---------------------------------------- -------------------------- ,anmerkungen zur ,transkription ,der ,originaltext ist in ,fraktur gesetzt4 ,gesperrter ,text ist als gesperrt markiert1 ,fettdruck als fett1 und ,antiqua als antiqua4 ,einleitende ,abstze sind im ,originaltext in einer kleineren ,schriftgre gesetzt1 dieses ist durch eine ,einrckung gekennzeichnet4 ,in dem ,text wurden folgende nderungen vorgenommen3 ,s4 #bi angesehnsten durch angesehensten ersetzt4 ,alle ,seiten ,das tironische und c4 durch etc4 ersetzt4 ---------------------------------------- -------------------------- ,die ,regeln des ,anstands1 der ,hflichkeit und der guten ,sitte4 ,fr die deutschen ,knaben- und ,mdchenschulen in den ,vereinigten ,staaten von ,amerika4 ,von ,i4 ,lehmann1 ,vorsteher einer ,erziehungs-,anstalt4 ,st4 ,louis1 ,mo4 ,verlag von ,conrad ,witter4 #ahfg4 ,entered1 according to ,act of ,congress1 in the year #ahfg1 by ,,conrad ,,witter1 in the ,clerk's ,office of the ,u4 ,s4 ,district ,court of the ,eastern ,district of ,missouri4 ,einleitung4 ,die wahre ,bildung ist die ,herzensbildung1 die wahre ,hflichkeit entspringt aus der ,herzensgte und ihr ,hauptgrundsatz ist3 ,was ,du nicht willst1 da man ,dir thue1 das fge ,du auch ,andern nicht zu4 ,die ,menschen haben einander nthig und die ,zwecke des menschlichen ,lebens knnen nur in der ,geselligkeit erreicht werden4 ,am glcklichsten und frohesten wird das gesellige ,leben da sein1 wo man die ,regeln des ,anstandes1 der ,hflichkeit und der guten ,sitte am besten beobachtet1 denn sie erzeugen ,achtung und ,zuneigung1 erhalten ,friede und ,ordnung1 und knnen daher nicht frh genug gelehrt und ausgebt werden4 ,die wahre ,hflichkeit vertrgt sich ganz gut mit republikanischer ,einfachheit und ,wrde4 ,erstes ,capitel4 ,zu ,hause und am eignen ,krper4 ,was fordert ,hflichkeit1 ,anstand und gute ,sitte zu ,hause8 #a4 ,glaube nicht1 ,anstand und gute ,sitte blos in ,gesellschaft beobachten zu mssen2 es ist sehr nthig1 sich auch zu ,hause1 selbst beim ,alleinsein1 daran zu gewhnen2 denn unwillkrlich und ohne daran zu denken1 bt man vor ,andern1 was man sich gewhnt hat zu thun1 wenn man allein ist und wie in ,allem1 wird auch hier die ,gewohnheit zur zweiten ,natur4 #b4 ,gewhne ,dich frh aufzustehen6 ,frh zu ,bette und frh wieder auf1 das ist der beste ,lebenslauf -- fr ,deinen ,krper1 fr ,deinen ,geist und fr ,dein ,geschft4 ,sieben ,stunden ,schlaf gengen dem gesunden ,menschen vollkommen4 ,wasche ,dich -- zu jeder ,zeit -- mit frischem ,wasser bis an den ,grtel1 kleide ,dich rasch an1 und vergi dann nie1 ,deine ,eltern oder deren ,stellvertreter zu begren4 ,dasselbe thue beim ,schlafengehen4 #c4 ,in ,deinem ,zimmer1 in allen ,deinen ,sachen1 ,bchern1 ,kleidern halte die grte ,reinlichkeit und die pnktlichste ,ordnung4 ,unreinlichkeit und ,unordnung im ,aeuern verrathen auch einen unordentlichen ,geist und erregen in der ,gesellschaft ,ekel und ,widerwillen gegen ,dich4 ,beschmutzte und zerrissene ,bcher und ,hefte sind eines braven ,schlers aus einer guten ,familie unwrdig4 #d4 ,man kann sehr schne1 reiche ,kleider anhaben und doch schlecht gekleidet sein1 whrend man mit sehr einfachen ,kleidern aus groben ,stoffen recht anstndig erscheinen kann4 ,jeder mag sich nach seinem ,vermgen kleiden1 aber ,niemand darf unreinlich sein4 ,sorge dafr1 da ,deine ,kleider stets rein1 ohne ,schmutzflecken und ohne ,risse seien4 ,es ist lcherlich1 wenn junge ,leute zu frh den kleinen ,herrn spielen1 eine ,zierpuppe sein1 alle ,moden mitmachen wollen4 ,mit weier ,wsche und reinen ,stiefeln ist man immer geputzt und kann berall erscheinen4 ,selbst beim heiesten ,wetter erscheine nicht halbgekleidet1 mit offener ,brust1 barfu4 #e4 ,deinen ,kopf halte stets gerade1 nicht steif noch weniger drehe ihn wie eine ,wetterfahne4 ,nie bentze den ,kopf zum ,bejahen oder ,verneinen oder ,geberden des ,widerwillens etc4 damit zu machen4 ,in der ,gesellschaft ist es unhflich1 irgend einen ,krpertheil mit den ,hnden zu berhren2 den ,kopf in die ,hand zu lehnen oder sich gar daran zu kratzen1 mit den ,hnden in den ,haaren herumzufahren1 wre unanstndig4 ,die ,haare halte besonders rein1 wohl