,anmerkungen zur ,transkription3 ,text1 der im ,original gesperrt ist1 wurde mit ,unterstrich markiert4 ,schreibweise und ,interpunktion des ,originaltextes wurden bernommen2 lediglich offensichtliche ,druckfehler wurden korrigiert4 ,eine ,liste der vorgenommenen nderungen findet sich am ,ende des ,textes4 ,deutsche ,freiheit ,ein ,weckruf von ,rudolf ,eucken ,verlagslogo #aiai ,verlag von ,quelle ,meyer in ,leipzig ,thesen4 #a4 ,das deutsche ,volk hat in der ,vergangenheit eine ihm eigentmliche geistige ,freiheit in ,religion1 ,moral1 ,erkenntnis und ,kunst in unvergleichlicher ,weise gezeigt4 #b4 ,bei vielfacher politischer ,rckstndigkeit droht uns ,deutschen politische ,unfreiheit vor allem von seiten einer radikalen ,demokratie und des ,sozialismus4 #c4 ,es ist eine ,hauptaufgabe der ,zukunft1 unter voller ,wahrung und ,vertiefung der inneren ,freiheit echte politische ,freiheit in unserem ,vaterlande zu entwickeln4 ber die deutsche ,freiheit zu reden1 das kann in diesen ,tagen gewagt1 ja vermessen dnken1 wo ,deutschland schwer gelhmt1 von bermchtigen ,gegnern unterdrckt und in seiner ,kraft durch inneren ,zwist gebrochen darniederliegt2 es wre ein solches ,unternehmen in ,wahrheit tricht1 htte der augenblickliche ,stand unseres ,volkes das entscheidende ,urteil ber sein ,ergehen und seine ,bedeutung zu fllen1 und bese nicht die deutsche ,art und die deutsche ,geschichte einen tieferen ,gehalt und eine grere ,kraft als unmittelbar vorliegt2 nur eine solche berzeugung lt uns ,mut1 ,hoffnung1 ja ,zuversicht inmitten aller ,trbsale schpfen2 sie gibt uns zugleich das ,vertrauen1 da die deutsche ,freiheit kein bloes ,wahnbild ist1 ja da sie nicht nur uns selbst1 sondern auch dem ,ganzen der ,menschheit unentbehrlich ist4 ,ist das aber der ,fall1 so mu und wird sie sich irgendwie gegen alle ,hemmungen durchsetzen1 die ,menschen aber mssen ihr bewut oder unbewut dienen4 99 99 99 99 99 ,zunchst sei der ,freiheitsgedanke in seinen weltgeschichtlichen ,zusammenhngen kurz gewrdigt2 wir werden sehen1 da auch das deutsche ,leben ihm eng verbunden ist4 ,alles heutige ,streben nach ,freiheit ist ein ,ausflu der ,bewegung1 welche die gesamte ,neuzeit durchdringt und sie von anderen ,epochen deutlich abhebt4 ,galt im ,altertum und im ,mittelalter das ,weltall mit seinen ewigen ,sternen und mit ihm der menschliche ,lebenskreis als ein festbegrndetes und geschlossenes ,ganzes und schien dieses ,ganze alles ,menschliche zu binden und zu lenken1 so wird nun zum leitenden ,gedanken ein ,reich der ,freiheit mit seiner unermelichen ,flle2 die ,ordnung aber tritt erst an die zweite ,stelle4 ,nunmehr wird alle ,wirklichkeit in ,flu versetzt und zu rastloser ,bewegung angehalten2 es verbindet sich damit eng der ,gedanke eines unbegrenzten ,fortschritts zu immer weiteren ,hhen2 so wird nunmehr das ,wachstum des ,lebens1 die ,kraftsteigerung1 zum hchsten aller ,ziele4 ,hier heit es3 ,immer mchte der ,mensch1 was er erkennt1 mehr erkennen1 und was er liebt1 mehr lieben1 und die ganze ,welt gengt ihm nicht1 weil sie sein ,wahrheitsverlangen nicht stillt 7,nikolaus von ,cues74 ,alle ,gren und ,werte werden dadurch umgewandelt1 alle ,ruhe wird als etwas ,starres und ,totes ausgetrieben4 ,das ,werden und ,sichselbstgestalten erhlt eine unbeschreibliche ,freude1 es scheint alle frheren ,zeiten weitaus durch ,kraft1 ,frische1 ,wahrheit zu berragen4 ,solches ,flssigwerden der ganzen ,wirklichkeit erzeugt einen eigentmlichen ,begriff des ,modernen und gibt ihm das stolze ,gefhl einer unbedingten berlegenheit4 ,diesen ,grundcharakter der ,neuzeit hat jedes ,streben zu wrdigen1 das nicht hinter dem ,geist der ,zeit zurckbleiben und erfolgreich zu den ,zeitgenossen wirken mchte4 ,wie viele ,probleme aber der ,gesamtbegriff der ,freiheit enthlt1 das lt sich hier nur nebenbei andeuten4 99 99 99 99 99 ,eine nhere ,betrachtung der ,freiheit hat die politische oder nationale und die geistige ,freiheit deutlich voneinander zu scheiden1 jene bezieht sich auf das gesellschaftliche ,zusammensein der ,menschen1 diese auf den inneren ,stand der ,seele4 ,die politische ,freiheit verficht die selbstndige ,teilnahme der einzelnen ,volksgenossen am ,ganzen des ,staates und seiner ,regierung1 die geistige erstrebt eine ,selbstndigkeit und ,ursprnglichkeit des ,lebens im ,ganzen der ,seele2 beides kann weit auseinandergehen1 ein politisch ,freier kann geistig gebunden1 ein geistig ,freier politisch abhngig sein2 da eine derartige ,scheidung einen schweren ,mangel bedeutet1 ist ohne weiteres klar4 99 99 99 99 99 ,die ,deutschen hatten so lange kein politisches gemeinsames ,leben1 als das alte ,reich zerfallen war2 ,deutschland war damals mehr eine ethnographische als eine politische ,einheit4 ,erst im #ah4 ,jahrhundert erwachte ein ,streben darnach1 aber auch die gewaltige franzsische ,umwlzung rttelte hier nicht am berkommenen ,stande des ,ganzen1 sie hatte berwiegend einen literarischen und privaten ,charakter1 sie forderte fr das persnliche ,empfinden den freiesten ,ausdruck und eine ,austreibung alles ,zopfes und ,zwanges im geselligen ,leben1 aber politische und wirtschaftliche ,fragen bewegten sie zunchst kaum4 ,ein selbstndiges nationales und politisches ,leben des ganzen ,deutschland erzeugten erst die ,befreiungskriege2 hher und hher stieg damals die ,hoffnung1 die ,einheit und die ,freiheit ,deutschlands in ,einem erreichen zu knnen2 namentlich war die gebildete ,jugend mit vielen ,volksgenossen bis #ahff von solchem ,streben durchglht4 ,als dann aber schlielich ,bismarcks berragendes ,genie das neue ,deutschland schuf1 da erfolgte eine ,scheidung der nationalen und freiheitlichen ,bewegung2 sie war unter den gegebenen ,verhltnissen wohl zwingend geboten1 aber es war fr den ,verlauf unserer ,entwicklung ein nicht geringer ,schaden1 da jene ,bewegungen nebeneinander verliefen1 und da der nationale ,aufstieg nicht durch eine ,krftigung der politischen ,freiheit untersttzt wurde4 ,die zahlreichen ,reformen im einzelnen konnten bei aller ,tchtigkeit diesen ,mangel nicht voll ersetzen2 so verblieb die politische ,macht in der ,hauptsache dem wohlgeordneten ,beamtenstaate1 der von oben her zu regieren und die ,staatsbrger mehr als ,objekt denn als ,subjekt der ,ttigkeit zu behandeln pflegte4 ,dies ,beamtentum hatte unverkennbare ,vorzge1 es war zuverlssig1 gewissenhaft1 sparsam -- lauter ,eigenschaften1 die wir nach den jngsten ,erfahrungen besonders schtzen mssen --1 aber es hatte wenig ,unternehmensgeist1 es verstand es nicht1 neue und schwierige ,verhltnisse zu leiten1 sondern nur im gewohnten ,lauf der ,dinge seine ,pflicht zu ben4 ,es besa namentlich nicht die ,gabe1 die ,gemter anzuziehen1 es konnte leicht den ,staat den ,brgern mehr verleiden als sie ihm gewinnen4 ,dazu bestand bei den ,spitzen des staatlichen ,lebens oft wenig ,teilnahme und wenig ,kenntnis fr die inneren ,forderungen der ,zeit1 gelegentlich erschien eine erstaunliche ,unkenntnis der ,menschen und ,dinge1 kurz diese ,persnlichkeiten waren nicht geeignet1 schwierige und verantwortungsvolle ,aufgaben selbstndig zu lsen4 ,dazu das ,hofleben mit seiner dnkelhaften ,gespreiztheit und seiner inneren ,leere4 ,bei der ,gestaltung der ,verhltnisse wurden wir im ,technischen der ,verwaltung vortrefflich1 in der hohen ,staatskunst schlecht regiert1 wie die ,leistungen unserer meisten ,diplomaten handgreiflich erwiesen haben4 ,es war ein arges ,miverhltnis1 da ein kraftvolles1 frisch aufstrebendes ,volk an derartige ,verhltnisse gebunden war1 und da wichtigste ,entscheidungen ohne1 ja gegen seinen ,wunsch erfolgen konnten4 ,viele tchtige ,krfte blieben bei solchem ,stande der ,dinge zum ,schaden des ,staates ungenutzt2 im ,gesamtbilde aber schien ,deutschland in seinem inneren ,gefge minder frei als andere ,staaten2 wohl wurde das in den ,vorstellungen unserer ,gegner oft arg bertrieben1 und es wurde zugleich verkannt1 wie viel ,deutschland an eigenartiger ,freiheit besitzt1 aber nach den ,meinungen anderer ,vlker blieb es zurck4 ,bei solchen ,fragen aber ist auch der ,schein eine ,macht und eine ,gefahr4 99 99 99 99 99 ,im literarischen ,leben und ,schaffen entstand ber die politischen ,fragen hinaus eine mimutige und verneinende ,denkart1 eine ,lust1 aller berlieferung schroff zu widersprechen1 daran sowohl eine bittere ,satire als einen kecken ,spott zu ben1 so in ,religion und ,moral1 so in ,weltanschauung und ,sitte4 ,das ergab eine gewisse geistige ,freiheit1 aber diese ,freiheit war berwiegend verwerfender und zerstrender ,art1 sie konnte weder fruchtbare ,schpfungen erzeugen1 noch dem ,menschen neue ,bahnen erschlieen oder ihn gem ,schillers ,mahnung von der ,angst des ,irdischen befreien4 ,es war eine ,freiheit mehr der zersetzenden ,reflexion als einer inneren ,erhhung4 ,das ,ganze unserer ,denkart litt dadurch1 da eine vielseitige und formal gewandte intellektuelle ,bettigung ohne ein ,gegengewicht politischen ,lebens und ,handelns blieb4 ,fr die ,seele unseres ,volkes aber1 die somit unter sich gegenseitig durchkreuzenden ,antrieben stand1 war bei den meisten unserer ,staatsmnner sehr geringes ,interesse und ,verstndnis4 99 99 99 99 99 ,seinen ,schwerpunkt hatte das deutsche ,reich in einer glnzenden technischen und wirtschaftlichen ,kultur1 es hat in dieser ,richtung eine groartige ,arbeit geleistet1 welche den ganzen ,erdball umspannte und alles mit ihren ,fden durchwob4 ,aber diese in ihrer ,weise erstaunliche ,kultur war bei all ihrer ,weite innerlich begrenzt1 sie war an erster ,stelle eine bloe ,arbeitskultur1 sie war vornehmlich darauf gerichtet1 die ,welt um uns in den ,dienst des ,menschen zu ziehen und emsig daraus ,vorteile fr sich selbst zu gewinnen1 aber sie bot seinem ,innern recht wenig1 sie pflegte die ,seele als eine bloe ,nebensache zu behandeln und sich wenig um eine geistige ,freiheit zu kmmern4 ,das ,ganze unseres ,volkes geriet durch solche einseitige ,gestaltung des ,lebens in eine unerfreuliche ,lage2 hier hielten keine berlegenen ,ziele den ganzen ,menschen aufrecht1 hier gab es keine groen ,ideale1 kein krftiges ,empfinden4 ,das geistige ,schaffen in ,religion1 ,philosophie1 ,kunst und ,literatur war dem ,grundgehalte nach recht drftig2 so tchtig die gelehrte ,arbeit war1 sie frderte nicht das ,gedeihen eines schaffenden und ursprnglichen ,lebens1 auch war sie geneigt1 ihr eigenes ,selbstbewutsein stark zu berspannen und ,wissen fr ,leben zu geben2 so hatte das ,ganze bei allem rastlosen ,eifer und bereifer keinen wesenhaften ,gehalt1 eine innere ,leere war bei allem ,geschick und bei allem ,aufputz nicht zu verkennen4 99 99 99 99 99 ,anfang #aiad habe ich eindringlich auf das ,miliche1 ja ,gefhrliche dieser seelischen ,lage hingewiesen und in einer ,schrift3 ,zur ,sammlung der ,geister 7,quelle und ,meyer7 die ,schden dieser einseitigen ,arbeitskultur mit ihrer ,zurckstellung der ,seele geschildert2 es hat sich damals eine ,anzahl ,gleichgesinnter zur gemeinsamen ,besprechung in ,darmstadt zusammengefunden1 und wir waren einig1 die ,sache mglichst zu frdern1 bis der ,ausbruch des ,krieges die ,ausfhrung derartiger ,plne verhinderte4 99 99 99 99 99 ,es gengt in ,krze zu erwhnen1 was wir alle bewut oder unbewut miterlebten3 das weitere und weitere ,auseinandergehen von ,arbeit und ,seele1 deren enge ,verbindung frher die ,gre und der ,stolz der ,deutschen war1 das stndige ,anwachsen der ausschlielichen ,arbeitskultur1 die ,gleichgltigkeit des ,arbeiters fr seine ,werke1 die gegenseitige ,entfremdung der ,arbeitgeber und ,arbeitnehmer1 -- ,entfremdung auf allen ,punkten und in allen ,schichten1 auch in der ,weltanschauung1 bis das ,ganze in vllig getrennte ,lager zerfiel4 ,da kam der ,weltkrieg4 ,zuerst fhrte die gewaltige ,aufregung und glhende ,begeisterung zur ,einigung aller ,parteien und ,klassen2 das groe deutsche ,reich war fr einige ,zeit einig und erlebte grte ,triumphe4 ,seele und ,arbeit kamen jetzt zu einer vollen ,einigung4 ,aber nach und nach erlschte das anfngliche ,feuer1 die ,einigkeit der ,gemter sank mehr und mehr1 bis das ,reich dahin kam1 wo es jetzt steht1 niedergeworfen von ,feinden und mehr noch durch inneren ,zwist zerrissen1 zerfallen an ,leib und ,seele4 99 99 99 99 99 ,wie aber wird es mglich sein1 da wir uns aus so schweren ,nten erretten8 ,die nchste ,hoffnung bildet unsere geistige ,kraft mit ihrer ,freiheit1 aber was haben wir unter einer solchen ,freiheit zu verstehen1 und wie knnen wir sie suchen8 ,aus der vielfachen ,verwirrung retten kann uns am besten ein ,blick auf unsere geistigen ,helden1 die in leuchtender ,klarheit und mit siegesgewisser ,macht vor uns stehen4 ,kein anderes modernes ,volk hat eine solche ,flle selbstwchsiger und schpferischer ,mnner wie die ,deutschen hervorgebracht1 religise ,fhrer wie ,eckhart und ,luther1 ,denker wie ,leibniz und ,kant1 ,dichter wie ,goethe und ,schiller1 ,tonknstler wie ,bach und ,beethoven2 diese ,mnner haben aus der grten ,flle des ,geistes gelebt1 sie alle sind unwiderlegliche ,zeugnisse des ,geistes und der ,kraft fr unser gemeinsames ,leben4 ,da aber alle diese ,mnner bei aller ,verschiedenheit die geistige ,freiheit als ihr hchstes ,gut erklrten1 das darf uns als ein erhebendes ,zeichen dafr gelten1 da unser ,volk in besonderem ,mae das ,vermgen ursprnglicher geistiger ,freiheit hat1 und da es sich dadurch auf weitere ,hhen emporheben1 sowie sich aus tiefster ,not retten kann4 ,eine groe ,offenbarung des ,lebens hat sich bei uns vollzogen2 halten wir sie mit voller ,kraft fest und schpfen wir immer neuen ,mut aus ihr6 99 99 99 99 99 ,als den ,hauptfhrer des deutschen ,lebens zu einer religisen ,freiheit drfen wir ,luther betrachten1 natrlich unter ,fernhalten alles ,zuflligen und blo ,konfessionellen4 ,was war der ,ausgangspunkt seines ,strebens8 ,es war ein heiliger ,ernst um die ewigen ,gter und zugleich um die ,rettung der eigenen ,seele1 es war ein glhender ,zorn gegen das1 was ihm als eine ,entstellung und ,entartung der ,wahrheit galt2 das trieb ihn zwingend zum ,kampf gegen die ganze von seiner ,umgebung geheiligte kirchliche ,ordnung1 zugleich aber zur ,rettung der geistigen ,freiheit4 ,war es zufllig1 da seine mchtigste ,schrift von der ,freiheit des ,christenmenschen handelte8 ,allem ,zagen und ,bedenken traten hier die markigen ,worte entgegen3 rgernis hin1 rgernis her1 ,not bricht ,eisen und hat kein rgernis4 ,ich soll der schwachen ,gewissen schonen1 sofern es ohne ,gefahr meiner ,seele geschehen kann4 ,wo nicht1 so soll ich meiner ,seele raten1 es rgere sich daran die ganze oder halbe ,welt4 ,das fordert ,mut und ,freiheit gegenber den ,menschen1 es fordert zugleich eine innere ,belebung und ,erhhung des eigenen ,wesens1 es erffnet eine neue ,welt4 ,hier vollzog sich ein geistiges ,wunder3 das ,erscheinen und ,durchbrechen eines in ,gott begrndeten ,lebens1 als der ,quelle des persnlichen ,lebens2 dies ,durchbrechen war eine dem ,einzelnen weit berlegene ,macht1 aber es war ihm zugleich eine eigene ,tat und ,entscheidung1 es gab ihm zugleich das ,bewutsein einer vollen ,freiheit und ,weltberlegenheit1 es lie ihn vor allem ,kirchlichen das ,moralische mit seiner schlichten ,gre schtzen4 ,fr ,luther war der ,gottesgedanke nicht blo eine jenseitige1 aus berlegener ,hhe gebietende ,macht1 sondern die ,seele seines eigenen ,lebens1 er gewann bei ihm die unmittelbarste seelische ,nhe1 so da es heien konnte3 ,da nichts ,gegenwrtigeres und ,innerlicheres sein kann in allen ,kreaturen denn ,gott selbst4 ,aus der ungeheuren ,erschtterung steigt fr ,luther durch berlegene ,liebe und ,gnade eine neue ,welt empor2 je schwerer frher der ,druck des ,feindlichen empfunden war1 desto grer wird jetzt der ,jubel ber die ,befreiung davon1 und je peinlicher der ,zweifel an der ,rettung war1 desto freudiger wird jetzt ihre felsenfeste ,gewiheit4 ,die ,frmmigkeit aber entwindet sich damit aller blinden und gedrckten ,devotion1 sie gewinnt einen durchaus mannhaften ,charakter4 ,nur eine derartige ,freiheit kann anerkennen1 da alle ,christen wahrhaftig geistigen ,standes sind1 da ein ,christenmensch ein allmchtiger ,herr aller ,dinge ist1 so da es heien kann3 ,es ist ein freies ,werk um den ,glauben1 wozu man niemand zwingen kann4 ,aus solcher berzeugung heit es3 ,gottes ,wort ist unser ,heiligtum und macht alle ,dinge heilig1 aus ihr quillt unendliche ,kraft und ,frische1 denn das ,wort ,gottes kommt1 die ,welt zu verndern und zu erneuern1 so oft es kommt4 ,die ,freiheit1 welche hier entsteht1 hat nichts mit ,willkr zu tun1 sie hat eben in der ,freiheit oder besser in der ,welt der ,freiheit einen unwandelbaren ,grund1 sie ist nicht eine naturhafte1 sondern eine geistige1 eine schaffende ,freiheit4 ,der ,kern des ganzen ,strebens ist hier zusammengefat in die kurzen ,worte3 ,frei1 christlich1 deutsch4 99 99 99 99 99 ,diese ,freiheit ist mehr als eine bloe ,privatsache1 sie hat ein ,reich der ,innerlichkeit1 ein ,reich des selbstndigen und persnlichen ,lebens1 eines weltberlegenen von ,gott erfllten ,lebens bei uns erbaut2 sie hat ein innigeres ,verhltnis zu ,gott und zugleich zum ,ganzen der ,wirklichkeit geoffenbart1 sie wirkt mit solcher ,art mchtig in die ,seelen der ,menschen1 keineswegs allein der ,deutschen4 ,sie bekundet sich so in der ,musik eines ,bach1 auch in der ,innigkeit des protestantischen ,kirchenliedes2 sie hat sich weiter in unseren groen ,dichtern und ,denkern unserer klassischen ,kultur verkrpert1 sie ist mit ihrer geistigen ,kraft und mit ihrem sittlichen ,ernst eine unerschpfliche ,quelle des gesamten deutschen ,lebens4 ,und diese geistige ,freiheit1 diese ,kraft1 dieses ursprngliche ,leben sollte fr die ,gegenwart verloren sein1 es sollte aufhren1 das gemeinsame ,streben zu erhhen8 99 99 99 99 99 ,was ,luther in der ,richtung zur ,religion1 das hat ,kant in der zur ,moral vollzogen3 die ,erhhung des ,lebens zu einer selbstndigen ,welt in dem eigenen ,reich der ,seele1 zu einer ,welt echter geistiger ,freiheit4 ,die ,moral ist ihm nicht eine ,leistung fr den ,zustand des ,einzelnen1 auch nicht fr die menschliche ,gesellschaft1 auch nicht eine bloe ,unterordnung des ,menschen unter ,gott als eine uere ,ordnung1 sondern das ,beleben des eigenen ,wesens zu voller ,selbstndigkeit4 ,eine derartige ,moral ist so streng wie nur mglich1 aber als aus eigenem ,wollen und ,entschlieen entsprungen und fortwhrend dadurch getragen1 ist sie zugleich ein ,werk hchster ,freiheit1 ist sie die ,selbstbestimmung des vernnftigen ,wollens4 ,auch ist sie nicht eine bloe ,summe einzelner ,vorschriften1 sondern die ,schpferin einer neuen ,ordnung2 diese aber ist es allein1 welche dem ,leben einen ,wert verleiht4 ,denn sie bewirkt bei uns eine ,befreiung vom ,mechanismus der bloen ,natur und gibt uns die ,gre eines ,gesetzgebers4 ,hier gewinnt der ,mensch ein unsichtbares ,selbst in seiner ,persnlichkeit1 er wird zu einer ,welt1 die wahre ,unendlichkeit hat4 ,zugleich erreicht er eine sichere berlegenheit gegen alles ,niedere1 was an ,naturtrieben in ihm liegt1 eine berlegenheit ber allen bloen ,genu1 berhaupt gegen alles selbstisches ,glck2 einen unerschtterlichen ,halt aber gibt ihm der ,grundbegriff der ,pflicht1 der freilich dann einen tieferen ,sinn und ein volleres ,leben erhlt1 als ihm eine mehr uerliche ,fassung des ,alltages zu geben pflegt4 ,der ,mensch gewinnt nun als der ,trger des sittlichen ,gesetzes eine ,autonomie1 die ihn weit ber alle andere ,wesen erhebt und ihm eine unvergleichliche ,gre und ,wrde verleiht4 ,diese ,selbstttigkeit der ,vernunft bedeutet aber fr ,kant die letzte ,tiefe der ganzen ,wirklichkeit1 sie ist nach seiner berzeugung nicht an besondere ,bedingungen des ,menschen geknpft1 sondern sie gilt gleichmig fr alle ,vernunftwesen2 sie ist hier kein besonderes ,gebiet innerhalb einer weiteren ,welt1 sondern der ,ursprung einer neuen ,welt4 ,sie schafft sich ein eigenes ,reich der ,freiheit1 das sein ,recht und seinen ,wert ganz und gar in sich selbst hat und keiner ,besttigung1 keiner ,befestigung von auen bedarf2 so hindert hier nichts den ,menschen am ,besitz einer weltberlegenen schpferischen ,freiheit4 99 99 99 99 99 ,diese ,grundgedanken sind von ,fichte wie von ,schiller weiter ausgefhrt4 ,fr ,fichte war die ,kultur die bung aller ,krfte fr den ,zweck der vlligen ,freiheit2 als die hchste ,aufgabe gilt ihm die1 da der ,mensch sich mit ,freiheit zu dem bilde1 was die ,natur bei ihm angelegt hat2 alle ,erziehung gilt ihm nur als eine ,aufforderung zu freier ,selbstttigkeit1 zur vollen ,mndigkeit2 wenn er die ,gleichheit alles dessen verlangt1 was ,menschengesicht trgt1 so verherrlicht er damit keineswegs die bloe ,natur1 sondern er begrndet solche ,schtzung lediglich aus der ,vernunft und dem sittlichen ,gesetz2 nur von dieser kann es heien3 vor dem ,sittengesetz ist das ,menschenleben berhaupt von gleichem ,wert4 -- ,der eifrigste ,dichter der ,freiheit aber war ,schiller2 es ist bezeichnend fr unser ,volk1 da in der ,reclamschen ,sammlung die hchste ,auflage der ganzen deutschen ,literatur der ,wilhelm ,tell erhalten hat4 ,diesen ,mnnern bedeutet die ,befreiung zugleich eine ,bindung1 aber eine ,bindung1 die nicht von auen auferlegt ist1 sondern aus dem eigenen ,wollen und ,wesen entspringt1 und die dem ,menschen eine unendliche ,kraft verleiht4 ,eine derartige berzeugung entspricht der geistigen ,art des ,deutschen2 die gewissenhafte1 ja strenge ,fassung der ,pflicht mit ihrer ,erhebung ber alles bloes ,belieben und ber alle bloe ,neigung1 auch ber allen bloen ,nutzen1 ist ihm