,anmerkungen zur ,transkription3 ,im ,original gesperrt gedruckter ,text wurde mit markiert4 ,im ,original in ,antiqua gedruckter ,text wurde mit markiert4 ,gedankengut aus meinen ,wanderjahren ,erster ,band ,ein vollstndiges ,verzeichnis der ,schriften ,max ,dauthendeys findet man am ,schlusse des ,bandes ,max ,dauthendey ,gedankengut aus meinen ,wanderjahren ,erster ,band ,illustration ,albert ,langen1 ,mnchen ,copyright #aiac by ,albert ,langen1 ,munich ,vor ein paar ,tagen sagte ich zu meiner ,frau3 ,ich fhle noch nicht die ntige ,andacht zu dem neuen ,buche1 das ich schreiben will48 ,und whrend ich dies sagte1 erinnerte ich mich dabei an jene japanische ,dichterin1 die1 um die ntige ,weihe fr ein groes ,werk zu empfangen1 sich in einen ,tempel einschlieen lie und nachts in dem einsamen ,tempelraum auf dem ,deckel eines ,gebetbuches die ,niederschrift ihrer dichterischen ,eingebungen begann4 ,der deutsche bersetzer ihres ,buches1 der diesen ,vorfall in der ,einleitung berichtet1 fgte hinzu3 ,wo wre heutzutage in ,europa der ,dichter zu finden1 der eine hnliche ,vorbereitung fr ein ,buch ntig fnde88 ,wie wenig kannte doch der ,mann die ,dichterherzen aller ,zeiten6 ,wo groe ,werke entstanden1 sind auch die ,mnner1 die diese schufen1 immer mit herzklopfender ,andacht an ihr ,schaffen herangetreten4 ,wenn sich die ,dichter auch nicht in die ,sakristeien der ,kirchen zurckgezogen haben1 so ist doch immer jeder ihrer geistigen und ernsten ,arbeiten eine seelische und krperliche ,kasteiung vorausgegangen4 ,jeder knstlerische ,schpfungsakt wird durch ,entsagungsakte vorbereitet4 ,der ,beispiele sind viele1 und wer die ,geschichte der ,zeiten verfolgt1 wird immer wieder auf diese ,vorbereitungen stoen1 ,vorbereitungen voll innerster ,andacht1 die jedem bleibenden ,werk vorangehen mssen4 ,als ich nun meiner ,frau neulich gestehen mute1 da ich mich noch nicht andchtig genug fhle1 das neue ,buch zu beginnen1 das meine ,kameraden und mich in der ,zeit der neunziger ,jahre 7#ahij-aijj7 in unseren ,begegnungen und im ,ringen um neue ,ideale schildern soll1 und als ich sagte1 da ich noch nicht die ,weihe zur ,mitteilung dieses ,lebensabschnittes htte -- dessen ,aufzeichnungen eine ,art ,fortsetzung meines letzten ,buches der ,geist meines ,vaters8 werden sollten --1 da ahnte ich in meiner ,niedergeschlagenheit nicht1 auf welche seltsame ,weise mir mein ,schicksal die ,weihe zu dieser ,arbeit erteilen wrde4 ,seit zwei ,jahren ungefhr trage ich den ,wunsch1 dieses ,buch zu schreiben1 mit mir herum4 ,seit das erste ,jahrzehnt unseres neuen ,jahrhunderts vollendet war und ich bei mir bemerkte1 wie schnell wir uns von einem vergangenen ,jahrhundert entfernen1 und wie viele ,lebensuerungen in die ,vergessenheit sinken und verloren gehen knnen1 wenn sie nicht in schriftlicher ,erinnerung aufgespeichert und damit der ,nachwelt wieder zugnglich gemacht werden1 -- seit ich also wahrnahm1 da auch das letzte ,jahrzehnt des vergangenen ,jahrhunderts bereits in meiner ,erinnerung zu verblassen begann1 drngte es mich1 das starke ,dichterleben dieser neunziger ,jahre1 das reich an neuen ,idealen1 reich an groen ,geistern war1 in ,aufzeichnungen fr mich festzulegen4 ,ich kann in diesem ,buche1 sagte ich mir1 nur den bescheidenen ,teil1 der vom ,jahrhundertende mit meiner ,person zusammenhngt1 wiedergeben4 ,aber es werden sich daraus fr den ,leser von selbst anziehende ,fernblicke auf die ganze ,dichterwelt der neunziger ,jahre ffnen1 und mancher junge ,dichter findet vielleicht dann ein besseres ,verstndnis fr seine eigene ,zeit1 wenn er einen ,ausschnitt aus jener1 die deutsche ,dichtung so umwlzenden ,vergangenheit nacherlebt4 ,aber nicht blo den jungen ,dichtern und ,denkern sei dies ,buch gewidmet1 das ihnen einiges von ihren ,kameraden erzhlen will1 -- vor allem dem deutschen ,volk1 das einen kleinen ,einblick gewinnen soll in die ,arbeitsernsthaftigkeit1 in das mrtyrerhafte ,leiden und in die weltfernen ,freuden1 zwischen denen sich das ,leben der oft verkanntesten ,shne des ,volkes1 das ,leben der jungen ,dichter und ,denker1 bewegt4 ,den ,wunsch1 ,andacht zu diesem ,buche zu bekommen1 trug ich besonders heftig nach der ,drucklegung meines letzten ,buches1 im ,herbst #aiab1 mit mir herum4 ,aber ich war1 teils zu zerstreut von alltglichen ,sorgen1 teils fortgerissen vom uerlichen ,leben und vom ,krieg1 der im ,balkan sich abspielte1 unaufmerksam fr meine ,vergangenheit geworden1 da mir stndlich blutende ,wirklichkeit vor ,augen stand4 ,ich hatte mir gewnscht1 dieses ,buch in den zum ,niederschreiben von ,erinnerungen so angenehmen ,wintertagen zu beginnen und es bis ,frhjahr vielleicht vollendet zu haben4 ,und nun war schon die ,weihnachtszeit gekommen1 und ich stand unzufrieden am ,fenster und ftterte hungernde ,vgel1 und unter den ,hungernden sah ich auch als grauen ,vogel meine ,seele hin und her fliegen4 ,aber sie war scheu4 ,frchtete sie den ,wirklichkeitsblick meiner ,augen8 ,sie wollte sich nicht in mir niederlassen und mir nicht von der ,vergangenheit vorsingen4 ,die ,sperlinge1 ,amseln und ,finken1 die auf die ,fensterbank kamen1 wurden satt1 aber meine ,seele blieb hungrig1 und meine ,hnde nahmen tglich unruhigere ,bewegungen an1 und meine ,augen lasen nur die hastigen ,kriegsnachrichten der ,zeitungen und nahmen sich nicht die ,ruhe1 in mir selbst zu lesen4 ,so feierte ich ein unglckliches ,weihnachtsfest4 ,ich war so viel zwischen dem fernen ,balkan1 dem ,kriegsschauplatz1 und meinem ,zimmer hin und her geflogen1 da ich den ,flu unter den ,fenstern1 den alten ,main1 nicht mehr rauschen hrte1 dessen ,rauschen mir sonst in wachen ,nachtstunden viele ,betrachtungen aus der ,stille der ,vergangenheit herbeigeholt hatte4 ,ich fragte mich oft3 ist meine ,heimat vor den ,fenstern verschwunden8 ,es war1 als stnde mein ,zimmer irgendwo in einer seelenlosen ,fremde4 ,viel zu viel hatte ich bei den ,zeitungen meine ,stunden verbracht1 und ,wirklichkeitslrm hatte sich in meine vier ,wnde eingenistet1 so da das ,buch1 das ich der ,vergangenheit widmen wollte1 unmglich in dieser seelenlosen ,umgebung aufwachsen konnte4 ,oft trug ich mich mit dem ,gedanken1 fortwandern zu mssen in ein abgeschiedenes ,gebirgsdorf1 in ein ,berghaus in tiefem ,schnee1 wohin keine ,zeitung und kein ,briefbote kommen konnte1 in ,einsamkeit1 wo die ,gegenwart sich leicht in ,vergangenheit umwandeln kann4 ,aber nein1 sagte ich mir1 ich will noch das neue ,jahr erwarten4 ,die ,heimatluft ist mir noch nie untreu gewesen4 ,immer gab sie mir ,arbeitsfrieden1 wenn ich nur recht eindringlich danach verlangte4 ,warum sollte ich dieses ,mal auswandern mssen8 ,und ich blieb und ftterte weiter die ,vgel an meinem ,fenster und sah in die schnen blauen ,wintertage1 die zu dieser ,weihnachtszeit mild wie ,mrztage waren4 ,drei ,tage vor ,neujahr wanderte ich am letzten ,sonntagnachmittag des alten ,jahres mit meiner ,frau ber die ,nordseite des ,nikolausberges1 um ber dem ,berg fort das kleine ,haus im ,guckelsgraben aufzusuchen1 das ich mir in diesem ,jahr hatte bauen lassen1 und das im ,frhjahr meine ,wohnung werden sollte4 ,viele ,leute sagen1 im ,winter sei in der ,natur drauen nicht viel zu sehen4 ,aber ist denn nicht der ,winter zu sehen8 ,auch wenn kein ,schnee liegt1 so ist das ,winterbild doch erschtternd und die ,tragik des scheinbaren ,weltstillstandes4 ,ich habe einen gelben ,hund4 ,er ist nicht klein und nicht gro4 ,er hat auch keine bestimmte ,rasse4 ,es ist ein gelber kurzhaariger ,pintscher1 mit schner weier ,zeichnung4 ,jeder aber1 der ihn sieht1 ruft unwillkrlich aus3 ,ach1 der ,bauernhund68 ,man soll sich nicht wundern1 da ich von der ,landschaft pltzlich auf meinen ,hund berspringe4 ,man wird bald den ,zusammenhang verstehen4 ,meine ,frau wei1 wie gern ich mit allen ,sinnen die ,landschaftsbilder geniee1 wenn wir spazieren gehen4 ,ehe wir nun an diesem ,nachmittag ausgingen1 riet sie1 den ,hund zu ,hause zu lassen1 denn sie bedachte1 wie sehr mich das ,tier stren wrde1 da dieser ,bauernhund immer ,hasen jagen will4 ,er hatte uns schon auf manchem ,spaziergang gergert1 wenn er fortstrzte1 ,has1 ,has8 bellend und auf kein ,rufen und ,pfeifen und ,schelten hrend4 ,es tat mir aber an diesem ,tag leid1 den ,hund zu ,hause zu lassen1 und so hatten wir ihn bei uns4 ,meine ,frau nennt ihn ,sudel1 ich nenne ihn ,dusel1 woraus man ungefhr seine ,art erraten kann4 ,er hat nmlich den ,glcksdusel1 dieser ,hund4 ,es gelingt ihm alles1 was er will1 und ich habe oft scherzend gesagt1 da er bei den ,gttern besser angeschrieben steht als mancher ,mensch4 ,bis auf die ,berghhe folgte ,dusel heute meinem zurechtweisenden ,ruf ,zurck8 und hielt sich dicht in der ,nhe meines linken ,fues4 ,als wir auf die ,bergflche kamen1 die wir berschreiten sollten1 um nach dem ,guckelsgraben hinunterzugelangen1 da ging ,dusel mit hochgehobener witternder ,schnauze1 weil der ,westwind uns entgegenstand und wahrscheinlich dem wildgierigen ,kter ganze ,ladungen von ,hasenwitterung in die ,nasenlcher trieb4 ,ich konnte es endlich nicht mehr mitansehen1 wie das ,tier1 gleichsam geblendet vom ,wildgeruch1 mit zwinkernden ,augen schnuppernd in die ,luft blinzelte und der ,atem ihm erschauerte und stockte4 ,mit den ,vorderpfoten ging er wie blind tastend und stieg immer viel zu hoch durch die ,luft1 weil sein ,hundegeist schon weit fortsprang hinter den ,hasenvorstellungen her4 ,ich sagte zu meiner ,frau1 da ich den ,hund am liebsten querfeldein laufen lassen mchte4 ,ich konnte es nicht mehr mit ansehen1 wie das ,tier seine gesunden ,naturinstinkte bei meinem barschen ,zurufen ,zurck8 unterdrcken mute4 ,ach18 meinte meine ,frau1 wenn du den ,hund jetzt laufen lt1 sehen wir ihn heute nicht wieder4 ,dann kommt er vor ,abend nicht heim48 ,aber wie wir noch sprachen1 hatte der ,hund sich schon von uns entfernt und stand1 eine ,fhrte aufstbernd1 krftig schnuppernd zwanzig ,schritte querfeldein bei einer ,dornenhecke4 ,ich rief ihm zu4 ,da sah sich ,dusel lachend um1 wedelte lustig mit seinem geringelten ,schweif und fuhr wieder mit der ,nase eine ,erdfurche ab4 ,da der ,hund mich anlachte und nicht kam1 rgerte mich4 ,und die ,vorstellung1 da er vielleicht jetzt in nchster ,sekunde fortstrzen wrde und dann erst in unabsehbarer ,zeit heimfinden wollte1 dieser ,gedanke machte mich heftig4 ,ich wollte dem ,tier zeigen1 da ein ,hund vom ,menschen abhngig ist1 und da es nicht umgekehrt ist4 ,und ich dachte1 wenn ich ihm einen ,schlag mit meinem ,spazierstock gbe1 so wrde er1 zahm gemacht1 auch den ,rest des ,weges hinter mir hergehen4 ,ich rief und rief nochmals aus ,leibeskrften und hob drohend den ,stock4 ,da gehorchte ,sudel auch endlich und kam in weitem ,bogen herangesprungen4 ,nun htte ich ihn nicht schlagen sollen4 ,aber ich dachte3 ein ,denkzettel wird dir und mir ntzen1 und dann schlieen wir ,frieden4 ,wie nun mein zuschlagender ,stock durch die ,luft fuhr1 wich der ,hund geschmeidig aus1 und da ich ihn nicht traf und mein ,krpergewicht in den ,schlag gelegt hatte1 so wankte ich bei dem verfehlten ,stockhiebe4 ,aber die ,drehung meines ,armes beim heftigen ,zuschlagen ri mich1 als ich in die ,luft haute1 so unglcklich herum1 da ich mir mein rechtes ,bein im ,kniegelenk blitzschnell ausrenkte4 ,der gewaltige ,schmerz dieser pltzlichen ,verrenkung und die ,angst1 da ich das ,bein vielleicht gebrochen htte1 durchfuhren mich jhlings4 ,auch konnte ich auf dem sehr schmerzenden ,bein nicht mehr stehen1 und ich sank im ,feld zusammen1 als wenn man mich niedergeschossen htte4 ,dann folgte viel ,aufregung4 ,meine ,frau1 die glaubte1 da ich mein ,bein gebrochen htte1 weil ich bla und schmerzverzerrt am ,boden lag1 zerschlug ihren ,regenschirm an dem ,hund und jammerte ber den frechen ,sudel1 der ebenfalls bei den ,schirmschlgen heulte4 ,dieses geschah ungefhr um drei ,uhr nachmittags4 ,zwei ,stunden brauchten wir1 bis wir in die ,nhe des nchsten ,hauses kamen4 ,auf meinen ,stock und auf meine ,frau gesttzt1 arbeitete ich mich mhsam auf einem ,bein bergab4 ,das rechte ,bein war ganz unbrauchbar geworden1 auch nachdem ich es wieder selbst eingerenkt hatte4 ,das ,bein war wie eine tote ,masse1 tot insofern1 als ich es nicht bewegen konnte4 ,es schmerzte brennend4 ,in den steinigen ,hohlwegen des ,berges war jeder ,schritt eine ,marter4 ,den ,weg htte man mit gesunden ,fen gut in zehn ,minuten bergab zurckgehen knnen4 ,wir kamen erst nach zwei ,stunden zu jenem ,gutshof1 auf welchem ich viele ,tage meiner ,jugendzeit verlebt hatte1 und welchen ich im ,buch ,der ,geist meines ,vaters8 genau beschrieben habe4 ,mein gelber ,dusel1 welcher nur einen ,augenblick zu mir gekommen war1 als ich hingestrzt1 war dann blindlings der nchsten ,hasenfhrte nachgejagt und spurlos verschwunden4 ,wir hrten ihn manchmal noch in der ,ferne ,has1 ,has8 klffen4 ,whrend der zwei ,stunden1 die wir zum ,abstieg des verhltnismig kleinen ,weges brauchten1 hetzte der ,hund die ,hasen kilometerweit hin und her1 unbekmmert um die ,menschenwelt4 ,da ich kaum noch weitergehen1 meine ,frau mich aber kaum mehr sttzen konnte1 so wurde beschlossen in den ,gutshof am ,berg einzutreten und dort eine ,droschke abzuwarten1 die aus der ,stadt heraufgeholt werden sollte4 ,so lag ich denn bald auf einem ,liegestuhl1 den man in den ,gartensaal gerckt hatte1 dicht bei dem groen ,weihnachtsbaum4 ,ich war seit drei ,jahren nicht mehr in dem ,gutshause gewesen1 und whrend ich auf den ,wagen wartete und die ,frau des ,hauses meiner ,frau und mir zur ,unterhaltung die ,lichter des ,weihnachtsbaumes anzndete1 fielen mir ,stunden ein1 die ich vor dreiundzwanzig ,jahren an diesem ,ort erlebt hatte4 ,auf einem ,regal bei der ,tr stand eine ,photographie von mir1 und als eine der ,damen sich erhob1 stie sie zufllig an mein ,bild1 das dort auf einer kleinen ,staffelei stand4 ,die ,photographie rutschte zur ,seite und zeigte eine andere1 die auch auf derselben ,staffelei ,platz hatte4 ,es war das ,bild eines jungen ,philosophen1 eines ,freundes von mir4 ,ein junger ,mann1 der die blasse ,stirn in die ,hand sttzt4 ,diese ,aufnahme hatte ich vor dreiundzwanzig ,jahren selbst gemacht4 ,und es war mir nun1 als seien die dreiundzwanzig ,jahre1 die zwischen jetzt und damals lagen1 wie dreiundzwanzig ,sekunden vorbergegangen4 ,in dem ,gartensaal hatte sich seitdem fast nichts gendert4 ,menschen waren zwar im ,hause gestorben1 ,junge waren erwachsen1 und ,erwachsene waren alt geworden4 ,aber die ,luft des ,saales war dieselbe geblieben4 ,die ,fenster1 die ,tren1 die ,lampe1 die ,gartenterrasse drauen und die ,aussicht auf die ,stadt ,wrzburg1 -- dies alles wollte mir sagen1 da es ,lebendes gibt1 das nicht ,gegenwart1 ,vergangenheit und ,zukunft kennt4 ,ich hatte das schmerzende ,bein auf den ,liegestuhl legen mssen und sprte einstweilen in dieser ,lage keine ,schmerzen mehr4 ,ich wute zwar1 ich hatte ein ,bein1 das schmerzte1 sobald ich aufstehen wrde4 ,aber augenblicklich war mein ,bein unwirklich1 und es schien mir nicht zu gehren4 ,und so war es auch mit meiner ,gegenwart in diesem ,gartensaal4 ,sie schien mir nicht zu gehren4 ,dieses ,zimmer gehrte nur der ,zeit vor dreiundzwanzig ,jahren4 ,dann kam der ,wagen4 ,der fuhr meine ,frau und mich und mein ,bein in die ,stadt4 ,dusel hatten wir verloren4 ,aber dafr hatten wir eine andere dritte ,persnlichkeit mitbekommen1 und das war mein krankes ,bein1 dessen ,kniesehnen verzerrt und zerrissen waren1 und das bei mir lebte hochgeschwollen1 steif1 schmerzhaft brennend und das mir die ,freude am ,gegenwartsleben strte1 so da ich1 um nicht an das ,bein denken zu mssen1 zu ,hause gern in die ,vergangenheit flchtete4 ,am ,tag nach dem ,sturz sagte ich vom ,bett aus1 darin ich liegen mute1 zu meiner ,frau3 ,die ,schmerzen haben mich andchtig gemacht4 ,ich kann dir jetzt das neue ,buch diktieren48 ,da nickte meine ,frau und meinte3 ,das war mein erster ,gedanke1 als ich dich so schlimm hinstrzen sah und dir ansah1 da du dich schwer verletzt hattest4 ,wenn er fr nichts anderes gut ist1 dieser ,sturz1 dachte ich mir1 so ist er vielleicht dafr gut1 da er dir die rechte ,andacht zu dem neuen ,buch gibt1 die du so sehr herbeisehntest4 ,denn ich mute mich mitten in meinem ,schrecken blitzschnell erinnern1 da du vor ein paar ,tagen sagtest3 ,ich habe noch nicht die rechte ,andacht zum ,schreiben6#88 -- ,und so war es auch4 ,ich mute nun wochenlang das ,bett hten und ,eisbeutel auf das kranke ,bein legen4 ,gleich am ersten ,mittag1 als alle ,glocken der ,stadt an mein ,fenster kamen1 sie die seit ,wochen zur ,mittagsstunde das ,trauergelut fr unseren verschiedenen ,regenten ,luitpold von ,bayern besorgten1 sagten diese3 ,hast du es jetzt endlich begriffen1 da wir jeden ,mittag nicht blo zum ,trauergelut ausgeschickt waren8 -- ,jahresringe1 wie solche jedes ,jahr den ,bumen wachsen1 ,jahresringe wachsen auch uns ,glocken in unserm ,erz4 ,wenn wir luten1 knnen wir alle vergangenen ,jahre herluten4 ,wir versuchten es1 dir jeden ,mittag zum ,vergangenheitsrausch1 in den du versinken wolltest1 die ,einleitung zu singen4 ,du warst aber immer auf ,kriegsschaupltzen und wer wei wo4 ,jetzt bist du endlich heimgekehrt4 ,liege nun still1 dann wollen wir dich hineintragen in das vergangene ,jahrhundert1 in die neunziger ,jahre1 die du wiedersehen mchtest48 ,ich nickte nur und nicke den ,glocken jeden ,mittag zu1 wenn sie um zwlf ,uhr kommen und um ein ,uhr gehen4 ,die uralten ,glocken aus den uralten ,trmen meiner ,heimatstadt ,wrzburg berauschen mich1 wenn sie in groem ,schwarm die ,stadt umkreisen4 ,bei ihrem ,gelute wogt mein ,blut1 die ,gegenwart lst sich auf1 und ich sehe die versunkenen ,stunden meiner ,jnglingsjahre1 als schaute ich durch die ,fenster versunkener ,stdte in ,rume1 die einmal auf der ,oberflche der ,erde standen und die fortgeschwemmt wurden samt ihren ,bewohnern von der ,flut der ,zeit4 ,mein krankes ,bein1 das mich ans ,bett verankert hat1 zwingt nun nicht blo mich1 sondern auch die ,zeit um mich1 die immer wie in ,nebeln entgleiten will1 zum ,stillstand4 ,ich kann jetzt mit ,mue und ,andacht die ,vergangenheit1 die einmal lebendig war1 wie es mein ,fleisch und ,blut sind1 betrachten4 ,und ich will den ,schemen1 die mich locken1 nachgehen und sie anreden4 ,sie sollen die ,gesprche wiederholen1 die schnen1 die ernsten1 die jugendbetrten1 die einsam traurigen und die weltumarmenden meiner ,jnglingsjahre4 99 99 99 99 99 ,da ist ein ,augustnachmittag1 der sich zuerst an mich herandrngt1 und der wegen einer ,stunde1 deren ,gedanken die ,welt des ,unmglichen erstrmen wollten1 sich bedeutungsvoll aus der ,reihe der ,jahre vorschiebt4 ,aber voraus springen noch ein paar starke ,augenblicke1 die der seltsamen ,stunde ,vorlufer waren4 99 99 99 99 99 ,es war in jener ,zeit1 als ich gegen meinen ,vater noch nicht auszusprechen wagte1 da ich ,schriftsteller werden wollte1 teils aus ,scham1 diesem allerpersnlichsten ,wunsch laute ,worte geben zu mssen1 teils aus ,verlegenheit1 weil ich nicht wute1 wie man ,schriftsteller oder gar ,dichter werden sollte4 ,denn die ,weltordnung will es1 da keiner das ,dichten erlernen kann4 ,und es wird auch nirgends1 auf keiner ,schule der ,welt1 versucht1 diese ,kunst zu lehren4 ,wohl bedarf der ,dichter der ,schulung1 aber die mu er sich selbst erringen und selbst geben4 ,seine ,hochschule und ,werkstatt1 in der er arbeitet1 ist sein ,herz4 ,keine von den anderen ,knsten erfordert so sehr die ,hochschule des ,herzens wie das ,dichtertum4 ,und ich behaupte1 da dem jungen ,dichter in seinen ,entwicklungsjahren das schwerste ,los der ,welt zuteil wird4 ,er ist da wie eine ,raupe1 die unter ,wrmern kriecht4 ,whrend die ,wrmer aber ,wrmer bleiben1 soll die ,raupe ein ,schmetterling werden4 ,und wenn der junge ,dichter auch ahnt1 da ihm ,flgel wachsen1 -- sein ,herz1 das keine ,beweise hat1 mu schweigen1 mu zweifeln1 mu in die ,einsamkeit flchten1 mu der ,familie1 den ,freunden1 die seine ,ahnungen1 seine ,hoffnungen1 seine ,plne nie ganz teilen1 entfliehen4 ,er mu sich dem ,rufe der ,undankbarkeit1 der ,untreue1 der ,wetterwendigkeit aussetzen1 wehrlos gefoltert von den ,anklagen1 die er zu ,wldern von ,dornen anwachsen sieht1 durch die er hindurch soll4 ,den jungen ,dichter knnen keine ,lehrer zur ,dichtung leiten1 keine ,bcher1 keine weisen ,mnner1 keine klugen ,frauen1 kein ,zorn der ,welt1 kein ,ha der ,welt4 ,er erreicht in seiner ,kunst nichts durch ,verbindungen1 durch ,empfehlungen1 nichts durch das ,erbe seiner ,vter1 nichts durch das ,vermgen oder den ,rang der ,familie1 -- er ist blogestellt1 auf sich angewiesen1 auf sich selbst beruhen mssend1 aus seiner ,unerfahrenheit heraus immer an sich selbst glauben mssend1 immer ein einzelner1 ein in und ber den ,dingen stehend ,geborener1 -- ein weltferner ,kamerad4 ,er mu drei ,welten bewltigen3 die ,welt des ueren ,miterlebens1 die ,welt der inneren ,beschaulichkeit und die ,welt seiner geistigen ,schpfungen und soll sich immer in und ber den ,dingen behaupten4 ,und aus diesem ewigen ,von ,natur aus anders sein mssen8 als die anderen1 daraus erwachsen dem jungen ,dichter die ,berge voll ,dornen1 und die ,kammern des ,lebens scheinen ihm oft mit ,folterwerkzeugen angefllt4 ,der ,dichter ist auch nie alt und nie jung zu nennen4 ,er ist1 so lange er lebt1 ,kind1 ,mann und ,greis in einer ,person4 ,die ,kindesnatur gibt ihm immer wieder neues ,vertrauen zum ,miterleben4 ,das ,weltbetrachten und das ber den ,dingen stehen81 das ihm angeboren ist1 gibt ihm schon in jungen ,jahren die ,ruhe1 die ,tiefe und die ,weisheit des ,greises4 ,und seine ,schpfungen machen ihn zum tatkrftigen ,mann1 zum ,erzeuger hoher ewiger ,werte4 ,der ,dichter wird innerlich fertig geboren4 ,er entwickelt sich innerlich nie4 ,sein ,herz ist ein ,diamant1 der nicht feuriger und nicht blinder wird4 ,er ist von allen ,menschen der ,mensch1 der im ,gleichgewicht geboren wurde2 in jenem ,gleichgewicht1 das die anderen erst durch ,leben und ,alter erlangen1 oder es nie erlangen1 aber diesem ,gleichgewicht bewut oder unbewut zustreben4 ,denn jedes echte ,gedicht mu aus einer ,herzensmelodie geboren werden1 und eine ,melodie ist nur entstehungsmglich dort1 wo ,harmonie1 das ist ,gleichgewicht1 herrscht4 ,ein ,dichterherz ist das harmonischste ,herz der ,welt4 ,und deshalb knnen im letzten ,grunde die ,wlder und ,berge aus ,dornen1 die ,lebenskammern1 die voll ,folterwerkzeuge starren1 dem jungen ,dichter nichts anhaben4 ,er ist der ,mann im ,feuerofen1 er ist der ,mann in der ,lwengrube1 er kann wie ,dante die ,kreise der ,hlle und die ,kreise des ,himmels durchwandern4 ,er ist der ,unverletzbare1 er ist der ,prophet1 der auf dem ,feuerwagen in den ,himmel fhrt4 ,er ist der ,gesetzgeber1 der die ,lebensgesetze aus erster ,hand der ,schpfung empfngt4 ,er mu sich plndern lassen wie ,hiob und wird doch sein hohes ,lied anstimmen und ber seinen ,tod noch weitersingen ohne ,mund1 ber die ,jahrtausende wie ,homer4 ,seht dagegen die anderen ,menschenshne an6 ,allen1 die auf den ,erdstraen arbeiten1 ist ihr ,weg bekannt4 ,alle erhielten ,schulen und ,fhrer1 ,lehrer und ,gesetze fr ihren ,beruf1 nach denen sie sich richten konnten1 um rechtschaffene ,meister zu werden4 ,der ,handwerker hat seine ,lehrjahre und seine ,meister1 die ihn unterweisen4 ,der ,geschftsmann hat seine ,handelsschule und das ,geschft1 die ihn zur ,selbstndigkeit vorbereiten4 ,die ,ingenire und die ,architekten haben ihre ,hochschulen1 die rzte1 die ,richter1 die ,geistlichen1 die ,lehrer finden ihren ,bildungsweg an ,lehrschulen und ,universitten4 ,den ,offizieren1 den ,diplomaten1 -- allen ist ihr ,lebensplan vom ,staate und im ,staate eingerichtet4 ,ja1 selbst den anderen ,knstlern1 den ,bildhauern1 ,malern1 ,musikern1 stellt der ,staat heute ,akademien und ,konservatorien zur ,verfgung4 ,er erteilt ihnen ,titel und ,rnge4 -- ,fr alle geistigen ,arbeiter1 die sich dem ,gesamtwohl der ,nation widmen1 hat der ,staat einen ,platz1 ein ,auge1 eine freigiebige ,hand1 eine ,wrde brig4 ,nicht so fr den jungen ,dichter4 ,die einen strt das ,kindliche an der ,dichternatur1 das alles miterleben mchte4 ,die anderen strt das ,greisenhafte an der ,dichternatur1 das tiefe und aufrichtige ,betrachten und ,sichversenken in die ,lebenszustnde4 ,und die ,dritten macht das khne ,mnnliche kopfscheu1 das in der ,dichternatur unerschpflich sprudelt1 und von dem man keinen ,weg voraussehen kann1 und das die ,brgerruhe verblfft1 schwindlig macht und abschreckt4 ,die ,vorsichtigen sehen den ,dichter unvorsichtig auf einem geflgelten ,rosse reiten4 ,whrend der ,brger ,pferde artig auf der ,erde rennen und am ,abend mde sind1 rauscht ber sie fort1 noch unter den ,sternen1 der ,dichter als unermdlicher ,sehnsuchtsreiter4 -- 99 99 99 99 99 ,um das ,jahr #ahij hatte ich heimlich angefangen1 manches kleine ,gedicht zu schreiben1 kleine balladenartige ,gedichte1 ,empfindungsergsse1 die sich in nichts unterschieden von den tausend ,reimereien1 die jeder ein wenig gebildete1 schreib- und lesefhige ,mensch zustande bringen kann1 und die man nicht ,gedichte nennen darf1 nicht ,dichtungen4 ,reimverfasser dieser ,art sind vom wirklichen ,dichter1 der den ,namen ,dichter mit ,wrde tragen darf1 so weit entfernt1 wie es ein ,schaukelpferd1 ein ,spielzeug1 vom ,schulpferd und ,rennpferd ist4 ,ich wute1 da mir viel fehlte1 aber wute keine ,richtung zu finden4 ,da lernte ich in dieser ,zeit einen jungen ,studenten kennen1 mit welchem ich nach der ,tanzstunde1 die wir damals besuchten1 manche ,stunde nachts plaudernd in den ,straen der ,stadt spazieren ging oder in einem ,kaffeehause sa4 ,unsere ,bekanntschaft war dadurch entstanden1 da jener junge ,mann1 der ,medizin studierte1 mich ganz unvermittelt gefragt hatte1 ob ich schreibe4 ,die ,frage erstaunte und verblffte mich4 ,und der ,frager sagte1 als ich zustimmte1 er habe an meiner ,kopfform erkannt1 da ich knstlerisch ttig sein msse1 da ich mich mit ,phantasiearbeit beschftigen msse4 ,ich vertraute ihm an1 da ich einige ,verse geschrieben htte1 aber da ich das noch keine ,dichtung1 keine ,phantasiearbeit nennen knne4 ,aber seit dieser ,frage unterhielten wir uns fters1 und er versuchte mich1 da er zum ,philosophieren neigte1 fr die ,gedankenwelten der verschiedenen ,philosophien zu begeistern4 ,meine ,empfindungswelt kam mir zwar reicher vor als alte ,gedanken1 ber die wir zusammen sprachen4 ,aber ich hrte doch gerne seiner mir fremden ,welt zu1 lie mir von ihm ,schopenhauer vorlesen und hrte seine ,errterungen an1 in denen er manches ,mal die ,wortfechterei der ganzen ,philosophie verhhnte4 ,ich las ihm dagegen den ,schriftsteller1 den ich damals mir als ,vorbild gewhlt hatte1 den ,dnen ,j4 ,p4 ,jacobsen1 vor1 und ich war erfreut1 da jener junge ,philosoph meiner ,begeisterung fr ,jacobsens ,niels ,lyhne8 beistimmte und auch auf meine ,gedanken einging1 so wie es sich fr richtige ,freunde gehrt4 ,jeder von uns hatte ein waches ,ohr fr die ,empfindungswelt des anderen1 ohne seine eigene ,welt zu verleugnen oder zu verlassen4 ,bei einem ,abendspaziergang dann auf dem ,steinberg erinnere ich mich deutlich der ,augenblicke eines groen ,umsturzes1 den ein einziger ,satz aus dem ,munde meines neuen ,freundes in mir hervorbrachte4 ,ich war bisher nicht mehr und nicht weniger fromm und religis gewesen als andere junge ,leute meiner ,zeit4 ,ich war naturehrfrchtig und liebte auerdem die heiligen ,personen des ,alten und ,neuen ,testamentes1 so wie man alte ,familienberlieferungen liebt1 deren ,echtheit man nicht bezweifelt4 ,ich liebte die ,weihnachtsheimlichkeit mit ihrer ,mettenstunde1 mit ihren ,krippenliedern und ihrem ,krippenspiel4 ,ich liebte die ,karwoche mit ihrem wehmtigen ,karfreitagsleid und wandelte so mit den ,festtagen durchs ,jahr1 denn nur die ,kirchenfeste erinnerten mich noch an die ,religion1 die man mich in der ,schule gelehrt hatte4 ,gott konnte fr mich ebensogut ,wirklichkeit wie eine schne ,vorstellung sein4 ,niemand konnte ergrnden1 wohin die ,toten gehen1 niemand konnte ergrnden1 woher das ,leben gekommen war4 ,warum sollte es mir daher einfallen1 ber ,gott1 der eine uralte berlieferung war1 nachzugrbeln1 oder gar diesen ,gott abzusetzen4 ,fragte mich denn jemand1 ob ich die ,welt haben wollte1 wie sie war8 ,fragte mich denn jemand1 ob ich meinen ,vater haben wollte1 wie er war8 ,warum sollte ich nicht ebensogut ,gott bestehen lassen1 da ihn doch die ,vter hatten bestehen lassen und deren ,vter86 ,auf jenem ,abendspaziergang aber auf dem ,steinberge1 als die ,sterne am ,nachthimmel wie ein ,silberregen glitzerten1 kam mir in der ,nhe meines immer gedankenvollen ,freundes der leichte ,ausruf auf die ,lippen3 ,schade1 da man sterben wird und niemals erfahren wird1 wer diese ,haufen ,sterne geschaffen hat48 ,es war jene ,frage1 die man so oft nachts an den ,himmel richtet1 die jeder junge ,mensch einmal fragen mu4 ,eine ,frage1 die mehr einen leisen ,stoseufzer bedeutet1 der aus dem angenehmen ,unterbewutsein kommt1 da das ,unerklrliche an der ,welt das ,kstlichste ist1 da es s ist1 sich in dieser ,unerklrlichkeit nur als eine ,krume auf dem ungeheueren ,welttisch zu fhlen1 als eine ,wenigkeit1 die im ,verhltnis zu den riesenhaften ,weltrumen gar nicht in ,frage zu kommen scheint4 ,man geniet bei diesem ,seufzen in einem ,atemzug des ,himmels ,riesenrume1 in denen keine ,menschenmacht mitzureden hat4 ,man geniet sie als eine ,freiheit1 als ein ,aufatmen vom ,menschendruck unserer menschenvollen ,erde4 ,der junge ,philosoph antwortete mir1 und ich hrte in seiner ,stimme ein spttisches ,verachten3 ,wer sagt ,ihnen denn1 da die ,sterne einen ,schpfer brauchten8 ,die ,sterne sind ,atome1 die immer waren4 ,wir knnen das jedenfalls geradesogut annehmen1 wie wir annehmen1 da sie einen ,schpfer haben sollten4 ,beweise haben wir weder fr das eine noch fr das andere ,vorstellungsbild4 ,die ,vorstellung von einem ,schpfer kennt keine ,freiheit des persnlichen ,ich-,bewutseins4 ,whrend1 wenn ich mir vorstelle1 da alles sich selbst schafft und sich selbst vernichtet1 das ,ich-,bewutsein gewahrt und erhht wird4 ,es bleibt jedem natrlich berlassen1 sich einen ,schpfer vorstellen zu wollen oder nicht4 ,nur wird der ,klgere1 der schpferische ,mensch1 sich gegen eine solche ,vorstellung struben1 die sein ,ichbewutsein von einem ,schpfer abhngig macht4 ,ich1 fr meinen ,teil1 stelle mir lieber vor1 da die ,welten sich selbst schufen2 da mir scheint1 da diese ,vorstellung dem ,verstand des ,zeitgeistes1 in dem ich aufgewachsen bin1 mehr zusagt48 -- ,so sprach mein ,freund zu mir4 ,ich wei heute nicht mehr1 was ich ihm antwortete4 ,ich wei nur1 da ich mich zuerst heftig strubte1 auf die uralte ,vorstellung von ,gott und dem ,schpfer oder ,weltgeist1 wie mein ,vater immer gesagt hatte1 kurzerhand zu verzichten und jedem ,wesen eigene ,schpferkraft zuzusprechen4 ,mein ,freund lachte nur und sagte3 ,ich nehme ,ihnen ja nichts1 wenn ich ,ihnen zumute1 den ,schpfer wegzudenken und an seine ,stelle allgemeine ,schpferkraft zu setzen4 ,ihr ,schpfer ist so unbeweisbar wie meine ,atomkraft4 ,ich setze nur an ,stelle des ,nichts1 an das ,sie glauben1 ein anderes ,nichts4 ,ihr ,bild vom ,schpfer verhlt sich brigens zu meiner ,atomkraft1 die ich mir als ,urkraft vorstelle1 wie ein lportrt zu einem ,photographieportrt4 ,das lbild ist das knstlerische1 aber auch das ungenauere ,bild4 ,die ,photographie ist das unknstlerische1 aber das realistisch genauere ,bild48 ,in den nchsten ,tagen war es mir schwer1 mit meinem ,freunde weiterzusprechen4 ,ich litt unter dem ,verlust1 den er mir zumutete1 indem ich das knstlerische ,bild von ,gott und der ,schpfung aus meinem ,herzen ausrotten1 und an ,stelle der alten berlieferungen mechanische ,vorgnge der ,atome annehmen sollte1 die mir zwar glaubhaft schienen1 aber mich stimmungs- und vorstellungsarm machten4 ,so weh ums ,herz1 dachte ich1 mu es den letzten ,griechen und ,rmern gewesen sein1 als sie die ,tempel schlieen und ,abschied nehmen sollten von den schnen und vertrauten ,bildsulen ihrer erdachten ,gttergestalten und von den ,zeremonien1 den gewohnten1 mit denen sie die ,feste dieser ,gtter feierten1 die ihnen von ihren ,vtern und ,vorfahren seit ,jahrhunderten berliefert waren und ,familieneigentum geworden waren und persnliches ,eigentum und ,welteigentum1 beinahe wie die ,bume1 wie der ,himmel1 wie der ,regen und die ,sonne1 ohne die sie sich ihre ,lebensjahre nicht vorstellen konnten4 ,ich hatte in jener ,sternennacht1 da mein philosophischer ,freund meinem ,herzen den ,umtausch vorschlug1 an ,stelle des ,schpfers1 an ,stelle des persnlichen ,gottes die verallgemeinerte und wissenschaftliche ,atomkraft zu setzen1 im blulichen ,zwielicht der ,sterne auf die trmereiche ,stadt ,wrzburg vom ,steinberg hinuntergesehen1 ber meine kirchenppige ,vaterstadt hin1 und ich trug dieses ,bild der vielen ,kirchen noch in den nchsten ,tagen neben meinen verwirrten ,gedanken mit mir4 ,und so wie die letzten ,griechen und ,rmer gefragt haben werden1 als man an ,stelle ihrer ,gtterreligion den einfachen alleinigen ,gott der ,christen1 den einzigen ,weltregenten1 setzen sollte3 ,wozu waren also alle die ,tempel1 die da ,jahrhunderte gebaut waren1 gut8 ,haben wirklich unsere ,vter durch ,jahrhunderte nur einem schnen ,schein gehuldigt88 ,so fragte ich mich1 wenn ich im ,geist das prunkreiche ,bild der ,kirchenstadt ,wrzburg vor mich hinstellte und es mit der de des ,wortes ,atom verglich4 ,meinen ,freund1 welchen ich absichtlich in den nchsten ,tagen mied1 und der1 wenn ich ihn traf1 es ebenfalls vermied1 von neuem das ,gesprch der ,entgtterung meines alten ,himmels aufzunehmen1 er konnte endlich die ,verstimmung1 die so sichtlich zwischen uns getreten war1 nicht lnger unbekmpft lassen4 ,zur ,abendstunde zwischen sechs und sieben ,uhr holte er mich meistens in der ,wohnung meines ,vaters ab1 und wir gingen durch die ,stadtanlagen rund um den ,ring der ,stadt und am ,main entlang1 bis wir1 wieder an dem ,ausgangspunkt zurckgekommen1 uns voneinander verabschiedeten1 -- wenn der junge ,student nicht zum ,vorlesen und ,klavierspielen fr den ,abend bei mir eintrat und zu ,besuch blieb4 ,er spielte auch manches ,mal mit meinem ,vater ,schach oder plauderte mit meiner jngsten ,stiefschwester4 ,aber in diesen ,tagen der ,umwlzung der ,gottbegriffe in mir forderte ich ihn nicht mehr auf1 nach dem ,spaziergang zu uns in die ,familie zu kommen4 ,er war fr mich jetzt nicht mehr blo ,mensch und ,freund1 sondern er schien mir ein weltfernes ,wesen geworden1 hnlich einem jener ,atome voll ,atomkraft1 das selbstschpferisch walten konnte4 ,ich war aber mit dieser persnlichen ,atomgttlichkeit noch zu wenig vertraut1 um ihr zu vertrauen4 ,und gegenber den altgeweihten menschlichen ,gottesvorstellungen erschien mir mein ,freund mit seiner selbstherrlichen ,atomkraft wie eine ,dynamitpatrone1 mit der ich noch nicht umzugehen verstand1 und die ich meinem ,vater nicht ins ,haus bringen wollte4 ,jedenfalls wollte ich selbst erst ber den ,ersatz der ,atomkraft1 die den persnlichen ,weltschpfer verdrngen sollte1 klar werden1 ehe der junge ,philosoph1 vielleicht nach einer ,schachpartie1 meinen ,vater oder meine ,schwester in die ,atommchte einweihen wrde4 ,denn1 wenn auch mein ,vater mir immer an ,stelle des persnlichen1 alttestamentarischen ,gottes einen neutestamentarischen geistigen ,gott1 einen ,weltgeist1 gesetzt hatte1 so war doch diese ,vorstellung fr mich immer noch poetischer ,natur gewesen4 ,der ,weltgeist1 der ber allem schweben sollte1 alles durchdringen sollte1 war wie ein ,riesenweltadler1 der mit seinem ,flgelschlag das ,leben anfachte1 und dessen ,flgelschlag man aus dem ,leben aller ,dinge spren konnte4 ,die ,weltgeistvorstellung war fr mich bis dahin immer noch eine ,einheit gewesen1 zu der man aufschauen konnte1 die ber dem ,weltall schwebte und atmete1 wie ein groes ,welt-,ich4 ,jetzt sollte aber auf einmal dieser ,weltgeist so wenig da sein wie der alttestamentarische1 persnliche1 menschenhnliche ,gott und so wenig wie die griechischen1 gyptischen oder assyrischen ,gtter4 ,jedes ,stubchen1 das in der ,sonne flog1 sollte ein schpferisches ,ich sein und nichts ,mchtigeres ber sich kennen4 ,es sollte es selbst sein1 es sollte ,urkraft sein4 ,alle ,legenden des ,weihnachtsfestes1 des ,oster- und ,pfingstfestes1 die ,poesie der ,bibel und der ,kirchen sollte ich verlassen und gegen ,atomleben eintauschen6 ,fast hate ich diesen ,entgtterer1 der mir in diesem jungen ,philosophen zum ,freund geworden war4 ,es war1 als kehrte er meine uralte ,vaterstadt aus und kehrte mit den ,kirchen die traulichen ,winkel1 ,huser und ,gassen fort1 und statt der trmereichen ,stadt lag nun am ,main eine leere ,atomwste4 ,nicht einmal mehr das ,bild eines grnen gras- und baumreichen ,tales1 wie es vor der ,entstehung der ,stadt am ,main gewesen war1 konnte ich jetzt dort vor mir sehen4 ,denn auch die ,wlder1 die da frher waren1 die ,grser1 die unschuldigen blumigen ,mainwiesen1 die vor zweitausend ,jahren die ,ufer sumten1 auch sie wurden ein ,atommehl1 farblos1 formlos4 ,und eine grenzenlose ,verlassenheit befiel mich bei diesen ersten ,anfngen meiner ,atomkraftvorstellung1 die ich an ,stelle der bilderreichen ,bibelereignisse und der ,schpfung setzen sollte4 ,es war an einem hellen ,frhlingsabend1 als mich mein ,freund wieder einmal abholte4 ,und auf dem ,wege durch die ,stadtanlagen sagte ich seufzend zu ihm3 ,ich glaube nicht1 da wir uns weiter verstehen48 ,er hatte mich nmlich gefragt1 warum ich in letzter ,zeit so schweigsam sei1 ob ich rger in der ,familie htte4 ,es ist vielmehr18 klagte ich1 ich habe rger mit allem1 was ,sie neulich abends auf jenem ,berge mir erklrten4 ,ich streite in mir hin und her4 ,wenn ich nachts am ,fenster stehe und den mir sonst so altlieben ,sternhimmel bewundern will1 fllt mir ein1 da das nur ein ,haufen ,atome sein soll1 ber dem kein ,weltgeist waltet1 kein ,gottgeist1 der vershnlich dem ,ganzen seinen ,willen gibt1 den ,stempel des ,guten und des ,bsen4 ,diese verantwortungslose ,atommasse1 die ich vor mir sehen soll1 strt mich sehr4 ,bei den ,frhlingsblten der ,stadtanlagen sehe ich bald nicht mehr die frhlichen ,farben1 das ,lila des ,flieders1 das ,goldgelb des ,lwenzahns1 die weien ,sterne des ,schlehdorns1 sondern ein gleichgltiges ,atommeer arbeitet da rund um mich1 dessen ,farben keinen ,sinn haben1 dessen ,dfte keine ,wollust mehr ausstrmen4 ,denn wenn der ,duft aus den ,frhlingsbschen zu mir kommt1 so sind das nur wieder ,atome1 die meine ,atome anrhren4 ,das ganze ,leben wird de bei dieser wissenschaftlichen ,atombetrachtung48 ,mein ,freund lachte kurz auf4 ,aber das ist ja ein groes ,miverstndnis18 erklrte er eifrig4 ,sie drfen sich die ,atome nicht als ,punktmasse vorstellen1 die ziellose ,krfte hat4 ,jedes ,atom ist ein ,lebewesen und erlebt ,freude1 jedes ,atom erlebt ,leid4 ,wenn vorher nur ein einziger groer ,schpfer ber all den ,dingen dastand -- die die ,menschen flschlich die toten ,dinge nennen --1 so tauschen die1 die den ,schpfer ausschalten und allen ,dingen eigene ,schpferkraft1 eigene ,verantwortung1 eigene ,freude1 eigenes ,leid zusprechen1 dadurch eine ,welt von ,leben ein gegen die ,welt der toten ,dinge1 die vorher den ,menschen umgeben sollte4 ,vorher1 bei der ,vorstellung des fernen ,schpfers1 den wir berhaupt nie zu sehen bekommen sollten1 da waren die ,menschen unendlich einsam und sahen sich durch den sogenannten ,weltgeist1 der ber den ,dingen schweben sollte1 von der ,schpfung unendlich getrennt und lebten in einer eiteln ,einsamkeit4 ,denn die ,menschen kamen sich flschlich unter allen ,geschpfen als die einzigen ,erleuchteten vor1 da sie ganz allein einen ,funken vom ,weltgeist1 den sie die menschliche ,seele nannten1 zu besitzen glaubten4 ,doch mit der ,annahme1 da alle ,dinge ,selbstschpfer sind1 da die ,atome der sogenannten toten ,dinge1 die ,atome der ,pflanzen1 die ,atome der ,tiere1 die ,atome der ,berge1 der ,meere1 der ,wolken1 die ,atome des ,lichtes1 eben solche beseelten ,wesen sind wie die beseelten ,atome des ,menschen1 -- bei dieser ,annahme ist der ,mensch stndlich und tglich von ewigem ,leben umringt und braucht nicht erst auf seinen ,tod zu warten1 um als ,seele in ein ewiges ,seelenleben berzugehen4 ,jedes ,atom ist ein ewiges ,ich mit ,verstand und ,gefhl4 ,tote1 leblose1 gefhllose ,dinge gibt es im ,weltall des ewigen ,lebens1 in dem sich unser ,leben abspielt1 nicht4 ,alle ,dinge kennen sich1 alle ,dinge fhlen sich1 alle ,dinge verstehen sich48 ,aber8 entgegnete ich1 das haben die ,dichter schon lngst in den ,mrchen gesagt1 in den ,mrchen1 wo die ,schneeflocke redet1 wo der ,frosch am ,brunnenrand mit der ,knigstochter spricht1 wo die ,vgel im ,walde mit den ,menschen reden4 ,der ,bach und der ,regen und der ,wind und der ,baum1 -- alle reden dort4 ,und dieses ,mrchen der ,dichter1 das soll ,wahrheit sein88 unterbrach ich den jungen ,philosophen4 ,jawohl18 sagte er4 ,die ,dichter sind die einzigen1 die von jeher das ,weltall in seinem ,urbau erkannt haben4 ,sie fhlten immer die ,einheit und ,beseeltheit aller ,dinge1 der lebenden und toten#8 ,dinge persnliches ,leben48 ,wir waren an das ,mainufer gekommen1 wo die ,sonne hinter fernen ,waldbergen untergegangen war4 ,die ,hgel lagen da wie ,haufen blaugrauer ,asche1 und die roten ,abendwolken standen darber wie ,feuerbrnde ber ,opferaltren4 ,noch einmal machte mein ,herz1 den alten berlieferungen treu geblieben1 einen ,anlauf1 und es verteidigte die ,bilder der ,engelschre1 die wir ,menschen uns in die ,wolken versetzen und das ,bild des groen alttestamentarischen ,gottes mit dem weien wehenden ,bart1 der in den ,sternenmantel der ,jahrtausende gehllt1 immer weise richtend1 ber den ,chren der ,engel thronen soll1 das ,gute zu sich ziehend und belohnend1 das ,bse fortstoend und verdammend4 ,und die ,abendglocken der dunkelbeschatteten ,stadt1 die zu den feurigen ,wolken hinaufluteten1 schienen mir recht geben zu wollen4 ,der schwere ,glockenklang1 der mit unseren ,schritten auch von den ,pflastersteinen widerhallte1 ging durch meinen ,krper und whlte in meinem ,blut alle alten berlieferungen der ,bibelgeschichte auf4 ,da wurde meine ,stimme ein wenig pathetisch1 als ich zu dem jungen ,mann an meiner ,seite sagte3 ,nein1 ich kann ihn nicht absetzen1 den alten groen ,gott4 ,ich kann mir den ,himmel nicht leer denken1 nur mit den ,atomen der ,wolken angefllt4 ,ich will ,dichter werden1 und es mu mein ,dichterrecht sein1 mir beliebig die ,welt mit ,gestalten ausfllen zu drfen4 ,mit ,atomkrften -- und auch wenn die ,atome beseelt sein sollen -- kann ich knstlerisch nichts anfangen4 ,es ist1 als rauben ,sie1 ,philosoph1 mir aus meinem ,puppentheater die ,puppen1 und als sollte ich nun auf leerer ,szene nur mit der ,leere der vier ,windrichtungen ein ,stck auffhren48 ,wieder lachte der junge ,philosoph auf1 und seine ,stimme wurde pltzlich nicht mehr von ,gedanken getragen4 ,sie klang ganz irdisch nchtern und knapp1 wie die ,stimme eines ,arztes1 der einen phantasierenden ,fieberkranken anredet4 ,ja1 knnen ,sie sich denn nicht selbst gengen8 ,warum mssen denn die ,wolken ,arme und ,beine haben und ,engel tragen8 ,warum mu denn berall der ,mensch den ,menschen hindenken in ,regionen1 wo es keine ,menschen geben kann8 ,warum sollen die ,dinge rundum nicht ihr eigenes ,leben leben drfen8 ,lassen ,sie doch das ,leben aller ,dinge einmal zu sich herankommen6 ,diese ,geduld hatte bis jetzt noch keiner von euch ,dichtern4 ,immer mt ihr gleich alles ins ,menschliche verwandeln4 ,das ,weltalleben aber liegt voll von unaufgedeckten ,poesien4 ,sobald man den ,schpfer absetzt und jedes ,geschpf als seinen eigenen ,schpfer einsetzt1 dann wird eine groe ,flle von lebenbejahenden1 lebenbejubelnden und lebengrndenden ,dichtungen entstehen4 ,in den ,mrchen lieet ihr bis jetzt die ,muse nur ,hochzeit machen wie die ,menschen4 ,ihr stelltet euch dann dabei einen ,musepfarrer vor1 der das ,prchen zusammentat4 ,um die ,blumen leben zu lassen1 mt ihr ihre ,lebensgeister in menschengestaltige ,elfen verwandeln4 ,und ber ,riesen und ,zwerge kommt ihr immer noch nicht hinaus4 ,immer mu eure ,phantasie von kronentragenden ,knigen1 hochzeitmachenden ,prinzessinnen und verwunschenen ,prinzen handeln4 ,dieser abgentzte ,plunder mittelalterlicher ,lebensbefangenheit1 dem wir keine neuen ,seiten abgewinnen knnen1 wird von selbst fortfallen1 sobald die ,weltschnheit1 das ,weltgefhl und das ,weltleben mit dem kleinsten ,grashalm1 mit dem ,schatten eines ,blattes1 mit dem geringfgigsten ,leben1 so wie es ist und nicht anders1 zu euch reden darf4 ,verwandelt nicht immer die ,gestalten der ,dinge1 die an sich selbst jede ihre ,schnheit haben4 ,die ,muschel1 der ,stein1 der ,staub und ihre ,figuren1 ihre ,lebensbewegungen1 wenn sie im ,licht aufblinken -- alle die ,weltalleben an sich selbst sind schn und bieten eine ,flle von ,poesie1 wenn der ,mensch ihre ,rhythmen auf sich wirken lt4 ,lernt die ,abendwolke genieen1 so wie sie ist1 als ein schwebendes ,leben und seht sie nicht als eine erhhte ,kirchenbank fr ,engel an4 ,der ,dichter der ,zukunft1 der dieses fertig bringt1 das ,weltalleben in seinen wahren ,schnheiten1 in seinen erregten ,lebensuerungen unverwandelt wiederzugeben1 dieses wird der ,dichter der neuen ,zeit werden1 die jetzt anbricht1 und die die alte ,zeit abstoen wird1 wie ein altes abgetragenes ,kleid48 ,ich begann aufzuhorchen4 ,das war ein ,ausspruch6 ,meine ,lust1 ein ,dichter zu werden1 fhlte sich nun in ,mitleidenschaft gezogen1 und es war mir klar3 das1 was ich vorher an ,versen geschrieben hatte1 war nur eine weiche ,schwrmerei und eine ,schwelgerei auf altromantischen ausgetretenen ,wegen gewesen4 ,ich wute zwar noch nicht1 wohin mich ein ,glaubenswechsel fhren wrde1 und ob er mir wirklich einen ,ersatz bieten wrde4 ,aber ich war jung genug1 um mich von der ,lust anlocken zu lassen1 alle bisherigen ,wege1 welche die ,dichtkunst der christlichen ,zeitspanne berliefert hatte1 khn zu verlassen und einen ,sprung ins ,unbekannte tun zu wollen4 ,gtter- und ,ritterromantik sollte weit zurckbleiben4 ,dafr wollte ich die ,romantik des bisher unentdeckten ,landschaftslebens1 das ,reden der ,dinge an sich1 ohne da sie menschliche ,verkrperungen eingingen1 ohne da sie ,mrchengestalten annehmen sollten1 begeistert aufdecken in ganz neuen ,dichtungen4 ,so sicher und bestimmt1 wie ich es heute in ,worten niederschreibe1 kam natrlich nicht jene ,eingebung durch meinen ,freund ber mich4 ,mein waches ueres ,auge war noch hilflos1 aber innere unbewute ,blicke redeten zu meinem ,herzen1 ungefhr so1 wie in frheren ,zeiten ein ferner unentdeckter ,weltteil einem ,kolumbus ,unruhe bereitet haben mag und ihn innerlich gerufen hat1 zu ihm zu kommen und unbekanntes ,land zu suchen1 zu finden und der bekannten ,welt anzugliedern4 ,wir waren am ,main entlang gegangen1 die ,stadt zur ,linken1 den ,main zur ,rechten4 ,und drben ber dem ,flu1 aus dem ,tal1 das der ,marienberg1 auf dem die alte ,festungsburg steht1 mit dem ,nikolausberg bildet1 aus diesem zu fernen ,waldhhen eilenden ,tal kam eine ,flut von gelbem ,abendlicht4 ,und die ,sdfenster des ,festungsschlosses und die goldenen ,kreuze der ,kapelle auf dem ,nikolausberge gegenber und der sanfte ,mainspiegel darunter schienen zu brennen1 als wren dort berall ,freudenfeuer angezndet4 ,und die roten ,wolken am ,himmel standen zerpflckt ber der ,stadt wie groe rote ,blumenstrue1 die auf die ,dcher niederregneten4 ,war all das ,licht umher meine ,feststimmung1 die aus meinem ,herzen in den ,raum hinausgetreten war8 -- ,jedenfalls fhlte ich mich wie ein ,knig1 gekrnt von dem ,entschlu1 ,herr ber ein groes unbekanntes ,reich zu werden4 ,und so wie der ,abendstrahl dort aus dem ,tal die mir so altgewohnte ,stadtumgebung verwandelte und in zndendem ,licht zeigte1 so da ich fr einen ,augenblick kaum das alte ,heimatpflaster mehr erkannte1 so durchstrahlte mich der zndende ,gedanke einer geistigen ,umwandlung1 die jetzt in mein ,empfindungsleben einziehen sollte1 vom ,scheitel bis zur ,sohle1 als brchte dieser ,augenblick mir neues ,blut4 ,der junge ,philosoph an meiner ,seite glaubte1 da mich neue ,zweifel bestrmten1 und seine ,stimme schlug pltzlich wie in volle ,verachtung um1 als er kurz zu mir sagte3 ,und brigens ist es gar nicht wahr1 da1 ehe wir in jener ,sternennacht auf dem ,steinberg auf ,atomkraft zu sprechen kamen1 ,sie sich noch immer einen ,gottvater mit einem weien ,bart vorstellten oder ,engelsscharen auf den ,wolken oder hnliches4 ,sie haben lngst nicht mehr glauben knnen1 da menschenhnliche ,wesen den luftleeren ,weltraum bevlkern knnen4 ,sie leisten mir nur jetzt ,widerstand1 weil ,sie sich noch nicht in den ,reichtum der neuen ,welt1 die sich ,ihnen darbietet und in die ,verantwortung1 die ,ihr ,ich als eigener ,schpfer auf sich nehmen soll1 hineinfinden knnen4 ,das ist aber nur ,gewohnheitssache4 ,die neue ,welt1 in welcher jedes ,geschpf ,selbstschpfer ist und keinen anderen bersichstehenden anerkennt als sein eigenes ,gefhl und seinen eigenen ,verstand und als ,richtschnur die ,erfahrungen1 die es aus den ,widerstnden des ,lebens sammelt -- diese ,welt scheint einem zuerst etwas schwieriger zu sein1 weil sie verantwortungsreicher ist4 ,man mu seine eigene ,schuld auf sich nehmen1 aber auch die ,freuden werden nicht mehr ,geschenke1 sondern eigene ,errungenschaften4 ,man ist nicht mehr ,geschpf1 das auf ,gnade und ,ungnade ,knecht eines ,herrn ist1 sondern man ist ,herr geworden1 eigener ,herr seines ,lebens und aller zuknftiger ,leben4 ,niemand1 der die neue ,weltanschauung annimmt1 kann sich mehr mit ,schwche entschuldigen1 denn jeder glaubt dann an die unendlichen ,schpferkrfte1 die er in sich hat1 die wir aber bisher nur dem einen ,schpfer zusprachen4 ,sehen ,sie die anbrechende ,nacht6 ,sie verhllt ,ihnen nichts mehr vom ,augenblick an1 wo ,sie die ,sonnen nicht hher setzen1 als sich selbst4 ,die ,nacht birgt in ihrem ,dunkel keine anderen ,schrecken1 als die1 die ,sie in sich selbst tragen4 ,die ,nacht ist nicht besser und nicht schlechter als alles ,licht4 ,so wie ,sie1 im ,urbegriff genommen1 nicht besser und nicht schlechter sind als ich und alle anderen ,menschen4 ,niemand ist ,herr und niemand ist ,knecht4 ,wir bieten jeder dem ,leben schwache und starke ,krfte an1 je nachdem wir mde oder weniger mde1 krank oder gesund sind4 ,jeder schafft sich1 angemessen den ,krften1 die er verbraucht1 seine eigene ,welt4 ,jeder ist ,schpfer seiner eigenen ,freuden und seiner eigenen ,sorgen4 ,die ,krfte rundum antworten nur auf ,krfte1 die zu erwecken jeder ein eigener ,schpfer sein mu4 ,wir sind nicht ,sklaven1 nicht ,gut und ,besitz eines einzigen hheren ,wesens4 ,wir besitzen alles und uns besitzen alle48 -- ,wren ,lawinen von den ,bergen mit ,donner heruntergekommen1 htten die ,berge zu wandern begonnen1 und htte der ,mainflu1 an dessen ,ufer wir gingen1 sich senkrecht aus seinem ,bett aufgerichtet und wre als heier ,geiser in den ,himmel gerauscht -- ich htte mich nicht betubter fhlen knnen als jetzt von den ,erkenntnisworten1 die da mein ,herz anredeten4 ,mein vom ,altgewohnten fast gedankentot gemachtes ,herz1 das da in den wuchernden berlieferungen wie in ,bergen von ,efeu eingesponnen gelegen1 erwachte aus einer ,finsternis1 die ihm liebgeworden war4 ,vorher war es wie in ,dornen eingewickelt gewesen1 die es nie ganz hatten aufatmen lassen4 ,und nun war ein ,brand in mich hineingefallen4 ,und die alten staubigen liebgewordenen ,lasten des ,gedankengestrppes der ,jahrhunderte flogen wie leichte ,asche fort1 und durch den ,aschenregen ahnte ich bereits1 da nun ein ewiger ,tag anbrechen wrde1 ein ,tag ewiger ,krfte1 ein ,tag von befriedigendem1 ewigem ,wechsel1 begleitet von einer ,unermdlichkeit und fern aller ,wehleidigkeit4 ,groe handelnde ,freuden und groe handelnde ,schmerzen wrden ber mich kommen1 und nicht mehr jene verschleierten mitleiddurchtnten ,augenblicke1 nicht mehr jene ,unluststunden1 die mich bisher ein willenloses ,werkzeug nennen durften eines hheren ,willens ber mir4 ,wir besitzen alles1 und uns besitzen alle48 ,dieses war das ,wort1 mit dem man ,herzen und ,berge ffnen konnte4 ,keine ,angst vor dem ,tode1 kein ,drang nach ,reichtum und ,gold1 keine ,angst vor ,armut und keinen ,drang nach ,eitelkeiten lt dieser ,ausspruch mehr aufkommen bei dem1 der ihn voll erfat3 ,wir besitzen alles1 und uns besitzen alle48 ,man arbeitet fr alle1 und alle arbeiten fr einen4 ,unter diesem ,losungswort lebten seit ,jahrtausenden alle ,weltatome und waren alle zusammen ,schpfer dieser ,schpfung1 und auch ich war nur im ,leben1 um ,mitschpfer an der ,schpfung zu sein4 ,und mit mir war es der ,hgel dort ber dem ,flu1 die ,wolke am ,himmel1 der ,flu1 die ,stadt mit ihren ,gassen1 die ,menschen und die ,tiere1 die ,schwalben1 die jetzt da im ,abend pfeifend in den ther schossen1 die ,wlder in der ,ferne1 in denen die ,sonne fortgewandert war1 meine ,hand1 das ,holz meines ,spazierstockes in der ,hand1 der ,pflasterstein1 ber den ich ging1 die ,bltenbltter der ,linden1 die vor mir im ,winde von den ,bumen flogen1 -- sie alle mit ihren ,atomen sind mit mir ,schpfer und ,geschpfe1 sagte ich zu mir4 ,der verdammende ,bibelspruch3 ,im ,schweie deines ,angesichts sollst du arbeiten1 und dein ,acker wird ,dornen tragen18 -- dieses ,spruches ,fluch wird ohnmchtig werden auf den ckern derer1 die sich nicht mehr zu ,sklaven und zu aus dem ,paradies ,verstoenen stempeln wollen1 die sich der ,erde ,mitschpfer nennen1 ,mitschpfer an der ,weltallarbeit und an der ,weltallfreude4 ,denn nicht mehr ,knechte sind nach dieser ,erkenntnis an der ,arbeit1 sondern ,herren ihrer ,lust1 ,herren ihrer ,sorge4 -- ,ich war still stehen geblieben und hatte ber den ,main gestarrt und hatte meinen ,freund neben mir vergessen4 ,und wie ich meine ,blicke hob1 stand in der ,richtung nach dem ,steinbachstal1 wo auf ,meilen sich der ,guttenbergerwald hinstreckt1 ein groer funkelnder ,stern1 die ,venus4 ,und die ,liebe8 ,wird deine neue ,weltanschauung auch der ,liebe den richtigen ,wert geben8 ,es war mir1 als sprche das eine feine ,stimme aus dem blitzenden ,punkt dort vom ,himmel herab4 ,ich wute damals noch nichts von der ,liebe und konnte mir nicht sogleich antworten4 ,leben allein ist wenig1 wenn es nur dem ,erhaltungstrieb zuliebe geschieht6 ,ich hatte mir aber1 solange ich zurckdenken kann1 immer vorgestellt1 da das ,liebesgefhl zu erleben das ,lebenswerteste sein mte4 ,nicht die ,sttigung des ,magens1 nicht das ,wettrennen um das tgliche ,brot1 nicht einmal den ,dichterruhm und nicht die ,dichterunsterblichkeit wnschte ich zu erreichen1 wenn ich dabei auf das ,erleben des ,liebesgefhls verzichten mte4 ,alles wirst du strker erleben1 als es je eine ,zeit erlebt hat4 ,verstehst du denn nicht3 vom ,augenblicke an1 wo du keinem ,weltphantom huldigen mut1 wirst du deine ,huldigungen allen ,lebensregungen unverkrzt zukommen lassen4 ,die ,anbetungsstunden und ,andachtsstunden1 die dich aus deinem eigenen ,ich entfernten1 wirst du nun zu ,anbetungsstunden und ,andachtsstunden aller ,lebensgefhle machen4 ,und auch das ,liebesgefhl wird dann von dir reicher bedacht4 ,du wirst keinen ,gott hher stellen als das ,herz der ,frau1 die du auserwhlen wirst1 und du wirst auch in ihr1 der ,geliebten1 eine ,schpferin begren1 wie sie dich als einen ,schpfer begren mu4 ,die ,frau hat wie der ,mann ihre bestimmte ,ttigkeit1 in der sie am ,weltall mitarbeitet1 die1 wenn sie auch nicht deiner ,ttigkeit gleicht1 doch ebenso wertvoll und dem ,weltbau unentbehrlich notwendig ist1 wie das1 was du leistest48 -- ,so redete ich mit mir4 ,sind ,sie nun beruhigt88 fuhr mein ,freund fort1 als ich ihn lchelnd ansah und in meinem ,innern keine ,abweisung mehr fand fr die neue ,empfindungswelt1 die er mir anbot4 ,es leuchtet mir ein18 sagte ich1 da die alte ,welt1 die ,bilderwelt der ,kirchen und ,bibelideale1 von den ,knstlern so ausgeschpft ist wie ein ,jahr1 das ausgereift und lngst abgeerntet worden ist4 ,ich ahnte aber vor unserer ,aussprache noch nicht1 woher neue ,ideale kommen sollten1 neue ,felder der ,phantasie4 ,aber noch stehe ich bei ,ihren ,worten auf keinem sicheren ,boden4 ,ich mu mich zuerst einleben in das1 was ,sie mir enthllten4 ,ich wnschte1 da die ,begeisterung1 die vorhin sich meiner beim letzten ,sonnenstrahl1 der dort aus dem ,tal kam1 bemchtigte1 anhalten mchte4 ,ich frchte aber1 wenn ich ,ihnen heute gute ,nacht#8 gesagt habe1 werden in den nchsten vierundzwanzig ,stunden aus der alten noch nicht abgestorbenen ,kirchenwelt alle ,zweifel wieder auf mich einstrmen48 ,das macht nichts18 sagte der junge ,philosoph4 ,sie werden noch oft zweifeln mssen4 ,ich glaube aber1 ich kann alle ,ihre ,zweifel verjagen4 brigens wird das nicht einmal ntig sein4 ,ich glaube1 ,sie selbst werden sie verjagen4 ,denn da ,sie ,dichter werden wollen und nicht auf abgeleierten ,wegen gehen wollen1 wird die ,sehnsucht1 einen neuen ,weg zu finden1 ,sie von selbst der neuen ,weltanschauung entgegentreiben4 ,dafr ist mir gar nicht bang4 ,jeder1 der vorwrts will1 mu jetzt diesen ,weg gehen4 ,und da die ,welt nicht stehen bleibt und auch nicht rckwrts geht1 werden alle ,menschen von morgen diesen neuen ,weg gehen mssen1 da es fr das ,menschengeschlecht keinen anderen ,weg gibt1 als den ,weg fortgesetzter ,aufklrung4 ,auch die ,dmmsten werden zuletzt mit fortgerissen werden und werden mitgehen mssen1 da die jetzt kommende ,zeit der ,menschheit einfach keinen andern ,weg zum ,vorwrtsgehen brig lt1 als diesen einen ,erkenntnisweg1 der da heit3 wir alle sind ,schpfer an der stets fortschreitenden ,schpfung1 die wir ,leben nennen4 ber dem ,einzelnen gibt es keinen einzelnen ,schpfer1 sondern wir selbst besitzen alles1 und alle besitzen uns48 99 99 99 99 99 ,diese ,spaziergangsstunden waren dem ,august-,nachmittag vorausgegangen1 von dem ich jetzt weiterfort erzhlen will1 und der dann zur ,folge hatte1 da ich mich dann uerlich beinahe von meinem ,freunde lossagte1 obgleich ich ihm innerlich ein treuer ,freund war4 ,man mu bedenken1 da wir beide blutjung waren1 er nur einundzwanzig ,jahre alt1 ich nur dreiundzwanzig4 ,es ist gerade dieses ,alter1 in dem man als ,jngling die meiste ,zeit und den grten ,drang hat1 eine ,weltanschauung zu suchen1 die einem ein ,leitfaden durch das ,labyrinth des ,lebens werden soll4 ,diese ,jahre sind die ,brutjahre der ,ideale1 da man noch von keiner ,meisterschaft in irgend welcher ,ttigkeit in ,beschlag genommen worden ist4 ,man lt sich leicht von ,menschen anziehen und leicht abstoen4 ,man ist noch nirgends fr immer fest verkettet1 man ist in jenen ,jugendjahren wie ein ,samenkorn im ,wind1 das weiterfliegt und noch keinen ,wurzelplatz gefunden hat4 99 99 99 99 99 ,man sollte nun meinen3 nach jener ,aufklrung1 bei der wir uns beide zu unseren uersten ,geistesgrenzen erhoben hatten und gleichsam ber der ,erde im ther des ,weltraums gesprochen hatten1 htte es nie mehr fr uns mglich sein knnen1 in alltglichen ,dunkelheiten unterzutauchen4 ,aber so1 wie ich das ,gesprch jenes ,abendspazierganges hier niederschrieb1 ist dasselbe nicht in ,wirklichkeit gesprochen worden4 ,sein ,sinn und seine ,bedeutung waren wohl dieselben4 ,aber die ,einheit des ,gedankenganges stand nicht so geradlinig vor uns4 ,alles wurde schwankender1 im unklaren ,plauderton1 ausgedrckt1 und ich gebe heute1 nach dreiundzwanzig ,jahren1 mehr das ,gesprch unserer ,geister wieder als das ungelenke und unbeholfenere ,gesprch unserer ,lippen1 das ich natrlich nicht behalten konnte4 ,das ,endergebnis jenes ,abends war1 da ich den neuen ,aufklrungen meines ,freundes keinen hartnckigen ,widerstand oder eigensinnige ,taubheit1 welche gleichbedeutend mit ,dummheit gewesen wre1 mehr entgegensetzen konnte oder wollte4 ,im ,gegenteil3 ich verfiel in einen neuglubigen bereifer1 und diesem allein schreibe ich auch jene verhngnisvolle ,probe zu1 mit der wir die neue ,weltanschauung1 ganz unsinnig1 uerlich prfen wollten4 ,wie eine ,belastungsprobe bei einer neuen ,brcke gemacht wird1 so derb gedachten wir auch einen raschen uerlichen ,beweis von der ,macht der neuen ,weltanschauung liefern zu knnen4 ,ich hatte meinem ,freund gesagt3 ,angenommen1 da der ,mensch gleiche ,schpferkraft hat wie der ,schpfer1 den wir uns frher ber das ,weltall gesetzt vorstellten1 dann kann ich recht gut verstehen1 da die ,wunder1 die ,christus tat1 wenn er lebenden ,leibes zum ,himmel gestiegen ist1 ,wasser in ,wein verwandelte1 ,lahme gehen machte1 ,blinde sehend und ,tote auferstehend1 -- da eigentlich diese ,wunder von jedem ,sterblichen geleistet werden knnten48 ,diese ,frage warf ich ,monate nach jenem ,frhlingsabend auf1 nachdem ich1 losgetrennt von meinen alten berlieferungen1 sozusagen zwischen der alten und neuen ,welt vagabondierte4 ,denn1 wenn auch der ,geist rasch an der ,schwelle einer neuen ,erkenntnis steht und blitzartige ,aufhellungen genossen hat1 -- bis der ,leib sich an das neue ,licht gewhnt1 hat es noch gute ,weile4 ,alles1 was ich an ,dichtungen zu schreiben anfangen wollte1 neigte noch nach der alten ,seite hin1 und mein ,geist sagte mir1 da ich noch nicht in den ,sinnen reif sei1 um schon sofort ein ,gedicht oder eine ,dichtung auf dem ,weg der neuen ,weltanschauung zu schaffen4 ,darber war ich unglcklich1 denn nichts war mir von jeher widerlicher gewesen als ,tatenlosigkeit4 ,seufzer stiegen in mir auf und heimliche ,vorwrfe gegen meinen ,freund1 der mir alles1 was jahrhundertelang niet- und nagelfest gewesen war1 gelockert hatte4 ,ging ich an den schnen alten ehrwrdigen ,kirchen vorbei1 so sagte ich mir jetzt3 es wohnt gar kein ,gott darin4 ,und die ,priester dort und die ,andchtigen schauen zu einer ,leere auf1 als ob sie ein leeres ,loch in der ,luft anbeten4 ,und ich bemitleidete alle ,menschen1 alle1 die mir begegneten1 von meiner ,familie angefangen bis zur ,obrigkeit des ,landes4 ,sie alle schienen mir bedauerlich1 da sie eine groe ,null als ihren ,herrscher ausgerufen hatten4 ,es ging mir wie in jenem ,mrchen1 in dem es heit1 da ein ,knig bei einem ,festzug im ,hemd durch die ,straen gegangen ist und es allen ,leuten bei ,todesstrafe verboten war1 zu sehen und zu sagen1 da der ,knig nur ein ,hemd anhabe4 ,denn der ,knig behauptete1 ein kostbares ,gewand anzuhaben1 und niemand durfte dieser ,behauptung widersprechen4 ,bis endlich aus der schweigenden ,menge ein kleines unschuldiges ,kind1 das einen ,knigsmantel sehen sollte1 wo keiner war1 harmlos ausgerufen hat3 ,aber der ,knig hat nur ein ,hemd an4 ,er hat ja gar keinen ,mantel an68 -- ,so ging es mir jetzt den ,menschen und den ,kirchen gegenber4 ,ich htte gern in alle ,kirchentren hineingerufen3 ,ihr guten ,leute1 die ihr da kniet1 steht doch auf und geht heim und versumt die ,zeit zur ,arbeit nicht und versumt die ,zeit zur ,liebe eurer ,frauen nicht und versumt nicht die ,zeit zur ,bewunderung der ,welt1 von der ihr ,mitschpfer seid4 ,es ist gar kein ,gott im ,himmel1 nur ,luft und ,leere2 jeder von euch ist sein eigener ,gott48 ,so vereinsamt1 alleinstehend1 einer neuen ,weltanschauung verfallen1 die nur jener ,freund mit mir teilte1 fhlte ich mich aber nicht wohl1 ich1 der ich gerne gesellig sein und die ,menschen lieben und achten wollte4 ,und da mir von allen ,menschen niemand brig blieb als dieser junge ,philosoph -- mit dem ich mich pltzlich allein1 wie von der ganzen ,menschheit getrennt sah1 nachdem ich auf seine ,gedankengnge eingegangen war --1 das plagte mich4 ,denn ich war jung und wollte gern durch die ,menschenschwrme gehen1 die ,menschheit erlebend und liebend1 und wollte ein einfacher ,mensch unter ,menschen sein und keinen ,sonderling vorstellen4 ,der junge ,student hatte seine ,eltern und seine ,heimat in einer andern sddeutschen ,stadt1 und in meiner ,stadt kannte er1 mit ,ausnahme von einigen ,mitstudierenden1 denen er sich aber wenig anschlo1 fast niemanden4 ,er arbeitete in seinen ,muestunden an der ,atomkraftlehre1 die er