---------------------------------------- -------------------------- ,anmerkungen zur ,transkription ,kursiver ,text ist als kursiv markiert1 gesperrter ,text als gesperrt4 ,eine ,liste der nderungen befindet sich an ,ende des ,texts4 ---------------------------------------- -------------------------- ,romain ,rolland ,das ,leben ,tolstois ,illustration ,mit sechzehn ,abbildungen ,der ,einband ist von ,walter ,tiemann ,neuerscheinung ,rtten ,loening ,frankfurt a4 ,main ,zur ,einfhrung ,tolstois heldenhafter ,lebenskampf spielt sich wie der ,michelangelos in entsetzlicher ,einsamkeit ab2 denn auch er ist einer der ,gewaltigen der ,menschheit1 zu denen die ,nachwelt in ,ehrfurcht aufblickt1 einer von denen1 die ,trster fremder ,einsamkeit waren1 ,sieger der ,welt und arme ,besiegte zugleich04 ,tolstoi schafft sich sein ,verhngnis selbst aus freiem1 bewutem ,willen4 ,sein ,peiniger ist das ,gewissen1 sein ,dmon der unerbittliche ,drang nach ,wahrheit4 ,fr alle schaffend1 ist er mit sich allein1 und leidend fr seinen ,glauben1 leidet er fr die ganze ,menschheit4 ,so zeichnet ,rolland das ,lebensbild ,tolstois und gibt uns mit diesem erhebenden ,buche aufs neue ,trost und ,strkung in den schlimmen ,nten unserer ,zeit4 ,r,,tten ,,loening ,,frankfurt ,a4 ,,main ,illustration3 ,tolstoi nach einem ,bildnis von ,kramskoi ,,romain ,,rolland ,,das ,,leben ,,tolstois ,,herausgegeben ,,von ,,wilhelm ,,herzog #aibb ,,literarische ,,anstalt ,r,,tten ,,loening ,,frankfurt ,,am ,,main ,die bersetzung ist von ,o4 ,r4 ,sylvester ,druck der ,spamerschen ,buchdruckerei in ,leipzig #bej ,exemplare wurden auf holzfreies ,papier gedruckt und in ,halbleder gebunden4 ,,vorwort ,i4 ,romain ,rolland hat es vor zehn ,jahren -- unmittelbar nach ,tolstois ,tode -- unternommen1 ,leben und ,werk eines der drei groen ,mnner darzustellen1 die in ,europa den ,geist am ,ende des #ai4 ,jahrhunderts und zu ,beginn des #bj4 ,jahrhunderts tief beeinflut haben4 ,dieses ,dreigestirn leuchtet und glnzt noch heute unvermindert4 ,und die junge ,generation blickt -- obwohl drngendere aus dem ,weltkampf geborene soziale ,probleme gebieterisch ,lsung fordern -- zu den drei groen ,fanatikern des ,erkennens und ,fhlens empor4 ,neben ,nietzsche1 dem dionysischen ,kritiker1 und ,strindberg1 dem durch alle ,hllen dieser ,welt ,gejagten1 steht ,tolstoi1 der ,bekenner1 ,anklger und ,apostel4 ,ihre ,stellung zu ,christus kennzeichnet vielleicht am deutlichsten einen wesentlichen ,teil ihres ,ichs4 ,alle drei rangen mit ihm4 ,nietzsche wurde sein gefhrlichster ,feind 7stolz nannte er sich den ,antichristen72 ,strindberg haderte zeit seines ,lebens mit ihm1 unterwarf sich1 beugte die ,knie1 um als ,rebell wieder aufzustehen2 nur ,tolstoi fhlte sich eins1 so eins mit ihm1 da er1 ein russischer ,junker des #ai4 ,jahrhunderts1 der ,urchrist selbst zu sein sich verma4 ,wer war er in ,wirklichkeit8 -- ,ein ,mensch mit seinem ,widerspruch4 ,kein ausgeklgelt ,buch4 ,sohn eines zaristischen ,offiziers und ,rousseaujnger2 ,ketzer und ,ber2 ,bauer und ,weltmann2 schwchlich und zh2 ausschweifend und asketisch2 eitel und demtig2 hemmungslos und selbstkritisch2 klarer ,erkenner und ewiger ,illusionist2 anarchistisch und konservativ2 ,pionier und ,reaktionr2 ,feind der ,intellektuellen und selbst ein ,geistiger2 wild und zart2 draufgngerisch und furchtsam2 weise und kindlich4 ,lebenskrftig wie ein gesunder ,bauer und von ,selbstmordgedanken und ,todessehnsucht geqult wie ein morbider sthet4 ,ein ,phantast und der hellugigste ,realist der modernen ,literatur4 ,immer3 ein ,fanatiker1 ein ,besessener4 ,kurz3 ein toller ,kerl4 ,,ii4 ,wie hat ihn ,rolland gesehen8 -- ,er schreibt als einundzwanzigjhriger ,pariser ,student -- in der ,not seines ,herzens -- einen ,brief an ,tolstoi1 den ,sechzigjhrigen1 dessen ,pamphlet gegen die ,kunst und die ,knstler gerade alle jungen1 vor der ,verlogenheit der ,zeit und der ,gesellschaft sich ekelnden ,geister in ,europa aufgerttelt hatte4 ,tolstois ,aufklrungsbroschre ,was sollen wir denn tun80 hatte den jungen ,rolland nicht gengend aufgeklrt4 ,er wollte mehr4 ,das ,ziel war schon damals3 ,einheit zwischen ,leben und ,denken4 ,aber wie8 ,der ,wahrheitsrigorist1 zu dem die jungen ,sucher und ,strmer unter den ernsten ,knstlern als zu ihrem ,fhrer emporschauten1 klagte die ,kunst an1 verachtete und schmhte die reinsten und mchtigsten ,bildner1 ,beethoven und ,shakespeare8 ,unberbrckbarer ,gegensatz4 ,wo war seine ,lsung8 ,tolstoi empfngt den ,brief des aus seiner ,gewissensqual um ,hilfe flehenden jungen ,rolland anders als der sechzigjhrige ,goethe das rhrende ,schreiben des ,dichters der ,penthesilea04 ,er antwortet ihm in einem achtunddreiig ,seiten langen ,schreiben1 das mit den ,worten beginnt3 ,lieber ,bruder1 ich habe ,ihren ersten ,brief empfangen4 ,er hat mich im ,herzen berhrt4 ,mit ,trnen in den ,augen habe ich ihn gelesen4440 ,die ,mehrzahl seiner ,fragen1 erwidert ,tolstoi1 htten ihre ,wurzeln in einem ,miverstndnis4 ,und er versucht noch einmal die von ihm gegen die berschtzung der ,kunst gerichtete ,kritik dem jugendlichen ,wahrheitsforscher auseinanderzusetzen4 ,schon in seiner ,abhandlung hatte er sich gegen die fragwrdigen ,verteidiger der ,kunst mit den ,worten gewandt3 ,sagt mir nicht etwa1 da ich ,kunst und ,wissenschaft verwerfe4 ,ich verwerfe sie nicht nur nicht1 sondern in ihrem ,namen will ich die ,tempelschnder verjagen40 ,wissenschaft und ,kunst seien so notwendig wie ,brot und ,wasser1 sogar noch notwendiger4 ,aber da sie ein ,lgenleben fhren wollen1 da sie den ,dualismus zwischen ,leben und ,handeln frdern1 da sie sich zu ,mitverschworenen des ganzen bestehenden ,systems gesellschaftlicher ,ungleichheit und heuchlerischer ,gewaltttigkeit0 erniedrigen1 da sie als ,forscher1 ,dichter1 ,knstler sich stets zu ,sttzen der gerade herrschenden ,klasse degradieren1 das ist es1 was die ,verachtung des ,wahrheitsfanatikers hervorrief4 ,die ,bettigung von ,wissenschaft und ,kunst ist nur fruchtbringend1 wenn sie sich kein ,recht herausnimmt und nur ,pflichten kennt444 ,die ,menschen1 die berufen sind1 den anderen durch ,geistesarbeit zu dienen1 leiden immer in der ,ausbung dieser ,arbeit2 denn die geistige ,welt gebiert nur in ,schmerzen und ,qualen40 ,das war es1 was die jungen ,knstler mit ,tolstoi verband3 sein ,ernst1 sein ,leidenknnen1 seine ,kompromifeindschaft1 seine ,unbestechlichkeit1 sein absoluter ,wahrheitsrigorismus4 ,das war es1 was den jungen ,rolland zu ,tolstoi hinzog1 kurz nachdem er dessen aufwhlende ,schrift #ahhg gelesen hatte4 ,das war es1 was ihn fast fnfundzwanzig ,jahre spter dazu drngte1 das tragische ,leben dieses im ,grunde ,einsamen zu malen4 ,,iii4 ,rolland ist kein ,schnfrber4 ,er schminkt das ,portrt seines ,helden nicht an1 um ihn liebenswerter oder heldischer wirken zu lassen4 ,er zeichnet und malt ihn mit all seinen ,flecken1 ,runzeln1 ,hlichkeiten1 mit seinen ,schwchen1 ,irrtmern und ,lastern4 ,er macht keinen ,popanz von ,tugenden aus ihm4 ,sondern3 er gibt diesen immer von ,leidenschaften geschttelten ,menschen mit seinen erstaunlichen ,gaben1 ,fhigkeiten1 ,vorzgen1 mit seinem ,reichtum an ,ideen1 ,mut1 ,willenskraft1 mit seiner ,intensitt zu denken1 zu fhlen1 zu arbeiten1 und er gibt den ,schwchling1 den ,schwankenden1 den ,verzweifelnden1 der sich selbst verachtet1 den leichtfertig ,urteilenden1 der irrt und bertreibt1 den ,ungerechten1 der sich einbildet1 immer gerecht zu sein4 ,kurz3 den ,menschen ,tolstoi in seinen ,hhen und seinen ,niederungen4 ,was ,tolstoi fr die junge ,generation ,frankreichs und ,deutschlands um #ahij geworden war1 das wurde nicht wenigen unter uns ,romain ,rolland whrend der ,jahre #aiad-aiah3 der erste ,bekenner1 der ,aufrttler1 der ,feind dieser wahnwitzigen ,ordnung01 die ,stimme des ,gewissens in ,europa4 ,und wie er zu ,tolstoi in seiner ,not pilgerte1 so wallfahrteten zu ihm ,hunderte und ,tausende1 die sich in dieser ,welt nicht mehr zurechtfanden4 ,er enttuschte sie nicht4 ,er antwortete ihnen1 wie einst ,tolstoi ihm geantwortet hatte4 ,unbeirrbar blieb sein ,kampf4 ,tolstoi und ,rolland4 ,zwei ,verwandte im ,geiste1 und zwei durch ,rasse1 ,generationen und ,welten ,getrennte4 ,der #ahbh im ,gouvernement ,tula geborene ,graf und der #ahff als ,sohn eines ,notars im burgundischen ,departement ,nivre auf diese ,welt gekommene ,rolland sind als ,knstler1 ,moralisten1 ,geistesmenschen so verschieden voneinander wie die russische ,steppe vom ,acker ,frankreichs4 ,und dennoch durchstrmt beide ein und derselbe menschliche ,geist1 die ,liebe zur ,vernunft und der ,wille zur ,gte4 ,es ist der ,geist der ,befreiung des ,menschen aus jahrtausendelanger ,knechtschaft unter der ,tyrannei der ,lge und der ,heuchelei1 der ,geist der ,welterneuerung4 ,sie gehren zu seinen edelsten und mchtigsten ,kndern4 ,und dennoch444 ,rolland hat recht1 wenn er am ,ende seines ,tolstoi0 die melancholische ,frage aufwirft1 woran es lag1 da der unerbittliche ,apostel der ,menschenliebe sein eigenes ,leben nicht vollstndig mit seinen ,grundstzen in ,einklang bringen konnte4 ,hier berhren wir die empfindlichste ,stelle seiner letzten ,jahre1 stellt ,rolland fest4 ,wir drfen heute um so weniger daran vorbergehen3 nach dem ,ungeheuerlichen der letzten ,jahre4 ,worin wurzelte dieser ,dualismus dieses unerbittlichen ,geistes1 der wie kein zweiter die ,identitt von ,geist und ,tat forderte8 ,er hat es selbst einmal angedeutet4 ,erst als ,vierundfnfzigjhriger -- im ,jahre #ahhb -- bei einer ,volkszhlung1 an der er mitwirkte1 sah er das soziale ,elend1 in dem die ,massen der groen ,stdte leben mssen1 in nchster ,nhe4 ,rolland schreibt3 ,der ,eindruck1 den es auf ihn machte1 war erschreckend4 ,am ,abend des ,tages1 an dem er zum erstenmal mit dieser verborgenen ,wunde der ,zivilisation in ,berhrung gekommen war und einem ,freunde erzhlte1 was er gesehen hatte1 hub er an1 zu klagen1 zu weinen und die ,faust zu ballen40 ,er blieb zwar bei diesen ,gefhlsausbrchen gegen das ,unrecht nicht stehen4 ,im ,gegenteil3 er erkannte bereits1 da die ,elenden die ,opfer jener ,zivilisation waren1 an deren ,vorrechten er teilhatte1 jenes ,molochs1 dem eine auserwhlte ,kaste ,millionen von ,menschen opferte04 ,und ,glied um ,glied entrollt sich ihm0 -- schreibt ,rolland -- die frchterliche ,kette der ,verantwortlichkeit4 ,zunchst die ,reichen und das ,gift ihres verfluchten ,luxus1 der lockt und verdirbt04 ,das frchterlichste und unaufschiebbare ,problem unserer ,tage hat ,tolstoi also gesehen1 aber nicht zu ,ende durchgedacht1 sondern nur schmerzhaft gefhlt4 ,mit der ,leidenschaft seines ,herzens sah er die ,verbrechen und ,lgen der ,zivilisation4 ,er suchte ihnen durch ,anklage und schonungslose ,kritik beizukommen4 ,ja1 in einem von ,rolland zitierten ,briefe aus dem ,jahre #ahhg glaubt er urpltzlich den ,kern des ,problems mit der genialen ,intuition1 die ihm eigen war1 zu entdecken3 ,das ganze bel von heute kommt daher1 da die sogenannten zivilisierten ,leute1 denen die ,gelehrten und ,knstler zur ,seite stehen1 eine privilegierte ,klasse sind1 wie die ,priester4 ,und diese ,kaste hat alle ,fehler einer jeden ,kaste40 ,tolstoi hat aus dieser ,erkenntnis keine ,folgerungen gezogen4 ,er blieb ein anarchistischer ,individualist 7mit stark kommunistischen ,zgen74 ,einer1 der gegen die cyklopischen ,mauern dieser wahnwitzigen ,gesellschaft immer wieder anrennend sich verschwendete und der sich schlielich aufrieb444 ,ein furchtloser ,unterminierer der verlogenen und verbrecherischen ,kultur04 ,er aber1 der ,seher einer neuen ,kunst fr eine ,menschheitsgemeinschaft1 einer ,kunst also1 die nicht mehr ,eigentum einer einzelnen ,klasse sein wird1 blieb mit sich allem1 verlassen von seinen ,nchsten1 unzufrieden mit sich selbst444 ,er ging in die ,wste444 ,,wilhelm ,,herzog ,das ,licht1 das mit ,tolstoi erlosch1 war fr unsere ,generation das klarste1 das unsere ,jugend erhellte4 ,in der schwerumschatteten ,dmmerung zu ,ende des #ai4 ,jahrhunderts war er der trostbringende ,stern1 dessen ,anblick unsere ,seelen anzog und ihnen ,frieden gab4 ,aus dem ,kreis derer1 fr die ,tolstoi weit mehr war als ein verehrter ,dichter1 fr die er der beste -- und fr viele der einzige wirkliche -- ,freund in der ganzen europischen ,kunstwelt war1 mchte ich diesem geheiligten ,andenken meinen ,zoll der ,dankbarkeit und ,liebe entrichten4 ,die ,tage1 da ich seine ,werke kennenlernte1 werden nie aus meinem ,gedchtnis schwinden4 ,es war #ahhf4 ,nach einigen ,jahren stillen ,keimens brachen die wunderbaren ,blten russischer ,kunst aus dem ,boden ,frankreichs hervor4 ,die bersetzungen ,tolstois und ,dostojewskis erschienen mit fieberhafter ,hast gleichzeitig in allen ,verlagshusern4 ,von #ahhe-ahhg wurden in ,paris ,krieg und ,frieden01 ,anna ,karenina01 ,kindheit und ,knabenalter01 ,polikuschka01 ,der ,tod des ,iwan ,iljitsch01 ,geschichten aus dem ,kaukasus0 und die ,volkserzhlungen0 verffentlicht4 ,innerhalb einiger ,monate1 einiger ,wochen1 breitete sich vor unseren ,augen das ,werk eines ganzen groen ,lebens aus1 in dem sich ein ,volk1 eine neue ,welt spiegelte4 ,ich war damals gerade in die ,ecole ,normale0 eingetreten4 ,wir ,kameraden waren sehr verschieden voneinander4 ,in unserer kleinen ,gruppe1 die realistische und ironische ,geister wie den ,philosophen ,george ,dumas1 ,dichter1 die in ,liebe zur italienischen ,renaissance glhten1 wie ,suars1 ,anhnger der klassischen ,tradition1 ,stendhalianer und ,wagnerianer1 ,atheisten und ,mystiker umfate1 in dieser ,gruppe gab es hufig ,wortgefechte1 kamen hufig ,mistimmungen auf2 aber whrend einiger ,monate einte uns die ,liebe zu ,tolstoi fast alle4 ,jeder liebte ihn zweifellos aus einem anderen ,grunde2 denn jeder fand sich selbst in ihm wieder1 und fr alle war er die ,pforte1 die ins unermeliche ,all fhrte1 die ,offenbarung des ,lebens4 ,um uns her1 in unseren ,familien1 unseren ,provinzen erweckte die gewaltige ,stimme1 die von den uersten ,grenzen ,europas her ertnte1 zuweilen ganz unerwartet1 dieselben ,sympathien4 ,ich entsinne mich1 da ich einmal zu meinem grten ,erstaunen ,leute aus meiner ,niverner ,heimat1 die sich keineswegs fr ,kunst interessierten und fast nichts lasen1 mit verhaltener ,rhrung ber den ,tod des ,iwan ,iljitsch0 reden hrte4 ,ich habe bei hervorragenden ,kritikern die ,behauptung gelesen1 ,tolstoi verdanke seine besten ,eingebungen unseren romantischen ,schriftstellern3 ,george ,sand und ,victor ,hugo4 ,ohne darber zu streiten1 da man wohl kaum von einem ,einflu der ,george ,sand auf ,tolstoi sprechen kann -- zumal da er sie nicht ausstehen konnte --1 und ohne den viel tatschlicheren ,einflu1 den ,rousseau und ,stendhal auf ihn ausbten1 zu leugnen1 wre es doch falsch1 die ,gre ,tolstois und seine ,macht1 uns zu fesseln1 seinen ,ideen zuschreiben zu wollen4 ,der ,ideenkreis1 in dem sich seine ,kunst bewegt1 ist eng begrenzt4 ,tolstois ,strke beruht nicht in den ,ideen1 sondern im ,ausdruck1 den er ihnen gibt1 in dem persnlichen ,ton1 der ,prgung des ,knstlers1 der ,atmosphre1 in der er lebt4 ,ob die ,ideen ,tolstois entlehnt waren oder nicht -- wir werden spter noch darauf zurckkommen --1 es ist noch niemals in ,europa eine ,stimme erklungen1 die seiner gleich gekommen wre4 ,wie anders sollte man den ,schauer der ,erregung erklren1 der uns damals befiel1 als wir diese ,seelenmusik hrten1 auf die wir so lange gewartet hatten und die uns so sehr not tat4 ,die ,mode sprach bei unserem ,gefhl nicht mit4 ,die meisten von uns1 auch ich1 lernten das ,buch von ,eugen ,melchior de ,vog ber den russischen ,roman erst kennen1 nachdem sie ,tolstoi gelesen hatten2 und seine ,bewunderung erschien uns matt im ,vergleich zu unserer4 ,de ,vog urteilte hauptschlich als groer ,literaturkenner4 ,aber fr uns gengte es nicht1 das ,werk zu bewundern1 wir lebten es1 es war unser4 ,unser durch seinen brennenden ,lebenshunger1 durch sein jugendliches ,fhlen4 ,unser durch seine ,ironie1 die uns die ,binde von den ,augen nahm1 durch seinen schonungslosen ,scharfblick1 sein ,wissen um den ,tod4 ,unser durch seine ,trume von brderlicher ,liebe und ,frieden unter den ,menschen4 ,unser durch seine furchtbare ,anklage gegen die ,lgen der ,zivilisation4 ,durch seinen ,realismus und seinen ,mystizismus4 ,durch seinen ,erdgeruch1 seinen ,sinn fr die unsichtbaren ,mchte und sein ,erschauern vor dem ,unendlichen4 ,diese ,bcher sind vielen von uns das gewesen1 was der ,werther0 seiner ,generation war3 der wundervolle ,spiegel unserer ,liebeskrfte und unserer ,schwchen1 unserer ,hoffnungen1 unserer ,schrecken und unserer ,entmutigungen4 ,es machte uns weder ,sorge1 alle diese ,widersprche in ,einklang miteinander zu bringen1 noch diese vielgestaltige ,seele1 in der das ,weltall widerhallte1 in enge religise oder politische ,kategorien zu zwngen1 wie es die meisten tun1 die in letzter ,zeit ber ,tolstoi gesprochen haben1 weil sie sich nicht von dem ,streit der ,parteien freimachen konnten und ihn nach der ,strke ihrer eigenen ,leidenschaften1 nach dem ,mastab ihrer sozialistischen oder klerikalen ,kreise beurteilten4 ,als ob unsere ,kreise den ,gradmesser fr ein ,genie abgeben knnten6444 ,was gilt es mir1 ob ,tolstoi meiner ,partei angehrt oder nicht6 ,kmmert es mich1 zu welcher ,partei ,dante und ,shakespeare gehrten1 wenn ich einen ,hauch ihres ,geistes spre und ihr ,licht in mich aufnehme8 ,wir sagten uns keineswegs wie diese ,kritiker von heute3 ,es gibt zwei ,tolstoi1 den vor dem ,wendepunkt und den nach dem ,wendepunkt2 der eine ist der gute1 und der andere ist es nicht40 ,fr uns gab es nur einen1 und wir liebten ihn restlos4 ,denn wir fhlten instinktiv1 da in solchen ,herzen alles bereinstimmt1 alles in ,verbindung miteinander steht4 99 99 99 99 99 ,was wir mit dem ,instinkt fhlten1 ohne es uns erklren zu knnen1 das soll unser ,verstand heute beweisen4 ,heute knnen wir es1 nachdem dieses lange ,leben sein ,ende erreicht hat und sich den ,augen aller unverschleiert mit beispielloser ,offenheit und ,aufrichtigkeit darbietet4 ,was uns sofort auffllt1 ist1 wie sehr sein ,leben sich von ,anfang bis zu ,ende gleich blieb1 trotz der ,schranken1 die man von ,strecke zu ,strecke hat aufrichten wollen1 -- trotz ,tolstoi selbst1 der1 wenn er liebte1 wenn er glaubte1 wie alle leidenschaftlichen ,menschen geneigt war zu meinen1 da er zum erstenmal liebe1 zum erstenmal glaube1 und jedesmal von da ab den ,anfang seines ,lebens datierte4 ,den ,anfang und immer wieder den ,anfang4 ,wie oft hat sich dieselbe ,umwlzung1 derselbe ,kampf in ihm abgespielt6 ,man kann nicht von der ,einheit seines ,denkens sprechen es gab nie eine solche --1 wohl aber von dem ,vorhandensein der verschiedenen ,elemente in ihm1 die bald miteinander verbndet1 bald einander feindlich1 fter aber einander feindlich waren4 ,die ,einheit beruht weder im ,geist noch im ,herzen eines ,tolstoi1 sie beruht im ,kampf der ,leidenschaften in ihm1 in der ,tragdie seiner ,kunst und seines ,lebens4 ,kunst und ,leben sind vereinigt4 ,nie waren ,werk und ,leben inniger vermhlt2 das ,werk hat beinahe durchgngig autobiographischen ,charakter2 von seinem fnfundzwanzigsten ,lebensjahr an lt es uns ,tolstoi ,schritt fr ,schritt in den widerspruchsvollen ,erfahrungen seiner abenteuerlichen ,laufbahn verfolgen4 ,sein ,tagebuch1 das er vor seinem zwanzigsten ,jahre begann und bis zu seinem ,tode#a fortgefhrt hat1 die ,angaben1 die er ,birukow#b zu dessen bedeutender ,tolstoibiographie machte1 vervollstndigen diese ,kenntnis und geben uns nicht nur ,gelegenheit1 beinahe ,tag fr ,tag in ,tolstois ,innerem zu lesen1 sie lassen uns auch die ,welt1 in der sein ,genie wurzelte1 und die ,seelen1 von denen seine ,seele zehrte1 wiedererstehen4 ,ein reiches ,erbe4 ,von beiden ,seiten ein sehr vornehmes und sehr altes ,geschlecht -- die ,tolstoi und die ,wolkonski --1 die sich rhmten1 bis auf ,rurik zurckzureichen1 und ihren ,stammbaum auf ,waffenbrder ,peters des ,groen1 auf ,generle aus dem ,siebenjhrigen ,krieg1 ,helden aus den napoleonischen ,kmpfen1 ,dekabristen und politische ,verbannte zurckfhrten4 ,familienerinnerungen1 denen ,tolstoi einige seiner eigenartigsten ,gestalten in ,krieg und ,frieden0 verdankt3 der alte ,frst ,wolkonski1 sein ,grovater mtterlicherseits1 ein spter ,reprsentant jener von ,voltaireschem ,geist durchsetzten1 selbstherrlichen ,aristokratie zur ,zeit ,katharinas ,,ii42 ,frst ,nikolaus ,gregorewitsch ,wolkonski1 ein ,vetter seiner ,mutter1 der bei ,austerlitz verwundet und vor den ,augen ,napoleons vom ,schlachtfeld aufgelesen wurde wie der ,frst ,andrej2 sein ,vater1 der einige ,zge von ,nikolaus ,rostow#c hatte2 seine ,mutter1 die ,prinzessin ,marie1 die sanfte ,hliche mit den schnen ,augen1 deren ,gte ,krieg und ,frieden0 durchleuchtet4 ,er kannte seine ,eltern kaum4 ,die reizenden ,schilderungen in ,kindheit und ,knabenalter0 enthalten1 wie man wei1 wenig ,tatschliches4 ,seine ,mutter starb1 als er noch nicht zwei ,jahre alt war4 ,er konnte sich demnach nicht des geliebten ,angesichts erinnern1 das sich der kleine ,nikolaus ,irtenjew durch einen ,schleier von ,trnen hindurch heraufbeschwrt1 jenes ,angesichts mit dem strahlenden ,lcheln1 das ,freude um sich verbreitete444 ,ach1 wenn ich dieses ,lcheln in schweren ,augenblicken sehen knnte1 dann wte ich nicht1 was ,kummer ist4440#d4 ,aber sie vererbte ihm zweifellos ihren vollkommenen ,freimut1 ihre ,gleichgltigkeit gegen die ffentliche ,meinung und1 wie man uns versichert1 ihre wundervolle ,begabung1 selbsterfundene ,geschichten zu erzhlen4 ,an seinen ,vater hatte er immerhin einige ,erinnerungen4 ,er war ein liebenswrdiger ,sptter mit traurigen ,augen1 der in unabhngiger ,stellung und bar jeden ,ehrgeizes auf seinen ,gtern lebte4 ,tolstoi war neun ,jahre alt1 als er ihn verlor4 ,dieser ,todesfall brachte ihm zum erstenmal die rauhe ,wirklichkeit zum ,bewutsein und erfllte sein ,herz mit ,verzweiflung0#e4 ,es war das erste ,zusammentreffen des ,kindes mit dem ,schreckgespenst1 dessen ,bekmpfung ein ,teil seines ,lebens und dessen ,verklrung und ,verherrlichung der andere gewidmet sein sollte444 ,spuren dieser ,angst kommen in einigen unvergelichen ,zgen der letzten ,kapitel der ,kindheit0 zum ,ausdruck1 wo die ,erinnerungen auf die ,erzhlung vom ,tode und vom ,begrbnis der ,mutter bertragen sind4 ,in dem alten ,hause in ,jasnaja ,poljana#f blieben fnf ,kinder zurck1 in dem ,hause1 in dem ,leo ,nikolajewitsch am #bh4 ,august #ahbh geboren wurde1 und das er1 nur um zu sterben1 erst zweiundachtzig ,jahre spter verlassen sollte4 ,das jngste1 ein ,mdchen1 namens ,marie1 die spter ,nonne wurde 7bei ihr suchte der sterbende ,tolstoi ein ,obdach1 als er seinem ,hause und den ,seinen entfloh74 -- ,vier ,shne3 ,sergius1 ein liebenswrdiger ,egoist1 aufrichtig bis zu einem ,grade1 wie ich es niemals gesehen habe04 ,dmitri1 ein verschlossener ,mensch voller ,leidenschaft1 der sich spter als ,student mit ,ungestm religisen bungen hingab1 unbekmmert um die ffentliche ,meinung1 der fastete1 den ,armen half1 den ,siechen ,zuflucht gewhrte1 sich aber pltzlich mit derselben ,heftigkeit der ,ausschweifung in die ,arme warf1 dann1 von ,reue zernagt1 ein junges ,mdchen1 das er aus einem ffentlichen ,hause kannte1 loskaufte und bei sich aufnahm1 und der mit neunundzwanzig ,jahren an der ,schwindsucht starb#g4 -- ,nikolaus1 der lteste1 der ,lieblingsbruder1 der von der ,mutter die ,begabung1 ,geschichten zu erzhlen1 geerbt hatte#h1 ironisch1 schchtern und feinfhlig veranlagt1 spter ,offizier im ,kaukasus1 wo er sich das ,trinken angewhnte4 ,auch er war voll christlicher ,nchstenliebe1 lebte in den bescheidensten ,verhltnissen und teilte mit den ,armen alles1 was er hatte4 ,turgenjew sagte von ihm1 da er jene ,demut dem ,leben gegenber in die ,praxis bertrug1 die sein ,bruder ,leo in der ,theorie zu entwickeln sich begngte04 ,im ,hause dieser ,waisen waren zwei groherzige ,frauen4 ,die eine war die ,tante ,tatjana#i1 die1 wie ,tolstoi sagt1 zwei ,tugenden besa3 ,ruhe des ,gemts und ,liebe04 ,ihr ganzes ,leben war nichts als ,liebe4 ,sie opferte sich unaufhrlich444 ,durch sie habe ich die sittliche ,befriedigung1 die ,liebe gibt1 kennengelernt40 ,die andere war die ,tante ,alexandra1 die allen half und nie ,hilfe wollte1 die ohne ,dienstboten auskam1 und deren ,lieblingsbeschftigung darin bestand1 ,lebensbeschreibungen von ,heiligen zu lesen und sich mit ,pilgern und ,einfltigen0 zu unterhalten4 ,von diesen ,einfltigen0 lebten mehrere im ,haus4 ,eine von ihnen1 eine alte ,wallfahrerin1 die ,psalmen leierte1 war die ,patin von ,tolstois ,schwester4 ,ein anderer1 der ,einfltige0 ,grischa1 konnte nichts als beten und weinen444 ,o1 guter ,christ ,grischa6 ,dein ,glaube war so stark1 da du die ,nhe ,gottes fhltest1 deine ,liebe war so hei1 da deine ,worte den ,lippen entschlpften1 ohne da dein ,verstand sich ,rechenschaft darber gab4 ,und da du ,gottes ,herrlichkeit verehrtest und nicht ,worte dafr fandest1 warfst du dich trnenberstrmt zu ,boden60#aj ,wer she nicht den ,anteil1 den alle diese bescheidenen ,seelen an der ,entwicklung ,tolstois hatten8 ,es ist1 als ob eine von ihnen das ,vorbild zum ,tolstoi der letzten ,jahre abgegeben habe4 ,ihre ,gebete1 ihre ,liebe legten in den ,geist des ,kindes die ,saatkrner des ,glaubens1 deren ,ernte der ,greis reifen sehen sollte4 ,auer von dem ,einfltigen0 ,grischa spricht ,tolstoi in seinen ,erzhlungen aus der ,kindheit0 nicht von diesen bescheidenen ,mitarbeitern1 die seine ,seele aufbauen halfen4 ,aber wie leuchtet dafr diese ,kindesseele durch das ganze ,buch1 dieses reine und liebevolle ,herz1 gleich einem hellen ,strahl1 das immer bei den anderen die besten ,eigenschaften herausfand01 diese auergewhnliche ,empfindsamkeit6 ,ist er glcklich1 dann denkt er an den einzigen ,menschen1 den er unglcklich wei1 er weint und mchte sich fr ihn aufopfern4 ,er umarmt ein altes ,pferd und bittet es um ,verzeihung1 da er ihm ,leid zugefgt hat4 ,er ist glcklich zu lieben1 selbst wenn er nicht geliebt wird4 ,schon bemerkt man den ,keim seines spteren ,genies1 seine lebhafte ,einbildungskraft1 die ihn bei seinen eigenen ,geschichten zum ,weinen bringt1 sein immer arbeitendes ,hirn1 das stets zu ergrnden sucht1 an was die ,leute denken1 seine frhreife ,beobachtungsgabe und sein weit zurckreichendes ,gedchtnis#aa1 den aufmerksamen ,blick1 der mitten in seiner eigenen ,trauer die ,gesichter auf die ,echtheit ihres ,schmerzes prft4 ,mit fnf ,jahren fhlte er1 wie er sagt1 zum erstenmal1 da das ,leben kein ,vergngen1 sondern ein ernstes ,geschft ist0#ab4 ,glcklicherweise verga er es wieder4 ,zu jener ,zeit vertiefte er sich in volkstmliche ,erzhlungen1 in russische ,bylinen1 jene mythen- und sagenhaften ,trume1 in biblische ,geschichten -- vor allem die erhabene ,josephslegende1 die er als alter ,mann noch als das ,muster aller ,kunst bezeichnet1 -- und in ,geschichten aus ,tausendundeine ,nacht01 die jeden ,abend im ,hause seiner ,gromutter ein blinder ,erzhler1 auf dem ,fenstersims sitzend1 vortrug4 ,er studierte in ,kasan#ac mit migem ,erfolg4 ,man sagte von den drei ,brdern#ad3 ,sergius will und kann1 ,dmitri will und kann nicht1 ,leo will nicht