unentbehrlich4 ,so zieht sich der ,pflichtgedanke als eine ,gromacht durch das ganze deutsche ,leben2 wrde seine ,macht gebrochen1 so wre es um uns und um unsere geistige ,selbsterhaltung geschehen4 ,in dem ,grundgedanken der ,ttigkeit gehen aber die leitenden deutschen und die griechischen ,denker weit auseinander4 ,diese setzen das ,handeln in eine bereinstimmung mit einer geschlossenen1 vom ,menschen nur abzubildenden ,welt1 die ,deutschen dagegen suchen in jenem etwas1 das an keine fremde ,welt gebunden ist und lediglich aus seiner eigenen ,unendlichkeit schpft1 lediglich auf sich selbst steht4 ,so bertrifft die deutsche ,art augenscheinlich die griechische in der ,fassung und ,schtzung der ,freiheit4 99 99 99 99 99 ,die geistige ,freiheit deutscher ,art erweist sich weiter in einer eigentmlichen ,gestaltung des erkennenden ,denkens4 ,das deutsche ,denken trgt den ,charakter der ,freiheit1 insofern es sich nicht damit begngt1 eine gegebene ,welt festzustellen und zu ordnen1 da es vielmehr die ganze ,wirklichkeit an sich zu ziehen und sie in einen eigenen ,besitz zu verwandeln strebt4 ,daraus entsprang ein gewaltiges ,ringen1 die ,welt von innen her zu durchleuchten1 hier galt es nicht eine ,anzahl der ,lehren aufzustellen1 sondern ein ,ganzes der ,gedankenwelt in schpferischem ,entwerfen aufzubauen und dadurch alles ,empfangene umzuwandeln4 ,demnach waren die deutschen ,systeme nicht bloe ,lehrsysteme1 nicht blo intellektuelle ,leistungen1 sondern sie waren ,weiterbildungen der ,wirklichkeit1 sie waren innere ,belebungen dieser ,welt4 ,so hat das deutsche ,denken tief auf den ,stand des deutschen ,lebens gewirkt1 es hat etwas ,neues aus dem ,menschen gemacht und alle ,verzweigungen des ,lebens ergriffen4 ,ihm wurde das ,erkennen aus einem ,aufnehmen einer fremden ,welt zu einem ,erkennen des eigenen ,vermgens und der eigenen ,bewegung des ,geistes1 zu einem ,selbsterkennen grten ,stiles4 ,die leitende ,idee des ,ganzen aber war dabei die der ,freiheit1 sie sollte alles ,fremde und ,dunkle vertreiben1 alle ,wirklichkeit in lichte ,klarheit erheben2 nur eine solche schien dem ,denken und ,leben echte ,wahrheit zu geben4 ,gewi war mit dieser ,khnheit des ,unternehmens viel ,gefahr verbunden1 aber in diesen ,dingen alle ,gefahren meiden1 das heit auch auf alle ,gre verzichten2 so gewi wir als gute ,deutsche auf einem echten und durchdringenden ,erkennen bestehen1 so gewi ein ,stck ,faustnatur in uns steckt1 so gewi werden wir mit ,hegel ein gebildetes ,volk ohne ,metaphysik fr einen ,tempel ohne ,allerheiligstes erklren4 -- ,die spekulative ,philosophie als ,metaphysik ist aber nur der ,hhepunkt eines durchgehenden deutschen ,strebens4 ,dies ,streben geht nicht an erster ,stelle auf den ,nutzen1 den das ,wissen und ,erkennen dem ,menschen gewhrt1 sondern es behandelt jenes als einen ,selbstzweck1 der die vollste ,freude in sich selbst trgt4 ,mit welchem ,eifer und mit welcher ,hingebung war der ,deutsche um die ,erweiterung des ,wissensbereiches bemht1 wie viele ,mhe und ,opfer hat er dafr dargebracht6 ,er ertrgt es nicht1 die ,welt als etwas ,fremdes zu behandeln1 er will im ,ganzen der ,wirklichkeit zu ,hause sein und dadurch geistige ,freiheit erringen4 99 99 99 99 99 ,die deutsche ,freiheit erweist sich weiter in der ,gestaltung des knstlerischen ,schaffens4 ,sie will den ,menschen nicht nur ergtzen und angenehm unterhalten1 sie gewinnt ihn nicht durch blendende oder einschmeichelnde ,eindrcke1 auch nicht durch strenge ,formen und ,gesetze1 sondern an erster ,stelle ist sie bemht1 der ,seele neue ,quellen des ,lebens zu erschlieen1 ein ,ganzes der ,welt von innen heraus zu bauen1 sich rein in die ,entfaltung des ,lebens zu versetzen und dieses in einen vollen ,aufstieg zu bringen1 mehr und mehr verborgene ,tiefen aus ihm zu entdecken4 ,die deutsche ,kunst mchte den ,menschen sich selbst innerlich nher bringen1 sie begleitet ihn treulich in alle ,probleme und ,kmpfe des ,lebens1 sie mchte ihm den tiefsten ,sinn seines ,lebens enthllen4 ,so hat vornehmlich die deutsche ,musik eine durchdringende innere ,befreiung der ,seele vollzogen1 sie hat nicht blo vorhandene oder naheliegende ,gefhlslagen dargestellt1 sondern sie hat neue ,werte erzeugt1 neue ,zusammenhnge gebildet1 ein unbegrenztes ,vermgen des ,vordringens und des ,bewltigens erwiesen4 ,daher ist die deutsche ,musik kein nebenschlicher ,anhang1 sondern ein ,hauptstck des deutschen ,lebens1 ein ,hauptweg1 die ,welt dem ,geist und seiner ,freiheit zu unterwerfen4 ,ebenso wurde auf der ,hhe unseres klassischen literarischen ,schaffens die ,kunst zum ,trger einer ,welt der ,freiheit1 sie strebte dahin1 den ,menschen von aller ,schwere des ,stoffes zu befreien1 alle ,mannigfaltigkeit einem ,ganzen einzufgen1 die ,grundgestalten der ,wirklichkeit klar und rein hervorzuheben1 in dem allen aber den ,geist als das ,herrschende und ,durchwaltende zu erweisen4 ,wie dabei die ,kunst durchgngig der ,freiheit dient1 so hat namentlich ,goethe befreiend zu den ,menschen und den ,dingen gewirkt2 wenn er selbst sein ,lebenswerk in ,eins zusammenfate1 so hat er es als ein ,befreien erklrt1 es war ihm ein ,befreien von aller engen ,menschlichkeit1 von aufdringlicher ,subjektivitt1 von aller ,enge der ,parteien und ,interessen1 es war ihm ein lauteres ,enthllen der ,natur und ein ,entdecken ihres innigen ,zusammenhanges mit der ,welt4 ,daraus entsprang die bekannte gegenstndliche ,art ,goethes1 sie schiebt kein ,fremdes zwischen die ,seele und die ,welt1 sondern sie lt beide miteinander vertraut verkehren1 sie versteht es1 die ,seele in der ,welt und die ,welt in der ,seele zu finden4 ,so wird die ,wahrheit unmittelbar zur geistigen ,freiheit1 der ganze ,mensch aber wird in ein neues ,verhltnis zur ,welt gehoben4 ,von der ,kunst der ,musik wie der ,poesie strmt aber ein eigentmliches ,leben in das ,ganze unseres ,volkes ein2 wie nahe sich bei uns ,dichtkunst und ,musik berhren1 das zeigt namentlich das ,volkslied und seine ,stellung bei uns4 99 99 99 99 99 ,so gewahren wir eine wunderbare ,entwicklung der geistigen ,freiheit im deutschen ,leben2 verschiedene ,arten der inneren ,freiheit begegneten uns3 die religise des deutschen ,glaubens1 die moralische der deutschen ,gesinnung1 die intellektuelle des deutschen ,erkennens1 die knstlerische des deutschen ,kunstschaffens2 aber durch alle ,mannigfaltigkeit geht ein beherrschender ,grundzug3 durchgehend ist uns die ,freiheit an erster ,stelle nicht eine verneinende1 sondern eine bejahende ,macht1 wir wollen die ,religion nicht nur befreien1 sondern sie vertiefen und durch die ,vertiefung im vollen ,sinne erst gewinnen1 wir wollen die ,moral nicht nur von ueren ,fesseln befreien1 sondern sie auf die ,hhe voller ,selbstndigkeit und ,ursprnglichkeit heben1 wir wollen das ,erkennen nicht blo von ueren ,schranken ablsen1 sondern es zu einer hheren ,art fhren1 wir wollen das ,kunstschaffen nicht nur nicht an uere ,hemmungen oder niedere ,stufen binden1 sondern wir wollen es aus der innersten ,tiefe der ,seele beleben4 99 99 99 99 99 ,in solcher bejahenden ,art liegt unmittelbar enthalten1 da uns die ,freiheit nicht eine bloe ,lebensform1 