,anmerkungen zur ,transkription ,im ,original gesperrter ,text ist so ausgezeichnet4 ,im ,original in ,antiqua gesetzter ,text ist so ausgezeichnet4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkriptions finden sich am ,ende des ,buches4 ,mnner und ,vlker ,die ,trger des deutschen ,idealismus ,die ,trger des deutschen ,idealismus ,von ,rudolf ,eucken ,illustration ,weihnachten #aiae ,verlag ,ullstein ,co1 ,berlin ,alle ,rechte1 insbesondere das der bersetzung1 vorbehalten4 ,amerikanisches ,copyright #aiae by ,ullstein ,co ,berlin4 ,meinen lieben ,shnen ,arnold und ,walter1 die beide im ,felde stehen ,zum ,geleit ,dies ,buch will kein ,beitrag zur wissenschaftlichen ,forschung sein1 es mchte allen ,gliedern des deutschen ,volkes dienen1 welche die ,erfahrungen unserer gewaltigen ,zeit mit voller ,seele teilen4 ,ungeheures geht bei uns vor1 ,ungeheures mssen wir wirken und leiden1 ,ungeheures fordert von uns die eherne ,gegenwart4 ,um dem gewachsen zu sein1 bedrfen wir nicht nur seelischer ,kraft1 sondern auch eines freudigen ,vertrauens auf unser ,volk1 auf seine ,tchtigkeit und seine ,gre4 ,kann nun berhaupt die ,vergegenwrtigung dessen1 was an ,groem bei uns und von uns geschah1 solches ,vertrauen strken1 so gebhrt dabei auch den ,denkern ein ,platz1 welche wir als ,trger des deutschen ,idealismus verehren4 ,in schweren ,zeiten haben sie vom ,grunde ihrer ,seele her eine geistige ,welt entwickelt1 welche bei aller ,sorge fr die ,menschheit an erster ,stelle deutsche berzeugung und deutsche ,gesinnung bekundet1 sie zeigen uns deutlich die ,tiefe und den ,reichtum des deutschen ,wesens1 sie zeigen nicht minder deutlich1 da es darauf gerichtet ist1 das ,ganze des menschlichen ,lebens zu heben1 mehr aus dem ,menschen zu machen1 ihn durch die ,entfaltung einer ,innenwelt auch dem ,all enger zu verbinden4 ,ihr nun1 die ihr kmpft1 und auch ihr1 die ihr leidet1 ihr sollt sehen und wissen1 da das1 wofr ihr kmpft und leidet1 etwas ,groes1 etwas ,einzigartiges1 etwas ,unentbehrliches ist1 ihr sollt das erkennen nicht aus lehrhaften ,reden1 sondern aus dem ,bilde der ,mnner selbst1 die ihr ,leben an hchste ,ziele setzten1 die auf ihrem ,gebiet ebenfalls tapfere ,kmpfer waren1 und denen das ,streben nach ,wahrheit eine viel zu ernste1 viel zu aufregende ,sache war1 als da ,sorge und ,schmerz sie htten verschonen knnen4 ,mchte die ,vergegenwrtigung ihrer ,lebensarbeit euch in eurem ,ringen wohltuend sein1 mchte sie euch in dem ,vertrauen bestrken1 da unsere deutsche ,sache mit all dem ,hohen und ,heiligen1 was sie enthlt1 zum ,siege gelangen mu4 ,auch werdet ihr sehen1 da jene ,mnner den ,kampf fr das ,vaterland vollauf zu wrdigen wuten2 ihr seid ihre ,erben1 ihr drft euch ihnen innerlich nahe fhlen4 99 99 99 99 99 ,dies unserer ,arbeit gesteckte ,ziel entscheidet auch ber ihre ,wege1 es setzt der ,errterung bestimmte ,grenzen sowohl in der ,auswahl des ,stoffes als in der ,art der ,behandlung4 ber das ,nhere dieser ,abgrenzung lt sich verschiedener ,meinung sein1 darber streiten wir nicht1 wir geben nichts anderes als unsere eigene berzeugung von diesen ,dingen1 indem wir meinen1 da eine solche ,schrift entweder persnlicher ,art sein mu oder berhaupt keine ,berechtigung hat4 ,so sei denn dieses ,bild der ,haupttrger des deutschen ,idealismus kmpfenden und suchenden ,seelen zu freundlicher ,betrachtung empfohlen4 ,jena1 im zweiten ,jahre des groen ,krieges4 ,rudolf ,eucken4 ,inhalt ,seite ,zum ,geleit #i ,von ,meister ,eckhart bis ,kant #ae ,kant #bg ,fichte #gc ,die ,romantik #aaa ,schelling #abc ,schleiermacher #afa ,hegel #ahi ,zeitgenossen ,hegels #bbg ,rckblick und ,ausblick #bcc ,sachregister #bdi ,von ,meister ,eckhart bis ,kant ,den ,ausgangspunkt unserer ,untersuchung hat ,kant zu bilden4 ,denn so viel ,schtzbares schon vor ihm auch in der ,philosophie geleistet war1 es ist uns das heute mehr ein ,gegenstand gelehrter ,forschung als ein ,quell ursprnglichen ,lebens4 ,randnotiz3 ,meister ,eckhart ,kant vornehmlich hat die geistige ,atmosphre geschaffen1 innerhalb derer der deutsche ,idealismus seine eigentmliche ,gestalt und seine hinreiende ,kraft gewonnen hat2 alles ,sptere hat sich an ihm und von ihm aus entwickelt4 ,immerhin bedarf es einiger ,worte der ,erinnerung daran1 da die ,denkarbeit der ,deutschen nicht eine ,leistung von gestern auf heute ist1 wie unsere ,gegner oft sagen1 da sie vielmehr von der ,hhe des ,mittelalters her an der ,kulturbewegung einen stattlichen ,anteil genommen hat4 ,dabei ist namentlich wertvoll1 da sie auch auf das ,ganze unseres ,lebens von alters her erhhend gewirkt hat4 ,es geschah das vornehmlich nach zwiefacher ,richtung3 in einer geistigen ,durchleuchtung und seelischen ,annherung der ,religion1 und in einer hohen ,fassung und ,schtzung des ,erkennens selbst2 beides hngt eng miteinander zusammen und entspringt derselben ,hochhaltung der ,innerlichkeit als der ,hauptsttte von ,leben und ,wirken4 ,eine ,verinnerlichung der ,religion war das leitende ,ziel der ,mystik1 diese aber findet ihre ,hhe in der philosophischen ,arbeit ,meister ,eckharts 7 #acbg74 ,all sein ,denken ist darauf gerichtet1 die ,seele ,gott unmittelbar zu verbinden1 sie ganz und gar auf ihren gttlichen ,ursprung als auf ihr wahres ,wesen zurckzufhren1 ihr in ,ablegung aller unterscheidenden ,besonderheit eine unvergleichliche ,gre und ,seligkeit zu erringen4 ,dazu aber bedarf es energischer ,erkenntnisarbeit4 ,denn wohl hngt unser ,wesen daran1 da ,gott uns nahe und gegenwrtig ist1 aber zur vollen ,einigung mit ihm bedarf es der ,arbeit des ,erkennens4 ,nicht schon davon sind wir selig1 da ,gott in uns ist1 sondern da wir ihn erfassen und erkennen1 wie nahe er uns ist4 ,denn was hlfe es einem ,menschen1 wenn er ,knig wre und wte es nicht8 ,die dazu ntige ,umwlzung aber1 die ,eckhart mit gewaltiger ,kraft und in wunderbarer1 deutscher ,sprache anregt1 ist nicht mglich ohne eine mutige ,losreiung von allem ueren und eine vllige ,wendung des ,lebens ins ,innere4 ,will die ,seele ,frieden und ,freiheit des ,herzens in einer stillen ,ruhe finden1 so mu sie wieder heimrufen allen ihren ,krften und sie sammeln von allen zerstreuten ,dingen in ein inwendiges ,wirken4 ,so hat denn auch das ,wort ,gemt als ,bezeichnung fr das innerste ,heiligtum der ,seele1 die ,abgeschiedenheit von aller ,auenwelt1 das ,fnklein ,gottes in uns1 den auszeichnenden ,sinn erhalten1 in dem ,fichte die ,deutschen das ,volk des ,gemtes genannt hat4 ,diese ,innerlichkeit erhebt die ,religion ber alle ueren ,formen und ,einrichtungen1 aber sie soll diese nach ,eckhart nicht zerstren1 sie wirkt bei ihm innerhalb der kirchlichen ,ordnung1 nicht gegen sie2 dabei aber bleibt es1 da alles uere nur als ,gef des inneren ,lebens irgendwelchen ,wert besitzt1 und da bei ihm volle ,freiheit der ,gestaltung herrschen mu4 ,denn nicht allen ,menschen ist derselbe ,weg gewiesen1 was des einen ,leben1 das ist des anderen ,tod4 ,die mystische ,bewegung konnte unmglich die ,hhe ,eckharts dauernd behaupten1 aber sie hat als ein1 wenn auch oft verborgener ,nebenstrom das deutsche ,leben durch die ,jahrhunderte treu begleitet und durchgngig zur ,freiheit und ,verinnerlichung gewirkt1 sie hat auch auf protestantischem ,boden ,wurzel geschlagen und hier die merkwrdige1 ja rhrende ,gestalt ,jakob ,bhmes 7#aege--afbd7 hervorgebracht1 der als schlichter ,schuhmachermeister schwerste ,probleme in einer ,weise behandelt hat1 die immer von neuem tiefsinnige ,geister zu ihm zurckrief4 ,schwer ringen sich bei ihm die ,gedanken zu voller ,klarheit auf2 wo das aber gelingt1 da erscheint eine groartige ,kraft und ,einfalt4 ,sein philosophisches ,hauptproblem ist der ,ursprung des ,bsen1 und wenn ihn dies ,problem zu hchst gewagten ,spekulationen fhrt1 so hat es ihn die ,gegenstze der ,welt vollauf wrdigen und in groen ,zgen schildern lassen4 ,so heit es z4 ,b43 ,um die ,morgenrte scheidet sich der ,tag von der ,nacht und wird ein jedes in seiner ,art und ,kraft erkannt4 ,denn ohne ,gegensatz wird nichts offenbar1 kein ,bild erscheint im klaren ,spiegel1 so eine ,seite nicht verfinstert wird4 ,wer wei von ,freuden zu sagen1 der kein ,leid empfunden1 oder vom ,frieden1 der keinen ,streit gesehen oder erfahren hat8 ,dieselbe ,gesinnung aber1 welche aus der ,seele eines schlichten ,mannes quillt1 fand auf der ,hhe der wissenschaftlichen ,arbeit volle ,schtzung4 ,wir denken hier vornehmlich an ,leibniz4 ,er1 der weltumspannende und weltdurchdringende ,forscher1 nhert sich in tiefster ,seele der ,mystik1 wie das namentlich seine deutschen ,schriften zeigen4 ,aus ihrer ,denkweise stammen z4 ,b4 die ,worte3 ,gott ist das ,leichteste und ,schwerste1 so zu erkennen1 das ,erste und ,leichteste in dem ,lichtweg1 das ,schwerste und ,letzte in dem ,weg des ,schattens4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,deutsche und englische ,denkart ,es stellt sich aber die deutsche ,philosophie ber die ,mystik hinaus eigentmlich zur ,religion1 wesentlich darin verschieden von der ,philosophie benachbarter ,vlker4 ,die englische ,philosophie neigt dahin1 ,religion und ,wissenschaft voneinander gnzlich zu trennen1 sie gestattet es1 hier und dort grundverschiedene ,richtungen einzuschlagen2 die franzsische stellt beide ,gebiete leicht in schroffsten ,gegensatz und zwingt1 zwischen ihnen zu whlen2 die deutsche mchte jedem sein ,recht zuerkennen1 beide aber in eine innere ,verbindung bringen und das eine durch das andere frdern4 ,diese ,denkart mag manche ,gefahren enthalten1 aber sie wirkt dahin1 die ,religion ins ,weite1 ,freie und ,innerliche zu bilden1 in die ,philosophie aber die ,sorge um die hchsten ,wesens- und ,lebensfragen der ,menschheit einzuschlieen4 99 99 99 99 99 ,in anderer ,richtung wirkte die deutsche ,denkarbeit zur ,erhhung des ,lebens durch die ,art1 wie sie das ,erkennen selbst verstand4 ,es gilt ihr nicht als ein ,mittel fr auer ihm liegende ,zwecke1 sondern als ein vlliger ,selbstzweck1 es trgt reinste ,freude und ,befriedigung in sich selbst1 es liegt nicht in einer ,reihe mit anderen ,ttigkeiten1 sondern es bildet die beherrschende ,hhe des ganzen ,lebens1 von der nach allen ,seiten hin ,erleuchtung und ,krftigung ausgeht4 ,hier erscheint ein starker ,gegensatz deutscher und englischer ,art4 ,die englischen ,denker neigen dahin1 das ,wissen als bloes ,mittel und ,werkzeug fr das praktische ,leben zu behandeln1 es gengt ihnen ein ,erkennen1 das dem ,handeln gangbare ,wege zeigt1 so fehlt ihnen auch ein ,antrieb1 es ber diese ,grenze hinaus zu verfolgen1 sie haben eine starke ,scheu vor aller ,metaphysik4 ,das schtzt sie vor manchen ,gefahren1 aber es raubt ihnen zugleich die ,gre eines ,denkens1 das die ,menschenseele mit dem ,ganzen der ,welt und seiner ,unendlichkeit ringen lt und sie in solchem ,ringen ber das bloe ,alltagsleben hinaushebt4 ,die ,deutschen dagegen sehen eben in dem1 was die ,englnder eine berspannung menschlichen ,vermgens schelten1 die tiefste ,seele der ,forschung1 sie knnen nicht ruhen und rasten1 bevor sie einen inneren ,zusammenhang des ,menschen mit dem ,all ergrndet haben2 so ist der ,deutsche von ,haus aus ,metaphysiker1 und er bleibt es selbst da1 wo er eine ,kritik an der berkommenen ,metaphysik bt1 wie das vornehmlich bei ,kant geschieht4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,nikolaus von ,kues--,kepler ,diese deutsche ,schtzung des ,erkennens teilen alle ,hhen philosophischer ,arbeit4 ,gleich bei demjenigen deutschen ,denker1 der die ,philosophie der ,neuzeit berhaupt erffnet1 bei ,nikolaus von ,kues 7#adja--adfd7 erscheint sie in klaren ,zgen4 ,hier heit es3 ,immer mchte der ,mensch was er erkennt mehr erkennen und was er liebt mehr lieben1 und die ganze ,welt gengt ihm nicht1 weil sie sein ,erkenntnisverlangen nicht stillt4 ,eine hnliche ,denkweise beherrscht ,keplers ,streben und lt ihn seinem astronomischen ,system eine philosophische und knstlerische ,grundlage geben2 lt sich endlich hher vom ,erkennen denken1 als es ,leibniz tut1 wenn er meint1 die ganze ,erde knne unserer wahren ,vollkommenheit nicht dienen1 es sei denn1 da sie uns ,gelegenheit gibt1 ewige und allgemeine ,wahrheiten zu finden1 so in allen ,weltkugeln1 ja in allen ,zeiten und mit einem ,wort bei ,gott selbst gelten mssen1 von dem sie auch bestndig herflieen8 ,so nur einige hervorragende ,stimmen aus der ,reihe der deutschen ,denker4 ,solcher ,schtzung ist untrennbar verbunden eine eigentmliche ,gestaltung der ,erkenntnisarbeit4 ,sie wird nicht darauf beschrnkt1 die ,eindrcke der ,umgebung aufzunehmen1 zu ordnen und aufzuschichten1 sondern sie erzeugt eine ,bewegung von innen heraus und besteht darauf1 alle ,wirklichkeit in diese ,bewegung hineinzuziehen2 so will sie die ,dinge von innen her fassen und bis zum tiefsten ,grunde durchleuchten2 in solchem ,streben schafft sie groe ,gedankenwelten1 in denen die ,bewegung vom ,ganzen zum ,einzelnen geht und eine durchgehende ,entwicklung alle ,mannigfaltigkeit zusammenhlt4 ,ohne ,zweifel liegen groe ,gefahren auf diesem ,wege1 aber es sind ,gefahren der ,gre1 nicht der ,kleinheit4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,leibniz ,in einer ,umgebung1 die eine hohe ,schtzung des ,erkennens und einen festen ,glauben an die ,macht des ,denkens in sich trug1 ist ,immanuel ,kant 7#agbd--ahjd7 aufgewachsen4 ,es war der ,geist ,leibnizens1 der1 durch ,wolff schulmig auf ,flaschen gezogen und dabei vielfach verdnnt1 die erste ,hlfte des #ah4 ,jahrhunderts beherrschte4 ,diese ,philosophie bildet die wissenschaftliche ,hhe der gesamten ,aufklrungszeit4 ,sie teilt mit dieser ,zeit das unbedingte ,vertrauen auf das ,vermgen der ,vernunft1 aber sie fat die ,vernunft mglichst weit1 so da nichts von ihr unberhrt bleibt1 und da sich die schroffsten ,gegenstze durch ihr ausgleichendes ,wirken vershnen4 ,leibniz ist ein ,denker des ,sowohl -- als auch1 nicht des ,entweder--oder4 ,durch und durch moderner ,mensch1 mchte er zugleich allen frheren ,epochen volle ,gerechtigkeit widerfahren lassen1 ,vernunft und ,geschichte verbleiben ihm nicht in vorgefundener ,entzweiung1 sondern der ,gesamtbefund der ,geschichte wird als ein ,werk der ,vernunft verstanden1 auch ,religion und ,vernunft werden zu engem ,bndnis verknpft4 ,indem er den ,kern der ,wirklichkeit in das ,innenleben setzt und geistige ,macht die ,welt beherrschen lt1 wahrt er zugleich vollauf die selbstndige ,art der ,natur2 die unendliche ,vielheit der ,welt entzckt und beschftigt ihn1 aber zugleich bleibt sein ,streben fest auf eine allumfassende ,einheit gerichtet2 er deckt berall ,leben und ,bewegung auf1 aber er sucht zugleich eine ewige ,wahrheit1 die alle ,bewegung trgt und zusammenhlt4 ,um das ,denken der berwindung so schroffer ,gegenstze fr fhig zu halten1 mu er sein ,vermgen aufs hchste schtzen2 indem er die khnste ,behauptung nicht scheut1 ja am ,spiel der logischen ,phantasie aufrichtige ,freude hat1 erscheint er als der ,hauptdenker der ,barockzeit1 als ein ,ausdruck ihres schrankenlosen ,kraftgefhls1 ihrer ,lust an gewagten ,konstruktionen1 aber auch ihrer unbegrenzten ,bewegungsflle4 ,sein ganzes ,system luft in eine knstliche ,hypothese aus1 in die ,hypothese der prstabilierten ,harmonie1 wonach ,gott die ,welt so eingerichtet habe1 da jedes ,wesen sich lediglich aus sich selbst entwickele1 sein ,vorstellungsreich aus sich selbst erzeuge1 da dieses ,vorstellungsreich aber ganz und gar dem wirklichen ,weltgeschehen und der ,stellung des ,einzelwesens in ihm entspreche4 ,solche ,knstlichkeit hat ,leibniz viel ,widerspruch eingetragen und die ,wirkung seiner ,gedanken gehemmt1 aber die knstlichen ,bildungen waren hier oft ,hebel groer und fruchtbarer ,wahrheit4 ,hier nmlich entspringen die ,grundgedanken1 welche das ,schaffen unserer groen ,dichter tragen1 von hier aus wirkt die ,idee einer in sich selbst gegrndeten und zugleich weltumspannenden ,persnlichkeit als eines ,ebenbildes ,gottes1 von hier aus die einer ,entwicklung von innen heraus und eines stetigen ,fortschritts ins ,unendliche1 von hier aus wirkt ein fester ,glaube an die ,vernunft der ,wirklichkeit und zugleich ein freudiges ,lebensgefhl1 eine ,lust am ,wirken und ,schaffen1 die einen verklrenden ,glanz auch auf die ,welt um uns wirft und ihr ,ganzes als die beste aller mglichen ,welten erscheinen lt4 ,der wissenschaftlichen ,arbeit aber hat ,leibniz zusammen mit dem ,zuge ins ,weite einen starken ,antrieb zu grndlicher ,klrung und eindringender ,analyse gegeben1 seine ,forschung zuerst hat die ,unendlichkeit des ,kleinen zur ,geltung gebracht4 ,es ist viel logische ,zucht von ihm ausgegangen2 wie diese ,zucht das #ah4 ,jahrhundert durchdrang1 so ist auch ,kant in ihr aufgewachsen und ohne sie nicht zu denken4 ,kant ,vor einer ,befassung mit ,kants ,gedankenwelt sei mit einigen ,worten seines ,lebenslaufes gedacht1 steht er doch in enger ,beziehung zum ,charakter seiner ,arbeit4 ,kant 7#agbd--ahjd7 hat sich aus schlichtbrgerlichen ,verhltnissen unter mannigfachen ,hemmungen langsam emporgearbeitet1 er hat auch seine geistige ,eigentmlichkeit weniger als ein ,geschenk der ,natur empfangen1 als sie sich mhsam durch ,zweifel und ,kmpfe hindurch errungen2 er entspricht insofern der gemeinsamen deutschen ,art1 deren ,gre weniger in leichter und glatter ,naturbegabung als in treuer ,arbeit und in unermdlichem ,vordringen zu hchsten ,hhen liegt4 ,auch ,kants ,leben war ,arbeit1 harte ,arbeit1 aber eine ,arbeit1 die in die letzten ,tiefen zurckgriff und den ,gesamtstand des ,lebens verndert hat4 ,sein tgliches ,leben verlief in streng geordneter und vorsichtig abgemessener ,weise2 so sehr er ein offenes ,auge fr alle ,mitteilung der ,zeit und ,umgebung hatte1 es trieb ihn nicht in die ,weite1 um neue ,eindrcke aufzunehmen -- er hat seine ostpreuische ,heimat nie verlassen --1 noch weniger trieb es ihn zum ,eingreifen in das praktische ,leben1 sondern all sein ,mhen ging in hchster ,konzentration dahin1 die groe ,umwlzung1 die sich seinem ,denken erschlossen hatte1 zu voller ,klarheit herauszuarbeiten und nach allen ,hauptrichtungen durchzubilden4 ,mag vieles in der ,einrichtung seines brgerlichen und huslichen ,lebens dem ersten ,anblick klein und pedantisch scheinen1 es hebt sich durch die ,erwgung1 da es pflichtgem einer groen ,aufgabe diente1 die unermeliche ,arbeit forderte4 ,beim ,eintritt in sein achtzigstes ,lebensjahr schrieb ,kant in sein ,tagebuch das ,psalmwort3 ,des ,menschen ,leben whret siebzig ,jahre1 und wenn es hoch kommt1 achtzig ,jahre1 und wenn es kstlich ist1 so ist es ,mhe und ,arbeit gewesen4 99 99 99 99 99 ,gewissenhaftigkeit der ,arbeit1 peinliche ,sorgfalt im kleinen1 das ist auch ein ,hauptzug der ,kantischen ,philosophie4 ,der vllige ,bruch mit der ,vergangenheit und die ,erffnung neuer ,bahnen legte die ,versuchung nahe1 lediglich weite ,ausblicke zu entwerfen und sich mit flchtig hingeworfenen ,umrissen zu begngen4 ,nichts liegt ,kant ferner als das4 ,die neuen ,gedanken werden nicht blo skizziert1 sondern aufs genaueste bis ins einzelne durchgearbeitet und damit zugleich geprft1 alles ,schwelgen im ,allgemeinen1 alles prunkhafte ,pathos ist ,kant so zuwider wie nur mglich1 mit groer ,entschiedenheit verbittet er sich eine ,bezeichnung seines ,systems als eines hheren ,idealismus4 ,beileibe nicht der hhere4 ,hohe ,trme und die ihnen hnlichen metaphysisch groen ,mnner1 um welche beide gemeiniglich viel ,wind ist1 sind nicht fr mich4 ,mein ,platz ist das fruchtbare ,bathos 7die fruchtbare ,niederung7 der ,erfahrung4 ,in dem1 was einfach scheint1 ein schweres ,problem zu entdecken und dem ,schlichten eine ,gre zu geben1 das ist eine besondere ,strke ,kants4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,pflichtgedanke ,wenn das deutsche ,volk heute eines ,kant gedenkt und sein ,lebenswerk in hchsten ,ehren hlt1 so hebt sich aus der ,flle seiner ,leistung ein ,gedanke mit berwltigender ,kraft und ,klarheit hervor1 das ist der ,gedanke der ,pflicht3 ,kant ist dem deutschen ,volke vor allem der ,lehrer1 der ,prophet der ,pflicht1 es entspricht der allgemeinen berzeugung1 wenn auf seinem ,grabe als bezeichnend fr sein ,leben und ,werk die ,worte angebracht sind3 ,zwei ,dinge erfllen das ,gemt mit immer neuer und zunehmender ,bewunderung und ,ehrfurcht1 je fter und anhaltender sich das ,nachdenken damit beschftigt3 der bestirnte ,himmel ber mir und das moralische ,gesetz in mir4 99 99 99 99 99 ,aber war denn der ,pflichtgedanke etwas so ,groes und ,neues1 da seine ,verfechtung dem ,denker eine so berragende ,stellung geben und sein ,wirken so eindringlich machen konnte8 ,der ,gedanke der ,pflicht ist von jeher tief in die menschliche ,seele eingegraben1 und weder an wissenschaftlicher ,fassung noch an allgemeiner ,anerkennung hatte es ihm bis dahin gefehlt4 ,schon vor ,jahrtausenden haben die ,stoiker den ,begriff wissenschaftlich formuliert1 die ,aufklrungszeit hatte ihn neu in den ,vordergrund gerckt1 und eben der ,staat1 dem ,kant angehrte1 hatte den ,pflichtgedanken durch ,gesetz und bung krftig verkrpert4 ,kein ,geringerer als ,friedrich der ,groe hat gesagt1 die ,wissenschaften mten als ,mittel betrachtet werden1 um uns fhiger zur ,erfllung unsrer ,pflichten zu machen 7les sciences doivent tre considres comme des moyens qui nous donnent plus de capacit pour remplir nos devoirs74 99 99 99 99 99 ,wie kommt es nun1 da uns beim ,pflichtgedanken vornehmlich ,kant vor ,augen tritt1 und da das deutsche ,volk den ,kern seines ,wirkens in der ,verfechtung dieses ,gedankens findet8 ,unsre ,antwort darauf ist folgende3 ,kant hat zunchst den ,begriff der ,pflicht in vollster ,schrfe erfat1 er hat ferner ein schweres ,problem in ihm entdeckt und es klar herausgestellt1 er hat endlich dies ,problem in durchgreifender ,weise gelst4 ,dies aber konnte er nicht1 ohne ein ,ganzes der ,gedankenwelt auszubilden und die ,pflichtidee als die ,hhe einer das ganze ,leben umfassenden ,bewegung zu verstehen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,pflicht und ,neigung ,kant hat die ,pflichtidee in denkbarster ,schrfe gefat4 ,die ,pflicht ist nur echt1 wenn sie vlliger ,selbstzweck ist1 wenn wir sie lediglich ihrer selbst wegen tun1 sie darf sich nicht auf unsre ,neigungen grnden1 nicht als ,mittel fr unser ,glck behandelt werden4 ,wo immer das geschieht1 da ist der ,begriff der ,pflicht verflscht1 und das ,handeln kann aus ihm keine ,strkung ziehen4 ,die ,ehrwrdigkeit der ,pflicht hat nichts mit ,lebensgenu zu schaffen2 sie hat ihr eigentmliches ,gesetz1 auch ihr eigentmliches ,gericht1 und wenn man beide noch so sehr zusammenschtteln wollte1 um sie vermischt1 gleichsam als ,arzeneimittel1 der kranken ,seele zuzureichen1 so scheiden sie sich doch alsbald von selbst1 und tun sie es nicht1 so wirkt das erste gar nicht4 ,deshalb brauchen wir nicht unsere ,neigungen als schlecht zu verwerfen1 aber aus ihnen kann nun und nimmer pflichtmiges ,handeln entspringen1 wir mssen auch direkt gegen unsere ,neigungen handeln knnen und drfen erst1 wo das geschieht1 vollauf der ,pflichtmigkeit unseres ,handelns gewi sein4 ,die ,pflicht mu direkt auf unseren ,willen wirken1 wir aber mssen zu ihr das ,verhltnis der ,achtung haben3 die einzig sittliche ,triebfeder ist die ,achtung fr das ,sittengesetz4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,menschenwrde ,lt sich das alles erwgen und in seiner vollen ,strke anerkennen1 ohne da ein schweres ,problem darin erscheint8 ,kant selbst hat es in folgende ,worte gefat4 ,pflicht6 ,du erhabener groer ,name --1 welches ist der deiner wrdige ,ursprung1 und wo findet man die ,wurzel deiner edlen ,abkunft1 welche alle ,verwandtschaft mit ,neigungen stolz ausschlgt und von welcher ,wurzel abzustammen die unnachlaliche ,bedingung desjenigen ,wertes ist1 den sich ,menschen allein selbst geben knnen8 ,was bedeutet die ,pflicht1 die so gebieterisch zu uns spricht und so gnzliche ,hingebung fordert1 wie kann sie sich selbst rechtfertigen8 ,die ,pflicht bringt an uns ein ,gebot1 das keinen ,widerspruch duldet1 aber dies ,gebot kann unmglich uns von drauen auferlegt sein1 kann unmglich einen ,befehl einer auer uns befindlichen ,macht bedeuten4 ,denn ein solcher ,befehl knnte nur durch die ,vorhaltung eines ,lohnes oder die ,androhung einer ,strafe wirken2 eine daraus entspringende ,handlung wrde aber lediglich durch den ,gedanken an ihre ,folgen bestimmt sein und damit ihren moralischen ,charakter verlieren4 ,wer an ,lohn denkt1 der hat seinen ,lohn dahin4 ,so kann das verpflichtende ,gesetz nur aus unsrem eignen ,wesen stammen1 wir selbst mssen die ,gesetzgeber sein4 ,aber wenn das mglich sein soll1 so mssen wir uns selbst vllig anders verstehen1 als wir es bis dahin taten4 ,wir drfen nicht blo ,naturwesen sein und den ,verkettungen der ,natur unterliegen1 es mu in uns eine hhere ,art1 ein selbstndiges ,leben wirken1 das sich selbst seine ,gesetze gibt und in ihrer ,durchfhrung das hchste der ,ziele findet4 ,dies aber ist in der ,tat der ,fall1 es erscheint in uns eine praktische ,vernunft1 nicht als etwas von drauen ,herangebrachtes1 sondern als die ,tiefe unsres eignen ,wesens1 als unser wahres ,wesen4 ,in dieser ,vernunft aber liegt die ,forderung1 da das ,handeln sich ganz unter die ,form der ,allgemeinheit stelle2 das ,pflichtgebot1 nach ,kants ,ausdruck der kategorische ,imperativ1 lautet3 ,handle so1 da die ,maxime deines ,willens jederzeit zugleich als ,prinzip einer allgemeinen ,gesetzgebung gelten kann1 oder auch in der ,wendung zum ,menschen3 ,handle so1 da du die ,menschheit1 sowohl in deiner ,person als in der ,person eines jeden andern1 jederzeit zugleich als ,zweck1 niemals blo als ,mittel brauchst4 ,der ,mensch gewinnt dadurch nicht blo einen ,wert1 sondern eine unvergleichliche ,wrde1 da er in freier ,entscheidung jenes ,gesetz der ,vernunft als sein eignes ergreifen und ganz und gar als selbstndiges ,glied einer allgemeinen ,ordnung handeln kann4 ,die ,freiheit ist die unerlliche ,voraussetzung des ,pflichtgebots und aller ,moral1 wir mssen knnen1 wo wir sollen1 du kannst1 denn du sollst4 ,als eine ,erweisung der ,freiheit und als ein vlliger ,selbstzweck hebt sich damit das moralisch ,gute ber alle andern ,gter unvergleichlich hinaus4 ,aus solcher ,gesinnung flieen die ,worte3 ,es ist berall nichts in der ,welt1 ja berhaupt auch auer derselben zu denken mglich1 was ohne ,einschrnkung fr gut knnte gehalten werden als allein ein guter ,wille4 ,alles ,gute1 das nicht auf moralisch gute ,gesinnung gepfropft ist1 ist nichts als ,schein und schimmerndes ,elend4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,persnlichkeit ,so ist es auch das ,moralische1 das allein den ,menschen wesentlich mehr sein lt als das ,tier4 ,denn ber die bloe ,tierheit erhebt ihn das gar nicht1 da er ,vernunft hat1 wenn sie ihm nur zum ,behuf desjenigen dienen soll1 was bei ,tieren der ,instinkt verrichtet4 ,wie sich hier von der ,moral und der ihr eignen ,freiheit her das ,gesamtbild des ,lebens vertieft1 das zeigen ,begriffe wie ,persnlichkeit und ,charakter2 sie verdanken die hohe ,schtzung1 die wir alle ihnen zollen1 an erster ,stelle ,kant4 ,denn ,persnlichkeit hatte im ,mittelalter und bis in die ,neuzeit hinein nur die allgemeinere ,bedeutung eines vernnftigen ,einzelwesens 7rationalis naturae individua substantia71 erst ,leibniz suchte dem ,begriff eine przisere ,fassung zu geben1 er fand sie in dem ,vermgen des ,menschen1 in den verschiedenen ,zeitpunkten das ,bewutsein der ,identitt zu bewahren2 nur das schien ihm eine moralische und eine juristische ,verantwortlichkeit mglich zu machen1 nur daraus schpfte er die berzeugung von einer persnlichen ,unsterblichkeit4 ,so stand hier beim ,begriff der ,persnlichkeit das ,intellektuelle voran1 erst ,kant wendet ihn ins ,moralische4 ,persnlichkeit bedeutet ihm nmlich ,freiheit und ,unabhngigkeit vom ,mechanismus der ganzen ,natur1 das1 was den ,menschen ber sich selbst 7als einen ,teil der ,sinnenwelt7 erhebt1 was ihn an eine ,ordnung der ,dinge knpft1 die nur der ,verstand denken kann1 und die zugleich die ganze ,sinnenwelt1 mit ihr das empirisch bestimmbare ,dasein des ,menschen in der ,zeit und das ,ganze aller ,zwecke1 unter sich hat4 ,ja1 es wird wohl bei ihm von der ,tierheit und ,menschheit in uns noch die ,persnlichkeit unterschieden2 der ,mensch ist zunchst ein lebendes1 dann ein lebendes und zugleich vernnftiges1 als ,persnlichkeit endlich ein vernnftiges und zugleich der ,zurechnung fhiges ,wesen4 99 99 99 99 99 ,eine hnliche ,verschiebung ins ,moralische und zugleich ins ,freittige hat der ,begriff des ,charakters durch ,kant erfahren4 ,im ,anschlu an die ursprngliche ,bedeutung des griechischen ,wortes bezeichnete vor ihm ,charakter jede ausgeprgte seelische ,beschaffenheit2 es kann in diesem ,sinne verschiedene ,charaktere geben1 gute sowohl als bse2 keinen ,charakter haben1 das heit1 nicht scharf ausgeprgt sein4 ,der ,charakter erschien hier vorwiegend als eine ,gabe der ,natur4 ,kant dagegen unterscheidet deutlich zwischen einem physischen und einem moralischen ,charakter4 ,jener zeigt nach ,kant an1 was sich aus dem ,menschen machen lt1 dieser dagegen1 was er aus sich selbst zu machen bereit ist4 ,einen ,charakter schlechthin zu haben1 bedeutet diejenige ,eigenschaft des ,willens1 nach welcher das ,subjekt sich selbst an bestimmte praktische ,prinzipien bindet1 die es sich durch seine eigne ,vernunft unabnderlich vorgeschrieben hat4 ,in diesem ,sinne wollte ,kant nicht sagen1 der ,mensch habe diesen oder jenen ,charakter1 sondern er habe berhaupt einen ,charakter1 der nur ein einziger oder gar keiner sein kann4 ,schon allein durch diese ,begriffe1 die in aller ,munde sind1 ist ,kant tief in das deutsche ,leben eingedrungen4 berall erscheint dabei die engste ,verbindung von ,freiheit und ,gesetz1 und zugleich erscheint ,kant als ein ,durchbildner und ,vollender dessen1 was im deutschen ,wesen angelegt ist4 ,freiheit ist uns nicht eine ,abwerfung aller ,bindung1 ein ,heraustreten aus allen ,zusammenhngen1 ein ,gestalten des ,lebens mglichst nach eignem ,belieben1 sondern sie ist ein ,aufnehmen der ,vernunftzwecke und der allgemeinen ,ordnung in den eignen ,willen1 die freie ,bindung an ein selbstgewolltes ,gesetz2 darin liegt eine ,selbstverneinung1 aber mehr doch eine ,selbstbejahung4 ,der ,gehorsam gegen ein solches selbstgewolltes ,gesetz kann keinen ,druck erzeugen1 nicht einengend auf uns wirken1 vielmehr wird er unser ,wesen erweitern1 uns fester auf uns selbst stehen lassen4 ,da die ,fremden das nicht verstehen und den ,gehorsam des freien ,mannes blinde ,unterwrfigkeit schelten1 das ist eine grbliche ,verkennung der ,wahrheit1 eine ,verkennung1 die ihrerseits eine klgliche ,flachheit bekundet4 ,kant aber ist es1 der den deutschen ,begriff der ,freiheit aus dem tiefsten ,innern unsres ,wesens begrndet und ihn zum festen ,grundstein des menschlichen ,lebens gemacht hat4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,freiheit und ,kausalgesetz ,aber alle ,schtzung der ,gesinnung1 die in solchen ,lehren hervortritt1 enthebt uns nicht der ,frage1 wie es mit der ,wirklichkeit der ,freiheit steht1 ob diese nicht auf den ,widerspruch der ganzen ,weltordnung stt1 da sie die in ihr waltende ,gesetzlichkeit aufs schroffste zu durchbrechen scheint4 ,dies nun ist das ,groe an ,kant1 da er der ,freiheit einen sicheren ,platz im ,ganzen der ,welt erstreitet1 ja da er sie zur ,seele der ganzen ,wirklichkeit macht4 ,das aber kann nicht geschehen ohne eine vllige ,umwandlung ihres gewhnlichen ,bildes1 das verlangt im besonderen eine grndliche ,auseinandersetzung mit dem groartigen ,bilde1 das ,spinoza entworfen hatte1 und das eben um die ,zeit ,kants die ,gemter berwltigend fortri4 ,bei ,spinoza wird die ,welt ein lckenloser ,kausalzusammenhang1 der einfachen und unwandelbaren ,gesetzen folgt1 jeder einzelne ist hier in seinem ,tun und ,lassen ganz und gar durch seine ,stellung im ,ganzen bestimmt1 der ,mensch ist ebensowenig frei1 wie es ein geworfener ,stein sein wrde1 wenn er whrend des ,fliegens ein ,bewutsein erhielte4 ,wird das konsequent durchgedacht1 so verschwindet alles ,gut und ,bse1 so bleibt nur ,notwendigkeit2 alles ,urteilen hat dann einem bloen ,feststellen der ,tatschlichkeit zu weichen4 ,diese ,lehre ist aber nicht private ,meinung eines einzelnen ,denkers1 sie ist die volle ,durchbildung einer berzeugung1 die namentlich von der mechanisch-mathematischen ,naturwissenschaft vertreten wurde und dadurch zu groem ,einflu in der ,neuzeit gelangt war2 das ,kausalgesetz1 das jene beherrscht1 ward bei ,spinoza zum ,weltgesetz erhoben4 ,nun aber hatte eben an diesem ,punkt ,kant aus rein wissenschaftlichen ,erwgungen eine ,gegenbewegung aufgenommen1 die der schottische ,philosoph ,hume 7#agaa--aggf7 begonnen hatte1 die freilich nicht gegen das ,kausalittsgesetz selbst1 wohl aber gegen seine ,gltigkeit als ein den ,dingen innewohnendes und den ,weltlauf beherrschendes ,gesetz gerichtet war4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,hume und ,kant ,hume1 ein klarer und kritischer ,kopf1 untersuchte den ,ursprung des ,kausalgesetzes und fand dabei das ,ergebnis1 da er unmglich in der ,erfahrung1 der ,wahrnehmung der ,dinge liegen kann4 ,denn der innere ,zusammenhang des ,geschehens1 die ,abhngigkeit des einen vom anderen1 den jenes ,gesetz behauptet1 ist unmglich von drauen her mitzuteilen1 die ,erfahrung zeigt uns nie mehr als ein ,neben- und ,nacheinander4 ,so lt sich die ,kausalverknpfung nur als ein ,werk des ,menschen verstehen1 und zwar denkt sich das ,hume in folgender ,weise4 ,oft wiederholen sich bei uns ,vorstellungen in gleicher ,folge1 und wir gewhnen uns an diese ,folge2 treten nun wiederum die ersten ,glieder der ,reihe ein1 so erwecken sie in uns mit zwingender ,kraft das ,bild der spteren2 diesen ,zusammenhang mit seinem ,zwang tragen wir nun flschlich in die ,dinge hinein und glauben sie durch ein inneres ,band verbunden1 whrend nur unsre ,vorstellungen sich verkettet haben4 ,bei solcher ,fassung verliert die ,kausalverknpfung ihre ,geltung als ,weltgesetz1 sie wird ein ,vorgang in der einzelnen ,seele1 und da die ,vorstellungsfolgen sich nur durch ,erfahrung bilden1 so kann die ,kausalbetrachtung den ,bereich der ,erfahrung nie berschreiten2 da ferner die ,art der ,verkettung ganz und gar eine ,sache der einzelnen ,individuen ist1 so gibt es keine ihnen berlegene sachliche und allgemeine ,wahrheit1 und ,wissenschaft in dem ,sinne1 wie sie bisher angenommen war1 wird schlechterdings aufgehoben4 ,diese ,verschiebung des ,kausalgesetzes vom ,objekt ins ,subjekt1 vom ,weltall in die ,einzelseele1 versetzte ,kant in gewaltige ,aufregung und nachhaltige ,bewegung4 ,da die ,kausalverknpfung uns nicht von drauen zugehen knne1 das schien auch ihm unbestreitbar4 ,aber wenn er in der ,verneinung mit ,hume zusammenging1 so fand das von diesem gebotene ,ja mit seiner ,zerstrung strenger ,wissenschaft bei ,kant den hrtesten ,widerstand4 ,die ,wirklichkeit einer solchen ,wissenschaft als eines ,systems allgemeingltiger ,wahrheiten galt ihm schon durch die ,tatsache der ,mathematik als allem ,zweifel enthoben1 sie dnkte ihm eine unantastbare ,wahrheit4 ,aber wie nun diese ,wahrheit mit der ,aufhebung der ,kausalverknpfung als eines ,weltgesetzes in ,einklang bringen8 ,dieser ,widerspruch1 dem ein schwcherer ,geist erlegen wre1 hat ,kant auf einen neuen ,weg gefhrt und ihn in dessen ,verfolgung die ,hhe seiner wissenschaftlichen ,leistung erreichen lassen4 99 99 99 99 99 ,je mehr sich seiner ,arbeit das ,problem vertiefte1 desto deutlicher wurde ihm1 da die ,entscheidung letzthin an der ,fassung des ,wahrheitsbegriffes hngt4 ,wie ist ,wahrheit1 wissenschaftliche ,wahrheit zu verstehen8 ,von alters her wurde sie als eine bereinstimmung unsres ,denkens mit einer unabhngig von ihm vorhandenen ,wirklichkeit verstanden1 und wenn auch der ,lauf der ,zeiten die ,wege zu diesem ,ziele erheblich verndert hatte1 das ,ziel selbst blieb bestehen und kam somit auch an ,kant4 ,er aber erkannte mit eindringender ,schrfe1 da es in dieser ,fassung schlechterdings unerreichbar sei1 da also1 wenn alle ,wahrheit an ihm hnge1 auf sie ein fr allemal zu verzichten sei4 ,das vornehmlich aus dem ,grunde1 weil1 wenn unsere ,begriffe einer ,besttigung von drauen bedrften1 wir nie zu allgemeinen und notwendigen ,stzen gelangen knnten1 wie die ,wissenschaft sie verlangt1 da die ,erfahrung uns immer nur ,einzelnes und ,tatschliches darbieten kann4 berhaupt aber wre nie auszumachen1 wie weit unsre ,begriffe zu dem ,tatbestand stimmten1 den sie uns bermitteln mchten4 ,kurz1 die ,skepsis wre unberwindlich1 wenn ,wahrheit bereinstimmung unsres ,denkens mit den ,dingen bedeutet4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,dinge und ,begriffe ,um solchen ,schiffbruch der ,wissenschaft zu vermeiden1 gibt es nach ,kant nur einen einzigen ,weg3 es mssen sich nicht unsere ,begriffe nach den ,dingen1 sondern es mssen sich die ,dinge nach unsern ,begriffen richten1 d4 h4 wir erkennen ,dinge nur so weit1 als sie in unsere ,anschauungs- und ,denkformen eingehen4 ,diese ,verlegung des ,schwerpunkts aus dem ,objekt ins ,subjekt1 die kopernikanische ,wendung1 wie ,kant selbst sie genannt hat1 ergibt aber eine ,wissenschaft und eine wissenschaftliche ,erfahrung nur1 wenn das ,subjekt wesentlich anders verstanden wird1 als ,hume es tat4 ,vom ,stande der ,einzelseele greift ,kant auf ein geistiges ,gefge zurck1 das allen ,menschen gemeinsam ist und das aller ,arbeit trgt4 ,er errtert zunchst1 was fr ,wissenschaft und wissenschaftliche ,erfahrung ntig ist1 und er zeigt dann ,punkt fr ,punkt1 wie dieses geleistet wird2 er zeigt1 wie jene ,leistungen1 ber deren ,tatschlichkeit ihm kein ,zweifel besteht1 mglich sind1 d4 h4 was von rein geistiger ,ttigkeit1 von dem1 was er a priori nennt1 in ihnen steckt4 ,es erhellt dabei namentlich1 da alles1 was an den ,erkenntnissen ,form ist1 nicht von drauen stammen kann1 sondern vom ,geiste selbst geliefert werden mu2 zu einer gewaltigen ,aufgabe wird es damit1 die ,grundformen aufzusuchen1 welche alles ,erkennen tragen4 ,in seiner ,kritik der reinen ,vernunft hat ,kant das mit staunenswerter ,energie und mit unermdlicher ,sorgfalt getan2 das ,gesamtergebnis ist ein vllig anderes ,bild der ,wirklichkeit4 ,denn nun wird gewi1 da wir die ,ordnung1 die wir in der ,natur als den ,dingen innewohnend vorzufinden glaubten1 selbst ihr geliehen haben1 da wir in der wissenschaftlichen ,forschung nur unser ,eigentum wieder an uns nehmen4 ,so erklrt sich das stolze ,wort ,kants3 ,der ,verstand schpft seine ,gesetze nicht aus der ,natur1 sondern schreibt sie dieser vor4 ,aber wenn so dem ,geist ein hohes ,vermgen zuerkannt wird1 ,kant ist nicht minder darauf bedacht1 seine ,grenzen sorgfltig zu wahren4 ,unser menschliches ,denken hat nicht das ,vermgen zu schaffen1 es vermag nicht aus seiner ,bewegung eine ,wirklichkeit zu erzeugen1 sondern die architektonische ,ttigkeit der ,vernunft bedarf eines ,stoffes1 den die ,gegenstnde als ,dinge an sich geben mssen1 alles ,denken mu sich zuletzt auf ,anschauungen1 mithin bei uns auf ,sinnlichkeit beziehen1 weil uns auf andere ,weise kein ,gegenstand gegeben werden kann4 ,sinnlichkeit und ,denken mssen zusammenwirken1 um ,erfahrung hervorzubringen4 ,ohne ,sinnlichkeit wrde uns kein ,gegenstand gegeben und ohne ,verstand keiner gedacht werden4 ,gedanken ohne ,inhalt sind leer1 ,anschauungen ohne ,begriffe sind blind4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,erfahrung und ,denken ,ein ,denken1 das ber die ,erfahrung hinausstrebt und