gekmmt1 mit ,pommade ja nicht berladen4 #f4 ,dein ,gesicht sei heiter1 weder immer lachend wie ein ,thor1 noch streng und affectirt4 ,es wre beleidigend1 mit ,leuten1 die in tiefem ,ernst und ,trauer sind1 einen berlustigen ,ton anzustimmen oder mit kalter und gleichgltiger ,miene ,jemandem eine ble ,nachricht zu hinterbringen1 so wie es anderseits unanstndig wre1 in frhlicher ,gesellschaft ein ernstes1 nachdenkliches ,gesicht zur ,schau zu tragen4 ,bei angesehenen ,leuten zeige das ,gesicht ,achtung1 aber nicht jene groe ,schchternheit1 die ein linkisches1 albernes ,aussehen gibt2 fr seine ,freunde habe man stets ein frhliches ,gesicht1 und gegen ,dienstboten sei man nicht zu vertraulich1 da die leicht mibraucht wird4 #g4 ,die ,stirne runzeln gibt ein hochmthiges ,ansehen1 die ,schultern zucken ist eine unanstndige ,bewegung1 die ,zunge zeigt kein hflicher ,mensch1 mit den ,fingern in die ,ohren greifen ist in ,gesellschaft nicht erlaubt4 #h4 ,die ,augen sind der ,spiegel der ,seele2 darum sei ,dein ,blick stets heiter1 sanft1 offen und bescheiden4 ,mit ,jemandem sprechen ohne ihn anzusehen1 ist sehr unhflich2 auch wenn ,jemand mit ,dir spricht1 blicke ihn an4 ,aber ,jemanden steif anstarren1 ihm nachblicken1 ihn ber die ,schulter ansehen1 ein ,auge zudrcken oder gar mit dem ,finger auf ,jemanden deuten1 wre eine groe ,ungezogenheit4 ,lasse ,deine ,augen nicht frech umherschweifen1 aber eben so wenig halte sie stets zur ,erde gesenkt1 als habest ,du ein bses ,gewissen und wagtest nicht1 den ,leuten offen in's ,gesicht zu sehen4 #i4 ,jede freiwillige ,bewegung der ,nase ist eine ,unhflichkeit4 ,mit den ,fingern darin zu grbeln1 ist eine ,unreinlichkeit und fr ,alle1 die es sehen1 unausstehlich1 auch schdlich4 ,allerdings mu man die ,nase putzen1 so oft es nthig ist1 allein dabei alle mgliche ,vorsicht anwenden1 um diese an sich unangenehme ,handlung in ,gesellschaft nicht ,ekel erregend zu machen4 ,also3 habe immer ein reinliches ,taschentuch1 falte es nicht mit lcherlicher ,wichtigkeit weit auseinander1 mache kein groes ,gerusch mit der ,nase1 blicke nicht in ,dein ,taschentuch1 behalte es nicht in der ,hand und lege es noch weniger umher4 ,auch beim ,nieen mache so wenig ,gerusch als mglich4 ,dem ,nieenden sein ,compliment zu machen1 ,gesundheit zu wnschen1 ist nicht mehr ,sitte4 #aj4 ,mund und ,zhne halte besonders rein1 um den beln ,athem zu vermeiden4 ,flle beim ,essen den ,mund nicht an1 da ,du kaum zu athmen vermagst4 ,stochere nie mit ,nadeln1 ,messern oder ,gabeln in den ,zhnen4 ,beie nicht auf die ,lippen1 nage nicht an den ,ngeln4 ,vermeide sorgfltig beim ,sprechen1 die ,personen mit ,deinem ,athem zu berhren oder gar mit ,speichel zu bespritzen4 ,sprich nicht so leise1 da man angestrengt horchen mte1 ,dich zu verstehen1 allein lcherlich1 anmaend und unanstndig ist es1 mit schreiender ,stimme berlaut zu sprechen oder beim ,sprechen mit den ,hnden etc4 zu gesticuliren4 ,alles ,affectirte ist besonders im ,sprechen widerlich und gerade im schnen1 reinen und richtigen ,sprechen mu sich die genossene ,bildung und gute ,erziehung am ersten zeigen4 ,in ,gesellschaft ghnen ist sehr unanstndig2 mut ,du es durchaus1 so geschehe es so unbemerkt als mglich mit vorgehaltener ,hand oder verlasse das ,zimmer4 ,beim ,husten wende ,dich ab und bedecke den ,mund mit der ,hand oder mit dem ,taschentuch1 bei ,tische mit der ,serviette4 ,spucken mut ,du nur in ,dein ,taschentuch1 nie zum ,fenster hinaus1 nie auf den ,boden 7ausgenommen auf der ,strae74 ,es ist ungezogen in ,kaufmannslden1 in ,gegenwart ,anderer1 so wie in ,gesellschaft1 besonders von ,damen1 zu pfeifen4 #aa4 ,die ,hnde wasche sorgfltig nicht blos am ,morgen1 sondern auch whrend des ,tages mehrmals1 mit ,seife1 vor und nach ,tische1 immer wenn ,du irgend etwas nicht ganz ,reines berhrt hast4 ,mit schmutzigen oder mit ,dinte befleckten ,hnden in ,gesellschaft oder gar bei ,tische zu erscheinen1 ist unhflich4 ,es verrth groen ,mangel an ,lebensart1 alles ,neue oder was uns auffllt1 in die ,hnde zu nehmen4 ,die ,hand reichen darf man nur ,personen1 mit denen man sehr genau bekannt oder befreundet ist4 ,freunden reicht man aber nur die bloe ,hand1 