sondern die ,erffnung eines neuen ,inhalts ist1 da sie groe ,lebenstatsachen erweist1 groe ,weltzusammenhnge offenbart4 ,die religise ,freiheit gibt uns die ,gewiheit einer unmittelbaren ,verbindung mit der weltbeherrschenden ,macht der ,liebe1 zugleich aber zeigt sie eine schroffe ,kluft zwischen dem naturhaften und dem geistig gehobenen ,menschen1 die ,verneinung selbst aber gibt uns die ,gewiheit einer endgltigen freudigen ,bejahung2 die moralische ,freiheit hebt uns ber allen ,mechanismus der bloen ,natur und auch des seelischen ,getriebes hinaus1 aber sie zeigt uns die ,erffnung eines neuen ,lebensinhalts1 der in einer ,welt des persnlichen ,lebens gipfelt und uns die feste berzeugung von einem schaffenden ,beisichselbstsein der ,wirklichkeit gibt2 die intellektuelle ,freiheit befreit uns von dem ,reich der ,gegebenheit und ,gebundenheit und erschliet uns eine von ,selbstttigkeit getragene ,welt als den ,kern der ,dinge2 die knstlerische ,freiheit offenbart uns einen unmittelbaren ,zusammenhang mit der gegenstndlichen ,welt und entwindet uns damit der ,herrschaft des bloen ,subjekts mit seinen schwankenden und leeren ,zustnden4 ,so wirken in der ,freiheit groe ,tatsachen1 groe ,lebensmchte1 ,lebensprozesse1 die hoch ber den ,bestrebungen und ,neigungen der ,individuen liegen4 ,alles zusammen versetzt uns aus dem bloen ,dasein in ein ,reich des ,schaffens1 in eine ,tatwelt2 alles trgt hier insofern einen ethischen ,charakter1 als es durchgngig einen ,aufstieg zu einer neuen ,wirklichkeit1 ja eine vllige ,umwlzung vollzieht1 sowie ein ,hindurchgehen durch ein entschiedenes ,nein1 ein ,stirb und ,werde verlangt4 ,so wird hier nicht nur der ,standort des ,lebens verndert1 sondern der ,mensch selbst von ,grund aus umgewandelt1 er bildet nunmehr nicht ein bloes ,stck einer gegebenen ,welt1 sondern er wird ein ,teilnehmer1 ja ,mittrger der ganzen ,welt2 so kann es mit ,leibniz heien3 ,in unserem ,selbstwesen steckt eine ,unendlichkeit1 ein ,fustapf1 ein ,ebenbild der ,allwissenheit und ,allmacht ,gottes4 ,so erstreckt sich hier das ,leben als geistiges ber den einzelnen ,punkt hinaus1 der ,mensch hat nunmehr teil an der ,unendlichkeit und ,ewigkeit des ,alls2 er bedeutet damit unvergleichlich mehr als ein bloes ,stck einer natrlichen und gesellschaftlichen ,verkettung1 er bildet eine ,weltnatur2 was gewhnlich ,welt heit1 das erscheint damit als eine unendliche ,welt der ,welten4 ,damit mssen sich alle ,ziele und ,werte des ,lebens wesentlich erhhen1 damit mssen vllig neue ,krfte entspringen1 welche dem ,vermgen des ,einzelwesens weit berlegen sind4 99 99 99 99 99 ,dies alles kann nicht ein ,werk eines einzelnen ,volkes sein1 die ganze ,menschheit hat dazu gewirkt4 ,aber wir drfen ohne ,selbstberhebung sagen1 da das deutsche ,volk auf der ,hhe seines ,vermgens diese wesenhafte und schaffende ,art des ,menschen besonders krftig und rein herausgearbeitet hat1 es hat mit besonderer ,energie eine ,befreiung des ,lebens nicht nach einzelnen ,richtungen hin1 sondern in seinem tiefsten ,grunde vollzogen1 es hat den ,menschen von sich selbst befreit1 ihm ein neues ,grundverhltnis zum ,all erffnet1 es hat etwas ,wertvolleres aus ihm gemacht4 ,hier erst kann eine volle geistige ,freiheit entstehen1 sie ist untrennbar von einer ,welt der ,freiheit4 ,insofern enthlt alles echte deutsche ,leben ein entschiedenes ,bekenntnis von den letzten ,grnden und von unserer ,stellung in der ,welt4 ,so verstanden aber hat das deutsche ,volk eine groe ,aufgabe innerhalb des ,ganzen der ,menschheit2 andere ,vlker mgen uns in anderen ,richtungen bertreffen3 im ,reich reiner ,innerlichkeit und innerer ,freiheit stehen wir einzigartig da2 so wrde die ,verkmmerung und ,vernichtung dieses ,volkes fr die ,menschheit einen schweren ,verlust bedeuten4 99 99 99 99 99 ,die ,gre der vom deutschen ,wesen vollzogenen geistigen ,befreiung kann demnach keinem ,zweifel unterliegen4 ,aber gerade wer jene ,gre vollauf wrdigt1 mu die ,schwche der deutschen ,art im ,bereich des gesellschaftlichen ,lebens schmerzlich empfinden2 ein starkes ,miverhltnis der beiden ,hauptentwicklungen ist unverkennbar4 ,ist es nicht bezeichnend fr uns1 da die ,hhepunkte des deutschen geistigen ,schaffens in trbe oder doch gespannte ,zeiten fielen4 ,bald nach ,luthers ,tod erfolgte der jhe ,zusammenbruch des ,schmalkaldischen ,bundes im ,kampf gegen die spanische ,macht1 ,kant verlebte mehrere ,jahre unter der russischen ,militrgewalt1 ,goethe aber war bei aller liebenswrdigen persnlichen ,behandlung zeitweise den ,franzosen politisch unterworfen4 ,mochte das geistige ,vermgen der ,deutschen durch derartige ,schicksale nicht gebrochen werden1 es war doch ein schwerer ,mangel1 da unser staatliches ,leben nicht fest auf sich selber stand1 da die geistige ,gre einer entsprechenden politischen ,grundlage entbehrte2 so drohte das ,leben uns schroff auseinander zu fallen3 einerseits war eine berlegene ,gre der reinen ,innerlichkeit1 das freie ,schalten und ,walten ber unsichtbare ,welten vorhanden1 andererseits aber eine abhngige und gedrckte ,lage im sichtbaren ,dasein4 ,wir hatten daher bis zur ,gegenwart kein groes gemeinsames ,leben und keine ihm entsprechende ,freiheit4 ,unser ,leben hat zunchst nicht die ,ursprnglichkeit und die ,festigkeit der ,gesinnung1 welche den nationalen ,zusammenhang als etwas ,selbstverstndliches behandelt4 ,ferner neigen wir in politischen ,fragen fortwhrend zu einer hchst bedauerlichen ,uneinigkeit1 sie schdigt aufs schwerste unsere ,leistung gegenber der ,welt4 ,dazu kommen besondere ,schwchen unserer ,art3 wir leiden an ,schwerflligkeit und ,umstndlichkeit1 wir neigen dazu1 ,prinzipienfragen weit auszuspinnen1 wir sind ungeschickt1 den ,augenblick frisch zu ergreifen und voll zu nutzen4 ,unsere vielgepriesene ,grndlichkeit hat den ,nachteil1 uns mit viel ,ballast zu belasten2 wir mssen ferner zugestehen1 da nicht nur die einzelnen ,bevlkerungsklassen1 sondern auch die verschiedenen ,kulturschichten bei uns einen greren ,abstand voneinander zeigen als bei anderen ,vlkern2 so kann sich uns auch das nationale und politische ,leben leicht als etwas ,fremdartiges1 knstlich ,bereitetes darstellen4 ,in unserem ,inneren haben wir viel ,kraft gesammelt1 wir verstehen es aber schwer1 sie nach auen hin zu wenden4 ,auch in den politischen ,lehren ergeben wir uns leicht dem berwiegenden ,einflu fremder ,vlker1 und verkennen wir oft1 was uns eigentmlich und gro ist1 was uns selbst weiterbringen kann4 99 99 99 99 99 ,nehmen wir zu allem diesem die jngsten traurigen ,erfahrungen unseres ,volkes1 so kann das ,urteil ber uns nur ungnstig lauten4 ,trotzdem sollten wir nicht schlechthin von einer politischen ,unfhigkeit des deutschen ,volkes reden4 ,es ist doch merkwrdig1 da sowohl die ,hollnder als die ,schweizer nach ihrer ,absplitterung vom alten ,reiche ausgezeichnete politische ,leistungen hervorgebracht haben2 ferner aber sind unsere einzelnen ,stmme durchweg krftig und tchtig2 es fehlt nur eine feste ,verbindung zu einem ,ganzen1 und das ist allerdings fr die politische ,aufgabe die ,hauptsache4 ,aber wir drfen billigerweise auch erwgen1 da wir mit recht vielen ,hemmnissen zu kmpfen hatten1 wir besaen eine zersplitterte und vielfach unglckliche ,geschichte2 wie viel davon auf die eigene ,schuld oder auf die ,ungunst des ,schicksals kam1 das ist schwer zu ermessen4 ,unsere ,natur war mit manchen ,mngeln behaftet2 wer aber ein ,volk nicht als eine von bloer ,natur gegebene ,rasse ansieht1 sondern als einen lebendigen ,strom des geschichtlichen ,lebens wrdigt1 der braucht die ,hoffnung auf die ,mglichkeit eines ,aufstiegs nicht aufzugeben4 ,ein ,volk1 namentlich ein durch manche ,erfahrungen und ,leiden gereiftes und gelutertes ,volk1 ist an erster ,stelle eine ethische ,macht2 es wird sich jetzt zu zeigen haben1 ob wir gengende ,kraft und gengenden ,mut aufbringen oder ob unser ,schicksal sich an uns durch unsere eigene ,schuld erfllt4 ,verbleiben wir in der klglichen ,unentschlossenheit1 die uns jetzt befallen hat1 und unterliegen wir der elenden ,selbstsucht1 die nur darauf denkt und sinnt1 ob die ,einzelnen oder die ,parteien aus dem erschtternden ,schiffbruch mglichst viele ,vorteile fr sich selbst ziehen1 so ist uns nicht zu helfen4 ,erwachen wir aber endlich aus der jetzigen ,trgheit und der berwiegenden ,selbstsucht1 kommen wir endlich durch das berwltigende ,unglck zum ,bewutsein unserer ,tiefe und unserer ,kraft1 so drfen wir hoffen1 trotz aller ,hemmungen uns und unser ,volk zu retten4 ,diese ,rettung ist fr uns die alles berwiegende ,sorge2 nur wenn sie gelingt1 wird es mglich sein1 die reichen ,schtze1 welche das deutsche ,volk im ,laufe der ,jahrhunderte1 ja der ,jahrtausende gesammelt hat1 in vollen ,eigenbesitz zu nehmen1 nur so wird es mglich sein1 da geistige und politische ,freiheit bei uns sich zusammenfinden1 und das1 was jene gewirkt hat1 auch dieser zugute kommt4 ,vor allem aber ist es notwendig1 da die ethischen ,mchte1 welche in unserem ,volke schlummern1 vollauf erwachen und ihre ,selbstndigkeit erweisen4 ,dann -- und nur dann -- behlt ,luther ,recht mit dem ,wort3 ,wo ,mut bleibt1 da folgt auch die ,tat gewilich1 dann mgen wir auch seines ,wortes gedenken3 ,obrigkeit ndern und ,obrigkeit bessern sind zwei ,dinge4 ,viel ,groes und ,schnes war in uns angelegt1 und wir hatten auch viele ,arbeit darauf verwandt2 wir durften hoffen1 da sich unsere geistige ,freiheit krftiger in unserem gemeinsamen ,leben verkrpere1 die politische ,freiheit aber sich ber die bloe ,tagespolitik vertiefe1 beides aber miteinander die ,freiheit des ganzen ,menschen frdere4 ,wir durften hoffen1 da das ,ganze unseres ,volkes zu einer lebendigen ,persnlichkeit1 nicht einem bloen ,zweckverband1 wachse2 wir durften hoffen1 da wir durch ein ,zusammenarbeiten geistigen ,schaffens und politischer ,ttigkeit einen eigentmlichen1 auch den anderen ,vlkern wertvollen ,typus des ,lebens erzeugen wrden1 nicht blo fr die ,gegenwart1 sondern fr die ,kette der ,jahrhunderte2 nun aber ist alles ,groe und ,erhhende1 wenn auch nicht verloren1 so doch aufs rgste gefhrdet4 ,was ist nun an erster ,stelle zu tun1 um dieser unertrglichen ,lage zu entgehen8 99 99 99 99 99 ,wir flchteten uns an erster ,stelle zu dem ,gedanken der ,freiheit1 der von ,anfang an unser ,leitstern war2 er hat durch die ,erfahrungen und die ,nte der ,zeit eine besondere ,frbung gewonnen4 ,um unsere ,freiheit zu entwickeln und von hier aus die rechten ,wege zu finden1 bedarf es zunchst einer ,befreiung von der ,enge und von dem ,druck1 wodurch das bliche ,parteiwesen uns hemmt und unsere ,krfte schwcht4 ,parteien sind unentbehrlich1 um das staatliche ,leben in ,flu zu halten und seinen ,bewegungen ,macht ber die ,menschen zu verleihen2 sie sollen uns willkommene ,mittel und ,hilfen sein4 ,zu einer ,gefahr aber werden sie1 wenn sie den ganzen ,menschen unter sich ziehen1 wenn sie seine berzeugungen und1 was noch schlimmer ist1 seine ,interessen sich unterwerfen4 ,parteien mu es geben1 ,parteimenschen aber sind ein ,unglck4 ,ein solcher ,parteimensch betrachtet alles nur von seinem ,standpunkt aus1 er dnkt sich nicht nur klger1 sondern auch besser als seine ,gegner4 ,die ,enge seines ,gesichtskreises nimmt ihm alle ,mglichkeit eines gegenseitigen ,verstehens2 er vermengt ewige ,werte und bloe ,augenblicksfragen2 er behandelt das am meisten ,problematische als etwas ,selbstverstndliches und umgekehrt das ,selbstverstndliche als etwas vllig ,problematisches2 er legt selbst in die ,namen seine ,affekte hinein1 indem er die eigene ,sache mglichst emporhebt1 die andere mglichst herabsetzt4 ,die ,vieldeutigkeit der ,begriffe wird ihm ein willkommener ,anla1 die eigene ,fassung den anderen als unentbehrlich und schlechthin vernnftig aufzudrngen4 ,wie schwankend und vieldeutig ist heute z4 ,b4 der ,begriff der ,demokratie1 und wie viel wird jetzt in den des ,sozialismus hineingelegt8 ,so kann jeder ,parteimann getrost seine ,netze ausbreiten1 die ,menschen1 die sich darin fangen1 sind stets in groer ,mehrzahl4 99 99 99 99 99 ,dies alles war von altersher eine groe ,gefahr1 heute aber droht es uns ganz und gar in einen ,stand der ,unfreiheit zu versetzen4 ,es hat aber die ,unfreiheit sehr verschiedene ,grade1 sie ist um so grer und selbstbewuter1 je mchtiger sich eine ,parteibewegung fhlt1 sie wird gemigter und bescheidener1 wo sie in berwiegender ,verteidigung kmpft4 ,bei den ,aufregungen und ,leidenschaften der ,gegenwart erreicht das ,problem seinen hchsten ,gipfel1 wir werden sehen1 wie sehr verschiedene ,grade der ,unfreiheit daraus hervorgehen4 ,zunchst gilt es verschiedene ,arten der ,unfreiheit zu unterscheiden2 sie unterscheiden sich aber gem den beiden ,mchten1 welche unser politisches1 ja gesamtes ,leben beherrschen und zusammenhalten1 das sind aber ,ordnung und ,freiheit4 ,beide erzeugen entgegengesetzte ,wirkungen1 die ,ordnung wird mehr ,hemmungen1 die ,freiheit mehr ,beschleunigungen unserer ,ttigkeit bringen2 wir wissen1 wie auch unser krperliches ,leben fr sein ,wohlergehen eines richtigen ,verhltnisses von ,hemmungen und ,beschleunigungen bedarf4 ,nicht anders steht es im politischen ,leben1 auch bei ihm lt sich von gesunden und ungesunden ,verhltnissen reden2 wir knnen daran nicht zweifeln1 da wir uns heute in einem ,stande bergroer ,beschleunigung befinden4 ,darnach bemit sich aber auch der ,grad der ,unfreiheit bei uns4 ,es gibt eine ,unfreiheit der ,ordnung1 sie hat in frheren ,zeiten drckend genug auf uns gelastet2 es gibt aber auch eine ,unfreiheit1 die aus der ,freiheit selbst1 aus einer verkehrten und falsch angewandten ,freiheit hervorgeht2 diese im ,namen der ,freiheit gebte ,unfreiheit ist gegenwrtig weit gefhrlicher und verderblicher als die andere ,unfreiheit1 sie sucht die ,freiheit nicht sowohl von auen her zu schdigen als sie von innen heraus zu zerstren4 ,es sind hier drei ,hauptgrade der ,unfreiheit auseinander zu halten1 wovon der erste der ,positiv1 der zweite der ,komparativ1 der letzte der ,superlativ der ,unfreiheit genannt werden knnte2 da dieser ,superlativ noch weiter bertroffen wird1 dafr sorgen bekanntlich die extremen ,gruppen4 ,betrachten wir nun etwas genauer1 wie sich unter den gegenwrtigen ,verhltnissen die ,schdigung der ,freiheit und das berwuchern der ,unfreiheit bei uns ausnimmt4 99 99 