spter niederschreiben wollte1 und deren vertieftes ,durchdenken und ,klarlegen ihm bereits zur ,lebensaufgabe geworden war4 ,zu ,anfang war es wohl wunderschn1 wenn wir uns abends trafen und als zwei verkappte ,weltumstrzler an den ,provinzlern und ,kleinstadtleuten vorbergingen4 ,diese fanden an uns beiden vielleicht nichts anderes merkwrdig1 als da der junge ,philosoph untersetzt war1 aber im ,gesicht eine kluge regelmige ,linie zeigte1 auerdem ein ,augenglas trug und auf der ,oberlippe einen kaum beginnenden ,bartflaum4 ,und an mir fiel auch nichts auf als der berstarke ,haarwuchs auf meinem ,kopf4 ,auch an unserer ,kleidung war nichts ,aufrhrerisches4 ,mein ,freund trug1 solange ich ihn kannte1 hechtgraue ,kleider von einfachstem ,schnitt1 whrend ich meistens schwarze ,stoffe trug und mich hchstens durch eine etwas gewhltere ,krawatte auszeichnete4 ,der junge ,philosoph war von ,haus aus ,katholik1 ich ,protestant4 ,aber es war selbstverstndlich1 da ,religionsunterschiede nie zwischen uns zu ,tage traten1 da wir uns ber jede ,religion erheben wollten4 ,so dachten wir auch1 als ein dritter junger ,mann1 welcher ,jude war1 sich zu uns gesellte1 keinen ,augenblick ber seine ,religion nach und fhlten ihn1 nachdem er von dem jungen ,philosophen in die neue ,weltanschauung eingeweiht worden war1 als einen geistesfreien ,menschen uns zugehrig4 ,wenn wir von den neuen ,gedankenwegen sprachen1 waren wir alle drei wie ein einziger ,mensch1 der da denkt1 fragt und sich ,fragen beantwortet4 ,das ,seltsame war aber1 da jeder von uns dreien aus einer strengglubigen ,familie stammte4 ,meine ,mutter hatte der strengprotestantischen ,sekte der ,herrnhuter angehrt1 und in meines ,vaters ,familie waren viele ,oberprediger unter meinen ,vorfahren gewesen4 ,der junge ,philosoph hatte eine uerst strenge ,mutter1 die jeden ,morgen1 ,sommer und ,winter1 ihn und seine ,brder vor dem ,schulbesuch in die ,frhmesse geschickt hatte4 ,und jeden ,sonntag hatte er die ,kirche zweimal besuchen mssen1 morgens und nachmittags4 ,ebenso mute er jeden ,monat zur ,beichte gehen1 und die uerst scharfe ,mutter1 die nie mit schweren ,strafen gegeizt1 sammelte eifrig die ,beichtzettel1 die ihr den ,beweis des ,gehorsams geben sollten1 den sie blindlings bei allem1 was die ,kirche betraf1 von ihren ,shnen forderte4 ,auch spter noch1 als mein ,freund auf dem ,gymnasium war1 war sie eben so streng zu ihm gewesen4 ,und nachher hatte sie ihn dann erst zum ,studium auf die fremde ,universitt gehen lassen1 als er ihr versprochen hatte1 den ,kirchenbesuch dort fortzusetzen4 ,und dieser junge ,mann1 der so aufklrend und auf meine alten religisen berlieferungen vernichtend wirkte1 er besuchte regelmig -- um seine ,mutter nicht belgen zu mssen1 wenn er in den ,ferien heimkam und ber den ,kirchenbesuch ausgefragt wurde -- jeden ,sonntag vormittag eine katholische ,kirche der ,universittsstadt4 ,als ich ihn fragte1 wie er das fertig brchte1 in die ,kirche zu gehen1 sagte er3 ,es ist mir ganz gleich1 ob ich zu ,hause auf meinem ,zimmer oder in der ,kirche ber meine ,atomlehre nachgrble4 ,meine ,mutter belgen mag ich nicht1 das ist mir unbequem4 ,und wrde ich nicht in die ,kirche gehen1 so ist diese ,frau so stark1 da sie mich nicht weiterstudieren lassen wrde4 ,also tue ich ihr den ,gefallen4 ,ich bin das ,nachdenken in den ,kirchen schon von ,jugend an gewhnt und habe meine ganze ,weltanschauung seit ,jahren im ,schutz der ,kirchengewlbe und der ,kirchenstille durchgearbeitet4 ,ich habe meiner ,mutter nur versprochen1 in die ,kirche zu gehen4 ,fr meine ,gedanken in der ,kirche aber hat sie mir kein ,versprechen abgenommen1 und dafr htte ich ihr auch keines geben knnen48 ,der ,vater meines ,freundes1 welcher als ,direktor einer ,fabrik1 die auf dem ,lande lag1 nur des ,sonntags zur ,familie in die ,stadt kam1 hatte die ,erziehung seiner ,shne dieser etwas gewaltttigen ,mutter ganz berlassen und war zufrieden1 wenn er ,ruhe zu ,hause fand1 und wollte von keinem ,streit und keinen ,erziehungsangelegenheiten hren4 ,es htte dem jungen ,mann also nicht geholfen1 wenn er in der ,kirchenfrage sich an seinen ,vater gewendet htte4 ,und so oft ich1 der von ,haus aus keinen ,kirchenzwang kannte1 den ,freund1 wenn er mich ,sonntag nachmittag besuchte1 fragte3 ,warst du heute vormittag spazieren881 da war seine stete und mich immer wieder verwundernde ,antwort3 ,ich8 ,nein4 ,ich war in der ,kirche4 ,das mut du doch endlich behalten4 ,ich bin wahrscheinlich unter allen ,medizinstudierenden der beste ,kirchengnger der ganzen ,universitt48 ,er sagte das lachend4 ,und ich schttelte den ,kopf und erstaunte immer wieder4 ,ich htte ein solches ,gleichgewicht von ,beherrschung und ,willen nicht aufbringen knnen1 so glaubte ich immer und uerte das zu ihm4 ,da sagte er zu mir3 ,tust denn du nicht dasselbe8 ,du lebst im ,hause deines ,vaters1 bei ihm1 der dich nicht ,knstler werden lassen will4 ,und du beugst dich mit ,beherrschung seinem ,willen und lebst und arbeitest in seinem ,geschft und denkst dabei deine eigenen ,gedanken1 von denen dein ,vater keine ,ahnung hat4 ,du gehst folgsam in sein ,geschft1 aber deine ,gedanken sind nicht dort1 denn du willst ,schriftsteller und ,dichter werden4 ,ich tue meiner ,mutter den ,willen und gehe in die ,kirche1 und du tust deinem ,vater den ,willen und bst einen ,beruf aus1 bei dem du1 so wie ich in der ,kirche1 ganz anderen ,gedanken nachhngst48 -- ,der ,dritte von uns gehrte einer strengjdischen ,familie an und war aus einer der jdischsten ,provinzen ,ostdeutschlands nach ,wrzburg gezogen4 ,er studierte ebenfalls ,medizin1 und der junge ,philosoph hatte ihn in einem ,kolleg1 das sie beide besuchten1 und wo sie nebeneinander saen1 kennen gelernt4 ,er hatte ihn mir gelegentlich vorgestellt1 und seltsamerweise geschah dieses gerade in dem ,augenblick1 als ich es etwas eintnig empfand1 mit dem jungen ,philosophen immer von der ,entwicklung seiner ,atomlehre zu sprechen4 ,denn geleitet vom ,studium der ,physik und der ,chemie1 die er eifrig betrieb1 da er sie zum ,physikum-,examen bentigte1 hatte der ,philosoph jetzt eine ,atomlehre aufgebaut4 ,er behauptete1 die ,atome aller ,dinge1 im ,eisen1 im ,holz und so weiter1 kreisen ebenso untereinander wie die ,planeten um die ,sonne und leben wie die ,sonnensysteme kreisend4 berall1 wo ,leben herrsche1 sei dieselbe kreisende ,bewegung in den ,dingen wie im ,sternenhimmel1 so behauptete er4 ,die ,weltkrper seien fr den ,weltraum nichts als ,atome von ungeheurem ,umfang4 ,und mit der ,annahme vom ,kreisen der ,atome wre auch der ,magnetismus und die ,elektrizitt1 deren fernwirkende ,kraft bisher unerklrlich war1 leicht erklrbar4 ,ebenso wren die ,macht der wirbelnden ,dampfkraft1 das ,schwergewicht und die ,ausdehnung der ,gase durch das ,kreisen der ,atome verstndlich4 ,und der junge ,denker wollte die ,vorgnge der ,chemie und ,physik nun auf die einfachste ,weise erlutern und ein ,buch ausarbeiten1 das von nichts weniger als vom ,wesen aller ,dinge8 handeln sollte4 ,bei diesen1 auf die ,einzelheiten des mechanischen ,lebens eingehenden bertragungen der neuen ,weltanschauung wurde ich unaufmerksam und konnte nicht genau mitfolgen1 da sie fern von meinem ,gebiet lagen3 der neuen ,dichtung1 der ich zustreben wollte4 ,und so war mir der andere neue ,kamerad willkommen1 der als ,student dem jungen ,philosophen kritischere ,einwnde machen konnte als ich4 ,ich war schon ganz beranstrengt von den chemischen und physikalischen ,vortrgen1 die mir der junge ,denker auf allen ,spaziergngen gehalten hatte4 ,auch war ich1 um mir eine persnliche ,schriftsprache anzueignen und mir das eingedrillte aufsatzartige ,deutsch der ,schuljahre abzugewhnen1 auf den ,gedanken gekommen1 alle ,spaziergnge und alle ,beobachtungen an ,menschen und alle ,gesprche mit ,menschen aufs knappste zu ,hause in ,notizbchern niederzulegen4 ,und da hatte ich viel zu tun1 denn ich sah bald ein1 wieviele wichtige ,beobachtungen aus der ,augenblickswelt1 wieviele feine1 unauffllige und doch wichtige ,menschenzge und wieviele vorberflatternde ,ausdrcke in der ,sprechweise der ,menschen mir bisher entgangen waren4 ,denn so1 wie in der ,landschaft mir jetzt nichts zu klein war und zu unbedeutend1 als da es nicht eindrucksvoll gewesen wre1 so erging es mir bei den ,menschen und ihren ,gesprchen4 ,bald huften sich ,ste von dicken ,notizheften bei mir an1 und wenn ich manchmal darin bltterte1 war ich erstaunt1 wie lebensfrisch jedes ,erlebnis noch nach ,wochen wirken konnte1 wenn es in treffenden ,worten und mit genauer ,beobachtung festgehalten worden war4 ,in diesen ,notizbchern standen natrlich ganz unzusammenhngende ,beobachtungen1 herausgerissen und niedergeschrieben aus dem ,tagesleben4 ,es waren das meistens bungen1 wie ungefhr ,kinder in der ,fibel zuerst ,silben lesen und ,silben schreiben lernen1 ehe sie ganze ,worte1 ,stze oder ,aufstze bilden drfen4 ,ich schulte dabei mein ,gedchtnis fr die ,vorgnge um mich1 und zugleich eignete ich mir ein schnelles ,fhlen1 ,auffassen und ein schnelles ,bezeichnen jener ,vorgnge durch solch tgliches ,niederschreiben an4 ,diese ,notizbcher hatten aber nichts mit einem ,tagebuch gemeinsam4 ,es handelte sich darin nicht um zusammenhngende1 fortlaufende ,geschehnisse4 ,ich beschrieb manchmal nur den ,gang eines ,menschen1 der mir zufllig aufgefallen war1 oder ,gewohnheitsgesten eines ,sprechenden1 oder nur ein paar ,bume im ,regen1 das ,abendlicht ber den ,dchern der ,stadt1 das ,windgerusch in der ,nacht in einem ,garten und so weiter4 ,vielleicht manches ,mal nur das ,gefhl1 den der ,hndedruck eines bestimmten ,menschen mir gab1 das ,gefhl eines ,kopfnickens nur oder das eines flchtigen ,blickes1 den ich von ,vorbergehenden auffing1 und der mir tiefe ,seelenzustnde zu enthllen schien4 ,ich bte mich so in der ,kunst1 ,kleinstes und ,flchtiges in bezeichnenden1 nachdrcklichen ,worten festzuhalten4 ,und deshalb wurde es mir allmhlich auf den ,spaziergngen schwerer1 dem jungen ,philosophen in allen seinen ,gedankengngen ber ,chemie und ,physik zu folgen4 ,der neue ,freund1 den mir der ,denker zugefhrt hatte1 und den ich zum ,unterschied von uns beiden ,sprechenden und ,errternden1 da er wenig sprach1 aber mitempfindend nickte und meist zuhrend war1 den ,schweigsamen nennen will1 -- dieser neue ,freund war mir jetzt eine wahre ,wohltat4 ,nach den ununterbrochenen ,gedankengesprchen der vorausgegangenen ,zeit wirkte er durch seine ,ruhe und sein teilnehmendes ,nicken wie jemand1 der da war und doch nicht da war4 ,und man konnte sich vorstellen1 da1 wo er in ,gedanken war1 es friedlich sein mute1 da er immer irgendeine ,melodie leise vor sich hinsummte oder leise pfiff4 ,der ,schweigsame setzte sich auch oft ans ,klavier und spielte ,chopin oder ,grieg1 whrend der ,denker1 wenn er sich ans ,klavier setzte1 nicht ohne ,beethoven gespielt zu haben wieder aufstehen konnte4 ,so war der ,sommer herangekommen1 und nun komme ich in meiner ,erlebnisschilderung bald zu jenem seltsamen ,augustnachmittag4 ,es war notwendig1 den ,leser mit der ,entstehung jenes lebensbestimmenden ,grundgedankens bekannt zu machen1 der mir von jenem ,freund1 dem jungen ,philosophen1 gegeben wurde1 da diese neue ,weltanschauung1 die sich mit der ,zeit in mir festwurzelte1 dann auch wirklich der ,grundton aller meiner ,liederbcher und ,prosabcher wurde1 die in den letzten zweiundzwanzig ,jahren entstanden sind4 ,auch der ,binnenreim und meine1 die ,kritiker immer wieder verwundernde1 ,heranziehung von wechselnden ,vergleichen und ,bildern des ,naturlebens ist die ,folge jenes befreiten ,weltblickes und hat den ,ursprung in einem ,herzen1 das sich ,schpfer und ,geschpf fhlt und nicht blo sklavische ,unterordnung unter berlieferte ,begriffe kennt4 ,viele ,kritiker sagten ,jahre hindurch1 meine ,bcher und ich selbst seien nirgends einzureihen4 ,dieses ist wahr1 sie haben recht1 da ich jetzt1 wenn ich auf meine ,bcher zurckblicke1 mich1 ohne mir schmeicheln zu wollen1 den dichterischen ,verknder einer neuen menschenbefreienden ,weltanschauung nennen kann4 ,meine ,gedichte werden oft mit den kurzen gedrungenen ,liedern der ,asiaten verglichen4 ,ich habe aber niemals weder chinesische noch japanische ,literatur studiert4 ,ich kenne von diesen ,literaturen nur einige wenige ,gedichte1 die in den letzten ,jahren in bersetzungen zu uns gekommen sind4 ,ich erhielt fters ,aufforderungen von ,literaturprofessoren1 ihnen die ,quellen zu nennen1 aus welchen ich die japanischen ,novellen und ,liebesgeschichten entnommen1 die ich nach meiner ,reise um die ,erde #aiaa herausgab4 ,ich mu aber immer wieder und diesmal ffentlich erklren3 ich kenne nichts von japanischen oder chinesischen ,urtexten4 ,nur ein weniges1 was in bersetzungen zu uns kam1 und das jene ,herren viel aufmerksamer studiert haben werden als ich1 kenne ich4 ,auf meiner ,reise um die ,erde1 durch ganz ,asien1 von ,bombay bis ,yokohama1 war es die vorher vor dem ,leser ausgebreitete ,weltanschauung1 die mich der ,seele der ,asiaten sozusagen zum ,zwillingsbruder machte4 ,und fhlt man seine ,seele mit der ,seele eines ,volkes verwandt1 und decken sich die ,weltanschauungen1 oder sind sie sich wenigstens sehr hnlich1 so ist es ein leichtes1 das ganze ,gebrdenspiel einer fremden ,rasse1 ihre ,wnsche1 ,bedrfnisse und ,begierden1 auch die ,wallungen ihrer ,leidenschaften zu verstehen und miterleben zu knnen1 so wie man es zu ,hause bei dem vaterlndischen ,volk tut4 ,durch ,beobachtungsgabe und ,rhythmusverstndnis1 die mir im ,ohr und im ,blut von meinen ,eltern ins ,leben mitgegeben wurden1 die ich aber beide durch die ,erfassung jener neuen ,weltanschauung viel freier schulen und ben konnte1 als wenn ich alten berlieferungen und ausgetretenen ,gefhlswegen nachgegangen wre1 sind mir auf meiner kurzen ,reise durch ,asien die ,kulturen der morgenlndischen ,vlker leicht vertraut geworden1 so da viele ,kritiker behaupteten1 ich mte jahrelang asiatische ,studien betrieben haben vor1 whrend oder nach meiner ,reise4 ,und das ganze ,geheimnis1 warum ich ,asien nahe kam1 liegt doch nur in dem ,weltallverstndnis1 das in jenem ,satze enthalten ist3 wir besitzen alles1 und uns besitzen alle1 und ber uns ist kein anderer ,besitzer4 ,dieser ,satz1 der der neuen ,weltanschauung voransteht1 macht einen jeden ,menschen zum natrlichen ,besitzer aller ,lebensregungen1 die der ,erdball und der ,himmel hervorbringen4 ,wenn ein ,dichter sich von alten beengten berlieferungen befreit hat und die ,freuden und ,leiden der ganzen ,erde gleich hlt seinen eigenen und sich mitbeteiligt fhlt am ,lebenszustand aller ,rassen1 ausgegangen von der engsten ,heimat bis zur weitesten ,ferne und zurckkehrend zur engsten ,heimat1 so ist es nicht mehr erstaunlich1 wenn demselben dann ,gedanken und ,gedichte in ,flle zufliegen4 ,die meisten ,gebildeten heutzutage1 die den ,schpfer ber sich nicht mehr anerkennen1 werden planlos vom ,weltgetriebe umhergeschaukelt2 die meisten1 die die alten berlieferungen ablegten1 gehen ziellos umher1 als einziges ,ziel nur die ,jagd nach ihrem ,glck anerkennend4 ,die ,einsicht aber1 da der ,wert aller und ihr eigener ,wert unzertrennbar von einander sind und ebenso das ,glck aller und ihr eigenes ,glck zusammengehren1 diese ,einsicht haben wohl viele1 aber danach zu leben1 wird ihnen schwer1 weil sie nicht alle ,leben als ihren festlichen ,besitz und nicht sich als den festlichen ,besitz aller ,leben anerkennen wollen4 ,dieser ,besitz beschrnkt sich nicht blo auf die kurzen ,menschenjahre1 sondern es ist gemeint1 da der ,besitz sich auch erstreckt auf alle ,zeiten1 auf ,vergangenheit1 ,gegenwart und ,zukunft1 das heit1 auf alles ,leben1 dem wir immer angehrt haben1 angehren und angehren werden1 und auf alle ,schpferkraft im ,weltall4 ,jedes ,menschenleben ist hnlich einem ,knstler4 ,dieser verfertigt ein ,buch1 ein ,bild1 eine ,statue1 ein ,musikstck2 und ist eines seiner ,werke beendet1 so ist damit doch nicht sein ,leben beendet4 ,er beginnt ein neues ,werk1 aber sein ,leben steht hinter allen seinen einzelnen ,werken4 ,so leben wir durch alle ,zeiten neue ,leben1 und hinter allen diesen ,leben steht unser eigenes ewiges ,leben1 das ewige ,leben des ,weltalls1 von dem wir im ,innersten ,besitzer sind4 ,aber kein ,leben steht ber uns1 kein ,schpfer und kein ,richter2 wir selbst sind unser ,schpfer und unser ,richter4 ,diese ,anschauung macht frei und verantwortlich zugleich4 ,vielleicht wird mir einer zurufen3 ach1 das ist die ,seelenwanderungslehre6 ,das ist altbekannt und nichts ,neues6 ,nein1 es ist nicht die ,seelenwanderung allein1 die ich meine4 ,ich erklre3 wir alle sind lngst ,besitzer der gttlichsten ,seelenruhe1 des ,nichtseins1 des ,nirwana1 wie es die ,asiaten nennen4 ,wir sind aber auch zugleich ,besitzer des ,seins4 ,beide ,zustnde sind untrennbar von einander in uns verschmolzen4 ,wir wandern nicht anders von ,leben zu ,leben1 als der ,knstler es tut1 wenn er ein ,werk nach dem andern vollbringt4 ,der ,geist jedes ,schaffenden steht hinter allen seinen ,werken in gttlicher ,ruhe und ,betrachtung4 ,so stehen wir hinter unseren ,leben4 ,wir sind von ,leben zu ,leben durch die ,jahrtausende wandernd1 die ,jahrtausende erlebend gegangen1 so wie ein ,meister von ,werk zu ,werk ttig ist und doch hinter seinen ,werken1 ,ruhe bewahrend und mit gttlichem ,geist die ,werke betrachtend1 unsterblich lebt4 ,und nun will ich an ,stelle des ,wortes ,werk das ,wort ,fest setzen4 ,der ,elendste unter uns ,menschen1 das ,elendste unter den ,tieren und das ,elendste unter allen ,atomen feiert das ,fest seines ,werkes1 so lange es sein ,leben liebt4 ,wenn ihm das ,werk nicht mehr gengt1 ihn das ,fest seines ,lebens nicht befriedigt1 so legt er dieses ,leben fort und wird ein neues beginnen1 ein neues ,werk1 ein neues ,fest4 ,das heit1 jedes ,lebewesen kann sich unbewut oder bewut sterben lassen1 mit oder ohne ,gewalt4 ,aus der ,ruhe seines urewigen ,lebensatoms heraus wird dieses ,lebewesen die ,gestalt1 in der es ,schpfer war1 z4 ,b4 den ,krper ,mensch1 ,tier1 ,pflanze eingehen lassen und sich mit neuer unerschpflicher ,werk- und ,festlust1 die wir ,lebenslust oder ,schpferlust nennen1 neue ,gestalt geben4 ,jeder wird nach dieser ,ausfhrung verstehen1 da diese ,art ,seelenwanderung1 wenn man sie so nennen kann1 zwar hnlich jener bekannten ,annahme von der ,seelenwanderung ist1 aber da sie aus ,schpferlust geschieht und keinen ,zwang bedeutet1 ist sie mehr1 sie ist festlich4 ,dieser ,gedanke ist eine ,verschmelzung von christlicher ,anschauung und buddhistischer ,anschauung4 ,jede ,halbkugel der ,erde gab ihren ,geist zum ,aufbau dieses ,ideales1 dieser neuen ,weltanschauung4 ,die ,asiaten behaupteten1 da wir gezwungen von ,leben zu ,leben gehen mssen1 wenn wir uns nicht durch steten ,lebensverzicht von der ,lebenswiederkehr bewahren und so durch fortgesetzte ,abttung des ,lebenswillens uns zum ,nirwana1 zur hchsten ,seelenruhe bringen4 ,der ,asiate sieht also die ,seelenwanderung1 das ,weiterleben1 wie eine ,strafe an und das ,leben wie eine ,plage1 aber die ,seelenruhe1 das ,nichtsein als das einzig lebenswerte ,ideal4 ,der ,geist des ,abendlnders dagegen gibt die ,lebenslust nicht auf4 ,er findet es feig1 auf das ,leben zu verzichten4 ,er sieht das ,leben als eine ,aufgabe an1 als ein ,werk1 an dem er arbeitet1 und jene trumende ,seelenruhe des ,asiaten erscheint seinem europischen ,lebenswillen unbehaglich4 ,und der neuzeitliche ,abendlnder kann sich unter der ,seelenruhe nach dem ,tode und ihrer ,seligkeit gar nichts mehr vorstellen1 da er immer krftig lebensttig ist und unermdliche ,lebensttigkeit ber unendliche ,ruhe setzt4 ,das neue ,ideal aber oder die ,weltanschauung1 die sich ergibt1 wenn wir die edelsten ,regungen des morgenlndischen ,geistes und die des abendlndischen ,geistes zu einer einzigen ,lebenserklrung zusammenstellen1 dieses ,ideal1 oder diese ,weltanschauung sagt3 ,wir sind immer ungezwungen ,schpfer und ,geschpfe gewesen und werden es immer sein1 das heit3 wir sind immer im ,besitz ewiger und endlicher ,krfte gewesen4 ,jedes neue ,leben1 das wir erleben1 ist uns ein festlich stimmendes ,werk1 hinter dessen ,endlichkeit unsere eigene ,unendlichkeit weiterlebt und stets mit ,schpferlust nach neuen ,werken und ,festen greift4 ,wir sind ewige ,besitzer der ,schpferkraft seit allen ,zeiten4 ,wir und alle kleinsten und grten ,lebewesen sind immer ewige ,besitzer einer ewigen ,ruhe1 die wir nicht erst in einem fernen ,nirwana oder ,himmel zu erreichen brauchen4 ,und wir sind auerdem die ewigen ,besitzer des ,lebens1 des festlichen ,wechsels in der ,ruhe1 dessen ,gestaltung wir selbst bestimmen aus unserer unendlichen ,schpferlust heraus4 ,christus1 der groe ,weise und groe ,mensch der weien ,halbkugel1 sagte3 ,ihr sollt nicht sorgen fr den morgigen ,tag1 das heit1 euch nicht zu viel ,unruhe machen4 ,der ,vater im ,himmel sorgt fr euch wie fr die ,lilien auf dem ,felde48 ,jener ,vater im ,himmel ist unsere eigene1 ewig in uns wohnende und uns gehrende unsterbliche ,schpferlust1 die ,atomkraft1 wie mein ,freund1 der ,philosoph1 sagte1 deren ,ruhe unerschtterlich ist1 vor der unser jeweiliges endliches ,leben weniger als den millionsten ,teil eines ,atoms bedeutet4 ,diese ,schpferkraft wohnt in uns wie in allen1 die mit uns in die ,weltallerscheinung treten und am ,weltallwerke und ,weltallfeste mitarbeiten und mitfeiern4 ,dieser unserer ,schpferkraft mssen wir uns bewut werden1 um uns nicht blo als die schwachen ,geschpfe und als ,sklaven eines endlichen ,lebens oder einer ewigen ,seelenwanderung zu fhlen4 ,wir streben weder einem ,himmel noch einem ,nichtsein oder einem ,nirwana zu4 ,das ,nichtsein ist uns so gut angeboren wie das ,sein4 ,in unseren tiefsten1 erhabensten ,augenblicken kehren wir bei unserem ,nichtsein ein4 ,wir fhlen uns dann weltfern4 ,wir kehren dann in unsere ,weltferne zurck1 in das ,apogum1 wie die ,griechen sagten1 in das ,nirwana1 wie es die ,asiaten nennen4 ,aber wenn wir dann zum ,lebensfest und zum ,lebenswerk zurckkehren1 zum irdischen ,atmen1 zum ,ttigsein und ,handeln in irgendwelcher ,gestalt1 in der wir eben unser ,lebensfest feiern1 dann hat uns auch stets die ,rckkehr entzckt1 die ,rckkehr von der ,weltferne in die ,weltnhe4 ,denn beides ist unser ewiger ,besitz1 und keines von beiden wollen wir missen4 ,die ,weltferne ist das ewig festlich ,unabnderliche in uns1 die ,weltnhe das ewig sich festlich ,verndernwollende in uns4 99 99 99 99 99 ,und nun1 ehe ich endlich jenen seltsamen ,augustnachmittag beschreibe1 mu ich noch eine ,erklrung abgeben4 ,jeder ,mensch hat nur zwei ,hnde bekommen1 zwei ,augen1 zwei ,ohren1 zwei ,nasenlcher und im ,halse zwei ,rhren1 eine fr die ,luft- und eine fr die ,speiseaufnahme4 ,alle diese ,zugnge zum ,krper bedingen ein bestimmtes ,krperleben1 ein bestimmtes ,sinnesleben1 das1 solange wir als ,menschen leben1 unverrckbar der ,ausfhrung unseres ,lebenswerkes und unseres ,lebensfestes bestimmte ,grenzen setzt4 ,das ,lebenswerk und das ,lebensfest wrde natrlich anders ausfallen1 anderen ,erlebnissen unterworfen sein1 wenn wir zum ,beispiel mit dem ,leib eines ,vogels1 mit ,flgeln1 ,schnabel und ,fukrallen geboren wren4 ,ebenso wren wir1 als ,blume oder ,baum festgewurzelt1 als ,stein festliegend oder als ,wasser fortflieend1 als ,feuer auflodernd oder als ,rauch fortschwebend1 einer anderen ,lebensbewegung1 einer anderen ,lebensttigkeit1 einem anderen ,lebenswerk und einem anderen ,lebensfest hingegeben4 ,da aber jedes ,lebewesen nicht blo der ,weltnhe1 sondern auch der ,weltferne angehrt1 da unzertrennbar von einander das ,gefhl der ,weltnhe und das ,gefhl der ,weltferne in jedem ,atom vereint wohnen1 sowohl im ,rauchatom1 als im ,feuer1 als im ,wasser1 wie in der ,blume und im ,baum1 ebenso wie in der ,menschengestalt1 so sind im ,grunde alle ,lebewesen eine ,kraft1 eine ,schpfung4 ,festliche ,ruhe1 festliche ,ttigkeit1 an ihnen hat jedes ,atom teil1 ebenso an der ,lust der ,weltferne wie an der ,lust der ,weltnhe4 ,die ,gestalten des ,lebens gehren sowohl der ,weltnhe1 welche ,ttigkeit bedeutet1 und zugleich der ,weltferne1 welche eine ,erhebung ber das ,leben bedeutet1 an4 ,die ,gestalten sind die ,geschpfe1 das ,gefhl der ,weltferne in den ,gestalten ist der ,schpfertrieb1 das ewige ,leben4 ,mit unseren jeweiligen ,sinnen knnen wir immer nur ein ,leben leben1 ein ,fest feiern1 das sich in der ,weltnhe abspielt4 ,aber von der ,weltferne aus1 zu der wir uns stndlich ber unser endliches ,leben erheben knnen1 weil wir im letzten ,urgrund bei ihr untrennbar wohnen1 knnen wir bei grndlicher ,vertiefung alle endlichen ,leben berschauen oder uns in sie hineinversetzen1 ohne unsere eigene ,gestalt1 in der wir augenblicklich arbeiten und ,feste erleben1 sterben lassen zu mssen4 ,wenn es in der ,bibel heit3 siehe1 die ,stimme ,gottes sprach zu ihm im ,traum1 oder wenn ,buddha sagt3 ich ging in einem ,traum von ,leben zu ,leben1 so ist das nicht ein auer uns stehender ,gott und ,schpfer1 dessen ,stimme wir gehrt haben wollen1 oder der uns im ,traum von ,leben zu ,leben gefhrt hat1 sondern3 es ist die ,weltferne in uns1 die zur ,weltnhe in uns spricht4 ,wir sind es1 die im ,traum zu uns selbst sprechen4 ,wir sind es1 die uns im ,traum und in der wachen ,ahnung ,bilder1 gewesenes und kommendes ,leben zeigen knnen4 ,wir selbst1 vermge der ,schpferkraft in uns1 die von der ,weltferne aus zur ,weltnhe spricht1 sind allwissend4 ,unsere ,weltferne steht nicht blo ber uns1 sondern sie lebt im ,mittelpunkt aller ,weltleben berhaupt4 ,wir fhlen1 wie die ,radien eines ,lebens tun1 den ,mittelpunkt und die ,peripherie des ,kreises zugleich4 ,alle ,leben finden sich zusammen in der ,weltferne auf einem ,punkt1 sowie alle ,radien sich im ,mittelpunkt des ,kreises treffen4 ,auf der ,peripherie1 in der ,weltnhe1 leben alle ,leben voneinander getrennt in der ,welt der ttigen ,erscheinungen4 ,im ,mittelpunkt1 in der ,weltferne1 zu der wir uns in jedem ,augenblick erheben knnen1 sind wir ,besitzer und berschauer des ganzen ,weltalls1 gleichwie der ,kreismittelpunkt mit allen ,radien ,fhlung hat4 ,auf der ,peripherie aber1 wo sich unser ,gestaltenleben abspielt1 dort entsteht die krperliche ,weltnhe1 das ,fest des endlichen ,lebens1 whrend zugleich unsere ,weltferne in ewiger ,ruhe1 im ,mittelpunkt des ,lebens1 die ,erscheinung aller ,leben1 die wir im ,augenblick oder nach ,jahrhunderten erleben1 immer um sich kreisen lt1 betrachtet und das ,fest der ,ewigkeitsruhe geniet4 ,wir sind also in jedem ,lebensaugenblick da und fort von uns4 ,und wenn unser endliches ,leben aufhrt1 so hrt doch nie unser ,mittelpunktsleben im ,weltall auf4 ,wir nehmen vom ,mittelpunkt aus sofort neue ,fhlung mit einem neuen ,punkt auf der ,peripherie4 ,unerschpflich ist das ,leben in der ,peripherie1 unerschpflich die ,schpferkraft unseres gemeinsamen ,mittelpunktes im ,weltall4 ,da wir immer ,weltnhe und ,weltferne1 ,peripherie und ,mittelpunkt in jeder ,sekunde zugleich erleben1 so sind wir alle allwissend1 allgegenwrtig1 allfhlend4 ,wir tragen immer in uns alle jene gttlichen ,eigenschaften1 die wir1 frher unaufgeklrt1 immer nur einem ,schpfer ber uns zusprachen4 ,wir ,menschen waren bisher nicht mutig genug1 uns unseren gewaltigen ,lebensinhalt1 den1 da wir ,mitbesitzer der ,weltallschpfung1 der ,weltallgedanken1 der ,weltkraft sind1 klar zu machen4 ,wir hielten uns nur fr ohnmchtige ,peripheriewesen1 nur von der ,weltnhe lebend4 ,wir trennten uns1 unaufgeklrt1 in unseren ,worten und ,gedanken vom groen ,schpfungsfest4 ,wir wollten nie verantwortlich1 nie grndlich den ,anlauf zur ,selbsterkenntnis unseres ewigen ,daseins nehmen4 ,es war uns so wie einem1 der nur immer seine ,fe sieht und seine ,hnde und seinen ,unterleib1 der sich aber nicht einzugestehen wagt1 da er auch einen ,kopf besitzt1 weil er diesen ,kopf bisher nicht sehen konnte und deshalb nicht an das ,empfinden glaubte1 das ihm sagte1 er besitze einen ihm unsichtbaren ,kopf1 der fr ihn denkt1 riecht1 schmeckt1 hrt1 sieht1 das heit wahrnimmt4 ,aber nun haben wir den ,mut1 wir ,menschen von heute1 zur ,erkenntnis4 ,es bleibt uns nichts anderes brig1 als endlich zu erkennen1 da der ,weltkopf1 den wir fhlen1 aber nicht sehen1 nicht einem ,schpfer ber uns gehrt1 sondern uns selbst4 ,wir haben bei der neuen ,erkenntnis nichts getan1 als endlich vollstndig unsere ,weltallgestalt festgestellt4 ,wir glauben jetzt ganz unserem ,gefhl1 das uns schon im ,christentum als ,mitbesitzer der ,weltferne1 des ,weltkopfes1 erklrte1 indem es uns den vagen ,begriff ,seele einrumte4 ,aber man setzte ber diese ,seele damals noch eine ,weltseele1 einen ,weltschpfer4 ,die ,seele aber ist unsere ,weltferne1 die nichts ber sich erlebt1 auch keinen ,weltschpfer4 ,denn sie selbst ist schon im ,vollbesitz der ,ursprungskraft1 der ,weltallruhe und der ,schpferkraft4 ,wir ,menschen sind1 wie alle ,leben1 ,schpfer und ,geschpf1 von uns geschaffen und von allen und jedem ,leben des ,weltalls4 ,und wir sind zugleich ,mitschpfer von allen und jedem ,leben des ,weltalls4 ,mancher wird nun vielleicht nach den vorangegangenen ,erklrungen tricht sagen3 wenn wir behaupten1 die ,schpferkraft eines ,weltschpfers zu besitzen1 mten wir dann nicht unser ,leben fortwhrend bewut ndern knnen8 ,es mte uns ein kleines sein1 aus ,steinen dann ,brot zu machen oder uns im ,magen satt zu fhlen1 wenn wir es nicht sind1 oder ,berge fortwandern heien1 ,wasser in ,feuer verwandeln usw4 ,es mte uns leicht sein1 so knnte ein ,tor sagen1 ein willkrliches ,spiel mit den ,lebensgestalten und ,lebenserscheinungen zu spielen4 ,wer so fragt und so spricht1 hat aber nicht begriffen1 da die ,weltferne und die ,weltnhe sich in uns ewig das ,gleichgewicht halten4 ,das heit1 ein unsinniges ,spiel mit sinnlosen ,verwandlungen in der ,welt der sinnvollen ,erscheinungen1 in der ,welt der sinnvollen ,weltnhe1 ist durch das ,gegengewicht der ewig weisen und ewig ruhenden ,weltferne in uns unmglich gemacht4 ,die ,weltferne in uns lt die ,weltnhe keine chaotischen ,zuckungen machen4 ,wir selbst stehen ewig weise ber der ,torheit4 ,das ewige ,wechselleben in der ,weltnhe wird in ,zucht und ,gleichgewicht gehalten durch die unerschtterlichste ,ruhe der ,weltferne in uns4 ,denn als ,schpferkraft wirken immer zwei ,regungen3 erstens die verankerte ,ruhe und ,betrachtung1 die das berschauen vermittelt1 und zweitens die ,ttigkeit1 geleitet von jenem berschauen1 die das ,lebenswerk oder ,lebensfest gestaltet und in ,szene setzt4 ,aber wenn ,ruhe und ,weisheit an unserer ,ttigkeit beim ,lebenswerk teilnehmen1 -- wie kann dann berhaupt ,bses geschehen1 da doch die weise waltende ,weltferne in uns von unserer ,weltnhe unzertrennlich ist8 ,man sollte meinen1 ,bses knnte nie mglich sein4 ,nun mt ihr1 die ihr das fragt1 einen ,standpunkt so hoch einnehmen1 da ihr auch die hohe ,antwort auf diese ,frage verstehen lernt4 ,bis jetzt nahmt ihr ,menschen meistens alle an1 da das ,leben eine ,plage ist4 ,die ,asiaten sprechen von der ,lebensqual und von dem ,fluch aller ,leben4 ,die ,abendlnder sprechen vom ,jammertal1 von der ,hoffnung auf ,erlsung und1 wenn es hoch kommt1 von der ,lebensaufgabe1 die man zu vollenden habe4 ,darber hinaus hat sich noch kaum eine ,lehre erhoben1 keine ,lehre der beiden ,erdhlften4 ,das ,leben ist aber ein ,fest und soll ein ,fest sein4 ,das ,leben ist auch dem ,elendsten immer festlich gewesen4 ,bedenkt doch1 da die ,se des ,lebens in euerer ,vorstellung das ,paradies hat entstehen lassen1 da sie den ,mohammedanern lustige ,grten vorgaukelt voll sinnenfroher ,frauen1 den ,christen einen melodischen ,himmel voll singender ,harmonien und den ,asiaten das groe selige ,ruhebett des ,nirwana4 ,wie festlich teuer ist uns ,menschen alles ,erleben1 wie kstlich festlich6 ,wir schaffen uns ,bilder vom ,leben noch ber den ,tod hinaus1 um das ,erleben nie zu entbehren4 ,das ,leben ist ein so gewaltiges ,fest1 da nur1 wenn wir uns bereitwillig die hchste ,schpferkraft und damit zugleich die hchste ,verantwortung zuerkennen1 wir das ganze ,fest genieen knnen4 ,sonst wird es uns gehen wie einem ,drfler1 der nie ,musik1 nie ,bilder1 nie ,tanz1 nie ,geist und ,anmut gesehen hat und der beim ,eintritt in einen festlichen ,gesellschaftssaal alle fr ,narren halten wrde1 die sich dort rhythmisch bewegen4 ,er wre zuerst geblendet vom ,fest und wrde nichts als einen ,wirrwarr sehen4 ,er wrde an der ,schwelle stehen bleiben und hchstens ausrechnen1 wieviel ,umstnde das ganze ,fest dem ,wirt und den ,eingeladenen gemacht hat4 ,und derselbe ,drfler1 in ein ,theater gefhrt1 wrde1 wenn er auf der ,bhne mitspielen sollte1 linkisch oder frech werden4 ,und da ihm der berblick ber das ,stck fehlte1 das zu spielen wre1 und ber die ,gestalt1 die er darin zu verkrpern htte1 wrde er sich gergert fhlen1 wenn er sich nicht einzufgen gelernt hat1 wenn er keine ,lust zum ,spielen mitgebracht hat4 ,und er wrde die ,festvorstellung1 bei der er mitwirken sollte und bei der er ,freude geben und ,freude ernten sollte1 verwnschen und sie als eine ,plage verfluchen4 ,und er wrde vielleicht seine ,gestalt und seine ,rolle wegwerfen aus ,unverstand1 und weil er keine ,ahnung hat1 da er zu einem ,fest1 zu einer ,lust beitragen soll4 ,er wrde jammern1 unglcklich sein4 ,und wenn er ein ernster ,mann ist und ein entschlossener ,mann1 so wird er hchstens die ,rolle auf ,zureden aufnehmen und weiterspielen und immer von seiner ,aufgabe sprechen1 aber nicht von einem frhlichen ,werk oder gar von einem ,fest4 ,mit dieser ,erklrung ist aber noch nicht erklrt1 warum ,gutes und ,bses da sein knnen1 wenn ,weltferne und ,weltnhe immer weise herrschen4 ,der eigenen ,schpferkraft ,weisheit in uns ist so hoch1 da sie versteht1 da alle ,geschpfe1 alle ,handlungen1 gute und bse1 notwendig sind1 um ,erscheinungen zu schaffen und ,lebenswechsel4 ,dem ,guten wird deshalb ewig das ,bse gegenberstehen mssen1 dem ,tag die ,nacht1 dem ,frieden der ,krieg1 dem ,aufbau der ,verfall1 dem ,anfang das ,ende4 ,diese ,notwendigkeit sieht die ,weisheit der ,weltferne in uns ein1 und es wird ihr deshalb nicht einfallen1 dem ,wechsel dieser ,gegenstze1 der sich in unserer ,weltnhe gestaltend und vernichtend ausdrckt1 einseitigen ,einhalt zu tun und nur ,gutes zu schaffen und zu verlangen4 ,trte im ,peripherieleben1 im ,leben der ,weltnhe1 im ,leben der ,erscheinungen1 ewiger ,tag ein1 ewig ,gutes1 ewige ,freude ohne ,schmerz1 ewiger ,frieden1 so wrde das den ,stillstand des ,festes bedeuten1 das wir so sehr lieben1 und dessen ,stillstand ganz unmglich ist1 da unsere ewige ,schpferkraft am ewigen ,werke ist4 ,ohne ,weltnhe wre keine ,weltferne mglich1 und beide sind undenkbar ohne die unerschpfliche ,kraft1 die jedem ,atom innewohnt4 ,wir sind ,besitzer der ,allmacht und der ,ohnmacht4 ,in diesem ,wechsel von ,ewigkeit und ,endlichkeit befindet sich unser endliches und ewiges ,leben in jedem ,augenblick4 ,wir sind die ,weisheit und das ,verbrechen an der ,weisheit4 ,wir sind das ,gute und das ,bse1 wir sind der ,tag und die ,nacht1 der ,frieden und der ,krieg4 ,alles das besitzen wir1 mit all dem handeln wir1 und alles das handelt mit uns4 ,wir spielen alle diese ,krfte aus1 wie der ,kartenspieler all seine verschiedenen ,karten ausspielt4 ,jedem ,spiel aber liegen ,regeln zugrunde4 ,so auch schreibt die ,weltferne der ,weltnhe ihre ,regeln vor1 damit das ,spiel in ,ruhe gefhrt werden kann4 ,da die ,karten immer wechseln1 das heit1 aufs ,leben bertragen1 der eine mal die1 der andere andere ,eigenschaften seiner jeweiligen ,lebensgestalt einsetzen kann1 so wird das ,lebensspiel1 so wie jedes ,kartenspiel1 immer wieder anders ausfallen1 trotz der feststehenden ,grundregeln1 die das ,spiel regieren4 ,wir selbst haben das ,schpfungsspiel erfunden und spielen es1 da es unendlichen ,wechsel bietet1 unendlich weiter4 ,manche hnliche ,kartenzusammenstellungen kehren zufllig wieder4 ,das erweckt dann den ,schein1 als ob ein ,spiel wiederkehre4 ,aber es ist kein ,spiel gleich dem andern1 kein ,leben1 das wiederkehrt1 ist gleich dem andern4 ,um die urewigen ,gesetze des ,spieles dreht sich der urewige ,wechsel des ,spieles1 und das ,ganze ist von der ,feststimmung der ,spielenden durchdrungen4 ,wie ein ,spiel ,scharfsinn fordert1 bung1 ,ausdauer1 ,glck1 so fordert das jedes ,leben4 ,der ,elendeste aber fhlt noch im elendsten ,augenblick1 wenn er vielleicht vom endlichen ,leben gewaltttig scheidet1 die ,feststimmung1 die auch das endliche ,leben der ,weltnhe und nicht blo das unendliche ,leben der ,weltferne durchschwingt4 -- ,glaubt mir1 ich habe fnfundvierzig ,jahre jetzt nicht nur ein ,leben auf ,rosen gelebt4 ,ich habe gelitten1 gezagt1 den ,tod gewnscht und selbst durch den ,ha und durch das ,verfluchen des ,lebens hindurch immer noch die ,kstlichkeit und die ,feststimmung des ,lebens schimmern sehen4 ,ich habe gehungert und gedarbt4 ,ich habe gestritten und habe geweint4 ,ich habe mich ohnmchtig1 gedemtigt1 in den ,schmutz gezogen1 verlassen und verloren gefhlt1 aber ich mte mich unehrlich1 taub1 blind und gefhllos nennen1 wenn ich das ,leben nicht trotzdem1 im ,rckblick und im ,vorwrtsschauen1 in jedem ,augenblick als ein ,fest ansehen mte4 ,alles dieses hatte ich ntig zu sagen1 und es berkam mich die ,lust zu dieser ,aussprache4 ,ehe ich die ,geschehnisse aus meiner eigenen ,weltnhe weitererzhle1 wollte noch einmal meine ,weltferne dazwischen reden1 und ich mute ihr das ,wort geben4 99 99 99 99 99 ,noch ein ,schluwort ber die ,einfhrung in diese neue ,weltanschauung1 die sagt1 da das ,leben ein ,fest ist und ein ,fest sein will4 ,ihr erinnert euch wohl alle noch der ,zeit1 als ihr in der ,kindheit noch nichts von ,gott oder dem ,schpfer wutet1 von dem man euch spter erzhlte4 ,ich glaube mich noch genau zu erinnern1 wie bestrzt ich war1 als man mir sagte1 da etwas ,strkeres im ,unsichtbaren existieren sollte1 ein strkerer ,herr als mein ,vater es war1 eine strkere ,macht als meine beiden ,eltern mir waren4 ,wie frei war es vorher um mich im ,hause gewesen1 ehe diese ,erklrung der ,elternohnmacht ber mich kam6 ,und wie seltsam wurde es mir bei dem ,gedanken1 da1 wenn ich einmal gro sein wrde1 vom ,vater fortkme und meine eigene ,frau haben wrde1 ein ,gottherr1 der schon ber meinen ,vater regiert hatte1 immer noch da wre1 auch wenn meine ,eltern tot wren1 und da er ewig wie ein ,aufpasser ber mir und meiner ,frau sitzen sollte1 ebenso wie ber allen ,menschen4 ,ich empfand das demtigend4 ,das ,erhabenste in mir fhlte sich gedemtigt2 das ,erhabenste in mir wollte allein regieren4 ,das ,erhabenste dnkte sich nicht erhaben zu sein1 wenn man ihm nicht vertraute1 da es unantastbar wre4 ,es fhlte sich beleidigt und erniedrigt1 einen ,aufpasser ber sich haben zu mssen4 ,es war mir1 als drfte ich mich keinen freien unendlichen ,gefhlen mehr hingeben1 da meine ,unendlichkeit nicht anerkannt wurde1 da immer nur von meiner niedrigen8 ,endlichkeit gesprochen wurde4 ,es war mir wirklich unbequem beim ,abend-1 ,morgen- und ,mittagsgebet mit der ,bitte um tgliches ,brot immer zu einem ,herrn1 der an einem aller ,vorstellung entrckten ,ort wohnen sollte1 aufzuschauen2 einen ,fremden aufsuchen zu mssen1 ich1 der ich so voller ,vertrauen geglaubt hatte1 was ich ntig habe1 schenke mir mein ,vater1 und dafr schenke ich ihm meine ,liebe und werde leben1 wie er es wnscht und werde spter mir selber helfen knnen4 ,fr das ,brot1 fr den ,rock1 fr die ,wohnung1 fr ,gesundheit und ,wohlergehen1 fr die meine ,eltern sorgten1 dankte ich bereits meinen ,eltern4 ,nun sollte ich jeden ,abend noch einmal danken und ebenso morgens und mittags1 einem ,herrn1 von dem man sagte1 da er alles1 was ich von meinen ,eltern erhielt1 diesen gegeben hatte4 ,diese waren also ,schwchlinge und konnten sich nicht helfen1 so dachte das ,kind fr sich4 ,meinen ,eltern zu danken1 erschien mir selbstverstndlich1 und ich tat es gern4 ,aber wenn meine ,eltern von einem fremden ,herrn und ,schpfer etwas angenommen hatten1 so hatten sie bereits gedankt4 ,die ganze ,beterei war mir zu viel ,dankerei und zu viel ,bitten und ,bettelei4 ,warum schaffte mein ,vater nicht alles selbst an1 was er brauchte8 ,warum mute er immer alles von einem ,gottherrn annehmen1 und ebenso meine ,mutter1 da doch beide arbeiteten8 ,und warum zeigte der fremde ,herr sich mir nicht8 ,es war mir unverstndlich1 was seine ewige ,unsichtbarkeit fr einen ,sinn haben sollte4 ,es hie1 er knne mich fortwhrend sehen1 nur ich knne ihn nicht sehen4 ,ich gewhnte mir danach an1 mich blitzschnell im ,zimmer umzusehen1 um zu erfahren1 ob jener ,herr nicht hinter mir stnde und ich ihn ertappen knnte4 ,und als meine ,mutter1 wie ich fnf ,jahre alt war1 starb und man mir sagte1 sie wre jetzt zu dem fremden ,herrn gegangen und sie htte es dort viel schner1 da konnte ich das gar nicht fassen4 ,was tat sie denn bei ihm1 da doch mein ,vater und ich sie so ntig hatten8 ,und als man mir antwortete3 nichts ist bestndig1 nichts ist wirklich1 da hatte ich oft das ,gefhl3 vielleicht ist das ,nebenzimmer schon verschwunden1 whrend ich mich im anderen ,zimmer befinde4 ,und ich sah vorsichtig durchs ,schlsselloch1 ob das ,nebenzimmer noch da wre4 ,denn das verstand ich3 seit meine ,mutter verschwunden war und weder zum ,frhling noch zum ,sommer1 noch zum ,herbst1 noch zum ,winter wiederkehrte und ihr ,bett leer blieb am ,morgen und am ,abend1 und ihr ,platz am ,etisch leer blieb am ,mittag und ,abend1 und ihr ,platz am ,nhtisch am ,nachmittag1 und ihr ,platz am ,klavier leer blieb in der ,dmmerstunde1 und ihr ,platz in der ,kche leer war am ,herd und im ,flur am ,wscheschrank und im ,sommer unter dem groen ,nubaum und auf der ,gartenterrasse1 -- da sah ich ein1 es hatte sich etwas ,unfabares ereignet4 ,und ich dachte3 jener unsichtbare ,herr ist doch mchtiger als mein ,vater4 ,sonst htte mein ,vater meine ,mutter von ihm zurckgefordert1 und es wrden ihre ,pltze nicht alle leer geblieben sein4 ,und diesem ,herrn1 der die ,mutter mir und die ,frau meinem ,vater genommen hatte1 dem sollte ich morgens1 mittags und abends weiter danken6 ,das war die reine ,heuchelei1 die man mich da lehrte4 ,es steckte danach eine tiefe ,furcht in mir vor dem unsichtbaren ,ort1 an dem jener fremde ,herr wohnen sollte und ,furcht vor dem ,unsichtbaren selbst4 ,war es wirklich so schn dort bei ihm1 wie es alle sagten8 ,ja1 warum blieben wir denn dann alle hier8 ,warum folgten wir denn nicht sofort meiner ,mutter nach8 ,und wie konnte man sagen1 da sie es jetzt schner habe1 wenn sie meinen ,vater nicht hatte und uns ,kinder1 die sie liebte8 ,konnte sie es dann wirklich bei dem ,fremden schner haben und glcklich sein8 ,meine ,mutter war fr mich bei diesen ,gedanken auf einmal nicht mehr meine ,mutter1 sondern eine khle1 fremde ,dame1 die dort hingegangen war1 wo man sich besser unterhielt1 und die wahrscheinlich meinen ,vater und uns ,kinder ber besserer ,unterhaltung vergessen hatte4 ,aber das glaubte ich nicht4 ,ich stampfte auf und weinte zornig und warf mich schreiend auf den ,zimmerboden und wollte zu meiner ,mutter gebracht werden4 ,und als mein ,vater gerufen wurde und er mich aufhob und mich auf seinen ,scho nahm und mir mit ,trnen in den ,augen versicherte3 ,deine ,mutter hat uns nicht vergessen18 da stie ich unter ,schluchzen hervor3 ,warum holst du sie denn nicht endlich88 ,und mein groer starker ,vater mute wimmernd zugeben1 da es einen ,strkeren und ,greren gbe als ihn1 der die1 die er einmal zu sich gerufen habe1 nicht mehr hergeben wollte4 ,fr einen ,augenblick sank da die ,hochachtung fr meinen ,vater in meiner ,kinderbrust von tausend auf null ,grad4 ,eigentlich wollte ich meinem ,vater nun nicht mehr gehorchen4 ,der ,unsichtbare war strker als er1 und meine ,mutter war bei dem ,strkeren4 ,ich wollte mich nur an den ,unsichtbaren halten1 weil auch meine ,mutter zu ihm hielt4 ,aber nun geschah das noch viel ,unverstndlichere1 etwas1 das mich ganz verwirrte1 das alle meine ,begriffe auf den ,kopf stellte3 mein ,vater1 der doch jenen ,unsichtbaren1 der ihm die ,frau genommen hatte1 htte hassen mssen1 wie ich folgerte -- er faltete meine kleinen ,hnde in seinen groen ,hnden und sagte3 ,la uns zusammen zum ,herrn beten4 ,dann kommen wir der ,mutter nher48 ,ich lie ihn beten und lie ihn meine ,hnde falten und sah ihm mit offenem ,munde zu1 wie er sich demtig gegen jenen unsichtbaren1 gewaltttigen ,herrn benahm4 ,und wenn ich damals schon gewut htte1 was ,narren und ein ,narrenhaus sind1 so wrde ich vielleicht gedacht haben3 wir sind vor jenem ,herrn alle zu ,narren geworden4 ,und unser ,haus1 in welchem frher mein ,vater und meine ,mutter emsig und klug gewaltet hatten1 das ist jetzt ein ,narrenhaus geworden4 -- ,aber wie einfach1 glckselig und menschenwrdig wre mir die ,welt erschienen1 wenn man dem ,kind1 auf die ,frage1 woher alles kommt -- die jedes ,kind einmal an seine ,eltern stellt -- die tiefnatrliche ,erklrung gegeben htte3 ,liebes ,kind1 alles ist seit ,ewigkeit da4 ,nicht blo wir sind deine ,eltern1 alle ,dinge sind deine ,eltern1 so lange du klein und unbeholfen bist4 ,achte gut auf alle ,dinge4 ,alle haben dir etwas zu sagen1 alle knnen dir irgendwie helfen4 ,wir1 die du deinen ,vater und deine ,mutter jetzt nennst1 wir1 wenn wir scheinbar von dir fortgehen und du uns eine lange ,zeit nicht sehen solltest1 wir bleiben doch in allen ,dingen1 die du siehst1 um dich4 ,wir ,menschen alle und alles ,leben knnen die ,gestalten verndern1 wenn wir es mde sind1 ,menschen1 ,tiere oder ,pflanzen gewesen zu sein4 ,aber wir gehen niemals fort1 niemals ganz fort von dir1 von der ,welt4 ,vielleicht wird deine ,mutter eine ,wolke1 vielleicht wird dein ,vater ein ,blitz1 vielleicht werden wir ,singvgel1 vielleicht werden wir zusammen eine ,blume in einem ,blumentopf an deinem ,fenster4 ,vielleicht werden wir ein paar ,mondstrahlen1 vielleicht ein paar ,sonnenstrahlen4 ,vielleicht sind wir ein ,stck ,brot1 das du it1 vielleicht ein ,schluck ,wasser1 den du trinkst1 vielleicht eine ,uhr1 die neben dir tickt1 vielleicht ein ,haus und ein ,garten1 in dem du wohnen wirst4 ,denn sieh1 es wird nichts um dich geben1 was wir nicht werden knnen1 und es gibt nichts um dich1 was nicht so innig1 so gut und lieb ,freund zu dir sein kann1 wie wir es jetzt zu dir sind1 whrend wir am ,tisch und am ,bett bei dir sitzen4 ,und du kannst berall zu uns kommen und nah bei uns sein4 ,denn1 sieh1 du bist so gut wie wir in und bei allen ,dingen zu ,hause und sollst dich darum vor keinem ,leben frchten4 ,und kommt eine giftige ,schlange in den ,garten1 und sie beit dich1 und du willst nicht sterben1 du willst noch ,mensch bleiben1 dann wird die ,schlange keine ,macht ber dich haben1 und jemand wird dir von dem ,gifte helfen knnen1 vielleicht dein ,vater1 vielleicht ein ,freund1 vielleicht du selbst4 ,bist du aber wirklich der ,menschengestalt mde1 vielleicht durch eine tiefe ,trauer1 vielleicht durch ein so tiefes ,unglck1 da du dein ,unglck in anderer ,gestalt vergessen mchtest oder durch das ,alter deiner ,gestalt mde gemacht1 dann wirst du von selbst die ,gestalt ablegen knnen1 ohne dir ,gewalt antun zu mssen4 ,und dann werden alle ,dinge ringsum dir wieder helfen1 eine neue ,gestalt anzunehmen1 die dir gut behagt4 ,aber ein ,kind1 wie du1 wird noch kaum den ,wunsch bekommen knnen1 die ,gestalt schon zu wechseln4 ,denn sieh1 so wie alle mit dir festlich sein wollen1 so wirst du auch erst in ,menschengestalt festlich gewesen sein wollen1 ehe du dich danach sehnen willst1 zu verschwinden und neu zu erscheinen4 ,deine ,menschengestalt haben du und wir alle mit ,flei und ,sorgfalt aufgebaut4 ,das ,licht hat deine ,augen ausgedacht1 der ,schall1 die ,musik und die ,menschenstimmen und alle ,stimmen berhaupt haben deine ,ohren ausgedacht4 ,und es ist kein ,ding in der ,welt1 das nicht teil hat1 irgend etwas an deinem ,leibe ausgedacht zu haben4 ,wir1 dein ,vater und deine ,mutter1 wir legten unser ,fleisch und ,blut zusammen und die ,wollust unseres ,atems und unsere ,freude am ,leben4 ,und ich1 dein ,vater1 gab dir von meinem ,mark1 von meiner ,lebenskraft1 und deine ,mutter gab dir von ihrer ,lebensdemut und ihrer ,lebenswrme4 ,und als du fertiggebildet warst im ,schoe deiner ,mutter1 da hatte dich deine ,mutter neun ,monate unter ihrem ,herzen getragen4 ,neun ,monate litt sie ,beschwerden und neun ,monate wnschte sie ,tag und ,nacht1 da du gut1 stark und ttig werden solltest1 so wie sie selbst es ist1 und dein ,vater und deine ,brder und deine ,schwestern und alle ,dinge1 die um dich leben1 es sind4 ,denn1 wenn auch einmal ein ,ding dir weh zu tun scheint und dir ,trauer oder ,schmerz bereiten mu1 so mut du bedenken1 da du auch manchen ,dingen weh tun mut und manchen ,trauer bereiten mut1 denn das ,leben besteht nicht aus ,freude allein1 aber auch nicht aus ,schmerzen allein4 ,das ,leben besteht aus dem ,wechsel von ,freude und ,leid1 aus ,lachen und ,weinen1 aus ,erhebung und ,erniedrigung4 ,und nur durch diesen ,wechsel kann es festlich bestehen4 ,aber es ist noch eine andere ,welt in der ,welt1 mein ,kind4 ,alle ,dinge1 zu denen du mit den ,hnden und ,fen1 mit den ,augen und ,ohren1 mit deiner ,menschengestalt kommen kannst1 alle diese1 denen du so dich nhern kannst auf der ,erde1 sie und du selbst leben noch in einer andern ,welt1 in einer weltfernen ,welt4 ,und du und wir alle schicken unsere ,gestalt auf die ,erde1 so wie du deine ,stimme ber den ,flu hinberschicken kannst1 so wie du einen ,brief in die ,ferne schicken kannst1 oder so wie dein ,schatten vor dir eilen kann oder so wie der ,schatten einer ,wolke1 die oben am ,himmel steht1 unten ber die cker der ,erde gehen kann4 ,oder wie das ,licht der ,sonne und des ,mondes durch das ,zimmer gehen kann1 ohne da die ,sonnenkugel oder die ,mondkugel selbst durch die ,tr in das ,zimmer kommen4 ,oder wie du eine ,blume1 die stark duftet1 im ,dunkel riechen kannst und sie also bemerken kannst1 ohne sie zu sehen1 so leben wir alle in zwei ,welten zugleich4 ,dort in der weltfernen inneren ,welt1 dort wohnt die ,kraft aller ,dinge4 ,dort wohnt alle unsere ,kraft zusammen4 ,dort gibt es dann nicht ,vater1 nicht ,mutter1 nicht ,kinder4 ,dort sind wir dann eine ,strke4 ,dort sind tausend ,mnner wie ein ,mann1 tausend ,frauen wie eine ,frau1 und dort sind ,mann und ,frau so eng umarmt1 da sie eine ,kraft sind1 ohne ,anfang und ohne ,ende1 eine starke ,schpfer- und ,liebeskraft4 ,und dort in der ,weltferne sind wir in jedem ,augenblick1 wenn wir uns in uns versenken1 wenn wir uns in hohen ,gefhlen erheben und erhaben fhlen4 ,dieses aber1 mein ,kind1 zu verstehen und zu erfassen1 dazu bist du noch zu klein und mut erst in die ,welt der nahen ,dinge hineinwachsen1 in die ,weltnhe4 ,und bis dahin sollst du bei ,vater und ,mutter bleiben1 bis deine ,menschengestalt so krftig fertig geworden ist1 da du den ,weg zu deiner inneren und weltfernen ,welt allein finden kannst4 ,aber ganz allein brauchst du dann auch diesen ,weg nicht zu gehen4 ,irgendwo auf der ,welt ist heute schon oder wird eine ,lebensgefhrtin jenes ,weges zur inneren ,welt fr dich von ihren ,eltern geboren und auferzogen4 ,ihr wirst du1 wenn du willst1 begegnen1 sobald du gro genug bist und du ttig genug bist1 um sie von ihren ,eltern empfangen zu knnen1 und wenn du weise und krftig genug bist1 um deinen ,ernst mit ihrem ,ernst und deine ,lebensfreude mit ihrer ,lebensfreude und dein ,lebensmark mit ihrer ,lebenswrme zusammenlegen zu knnen4 ,dann wirst du mit ihr das ,lebensfest feiern und mit ihr ein ,menschenkind erschaffen1 wie wir dich geschaffen haben1 damit das ,fest sich fortsetzt48 -- ,htte man mir als ,kind1 aus einer befreiten ,weltanschauung heraus1 auf meine ,frage1 woher das ,leben kommt1 woher die ,dinge und die ,menschen kommen und gehen1 natrlich und mich zum ,leben vorbereitend1 also geantwortet1 dann wren mir schreckliche ,stunden der ,qual1 schauerliche ,miklnge1 unheimliche ,dumpfheiten und dornige ,verirrungswege erspart geblieben4 ,und htte man noch betont3 ,das ,leben ist ein weises ,fest4 ,du sollst es klug zu feiern lernen1 du sollst es aufmerksam festlich erleben lernen2 du wirst an dem ,fest beschaulich und ttig1 ,freude aufnehmend und ,freude spendend1 gern teilnehmen2 du wirst verstehen lernen1 da das ,weltfest so mchtig ist1 da es in seinem ,wechsel von ,freude und ,leid ein ,spiel von ,erscheinungen bedeutet1 und da es deine grten ,schmerzen immer in tiefste ,freuden verwandeln kann4 ,siehe1 oft ist das ,leben wie eine ,schlacht1 in der du fallen mut1 um in einer anderen ,gestalt wieder aufspringen zu knnen1 um weiterkmpfen zu knnen4 ,denn auch eine ,schlacht ist ein ,fest6 ,festlich ist das ,leben immer1 ob du gehen lernen darfst oder schreiben und lesen lernen sollst4 ,und wenn du krank liegen mut1 zwischen ,schmerzen und ,genesungshoffnung1 in den ,nchten wach liegen mut1 mache dich geduldig1 mache dich demtig4 ,hasse deine ,schmerzen nicht4 ,lerne sie verstehen1 denn sie wollen wie die ,freuden dir helfen zu einer ,verjngung deines ,krpers1 helfen zu einer ,verjngung deiner ,schpferkraft4 ,sei darum gtig zu deinem ,leib1 wenn er dich auch plagt1 weil er dich verjngen will4 ,sei verstndig und gehorsam seinen ,mahnungen zur ,verjngung4 ,dann wird dir auch die ,krankheit zum ,fest1 verklrt von der ,hoffnung der ,verjngung und ,genesung4 ,horche immer auf alle ,lebensregungen um dich4 ,denn die ,krfte aller ,leben sind in dir4 ,du kannst alle ,leben verstehen1 wenn du willst1 und alle ,leben verstehen dich4 ,denn es ist nur ein ,schein1 da du getrennt1 scheinbar einsam oder verlassen umhergehst4 ,du bist nicht blo der ,mensch1 den du im ,spiegel siehst4 ,du bist zugleich mit deiner inneren ,welt in allem ,leben1 und alle ,erscheinungen und ,gestalten sind in dir4 ,bedenke immer3 du hast die grte ,macht1 und hattest sie seit ,tausenden und ,tausenden von ,jahren1 das ,fest des ,lebens zu feiern1 und wirst dein ,schpferfest weiterfeiern1 ,tausende und ,tausende von ,jahren ohne ,ende4 ,durch deine uere ,welt bist du wirklich1 durch deine innere ,welt unwirklich zugleich4 ,und durch deine ,schpferkraft verwandelst du die uere ,welt und bleibst doch unverwandelbar in deiner inneren ,welt ewig leben4 ,und dieses1 o ,mensch1 genieend und festlich zu verstehen1 dazu wird dir jeder ,augenblick auf ,erden ,erkenntnis geben1 und du wirst es an allen1 die mit dir festlich lebend sind1 ebenso erkennen1 wie an dir1 da du wirklich und unwirklich zugleich bist4 ,und wenn dich die ,wirklichkeit ermdet1 wirst du an der ,unwirklichkeit ausruhen knnen4 ,und wenn dich die ,unwirklichkeit ermdet1 wirst du zur ,wirklichkeit zurckkehren knnen4 ,aber du brauchst nicht zu frchten1 da du die ,menschengestalt1 die du augenblicklich angenommen hast1 und die dein augenblickliches ,kleid im ,weltfest ist1 da du diese immer ablegen sollst und sterben sollst1 wenn du dich nach ,unwirklichkeit sehnst4 ,sieh1 an jedem ,abend legst du mit deinen ,kleidern auch deine ,gestalt hin auf die ,erde und lt beide ausruhen1 damit sie sich nicht so schnell abntzen4 ,denn du hast beide lieb und gnnst ihnen1 ,krfte zu sammeln4 ,und wenn du einmal gro bist und grere ,ttigkeit hast1 als ein ,kind sie hat1 und grere ,krfte hergeben mut und deshalb auch wieder grere ,krfte und grere ,ruhe sammeln mut1 ob du nun als ,mann oder als ,weib geboren bist1 sieh1 die ,nchte knnen dann nicht lnger gemacht werden1 um dir grere ,erholung zu geben4 ,aber die ,ruhe um dich kann tiefer gemacht werden4 ,dann wirst du1 um tiefste ,ruhe zu finden fr deine mnnlichen ,krfte1 oder ein ,weib wird1 um tiefste ,ruhe zu finden fr ihre weiblichen ,krfte1 die ,arme ausbreiten1 und ,mann und ,weib1 die sich lieben1 werden sich im ,dunkeln umarmt niederlegen1 und ihre ,krper werden sich einander wie ihre ,lippen den tiefen ,ku der ,liebe geben1 und sie werden das ,lebensfest der ,liebe feiern4 ,und sie werden fr ,augenblicke tiefer ausruhen knnen als je1 so tief1 als htten sie ihre ,gestalt wie im ,tod abgelegt4 ,dann in der ,liebesumarmung finden sie sich nicht blo in der ,weltnhe wieder und nicht blo in der ,weltferne1 sondern sie sind in ihrer ,schpferkraft eins geworden1 in der ,schpferkraft1 in der sie am ,tage getrennt gearbeitet hatten auf ,erden4 ,und das ist der tiefste ,augenblick des ,weltallfestes jedes ,lebens und der hchste eines ganzen ,lebens zugleich4 ,dann1 in diesem ,liebesaugenblick1 ist in beiden1 im ,mann und in der ,frau1 tiefste ,ruhe der ,ewigkeit und hchstes ,schaffen der ,ewigkeit ttig4 ,aber sieh1 es ist noch ein ,ausruhen mglich und eine ,einkehr in deine ,unwirklichkeit1 wenn dich die ,wirklichkeit ermdet1 ohne da du sterben mut und die ,gestalt wechseln sollst4 ,wenn der ,mann das ,weib nicht gefunden1 noch nicht gefunden oder wieder verloren hat1 oder wenn beide sich vorbereiten wollen1 die sich gefunden haben1 zum ,liebesfest1 dann sind ,leben da1 ,schpfungen1 die jeden an die ,schwelle der inneren ,welt fhren knnen4 ,das sind die ,werke der ,knstler1 ,lied und ,gedicht1 ein ,bild1 eine ,bildsule und die ,musik1 ,aussprche der ,weisheit und stille ,betrachtungen1 die du mit offenen ,augen1 offenen ,ohren1 offenem ,herzen empfangen sollst4 ,ein ,gedicht1 ein ,gemlde1 eine ,bildsule1 ein ,musikstck -- das sind ,leben1 die sich dir zum ,wechsel bieten1 zum ,ausruhen von der ,wirklichkeit und zum ,vorbereiten fr dein ,fest der ,lebensttigkeit und fr das ,fest der ,liebe4 ,diese knstlerischen ,schpfungen sind in die ,tagesttigkeit gestreut wie die ,trume in die ,nachtruhe4 ,alle ,kunstwerke erinnern dich am ,tage an dein inneres ,leben1 sie sind in den ,tag gestreute ,ewigkeitsbilder des inneren ,lebens1 whrend deine ,nachttrume ,augenblicksbilder deines ueren ,lebens sind1 in die ,nachtruhe gegeben4 ,kunstwerke und ,trume1 beide sind ,echos zweier entgegengesetzter ,welten2 ,kunstwerke sind ,echos der inneren ,welt2 ,trume sind ,echos der ueren ,welt4 -- ,nun geh1 mein ,kind1 lerne zuerst die ,regeln und die ,festregeln4 ,denn jeder ,gestalt auf ,erden sind andere ,festregeln geboten1 damit das ganze ,weltspiel ein ,fest bleibe und kein ,chaos werde4 ,lerne die ,regeln des ueren ,lebens1 das sind die ,staats- und ,gesellschaftsgesetze deiner ,zeit1 kennen1 und die ,ahnungen der ,regeln des inneren ,lebens werden bereits in dir dmmern1 bis du erwachsen bist und dich dann in die ,gesetze des inneren ,liebeslebens vertiefen kannst und berblick erhltst ber das groe herrliche ,fest1 das wir alle im ,weltall feiern1 in dem wir alle zusammen ,schpfer und ,geschpfe bedeuten1 und neue ,gesetze und ,wandel schaffen1 wenn wir reif geworden sind4 -- 99 99 99 99 99 ,einem ,kind1 dem also von der ersten ,frage an bis zum ,verlassen des ,elternhauses verkndet wird1 da es unwirkliche und wirkliche ,krfte besitzt1 da sein ,wesen das ,wesen aller ,dinge ist1 da es festlich an der ,seite der ,eltern das ,fest der ,ttigkeit1 das ,fest des ,wachsens zu allen ,dingen hin erleben wird1 dem man sagt1 auch wenn ,vater und ,mutter sterben1 sind sie in aller ,gestalt immer da1 sie sind nicht zu einem fremden ,mann gegangen1 nicht in ein fremdes unfabares ,reich eingegangen1 wo es schner ist1 und haben nicht ihr ,kind in einer hlicheren ,welt zurckgelassen1 sie sind immer dagewesen und werden immer da sein in des ,kindes eigener ,schpferkraft und in der ,kraft seiner ,lebensgespielen um ihn -- fr dieses ,kind1 dem das ,leben als ein ewiges weises ,fest erklrt wurde1 gibt es keinen ,tod1 fr dieses ,kind gibt es keine ,zeit und kein ,alter2 fr dieses ,kind gibt es keine ,hlichkeit ohne ,schnheit4 ,fr dieses ,kind gibt es keinen ,schmerz ohne ,freude4 ,im ,gleichgewicht seiner wirklichen und unwirklichen ,welten und im ,bewutsein seiner unerschpflichen ,schpferkraft und in der ,erkenntnis seines ewigen ,daseins1 im ,wissen1 da es vor tausend ,jahren war1 schpferisch wie heute1 festlich wie heute1 und da es in ,tausenden von ,jahren immer noch sein wird1 festlich wie heute1 wird es1 wenn es dies alles tglich gehrt hat1 geduldig1 demtig und lchelnd1 stolz1 frisch und frhlich1 mutig und todesverachtend und weltallfestlich aufs ,leben und auf die ,liebe sehen4 ,die ,naturunschuld1 die ,naturweisheit und die ,naturlust werden in ihm bis an sein ,lebensende ungebrochen bleiben und werden seine ,menschengestalt festlich auf ,erden fhren und aus ihm festlich wirken4 ,welch ein unerschpflicher1 unentdeckter und noch unangetasteter ,reichtum dem ,menschenleben dargeboten wird1 wenn es sich nicht mehr von einem sogenannten hheren ,wesen unterjocht fhlen wird und von keiner ,erbsnde belastet1 wenn es seine ,kraft frei auf sein ,ich1 auf das ,wohl der mit ihm ,lebenden richtet -- das zu ermessen1 bleibt jedem ,herzen gegeben1 das sich aufmacht und sich als ,schpfer und ,geschpf fhlen will und das ,leben als eine ,festlichkeit ansehen will1 -- eine ,feier von wirklicher und unwirklicher ,welt1 eine ,feier der ,vergnglichkeit und ,unvergnglichkeit1 ein unerschpfliches ,fest1 bei dem jeder zugleich ,festgeber und ,gast ist1 jeder in anderer ,gestalt1 jeder mit anderen ,ttigkeiten und ,genufhigkeiten1 jeder in anderen ,wrden und anderen ,wirkungskreisen1 jeder den anderen feiernd und ihn als ,kraft von seiner ,kraft anerkennend1 ,menschen1 ,tier1 ,pflanzen und alle ,dinge4 ,der ,schauspieler1 der bei der ,festvorstellung des ,lebens den ,knig spielt1 und der andere ,schauspieler1 der bei derselben ,festvorstellung den ,bettler machen mu1 und der1 der den ,gesunden und der1 der den ,kranken darstellen mu1 und der1 der den ,witzigen und der1 der den ,dummen spielen soll -- die sollen verstehen1 da hinter jeder ,rolle ihre ,schpferkraft steht1 die sich in der nchsten ,festvorstellung sofort in eine andere ,gestalt verwandeln kann4 ,sie werden verstehen1 da sie nur als augenblickliches ,geschpf die ,rolle im ,feste spielen4 ,und da sie dem ,fest gerecht werden sollen und keine ,spiel- und ,festverderber werden sollen1 das fordern alle ,leben auf ,erden von ihnen4 ,das fordert1 wenn sie sich ehrlich fragen1 ihr eigener ,schpfertrieb4 ,und nichts anderes haben sie auf der ,erde zu erfllen1 als festlich ttig zu sein1 um festlich feiern zu knnen4 ,wo und wie soll ich anfangen1 so festlich zu werden8 -- ,wenn mich das ein ,erwachsener fragen wrde1 einer1 dem man nicht als ,kind vom ,lebensfest erzhlt htte1 so wrde ich ihm sagen3 ,du brauchst nicht erst anzufangen1 anders zu werden4 ,du bist es schon1 was du sein willst4 ,du bist in diesem ,festglauben geboren4 ,sage mir nicht1 da du es nicht fhltest1 da du festlich geboren bist1 festlich auch in den tiefsten ,sorgen1 festlich auch bei dem grten krperlichen ,leid4 ,du bist nie anders gewesen als festlich1 du konntest auch nie anders sein4 ,was dir aber gefehlt hat1 das war das ,bewutsein deiner ,festlichkeit und deiner ,schpferallmacht4 ,mache dir deine ,weltallkraft bewut1 macht es euch alle bewut1 da ,geburt1 ,liebe und ,tod zusammen eure wirkliche festliche und eure unwirkliche festliche ,welt bedeuten1 da ihr ewig und unerschpflich die unsterbliche ,schpferkraft selbst seid48 ,macht dieses euch bewut1 sagt es einer dem andern2 macht es den ,kindern bewut1 ruft es den ,leidenden und den ,kranken in die ,erinnerung2 sagt es euch selbst1 wenn ihr die ,liebsten um euch sterben seht1 wenn ihr selber leidet und sterben wollt2 sagt es in eurer ,todesstunde euch und denen1 die ihr beim ,sterben verlassen mt4 ,sagt dieses auch den ,hochmtigen1 den ,tyrannischen1 den sich bermchtig ,aufmachenden2 sagt es den ,gedemtigten1 den ,erniedrigten1 den ,lebensmden3 ,alles gehrt ihnen im ,weltall und nichts4 ,alles sollen sie als ,gast genieen und alles als ,gastgeber hergeben beim unerschpflichen ,fest ihrer ,schpferkraft4 ,wenn ihr euch umseht in der ,welt1 -- in jeder ,handlung1 in jeder ,lebensgestalt fhlt ihr berall ,schpferkraft1 nicht blo in den ,menschen4 ,alle ,gestalten sind gestaltgewordene ,schpferkraft4 ,ihr mt die ,tiere nicht dumm nennen1 die ,steine nicht gefhllos nennen1 die ,bume und ,pflanzen