nachdem man die ,handschuhe abgezogen hat4 ,angesehenen ,personen reicht man die ,hand nicht4 ,die ,finger knacken lassen1 sich die ,ngel in ,gegenwart ,anderer schneiden1 das thut kein wohlerzogener ,mensch4 #ab4 ,die ,haltung des ganzen ,krpers ist von hoher ,wichtigkeit4 ,eine schlechte ,haltung ist fast immer das ,zeichen einer mangelhaften ,erziehung oder groer ,nachlssigkeit1 und verletzt die ,hflichkeit und den ,anstand1 so da junge ,leute nicht frhe genug darauf bedacht sein knnen1 sich eine gute und anstndige ,haltung anzugewhnen4 ,eine solche ,haltung mu bescheiden und zurckhaltend und doch leicht und natrlich sein4 ,die ,nachlssigkeit und das ,sichgehenlassen deutet auf ,trgheit und ,leichtsinn1 auf gemeine ,gesinnung und ,unkenntni des ,schicklichen1 whrend steife und affectirte ,haltung junge ,leute lcherlich macht1 und sie dumm oder hochmthig erscheinen lt4 ,vorzglich zu empfehlen ist das ,turnen1 welches sehr viel zu einer guten ,haltung beitrgt4 a7 ,im ,stehen halte ,dich gerade1 den ,kopf weder gebeugt noch aufgeworfen1 den ,rcken nicht gewlbt4 ,lehne ,dich nie nachlssig an die ,wand1 an ein ,mbel oder gar an den ,stuhl1 worauf ,jemand sitzt2 die ,arme hngen leicht herunter und die ,fe seien bei der ,ruhe und bei der ,bewegung immer auswrts1 d4 h4 an den ,fersen nher beisammen1 an den ,fuspitzen weiter auseinander4 b7 ,im ,gehen schlenkre nicht stark mit den ,armen1 wiege den ,krper nicht rechts und links1 schweife nicht mit den ,augen nach allen ,seiten1 gehe nicht zu schnell1 noch weniger allzu langsam4 c7 ,im ,sitzen strecke nicht die ,beine lang von ,dir1 ziehe die ,knie weder zu sehr ein1 noch halte sie zu weit auseinander1 sttze ,dich nie darauf1 stelle die ,fe nicht auf die ,querstrebe der ,sthle4 ,sitze gerade1 nicht gebeugt2 lasse die ,arme nicht schlaff herunterhngen1 was ein albernes ,aussehen gibt4 ,setze ,dich nicht auf die uerste ,spitze des ,stuhles1 noch weniger lehne ,dich nachlssig an den ,rcken zurck oder breite ,dich weit aus4 ,sehr unhflich ist es1 sich auf einem ,stuhle zu schaukeln4 ,lege den ,arm nicht auf ,deine ,stuhllehne oder die ,deines ,nachbars4 ,whle nicht den besten ,stuhl1 ,armsessel1 den bequemsten ,platz4 ,wenn ,andere sitzen1 sitze auch1 und wenn die ,gesellschaft steht1 bleibe nicht sitzen4 ,hte ,dich beim ,sitzen viel zu gesticuliren1 sei lieber zu ruhig als zu beweglich4 ,zweites ,capitel4 ,auf der ,strae und ffentlichen ,pltzen4 ,hat man zu ,hause oder beim ,alleinsein schon das nachlssige ,sichgehenlassen zu meiden1 auf seine ,haltung und sein ,benehmen wohl zu achten1 so wird man in der ,oeffentlichkeit um so mehr die gute ,sitte und den ,anstand wahren und sich den ,regeln der guten ,gesellschaft gem betragen4 #a4 ,gre alle ,bekannte6 ,hfliche und gebildete ,leute suchen mit ihrem ,grue dem ,begegnenden zuvorzukommen4 ,ludwig ,,xiv41 der stolzeste ,knig von ,frankreich1 begrte die dienenden ,frauen1 wenn er ihnen im ,schlosse begegnete4 ,einen ,gru aus ,stolz versagen oder nicht erwiedern1 zeigt einen einfltigen beschrnkten ,geist4 ,auf dem ,lande und an einsamen ,orten ist es sogar ,gebrauch1 auch ,unbekannte zu begren4 ,geht man mit ,gesellschaft und diese grt1 so ahmt man ihr ,beispiel nach und grt ebenfalls4 #b4 ,mut ,du auf der ,strae1 auf einer ,treppe1 im ,hofe ,jemanden hindern oder geniren1 so trete hflich bei ,seite1 gre1 bringe ein ,wort der ,entschuldigung vor4 ,sieh' den ,vorbergehenden nicht starr an oder nach1 deute nicht mit dem ,finger nach ihm4 #c4 ,der ,gru richtet sich nach der ,person2 er ist achtungsvoll gegen einen ,hhern1 herzlich gegen ,freunde1 wohlwollend gegen ,niederstehende4 ,man nimmt ,hut oder ,mtze in ,amerika nicht ab1 berhrt auch nicht die ,kopfbedeckung mit der ,hand wie ein ,bedienter1 beugt aber den ,kopf mehr oder weniger4 ,mit einem ,fue nach hinten ausscharren1 ist buerisch und veraltet4 #d4 ,beim ,gren stehen bleiben1 die ,hand reichen1 anreden1 fragen3 wie geht's81 woher81 wohin8 darf man nur bei vertrauten ,freunden4 #e4 ,auf den ,straen oder ,promenaden essen1 ,alles bewundernd anstarren1 ,maulaffen feil haben1 ,jemanden stoen oder geniren ohne hflich um ,entschuldigung zu bitten1 viel und