99 99 99 ,unzweifelhaft war auf deutschem ,boden die politische ,ttigkeit durch mannigfache geschichtliche ,tatsachen und ,mchte gebunden1 so durch den ,staat1 der aber doch nicht bloer ,obrigkeitsstaat war1 so durch die stndische ,gliederung1 die aber doch nicht bloer ,eigendnkel war1 so durch die kirchlichen berlieferungen und ,einrichtungen1 die aber doch in vielen ,herzen lebten1 so berhaupt durch das ,ganze einer vorhandenen und eingewhnten ,lebensordnung und ,weltanschauung4 ,es war sicherlich in unserem ,leben manches ohne einen auslangenden ,grund1 manches schleppte sich mhsam durch die ,zeiten1 eine grndliche ,revision dieses ,bestandes wurde von vielen ,seiten verlangt1 unser ,leben bedurfte einer gewissen ,verjngung1 wir arbeiteten zu sehr mit altgewordenen ,krften und lieen schne ,jugendjahre durch schwerfllige ,einrichtungen nicht gengend genutzt4 ,alles das hat manche ,mistnde erzeugt1 aber ist durch dieselbe eine wesentliche ,unterdrckung unserer ,freiheit entstanden1 lag es nicht auch an den ,einzelnen selbst1 wenn sie zu wenig ,mut und ,kraft zu einer freien ,bewegung fanden8 ,gewi sind alle knstlichen ,hemmungen ein bel1 es frgt sich aber1 ob es nicht auch andere1 unentbehrliche ,hemmungen gibt4 ,hier treibt es uns zwingend zu einem ,urteil ber die moralischen ,bedrfnisse und das ,verhalten des menschlichen ,durchschnittes2 die erfahrenen ,politiker und die ,anhnger von abstrakten ,theorien pflegen dabei vllig auseinander zu gehen4 ,jene pflegen den ,menschen als berwiegend von ,selbstsucht und ,begier erfllt darzustellen1 sie richten darnach auch ihr eigenes ,verhalten ein1 so waren alle groen ,politiker als ,praktiker entschiedene ,pessimisten2 jene ,theoretiker dagegen schmcken ihr ,bild mit den glnzendsten ,farben1 natrlich nur sofern der ,betreffende ein ,parteigenosse ist1 denn der ,gegner wird unbesehens zur ,hlle verdammt4 ,hat aber die politische ,erfahrung recht1 so wird die ,frage unvermeidlich1 ob der ,mensch nicht fr sein eigenes ,wohlergehen1 ja fr seine ,selbsterhaltung starker ,hemmungen dringend bedarf4 ,alle ,erhebung ber die bloe ,natur kostet ,mhe und ,arbeit1 paradiesische ,zustnde sind ein gefhrlicher ,traum4 ,wenn daher eine demagogische ,denkart dem ,menschen eine solche ,lage vorspiegeln und ihm alles ,hemmende1 alle ,strenge1 alle ,zucht als berflssig ausreden mchte1 so begeht sie einen ,frevel am ,menschen selbst1 so wird sie zu einem ,zerstrer und ,verderber4 ,aus derartigen berzeugungen werden wir ber das1 was berkommene ,verhltnisse an ,hemmungen enthielten1 etwas anders denken als jene ,volksverfhrer4 ,prfen wir mit unbefangenem ,urteil1 was von jenen ,hemmungen fr die geistige ,erhaltung des ,menschen notwendig war1 und stellen wir dann mit gengender ,klarheit und ,entschiedenheit fest1 wie viel davon aus menschlicher ,schuld hervorging4 ,sicherlich wird dabei manches verbleiben1 und es sei eine ,unfreiheit dieser ,art in keiner ,weise beschnigt4 ,so viel ist aber gewi1 da alles1 was nach dieser ,richtung wirkt1 heute bei weitem nicht so gefhrlich ist als die ,unfreiheit1 welche aus der ,freiheit hervorgeht1 natrlich nicht aus der echten ,freiheit1 wohl aber aus der unter der bloen ,form und unter dem ,deckmantel der ,freiheit verbten4 ,so liegt hier heute die niederste ,stufe der ,unfreiheit4 99 99 99 99 99 ,nunmehr kommen wir zur demokratischen ,unfreiheit4 ,zunchst verwahren wir uns dabei gegen die ,meinung1 als wten wir die ,bedeutung und das gute ,recht der ,demokratie nicht zu schtzen4 ,wir wrdigen vollauf die ,bedeutung der freien ,bewegung und der freien ,bettigung des ,individuums1 wie sie einen ,hauptzug der ,neuzeit bildet1 wir verkennen auch nicht den ,reichtum von ,bildungen1 welche auf dem ,boden der ,demokratie mglich sind1 -- schon ,aristoteles hat uns darber sorgfltig berichtet1 -- wir wissen auch1 wie glcklich besondere ,arten der ,demokratie1 wie z4 ,b4 die schweizerischen1 gewirkt haben4 ,aber hier handelt es sich zunchst um die ,demokratie1 die in unseren ,grostdten1 vor allem in ,berlin1 entstanden ist1 und von diesen ,berliner ,demokraten knnen wir kein ,heil fr die ,freiheit erwarten4 ,auf den ersten ,blick mag es ja scheinen1 als knne von der ,freiheit keine ,gefahr der ,unfreiheit entstehen1 in ,wahrheit kann sich die vermeintliche ,freiheit in eine arge ,unfreiheit verwandeln in der ,hand der ,menschen und durch ein ,zusammenwirken der ,verhltnisse2 man mchte dabei des bekannten ,wortes ,rousseaus gedenken1 da alles gut von ,natur an uns kommt1 alles aber unter unseren ,hnden entartet4 ,mehr als in einer anderen ,zeit erfolgt nmlich ein ungeheures ,zusammenhufen1 ein ,zusammenballen ungeschiedener ,massen1 der ,mensch erfhrt hier keinen ,druck von auen her1 um so mehr erfhrt er ihn durch das gesellschaftliche ,zusammensein2 dieses erweist sich als eine weit berlegene ,macht1 der der ,einzelne sich unbedingt unterwerfen mu4 ,tausendfach sind die ,wege und ,mittel1 durch welche die ,gesellschaft ihre ,macht ausbt4 ,sie tut das vornehmlich durch die ,presse1 sie tut das so unmerklich1 da der ,leser gar nicht bemerkt1 da er durch sein ,blatt bestimmte ,ziele und ,werte aufnimmt2 so denkt weniger er selbst1 als da er seine ,zeitung fr sich denken lt4 ,zugleich aber wirken bestimmte ,parteitendenzen1 sie ziehen den ,einzelnen so geschickt ins ,garn1 da er willenlos zum gehorsamen ,diener einer ,partei wird4 ,dabei pflegt bei uns ,deutschen -- vielleicht mehr als bei anderen ,vlkern -- eine besondere ,lebens- und ,weltanschauung zusammenzugehen2 es hat hier namentlich die franzsische ,aufklrung gewirkt1 sie tat und tut es1 indem sie alle schwereren und minder angenehmen ,probleme zurckschiebt1 beflissen die ,gre und ,wrde der ,menschheit predigt1 dabei eine verstandesmige und berwiegend naturalistisch gehaltene ,denkweise entwickelt1 aus einer solchen alles verwirft1 ja verketzert1 was ihren ,rahmen berschreitet4 ,kann man bei solcher ,abhngigkeit von einer auf der ,hhe des ,geisteslebens lngst berwundenen ,denkart von geistiger ,freiheit sprechen8 ,auf dem ,gebiet der ,lebensanschauung mag sich die ,sache harmloser ausnehmen1 aber auch hier reichen die ,wurzeln oft bis in das politische ,gebiet hinein4 ,eine besondere ,gefahr fr die ,freiheit aber entsteht hier aus dem ,wirken der ,demagogen1 der ,volksumschmeichler1 welche sich mit allen ,mitteln um das ,gefallen des ,volkes bewerben und durch seine ,gunst ,einflu oder ,macht zu gewinnen suchen4 ,das ergibt eine ,denkart1 die alles ,streben und ,sinnen darauf richtet1 den ,beifall der groen ,menge zu erhalten1 die sich selbst zur ,unfreiheit verurteilt1 aber auch diejenigen erniedrigt1 zu denen sie wirken mchte4 ,der bloe ,mensch beherrscht hier die ,sache1 das ,ntzliche aber das ,gute und ,wahre2 das ist bloer ,menschendienst1 inneres ,sklaventum1 um es mit drren ,worten zu sagen4 99 99 99 99 99 ,in verwandter ,richtung wirkt zur ,unfreiheit ein ,mibrauch des ,gleichheitsgedankens4 ,die ,gleichheit finden wir weder in der ,natur noch in der ,kulturarbeit mit ihrer unbegrenzten ,verschiedenheit4 ,der ,gedanke stammt vielmehr aus dem ,reiche der ,ideen1 zunchst von der ,idee ,gottes1 dann von