustra 7,,ii #hj ff47 erzhlten ,traum1 den er im ,herbst #ahhb in ,leipzig gehabt hatte2 er wurde nicht mde1 ihn deutend mit sich herumzutragen4 ,eine geistreiche oder dem ,gefhl des ,trumenden glcklich angepasste ,interpretation konnte ihn dann beglcken und frmlich erlsen4 ,so erklrt es sich1 dass er schon frh sich mit diesem ,gegenstnde beschftigt hat1 aber indem er noch gewagte ,deutungen abwies1 wie er sie spter bevorzugte4 ,er hat ber ihn an verschiedenen ,stellen von ,menschliches1 ,allzumenschliches gesprochen4 7,ivlan vergleiche beispielsweise den ,aphorismus ,i #ab ,traum und ,kultur und #aac ,logik der ,traumes47 ,dort meint er noch1 dass die ,verworrenheit und das ,ungeordnete der ,vorstellungen im ,traume1 der ,mangel an ,klarheit und ,logik und an richtigem ,kausalzusammenhang1 der im ,schlfe unsere ,art zu urtheilen und zu schliessen kennzeichne1 an die ,zustnde der frhesten ,menschheit erinnern1 die1 ebenso wie noch heute die ,wilden1 auch im ,wachen so verfahren habe1 wie wir jetzt im ,traume4 ,in der ,morgenrthe hingegen spricht er schon nicht mehr von einer derartigen ,analogie1 sondern geradezu von der mglichen ,reproducirung eines ,stckes ,vergangenheit im ,traume4 ,und in der frhlichen ,wissenschaft steigert sich ihm hier und da der ,traum schon zu einem positiven ,abbild des ,lebens und der ,weltvergangenheit im ,einzelmenschen4 ,von hier war es nur noch ein ,schritt zu einem dritten ,gedanken1 der die beiden vorhergehenden zusammenfasste3 den einen1 dass im ,traume die ,vergangenheit reproducirt werde1--den anderen1 dass das ,weltganze und die ,lebensentwickelung philosophisch einer ,traumfiktion zu vergleichen sei1--aus deren ,verbindung sich dann ergab1 dass der ,traum1 unter gewissen ,umstnden1 die ,wiederbelebung alles gewesenen ,lebens sei1--das ,leben hinwiederum in seinem tiefsten ,wesen ein ,traum1 dessen ,sinn und ,bedeutung wir1 als ,erwachende1 zu bestimmen haben4 ,das ,nmliche gilt von allen dem ,traume verwandten ,zustnden1 von allen1 die tief genug hinabfhren knnten in das ,chaotische1 ,dunkle1 ,unergrndliche des ,lebens-,untergrundes1--nicht nur der gewesenen ,menschheit1 sondern noch unter diese hinab bis zu ,dem1 woraus auch sie erst geworden ist4 ,denn der friedliche ,traum reicht hierfr nicht aus2 es bedarf eines viel wirklicheren und selbst furchtbareren ,erlebens3 das ,chaos aufwhlender ,leidenschaften und orgiastischer ,dionysos-,zustnde1-- --ja1 der ,wahnsinn selbst1 als ein ,zurcksinken in die ,unentwirrbarkeit aller ,gefhle und ,vorstellungen1 erschien ihm als der letzte ,weg zu den in uns ruhenden ,urtiefen vergangener ,menschheitsschichten4 ,schon frh hatte er ber die ,bedeutung des ,wahnsinns als einer mglichen ,erkenntnissquelle gegrbelt1 und ber den ,sinn1 der darin gelegen haben mge1 dass die ,alten ihn als ein ,zeichen der ,erwhlung ansahen4 ,in der frhlichen ,wissenschaft sagt er in ,bezug darauf3 ,nur wer schreckt--fhrt1 und in der ,morgenrthe 7#cab7 stehen die folgenden1 merkwrdigen ,worte1 die an seine sptere ,vorstellung eines die gesammte ,menschheits-,vergangenheit verkrpernden ,zukunftsgenius erinnern3 ,in den ,ausbrchen der ,leidenschaft und im ,phantasiren des ,traumes und des ,irrsinns entdeckt der ,mensch seine und der ,menschheit ,vorgeschichte wieder3-- -- --2 sein ,gedchtniss greift einmal weit genug rckwrts1 whrend sein civilisirter ,zustand sich aus dem ,vergessen dieser ,urerfahrungen1 also aus dem ,nachlassen jenes ,gedchtnisses entwickelt4 ,wer als ein ,vergesslicher hchster ,gattung allem ,diesen immerdar sehr fern geblieben ist1 versteht die ,menschen nicht4 ,damals wnschte jedoch ,nietzsche1 selbst ein solcher ,vergesslicher zu sein1 da er die menschliche ,grsse noch im affektlosen ,erkennenden suchte und in dem1 was von der ,vernunft geboren ist4 ,damals nannte er es noch eine grausige ,verwirrung ehemaliger ,zeiten1 dass ihnen von neuen grossen ,erkenntnissen der ,wahnsinn so oft unabtrennbar erschienen sei3 -- --wenn--trotzdem neue und abweichende ,gedanken1 ,werthschtzungen1 ,triebe immer wieder herausbrachen1 so geschah diess unter einer schauderhaften ,geleitschaft3 fast berall ist es der ,wahnsinn1 welcher dem neuen ,gedanken den ,weg bahnt1 welcher den ,bann eines verehrten ,brauches und ,aberglaubens bricht4 ,begreift ihr es1 wesshalb es der ,wahnsinn sein musste8 ,etwas in ,stimme8 und ,gebrde so ,grausenhaftes und ,unberechenbares-- -- --8 ,etwas1 das so sichtbar das ,zeichen vlliger ,unfreiwilligkeit trug1-- -- --1 das den ,wahnsinnigen dergestalt als ,maske und ,schallrohr einer ,gottheit zu kennzeichnen schien8-- -- --,gehen wir noch einen ,schritt weiter3 allen jenen berlegenen ,menschen1 welche es unwiderstehlich dahin zog1 das ,joch irgend einer ,sittlichkeit zu brechen und neue ,gesetze zu geben1 blieb1 wenn sie nicht wirklich wahnsinnig waren1 ,nichts brig1 als sich wahnsinnig zu machen oder zu stellen-- -- --4 ,wie macht man sich wahnsinnig1 wenn man es nicht ist-- -- --8 diesem entsetzlichen ,gedankengange haben fast alle bedeutenden ,menschen der lteren ,civilisation nachgehangen2-- -- --,wer wagt es1 einen ,blick in die ,wildniss bitterster und berflssigster ,seelennthe zu thun1 in welchen wahrscheinlich gerade die fruchtbarsten ,menschen aller ,zeiten geschmachtet haben6 ,jene ,seufzer der ,einsamen und ,verstrten zu hren3 ,ach1 so gebt doch ,wahnsinn1 ihr ,himmlischen6 ,wahnsinn1 dass ich endlich an mich selber glaube6 ,gebt ,delirien und ,zuckungen1 pltzliche ,lichter und ,finsternisse1 schreckt mich mit ,frost und ,gluth1 wie sie kein ,sterblicher noch empfand1 mit ,getse und umgehenden ,gestalten1 lasst mich heulen und winseln und wie ein ,thier kriechen3 nur dass ich bei mir selber ,glauben finde6 ,der ,zweifel frisst mich auf1 ich habe das ,gesetz getdtet1 das ,gesetz ngstigt mich wie ein ,leichnam einen ,lebendigen2 wenn ich nicht mehr bin als das ,gesetz1 so bin ich der ,verworfenste von ,allen4-- -- -- --4 7,morgenrthe #ad47 ,wie in der ,morgenrthe so oft gerade ,gedanken1 die schon heimlich auf ,nietzsche zu wirken begonnen hatten1 erklrt oder widerlegt werden1 so zeigt auch diese ,schilderung1 in welcher ,weise ihm spter ,rauschzustnde als ,beweise besonderer ,erwhlung galten4 ,er ging aus von der ,trostlosigkeit und dem ,grauenhaften alles ,bestehenden1 von einem ,zerrbilde der ,wirklichkeit1 das aus einer ,karikirung des ,positivismus in ihm entstanden war1 und wollte an dessen ,stelle ein ,neues und ,herrliches schaffen4 ,aber da dieses ,geschaffene ganz ausschliesslich auf ihm beruhte1 so stand und fiel es mit seiner eigenen ,zuversicht1--an sich war es ja gar nicht vorhanden4 ,tausendfltig mssen daher die ,zweifel1 die ihn qulten1 gewesen sein1 sobald die ,stimmung auch nur auf einen ,augenblick sank2 unerbittlich das ,verlangen1 in dieser schwankenden1 zweifelnden ,menschlichkeit sich selbst von einem selbstsicheren1 ewiggewissen ,wesen1 ,nietzsche za unterscheiden von ,zarathustra4 ,mochte dann jenem auch das ,schauerlichste als ,loos im zeitlich gegebenen ,selbstuntergang zufallen1--fr diesen blieb es ein ,zeichen der ,erwhlung und ,erhhung2 mochte jener im ,zustande des ,schauerlich-,chaotischen selbst bis zu seiner ,thierwerdung hinabsteigen mssen1--fr diesen war es nur der ,ausdruck des ,allumfassens1 das auch das ,niederste und ,tiefste in sich aufnimmt4 ,in diesem ,sinne heisst es in der ,gtzen-,dmmerung 7#ac7 vom ,philosophen hchsten ,ranges1 dass er eine ,art ,verbindung von ,thier und ,gott sei1 und ein verwandter ,gedanke