und kann nicht40 ,er machte die ,zeit durch1 die er die ,wste der ,jugend0 nennt1 eine ,sandwste1 ber die stoweise sengende ,winde wehen4 ,die ,geschichten aus den ,knaben- und ,jnglingsjahren sind reich an ,bekenntnissen persnlichster ,art aus dieser ,zeit4 ,er ist allein4 ,sein ,hirn ist in einem ,zustand ununterbrochenen ,fiebers4 ,whrend eines ,jahres entdeckt er von sich aus alle ,systeme und versucht sich darin#ae4 ,als ,stoiker unterwirft er sich krperlichen ,qualen4 ,als ,epikureer gibt er sich der ,ausschweifung hin4 ,dann glaubt er an ,seelenwanderung1 um schlielich in einen sinnlosen ,nihilismus zu verfallen3 es scheint ihm1 da er dem ,nichts ins ,auge schauen kann1 wenn er sich nur schnell genug danach umdreht4 ,er analysiert sich und analysiert sich444 ,ich dachte nicht mehr an irgendeine ,sache1 ich dachte1 da ich an irgendeine ,sache dachte#af40 ,diese fortgesetzte ,selbstzergliederung1 diese ,denkmaschine1 die sich im leeren ,raum dreht1 bleibt ihm wie eine gefhrliche ,gewohnheit1 die1 wie er uert1 ihm oft im ,leben schadete1 aus der aber seiner ,kunst unerhrte ,hilfsquellen flossen#ag4 ,bei diesem ,beginnen hatte er seine ganzen berzeugungen eingebt2 so glaubte er wenigstens4 ,mit sechzehn ,jahren hrte er auf zu beten und in die ,kirche zu gehen#ah4 ,aber sein ,glaube war nicht tot1 er glimmte nur im ,verborgenen weiter3 ,trotzdem glaubte ich an etwas4 ,an was8 ,das knnte ich nicht sagen4 ,ich glaubte noch an ,gott1 oder vielmehr1 ich leugnete ihn nicht4 ,aber was fr einen ,gott8 ,das wute ich nicht4 ,ich leugnete auch ,christum und seine ,lehre nicht1 aber worin diese ,lehre bestand1 htte ich nicht sagen knnen#ai40 ,fr ,augenblicke trumte er davon1 ,gutes zu tun4 ,er wollte seinen ,wagen verkaufen1 den ,erls den ,armen geben1 ihnen den ,zehnten seines ,vermgens opfern1 sich ohne ,dienstboten behelfen444 denn es sind ,menschen wie ich#bj04 ,er schrieb whrend seiner ,krankheit#ba ,lebensregeln0 nieder4 ,darin weist er naiv auf die ,pflicht hin1 alles zu studieren und alles zu ergrnden3 ,rechtslehre1 ,medizin1 ,sprachen1 ,landwirtschaft1 ,geschichte1 ,geographie1 ,mathematik1 den hchsten ,grad der ,vollendung in der ,musik und in der ,malerei zu erreichen0 usw4 ,er hatte die berzeugung1 da das ,schicksal des ,menschen in seiner unablssigen ,vervollkommnung liege04 ,aber von den ,leidenschaften seiner ,jugend1 von ungestmer ,sinnlichkeit und grenzenloser ,eigenliebe#bb getrieben1 irrte dieser ,glaube an die ,vollkommenheit unvermerkt ab1 verlor seinen selbstlosen ,charakter und wurde praktisch und materiell4 ,wenn er seinen ,willen1 seinen ,krper und seinen ,geist vervollkommnen wollte1 so geschah es nur1 um die ,welt zu besiegen und ,liebe einzuflen#bc4 ,er wollte gefallen4 ,das war nicht leicht4 ,er war damals von affenhnlicher ,hlichkeit3 ein rohes1 langes und derbes ,gesicht1 kurze1 tief in die ,stirn gewachsene ,haare1 kleine ,augen1 die einen aus dunklen ,hhlen hart anblitzten1 eine breite ,nase1 aufgeworfene ,lippen und riesige ,ohren#bd4 ,da er sich ber diese ,hlichkeit1 die ihn schon als ,kind beinahe zur ,verzweiflung gebracht hatte#be1 nicht tuschen konnte1 gedachte er das ,ideal eines erstklassigen ,menschen0 zu verwirklichen#bf4 ,um es wie die anderen erstklassigen ,menschen0 zu machen1 lie er sich durch dieses ,ideal zum ,spiel1 zum unsinnigen ,schuldenmachen1 zur vollkommenen ,ausschweifung verfhren#bg4 ,etwas rettete ihn immer wieder3 seine unbedingte ,aufrichtigkeit4 ,weit du1 warum ich dich lieber habe als all die andern80 sagt ,nekludow zu seinem ,freund4 ,du hast eine erstaunliche und seltene ,eigenschaft3 die ,offenheit40 ,ja1 ich sage immer ,dinge1 die mir selbst einzugestehen ich mich schme40#bh ,wegen seiner schlimmsten ,verirrungen verurteilt er sich mit schonungslosem ,scharfblick4 ,ich lebe geradezu tierisch10 schreibt er in sein ,tagebuch1 ich bin vllig niedergedrckt40 ,illustration3 ,sergej ,nicolai ,dmitri ,leo ,tolstoi mit seinen ,brdern nach der ,rckkehr aus dem ,kaukasus1 vor der ,abfahrt zur ,don-,armee im ,jahre #ahed ,und bei seiner ,sucht zu analysieren zeichnet er die ,ursachen seiner ,irrungen bis aufs kleinste auf3 #a4 ,unentschlossenheit oder ,mangel an ,tatkraft4 #b4 ,selbstbetrug4 #c4 ,unbesonnenheit4 #d4 ,falsche ,scham4 #e4 ,schlechte ,laune4 #f4 ,unordnung4 #g4 ,nachahmungssucht4 #h4 ,wankelmut4 #i4 ,unberlegtheit4 ,mit demselben ,freimut des ,urteils bekrittelt er noch als ,student die gesellschaftlichen ,sitten und die ,verbohrtheiten der ,intellektuellen4 ,er macht sich ber die ,universittswissenschaft lustig1 weist ganz ernsthaft die historischen ,studien zurck und lt sich fr die ,khnheit seiner ,anschauungen einsperren4 -- ,in dieser ,zeit entdeckt er ,rousseau3 die ,bekenntnisse01 den ,emil04 ,das trifft ihn wie ein ,donnerschlag4 ,ich trieb ,kultus mit ihm4 ,ich trug sein ,konterfei im ,medaillon um den ,hals wie ein ,heiligenbild40#bi ,seine ersten philosophischen ,versuche sind ,erluterungen zu ,rousseau 7#ahdf-ahdg74 ,aber er wird der ,universitt und der erstklassigen ,menschen0 so berdrssig1 da er nach ,jasnaja ,poljana zurckkehrt und sich in seine ,felder vergrbt 7#ahdg bis #ahea72 er nimmt wieder ,fhlung mit dem ,volk und will ihm helfen1 will sein ,wohltter und ,erzieher sein4 ,seine ,erfahrungen aus jener ,zeit verwertet er in einem seiner ersten ,werke1 dem ,morgen des ,gutsherrn0 7#aheb71 einer bemerkenswerten ,novelle1 deren ,held ,frst ,nekludow ist#cj1 ein ,deckname1 hinter dem sich ,tolstoi mit ,vorliebe verbirgt4 ,nekludow ist #bj ,jahre alt4 ,er hat das ,universittsstudium aufgegeben1 um sich seinen ,bauern zu widmen4 ,ein ,jahr lang arbeitet er daran1 ihnen ,gutes zu tun1 und wir sehen ihn1 wie er sich1 bei einem ,besuch im ,dorf1 von der sorglosen ,gleichgltigkeit1 dem eingewurzelten ,mitrauen1 der ,gerissenheit1 dem ,leichtsinn1 dem ,laster und der ,undankbarkeit abgestoen fhlt4 ,alle seine ,bemhungen sind vergeblich4 ,er kehrt entmutigt zurck und sinnt ber seine ,trume nach1 die er noch vor einem ,jahre hegte1 ber seine edelmtige ,begeisterung1 seine damalige berzeugung1 da die ,liebe und das ,gutsein ,glck und ,wahrheit bedeuteten1 das einzig mgliche ,glck und die einzig mgliche ,wahrheit auf dieser ,welt04 ,er kommt sich besiegt vor1 ist voll ,scham und berdru4 ,als er am ,klavier sa1 berhrten seine ,finger unbewut die ,tasten4 ,ein ,akkord stieg auf1 dann ein zweiter1 ein dritter444 ,er begann zu spielen4 ,die ,akkorde waren ziemlich ungleich2 oft waren sie gewhnlich bis zur ,banalitt und verrieten keinerlei musikalische ,begabung4 ,aber er fand dabei ein unerklrbares1 trauriges ,vergngen4 ,bei jedem ,harmoniewechsel erwartete er mit ,herzklopfen den nchsten ,akkord1 und was diesem fehlte1 ergnzte er ungefhr mit seiner ,phantasie4 ,er hrte den ,chor1 das ,orchester444 ,und das grte ,vergngen bereitete ihm seine lebhafte ,phantasie1 die ihm ohne ,schranken1 aber mit bewundernswerter ,klarheit die mannigfaltigsten ,bilder und ,begebenheiten aus ,vergangenheit und ,zukunft vorspiegelte4440 ,er sieht die liederlichen1 mitrauischen1 lgenhaften1 faulen und dickfelligen ,muschiks wieder1 mit denen er gerade erst kurz vorher sprach4 ,aber diesmal sieht er sie mit all ihren guten ,eigenschaften1 nicht mehr mit ihren ,lastern2 er fhlt sich mit ,liebe in ihre ,herzen ein2 er entdeckt in ihnen ,geduld und ,ergebung in das sie erdrckende ,schicksal1 ,vershnlichkeit gegen erlittenen ,schimpf1 ,liebe zu ihren ,anverwandten1 und er sieht ein1 warum sie aus ,gewohnheit und ,frmmigkeit am ,vergangenen hangen4 ,er sieht ihre ,tage1 die nutzbringender1 gesunder und ermdender ,arbeit gewidmet sind1 mit anderen ,augen an444 ,wie schn10 murmelt er444 ,warum bin ich nicht einer der ihren80#ca ,der ganze ,tolstoi steckt schon in dem ,helden dieser ersten ,novelle#cb1 der seine klare ,erkenntnis mit seinen nie schwindenden ,illusionen vereint4 ,er beobachtet die ,menschen mit unbeirrbarem ,wirklichkeitssinn2 schliet er jedoch nur die ,augen1 so schlagen ihn seine ,trume und seine ,liebe zu den ,menschen wieder in ,bann4 ,aber der ,tolstoi von #ahej ist weniger geduldig als ,nekludow4 ,jasnaja hat ihn enttuscht2 er ist des ,volkes so mde wie der ,vornehmen2 seine ,rolle bedrckt ihn3 es liegt ihm nichts mehr an ihr4 ,auerdem drngen ihn seine ,glubiger4 #ahea flieht er in den ,kaukasus zur ,armee1 bei der sein ,bruder ,nikolaus ,offizier ist4 ,kaum ist er dort1 so findet er in der heiteren ,gebirgslandschaft seine ,fassung und seinen ,gott wieder3 ,vergangene ,nacht#cc habe ich wenig geschlafen444 ,ich habe zu ,gott gebetet4 ,es ist mir unmglich1 die ,sigkeit des ,gefhls zu beschreiben1 die ich beim ,beten empfand4 ,ich habe die blichen ,gebete gesprochen und dann noch lange weiter gebetet4 ,ich wnschte etwas sehr ,gewaltiges1 etwas sehr ,schnes444 ,was8 ,das kann ich nicht sagen4 ,ich wollte aufgehen in dem ,ewigen1 ich bat ihn1 mir meine ,fehler zu verzeihen444 ,aber nein1 ich bat nicht1 ich fhlte1 da er mir schon vergab1 da er mich diesen glckseligen ,augenblick erleben lie4 ,ich betete1 und gleichzeitig fhlte ich1 da ich nichts zu sagen hatte1 da ich nicht beten konnte1 da ich nicht zu beten wagte444 ,ich habe ihm nicht in ,worten gedankt1 ich dankte ihm im ,fhlen444 ,kaum eine ,stunde war vorber1 da hrte ich schon wieder die ,stimme des ,lasters4 ,ich war eingeschlafen und trumte vom ,ruhm und von ,frauen3 das war also strker als ich4 -- ,was liegt daran6 ,ich danke ,gott fr diesen ,augenblick der ,glckseligkeit1 und da er mir meine ,kleinheit und meine ,gre gezeigt hat4 ,ich will beten1 aber ich kann nicht2 ich will begreifen1 aber ich wage es nicht4 ,ich beuge mich ,deinem ,willen60#cd ,das ,fleisch war nicht besiegt 7das wurde es nie72 der ,kampf zwischen den ,leidenschaften und ,gott vollzog sich im geheimsten ,herzen4 ,tolstoi vermerkt in seinem ,tagebuch die drei ,teufel1 die ihn martern3 #a4 ,spielwut3 ein aussichtsreicher ,kampf4 #b4 ,sinnlichkeit3 ein sehr schwieriger ,kampf4 #c4 ,eitelkeit3 der schrecklichste von allen4 ,im selben ,augenblick1 in dem er davon trumte1 fr die andern zu leben und sich zu opfern1 bermannten ihn wollstige oder leichtfertige ,vorstellungen3 das ,bild irgendeiner ,kosakenfrau oder die ,verzweiflung1 die ihn ergriffe1 wenn die linke ,schnurrbartspitze mehr in die ,hhe stnde als die rechte0#ce4 -- ,was liegt daran60 ,gott war da und verlie ihn nicht mehr4 ,die ,hitze des ,kampfes selbst wirkte befruchtend1 alle ,krfte des ,lebens wurden dadurch gesteigert4 ,ich denke1 da die leichtfertige berlegung1 die mich zur ,reise in den ,kaukasus veranlate1 mir von oben eingegeben wurde4 ,die ,hand ,gottes hat mich geleitet4 ,ich werde ihm stets dankbar dafr sein4 ,ich fhle1 da ich hier besser geworden bin1 und bin fest berzeugt1 da alles1 was mir auch zustoen mag1 nur zu meinem ,besten ausschlagen wird1 da ja ,gott selbst es gewollt hat4440#cf ,das ist die ,dankeshymne der ,erde im ,frhling4 ,sie bedeckt sich mit ,blumen4 ,alles ist gut1 alles ist schn4 ,im ,jahre #aheb treibt der ,genius ,tolstois seine ersten ,blten3 ,die ,kindheit01 ,der ,morgen des ,gutsherrn01 ,der berfall01 ,knabenjahre02 und er dankt dem ,lebensgeist1 der ihn befruchtet hat#cg4 ,die ,geschichte meiner ,kindheit0 wurde im ,herbst #ahea in ,tiflis begonnen und am #b4 ,juli #aheb in ,pjatigorsk im ,kaukasus beendet4 ,es ist seltsam1 da ,tolstoi im ,rahmen dieser ,natur1 die ihn berauschte1 inmitten dieses neuen ,lebens und der aufregenden ,kriegsgefahren1 whrend er eine ,welt von ihm bis dahin unbekannten ,charakteren und ,leidenschaften entdeckte1 in jenem ersten ,werk auf die ,erinnerungen an sein verflossenes ,leben zurckgreift4 ,aber als er die ,kindheit0 schrieb1 war er krank1 seine militrische ,ttigkeit war jh unterbrochen worden2 und whrend der langen ,genesungszeit befand er sich1 da er allein war und ,schmerzen litt1 in rhrseliger ,stimmung1 in der sich die ,vergangenheit vor seinen ,augen abrollte#ch4 ,nach der erschpfenden ,anspannung der freudlosen letzten ,jahre war es ihm angenehm1 die wunderbare1 unschuldsvolle1 poetische und frhliche ,zeit0 des ,kindesalters wieder zu erleben und wieder ein gutes1 weiches und liebefhiges ,kinderherz zu bekommen04 ,bei dem ,ungestm seiner ,jugend1 der ,flle von ,plnen1 seiner dichterischen ,erfindungsgabe1 die zu epischer ,breite neigte und sich daher selten mit einem einzelnen ,vorwurf befate1 fr die die groen ,romane vielmehr nur ,glieder einer langen historischen ,kette waren -- ,bruchstcke eines unermelichen ,ganzen1 das nie zu ,ende gefhrt werden konnte#ci --1 sah ,tolstoi im brigen zu diesem ,zeitpunkt in den ,geschichten aus der ,kindheit0 nur die ersten ,kapitel einer ,geschichte von vier ,epochen01 die auch sein ,leben im ,kaukasus einbeziehen und zweifellos mit der ,offenbarung ,gottes durch die ,natur ihren ,abschlu finden sollte4 ,tolstoi ist spter mit seinen ,geschichten aus der ,kindheit01 denen er einen groen ,teil seiner ,volkstmlichkeit verdankt1 sehr streng ins ,gericht gegangen4 ,sie sind so schlecht10 sagte er zu ,birukow1 sie sind mit so geringer literarischer ,ehrlichkeit geschrieben6444 ,es ist nichts aus ihnen herauszuholen40 ,er stand allein mit dieser ,ansicht4 ,das ,werk1 das er als anonymes ,manuskript an die groe russische ,zeitschrift ,sowremennik0 7,der ,zeitgenosse7 geschickt hatte1 wurde sofort verffentlicht 7am #f4 ,september #aheb7 und hatte einen ,riesenerfolg1 der von allen europischen ,lesern besttigt wurde4 ,indessen versteht man1 da es trotz seines dichterischen ,reizes1 seines vornehmen ,stiles und seines ,zartgefhls dem spteren ,tolstoi mifallen hat4 ,es hat ihm aus denselben ,grnden mifallen1 aus denen es den anderen gefiel4 ,man mu zugeben3 abgesehen von der ,erwhnung gewisser lokaler ,typen und einigen wenigen ,seiten1 die durch das religise ,empfinden oder durch die ,echtheit des ,gefhls#dj auffallen1 ist noch herzlich wenig von der ,persnlichkeit ,tolstois darin zu spren4 ,eine sanfte1 weiche ,empfindsamkeit1 die ihm spter immer unsympathisch war1 und die er aus seinen anderen ,romanen verbannte1 herrscht vor4 ,wir kennen sie1 diese ,mischung von ,humor und ,rhrseligkeit2 sie stammt von ,dickens her4 ,bei der ,aufzhlung seiner ,lieblingsbcher zwischen seinem vierzehnten und einundzwanzigsten ,lebensjahre trgt ,tolstoi in sein ,tagebuch ein3 ,dickens3 ,david ,copperfield4 ,bedeutender ,einflu40 ,im ,kaukasus liest er das ,buch noch einmal4 ,zwei weitere ,einflsse verzeichnet er selbst3 ,sterne und ,toepffer4 ,ich stand damals unter ihrer ,wirkung01 uerte er#da4 ,wer sollte glauben1 da die ,genfer ,novellen0 fr den ,dichter von ,krieg und ,frieden0 das erste ,vorbild waren8 ,und doch braucht man es nur zu wissen1 dann findet man schon in den ,geschichten aus der ,kindheit0 ihre gutmtige und spottlustige ,biederkeit wieder1 die hier nur in eine vornehmere ,natur verpflanzt ist4 ,so war ,tolstoi schon durch seine ersten ,werke eine bekannte ,persnlichkeit geworden4 ,aber seine ,eigenart mute sich noch befestigen4 ,das dauerte nicht lange4 ,die ,knabenjahre0 7#ahec71 die weniger rein und weniger abgerundet sind als die ,kindheit1 deuten auf selbstndigere psychologische ,beobachtung1 auf ein sehr lebendiges ,naturgefhl und ein so zerqultes ,herz hin1 wie sie ,dickens und ,toepffer wohl kaum hatten4 ,in dem ,morgen des ,gutsherrn0 7,oktober #aheb7db erscheint der ,charakter ,tolstois fertig entwickelt mit seiner unerschrockenen ,beobachtungstreue und seinem ,glauben an die ,liebe4 ,unter den bemerkenswerten ,bauernportrts1 die er in dieser ,novelle zeichnet1 findet sich schon die ,skizze zu einer seiner schnsten ,figuren aus seinen ,volkserzhlungen01 dem ,alten mit dem ,bienenstock#dc1 dem kleinen ,alten unter der ,birke1 wie er die ,hnde ausbreitet und die ,augen in die ,hhe richtet2 rings um ihn ein ,schwarm golden schimmernder ,bienen1 die ihn umschwirren1 ohne ihn zu stechen1 und einen ,kranz um seinen in der ,sonne leuchtenden kahlen ,schdel bilden444 ,aber die typischen ,werke jener ,zeit sind die1 die seine augenblicklichen ,gefhle unmittelbar wiedergeben3 die ,geschichten aus dem ,kaukasus4 ,die erste1 ,der berfall0 7am #bd4 ,dezember #aheb beendet71 erweckt durch die ,pracht der ,landschaftsbilder ,bewunderung3 ein ,sonnenaufgang in den ,bergen am ,ufer eines ,flusses2 ein merkwrdiges ,gemlde1 das die ,schatten und die ,gerusche der ,nacht mit packender ,eindringlichkeit wiedergibt2 die ,heimkehr am ,abend1 da in der ,ferne die schneebedeckten ,gipfel im blauen ,nebel verschwinden1 die schnen ,stimmen der singenden ,soldaten aufsteigen und in der dnnen ,luft verwehen4 ,mehrere ,gestalten aus ,krieg und ,frieden0 erproben hier schon ihre ,lebensfhigkeit3 der ,hauptmann ,klopow1 der wahre ,held1 der sich nicht zum ,vergngen schlgt1 sondern weil es seine ,pflicht ist1 eines jener einfachen1 ruhigen russischen ,gesichter1 denen man froh und gerne gerade in die ,augen schaut40 ,schwerfllig1 linkisch1 ein bichen lcherlich1 unempfindlich gegen seine ,umgebung1 ist er der einzige1 der sich in der ,schlacht gleich bleibt1 whrend alle andern sich ndern2 er ist genau so wie immer3 dieselben ruhigen ,bewegungen1 dieselbe gleichmige ,stimme1 derselbe einfache ,ausdruck in seinem naiven1 derben ,gesicht40 ,neben ihm der ,leutnant1 der die ,rolle eines ,lermontowschen ,helden spielt1 und der1 obwohl er in ,wirklichkeit der gutmtigste ,kerl ist1 tut1 als ob die wildesten ,gefhle ihn beherrschen4 ,und dann der arme1 kleine ,unterleutnant1 ganz begeistert in der ,aussicht auf sein erstes ,gefecht1 berstrmend von ,zrtlichkeit1 bereit1 jedem um den ,hals zu fallen1 bewundernswert und lcherlich zugleich1 der sich wie ,petja ,rostow stumpfsinnig tten lt4 ,in der ,mitte des ,bildes die ,gestalt ,tolstois1 der beobachtet1 ohne sich in die ,gedanken seiner ,gefhrten einzumischen und schon hier seinen ,protestschrei gegen den ,krieg erklingen lt3 ,knnen die ,menschen denn in dieser so schnen ,welt1 unter dem unermelichen ,sternenhimmel nicht zufrieden leben8 ,wie knnen sie hier ihre ,zerstrungswut1 ihre ,gefhle der ,bosheit und der ,rache gegen ihren ,nchsten bewahren8 ,in der ,berhrung mit der ,natur1 wo das ,schne und ,gute am unmittelbarsten zum ,ausdruck kommt1 sollte alles ,schlechte aus dem ,menschenherzen verschwinden40#dd ,andere aus jener ,zeit stammende ,geschichten aus dem ,kaukasus sind erst spter zu ,papier gebracht worden3 #ahed-ahee ,der ,holzschlag01 von peinlichster ,naturtreue1 ein wenig kalt1 aber voll merkwrdiger ,aufschlsse ber die ,seele des russischen ,soldaten1 -- ,aufzeichnungen fr die ,zukunft2 -- #ahef ,begegnung im ,felde0 mit einem ,moskauer ,bekannten1 einem verkommenen ,lebemann und degradierten ,unteroffizier1 einem feigen versoffenen ,lgner1 der es nicht vermag1 sich an den ,gedanken zu gewhnen1 da er ebensogut gettet werden knne wie einer seiner ,soldaten1 die er verachtet und deren geringster hundertmal mehr wert ist als er4 ber all diese ,werke erhebt sich als hchster ,gipfel dieser ersten ,gebirgskette einer der schnsten lyrischen ,romane1 die ,tolstoi geschrieben hat1 der ,sang seiner ,jugend1 das ,gedicht vom ,kaukasus3 ,die ,kosaken0#de4 ,die ,pracht der schneebedeckten ,berge1 deren edle ,linien sich von dem strahlenden ,himmel abheben1 erfllt das ganze ,buch mit ihrer ,musik4 ,und das ,werk ist einzigartig durch das hchste1 was dem ,genie gegeben ist1 den allmchtigen ,gott der ,jugend01 wie ,tolstoi sagt1 jenen ,schwung1 der nie wiederkehrt04 ,ein ,bergstrom im ,frhling6 ,eine ,flle von ,liebe6 ,ich liebe1 ich liebe so innig6444 ,ihr ,tapfern6 ,ihr ,guten6444' wiederholte er und wollte weinen4 ,warum8 ,wer war tapfer8 ,wen liebte er8 ,er wute es nicht recht40#df ,dieser ,rausch des ,herzens hlt unvermindert an4 ,der ,held1 ,olenin1 ist wie ,tolstoi in den ,kaukasus gekommen1 um dort aus dem ,abenteurerleben frische ,krfte zu schpfen2 er verliebt sich in eine junge ,kosakin und verliert sich in dem ,chaos seiner widerspruchsvollen ,hoffnungen4 ,bald glaubt er1 da fr andere leben1 sich aufopfern1 ,glck bedeutet01 bald1 da sich opfern nur ,dummheit ist02 dann mchte er fast mit dem alten ,kosaken ,eroschka glauben3 ,alles hat seine ,berechtigung4 ,gott hat alles zur ,freude des ,menschen erschaffen4 ,nichts ist ,snde4 ,sich mit einem hbschen ,mdel belustigen1 ist keine ,snde1 ist ewige ,seligkeit40 ,aber was braucht er denn nachzudenken8 ,es gengt zu leben4 ,das ,leben ist hchster ,besitz1 hchstes ,glck1 das allmchtige ,leben1 das allumfassende ,leben3 das ,leben ist ,gott4 ,ein glhendes ,naturgefhl stellt sich ein und erfllt ihm das ,herz4 ,allein im ,wald1 von wildwachsenden ,pflanzen1 einer ,menge von ,wild1 ,vgeln und ,mckenschwrmen umgeben1 in dem schattigen ,grn1 der duftgeschwngerten1 heien ,luft1 zwischen kleinen1 trben ,rinnsalen1 die allenthalben unter dem ,laub dahinpltschern10 wenige ,schritte von den ,fallstricken des ,feindes entfernt wird ,olenin pltzlich von einem solchen grundlosen ,glcksgefhl erfat1 da er1 wie er es als ,kind gewhnt war1 das ,kreuz schlgt und irgend jemand danken mchte40 ,wie ein indischer ,fakir findet er ,genu darin1 sich zu sagen1 da er allein und verlassen in diesem ,strudel des ,lebens ist1 das ihn aufsaugt1 da ,myriaden unsichtbarer ,wesen1 die berall versteckt sind1 in diesem ,augenblick seinen ,tod belauern1 da jene ,tausende von ihn umschwirrenden ,insekten einander zurufen3 ,hierher1 hierher1 ,kameraden6 ,hier gilt es einen zu stechen6' ,und es war ihm klar1 da er hier kein russischer ,herr aus der ,moskauer ,gesellschaft1 der ,freund und ,verwandte von dem und jenem war1 sondern einfach ein ,wesen wie die ,mcke1 der ,fasan1 der ,hirsch1 wie alle ,lebewesen1 die ihn jetzt umschlichen4 ,wie sie werde ich leben und sterben4 ,und ,gras wird darber wachsen444'0 ,und sein ,herz ist voll ,freude4 ,tolstoi lebt zu jener ,zeit in einem ,rausch von ,kraft und ,liebe zum ,leben4 ,er umfat die ,natur und geht in ihr auf4 ,ihr vertraut er seine ,schmerzen1 seine ,freuden und seine ,liebesgefhle#dg an4 ,aber dieser romantische ,rausch mindert niemals die ,klarheit seines ,blickes4 ,nirgends mehr sind die ,landschaften mit einem solchen ,knnen und die ,gestalten wahrheitsgetreuer gezeichnet als in dieser glhenden ,dichtung4 ,der ,widerspruch zwischen ,natur und ,gesellschaft1 der den ,kern des ,buches ausmacht und der whrend ,tolstois ganzen ,lebens einer seiner ,lieblingsgedanken sein sollte1 ein ,artikel seines ,glaubensbekenntnisses1 lt ihn schon hier1 um das ,komdienhafte der ,welt zu geieln1 einige der herben ,tne der ,kreuzersonate0 anschlagen#dh4 ,aber er ist nicht weniger schonungslos gegen die1 die er liebt2 und die ,naturwesen1 die schne ,kosakin und ihre ,freunde1 sind mit ihrer ,selbstsucht1 ihrer ,habgier1 ihrer ,schurkerei und allen ihren ,lastern in grellstem ,licht gesehen4 ,eine auergewhnliche ,gelegenheit sollte sich ihm bieten1 diese heldenhafte ,wahrheitsliebe auf die ,probe zu stellen4 ,im ,november #ahec war der ,trkei der ,krieg erklrt worden4 ,tolstoi lie sich der rumnischen ,armee zuteilen1 ging dann zur ,krimarmee ber und traf am #g4 ,november #ahed in ,sewastopol ein4 ,er glhte vor ,begeisterung und ,vaterlandsliebe4 ,er tat wacker seine ,pflicht und war oft in ,gefahr1 besonders von ,april bis ,mai #ahee1 wo er einen ber den andern ,tag ,dienst bei der ,batterie der #d4 ,bastei hatte4 ,da er monatelang ein ,leben in bestndiger ,aufregung und ,angst ,aug in ,aug mit dem ,tode fhrte1 belebte sich sein religiser ,mystizismus wieder von neuem4 ,er fhrt ,gesprche mit ,gott4 ,im ,april #ahee verzeichnet er in seinem ,tagebuch ein ,gebet zu ,gott1 in dem er ihm fr seinen ,schutz in der ,gefahr dankt und ihn anfleht1 ihn weiter zu beschtzen1 um das ewige glorreiche ,ziel des ,seins1 das ich noch nicht kenne1 aber schon ahne1 zu erreichen04 ,dieses ,ziel seines ,lebens war keineswegs die ,kunst1 es war schon jetzt die ,religion4 ,am #e4 ,mrz #ahee schrieb er3 ,ich bin einer groen ,idee nhergekommen1 deren ,verwirklichung ich mein ganzes ,leben opfern knnte4 ,diese ,idee ist die ,grndung einer neuen ,religion1 der ,religion ,christi1 aber von ,glaubensstzen und ,wundern befreit444 ,in klarem ,bewutsein handeln1 um die ,menschen durch die ,religion zu einen40#di ,das sollte das ,programm seines ,alters sein4 ,illustration3 ,tolstoi vor der ,abreise nach dem ,kaukasus #ahea ,um sich indessen von den ihn umgebenden ,eindrcken abzulenken1 machte er sich wieder ans ,schreiben4 ,aber wie htte er die ntige geistige ,freiheit finden sollen1 um im ,schrapnellhagel den dritten ,teil seiner ,erinnerungen aus der ,jugend zu verfassen8 ,das ,buch ist verworren4 ,man kann sein ,durcheinander -- und an manchen ,stellen eine gewisse abstrakte analysierende ,trockenheit mit ,abteilungen und ,unterabteilungen in der ,manier ,stendhals#ej -- den ,bedingungen1 unter denen es entstand1 zuschreiben4 ,aber man mu die ruhige ,durchdringung der zahllosen wirren ,gedanken und ,trume bewundern1 die sich in dem jungen ,hirn zusammendrngen4 ,tolstoi ist in diesem ,werk von seltener ,aufrichtigkeit gegen sich selbst4 ,und von welcher poetischen ,frische ist er zuweilen1 z4 ,b4 in dem reizenden ,bild vom ,frhling in der ,stadt1 in der ,erzhlung von der ,beichte und dem eiligen ,gang ins ,kloster wegen der vergessenen ,snde4 ,ein leidenschaftlicher ,pantheismus gibt gewissen ,seiten des ,buches eine lyrische ,schnheit1 deren ,ton an die ,erzhlungen aus dem ,kaukasus0 erinnert4 ,so die ,beschreibung jener ,sommernacht3 ,der ruhige ,glanz des leuchtenden ,halbmonds4 ,der schillernde ,teich4 ,die alten ,birken1 deren langstrhnige ,zweige auf der einen ,seite im ,mondlicht silbern schimmerten und auf der andern ,seite ,busch und ,weg mit schwarzen ,schatten zudeckten4 ,hinter dem ,teich der ,ruf der ,wachtel4 ,das kaum hrbare ,gerusch zweier alter ,bume1 die sich aneinander scheuern4 ,das ,summen der ,mcken und das ,herabfallen eines ,apfels auf trockene ,bltter1 ,frsche1 die bis an die ,stufen der ,terrasse hpfen und deren grnliche ,rcken im ,mondstrahl schillern444 ,der ,mond steigt hher1 schwebt am klaren ,himmel und erfllt den ,raum2 der wunderbare ,glanz des ,teiches wird noch strahlender1 die ,schatten noch schwrzer1 das ,licht noch heller444 ,doch ich armseliger ,erdenwurm1 der ich schon von allen menschlichen ,leidenschaften beschmutzt1 aber erfllt von der ganzen unendlichen ,macht der ,liebe war1 ich hatte in diesem ,augenblick das ,gefhl1 als ob die ,natur1 der ,mond und ich eins seien40#ea ,aber die ,wirklichkeit der ,gegenwart sprach lauter als die ,trume der ,vergangenheit2 sie verschaffte sich gebieterisch ,gehr4 ,die ,jugend0 blieb unvollendet1 und der ,stabshauptmann ,graf ,leo ,tolstoi beobachtete in der ,panzerung seiner ,bastei1 im ,kanonendonner1 inmitten seiner ,kompagnie die ,lebenden und die ,sterbenden und zeichnete ihre ngste und seine eigenen in seinen unvergelichen ,erzhlungen ,sewastopol0 auf4 ,diese drei ,erzhlungen -- ,sewastopol im ,dezember #ahed1 ,sewastopol im ,mai #ahee und ,sewastopol im ,august #ahee -- werden gewhnlich in einen ,topf geworfen4 ,sie sind indessen sehr verschieden voneinander4 ,besonders die zweite ,erzhlung unterscheidet