der einer allumfassenden ,vernunft1 die in allen ,menschen wirkt und sie zu gleichem ,recht beruft4 ,diese beiden ,ideen sind heute dem modernen ,durchschnittsmenschen sehr verblat1 trotzdem ist er eifrig bedacht1 in allen ,verhltnissen mglichste ,gleichheit durchzusetzen1 ist er geneigt1 alles1 was den ,durchschnitt berschreitet1 als ein schweres ,unrecht1 beinahe wie ein persnliches ,unrecht1 zu behandeln4 ,so nimmt eine weitverbreitete ,zeitstrmung ohne weiteres ,partei fr die ,jngeren gegen die lteren1 fr die ,schler gegen den ,lehrer1 fr den ,untergebenen gegen den ,vorgesetzten1 als sei alle ,ordnung und alle ,zucht nur ein ,ausflu selbstherrlicher und brutaler ,gesinnung1 alle ,ehrfurcht ein leeres ,gerede4 ,alle ,achtung vor einer ,gleichheit1 welche von der ,gesinnung des ganzen ,menschen getragen wird und die alle innerlich zusammenhlt1 aber keine ,achtung vor einer ,denkart1 welche die ,leistungen mglichst egalisieren mchte und neidisch allem ,vorzug auflauert6 ,dafr gilt ,goethes ,wort3 ,der schlimmste ,neidhart ist in der ,welt1 der jeden fr seinesgleichen hlt4 ,ein derartiges ,egalisieren ist keine ,freiheit1 sondern eine traurige ,unfreiheit4 99 99 99 99 99 ,die letzte und hchste ,stufe erklimmt die ,unfreiheit unter dem ,schein der ,freiheit in der sozialistischen ,gestaltung des ,staates und des ,lebens4 ,auch hier mssen wir uns des ,miverstndnisses erwehren1 als wrdigten wir nicht die ,bedeutung und das ,recht der groen ,probleme1 welche uns die sozialistische ,bewegung mitteilt4 ,keine der anderen ,theorien hat so sehr die ,gegenstze in sich aufgenommen und durchdacht1 welche die moderne ,arbeit mit ihrer ,wendung zur technischen und fabrikmigen ,arbeit erzeugt hat1 keine hat so sehr den schroffen ,zusammensto von ,kapital und ,arbeit gewrdigt1 keine hat eine so groartige ,organisation hervorgebracht1 keine hat so auf dem modernen ,boden auch einen gewissen ,zusammenhang der ,seelen zu bewirken gestrebt4 ,etwas anderes aber sind solche ,probleme1 etwas anderes ist die gegenwrtige ,gestaltung der politischen ,verhltnisse4 ,hier1 wo die bisherige ,oppositionsbewegung zur herrschenden ,stellung gekommen ist1 und wo sie alle berkommenen ,bindungen von sich abgeschttelt hat1 da hat die ,unfreiheit den hchsten ,gipfel erreicht4 ,das ,system des ,sozialismus erhebt die ,freiheit formal zur uersten ,hhe1 sachlich aber bedroht es sie mit einer vlligen ,zerstrung4 ,hier liegt alle ,freiheit schlielich am ,gesamtwillen der ,menschen2 da die einzelnen ,punkte -- von ,gliedern kann man hier nicht wohl reden1 da alle ,verbindung nur eine mechanische ,zusammensetzung ist -- an diesem ,gesamtwillen in gleicher ,weise teilnehmen1 das scheint schon volle ,freiheit zu verbrgen4 ,aber von jenem ,gesamtwillen besitzt jeder ,einzelne nur einen verschwindenden ,bruchteil1 und was immer er von ,freiheit hat1 das hat er nur innerhalb des ,ganzen und nach dem ,mae des ,ganzen2 damit kann er nie selbstndig walten1 dem kann er nicht eine selbstndige ,denkweise und eigene ,aufgabe entgegenstellen4 ,seine ,partei ist hier seine ,welt1 sein ,lebenskreis2 da das ,ganze keinen ,druck gegen den ,einzelnen ausbt1 und da es selbst die hchste ,vernunftinstanz bildet1 die ,quelle alles ,guten und ,wahren bildet1 das wird als selbstverstndlich vorausgesetzt2 da es das nicht ist1 das mute kenntlich werden1 sobald die sozialistische ,bewegung von der ,verneinung zur ,bejahung berging und nun ihr ,leistungsvermgen zu erproben hatte2 nun mute die von ihr gebte ,unfreiheit aufs ,schwerste empfunden werden4 99 99 99 99 99 ,es entstehen hier ungeheure ,bindungen durch die ,allgewalt des ,staates1 der alles ,leben an sich rafft1 durch die ausschlieliche ,unterwerfung alles ,lebens und ,strebens durch das wirtschaftliche ,ziel1 durch die ,benutzung aller wirtschaftlichen und technischen ,krfte fr die erstrebte ,sozialisierung4 ,das ergibt einen sehr begrenzten ,lebenskreis1 der unendlich viel von den wertvollsten geistigen ,gtern der ,menschheit unbedenklich preisgibt1 und der eine ,freiheit nur in dem ,sinne einer schroffen ,verneinung kennt1 ja es entsteht damit eine klgliche ,erniedrigung und ,unfreiheit des ganzen ,lebens1 sofern alles ,streben auf das sinnliche ,wohlergehen des ,menschen gerichtet1 alles ,handeln wegen der ,sache1 alles erhhende ,schaffen aber verworfen1 zugleich alle inneren ,probleme verkannt1 alle nichtmaterialistischen ,ansichten wie ein krasser ,unsinn abgelehnt werden4 ,wenn alles das mit seiner entsetzlichen ,unfreiheit uns als ein ,werk der ,freiheit aufgedrngt wird1 so mu das jeden mit ,zorn und ,unwillen erfllen1 der ,freiheit und ,unfreiheit zu unterscheiden vermag4 99 99 99 99 99 ,wir sehen3 die ,probleme liegen ein gutes ,stck tiefer als jene sozialistische ,denkweise uns vorhlt2 wir berzeugen uns zugleich1 da es wichtig ist1 politische und geistige ,freiheit in das rechte ,verhltnis zu bringen1 inneres und gesellschaftliches ,leben sowohl miteinander zu verbinden als gengend auseinander zu halten4 ,das ,staatsleben fordert eine eigentmliche ,selbstndigkeit1 es mu sich an den menschlichen ,durchschnitt halten1 es verlangt einen gewissen ,glauben an den ,menschen1 an sein ,vermgen1 an die ,bedeutung seines ,tuns2 wo eine schroff pessimistische ,denkweise ihm das verwehrt1 wie etwa bei ,hobbes und ,schopenhauer1 da kann das staatliche ,leben keinen ,reiz und keinen ,antrieb gewhren1 da kann sich keine politische ,freiheit entwickeln1 da entbehrt aber auch das geistige ,leben wesentlicher ,hilfen und ,forderungen4 ,wer dagegen mit ,rousseau oder den ,sozialisten den ,menschen als von ,natur vortrefflich ausgestattet erklrt und alle belstnde auf die gesellschaftlichen ,verhltnisse schiebt1 der mag viel politischen ,eifer entfalten1 aber er entbehrt einer ,verbindung mit dem geistigen ,leben und ,schaffen1 er kann daher auch weder dem politischen ,leben eine ,gre noch seiner ,seele eine ,tiefe geben4 ,so gilt es1 auf dem ,grunde einer selbstndigen ,geisteswelt ein eigentmliches politisches ,leben und eine politische ,freiheit zu entfalten und dabei weder einem flachen ,optimismus noch einem mimutigen ,pessimismus zu verfallen1 wohl aber einen ,aktivismus der berzeugung zu verfechten1 der allen ,sorgen und ,nten des menschlichen ,lebens eine feste ,zuversicht und eine tapfere ,gesinnung entgegensetzt4 ,das entspricht dem tiefsten ,grund der deutschen ,art1 und an diesen ,grund wollen auch wir uns halten4 ,druck von ,richard ,hahn 7,h4 ,otto7 in ,leipzig4 ,im folgenden werden alle genderten ,textstellen angefhrt3 ,seite #i3 ,fr die ,seele unseres ,volkes aber1 die somit unter sich gegen seitig durchkreuzenden ,antrieben stand1 ,leerzeichen entfernt3 gegenseitig ,seite #i3 ,seinen ,schwerpunkt hatte das deutsche ,reich in in einer glnzenden technischen und wirtschaftlichen ,kultur1 doppeltes in entfernt ,seite #ac3 ,hier vollzog sich ein geistiges ,wunder3 das ,erscheinen und ,durchbrechen eines in ,gott begrndeten ,lebens1 als der ,ouelle des persnlichen ,lebens2 ,quelle des persnlichen ,lebens2 ,seite #ce3 entbehrt aber auch das geistige ,leben wesentlicher,hilfen und ,forderungen4 ,leerzeichen vor ,hilfen hinzugefgt