liegt auch in dem ,ausspruch ber den ,erkennenden als ,schpfer-,philosophen 7,jenseits von ,gut und ,bse #aja73 ,heute mchte sich ein ,erkennender leicht als ,thierwerdung ,gottes fhlen4 ,ja1 diese ,maske des ,niedersten knnte vor den ,menschen die passendste ,darstellungsform des ,hchsten sein1 denn in ihr beschmt er sie nicht und verbirgt auf wirksame ,weise seinen ,glanz3 ,sollte nicht erst der ,gegensatz die rechte ,verkleidung sein1 in der die ,scham eines ,gottes einhergienge8 7,jenseits von ,gut und ,bse #dj74 ,hierin tritt uns der letzte ,versuch des ,sich-,verbergens bei ,nietzsche entgegen1 ein letztes ,mal sein ,verlangen nach der ,maske4 ,scheinbar soll sie den ,gott in ein allzumenschliches ,gewand hllen1 whrend ihr in ,wahrheit das erschtternde ,bedrfniss zu ,grunde liegt1 das furchtbare ,schicksal1 das ,nietzsches ,menschengeist drohte1 ins ,gttliche umzudeuten1 um es zu ertragen4 ,in dem ,aphorismus ,hier ist die ,aussicht frei 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #df7 giebt er eine ,andeutung1 dass es ,grsse der ,seele sein knne1 dem ,unwrdigsten ohne ,furcht entgegenzugehen3 ,ein ,weib1 das liebt1 opfert seine ,ehre2 ein ,erkennender1 welcher liebt1 opfert vielleicht seine ,menschlichkeit2 ein ,gott1 welcher liebte1 ward ,jude 444 ,so sehen wir die ,selbstopferung und ,selbstvergewaltigung1 die gewollte ,qual der ,zwiespltigkeit nicht nur gesteigert bis hinauf in das ,geistigste1 sondern auch hineingetragen bis in das ,persnlichste4 ,immer deutlicher spitzt sich der ganze ,gedankengang zu in einer selbstvernichtenden ,that1 durch welche1 in persnlichem ,handeln und ,erdulden1 die ,erlsung vollendet wird4 ,liess es sich deutlich verfolgen1 wie ,nietzsches ,innenleben sich in seiner ,zukunftslehre in philosophischen ,formen ausspricht1 so sind wir hier an den ,punkt gelangt1 wo seine ,philosophie sich in ein allerpersnlichstes ,erleben zurckverwandelt1--entsprechend dem ,wort3 ich trinke die ,flammen in mich zurck1 die aus mir brechen 7,also sprach ,zarathustra ,,ii #ce74 ,und waren die ,grundzge seines ,denkens nur ,linien1 die sich1 anstatt zu einem abstrakten ,system1 zu den ungeheuren ,umrissen einer ,gottes-,gestalt1 einer mystischen ,selbst-,apotheose1 zusammenschlcssen1 so schlgt jetzt die ,beseligung der ,selbstvergttlichung um in die rein menschliche ,lebenstragdie4 ,zarathustras erlsende ,weltthat ist zugleich ,nietzsches ,untergang1 ,zarathustras gttliches ,recht der ,lebensdeutung und der ,umwerthung aller ,werthe wird nur um den ,preis erlangt1 einzugehen in jenen ,urgrund des ,lebens1 der sich in ,nietzsches ,menschendasein darstellt als die dunkle ,tiefe des ,wahnsinns4 ,wer aber meiner ,art ist1 sagt ,zarathustra 7,,iii #b71 der entgeht einer solchen ,stunde nicht3 der ,stunde1 die zu ihm redet3 ,jetzo erst gehst du deinen ,weg der ,grsse6 ,gipfel und ,abgrund--das ist jetzt in ,eins beschlossen6 ,das ,grauen ,zarathustras vor diesem unergrndlichen ,versinken1 vor diesem ,abgrunds-,gedanken1 ist daher zugleich ,nietzsches ,grauen vor seinem persnlichen ,schicksal2 ununterscheidbar verschmilzt beides1 in der ,dichtung1 die ja nichts ist als die ,schilderung des verklrten ,nietzsche-,lebens1 des ,ueber-,nietzschethums4 ,also rief mir ,alles in ,zeichen zu3 es ist ,zeit6 ,aber ich--hrte nicht3 bis endlich mein ,abgrund sich rhrte und mein ,gedanke mich biss4 ,ach1 abgrndlicher ,gedanke1 der du mein ,gedanke bist6 ,wann finde ich die ,strke1 dich graben zu hren und nicht mehr zu zittern8 ,bis zur ,kehle hinauf klopft mir das ,herz1 wenn ich dich graben hre6 ,dein ,schweigen noch will mich wrgen1 du abgrndlich ,schweigender6 ,noch wagte ich niemals1 dich herauf z rufen3 genug schon1 dass ich dich mit mir--trug6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #af74 ,dieser erschtternden ,worte muss man eingedenk sein1 wenn man in ,nietzsches ,dichtung die ,beschreibung der stillsten ,stunde liest1 in der ihm das ,leben selbst befiehlt1 seinen ,gedanken zu erleben und zu verknden1--das lachende selbstselige ,leben1 welches ber das ,leid des ,einzelnen hinweglacht1 weil es in seiner eigenen ,flle ,seligkeit ist3 ,bis in die ,zehen hinein erschrickt er1 darob1 dass ihm der ,boden weicht und der ,traum beginnt4 ,dieses sage ich euch zum ,gleichniss4 ,gestern1 zur stillsten ,stunde1 wich mir der ,boden3 der ,traum begann4 ,der ,zeiger rckte1 die ,uhr meines ,lebens holte ,athem--1 nie hrte ich solche ,stille um mich3 also dass mein ,herz erschrak4 ,dann sprach es ohne ,stimme zu mir3 ,du weisst es1 ,zarathustra8--,und ich schrie vor ,schrecken bei diesem ,flstern1 und das ,blut wich aus meinem ,gesichte3-- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- --,da geschah ein ,lachen um mich4 ,wehe1 wie diess ,lachen mir die ,eingeweide zerriss und das ,herz aufschlitzte6-- -- -- -- -- -- --,und wieder lachte es und floh3 dann wurde es stille um mich wie mit einer zwiefachen ,stille4 ,ich aber lag am ,boden1 und der ,schweiss floss mir von den ,gliedern4-- -- -- -- ,also sprach ,zarathustra ,,ii #ig ff4 ,hieran schliesst sich 7,,iii #ib ff47 das ,kapitel ,der ,genesende3 ,eines ,morgens1-- -- --1 sprang ,zarathustra von seinem ,lager auf wie ein ,toller1 schrie mit furchtbarer ,stimme und gebrdete sich1 als ob noch ,einer#aa auf dem ,lager lge1 der nicht davon aufstehn wolle2-- -- -- -- -- --,zarathustra aber redete diese ,worte3 ,herauf1 abgrndlicher ,gedanke1 aus meiner ,tiefe6 ,ich bin dein ,hahn und ,morgen-,grauen1 verschlafener ,wurm3 auf6 auf6 ,meine ,stimme soll dich schon wach krhen6 ,knpfe die ,fessel deiner ,ohren los3 horche6 ,denn ich will dich hren6 ,auf6 ,auf6 ,hier ist ,donners genug1 dass auch ,grber horchen lernen6#ab ,und wische den ,schlaf und alles ,blde1 ,blinde aus deinen ,augen6 ,hre mich auch mit deinen ,augen3 meine ,stimme ist ein ,heilmittel noch fr ,blindgeborne4 ,und bist du erst wach1 sollst du mir ewig wach bleiben4 ,nicht ist das meine ,art1 ,urgrossmtter aus dem ,schlafe wecken1 dass ich sie heisse--weiterschlafen6#ac ,du regst dich1 dehnst dich1 rchelst8 ,auf6 ,auf6 ,nicht rcheln--reden sollst du mir6 ,zarathustra ruft dich1 der ,gottlose6 ,ich1 ,zarathustra1 der ,frsprecher des ,lebens1 der ,frsprecher des ,leidens1 der ,frsprecher des ,kreises-- dich rufe ich1 meinen abgrndlichsten ,gedanken6 ,heil mir6 ,du kommst--ich hre dich6 ,mein ,abgrund redet1 meine letzte ,tiefe habe ich an's ,licht gestlpt6 ,heil mir6 ,heran6 ,gieb die ,hand-- --ha6 lass6 ,haha6-- --,ekel1 ,ekel1 ,ekel-- -- --wehe mir6 ,das ,bild des ,wahnsinns steht am ,ende der ,philosophie ,nietzsches als eine grelle und furchtbare ,illustration zu den erkenntnisstheoretischen ,ausfhrungen1 von denen er in seiner ,zukunftsphilosophie ausgeht4 ,denn den ,ausgangspunkt bildete die ,auflsung alles ,intellektuellen durch die ,herrschaft des ,chaotisch-,triebartigen1 das jenem ,grundlage und ,sinn ist1--die ,folgerung aber der ,erkenntnisstheorie ,nietzsches luft hinaus auf den ,untergang des ,erkennenden zum ,behufe der ,erfassung einer hchsten ,lebensoffenbarung1 auf das mit ,wahnsinn sollst du geimpft werden alles ,verstandeserkennens4 ,in ergreifender ,weise mischen sich die ,ahnung des ihm bevorstehenden persnlichen ,schicksals und die mystische ,auffassung des ,geisteslebens und seiner ,bedeutung berhaupt in den ,worten ,zarathustras 7,,ii #cc73 ,geist ist das ,leben1 das selber ins ,leben schneidet3 an der eignen ,qual mehrt es sich das eigne ,wissen1--wusstet ihr das schon8 ,und des ,geistes ,glck ist