nicht als unverstndige ,wesen ansehen4 ,ja1 selbst die ,dinge1 die ihr aus eurer ,schpferkraft1 aus eurem ,geist1 aus den ,gestalten der ,erde zusammenfgt1 den ,tisch und den ,stuhl1 den ihr euch gezimmert habt1 das ,bett und den ,schrank1 eure ,werkzeuge und eure ,maschinen1 -- vom ,augenblick1 wo ihr sie schuft und sie benennt1 sind es ,wesen von eurem ,geist geworden1 lebende ,gebilde eurer ewigen ,schpferkraft4 ,denn auch die toten ,dinge haben durch euch ueres ,leben und innerstes ,leben erhalten4 ,ihre ,gestalt wird wie eure ,gestalt abgentzt und abgelegt1 aber ihre ,schpferkraft geht nicht verloren1 und diese ,dinge werden sich aus euch wiedergestalten4 ,denn auch die toten ,dinge sind zum ,feste gekommen1 auch sie leben festlich4 ,auch sie werden krank1 auch sie werden mde1 denn auch sie arbeiten fr euch1 indem sie euch ntzen1 auch sie werden alt wie ihr1 auch sie haben ihre bestimmten ,festgesetze1 die aber natrlich grundverschieden von denen der ,menschengestalt sind4 ,wenn ihr euch tief zu eurer inneren ,welt zurckzieht oder euch zu ihr erhebt1 so knnt ihr das ,lebensgesetz1 die ,schpfungsidee1 den ,schpfungsgenu1 die jeder ,gestalt zugrunde liegen1 verstehen1 denn ihr wit im ,grunde alles4 ,ihr drft aber die ,dinge um euch nicht mit euren ,menschengesetzen messen4 ,ihr sollt nicht sagen3 ,schrank1 sprich ,menschenworte1 wenn du lebst1 wie ich4 ,dann will ich dir dein ,leben glauben48 ,ihr knnt nicht sagen3 ,tisch1 bewege dich mit deinen ,beinen vorwrts wie ein ,tier4 ,dann werde ich dir glauben1 da du lebst48 ,ihr sollt nicht sagen3 ,stuhl1 verneige dich vor mir4 ,dann will ich dir glauben1 da du lebst48 ,so sollt ihr auch nicht zum ,stein sprechen3 ,fri ,fleisch und weine ,trnen68 ,und da er das nicht kann1 verachtet ihr ihn und nennt ihn leblos4 ,so knnt ihr nicht zum ,baume sagen3 ,trage beliebige ,frchte1 wenn ich es befehle1 damit ich erfahre1 ob du meine ,menschenstimme hrst und dich mir verstndlich machen willst48 ,oder3 ,baum1 fliege fort wie ein ,vogel und komme aus dem ,tal auf den ,berg48 ,ihr werdet nicht zum ,pferde sagen knnen3 ,wenn du menschenhnlich bist1 dann gehe aufrecht wie wir ,menschen auf zwei ,fen dein ,leben lang48 ,und zum ,vogel drft ihr nicht sagen3 ,du kannst nicht so klug und so festlich sein wie wir1 weil du nicht in ,husern mit vielen ,zimmern wohnst1 weil du keine ,menschengensse kennst1 keine ,menschenbcher1 keine ,menschenbilder1 keine ,menschenmusik verstehst48 ,darauf mu euch euer ,weltallverstand antworten1 der ebenso im ,vogel1 zu dem ihr sprecht1 wie in euch regiert3 ,wenn du fliegen knntest1 ,mensch1 von ,ast zu ,ast1 so wrdest du zwischen ,blten erfahren1 in welch herrlicher ,welt ich lebe4 ,die ,blten1 die fr dich1 ,mensch1 klein sind1 sind fr mich1 den kleinen ,vogel1 so gro1 da1 wenn sie in deiner ,welt wren1 sie im ,verhltnis zu dir so gro wie dein ,kopf sein wrden und noch grer1 ja1 manche ,blumen wren so gro wie du selbst4 ,denke dir1 in diesem wunderbaren ,reich zu fliegen unter ,millionen mhlsteingroer ,blten6 ,wenn du dann fliegen drftest2 wenn du in den ther hinaufsteigen knntest1 wie ich1 kleine ,lerche1 nur getragen von dir selbst1 so wie dich deine ,fe ber die ,erde tragen1 aber nicht getragen von ,flugmaschinen1 von ,motoren2 getragen von dem ,drang in deiner ,brust4 ,stelle dir vor1 dich hoch1 hoch von aller ,welt und ,wirklichkeit entfernen zu knnen1 getragen von dem ,liebesdrang im ther ein ,liebeslied zu jauchzen1 um der ,geliebten zu zeigen1 wie hoch deine ,liebe auch deinen ,krper ber alle ,dinge erhebt4 ,welch ein ,fest1 ,mensch1 wrdest du dann fhlen6 ,wrdest du nicht gerne die ,bcher1 die ,sle1 die ,bilder und deine ,menschenkunst verlassen8 ,tu es1 und nimm im nchsten ,leben die ,gestalt einer ,lerche oder die einer ,nachtigall an2 denn es ist dir ja ein kleines1 dieses zu tun1 wie es mir ein kleines sein wird1 ,mensch zu werden1 wenn mich mein ,vogeldasein ermden sollte und mich ein innerer ,wunsch zur ,menschengestalt hindrngen sollte4 ,meine ,schpferkraft ist auch deine ,schpferkraft4 ,du kannst mir nachfhlen1 auch ich kann dir nachfhlen4 ,wir sind verschieden und doch nicht verschieden voneinander1 da wir beide wirklich und unwirklich leben1 da wir beide im ueren ,leben scheinbar getrennt sind1 im inneren ,leben aber unzertrennlich dasselbe sind1 ,besitzer einer und derselben ewigen ,schpferkraft48 ,so wrde der ,verstand des ,vogels zu dir sprechen1 o ,mensch1 wenn dein ,verstand ihn fragen wrde4 ,und so wird jede ,gestalt des ,lebens1 jedes ,lebewesen1 wenn du willst1 dir ihr ueres ,leben verschieden von deinem erklren1 aber im inneren ,leben seid ihr ein und dasselbe1 ihr ,menschen1 ,tiere1 ,pflanzen1 ,steine und ,dinge4 ,ihr steht alle zusammen in ,fhlung1 in ,verstandes- und ,gefhlsfhlung1 geboren unter verschiedenen ,gesetzen1 aber alle seid ihr dasselbe1 die eine einheitliche ,schpferkraft1 die im ueren und inneren ,leben das ewige ,schpfungsfest feiert4 ,keine ,schpferkraft steht ber euch2 die ,kraft liegt in euch4 ,alle ,gestalten haben sich zusammen ausgedacht1 und es wohnen alle ,gestalten deshalb auch in jedem einzelnen von euch4 ,das groe ,fest zerfllt in viele kleine ,feste1 und alle ,feste zusammen bilden das ,schpfungsfest1 das immer war und immer sein wird1 und bei dem ihr immer anwesend wart und anwesend sein werdet1 und bei dem ihr mitgeschpft habt und immer mitschpfen werdet4 ,kommt aber da einer und sagt mir3 ,was hat es fr einen ,sinn1 dieses ewige ,sichverwandeln1 dieses ewige ,schaffen ohne ,ende8 ,wo will das ,schaffen hin8 ,wenn auch ,schaffen ,genu ist1 wird dieser ,genu nicht eintnig8 ,so frage ich dich zurck3 ,hat dein ,herz in den neunzig ,jahren1 die du vielleicht gelebt1 eine einzige ,stunde stillgestanden8 ,hat nicht dieser kleine ,muskel eine ,titanenaufgabe erfllt8 ,wie kannst du denn da mit dem ,hauch einer ,sekunde zweifeln wollen an der unerschpflichen ,lust der ,schpfungskraft1 wenn dein eigenes ,herz dich ,lgen straft8 ,dieses soll dir aber nicht genug ,erklrung sein4 ,ich will dich gar nicht erinnern1 wie sehr du als ,kind nach dem ,leben verlangtest und dich sehntest1 mithelfen1 mitleben1 mitfeiern zu drfen4 ,ich will dir nur sagen1 wenn du ein alter ,mann oder eine alte ,frau bist1 die mich so fragt3 erinnere dich1 als du in der ,mitte deines ,lebens standest1 auf der ,hhe deiner ,schpferkraft1 als du dir vorkamst1 als wenn alles dir gelingen wrde und dein ,krper noch stolz war1 dein ,blut spielend durch deine ,adern lief1 dein ,rcken1 dein ,knie1 deine ,ellenbogen1 deine ,gelenke alle herrlich elastisch waren1 dein ,geist mutig und dein ,herz voll ,wohlbehagen -- wrdest du da gesagt haben3 ,es ist eintnig1 ein ,mensch zu sein8 ,und wenn dir in der ,flle deiner ,kraft1 dir1 ,mann1 das ,weib gegenberstand1 das du liebtest und das dich wiederliebte1 und nach dem du vor ,sehnsucht branntest1 sobald sie dich ansah1 und sie vor ,sehnsucht herrlich demtig wurde1 wenn du sie ansahst2 oder wenn dir1 ,weib1 der ,mann1 nach dem du verlangtest1 begegnete1 glaubst du1 ,mensch1 da dann dieser ,augenblick eintnig war8 ,glaube mir auch1 da1 wenn du diesen ,augenblick wieder erleben wrdest1 in anderer ,gestalt1 wieder auf dem ,gipfel deiner ,kraft1 glaube mir1 er wre in keiner ,lebensgestalt eintnig4 ,der ,liebesaugenblick ist bei allen ,gestalten ein ,augenblick von unerschpflichster ,seligkeit und ,lebenslust und hchster ,lebenshhe4 ,ob du in einer ,blte bist mit deinem ,weibe und der eine von euch ist ,stempel und der andere ist ,staubfaden1 oder ob du ein ,tiermnnchen bist und dein ,weib ein ,tierweibchen irgendwelcher ,tiergestalt1 oder ob du als ,atom in den ,steinen liegst1 zusammengepret in ,kalk- oder ,sauerstoffverbindung1 -- wo und wie du dich auch mit deinem ,weib gestaltet hast1 berall wirst du den ,lebenshhepunkt auf dem ,gipfel deiner ,kraft im ,liebesaugenblick finden1 in der ,liebesumarmung1 wobei du1 ,mann1 und du1 ,weib1 euer inneres ,leben und euer ueres so dicht zusammenlegt1 da ihr in der ,schpferkraft eins seid4 ,und in diesem ,augenblick erkennt sich die ,schpferkraft selbst4 ,in diesem letzten ,augenblick der hchsten ,liebesvereinigung1 des tiefsten ,ineinandersinkens erlebt ihr ein greres ,sichselbstvergessen als im ,tod und zugleich ein hchstes ,sichselbstbettigen1 einen strkeren ,augenblick1 als der war1 da ihr ins ,leben tratet1 strker1 als es eure eigene ,geburt fr euch war und alles1 was ihr im ,leben tatet4 ,und aus dem fortpflanzenden ,liebesaugenblick heraus1 der aller ,lebewesen hchstes ,fest ist1 hher als das ,geburtsfest und hher als das ,todesfest1 der das ,fest der neuen ,verwandlung ist1 knnt ihr1 wenn auch eure ,lebensgesetze euch von allen anderen ,leben trennen1 den ,weg zur ,verstndigung mit allen anderen ,gestalten finden4 ,denn in der ,liebeslust gipfelt die ,lust aller ,leben1 -- der ,liebe streben alle ,leben im ,weltall zu4 99 99 99 99 99 ,auer der ,liebe gibt es im ganzen ,weltall keine hhere ,seligkeit1 fr jede ,gestalt bedeutet die ,liebe die hchste ,lebenshhe1 sie ist fr alle ,leben das einzige ,lebensziel1 die hchste ,lebensfestlichkeit1 die das ,weltall kennt4 -- ,aber ihr werdet mir sagen3 der ,schrank gebiert doch keine ,schrnke1 der ,tisch und der ,stuhl doch keine ,tische und ,sthle6 ,wo ist das ,liebesfest und der ,schpfungsakt bei den toten ,dingen8 ,der ,schreiner1 der den ,schrank ausgedacht hat1 ist ,vater und ,mutter des ,schrankes4 ,ihr habt doch gehrt1 da alle ,dinge zu euch ,vater und ,mutter sein knnen4 ,alle haben etwas an euch geboren4 ,und da der ,schrank ein zugehriges ,stck zum ,menschen ist1 so mute er auch von einem ,menschen zuerst fr das ,menschenleben geboren werden4 ,denn1 seht1 ,wnsche sind so gut ,lebewesen1 wie es ,gedanken sind4 ,der ,leib des ,menschen sprach zum ,kopf des ,menschen3 ,bau mir einen ,behlter fr meine ,kleider4 ,und der ,kopf des ,menschen sprach3 ,du1 ,leib1 dem ich diene1 so wie du mir1 ,kopf1 dienst1 schicke deinen ,wunsch tief ins ,herz1 so da er ein ,herzenswunsch wird4 ,dort la ihn rufen und sich sehnen nach ,vereinigung mit einem ,gedanken in mir1 ,kopf4 ,und seht1 der ,leib tat so und schickte den ,wunsch zum ,herzen1 wie er es mit allen ,wnschen tun mu1 wenn sie etwas erreichen wollen4 ,und im ,kopf machte sich der ,gedanke auf1 der lngst fr diesen ,wunsch vorbereitet war1 so wie ein ,mann geboren ist fr eine ,frau4 ,und ,gedanke und ,wunsch kamen zum ,herzen und umarmten sich im ,herzen4 ,und die ,schpferkraft1 die sie erzeugten1 setzte den ,menschen in ,bewegung4 ,und der ,mensch nahm die ,bretter1 die er aus einem ,baumstamm gesgt hatte1 und seine ,hnde setzten die ,bretter zum ,schrank zusammen4 ,und siehe1 ,wunsch und ,gedanken1 vereinigt im ,herzen1 freuten sich ber ihr ,geschpf1 den ,schrank1 den sie geschaffen4 ,und als der ,leib seine ,kleider dann in den ,schrank legte1 war der ,wunsch befriedigt1 und auch der ,gedanke war befriedigt4 ,und der ,kopf nickte auf dem ,leib1 und ,wunsch und ,gedanke1 beide sahen ihr ,werk1 den ,schrank1 an und freuten sich festlich4 ,und so1 aus ,wunsch und ,gedanken1 aus dem ,liebesakt von beiden im ,herzen des ,menschen1 wurden alle ,dinge geboren1 die der ,menschenleib nicht vorfand1 und die der ,wunsch und der ,gedanke fr das ,menschenleben schaffen muten4 ,doch das ,leben solcher geschaffenen ,dinge kann natrlich nicht seinen ,zweck ndern1 und es endet1 wie alle ,leben1 bei der ,zweckerfllung4 ,wir knnen nicht zum ,schrank sagen3 ,sei du heute die ,treppe des ,hauses oder gib uns heute ,licht wie die ,lampe48 ,erfllen die ,dinge ihren ,zweck gut1 so sind sie gutgeratene ,dinge und knnen lange leben4 ,der ,zweck eines ,gegenstandes ist sozusagen das innere ,leben des ,gegenstandes4 ,der ,zweck bedingt die ,gesetze des ,gegenstandes1 unter denen derselbe leben soll1 und von denen seine uere ,gestalt bedingt ist4 ,die ,gegenstnde leben darum innerlich und uerlich1 wie die ,menschen1 die auch fr ihre ,menschengestalt ihre ,gesetze und ihren ,zweck von ihrer ,weltferne fr ihre ,weltnhe vorgeschrieben bekommen haben4 ,da der ,schrank sozusagen ein ,glied ist am ,menschenleben1 so kann er nicht sich selbst und keine neuen ,schrnke erzeugen2 denn dein ,arm an dir bringt auch keine neuen ,arme hervor1 dein ,kopf setzt keine neuen ,kpfe zwischen deine ,schultern1 weil er ein ,glied an dir ist2 die ,glieder selbst pflanzen sich nicht an dir fort4 ,so pflanzt sich auch kein ,schrank fort1 der ein ,glied deines ,menschenlebens bedeutet1 da du ihn dir fr deinen ,leib geschaffen hast4 ,und ,glieder des ,menschenlebens sind alle ,gegenstnde1 die du dir zum ,leben schaffst1 wie der ,schrank1 wie der ,stuhl1 wie der ,tisch1 wie die ,lampe1 wie dein ,haus1 wie dein ,kleid1 wie alle ,maschinen und alle ,kunstwerke1 die du dir zur ,erhaltung deines ,leibes und deines ,geistes erschaffen hast1 das heit1 zum ,fest deines ,menschenlebens1 deines inneren und ueren ,daseins4 ,du wirst jedoch1 wenn dein ,arm seinen ,zweck erfllt1 aber sich nicht an dir fortpflanzt1 nicht behaupten wollen1 dein ,arm sei kein lebendes ,wesen1 er sei ein totes ,ding4 ,er besteht aus lebenden ,schpferatomen so gut wie die ,bretter des ,schrankes4 ,sie sind ja gewachsen1 die ,bretter1 als der ,baum wuchs1 dem sie angehrten4 ,so ist dein ,arm gewachsen vom ,mutterleibe an bis zum ,tage1 wo dein ,wachstum stillstand4 ,aber da er jetzt nicht mehr weiterwchst1 dein ,arm1 und da die ,bretter des ,schrankes nicht mehr weiterwachsen1 sind sie deshalb doch nicht tot4 ,frage nur den ,schreiner1 ob der ,schrank nicht lebt4 ,wenn er neu und das ,holz zu grn ist1 werfen und spannen sich die ,bretter4 ,so wie das ,fleisch deines ,armes fr ,wrme und ,klte empfindlich ist1 so ist das ,fleisch des ,schrankes1 das heit1 seine ,bretter sind fr ,wrme und ,klte empfindlich und leben4 ,und so wie dein ,arm im ,alter mrbe wird und lahm und mde und die ,frische und die ,lebenslust einbt1 so geht es mit dem ,schrank4 ,sein ,holz wird mrbe1 und das ,holz kann ,krankheiten bekommen durch ,feuchtigkeit und ,nsse4 ,wucherungen entstehen1 so wie in deinem ,fleisch1 so auch im ,holz4 ,und nicht blo dem ,holz und deinem ,arm ergeht es so4 ,frage die ,baumeister1 die sich auf ,eisen und ,stein verstehen4 ,frage die ,grtner1 die sich auf ,erde verstehen4 ,eisen1 ,stein1 ,erde1 wenn sie lange gelebt haben und dem ,weltfest dienten und genug mitgefeiert haben1 ,stein1 ,eisen und ,erde knnen krank1 mde1 mrbe und untauglich werden4 ,und wenn sie von den ,menschen zu ,gegenstnden verarbeitet waren1 dann knnen sie1 wenn sie mde werden1 auch nicht mehr ihr inneres ,leben1 nicht ihren ,zweck mehr erfllen4 ,da aber mit den ,gegenstnden -- die wir nur mit erweiterten ,gliedern unseres ,menschenlebens vergleichen knnen1 wenn wir sie in ihrer ,gestalt betrachten und verstehen wollen -- also nur ein ,teil von uns1 ein ,glied von unserem ,leib stirbt1 sind wir auch nicht so traurig1 wenn wir diese ,gegenstnde sterben sehen1 als wenn wir ganze ,menschen sterben sehen4 ,denn der ,verlust eines ,armes1 eines ,zahnes1 eines ,ohres1 eines ,beines ist uns wohl sehr wichtig1 aber doch nicht so wichtig als der ,verlust einer ganzen ,menschengestalt4 ,sehen wir aber von der ,gestalt ab und denken1 da ,lebensatome1 ,lebenskrfte1 mit den ,gegenstnden oder mit den ,gliedern1 die wir verlieren1 um uns verschwinden1 so knnen wir1 wenn wir uns auf einen hheren ,empfindungsstandpunkt stellen1 uns sagen3 die ,atome und ,krfte dieser ,gegenstnde oder ,glieder sind ebensowenig wie die ,menschenatome und ihre ,atomkrfte1 die mit dem einzelnen ,menschenleben scheinbar aufhren1 verschwunden4 ,sie wirken seit ,ewigkeit und wirken in ,ewigkeit fort4 ,die ,schpferkraft in uns1 die den ,schrank gebaut hat1 und die den ,menschenarm zum ,menschenleib aus ,wunsch und ,gedanken geschaffen hat1 diese gibt dem ,schrank hnlich ewiges ,leben1 wie sie dem ,menschenarm es gegeben hat4 ,ich will damit sagen3 die ,entstehung des ,schrankes aus ,wunsch und ,gedanke gehrt wie der ,mensch im letzten ,grunde der ,urschpferkraft aller ,leben an4 ,und die ist nicht weniger ewig zu nennen1 ob sie nun ,glieder des ,leibes1 wie ,arme1 oder sogenannte tote ,dinge1 wie ,schrnke1 ausdenkt4 ,mit dieser ,auseinandersetzung habe ich darauf hinweisen wollen1 da nicht blo der ,mensch zum ,menschen reden soll und kann4 ,sondern ,tiere1 ,pflanzen1 ,bume1 ,steine1 ,erde1 ,holz1 da sie mit dem ,menschen ,wesen und ,glieder desselben ewigen ,lebens sind1 so knnen sie und auch die toten8 ,dinge ihr ,leben einander und den ,menschen mitteilen4 ,so gut wie der ,vogel den ,menschen berzeugen kann1 wenn letzterer sich in des ,vogels ,leben vertieft1 wie schn es dieser in der ,luft hat1 so knnen auch die ,gegenstnde im ,zimmer zum ,menschen berzeugend reden und knnen von ihrer ,zufriedenheit1 von ihrer ,frische1 von ihrem ,alter1 ihren ,krankheiten und ihren ,erinnerungen zu dir1 ,mensch1 reden4 ,und diese ,gedanken und ,gefhle1 die dir1 ,mensch1 beim ,anblick toter ,dinge im ,herzen zu reden beginnen1 das ist die ,sprache der stummen ,dinge4 ,hre darum deinen ,gedanken und ,gefhlen zu1 wenn du vor der ,welt und ihren ,dingen sitzt4 ,die ,gedankensprache und ,gefhlssprache ist die ,weltallsprache4 ,der ,gedanke und das ,gefhl sind die ,stimme1 mit denen die ,gestalten des ,lebens1 die ,lebewesen und die von den ,menschen geschaffenen ,gegenstnde1 sich deinem ,herzen und seiner ,schpferkraft verstndlich machen wollen4 ,mal wollen sie dich mit ,gedankensendungen unterhalten1 mit ,gefhlserinnerungen2 mal wollen sie dich durch ,gedankeneingabe um ,hilfe bitten1 da du ttig wirst und ihnen beispringst2 mal wollen sie dir selbst helfen1 da du aufmerksam wirst und nach einer ,gefahr1 die dir droht1 dich umsiehst4 ,mal wollen sie dir klagen1 da sie mde sind und sterben wollen und die ,gestalt wechseln mchten4 ,mal wollen sie dir in ihrer ,ttigkeit gefallen und deinem ,gefhl mit ihrer ,farbe und mit ihrer ,linie mitteilen1 wie schn1 stark und ewig das ,lebensfest ist4 ,sage darum niemand1 da nicht im ,menschenleben die ganze ,welt zu uns kommen kann und wir nicht zur ganzen ,welt kommen knnen4 ,die ,gedanken sind die ,klnge und ,worte der ,festlichkeit1 und das ,gefhl gibt die ,rhythmen und den ,takt an1 mit dem uns das ,weltallfest jeden ,augenblick anders umgibt4 ,gedanken und ,gefhle sind die ,sprache1 die die ,weltalleben untereinander verbindet4 ,glaubt nicht1 da nicht jedes ,tier denken und fhlen kann4 ,jedes ,gras denkt und fhlt2 jeder ,baum1 jeder ,stein1 die ,berge1 die ,wolken1 der ,flu1 die ,sterne1 ,sonne1 ,mond und ,erde denken und fhlen4 ,alles ,leben schickt sich ,gedanken und ,gefhle zu1 alles steht untereinander immer in ewiger ,fhlung1 denn alles ,leben ist eine und dieselbe ,schpferkraft1 alles besitzt eine und dieselbe uere und innere ,welt4 ,eine groe unendliche ,lebensfhlung waltet im ,weltall1 und die uersten ,sterne der ,milchstrae sprechen ebenso deutlich zur ,erde1 wie deine ,freunde in ,amerika oder ,china1 nicht blo mit ,telephon1 ,telegraph oder ,brief1 nein1 mit den ,gedanken und ,gefhlen1 mit dir sprechen4 ,wir wissen jetzt1 da wir ohne ,draht von einem ,meeresschiff auf dem ,ozean zu einem anderen ,meeresschiff1 das wir weder sehen1 hren1 noch von dessen ,dasein wir eine ,ahnung haben1 durch die ,telegraphie ohne ,draht8 ,gedanken aufnehmen und ,gedanken1 also auch ,gefhle1 hinleiten knnen4 ,und1 stellt euch nun vor3 jedes ,atom im ,weltall ist ,besitzer eines solchen ,gedankenbertragungsapparates1 da es ,besitzer der ,schpferkraft ist1 die seit ,millionen ,jahren unausgesetzt denkt1 handelt und empfindet4 ,ihr werdet mir sagen3 zum ,denken gehrt ein ,gehirn4 ,wer an die ,schpferkraft des ,atomes glaubt1 kann sich leicht vorstellen1 da jedes ,atom ein ,gehirn besitzt4 ,denn im ,weltraume gibt es eigentlich kein gro und klein und auch keine ,zeit4 ,es gibt nur ,unendlichkeit in den ,grenbegriffen dort und ,ewigkeit in ,zeitbegriffen4 ,also1 welche ,welt kann nicht in jedem ,atom vorhanden sein6 ,in jedem ,atom knnen auch ,sonnensysteme sein und kann auch ein ,weltraum sein1 da des ,atomes ,kleinheit nur im ,verhltnis zum ,menschen die letzte ,kleinheit bedeutet4 ,aber im ,verhltnis zur ,ewigkeit ist das ,atom noch ein ,weltraum1 noch ein ,weltraum voll ,weltkrften1 voll ,weltempfinden1 eine ,weltschpfung1 eine ,unendlichkeit in der ,unendlichkeit4 99 99 99 99 99 ,wer ,frieden im ,ohr mitbringt und die ,sehnsucht im ,willen1 sich aufzuklren1 der wird klrende ,worte wie ltropfen in seinem unruhigen ,welttasten empfinden4 ,und diese ,worte werden wie ,inseln in ihm werden1 auf denen seine ,sehnsucht nach ,ruhe und berblick ,fu fassen kann4 ,wer aber noch ,unruhe mitbringt beim ,lesen dieser ,zeilen1 den wird die ,unruhe nicht ,fu fassen lassen4 ,der wird in einem ,chaos zwischen ,dmmerungen und zwischen grellen ,lichtblitzen und bei plumper ,erdendumpfheit und bei ,gedankendunkelheit herumtappen1 von frheren falschen ,idealen unbefriedigt1 von frheren halben ,lsungen angewidert2 der wird wie einer sein1 dessen ,haar verwirrt ist1 und der nicht die ,geduld besitzt1 es in ,ruhe auszukmmen4 ,und er wird sich ,schmerzen bereiten aus einer unntigen ,ungeduld heraus4 ,darum gnnt euch ,geduld1 diesem ,buch zuzuhren4 ,ich habe keinen ,vorteil davon1 den ,menschen diese ,aufklrung1 die sich in mir bald dreiundzwanzig ,jahre ununterbrochen aufgebaut hat1 vorzuschlagen4 ,den einen ,vorteil vielleicht htte ich1 da ich weniger ,unruhe begegnen wrde1 weniger ,hast und ,unzufriedenheit und mehr weisem1 festlichem ,sichversenken in den ,reichtum der ,welt rundum4 ,ich mchte1 da es in ,europa so werde wie im fernen ,osten1 wo mehr ,verinnerlichung und mehr ,verstndnis fr die ,weltleben1 fr ,naturleben und fr ,freude am ,weltall herrscht1 und wo mehr ,nutzen und ,freude vom ,lebensfest geerntet wird4 ,der ,kapitn des ,schiffes1 auf dem ich in ,japan ankam1 sagte zu mir1 als die ,anker in ,nagasaki ,grund faten3 ,herr ,dauthendey1 so lange ,sie jetzt in diesem ,land1 in ,japan1 sein werden1 werden ,sie niemals ein ,kind schreien hren und niemals sehen1 da ein ,tier geschlagen wird48 ,kinder und ,tiere werden in ,asien nur mit ,milde und mit ,freundlichkeit behandelt4 ,denn der ,asiate sagt1 es ist die erste ,pflicht der ,eltern1 unendliche ,geduld zu ben gegen alle ,unarten eines ,kindes4 ,und es ist ,pflicht des ,menschen1 wenn er sich mit ,tieren verstndigen will1 unendliche ,geduld zu ben4 ,die ,freundlichkeit erreicht alles1 sowohl beim ,kind als beim ,tier4 ,und fr alle ,leben1 mit denen man in ,beziehung treten will1 sind ,geduld und ,freundlichkeit die einzig mglichen ,verkehrsmittel1 die angewendet werden mssen1 weil sonst berhaupt keine ,verstndigung mglich ist1 keine bertragung von ,gedanken und ,gefhlen dieser lautlosen1 aber berall den ,verkehr ermglichenden ,weltsprache4 ,denkt euch einem ,franzosen oder einem ,englnder gegenber1 dessen ,sprachen ihr noch nicht gelufig versteht1 so knnt ihr doch bei ,geduld und ,freundlichkeit die ,gedanken des ,fremden empfinden und verstehen4 ,denn es ist durchaus nicht ntig1 die ,sprache der verschiedenen ,vlker oder der ,tiere1 der ,vgel oder aller ,dinge in ihren ,lauten auszuklgeln4 ,es ist auch nicht ntig1 die ,zeichensprache der windbewegten ,bume1 der ,grser in ihren ,rhythmen und in ihrem ,linienwuchs zu ergrnden4 ,es ist auch nicht ntig1 die ,sprache der ,steine1 die1 mit ,licht und ,schatten bekleidet1 eine ,sprache von ,farbenwirkungen sprechen1 sich zu deuten4 ,dieses ,deuten berlat denen1 die ihr ,leben dem ,sprachdeuten des ,weltallebens widmen wollen4 ,ihr alle aber knnt alle ,leben verstehen ohne besonderen ,scharfsinn1 ohne langwieriges ,beobachten1 wenn ihr nur ,geduld und ,freundlichkeit ber euch selbst breitet und den ,gedanken und ,gefhlen so den ,zutritt lat1 die jedes ,ding dem anderen zuschickt1 jedes ,lebewesen dem anderen ,lebewesen1 jedes ,atom dem anderen ,atom4 ,hrt1 wenn ihr vor ein ,ding hintretet oder vor einem ,lebewesen steht1 hrt auf die ,gedanken und ,gefhle1 die in euch aufsteigen1 die zu eurem inneren ,ohr reden1 so wie ihr mit dem ueren ,ohr auf die ,sprache und ,gesten der ,menschen achtet2 dann werdet ihr an euren unwillkrlichen ,gedanken und ,gefhlen das ,leben des ,gegenstandes oder des ,lebewesens miterleben4 ,hrt auf die ,gedanken1 die euch bertragen werden von den euch fremden ,wesen1 auf die stille ,gedankenwelt und ,gefhlswelt1 die die allgemeine ,weltsprache ist1 und wit es3 auch eure ,gedanken und ,gefhle dringen ein in die anderen ,leben um euch4 ,ihr braucht dabei nicht an das ,wort ,gedankenlesen8 zu denken4 ,ihr sollt gar nichts an eurem ,wesen ndern1 um die ,welt zu verstehen4 ,ihr sollt nur ,geduld und ,freundlichkeit und ,lebensfestlichkeit unausgesetzt ber euch verbreiten4 ,dann wird euch von allen ,leben zugesprochen und dadurch geholfen1 geraten1 gewarnt und zugeplaudert1 so wie ihr es nie erwartet habt1 da dieses mglich wre zu erleben4 ,ihr braucht euch aber nicht immer dazu still hinzusetzen und auf die ,welt zu horchen4 ,gerade mitten in der ,ttigkeit1 wenn ihr euerer ,beschftigung am ernstesten nachgeht1 spricht irgendein ,ding oder ein ,lebewesen um euch seine ,gedanken zu euch aus1 manchmal betreffs eurer ,arbeit1 manches ,mal ein ,urteil ber eure ,vergangenheit1 manches ,mal einen ,gedanken oder einen ,vorausblick in eure ,zukunft4 ,nur der ,glaube an die ,weltallsprache sei euch gegeben1 denn das innere ,wissen habt ihr alle lngst selbst gehabt4 ,freunde mt ihr sein mit allen ,lebewesen1 mglichst geduldige1 vertrauende und liebevolle ,freunde1 mit allen ,gegenstnden um euch1 mit allen ,lebewesen um euch4 ,denn nur ,freunde werden euch warnen1 werden euch helfen und zusprechen4 ,glaubt nicht1 da ihr euch ungestraft ,menschen1 ,tiere und auch tote ,dinge zu ,feinden machen knnt4 ,ihr knnt euch die ganze ,welt zu ,feinden machen1 wenn ihr ungeduldig1 unfreundlich handelt und auf die ,gedankensprache der ,welt nicht hren wollt4 ,dadurch werdet ihr dann viel leiden und vielleicht zuletzt gezwungen werden1 wenn ihr die ganze uere ,welt euch zu ,feinden gemacht habt1 die ,gestalt1 in der ihr gelebt habt1 abzulegen1 frher vielleicht abzulegen1 als ihr es vorhattet1 und mt euch verwandeln1 um eurem ,ha und dem ,ha der ,welt1 den ihr auf diese ,gestalt geladen habt1 zu entgehen4 ,vielleicht gelingt es euch aber in anderer ,gestalt1 unter anderen ,verhltnissen1 friedfertiger1 geduldiger und freundlicher euch die ,welt zu ,freunden zu machen und das ,weltfest genureicher zu feiern1 als ihr es vorher tatet1 denn ihr seid immer ,schpfer eurer ,zustnde4 ,vom ,tage an aber1 an dem ihr annehmt1 da ihr an einem weise gefeierten ,fest teilnehmt1 knnt ihr vielleicht gar nicht anders als euch freundlich und geduldig und festlich benehmen4 ,denn welcher ,mensch1 wenn er ,gastgeber oder ,gast ist1 knnte seine ,lust darin finden1 eine ,feindschaftsfeier statt einer ,freundesfeier bei einem ,fest zu erleben6 ,wenn einer so entstellt ungeduldig und unfreundlich zu einem ,fest erscheinen wollte1 wrde er sich bald hinausgewiesen fhlen und wrde erst wiederkommen drfen und wollen1 wenn er sich in festlicher ,gestalt zeigen kann4 ,wohl mag es vorkommen1 da einer sich den rauhen ,spa machen will1 sich ,spielverderber zu nennen1 und hunderte ,male wiederkommt und immer als ,feststrer4 ,auch diese wird es geben und immer wieder geben mssen1 weil wir ,gestalten innerer ,schpferkraft sind1 weil ,leben aus ,licht und ,schatten1 ,freude und ,leid bestehen mu und nur der ,wechsel das festliche ,leben erzeugt4 ,darum setze ich hinzu3 die groe festliche ,weltallschpfung wird nicht gebessert werden durch diese ,weltanschauung1 wie niemals eine ,weltanschauung die ,schpfung gebessert hat4 ,denn die ,schpfung ist nicht zu bessern und nicht zu verschlechtern4 ,sie ist ein ewiger ,wandel von ,tag und ,nacht1 von innerer und uerer ,welt1 von tiefster ,ruhe und hchster ,gestaltungsunruhe1 sie ist unsere ewige ,schpferlust4 ,es ist nur ein neuer ,wandel1 der mit der neuen ,weltanschauung ber die ,welt kommen wird1 weil die alte ,weltanschauung abgetreten1 ausgeleiert1 nichtssagend1 mrbe1 alt und brchig geworden ist1 weil ihre ,zeit um ist und eine neue ,zeit neue ,ideale1 neue ,weltberblicke aus neuen ,aufklrungen heraus fr die ,menschheit fordert1 und die frheren ,weltanschauungen fr uns nicht weitsichtig genug1 nicht mehr uerste ,weltberblicke sind4 ,so wie ihr alte ,kleider ablegt1 weil sie eng werden1 weil sie sich nicht mehr erweitern lassen1 weil ihr eure ,formen verndert habt1 sie aber ihre ,formen nicht mehr bewahren knnen1 so wechseln auch die ,weltberblicke der ,menschheit1 die sie sich ber das ,leben machen mu4 ,die ,gtterlehre der ,griechen und ,rmer1 die ,gtterlehre der alten ,germanen und ,kelten1 die ,gtterlehre der ,egypter1 die ,gtterlehre der ,inkas und viele ,weltanschauungen noch vieler ,vlker1 die jahrhundertelang ,familiensitte1 ,landessitte gestaltet und geleitet haben1 sind vom ,erdboden verschwunden4 ,und wir wundern uns nur1 da das damals scheinbar ,unerschtterliche erschttert werden konnte1 absterben und schwinden konnte4 ,der ,leser wird selber verfolgen knnen1 wenn ich ihm jetzt die ,entstehungsgeschichte meiner ,bcher und die ,richtung meiner ,lebenswege schildern werde1 da ich alle ,kraft1 alle ,arbeit1 ,eigenart und ,lebensbejahung dreiundzwanzig ,jahre lang nur aus dem ,weltfestlichkeitsgedanken und ,weltfestlichkeitsgefhl schpfen konnte4 ,aber man mge mich nicht falsch verstehen und meine ,rede nicht mit der ,rede des ,pharisers vergleichen1 der stolz auf seine ,brust deutete und sagte3 ,seht1 bin ich nicht immer gut1 immer gerecht und wohlttig gewesen48 ,keinen ,stolz sollt ihr aus jenen ,zeilen1 die ich bis jetzt niederschrieb und keinen ,stolz aus denen1 die ich schreiben werde1 herauslesen1 keinen bermut und keine berhebung ber alle die1 welche anders denken4 ,es fllt mir auch nicht ein1 den dumm zu finden1 der meine ,worte nicht begreifen kann4 ,wer heute nicht in der ,sonne liegen mag1 weil er sich ans ,dunkel gewhnt hat1 wird vielleicht morgen den sonnigen ,platz1 den sonnigen ,lebensplatz selbst aufsuchen1 wenn er sich an den ,gedanken vom ,dunkel zum ,licht gewhnt hat4 ,ich jedenfalls halte meine ,weltanschauung fr die wrmste unter der ,sonne4 ,wer das ,leben bisher als eine ,strafe oder als eine ,notwendigkeit oder als ein ,jammertal oder als eine ,aufgabe oder als eine ,pflicht oder nur als einen sinnreichen ,mechanismus oder als ein sinnloses ,chaos betrachtet hat1 oder als eine blind zupackende ,wollust oder als eine unheilbare ,krankheit -- denn alle diese ,anschauungen habe ich aus dem ,munde lebender ,menschen gehrt --1 wer eine von diesen genannten ,anschauungen vertritt1 der mge doch wenigstens seinem heranwachsenden ,kinde oder der unbefangenen ,jugend den ,lebenssinn als eine weise ,festlichkeit auslegen4 ,und der wird sicher erleben1 wenn er dieses mit ,geduld und ,freundlichkeit unternimmt1 da er einen greren ,vorteil davon haben wird1 weil er sein ,kind reicher macht1 befreiter1 als es die frheren ,kinder waren1 weltverstndiger und dadurch edler4 ,und weltverstndige und reichgemachte ,kinder werden ihren ,erziehern mehr ,glck1 ,ehre und ,vergngen bereiten als eingeschchterte1 verheuchelte oder in ,weltunkenntnis einseitig und also arm erzogene ,menschengeschpfe4 ,sagt dann euren ,kindern1 wenn sie euch nach ,herkunft1 ,sinn und ,ziel des ,lebens fragen1 sagt ihnen zuerst1 da sie ,schpfer und ,geschpfe zugleich sind seit ewigen ,tagen und in ewigen ,tagen1 und da ihre augenblickliche ,menschengestalt wirklich und unwirklich zugleich ist1 sowie alle ,leben rundum1 sowie das ganze ,weltalleben4 ,sagt ihnen dann weiter3 ,wir erinnern uns nicht und knnten nicht antworten1 wenn wir pltzlich gefragt werden3 ,was haben ,sie vor zwei ,jahren am letzten ,januartag in der sechsten ,stunde des ,tages gedacht und erlebt88 -- ,so ist es auch mit unserem frheren ,leben4 ,wir kennen es uerlich nicht mehr1 so wie uns die ,speisen nichts mehr angeben1 die wir vor zwei ,jahren verdaut haben4 ,nur dem inneren ,leben ist alles unvergessen geblieben4 ,schon die ,sekunde1 whrend ihr diese ,zeile lest und aussprecht1 ist aus der ueren ,wirklichkeit in die ,unwirklichkeit geglitten und hat einer anderen wirklichen ,sekunde ,platz gemacht1 die auch wieder unwirklich wird1 bis ihr ausgedacht habt4 ,und wie die ,sekunde1 so ist auch unser eigenes ,wesen1 wirklich und unwirklich zugleich4 ,und wir sind immer in der ,unwirklichkeit so gut zu ,hause wie in der ,wirklichkeit4 ,und mit uns sind das alle ,dinge und alle ,lebewesen4 ,alle ,leben gehren einer greifbaren und einer ungreifbaren ,welt an1 und deshalb ist kein ,leben nur niedrig und keines nur hoch4 ,das niedrige ,tier ist niedrig und hoch zugleich4 ,die niedrigste ,pflanzengattung ist hoch und niedrig zugleich4 ,der toteste ,gegenstand ist hoch lebend und niedrig lebend zugleich1 denn er ist unwirklich und wirklich zugleich4 ,der elendste ,mensch ist hoch und niedrig zugleich1 vergnglich und unvergnglich1 wirklich und unwirklich4 ,und sagt euren ,kindern weiter3 ,liebe ,kinder1 wenn ihr das begreift1 da alles ,leben wirklich und unwirklich1 hoch und niedrig1 greifbar und ungreifbar1 einer inneren und einer ueren ,welt angehrig zugleich ist1 so mt ihr nicht den ,schlu ziehen1 als wre die ,welt und das ,leben ein kreisender ,unsinn4 ,seht1 das ,leben soll ein weises ,spiel sein48 ,deshalb ist es wie jedes ,spiel wirklich und unwirklich4 ,was die ,puppe fr das ,mdchen und das ,schaukelpferd fr den ,knaben1 das ist das ,leben den ,erwachsenen3 ein anregendes1 aber zugleich auch ein verantwortungsvolles ,spiel4 ,und wenn ihr spielt1 eifrig1 glcklich und lebensvoll1 dann fhlt ihr euch festlich4 ,das ganze ,leben ist deshalb im ,grunde ein feinsinniges mchtiges ,fest1 das wir alle zusammen seit ewigen ,tagen begehen und ewig weiter festlich erleben wollen4 ,die verschiedenen ,gestalten des ,lebens1 ,menschen1 ,tiere1 ,pflanzen1 ,steine1 ,gegenstnde1 ,lichtstrahlen und ,schatten1 alle sind ,millionen festlicher ,kleider1 in denen die ,schpferkraft1 die in jedem ,leben wohnt1 zur ,festfeier erscheint4 ,alle kommen1 um ,freude und ,leiden zu erleben und ,freuden und ,leiden erleben zu lassen4 ,das ,freudeerleben und ,leiderleben ist unser wechselndes ,erleben bei diesem ,feste4 ,und in jeder ,gestalt sind drei groe ,hauptfreuden zu erleben mglich1 und alle drei ,freuden gehren wie die ,geschpfe1 wie die ,schpferkraft auch1 zugleich der wirklichen und unwirklichen ,welt an4 ,die erste ,freude1 die dir in der ,jugend begegnet1 wenn du ins ,leben trittst1 das ist die ,ttigkeit1 krperliche und geistige ,ttigkeit4 ,die ,ttigkeit ist kein ,fluch1 keine schwitzende ,not1 keine bloe ,aufgabe1 keine nackte ,notwendigkeit4 ,ttigkeit1 geistige und krperliche1 ist die erste ,freude1 die dem aufwachsenden ,leben zuteil wird2 und diese ,freude tglich zu vergrern1 wird jedem eine ,lust sein4 ,denn die ,ttigkeit kann jedem wohltun wie ,essen und ,trinken1 wie ,atmen und ,schlafen1 wie ,gehen und ,liegen4 ,die ,ttigkeit anderer betrachten und die ,ttigkeit nachahmen1 das ist das ,lebensfest des ,kindes4 ,wenn ihr dann erwachsen werdet1 wird euch eine zweite groe ,festfreude begegnen3 die ,liebe1 wie ,vater und ,mutter sie zu einander hegen4 ,auch die ,liebe gehrt einer wirklichen und einer unwirklichen ,welt an1 so wie die ,ttigkeit einer geistigen und krperlichen ,welt angehrt4 ,ttigkeit und ,liebe sind dann die beiden groen ,freuden im ,lebensfest des ,erwachsenen1 im ,lebensfest des ,mannes und der ,frau4 ,und wenn das ,alter kommt und mit ihm der ,abschied vom ,lebensfest1 nicht der ,abschied vom ewigen ,fest1 nur der ,abschied von der ,gestalt1 von dem ,kleid1 das wir wechseln sollen1 und das vertragen ist1 dann kommt eine ,verklrung ber euch1 ein ,rckblick ber das ,sattgewordensein in diesem ,kleid1 das ihr tragt1 ein ,dankblick auf diese ,gestalt1 in der ihr ttig wart und geliebt habt1 und es kommt ein leichter ,ruhegenu ber euch4 ,doch auch dieser ist wirklich und unwirklich zugleich4 ,und es kommt die dritte ,freude1 die letzte groe ,festfreude ber euch3 das ist die ,freude an der ,weisheit4 ,wissend und weise werdet ihr ber das ,fest zurckschauen1 ehe ihr eine ,pause macht und die alte ,gestalt ablegt und nach einem neuen ,kleide greift und euch verjngt4 ,und auch die ,weisheit ist wirklich und unwirklich zugleich1 und darum werdet ihr nicht bei ihr verweilen4 ,die ,weisheit ist eine hohe ,kraft1 die wir weder als ,kind noch in den mittleren ,jahren im hchsten ,grade besitzen konnten1 die erst beim ,lebensabschied errungen wird4 ,die ,weisheit ist die ,freude des satten ,alters4 -- ,aber ber eurem ueren und eurem inneren ,leben1 die wirklich und unwirklich zugleich sind1 ist wirklich allein eure ,schpferkraft4 ,sie ist ewig und unendlich wirkend1 sie war seit ewigen ,tagen euer ,eigentum4 ,sie fhrt euch durch die drei ,festzeiten jedes ,lebens4 ,sie erschafft euch ,lebensgestalt um ,lebensgestalt4 ,sie erschuf und vernichtet eure ,gestalt und alle ,gestalten um euch4 ,sie macht euch zum ,geschpf und ,schpfer4 ,sie kann euch nie genommen werden4 ,sie ist euer unendlicher ,besitz und lt euch ein unendliches ,fest feiern1 ohne ,mdigkeit1 ohne ,eintnigkeit1 ein unendliches ,schpferfest4 -- ,und seht noch einmal um euch6 ,alles1 was ihr um euch empfindet1 das seid ihr selbst4 ,nicht blo euer ,kleid schuft ihr euch1 eure ,schpferkraft durchstrmt alles und alle ,leben1 alle lebenden und toten ,dinge um euch4 ,nie seid ihr allein1 nie einsam4 ,nie sollt ihr ngstlich sein4 ,was immer ihr empfindet1 ist euer festlicher ,besitz4 ,ihr braucht nicht danach zu greifen4 ,so wie ihr es empfindet1 ist es euer ,besitz4 ,eure ,schpferkraft umschliet es1 auch wenn ihr es nicht in den ,taschen und in den ,hnden haltet4 ,denn eure jeweilige ,gestalt ist auch mit allen ,leben verkettet4 ,wie euer ,leib einen ,kopf besitzt und ein ,herz1 und wie der ,kopf eine ,stirn besitzt1 und wie das ,herz im ,besitz von ,herzkammern ist1 so ist euere ,gestalt eingegliedert als ,teil1 als ,geschpf in die ,welt4 ,und euere ,gestalt ist ,besitz der ,welt1 wie die ,welt ,besitz eurer ,schpferkraft ist4 ,das heit3 ,ihr seid der ,besitz aller1 und ihr besitzt alle1 -- ihr seid ,geschpf und ,schpfer zugleich4 99 99 99 99 99 ,nun habe ich die ,weltanschauung1 die sich von #ahij bis #aiac in mir ganz langsam ausbaute1 mit diesen ,zeilen dem ,leser erklrt4 ,bewut und unbewut wuchsen die ,gedanken in all diesen ,jahren in mir auf4 ,jetzt1 in meinem sechsundvierzigsten ,jahr1 da das ,leben sich bald dem ,abstieg zuneigt1 wollte ich dieses ,gedankengut1 wie es heute in mir lebt1 vor mir feststellen4 ,seit jenem ,abendspaziergang mit meinem ,freund1 dem jungen ,philosophen1 der mir im ,frhling #ahij bei untergehender ,sonne1 am ,main entlang1 jene mir so wichtige ,aussprache gab1 habe ich diese ,weltanschauung zuerst wie einen ,keim wachsen gefhlt1 und jetzt berragt sie mich wie eine ,weltenesche1 und ich sitze unter schtzenden ,gedanken1 gelehnt an den festen ,stamm meines gefestigten ,schpfungsbaumes und fhle mich im innersten ,leben wohl und zufrieden1 ruhig und reich4 ,aber erst war ich nicht gleich zufrieden1 als ich noch die ,reste der ,spinnweben1 der alten unfruchtbaren ,weltanschauung1 in meinen ,taschen und vor ,augen hatte1 und ich will erzhlen1 wie es mir da erging4 ,auf jenem ,abendspaziergang1 im ,frhling #ahij1 gab mir mein ,freund mit den neuen ,weltgedanken sozusagen das erste ,goldstck meines heutigen ,reichseins1 und es hatte die ,eigenschaft1 da es sich durch fast dreiundzwanzig ,jahre ganz von selbst in meiner ,tasche vermehrte4 ,als ich in den ersten ,wochen damals die ,entdeckung machte1 da sich das ,goldstck von selbst1 ohne da ich damit wucherte1 zu vermehren begann1 und ich merkte1 da das ,gold1 wenn ich in meine ,tasche griff1 meine ,hand mehr und mehr anfllte1 da kam die lcherliche ,gier ber mich1 das ,reichwerden beschleunigen zu wollen4 ,und mit ,jugendhast und ,jugendfrevel verlockte ich meinen ,freund1 der bisher ruhig war und dem selbstverstndlichen ,wachsen des geistigen ,goldes mit ,selbstverstndlichkeit zusah1 meine ,gier zu teilen und die ,macht1 die wir mit dem neuen ,weltgedanken in uns trugen1 zu versuchen und zu strmischer ,bereicherung anzufeuern4 ,und das geschah an jenem ,augustnachmittag1 dessen ,schilderung ich nun dem ,leser so lange schuldig bin1 da er lngst das ,recht hat1 sie ungeduldig von mir zu fordern4 ,mein ,vater wohnte im ,sommer #ahij einige ,wochen zu seiner ,erholung auf jenem ,gutshof am ,nikolausberg4 ,es ist dies derselbe ,hof1 wo ich nach jenem ,sturz verweilte und im ,gartenzimmer einen ,augenblick1 an dem ,weihnachtsbaum vorbei auf die ,gartenterrasse schauend1 mchtig an trichte ,wunderversuche erinnert wurde1 die ich damals mit meinem ,freunde im ,angesicht der ,stadt ,wrzburg durchlebte4 99 99 99 99 99 ,ich stand an jenem ,augustnachmittag im ,jahre #ahij an der ,terrassenecke1 halb auf der ,mauerbrstung sitzend und an die ,fahnenstange angelehnt1 die dort in der ,ecke im ,boden eingerammt ist4 ,ich war an diesem ,samstagnachmittag auf jenes ,gut gekommen1 um meinen ,vater zu besuchen1 und sollte ber den ,sonntag bleiben4 ,zwei ,wege fhren von der ,stadt zum ,gut herauf1 und ich erwartete1 auf einem derselben den ,kopf meines ,freundes auftauchen zu sehen1 der zum ,sptnachmittag heraufkommen wollte und bei mir sitzen wollte1 whrend ich mich im ,landschaftszeichnen ben wrde4 ,am ,abhang vor der ,terrasse lagen die ,felder1 hohes ,korn und saftiger ,klee1 windstill4 ,die ,hitze des ,tages lastete auch noch spt in der ,nachmittagsstunde drckend auf jedem ,halm1 und im ,westen hatten sich dunkle ,gewitterwolken angesammelt4 ,aber die ,tler und die ,stadt im ,tal lagen noch breit im glhenden ,nachmittagsonnenschein4 ,die ,gartenterrasse1 die sich haushoch an jener ,ecke1 wo ich stand1 ber den ,bergabhang erhebt1 war ein guter ,aussichtsplatz1 und man konnte sich hier leicht ,herr der ganzen ,welt fhlen4 ,ich wurde endlich ungeduldig1 weil ich zum ,landschaftszeichnen von der ,terrasse auf den ,berg gehen wollte und mein ,freund nicht kam4 ,ich hatte einige ,tage vorher zu dem jungen ,philosophen gesagt3 ,ich finde1 wir ntzen deine neuen ,weltallgedanken viel zu wenig aus4 ,du willst diese ,gedanken nur auf die ,chemie und auf die ,physik anwenden1 und ich soll sie nur auf die ,dichtung anwenden4 ,wre es nicht einfacher1 wenn wir1 um jene ,gedanken einmal auf ihre ,echtheit zu prfen1 -- ich meine von ihnen besonders den ,gedanken1 da wir ,schpfer und ,geschpf zugleich sind und keinen einzelnen ,schpfer ber uns haben1 -- wre es nicht mglich1 wenn dieser ,gedanke wahr ist1 da wir uns dann auch im alltglichen ,leben als ,schpfer gebrden mten1 so da man alle diese ,wunder spielend vollbringen knnte1 welche zum ,beispiel ,christus vollbracht haben soll88 ,so vermessen fragte ich1 da ich den ,begriff ,schpfer nicht im weitesten und nicht im tiefsten ,sinne nahm und nicht begriff1 da ein weiser ,schpfer seine ,schpfung klug empfunden und erdacht hat und sich nicht willkrlichem ,wunderwirken ergehen wird1 nachdem er weise und mit ,liebe an seinen ,werken ttig war4 ,es wird keinem ,bildhauer1 wenn er ein ,meisterwerk vollendet hat1 einfallen1 sich noch mehr ,beweise seiner ,schpfungskraft geben zu wollen1 indem er ganz unntze und unntige nderungen an dem vollendeten ,meisterwerke vornimmt4 ,indem er zum ,beispiel ,willkr walten lt und pltzlich einem herrlichen ,menschenbild1 das er geschaffen hat1 ,ohr und ,nase abhackt und das ,ohr dorthin setzt1 wo vorher die ,nase war1 und die ,nase an ,stelle des ,ohres anbringt1 und dieses nur1 um sich zu beweisen1 da er tun kann1 was er will1 weil er ,schpfer ist4 ,so unsinnig wird kein weiser ,meister handeln4 ,so unsinnig aber forderte ich jetzt ,verwandlungswunder1 die mein ,freund ausfhren sollte als sichtbare ,beweise fr die neue ,weltanschauung1 weil diese sagt1 da wir ,schpfer und ,geschpf zugleich sind4 ,da ich ,geschpf bin1 habe ich immer gewut4 ,nun will ich auch an mir erfahren1 da ich ,schpfer bin18 so hatte ich zu ihm gesprochen4 ,wenn du keine ,wunder vollbringen kannst1 dann bist du nur ,geschpf1 und der ,schpfer lebt dann doch ber dir4 ,beweise mir einmal deine ,macht1 oder beweise dir selbst deine ,ohnmacht48 ,von dieser ,sprache wurde der junge ,philosoph gereizt4 ,es war ihm etwas ganz ,unfabares -- das sah ich ihm an --1 da ich mich nicht reich genug fhlte durch die ,gedanken1 die er in mir angeregt hatte1 und die allmhlich auf meine ,lebensumwandlung und auf meinen ,dichterberuf1 dem ich im ,innersten zustrebte1 schpferisch wirken sollten4 ,du wirst das ,schpferische an dir erleben4 ,warte nur1 warte nur6 ,so geht das nicht1 wie du es dir denkst4 ,es kommt nicht auf ,wunder im ,leben an1 sondern auf ,bereicherung des ,lebensfeldes1 ,bereicherung an ,lebensverstndnis4 ,mit ,wunderwirken hat die neue ,weltanschauung nichts zu tun4 ,wunder sind billige ,verblffungen fr das gedankenlose ,volk und nicht ntig fr den ,denker48 ,gut18 sagte ich ungeduldig1 dann rechne ich mich zum gedankenlosen ,volk4 ,denn1 was heit unumschrnkte ,schpferkraft anderes1 als da du tun und lassen kannst1 was du magst4 ,christus ist bers ,wasser gegangen1 ,christus ist in den ,himmel gestiegen1 ,christus hat ,wasser in ,wein verwandelt4 ,und dieses vollbrachte er alles vor den ,augen seiner ,jnger1 so sagt man4 ,und er tat dies1 um sie glubig fr seine ,weltanschauung zu machen und ihnen seine ,macht zu beweisen4 ,du willst1 da ich meine alte ,vorstellungsmacht vom ,schpfer beiseite legen soll und jeden ,menschen als ,teilhaber an der ,schpfungskraft erklren soll4 ,beweise mir dieses1 da wir ,mitschpfer sind1 durch ,wunder4 ,steige vor mir zum ,mond auf oder la die ,wolken1 die da weiterziehen1 pltzlich stillstehen4 ,tue irgend etwas ,auergewhnliches1 und ich werde nie mehr an deiner ,weltanschauung zweifeln und will ihr erster ,jnger und erster ,verknder werden48 ,mein ,freund sah mich bei dieser ,aufforderung an1 halb gekrnkt1 halb beleidigt und zuletzt rgerlich4 ,dann aber nderte sich pltzlich sein ,gesichtsausdruck1 und er lachte sein altes ,lachen wieder1 ein wenig spttisch und klug4 ,darauf war ich wirklich nicht gefat18 meinte er immer noch lachend1 da du darauf verfallen knntest1 ,wunder zu fordern4 ,ich habe mir noch nie berlegt1 ob ,wunder ntig sind1 um die neue ,weltanschauung1 die die ,mndigsprechung der ,menschheit umfat1 zu beweisen4 ,la mich berlegen bis morgen1 dann werde ich dir ,antwort sagen48 ,und er schnitt kurz das ,gesprch ab und sprach von etwas anderem1 als wenn er meine ,frage vergessen wollte4 ,ich sagte ihm aber noch einmal eindringlich1 da ich es lcherlich fnde1 einen solchen ,ausspruch in die ,welt zu setzen1 sich ,schpfer zu nennen1 wenn man dann doch nicht mehr tun kann1 als man bisher geleistet hat4 ,du bist noch nicht tief genug in die neue ,weltauffassung eingedrungen18 antwortete er mir kurz4 ,die schpferischen ,leistungen werden sich ganz von selbst einstellen1 aber nicht so1 wie du sie erwartest1 nicht als ,wunder1 sondern als neue ,leistungen in der ,weltvertiefung4 ,deine ,gedichte werden zum ,beispiel ganz anders werden mssen1 einen neuen ,rhythmus1 einen neuen ,bilderreichtum und grere ,verinnerlichung aufweisen als die ,dichtungen jener ,zeit1 die sich auf den ,standpunkt stellten1 da nur der ,mensch ein gotthnliches ,geschpf sei1 ,tiere aber unvernnftige ,wesen wren und nicht gotthnliche ,geschpfe1 und da ,pflanzen und ,steine und alle ,gegenstnde und ,wolken und ,licht fr den ,menschen tote ,dinge bedeuten4 ,diese ,einseitigkeit der alten ,anschauung1 die immer nur von der ,menschenseele sprach1 aber die die ,schpfung rundum als seelenlos behandelte1 als verstandlos und geistlos1 dieser ,auffassung wirst du jetzt als ,dichter in deinen ,gedichten die ,kameradschaft aller ,lebewesen gegenberstellen4 ,tote ,dinge gibt es nicht mehr4 ,wie ich dir erklrt habe1 ist alles von ,schpferkraft durchdrungen1 alles aus uerem und innerem ,leben entstanden1 und alles lebt ein ueres und ein inneres ,leben1 das heit1 alles ist ,geschpf und ,schpfer zugleich und lebt so seit ,unendlichkeit und in ,unendlichkeit4 ,dieser ,friedensspruch1 den die ,vershnung aller ,leben mit sich bringt1 die ,gleichstellung aller ,krfte1 die ,aufstellung1 da jedes ,ding dich besitzt und du wiederum auch alles besitzt1 diese ,erhellung und ,bereicherung des menschlichen ,daseins1 die bisher noch nicht ausgesprochen und nicht bewut erlebt wurde1 diese ,weltanschauung wird gegen die frhere ,auffassung bei den ,menschen ,wunder wirken4 ,das ,leben wird reicher und festlicher werden nach der ,befreiung von den alten unfreien ,gedanken4 ,die neue ,weltauffassung1 sie befiehlt dir nichts4 ,sie erklrt dir nur1 wer du bist4 ,sie erklrt1 da du ,schpfer und ,geschpf bist1 das heit1 da du von dir abhngig bist1 von dir und deiner ,schpfung4 ,sie sagt dir noch3 du bist der ,besitz aller1 und du besitzt alles1 das heit1 du bist den ,gesetzen deiner eigenen ,gesetze unterworfen1 denn nur aus ,gesetzen entsteht eine ,schpfung4 ,und als ,geschpf bist du abhngig von dir selbst als ,schpfer1 und es ist selbstverstndlich1 da du als ,schpfer deine ,schpfung liebst1 wie du dich selbst liebst4 ,ohne ,drohung1 ohne da ein du sollst#8 und du mut#8 einer fremden ,macht ber dir lastet1 sondern in weiser ,freiheit1 bist du dein eigener ,herr1 erkennst dich mitarbeitend am ewigen ,leben und erkennst dich als das ewige ,leben selbst4 ,du nimmst dann von selbst die natrlichen ,verpflichtungen1 die sich bieten1 auf dich1 zugleich mit deinen natrlichen ,ansprchen am ,lebensfest4 ,die alte ,weltanschauung verlegte dein ,heil in ein knftiges ,leben nach dem ,tode4 ,die neue ,weltauffassung von morgen ruft dir ein ewiges ,heil in jedem ,augenblick zu4 ,du bist in einer ,seligkeit geboren1 sagt sie dir1 du erlebst diese heute mit wie vor tausenden ,jahren und wie in allen kommenden ,jahrhunderten4 ,sie erklrt dir3 du warst1 du bist und wirst sein ,mitgenieer und ,mitschpfer4 ,du brauchst nicht auf ein ,heil zu warten4 ,du1 ,schpferkraft1 hast dich1 ,geschpf1 selbst festlich geschaffen1 dich und die ,schpfung4 ,und mssen dich1 ,geschpf1 ,sorgen bedrngen oder ,leiden oder ,strafen1 weil du die ,schpfung nur aus ,leiden und ,freuden schaffen konntest1 dann erlst du dich als ,schpfer selbst1 indem du die ,gestalten wechselst1 indem du dich1 ,geschpf1 verschwinden lt und dich in einer andern ,gestalt aufleben lt4 ,von ttiger ,freude zu ttiger ,freude wanderst du4 ,dein ,wesen ist die unerschpfliche ,schpferlust und ,schpferkraft1 dein ,wesen ist die ,ewigkeit1 und deine ,seligkeit heit3 ,ttigkeit1 ,liebe und ,weisheit in ,unendlichkeit48 ,so1 nicht im ,wortlaut1 aber im ,sinn1 sprach mein ,freund1 der junge ,philosoph1 heftig auf mich ein4 ,ich lie ihn reden und hrte nur verstockt zu1 immer von der ,gier nach den ,wundern besessen1 und ich war ein ,tor1 dessen ,schatten erst ber die ,schwelle der ,erkenntnis gefallen war1 aber ich selbst stand noch drauen vor der ,erkenntnisschwelle4 ,in meiner ,jugendhitze wollte ich schnelle ,taten sehen4 ,das ,wort ,schpfer reizte mich4 ,ich wollte die ,macht1 die in diesem ,worte lag1 uerlich vor mir aufleben lassen4 ,und ich sagte plump zu meinem ,freund3 ,du verschanzt dich hinter vielen ,worten1 weil du ohnmchtig bist4 ,du redest von dem ,wort ,schpfer und bist nichts als ein ohnmchtiges ,geschpf4 ,ich glaube dir nicht mehr4 ,es kann manches gut an deinen ,erklrungen sein1 aber seit ,wochen hast du mich jetzt totmde gemacht mit deinen immerwhrenden ,wiederholungen von ,schpfer1 ,geschpf und ,schpferkraft4 ,ich will und mu von der ,kraft etwas erleben4 ,von deiner inneren ,kraft bin ich berzeugt4 ,zeige mir jetzt auch uere ,kraft48 ,und ich fgte noch1 ihn reizen wollend1 hinzu3 ,der neue ,freund1 den du mir neulich vorgestellt hast1 der ,schweigende1 er sagte auch1 solange du dich nicht als ,schpfer beweisen kannst1 bleibst du ein weltabhngiges ,geschpf48 ,im selben ,augenblick fuhr es mir durch den ,kopf3 ,hat sich denn der junge ,philosoph nicht lngst als ,schpfer bewiesen1 indem er die ,weltauffassung von morgen8 ausdachte2 so nannte ich die neue ,weltauffassung jetzt4 ,aber ich bersprang diesen ,gedanken rasch1 immer auf die ,wunder begierig1 die mein ,freund als ,beweis seiner ,macht vollbringen sollte4 ,du willst mich vielleicht gar nicht mehr als ,freund anerkennen wollen18 sagte er scherzend1 als er sich verabschiedete1 wenn ich dir nicht ein ,wunder zeige48 ,nein18 entgegnete ich1 ich werde mich fr irregefhrt halten1 wenn du kein ,wunder vollbringen kannst48 ,da sah er mich rasch an1 und es war mir1 als htte ich ihn aufs uerste gereizt4 ,also18 sagte er pltzlich unvermittelt1 ich werde es mir nochmals berlegen4 ,vielleicht kann ich1 wenn ich nchstens wiederkomme1 doch einige ,wunder vollbringen48 ,diese ,entscheidung setzte ihn wieder in meine ,achtung ein4 ,wir trennten uns mit einem kurzen ,kopfnicken4 ,nach dieser ,aussprache waren einige ,tage vergangen4 ,nun sa ich auf der ,terrassenecke und wartete4 ,beinahe bereute ich schon1 da ich den an uerer ,ruhe1 ,geduld und ,weisheit mir so berlegenen ,freund mit den heftigen ,wnschen nach ,wundern in die ,enge getrieben hatte4 ,denn es waren bereits zwei ,tage vergangen1 oder war es eine ganze ,woche -- ich erinnere mich heute nicht mehr so genau1 -- seit er sich nicht mehr hatte sehen lassen4 ,er war fters am ,sptnachmittag auf das ,gut gekommen1 wo ich meinen ,vater tglich besuchte und hatte mir beim ,zeichnen zugesehen und geplaudert oder mit meinem ,vater ,schach gespielt4 ,mit ,spannung sah ich ber die cker hinunter1 ob ich nicht seinen ,kopf bei der ,buchenhecke am oberen ,weg oder unter den ,obstbumen am unteren ,weg auftauchen sehen wrde4 ,der andere ,freund1 der ,schweigende1 hatte mir erzhlt1 da er ihn lange nicht mehr in den ,kollegs gesehen hatte1 und hatte mich an diesem ,morgen gefragt1 ob der ,philosoph krank sei4 ,diese ,anfrage war am ,telephon geschehen1 und der ,schweigende hatte gesagt1 er wollte heute gegen ,abend kommen und mir ,nachricht ber unseren ,freund bringen4 ,da hrte ich unterhalb der ,terrasse den ,kies des ,weges knirschen1 und als ich mich ber die ,mauerbrstung bog1 sah ich1 bereits dicht am ,gut angekommen1 den jungen ,philosophen4 ,aber sofort erkannte ich auch1 da eine ,vernderung mit ihm vorgegangen war4 ,sein ,gang war fahrig1 sein ,gesichtsausdruck war1 als er mir jetzt zunickte1 lebhafter als sonst4 ,er hielt ein weies ,taschentuch in der ,hand1 mit dem er sich unausgesetzt die ,handflchen rieb4 ,ein leichtes ,gefhl von ,schuld verdunkelte meine ,gedanken4 ,ein ,gefhl von ,bedauern und ,ratlosigkeit begann mich zu qulen1 denn ich hatte blitzschnell begriffen1 da der ,wunsch1 ,wunder zu wirken1 in meinem ,freund jetzt strker ,fu gefat hatte als in mir vorher2 das sah ich seiner ,vernderung an4 ,ich sagte mir dann rasch1 da ich alles wieder rckgngig machen msse4 ,es war1 als htte ich den klugen ,freund mit der ,wunderforderung kindisch gemacht4 ,und ich wollte ihm sogleich ,abbitte tun und gern auf alle ,wunder verzichten1 damit er seine ruhige gelassene ,haltung bei blindem ,vertrauen in seine ,weltanschauung zurckgewnne4 ,ich sah auf einmal ein1 da er recht hatte1 wenn er behauptete1 da seine ,weltanschauung genug innere ,wunder wirken wrde1 und da man nicht uerliche ,verblffungswunder von ihr verlangen sollte4 ,unheimlich war mir das ,taschentuch1 mit dem er sich immer die ,handflchen rieb1 whrend er den letzten ,rest der ,wegstrecke am ,bergabhang heraufstieg4 ,dann kam er herein in den ,garten4 ,ich hatte ihm entgegengehen wollen1 war aber an der ,terrassenecke sitzen geblieben1 um ihn beobachten zu knnen1 und ich wurde mehr und mehr erschttert4 ,er nahm sein ,augenglas ab und putzte die ,glser mit dem ,taschentuch1 und ich sah1 da seine ,augen fieberten4 ,er kam nher2 er zwang sich zu lcheln1 als wir uns begrten1 aber sein ,blick war nicht mehr ruhig und nicht in sich gekehrt wie sonst1 nicht gefestigt und unerschtterlich4 ,seine ,augen flackerten1 als wren sie von einem ,fieber entzndet4 ,wir standen eine ,weile nebeneinander1 und jeder von uns berlegte1 so schien es mir1 um eine ,gesprchseinleitung zu finden4 ,aber das ,taschentuch blieb dabei nicht still in den ,hnden des jungen ,philosophen4 ,es glitt von seiner einen ,hand in die andere1 und wenn er nicht seine ,augenglser putzte1 so rieb er sich die ,handflchen4 ,und dabei konnte er nicht ruhig auf beiden ,fen stehen4 ,er stand bald auf dem linken1 bald auf dem rechten ,fu1 und ich fhlte mich immer schuldbewuter werden4 ,pltzlich meckerte er ein ,lachen1 schielte mich ein wenig von der ,seite an und sagte3 ,nun1 welches ,wunder verlangst du zuerst von mir88 ,da wurde ich wie erlst1 weil ich glaubte1 er scherze1 und ich sagte rasch3 ,ich bitte dich1 vergi diesen ,unsinn von mir4 ,ich verlange gar keine ,wunder4 ,ich verlange nur1 da du derselbe ,mensch wieder bist1 der du frher warst48 ,und ich sah voll ,angst das ,taschentuch an1 das da immer noch von seiner linken ,hand in seine rechte wanderte und von der rechten in die linke ,hand zurck4 ,du wunderst dich18 sagte er und fing meinen ,blick auf1 da ich so unruhig bin4 ,aber ich habe in mir seit drei ,tagen knstlich ein ,fieber gesteigert4 ,ich habe ,unmassen ,tee und ,kaffee getrunken und ,zigarren und ,zigaretten geraucht1 um mich aufzurtteln48 ,whrend er dies sagte1 befhlte er seinen ,puls und stellte befriedigt fest1 da das ,fieber immer noch stieg4 ,und er hielt mir seine rechte ,hand hin1 damit ich auch seinen ,puls fhlen sollte4 ,das wollte ich aber gar nicht tun4 ,mein ,herz klagte pltzlich1 als lge es irgendwo wie ein verwundetes ,wild im ,dickicht4 ,dieser ,mensch1 sagte ich mir1 zerstrt sich1 um seine ,weltanschauung zu beweisen1 die lngst bewiesen ist4 ,denn sie ist dadurch bewiesen1 da sie den festlich stimmt1 der sie ernst berlegt4 ,ich wute mir nicht mehr zu helfen4 ,er meckerte wieder ein unnatrliches ,gelchter4 ,vielleicht ist er schon ganz von ,sinnen1 rief es in mir eilig und ratlos4 ,du willst ja ,wunder haben1 und das geht nicht nur so ohne ,vorbereitung1 wenn man sich mit der ,sache noch nicht befat hat4 ,darum habe ich mich jetzt in diesen ,tagen vorbereitet18 fuhr er fort4 ,la uns mal eine ,probe machen4 ,ich will mal versuchen1 ob ich vor deinen ,augen fortschweben kann ber die ,stadt1 ber das ganze ,maintal1 hinber auf die ,berge da drben48 ,und er deutete auf den sogenannten ,kugelfang8 hin1 auf die ,hhenflche1 die im ,osten das ,maintal abgrenzt und die ,stadt ,wrzburg1 die mit ,trmen und ,dchern reich im ,tal ausgebreitet liegt4 ,du mut aber fest an die ,mglichkeit glauben und keinen ,augenblick an mir zweifeln18 fgte er hinzu4 ,ich wollte abwehren4 ,er sah es mir an1 da ich nicht mittun wollte1 und rief aus3 ,nun1 das ist noch schner6 ,jetzt1 wo ich mich vorbereitet habe1 willst du gar keine ,wunder haben4 ,aber jetzt gibt es keinen ,rckweg4 ,jetzt will ich die ,wunder haben18 behauptete er4 ,willst du nun daran glauben oder nicht1 da ich das ,wunder fertig bringe88 ,ich verstand1 da er sich fest vorgenommen hatte1 mich zu berzeugen1 und da ich ihn nicht abbringen wrde von seinem ,vorsatz1 ,wunder wirken zu wollen4 ,ach18 sagte ich1 ich glaube dir alles4 ,an meinem ,glauben soll es nicht fehlen4 ,sage mir aber nur1 warum du fortwhrend deine ,handflchen mit dem ,taschentuch reibst88 ,das will ich dir gleich erklren4 ,das tue ich1 um die ,elektrizittskraft1 die ich in meinen ,fingerspitzen und in meinen ,handflchen sich ansammeln fhle1 an die ,hautoberflche zu bringen1 um vielleicht so die elektromagnetische ,stromverbindung mit der ,ferne herzustellen1 mit jenem ,berge da drben1 zu dem ich mich jetzt durch die ,luft bewegen will48 ,da mute ich ihm antworten3 ,ich habe mir das ,wunder eigentlich ganz anders vorgestellt4 ,ich habe nicht geglaubt1 da du dich in einen ,fieberzustand versetzen mtest4 ,auch nicht1 da du dich vermittelst ,elektrizittskrften und ,magnetismus auf den ,berg ber das ,tal hinweg versetzen willst4 ,sondern ich dachte1 da dein einfacher ,wunsch allein im gesunden alltglichen ,krper das ,wunder vollbringen wrde1 das du deiner ,schpferkraft zu tun befiehlst48 ,da meckerte er wieder und schielte mich von der ,seite an mit einem irren ,blick1 aus dem ich nicht klug wurde1 ob mein ,freund ernst war oder ob er scherzte4 ,du bist aber anspruchsvoll18 hhnte er ein wenig4 ,ich habe noch nie ,wunder vollbracht und kann natrlich nicht sofort mit dem ,wunsch allein arbeiten4 ,vielleicht1 wenn ich einmal bung habe1 wird das mglich sein4 ,jetzt aber kann ich noch nicht ohne ,vorbereitung eine ,wirkung versprechen4 -- ,nun wollen wir eine ,gedankenkette herstellen18 fuhr er fort4 ,sieh da1 der ,stein an der ,terrassenbrstung ist noch warm von der ,sonne1 die ihn vorhin beschienen hat4 ,lege deine beiden ,hnde flach auf den warmen ,stein4 ,ich werde dasselbe tun4 ,dann bentzen wir die ,erdkrfte4 ,aber du mut stark mit mir wnschen1 denn ich glaube1 da dein ,wunsch nach ,wundern1 weil er zuerst entstand1 der krftigere ist4 ,ich glaube1 da dein ,wunsch mich eher hinberheben wird auf den ,berg als der meinige48 ,wir taten1 wie er gesagt hatte4 ,aber natrlich rhrte sich sein ,krper nicht von der ,stelle1 und ich war auch ganz froh darber1 denn es war alles schon so unheimlich1 da1 wenn auch noch ein ,wunder sich ereignet htte1 wir wahrscheinlich alle beide unseren ,verstand verloren htten4 ,nachdem wir eine ,weile ber das ,tal hinber auf den ,berg gestarrt hatten1 brach ich zuerst das ,schweigen1 da ich sah1 wie seine ,hnde zitterten4 ,la es doch gut sein18 sagte ich4 ,ich glaube jetzt1 da es keine ,wunder gibt4 ,streng dich nicht weiter an48 ,da wurde er aber bse1 fuhr mich heftig an und rief gergert3 ,eben habe ich mich fortbewegen wollen6 ,ich fhlte schon meine ,hnde zittern1 ich fhlte schon1 da ich in die ,luft aufsteigen wrde4 ,wenn du aber ungeduldig bist und keinen ,glauben in mich hast1 dann allerdings sind keine ,wunder mglich48 ,mir wurde immer banger um seinen ,zustand1 denn er begann wieder dieselben heftigen ,bewegungen mit seinem ,taschentuch4 ,da sagte ich zu ihm3 ,ich will jetzt auf den ,berg gehen und zeichnen4 ,wir knnen ja ein andermal einen neuen ,versuch machen4 ,fr heute finde ich es genug48 ,das ,seltsame war geschehen1 wir hatten unsere ,naturen vertauscht4 ,ich hatte seine uere ,ruhe angenommen1 und er trug meine ,wunderbegierde zur ,schau4 ,ich sprach fast wie ein ,philosoph und er wie ein junger ,dichtersmann1 der ,mrchen in der ,welt erleben mchte und ,wunderbarkeiten1 weil ihn die ,dichtersehnsucht mehr zum ,unwirklichen als zum ,wirklichen lockt4 ,ich nahm meine ,zeichenmappe und den ,bleistiftkasten1 der auf der ,terrassenbrstung neben mir gelegen1 an mich1 setzte meinen ,strohhut auf und ging langsam voraus4 ,ich fhlte1 da ich meinen ,freund auf andere ,gedanken bringen mute1 damit der ,fieberzustand ihn verlassen knne4 ,er folgte mir zgernd und immer das unheimliche ,taschentuch zwischen den ,fingern zerknitternd4 ,und als ich ihm sagte1 er solle seinen ,hut nicht vergessen1 erklrte er mir1 er habe gar keinen ,hut mitgebracht1 damit die ,elektrizitt aus seinen ,haaren ungehindert ausstrmen knne4 ,allmhlich fing ich an1 fast ,verachtung fr seinen ,zustand zu empfinden4 ,dieser ,wunderwahnwitz1 der ihn ergriffen hatte1 grenzte ans ,lcherliche4 ,diese ,wundersucht hatte es fertig gebracht1 den jungen1 sonst so gern unauffllig und schlicht daherkommenden ,mann ganz zu verwandeln4 ,er war ohne ,hut durch die ,stadt aufs ,land gewandert6 ,eine ,viertelstunde spter sa ich unterhalb der ,steinbrche1 die hher hinauf hinter dem ,gutshof liegen1 am ,rande eines ,akazienwldchens1 und ich zeichnete und plauderte von harmlosen ,dingen1 whrend mein ,freund hinter meinem ,rcken unstet umherging und kleine ,steine aneinander und aufeinander klopfte4 ,das ,gewitter1 das am westlichen ,himmel stand1 grollte dort hinter einem ,wald1 