laut sprechen1 mit den ,hnden gesticuliren1 sich oder ,andere im ,gehen mit ,koth bespritzen -- das ,alles sind ,unarten1 die man nicht einmal ,kindern verzeiht4 #f4 ,geht man mit ,gesellschaft1 so nimmt man den ,hhern in die ,mitte1 dem ,einzelnen gibt man die rechte ,seite1 der ,dame bietet man den ,arm1 der ihr am bequemsten ist -- auf dem ,seitenwege lt man dem ,begleiter oder der ,begleiterin die ,seite an den ,husern1 im ,gehen richtet man sich nach ihren ,schritten1 lt ihnen beim ,ein- und ,herausgehen den ,vortritt4 #g4 ,fhrt man1 so reicht man dem ,begleiter die ,hand und hilft ihm im ,einsteigen1 setzt sich stets auf den ,vordersitz1 sucht zuerst auszusteigen1 um auch beim ,aussteigen behilflich zu sein4 ,von einem sehr hflichen ,mann sagt man1 da er im bedeckten ,wagen -- doch wohl nur mit ,damen und in gnstiger ,jahreszeit -- wie in einem ,salon ,gesellschaftszimmer unbedeckt bleibt4 ,drittes ,capitel4 ,in ,gesellschaft4 ,bei aller ,tugend und ,geschicklichkeit kann man ein unausstehlicher1 widerwrtiger ,mensch sein durch ,mangel an ,anstand und ,lebensart4 ,wer eine gute ,erziehung genossen hat1 kennt die herkmmliche ,sitte und beobachtet sie2 ,niemand1 er sei noch so reich1 hoch oder gelehrt1 kann sich ungestraft darber hinwegsetzen4 ,hren wir was in der guten ,gesellschaft ,sitte und ,anstand erheischen4 ,i4 ,von ,besuchen4 #a4 ,wir besuchen ,vornehme1 um ihnen unsre ,achtung zu bezeugen oder fr ,etwas zu danken unsre ,freunde und ,bekannte bei freudigen ,veranlassungen1 ,neujahr und ,namens- 7,fest-7tagen1 um sie zu beglckwnschen1 bei traurigen ,veranlassungen1 um unser ,beileid zu bezeugen1 so wie aus bloer ,hflichkeit und ,freundschaft2 endlich ist es ,sitte1 nach einer stattgehabten ,einladung einen ,dankbesuch zu machen4 #b4 ,hat man von ,jemandem einen ,besuch erhalten1 so mu man denselben in krzester ,frist erwiedern4 ,es nicht thun1 ist unhflich2 wird man nicht wieder besucht1 so mu man in den meisten ,fllen seine eigenen ,besuche auch einstellen4 -- ,alle ,anstandsbesuche seien kurz2 eine ,viertelstunde drfte das hchste ,ma sein4 ,steht die ,person1 die wir besuchen auf1 unter welchem ,vorwand es auch sei1 so erfordert es der ,gebrauch1 auch aufzustehen und sich zu empfehlen4 #c4 ,bei jedem ,besuche sei man so gut als mglich gekleidet4 ,in nicht ganz anstndiger ,kleidung erscheinen1 wre eine ,beleidigung4 ,bei ,condolenz-,besuchen spreche man so wenig als mglich von dem ,trauerfall 7,tod1 ,proce1 ,verlust etc471 und suche das ,gesprch auf andere ,gegenstnde zu leiten4 ,bei ,kranken sei der ,besuch kurz1 man spreche wenig und leise und nichts was den ,patienten belstigen oder beunruhigen knnte4 #d4 ,kommst ,du an die ,thre1 so reinigst ,du zuerst die ,fubekleidung1 schellst oder klopfst so sachte1 da ,du nur eben gehrt wirst1 und wird auf wiederholtes ,klopfen nicht geffnet1 so schiebst ,du ,deine ,karte unter die ,thre hinein oder gibst sie im ,hause ab und entfernst ,dich4 ,wenn man noch so vertraut in einem ,hause ist1 so erlaubt es der ,anstand nicht1 in ein ,zimmer zu treten1 ohne da man sich vorher in irgend einer ,weise angekndigt hat2 selbst wenn man die ,thr offen finden sollte1 klopft man erst und wartet das ,herein ab4 #e4 ,ist man genthigt1 in einem ,vorzimmer zu warten1 so ist es unhflich zu singen1 pfeifen1 die ,mbel oder sonstigen ,gegenstnde zu berhren1 zum ,fenster hinauszusehen4 ,man setzt sich oder1 noch besser1 wartet stehend4 ,findet man beim ,eintritt den ,herrn des ,hauses im ,gesprch oder beschftigt1 so unterbricht man nicht1 sondern wartet ruhig1 abseits stehend4 ,tritt man in eine ,gesellschaft1 so grt man zuerst die ,herrin und den ,herrn des ,hauses1 dann die brige ,gesellschaft4 #f4 ,so lange der ,besuch dauert1 bleibt man unbedeckt1 selbst wenn man zum ,aufsetzen des ,hutes aufgefordert wird4 ,den ,hut behlt man in der ,hand1 auf den ,knieen1 leicht und ungezwungen1 und legt ihn erst dann1 wenn man ernstlich dazu eingeladen wird1 auf ein ,mbel1 selbst auf den ,boden1 nur nicht auf ein ,bett4 -- ,man setzt sich auch nur dann1 wenn man dazu aufgefordert wird4 7,siehe ,i4 ,no4 #ab c47 #g4 ,das ,weggehen aus einer zahlreichen ,gesellschaft geschehe