diess3 gesalbt zu sein und durch ,thrnen geweiht zum ,opferthier1--wusstet ihr das schon8 ,und die ,blindheit des ,blinden und sein ,suchen und ,tappen soll noch von der ,macht der ,sonne zeugen1 in die er schaute1--wusstet ihr das schon8 ,so sollte der ,wahnsinn noch zeugen von der ,macht der ,lebenswahrheit1 an deren ,glanz der ,menschengeist erblindet4 ,denn kein ,verstand fhrt in die ,tiefe der ,lebensflle selbst hinein1--nicht hineinklettern lsst es sich in diese ,flle1 ,stufe um ,stufe1 ,gedanke um ,gedanke3 ,und wenn dir nunmehr alle ,leitern fehlen1 so musst du verstehen1 noch auf deinen eigenen ,kopf zu steigen3 wie wolltest du anders aufwrts steigen8-- -- -- -- --,du aber1 oh ,zarathustra1 wolltest aller ,dinge ,grund schaun und ,hintergrund3 so musst du schon ber dich selber steigen1--hinan1 hinauf1 bis du auch deine ,sterne noch unter dir hast6 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #b f47 ,hiermit scheint ein ,ende erreicht und die ,entwickelung des ,ganzen nothwendig abgeschlossen zu sein3 der unersttliche leidenschaftliche ,drang1 der diesen ,geist trieb und steigerte1 hat ihn zuletzt aufgezehrt und in sich zurckverschlungen4 ,fr uns1 die ,draussenstehenden1 umnachtet ihn von jetzt an vlliges ,dunkel1 tritt er ein in eine ,welt allerindividuellsten inneren ,erlebens1 vor der die ,gedanken1 die ihn begleiteten1 ,halt machen mssen3 ein tief erschtterndes ,schweigen breitet sich fr uns darber aus4 ,aber nicht nur knnen wir seinem ,geiste in die letzte ,verwandlung hinein nicht mehr folgen1 welche er mit ,darangabe seiner selbst erreicht1 wir sollen ihm auch nicht folgen3 darin eben ruht ihm der ,beweis seiner ,wahrheit1 die vllig eins geworden ist mit allen ,geheimnissen und ,verborgenheiten seiner ,innerlichkeit4 ,in seine letzte ,einsamkeit hat er sich vor uns zurckgezogen und die ,pforte hinter sich geschlossen4 ,an ihrem ,eingang aber leuchten uns die ,worte entgegen3 -nun ist deine letzte ,zuflucht worden1 was bisher deine letzte ,gefahr hiess6 das muss nun dein bester ,muth sein1 dass es hinter dir keinen ,weg mehr giebt6-- --hier soll dir ,keiner nachschleichen6 ,dein ,fuss selber lschte hinter dir den ,weg aus1 und ber ihm steht geschrieben3 ,unmglichkeit4 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #b47 ,und als einzige ,kunde1 dass auch noch hinter dieser ,pforte eine uns unzugngliche ,welt der ,geisteswandlungen liegt1 verhallt von innen her leise die ,klage3 ,ach1 meinen hrtesten ,weg muss ich hinan6 ,ach1 ich begann meine einsamste ,wanderung6-- -- --,eben begann meine letzte ,einsamkeit4 ,ach1 diese schwarze traurige ,see unter mir6 ,ach1 diese schwangere nchtliche ,verdrossenheit6 ,ach1 ,schicksal und ,see6 ,zu euch muss ich nun hinab steigen6-- -- --tiefer hinab in den ,schmerz als ich jemals stieg1 bis hinein in seine schwrzeste ,fluth6 ,so will es mein ,schicksal3 ,wohlan6 ich bin bereit4 ,woher kommen die hchsten ,berge8 so fragte ich einst4 ,da lernte ich1 dass sie aus dem ,meere kommen4 ,diess ,zeugniss ist in ihr ,gestein geschrieben und in die ,wnde ihrer ,gipfel4 ,aus dem ,tiefsten muss das ,hchste zu seiner ,hhe kommen4-- 7,,iii #b ff47 ,so sind ,tiefe und ,hhe1 ,abgrund des ,wahnsinns und ,gipfel des ,wahrheitssinns ineinander verschlungen3 ,vor meinem hchsten ,berge stehe ich 3 darum muss ich erst tiefer hinab als ich jemals stieg 7,,iii #c74 ,und so feiert die hchste ,selbstvergttlichung erst ihren vollen mystischen ,sieg in der tiefsten ,vernichtung1 im ,erliegen und ,untergang des ,erkennenden4 ,von den beiden symbolischen ,thieren1 die um ,zarathustra sind1 der ,schlange der ,erkenntniss und ,klugheit und dem ,adler des aufstrebenden kniglichen ,stolzes1 bleibt nur dieser ihm treu3 ,mchte ich klger sein6 ,mchte ich klug von ,grund aus sein1 gleich meiner ,schlange6 ,aber ,unmgliches bitte ich da3 so bitte ich denn meinen ,stolz1 dass er immer mit meiner ,klugheit gehe6 ,und wenn mich einst meine ,klugheit verlsst3-- --mge mein ,stolz dann noch mit meiner ,thorheit fliegen6 --,also begann ,zarathustra's ,untergang4 7,i #bf47 ,so entschwindet uns ,nietzsches ,geist in einem ,geheimniss von ,untergang und ,erhebung3 in einer von ,adlern umflogenen ,dunkelheit4 ,es liegt hierin etwas ,rhrendes und ,ergreifendes1 wie in der ,rckkehr eines mden ,kindes in seine ursprngliche ,glaubensheimat1 in der es noch keines ,verstandes bedurfte1 um der hchsten ,segnungen und ,offenbarungen theilhaftig zu werden4 ,nachdem der ,geist alle ,kreise durchlaufen und alle ,mglichkeiten erschpft hat1 ohne ,genge zu finden1 erkauft er sie sich endlich mit dem hchsten ,opfer1 der ,opferung seiner selbst4 ,wir werden an jenes im zweiten ,abschnitt 7,s4 #di7 erwhnte ,wort ,nietzsches erinnert3 wenn ,alles durchlaufen ist1--wohin luft man alsdann8 wie8 msste man nicht wieder beim ,glauben anlangen8 ,vielleicht bei einem katholischen ,glauben8 ,in jedem ,fall knnte der ,kreis wahrscheinlicher sein1 als der ,stillstand4 ,in der ,that beschreibt er in seiner ,selbstwiederholung einen ,kreis4 ,und es ist interessant1 dass1 in dem ,maasse als er sich seinem ursprnglichen ,ausgangspunkt nhert1 und der ,verstand als solcher bedeutungslos erscheint gegenber einem mystischen glaubenheischenden ,ueberwesen1 seine ,philosophie immer absolutere und reaktionrere ,zge annimmt1 indem er dem eigenen ehemaligen ,individualismus die ,wiederherstellung einer absolut geltenden ,tradition entgegensetzt und die ,selbstvergottung in religisen ,absolutismus ausmnden lsst4 ,es ist deshalb so interessant1 weil dieser ,verlauf1 trotz seiner pathologischen ,voraussetzungen1 psychologisch etwas geradezu ,typisches hat3 ,wenn der religise ,trieb1 vom freien ,denken genthigt1 sich streng individuell auszuleben1 sich zuletzt1 wie bei ,nietzsche1 aus dem eigenen ,selbst etwas ,gttliches erschafft1 dann erzwingt er sich damit sofort wieder die absolutesten und reaktionrsten ,machtbefugnisse1 die je einem objektiv gedachten ,gotte zustanden1--bis er den ,verstand selbst1 dessen ,erkenntnissdrang ihm ursprnglich die ,richtung gab1 absetzt und ihm jeden ferneren ,einspruch abschneidet4 ,aus dem ,menschen soll der ,gott erstehen1 auch wenn der ,mensch dies erst durch eine ,rckkehr zu ,kindheit und ,unmndigkeit ermglichen msste4 ,erst in dieser ,zweitheilung1 die er um jeden ,preis in sich vollzieht1 feiert er seine ,erlsung und mystische ,selbstvereinigung im ,glauben3 -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- ,um ,mittag war's1 da wurde ,eins zu ,zwei4444 ,nun feiern wir1 vereinten ,siegs gewiss1 ,das ,fest der ,feste3 ,freund ,zarathustra kam1 der ,gast der ,gste6 ,nun lacht die ,welt1 der grause ,vorhang riss1 ,die ,hochzeit kam fr ,licht und ,finsterniss wie es1 am ,schlsse von ,jenseits von ,gut und ,bse1 in dem wundervollen ,nachgesang ,aus hohen ,bergen heisst4 ,das persnliche ,schicksal ,nietzsches fgt sich1 als ,schlussstein1 diesem ganzen ,gedankengebude derartig ein1 dass man nicht an dem ,einflsse zweifeln kann1 den seine trben ,vorahnungen auf die ,gestaltung seiner ,zukunftsphilosophie gehabt haben4 ,mit gewaltiger ,hand hat er das1 was ihn erwartete1 hereingezwungen in den ,plan des ,ganzen und dienstbar gemacht dem letzten ,geheimsinn seiner ,philosophie4 ,von hier aus hat er1 rckwrts blickend1 zum ersten ,mal sein ,leben und ,denken in dem ,wechsel seiner ,wandlungen als ,ganzes berschaut und dem ,werdegang seines ,selbst nachtrglich einen einheitlichen ,sinn von mystischer ,bedeutung untergelegt1--gerade so wie der ,schpfer-,philosoph dies in ,bezug auf das ,lebensganze der ,menschheit thut4 ,so ward er sich selbst zum deutenden ,gott1 der1 wenn auch ein wenig gewaltsam1 alle vergangenen ,dinge zum ,besten1 d4 h4 zum hchsten ,endziel1 wendet4 ,das ,vergangene zukunftdeutend zu machen1 ist jetzt sein ,wahlspruch1 also das gerade ,gegentheil dessen1 was er vordem1 inmitten seiner ,wandlungen1 angestrebt hatte1 nmlich3 das ,vergangene immer wieder rasch abzustossen1 um es mglichst vollkommen von einer immer neuen ,zukunft zu trennen4 ,hierin ist auch schon der starke ,einfluss seiner frheren ,standpunkte auf die ,gedanken seiner ,zukunftsphilosophie begrndet4 ,ehemals sah er den ,beweis geistiger ,unabhngigkeit in der ,fhigkeit1 sich stets wieder von den ergriffenen ,wahrheiten loslsen zu knnen1 und es erschien ihm daher unwesentlich1 ob er im ,ergreifen derselben sich an ,andere angelehnt hatte4 ,jetzt fordert seine allumfassende ,unabhngigkeit1 dass in allen vergangenen und widerlegten ,gedanken sein eigenes ,selbst und dessen ,sinn festgehalten werde1--aber deshalb drfen sie nunmehr auch nur von diesem ,selbst allein1 nicht von ,anderen1 angeregt worden sein4 ,daher hat man ,nietzsches letzten ,werken gegenber1 in denen er anscheinend am unabhngigsten ein eigenes ,system errichtet1 so hufig die ,empfindung1 als stehe er mit rckwrts gewendetem ,blick und ,antlitz da1 als nhere er sich wieder den verlassenen ,sttten seiner alten ,wandlungen1 whrend er sich doch in der ,selbststndigkeit seiner ganz individuell gewonnenen ,hypothesen am weitesten von ihnen entfernt4 ,die ,lsung dieses ,widerspruches liegt darin1 dass er seinen frheren ,ueberzeugungen nur dasjenige entnimmt1 worin sein individuelles ,wesen1 sein verborgenes ,wollen zum ,ausdruck kommt1 dasjenige1 was diesem leidenschaftlichen ,geiste in allen1 andern ,denkern entnommenen ,theorien im ,grunde nur als unbewusster ,vorwand1 als unwillkrliche ,gelegenheitsursache fr seine innere ,entwickelung hatte dienen mssen4 ,am ,ende der ,entwickelung angelangt1 fasst er sich in cler ,einheitlichkeit seines ganzen ,innenlebens zusammen1 durchschaut und berschaut er dasselbe und betont nun die allen ,wandlungen zu ,grunde liegende ,einheitlichkeit ebenso nachdrcklich1 wie er ehemals ausschliesslich seine ,wandlungsfhigkeit betont hatte4 ,wie jemand1 der im ,begriff steht1 eine ,reise anzutreten1 von der es eine ,wiederkehr nicht mehr giebt1 wie jemand1 der ,abschied nehmen will und dazu ,alles um sich sammelt1 was einst sein ,eigen war1 so sehen wir ,nietzsche jetzt das ,seine zurcksammeln aus den verschiedenen ,geistesphasen1 die er durchlaufen hat4 ,er unternimmt ein ,abschtzen des ,erreichten und ,gewollten1 eine ,summirung des ,lebens 7,gtzen-,dmmerung ,,ix #cf71 mit dem ,bewusstsein3 ,es kehrt nur zurck1 es kommt mir endlich heim--mein eigen ,selbst1 und was von ihm lange in der ,fremde war und zerstreut unter alle ,dinge und ,zuflle4 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #a47 ,dies machte ihn ungerecht gegen seine ehemaligen ,genossen und deren ,ueberzeugungen2 er wollte vergessen1 wie oft sie die ,richtung seines ,denkens bestimmt hatten3 ,man soll die ,gerste wegnehmen1 wenn das ,haus gebaut ist 7,der ,wanderer und sein ,schatten #cce74 ,das ist die ,moral fr ,huserbauer1 so dachte er und ignorirte1 dass es fr seinen ,bau je der ,gerste bedurft hatte4 ,diese ,ungerechtigkeit ist also jener frheren gerade entgegengesetzt1 die dem leidenschaftlichen ,wechsel der ,gedanken entsprang1 der ,energie1 mit der er jedesmal die abgelste ,gedankenhaut vernichtete4 ,jetzt will er nicht mehr daran glauben1 dass eine ihm fremde ,haut ihm je habe fest anwachsen knnen4 ,dem ,positivismus gegenber spricht sich diese ,ungerechtigkeit ganz besonders in der ,vorrede seines ,buches ,zur ,genealogie der ,moral sowie an vereinzelten ,stellen der brigen ,werke aus1--,wagner gegenber in der kleinen ,schrift ,der ,fall ,wagner4 ,die letztere fordert zu einem interessanten ,vergleich auf zwischen der ,art1 wie ,wagner in ihr1 und wie er in ,menschliches1 ,allzumenschliches bekmpft wird1 zwischen dem ,hass1 mit dem er damals das ,wagnerthum von sich schleuderte1 und dem ,hass1 mit dem er jetzt sich ihm wieder nhert1 um daraus sein geistiges ,eigenthum herauszuholen1 ohne seine ,selbstndigkeit preiszugeben4 ,zuletzt fhrte ihn sein ,verlangen1 schon von ,anfang an als selbstndig und einheitlich zu gelten1 so weit1 dass er1 in der ,vorrede 7vom ,september #ahhf7 zu dem zweiten ,bande der zweiten ,auflage von ,menschliches1 ,allzumenschliches 7#a71 erklrte1 alle seine frheren ,schriften seien zurckzudatiren1 sie redeten nur von dem1 was er zur ,zeit ihrer ,entstehung bereits berwunden1 was bereits hinter ihm gelegen2 der ,autor1 der berlegen ber ihnen gestanden1 habe sich in einer absichtlichen ,verkleidung gezeigt4 ,so soll die vierte ,unzeitgemsse ,betrachtung ,richard ,wagner in ,bayreuth in ihrer ,verherrlichung ,wagners nur eine ,huldigung und ,dankbarkeit gegen ein ,stck ,vergangenheit gewesen sein1 und auch die positivistischen ,schriften sollen in ihrem ,eingehen auf ,res ,anschauungen nur die nachtrgliche ,darstellung eines bereits ,ueberlebten geben4 ,auf diesen ,versuch ,nietzsches1 den ,sinn seiner ,werke umzuprgen1 sie gleichsam mit einer neuen ,jahreszahl zu berprgen1 lsst sich sein eigenes ,wort anwenden 7,vorrede1 vom ,frhling #ahhf1 zum ersten ,bande der zweiten ,auflage von ,menschliches1 ,allzumenschliches #a73 ,vielleicht1 dass man mir in diesem ,betrachte mancherlei ,kunst1 mancherlei feinere ,falschmnzerei vorrcken knnte4 ,es gehrte auch dies mit zu den vielen ,maskirungen dieses ,einsiedlers1 dass er sich endlich eine ,maske zuschrieb1 die er nie getragen2 aber begreiflich ist es und verzeihlich1 meinte er doch auch hier in seinem ,herzen mit jener ,maske nur sich selbst1 d4 h4 den ,menschen ,nietzsche1 im ,gegenstze zu ,zarathustra1 als dem mystischen ,ueber-,nietzsche4 ,der menschliche ,nietzsche konnte ja dann freilich bei seiner jedesmaligen ,wandlung nichts von seinem eigenen ,maskencharakter wissen1--das vermochte nur der ,ueber-,nietzsche1 den ,nietzsche hinterher von ,anbeginn in sich geahnt und empfunden haben wollte4 ,somit wre der ,ueber-,nietzsche nichts als eine mystische ,interpretirung des innersten ,wesens und ,verlangens ,nietzsches1 jenes verborgenen ,grundwillens1 der1 wie wir sahen1 ihm selbst vllig unbewusst1 die ,theorien ,anderer zurechtschnitt1 um sich in ihnen schliesslich mit voller ,kraft selber durchzusetzen4 ,im ,herbst #ahhh1 nach ,vollendung des ersten ,buches der ,umwerthung aller ,werthe 7des ,willens zur ,macht71 das noch nicht verffentlicht worden ist1 glaubte ,nietzsche sein ,werk1 wenigstens vorlufig1 abgeschlossen zu haben4 ,denn die ,gtzen-,dmmerung1 deren ,vorrede vom #cj4 ,september #ahhh datirt ist1 ist augenscheinlich aus einer ,stimmung des ,fertiggewordenseins und des ,wartens auf das ,letzte heraus geschrieben worden4 ,in bezeichnenderweise lautete ihr erster ,titel ,mssiggang eines ,psychologen1 und in dem ,vorwort nennt er sie geradezu eine ,erholung4 ,sie ist indessen ein beraus interessanter ,mssiggang1 weil sie eines von denjenigen ,bchern ,nietzsches ist1 in denen er sich am ftesten selber verrth und aus dem ,geheimen seiner ,seele plaudert4 ,in dieser ,beziehung hnelt sie1 obschon stofflich viel unbedeutender1 dem ,menschlichen1 ,allzumenschlichen und der ,morgenrthe4 ,legt ,nietzsche in dem ersten dieser beiden ,werke etwas von seinem ,innenleben