immer nher herankommend4 ,hrst du18 sagte der ,unruhige1 das ist meine ,elektrizitt1 die das ,gewitter jetzt anziehen wird4 ,du wirst sehen1 es wird sogleich ber unsere ,kpfe ziehen4 ,ich fhle1 wie ich mit ,elektrizitt geladen bin48 ,ich lie ihn reden1 zeichnete ein wenig und sah mich dann erst nach dem ,gewitter um4 ,aber als ich meinen ,freund anblickte1 erschrak ich4 ,er hatte sich die ,stirnecken so heftig mit dem ,taschentuch gerieben1 da seine sonst weie ,stirn zwei feuerrote ,male zeigte4 ,er schien einen neuen ,einfall bekommen zu haben und winkte mir4 ,er hielt seine ,krawattennadel in der ,hand4 ,diese ,nadel war ein ,geschenk seiner ,mutter4 ,es waren in ,silber gefate ,rheinkiesel daran1 die stellten eine ,rose dar4 ,ich werde diese ,rheinkiesel jetzt in ,diamanten verwandeln18 sagte er mit etwas geduckter ,stimme1 kicherte geheimnisvoll und setzte sich auf einen ,feldstein4 ,das ,gewitter grollte jetzt dumpfer und nher4 ,der ,himmel hatte sich verdunkelt1 aber die ,wolken waren noch nicht ber uns angekommen4 ,ich frchte fr meinen ,strohhut18 sagte ich nachlssig1 um abzulenken1 und blickte zum ,himmel4 ,er meckerte wieder das mir so unangenehme ,lachen1 das er heute zum erstenmal mitgebracht hatte1 und rief3 ,jetzt ist der ,augenblick da1 wo ich dir beweisen will1 da ich ein ,wunder wirken kann4 ,das ,gewitter dort und die ,elektrizitt in mir treffen so gnstig zusammen wie vielleicht niemals wieder4 ,wnsche nun mit mir1 da diese ,glaskiesel sich in ,diamanten verwandeln sollen48 ,ich sah ein1 es war ihm nicht zu widersprechen4 ,ich gab ihm achselzuckend nach und wnschte1 da die ,rheinkiesel1 die er unausgesetzt mit seinem ,taschentuch rieb1 sich in ,diamanten verwandeln mchten4 ,du wirst sehen18 sagte er eifrig1 dieses ,mal wird ein ,wunder geschehen48 ,ich wollte es gerne glauben4 ,da setzte er noch hinzu3 ,du sollst dich nicht vor dem ,gewitter frchten4 ,ich habe die ,macht1 es abzulenken4 ,ich werde es nach der anderen ,seite des ,berges schicken48 ,im gleichen ,augenblick blendete uns ein greller ,blitz1 den ich in den ,augen meines ,freundes sich widerspiegeln sah1 und zugleich schien die ,erde1 wie lebendig geworden1 sich zu schtteln und zu brllen4 ,die ,steine zitterten1 und in den ,bschen hinter uns sprang ein heulender ,wind auf4 ,die dnnen ,bume des jungen ,akazienwldchens legten sich schrg und begannen alle laut zu pfeifen4 ,mein ,freund blieb bleich sitzen2 er sah aus1 als beleuchte der ,blitz ihn noch immer4 ,und ich sprang fort und rief3 ,wir werden hier erschlagen4 ,schnell fort68 ,wie schade18 rief er mir nach1 da du dich so frchtest6 ,das ist ja gar kein ,gewitter4 ,das ist meine ,schpferkraft6 ,bleibe6 ,ich werde dir dann die ,krawattennadel gleich verwandelt zeigen48 ,ich lief aber schon fort1 whrend er das sagte4 ,und ich tat1 als wren mir meine ,zeichenmappe und auch mein neuer ,strohhut im ,augenblick wichtiger als die zweifelhafte ,verwandlung der ,krawattennadel4 ,denn es begann eben mit talergroen ,tropfen zu regnen4 ,mit groen ,stzen sprang ich bergab dem ,gutshof zu4 ,ich hatte mich nur einmal umgesehen und zufrieden bemerkt1 da mein ,freund1 immer das ,taschentuch durch die ,luft schwingend1 mir eiligst folgte4 ,im ,gutshof unter der ,haustre erwartete ich ihn4 ,er kam aber nicht eilig1 sondern kam gemchlich unter den groen ,regentropfen dahergewandert und behauptete1 er habe mit seinem ,taschentuch den ,regen von sich abgehalten4 ,und trotzdem ihm das ,regenwasser von beiden ,schultern lief1 meinte er1 er wre gar nicht na geworden4 ,jetzt begann ich mich ber all die ,torheit laut zu rgern1 und ich hielt ihm seine ,selbsttuschung vor4 ,er aber sagte1 er habe ,herrlicheres erlebt1 als ich mir vorstellen knne4 ,er sei jetzt ganz frei von der ,elektrizitt1 die in ihm aufgespeichert gewesen1 denn den ,donnerschlag und den ,blitz1 die htte er mit seinen ,krften hervorgebracht4 ,das ,gewitter wre nur ,schein und ,einbildung von mir gewesen4 ,jawohl18 sagte ich1 und dein ,rock1 der jetzt auf den ,schultern ganz na ist1 und der ,regen1 der dich bis auf die ,haut durchnt hat1 nennst du das auch ,einbildung88 ,das ist nur in deinen ,augen so18 entgegnete er mir4 ,ich sehe keinen ,regen an mir4 ,ich bin ganz trocken4 ,und dich htte auch kein ,regen eingeholt1 wenn du mir vertraut httest und nicht vorausgelaufen wrest4 ,denn ich ging trocken im ,regen nach ,hause1 weil es mein ,wille war1 da der ,regen mich nicht berhren sollte48 ,und die ,krawattennadel ist vielleicht jetzt ein ,diamant geworden18 hhnte ich ein wenig4 ,du bist immer so ungeduldig18 klagte er4 ,wrest du nicht fortgelaufen1 wre der ,kiesel lngst ein ,diamant4 ,der ,stein hat sich aber wieder zurckverwandelt1 weil du das ,gewitter mit deiner ,furcht unterbrochen hast48 ,ich wollte3 ,unsinn8 sagen1 schwieg jedoch und sagte1 ich wollte ihm einen ,regenschirm holen1 damit er auf dem ,heimweg nicht na wrde4 ,er behauptete fortgesetzt1 er wrde nicht na1 er wrde den ,schirm nicht aufspannen4 ,denn wenn man von der ,weltanschauung keinen ,nutzen haben soll18 lachte er1 dann ist ja die ganze ,sache langweilig48 ,ich war erschttert ber den ihn erniedrigenden ,ausspruch1 den er da tat1 und ich htte aufweinen mgen4 ,seine ,rede schnitt mir ins ,herz4 ,er sprach von ,nutzen und ,vorteil4 ,whrend er frher nichts als die ,erhabenheit seiner ,gedanken erleben wollte1 wollte er die ,gedankenkraft jetzt in ,diamanten und in irdischen ,nutzen umsetzen4 ,aber ,schuld daran1 das leugnete ich keinen ,augenblick vor mir selbst1 war ich4 ,als ich im ,hause in meinem ,zimmer den ,regenschirm holte1 erschien mein ,freund pltzlich unter der ,tr1 und rief aus3 ,ah1 du hast einen eisernen ,ofen im ,zimmer6 ,ich habe zu ,hause leider nur einen ,kachelofen4 ,und wenn ich gestern einen eisernen ,ofen im ,zimmer gehabt htte1 htte ich mein ,waschwasser in klnisches ,wasser verwandeln knnen48 ,ich wurde ganz traurig und ich lie ihn reden4 ,er aber stellte einen ,stuhl an den ,ofen und bat mich1 auf den ,stuhl zu steigen4 ,ich sollte mit der einen ,hand den ,ofen berhren4 ,meiner anderen ,hand reichte er den ,zipfel seines ,taschentuches hin4 ,er behauptete1 das ,taschentuch sei jetzt mit seiner ,elektrizitt ganz gesttigt4 ,er hatte vorher ,wasser in die ,waschschssel gegossen und hielt nun mit der rechten ,hand das andere ,ende des ,taschentuches4 ,seine linke ,hand aber tauchte er in das ,waschbecken4 ,nun ist der ,strom hergestellt18 triumphierte er4 ,soll ich nun das ,wasser in ,rosenwasser oder in klnisches ,wasser verwandeln88 ,ich mute beinahe auflachen4 ,aber er bat mich instndig1 meine ,gedanken zusammenzufassen1 und wir entschieden uns1 das ,waschwasser in ,rosenwasser zu verwandeln4 ,pltzlich rief er3 ,ach1 ich habe ganz vergessen2 du bist nicht isoliert genug4 ,ziehe deine ,stiefel aus68 ,dagegen strubte ich mich1 und er lie es dabei bewenden1 da ich die ,stiefel anbehalten durfte4 ,unser ,anblick wre fr einen pltzlich ,eintretenden uerst komisch gewesen4 ,feierlich schweigend bildeten wir die ,stromkette vom ,ofen bis zum ,waschtisch1 und als ,verbindungsglied zwischen mir und meinem ,freund schwebte das weie ,taschentuch4 ,nach einer kleinen ,weile sagte er3 ,jetzt ist es genug4 ,jetzt mu die ,verwandlung fertig sein48 ,und er nahm von meinem ,schreibtisch ein ,stck ,fliepapier1 tauchte es vorsichtig in das ,wasser1 roch dann an dem durchtrnkten ,papier und behauptete1 da es einen schwachen ,rosengeruch habe4 ,ja18 stimmte ich bei1 es riecht nach ,rosen im ,zimmer48 ,das war auch wahr1 denn die ,sonne war eben untergegangen1 und durch das offene ,zimmerfenster strmte der feine ,atem der ,rosenbsche aus dem tiefgelegenen ,garten herauf4 ,ich wollte meinen ,freund aber nicht daran erinnern1 da dieser ,rosenduft jeden ,abend nach ,sonnenuntergang ins ,zimmer kam1 denn ich war mde von der ,narretei4 ,er sagte dann ganz ernst3 ,der ,duft des ,wassers wird wahrscheinlich nicht lange anhalten1 denn es ist dies heute das dritte ,wunder1 an das ich meine ,krfte verschwendet habe1 und die ,elektrizitt war nicht mehr stark genug in mir1 um das ,wasser bleibend in ,rosenwasser verwandeln zu knnen4 ,schade1 da ich das ,gewitter hinter den ,berg geschickt habe4 ,wenn es ber das ,haus gezogen wre1 htten wir seine ,kraft mit zur ,bereitung des ,rosenwassers verwenden knnen48 ,ich sah hinaus4 ,der ,himmel war klar1 das ,gewitter war verschwunden1 und der ,abend breitete sich friedlich ber ,felder und ,grten aus4 ,sichtlich stolz auf seine ,leistungen1 steckte jetzt endlich mein ,freund das ,taschentuch in seine ,brusttasche1 und ich begleitete ihn zur ,stadt den ,berg hinunter4 ,ich wollte ihn in dem unklaren ,zustand1 in dem er war1 wenigstens bis zum ,stadttor folgen4 ,ich frchtete1 er wrde unterwegs vielleicht im ,felde sitzen bleiben und irgendein neues ,wunder ausdenken4 ,vor dem ,burkardustor war damals ein groer ,zimmerplatz am ,mainufer4 ,dort lagen lange ,baumstmme und ,balken1 zu ,haufen geschichtet1 auf dem ,rasen4 ,als wir an dem ,platz vorberkamen1 stand der ,mond mit schwach leuchtendem ,halbrund am ,himmel4 ,es war dmmrig geworden1 und das ,mondlicht begann auf den glatten ,stmmen des ,zimmerplatzes zu glnzen4 ,ich wollte mich jetzt von meinem ,freund verabschieden4 ,da deutete er nach dem ,mond und sagte3 ,warte einen ,augenblick6 ,ich will doch noch versuchen1 dir noch ein ganz einfaches ,wunder zu zeigen48 ,ich wollte nicht hinhren und sagte3 ,mein ,vater wartet mit dem ,abendbrot auf mich4 ,ich mu eilen1 um auf den ,berg zurckzukommen48 ,mein ,freund aber war schon auf einen ,balkenhaufen geklettert4 ,schleunigst zog er1 oben sitzend1 seine ,stiefel aus und stand nun da1 aufgerichtet auf den ,zehenspitzen1 die ,arme hoch zum ,mond gehoben1 whrend ich an dem ,bach -- der damals noch nicht berbrckt war -- an einem ,maulbeerbaum lehnte und dem ,wunderschtigen von weitem zusah und nun wirklich von ,herzen wnschte1 es mge ihm gelingen1 vor mir in den ,mond zu steigen1 damit wir nicht mehr von den ,wundern weitersprechen mten4 ,es wurde dmmeriger4 ,wolken schoben sich vor den ,mond1 und einen ,augenblick schien es wirklich1 als wre mein ,freund im ,dunkel verschwunden4 ,da wurde mir bang1 und ich rief mehrmals seinen ,namen4 ,er war aber nur hinter die aufgestapelten ,balken gestiegen und hatte dort seine ,stiefel wieder angezogen4 ,nun kam er zurck und bewegte wieder lebhaft das ,taschentuch in seiner ,hand4 ,und er sagte3 ,es wird mir gelingen1 ich wei es ganz gewi4 ,jetzt ist es ,halbmond1 aber wenn es ,vollmond ist1 wird der ,mond krftig genug sein1 mich zu sich zu ziehen48 ,dann nahm er ganz vergngt ,abschied1 und wir trennten uns4 ,nachher auf dem ,heimweg hinauf zum ,gut in der ,stille des dunkelnden ,heckenwegs atmete ich auf1 als wre ich einem ,zauberer entronnen4 ,war die ,welt nicht wundervoll1 wie sie da im ,sommerabend nach dem ,gewitter in der gereinigten ,luft vor mir lag auch ohne ,wunder8 ,war es nicht wundervoll1 als ,mensch zu wandern und sich ,mensch und sich nur als ,mensch zu fhlen8 ,warum sollte man fliegen oder ,verwandlungen vornehmen8 ,als wre ich von einem ,alpdruck aufgewacht aus einem qulenden ,schlaf1 so befreit fhlte ich mich jetzt auf dem ,abendweg4 ,in der ,ferne stand der ,schattenri des ,giebels vom ,gutshaus am ,bergabhang4 ,ein ,lichtpunkt leuchtete auf der dunklen ,terrasse4 ,am ,himmel flimmerten ein paar vereinzelte ,sterne4 ,war es nicht ,wunder genug1 zu wissen1 da man lebte8 ,der ,lichtpunkt auf der ,terrasse und die ,lichtpunkte der ,sterne waren einander hnlich1 und doch wute ich1 die ,lichtpunkte oben am ,himmel waren riesige ,weltenkrper1 und auf der ,terrasse unten stand nur eine kleine ,petroleumlampe auf einem gedeckten ,tisch1 auf dem das ,abendbrot wartete4 ,war das nicht ,wunder genug1 da riesige ,welten klein wie ,lampen werden konnten1 klein wie eine ,lampe1 die auf einem ,menschentisch steht8 ,beim feierlichen ,bewundern der ,lebensdinge werden alle ,leben ,wunder6 ,heute kann ich mir mein ,empfinden in ,worten ausdrcken4 ,damals geno ich es ohne umfassendes ,wort4 99 99 99 99 99 ,einige ,tage nach diesem ,augustnachmittag war ich wieder in unserer ,stadtwohnung1 als der andere ,freund1 der ,schweigende1 zu mir kam und mich fragte1 wann ich zum letztenmal den jungen ,philosophen gesehen htte4 ,derselbe sei nicht mehr ins ,kolleg gekommen1 auch wre ihm nicht geffnet worden1 als er den ,freund in dessen ,wohnung aufgesucht habe4 ,auf ,nachfrage bei seiner ,hausfrau habe diese geantwortet1 ihr ,mieter liege seit ein paar ,tagen zu ,bett1 wolle aber keine ,besuche empfangen1 habe auch kein ,essen zu sich genommen und wnsche nur in ,ruhe gelassen zu sein4 ,sie gehe deswegen gar nicht mehr an seine ,tre1 da er jedesmal von drinnen herausrufe1 da er nicht gestrt sein wolle4 ,das1 was ich da hrte1 erschreckte mich gewaltig4 ,ich erzhlte in kurzen ,zgen dem ,schweigenden die ,vorgnge des ,nachmittags3 da unser ,freund mit dem ,vorsatz1 ,wunder zu wirken1 zu mir gekommen und noch im gleichen ,wahn von mir fortgegangen sei4 ,er mu uns ffnen18 sagte ich4 ,er darf nicht sich selbst berlassen bleiben1 sonst verfllt er in ,irrsinn4 ,hoffentlich ist es noch nicht zu spt48 ,der ,schweigende nickte1 und dann eilten wir beide nach der ,wohnung des jungen ,philosophen4 ,es war sechs ,uhr abends1 heller ,sommerabend4 ,und als wir in das altmodische ,haus traten1 in welchem unser ,freund ein ,zimmer gemietet hatte1 war es in dem groen ,treppenraum still1 und nur unsere ,schritte hallten auf der gerumigen ,holztreppe des weiten ,stiegenhauses4 ,mit einigem ,staunen sahen wir1 als wir den oberen ,flur1 der durch keine ,tre von der ,treppe abgesperrt war1 erreicht hatten1 da dort auf den ,sandsteinfliesen viel ,wasser ausgeschttet war4 ,wir dachten aber an nichts ,besonderes dabei1 sondern meinten1 da dieses durch die ,unachtsamkeit eines ,dienstmdchens geschehen wre2 denn im gleichen ,flur war ein ,wasserhahn an der ,wand angebracht1 mit einem eisernen ,becken darunter4 ,da war es leicht mglich1 da das ,wasser im ,becken vielleicht bergelaufen war1 wenn der ,beckenabflu verstopft und der ,hahn nicht zugedreht gewesen4 ,vorsichtig ber die ,wasserlachen steigend1 kamen wir zur ,zimmertr4 ,wir klopften1 aber wir erhielten keine ,antwort4 ,der ,zimmerschlssel steckte1 also mute unser ,freund zu ,hause sein4 ,wir klopften mehrmals und versuchten durchs ,schlsselloch zu sphen1 und ich sehe uns da noch heute vor der groen weilackierten ,tre beratschlagen1 immer ngstlicher werdend1 weil wir nicht mehr wuten1 was wir zu tun hatten4 ,vielleicht ist er eingeschlafen18 meinten wir dann und wir beschlossen1 einen ,augenblick auf der ,treppe zu warten1 denn es ging augenscheinlich etwas ,unheimliches vor4 ,das sagten uns immer eindringlicher die groen ,wasserflecken1 die1 wie es mir auf einmal schien1 ganz von selbst anwuchsen und sich immer mehr ber die ,steinfliesen ausbreiteten4 ,wir stiegen ber die ,wasserseen zurck bis zur breiten ,holztreppe4 ,dort standen wir zaudernd und warteten1 an das ,gelnder angelehnt4 ,endlich setzten wir uns auf die oberste ,stufe und berlegten4 ,whrend wir noch in die ,haustiefe zur ,treppe hinunterhorchten und immer hofften1 der junge ,philosoph mge ausgegangen sein und wrde pltzlich nach ,hause kommen1 da fuhren wir auf einmal beide gleichzeitig in die ,hhe1 denn das ,wasser1 das wir aus dem ,auge gelassen hatten1 hatte uns am ,treppenrand erreicht1 und wir sahen staunend1 da es jetzt wie ein flieender ,bach von ,stufe zu ,stufe hinunterlief4 ,wir sahen beide unwillkrlich nach der weien ,zimmertr und verstanden nun1 da die ,unmenge ,wasser aus dem ,zimmer unseres ,freundes kam4 ,was ist das wieder fr ein ,streich88 entfuhr es dem ,schweigenden4 ,das bewegliche ,wasser1 das da neben uns das einzige ,leben im ,treppenhause war1 blickte uns an und sagte uns3 ,es ist ihm nichts ,schlimmes geschehen1 und ihr braucht euch nicht zu ngstigen4 ,er macht nur neue ,wunderversuche48 ,jetzt hrten wir auch1 da einige ,gefe im ,zimmer1 ,eimer und ,waschschssel1 klirrten1 als wrden sie zur ,seite gerckt4 ,unsere ,laune heiterte sich auf4 ,wir klopften nun lebhafter an die ,tre und riefen lachend1 da wir eintreten wollten4 ,es ist offen18 rief drinnen die ,stimme unseres ,freundes4 ,rasch drckten wir die ,tre auf1 und nun wurden wir noch mehr erstaunt4 ,wir sahen eine ,wasserflche1 weit ausgebreitet ber den ganzen ,zimmerfuboden1 vor uns4 ,und in seinem ,bett1 mit dem ,augenglas auf der ,nase1 lag der junge ,mann mit feuerrotem ,kopf und vergngt lachend4 ,er erklrte uns1 da er noch einmal ,versuche gemacht htte1 sich und diesmal auch das ganze ,zimmer vollstndig zu isolieren1 damit er dadurch neue ,elektrizitten in seinem ,krper ansammeln knne1 die er heute nacht zum ,aufstieg in den ,vollmond brauchen wollte4 ,er sagte auch1 er habe tagelang nichts gegessen1 sondern nur ,zigaretten geraucht und sich ,kaffee und ,tee bereitet4 ,als wir durch das ,wasser hindurch zu ihm an sein ,bett traten1 sahen wir erst1 da er im ,gesicht seltsam zerschunden war4 ,er hatte sich die ,backenknochen1 die ,stirnecken1 ,nase und ,kinn so sehr mit dem ,taschentuch gerieben1 da diese ,stellen wie offene rote ,wunden leuchteten4 ,und umgeben von diesem ,kranz von ,rte1 glnzten unheimlich funkelnd seine ,augenglser4 ,aber das ,vergngen1 da wir ihn lebend antrafen und auch scheinbar noch bei ,verstand1 berwog den ,schrecken dieser ,eindrcke1 und wir versuchten mit ,lachen und ,scherzen und ,plaudern seine ,wundersucht ins ,komische zu ziehen und sie als harmlos und spahaft hinzustellen1 und brachten es auch fertig1 ihn zu berzeugen1 da diese ,nervenberspannung1 hervorgebracht durch ,hungern1 ,rauchen und ,teetrinken1 ihn nur schwcher und nicht strker mache4 ,er befahl uns zwar mehrmals1 ihn allein zu lassen1 vorgebend1 er wolle schlafen4 ,aber wir lieen uns nicht so leicht abweisen4 ,da wir nun ins ,zimmer eingedrungen waren1 wollten wir es nicht so bald wieder verlassen1 bis wir ihn gesund und vernnftig gemacht htten4 ,wir riefen das ,dienstmdchen4 ,ihr sagten wir1 der ,wasserhahn wre offen gewesen1 und das ,wasser wre von drauen hereingeflossen4 ,da der junge ,philosoph selber ,eimer um ,eimer geholt und in sein ,zimmer ausgegossen hatte1 das wre ihr natrlich nie eingefallen auszudenken4 ,aber man sah es ihr an1 da sie auch nicht verstehen konnte1 wie das ,wasser von drauen hereingeflossen war4 ,whrend viele ,hnde nun die ,flut hinausbefrderten und der junge ,mann im ,bett sich rgerte1 da man ihn nicht in ,ruhe lie1 lief einer von uns fort und kaufte ,essen ein1 und wir berredeten den ,freund1 ,nahrung zu sich zu nehmen1 was er dann auch tat4 ,wenn er von ,wundern reden wollte1 fingen wir beide an1 der ,schweigsame und ich1 zu schmunzeln und dann zu lachen4 ,und besonders der ,schweigsame verstand es gut1 mit gesundem ,spott des andern ungesunde ,wunderlust lcherlich zu machen4 ,ich war froh1 als der ,wundermann endlich mitlachte1 und als er1 nachdem er gegessen und ,bier getrunken hatte1 wieder ,schlaflust bekam1 die er seit ,tagen knstlich vermittelst ,tee und ,tabak von sich fern gehalten4 ,er mute uns versprechen1 zu schlafen und nicht mehr an ,wunder zu denken und im ,bett zu bleiben1 bis wir ihn am nchsten ,tag wieder besuchen wrden4 ,das tat er auch wirklich1 und er schlief noch1 als wir ihn am nchsten ,mittag um zwlf ,uhr wieder aufsuchten4 ,dann war seine ,rede wieder vernnftig1 und nur noch die roten ,flecken in seinem ,gesicht1 die erst nach einigen ,tagen verschwanden1 erinnerten an die fieberhafte ,wundersucht1 die ihn beinahe um ,verstand und ,leben gebracht htte4 99 99 99 99 99 ,nach diesen ,erlebnissen mit dem jungen ,philosophen war mir eigentlich das ,sprechen mit ihm ber ,atomkraft und ber die neue ,weltanschauung verleidet1 und es war mir lieb1 da mein ,freund1 der erst vorhatte1 den ,ferienkurs in ,wrzburg zu besuchen1 sich entschlo1 zu den ,ferien heimzureisen1 um in der ,universittsstadt1 in der er geboren war1 ,ferienkollegs zu belegen4 ,als das ,wintersemester begann und er wiederkehrte1 war er wieder derselbe ruhige und stilldenkende gesetzte ,mensch1 als den ich ihn immer gekannt hatte4 ,er hatte dann auch viele ,kollegs zu besuchen1 und sein ,studium nahm ihn derart in ,anspruch1 da er nicht mehr so ausschlielich der von ihm auf ,physik und ,chemie angewandten ,lehre der ,atomkraft nachgrbeln konnte4 ,aber das will nicht sagen1 da er die neuen ,gedanken bei ,seite gelegt hatte4 ,er holte sie immer wieder vor und lie sie nicht los und legte sie auch ein ,jahr spter in einem ,manuskript nieder2 nur auf plumpe ,wunderversuche lie er sich nie mehr ein4 ,wenn ich ihn manchmal nach ,jahren wiedersah1 in dieser oder jener deutschen ,stadt1 wo er als ,assistenzarzt weilte1 und auch dann1 als er spter selbstndiger ,arzt geworden1 so war seine ,atomkraftlehre immer mit neuen ,erklrungen chemischer und physikalischer ,vorgnge weitergediehen1 und er hat diese ,lehre niemals aufgegeben1 sondern sie immer mehr vereinfacht und ausgearbeitet4 ,doch die ,anwendung der neuen ,weltanschauung auf das ,gesellschaftsleben der ,menschheit und auf das einzelne ,menschenleben kam ihm als etwas so ,selbstverstndliches vor1 da er sich nicht weiter ,mhe gab1 darber etwas niederzuschreiben4 ,mir aber1 in meinem ,schriftstellerberuf1 bildete sich die neue ,weltanschauung zu einer ,mndigkeitssprechung der ,menschheit aus4 ,und die ,zeit von #ahij bis heute1 vor allem die ,zeit von #ahij bis #aijj1 war fr mich eine fortgesetzte ,entwicklung zu einem neuen ,menschentum hin auf ,grund der neuen ,weltauffassung1 von der ich heute fest berzeugt bin1 da sie dazu da ist1 die ,menschheitsideale von morgen zu schaffen1 denn das ,weltfestlichkeitsgefhl liegt im ,menschen eingeboren1 es ist keine ,lehre1 sondern ein natrlicher ,zustand1 den jeder an sich erkennen kann4 ,ich habe diese ,weltauffassung in der ,dichtung angewandt und habe sie bewut und unbewut bei allen ,begegnungen mit ,dichtern1 ,knstlern und geistigen ,zeitgenossen aus mir sprechen lassen4 ,meine festliche ,weltauffassung wurde mir aber oft als ,oberflchlichkeit oder ,leichtsinn ausgelegt4 ,um nun endlich ganz verstanden zu werden1 in ,werken und ,handlungen1 will ich die ,entwicklungsjahre jener ,zeit weitererzhlen und die ,zeitspanne1 in der die neue ,umwandlung am auffallendsten bei mir zutage trat1 im nchsten ,abschnitt dieses ,buches schildern4 99 99 99 99 99 ,noch immer liege ich nach dem ,sturz mit steifem1 schmerzendem ,bein im ,bett4 ,aber ich bin erstaunt1 wenn ich feststelle1 da ich ,wochen am selben ,fleck gelegen habe4 ,es ist mir1 als htte ich keinen ,augenblick still gelegen1 denn ich bin ,meilen ber ,meilen in das ,jahr #ahij zurckgewandert4 ,ich erlebte nach dem ,sturz in den wenigen ,minuten im ,gartensaal des ,gutshofes1 als ich meine und meines ,freundes ,photographie dort stehen sah1 blitzartig jenen ,augustnachmittag wieder und die wirren ,wunderversuche des jungen ,philosophen4 ,die ,glocken schweigen jetzt mittags1 denn die ,zeit des auergewhnlichen ,trauergelutes fr den verstorbenen ,prinzregenten ist abgelaufen4 ,die ,glocken haben mich gut in die alten ,zeiten hineingesungen1 so da ich sie im ,geiste immer weiter singen hre1 auch wenn sie mittags nicht mehr luten und nicht mehr melodisch brausend mein ,zimmer umkreisen4 ,kaum aber kann ich noch glauben1 da ich bereits im ,jahre #aiac lebe1 denn ich habe auf der ,erde noch keinen ,schritt in diesem ,jahr getan4 ,nur meine ,gedanken marschierten4 ,dreiundzwanzig ,jahre1 die mich vom ,jahre #ahij trennen1 sind verschwunden1 als wenn sie nie gewesen wren4 ,ist das nicht auch eine ,festlichkeit1 keinen ,schritt mit seinen ,fen in der ,gegenwart tun zu knnen und im ,geist bei den ,geistern alter ,jahre ,spaziergnge zu machen mit frischen ,jnglingsgliedern8 ,und ist das nicht auch eine ,festlichkeit1 da ich bei den ,erinnerungen die ,schmerzen der ,gegenwart ganz vergessen und mein ,buch beginnen konnte8 ,das ist ein groes festliches ,wunder1 da die ,zeit des ,menschen ,wunsch gehorchen mu1 und da der ,mensch der ,gegenwart ,schmerzen in ,vergessenheit verwandeln kann4 ,es ist mir das eine neue ,besttigung dafr1 da das ,leben in ,leid und ,freude ein ,fest ist4 ,und ich mu es immer wiederholen3 ,das ,leben ist unter allen ,umstnden ein ,fest4 ,fr den ,armen und fr den ,reichen1 fr den ,lebenden und fr den ,sterbenden ist es festlich1 wenn wir es nicht blo mit ueren1 sondern auch mit inneren ,krften erleben und uns ,schpfer und ,geschpf zugleich fhlen wollen4 99 99 99 99 99 ,mein ,lebenslauf in den neunziger ,jahren des vorigen ,jahrhunderts war folgender3 ,nachdem ich mein ,vaterhaus ,weihnachten #ahia verlie1 flchtete ich fort aus den ,brgerkreisen zu den hundertjhrigen8 ,mnnern4 ,ich meine damit diejenigen ,dichter und ,denker1 denen ich teils in ,bchern1 teils in der ,wirklichkeit begegnete1 jene1 die reif und weise geboren sind1 wenn sie auch noch einen jungen trichten ,krper haben1 jene1 die einen bestimmten ,grad von ,unsterblichkeit besitzen1 auch ehe sie ihr ,lebenswerk vollendet haben4 ,bis #ahij war ich im alten geistigen ,deutschland aufgewachsen1 im ,deutschland von ,schiller und ,goethe1 im ,deutschland der ,idealisten4 ,ich hatte noch keine ,ahnung1 da dieses nicht mehr das heutige geistige ,deutschland war1 trotzdem ich empfand1 da die ,gedichte1 die ich bisher gelesen1 wie ein alter vererbter ,familienschmuck wirkten1 und da sie auf ihrem ,glanz und in ihrer ,sprache bereits eine dicke ,patinaschicht trugen4 ,und auch alle die ,gedichte der spteren ,romantiker brachten eine se ,friedlichkeit mit1 wie die alten ,mahagonischrnke sie ausstrmten1 in denen jene ,bcher ihre ,behausung hatten4 ,krner und ,kleist1 ,hauff und ,mrike1 ,uhland und ,rckert1 ,heine und ,klopstock1 ihre ,bcher waren gtig und ehrwrdig und von der ,vergangenheit geheiligt und gaben dem ,zimmer1 in dem sie standen1 eine glckliche ,ruhe und eine ,weltferne4 ,und dieses wunderte mich nicht1 denn sie waren aus alter ,zeit4 ,aber da die neueren ,schriftsteller1 die der sechziger und der siebziger ,jahre1 einen sen ,vergangenheitshauch in ihre ,sprache legten1 als wren ihre ,bcher unter der ,feder alt geboren1 whrend die ,worte noch tintenna waren1 das fiel mir unangenehm auf4 ,die ,schriftsteller der achtziger ,jahre dagegen1 die1 statt mit ,tinte1 mit ,tier- und ,menschenblut zu schreiben schienen1 wirkten auf mich erlsend4 ,ich hrte eines ,tages zwei ,herrn in ,wrzburg vor mir auf der ,domstrae zueinander sagen3 ,zola1 dieses ,schwein1 sollte in ,deutschland verboten werden48 ,und ich wurde stutzig1 denn die ,gesichter derer1 die das sagten1 waren derart emprt1 da ich sofort begriff3 wenn diese ,brgerleute sich so aufregten1 dann wrde jener ,schriftsteller -- dessen ,name ich oft gehrt1 aber von dem ich noch kein ,buch gelesen -- sicher sehr ernsthaft sein4 ,in denselben ,tagen war auch die ,welt erfllt vom ,geschrei ber ,tolstois ,kreuzersonate84 ,und es hatten sich1 wie fr und gegen ,wagners ,musik1 ,streiter fr und gegen die ,kreuzersonate8 in allen geistigen ,kreisen des ,landes aufgemacht4 ,khler lassend1 aber auch aufrhrerisch1 wirkte das ,auftreten ,bjrnsons1 der in seinem ,buch ,der ,handschuh8 zum erstenmal die ,forderung aufstellte1 da der junge ,mann seine ,keuschheit bis zum ,hochzeitstage ebenso streng bewahren msse1 wie das junge ,mdchen4 ,die ,erde schien in jenen ,tagen dem geistig ,miterlebenden im tiefsten ,geiste stndlich zu erzittern4 ,dem sicheren ,gesellschaftsleben war auerdem in dem noch unsicher schwankenden ,geist des neue ,menschenrechte fordernden ,sozialismus ein ,gespenst erstanden1 und nur die ,dichter wurden vorerst angelockt von der noch unbedichteten ,zyklopenwelt des ,arbeitertums4 ,bei verweichlichten ,gemtern mute jedes ,buch dieser neuen ,gattung einen ,schrecken erzeugen4 ,das ,wohlbehagen des ,brgergeistes wurde gewaltig gestrt durch die neuen ,armuts- und ,arbeitergestalten1 die1 ungewaschen und ungekmmt1 verhungert und ungehobelt1 in ,fabrikluft schwindschtig und elend geworden1 aber mit unverheuchelt ehrlichen ,lebens- und ,liebestrieben versehen1 das ,erbarmen und die ,bewunderung der ,dichter gefunden hatten4 ,in ,deutschland konnten darum damals gute ,brger ,zola auf offener ,strae ein ,schwein nennen6 ,auch ,gerhart ,hauptmann und ,holz und ,schlaf1 die drei ersten deutschen ,verknder des ,wirklichkeitslebens in ,dramen und ,romanen1 waren von der sogenannten guten ,gesellschaft noch gechtet1 als knnten sie mit ihren ,bchern die ,leprakrankheit in ,haus und ,theater verbreiten4 ,auerdem war da noch der ,philosoph ,nietzsche aufgetaucht4 ,ich sah zum erstenmal in der ,gesellschaft8 -- die ,m4 ,g4 ,conrad mit mchtigem ,sturm und ,drang stark und mutig begrndet hatte -- das ,bild ,nietzsches1 des ,dichterphilosophen1 im ,lesesaal der ,wrzburger ,harmonie8 im ,jahre #ahia1 und zugleich war da ein begeisterter ,aufsatz mit einer kurzen ,angabe aller seiner ,werke und mit der ,nachricht1 da der groe ,mann geistig umnachtet bei seiner ,mutter in ,naumburg lebe und wahrscheinlich nie mehr die ,klarheit seiner ,gedanken zurckerhalten werde4 ,ich eilte vom ,lesesaal sogleich zur ,stubertschen ,buchhandlung und verlangte dort ,nietzsches ,werk ,also sprach ,zarathustra84 ,niemand in der ,universittsbuchhandlung kannte den ,namen des deutschen ,philosophen4 ,man bestritt sogar1 da ein ,philosoph dieses ,namens in ,deutschland lebe oder gelebt habe4 ,man behauptete1 ich mte mich im ,namen geirrt haben4 ,man lchelte und schrieb den ,namen1 den der ,universittsbuchhndler und die ihn umgebenden ,herren noch nie gehrt hatten1 nur ungern auf4 ,man wird sich das heute kaum vorstellen knnen1 heute1 wo jeder einigermaen gebildete ,student ,nietzsches ,namen so gut kennt1 wie ein ,musiker ,richard ,wagner kennt4 ,den ,philosophen ,nietzsche1 den ,sie verlangen1 kennen wir nicht4 ,nehmen ,sie doch die ,werke eines anderen18 so riet man mir in jener ,buchhandlung4 ,einen ,philosophen ,nietzsche gibt es gar nicht1 und wir werden uns nur lcherlich machen1 wenn wir nach ,leipzig schreiben4 ,bestellen ,sie doch ein ,werk von ,kant oder ,spinoza4 ,bei diesen ,namen sind wir sicher1 da wir ,ihnen die ,werke verschaffen knnen48 ,ich dankte fr den billigen ,rat und wollte gehen4 ,da ersuchte man mich gndigst1 den ,namen noch einmal aufzuschreiben4 ,drei ,tage spter bekam ich aus ,leipzig das ,buch4 ,nietzsche war bereits geistig gestorben1 aber sein ,werk stand vollendet da4 ,ist es dann nicht erstaunlich1 da damals blo die geistigen oberen ,zehn1 die sich um ,m4 ,g4 ,conrads ,gesellschaft8 sammelten1 den ,namen ,nietzsche kannten und im ,besitz seiner ,werke waren8 ,whrend fnfzig ,millionen ,deutsche1 die ahnungslos das ,kommen und ,gehen eines deutschen ,geisteszyklopen miterlebt hatten1 so wenig von ihrem groen ,zeitgenossen wuten und so wenig an seiner ,arbeit beteiligt waren1 wie wenn ein fernes ,sonnensystem im ,weltall untergegangen wre1 von dessen ,glanz und dessen ,erlschen nur einige ,sternwarten der ,erde ,kunde hatten4 ,und ich frage mich3 woran liegt dieses auffallende ,unbeteiligtsein der gebildeten ,massen an der ,entwicklung groer ,mnner und ihrer ,geistesarbeit8 ,erst wenn ein ,lebenswerk vollendet ist1 erst wenn manche ,geister irrsinnig werden vor beranstrengung und vor ,qual ber den ,unverstand und die ,teilnahmlosigkeit1 auf die sie stndlich stoen mssen1 erst dann wird die heutige ,gesellschaft in breiteren ,massen auf sie aufmerksam4 ,selten aber werden junge einsame ,geisteshelden von ermutigenden ,zurufen1 von der ,spannung und ,erwartung eines ganzen ,volkes durchs ,leben getragen4 ,jene jungen ,mnner sind die einsamsten ,shne ihres ,landes1 und1 wie ich schon zu ,anfang dieses ,buches sagte1 sie mssen durch ,wlder von ,dornen wandern4 ,heute wei ich mir die ,teilnahmlosigkeit der ,nation zu erklren4 ,der ,hauptgrund1 da das ,verachten oder bersehen starker junger ,mnner in einem ,volke mglich ist1 beruht auf einer unglcklichen ,weltanschauung der ,menschheit4 ,wrden die ungeheuren ,krfte und die ungeheure ,aufmerksamkeit1 die die ,gesellschaft graugewordenen ,idealen zuwendet1 dem ,weltfestlichkeitsideal zugewendet1 so wrde eine grere ,festlichkeit des ,geisteslebens das ,vlkerleben verklren1 und die ,schwungkraft des ,geistes aller ,gesellschaftskreise wrde sich erhhen4 -- ,khnheit und umwlzende ,neuheit waren die ,kennzeichen aller bedeutenden ,bcher der achtziger und der neunziger ,jahre4 ,diese neuen ,werke wirkten1 wenn man sie mit den auf einer alten ,weltanschauung fuenden ,werken der ,klassiker verglich1 wie ,dynamitpatronen im ,bcherschranke4 ,zugleich mit dem umwlzenden ,geist des ,schrifttums waren in jener ,zeit die ,frauen teilweise der ,madonnenhaltung mde geworden1 und auch der ,geist der ,frau wollte am ffentlichen ,leben teilnehmen4 ,die ,zeit grte1 und es wogten im ,geistesleben jener ,tage zwei ,strudel auf und nieder4 ,knstlerbewegung und ,frauenbewegung1 beide von ,schpferkraft angefeuert1 hielten die ffentliche ,meinung in ,atem4 ,von der ,republik ,amerika kam dazu das ,wort ,arbeit wie ein festliches ,schlagwort herber1 und ,europa echote3 ,arbeit18 und der ,arbeiter wurde zum ,ritter in der ,phantasie der ,dichter4 ,und die ,frau wollte nicht zurckbleiben und wollte zur ,arbeiterin werden4 ,sie1 die vorher nur im ,hause ,mutter und ,dame gewesen war1 sie suchte sich jetzt auch einen ,wirkungskreis auer dem ,hause4 ,ich mu gestehen1 da ich im ,jahre #ahij noch herzlich wenig von all diesen geistigen ,umwlzungen1 die in der ,welt vorgingen1 wute4 ,ich hatte bis zu meinem dreiundzwanzigsten ,jahr von ,gefhlsfragen und von ,geistesfragen1 die das ,weltbild von ,jahrzehnt zu ,jahrzehnt1 von ,jahrhundert zu ,jahrhundert und von ,jahrtausend zu ,jahrtausend umgestalten mssen1 nur eine ,ahnung bekommen aus der ,geschichtsstunde der ,schule oder aus den ,gesprchen meines ,vaters ber ,politik4 ,sonst aber war die ,welt bisher fr mich scheinbar vollkommen gewesen1 unerschtterlich nach biblischen ,vorbildern aufgebaut1 die vom ,staate gutgeheien und von den ,dichtern mit ,phantasie durchdrungen und besungen worden waren4 ,in der ,privatier- und ,universittsstadt ,wrzburg sah man nicht das ,elend und den ,ha der ,armen gegen die ,reichen1 der in ,fabrik- und in ,bergwerksgegenden damals zuerst aufschrie4 ,denn die ,kaufmanns- und ,rentierbevlkerung1 die ,beamten1 ,professoren und ,offiziere1 dazu die unbekmmerte ,studentenschaft gaben dem ,stadtbild1 bei ,weinbergen und altersgrauen ,kirchen1 den ,frieden einer ,lmmerhrde4 ,das ,wort ,streik kannte man nur aus ,zeitungen4 ,auch von der ,frauenbewegung und ,dichterbewegung kamen damals nur die ,echos in ,zeitschriften oder ,zeitungen zu den stillen ,gestaden meiner ,vaterstadt4 -- ,auer einer wrzburger ,zeitung hatte ich kaum einmal in einem ,kaffeehause eine andere ,zeitung in der ,hand gehabt1 bis ich von dem einen meiner beiden ,freunde1 von dem ,schweigenden1 eines ,tages auf das ,berliner ,tageblatt aufmerksam gemacht wurde4 ,ich hre noch seine ,worte1 als er sagte3 ,im ,feuilleton dieser ,zeitung ist immer von einer ,literatur die ,rede1 die nichts mit der alten ,zeit zu tun hat4 ,diese ,kreise1 die in einem neuen ,geist schreiben1 solltest du aufsuchen48 ,ich hatte jene ,literatur bereits aus der ,zeitschrift ,die ,gesellschaft8 kennen gelernt1 aber ich war wie jeder ,anfnger scheu und wollte erst meine eigenen ,krfte sammeln und meine ,eigenart ausgeprgt haben1 ehe ich mit jenen fremden ,kreisen in ,verbindung trat1 die mir vielleicht zumuten wrden1 ihre ,eigenart anzunehmen4 ,und ich war ngstlich1 mein schriftstellerisches ,ich zu hten1 bis es mir soweit ausgebrtet schien1 da es eine ,persnlichkeit bekommen hatte4 ,so lie ich es beim ,lesen und ,wiederlesen von ,jacobsens ,niels ,lyhne beruhen4 ,an diesem ,buche bildete ich zuerst meine ,schreibweise1 und zugleich kam mir ,niels ,lyhnes ,weltanschauungskampf1 der zwischen dem ,glauben an den alten ,gott und dem ,glauben an die ,menschenvernunft schwankte1 nahverwandt vor4 ,denn auch ich wog1 hnlich wie ,niels ,lyhne1 noch immer die alte und meine neue ,weltanschauung stndlich ab1 schwankend zwischen der qualvollen ,lehre der ,erbsnde1 der ,verdammnis und der ,belohnung nach dem ,tode1 und jener festlichen ,denkweise1 die mir erlaubte1 mich ,schpfer und ,geschpf eines ewigen ,weltfestes zu fhlen1 zurckgefhrt auf die ,atomkraft aller ,dinge4 ,und so wie die ,bcher der deutschen christlichen ,klassiker nicht mehr in der ,mauserzeit meiner ,weltanschauungen auf mich wirken konnten1 da sie mir in der grenden ,zeit zu christlich gottergeben vorkamen1 so konnte ich auch selbst nicht mehr den ,wunsch hegen1 hnlich dichten zu wollen wie die ,dichter der alten ,weltanschauung1 die da in ,reihe und ,glied die ,familienbcherschrnke eines jeden deutschen ,hauses fllten und den eisernen ,geistesbestand meiner ,zeit darstellten4 ,solche ,bcher kamen mir damals vor wie die jahrhundertalten ,festungswerke der ,stadt ,wrzburg1 die schweigend behaupteten1 fr alle ,jahrhunderte gut und ntzlich zu sein und den ,feind1 den ,erbfeind abwehren zu knnen4 ,sie sahen auch sehr trutzig drein1 diese prchtigen ,wlle1 die von den klgsten ,geistern ihrer ,zeit zur ,abwehr ausgedacht waren und stattlich und unerschtterlich schienen1 als knnten sie noch ,jahrtausenden trotzen4 ,das ,stadtleben aber1 das sie schtzen wollten1 engten sie mit der ,zeit so ein1 da die ,bevlkerung1 die weiterwuchs und immer licht- und luftbedrftiger wurde1 durch ,raummangel jeden ,tag verheerende ,krankheiten ausbrechen sehen konnte1 hervorgerufen durch ,menschenanhufungen4 ,und dieselben ,wlle1 die dem ,feind wehren sollten und ihre ,brger retten vor dem ,tod durch ,feindeshand1 sie wren schuld geworden1 da der ,tod sich von selbst in der ,stadt geboren htte1 wren sie nicht niedergelegt worden4 ,denn sie waren jetzt nicht mehr die ,verteidiger1 sondern die ,feinde der ,brger1 deren ,kindern und ,kindeskindern sie den ,lebensatem und die ,lebensfrische unfreiwillig raubten4 ,ebensolche ,wlle schienen mir die vorsichtig gehteten ,geistesgter der ,vergangenheit und einer alten ,weltanschauung zu sein4 ,die neuen ,bcher dagegen1 wenn sie vielleicht auch nicht bleibende ,grundsteine zu neuen ,mauern waren1 so brachen sie doch wie ,dynamitpatronen ,breschen in das veraltete ,geistesbollwerk der europischen ,nationen4 ,die neuen ,schriftsteller1 die diese aufrhrerischen ,bcher schrieben1 wurden aber zur damaligen ,zeit noch vom ,adel sowohl als vom ,brger und vom ganzen ,volk1 gleich den ,gechteten1 fr vogelfrei erklrt4 ,das ,wort ,schweine68 war noch das mildeste1 das man ihnen nachwarf4 ,und so wie sich damals ,familien und ,freunde in der ,musik ber ,richard ,wagner zerkriegten1 so entspannen sich in der deutschen ,dichtung ber ,gerhart ,hauptmann und die ,jngsten geistige ,brgerkriege1 die in allen ,gesellschaftskreisen mit heftigem ,dafr und ,dagegen ausgefochten wurden1 -- gar nicht zu sprechen von ,nietzsche1 dessen ,name noch lange in ,brger- und ,volkskreisen so unbekannt blieb1 wie er es jenem ,universittsbuchhndler in ,wrzburg im ,jahre #ahij gewesen4 ,auch ,nietzsches ,buch ,jenseits von ,gut und ,bse8 schlug wie mit ,keulen an die guten alten ,bcherschrnke4 ,und es war eigentlich kein ,wunder1 da an der ,provinzuniversitt der ,name eines solchen ,umwerters aller ,werte noch unbekannt blieb1 auch nachdem der ,zyklopengeist dieses ,denkers bereits aufgehrt hatte1 dem ,leib zu gehorchen4 ,es war so viel ,grstoff in jener ,zeit1 so viele groe ,mnner waren an der ,arbeit1 da1 wer sich nach ,geistesnahrung sehnte1 reichlich genhrt wurde4 ,zu jedem ,weihnachtsfest gab ,ibsen ein neues ,drama heraus4 ,bjrnson und ,tolstoi behaupteten groe ,wahrheiten4 ,und ,strindberg1 der damals noch an der ,zchtung seiner gewaltigen ,eigenart arbeitete1 stand in der ,mitte seines ,lebens und hatte noch seine mchtigsten ,arbeitsjahre vor sich4 ,liliencron fing eben an seine strmischen und weltfrhlichen ,lieder zu singen4 ,er trat erst mit vierzig ,jahren als ,dichter auf4 ,die meisten der ,genannten haben sich aber heute auch schon in jene alten ,bcherschrnke eingebrgert1 und sie sind die ,klassiker der zweiten ,hlfte des neunzehnten ,jahrhunderts geworden2 das deutsche ,volk hat sie bereits in ,gnaden aufgenommen1 dasselbe ,volk1 das sich damals gegen ihren neuen ,geist gewehrt hat4 ,das ,deutschland der blauen ,ritterromantik und einer bleichschtigen ,griechentumverehrung ist in jenen ,jahren abgelst worden von jenen ,mnnern1 die tapfer und furchtlos gegen ,geistesverweichlichung weiter ,brgerkreise wie junge ,ritter mit den ,arbeitern ,schulter an ,schulter kmpften4 -- ,ich wollte mit diesen letzten ,zeilen kurz eine ,erinnerung des ,geistesgesichtes jener ,umsturzzeit geben4 ,ich habe auch nicht alle ,geisteshelden jener ,zeit genannt1 sondern nur einige ,schriftsteller und wollte nur das ,zusammenwirken jener ,titanen dem ,leser in ,erinnerung rufen1 damit er ,fu fassen kann und meinen ,weg leichter miterleben kann1 den ich ihn jetzt durch die ,jahre nach #ahij bis zur ,jahrhundertwende fhren will4 ,ich habe im ersten ,teil des ,buches bereits gesagt1 da sich ,ste von ,notizbchern bei mir ansammelten1 da ich die tglichen ,spaziergnge1 ,gesprche und so weiter im ,jahre #ahij niederschrieb und die ,eindrcke in neuen ,vergleichen festzuhalten versuchte4 ,es waren dies bungen1 wie ein ,maler sie beim ,aktmalen und der ,musiker sie bei der ,kompositionslehre vielleicht hnlich vornehmen mu4 ,in meinen ersten ,prosaversuchen hielt ich mich nicht an die alte ,erzhlungskunst der ,klassiker1 sondern an die neue ,erzhlungskunst1 die mit ,jacobsens ,nils ,lyhne8 mir zum erstenmal bekannt geworden war4 ,diese ,kunst verweilte nicht blo am ,wege1 um notwendige ,dinge zu schildern1 die dem ,fortgang der ,erzhlung ntzlich waren4 ,auch vertiefte sie sich nicht in moralisierende ,betrachtungen zum ,beispiel beim ,ansehen eines ,sternhimmels1 einer ,blume1 des ,meeres und so weiter1 wie es die ,dichter des achtzehnten ,jahrhunderts mit ,vorliebe getan4 ,sie beschrieb auch nicht die ,dinge nur der ,schnheit halber1 sondern es war ihr darum zu tun1 knstlerisch ,leben zu geben1 vertieftes ,weltsehen1 das in den leisesten ,bewegungen eines ,blattes1 eines ,baumes1 das im ,summen einer ,biene und in der ,zeichnung eines ,gesichtes festliche ,erlebnisse findet4 ,in alles ,weltalleben vertiefte sich mehr als in irgendeinem ,jahrhundert diese neue ,schreibart4 ,die frheren ,zeiten beschrieben ein ,frauengesicht nur1 um seine ,schnheit zu schildern1 oder um festzustellen1 da jene ,frau gut oder bse sei4 ,nun aber enthielt man sich jedes ,urteils4 ,die ,neuen zeichneten ihre ,personen1 wie ein ,maler sein ,modell zeichnet1 das ihn anregt1 und dem ,schuld oder ,unschuld desselben gleichmig knstlerisch anziehend ist4 ,man lud keinen ,fluch mehr auf die ,handlungen des ,menschen und bte keine offensichtliche ,belobung ihrer guten ,eigenschaften4 ,in dieser ,weise schrieb ,jacobsen seinem ,niels ,lyhne81 der fr eine ganze ,reihe von jungen ,schriftstellern der neunziger ,jahre gleichsam als die ,schpfungsgeschichte einer neuen ,schreibkunst galt4 ,jacobsen1 der ,naturwissenschaftler1 der ,botaniker1 fate die ,menschen so behutsam wie ,pflanzen an1 die ,menschen seiner ,bcher1 und schilderte ihre leisesten ,handlungen mit einem feinen ,beobachten1 als galt es1 ,pflanzensorten zu bestimmen4 ,seine durchaus nie verdammende oder beschnigende ,art glich der ,art eines ,arztes und nicht der eines ,richters4 ,wie ein ,arzt1 der1 seelen- und krperkundig1 die ,fehler nachsichtig ,schwchen nennt und die ,schnheiten nicht berschtzt1 sondern auch diese mit ,augen betrachtet1 welche die ,vergnglichkeit aller ,lebensformen nur zu gut kennen1 und der darum nicht bermig begeistert und nicht bermig verurteilend auftreten kann1 so war ,jacobsen als ,schriftsteller4 ,seine ,art gewann damals rasch die ,herzen vieler der jngeren aufwachsenden ,dichter4 ,die ,seelenkunde in den neuen ,bchern schien ein groer ,fortschritt zu sein gegenber der moralisierenden ,schreibart der ,vergangenheit und gegenber dem einfachen ,richtertum1 das selten ber gute und bse ,helden hinausgekommen war4 -- ,die meisten jungen ,dichter der achtziger ,jahre muten mit einem ,doktortitel versehen in die ,welt treten4 ,denn das ,wort ,dichter stand tief gesunken im ,ansehen des ,volkes1 und die komische schmachtlappige ,dichterfigur1 die ,wilhelm ,busch im ,dichter ,bhlamm geschaffen hat1 spukte immerfort in den ,gehirnen der ,dichter1 die1 berfttert von verweichlichter ,lyrik1 deutlich ihren ,ekel und ,spott zur ,schau trugen1 wenn man von jemandem sagte1 er dichte4 ,heute ist es ein wenig besser geworden4 ,man ahnt wieder1 da die ,dichter ernste ,mnner sind1 arbeitsame1 krftige ,naturen voll ,wirklichkeitssinn4 ,man ahnt wieder1 da das ,wort ,dichter8 nicht mit dem ,wort ,schmachtlappen8 verwechselt werden darf1 und da wirkliche ,dichter ,kraftnaturen des inneren ,lebens bedeuten1 so wie groe ,feldmarschalle1 groe ,diplomaten und groe ,herrscher ,kraftnaturen des ueren ,lebens darstellen4 ,wenn ein ,dichter leiser auftritt als ein anderer ,mann1 wenn er trumender umhergehen mu1 so ist es1 weil er das wirkliche ,leben uerlich rascher aufgenommen hat als die anderen1 blitzartiger1 und weil in ihm die ,gedanken und ,gefhle dann tosen4 ,diesem inneren ,gewitter seiner ,gedanken und ,gefhle mu er nachhngen und mu uerlich oft verstummen und sich selbst zuhren4 ,jeder wirkliche ,dichter wird demtig gemacht von der ,wucht1 ,ehrlichkeit und ,eindringlichkeit seiner ,gedanken und ,gefhle1 die ihm die ,melodie des ,lebens schon offenbaren1 wenn die andern nur erst ,lrm und ,wirrnis sehen4 ,andere werden vielleicht demtig gemacht durch ,niederlagen1 durch ,notlagen1 ,enttuschungen und durch gewaltsame ,demtigungen von auen4 ,der ,dichter wird demtig gemacht von seiner ,dichterstimme1 die ihn fortwhrend begleitet1 als trge er die ,weltorgel in sich1 auf der er den ,lrm der ueren ,ereignisse in innere ,tne auflst4 ,die ,zerstreutheit eines ,dichters1 seine geistige ,abwesenheit1 der scheinbare ,hochmut1 der ber seiner ,haltung oft unbewut liegen kann1 die ,ungeduld und der scheinbare ,grenwahnsinn und sein ,stolz -- alles sind ,zustnde1 wie sie die andern ,menschen vielleicht kaum zehnmal in ihrem ,leben kennen lernen1 ein ,zustand1 wie ihn ein ,feldmarschall whrend einer ,schlacht empfinden mu1 wenn diese noch zwischen ,sieg und ,niederlage schwankt4 ,der ,dichter ist in jedem ,augenblick auch hnlich einem ,erfinder1 der nahe daran ist1 der ,welt eine ,entdeckung zu offenbaren1 und den nur noch fnf ,sekunden von dem ,recht trennen1 darber aufgeklrt zu werden1 ob er sich in seinen ,voraussetzungen geirrt hat oder nicht4 ,in diesem steten ,schpferzustand1 in diesem ununterbrochenen ,schpfungsfieber bewegt sich das ,leben des ,dichters vom ersten ,gedicht bis zum letzten4 ,er erledigt das uere ,leben blitzartiger1 vorausfhlend und vorauswissend1 wo die andern erst an der ,tr des ueren ,ereignisses stehen4 ,aber die ,verinnerlichung1 in der er zum zweitenmal die ueren ,erschtterungen in sich lautlos nachleben und in ,worte und ,rhythmen bringen mu1 ist ihm wichtiger und scheinbar wirklicher4 ,ein ,dichter im ,verkehr wirkt deshalb immer unbequem1 rtselhaft und ungelenk4 ,er scheint nur mit dem einen ,fu mitzutanzen1 whrend die andern mit beiden ,beinen ,lebensgaloppaden ausfhren4 ,ein ernster ,dichter wird immer den ,frauen und den ,mnnern ungesellschaftlich vorkommen1 denn whrend sie ihn noch im ,gewande oder in den ,melodien seiner letzten ,werke sehen und ihn darber befragen mchten1 hat seine innere ,welt lngst neue ,tne angeschlagen1 und er kann den ,fragenden nicht einmal mehr antworten1 da er fortgerckt und tief benommen ist von dem neuen ,schpfungsfieber1 das ihn gepackt hat1 und das hnlich ist dem ,fieber bei einer wogenden ,schlacht4 ,es wrde keinem vernnftigen ,menschen einfallen1 von einem ,feldmarschall beim ,hhepunkt einer ,schlacht ,aufmerksamkeit fr andere ,ereignisse als die mit der ,schlacht zusammenhngenden zu verlangen4 ,ein anderes ,verhltnis besteht aber zwischen ,welt und ,dichter4 ,der ,dichter1 der nur fr die ,schlacht in seinem ,inneren ,ohr hat1 wird meistens als unvernnftig angesehen1 wenn er sich in seiner ,hingerissenheit nicht zugleich auch in seiner ueren ,welt so fest behaupten kann wie die andern4 ,er gilt als dumm und bld1 wenn er sich dort nicht helfen kann1 wo die anderen sich spielend helfen4 ,er gilt der ,welt als frech und anmaend1 wenn er ,ansprche an die ,mitwelt stellt1 die ihm vom ,standpunkt seiner ,schpferkraft aus klein scheinen1 whrend die anderen den scheinbar ,lebensunbeholfenen und scheinbar ,lebensblden bescheiden und anspruchslos und mglichst verzichtend haben wollen1 da er von seiner inneren ,welt reichlich entschdigt sei1 wie sie triumphierend behaupten4 ,als ob jeder ,knstler die uere ,welt nicht immer reichlich ntig hat1 um zur inneren zu kommen6 ,der ,gedanke1 da ein ,dichter nur eine ,dachkammer bentige1 und da nur die ,not ihm ,dichtertrume gibt1 lebte besonders zur ,bltezeit der alten ,weltanschauung eingewurzelt im deutschen ,volke4 ,heute ist es aber bereits besser geworden1 wenn auch die ,dichter noch lange nicht vom ,staat ,pfrnden beziehen wie die ,kirchenbeamten oder ,gehlter wie die hohen ,staatsbeamten4 ,und doch wre dieses eigentlich selbstverstndlich1 denn der ,dichter1 der ,maler1 ,bildhauer und ,musiker1 sie sind die hchststehenden geistigen ,beamten des ,staates1 und sie sind durch ihr ,schaffen neuer geistiger ,gter hher an ,wrde und ,rang als die grten politischen ,fhrer jedes ,volkes4 ,die ,knstler sind die reichsten ,festgeber des festlichen ,daseins der ,menschheit1 und dafr hat ihnen jeder ,staat zu danken4 ,ich setze diese ,erklrung und ,verteidigung der ,knstler hierher1 weil ich eben jene ,zeiten erlebt habe1 in denen ,gedicht und junge ,dichter bei der menschlichen ,gesellschaft niedriger im ,wert standen als im ,mittelalter die ,scharfrichter und ihr ,handwerk4 ,aber wer grndlich verachtet wird wie der ,henker1 dem wird doch noch von den anderen ein volles ,gefhl zuteil1 das ,gefhl des ,abscheus4 ,aber in jener ,zeit1 die ich meine1 hatte man fr den jungen ,dichter in den ,gesellschaftskreisen entweder ein mitleidiges ,achselzucken1 oder ein solch junger ,geist wurde kurzweg als eine ,lcherlichkeit angesehen1 die nicht einmal mit ernstem ,spott verfolgt wurde2 er war fr die ,gesellschaft ,luft und hatte kaum ,daseinsberechtigung4 -- 99 99 99 99 99 ,durch die neue ,weltanschauung war ich aus dem ,gleichgewicht der griechischen ,rhythmen und einlullenden gutmtigen ,melodien der alten ,dichterwelt aufgerttelt worden1 und die ,trochen und die ,jamben und der ,hexameter1 alle die uns von den ,griechen berkommenen ,versmae1 schienen mir undeutsch1 zu feierlich und nicht auf die heutigen ,lebensuerungen und ,lebenszerrissenheiten anwendbar1 mit denen der ,arbeitsgeist uns ,menschen einer neuen ,welt umgibt4 ,ich sagte mir3 unter dem herrlichen blauen ,himmel ,griechenlands wurden alle jene ,versmae aus dem ,sinn eines angeborenen ,gleichgewichts geboren4 ,die ,sdsonne und das ,sdblut des ,mittelmeervolkes muten dem inneren ,leben der ,dichter dort einen mchtigeren ,rausch und ,schwung geben1 ein hheres ,pathos1 welches zu uns gebracht1 in unser deutsches ,klima und bei unserer khleren ,rasse ewig unnatrlich wirken wird und unwahr4 ,unser ,leben in ,deutschland1 das fast ein halbes ,jahr ,winter kennt1 den kurzatmigen ,sommer hat1 und das zugleich von einer neuzeitlichen ,emsigkeit durchdrungen ist und die ,aufmerksamkeit auf ganz andere ,lebensgesetze richten mu1 als es die ,griechen vor zweitausend ,jahren taten1 dieses ,land mu ein eigenes ,versma1 seine eigenen ,rhythmen haben4 ,dieses ,versma mu sich dem inneren ,leben1 den zarteren ,menschen1 dem bewlkteren ,himmel und den grbelnden ,trumen1 den rauschenden ,laubwldern unseres ,landes anpassen4 ,die ,natur jedes ,landes -- ,landschaft1 ,himmelsstrich und ,sprache -- gibt ihren ,dichtern ein bestimmtes ,versma ein4 ,die ,lnder der ,zypressen und ,pinien1 die ,lnder des heien ,sdweines1 die sdlichen ,lnder1 wo keine ,singvgel nisten1 knnen nicht in demselben ,verstakt dichten wie deutsche ,haine1 deutsche ,wiesen und ,buschlandschaften voll fliegender ,snger und khler lauschiger ,grashgel4 ,nach dieser ,erkenntnis war es mir vorerst unmglich1 daran zu denken1 ,gedichte zu schreiben1 da ich nicht im alten ,versma schreiben wollte und zur ,eingebung des neuen noch nicht gekommen war4 ,auerdem lag nichts zur ,dichtung ,aufmunterndes in der ,haltung des damaligen ,zeitgeistes1 wie ich es vorher erklrt habe4 ,und so stellte ich mich auf den ,standpunkt1 da es vorlufig unmglich sei1 ,gedichte zu schreiben in einer ,zeit1 die voll ,maschinenlrm und ,reiselrm war und mit ,triumphen und neuen ,wahrheiten der ,naturwissenschaft protzte4 ,ich wollte mich deshalb zuerst nur in einer neuen ,erzhlerkunst ausbilden1 ausgehend von haarscharfster ,beobachtung und genauester ,wiedergabe der zartesten ,lebenseindrcke4 ,dann hoffte ich1 es wrde sich vielleicht mit der ,zeit die ,sehnsucht und die ,kraft zum ,dichten in mir wieder verstrken und ,dichterlust eines ,tages von selbst hervorbrechen4 ,was ich aber im ,lrm aller ,neuheiten1 die jetzt auf mich einstrmten1 vorlufig stark bezweifelte4 ,ja1 ich ging damals so weit in meinem ,urteil1 und war darin nicht der einzige meiner ,zeit1 ,dichtung und ,dichten fr eine ,unmnnlichkeit zu erklren4 ,dichtung schien mir1 war heutzutage nur noch mglich fr junge ,mdchen1 ,schler1 ltere ,tanten und ,greise4 ,der zeitgeme ,mann sollte auf die altmodische ,sigkeit gedichteter ,gedanken verzichten und das ,prosawort handhaben lernen und seine ,gedanken durch die ,kraft einer neuen ,prosa vermitteln4 -- ,aber dieselbe ,sehnsucht1 sich von einer alten berlebten ,welt zu trennen1 die damals die ,dichter erfat hatte1 die hatte alle ,knstler erfat4 ,die ,musiker1 unter ,wagners ,fhrung1 sagten sich von der alten ,lehre des ,kontrapunktes frei4 ,und die deutschen ,maler packte die ,sehnsucht1 die ,heimat in ,licht und ,farben wiederzugeben4 ,und die ,dunkelmalerei der alten ,schule und das ,sichbrsten mit dem ,malen von sogenannten ,charakterkpfen und ,ideallandschaften wurde ebenfalls mehr und mehr beiseite gelassen1 und die ,freilichtmalerei feierte ihre ersten strmischen ,feste4 ,man malte mit ,wei in ,wei1 wo man vorher nur ,braun in ,braun gegeben hatte1 und man malte ,bunt in ,bunt1 lustig befreit von den schematischen ,farbenlehren akademischer ,abtnungen4 ,und man malte das ,hlichste und das ,eintnigste1 sowie man auf der ,bhne den ,armeleutestand und auch das ,hliche zu ,wort kommen lie und sich bemhte1 ,pathos und ,pose mglichst von den ,brettern zu verbannen4 ,die ,schauspieler fingen an das ,versesprechen zu verachten1 weil der geistige ,zuschauer den ,versstcken nicht mehr zuhren wollte und bersttigt von ,pathos und ,pose war und einen ,wirklichkeitshunger abends ins ,theater brachte1 der entstanden war aus dem neuen wachsenden ,grostadtlrm und aus dem ,bedrfnis nach ,kraftbettigung und ,wirklichkeitslust4 ,die ganze ,kunstwelt war in jenen ,jahren vielleicht mit einem ,maskenball zu vergleichen1 bei welchem pltzlich das ,zeichen zur ,maskenabnahme gegeben wird4 ,und wo vorher sich nur ,larven angesehen hatten1 sah man pltzlich wirkliche lebende ,gesichter wieder1 lebende ,gesichter in den ,bchern1 auf den ,bildern und auf der ,bhne4 ,die ,knstler begrten frhlich diese ,umwandlung1 die ,rckkehr zum ,leben ohne ,larve1 whrend die breite ,brgermasse sich nicht recht an die entlarvten ,gesichter gewhnen wollte und nur seufzend1 rckwrtsschauend1 schwerfllig und gezwungen dem neuen ,zug der ,zeit ,folge leistete4 ,viele uere ,umstnde trafen da noch zusammen1 die den ,wirklichkeitssinn bei den ,knstlern wachriefen und die auch die ,brger mitrissen4 ,das neue ungewohnte schnelle ,reisen und ,orte wechseln knnen1 durch das damals ausgebaute ,eisenbahnnetz ber ganz ,europa1 machte die ,menschen wirklichkeitsfroh1 und ebenso die ,erfindung und ,anwendung des reinlichen und verblffend hellen elektrischen ,lichtes2 dessen alle ,winkel ausleuchtende ,klarheit lie nachts keine ,gespensterfurcht und keine berflssig wuchernde ,romantik mehr aufkommen4 ,in der ,wissenschaft legte die ,bakterienlehre die ,ohnmacht und ,macht des ,menschen klar1 dem winzigsten und dem ,auge unsichtbaren ,lebewesen gegenber4 ,und weiter kamen dazu die aufsehenerregenden ersten ,versuche der ,hypnose1 die in allen ,gesellschaftskreisen mit ,eifer besprochen und begutachtet wurden4 ,die bei diesen ,versuchen sich befestigende berzeugung1 da der ,mensch keine ihn durch ,gut und ,bse leitende ,seele habe1 sondern da durch den ,willen eines strkeren ,menschen der ,wille des ,schwcheren so ausgeschaltet werden kann1 da dem besten ,menschen in der ,hypnose ,bses zu tun befohlen werden kann1 dieses alles half mit am ,aufbau einer neuen ,weltauffassung4 ,auch ein amerikanisches ,buch mu ich noch erwhnen1 das in jenen ,jahren in hunderttausend ,exemplaren von ,hand zu ,hand ging4 ,das war ,bellamys ,rckblick aus dem ,jahr #bjjj84 ,es war ein ,buch1 das erstaunlich den ,wnschen und ,sehnschten der ,zeit entgegenkam1 indem es scheinbar alle ,wnsche des letzten ,standes mit den ,wnschen der hheren ,stnde so verschmolz1 da ein ,idealstaat dem ,leser des ,buches gar nicht so unmglich erschien und es manche ,ungeduldige fr mglich hielten1 im neuen ,jahrhundert diesen ,staat noch zu erleben4 ,ich will und kann hier nicht alles aufzhlen1 was in jenen ,jahren bei der ,neuheit des ,maschinenlebens1 bei der ,neuheit des naturwissenschaftlichen ,denkens1 bei der ,neuheit des raschen ,reisens und des pltzlich sich schnell ,verstndigenknnens durch ,telegraph und ,telephon mit nie dagewesener ,macht die ,menschen von alten ,vorurteilen entkettete1 das abgezirkelte ,gesellschaftsleben entkrftete und ,bewegung und ,denkfreiheit in ,kunst und ,leben herstellte4 ,diesem neuen ,zeitgeist1 den zuerst die ,knstler erfat hatten1 arbeitete aber der altmodische ,brgergeschmack entgegen4 ,die ,brgerkreise sehnten sich1 kaum ein wenig aufgerttelt vom neuen ,zeitgeist1 scheinbar nach den ,dunkelheiten des ,mittelalters1 so wie einer1 den durch eine aufgerissene ,tr die ,sonne blendet1 die ,hand zum ,schutz ber die ,augen legt oder sich nach dem ,zimmerdunkel umsieht und sich erst allmhlich an die pltzliche krasse ,helle gewhnen will4 ,es blhte und wuchs bei den ,brgern in jenen ,tagen in ,deutschland allgemein die kindische ,lust nach sogenannten altdeutschen ,stuben mit ,butzenscheiben1 diese ,lust1 die man spter hhnend ,butzenscheibenromantik nannte4 ,bei jeder ,gelegenheit wurden in den ,stdten altdeutsche ,festzge veranstaltet1 wo die ,leute1 die im ,zeitalter der ,zeitungen1 ,eisenbahnen und der ,sozialdemokratie aufgewachsen waren1 pltzlich als ,faustritter1 ,zunftmeister1 ,ritterfrulein und ,ehrenjungfrauen sich gebrdeten4 ,als sei die ,gegenwart nicht ,maskenspiel genug1 wollte man auch noch am hellen ,tage die ,gegenwart mit der ,vergangenheit maskieren4 ,jedes neue ,haus mute damals wenigstens einen altdeutschen ,turm bekommen oder ganz unntige ,zinnen1 und die ,mode des ,altdeutschen tobte sich auch bei allen ,gebrauchsgegenstnden in der lebhaftesten ,weise aus4 ,es ist brigens heute noch nicht viel anders4 ,nur ist die ,maskerade der ,butzenscheiben von der ,maskerade der ,biedermeierei verdrngt worden4 ,die ,bhnen- und ,romanschriftsteller hatten sich noch zu ,anfang der achtziger ,jahre so romantisch altdeutsch benommen1 da schon deshalb ,gerhart ,hauptmann fr jeden ernster empfindenden ,deutschen nicht blo als ,geist einer neuen ,zeit1 sondern auch als ,erlser vom altdeutschen ,massenwahnsinn begrt werden mute4 -- ,so lagen die ,dinge der geistigen ,welt1 als ich im ,frhjahr #ahib nach ,mnchen kam1 wo die groen ,brauereien eben ihre prunkenden ,bierpalste zu bauen begannen4 ,da las ich im gleichen ,frhjahr in den ,zeitungen1 da sich vom ,glaspalast1 dem groen ,ausstellungspalast der ,maler1 eine ,malergruppe trennen wolle1 die nichts mehr zu tun haben wollte mit akademischen ,grundstzen4 ,dieser ,gruppe ,mitglieder strebten die ,freilichtmalerei und die ,freiheit fr jede ,eigenart fern aller ,schablone an4 ,auf ,wunsch des ,prinzregenten hatte man sich aber noch einmal geeinigt und wollte sich noch nicht vom ,glaspalast trennen1 sondern die neue ,malergruppe1 die sich ,sezession nannte1 sollte im ,glaspalast einige ,sle fr sich erhalten4 ,wenn ein ,bienenvolk schwrmen will1 beginnt es im ,bienenkorb laut zu summen1 also summte es damals wtend in allen ,bierlokalen der ,stadt ,mnchen4 ,man ereiferte sich fr und wider den ,streit1 der unter den ,malern im ,glaspalast ausgebrochen war4 ,so wie man vorher fr und gegen ,wagner gewesen1 so stritt man jetzt fr und gegen die ,sezessionisten4 ,das ,kaffeehaus ,luitpold war eben erst erffnet worden und galt als das prchtigste ,grostadtkaffeehaus ,deutschlands4 ,das ,leben in prunkhaften ,kaffeehusern hatte damit fr ,mnchen seinen ,anfang genommen1 und die ,brger wollten wichtiger genommen sein1 seit sie ihren ,kaffee mit ihren ,frauen auf rotem ,samtsofa bei vergoldeten ,sulen und in ,oberlichtrumen einnehmen durften4 berhaupt1 das ,brgerleben wurde tglich feister1 und das ,sprichwort nur ,lumpen sind bescheiden8 wurde in ,brgerkreisen zum ,erziehungswort4 ,bahnbrechend im ,geistesleben in ,mnchen war aber damals nicht blo die ,sezession1 sondern ebenso ein ,hufchen ,schriftsteller1 die wie weltferne ,kameraden dem1 in altdeutscher ,maskerade protzenden ,brgertum die maskenlose1 ehrliche und erschtternde ,wirklichkeit in ,romanen und ,dramen darbieten wollten4 ,ich erinnere mich besonders gut an einen literarischen ,abend auf der ,isarinsel in dem ,gasthaus ,isarlust81 das1 wenn ich nicht irre1 ein paar ,jahre vorher zur ,zeit der ersten ,elektrizittsausstellung gebaut worden war4 ,dort in einem ,saal war von jener ,schriftstellergruppe ein ,vorleseabend veranstaltet worden1 der mich zum erstenmal in die ,nhe von wirklichen ,dichtergeistern brachte4 ,ich kann kaum ausdrcken1 mit welcher heiligen ,scheu und mit welcher hchsten ,seelenspannung ich mich auf den ,weg zu jener ,vorlesung machte1 und wie geweiht ich mir vorkam1 die ,gesichter neuzeitlicher ,schriftsteller sehen zu drfen1 ich1 der bis dahin nur in ,wrzburg in engster ,familie1 fern von allem ffentlichen ,leben1 aufgewachsen war4 ,mir war1 als sollte ich einen neuen ,olymp kennen lernen4 ,ich hatte bis jetzt nur ,bcher aus jener neuen geistigen ,welt zu ,freunden gehabt1 nur ,geschpfe1 aber keine ,schpfer4 ,auer mit meinen beiden studierenden ,freunden hatte ich bisher mit niemandem einen ,gedankenaustausch erlebt1 abgesehen natrlich von den ,gesprchen meines ,vaters1 dessen ,geist mir bis dahin die ,unterhaltung von hundert ,leuten hatte ersetzen knnen4 ,als ich in jenen ,vortragssaal eintrat1 lie ich mich scheu und beklommen auf der letzten ,sitzreihe nieder1 reich beglckt1 dort sein zu drfen1 wo ,frische und neue ,geisteslust die ,luft1 wie mir vorkam1 leichter und zum ,atmen selbstverstndlicher machte4 ,der ,saal war ungefhr zu dreiviertel von ,zuhrern gefllt4 ,max ,halbe las sein ,drama ,jugend8 aus der ,handschrift vor4 ,dasselbe war noch nicht aufgefhrt4 ,nach ihm lasen ,johannes ,schlaf1 ,ludwig ,scharf und noch andere1 deren ,namen ich mich heute nicht mehr entsinne4 ,ich hatte von dem1 was vorgetragen wurde1 da die ,schallkraft des ,saales schlecht war1 auf meiner letzten ,sitzreihe1 wo ich einsam sa1 zwar nur halbe ,stze und halben ,sinn aufgefat1 aber ich war doch ehrfrchtig gestimmt worden1 als htte ich ,stimmen aus einer anderen ,welt sprechen hren4 ,und deshalb blieb mir jener ,abend fr immer unauslschlich in der ,erinnerung4 ,doch eigentmlicherweise kam in mir nicht die ,kraft auf1 an einen jener ,dichterkameraden heranzutreten1 mich vorzustellen und die ,hand zum ,gru zu reichen4 ,wohl war der ,wunsch da1 mich unter jene ,mnner zu mischen und mich mit und bei ihnen frei und fern der ,brgerwelt zu bewegen4 ,aber1 wie ich schon vorher sagte1 war es in jenen ,tagen allgemein1 da jeder ,dichter in jenen ,jahren entweder den ,doktortitel fhrte und auf eine ,universittsbildung zurcksehen konnte oder da er doch das ,abiturientenexamen gemacht hatte4 ,ich aber1 da ich ,maler hatte werden wollen1 hatte nur eine ,realschule besucht und nur mit ,mhe und ,not das ,zeugnis zum ,einjhrigfreiwilligendienst erlangt4 ,dem geistigen ,wissen meiner besten ,freunde1 dem ,denker und dem ,schweigenden1 die ,studierende der ,universitt waren1 konnte ich meine knstlerischen ,veranlagungen entgegenstellen1 und es konnte dadurch gleiche ,wertstellung im ,verkehr herrschen4 ,den ,dichtern aber1 denen ich in jener ,vorlesung zum erstenmal begegnet war1 htte ich nur knstlerische ,anfnge bieten knnen4 ,es waren von mir bisher nur in der ,gesellschaft8 und in der ,wiener modernen ,rundschau81 den beiden damals einzigen ,blttern des neuzeitlichen ,schrifttums1 ein paar ,novellen erschienen4 ,mein erster ,roman ,josa ,gerth8 lag nur in der ,handschrift fertig und sollte erst zum ,herbst #ahib erscheinen4 ,ich hatte also noch kein ,buch aufzuweisen1 um mich vor den bereits anerkannten jungen ,dichtern als ,geisteskamerad auszuweisen4 ,meine ,familienangehrigen hatten mir auerdem1 wenn ich davon gesprochen1 ,schriftsteller zu werden1 oft vorgehalten1 da ich nicht die ntigen ,vorkenntnisse zu diesem ,beruf bese1 und da der knstlerische ,drang zwar gut und schn sei1 aber da er kein berzeugender ,beweis dafr wre1 da ich im ,schriftstellerberuf vorwrts kommen knne4 ,auch war ich in einer ,universittsstadt aufgewachsen1 in welcher der junge ,studierende alle ,hochachtung geno und dagegen der knstlerisch ,begabte herzlich wenig beachtet wurde4 ,wenn man noch keine groen ,werke aufweisen konnte1 erschien man dort als anfangender ,dichter mehr als lcherlich und wurde ohne ,universittsbildung nicht ernst genommen4 ,glauben denn diese ,leute18 so mute ich manchmal zu meinen ,freunden sagen1 ,homer habe gyptisch oder ,persisch oder ,hebrisch studiert8 ,hat man je von einem ,dichter der alten ,zeit verlangt1 da er ein ,examen machen mute in fremden ,sprachen und in ,wissenschaften8 ,gengte es nicht1 da er die ,begeisterung und das angeborene ,knnen eines ,dichters besa8 ,haben die indischen und arabischen ,dichter und die alten deutschen ,barden ,universittskenntnisse besessen8 -- ,dichterfeuer1 dichterische ,vorstellungskrfte und tiefstes ,gefhl fr den ,weltrhythmus1 nur angeborene ,krfte besaen jene alten ,dichter alter ,vlker4 ,die ,professoren konnten ihnen nichts lehren4 ,nur das groe ,leben war immer ihr ,lehrer gewesen1 und ebenso war ihnen ,lehrer der ,lebensernst und die ,lebensfreude48 ,und meine ,freunde gaben mir stets recht4 ,aber was half mir das1 wenn die ,brgerkreise1 in denen sich mein tgliches ,leben abspielte1 unaufgeklrt und befangen waren in dem1 was sie ,bildung nannten4 ,diese ,kreise glaubten1 da sie selbst die ,bcher und die ,professoren zur ,bildung ntig hatten1 der ,dichter msse den brgerlichen ,weg erst gehen und sollte nachher seinen eigenen knstlerischen fortsetzen4 ,mit dem ,satz3 ,heutzutage ist es einmal so81 lehnten die meisten ,leute jener ,zeit jedes hhere ,verstndnis fr die freie angeborene ,schpferkraft des ,dichters ab1 die doch ber jede ,universittsbildung erhaben ist4 ,einige studierte ,verwandte von mir1 ,vettern mit ,staatsanstellung1 warfen mir sogar den ,ausruf hin3 ,wie willst du denn ,bcher schreiben knnen1 wenn du lateinische und griechische ,fremdwrter1 die in der deutschen ,sprache eingefhrt sind1 nicht ableiten kannst8 ,du wirst dich mit falschen ,ausdrcken nur lcherlich machen68 ,ich sagte ihnen zwar3 ,fr die1 denen ein ,fremdwort mehr wert ist als ein deutsches ,wort1 das ich an ,stelle der ,fremdwrter mglichst immer setzen werde1 fr die1 die glauben1 da die deutsche ,sprache nur schn ist1 wenn sie sich mit lateinischen und griechischen ,ausdrcken schmckt -- als ob man eine ,menschenhand geschmckt mit falschen ,brillanten hinreicht --1 fr die1 die fremdklingende ,worte den deutschen1 einfachen deutlichen ,worten vorziehen -- fr diese ,leute will ich gar nicht schreiben48 ,es ist gar nicht zu vermeiden18 antworteten jene darauf1 da man fremde ,ausdrcke anwenden mu4 ,die deutsche ,sprache reicht nicht fr alle ,begriffserklrungen aus48 ,gut18 sagte ich1 dann werde ich der deutschen ,sprache neue ,worte geben4 ,denn es ist das ,recht jedes wirklichen ,dichters1 seine ,muttersprache zu bereichern1 und es ist seine ,pflicht1 ,fremdworte auszumerzen und an ihrer ,stelle ,worte mit heimatlichem ,klang der ,heimatsprache zu erschaffen48 ,man lachte und zuckte die ,achseln und sagte1 die ,erfahrung wrde es mir schon lehren1 da ich ,unmgliches wolle4 ,und mein ,vater1 beeinflut von den ,reden jener studierten ,verwandten1 setzte mein ,taschengeld monatlich so knapp an1 da ich ohne die ,hilfe meiner ,freunde htte verhungern mssen4 ,denn er wollte mich durch die ,entbehrungen1 die ich mir auferlegen mute1 zwingen1 von dem ,vorhaben1 ,dichter zu werden1 abzulassen1 nach ,hause zurckzukehren und mein ,leben einem sicheren ,geschftsberuf zu widmen4 ,auch dieses ,gefhl1 da ich mich noch nicht durch das ,schreiben erhalten konnte und nur von der ,gnade meines ,vaters leben mute und nichts besa1 um auch mal frhliche ,feste feiern zu knnen1 das hielt mich damals davon ab1 mich jenem ,dichterkreis in ,mnchen zu nhern1 und ich wartete bessere ,zeiten ab1 um dann ,anknpfung zu finden4 ,die ,entbehrungen zu ertragen1 fiel mir leicht4 ,trotzdem ich in ,wrzburg in einem wohlhabenden ,hause aufgewachsen war und es mir nie an irgend etwas gefehlt hatte1 empfand ich die ,einschrnkungen jetzt im ,verhltnis zur geistigen ,freiheit1 die ich geno1 als fast gar nicht vorhanden4 ,es wre mir komisch vorgekommen1 wenn mich jemand als rmer angesehen oder mich bedauert htte und mir gesagt htte1 ich htte zu ,hause bei meinem vermgenden ,vater reicher gelebt und besser1 weil sorgloser4 ,ich kam mir in jenen meinen rmsten ,tagen nie arm vor1 und das ,gefhl1 ich besitze alles und alle besitzen mich1 und das ,gefhl1 ,mitteilhaber an allem ,reichtum der ,welt zu sein1 war mir von jeher angeboren4 ,ich konnte deshalb meinen ,sorgen immer nur schwer glauben1 bis sie dicht vor mir standen und nicht mehr abzuweisen waren2 dann kamen sie mir erst wirklich vor4 ,unverstndige ,leute nennen dies ,leichtsinn4 ,ich nenne es ,sorgenblindheit4 ,und sie ist der angeborene sechste ,sinn aller ,knstler4 ,denn wie knnten die ,dichter ,melodien und ,lieder finden1 die ,maler sich an ,farben1 die ,bildhauer sich an ,formen freuen1 die ,musiker an ,tnen1 wenn sie sich nicht die ,sorgenblindheit als sechsten ,sinn geschaffen htten1 der ihnen ,schutz bietet1 wie l1 das man in die ,maschinen trufelt1 damit sich die ,rder nicht hei laufen4 ,und ohne die ldrse der ,sorgenblindheit wrde der eindrucksfhige ,knstler tausendmal am ,wege1 lange vor seinem ,ziele1 sorgengebrochen zusammenstrzen4 ,meine ,freunde1 der ,denker und der ,schweigende1 die zu jener ,zeit in ,mnchen die ,universitt besuchten1 halfen mir in edelster ,weise4 ,ohne ihre ,mithilfe wre ich vielleicht doch gezwungen gewesen1 ins ppigere ,vaterhaus zurckzukehren4 -- ,in dem vegetarischen ,speisehaus ,thalysia8 in der ,landwehrstrae1 in welchem ich mittags ein krgliches ,reis- oder ,linsenkotelett a1 fand ich damals seltsame ,menschen1 von deren ,anwesenheit auf der ,erde ich vorher nichts geahnt hatte4 ,es waren ,theosophen4 ,diese ,menschen mit blassen ,gesichtern und groen vergeistigten ,augen wirkten auf mich so befremdend1 wie wenn man von einem zoologischen ,garten in die ,grotte eines ,aquariums eintritt und hinter ,glasscheiben im ,wasser die ,pflanzen der ,tiefsee und die geschmeidigen ,gestalten der ,meeresfauna bei knstlicher ,sauerstofferhaltung leben sieht4 ,mir schien1 jene ,theosophen hatten die ,geschmeidigkeit von ,fischen oder ,pflanzen1 die schlank im reinen ,wasser leben4 ,ihre ,sehnsucht war1 den ,indiern hnlich zu werden1 und die ,lotosblume1 jene auf dem ,wasser ruhende1 keusche ,reinheitsblume1 war auch ihnen wie den ,indiern das hchste ,lebenssymbol4 ,aber die ,indier1 aus dem reichen heien ,himmel1 aus dem reichen heien ,tropenleben geboren1 kamen sich zu khlen1 wenn sie sich zur ,lotosblume neigten4 ,die ,indier kommen aus dem ,reich wildester ,begierden und wollen hnlich werden der ,blume1 die in ,ruhe ber khlen ,wassern schwebt4 ,es ist natrlich1 da sie sich aus dem natrlichen ,sonnenbrand ihres ,landes1 aus ihres edelsteinschweren ,landes ppigkeit nach khlender ,einfachheit sehnen und dann bei der ,weltflucht und der ,weltentsagung anlangen4 ,so wie der von der ,sonne berhitzte gern zum ,schatten flchtet4 ,dagegen jene ,theosophen kamen1 aufgewachsen im nebelgrauen ,deutschland1 in einem kargen ,klima1 auf einer ,sorgenerde1 zu der ,lotosblume wie die ,fische angeschwommen4 ,und sie sahen wie ,fische zur ,lotosblume hinauf1 zu ihr1 die in einer hheren ,welt lebte1 zu ihr1 die in der reinen ,sonnenluft atmete1 whrend sie selbst nur in den blulichen ,dmmerungen einer ,wasserschicht ihr ,dasein hatten4 ,diese ,theosophen1 schien mir1 sehnten sich aus der ,kargheit eines phantasielosen ,daseins nach der ,phantasieblume des ,lebens4 ,ihre ,gedankenschicht1 in der sie immer schwammen1 schien mir der ,wasserschicht hnlich zu sein1 auf der die ,lotosblume schwimmt4 ,sie selbst aber schwammen immer um die ,wurzel der ,blume und sahen den ,lotoskelch nur von unten4 ,denn diese ,mnner1 die ich da sah1 waren nicht durch den ,weltbrand hindurchgegangen und hatten sich nicht1 um sich vom ,leben zu khlen1 ans ,wasser des ,gedankenfriedens niedergesetzt wie die ,indier4 ,sie haten die ,wirklichkeit1 ehe sie sie erlebt hatten1 weil sie zu schwach und zu khl geboren waren und die ,wirklichkeit nie ihr ,reich gewesen war4 ,sie lebten immer in ihren ,gedankengewssern1 in denen sie geboren waren1 wie der ,fischlaich4 ,und sie sprachen von dem ,begierdereich wie ,kinder1 die vom ,liebesleben der ,erwachsenen in ihrem ,kindheitsreich nur eine verzerrte ,ahnung erhalten knnen4 ,diese ,menschen1 unter denen ich ,reis und ,gemse a -- weil mein ,geld nicht fr ,fleischspeisen reichte1 da ich mir nur abends ein wenig ,wurst gnnen durfte -- diese schlanken1 durchsichtigen ,menschen1 die meistens in ,schriften und ,bchern lasen1 whrend sie kauten1 wren mir aber in meiner ,armut beinahe doch als eine trstliche ,umgebung vorgekommen1 da sie nach geistiger ,erhebung und nach ,gedankentiefe strebten1 wenn nur nicht die graue ,lebensschwche aus ihren grauen ,adern geklagt htte4 ,ich lernte dort bald einen jungen ,maler kennen1 der wie ich aus ,not in die ,thalysia8 verschlagen war1 und dieser erzhlte mir vom ,maler ,dieffenbach1 welcher zu jener ,zeit bei einem ,dorf im ,isartal sich ein ,atelierhaus gebaut hatte4 ,dies ,haus war aus schwarzen ,teerpappen zusammengenagelt4 ,und mit mannshohen gelben ,buchstaben stand an dem ,giebel der schwarzen ,halle das ,wort3 ,humanitas8 geschrieben4 ,man konnte ,dieffenbach damals fters in den ,straen ,mnchens begegnen1 wenn er in die ,stadt kam1 um ,besorgungen zu machen4 ,bart und ,kopfhaar reichten ihm fast bis an den ,grtel4 ,er trug eine lange ,kutte und ging in ,sandalen1 und die ganze ,stadt kannte ihn1 den verrckten ,malereinsiedler vom ,isartal1 wie ihn die ,leute nannten4 ,die meisten ,theosophen1 die ich damals sah1 trugen langes schlichtes ,christushaar1 das im ,nacken weit ber den ,rockkragen fiel und nicht gut zum zweckmigen geradlinigen ,mnneranzug des neunzehnten ,jahrhunderts stimmte4 ,das trumerische langherabfallende ,haar stand im ,widerspruch zu den knappen nchternen ,linien des ,anzugs des ,arbeiterzeitalters4 ,da brigens die ,theosophen und ihre ,anhnger1 die vom gedankenvolleren ,norddeutschland in das lebensppigere ,sddeutschland gekommen waren1 eigentlich im scharfen ,widerspruch zur derben bayerischen ,landesseele standen1 das fiel mir auf4 ,aber so wie die ,fische am liebsten an heien ,tagen an der ,oberflche des ,wassers weilen und sich der warmbltigen ,welt ber ihnen behaglich nahe fhlen wollen1 ohne doch ihre ,wasserwelt aufgeben zu mssen1 so schien es mir auch bei jenen ,lotossehnschtigen zu sein4 ,man merkte1 da sie sich im derberen ,mnchen1 wo das ,dasein mehr dem ,leibe als der ,seele zugewendet ist1 wohler fhlten als im gedankenschtigeren ,norddeutschland4 ,eigentlich war mir die ,gedankensehnsucht dieser ,menschen1 die etwas ,mitleiderregendes hatte1 nicht unangenehm4 ,wenn diese ,mnner nur nicht alle selbst so mitleiderregend gewesen wren und so weltabgewendet1 dann htte ich mich gern mit ihnen unterhalten und mich ihnen nhern wollen4 ,aber da sie der ,wirklichkeitswelt1 ohne nur von derselben gekostet zu haben1 blindlings und vorurteilsvoll den ,rcken wendeten und die gesunden ,derbheiten des ,daseins nicht ebenso zu beherrschen gelernt hatten oder beherrschen lernen wollten wie die ,seelenwelt1 und da sie aus dem ,wirklichkeitskampffest1 das sie nur vom ,hrensagen kannten1 flchteten wie ,krieger1 die pltzlich der ,schlacht den ,rcken wenden und sich unter eine ,schanze setzen und sagen1 es wre unntz zu kmpfen1 denn einmal mte ja doch diese ,erde vergehen und alle ihre ,gensse1 und gegen die ,vergnglichkeit des ,leibes knnte auch diese ,schlacht nicht ankmpfen1 und deshalb sollte man nur seine ,seele befriedigen -- das hat mich von ihnen abgestoen1 und ich fand es weder der ,mhe wert1 noch fr mich von irgendwelcher ,notwendigkeit1 an jener ,seelenberzchtung ,anteil zu nehmen4 ,so wie der derber werdende ,brgerstand1 der damals immer breiter das mittelalterliche ,rittertum und seine ,romantik nach ,anleitung ,makarts in ,wien in ppigen ,samt- und ,stoffausschmckungen der ,rume in ,orgien der derbsten ,geschmacklosigkeiten feierte1 und dem die ,tapezierer die ,fenster und die ,tren mit dunklen orientalischen ,teppichen schwlstig bekrnzen durften1 so entgegengesetzt bertrieben zum sinnenrohen ,treiben wirkte die ,leere und die reizlose ,klarheit1 mit der jene ,gruppe von ,theosophen1 die ich tglich sah1 das sinnliche ,leben betrachtete4 ,die ,brger waren bertrieben in der ,gestaltung des ueren ,lebens1 die ,theosophen bertrieben in der ,flucht zum inneren ,leben4 ,die einen hatten zuviel ,weltnhe1 die anderen zuviel ,weltferne4 ,die einen arteten in ,weltppigkeit aus1 die anderen in ,weltfremdheit4 ,die meisten ,brger wnschten nur ,feste der ,sinne zu feiern1 die ,theosophen nur ,feste der ,seele4 ,und beide ,menschengruppen schienen mir entrckt der ,weltnatrlichkeit1 der einfachen ,weltselbstverstndlichkeit4 ,sie feierten nicht das selbstverstndliche ,fest natrlicher ,schpferkraft1 die inneres und ueres ,leben1 ,weltnhe und ,weltferne in mglichstem ,gleichgewicht erlebt4 ,weder weltverwildert sein noch weltentfremdet werden ist dem groen weisen ,fest des ,lebens gnstig4 ,weder ,lebensberhitzung noch ,lebenserkltung ist das ,ideal des ,lebensfestes4 ,eine emsige ,lebensfestlichkeit1 die aber nicht das ,leben schulmeisterlich verrenken will1 wie es die ,seelensehnschtigen gern mchten1 und die ebensowenig zur ,lebensgier anspornen will1 diese natrliche ,lebensfestlichkeit fand ich damals selten unter den ,gesichtern der ,strae1 aber ich fand sie immer bei den ,dichtern jener ,zeit4 ,alle die ,dichter1 die ich noch spter kennen lernte1 und alle1 die ich bereits aus ihren ,werken kannte1 alle sogenannten ,modernen8 enthielten sich mglichst1 seelisch schulmeisterlich zu wirken oder stumpfsinnig einseitige ,lebensppigkeit zu pflegen4 ,es war ein markiger festlicher ,ernst in fast jedem neuen ,buch1 das damals aus der ,gruppe der ,modernen8 erschien4 ,aus allen diesen ,grnden fhlte ich mich nicht hingezogen1 ,verkehr mit jenen ,theosophen anzuknpfen4 ,ich las nur manchmal in ihrer ,zeitschrift ,sphinx81 die in dem vegetarischen ,speisehaus auf den ,tischen lag1 und plauderte dort mit einigen ,malern4 ,am ,tage besuchte ich gern die ,museen4 ,ich lie mich bei der ,betrachtung dort von keiner ,kunstgeschichte leiten1 sondern gab mich nur den ,eindrcken hin1 die die ,bilder auf mich ausbten1 und ordnete fr mich1 je nach der ,strke oder ,schwche dieser ,eindrcke1 die ,meister der verschiedenen ,jahrhunderte nach meinem eigenen ,gutdnken4 ,und dabei fiel mir auf1 wieviel ,geistesqualen und wieviel ,geistesentsagung aus den gemalten ,gesichtern aller christlichen ,jahrhunderte sprach4 ,dagegen frei und gesund und festlich trugen die griechischen ,statuen in der ,glyptothek ihre ,mienen4 ,von ,gedanken- und ,krpergesundheit aufrecht gehalten und natrlich selbstbewut1 trugen jene festlichen ,menschen der ,heidenzeit ihren ,leib4 ,in der alten ,pinakothek dagegen sprachen die ,menschengesichter der christlichen ,zeiten1 die ich da auf den ,gemlden sah1 von einer ,bedrckung1 durchdrungen von einer1 wie mir schien1 unaufrichtigen ,bescheidenheit und einer eingebildeten ,demut4 ,und jene ,maler der ,renaissance1 die die ,gestalten der biblischen ,geschichte nackt darstellen1 malten1 gereizt vom ,fleischton1 die enthllten ,krper meistens in einer lsternen ,beleuchtung4 ,und nur bei ganz wenigen alten deutschen ,malern1 wie bei ,holbein und ,memmlinger1 war das ,fleisch streng1 aber abgettet behandelt4 ,auch diese ,bilder konnte ich nicht lieben4 ,die ,krper waren von diesen ,malern dargestellt1 als she man erfrorene ,bume im ,sommer1 whrend bei den italienischen und niederlndischen ,meistern das ,fleisch der nackten ,menschen zu ppig strotzte1 zum ,beispiel bei ,michelangelo und ,rubens1 als htte das ,fleisch ohne ,geist wuchern drfen und wollte ,orgien feiern4 ,ich traf auch hier wieder dasselbe ,gefhl1 das mich immer bei der ,betrachtung der alten ,weltanschauung begleitet hat3 die ,eindmmung der ,lebenslust zur ,lebensentsagung erzeugt wuchernde ,phantasiegebilde1 die nichts mehr mit edler ,schnheit gemein haben4 ,nur eine natrliche ,weltauffassung1 eine selbstverstndliche ,weltanschauung1 die den ,menschen zum ,schpfer und ,geschpf erhebt und das ,weltalleben einfach festlich ansieht1 kann auf allen ,gebieten der ,knste festliche und natrliche ,schnheit schaffen4 ,die ,griechen1 die den ,menschen nicht mit einer ,erbsnde belasteten1 die ihn frei aufwachsen lieen1 denen die ,gtter des ,olymps nichts anderes waren als ,personen gewordene ,menschengesetze1 sie schufen festliche ,schnheiten4 ,der griechische ,olymp1 sagte ich mir1 war nichts anderes als eine hhere ,menschengesellschaft1 eine erdichtete ,versammlung hchster1 schnster und weisester ,menschen1 die man wegen ihrer ,vollkommenheit zu ,menschenoberhuptern ernannt hatte4 ,die ,gtter waren anspornende ,beispiele1 um zu zeigen1 wie hoch sich der ,mensch entwickeln kann bei fortgesetzter ,geistes- und ,krperzucht4 ,und jeder wei1 es war beim griechischen ,volke nicht ausgeschlossen1 da mutige ,naturen1 ,menschen1 die sich auf ,erden auergewhnlich hervortaten1 oder ,menschen1 die auergewhnlich vollkommen zur ,welt kamen1 als ,gtter in die ,versammlung des ,olymps aufgenommen wurden1 manche sogar nur wegen ihrer uerlichen krperlichen ,vorzge1 andere wegen ihrer geistigen und krperlichen ,heldentaten4 ,den lebenden ,menschen von damals wurde also besttigt1 da die ,mglichkeit in ihnen lag1 ,schpfer und ,geschpf zugleich sein zu knnen4 ,und diese ,mglichkeit1 ein ,gott sein zu knnen1 krnte das ,menschendasein der ,griechen4 ,und da sie ebensogut durch ,krpervorzge als durch ,geistesvorzge ,gtter werden konnten1 herrschte im ,volkssinn jener ,tage ein edles ,bestreben nach ,krper- und ,geistesgleichgewicht auf ,erden1 das uns heute1 wie wir alle wissen1 noch aus griechischen ,kunstwerken unendlich erhebend anredet4 -- ,aber warum mute jenes ,ideal vergehen1 wenn es bereits festliches ,leben darstellte8 ,deshalb mute es vergehen1 weil es doch noch nicht das selbstverstndlich allumfassende ,festliche war4 ,weil die ,tierwelt1 die ,pflanzenwelt1 die ,welt der toten ,dinge von den ,griechen noch nicht als ihr ,ich1 als ihre eigene ,schpferkraft angesehen wurden4 ,so wie die ,mrchen des ,mittelalters1 um die ,natur belebt zu sehen1 menschliche ,figuren in das ,landschaftsleben hineindichteten1 so taten dies in noch hherem ,mae die ,sagen der ,griechen4 ,wo wir ,elfen1 ,hexen1 ,kobolde dichteten1 dichteten sie ,dryaden1 ,faune1 ,nymphen und ,halbgtter4 ,nie aber lebten in den griechischen ,dichtungen der ,baum1 das ,tier1 die ,quelle1 die ,wolke als ,naturleben4 ,es mute in der ,vorstellung der ,griechen immer jedes ,leben erst eine menschliche ,verkrperung eingehen und deshalb war das griechische ,lebensfest nicht vollkommen zu nennen4 ,die griechischen ,dichter konnten nicht eine ,abendstimmung auf sich wirken lassen1 nicht einen ,baum rauschen hren1 nicht die ,meereswelle sehen1 ohne bei diesem ,natureindruck sofort eine menschliche ,gestalt hinzuzaubern1 die ,nymphe1 den ,pan oder einen ihrer ,gtter4 ,und dieses ,umgestalten will die neue ,weltanschauung nicht mehr tun4 ,sie will das ,fest feiern1 wie es ist4 ,sie will die einfache ,musik des ,windes und der ,welle1 des ,regens und der ,wlder1 das festliche ,leben der ,tiere1 ,vgel und ,insekten einfach festlich erleben4 ,der ,mensch von morgen8 hat ,sehnsucht1 in die ,nhe aller ,wesen zu kommen1 deren ,lebensfest er noch nicht bewut mitgefeiert hat4 ,er hat sich jetzt genug ,geduld1 ,ruhe und ,ernst angeeignet1 um in die ,festlichkeit der anderen ,lebewesen dichterisch einzudringen1 ohne da er notwendig hat1 in der ,vorstellung die ,krper der ,tiere und ,pflanzen fortzuwerfen und ihnen ,menschengestalten aufzudrngen4 ,der ,weltblick des ,menschen von morgen8 will sich erweitern1 und mit dem ,weitblick vergrert sich die ,lebensfestlichkeit4 ,in der ,kunst1 die menschliche ,gestalt darzustellen1 darin haben die ,griechen wohl hchste ,lebensfestlichkeit erreicht4 ,aber im ,hinblick auf das ,weltalleben waren sie beschrnkt und unaufgeklrt4 ,diese ,aufklrung und diese ,festlichkeiten des ,menschengeistes zu erleben1 blieb spteren ,jahrtausenden vorbehalten1 unserer ,zeit und der ,menschheit von morgen4 ,wer aber behauptet1 die ,knstler seien nicht an eine ,weltanschauung gebunden1 sie dichten1 musizieren1 malen und bildhauern einfach das1 was ihnen gefllt1 dem mchte ich antworten1 da die ,schpfungen der ,knstler immer abhngig waren von der ,weltanschauung1 die die ,nation hegt und die ,zeit1 der ein ,knstler angehrt4 ,die ,knstler der ,japaner1 der ,chinesen1 der ,indier1 die die ,tiere und ,menschen1 ,landschaft und ,pflanzen seit ,hunderten von ,jahren mit tiefster ,kenntnis und knstlerischer ,liebe umfassen und darstellen knnen1 sind von der buddhistischen ,weltanschauung beeinflut1 die alle ,wesen gleich achtet4 ,die ,lebenstreue und die ,feinheit1 mit der jene asiatischen ,knstler die feinsten ,lebensregungen in der ,natur in grozgigen ,linien auf ihren ,bildern einzufangen verstehen1 die ,knappheit und ,krze und ,anschaulichkeit ihrer ,gedichte1 die wenig ermdend nie den dichterischen ,eindruck bertreiben1 sondern das ,erlebte und ,tiefste in sparsamer ,krze hinzusingen verstehen1 ebenso die wunderbare ,einfalt ihrer in ,naturlauten summenden trumerischen und unaufdringlichen ,musik1 die nicht zum ,anfllen steinerner ,hallen1 sondern zum ,einwiegen des ,menschenohres berechnet ist1 diese ,kunstausbung nhert sich der festlichen ,anschauungsweise des gesamten ,weltallebens4 ,wie wenig dagegen leisteten infolge ihrer engen ,weltanschauung in der ,kunst die ,mohammedaner4 ,nur in der ,architektur1 in der ,raumausschmckung und in der ,ausschmckung von ,waffen und huslichen ,gerten sind sie ,meister gewesen4 ,aber nirgends im mohammedanischen ,kunstleben wird das ,naturleben oder ,menschenleben1 das vielgestaltige1 dargestellt1 wie dieses bei den buddhistischen ,vlkern1 bei den ,indern1 ,chinesen und ,japanern der ,fall ist4 ,und seht die christliche ,zeit des ,abendlandes4 ,die ,knstler des ,mittelalters1 sie malten und bildhauerten1 musizierten und dichteten1 aufs strkste beeinflut von der christlichen ,weltanschauung1 und jene mittelalterlichen ,knstler konnten nur das hervorbringen1 was sich um die ,kirche und den ,kirchengeist der damaligen ,zeit bewegte4 ,nie kamen die christlichen ,knstler jener ,zeit den ,knstlern der buddhistischen ,weltanschauung gleich4 ,aber den mohammedanischen ,knstlern waren die christlichen wieder an vielseitiger ,entfaltung berlegen4 ,von der jdischen ,kunst sind uns zwar ,bcher und ,lieder berliefert1 aber in der darstellenden ,kunst leisteten die ,juden nichts1 da die ,weltanschauung dieses ,volkes die bildnerische ,kunst nicht zu pflegen erlaubte4 ,und es ist wohl als sicher anzunehmen1 da bei den ,juden damals in ,palstina ,knstler geboren wurden1 ebenso wie in den brigen ,lndern der ,erde1 denn wenn dieses ,volk auch hauptschlich ein ,handelsvolk ist1 so ist das kein ,beweis1 da nicht ,kunstliebe und ,knstler unter ihnen leben4 ,das groe ,handelsvolk1 die ,englnder1 haben den groen ,dichter ,shakespeare hervorgebracht und andere ,knstler4 ,bei den ,juden htten sich in alter ,zeit wohl auch ,bildhauer ausgebildet1 so wie bei den gyptern und ,griechen1 wenn die jdische ,weltanschauung das ,aufstellen von ,kunstwerken erlaubt htte4 ,ich wollte hiermit denen antworten1 die da glauben1 der ,knstler drfe immer zu allen ,jahrhunderten und bei allen ,vlkern tun und lassen1 was er wolle4 ,der ,knstler war aber immer an die ,weltanschauung seiner ,zeit gebunden1 auch wenn diese ihm ungnstig gesinnt war1 anpassen mute er sich immer der ,weltanschauung seiner ,zeit4 ,ich erinnere nur an die ,madonnenmaler1 an die ,knstler des ,mittelalters1 die gar keine himmlischen ,gesichter erdachten1 sondern schne ,mdchen des ,volkes1 die sie herzlich und sinnlich anregten1 und von denen manche eines ,knstlers auserkorenen ,liebste war1 die er in ,holz oder ,stein oder ,farben im ,kunstwerk herstellte1 wonach das dann auf die ,altre als ,mutter ,gottes oder als irgendeine ,heilige in die ,kirche kam4 ,des ,knstlers ,liebesideal wurde so oft zum ,anbetungsideal einer ,kirchengemeinde4 ,ebenso wei man1 da die vielen ,gedichte1 die die ,mnche fr die ,madonna1 fr ihre himmlische ,braut1 und die ,nonnen an ,christus1 fr ihren himmlischen ,brutigam schrieben1 stark durchsetzt waren von weltlichen ,liebeserinnerungen und unbewut oder bewut aus heien ,liebeserinnerungen und ,liebessehnschten entstanden1 die jene ,mnner und ,frauen aus der ,welt mit in die stillen ,klster brachten4 ,wenn jene aus der ,welt flchtenden ,menschen ,mnche und ,nonnen wurden und sich hinter die ,klostermauern zurckzogen1 schrieen ihre ,welterinnerungen auf1 und ihr heies ,gedenken an genossene oder entsagte ,lust verwandelte sich oft in die inbrnstigsten und schnsten ,liebeslieder1 in denen sie ihren eingekerkerten ,sinnen ,luft machten4 ,diese ,knstler muten ffentlich eine ,gottheit verehren unter dem ,druck der ,weltanschauung ihrer ,tage2 in ,wahrheit aber verehrten sie das festliche ,leben1 dem sie sich entzogen hatten4 ,als dann eine freigeistige ,zeit anbrach1 kam auch die groe ,zeit fr die ,portrtmaler1 wobei dieselben ihre ,menschen nicht mehr als ,heilige und ,madonnen verkleiden muten4 ,sie folgten der befreiteren ,weltanschauung ihrer ,zeit und malten1 so gut sie konnten1 auch ,landschaften1 in denen aber erst immer noch ,menschenfiguren als ,beigabe herumstanden4 ,zu dem vielseitigeren ,genieen reiner ,landschaften1 reiner ,naturstimmungen und zum ,malen aller ,leben ist erst unsere heutige ,zeit mit der aufgeklrteren ,geistesrichtung gekommen4 ,aber sie bt diese ,kunst noch nicht so sichtlich reichhaltig und durch ,menschengeschlechter geschult1 wie es die buddhistischen ,maler ,asiens vermgen1 welche die ,insekten1 fliegende ,vgel1 alle ,blumen und ,grser und alle ,naturstimmungen mit wenigen1 kennzeichnenden ,strichen wunderbar knstlerisch darstellen4 ,lat aber allen europischen ,vlkern einmal die ,weltanschauung von der ,festlichkeit des geringsten ,daseins bewut werden1 die berzeugung von der ,bedeutung der unendlichen ,schpferkraft1 die in jedem ,geschpf liegt1 die nicht nur den ,menschen seelenvoll nennt1 sondern1 seelenvoll und dem ,menschen gleichgestellt1 das letzte ,lebewesen1 dann wird erst ein groes knstlerisches ,aufblhen und damit ein inniges ,vertiefen in alle ,weltleben in der ,dichtung1 der ,malerei1 der ,bildhauerei und der ,musik einsetzen1 so da dann die ,welt offensichtlich zu einer ,festwelt wird4 ,denn ihr sollt nicht sagen1 die ,japaner und die ,chinesen und die meisten ,asiaten erzeugen nur deshalb so viele ,kunstwerke1 und jeder ihrer ,gebrauchsgegenstnde ist nur deshalb von einem ,kunstgedanken zum ,leben gebracht1 weil diese ,vlker ein angeborenes greres ,kunstverstndnis und strkeren knstlerischen ausbenden ,sinn mit auf die ,welt gebracht haben4 ,das ist es nicht4 ,das ist eine bequeme ,tuschung1 mit der ihr euch selbst herabsetzt1 weil ihr euch in ,europa nicht grndlich in aller ,weltallfestlichkeit erkannt habt1 weil ihr euch nicht grndlich vertrauen wollt und noch teilweise in einer kunstfeindlichen1 weil weltfeindlichen ,weltanschauung befangen seid4 ,die ,knstler aller ,zeiten waren wohl immer durchdrungen von der ,festlichkeit aller ,leben4 ,es waren nur die ,volksmassen1 die den ,knstlern den ,zwang einer beengenden ,weltanschauung auflegten4 ,aber auch die ,vlker sind im letzten ,grunde immer von der ,festlichkeit des ,daseins berzeugt gewesen1 es fehlte ihnen nur die ,reife und die ,kraft des ,eingestndnisses4 ,die ,kunstseele ist in allen ,vlkern und zu allen ,zeiten immer dieselbe gewesen4 ,so wie das ,sonnenlicht jeden ,tag rund um die ,erde geht und berall ,sonnenlicht ist1 wenn ihr es nur zu euch kommen lat und euch nicht vor dem ,licht versteckt und das ,licht nicht verbaut1 und so wie die ,erde unter euren ,fen euch rund um die ,weltkugel gleichmig trgt und berall dieselbe ,erde unter euren ,fen bleibt1 so seid ihr ,menschen1 wandelnd zwischen ,sonne und ,erde berall auf der ,welt1 durchdrungen von der ,lust am ,betrachten1 am ,zuhren und ,wiedergeben der ,welteindrcke1 durchdrungen von der ,weltallfestlichkeit1 geboren4 ,und aus diesem festlichen ,empfinden heraus1 das berall dem ,menschenleben bei allen ,vlkern angeboren ist1 entstehen auch berall die drei ,kunstarten3 ,dichtung1 ,bildnerei und ,musik4 ,nur schwchende ,weltanschauungen und enge ,weltberblicke knnen teilweise das festliche ,weltbetrachten dem ,menschenherzen verkrzen1 so da die knstlerische ,wiedergabe beschrnkt wird4 ,setzt aber einmal bei allen ,vlkern eine festliche ,weltanschauung ein1 so werdet ihr sehen1 da alle ,vlker hchste knstlerische ,krfte besitzen1 und da das ,menschenleben sich zu einem harmonischen ,fest auch in knstlerischer ,hinsicht gestalten wird4 99 99 99 99 99 ,halb bewut und halb unbewut gab ich mich damals in den ,mnchner ,museen diesen ,betrachtungen hin4 ,aber heute erst kann ich sie in ,worten niederschreiben4 ,ich wute damals nicht1 was mich so eifrig zu den heidnischen antiken ,kunstwerken hinzog1 aber mich doch im allerletzten ,grunde auch unbefriedigt lie4 ,ich wute auch nicht1 was mich an den ,gemlden der christlichen ,bilder bedrckte1 und was mich daran1 abgesehen vom malerischen ,knnen jener ,meister1 unbehaglich1 unbefriedigt lie4 ,ich stand vor groen ,werken der ,malkunst1 aber die ,maler selber1 das sagten ihre ,werke1 waren nicht ,besitzer einer freien und natrlich festlichen ,weltanschauung gewesen4 ,darum fand ich mehr ,freude drauen in der ,natur1 bei ,spaziergngen1 wo das ,leben der ,wlder und ,berge1 des ,himmels und der ,flsse von keinem kurzsichtigen ,zeitgeist erschaffen war1 dort im ,freien herrschte das ,weltallfest vom ,morgen bis zum ,abend und vom ,abend bis zum ,morgen4 ,die ,kunstwerke des ,christentums konnten mir nicht dieselbe ,festlichkeit geben1 wie sie mir die ,natur gab4 ,nur die ,statuen des heidnischen ,griechentums trugen hnliche ,lebensfestlichkeit zur ,schau wie die immer festliche ,landschaft4 ,es war mir aber damals auch noch unmglich1 mein ,handeln und mein ,denken zusammen ,hand in ,hand gehen zu lassen1 da die ,gedanken nicht so klar wie heute vor mir standen1 also1 der ,gedanke noch nicht so sicher die ,tat leiten konnte4 ,ich wute noch nicht1 wie ich die ,welt in ,worten knapp durchgeistigt und verkrpert1 ohne ,anlehnung an die alte christliche ,weltanschauung1 in ,gedichten wiedergeben sollte1 und war oft recht verzweifelt und von ,ungeduld geschttelt4 ,ich konnte auch niemanden um ,rat fragen1 mein philosophischer ,freund hatte mir nur sagen knnen3 ,verla die alte ,weltanschauung6 ,sei ehrlich zu dir selbst4 ,du und wir alle haben sie im ,grunde schon lngst verlassen4 ,du findest den ,weg zu neuen dichterischen ,schpfungen von selbst4 ,sei nur mutig68 -- ,verlassen hatte ich die alte ,welt4 ,aber ich tappte noch im unklaren und hatte keine neue vor mir4 ,denn die ,wirklichkeitswelt1 in der die anderen ,dichter damals arbeiteten1 die ,alltagswelt1 die ,welt der ,taglhner und ,proleten1 die von ihnen mit ,vorliebe damals aufgesucht wurde1 die schien mir nur ein ,nebenweg am ,hauptweg zu sein1 der eingeschlagen werden mute1 ein ,vermittlungsweg zum ,hauptweg4 ,ich versuchte diesen ,weg ein ,stck zu gehen1 und ich schrieb in ,mnchen1 um mir zu beweisen1 ob ich mit photographischer ,treue das ,wirklichkeitsleben wiedergeben knnte1 damals ein ,drama in zwei ,akten1 betitelt ,das ,kind81 das mit allzu deutlicher ,deutlichkeit den ,seelenzustand eines jungen ,mdchens wiedergab whrend einer ,nacht des ,abschieds von ihrem ,brutigam1 und das sich am ,morgen nach dem ,abschied aus dem ,fenster strzt4 ,das ,stck war kra1 erschtternd1 aber es lste keine innere ,erhebung in mir aus4 ,nur die ,achtung vor wirklichkeitsgetreuer ,schilderung blieb als ,endgefhl in mir brig4 ,und ich sah ein1 da uere ,wirklichkeitswiedergabe nur eine ,schulung fr einen ,schriftsteller sein konnte1 aber da sie nicht hchstes ,kunstideal werden durfte4 ,das ,stck wurde spter im ,jahr #aijj vom ,mnchner ,schauspielhaus angenommen4 ,aber ich zog es zum ,erstaunen des ,direktors vor der ,auffhrung zurck4 -- ,das ,osterfest #ahib kam heran1 und ich ging an einem ,karfreitag1 erfllt von den ,erinnerungen alter ,osterzeiten1 durch die ,kirchen ,mnchens und kam in eine hohe alte ,kirche1 die war dunkel und wirkte wie ein gerumiger ,keller4 ,und die ,menschenmenge1 die zu dem einen ,eingang hineindrngte1 ,kopf an ,kopf1 und die ,kirche durchquerte und zu einem anderen ,eingang hinausdrngte1 schob mich vorwrts4 ,alle groen ,gemlde ber den ,altren und die ,altre selbst und die ,altarstufen waren1 wie das immer in der ,karwoche ist1 mit tiefvioletten ,tchern zugedeckt4 ,und durch die ,weihrauchwolken sah ich die ,pyramiden der ,kerzen aufragen1 deren unzhlige spitze ,flmmlein mir den ,eindruck von goldenen ,dornen machten4 ,vom ,weihrauch halb verhllt1 stand der in ,spitzengewnder gekleidete ,priester am ,altar1 und als ich einen ,augenblick zurcksah ber die ,menge1 die mich vorwrts schob1 stach durch die offene hohe ,kirchentr das blauweie ,tageslicht grell in das dunkle ,kirchengewlbe herein1 als stahlblauer ,strahl und war wie ein mchtiges helles ,schwert ber den ,kpfen der ,menge4 ,und die ,menschen1 die ,kopf an ,kopf da drngten1 erschienen mir wie ein ,heerwurm1 der unter dem blanken drohenden ,schwert durch die ,kirche zog4 ,einen ,augenblick schien es mir1 als ich den ,weihrauch aufsteigen sah1 als htten die ,kerzen das violette ,tuch1 das ber dem ,altarbild hing1 angezndet1 und als rolle das ,tuch feurig brennend und rauchend ber den ,kpfen der ,menge hoch4 ,ich ging dann nach ,hause und schrieb den visionren ,eindruck dieses ,karfreitagkirchenbesuches in kurzer ,skizze1 die ich ,auferstehung8 betitelte1 nieder4 ,ich gab den ,eindruck so wieder1 wie ich ihn eben erzhlt habe1 nur ein wenig mehr ausgearbeitet1 in heftigeren ,farbeneindrcken und in knappen1 etwas gehackten ,stzen4 ,in jenen ,tagen in ,mnchen -- das mu ich noch vorher bemerken -- hatte ich mir manches ,mal ein ,buch in der ,bibliothek der ,modernen8 geliehen4 ,diese ,bibliothek war im ,hause des ,schriftstellers ,schaumberger1 und dort im ,hausgang war ich im ,vorbergehen den ,dichtern ,o4 ,j4 ,bierbaum und ,ludwig ,scharf vorgestellt worden4 ,einige ,tage spter erhielt ich von ,o4 ,j4 ,bierbaum die ,aufforderung1 eine kleine ,arbeit fr den ,musenalmanach8 #ahib-ahic einzusenden4 ,nichts schien mir geeigneter fr diesen ,zweck als die kleine ,skizze ,auferstehung81 die kaum zehn ,druckzeilen gro war1 und die ich fr meine erste und beste ,leistung auf dem neuen ,weg beschreibender ,prosa hielt4 ,ich dachte mir aber1 da wahrscheinlich ,hunderte von ,schriftstellern zu ,beitrgen fr den ,musenalmanach aufgefordert worden waren1 und da das1 was ich geschrieben hatte1 so wenig war1 da es in dem ,buchband kaum zehn ,menschen auffallen wrde4 ,mir persnlich sollte diese kleine ,skizze die ,linie zeigen1 die ich einschlagen wollte4 ,nicht ,wirklichkeitsschilderung1 sondern in ,vision umgesetzte ,wirklichkeit wollte ich von jetzt ab geben4 ,ich hatte damals noch keine ,ahnung von ,kritik und ,kritikern berhaupt4 ,so wie es nirgends in der ,bibel steht1 da ,gott bei seiner ,schpfung an eine ,kritik derselben gedacht habe1 so wenig war mir der ,gedanke gekommen1 da ich je eine gedruckte ,kritik ber mich lesen wrde4 ,ich selbst hatte nie ,kritiken ber ,bcher gelesen1 so wie ich auch bis dahin nur uerst selten eine ,tageszeitung in die ,hand genommen hatte4 ,ich dachte1 ,dichtungen werden schweigend geliebt oder schweigend abgewiesen1 und ich wute noch nicht1 da das meiste1 was geschrieben wird1 auch ffentlich besprochen wird4 ,da in den ,zeitschriften ,bcherbesprechungen gebracht wurden1 in jenen modernen ,zeitschriften1 in welchen die neuen ,dichter sich vereinigt hatten1 um auf neue ,wege hinzuweisen1 das schien mir natrlich4 ,da aber die ,zeitungswelt1 die ,augenblickswelt1 die doch keine ,zeit zum ,sichvertiefen haben konnte1 ,geistesarbeit zu kritisieren sich berechtigt fhlte1 in derselben ,weise1 als ob man das ,wetter beschrieb und ,tagesvorgnge besprach1 da ,geistesarbeit unter die ,augenblicksvorgnge gerechnet werden knnte1 das war mir ganz unbekannt und unverstndlich4 ,im ,herbst desselben ,jahres1 als ich dann spter von ,mnchen nach ,berlin gezogen war1 erhielt ich eines ,tages von meiner ,familie aus ,wrzburg eine ,nummer des ,berliner ,tageblattes8 zugesandt4 ,im ,feuilleton war der ,bierbaumsche ,musenalmanach8 fr #ahib-ahic breit besprochen4 ,aber mein ,erstaunen wuchs aufs hchste1 als ich meinen ,namen an die ,spitze des ,aufsatzes gestellt sah und die ,worte am ,eingang der ,kritik las3 ,da tut ein ,max ,dauthendey seine milde ,hand auf und schenkt uns eine ,auferstehung48 ,ich begriff zuerst nicht1 da der ,artikel von ,hohn strotzte4 ,man hatte zugleich meine ,skizze wortwrtlich abgedruckt1 und man geielte mit bissigem ,spott die neue verrckte ,schreibart4 ,die fr eine ,tageszeitung auch wirklich nicht am ,platze gewesen wre4 ,so schwer denkbar wie es ist1 da ,botticelli ,skizzen fr eine illustrierte ,tageszeitung gezeichnet haben wrde1 so wenig pate natrlich die ,skizze eines neuen ,wegesuchers in den ,alltagsstil einer ,zeitung4 ,da ich zur ,mitarbeit aufgefordert worden war und meine ,skizze als ,geschenk dem ,musenalmanach8 gegeben hatte1 hatte ich die ,einfalt1 zu glauben1 da die ,welt auch meine ,arbeit als ,geschenk annehmen msse und nicht als eine ,herausforderung zum ,meinungszweikampf4 ,grausam und ungerecht fand ich diesen unerwarteten ,angriff auf meinen mit tiefstem1 heiligstem ,ernst ausgearbeiteten kleinen ersten ,versuch1 ,wirklichkeit und ,unwirklichkeit vereinigen zu wollen4 ,ohne nach der alten ,figurenwelt von ,engeln und ,teufeln zu greifen1 hatte ich die ,visionen eine ,kirchenstimmung1 eine ,karfreitagsphantasie1 versuchsweise wiedergeben wollen4 ,da meine ,welt nicht die ,welt von heute war1 wurde mir aus jener ,kritik hier grndlich zum erstenmal ffentlich besttigt4 ,aber mutlos oder kopfscheu machte mich diese ,erkenntnis nicht4 ,und so breit1 wie ich heute das ,ereignis beachte1 tat ich es damals nicht4 ,es war eine flchtige ,sekunde des ,unbehagens1 die aber doch so stark war1 so da ich sie nach langen ,jahren noch in mir aufgezeichnet finde4 -- ,und ich erzhle dieses nur1 weil es meinen ersten neuen ,versuch betraf1 der mir am ,herzen lag4 ,der ,gedanke1 die ,natur phantastisch1 doch ohne ,verwandlung der ,naturleben in ,menschengestalten1 wiederzugeben1 beschftigte mich damals in ,mnchen1 seit ich den ersten ,versuch1 die kleine ,skizze ,auferstehung81 geschrieben hatte1 unausgesetzt4 ,eines ,sonntags wohnte ich im ,mnchner ,hoftheater einer ,vorstellung des ,byronschen ,manfred8 bei1 und ,ernst von ,possart spielte den ,manfred48 ,von meinem ,platz aus auf einem der ,rnge konnte ich immer sehen1 wie die ,versenkung sich ffnete1 und wie einer der ,erdgeister oder einer der ,feuergeister aus dem ,bretterloch aufstieg4 ,das strte mich sehr4 ,wohl war die ,sprache des ,dichters schn1 aber auf dem ,heimweg vom ,theater sagte ich mir1 ich htte das ,stck lieber gelesen und htte mir dann die ,gestalten der ,elemente mchtiger und unbegrenzter vorstellen knnen4 ,es wirkte komisch1 wenn da in grauen ,kattunstoffe eingewickelte ,menschen auf der ,bhne herumliefen wie ,gugelmnner1 und wenn man sich vorstellen sollte1 diese ,vermummten sollen die verkrperten ,elemente der ,erde sein4 ,so drftig und so beschrnkt war mir noch nie die ,gestaltung der ,elemente vorgekommen4 ,die ,schuld lag nicht an der ,bhne1 nicht an der ,darstellung1 sondern am ,dichter1 der sich htte hten mssen in seinem ,drama ungeheuere ,elemente in der ,form von ,menschen auftreten zu lassen4 ,mein neuzeitlicher aufgeklrter ,natursinn strubte sich fortwhrend gegen die ,annahme1 da verkleidete ,menschen ,elemente darstellen sollten4 ,ich ging unbefriedigt nach ,hause1 und ich sagte zu meinen ,freunden3 ,ich mchte ein ,drama schreiben1 in welchem die ,elemente auftauchen wie die ,bilder im ,gehirn eines ,menschen4 ,in dem ,drama mchte ich ,gletscher1 ,meer1 ,wste als unsichtbare ,chre singen lassen48 ,jedenfalls stieg mir an jenem ,abend unklar die ,idee auf1 da1 wenn ein ,drama ohne ,menschen auch eine ,ungeheuerlichkeit wre1 es doch keine ,unmglichkeit sein mte4 ,heute wei ich1 da das alles nur ,vorbereitungsgedanken fr meine knftige ,lyrik waren1 in welcher ich dann mit ,vorliebe ,liebes- und ,landschaftsleben verschmolzen habe1 ohne den ,landschaftsdingen ,menschengestalten zu geben4 ,als die ,universitt ,osterferien hatte1 fuhr ich mit dem einen meiner ,freunde1 dem ,schweigenden1 ins ,gebirge nach ,tirol1 und wir stiegen zum ,achensee hinauf4 ,zu beiden ,seiten des ,weges lag noch hoher ,schnee1 besonders hoch beim ,see an den kalten ,nordseiten der ,berge4 ,der ,ausflug whrte nur zwei ,tage1 aber ich erinnere mich noch deutlich1 als wre es gestern1 einer ,sekunde1 die ich auf dem ,see erlebte1 und die in mir blitzartig die ,gestaltung eines ,dramas ohne ,menschen schaffen sollte4 ,wir saen am ,sptnachmittag in einem ,boot1 mein ,freund ruderte4 ,wir waren an einer ,seeseite gewesen1 wo streckenweise der ,schnee auf groen ,wiesenflchen geschmolzen war1 und dort waren1 in der heftigen ,frhjahrssonne1 ,gruppen von rosa ,alpenhyazinthen emporgeschossen1 die da wild und ppig wucherten4 ,wir hatten einen groen ,strau davon gepflckt1 der lag neben mir auf der ,bootsbank4 ,ich hielt das ,steuer und lag halb ber den ,bootsrand gebeugt und starrte in die herrliche smaragdgrne ,tiefe des ,bergsees und freute mich an dem feuerblauen ,schatten1 den unser ,schiff und wir selbst ber die ,seeflche zeichneten4 ,mir schien1 wir schwammen mit dem ,boot ber einen ungeheueren ,kristallberg4 ,stellenweise konnte man die schlangenartigen ,figuren der ,seegewchse goldig am ,grund aufblinken sehen oder ,felsblcke1 die wie ,goldklumpen spukartig aus dem grnen ,wassergrund heraufsahen4 ,und versunkene ,baumstmme waren da unten1 unheimlichen ,tierkrpern hnlich1 mit grnen und blauen ,gliedern1 die schienen mehr unwirklich als wirklich zu sein4 ,ich lie von ,zeit zu ,zeit einen ,bltenbschel des rosa ,hyazinthenstraues1 daran ich einen kleinen ,stein gebunden1 in die ,seetiefe gleiten1 und es erstaunte mich immer wieder1 wie die rosa ,blumen in einiger ,tiefe blau und dann weilich wurden und versanken1 als fielen sie durch verschiedenfarbige ,tinten4 ,und ich stellte mir dann vor1 wie meine ,blumen nun da unten liegen muten und sich nach der ,sonne und nach den ,wiesen oben sehnen wrden1 und da der ,seegrund sie nun nie mehr loslassen wrde1 und da sie zu ,stein werden muten neben dem ,stein1 der sie hinuntergezogen hatte in die grne ,glaskammer des ,sees4 ,als ich mde war vom ,hinunterschauen1 sah ich drben ber dem ,seeufer einige schneebedeckte ,berge ,tyrols1 und wenn auch keine ,gletscher zu sehen waren1 so bildete ich mir doch ein1 so starr wei mten ,gletschergipfel unberhrt den ewigen ,schnee tragen wie jene verschneiten ,berge4 ,in demselben ,augenblick ging die ,sonne unter1 und die ,schneegipfel frbten sich1 als wchsen auf ihnen vor meinen ,augen ,felder von rosa ,alpenhyazinthen4 ,es war aber nur die ,abendsonne1 die die uersten ,erdzacken aufglhen lie4 ,und dieses feierliche ,schauspiel1 dem ich im ,boot1 schwebend ber der ,seetiefe1 im lautlosen ,abend zusah1 das prgte sich so stark in mich ein1 da ich es dichtend nachgestalten wollte1 so wie es gewesen4 ,und nach ,mnchen zurckgekommen1 dachte ich mir aus1 ich wollte ein ,drama schreiben1 in welchem kein ,mensch auftreten sollte1 wie ich das schon einmal gesagt habe4 ,nur einzelne ,menschenstimmen und ,menschenchre und ,musik hinter der ,bhne sollten die ,verwandlungen begleiten4 ,und ich wollte zuerst hinter der ,szene eine groe ,stimme singen lassen4 ,das sollte die ,stimme der menschlichen ,sehnsucht sein4 ,und unsichtbare ,chre des ,weltalls sollten ihr antworten4 ,und die ,sehnsucht sollte hinuntertauchen in die ,meerestiefe1 in die ,pflanzengrten dort unten1 wo die ,perlen in ihren ,schalen singen und tausend ,jahre reifen4 ,und das ,bhnenbild sollte den farbigen ,meergrund zeigen4 ,und die ,sehnsucht1 keine ,ruhe in der ,meerestiefe findend1 sollte dann zum ,gletscher eilen1 zum ewigen ,schnee4 ,und auf der ,bhne sollte das ,eis der ,gletscherfelder aufglhen in der ,abendsonne1 und ,chre der ,stimmen des ewigen ,schnees sollten antworten1 so wie die ,scharen der ,perlen in der ,meerestiefe der ,sehnsucht geantwortet hatten4 ,und die ,sehnsucht sollte1 auch dort keine ,ruhe findend1 vom ,gletscher zur ,wste eilen und dem ,sand und den ,sandmeilen zusingen4 ,und der im heien ,wind aufwirbelnde ,sand sollte in ,chren der ,sehnsucht antworten4 ,und die ,sehnsucht sollte endlich heimkehren1 heimgetrieben1 nachdem sie nicht ,ruhe gefunden1 nicht in der ,tiefe des ,meeres1 nicht in der ,hhe des ewigen ,schnees1 nicht in der ,hitze der ,wste4 ,dann sollte im ,abend ein ,frhlingsgarten voll ,blten als letztes ,bild dastehen und ferne ,geigen unter den ,blten singen4 ,chre der ,blten und die ,mondstimme in der ,frhlingsnacht und die ,chre der ,blumendfte sollten singen1 und die ,sehnsuchtstimme des ,menschen sollte ihr letztes ,lied finden und sich sagen3 da sie nirgends auf ,ruhe traf und auch das ,weltall ihr geantwortet habe1 da nirgends ,ruhe sei1 so wre die einzige ,weisheit die1 das ,leid aller und die ,liebe aller mitzuerleben1 mitzujubeln und mitzuleiden4 -- ,ich wollte mich nun fr dieses ,drama vorbereiten4 ,schneeberge hatte ich gesehen4 ,auch die ,seetiefe des ,achensees konnte mir eine ,vorstellung geben vom ,meeresgrund4 ,nur ber die ,wste wute ich noch nichts4 ,und ich verschaffte mir ,bcher mit ,wstenbeschreibungen4 ,aber sie gefielen mir nicht4 ,ich konnte keine ,stimmung aus ihnen erhalten4 ,und da erinnerte ich mich1 wie ich als ,knabe oft im heien ,mainsand auf einer ,insel im ,flu nach dem ,bade gelegen hatte4 ,und dieses ferne erlebte ,bild des trockenen ,julisandes mit der senkrechten ,sonne am ,himmel1 gab mir mehr ,wstenvorstellung1 als das ,lesen von wissenschaftlichen ,wstenreisen in ,bchern es vermocht htte4 ,aber es sollte noch ein ,jahr dauern1 bis ich die ,stimmen dieses ,dramas in ,versen schreiben konnte4 ,das geschah im ,jahre #ahid1 als ich zum zweiten ,male in einem einsamen ,pfarrhof an der ,westkste ,schwedens mehrere ,monate zubrachte4 -- ,ich hatte jetzt in ,mnchen fast alle ,wagnervorstellungen besucht1 den ,nibelungenring gehrt und war auch einige ,jahre vorher in ,bayreuth gewesen1 wo ich bei einem ,abstecher von ,wrzburg aus den ,parsifal8 gehrt hatte4 ,wagners neue heftige ,musik hatte mein junges erregbares ,blut tief erschttert4 ,aber ,wagners ,dramengestalten1 die ,gtterfiguren in ,menschengestalten1 erschienen mir in der ,darstellung auf der ,bhne unmglich und kindisch und nicht so berzeugend1 wie es fr unsere neuzeitlichen ,vorstellungen ntig gewesen wre1 um in mir volle ,andacht zu erwecken4 ,ein dicker ,tenor1 der den ,wotan spielte1 oder eine ppige ,sngerin1 die die verklrte ,gestalt der ,freja oder die gewaltige ,gestalt einer ,walkre darstellen sollte1 verrgerte meine ,aufmerksamkeit jedesmal1 so da ich meistens die ,augen im ,theater schlo und nur den singenden ,stimmen der ,musik zuhrte und auf das ,bhnenbild1 das ich mir in der ,phantasie viel schner vorstellen konnte1 gern verzichtete4 ,ich war also aus innerem ,antrieb und nicht aus ,neuheitssucht auf den ,gedanken gefallen1 teils durch die ,manfredvorstellung1 teils durch die ,wagnervorstellungen herausgefordert1 einmal ein ,drama zu schreiben1 in welchem nur ,chre und ,landschaftsbilder von der ,bhne wirken sollten4 ,aber es sollte dieses durchaus nicht eine neue ,dramengattung werden4 ,ich wollte nur einmal eine ,bhnenphantasie geben1 die1 ohne menschliche ,figuren zu verwenden1 erhebend wirken sollte4 ,ich hatte in der ,wagnerschen ,walkre8 in ,mnchen auch gesehen1 wie mit ,dampf und bengalischen ,flammen eine knstliche ,branddarstellung erzeugt wurde1 und ich stellte mir vor1 da die ,landschaftsbilder meines ,dramas1 der ,meeresgrund1 der ,gletscher und die ,wste nicht nur einfach nchtern auf der ,bhne dargestellt werden durften1 sondern sie mten1 wie von ,wolken getragen1 erscheinen1 auftauchen und in ,wolken verschwinden wie ,gedankenbilder im ,gehirn eines ,menschen4 ,und um dieses zu ermglichen1 sollte ,dampf aus den ,versenkungen aufsteigen und sollten so auf der ,bhne ,wolken erzeugt werden4 ,so wie in einem menschlichen ,gehirn die ,vorstellungsbilder bald klarer1 bald unklarer wie aus ,wolken aufzutauchen scheinen und dabei ,stimmen der ,gedanken sprechen oder singen1 so sollten die ,bhnenbilder in diesem ,operndrama ,sehnsucht8 sein4 ,und ich hatte die jedenfalls etwas waghalsige ,khnheit1 an die ,spitze meines ,dramas1 als ich es schrieb1 die ,worte zu stellen3 ,die ,bhne stellt das ,gehirn eines ,menschen dar48 ,die eilige ,kritik1 welche heutzutage den ,dichtern ihren ,wert schnell zu- oder abspricht und sie bei ,lebzeiten schon untereinander in ,rangordnungen dem deutschen ,volke vorfhrt1 und die nicht ,rcksicht nimmt1 ob der ,dichter jung ist und sich entwickelt1 sondern die ihn mit fnfundzwanzig ,jahren vielleicht sogar an toten ,dichtern mit1 welche achtzig ,jahre geworden sind -- diese hastige ,kritik1 die in dieser erstaunlich voreiligen ,weise an den lebenden und sich entwickelnden jungen ,dichtern oft schweres ,unrecht begeht1 konnte mir dann zwanzig ,jahre hindurch diesen ,jugendausspruch nicht verzeihen3 ,die ,bhne stellt das ,gehirn eines ,menschen dar84 ,und man frischte diesen ,satz in unzhligen ,kritiken ber mich jedes ,jahr wieder auf4 ,meine zuknftige ,welt1 die ich in mir tglich weiterbildete -- und deren erste ,anfnge mir heute noch ebenso heilig sind wie damals1 weil sie ehrlich und echt gemeint waren und nicht aus ,verblffungssucht entstanden -- hat man verhhnt und verlacht1 und man hat nie einen ,augenblick daran denken knnen1 da alles1 was ich damals schrieb1 begrndet war von dem ,drang1 eine neue ,weltanschauung in der ,dichtung zur ,geltung zu bringen4 ,alle diese jungen ,versuche aber zielten auf die ,schpfung einer mir eigenen ,lyrik hin1 die ich doch erst spter geben konnte4 ,den ,dichter kann man nicht anspornen zum ,blhen und ihn nicht hindern1 wenn seine ,dichtung blht4 ,man kann nur die natrliche ,verbindung zwischen ,leserkreis und ,dichter zeitweilig schdigen4 99 99 99 99 99 ,mein ,freund1 der junge ,philosoph -- der in ,mnchen in jener ,zeit neben seinem ,studium bereits mit der ersten ,niederschrift ber die ,atomkraftlehre eifrig beschftigt war -- schlug mir im ,frhjahr #ahib vor1 die ,pfingstreise1 die er zu seiner ,erholung htte unternehmen sollen1 und wozu ihm seine ,mutter ,reisegeld geschickt hatte1 an seiner ,stelle zu machen4 ,was ich mit ,dank gerne annahm1 und um die ,pfingstzeit nach ,venedig reiste4 ,von dieser ,reise sind mir zwei kleine ,begebenheiten in ,erinnerung4 ,ich war am ,abend von ,mnchen abgereist1 und als ich morgens im ,bahnzug ber den ,brenner kam1 begann ich1 bereits von der ,station ,franzensfeste ab1 unausgesetzt den ,himmel zu prfen1 gespannt aufschauend1 ob derselbe bald italienische ,blue zeigen wrde4 ,so sa ich in grauem ,morgendmmern1 bis wir zur ,grenze nach ,ala kamen1 stundenlang das ,gesicht nach oben gerichtet4 ,obgleich mein ,nacken mich schmerzte und ich den ,kopf kaum noch zurckbiegen konnte1 so war doch die ,begierde1 den italienischen ,himmel zu sehen1 strker als die ,unbequemlichkeit4 ,aber leider stellte sich die ,blue des ,himmels nicht so mchtig ein1 wie ich sie von allen italienischen ,bildern in ,erinnerung trug4 ,doch weit entfernt enttuscht zu sein1 freute ich mich1 da ich mich nicht blind vom ,reisefieber fortreien lie und mich nicht selbst belog4 ,und ich war stolz darauf1 da ich trotz aller ,reisebegeisterung feststellen konnte1 da der italienische ,himmel1 wenigstens auf der ,fahrt bis ,venedig1 nicht blauer war als zwischen ,wrzburg und ,mnchen4 ,diese ,erkenntnis1 die zwar fr einen jungen ,italienreisenden etwas ,schmerzliches hatte1 befriedigte mich aber1 weil ich mir sagte3 ein neuzeitlicher ,schriftsteller mu die ,dinge sehen1 wie sie sind1 und er darf nicht blo die gehrte ,fabel der ,dinge sehen1 die die andern gefabelt haben4 ,ich erzhle dies nur als kleinen kennzeichnenden ,zug der ,schulung zur ,wirklichkeitsbeobachtung1 von der ich und meine ,zeit damals fanatisch durchdrungen und besessen waren4 ,das glitzernde ,venedig1 das bunt wie eine indische ,stadt an den ,spiegeln der ,kanle und an dem ,spiegel eines sonnigen ,frhlingshimmels lag1 stimmte mich sehr glcklich4 ,diese wirkliche und unwirkliche ,stadt1 deren ,palste wasserentstiegen1 wie aus ,meerschaum und ,perlmutter gebaut1 irisfarben beim ,widerschein der leichten ,wellen beleuchtet sind1 beseligte mich4 ,ich fhlte mich1 vom ,norden wie aus einer grauen ,wste gekommen1 als htte ich eine sonst unerreichbare ,fatamorgana erreicht4 ,ein krpergewordenes ,meeresspiegelbild erschien mir ,venedig mit seinem blendenden1 marmorgepflasterten weien ,markusplatz und mit den silbrigen indischen ,kuppeln der ,markuskirche und mit den ,schaufensterreihen voll mit ,juwelen und glitzernden ,glaswaren unter den ,bogengngen des ,platzes4 ,am ,abend vor dem ,himmelfahrtstage1 als alle ,glocken luteten1 trat ich in einer ,seitenstrae in eine ,kirche ein4 ,darinnen jubelte eine klingende ,musik1 wie ich sie vorher nur in ,operetten gehrt hatte4 ,scharen von jungen ,mdchen und ,frauen des ,volkes1 mit ,spitzentchern ber den schn frisierten ,kpfen1 saen dort bis dicht an die ,altarstufen auf ,sthlen4 ,und der ,priester und die ,chorknaben bei ,blumen1 ,lichtern und dem weihrauchreichen ,altar bewegten sich lebhaft und frhlich1 als wre die ,messe1 die sie lasen1 eine ,volksvorstellung4 ,ich sah in der ersten ,sitzreihe ,frauen bequem und gemtlich ihre kleinen ,fe -- die in seidenen ,stckelschuhen steckten1 als wren sie zu einem ,ball gekommen -- auf die obersten ,altarstufen aufstellen4 ,und ich bemerkte eine1 die mit ihren bereinandergelegten ,fuspitzen den messelesenden jungen ,priester1 der den ,rcken gegen die ,menge wendete1 mit der ,fuspitze leicht an seinen ,fersen streichelte4 ,sie zeigte keck1 da sie den jungen ,mann liebte und ihm ihre zrtlichen ,gefhle mitteilen wollte4 ,sie hielt den ,fcher halb vor das ,gesicht1 und ihre schwarzen ,augen blinzelten schelmisch ber den ,fcherrand zum ,kopf des ,priesters hin4 ,wahrscheinlich wartete sie auf den ,augenblick1 da der junge ,geistliche1 um die ,menge zu segnen1 sich umwenden mute4 ,auf den ,kirchenemporen jubelten ,sngerchre1 helle und dunkle ,stimmen durcheinander4 ,und es herrschte ein freies und ungebundenes ,leben in dieser ,abendkirche1 deren ,tren weit offen standen und die ,stimmen der ,frucht- und ,eisverkufer und das ,glockengewoge von der ,strae hereinlieen4 ,das junge ,mdchen1 das zum ,priester die ,fuspitzen hinstreckte1 die klingelnde ,operettenmusik und alle auf ihren ,sthlen schaukelnden und singenden ,besucher der ,kirche -- diese ,frhlingsabendstimmung in einer ,kirche habe ich zwanzig ,jahre nicht vergessen knnen4 ,ich hatte nie vorher hnliches erlebt und habe es nie nachher wieder erlebt4 ,hier hatte zum erstenmal die ,andacht etwas natrlich ,frhlingsfestliches4 ,dabei mu ich gestehen1 da die ,festlichkeit auch ein wenig berreizt an ,gedankenlosigkeit und ,leichtsinn streifte4 -- ,ich war aber der sdlichen ,slichkeit der ,farben und ,formen ,venedigs nach acht ,tagen schon satt4 ,es wurde meinem deutschen ,herzen zuletzt vor den ewigen lila und rosigen ,perlmutterfarben beinahe bel1 als htte man mich gezwungen1 acht ,tage nur von ,zuckerwerk zu leben4 ,und ich sehnte mich von der groen schwlen ,perlenmuschel im ,meeresbilde fort nach dem ,festland und nach erquickender grner ,landschaft4 ,ich sehnte mich fort von dem ewigen venetianischen ,sonntagsgefhl1 fort von dem auf lautlosen ,wasserstraen gleitenden ,verkehr1 von den ,straen1 in denen keine ,wagen drhnen1 keine ,hunde bellen1 in denen immer stilles und glattes ,wasser steht1 als wren das polierte ,sonntagsstraen ohne ,verkehr4 ,ich war jung und sehnte mich nach ,getriebe und nach der ,abntzung meiner ,krfte1 die hier nur gewiegt wurden in ,gondeln und auf sonnenwarmem ,wasserspiegel4 -- ,nach ,mnchen zurckgekommen und die farbigen venetianischen ,eindrcke noch im ,gedchtnis1 freute ich mich1 nach der ,erffnung des ,glaspalastes tglich nun die ,ausstellung besuchen zu knnen und die ersten ,bilder der ,sezession zu sehen4 ,da ich sehr wenig ,menschenverkehr suchte und mich immer mit ,plnen und ,gedanken trug1 die ich abends auf den ,spaziergngen mit meinen zwei ,freunden besprach1 so prgten sich bald die auf der ,ausstellung gesehenen neuen ,bilder der neuen ,freilichtschule so stark in mein ,gedchtnis1 da ich sie stndlich wie neue ,kameraden empfand4 ,und ich setzte mich an meinen ,schreibtisch und versuchte1 um mich im ,beschreiben zu ben1 einige der ,bilder der ,sezession in knappen dichterischen ,worten wiederzugeben4 ,da waren ,bilder von ,ludwig von ,hoffmann1 von ,exter und von ,segantini und von einigen anderen1 die ich ausgewhlt hatte4 ,diese ,bilderbeschreibungen waren die ersten ,anfnge zu der kleinen ,prosagedichtsammlung ,ultraviolett81 deren weiteren ,inhalt ich hauptschlich in einem ,pfarrhaus in ,schweden fertig schrieb1 das in einsamen ,granitwsten wie am ,ende der ,welt versteckt lag1 und wo ich im folgenden ,frhjahr weilte4 ,den ,winter #ahib-ahic verbrachte ich in ,berlin1 und hier trat ich zum erstenmal mit ,dichtern und ,denkern der ,neuzeit in engere ,fhlung4 ,mein ,roman ,josa ,gerth81 mein erstes ,buch1 war zu ,winteranfang bei ,pierson in ,dresden erschienen1 und mit dem ,bewutsein1 mein erstes ,buch der ffentlichkeit gegeben zu haben1 fhlte ich mich mutiger und getraute mich1 den ,kreis gleichgesinnter ,zeitgenossen aufzusuchen4 ,auf der ersten ,seite dieses meines ersten ,buches stehen die ,worte3 dieses ,buch gewidmet einem ,toten4 ,dem toten ,dichter und meinem ,dichtermeister1 dem ,dnen ,j4 ,p4 ,jacobsen -- dessen ,schreibart ich mir zuerst zum ,vorbild genommen hatte1 um mich vom deutschen ,aufsatzstil frei zu machen -- hatte ich meinen ,erstling gewidmet1 zufrieden1 da nur ich allein es wute1 welcher ,tote mit der ,widmung gemeint war4 ,auch die ,person jenes ,dichters in der ,gestalt eines ,doktor ,wiking1 eines ,naturwissenschaftlers und ,botanikers1 war in den ,roman verwebt4 ,nach ,jacobsens ,photographie1 die ich mir aus ,kopenhagen hatte kommen lassen1 hatte ich meiner ,romangestalt mglichst die hnlichkeit meines dnischen ,prosameisters zu geben versucht4 ,die ,handschrift dieses ,buches hatte ich noch in ,wrzburg im ,herbst #ahia beendet1 kurz1 ehe ich zu ,weihnachten beinahe gewaltsam von meinem ,vaterhaus geschieden war4 -- ,diese ,trennung habe ich bereits im ,geist meines ,vaters8 ausfhrlich beschrieben4 ,nach dem ,erscheinen meines ersten ,romanes hatte mein ,vater mein ,monatsgeld etwas erhht1 so da ich in weniger groer ,bedrngnis1 aber immer noch knapp gehalten1 in ,berlin leben konnte4 ,aber es wurde mir zugleich angedroht1 da ich nur bis zu den nchsten ,ostern vterliche ,hilfe erhalten wrde und dann auf eigenen ,fen stehen mte4 ,einstweilen aber lag ,ostern noch fr mich hinter tausend ,jahren1 und ich versuchte1 so wenig wie mglich an das ,ende der ,gnadenfrist meiner ,freiheit zu denken4 ,in ,berlin besuchte ich zuerst den schwedischen ,schriftsteller ,ola ,hanson4 ,ich hatte im ,herbst in ,mnchen das ,buch ,sensitiva ,amorosa8 von ,ola ,hanson gelesen4 ,feingezeichnete ,menschenschatten bewegten sich darin auf dem ,hintergrund starker1 gtig beobachteter ,landschaften1 ,abrisse von ,lebensschicksalen stumm vorberwandelnder ,gestalten4 ,die eine ,gestalt kam lebenssuchend auf einem ,feldweg bei einem ,gut in ,schonen daher2 die andere sa auf einer ,bank am ,meer und sah lebensbetroffen ber den ,sund2 und andere traten auf in der schicksalsreichen1 stimmungsvollen stergade ,kopenhagens4 ,so ungefhr erinnere ich mich dieses ,buches noch heute4 ,und die bedeutsame ,art des ,schweden ,ola ,hansons1 mit der er schwere ,menschenschicksale zart und verstndnisvoll behandelte1 erinnerte mich an ,jacobsens ,art4 ,und als ich hrte1 da ,hanson1 mit der ,schriftstellerin ,laura ,marholm verheiratet1 in jenem ,jahr #ahib in ,friedrichshagen bei ,berlin wohne1 freute ich mich1 ihn aufzusuchen4 ,denn alles ,nordische bte eine starke ,anziehung auf mich aus4 ,jene fast menschenleeren ,lnder1 die ich mir dort oben vorstellte1 schienen eine reinere und keuschere ,luft zu haben1 einen strkeren rcksichtsloseren ,geist1 verbunden mit schrferer ,selbsterkenntnis4 ,und die kleinen ,vlker dort oben1 auerhalb unserer ,kulturgrenzen stehend1 lockten mich damals mehr als das von verweichlichten ppigen ,kulturen schlaffe1 sinnense ,sdeuropa4 ,kunstformen und knstlerische ,gedanken1 die aus ,italien kamen1 waren mir alle zu sehr beeinflut von dem christlichen ,zeitalter4 ,der ,dichter ,dante ist mir immer mit seinem ,himmel- und ,hllenwahn der ,gttlichen ,komdie mehr schulmeisterlich als dichterisch erschienen4 ,es kam mir hlich vor1 da er sich in seinem groen ,gedicht zum ,richter seiner ,zeitgenossen aufgestellt hatte4 ,wie mit der ,rute in der einen ,hand und einem ,lobzettel in der anderen ,hand1 so schien mir ,dante in der ,gttlichen ,komdie mehr fanatisch beschrnkt zu sein als hoheitsvoll milde verstehend4 ,und ich zog den ,schlu3 die alte ,kirchenkultur ,italiens1 so scheint es mir1 ist zu jeder weiteren knstlerischen ,entwicklung unfhig und ist unfruchtbar4 ,im ,norden dagegen lebten unverbrauchte ,vlker mit unverbrauchten ,geisteskrften4 ,und jedes neue ,buch1 das vom ,norden ber die deutsche ,grenze kam1 hatte damals den ,atem einer belebenden ,meerbrise und schien von ,lnderstrecken zu kommen1 wo die ,menschen1 die von ,jugend