eigne ,wege gehen will1 wie es nach ,kants berzeugung die herkmmliche philosophische ,spekulation versuchte1 fllt unvermeidlich ins ,leere4 ,wie ,kant demgegenber seine ,aufgabe fat1 das hat er in mannigfachen ,bildern ausgedrckt1 die seine ,darstellung durchflechten4 ,er will vor dem ,gerichtshof der ,vernunft unerbittlich zerstren1 was eine ihre ,krfte berspannende ,vernunft sich zu ,unrecht angemat hat2 er will das ,gebude der ,wissenschaft auf festem ,grunde und nach einem klaren architektonischen ,ri erbauen2 er will der ,spekulation die ,flgel beschneiden1 mit der sie hoffte sich in den leeren ,raum aufschwingen zu knnen4 99 99 99 99 99 ,seine ,aufgabe hat ,kant in drei ,hauptabschnitten durchgefhrt1 deren jeder eine eingreifende ,umwandlung der berkommenen und eingewurzelten ,denkart vollzieht4 ,der erste zeigt1 da die ,formen der sinnlichen ,anschauung ,raum und ,zeit nicht ,eigenschaften der ,dinge sind1 sondern lediglich der menschlichen ,seele angehren1 welche die ,erscheinungen mittels ihrer zusammenfgt4 ,es wird gezeigt1 da sie unmglich aus den ,eindrcken der ,sinne hervorgehen knnen1 da sie vielmehr von diesen vorausgesetzt werden1 auch da sie sich nicht durch ,abstraktion aus ihnen ableiten lassen1 sondern als ein ,ganzes alle ,mannigfaltigkeit in sich fassen2 auch die ,allgemeingltigkeit und die ,notwendigkeit der geometrischen und der arithmetischen ,stze wird als ,zeugnis fr die ,subjektivitt von ,raum und ,zeit verwandt2 jene wre unmglich1 wenn diese unabhngig von uns vorhandene ,dinge wren1 zu denen uns erst die ,erfahrung einen ,zugang verschaffen knnte4 99 99 99 99 99 ,der zweite ,hauptabschnitt zeigt1 da unser ,bild der ,welt eines ,zusammenwirkens von ,sinnlichkeit und ,denken bedarf1 da aber das ,denken die ,grundformen liefert1 die ,elemente wie das ,gefge4 ,hier findet sich auch gegenber ,hume eine neue ,behandlung des ,kausalittsproblems2 so entschieden ,kant die ,kausalitt den ,dingen selbst fernhlt1 sie ist ihm keine ,gewhnung des bloen ,individuums1 sondern ein ,grundgesetz unseres ,denkens1 das nur mit ihrer ,hilfe den ,verlauf des ,geschehens in eine feste ,ordnung bringt4 ,dieser ,abschnitt ist ber die einzelnen ,punkte hinaus darin bedeutend1 da er zeigt1 wie auch das ,bild der sinnlichen ,welt auf logischer ,arbeit ruht und an jeder ,stelle ihrer bedarf1 er gibt damit der ,erziehung fr die ,bildung der ,sinne wertvollste ,anregung1 ferner zerstrt er fr die ,wissenschaft ein fr allemal den ,materialismus mit seiner plumpen ,gleichsetzung von sinnlicher ,handgreiflichkeit und echter ,tatschlichkeit1 indem er das ,hervorgehen unsres ,weltbildes aus ,gedankenarbeit deutlich vor ,augen stellt4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,letzte ,wahrheiten ,der letzte ,hauptabschnitt zeigt endlich1 da ein unabweisbares ,verlangen1 zum ,bedingten ein ,unbedingtes zu suchen1 die ,mannigfaltigkeit auf eine letzte ,einheit zurckzufhren1 das ,denken ber das ,gebiet der ,erfahrung hinaustreibt1 da es ihm aber schlechterdings unmglich ist1 in dem ,jenseitigen festen ,fu zu fassen und zu letzten ,wahrheiten vorzudringen4 ,an drei ,punkten erfahren wir solchen ,widerspruch in unserer eignen ,vernunft3 bei der ,seele1 beim ,weltall1 beim ,dasein ,gottes4 ,wohl wird im ,leben alle ,mannigfaltigkeit seelischer ,vorgnge von einer ,einheit des ,bewutseins getragen1 aber wir drfen deshalb nicht diese ,einheit von jenem ,zusammenhang ablsen und von ihr auf das ,wesen der ,seele oder auf eine ,unsterblichkeit schlieen2 davon auf spekulativem ,wege etwas zu erkennen1 ist uns schlechthin versagt4 99 99 99 99 99 ,ein unabweisbares ,verlangen unserer ,vernunft nach ,einheit drngt uns dazu1 die mannigfachen ,erscheinungen um uns zum ,ganzen einer ,welt zusammenzuschlieen1 und wir knnen dann nicht umhin1 ber den ,ursprung und das ,gefge dieses ,ganzen ,behauptungen aufzustellen4 ,aber bei solchem ,unternehmen verwickeln wir uns in entgegengesetzte ,thesen1 deren jede wohl die andere widerlegen1 nicht aber die eigene ,wahrheit dartun kann4 ,das spricht zum allgemeinen ,bewutsein am deutlichsten bei der ,frage1 ob die ,welt in ,raum und ,zeit begrenzt oder ob sie unbegrenzt ist4 ,eins von beiden scheint notwendig1 und doch knnen wir uns fr keins entscheiden4 ,denken wir nmlich die ,welt in ,raum und ,zeit begrenzt1 so wird ihr ,bild unertrglich klein2 denken wir sie unbegrenzt1 so wird es unertrglich gro2 solche ,unmglichkeit einer ,entscheidung darf als ein sicheres ,zeugnis dafr gelten1 da ,raum und ,zeit nicht von uns unabhngige ,gren sind1 sondern nur menschliche ,anschauungsformen4 99 99 99 99 99 ,das letzte ,problem ist das ,dasein ,gottes4 ,ein ,verlangen unserer ,vernunft nach einem letzten ,abschlu macht uns zur ,bejahung jener ,frage geneigt2 aber jede nhere ,prfung zeigt1 da wir damit den eignen ,kreis berspringen1 subjektive ,antriebe in objektive ,notwendigkeiten verwandeln1 den ,gebilden unseres ,denkens eine ,selbstndigkeit gegenber diesem ,denken verleihen4 99 99 99 99 99 ,so gibt uns die reine ,wissenschaft keine ,antwort auf die ,fragen1 die unsere ,seele zu beschftigen nimmer aufhren knnen2 auch der ,lauf der ,zeit kann daran nichts ndern1 da alle ,fortschritte des ,erkennens innerhalb des bezeichneten ,rahmens bleiben1 ihn weder berschreiten noch verndern knnen4 99 99 99 99 99 ,das ,ganze unseres intellektuellen ,vermgens1 wie es sich aus ,kants ,untersuchung ergibt1 stellt sich in zwiefacher ,beleuchtung dar3 es ist gro innerhalb der ,erfahrung1 in dem ,aufbau ihres weitverzweigten ,gefges1 in seiner vlligen ,durchdringung mit ,denkarbeit1 es ist klein1 sobald es sich ber die ,erfahrung hinauswagt und letzte ,grnde der ,wirklichkeit erforschen will4 ,das eine wie das andere wirkt aber dahin1 dem ,reich der ,moral freien ,platz zu schaffen und ihm einen besonderen ,wert zu verleihen4 ,die ganze sinnliche ,welt kann jetzt nicht mehr als letzte ,wirklichkeit gelten1 deren ,gesetze auch unser ,handeln beherrschen1 sie hat sich in ein ,reich der ,erscheinungen verwandelt1 das vornehmlich von uns selbst gebildet ist4 ,so bedeutet auch die ,kausalverkettung nicht mehr ein ,weltgesetz1 das keine ,freiheit des ,handelns duldet1 fr die ,freiheit ist jetzt freier ,raum gewonnen4 ,auch das ,unvermgen der ,spekulation gegenber den letzten ,fragen ist insofern dem ,handeln gnstig1 als es von ihr keine bindenden ,ziele empfangen kann1 sondern soweit es ihrer bedarf1 sie aus eignem ,vermgen aufbringen mu4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das ,reich der praktischen ,vernunft ,auch die ,gesamtstellung der praktischen ,vernunft im ,lebenswerke ,kants wird durch die ,erfahrungen der ,erkenntniskritik aufs wesentlichste verbessert4 ,diese ,erfahrungen fassen sich zusammen in eine ,befreiung des ,menschen vom ,druck einer ihm entgegenstehenden ,welt1 er braucht nicht eine bereinstimmung mit einer solchen ,welt zu suchen1 er bildet sich seine ,welt aus den ,krften und nach den ,gesetzen seines eigenen ,wesens4 ,das war ein groer ,gewinn an ,freiheit und ,selbstndigkeit1 er brachte den ,menschen in ein anderes ,verhltnis zur ,wirklichkeit4 ,aber es verblieb bei allem ,gewinn eine feste ,schranke darin1 da das ,denken nur in ,beziehung auf ,sinnlichkeit in fruchtbare ,arbeit kam1 da ,dinge an sich seiner ,ttigkeit den ,stoff darbieten muten4 ,so drngt es notwendig weiter zu dem ,gedanken1 ob es nicht eine ,ttigkeit gibt1 die unabhngig von solcher ,beschrnkung aus sich selbst heraus eine ,wirklichkeit bilden knnte2 eine solche ,ttigkeit mte als die ,vollendung des ,lebens gelten1 sie wrde nichts ,dunkles1 nichts ,unaufhellbares in sich tragen4 ,nun aber liegt eine solche ,ttigkeit1 ein solches ,wirken aus reiner ,selbstttigkeit vor in der ,moral und ihrem ,reiche der praktischen ,vernunft4 ,so darf diese als die letzte ,tiefe der ,wirklichkeit gelten1 und da bei ihr das ,wirken der ,vernunft nicht wie beim ,erkennen an besondere ,bedingungen des ,menschen geknpft ist1 so beschrnkt sich auch ihre ,geltung nicht auf den ,menschen1 sie mu fr alle ,vernunftwesen gelten1 sie hat eine unbedingte ,gltigkeit4 ,damit rechtfertigt sich vollauf die ,hochschtzung1 mit der ,kant die ,moral behandelt1 diese hat sich nun wirklich als der ,kern des ,menschenwesens erwiesen und zugleich zu einer ,entwerfung von ,weltausblicken fhig gezeigt4 ,denn in der hier gebotenen ,fassung ist die ,moral nicht ein besonderes ,gebiet innerhalb einer weiteren ,welt1 sondern sie ist der ,ursprung einer neuen ,welt1 und diese ,welt bildet die ,tiefe der gesamten ,wirklichkeit4 ,die ,moral schafft sich gegenber der ,natur ein eignes ,reich1 ein ,reich der ,freiheit1 das sein ,recht und seinen ,wert ganz und gar in sich selbst hat und keiner ,besttigung1 keiner ,befestigung von auen her bedarf2 es ist nunmehr vollauf verstndlich1 wie sehr der ,mensch durch sein selbstndiges ,teilnehmen an diesem ,reich der ,freiheit gehoben wird1 wie er ganz davon erfllt sein mu4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die drei ,grundberzeugungen ,solche ,erhebung der ,moral zu einer weltschaffenden ,gre bringt es mit sich1 da sich aus ihr auch ,grundberzeugungen vom ,ganzen der ,wirklichkeit entwickeln1 ,grundberzeugungen1 praktische ,ideen1 die keine theoretischen ,lehrstze sind und nicht als solche verwandt werden drfen1 die aber dem pflichtmig handelnden ,menschen unbedingt gewi sind2 sie sind ,sache des ,glaubens1 aber eines ,glaubens1 an dem aller ,wert des ,menschen hngt1 und der sich von einem dogmatischen ,glauben aufs deutlichste unterscheidet4 ,der erste ,punkt dieses moralischen ,glaubens ist die ,idee der ,freiheit1 die allein ,moral berhaupt mglich macht1 ,freiheit im ,sinne einer ,selbstbestimmung des vernnftigen ,willens2 der zweite die ,idee der ,unsterblichkeit1 da die notwendige ,forderung einer vollendeten ,heiligkeit des ,wandels sich innerhalb des ,erdenlebens unmglich erfllen lt1 ein schlechthin ,unmgliches aber nie die volle ,kraft der ,seele gewinnen knnte2 der dritte die ,idee ,gottes1 als des ,trgers einer naturberlegenen ,ordnung1 die das ,glck zur ,glckswrdigkeit in das rechte ,verhltnis bringt4 ,von diesen ,ideen ist aber die erste als die grundlegende die weitaus wichtigste1 die anderen dienen mehr zur ,ausfhrung und zur ,hilfe4 ,im ,grunde ist es der ,glaube an das in uns gegenwrtige ,wirken einer ,welt der ,freiheit gegenber aller bloen ,natur1 der ,kant eine volle ,gewiheit und freudigen ,lebensmut gibt4 ,die ,idee der ,freiheit ist die einzige unter allen ,ideen der reinen ,vernunft1 deren ,gegenstand ,tatsache ist4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das moralische ,gesetz in uns ,wie sich ihm mit dem allen unser ,verhltnis zu den groen ,lebensfragen darstellt1 darber spricht er sich an einer ,stelle der ,praktischen ,vernunft aus1 die fr das ,ganze seiner ,denkart zu bedeutend und zu bezeichnend ist1 als da wir auf eine ,anfhrung verzichten mchten4 ,er sucht zu zeigen1 da eine nhere ,einsicht in die tiefsten ,grnde der ,wirklichkeit unserem moralischen ,handeln leicht gefhrlich werden knnte4 ,statt des ,streits1 den jetzt die moralische ,gesinnung mit den ,neigungen zu fhren hat1 in welchem nach einigen ,niederlagen doch allmhlich moralische ,strke der ,seele zu erwerben ist1 wrden ,gott und ,ewigkeit mit ihrer furchtbaren ,majestt uns unablssig vor ,augen liegen4 -- ,die bertretung des ,gesetzes wrde freilich vermieden1 das ,gebotene getan werden2 weil aber die ,gesinnung1 aus welcher ,handlungen geschehen sollen1 durch kein ,gebot mit eingeflt werden kann1 der ,stachel der ,ttigkeit hier aber sogleich bei ,hand und uerlich ist1 die ,vernunft also sich nicht allererst emporarbeiten darf1 um ,kraft zum ,widerstande gegen ,neigung durch lebendige ,vorstellung der ,wrde des ,gesetzes zu sammeln1 so wrden die mehrsten gesetzmigen ,handlungen aus ,furcht1 nur wenige aus ,hoffnung und gar keine aus ,pflicht geschehen1 ein moralischer ,wert der ,handlungen aber1 worauf doch allein der ,wert der ,person und selbst der der ,welt in den ,augen der hchsten ,weisheit ankommt1 wrde gar nicht existieren4 ,nun1 da es mit uns ganz anders beschaffen ist1 da wir1 mit aller ,anstrengung unserer ,vernunft1 nur eine sehr dunkle und zweideutige ,aussicht in die ,zukunft haben1 der ,weltregierer uns sein ,dasein und seine ,herrlichkeit nur mutmaen1 nicht erblicken oder klar beweisen lt1 dagegen das moralische ,gesetz in uns1 ohne uns etwas mit ,sicherheit zu verheien oder zu drohen1 von uns uneigenntzige ,achtung fordert1 brigens aber1 wenn diese ,achtung ttig und herrschend geworden1 allererst alsdann und nur dadurch ,aussichten ins ,reich des bersinnlichen1 aber auch nur mit schwachen ,blicken erlaubt2 so kann wahrhafte sittliche1 dem ,gesetze unmittelbar geweihte ,gesinnung stattfinden und das vernnftige ,geschpf des ,anteils am hchsten ,gute wrdig werden1 das dem moralischen ,werte seiner ,person und nicht blo seiner ,handlungen angemessen ist4 ,also mchte es auch hier wohl damit seine ,richtigkeit haben1 was uns das ,studium der ,natur und des ,menschen sonst hinreichend lehrt1 da die unerforschliche ,weisheit1 durch die wir existieren1 nicht minder verehrungswrdig ist in dem1 was sie uns versagte1 als in dem1 was sie uns zuteil werden lie4 99 99 99 99 99 ,zeigt diese ,stelle einmal1 wie tief eine religise berzeugung in ,kants ,gemte wurzelt1 so bekundet sie nicht minder die eigentmliche ,art des von ihm entwickelten ,idealismus4 ,bisher suchte die ,philosophie aus dem ,ganzen der ,weltanschauung dem ,leben seine ,richtung zu geben1 es hatte seine ,ziele und ,gter aus der mit dem ,all befaten ,wissenschaft zu empfangen4 ,darin vollzieht nun ,kant eine vllige ,umkehrung4 ,ein spekulatives ,eindringen in die letzten ,grnde ist nach seiner berzeugung dem ,menschen schlechterdings versagt1 aber deshalb brauchen wir nicht auf allen ,sinn der ,wirklichkeit zu verzichten1 wir finden ihn und zugleich die ,richtung des ,lebens vom ,handeln her1 von einem ,handeln1 das sich selbst zu einer ,welt erweitert1 aus seiner ,ttigkeit eine ,welt der ,freiheit hervorbringt4 ,ein ,idealismus1 der daraus hervorgeht1 scheint unserem ,denker weit krftiger und lebensvoller als einer1 der einer verwickelten ,weltanschauung entspringt2 auch hat er den ,vorteil1 sich auf etwas zu grnden1 was jedem ,menschen nahe und gegenwrtig ist1 was daher jeder ohne viel gelehrtes ,wissen bei sich beleben kann4 ,es ist der ,mensch als ,mensch1 den diese ,denkweise aufruft4 99 99 99 99 99 ,nachdem so die ,weltmacht der ,moral vllig gesichert ist1 darf sie ihr ,ma an das vorgefundene ,dasein legen1 darf sie den ganzen ,umkreis des ,lebens an sich zu ziehen und von sich aus zu gestalten suchen4 ,sie wird dabei vor allem eine vllige ,unabhngigkeit vom ,stande der ,menschen wahren1 nicht ihre ,vorschriften danach einrichten und darauf herabstimmen1 was im ,durchschnitt getan wird2 fr hchst verwerflich wird es erklrt1 die ,gesetze ber das1 was ich tun soll1 von demjenigen herzunehmen oder dadurch einschrnken zu wollen1 was getan wird4 ,die ,moral hat ihr ,gesetz und ihr ,gericht in sich selbst1 das ,tun und ,treiben der ,menschen ndert daran nicht das mindeste4 ,wenn ein jeder lge1 wre deswegen das ,wahrreden eine bloe ,grille8 ,randnotiz3 ,das radikale ,bse ,bei solcher ,unabhngigkeit der ,moral kann es in keiner ,weise erschrecken und niederdrcken1 wenn der ,mensch sich in weitem ,abstande von ihr befindet4 ,das aber ist nach ,kants berzeugung in der ,tat der ,fall4 ,sein ,urteil ber den moralischen ,stand der ,menschheit ist wenig gnstig4 ,er beklagt vor allem die ,unlauterkeit des ,menschen1 seinen ,mangel an ,wahrhaftigkeit und ,aufrichtigkeit1 er findet in ihm einen ,hang zum ,bsen1 der nicht zu vertilgen1 sondern nur zu berwiegen ist1 er meint1 da das ,bse nicht blo in den ,neigungen1 sondern im ,willen liege1 indem man jenen nicht widerstehen wolle4 ,so hat ,kant die ,lehre von einem radikalen ,bsen1 und er spricht wohl von einer ,bsartigkeit der menschlichen ,natur2 auch seine nheren ,ausfhrungen zeigen ein starkes ,mitrauen gegen die moralische ,haltung des ,menschen4 ,aus so krummem ,holz1 als woraus der ,mensch gemacht ist1 kann nichts ganz ,gerades gezimmert werden4 ,da dies aber seine ,hochschtzung des ,menschenwesens als eines ,trgers sittlicher ,freiheit in keiner ,weise vermindert1 so entsteht eine starke ,spannung1 und es erklrt sich auch1 wie ,kant weniger darauf bedacht ist1 eine ,verstndigung zwischen der sittlichen ,forderung und dem ,menschen der ,erfahrung herbeizufhren1 als das sittliche ,gesetz in seiner vollen ,reinheit und ,strenge aufrechtzuhalten2 alle ,laxheit1 alle ,neigung zu ,kompromissen findet bei ihm entschiedenste ,ablehnung4 ,es bringt ihm daher echte ,moral einen fortwhrenden ,kampf mit sich1 einen ,kampf zwischen ,neigung und ,pflicht1 zugleich aber eine hohe ,schtzung der ,tapferkeit1 wie er denn die ,tugend geradezu als moralische ,tapferkeit bezeichnet1 deren ,fahne es hochzuhalten gilt4 ,so ist das ,leben1 das hier entsteht1 wahrlich nicht leicht und bequem1 es verlangt unaufhrliche ,anspannung aller ,kraft1 es verlangt fortwhrende ,selbstberwindung1 aber es erlangt in dem allen auch eine unvergleichliche ,gre und ,freude1 es hat seinen ,lohn in sich selbst1 braucht ihn nicht von drauen her zu empfangen1 es hebt ber das gewhnliche ,glck hinaus und trgt in sich selbst eine hohe ,befriedigung4 99 99 99 99 99 ,wenn ,kant von der ,moral als der herrschenden ,macht alle ,lebensgebiete gestaltet1 so mag das eine groe ,gefahr fr die ,entfaltung der ,eigentmlichkeit dieser dnken4 ,in ,wahrheit ist eine ,verengung nicht zu leugnen1 da ,kant die ,moral lediglich auf das ,verhltnis zu ,menschen beschrnkt1 nur ,pflichten des ,menschen gegen ,menschen kennt4 ,andererseits verhindert die hohe ,fassung der ,moral als eines ,reiches der ,freiheit und ,selbstttigkeit mit ,sicherheit ein ,sinken zu einem bloen ,moralismus1 der alles nur daraufhin ansieht1 wie weit es der ,besserung der ,individuen ntze2 die ,moral greift hier weniger in den nheren ,bestand der ,gebiete ein1 als sie ihrem ,ganzen die ,richtung auf hchste ,zwecke1 auf jenes ,reich der ,freiheit gibt2 so wirkt sie konzentrierend1 klrend und krftigend auf den ganzen ,umfang des ,lebens4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,kant und die ,religion ,am wenigsten erlangt wohl ihr volles ,recht die ,religion1 wenn sie als die ,erkenntnis aller unsrer ,pflichten als gttlicher ,gebote verstanden wird4 ,denn streng genommen wrde sie damit ein bloes ,mittel zur ,verstrkung der ,moral1 und es wre dabei nicht einmal gewi1 ob das blo eine ,hilfe fr menschliche ,schwche wre1 die ein ,starker wohl auch entbehren knnte1 oder ob sie eine ,wahrheit aus eigenem ,rechte besitzt4 ,was aber den ,inhalt betrifft1 so liegt nach ,kant in der ,religion aller ,wert am ,tun4 ,dabei lt sich vollauf anerkennen1 da der eigentmliche ,charakter der ,religion wenig zur ,geltung kommt1 und doch die ,energie bewundern1 mit der die moralische ,seite der ,religion hervorgekehrt1 allem ,scheinwesen in ihr widerstanden1 ihr ,leben vor allem in unmittelbare ,gegenwart gestellt wird4 ,bezeichnend sind hier die ,worte3 ,alles was auer dem guten ,lebenswandel der ,mensch noch tun zu knnen vermeint1 um ,gott wohlgefllig zu werden1 ist bloer ,religionswahn und ,afterdienst ,gottes1 und die anderen3 da ein ,geschichtsglaube ,pflicht sei und zur ,seligkeit gehre1 ist ,aberglaube4 ,es ist aber ,aberglaube der ,hang1 in das1 was als nicht natrlicherweise zugehend vermeint wird1 ein greres ,vertrauen zu setzen1 als was sich nach ,naturgesetzen erklren lt1 -- es sei im ,physischen oder ,moralischen4 ,kant ist darum besorgt1 da die ,selbstndigkeit der ,moral durch ihre ,verkettung mit der ,religion ,schaden leide2 so dringt er mit hchstem ,eifer darauf1 da nicht die ,moral auf die ,religion1 sondern die ,religion auf die ,moral gegrndet werde4 ,kants persnliche ,religion war ohne ,zweifel weit reicher und tiefer als die von ihm in ,begriffe gefate1 ein ,bewutsein der ,abhngigkeit von einer hheren ,macht und ein ,vertrauen auf diese ,macht geht durch alle seine ,schriften4 ,ein bloer ,moralist konnte nicht sagen1 da1 wenn man von einem letzten ,zwecke der ,welt sprechen drfe1 er nicht in der ,glckseligkeit der vernnftigen ,wesen zu suchen sei1 sondern in der ,ehre ,gottes4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,wahrhaftigkeit und ,gerechtigkeit ,zu grerem ,reichtum entfaltet sich die moralische ,grundanschauung ,kants in der ,gestaltung des menschlichen ,zusammenseins4 ,hier haben sich in allen ,verhltnissen die beiden ,tugenden zu bewhren1 die ihm als die hchsten gelten3 ,wahrhaftigkeit und ,gerechtigkeit4 ,die ,pflicht der ,wahrhaftigkeit geht in erster ,linie nicht gegen andere1 sondern gegen uns selbst1 in der ,lge und ,unaufrichtigkeit schaden wir vornehmlich uns selbst1 indem wir dadurch die ,achtung zerstren1 die wir uns selbst als einem moralischen ,wesen schulden4 ,zur ,pflicht der ,wahrhaftigkeit gehrt auch1 da wir berall aus selbstndiger ,entscheidung und eigner berzeugung handeln1 auch uns davor hten1 blinde und uere ,bekenntnisse nachzusprechen4 ,gewi schtzt auch strenge ,gewissenhaftigkeit uns nicht vor ,irrung1 aber diese trifft dann nicht unsere ,gesinnung4 ,es kann sein1 da nicht alles wahr ist1 was ein ,mensch dafr hlt 7denn er kann irren71 aber in allem1 was er sagt1 mu er wahrhaft sein4 ,das ,verhltnis der ,menschen untereinander werde aber durch die ,idee der ,gerechtigkeit bestimmt1 sowohl im privaten ,verkehr als im ,staate als im weltbrgerlichen ,verkehr der ,vlker4 ,wie hoch ,kant von der ,gerechtigkeit denkt1 das zeigen die ,worte3 ,wenn die ,gerechtigkeit untergeht1 hat es keinen ,wert mehr1 da ,menschen auf ,erden leben2 von der ,ungerechtigkeit aber sagt er3 ,niemals emprt etwas mehr als ,ungerechtigkeit1 alle anderen bel1 die wir ausstehen1 sind nichts dagegen4 ,demnach empfiehlt es sich1 das ,verhltnis von ,mensch zu ,mensch mehr auf ,gerechtigkeit und gegenseitige ,achtung als auf ,liebe zu stellen4 ,liebe kann nicht geboten werden1 und ,mitleid ist kein groes ,gegenmittel gegen den ,eigennutz4 ,es fllt hier stark ins ,gewicht1 da ,kant wenig von den ,neigungen des ,menschen hlt und sie viel zu vernderlich findet1 um auf sie unser ,leben zu bauen4 ,aus der ,selbstachtung aber1 die ich als ,glied eines ,reiches der ,freiheit haben darf1 geht unmittelbar eine ,achtung auch der anderen hervor2 umgekehrt lt sich sagen1 da1 wo diese ,achtung fehlt1 es im ,grunde auch an echter ,selbstachtung gebricht4 ,der ,hochmtige ist jederzeit im ,grunde seiner ,seele niedertrchtig4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,kants ,staatsideal ,im ,staatswesen aber wirkt die ,kantische ,grundberzeugung zur ,voranstellung der ,ideen ,recht und ,freiheit4 ,die hohe ,schtzung der ,freiheit1 welche ,kant im ,ganzen des ,lebens bekundet1 mu natrlich auch hierher wirken2 vom ,recht aber sagt er1 da es der ,augapfel ,gottes auf ,erden sei4 ,der enge ,zusammenhang von ,recht und ,freiheit erhellt aus der ,definition des ,rechts als des ,inbegriffs der ,bedingungen1 unter denen die ,willkr des einen mit der ,willkr des anderen nach einem allgemeinen ,gesetze der ,freiheit zusammen vereinigt werden kann4 ,den ,staat aber definiert er als eine ,vereinigung einer ,menge von ,menschen unter ,rechtsgesetzen4 ,so ist der ,staat hier vor allem ,rechtsgemeinschaft1 er gilt als von den ,individuen her entstanden2 mag ,kant seine ,entstehung aus einem ,vertrage als ,faktum bekmpfen1 als ,idee hlt er sie fest4 ,so kann hier von einem nationalen ,staate1 auch von einem ,kulturstaate nicht die ,rede sein2 diese ,begriffe blieben einer spteren ,entwicklung vorbehalten4 ,in die nhere ,ausfhrung wirken ,gedanken ein1 welche die ,franzsische ,revolution1 namentlich ihr ,beginn1 auch in ,deutschland weiten ,kreisen zugefhrt hatte4 ,die ,forderungen der ,freiheit1 ,gleichheit1 ,selbstndigkeit spielen bei ,kant eine groe ,rolle1 aber er hat sie ethisch vertieft und auch in der nheren ,ausfhrung mavoll gestaltet4 ,sein politisches ,ideal ist eine ,reprsentationsverfassung1 alle wahre ,republik ist und kann nichts anderes sein als ein reprsentatives ,system im ,volke4 ,bei aller ,freiheitsliebe hat er wenig ,sympathie fr die ,demokratie1 er sieht in ihr eine ,gefahr fr die ,freiheit des einzelnen1 die ihm besonders am ,herzen liegt1 ,volksmajestt erklrt er fr einen ungereimten ,ausdruck4 ,eine nahe ,verwandtschaft mit den ,lehren des englischen ,liberalismus ist in diesem ,aufbau des ,staates von den ,individuen her nicht zu verkennen1 aber solche ,verwandtschaft darf erhebliche innere ,unterschiede nicht bersehen lassen4 ,dort ist es der ,mensch1 wie er leibt und lebt1 dem die ,freiheit und mit ihr ein hoher ,wert zuerkannt wird1 bei ,kant ist es die ,persnlichkeit als ,glied einer sittlichen ,welt2 dort ist das hchste ,ziel das ,wohlergehen der ,gesellschaft1 bei ,kant dagegen die ,begrndung eines ,reiches der ,freiheit und ,gerechtigkeit auf dem eigenen ,boden der ,menschheit2 dort mute man1 um die eigenen ,ziele erreichbar zu finden1 den ,menschen moralisch vortrefflich denken und ihn damit idealisieren1 bei ,kant verhindert1 wie wir sahen1 alle ,hochschtzung der ,vernunft im ,menschenwesen nicht die volle ,anerkennung schwerer ,mngel und ,schden4 ,es hngt damit eng zusammen1 da seine ,art der ,freiheit keine ,weichheit kennt1 vielmehr einen strengen ,charakter hat2 dafr ist z4 ,b4 bezeichnend die entschiedene ,verteidigung der ,todesstrafe als einer ,forderung der ,gerechtigkeit4 99 99 99 99 99 ,das ,verlangen einer ,ordnung der menschlichen ,verhltnisse aus der ,idee der ,gerechtigkeit hat ,kant auch auf das ,verhltnis der ,vlker ausgedehnt und auch fr die uere ,politik eine ,leitung durch die ,idee des ,rechts verlangt4 ,hier stt er besonders hart mit den ,durchschnittsverhltnissen und auch mit den ,durchschnittsmeinungen zusammen1 aber hier zeigt er auch besonders deutlich die unbeugsame ,festigkeit seiner berzeugung1 sein ,vermgen1 unbeirrt durch allen ,widerspruch mit ruhiger ,kraft den eigenen ,weg zu verfolgen4 ,mit grter ,energie tritt er dafr ein1 da nie das ,recht der ,politik1 wohl aber die ,politik jederzeit dem ,rechte angepat werde4 ,was eine vom ,rechte absehende ,politik an ueren ,vorteilen etwa gewinnen lassen kann1 das wiegt nach seiner berzeugung weitaus nicht den ,schaden auf1 der aus der ,geringachtung dessen hervorgeht1 was dem menschlichen ,leben allein einen ,wert zu geben vermag4 ,wohl ist1 so meint er1 ,ehrlichkeit nicht immer die beste ,politik1 aber sie ist besser als alle ,politik4 ,politiker1 die nur auf den ,erfolg ausgehen und sich dabei ihrer ,menschenkenntnis rhmen1 mgen die ,menschen kennen1 nicht aber kennen sie den ,menschen und was aus ihm gemacht werden kann4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ewige ,friede ,aus solchem ,zusammenhange ist auch die ,schrift vom ewigen ,frieden zu verstehen1 der das #ah4 ,jahrhundert von frh an beschftigt hatte1 der aber von ,kant mit besonderem ,nachdruck vertreten wird4 ,er entwickelt diesen ,gedanken nicht blo in jener ,schrift1 er verficht ihn eifrig auch sonst1 er erklrt dabei den ,krieg als das grte ,hindernis des ,moralischen1 er stellt die ,forderung1 den ,krieg erstlich nach und nach menschlicher zu gestalten1 ihn darauf seltener zu machen1 ihn endlich als ,angriffskrieg ganz verschwinden zu lassen4 ,sein ,ideal ist ein allgemeiner ,staatenverein 7analogisch mit dem1 wodurch ein ,volk ,staat wird71 nur er vermge einen wahren ,friedensstand herbeizufhren4 ,die ,schwierigkeiten dessen entgehen ,kant freilich nicht1 in seiner ,rechtslehre fhrte ihn ihre ,erwgung sogar dahin1 den ewigen ,frieden eine unausfhrbare ,idee zu nennen4 ,aber er bleibt ihm doch das letzte ,ziel des ganzen ,vlkerrechts1 und fr ausfhrbar erklrt er die politischen ,grundstze1 die darauf abzwecken1 nmlich solche ,verbindungen der ,staaten einzugehen1 als zur kontinuierlichen ,annherung zu denselben dienen4 ,an einer anderen ,stelle erklrt er1 der ewige ,friede sei keine leere ,idee1 sondern eine ,ausgabe1 die1 nach und nach aufgelst1 ihrem ,ziele 7weil die ,zeiten1 in denen gleiche ,fortschritte geschehen1 hoffentlich immer krzer werden7 bestndig nher kommt4 99 99 99 99 99 ,beim ,fortschrittsgedanken1 der uns hier begegnet1 ist ,kants ,stellung eigentmlich genug4 ,seine ,geringschtzung der moralischen ,beschaffenheit des ,menschen1 namentlich seine berzeugung von der tiefen ,wurzel des bels1 macht es ihm schwer1 einen ,fortschritt anzunehmen1 spricht er doch von einem traurigen ,anblick1 nicht sowohl der bel1 die das menschliche ,geschlecht aus ,naturursachen drcken1 als vielmehr derjenigen1 welche die ,menschen sich untereinander selbst antun4 ,so erklrt er es fr unmglich1 da der ,fortschritt zum ,besseren durch den ,gang der ,dinge von unten hinauf erfolge4 ,andererseits kann er nicht auf den ,fortschritt gnzlich verzichten1 da ohne eine ,hoffnung besserer ,zeiten eine ernstliche ,begierde1 etwas dem allgemeinen ,wohl ,ersprieliches zu tun1 nie das menschliche ,herz erwrmt htte4 ,so mssen wir notwendig auf einen ,fortschritt zum ,besseren hoffen1 aber er ist nicht sowohl von dem zu erwarten1 was wir tun1 sondern von dem1 was die menschliche ,natur in und mit uns tun wird1 um uns in ein ,gleis zu ntigen1 in welches wir uns von selbst nicht leicht fgen wrden4 ,denn von ihr1 oder vielmehr 7weil hchste ,weisheit zur ,vollendung dieses ,zweckes erfordert wird7 von der ,vorsehung allein knnen wir einen ,erfolg erwarten1 der aufs ,ganze und von da auf die ,teile geht4 hnlich sagt ,kant an einer anderen ,stelle1 da die ,hoffnung des ,fortschreitens nur in einer ,weisheit von oben herab begrndet sei4 ,so sehen wir ,kant auch bei diesen ,fragen eigene ,wege verfolgen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das ,reich des ,schnen ,die ,energie1 welche ,kant an die moralische ,aufgabe setzt1 und der schwere ,ernst1 den er dem menschlichen ,leben gibt1 knnten erwarten lassen1 da er das ,reich des ,schnen geringschtzig oder doch nebenschlich behandelt htte2 die stoische ,gesinnung1 der doch ,kant eng verwandt ist1 war im allgemeinen der ,kunst wenig hold4 ,in ,wahrheit steht es bei ihm vllig anders4 ,er hat nicht nur im einzelnen viel ,interesse fr knstlerische ,leistungen und ,probleme1 er sucht auch das gesamte ,reich des ,schnen in seine ,gedankenwelt aufzunehmen und es tiefer in der ,seele zu begrnden4 ,mag er schlielich das ,schne dem ,guten als ,symbol des ,sittlichguten unterordnen und den ,geschmack als ein ,beurteilungsvermgen der ,versinnlichung sittlicher ,ideen verstehen1 in die ,errterung selbst greift das wenig ein1 sie behandelt das ,schne als ein eigenes ,reich und befreit dies von herkmmlicher ,vermengung mit anderen ,gebieten4 ,das ,schne wird weit ber das ,angenehme der ,sinne hinausgehoben und schon dadurch von ihm deutlich geschieden1 da das ,angenehme ,sache des ,einzelnen ist1 whrend das ,schne als ,gegenstand eines allgemeinen ,wohlgefallens vorgestellt wird4 ,gegen das ,gute aber grenzt es sich dadurch ab1 da das ,gute vermittelst der ,vernunft durch den bloen ,begriff gefllt und mit ,interesse verknpft ist1 whrend das ,wohlgefallen am ,schnen interesselos ist und ohne ,begriffe entsteht4 ,dieser ,anspruch des ,schnen auf ,allgemeingltigkeit wird fr ,kant ein groes ,problem und fhrt ihn wiederum zu einer ,verschiebung von der ,auenwelt in die ,seele2 das ,schne liegt nicht in den ,dingen1 sondern es hat seinen ,ursprung im ,geiste1 wir erfahren in ihm nicht eine ,harmonie der ,dinge1 sondern eine ,harmonie unserer eigenen ,geisteskrfte2 auch hier ist es die ,form1 worin die geistige ,leistung besteht1 auch hier wird damit das ,erlebnis ber einen niederen ,seelenstand hinausgehoben4 ,wie das ,gute eine berlegenheit gegen alle ,neigung besa1 so wird das ,geschmacksurteil als vllig unabhngig von ,reiz und ,rhrung erklrt und ganz und gar auf die ,form gerichtet2 es entspringt nicht aus der ,lust1 sondern es geht ihr vorher4 ,auch damit gewinnt das ,leben an ,selbstndigkeit1 es befreit sich am ,sinnlichen selbst durch die ,macht der ,form vom ,drucke bloer ,sinnlichkeit4 ,so wird dieses ,reich ein unentbehrliches ,bindeglied zwischen dem erhabenen ,reich der ,moral und der bunten ,flle des sinnlichen ,daseins1 und das ,ganze gestaltet sich letzthin zu einem ,gewinne der ,freiheit4 ,der ,geschmack macht gleichsam den bergang vom ,sinnenreiz zum habituellen moralischen ,interesse ohne einen gar zu gewaltsamen ,sprung mglich1 indem er die ,einbildungskraft auch in ihrer ,freiheit als zweckmig fr den ,verstand bestimmbar darstellt und sogar an ,gegenstnden der ,sinne auch ohne ,sinnenreiz ein freies ,wohlgefallen finden lehrt4 ,solche ,emporhebung des ,schnen ber alle niedrige ,lust1 solche ,anerkennung seiner ,selbstndigkeit1 solche ,verlegung seines ,ursprungs in die innere ,werkstatt des ,geistes wirkten zusammen dahin1 unsere groen ,dichter mit ,kant zu verbinden und sie mit grter ,schtzung seiner zu erfllen2 so konnte auch ,goethe trotz vielfachen sonstigen ,gegensatzes die groen ,hauptgedanken der ,kritik der ,urteilskraft seinem eigenen ,schaffen1 ,tun1 ,denken ganz analog finden4 ,die ,behandlung des ganzen ,gebietes empfngt aus solchem ,verstehen von innen her den ,antrieb1 die inneren ,bedingungen und das innere ,gewebe des ,schaffens zu voller ,klarheit herauszuarbeiten4 ,randnotiz3 ,schn und ,erhaben ,wie sich damit der ,anblick verwandelt1 das zeigt mit besonderer ,deutlichkeit die ,behandlung des ,erhabenen1 dem ,kant von frh an viel ,aufmerksamkeit zugewandt hatte4 ,das ,gefhl des ,erhabenen enthlt augenscheinlich einen ,kontrast4 ,diesen ,kontrast erklrte man bisher als einen ,zusammensto von menschlichem ,vermgen und ,auenwelt1 ,kant aber verlegt ihn ganz und gar in die eigene ,seele des ,menschen4 ,erhaben ist die ,natur in denjenigen ihrer ,erscheinungen1 deren ,anschauung die ,idee ihrer ,unendlichkeit mit sich fhrt4 ,dieses letztere kann nun nicht anders geschehen als durch die ,unangemessenheit selbst der grten ,bestrebung unserer ,einbildungskraft in der ,grenschtzung eines ,gegenstandes4 ,wenn aber so das ,erhabene daraus entsteht1 da die ganze ,macht der ,einbildungskraft den ,ideen der ,vernunft unangemessen befunden wird1 so liegt die wahre ,erhabenheit nicht im ,naturobjekte1 sondern im ,gemte des ,urteilenden4 ,damit ist wiederum der ,schwerpunkt des ,lebens in die ,innenwelt verlegt4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,kants einzigartige ,gre ,zum ,rckblick und ,abschlu seien nur einige ,worte gestattet4 ,wie immer man sich zu den einzelnen ,problemen stellen mag1 eine einzigartige ,gre ,kants wird kein ,unbefangener bestreiten4 ,eine ungeheure ,kraft erweist sich darin1 alle ,wissensgebiete nicht nur1 sondern auch alle ,lebensinteressen der ,menschheit mit offnem ,blick zu umspannen und sie doch zur ,einheit zusammenzuzwngen1 zugleich aber ihnen den eigenen ,stempel aufzuprgen4 ,kant stand berall auf dem ,boden strenger1 ja strengster ,wissenschaft1 aber die ,wissenschaft ist ihm1 um einen ,ausdruck von ihm selbst zu gebrauchen1 die enge ,pforte geworden1 die zur ,weisheitslehre fhrt4 ,das ,ganze seines ,werkes ist bei aller ,ruhe und ,grndlichkeit seiner ,arbeit voll innerer ,bewegung1 verschiedene ,strmungen entstehen und scheinen zunchst einander zu widerstreiten1 aber es gelingt1 sie nicht nur miteinander auszugleichen1 sondern sie zu gegenseitiger ,verstrkung zu verbinden4 ,ein wunderbares ,gleichgewicht der ,stimmung entsteht daraus1 da dem ,menschen nicht nur sowohl eine ,gre als eine ,grenze zuerkannt wird1 sondern da beides aufeinander angewiesen wird und sich gegenseitig zu frdern vermag3 nur die ,grenze unseres ,wissens macht die ,gre unseres ,handelns mglich1 und diese ,gre selbst gibt der ,begrenzung einen ,wert4 ,dem entspricht auch der ,ton der ,darstellung3 durchgngig schlicht1 klar bestimmend1 scharf scheidend1 besonnen abwgend1 nicht selten schulmig schwerfllig2 dann aber auf den ,hhepunkten ein ,durchbrechen eines reinen und echten ,enthusiasmus und zugleich eine ergreifende ,wrme und ,einfalt der ,darstellung4 berall der vollste ,ernst1 die lauterste ,wahrhaftigkeit1 das ,ganze wie ein offnes ,bekenntnis von den hchsten ,dingen4 ,als ,gesamtergebnis eine ,befreiung des ,menschen vom ,drucke der ,auenwelt1 eine unermeliche ,steigerung seiner ,ttigkeit1 aber nicht in der ,richtung nach auen hin1 sondern in der gegen sich selbst1 eine ,vertiefung des ,seelenlebens1 ja eine ,entdeckung und ,belebung einer ganzen ,welt in der ,seele4 ,zugleich ein gewaltiger ,ansporn des ,lebens1 ein ,aufruf zur ,erringung seines eigenen ,wesens und zum unermdlichen ,kampf gegen alles1 was drauen und mehr noch drinnen unseren hchsten ,aufgaben widersteht4 ,kant hat mehr in dem ,menschen sehen gelehrt und mehr aus dem ,menschen gemacht4 ,das knnen nur groe ,denker1 und er ist einer der grten4 ,uns ,deutschen aber hat er1 ohne da er viel vom deutschen ,wesen sprach1 den eigentmlichen ,idealismus ausgebildet1 auf den unser ,wesen angelegt ist4 ,das ist ein anderer ,idealismus als der indische mit seiner ,verflchtigung der ,welt und seinem ,ersehnen tatloser ,ruhe1 ein anderer auch als der griechische mit seiner ,schtzung der ,welt als eines herrlichen ,kunstwerkes und seiner ,erfllung des ,lebens durch die lustvolle ,anschauung der ewigen ,zier4 ,vielmehr ist es ein herber und krftiger ,idealismus1 ein ,idealismus der ,tat1 der die ,welt um uns voller ,verwicklung findet1 der aber in uns das ,vermgen entdeckt1 eine neue ,welt zu entfalten1 der in solcher ,entfaltung eine schwere ,aufgabe findet1 aber dabei auch eine innere ,erhhung erfhrt und aus ihr stark genug wird1 allen ,gegnern drauen und drinnen zu trotzen und mutig den ,kampf gegen die ,unvernunft unseres ,daseins aufzunehmen4 ,dieser ,idealismus1 der von alters her in uns ,deutschen wirkt1 hat durch die ,befreiungstat ,kants auch einen festen wissenschaftlichen ,boden erhalten2 auf diesem ,boden haben die ,nachfolger weitergebaut1 und auch wir wollen ihn nicht verlassen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,kant und ,schiller ,die gewaltige ,wirkung ,kants bedarf keiner ,schilderung2 da er nicht nur die ,philosophie in eine neue ,bahn getrieben1 sondern auch das allgemeine ,leben aufrttelnd1 vertiefend1 befestigend ergriffen hat1 das steht uns deutlich vor ,augen4 ,so sei nur mit einigen ,worten seiner ,frderung unseres grten dramatischen ,dichters gedacht4 ,bei ,schiller kam einer ,philosophie der ,tat ein starker ,trieb zum ,handeln aus der eignen ,natur entgegen1 aber dieser ,trieb erhielt durch die ,berhrung mit jener ,philosophie eine ,luterung und ,veredlung4 ,mit ganzer ,seele stand ,schiller zur kantischen ,freiheitslehre1 zu seiner ,erhebung des ,menschen ber allen ,mechanismus der bloen ,natur1 zu seiner ,erweckung eines stolzen ,selbstbewutseins des ,menschenwesens als eines ,gliedes des ,reiches der ,freiheit4 ,ebenso wie bei ,kant verhindert aber auch bei ,schiller der feste ,glaube an menschliche ,gre nicht eine unbefangene ,wrdigung all des ,trben und ,schlechten1 was nicht nur die ,verhltnisse drauen1 sondern auch die menschlichen ,gesinnungen zeigen4 ,auch ,schiller gewinnt eine ,sicherheit und ,freudigkeit gegenber dem tiefen ,dunkel des ,lebens nicht durch eine bequeme ,verstndigung mit der ,welt1 die uns umgibt1 er gewinnt sie durch die ,erhebung in ein der ,seele gegenwrtiges ,reich der ,vernunft1 das den ,menschen der ,welt berlegen macht und eine neue ,schtzung