bloss durch die ,art1 wie er sich mit einer pltzlichen1 aber endgiltig vollzogenen ,wandlung seelisch abfindet1--und lsst er uns in dem zweiten dadurch einen ,blick in sein ,inneres thun1 dass er neu auftauchende ,wnsche und ,gedanken analysirt und bekmpft1 bevor er sich von ihnen in seine neue ,philosophie fortreissen lsst1 so wird in der ,gtzen-,dmmerung ein vllig verschiedener ,gemthszustand zum ,verrther an ihm3 der nachzitternde ,affekt eines ungeheuren ,vollbringens1 eine ,erschpfung1 in die sich die ,erwartung des ,kommenden mischt4#ad ,in dieser ,erschtterung sehen wir ihn aus der ,gtzen-,dmmerung gleichsam in die eigene ,geistesdmmerung hinbergleiten4 ,dieselbe ,stimmung kennzeichnet auch den bereits im ,jahre #ahhe entstandenen vierten und letzten ,theil der ,zarathustra-,dichtung1 der aber erst #ahia allgemein zugnglich gemacht worden ist4 ,aus seinen ,seiten klingt das ,lachen des ,uebermenschen1 doch hier und da schon schrill und in unheimlichen ,dissonanzen4 ,diese letzten ,reden ,zarathustras sind1 rein persnlich betrachtet1 vielleicht das ,ergreifendste1 das ,nietzsche geschrieben1 weil sie ihn als den ,untergehenden zeigen1 der seinen ,untergang hinter einem ,lachen verbirgt4 ,durch diesen ,ausgang erst wird uns in seiner ganzen ,grossartigkeit der unvershnliche ,widerspruch klar1 der darin lag1 dass ,nietzsche seine ,zukunftsphilosophie mit einer frhlichen ,wissenschaft einleitete1 dass er sie eine frohe ,botschaft nannte1 dazu bestimmt1 das ,leben in seiner ganzen ,kraft1 ,flle und ,ewigkeit fr immer zu rechtfertigen1--und dass er als ihren hchsten ,gedanken die ewige ,wiederkunft des ,lebens aufstellte4 ,erst jetzt erkennen wir vllig den sieghaften ,optimismus1 der ber seinen letzten ,werken ruht1 wie das rhrende ,lcheln eines ,kindes1 der aber als ,kehrseite das ,antlitz eines ,helden zeigt1 der seine von ,grauen entstellten ,zge verhllt4 ,ist alles ,weinen nicht ein ,klagen8 ,und alles ,klagen nicht ein ,anklagen8 ,also redest du zu dir selber1 und darum willst du1 oh meine ,seele1 lieber lcheln1 als dein ,leid ausschtten1 singt ,zarathustra 7,also sprach ,zarathustra ,,iii #ajd71 und daher geht er einher als der scharlachne ,prinz jedes bermuths 7,dionysos-,dithyramben #g74 ,diese ,krone des ,lachenden1 diese ,rosenkranz-,krone3 ich selber setzte mir diese ,krone auf1 ich selber sprach heilig mein ,gelchter4 7,also sprach ,zarathustra ,,iv #hg47 ,das ,grosse ist3 er wusste1 dass er unterging1 und doch schied er--lachenden ,mundes1 rosenumkrnzt--das ,leben entschuldigend1 rechtfertigend1 verklrend--4 ,in dionysischen ,dithyramben klang sein ,geistesleben aus1 und was sie in ihrem ,jubel bertnen sollten1 war ein ,schmerzensschrei4 ,sie sind die letzte ,vergewaltigung ,nietzsches durch ,zarathustra4 ,nietzsche hat einmal das paradoxe ,wort ausgesprochen3 ,lachen heisst3 schadenfroh sein1 aber mit gutem ,gewissen 7,frhliche ,wissenschaft #bjj74 ,eine solche berlegene ,schadenfreude1 die des eigenen ,schadens froh zu werden1 ja1 ihn sich selbst zuzufgen imstande ist1 geht als ein heroischer ,selbstwiderspruch und ein heroisches ,lachen durch ,nietzsches ganzes ,leben und ,leiden4 ,in der gewaltigen ,seelenkraft aber1 durch die er sich so hoch ber sich selbst zu stellen vermochte1 lag1 psychologisch betrachtet1 fr ihn eine innere ,berechtigung1 sich als mystisches ,doppelwesen anzusehen1 und liegt fr uns der tiefste ,sinn und ,werth seiner ,werke4 ,denn auch uns tnt ein erschtternder ,doppelklang aus seinem ,lachen entgegen3 das ,gelchter eines ,irrenden--und das ,lcheln des ,ueberwinders4 #a ,vergl4 hierzu die folgenden ,aeusserungen ,nietzsches in den ,werken seiner vorhergehenden ,periode3 ,zwischen den sorgsam erschlossenen ,wahrheiten und solchen geahnten ,dingen bleibt unberbrckbar die ,kluft1 dass jene dem ,intellekt1 diese dem ,bedrfniss verdankt werden4-- -- -- --man hat nur den inneren ,wunsch1 dass es so sein mge1--also dass das ,beseligende auch das ,wahre sei4 ,dieser ,wunsch verleitet uns1 schlechte ,grnde als gute einzukaufen 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #aca74 ,sich davon verleiten lassen oder nicht1--das bestimmte damals fr ihn geradezu die ,rangordnung der ,menschen4 ,was ist mir-- --,feinheit und ,genie1 wenn der ,mensch-- --schlaffe ,gefhle im ,glauben und ,urtheilen bei sich duldet1 wenn das ,verlangen nach ,gewissheit ihm nicht als die innerste ,begierde und tiefste ,noth gilt1--als ,das1 was die hheren ,menschen von den niederen scheidet6 7,die ,frhliche ,wissenschaft #b74 ,und in der ,morgenrthe 7#dig7 rhmt er noch als ,kennzeichen der wahren ,grsse des ,denkers1 im ,gegensatz zu der temperamentvollen ,genialitt1 das reine1 reinmachende ,auge1 das nicht aus ihrem ,temperament und ,charakter gewachsen scheint1 sondern unbeeinflusst von diesen die ,dinge widerspiegelt4 ,htte es nicht allezeit eine ,ueberzahl von ,menschen gegeben1 welche die ,zucht ihres ,kopfes--ihre ,vernnftigkeit--als ihren ,stolz1 ihre ,verpflichtung1 ihre ,tugend fhlten1 welche durch alles ,phantasiren und ,ausschweifen des ,denkens beleidigt oder beschmt wurden1-- -- --3 so wre die ,menschheit lngst zu ,grunde gegangen6 ,ueber ihr schwebte und schwebt fortwhrend als ihre grsste ,gefahr der ausbrechende ,irrsinn--das heisst eben das ,ausbrechen des ,beliebens im ,empfinden1 ,sehen und ,hren1 der ,genuss in der ,zuchtlosigkeit des ,kopfes1 die ,freude am ,menschen-,unverstande4 ,nicht die ,wahrheit und ,gewissheit ist der ,gegensatz der ,welt des ,irrsinnigen1 sondern die ,allgemeinheit und ,allverbindlichkeit eines ,glaubens1 kurz das ,nicht-,beliebige im ,urtheilen4 ,und die grsste ,arbeit der ,menschen bisher war die1 ber sehr viele ,dinge mit einander bereinzustimmen und sich ein ,gesetz der ,uebereinstimmung aufzulegen-- -- -- -- --schon das langsame ,tempo1 welches er 7der ,allerweltsglaube7 -- -- --verlangt1-- -- -- --macht ,knstler und ,dichter zu ,ueberlufern3--diese ungeduldigen ,geister sind es1 in denen eine frmliche ,lust am ,irrsinn ausbricht1 weil der ,irrsinn ein so frhliches ,tempo hat6 7,die ,frhliche ,wissenschaft #gf74 ,und man meint1 er richte sich gegen sein eigenes spteres ,selbst1 wenn er den ,knstlern und ,frauen jene ,unwissenschaftlichkeit des ,geistes vorwirft1 die sich von allen ,hypothesen fanatisiren lasse1 welche den ,eindruck des ,geistreichen1 ,hinreissenden1 ,belebenden1 ,krftigenden machen4 ,gleich ihnen wollen die ,meisten stark fortgerissen werden1 um dadurch selber einen ,kraftzuwachs zu erlangen1 nur wenige haben jenes sachliche ,interesse1 das von persnlichen ,vortheilen1 auch von dem des erwhnten ,kraftzuwachses absieht4 ,auf jene bei ,weitem berwiegende ,classe wird berall dort gerechnet1 wo der ,denker sich als ,genie benimmt und bezeichnet1 also we ein hheres ,wesen dreinschaut1 welchem ,autoritt zukommt4 ,insofern das ,genie jener ,art die ,glut der ,ueberzeugungen unterhlt und ,misstrauen gegen den vorsichtigen und bescheidenen ,sinn der ,wissenschaft weckt1 ist es ein ,feind der ,wahrheit1--wenn es sich auch noch so sehr fr deren ,freier halten sollte4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #fce47 #b ,vergleiche dagegen in ,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #adg ,nietzsches ,protest gegen die ,kunst als ,todtenbeschwrerin1 weil sie die ,gegenwart durch die ,vorstellungskreise des ,vergangenen beeinflussen will4 ,sie flicht1-- -- --1 ein ,band um verschiedene ,zeitalter und macht deren ,geister wiederkehren4 ,zwar ist es nur ein ,scheinleben