an einer rauhen ,wirklichkeit gegenberstanden1 stark geworden waren auf noch jungfrulicher ,erde1 der sie reinste ,ehrlichkeit zeigen muten4 ,ich sah im ,geiste dort in skandinavischen ,meernebeln ,fischerdrfer und ,einzelgehfte an weltentrckten ,ksten1 und wenn ich ans ,reisen dachte1 sehnte ich mich1 jene weltabgeschiedenen ,sttten aufzusuchen4 ,und mein ,schicksal kam auch auffallenderweise diesem meinem innersten ,wunsche entgegen4 ,ich tat nur einen ,schritt in dieser ,wunschrichtung1 und das war der1 da ich1 in ,berlin angekommen1 den ,schriftsteller ,ola ,hanson besuchte4 ,alles weitere fdelte dann mein ,schicksal von selbst ein1 und ich kam pltzlich nach dem ,norden1 wo ich die nchsten ,jahre meines ,lebens mit kleinen ,unterbrechungen verbrachte1 und wo ich dann auch spter ein ,mdchen fand1 das meine ,frau wurde4 -- ,die deutschen jungen ,mdchen zerfielen damals fr mich in zwei ,gattungen4 ,die einen waren noch nach altmodischer1 beschrnkter1 gedankenenger ,weise erzogen und waren wie abgerichtete ,wesen1 denen ,geistesfreuden -- auer den ,grenzen christlicher ,auffassung und der ,familienkunstbegriffe -- unbekannt waren4 ,ihr ,benehmen war jungen ,mnnern gegenber wohl jugendlich und krperlich lieblich1 aber geistig stumpfsinnig4 ,sie waren versunken in einer ,empfindsamkeit1 die geistige ,festlichkeit vorstellen sollte4 ,mit all ihrer ,bildung machten sie darum auf einen geistig anspruchsvolleren ,mann einen vllig ungebildeten ,eindruck4 ,ich spreche hier natrlich von der groen ,masse4 ,vereinzelte geistig wacherzogene ,mdchen mag es immer in ,deutschland gegeben haben1 aber ich bin ihnen damals nicht begegnet4 ,die andere ,gattung waren die sich in jener ,zeit vom ,familienzwang befreienden ,frauen1 jene1 die in blinder ,nachahmung mnnlichen ,auftretens in der ersten ,sturm- und ,drangzeit der neuen ,frauenbewegung abstoend wirkten4 ,sie trugen mit ,vorliebe die ,haare kurz geschnitten1 dazu steife ,herrenstehkragen und ,krawatte1 und wollten die ,reize des weiblichen ,krpers mglichst bersehen wissen4 ,sie taten sich etwas zugute auf ungelenke ,bewegungen1 sie trugen ,zwicker1 ,manschetten1 und sie whlten ihre ,kleider schmucklos1 alle ,zartheit und ,zierlichkeit mit ,absicht vermeidend4 ,heutzutage sind diese beiden ,frauenarten glcklicherweise zu einer neuen ,frauengattung verschmolzen4 ,man kann von einer neuen ,frau sprechen4 ,denn die ,geistesfrische und eine gewisse natrliche ,geistesfreiheit1 die die ,frau fernhlt von unnatrlicher ,familienverbldung1 ist jetzt im ganzen ,lande allgemein geworden4 ,damals1 vor zwanzig ,jahren aber hatten beinahe nur die nordischen ,lnder die geistige ,neugestaltung der ,frau aufzuweisen4 ,diese ,frauenverschiedenheit zwischen ,nordeuropa und ,sdeuropa erkannte ich aber natrlich nicht frher1 als bis ich nach dem ,norden kam4 ,dort wurde mir der ,unterschied schnell bewut4 ,fast alle jungen ,mdchen waren dort damals schon in ihrem ,auftreten von natrlicher geistiger ,frische4 ,die ,haushaltungsarbeit schlo nicht das tiefere ,wissen und die geistige ,aufklrung aus1 und ebenso hielten die nordischen ,frauen1 die sich hnliche geistige ,kenntnisse wie der ,mann angeeignet hatten1 auch nicht die kleinsten ,haushaltungsarbeiten fr unwert4 ,die ,mdchen in ,schweden waren von ihren ,mttern und ,vtern und von den frischen und harten ,lebensbedingungen1 bei denen die ,menschen dort1 trotz der ,rauheit des ,landes1 frhlich und festlich aufwachsen1 so freigeistig erzogen1 da sie liebende ,frauen1 geistige ,kameraden und tchtige ,familienmtter im ,hause eines verstndigen ,mannes werden konnten4 ,die meisten jungen nordischen ,mdchen hatten durch ihre geistige und krperliche ,erziehung einen europischen1 vorurteilslosen ,weltblick erhalten4 ,sie waren auch glhende ,vaterlandsverehrerinnen1 treue ,pflegerinnen alter heimatlicher ,gebruche und verstndige ,beobachterinnen ihrer ,heimatnatur und ihrer ,heimatlandschaften4 ,da die meisten von ihnen von ,kindheit an beinahe die ,hlfte des ,jahres in freier ,luft1 bei ,seen und ,wldern1 an ,ksten und auf ,inseln verbracht hatten1 waren sie krperlich und seelisch frisch und gesund4 ,die ,urlaute der ,natur waren den ,damen der ,stadt so bekannt wie den ,bauern des ,landes4 ,die nordischen ,damen zeigten sich nicht blo auf stdtischen ,promenaden1 sondern waren gewohnt1 zu wandern1 zu segeln und mit den ,pflanzen und ,tieren wie die ,bauern zu plaudern1 whrend die langen ,winternchte den ,bchern und dem ,familienleben in der ,stadt gewidmet waren4 ,so wurde ich angenehm berrascht1 ernsteren und geistig klareren und krperlich gesunderen ,frauen und ,mnnern in ,schweden zu begegnen als in irgendeinem sdlicheren ,lande4 ,auch hatten die meisten weite ,auslandsreisen gemacht4 ,viele der jungen ,mdchen hatten mit ,freundinnen ,paris1 ,london1 ,italien1 ,deutschland besucht4 ,sie hatten schon mit zwanzig ,jahren ein ,stck ,welt und fremde ,menschen zu beobachten ,gelegenheit gehabt4 ,aber sie prahlten nicht mit ihren ,kenntnissen4 ,sie waren ein wenig verschlossener als unsere ,frauen1 und man mute ihnen ,urteile und ,gedankenaussprche entlocken4 ,aber dann1 wenn diese ,frauen die ,lippen ffneten und einen ,satz sagten1 sprachen sie nicht ,gelesenes aus ,bchern nach1 sondern gaben ein unumwundenes frisches ,urteil4 ,das klang manches ,mal fast rcksichtslos1 war aber im ,grunde nur unbeholfen1 ehrlich und uerst schlicht und ernst gemeint4 ,dieses war in groen ,zgen das ,wesen der ,nordlnderinnen1 die ich in kleinen und groen ,stdten1 auf ,pfarrhfen und ,bauernhfen in manchen ,jahren kennen lernte4 ,aber bis ich das ,mdchen dort fand1 dem sich mein ,herz zukehrte1 vergingen noch zwei ,wanderjahre4 99 99 99 99 99 ,in ,berlin war in den ersten ,jahren der neunziger ,jahre eine groe nordische ,bewegung im ,gang4 ,ibsen belebte die ,theater4 ,bjrnson wurde uns nher bekannt4 ,strindberg war nach ,deutschland gekommen4 ,auerdem machten die ,bilder des jungen norwegischen ,malers ,munch einen verblffenden ,eindruck auf die ,berliner ,akademie4 ,ein ,akademieprofessor hatte auf einer norwegischen ,reise von den ,arbeiten ,munchs in ,christiania gehrt und den jungen ,knstler aufgefordert1 in der ,berliner ,akademie eine ,ausstellung zu veranstalten4 ,als aber ,munch seine ,bilder im darauffolgenden ,herbst sandte und die ,sendung in der ,akademie ausgepackt werden sollte1 wurden die anderen ,akademieprofessoren1 die bei der ffnung der ,kisten anwesend waren1 dermaen erschrocken ber die neue ,malart des ,norwegers1 da sie nicht einmal die ,bilder auspacken lassen wollten1 den ,saal zur ,ausstellung verweigerten und so dem ,gaste1 den sie eingeladen1 schmhlich die angebotene ,gastfreundschaft kndigten4 ,der ,norweger aber wute sich zu helfen und wute sich zu rchen4 ,er mietete ,ecke der ,leipziger- und ,friedrichstrae1 also an der damals verkehrsreichsten ,stelle der ,hauptstadt1 einen in dem ersten ,stockwerk eines ,prachtgebudes leerstehenden groen ,ladenraum1 lie seine ,bilderkisten dorthinbringen und stellte die ganze ,sendung auf eigene ,faust dort aus4 ,natrlich wollte ,berlin den ,maler sehen1 den die ,berliner ,akademie ein- und ausgeladen hatte4 ,die berliner ,zeitungen brachten lange ,spalten fr und gegen ,munchs neue nordische ,malerei1 die alle berlieferungen bersprungen hatte1 die nicht mehr gewollte ,schnheit sah und nicht nach der ,farbenskala vorgeschriebener ,farbentne malte1 sondern die die ,welt in ,linien und ,farben wiedergab1 wahr und unverdreht und doch dem inneren phantastischen ,eindrucksbilde getreu1 von dem das ,herz des ,knstlers erschttert worden war4 ,aber trotz dieser ,ausstellung blieb ,eduard ,munch noch lange in ,europa unverstanden1 und ich habe spter oft in ,paris bei den ,jahresausstellungen der ,independants8 beobachtet1 da das ,brgerpublikum dort1 so wie in ,deutschland1 mit einem ,ausruf des ,schreckens vor den ,munchschen ,bildern stehen blieb und dann mit einem ,lachen sich abwendete4 ,so mochte man vor hundert ,jahren die ersten ,bilder der ,chinesen und ,japaner bei uns aufgenommen haben1 die man erst spter genieen lernte6 ,als ich in ,berlin in ,munchs erste ,ausstellung trat1 mute ich mich auch vor den neuen ,bildern in der neuen ,malart erst zurechtfinden4 ,ich sagte mir aber1 wenn ich nicht sogleich das ganze ,bild sehen kann und es erst1 ich mchte sagen1 entziffern mu1 so war daran nicht ,munch1 nicht der ,maler schuld1 sondern mein1 den neuen ,eindrcken nicht gewachsenes ,auge1 das in alten berlieferungen eingeschult war und noch nicht mit der ,ehrlichkeit des begeisterten neuen ,malerauges mitgehen konnte4 ,aber ich fhlte den innerlichen ,ernst des ,malers1 seine ,kraft und die ,ehrlichkeit der ,naturwiedergabe aus jedem ,bilde4 ,munchs ,bilder wirkten zuerst hnlich wie die ersten ,augenblicksbilder der ,photographie gewirkt hatten1 als man zum erstenmal springende ,pferde nicht in der ,auffassung gewohnter ,reiterstatuen im ,bilde sah1 sondern in den mchtigen ,verkrzungen und den fortstrzenden ,verkrmmungen1 die das ,auge im hundertsten ,teil einer ,sekunde wohl miterlebt hatte1 aber deren ,eindruck nicht zum festen ,bewutsein gekommen war4 ,so auch brachte ,munch neue ,farben und ,formen und ,empfindungseindrcke zum ,bewutsein und bereicherte den ,beschauer seiner ,bilder1 wenn dieser vertrauensvoll sein ,auge der neuen ,malart hingab4 ,wenn einer aber ungeduldig war und hartnckig an seinen eigenen altgewohnten ,sehbegriffen festhielt1 dem erschien jedes ,gemlde ,munchs so wie chinesische und japanische ,bilder1 die gleichfalls uns ,europern neue ,begriffe1 neues ,anschauen der ,natur und der ,menschen in feinster und tiefster ,weise erffnen1 aber lange fr ,wirrwarr1 linienverrenkt1 farben- und formenunmglich angesehen wurden4 -- ,die selbstzufriedenen1 unknstlerischen und lebensunwilligen ,menschen1 die1 in der ,torheit eines beschrnkten ,ichs befangen1 die ,weiterentwicklung des ,lebensfestes nicht mitfeiern knnen1 sind ,schdlinge1 die den ,stillstand ihrer alten erworbenen ,begriffe wie einen zu kurzen ,mastab der ,weiterentwicklung aller ,knste entgegenhalten4 ,diesen ,menschen begegnen die ,dichter ebenso oft wie die ,maler und ,musiker1 und diese zu kurz ,empfindenden sind es1 die dem ,knstler die groen ,dornenhindernisse bauen1 ,dornenhecken1 die sie bis in den ,himmel seiner ,begeisterung wachsen lassen1 und an denen er sich oft genug wund und blutig reien mu auf seinem festlichen ,lebensweg4 ,diese ,stillstandmenschen sind die letzten an der groen ,tafel des ,lebensfestes1 sind die1 die beschrnkterweise allem neuen ,lebensfestlichen mitrauen1 die schelten und unverstndlich schielen auf die anderen ,festlichen4 ,doch knnen sie nicht die unendliche ,schpferlust hindern1 und lange1 nachdem die andern schon zu neuen ,freuden bergehen1 bleibt jenen ,strern doch nichts anderes brig1 als dem ,fortgang des ,festes nachzuhinken1 da die ,lust am ,leben sie dazu zwingt und endlich ihre ,trgheitswiderstnde berwindet4 -- ,diese ,munchsche ,ausstellung stellte mir die nordische ,landschaft1 ungeschmeichelt und in ihrer einsamen und rohen ,pracht1 zum erstenmal vor ,augen4 ,auf vom ,meer rundgewaschenen ,klippensteinen begegnete ich auf den verschiedenen ,bildern einer und derselben ,mdchengestalt1 die einem weien ,runenstein hnlich dastand und ber die kahlen ,steinfelder fortsah4 ,sie kam dann auf einem anderen ,bild wieder und stand im ,abend im ,tang beim ,meerwasser1 und in der ,ferne1 wie ein grauer ,stein aufgerichtet1 sah ihr immer ein junger ,mann zu4 ,diese ,eindrcke von nordischen einsamen ,menschengestalten erweckten in mir eine heftige ,sehnsucht nach den ,ksten jener urgermanischen ,leute1 bei denen nachdenkliches deutsches ,wesen noch ursprnglicher zu leben schien als bei uns4 ,ich war im engen ,franken zwischen ,weinbergen1 in einer ,landschaft abgezirkelter ,felderflecken aufgewachsen und hatte mein ,lebenlang nur ,wlder gesehen1 in denen jeder ,baum im ,forstbuch wie ein ,haustier aufgezhlt und eingetragen war4 ,das waren nicht mehr die ursprnglichen machtvollen ,naturwlder2 es waren gezchtete ,baumherden1 bei denen der ,frster und sein ,hund1 hnlich dem ,hirten und dem ,hirtenhund1 ,aufsicht und ,ordnung zu halten hatten4 ,die ,heimatwlder waren nicht mehr ,naturgewalten2 sie waren staatliche ,holzgeschfte geworden4 ,und die ,zeiten1 da man von ihrer ,undurchdringlichkeit sprach und man sich eine ,abenteuerflle in die ,wlder hineintrumen konnte1 waren bei uns lngst vorber4 ,die ,brger hatten zwar versucht1 sich durch ,butzenscheibenromantik das alte ,abenteuerdeutschland wieder vorzuspiegeln4 ,aber die altdeutschen ,wlder1 die altdeutsche ,landschaft1 die konnten sie sich nicht mehr aus der ,vergangenheit zurckrufen4 ,nach einem jahrelangen ,schul-1 ,familien- und ,kulturzwang sehnte ich mich nach krftigster urweltlicher ,ursprnglichkeit1 und die fehlte in dem kulturreichen ,franken auf allen ,wegen4 ,prchtig verlockend aber sahen mich die nordischen ,steinmassen und das nordische ,tangmeer in der ,munchschen ,ausstellung an1 und ich beneidete die ,figuren1 die da in den ,munchschen ,bildern herumgingen1 die ihre trumende ,stirn weiten1 stillen1 urweltlichen ,lnderstrecken hinhalten durften1 ,landschaften1 die beleuchtet waren von unergrndlich hellen1 gedankenreichen ,sommernchten4 ,es erschien auch auf jenen ,munchschen ,bildern oft ein ,haus1 immer wieder dasselbe ,haus1 das kahl1 unschn1 nchtern1 in einem ,garten lag1 dessen ,baumwelt den verzerrten ,tangpflanzen glich4 ,strme hatten den ,bumen erschrockene und ringende ,arme gegeben4 ,auf einem ,bild stand das ,haus mit einer ,reihe beleuchteter ,fenster und vom ,mondlicht grell getncht auf einem freien ,platz im ,garten1 wild beleuchtet1 als wrde es von den ,bumen und von ,sturmstimmen hell angeschrien4 ,und im ,garten stand das weigekleidete ,mdchen wieder1 schmal und wei wie eine dnne ,blumenzwiebel1 wie die ,luftwurzel einer ,orchidee ber dem ,gartenweg schwebend4 ,und neben dem ,mdchen1 einige ,schritte entfernt1 war da eine ,reihe anderer ,mdchengestalten1 die der ,sturmwind1 der ihnen die ,kleider an die schmalen ,glieder prete1 unwirklich schlank machte4 ,die ,figuren waren in dem groen ,garten so klein1 da ihre ,gesichter im ,gemlde nicht mehr als ein ,farbenfleckchen bedeuteten4 ,aber man sah doch die ,empfindung dieser ,gesichter deutlich4 ,wie eine ,reihe ,irrlichtflammen strebten sie vorwrts1 dem ,sturm1 der durch den ,garten jagte1 entgegen4 ,es war1 als hrten sie alle zusammen in der groen ,sturmstimme eine gemeinsame ,sehnsucht reden4 ,und die ,gartenwirrnis mit den ungeschlachtnen ,bumen glich den ,maschen eines ,netzes1 in denen die ,mdchengestalten wie kleine gefangene ,fische hingen4 ,das grelle ,haus aber ber dem ,gartenplatz war wie ein ,spuk1 vor dem die ,mdchen flohen und immer noch weiter entfliehen wollten4 ,sie wuten noch nicht1 da ein einziges ,netz von ,sehnsucht sie alle gefangen hielt4 -- ,nachdem ich diese ,munchschen ,landschaften lebhaft erlebt hatte1 wurde der ,gedanke1 den schwedischen ,schriftsteller ,ola ,hanson zu besuchen und vielleicht mein ,schicksal mit den in fernen ,nebeln versunkenen ,ksten des ,nordens verbinden zu lassen1 immer krftiger in mir4 ,und als ich einige ,monate spter -- nachdem ich oft als ,gast im ,hause ,ola ,hansons aus- und eingegangen war -- mit einem jungen schwedischen ,schriftsteller bekannt wurde1 kam mir nichts erwnschter als die ,aufforderung desselben1 mit ihm sein ,vaterhaus an der schwedischen ,westkste zu besuchen4 ,jenes jungen ,schweden ,vater war ,oberprediger1 und ich konnte bei seiner ,mutter im ,pfarrhause ,pension erhalten1 da sie im ,sommer immer ,pensionre1 meist aus der ,stadt ,gothenburg1 bei sich habe4 ,ehe sich aber fr mich diese ,gelegenheit fand1 zum erstenmal nach den nordischen ,lndern zu kommen1 hatte ich vorher in ,berlin einige geistige ,erlebnisse1 die von wichtigem ,einflu auf meine ,weiterentwicklung waren4 ,diese ,ereignisse waren das ,zusammentreffen mit zwei bedeutenden ,zeitgenossen1 mit dem ,dichter ,richard ,dehmel und dem ,dichter ,stefan ,george4 ,als ich im ,herbst #ahib nach ,berlin gekommen war1 hatte ich noch keine ,ahnung vom ,erdendasein dieser beiden jungen ,dichter4 ,das war auch nicht gut mglich1 denn ihre ,namen fingen eben erst an1 in die ffentlichkeit zu treten1 und noch nicht einmal an die breitere ffentlichkeit2 sie wurden damals erst in den ,kreisen der jngsten ,schriftsteller genannt4 ,ich1 der ich damals schon keine ,gedichte mehr schreiben wollte1 aus den frher genannten ,grnden1 und mich ganz der ,entwicklung eines neuen ,prosastiles gewidmet hatte1 las auch in der neuen ,zeitschrift ,die freie ,bhne81 die damals in ,berlin erschien1 nur selten ,gedichte4 ,und da ich noch nicht mit ,literaten verkehrt hatte1 waren mir ,dichter1 die ,gedichte schrieben1 kaum dem ,namen nach bekannt4 ,ich kannte nur aus jener ,zeitschrift neue ,dramatiker und ,romanschriftsteller4 ,ola ,hanson hatte mich in ,berlin an den polnischen ,schriftsteller ,przybyszewski empfohlen1 und dieser sagte mir eines ,tages1 er habe meinen ,roman ,josa ,gerth81 der eben erst erschienen war1 ,richard ,dehmel zum ,lesen gegeben4 ,ich hrte zum erstenmal den ,namen1 den er fr sich so bekannt aussprach1 als wenn er mir eine ,stadt in ,europa genannt htte1 die irgendwo auf der ,landkarte stand1 von der ich aber nichts wute4 ,bald darauf besuchte mich eines ,tages in meiner ,studentenwohnung ein ,herr1 den meine ,hausfrau in ihre gute ,stube fhrte4 ,ich hatte den ,namen des ,besuchers nicht verstanden1 und ich sa mit dem ,fremden vor einem groen ,tisch in der eiskalten guten ,stube1 in der ich selbst noch nie gewesen war1 und wo ich mich auch als ,besuch fhlte4 ,die ,haltung des ,fremden war sinnend und gedankenvoll1 so da mir jedes ,wort im ,halse stecken blieb4 ,der fremde ,besucher hatte einen groen dunkelblauen ,kragenmantel an -- wie sie damals getragen wurden --1 in dem er wie in einer ,tarnkappe verborgen sa4 ,sein ,gesicht schien mir sorgenvoll1 und es war sehr durchfurcht4 ,und was der ,fremde sagte1 verstand ich nicht1 denn er murmelte etwas ,leises vor sich hin4 ,und er verstand wieder nicht1 was ich gesagt hatte1 denn meine ,art war es ebenfalls1 leise zu sein und leise zu sprechen -- was meinen ,vater und meine ,umgebung oft zur ,verzweiflung gebracht hatte4 ,wohl nahm ich mir ganz schchtern heraus1 nochmals nach seinem ,namen zu fragen1 aber ob der ,besuch meine ,frage verstanden hatte1 das erfuhr ich nicht1 denn er antwortete wieder etwas ,leises1 als antworte er seinen innersten ,gedanken4 ,etwas lauter1 und dieses ,mal wahrscheinlich an mich gerichtet1 mit einem leichten ,blick in mein ,gesicht1 sagte mir dann der unergrndliche ,mensch1 er habe mein ,buch gelesen4 ,damit konnte ich aber nichts anfangen1 denn er sagte nicht1 ob es ihm gefallen htte4 ,er murmelte etwas von erstaunlicher ,ausdrucksweise8 und von sehr farbig84 ,daraufhin versanken wir wieder1 jeder in seine ,stille4 ,es wurde1 als gingen wir lautlos nebeneinander durch ein weites weies totstilles ,schneeland1 ohne ,weg und nicht wissend1 woher und wohin4 ,dieses ,nebeneinanderherdenken war eigentlich ganz nach meinem eigenen ,wesen und ,geschmack4 ,erlebt hatte ich das aber noch nicht bei einem ,fremden4 ,der ,zeitbegriff hrte beinahe auf1 und es war die ,stille um uns1 von der es in der ,bibel heit3 ,tausend ,jahre sind wie ein ,tag4 ,dann erhob mein ,besuch das furchenreiche ,gesicht1 das er meistens gegen die ,tischplatte gesenkt gehalten hatte4 ,er sagte1 er hoffe1 da ich ihn auch einmal besuchen wrde4 ,und er nannte eine ,strae und seine ,wohnungsnummer1 die ich aber wieder nur halb verstand4 ,wir reichten uns die ,hnde1 und dann ging der ,besuch fort1 von dem ich immer noch keine ,ahnung hatte1 wer er gewesen und weshalb er gekommen war4 ,es blieb mir nur als tiefer ,eindruck das tiefe ,schweigen1 das wir miteinander geschwiegen hatten1 jeder auf die ,tischplatte schauend4 ,drauen ber ,berlin schneite es1 als der ,mann in der ,tarnkappe fortgegangen war4 ,der tiefgesenkte ,schneehimmel schien den ,besuch fortgenommen zu haben4 ,er war wie von schweigenden ,wolken verschluckt worden4 ,einige ,tage spter1 als ich ,przybyszewski besuchte1 fiel zufllig mitten im ,gesprch aus ,przybyszewskis ,mund der ,satz3 ,richard ,dehmel wollte ,sie besuchen4 ,ist er noch nicht bei ,ihnen gewesen88 ,nein18 sagte ich ahnungslos4 ,denn ich hatte mir unter ,richard ,dehmel keine ,vorstellung gemacht1 wie man sich von einer ,stadt1 die man nicht gesehen hat1 keine ,vorstellung machen kann4 ,den fremden ,besuch brachte ich eigentmlicherweise gar nicht in ,zusammenhang mit einem auf ,erden lebenden ,menschen4 ,er war wie die ,schneeflocke gewesen1 die lautlos ans ,fenster kommt und zergeht1 ehe man ihre ,form noch recht erkannt hat4 ,er war mehr als ein ,lebender und zugleich auch weniger als ein ,lebender gewesen1 unwirklich und wirklich1 wie ich vorher noch keinem begegnet war4 ,darnach wieder1 bei einem spteren ,besuch bei ,przybyszewski1 sagte mir dieser3 ,richard ,dehmel behauptet1 er sei bei ,ihnen gewesen4 ,und ich soll ,ihnen sagen1 er erwarte1 da auch ,sie ihn bald besuchen48 ,da begriff ich erst und erkannte auch durch ,fragen1 die ich an ,stanislaus ,przybyszewski stellte1 da jener ,mann mit dem durchfurchten ,gesicht ,richard ,dehmel gewesen war4 ,aber ,przybyszewski1 der unruhige und geistig immer lebendige ,pole1 wenn er von ,richard ,dehmel sprach1 verwandelte er mir den ,mann1 der mich besucht hatte1 ohne da er es wute oder wollte1 in eine andere ,gestalt1 und darum bekam ich bei seiner erstmaligen ,frage1 ob ich ,richard ,dehmel gesehen htte1 keine ,ahnung davon1 da mein unbekannter ,besuch ,richard ,dehmel gewesen sein knnte4 ,als ich dann meinen ,gegenbesuch machte und in einem grostdtischen ,hause in der eben fertig gebauten ,elssser ,strae im ,treppenhaus auf einem schnen stattlichen ,messingschild den ,namen ,dr4 phil4 ,richard ,dehmel las1 konnte ich mir den ,mann mit dem durchfurchten ,gesicht1 der wie ,christus die ,sorgen der ganzen ,welt zu tragen schien1 nicht in diesen ,renaissancebau hineindenken4 ,und auch als ich dann in einem mattblauen ,schreibzimmer stand und durch die ,flgeltr nach einer ,weile ein schmaler feingliedriger schlanker ,mann von ungefhr dreiig ,jahren hereinkam und mich begrte1 da konnte ich in der ,figur1 die neulich unter einem weiten ,kragenmantel verborgen gewesen1 den ,mann1 den ich im eisigen ,besuchszimmer meiner ,hausfrau gebeugt vor der ,tischplatte hatte sitzen sehen1 nicht gleich wieder erkennen4 ,nur die angenehme leise ,stimme erkannte ich wieder1 aber die ,furchen im ,gesicht waren lachendere ,furchen1 lebensbewegter und nicht nur ,sorgenfurchen1 wie ich sie zuerst falsch gedeutet hatte4 ,es war ein von ,begeisterung und innerlichen ,ekstasen durchwhltes ,knstlergesicht1 ber das ich erstaunte1 weil es fr seine jungen ,jahre schon mchtig lebenserschttert schien4 ,aber immer noch nicht kannte ich den ,dichter ,dehmel4 ,denn ich hatte noch kein ,gedicht von ihm gelesen4 ,dann erlebte ich jenen1 mir unvergelichen ,abend1 an welchem ,dehmel mir sein ,gedicht ,christus der ,knstler8 vorlas4 ,wir saen bei ihm bei der ,lampe an einem ,tisch1 und ,dehmel1 in gesteigerter ,begeisterung1 las stark ergriffen und hingerissen1 wie es seine ,eigenart ist1 vor4 ,auf meinem ,stuhl war mir1 als htte man denselben mit mir mitten in eine ,meeresbrandung gestellt4 ,ich begriff weniger das ,gedicht als die ,art des ,dichters1 der mit einer ,urweltstimme fortgesetzt donnernd zwischen den ,zeilen meinem ,herzen zuzurufen schien3 ,begreifst du nun1 du elender ,nichtigkeitswurm1 da der ,glaube an die ,dichtung ,dichtung schaffen kann und ,dichter gebren kann1 auch wenn das ,zeitalter von ,prosa1 ,naturwissenschaft und ,nchternheit strotzt6 ,ein ,gedicht bleibt ewig die ,krone der ,schpfung4 ,wie konntest du so armselig sein und nicht mehr glauben1 da auch die ,neuzeit ,gesnge anstimmen mu6 ,da auch die ,zeit der ,lokomotiven1 der ,telegraphie und des elektrischen ,lichtes ,snger haben will und mu1 die in ,reimen1 in begeisterten ,versen und ewigen ,liedern ,verknder der ,menschengefhle sein mssen6 ,kleinmtiger1 du glaubtest1 die ,zeit des ,liedes sei vorbei8 ,du glaubtest1 die ,zeit der nchternen ,arbeit habe die ,zeit der festlichen ,gefhle verdrngt1 habe die ,menschen so taub und blind gemacht1 da keiner mehr ,ruhe finden knne1 sich in ein ,gedicht zu vertiefen6 ,du glaubtest1 uerst ehrlich zu sein1 als du dem ,liederdichten entsagen wolltest und nur zum erzhlenden ,wort deine ,krfte sammeln wolltest6 ,du irrst gewaltig4 ,du hast freiwillig verzichten wollen auf den ,weg zur hchsten ,menschenhhe1 um wahr gegen deine ,zeitgenossen und dich selbst zu handeln6 ,werde wach1 und sieh auf mich1 den ,glubigen1 der vor der ,muse mit ,begeisterung niederkniet und der durch das ,alltagsgeschrei hindurch an ,lied und ,dichtung inbrnstig glaubt68 ,da kam eine ,trne in mein ,auge1 und als ,dehmel sein ,gedicht fortlegte und die ,brandung seiner ,stimme im ,zimmer verschollen war1 bemerkte er die ,trne1 die ich gerne versteckt htte1 und wir schttelten uns die ,hnde1 und er sagte3 ,habe ich das wirklich fertig gebracht mit meinem ,gedicht1 da du weinen mutest88 ,ja18 sagte ich4 ,doch konnte ich ihm nicht all die aufgewhlten ,gedanken erklren1 die mich pltzlich umgewandelt hatten von einem dichtungsunglubigen in einen dichtungsglubigen ,menschen4 ,und diese ,weihe und diesen ,glauben1 den ich von dieser ,stunde an wieder fr ,lied und ,gedicht ber mich kommen lie1 der ist nie wieder von mir gewichen und steigerte sich von ,jahr zu ,jahr1 sich in ,kraft umsetzend4 -- ,die andere ,begegnung1 die mit ,stefan ,george1 war nicht von dieser stark hinreienden ,art gewesen1 aber sie bestimmte und festigte ebenfalls in mir die neue berzeugung1 da der ,wunsch1 ,dichtungen in ,versen und ,gesngen zu schaffen1 trotz des ,maschinenzeitalters und trotz der ,wirklichkeitskunst1 die auf den ,bhnen in jenen ,jahren ,feste feierte1 nicht unmglich war4 ,wenn auch der augenblickliche ,zeitgeist sich ablehnend gegen das ,lesen von ,gedichten verhielt1 so war es doch ganz unmglich1 da deshalb die ,dichter und die ,dichtung aussterben und nur die ,erzhlungskunst und die ,bhnenkunst allein weiterleben sollten4 ,die ,begegnung mit ,stefan ,george wurde durch seine ,zeitschrift eingeleitet4 ,ich erhielt im ,winter #ahib-ahic1 in jener ,zeit1 da ,dehmel und ich eben befreundet wurden1 eines ,tages das ,heft einer ,zeitschrift zugesendet1 welche den ,titel fhrte ,bltter fr die ,kunst84 ,das zuerst ins ,auge fallende an jenem ,heft war die anspruchslose ,einfachheit der ,ausstattung1 die angenehm berhrte4 ,aber als ich die ,einleitung und die ,gedichte darin lesen wollte1 fand ich mich zuerst nicht zurecht1 der ,schreibweise wegen2 alle ,hauptwrter waren klein geschrieben4 ,das war mir zuerst fremd1 schien mir aber nur eine ,gewohnheitsfrage zu bedeuten4 ,der ,inhalt dieser ,bltter aber trennte sich noch strker als die ,schreibweise vom damaligen ,zeitgeist4 ,mitten in der eben strmisch eroberten ,welt der ,wirklichkeit trat der ,geist der ,bltter fr die ,kunst8 fr die ,welt der reinen ,unwirklichkeit ein4 ,er hielt sich an den ,geist der alten ,romantiker4 ,nur war seine ,sprache1 der ,neuzeit angemessen1 gewhlter4 ,aber die ,dichter des ,kreises der ,bltter fr die ,kunst8 hatten gar nichts mit der ,butzenscheibenromantik gemein1 die ihre ,vertreter in ,viktor ,scheffel und ,julius ,wolf gehabt hatte4 ,doch die ,dichter der ,bltter fr die ,kunst8 schienen immer noch der ,anbetung der ,menschenseele ergeben zu sein4 ,neben der ewigen ,menschenseele schien es fr sie noch eine unbelebte tote ,welt zu geben und eine unverstndigere ,tier- und ,pflanzenwelt1 auf die man ein wenig lssiger herabsah4 ,die man sich aber nicht als ,kameraden oder gar als ,geist von gleichem ,geist dachte4 ,ich war mir aber damals selbst noch nicht klar1 wie eine ,verjngung in der ,dichtung zu erreichen war4 ,nur das war mir klar1 da eine ,verjngung nur aus der neuen ,weltanschauung heraus entstehen konnte1 aus dem ,satz3 wir besitzen alle und alle besitzen uns4 ,das heit3 ,menschen1 ,pflanzen und ,tiere und alle ,dinge sind eine ,seele und ein ,leib1 alle fhren wirkliches und unwirkliches ,leben zugleich1 alle genieen dieselben ,leiden des ,hungers und dieselben ,seligkeiten der ,liebe und dieselbe ,schpferkraft des ewigen ,lebens4 ,nichts im ,weltall ist grer1 als der ,mensch es ist4 ,nichts ist kleiner1 als der ,mensch es ist4 -- ,dieses zu wissen1 machte mich aber noch nicht fhig1 ganz und gar nach der neuen ,weltanschauung zu leben1 zu handeln und zu schaffen4 ,meine ,freunde1 der ,denker und der ,schweigende1 studierten jetzt auf verschiedenen ,universitten ,deutschlands weiter1 und ich erschien mir in der ,millionenstadt ,berlin mit meiner festlichen ,weltanschauung1 die noch nicht einmal meinen ganzen ,menschen durchdrungen hatte1 die nur einstweilen meinen ,verstand und meine ,begeisterung gepackt hatte1 wie ein kleines ,atom1 wie eine winzige ,lebenszelle1 die sich erst aufbauen wollte zu einem neuen organischen ,leben4 ,mich freiwillig trennend von den vielen alten berlieferungen1 die mir vorkamen wie ,zeug- und ,papierblumen1 wie berbleibsel alter ,jahrhunderte1 hatte ich nur einstweilen die neuen ,gedanken in mein ,herz gest und fhlte1 da sie aufgehen wollten4 ,ich mute nun geduldig warten wie ein ,ackersmann4 ,wohl versuchte ich einige ,male1 in ,gesprchen mit ,schriftstellern und ,dichtern auf die ,weltanschauung von der ,atomkraft und auf die ,gedanken vom ewigen ,lebensfest1 von der festlichen ,beseelung aller lebenden und aller sogenannten toten ,dinge hinzuweisen und jene ,freunde zu berzeugen4 ,aber meine ,erklrungen waren hilflos4 ,ich hatte auch noch keine ,beweise1 um den mir befreundeten ,dichtern an neuen ,gedichten meine ,weltanschauung zu erlutern4 ,und so mute ich1 immer wieder ohnmchtig gemacht von der ,umgebung1 die keine ,ahnung hatte1 was ich sagen wollte1 einsam in mich zurcksinken1 vertrauend1 da die ,saat in mir im stillen1 wenn ich glubig bliebe1 den ,gedanken vom groen ,lebensfest ganz von selber reifen wrde und mir ,beweise geben wrde fr die ,mglichkeit1 mit meiner festlichen ,weltanschauung eine neue ,dichtungsweise zu finden4 ,nachdem ich in jenem ,heft der ,bltter fr die ,kunst8 wegen des alten romantischen ,geistes1 der darinnen zutage trat1 nicht viel ,erbauung finden konnte1 legte ich es auf die ,seite und hatte es beinahe vergessen4 ,da erhielt ich eines ,tages die schriftliche ,aufforderung1 dem ,herausgeber ein ,gedicht als ,beitrag zu senden4 ,ich hatte nach einem ,bilde ,munchs1 das sich ,der ,kopf des ,ertrunkenen8 nannte1 einen ganz winzigen ,versuch zu einem ,gedicht unternommen4 ,jenes ,bild stellte ein blaues ,teichwasser dar1 aus welchem der ,kopf eines ,ertrunkenen ragte4 ,im ,wasserspiegel schwammen die ,widerscheine weier1 lieblicher ,frhlingswolken1 und ein silberweier ,schwan glitt hinter dem ,menschenkopf friedlich1 und sich gleichfalls wie eine ,frhlingswolke auf der durchsichtigen ,flche spiegelnd1 vorber4 ,schwan1 ,wolken1 ,teichspiegel und ,frhlingssonne lebten festlich1 ohne da der ,schrecken des ,todes1 der aus dem ,kopf des ,ertrunkenen starrte1 sie im ,frhlingsfrieden strte4 ,die ungeheure ,macht des ,malers1 den ,frhlingsteich im ,licht darzustellen und dabei den ,menschen und seinen ,untergang so nebenschlich zu behandeln1 wie es sonst nur der ,mensch der ,natur gegenber zu tun gewohnt ist1 nebenschlich auf seine ,mitwesen herabzusehen1 -- diese ,auffassung erschtterte mich1 und ich schilderte das ,munchsche ,bild und seine ,tragik in ein paar kurzen ,zeilen in einem ,gedicht4 ,dieses kleine ,gedicht schickte ich den ,blttern fr die ,kunst84 ,einige ,tage darnach erhielt ich eine briefliche ,einladung1 mich zu einer ,besprechung ber einige ,fragen1 die sich auf meine ,gedichteinsendung bezogen1 im ,caf ,bauer einzufinden1 wohin der ,herausgeber und der ,dichter ,stefan ,george kommen wollten4 ,es war dieses im ,februar #ahic1 als ich mich bereits mit dem ,gedanken trug1 nach ,schweden zu reisen und dort in der ,einsamkeit eines schwedischen ,pfarrhauses das ,drama ,sehnsucht81 das im ,hirn eines ,menschen spielen sollte1 und das ich erst im ,plane bei mir trug1 zu schreiben4 ,als ich mich zu jener ,besprechung um halb zehn ,uhr abends im oberen ,saal im ,caf ,bauer einfand1 begrte mich dort der ,herausgeber1 er war im ,zylinder und englischem ,gehrock erschienen1 und er sagte mir1 ,herr ,stefan ,george wnsche mich wegen einiger ,punkte und ,kommas1 die in dem ,gedichte vermieden werden sollten1 zu sprechen4 ,das verwunderte mich ein wenig4 ,dann kam nach einer ,weile ein schlanker1 gleichfalls vornehm mit ,gehrock und ,zylinder bekleideter ,herr1 mit ausgeprgten1 starken ,gesichtszgen1 die einem ,kardinal gehren konnten1 an den ,tisch4 ,ich kam mir in meinem alltglichen ,straenanzug ein wenig berrumpelt vor von dem gezchteten ,auftreten beider ,herren4 ,wir sprachen ber einige1 wie es mir schien1 ganz belanglose ,dinge1 ber die ,stellung von ,satzzeichen1 und ,stefan ,george meinte1 er wnsche in meinem ,gedicht die ,fragezeichen1 wie es in spanischer ,literatur blich sei1 an den ,anfang der ,stze zu stellen4 ,ich sagte1 er mge das mit meinem ,gedichte so halten1 wie er es in den ,blttern fr die ,kunst8 eingefhrt habe4 ,auf die ,satzzeichen mchte ich nicht zu groe ,bedeutung legen1 wenn nur der ,sinn des ,ganzen nicht gestrt wrde4 ,und damit war unsere ,besprechung bald beendet1 und wir trennten uns4 ,von ,stefan ,georges ,dichterkraft und ,eigenart erhielt ich erst aus spteren ,heften der ,bltter fr die ,kunst8 einen umfassenden ,eindruck4 ,aus den ,gesprchen bei jener ,begegnung nahm ich nur den angenehmen ,gedanken mit nach ,hause1 da es also wirklich neue ,mnner in ,deutschland gab1 die ihr ,leben fr die ,dichtkunst einsetzen wollten und dieses mit ,eigenwillen taten4 ,um zu verstehen1 wie stark ,richard ,dehmel und ,stefan ,george1 jeder in seiner ,art1 sich damals von der ,prosavergtterung jener ,tage abhoben1 mu man sich erinnern1 welche groe ,bewegung in jenen ,jahren in ,berlin1 im ,drama und ,roman1 die literarischen ,kreise im ,atem hielt4 ,auf der ,bhne waren es ,ibsen und ,gerhart ,hauptmann1 deren ,werke gerade daran waren1 eine vllige ,umgestaltung im ,geschmacke des ,publikums und in der ,schauspielkunst berhaupt hervorzurufen4 ,man hatte die freie ,bhne8 gegrndet4 ,die ,wiener moderne ,rundschau81 eine neuzeitliche ,monatsschrift1 die neben ,m4 ,g4 ,conrads ,gesellschaft8 die ,gedanken und ,krfte der naturalistischen ,geistesbewegung frderte1 war eingegangen und feierte in ,berlin im ,s4 ,fischerschen ,verlag ihre ,auferstehung1 ebenfalls unter dem ,titel ,neue freie ,bhne84 ,der ,verleger ,friedrich in ,leipzig1 der die moderne ,bewegung als erster im ,entstehen lebhaft untersttzt hatte1 war an seinen modernen ,schriftstellern zugrunde gegangen1 da das bcherkaufende ,publikum wie immer einige ,jahresreisen hinter den neuen ,dichtergeistern zurckgeblieben war und sie nicht verstehen und kaufen wollte4 ,an ,stelle des ,friedrichschen ,verlages aber blhte in ,berlin der ,s4 ,fischersche ,verlag fr ,deutschland auf1 der sich damals von allen ,verlegern am meisten um die ,herausgabe der neuzeitlichen ,literatur verdient gemacht hat4 ,mnner wie ,strindberg1 ,gunnar ,heiberg1 ,gabriel ,finne1 ,knut ,hamsun kamen in jenem ,berliner ,winter aus dem ,norden und hielten einen nordischen ,vorleseabend im ,saal der ,singakademie4 ,sie vertraten die damals wuchtig auftretende neue nordische ,prosakunst4 ,ich erinnere noch gut jenen ,abend1 an dem ich ,strindberg zum erstenmal auf dem ,podium hinter einem kleinen ,holztischchen stehen sah1 ein ,blatt ,papier in der ,hand1 von welchem er eine ,novelle zu lesen angesagt hatte4 ,aber sein ,gelispel aus dem berkleinen ,mund unter dem riesengroen ,schdel drang nicht ber das kleine ,tischchen vor ihm fort1 und die ,zurufe des ,publikums lauter1 lauter8 wollten nicht enden4 ,alle ,leute legten sich1 um ,strindberg hren zu knnen1 mit den ,kpfen1 soweit sie es vermochten1 vor1 und es war1 als wchsen den ,horchenden die ,ohrmuscheln zu ,strindberg hin1 so sehr sehnte sich ein jeder1 nur ein kleines ,wrtchen von dem nordischen ,mann aufzufangen4 ,dieser aber lispelte1 als sprche er zu dem ,blttchen ,papier allein1 und im totenstillen1 menschengefllten ,saal konnte jeder nur das unhrbare ,zwiegesprch ,strindbergs1 das er mit seinem ,manuskript hielt1 mit den ,augen aufnehmen4 ,jedem anderen htte man unwillig sein leises ,lesen endlich verwiesen1 aber hier war es anders4 ,es war einer meiner tiefsten ,eindrcke1 festzustellen1 da ,strindbergs ,erscheinen und ,anwesenheit gengte1 die vielhundertkpfige ,menschenmenge in ein ,anschauen zu bannen4 ,die ,rufe lauter1 lauter81 die zuerst gewagt wurden1 blieben weg1 und eine halbe ,stunde lang versank der ,wille der ,ohren vor dem ,willen der betrachtenden ,augen4 ,ein brausender ,beifall toste dann1 als die ,hand mit dem ,papier sank und ,strindberg mit einem kaum merklichen ,kopfnicken das ,podium verlie4 ,dieser ,glaube und diese ,andacht vor der ,schpfungsgewalt eines neuen ,mannes hat mich gerhrt und hat mir wohlgetan1 und ich habe gern die ,novelle verloren1 auf die ich gespannt gewesen4 ,ich hatte nie vorher einer hnlichen ,wirkung der ,macht einer ,persnlichkeit beigewohnt4 ,und man htte nach dem ,eindruck1 den ,strindberg machte1 annehmen knnen1 da dieser ,mann in ,ruhe1 und sich in seiner ,kraft behauptend1 seine ,tage ungeqult htte verbringen knnen4 ,um so erstaunter war ich1 als ich eines ,tages bei einem ,besuch in ,friedrichshagen bei ,ola ,hanson hrte1 da ,strindberg sich von aller ,welt verfolgt fhle4 ,dieser ,mann1 der die ,macht hatte1 durch seine ,erscheinung allein eine ,menschenmasse andchtig zu machen und sie zu bannen1 befand sich auf steter klglicher ,furcht vor allem ,weltalleben4 ,er glaubte1 da alle ,dinge und alle ,menschen ihm schaden wollten4 ,seine ,freunde und auch die ,frauen1 die er liebte1 mute er immer wieder anklagen und mute fliehen und unheimlichste ,geheimnisse berall im ,weltall wittern1 dort1 wo doch nur die ungeheure ,festlichkeit des arbeitskrftigen und liebeskrftigen und weisen ewigen ,lebens herrscht4 ,strindbergs ,riesengehirn erschien mir1 nachdem ich von seiner ,angst gehrt hatte1 wie ein ,riesenlabyrinth1 in welchem ich jenes ,mannes ,gedanken durch unentwirrbare ,gnge flchten sah1 zusammenfahrend und erschreckend vor dem eigenen ,schatten1 vor dem eigenen ,licht4 ,der groe ,mann prallte vor jedem vershnlichen ,lichtstrahl unvershnlich zurck4 ,er brauchte die ,dunkelheit und das ,verdammen der ,mitwelt1 um sich mchtig zu fhlen1 weil seine ,krfte nicht friedliche ,herrscher in einem vershnlichen ,licht1 als der ,besitz aller und alle besitzend1 verweilen wollten4 ,es war an einem ,sptnachmittag1 als ich einmal nach ,friedrichshagen kam4 ,damals bestand ,friedrichshagen noch aus ,reihen kleiner ,huschen1 in denen sich nur ,erdgeschowohnungen und darber ,giebelzimmerwohnungen befanden4 ,vor jedem dieser ,huschen war ein kleiner ,vorgarten mit einem dnnen ,eisenzaun nach der ,strae hin4 ,hier drauen1 zerstreut in diesen winzigen ,wohnungen1 lebten viele der groen ,geister jener ,zeit4 ,geistige ,bergwerksarbeiter1 die nach den ,goldadern in ,gedankengruben suchten1 nach ungeprgtem ,golde4 ,gold1 das heute aus ihrer ,hand genommen1 als ,mnze im ,volk von ,hand zu ,hand wandert4 ,da lernte ich ,wilhelm ,blsche kennen1 da besuchte ich an einem ,abend ,max ,halbe4 ,da wohnten ,gerhart ,hauptmann und auch ,bruno ,wille und mancher andere4 ,als ich an jenem ,tage zum ,hause ,ola ,hansons kam1 bog vor mir ein ,brieftrger in den ,vorgarten ein und gab einem ,herrn1 der ihn hinter dem ,zaun erwartete1 einige ,briefe4 ,ich erkannte sofort ,strindberg1 trotzdem ich ihn noch nie in der ,nhe gesehen hatte4 ,ich mute wieder staunen ber den ungemein kleinen ,mund1 der in keinem ,verhltnis zu der riesigen ,schdellast stand4 ,strindberg studierte die ,adressen seiner eben empfangenen ,briefe und sah nicht auf1 als ich am ,zaun vorber in das ,haus trat1 um bei ,ola ,hanson anzuklopfen4 ,spter im ,gesprch sagte ,frau ,laura ,marholm zu mir3 ,wissen ,sie schon1 da ,strindberg bei uns wohnt8 ,er ist seit ein paar ,tagen in ,berlin48 ,ja18 sagte ich1 ich glaube1 ich habe ihn eben am ,gartengitter gesehen4 ,der ,brieftrger brachte ihm die ,post48 ,einen ,augenblick war ,frau ,marholm ganz verblfft4 ,dann wurde sie zornrot und sagte1 sich zum ,lachen zwingend1 zu ihrem ,mann3 ,da siehst du1 was ich dir sagte1 ,strindberg ist auf jedermann argwhnisch6 ,er will seine ,post selbst in ,empfang nehmen4 ,er traut nicht seinen besten ,freunden48 -- ,und dieser ,ausspruch wurde mir spter noch in viel strkerer ,weise von ,eduard ,munch in ,paris besttigt4 ,einige ,jahre spter forderte mich ,munch einmal auf1 in seinem ,atelier seine neue ,holzschnittart fr ein ,mappenwerk anzusehen4 ,und als er unter anderen ,bildern den ,portrtkopf ,strindbergs hervorholte und ihn mir zeigte1 sagte er und deutete dabei auf die ,atelierwand3 ,hier nebenan hat bis gestern ,strindberg gewohnt4 ,er ist aber jetzt ganz verrckt geworden4 ,sehen ,sie1 was er mir geschrieben hat6 ,diese ,postkarte bekam ich heute frh von ihm4 ,lesen ,sie68 ,strindberg schrieb auf einer ,postkarte an ,munch3 ,jedermann wei1 da man auf physikalischem ,weg auch durch eine ,mauerwand hindurch ein ,licht ausblasen kann4 ,ich bin sicher1 da ,sie mich tten wollen4 ,aber ich werde das zu verhindern wissen4 ,sie sollen nicht mein ,mrder werden48 ,munch lachte1 als ich kopfschttelnd gelesen hatte4 ,was18 sagte er1 ist er nicht ganz und gar verrckt8 ,er war schon immer ein wenig verrckt1 aber jetzt ist er ganz und gar verrckt4 ,er meint1 da ich ihn durch die ,wand tten will1 als wenn ich gar nichts anderes zu tun htte48 ,strindberg konnte trotz seines ,riesenwissens1 trotz seines ,riesengehirns1 nicht zum ,weltgleichgewicht kommen und kam mir wie ein mittelalterlicher ,ber vor4 ,seine ,geiel war der ,menschenargwohn und die ,menschenfurcht4 ,bald war er der ,welt zu fern1 verloren in ,weltnebeln1 bald war er der ,welt zu nah1 so da ihm eine weibliche ,fliege wie ein ,elefant vorkam4 ,er war unglcklich1 weil er nicht festlich lcheln konnte ber das ,summen einer ,fliege und die andern ,leben im ,geist nicht festlich nachleben wollte4 99 99 99 99 99 ,im ,mrz #ahic reiste ich zum erstenmal nach ,schweden4 ,auf dem ,wege nach ,warnemnde waren schon die ,felder leicht grn4 ,der ,schnee war fortgeschmolzen1 aber die dunkle ,erde und die helle ,sonne standen noch unvermittelt nebeneinander4 ,dann1 nrdlich von ,gothenburg1 an der schwedischen ,kste1 war das ,meer noch eine ,eisebene und das ,land ein ,schneeland4 ,ein ,kstendampfer1 der mich nach ,fjellbacka1 einem ,fischerdorf an der ,kste der ,provinz ,bohusln1 als ,fahrgast aufgenommen hatte1 machte seine erste ,frhlingsfahrt4 ,einige tausend ,meter voraus dampfte der ,regierungseisbrecher1 um dem ,passagierschiff den ,weg zu bahnen4 ,die ,fahrt ging sehr langsam1 weil unser ,dampfer um nicht an die ,rnder des scharfen ,eises anzustoen1 sich nur ganz vorsichtig in der ,mitte der engen ,eisschollengasse vorwrts bewegen konnte4 ,deshalb brauchten wir bei dieser ,winterfahrt die doppelte ,fahrzeit1 die im ,sommer dasselbe ,schiff ntig hatte1 um nach ,fjellbacka zu kommen4 ,ich wute von ,schweden aus meiner ,geographiestunde kaum noch die ,hauptstadt zu nennen4 ,wir in ,bayern verwechselten damals1 wie ich das fters spter noch erlebte1 fortwhrend ,christiania und ,stockholm miteinander4 ,und zwischen ,schweden und ,norwegen gab es fr uns keinen groen ,unterschied4 ,es waren eben ,nordlnder1 ,nebellnder1 von denen wir seit der ,edda und spter seit ,gustav ,adolf nichts mehr gehrt hatten4 ,erst seit neuester ,zeit1 und das waren kaum fnf1 sechs ,jahre her1 hrte man vom geistigen ,leben1 das dort oben erwacht sei4 ,man hatte uns ,ibsen1 ,bjrnson und ,strindberg in bersetzungen vermittelt4 ,von den ,lndern selbst aber1 wie man sonst dort lebte1 wute man zu ,anfang der neunziger ,jahre in ,sddeutschland recht wenig4 ,man hrte nur1 da die ,englnder seit einigen ,jahren im ,sommer die ,fjorde und die ,gletscher dort oben aufsuchten1 und da sie das ,reisen im ,norden dem ,reisen in der altmodisch gewordenen ,schweiz vorzogen4 ,besonders ,schweden1 von dem man nur den ,wasserfall des ,trollhttan als rauschende ,sehenswrdigkeit nannte1 lag hinter neunundneunzig ,nebeln den ,blicken des ,deutschen1 und besonders denen des ,sddeutschen entrckt4 ,ich erinnere mich auch1 als ich ,schweden schon mehrere ,jahre kannte1 spter bei einem ,vortrag ber nordische ,kunst von einem ,pariser ,schriftsteller die ,worte gehrt zu haben les pays imaginaires81 wobei der ,vortragende mit groer ,geste in die ,luft deutete und mit den ,worten ,fabellnder8 ,dnemark1 ,schweden und ,norwegen bezeichnete4 ,den ,parisern auch lag damals ,japan nher als der nebelferne ,norden4 ,ich selbst hatte von ,schweden in den letzten ,jahren nur den ,namen ,strindbergs nennen hren1 und aus frheren ,jahren war mir von schwedischer ,dichtung nur ,tegner und seine ,fritjofs ,saga8 bekannt4 ,in ,kopenhagen aber1 in ,dnemark1 war ich geistig strker zu ,hause4 ,andersens ,mrchen und mein ,prosameister ,j4 ,p4 ,jacobsen hatten mich mit ,stadt und ,land vertraut gemacht4 ,norwegisches ,volk kannte ich aus ,ibsens ,peer ,gynt81 aus ,bjrnsons ,arne81 aus ,kiellands ,novellen81 ,griegs ,musik und ,munchs ,bildern4 ,norwegen und ,dnemark waren mir deshalb viel bekannter als ,schweden1 das ich nur in ,strindbergs ,leute von ,hems8 und ,ola ,hansons ,sensitiva ,amorosa8 ein wenig aus der ,dmmerung unklarer ,vorstellungen hatte auftauchen sehen4 ,denn das ,buch ,gsta ,berling8 von ,selma ,lagerlf1 das ,schwedens ,land und ,menschen mir htte nahe bringen knnen1 war in ,deutschland noch nicht bekannt1 und ich las es erst ein ,jahr spter in ,stockholm4 ,da sich an der schwedischen ,westkste die ,stadt ,gothenburg befand1 das war aus meinem ,geographiegedchtnis bereits verschwunden gewesen4 ,ich sah im ,geist an der schwedischen ,westkste nur hinter ,nebeln verschanzte ,fischerdrfer und vereinzelte ,gutshfe liegen4 ,aber es schien auch anderen ,leuten so wie mir zu gehen4 ,denn als ich ein paar ,wochen spter eine ,bchersendung nach ,hause zu schicken hatte und zum ,einpackpapier einige ,gothenburger ,zeitungen verwenden mute1 erhielt ich die erstaunte ,rckfrage aus ,deutschland1 ob es denn in ,schweden oben auch ,zeitungen und ,schnellpressen gbe4 ,man konnte sich eben von dem seit ,gustav ,adolfs ,zeiten verschollenen ,land in den neunziger ,jahren des vorigen ,jahrhunderts wenig ,vorstellung machen4 -- ,ich war ber ,kopenhagen-,helsingr gereist1 hatte in der ,nacht den dunklen ,giebel des ,hamletschlosses ,helsingr ber dem ,nachtmeer ragen sehen1 war ber den ,sund nach ,helsingborg gekommen und von dort in einem ,bahnzug -- dessen ,wagen stark nach ,heringen rochen -- durch eine de ,schneelandschaft am ,meer entlang nach einer ,tagesreise nach ,gothenburg gekommen4 ,ich war in ,gothenburg noch nachts auf den ,dampfer gegangen1 und ich fhlte mich unter der ,obhut des jungen ,schweden -- der nur ein paar ,jahre lter war als ich -- in dem neuen ,lande sehr gut eingefhrt4 ,ich sehnte mich vorlufig nicht nach dem glnzenden ,berlin zurck1 das noch vor meinen ,augen flimmerte1 wenn ich sie schlo4 ,ich hatte ,deutschlands ,grenzen frher nur drei ,mal verlassen4 ,einmal war ich ein ,vierteljahr in der franzsischen ,schweiz in ,genf gewesen1 um mich im ,franzsischen zu vervollkommnen4 ,das war im ,frhling #ahhi4 ,im gleichen ,jahr1 im ,herbst1 war ich ein ,vierteljahr bei ,verwandten in ,ruland1 in ,st4 ,petersburg1 zu ,besuch gewesen4 ,und die dritte ,auslandsreise war der kleine ,pfingstausflug im ,jahre #ahib von ,mnchen nach ,venedig4 ,ich erwhne dieses1 damit der ,leser nicht vermuten soll1 ich htte in meinem ,erstaunen1 das mich nun auf meiner ,weiterreise in ,schweden packte1 keine vergleichenden ,anhaltspunkte mit anderen ,lndern gehabt und wre vielleicht deshalb so bermig durch ,schwedens ,kste in ,verwunderung gesetzt worden4 ,ich befand mich nun auf dem kleinen ,kstendampfer1 der langsam in der schmalen ,wassergasse durch das gefrorene ,meer dem ,regierungseisbrecher nachfolgte4 ,am ,abend des ersten ,tages1 als die ,sonne unterging1 waren wir in der ,nhe der ,insel ,smgen1 wo der ,dampfer fr die ,nacht anlegen mute4 ,die gelblichen ,felsen1 die dort senkrecht aus dem ,meer standen1 waren von breiten roten ,streifen bestrichen4 ,es war dies der rote ,rost groer ,eisenadern1 die sich ber die ,granitmauer verzweigten4 ,im ,abendlicht sahen die ,felsen wie blutige riesige ,fleischstcke aus1 die da auf dem weien ,riesenteller des gefrorenen ,meeres lagen4 ,als es dunkel war und kein ,mond am ,himmel1 erkletterten der ,schwede und ich im ,finstern einen ,steinweg zwischen den ,holzhtten ,smgens und kamen bis zu einer ,felsenplatte1 auf welcher der groe eiserne ,leuchtturm wie ein ungeheures ,eisenrohr festgeschraubt stand4 ,dort ber der kleinen freien ,klippenanhhe leuchteten die ,sterne1 jeder einzelne so gro ber dem ,meer1 als wren sie nah wie winzige ,monde4 ,es war1 als stnden dort im dunklen ,weltraum tausend zuckende ,leuchttrme1 deren weie ,feuer auf- und niederblinkten4 ,ich sprte kaum die ,eisklte der ,nacht4 ,ich erinnere mich1 da ich erstaunt war1 als ich mich mit der ,hand an den eisernen ,turm sttzte und derselbe kalt war4 ,das mchtige erhabene ,gefhl1 das vor den groen ,himmelslichtern ber dem lautlosen gefrorenen ,meer in mir anschwoll1 war wie eine unergrndliche ,wrmewelle4 ,die schien aus einer ,sonne zu kommen1 die ich nicht sah1 und war in mich gedrungen1 und ich fhlte mich krperlich verschmolzen mit ,stein und ,sternen und mit ihnen unzertrennbar zusammengehrig4 ,gedanken meiner neuen ,weltanschauung1 die ich vorher nur in meinem ,gehirn wie aufklrendes ,sonnenlicht empfunden hatte1 waren jetzt zum erstenmal hier in der ungeheuren ,einfachheit und ,gre der ,winternacht am ,meer mit der ,ahnung der ewigen ,wrme1 die sie geben konnten1 auch in mein ,blut eingedrungen4 ,ich fhle noch heute1 wenn ich daran denke1 die wohltuende warme ,zufriedenheit1 die jene ,nachtlandschaft im ,eis und beim ,glanz der tausend groen ,weltkrper meinem ,herzen gab4 ,sonst1 in ,wrzburg oder ,berlin1 war der ,sternhimmel ber den ,husern immer eine ferne fremde ,nachtwelt gewesen4 ,die war scheinbar edler und reiner als die ,tagwelt und hatte mich nur wehmtig sehnschtig stimmen knnen4 ,dort aber1 in ,schweden auf ,smgen1 fhlte ich jeden ,stern so nah1 als wre er auf meinem ,kopf gewachsen1 und die ,nacht hatte nichts ,fernes und ,fremdes mehr4 ,sie war mir zugehrig wie mein ,mantel am ,leib es war1 wie das kleine ,kstenschiff1 in dem ich nachher schlafen sollte4 ,sie war viel grer1 als ich sie jemals gesehen hatte1 die ,sternennacht1 und war dabei doch heimlich und gemtlich1 wie sie nur denen wird1 die nichts mehr hineingeheimnissen knnen oder wollen4 ,sie wurde zu einer vertraulichen ,stube1 in der ich seit ewigen ,zeiten zu ,hause war4 ,es war mir aber auch zugleich1 als knnte ich am ,fue jenes ,leuchtturms1 von der ,klippenanhhe ber den fernen totstillen ,meerrand fort1 hinter die ,meerlinie sehen1 und da lagen in der ,nacht in ,deutschland helle groe ,stdte4 ,und dort in abendbeleuchteten ,straen kreiselten die ,lichter der ,wagen und ,fenster und ,gedanken4 ,und jede ,stadt war ein ,lichterhaufen auf der dunklen ,landkarte ,deutschlands1 und der grte ,lichterhaufen war ,berlin4 ,und wie kleine ,phosphorpunkte sah ich dort denkende ,menschen durcheinander rennen4 ,da waren ,dichter und ,maler und ,musiker4 ,das ,echo ihrer ,worte war noch fern ber dem ,meer wach4 ,aber alles1 was die ,menschen dort in den ,lichterhaufen ausgrbelten1 und was sie mit ,licht im ,hirn zusammentrugen1 schien mir nicht so gtig1 nicht so freundlich und einfach festlich zu sein wie die reine kluge ,luft in diesem reinen guten ,frieden auf der kleinen schwedischen ,fischerklippe4 ,ich dachte mir3 wenn der ,morgen kommt1 wirst du auch in ,schweden am ,land in einem alltglichen ,pfarrhaus1 im ,spinnwebenalltag1 von neuem die ,erhabenheit dieser ,nacht einben und den ,eindruck vielleicht nicht einmal mehr erinnern4 ,am nchsten ,morgen1 als ich schon ziemlich zeitig auf ,deck kam1 erstaunte es mich1 da das hohle ,tuten der ,sirenenpfeife des ,schiffes1 die nur im ,nebel ,stimme bekam1 scheinbar von vielen ,schiffen rundum beantwortet wurde4 ,das ,meer war mit dickem ,nebel bepackt1 und das gellende ,geheul der ,dampfpfeife schien mir hnlich dem ,gebrll mchtiger sagenhafter ,nebelkhe4 ,und als ob ein ,leitstier im ,dunkeln brllte und rundum die ,kuhherde antwortete1 so wurde die ,dampferstimme vielfach im ,nebel wiederholt4 ,nachdem ich lange diesem ,gebrll gelauscht hatte1 wichen die ,nebelberge1 und dunkle ,felsenumrisse standen da4 ,unzhlige1 aus dem ,meer gewachsene ,inseln schienen wie eine groe ,stadt zu sein1 wie viele ,huserblocks4 ,und das ,meer ging zwischen den steingewlbten ,inselklippen in sich kreuzenden ,wasserstraen hin4 ,und der kleine fortschleichende ,dampfer schien still zu stehen4 ,aber die ,inseln und die dmmerigen ,gassen zwischen den ,felsenwnden der ,inseln schienen zu wandern4 ,und die schmalen ,seewege wurden immer hnlicher den ,gassen einer groen ,stadt1 immer dunkler4 ,zuletzt waren wir tief in die ,stadt aus ,inselklippen eingedrungen und hatten nur ber uns1 wie in richtigen ,straen1 einen schmalen ,streifen ,himmel1 und unsere ,stimmen hallten wie aus groen ,gewlben von den kahlen ,inselwnden zurck4 ,und nun wute ich auch1 da nicht ,schiffe1 sondern die ,echos dieser ,inseln und ,inselgassen das ,sirenengeheul unseres ,schiffes vorhin hinter dem ,nebel beantwortet hatten4 ,jede ,felsenwand hatte den ,dampferruf der andern ,felsenwand weitergegeben4 ,die alten ,bewohner der ,mauergassen1 ,tausende von ,mwenfamilien1 saen in langen ,reihen und in ,nischen und auf den ,felsenstufen an den steilen ,wnden und sahen uns still an4 ,wuten die stummen ,vogelreihen1 da es bald ,frhling wurde1 da der ihnen altbekannte kleine ,kstendampfer nach langer ,winterpause zum erstenmal wiederkehrte8 ,sie waren nicht scheu1 die groen silberblauen ,vgel4 ,aus ihren dunklen ,mauerwohnungen ugten sie uns1 die ,kpfe schief legend1 nach4 ,und diese silbernen ,vogelscharen1 die ich nie vorher in solchen ,massen gesehen hatte1 und die ,inselgassen1 in denen unsere ,menschenstimmen weiter redeten1 wenn die ,reisenden oder der ,kapitn an ,bord laut sprachen1 und auch die ,steine rundum1 alle waren mir vertraute ,gter1 als wre ich von ,kindheit an ihr ,besitzer hier4 ,die fremde ,inselwelt war mir so lieb vertraut1 als htte ich die ,vgel hier immer gefttert1 als mten sie bei meinem ,ruf mir aus der ,hand fressen4 ,die ,felsenstimme1 die aus den harten ,klippen aufgeweckt wurde1 kam wie aus meiner eigenen ,brust4 ,mir war1 als knnte ich erzhlen1 was diese ,steinklippen den ,winter ber gedacht hatten1 whrend hier kein ,dampfer gegangen war4 ,es war die reine kluge ,luft1 der reine kluge ,frieden1 die hier nichts ,trennendes zwischen mich und die ,umgebung legte und mich allwissend stimmte4 ,dann kamen wir an einen groen weiten ,meerplatz zwischen ,kste und ,inseln4 ,der ,wasserplatz war wei zugefroren1 als wre er mit einer einzigen kilometergroen ,marmorplatte gepflastert4 ,rote ,holzhuschen1 in den ,schnee geduckt1 standen rot bemalt am ,rand des ,meerplatzes auf ,pfhlen und erschienen mir wie ,nrnberger ,spielzeug4 ,diese ,meerbucht wurde von der offenen ,see durch die ,inseln getrennt4 ,die roten ,huser am ,rand der buckeligen ,schneekste bildeten den ,fischerort ,fjellbacka1 wo der ,kstendampfer anlegen sollte1 und wo wir den ,dampfer verlassen sollten4 ,von jeder verschneiten ,insel rundum lste sich dann ein kleiner schwarzer ,punkt1 vor welchem noch ein kleinerer ,punkt herzueilen schien4 ,jeder ,punkt war ein ,mann1 der von einer ,insel bers ,meereis herbeisprang zum ,dorf ,fjellbacka hin1 und der mit dem ,fu vor sich her ein ,fchen stie1 das ber die ,eisflche rollte4 ,das ,fchen1 erklrte man mir1 enthielt ,fische1 die spter auf den ,kstendampfer verladen werden sollten4 ,auch der groe ,meerplatz hier1 der zugefrorene1 wirkte wie eine lautlose ,riesenstube1 auf deren weier ,diele die ,mnner herbeiliefen1 weil ,gste ins ,haus gekommen waren4 ,wunderbar behaglich wirkte diese winterstille ,landung4 ,dann am ,land fhrte ein ,schlitten1 der vom ,pfarrhof geschickt war1 den jungen ,schweden und mich mehrere ,meilen in das verschneite ,land hinein1 hie und da an einem ,einzelgehft vorbei4 ,ich sah nur wenige ,bume auf dieser ,fahrt und eine einzige ,windmhle4 ,sonst waren berall schneebedeckte ,steinbuckel1 nirgends ein ,wald4 ,es schien mir1 als fuhr der ,schlitten nur auf leeren ,eishgeln bergauf1 bergab4 ,schon begann ich zu bereuen1 da ich das lebensfrische ,berlin mit dieser toten ,eiswste vertauscht hatte4 ,ich wre am liebsten mit dem ,dampfer zwischen den ,inseln ewig weitergefahren4 ,denn was konnte mich in dem ,pfarrhause anderes erwarten als ,religionsgesprche und ,tagesklatsch und ,weltnachrichten1 whrend ich doch so gern tiefer in die ,urwelt eingedrungen wre4 ,blicke1 wie ich sie am ,abend vorher von ,smgen beim ,leuchtturm und heute morgen in den ,klippengassen hatte -- wo nur ,mwenfamilien wohnten und die ,steinbrust meiner ,menschenstimme antwortete und ich die stille ,landung in der gefrorenen ,meerbucht erlebte1 von diesen ,blicken ersehnte ich mehr zu bekommen4 ,und sollte ich zu alltglichen ,menschen zurckgefhrt werden1 so wollte ich aber auch dann gleich lieber wieder nach ,berlin zu den geistig regsamen ,menschen kommen4 ,ich war noch jung und voreilig und schwankenden ,eindrcken leichter preisgegeben1 da ich auf kein ,kapital von ,erfahrungen zurckschauen konnte4 ,ein wenig entmutigt sa ich neben dem ,schweden1 der nur ein gebrochenes ,deutsch sprach1 der sich freute1 mir seine ,heimat zu zeigen1 und der whrend der ,fahrt lebhaft seinen ,kutscher befragte nach allem1 was er von seinem ,vaterhaus wissen wollte4 ,der ,schwede erklrte mir1 da all die waldlosen ,hgel1 die ich da ringsum sah1 und an denen unser ,schlitten hinaufkletterte1 um dann wieder an der anderen ,seite zu ,tal zu fahren1 da diese ,buckel in alter ,zeit ,inseln gewesen waren1 an welchen die ,wikinger mit ihren ,booten damals landen konnten1 und bei denen sie mit den ,schiffen in den ,meergassen hindurchgefahren sind1 so wie es der ,dampfer heute zwischen den ,schren drauen getan4 ,das ,meer aber war von ,jahrhundert zu ,jahrhundert weiter zurckgetreten1 so war das ,land nach ,westen hin gewachsen und war allmhlich aus dem ,meer gestiegen4 ,wir flogen also eigentlich im ,schlitten hier ber verschneiten ,meeresboden4 ,mehr als die ,erklrung1 da ich in der ,urprovinz der alten ,wikinger war -- die ,provinz ,bohusln fhlt sich vor allen schwedischen ,provinzen mit ,recht stolz1 weil sie auf tausendjhrige ,menschenvergangenheit zurcksieht -- mehr als diese ,erklrung befriedigte mich der ,gedanke1 da ich auch hier im ,schlitten immer noch auf meerverwandtem ,boden war und die ,hgel des ,landes als ,brder der ,meerinseln ansehen durfte1 jener ,inseln1 in deren ,nhe mir auf der ,herreise so wohl gewesen war4 ,wrden mir jetzt -- so dachte ich -- die ,menschen mit alltglichem ,gesprch in den ,ohren liegen1 so brauchte ich im ,pfarrhaus dann nur an das ,fenster zu treten und wrde dann meine ,augen mit den ,hgeln sprechen lassen und wrde die ,schiffe der ,wikinger auf die ,steinfelder kommen sehen1 als wre da noch ,meerwasser rund um die ,hgel4 ,ich mu noch kurz berichten1 da der junge ,schwede1 der da neben mir im ,schlitten sa1 kein alltglicher ,mensch war4 ,er hing zwar keinen philosophischen ,gedanken nach1 aber aufgewachsen als ,sohn dieser ,bohuslnschen ,provinz1 von ,mutterseite von altschwedischem ,adel stammend und von ,vaterseite stark gemacht durch ,wikingerblut1 hatte er das ,leben bisher als ein ,riesenabenteuer angesehen und es immer festlich gestimmt aufgesucht4 ,auch die ,unruhe der alten ,wikinger hatte er ererbt1 und so war er schon durch die halbe ,welt gereist1 trotzdem er erst siebenundzwanzig ,jahre zhlte4 ,aber den ,beginn seiner weiten ,reisen hatte er nicht mit den gewhnlichen ,verkehrsmitteln1 mit ,dampfschiffen und ,eisenbahnen1 ausgefhrt1 sondern ein kleines ,ruderboot hatte ihm gengt4 ,und in seinem ,kahn war er1 alle ,gefahren verachtend1 der ,westkste ,schwedens entlang bis nach ,kiel gerudert4 ,dort hatte er sich vom ,ruderklub feiern lassen und war dann weitergerudert nach ,holland und war endlich in ,calais gelandet4 ,diese seine auergewhnliche ,reise1 die mehrere ,sommermonate dauerte1 hatte in der damaligen ,sportswelt ,aufsehen erregt4 ,die groen ,zeitungen brachten sein ,bild1 und von den ,zeitungen aufgefordert1 beschrieb er seine ,reiseeindrcke4 ,mehrmals hatte ihn unterwegs beinahe der ,meerirrsinn erfat4 ,viele ,nchte mute er auf dem ,meere bernachten4 ,in anderen ,nchten war er bei ,leuchttrmen gelandet oder auf ,leuchtschiffen1 wo die ,mnner den ,meerentstiegenen erstaunt und ehrfurchtsvoll aufgenommen hatten4 ,in ,london1 wo er zuletzt hinkam1 stellte man sein kleines ,boot1 das so viele ,mhseligkeiten mit seinem ,herrn geteilt hatte1 zur ,besichtigung aus4 ,aber als er die ,rckreise antreten wollte1 waren die ,strme in der ,nordsee zu schwer4 ,er nahm dann die ,aufforderung einer ,zeitung1 nach ,amerika zu gehen und ,amerikabriefe zu schreiben1 an4 ,als ich den jungen ,schweden und ,weltfahrer bei ,ola ,hanson in ,friedrichshagen in ,berlin an einem ,abend kennen lernte1 war er eben von ,amerika nach ,europa zurckgekehrt und sollte nach ,hause reisen1 nach ,schweden1 um dort sein ,buch ber ,amerika in seinem ,vaterhaus1 im ,pfarrhaus zu ,bohusln1 zu schreiben4 ,er hatte als ,kind1 angeregt dadurch1 da er seinen ,vater jeden ,sonntag predigen hrte1 zuerst ,lust gehabt1 selbst ,prediger zu werden4 ,wie er mir erzhlte1 war er als kleiner ,knabe oft auf einen ,stuhl gestiegen und hatte vor den ,dienstboten des ,hauses gepredigt4 ,dann aber hatte ihn das ,meer doch strker angelockt als die ,kirche1 und er hatte schon1 als er fnf ,jahre alt war1 von alten ,fischern in ,fjellbacka ,unterweisung im ,segeln bekommen und hatte dann von seinem ,vater ein eigenes kleines ,boot erhalten1 auf dem er bald eigenmchtig von ,insel zu ,insel steuerte4 ,da ,gothenburg in regem ,schiffsverkehr mit ,england steht und sich der junge ,schwede1 als er lter geworden1 ,schriftsteller zu werden sehnte1 lieen ihn seine ,eltern spter hinber nach ,england1 nach ,hull1 reisen1 wo er in einer ,zeitungsredaktion beschftigt wurde4 ,zurckgekehrt von ,england1 pflegte er eifriger den ,rudersport als die ,schriftstellerei und unternahm kurz danach die abenteuerliche ,ruderfahrt im eigenen ,boote ber die ,nordsee und machte dann die ,rundreise durch ,amerika4 -- ,jener junge ,mann hatte also viel ,welt und ,wirklichkeit erlebt und sich mutig durch ,meer- und ,hungerstrme durchgeschlagen1 als ich ihn kennen lernte4 ,und wir wurden gute ,kameraden4 ,aber nicht blo1 weil er das ,leben grozgig nahm1 sondern hauptschlich deswegen wurden wir ,freunde1 weil er einer jener wenigen damals war1 die an der berzeugung festhielten1 da die ,dichtkunst ber ,prosa und ,dramatik erhaben sei1 wenn auch augenblicklich der ,zug des ,zeitgeistes verchtlich auf ,gedichte und gereimte ,dichtungen herabsehen wollte4 ,dieses ,vertrauen fr die ,dichtkunst bei ihm zu entdecken1 das war mir ganz berraschend gewesen4 ,der ,gedanke1 einen ,gleichgesinnten gefunden zu haben1 machte mir ihn besonders wert4 ,ich war erfreut1 da ein ,mann1 der die ,wirklichkeit und stets die ,wirklichkeit vor ,augen gehabt hatte1 in seinem ,innern die ,dichtung1 die damals die verachtetste ,kunst in ,deutschland war1 hochhielt4 ,er hatte eben erst auf seiner ,rckreise von ,amerika den hollndischen ,dichter ,gorter1 den ich damals nicht einmal dem ,namen nach kannte1 in ,holland aufgesucht4 ,gorters ,gedichte und dessen ,gedichtbuch ,mai8 waren ihm ,heiligtmer geworden4 ,in jener ,dichtung ,mai8 ist der ,frhling als ein kleines ,mdchen beschrieben1 das auf einem ,kahn durch die ,kanle ,hollands fhrt4 ,und die ,dichtung erzhlt in schlichten und reichen ,bildern1 durchdrungen von weiser ,innerlichkeit1 was das kleine ,mdchen1 das ,mai8 heit1 erlebt4 ,er erzhlte mir auerdem1 da ,gorter den einfachen ,beruf eines ,lehrers ausbe1 und da er eine schne ,gesprchsstunde bei ihm in seinem ,hause erlebt habe1 aber da ,gorter sehr traurig gewesen1 da ihn sein ,lehrerberuf qule4 ,auch hatte der ,schwede ,walt ,whitmans groen ,band ,grashalme8 aus ,amerika mitgebracht4 ,auch von diesem ,dichter wute ich nichts ,genaues4 ,ich hatte nur seinen ,namen flchtig nennen hren1 denn in ,deutschland war er damals so gut wie nicht bekannt4 ,mit diesem ,freund1 der jetzt in sein ,vaterhaus1 nach beinahe zweijhriger ,abwesenheit1 zurckkehrte1 flog ich im ,schlitten ber die ,hgel der wei verschneiten schwedischen ,provinz ,bohusln1 wo jetzt ,ende ,mrz der ,schnee noch viele ,fu hoch ausgebreitet lag4 ,es war aber nicht blo die ,lust an der ,dichtung1 die uns beide zu ,freunden gemacht hatte1 sondern auch die ,lust am ,wirklichkeitsleben4 ,aber darin1 fand ich1 war der ,schwede mir berlegen4 ,er kannte eine ,welt von ,bedrfnissen1 die ich nur vom ,hrensagen genossen hatte4 ,er liebte schne ,frauen1 gute ,getrnke1 erlesene ,speisen1 gute ,zigarren1 neue ,kleider und auerdem alle neuzeitlichen ,bequemlichkeiten4 ,wohl waren meine ,sinne ebenso wach fr alle diese ,gensse wie die seinigen1 aber die ,gelegenheit hatte sich mir noch nicht so geboten wie ihm1 die ,welt der weltmnnischen ,gensse aufzusuchen und zu pflegen4 ,es erstaunte mich gleich zu ,beginn der ,reise1 mit welch ausgesuchter ,feierlichkeit er sich im ,hotel zu ,tische setzen konnte und mit welcher ,ruhe und ,grndlichkeit er die ,speisekarte untersuchte4 ,ebenso verblffte es mich1 da den schweren ,mahlzeiten sofort ,kaffee1 ,likr und ,zigarren folgen muten1 oder da vormittags vor der ,mahlzeit ein ,magenbitter oder irgendein ,bolzgetrnk zur ,anregung des ,appetits genossen werden mute4 ,in meines ,vaters ,haus war gut gekocht und gut gelebt worden4 ,aber ich hatte in all den ,jugendjahren keine ,zeit gefunden1 den ,gaumengenssen nachzuhorchen1 und ich wre wahrscheinlich noch lange nicht auf den ,gedanken gekommen1 die ,leibesgensse zu pflegen1 htte ich nicht in jenem ,schweden einen ,meister des ,genieens gefunden4 ,ein gedeckter ,tisch schien ihm ein ,altar zu sein1 an dem er fr eine ,stunde einen ,gottesdienst abhalten konnte4 ,und die ,wrde1 die ,ruhe und die ,andacht1 mit der er das ,zerlegen des ,bratens1 das ,salzen der ,speisen1 das ,betrachten der aufgetragenen ,schsseln vornehmen konnte1 machten1 da man die ,mahlzeit in seiner ,nhe fr eine heilige ,handlung halten mute4 ,und ich mute bei seiner ,art an die alten ,helden ,homers denken1 die einst mit derselben schnen ,umstndlichkeit und ,andacht die ,hnde zum lecker bereiteten ,mahle erhoben hatten4 ,so lie ich es mir gern gefallen1 lnger1 als ich es frher getan1 beim ,essen und bei ,essensfragen zu verweilen1 und gewhnte es mir an1 mir den ,schweden darin als ,vorbild zu nehmen4 ,denn ich merkte1 da es mir gar nicht schdlich war1 den ,krper mehr zu beachten1 als ich es frher getan1 und ihm ,gensse zu gnnen1 zu denen ich vorher mir nicht ,zeit und ,ernst genug eingerumt hatte4 ,ich begriff auch bald1 je lnger ich in ,schweden war1 da es in einem so ruhigen und verhltnismig menschenleeren ,lande jedem ,menschen von der ,natur leichter gemacht wird1 mehr ,zeit fr sich und seine ,lebensansprche zu finden4 ,im hohen ,norden mag es auch die vernichtende ,klte sein1 die den ,menschen zwingt1 den ,krper widerstandsfhiger aufzubauen und ihm breiteres ,behagen zu bieten4 ,auch diese ,wahrnehmung machte mir ,schweden lieb4 ,die ,ruhe und ,breite1 mit der jeder einzelne ,mensch seine ,lebensttigkeit nahm1 diese ,art tat mir wohl4 ,ich war als ,bayer gewhnt1 den ,krper ebenso gewichtig zu nehmen wie den ,geist1 welche ,art ich bei ,norddeutschen und besonders bei den ,berlinern damals vermit hatte1 die mehr im ,gedanklichen aufgingen4 ,im ,pfarrhaus1 das in der einsamsten ,einsamkeit1 die man sich kaum ausdenken kann1 wie am ,weltende lag1 in jenem ,pfarrhaus murrte es erst in meinem ,innern einige ,tage1 wie es im ,magen eines ,fleischessers murren mag1 dem pltzlich reinste ,gemsekost verordnet wird4 ,man stelle sich vor1 da ich mitten aus dem ,wintertrubel der ,millionenstadt ,berlin in eine ,schnee- und ,granitwste verschlagen war1 in ein groes weies ,holzhaus1 in dem man den ganzen ,tag als einzigen ,laut eine ,zimmeruhr ticken hrte4 ,sie war wie das alte ,herz des alten ,hauses4 ,sie redete den ganzen ,tag vor sich hin in einem mchtigen ,wohnzimmer1 dessen viele ,fenster ins ,lautlose sahen4 ,in den ,vormittagsstunden kam zu einem ,sdfenster die ,sonne hinter groen ,blumenstcken herein1 und ich mchte sagen1 da es mich nicht verwundert htte1 wenn ich in der ,stille dieses einsamen weltfernen ,zimmers auch pltzlich das ,vorwrtsrcken der ,schatten der ,blumenstcke1 die die ,sonne ber die ,diele zeichnete1 laut und deutlich gehrt htte1 ebenso laut wie die laut marschierende ,uhr4 ,im ,hause befanden sich unten groe ,erdgeschowohnrume und darber unter dem ,dach einige ,giebelzimmer4 ,in diesem einsamen ,hause ging der ,pfarrer1 der ,vater des jungen ,schweden1 wie der alttestamentarische ,liebegott1 alt und weibrtig1 stattlich und ehrfurchtgebietend1 die ,treppe zu seinem ,studierzimmer hinauf und hinunter4 ,ich hatte nie vorher in einem ,holzhause gewohnt1 und die unwahrscheinlich dnnen ,wnde1 die doch keinen ,laut hereinlieen1 weil es drauen noch stiller als drinnen war1 diese dnnen ,wnde machten mir das ,haus noch unwirklicher1 als wre es eine ,erscheinung1 gleichsam als wohnte ich in ,eierschalen und knnte das ,haus leicht zerbrechen und knnte in der ,stille drauen krperlos aus diesem unkrperlichen ,haus fortschweben4 ,die lteste ,tochter des ,pfarrers1 ein ,mdchen von vierundzwanzig ,jahren1 und eine ,gesellschaftsdame fhrten mit ,hilfe mehrerer ,mgde den ,haushalt4 ,das ,brot wurde im ,hause gebacken4 ,die ,milch kam aus den ,stllen4 ,fische brachten die ,fischer von ,fjellbacka4 ,zu den ,festtagen des ,jahres wurde ein ,kalb oder ein ,schwein geschlachtet und eingesalzen4 ,die ,hauptnahrung waren ,fische1 ,milch1 ,grtze und ,brot4 ,die ,mutter des ,schweden1 die ,frau des ,hauses1 lebte im ,winter mit den jngeren ,tchtern und einem jngeren ,sohn in der ,stadt ,gothenburg1 wo die ,kinder in die ,schule gingen4 ,sie kam mit diesen nur im ,sommer und zu den ,festtagen in das ,pfarrhaus4 ,der ,begriff1 da ,menschen mit ,fleisch und ,blut dieses einsame ,haus bevlkerten1 der kam mir dort1 wenn ich allein in einem von diesen totstillen ,zimmern stand1 leicht abhanden4 ,denn drauen sah ich jetzt1 in den ,tagen im ,april1 wo der ,schnee1 zu groen ,stcken zerrissen1 von der ,sonne weggeleckt war1 keine ,ackererde1 keinen ,grasboden1 sondern berall nur ,granit1 berall steinerne ,granitbuckel4 ,als trge das ,land eine eiserne ,rstung1 so unbeweglich starrte der graublaue ,granit mich von allen ,himmelsgegenden her an4 ,alle ,hgel rundum1 von denen der ,schnee verschwand1 waren gewlbte ,granitkuppeln1 ebenso wie es die ,inseln im ,meere drauen waren1 die ich auf der ,herfahrt gesehen1 und zwischen denen meine ,stimme wie in ,kellergewlben gehallt hatte4 ,in diesem steinernen ,schweigen war es mir zuerst1 als sei ich in einen ungeheuren ,kerker geraten4 ,die ,leute1 bei denen ich zu ,gast war1 schienen meine ,kerkermeister zu sein4 ,da ich noch nicht ,schwedisch konnte1 konnte ich nicht an den ,gesprchen und an der harmlosen ,unterhaltung teilnehmen4 ,im ,haus bemhte man sich zwar1 das ,schuldeutsch1 das jeder in ,erinnerung hatte1 aufzufrischen und mit mir deutsche ,stze zu radebrechen4 ,aber man kam oft eine ,stunde lang nicht ber zwei ,stze fort1 und die ,unterhaltung stockte meistens im ,gelchter ber die deutsche ,aussprache4 ,zum ,beispiel verkndete mir die ,tochter des ,hauses eines ,tages auf einem ,spaziergang1 da sie sieben ,greise im ,stalle htten und zu ,ostern einen ,greis schlachten wrden4 ,sie verwechselte das schwedische ,wort gris81 das ,schwein bedeutet1 mit dem deutschen ,wort ,greis84 ,so hrte ich denn wie ein lebendig ,begrabener auf das ,leben rundum1 ohne ihm nher kommen zu knnen4 ,aber um so schrfer wuchs die ,aufnahmefhigkeit meiner ,augen und ,ohren1 je lnger ich zu unfreiwilligem ,schweigen verdammt war4 ,und es ist mir heute1 als seien meine ,sinne in jenem ,hause dort fr alle ,zeiten geschrft worden4 ,und vor allem lernte ich ,landleben kennen4 ,ich1 der vorher nur von ,stadt zu ,stadt gezogen war und das ,land nur in der engsten ,heimat kennen gelernt hatte1 freute mich1 hier ,land- und ,meeresleben und ,dichtungsleben zusammen genieen zu knnen4 ,denn oft lange ,vormittage saen der junge ,schwede und ich in dem groen ,wohnzimmer bei der tickenden ,uhr und versuchten ,gorters hollndische ,verse zu bersetzen und ebenso ,walt ,whitmans englische ,verse4 ,und der ,eifer ging mir dabei ebensowenig aus wie dem ,schweden der ,rauch seiner kostbaren ,zigarre4 ,gegen ,ende ,april konnten wir die ,zimmer verlassen4 ,der heftige nordische ,frhling setzte ber ,nacht ein4 ,auf vielen der ,granitbuckel trieb das purpurne ,preiselbeerkraut1 das die ,hgel bedeckte1 rote ,bltter1 und ferne ,hgel standen tagsber wie blutbergossen in der ,sonne4 ,der alte ,pfarrer1 der alte ,liebegott mit weiem ,bart1 hatte mich fters in seinem kleinen ,wagen bei seinen berlandfahrten mitgenommen1 zu ,krankenbesuchen oder zu ,besuchen in anderen ,pfarrhusern4 ,und ich hatte mich immer wieder wundern mssen ber die ,einsamkeit und ber den ,granit1 die auf ,meilen ber ,meilen hier nirgends ein ,ende nahmen4 ,wo sich zwischen zwei ,granitbuckeln ein wenig ,humuserde angesammelt hatte1 da hatte auch meistens an dem ,rand des ,erdfleckchens und im ,schutz des ,granithgels ein ,menschenprchen sein ,holzhuschen gebaut4 ,nirgends im ,lande war ein ,dorf4 ,die ganze ,provinz schien ein einziges weites ,dorf zu sein4 ,nur lagen die ,huser nachbarlich meilenweit auseinander4 ,und auf diesen ,meilenstraen fuhr der alte ,pfarrer mit seinem alten ,wgelchen1 mit seinem alten zwanzigjhrigen ,gaul1 als ,hirte in dieser ,einsamkeit tagelang umher4 ,die kleinen rotgetnchten ,bretterhtten mit den weien schmucken ,fenstervierecken und der weien ,trleiste saen zwischen grauen ,granit geduckt und tauchten wie rote ,gesichter aus ihren ,winkeln in der ,ferne auf1 wenn wir durchs ,land fuhren4 ,eine einzelne ,birke oder ein vom ,wind schief gewehter ,ebereschenbaum schmckten karg die ununterbrochenen ,steinwellen des ,granithgellandes4 ,hier kam der ,wind nicht wogend und weich ber cker und rauschende ,halme1 er prallte von ,stein zu ,stein und zerplatzte an den ,granitkuppeln4 ,und als ich einmal im ,frhlingstauwetter1 gegenber dem ,pfarrhause auf der nchsten ,anhhe1 die nur dreimal so hoch wie das ,haus war1 stand und auf die ferne ,meeresstimme lauschte1 die jetzt aus dem ,eis mit der ,brandung aufgewacht war1 und die man auch mehrere ,meilen von der ,kste her immer wie ein fernes ,gewitter donnern hrte1 da sah ich die kleinen ,schneewasser1 die in den ,granitsenkungen von der ,bergkuppel herunterrieseln wollten1 vom ,winde senkrecht aufgestellt1 so da sie1 hnlich kleinen ,springbrunnen1 mehrere ,fu hoch in ,strahlen zur ,hhe zerspritzten4 ,dort oben auf einem anderen ,hgel in der ,nhe des ,pfarrhauses zeigte mir der junge ,schwede eines ,tages einige mannshohe ,steine1 die da1 einen ,kreis bildend1 einst vor tausend ,jahren von ,menschenhand aufgerichtet wurden4 ,hier hatten die ,wikinger den ,ratring gehalten1 und an jedem ,stein stand einst ein ,huptling angelehnt1 wenn die ltesten unter freiem ,himmel berieten4 ,die ,mnner besprachen hier ihre ,kriegszge4 ,und der unerschtterliche ,steinboden unter ihren ,fen und der unerschtterliche ,himmel ber ihnen machte auch ihre ,ratschlsse fest und unerschtterlich und ihr ,vorhaben1 das sie hier planten4 ,die aufgerichteten ,steine1 die treuen ,sttzen jener ,mnner1 standen nun noch nach tausend ,jahren hier1 unangetastet von der ,zeit4 ,als wir beiden jungen ,mnner uns jeder an einen der ,steine anlehnten1 mgen die greisen ,blcke sich gewundert haben1 wie leichtbeweglich die ,mnner einer anderen ,zeit geworden waren4 ,und vielleicht haben sie erst daran gemerkt1 da ber ihnen tausend ,jahre vergangen waren4 ,und wieder oben auf einer anderen ,granitkuppel beim ,pfarrhause zeigte mir der junge ,schwede eine groe ,steinplatte1 darauf neun kleine ,schiffe eingeritzt waren4 ,als frher das ,meer bis an diese ,steinplatte reichte und der ,granithgel eine der vielen ,inseln in der ,meeresflche gewesen ist1 war hier ein alter ,landungsplatz der ,wikinger4 ,neun ,boote landeten hier4 ,wenn damals die ,frauen hier saen und die neun ,boote abends erwarteten1 die von einem ,kriegszug oder ,fischzug heimkehren sollten1 dann deckten sie mit den ,hnden die ,zeichnungen der ,boote auf der ,steinplatte zu4 ,und fr jedes ,boot1 das in die ,bucht einlief1 zog sich eine ,frauenhand von den gezeichneten ,booten zurck4 ,so wuten sie1 ehe die ,boote noch landeten1 ob alle heil heimgekommen und keines untergegangen war4 ,tiefer im ,lande waren auf anderen ,steinplatten unter ,dornbschen noch mchtigere ,granitzeichnungen zu sehen4 ,da zeigte man mir eine eingeritzte ,bootszeichnung1 die war so gro wie ein liegender ,mensch1 und der ,drachenkopf am ,kiel und die ,schilde der ,krieger im ,boote und viel ,runenschrift waren ausfhrlich mit viel ,schmucklinien in den ,stein eingegraben4 ,die ,runen spielten auch immer noch eine ,rolle hier im ,lande4 ,die ,kinder lernten die ,runenzeichen in der ,schule und die ,tchter im ,pfarrhause hatten ,bergstcke1 in deren ,holz sie sich von ihren ,bekannten ,erinnerungsworte in ,runenschrift einritzen lieen4 ,die ,tchter des ,pfarrers waren frisch und gewandt1 und die jngste ritt oft frh morgens in ihren ,ferien in weiten ,reithosen auf ungesatteltem ,pferd ins ,land hinein4 ,und wenn sie hei und mit offenem geringeltem ,haar zurckkam und schnell ins ,haus springen wollte1 um sich umzukleiden1 weil sie sich ihrer ,reittracht vor mir schmte1 kam sie mir in ihrem ,gemisch von ,wagehalsigkeit und ,mdchenverschmtheit noch begehrenswerter vor als sonst4 ,aber sie war erst fnfzehn ,jahre alt1 und ich war nur ein junger ,dichtersmann1 zwar reich an vielen ,plnen1 aber sonst kapitalarm4 ,und ich wute1 da ich hier noch nicht ans ,freien denken durfte4 ,der junge ,schwede und sein ,vater saen am ,sptnachmittag oder abends meistens jeder in einem ,schaukelstuhl und rauchten ihre ,zigarren1 und der ,alte lie sich von seinem ,sohn ber dessen ,rundreise und ber die ,amerikafahrt berichten4 ,der ,alte war einmal als junger ,student ,hauslehrer in ,brasilien gewesen4 ,er kannte also auch die ,welt ein bichen1 und er schmunzelte behaglich und frischte bei den ,reiseerinnerungen seines ,sohnes seine eigenen ,reiseerinnerungen auf4 ,in jenen ,stunden1 wenn ,vater und ,sohn sich in ihrer ,sprache unterhielten1 ging ich drauen auf den ,steinwegen umher und wunderte mich1 wie beweglich jetzt im ,frhling sogar das unbewegliche ,steinland wurde4 ,da waren tausend kleine ,wasser1 die wie ein verstricktes ,netz ber alle ,hgel und ,berge gerieselt kamen1 und berall hrte man die ,echos von ,tropfen noch tagelang1 nachdem die kleinen ,bche lngst versickert waren4 ,in der ,osternacht standen dann die ,hgel dunkelblau und trocken1 aber ein heller gelber ,berg kam wandernd am ,erdrand herauf4 ,der war zuerst nur ein kleiner ,hgel in der ,ferne4 ,mitten unter den abenddunklen ,hgeln ein einziger sonniger ,hgel4 ,und er wuchs1 whrend ich wanderte1 und rollte ber die fernen ,granitkuppeln fort und wurde zur goldenen ,vollmondskugel1 die sich vom ,erdboden ablste4 ,der ,mond hier in den ewigen ,steinen war wie ein ,leib aus ,fleisch und wanderte wie ich1 und ich htte mich nicht gewundert1 wenn ich ihm dann spter in einem der stillen ,steintler an einer ,wegecke ganz nah begegnet wre4 ,er schien mir hier keine ferne ,welt zu sein1 die da im ,weltraum um die ,erde kreist4 ,er war in diesen einsamen ,tlern1 wo niemand meine deutsche ,sprache sprechen konnte1 und wo ich so allmhlich lernte1 schweigend mit den schweigenden ,dingen zu reden1 mein heimatlicher ,wanderkamerad4 ,aber ich dachte mir dabei den ,mond nicht als ,menschen aus1 mit dem ich plaudern wollte4 ,ich sagte nicht du und nicht ,sie und nicht ,mann und nicht ,frau zu ihm4 ,ich ging und er ging1 und wir schwiegen und verstanden uns1 und nher bin ich dem ,mond nie wieder gekommen als in den einsamen ,steinhgeltlern in ,bohusln1 wo wir ,kameraden waren und im fremden ,lande deutsch sprachen4 ,da gab es auch einen ,platz am ,weg beim ,pfarrhaus1 wo ein ,dachs wohnte4 ,seit ,jahren wohnte er da und war ein alter ,nachbar des ,pfarrhofes4 ,und wenn ich mit einer der ,tchter spazieren ging1 sprachen die jungen ,mdchen immer geheimnisvoller und leiser in der ,nhe der ,wohnung des ,nachbarn und riefen ihm ,scherzworte zu wie einem alten ,hausfreund4 ,und da war ein kleiner ,birkenhain am ,fue eines ,hgels und am ,rande eines ,baches4 ,wenn wir dort hinkamen1 sprachen die ,mdchen noch leiser und legten den ,zeigefinger auf den ,mund1 weil im ,frhlingsabend der ,birkhahn balzte4 ,der war der zweite ,nachbar4 ,und er balzte dort in jedem ,frhjahr1 solange die ,leute denken konnten4 ,vielleicht war es immer ein anderer1 aber davon sprach man nicht4 ,und der junge ,schwede -- der neben der ,schriftstellerei auch ,botanik pflegte -- hatte eine ,birke dort am ,waldrand besonders lieb4 ,und schon als ,knabe hatte er in jedem ,frhjahr die ,birke mit seinem ,messer angeschnitten und ein kleines ,rohr in den ,stamm gesteckt und sich den ,birkensaft in den ,mund trufeln lassen und hatte oft so der ,birke ,herzsaft genossen4 ,wenn er jetzt manchmal heimkam vom ,walde1 hatte er wieder seine ,birkenfreundin besucht1 und dann war er immer schwrmerisch gestimmt4 ,er behauptete auch oft1 wenn er von seinen ,spaziergngen heimkam1 wunderbare ,blumen gefunden zu haben4 ,doch wenn er sie mir zeigte1 waren es die allerwinzigsten ,blten der ,welt4 ,denn andere wuchsen dort in der steinernen ,welt im ,vorfrhling noch nicht4 ,stiefmtterchen1 deren ,blte nicht grer als eine ,linse war1 kleine blhende ,brenmoose und die kleine ,linea1 die stark mandelduftende ,lieblingsblume der ,schweden1 die nicht grer als ein groer ,stecknadelkopf ist4 ,wunderbar waren diese winzigsten ,blumen wohl1 aber ich htte1 an die deutsche ,flora gewhnt1 diese fast unsichtbar blhenden ,pnktchen nicht ,blumen nennen knnen und erwartete immer1 wenn der ,schwede von ,blumen sprach1 da er einen ,strau von groen ,blten nach ,hause bringen wrde1 wie ich sie aus deutschen ,wldern und ,wiesen kannte4 ,oben auf den ,granitkuppeln1 wo wir im ,vorfrhling1 nachdem der ,schnee so pltzlich verschwunden war1 zur ,mittagsstunde1 wenn die ,sonne die ,steine wrmte1 am liebsten saen1 weil man von dort die ferne ,meerscheibe sehen konnte1 dort wuchs aus ,steinplatten heraus eine rote krallenartige ,blte4 ,und der ,schwede fing manchmal eine kleine ,spinne oder eine ,fliege und warf sie auf die ,krallenblume4 ,jedes ,glied dieser ,blte war eine kleine ,rhre und sah klebrig glnzend aus4 ,ein solches ,rhrchen krmmte sich sofort und verschluckte das ihm zugeworfene ,insekt4 ,diese ,blume lag da vor uns im ,sonnenschein auf dem ,granit1 der frher ,meeresboden war1 und erinnerte an den verkmmerten ,rest einer einst hier lebenden ,tiefseepflanze1 die sich am ,meeresgrund ,beute gefangen hatte mit schlangenartigen ,armen1 und die nun die ,insekten in der ,luft belauerte4 ,winzige ,eidechsen huschten vertraulich1 wenn wir auf den ,steinen saen1 bis an den ,rand unserer ,schatten4 ,dann aber erschreckten sie vor unseren beweglichen ,schatten zurck und schossen wie kleine ,pfeile davon4 ,die kahlen ,granithhen1 deren es ,tausende bis tief ins ,land hinein gab1 zeigten wenig scharfe ,ecken oder ,kanten4 ,man sah ihnen allen an1 da das ,meer sie einst rund gewaschen hatte in mehrtausendjhriger ,arbeit4 ,und dieses1 da da rundum im ,land nicht zackige ,felsen waren1 sondern zu ,kuppeln geschliffene1 glattgerundete ,hhen1 an denen man noch den ,gang der groen ,meereswellen1 die sich einst hier berstrzten1 deutlich eingeprgt und eingewaschen sehen konnte1 dieses vom ,meer einst umsplte und jetzt verlassene ,granitgekrse1 das jetzt statt des ,wassers ,sonnenlicht und ,wrme auf sich leben fhlte1 gab dem ,gesicht der ,landschaft ein unheimliches ,gemisch von alter versteinerter ,sturmpracht und unendlicher himmlischer ,friedlichkeit4 ,wenn ,westwind war und man das ,ohr auf einen ,steinbuckel legte1 hrte man in ihm das meilenferne ,meerdonnern1 das fern in ,fjellbacka an die ,kste gezogen kam1 und das deutlich den ,steinen tief im ,lande ,stimme gab4 ,es war1 als kehrten die alten brausenden ,erinnerungen in die fernen ,granitmeilen der ,hgel und ,tler zurck4 ,und man wrde sich nicht gewundert haben1 wre pltzlich das wirkliche ,meer angestrzt gekommen in die hgeligen ,granitwsten1 die in der ,frhlingssonne nicht auf ,blten1 sondern auf weien ,meerschaum zu warten schienen4 ,hinter dem ,pfarrhause1 einige hundert ,schritte fort im ,tal1 lief ein ,bach am ,rande eines verwachsenen ,obstgartens4 ,woher der ,bach kam und wohin er lief1 wute ich nicht4 ,er kam vielleicht aus irgend einem der alten ,eichenwlder1 die ein paar ,meilen weiter drinnen im ,lande1 urwaldhnlich1 in ppiger bemooster ,herrlichkeit1 ohne ,forstaufsicht1 vorweltlich wuchsen4 ,in dem kleinen ,tal hatte das stille ,wasser im ,verein mit ,abend- und ,morgennebeln seit ,jahrhunderten den ,granit mrbe gemacht und hatte ,humus und ,waldabflle in all den ,zeiten reichlich angeschwemmt und hatte mitten im ,granit ein paar ,wiesen und ,gartenerde geschaffen4 ,und die ,wrmeausstrahlung des ,granites1 der sich in der ,sonne schnell erhitzte und nachts noch warm blieb1 machte1 da im ,frhling in jenem ,tal am ,bach entlang die ,wiesen ber ,nacht blitzrasch aufblhten1 so da sie fast nicht natrlich1 sondern wie pltzlich knstlich hingestellt aussahen4 ,halme und ,wiesenblumen schossen in acht ,tagen hoch4 ,da waren ,schierlingpflanzen1 ,sauerampfer1 ,salbei1 die da eilig in den ,himmel wuchsen1 ppiger als auf irgendeiner anderen ,ackerwiese4 ,und die ,wiesenkruter dufteten in der reinen ,steinluft nach reinstem ,honig und nach starken ,gewrzen4 ,das ,grn und die siebenfarbige ,blumenschar waren hier leuchtender und selbstherrlicher als auf irgendeiner ,wiese der ,erde4 ,eingerahmt von den dunklen1 am ,tage noch nachtblauen ,granithgeln1 die auf der ,sonnenseite wie altes ,silber schimmerten und rtliche und lila ,schatten warfen1 wirkten die wachen ,wiesen wie ein greller ,spuk1 unwirklich in dem unwirklichsten ,land1 das ich je gesehen habe4 ,eines ,tages hatte ich lange mit dem alten ,pfarrer ber ,deutschland gesprochen4 ,der alte ,herr hatte einmal vor ,jahren in ,halle und ,leipzig studiert4 ,und wie ich mich so recht an die deutsche ,heimat zurckerinnerte1 da fiel mir erst auf1 wie fremd hier um mich alles war4 ,ich war im ,gesprch mit dem alten ,herrn in ,gedanken in deutschen ,straen bei deutschen ,lauten1 auf deutschen ,wegen1 an ckern1 ,kornfeldern hingewandert und sah mich dann zurckgekehrt vor einem der ,erdgeschofenstern des groen ,wohnzimmers im schwedischen ,pfarrhof stehen und sah drauen zwischen den rotgetnchten ,stallungen und den rotgetnchten ,futtermagazinen den blauen granitbuckligen ,felsenboden1 den keine ,menschenhand hier bewltigen konnte4 ,granit berall in mannshohen ,buckeln und in tiefen ,furchen4 ,der ,granit machte auch noch den inneren ,hof zwischen den ,stallungen und dem ,wohnhaus kraus4 ,wie ein zu ,stein erstarrter ,wasserfall stand der ,granit vor den ,fenstern1 in steinerstarrten ,strudeln1 unerbittlich dem ,menschen trotzend1 hie und da roten ,eisenrost zeigend und offenliegende ,eisenadern4 ,furchtbar gerstet und fremdartig starrte so das ,land rund die wohnlichen ,holzbauten und mich deutschen ,menschen an4 ,wenn es ,abend wurde1 und die ,sonne hinter den nchsten ,steinkuppen schwand1 lie sie den staubreinen ,himmel zwar noch lange glashell leuchten1 aber die stumme ,steinlandschaft verwandelte sich1 sonnenverlassen1 rasch in eine dunkle ,kohlenlandschaft1 die schien geformt aus riesigen ,schlackenmassen voll ,hhen und ,tlern4 ,fast angstvoll sah ich dann immer auf die ungewohnte ,verwandlung4 ,an jenem ,abend1 nachdem ich im ,gesprch mit dem alten weibrtigen ,herrn weit in ,deutschland geweilt hatte und er mich fragte1 wie es mir in ,bohusln gefiele1 mute ich unwillkrlich ausrufen3 ,fremder knnte ich mich nicht fhlen1 wenn man mich pltzlich von einer ,erdlandschaft in eine ,mondlandschaft versetzt htte48 ,und ich bat1 man mge mir eine ,landkarte zeigen1 damit ich mich berzeugen knnte1 da ich wirklich nur eine bis zwei ,tagesreisen von ,deutschland entfernt war4 ,denn ich hatte1 solange ich jetzt in ,schweden war1 noch keinen genauen ,begriff davon1 unter welchem ,breitegrad ich eigentlich lebte4 ,und wenn man mir gesagt htte3 ,sie sind ganz nah am ,nordkap18 so htte ich vielleicht erstaunt gefragt3 ,ach1 bin ich nicht weiter von ,deutschland fort88 ,denn die ,landschaft hier im ,vorfrhling erinnerte wirklich mehr an ,landschaften auf dem ,mond als an ,erdgebiete4 ,auf der ,karte sah ich dann zwar zu meinem ,erstaunen1 da die bohuslnsche ,kste nur am ,skagerak lag1 dessen ,meereswellen von ,schottland und von der ,nordspitze ,dnemarks1 von ,skagen herberkommen4 ,ich war also mitten in mir bekannter ,geographie und war noch nicht einmal in ,norwegen und hatte doch1 der ,landschaft nach1 geglaubt1 ich befnde mich schon am uersten ,ende der ,welt oder vielleicht gar nicht mehr auf der ,erde4 ,ich hatte in den ersten ,tagen gefrchtet1 mit dem ,pfarrer ber ,glaubensfragen in ,streit zu geraten4 ,aber dieses ,pfarrhaus war so einzig dastehend in der ,welt wie die ,landschaft1 in der es lag4 ,es herrschte da jene echte selbstverstndliche ,lebensandacht4 ,die ,wrde und die ,ruhe1 die den alten ,pfarrer umgaben1 waren ebenso unerschtterlich wie die ,weltallwrde der ,granithgel drauen4 ,denn dieser ,geistliche dachte nicht daran1 ,glaubensfragen irgendwelcher ,art aufzuwerfen oder aufzutischen4 ,sein ,leben war tgliche ,amtsarbeit1 durchdrungen von ernster menschlicher ,gte4 ,zu ,anfang jeder ,woche besuchte der alte ,herr bei ,wind und ,wetter -- die dort schneidender als irgendwo sein konnten -- ferne1 verstecktgelegene ,armeleutehuschen seines ,sprengels1 wenn er vorher ,nachricht bekommen1 da irgendein armes ,weib oder ein ,kind oder ein alter ,mann krank lagen4 ,am ,mittwochnachmittag war ,katechismusstunde4 ,aber man denke nicht1 da da ,kinder ins ,haus kamen1 um die ,sprche und ,gebote des ,katechismus aufzusagen4 ,es gab im ,pfarrhause eine ,bank1 die stand unter dem ,geblk des ,dachbodens1 wo des ,pfarrers ,arbeitszimmer als breite ,mansardenstube lag1 und dort vor der ,tr1 unter dem schiefen ,dach1 saen an jedem ,mittwoch schiefgebckte und ein wenig schiefgeratene ,frauenzimmer der weitzerstreuten ,gemeinde4 ,da waren ,frauen1 die ,ehebruch begangen hatten1 und junge ,mdchen1 die der ,verfhrung eines ,burschen nachgegeben hatten und sich nun ,mtter werden sahen1 ehe sie noch mit dem ,burschen einen ,hausstand gegrndet hatten4 ,diese ,verfehlungen gegen ,haustreue und ,gesellschaftssitte muten vom ,pfarrer dadurch gergt werden1 da die betreffenden ,frauen zusammen ,mittwochs zur ,katechismusstunde befohlen wurden1 wobei sie noch einmal das betreffende ,gebot1 das sie auer acht gelassen hatten1 sich einprgen muten und sich vom ,pfarrer einige darauf hinweisende ,worte zum besseren ,verstndnis ihrer ,lebensstellung sagen lassen muten4 ,der junge ,schwede machte sich an jedem ,mittwoch immer ein besonderes ,vergngen daraus1 mich aus dem ,giebelzimmer1 das ich bewohnte1 zu rufen1 um mit mir langsamen ,schrittes und plaudernd im ,hausboden auf und ab zu gehen1 wo die benden ,frauen und ,mdchen der ,fischer oder ,mgde der nchsten ,gter auf der langen ,bank verlegen beieinander saen und auf den ,pfarrer warteten4 ,freitags war der ,begrbnistag4 ,am ersten ,freitag meines ,aufenthaltes dort wute ich das nicht4 ,als ich ahnungslos1 am ,giebelfenster sitzend1 von meinem ,buch zufllig aufsah1 hrte ich fern am ,himmelsrand1 wo ein ,schneeweg zwischen ,granithgeln ging1 einen ,schlitten klingeln4 ,als dann das ,gefhrt am ,pfarrhaus vorbeikam1 bemerkte ich einen ,sarg1 der neben dem ,kutscher einen groen ,platz im ,schlitten einnahm4 ,dieser eine ,sarg erstaunte mich noch nicht sehr4 ,der ,schlitten mit dem ,sarg fuhr hinter die ,hgel1 wo die ,kirche lag4 ,aber nach einer ,weile1 als ich einen ,spaziergang machte1 kam auf einem ganz anderen ,schneeweg1 von einer ganz anderen ,himmelsrichtung wieder ein ,schlitten an1 und als er nher kam1 sah ich1 da dieser ,schlitten auch einen ,sarg mit sich fhrte4 ,und auf einem dritten ,weg aus einer dritten ,richtung hrte ich dann wieder einen ,schlitten klingeln1 und nun blieb ich neugierig am ,kreuzweg im ,schnee stehen1 um zu sehen1 ob er auch einen ,sarg dabei hatte4 ,und wirklich1 es war wieder ein ,sarg auch auf dem dritten ,schlitten4 ,nun wurde es mir ganz unheimlich4 ,da schwarzgekleidete ,leute in jedem ,schlitten saen1 die in ihre ,taschentcher weinten1 so konnten die ,srge nicht leer sein4 ,und da die ,schlitten aus verschiedenen ,himmelsgegenden kamen1 nahm ich an1 es sei im ganzen ,land eine ,epidemie ausgebrochen4 ,ich hrte dann aber im ,pfarrhaus1 da jeden ,freitag der ,beerdigungstag war4 ,da die ,leichen in dem khlen schwedischen ,klima acht ,tage zu ,hause aufgebahrt liegen drfen1 konnte man es so einrichten1 einen einzigen ,tag in der ,woche zum ,beerdigen festzusetzen4 ,samstag und ,sonntags waren ,kindstaufen und ,hochzeiten angesetzt4 ,diese fielen aber meistens in die wrmere ,jahreszeit und nicht in die ,schlittenzeit1 indessen die ,srge natrlich auch in der wrmeren ,jahreszeit nicht ausblieben4 ,am ,samstag und ,sonntag sah ich dann immer von meinem ,giebelzimmer aus1 auf den verschiedensten ,wegen1 ber den ,hgeln ,bauernfuhrwerke auftauchen1 deren ,kutscher schon von ferne beim ,anblick des ,pfarrhofs lustig mit der ,peitsche knallten4 ,gewhnlich fuhren zwei1 drei kleine ,wagen hintereinander2 und alle ,peitschen knallten1 und die ,rder sprangen hoch ber den ,steinboden1 und die ,wgelchen hpften mehr1 als da sie fuhren1 und die ,insassen hielten ihre ,hte und ihre ,tcher am ,kopf fest4 ,nur lachende ,leute kamen an diesen ,tagen in den ,pfarrhof4 ,sie wurden an der ,haustr des ,pfarrhauses ausgeladen und stiegen zum ,pfarrer ins ,studierzimmer hinauf1 wo sie ihre ,traupapiere abholten1 um nachher zur ,kirche zu fahren4 ,oder ein anderer ,trupp lachender ,leute begegneten mir auf der ,haupttreppe4 ,sie trugen ein kleines weinendes ,kind auf weien ,kissen oder in dicke ,reisedecken gehllt4 ,das ,kindchen hatte stundenlang im offenen ,wagen reisen mssen1 um seinen ,vornamen im ,pfarrhause zu erhalten und seine ,aufnahme in die ,gemeinde4 ,auch die ,srge hatten oft stundenlang reisen mssen1 um ihre ,toten bei der ,kirche zur ,ruhe zu bringen4 ,ebenso muten die ,brautpaare von allen ,windrichtungen stundenweit herreisen1 um sich ihren ,segen zum ,ehestand beim alten weihaarigen ,liebegottpfarrer zu holen4 ,alles dieses war seit alters her so eingerichtet und wurde befolgt4 ,des ,pfarrers stattliches ,landkirchlein lag hinter einigen ,granithgeln1 eine kleine ,viertelstunde entfernt vom ,pfarrhause4 ,das ,kirchenhaus war ein schner vielhundertjhriger behbiger ,granitbau mit gotischem ,gewlbe und erinnerte an altschottische ,kapellen4 ,ganz einsam lag das ,gebude in der ,landschaft4 ,auf einer erhhten ,erdflche1 die den ,friedhof bildete1 stand diese schmucke silbergraue ,kirche und hatte weite ,fernsicht ber das narbige steinerne ,hgelland4 ,das ,kircheninnere hatte hnlichkeit mit einem trutzigen ,burgsaal4 ,die ,sonne ging den ganzen ,tag rund um diesen groen ,kirchensaal1 der einfach weigetncht war und doch einen festlichen ,eindruck machte4 ,die ,sonne sah auf ihrem ,rundgang zu allen ,fenstern in den ,saal hinein4 ,im ,kirchhof drauen standen als ,grabsteine viele mannshohe aufgerichtete ,granitblcke1 und einige dieser ,steine zeigten neuzeitliche ,drachenzeichnungen1 alte aufgefrischte ,wikingererinnerungen4 ,eines ,sonntagmorgens fragte mich der junge ,schwede1 ob ich nicht einmal seinen ,vater predigen hren wollte4 ,ich hatte lngst gefrchtet1 da einmal im ,pfarrhaus dieses ,ansinnen an mich gestellt werden knnte4 ,und als ich fragte1 ob der ,pfarrer den ,wunsch selbst ausgesprochen htte1 ob der ,vater den ,sohn beauftragt habe1 mich zur ,kirche zu fhren1 lachte der ,gefragte und meinte1 sein ,vater kmmere sich nicht darum1 was ich glaube oder nicht glaube1 denn ich gehrte ja nicht zu seiner ,gemeinde4 ,der alte ,herr wisse recht gut1 da jeder nach seiner ,art selig werden drfe4 ,wir gingen dann zur ,kirche4 ,der ,gottesdienst hatte schon begonnen1 und der junge ,schwede ffnete deshalb vorsichtig und langsam die ,tre1 erst nur ein wenig1 um zu horchen1 weil wir bei einer ,pause eintreten wollten4 ,dicht bei der ,tre hrte ich aus dem ,innern des ,steinhauses eine laute ,predigerstimme4 ,aber das schien nicht die ,stimme des ,pfarrers1 nicht die ,stimme eines gesunden1 wrdevollen und ruhigen ,menschen zu sein4 ,diese ,stimme klagte in den jmmerlichsten ,lauten1 chzte1 sthnte und krmmte sich1 als winde sie sich1 um aus einem ,menschenkrper zu entschlpfen1 der sie qulte4 ,und die ,stimme nselte dabei1 so da ich ihr nicht glauben konnte1 da ihre ,qual echt sei4 ,es schien mir1 als jammere sie den ,jammer eingebildeter ,leiden2 ,leiden1 die sie mit einer gewissen ,wollust aufzhlte4 ,die ,stimme war wie die eines eingebildeten ,kranken1 der atemlos eine ,krankheit nach der anderen an sich zu finden beteuert1 und der sich und andere berreden mu1 an diese ,krankheiten zu glauben1 weil er getrieben ist von einer unerklrlichen ,notwendigkeit1 fortgesetzt mit ,krankheiten1 die nicht vorhanden sind1 sich und andere zu beschftigen4 ,das ist doch nicht ,ihr alter1 ernster1 ,ihr stattlicher und rstiger ,vater1 der da drinnen von der ,kanzel spricht18 sagte ich tief erstaunt zu dem jungen ,schweden1 nachdem ich einen ,augenblick sprachlos drauen vor der ,kirchentr gelauscht hatte4 ,das ist doch nicht seine natrliche ,stimme1 mit der er sonst so weise1 vornehm und wrdevoll im ,hause mit uns spricht48 ,der junge ,mann sah mich an und lachte4 ,er hatte seinen ,vater oft predigen hren1 und er begriff nicht recht1 da ich die ,stimme des alten ,herrn nicht wiederfinden konnte4 ,das ist er nicht6 ,das ist ganz unmglich18 behauptete ich4 ,das ist ein fremder ,geistlicher4 ,sicher hat sich ,ihr ,vater heute von einem anderen ,prediger ablsen lassen48 ,aber ich kenne doch die ,stimme meines ,vaters wieder18 meinte nun der ,sohn ernst werdend4 ,ob das nun ,ihr alter ,herr ist oder nicht18 sagte ich1 dieser ,stimme will ich jedenfalls nicht zuhren4 ,diese ,stimme kommt mir so unwahr und so unmenschlich vor1 da ich dem ,menschen nicht zuhren will1 der diese ,stimme hat4 ,wie kann man bei schnem ,frhlingsonnenschein so wimmern1 wenn man nicht todkrank oder am ,sterben ist6 ,ich finde diese ,stimme unvernnftig4 ,der ,frhling lacht auf den ,steinen1 und die ,steine selber sehen in der ,sonne so festlich aus1 da ich es eine ,snde finde1 wenn ein ,mensch an diesem frohen ,sonntagmorgen ein so gequltes ,gewimmer aufschlgt1 welches mir ganz unausstehlich in den ,ohren weh tut und meine ,menschenwrde plagt48 ,es ist aber doch mein ,vater18 lachte jetzt wieder der ,schwede1 der meine ,rede mehr lustig als ernst fand1 und den es pltzlich gewaltig unterhielt1 da sein ,vater zwei so verschiedene ,stimmen hatte4 ,das ist seine ,amtsstimme18 sagte er4 ,mit dieser ,stimme mu er zu den ,bauern und zu den ,fischern sprechen4 ,sonst glauben diese einfachen ,leute nicht den ,worten1 die er zu sagen hat48 ,dann knnen die ,worte nicht wahr sein18 meinte ich und murmelte diesen ,satz vor mich hin1 denn der ,schwede streckte eben seinen ,kopf durch die ,trspalte in die ,kirche hinein und zog ihn vergngt wieder zurck und sagte3 ,natrlich ist es mein ,vater und kein ,hilfsprediger4 ,aber jetzt1 wo ich die ,verschiedenheit in seiner ,stimme empfunden habe1 kann ich heute selber nicht mehr1 ohne zu lachen1 in die ,kirche hineingehen48 ,und wir gingen und wanderten1 immer noch ber den alten ,herrn und seine ,stimme streitend und sprechend1 von der ,kirche fort1 und schritten lachend ber das frhlingsbesonnte ,steingesicht der ,landschaft1 das so aufrichtig und unverhllt am ,sonntag wie am ,alltag mit gleicher ,wrde und ,vornehmheit einem zu ,herzen sprach1 und das nur eine tiefe ,weltallsprache und nur eine festliche ,lebensstimme kannte4 ,spter zu ,hause1 beim ,sonntagmittagstisch1 war der alte ,herr grogeistig genug1 unsere ,aussprache ber seine zwei ,stimmen1 die wir vor der ,kirchentr hatten1 und die ihm sein ,sohn erzhlte1 lachend und humorvoll aufzufassen4 ,und ich war dadurch einer peinlichen ,erklrung meiner ,weltauffassung1 die ich unvermeidlich htte geben mssen1 enthoben4 ,denn es ist mir nie eingefallen1 solange mich meine neue ,weltanschauung beschftigte1 sie irgend jemandem unaufgefordert einreden oder aufdrngen zu wollen4 ,trotzdem ich damals jung und lebhaft war1 schwieg ich ber meine ,gedanken4 ,teils schwieg ich1 weil ich mich in den ,jahren meiner ,lebensunerfahrenheit lteren und in ihren ,brden und ,gedanken wei gewordenen ,mnnern gegenber nicht frwitzig benehmen wollte1 aber hauptschlich schwieg ich deshalb1 weil ich die neue ,weltauffassung zuerst am eigenen ,leben1 am eigenen ,geist und ,krper durchkosten und anwenden wollte4 ,ich schwieg aber nicht bewut1 ich fhlte nur unbewut3 die ,zeit wird kommen1 wo ich entweder die ,auffassung von der ,festlichkeit des ,lebens vergessen1 abgetan und als unsinnig empfinden werde1 oder ich bleibe dieser ,anschauung treu1 und mein ,leben und meine ,lebensarbeit gestalten sich von selbst im ,sinne meiner neuen ,anschauung4 ,und dann1 wenn das einmal sein wird1 dachte ich1 dann habe ich in mir selber den ,wirklichkeitsbeweis gefunden1 da man glcklich1 weltfestlich und alle ,leben verstehend und auf alle ,leben eingehen knnend1 auch zu den ltesten und zu den jngsten ,leuten wird sagen knnen3 ,seht1 ich wei einen ,weg1 einen ,gedankengang1 der alle ,handlungen des ,menschen1 die ,ttigkeit und die ,ruhe1 die ,freude und das ,leid festlicher und reicher machen kann1 als es bisher in allen ,jahrhunderten der ,menschheit mglich gewesen ist4 ,sich ,schpfer und ,geschpf fhlen1 ob man nun ,handwerker oder ,dichter ist1 ,mann oder ,frau1 ,knig oder ,knecht1 sich zu fhlen als ,besitz aller und als ,besitzer des ,alls1 diese ,kraft legt in eure ,gedanken4 ,mit dieser ,kraft lebt euer ,leben1 und ihr werdet so reich sein wie jene ,gtter1 die ihr euch immer reich gedacht habt1 so reich werdet ihr dann sein4 ,ihr werdet allwissend1 allfhlend1 allweise sein4 ,ihr werdet allmilde1 allgtig und gestreng sein1 mit euch und allen ,leben4 ,ihr werdet dem ,menschenleben in dieser festlichen ,lebensauffassung eine natrliche ,schnheit geben4 ,und ihr werdet euch alle nicht mehr erniedrigen mssen1 mit ,doppelzungen zu reden48 99 99 99 99 99 ,in den nchsten ,tagen nach jenem ,sonntagvormittag1 an dem ich zum erstenmal in meinem ,leben vor einer ,kirchentre umgekehrt war und mich von einer ,doppelstimme hatte erschrecken lassen1 dachte ich viel nach und sagte mir1 da ich wahrscheinlich niemals vor jener ,kirchenstimme erschrocken wre1 wenn mir der ,prediger unbekannt gewesen4 ,denn ich hatte eigentlich in der ,kirche nichts anderes erwarten drfen als den mir seit meiner ,kindheit bekannten1 halb klagenden1 halb strafenden ,kanzelton1 bei dem wir ,schulknaben alle unsere ,sonntagvormittage bis zur ,schulentlassung hatten verbringen mssen4 ,aber hier in der fremdartigen ,landschaft1 auf dem heimatfernen ,weltfleck1 wo einen noch vor der ,kirchentre die ,drachenzeichnungen alter starker ,wikingererinnerungen auf aufgerichteten ,friedhofsteinen empfingen und einem mchtige naturstolze ,menschen aus der ,vorzeit in die ,vorstellung gerufen wurden1 hier war in der ,granitpracht des ungebndigten ,landes und bei der ,nhe des ungebndigten freien ,nordmeeres die weinende1 klagende1 strafende und krankende ,predigtstimme etwas1 das sich so gar nicht in die starke ,umgebung einfgte4 ,so da ich schon davon allein1 vom ,klang des jammernden ,predigttones1 bedrckt worden wre1 auch wenn ich gar nicht die schne vornehme und krftige ,alltagsstimme des ,pfarrers vom ,pfarrhause her gekannt htte4 -- ,kein ,mann darf aber zwei ,stimmen haben2 die ,amtsstimme und die ,hausstimme sollen beide so ineinander verschmolzen sein1 so wie ,mund1 ,lunge und ,herz im ,amt und im ,haus dasselbe bleiben und nicht an- und abgelegt werden knnen durch einen zweiten ,mund1 ein zweites ,herz1 eine zweite ,lunge4 ,das ,hausamt ist ebenso feierlich und festlich zu nehmen wie das ,weltamt1 und keines darf das andere an ,wrde berbieten wollen4 ,denn ,kinder zu erziehen1 lebende ,menschen zu schaffen und zu bilden und zu versorgen im ,hause1 das ist eine ebensolche feierliche ,arbeit wie die ,amtsarbeit auer dem ,hause1 die ,wrde verbreiten soll in das ,leben der ,menschenmassen4 ,aber es war auer der ,stimme auch der ,schrecken ber die ,lehre von der ,erbsnde und ber die ,lehre von dem ,lebensjammertal1 der mich mitten im ,frhsonnenschein wie eine mittelalterliche ,dunkelheit an der ,kirchentr berfallen hat4 ,die ,stimme1 die da drinnen in der ,kirche nur von ,strafe und ,leid und ,sorgen zu predigen schien1 von irdischen ,qualen und sehnschtig erhofften ungewissen ,himmeln nach dem ,tode1 diese ,stimme schien die ,tagessonne auslschen zu wollen4 ,ich versuchte es in den nchsten ,tagen nach jenem ,sonntag im ,pfarrhause fters1 wenn ich mich mit dem alten ,herrn in altgewohnter ,weise unterhielt und er sich so ernst und gemessen in seinem ,schaukelstuhl im groen ,wohnzimmer wiegte1 ob ich die ,kirchenstimme1 die mir von jenem ,sonntagmorgen her wie ein trber ,spuk noch im ,geiste stand1 in den stattlichen1 wohlgepflegten und trutzigen ,herrn1 der einem ,wikingerhuptling hnlicher war als einem ,pfarrer1 hineindenken konnte4 ,es war mir das aber ganz unmglich4 ,zu ,hause sprach der alte ,herr tief und gewichtig1 verstndig1 gesund und bedeutsam1 und sein ,ton wiegte sich auf einer allmenschlichen ,gte und ,wrde1 und in seinen blauen blitzenden ,schwedenaugen blinkte das ,salz eines klugen ,verstandes wie der ,glanz des ,meeres4 ,und wenn die ,sonne vom ,fenster her in seinen weien ,bart leuchtete und wir von ,politik und ,philosophie sprachen und sein ,sohn ihn beim ,deutschsprechen ein wenig untersttzte1 dann war das ganze einfache ,haus1 das diesen ,alten in ,amt und ,wrden seit vielen ,jahren beherbergt hatte1 fr mich mehr festliche ,kirche als die ,kirche1 zu der der ,pfarrer ,sonntags ging1 und in der er1 wie mir schien1 seinen ,leib aufgab und als sein eigenes ,gespenst auf der ,kanzel stehen mute und zu ,gespenstern predigen mute4 ,diese ,begebenheit verwischte sich aber bald1 verdrngt von neuen ,tagen und neuen fremdartigen ,eindrcken4 99 99 99 99 99 ,eines ,tages1 als wir auf der ,hhe beim ,pfarrhaus standen1 der junge ,schwede und ich1 und nach der ,ferne hinhorchten1 wo es immer wie ,erdbeben grollte und wo die ,meerlinie mit ihrem ,glanz den ,erdrand silbern erscheinen lie1 da sagte mein ,freund zu mir3 ,ich habe mit meinem ,vater gesprochen4 ,er leiht uns morgen ,wagen und ,pferd4 ,dann fahren wir nach ,fjellbacka4 ,dort nehmen wir ein ,segelboot und segeln mehrere ,tage48 ,es war nun ,mitte ,mai1 und berall zwischen den ,steinen grnte es1 und die ,birken winkten im ,wind mit tausend kleinen grnen ,wimpeln1 und die ,sonne lie sich nicht vom ,meerwind verjagen4 ,es waren keine ,wolken mehr am ,himmel1 und ich war sehr erstaunt1 als der ,schwede mit der ,hand ber das ,land nach der ,richtung des ,meeres deutete und mitten im hellen ,maisonnenschein behauptete1 heute wre noch ,sturm auf dem ,meer4 ,aber morgen wrde der ,wind wohl nachlassen1 da es schon mehrere ,tage gestrmt habe4 ,da fhlte ich zum erstenmal1 als passe das ,wort ,landratte auf mich4 ,sturm1 ohne dunkle fliegende1 grell beleuchtete ,wolken1 ,sturm bei klarem blauen ,himmel und reinstem ,sonnenschein1 dieses ,sturmbild hatte noch nie in meiner ,vorstellung gelebt4 ,aber ich fhlte1 da der ,wind scharf an uns anprallte1 als wir da in der ,sonne unterm wolkenleeren ,himmel auf dem ,granithgel standen4 ,also mute es drauen auf dem ,meer bei diesem ,winddruck hohen ,seegang geben4 ,der ,schwede zeigte mir von unserem ,platz aus einige ,brandungswellen1 die man am ,horizont wie den weien ,dampf aus einer ,kanone ber dem sonnenglnzenden ,meeresspiegel aufsteigen sah4 ,dort prallte das ,meer an unterirdische ,klippen und sprang in haushohem ,schaum zur ,luft4 ,das tat es aber nur an ,sturmtagen4 ,an windstilleren ,tagen kreiselte es1 nur ein wenig aufspritzend1 an jenen ,meerstellen4 ,am nchsten ,morgen waren wir schon um vier ,uhr aufgestanden4 ,ein ,knecht hatte das ,pferd geschirrt und den ,wagen vors ,haus gefhrt4 ,alles schlief noch4 ,die ,mgde hatten vergessen1 uns ,milch ins ,ezimmer zu stellen1 und so ging mein ,freund selbst nach der ,milchkammer1 um uns einen ,morgentrunk zu holen4 ,er kam aber gleich wieder1 leise auf den ,zehen gehend1 und winkte mir verstohlen4 ,um zur ,milchkammer zu kommen1 mute man durch die groe ,mdchenkammer gehen4 ,und als ich hinter dem jungen ,schweden dort eintrat1 verstand ich lachend1 warum er mich gerufen hatte4 ,an den ,wnden befanden sich in dem ,raum drei pritschenartige schmale ,betten1 so schmal1 da sie kaum den ppigen ,leib der ,stall- und ,kchendirnen fassen konnten1 die da schliefen4 ,die ,mdchen lieen die nackten ,arme auf die ,dielen herunterhngen1 schne stattliche ,arme mit rosiger1 zarter ,haut1 wie sie dem schwedischen ,volke eigen ist4 ,die lautlose ,kammer im dmmerigen ,morgenlicht1 in der nur die ,atemzge der drei krftigen ,geschpfe gutmtig auf- und niedergingen1 war wie ein ,bild aus ,homers ,zeiten4 ,ursprnglich1 naturwchsig und festlich irdisch war der ,eindruck der gesunden1 schlafenden ,mgde1 die da den ,schlaf wie eine geweihte ,mahlzeit vor uns genossen4 ,whrend ich noch unter der ,tre stand1 ging der ,schwede in die ,milchkammer und holte den ,milchkrug4 ,er konnte sich dann nicht enthalten1 im ,vorbergehen mit einem ,lffel einige ,tropfen ,milch einer ,magd auf den nackten ,arm zu spritzen4 ,die so ,gestrte ffnete die ,augen1 schien uns aber in ihrem angenehmen ,schlafdunst fr zwei ,traumgesichter zu halten4 ,sie erschrak gar nicht1 rckte auch die ,arme nicht von der ,stelle4 ,sie lchelte ein wenig1 schlo die ,augen und atmete weiter4 ,wir schlossen wieder vorsichtig die ,tr1 und nachdem wir die ,milch lachend getrunken hatten1 verlieen wir das ,haus und kletterten auf den ,wagen4 ,im ,augenblick aber1 da der ,knecht dem jungen ,schweden die ,zgel gab und1 uns grend1 sich zurckzog und der ,wagen mit ,lrm den ,hof verlie1 sahen wir hinter den ,erdgeschofenstern der ,mgdekammer alle drei ,mgde hinter den ,scheiben stehen4 ,sie drckten ihre ,nasen an das ,fensterglas und winkten uns zum ,abschied ein wenig nach4 ,sie hatten alle drei den muntern ,sohn des ,hauses gern4 ,dem jungen ,schweden behagten auch die ,landmdchen mehr als die ,stadtfruleins4 ,bei jeder ,gelegenheit sprach er ein wenig spttisch ber ,stadtdamen und lobte die gesunden einfachen ,bauernmdchen seines ,landes1 deren ,stallgeruch ihm angenehmer war als die berfeinerten ,wohlgerche der ,stdterinnen4 ,er war auch der erste ,mensch1 dem ich begegnet bin1 der in ,paris gewesen war und die ,pariserinnen nicht ausstehen konnte4 ,sie sind nur eine ,firnismasse und keine ,menschen18 behauptete er4 ,es sind ,wesen mit ,schminke und ,puder maskiert1 verstandesmige1 geldgierige ,geschpfe1 deren ganzes ,dasein sich in ewigen ,berechnungen abwickelt1 fern von allen natrlichen1 einfach menschlichen und warmen1 gtigen ,gefhlen48 ,er sagte1 er habe es nur drei ,tage in ,paris ausgehalten1 so sehr habe ihn diese ,stadt geekelt4 ,ich war damals noch nicht in ,paris gewesen und hrte diese uerungen mit ,staunen4 ,ich hatte bis dahin ,paris von den ,deutschen immer nur loben hren4 ,dem urgermanischen ,widerwillen gegen alles ,romanische2 dem ,widerwillen1 der die beiden ,vlker wie ,hund und ,katze in den tiefsten ,instinkten einander nie natrlich befreundet macht1 wenn nicht gegenseitige ,geduld1 ,weisheit und ,nachsicht walten1 diesem ,gefhl war ich noch nie so offen begegnet wie hier bei der ,wikingernatur des jungen ,schweden4 ,ich war seit dem ,tag meiner ,ankunft aus ,deutschland nicht wieder an der ,kste in dem ,fischerdorf ,fjellbacka gewesen1 denn der ,ort lag zu weit weg1 um ihn auf einem ,spaziergang vom ,pfarrhause erreichen zu knnen4 ,nun fand ich ,fjellbacka frhlinghaft wieder4 ,an der steil zum ,meer abfallenden ,hauptstrae standen die schmucken ,holzhuschen frisch wei und gelb und blablau und rot bemalt1 und in den winzigen ,vorgrten1 auf wenig ,erde1 zwischen buckligem ,gestein1 grnten sparsame ,gartenbeete1 in denen die wenigen ,blumen kostbarer zu leuchten schienen als irgendwo2 sie wurden hier den ,menschen wertvoll1 hnlich dem ,schluck ,wasser1 der in der ,wste den ,wert von ,menschenleben hat4 ,fjellbacka heit3 ,felsenhang4 ,die niedlichen roten ,holzhuschen kleben hier wie ein ,haufen ,schwalbennester an der grauen und lilarosigen ,felsenwand1 die dort zum ,meer abfllt4 ,im ,dorf sind winzige ,gchen1 und manches ,huschen ist nicht viel hher als ein ,mensch4 ,manches ,fischerhaus hat nur eine ,kche und eine ,stube1 aber glnzt von ,sauberkeit innen und auen4 ,die ,gassen sind von ,felsen natrlich1 hckerig gepflastert1 und jeder ,schritt mu erklettert werden ber kleinen und groen ,granitbuckeln1 die auch hier wie berall in ,bohusln in der ,erde einen einzigen riesigen ,stein zu bilden scheinen1 der den ,umfang einer ganzen ,provinz behauptet4 ,nachdem wir den ,wagen in den ,gasthof eingestellt hatten1 traten wir unter einem nach ,fisch und ,teer duftenden1 roten1 hlzernen ,vorratsschuppen hinaus auf eine ,landungsrampe4 ,diese steht auf ,holzbohlen ins ,meer gerammt1 und an ihr liegen unzhlige kleine ,boote der ,fischer und ,hndler von ,fjellbacka angeseilt4 ,es machte mich fast erschrocken1 wie dunkel und abgrundfinster das ,meer mich ansah1 das ich zuletzt1 acht ,wochen vorher1 als weie blinde ,eisflche undurchsichtig erstarrt gesehen hatte4 ,und nun spielte es mit kleinen kurzen quecksilberigen ,wellen1 die die ,farben der verankerten bunten ,fischerboote zurckspiegelten1 als wre das ,wasser mit gelben1 roten1 blauen ,glassplittern bestreut4 ,aber weiter drauen wurde das ,meer ein dunkelgrner ,abgrund4 ,es war mir einen ,augenblick1 als endete hier an der ,anfahrtsrampe alle ,erde1 und das ,meer schien einen ,weltabgrund auszufllen4 ,ich hatte das ,meer vom ,lande drinnen nur als ferne ,spiegelflche gesehen und ganz vergessen1 da es eine ungeheure ,tiefe hatte4 ,bei der ,winterfahrt vor einigen ,wochen war mir die ,meeresoberflche1 die vereist gewesen1 wie ein weier ,ballsaal mit blankem ,boden erschienen und hatte nicht von ,tiefe gesprochen und von keiner ,unergrndlichkeit1 vor der ich jetzt staunte4 ,als wir dann ein ,boot bestiegen und der ,schwede mit ,hilfe eines ,fischers die ,segel aufsetzte1 da war es ein groer ,genu1 sich vorzustellen1 da wir nun in dem ,kahn auf der tanzenden ,wasserflche hin ber ,abgrnde1 in denen alle ,mglichkeiten des ,todes lauerten1 schweben sollten4 ,das ,meer1 das vor ,fjellbacka nicht frei liegt1 sondern nur einen ,meerplatz bei der ,kste bildet1 der von den vorgelagerten ,inseln wie von hintereinanderliegenden ,hgeln begrenzt wird1 das ,meer hat hier durch die ,eingeschlossenheit etwas ,heimliches1 ,gemtliches4 ,man war hier erst in einem ,vorgemach zum ,unendlichkeitssaal des ,meeres4 ,ungefhr in der ,mitte dieses eingeschlossenen ,meerplatzes liegt ein winziges ,steininselchen1 das sich nur mehrere ,fu hoch ber den ,wasserspiegel hebt4 ,diese ,insel1 auf der kein ,baum und kein ,strauch steht1 sondern wo nur ein paar ,holzgerste zum ,trocknen von ,fischen errichtet sind1 dieser kleine hellgraue ,steinbuckel befand sich noch im letzten ,jahrhundert unter dem ,meeresspiegel1 und an jener ,klippe ist damals bei einem ,sturm ein ,bischof in seinem ,boot mit seinen ,leuten aufgerannt und untergegangen4 ,dieses erzhlte mir der ,schwede1 whrend wir jetzt im schnsten ,morgensonnenwetter an dem ,inselstein vorberkreuzten4 ,und es war mir wunderbar1 auszudenken1 da ,steine aus dem ,meere wachsen und da neue ,welten sich bilden1 und da das hundertjhrige kleine ,inselchen noch wie ein ,kind im ,verhltnis zu den groen ,inseln drauen war und doch schon hundert ,menschenjahre zhlte4 ,und auszudenken1 da da einmal1 wo wir jetzt ber ,abgrnden1 mit ,meersalz bespritzt1 in der ,morgensonne hinfuhren1 das ,wasser verschwunden sein wrde und berall ,land auferstehen wrde6 ,da dann da ,menschen gehen und ,huser bauen wrden1 wo jetzt ,wasser war6 ,so wie das ,pfarrhaus drinnen im ,land auf ,meeresgrund stand1 so wrden ,menschen hier walten1 und niemand wrde sich dann der ,menschen von heute mehr erinnern nach den ,tausenden von ,jahren2 niemand wrde an uns beide denken knnen1 niemand an diesen ,tag1 an dem wir hier ,wirklichkeit waren4 ,und wir hatten doch wirkliche ,herzen und ,hnde1 die jetzt eben in jedem ,augenblick auf unser ,leben bedacht sein wollten1 die die sonnendurchleuchtete ,segelleinwand sorgsam an den ,tauen der ,windrichtung anpassen muten und vorsichtig gegen den ,wind kreuzen muten1 um unsere ,leben ber die ,abgrnde zu bringen1 die unter uns lagen4 ,und auszudenken1 da unsere ,schatten und der ,schatten des ,schiffes1 die als schwarze gezeichnete ,flecken ber die grne ,wasserflche mitfolgten1 nicht krperloser waren als die ,krpermasse des ,bootes und unserer beiden ,menschengestalten6 ,und ich verstand1 da das ,holz des ,bootes und sein ,leben und das ,leben der ,segelleinwand und unsere ,krper aus ,fleisch und ,blut1 die so verschieden aussahen1 im ,grunde sich in nichts voneinander unterschieden4 ,sie wrden1 wenn hier das ,wasser verschwunden und dieser ,meeresplatz ein ,tal mit ,menschenhusern darin geworden war1 alle in der ,spurlosigkeit eins geworden sein4 ,dieses ,meer von heute1 dieses ,boot von heute und wir zwei ,menschen im ,boot waren im ,grunde krperlose ,schatten4 ,und diese ,betrachtung1 die sicher tglich an verschiedenen ,orten der ,erde und rund um die ,erde ,tausende von ,menschen anstellen1 diese ,betrachtung1 die angestellt worden ist1 so lange ,menschen auf der ,erde leben1 endete bisher immer bei allen ,sterblichen mit einem ,seufzer des ,sichhineinfindenmssen in die lstige ,vergnglichkeit4 ,die ,menschen aller ,zeiten sahen das ,vergehen ihrer ,gestalt fast als eine persnliche ,beleidigung an1 als eine ,beleidigung1 die ihnen jemand antat1 jemand1 von dem sie behaupteten1 da er strker wre als sie4 ,und das ,menschenleben konnte nie recht aufatmen1 wenn es an die ,vergnglichkeit erinnert wurde4 ,denn nur wenige haben den ,gedanken in all den ,zeiten zu ,ende gedacht1 der mit etwas ,lebenslust so leicht zu ,ende zu denken ist4 ,es wird uns nichts angetan1 auch1 wenn wir am ,ende unseres ,menschenlebens den ,tod zur ,menschengestalt kommen lassen4 ,denn wir sind aus der ,vergnglichkeit hergekommen1 aus der ,unergrndlichkeit1 und gehen in die ,unergrndlichkeit4 ,wir gehren also dem ,unergrndlichen immer an1 auch in jeder ,sekunde des ,lebens1 weil wir von dort herkamen4 ,aber wir gehren ebensogut immer der ,wirklichkeit an1 weil wir zur ,wirklichkeit kommen konnten4 ,da einmal fr uns die ,mglichkeit vorhanden war1 ins ,wirklichkeitsleben zu kommen1 so knnen wir ruhig annehmen1 da diese ,mglichkeit schon tausende ,male und immer in uns vorhanden war und ist4 ,wir mssen verstehen lernen1 da wir bereits tausende ,male zur ,wirklichkeit gekommen sind1 und da wir viele tausende ,male immer wieder dieselbe ,mglichkeit finden werden4 ,die ,unergrndlichkeit1 der ,tod1 hlt uns nicht fr ewig fest1 so wie die ,wirklichkeit1 das ,leben1 uns nicht ewig festhlt4 ,so denken logisch die meisten ,asiaten heute schon1 und so haben die alten gypter gedacht1 und so sollten wir wieder denken1 nur mit dem neuen ,zusatz unserer in tausend ,jahren weiter fortgeschrittenen ,erkenntnis1 da jeder ,mensch1 der da stirbt1 die ,kraft des ganzen ,weltalls so gut in sich trgt1 in seiner ihm angeborenen ,unergrndlichkeit1 wie er auch die ,schwchen seiner kleinen ,wirklichkeitsfigur zugleich mit sich trgt4 ,und es ist kein ,seufzen1 mit dem ihr diese ,betrachtung schlieen mt4 ,ihr mt lernen1 mit weisem ,lcheln eurem ,verschwinden nachzusehen4 ,ihr mt es feiern lernen1 da eure kleine ,wirklichkeit vergeht und immer wieder vergehen mu1 und mt wissen1 da ihr immer besteht als unvergnglich1 so oft ihr auch das ,wirklichkeitsspiel scheinbar verlat2 das ,festspiel des wirklichen ,lebens behlt euch immer4 ,und wenn euch dann der ,gedanke kommt3 dieses ,boot1 in dem ich segle1 dieses ,meerwasser1 auf dem ich fahre1 diese ,menschengestalt1 in der ich heute die ,segelfahrt geniee1 sie werden in abertausend ,jahren verschollen sein1 dann werdet ihr lchelnd sagen3 ,aber die ,fahrt war deswegen doch festlich und genureich1 und es gibt noch ,tausende von ,sternen und ,tausende von ,lebensarten1 auf denen und in denen wir wieder aufleben werden4 ,ein schner ,tag1 eine schne ,morgenfahrt wie heute1 ist deswegen nicht weniger schn1 weil sie vergnglich ist4 ,denn jedes ,menschen ,unergrndlichkeit steht hinter seiner ,gegenwart1 seine ,unergrndlichkeit1 die viel tiefer ist als diese ,meerestiefe unter dem ,boot1 und die viel tiefer ist als alle ,hhe ber dem ,boot4 ,sie1 unsere ,ewigkeit1 unser festlicher ,besitz und der festliche ,besitz aller1 weilt bei mir im ,boot1 in mir1 in meiner ,gestalt4 ,sie schaut aus dem ,wasser neben mir herauf1 sie drhnt aus dem ,holz des ,bootes1 sie leuchtet aus der ,leinwand des ,segels1 sie blickt mich aus dem ,auge meines ,kameraden im ,boote ebenso an1 wie sie aus meinem ,auge ihn und alle ,dinge rundum unergrndlich ansieht4 ,wie wenig ist dagegen die endliche ,wirklichkeit1 die ihr beweisen mchtet1 der ihr nachseufzen mchtet1 da doch die herrliche erhabene ,unergrndlichkeit -- die ihr besitzt1 und die euch besitzt -- weitaus groartiger als die ,wirklichkeit jede eurer kleinsten ,handlungen beleuchtet6 ,darum seufzt nicht ber die unwirkliche ,vergnglichkeit4 ,nichts strt euer groes ,fest1 ihr seid von ,ewigkeit zu ,ewigkeit mitten in diesem ,fest1 immer und ewig4 -- 99 99 99 99 99 ,an diesem ,tage1 bei dieser ,segelfahrt1 sah ich auch die ,inselgassen wieder1 in die wir nach der ,durchkreuzung des ,meeresplatzes eintraten4 ,die vielen ,mwenvlker1 die im ,winter dagewesen1 waren jetzt fortgeflogen4 ,sie sind im ,sommer drauen1 sagte mir der ,schwede1 auf den uersten ,inseln im offenen ,skagerakmeer1 wo sie brten4 ,nur hie und da glitt ein einzelner ,strandvogel durch die stille ,luft der geheimnisvollen ,gassen4 ,ich mute an ,venedig denken1 als wir zwischen den hohen ,felsenwnden in den ,wasserlufen im ,boote hinglitten4 ,an ein versteinertes farbiges ,venedig6 ,whrend wir zwischen dunkelblauen und grauen ,klippenwnden fuhren1 leuchteten hohe goldgelbe ,steinwnde auf und purpurbraune getrmte ,riesenblcke1 und im ,wasser zuckten die ,widerscheine auf vom feuerblauen ,frhlingshimmel1 der wie ein blaues ,glasdach die dmmerigen ,inselgassen hell berdeckte4 ,im ,wasser kreiselten langgezogene1 farbige ,spiralen1 rote1 gelbe und blaue1 auf grnem ,schattengrund1 als wre das ,meerwasser hier mit beweglichen schwimmenden ,blumenmassen angefllt4 ,ernst sah uns jeder vorweltliche ,steinkolo an1 der die ,menschenstimme zurckgab und doch regungslos blieb4 ,hie und da wehte aus einer ,felsenspalte ein verlassenes ,birkengebsch im ,morgenwinde4 ,tiefe ,versunkenheiten waren um uns1 die fernen1 dem ,menschen unbekannten ,leben3 die ,gedanken und ,gefhle der ,fische1 die ,gedanken des ,tangs und die ,gedanken der versunkenen ,steine und ,muscheln1 die ,gedanken und ,gefhle vorberstreichender lautloser ,vogelpaare1 die ,gedanken des ,morgenlichtes und des ,morgenwindes4 ,alle begleiteten uns1 vereinigten ihr tiefstes ,leben mit unserem tiefsten ,leben und verstanden sich hier untereinander in den lautlosen ,gassen1 wo nur der ,kiel des ,bootes im ,wasser knisterte und der ,meerschaum an der ,bootswand zischte4 ,meersalz1 das eben noch im ,wasserabgrund gelebt1 klebte1 angespritzt1 an unseren ,segeljacken1 bildete dort ,kristalle und blitzte uns an1 aufgestanden vom ,wasserleben zum ,sonnenleben4 ,solchen innersten ,zusammenknften der ,gedanken- und ,gefhlswelt1 die der ,wald oder der ,flu1 das ,meer oder nur ein ,feldweg in ,stille und ,einsamkeit dem ,menschen anbieten1 diesen schweigenden unergrndlichen ,unterredungen zwischen ,menschengedanken und ,naturgedanken gaben die ,menschen sich seit ,jahrtausenden immer gerne willig hin4 ,ich meine die natrlichen1 gesunden1 einfachen und starken ,menschen1 jene klugen ,menschen1 die fhlen und wissen1 da nicht der ,mensch allein dem ,menschen ,lebensklugheit gibt und ,lebensreichtum4 ,keine bewuten ,gedanken machen einem vor der ,natur jene ,bereicherung und jenes ,klgerwerden klar4 ,aber der ganze ,mensch fhlt sich1 wenn er wieder aus ,natureinsamkeit1 von jener schweigenden ,unterhaltung1 die er mit den ,naturleben pflog1 zu den ,menschen zurckgekehrt1 lebensbestrkter und lebenssicherer und benimmt sich dann also auch lebensklger und lebensreicher zu den ,mitmenschen4 ,es ist nicht der ,sauerstoff der ,luft allein1 nicht allein das wrmende ,sonnenlicht1 nicht die ,stille allein1 die den ,menschen also in der ,natur strken4 ,es sind die unbewuten ,unterhaltungen und ,festlichkeiten1 die entstehen1 wenn sich die ,unergrndlichkeit des ,menschen mit der ,unergrndlichkeit der anderen ,lebewesen zu einem groen ,schpfergefhl vereinigt4 ,wobei das ,geschpf ,mensch1 ohne da es sterben mu1 totenstill und wunschlos wird und in ,fhlung tritt mit seiner ,unermelichkeit1 mit seiner unsterblichen ,urkraft4 ,nicht blo dem hher gebildeten ,menschen1 auch dem geistig tiefstehenden1 ist es unbewut innigstes ,bedrfnis1 von ,zeit zu ,zeit mit offenen ,augen und offenen ,ohren mitten im ,naturleben1 im ,wald1 ,feld1 auf einem ,berg oder auf dem ,meer sein ,urweltgefhl dem ,urweltgefhl der ,naturleben bewut oder unbewut hinzuhalten und so fr ,augenblicke die ,menschengestalt zu vergessen4 -- ,der ,dichter aber1 der aus der ,stadt fort von den ,menschen wandert und seine ,unergrndlichkeit mit der ,unergrndlichkeit des ,naturlebens zusammenlegt und sein tiefstes ,menschengefhl1 sein ,liebesgefhl zu einem ,menschen1 in die ,natur hinaustrgt1 ihm wird diese ,vereinigung den ,rhythmus eines unermelichen ,liebesliedes geben4 ,und der ,wald oder das ,meer1 der ,berg oder der ,garten1 zu dem der ,dichter sein ,liebesgefhl hintrug1 die ,wiese und der ,wind1 der ,vogel und der ,baum1 die fernsten ,sterne und der nahe ,mond1 sie werden alle mit ihm zusammen ,liebeslieder erfinden1 wenn er seine ,menschengestalt bei ihnen weilen lt und seine ,unergrndlichkeit mit ihrer ,unergrndlichkeit umgibt4 ,die ,naturleben verwandeln sich1 so wie das ,wetter1 zu jeder ,tagesstunde1 und so wie die ,beleuchtung und die ,jahreszeiten tglich