so unbemerkt als mglich2 man hat ja spter ,gelegenheit1 seinen ,dank auszudrcken4 -- ,will der ,besuchte uns beim ,weggehen bis zur ,thre oder gar zur ,strae begleiten1 so weise man diese ,ehre -- so hochgestellt auch ,jener sei -- nicht dringend ab1 unterlasse aber nie1 diese ,ehre lebhaft anzuerkennen und hflichst zu danken4 -- ,unsre ,besucher sollen wir immer bis zur ,thre oder ,strae begleiten1 und steigen sie in einen ,wagen1 so entferne man sich nicht1 bevor sie ,platz genommen4 ,damen reiche man die ,hand1 um ihnen beim ,einsteigen zu helfen4 -- ,geht ein ,besucher weg und ,andere bleiben1 so begleitet man den ,erstern nur1 wenn er angesehener ist4 ,erhebt sich aber eine ,dame1 so geleite man sie mindestens bis zur ,thre4 ,abends lt man eine ,dame nie allein weggehen1 man begleitet sie nach ,hause oder lt sie dahin fhren4 #h4 ,personen1 die uns zu besuchen kommen1 warten lassen1 ist unhflich2 mu es durchaus sein1 so beauftragt man eine andre ,person des ,hauses1 sie zu empfangen und zu unterhalten1 bis man selbst kommen und sich entschuldigen kann4 ,mu man einen ,besuch unterbrechen1 so entschuldigt man sich ebenfalls auf's ,hflichste4 ,,ii4 ,beim ,mahle4 ,man speise zu ,hause oder auswrts1 so beobachte man die ,regeln des ,anstandes und der guten ,sitte4 ,um natrlich und ungezwungen zu sein1 mssen diese ,gewohnheiten zur zweiten ,natur werden1 und wer zu ,hause an seinem ,tische nachlssig ist1 wird ,fremden gegenber es entweder auch sein1 oder gezwungen und steif erscheinen4 #a4 ,man geht nur mit ganz reinen ,hnden zu ,tische4 ,es wre unhflich in einem fremden ,hause1 sich seinen ,platz selbst zu whlen1 man bleibt stehen und wartet1 bis der ,hausherr ,jedem seinen ,platz anweist4 ,bei ,tische berwache man sich3 setzt sich nicht zu nahe1 nicht zu ferne von der ,tafel2 sitzt nicht mit gekrmmtem ,rcken1 lehnt sich nicht auf2 man darf ,nichts als die ,hand bis zum ,handgelenk auf der ,tafel haben4 ,die ,serviette breitet man auf die ,kniee4 ,man beeilt sich nicht mit dem ,entfalten der ,serviette und wartet1 bis ,andere es gethan haben4 ,man bedeckt sich damit nicht bis an den ,hals4 #b4 ,die ,sitte verlangt jetzt gebieterisch1 mit ,messer und ,gabel nicht zu wechseln1 sondern jenes stets in der rechten1 diese in der linken ,hand zu behalten4 ,bei ,speisen1 wie z4 ,b4 ,pudding1 die man blo mit der ,gabel nimmt1 hat man natrlich ,letztere in der ,rechten4 ,des ,messers mag man sich wohl als ,nachhlfe bedienen und z4 ,b4 ,gemse damit auf die ,gabel bringen1 allein irgend eine ,speise die man leicht mit der ,gabel nehmen kann1 mit dem ,messer an den ,mund zu fhren1 wre unanstndig4 ,vom allgemeinen ,brode schneidet man nie mit dem eigenen ,messer ab2 ist kein reines ,messer dafr auf dem ,tische1 so mte man das seinige vorher wohl reinigen4 #c4 ,wer ,lebensart hat1 wird nicht darauf trachten1 zuerst bedient zu werden2 man folgt lieber den ,andern1 vermeidet aber auch allzugroe ,hflichkeit und bleibt in der ,reihe4 ,sich guten ,appetit zu wnschen1 gehrt nicht mehr zum guten ,ton4 ,seine ,suppe schlrfe man ja nicht mit ,gerusch1 blase nie darauf1 vermeide beim ,kauen jedes ,gerusch1 lasse das ,couvert ruhig durch die ,dienerschaft wechseln1 halte ,messer und ,gabel nie aufrecht1 oder gesticulire gar damit4 #d4 ,man sei mig1 namentlich im ,trinken2 junge ,leute schenken das ,glas nie voll1 bringen es nicht mit den beiden ,hnden zum ,munde1 legen ,knochen1 ,grthen etc4 stets auf den ,rand des ,tellers1 rhren ,nichts mit dem ,finger an 7z4 ,b4 ,salz1 ,pfeffer etc471 blicken nicht begierig nach dem oder jenem ,gerichte1 und sehen den ,tischgsten nicht auffallend im ,essen zu4 #e4 ,findet man irgend eine ,unreinlichkeit1 so entfernt man sie so still und unbemerkt als mglich2 man genirt seine ,nachbarn nicht1 sondern sucht ihren ,wnschen 7nach ,salz1 ,brod etc47 zuvorzukommen4 ,sprich nicht zuviel1 am wenigsten vom ,essen selbst1 lache nicht laut auf1 scheine aber auch nicht allzuernst im ,geschft des ,essens vertieft1 mache keine ,brodkgelchen1 noch weniger wirf damit4 #f4 ,vom ,nachtisch ist es erlaubt zu whlen2 doch berhre die ,teller selbst nicht1 wofern sie nicht herumgehen oder ,du sie einem ,nachbar