wie ber ,grbern1 welches hierdurch entsteht1 doch wirkt dasselbe schdlich und rckbildend4 ,die ,todtenerwecker und ,todtenbeschwrer dieser ,art betrachtete ,nietzsche als eitle ,menschen1 denn sie schtzen ein ,stck ,vergangenheit von dem ,augenblick an hher1 von dem an sie es nachzuempfinden vermgen4 7,morgenrthe ,i #ei47 ,wir mssen1 so meinte er1 dem ,gefhlsberschwang mglichst entgegenwirken1 der uns in verschiedenster ,art von aller vergangenen ,kultur allmhlich berkommen ist2 sich darin gehen lassen1 kme einer ,annherung an ,wahnsinn und ,krankheit gleich3 -- -- --die ganze ,last unsrer ,kultur ist so gross geworden1 dass eine ,ueberreizung der ,nerven- und ,denkkrfte die allgemeine ,gefahr ist1 ja dass die kultivirten ,klassen der europischen ,lnder durchweg neurotisch sind und fast jede ihrer grsseren ,familien in einem ,gliede dem ,irrsinn nahe gerckt ist4-- -- --dennoch macht sich eine ,verminderung jener ,spannung des ,gefhls1 jener niederdrckenden ,kultur-,last nthig1-- -- -- --wir mssen den ,geist der ,wissenschaft beschwren1 welcher klter und skeptischer macht-- -- -- -- -- --4 7,menschliches1 ,allzumenschliches ,i #bdd47 ,wird dieser ,forderung der hheren ,kultur nicht gengt1 so ist fast mit ,sicherheit vorherzusagen1 welchen ,verlauf diemenschliche ,entwicklung nehmen wird3 das ,interesse am ,wahren hrtauf1 je weniger es ,lust gewhrt2 die ,illusion1 der ,irrthum1 die ,phantastik erkmpfen sich-- -- --ihren ehemals behaupteten ,boden3 der ,ruin der ,wissenschaften1 das ,zurcksinken in ,barbarei ist die nchste ,folge4 7,i #bea47 #c ,siehe z4 ,b4 in ,der ,wanderer und sein ,schatten4 ,die demokratischen ,einrichtungen sind ,quarantne-,anstalten gegen die alte ,pest tyrannenhafter ,gelste4 7#bhi47--,unmglichkeit frderhin1 dass die ,fruchtfelder der ,kultur wieder ber ,nacht von wilden und sinnlosen ,bergwssern zerstrt werden6 ,steindmme und ,schutzmauern gegen ,barbaren1 gegen ,seuchen1 gegen leibliche und geistige ,verknechtung6 7#bge74 ,ferner in ,menschliches1 ,allzumenschliches3 -- --die wildesten ,krfte brechen ,bahn1-- -- --damit spter eine mildere ,gesittung hier ihr ,haus aufschlage4 ,die schrecklichen ,energien--,das1 was man das ,bse nennt--sind die cyklopischen ,architekten und ,wegebauer der ,humanitt7,i #bdf71 bis die guten1 ntzlichen ,triebe1 die ,gewohnheiten des edleren ,gemthes so sicher und allgemein geworden1 dass es-- -- --keiner ,hrten und ,gewaltsamkeiten als mchtigster ,bindemittel zwischen ,mensch und ,mensch1 ,volk und ,volk bedarf4 7,i #bde47 ,gerade wie spter ist fr ,nietzsche der gewaltthtige ,mensch ein ,zurckgebliebener und ,atavist1 aber eben darum ein auszurottender ,rest1 kein ,fhrer in die ,zukunft4 ,der unangenehme ,charakter1 der-- -- -- --1 gegen abweichende ,meinungen gewaltthtig und aufbrausend ist1 zeigt an1 dass er einer frheren ,stufe der ,kultur zugehrt1 also ein ,ueberbleibsel ist3 denn die ,art1 in welcher er mit den ,menschen verkehrt1 war die rechte und zutreffende fr die ,zustnde eines ,faustrecht-,zeitalters2 er ist ein zurckgebliebener ,mensch4 ,ein anderer ,charakter1 welcher reich an ,mitfreude ist1 berall ,freunde gewinnt1 alles ,wachsende und ,werdende liebevoll empfindet1--kein ,vorrecht1 das ,wahre allein zu erkennen1 beansprucht1 sondern voll eines bescheidenen ,misstrauens ist1--das ist ein vorwegnehmender ,mensch1 welcher einer hheren ,kultur der ,menschen entgegenstrebt4 ,der unangenehme ,charakter stammt aus den ,zeiten1 wo die rohen ,fundamente des menschlichen ,verkehrs erst zu bauen waren2 der andere lebt auf deren hchsten ,stockwerken1 mglichst entfernt von dem wilden ,thier1 welches in den ,kellern1 unter den ,fundamenten der ,kultur1 eingeschlossen wthet und heult4 7,i #fad47 #d ,so sagt er in ,menschliches1 ,allzumenschliches 7,i #bcg73 ,die italienische ,renaissance barg in sich alle die positiven ,gewalten1 welchen man die moderne ,kultur verdankt3 also ,befreiung des ,gedankens1 ,missachtung der ,autoritten4 ,sieg der ,bildung ber den ,dnkel der ,abkunft1 ,begeisterung fr die ,wissenschaft4 ,ebenso entgegengesetzt war seine ,auffassung von ,napoleons ,genie und ,thatendrang1 wie eine ,stelle desselben ,werkes zeigt 7,i #afd73 -- --,es ist jedenfalls ein gefhrliches ,anzeichen1 wenn den ,menschen jener ,schauder vor sich selbst berfllt1 sei es nun jener berhmte ,csaren-,schauder oder der-- --,genie ,schauder2-- --so dass er zu schwanken und sich fr etwas ,uebermenschliches zu halten beginnt4-- -- -- -- --,in einzelnen seltenen ,fllen mag dieses ,stck ,wahnsinn wohl auch das ,mittel gewesen sein1 durch welches eine solche nach allen ,seiten hin excessive ,natur fest zusammengehalten wurde3 auch im ,leben der ,individuen haben die ,wahnvorstellungen hufig den ,werth von ,heilmitteln1 welche an sich ,gifte sind2 doch zeigt sich endlich1 bei jedem ,genie1 das an seine ,gttlichkeit glaubt1 das ,gift in dem ,grade1 als das ,genie alt wird3 man mge sich zum ,beispiel ,napoleon's erinnern1 dessen ,wesensicherlich gerade durch seinen ,glauben an sich und seinen ,stern und durch die aus ihm fliessende ,verachtung der ,menschen zu der mchtigen ,einheit zusammenwuchs1 welche ihn aus allen modernen ,menschen heraushebt1 bis endlich aber dieser selbe ,glaube in einen fast wahnsinnigen ,fatalismus bergieng1 ihn seines ,schnell- und ,scharfblickes beraubte und die ,ursache seines ,unterganges wurde4 ,in der ,morgenrthe 7#edi7 fhrt er den rcksichtslosen ,egoismus des ,thatendranges in ,napoleon auf dessen epileptische ,krankheitsdisposition zurck1 anstatt1 wie spter1 auf die ausbrechende ,uebergesundheit dessen1 der alle ,gewaltinstinkte einer vergangenen ,kultur im ,leibe hat4 #e ,gegenber ,nietzsches spterer ,verachtung des jdischen ,charakters lese man in der ,morgenrthe 7#bje7 seinen ,aphorismus ,vom ,volke ,israel3 -- --,wohin soll auch diese ,flle angesammelter grosser ,eindrcke1-- -- --1 diese ,flle von ,leidenschaften1 ,tugenden1 ,entschlssen1 ,entsagungen1 ,kmpfen1 ,siegen aller ,art1--wohin soll sie sich ausstrmen1 wenn nicht zuletzt in grosse geistige ,menschen und ,werkel ,dann1 wenn die ,juden auf solche ,edelsteine und goldene ,gefsse als ihr ,werk hinzuweisen haben1 wie sie die europischen ,vlker krzerer und weniger tiefer ,erfahrung nicht hervorzubringen vermgen--1-- -- -- --dann wird jener siebente ,tag wieder einmal da sein1 an dem der alte ,judengott sich-- -- --1 seiner ,schpfung und seines auserwhlten ,volkes freuen darf1--und wir ,alle1 ,alle wollen uns mit ihm freun6 #f ,fr diesen ,zustand einer freien ,auslebung der ,individualitt hat ,nietzsche in seiner ,zarathustra-,dichtung1 die man das ,hohe ,lied modernen ,individualismus nennen knnte1 die schnsten ,worte gefunden4 ,als besonders charakteristisch knnen die nachfolgenden ,aussprche gelten3 ,wenn ihr ,eines ,willens ,wollende seid1 und diese ,wende aller ,noth euch ,nothwendigkeit heisst3 da ist der ,ursprung eurer ,tugend4 ,wahrlich1 ein neues ,gutes und ,bses ist sie6 ,wahrlich1 ein neues tiefes ,rauschen und eines neuen ,quelles ,stimme6-- -- -- -- ,bleibt mir der ,erde treu1 meine ,brder1 mit der ,macht eurer ,tugend6-- -- -- ,lasst sie nicht davon fliegen vom ,irdischen und mit den ,flgeln gegen ewige ,wnde schlagen6 ,ach1 es gab immer so viel verflogene ,tugend6 ,fhrt1 gleich mir1 die verflogene ,tugend zur ,erde zurck--ja1 zurck zu ,leib und ,leben3 dass sie der ,erde ihren ,sinn gebe1 einen ,menschen-,sinn6-- -- -- -- ,tausend ,pfade giebt es1 die nie noch gegangen sind2 tausend ,gesundheiten und