sich in der ,empfindung und im ,stil von den beiden anderen4 ,diese sind vom ,patriotismus beherrscht2 ber der zweiten schwebt unerbittliche ,wahrheit4 ,man erzhlt1 da die ,zarin nach der ,lektre der ersten ,geschichte#eb weinte1 und da der ,zar in seiner ,bewunderung befahl1 man solle diese ,seiten ins ,franzsische bersetzen und den ,verfasser an einen ungefhrlichen ,platz stellen4 ,man versteht das leicht4 ,alles verherrlicht hier das ,vaterland und den ,krieg4 ,tolstoi ist gerade erst hingekommen und noch voller ,begeisterung2 er schwimmt in ,heldentum4 ,er bemerkt an den ,verteidigern von ,sewastopol weder ,ehrgeiz noch ,eigenliebe noch sonst irgend ein niedriges ,gefhl4 ,fr ihn ist das ,ganze ein ,heldengedicht1 dessen ,heroen ,griechenlands wrdig0 sind4 ,andererseits legen diese ,aufzeichnungen keinerlei ,zeugnis ab von einem ,streben nach ,erfindung oder dem ,versuch einer objektiven ,darstellung2 der ,verfasser spaziert durch die ,stadt2 er sieht sehr klar1 erzhlt aber alles in unfreier ,form3 ,man sieht444 man tritt ein444 ,man bemerkt4440 ,es ist eine ,art besserer ,berichterstattung mit schnen ,natureindrcken4 ,ganz anders ist die zweite ,geschichte3 ,sewastopol im ,mai #ahee4 ,schon in den ersten ,zeilen liest man3 ,tausende menschlicher ,eitelkeiten sind hier aufeinander gestoen oder haben im ,tod ,ruhe gefunden4440 ,und dann3 444 ,und da es viele ,menschen gab1 gab es viele ,eitelkeiten 444 ,eitelkeit1 ,eitelkeit1 berall ,eitelkeit1 selbst an der ,pforte des ,grabes4 ,es ist die unserm ,jahrhundert eigentmliche ,krankheit444 ,warum sprechen ,homer und ,shakespeare von ,liebe1 ,ruhm und ,leid1 und warum ist die ,literatur unseres ,jahrhunderts nichts als die endlose ,geschichte der ,eitlen und der ,snobs80 ,die ,erzhlung1 die nicht mehr ein einfacher ,bericht des ,autors ist1 sondern die ,menschen und ihre ,leidenschaften unmittelbar auftreten lt1 zeigt1 was sich hinter dem ,heldentum verbirgt4 ,der klare unbeirrbare ,blick ,tolstois dringt bis in die ,tiefen der ,herzen seiner ,waffenbrder2 in ihnen liest er1 wie in sich selbst1 ,hochmut und ,furcht1 das ,narrenspiel der ,welt1 das noch drei ,schritt vorm ,tode weitergespielt wird4 ,besonders die ,furcht wird eingestanden1 ihrer ,schleier beraubt und ganz nackt gezeigt4 ,diese unaufhrlichen ,angstzustnde#ec1 dieser qulende ,gedanke an den ,tod werden ohne ,scham und ,mitleid mit frchterlicher ,offenheit aufgedeckt4 ,in ,sewastopol hat ,tolstoi alle ,sentimentalitt verlernt1 jenes unklare1 weibische1 weinerliche ,mitleid01 wie er mit ,geringschtzung sagt4 ,und niemals hat sein ,talent zu analysieren1 das man schon whrend seiner ,jnglingsjahre sich triebhaft entwickeln sah und das manchmal einen geradezu krankhaften#ed ,charakter annehmen sollte1 eine bis zur ,halluzination verschrfte ,intensitt erlangt1 wie in der ,erzhlung vom ,tode ,praskukins4 ,dort sind zwei volle ,seiten der ,beschreibung dessen gewidmet1 was sich in der ,seele des ,unglcklichen abspielt1 whrend der ,sekunde1 da die ,bombe eingeschlagen ist und zischt1 ehe sie explodiert1 -- und eine ,seite berichtet1 was sich in ihm abspielt1 nachdem sie explodiert ist und er auf der ,stelle durch einen ,treffer in die ,brust gettet worden ist04 ,wie ,zwischenaktsmusik mitten im ,drama ffnen sich in diese ,schlachtenbilder weite ,lichtungen1 ,sonnenstrahlen1 die ,symphonie des ,tages1 der ber dem wundervollen ,gelnde anbricht1 wo ,tausende von ,mnnern mit dem ,tode ringen4 ,und der ,christ ,tolstoi vergit den ,patriotismus seiner ersten ,erzhlung und flucht dem ruchlosen ,krieg3 ,und diese ,menschen1 ,christen1 die sich alle zu demselben groen ,gesetz der ,liebe und des ,opferns bekennen1 fallen beim ,anblick ihrer ,tat nicht reuig auf die ,knie vor dem1 der1 da er ihnen das ,leben gab1 in die ,seele eines jeden neben die ,furcht vor dem ,tode die ,liebe zum ,guten und ,schnen pflanzte6 ,sie umarmen einander nicht wie ,brder mit ,trnen der ,freude und des ,glckes60 ,im ,augenblick1 da ,tolstoi diese ,novelle beendet hat1 die herb im ,ton wie noch keines seiner ,werke ist1 fhlt er sich von ,zweifeln ergriffen4 ,hat er unrecht gehabt1 so zu reden8 ,ein peinigender ,zweifel ergriff mich4 ,vielleicht sollte man das gar nicht aussprechen4 ,vielleicht ist das1 was ich ausspreche1 eine jener schlimmen ,wahrheiten1 wie sie unbewut in eines jeden ,seele schlummern1 und die nicht zutage gefrdert werden drfen1 weil sie sonst ,schaden anrichten1 wie man die ,hefe nicht bewegen soll1 um den ,wein nicht zu verderben4 ,wo ist das ,schlechte1 das man vermeiden soll1 wo das ,schne1 das man nachahmen soll8 ,wer ist der ,bsewicht1 und wer ist der ,held8 ,alle sind gut1 und alle sind schlecht4440 ,aber er findet sich stolz wieder3 ,der ,held meiner ,novelle1 den ich mit der ganzen ,kraft meines ,herzens liebe1 den ich in seiner ganzen ,schnheit zu zeigen versuche1 der immer war1 ist und sein wird1 ist die ,wahrheit40 ,nachdem der ,direktor des ,sowremennik1 ,nekrasow1 diese ,seiten#ee gelesen hatte1 schrieb er an ,tolstoi3 ,gerade das braucht die russische ,gesellschaft von heute3 die ,wahrheit1 die ,wahrheit1 von der seit ,gogols ,tod so wenig in der russischen ,literatur briggeblieben ist444 ,jene ,wahrheit1 die ,sie in unsere ,kunst tragen1 ist fr uns etwas ganz ,neues4 ,ich frchte nur eines3 da die ,zeit und die ,niedertracht des ,lebens1 die ,taubheit und ,stummheit der uns ,umgebenden aus ,ihnen machen1 was sie aus den meisten von uns gemacht haben1 -- da sie in ,ihnen die ,energie tten04#ef ,nichts ,derartiges war zu befrchten4 ,die ,zeit1 die die ,energie der ,durchschnittsmenschen verbraucht1 hat die ,tolstois nur gehrtet4 ,aber im ,augenblick weckten die schweren ,prfungen des ,vaterlandes1 die ,einnahme von ,sewastopol1 mit einem ,gefhl schmerzvoller ,frmmigkeit aufs neue das ,bedauern ber seine allzu erbarmungslose ,offenheit4 ,in der dritten ,erzhlung1 -- ,sewastopol im ,august #ahee1 -- in der er eine ,szene zwischen spielenden und sich streitenden ,offizieren malt1 unterbricht er sich und sagt3 ,aber lat uns schnell einen ,schleier ber dieses ,bild breiten4 ,morgen1 vielleicht schon heute wird jeder dieser ,mnner freudig dem ,tod ins ,auge sehen4 ,in eines jeden ,seele glimmt der gttliche ,funke1 der einen ,helden aus ihm machen wird40 ,und wenn auch diese ,scheu nichts der ,gewalt seiner realistischen ,darstellung raubt1 so zeigt doch die ,wahl der ,personen gengend die ,neigungen des ,verfassers4 ,das ,heldenschicksal von ,malakoff und sein ,fall werden in zwei rhrenden und stolzen ,gestalten versinnbildlicht3 zwei ,brdern2 der eine1 der ltere1 ist der ,hauptmann ,kozeltzow1 der einige ,zge von ,tolstoi hat#eg2 der andere1 der ,fhnrich ,wolodja1 der schchterne ,schwrmer1 mit seinen fieberhaften ,selbstgesprchen1 seinen ,trumen1 den ,trnen1 die ihm um ein ,nichts in die ,augen treten1 ,trnen der ,liebe und ,trnen der ,demtigung1 mit seinen ngsten in den ersten ,stunden auf der ,bastei 7der arme ,kleine frchtet sich noch vor dem ,dunkel1 und wenn er im ,bett liegt1 versteckt er seinen ,kopf in dem ,soldatenmantel71 mit der ,beklemmung1 die ihm das ,gefhl der ,einsamkeit und die ,gleichgltigkeit der andern verursachen1 und schlielich1 da die ,stunde gekommen ist1 mit seiner ,frhlichkeit in der ,gefahr4 ,dieser ,jngling gehrt zur ,gruppe der poetischen ,gestalten aus den ,knabenjahren0 7,petja in ,krieg und ,frieden01 der ,unterleutnant in dem berfall071 die lachend und ,liebe im ,herzen ,krieg fhren und pltzlich ohne ,begreifen vom ,tode erfat werden4 ,die beiden ,brder fallen am gleichen ,tag1 -- am letzten ,tag der ,verteidigung4 -- ,und die ,novelle schliet mit folgenden ,zeilen1 in denen ein vaterlndischer ,zorn grollt3 ,das ,heer verlie die ,stadt4 ,und jeder ,soldat1 der nach dem aufgegebenen ,sewastopol blickte1 seufzte mit namenloser ,bitterkeit im ,herzen und ballte die ,faust gegen den ,feind40#eh ,nachdem ,tolstoi dieser ,hlle entronnen war1 wo er ein ,jahr lang mit den schlimmsten ,leidenschaften und ,eitelkeiten und aller menschlichen ,pein in ,berhrung gekommen war1 fand er sich im ,november #ahee in einem ,kreis von ,petersburger ,schriftstellern wieder1 fr die er ,ekel und ,verachtung versprte4 ,alles an ihnen kam ihm armselig und verlogen vor4 ,diese ,mnner1 die ihm aus der ,ferne in idealer ,gestalt erschienen waren1 -- ,turgenjew hatte er bewundert und ihm gerade erst den ,holzschlag0 gewidmet1 -- enttuschten ihn bitter1 als er sie aus nchster ,nhe sah4 ,ein ,bild aus dem ,jahr #ahef zeigt ihn mitten unter ihnen3 ,turgenjew1 ,gontscharow1 ,ostrowsky1 ,gregorowitsch1 ,drujinin4 ,durch sein asketisches und herbes ,aussehen1 sein knochiges ,gesicht mit den eingefallenen ,wangen und die energisch verschrnkten ,arme sticht er von der zwanglosen ,haltung der andern merklich ab4 ,in ,uniform hinter diesen ,literaten stehend1 scheint er01 wie ,suars geistreich schreibt1 diese ,leute eher zu berwachen als zu ihrer ,gesellschaft zu gehren3 man knnte glauben1 er sei gerade dabei1 sie ins ,gefngnis abzufhren0#ei4 ,indessen drngten sich alle um den jungen ,kameraden1 der1 von der zwiefachen ,glorie des ,schriftstellers und ,helden von ,sewastopol umgeben1 zu ihnen kam4 ,turgenjew1 der geweint und ,hurrah6' gerufen hatte01 als er die ,szenen aus ,sewastopol0 gelesen1 reichte ihm brderlich die ,hand4 ,aber die beiden ,mnner konnten einander nicht verstehen4 ,wenn auch beide die ,welt mit derselben ,klarheit des ,blickes sahen1 so mischten sie doch ihren ,bildern die ,farbe ihrer feindlichen ,seelen bei3 der eine beschwingt und voll von ,ironie1 verliebt und ohne ,illusionen1 ,anbeter der ,schnheit2 der andere heftig1 stolz1 von ,sittlichkeitsideen zerqult1 eines heimlichen ,gottes voll4 ,was ,tolstoi diesen ,literaten vor allem nicht verzieh1 war1 da sie sich fr eine auserwhlte ,kaste1 fr den ,gipfelpunkt der ,menschheit hielten4 ,der ,stolz des groen ,herrn und ,offiziers gegenber den brgerlich freidenkenden ,schreibergesellen hatte nicht geringen ,anteil an seiner ,abneigung#fj4 ,es war auch ein bezeichnender ,zug seiner ,natur -- er erkannte ihn selbst --1 sich instinktiv gegen alle allgemein anerkannten ,grundstze aufzulehnen0#fa4 ,ein ,mitrauen gegen die ,menschen1 eine geheime ,verachtung ihrer ,vernunft lieen ihn berall den ,selbstbetrug oder den ,betrug der andern1 die ,lge1 wittern4 ,er glaubte niemals an die ,aufrichtigkeit der ,leute4 ,jede sittliche ,begeisterung erschien ihm unecht1 und er hatte die ,gewohnheit1 den ,menschen1 der1 wie es ihm schien1 nicht die ,wahrheit sprach1 mit seinem auergewhnlich scharfen ,blick zu durchbohren444#fb ,wie hrte er zu6 ,wie betrachtete er den1 mit dem er sprach1 mit seinen tief in den ,hhlen liegenden grauen ,augen6 ,wie ironisch verzogen sich seine ,lippen6#fc ,turgenjew sagte1 da er nie etwas ,unangenehmeres versprt habe1 als diesen durchdringenden ,blick1 der im ,verein mit zwei oder drei ,worten einer giftigen ,bemerkung imstande war1 einen zum ,rasen zu bringen0#fd4 ,von ihrer ersten ,begegnung an spielten sich zwischen ,tolstoi und ,turgenjew heftige ,auftritte ab#fe4 ,wenn sie getrennt waren1 beruhigten sie sich und versuchten1 einander ,gerechtigkeit widerfahren zu lassen4 ,aber die ,zeit besttigte immer mehr ,tolstois ,widerwillen gegen seine literarische ,umgebung4 ,er verzieh diesen ,knstlern den ,widerspruch zwischen ihrer verderbten ,lebensfhrung und ihren sittlichen ,forderungen nicht4 ,ich kam zur berzeugung1 da beinahe alle unmoralische1 schlechte1 charakterlose ,menschen waren1 tief unter denen1 die ich whrend meines militrischen ,zigeunerlebens getroffen hatte4 ,und sie waren selbstsicher und zufrieden1 wie es eigentlich nur ganz lautere ,menschen sein knnen4 ,sie ekelten mich an40#ff ,er trennte sich von ihnen4 ,trotzdem blieb noch einige ,zeit etwas von der materiellen ,auffassung ihrer knstlerischen ,sendung an ihm haften#fg4 ,er fand dabei seine ,rechnung4 ,es war eine lohnende ,religion2 sie verschaffte ,weiber1 ,geld1 ,ruhm4440 ,von dieser ,religion war ich einer der ,hohepriester4 ,eine angenehme und sehr eintrgliche ,stellung4440 ,um sich ihr mehr zu widmen1 nahm er seinen ,abschied aus dem ,heer 7,november #ahef74 ,aber ein ,mensch seiner ,prgung konnte nicht lange die ,augen verschlieen4 ,er glaubte an den ,fortschritt1 er wollte an ihn glauben4 ,es schien ihm1 da dieses ,wort eine ,bedeutung habe40 ,auf einer ,reise ins ,ausland -- vom #bi4 ,januar bis #cj4 ,juli #aheg -- durch ,frankreich1 die ,schweiz und ,deutschland brach dieser ,glaube zusammen4 ,in ,paris zeigte ihm am #f4 ,april #aheg das ,schauspiel einer ,hinrichtung die ,nichtigkeit des ,aberglaubens an den ,fortschritt44404 ,als ich den ,kopf sich vom ,krper loslsen und in den ,korb fallen sah1 begriff ich mit allen ,fasern meines ,seins1 da keine ,theorie ber die ,vernunft der bestehenden ,ordnung eine solche ,handlung rechtfertigen konnte4 ,wenn selbst smtliche ,menschen des ,weltalls sich auf irgendeine ,theorie sttzten und etwas derartiges fr ntig hielten1 so wte ich doch1 da es unrecht ist3 denn nicht der ,menschen ,reden und ,tun entscheidet ber ,gut und ,bse1 sondern mein ,herz40#fh ,in ,luzern gibt ihm am #g4 ,juli #aheg der ,anblick eines kleinen fahrenden ,sngers1 dem die reichen englischen ,hotelgste des ,schweizerhofs ein ,almosen verweigern1 ,anla zu einer ,eintragung in sein ,tagebuch des ,frsten ,nekludow0#fi1 worin er seine ,verachtung zum ,ausdruck bringt fr alle die ,gedankengnge1 in denen sich diese angeblich ,freisinnigen gefallen1 fr diese ,leute1 die knstliche ,grenzen zwischen ,gut und ,bse ziehen4 ,fr sie ist ,kultur das ,gute1 ,unkultur das ,bse1 ,freiheit das ,gute1 ,sklaverei das ,bse4 ,und dieses vermeintliche ,wissen zerstrt die besten ursprnglichen ,triebe4 ,und wer kann mir definieren1 was ,freiheit1 was ,gewaltherrschaft1 was ,kultur und ,unkultur ist8 ,und wo bestehen nicht ,gut und ,bse nebeneinander8 ,es gibt nur einen unfehlbaren ,fhrer in unserm ,innern1 das ist die ,nchstenliebe40 ,nach ,ruland zurckgekehrt1 beschftigte er sich in ,jasnaja von neuem mit den ,bauern4 ,nicht als ob er sich noch ,illusionen ber das ,volk gemacht htte4 ,er schreibt3 ,die ,verteidiger des ,volkes und seines gesunden ,menschenverstandes haben gut reden1 die ,masse sei vielleicht die ,vereinigung wackerer ,leute2 aber dann vereinigen sie sich nur nach der tierischen1 verchtlichen ,seite1 die nur die ,schwche und ,grausamkeit der menschlichen ,natur ausdrckt40#gj ,deshalb wendet er sich auch nicht an die ,masse1 sondern an das persnliche ,gewissen eines jeden ,menschen1 eines jeden ,kindes aus dem ,volk4 ,denn da liegt die ,erleuchtung4 ,er grndet ,schulen1 ohne allzu viel vom ,lehren zu verstehen4 ,um es zu lernen1 macht er eine zweite ,reise nach ,europa1 vom #c4 ,juli #ahfj bis zum #bc4 ,april #ahfaga4 ,er studiert die verschiedenen pdagogischen ,methoden4 ,braucht man zu erwhnen1 da er sie alle verwirft8 ,ein zweimaliger ,aufenthalt in ,marseille zeigte ihm1 da die wahre ,belehrung des ,volkes sich auerhalb der ,schule1 die er lcherlich fand1 durch ,zeitungen1 ,museen1 ,bibliotheken1 die ,strae und das ,leben vollzog2 er nennt sie die natrliche ,schule04 ,er will die natrliche ,schule grnden1 im ,gegensatz zur ,zwangsschule1 die er fr unheilvoll und unbrauchbar hlt1 und er versucht es damit bei seiner ,rckkehr nach ,jasnaja ,poljana#gb4 ,sein ,grundsatz ist die ,freiheit4 ,er lt nicht zu1 da eine ,auslese1 die privilegierte1 liberale ,gesellschaft01 ihr ,wissen und ihre ,irrtmer dem ,volk1 das ihr fremd ist01 aufdrngt4 ,sie hat dazu kein ,recht4 ,diese ,zwangserziehungsmethode hat auf der ,universitt niemals ,mnner hervorbringen knnen1 wie sie die ,menschheit braucht1 sondern ,mnner1 wie sie die verderbliche ,gesellschaft braucht3 ,beamte1 ,lehrbeamte1 ,literaturbeamte oder ,menschen1 die man zwecklos aus ihrer alten ,umgebung herausgerissen hat1 denen man die ,jugend verdorben hat und die keinen ,platz im ,leben finden3 reizbare1 angekrnkelte ,fortschrittler0#gc4 ,es ist am ,volk1 zu sagen1 was es will6 ,wenn es nichts von der ,kunst des ,lesens und ,schreibens1 die ihm die ,intellektuellen aufdrngen wollen01 hlt1 so hat es seine ,grnde dafr3 es hat andere dringendere und gerechtfertigtere geistige ,bedrfnisse4 ,versucht sie zu verstehen und helft ihm sie zu befriedigen4 ,tolstoi versuchte diese ,freiheitstheorien eines eingeschworenen ,revolutionrs1 der er immer war1 in ,jasnaja1 wo er sich mehr zum ,schler als zum ,lehrer seiner ,zglinge machte1 in die ,praxis umzusetzen#gd4 ,gleichzeitig bemhte er sich1 den ,landwirtschaftsbetrieb mit humanerem ,geist zu erfllen4 ,als er #ahfa zum ,schiedsrichter im ,distrikt ,krapiwna ernannt wurde1 verteidigte er das ,volk gegen den ,mibrauch der ,amtsbefugnis durch den ,grundbesitzer und den ,staat4 ,aber man darf nicht glauben1 da diese soziale ,ttigkeit ihn ganz befriedigte und ausfllte4 ,er blieb weiter die ,beute widerstreitender ,leidenschaften4 ,obwohl er im ,grunde gegen sie war1 liebte er die groe ,welt noch immer und brauchte sie4 ,zu ,zeiten erfate ihn wieder die ,vergngungssucht2 oder vielleicht auch die ,freude am ,wagnis4 ,er setzte sich auf ,brenjagden der ,todesgefahr aus2 er verspielte ,riesensummen4 ,es kam sogar vor1 da er unter den ,einflu des verachteten ,petersburger literarischen ,kreises geriet4 ,nach solchen ,verirrungen verfiel er in einen ,zustand des ,ekels4 ,die ,werke jener ,zeit zeigen in belster ,weise die ,spuren dieser knstlerischen und moralischen ,unsicherheit4 ,zwei ,husaren0 7#ahef7 sind mit gewollter ,eleganz in einem gezierten und weltgewandten ,stil geschrieben1 der bei ,tolstoi geradezu unangenehm berhrt4 ,albert0 7#aheg in ,dijon verfat7 ist schwach und gesucht und entbehrt der ,tiefe und der ,bndigkeit1 die ,tolstoi sonst eigen sind4 ,die ,aufzeichnungen eines ,marqueurs01 die knapper1 aber etwas berhastet wirken1 scheinen den ,ekel widerzuspiegeln1 den ,tolstoi sich selbst einflt4 ,der ,frst ,nekludow1 sein ,doppelgnger1 ttet sich in einem verrufenen ,lokal3 ,er hatte alles3 ,reichtum1 ,namen1 ,geist1 kultivierte ,neigungen2 er hatte kein ,verbrechen begangen1 aber er hatte ,schlimmeres getan3 er hatte sein ,herz1 seine ,jugend gettet2 er hatte sich selbst verloren1 ohne irgendeine groe ,leidenschaft als ,entschuldigung zu haben1 nur aus ,mangel an ,willenskraft40 ,selbst die ,nhe des ,todes ndert ihn nicht444 ,die gleiche ,unentschlossenheit1 die gleiche ,oberflchlichkeit und merkwrdige ,unlogik des ,denkens4440 ,der ,tod444 ,in dieser ,zeit fngt er an1 ,tolstois ,seele zu verfolgen4 ,drei ,tode0 7#aheh-ahei7 bilden schon einen ,auftakt zu der dsteren ,schilderung von dem ,tod des ,iwan ,iljitsch01 der ,einsamkeit des ,sterbenden1 seinem ,ha gegen die ,lebenden1 seinem verzweifelten ,warum80 ,das ,triptychon der drei ,toten -- die reiche ,dame1 der alte schwindschtige ,postillon und die gefllte ,eiche -- hat ,gre2 die ,bilder sind gut gezeichnet1 die ,vergleiche ziemlich treffend1 obschon das ber ,gebhr berhmte ,werk von etwas zu lockerem ,gewebe ist und es dem ,tod der ,eiche an unbedingter ,gestaltungskraft fehlt1 die den ,wert der schnen ,landschaftsschilderungen ,tolstois ausmacht4 ,im ganzen wei man noch nicht1 was ihn hinreit1 ob die ,kunst um ihrer selbst willen oder die moralische ,absicht4 ,illustration3 ,tolstoi im ,jahre #ahed ,tolstoi wute es selbst nicht4 ,am #d4 ,februar #ahei hielt er in der ,moskauer ,gesellschaft der ,freunde russischer ,literatur0 seine ,antrittsrede1 worin er das ,prinzip des l'art pour l'art0#ge verteidigte2 und der ,prsident der ,gesellschaft1 ,komiakow1 bernahm1 nachdem er in ihm den ,vertreter der rein knstlerischen ,literatur begrt hatte1 gegen ihn die ,verteidigung der sozialen und moralischen ,kunst#gf4 ,ein ,jahr spter brachte ihn der ,tod seines geliebten ,bruders ,nikolaus1 der am #ai4 ,september #ahfj in ,hyres von der ,schwindsucht dahingerafft wurde#gg1 derart auer ,fassung1 da sein ,glaube an das ,gute vollstndig erschttert wurde und er sich von der ,kunst abwandte3 ,die ,kunst ist ,lge1 und ich kann nicht lnger die schne ,lge lieben40#gh ,aber schon nach kaum sechs ,monaten kam er auf diese schne ,lge zurck1 mit ,polikuschka0#gi1 dem von sittlichen ,absichten vielleicht freiesten seiner ,werke1 nimmt man den geheimen ,fluch aus1 der auf dem ,geld und seiner unheilvollen ,macht lastet2 es ist ein ,werk1 das nur um der ,kunst willen geschrieben ist1 ein ,meisterwerk brigens1 an dem nichts auszusetzen ist1 es sei denn sein bergroer ,reichtum an ,beobachtungen1 ein ,zuviel an ,stoff1 der zu einem groen ,roman ausgereicht htte1 und der allzu schroffe1 ein wenig grausame ,gegensatz zwischen dem grlichen ,ausgang und dem humorvollen ,anfang#hj4 ,in dieser ,zeit des bergangs1 wo das ,genie ,tolstois im ,finstern tappt1 an sich selbst irre wird und1 wie ,nekludow in den ,aufzeichnungen eines ,marqueurs01 ohne starke ,leidenschaft1 ohne zielsicheren ,willen schwchlich zu werden scheint1 entsteht das reinste ,werk1 das ,tolstoi jemals schuf3 ,eheglck0 7#ahei74 ,es ist das ,wunderwerk der ,liebe4 ,seit langen ,jahren war er mit der ,familie ,bers befreundet4 ,er war der ,reihe nach in die ,mutter und die drei ,tchter verliebt gewesen#ha4 ,schlielich verliebte er sich endgltig in die zweite4 ,aber er wagte nicht1 es zu gestehen4 ,sofie ,andrejewna ,bers war noch ein ,kind3 sie war siebzehn ,jahre alt2 und er ber dreiig4 ,er hielt sich fr einen alten ,mann1 der nicht das ,recht hatte1 sein verbrauchtes1 unreines ,leben an das eines unschuldigen jungen ,mdchens zu knpfen4 ,drei ,jahre lang strubte er sich#hb4 ,spter erzhlte er in ,anna ,karenina01 wie er ,sofie ,bers einen ,antrag machte1 und wie sie darauf antwortete --3 sie zeichneten alle beide die ,anfangsbuchstaben der ,worte1 die sie nicht zu sagen wagten1 mit dem ,finger auf den ,tisch4 ,wie ,lewin in ,anna ,karenina0 war er so grausam aufrichtig1 sein ,tagebuch seiner ,braut einzuhndigen1 damit sie ganz genau seine begangenen ,schndlichkeiten kennen lerne2 und wie ,kitty in ,anna ,karenina0 empfand ,sofie bitteren ,schmerz beim ,lesen4 ,am #bc4 ,september #ahfb war ihre ,hochzeit4 ,aber schon seit drei ,jahren war diese ,ehe im ,kopf des ,dichters geschlossen1 als er ,eheglck0 schrieb#hc4 ,seit drei ,jahren hatte er schon im voraus die unbeschreiblichen ,tage der stillen ,liebe durchlebt und die berauschenden ,tage der ,liebe1 die sich offenbart1 die ,stunde1 da die ersehnten gttlichen ,worte geflstert werden1 die ,trnen ber ein ,glck1 das fr immer schwindet und nie mehr wiederkehrt02 die jubelnde ,wirklichkeit der ersten ,ehezeit1 den ,egoismus der ,liebenden1 die unaufhrliche ,freude ohne eigentlichen ,grund02 dann die eintretende ,ermdung1 die leise ,unzufriedenheit1 die ,langeweile des einfrmigen ,lebens1 in der sich die beiden vereinigten ,herzen sanft lsen und voneinander entfernen1 das gefhrlich ,berauschende der groen ,welt fr die junge ,frau -- ,koketterie1 ,eifersucht1 tdliche ,miverstndnisse --1 die verdunkelte1 die verlorene ,liebe2 endlich den milden traurigen ,herbst des ,herzens1 wo das ,antlitz der ,liebe sich wieder zeigt1 bla und gealtert und durch seine ,trnen und seine ,runzeln noch ergreifender geworden1 die ,erinnerung an ,liebesbeweise1 das ,bedauern ber das ,bse1 das man sich zugefgt hat1 und ber die verlorenen ,jahre1 -- einen heiteren ,lebensabend1 die erhabene ,wandlung von der ,liebe zur ,freundschaft und vom ,roman der ,leidenschaft zur ,mtterlichkeit444 ,alles1 was kommen sollte1 alles hatte ,tolstoi im voraus getrumt und durchkostet4 ,und um es besser erleben zu knnen1 hatte er es in ihr1 der ,geliebten1 erlebt4 ,das erstemal -- vielleicht das einzige ,mal in ,tolstois ,werken -- spielt sich der ,roman im ,herzen einer ,frau ab und wird von dieser ,frau erzhlt4 ,mit welch erlesener ,zartheit6 ,eine schne ,seele hllt sich in einen schamhaften ,schleier444 ,diesmal hat ,tolstoi bei der ,analyse auf seine etwas grelle ,belichtung verzichtet und sucht nicht mit fieberhafter ,leidenschaft die ,wahrheit blozulegen4 ,die ,geheimnisse des ,innenlebens lassen sich eher erraten1 als da sie sich preisgeben4 ,das ,herz und die ,kunst ,tolstois sind milder geworden4 ,in seiner harmonischen bereinstimmung von ,form und ,inhalt erreicht das ,eheglck0 die ,vollkommenheit eines ,racineschen ,werkes4 ,die ,ehe1 deren ,glck und deren ,wirrungen ,tolstoi mit groer ,klarheit schon vorher empfunden hatte1 sollte ihm zum ,heil werden4 ,er war mde und krank1 seiner selbst und seiner ,arbeit berdrssig4 ,auf die glnzenden ,erfolge1 die seine ersten ,werke errungen hatten1 war vollstndiges ,verstummen der ,kritik#hd und ,gleichgltigkeit des ,publikums eingetreten4 ,stolz tat er1 als ob er sich darber freue4 ,mein ,ruf hat viel von jener ,volkstmlichkeit1 die mich traurig machte1 verloren4 ,jetzt bin ich ruhig1 da ich wei1 da ich etwas zu sagen habe und die ,fhigkeit besitze1 es sehr laut zu sagen4 ,das ,publikum mag denken1 was es will40#he ,aber er rhmte sich nur3 er war seiner ,kunst selbst nicht sicher4 ,ohne ,zweifel beherrschte er die ,feder vollkommen2 aber er wute nicht1 was damit anfangen4 ,wie er in ,polikuschka0 sagt3 es war das ,gerede ber den erstbesten ,stoff von einem ,manne1 der die ,feder zu fhren versteht0#hf4 ,seine sozialen ,arbeiten scheiterten4 ,im ,jahre #ahfb legte er sein ,amt als ,schiedsrichter nieder4 ,im selben ,jahre hielt die ,polizei in ,jasnaja ,poljana ,haussuchung1 drehte das oberste zu unterst und schlo die ,schule4 ,tolstoi war damals aus ,gesundheitsrcksichten verreist2 er frchtete die ,schwindsucht zu bekommen4 ,die ,streitigkeiten1 die ich zu schlichten hatte1 waren mir so unertrglich geworden1 die ,arbeit in der ,schule so unsicher1 meine ,besorgnisse1 die aus dem ,wunsch1 die andern zu unterrichten und dabei meine ,unkenntnis dessen1 was ich unterrichten sollte1 zu verbergen1 herrhrten1 waren mir derart widerwrtig1 da ich krank wurde4 ,vielleicht wre ich an den ,rand der ,verzweiflung geraten1 der ich fnfzehn ,jahre spter erlag1 wenn es nicht fr mich eine unbekannte ,seite des ,lebens gegeben htte1 die mir ,heil versprach3 das ,familienleben40#hg 99 99 99 99 99 ,er geno es zuerst mit der ,leidenschaft1 die er auf alles verwandte#hh4 ,der persnliche ,einflu der ,grfin ,tolstoi war wertvoll fr seine ,kunst4 ,literarisch sehr begabt#hi1 war sie1 wie sie sagt1 eine echte ,schriftstellersfrau01 so sehr lag ihr das ,werk ihres ,mannes am ,herzen4 ,sie arbeitete mit ihm1 schrieb nach seinem ,diktat1 bertrug seine ,konzepte immer wieder ins ,reine#ij4 ,sie trachtete1 ihn gegen seinen religisen ,dmon1 jenen frchterlichen ,geist1 der schon damals fr ,augenblicke seiner ,kunst gefhrlich wurde1 zu verteidigen4 ,sie lie es sich angelegen sein1 da seine ,tr sozialen ,utopien verschlossen blieb#ia4 ,sie befeuerte sein schpferisches ,genie4 ,sie tat mehr3 sie gab diesem ,genius den neuen ,reichtum ihrer ,frauenseele4 ,abgesehen von einigen hbschen ,schattenrissen in ,kindheit0 und ,knabenalter0 ist die ,frau aus den ersten ,werken ,tolstois fast vllig ausgeschaltet1 oder sie bleibt im ,hintergrund4 ,zum erstenmal tritt sie im ,eheglck0 auf1 das unter dem ,einflu der ,liebe zu ,sofie ,bers geschrieben ist4 ,in den folgenden ,werken sind ,mdchen- und ,frauengestalten reichlich vorhanden und von ,leben beseelt1 mehr noch selbst als die ,mnnergestalten4 ,man glaubt gern1 da die ,grfin ,tolstoi ihrem ,mann nicht nur zur ,natascha in ,krieg und ,frieden0#ib und zur ,kitty in ,anna ,karenina0 ,modell gestanden hat1 sondern da sie ihm auch durch die ,einblicke1 die sie ihm in ihr zartes ,seelenleben gewhrte1 eine wertvolle und feinfhlige ,mitarbeiterin sein konnte4 ,gewisse ,seiten in ,anna ,karenina0#ic scheinen mir ganz besonders die ,hand einer ,frau zu verraten4 ,dank den ,segnungen dieser ,vereinigung geno ,tolstoi zehn oder fnfzehn ,jahre lang einen ,frieden und eine ,sicherheit1 wie er sie seit langem nicht mehr gekannt hatte#id4 ,so konnte er unter den ,fittichen der ,liebe in ,mue die ,meisterwerke seines ,schaffens1 die gewaltigen ,denkmler1 die die ganze ,romandichtung des #ai4 ,jahrhunderts berragen1 ersinnen und ausfhren3 ,krieg und ,frieden0 7#ahfd-ahfi7 und ,anna ,karenina0 7#ahgc-ahgg74 ,krieg und ,frieden0 ist das groartigste ,heldengedicht unserer ,zeit1 eine moderne ,ilias4 ,eine ,welt von ,gestalten und ,schicksalen lebt darin4 ber diesem von zahllosen ,wogen gepeitschten ,meer menschlicher ,leidenschaften schwebt eine allbeherrschende ,seele1 die die ,strme nach ,gefallen entfacht und zgelt4 ,mehr als einmal habe ich1 wenn ich mich in dieses ,werk vertiefte1 an ,homer und ,goethe gedacht1 trotz der ungeheuren ,verschiedenheit1 sowohl des ,geistes als auch der ,zeit4 ,spter habe ich gesehen1 da ,tolstoi tatschlich in jener ,periode1 als er daran arbeitete1 in seinem ,denken von ,homer und ,goethe#ie zehrte4 ,ja1 er trgt sogar in seinen ,aufzeichnungen aus dem ,jahre #ahfe1 wo er die verschiedenen literarischen ,arten klassifiziert1 das ,werk #ahje01 unter welchem ,titel die beiden ersten ,teile von ,krieg und ,frieden0 #ahfe-ahff erschienen1 als zur selben ,familie gehrig wie die ,odyssee0 und ,ilias0 ein4 ,die ihm eigene ,beweglichkeit des ,geistes fhrte ihn vom ,roman der ,einzelschicksale zum ,roman der ,heere und ,vlker1 der groen menschlichen ,gemeinschaften1 in denen der ,wille von ,millionen ,lebewesen aufgeht4 ,seine tragischen ,erfahrungen bei der ,belagerung von ,sewastopol lehrten ihn die ,seele des russischen ,volkes und sein ,leben whrend der letzten hundert ,jahre verstehen4 ,das ungeheure ,gemlde ,krieg und ,frieden0 war ursprnglich nur als ,mittelfeld einer ,reihe von epischen ,fresken gedacht1 auf denen sich die ,geschichte ,rulands von ,peter dem ,groen bis zu den ,dekabristen abspielen sollte#if4 ,um das ,mchtige des ,werkes richtig zu empfinden1 mu man sich ber die ,einheit klar sein1 die darin verborgen liegt4 ,die meisten ,leser sehen in ihrer ,kurzsichtigkeit nur die tausend ,einzelheiten1 deren ,flle sie in hchste ,verwunderung versetzt und verwirrt4 ,sie finden sich in diesem ,walde nicht zurecht4 ,man mu sich darber hinaus erheben und den weiten ,horizont1 den ,kreis der ,wlder und ,felder mit dem ,blick umfassen1 dann wird man den homerischen ,geist des ,werkes gewahr1 die ,ruhe der ewigen ,gesetze1 den ,atem des ,schicksals in seinem gewaltigen ,rhythmus1 das ,gefhl fr das ,ganze1 dem alle ,einzelheiten verbunden sind1 und das ,genie des ,knstlers1 der sein ,werk1 wie der ,gott der ,genesis1 der ber den ,wassern schwebt1 beherrscht4 ,zuerst das regungslose ,meer4 ,der ,friede1 die russische ,gesellschaft am ,vorabend des ,krieges4 ,die ersten hundert ,seiten spiegeln mit einer erbarmungslosen ,treue und einer berlegenen ,ironie die ,hohlheit dieser ,kinder der ,welt4 ,erst ungefhr auf der hundertsten ,seite erhebt sich der ,schrei eines dieser lebenden ,toten -- des schlimmsten unter ihnen1 des ,frsten ,basil3 ,wir sndigen1 wir betrgen4 ,und wozu das alles8 ,ich habe die ,sechzig hinter mir1 mein ,freund444 ,alles endigt mit dem ,tod444 ,der ,tod1 welch ein ,grausen60 ,von diesen schalen1 lgnerischen ,miggngern1 die jeder ,verirrung und jedes ,verbrechens fhig sind1 heben sich gewisse gesundere ,naturen ab3 die ,aufrichtigen1 teils aus ,treuherzigkeit1 wie ,peter ,besukow1 teils dank ihrer vlligen ,unabhngigkeit oder aus russischem ,empfinden heraus1 wie ,maria ,dmitriewna1 teils aus jugendlicher ,frische1 wie die kleinen ,rostows2 -- dann die ,gtigen und ,gottergebenen1 wie die ,prinzessin ,marie2 -- und schlielich jene1 die nicht gut sondern stolz sind1 und die dieses ungesunde ,dasein qult1 wie der ,frst ,andrej4 ,dann aber setzt die erste ,wellenbewegung ein4 ,die ,handlung4 ,das russische ,heer in sterreich4 ,das ,verhngnis herrscht nirgends unumschrnkter als dort1 wo die ,urkrfte entfesselt sind3 im ,krieg4 ,die wirklichen ,fhrer sind die1 welche nicht zu lenken versuchen1 sondern die wie ,kutuzow oder ,bagration versuchen glauben zu machen1 da ihre persnlichen ,absichten in voller bereinstimmung mit dem sind1 was in ,wahrheit die einfache ,wirkung der ,macht der ,verhltnisse1 des ,willens der ,untergebenen und der ,laune des ,zufalls ist04 ,welch eine ,wohltat1 sich ganz der ,hand des ,schicksals zu berlassen6 ,welch ein ,glck liegt in dem normalen und gesunden ,zustand1 blo handeln zu brauchen4 ,die bedrngten ,gemter finden ihr ,gleichgewicht wieder4 ,frst ,andrej atmet auf1 beginnt zu leben444 ,und whrend dort unten1 weitab von dem belebenden ,hauch dieser gesegneten ,strme1 die beiden wertvollsten ,menschen1 ,peter und die ,prinzessin ,marie1 von der ,pest ihrer ,umgebung1 der ,liebeslge1 bedroht werden1 erlebt ,frst ,andrej bei ,austerlitz pltzlich mitten im ,taumel des ,gefechts1 der durch seine ,verwundung schroff unterbrochen wird1 die ,offenbarung der beglckenden ,unendlichkeit4 ,auf dem ,rcken ausgestreckt1 sieht er nichts mehr als sehr hoch ber sich einen grenzenlosen weiten ,himmel1 ber den leichte graue ,wlkchen sanft dahingleiten04 ,welche ,ruhe6 ,welcher ,friede60 sagte er sich1 das war nicht so1 als ich schreiend dahinrannte4 ,weshalb hatte ich diese uferlose ,weite nicht frher bemerkt8 ,wie glcklich bin ich1 da ich sie endlich entdeckt habe6 ,ja1 alles andere ist leer1 alles andere ist ,tuschung4 ,gott sei fr diese ,ruhe gepriesen64440 ,indessen nimmt ihn das ,leben wieder auf1 und die ,woge ebbt zurck4 ,die mutlosen1 unruhvollen ,seelen irren1 in der sittenverderbenden ,atmosphre der ,stadt aufs neue sich selbst berlassen1 ziellos durch die ,nacht4 ,manchmal vermischen sich mit dem vergiftenden ,hauch der ,welt die berauschenden und betrenden ,ausstrmungen der ,natur1 der ,frhling1 die ,liebe1 die blindwaltenden ,krfte1 die die reizende ,natascha dem ,frsten ,andrej nahebringen und die sie einen ,augenblick spter dem erstbesten ,verfhrer in die ,arme treiben4 ,so viel ,poesie1 ,zartheit und ,herzensreinheit wird hier durch die ,welt zerstrt6 ,und immer der weite ,himmel1 der sich hoch ber der schmhlichen ,gemeinheit der ,erde breitet04 ,aber die ,menschen sehen ihn nicht4 ,selbst ,andrej hat die ,erleuchtung von ,austerlitz vergessen4 ,fr ihn ist der ,himmel nur noch ein dsteres1 schweres ,gewlbe01 das das ,nichts berdeckt4 ,es ist ,zeit1 da der ,sturmwind des ,krieges aufs neue ber diese blutleeren ,seelen dahinbraust4 ,das ,vaterland wird vom ,feinde besetzt4 ,borodino4 ,ein ,tag von feierlicher ,gre4 ,alle ,feindseligkeit schwindet dahin4 ,dologow umarmt seinen ,freund ,peter4 ,andrej1 der verwundet ist1 weint aus ,liebe und ,mitgefhl ber das ,unglck ,anatol ,kuragins1 des ,menschen1 den er am meisten hate1 und der jetzt auf dem ,krankenwagen sein ,nachbar ist4 ,die ,herzen werden eins durch das dem ,vaterland dargebrachte ,opfer und die ,unterwerfung unter die gttlichen ,gesetze4 ,die schreckliche ,notwendigkeit des ,krieges ernst und gottergeben hinnehmen444 ,der ,krieg ist fr die ,freiheit des ,menschen die hrteste ,form der ,unterwerfung unter die gttlichen ,gesetze4 ,die ,herzenseinfalt besteht in der ,unterwerfung unter den ,willen ,gottes40 ,die russische ,volksseele und ihre ,unterwerfung unter das ,schicksal verkrpert sich in dem ,generalissimus ,kutuzow3 ,dieser ,alte1 der1 was ,leidenschaften angeht1 nur die ,erfahrung1 das ,ergebnis der ,leidenschaften1 kennt1 und bei dem die ,intelligenz1 die dazu bestimmt ist1 die ,tatsachen einzuordnen und ,schlsse aus ihnen zu ziehen1 durch eine philosophische ,betrachtungsweise der ,ereignisse ersetzt wird1 dieser ,alte ersinnt nichts und unternimmt nichts1 aber er hrt und behlt alles und wird es im geeigneten ,augenblick anwenden1 er wird nichts ,ntzliches verhindern und nichts ,schdliches erlauben4 ,er erspht auf den ,gesichtern seiner ,leute jene unbegreifliche ,macht1 die man den ,willen zu siegen1 den kommenden ,sieg nennt4 ,er lt etwas ,mchtigeres gelten als seinen ,willen3 den unaufhaltsamen ,lauf der ,tatsachen1 die sich vor seinen ,augen abrollen2 er sieht sie1 er verfolgt sie und versteht es1 von seiner ,person zu abstrahieren40 ,kurzum1 er hat das echt russische ,herz4 ,dieser still-heldenmtige ,fatalismus des russischen ,volkes verkrpert sich auch in dem armen1 einfachen1 frommen und ergebenen ,muschik ,plato ,karatajew1 der noch in ,leid und ,tod gtig lchelt4 ,durch die ,prfungen1 das ,elend des ,vaterlandes1 die ,schrecken des ,todeskampfes hindurch1 gelangen die beiden ,helden des ,buches1 ,peter und ,andrej1 zu moralischer ,befreiung und schwrmerischer ,freude durch die ,liebe und den ,glauben1 die sie den lebendigen ,gott erkennen lassen4 ,hiermit schliet ,tolstoi keineswegs4 ,der ,epilog1 der um #ahbj spielt1 bildet einen bergang von einer ,epoche zu einer anderen1 vom napoleonischen ,zeitalter zum ,zeitalter der ,dekabristen4 ,er gibt das ,gefhl der ununterbrochenen ,dauer und des ,immerneuerstehens alles ,lebens4 ,tolstoi beginnt weder1 noch schliet er seine ,erzhlung an einem entscheidenden ,zeitpunkt2 er schliet1 wie er begonnen hat1 in dem ,augenblick1 da eine groe ,welle verebbt und die folgende ,welle sich erst bildet4 ,schon gewahrt man die knftigen ,helden1 die ,konflikte1 die zwischen ihnen entstehen werden1 und die ,toten1 die in den ,lebenden auferstehen#ig4 ,ich habe versucht1 den groen ,linien des ,romans nachzugehen2 denn selten gibt man sich die ,mhe1 sie zu suchen4 ,aber was soll man von der ganz auergewhnlichen ,lebendigkeit dieser ,hunderte von ,helden sagen1 die alle individuell und in unvergelicher ,weise gezeichnet sind1 dieser ,soldaten1 ,bauern1 ,edelleute1 ,russen1 sterreicher und ,franzosen6 ,nichts verrt hier1 da sie erdichtet sind4 ,zu dieser ,reihe von ,bildnissen1 die ihresgleichen in der ganzen europischen ,literatur suchen1 hat ,tolstoi zahllose ,skizzen gemacht1 wie er sagt1 ,millionen von ,entwrfen miteinander verbunden01 ,bibliotheken durchstbert1 seine ,familienarchive#ih1 seine frheren ,notizen1 seine persnlichen ,erinnerungen benutzt4 ,diese bis ins kleinste gehende ,vorbereitung brgt fr die ,grndlichkeit der ,arbeit1 nimmt ihr dabei aber nichts von ihrer ,ursprnglichkeit4 ,tolstoi arbeitete begeistert1 mit einem ,eifer und einer ,freude1 die sich auch dem ,leser mitteilen4 ,was vor allem ,krieg und ,frieden0 den grten ,reiz verleiht1 ist seine ,jugendlichkeit des ,herzens4 ,kein anderes ,werk von ,tolstoi weist solchen ,reichtum an ,kinder- und ,jnglingsseelen auf2 und jede dieser ,seelen ist ,musik aus reinster ,quelle und von einer ,anmut1 die ergreift und rhrt1 wie eine ,mozartsche ,melodie3 der junge ,nikolaus ,rostow1 ,sonja1 der arme kleine ,petja4 ,die kstlichste aber ist ,natascha4 ,dieses liebe1 seltsame1 lachlustige kleine ,mdchen mit dem reichen ,herzen1 das man neben sich aufwachsen sieht1 und dem man durch das ,leben folgt mit der keuschen ,zrtlichkeit1 die man fr eine ,schwester empfnde1 -- wer glaubt nicht1 sie gekannt zu haben8444 ,welch wunderbare ,frhlingsnacht1 in der ,natascha an ihrem mondbeschienenen ,fenster tolle ,dinge trumt und redet1 gerade ber dem ,fenster des ,frsten ,andrej1 der ihr zuhrt444 ,die ,aufregungen des ersten ,balles1 die ,liebe1 die ,liebeserwartung1 das ,aufblhen wirrer ,wnsche und ,trume1 die nchtliche ,schlittenfahrt durch den beschneiten ,wald1 wo ,lichter gespensterhaft schimmern2 die ,natur1 die unklare ,sehnsucht erweckt2 ein ,abend in der ,oper1 die seltsame ,welt der ,kunst1 die den ,verstand umschleiert2 die ,tollheit des ,herzens und die ,tollheit des ,leibes1 der sich nach ,liebe sehnt2 ein ,schmerz1 der die ,seele lutert2 gttliches ,mitleid1 das beim sterbenden ,geliebten wacht444 ,man kann diese ,erinnerungen nicht heraufbeschwren1 ohne dieselbe ,rhrung zu empfinden1 als wenn man von der teuersten und geliebtesten ,freundin sprche4 ,ach1 wie lt einen eine solche ,schpfung die ,schwche der weiblichen ,gestalten in beinahe allen zeitgenssischen ,romanen und ,theaterstcken ermessen6 ,das ,leben selbst wird erfat1 und dabei so biegsam1 so flssig1 da man es von einer ,zeile zur anderen wogen und wechseln zu sehen vermeint4 -- ,die hliche ,prinzessin ,marie1 die durch ,gte schn wird1 ist eine nicht minder vollkommene ,schpfung2 aber wie wrde sie1 dieses schchterne und linkische ,mdchen errten1 wie werden die1 welche ihr gleichen1 errten1 wenn sie hier alle ,geheimnisse eines ,herzens enthllt sehen1 das sich ngstlich den ,blicken entzieht6 ,illustration3 ,tolstoi im ,jahre #aijf ,im allgemeinen bertreffen die ,frauencharaktere1 wie ich schon andeutete1 die ,mnnercharaktere bei weitem1 besonders die der beiden ,helden1 die ,tolstois eigene ,idee verkrpern3 die weiche und schwache ,natur ,peter ,besukows1 die lebhafte1 aber trockene des ,frsten ,andrej ,wolkonski4 ,dies sind ,seelen1 denen es an einem festen ,ruhepunkt mangelt2 sie schwanken fortwhrend1 anstatt sich zu entwickeln2 sie gehen von einem ,pol zum andern1 ohne je vom ,fleck zu kommen4 ,man wird mir zweifellos entgegnen1 da sie darin echt russisch sind4 ,ich kann jedoch dazu bemerken1 da ,russen dieselbe ,kritik gebt haben4 ,aus dem gleichen ,anla warf ,turgenjew der ,psychologie ,tolstois vor1 da sie nie weiterkomme4 ,keine wahrhafte ,entwicklung4 ,ewige ,unschlssigkeit1 ,gefhlsschwankungen40#ii ,tolstoi gab selbst zu1 da er die einzelnen ,charaktere hie und da ein wenig dem historischen ,gemlde geopfert habe#ajj4 ,und die ,gre von ,krieg und ,frieden0 beruht tatschlich in dem ,wiederaufleben eines ganzen ,zeitalters der ,geschichte1 jener ,vlkerwanderung1 des ,kampfes der ,nationen4 ,seine eigentlichen ,helden sind die ,vlker und1 hinter ihnen1 wie hinter den ,helden ,homers1 die ,gtter1 die sie leiten3 die unsichtbaren ,mchte1 jene unwgbaren ,gren1 die die ,massen fhren01 der ,hauch des ,unendlichen4 ,diese gigantischen ,kmpfe1 in denen ein verborgenes ,geschick die blinden ,vlker aufeinanderstt1 sind von sagenhafter ,gre4 ,auf dem ,weg ber die ,ilias denkt man an die indischen ,heldenlieder#aja4 99 99 99 99 99 ,anna ,karenina0 bezeichnet mit ,krieg und ,frieden0 den ,hhepunkt dieser ,zeit der ,reife4 ,es ist ein vollkommeneres ,werk1 ein ,werk1 das von einem ,geist erfllt ist1 der seiner knstlerischen ,berufung noch sicherer und auch reicher an ,erfahrung ist1 und fr den die ,welt des ,herzens keine ,geheimnisse mehr hat4 ,aber ihm fehlen jene jugendliche ,wrme1 jene urwchsige ,begeisterung1 -- die groen ,schwingen von ,krieg und ,frieden04 ,tolstoi hat schon nicht mehr dieselbe ,schaffensfreude4 ,die vorbergehende ,beschaulichkeit der ersten ,ehezeit ist dahin4 ,in den ,bannkreis der ,liebe und der ,kunst1 den die ,grfin ,tolstoi um ihn zu ziehen verstanden hatte1 schleicht sich wieder langsam innere ,unruhe4 ,schon ein ,jahr nach seiner ,heirat weisen in den ersten ,kapiteln von ,krieg und ,frieden0 die vertraulichen ,mitteilungen1 die ,frst ,andrej in bezug auf die ,ehe ,peter gegenber macht1 auf die ,ernchterung des ,mannes hin1 der in der geliebten ,frau die ,fremde sieht1 die schuldlose ,feindin1 das unwillkrliche ,hindernis fr seine moralische ,entwicklung4 ,briefe aus dem ,jahre #ahfe knden die nahe ,wiederkehr religiser ,qualen an4 ,zunchst noch weniger bedrohlich1 da die ,freude am ,leben obsiegt4 ,aber im ,jahre #ahfi1 in den ,monaten1 in denen ,tolstoi ,krieg und ,frieden0 vollendet1 tritt eine ernstere ,erschtterung ein3 ,er hatte die ,seinen fr einige ,tage verlassen und sich auf eins seiner ,gter begeben4 ,eines ,nachts lag er im ,bett2 es hatte gerade #b ,uhr geschlagen3 ,ich war schrecklich mde1 hatte ,schlaf1 und es ging mir leidlich gut4 ,pltzlich wurde ich von einer solchen ,angst gepackt1 von einem derartigen ,schrecken1 wie ich etwas hnliches nie empfunden habe4 ,ich erzhle ,dir das noch in den ,einzelheiten#ajb3 es war wirklich frchterlich4 ,ich sprang aus dem ,bett und befahl anzuspannen4 ,whrend man anspannte1 schlief ich ein1 und als man mich weckte1 war ich vollstndig wiederhergestellt4 ,gestern hat sich dieselbe ,geschichte ereignet1 aber in weit geringerem ,mae4440 ,der ,bau der ,hoffnung1 den die ,liebe der ,grfin ,tolstoi mhselig errichtet hatte1 weist ,risse auf4 ,in der ,leere1 die den ,geist des ,dichters nach ,beendigung von ,krieg und ,frieden0 umfngt1 fhlt er sich aufs neue von seinen philosophischen#ajc und pdagogischen ,sorgen bedrckt4 ,er will eine ,fibel frs ,volk schreiben4 ,vier ,jahre lang arbeitet er mit ,feuereifer daran2 er ist stolzer darauf als auf ,krieg und ,frieden02 und nachdem er sie im ,jahre #ahgb geschrieben hat1 arbeitet er sie im ,jahre #ahge noch einmal um4 ,dann vernarrt er sich ins ,griechische1 studiert von morgens bis abends1 lt alle andere ,arbeit liegen1 entdeckt den kstlichen ,xenophon0 und ,homer1 den richtigen ,homer1 nicht den der bersetzer1 eines ,jukowsky1 eines ,voss1 die mit hohler1 greinender1 slicher ,stimme singen01 sondern jenen ,teufel1 der mit voller ,stimme singt1 ohne da es ihm je in den ,sinn kommt1 es knne jemand zuhren0#ajd4 ,ohne die ,kenntnis des ,griechischen keine ,bildung6444 ,ich bin berzeugt1 da ich von allem1 was in dem ,wort menschlich wirklich schn1 von einer schlichten ,schnheit ist1 bis heute nichts wute40#aje ,es ist eine ,narretei2 das gibt er zu4 ,er wirft sich wieder mit solcher ,leidenschaft aufs ,lernen1 da er krank davon wird4 ,im ,jahre #ahga mu er in ,samara bei den ,baschkiren eine ,kefirkur gebrauchen4 ,auer dem ,griechischen ist er mit allem unzufrieden4 ,im ,jahre #ahgb spricht er infolge eines ,prozesses ernstlich davon1 alles1 was er in ,ruland hat1 zu verkaufen und sich in ,england anzusiedeln4 ,die ,grfin ,tolstoi hrmt sich darber3 ,wenn ,du ,dich immer in ,deine ,griechen verbohrst1 wirst ,du nie gesund werden4 ,sie sind es1 die ,dir diese ,angst und diese ,gleichgltigkeit dem heutigen ,leben gegenber verursachen4 ,nicht umsonst nennt man das ,griechische eine tote ,sprache3 ihre ,wirkung ist geistttend40#ajf ,endlich nach vielen entworfenen und gleich wieder verworfenen ,projekten beginnt er am #ai4 ,mrz #ahgc zur grten ,freude der ,grfin sein neues ,buch ,anna ,karenina0#ajg4 ,whrend er daran arbeitet1 wird sein ,leben durch ,trauerflle in der ,familie#ajh umdstert4 ,seine ,frau ist krank4 ,glckseligkeit herrscht nicht in diesem ,hause4440#aji ,das ,werk trgt ein wenig die ,spuren dieser trben ,erfahrungen und ,enttuschungen#aaj4 ,auer in den hbschen ,kapiteln von der ,verlobung ,lewins spricht er von ,liebe nicht mehr mit dieser jugendlichen ,poesie1 die gewisse ,seiten in ,krieg und ,frieden0 neben die schnsten lyrischen ,dichtungen aller ,zeiten stellt4 ,liebe ist jetzt vielmehr eine strmische1 sinnliche und gewaltttige ,angelegenheit geworden4 ,das ,verhngnis1 das ber dem ,roman schwebt1 ist nicht mehr wie in ,krieg und ,frieden0 eine ,art ,gott ,krischna1 mordlustig und heiter zugleich1 ein ,geschick1 das ber ,reiche entscheidet1 sondern es ist die ,liebestollheit1 die ,gttin ,venus04 ,sie verleiht der wunderbaren ,ballszene1 wo ,anna und ,wronski1 ohne es selbst zu wissen1 von der ,leidenschaft erfat werden1 der unschuldsvollen ,schnheit ,annas1 in dem schwarzen ,samtkleid mit dem ,vergimeinnichtkranz1 eine beinahe teuflische ,verfhrungskraft04 ,sie lt1 nachdem ,wronski sich erklrt hat1 ,annas ,gesicht leuchten1 -- nicht vor ,freude3 es war vielmehr das schreckliche ,leuchten einer ,feuersbrunst in dunkler ,nacht04 ,sie ist es auch1 die das ,blut dieser braven und vernnftigen ,frau1 dieser liebevollen jungen ,mutter in wollstige ,wallungen bringt und sich in ihrem ,herzen einnistet1 um es nicht eher zu verlassen1 als bis sie es vollstndig zerstrt hat4 ,niemand nhert sich ,anna1 ohne von dem verborgenen ,dmon angezogen und erschreckt zu sein4 ,kitty entdeckt ihn als erste voll ,schauer4 ,eine geheimnisvolle ,furcht mischt sich in ,wronskis ,freude1 da er ,anna sehen soll4 ,lewin verliert in ihrer ,gegenwart seine ganze ,willenskraft4 ,anna selbst wei1 da sie nicht mehr sie selbst ist4 ,im weiteren ,verlauf der ,geschichte untergrbt die unerbittliche ,leidenschaft den ganzen moralischen ,halt dieser stolzen ,frau ,stck fr ,stck4 ,alles ,gute in ihr1 ihr tapferes und treues ,herz verkmmert2 sie hat nicht mehr die ,kraft1 ihre oberflchliche ,eitelkeit zu opfern2 ihr ,leben hat keinen anderen ,zweck mehr1 als ihrem ,liebhaber zu gefallen4 ,aus ,angst und ,scham versagt sie es sich1 ,kinder zu bekommen2 ,eifersucht martert sie4 ,die ,sinnlichkeit1 von der sie beherrscht wird1 zwingt sie in ,haltung1 ,stimme und ,blick zur ,lge2 sie sinkt auf die ,stufe der ,frauen herab1 die nichts anderes wollen1 als jedem ,mann1 wer immer er auch sei1 den ,kopf zu verdrehen4 ,um sich zu betuben1 sucht sie ,zuflucht beim ,morphium1 bis die unertrglichen ,qualen1 die sie martern1 sie eines ,tages im bitteren ,gefhl ihres moralischen ,verfalls unter die ,rder eines ,eisenbahnwagens werfen4 ,und der kleine ,muschik1 mit dem struppigen ,bart0 -- die finstere ,erscheinung1 die sie und ,wronski in ihren ,trumen geschreckt hatte -- beugte sich vom ,trittbrett des ,wagens auf das ,geleise hinunter02 und1 so sagte der prophetische ,traum1 er beugte sich tief herab ber einen ,sack und vergrub darin die berreste von etwas1 das das ,leben gewesen war1 das ,leben mit seinen ,qualen1 seinen ,tuschungen und seinen ,schmerzen4440 ,die ,rache ist mein1 spricht der ,herr40#aaa ,um diese ,tragdie eines ,herzens1 das von der ,liebe verzehrt und vom ,gesetz ,gottes zermalmt wird1 -- ein ,werk aus einem ,gu und von erschreckender ,tiefe -- hat ,tolstoi1 wie in ,krieg und ,frieden01 die ,romane anderer ,leben gruppiert4 ,leider folgen sich hier die nebeneinander laufenden ,geschichten ein wenig willkrlich und knstlich1 ohne zu einem organischen ,ganzen zu werden1 wie die ,symphonie ,krieg und ,frieden04 ,man wird auch finden1 da der vollkommene ,realismus gewisser ,szenen -- z4 ,b4 die ,schilderung der aristokratischen ,kreise ,petersburgs und ihrer migen ,reden -- manchmal im ,grunde recht berflssig ist4 ,und schlielich hat ,tolstoi seine moralische ,persnlichkeit und seine philosophischen ,ideen noch offener als in ,krieg und ,frieden0 rein uerlich in dieses ,lebensbild hineingetragen4 ,deshalb aber ist das ,werk von nicht geringerem wunderbaren ,reichtum4 ,dieselbe ,flle von ,gestalten wie in ,krieg und ,frieden01 und alle erstaunlich gut beobachtet4 ,die ,mnner erscheinen mir womglich noch besser gelungen als die ,frauen4 ,tolstoi hat sich darin gefallen1 den liebenswrdigen ,egoisten ,stefan ,arkadjewitsch zu zeichnen1 dem niemand begegnen kann1 ohne sein einnehmendes ,lcheln zu erwidern1 und ,karenin1 den vollendeten ,typus des hohen ,beamten1 des vornehmen ,durchschnittsstaatsmannes1 mit der ,sucht1 seine wahren ,gefhle dauernd hinter ,ironie zu verbergen3 eine ,mischung aus ,wrde und ,feigheit1 ,pharisertum und ,christenglauben1 ein sonderbares ,produkt einer knstlichen ,welt1 von der er sich trotz seiner ,intelligenz und tatschlichen ,grozgigkeit nicht freimachen kann1 -- und der wohl mit ,recht seinem ,herzen mitraut2 denn als er sich ihm schlielich berlt1 verfllt er einem albernen ,mystizismus4 ,der ,roman mit der ,annatragdie und den verschiedenartigen ,bildern der russischen ,gesellschaft um #ahfj -- ,salons1 ,offizierskreisen1 ,bllen1 ,theatern1 ,rennen -- fesselt aber vornehmlich seines autobiographischen ,charakters wegen4 ,viel mehr als irgend eine andere ,figur von ,tolstoi ist ,konstantin ,lewin seine ,verkrperung4 ,tolstoi gab ihm nicht nur seine gleichzeitig konservativen und demokratischen ,ideen eines reaktionren ,landedelmanns1 der die ,intellektuellen#aab verachtet1 er gab ihm auch dieselben ,lebensschicksale4 ,die ,liebe ,lewins und ,kittys und ihre ersten ,ehejahre sind eine bertragung seiner eigenen huslichen ,erinnerungen1 -- ebenso wie der ,tod von ,lewins ,bruder ein schmerzliches ,heraufbeschwren des ,todes von ,tolstois ,bruder ,dmitri ist4 ,der ganze letzte ,teil1 der fr den ,roman unwesentlich ist1 gibt uns ,aufschlu ber die ,kmmernisse1 die damals ,tolstoi bewegten4 ,wenn das ,nachwort zu ,krieg und ,frieden0 eine knstlerische berleitung zu einem anderen geplanten ,werke darstellt1 so ist das ,nachwort zu ,anna ,karenina0 eine autobiographische berleitung zur moralischen ,revolution1 die zwei ,jahre spter in der ,beichte0 zum ,ausdruck kommen sollte4 ,schon innerhalb des ,buches wird fortwhrend1 bald ironisch1 bald heftig1 ,kritik gebt an der zeitgenssischen ,gesellschaft1 die er auch in seinen spteren ,werken unaufhrlich bekmpfte4 ,krieg der ,lge1 allen ,lgen1 den frommen sowohl wie den gottlosen1 ,krieg dem freisinnigen ,gerede1 der ,wohlttigkeit der guten ,gesellschaft1 der ,salonreligion1 dem ,philanthropentum6 ,krieg der ,welt1 die alle echten ,gefhle verflscht und die edle ,begeisterung der ,herzen unheilvoll vernichtet6 ,der ,tod wirft ein jhes ,licht auf die gesellschaftlichen ,bruche4 ,angesichts der sterbenden ,anna wird der geschraubte ,karenin gerhrt4 ,in diese ,seele ohne ,leben1 in der alles erknstelt ist1 dringt ein ,strahl von ,liebe und christlicher ,vergebung4 ,alle drei1 der ,gatte1 die ,frau und der ,liebhaber1 sind pltzlich verwandelt4 ,alles wird einfach und ohne ,falsch4 ,aber in dem ,mae1 wie ,anna sich erholt1 merken sie alle drei1 angesichts der nahezu heiligen sittlichen ,kraft1 die sie innerlich leitete1 das ,bestehen einer anderen rohen1 aber allmchtigen ,macht1 die ihr ,leben gegen ihren ,willen beherrscht und ihnen keinen ,frieden gnnen wird04 ,und sie wissen im voraus1 da sie machtlos sein werden in diesem ,kampf1 in dem sie das ,bse1 das die ,welt fr notwendig hlt1 werden tun mssen0#aac4 ,wenn sich ,lewin1 im ,nachwort des ,buches1 wie ,tolstoi1 den er verkrpert1 auch seinerseits lutert1 so geschieht das1 weil der ,tod auch ihn berhrt hat4 ,bis dahin war er unfhig zu glauben1 aber ebenso unfhig1 vollstndig zu zweifeln04 ,seitdem er seinen ,bruder sterben gesehen1 packt ihn der ,schrecken ber seine ,unwissenheit4 ,seine ,heirat erstickt eine ,zeitlang diese ngste4 ,aber mit der ,geburt seines ersten ,kindes erscheinen sie wieder4 ,er macht abwechselnd ,zeiten der ,frmmigkeit und ,zeiten der ,gottesleugnung durch4 ,vergebens liest er die ,philosophen4 ,in seiner ,verirrung kommt er so weit1 da er die ,lockung des ,selbstmordes frchtet4 ,die krperliche ,arbeit verschafft ihm ,erleichterung3 da gibt es keine ,zweifel1 alles ist klar4 ,lewin unterhlt sich mit den ,bauern1 und einer von ihnen spricht ihm