der ,gter einfhrt4 ,so teilt ,schiller mit ,kant auch die gewaltige ,kraft der ,aufrttelung und ,bewegung1 die tapfere ,gesinnung1 den ,antrieb zu ,kampf und ,sieg4 ,was ,goethe von sich bekannte1 ,schiller habe ihn auf sich selbst zurckgefhrt und ihm eine zweite ,jugend verschafft1 das gilt ber die einzelne ,persnlichkeit hinaus fr das ,ganze des deutschen ,volkes3 der groe ,dichter1 der durch die ,schule des groen ,denkers gegangen ist1 kann auch auf die kommenden ,geschlechter zur ,befreiung1 ,befestigung1 ,verjngung wirken4 ,seine ,kunst ist uns vielfach ferngerckt1 seine ,denkweise mu uns bleiben4 ,fichte ,keiner von unseren groen ,denkern berhrt sich so eng mit der politischen ,lage und den nationalen ,fragen der ,gegenwart wie ,johann ,gottlieb ,fichte 7#agfb--ahad74 ,er hat den jhen ,zusammenbruch des alten ,staatssystems in tiefer ,erschtterung miterlebt1 er hat dann sofort seine ganze ,kraft in den ,dienst eines ,neuaufbaues gestellt1 und er hat in seinen im ,winter #ahjg_/jh gehaltenen ,reden an die deutsche ,nation sein ,volk sowohl aufgerttelt als ihm festen ,mut eingeflt4 ,er konnte das1 weil auch die schwersten ,ereignisse nicht im mindesten seinen ,glauben an unser ,volk und seine ,zukunft erschtterten1 er fand ,glauben und er erweckte ,glauben1 weil ein solcher aus seiner ,seele quoll2 sein felsenfestes ,vertrauen auf eine siegreiche ,auferstehung des deutschen ,volkes hat er in einer ,zeit verkndet1 wo ,berlin noch von franzsischen ,truppen besetzt war1 und wo bisweilen der ,trommelschlag ihrer vorberziehenden ,bataillone die ,stimme des ,redners bertnte4 ,mit solcher ,kraft und solcher ,wirkung zu seinem ,volke sprechen konnte er aber nur1 weil hinter seinen ,worten eine charaktervolle ,persnlichkeit und auch eine selbstndige ,gedankenwelt stand2 an die ,ausbildung dieser hatte er die ,arbeit seines ganzen ,lebens gesetzt2 erst ein ,einblick in diese ,welt und eine ,vergegenwrtigung der ,persnlichkeit1 die sie schuf1 lt uns die volle ,wucht seiner nationalen ,arbeit verstehen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,leben und eigentmliche ,art ,fichte1 der ,sohn eines ,leinewebers aus der ,lausitz1 hatte sich aus drftigen ,verhltnissen mhsam und unter vielfachen ,sorgen emporgearbeitet4 ,aber er war eine starke ,natur2 was die ,not des ,lebens ihm an uerer ,abhngigkeit auferlegte1 das hat seine innere ,unabhngigkeit1 ja berlegenheit nicht im mindesten angetastet4 ,wie er auch im ,dienen zu herrschen verstand1 das zeigt zum ,beispiel die ,tatsache1 da er in ,zrich als ,hauslehrer in einer brgerlichen ,familie die ,mutter der ,kinder zwang1 jeden ,sonntag anzuhren1 welche ,erziehungsfehler im ,laufe der ,woche begangen seien4 ,schwerer aber als alle ueren ,kmpfe waren ,verwicklungen in seiner ,seele1 war ein ungelster ,widerspruch zwischen seinem ,denken und seinem ,streben4 ,aus tiefster ,natur heraus trieb es ihn zu rastlosem ,wirken und lie ihn fr solches ,wirken volle ,freiheit verlangen2 sein ,verstand aber war dem ,spinozismus verfallen1 der ihm die ,welt als eine strenggeschlossene ,verkettung von ,ursachen und ,wirkungen vorhielt und daher der ,freiheit nicht den mindesten ,platz gewhrte4 ,aus diesem ,zwiespalt erlste ihn die ,kantische ,philosophie1 er fand in ihrer ,erweisung der ,kausalitt als einer blomenschlichen ,anordnung der ,wirklichkeit eine ,rettung der ,freiheit auf dem eigenen ,boden der ,wissenschaft1 er ergriff sofort mit feurigem ,eifer das ,ziel1 diese ,philosophie zu verknden und zugleich sie weiter auszubauen4 99 99 99 99 99 ,denn nach einem solchen ,ausbau drngte allerdings die eigentmliche ,art seiner ,seele und zugleich das ,verlangen seines ,denkens4 ,seine ,art war von der ,kants in wesentlichen ,stcken verschieden4 ,kant ging im ,forscherleben auf2 wohl hielt er der ,menschheit mit zwingender ,kraft ein ,reich der ,freiheit vor und vertiefte damit aufs wesentlichste ihr ,leben1 aber die ungeheure ,arbeit der geistigen ,umwlzung1 die er vollzog1 beherrschte ihn viel zu ausschlielich1 als da es ihn irgendwie zu einer praktischen ,ttigkeit1 einem ,eingreifen in den ,befund der ,dinge htte drngen knnen4 ,wie ferner seine ,arbeit mit aller vordringenden ,kraft hchste ,sorgfalt und ,besonnenheit verband1 so war er peinlich darauf bedacht1 die dem ,menschen neu erffnete ,gre gewissenhaft abzugrenzen2 die ,selbstttigkeit der ,vernunft fand beim ,erkennen eine feste ,schranke1 indem hier ein unerforschliches ,reich der ,dinge den unentbehrlichen ,stoff zu liefern hatte2 alles ward hier aufs sorgsamste abgewogen1 eben die ,ausgleichung der verschiedenen ,interessen1 die ,herstellung eines ,gleichgewichts zwischen ihnen1 bildet eine unbestreitbare ,hhe der ,kantischen ,leistung4 99 99 99 99 99 ,fichtes eigentmliche ,art drngte nach wesentlich anderer ,richtung1 jene berlegene ,weisheit konnte ihm nicht das letzte ,wort bedeuten4 ,so gro seine ,denkkraft war1 in ihm berwog der ,trieb des ,handelns1 ri das ,denken mit sich fort1 ja verwandelte es selbst in ein ,handeln1 in ein ,aneignen1 ,umwandeln1 ,beherrschen der ,gegenstnde4 ,so sucht ,fichtes ,denken einfache1 gerade ,linien1 es entwirft groe ,umrisse und geht rasch ber das ,einzelne weg1 mit unerbittlicher ,konsequenz verfolgt er seine ,bahn1 wird durch keine ,versuchung abgelenkt1 wirft alles nieder1 was ihm den ,weg versperrt4 ,sein ,ja verficht er mit mnnlicher ,unerschrockenheit und ohne die mindeste ,einschrnkung1 sein ,streben geht stets auf etwas ,ganzes1 ,letztes1 ,unbedingtes1 er liebt das ,wort schlechthin1 er hat das gewissermaen2 ich bekenne1 da ich dies gewissermaen und ihre ganze ,familie nicht liebe4 ,weit du etwas ,grndliches und willst du es uns sagen1 so rede bestimmt und ziehe statt deines gewissermaen eine scharfe ,grenze2 weit du nichts oder getraust du dich nicht zu reden1 so la es ganz sein4 ,tue nichts halb6 ,sein ,interesse ist ganz berwiegend dem ,menschen und dem ,menschenleben zugewandt1 hier will er bessern und bekehren1 umwandeln und erneuern1 die brige ,welt bleibt ihm bloe ,umgebung4 ,solches ,drngen zum ,wirken fordert gerade ,linien und entschiedene ,antworten2 der reine ,denker kann ,fragen offenlassen und in der ,zurckhaltung selbst eine ,gre erweisen2 wer die ,menschen zum ,handeln aufruft1 der darf nicht zwischen verschiedenen ,zielen schwanken und auch nicht auf halbem ,wege stehenbleiben4 ,randnotiz3 ,das ,ich ,aus solcher geistigen ,art empfand ,fichte die ,kantische ,begrenzung als eine unertrgliche ,einengung1 ja er glaubte erst die volle ,konsequenz der ,kantischen ,bewegung zu ziehen1 ,kant selbst erst recht zu verstehen1 wenn er alle solche ,schranken niederri1 den ,begriff der ,dinge an sich gnzlich strich1 die geistige ,ttigkeit zu schpferischem ,wirken aufrief und alle ,wirklichkeit als ihr ,erzeugnis zu verstehen suchte4 ,er konnte das natrlich nicht1 ohne im ,menschen ein ursprnglicheres und krftigeres ,leben aufzudecken1 als das unmittelbare ,seelenleben zeigt1 er fand das im ,ich1 das ihm nicht einen ruhenden ,punkt1 sondern ein ttiges ,prinzip1 ein aus sich selbst bewegtes und zu sich zurckkehrendes ,handeln bedeutete1 es war ihm nicht das einzelne ,individuum1 sondern als reines ,ich1 als absolutes ,ich1 als ,intelligenz eine alle ,individuen durchdringende1 bewegende1 weitertreibende ,macht4 ,diese ,macht sollte mit ihrer durch ,satz und ,gegensatz fortschreitenden ,bewegung in sicherem ,zuge die ganze ,wirklichkeit erzeugen2 die ,welt aber1 die als scheinbar in sich selbst beruhend uns gegenberliegt1 sollte in diese ,ttigkeit zurckgenommen1 dadurch erst wahrhaft durchleuchtet und in ein ,reich der ,vernunft verwandelt werden4 99 99 99 99 99 ,die nhere ,ausfhrung dessen kann uns hier nicht beschftigen1 zur gerechten ,wrdigung des ,unternehmens sei nur daran erinnert1 da es einer ,zeit angehrt1 die ganz an den ,problemen des ,menschenlebens hing und das ,weltall mit feiner ,natur ganz im ,hintergrunde belie2 nicht minder sei dessen gedacht1 da die philosophische ,arbeit von hier aus strkste ,antriebe zu einem systematischen ,zusammenhange und zur ,anerkennung einer durch den ,gegensatz fortschreitenden ,bewegung empfangen hat4 ,soll doch die ,wissenschaftslehre1 welche die ,lehre von einem absoluten ,ich in ihre ,konsequenzen zu entwickeln hat1 fr alle mglichen ,wissenschaften die ,grundstze und die systematische ,form begrnden4 ,wir beschrnken uns auf die ,darlegung der ,hauptantriebe1 welche die ,gestaltung des ,lebens von dieser ,lehre empfangen hat4 ,randnotiz3 ,das ,wollen als ,hauptkraft der ,seele ,zunchst erscheint es als ein unermelicher ,gewinn1 wenn nicht von einer ,tatsache1 sondern von einem ,handeln begonnen wird4 ,geht die ,philosophie von der ,tatsache aus1 so stellt sie sich in die ,mitte des ,seins und der ,endlichkeit1 und es wird ihr schwer werden1 aus dieser einen ,weg zum ,unendlichen und bersinnlichen zu finden2 geht sie von der ,tathandlung aus1 so steht sie gerade auf dem ,punkte1 der beide ,welten verknpft1 und von welchem aus sie mit ,einem ,blick bersehen werden knnen4 ,zugleich wird gezeigt1 da unser ,handeln und ,wollen nicht von den ,systemen unserer ,vorstellungen1 sondern da das ,system der ,vorstellungen von unserem ,triebe und unserem ,wollen abhngt4 ,so wird das ,wollen zur ,hauptkraft der ,seele1 zur ,kraft1 welche letzthin auch ber die ,richtung des ,denkens entscheidet4 ,die ,sphre unserer ,erkenntnis wird bestimmt durch unser ,herz2 nur durch unser ,streben umfassen wir1 was je fr uns dasein wird4 ,namentlich ist der ,hauptgegensatz in der ,stellung zur ,welt1 wie er nach ,fichtes ,ausdruck in ,dogmatismus und ,idealismus vorliegt1 nach ihm nicht durch wissenschaftliche ,errterung zu entscheiden1 sondern er fordert eine ,entscheidung des ganzen ,menschen4 ,der ,dogmatismus anerkennt eine gegebene ,welt und macht sich zugleich von ihr abhngig1 der ,idealismus hebt ber alle solche ,bindung hinaus1 versteht alle ,wirklichkeit aus dem ,handeln der ,intelligenz und gewhrt uns zugleich volle ,freiheit4 ,an dieser entscheidenden ,stelle gilt das ,wort3 ,was fr eine ,philosophie man whle1 hngt davon ab1 was fr ein ,mensch man ist4 99 99 99 99 99 ,das ,ziel der ,ziele wird hier ,selbstttigkeit um der ,selbstttigkeit willen1 das aber nicht als eine ,sache blinden ,naturtriebs1 sondern als eine ,forderung und eine ,pflicht4 ,es gilt unser empirisches ,ich dem absoluten ,ich unterzuordnen und dieses in jenem mglichst rein darzustellen1 unser ganzes ,leben verwandelt sich damit in eine ,aufgabe und eine ,pflicht1 eine ,pflicht an erster ,stelle nicht gegen andere1 sondern gegen uns selbst1 in einen unablssigen ,antrieb zur ,erringung unseres echten ,wesens1 zur ,abschttelung alles dessen1 was uns beengt und niederdrckt1 zur ,ausbildung voller ,freiheit und ,selbstndigkeit4 ,daher ist die ,pflicht kein von drauen auferlegtes ,gebot1 keine bloe ,polizei des ,lebens1 sondern die strkste ,lebensbewegung selbst1 ein mutiger ,aufstieg zur eigenen ,hhe4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,selbstttigkeit ,damit erhlt der ,mensch den ,antrieb1 nichts von dem1 was er drauen um sich findet1 unbesehens und gutglubig hinzunehmen1 vielmehr werde alles gewissenhaft geprft und nichts geduldet1 was nicht aus unserm eigenen ,denken und ,leben hervorgeht und nicht vor der ,vernunft sein gutes ,recht zu erweisen vermag4 ,auch in unserm ,innern bleibe nichts in trgem ,schlummer1 werde nichts blo gewohnheitsmig fortgefhrt1 sondern alles werde belebt1 alles unter der ,leitung der ,vernunft zu mglichst krftiger ,bettigung aufgerufen4 ,als ,quelle aller ,laster erscheint hier die ,faulheit1 als das radikale bel die ,trgheit2 eine starre ,routine aber1 welche die ,steigerungsfhigkeit menschlichen ,vermgens verkennt1 wird gewarnt1 die ,strke1 die ein groer ,entschlu geben wird1 nicht nach der zu beurteilen1 die wir alle ,tage haben4 ,aller ngstlichen ,berechnung des ,vermgens stellt ,fichte die berzeugung entgegen1 da der ,mensch kann1 was er soll1 und da er nicht wahrhaft will1 wenn er sagt1 da er nicht kann4 ,in diesem ,gedankengange erscheint als der ,zweck des ,erdenlebens der ,menschheit der1 da sie alle ,verhltnisse mit ,freiheit nach der ,vernunft einrichte1 und die ,kultur wird definiert als bung aller ,krfte auf den ,zweck der vlligen ,freiheit1 der vlligen ,unabhngigkeit von allem1 was nicht wir selbst1 unser reines ,selbst ist4 ,solcher berzeugung wird alles wertvoll1 was die ,ttigkeit zu steigern verspricht1 so das ,bedrfnis1 so selbst der ,schmerz1 indem er zur ,ttigkeit reizt4 ,als selbstverstndlich erscheint dabei die ,forderung1 da der ,mensch aus eigener ,entscheidung handle und sich nicht durch etwas ,fremdes bestimmen lasse2 sei dir selbst alles oder du bist nichts2 wer auf ,autoritt hin handelt1 handelt notwendig gewissenlos4 ,nur eigene ,freiheit fhrt zur ,moralitt4 ,in unverkennbarem ,hinblick auf ,kant und in deutlicher ,scheidung von ihm wird die ,formel aufgestellt3 ,handle so1 da du die ,maxime deines ,willens als ewiges ,gesetz fr dich denken kannst2 vollkommene bereinstimmung des ,menschen mit sich selbst bildet das hchste ,ziel4 ,aber die ,begrndung des ,menschen auf sein eigenes ,wollen und ,wesen bedeutet fr ,fichte nicht eine ,isolierung1 nicht eine ,absonderung von andern ,menschen4 ,wie es ,fichte persnlich in allem1 was er dachte und tat1 zum ,menschen und zum ,wirken auf den ,menschen trieb1 so verficht er auch als ,philosoph die berzeugung1 da der ,mensch1 als ,vernunftswesen1 nur unter ,menschen ein ,mensch wird4 ,die menschliche ,gesellschaft ist recht gefat nicht eine ,hemmung1 sondern eine ,frderung der ,freiheit und ,selbstttigkeit1 sie sei aber gefat als die ,beziehung der vernnftigen ,wesen aufeinander1 ihr ,charakter ist ,wechselwirkung durch ,freiheit4 ,es entwickelt sich hier das ,verhltnis des ,rechts4 ,es kann nmlich das endliche ,vernunftwesen nicht noch andere endliche ,vernunftwesen auer sich annehmen1 ohne sich zu diesen in ein bestimmtes ,verhltnis zu setzen1 und dies eben nennt man das ,rechtsverhltnis4 ,ich kann einem bestimmten ,vernunftwesen nur zumuten1 mich fr ein vernnftiges ,wesen anzuerkennen1 inwiefern ich es selbst als ein solches behandle4 ,so mu ich meine ,freiheit so weit einschrnken1 da seine ,freiheit mglich wird4 ,jede ,person hat das ,recht1 in der ,sinnenwelt nur ,ursache zu sein4 ,das ,recht entspringt nicht aus dem ,staat1 sondern aus unserer vernnftigen ,natur2 der ,staat erscheint als ein besonderes ,mittel zur ,herstellung einer vollkommenen ,gesellschaft4 ,die bereinkunft ber die gemeinschaftlichen ,rechte in der ,sinnenwelt heit der ,staatsvertrag1 und die ,gemeine1 die bereingekommen ist1 der ,staat4 ,da der ,staat ein bloes ,mittel ist1 kann er nicht als ,selbstzweck gelten und von bleibender ,dauer sein2 es heit daher3 der ,staat geht1 wie alle menschlichen ,institute1 die bloe ,mittel sind1 auf seine eigene ,vernichtung aus2 es ist der ,zweck aller ,regierung1 die ,regierung berflssig zu machen4 ,randnotiz3 ,der ,rechts- und ,freiheitsstaat ,so entsteht der ,rechts- und ,freiheitsstaat1 der vor allem den ,schutz der ,selbstndigkeit der ,individuen zum ,ziele hat4 ,es liegt in der ,idee dieses ,staates1 da jeder als ,staatsbrger an der ,gesetzgebung mitwirke1 denn nur so wird das ,gesetz sein eigener ,wille und erlangt fr ihn eine verpflichtende ,kraft4 ,kein ,mensch kann verbunden werden ohne durch sich selbst4 ,wir drfen nicht aus unsrer ,art andere beglcken wollen1 sondern jeder hat sich selbst zu kultivieren4 ,niemand darf sich von der ,gemeinschaft absondern und einen ,staat im ,staate bilden wollen1 niemand berhebe sich ber andre2 jeder1 der sich fr einen ,herrn anderer hlt1 ist selbst ein ,sklave4 ,unterschiede der brgerlichen ,stellung sind unvermeidlich1 aber sie haben zurckzutreten vor der ,gleichheit alles dessen1 was menschliches ,angesicht trgt4 ,aus solcher berzeugung errtert ,fichte die ,frage1 ob1 wenn ein ,mensch in ,lebensgefahr gert1 ein jeder1 wie immer seine brgerliche ,stellung sei1 auch unter ,einsetzung seines eigenen ,lebens zur ,hilfe verpflichtet sei4 ,fichte bejaht diese ,frage bedingungslos1 da vor dem hchsten ,gesetz ,menschenleben von gleichem ,werte sei2 er billigt durchaus das dem ,prinzen ,leopold von ,braunschweig1 der #aghe bei ,rettung berschwemmter in der ,oder ertrank1 zugeschriebene ,wort3 ,hier gilt es ,menschenleben2 was bin ich da mehr als ihr8 99 99 99 99 99 ,schon in solcher warmen ,schtzung des ,menschen berschreitet ,fichte den herkmmlichen ,rechts- und ,freiheitsstaat1 er tut es weiter mit seiner ,forderung1 dem ,gelehrtenstand solle die oberste ,aufsicht ber den ,fortgang des ,menschengeschlechts und die ,befrderung dieses ,fortgangs anvertraut werden1 er tut es am meisten in der krftigen ,betonung der sozialen ,aufgaben1 wie wir es heute nennen wrden4 ,die ,selbstndigkeit der ,persnlichkeit fordert nach seiner berzeugung1 da jeder ,staatsbrger ein ,eigentum habe2 verlangt wird ferner1 da jeder arbeite und da er von seiner ,arbeit leben knne2 jeder mu das ,unentbehrliche haben1 das ist unveruerliches ,menschenrecht3 entstehen dabei ,verwicklungen1 so mssen die einen1 die in ,luxus leben1 ,entbehrliches aufgeben1 damit die andern ,unentbehrliches haben4 ,vielleicht haben nach dieser ,richtung die ,jugenderfahrungen ,fichtes mitgewirkt1 jedenfalls bekundet die ,wrme1 die er gerade bei diesen ,fragen zeigt1 wie sehr sie seine ,seele bewegen4 99 99 99 99 99 ,wir werden sehen1 wie diese ,richtung ihn spter zu einem eigentmlichen ,staatsideal gefhrt hat1 mssen aber zunchst einer durchgehenden ,verschiebung seiner ,denkart gedenken1 die keineswegs einen ,abfall von seiner ,hauptrichtung bedeutete1 die aber eine ,seite an ihr vor der anderen mehr hervortreten lie4 ,mit ganzer ,kraft erfat ,fichte ,freiheit und ,selbstttigkeit als die hchsten ,gter1 ja als die einzig wahren ,gter4 ,aber diese ,freiheit war ihm nicht eine ,eigenschaft des bloen ,menschen1 sondern des ,menschen als eines ,trgers der ,vernunft1 als eines ,gliedes des ,reiches der ,freiheit2 die ,vernunft aber ist etwas ,ganzes und ,gemeinsames1 so schliet das ,streben nach ,vernunft auch die ,sorge fr das ,ganze und ,gemeinsame ein4 ,daher konnte er sagen1 der moralische ,endzweck jedes vernnftigen ,wesens sei ,selbstndigkeit der ,vernunft berhaupt1 sei ,moralitt aller vernnftigen ,wesen4 ,so konnte es schon in dieser ersten ,epoche heien3 ,die wahre ,tugend besteht im ,handeln1 im ,handeln fr die ,gemeine1 wobei man sich selbst gnzlich vergesse4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,vorwurf des ,atheismus ,diese ,gemeinsamkeit der ,vernunft1 ihre ,einheit1 sowie das ,angewiesensein jedes ,einzelnen darauf1 hob sich aber noch weit mehr hervor1 seit ,fichte sich in heftigen ,kmpfen gegen den ,vorwurf des ,atheismus zu verteidigen hatte4 ,fichte war im ,grunde seines ,wesens eine tiefreligise ,natur1 er hatte durch sein ganzes ,leben einen festen ,glauben an eine unmittelbare ,leitung seiner ,geschicke durch eine ,vorsehung4 ,aber er begrndete und entwickelte seine berzeugungen mit philosophischer ,freiheit nach eigener ,art1 und diese ,art konnten ,fernerstehende oder gar unfreundlich ,gesinnte leicht mideuten4 ,ihm war das ,gttliche die moralische ,ordnung1 die wir annehmen mssen1 er lehrte aber in dieser ,epoche kein besonderes ,wesen als die ,ursache jener ,weltordnung4 ,das klang wie ,atheismus1 war es aber im ,zusammenhange seiner ,gedankenwelt nicht1 da er berhaupt kein ,sein jenseits der ,ttigkeit gelten lie1 sondern es ganz in diese aufnahm4 ,er wollte nicht die ,seele leugnen1 wenn er sagte3 ,deine ,seele ist nichts als dein ,denken1 ,begehren1 ,fhlen selbst2 so wollte er auch nicht die ,gottheit leugnen1 wenn er sagte3 ,gott ist nichts als das notwendig anzunehmende ,schaffen1 ,erhalten1 ,regieren selbst4 ,aber das ,miverstndnis war erklrlich1 und ,fichte hatte harte ,angriffe abzuwehren4 ,solche ,abwehr fhrte aber dazu1 frher im ,hintergrunde stehende berzeugungen mehr hervorzukehren und damit1 wenn auch unbewut1 eine ,verschiebung zu vollziehen4 ,mit hchster ,energie verficht er von nun an die berlegenheit des ,gottesgedankens4 ,die bersinnliche ,welt ist unser ,geburtsort und unser einziger fester ,standpunkt1 die sinnliche ,welt ist nur der ,widerschein der ersteren4 ,du glaubst nicht an ,gott1 weil du an die ,welt glaubst1 du erblickst vielmehr eine ,welt lediglich darum1 weil du an ,gott zu glauben bestimmt bist4 ,in diesem ,zusammenhange fllt auch das ,wort1 die ,welt sei nur das versinnlichte ,materiale unserer ,pflicht4 ,so sehr er daran festhlt1 da ,moralitt und ,religion eins sind1 beides ein ,ergreifen eines bersinnlichen1 das erste durch ,tun1 das zweite durch ,glauben1 so wird ihm ,gott doch mehr als eine moralische ,ordnung1 er erscheint als selbstttige ,vernunft1 auch als ,wille1 in dem unser ,wille wirkt1 und von dem die ,stimme des ,gewissens kommt2 es entwickelt sich damit weit mehr ein persnliches ,verhltnis1 eine ,hingebung an die hhere ,macht1 ein ,voranstellen der ,liebe vor das ,handeln1 eine weichere und innigere ,gemtsstimmung4 ,so entsteht eine moderne ,mystik und findet in der ,anweisung zum seligen ,leben einen glutvollen ,ausdruck4 ,das menschliche ,leben erscheint hier als vom gttlichen getragen1 das unmittelbar in der ,seele gegenwrtig ist1 das aber ergriffen und angeeignet werden mu1 wenn der ,mensch vollen ,anteil an gttlicher ,liebe und ,seligkeit gewinnen will4 ,der ,zustand der ,seligkeit aber ist fr ,fichte nichts anderes als die ,zurckziehung unsrer ,liebe aus dem ,mannigfaltigen auf das ,eine4 ,diese ,seligkeit sollen wir ja nicht erst im ,jenseits suchen und damit die ,religion in ein bloes ,harren und ,hoffen verwandeln1 da uns das ,gttliche nie nher kommt als es schon hier und heute ist4 ,durch das bloe ,sichbegrabenlassen kommt man nicht in die ,seligkeit4 ,die ,religion erhebt ihren ,jnger unmittelbar ber die ,zeit und ,vereinzelung und versetzt ihn in den ,besitz der ewigen ,einheit4 ,so heit es denn3 ,randnotiz3 ,das ,ewig-,eine ,das ,ewig-,eine ,lebt mir im ,leben1 sieht in meinem ,sehen4 ,gar klar die ,hlle sich vor dir erhebet1 ,dein ,ich ist sie2 es sterbe was vernichtbar1 ,und fortan lebt nur ,gott in deinem ,streben4 ,durchschaue was dies ,sterben berlebet1 ,so wird die ,hlle dir als ,hlle sichtbar1 ,und unverschleiert siehst du gttlich ,leben4 ,eine ,religion1 die so auf das ,grundmenschliche1 einem jeden in innerer ,erhebung unmittelbar ,zugngliche gerichtet ist1 kann sich nicht auf historische ,daten und auf sinnliche ,wunder sttzen4 ,mit vollem ,eifer dringt ,fichte darauf1 da die ,anerkennung der hheren ,welt unabhngig gemacht werde vom historischen ,glauben und von der ,gemtslage der einzelnen ,menschen4 ,selig1 so meint er1 macht nicht das ,historische1 sondern nur das ,metaphysische4 ,beides sei deutlich auseinandergehalten4 ,man sage nicht1 was schadets1 wenn auch auf dieses ,historische gehalten wird4 ,es schadet1 wenn ,nebensachen in gleichen ,rang mit der ,hauptsache gestellt oder wohl gar fr die ,hauptsache ausgegeben1 und diese dadurch unterdrckt und die ,gewissen gengstigt werden1 zu begreifen und zu glauben1 was sie unter solcher ,anweisung nimmermehr glauben knnen4 ,gewi ist echter ,religion das ,wunder unentbehrlich1 aber der ,denker kann dieses nicht in einmaligen geschichtlichen ,ereignissen1 sondern nur in fortlaufenden ,bekundungen gttlichen ,lebens finden4 ,diese ,wunder in der ,sinnenwelt 7vom ,himmel7 leugne ich entschieden1 lehrend brigens einen lebendigen und wirkenden ,gott in der ,geisterwelt4 ,da er allen1 die zu ihm sich nahen1 ein neues ,herz schafft1 ist sein ewiges groes ,wunder4 99 99 99 99 99 ,das ,bild1 das ,fichte aus solchen berzeugungen vom ,stande der ,menschheit entwirft1 kann nicht wohl gnstig sein4 ,freilich hat er es immer abgelehnt1 den ,menschen als von ,natur verderbt1 als einen ganz und gar auf bernatrliche ,rettung angewiesenen ,snder zu betrachten1 aber wenn er ihn nach seinen ,mastben mit1 so findet er ihn matt1 trge1 schwankend1 berall zur ,halbheit und ,bequemlichkeit geneigt1 in weitem ,abstand von dem1 was die ,idee der ,menschheit fordert4 ,den ,glauben an diese ,idee kann ihm aber alle ,unzulnglichkeit des vorgefundenen ,standes nicht im mindesten erschttern4 ,von der unmittelbaren ,wirklichkeit kann man oft nicht schlecht genug denken4 ,so niedrig man oft ihr ,bild nimmt1 so bertrifft es doch die ,erfahrung4 ,wer aber von der ,menschheit nach ihrem allgemeinen ,vermgen schlecht denkt1 der lstert die ,vernunft und verurteilt nebenbei sich selbst4 ,auch an der eigenen ,zeit findet ,fichte wenig ,gefallen4 ,sie lt1 wie er meint1 nur die sinnliche ,existenz der ,individuen gelten1 macht das ,verstndnis dieser zum ,mastab aller ,wahrheit und entbehrt lebendiger und belebender ,leitgedanken4 ,vor trbem ,verzagen aber schtzt unsern ,denker nicht nur seine prinzipielle berzeugung1 sondern auch seine ,fassung der ,geschichte4 ,er glaubt nmlich in ihr eine aller ,irrung der einzelnen berlegene ,bewegung zu finden1 eine ,bewegung zu dem ,ziel1 da die ,menschheit alle ihre ,verhltnisse mit ,freiheit nach der ,vernunft einrichte1 da sie sich in ,freiheit zu dem mache1 worauf die ,natur sie angelegt hat4 ,eine derartige ,bewegung sucht er in ihren ,hauptzgen nher aufzuweisen4 ,sie begann mit einem ,unschuldsstande2 dieser mute zugunsten der ,freiheit verlassen werden2 die nchste ,bettigung dieser war ein ,abfall1 aber aus ihm ringt der ,mensch sich wieder empor1 um dann in unablssigem ,fortschritt jenes ,ziel einer freien ,vernunft zu erreichen4 ,auch das ,ideal eines ewigen ,friedens wird in solche ,hoffnung eingeschlossen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,bestimmung des ,menschen ,ein ,gesamtbild des menschlichen ,lebens entwirft ,fichte in der ,schrift3 ,die ,bestimmung des ,menschen1 die sich nicht an ,fachphilosophen wendet1 sondern ,leser aller ,kreise anziehen1 erwrmen und krftig von der ,sinnlichkeit zum bersinnlichen fortreien mchte4 ,in schwungvoller1 bisweilen ans ,rhetorische streifender ,darstellung wird hier zunchst der ,gegensatz eines an die gegebene ,welt gebundenen ,spinozismus und einer ,lebensfhrung aus ,selbstttigkeit vor ,augen gestellt1 dann aber ein berblick des ,lebens von der letzteren berzeugung aus gegeben4 ,dem ,spinozismus entsteht und entwickelt sich auch der ,denkende nach ,naturgesetzen1 die ,freiheit ist bloer ,schein1 der ,tugendhafte ist eine edle1 der ,lasterhafte eine unedle und verwerfliche1 jedoch aus dem ,zusammenhange des ,universums notwendige ,natur4 ,der ,freiheitslehre aber gilt die berzeugung3 ,von dem ,bedrfnis des ,handelns geht das ,bewutsein der wirklichen ,welt aus1 nicht umgekehrt vom ,bewutsein der ,welt das ,bedrfnis des ,handelns2 dieses ist das erste1 nicht jenes1 jenes ist das ,abgeleitete4 ,wir handeln nicht1 weil wir erkennen1 sondern wir erkennen1 weil wir zu handeln bestimmt sind1 die praktische ,vernunft ist die ,wurzel aller ,vernunft4 ,aus dem bersinnlichen ,wesen des ,menschen schpfen wir nicht nur ,mut und ,kraft fr das ,leben1 sondern auch eine felsenfeste berzeugung von unserer ,unsterblichkeit4 ,aller ,tod in der ,natur ist ,geburt1 und gerade im ,sterben erscheint sichtbar die ,erhhung des ,lebens4 ,es ist kein ttendes ,prinzip in der ,natur1 denn die ,natur ist durchaus lauter ,leben1 nicht der ,tod ttet1 sondern das lebendigere ,leben1 welches1 hinter dem alten verborgen1 beginnt und sich entwickelt4 ,tod und ,geburt ist blo das ,ringen des ,lebens mit sich selbst1 um sich stets verklrter und ihm selbst hnlicher darzustellen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der geschlossene ,handelsstaat ,auch die sptere ,epoche ,fichtes zeigt im einzelnen manche ,bewegung1 doch mssen wir uns hier auf das beschrnken1 was das politische und nationale ,leben betrifft4 ,hier sind ,wandlungen besonders greifbar1 es erfolgt dabei eine immer weitere ,entfernung von dem ,rechts- und ,freiheitsstaat des ,anfangs1 freilich unter entschiedener ,wahrung der ,selbstttigkeit und des gleichen ,rechtes aller ,menschen4 ,eine merkwrdige ,erscheinung ist zunchst der geschlossene ,handelsstaat 7#ahjj71 der das ganze wirtschaftliche ,leben der ,menschen auf eine neue ,grundlage stellen und damit eine wesentliche innere ,hebung des ,ganzen herbeifhren mchte4 ,gleich zu ,anfang uert ,fichte sich dahin1 die ,zurckweisung des falschen ,satzes1 der ,staat sei unumschrnkter ,vormnder der ,menschheit fr alle ihre ,angelegenheiten1 habe zu einem ebenso falschen ,gegensatze gefhrt1 zu einer zu engen ,beschrnkung der ,pflichten und der ,rechte des ,staates4 ,im besonderen genge es nicht1 da der ,staat einen jeden in seinem ,eigentum schtze1 er msse vielmehr zuerst dafr sorgen1 da jeder ein ,eigentum habe2 dann erst knne er ihn darin schtzen4 ,fichte erklrt es fr den wahren ,zweck des ,staates1 allen zu demjenigen zu verhelfen1 was ihnen als ,teilhabern der ,menschheit gehrt1 es gehrt dazu aber nach seiner durchgehenden berzeugung ein gewisses ,eigentum1 sowie auch das ,recht1 so echt menschlich auf der ,erde zu leben1 als es die ,natur nur irgend gestattet4 ,der ,mensch soll arbeiten2 aber nicht wie ein ,lasttier1 das unter seiner ,brde in den ,schlaf sinkt und nach der notdrftigsten ,erholung der erschpften ,kraft zum ,tragen derselben ,brde wieder aufgestrt wird4 ,er soll angstlos1 mit ,lust und mit ,freudigkeit arbeiten und ,zeit brig behalten1 seinen ,geist und sein ,auge zum ,himmel zu erheben1 zu dessen ,anblick er gebildet ist4 ,er soll nicht gerade mit seinem ,lasttier essen1 sondern seine ,speise soll von desselben ,futter1 seine ,wohnung von desselben ,stalle sich ebenso unterscheiden1 wie sein ,krperbau von jenes ,krperbau unterschieden ist4 ,dies ist sein ,recht1 darum weil er nun einmal ein ,mensch ist4 ,so ist es ,fichte1 der aus der hohen ,schtzung1 welche der deutsche ,idealismus dem ,menschen als ,menschen zollt1 auch die sozialen ,konsequenzen zieht4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,organisation der ,arbeit ,das ,mittel aber1 das ,fichte zur ,erreichung jenes ,zweckes fr notwendig hlt1 bezeichnet schon der ,titel der ,schrift ,der geschlossene ,handelsstaat4 ,der ,denker mchte die verschiedenen ,staaten wirtschaftlich ganz auf sich selber stellen1 den einzelnen ,brgern einen ,handel mit dem ,ausland streng verbieten1 ein ,landesgeld einfhren1 das nur innerhalb des besonderen ,staates gilt2 weiter will er innerhalb der ,staaten die ,arbeit organisieren1 der ,staat soll ihre ,verteilung gewissenhaft berwachen und sowohl dafr sorgen1 da ein ,gleichgewicht zwischen ,produktion und ,konsumtion erhalten bleibt1 als auch dafr1 da jeder einzelne den ihm zukommenden ,besitz erhlt und ein menschenwrdiges ,auskommen findet4 99 99 99 99 99 ,in diesem ,zusammenhange wird eine ,forderung erhoben1 fr die wir ,deutschen gerade in der gegenwrtigen ,kriegslage ein entgegenkommendes ,verstndnis haben4 ,fichte verlangt nmlich zur vollen ,unabhngigkeit des ,landes1 da mglichst alle notwendigen ,waren innerhalb seiner ,grenzen hervorgebracht werden1 er fordert uns auf1 wenn gewisse ,rohstoffe sich nicht in unserem ,klima erzeugen lassen1 stellvertretende ,stoffe anzubauen und zu veredeln4 ,fast jedes ,klima hat seine eigenen ,stellvertreter fr jedes auslndische ,produkt1 nur da der erste ,anbau die ,mhe nicht lohnt4 ,so hlt er z4 ,b4 einen ,ersatz fr ,baumwolle fr ganz wohl mglich4 ,tragen nicht mehrere ,grasarten1 ,stauden1 ,bume in unseren ,klimaten eine wohl ebenso feine und durch ,kultur sehr zu veredelnde ,wolle8 ,wir wissen1 wie dies ,problem auch die ,gegenwart beschftigt2 was ,fichte berhaupt erstrebt1 die ,herstellung einer vollen wirtschaftlichen ,selbstndigkeit unseres ,staates1 das zu suchen hat uns die ,not des ,krieges gezwungen4 ,fichte kann die ,staaten nicht so scharf gegen einander abschlieen1 ohne da auch die ,frage eines eigentmlichen ,nationalcharakters auftaucht4 ,das ,bedenken1 da durch solche gegenseitige ,abschlieung die ,vielseitigkeit der ,bildung ,schaden leide1 weist er energisch zurck4 ,wohl3 wenn wir nur erst ,vlker und ,nationen wren1 und irgendwo eine feste ,nationalbildung vorhanden wre1 die durch den ,umgang der ,vlker miteinander in eine allseitige1 rein menschliche bergehen und zusammenschmelzen knnte4 ,aber1 so wie mir es scheint1 sind wir ber dem ,bestreben1 alles zu sein und allenthalben zu ,hause1 nichts recht und ganz geworden und befinden uns nirgends zu ,hause4 ,das stimmt zu dem ,bilde1 das ,frau v4 ,stal in ihrem ,buch ber ,deutschland von den ,deutschen jener ,zeit entwarf4 ,auch sie meinte1 der ,deutsche kenne alle ,zeiten1 nur nicht die ,gegenwart1 er sei berall zu ,hause1 nur nicht bei sich selbst4 99 99 99 99 99 ,fichte erwartet brigens zuversichtlich vom ,allgemeinwerden des vorgeschlagenen ,systems einen ewigen ,frieden zwischen den ,vlkern1 da sie sich dann gegenseitig gar nicht mehr stren wrden4 ,fr einen inneren ,zusammenhang der ,menschheit aber wird die ,wissenschaft ,sorge tragen4 ,es gibt nichts1 das allen ,unterschied der ,lage und der ,vlker rein aufhebe und blo und lediglich dem ,menschen als solchen1 nicht aber dem ,brger angehre1 auer der ,wissenschaft4 ,durch diese1 aber auch nur durch sie1 werden und sollen die ,menschen fortdauernd zusammenhngen1 nachdem fr alles brige ihre ,absonderung in ,vlker vollendet ist4 ,nur diese bleibt ihr ,gemeinbesitz1 nachdem sie alles brige unter sich geteilt haben4 99 99 99 99 99 ,wie weit hat sich hier der ,denker von dem ,rechts- und ,freiheitsstaat des ,anfangs entfernt6 ,die ,sorge1 da jeder einzelne zur ,entfaltung seiner ,krfte und zu einem menschenwrdigen ,dasein gelange1 berwiegt augenscheinlich die um die ,freiheit seiner ,bewegung4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,wendung zum ,kulturstaat ,in anderer ,richtung erscheint bei ,fichte eine ,wendung zum ,kulturstaat1 so namentlich in den ,grundzgen des gegenwrtigen ,zeitalters1 die bis nahe zu der politischen ,katastrophe von #ahjf reichen1 und deren ,fortsetzung ursprnglich die ,reden an die deutsche ,nation bilden sollten4 ,mit grter ,energie werden hier ,selbstsucht und ,eigensinn der ,individuen bekmpft1 ihnen gegenber wird die ,gattung fr das einzig wahrhaft ,existierende erklrt4 ,individuen verschwinden vollends vor dem ,blick des ,philosophen und fallen ihm alle zusammen in die ,eine groe ,gemeine4 ,es gibt nur ,eine ,tugend1 die1 sich selber als ,person zu vergessen1 und nur ,ein ,laster1 das1 an sich selbst zu denken4 ,solche ,schtzung der ,gattung bringt auch eine grere ,schtzung der ,geschichte mit sich1 als wir bisher bei ,fichte fanden2 hier erscheinen die ,menschen als durch die ,arbeit frherer ,zeiten gebildet4 ,alles ,groe und ,gute1 worauf unsere gegenwrtige ,existenz sich sttzt1 ist lediglich dadurch wirklich geworden1 da edle und krftige ,menschen allen ,lebensgenu fr ,ideen aufgeopfert haben1 und wir selber mit allem1 was wir sind1 sind das ,resultat der ,aufopferung aller frheren ,generationen und besonders ihrer wrdigsten ,mitglieder4 99 99 99 99 99 ,nunmehr erscheint der ,staat nicht mehr als ein fast nur juridisches ,institut1 nunmehr erscheint er nicht als auf ,individuen beruhend und aus ihnen zusammengesetzt1 er ist ein unsichtbarer ,begriff1 nicht die ,einzelnen1 sondern ihr fortdauerndes ,verhltnis zu einander4 ,als die ,aufgabe des ,staates wird hier die ,richtung aller individuellen ,krfte auf den ,zweck der ,gattung erklrt1 dieser aber ist ,kultur als ,einrichtung aller ,verhltnisse nach dem ,vernunftgesetz4 ,die ,individualitt hat in dem vollkommenen ,staate ganz in die ,gattung aufzugehen1 aber ein jeder erhlt seinen ,beitrag zur allgemeinen ,kraft durch die ,kraft aller brigen verstrkt zurck4 ,doch ist das nicht so zu verstehen1 da der ,staat alle ,kulturarbeit direkt auf sich nehmen solle1 sondern es handelt sich mehr um die ,herstellung der ,bedingungen fr eine freie ,erzeugung der ,vernunft2 ausdrcklich wird erklrt1 da die hheren ,zwecke der ,vernunftkultur3 ,religion1 ,wissenschaft1 ,tugend1 nie ,zwecke des ,staates werden knnen4 ,auch hier wird von dem ,kriege noch mit groer ,abneigung gesprochen1 es heit dabei3 ,krieg ist nicht nur1 wenn ,krieg gefhrt wird1 sondern die allgemeine ,unsicherheit aller vor allen und die daraus erfolgende immerwhrende ,bereitschaft zum ,kriege ist auch ,krieg und hat fr das ,menschengeschlecht fast dieselben ,folgen als der gefhrte ,krieg4 ,da der ewige ,friede endlich einmal kommen mu1 wird hier zuversichtlich erwartet4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,weltbrgersinn ,wie khl sich der hier verfochtene ,kulturstaat zur ,nation und zum ,volkstum verhlt1 das zeigen die ,worte dieser ,schrift3 ,welches ist denn das ,vaterland des wahrhaft ausgebildeten ,europers8 ,im allgemeinen ist es ,europa1 insbesondere ist es in jedem ,zeitalter derjenige ,staat in ,europa1 der auf der ,hhe der ,kultur in ,europa steht4 ,es wird dann ausgefhrt1 wie ,staaten sinken und steigen1 wie aber den ,denkenden auch ein ,sinken seines ,staates nicht erschrecken knne4 ,mgen dann doch die ,erdgeborenen1 welche in der ,erdscholle1 dem ,flusse1 dem ,berge ihr ,vaterland erkennen1 ,brger des gesunkenen ,staates bleiben2 sie behalten1 was sie wollten und was sie beglckt3 der sonnenverwandte ,geist wird unwiderstehlich angezogen werden und hin sich wenden1 wo ,licht ist und ,kraft4 ,und in diesem ,weltbrgersinne knnen wir dann ber die ,handlungen und ,schicksale der ,staaten uns vollkommen beruhigen fr uns selbst und fr unsere ,nachkommen bis an das ,ende der ,tage4 ,ein so abstrakter ,kosmopolitismus beherrschte damals die ,hhe des deutschen ,geisteslebens2 kann irgend etwas zwingender als dieses ,beispiel beweisen1 da die groe ,katastrophe unerllich war1 da das deutsche ,volk erst durch die ,schule des ,leidens gehen mute1 um sich selber zu finden8 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,reden an die deutsche ,nation ,als die ,katastrophe kam1 hat ,fichte nicht nach jenen ,worten gehandelt1 er hat aufs treueste zu seinem ,volke gestanden1 er hat die allgemeine ,not als seine persnliche erlebt und empfunden1 er hat sich aber nicht mit ,klagen und ,jammern begngt1 sondern er ist ungebeugten ,muts sofort an das heilige ,werk gegangen1 sein ,volk wieder aufzurichten1 er ist ihm in ,wahrheit ein fester ,halt und ein weitschauender ,fhrer geworden4 ,seine ,reden an die deutsche ,nation verkrpern wohl aufs beste die ,gesinnungen und die berzeugungen1 welche damals die aufstrebenden ,seelen durchwogten2 auch hat hier wohl zuerst der nationale ,gedanke eine prinzipielle philosophische ,begrndung erhalten4 99 99 99 99 99 ,so sehr die ,reden sich an die unmittelbare ,gegenwart wenden1 sie bekunden durchaus die ,art unseres ,denkers1 auf die tiefsten ,wurzeln zurckzugehen und von innen her aufzubauen4 ,das entscheidende ,heilmittel sieht er in einer gnzlichen ,vernderung des bisherigen ,erziehungswesens4 ,es gilt mehr ,bildung des ,willens und des ,charakters1 mehr ,bildung in der ,gemeinschaft und fr die ,gemeinschaft1 es gilt die ,herstellung einer ,nationalerziehung nicht fr einzelne ,stnde1 sondern fr alle miteinander1 so da auch der ,gelehrte durch diese ,nationalerziehung hindurchgehen mu4 ,der ,zgling ist dabei in unablssige ,ttigkeit zu versetzen1 die ,selbstsucht schon im ,keim auszurotten1 alles dunkle ,gefhl in ,erkenntnis aufzulsen1 das ,erkenntnisvermgen aber nie anzuregen1 ohne auch ,liebe fr den ,gegenstand des ,erkennens zu erwecken4 ,eine derartige ,umwlzung der ,erziehung ist nicht von den ,familien1 