verborgene ,eilande des ,lebens4 ,unerschpft und unentdeckt ist immer noch ,mensch und ,menschen-,erde4 7,i #aji f47 -- --,willst du den ,weg zu dir selber suchen8-- -- -- -- -- -- --,so zeige mir dein ,recht und deine ,kraft dazu6-- -- -- -- ,frei nennst du dich8 ,deinen herrschenden ,gedanken will ich hren und nicht1 dass du einem ,joche entronnen bist4-- -- -- -- ,frei wovon8 ,was schiert das ,zarathustra6 ,hell aber soll mir dein ,auge knden3 frei wozu8 ,kannst du dir selber dein ,bses und dein ,gutes geben und deinen ,willen ber dich aufhngen wie ein ,gesetz8-- -- -- 7,i #hg f47 -- --,dass euer ,selbst in der ,handlung sei1 wie die ,mutter im ,kinde ist3 das sei mir euer ,wort von ,tugend6 7,,ii #ba47 ,es ist euer liebstes ,selbst1 eure ,tugend4 7,,ii #ah47 --von ,grund aus liebt man nur sein ,kind und ,werk2 und wo grosse ,liebe zu sich selber ist1 da ist sie der ,schwangerschaft ,wahrzeichen3 so fand ich's4 7,,iii #ad47 ,mein ,bruder1 wenn du eine ,tugend hast1 und es deine ,tugend ist1 so hast du sie mit ,niemandem gemeinsam4 ,so sprich und stammle3 -- -- -- -- ,nicht will ich es als eines ,gottes ,gesetz1 nicht will ich es als eine ,menschen-,satzung und ,nothdurft3-- -- -- ,aber dieser ,vogel baute bei mir sich das ,nest3 darum liebe und herze ich ihn1--nun sitzt er bei mir auf seinen goldnen ,eiern4-- -- ,einst hattest du ,leidenschaften und nanntest sie bse4 ,aber jetzt hast du nur noch deine ,tugenden3 die wuchsen aus deinen ,leidenschaften4 ,du legtest dein hchstes ,ziel diesen ,leidenschaften ans ,herz3 da wurden sie deine ,tugenden und ,freudenschaften4 ,und ob du aus dem ,geschlechte der ,jhzornigen wrest oder aus dem der ,wollstigen oder der ,glaubens-,wthigen oder der ,rachschtigen3 ,am ,ende wurden alle deine ,leidenschaften zu ,tugenden und alle deine ,teufel zu ,engeln4 7,i #de f47 #g ,musik nach ,schopenhauer gefasst als das tnende ,abbild des ,dinges an sich4 #h ,ein verwandter ,gedanke klingt in der frhlichen ,wissenschaft 7#hd7 an1 wenn ,nietzsche die ,wirkung der orgiastischen ,culte darin sieht1 dass die ,menschen besnftigt und von ihren ,leidenschaften befreit wurden1 indem man den ,taumel und die ,ausgelassenheit ihrer ,affekte aufs ,hchste trieb1 also den ,rasenden toll1 den ,rachschtigen rachetrunken machte3--alle orgiastischen ,culte wollen die ferocia einer ,gottheit auf ,ein ,mal entladen und zur ,orgie machen1 damit sie hinterher sich freier und ruhiger fhle4 #i ,im ,zusammenhnge dieser ,gedanken lese man die ,schilderung der ewigen ,wiederkunft in ,also sprach ,zarathustra 7,,iii #i ff47 ,vom ,gesicht und ,rthsel4 ,siehe diesen ,thorweg6-- -- --3 der hat zwei ,gesichter4 ,zwei ,wege kommen hier zusammen3 die gieng noch ,niemand zu ,ende4 ,diese lange ,gasse zurck3 die whrt eine ,ewigkeit4 ,und jene lange ,gasse hinaus--das ist eine andre ,ewigkeit4 ,sie widersprechen sich1 diese ,wege2 sie stossen sich gerade vor den ,kopf3--und hier1 an diesem ,thorwege1 ist es1 wo sie zusammen kommen4 ,der ,name des ,thorwegs steht oben geschrieben3 ,augenblick4 ,aber wer ,einen von ihnen weiter gienge--und immer weiter und immer ferner3 glaubst du1--dass diese ,wege sich ewig widersprechen8-- -- -- ,muss nicht1 was laufen kann von allen ,dingen1 schon einmal diese ,gasse gelaufen sein8 ,muss nicht1 was geschehn kann vonallen ,dingen1 schon einmal geschehn1 gethan1 vorbergelaufen sein8 ,und wenn ,alles schon dagewesen ist3 was hltst du--von diesem ,augenblick8 ,muss auch dieser ,thorweg nicht schon--dagewesen sein8 ,und sind nicht solchermaassen fest alle ,dinge verknotet1 dass dieser ,augenblick alle kommenden ,dinge nach sich zieht8 ,also--sich selber noch8 ,denn1 was laufen kann von allen ,dingen3 auch in dieser langen ,gasse hinaus--muss es einmal noch laufen6-- ,und diese langsame ,spinne1 die im ,mondscheine kriecht1 und dieser ,mondschein selber1 und ich und du im ,thorwege1 zusammenflsternd1 von ewigen ,dingen flsternd--mssen wir nicht ,alle schon dagewesen sein8 --und wiederkommen und in jener anderen ,gasse laufen1 hinaus1 vor uns1 in dieser langen schaurigen ,gasse--mssen wir nicht ewig wiederkommen8-- ,also redete ich1 und immer leiser3 denn ich frchtete mich vor meinen eignen ,gedanken und ,hintergedanken4-- -- -- ,hieran schliesst die ,erzhlung vom heulenden ,hunde1 der fr einen ,menschen um ,hilfe ruft4 ,dem ,menschen1 einem jungen ,hirten1 ist eine ,schlange in den ,schlund gekrochen und hat sich dort festgebissen4 ,meine ,hand riss die ,schlange und riss3--umsonst6 sie riss die ,schlange nicht aus dem ,schlunde4 ,da schrie es aus mir3 ,beiss zu6 ,beiss zu6 ,den ,kopf ab6 ,beiss zu6--so schrie es aus mir1 mein ,grauen1 mein ,hass1 mein ,ekel1 mein ,erbarmen1 all mein ,gutes und ,schlimmes schrie mit ,einem ,schrei aus mir4-- -- -- --,der ,hirt aber biss1 wie mein ,schrei ihm rieth2 er biss mit gutem ,bisse6 ,weit weg spie er den ,kopf der ,schlange--3 und sprang empor4-- ,nicht mehr ,hirt1 nicht mehr ,mensch1--ein ,verwandelter1 ein ,umleuchteter1 welcher lachte6 ,niemals noch auf ,erden lachte je ein ,mensch1 wie ei lachte6 ,oh meine ,brder1 ich hrte ein ,lachen1 das keines ,menschen ,lachen war1----und nun frisst ein ,durst an mir1 eine ,sehnsucht1 die nimmer stille wird4 ,die ,schlange der im ,kreise verlaufenden ewigen ,wiederkehr ist es1 von der ,zarathustra den ,menschen erlst1 indem er ihr den ,kopf abbeisst3 indem er das ,sinnlose und ,grauenhafte an ihr aufhebt und den ,menschen zu ihrem ,herrn macht--zum ,verwandelten1 ,umleuchteten1 lachenden ,uebermenschen3 ,so rathet mir doch das ,rthsel1 das ich damals schaute1 so deutet mir doch das ,gesicht des ,einsamsten6 ,denn ein ,gesicht war's und ein ,vorhersehn3--was sah ich damals im ,gleichnisse8 ,und wer ist1 der einst noch kommen muss8 ,vgl4 7,,iii #if73 -- --wie jenes ,unthier mir in den ,schlund kroch und mich wrgte6 ,aber ich biss ihm den ,kopf ab und spie ihn weg von mir4 #aj ,der ,zufall wollte1 dass eines der vermuthlich letzten wissenschaftlichen ,werke1 mit denen ,nietzsche sich ganz eingehend beschftigt hat1 dasjenige eines ,schopenhauerianers strengster ,observanz ber indische ,philosophie war1 und dieses ihn dem ,ideenkreis seiner eigenen ehemaligen ,weltanschauung noch einmal nahe brachte4 ,es ist das vortreffliche ,buch von ,paul ,deussen ,das ,system des ,vedanta nach den ,brahma-,stra's des ,bdaryana und dem ,commentare des ankara ber dieselben4 7,leipzig1 ,brockhaus #ahhc71 in dem der ,verfasser seinen ,gegenstand zwar objektiv darstellt und interpretirt1 ihn aber zugleich von seinem eigenen ,standpunkte aus beurtheilt4 ,es ist unmglich1 in ,nietzsches seit #ahhc verfassten ,schriften den ,einfluss dieses ,bches zu verkennen1 besonders hinsichtlich der ,vergttlichung des ,schpfer-,philosophen und dessen ,gleichsetzung mit dem hchsten1 allesumfassenden ,lebensprinzip1 sowie hinsichtlich der ,vorstellung1 dass dieser das ,nacheinander alles ,gewordenen gewissermaassen in einem seelischen ,nebeneinander in sich enthalte1 in einer rumlichen anstatt einer zeitlichen ,seelenwanderung4 ,manchmal ist man versucht1 wenn man die zerstreuten ,ausfhrungen ,nietzsches ber einzelne ,seelenzustnde in ihrer halb mystischen ,bedeutung zusammenhlt1 ,atman und ,brahman zur ,erklrung an den ,rand zu schreiben4 #aa ,nietzsche--,zarathustra4 #ab ,die ,grber des ,vergangenen1 alles ,gewesenen4 #ac ,im ,gegensatz zum blossen ,erforschen und gedanklichen ,erkennen des ,vergangenen durch die ,wissenschaft1 die ,nichts zu erlsen vermag4 #ad ,unverhllter noch