reichen willst2 ,obst zerschneide und schle2 stochere nicht in den ,zhnen1 am wenigsten mit ,messer oder ,gabel2 sei nicht der ,letzte am ,essen1 doch warte mit dem ,aufstehen1 bis der ,hausherr dazu das ,zeichen gibt4 #g4 ,sich gleich nach ,tische zu entfernen ist unartig4 ,der ,anstand erfordert1 wohl noch eine ,stunde da zuzubringen1 wo wir zu ,tische gebeten waren4 ,wer ,lebensart hat1 verfehlt nicht im ,laufe der nchsten #h ,tage seinen ,dankbesuch abzustatten4 ,,iii4 ,in der ,conversation oder ,unterhaltung4 ,in ,england und ,frankreich bestrebt sich ,jedermann1 seine ,sprache schn und richtig zu sprechen2 bei ,deutschen in ,amerika gilt es leider6 bei jungen ,leuten1 in gewissen ,kreisen1 fr affectirt1 reines ,deutsch zu sprechen4 ,das ist ein groer ,fehler4 ,bestrebt ,euch1 immer gut und richtig zu sprechen1 das ist das wahrste ,kennzeichen einer guten ,erziehung und eines wirklich gebildeten ,menschen1 lt sich aber auch nur durch ,uebung und im ,umgang mit ,gebildeten erlangen4 #a4 ,ist es eine groe ,kunst zu reden1 so ist es eine noch grere zu schweigen und zuzuhren4 ,manche ,menschen wollen nur immer sich hren1 ihre ,weisheit auskramen4 ,plaudere nie albern in den ,tag hinein1 schweige wenn ,du nichts ,ordentliches zu sagen weit4 ,du wirst immer gefallen und selbst fr unterhaltend gelten1 wenn ,du dem ,gesprche ,anderer ,geduld und ,aufmerksamkeit schenkst4 #b4 ,unterbrich nie1 lasse ausreden2 antworte nie mit bloem ,ja oder ,nein1 noch viel weniger mit ,geberden statt mit ,worten2 bewege beim ,sprechen den ,krper und seine ,glieder nicht1 mache keine ,gesticulationen2 sieh' den ,leuten beim ,sprechen in's ,gesicht1 aber starre sie nicht an4 ,schwren oder ,fluchen ist eine sehr groe ,gemeinheit und verrth ,mangel an ,erziehung4 ,in ,gesellschaft mit ,jemandem flstern oder sich einer ,sprache bedienen1 die nicht ,jeder in der ,gesellschaft versteht1 ist ebenfalls sehr unhflich4 #c4 ,mache ,dich nicht zum bestndigen ,spamacher oder zum ewigen ,neuigkeitskrmer einer ,gesellschaft2 lache nie laut oder zu lange und nie ber ,deinen eignen ,witz4 ,hte ,dich1 in der ,unterhaltung ,etwas zu erwhnen1 was ,anwesende verletzen oder demthigen knnte4 ,dahin gehrt z4 ,b4 von ,gebrechen zu reden1 die ,jemand der ,anwesenden selbst besitzt1 ein ,vergehen zu berhren1 das ,jemand in der ,gesellschaft selbst begangen hat u4 s4 w4 #d4 ,lcherlich ist es1 von sich selbst1 von seinen ,thaten1 seiner ,geburt1 seinen groen ,geschften zu sprechen2 sich mit ,dem und ,jenem zu vergleichen2 ,vergleichungen sind immer milich4 ,eben so langweile ,niemanden mit ,klagen ber den ,zustand ,deiner ,gesundheit4 ,sprich nicht oft von ,deinen ,erfahrungen1 ,erlebnissen1 ,reisen1 ,du setzest ,dich sonst der ,lcherlichkeit aus1 ,erzhltes zu wiederholen und ,deine ,zuhrer zu langweilen2 lobe ,dich und die ,deinigen nie1 ebenso wenig sprich ,tadel gegen ,dich oder ,jemanden von ,deiner eignen ,familie aus4 #e4 ,vermeide sorgfltig jede ,unwahrheit1 jede ,zweideutigkeit oder ,zote6 ,erzhle nicht jedes ,gercht sogleich nach4 ,versprich nicht viel1 aber halte pnktlich ,deine ,zusage4 ,sprich nie ,uebles von ,deinem ,nchsten und mache ,dich nicht so lcherlich1 ber eine ,person1 die eben die ,gesellschaft verlassen1 ,dich tadelnd zu uern2 nimm ,abwesende in ,schutz4 ,verleumde nie6 ,schweige von ,dingen1 die ,du nicht kennst oder nicht verstehst4 #f4 ,eine unverzeihliche ,grobheit wre es1 wenn man ,jemandem widersprechen mu1 zu sagen3 ,sie lgen2 das ist nicht wahr2 ,sie wissen nicht was ,sie sagen -- solche und hnliche ,ausdrcke gebraucht kein wohlerzogener ,mensch4 ,ein durchaus nthiger ,widerspruch mu immer in die hflichste ,form gekleidet werden2 z4 ,b4 ,sie mchten ,recht haben1 allein ,sie bersehen wohl444 oder ,erlauben ,sie mir1 ,ihnen zu bemerken444 ,verzeihen ,sie1 da ich ,ihnen sagen mu444 u4 dgl4 -- ,sei auch nie hart und absprechend in ,deinem ,urtheil2 behaupte und vertheidige ,nichts mit ,hartnckigkeit und ,eigensinn4 ,werde nie grob oder gemein1 nie zu enthusiastisch und heftig im ,gesprch6 ,werden es ,andere1 so setze ,deine ,grnde und ,beweise ruhig aus einander und dringst ,du nicht durch1 so unterlasse den ,wortstreit1 