im besonderen den ,mttern1 zu erwarten2 so mssen die ,kinder von ihnen entfernt und ,erziehungsanstalten berwiesen werden4 ,solche ,forderung der ,nationalerziehung durchzufhren ist an erster ,stelle der ,staat berufen1 so fllt ihm hier eine neue ,aufgabe zu und lt ihn als unentbehrlich fr die hchsten ,ziele der ,menschheit erscheinen4 ,entschieden tritt ,fichte hier denen entgegen1 welche durch eine blo literarische ,bildung die ,erhaltung der ,nation gesichert glaubten4 ,bei allem schroffen ,radikalismus enthalten diese ,erziehungsgedanken ohne ,zweifel wertvolle ,anregungen1 die teilweise von ,friedrich ,frbel weitergefhrt worden sind1 und die uns auch heute noch manches zu denken geben4 ,aber nicht dabei knnen wir hier verweilen1 uns mu im besonderen die ,fassung und die ,begrndung der nationalen ,idee beschftigen1 welche diese ,reden bringen4 ,es ist ein streng geschlossener ,gedankengang1 in dem ,fichte sowohl die ,bedeutung der ,nation berhaupt als seine ,schtzung des deutschen ,volkes und seinen ,glauben an dessen ,weltaufgabe entwickelt und rechtfertigt2 die einzelnen ,punkte sind dabei folgende3 #a4 ,der ,mensch kann nichts wahrhaft lieben1 das er nicht als ewig erfat2 #b4 unter normalen ,verhltnissen ist eine ,ewigkeit nicht erst im ,jenseits1 sondern schon auf ,erden zu suchen2 #c4 eine irdische ,ewigkeit als dauerndes ,fortwirken in der ,zeit gibt dem ,menschen allein sein ,volk1 seine ,nation1 als eine eigentmliche ,verkrperung und ,befestigung des allgemeinen ,geisteslebens2 #d4 das deutsche ,volk hat eine solche ausgeprgte ,nationalitt1 und zwar eine von hchster ,bedeutung1 ja ,unentbehrlichkeit fr das ,ganze der ,menschheit2 #e4 solche ,unentbehrlichkeit gibt das feste ,vertrauen auf eine berwindung aller ,gefahren und ein siegreiches ,auferstehen der deutschen ,nation4 ,zur nheren ,ausfhrung dieser ,punkte sei folgendes bemerkt4 ,die ,unentbehrlichkeit eines ,ewigen fr unser ,leben und ,streben begrndet ,fichte in folgender ,weise3 ,die ,liebe1 die wahrhaftig ,liebe sei und nicht blo eine vorbergehende ,begehrlichkeit1 haftet nie auf ,vergnglichem1 sondern sie erwacht und entzndet sich und ruht allein in dem ,ewigen4 ,nicht einmal sich selbst vermag der ,mensch zu lieben1 es sei denn1 da er sich als ,ewiges erfasse2 auerdem vermag er sich sogar nicht zu achten noch zu billigen4 ,noch weniger vermag er etwas auer sich zu lieben1 auer also1 da er es aufnehme in die ,ewigkeit seines ,glaubens und seines ,gemts1 und es anknpfe an diese4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,ewigkeit der ,nation ,eine solche ,ewigkeit drfen wir aber nicht erst jenseits des ,grabes suchen4 ,denn wenn in besonderen ,wendepunkten der ,zeiten die ,religion das ,recht und die ,pflicht hat1 den ,menschen gnzlich ber das irdische ,leben hinauszuheben1 so bleibt der natrliche1 nur im wahren ,falle der ,not aufzugebende ,trieb des ,menschen der1 den ,himmel schon auf dieser ,erde zu finden und ,ewigdauerndes zu verflen in sein irdisches ,tagewerk1 das ,unvergngliche im ,zeitlichen selbst zu pflanzen und zu erziehen4 ,wohl ist die ,religion auch der ,trost des widerrechtlich zerdrckten ,sklaven1 aber vor allen ,dingen ist dies religiser ,sinn1 da man sich gegen die ,sklaverei stemme1 und1 so man es verhindern kann1 die ,religion nicht bis zum bloen ,troste der ,gefangenen hinabsinken lasse4 ,eine ,ordnung der ,dinge aber1 die fhig wre1 auf dieser ,erde ,ewiges in sich aufzunehmen1 ist die besondere geistige ,natur der menschlichen ,umgebung1 aus welcher der ,einzelne mit allem seinem ,denken und ,tun und mit dem ,glauben an die ,ewigkeit desselben hervorgegangen ist1 das ,volk1 von welchem er abstammt1 und unter welchem er gebildet wurde1 und zu dem1 was er jetzt ist1 heraufwuchs4 ,so grndet sich der ,glaube des edlen ,menschen an die ewige ,fortdauer seiner ,wirksamkeit auch auf dieser ,erde auf die ,hoffnung der ewigen ,fortdauer des ,volkes1 aus dem er selber sich entwickelt hat1 und der ,eigentmlichkeit desselben4 -- ,diese ,eigentmlichkeit ist das ,ewige1 dem er die ,ewigkeit seiner selbst und seines ,fortwirkens anvertraut1 die ewige ,ordnung der ,dinge1 in die er sein ,ewiges legt2 ihre ,fortdauer mu er wollen1 denn sie allein ist ihm das entbindende ,mittel1 wodurch die kurze ,spanne seines ,lebens hienieden zu fortdauerndem ,leben hienieden ausgedehnt wird4 -- ,das ,leben1 blo als ,leben1 als ,fortsetzen des wechselnden ,daseins hat fr ihn ja ohnedies nie ,wert gehabt1 er hat es nur gewollt als ,quelle des ,dauernden2 aber diese ,dauer verspricht ihm allein die selbstndige ,fortdauer seiner ,nation2 um diese zu retten1 mu er sogar sterben wollen1 damit diese lebe1 und er in ihr lebe das einzige ,leben1 das er von jeher gemocht hat4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das ,volk des ,gemtes ,und nun das deutsche ,volk6 ,fichte ist der erste1 der es das ,volk des ,gemtes genannt hat4 ,in dem1 was er dafr an ,beweisen anfhrt1 mag manches angreifbar sein1 so namentlich seine ,errterungen ber die ,sprache1 aber im ,grundgedanken trifft er gewi den ,kern der ,sache4 ,er findet die ,gre des deutschen ,volkes in der vollen ,ursprnglichkeit seines ,schaffens1 in dem ,leben und ,wirken von innen heraus1 in dem ,bewegen der letzten ,tiefen4 ,aus solcher ,art wird der deutsche ,geist neue ,schachten erffnen1 und ,licht und ,tag einfhren in ihre ,abgrnde1 und ,felsmassen von ,gedanken schleudern1 aus denen die knftigen ,zeitalter sich ,wohnungen erbauen4 99 99 99 99 99 ,als ,zeugnisse solcher ,innerlichkeit nennt er die deutsche ,behandlung der ,religion mit ihrer tiefernsten ,sorge fr die ,rettung der ,seelen4 ,dabei hat er besonders ,luther vor ,augen1 den er weniger konfessionell als in seiner reinmenschlichen ,gre fat4 ,ihm widmet er folgende ,worte3 ,ihn ergriff ein allmchtiger ,antrieb1 die ,angst um das ewige ,heil1 und dieser ward das ,leben in seinem ,leben1 und setzte immerfort das ,letzte in die ,wage und gab ihm die ,kraft und die ,gaben1 die die ,nachwelt bewundert4 ,mgen andere bei der ,reformation irdische ,zwecke gehabt haben1 sie htten nie gesiegt1 htte nicht an ihrer ,spitze ein ,anfhrer gestanden1 der durch das ,ewige begeistert wurde2 da dieser1 der immerfort das ,heil aller unsterblichen ,seelen auf dem ,spiel stehen sah1 allen ,ernstes allen ,teufeln in der ,hlle furchtlos entgegenging1 ist natrlich und durchaus kein ,wunder4 ,dies ist nun ein ,beleg von deutschem ,ernst und ,gemt4 ,ein anderes ,zeugnis liefert die deutsche ,philosophie mit ihrem ,verlangen1 die ,wirklichkeit von innen her zu verstehen und den ,menschen ber das sinnliche ,dasein hinauszuheben4 ,denn wo selbstndiger deutscher ,geist sich regte1 da gengte das ,sinnliche nicht1 sondern es entstand die ,aufgabe1 das1 freilich nicht auf fremdes ,ansehen zu glaubende1 bersinnliche in der ,vernunft selbst aufzusuchen und so erst eigentliche ,philosophie zu erschaffen1 indem man das freie ,denken zur ,quelle unabhngiger ,wahrheit machte4 ,dafr beruft er sich auf ,leibniz wie auf ,kant1 dahin rechnet er auch sein eigenes ,streben4 -- ,als weiteres ,zeugnis wird die ,blte des deutschen ,brgertums in den ,reichsstdten des ,mittelalters angefhrt1 das somit1 hier wohl zuerst1 auch die ,schtzung eines ,philosophen findet4 ,indem er endlich die ,hauptaufgabe der eignen ,zeit in die ,erziehung der ,nation zum ,menschen setzt1 darf er sich auf ,pestalozzi als auf ein leuchtendes ,vorbild deutscher ,gesinnung und deutscher ,art berufen4 ,er hat ein mhevolles ,leben hindurch im ,kampfe mit allen mglichen ,hindernissen -- gerungen nach einem blo geahnten1 ihm selbst durchaus unbewuten ,ziele1 aufrechtgehalten und getrieben durch einen unversiegbaren und allmchtigen und deutschen ,trieb1 die ,liebe zu dem armen verwahrlosten ,volke4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,nation als ,glied der ,menschheit ,ein ,volk1 das solche ,gaben und ,aufgaben in sich trgt1 ist der ,menschheit unentbehrlich1 es kann und wird nicht untergehen4 ,aber die ,geschicke vollziehen sich nicht ohne uns und unser ,wirken1 es bedarf1 mit solcher ,mahnung schliet ,fichte die ,reden1 unserer eigenen hchsten ,kraftanspannung1 um die drohenden ,gefahren zu berwinden4 ,ist in dem1 was in diesen ,reden dargelegt worden1 ,wahrheit1 so seid unter allen neueren ,vlkern ihr es1 in denen der ,keim der menschlichen ,vervollkommnung am entschiedensten liegt und denen der ,vorschritt in der ,entwicklung derselben aufgetragen ist4 ,gehet ihr in dieser eurer ,wesenheit zugrunde1 so gehet mit euch zugleich alle ,hoffnung des gesamten ,menschengeschlechtes auf ,rettung aus der ,tiefe seiner bel zugrunde4 ,eine solche ,aufforderung trgt bei allem ,ernst in sich unmittelbar die ,gewiheit ihrer ,erfllung4 ,klar ist dabei1 da ,fichte die ,nation stets als ,glied der ,menschheit fate1 wie er denn auch in der ,wendung zum ,nationalen das ,weltbrgertum keineswegs aufgab1 und da er in der ,nation weniger einen fertigen ,besitz als eine groe ,aufgabe sah4 ,ein hochmtiger1 dabei trger ,rassendnkel liegt ihm1 der alles auf ,tat und eigenes ,erringen stellt1 so fern wie nur irgend mglich4 ,was ,fichte weiter an politischen ,gedanken uerte1 das steht unter dem ,einflu der ,vorbereitung und des ,beginns der ,freiheitskriege4 ,immer blieb er ein ,mahner zur ,freiheit und ,selbstndigkeit1 auch seine letzten ,schriften verfechten die ,gleichheit alles dessen1 was menschliches ,angesicht trgt4 ,aber zugleich findet die ,nation und ihre ,geschichte mehr ,wrdigung1 auch der wahrhafte ,krieg1 d4 h4 ein ,krieg1 den ein ,volk zur ,rettung seiner ,selbstndigkeit fhrt1 wird mit aller ,energie verteidigt4 ,dann nmlich ist die allgemeine ,freiheit und eines jeden bedroht2 ohne sie kann er leben gar nicht wollen1 ohne sich fr einen ,nichtswrdigen zu bekennen4 ,es ist darum jedem fr die ,person und ohne ,stellvertretung -- denn jeder soll es ja fr sich selbst tun -- aufgegeben der ,kampf auf ,leben und ,tod4 ,wird ein solcher ,krieg verkndigt1 so soll dem ,erleuchteten sich das ,herz erheben beim ,anbruche seines ,vaterlandes1 und er soll es begierig als vollen ,ernst ergreifen4 ,so wre ,fichte #ahac am liebsten selbst mit ins ,feld gezogen1 so hat er nach bestem ,vermgen als ,landwehrmann ,dienst getan1 ja er ist1 wenn auch indirekt1 als ein ,opfer des ,krieges gefallen1 indem er von einer schweren ,seuche angesteckt wurde1 die seine ,frau bei der ,pflege erkrankter ,verwundeter befallen hatte4 ,noch seine letzten ,phantasien beschftigten sich mit dem ,vaterland und dem ,vordringen der deutschen ,heere4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der wahrhafte ,krieg ,unter solchen ,kmpfen und ,strmen verblate die ,idee eines ewigen ,friedens1 die er frher begeistert verkndigt hatte4 ,wie weit er davon abgerckt war1 das zeigt im besonderen eine merkwrdige ,abhandlung ber ,macchiavelli1 in der er sich ganz in dessen ,ansicht von der ,bsartigkeit der ,menschen versetzt und zugleich in die ,notwendigkeit1 die ,politik nach solcher ,art zu bemessen4 ,hier heit es3 ,die ,zeitphilosophie war in der letzten ,hlfte des abgelaufenen ,jahrhunderts gar flach1 krnklich und armselig geworden1 darbietend als ihr hchstes ,gut eine gewisse ,humanitt1 ,liberalitt und ,popularitt1 flehend1 da man nur gut sein mge und dann auch alles gut sein lasse1 berall empfehlend die goldne ,mittelstrae1 d4 h4 die ,verschmelzung aller ,gegenstze zu einem dumpfen ,chaos1 ,feind jedes ,ernstes1 jeder ,konsequenz1 jedes ,enthusiasmus1 jedes groen ,gedankens und ,entschlusses und berhaupt jedweder ,erscheinung1 welche ber die lange und breite ,oberflche um ein weniges hervorragte1 ganz besonders aber verliebt in den ewigen ,frieden4 ,so sind die gewaltigen ,bewegungen der ,zeit an ,fichte nicht spurlos vorbeigerauscht1 aber auch in den ,verschiebungen seiner ,ansichten wahrte er treu sein eigenes ,wesen1 und in alle ,ziele1 die er verfolgte1 legte er ganz dieses ,wesen hinein4 ,in ihm war ein strmischer ,eifer1 ein rcksichtsloses ,vorwrtsdrngen1 aber auch eine groe ,liebe1 eine ,liebe namentlich zu den schwer kmpfenden ,gliedern des ,volkes2 von aller ,menschenfurcht frei1 bildet er durch sein ,leben und ,wirken ein deutliches ,zeugnis dafr1 was eine ,persnlichkeit vermag1 die lediglich auf sich selber steht und mit ganzer ,hingebung ausfhrt1 was ,natur und ,geschick ihr gebietet4 ,da er berall auf einfache ,grundzge und auf einfache ,ziele drang1 war und bleibt ein hohes ,gut fr unsere deutsche ,art1 die leicht zur ,kompliziertheit neigt1 auch die gewaltige ,kraft der ,bewegung1 die von ihm ausgeht und der uns leicht anhaftenden ,schwerflligkeit entgegenwirkt1 ist heute noch nicht erloschen4 ,die ,geschichte der ,philosophie rechnet ihn zu den fhrenden ,geistern1 dem nationalen ,leben unseres ,volkes aber darf er wie ein treuer ,eckart gelten1 als ein unermdlicher ,mahner zur ,hingebung an die ,gemeinschaft1 zur ,aufbietung aller ,krfte1 zur ,wahrung eines festen und freudigen ,glaubens an unser ,volk auch inmitten schwerer ,gefahren und ,nte4 ,eine groe ,krise wies ihm die ,aufgabe zu1 sein ,volk zu wecken und zu sammeln1 er hat diese ,aufgabe durch sein ganzes ,wirken und ,sein in hervorragender ,weise gelst1 dem ,aufstieg deutschen ,wesens bleibt sein ,name unzertrennlich verbunden4 ,er war bei allen ,hrten seiner ,art ein ganzer ,mensch1 eine markige ,persnlichkeit1 ein ,lehrer seines ,volkes in groem ,stile2 so konnte man mit ,recht auf sein ,grabmal die ,worte setzen3 ,die ,lehrer werden leuchten wie des ,himmels ,glanz und die1 so viele zur ,gerechtigkeit weisen1 wie die ,sterne immer und ewiglich4 ,die ,romantik ,die ,schtzung der ,romantik ist neuerdings umgeschlagen2 ein ,beispiel dessen1 wie mit den ,wandlungen des eigenen ,lebens sich auch die ,bilder vergangener ,zeiten verndern4 ,es ist noch nicht lange her1 da war die ,romantik in ,acht und ,bann getan1 und ,romantiker galt fast als ,scheltwort2 nun haben ,verschiebungen im eigenen ,leben uns jener ,zeit innerlich nher gebracht und uns mehr ,verstndnis fr sie gegeben4 ,es hat aber der ,versuch einer unbefangenen ,wrdigung der ,romantik groe ,schwierigkeiten3 nicht nur widersteht ihre eigentmliche ,natur einer scharfen begrifflichen ,fassung1 sondern es verhindert auch die ,flle verschiedener ,gestalten und das ,wirken verschiedener ,strmungen in ihr ein einfaches gemeinsames ,bild4 ,immerhin darf unsere ,arbeit jene ,erscheinung nicht unbeachtet lassen1 da sie sowohl in engem ,zusammenhange mit philosophischen ,bewegungen steht1 als auch auf die geistige ,entwicklung unseres ,volkes1 im besondern die ,ausbildung seines nationalen ,sinnes1 nicht unerheblich gewirkt hat4 99 99 99 99 99 ,voraussetzung und ,ausgangspunkt der ,romantik ist die ,befreiung des ,menschen vom ,druck einer ihn bindenden ,welt1 wie sie ,kant und im ,anschlu an ihn ,fichte vollzogen hatten4 ,aber diese ,befreiung nimmt jetzt eine vllig andere ,richtung als bei jenen4 ,dort war die ,befreiung zugleich die ,aneignung einer allgemeinen ,vernunft und die ,unterordnung unter das selbstgewollte ,gesetz1 zum ,kern des ,lebens wurde damit das moralische ,verhalten des ,menschen1 das ,individuum empfing seine ,bedeutung von der ,gesamtordnung her und durch sein ,wirken fr diese4 ,der ,romantik dagegen wird das ,individuum zum ,selbstzweck1 das ,individuum1 das1 als geistig begabt und knstlerischen ,schaffens fhig1 alle ,bindungen lst1 alle ,zusammenhnge aufgibt1 sich lediglich auf sein eigenes ,vermgen stellt2 statt der moralischen ,lebensfhrung entwickelt sich hier eine knstlerische1 die moralische ,persnlichkeit weicht hier der schpferischen1 mglichst ins ,geniale gehobenen ,individualitt1 die in der ,ausbildung und ,verfechtung ihrer eigenen ,art eine stolze ,freude findet4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,romantische ,stimmung ,das ergibt mannigfache ,folgen fr das ,verhltnis des ,menschen zu anderen wie zu sich selbst4 ,kants und ,fichtes moralische ,weltanschauung verkndete die ,gleichheit alles ,menschenwesens und fand das ,groe vornehmlich in dem1 was uns allen gemeinsam ist1 die sthetische der ,romantik hingegen kehrte mglichst die ,unterschiede hervor und hob das knstlerische ,subjekt scharf von seiner ,umgebung ab1 -- der ,romantik namentlich ist das ,wort hher ein ,lieblingsausdruck geworden1 hheres ,leben1 hhere ,bildung1 hhere ,sittlichkeit usw4 --2 waren jene ,denker darin stark1 in dem ,einfachen und ,schlichtmenschlichen ,groes aufzudecken1 so berwog hier die ,neigung1 auf das alltgliche ,dasein wie auf etwas ,niederes herabzusehen1 das prosaische ,philistertum1 auch die ,beschrnktheit huslicher ,frauen 7,fr4 ,schlegel7 zu verspotten1 gern in fremde ,regionen zu fliehen1 entlegene ,vorgnge aufzusuchen1 dem ,auergewhnlichen1 ,geheimnisvollen1 ,wunderbaren besondere ,schtzung zu zollen4 ,was unmittelbar bei uns vorgeht1 wird gern als ein ,symbol einer verborgenen tieferen ,welt betrachtet1 die in unser ,dasein hineinragt1 sich uns aber nur in gewissen ,andeutungen und ,ahnungen zu erkennen gibt4 ,die ,fhrer der moralischen ,lebensgestaltung fanden den ,kern der ,seele im ,wollen1 dies ,wollen aber konnte nicht fest und krftig sein ohne volle ,klarheit und ,bewutheit1 so war alles ,unbewute als eine niedere ,stufe zu berwinden2 den ,romantikern dagegen lag jener ,kern im ,befinden des ,subjekts1 im freischwebenden ,gefhl1 der in ,begriffe unfabaren ,stimmung1 die hier zuerst selbstndig auftritt2 das ,unbewute erscheint hier nicht als etwas ,niederes und ,abzulegendes1 sondern als der ,urquell des ,lebens1 aus dem es unablssig schpfen mu1 und von dem aus es sich immer wieder zu erneuern hat4 ,absichten zu haben und nach ,absichten zu handeln1 das erscheint hier als etwas ,niederes2 zur ,forderung wird vielmehr1 sich ohne alle ,absicht auf dem inneren ,strom ewig flieender ,bilder und ,gefhle frei zu bewegen 7,fr4 ,schlegel74 ,alle ,geschlossenheit des ,wesens dnkt hier eine bloe ,enge1 der freien ,bewegung und dem ,spiel der ,phantasie wird unbegrenzter ,raum gelassen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,romantische ,kunst ,auch die ,gestalt1 welche das knstlerische ,schaffen hier annimmt1 bildet einen entschiedenen und vollbewuten ,gegensatz zu einer anderen ,art4 ,die von dem freischwebenden ,subjekt getragene und vornehmlich auf sein ,ergehen gerichtete romantische ,kunst wei sich grundverschieden von der klassischen mit ihrer ,richtung auf den ,gegenstand und mit ihrem ,streben1 zu ihm das rechte ,verhltnis zu finden4 ,diese ist durchgngig auf ,ma und ,grenze bedacht1 sie will alles einzelne straff zusammenfassen und zum ,ganzen einer ,wirkung verbinden1 sie erstrebt einen klaren ,aufbau unter sicherer ,abwgung aller ,verhltnisse1 sie findet ihr ,vorbild vornehmlich in der ,hhe der griechischen ,plastik4 ,die romantische ,kunst hingegen verwirft alle feste ,begrenzung1 sie sucht das ,unendliche und schwelgt in ihm1 ihr verlaufen die ,linien oft ineinander1 und ber der ,erregung einzelner starker ,eindrcke kommt sie nicht zu einem gegliederten ,aufbau1 die ,lieblingsform ihrer literarischen uerung bildet der ,aphorismus2 zur ,hhe der ,kunst wird hier die ,musik1 in ihr hat die romantische ,denkart den vollendetsten ,ausdruck gefunden4 99 99 99 99 99 ,so gewi sich im seelischen ,leben und im geistigen ,schaffen der ,romantik eine bedeutende ,art bekundet1 es liegt hier ,gesundes und ,ungesundes oft nahe beieinander1 und echtes ,schaffen verschlingt sich oft mit erknstelter berspannung4 ,das ,streben1 alle festen ,begriffe zu berspringen und im ,gefhl sich der ,wirklichkeit unmittelbar zu verbinden1 mit ihr eins zu werden1 ganz in sie berzuflieen1 ergibt leicht nicht nur eine ,formlosigkeit und ,verschwommenheit1 sondern auch ein ,zurcksinken in ,sinnlichkeit1 und zwar eine ,sinnlichkeit nicht naiver ,art2 die ,romantik erweist das gute ,recht der ,mahnung ,plotins1 da wer ber die ,vernunft hinausstrebt1 leicht aus ihr herausfllt4 ,auch die hier waltende ,neigung des ,individuums1 sich vornehmlich mit sich selbst und mit seinem ,zustande zu befassen1 fhrt leicht zu einer ,verknstelung des ,lebens1 indem es immer wieder hinter sich selbst zurcktritt1 das ,fhlen fhlen1 das ,genieen genieen mchte2 nahe liegt dabei auch ein ,aufwuchern persnlicher ,eitelkeit4 ,aber so hoch wir solche ,fehler und ,schwchen anschlagen mgen1 die frderlichen ,wirkungen der ,romantik auf das deutsche ,leben drfen sie uns nicht vergessen lassen4 ,den ,romantikern verdanken wir eine wesentliche ,verstrkung des knstlerischen ,elements im deutschen ,leben1 sie haben den ,geschmack auch weiterer ,kreise gehoben1 sie haben die literarische ,kritik bei uns eingebrgert1 sie haben wie kaum eine andere ,bewegung unsere ,sprache bereichert1 indem sie ihr mehr ,rhythmus und musikalischen ,klang1 mehr ,anschaulichkeit und mehr ,farbe verliehen4 ,sie haben mit ihrer knstlerischen ,kultur die schon alternde ,aufklrung von der ,hhe des ,lebens vertrieben und ihre ,schranken voll zur ,empfindung gebracht2 ihnen verdanken wir1 da der ,begriff der ,bildung vom ,krperlichen aufs ,geistige bertragen ward und damit ein neues ,lebensideal entstand1 auch eine neue ,zusammenfassung der ,menschen 7die ,gebildeten74 ,auch hat die ,romantik1 namentlich in ihrem weiteren ,verlauf1 uns weitere ,blicke in die ,welt1 in ,natur und ,geschichte erffnet4 ,so hat sie uns in der ,natur neue ,seiten erblicken lassen1 starke ,farben sowohl als das ,dmmerlicht1 den ,reiz des tiefen ,waldes wie der trumerischen ,mondnacht1 sie hat uns damit namentlich die vaterlndische ,natur seelisch nhergebracht4 ,aber zugleich hat ihre bewegliche ,phantasie uns ferne ,lnder und ,zeiten vor ,augen gerckt und sie mit anschaulicher ,frische zu uns wirken lassen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,staat und ,vaterland ,zu den ,problemen von ,staat und ,vaterland verhielt der ,beginn der ,romantik sich sehr khl1 konnte doch ,friedrich ,schlegel sagen3 ,nicht in die politische ,welt verschleudere du ,glauben und ,liebe1 aber in der gttlichen ,welt der ,wissenschaft und der ,kunst opfere dein ,innerstes in den heiligen ,feuerstrom ewiger ,bildung4 ,eine ,wandlung darin erfolgte durch einen ,anschlu an die historische ,denkart1 die um dieselbe ,zeit zum ,durchbruch kam und die ,gemter berwltigend fortri4 ,es vollzog sich damit eine eingreifende ,wandlung des ,denkens und ,lebens fr den ,gesamtstand der ,menschheit4 ,die ,neuzeit hatte ihren eigentmlichen ,charakter in mglichster ,losreiung vom ,druck einer tausendjhrigen berlieferung und in ,entfaltung einer zeitberlegenen ,vernunft gefunden1 diese ,vernunft wurde ihr ein ,gerichtshof1 vor dem alles ,bestehende sein ,recht zu erweisen hatte1 sie wurde ihr auch eine ,macht der ,gestaltung des ,lebens aus der gemeinsamen ,menschennatur und aus allgemeinen ,begriffen4 ,auch die ,behandlung der ,geschichte trat damit unter die ,herrschaft der ,vernunft1 diese prfte jene daraufhin1 was aus ihr zu gewinnen1 namentlich aus ihr zu lernen sei2 solche direkte ,beziehung auf das eigene ,streben und die ,frage nach dem ,nutzen hinderten eine reine ,betrachtung und unbefangene ,wrdigung der ,vergangenheit4 ,darin erfolgt nun um die ,wende der ,jahrhunderte und darber hinaus eine groe ,vernderung4 ,die ,geschichte befreit sich von jenem ihr auferlegten ,joch und bringt ihren ,tatbestand zu ungehemmter ,wirkung4 ,unabweisbar wird nun die ,forderung1 sich offenen ,sinns in die frheren ,epochen zu versetzen1 sie bei sich selbst zu erfassen1 aus sich selbst zu verstehen1 nach eigenem ,mae zu messen4 ,damit tritt zugleich die ,individualitt der verschiedenen ,zeiten und ,vlker in den ,vordergrund1 die ,menschheit findet sich weit reicher1 als sie bis dahin dachte1 eine unermeliche ,flle des ,lebens erffnet sich ihrem ,blicke4 ,ja1 es erwchst daraus1 nicht ohne ,hilfe romantischer ,denkart1 eine neue ,philosophie der ,geschichte1 eine neue ,fassung des ,verhltnisses von ,gegenwart und ,vergangenheit4 ,die ,geschichte erscheint nunmehr als eine zusammenhngende ,bewegung1 die1 aller menschlichen ,absicht und ,reflexion weit berlegen1 aus eigenen ,krften und nach eigenen ,gesetzen in stillem ,wirken und ,weben sicher vorwrtsschreitet4 ,die ,dinge scheinen hier aus eigener ,natur zu werden und aus bewutlosem ,triebe zu wachsen2 wie bei einem lebendigen ,wesen scheint hier ein ,bildungsgesetz des ,ganzen alle ,gestaltung des ,einzelnen zu beherrschen4 ,an diesen ,strom des geschichtlichen ,werdens sich anzuschlieen wird auch der ,gegenwart geboten1 da sie damit erst einen festen ,grund und eine sichere ,richtung gewinne4 ,indem diese organische ,denkweise auch die ,verzweigung des geistigen ,lebens ergreift1 ,staat1 ,recht1 ,sprache1 ,kunst usw41 scheint durchgngig eine reinere und reichere ,tatschlichkeit und ein mit ihr gesttigtes ,leben aufzusteigen4 berall soll der ,mensch die ,verhltnisse nicht mehr nach seinen ,zwecken meistern1 sondern sich selbst in der ,hingebung an das groe ,werk der ,geschichte innerlich erweitern1 seinem ,leben und ,schaffen mehr ,individualitt und mehr seelische ,nhe verleihen4 ,so soll er z4 ,b4 das ,recht nicht aus abstrakten ,begriffen erschlieen1 sondern aus den ,zeugnissen des ,volksgeistes schpfen1 welche die ,vergangenheit uns zufhrt4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,geschichtliche ,denkweise ,gewi hat diese ,sache zwei ,seiten1 jene geschichtliche ,denkweise hat unverkennbar auch groe ,gefahren3 zunchst lt sich bezweifeln1 ob die ,geschichte aus unbewutem ,wirken heraus einen sicheren ,fortgang hervorbringt1 ob sie eine durchgehende ,vernunft in sich selber trgt2 gewichtiger noch ist das ,bedenken1 ob jene ,fassung der ,geschichte nicht das ,recht der lebendigen ,gegenwart arg verkmmere1 ob sie den ,menschen nicht in ein zu kontemplatives1 tatloses ,verhalten zur ,wirklichkeit bringe4 ,aber so hoch wir diese ,gefahren anschlagen mgen1 sie knnen uns nicht daran hindern1 die gewaltige ,bereicherung anzuerkennen1 die das gemeinsame ,leben dieser romantisch-historischen ,denkweise schuldet4 ,im besondern wir ,deutsche verdanken ihr viel4 ,unsere groe mittelalterliche ,vergangenheit war wie verschttet und begraben1 unsere ,kultur erschien als eine von heute und gestern1 wesentliche ,zge unserer ,art verkmmerten dabei stark1 unser ,leben drohte in eine zu enge ,bahn zu geraten4 ,wie wenig wute man z4 ,b4 von der reichen ,literatur jener ,zeit1 wie war ihre groe ,kunst halb verschollen6 ,nun wurden die zerrissenen ,fden wieder angeknpft1 nun gewann unser ,leben wieder weitere ,zusammenhnge1 nun fhlten wir festeren ,boden unter den ,fen1 nun wurde unsere eigene ,art uns mehr erschlossen1 und mit der genaueren ,kenntnis wuchs auch die ,liebe zu unserem ,volk1 wuchs auch der ,stolz auf seine ,geschichte1 auch die ,freude an der heimatlichen ,natur mit ihren groen ,erinnerungen4 ,diese besonderen ,erfahrungen ruhen aber auf ,wahrheiten allgemeinerer ,art1 die auch fr die ,philosophie nicht verloren sein konnten4 ,schelling ,whrend ,fichte uns heute mit lebendiger ,kraft zugegen ist und hchste ,verehrung geniet1 hat ,schelling 7#agge--ahed7 mit berwiegender ,ungunst zu kmpfen1 die ,gegenwart pflegt mehr bei dem zu verweilen1 was in seiner ,leistung verfehlt oder doch angreifbar ist1 als bei dem1 was in ihr an ,groem und ,fruchtbarem liegt4 ,sie erinnert sich seiner ,naturphilosophie und verwirft sie als eine kecke berhebung des ,denkens1 als eine ,vergewaltigung wissenschaftlicher ,forschung2 sie erinnert sich auch seines spteren ,versuchs1 das ,bse von ,gott her zu erklren und alle ,mannigfaltigkeit der ,religionen in eine einzige1 im ,christentum gipfelnde ,bewegung zusammenzufassen2 auch hier erscheint das ,verfahren als gewaltsam und dem ,befunde der ,wirklichkeit widersprechend4 ,solcher ,tadel hat guten ,grund1 aber man sollte nicht versumen1 den ,mann aus dem ,ganzen und aus seiner eigenen ,art zu sehen und zu verstehen2 wo das geschieht1 da wird auch das ,groe und ,fruchtbare seines ,lebenswerkes sein ,recht erhalten1 auch das ,verfehlte in eine andere ,beleuchtung treten1 da wird zugleich verstndlich werden1 weshalb von den groen ,denkern jener ,zeit keiner unserem grten ,dichter nher stand als ,schelling4 ,randnotiz3 ,schelling und ,fichte ,schelling ist von ,fichte sowohl in der persnlichen ,art als in der ,richtung des ,denkens grundverschieden4 ,war ,fichte fast ausschlielich mit dem ,menschen als handelndem ,wesen befat1 und bildete ihm die brige ,welt einen bloen ,hintergrund1 so ist ,schelling von ,anfang an auf das ,ganze der ,welt gerichtet1 ihm fat es sich zu einer lebendigen ,einheit zusammen1 aus der ,verbindung damit mu der ,mensch sich selbst verstehen1 nur daraus kann er seinem ,leben einen ,inhalt und eine ,gre geben2 ,fichte war ganz davon erfllt1 den ,menschen moralisch aufzurtteln1 ihn zu heben und umzuwandeln1 er rief ihn zu unermdlicher ,ttigkeit auf1 ,schelling dagegen gab ihm mehr ,verkettung mit der ,welt1 ein innigeres ,verhltnis zu den ,dingen1 ihm ward die ,hhe des ,lebens ein knstlerisches ,schauen und mglichst auch ,schaffen der ,wirklichkeit2 drngte ,fichte mit strmischer ,gewalt in eine bessere ,zukunft hinein1 so fesselte ,schelling der ,blick in die ,geschichte und das ,verlangen1 die ,welt aus ihrem ,werden zu verstehen und zugleich dem ,leben eine grere ,tiefe zu geben2 wirkt ,fichte vornehmlich durch die strenge ,geschlossenheit seiner ,art1 so tut es ,schelling durch seinen ,reichtum und seine ,beweglichkeit2 wohl geht ein gemeinsamer ,grundcharakter durch all sein ,wirken hindurch1 aber im ,nhern der ,richtung und ,arbeit ist ,schelling immer im ,flu geblieben1 er hat immer neue ,einflsse aufgenommen1 sich selbst immer neue ,probleme gestellt2 wo immer er aber wirkte1 da hat er nicht nur eine ,flle von ,anregungen ausgestreut1 sondern da hat er das ,ganze der ,behandlung ins ,groe und ,weite gehoben1 da hat er gewaltige geistige ,kraft gezeigt4 ,im ,wirken auf die ,gesinnung der ,menschen steht er weit hinter ,fichte zurck1 im ,wirken auf den ,stand der ,kultur und des ,geisteslebens ist er jenem weit voraus4 99 99 99 99 99 ,eine nhere ,verfolgung der verschiedenen ,phasen seines ,denkens gehrt in die ,geschichte der ,philosophie1 wir drfen uns nach einer kurzen ,charakteristik der ,gesamtart auf die ,gebiete beschrnken1 in denen seine ,arbeit das gemeinsame ,leben strker bewegt hat1 es sind das aber die ,gebiete der ,natur1 der ,kunst1 der ,religion2 sie alle waren jederzeit seinem ,denken gegenwrtig1 aber seinen ,schwerpunkt hat es nach und nach vom einen ins andere verlegt4 ,den ,hhepunkt bildete eine knstlerische ,erfassung des ,weltalls und eine entsprechende ,gestaltung des ,lebens1 hier vor allem hat ,schelling zndende ,ideen entwickelt und hohe ,ziele vorgehalten1 die auch der ,gegenwart nicht veraltet sind4 99 99 99 99 99 ,die ,gesamtart ,schellings wird dadurch bezeichnet1 da sich ihm das ,leben mehr vom ,subjektiven ins ,objektive1 vom ,einzelnen ins ,ganze verschiebt2 die ,welt wird ihm zur ,entfaltung einer begrndenden und durchwaltenden ,einheit1 die ,dinge erkennen1 das bedeutet ihre ,stellung im ,weltall bestimmen1 sie nach ,schellings ,ausdruck konstruieren1 das ,leben schpft seinen ,geistesgehalt aus einem ,erfassen und ,erkennen des ,ganzen4 ,dabei ist kein ,zweifel daran1 da der ,mensch sich in die ,welteinheit versetzen und von ihr aus sein ,leben fhren knne4 ,alle anderen ,geschpfe sind von dem bloen ,naturgeist getrieben und behaupten durch ihn ihre ,individualitt2 im ,menschen allein als im ,mittelpunkt geht die ,seele auf1 ohne welche die ,welt wie die ,natur ohne ,sonne wre4 ,im ,menschen allein erscheint das ganze volle ,sein ohne ,abbruch4 ,solcher berzeugung kann es nicht vermessen scheinen1 da der ,mensch versuche1 die ,welt von innen her zu verstehen1 vielmehr gilt dieses als seine ,hauptbestimmung1 und nur dies gibt seinem ,leben und ,handeln rechten ,wert4 ,freilich tut dazu eine groe ,umwandlung not1 am eignen ,wesen und an der ,art der ,betrachtung1 der ,mensch darf nicht seine kleinmenschlichen ,absichten den ,dingen aufdrngen wollen1 er darf sie nicht nach seinen subjektiven ,einfllen drehen und deuten1 sondern er mu sie in voller ,hingebung nur bei sich selber schauen1 sein ,denken mu sich ganz ihrer ,notwendigkeit fgen1 es von ihr erfllen und treiben lassen4 ,hat es aber den ,zusammenhang mit den tiefsten ,grnden erreicht1 so darf es wagen1 von ihnen aus die ,welt zu entwickeln1 die ,wirklichkeit zu konstruieren4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,schellings ,gesamtart ,solche ,forderung einer ,versetzung vom ,einzelpunkt in das ,all zeigt eine enge ,verwandtschaft mit ,spinoza1 hier wie da ein kosmischer ,sinn1 ein ,sehen alles ,einzelnen im ,groen und ,ganzen4 ,aber es besagt einen erheblichen ,unterschied1 da die ,welt sich bei ,schelling nicht wie bei jenem in beharrendem ,gleichgewicht befindet1 sondern da sie ein fortschreitendes ,leben1 eine ,selbstoffenbarung des ,absoluten bildet1 da wir demnach das ,werden von den ersten ,anfngen her entrollen1 uns in die schaffenden ,grnde versetzen mssen1 um die ,wirklichkeit zu verstehen4 ,damit tritt die ,geschichte und eine geschichtliche ,betrachtung groen ,stiles in den ,vordergrund2 das ,bild des ,geschehens erhlt dadurch eine besondere ,spannung1 da auch das ,einzelne eine gewisse ,selbstndigkeit erlangt1 und da damit die ,bewegung zu einem unablssigen ,kampf zwischen ,freiheit und ,notwendigkeit wird4 ,das gibt der ,geschichte bei ihrer ,gre auch eine herbe ,tragik1 da schlielich doch die ,notwendigkeit des ,objektiven ber die ,freiheit des ,subjektiven siegen mu4 99 99 99 99 99 ,weiter aber ist wesentlich1 da hier das ,leben des ,alls in den beiden einander ergnzenden ,reihen von ,natur und ,intelligenz1 von ,realem und ,idealem1 von ,bewutlosem und ,bewutem verluft4 ,solche innere ,verwandtschaft von ,denken und ,natur lt es nicht als unmglich erscheinen1 von jenem aus einen ,weg in das ,innere der ,natur zu finden1 wie das die ,naturphilosophie versucht4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,naturphilosophie ,diese ,naturphilosophie ist nur aus der eigentmlichen ,lage jener ,zeit heraus zu verstehen und gerecht zu wrdigen4 ,die aufsteigende ,bewegung des deutschen ,lebens hatte ein starkes ,kraftbewutsein des ,menschen erzeugt1 sein ,geist fhlte sich als ,bildner und ,schpfer der ,wirklichkeit2 es war nicht zu verwundern1 da der vordringende ,zug des ,lebens auch die ,natur ergriff und sie von innen her aufzuhellen1 ja sie in eigenes ,leben zu verwandeln unternahm4 ,solches ,unternehmen aber brachte notwendig einen harten ,zusammensto mit der herrschenden mechanischen ,lehre4 ,diese hatte bei ,beginn der ,neuzeit die ,natur von der ,umstrickung und ,entstellung durch menschliche ,begriffe befreit und sie zuerst aus sich selbst1 aus ihren eigenen ,krften und ,gesetzen1 zu erklren unternommen2 dabei war alles seelische ,element aus ihr als etwas ,fremdes vertrieben1 war auch das ,problem des ,lebens weit zurckgestellt4 ,das #ah4 ,jahrhundert hatte diese ,bahn in der ,hauptsache weiter verfolgt1 es zeigte eine besondere ,strke im ,scheiden und ,klassifizieren des ,tatbestandes1 seine ,arbeit war tchtig1 aber nchtern und trocken4 ,nun kam eine knstlerische ,bewegung auf1 stellte das ,leben voran und bestand auf einem ,verstehen der ,welt von innen her2 da ihr bei der ,natur jene mechanische ,erklrung im ,wege stand1 da sie auch fr ihre ,verdienste kein entgegenkommendes ,verstndnis hatte1 das zeigt uns mit besonderer ,deutlichkeit ,goethe und sein khles1 ja wohl auch feindliches ,verhltnis zu den ,fhrern jener mechanisch-exakten ,lehre4 ,schelling nun war es1 der jenem knstlerischen ,verlangen eine philosophische ,verkrperung gab1 der in systematischer ,ausfhrung die ,natur als ein inneres1 auf sich selbst beruhendes und aus sich selbst bewegtes ,ganzes zu erweisen suchte4 ,den ,schlssel zu einem solchen ,verstndnis bot ihm seine berzeugung von der engen ,zusammengehrigkeit von ,intelligenz und ,natur1 die berzeugung von ihrer gemeinsamen geistigen ,wurzel4 ,so scheint khnem ,mut sich ganz wohl ein ,weg ins ,innere der ,natur erffnen zu knnen4 ,was wir ,natur nennen1 ist ein ,gedicht1 das in geheimer1 wunderbarer ,schrift verschlossen liegt4 ,doch knnte das ,rtsel sich enthllen1 wrden wir die ,odyssee des ,geistes darin erkennen1 der wunderbar getuscht1 sich selber suchend1 sich selber flieht2 denn durch die ,sinnenwelt blickt nur wie durch die ,worte der ,sinn1 nur wie durch halbdurchsichtigen ,nebel das ,land der ,phantasie1 nach dem wir trachten4 99 99 99 99 99 ,zur ,verstrkung seiner eigenen ,stellung ist ,schelling unablssig bemht1 der mechanischen und atomistischen ,lehre ihre ,schranken vorzuhalten4 ,er meint1 durch die atomistische ,erklrung erfhre man nur1 wie es dieser oder jener ,physiker machen wrde1 wenn er die ,natur zu schaffen htte4 ,wohl sei die mechanische ,physik innerhalb ihrer ,grenzen ein ,meisterstck des ,scharfsinns und der mathematischen ,przision1 ihre ,prinzipien aber seien grundlos4 ,ihr ,hauptfehler sei1 die ,natur nur als etwas ,starres1 ,gegebenes1 in einzelne ,teile ,zerlegtes zu betrachten2 erhebt man sich ber den ,standpunkt des ,gegebenseins und zur ,idee des ,universums1 so fllt alle ,atomistik zusammen4 ,da die ,materie aus ,teilen bestehe1 ist ein bloes ,urteil des ,verstandes4 ,sie besteht aus ,teilen1 wenn und so lange ich sie teilen will4 ,aber da sie ursprnglich1 an sich1 aus ,teilen bestehe1 ist falsch4 ,auch der ,begriff der ,erfahrungswissenschaft reizt ihn zum ,widerspruch1 leicht trage dabei1 so meint er1 der ,forscher seine eigene ,lehre in die ,empirie hinein und gebe jene dann als ihm aus ihr entgegengebracht4 ,da nur jene warmen ,lobpreiser der ,empirie1 die sie auf ,kosten der ,wissenschaft erheben1 dem ,begriff der ,empirie treu uns nicht ihre eigenen ,urteile und das in die ,natur ,hineingeschlossene1 den ,objekten ,aufgedrungene fr ,empirie verkaufen wollten1 denn so viele auch davon reden zu knnen glauben1 so gehrt doch wohl etwas mehr dazu1 als viele sich einbilden1 das ,geschehene aus der ,natur rein herauszusehen und treu1 so wie es gesehen worden1 wiederzugeben4 ,so hnlich htte auch ,goethe sprechen knnen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,natur als ,organismus ,jener blinden und ideenlosen ,art der ,naturforschung setzt ,schelling seine ,naturphilosophie als eine hhere ,erkenntnis entgegen4 ,diese ,erkenntnis verlangt zunchst1 da der ,natur ein ,leben aus sich selbst1 eine volle ,selbstndigkeit zuerkannt werde4 ,die ,natur ist nicht blo ,produkt einer unbegreiflichen ,schpfung1 sondern diese ,schpfung selbst1 nicht nur die ,erscheinung oder ,offenbarung des ,ewigen1 sondern zugleich das ,ewige selbst4 ,eben das sei ihr eigentmlich1 da hier das ,produkt zugleich ein ,produzierendes sei1 da sie mit sich selbst in ,wechselwirkung stehe2 eben darin erweise sie sich als ein lebendiges ,ganzes1 als ein ,organismus4 ,htte die ,natur nur mechanisch sich gebildet1 so wre sie nicht sowohl ,produkt als bloe mechanische ,zusammensetzung aus dem schon ,vorhandenen4 ,ist die ,welt blo mechanisch zusammengesetzt1 so mu alle spezifische ,differenz schon vorausgesetzt werden4 ,ist aber die ,welt nicht mechanisch1 sondern durch organische ,entwicklung aus ,einer ursprnglichen ,synthesis entstanden1 so ist alle ,qualittsverschiedenheit im ,universum selbst schon ,produkt des allgemeinen ,organismus4 ,der allgemeine ,organismus1 so meint ,schelling1 mu allen besonderen vorangehen2 nicht das ,ganze kommt aus den ,teilen1 sondern die ,teile muten aus dem ,ganzen entspringen4 ,der ,organismus ist nicht die ,eigenschaft einzelner ,naturdinge1 sondern umgekehrt1 die einzelnen ,naturdinge sind ebensoviele ,beschrnkungen oder einzelne ,anschauungsweisen des allgemeinen ,organismus4 ,das ist ein ,versuch zur ,umkehrung der gesamten modernen ,naturwissenschaft1 ein ,wiederbeleben der ,antike und der ,renaissance4 99 99 99 99 99 ,aus dem allgemeinen ,begriff der ,natur wird dann zu erweisen gesucht1 da ein ,gegensatz von ,prinzipien notwendig sei1 um sie in bestndiger ,ttigkeit zu erhalten und sie zu verhindern1 sich in ihrem ,produkt zu erschpfen2 damit wird es erstes ,prinzip einer philosophischen ,naturlehre1 in der ganzen ,natur auf ,polaritt und ,dualismus auszugehen1 ihr ,schaffen schreitet durch den ,gegensatz von ,positivem und ,negativem1 von ,anziehung und ,abstoung fort4 ,die einzelnen ,formen erscheinen dabei als verschiedene ,stufen ein und derselben ,organisation1 es scheint der schpferischen ,natur bei allen verschiedenen ,gestaltungen ein gemeinsames ,ideal vorzuschweben1 dem das ,produkt allmhlich sich nhert1 jene ,gestalten erscheinen als ,abkmmlinge ein und desselben ,stammes4 ,das ergibt den ,gedanken1 da die hheren ,stufen die niederen haben durchlaufen mssen1 und damit eine ,entwicklungslehre2 diese unterscheidet sich aber von der ,darwins deutlich dadurch1 da hier das ,hervorgehen des ,hheren aus dem ,niederen als ein ,werk der schpferischen ,gesamtnatur1 nicht als direkte ,abstammung verstanden wird4 berhaupt legt ,schellings ,fassung der ,natur mehr ,wert darauf1 da die einzelnen ,erscheinungen mit dem ,ganzen1 als da sie untereinander zusammenhngen4 99 99 99 99 99 ,das sind ,gedanken beachtenswerter ,art1 wie immer man sich zu ihnen stellen mag4 ,aber sobald sie zu nherer ,ausfhrung kommen1 sich zu einem ,system verdichten und zugleich versuchen1 den ganzen ,befund der ,natur durch eine in ,gegenstzen fortschreitende ,bewegung bis ins einzelne hinein zu konstruieren1 wird das ,unzulngliche1 ja ,verkehrte des ,unternehmens augenscheinlich2 es wurde das nicht erst spter erkannt1 sondern schon von der ,mehrzahl der ,zeitgenossen4 ,der ,versuch ward nicht nur mit untauglichen ,mitteln ausgefhrt1 er enthielt von ,haus aus eine berspannung menschlichen ,vermgens sowie eine ,verkennung der eigentmlichen ,art der ,natur1 wie die ,erfahrung sie uns zeigt3 es war ein ,versuch1 eine knstlerische ,fassung der ,natur1 die als solche ein gutes ,recht hat und die ,seelen immer wieder anziehen wird1 der ,wissenschaft aufzudrngen4 ,unvermeidlich fhrt ein solcher ,versuch zu einer fortwhrenden ,vermengung von ,spekulation und ,tatbestand1 leicht auch zu einem ,spiel mit leeren ,begriffen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,entwicklungslehre ,da die ,khnheit des ,unternehmens auch eine ,gre bekundet1 lt sich dabei vollauf anerkennen1 sowie auch dieses1 da wertvolle ,anregungen von hier ausgegangen sind4 ,diese ,gedankenbewegung drngt dahin1 eine ,einheit der ,naturkrfte aufzusuchen1 sie bereitet mit ihrem ,influbringen der ,natur eine wissenschaftliche ,entwicklungslehre vor1 sie stellt das ,problem des ,lebens mehr in den ,vordergrund1 sie hlt der mechanischen ,lehre mit gutem ,recht ihre ,schranke vor1 sie ist mit dem allen ein ,stck der deutschen ,geistesentwicklung1 das sich unmglich ignorieren lt4 ,begreiflich ist es1 da diese ,lehre am ehesten bei knstlerisch gesinnten ,geistern ,anklang fand1 wofr ,goethe uns als ,zeugnis dienen darf4 ,wenn er in spteren ,jahren meinte1 seiner frheren ,naturauffassung habe die ,anschauung der zwei groen ,triebrder der ,natur3 der ,begriff von ,polaritt und von ,steigerung gefehlt1 wer drfte diese ,gedanken mehr bei ihm angeregt haben als ,schelling8 ,endlich haben wir bei ,schelling nicht blo die ,naturphilosophie1 sondern auch seine ,gesamtauffassung des ,verhltnisses von ,natur und ,geist zu beachten4 ,er hat die ,natur uns nhergerckt und sie uns hher schtzen gelehrt1 er hat das sinnliche ,element in den ,zusammenhngen von ,welt und ,leben mehr zu ,ehren gebracht und damit einer dem deutschen ,leben drohenden ,abstraktheit entgegengewirkt2 sagt er doch geradezu1 da in ,sachen der ,wissenschaft1 der ,religion und ,kunst so wenig als in weltlichen ,geschften je ohne berwiegende ,naturkraft etwas ,groes vollbracht worden1 und da die erhabensten uerungen der ,seele ohne eine krftige ,sinnlichkeit tot und unwirksam fr die ,welt sind4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,kunst ,auch auf die wissenschaftliche ,arbeit ist von hier aus dahin gewirkt1 den ,zusammenhang und die gegenseitige ,bedingtheit von ,geistigem und ,sinnlichem1 von ,seelischem und ,krperlichem mehr zur ,anerkennung zu bringen4 ,endlich hat die ,darstellung ,schellings mehr sinnliche ,kraft und ,flle1 mehr knstlerische ,anschaulichkeit1 mehr sprudelnde ,frische als die irgendeines anderen jener groen ,denker4 ,spter trat in der ,arbeit ,schellings die ,natur vor der ,kunst zurck1 aber es war das kein ,verlassen1 sondern ein ,weiterverfolgen des eingeschlagenen ,weges4 ,natur und ,intelligenz waren fr ,schelling zusammengehrige ,seiten eines einzigen ,alls1 die den ,gegenstzen berlegene ,einheit wird jetzt mehr hervorgekehrt und die ,hauptaufgabe darin gesetzt1 diese ,einheit dem ,denken und ,leben zu voller ,gegenwart zu bringen4 ,so entsteht eine ,identittsphilosophie4 ,das ,organ aber1 mit dem wir diese ,einheit erfassen1 ist die ,kunst1 das ,kunstwerk bringt eine ,synthese von ,natur und ,freiheit2 indem es den ,gegensatz von bewuter und bewutloser ,ttigkeit aufhebt1 erlangt es den ,charakter einer bewutlosen ,unendlichkeit4 ,kunst und ,philosophie sind einander nahe verwandt4 ,nehmt der ,kunst die ,objektivitt1 so hrt sie auf zu sein1 was sie ist1 und wird ,philosophie2 gebt der ,philosophie die ,objektivitt1 so hrt sie auf ,philosophie zu sein und wird zur ,kunst4 -- ,die ,philosophie erreicht zwar das ,hchste1 aber sie bringt bis zu diesem ,punkt nur gleichsam ein ,bruchstck des ,menschen4 ,die ,kunst bringt den ganzen ,menschen1 wie er ist1 dahin1 nmlich zur ,erkenntnis des ,hchsten1 und darauf beruht der ewige ,unterschied und das ,wunder der ,kunst4 ,von einem ,wunder der ,kunst hat ,schelling auch sonst gern gesprochen1 er nennt die ,kunst die einzige und ewige ,offenbarung1 die es gibt1 und das ,wunder1 das1 wenn es auch nur einmal existiert htte1 uns von der absoluten ,realitt jenes ,hchsten berzeugen mte4 ,das ,wunder aber besteht ihm in der ,erhebung des ,bedingten zum ,unbedingten4 ,zur hchsten ,aufgabe wird nunmehr1 alles einzelne in der ,einheit zu sehen1 ,denken und ,sein im ,ewigen vereinigt zu erblicken1 so da weder der ,begriff als die ,wirkung des ,dinges1 noch das ,ding als die ,wirkung des ,begriffs verstanden werde1 sondern beides unmittelbar zusammengehe4 99 99 99 99 99 ,auch ,sittlichkeit wie ,religion verlangen eben dieses1 das ,leben ganz und gar in die ,einheit zu stellen und sich von ihr fhren zu lassen4 ,wir mssen wissen1 da nicht wir handeln1 sondern da eine gttliche ,notwendigkeit in uns handelt1 wie denn auch alle groen ,mnner gewissermaen ,fatalisten waren4 ,das ,bse besteht darin1 da der ,mensch etwas fr sich selbst und aus sich selbst sein will4 ,von der ,religion heit es3 ,wahre ,religion ist ,heroismus1 nicht ein miges ,brten1 empfindsames ,hinschauen oder ,ahnen4 ,diejenigen nennt man ,mnner ,gottes1 in denen das ,erkennen des ,gttlichen unmittelbar zum ,handeln wird1 die im groen und ganzen gehandelt haben ohne ,bekmmernis um das ,einzelne4 ,dabei ist ,schelling stets darauf bedacht1 das ,handeln in engstem ,zusammenhang mit dem ,erkennen zu halten1 da an diesem doch letzthin alle innere ,erhebung hngt1 die ,sittlichkeit1 welche vom ,intellektualen sich trennt1 ist notwendig leer1 denn nur aus diesem nimmt sie den ,stoff ihres ,handelns4 ,randnotiz3 ,knstlerische ,kultur ,wie sich von da aus ein ,ideal knstlerischer ,kultur in groem ,stile entwickelt1 das zeigen die ,vorlesungen ber die ,methode des akademischen ,studiums1 eine ,schrift reich an groen ,ideen und feinsinnigen ,bemerkungen4 ,es hat diese knstlerische ,kultur nichts zu tun mit einem sthetizismus1 der den ,genu des bloen ,subjekts zum ,ziel der ,ziele macht1 wie denn auch ,schelling der ,romantik nicht zu nahe gerckt werden darf1 vielmehr ist hier die ,kunst der ,weg1 den ,menschen in einen inneren ,zusammenhang mit den ,tiefen des ,alls zu bringen und ihn damit zu seinem wahren ,wesen zu fhren4 ,die ,macht des ,wissens wird hier aufs hchste geschtzt1 die ,bildung zum vernunftmigen ,denken als die einzige zum vernunftmigen ,handeln erklrt1 auch der ,wissenschaft das ,vermgen zugesprochen1 die ,erfahrung vorauszunehmen1 die den ,menschen nicht ohne vielen ,verlust der ,zeit und der ,kraft erzieht4 ,aber das ,wissen sei dabei richtig gefat1 es ist nicht ein ,anhufen bloer ,gelehrsamkeit1 auch nicht ein ,sichabschlieen in einzelne ,fcher1 es ist vielmehr recht verstanden geistiges ,schaffen4 ,alle ,regeln1 die man dem ,studium vorschreiben knnte1 fassen sich in der einen zusammen3 ,lerne nur1 um selbst zu schaffen4 ,nur durch dieses gttliche ,vermgen ist man wahrer ,mensch1 ohne dasselbe nur eine leidlich klug eingerichtete ,maschine4 ,die ,philosophie als die ,grundwissenschaft ist die ,wissenschaft von den ,ideen1 ,ideen aber sind hier nicht blo menschliche ,begriffe1 sondern geistige ,mchte1 in denen der tiefste ,grund der ,wirklichkeit sich offenbart und zu uns spricht2 die ,ideen allein geben dem ,handeln ,nachdruck und sittlichen ,wert4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,sinn der ,geschichte ,gem der ,grundanschauung ,schellings von der ,selbstentwicklung des ,alls steht hier die ,philosophie in engem ,zusammenhang mit der ,geschichte1 diese wird hier1 in weitestem ,sinn genommen1 zur ,hauptsttte des ,geschehens4 ,der ,denker kann aber die ,geschichte in so groem ,sinne nicht fassen1 ohne zwischen ihr und ,historie deutlich zu scheiden2 jene erffnet uns die groen ,grundzge des ,werdens1 sie ist mehr ,philosophie der ,geschichte1 als was sonst ,geschichte heit4 ,dieses1 als das ,bild der geschichtlichen ,erfahrung vom ,menschen aus1 wird hier als ,historie bezeichnet4 ,geschichte in jenem ,sinne ist weder das reine ,verstandes-,gesetzmige1 dem ,begriff ,unterworfene1 noch das rein ,gesetzlose1 sondern was mit dem ,schein der ,freiheit im ,einzelnen ,notwendigkeit im ,ganzen verbindet4 ,so verstanden tritt die ,geschichte in eine enge ,verbindung mit der ,religion1 die ,bewegung der ,menschheit zerlegt sich in drei ,perioden1 die der ,natur1 des ,schicksals1 der ,vorsehung4 ,von hier findet das ,christentum1 welches in der ,geschichte die ,epoche der ,vorsehung beginnt1 hohe ,anerkennung4 ,die bewute ,vershnung1 die an die ,stelle der bewutlosen ,identitt mit der ,natur und an die der ,entzweiung mit dem ,schicksal tritt und auf einer hheren ,stufe die ,einheit wiederherstellt1 ist in der ,idee der ,vorsehung ausgedrckt4 ,whrend die alte ,welt die ,einheit als das ,sein des ,unendlichen im ,endlichen fat1 ist der erste ,gedanke des ,christentums die ,vershnung des von ,gott abgefallenen ,endlichen durch seine eigene ,geburt in die ,endlichkeit4 ,dem ,christentum ist die ,geschichte wesentlich1 nur mu dann die ,geschichte in einem weit hheren ,sinne gefat werden1 als es gewhnlich geschieht4 ,die christlichen ,religionslehrer knnen keine ihrer historischen ,behauptungen rechtfertigen1 ohne zuvor die hhere ,ansicht der ,geschichte selbst1 welche durch die ,philosophie wie durch das ,christentum vorgeschrieben ist1 zu der ihrigen gemacht zu haben4 ,schelling erklrt es von hier aus als bedenklich1 das ,christentum starr an seine ,anfnge zu binden und in ihm nicht eine ,idee anzuerkennen1 welche davon unabhngig durch alle ,zeiten zu wirken vermag4 berhaupt verlangt er eine ,befreiung seiner ewigen ,wahrheit von vergnglichen ,formen3 ,der ,geist der neuen ,zeit geht mit sichtbarer ,konsequenz aus ,vernichtung aller blo endlichen ,formen1 und es ist ,religion1 ihn auch hierin zu erkennen4 99 99 99 99 99 ,was die ,historie anbelangt1 so fhrt ,schelling den hrtesten ,kampf gegen eine lehrhafte ,geschichtschreibung1 welche eine subjektiv-menschliche ,betrachtungsweise in die ,geschichte trage1 da doch selbst unter dem ,heiligsten nichts sei1 was heiliger wre als die ,geschichte1 dieser groe ,spiegel des ,weltgeistes1 dieses ewige ,gedicht des gttlichen ,verstandes4 ,die echte ,behandlung der ,geschichte mu eine knstlerische sein4 ,die ,kunst ist es1 wodurch die ,historie1 indem sie ,wissenschaft des ,wirklichen als solchen ist1 zugleich ber dasselbe auf das hhere ,gebiet des ,idealen erhoben wird1 auf dem die ,wissenschaft steht4 ,der absolute ,standpunkt der ,historie ist demnach der der historischen ,kunst4 ,indem bei solcher ,betrachtung die einzelnen ,handelnden bei aller subjektiven ,freiheit als ,werkzeuge und ,mittel einer hheren ,notwendigkeit erscheinen1 die sich hier als ,schicksal darstellt1 kann die ,geschichte die ,wirkung des grten und erstaunenswrdigsten ,dramas nicht verfehlen1 das nur in einem unendlichen ,geist gedichtet sein kann4 ,wir brauchen nur an ,ranke zu denken1 um uns zu vergegenwrtigen1 welchen ,einflu diese ,fassung der ,geschichte und der ,geschichtschreibung auf die wissenschaftliche ,arbeit gewonnen hat4 99 99 99 99 99 ,mit der ,historie verbindet ,schelling eng die ,jurisprudenz als die ,wissenschaft vom ,staate4 ,denn der ,hauptgegenstand der ,historie im engeren ,sinne ist ihm die ,bildung eines objektiven ,organismus der ,freiheit oder des ,staates4 ,auch der ,staat wird hier ber das ,vermgen und die ,zwecke des bloen ,menschen hinausgehoben1 auch er ist eine ,darstellung des absoluten ,organismus und hat daher seinen ,zweck in sich selbst4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,bildende ,kunst und ,natur ,schellings ,art1 knstlerische ,probleme zu behandeln1 erscheint in besonders fesselnder ,gestalt in der ,abhandlung ber das ,verhltnis der bildenden ,knste zur ,natur4 ,wie aus berstrmendem ,reichtum streut hier der ,denker eine ,flle packender und klrender ,gedanken aus1 ,gedanken ber ,form1 ,anmut1 ,charakter1 ,seele im ,schaffen der bildenden ,kunst1 er verficht dabei die ,behauptung1 da nur durch die ,vollendung der ,form die ,form vernichtet werden knne1 er findet dieses ,ziel der ,kunst im ,charakteristischen erreicht4 ,die uere ,seite oder ,basis aller ,schnheit ist die ,schnheit der ,form4 ,da aber ,form ohne ,wesen nicht sein kann1 so ist1 wo nur immer ,form ist1 in sichtbarer oder nur empfindbarer ,gegenwart auch ,charakter4 ,charakteristische ,schnheit ist daher die ,schnheit in ihrer ,wurzel1 aus welcher dann erst die ,schnheit als ,frucht sich erheben kann2 das ,wesen berwchst wohl die ,form1 aber auch dann bleibt das ,charakteristische die noch immer wirksame ,grundlage des ,schnen4 ,die ,schnheit der ,seele an sich1 mit sinnlicher ,anmut verschmolzen3 diese ist die hchste ,vergttlichung der ,natur4 ,nach einer ,darstellung und ,vergleichung der ,eigentmlichkeit der antiken und der modernen bildenden ,kunst in ,plastik und ,malerei wendet er sich zur eigenen ,zeit und spricht auch fr sie zuversichtliche ,hoffnungen aus1 stets die berzeugung bekennend1 da die ,schicksale der ,kunst von den allgemeinen ,schicksalen des menschlichen ,geistes abhngig sind4 ,wenn die ,kunst nur aus der lebhaftesten ,bewegung der innersten ,gemts- und ,geisteskrfte entspringt1 die ,begeisterung genannt wird1 wenn es ohne einen groen allgemeinen ,enthusiasmus keine ffentliche ,meinung1 keinen befestigten ,geschmack gibt1 so bedarf auch das knstlerische ,schaffen unserer ,zeit einer solchen ,begeisterung4 ,warum sollten wir aber eine solche nicht fr sie erwarten knnen1 da doch in ihr eine neue ,welt sich bildet1 die allen bisherigen ,mastben entwchst8 ,sollte nicht jener ,sinn1 dem sich ,natur und ,geschichte lebendiger wieder aufgeschlossen1 auch der ,kunst ihre groen ,gegenstnde zurckgeben8 ,es bedarf dazu aber einer ,vernderung in den ,ideen1 es bedarf eines neuen ,wissens1 eines neuen ,glaubens1 um die ,kunst zu der ,arbeit zu begeistern1 wodurch sie in einem verjngten ,leben eine der vorigen hnliche ,herrlichkeit offenbarte4 ,so gilt es nicht rckwrts1 sondern vorwrts zu schauen und der eigenen ,kraft zu vertrauen4 ,dafr ist ,schelling stets eingetreten1 da die ,befassung mit der ,geschichte die eigene ,aufgabe der ,gegenwart in keiner ,weise schdigen drfe4 ,aus der ,asche des ,dahingesunkenen ,funken ziehen und aus ihnen ein allgemeines ,feuer wieder anfachen wollen1 ist eitle ,bemhung4 ,solche ,hoffnung einer ,neubelebung der ,kunst setzt ,schelling namentlich auf ,deutschland4 ,dieses ,volk1 von welchem die ,revolution der ,denkart in dem neueren ,europa ausgegangen1 dessen ,geisteskraft die grten ,erfindungen bezeugen1 das dem ,himmel ,gesetze gegeben -- er denkt dabei an erster ,stelle sicherlich an den von ihm aufs hchste geschtzten ,kepler -- und am tiefsten von allen die ,erde durchforscht hat1 dem die ,natur einen unverrckten ,sinn fr das ,rechte und die ,neigung zur ,erkenntnis der ersten ,ursachen tiefer als irgendeinem anderen eingepflanzt1 dieses ,volk mu in einer eigentmlichen ,kunst endigen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das deutsche ,volk ,die besondere ,art und ,begabung des deutschen ,volkes hat ,schelling oft beschftigt1 freilich ganz berwiegend vom ,standpunkt der ,philosophie und der eigenen ,arbeit aus4 ,am eingehendsten geschieht das in einem ,fragment aus dem handschriftlichen ,nachla ber das ,wesen deutscher ,wissenschaft4 ,in der deutschen ,wissenschaft sieht ,schelling das wahre ,innere1 das ,wesen1 das ,herz der ,nation4 ,zeugnisse dieser ,behauptung sind die religisen und wissenschaftlichen ,revolutionen1 mit denen dieses ,volk allen anderen vorangegangen1 und in denen es ein ,interesse des ,gemts und ,geistes fr den ,grund aller ,erkenntnis an den ,tag gelegt hat1 wie keine andere ,nation je getan4 ,zu eigentmlich von ,gemt und ,geist ist dieses ,volk gebildet1 um auf dem ,weg anderer ,nationen mit diesen gleichen ,schritt zu halten4 ,es mu seinen eigenen ,weg gehen1 und wird ihn gehen1 und sich nicht irren noch abwenden lassen1 wie es immer vergebens gesucht wurde4 ,als die ,geburtsstunde der deutschen ,wissenschaft betrachtet ,schelling die ,zeit der ,reformation1 er sieht in der konfessionellen ,spaltung1 welche sie brachte1 kein ,unglck1 da er hofft1 da der deutsche ,geist die ,einheit1 die er als einen ,zustand erkenntnislosen ,friedens verlie1 auf einer hheren ,stufe als bewute ,einheit1 in grerem ,sinn und weiterem ,umfang einst wiederherstellen werde4 ,die deutsche ,wissenschaft hat die ,aufgabe1 die ,lebendigkeit aller ,dinge und der ganzen ,natur anschauend1 sich bis zu dem ,urquell aller ,ichheit1 dem zu erheben1 von dem alles andere ,ich in der ,absonderung nur ,schatten und ,schein1 in der ,einheit betrachtet das lebendige ,teil und reale ,ebenbild ist4 ,nach dieser ,richtung haben ,kepler und ,leibniz1 ,jakob ,bhme und ,hamann gewirkt2 seine hchste ,hhe erreichte aber dies ,streben in der ,bewegung1 die mit ,kant begann4 ,das ,urteil der ,geschichte wird sein1 nie sei ein grerer uerer und innerer ,kampf um die hchsten ,besitztmer des menschlichen ,geistes gekmpft worden1 in keiner ,zeit habe der wissenschaftliche ,geist in seinem ,bestreben tiefere und an ,resultaten reichere ,erfahrungen gemacht als seit ,kant4 ,als die ,vollendung dieser ,bewegung betrachtet ,schelling seine eigene ,philosophie4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,aufgabe des deutschen ,geistes ,als besonders charakteristisch fr den deutschen ,geist erscheint seine ,richtung auf ,metaphysik und das eng damit verbundene ,verlangen1 ,religion und ,wissenschaft zur ,freundschaft zusammenzubringen4 ,die deutsche ,nation strebt mit ihrem ganzen ,wesen nach ,religion1 aber ihrer ,eigentmlichkeit gem nach ,religion1 die mit ,erkenntnis verbunden und auf ,wissenschaft gegrndet ist4 ,von der ,metaphysik spricht ,schelling in hchsten ,tnen1 er meint1 alles ,hohe und ,groe in der ,welt sei durch etwas geworden1 das im allgemeinsten ,sinne ,metaphysik heien knne4 ,metaphysik aber beruhe auf dem ,talent1 ein ,vieles unmittelbar in ,einem und hinwiederum ,eines in ,vielem begreifen zu knnen1 mit einem ,wort auf dem ,sinn fr ,totalitt4 ,selbst den ,krieg bringt ,schelling in ,verbindung mit der ,metaphysik in diesem weiteren ,sinne4 ,es gibt keinen rechtlichen ,krieg1 als der um der ,idee willen gefhrt wird1 d4 h4 der religis ist4 ,nicht als ,maschine1 die von ,willkr bewegt wird1 sondern dem ,gesetz ,gottes und der ,natur gehorchend1 die den ,krieg eingesetzt haben1 soll der ,streiter siegen oder fallen4 ,unumwunden legt ,schelling dar1 wie gerade dem ,deutschen groe ,gefahren drohen1 wie er sich besonders leicht der ,tiefe des eigenen ,wesens entfremde1 aber das erschttert nicht sein ,vertrauen1 da er sich immer wieder zu sich selbst zurckfinden wird1 und da er vornehmlich jetzt sich vor einem neuen ,aufstieg befindet4 ,wiedergeburt der ,religion durch die hchste ,wissenschaft1 dieses eigentlich ist die ,aufgabe des deutschen ,geistes1 das bestimmte ,ziel aller seiner ,bestrebungen4 ,nach der notwendigen ,zeit des bergangs und der ,entzweiung nehmen wir dieses durch die religise ,revolution eines frheren ,jahrhunderts begonnene ,werk an eben dem ,punkte auf1 wo es verlassen wurde4 ,jetzt fngt die ,zeit der ,vollfhrung und ,vollendung an4 ,endlich sucht er aus dem ,gedanken1 da die ,weite des ,wesens und die ,offenheit selbst fr ,widersprche eine eigentmliche ,gre des ,menschen sei1 einen ,vorzug deutscher ,art zu begrnden4 ,man hat es oft bemerkt1 da alle brigen ,nationen von ,europa durch ihren ,charakter viel bestimmter sind als die deutsche1 welche daher wegen ihrer allgemeinen ,empfnglichkeit als die ,wurzel1 wegen der in ihr liegenden ,kraft der ,vereinigung des ,widerstreitenden wohl als die ,potenz der anderen ,nationen betrachtet werden knnte4 ,sollte nicht das ,los des ,deutschen darin das allgemeine des ,menschen sein1 da auch er die verschiedenen ,stufen1 welche andere ,vlker gesondert darstellen1 allein alle durchliefe1 um auch am ,ende die hchste und reichste ,einheit1 deren die menschliche ,natur fhig ist1 darzustellen8 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,wendung zur ,religion ,wie in dieser ,schilderung des deutschen ,wesens das ,verhltnis zur ,religion das ,bild wie die ,schtzung beherrscht1 so wird bei ,schelling berhaupt immer mehr die ,religion zur ,seele des ,strebens4 ,es besagte das eine groe ,wendung1 die keinen vlligen ,bruch mit der bisherigen berzeugung darstellt1 die aber doch eine ,ablenkung von ihr vollzieht4 ,die ,religion bedeutete immer dieser ,philosophie sehr viel1 da ihr ,grundcharakter ein ,versuch des ,sehens und ,verstehens der ,wirklichkeit aus der sie begrndenden ,einheit ist2 so haben auch die frheren ,schriften viel ,beziehung zur ,religion4 ,aber das ,verhltnis von ,gott und ,welt stellte sich frher und spter sehr verschieden dar1 es war ein weit strkeres ,hervortreten des ,problems des ,bsen1 das diese ,wandlung bewirkte4 ,frher galt ,schelling die ,welt als eine ungetrbte ,offenbarung der ewigen ,einheit1 und das ,bse war nur ein ,versuch1 ein vergeblicher ,versuch des ,endlichen1 sich dem ,unendlichen entgegenzuwerfen4 ,jetzt aber wird das ,bse weit tiefer in den ,kern der ,wirklichkeit zurckverlegt und als eine positive ,verkehrtheit der ,prinzipien erklrt1 ernst und nachdrcklich wird jetzt zu seiner vollen ,wrdigung aufgefordert4 ,schelling meint1 man msse das ,bse mit dem ,herzen ignorieren1 nicht mit dem ,kopf2 er erklrt es fr einen groen ,irrtum1 das gute ,prinzip ohne das ,bse erkennen zu wollen4 ,denn wie in dem ,gedicht des ,dante geht auch in der ,philosophie nur durch den ,abgrund der ,weg zum ,himmel4 ,in ,wahrheit bestimmt dieser ,punkt durchgngig mehr als irgendwelcher anderer die ,hauptrichtung des geistigen ,strebens4 ,seit ,jahrtausenden besteht ein harter ,kampf der erlesensten ,geister darber1 ob das ,bse der ,welt1 das keine unbefangene ,betrachtung leugnen kann1 sich in eine ,vernunftordnung irgendwie einfgen und dadurch fr die letzte ,betrachtung zum ,verschwinden bringen lasse1 oder ob es sich starr behaupte1 ein rationales ,bild der ,wirklichkeit hindere1 damit aber das ,streben und ,denken entweder zur ,verzweiflung oder zum ,suchen neuer ,ordnungen treibe4 ,der deutsche ,idealismus stand im groen und ganzen zu der ersteren berzeugung4 ,allerdings hatte er nichts mit jenem flachen ,optimismus gemein1 den sich ,welt und ,leben ohne weiteres bequem zurechtlegt1 er erkannte mit voller ,klarheit die ,schden des nchsten ,standes1 er forderte mit grtem ,ernst eine ,erhhung oder gar ,umwlzung seiner1 er hat stets mit voller ,entschiedenheit alles ,idealisieren des ,daseins als eine ,unwahrheit abgelehnt4 ,aber er stand zugleich zu dem ,glauben1 da geistige ,kraft den ,schden gewachsen sei1 da eine berlegene ,vernunft im menschlichen ,leben walte und sich durch volle ,aufbietung unseres ,vermgens auch in eigenen ,besitz verwandeln lasse4 ,alle ,schden der ,menschen erschtterten nicht die berzeugung von einer ,gre und ,wrde des ,menschen4 ,aus solcher berzeugung wurde dann das ,bild unserer ,welt entworfen4 ,das alles verschiebt sich nun bei ,schelling1 und indem es sich verschiebt1 treten ganz andere ,seiten der ,wirklichkeit in den ,vordergrund und entstehen ganz neue ,probleme4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das ,bse in der ,welt ,schelling findet das ,bse schon in der ,natur1 in durchgehenden ,hemmungen und ,verunstaltungen ihres ,lebens1 auch in der allesbeherrschenden ,macht des ,todes4 ,es steigert sich weiter im ,bereich des menschlichen ,lebens1 im besonderen ist es das ,sinnlose des unaufhrlichen ,kommens und ,gehens1 was den ,denker bedrckt und weitertreibt4 ,die ganze ,natur mht sich ab und ist in unaufhrlicher ,arbeit begriffen4 ,auch der ,mensch seinerseits ruht nicht1 es ist1 wie ein altes ,buch sagt1 alles unter der ,sonne so voll ,mhe und ,arbeit1 und doch sieht man nicht1 da etwas gefrdert1 wahrhaft erreicht werde1 etwas nmlich1 wobei man stehen bleiben knnte4 ,ein ,geschlecht vergeht1 das andere kommt1 um selbst wieder zu vergehen4 ,vergebens erwarten wir1 da etwas ,neues geschehe1 woran endlich diese ,unruhe ein ,ziel finde2 alles was geschieht1 geschieht nur1 damit wieder etwas anderes geschehen kann1 das selbst wieder gegen ein anderes zur ,vergangenheit wird1 im ,grunde also geschieht alles umsonst1 und es ist in allem ,tun1 in aller ,mhe und ,arbeit der ,menschen selbst nichts als ,eitelkeit3 alles ist eitel1 denn eitel ist alles1 was eines wahrhaften ,zweckes ermangelt4 ,an diesen ,schden hat die ,gegenwart besonders zu tragen1 da ihr ein innerer ,halt verloren gegangen ist4 ,es haben sich nmlich die berkommenen berzeugungen1 welche das ,leben trugen1 gelockert und ihre ursprngliche ,kraft verloren1 aber das wagt man sich nicht zu gestehen4 ,aus ,furcht1 den behaglichen ,zustand zu zerstren1 vermeidet man der ,sache auf den ,grund zu sehen oder es auszusprechen1 da die moralischen und geistigen ,mchte1 durch welche die ,welt1 wenn auch blo gewohnheitsmig1 noch zusammengehalten worden1 durch die fortschreitende ,wissenschaft lngst untergraben sind4 ,indem solche ,eindrcke ,schelling dahin treiben1 das ,bse in die tiefsten ,grnde der ,wirklichkeit zu versetzen und es als einen ,abfall von ,gott zu verstehen1 treibt ihn sein ,erkenntnisverlangen1 solchen ,abfall irgendwie begreiflich zu machen und demgem den ,weltanblick zu gestalten4 ,das ,hauptproblem liegt darin1 da das ,bse letzthin nur aus ,freiheit stammen und daher eine von ,gott unabhngige ,wurzel haben mu1 da andererseits aber nichts gnzlich auer ,gott gesetzt werden kann4 ,diese ,verwicklung treibt unseren ,denker zu khner ,spekulation in der ,art eines ,jakob ,bhme4 ,das ,bse soll aus einem dunkeln ,naturgrunde stammen1 der nur eine ,stufe einer weiteren ,bewegung bedeuten sollte1 der aber sich selbstndig gemacht hat1 nun den ,fortgang hemmt1 nun die ,lebenskrfte in seine ,dienste zieht und ihren wahren ,zielen entfremdet4 ,damit hat das ,bse eine unheimliche ,macht erlangt1 von der nur eine berlegene ,hilfe1 eine ,offenbarung gttlicher ,macht uns und die ,welt erlsen kann4 99 99 99 99 99 ,dieser ,gedankengang ist begreiflich1 wie immer man sich zu ihm stellen mag1 die nhere ,ausfhrung ist aber so gewagt1 so wunderlich1 sie entspricht so wenig der von ,kant verlangten kritischen ,selbstbesinnung des ,menschen1 da ein derartiges ,verfahren uns heute ganz fremd geworden ist4 ,solche ,ablehnung braucht aber nicht die ,anerkennung dessen zu hindern1 da hier manche bedeutende ,gedanken entwickelt sind1 manches in neue ,beleuchtung gestellt ist4 ,besondere ,beachtung findet jetzt das ,problem der ,freiheit1 ihr ,zusammenhang mit dem ,ganzen der ,weltansicht wird dem ,denker zu einer notwendigen ,aufgabe1 ohne deren ,auflsung der ,begriff selber wankend1 die ,philosophie aber vllig ohne ,wert sein wrde4 ,denn diese groe ,aufgabe allein ist die unbewute und unsichtbare ,triebfeder alles ,strebens nach ,erkenntnis von dem ,niedrigsten bis zum ,hchsten2 ohne den ,widerspruch von ,notwendigkeit und ,freiheit wrde nicht ,philosophie allein1 sondern jedes hhere ,wollen des ,geistes in den ,tod versinken1 der jenen ,wissenschaften eigen ist1 in welchen er keine ,anwendung hat4 ,randnotiz3 ,wollen als ,grundlage aller ,natur ,solcher ,schtzung der ,freiheit entspricht es1 da als ,grundkraft der ,seele hier mit groer ,bestimmtheit das ,wollen verkndigt wird1 ja da es heit1 ,wollen ist die ,grundlage aller ,natur4 ,auch ,fichte hatte das ,wollen als die ,hauptkraft des ,lebens erklrt1 aber es war das bei ihm das von ,vernunft erfllte und auf ,vernunft gerichtete ,wollen2 ,schelling dagegen bringt das ,dunkle1 ,triebhafte1 ,dmonische in ihm zur vollen ,anerkennung2 ihm wird damit das ,leben nicht eine sichere ,fortentwicklung1 sondern ein bestndiger ,kampf zwischen ,hherem und ,niederem1 fortwhrend bedarf es eines ,ringens mit der dunkeln ,tiefe unserer ,natur1 fortwhrend gilt es1 das in uns bewutlos ,wirkende durch freie ,tat zum ,bewutsein zu erheben4 ,zugleich aber glaubt ,schelling einen krftigeren ,begriff vom ,guten zu gewinnen und das ,ganze des ,lebens zu vertiefen4 ,ein ,gutes1 wenn es nicht ein berwundenes ,bse in sich hat1 ist kein volles lebendiges ,gute4 ,die aktivierte ,selbstheit ist notwendig zur ,schrfe des ,lebens2 ohne sie ist nur vlliger ,tod1 ein ,einschlummern des ,guten4 ,wo nicht ,kampf ist1 da ist nicht ,leben4 ,damit soll auch der ,begriff der ,persnlichkeit mehr ,gehalt und ,kraft gewinnen1 ihm ist eigentmlich eine innere ,bewegung1 welche die ,natur des ,selbst durch ,freiheit zur ,geistigkeit erhebt4 ,der ,begriff des ,geistes aber fllt nach ,schelling nicht schon mit dem des ,guten zusammen4 ,denn auch in den ,geist reicht der ,zwiespalt hinein1 der die ,welt auseinanderreit1 auch innerhalb des ,geistes mssen wir kmpfen1 ja die hchste ,korruption ist auch die geistigste4 ,auch beim ,gottesbegriff erstrebt ,schelling eine berwindung abstrakter ,fassungen1 die mit einem bloen ,allgemeinbegriff das ,wesen zu treffen glaubten1 und eine ,krftigung des ,gehalts2 in dieser ,hinsicht heit es3 ,nicht die ,vernunft ist die ,ursache des vollkommenen ,geistes1 sondern nur1 weil dieser ist1 gibt es eine ,vernunft4 ,das allgemeine ,wesen existiert nur1 wenn das absolute ,einzelwesen es ist4 ,auch verlangt ,schelling eine mglichst anthropomorphe ,fassung des ,gottesbegriffes1 da nur ein lebendiger und uns naher ,gott ,hilfe und ,rettung bringen knne4 ,randnotiz3 ,gott und der ,weltproze ,auf eine solche ,rettung aber vertraut ,schelling felsenfest1 und er begrndet sein ,vertrauen durch seine ,fassung der ,geschichte und des gesamten ,weltprozesses1 die auf eine solche ,rettung angelegt sind4 ,es gilt nur1 da der ,mensch die groen gttlichen ,taten erkenne und sein eigenes ,leben dadurch erfllen lasse1 da er eintrete in die ,bewegung der ,welt1 in den ,kampf um ihre ,vollendung4 ,diese berzeugung lt ihn auch die ,zeichen der ,zeit trotz alles ,ernstes gnstig deuten4 ,je greller man den ,unfrieden1 die ,zerwrfnisse1 die ,auslsung drohenden ,erscheinungen unserer ,zeit schildern mag1 desto gewisser kann der wahrhaft ,unterrichtete in diesem allen nur die ,vorzeichen einer neuen ,schpfung1 einer groen und belebenden ,wiederherstellung erblicken1 die allerdings ohne schmerzliche ,wehen nicht mglich war1 der die rcksichtslose ,zerstrung alles dessen1 was faul1 brchig und schadhaft geworden1 vorausgehen mute4 ,der ,philosophie1 im besonderen seiner eigenen1 teilt ,schelling dabei eine groe ,rolle zu4 99 99 99 99 99 ,eine weite ,kluft zwischen den hier so eindringlich geschilderten ,schden der menschlichen ,lage und dem empfohlenen ,heilmittel ist unmglich zu verkennen4 ,wie kann eine ,vernderung der ,weltanschauung so viel erreichen lassen8 ,schelling selbst sucht den ,einwand abzuwehren1 da die ,philosophie solcher ,aufgabe nicht gewachsen sei1 es msse1 so meint er1 nur eine starke ,philosophie sein1 eine solche1 die mit dem ,leben sich messen kann1 die ihre ,kraft aus der ,wirklichkeit selbst nimmt und darum auch selbst wieder ,wirkendes und ,dauerndes hervorbringt4 ,aber es bleibt doch dabei1 da ein ,wandel der ,begriffe ohne weiteres auch einen ,wandel der ,gesinnung mit sich bringen soll2 was aber ist das anderes als ,rationalismus1 und zwar ein ,rationalismus1 der um so mehr zum ,widerspruch reizt1 als er eben das fr irrational ,erklrte rational zu verstehen sucht8 ,schellings ,versuch1 das ,christentum als den ,kern und ,sinn der ganzen ,wirklichkeit zu erweisen1 ist ein groes ,wollen unmglich abzusprechen1 aber die ,ausfhrung zeigt dasselbe berspringen der menschlichen ,schranken und dieselbe ,vergewaltigung des ,tatbestandes im ,gebiet der ,geschichte1 wie in dem der ,natur die ,naturphilosophie4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,philosophie der ,mythologie ,dasselbe gilt von ,schellings ,philosophie der ,mythologie1 welche die ganze ,flle der geschichtlichen ,religionen als eine aufsteigende ,stufenfolge mit dem ,christentum als ,hhe- und ,zielpunkt zu verstehen sucht4 ,auch hier blitzen glnzende ,gedanken auf1 auch hier fehlt es nicht an packenden ,schilderungen4 ,so ist es namentlich anziehend1 wie ,schelling sich mit dem ,pantheismus auseinandersetzt1 der in seiner eigenen ,natur so tief wurzelte1 und ber den ihn doch der ,fortgang seines ,strebens zwingend hinaustrieb4 ,der ,pantheismus in seiner bloen ,mglichkeit ist der ,grund der ,gottheit und aller wahren ,religion4 -- ,der ,monotheismus ist nichts anderes1 als der esoterisch1 latent1 innerlich gewordene ,pantheismus4 -- ,nichts hat je ber die ,gemter der ,menschen wahre ,gewalt erlangt1 dem nicht eigentlich dieser1 zur ,ruhe gebrachte und befriedigte 7zum ,frieden gebrachte7 ,pantheismus zugrunde lag4 99 99 99 99 99 ,der ,abschlu der ueren ,laufbahn ,schellings war wenig glcklich4 ,unter groen ,erwartungen wurde er #ahda nach ,berlin berufen1 um ,zeitstrmungen zu bekmpfen1 die man fr bedenklich hielt4 ,auch er selbst steckte das ,ziel sich hoch1 hoffte er doch eine ,burg zu grnden1 in welcher die ,philosophie von nun an sicher wohnen soll4 ,das ,ergebnis war eine ,enttuschung2 es kamen noch andere ,grnde hinzu1 ,schelling zur ,einstellung seiner ,ttigkeit zu bewegen4 ,leider beherrscht dieser ,ausgang noch immer zu sehr die gesamte ,schtzung des ,mannes4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,anregungen und ,ergebnisse ,denn darber kann kein ,zweifel sein3 ,schelling gehrt in die erste ,reihe unserer groen ,denker1 und das deutsche ,geistesleben verdankt ihm viel4 ,aber es liegt das mehr in ,anregungen als in fertigen ,ergebnissen4 ,wenn gesagt ward1 da oft die ,werke grer sind als die ,menschen1 oft aber auch die ,menschen grer als ihre ,werke1 so gilt letzteres besonders von ,schelling4 ,reichste geistige ,gaben trafen bei ihm zusammen1 mit gewaltiger ,kraft hat er alles behandelt1 was er ergriff4 ,alle ,kleinheit lag ihm fern1 er wute alles ins ,groe zu heben und aus dem ,ganzen zu sehen4 ,er widerstand aller ,verengung des ,lebens nach besonderen ,richtungen hin1 er steht sicher ber dem ,gegensatz eines ,moralismus und sthetizismus1 er hat auch bei der ,wendung zur ,religion dem ,denken volle ,freiheit gewahrt und eine christliche ,philosophie entschieden abgelehnt1 er hat dem menschlichen ,leben eine metaphysische ,tiefe gegeben1 das ,geheimnisvolle in ihm stark empfunden und krftig zur ,darstellung gebracht4 ,auch da er selbst stets im ,suchen verblieb1 gibt seiner ,untersuchung eine eigentmliche ,frische und ,ursprnglichkeit1 hlt ihr alles ,lehrhafte fern4 ,da aber solche ,gre in seinen ,werken nicht zu entsprechendem ,ausdruck kam1 das lag vornehmlich an einem ,widerspruch zwischen seinem ,wesen und seinem ,wollen1 einem ,widerspruch1 den man wohl als tragisch bezeichnen kann4 ,sein ,wesen macht ihn stark in der knstlerischen ,intuition1 im ,sehen und ,beleben groer ,umrisse1 im kraftvollen ,anschlagen der ,grundstimmungen einer ,gedankenwelt1 dabei ergreift er uns oft mit zauberischer ,gewalt2 sein ,wille aber drngte ihn zu einem systematischen ,aufbau1 zu einem ,durchbilden und ,gliedern bis ins einzelne hinein1 und dabei versagte seine ,kraft4 ,aber es bleibt dabei1 da er die verschiedenen ,gebiete und ,probleme des ,lebens mit einer ,frische und ,anschaulichkeit uns nahebringt wie kein anderer unserer groen ,denker1 der schwchste ,systematiker ist er zugleich der mchtigste ,knstler unter allen4 ,er hat das ,lebensproblem der ,menschheit auf eine ,hhe gehoben1 die noch immer belebender ,wirkungen fhig ist4 ,so wollen wir dieses ,groe bei ihm suchen und uns seiner erfreuen2 bei seinen ,irrungen aber wollen wir des ,wortes gedenken1 das er selbst in seiner ,berliner ,antrittsvorlesung sprach3 ,hat einer mehr geirrt1 so hat er mehr gewagt1 hat er sich vom ,ziel verlaufen1 so hat er einen ,weg verfolgt1 den die ,vorgnger ihm nicht verschlossen hatten4 ,schleiermacher ,schleiermachers 7#agfh--ahcd7 geistige ,art teilt mit der ,schellings manche ,zge4 ,auch er stand zu ,beginn seiner ,laufbahn den ,romantikern nahe1 auch er hat seine ,selbstndigkeit gewahrt und ist spter weit ber jene hinausgewachsen2 auch sein ,denken zerlegt die ,welt in ,gegenstze1 aber es will sie umspannen und sie ohne ,verwischung ihrer ,unterschiede zusammenhalten1 so namentlich ,denken und ,sein1 ,reales und ,ideales1 ,natur und ,geist1 ,freiheit und ,notwendigkeit2 auch in ihm wirkt stark eine knstlerische ,art1 lt ihn das ,mannigfache zusammenschauen und beherrscht auch seine ,darstellung4 ,aber zugleich bleiben betrchtliche ,unterschiede4 ,es fehlt ,schleiermacher das ,gigantische und ,umwlzende1 aber auch das ,gewagte und ,gewaltsame des ,schellingschen ,verfahrens2 ,schleiermacher stellt sich nicht khn und keck der ,welt gegenber1 um sie nach seinen ,entwrfen umzugestalten1 sondern er versetzt sich liebevoll in die ,dinge hinein und sucht sie bei sich zu beleben1 um dann eine fruchtbare ,wechselwirkung mit der eigenen ,seele herzustellen4 ,er schmiedet die ,gegenstze nicht mit diktatorischem ,gebot zu einer ,einheit zusammen1 aber er bringt sie in ein ,verhltnis gegenseitiger ,beziehung und ,frderung1 er verbindet sie zu einem seelenvollen ,gewebe2 er fhrt weniger in strmischem ,zuge das ,leben auf neue ,bahnen1 als er mit hingebender ,betrachtung