von den ,menschen1 die nicht um ihretwillen1 sondern um ,gottes willen leben04 ,das ist ihm eine ,erleuchtung4 ,er sieht den ,widerstreit zwischen der ,vernunft und dem ,herzen4 ,die ,vernunft lehrt den wilden ,kampf ums ,dasein2 aber die ,nchstenliebe hat nichts mit der ,vernunft zu tun3 ,die ,vernunft hat mich nichts gelehrt2 alles was ich wei1 hat mir das ,herz gegeben1 hat mir das ,herz offenbart04 ,von da ab kehrt ,ruhe in ihn zurck4 ,das ,wort des demutsvollen ,muschiks1 dem das ,herz der einzige ,fhrer ist1 hat ihn zu ,gott zurckgefhrt444 ,zu welchem ,gott8 ,er will es gar nicht wissen4 ,in diesem ,augenblick ist ,lewin1 wie ,tolstoi es noch lange bleiben sollte1 der ,kirche ergeben und emprt sich durchaus nicht gegen ihre ,dogmen4 ,es gibt eine ,wahrheit1 selbst im ,trugbild des ,himmelsgewlbes und in der scheinbaren ,bewegung der ,gestirne40 ,solche ,angstzustnde1 solche ,selbstmordgedanken1 wie ,lewin sie vor ,kitty verbarg1 verbarg ,tolstoi zu jener ,zeit vor seiner ,frau4 ,aber er hatte noch nicht die ,ruhe errungen1 die er seinem ,helden verlieh4 ,diese ,ruhe ist in der ,tat kaum zu erlangen4 ,man sprt1 da sie mehr ersehnt als erreicht ist1 und da ,lewin sogleich wieder in seine ,zweifel zurckfallen wird4 ,tolstoi tuschte sich darber nicht4 ,es hatte ihn viel ,mhe gekostet1 sein ,werk zu ,ende zu fhren4 ,anna ,karenina0 langweilte ihn1 ehe er es beendet hatte#aad4 ,er konnte nicht mehr arbeiten4 ,er blieb unttig und willenlos als ,beute des ,abscheus und des ,entsetzens vor sich selbst4 ,da erhob sich in der ,leere seines ,lebens ein starker ,sturm aus der ,tiefe1 der ,schwindel des ,todes4 ,tolstoi hat spter1 als er gerade dem ,abgrund entronnen war1 von diesen schrecklichen ,jahren erzhlt#aae4 ,ich war keine #ej ,jahre alt01 sagt er#aaf1 ich liebte1 ich wurde geliebt1 ich hatte gute ,kinder1 ein groes ,gut1 ,ruhm1 ,gesundheit1 sittliche und krperliche ,kraft2 ich konnte mhen wie ein ,bauer2 ich arbeitete ununterbrochen zehn ,stunden1 ohne zu ermden4 ,pltzlich stockte mein ,leben4 ,ich konnte atmen1 essen1 trinken1 schlafen4 ,aber das war nicht leben4 ,ich hatte keine ,wnsche mehr4 ,ich wute1 da es nichts zu wnschen gab4 ,ich konnte sogar nicht einmal wnschen1 die ,wahrheit kennen zu lernen4 ,die ,wahrheit war1 da das ,leben eine ,tollheit ist4 ,ich war am ,abgrund angelangt1 und ich sah klar1 da es vor mir nichts als den ,tod gab4 ,ich gesunder und glcklicher ,mensch fhlte1 da ich nicht mehr leben konnte4 ,eine unberwindliche ,macht trieb mich dazu1 mich des ,lebens zu entledigen444 ,ich will nicht sagen1 da ich mich tten wollte4 ,die ,kraft1 die mich zum ,leben hinausstie1 war mchtiger als ich4 ,es war ein ,sehnen1 hnlich meinem frheren ,sehnen nach dem ,leben1 nur im entgegengesetzten ,sinn4 ,ich mute mir selbst gegenber ,listen ersinnen1 um ihm nicht zu schnell nachzugeben4 ,und so versteckte ich glcklicher ,mensch vor mir selbst den ,strick1 um mich nicht am ,balken zwischen den ,schrnken meines ,zimmers aufzuhngen1 wo ich jeden ,abend beim ,auskleiden allein war4 ,ich ging nicht mehr mit meinem ,gewehr auf die ,jagd1 um nicht in ,versuchung zu geraten#aag4 ,mir kam es vor1 als ob mein ,leben eine blde ,posse sei1 die mir von irgend jemand vorgespielt wurde4 ,vierzig ,jahre der ,arbeit1 der ,mhe1 des ,fortschritts1 um schlielich zu sehen1 da alles umsonst war6 ,umsonst6 ,von mir wird nichts brig bleiben1 als ,verwesung und ,wrmer444 ,man kann nur leben1 wenn man vom ,leben berauscht ist2 aber sobald der ,rausch vorber ist1 sieht man1 da alles nur ,betrug ist1 blder ,betrug444 ,die ,familie und die ,kunst konnten mir nicht mehr gengen4 ,die ,familie1 das waren ,unglckliche wie ich4 ,die ,kunst ist ein ,spiegel des ,lebens4 ,wenn das ,leben keinen ,sinn mehr hat1 kann das ,spiel des ,spiegels nicht mehr erheitern4 ,und das ,schlimmste war1 ich konnte nicht zu mir selbst finden4 ,ich glich einem ,menschen1 der sich im ,wald verirrt hat1 und der von ,entsetzen ergriffen wird1 weil er sich verirrt hat1 und nach allen ,seiten rennt und nicht still stehen kann1 obwohl er wei1 da er sich bei jedem ,schritt noch mehr verirrt4440 ,das ,heil kam vom ,volk4 ,tolstoi hatte ihm immer eine seltsame1 geradezu krperliche ,zuneigung0#aah entgegengebracht1 die von den wiederholt erlebten ,enttuschungen nicht erschttert werden konnte4 ,in den letzten ,jahren war er1 wie ,lewin1 vielfach mit ihm in ,berhrung gekommen#aai4 ,er fing an1 dieser ,milliarden von ,wesen zu gedenken1 auerhalb des engen ,kreises der ,gelehrten1 der ,reichen und der ,miggnger1 die sich tteten1 sich betubten oder feige1 wie er1 ein hoffnungsloses ,leben weiterfhrten4 ,er fragte sich1 wie es mglich sei1 da diese ,milliarden von ,wesen jener ,verzweiflung nicht anheimfielen und sich nicht tteten4 ,und er erkannte bald1 da sie nicht mit ,hilfe der ,vernunft lebten1 sondern ohne sich um diese zu kmmern -- durch den ,glauben4 ,was war das fr ein ,glaube1 der die ,vernunft nicht kannte8 ,der ,glaube ist die ,kraft des ,lebens4 ,man kann ohne den ,glauben nicht leben4 ,die religisen ,ideen sind in entschwundenen ,zeiten vom menschlichen ,geist verarbeitet worden4 ,die ,antworten1 die der ,sphinx des ,lebens vom ,glauben gegeben werden1 enthalten die tiefste ,weisheit der ,menschheit40 ,gengt es also1 diese ,weisheitsstze1 die das ,buch der ,religionen aufgezeichnet hat1 zu kennen8 -- ,nein1 der ,glaube ist keine ,wissenschaft1 der ,glaube ist eine ,tat2 er hat nur ,sinn1 wenn er gelebt wird4 ,der ,widerwille1 den ,tolstoi der ,anblick der ,reichen und religisen0 ,leute1 fr die der ,glaube nur eine ,art epikureischer ,lebenstrost0 war1 einflte1 verwies ihn endgltig unter die einfachen ,menschen1 weil nur sie allem ihr ,leben mit ihrem ,glauben in ,einklang brachten4 ,und er begriff1 da das ,leben des werkttigen ,volkes das ,leben an sich war1 und da der diesem ,leben innewohnende ,sinn die ,wahrheit war40 ,aber wie soll man es anfangen1 zum ,volk zu gehren und seinen ,glauben zu teilen8 ,wenn man auch wissen mag1 da die anderen recht haben1 so hngt es doch nicht von uns ab1 wie sie zu sein4 ,vergebens beten wir zu ,gott2 vergebens breiten wir unsere leeren ,arme nach ihm aus4 ,gott entflieht4 ,wo soll man ihn fassen8 ,aber eines ,tages kam die ,gnade4 ,an einem ,vorfrhlingstag war ich allein im ,wald und lauschte seinem ,rauschen4 ,ich dachte an meine ,unruhe whrend der letzten drei ,jahre1 an mein ,suchen nach ,gott1 an mein dauerndes ,schwanken zwischen ,freude und ,verzweiflung444 ,und pltzlich sah ich1 da ich nur lebte1 wenn ich an ,gott glaubte4 ,wenn ich nur an ihn dachte1 erhoben sich in mir die frohen ,wogen des ,lebens4 ,alles ringsum belebte sich1 alles bekam einen ,sinn4 ,aber sobald ich nicht mehr an ihn glaubte1 stockte pltzlich das ,leben4 -- ,was suche ich also noch8' rief eine ,stimme in mir4 ,er ist es doch1 ohne den man nicht leben kann6 ,gott kennen und leben ist eins4 ,gott ist das ,leben444' ,seitdem hat mich diese ,leuchte nie mehr verlassen40#abj ,er war gerettet4 ,gott war ihm erschienen#aba4 ,aber da er kein indischer ,mystiker war1 dem die ,ekstase gengt1 da sich in ihm der ,hang zur ,vernunft und der ,ttigkeitsdrang des ,abendlnders den ,trumen des ,asiaten beimischte1 so mute er die ihm gewordene ,offenbarung in praktischen ,glauben umsetzen und aus diesem gttlichen ,erleben ,regeln fr das tgliche ,leben ableiten4 ,ohne jede ,parteinahme1 mit dem aufrichtigen ,wunsch1 den ,glauben der ,seinen zu teilen1 fing er an1 die ,lehre der orthodoxen ,kirche1 der er angehrte1 zu studieren#abb4 ,um ihr nherzukommen1 unterwarf er sich drei ,jahre lang all ihren ,zeremonien1 beichtete1 nahm das ,abendmahl1 wagte nicht ber das1 was ihn befremdete1 zu ,gericht zu sitzen1 ersann ,erklrungen fr das1 was er dunkel oder unverstndlich fand1 vereinte sich im selben ,glauben mit allen ,lebenden und ,toten1 die er liebte1 und gab die ,hoffnung nicht auf1 da in einem gewissen ,augenblick die ,liebe ihm die ,pforten der ,wahrheit erschlsse04 -- ,aber er konnte machen1 was er wollte3 sein ,verstand und sein ,herz lehnten sich dagegen auf4 ,handlungen wie die ,taufe und das ,abendmahl erschienen ihm unerhrt4 ,wenn man ihn zwang nachzusprechen1 da die ,hostie der wirkliche ,leib und das wirkliche ,blut ,christi sei1 war es ihm1 als ob man ihm ein ,messer ins ,herz stiee04 ,aber trotzdem waren es nicht die ,dogmen1 die zwischen ihm und der ,kirche eine unbersteigbare ,mauer errichteten1 sondern die praktischen ,fragen1 -- insbesondere zwei3 die haerfllte gegenseitige ,unduldsamkeit der ,kirchen#abc und die ausdrckliche oder stillschweigende ,sanktionierung des ,mordes3 -- der ,krieg und die ,todesstrafe4 ,illustration3 ,tolstoi und seine ,frau1 die ,grfin ,tolstoi ,nun brach ,tolstoi vllig mit der ,kirche1 und sein ,bruch war um so schroffer1 als er die letzten drei ,jahre seinem ,denken ihr gegenber ,gewalt angetan hatte4 ,er schonte nichts mehr4 ,voll ,zorn trat er die ,religion1 auf deren ,ausbung er tags zuvor noch hartnckig bestanden hatte1 mit ,fen4 ,in seiner ,kritik der dogmatischen ,theologie0 7#ahgi-ahha7 behandelte er sie nicht nur als ,tollheit1 sondern als bewute1 eigenntzige ,lge0#abd4 ,er stellte ihr in seiner ,konkordanz und bersetzung der vier ,evangelien0 7#ahha-ahhc7 das ,evangelium gegenber4 ,auf dem ,evangelium baute er schlielich seinen ,glauben auf4 ,mein ,glaube0 7#ahhc74 ,er fat ihn in folgende ,worte3 ,ich glaube an die ,lehre ,christi4 ,ich glaube1 da das ,glck auf ,erden nur mglich ist1 wenn alle ,menschen tun werden1 was diese ,lehre vorschreibt40 ,der ,eckstein des ,glaubens ist fr ,tolstoi die ,bergpredigt1 deren ,hauptlehre er in fnf ,gebote zusammenfat3 ,i4 ,du sollst nicht in ,zorn geraten4 ,,ii4 ,du sollst nicht ehebrechen4 ,,iii4 ,du sollst nicht schwren4 ,,iv4 ,du sollst nicht ,bses mit ,bsem vergelten4 ,v4 ,du sollst niemandes ,feind sein4 ,das ist der negative ,teil der ,lehre1 deren positiver ,teil sich in dem einen ,gebot zusammenfassen lt3 ,liebe ,gott und deinen ,nchsten1 wie dich selbst4 ,christus hat gesagt1 wer das geringste dieser ,gebote bertritt1 wird den geringsten ,platz im ,himmelreich bekommen40 ,und ,tolstoi fgt naiv hinzu3 ,so seltsam es klingt1 so habe ich doch nach achtzehn ,jahrhunderten diese ,regeln als etwas ,neues entdecken mssen40 ,glaubt nun ,tolstoi etwa an die ,gttlichkeit ,christi8 -- ,keineswegs4 ,weshalb beruft er sich dann auf ihn8 ,als auf den ,grten aus dem ,geschlecht der ,weisen1 -- der ,brahmanen1 ,buddha1 ,lao ,tse1 ,konfuzius1 ,zarathustra1 ,jesaja1 -- die den ,menschen das wahre ,glck1 das sie erstreben1 gezeigt haben und den ,weg1 den sie beschreiten mssen#abe4 ,tolstoi ist der ,schler dieser groen ,religionsschpfer1 dieser ,halbgtter1 dieser indischen1 chinesischen und jdischen ,propheten4 ,er verteidigt sie -- was er unter verteidigen versteht3 indem er angreift -- gegen die1 die er ,phariser0 und ,schriftgelehrte0 nennt3 gegen die bestehenden ,kirchen und gegen die ,vertreter der stolzen ,wissenschaft1 oder besser der wissenschaftlichen ,scheinphilosophie0#abf4 ,nicht als ob er die ,offenbarung gegen die ,vernunft anriefe4 ,seitdem er die ,zeiten der ,bedrngnis1 ber die er in der ,beichte0 berichtet1 berwunden hat1 ist und bleibt er im wesentlichen ein ,vernunftglubiger1 man knnte sagen ein ,vernunftmystiker4 ,im ,anfang war das ,wort01 wiederholt er mit dem ,evangelisten ,johannes1 das ,wort1 logos1 d4 i4 die ,vernunft40#abg ,sein ,buch ,das ,leben0 7#ahhg7 trgt als ,motto die berhmten ,worte ,pascals#abh3 ,der ,mensch ist nur ein ,rohr1 das schwchste der ,natur1 aber ein denkendes ,rohr444 ,unser ganzes ,ansehen beruht auf dem ,denken444 ,bemhen wir uns also1 gut zu denken3 das ist das ,prinzip der ,sittlichkeit40 ,und das ganze ,buch ist ein einziger ,hymnus auf die ,vernunft4 ,es ist wahr1 da seine ,vernunft nicht die wissenschaftliche1 die beschrnkte ,vernunft ist1 die den ,teil fr das ,ganze hlt und das tierische ,leben fr das ganze ,leben01 sondern sie ist das hchste ,gesetz1 das das ,menschenleben lenkt1 das ,gesetz1 nach dem notwendigerweise die vernnftigen ,wesen1 d4 h4 die ,menschen1 leben mssen40 ,es ist ein ,gesetz1 hnlich denen1 die die ,ernhrung und ,fortpflanzung des ,tieres1 das ,wachsen und ,blhen von ,gras und ,baum1 die ,bewegung von ,erde und ,sternen lenken4 ,erst in der ,erfllung dieses ,gesetzes1 in der ,unterwerfung unserer ,tiernatur unter das ,vernunftgesetz1 mit der ,absicht1 das ,gute zu erobern1 beruht unser ,leben444 ,die ,vernunft kann nicht definiert werden1 und man braucht sie nicht zu definieren2 denn wir alle kennen sie nicht nur1 sondern wir kennen nur sie444 ,alles was der ,mensch wei1 wei er mittels der ,vernunft und nicht des ,glaubens#abi444 ,das wirkliche ,leben beginnt erst in dem ,augenblick1 da sich die ,vernunft offenbart4 ,das einzig wahre ,leben ist das auf der ,vernunft aufgebaute ,leben40 ,was ist somit die sichtbare ,existenz1 unser ,leben als ,individuum8 ,es ist nicht unser ,leben10 sagt ,tolstoi1 denn es hngt nicht von uns ab40 ,unsere animalische ,bettigung vollzieht sich auerhalb von uns selbst444 ,die ,menschheit hat lngst damit aufgerumt1 das menschliche ,leben als die ,existenz eines ,individuums zu betrachten4 ,da das ,gute unmglich dem ,einzelindividuum eingeboren sein kann1 ist eine unumstliche ,wahrheit fr jeden ,menschen unserer ,zeit1 der mit ,vernunft begabt ist40#acj ,es gibt da eine ,reihe von ,forderungen1 worber ich hier nicht zu sprechen habe1 die aber zeigen1 mit welcher ,leidenschaft die ,vernunft sich ,tolstois bemchtigt hatte4 ,im ,grunde beherrschte ihn diese neue ,leidenschaft nicht weniger blind und eiferschtig1 als jene anderen ,leidenschaften1 die ihn whrend der ersten ,hlfte seines ,lebens erfat hatten4 ,das eine ,feuer erlischt1 das andere entzndet sich4 ,oder vielmehr1 es ist immer das nmliche4 ,nur die ,nahrung1 die es erhlt1 wechselt4 ,was diese hnlichkeit zwischen den ,leidenschaften des ,individuums und der ,leidenschaft des ,vernunftmenschen noch verstrkt1 ist1 da es der einen wie den anderen nicht gengt1 zu lieben1 sie wollen handeln1 sie wollen sich in die ,tat umsetzen4 ,man soll nicht reden1 sondern handeln01 sagt ,christus4 ,und worin besteht die ,bettigung der ,vernunft8 -- ,in der ,liebe4 ,die ,liebe ist die einzige vernunftgeme ,bettigung des ,menschen1 die ,liebe ist der vernnftigste und lichtreichste ,zustand der ,seele4 ,alles1 was der ,mensch braucht1 ist1 da nichts ihm die ,sonne der ,vernunft verberge1 die allein ihn zum ,wachstum bringt444 ,die ,liebe ist das wahre ,gut1 das hchste ,gut1 das alle ,widersprche des ,lebens aufhebt1 das nicht nur die ,schrecken des ,todes verscheucht1 sondern auch den ,menschen dazu treibt1 da er sich fr andere opfere2 denn es gibt keine andere ,liebe als die1 welche ihr ,leben hingibt fr die1 so sie liebt4 ,die ,liebe ist nur dann dieses ,namens wert1 wenn sie sich selbst zum ,opfer bringt4 ,so ist denn auch die echte ,liebe nur in die ,wirklichkeit umzusetzen1 wenn der ,mensch begreift1 da ein persnliches ,glck fr ihn unmglich zu erreichen ist4 ,dann erst versehen alle seine ,lebenssfte das edle ,reis der echten ,liebe mit ,nahrung2 und dieses ,reis entnimmt seine ganze ,wachstumskraft dem ,stamme dieses wilden ,baumes1 dem ,instinkt des ,individuums40#aca ,so gelangt ,tolstoi nicht zum ,glauben wie ein ausgetrockneter ,flu1 der sich im ,sand verliert1 er bringt den ,strom ungestmer ,krfte mit1 die sich whrend eines reichen ,lebens angesammelt haben4 -- ,man wird es noch im einzelnen sehen4 ,dieser leidenschaftliche ,glaube1 in dem sich ,vernunft und ,liebe in inniger ,verbindung einen1 findet seinen erhabensten ,ausdruck in der berhmten ,antwort an den heiligen ,synod1 der ihn in den ,kirchenbann tat#acb3 ,ich glaube an ,gott1 der fr mich der ,geist1 die ,liebe1 der ,urquell aller ,dinge ist4 ,ich glaube1 da er in mir ist1 wie ich in ihm bin4 ,ich glaube1 da der ,wille ,gottes nie klarer ausgedrckt wurde1 als in der ,lehre des ,menschen ,jesus ,christus2 aber man kann ,christum nicht als ,gott ansehen und ihn anbeten1 ohne die grte ,gotteslsterung zu begehen4 ,ich glaube1 da das wahre ,glck des ,menschen in der ,erfllung des ,willens ,gottes beruht2 ich glaube1 da es der ,wille ,gottes ist1 da jeder ,mensch seine ,nchsten liebe und stets gegen sie handle1 wie er mchte1 da sie gegen ihn handeln1 was1 wie das ,evangelium sagt1 der ,geist des ,testamentes und der ,propheten ist4 ,ich glaube1 da fr jeden von uns der ,sinn des ,lebens nur darin besteht1 die ,liebe in uns zu vergrern2 ich glaube1 da diese ,entfaltung unserer ,liebeskraft einem tglich wachsenden ,glck in diesem ,leben und einer vollkommeneren ,glckseligkeit im ,jenseits gleichkommt2 ich glaube1 da dieses ,wachsen der ,liebe1 mehr als jede andere ,kraft1 beitragen wird zur ,grndung des ,reiches ,gottes auf ,erden1 indem es eine ,lebensordnung1 in der ,zwist1 ,lge und ,gewalt allmchtig sind1 ersetzt durch eine ,einrichtung1 in der ,eintracht1 ,wahrheit und ,brderlichkeit herrschen werden4 ,ich glaube1 da es nur ein ,mittel gibt1 in der ,liebe fortzuschreiten3 das ,gebet4 ,nicht das ffentliche ,gebet in den ,tempeln1 das ,christus ausdrcklich verworfen hat 7,matthi ,,vi1 #e-ac71 sondern das ,gebet1 zu dem er selbst uns das ,beispiel gegeben hat1 das ,gebet des einzelnen1 das in uns das ,bewutsein vom ,sinn unseres ,lebens und das ,gefhl1 da wir nur vom ,willen ,gottes abhngen1 wieder strkt444 ,ich glaube an das ewige ,leben1 ich glaube1 da dem ,menschen seine ,taten vergolten werden1 hier und berall1 jetzt und immerdar4 ,ich glaube dies alles so fest1 da ich in meinem ,alter1 an der ,schwelle des ,grabes1 mir oft ,gewalt antun mu1 um nicht den ,tod meines ,leibes zu erflehen1 will sagen meine ,geburt zu einem neuen ,leben4440 ,er glaubte1 er sei im ,hafen gelandet und habe die ,zufluchtssttte erreicht1 wo seine unruhige ,seele ,ruhe finden knnte4 ,es war nur der ,auftakt zu neuer ,unruhe4 ,nachdem er einen ,winter in ,moskau zugebracht hatte 7aus ,familienrcksichten mute er den ,seinen dorthin folgen71#acc gab ihm im ,januar #ahhb die ,volkszhlung1 an der man ihn teilnehmen lie1 ,gelegenheit1 das ,elend der groen ,stdte aus der ,nhe zu sehen4 ,der ,eindruck1 den es auf ihn machte1 war erschreckend4 ,am ,abend des ,tages1 an dem er zum erstenmal mit dieser verborgenen ,wunde der ,zivilisation in ,berhrung gekommen war und einem ,freund erzhlte1 was er gesehen hatte1 hub er an zu klagen1 zu weinen und die ,faust zu ballen40 ,so kann man nicht leben60 sagte er unter ,schluchzen4 ,das kann nicht sein6 ,das kann nicht sein64440#acd ,fr ,monate verfiel er wieder in schreckliche ,verzweiflung4 ,die ,grfin ,tolstoi schrieb ihm am #c4 ,mrz #ahhb3 ,vor kurzem sagtest ,du3 ,aus ,mangel an ,glauben wollte ich mich aufhngen'4 ,jetzt hast ,du den ,glauben1 warum bist ,du also unglcklich80 ,illustration3 ,tolstoi und seine ltere ,tochter ,tatjana ,weil er nicht den ,glauben des ,pharisers hatte1 den scheinheiligen und selbstzufriedenen ,glauben1 weil er nicht den ,egoismus des mystischen ,denkers besa1 der allzu beschftigt mit seinem ,heil ist1 als da er an das der anderen denken knnte#ace1 weil er voll ,liebe war1 weil er die ,elenden1 die er gesehen hatte1 nicht mehr vergessen konnte1 und weil es ihm in der leidenschaftlichen ,gte seines ,herzens schien1 da er fr ihre ,leiden und ihre ,erniedrigung verantwortlich sei3 sie waren die ,opfer jener ,zivilisation1 an deren ,vorrechten er teilhatte1 jenes ,molochs1 dem eine auserwhlte ,kaste ,millionen von ,menschen opferte4 ,die ,wohltaten solcher ,verbrechen genieen1 hie an ihnen teilnehmen4 ,sein ,gewissen hatte keine ,ruhe mehr1 bis er sie nicht aufgedeckt hatte4 ,was sollen wir denn tun80 7#ahhd-ahhf7 ist der ,ausdruck dieser zweiten ,krisis1 die viel tragischer und viel folgenschwerer war als die erste4 ,was bedeuteten ,tolstois eigene religise ngste in diesem ,meer menschlichen ,elends1 eines ,elends1 das tatschlich war und nicht nur ausgedacht vom ,geist eines ,miggngers1 der sich langweilt8 ,es war unmglich1 dieses ,elend nicht zu sehen4 ,und unmglich1 nicht um jeden ,preis den ,versuch zu machen1 es zu unterdrcken1 nachdem man es einmal gesehen hatte4 -- ,aber ach1 ist dies berhaupt mglich8444 ,ein wundervolles ,bildnis ,tolstois aus jener ,zeit1 das ich nicht ohne ,rhrung betrachten kann#acf1 sagt zur ,genge1 was er damals litt4 ,es stellt ihn von vorne gesehen dar1 sitzend mit verschrnkten ,armen1 im ,muschikkittel2 er schaut niedergedrckt drein4 ,sein ,haar ist noch schwarz1 sein ,schnurrbart schon grau1 sein ,kinn- und ,backenbart ganz wei4 ,eine doppelte ,falte grbt eine harmonische ,furche in die schne hohe ,stirn4 ,so viel ,gte liegt in der breiten treuen ,hundenase1 in den ,augen1 die einen so frei1 so klar1 so traurig anschauen6 ,sie lesen so sicher in einem6 ,sie klagen und bitten4 ,das ,gesicht ist eingefallen1 zeigt ,spuren des ,leides1 tiefe ,runzeln unter den ,augen4 ,er hat geweint4 ,aber er ist stark und kampfbereit4 ,seine ,logik war heldenhaft4 ,ich wundere mich immer ber die so oft wiederholten ,worte3 ,ja1 das ist ganz schn in der ,theorie1 aber wie wird es in der ,praxis sein8' ,als ob die ,theorie in schnen ,worten fr die ,unterhaltung bestnde1 aber keineswegs um sie zur ,praxis werden zu lassen6444 ,wenn ich eine ,sache1 ber die ich nachgedacht1 verstanden habe1 dann kann ich sie nicht anders ausfhren1 als wie ich sie verstanden habe40#acg ,er fngt an1 das ,elend in ,moskau1 wie er es im ,verlauf seiner ,besuche in den ,armenvierteln und in den ,nachtasylen gesehen hat1 mit photographischer ,treue zu beschreiben#ach4 ,er berzeugt sich davon1 da er diese ,unglcklichen1 die mehr oder weniger von der ,verderbnis der ,stdte ergriffen sind1 nicht1 wie er erst geglaubt hatte1 mit ,geld retten kann4 ,nun sucht er energisch den ,ursprung des bels zu ergrnden4 ,und ,glied um ,glied entrollt sich die frchterliche ,kette der ,verantwortlichkeit4 ,zunchst die ,reichen und das ,gift ihres verfluchten ,luxus1 der lockt und verdirbt#aci4 ,die allgemeine ,versuchung des ,lebens ohne ,arbeit4 -- ,dann der ,staat1 diese mrderische ,einrichtung1 die von den ,gewalthabern geschaffen wurde1 um zu ihrem ,nutzen die brige ,menschheit auszurauben und zu beherrschen4 -- ,die ,kirche1 die ,wissenschaft und die ,kunst als ,spiegesellen 444 ,wie soll man alle diese ,heere des ,bsen bekmpfen8 ,zuvrderst1 indem man ablehnt1 in sie einzutreten4 ,indem man ablehnt1 an der ,ausbeutung der ,menschheit teilzunehmen4 ,indem man auf ,geld und irdischen ,besitz verzichtet#adj4 ,indem man dem ,staate nicht dient4 ,aber das ist nicht genug2 man soll nicht lgen01 man soll keine ,angst vor der ,wahrheit haben4 ,man soll bereuen0 und den schon von der ,schule her eingewurzelten ,hochmut ausrotten4 ,schlielich soll man krperliche ,arbeit tun4 ,im ,schweie deines ,angesichtes sollst du dein ,brot essen' ist das oberste und wichtigste ,gebot#ada4 ,und ,tolstoi sagt im voraus als ,antwort auf die ,spttereien der ,vornehmen1 da die krperliche ,arbeit in nichts die geistigen ,krfte hemme1 sondern da sie sie im ,gegenteil steigere1 und da sie den normalen ,forderungen der ,natur entspreche4 ,die ,gesundheit kann dabei nur gewinnen2 die ,kunst noch mehr4 ,auerdem stellt sie die ,einigkeit unter den ,menschen wieder her4 ,in seinen folgenden ,werken geht ,tolstoi daran1 diese ,vorschriften der moralischen ,gesundheitslehre zu vervollstndigen4 ,er bemht sich1 die ,seelenkur zu ,ende zu fhren und die ,energie zu strken1 indem er die lasterhaften ,vergngungen1 die das ,gewissen einschlfern#adb1 und die grausamen ,vergngungen1 die es tten#adc1 in ,acht und ,bann tut4 ,er selbst gibt das ,beispiel4 ,im ,jahre #ahhd hat er seine zutiefst eingewurzelte ,leidenschaft zum ,opfer gebracht3 die ,jagd#add4 ,er bt die ,enthaltsamkeit1 die den ,willen sthlt4 ,wie ein ,wettkmpfer1 der sich eine strenge ,zucht auferlegt1 um siegreich zu fechten4 ,was sollen wir denn tun80 bezeichnet die erste ,strecke auf dem schwierigen ,wege1 den ,tolstoi damit beschritt1 da er die verhltnismig friedliche ,ttigkeit religiser ,betrachtung aufgab und sich in soziale ,fragen verwickelte4 ,und von diesem ,augenblick an begann jener zwanzigjhrige ,krieg gegen die ,verbrechen und ,lgen der ,zivilisation1 den der greise ,prophet von ,jasnaja ,poljana im ,namen des ,evangeliums fhrte1 allein1 auerhalb aller ,parteien und gegen sie alle4 ,in seiner ,umgebung begegnete der moralische ,umschwung ,tolstois nur geringer ,sympathie2 er betrbte die ,seinen aufs tiefste4 ,seit langem schon beobachtete die ,grfin ,tolstoi in ,unruhe das ,fortschreiten eines bels1 das sie vergebens bekmpfte4 ,vom ,jahre #ahgd ab war sie unwillig darber1 ihren ,gatten so viel ,kraft und ,zeit an ,arbeiten fr die ,schule verlieren zu sehen3 ,ich verachte diese ,fibel1 diese ,rechenlehre1 diese ,grammatik1 und ich kann nicht so tun1 als ob ich mich dafr interessierte40 ,ganz anders war es1 als auf die ,pdagogik die ,religion folgte4 ,so feindselig war die ,aufnahme1 die die ,grfin den ersten ,bekenntnissen des jngst ,bekehrten bereitete1 da ,tolstoi die ,verpflichtung versprt1 sich zu entschuldigen1 wenn er in seinen ,briefen von ,gott spricht3 rgere ,dich nicht1 wie ,du es manchmal tust1 wenn ich ,gott erwhne2 ich kann es nicht vermeiden1 denn er ist der ,urgrund meines ,denkens40#ade ,die ,grfin ist zweifellos gerhrt2 sie versucht1 ihre ,ungeduld nicht merken zu lassen1 aber sie begreift nicht2 sie beobachtet ihren ,gatten voll ,unruhe3 ,seine ,augen sind seltsam1 starr4 ,er spricht fast gar nicht4 ,er scheint nicht von dieser ,welt zu sein40#adf ,sie glaubt1 da er krank ist3 ,leo arbeitet1 wie er sagt1 immer4 ,unglckseligerweise schreibt er irgendwelche religisen ,abhandlungen4 ,er liest und grbelt1 bis er ,kopfschmerzen bekommt1 und alles das1 um zu beweisen1 da die ,kirche nicht mit der ,lehre des ,evangeliums bereinstimme4 ,in ,ruland finden sich kaum zehn ,personen1 die das interessieren knnte4 ,aber da ist nichts zu wollen4 ,ich wnsche nur eines3 da er schnellstens ein ,ende damit mache1 und da es wie eine ,krankheit vorbergehe40#adg ,die ,krankheit ging nicht vorber4 ,das ,verhltnis zwischen den beiden ,gatten wurde immer peinlicher4 ,sie liebten sich1 sie hatten die hchste ,achtung voreinander2 aber sie konnten sich nicht verstehen4 ,sie versuchten1 sich gegenseitige ,zugestndnisse zu machen1 die -- wie das gewhnlich ist -- zu gegenseitigen ,qulereien wurden4 ,tolstoi fhlte sich verpflichtet1 den ,seinen nach ,moskau zu folgen4 ,er schrieb in sein ,tagebuch3 ,der belste ,monat meines ,lebens4 ,die ,einrichtung in ,moskau4 ,alle richten sich ein4 ,wann werden sie wohl zu leben anfangen8 ,alles das1 nicht um zu leben1 sondern weil die anderen ,leute es ebenso machen6 ,diese ,unglcklichen64440#adh ,in diesen selben ,tagen schrieb die ,grfin3 ,moskau4 ,morgen wird es einen ,monat1 da wir hier sind4 ,in den beiden ersten ,wochen habe ich jeden ,tag geweint1 weil ,leo nicht nur traurig1 sondern geradezu niedergeschlagen war4 ,er schlief nicht1 er a nicht1 und manchesmal weinte er sogar2 ich glaubte1 ich wrde verrckt40#adi ,sie muten sich eine ,zeitlang trennen4 ,sie bitten