wechselnd vorberschreiten1 so werden sie -- wenn ein ,dichter immer mit dem gleichen warmen ,liebesgefhl von seiner ,geliebten kommt1 oder wenn er in ,zweifel von ihr kommt1 oder wenn er getrennt von ihr in ,sehnsucht kommt1 oder wenn er beglckt von ihr in ,freude kommt -- so werden sie immer wieder1 wenn er mit seinem unergrndlichen ,liebesgefhl die anderen unergrndlichen ,leben betrachtet1 fr jede seiner ,stunden1 die er in ihnen untertaucht1 ihm eine andere ,melodie gleich einer neuen ,perle schenken4 ,und jedes so entstandene ,gedicht wird anders singen1 und es ist da kein bestimmtes ,versma1 das dem ,dichter vorgeschrieben ist1 als das ,versma seines ,herzens und seiner ,umwelt4 ,denn das ,weltall kann dem ,dichter das ,liebesgefhl tglich in neuen ,versmaen zusingen1 so da er eine tausendtnige ,stimme erhlt1 und jeden ,tag eine neue ,melodie4 ,und spter sieht der ,dichter auf einen unermelichen ,melodienreichtum zurck4 -- ,in der geheimnisvollen ,inselstadt1 deren ,huser mammutartige ,klippenblcke waren und ,klippenberge1 dort war1 ganz verloren und vereinzelt1 manchmal eine ,menschenhtte hingestellt1 ein gelbes oder rotes ,holzhaus eines ,fischers1 mit weien ,tr- und ,fensterleisten1 schmuck und freundlich4 ,ein solch einsames ,huschen wirkte aber wie verhext1 wenn es hinter einer ,klippenkante auftauchte und in den glasgegossenen ,meergassen scheinbar dem ,boot entgegenschwamm4 ,wir stiegen bei einem solchen ,haus aus1 der ,schwede und ich4 ,das ,holzgebude stand etwas vom ,wasserspiegel abgerckt1 ein paar ,schritte fort auf ,steingerll1 aber es hatte eine bretterne ,landungsrampe auf ,pfhlen vor sich4 ,sonst wre es unmglich gewesen1 an den steil ins ,wasser abfallenden ,felsenwnden zu landen4 ,grabesstille war auf dem kleinen ,gerllplatz4 ,das gelbe ,huschen und ein paar rotbemalte ,holzschuppen daneben leuchteten uns an1 als wren sie von einem gelb und roten ,feuer beschienen4 ,erstaunlich farbig standen die ,gebude hier bei den grauen ,gesteinmassen4 ,und nichts rhrte sich rund um die ,hauswnde4 ,nur ein paar ,gerllsteine klapperten unter unseren ,fen und waren wie ,wchter1 die ein ,signal geben4 ,dann schob sich eine ,frauengestalt aus der ,haustre und kam uns in der ,morgensonne einige ,schritte entgegen4 ,als der ,schwede seinen ,namen nannte1 verstand die ,frau1 da er des ,pfarrers ,sohn war1 und ihr erstauntes ,gesicht wurde freundlich4 ,sie hatte ein einfaches dunkles ,kleid an1 und in der ,stube1 in die sie uns hineinfhrte1 waren mir ,tisch und ,sthle1 ,schrank1 ,spiegel und ,sofa und die ,bilder der ,knigsfamilie so erstaunlich wie das ,kleid jener ,frau1 denn alle diese ,dinge waren aus derselben ,zeit wie wir4 ,ich wrde aber eher erwartet haben1 da eine ,wikingfrau im selbstgewebten ,mantel uns in ein leeres ,wohngewlbe gefhrt htte1 wo nur ein ,herd und ,felle an der ,erde den ,gast empfangen htten4 ,denn ich war durch ,jahrtausende gefahren in diesen ,morgenstunden in den ,inselgassen und mute mich erst wieder damit zurechtfinden1 da ich in meiner ,zeit geblieben war4 ,so ungeheuerlich war die ,einsamkeit zwischen den ,klippen hier gewesen1 da1 als wir das ,boot angelegt hatten1 es mir schien1 als htte ich seit ,menschenalter kein ,land mehr betreten1 und als htte ich viele ,leben gelebt4 ,ich war auf der ,herfahrt1 ber den ,bootsrand schauend1 in der ,wassertiefe oft einer der ,dorsche da unten gewesen4 ,ich hatte auch als ein ,muscheltier in vielen ,muscheln gelebt4 ,ich war auch als ,qualle neben dem ,boot hergekreiselt4 ,ich war auch als einzelne ,mwe den ,mwen nachgeflogen hinaus zu den ,brutsttten4 ,ich war ein ,birkenstrauch gewesen1 eingeklemmt in eine ,klippenspalte1 und hatte die ,morgensonne auf meinen ,blttern spielen lassen4 ,und ich war unzhlige ,male ein roter ,stein und ein gelber ,stein und ein brauner ,stein und ein grauer ,stein gewesen und hatte angeschwemmten ,tang jahrelang an mich anwachsen lassen und kleine ,schnecken4 ,und ich bin in der ,ebbezeit ein wenig aus dem ,wasser gestiegen und bin in der ,flutzeit mit meinem ,tang und meinen ,schnecken1 vom ,wasser bersplt1 unsichtbar geworden fr die ,oberwelt4 ,ich bin in so vielen ,leben gewesen1 die ich vorher nicht gekannt hatte1 so da es mich sehr erstaunte1 als die ,frau in dem ,haus an der ,klippengasse in denselben ,kleidern zu mir trat und in dieselben ,mbel mich niedersetzen hie1 die ich in ,fjellbacka1 wie mir schien1 vor ,tausenden von ,jahren verlassen hatte4 ,denn wenn ich im ,boot an ,menschen dachte1 so hatte ich vergangener ,menschen ,leben in den ,meergassen nachgelebt4 ,unser ,segelboot hatte sich unzhlige ,male in das ,drachenschiff eines ,wikinghuptlings verwandelt4 ,denn diese ,wasserlufe1 durch die wir kreuzten1 hatten frher die ,spiegelbilder der ,boote der ,wikinger vor ,tausenden von ,jahren verschluckt und widergespiegelt4 ,und die ,felsen hatten damals die ,stimmen der erzenen ,wikingschilde und die ,zurufe der ,mnner in sich verschluckt und konnten sie zurckrufen1 wenn wir an sie dachten in der ,totenstille4 ,dieses gewesene ,leben frherer ,menschen1 das ich auch gewesen bin und wir alle gewesen sind1 tnte mit seiner ,unergrndlichkeit von fern in meinem ,bewutsein an1 so da ich die ,gegenwart nur noch verschollen fhlte1 und alle ,vergangenheit war ,macht und ,wirklichkeit in mir geworden4 ,und so werden auch wir ,heutigen einmal ber die ,zukunftswelt ,macht haben1 wenn wir ,groes getan1 ,starkes1 das sich den ,zeiten einprgt wie der ,name des ,wikingervolkes4 ,so werden ,menschen in fernen ,zeiten fr ,augenblicke uns wieder zur ,wirklichkeit rufen knnen1 indem wir ,besitz von ihren ,sinnen1 ihrem ,geist und ihrem ,herzen ergreifen drfen1 und unsere ,menschengestalt wird auch fr ,augenblicke durch zuknftige ,menschen wieder zur ,wirklichkeit hintreten knnen4 ,denn die ,menschengestalt1 die wir im ,tode ablegten1 auch sie kennt keinen ,tod4 ,auch ihr ,zerfall wird wirklich und unwirklich sein1 wie alles ,weltalleben4 -- ,die ,fischerfrau1 die uns empfangen hatte1 erzhlte uns1 da ihr ,mann nach ,fjellbacka gefahren sei2 aber wir waren ihm in dem ,labyrinth der ,inselgassen1 da wir auf ,umwegen kamen1 nicht begegnet4 ,sie kochte dann fr uns ,kaffee4 ,jede einzelne alltglichste ,handlung in diesem einsamen ,hause1 das umgeben vom breiten ,rahmen einer unergrndlichen ,stille dalag1 war hier in dieser ,weltferne wertvoll und wichtig1 jede ,handlung wurde bedeutungsvoll wie ein ,kunstwerk im ,rahmen knstlerischer ,ruhe4 ,ein wenig ,reisigfeuer prasselte in der ,kche auf dem ganz neuzeitlichen eisernen ,kochherd1 der wahrscheinlich von ,gothenburg nach ,fjellbacka gebracht worden war4 ,aber selbst dieser geschmacklose und sonst unschne ,gueisenherd konnte in dieser ,einsamkeit nicht einmal unschn wirken4 ,er sprach von ,treuherzigkeit und ,einfalt1 lie die ,funken knistern und krachen und zeigte ,hilfsbereitschaft wie die ,hnde der ,frau4 ,der arbeitende ,eisenherd war in der ,weltferne hier ein lebendes ,wesen geworden1 hatte ,lebensberechtigung und ,lebensbedeutung und war beteiligt am ,wohl des ,huschens und verschwand nicht hinter dem tausendfachen leeren ,lrmen des ,tages1 wie die ,dinge in den menschenreichen ,stdten heutzutage hinter dem lrmenden ,menschenleben1 dem beranspruchsvollen1 verschwinden mssen und nur stumme ,sklaven sein drfen1 statt mitlebende ,freunde und ,berater4 ,da wenig ,gert im ,hause war1 das war es vor allem1 was allen ,dingen ,bedeutung und ein ,sichtbarwerden ihres ,lebens zukommen lie4 ,die ,sthle und das ,sofa kannten die ,frau so gut1 wie die ,finger an ihren ,hnden sie kannten4 ,da waren im ,huschen auch keine groen hallenden1 toten ,rume1 die totgeborenen ,geschpfen gleichen1 wie sie der ,mensch in den ,stdten nur seiner ,eitelkeit1 seinem leersten ,gefhl zuliebe erstehen lt4 ,solche ,eitelkeit ist nicht einmal ein ,gefhl1 so wenig wie der ,sonnenreflex ,sonne ist4 ,eitelkeit ist nur zurckgespiegeltes ,gefhl4 ,eitelkeit ist hinter allen ,gefhlen immer nur eine ,gefhlsleiche1 und ihr ,anblick erkltet und lt kein warmes ,leben aufkommen4 -- ,dieses ,huschen war fr seine ,bewohner nicht mehr als eine ,nuschale um einen ,nukern4 ,und mehr ,schale1 als der ,kern braucht1 mehr sollte der ,mensch an ,gerten und ,haus nicht um sich sammeln4 ,sonst wird die ,schale zum ,ballast1 und der ,kern erstickt dumpf und wird schimmelig und verwest im ungesunden ,druck der ,eitelkeitslasten4 ,die ,fischerfrau brachte dann ihre guten ,tassen1 und aus ihrer silbernen ,kaffeekanne -- die das stndige ,hochzeitsgeschenk dort im ,lande ist -- go sie uns den ,kaffee in die uns anlchelnden ehrwrdigen ,tassen4 ,und ebenfalls in einer silbernen ,schale auf hohem ,silberfu stellte sie den ,zucker zum ,kaffee in die ,mitte des ,tisches und reichte uns auf einem ,glasteller von ihrem ,zwiebackvorrat1 der zu jedem ,fischerhause hier gehrt wie das ,salz4 ,ehe die ,frau aber das alles brachte1 hrten wir zuerst eine ,ziege im ,holzschuppen neben dem ,huschen meckern1 und der ,schwede sagte lchelnd3 ,jetzt ist sie zu ihrer ,ziege gegangen1 um ,milch fr den ,kaffee zu melken48 ,wie wunderbar gewichtig wurde dieser einfache ,imbi1 dieser ,kaffee vormittags um elf ,uhr1 der im ganzen ,lande ,elfuhrkaffee genannt wird und eine ,landesgewohnheit ist1 da die ,leute arm sind und nicht mit ,wein oder ,bier aufwarten knnen1 wie in den sdlichen ,lndern4 ,whrend wir dann den ,kaffee tranken1 setzte sich die ,frau hflich ans ,fenster1 ein wenig abseits1 um ihre ,gste nicht durch aufdringliches ,zuschauen zu stren4 ,an der ,wand unter einem ,glaskstchen sah ich die in ,holz geschnitzte ,abbildung eines ,bootes1 wie man sie fast bei allen ,fischersleuten findet4 ,gewhnlich haben einige mnnliche ,angehrige solcher ,fischerfamilien die ,welt als ,matrosen oder ,steuermnner auf ,frachtschiffen bereist und schnitzen1 heimgekommen1 zur ,erinnerung ihr ,schiff4 ,aber dieses ,schiffchen hier war nur das ,modell eines kleinen ,segelbootes1 wie sie in ,fjellbacka von den ,fischern angefertigt werden4 ,die ,frau folgte mit ihren ,augen meinen ,blicken und sagte dann -- wie mir der ,schwede bersetzte --1 da dieses ,boot der eine ihrer beiden ertrunkenen ,shne angefertigt habe4 ,sie sagte das einfach und sah mich an und hrte jetzt erst von dem jungen ,pfarrerssohn1 da ich ihre ,sprache nicht verstnde4 ,aber das hielt sie nicht ab1 auch weiter zu mir zu sprechen1 und ich merkte am ,tonfall und an dem ,blick1 den sie bald mit dem ,bootmodell und bald mit dem ,meer drauen wechselte1 da sie mir das ,unglck erzhlte1 wie es vor ,jahren ihre ,shne betroffen4 ,und als ich zuhrend unwillkrlich nickte1 weil ich begriffen hatte1 da das ,boot in der ,inselgasse nicht weit vom ,hause bei einem ,sturm gekentert war1 und da dabei die jungen ,leute ertrunken waren1 da sah die ,frau mich pltzlich ganz entgeistert an und wute nicht recht1 ob sie jetzt gar ,deutsch gesprochen htte1 oder ob ich pltzlich bei ihr ,schwedisch gelernt htte4 ,und sie bat mich1 ,deutsch zu sprechen1 sie wollte sehen1 ob sie mich auch verstnde4 ,solche ,einfalt1 welche glubig ist und nichts fr unmglich hlt1 konnte dem ,menschenherzen nur in diesem einsamen ,steinwinkel zufliegen4 ,zwei von den ,fensterchen des ,zimmers1 die gegen die ,meergasse hin lagen1 waren trb1 und noch vom letzten ,sturm1 der am ,tag vorher gewtet hatte1 mit ,salzkristallen beklebt4 ,im ,herbst1 wenn die ,strme immer tobten1 wurden oft alle ,fenster des ,hauses blind von der ,salzkruste1 die die ,wellen an die ,scheiben klebten4 ,ich konnte auch bald verstehen1 warum jener ,frau ,gesicht fast unbeweglich blieb1 wenn sie von den ertrunkenen ,shnen sprach1 und weshalb kein ,schmerz darin zuckte4 ,sie sah nmlich oft ihre ,shne in der ,einsamkeit deutlich in dem kleinen ,boot wiederkommen und wieder fortgehen4 ,die ,mtzen der toten jungen ,leute hingen noch bei der ,tr am ,nagel1 und die ,frau brstete sie tglich ab4 ,auch die ,bcher1 in denen die ,shne gelernt hatten1 standen suberlich abgestaubt auf einem ,wandbrett4 ,in den ersten ,tagen nach dem ,unglck hatte die ,mutter wohl manchmal geweint1 aber dann waren die toten ,shne wiedergekommen4 ,sie hrte sie oft abends die ,leiter zur ,bodenkammer hinaufklettern und hrte morgens zur ,stunde1 da sie bei ,lebzeiten das ,boot gerstet hatten1 ihre ,zurufe4 ,und die ,frau ging oft in ,gedanken hinaus an die ,anfahrtsrampe und sprach ein paar ,worte ins ,leere4 ,aber da niemand da war und da beide ,jungens ertrunken waren1 wenn ihr das einfiel1 das strte sie gar nicht4 ,der ,todesfall der ,shne war ihr nur wie eine kurze ,krankheit gewesen4 ,vom ,tod waren fr die ,mutter beide ,shne lngst wieder genesen4 ,sie kamen auch oft herein und sagten der ,mutter1 da es ,zeit sei1 die ,ziege zu melken1 und sie erinnerten sie auch an verschiedene ,sachen1 die ihr ntzlich waren4 ,es sind gute ,shne18 meinte sie und nickte mir zu4 -- ,diese ihre innersten ,gedanken aber erzhlte uns die ,frau nicht4 ,die hrten wir erst am ,abend1 als wir nach ,fjellbacka zurckkamen1 von ,leuten1 denen es der ,mann jener ,frau erzhlt hatte4 ,da ich meine ,verwunderung darber aussprach1 da die ,frau die ,mtzen der ertrunkenen ,shne immer am ,trnagel hngen haben wollte1 und weil ich damals als junger ,mensch glaubte1 sie msse dadurch tglich von neuem an ,verlust und ,tod erinnert werden1 erklrte man mir in ,fjellbacka1 da die ,frau immer ihre ertrunkenen ,shne kommen und gehen sehe und ihre ,toten mehr lebendig als tot fhle4 ,die ,stille machte die ,menschen auf den ,inseln hellsehend4 ,denn alle1 die auf den todstillen ,inseln wohnen1 sie sind so nahe ,nachbarn des ,todes1 da sie seine ,geschpfe kaum noch von den ,geschpfen des ,lebens zu trennen vermgen4 -- ,und als wir am ,abend zur ,stunde1 da der ,landwind sich legte und kein ,lufthauch die ,segel antrieb -- so da wir die ,leinwand vom ,mast abnehmen und abwechselnd rudern muten --1 als wir da in den spiegelglatten ,gassen1 wo nur unsere ,ruder im ,takt ,wasser schaufelten1 an jener ,stelle vorbeikamen1 wo an einem ,sonntagnachmittag die beiden jungen siebzehn- und achtzehnjhrigen ,burschen ertrunken waren1 da wurden um uns die ,sonne und der ,wind und die ,wasserstrmung tot4 ,da zeigte sich kein ,vogel1 da waren auch die farbigen ,lichter1 die wie buntes ,glas am ,morgen im ,wasser geleuchtet hatten1 verschwunden4 ,da waren die tiefen ,gassen wie groe ,grfte4 ,da war unser ,boot1 das ohne ,segel mhsam vorwrts kam1 wie ein schwerer ,holzsarg4 ,und es fiel von den ,felswnden eine eisige ,klte ber uns4 ,der ,schwede und ich ruderten und schaufelten1 aber das ,boot schien nicht vorwrts zu rcken4 ,kein ,fisch war im ,wasser zu sehen1 und die ,gassen schienen enger geworden zu sein und schienen uns irre zu fhren in ihrem ,labyrinth1 denn die ,stunden vergingen1 und wir kamen nicht fort4 ,die ,stunden waren nicht mehr wie am ,vormittag unergrndliche vorberkreiselnde ,jahrtausende4 ,es waren schwere unvergngliche ,stunden geworden4 ,um diese ,stunde mgen sie hier untergegangen sein18 sagte der ,schwede1 und er meinte die ,shne der ,fischerfrau4 ,da hrte ich die ,mutter hinter mir im ,boot sagen3 ,ja48 ,aber ich sah mich nicht um4 ,die ,frau dachte wahrscheinlich daheim gar nicht daran1 uns in ,gedanken zu folgen4 ,sie bereitete zu ,hause jetzt wohl das ,abendbrot und melkte wieder die ,ziege4 ,aber hier an der ,stelle1 wo ihre ,shne sich am umgekippten ,boot angeklammert hatten1 hier war das innerste weltferne ,leben jener ,mutter immer1 und das war zu uns ins ,boot gekommen4 ,und so konnte auch ihre ,stimme in meinem ,ohr ,ja8 sagen4 ,hier um diese ,stunde mute die ,mutter1 so lange sie in ihrem ,huschen lebte1 viele ,male des ,tages unbewut mit ihrem innersten ,leben um die ,wasserstelle kreisen1 und dann zog sie die ,shne beide mit ,mutterkrften von dem untergehenden ,boot fort und schritt mit ihnen ber das ,wasser heim4 ,und die ,shne folgten ihr in die ,htte1 wo sie umhergingen und ihr ,tagewerk vor den ,augen der ,mutter lautlos vollbrachten4 -- 99 99 99 99 99 ,dieses war das ,erlebnis meines ersten ,segeltages4 ,am zweiten ,tag fuhren wir nach einer groen ,lotseninsel1 von wo wir1 nachdem wir im ,hause des ,oberlotsen bernachtet hatten1 am anderen ,tag zur uersten ,insel im ,skagerak weitersegelten4 ,diese letzte bewohnte ,insel heit ,vderbod1 das bedeutet ,wetterschutz4 ,ich war vorher nie auf einem so seltsamen ,fleck ,erde gewesen4 ,die ,insel hatte einen mchtigen ,leuchtturm1 und auer dem ,leuchtturmwrter1 der ein alter abgedankter ,kapitn war1 befanden sich nur noch ein zweiter ,leuchtturmwchter und dessen ,frau auf dieser kleinen ,klippe4 ,diese ,leute hatten im ,schutz einer ,klippenwand1 auf einer ,klippenanhhe1 alle drei ein kleines ,holzhaus und daneben einen ,stall fr eine ,kuh4 ,die ,insel stand ziemlich schroff wie ein ,riesenwrfel aus dem ,meer4 ,nachdem wir das ,boot an ,steine angebunden1 warf man uns ,seile zu1 denn die drei ,bewohner hatten unser ,kommen lngst bemerkt1 und sie hiten uns an ,seilen zu sich hinauf auf die ,felsenplatte4 ,dort oben wurde es einem fast schwindlig1 wenn man sich umsah4 ,man hatte das ,gefhl1 als wrde einen der ,meerwind forttragen4 ,da oben war kein ,baum und kein ,strauch und kein ,halm und keine ,blume und nicht das kleinste ,krutlein1 sondern nur eine ,steinflche und in ihr eingehauen einige ghnende ,felsenspalten und ,risse1 die da klafften4 ,rundum kreiste das leere ,meer4 ,die ferne ,kste lag im ,abend auer ,sehweite1 und nur einige der letzten ,inseln sah man wie winzige graue ,wlkchen ganz fern1 in der ,richtung gegen die ,kste1 auf dem pechschwarzen ,wasser liegen4 ,aber man konnte nicht unterscheiden1 ob diese grauen ,flecken im ,meer ,erde oder ,nebel waren4 ,unendlich toste das ,meer hier drauen4 ,ich fhlte mich anfangs betubt auf diesem zu furchtbarer ,meereinsamkeit verdammten ,stein4 ,es war mir1 als sprchen die ,felsenplatten1 ber die ich trat1 vor ,sehnsucht zart werdend1 vor ,sehnsucht nach der ,kste1 mit meinen ,fen1 bei jedem ,schritt1 den ich tat4 ,und die ,felsenplatten wuten nicht1 was sie tun sollten1 um ihre ,freude zu zeigen1 weil sie von ,fen berhrt wurden1 die vom riesigen ,mutterfestland kamen4 ,es war etwas wie ,ratlosigkeit ber dem kahlen ,inselstein1 der nie ,fremde sah1 vom ,augenblick an1 da der junge ,schwede und ich erschienen4 ,aber es war eine freundliche1 aus ,beglckung stammende ,ratlosigkeit4 ,ratlos war der kleine1 alte1 vertrocknete ,kapitn1 dessen ,krperchen flach und drr war1 von ,sonne und ,wind und ,meersalz gebeizt und gedrrt wie ein getrockneter ,stockfisch4 ,und ratlos war die ,magd1 die ,frau des zweiten ,wchters1 und der ,wchter selbst4 ,als wir oben bei ihnen auf der ,klippe standen1 schttelten sie uns abwechselnd bald die linke1 bald die rechte ,hand mit ihren beiden ,hnden4 ,sie streichelten den ,kleiderstoff an unseren ,schultern und ,armen1 und sie lachten1 und sie bckten sich1 und sie schlugen die ,hnde zusammen1 und sie lachten wieder1 und sie sprachen alle drei zu gleicher ,zeit1 und sie lachten alle drei zu gleicher ,zeit1 und sie schttelten sich selber gegenseitig die ,hnde1 denn es war ihnen ganz wunderbar1 da sie zwei ,lebende1 wirkliche1 lebende junge ,mnner an den ,seilen emporgezogen hatten1 sie1 die sonst whrend des ganzen ,jahres nur das traurige ,geschft zu verrichten hatten1 ,leichen von ,schiffbrchigen1 die vorberschwammen1 aufzufischen4 ,leichen waren ihre ,menschenbesuche4 ,andere ,besucher kannten sie kaum4 ,andere als tote ,menschen fanden sich hier selten ein4 ,im ,frhjahr und im ,herbst1 nur zweimal im ,jahre1 kam der ,regierungsdampfer gefahren1 der ihnen den ,mundvorrat fr das nchste halbe ,jahr in ,kisten ausschiffte1 und der alle ,leuchttrme an der ,kste zu versorgen hatte4 ,aber dieser ,dampfer legte nur ein paar ,stunden kurz an1 und dann fuhr er weiter4 ,dann fischten die ,einsamen wieder ,leichen1 wenn im ,herbst oder ,frhjahr zu den ,gezeiten ein unglcklicher ,schoner oder ein segelnder ,dreimaster vom ,orkan an die ,klippe geschleudert wurde4 ,sie hatten oft nur ein paar gellende ,schreie oder ein paar ,zurufe in der ,nacht gehrt und sahen am nchsten ,morgen ,tote schwimmen1 ,menschenleichen1 und vielleicht nur noch ein paar ,schiffsbretter4 ,diese ,klippe war ein ,unglcksblock1 dster umstanden von jahrhundertealten ,schrecknissen4 ,und der ,riesenblock erzitterte immer4 ,so ungeheuerlich war der ,meeresdruck hier1 da der groe ,felsenwrfel ,tag und ,nacht bebte4 ,mir aber schien es1 als htten die ,wellen den ,felsen eben erst hergetragen und als knnten sie ihn gleich wieder fortheben1 denn ich war auch eben erst hergetragen worden1 und ich hatte meinen ,standplatz noch nicht begriffen4 ,so neu und fremd war alles um mich1 da das ,leben mir hier wie ein ,spuk vorkam1 und hundert ,verwandlungsmglichkeiten schienen mir mglich4 ,ich selbst fhlte mich ratlos4 ,der weite ,ausblick rundum war schwindelerregend1 denn wo ich hinschaute1 war ein ,abgrund4 ,die ,kuh im ,stall brllte unausgesetzt1 seit wir gekommen waren4 ,und aus einer ,felsenspalte krhte der ,haushahn unausgesetzt1 der dort mit seinen ,hennen lebte4 ,die ,tiere begrten uns wie die ,menschen verwirrt und aufgeregt4 ,es waren da keine ,bume ber unseren ,kpfen1 kein ,grashalm am ,wege4 ,nichts ,vermittelndes zwischen ,himmel und ,erde4 ,nur die glatte geschliffene ,felsenplatte zu ,fen und darber unendliche ,luft4 ,die ,felsenflche war nicht grer als ein kleiner ,dorfmarktplatz4 ,aber die ,huser fehlten4 ,nur der ,meereswind kam pfeilgerade ber den ,platz4 ,kam und ging4 ,und drauen im ,wasser stand hie und da eine ,meereswelle aufrecht und bumte sich gegen eine andere ,welle1 und beide bildeten zusammen einen weien ,palmbaum aus ,schaum4 ,dort im ,meer waren dann die unterirdischen ,klippen1 an denen die ,schiffe so leicht zerschellten4 ,bei den ,leuten hier auf der ,klippe muten wir bernachten4 ,es war gegen sechs ,uhr abends1 als wir angekommen waren1 und wir htten nicht mehr genug ,segelwind gefunden1 um die ,kste zu erreichen4 ,auch wre es zu dunkel in den ,inselgassen geworden1 und wir htten vielleicht nicht zurckgefunden4 ,wir gingen zum ,haus hin1 und ich hatte bei jedem ,schritt das ,gefhl1 als wenn wir ins ,meer fallen knnten4 ,denn das ,meer1 das so riesenhaft ringsum lag1 bte eine mchtige ,anziehung aus von allen ,seiten4 ,am liebsten htte man sich flach auf die ,steinflche gelegt und mit dem ,gesicht in den ,himmel gesehen1 um von dem ,schwindelgefhl frei zu werden4 ,wir hatten vorher im ,boot das ,rauschen des ,meeres als einen wohltuenden ,rhythmus empfunden4 ,und erst als die ,insel1 auf der wir jetzt waren1 uns nher gekommen war1 waren wir aufgestrt worden durch den betubenden ,lrm1 durch den ,gischt und die berstrzende ,flut1 durch die waschenden ,wellen und ihren donnernden ,anprall und durch das gurgelnde ,getose der ,brandung1 das uns mit seinem ohrenbetubenden ,lrm mehr und mehr umfing4 ,vermittelst eines ,sprachrohres hatten die ,leute von der ,klippe oben zu uns ins ,boot hinuntergeschrieen4 ,und auch jetzt1 oben angekommen1 konnte man nicht reden1 sondern man mute schreien und lachen4 ,man schrie und lachte mit dem ,hllenlrm rundum4 ,erst als im ,haus die ,tren geschlossen waren1 wurde es mglich1 die ,menschenworte zu verstehen4 ,der kleine lebhafte1 ganz vertrocknete ,kapitn plauderte mit uns zrtlich und kindisch vergngt1 wie ein ,knabe1 dem man zwei junge ,katzen geschenkt hatte4 ,und er schob in seinem ,zimmer viele ,sthle an den ,tisch1 so viele ,sthle als er hatte1 als wren nicht blo zwei ,menschen1 sondern wenigstens das halbe ,fjellbacka zu ihm gekommen4 ,die ,einsamkeit hat ihn etwas nrrisch gemacht1 den ,alten18 sagte der junge ,schwede zu mir1 und er bot dem ,kapitn von seinen ,zigarren an4 ,beim ,rauch der ,zigarre begann der ,alte gleich von seinen ,reisen nach ,westindien und von ,havanna zu erzhlen4 ,und er erzhlte1 er wre auch viele ,male im echten8 ,indien gewesen1 in ,bombay1 in ,kalkutta und ,colombo4 ,und er war oft in ,china1 in ,java und ,australien gewesen und viele ,male rund um ,afrika und rund um ,kap ,horn in ,sdamerika1 war teils mit groen ,segelbooten1 teils mit ,lastdampfern gefahren4 ,er kannte alle ,ksten der ,erde4 ,er war auf allen ,weltmeeren mit ,dutzenden von ,schiffen herumgetanzt1 und er konnte jetzt noch nicht stillsitzen4 ,trotzdem er schon zehn ,jahre auf dieser ,klippe lebte1 um seine alten ,tage ntzlich zu verwenden1 hatte er doch nicht ,ruhe lieben gelernt4 ,seine ,zunge stand so wenig still wie seine ,beine1 und nur seine ,hnde steckten nach alter ,seemannsgewohnheit in den ,taschen4 ,vierzehn ,schiffbrche hatte er mitgemacht4 ,vier eigene ,schiffe hatte er verloren1 und jetzt war er arm wie der ,meerwind4 ,er hatte auf ,ansuchen diese armselige ,stellung von der ,regierung bekommen und war jetzt ,feuerturmwchter hier drauen auf dem letzten bewohnten ,klippenstein im ,skagerak4 ,und weil er die ,unruhe liebte1 liebte er auch den ,meereslrm1 der hier rund um die ,steine war1 und er hrte den ,lrm schon fast gar nicht mehr4 ,obwohl bei jedem ,tr- und ,fensterffnen das ,meeresgeschrei hereinstrzte1 als wenn drauen ein ewiger ,mord und ,totschlag wre1 war es ihm doch in den ,zimmern oft zu still1 und er hatte sich deshalb eine ,unzahl von laut tickenden ,uhren angeschafft4 ,er schien seinen ,jahresgehalt fr den ,einkauf neuer groer ,standuhren auszugeben4 ,die ,wnde waren voll von ,standuhren1 und diese tickten alle zu gleicher ,zeit1 und ihr ,rderwerk schnurrte durcheinander4 ,und der ,kapitn hatte seine ,freude daran in seiner ,einsamkeit1 die ,uhren schlagen zu lassen1 ihre ,gewichte aufzuziehen und ihre ,zeiten miteinander zu vergleichen4 ,mir aber war vor den vielen lauten ,uhren1 als wenn da ,katzen an den ,wnden sen und schnurrten1 und im dmmerigen ,abend sahen auch alle die vielen weien ,zifferbltter weien dickbackigen ,katzengesichtern hnlich4 ,die ,magd brachte zum ,abend einen gekochten mchtigen ,hummer und gerucherte ,fische1 gesalzene ,fische und gekochte ,fische und eine ,schssel voll mit dampfenden ,kartoffeln4 ,aber in der vollstndig geruchlosen ,luft hier drauen im ,meere1 wo kein ,halm und kein ,laub und kein grnendes ,maienholz duftete1 und ,huser und ,menschen vom ,wind stndlich ausgepeitscht wurden1 so da kein ,geruch an den ,kleidern und den ,wnden haften blieb1 dufteten auch die ,speisen nicht4 ,es roch whrend der ,mahlzeit nicht nach ,fisch und roch nicht nach ,kartoffeln1 und es roch auch nicht nach ,zigarren1 wenn man rauchte4 ,und man hatte das ,gefhl1 als wren die angerichteten ,speisen alle nur ,schaugerichte aus ,pappendeckel1 wie man solche auf der ,bhne in ,theaterstcken verwendet4 ,man merkte nur auf der ,zunge1 ob man etwas ,warmes oder etwas ,kaltes hinunterschluckte4 ,der ,geschmack aber war gleich null4 ,der warme ,kaffee schmeckte wie warmes ,wasser1 die kalte ,milch wie kaltes ,wasser4 ,der ,branntwein brannte und gesalzenes ,fleisch und ,fisch unterschieden sich nur durch den strkeren oder schwcheren ,salzgeschmack4 ,man a und schmeckte nichts und war eigentlich um einen ,lebenssinn1 den ,geschmackssinn1 betrogen4 ,man horchte und hrte nur ,lrm1 immer wieder ,lrm1 nie einen gesteigerten und nie einen verminderten ,lrm4 ,man horchte auf den unendlich vielen ,lrm und hrte doch nichts und kam sich vor wie einer1 der an bestndigem ,ohrensausen leidet4 ,so war man wieder um einen ,sinn genarrt1 um das ,gehr4 ,trat man an ein ,fenster1 da sah man drauen nichts als eine ,linie zwischen ,wasser und ,himmel4 ,und trat man an ein zweites ,fenster und sah nach einer anderen ,himmelsrichtung1 so sah man wieder nichts als dieselbe ,linie1 und so war es bei jeder ,himmelsrichtung4 ,man sah nichts als eine ,linie zwischen einer dunklen ,leere und einer etwas helleren ,leere hingezogen4 ,und man wute nicht1 was man am ,fenster mit den ,augen anfangen sollte1 und warum die ,fenster ,scheiben hatten und hinaussahen4 ,und man mute einsehen1 man war auch noch um den dritten ,sinn hier bestohlen1 um das ,gesicht4 ,denn1 so weit man auch die ,augen und die ,fenster aufri1 man sah nur immer wieder eine zweifache ,leere und in deren ,mitte eine einzige dnne ,linie4 ,da auch die ,steine vor der ,tre keinen ,duft hatten1 so schienen hier alle ,sinne berflssig zu sein4 ,man htte ebenso gut als ,leichnam hier ankommen knnen4 ,man htte nichts dabei verloren4 ,denn alle ,sinne gingen hier leer aus4 ,das ,menschenleben ist hier drauen berflssig6 ,das schien der ,hllenlrm rundum jedem ,ankmmling zuzuschreien4 ,hier wollen nur ,wasser1 ,luft1 ,sonne und ,stein zusammenkommen6 ,so schrie es aus dem ,trubel und aus dem vielfachen ,echo und ,getse der ,brandung und des ,windes4 ,und man wird verstehen1 da die ,menschen hier alle etwas verrckt wurden1 wenn sie lange auf dem ,inselstein blieben4 ,sie muten deshalb abgelst werden4 ,sonst lsten sie sich eines ,tages selbst ab und strzten sich im ,irrsinn von der ,klippe hinunter in das ,meergeschrei1 um nur einmal zu versuchen1 ob sie diesen ,lrm nicht berschreien knnten1 auch wenn sie ihr ,leben dabei einsetzten4 ,und siehe1 der ,lrm hrte pltzlich dann in ihnen auf und wich einer lang ersehnten tiefen ,stille4 ,aber bis die ,menschen dazu kamen1 sagten sie sich dort alle immer vor1 da sie den ,lrm nicht hrten4 ,aber das sagten sie nur1 weil sie den ,lrm hren muten und ihm nirgends ausweichen konnten4 ,der ,meerlrm war tags mit ihnen um ihre ,arbeit und setzte sich mit ihnen zu ,tisch und legte sich mit ihnen zu ,bett1 und es gab fr sie keine ,nachtruhe4 ,wenn die ,leute hier schliefen1 war der ,lrm doch in ihren ,ohren1 und die ,ohren durften nie schlafen4 ,und der ,lrm zerrttete allmhlich die ,gehirne1 so wie die ,brandung mit der ,zeit ,felsenblcke absprengte4 ,da in den ,holzstuben des ,hauses wenig ,raum war1 hatten dort keine ,betten ,platz1 wie in anderen ,husern1 und man schlief in groen ,schubladen1 die unter ,schrnken nachts herausgezogen wurden1 und worin nur die ,hlfte des ,krpers ,ruhe hatte4 ,und es sah aus1 als meinte man1 weil der ,lrm den ,geist nur zur ,hlfte schlafen lie1 sollte auch der ,krper nur ein halbes ,bett haben4 ,ich konnte mich in jener ,nacht mit meiner ,lagerstelle nicht in ,frieden auseinandersetzen1 und ich lag mit offenen ,augen und horchte neben dem ,meeresgerusch noch auf die vielen irrsinnig tickenden ,uhren1 die im ,zimmer und hinter den ,wnden ihre ,pendel rastlos arbeiten lieen4 ,als mten sie hier die ,zeiten anfertigen1 die ber das ,weltall verteilt werden sollten1 so arbeiteten alle ,uhrenpendel hastig tickend darauf los4 ,die ,frhlingsnchte waren bereits hell hier oben im ,norden4 ,aber das hatte ich an der ,kste im ,pfarrhause1 wo der dunkle ,granit den hellen ,nachthimmel nicht widerspiegelte1 noch nicht auffallend bemerkt4 ,hier drauen aber im ,meer1 wo ,wasser und ,himmel sich beleuchteten1 blieb es whrend der ganzen ,nacht bereits so hell1 da man um ,mitternacht am ,fenster htte lesen knnen4 ,da ich nicht schlafen konnte1 stand ich aus meiner ,schublade in jeder ,stunde ein paarmal auf und setzte mich an eines der ,fenster4 ,der ,himmel war gelbgrnlich1 so wie die ,bltter der ,pflanzen leuchten1 die in ,kellern gewachsen sind4 ,die ,sonne war im ,norden um zwlf ,uhr nachts im ,meeresrand ein wenig untergetaucht4 ,aber es blieb so hell dort1 als she man die ,sonne bla unterm ,wasser liegen4 ,und um halb ein ,uhr kam die ,sonne schon wieder wie eine groe ,elfenbeinkugel aus dem ,meer empor4 bernchtig und leblos sah sie aus und glich mehr einem ,klumpen ,teig1 einem groen ,mondleib1 und zeigte nichts von ihrer sonstigen ,herrlichkeit4 ,sie schien von allem ,licht entkleidet zu sein und lag kahl und verlassen da drauen1 als bettelte sie selbst um ,licht4 ,eine ,stunde spter entzndete sie sich ganz allmhlich4 ,aber der ,himmel blieb noch lange hellgrn1 als mte er den ,klippensteinen nachts hier drauen im ,meer den grnen ,schein der ,kstenwlder ersetzen1 das ,grn jener ,wlder und ,bume1 nach denen die ,steine im ,frhling zu hungern schienen1 das ,grn1 das ihnen die ,sonne nicht geben konnte4 ,wohl sind die ,nchte hell im ,norden1 und man spricht viel von ihrer ,schnheit1 aber mir schienen sie immer krankhaft1 jene hellen ,nchte1 nicht wie eine ,verschnerung1 sondern wie eine ,entstellung der ,natur4 ,sie waren wie ,einugige traurig anzusehen4 ,man bekam nicht den vollen ,blick1 sondern nur einen halb lebenden1 halb getteten ,blick vom ,licht dieser hellen ,nchte4 ,man erlebte sich selbst in dieser halben ,helle als ein ,zwischending von ,wirklichkeit und ,unwirklichkeit4 ,man sa nicht ruhig in seinem ,krper4 ,man konnte sich aber auch nicht stark im ,geist erheben1 da man von dem hinschmachtenden ,licht in seinen innersten ,krften unsicher gemacht wurde4 ,ich wnschte oft die ,dunkelheit herbei4 ,ich kann mir gut vorstellen1 da die ,berserkerwut1 die frher unversehens bei den nordischen ,vlkern einzeln und in ,massen ausbrach1 und da auch der groe ,wanderzug1 der die ,normannen bis zum ,mittelmeer nach ,sizilien und nach ,island und nach ,nordamerika getrieben hat1 von den hellen ,nchten angeregt wurde1 die keine ,ruhe geben1 und die nach den langen ,winternchten mit bermigem ,lichtbesitz auch bermigen ,machtbesitz vorspiegelten und die ,mnner in die ,meerrume hinauslockten1 wo das ,gold der ,welt und nicht die ,sonne jene ,nchte aufzuhellen schien4 99 99 99 99 99 ,am nchsten ,morgen rckte der kleine vertrocknete ,kapitn1 whrend er alle seine ,uhren aufzog1 mit dem ,wunsch heraus1 einmal wieder eine ,kirche besuchen zu drfen4 ,es war ,sonnabend1 und wir verstanden1 da er gerne mit uns hinber zur ,kste segeln wollte4 ,wir dachten nicht weiter darber nach1 ob ihn auch noch etwas anderes zur ,fahrt nach der ,kste locken knnte1 und der junge ,schwede sagte zu mir3 ,wenn der ,kapitn mitfahren will1 dann ist es nicht ntig1 da wir gleich in den ,vormittagsstunden zurckkehren4 ,dann knnen wir auch erst nachmittags fahren4 ,und sollte der ,wind abflauen1 dann wird der ,kapitn1 der ein ausgezeichneter ,ruderer ist1 uns beim ,rudern helfen1 und wir brauchen nicht zu befrchten1 von der ,nacht berrascht zu werden4 ,den ,vormittag knnen wir dann damit ausfllen1 da wir erst noch hinaus nach den letzten ,inselsteinen eine kleine ,segelfahrt wagen4 ,es sind da ,steine drauen im ,skagerak1 wo keine ,menschen wohnen1 aber wo ,tausende von ,mwen jetzt nisten48 ,wir segelten dann in den ,morgenstunden ber das blauschwarze ,morgenmeer1 das uns mit weikpfigen kleinen ,wellen entgegengeschwommen kam4 ,es war1 als zeigte jede ,welle ein blankes ,gebi4 ,das ,boot glitt spielend in die ,wassertler und wurde auf halber ,talfahrt schon wieder von einem ,wasserberg1 der unter ihm anwuchs1 in die ,luft gehoben1 und das ,aufsteigen und ,versinken des ,wassers wurde immer mchtiger1 je weiter wir hinauskamen in den offenen ,skagerak4 ,das ,meer berspritzte uns1 und wir kamen in die ,nhe von hohen aufsprudelnden ,wellenspringbrunnen1 die sich ber unterirdischen ,klippen wie ,geisire weischumend aufbumten4 ,aber es war seltsam3 je mehr ,gefahren da ringsum wurden1 und je weiter wir vom letzten bewohnten ,klippenstein fortkamen1 desto ruhiger und gefahrloser1 einfacher und natrlicher fhlte sich mein ,herz werden4 ,die ,allmacht des ,meerelementes schien eins geworden mit der ,unergrndlichkeit meines eigenen ,wesens4 ,und der ,weg des ,bootes schien mir ebener1 weil mir der ,weg des ,meeres ebener1 unverflschter und unverdorbener vorkam1 je weiter ich mich von den ,irrsinnigkeiten des verflschten ,menschenlebens entfernte4 ,die ,magd hatte uns ein paar hartgesottene ,eier1 ,salz und ,zwieback mitgegeben4 ,das ,frhstck wollten wir1 wenn wir auf einer der ,inseln gelandet waren1 verzehren4 ,aber wir wuten nicht1 wohin wir uns wenden sollten4 ,die ,inseln1 die da aus dem ,meere sahen1 waren keine ,anhhen1 keine ,klippen1 sondern lagen wie flache groe ,steinlinsen1 jede in einem weien ,brandungskranz4 ,der ,schwede kannte den ,weg nicht und hatte noch nicht hier drauen gesegelt4 ,so kreuzten wir ziellos1 und das ,meer erschien mir1 je hher die ,sonne stieg1 die es blauer frbte1 wie ein stahlblauer ,garten1 in welchem die ,brandungen wie rauschende weie ,bltenbume standen4 ,weien ,palmen hnlich1 schumten die verschiedenen ,meerspringbrunnen ber den unterirdischen ,klippen1 und um die ,inseln ereiferten sich die ,schaumwellen und waren hnlich wirren weiblhenden ,hecken4 ,immer vertraulicher wurde mir des ,meeres ,anblick4 ,der weite ,morgenther war mir wie ein altbekanntes ,hausinnere1 und das heilige ,meer war wie ein altbekannter jauchzender unendlicher ,garten4 ,das ,boot wiegte uns zwischen der ,lust der ,gefahr und der ,lust des unendlichen ,friedens4 ,es war eine ,fahrt durch unwirkliches ,leben1 denn die ,gren der ,gefahren verflchtigten das wirkliche ,dasein derart1 da man sich ber ,tod und ,leben gleichmig erhaben fhlen mute4 ,von der ,kste sahen wir kaum einen ,nebelrand1 und die ,klippe1 auf der wir bernachtet hatten1 war nur als ein weies ,schaumpnktchen fern im schwarzblauen ,meer zu sehen4 ,wre unser ,boot in einen ,meerstrudel gekommen1 deren es viele rundum gab1 so wren wir im ,kreis getrieben1 mit dem ,boot eingesogen worden und verschwunden wie ein ,bissen in der ,gurgel eines ,tieres4 ,nirgends htte man es bemerkt1 und niemand htte ,rettung bringen knnen4 ,aber darber dachten wir kaum sekundenweise nach4 ,das ,meer hatte uns eingeladen1 und wir fhlten uns als sein ,gast1 und wir genossen das ,bewutsein der ,gefahr und waren ganz ,aug' und ,ohr fr die ,meerfestlichkeit ringsum4 ,endlich nherten wir uns einer der ,inseln1 nachdem wir eine ,lcke in der umgebenden ,brandung entdeckt hatten1 eine ,lcke in der weien ,schaumhecke1 wo das ,wasser stiller war4 ,es war schwierig1 das ,boot zu befestigen4 ,nachdem wir ans ,land gesprungen waren1 drohte uns die ,mglichkeit1 da die zerrenden ,wassermassen das ,bootseil1 auf das wir ein paar ,steine gelegt hatten1 lockern wrden4 ,und wir muten uns bei jedem ,schritt auf dem kleinen ,eiland immer wieder nach unserem ,bootsmast umsehen1 ob er noch zu sehen war1 oder ob das ,meer das ,boot vielleicht schon fortgetrieben hatte4 ,es war das kein angenehmer ,gedanke1 hier ohne ,boot ausgesetzt zu sein1 auf der ,insel1 die nur wie ein ovaler ,steinfuboden ohne ,erhebung und ohne ,schutzwand platt wie ein etwas buckeliger1 zerbeulter ,zinnteller flach in der ,wasserwste lag und bei ,sturm im ,meer verschwand4 ,schon als wir uns der ,insel nherten1 hatte sich ein ,klagegeschrei erhoben1 und viele ,mwen waren fortgeschossen4 ,jetzt aber bei unserem ersten ,schritt auf dem ,stein brauste pltzlich die ,luft um unsere ,kpfe1 als schlge der ,meerschaum haushoch und weiflockig wie ein dickes ,schneegestber ber uns zusammen4 ,es waren ,tausende der brtenden ,mwenprchen1 die aufflogen1 und ihr ,geschrei war wie das von tausend ,klageweibern4 ,sie blieben wie ein flatterndes1 kreischendes und rauschendes groes ,federgespenst alle zusammen oben im ther ber der ,insel hngen4 ,sie chzten und sthnten4 ,sie verfluchten uns und beschworen uns1 sie flehten und jammerten4 ,sie stieen gellende langgedehnte ,angstschreie aus4 ,sie beschworen das ,meer und die ,wolken1 uns ,eindringlinge zu vernichten4 ,niemals1 so lange ,mwen hier gebrtet hatten1 waren zwei ,menschentiere aus dem ,meer hier auf das ,eiland gekommen4 ,es war1 als verhexten wir ihren ,urweltfrieden1 an dem nie gerttelt wurde1 so lange ,mwen denken konnten4 ,in den langen1 nur handtiefen ,rissen und ,sprngen1 die sich ber die ,inselplatte hinzogen1 hatten die ,mwenscharen dort in den getrockneten ,tang unzhlige1 unauffllige1 graugrne ,eier gelegt4 ,die tausend ,mtter1 die da1 abwechselnd mit den tausend ,vtern1 gebrtet hatten1 besprachen sich jetzt ber uns im ,himmel unausgesetzt fliegend und durcheinanderkreischend in dichtem ,knuel1 und besprachen alles1 was wir taten4 ,sie sahen uns beim ,frhstcken und beim schnellen ,baden zu4 ,und als wir dann auf den sonnengewrmten ,steinplatten auf dem ,rcken lagen und uns von der ,sonne trocknen lieen1 da erst lieen sich die ,aufgescheuchten in ,gruppen bei uns nieder4 ,denn da wir uns sonnen wollten1 verstanden sie4 ,das taten die ,seehunde manchmal auch1 wenn einer aus dem ,meer stieg und zu ihnen auf die ,steine gerutscht kam und mit offenen ,augen schlief1 bis der ,mittag vorber war4 ,wie ich dann ,mvenprchen bei ,prchen all die silbergrauen schnen ,vgel beieinander sitzen sah1 da fhlte ich1 da wir ,menschen uns nicht so gut auf das ,glck verstehen wie die ,tiere4 ,jeder ,vogel1 jeder mnnliche1 wenn er liebesreif wird1 sucht sich sein ,weibchen1 und ein wenig ,tang in einer ,felsenspalte gengt ihnen fr das ganze ,leben als ,brutplatz4 ,und die ,mwenfrau und der ,mwenmann brten beide abwechselnd1 und beide lehren spter den jungen ,mwenkindern zu fliegen und ,fische zu fangen4 ,wie einfach ist das6 ,aber welch eine ,unwelt von ,hindernissen wissen die ,menschen dagegen vor ihrem ,liebesglck aufzubauen6 ,eine ,hlle von ,unnotwendigkeiten setzen sie sich in den ,weg1 die das ,lebensglck schwcht1 das in der hchsten ,lebenseinfachheit am edelsten und reichsten sich darbieten will4 -- ,die ,steinflche1 auf der wir uns befanden1 wurde bei hohen ,strmen von den groen ,wellen berrollt1 und es konnte sich auch im ,sommer ereignen1 da bei pltzlichen ,wetterstrzen der ,seegang mchtig hoch wurde1 so da die brtenden ,mwen fliehen und ihre ,eier im ,stiche lassen muten4 ,am ,himmel waren viele ,wolken aufgestiegen1 und trotzdem wir heute nichts hnliches befrchteten1 konnten wir uns doch nicht einiger ,unruhe erwehren4 ,das ,klagegeschrei der ,mwenmtter war in uns so tief eingedrungen1 da wir am liebsten mitgeklagt htten4 ,es war1 als knnten uns die ,schreie allmhlich selber in ,mwen verwandeln2 und wre pltzlich jeder von uns ein weier ,vogel geworden1 es htte uns nicht erstaunt4 ,im ,geist flogen wir mit den ,scharen immer ber dem ,inselstein hin und her und schrieen mit4 ,derart verhexend wirkte in der ,meereinsamkeit die ,aufregung auf dem ,mwenbrutplatz1 da wir beinahe ,unruhe hatten1 unsere ,vernunft fr immer verlieren zu knnen4 ,denn verwirrend und irremachend war das ,angstgeschrei und das ,gechze und das ,gesthne1 das aus den ,rissen und ,steinspalten zu uns kam4 ,wir wuten zwar1 da dort ,vgel versteckt saen1 aber es klang1 als seufze und sthne die sich grmende ,brutsttte selbst1 und wir eilten endlich1 fortzukommen von dem ,stein1 auf dem wir von tausend ,verwnschungen berschttet wurden4 ,zurckgekommen nach ,vderbod1 nahmen wir dort den ,kapitn ins ,boot1 der uns gleich zurief1 es wrde heute noch schlechtes ,wetter geben4 ,zugleich donnerte es schon drauen am ,meeresrand4 ,der ,wind war gnstig1 und wir segelten stundenlang eiligst der ,kste zu4 ,einige dunkle ,wolken holten uns aber doch ein und sandten uns einige kurze ,regenschauer auf den ,rcken4 ,wir erzhlten unterwegs dem ,kapitn1 da wir vorhin auf einer der ,mweninseln mit dem ,segelboot angelegt hatten4 ,der ,meergreis schttelte mimutig den ,kopf und meinte1 das htten wir nicht tun sollen4 ,die ,brutpltze darf man nicht stren4 ,das sind heilige ,pltze1 sagte er1 und auerdem ist es mit so viel ,gefahr verbunden1 auf jenen ,inselflecken zu landen und loszukommen1 da deshalb schon niemals einer dort hingeht4 ,wenn ich gewut htte1 da ,sie dort landen wollten1 htte ich ,sie vorher gewarnt4 ,denn die ,tiere wollen1 wenn sie in ,familie sind1 allein sein und mgen bei ihren ,wochenbetten keine ,menschen sehen48 ,der ,kapitn1 als er dies sprach1 stellte ,menschen und ,tiere ganz selbstverstndlich auf gleiche ,vernunftsstufe4 ,so wie es die ,leute1 die viel im einsam ,freien leben1 zu tun gewohnt sind1 und wie es auch das ,natrliche ist4 ,ich freue mich18 hatte der junge ,schwede zu mir gesagt1 den ,kapitn ans ,land bringen zu knnen4 ,er hat seit zwei ,jahren die ,kste nicht mehr besucht4 ,und er roch nur manchmal den ,frhling auf seiner ,klippe drauen1 wenn zufllig ein scharfer ,ostwind vom ,lande wehte1 der ber alle ,wlder ,schwedens gegangen war48 ,der ,alte wurde1 je mehr wir uns den ,inselgassen nherten1 schweigsam und schnupperte immer mit der ,nase in die ,luft4 ,er roch ,land4 ,und als der ,wind im ,abend abflaute1 rhrte er unermdlich die ,ruder und wollte sich nicht ablsen lassen4 ,wie eng und still kam uns das ,meer in den ,inselgassen vor6 ,wie wohlbekannte ,gnge in einer ,stadtwohnung1 in die man abends heimkommt nach einem ,tagesausflug4 ,das ,wasser lag im ,abendlicht goldgelb ausgegossen4 ,auf einem ,stein sa1 wie ein einzelner ,mann1 ein groer dunkler ,seeadler4 ,er ruckte mit dem ,kopfe hin und her und hob sich mit den dunklen ,schultern vom hellgelben ,himmel ab4 ,ich wohne hier18 meinte der ,adler4 ,ich bin hier zu ,hause18 sagte er mit seinem ,kopfnicken4 ,wir wissen es schon auf allen ,inseln18 fuhr er fort1 ihr habt die ,mwen drauen gestrt4 ,hui1 hui1 wer wird die ,brutsttten betreten68 ,und die ,luft durchfegend flog er fort4 ,die dunklen ,felsen in den ,gassen sahen uns tiefgrndig an4 ,und eine ,steinwand sagte zur anderen3 ,habt ihr den ,donner heute nachmittag drauen gehrt8 ,die da vorberfahren1 die haben die ,brutsttten gestrt6 ,die ,mwen haben es berall hin ausgeschrieen4 ,bis zu den ,wolken haben sie gerufen4 ,und beinahe wre ,wettersturz und ,sturm gekommen4 ,aber dann nahmen die beiden ,jungen den ,alten mit ins ,boot1 und dadurch waren sie geschtzt vor jedem ,unwetter4 ,der ,alte ist heilig wie die ,brutsttten4 ,er ist ein alter ,freund dem ,meer und allem1 was in und um das ,meer ist48 ,in einer anderen greren ,gasse1 wo das ,meer immer noch goldig war1 weil die ,felswnde weiter auseinander lagen1 da hrten wir pltzlich zwei schrille ,pfiffe4 ,hundert ,schritte vom ,boot entfernt waren in der ,goldflche des ,wassers zwei ,kpfe aufgetaucht1 zwei dunkle menschenhnliche ,kpfe4 ,seehunde68 flsterte der junge ,schwede4 ,und der alte ,kapitn nickte vergngt und ruderte4 ,wieder ein blitzartiger ,pfiff1 und die beiden ,seehundkpfe verschwanden4 ,hm1 hm18 sagte der ,kapitn1 da sie sich so weit hereinwagen heute1 die ,seehunde6 ,die halten sich doch sonst immer drauen bei den ,mwenbrutsttten auf68 ,und er schttelte verwundert den ,kopf4 ,es war1 als kannte er jedes ,tier hier im ,meer im ,umkreis um seine ,klippe4 ,die beiden ,burschen sind uns nachgeschwommen18 sagte er endlich nach einer ,weile wieder4 ,seehunde sind neugierig4 ,sie haben mich seit zwei ,jahren nicht ans ,land fahren sehen und muten sich berzeugen1 ob es wahr ist1 da ich ans ,land segle4 ,denn alle ,inseln wissen es wohl bereits1 da ich ans ,land will1 und da ,sie beide die ,mwenbrutsttten gestrt haben1 das wissen auch schon alle hier herum48 ,der ,alte lachte gutmtig und nickte1 als wollte er noch viel mehr erzhlen4 ,aber er mute jetzt fters in seine ,hnde spucken1 um die ,ruder fester zu packen1 und da blieb ihm nicht allzuviel ,atem zum ,erzhlen brig4 ,in ,fjellbacka1 am ,land1 schttelte der kleine ,greis uns die ,hand und sagte1 er wrde hier bei ,freunden bernachten und kme morgen zum ,sonntag in die ,kirche und ins ,pfarrhaus4 99 99 99 99 99 ,und das tat er auch4 ,am nchsten ,mittag kam der ,kapitn zum ,pfarrhaus getrollt4 ,der junge ,schwede hatte seinem ,vater von unserer ,fahrt erzhlt4 ,dieser kannte den ,alten lngst4 ,als der ,pfarrer zugleich hrte1 da wir eine ,mwenbrutsttte aufgesucht hatten1 wurde auch er pltzlich ganz ernst und schttelte verwundert den ,kopf4 ,da kam ich mir mit einemmal ganz unwissend vor und hatte das ,gefhl1 als wren wir1 der ,schwede und ich1 gestern1 als wir auf jener ,insel bei den ,mwenmttern im ,boot angelegt hatten1 wie zwei tppische junge ,jagdhunde gewesen1 die in ein ,zimmer hereinspringen und nicht wissen1 wo sie sind1 und friedliche ,leute erschrecken4 ,der alte ,pfarrer sagte3 ,brutsttten darf man nicht stren4 ,das tut man nicht48 ,und als ich ihn fragte1 was uns htte geschehen knnen1 sagte er kurz3 ,das wei ich nicht4 ,aber die ,leute im ,lande1 die ,fischer1 behaupten1 es stre die ,seefahrt und den ,fischfang48 ,wir sind auch schon gestraft worden18 sagte der junge ,schwede4 ,wir haben zuerst ,angst vor einem ,unwetter gehabt1 und auf der zweiten ,hlfte des ,weges schlief der ,wind ganz pltzlich ein1 und wir haben rudern mssen1 und wenn der alte ,kapitn nicht mitgerudert htte1 wrden wir das ,land zum ,abend nicht erreicht haben und htten zur ,nacht auf dem ,wasser liegen mssen48 ,und ich mute viel darber nachdenken4 ,wenn man durch einen ,kanonenschu in den ,himmel versucht -- und es auch erreicht hat --1 ,wolken und ,gewitter zu erzeugen1 so1 sagte ich mir1 konnte auch die unendliche ,masse ,mwen1 die ber unseren ,huptern mit kreisendem ,flug stundenlang im hchsten ther gelrmt und mit den ,flgeln geschlagen hatten1 recht wohl in dem schwlen ,maienmittag ein ,gewitter erzeugt haben4 ,denn um uns fortzuscheuchen1 schrien die ,mwen ganz besondere ,rufe1 ,ketten von wirbelnden ,rufen4 ,es hrte sich an1 als rauschte ein lrmendes ,feuer mit spitzen ,stichflammen in den ,himmel1 so heftig war das ,pfeifen und ,flgelschlagen zur ,mittagsstunde im ,luftkreis ber uns gewesen4 ,und ich sagte mir weiter1 wir werden von ,haus aus als zu schlechte ,nachbarn der ,tiere1 ,pflanzen und ,mitwelt erzogen4 ,wir lernen vielen ,kram1 aber wir lernen nicht1 freundlich und geduldig die ,lebensgewohnheiten der ,tiere im ,auge zu haben1 wie ,gewohnheiten unserer ,hausnachbarn1 die wir achten sollen4 ,wir sind nur ,kameraden mit den ,menschen1 aber nicht ,kameraden mit dem ,weltalleben4 ,und wie reich1 innig und festlich wre unser ,dasein1 wenn wir verstndige ,kameraden allen ,leben wrden und nicht in unserer ,unvernunft und unserer ,ungeduld uns verleiten lieen1 uns hherstehender vorzukommen als ,tiere und ,pflanzen4 ,solcher ,hochmut ist unfruchtbar und unkameradschaftlich und lt uns ,menschen in den ,augen des brigen ,weltalls lcherlich und beschrnkt erscheinen4 ,wie roh und beschrnkt mssen wir beide den ,mwen vorgekommen sein1 als wir nicht die einfachsten ,anstandsgesetze achteten und ,mtter1 welche ,kinder zur ,welt brteten1 in ihren ,wochenstuben aufstrten4 ,wir taten1 als wenn die ,lebenserzeugung nur bei den ,menschen die ,mtter im schwangeren ,zustand heilig sprche4 ,als ob die ,tiermtter in demselben ,zustand nicht auch heilig zu sprechen wren von unserer aller ,schpferkraft1 die allen ,handlungen bestimmte ,grundgesetze vorgeschrieben hat4 ,ich mute noch den ganzen ,sonntag ber dieses letzte ,ereignis nachdenken4 -- ,der alte ,kapitn war vom ,pfarrer zu ,tisch geladen worden1 und er sa mir da bei ,tisch gegenber wie ein lebender ,vorwurf meiner gestrigen ,gedankenlosigkeit4 ,er sprach aber nicht von gestern und dachte auch sicher kaum noch an unser ,versehen4 ,aber mein ,herz lie nicht los1 mit ihm im stillen darber zu sprechen4 ,und er antwortete mir vieles im stillen zurck1 der kleine vertrocknete mumienhafte ,kapitn4 uerlich aber befand er sich mit sich wie in einem ,sturm4 ,zwei ,jahre hatte er kein grnes ,blatt und keinen grnen ,halm gesehen4 ,zwei ,jahre hatte er keine ,stille in seinen ,ohren genossen4 ,er sagte nach dem ,essen zum ,pfarrer1 er wre gekommen1 um die ,nachmittagskirche zu besuchen4 ,und er ging vom ,tisch fort und murmelte noch etwas4 ,die ,glocke lutete dann1 und als alle zur ,kirche gegangen waren und ich in den ,garten ging1 um mich am ,gartenende mit einem ,buch auf die ,moosbank zu setzen1 staunte ich ber die ab- und zufliegenden ,elstern1 die in den ,erlenbumen an der ,sdseite des ,gartens gar keine ,ruhe gaben4 ,auch sah ich ber den langen ,gartenweg mehr ,eichhrnchen als sonst den ,weg kreuzen4 ,auch die wilden ,bienen summten heftiger unter den eben erblhten ,apfelbumen und ber den ,kpfen der hochgeschossenen ,pfingstrosen4 ,etwas war nicht in ,ordnung im ,garten4 ,nun kamen mir auch die drei ,katzen des ,hauses entgegen1 die weie1 die schwarze und die graue4 ,sie gingen nicht1 sie strichen1 hohe ,buckel machend1 an den ,stmmchen der jungen ,bume hin und hopsten nach rckwrts4 ,sie waren also besonders vergngt und zufrieden4 ,wren junge ,vgel irgendwo gelegen1 die aus dem ,nest gefallen waren1 und htten diese die ,katzen angelockt1 so wre ihr ,gang geduckt1 zielbewuter und bei meinem ,anblick scheu und bestrzt gewesen4 ,aber die drei ,katzen gingen nur gemtlich spazieren1 erzhlten mir aber irgend etwas1 das ich mit meinem innersten ,ohr noch nicht deutlich hrte1 weil ich noch zu berrascht war4 ,das ,auge mu fhlen und nicht blo sehen1 wenn man mit dem ,weltalleben ,gedankensprache austauschen will4 ,die eigenen ,wnsche mssen verstummen knnen4 ,so wie man nicht ohne bung fremde ,sprachen sprechen kann1 so mu man auch im ,weltallverkehr ein wenig unauffllig ,selbstzucht an sich ben4 ,aber nicht mehr1 als man braucht1 um telephonieren zu lernen4 ,ich ging zur ,moosbank hin und setzte mich und wollte lesen1 aber die ,elstern flogen zu und flogen fort1 doch nicht ngstlich und auch nicht aufgebracht4 ,nur unterhaltsam1 als wren sie in angeregtestem ,gesprch4 ,nun jagte auch ein groer weier ,vogel tief ber den ,garten1 eine ,mwe4 ,das war selten1 da im ,sommer eine ,mwe so weit ins ,land hereinflog4 ,und ich mute an die ,seehunde denken1 die gestern neugierig dem alten ,kapitn nachgeschwommen waren4 ,war nun auch diese ,mwe ihm neugierig nachgeflogen8 ,nach einer ,weile ging ich an den roten ,pfingstrosen vorbei1 und ein paar ,goldkfer1 die an den ,blten hingen1 blitzten mich goldgrn an1 und ich mute an die ,fenster des ,klippenhauses in jener grnen ,meernacht denken1 in der der ,himmel nicht dunkel wurde4 ,und ich mute bei den ,rosen an den purpurroten ,tang denken1 der drauen um die ,mwenbrutsttten in dickem ,kranze schwamm4 ,ich habe eine ,weile so vor mich hingetrumt und dachte3 ,wie wunderbar einschlfernd summen die ,bienen6 ,wenn die ,erde nicht so frhlingsfeucht wre1 mte es gut sein1 hier im ,garten auf einer ,grasbschung auf dem ,rcken zu liegen1 den blauen ,himmel anzublinzeln und sich von den ,bienen einschlfern zu lassen4 ,dann lutete es wieder von der ,kirche her1 und ich war erstaunt1 wie schnell die ,zeit vergangen war4 ,die ,kirche war aus4 ,aber da ,zeit vergangen war1 das merkte ich nur an dem ,gartenweg4 ,die ,schatten der ,bume waren gewachsen1 und der ,weg sah mich nicht mehr grell sonnig an4 ,die ,schatten zogen alle1 lnger geworden1 sichtbar nach einer ,richtung quer ber den ,garten fort4 ,im ,pfarrhof bei den ,stallgebuden hrte ich dann die ,bauernwagen von der fernen ,kirche fortrollen1 und der junge ,schwede kam von seinem ,zimmer herunter1 wo er geraucht und ,mittagsruhe gehalten hatte4 ,er streckte unter der ,haustre seine ,glieder und lachte und nickte mir zu4 ,der alte ,kapitn wird genug ,kirche heute bekommen haben18 rief er4 ,und wir lachten und plauderten unter der ,haustr ein wenig von dem alten ,meerkauz4 ,dann kam der alte ,pfarrer1 von einigen ,mnnern der ,gemeinde begleitet1 in den ,hof4 ,wir fragten ihn1 ob der ,kapitn sich schon verabschiedet habe1 weil wir ihn nicht sahen4 ,ach nein18 lachte der alte ,herr gutmtig1 er war gar nicht in der ,kirche4 ,er schlft wahrscheinlich noch im ,garten48 ,und jetzt erinnerte ich mich1 da der ,kapitn frher vom ,tisch aufgestanden war und sich entschuldigt hatte1 da er ein ,schlfchen tun mchte1 da ihn die ungewohnte ,landluft und der ,geruch des ,frhlings mde gemacht htten4 ,wir waren im ,gesprch gewesen und hatten seine letzten ,worte halb berhrt und glaubten1 er sei zur ,kirche gegangen4 ,er wird sich zu ,tode erklten18 meinten die ,damen des ,hauses1 die dazugekommen waren4 ,ach1 nun verstehe ich alles18 sagte ich zu dem jungen ,schweden4 ,der ganze ,garten hat es mir erzhlen wollen1 da der ,alte1 der zwei ,jahre kein ,grn und keine ,blumen gesehen hat1 sich zum ,schlaf dort niedergelegt habe4 ,deshalb schnatterten die ,elstern so laut1 sie machten aufmerksam auf den ,schlafenden unter den ,bumen4 ,und die drei ,katzen strichen so verwunderlich hopsend herum und erzhlten es mir1 ihr ,behagen ausdrckend1 da einer im ,garten schlafe1 von dem die ,erde sage1 da man ihn nicht stren drfe4 ,auch die ,eichhrnchen hatten sich ihn angesehen1 den ,meergreis1 der selbst so behende und zwerghaft war wie die ,eichhrnchen4 ,und der nach ,meerluft roch und nach ,fischen1 wie die ,katzen behaglich hinzugefgt hatten4 ,und eine ,mwe hat im ,flug mit dem ,schnabel auf ihn gedeutet4 ,und die grnen ,goldkfer an den ,pfingstrosen hatten mir verstndnisinnig zugeblinkt4 ,und alle meinten1 mir den ,schlfer zu zeigen1 der ein ,stck ,meerwelt in das ,garteninnere brachte48 ,dann fanden wir ihn auch1 als wir vorsichtig gingen und suchten1 auf der ,grasbschung am ,gartenrand4 ,unter einem ,haselnustrauch lag der kleine alte ,mann auf dem ,rcken4 ,er hatte seinen ,kapitnsuniformrock ausgezogen und ihn unter seinen ,kopf gelegt und hatte sich mit seiner ,kapitnsmtze ,stirn und ,augen zugedeckt4 ,aber den ,mund hielt er weit offen1 und seine ,hnde hielt er ber der ,brust gefaltet4 ,die schwielenreichen alten ,finger1 die vierzehn ,schiffe gesteuert und gefhrt hatten1 waren fest ineinander gehakt4 ,sein offener ,mund atmete die langentbehrte ,garten- und ,landluft und die langentbehrte ,stille in seinen alten meergebeizten ,krper ein4 ,wir konnten es nicht bers ,herz bringen1 ihn zu wecken und zu stren4 ,aber wenn er sich erkltet88 meinte ich einen ,augenblick4 ,der ist wie aus ,seehundleder18 sagte der junge ,schwede4 ,den bringen ,erde und ,wasser nicht um4 ,er hat vierzehn ,schiffbrche erlebt und ist nicht umgekommen2 da wird ihm doch die ,erde im ,schlaf nichts antun knnen und antun wollen48 ,und wenn er an diesem ,schlaf sterben sollte18 sagte ich1 so hat er wenigstens die ,befriedigung1 da er noch einmal einen ,landschlaf in ,ruhe und ohne irrsinniges ,meergeschrei und ,brandungsgebrll genossen hat48 ,und wir lieen den ,alten schlafen1 trotzdem die ,schatten des ,gartens ihn khl zudeckten4 ,alles schien auch dem ,alten den verdienten ,landschlaf herzlich zu gnnen4 ,und der ,schlaf im ,grnen ist dem ,kapitn nicht schlecht bekommen4 ,nur darin bekam er ihm vielleicht nicht gut1 da er1 als er aufgestanden1 dem ,pfarrer und uns erklrte1 er mge nicht mehr aufs ,meer hinaus4 ,er she gar nicht ein1 warum er seinen alten ,knochen nicht endlich am ,land ,ruhe gnnen sollte4 ,und wirklich kndigte er nach diesem ,landbesuch der ,regierung seinen ,leuchtturmplatz und mietete sich bei ,freunden in ,fjellbacka ein4 ,aber das ,land wute nichts mehr mit ihm anzufangen1 und der kleine ,meergreis starb bald ganz schnell weg1 als wre er nur ans ,land gekommen1 um in den ,tod hinberzuschlafen4 -- ,jene mehrtgige ,meerfahrt bedeutete fr mich auch zugleich den ,abschlu meines ,aufenthaltes im ,pfarrhause4 ,denn der ,sommer1 der jetzt kam und ,gste und ,besucher und ,leben in die ,einsamkeit brachte1 trieb mich1 der ich ,ruhe zu ,gedanken und ,arbeiten liebte1 zum ,fortwandern an4 ,ich war selbst erstaunt1 da die mchtige ,einsamkeit1 die mich zuerst bei der ,ankunft1 im ,gegensatz zum lebhaften ,berlin1 an jenem ,pfarrhause erschreckt hatte1 mir jetzt zur unentbehrlichen ,lebensbedingung geworden war4 ,auch der junge ,schwede wunderte sich nicht wenig1 als ich ihm eines ,tages sagte1 ich fnde das ,haus1 in dem ,sommergste kamen und gingen1 zu lebhaft geworden1 und da ich mich nach der ,zurckgezogenheit und totstillen ,einsamkeit1 wie ich sie hier in den ersten ,wochen nach der ,ankunft aus ,deutschland genossen hatte1 sehnte4 ,er erwiderte mir1 da er das ganz unbegreiflich fnde1 da ich doch zuerst ber die unendliche ,winterstille im ,pfarrhause erstaunt gewesen wre und behauptet htte1 es wohnten keine ,menschen1 sondern nur eine tickende ,uhr im ,hause4 ,ich mute ihm recht geben2 aber nicht darin1 da ich mich an den ,sommerlrm in seinem ,vaterhause so gut wrde gewhnen knnen wie an die ,winterstille4 ,ich sagte ihm1 so wie mir sein ,vaterhaus lieb geworden sei1 so mchte ich es immer in meiner ,erinnerung tragen4 ,es stnde dann einzig in seiner ,art unter meinen ,erlebnissen1 und ich mchte deshalb nicht das ,haus im ,sommer beobachten1 wie es immer hnlicher allen anderen ,familienhusern wrde1 die ich kannte4 ,ich wollte es nicht in mir allgemein und gewhnlich werden lassen1 sondern den ,aufenthalt dort als ein auergewhnliches ,erlebnis1 so erhaben und mchtig wie es gewesen1 fr alle ,zeiten im ,gedchtnis behalten4 ,bis zum ,johannisfest1 wo in der hellen ,sommernacht im ,freien getanzt wurde und das ,klavier hinaus hinter grne ,hecken in die ,steinfelder gebracht wurde und die ,tchter des ,hauses und ihre ,freundinnen mit viel ,gelchter den ,auszug des ,klavieres unter den freien ,himmel begleitet hatten1 bis zu diesem ,fest bin ich noch geblieben und war nahe daran1 mich von dem ,mdchentrubel verlocken zu lassen1 auch den ,sommer im ,pfarrhause zu verbringen4 -- ,es war mir aber nach meiner ,abreise dann ganz seltsam zumut4 ,nirgends mehr fand ich die unergrndliche ,ruhe1 die majesttische ,einsamkeit1 wohin ich mich auch wendete1 -- nicht auf dem ,lande1 nicht in den ,stdten1 auch nicht bei den ,buchenwldern ,dnemarks am ,isefjord1 die1 auf flachem ,sandboden gewachsen1 mir wie groe ,parkanlagen vorkamen im ,vergleich zur ,urweltnatur ,bohuslns4 ,das ,meer schien mir bei ,dnemark ein ,tmpel zu sein und der ,isefjord ein ,parkteich4 ,die dnischen ,kornfelder1 ber denen die ,windmhlen einfrmig sich auf- und niederdrehten1 kamen mir einfltig1 ntzlich und langweilig vor nach der prchtigen ,granitdsterkeit der nordischen ,steinprovinz1 in der die ,hgel wie versteinerte ,walroherden gelagert waren1 wie versteinerte ,mammutleiber4 ,vorsintflutlich und ungeheuer abenteuerlich war vor den ,fenstern des ,bohuslnschen ,pfarrhauses die ,umgebung gewesen4 ,aber dort in ,dnemark1 wo die ,sommerausflgler und die wandernden ,kinderschulen und die herumliegenden ,zeitungspapiere einen fortwhrend an enges ,menschenleben erinnerten1 an sinnlose ,bildungssucht1 wie sie ber allen ,vlkern ,europas jetzt liegt1 da wurde ich keinen ,tag froh4 ,der ,unterschied war so gro1 als wre ich wirklich wieder vom ,mond auf die ,erde zurckgekehrt4 ,und noch viel schlimmer erging es mir1 als ich ,landleben mit ,stadtleben zu vertauschen suchte4 ,selbst das liebenswrdige und ungemein trauliche ,kopenhagen1 eine der feinfhlendsten ,stdte unter den ,stdten und die ,stadt meines ,lieblingsdichters ,j4 ,p4 ,jacobsen1 konnte mich nach der erquickenden ,zeit in ,bohusln nicht zum ,bleiben verlocken4 ,wohl wanderte ich in der dnischen ,hauptstadt gern in ,jacobsens ,fustapfen und war gern bei ,andersens alter trstlicher ,mrchenwelt1 die jeder ,kopenhagener ,pflasterstein einem deutlich wiedererzhlt4 ,die ,galoschen des ,glckes18 die kleine ,seejungfrau18 die ,schneeknigin8 begleiteten mich bei jedem ,schritt und lieen mich der ,vergangenheit nachhngen4 ,aber starkes ,gegenwartsleben1 neue vertiefte ,wirklichkeitseindrcke1 wie ich sie in ,bohusln stndlich erlebt hatte1 erhielt ich hier nicht4 ,wre ich lter gewesen1 wrde mir das trauliche ,kopenhagen sehr behagt haben4 ,man mu aber zuerst das ,ziel mglichst erreicht haben1 das man sich setzte1 und mu selbst schon zur ,vergangenheit hinneigen1 um wunschlos in der ,wirklichkeit ohne starkes ,gegenwartsleben auskommen zu knnen4 ,oder man mu1 altgeworden1 mit einem ,chaos von mchtigen ,erlebnissen angefllt sein1 dann sucht man gern stille trumerische ,landschaft oder idyllische ,orte auf1 um dort die ,flut der ,eindrcke wie eine ,sammlung zu sichten und zu ordnen4 ,auch als ich zu ,weihnachten zu einem ,besuch in mein ,vaterhaus nach ,wrzburg kam1 schien mir die ,rckkehr dorthin verfrht4 ,zwar geno ich den erfrischenden ,geist meines ,vaters und liebte den ,kulturreichtum meiner altfrnkischen ,heimatstadt1 aber doch schien mir beides im ,wege zu sein fr meine weitere ,entwicklung4 ,denn die ,zeit zur ,selbstbetrachtung und die ,zeit1 mich in den ,heimatboden einzuwurzeln1 war noch nicht gekommen4 ,ende des ersten ,bandes ,anmerkungen zur ,transkription3 ,offensichtliche typografische ,fehler sowie ,zeichensetzungsfehler wurden korrigiert4