schweige lieber oder entferne ,dich4 #g4 ,allerdings gibt es ,flle1 in welchen ,complimente erlaubt1 ja erwartet und nthig sind2 sie mssen aber stets einfach und natrlich sein2 weitschweifige1 hochtrabende ,redensarten sind abgeschmackt und lcherlich4 ,empfange ,complimente mit ,bescheidenheit und weise sie nie unfreundlich ab4 #h4 ,nichts ist in der ,conversation lstiger1 als ein ewiges ,fragen ber die kleinsten ,dinge oder ber das was ,dich nichts angeht4 ,die ,fragen ber ,woher8 ,wohin8 oder gar darber1 was ,jemand gethan hat oder zu thun gedenkt1 sind unartig4 ,angesehene ,personen zu befragen1 erlaubt der ,anstand nur ganz ausnahmsweise und unter den hflichsten ,ausdrcken4 ,kommt man in ,gesellschaft zu einem angefangenen ,gesprch1 so erlaubt der ,anstand nicht1 zu fragen1 wovon die ,rede sei2 aber die ,hflichkeit fordert1 den ,eintretenden mit dem ,inhalt des ,gesprchs in ,krze bekannt zu machen4 ,manche ,personen haben die leidige ,gewohnheit1 jedem ihrer ,stze ein ungezogenes3 ,verstehen ,sie mich8 beizufgen1 oder die noch leidigere1 durch unaufhrliches3 ,wie1 ,wie8 den ,sprechenden alles ,gesagte wiederholen zu lassen4 ,letzteres darf nur hchst ausnahmsweise und mit der grten ,hflichkeit geschehen4 ,,iv4 ,bei einigen besondern ,gelegenheiten4 #a4 ,hat man irgend eine ,einladung angenommen1 so ist sehr unhflich1 ohne ausdrcklich gemachte ,entschuldigung wegzubleiben oder sich erwarten zu lassen4 #b4 ,wird man in ,gesellschaft zum ,singen oder ,musiciren1 zu einem ,vortrag oder dgl4 aufgefordert1 und kann man es1 so steht es bel an1 uns sehr bitten zu lassen2 man gebe der ,aufforderung willig nach und nehme gespendeten ,beifall mit ,bescheidenheit hin4 #c4 ,bei jedem ,darreichen oder ,annehmen in der ,gesellschaft verneige man sich leicht4 ,man reiche oder nehme ,nichts in der ,weise1 da man mit dem ,arm an ,jemandem vorbeilangt oder ber ,gerichte hinwegfhrt2 lieber bitte man seinen ,nachbar1 uns das ,gewnschte 7geflligst7 zukommen zu lassen4 #d4 ,lt ,jemand ,etwas fallen1 so fordert es die ,hflichkeit1 sich rasch zu bcken und es aufzuheben4 -- ,sich des ,ofens oder ,kamins zu bemchtigen und sich mit dem ,rcken daran zu wrmen ist unhflich4 #e4 ,macht man ein ,geschenk1 so spreche man spter nie mehr davon und vermeide ganz besonders1 den ,preis zu erwhnen4 ,die ,art des ,gebens soll dem ,geschenk den besten ,werth verleihen4 ,auch eine ,kleinigkeit nimm mit ,freundlichkeit entgegen4 ,hast ,du einen ,schirm1 ein ,taschentuch oder dgl4 entlehnt1 so beeile ,dich1 das ,entlehnte dankend zurckzusenden4 ,wsche gibt man nie in unreinem ,zustande zurck4 #f4 ,auf ,reisen sei gefllig6 ,falle nicht lstig durch langweiliges ,fragen oder durch ewiges ,klagen2 biete ,damen oder ltern ,leuten den bequemern ,platz an4 ,hte ,dich vor ,vertrautheit mit ,personen1 die ,du nicht genauer kennst4 ,bewundere nicht ,alles und ,jedes1 noch viel weniger tadle immer6 ,in der ,fremde sprich immer mit ,achtung oder ,zurckhaltung von den ,gesetzen1 ,sitten1 von der ,religion4 ,suche nie lcherlich zu machen1 was ,andern heilig oder ehrwrdig ist und betrage ,dich besonders achtungsvoll in ,kirchen und bei religisen ,ceremonien4 #g4 ,beim ,spiel sei frhlich aber nicht ausgelassen4 ,lautes ,gelchter ist eine sehr ble ,gewohnheit4 ,immer und ber ,nichts zu lachen ist dumm1 laut aufzulachen ist unfein und verrth ,mangel an ,erziehung4 #h4 ,wird man zu einer ,beerdigung eingeladen1 so kann man sich ohne sehr triftige ,grnde nicht davon lossagen4 -- ,fr einen nahen ,verwandten legt man ,trauer an4 ,so lange die tiefe ,trauer dauert1 wre es sehr unschicklich1 ffentlichen ,vergngungen beizuwohnen4 #i4 ,in ,briefen sei noch hflicher als in der ,conversation2 je rascher ,du einen ,brief beantwortest1 desto mehr ,hflichkeit und ,achtung bezeugst ,du4 ,nimm stets einen ganzen ,bogen ,briefpapier2 in ,geschftsbriefen stehe der ,datum oben am ,anfange1 in ,briefen an ,hhere unten1 links der ,unterschrift4 ,nach der ,anrede3 ,hochgeehrtester ,herr6 ,verehrte ,frau6 und vor der ,unterschrift3 ,ihr ergebenster oder ergebenster ,diener lasse man1 je nach der ,achtung1 die man bezeugen will1 mehr oder weniger freien ,raum2 dagegen ist