mehr in ihm entdeckt1 mehr aus ihm macht1 seinen ganzen ,umfang liebevoll klrt und veredelt4 ,so ist er durchaus ein ,denker eigener ,art und will als solcher gewrdigt sein4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,geistesart und ,lebensarbeit ,auch seine ,lebensarbeit setzt die ,kantische ,befreiung des ,menschen von einer fremden ,welt voraus1 auch im ,hinausgehen ber ,kant hat sie diese ,grundlage festgehalten4 ,aber wenn auch fr ,schleiermacher damit das ,subjekt in die erste ,linie trat1 so hat er ihm ein eigentmliches ,verhltnis zur ,wirklichkeit gegeben1 das ihn von den ,romantikern deutlich scheidet4 ,er hat den ,hauptstandort des ,lebens in der ,innerlichkeit der ,seele gesucht1 er hat hier nicht nur ein stilles ,heiligtum1 sondern auch einen festen ,halt gegen die ,nte und ,wirren des ,lebens gefunden4 ,solches ,zurckgehen auf die ,tiefen der ,seele bedeutet ihm aber keine ,flucht vor der ,welt1 kein ,sichverschlieen in eine einsame ,klause1 sondern in der ,seele selbst hat er eine ,welt gefunden und diese ,welt mit aller ,kraft zu beleben gesucht und verstanden4 ,ihn durchdringt ein fester ,glaube an ein ,ganzes der ,menschheit1 das in jeder ,seele unmittelbar gegenwrtig ist und das ,leben des einzelnen trgt1 aber nicht nur mu dieser das ,bild der ,menschheit in sich erst zu voller ,anschauung bringen1 er hat auch innerhalb des ,ganzen eine besondere ,art zu entwickeln1 das ,ganze in eigentmlicher und unvergleichlicher ,weise in sich selber darzustellen4 ,damit erhlt die ,seele eine groe ,aufgabe und eine fortlaufende ,bewegung im eigenen ,bereich1 sie fllt um so weniger aus der groen ,wirklichkeit heraus1 als die ,menschheit und die ihr innewohnende ,vernunft fr ,schleiermacher die ,tiefe der ,welt zu bilden scheint4 ,zugleich entsteht ein eigentmliches ,verhltnis von ,individuum und ,gemeinschaft4 ,aufs entschiedenste wird hier abgelehnt1 das ,individuum als ein bloes ,mittel fr die ,gemeinschaft zu behandeln und sein ,tun einer allgemeinen ,formel zu unterwerfen1 aber es wird auch nicht nach ,art der ,romantik als ein vlliger ,selbstzweck erklrt und selbstbewut von seiner ,umgebung abgehoben1 es bleibt als eine eigentmliche ,darstellung des ,ganzen von diesem umfat und auf es angewiesen1 von ihm aus empfngt es sein ,ma4 ,diese ,ausgleichung der ,gegenstze ist fr ,schleiermacher auch zu einer persnlichen ,wahrheit geworden3 er hat in allen ,lebenslagen den grten ,wert auf die ,gemeinschaft gelegt1 sie zu heben und zu strken gestrebt1 aber er hat sich zugleich die vollste ,unabhngigkeit innerhalb der ,gemeinschaft gewahrt und ist mannigfachen ,anfechtungen gegenber tapfer und treu den ,weg seiner eigenen berzeugung gegangen4 berhaupt verband sich in seinem ,leben in bewunderungswrdiger ,weise mit ,zartheit und ,innigkeit des ,gefhls eine groe ,kraft und ,mannhaftigkeit des ,handelns1 die knstlerische ,anmut seiner ,darstellung darf uns diesen festen ,kern seines ,wesens ja nicht bersehen lassen4 ,er ist1 als ,ganzes genommen1 wohl die anziehendste ,persnlichkeit im ,kreis unserer groen ,denker4 99 99 99 99 99 ,seine ,wirkungen auf das gemeinsame ,leben gehen nach dreifacher ,richtung3 er hat das ,ganze des ,seelenlebens befestigt und vertieft1 er hat der ,religion zuerst eine volle ,selbstndigkeit auch in der ,wissenschaft erkmpft1 er hat die ,moral vor drohender ,verengung zu bewahren und mit dem ,ganzen des ,lebens eng zu verknpfen gesucht4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,vertiefung des ,seelenlebens ,jene ,vertiefung des ,seelenlebens erfolgt in hartem ,kampf mit der alternden ,aufklrung1 ,schleiermacher zeigt hier mit besonderer ,klarheit1 nach welcher ,richtung damals die ,sehnsucht der ,besten ging4 ,es galt1 dem ,leben einen ,sinn und ,wert bei sich selbst zu erringen1 es von aller niedrigen ,ntzlichkeit und ,zweckmigkeit zu befreien1 in welche die ,zeitumgebung es hatte sinken lassen4 ,die ,bewegung dagegen findet ihren bedeutendsten und schnsten ,ausdruck in ,schleiermachers ,monologen4 ,sie beginnen mit einem ,preise eines ,lebens aus einem vollen ,beisichselbstsein der ,seele4 ,hier allein im innersten ,handeln erfolgt eine ,erhebung von der ,notwendigkeit zur ,freiheit1 von dem ,wandel der ,zeit zur ,ewigkeit4 ,auf mich selbst mu mein ,auge gekehrt sein1 um jeden ,moment nicht nur verstreichen zu lassen als einen ,teil der ,zeit1 sondern als ,element der ,ewigkeit ihn herauszugreifen und in ein hheres freieres ,leben zu verwandeln4 ,das aber nicht in ,losreiung1 sondern im ,zusammenhang mit dem ,all2 verstehen wir es nur nicht als blo krperliche ,masse1 sondern was ,welt zu nennen ich wrdige1 ist nur die ewige ,gemeinschaft der ,geister1 ihr ,einflu aufeinander1 ihr gegenseitiges ,bilden1 die hohe ,harmonie der ,freiheit4 ,mir ist der ,geist das erste und das einzige3 denn was ich als ,welt erkenne1 ist sein schnstes ,werk1 sein selbstgeschaffener ,spiegel4 ,diesem unendlichen ,all der ,geister hat sich das ,endliche und ,einzelne einzufgen und ,wirkungen von ihm zu empfangen4 ,aber im eignen ,innern bleibt es frei1 die ,freiheit ist in allem das ,ursprngliche1 das ,erste und ,innerste4 ,ihre ,aufgabe ist es1 die ,menschheit in mir zu bestimmen1 in irgendeiner endlichen ,gestalt und festen ,zgen sie darzustellen und so selbstwerdend ,welt zugleich zu bilden4 ,indem sich so ,endliches und ,unendliches in uns verbindet1 wird die ,selbstanschauung unmittelbar auch zu einer ,anschauung der ,menschheit1 und der ,gedanke der ,menschheit wiederum fhrt zum unermelichen ,gebiet des reinen ,geistes4 ,im ,anschauen seiner selbst findet der ,geist ,unsterblichkeit und ewiges ,leben1 daher heit es3 ,beginne schon jetzt dein ewiges ,leben in steter ,selbstbetrachtung2 sorge nicht um das1 was kommen wird1 weine nicht um das1 was vergeht1 aber sorge1 dich selbst nicht zu verlieren1 und weine1 wenn du dahin treibst im ,strome der ,zeit1 ohne den ,himmel in dir zu tragen4 99 99 99 99 99 ,um aber jenes ,ziel zu erreichen1 gilt es vor allem1 das ,bewutsein der ,menschheit in sich selbst zu voller ,klarheit zu wecken und es das ,handeln leiten zu lassen1 damit sich das ,leben mit voller ,sicherheit ber das sinnlose tierische ,dasein zur ,hhe der ,vernunft erhebe4 ,aber so notwendig solche ,erweckung eines ,allgemeinen in uns ist1 sie allein gibt unserem ,leben noch keinen rechten ,sinn1 dazu wird gefordert1 da jeder ,mensch auf eigene ,art1 in neuer eigener ,mischung der ,elemente die ,menschheit darstellt4 ,dies ,ausbilden einer ,besonderheit ist alles eher als eine ,absonderung von anderen ,menschen4 ,denn wer sich zu einem bestimmten ,menschen bilden will1 dem mu der ,sinn geffnet sein fr alles1 was er nicht ist4 ,die hchste ,bedingung der eigenen ,vollendung im bestimmten ,kreise ist allgemeiner ,sinn4 ,zur ,ausbildung eines solchen ,sinnes bedarf es aber vor allem der ,liebe4 ,keine ,bildung ohne ,liebe1 und ohne eigene ,bildung keine ,vollendung in der ,liebe3 eins das andere ergnzend1 wchst beides unzertrennlich fort4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,vertiefung des ,gemeinschaftslebens ,eine derartige ,gesinnung drngt auch zur ,gestaltung der ,welt4 ,ihr kann aber nicht eine bloe ,verbesserung der ,auenwelt gengen1 auch nicht eine bloe ,vernderung der ,organisation des ,zusammenlebens1 sie mu eine innere ,erhebung der geistigen ,gemeinschaft zu echter ,bildung erstreben2 dabei aber stellen sich sofort ,gefahren ein1 denen es entgegenzuarbeiten gilt4 ,jene ,gemeinschaft nmlich bedarf zum ,zusammenhalten bestimmter ,mittel und ,ordnungen1 wie der ,sprache und der ,sitte2 diese aber bedrohen leicht das ,eigenleben mit einer ,verkmmerung4 ,aber dem lt sich widerstehen und nach einer ,ausgleichung streben1 wenn nur das eigene ,innere zu voller ,kraft belebt ist4 ,harmonisch in einfacher schner ,sitte leben kann kein anderer1 als wer die toten ,formeln hassend eigene ,bildung sucht und so der knftigen ,welt gehrt2 ein wahrer ,knstler der ,sprache kann kein anderer werden1 als wer freien ,blickes sich selbst betrachtet und des inneren ,wesens der ,menschheit sich bemchtigt hat4 99 99 99 99 99 ,so liegt schlielich die ,lsung aller ,aufgaben in uns selbst1 in dem1 was wir aus uns machen2 streben wir nur immer mehr zu werden1 was wir von ,haus aus sind4 ,die ,unabhngigkeit1 die wir damit gewinnen1 befreit uns auch von den ,schranken1 welche das ,geschick uns setzt4 ,denn in uns waltet die ,gtterkraft der ,phantasie1 sie stellt den ,geist ins ,freie1 sie hebt ihn ber jede ,gewalt und jede ,beschrnkung hinaus1 sie macht uns fhig1 die ganze ,welt in ,besitz zu nehmen1 das ,fremde in ,nahes1 das ,zuknftige in ,gegenwart zu verwandeln4 99 99 99 99 99 ,ein solches ,leben von innen heraus1 ein solches ,bilden seiner selbst wird durch den ,gedanken an ,alter und ,tod nicht im mindesten eingeschchtert4 ,an uns selbst liegt es1 ,mut und ,kraft durch das ganze ,leben zu wahren4 ,ein selbstgeschaffenes bel ist das ,verschwinden des ,mutes und der ,kraft2 ein leeres ,vorurteil ist das ,alter4 ,aus dem ,bewutsein der inneren ,freiheit und ihres ,handelns entspringt ewige ,jugend und ,freude4 ,wer im ,alter klagt1 da ihm die ,jugend fehlt1 dem hat in der ,jugend das ,alter gefehlt4 ,das ist des ,menschen ,ruhm1 zu wissen1 da unendlich sein ,ziel ist1 und doch nie stillzustehen im ,lauf1 zu wissen1 da eine ,stelle kommt auf seinem ,wege1 die ihn verschlingt1 und doch an sich und um sich nichts zu ndern1 wenn er sie sieht1 und doch nicht zu verzgern den ,schritt4 ,darum ziemt es dem ,menschen immer in der sorglosen ,heiterkeit der ,jugend zu wandeln4 ,nie werd' ich mich alt dnken1 bis ich fertig bin2 und nie werd' ich fertig sein1 weil ich wei und will1 was ich soll4 ,so verbleibt nichts1 das die ,festigkeit und die ,freudigkeit des ,lebens erschttern knnte1 das aus ursprnglicher ,innerlichkeit hervorgeht2 auf modernem ,boden hat ,schleiermacher so das ,innenleben in sich selbst zu begrnden gesucht und damit unser ,dasein bereichert4 ,randnotiz3 ,selbstndigkeit der ,religion ,am strksten hat er in das allgemeine ,leben eingegriffen durch sein ,wirken auf dem ,gebiete der ,religion4 ,ist er es doch gewesen1 der dieser zuerst in der ,denkarbeit eine volle ,selbstndigkeit erstritten und sie zugleich in ihrer unterscheidenden ,eigentmlichkeit vollauf zu entwickeln unternommen hat4 ,daran fehlte es bisher4 ,bis in die ,neuzeit hinein war die ,religion viel zu sehr an die kirchliche ,form gebunden1 viel zu sehr geschichtliche ,tatschlichkeit1 um sich um ihren allgemeinen ,begriff und seine ,begrndung viel zu kmmern1 das ,denken war ganz von der besonderen ,gestalt eingenommen4 ,in der ,neuzeit wurde das anders1 aber wo ein ,bedrfnis nach wissenschaftlicher ,rechtfertigung der ,religion entstand1 da suchte man es zunchst von der ,weltanschauung her zu befriedigen2 fr weitere ,kreise war es namentlich die in der ,welt bemerkte1 aber aus ihren eigenen ,zusammenhngen anscheinend unerklrbare ,zweckmigkeit1 die den ,schlu auf das ,dasein eines hheren ,wesens als des ,urhebers zu rechtfertigen schien4 ,als die ,unzulnglichkeit dieses ,verfahrens zum ,bewutsein kam1 stellte sich ihm der ,versuch entgegen1 die ,religion auf die ,moral zu grnden1 die groartigste ,ausfhrung dessen gibt uns ,kant4 ,aber die ,drftigkeit einer ,religion1 welche lediglich der ,moral zu dienen hat1 konnte ihm selbst und seinen ,zeitgenossen nur entgehen1 weil die ,persnlichkeit unter dem ,einflu der religisen berlieferung aus den ,begriffen weit mehr machte1 als wissenschaftlich dargetan war2 eine ,selbstndigkeit der ,religion und zugleich die ,entwicklung eines eigentmlichen ,lebens ward damit nicht erreicht4 ,dies ,verdienst blieb ,schleiermacher vorbehalten1 er hat hier nicht nur die ,einsicht gefrdert1 sondern das religise ,leben selbst aufs wesentlichste vertieft4 ,seine berzeugungen haben sich naturgem im ,verlauf seines ,lebens vielfach weitergebildet1 zwischen seinen in vollster ,jugendfrische gehaltenen ,reden ber die ,religion und dem ,augenblick1 wo er auf seinem ,sterbebett sich und den ,seinigen das heilige ,abendmahl reichte1 liegt viel ,bewegung4 ,aber der ,grundzug blieb in allen ,weiterbildungen unverndert1 das ,streben1 im ,innersten der ,seele1 im reinen ,gefhl der ,religion eine sichere ,sttte zu bereiten und hier einen zuverlssigen ,mastab fr alles zu finden1 was die berlieferung an uns bringt4 ,unsere ,schilderung folgt zunchst der ersten ,auflage jener ,reden1 da sie die eigentmliche ,art des ,mannes im ursprnglichsten ,hervorbrechen zeigt4 ,da er ber ,religion zu den ,gebildeten unter ihren ,verchtern spricht1 grenzt sein ,unternehmen schrfer ab1 als der heutige ,sprachgebrauch annehmen lt4 ,denn die ,ausdrcke ,bildung und gebildet waren eben erst vom ,krperlichen aufs ,geistige bertragen worden1 und sie bezeichneten zunchst die ,anhnger der sich wider die ,aufklrung erhebenden neuen knstlerischen ,denkart1 es waren also die ,modernen seiner eigenen ,zeit1 welche ,schleiermacher fr die ,religion zu gewinnen suchte2 so stellt er ihre ,verfechtung ganz auf den ,boden der neuen ,zeit4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das ,wesen der ,religion ,zunchst gewinnt er seiner eigenen berzeugung freien ,raum durch ein ,abweisen unzulnglicher ,fassungen4 ,es gilt eine ,abgrenzung der ,religion sowohl gegen ,metaphysik als gegen ,moral1 es gilt eine ,abweisung der landlufigen ,art der ,religion1 welche aus ihr ein bloes ,gemisch von ,metaphysik und ,moral machte1 es gilt aber auch eine ,auseinandersetzung mit dem tiefergehenden ,versuche ,kants1 die ,religion auf die ,moral zu grnden4 ,schleiermacher meint1 da1 so gut die ,moral eine ,unabhngigkeit von der ,religion verlangen drfe1 ebensowohl man dieser eine solche zugestehen msse2 es sei eine ,verachtung der ,religion1 sie in ein anderes ,gebiet zu verpflanzen und da dienen zu lassen4 ,das ,nein fhrt dann rasch zum ,ja3 ,die ,religion begehrt nicht das ,universum seiner ,natur nach zu bestimmen und zu erklren wie die ,metaphysik1 sie begehrt nicht aus ,kraft der ,freiheit und der gttlichen ,willkr des ,menschen es fortzubilden und fertigzumachen wie die ,moral4 ,ihr ,wesen ist weder ,denken noch ,handeln1 sondern ,anschauung und ,gefhl4 ,anschauen will sie das ,universum1 in seinen eigenen ,darstellungen und ,handlungen will sie es andchtig belauschen1 von seinen unmittelbaren ,einflssen will sie sich in kindlicher ,passivitt ergreifen und erfllen lassen4 ,sie will im ,menschen das ,unendliche sehen1 dessen ,abdruck1 dessen ,darstellung4 ,praxis ist ,kunst1 ,spekulation ist ,wissenschaft1 ,religion ist ,sinn und ,geschmack frs ,unendliche4 ,im ,anschauen erfolgt nach ,schleiermacher ein ,einflu des ,angeschauten auf den ,anschauenden1 ein ursprngliches und unabhngiges ,handeln des ersteren wird vom letzteren seiner ,natur gem aufgenommen und zusammengefat4 ,was wir anschauen1 ist nicht die ,natur der ,dinge1 sondern ihr ,handeln auf uns2 das ,universum aber ist in einer ununterbrochenen ,ttigkeit und offenbart sich uns in allem1 was es hervorbringt1 und es handelt damit auf uns2 alles ,einzelne nun als einen ,teil des ,ganzen1 alles ,beschrnkte als eine ,darstellung des ,unendlichen hinzunehmen1 das ist ,religion4 ,alle ,begebenheiten in der ,welt als ,handlungen eines ,gottes vorstellen1 das ist ,religion4 ,mit der ,anschauung aber ist untrennbar ein ,gefhl verbunden4 ,anschauung ohne ,gefhl ist nichts und kann weder den rechten ,ursprung1 noch die rechte ,kraft haben1 ,gefhl ohne ,anschauung ist auch nichts3 beide sind nur dann und deswegen etwas1 wenn und weil sie ursprnglich eins und ungetrennt sind4 ,wenn ,schleiermacher es als einen gnzlichen ,miverstand verwirft1 da die ,religion handeln solle1 so steht sie darum nicht gleichgltig neben dem ,handeln4 ,bei ruhigem ,handeln1 das aus seiner eigenen ,quelle hervorgehen mu1 die ,seele voll ,religion haben1 das ist das ,ziel des ,frommen4 ,die religisen ,gefhle sollen wie eine heilige ,musik alles ,tun des ,menschen begleiten1 er soll alles mit ,religion tun1 nichts aus ,religion4 ,fr die nhere ,gestaltung bleibt dem ,individuum freier ,raum1 denn das ,universum lt sich in verschiedener ,art anschauen1 daher soll keiner seine besondere ,art dem anderen aufdrngen wollen4 ,im ,unendlichen steht alles ,endliche ungestrt nebeneinander1 alles ist eins und alles ist wahr4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,anschauung und ,gefhl ,wie aber kommen wir zu solcher ,anschauung des ,universums und dem ihr verbundenen ,gefhl8 ,die uere ,natur kann weder mit ihrer ,gre noch ihrer ,schnheit sie erzeugen1 sie wirkt nur dann religis1 wenn ,religion schon vorhanden ist2 den ,stoff fr diese finden wir vielmehr in der ,menschheit4 ,um die ,welt anzuschauen und um ,religion zu haben1 mu der ,mensch erst die ,menschheit gefunden haben1 und er findet sie nur in ,liebe und durch ,liebe4 ,in der ,menschheit und ihrer unendlichen ,mannigfaltigkeit ergreifen wir die ,harmonie des ,universums1 die wunderbare und groe ,einheit in seinem ewigen ,kunstwerk4 ,jedes ,individuum ist seinem inneren ,wesen nach ein notwendiges ,ergnzungsstck zur vollkommenen ,anschauung der ,menschheit4 ,jeder ist zugleich ein ,kompendium der ,menschheit1 jede ,persnlichkeit umfat in einem gewissen ,sinne die ganze menschliche ,natur4 ,noch ber die ,menschheit dringt der ,gedanke insofern hinaus1 als die ,menschheit mit ihren ,vernderungen und ihrem ,werden nicht selbst das ,universum sein kann1 vielmehr wird sie sich zu ihm verhalten1 wie die einzelnen ,menschen sich zu ihr verhalten4 ,solche ,ahnung von etwas auer und ber der ,menschheit enthlt jede ,religion1 aber dies ist auch der ,punkt1 wo ihre ,umrisse sich dem gemeinen ,auge verlieren4 ,so wenig die ,anschauung des ,universums unmittelbar auf das ,handeln wirkt1 sie erzeugt ,gefhle1 welche das ,ganze des ,lebens erhhen4 ,so erzeugt sie ,ehrfurcht und ,demut1 so auch ,liebe und ,zuneigung zu den ,brdern1 ohne deren ,dasein wir einer ,anschauung der ,menschheit entbehren mten4 ,die ,anschauung des ,unendlichen stellt ferner das ,gleichgewicht und die ,harmonie des menschlichen ,wesens wieder her1 welche unwiederbringlich verlorengehen1 wenn jemand sich1 ohne zugleich ,religion zu haben1 einer einzelnen ,richtung der ,ttigkeit berlt4 99 99 99 99 99 ,solche berzeugungen ergeben eine eigentmliche ,stellung zu den ,dogmen und ,lehrstzen der ,religion1 auch zu den ,ideen ,gott und ,unsterblichkeit2 diese alle werden im universalsten ,sinne gedeutet4 ,unsterblichkeit darf kein ,wunsch sein1 wenn sie nicht erst eine ,aufgabe gewesen ist1 die ihr gelst habt4 ,mitten in der ,endlichkeit eins werden mit dem ,unendlichen und ewig sein in einem ,augenblick1 das ist die ,unsterblichkeit der ,religion4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,religise ,gemeinschaft ,eine ,religion solcher ,art ist nicht lehrbar1 es gilt nur die ,hemmungen zu entfernen1 welche der von ihr verlangten ,anschauung des ,universums entgegenstehen4 ,eine solche ,hemmung bildet namentlich eine blo verstandesmige ,betrachtung der ,dinge1 welche nicht nach ihrem ,was und ,wie1 sondern nur nach ihrem ,woher und ,wozu fragt1 eng verbunden damit ist die ,richtung auf den bloen ,nutzen2 auch die ,gefahr liegt nahe1 da der ,mensch unter den ,druck mechanischer und unwrdiger ,arbeit gerate und damit die ,ruhe und ,mue verliere1 in sich die ,welt zu betrachten4 ,eine ,hilfe erwartet ,schleiermacher namentlich von der religisen ,gemeinschaft1 denn zur ,gemeinschaft drngt die ,religion1 wie er sie fat1 mit ,notwendigkeit4 ,ist die ,religion einmal1 so mu sie notwendig auch gesellig sein4 ,nur bedeute uns die ,gemeinschaft keine ,gleichfrmigkeit in der ,religion4 ,es gibt verschiedene ,arten1 das ,universum anzuschauen1 ihrer ,entwicklung ist freier ,platz zu lassen1 auch die ,religion selbst mu sich individualisieren4 ,bei ,errterung der verschiedenen ,gestaltungen der ,religion verwirft ,schleiermacher mit groer ,entschiedenheit die ,vernunftreligion1 von welcher die ,aufklrungszeit so viel erwartete1 ihm gilt sie als ein bloer ,schatten1 als eine magere und dnne ,religion4 ,auch allgemeine ,begriffe1 wie ,pantheismus oder ,personalismus1 erzeugen aus eigenem ,vermgen keine lebensvolle ,gestalt1 das geschieht lediglich in geschichtlichen1 positiven ,religionen1 welche in bestimmter ,art die unendliche ,religion im ,endlichen darstellen4 ,in ihnen allein erscheint alles wirklich und krftig1 nur hier hat jede einzelne ,anschauung ihren bestimmten ,gehalt und ein eigenes ,verhltnis zu den brigen1 jedes ,gefhl seinen eigenen ,kreis und seine besondere ,beziehung4 ,ein solches ,individuum der ,religion kann nicht anders entstehen als dadurch1 da irgendeine einzelne ,anschauung des ,universums aus freier ,willkr zum ,zentralpunkt der ,religion gemacht und alles darin auf sie bezogen wird4 ,dazu bedarf es groer ,fhrer1 aber auch eines weitverbreiteten ,verlangens1 das durch sie eine ,befriedigung findet4 ,von hier aus erhlt ,schleiermacher die ,aufgabe1 bei den einzelnen ,religionen zu zeigen1 wie sich bei ihnen die ,anschauung des ,unendlichen eigentmlich darstellt und ihnen damit eine ausgeprgte ,individualitt verleiht4 ,so zeigt er es beim ,judentum1 so namentlich eingehend beim ,christentum4 ,die unmittelbare ,anschauung des ,christentums ist ihm die des allgemeinen ,entgegenstrebens alles ,endlichen gegen die ,einheit des ,ganzen1 und die ,art1 wie die ,gottheit dieses ,entgegenstreben behandelt1 wie sie die ,feindschaft gegen sich vermittelt und der grer werdenden ,entfernung ,grenzen setzt durch einzelne ,punkte ber das ,ganze ausgestreut1 welche zugleich ,endliches und ,unendliches1 zugleich ,menschliches und ,gttliches sind4 ,das ,verderben und die ,erlsung1 die ,feindschaft und die ,vermittlung1 das sind die beiden unzertrennlich miteinander verbundenen ,seiten dieser ,anschauung1 und durch sie wird die ,gestalt alles religisen ,stoffs im ,christentum und seine ganze ,form bestimmt4 ,randnotiz3 ,das ,christentum ,durch die ,fortdauer dieses ,gegensatzes wird der durchgehende ,charakter aller seiner religisen ,gefhle heilige ,wehmut2 diese ,empfindung erfllte auch den ,stifter des ,christentums1 von dem ,schleiermacher mit tiefster ,empfindung und aufrichtiger ,ehrfurcht ein ergreifendes ,bild entwirft4 ,was in ihm an ,grundanschauung hervorbrach1 wie berhaupt die ,grundanschauung jeder positiven ,religion1 ist an sich ewig1 aber sie selbst und ihre ganze ,bildung ist vergnglich4 ,vernderungen sind nicht nur mglich und statthaft1 sondern bei dem ,fortschritt der ,menschheit unerllich3 ,das groe ,werk der geistigen ,schpfung dauert noch fort2 eine solche ,weiterbildung fordert ,schleiermacher auch fr die eigene ,zeit1 welche so offenbar die ,grenze ist zwischen zwei verschiedenen ,ordnungen der ,dinge4 ,wiederholt weist er darauf hin1 da die groe ,umwlzung der ,reformation das ,dogma vllig unverndert gelassen hat4 99 99 99 99 99 ,die hier der ,religion gegebene ,gestalt wird in den spteren ,schriften weiterentwickelt1 in der ,grundrichtung aber festgehalten4 ,der ,begriff der ,anschauung tritt zurck vor dem des ,gefhls1 das ,gefhl aber wird dahin vertieft1 da es nicht ein besonderes ,seelenvermgen neben anderen bedeutet1 sondern vielmehr die tiefste ,wurzel alles ,seelenlebens1 das unmittelbare ,selbstbewutsein1 die ursprngliche ,einheit oder ,indifferenz des ,denkens und ,wollens bildet2 nur im ,gefhl scheint der ,mensch der ,welt unmittelbar verbunden zu sein und ihre ,wirkungen ungetrbt aufzunehmen2 die ,religion aber entspringt aus dem ,gefhl der unbedingten ,abhngigkeit4 ,wie die ,religion in dieser ,fassung eine volle ,selbstndigkeit auch gegen die ,philosophie besitzt1 so entwickelt sie auch ihren eigenen ,gedankenkreis1 sie bringt nicht ,behauptungen von der ,welt1 sondern ,beschreibungen der frommen ,gefhle1 sie kann daher mit der ,philosophie in keiner ,weise zusammenstoen4 ,auch in den spteren ,werken1 die einen engeren ,zusammenhang mit dem geschichtlichen ,christentum suchen1 bleibt es dabei1 da die ,religion ihre ,gren nicht von drauen entlehnt1 sondern sie bei sich selbst erzeugt4 ,wenn in der christlichen ,glaubenslehre1 dem grten systematischen ,werke ,schleiermachers1 das ,wesen der ,frmmigkeit darin gesetzt wird1 da wir uns unserer selbst als schlechthin abhngig oder1 was dasselbe sagen will1 als in ,beziehung mit ,gott bewut sind1 so wird hinzugefgt1 wenn schlechthinige ,abhngigkeit und ,beziehung mit ,gott in unserem ,satze gleichgestellt wird1 so ist dies so zu verstehen1 da eben das in diesem ,selbstbewutsein mitgesetzte ,woher unseres empfnglichen und selbstttigen ,daseins durch den ,ausdruck ,gott bezeichnet werden soll1 und dieses fr uns die wahrhaft ursprngliche ,bedeutung desselben ist4 ,so ist dies ,abhngigkeitsgefhl in keiner ,weise durch ein vorhergehendes ,wissen von ,gott bedingt4 99 99 99 99 99 ,solche ,fassung der ,religion macht es mglich1 wie schon die ,reden deutlich zeigten1 mit der ,ergreifung der ,wirklichkeit unter der ,form der ,ewigkeit1 auf welcher die ,religion bestehen mu1 eine geschichtliche ,betrachtungsweise zu verbinden1 der ,verschiedenheit der ,zeiten ihr volles ,recht zu gewhren1 ohne einem haltlosen ,relativismus zu verfallen4 ,es leuchtet ein1 wie mchtig das fr eine ,verstndigung der ,religion mit der ,wissenschaft und dem ,ganzen des ,kulturlebens ist4 ,auf eine solche ,verstndigung beider ,gebiete hat ,schleiermacher stets mit grtem ,eifer gedrungen1 er hat in dieser ,richtung stark auf das deutsche ,leben und darber hinaus gewirkt4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,religion im ,ganzen des ,kulturlebens ,gewi steht diese ,fassung der ,religion manchem ,zweifel offen1 im besonderen mag sich die ,frage erheben1 die so oft in der geistigen ,arbeit auftaucht1 ob die ,persnlichkeit nicht grer war als das ,werk1 ob ,schleiermachers innerliche und reiche1 dazu in geschichtlichen ,zusammenhngen wurzelnde ,persnlichkeit in die ,lehren und ,begriffe nicht mehr hineingelegt hat1 als sie an sich selbst enthielten4 ,aber unberhrt von solchen ,fragen und ,zweifeln bleibt sowohl die ,tatsache1 da er zuerst der ,religion in der ,wissenschaft und im allgemeinen ,geistesleben einen selbstndigen ,platz erstritten hat1 und das von innen heraus1 vom eigenen ,leben des ,menschen her1 als die andere1 da die ,wiederbelebung der ,religion bei uns ihm auerordentlich viel verdankt3 er nimmt hier eine fhrende ,stellung ein4 ,das uns ,deutschen eigene ,verlangen1 bei den letzten ,fragen des ,menschenlebens ,tiefe und ,freiheit miteinander festzuhalten1 hat er wie kein anderer erfllt4 ,auch sei in seinem ,bilde stets gegenwrtig gehalten1 da das ,abhngigkeitsgefhl1 das seine ,religion beherrschte1 durchaus keine ,gedrcktheit des ,gemtes noch auch eine matte ,ergebung in alle ,schlechtigkeit des ,weltlaufs erzeugte1 vielmehr zog ,schleiermacher aus jenem ,gefhl den freudigsten ,mut zum ,handeln und eine unbeugsame ,kraft1 sich allen ,widerstnden gegenber zu behaupten4 ,wie bei so vielen religisen ,naturen war auch bei ihm das ,bewutsein eines ,getragenwerdens von weltberlegener ,macht eine ,quelle starken und zuversichtlichen ,wirkens in der ,welt und einer ,standhaftigkeit in allen ,lebenslagen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,pflichten1 ,gter und ,tugenden ,eine ,vermengung von ,religion und ,moral hat ,schleiermacher stets bekmpft1 aber die ,gesinnung1 welche seine ,religion durchdringt1 hat ihn auch die ,moral aufs erheblichste frdern lassen1 auch hier regte die ,lage der ,zeit zu bedeutendem ,wirken an4 ,aus der moralischen ,verweichlichung hatte ,kant die ,zeit aufs grndlichste aufgerttelt1 aber nun entstand die ,gefahr1 da die ,moral das ,recht anderer ,lebensaufgaben verkmmere und auch bei sich selbst in eine zu enge ,bahn gerate2 dieser ,gefahr hat ,schleiermacher durch ,lehre und ,tat energisch entgegengewirkt4 ,gewi lt sich bestreiten1 ob er in seinen ,begriffen die eigentmliche ,art der ,moral mit gengender ,schrfe gefat und ihre ,aufgabe deutlich genug abgegrenzt hat1 aber auch wer hier von ihm abweicht1 mu ihm groe ,verdienste auch auf diesem ,gebiete zuerkennen3 er hat die ,moral sowohl den ,prinzipien nach in universalster ,weise gefat als auch sie in die einzelnen ,lebensgebiete ebenso krftig wie geschickt hineingearbeitet1 er hat auch das ,alltgliche in ihrem ,lichte sehen gelehrt4 ,universal ist seine ,behandlung der ,moral1 indem er diese von der ,einseitigkeit des ,pflichtgedankens befreit und auch den ,gtern und ,tugenden ihr volles ,recht gewhrt -- er hat berhaupt diese ,einteilung erst aufgebracht --2 sie ist universal1 indem er das ganze ,leben in die ethische ,betrachtung hineinzieht und das ,sittliche nicht als ein besonderes ,gebiet1 sondern als ein ,naturwerden der ,vernunft versteht2 sie ist endlich universal1 indem sie sich zur besonderen ,aufgabe macht1 ,vernunft und ,individualitt1 ,ganzes und ,einzelnes zu vollem ,ausgleich zu bringen4 ,darin vornehmlich findet ,schleiermacher das ,eigentmliche seines ,strebens gegenber der ,einseitigkeit ,frherer1 welche entweder das ,ganze dem ,einzelnen oder den ,einzelnen dem ,ganzen aufgeopfert haben1 dort zu epikureischem ,genu1 hier mit rauhem ,pflichtgebot4 ,immer verficht er das gute ,recht der ,individualitt1 aber immer schtzt er das ,individuum nur als eine ,verkrperung des ,ganzen4 ,das ,gesetztsein der an sich selbst gleichen und selbigen ,vernunft zu einer ,besonderheit des ,daseins1 das bleibt der ,grundstein seiner berzeugung und zugleich der ,quell eines eigentmlichen ,lebens4 99 99 99 99 99 ,weiter aber hat ,schleiermacher eine besondere ,strke darin1 alle ,lebensverhltnisse in eine ethische ,beleuchtung zu stellen1 und damit auch das zu vertiefen1 ja zu heiligen1 was leicht der bloen ,oberflche des ,lebens anzugehren scheint4 ber ,ehe1 ber husliches ,leben1 ber ,erziehung usw41 auch ber gesellige ,umgangsformen ist kaum je treffender und edler gesprochen worden als von ,schleiermacher4 ,in hchstem ,mae schtzt er aber ,staat und ,vaterland1 er erweist sich in ihrer ,verfechtung als einen der tchtigsten und mutigsten ,vorkmpfer unseres ,volkes vor und in den ,freiheitskriegen4 ,mit ,unrecht wird das ,groe1 das er in dieser ,richtung gewirkt hat1 hinter die ,leistung ,fichtes ganz und gar zurckgestellt2 man kann diesen sehr schtzen und mu es dennoch unrichtig finden1 wenn er als der einzige geistige ,fhrer der ,befreiungskriege hingestellt wird1 da ,schleiermachers ,wirken dem seinigen durchaus ebenbrtig war4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,beteiligung am brgerlichen ,leben ,schleiermacher brauchte nicht erst durch die ,katastrophe von ,jena aus dem ,weltbrgertum aufgerttelt zu werden wie ,fichte1 er hat sich schon vorher als sein ,gegner bekannt1 er hat gem seiner ,richtung auf ,individualitt und ,mannigfaltigkeit stets sowohl den allgemeinen ,gedanken der ,nation als seinen besonderen ,staat in hohen ,ehren gehalten4 ,kurz vor jener ,schlacht bekennt er die berzeugung1 jedes ,volk solle durch seine besondere ,einrichtung und ,lage eine besondere ,seite des gttlichen ,ebenbildes darstellen2 der ,sache der ,menschheit dienen knne man nur1 wenn man vom ,wert des eigenen ,volkes berzeugt sei4 ,nur wer die ,bestimmung des eigenen ,volkes kennt1 wird die rechte ,freude haben an der ,sache der ,menschheit4 ,so hat er wiederholt schne ,worte gesprochen ber die ,bedeutung eines ,volkes1 zugleich hat er ,pflichten des einzelnen daraus abgeleitet4 ,ein ,volk ist ein ausdauerndes ,gewchs in dem ,garten ,gottes2 es berlebt manchen traurigen ,winter1 der es seiner ,zierden beraubt1 und oft wiederholt es seine ,blten und ,frchte4 ,ein ,volk soll eine lange ,reihe aufeinanderfolgender ,geschlechter aufs engste verbinden1 die alte heilige ,gemeinschaft ihr ,recht in jedem ,gemt ausben und das ,gemeinwesen jedem wichtiger sein als alles1 was sich auf sein persnliches ,wohl bezieht4 ,demgem hat ,schleiermacher eine allgemeine ,beteiligung am ffentlichen ,leben fr eine ,pflicht im besondern auch des ,christen erklrt4 ,er findet es1 so spricht es eine ,predigt von #ahji aus1 dem ,christentum widersprechend1 nur um der ,strafe willen untertan zu sein und nur zu gehorchen1 um ein bel zu vermeiden4 ,denn das ,wesen der ,frmmigkeit sei ,selbstndigkeit und fester ,mut -- wer aber nicht aus ,lust und ,liebe sich am brgerlichen ,leben beteilige1 der verliere diesen ,geist4 ,solcher ,schtzung des ,volkes und eines politischen ,wirkens entsprach die entschiedenste ,absage an den ,kosmopolitismus jener ,zeit4 ,schon vor der groen ,katastrophe mahnte ,schleiermacher3 ,wer anstatt auf sein ,volk und mit seinem ,vaterlande zu wirken1 sich weiter ausstreckt und es gleich auf das ,ganze des menschlichen ,geschlechts anlegt1 der wird in der ,tat erniedrigt1 anstatt erhht zu werden4 ,denn wer jene groe ,haltung1 jene mchtige ,hilfe verschmht1 kann doch auf das ,ganze unmittelbar nicht anders wirken1 als indem er als einzelner auf einzelne wirkt4 ,mit groer ,energie verwirft er die gemeine ,rede1 die1 dem ,himmel sei ,dank1 noch jung ist und nur einer schlechten erschlafften ,zeit angehrt1 da die wissenschaftlich ,gebildeten am wenigsten ein ,vaterland htten4 ,dem setzt er die ,worte entgegen3 ,alle1 die ,gott zu etwas ,groem berufen hat in dem ,gebiete der ,wissenschaften1 in den ,angelegenheiten der ,religion1 sind immer solche gewesen1 die von ganzem ,herzen ihrem ,vaterlande und ihrem ,volke anhingen und dieses frdern1 heilen1 strken wollten4 ,auch den ,krieg fr das ,vaterland findet er mit seiner religisen berzeugung ganz wohl vereinbar3 ,wo ,gott ist1 ist ,friede2 wo das ,gttliche sich erst bildet1 ,streit4 ,gott kmpft immer gegen das ,bse und bleibt ein ,gott des ,friedens4 99 99 99 99 99 ,solche ,schtzung hat ,schleiermacher naturgem an erster ,stelle seinem eigenen ,volk und ,vaterlande gezollt4 ,schon in einer wenig beachteten ,stelle der ,reden ber die ,religion 7#agii7 hat er das vterliche ,land im ,gegensatz zu ,england und ,frankreich als eine besonders geeignete ,sttte fr heilige und gttliche ,dinge gepriesen2 als dann die schwere ,erschtterung kam1 hat er seine nationale berzeugung noch krftiger bekannt und inmitten aller ,wirren und ,zweifel sie unerschtterlich festgehalten4 ,in einem ,augenblick1 wo nach der groen ,katastrophe alle ,aussicht auf einen ,aufstieg zu verschwinden schien1 schrieb er die ,worte3 ,niemals kann ich dahin kommen1 am ,vaterland zu verzweifeln4 ,ich glaube zu fest daran1 ich wei es zu bestimmt1 da es ein auserwhltes ,werkzeug und ,volk ,gottes ist4 ,es ist mglich1 da alle unsere ,bemhungen vergeblich sind und vorderhand harte und drckende ,zeiten eintreten -- aber das ,vaterland wird gewi herrlich daraus hervorgehen in kurzem4 ,in solcher ,gesinnung hat ,schleiermacher in den ,jahren der ,vorbereitung und der ,erhebung aufs krftigste gewirkt1 er hat auch politische ,sendungen bernommen1 besonders aber hat er weiteste ,kreise durch seine ,predigten in ,berlin bewegt1 von denen nach allgemeinem ,zeugnis eine gewaltige ,kraft der ,befestigung und der ,erneuerung ausgegangen ist4 ,den ,hhepunkt dieses ,wirkens bildete seine ,predigt am #bh4 ,mrz #ahac bei der ,feier des ,kriegsanfanges4 ,ihm zu ,fen saen die ,freiwilligen1 die ihre ,gewehre drauen an die ,wand der ,kirche gelehnt hatten4 ,von der ,wirkung dieser ,predigt wird berichtet3 ,und als er zuletzt noch mit dem ,feuer der ,begeisterung die zum ,kampfe gersteten edeln ,jnglinge anredete1 dann an deren groenteils anwesende ,mtter sich wandte -- da durchzuckte es die ganze ,versammlung1 und in das laute ,weinen und ,schluchzen derselben rief ,schleiermacher sein versiegelndes ,amen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,volk und ,vaterland ,schleiermacher hat sich dabei ,volk und ,vaterland stets in engster ,verbindung mit dem ,staate und seiner ,verbindung der ,krfte zu einer dauernden ,einheit gedacht4 ,besonders dem preuischen ,staate war seine treue ,hingebung zugewandt1 und von ihm hat er alles ,heil fr ,deutschlands ,zukunft erwartet4 ,wie klar er in diese ,zukunft sah1 das zeigen uerungen vom #ab4 ,juni #ahac 7in einem ,briefe an ,friedrich ,schlegel73 ,nach der ,befreiung ist mein hchster ,wunsch auf ein wahres deutsches ,kaisertum1 krftig und nach auen hin allein das ganze deutsche ,volk und ,land reprsentierend1 das aber wieder nach innen den einzelnen ,lndern und ihren ,frsten recht viele ,freiheit lt1 sich nach ihrer ,eigentmlichkeit auszubilden und zu regieren4 sterreich ward dabei ausgeschlossen4 ,so sah ,schleiermacher das ,werk des ,mannes voraus1 der spter unter seinen ,konfirmanden war4 99 99 99 99 99 ,alles zusammen rechtfertigt es vollauf1 da wir auch ,schleiermacher zu den ,haupttrgern des deutschen ,idealismus rechnen1 ihn als solchen achten und ehren4 ,uns ,deutsche treibt unsere ,natur mit gleicher ,strke sowohl zum ,aufbau einer unsichtbaren ,welt im ,reiche des ,gedankens und ,gemtes als zu einem krftigen ,wirken und ,schaffen in der sichtbaren ,welt2 da beides nicht nur aufs beste vereinbar ist1 sondern sich gegenseitig zu frdern vermag1 das zeigt uns die ,persnlichkeit und das ,lebenswerk ,schleiermachers4 ,hegel ,unter den ,nachfolgern ,kants hat auf das ,ganze des ,geisteslebens niemand greren ,einflu gebt als ,hegel 7#aggj--ahca71 zeitweilig hatte er auch ,kant in den ,hintergrund gedrngt2 rasch ist dann ein jher ,rckschlag gekommen1 aber wenn ,hegel lngere ,zeit berwiegend ,widerspruch und ,ablehnung fand1 so hat er niemals aufgehrt1 auf das ,kulturleben stark zu wirken2 das wird neuerdings immer mehr anerkannt1 und es wchst zugleich das ,verlangen nach einer unbefangenen ,wrdigung des zweifellos hervorragenden ,denkers4 99 99 99 99 99 ,hegel ist im ,kreise der deutschen ,denker vornehmlich der ,logiker und ,systematiker1 in sicherem und ruhigem ,fortgang hat er seine ,gedankenwelt herausgearbeitet und seine ,art der ,betrachtung ber alle ,gebiete ausgedehnt4 ,man mu bis ,aristoteles zurckgehen1 um ein ,system zu finden1 das so sehr alle ,verzweigung des ,lebens in seine ,beleuchtung gestellt hat2 ja in der ,straffheit der ,anordnung drfte ,hegel selbst ,aristoteles bertreffen4 ,dagegen fehlt ihm dessen ruhige1 alle ,flle des einzelnen liebevoll aneignende und in ihrer ,eigentmlichkeit anerkennende ,art1 eine starke ,gewaltsamkeit ist bei ,hegel nicht zu verkennen4 ,aber es bleibt die ,gre und der ,reiz der ,gestaltung der gesamten ,gedankenwelt aus einem einzigen ,gu1 dazu erhalten in dieser ,gestaltung ,bewegungen eine philosophische ,verkrperung und ,steigerung1 welche dem ,ganzen der modernen ,kultur eigentmlich und wesentlich sind4 ,hegel selbst ist ein wichtiges ,glied der allgemeinen ,kulturbewegung1 schon deshalb verlangt und verdient er eine eingehende ,wrdigung4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,hegel und ,kant ,auch ,hegel lt sich nur von ,kant aus verstehen4 ,kant hatte das ,denken und mit ihm das ,erkennen ber die bloen ,individuen hinausgehoben1 er hatte ihm eigne ,gesetze und ,krfte zuerkannt1 ja er hatte in ihm das ,vermgen eines ,weltbildens aufgedeckt4 ,aber nach seiner berzeugung blieb bei ,entwicklung dieses ,vermgens das ,denken an einen fremden ,stoff gebunden1 bei ,ablsung davon schien es in vllige ,leere zu fallen4 ,allem ,streben des ,menschen1 die letzten ,tiefen der ,wirklichkeit zu ergrnden1 ward damit eine unberwindliche ,schranke gesetzt4 ,hegel glaubte1 diese ,schranke berschreiten1 das ,denken von der ,bindung an den ,stoff befreien1 es ganz auf sich selber stellen und in ein ,erzeugen der ,wirklichkeit verwandeln zu knnen4 ,es schien ihm das dadurch erreichbar1 da er das ,denken nicht als eine geschlossene ,gre1 sondern als ein ,werdendes1 als ein ,sichselbersuchen und -vollenden1 als einen aus sich selbst fortschreitenden ,proze verstand1 einen ,proze1 der im ,hindurchgehen durch ,satz und ,gegensatz immer mehr ,gehalt gewinnt und schlielich die ganze ,welt als sein eignes ,werk erkennt4 ,die ,philosophie wird hier zur ,beschftigung des ,denkens mit sich selbst1 von allgemeinsten ,umrissen beginnend scheint es dadurch fortzuschreiten1 da es ,widersprche sowohl aus sich hervortreibt als sie berwindet1 da es somit auseinander geht und sich wieder zusammenfat2 die ,logik1 welche seine ,gesetze ermittelt1 scheint nicht neben der ,wirklichkeit zu stehen1 sondern ihre innerste ,seele und ihre treibende ,kraft zu bilden2 es ist ihr nicht um ein ,denken ber etwas1 das fr sich auer dem ,denken zugrunde lge1 zu tun1 um ,formen1 welche bloe ,merkmale der ,wahrheit abgeben sollten1 sondern die notwendigen ,formen und eignen ,bestimmungen des ,denkens sind der ,inhalt und die hchste ,wahrheit selbst4 ,von der ,welt aus angesehen hat die ,philosophie die ,aufgabe1 die ,zerstreuung des ersten ,anblicks zu berwinden1 alle ,mannigfaltigkeit aus der ,entfaltung eines ,ganzen zu verstehen1 alles scheinbar ,ruhende in ,flu zu bringen1 die verschiedenen ,seiten und ,beziehungen der ,dinge als gegenseitig bedingt und aufeinander angewiesen zu begreifen1 die bloe ,tatschlichkeit in ,notwendigkeit zu verwandeln4 ,in dem bunten ,spiel der ,welt1 als des ,inbegriffs des ,existierenden1 zeigt sich zunchst nirgends ein fester ,halt1 alles erscheint hier nur als ein ,relatives1 bedingt durch anderes und ebenso anderes bedingend4 ,die ,philosophie gewhrt diesen ,halt1 sie lt vom ,ganzen her sehen und aus seiner ,bewegung alles einzelne verstehen4 ,das ,wesen ist das ,ganze1 das ,ganze aber ist nur das sich durch seine ,entwicklung vollendende ,wesen4 ,daher ist ,wahrheit des ,erkennens hier nicht eine bereinstimmung mit der ,welt1 wie sie um uns liegt1 sondern zu ihrer ,erreichung bedarf es einer ,umwandlung und ,durchleuchtung dieser ,welt2 die ,welt denken heit hier ihre empirische ,form umndern und sie in ein ,allgemeines verwandeln4 ,dies ,allgemeine bedeutet hier nicht eine bloe ,gemeinschaft gewisser ,eigenschaften1 sondern ein unendliches ,gesamtleben1 das die ,welt in sich trgt und sie aus sich heraus entwickelt4 ,das wahrhafte unendliche ,allgemeine ist schpferische ,macht4 ,da dieses ,unendliche1 das ,ganze und ,allgemeine1 als das wahrhaft ,seiende anerkannt werde1 nicht aber das ,endliche als solches gelte1 da es in ,wahrheit nur in jenem ist1 darin wird hier der ,idealismus der ,philosophie gesetzt4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,denken und ,wirklichkeit ,indem so das ,denken bei sich selbst eine ,geschichte gewinnt1 es zugleich aber als der ,kern aller ,wirklichkeit gilt1 trgt es in alle ,gebiete eine geschichtliche ,bewegung hinein1 und zwar eine ,bewegung1 die sich nicht in ruhigem ,aufstieg allmhlich1 sondern durch ,gegensatz und ,kampf hindurch in groen ,umwlzungen vollzieht4 ,aus dem ,ja wchst alsbald ein ,nein hervor1 ber ,these und ,antithese treibt es hinaus zu einer berlegenen ,synthese1 aber aus dieser entsteht bald wieder ein ,gegensatz1 und so geht es weiter und weiter1 bis endlich das ,denken sich vllig durchgebildet und sich zugleich des ganzen ,umfangs der ,wirklichkeit bemchtigt hat und in ihr sein eignes ,werk erkennt4 99 99 99 99 99 ,diese ,fassung des ,denkens mu auch ,hegels ,verfahren gegen das ,kants aufs wesentlichste verndern4 ,kant beginnt von ,gesamtleistungen1 vornehmlich der ,bildung einer ,erfahrung1 als unbestreitbaren ,tatsachen1 und ermittelt dann1 was an geistigem ,vermgen in diesen ,tatsachen steckt1 seine ,methode ist daher analytisch-regressiv2 die ,hegels dagegen ist synthetisch-progressiv1 sie hat ihre ,strke darin1 die ,begriffe einander zu verketten1 alles ,starre in ,flu zu bringen1 vom einen zum andern berzuleiten1 an jedem ,punkt die ,bewegung des ,ganzen gegenwrtig zu halten4 ,dieses ,selbstndigwerden des ,denkens und sein weltbildendes ,schaffen aus eignen ,gesetzen und ,krften stellt an den ,menschen eigentmliche ,forderungen4 ,er hat sich jener ,bewegung unbedingt unterzuordnen und ihren ,notwendigkeiten willig zu folgen1 er mu sich hten1 seine eignen ,meinungen und ,zwecke in sie hineinzutragen und dadurch ihr ,bild zu verzerren4 ,in solcher freien ,unterordnung unter den ,lauf des ,ganzen besteht alle echte ,moral4 ,hat aber der ,mensch die ,unterordnung vollzogen und sich ganz in die ,bewegung des ,denkens versetzt1 so darf er volles ,vertrauen daraus haben im ,reiche der ,wahrheit zu stehen4 ,denn die in uns waltende ,vernunft ist ,vernunft berhaupt1 ist das ,gttliche im ,menschen1 nicht etwas ,blomenschliches4 ,der ,geist1 sofern er ,geist ,gottes ist1 ist nicht ein ,geist jenseits der ,sterne1 jenseits der ,welt1 sondern ,gott ist gegenwrtig1 allgegenwrtig und als ,geist in allen ,geistern4 ,so drfen wir nicht nur guten ,mutes bei der ,erforschung der ,wahrheit sein1 wir mssen es sein1 um unsere ,kraft voll einzusetzen3 ,der ,mut der ,wahrheit1 ,glaube an die ,macht des ,geistes ist die erste ,bedingung des philosophischen ,studiums1 der ,mensch soll sich selbst ehren und sich des ,hchsten wrdig achten4 ,von der ,gre und ,macht des ,geistes kann er nicht gro genug denken4 ,das verschlossene ,wesen des ,universums hat keine ,kraft in sich1 welche dem ,mut des ,erkennens ,widerstand leisten knnte2 es mu sich vor ihm auftun und seinen ,reichtum und seine ,tiefen ihm vor ,augen legen und zum ,genusse bringen4 ,randnotiz3 ,gre und ,macht des ,geistes ,was im ,leben wahr1 gro und gttlich ist1 ist es durch die ,idee2 das ,ziel des ,philosophen ist1 sie in ihrer wahrhaften ,gestalt und ,allgemeinheit zu erfassen4 ,die ,natur ist darunter gebunden1 die ,vernunft nur mit ,notwendigkeit zu vollbringen2 aber das ,reich des ,geistes ist das ,reich der ,freiheit4 ,alles was das menschliche ,leben zusammenhlt1 was ,wert hat und gilt1 ist geistiger ,natur1 und dies ,reich des ,geistes existiert allein durch das ,bewutsein von ,wahrheit und ,recht1 durch das ,erfassen der ,ideen4 ,in diesem ,zusammenhange stellt sich das ,geschick alles einzelnen1 des ,individuums1 eines ,volkes1 eines ,zeitabschnittes1 hchst eigentmlich dar4 ,sie sind bloe ,stcke der ,bewegung1 die durch sie hindurch sich vollzieht1 sie drfen davon abgesondert nichts sein und bedeuten wollen2 ber sie geht mit ,unerbittlichkeit der ,lauf des ,ganzen hinweg1 eben in dem ,augenblick1 wo etwas seine hchste ,reife erreicht1 beginnt sein ,untergang2 nachdem es sein ,werk getan1 hat es kein ,recht weiter fortzubestehen4 ,so verknpft sich ,werden und ,vergehen1 und es wird das ,leben ein unablssiges ,sterben4 ,aber dies ,sterben ist keine vllige ,vernichtung1 das uere ,verschwinden kein gnzlicher ,untergang4 ,denn was aufgehoben d4 h4 vernichtet wird in seinem besonderen ,sein1 das wird aufgehoben1 d4 h4 bewahrt als ein ,stck und eine ,stufe des ,ganzen1 innerhalb seiner wirkt es zeitberlegen fort4 ,so brauchen wir uns nur in das ,ganze zu versetzen1 um eine ,auferstehung des ,gestorbenen zu erleben und in einen bleibenden ,besitz zu verwandeln1 was uerlich vorberzog und scheinbar als ,vergangenheit hinter uns liegt4 ,so ist die altgriechische ,welt uerlich untergegangen aber sie ist darum nicht gnzlich erloschen1 sie wirkt mit ihrer ,wahrheit und ,schnheit innerhalb unseres eignen ,lebens fort und ist ihm gegenwrtig zu halten1 sie ist die unentbehrliche und die beharrende ,voraussetzung aller weiteren geistigen ,arbeit4 ,so gewi demnach die geistige ,bewegung innerhalb der ,zeit verluft1 sie wird keineswegs der bloen ,zeit ausgeliefert1 sie erhebt sich immerfort ber sie und erreicht eine ,betrachtung der ,welt unter der ,form der ,ewigkeit 7sub specie aeternitatis74 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,vernunft der ,wirklichkeit ,wie hier durchgngig ein fester ,glaube an die ,vernunft der ,wirklichkeit waltet1 so wird zur ,hauptaufgabe der ,philosophie1 diese ,vernunft zu voller ,klarheit herauszustellen2 sie soll nicht belehren1 wie die ,welt sein soll1 sondern sie soll sich in sie versetzen1 die ,dinge aus sich selbst und ihren ,zusammenhngen verstehen und dadurch eine ,vershnung mit dem ,ganzen der ,wirklichkeit vollziehen4 ,das vor allem bildet die ,strke der ,hegelschen ,art1 die ,welt mit ihrem ,geschehen bei sich selbst zu erfassen und in sich selbst zu vertiefen1 berall geistige ,inhalte1 eigne ,triebkrfte1 innere ,notwendigkeiten aufzudecken1 dem ,menschen durch das ,teilgewhren daran eine ,befreiung von kleinmenschlicher ,art und eine innere ,gre zu verleihen1 zugleich aber bei allem ,ernst eine feste und freudige ,lebensstimmung zu erzeugen4 ,dabei erhlt die ,philosophie ein eigentmliches ,verhltnis zur ,gesellschaft und zur ,geschichte4 ,die ,philosophie ist nicht das ,erzeugnis eines bloen ,individuums1 sondern sie ist ihre ,zeit in ,gedanken gefat2 sie bildet in der ,entwicklung der ,zeiten nicht den ,anfang1 sondern den ,abschlu1 als der ,gedanke der ,welt erscheint sie erst in der ,zeit1 nachdem die ,wirklichkeit ihren ,bildungsproze vollendet und sich fertiggemacht hat4 ,die ,eule der ,minerva beginnt erst mit der einbrechenden ,dmmerung ihren ,flug4 ,ein aufrttelndes und erneuerndes ,wirken wird der ,philosophie damit abgesprochen1 sie hat nur zum ,bewutsein zu bringen und damit zu vollenden1 was im ,grundbestande schon vorliegt4 ,wir drfen sagen1 da das mehr dem ,bilde der alten als dem der neueren ,philosophie entspricht4 ,schon dies ,wenige zeigt das ,hegelsche ,system als ein gewaltiges ,werk von groer ,kraft und ,geschlossenheit1 als eine geistige ,bewegung1 welche die ganze ,wirklichkeit ergreift und nach ihren ,maen gestaltet4 ,ob die ,gre nicht durch eine starke ,einseitigkeit erkauft wird1 ja ob das ,gesamtunternehmen nicht berkhn1 nicht ein gefhrlicher ,ikarusflug ist1 das lt sich sehr wohl fragen4 ,verkrzt nicht das hier waltende ,sehen aus dem ,ganzen unbillig die ,individualitt der einzelnen ,bildungen8 ,ist es nicht eine berhebung der ,menschheit1 ihr ,geistesleben ohne weiteres als absolutes zu behandeln8 ,ist ,geistesleben nicht weit mehr als ,denken1 ja kann das ,denken lediglich aus eigner ,kraft berhaupt einen ,inhalt erzeugen8 ,wrde es nicht1 streng auf sich selbst beschrnkt1 in ein ,reich bloer ,schatten und ,schemen fhren8 ,und entgeht ,hegel dieser ,gefahr nicht blo dadurch1 da den logischen ,gren unablssig und unvermerkt aus dem ,reichtum der berlieferung und ,umgebung ,leben und ,inhalt zustrmt8 ,auch die ,sprache ,hegels verrt1 da seine ,gedankenwelt verschiedene ,schichten enthlt4 ,ihre durchgehende ,art ist sehr abstrakt1 bloe ,neutra das ,allgemeine1 das ,unendliche1 das ,einzelne spielen z4 ,b4 in ihr eine groe ,rolle1 sie kann in solcher ,abstraktheit ermden1 ja zum ,unwillen reizen4 ,aber dann kommen immer wieder ,stellen1 wo krftigere ,tne aus dem ,innern der ,seele zum ,durchbruch kommen1 die ,gedanken erhalten dabei oft eine so anschauliche ,verkrperung1 eine so treffende ,zuspitzung1 eine so durchschlagende ,kraft1 da sie in dieser ,form zu weitester ,verbreitung gelangt sind4 ,deutlich erkennen wir hier1 da ,hegels ,gedankenwelt einen tieferen ,hintergrund hat1 den sie selber nicht erklrt4 -- ,solche ,bedenken seien nicht gering genommen1 aber sie lassen alle miteinander eine gewaltige ,gre des ,mannes unangefochten4 ,sehen wir auch von den vielfachen ,wirkungen ab1 die er auf das ,ganze des ,kulturlebens ausgebt hat1 seine energische ,verwandlung der ganzen ,wirklichkeit in einen einzigen aus eigner ,kraft bewegten und weitergetriebenen ,gedankenproze unternimmt eine ,lsung des ,wahrheitsproblems1 mit der sich jedes tiefergehende ,streben auseinanderzusetzen hat4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,staat ,unsre ,durchwanderung des hier gebotenen weiten ,gedankenreiches mu sich auf die ,gebiete beschrnken1 wo die ,strke des ,mannes liegt1 und von wo fruchtbare ,anregungen auf das gemeinsame ,leben ausgegangen sind4 ,dahin gehrt vor allem das geschichtlich-gesellschaftliche ,zusammensein4 ,zunchst ist es der ,staat1 der ,hegel eine hhere ,schtzung verdankt4 ,gewi war er nicht der einzige und nicht der erste1 der nach dieser ,richtung gewirkt hat1 die ,abwendung von dem bloen ,rechtsstaat1 der das ,wirken des ,staates auf den ,schutz der individuellen ,kreise beschrnkte1 den ,lassalle spter als einen ,nachtwchterstaat verspottet hat1 lag im ,zuge der ,zeit4 ,aber ,hegel hat diesen ,zug energisch vertieft und aus dem ,ganzen einer ,gedankenwelt begrndet2 es wirkte dahin namentlich seine berzeugung von der unmittelbaren ,gegenwart des ,geistes in unserer ,welt4 ,auf das ,staatsleben zunchst bezieht sich sein ,wort1 da das ,wirkliche vernnftig und das ,vernnftige wirklich sei2 so hat er hier diese berzeugung auch mit besonderer ,grndlichkeit durchgebildet4 99 99 99 99 99 ,mit groer ,entschiedenheit verwirft er die bliche ,neigung1 am ,staate herumzumkeln und einzelne miliebige ,erscheinungen sein ,gesamtbild bestimmen zu lassen1 das dann natrlich arg verzerrt wird4 ,dem setzt er die ,erwgung entgegen3 ,der ,staat ist kein ,kunstwerk1 er steht in der ,welt1 somit in der ,sphre der ,willkr1 des ,zufalls und des ,irrtums1 bles ,benehmen kann ihn nach vielen ,seiten defigurieren4 ,aber der hlichste ,mensch1 der ,verbrecher1 ein ,kranker und ,krppel ist immer doch ein lebender ,mensch2 das ,affirmative1 das ,leben1 besteht trotz des ,mangels1 und um dieses ,affirmative ist es hier zu tun4 ,wir verkennen das ,groe1 was der ,staat fr uns bedeutet1 leicht deshalb1 weil die ,gewohnheit das unsichtbar macht1 worauf unsre ganze ,existenz beruht4 ,um gerecht gegen einen ,staat zu sein1 mssen wir seinen ,gesamtcharakter zu erfassen suchen und von ihm her die einzelnen uerungen als notwendig verstehen1 nicht aber unsere ,sondermeinungen und ,sonderwnsche das ,urteil bestimmen lassen4 ,der ,staat ist es nach ,hegel1 in dem sich der ,geist zu wirklicher ,gestalt und ,organisation entfaltet1 in ihm erst kommt die sittliche ,idee zur ,wirklichkeit1 er erst gewhrt einen festen ,boden fr geistige ,kultur1 fr ,wissenschaft1 ,kunst usw4 ,so kann es nicht befremden1 wenn ,hegel verlangt1 man solle den ,staat wie ein ,irdisch-,gttliches verehren4 99 99 99 99 99 ,hegels ,grundlinien der ,philosophie des ,rechts entwickeln den ,grundgedanken bis ins einzelne hinein und stellen die ,verhltnisse berall in ein eigentmliches ,licht4 ,in sicher aufsteigendem ,zuge fhrt das ,werk von ,stufe zu ,stufe bis an den ,punkt1 wo der einzelne ,staat ein ,glied der weltgeschichtlichen ,bewegung wird4 ,auch dieses ,gebiet zeigt eine ,bewegung durch den ,gegensatz hindurch1 im besonderen hat bei ,hegel hier wie auch in der ,behandlung der ,geschichte der ,gedanke grten ,einflu1 da der ,ausgangspunkt der ,entwicklung eine noch ungeschiedene ,einheit von ,subjekt und ,objekt zeige2 auf der zweiten ,stufe reit das ,subjekt sich los und stellt sich dem ,objekt entgegen2 auf der dritten wird eine ,vershnung erreicht1 indem das ,objekt selbst in die geistige ,ttigkeit aufgenommen und aus ihr gestaltet wird4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das ,recht ,als die ,hauptstufen des gemeinsamen ,lebens unterscheidet ,hegel ,recht1 ,moralitt1 ,sittlichkeit4 ,das ,recht steht im ,dienste der ,freiheit1 es gibt dem freien ,willen zuerst ein ,dasein1 aber es gibt ihm das im ,bereich des ueren und enthlt daher die ,mglichkeit eines ,zwanges4 ,beim ,strafrecht hat namentlich ,hegels ,versuch1 die prinzipielle ,berechtigung des ,strafens zu erweisen1 viel ,beachtung gefunden1 obwohl er mehr in der ,form als in der ,sache ,neues bringt4 ,hegel bezeichnet die ,strafe als die ,negation der ,negation1 der ,verbrecher hat die ,rechtsordnung negiert1 nun negiert diese ihn durch die ,strafe und stellt dadurch ihre erschtterte ,macht wieder her4 ,vom ,rechte1 das als strenges ,recht nicht nach dem ,grundsatze und der ,absicht des ,handelnden fragt1 scheidet ,hegel die ,moralitt1 welche die ,frage nach der ,triebfeder des ,willens wie nach dem ,vorsatze stellt2 sie bringt eine ,schtzung des ,wertes des ,menschen nach seiner inneren ,handlung4 ,damit entsteht das ,recht der subjektiven ,freiheit1 ihr ,hervortreten bildet nach ,hegel den ,wendepunkt zwischen ,altertum und moderner ,welt4 ,dies ,recht in seiner ,unendlichkeit ist im ,christentum ausgesprochen und zum allgemeinen wirklichen ,prinzip einer neuen ,form der ,welt gemacht worden4 ,es entsteht aber auf der ,stufe der bloen ,moralitt die ,gefahr1 da das ,subjekt sich dem ,objekt entgegensetze und in der ,absonderung seine ,befriedigung suche1 auch sein eigenes ,vermgen berspanne2 auch das liegt hier nahe1 groe ,taten der ,weltgeschichte aus blo subjektiven ,beweggrnden zu erklren und sie damit herabzuwrdigen2 ber dem ,subjektiven das ,substantielle zu bersehen1 das sei die ,ansicht der psychologischen ,kammerdiener1 fr welche es keine ,helden gibt1 nicht weil diese keine ,helden1 sondern weil jene nur die ,kammerdiener sind4 ,die ,probleme des ,gewissens und der ,pflicht1 auch des ,bsen und der ,schuld werden hier mit weitem ,blick und aus groer ,tiefe behandelt4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,sittlichkeit ,eine ,einigung des ,guten im subjektiven und im objektiven ,sinne bringt die ,sittlichkeit1 ,form und ,gehalt des ,willens stimmen hier zusammen1 hier erst erreicht das ,leben einen festen ,grund4 ,das ,rechtliche und das ,moralische kann nicht fr sich existieren1 sie mssen das ,sittliche zum ,trger und zur ,grundlage haben1 denn dem ,rechte fehlt das ,moment der ,subjektivitt1 das die ,moral wiederum fr sich allein hat1 und so haben beide ,momente fr sich keine ,wirklichkeit4 ,in der ,sittlichkeit wird die ,stufe erreicht1 wo die ,freiheit zu fester ,gestaltung gelangt1 das ,leben beharrende ,zusammenhnge bildet und dadurch den ,menschen sicher ber das kleine ,ich hinaushebt2 solche ,zusammenhnge sind aber ,familie1 ,gesellschaft1 ,staat4 ,bei der ,familie findet ,hegel zum ,preise der ,liebe hohe ,werte1 sie sei ein ,gewinnen des ,selbst in einer anderen ,person1 die wiederum dasselbe in mir erreicht4 ,damit erscheint die ,liebe als der ungeheuerste ,widerspruch1 den der ,verstand nicht lsen kann1 aber wie das ,hervorbringen1 so ist sie auch die ,auflsung des ,widerspruchs1 dieses aber als sittliche ,einigkeit4 ,gesellschaft und ,staat hat ,hegel mit aller ,deutlichkeit voneinander geschieden1 jene erscheint als der ,inbegriff der ,verhltnisse1 welche die einzelnen im gegenseitigen ,verkehr zueinander ausbilden knnen2 fiele der ,staat mit der brgerlichen ,gesellschaft zusammen1 so wre das ,interesse der einzelnen als solcher der letzte ,zweck4 ,der ,staat dagegen enthlt eine feste ,organisation des gemeinsamen ,willens und hat damit seinen ,zweck in sich selbst4 ,er baut sich in den ,stufen des inneren ,staatsrechts1 des ueren ,staatsrechts1 der ,weltgeschichte auf4 ,in der inneren ,verfassung verficht ,hegel die konstitutionelle ,monarchie1 da in der ,person des ,monarchen die ,persnlichkeit und ,souvernitt des ,ganzen erst voll zum ,ausdruck komme und hier die notwendige ,umsetzung des gemeinsamen ,strebens in bestimmte ,willensentscheidung erfolge4 ,auf die ,individualitt des ,monarchen komme es dabei weniger an4 ,es ist bei einer formellen ,organisation nur um die ,spitze formellen ,entscheidens zu tun1 und man braucht zu einem ,monarchen nur einen ,menschen1 der ,ja sagt und den ,punkt auf das i setzt2 denn die ,spitze soll so sein1 da die ,besonderheit des ,charakters nicht das ,bedeutende ist4 ,so erscheint auch hier die ,geringschtzung des ,individuellen1 die ,hegel eigentmlich ist2 berhaupt erklrt er fr das politische ,gebiet den ffentlichen ,zustand fr um so vollkommener1 je weniger dem ,individuum fr sich nach seiner besonderen ,meinung zu tun brig bleibt4 ,es stimmt dazu die ,art1 wie ,hegel das ,verhltnis des groen ,mannes zu seiner ,umgebung fat4 ,daran zweifelt er nicht1 da die groen ,wendungen der ,weltgeschichte keine ,wirkungen der ,masse sind1 sondern sich in einzelnen hervorragenden ,individuen vollziehen1 aber diese ,individuen sind gro nicht durch das1 was sie an ,besonderem haben1 sondern durch das1 was sie an ,bewegungen der ,gemeinschaft zum ,bewutsein bringen4 ,in der ffentlichen ,meinung ist alles ,falsche und ,wahre1 aber das ,wahre in ihr zu finden1 ist ,sache des groen ,mannes4 ,wer1 was seine ,zeit will1 anspricht1 ihr sagt und vollbringt1 ist der groe ,mann der ,zeit4 ,hegel will eine ,volksvertretung1 aber sie soll weniger in den ,gang des ,staatslebens eingreifen als dahin wirken1 es auf eine hhere ,stufe des ,bewutseins zu heben4 ,sein ,ideal ist die ,herrschaft der ,intelligenz1 und eine solche scheint ihm in unserer ,zeit am ehesten ein philosophisch gebildetes ,beamtentum zu bieten4 ,augenscheinlich schweben ihm dabei die damaligen ,verhltnisse des preuischen ,staates vor1 die er in verklrendem ,lichte sah1 gem seiner ,neigung1 das ,wirkliche als ein ,vernnftiges zu verstehen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,krieg ,bei den ueren ,verhltnissen verteidigt ,hegel mit groer ,entschiedenheit den ,krieg1 das aber in engem ,zusammenhang mit seiner philosophischen ,grundberzeugung4 ,er versteht die ,weltgeschichte als in unablssiger ,fortbewegung begriffen1 und das ,hauptmittel des ,fortschritts ist ihm der ,kampf2 das gilt nicht nur fr das geistige ,schaffen1 sondern auch fr das staatliche ,leben4 ,jedes einzelne ,volk ist nur ein ,teil des ,ganzen1 im ,ganzen aber verschiebt sich unablssig die ,kraft des ,lebens und verlegt sich von einem ,volk in ein anderes2 das kann nicht ohne ,zusammensto und harten ,kampf geschehen1 so wird der ,krieg ein ,mittel1 das ,leben in frischem ,flu zu halten und seinen ,fortgang zu befrdern1 er hat die hhere ,bedeutung1 da durch ihn die sittliche ,gesundheit der ,vlker in ihrer ,indifferenz gegen das ,festwerden der endlichen ,bestimmtheiten erhalten wird1 wie die ,bewegung der ,winde die ,see vor der ,fulnis bewahrt1 in welche sie eine dauernde ,ruhe1 wie die ,vlker ein dauernder oder gar ein ewiger ,friede versetzen wrde4 ,zur ,ausfhrung fgt er hinzu3 ,im ,frieden dehnt sich das brgerliche ,leben mehr aus1 alle ,sphren hausen sich ein1 und es ist auf die ,lnge ein ,versumpfen der ,menschen2 ihre ,partikularitten werden immer fester und verknchern4 ,in engem ,zusammenhang mit dieser ,stellung zum ,kriege steht die ,hegelsche ,fassung des ,verhltnisses von ,moral und ,politik4 ,so wenig er die ,politik aus der ,moral herausfallen lassen mchte1 so meint er1 da beim ,staate mit seinen eigentmlichen ,aufgaben die ,moral selbst eine andere werde als in den privaten ,verhltnissen4 ,das ,wohl des ,staates habe eine ganz andere ,berechtigung als das ,wohl der einzelnen1 und zwar habe der ,staat sein ,recht in seiner konkreten ,existenz1 und es knne nur diese konkrete ,existenz1 nicht einer der vielen fr moralische ,gebote gehaltenen allgemeinen ,gedanken ,prinzip seines ,handelns und ,benehmens sein4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,weltgeschichte ,das ,leben des einzelnen ,staates mndet nach ,hegel ein in die ,gesamtbewegung der ,weltgeschichte4 ,denn nach seiner berzeugung ist immer ein einzelnes ,volk der ,trger der jeweiligen ,entwicklungsstufe des ,ganzen4 ,dieses auf der ,hhe befindliche ,volk hat dann ein absolutes ,recht gegen andere1 freilich nur insofern es der allgemeinen ,bewegung1 der ,idee des ,weltgeistes dient4 ,hegel meint1 da eine solche ,hhe einem ,volk nur ein einziges ,mal beschieden sei4 99 99 99 99 99 ,die nhere ,fassung des weltgeschichtlichen ,prozesses bildet eine der ,hhen der ,hegelschen ,gedankenarbeit2 seine immanente ,art1 die ,welt zu betrachten1 findet hier einen besonders groartigen ,ausdruck4 ,mit fester ,energie weist ,hegel diejenigen ab1 welche in respektierender ,betrachtung ntzliche ,lehren aus der ,geschichte ableiten mchten2 er verurteilt das mit den ,worten3 ,was die ,erfahrung und die ,geschichte lehren1 ist dieses1 da ,vlker und ,regierungen niemals etwas aus der ,geschichte gelernt und nach ,lehren1 die aus derselben zu ziehen gewesen wren1 gehandelt htten4 ,jede ,zeit hat so eigentmliche ,umstnde1 ist ein so individueller ,zustand1 da in ihm aus ihm selbst entschieden werden mu und allein entschieden werden kann4 ,eine ,voraussetzung allerdings hat die ,philosophie an die ,geschichte als ihre denkende ,betrachtung heranzubringen1 die ,voraussetzung1 da eine ,vernunft in ihr walte1 da es auch in der ,weltgeschichte vernnftig zugegangen sei2 nur wenn wir ,vernunft in ihr suchen1 kann sie uns ,vernunft offenbaren2 wer die ,welt vernnftig ansieht1 den sieht sie auch vernnftig an2 beides ist in ,wechselbestimmung4 ,zugleich bekmpft er sowohl diejenigen1 welche zwar an eine ,vorsehung fr die einzelnen ,individuen glauben1 nicht aber an eine solche fr das ,groe und ,ganze1 sowie auch diejenigen1 welche sich bei dem allgemeinen ,gedanken einer weltgeschichtlichen ,vorsehung begngen und nicht eine nhere ,ausfhrung dieses ,gedankens wagen4 ,wir knnen nicht bei jener1 sozusagen1 ,kleinkrmerei des ,glaubens an die ,vorsehung stehen bleiben und ebensowenig bei dem blo abstrakten1 unbestimmten ,glauben1 der nur zu dem ,allgemeinen1 da es eine ,vorsehung gebe1 fortgehen will1 aber nicht zu den bestimmteren ,taten derselben4 ,wir haben vielmehr ,ernst damit zu machen1 die ,wege der ,vorsehung1 die ,mittel und ,erscheinungen in der ,geschichte zu erkennen1 und wir haben diese auf jenes allgemeine ,prinzip zu beziehen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,kern der ,geschichte ,hegels ,lsung der groen ,frage nach dem ,sinn und dem ,verlauf der ,geschichte ist aber folgende3 ,den ,kern der ,geschichte bildet die ,bewegung des ,geistes1 das ,wesen des ,geistes aber ist die ,freiheit1 ,freiheit im ,sinne des ,beisichselbstseins1 nicht im ,sinne einer ,wahlfreiheit1 ,freiheit ist nur da1 wo kein anderes fr mich ist1 das ich nicht selbst bin4 ,das ,bewutsein einer solchen ,freiheit aber hat der ,geist erst zu erringen1 und dies eben ist es1 was in der ,geschichte erfolgt4 ,die ,weltgeschichte ist der ,fortschritt im ,bewutsein der ,freiheit2 ja als der ,endzweck der ,welt erscheint damit das ,bewutsein des ,geistes von seiner ,freiheit4 ,hier besonders kommt zur ,geltung1 da der ,aufstieg nicht in ruhigem ,fortgang1 sondern durch schroffe ,gegenstze und hrtesten ,kampf hindurch erfolgt4 ,die ,entwicklung1 die in der ,natur ein ruhiges ,hervorgehen ist1 ist im ,geist ein harter unendlicher ,kampf gegen sich selbst4 ,was der ,geist will1 ist seinen eigenen ,begriff zu erreichen1 aber er selbst verdeckt sich denselben1 ist stolz und voll von ,genu in dieser ,entfremdung seiner selbst4 ,die ,entwicklung ist auf diese ,weise nicht das harm- und kampflose bloe ,hervorgehen1 wie die des organischen ,lebens1 sondern die harte unwillige ,arbeit gegen sich selbst4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,groe ,menschen ,so gewi die ,trger dieser ,bewegung die ,menschen sind1 sie dient nicht ihrem ,befinden1 und nicht ihre ,absichten sind es1 welche den ,weltlauf bestimmen4 ,vielmehr sind die ,menschen nur ,mittel und ,werkzeuge der ,bewegung des ,geisteslebens1 sie dienen ihm auch dann1 wenn sie nur ihre eignen ,zwecke zu frdern glauben4 ,sie vollbringen ihr ,interesse1 aber es wird noch ein ,ferneres damit zustande gebracht1 was auch innerlich darin liegt1 aber das nicht in ihrer ,absicht lag4 ,die ,leidenschaften zerstren sich gegenseitig1 die ,vernunft allein wacht1 verfolgt ihren ,zweck und macht sich geltend4 ,so spricht ,hegel auch von einer ,list der ,idee4 ,aus dem allgemeinen ,getriebe aber heben sich als groe ,menschen solche hervor1 welche die allgemeine ,notwendigkeit zu ihrer eignen ,lebensaufgabe machen4 ,dies sind die groen ,menschen in der ,geschichte1 deren eigne partikularen ,zwecke das ,substantielle enthalten1 welches ,wille des ,weltgeistes ist4 ,dieser ,gehalt ist ihre wahrhafte ,macht4 ,diese ,menschen aber kommen nach ,hegel eben zu der ,zeit1 welche ihrer bedarf4 ,wir mssen berzeugt sein1 da das ,wesen die ,natur hat durchzudringen1 wenn seine ,zeit gekommen1 und da es nur erscheint1 wenn diese gekommen1 und deswegen nie zu frh erscheint noch ein unreifes ,publikum findet4 ,wie ,hegel in dem allen der weltgeschichtlichen ,bewegung eine berlegenheit gegen die ,zwecke der ,individuen zuerkennt1 so verlangt er auch fr ihre ,beurteilung einen anderen ,standort als den der privaten ,moral4 ,die ,weltgeschichte bewegt sich auf einem hheren ,boden1 als der ist1 auf dem die ,moralitt ihre eigentliche ,sttte hat1 welche die ,privatgesinnung1 das ,gewissen der ,individuen1 ihr eigentmlicher ,wille und ihre ,handlungsweise ist2 diese haben ihren ,wert1 ,imputation1 ,lohn und ,bestrafung fr sich4 ,die ,taten der groen ,menschen1 welche ,individuen der ,weltgeschichte sind1 erscheinen so nicht nur in ihrer inneren bewutlosen ,bedeutung gerechtfertigt1 sondern auch auf dem weltlichen ,standpunkte4 ,aber von diesem aus mssen gegen welthistorische ,taten und deren ,vollbringer sich nicht moralische ,ansprche erheben1 denen sie nicht angehren4 ,die ,litanei von ,privattugenden der ,bescheidenheit1 ,demut1 ,menschenliebe und ,mildttigkeit mu nicht gegen sie erhoben werden4 ,gewi liegt in solchem ,gedanken eine ,wahrheit1 aber die ,art1 wie ,hegel ihn berspannt1 enthlt augenscheinlich die ,gefahr1 die ,moral der geistigen ,kraft gnzlich unterzuordnen2 er sah in der ,moral nicht wie ,kant die ,quelle einer neuen ,welt1 sondern nur die subjektive ,gesinnung des einzelnen1 und da diese nicht die bewegende ,kraft der ,weltgeschichte bildet1 daran lt sich nicht zweifeln4 ,wie hier1 so ist berhaupt die ,gre ,hegels eng mit starker ,einseitigkeit verquickt2 wer ihn richtig beurteilen will1 hat beides miteinander gegenwrtig zu halten4 ,die nhere ,durchfhrung des ,grundgedankens hat darzutun1 da alle ,mannigfaltigkeit des ,geschehens der ,entwicklung des ,geistes zum ,bewutsein der ,freiheit dient4 ,das ist nun nicht wohl mglich ohne eine energische ,zusammendrngung und vielfache ,gewaltsamkeit1 die ,individualitt des ,geschehens findet bei weitem nicht ihr gebhrendes ,recht4 ,aber andererseits erweist sich eine gewaltige ,kraft in dem ,vermgen1 ausgedehnte ,gebiete zu strenger ,einheit zusammenzufassen und mit knappen1 oft sehr treffenden ,worten zu charakterisieren4 ,auch sei bei der ,beurteilung gegenwrtig1 da sich damals das ,bild der ,geschichte unvergleichlich enger und einfacher ausnahm als in der ,gegenwart4 ,den ,mittelpunkt bildete dort das ,verhltnis des ,altertums zur ,neuzeit durch das ,christentum hindurch2 das ,leben des ,orients mit all seinem ,reichtum wurde als eine bloe ,vorstufe angesehen1 es war das die ,zeit des stolzen ,selbstbewutseins ,europas1 die ,zeit1 der ,europa als einziger ,sitz hherer ,bildung galt1 und wo man1 um mit ,f4 ,a4 ,wolf zu reden ,asiaten und ,afrikaner als literarisch nicht kultivierte1 nur zivilisierte ,vlker von der hheren ,bildung ausschlo4 ,demgegenber hat ,hegel schon eine grere ,weite4 99 99 99 99 99 ,seinem ,gesamtverfahren gem zerlegt ,hegel die ,geschichte in drei ,hauptperioden3 das ,versenktsein des ,geistes in die ,natrlichkeit1 das ,heraustreten in das ,bewutsein seiner ,freiheit 7aber noch mit der unmittelbaren ,natrlichkeit als einem ,momente behaftet71 das ,selbstbewutsein und ,selbstgefhl des ,wesens der ,geistigkeit4 ,in der nheren ,entwicklung nimmt die ,religion eine hervorragende ,stelle ein1 erst die ,anerkennung einer hheren ,ordnung gibt nach ,hegel dem ,menschen einen ,wert bei sich selbst4 ,so sagt er 7zunchst im ,hinblick auf die ,neger73 ,daraus1 da der ,mensch als das ,hchste gesetzt ist1 folgt1 da er keine ,achtung vor sich selber hat1 denn erst mit dem ,bewutsein eines hheren ,wesens erlangt der ,mensch einen ,standpunkt1 der ihm eine wahre ,achtung gewhrt4 ,in allen verschiedenen geschichtlichen ,gestaltungen der ,religion bemht sich ,hegel einen ,vernunftgehalt aufzuweisen4 ,in jeder ,religion ist gttliche ,gegenwart1 ein gttliches ,verhltnis1 und eine ,philosophie der ,geschichte hat in den verkmmerten ,gestalten ein ,moment des ,geistigen aufzusuchen4 ,aber zugleich tritt er aufs entschiedenste dafr ein1 da die ,religion nur zusammen mit der geistigen ,arbeit1 nicht von ihr abgelst1 segensreich wirken knne4 ,in der ,absonderung vermge die ,religion die ,leidenschaften und ,begierden nicht zu bezwingen4 ,damit das ,herz1 der ,wille1 die ,intelligenz wahrhaft werden1 mssen sie durchbildet werden1 das ,rechte mu zur ,sitte1 zur ,gewohnheit werden1 die wirkliche ,ttigkeit mu zu einem vernnftigen ,tempel erhoben sein1 der ,staat mu eine vernnftige ,organisation haben1 und diese macht erst den ,willen der ,individuen zu einem wirklich rechtlichen4 ,das byzantinische ,reich ist ein groes ,beispiel1 wie die christliche ,religion bei einem gebildeten ,volke abstrakt bleiben kann1 wenn nicht die ganze ,organisation des ,staates1 der ,gesetze nach dem ,prinzipe derselben rekonstruiert wird4 ,das ,christentum war zu ,byzanz in den ,hnden des ,abschaums4 ,randnotiz3 ,die germanische ,welt ,die ,hhe und den ,abschlu der geschichtlichen ,entwicklung findet ,hegel in der germanischen ,welt2 die ,neuzeit habe hier die ,aufgabe1 die ,innerlichkeit des ,geisteslebens1 die durch das ,christentum erffnet1 aber zunchst im ,gegensatze zur ,welt verblieben sei1 dieser zuzufhren und ihre ganze ,weite damit zu durchdringen4 ,das ,ganze klingt in eine befriedigte1 ja freudige ,stimmung aus4 ,die ,entwicklung des ,prinzips des ,geistes ist die wahrhafte ,theodizee1 denn sie ist die ,einsicht1 da der ,geist sich nur im ,elemente des ,geistes befreien kann1 und da das1 was geschehen ist und alle ,tage geschieht1 nicht nur von ,gott kommt1 sondern ,gottes ,werk selber ist4 99 99 99 99 99 ,im geistigen ,schaffen1 im ,reich des absoluten ,geistes1 wie ,hegel es nennt1 unterscheidet er drei ,hauptgebiete3 ,kunst1 ,religion1 ,philosophie4 ,alle haben zum ,inhalt dieselbe ,wahrheit1 aber sie stellen diese in verschiedener ,weise dar und bilden dabei eine ,stufenfolge4 ,die ,kunst gibt die ,wahrheit in der ,form der sinnlichen ,anschauung1 die ,religion in der der ,vorstellung und des ,gefhls1 die ,philosophie als die ,vollenderin des ,ganzen in der des reinen ,denkens4 ,in jedem der ,gebiete aber wird eine ,bewegung aus eigner ,kraft und sachlicher ,notwendigkeit aufzuweisen gesucht1 die durch ,satz und ,gegensatz verluft4 ,so treten alle ,gebiete geistigen ,lebens in dasselbe ,licht und verbinden sich zu einem groen ,ganzen1 berall ist es der ,gedankengehalt1 der sie beherrscht und gestaltet2 ob sie dabei ihre ,individualitt vollauf zu wahren vermgen1 ob berhaupt das ,leben damit nicht in eine zu enge ,bahn geleitet wird1 das ist eine andere ,frage4 ,namentlich der ,religion wird es hier schwer gemacht1 eine ,selbstndigkeit gegen die ,philosophie zu behaupten4 99 99 99 99 99 ,indem ,hegel das ,schne als eine bestimmte ,weise der uerung und der ,darstellung des ,wahren fat1 stellt er die ,aufgabe1 berall einen ,gedankengehalt aufzusuchen und alles knstlerische ,schaffen von da aus zu verstehen2 die ,kunst befreit durch ihre ,darstellungen innerhalb der sinnlichen ,sphre zugleich von der ,macht der ,sinnlichkeit4 ,durch solches ,verlangen eines ,gehalts tritt ,hegel in einen geraden ,gegensatz zu denen1 welche die ,form fr das ,wesentliche am ,kunstwerk erklren und in ihr den ,grund des ,gefallens am ,schnen finden4 ,hegels ,fassung enthlt den ,antrieb1 die ,kunst mit dem ,ganzen des geistigen ,lebens in einen engen ,zusammenhang zu bringen und auch in ihr eine der ,gesamtbewegung des ,geistes entsprechende ,entwicklung durch ,satz und ,gegensatz aufzuweisen4 ,das hat er in ,wahrheit durch ebenso ausgebreitete wie tiefeindringende ,arbeit getan1 seine ,forschungen zur sthetik sind das ,bedeutendste1 was unsere ,literatur auf diesem ,gebiete besitzt4 ,da die ,wirkung dieser ,lehre oft minder gnstig war1 indem sie zum ,aufstbern eines ,begriffes1 eines ,grundgedankens in den ,kunstwerken drngte und dabei viel unerquickliches ,rsonnement hervorrief1 ist nicht ohne weiteres dem ,denker selbst zur ,last zu legen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,religion ,besonders tief hat ,hegels ,arbeit in die ,behandlung der ,religion eingegriffen4 ,er bringt ihr die hchste ,schtzung entgegen1 er hat sich von frh an mit ihren ,problemen eifrig befat1 auf keinem anderen ,gebiet erreicht seine ,sprache eine solche ,wrme wie hier4 ,die ,religion ist ihm im allgemeinsten ,sinne ,beschftigung mit ,gott4 ,als ,ttigkeit tut sie nichts anderes als die ,ehre ,gottes zu manifestieren1 die ,herrlichkeit desselben zu offenbaren4 ,die ,vlker haben dann dies religise ,bewutsein als ihre wahrhafte ,wrde1 als den ,sonntag des ,lebens angesehen2 aller ,kummer1 alle ,sorge1 diese ,sandbank der ,zeitlichkeit1 verschwebt in diesem ther1 es sei im gegenwrtigen ,gefhl der ,andacht oder in der ,hoffnung4 ,in dieser ,region des ,geistes strmen die ,lethefluten1 aus denen ,psyche trinkt1 worin sie allen ,schmerz versenkt1 alle ,hrten1 ,dunkelheiten der ,zeit zu einem ,traumbild gestaltet und zum ,lichtglanze des ,ewigen verklrt4 ,seine wissenschaftliche ,errterung und ,begrndung der ,religion hat sich zunchst nach zwei ,richtungen hin zu rechtfertigen3 einmal gegen eine blo historische ,behandlung1 dann aber gegen eine ,begrndung der ,religion auf das ,gefhl1 wie ,schleiermacher sie unternommen hatte4 ,der blo historischen ,betrachtungsweise hlt ,hegel entgegen1 es sei ein unabweisbares ,bedrfnis der ,gegenwart1 die ,religion nicht auf bloe ,autoritt hinzunehmen1 sondern durch denkende ,vernunft ,gott zu erkennen4 ,die ,vernunft ist der ,boden1 auf dem die ,religion allein zu ,hause sein kann4 ,auch knnten unmglich der historische ,glaube und die philosophische ,forschung ruhig nebeneinander stehen bleiben4 ,wre das ,erkennen der ,religion nur historisch1 so mten wir solche ,theologen wie ,kontorbedienten eines ,handelshauses ansehen1 die nur ber fremden ,reichtum ,buch und ,rechnung fhren1 die nur fr andere handeln1 ohne eigenes ,vermgen zu bekommen4 ,auch sei es eine ,verkehrung der ,philosophie1 sie als nur mit der ,welt befat1 als ,weltweisheit und gttlichen ,dingen fremd darzustellen1 im ,gegenteil habe die ,philosophie ,gott zum ,gegenstande und eigentlich zum einzigen ,gegenstande3 ,auch die ,philosophie hat keinen anderen ,gegenstand als ,gott1 und ist so wesentlich rationelle ,theologie1 und als im ,dienst der ,wahrheit fortdauernder ,gottesdienst4 ,es sei dabei freilich nicht vergessen1 da ,hegel den ,gottesbegriff ganz im ,sinne seiner eignen ,philosophie versteht und damit die ganze ,religion wesentlich umgestaltet4 ,gott ist das an und fr sich schlechthin ,allgemeine4 ,randnotiz3 ,religion und ,vernunft ,in anderer ,richtung bekmpft ,hegel die ,begrndung der ,religion auf das bloe ,gefhl1 wobei er aber die eigentmliche ,fassung des ,gefhls bei ,schleiermacher verkennt und diesem in seiner ,kritik entschiedenes ,unrecht tut4 ,die ,zurckfhrung des ,glaubens auf das ,gefhl wrde1 so meint er1 jenen ganz subjektiv machen1 das ,gefhl habe den zuflligsten ,inhalt1 es sprot die kniglichste ,blume auf demselben ,boden neben dem wucherndsten ,unkraut auf4 ,nach ,hegel empfngt das ,gefhl seine ,wahrheit erst durch den ,gedanken3 ,der wahre ,nerv ist der wahrhafte ,gedanke2 nur wenn er wahr ist1 ist das ,gefhl auch wahr4 ,damit wird das ,gefhl nicht verworfen1 aber es hat seinen wahrhaften ,inhalt erst von der ,philosophie zu empfangen4 ,der ,inhalt der ,religion ist nun bei ,hegel1 wie sich schon zeigte1 derselbe wie der der ,philosophie1 nur gibt die ,religion die ,wahrheit in der ,form der ,vorstellung1 die ,philosophie in der ,form des ,begriffs1 des reinen ,denkens2 dort stehen die einzelnen ,stze als ,tatsachen unmittelbar nebeneinander1 hier werden sie als zusammenhngend und notwendig dargetan4 ,die ,religion ist fr alle ,menschen1 nicht aber die ,philosophie4 ,so hat denn die ,philosophie die ,vernunft zu vershnen mit der ,religion und diese in ihren mannigfaltigen ,gestaltungen als notwendig zu erkennen4 ,der gemeinsame ,inhalt von ,philosophie und ,religion ist nach ,hegel1 sich als einzelner als das ,allgemeine zu setzen und sich als einzelner aufhebend sein wahrhaftes ,selbst als das ,allgemeine zu finden2 so wird ,religion ,beziehung des ,geistes auf den absoluten ,geist2 da aber diese ,beziehung schlielich innerhalb des absoluten ,geistes liegt1 das ,endliche letzthin in ,gott ist1 so ist ,religion im hchsten ,sinne nicht ein ,verhltnis des ,menschen zu ,gott1 sondern ein ,verhltnis ,gottes zu sich selbst4 ,gott setzt das andere und hebt es auf in seiner ewigen ,bewegung4 ,die ,religion ist letzthin die ,idee des ,geistes1 der sich zu sich selbst verhlt1 das ,selbstbewutsein des absoluten ,geistes4 ,durch den ,weltproze hindurch erfolgt hier eine ,selbsterfassung und ,selbstvollendung ,gottes1 wie denn ,hegel auch geradezu sagt3 ,ohne ,welt ist ,gott nicht ,gott4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,das ,christentum ,diese ,religion des absoluten ,geistes sucht dann ,hegel als identisch mit dem ,christentum1 als eine ,erhebung des ,christentums zu voller philosophischer ,klarheit nachzuweisen2 die christliche ,lehre von der ,erlsung durch ein ,eingehen ,gottes in die ,welt1 von einem ,ausgehen und ,zurckkehren zu sich selbst1 ist dabei der verbindende ,gedanke4 ,eine groe ,knstlichkeit dieses ,verfahrens ist nicht zu verkennen1 doch werden zugleich bedeutende ,gedanken entwickelt4 ,ein solcher ist1 entsprechend der ,hegelschen ,art vom ,ganzen her zu verstehen1 da auch in der ,religion an der einzelnen ,stelle nichts geschehen kann1 was nicht im ,ganzen begrndet und von dort zugefhrt ist4 ,da der ,gegensatz an sich aufgehoben ist1 macht die ,bedingung1 ,voraussetzung aus1 die ,mglichkeit1 da das ,subjekt auch fr sich ihn aufhebe4 ,nur vermittels dieses ,glaubens1 da die ,vershnung an und fr sich und gewi vollbracht ist1 ist das ,subjekt fhig1 imstande1 sich selbst in diese ,einheit zu setzen4 ,diese ,vermittlung ist absolut notwendig4 ,ferner verficht ,hegel mit groer ,entschiedenheit die ,unabhngigkeit der ,substanz der ,religion von sinnlichen ,zeichen und ,wundern4 ,die ,beglaubigung des ,sinnlichen1 sie mag einen ,inhalt haben1 welchen sie will1 bleibt unendlichen ,einwendungen unterworfen2 was fr den ,geist ,wahrheit haben1 was er glauben soll1 mu nicht sinnliches ,glauben sein2 was fr den ,geist wahr ist1 ist ein solches1 fr welches die sinnliche ,erscheinung heruntergesetzt wird4 ,indem der ,geist vom ,sinnlichen anfngt und zu diesem seiner ,wrdigen kommt1 ist sein ,verhalten gegen das ,sinnliche zugleich ein negatives ,verhalten4 ,so ist die sinnliche ,geschichte fr den ,geist nur ,ausgangspunkt1 ber den es fortzuschreiten gilt4 ,ferner dringt ,hegel auch in diesen ,ausfhrungen stets darauf1 die ,religion als eine ,sache nicht der ,vergangenheit und des gelehrten ,wissens1 sondern der lebendigen ,gegenwart zu behandeln4 ,was der ,geist tut1 ist keine ,historie2 es ist ihm nur um das zu tun1 was an und fr sich ist1 nicht ,vergangenes1 sondern schlechthin ,prsentes4 99 99 99 99 99 ,so enthlt auch ,hegels ,religionsphilosophie wertvollste ,anregungen4 ,aber da diese ,religion eines ,ausgehens und ,zurckkehrens der ,gottheit zu sich selbst der christlichen ,religion nur durch recht knstliche ,deutung gleichgesetzt werden kann1 daran lt sich nicht zweifeln2 alle ,gren sind dabei verschoben1 alles ist vom ,moralischen ins ,intellektuelle umgedeutet4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,philosophie ,den ,gipfel des ,lebens findet ,hegel in der ,philosophie1 sie ist eine ,erfassung der ,wahrheit in der ,form des ,denkens1 sie ist der sich in ,geistesgestalt wissende ,geist oder das begreifende ,wissen4 ,ihre ,entwicklung aber liegt in ihrer ,geschichte1 sie ist nichts besonderes neben dieser4 ,nur mu die ,geschichte in ein ,ganzes zusammengefat und vom ,gedanken durchleuchtet werden4 ,die ,lehren der einzelnen ,denker sind nicht bloe ,meinungen und ,einflle der ,individuen1 sondern in dem1 was an ihnen wahr ist1 sind sie notwendige ,stufen des ,gedankenprozesses4 ,diese berzeugung drngt dahin1 den ,platz jeder einzelnen ,leistung innerhalb des ,ganzen aufzusuchen1 sein ,hervorgehen und sein ,einmnden in das ,ganze darzustellen1 auch bei den einzelnen ,denkern in aller ,mannigfaltigkeit eine ,hauptidee zu erkennen und diese mit voller ,klarheit herauszuheben2 alles ,nebenschliche wird dabei energisch abgestreift4 ,der ,fortschritt der ,bewegung erfolgt aber wieder nach dem ,gesetze des ,gegensatzes1 mittels eines ,hindurchgehens durch ,these und ,antithese1 bis endlich eine allumfassende ,synthese gewonnen wird4 ,diese glaubt ,hegel aber in der ,gegenwart erreicht4 ,so kann es nicht als vermessen erscheinen1 von hier aus den ganzen ,bereich der ,vergangenheit aufzuhellen und den ,wahrheitsgehalt jeder besonderen ,leistung festzustellen4 ,das ,ganze erscheint damit als ein in sich zurckkehrender ,kreis1 der seinen ,anfang voraussetzt und ihn nur im ,ende erreicht4 ,jeder ,schritt des ,fortgangs ist auch eine ,rckannherung an den ,anfang4 ,ein solches ,insichzurckkehren erscheint ,hegel als die wahre ,unendlichkeit1 whrend er die schlechte ,unendlichkeit einer ins ,endlose fortlaufenden geraden ,linie vergleicht4 ,in jener wahren ,unendlichkeit erreicht das ,leben ein volles ,beisichselbstsein und zugleich inmitten der unablssigen ,bewegung ein sicheres ,ruhen in sich selbst4 99 99 99 99 99 ,auch in diesem ,abschlu zeigt ,hegel eine gewaltige ,kraft des ,denkens mit gewagter1 hchst angreifbarer ,behauptung aufs engste verbunden4 ,es erfolgt hier eine krftige ,gegenwirkung gegen ein ,auseinanderfallenlassen der ,gedankenbewegung in zerstreute ,einzelleistungen1 auch gegen ein ,gleichsetzen von ,haupt- und ,nebensachen und ein ,verweilen bei diesen2 bloe ,gelehrsamkeit wird von ,hegel wenig geschtzt1 er meint1 da sie da immer am breitesten sich ausdehnt1 wo am wenigsten zu holen ist4 ,indem eine ,gesamtbewegung alles umfat1 alles einzelne aus sich hervortreibt und in sich zurcknimmt1 wird ein packendes ,bild geboten4 ,aber auch die ,gefahren dieses ,verfahrens liegen deutlich zutage1 an ,widerspruch konnte es nicht fehlen4 99 99 99 99 99 ,es ist nicht leicht1 zum ,ganzen der ,hegelschen ,gedankenwelt ,stellung zu nehmen4 ,da alle ,mannigfaltigkeit einem einzigen ,grundgedanken dient1 so scheint die ,sache damit auf ein schroffes ,entweder -- ,oder zu kommen3 entweder vllige ,billigung oder vllige ,ablehnung4 ,die nhere ,errterung dieser ,frage ist eine ,sache der ,philosophie1 sie wird dabei die ,mahnung ,hegels gegenwrtig zu halten haben1 da ,systeme nur durch ,systeme zu widerlegen sind4 -- ,unsere ,wrdigung kann sich nur an die geschichtlichen ,wirkungen halten1 diese aber waren unbestreitbar gro4 ,die hier mit gewaltiger ,energie erhobene ,forderung1 eine den ,meinungen und ,zwecken der ,menschen berlegene sachliche ,wahrheit anzuerkennen und ihren ,forderungen nachzukommen1 sich in die ,dinge selbst zu versetzen und sie aus sich selbst zu verstehen1 hat strkend und erhhend auf die geistige ,arbeit gewirkt4 ,die ,voranstellung des ,ganzen vor alles ,einzelne1 das ,sehen vom ,ganzen her1 hat der wissenschaftlichen ,forschung fruchtbare ,anregungen gegeben1 indem sie berall auf ein ,begreifen des ,einzelnen aus den ,zusammenhngen drang und die ,individuen als einen ,ausdruck ihrer ,zeit zu verstehen suchte2 sie hat noch mehr auf politischem und sozialem ,gebiet gewirkt1 indem sie die ,aufgabe des ,ganzen vor alle ,interessen der ,individuen zu stellen und die ,macht wie den ,wirkungskreis des ,ganzen zu steigern antrieb2 aus ,hegel haben nicht nur die sozialdemokratischen ,theorien geschpft 7,marx1 ,engels1 ,lassalle71 man kann sagen1 da seine ,auffassung den geistigen ,hintergrund des gesamten sozialen ,wirkens des modernen ,staates bildet4 ,da ,hegel in aller ,mannigfaltigkeit des ,nacheinander eine durchgehende ,bewegung aufwies1 in ihr einen ,fortschritt aus eigener ,kraft verfocht1 alle ,erscheinungen in ein ,verhltnis gegenseitiger ,bedingtheit brachte1 alles sich gegenseitig suchen1 tragen1 frdern lie1 das hat nicht nur im ,ergebnis vieles gewinnen lassen1 es hat auch die ,art des ,denkens geschmeidiger und flssiger gemacht1 es hat ihm eine freiere ,stellung zum ,stoffe gegeben4 ,da ,hegel die ungeheure ,macht der ,verneinung im menschlichen ,leben1 die aufrttelnde und weitertreibende ,macht des ,widerspruches in ihm vollauf zur ,anerkennung brachte1 das hat einen groen ,ernst in die ,behandlung der ,dinge gebracht1 aber da seinem ,nein immer auch ein ,ja gegenwrtig war1 zugleich eine innere ,erhebung4 ,es ist ein groartiger ,versuch1 in der ,wirklichkeit durch ,schmerz und ,leid hindurch das ,walten einer ,vernunft zu enthllen1 ein groartiger ,versuch auch1 mit voller ,hingebung an die ,bewegung der ,zeit eine ,betrachtung zeitberlegener ,art zu verbinden und damit den ,lebensdrang bei sich selbst zur ,ruhe zu bringen4 ,wohl ist hier das letzte ,ziel eine ,vershnung mit dem ,ganzen der ,wirklichkeit1 aber diese fordert eine so vllige ,umwandlung des nchsten ,anblicks der ,dinge und kostet so viel ,arbeit und ,opfer1 da sie mit dem landlufigen ,optimismus nicht das mindeste gemein hat4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,hegels ,nachwirkung ,hegel hat immer darauf gedrungen1 die ,philosophie nicht als das ,werk der bloen ,individuen1 sondern als einen ,ausdruck der ,zeit1 als eine ,offenbarung ihres ,strebens und ,wollens zu verstehen4 ,auch von seiner eigenen ,philosophie lt sich sagen1 da sie ,hauptbewegungen der ,zeit die hchste wissenschaftliche ,fassung gibt4 ,die ,neuzeit bekennt die hchste ,schtzung des ,denkens und ,erkennens1 bei ,hegel wird es zu weltschaffender ,macht erhoben und soll wie ein ,sauerteig alle ,verhltnisse durchdringen2 die ,neuzeit trgt in sich einen starken ,fortschrittsglauben1 bei ,hegel erhlt er die tiefste ,rechtfertigung aus dem ,ganzen einer groen ,gedankenwelt2 die ,neuzeit enthlt einen krftigen ,lebenstrieb1 von ihm aus sieht sie ,vernunft in die ,welt hinein und neigt zur ,bejahung des ,lebens2 diese ,bejahung kann keinen groartigeren ,ausdruck finden1 als sie bei ,hegel gefunden hat4 99 99 99 99 99 ,das alles hat auch eine ,gegenseite4 ,punkt fr ,punkt ist es ,zweifeln und ,einwendungen ausgesetzt2 diese mge jeder bei sich selbst erwgen und danach seine ,stellung zu ,hegel nehmen4 ,das aber lt sich von allen verlangen1 da sie auch ihm selbst gegenber die ,forderung erfllen1 die er uns immer von neuem ans ,herz gelegt hat3 aus dem ,ganzen zu sehen und die ,dinge nicht nach einem fremden ,mastab zu messen1 sondern sie aus ihrem eigenen ,wollen und ,wesen zu verstehen4 ,zeitgenossen ,hegels ,aus der ,reihe der deutschen ,denker haben wir nur eine beschrnkte ,auswahl geboten1 wir glaubten uns dabei an diejenigen halten zu sollen1 von denen eine ,kraft der ,lebensbejahung ausgeht1 und die damit zu weiteren ,kreisen sprachen1 nicht blo zur gelehrten ,zunft4 ,aber es bleibe nicht unerwhnt1 da neben den geschilderten ,denkern in der ,bewegung1 die mit ,kant begann1 andere hervorragende ,mnner stehen1 die1 ebenfalls ,idealisten1 entweder andere ,wege gingen oder in ihrem ,wirken nicht so weite ,kreise gewannen4 ,wenigstens einige davon seien hier angefhrt4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,pdagogik4 ,schopenhauer4 ,fries ,waren die ,denker1 die wir schilderten1 an erster ,stelle damit befat1 groe ,weltbilder zu entwerfen und von ihnen her das menschliche ,leben zu deuten1 so widerstand ,herbart entschieden dieser kosmischen ,art1 mit eindringender ,schrfe und ,klarheit durchforschte und zergliederte er in unermdlicher ,arbeit das menschliche ,gedankengewebe1 suchte er mehr ,anknpfung an das unmittelbare ,seelenleben und wies in ihm einfache ,gesetze1 feste ,verkettungen1 durchgehende ,zusammenhnge auf2 er hat damit namentlich der ,erziehungslehre wertvollste ,dienste geleistet4 ,herbart ist es1 welcher der ,pdagogik zuerst eine eigene ,begriffswelt schuf und sie damit erst zu einer strengen ,wissenschaft erhob4 ,sein ,einflu geht in dieser ,richtung durch die ganze gebildete ,welt4 99 99 99 99 99 ,so verschieden die von uns betrachteten ,denker waren1 sie gelangten schlielich alle zu einer ,lebensbejahung1 sie alle glaubten mit ,sicherheit eine ,vernunft unserer ,wirklichkeit dartun zu knnen4 ,dem widerspricht mit groer ,energie und in krystallklarer ,sprache ,schopenhauer1 insbesondere bildet er ein volles ,gegenstck zu ,hegel4 ,suchte ,hegel alle ,mannigfaltigkeit durch die ,arbeit des ,denkens zu verketten und die ,welt in ein wohlgegliedertes ,begriffsreich zu verwandeln1 so folgt ,schopenhauer dem unmittelbaren ,eindruck und der nchsten ,empfindung der ,dinge1 weniger ein logisches ,gefge als eigentmliche ,stimmungen halten mit starken ,schwingungen seine ,gedankenwelt zusammen2 wollte ,hegel das ,wirkliche durchweg als ein ,vernnftiges erweisen und durch das ,denken mit der ,welt vershnen1 so steht ,schopenhauer ganz und gar unter dem ,eindruck einer tiefen ,unvernunft des ,daseins und wei sie packend zu schildern2 als hchste ,aufgabe der ,philosophie erscheint hier die1 eine ,befreiung von dieser elenden ,wirklichkeit1 eine ,erlsung einzuleiten4 ,damit treten ganz andere ,seiten der ,welt in den ,vordergrund3 es wird namentlich das ,dunkle1 das ,triebhafte1 das ,unbewute in ihr hervorgekehrt2 das ,bse erscheint hier nicht als eine bloe ,minderung des ,guten1 sondern als eine positive ,macht2 mehr ,geheimnis umhllt damit den ,kern der ,wirklichkeit4 ,ein ,zusammenhang mit der ,romantik ist unverkennbar1 nur ist hier alles mehr ins ,negative1 aber auch ins ,gewaltige gewandt4 ,indem eine ,tiefe hinter der ,welt1 eine vllig andere ,art des ,seins mehr geahnt als wissenschaftlich ergriffen wird1 erfolgt ein entschiedener ,bruch mit einer niederen ,lebensgier und den ,gtern1 die fr sie gelten1 es erfolgt eine krftige ,aufrttelung1 eine gnzliche ,umkehr wird gefordert1 eine ,annherung an eine religise ,lebensgestaltung vollzogen4 99 99 99 99 99 ,auch des edlen ,fries sei gedacht1 der die ,kantische ,erkenntnislehre zur ,psychologie in engere ,beziehung setzte1 nach ,wissen1 ,glauben und ,ahnen drei ,arten des ,erkennens und zugleich drei ,hauptgebiete des ,lebens voneinander schied und jedes in seiner ,eigentmlichkeit zu wrdigen suchte1 der dabei ,religion und ,kunst in enge ,verbindung brachte4 ,bei aller ,zartheit der ,empfindung war er zugleich ein fester ,charakter1 ein tapferer ,vorkmpfer deutscher ,einheit4 99 99 99 99 99 ,endlich sei auch das nicht vergessen1 da der philosophischen ,bewegung die ,fhrer der deutschen ,erziehung getreulich zur ,seite standen1 da sie den deutschen ,idealismus nach einer besonderen ,richtung hin aufs glcklichste entwickelt haben4 ,sie alle waren einig in der allgemeinsten ,fassung des ,erziehungsideales4 ,der ,mensch soll nicht fr einen auer ihm liegenden ,zweck1 sondern er soll fr sich selbst und zwar zur ,selbstttigkeit1 zur ,persnlichkeit erzogen werden4 ,darin liegt zugleich die ,anerkennung des ,selbstwertes und der berlegenheit einer ,innenwelt1 auch eine eigentmliche ,schtzung menschlicher ,gter2 auch wchst in diesen ,zusammenhngen die ,bedeutung der ,erziehung und des ,unterrichts weit ber die gewhnliche ,fassung hinaus4 ,denn sie beschrnken sich nun nicht mehr darauf1 den vorhandenen ,kulturbesitz dem neu heranwachsenden ,geschlechte mitzuteilen1 sondern sie mchten im ,zurckgehen auf die ersten ,anfnge1 die das ,leben im ursprnglichen ,aufquellen zeigen1 den ,gesamtstand der ,menschheit zu grerer ,einfalt und ,wahrheit fhren1 sie bekmpften die ,fremdheit der ,bildung 7,frbel71 sie suchten die ,grundberzeugungen aus dem ,leben selbst zu entwickeln2 so sah ,pestalozzi im reinen menschlichen ,gefhl fr ,dank und ,liebe die ,quelle des ,glaubens und schpfte aus dem reinen ,kindersinn der ,menschheit die ,hoffnung ewigen ,lebens4 ,demnach haben diese ,mnner als ,reformatoren der ,erziehung zugleich zur ,veredlung des ,lebens gewirkt und gehren daher auch in die ,reihe der deutschen ,idealisten4 ,rckblick und ,ausblick ,die deutschen ,idealisten waren keineswegs bloe ,kinder ihrer ,zeit1 ,dolmetscher ihres ,strebens1 sie fhlten sich vielmehr mit jener oft in schroffem ,widerspruch1 sie haben sie oft hart gescholten und haben sich in ihrem ,wirken weit ber sie erhoben4 ,aber wenn ihre ,lsung der ,probleme den ,durchschnitt der ,zeit weit berstieg1 so empfingen sie die ,probleme aus der geistigen ,atmosphre1 die sie umfing1 sie stehen insofern doch mit ihrer ,zeit in ,zusammenhang4 ,es war das aber eine ,zeit1 die vorwiegend mit dem ,individuum und seiner ,erhhung beschftigt war1 die in ,kunst1 ,literatur und ,philosophie den ,hauptinhalt des ,lebens sah und zugleich ber die sichtbare ,welt hinaus zu einer unsichtbaren strebte2 diese ,zeit hatte wenig ,einsicht in die ,natur und vermochte wenig ihr gegenber1 auch die politischen1 sozialen1 konomischen ,verhltnisse enthielten damals wenig1 was aufstrebende ,geister anziehen konnte4 ,bei aller ,gre1 welche eine so geartete ,zeit auf ihren ,hhepunkten erreichte1 und bei aller ,verinnerlichung1 die sie dem gemeinsamen ,leben brachte1 ist bei ihr eine starke ,einseitigkeit nicht zu verkennen2 einem gesunden und krftigen ,volk konnte dies ,leben auf die ,dauer unmglich gengen4 ,so kam denn ein ,umschlag zur sichtbaren ,welt und bemchtigte sich der ,gemter4 ,es kann etwa die ,zeit um #ahcj als der ,punkt gelten1 wo die ,wendung deutlich hervortritt4 ,in der ,weltanschauung verdrngt die ,naturwissenschaft mehr und mehr die ,philosophie1 und aus der ,naturwissenschaft geht die ,technik hervor1 welche das gesamte ,leben des ,menschen wesentlich umgestaltet1 es bereichert1 krftigt1 beschleunigt1 geradezu neue ,menschen bildet4 ,wohl gingen mit den groen ,erfolgen groe ,probleme ,hand in ,hand -- denken wir nur an die soziale ,frage --1 aber wie die ,erfolge1 so ketten auch die ,probleme den ,menschen immer fester an die sichtbare ,welt und gewinnen ihr seine ,kraft und seine ,gesinnung4 ,ferner entwickelt das menschliche ,zusammensein ,fragen und ,aufgaben bedeutendster ,art3 politische ,freiheit1 nationale ,einheit und ,selbstndigkeit1 mglichste ,hebung alles dessen1 was menschliches ,angesicht trgt1 beherrschen und bewegen die ,gemter4 ,dazu die ,beziehungen und der ,kampf der ,nationen1 das ,streben von ,handel und ,industrie1 die ganze ,welt zu umspannen2 in dem allen ist die sichtbare ,welt dem ,menschen unvergleichlich mehr geworden2 die ,deutschen aber haben sich an dieser ,bewegung nicht nur eifrig beteiligt1 sondern sie sind immer mehr in die erste ,linie getreten und haben sich dadurch viel ,neid und ,ha mignstiger ,nachbarn zugezogen4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,wendung zur sichtbaren ,welt ,solches ,wirken zur sichtbaren ,welt war kein ,abfall der ,deutschen von ihrer echten ,art1 wie die ,gegner es darzustellen lieben1 sondern man braucht nur einen flchtigen ,blick auf die ltere deutsche ,geschichte zu werfen1 auf die ,blte der deutschen ,stdte1 auf ,hanse und ,ritterorden1 um zu sehen1 wie tchtig und leistungsfhig die deutsche ,arbeit war1 wie groartig sich das deutsche ,wirken auch in der sichtbaren ,welt ausnahm4 ,nur besondere geschichtliche ,ereignisse haben diese ,seite unseres ,wesens zeitweilig zurckgedrngt und uns die sichtbare ,welt als minder bedeutend dargestellt4 ,wenn wir das nun glcklich berwunden haben und wieder mit frischer ,kraft und freudigem ,mut die sichtbare ,welt ergreifen1 so werden wir damit uns selbst nicht untreu1 sondern wir nehmen eine zeitweilig verkmmerte ,seite unseres ,wesens wieder auf4 ,aber es bleibt eine ,gefahr1 die ,gefahr1 da dies ,neue uns ausschlielich beschftige1 die ,richtung des ,lebens allein bestimme1 die ,innerlichkeit1 die bisher unser ,stolz und unsere ,gre bildete1 zurckdrnge oder doch minder schtzen lasse2 es besteht oder bestand die ,gefahr einer ,strung des ,gleichgewichts unseres ,lebens1 die ,gefahr eines ,abhngigwerdens vom ueren1 eines ,verkmmerns unserer ,seele1 eines ,materialismus in der ,gestaltung des ,lebens und schlielich auch in der ,weltanschauung4 ,so waren fr einige ,zeit auch die groen ,idealisten sehr in den ,hintergrund getreten1 sie erschienen vielen als bloe ,schwrmer1 die bei aller geistigen ,kraft das ,streben doch in die ,irre fhrten4 ,auch dagegen ist aber bald ein ,rckschlag gekommen1 denn das deutsche ,volk1 das ,volk des ,gemtes1 kann seine ,innerlichkeit nicht lange verleugnen2 so kam schon vor dem ,krieg eine ,bewegung zu ihrer ,verstrkung auf1 und die ,aufgaben und ,erfahrungen des ,krieges haben das weiter gefrdert4 ,denn fr seinen ,aufruf zu hchsten ,leistungen und sein ,auferlegen schwerster ,opfer kann er die ,gesinnung des ganzen ,menschen nur gewinnen1 wenn diese hohe ,ziele einer unsichtbaren ,welt anerkennt und andere ,gter in ,ehren hlt als die der sinnlichen ,lebenserhaltung4 ,wer aus ganzer ,seele willig und freudig ,tag fr ,tag sein ,leben fr das ,vaterland in die ,schanze schlgt1 der hat mehr ,idealismus als alle ,philosophie zu geben vermag4 ,aber gerade weil er fr sich selbst des ,grundgedankens gewi ist1 wird er gern ,gesinnungsgenossen suchen1 die ihm eine ,bekrftigung und weitere ,ausfhrung jenes ,gedankens verheien2 solche aber findet er in den ,trgern des deutschen ,idealismus4 99 99 99 99 99 ,sehen wir1 wie sie uns erscheinen1 wenn wir sie heute betrachten und zu unseren eigenen ,aufgaben in ,beziehung setzen4 ,da wir sie jetzt aus einer gewissen ,ferne sehen1 macht es uns mglich1 von allem ,kleinen und ,blomenschlichen abzusehen1 das auch ihnen anhaftet1 die unterscheidenden ,zge vor den gemeinsamen zurckzustellen oder sie doch ihnen unterzuordnen2 die einzelnen ,leistungen verbinden sich uns mehr zu einer ,gesamterscheinung1 als es in der eigenen ,zeit geschehen konnte1 wo die ,unterschiede strker empfunden wurden und leicht zu schroffem ,gegensatz fhrten4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,mensch kein bloes ,naturwesen ,alle die ,mnner1 die wir betrachteten1 stehen zu der berzeugung ---- und das eben macht sie zu ,idealisten --1 da der ,mensch1 wenn auch aus der ,natur erwachsen1 mehr als ein bloes ,naturwesen ist1 und da sein ,leben nicht in die natrliche ,selbsterhaltung aufgeht1 da vielmehr in ihm eine neue ,stufe der ,wirklichkeit durchbricht1 eine neue ,welt erscheint1 ihm eine eigentmliche ,wrde und ,gre verleiht und seinem ,handeln hohe ,ziele vorhlt4 ,das aber1 was nach ihrer berzeugung den ,menschen veredelt und deutlich von aller ,natur abhebt1 ist die ,freiheit1 das ,vermgen einer ,gestaltung des ,lebens aus ,selbstttigkeit2 sie fassen diese ,freiheit verschieden1 indem sie bald mehr als ,willensentscheidung1 bald mehr als geistige ,bewltigung der ,wirklichkeit verstanden wird2 darin aber sind sie alle einig1 da in der ,freiheit eine neue ,ordnung der ,dinge erscheint1 die dem ,leben einen neuen ,inhalt gegenber dem nchsten ,dasein gewhrt und aus ihm eine neue ,welt geistiger ,gren und ,gter hervorgehen lt4 ,es ist das ,teilhaben an dieser ,welt1 ja das ,miterzeugen dieser ,welt1 was den ,menschen weit ber die ,grenzen der ,natur hinaushebt1 ihm ein ursprngliches und unendliches ,leben erffnet4 ,die neue ,welt1 die so aus geistiger ,arbeit aufstieg1 blieb jenen ,mnnern aber nicht getrennt von der nchsten ,welt1 vielmehr bestanden sie eifrig darauf1 sie mit dieser in enge ,verbindung zu bringen und diese erhhend und veredelnd mglichst in sie hineinzuziehen2 dabei kamen freilich die ,denker zu einem verschiedenen ,ergebnis1 den einen verblieb ein ,gegensatz und damit eine groe ,spannung1 die anderen glaubten1 die neue ,stufe zu einem reinen ,siege bringen und dadurch eine volle ,vershnung mit der ,wirklichkeit erreichen zu knnen1 aber gemeinsam ist allen das ,zusammenbringen und ,aneinanderhalten zweier ,welten1 gemeinsam das freie ,schweben der geistigen ,arbeit zwischen1 ja ber beiden ,welten1 gemeinsam das ,streben1 die hhere ,welt zum ,siege ber die niedere zu bringen1 gemeinsam die ,verwandlung des ,lebens in ein ,wirken und ,schaffen grten ,stiles1 gemeinsam die ,hochschtzung der ,tat4 ,ein hochgemutes ,wirken gibt dem ,ganzen des menschlichen ,lebens und ,seins einen hohen ,wert2 so wenig jene ,denker an dem vorgefundenen ,stande der ,dinge ,gefallen fanden1 so viel ,hemmung1 ,dunkel und ,schmerz sie in ihm erkannten1 die geistige ,arbeit fhlte sich allem ,widerstand gewachsen1 ja berlegen1 und alle ,schwere des ,kampfes1 aller tiefe ,ernst hemmte nicht einen freudigen ,lebensmut1 nicht ein festes ,vertrauen auf einen ,sinn des ,lebens und eine ,bedeutung menschlicher ,arbeit4 ,randnotiz3 ,indischer und griechischer ,idealismus ,alles miteinander ergibt einen eigentmlich deutschen ,idealismus1 der sich vom indischen wie vom griechischen aufs deutlichste unterscheidet4 ,der indische ,idealismus erklrt die ganze ,welt mit ihrem rast- und sinnlosen ,wandel fr ein ,reich des ,scheins1 an den sich das ,herz des ,menschen nicht hngen drfe1 er erffnet1 im ,gegensatz dazu1 eine ,einheit gttlichen ,seins1 in der eine unwandelbare ,ruhe herrscht und der wilde ,lebensdrang erlischt4 ,hier gibt es keine ,zurckwendung zur ,welt und keinen ,versuch1 sie fr die ,vernunft zu gewinnen1 im besonderen den ,stand der ,menschheit durch die ,arbeit der ,weltgeschichte zu heben4 -- ,der griechische ,idealismus dagegen sieht in der ,welt ein wunderbares ,kunstwerk1 einen herrlichen ,kosmos1 dessen ,anschauung reinstes ,glck verheit2 wohl bedarf es zu ihrer ,erringung energischer geistiger ,arbeit1 aber diese hat nur ,vorhandenes aufzudecken1 nicht eine ,wandlung herbeizufhren4 ,denn so gewi der einzelne immer wieder zur ,hhe jener ,anschauung aufklimmen mu1 die ,welt als ,ganzes bedarf keiner ,vernderung1 in unbeirrtem ,rhythmus des ,steigens und ,fallens verluft hier das ,leben des ,alls von ,ewigkeit zu ,ewigkeit4 ,auch hier entsteht keine ,geschichte1 keine weltgeschichtliche ,arbeit4 -- ,anders im deutschen ,leben4 ,eine neue ,welt steigt ihm auf1 eine ,welt der ,freiheit und ,tat1 eine ,welt selbstndiger ,innerlichkeit1 sie ist in sich selbst begrndet1 nicht auf fremde ,hilfe angewiesen1 aber sie hat sich dem ,menschen erst voll zu entwickeln1 und sie kann das nicht1 ohne mit der vorgefundenen ,welt in ,beziehung zu treten1 sie weiterzubilden1 sie mglichst in sich aufzunehmen4 ,so gibt es unendlich viel zu tun1 es gilt die ,aufbietung aller ,kraft1 es gilt einen gewaltigen ,kampf2 damit gewinnt auch die ,geschichte1 sowohl von innen heraus als im ,verhltnis des ,menschen zu seiner ,umgebung1 den hchsten ,wert1 die ,welt wird zur ,werkstatt des ,geistes4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der deutsche ,idealismus ,solcher ,zusammenhang ergibt auch eine eigentmliche ,schtzung der ,lebensgter4 ,allen ,arten des ,idealismus1 dem indischen1 griechischen1 deutschen1 ist gemeinsam die ,erhebung ber die ,gter der sinnlichen ,lebenserhaltung und des sinnlichen ,lebensgenusses1 berall hebt sich ein ,gutes als unbedingter ,selbstwert von dem ,ntzlichen und ,angenehmen des bloen ,menschen ab4 ,aber dies ,gute gewinnt dem deutschen ,idealismus dadurch einen eigentmlichen ,charakter1 da hier die ,belebung selbstndiger ,innerlichkeit1 die ethische ,tat1 die ,treue der ,hingebung an das ,werk des ,ganzen die hchste ,schtzung erhlt4 ,die ,fhrer des ,idealismus geben dem einen verschiedenen ,ausdruck1 aber im ,grunde stehen sie alle zu dem ,bekenntnis ,kants3 ,es ist berall nichts in der ,welt1 ja berhaupt auch auer derselben zu denken mglich1 was ohne ,einschrnkung fr gut knnte gehalten werden1 als allein ein guter ,wille4 ,so sehen sie in diesem allein das1 was unser menschliches ,leben bei aller ,mhe und ,arbeit lebenswert macht1 ja es ber den ganzen ,bereich von ,mhe und ,arbeit hinaushebt4 ,zugleich gewinnt hier der ,gedanke der ,pflicht eine berragende ,stellung4 ,die geistige ,bewegung1 welche unser ,leben von den ,niederungen zur ,hhe fhrt1 den ,menschen zum ,menschen macht1 ist nicht eine ,privatangelegenheit des ,individuums1 und sie entwickelt sich nicht in bequemem ,fortgang aus dem gegebenen ,stande heraus1 sondern sie hebt den einzelnen in groe ,zusammenhnge und hlt ihm deren ,aufgaben als heilige ,forderungen vor4 ,aber diese ,forderungen werden ihm kein drckender ,zwang1 da er als geistiges ,wesen jene ,zusammenhnge in seinen eigenen ,willen aufnimmt und daher im ,grunde nicht fremden ,geboten1 sondern seiner eigenen ,entscheidung folgt2 der ,gehorsam selbst und er vor allem bekundet hier seine ,freiheit4 99 99 99 99 99 ,wie der deutsche ,idealismus die ,moral eigentmlich gestaltet1 so hat er auch ein eigentmliches ,verhltnis zur ,religion4 ,sie ist ihm ein wesentliches ,stck1 ja der innerste ,kern des ,lebens4 ,denn wie knnte der ,mensch den ,aufbau einer neuen ,welt unternehmen und sie in einen unerbittlichen ,kampf mit der ganzen ,umgebung fhren1 wte er sich nicht von berlegener ,macht getragen und geleitet1 empfnde er nicht alles1 was in seinem eigenen ,leben wahrhaft gro und edel ist1 als ihr ,werk1 ihre ,gabe und ,gnade8 ,ohne ,religion findet die dem ,deutschen unentbehrliche ,innerlichkeit nicht den ,weg zu einer ,innenwelt und zugleich keine ,befestigung1 all sein ,streben zur ,hhe schwebt dann haltlos in leerer ,luft4 ,aber eben weil der deutsche ,idealismus die ,religion so eng mit dem ,leben verbindet1 mu er darauf bestehen1 da sie sich von diesem aus entwickele und sich in seiner ,frderung erweise4 ,der deutsche ,idealismus verlangt eine ,begrndung der ,religion auf das1 was jedem unmittelbar gegenwrtig ist und sich von ihm erleben lt1 er bindet die ,religion nicht starr an die ,satzungen der ,vergangenheit1 er verlangt eine ,gestaltung aus lebendiger ,gegenwart1 einer ,gegenwart freilich nicht des wechselnden ,augenblicks1 sondern eines zeitberlegenen ,schaffens4 ,so gewi der deutsche ,idealismus ferner die unsichtbare ,welt der ,religion ber die sichtbare ,welt hinaushebt1 er will keine ,absonderung von ihr1 die ,weltberlegenheit bedeutet ihm nicht eine ,flucht vor der ,welt2 nach seiner berzeugung gilt es1 das ,gttliche auch in dieser ,welt krftig zur ,wirkung zu bringen und ,ewigdauerndes zu verflen in das irdische ,tagewerk4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,der ,reichtum des deutschen ,idealismus ,wenn in dem allen der deutsche ,idealismus eine durchaus eigentmliche ,lebensgestaltung verficht1 so verleiht er der gemeinsamen ,grundberzeugung recht verschiedene ,gestalten1 er bildet sie nach sehr verschiedenen ,richtungen aus3 die einen finden den ,schwerpunkt des ,lebens in der ,richtung der ,gesinnung und der moralischen ,haltung der ,persnlichkeit1 die anderen beim ,kulturaufbau mit seiner sachlichen ,arbeit2 der eine stellt das praktisch-politische ,leben1 der andere die ,kunst1 der andere die ,religion voran2 jeder einzelne aber hat in sein ,werk seine ganze ,persnlichkeit hineingelegt und gibt seiner ,arbeit die ,wucht einer geistigen ,selbsterhaltung4 ,jeder hat dabei seine ,eigentmlichkeit auch seiner ,sprache mitgeteilt1 ihr einen hohen ,schwung und einen ausgeprgten ,charakter gegeben1 jeder einzelne spricht zu uns in einer unvergleichlichen ,weise1 jeder vermag zu uns ein persnliches ,verhltnis zu gewinnen4 ,dieser ,reichtum ist ein groer ,vorzug des deutschen ,idealismus1 er behtet die ,gemeinschaft der ,grundberzeugung vor aller ,enge und ,einseitigkeit4 99 99 99 99 99 ,so ist das ,ganze des deutschen ,idealismus ein kostbarer ,besitz unseres ,volkes1 ein ,besitz freilich1 der als ein geistiger sich nicht mhelos bertragen lt1 sondern den es immer wieder neu zu erringen gilt4 ,aber wie er aus deutschem ,wesen geboren ist1 so kann deutsches ,wesen besonders leicht den ,weg zu ihm finden1 sich an ihm verjngen und erhhen4 99 99 99 99 99 ,solches verjngende und erhhende ,wirken vermag er namentlich in einer ,zeit groer ,gefahr und hchster ,spannung zu ben1 wie es die ,gegenwart ist4 ,eine solche ,zeit wirft mit ihren ,aufgaben1 ,gefahren und ,nten den ,menschen auf sein innerstes ,wesen zurck1 sie rttelt ihn zwingend auf aus dem stumpfen ,dahintreiben des ,alltags1 sie hlt ihm eindringlich das groe ,entweder--,oder vor ,augen1 das alles menschliche ,leben durchdringt1 sich ihm sonst aber leicht verdunkelt1 sie treibt ihn zu einer klaren ,entscheidung ber dieses ,entweder--,oder4 ,es handelt sich nmlich darum1 ob der ,mensch ganz und gar darin aufgeht1 sinnliche ,natur zu sein1 blo einer sinnlichen ,welt anzugehren und daher auch nur sinnliche ,gter zu schtzen1 oder ob sich seinem ,innern eine ,geisteswelt offenbart1 ein neues ,leben in ihm pflanzt1 ihn zu einem neuen ,sein emporhebt1 ihm zugleich auch alle ,gren und ,gter verwandelt4 ,sich fr das erstere entscheiden1 das heit allen ,sinn des ,lebens zerstren1 das heit auch das ,groe unerklrlich machen1 was heute in ,kampf und ,opfer alltglich um uns geschieht4 ,das zweite ist unbedingt notwendig1 da der ,mensch unmglich sich selbst vernichten kann2 aber seine ,bejahung hat ungeheure ,schwierigkeiten drauen und drinnen zu berwinden1 sie fordert geistige ,strke1 sie fordert ,heroismus der ,gesinnung4 ,in solchem ,heroismus aber knnen uns jene groen ,denker strken1 strken nicht nur durch ihre ,lehren1 sondern durch ihr ganzes ,leben und ,wesen4 ,auch sie waren tapfere ,helden1 auch sie haben einen harten ,kampf zu fhren gehabt und haben ihn siegreich bestanden2 so sind sie uns ,zeugen der ,macht und der ,gegenwart jener ,welt1 die sich mit mchtigen ,wirkungen auch in der ,gegenwart offenbart4 99 99 99 99 99 ,randnotiz3 ,die ,aufgaben unserer ,zeit ,wenn wir mit ihrer ,hilfe die ,aufgaben unserer ,zeit in dem groen ,zusammenhange einer ,weltberzeugung sehen1 so verheit das eine ,vertiefung des ,lebens und eine ,steigerung der ,kraft4 ,denn der ,kampf fr das ,vaterland erscheint dann zugleich als ein ,kampf fr die idealen ,gter der ,menschheit1 fr eine ,aufrechterhaltung einer hheren ,welt in unserem ,bereich2 ,kmpfende sowohl als leidende erscheinen dann als ,mehrer des ,reiches des ,geistes4 ,trgt eine unsichtbare ,welt unser menschliches ,leben1 und gibt erst die ,beziehung auf sie unserem ,handeln und unseren ,schicksalen einen ,wert1 so verndert und vertieft sich wesentlich auch der ,anblick dessen1 was wir heute erfahren3 auch was uerlich untergeht1 kann fr eine ewige ,ordnung der ,dinge unmglich verloren sein1 und auch schwerste ,verluste knnen nicht zur ,verzweiflung treiben1 wenn aus dem ,leid eine seelische ,vertiefung hervorgeht1 und im ,schmerze selbst sich eine hhere ,welt mit lebendiger ,gegenwart offenbart4 ,so mu die ,verknpfung mit den letzten berzeugungen zur ,veredlung der ,arbeit1 zur ,heiligung des ,schmerzes wirken1 und wenn uns alle dabei die ,gemeinschaft einer geistigen ,welt zusammenhlt und miteinander fhlen lt1 so werden wir aufrichtige ,ehrfurcht den ,helden1 aber vielleicht noch grere ,ehrfurcht denen zollen1 die im ,leide sich tapfer erweisen und ihren ,glauben wahren4 ,sie frdern und heben damit unser aller ,leben4 ,der ,idealismus des ,gedankens hatte hchste ,schtzung fr die ,tat1 ja er wollte das ganze ,leben in eine fortlaufende ,tat verwandeln2 jetzt hat das ,geschick das ganze deutsche ,volk dazu aufgerufen1 einen ,idealismus der ,tat zu erweisen2 es hat einen solchen in ,wahrheit erwiesen1 es hat dieselbe ,gesinnung in lebendige ,wirklichkeit umgesetzt1 aus der jene ,denker unsterbliche ,werke schufen4 ,gehen ,idealismus des ,gedankens und ,idealismus der ,tat bei uns zu einem festen ,bndnis zusammen1 so liegt vor unserem ,volke eine herrliche ,zukunft1 und alles ,schwere des gegenwrtigen ,kampfes erleichtert sich1 wenn er uns zur ,pforte einer solchen ,zukunft wird4 ,sachregister ,illustration ,ullstein ,co ,berlin ,,sw #fh ,sachregister ,bildung1 ,entstehung dieses ,begriffs3 ,romantik #aah1 ,schleiermacher #agb4 ,bses1 sein ,ursprung und seine ,ausdehnung3 ,j4 ,bhme #ai1 ,kant #ee1 ,fichte #hb1 ,schelling #adi ff41 ,schopenhauer #bcj4 ,charakter1 nher bestimmt durch ,kant #cg4 ,christentum1 ,fassung seines ,wesens3 ,schelling #adj ff41 ,schleiermacher #agg ff41 ,hegel #bbj4 ,denken1 verschiedene ,fassung seines ,vermgens3 ,kant #dd1 ,hegel #aib4 ,deutsches ,volk und deutsche ,art1 eigentmliche ,gre3 ,fichte #ajd ff41 ,romantik #aba1 ,schelling #add ff41 ,schleiermacher #ahf ff4 ,entwicklungslehre3 ,schelling #acd1 ,hegel #aid1 #aig1 #baj1 #bbb4 ,erkennen3 deutsche ,schtzung #ba1 ,schelling #aci1 ,hegel #aib ff4 ,ewiger ,friede1 erstrebt3 ,kant #fb1 ,fichte #if1 #ii2 abgelehnt3 ,fichte #ajh1 ,hegel #bjg4 ,fortschritt der ,menschheit3 ,kant #fc1 ,fichte #ia1 ,hegel #baj ff4 ,freiheit1 ,fassung und ,schtzung dieser ,idee3 ,kant #ce1 allgemeine deutsche ,art #ch1 #bdc1 ,fichte #hf1 ,schelling #aec1 ,schleiermacher #aff ff41 ,hegel #baj4 ,gefhl1 verschiedene ,fassung und ,schtzung3 ,romantik #aae1 ,schleiermacher #agb1 ,hegel #bai4 ,gegenwart1 ihre ,beurteilung3 ,fichte #ia1 ,schelling #aea1 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gemeinsame deutsche ,art #bch1 ,unterschied von indischen und vom griechischen ,idealismus #bda4 ,individualitt1 ihre ,hochschtzung3 ,romantik #aad1 ,schleiermacher #age4 ,krieg3 verworfen von ,kant #fb1 ,fichte #if1 #ii2 anerkannt von ,fichte #ajg1 ,schelling #adg1 ,schleiermacher #ahf1 ,hegel #bjg4 ,kultur1 definiert von ,fichte #hb4 ,kulturstaat3 ,fichte #ig4 ,kunst1 ihre ,stellung und ,bedeutung3 ,kant #fd ff41 ,schelling #acg ff41 #adc1 ,hegel #bae ff4 ,lebensalter3 ,schleiermacher #agj4 ,mensch1 sein ,auszeichnendes3 ,kant #cf ff41 ,schelling #abh1 #aci4 ,moral1 ihre ,fassung und ,schtzung3 ,kant #ce1 #dh ff41 ,fichte #ha ff41 ,schelling #ach1 ,schleiermacher #ahb ff41 ,hegel #aie2 gemeinsame deutsche ,art #bdb ff4 ,moral und ,politik1 ihr ,verhltnis3 ,kant #fb1 ,fichte #hh1 ,hegel #bjh1 #bab4 ,moral und ,religion3 ,kant #eg1 ,fichte #hh1 ,schleiermacher #agc ff4 ,moral1 unabhngig vom ,zustand der ,menschen3 ,kant #ed1 ,schiller #gj1 ,fichte #ij4 ,nationale ,idee1 ihre 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,darstellung des absoluten ,organismus3 ,schelling #adb2 als absoluter ,staat3 ,hegel #bja ff4 ,unbewutes1 geschtzt3 ,romantik #aae1 ,schelling #acg4 ,unsterblichkeit1 ,stellung zu diesem ,problem3 ,kant #dg1 #ea1 ,fichte #ib1 ,schleiermacher #afg1 #agf4 ,volk und ,menschheit3 ,fichte #if1 #ii1 #ajg1 ,schleiermacher #ahd ff41 ,hegel #bjh4 ,weitere ,anmerkungen zur ,transkription ,die ,schlagwrter der ,seitentitelzeile wurden in ,randnotizen umgewandelt und passend zugeordnet4 ,offensichtlich fehlerhafte ,zeichensetzung wurde stillschweigend korrigiert4 ,korrekturen 7das korrigierte ,wort ist in eingeschlossen73 ,s4 #bbb3 ,einfle ,einflle bloe ,meinungen und ,einflle der ,individuen