spiegelt sich dieser ,gemthszustand in den um dieselbe ,zeit 7,herbst #ahhh7 entstandenen und hinter dem vierten ,theile von ,also sprach ,zarathustra gedruckten ,dionysos ,dithyramben4 ,besonders bezeichnend sind u4 a4 die nachfolgenden ,verse 7#e ff473 ,jetzt--einsam mit dir1 zwiesam im eignen ,wissen1 zwischen hundert ,spiegeln vor dir selber falsch1 zwischen hundert ,erinnerungen ungewiss1 an jeder ,wunde md1 an jedem ,froste kalt1 in eignen ,stricken gewrgt1 ,selbstkenner6 ,selbsthenker6 ,ein ,kranker nun1 der an ,schlangengift krank ist2 ein ,gefangner nun1 der das hrteste ,loos zog3 im eignen ,schachte gebckt arbeitend1 in dich selber eingehhlt1 dich selber an grabend1 unbehlflich1 steif1 ein ,leichnam--1 -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- ,lauernd1 kauernd1 ,einer1 der schon nicht mehr aufrecht steht6 ,du verwchst mir noch mit deinem ,grabe1 verwachsener ,geist6444 ,,die ,,briefe ,erster ,briefe ,an ,lou von ,salome ,leipzig1 vermutlich #af4 ,september #ahhb ,meine liebe ,lou1 ,ihr ,gedanke einer ,reduktion der philosophischen ,systeme auf ,personal-,akten ihrer ,urheber ist recht ein ,gedanke aus dem ,geschwistergehirn3 ich selber habe in ,basel in diesem ,sinne ,geschichte der alten ,philosophie erzhlt und sagte gern meinen ,zuhrern3 ,dies ,system ist widerlegt und tot--aber die ,person dahinter ist unwiderlegbar1 die ,person ist gar nicht tot zu machen4--,zum ,beispiel ,plato4 ,ich lege heute einen ,brief des ,professor ,jacob ,burckhardt bei1 den ,sie ja einmal kennenlernen wollten4 ,auch er hat etwas ,unwiderlegbares in seiner ,persnlichkeit2 aber da er ein ganzer eigentlicher ,historiker ist 7der ,erste unter allen lebenden71 so hat er gerade daran1 an dieser ewig ihm einverleibten ,art und ,person1 kein ,gengen1 er mchte gar zu gerne einmal aus andern ,augen sehen1 zum ,beispiel1 wie der seltsame ,brief verrt1 aus den meinigen4 brigens glaubt er an einen baldigen und pltzlichen ,tod1 durch ,schlagflu1 nach ,art seiner ,familie2 vielleicht mchte er mich gerne als ,nachfolger in seiner ,professur8-- ,aber ber mein ,leben ist schon verfgt4-- ,inzwischen hat der ,prof4 ,riedel hier1 der ,prsident des deutschen ,musik-,vereins1 fr meine heroische ,musik 7ich meine ,ihr ,lebens-,gebet7 ,feuer gefangen--er will es durchaus haben1 und es ist nicht unmglich1 da er es fr seinen herrlichen ,chor 7einen der ersten ,deutschlands1 der ,riedelsche ,verein genannt7 zurecht macht4 ,das wre so ein kleines ,weglein1 auf dem wir beide zusammen zur ,nachwelt gelangten--andre ,wege vorbehalten4-- ,was ,ihre ,charakteristik meiner selber betrifft1 welche wahr ist1 wie ,sie schreiben3 so fielen mir meine ,verschen aus der ,frhlichen ,wissenschaft ein--,,ii1 #bb mit der berschrift ,bitte4 ,erraten ,sie1 meine liebe ,lou1 um was ich bitte8--,aber ,pilatus sagt3 ,was ist ,wahrheit6-- ,gestern nachmittag war ich glcklich2 der ,himmel war blau1 die ,luft mild und rein1 ich war in ,rosenthal1 wohin mich ,carmen-,musik lockte4 ,da sa ich drei ,stunden1 trank den zweiten ,cognac dieses ,jahres1 zur ,erinnerung an den ersten 7ha6 wie hlich er schmeckte67 und dachte in aller ,unschuld und ,bosheit darber nach1 ob ich nicht irgendwelche ,anlage zur ,verrcktheit htte4 ,ich sagte schlielich nein4 ,dann begann die ,carmen-,musik1 und ich ging fr eine halbe ,stunde unter in ,trnen und ,klopfen des ,herzens4--,wenn ,sie aber dies lesen1 werden ,sie schlielich sagen3 ja6 und eine ,note zur ,charakteristik meiner selber machen4-- ,kommen ,sie doch recht1 recht bald nach ,leipzig6 ,warum denn erst am #b4 ,oktober8 ,adieu1 ,zweiter ,briefe ,an ,lou von ,salome3 #af-jg-ahhb4 ,nun1 meine liebe ,freundin1 bis jetzt steht ,alles gut1 und ,sonnabend ber #h ,tage sehen wir uns wieder4 ,vielleicht ist mein letzter ,brief an ,sie nicht in ,ihre ,hnde gelangt8 ,ich schrieb ihn ,sonntag vor #ad ,tagen4 ,was ,bayreuth betriff1 so bin ich zufrieden damit1 nicht dort sein zu mssen2 und doch1 wenn ich ganz geisterhaft in ,ihrer ,nhe sein knnte1 dies und jenes in ,ihr ,ohr raunend1 so sollte mir sogar die ,musik zum ,parsifal ertrglich sein 7sonst ist sie mir nicht ertrglich47 ,ich mchte1 da ,sie vorher noch meine kleine ,schrift ,richard ,wagner in ,bayreuth lesen2 ,freund ,ree besitzt sie wohl4 ,ich habe so viel in ,bezug auf diesen ,mann und seine ,kunst erlebt--es war eine ganze lange ,passion3 ich finde kein anderes ,wort dafr4 ,die letzten geschriebenen ,worte ,wagner's an mich stehen in einem schnen ,widmungs-,exemplare des ,parsifal ,meinem theuren ,freunde ,friedrich ,nietzsche4 ,richard ,wagner1 ,ober-,kirchenrath4 ,genau zu gleicher ,zeit traf1 von mir gesendet1 bei ihm mein ,buch ,menschliches ,allzumenschliches ein--und damit war ,alles klar1 aber auch ,alles zu ,ende4 ,ich habe viel an ,sie gedacht und im ,geiste so mancherlei des ,erhebenden1 ,rhrenden und ,heiteren mit ,ihnen getheilt1 da ich wie mit meiner verehrten ,freundin verbunden gelebt habe4 ,wenn ,sie wten1 wie neu und fremdartig mir alten ,einsiedler das vorkommt6--,wie oft habe ich ber mich lachen mssen6 ,was ,bayreuth betrifft1 so bin ich zufrieden damit1 nicht dort sein zu mssen2 und doch1 wenn ich ganz geisterhaft in ,ihrer ,nhe sein knnte1 dies und jenes in ,ihr ,ohr raunend1 so sollte mir sogar die ,musik zum ,parsifal ertrglich sein 7sonst ist sie mir nicht ertrglich47 ,und wie glcklich bin ich1 meine geliebte ,freundin ,lou1 jetzt in ,bezug auf uns ,beide denken zu drfen ,alles im ,anfang und doch ,alles klar6 ,vertrauen ,sie mir6 ,vertrauen wir uns6 ,mit den herzlichsten ,wnschen fr ,ihre ,reise ,ihr ,freund ,nietzsche4 ,dritter ,briefe ,tautenburg bei ,dornburg ,thringen4 #c4 ,juli #ahhb ,meine liebe ,freundin1 ,nun ist der ,himmel ber mir hell6 ,gestern ,mittags gieng es bei mir zu wie als ob ,geburtstag wre3 ,sie sandten ,ihre ,zusage1 das schnste ,geschenk1 das mir jetzt ,jemand htte machen knnen--meine ,schwester sandte ,kirschen1 ,teubner sandte die drei ersten ,druckbogen der frhlichen ,wissenschaft2 und zu alledem war gerade der allerletzte ,theil des ,manuscriptes fertig geworden und damit das ,werk von #f ,jahren 7#ahgf-ahhb71 meine ganze ,freigeisterei6 ,oh welche ,jahre6 ,welche ,qualen aller ,art1 welche ,vereinsamungen und ,lebens-berdrsse6 ,und gegen ,alles das1 gleichsam gegen ,tod und ,leben1 habe ich mir diese meine ,arznei gebraut1 diese meine ,gedanken mit ihrem kleinen kleinen ,streifen unbewlkten ,himmels ber sich3--oh liebe ,freundin1 so oft ich an das ,alles denke1 bin ich erschttert und gerhrt und wei nicht1 wie das doch hat gelingen knnen3 ,selbst-,mitleid und das ,gefhl des ,sieges erfllen mich ganz4 ,denn es ist ein ,sieg1 und ein vollstndiger--denn sogar meine ,gesundheit des ,leibes ist wieder1 ich wei nicht woher1 zum ,vorschein gekommen1 und ,jedermann sagt mir1 ich she jnger aus als je4 ,der ,himmel behte mich vor ,thorheiten6--,aber von jetzt ab1 wo ,sie mich berathen werden1 werde ich gut berathen sein und brauche mich nicht zu frchten4-- ,was den ,winter betrifft1 so habe ich ernstlich und ausschlielich an ,wien gedacht3 die ,winterplne meiner ,schwester sind ganz unabhngig von den meinigen1 es giebt dabei keine ,nebengedanken4 ,der ,sden ,europa's ist mir jetzt aus dem ,sinn gerckt4 ,ich will nicht mehr einsam sein und wieder lernen1 ,mensch zu werden4 ,ah1 an diesem ,pensum habe ich fast ,alles noch zu lernen6-- ,nehmen ,sie meinen ,dank1 liebe ,freundin6 ,es wird ,alles gut1 wie ,sie es gesagt haben4 ,unserem ,re das ,herzlichste6 ,ganz ,ihr ,f4,n4