es in freundschaftlichen ,briefen guter ,ton geworden1 keinen freien ,raum zu lassen4 ,angesehenere ,personen darf man nicht mit ,gren oder ,empfehlungen an ,andere beauftragen1 so wie man ,flecken1 ,radirungen1 ,zustze und ,nachschriften vermeiden mu4 ,jeder ,brief wird couvertirt4 ,seit der ,einfhrung mit ,postmarken ist die ,frankirung der ,briefe allgemein geworden4 ,kinder1 kleine oder groe1 mssen nie vergessen1 am ,neujahr und ,namens- oder ,geburtstagen die ,eltern schriftlich zu beglckwnschen4 ,schluwort4 ,die sind die vorzglichsten ,regeln der ,hflichkeit1 die ,ihr1 meine jungen ,freunde1 ,euch nicht frh genug einprgen knnt4 ,denn von allen ,zierden der ,jugend ist die ,hflichkeit die wohlfeilste und doch zugleich diejenige1 durch welche man sich am meisten beliebt machen kann4 ,gebckt1 gebckt1 mit dem ,hut in der ,hand1 so kommt man durch's ganze ,land -- die war der ,wahlspruch unsres groen ,landsmannes1 ,benjamin ,franklin1 der es mit diesem ,grundsatz der ,hflichkeit1 wie ,euch bekannt ist1 vom armen ,buchdruckerlehrling zu einem der angesehensten und berhmtesten ,mnner seiner ,zeit und seines ,landes1 nein6 aller ,zeiten und aller ,lnder1 gebracht hat4 ,lasset mich ,euch zum ,schlusse aus meiner eignen ,erfahrung eine ,thatsache mittheilen1 wo das hfliche ,betragen eines ,knaben der ,grundstein seines ,glckes wurde1 eine ,thatsache1 die sich im geselligen ,leben schon sehr oft wiederholt hat4 ,in meiner ,vaterstadt ,st4 ,louis lebte -- nun1 er lebt noch1 der wrdige ,mann und ,ihr mt mir daher gestatten1 ihn ohne ,namen zu belassen -- ein tchtiger1 viel beschftigter ,arzt1 der eines ,tages auf dem ,weg zu einer ,farm war1 wo die bekmmerten ,eltern seine ,kunst fr ein pltzlich und heftig erkranktes ,kind in ,anspruch genommen hatten4 ,es sind schon viele ,jahre her und damals war die ,gegend um meine ,vaterstadt noch nicht mit den guten ,straen und ,wegen versehen wie jetzt1 und unser ,doctor1 obgleich er sich den rechten ,weg zu seinem ,patienten genau hatte beschreiben lassen1 verirrte sich bei einem abscheulichen ,wetter auf seinen ,gang in den ,busch4 ,glcklicher ,weise traf er endlich auf eine ziemlich zahlreiche ,gesellschaft von ,knaben und ,mdchen1 die in der ,nhe einer ,farm sich lrmend herumtummelten4 ,unser ,doctor fragte freundlich nach seinem ,wege2 allein keines der ,kinder wollte ihm den ,weg zeigen1 der allerdings wegen des schlechten ,wetters nicht eben sehr angenehm war4 ,ich gehe nicht mit1 sagte das ,eine2 ich auch nicht1 meinte das ,andere1 da mt ich ein ,thor sein1 durch den nassen ,wald zu traben4 ,in diesem ,augenblicke kam ein armer kleiner ,junge herzu -- ,hermann ,m4 hie er und ,mancher meiner ,leser kennt den jungen ,mann recht wohl -- und kaum hrte er1 was der ,doctor wollte1 so grte er ihn freundlich und bot sich zum ,fhrer an4 ,unterwegs fragte der ber das hfliche ,benehmen des ,knaben erfreute ,arzt unsern ,hermann mancherlei und berzeugte sich bald durch seine ,antworten wie durch sein ganzes ,benehmen1 da der ,junge ein intelligenter1 offener ,kopf sei1 der nur durch die groe ,armuth seiner ,eltern vom ,lernen und damit von der ,begrndung seines zuknftigen ,fortkommens abgehalten wurde4 ,er zog noch nhere ,erkundigungen ein1 nahm dann den ,knaben in seine ,apotheke1 unterrichtete ihn zum ,theil selbst und lie ihn spter die medizinische ,hochschule in ,st4 ,louis absolviren4 ,heute ist ,hermann ,m4 eine viel genannte1 weit und breit bekannte ,persnlichkeit1 ein ,muster der ,menschenfreundlichkeit1 des ,wohlwollens und der aufopferndsten ,hingebung fr das ,wohl besonders des armen ,theils seiner ,mitbrger1 und zhlt1 trotz seiner ,uneigenntzigkeit1 zu den wohlhabendsten ,brgern seiner ,county4 ,einer einfachen ,handlung von ,hflichkeit und guter ,sitte verdankte ,herr ,m4 sein ,glck und ,amerika vielleicht einen seiner besten ,shne4 ,wohl wird nicht jede ,hflichkeit in so eclatanter ,weise sich belohnen1 aber gewi ist und bleibt es3 der ,hfliche wird sich stets und allenthalben beliebt machen1 whrend man den groben1 unhflichen ,burschen eben mit ,verachtung seine ,wege gehen lt1 die ihn gewhnlich zu ,auszeichnungen ganz anderer ,art fhren4 ,illustration