einander um ,verzeihung1 da sie sich ,leid zufgen4 ,wie lieben sie sich immer noch6444 ,er schreibt ihr3 ,du sagst3 ,ich liebe ,dich1 aber ,du brauchst meine ,liebe nicht4' ,deine ,liebe ist das einzige1 was ich brauche444 sie erfreut mich mehr als alles auf der ,welt40#aej ,aber sobald sie sich wieder zusammenfinden1 macht sich der ,miklang wieder bemerkbar4 ,die ,grfin vermag nun einmal nicht ,tolstois religisem ,hang zu folgen1 der ihn jetzt dazu treibt1 bei einem ,rabbiner ,hebrisch zu erlernen4 ,nichts anderes interessiert ihn mehr4 ,er verschwendet seine ,krfte an ,albernheiten4 ,ich kann meine ,unzufriedenheit nicht verbergen40 ,sie schreibt ihm3 ,ich bin nur traurig darber1 da solche geistigen ,krfte sich mit ,holzhacken1 ,schuhflicken und ,samowarheizen verausgaben40 ,und mit dem zrtlichen und amsierten ,lcheln einer ,mutter1 die ihr ,kind allerlei unsinnige ,spiele treiben sieht1 fgt sie hinzu3 ,schlielich habe ich mich mit dem russischen ,sprichwort getrstet3 ,wie das ,kind sich auch zerstreut1 ,hauptsach' ist1 da es nicht schreit4'0#aea ,aber bevor der ,brief noch abgeschickt ist1 sieht sie in ,gedanken1 wie ihr ,mann mit seinen guten1 treuherzigen ,augen diese ,zeilen liest1 und wie der ironische ,ton ihn betrbt2 und ihre ,liebe zu ihm lt sie den ,brief wieder ffnen3 ,pltzlich hast ,du so klar vor mir gestanden1 und ich habe eine solche ,zrtlichkeit fr ,dich empfunden6 ,in ,dir ist etwas so ,weises1 so kindlich ,einfaches1 so ,treues1 und alles das von hellster ,gte berstrahlt1 und dieser ,blick1 der bis ins ,herz dringt444 und nur ,dir allein ist dies eigen40 ,so qulten sich diese beiden ,wesen1 die einander liebten1 und waren dann trostlos ber das ,bse1 das sie getan hatten1 ohne es verhindern zu knnen4 ,eine ,schraube ohne ,ende6 ,dieser ,zustand dauerte an die dreiig ,jahre1 und er fand erst seinen ,abschlu1 als der sterbende alte ,knig ,lear in einer ,stunde der ,umnachtung fort aus seinem ,hause in die ,steppe flchtete4 ,illustration3 ,tolstoi und seine jngere ,tochter ,alexandra ,man hat den ergreifenden ,aufruf an die ,frauen1 mit dem ,was sollen wir denn tun80 abschliet1 nicht gengend beachtet4 ,tolstoi hat keine ,sympathie fr die moderne ,frauenbewegung#aeb4 ,aber fr die1 die er die mtterliche ,frau0 nennt1 fr die1 die den wahren ,sinn des ,lebens kennt1 hat er ,worte ehrfurchtsvoller ,anbetung4 ,er hlt eine herrliche ,lobrede auf ihre ,schmerzen und ihre ,freuden1 auf die ,schwangerschaft und auf die ,mutterschaft1 diese schrecklichen ,leiden1 diese ruhelosen ,jahre1 auf diese erschpfende ,arbeit in aller ,stille1 fr die man von niemand eine ,belohnung erwartet1 auf diese ,glckseligkeit1 die die ,seele berflutet1 wenn der ,schmerz endet1 wenn das ,gebot erfllt ist4 ,er entwirft das ,bild der tapferen ,ehefrau1 die fr ihren ,mann eine ,sttze und kein ,hindernis ist4 ,sie wei1 da nur das blinde unbelohnte ,opfer fr das ,leben der anderen des ,menschen ,berufung ist04 ,eine solche ,frau wird nicht nur ihren ,mann bei einer verkehrten und trgerischen ,arbeit1 die blo den ,zweck hat1 aus der ,arbeit anderer ,genu zu ziehen1 nicht ermutigen1 sondern sie wird diese ,ttigkeit1 die ein ,verderb fr ihre ,kinder wre1 mit ,entsetzen und ,abscheu betrachten4 ,sie wird von ihrem ,gefhrten die echte ,arbeit verlangen1 die ,tatkraft erfordert und die ,gefahr nicht scheut444 ,sie wei1 da die ,kinder1 die kommende ,generation1 das ,heiligste sind1 was dem ,menschen anvertraut ist1 und da sie lebt1 um mit ihrem ganzen ,sein diesem geheiligten ,werk zu dienen4 ,sie wird in ihren ,kindern und in ihrem ,ehegatten die ,kraft zum ,opfern zur ,entfaltung bringen444 ,solche ,frauen beherrschen die ,mnner und dienen ihnen als ,leitstern444 ,o1 ihr mtterlichen ,frauen6 ,in euren ,hnden ruht das ,heil der ,welt60#aec ,das ist der ,ruf eines ,flehenden1 der noch hofft444 ,wird er kein ,gehr finden8444 ,einige ,jahre spter war der letzte ,hoffnungsstrahl erloschen3 ,sie glauben es vielleicht nicht2 aber ,sie knnen sich nicht vorstellen1 wie vereinsamt ich bin1 bis zu welchem ,grad mein wirkliches ,ich von meiner ganzen ,umgebung miachtet wird40#aed ,wenn die ihm ,nahestehenden die ,bedeutung seines moralischen ,umschwungs schon so verkannten1 dann konnte man von den anderen weder mehr ,einfhlung noch mehr ,achtung erwarten4 ,als ,tolstoi besonderen ,wert darauf gelegt hatte1 sich mit ,turgenjew zu vershnen1 mehr aus dem ,geiste christlicher ,demut heraus1 als weil sich etwas in seinen ,empfindungen ihm gegenber gendert hatte#aee1 uerte ,turgenjew spttisch3 ,ich beklage ,tolstoi sehr1 im brigen aber mu jeder1 wie der ,franzose sagt1 seine ,flhe nach seiner ,manier fangen40#aef ,ein paar ,jahre spter1 angesichts des ,todes1 schrieb er an ,tolstoi jenen bekannten ,brief1 in dem er seinen ,freund1 den groen ,schriftsteller der russischen ,erde01 anfleht1 zur ,literatur zurckzukehren04 ,alle europischen ,knstler schlossen sich dieser ,besorgnis und der ,bitte des sterbenden ,turgenjew an4 ,eugen ,melchior de ,vog nahm am ,ende der ,studie1 die er #ahhf ,tolstoi widmete1 ein ,bildnis des ,schriftstellers im ,bauernkittel1 die ,schusterahle in der ,hand1 zum ,vorwand1 um einen beredten ,appell an ihn zu richten3 ,schpfer von ,meisterwerken1 dies ist nicht dein ,werkzeug6444 ,unser ,werkzeug ist die ,feder2 unser ,feld die ,menschenseele1 die es auch zu schtzen und zu nhren gilt4 ,la dir jenen ,schrei eines russischen ,bauern -- des ersten ,druckers von ,moskau --1 den man wieder an den ,pflug zurckschicken wollte1 ins ,gedchtnis rufen3 ,es ist nicht meines ,amtes1 ,getreide zu sen1 sondern die geistigen ,saatkrner in der ,welt zu verbreiten'40 ,als ob ,tolstoi je daran gedacht htte1 seine ,rolle als ,smann der ,gedankensaat aufzugeben4 ,in der ,einleitung zu ,mein ,glaube0 schrieb er3 ,ich glaube1 da mein ,leben1 mein ,verstand1 mein ,licht mir geschenkt wurde1 ausschlielich um die ,menschen zu erleuchten4 ,ich glaube1 da meine ,kenntnis der ,wahrheit eine ,begabung ist1 die mir zu diesem ,zweck verliehen wurde1 da diese ,begabung ein ,feuer ist1 das nur ,feuer ist1 solange es brennt4 ,ich glaube1 da der einzige ,sinn meines ,lebens der ist1 in diesem ,lichte1 das in mir ist1 zu leben1 und es hoch vor den ,menschen einherzutragen1 auf da sie es sehen40#aeg ,aber dieses ,licht1 dieses ,feuer1 das nur ,feuer ist1 solange es brennt01 versetzte die meisten ,knstler in ,unruhe4 ,die ,klgsten sahen voraus1 da ihre ,kunst ,gefahr lief1 die ,beute des ,brandes zu werden4 ,sie taten1 als glaubten sie1 die ganze ,kunst sei bedroht1 und ,tolstoi zerbrche wie ,prospero fr immer seinen ,zauberstab der schpferischen ,phantasie4 ,nichts ist weniger wahr gewesen2 und ich gedenke darzutun1 da ,tolstoi1 weit davon entfernt1 die ,kunst zu zerstren1 ,krfte in sich entfaltet hat1 die brachlagen1 und da sein religiser ,glaube seinen knstlerischen ,genius erneuert und nicht zerstrt hat4 ,es ist seltsam1 da1 wenn man von ,tolstois ,gedanken ber ,wissenschaft und ,kunst spricht1 man gewhnlich das bedeutsamste der ,bcher1 in dem diese ,gedanken zum ,ausdruck gebracht sind1 ,was sollen wir denn tun80 7#ahhd-ahhf71 auer acht lt4 ,in ihm nimmt ,tolstoi zum erstenmal den ,kampf gegen ,wissenschaft und ,kunst auf2 und nie wieder hat irgendeiner der folgenden ,kmpfe diesen ersten ,waffengang an ,heftigkeit bertroffen4 ,man wundert sich1 da bei den jngsten ,angriffen1 die man bei uns gegen die ,selbstgeflligkeit der ,wissenschaft und der ,intellektuellen unternommen hat1 niemand daran gedacht hat1 auf jenes ,werk zurckzukommen4 ,es bildet die furchtbarste ,anklagerede1 die je gegen die ,eunuchen der ,wissenschaft0 und die ,freibeuter der ,kunst0 gehalten wurde1 gegen diese ,kasten des ,geistes1 die1 nachdem sie die alten herrschenden ,kasten -- ,kirche1 ,staat und ,heer -- abgeschafft oder unterjocht1 sich an deren ,stelle gesetzt haben und1 ohne den ,menschen ntzen zu wollen oder zu knnen1 verlangen1 da man sie bewundere1 und da man ihnen blind diene1 die einen schamlosen ,glauben an die ,wissenschaft um der ,wissenschaft willen und an die ,kunst um der ,kunst willen als ,dogma aufstellen1 -- eine lgnerische ,maske1 hinter der sich ihre persnliche ,rechtfertigung zu verbergen sucht1 die ,verteidigung ihrer ungeheueren ,selbstsucht und ihrer ,nichtigkeit4 ,sagt mir nicht etwa10 fhrt ,tolstoi fort1 da ich ,kunst und ,wissenschaft verwerfe4 ,ich verwerfe sie nicht nur nicht1 sondern in ihrem ,namen will ich die ,tempelschnder verjagen40 ,wissenschaft und ,kunst sind so notwendig wie ,brot und ,wasser1 sogar noch notwendiger444 ,die wahre ,wissenschaft ist die ,wissenschaft von der wahren ,gte in allen ,menschen4 ,die wahre ,kunst ist der ,ausdruck der ,kenntnis von der wahren ,gte in allen ,menschen40 ,und er verherrlicht die1 welche1 seit ,menschen sind1 auf ,harfen und ,zimbeln1 durch ,wort und ,bild ihren ,kampf gegen die ,doppelzngigkeit zum ,ausdruck gebracht haben2 er verherrlicht ihre ,leiden in diesem ,kampf1 ihre ,hoffnung auf den ,sieg des ,guten1 ihre ,verzweiflung ber den ,sieg des ,bsen und ihre ,begeisterung beim prophetischen ,schauen in die ,zukunft04 ,dann entwirft er das ,bild des wahren ,knstlers in ,worten1 die von schmerzerflltem und schwrmerischem ,feuer durchglht sind3 ,die ,bettigung von ,wissenschaft und ,kunst ist nur fruchtbringend1 wenn sie sich kein ,recht herausnimmt und nur ,pflichten kennt4 ,nur weil ihre ,bettigung dieser ,art ist1 weil ihr ,wesen das ,opfer ist1 verehrt die ,menschheit sie4 ,die ,menschen1 die berufen sind1 den anderen durch ,geistesarbeit zu dienen1 leiden immer in der ,ausbung dieser ,arbeit2 denn die geistige ,welt gebrt nur in ,schmerzen und ,qualen4 ,opfern und leiden1 das ist das ,los des ,denkers und ,knstlers2 denn sein ,ziel ist das ,wohl der ,menschen4 ,die ,menschen sind unglcklich1 sie leiden1 sie sterben2 man hat nicht ,zeit zum ,miggang und ,vergngen4 ,der ,denker oder der ,knstler verirrt sich nie in olympische ,hhen1 wie wir zu glauben gewohnt sind2 er ist immer in ,bedrngnis und ,erregung4 ,er soll entscheiden und sagen1 was dem ,menschen ,heil bringt1 was ihn vom ,leiden erlst1 und er hat es noch nicht entschieden1 er hat es noch nicht gesagt2 und morgen wird es vielleicht zu spt sein1 und er wird sterben444 ,nicht der ist ,denker und ,knstler1 der in einem ,institut ausgebildet wird1 in dem man ,knstler und ,gelehrte heranbildet 7um die ,wahrheit zu sagen1 man bildet dort ,vernichter von ,kunst und ,wissenschaft heran71 nicht der ist es1 der ,diplome und eine ,anstellung bekommt1 sondern der ist es1 der glcklich wre1 nicht zu denken und nicht dem ,ausdruck zu verleihen1 was ihm in die ,seele gesenkt wurde1 der sich dem aber nicht entziehen kann2 denn zwei unsichtbare ,mchte treiben ihn dazu3 sein innerer ,drang und seine ,menschenliebe4 ,es gibt keine satten1 genieerischen1 selbstzufriedenen ,knstler40#aeh ,diese herrlichen ,zeilen1 die ein tragisches ,licht auf ,tolstois ,genie werfen1 waren geschrieben unter dem augenblicklichen ,einflu des ,kummers1 den der ,anblick des ,elends in ,moskau in ihm hervorrief1 und in der berzeugung1 da ,kunst und ,wissenschaft ,mitverschworene des ganzen bestehenden ,systems gesellschaftlicher ,ungleichheit und heuchlerischer ,gewaltttigkeit seien4 -- ,diese berzeugung sollte er nie verlieren4 ,aber der ,eindruck von seinem ersten ,zusammentreffen mit dem ,weltelend mute sich allmhlich abschwchen2 die ,wunde hrt auf zu bluten#aei2 und in keinem seiner spteren ,bcher findet man das von ,schmerz und rchendem ,zorn erfllte ,beben1 das dieses ,buch durchzittert3 nirgends dieses erhabene ,glaubensbekenntnis des ,knstlers1 der mit seinem ,herzblut schafft1 diese ,begeisterung fr ,opfer und ,leid1 die des ,denkers ,los sind01 diese ,verachtung der olympischen ,kunst ,goethescher ,art4 ,die ,arbeiten1 in denen er spter die ,kritik der ,kunst wieder aufnimmt1 behandeln die ,frage vom literarischen und weniger vom gefhlsmigen ,standpunkt aus2 das ,problem der ,kunst wird darin gesondert von jenem menschlichen ,elend behandelt1 an das ,tolstoi nicht denken kann1 ohne auer sich zu geraten1 wie an dem ,abend nach seinem ,besuch im ,nachtasyl1 wo er bei seiner ,heimkehr verzweiflungsvoll weint und schluchzt4 ,man knnte nicht behaupten1 da jene lehrhaften ,werke jemals kalt seien4 ,kalt zu sein ist ihm berhaupt unmglich4 ,bis an sein ,lebensende bleibt er derselbe1 der einst an ,fet schrieb3 ,wenn man seine ,gestalten1 selbst die unwesentlichsten1 nicht liebt1 mu man sie derart schlechtmachen1 da es dem ,himmel hei wird1 oder sich ber sie lustig machen1 bis einem der ,bauch platzt40#afj ,illustration3 ,tolstoi im ,jahre #aiji ,in seinen ,schriften ber die ,kunst lt er sich nichts davon entgehen4 ,die negative ,seite -- ,beleidigungen und beiender ,spott -- ist darin so stark1 da nur sie ,eindruck auf die ,knstler gemacht hat4 ,er traf damit ihren ,aberglauben und ihre ,empfindlichkeit zu heftig1 als da sie nicht in dem ,feind ihrer ,kunst den ,feind jeglicher ,kunst berhaupt gesehen htten4 ,aber immer geht die ,kritik bei ,tolstoi ,hand in ,hand mit ,besserungsvorschlgen4 ,er reit niemals nieder1 um niederzureien1 sondern um wiederaufzurichten4 ,und in seiner ,bescheidenheit behauptet er sogar1 nichts ,neues aufzubauen2 er verteidigt die ,kunst1 die immer war und immer sein wird1 gegen die falschen ,knstler1 die sie ausbeuten und herabwrdigen3 ,die echte ,wissenschaft und die echte ,kunst haben immer bestanden und werden immer bestehen2 es ist unmglich und nutzlos1 sie in ,abrede zu stellen01 schrieb er mir im ,jahre #ahhg in einem ,brief1 zehn ,jahre bevor seine berhmte ,abhandlung ber die ,kunst#afa erschien4 ,das ganze bel von heute kommt daher1 da die sogenannten zivilisierten ,leute1 denen die ,gelehrten und ,knstler zur ,seite stehen1 eine privilegierte ,kaste sind1 wie die ,priester4 ,und diese ,kaste hat alle ,fehler einer jeden ,kaste4 ,sie erniedrigt und entwrdigt das ,prinzip1 in dessen ,namen sie sich bildet4 ,das1 was man bei uns ,wissenschaft und ,kunst nennt1 ist nichts als ein grenzenloser ,humbug1 ein groer ,aberglaube1 auf den wir gewhnlich hereinfallen1 sobald wir uns von dem alten ,kirchenaberglauben freigemacht haben4 ,will man den ,weg1 den man zu beschreiten hat1 klar vor sich sehen1 so mu man beim ,anfang anfangen1 -- man mu die ,kapuze1 die wohl wrmt1 aber die ,augen verdeckt1 abnehmen4 -- ,die ,versuchung ist gro4 ,wir werden auf einer gewissen ,hhe geboren1 oder wir schwingen uns zu ihr auf2 und wir finden uns unter den ,bevorzugten1 den ,priestern der ,zivilisation1 der ,kultur1 wie die ,deutschen sagen4 ,wir bedrfen1 wie die brahmanischen oder katholischen ,priester1 groer ,aufrichtigkeit und ,wahrheitsliebe1 um die ,grundstze1 die uns diese vorteilhafte ,stellung sichern1 anzuzweifeln4 ,aber ein ernster ,mensch1 den das ,problem des ,lebens beschftigt1 kann nicht zgern4 ,um zum klaren ,schauen durchzudringen1 mssen wir uns von dem ,aberglauben freimachen1 wo immer er sich findet1 selbst wenn er uns ,vorteile brchte4 ,das ist eine conditio sine qua non444 ,nicht aberglubisch sein4 ,sich in die ,gemtsverfassung eines ,kindes oder eines ,cartesius versetzen4440 ,diesen modernen ,kunstaberglauben1 in dem sich gewisse ,kreise gefallen1 diesen ,mordshumbug01 deckt ,tolstoi in seinem ,buche ,was ist ,kunst80 auf4 ,schonungslos zeigt er das ,lcherliche daran1 die ,armseligkeit1 die ,heuchelei1 die vollstndige ,verderbnis4 ,er macht reinen ,tisch mit allem4 ,er bringt zu dieser ,zerstrungsarbeit die ,freude eines ,kindes mit1 das seine ,spielsachen entzweischlgt4 ,dieser ganze kritische ,teil ist oft voller ,humor1 aber auch voller ,ungerechtigkeit3 dafr ist es eine ,kampfschrift4 ,tolstoi bedient sich jeder ,waffe und haut darauf los1 ohne achtzugeben1 wen er trifft4 ,so kommt es recht hufig vor -- wie in allen ,schlachten --1 da er ,leute verwundet1 die er htte verteidigen mssen1 z4 ,b4 ,ibsen oder ,beethoven4 ,das ist der ,nachteil seiner ,heftigkeit1 die ihm nicht gengend ,zeit zur berlegung lt1 bevor es zum ,handeln kommt1 seiner blinden ,leidenschaft1 die ihn oft die ,schwche seiner ,grnde nicht erkennen lt1 und -- sagen wir es offen -- es ist auch die ,folge seiner unzureichenden knstlerischen ,kultur4 ,was kann er1 abgesehen von seinem literarischen ,wissen1 schlielich von der zeitgenssischen ,kunst kennen8 ,was hat dieser ,landedelmann1 der drei ,viertel seines ,lebens in seinem moskowitischen ,dorf zubrachte1 der seit #ahfj nicht mehr nach ,europa gekommen ist1 von ,malerei sehen1 was hat er von europischer ,musik hren knnen8 ,und was hat er sonst1 die ,schulen ausgenommen1 die allem ihn interessierten1 gesehen8 ,die ,malerei beurteilt er nach dem ,hrensagen1 nennt als ,dekadente0 ,puvis1 ,manet1 ,monet1 ,bcklin1 ,stuck und ,klinger bunt durcheinander1 bewundert in bestem ,glauben ,jules ,breton und ,lhermitte wegen ihrer guten ,gesinnung1 verachtet ,michelangelo und erwhnt unter den ,malern1 die sich in das ,seelenleben ihrer ,modelle zu vertiefen wuten1 nicht einmal ,rembrandt4 -- ,fr die ,musik hat er ein viel feineres ,verstndnis#afb1 aber er kennt sie kaum3 er kommt ber seine ,kindheitseindrcke nicht hinaus1 hlt sich an jene1 die schon um #ahdj zu den ,klassikern gehrten1 und hat 7auer ,tschaikowsky1 dessen ,musik ihn zum ,weinen bringt7 seitdem nichts kennengelernt2 er wirft im ,grunde ,brahms und ,richard ,strau in einen ,topf1 erteilt ,beethoven eine ,lektion#afc und glaubt nach einer einzigen ,siegfried0-,auffhrung1 die er nicht einmal von ,anfang an und nur bis zur ,mitte des zweiten ,aktes gehrt hat1 genug von ,wagner zu kennen1 um ber ihn zu urteilen#afd4 -- ,in der ,literatur wei er selbstverstndlich etwas besser ,bescheid4 ,und doch1 aus welch sonderbarer ,verirrung mag er es gerade vermeiden1 die russischen ,schriftsteller1 die er gut kennt1 zu beurteilen1 whrend er es sich angelegen sein lt1 fremde ,dichter abzuurteilen1 deren ,wesensart von der seinen grundverschieden ist1 und in deren ,bchern er nur mit berlegener ,nachlssigkeit blttert6#afe ,sein unbekmmertes ,selbstvertrauen wchst noch mit dem ,alter4 ,schlielich kommt er so weit1 ein ,buch zu schreiben1 um zu beweisen1 da ,shakespeare kein ,knstler0 war4 ,er konnte wei ,gott was gewesen sein1 aber ein ,knstler war er nicht60#aff ,diese ,sicherheit mu man bewundern4 ,tolstoi schwankt nicht4 ,er untersucht nichts4 ,sein ist die ,wahrheit4 ,er sagt ohne weiteres3 ,die ,neunte ,symphonie ist ein ,werk1 das die ,menschen entzweit40 ,oder3 ,auer der berhmten ,air fr ,violine von ,bach1 dem ,nocturno in ,es-,dur von ,chopin und etwa zehn ausgewhlten ,stcken von ,haydn1 ,mozart1 ,weber1 ,beethoven und ,chopin1 und selbst diesen nicht ganz1 kann alles brige zurckgewiesen und miachtet werden als eine ,kunst1 die die ,menschen entzweit40 ,oder3 ,ich werde beweisen1 da ,shakespeare selbst nicht als ,schriftsteller vierter ,ordnung betrachtet werden kann4 ,und als ,charakterzeichner ist er gleich ,null40 ,da die brige ,menschheit anderer ,ansicht ist1 kann ihn nicht beirren2 im ,gegenteil4 ,meine ,meinung01 schreibt er stolz1 weicht vollstndig von der ab1 die sich ber ,shakespeare in der ganzen europischen ,welt gebildet hat40 ,in seiner ,angst vor der ,lge wittert er sie berall2 und je mehr eine ,idee allgemein verbreitet ist1 um so mehr strubt er sich gegen sie2 er mitraut ihr1 er vermutet in ihr1 wie er ber den ,ruhm ,shakespeares urteilt1 einen jener seuchenartig auftretenden ,einflsse1 denen die ,menschen immer unterliegen4 ,wie die ,kreuzzge des ,mittelalters1 der ,hexenglaube1 das ,suchen nach dem ,stein der ,weisen1 die ,tulpennarrheit4 ,die ,menschen sehen erst die ,verrcktheit dieser ,einflsse1 wenn sie sich von ihnen freigemacht haben4 ,mit der ,entwicklung der ,presse sind diese ,seuchen ganz auerordentlich geworden40 -- ,und als ,typus nennt er die allerletzte dieser ansteckenden ,krankheiten1 die ,dreyfusaffre1 von der er1 der ,feind aller ,ungerechtigkeiten1 der ,verteidiger aller ,unterdrckten1 mit einer geradezu verchtlichen ,gleichgltigkeit spricht#afg4 ,ein gar bezeichnendes ,beispiel dafr1 wohin ihn seine ,verachtung der ,lge und jene instinktive ,abneigung gegen die moralischen ,seuchen01 deren er sich selbst beschuldigt1 ohne sie bekmpfen zu knnen1 fhren konnte4 ,eine ,umkehrung menschlicher ,tugenden1 eine unbegreifliche ,verblendung fhrt diesen ,kenner der ,seelen1 diesen ,erwecker der leidenschaftlichen ,krfte dazu1 den ,knig ,lear0 als albernes ,werk0 und die stolze ,cordelia als ,geschpf ohne jeden ,charakter0 zu kennzeichnen#afh4 ,man beachte1 da er sehr wohl gewisse tatschliche ,fehler bei ,shakespeare sieht1 die wir einzugestehen nicht aufrichtig genug sind3 so die geknstelte ,art der dichterischen ,sprache1 die unterschiedslos allen ,personen verliehen wird1 die ,rhetorik1 gleichgltig ob es sich um ,leidenschaft1 ,heldentum oder die einfachsten ,vorkommnisse handelt4 ,und ich begreife vollkommen1 da ein ,tolstoi1 der von allen ,schriftstellern am wenigsten ,literat war1 keine ,neigung versprte zu der ,kunst dessen1 der der genialste unter den ,literaten gewesen ist4 ,aber weshalb seine ,zeit verlieren1 mit ,reden ber das1 was man nicht zu verstehen vermag1 und welchen ,wert knnen ,urteile ber eine ,welt haben1 die uns verschlossen bleibt8 ,keinen ,wert1 wenn wir darin den ,schlssel zu diesen fremden ,welten suchen4 ,einen unschtzbaren ,wert1 wenn wir von ihnen den ,schlssel zur ,kunst ,tolstois fordern4 ,von einem schpferischen ,genie verlangt man keine kritische ,objektivitt4 ,wenn ein ,wagner1 ein ,tolstoi von ,beethoven oder von ,shakespeare sprechen1 so sprechen sie nicht von ,beethoven oder von ,shakespeare1 sondern von sich selbst3 sie stellen ihr ,ideal auf4 ,sie bemhen sich nicht einmal1 uns darber zu tuschen4 ,um ,shakespeare zu beurteilen1 versucht ,tolstoi nicht1 sich objektiv0 zu geben4 ,vielmehr macht er ,shakespeare seine objektive ,kunst zum ,vorwurf4 ,der ,maler von ,krieg und ,frieden01 der ,meister der unpersnlichen ,kunst1 kann gar nicht genug ,verachtung aufbringen fr jene deutschen ,kritiker1 die im ,anschlu an ,goethe ,shakespeare erfanden0 und die ,theorie1 da die ,kunst objektiv sein mu1 das heit1 da sie die ,menschen ungeachtet jedes sittlichen ,wertes darstellen mu1 -- was die ,verneinung des religisen ,wesens der ,kunst bedeutet04 ,so verkndet ,tolstoi seine knstlerischen ,urteile von einer hohen ,glaubenswarte herab4 ,in seinen ,kritiken darf man keinen persnlichen ,hintergedanken suchen4 ,er stellt sich nicht als ,beispiel hin2 er ist ebenso unerbittlich gegen seine ,werke1 wie gegen die der anderen#afi4 ,was will er also1 und was bedeutet fr die ,kunst das religise ,ideal1 das er aufstellt8 ,dieses ,ideal ist wundervoll4 ,das ,wort religise ,kunst0 kann leicht ber den ,umfang des ,begriffes tuschen4 ,weit davon entfernt1 die ,kunst einzuengen1 erweitert ,tolstoi sie vielmehr4 ,die ,kunst01 sagt er1 ist berall40 ,die ,kunst durchdringt unser ganzes ,leben2 was wir ,kunst nennen1 ,theater1 ,konzerte1 ,bcher und ,ausstellungen1 das ist nur der kleinste ,teil davon4 ,unser ,leben ist erfllt von knstlerischen ,offenbarungen aller ,arten1 von den ,kinderspielen an bis zu den religisen ,gebruchen4 ,die ,kunst und die ,rede sind die beiden ,organe des menschlichen ,fortschrittes4 ,die eine verbindet die ,herzen und die andere die ,gedanken4 ,wenn eine von beiden verflscht ist1 so ist die ,gesellschaft krank4 ,die ,kunst von heute ist verflscht40 ,seit der ,renaissance kann man nicht mehr von der ,kunst der christlichen ,nationen sprechen4 ,die ,klassen haben sich gespalten4 ,die ,reichen1 die ,bevorzugten haben sich angemat1 das ,monopol auf die ,kunst fr sich in ,anspruch zu nehmen2 und ihr ,vergngen haben sie zum ,kriterium der ,schnheit gemacht4 ,indem sich die ,kunst von den ,armen entfernte1 ist sie selbst verarmt4 ,die ,gefhle1 welche die bewegen1 die nicht fr ihren ,lebensunterhalt arbeiten1 sind weit weniger mannigfaltig als die ,gefhle der ,arbeitenden4 ,nur deren drei beherrschen unsere heutige ,gesellschaft3 der ,hochmut1 die ,sinnlichkeit und der ,lebensberdru4 ,diese drei ,gefhle und ihre ,verstelungen bilden fast ausschlielich den ,gegenstand der ,kunst der ,reichen40 ,illustration3 ,tolstoi beim ,tee mit den ,bauern im ,jahre #aiji ,sie verseucht die ,welt1 sie verdirbt das ,volk1 sie begnstigt den sexuellen ,niedergang1 sie ist das schlimmste ,hindernis fr die ,verwirklichung menschlichen ,glckes geworden4 ,sie ist auerdem ohne wirkliche ,schnheit1 ohne ,natrlichkeit1 ohne ,aufrichtigkeit1 -- eine gezierte1 gemachte ,gehirnkunst4 ,dieser sthetenlge1 diesem ,zeitvertreib der ,reichen gegenber wollen wir die lebendige ,kunst aufrichten1 die menschliche ,kunst1 die die ,menschen aller ,klassen und aller ,nationen eint4 ,die ,vergangenheit liefert uns dafr ruhmreiche ,vorbilder4 ,immer hat die ,mehrheit der ,menschen das1 was wir als erhabenste ,kunst ansehen1 verstanden und geliebt3 die ,schpfungsgeschichte1 die ,gleichnisse des ,evangeliums1 die ,legenden1 die ,mrchen1 die ,volkslieder40 ,die grte ,kunst ist jene1 die das religise ,gewissen der ,zeit widerspiegelt4 ,darunter darf man aber nicht eine ,lehre der ,kirche verstehen4 ,jede ,gemeinschaft hat einen religisen ,lebensbegriff3 nmlich das ,ideal vom grten ,glck1 das diese ,gemeinschaft erstrebt40 ,alle haben dafr ein mehr oder weniger klares ,gefhl2 einige ,vorkmpfer bringen es deutlich zum ,ausdruck4 ,ein religises ,gewissen besteht immer4 ,es ist das ,bett1 in dem der ,strom dahinfliet40 ,das religise ,gewissen unserer ,zeit ist das ,streben nach einem ,glck1 das durch die ,verbrderung der ,menschen verwirklicht wird4 ,es gibt keine wahre ,kunst auer der1 die auf dieses ,ziel hinarbeitet4 ,die hchststehende ,kunst erreicht dies unmittelbar durch die ,macht der ,liebe4 ,aber es gibt noch eine andere1 die bei derselben ,aufgabe mitwirkt1 indem sie alles1 was sich der ,verbrderung entgegenstellt1 mit den ,waffen der ,entrstung und der ,verachtung bekmpft4 ,dahin gehren die ,romane von ,dickens und ,dostojewski1 ,die ,elenden0 von ,victor ,hugo1 die ,bilder von ,millet4 ,selbst ohne diese ,hhen zu erreichen1 bringt jede ,kunst1 die das tgliche ,leben mitfhlend und wahr darstellt1 die ,menschen einander nher1 z4 ,b4 der ,don ,quichotte0 und die ,theaterstcke von ,molire4 ,es ist richtig1 da die letztere ,kunstgattung gewhnlich an ihrem zu peinlich genauen ,realismus und an ,erfindungsarmut leidet1 wenn man sie mit den alten ,vorbildern1 z4 ,b4 der erhabenen ,josephsgeschichte1 vergleicht04 ,die bertriebene ,genauigkeit in der ,wiedergabe der ,einzelheiten schadet den ,werken1 und sie knnen deshalb nicht ,allgemeingut werden4 ,die modernen ,werke werden durch einen ,realismus verdorben1 den man richtiger ,kunstprovinzialismus nennen sollte40 ,so verdammt ,tolstoi ohne ,zgern die ,grundzge seines eigenen ,schaffens4 ,was liegt ihm daran1 sich ganz fr die ,zukunft einzusetzen -- auf die ,gefahr hin1 da von ihm selbst nichts mehr brigbleibt8 ,die knftige ,kunst wird nicht die gegenwrtige fortsetzen1 sie wird sich auf anderen ,grundlagen aufbauen4 ,sie wird nicht mehr ,eigentum einer einzelnen ,klasse sein4 ,die ,kunst ist kein ,geschft1 sie ist der ,ausdruck echten ,empfindens4 ,der ,knstler kann nur dann echt empfinden1 wenn er sich nicht absondert1 wenn er das natrliche ,leben eines ,menschen fhrt4 ,deshalb ist auch ein in gesicherten ,verhltnissen ,lebender zum ,schaffen am schlechtesten in der ,lage40 ,in ,zukunft werden alle begabten ,menschen ,knstler sein knnen04 ,die knstlerische ,bettigung wird jedem zugnglich sein dadurch1 da man in den ,volksschulen den ,unterricht in ,musik und ,malerei einfhrt1 der jedem ,kind gleichzeitig mit den ersten grammatischen ,grundbegriffen erteilt wird04 ,auerdem wird die ,kunst kein so kompliziertes ,verfahren mehr notwendig machen wie heute2 sie wird sich der ,einfachheit1 der ,klarheit und der ,bndigkeit nhern1 die das ,merkmal der klassischen unverbildeten ,kunst1 der ,kunst ,homers1 sind#agj4 ,wie schn wird es sein1 allgemein gltige ,gefhle mit reinen ,linien in diese ,kunst zu bertragen6 ,eine ,erzhlung oder ein ,lied fr ,millionen von ,menschen verfassen1 ein ,bild fr sie zeichnen1 ist viel wichtiger -- und schwieriger --1 als einen ,roman oder eine ,symphonie schreiben4 ,es ist ein ungeheuer groes und fast unbetretenes ,gebiet4 ,dank solchen ,werken werden die ,menschen das ,glck brderlicher ,vereinigung kennenlernen4 ,die ,kunst mu die ,gewalt unterdrcken1 und nur sie kann es4 ,ihre ,sendung ist1 das ,reich ,gottes erstehen zu lassen1 will sagen das ,reich der ,liebe40#aga ,wer von uns mchte sich nicht diese hochherzigen ,worte zu eigen machen8 ,und wer sieht nicht1 bei aller ,phantastik und ,naivitt1 das ,lebendige und ,fruchtbringende in ,tolstois ,gedanken6 ,ja1 unsere ,kunst als ,ganzes ist nur der ,ausdruck einer ,klasse1 die sich wiederum von einer ,nation zur anderen in kleine1 einander feindliche ,stmme scheidet4 ,in ,europa gibt es nicht einen ,knstler1 der die ,vereinigung der ,parteien und ,rassen verwirklicht4 ,der universellste in unserer ,zeit war gerade ,tolstoi selbst4 ,in ihm haben wir ,menschen aller ,vlker und aller ,klassen einander geliebt4 ,und wer1 wie wir1 die hehre ,freude dieser groen ,liebe gekostet hat1 wird sich nicht mehr mit den kmmerlichen ,abfllen von der groen ,menschenseele begngen knnen1 die uns die ,kunst der europischen ,literaturkreise darbietet4 ,die schnste ,theorie hat erst ,wert durch die ,werke1 in denen sie sich erfllt4 ,bei ,tolstoi sind ,theorie und ,schaffen1 wie ,glauben und ,handeln1 stets im ,einklang4 ,zur selben ,zeit1 da er an seiner ,kritik der ,kunst0 arbeitete1 gab er ,musterbeispiele der neuen ,kunst1 wie er sie wollte1 -- der zwei ,kunstformen1 der einen erhabeneren und der anderen weniger reinen1 aber beide religis0 im menschlichsten ,sinn1 -- der einen1 die an der ,einigung der ,menschen durch ,liebe arbeitet1 und der anderen1 welche die der ,liebe feindliche ,welt bekmpft4 ,er schrieb folgende ,meisterwerke3 ,der ,tod des ,iwan ,iljitsch0 7#ahhd-ahhf71 ,volkserzhlungen0 7#ahha bis #ahhf71 ,die ,macht der ,finsternis0 7#ahhf71 ,die ,kreuzersonate0 7#ahhi7 und ,der ,herr und sein ,knecht0 7#ahie7agb4 ,als ,gipfel und zugleich ,grenzstein dieser knstlerischen ,periode ragt wie ein ,dom mit zwei ,trmen1 deren einer die ewige ,liebe1 deren anderer den ,ha der ,welt versinnbildlicht1 die ,auferstehung0 7#ahii7 empor4 ,alle diese ,werke unterscheiden sich von den vorhergehenden durch neue knstlerische ,ansichten4 ,tolstoi hatte nicht nur seine ,meinung ber den ,gegenstand der ,kunst1 sondern auch ber ihre ,form gendert4 ,beim ,lesen von ,was ist ,kunst80 oder dem ,buch ber ,shakespeare ist man erstaunt ber die ,richtlinien1 die er fr den ,geschmack und die ,ausdrucksweise gibt4 ,die meisten stehen in ,widerspruch zu seinen frheren greren ,werken4 ,klarheit1 ,einfachheit1 ,bndigkeit0 lesen wir in ,was ist ,kunst804 ,miachtung der stofflichen ,wirkung4 ,verdammung des kleinlichen ,realismus4 -- ,und im ,shakespeare03 das ganz klassische ,ideal von ,vollkommenheit und ,ma4 ,ohne ,gefhl fr ,ma kann kein ,knstler bestehen40 -- ,und wenn auch der alte ,mann seine geniale ,art zu analysieren und sein angeborenes ,ungestm1 die sich in mancher ,hinsicht sogar noch mehr als frher offenbaren1 gnzlich verleugnet1 so hat sich doch seine ,kunst wesentlich verndert durch die krftiger betonte ,klarheit der ,zeichnung1 durch die psychologische ,straffung1 durch die ,geschlossenheit des inneren ,dramas1 das in sich selbst zusammengezogen ist wie ein zum ,losspringen bereites ,raubtier#agc1 durch das allumfassende ,gefhl1 das von flchtigen ,einzelheiten eines lokal gefrbten ,realismus befreit ist1 und endlich durch die bilderreiche1 saftstrotzende ,sprache1 die ,erdgeruch ausstrmt4 ,seine ,liebe zum ,volk hatte ihn seit langem an der ,schnheit der volkstmlichen ,sprache ,geschmack finden lassen4 ,als ,kind war er mit ,geschichten umherziehender ,erzhler eingelullt worden4 ,als reifem ,mann und berhmtem ,schriftsteller bereitete es ihm einen knstlerischen ,genu1 mit seinen ,bauern zu plaudern4 ,von diesen ,leuten01 sagte er spter zu ,paul ,boyer1 kann man nur lernen4 ,als ich frher mit ihnen oder mit jenen ,wanderburschen1 die1 den ,rucksack auf der ,schulter1 unser ,land durchziehen1 plauderte1 schrieb ich mir sorgfltig diejenigen ihrer ,ausdrcke auf1 die ich zum erstenmal hrte1 gute1 gediegene1 altrussische ,ausdrcke1 die oft aus unserer modernen literarischen ,sprache verschwunden sind444 ,ja1 der ,geist der ,sprache ist in diesen ,menschen lebendig4440 ,er mute umso empfnglicher dafr sein1 als sein ,geist nicht von ,literatur beschwert war#agd4 ,dadurch1 da er fern von ,stdten unter ,bauern lebte1 hatte er sich ein wenig die ,denkart des ,volkes angeeignet4 ,er hatte von ihnen die langsame ,redeweise1 die klgelnde berlegung1 die ,schritt um ,schritt geht1 um dann mit pltzlichem ,ruck ,halt zu machen1 die ,neigung1 einen ,gedanken1 den man fr unbedingt richtig hlt1 unendlich oft1 ohne sich beirren zu lassen1 mit denselben ,worten zu wiederholen4 ,aber das waren eher die ,mngel als die ,vorzge4 ,erst mit der ,zeit bekam er das richtige ,verstndnis fr den verborgenen ,sinn der ,volkssprache1 ihre ,bildhaftigkeit1 ihre poetische ,derbheit1 ihre ,flle legendrer ,weisheit4 ,mit ,krieg und ,frieden0 hatte er sich zum erstenmal ihrem ,einflu unterworfen4 ,im ,mrz #ahgb schrieb er an ,strakow3 ,ich habe meine ,rede- und ,schreibweise gendert4 ,die ,volkssprache hat ,tne1 um all das auszudrcken1 was ein ,dichter zu sagen hat1 und ich liebe sie sehr4 ,sie ist der beste dichterische ,gradmesser4 ,will man etwas zu stark1 bertrieben oder verkehrt ausdrcken1 so ertrgt es die ,sprache nicht4 ,unsere literarische ,sprache dagegen hat kein ,knochengerst1 man kann sie nach jeder ,richtung hin- und herzerren1 und es sieht immer noch alles nach ,literatur aus40#age ,das ,volk war ihm nicht nur fr seine ,ausdrucksweise vorbildlich1 er verdankte ihm auch mancherlei dichterische ,eingebungen4 ,im ,jahre #ahgg kam ein ,bylinenerzhler nach ,jasnaja ,poljana1 und ,tolstoi schrieb etliche seiner ,geschichten auf4 ,unter anderen die ,legende3 ,wovon die ,menschen leben0 und ,drei ,greise01 die1 wie man wei1 zwei der schnsten ,geschichten in den ,volkserzhlungen0 bilden1 die ,tolstoi einige ,jahre spter verffentlichte#agf4 ,diese ,volkserzhlungen0 sind ein in der modernen ,kunst einzigartiges ,werk4 ,ein ber aller ,kunst stehendes ,werk2 denn wer denkt1 wenn er es liest1 an ,literatur8 ,der ,geist des ,evangeliums1 die reine ,liebe aller ,menschenbrder eint sich mit der lchelnden ,einfalt der ,volksweisheit4 ,einfachheit1 ,klarheit1 unaussprechliche ,herzensgte -- und jenes bernatrliche ,licht1 das fr ,augenblicke das ,bild so natrlich berflutet1 umgibt die im ,mittelpunkt der ,handlung stehende ,gestalt des alten ,jelissej#agg mit einem ,heiligenschein1 oder schwebt durch die ,bude des ,schusters ,martin1 der durch seine ,fensterluke zu ebener ,erde die ,fe der ,leute vorbermarschieren sieht1 und den der ,herr besucht in ,gestalt der ,armen1 denen der gute ,schuhflicker schon geholfen hat#agh4 ,oft mischt sich in diesen ,erzhlungen den frommen ,gleichnissen ein gewisser ,duft von orientalischen ,mrchen bei1 von den ,mrchen aus ,tausend und eine ,nacht01 die ,tolstoi seit seiner ,kinderzeit liebte#agi4 ,manchmal auch trbt sich das phantastische ,licht und gibt einer der ,erzhlungen eine unheimliche ,gre4 ,so z4 ,b4 der ,geschichte vom ,muschik ,pachom#ahj1 dem ,mann1 der sich zu ,tode rennt1 um mglichst viel ,land zu bekommen1 so viel ,land1 als er in einem ,tage durchlaufen kann1 und der tot zusammenbricht1 als er am ,ziel anlangt4 ,auf dem ,hgel sa der ,dorflteste am ,boden und sah ihn laufen und er hielt sich mit beiden ,hnden den ,bauch vor ,lachen4 ,und ,pachom strzte4 -- ,ah6 ,bravo6 du ,schelm1 du hast viel ,land ergattert4' ,der lteste stand auf1 schmi ,pachoms ,knecht eine ,schaufel hin mit den ,worten3 ,da1 scharr ihn ein4' ,der ,knecht blieb allein zurck4 ,er schaufelte ein ,grab fr ,pachom1 so lang1 wie dieser vom ,kopf bis zu den ,fen ma1 genau drei ,arschin -- und dann begrub er ihn40 ,fast alle diese ,geschichten enthalten unter ihrer dichterischen ,hlle dieselbe religise ,moral des ,verzichtes und der ,vergebung3 ,bittet fr die1 so euch beleidigen40 ,widerstrebet nicht dem ,bsen40 ,die ,rache ist mein1 spricht der ,herr40 ,und berall und immer als ,hchstes die ,liebe4 ,illustration3 ,tolstoi in seinem ,arbeitszimmer ,tolstoi1 der den ,grund zu einer ,kunst fr alle ,menschen legen wollte1 hat beim ersten ,versuch etwas ,universelles geschaffen4 ,das ,werk hat in der ganzen ,welt einen bleibenden ,erfolg erzielt2 denn es ist frei von allen vergnglichen ,kunstbegriffen2 es hat ,ewigkeitswert4 99 99 99 99 99 ,die ,macht der ,finsternis0 erhebt sich nicht bis zu dieser erhabenen ,herzenseinfalt2 sie macht gar keinen ,anspruch darauf3 es ist die andere ,schneide des ,schwertes4 ,auf der einen ,seite der ,traum von der gttlichen ,liebe1 auf der anderen die furchtbare ,wirklichkeit4 ,beim ,lesen dieses ,dramas kann man beurteilen1 ob ,tolstoi bei seinem ,glauben und seiner ,liebe fr das ,volk es je vermocht htte1 das ,volk auf ,kosten der ,wahrheit zu idealisieren6 ,so unbeholfen er auch in den meisten seiner dramatischen ,versuche gewesen ist#aha1 hier gelangt ,tolstoi zur ,meisterschaft4 ,die ,charaktere und die ,handlung sind mit leichter ,sicherheit hingestellt2 der schne ,nikita01 ,anisja1 in ihrer ungestmen sinnlichen ,leidenschaft1 ,mutter ,matrona1 die mit zynischer ,gutmtigkeit dem ,ehebruch ihres ,sohnes ,vorschub leistet1 und der alte stotternde ,akim1 -- der verkrperte ,gott in einem armseligen ,leib4 -- ,dann das ,sinken ,nikitas1 der aus ,schwche1 ohne schlecht zu sein1 sich in ,snde verstrickt und immer tiefer in ,verbrechen gert1 trotzdem er sich mit ,gewalt dagegen wehrt2 seine ,mutter und seine ,frau ziehen ihn hinein444 ,die ,mnner sind nicht viel wert4 ,aber erst die ,weiber6 ,sie sind wie die wilden ,tiere6 ,nichts frchten sie444 ,solche ,weibsbilder gibt's hierzulande viele ,millionen1 und alle sind sie blind wie die ,maulwrfe1 -- wissen nicht das geringste1 nicht das geringste6444 ,der ,mann1 der lernt immerhin etwas in der ,schenke oder schlielich im ,gefngnis oder in der ,kaserne4 ,aber so'n ,weibsbild6 ,sie sieht nichts und hrt nichts4 ,so lebt sie und so stirbt sie444 ,die ,weiber sind wie blinde junge ,hunde1 die mit der ,nase im ,straendreck hinkriechen4 ,das einzige1 was sie knnen1 sind ihre dummen ,lieder3 ,la la la-la la la444 ,aber was ,la la la1 das wissen sie nicht40#ahb ,dann die schreckliche ,szene von der ,ermordung des neugeborenen ,kindes4 ,nikita will nicht tten4 ,anisja1 die seinetwegen ihren ,gatten umgebracht hat und deren ,nerven seitdem von dem ,verbrechen gefoltert werden1 wird wild1 rasend1 droht ihn preiszugeben und schreit3 ,jetzt bin ich wenigstens nicht mehr allein4 ,jetzt soll er auch ein ,mrder sein4 ,er soll wissen1 wie's tut60 ,nikita zerdrckt das ,kind zwischen zwei ,brettern4 ,mitten in seinem ,verbrechen flieht er entsetzt und droht1 ,anisja und seine ,mutter zu tten4 ,schluchzend fleht er3 ,mtterchen1 ich kann nicht mehr60 ,er glaubt1 das zermalmte ,kind schreien zu hren4 ,wohin soll ich mich retten84440 ,das ist eine shakespearesche ,szene4 -- ,weniger wild1 aber noch qulender ist die ,variante des #d4 ,aktes1 das ,zwiegesprch zwischen dem kleinen ,mdchen und dem alten ,knecht1 die nachts allein im alten ,haus das ,verbrechen1 das drauen begangen wird1 halb hren und halb erraten4 ,schlielich die freiwillige ,shne4 ,nikita kommt mit seinem ,vater1 dem alten ,akim1 ohne ,schuhe zu einer ,hochzeitsfeier4 ,er kniet nieder1 bittet jeden um ,verzeihung und klagt sich aller ,verbrechen an4 ,der alte ,akim ermutigt ihn1 betrachtet ihn mit verzckt schmerzlichem ,lcheln und sagt3 ,das ist ,gottes ,werk60 ,was dem ,drama einen besonderen ,reiz knstlerischer ,art gibt1 ist seine ,bauernsprache4 ,ich habe das ganze ,vokabularium1 das ich mir in ,notizbchern angelegt hatte1 ausgerubert1 um ,die ,macht der ,finsternis' zu schreiben01 uerte ,tolstoi ,paul ,boyer gegenber4 ,diese verblffenden ,bilder1 die der lyrischen und zum ,spott neigenden russischen ,volksseele entstammen1 sind von einem ,schwung und einer ,kraft1 neben denen alle literarischen ,bilder bla erscheinen4 ,tolstoi ergtzt sich an ihnen2 man fhlt1 da der ,dichter ,tolstoi beim ,schreiben seines ,dramas ein ,vergngen darin findet1 diese ,ausdrcke und ,gedanken aufzuzeichnen1 deren ,komik ihm keineswegs entgeht#ahc1 whrend der ,apostel ,tolstoi in ,betrbnis gert ber die ,finsternis der ,seele4 99 99 99 99 99 ,whrend ,tolstoi das ,volk beobachtete und sein ,dunkel durch einen ,lichtstrahl von oben etwas zu erhellen versuchte1 widmete er dem noch weit tieferen ,dunkel der reichen und brgerlichen ,klassen zwei ,romane voll tragdienhafter ,handlung4 ,man fhlt1 da zu jener ,zeit die dramatische ,form sein knstlerisches ,denken beherrscht4 ,der ,tod des ,iwan ,iljitsch0 und die ,kreuzersonate0 sind alle beide richtige1 auf das knappste ,ma zusammengedrngte ,seelendramen2 und in der ,kreuzersonate0 erzhlt der ,held des ,dramas selbst das ,drama4 ,der ,tod des ,iwan ,iljitsch0 7#ahhd-hf7 ist eines der russischen ,werke1 die das franzsische ,publikum ganz besonders erschttert haben4 ,ich erwhnte zu ,beginn dieses ,buches1 da ich ,zeuge davon gewesen bin1 wie brgerliche ,leser aus der franzsischen ,provinz1 die sonst der ,kunst ganz fremd gegenberzustehen schienen1 von dieser ,geschichte tief ergriffen waren4 ,das drfte sich dadurch erklren1 da das ,werk mit verblffender ,echtheit einen ,typus jener ,durchschnittsmenschen hinstellt1 jener gewissenhaften ,beamten1 die ohne ,religion1 bar jeden ,ideals und beinahe jeden ,gedankens1 in ihrer ,amtsttigkeit1 in ihrem einfrmigen ,alltagsleben aufgehen bis zur ,todesstunde1 wo sie mit ,entsetzen bemerken1 da sie gar nicht gelebt haben4 ,iwan ,iljitsch ist der ,vertreter jener europischen ,brgerklasse um das ,jahr #ahhj1 in der man ,zola liest1 sich die ,sarah ,bernhardt ansieht und1 ohne irgendeinen ,glauben zu haben1 nicht einmal unglubig ist3 denn man gibt sich gar nicht die ,mhe zu glauben oder nicht zu glauben1 -- man denkt einfach nicht darber nach4 ,mit der ,unerbittlichkeit einer bald strengen1 bald fast komischen ,anklage gegen die ,welt und vornehmlich gegen die ,ehe erffnet ,der ,tod des ,iwan ,iljitsch0 eine ,reihe neuer ,werke2 er ist ,vorbote der noch krasseren ,bilder der ,kreuzersonate0 und der ,auferstehung04 ,beklagenswerte und lcherliche ,leere dieses ,lebens 7wie es deren tausende und abertausende gibt7 mit seinem unnatrlichen ,ehrgeiz1 seinen armseligen ,befriedigungen der ,eigenliebe1 die dabei kaum ,vergngen machen1 -- immerhin noch mehr als den ,abend allein mit seiner ,frau zu verbringen0 --1 beruflichem rger1 verbitternden ,zurcksetzungen und dem einzigen ,glck3 einer ,whistpartie4 ,und dieses lcherliche ,leben bt ,iwan aus einer noch lcherlicheren ,veranlassung ein3 eines ,tages1 als er einen ,vorhang am ,salonfenster anbringen will1 strzt er von der ,leiter4 ,lgnerisches ,leben4 ,lgnerische ,krankheit4 ,lgnerischer ,arzt1 der1 selbst gesund1 nur an sich selber denkt4 ,lgnerische ,familie1 die es vor der ,krankheit ekelt4 ,lgnerische ,frau1 die ,hingebung heuchelt und sich dabei schon zurechtlegt1 wie sie nach dem ,tod ihres ,mannes leben wird4 ,lge ringsum1 der sich allein die ,wahrheit eines mitfhlenden ,dieners entgegenstellt1 der dem ,sterbenden seinen ,zustand nicht zu verbergen sucht und ihm brderlich hilft4 ,iwan ,iljitsch beweint voll unendlichen ,mitleids mit sich selbst0 seine ,vereinsamung und die ,selbstsucht der ,menschen4 ,er leidet entsetzlich bis zu dem ,tage1 an dem er merkt1 da sein vergangenes ,leben eine ,lge war und da er diese ,lge wieder gutmachen kann4 ,allsobald wird alles licht1 -- eine ,stunde vor seinem ,tod4 ,er denkt nicht mehr an sich1 er denkt an die ,seinen1 er erbarmt sich ihrer2 er mu sterben und sie von seiner ,person befreien4 ,wo bist du1 ,schmerz8 -- ,da ist er wieder444 ,recht so1 dauere nur fort4 -- ,und der ,tod8 ,wo ist der8444 -- ,er fand ihn nicht mehr4 ,an ,stelle des ,todes sah er nur einen ,lichtstrahl4 -- ,es ist zu ,ende'1 sagte irgendwer4 -- ,er hrte diese ,worte und wiederholte sie fr sich4 -- ,es gibt keinen ,tod mehr'1 sagte er sich40 ,selbst dieser ,lichtstrahl zeigt sich in der ,kreuzersonate0 nicht mehr4 ,es ist ein ,werk voller ,wildheit2 es strzt sich auf die ,gesellschaft wie ein verwundetes ,tier1 das sich fr ausgestandene ,qualen rcht4 ,man darf nicht vergessen1 da es sich um das ,bekenntnis eines ,menschentieres handelt1 das gettet hat und von dem ,giftstoff der ,eifersucht verseucht ist4 ,tolstoi verbirgt sich hinter seiner ,gestalt4 ,und zweifellos findet man seine ,ideen1 nur im ,ton verstrkt1 in seinen wtenden ,schmhungen gegen die allgemeine ,heuchelei wieder3 die ,heuchelei in der ,frauenerziehung1 in der ,liebe1 in der ,ehe -- jener huslichen ,prostitution0 --1 in der ,gesellschaft1 in der ,wissenschaft1 unter den rzten1 -- jenen ,anstiftern zu ,verbrechen04 ,aber sein ,held reizt ihn zu einer ,brutalitt in der ,ausdrucksweise1 zu einem ,ungestm fleischlicher ,bilder1 -- allen ,begierden eines ausschweifenden ,krpers1 -- und als ,gegenwirkung die ganze ,wut der ,askese1 die haerfllte ,furcht vor den ,leidenschaften1 die ,verfluchung des ,lebens1 gleich der eines mittelalterlichen ,mnches1 den die ,sinnlichkeit verzehrt4 ,als er sein ,buch geschrieben hatte1 war ,tolstoi selbst erschreckt darber3 ,ich hatte keineswegs erwartet10 sagt er in seinem ,nachwort zur ,kreuzersonate01 da eine unerbittliche ,logik mich beim ,schreiben dieses ,werkes dahin fhren wrde1 wohin ich gelangt bin4 ,meine eigenen ,schlufolgerungen haben mich zuerst erschreckt1 und ich war versucht1 sie zu verwerfen2 aber es ist mir unmglich gewesen1 die ,stimme der ,vernunft und des ,gewissens zu berhren40 ,tatschlich nahm er in etwas gemilderter ,form die wilden ,schreie des ,mrders ,posdnischeff gegen ,liebe und ,ehe wieder auf3 ,wer die ,frau -- vor allem seine ,frau -- mit ,sinnlichkeit ansieht1 bricht schon die ,ehe mit ihr4 ,illustration3 ,tolstoi zu ,pferde ,wenn die ,leidenschaften geschwunden sein werden1 dann wird die ,menschheit keine ,existenzberechtigung mehr haben2 dann hat sie das ,gesetz erfllt4 ,die ,vereinigung der ,wesen wird vollkommen sein40 ,er zeigt1 gesttzt auf das ,evangelium ,matthi1 da das christliche ,ideal nicht die ,ehe ist1 da es eine christliche ,ehe nicht geben kann1 da die ,ehe vom christlichen ,standpunkt aus nicht der ,aufwrtsentwicklung1 sondern der ,entartung dient1 und da die ,liebe sowie alles1 was ihr vorangeht oder ihr folgt1 dem wahrhaften ,menschheitsideal im ,wege steht4440#ahd ,aber diese ,ideen hatten sich ihm niemals mit solcher ,klarheit gestaltet1 bevor er sie ,posdnischeff in den ,mund gelegt hatte4 ,wie man es hufig bei groen ,meistern findet1 hat das ,werk den ,schpfer mitgerissen2 der ,knstler eilte dem ,denker voran4 ,die ,kunst hat dabei nichts verloren4 ,an ,macht der ,wirkung1 an temperamentvoller ,straffheit1 deutlicher ,greifbarkeit der ,erscheinungen und an ,flle und ,reichtum der ,form kommt kein anderes ,werk ,tolstois der ,kreuzersonate0 gleich4 ,es bleibt mir noch1 den ,titel zu erklren4 -- ,eigentlich ist er falsch4 ,er tuscht ber das ,werk4 ,die ,musik spielt darin nur eine nebenschliche ,rolle4 ,lt man die ,sonate weg1 so ndert sich nichts4 ,es war unrichtig von ,tolstoi1 zwei ,fragen1 die ihm am ,herzen lagen1 miteinander zu verquicken3 die verderbliche ,macht der ,musik und die der ,liebe4 ,der ,dmon der ,musik htte ein eigenes ,werk verdient2 der ,platz1 den ihm ,tolstoi in diesem zubilligt1 gengt nicht1 die ,gefahr zu beweisen1 wie er es mchte4 ,ich mu bei diesem ,gegenstand ein wenig verweilen1 denn ich glaube nicht1 da man jemals ,tolstois ,verhltnis zur ,musik richtig verstanden hat4 ,es wre weit gefehlt anzunehmen1 da er sie nicht liebte4 ,so frchtet man nur1 was man liebt4 ,man braucht sich nur zu entsinnen1 welchen ,platz die musikalischen ,erinnerungen in der ,kindheit0 einnehmen und ganz besonders im ,eheglck01 wo die ganze ,liebesgeschichte von ihrem ,frhling bis zu ihrem ,herbst sich zwischen den ,stzen der ,beethovenschen ,sonate ,quasi una fantasia0 abspielt4 ,man erinnere sich ferner der wundervollen ,symphonien1 die ,nekludow#ahe und der kleine ,petja in der ,nacht vor seinem ,tode#ahf in sich erklingen hren4 ,wenn ,tolstoi auch nur sehr bedingt musikalisch war#ahg1 so ergriff ihn die ,musik doch bis zu ,trnen1 und er gab sich ihr zu gewissen ,zeiten seines ,lebens mit ,leidenschaft hin4 ,im ,jahre #aheh grndete er in ,moskau eine musikalische ,gesellschaft1 aus der spter das ,moskauer ,konservatorium hervorging4 ,er liebte die ,musik sehr01 schreibt sein ,schwager ,bers4 ,er spielte ,klavier und bevorzugte die klassischen ,meister4 ,oft setzte er sich ans ,klavier1 ehe er an seine ,arbeit ging#ahh4 ,wahrscheinlich kam ihm dabei die knstlerische ,eingebung4 ,er begleitete immer meine jngste ,schwester1 deren ,stimme er sehr gern hatte4 ,ich habe bemerkt1 da die ,empfindungen1 die die ,musik in ihm auslsten1 von einer leichten ,blsse und einem unmerklichen ,verziehen des ,gesichtes begleitet waren1 was anscheinend ,schreck ausdrckte40#ahi ,es war wohl der ,schreck1 den er empfand bei der ,erschtterung durch diese unbekannten ,krfte1 die ihn bis in die ,wurzeln seines ,seins aufrttelten4 ,in dieser ,welt der ,musik fhlte er seinen sittlichen ,willen1 seine ,vernunft1 die ganze ,wirklichkeit des ,lebens dahinschmelzen4 ,man lese in dem ersten ,band von ,krieg und ,frieden0 die ,szene nach1 wo ,nikolaus ,rostow1 der gerade im ,spiel verloren hat1 verzweifelt nach ,hause kommt4 ,er hrt seine ,schwester ,natascha singen und vergit alles4 ,er wartete mit fieberhafter ,ungeduld auf die nchste ,note1 und einen ,augenblick lang gab es auf der ganzen ,welt nichts anderes mehr als den ,dreivierteltakt3 ,oh6 mio crudele affetto6 ,wie sinnlos ist doch unser ,dasein'1 dachte er4 ,glck1 ,geld1 ,ha1 ,ehre1 alles ist nichts444 ,hier ist das ,wahre6444 ,natascha1 mein ,tubchen6444 ,la sehen1 ob sie das betrifft444 ,gott sei ,dank1 sie hat's getroffen6' ,um das b zu verstrken1 begleitete er es in der ,terz4 ,welch ein ,glck6 ich habe es auch getroffen' --1 rief er aus2 und die ,schwingung dieser ,terz erweckte alles ,gute in seinem ,innern4 ,was waren gegen diese bermenschlichen ,empfindungen sein ,verlust im ,spiel und sein verpfndetes ,wort6444 ,torheiten6 ,man konnte tten und stehlen und doch glcklich sein40 ,nikolaus ttet weder1 noch stiehlt er1 und die ,musik bedeutet fr ihn nur eine vorbergehende ,erregung1 aber ,natascha ist nahe daran1 sich an sie zu verlieren4 ,nach einem ,abend in der ,oper1 in jener seltsamen1 sinnlosen1 meilenweit von der ,wirklichkeit entfernten ,welt der ,kunst1 in der ,gut und ,bse1 berspanntheit und ,vernunft sich mengen und mischen01 hrt sie ,anatol ,kuragins ,erklrung an2 er betrt sie1 und sie willigt ein1 sich entfhren zu lassen4 ,je lter ,tolstoi wird1 um so mehr frchtet er die ,musik#aij4 ,ein ,mann1 der ,einflu auf ihn hatte1 ,berthold ,auerbach1 den er im ,jahre #ahfj in ,dresden traf1 bestrkte ihn zweifellos in seinem ,vorurteil4 ,er sprach von der ,musik als von einem pflichtlosen ,genu4 ,nach seiner ,ansicht fhrte sie zur ,verderbnis40#aia ,warum1 so fragt ,camille ,bellaigue#aib1 ist hier gerade ,beethoven gewhlt1 der reinste und keuscheste aller ,musiker1 wo doch die ,auswahl an verderblichen ,musikern so gro ist8 -- ,weil er der ,strkste ist4 ,tolstoi hatte ihn geliebt und liebte ihn noch immer4 ,seine frhesten ,erinnerungen aus der ,kindheit waren mit der ,pathtique0 verknpft2 und als ,nekludow am ,schlu der ,auferstehung0 das ,andante der ,c-,moll ,symphonie spielen hrt1 kann er nur mit ,mhe seine ,trnen zurckhalten2 er empfand ,mitleid mit sich selbst und mit denen1 die er liebte04 -- ,man hat indessen gesehen1 mit welcher ,erbitterung ,tolstoi sich in ,was ist ,kunst80#aic ber die krankhaften ,werke des tauben ,beethoven0 vernehmen lt1 und schon im ,jahre #ahgf hatte die ,wut1 mit der er ,beethoven zu vernichten und ,zweifel an seinem ,genie zu uern liebte01 ,tschaikowsky emprt und seine ,bewunderung fr ,tolstoi abgekhlt4 ,die ,kreuzersonate0 lt uns die fanatische ,ungerechtigkeit so ganz erkennen4 ,was wirft ,tolstoi ,beethoven vor8 ,seine ,macht4 ,als er die ,c-,moll ,symphonie hrt und von ihr aus der ,fassung gebracht wird1 lehnt er sich1 wie auch ,goethe dies tat1 voll ,zorn gegen den ,meister auf1 der ihn beherrschen und unter seinen ,willen zwingen will#aid4 ,diese ,musik01 sagt ,tolstoi1 versetzt mich sofort in den ,seelenzustand1 in dem der war1 der sie schrieb444 ,die ,musik sollte eine ,staatsangelegenheit sein wie in ,china4 ,man drfte nicht zugeben1 da der erste beste ber eine so furchtbare hypnotische ,macht verfge444 ,so etwas 7das erste ,presto der ,sonate7 sollte eigentlich nur bei gewissen bedeutsamen ,gelegenheiten gespielt werden drfen40 ,und man mu sehen1 wie ,tolstoi nach diesem ,aufbegehren der ,macht ,beethovens weicht1 und wie diese ,macht nach seinem eigenen ,zugestndnis rein und veredelnd ist4 ,beim ,hren des ,musikstcks verfllt ,posdnischeff in einen unerklrlichen ,zustand1 ber den er keine ,rechenschaft ablegen kann1 dessen ,bewutsein ihn aber frhlich macht4 ,die ,eifersucht hat keinen ,raum mehr in ihm40 ,die ,frau ist nicht weniger verwandelt4 ,sie hat1 whrend sie spielt1 einen ,ausdruck erhabenen ,ernstes01 dann1 als sie mit dem ,spielen zu ,ende1 ein kleines schwaches1 glckseliges ,lcheln0444 ,was ist an all dem so sonderbar8 -- ,da der ,geist ,sklave ist1 und da die unbekannte ,macht der ,tne aus ihm machen kann1 was sie will4 ,ihn zerstren1 wenn es ihr gefllt4 ,das ist wahr2 aber ,tolstoi vergit nur eines3 da die meisten1 die ,musik hren oder machen1 nur ber ein sehr schwaches ,seelenleben verfgen4 ,die ,musik kann fr die1 die nichts fhlen1 kaum gefhrlich werden4 ,der ,anblick1 den der ,zuschauerraum der ,oper whrend einer ,salome0-,auffhrung bietet1 ist wohl dazu angetan1 einen ber die ,unempfindlichkeit des ,publikums gegenber den ungesundesten ,aufregungen in der ,tonkunst zu beruhigen4 ,man mu ein so reiches ,seelenleben wie ,tolstoi haben1 um in die ,gefahr zu kommen1 darunter zu leiden4 -- ,sicher ist1 da ,tolstoi1 trotz seiner verletzenden ,ungerechtigkeit gegen ,beethoven1 dessen ,musik tiefer empfindet als die meisten von denen1 die sich heute dafr begeistern4 ,er kennt zum mindesten diese frenetischen ,leidenschaften1 diese wilde ,heftigkeit1 die in der ,kunst des tauben ,alten0 grollen und die heute kaum ein ,virtuose oder ein ,orchester mehr fhlt4 ,sein ,ha htte vielleicht ,beethoven mehr gefreut als die ,liebe mancher ,beethovenianer4 ,zehn ,jahre liegen zwischen der ,kreuzersonate0 und der ,auferstehung0#aie1 zehn ,jahre1 die mehr und mehr von moralischer ,pionierarbeit ausgefllt werden4 ,und wiederum zehn ,jahre zwischen der ,auferstehung0 und dem ,endziel1 dem dieses ,leben1 hungernd nach dem ,ewigen1 zustrebt4 ,die ,auferstehung0 ist in gewissem ,sinne das knstlerische ,testament ,tolstois4 ,sie beherrscht das ,ende seines ,lebens1 wie ,krieg und ,frieden0 die ,zeit seiner ,reife krnt4 ,es ist der letzte ,gipfel1 der hchste vielleicht1 -- wenn nicht der machtvollste1 -- dessen unsichtbare ,spitze#aif sich im ,nebel verliert4 ,tolstoi ist siebzig ,jahre alt4 ,er betrachtet die ,welt1 sein ,leben1 seine frheren ,irrtmer1 seinen ,glauben1 seinen heiligen ,zorn von oben herab4 ,derselbe ,gedanke wie in den frheren ,werken2 derselbe ,kampf gegen die ,heuchelei2 aber wie in ,krieg und ,frieden0 schwebt der ,geist des ,knstlers ber seinem ,stoff2 die finstere ,ironie1 das unruhvolle ,wesen in der ,kreuzersonate0 und dem ,tod des ,iwan ,iljitsch0 vermischt er mit einer religisen ,abgeklrtheit1 die er ausstrahlt und die nicht mehr von dieser ,welt ist4 ,man knnte manchmal von einem christlichen ,goethe sprechen4 ,illustration3 ,tolstoi auf dem ,lande ,alle knstlerischen ,charakterzge1 die wir in den ,werken der letzten ,periode aufgezeigt haben1 finden sich hier wieder1 besonders die ,zusammendrngung der ,erzhlung1 die in einem langen ,roman noch erstaunlicher wirkt als in kurzen ,novellen4 ,das ,werk ist ein ,ganzes4 ,und darin unterscheidet es sich sehr von ,krieg und ,frieden0 und von ,anna ,karenina04 ,fast gar keine episodenhaften ,abschweifungen4 ,eine einzige ,handlung wird hartnckig verfolgt und bis in die kleinste ,einzelheit durchgefhrt4 ,dieselbe ,kraft der in satten ,farben gemalten ,bilder wie in der ,kreuzersonate04 ,eine immer klarer werdende starke1 erbarmungslos realistische ,beobachtung1 die das ,tier im ,menschen sieht1 -- die schreckliche1 nie verschwindende ,bestie im ,menschen1 die um so schrecklicher ist1 wenn sie sich nicht offen enthllt1 wenn sie sich unter einer angeblich poetischen ,aufmachung verbirgt40 ,diese ,salongesprche1 die einfach ein krperliches ,bedrfnis befriedigen mssen1 das ,bedrfnis1 die ,verdauung zu frdern1 indem sie die ,muskeln der ,zunge und der ,kehle in ,bewegung setzen40 ,ein scharfes ,durchschauen der ,menschen1 das niemanden schont1 weder die hbsche ,kortschagin mit ihren zwei falschen ,zhnen1 den hervortretenden ,knochen ihrer ,ellbogen1 ihren breiten ,fingerngeln0 und ihrem ,halsausschnitt1 der ,nekludow ,scham und ,ekel1 ,ekel und ,scham0 einflt1 noch die ,heldin1 die ,maslowa1 deren ,verfall in keiner ,weise beschnigt ist1 ihr frhzeitiges ,verbrauchtsein1 ihr lasterhafter und gemeiner ,ausdruck1 ihr herausforderndes ,lcheln1 ihr ,branntweingeruch1 ihr rotes gedunsenes ,gesicht4 ,ungeheuer derb gezeichnete naturalistische ,einzelheiten3 so zum ,beispiel die ,frau1 die schwatzend auf dem ,kehrichteimer hockt4 ,die dichterische ,phantasie und die ,jugendlichkeit sind dahin1 auer in den ,erinnerungen an die erste ,liebe1 die wie ,musik mit betrender ,kraft in uns weiterklingen2 die keusche ,charsamstagsnacht und die ,osternacht1 das ,tauwetter1 der so dichte weie ,nebel1 da man fnf ,schritt weit vom ,haus nur eine groe1 dunkle ,masse sehen konnte1 aus der das rote ,licht einer ,lampe strahlte01 das nchtliche ,krhen der ,hhne1 der zugefrorene ,flu1 der kracht1 drhnt1 einbricht und wie splitterndes ,glas klingt1 der junge ,mann1 der von auen durch die ,fensterscheiben das junge ,mdchen betrachtet1 das beim flackernden ,schein der kleinen ,lampe am ,tisch sitzt und ihn nicht sieht1 -- ,katuscha1 die sinnend trumt und lchelt4 ,die lyrische ,seite der ,dichtung nimmt wenig ,raum ein4 ,tolstois ,kunst hat eine mehr unpersnliche ,richtung eingeschlagen1 die sich von seinem eigenen ,leben weiter entfernt4 ,er hat sich bemht1 sein ,beobachtungsfeld zu vergrern4 ,die ,welt der ,verbrecher und die ,welt der ,revolutionre1 die er hier darstellt1 waren ihm fremd#aig2 er dringt in sie ein1 nachdem er ihr gewaltsam sein ,interesse zugewandt hat2 er gibt sogar zu1 da ihm die ,revolutionre1 ehe er sie sich aus der ,nhe ansah1 eine unberwindliche ,abneigung einflten4 ,um so bewundernswerter ist seine wahrheitsgetreue ,beobachtung1 dieser unerbittliche ,spiegel4 ,welche ,flle von ,typen und haarscharfen ,einzelheiten6 ,und wie ist alles gesehen1 ,niedrigkeiten und ,tugenden1 ohne ,hrte1 ohne ,schwche1 mit ruhigem ,verstand und brderlichem ,mitleid6 ,welch beklagenswertes ,bild diese ,frauen im ,gefngnis6 ,sie sind mitleidlos miteinander2 aber der ,dichter ist der liebe ,gott3 er sieht einer jeden ins ,herz1 sieht hinter der ,verworfenheit die hchste ,not und hinter der ,maske der ,frechheit das ,antlitz1 das weint4 ,der reine und bleiche ,schein1 der sich nach und nach in der lasterhaften ,seele der ,maslowa ankndigt und sie schlielich mit einer ,opferflamme bestrahlt1 bekommt die ergreifende ,schnheit eines jener ,sonnenstrahlen1 die eine bescheidene ,rembrandtsche ,szene verklren4 ,nirgends ,strenge1 selbst nicht den ,peinigern gegenber4 ,herr1 vergib ihnen1 denn sie wissen nicht1 was sie tun0444 ,das ,schlimmste ist1 da sie oft wissen1 was sie tun1 da sie ,reue darber empfinden und da sie doch nicht lassen knnen1 es zu tun4 ,aus dem ,buch hebt sich das ,gefhl des zermalmenden ,verhngnisses hervor1 das gleichermaen auf denen lastet1 die leiden1 wie auf denen1 die leiden machen4 ,zum ,beispiel3 der ,gefngnisdirektor1 voll natrlicher ,gte1 ebenso mde seines ,lebens als ,kerkermeister wie der ,klavierbungen seiner armseligen1 blassen ,tochter mit den dunklen ,ringen um die ,augen1 die unentwegt eine ,rhapsodie von ,liszt mihandelt2 -- oder der kluge und gute ,generalgouverneur einer sibirischen ,stadt1 der1 um dem unlsbaren ,konflikt zwischen dem ,guten1 das er tun mchte1 und dem ,schlechten1 das er tun mu1 zu entrinnen1 seit fnfunddreiig ,jahren dem ,alkohol ergeben1 dabei aber immer noch gengend ,herr seiner selbst ist1 um selbst in der ,trunkenheit ,haltung zu bewahren2 -- und die ,zrtlichkeit innerhalb der ,familie1 die unter diesen ,leuten herrscht1 die ihr ,beruf den anderen gegenber herzlos gemacht hat4 ,der einzige ,charakter1 der nicht objektiv wahr ist1 ist der des ,helden ,nekludow1 weil ,tolstoi seine eigenen ,ideen auf ihn bertragen hat4 ,das war schon der ,fehler -- oder die ,gefahr -- bei mehreren der berhmtesten ,gestalten in ,krieg und ,frieden0 oder in ,anna ,karenina03 dem ,frsten ,andrej1 ,peter ,besukow1 ,lewin und anderen4 ,aber damals war es weniger schlimm2 denn die ,personen standen nach ,lebenslage und ,alter der ,geistesverfassung ,tolstois viel nher4 ,hier jedoch senkt der ,dichter in den ,krper eines fnfunddreiigjhrigen ,lebemanns seine eigene ,seele1 die ,seele eines wunschlosen ,greises von siebzig ,jahren4 ,ich sage keineswegs1 da die moralische ,krise eines ,nekludow nicht wahr sein knne1 noch bestreite ich1 da sie mit solcher ,pltzlichkeit eintreten kann#aih4 ,aber nichts im ,temperament1 im ,charakter1 im ,vorleben des ,helden1 wie ,tolstoi ihn darstellt1 kndigte diese ,krisis an oder macht sie begreiflich4 ,und nachdem sie eingesetzt hat1 hlt nichts mehr sie auf4 ,ohne ,zweifel hat ,tolstoi mit grter ,schrfe dargestellt1 wie sich seiner ,opferbereitschaft unreine ,gedanken beimischen3 jene ,trnen der ,ergriffenheit und der ,bewunderung ber sich selbst1 und dann spter den ,schrecken und den ,ekel1 die ,nekludow angesichts der ,wirklichkeit ergreifen4 ,aber niemals wankt sein ,entschlu4 ,diese ,krisis steht in keinem ,zusammenhang mit seinen frheren heftigen1 aber vorbergehenden ,krisen#aii4 ,nichts kann diesen schwachen und unentschlossenen ,menschen mehr zurckhalten4 ,dieser reiche angesehene1 fr die ,freuden der groen ,welt sehr empfngliche ,frst1 der im ,begriff ist1 ein hbsches ,mdchen1 das ihn liebt und das ihm auch nicht mifllt1 zu heiraten1 entschliet sich pltzlich1 alles -- ,reichtum1 ,gesellschaft und soziale ,stellung -- aufzugeben und eine ,prostituierte zu heiraten1 um einen frheren ,fehler wiedergutzumachen2 und dieser ,zustand der ,verstiegenheit dauert ununterbrochen an1 whrend ,monaten1 und hlt allen ,prfungen stand1 selbst der ,nachricht1 da sie1 die er zu seiner ,frau machen will1 ihr ausschweifendes ,leben fortsetzt#bjj4 ,es liegt darin eine ,heiligkeit1 deren ,quelle in den tiefsten ,tiefen des ,gewissens und des ,organismus seines ,helden uns die ,psychologie eines ,dostojewski gezeigt haben wrde4 ,aber ,nekludow hat nichts von einem ,dostojewskischen ,helden4 ,er ist der ,typus des normalen1 gesunden ,durchschnittsmenschen1 wie es die ,tolstoischen ,helden meistens sind4 ,man sprt in der ,tat zu stark1 wie einem durchaus in der ,wirklichkeit stehenden ,menschen#bja moralische ,erschtterungen gewaltsam zugeschrieben werden1 die eigentlich einem ganz anderen ,menschen eignen2 -- und dieser ,mensch ist der greise ,tolstoi4 ,denselben ,eindruck der ,uneinheitlichkeit empfangen wir am ,ende des ,buches1 wo einem dritten ,teil mit streng realistischen ,schilderungen ein frommer ,schlu angehngt wird1 der nicht notwendig ist1 -- ein persnliches ,glaubensbekenntnis1 das nicht logisch aus dem vorhergehenden ,leben folgert4 ,es ist nicht das erste ,mal1 da sich ,tolstois ,glubigkeit seinem ,realismus gesellt1 aber in den frheren ,werken sind diese beiden ,elemente inniger miteinander verschmolzen4 ,hier bestehen sie nebeneinander1 ohne sich zu verbinden1 und der ,gegensatz fllt um so strker auf1 als ,tolstois ,glaube sich immer mehr jede ,beweisfhrung schenkt1 whrend sein ,realismus sich von ,tag zu ,tag freier und schrfer gestaltet4 ,es zeigen sich da ,spuren -- nicht von ,ermdung1 aber von ,alter1 eine gewisse ,steifheit der ,gelenke1 wenn ich so sagen darf4 ,der religise ,schlu stellt keine organische ,entwicklung des ,werkes dar4 ,er wirkt wie ein ,deus ex machina444 ,und ich bin berzeugt1 da ,tolstoi trotz gegenteiligen ,versicherungen in seinem tiefsten ,innern seine verschiedenen ,naturen nicht vollkommen in ,einklang miteinander bringen konnte3 die ,wahrhaftigkeit seiner ,kunst und die ,wahrhaftigkeit seines ,glaubens4 ,aber wenn auch die ,auferstehung0 nicht die harmonische ,geschlossenheit der ,jugendwerke aufweist1 wenn ich1 meinerseits1 ihr auch ,krieg und ,frieden0 vorziehe1 so ist sie doch nichtsdestoweniger eine der schnsten ,dichtungen menschlichen ,erbarmens -- vielleicht die wahrhaftigste von allen4 ,mehr als aus jedem anderen ,werk blicken mich aus diesem die klaren ,augen ,tolstois an1 die mattgrauen tiefgrndigen ,augen1 dieser ,blick1 der bis in die ,seele dringt0#bjb und in eines jeden ,seele ,gott schaut4 ,tolstoi sagte sich nie von der ,kunst los4 ,ein groer ,knstler kann1 selbst wenn er mchte1 nicht auf das verzichten1 was seinem ,leben den ,wert gibt4 ,er kann wohl aus religisen ,grnden das ,verffentlichen1 nicht aber das ,schreiben lassen4 ,niemals unterbrach ,tolstoi sein knstlerisches ,schaffen4 ,paul ,boyer1 der ihn in seinen letzten ,jahren in ,jasnaja ,poljana sah1 erzhlt1 da er sich zu gleicher ,zeit den religisen oder polemischen und den rein dichterischen ,werken widmete4 ,er erholte sich an den einen von den anderen4 ,wenn er irgend eine soziale ,abhandlung beendet hatte1 dann gestattete er es sich1 eine seiner schnen ,geschichten1 die er fr sich selbst erzhlte1 wieder aufzunehmen -- wie z4 ,b4 ,chadschi ,murat01 ein ,militrepos1 in dem er eine ,episode aus den ,kriegen im ,kaukasus und dem ,aufstand der ,bergbewohner unter ,schamyl besang4 ,die ,kunst blieb seine ,erholung1 sein ,vergngen4 ,aber er wrde es fr eitel gehalten haben1 mit ihr zu prunken4 ,seit seinem ,bchlein ,fr alle ,tage0 7#aijd-aije71bjc in dem er die ,gedanken der verschiedenen ,schriftsteller ber die ,wahrheit und das ,leben0 sammelte -- einer richtigen ,anthologie der poetischen ,weisheit der ganzen ,welt1 von den heiligen ,schriften des ,orients an bis zu den ,zeitgenossen --1 sind vom ,jahre #aijj ab fast alle seine ausschlielich knstlerischen ,werke ,manuskript geblieben#bjd4 ,dagegen warf er seine polemischen und mystischen ,schriften mit ,feuereifer in den sozialen ,kampf4 ,von #aijj-aiaj zehrt dieser seine besten ,krfte auf4 ,ruland machte eine frchterliche ,krisis durch1 in der das ,zarenreich zeitweise in seinen ,grundfesten zu krachen schien und nahe am ,einstrzen war4 ,der russisch-japanische ,krieg1 der darauffolgende ,zusammenbruch1 die revolutionre ,bewegung1 die ,meuterei in ,heer und ,flotte1 die ,metzeleien und die ,bauernunruhen schienen das ,ende einer ,welt0 zu bedeuten1 wie auch der ,titel einer ,tolstoischen ,schrift besagt4 -- ,ihren ,hhepunkt erreichte die ,krisis zwischen #aijd und #aije4 ,in jenen ,jahren verffentlichte ,tolstoi eine ,reihe von ,werken1 die viel ,widerhall fanden3 ,krieg und ,revolution01 ,das groe ,verbrechen01 ,das ,ende einer ,welt04 ,whrend dieser letzten zehn ,jahre nimmt er eine einzigartige ,stellung nicht nur in ,ruland1 sondern in der ganzen ,welt ein4 ,er steht allein1 allen ,parteien und ,nationen entfremdet1 aus seiner ,kirche durch ,exkommunikation ausgestoen#bje4 ,illustration3 ,tolstoi im ,jahre #aiaj ,die ,logik seiner ,vernunft1 der ,starrsinn seines ,glaubens lieferten ihn dem ,dilemma aus3 sich von den brigen ,menschen oder von der ,wahrheit loszusagen4 ,er erinnerte sich des russischen ,sprichwortes3 ,ein ,alter1 der lgt1 ist wie ein ,reicher1 der stiehlt01 und er sagte sich von den ,menschen los1 um die ,wahrheit zu sagen4 ,er sagte sie ohne ,vorbehalt allen4 ,der alte ,lgenjger macht weiter unermdlich ,jagd auf jeden religisen oder sozialen ,aberglauben1 auf jede ,fetischanbetung4 ,er wendet sich nicht nur gegen die alten bswilligen ,mchte1 die verfolgungsschtige ,kirche und die zaristische ,selbstherrschaft4 ,vielleicht beruhigt er sich jetzt sogar ein wenig ber sie1 nun1 da alle ,welt den ,stein auf sie wirft4 ,man kennt sie1 sie sind nicht mehr so zu frchten6 ,und schlielich tun sie nur1 was ihres ,amtes ist1 sie betrgen nicht4 ,tolstois ,brief an den ,zaren ,nikolaus ,,ii4#bjf ist bei aller schonungslosen ,wahrheit gegenber dem ,herrscher voller ,gte fr den ,menschen1 den er seinen lieben ,bruder0 nennt1 den er bittet1 ihm zu vergeben1 wenn er ihn1 ohne es zu wollen1 betrbt habe04 ,und er unterzeichnet3 ,dein ,bruder1 der dir das wirkliche ,glck wnscht04 ,aber was ,tolstoi am wenigsten verzeiht1 was er mit groer ,heftigkeit angreift1 sind die neuen ,lgen1 nicht die alten1 die lngst an den ,tag gekommen sind4 ,er bekmpft nicht den ,despotismus1 sondern das ,trugbild der ,freiheit4 ,und man wei nicht1 wen er unter den ,anbetern neuer ,gtzen mehr hat1 die ,sozialisten oder die ,liberalen04 ,seine ,abneigung gegen die ,liberalen war schon alten ,datums4 ,er hatte sie gleich damals empfunden1 da er als ,offizier von ,sewastopol in den ,kreis der ,petersburger ,literaten gekommen war4 ,es war einer der ,grnde gewesen fr sein schlechtes ,einvernehmen mit ,turgenjew4 ,der stolze ,aristokrat1 der ,mensch alter ,rasse1 konnte diese ,intellektuellen nicht ertragen1 und ebenso wenig ihre ,anmaung1 dem russischen ,volke1 ob es wollte oder nicht1 das ,glck zu bringen1 indem sie ihm ihre ,utopien aufdrngten4 ,als ,urrusse vom alten ,stamm#bjg1 war er mitrauisch gegen die liberalen ,neuerungen1 gegen jene konstitutionellen ,ideen1 die aus dem ,westen kamen2 und seine beiden ,reisen in ,europa bestrkten ihn nur in seinem ,vorurteil4 ,als er von der ersten ,reise heimkam1 schrieb er3 ,der ,ehrgeiz des ,liberalismus ist zu vermeiden40#bjh ,und nach der zweiten3 ,die privilegierte ,gesellschaft hat keineswegs das ,recht1 das ,volk1 das ihr ganz fern steht1 auf ihre ,art zu erziehen40#bji ,in ,anna ,karenina0 ergeht er sich lang und breit in seiner ,verachtung fr die ,liberalen4 ,lewin verweigert seine ,beteiligung am ,werk der ,provinzialeinrichtungen fr die ,volksbelehrung und an den sonstigen ,neuerungen1 die an der ,tagesordnung sind4 ,das ,bild1 das die ,wahlen zur ,provinzialversammlung aufweisen1 zeigt1 wie ein ,land hereinfllt1 wenn es seine alte konservative ,verwaltung durch eine liberale ersetzt4 ,nichts hat sich gendert2 es gibt nur eine ,lge mehr und ,herren von geringerer ,herkunft4 ,wir sind vielleicht nicht allzuviel wert01 uert der ,vertreter der ,aristokratie1 aber wir haben es trotzdem ganze tausend ,jahre lang ausgehalten40 ,und ,tolstoi rgert sich ber den ,mibrauch1 den die ,liberalen mit dem ,wort ,volk01 ,volkswille0 treiben4 ,was wissen sie denn berhaupt vom ,volk8 ,was ist ihnen das ,volk8 ,besonders aber zu der ,zeit1 da die liberale ,bewegung sich durchzusetzen scheint und sie die erste ,duma einberufen lt1 drckt ,tolstoi heftig sein ,mifallen gegenber den konstitutionellen ,ideen aus4 ,in letzter ,zeit hat die ,entartung des ,christentums einem neuen ,betrug ,platz gemacht1 der unsere ,vlker noch tiefer in seine ,knechtschaft hineinstt4 ,mit ,hilfe eines komplizierten parlamentarischen ,wahlverfahrens wurde ihnen eingeredet1 da1 wenn sie ihre ,abgeordneten direkt whlten1 sie an der ,regierung teilnhmen1 und da sie1 wenn sie diesen ,abgeordneten gehorchten1 nur ihrem eigenen ,willen gehorchten und somit frei seien4 ,das ist ein ,betrug4 ,das ,volk kann seinen ,willen nicht kundgeben1 selbst nicht durch das allgemeine ,wahlrecht3 #a4 weil es einen solchen ,gesamtwillen einer ,nation von vielen ,millionen ,einwohnern berhaupt nicht geben kann1 und #b4 weil1 selbst wenn es ihn gbe1 die ,stimmenmehrheit nicht sein ,ausdruck wre4 ,ohne auf den ,umstand ,gewicht zu legen1 da die ,gewhlten nicht mit ,rcksicht auf das allgemeine ,wohl1 sondern auf die ,erhaltung ihrer ,machtstellung ,gesetze erlassen und die ,verwaltungsgeschfte besorgen1 -- ohne sich auf die ,tatsache zu berufen1 da ein ,volk durch die ,wahlbeeinflussung und die ,wahlmanver verkommen mu1 -- ist diese ,lge besonders unheilvoll im ,hinblick auf das ,anmaende dieser ,sklaverei1 in welche die verfallen1 die sich ihr unterwerfen444 ,jene freien ,menschen erinnern an ,gefangene1 die sich einbilden1 ,freiheit zu genieen1 wenn sie das ,recht haben1 sich ihre ,gefngniswrter auszuwhlen444 ,ein ,angehriger eines despotisch regierten ,staates kann1 selbst unter dem grausamsten ,zwang1 vollstndig frei sein4 ,aber ein ,angehriger eines konstitutionell regierten ,staates ist immer ,sklave2 denn er erkennt die ,gesetzmigkeit der gegen ihn angewandten ,zwangsmaregeln an444 ,in eben denselben ,zustand der konstitutionellen ,sklaverei1 in der die anderen europischen ,vlker sind1 mchte man das russische ,volk fhren64440#baj ,fr seine ,abneigung gegen den ,liberalismus ist die ,geringschtzung das ,bestimmende4 ,dem ,sozialismus gegenber ist es -- oder vielmehr wre es -- der ,ha1 wenn sich ,tolstoi nicht dagegen verwahrte1 berhaupt zu hassen1 was immer es auch sei4 ,er verabscheut den ,sozialismus zwiefach1 weil er zwei ,lgen in sich vereinigt3 die ,lge von der ,freiheit und die von der ,wissenschaft4 ,behauptet er doch1 auf wer wei welcher konomischen ,wissenschaft gegrndet zu sein1 deren absolute ,gesetze den ,fortschritt der ,welt lehren6 ,tolstoi verfhrt sehr streng mit der ,wissenschaft4 ,er hat ,worte voll schrecklicher ,ironie fr diesen modernen ,aberglauben und diese wertlosen ,probleme3 ,entstehung der ,arten1 ,spektralanalyse1 ,beschaffenheit des ,radiums1 ,zahlentheorie1 vorsintflutliche ,tiere und anderen ,firlefanz1 dem man heutzutage dieselbe ,wichtigkeit beimit1 die man im ,mittelalter der unbefleckten ,empfngnis oder der ,transsubstantiation im ,abendmahl beima04 ,er macht sich lustig ber diese ,diener der ,wissenschaft1 die ebenso wie die ,diener der ,kirche sich und den anderen einreden1 da sie die ,menschheit retten1 die ebenso wie die ,kirche an ihre ,unfehlbarkeit glauben1 nie untereinander einig sind1 sich in ,gemeinden spalten und ebenso wie die ,kirche der ,hauptgrund sind fr die ,roheit1 fr die moralische ,unwissenheit1 die ,hemmung1 die den ,menschen davon zurckhlt1 sich von dem ,bsen1 unter dem er leidet1 freizumachen2 denn sie haben das einzige verworfen1 was die ,menschheit einen knnte3 das religise ,gewissen40#baa ,aber seine ,erregung steigert sich1 und sein ,unwille kommt zum ,ausbruch1 als er diese gefhrliche ,waffe des neuen ,fanatismus in den ,hnden derer sieht1 die angeblich die ,menschheit bessern wollen4 ,jeder ,revolutionr macht ihn traurig1 wenn er seine ,zuflucht zur ,gewalt nimmt4 ,aber der intellektuelle ,revolutionr und ,theoretiker flt ihm ,abscheu ein3 solch einer ist ein ,mrder aus ,pedanterie1 eine hochmtige1 stumpfe ,seele1 der nicht die ,menschen liebt1 sondern nur seine eigenen ,ideen#bab4 brigens recht niedrige ,ideen4 ,der ,sozialismus hat die ,befriedigung der niedersten ,bedrfnisse des ,menschen zum ,ziel3 sein materielles ,wohlbefinden4 ,und selbst dieses ,ziel durch die ,mittel1 die er anpreist1 zu erreichen1 ist er nicht imstande40#bac ,im ,grunde ist er ohne ,liebe4 ,er kennt nur ,ha gegen die ,bedrcker und einen blassen ,neid auf das bequeme und satte ,leben der ,reichen3 gleich kotbegierigem ,fliegengeschmei#bad4 ,wenn der ,sozialismus den ,sieg davontrgt1 dann wird es schrecklich in der ,welt aussehen4 ,die europische ,horde wird ber die schwachen und wilden ,vlker mit doppelter ,macht herfallen und wird sie zu ,sklaven machen1 damit die frheren ,proletarier ,europas nach ,herzenslust in ihrem migen ,wohlleben zugrunde gehen knnen1 wie einst die ,rmer#bae4 ,zum ,glck verpufft die beste ,kraft des ,sozialismus in ,rauch1 -- in ,reden1 wie denen des ,sozialisten ,jaurs444 ,welch wundervoller ,redner6 ,in seinen ,reden ist alles und nichts444 ,mit dem ,sozialismus geht es so hnlich wie mit unserer russischen ,orthodoxie3 man treibt sie in die ,enge1 man drngt sie in ihre letzten ,verschanzungen1 man glaubt sie gefat zu haben1 da dreht sie sich schroff um und sagt3 ,aber nicht doch6 ,ich bin nicht die1 die du glaubst1 ich bin eine ganz andere4' ,und sie entgleitet deiner ,hand444 ,geduld6 ,die ,zeit wird es machen4 ,es wird mit den sozialistischen ,theorien sein wie mit den ,damenmoden1 die ungeheuer schnell ihren ,weg aus dem ,salon in das ,vorzimmer nehmen40#baf ,wenn ,tolstoi einen solch heftigen ,krieg gegen die ,liberalen und die ,sozialisten fhrt1 so geschieht es nicht etwa1 um der ,autokratie das ,schlachtfeld zu berlassen2 er will im ,gegenteil1 da der ,kampf zwischen der alten und der neuen ,welt vollstndig ausgetragen werde1 nachdem man erst die strenden und gefhrlichen ,elemente aus der ,kampfreihe entfernt habe4 ,denn auch er glaubt an die ,revolution4 ,doch sein ,revolutionsglaube ist ein anderer als der der ,revolutionre3 er erinnert mehr an den ,glauben eines mittelalterlichen ,mystikers1 der fr morgen1 ja fr heute vielleicht schon1 das ,reich des ,heiligen ,geistes erwartet3 ,ich glaube1 da genau zu dieser ,stunde die groe ,revolution beginnt1 die sich seit zweitausend ,jahren in der ,christenwelt vorbereitet1 -- die ,revolution1 die an ,stelle des verflschten ,christentums und der daraus hergeleiteten ,herrschaft das wahre ,christentum setzen wird1 die ,grundlage fr die ,gleichheit unter den ,menschen und die echte ,freiheit1 nach der alle vernunftbegabten ,menschen streben40#bag ,und welche ,stunde whlt er1 dieser prophetische ,seher1 um die neue ra des ,glckes und der ,liebe zu verknden8 ,die dsterste ,stunde ,rulands1 die ,stunde des ,unheils und der ,schande4 ,welch herrliche ,macht des schpferischen ,glaubens6 ,alles um ihn ist ,licht1 -- bis zur ,nacht4 ,tolstoi erblickt im ,untergang die ,zeichen der ,erneuerung3 in den unglcklichen ,schlachten des ,krieges in der ,mandschurei1 in dem ,zusammenbruch der russischen ,heere1 in der frchterlichen ,anarchie und dem blutigen ,klassenkampf4 ,mit traumhafter ,logik zieht er aus dem ,sieg ,japans den erstaunlichen ,schlu1 da ,ruland sich von jedwedem ,krieg fernhalten mu2 denn die nichtchristlichen ,vlker werden im ,kriegsfalle immer im ,vorteil sein gegenber den christlichen ,vlkern1 die die ,phase des knechtischen ,gehorsams berschritten haben04 ,bedeutet das eine ,absage an sein ,volk8 -- ,nein1 es ist hchster ,stolz4 ,ruland soll sich von jedem ,krieg fernhalten1 weil es die groe ,revolution0 durchfhren mu4 ,die ,revolution von #aije1 die die ,menschen von rohem ,druck befreien wird1 mu ihren ,anfang in ,ruland nehmen40 ,warum soll ,ruland diese ,rolle des auserwhlten ,volkes spielen8 ,weil die neue ,revolution vor allem das groe ,verbrechen0 gutmachen soll1 die ,monopolisierung des ,bodens zum ,nutzen von ein paar tausend reichen ,leuten1 die ,sklaverei von ,millionen ,menschen1 die grausamste aller ,sklavereien#bah4 ,und weil kein ,volk sich dieses schreienden ,unrechts so bewut ist wie das russische#bai4 ,aber ganz besonders1 weil das russische ,volk unter allen ,vlkern dasjenige ist1 welches am meisten vom wahren ,christentum durchdrungen ist1 und weil die kommende ,revolution das ,gebot der ,einigkeit und der ,liebe in ,christi ,namen verwirklichen soll4 ,und dieses ,gebot der ,liebe kann sich nicht erfllen1 wenn es sich nicht sttzt auf das ,gebot3 ,widerstrebet nicht dem ,bsen#bbj4 ,und dieses ,nichtwiderstreben 7achten wir wohl darauf1 wir1 die wir zu ,unrecht darin eine ,utopie erblicken1 an die nur ,tolstoi und noch ein paar ,schwrmer glauben7 ist und war immer ein ,grundzug des russischen ,volkes4 ,das russische ,volk hat in bezug auf die ,gewalt immer eine ganz andere ,stellung eingenommen als die anderen europischen ,vlker4 ,nie hat es einen ,kampf gegen die ,gewalt erffnet2 es hat sogar nie an einem ,kampf gegen sie teilgenommen1 und infolgedessen hat es nie durch ihn besudelt werden knnen4 ,es hat die ,gewalt als ein bel betrachtet1 dem man ausweichen mu4 ,die ,mehrzahl der ,russen hat immer lieber ,gewaltttigkeiten erduldet1 als da sie ihnen ,widerstand geleistet oder an ihnen teilgenommen htte4 ,sie hat sich also immer unterworfen4440 ,es war eine freiwillige ,unterwerfung1 die mit knechtischem ,gehorsam nichts zu tun hat#bba4 ,der wahre ,christ kann sich unterwerfen1 es ist ihm sogar unmglich1 sich nicht kampflos jeder ,gewalt zu unterwerfen1 aber gehorchen kann er ihr nicht1 das heit1 er kann nicht ihre ,gesetzmigkeit anerkennen40#bbb ,in dem ,augenblick1 als ,tolstoi diese ,zeilen schrieb1 stand er unter dem ,eindruck eines der tragischsten ,beispiele dieses heroischen ,duldens eines ,volkes1 -- der blutigen ,manifestation vom #bj4 ,januar #aije in ,petersburg1 wo eine waffenlose ,menge1 vom ,popen ,gapon angefhrt1 sich niederschieen lie1 ohne einen ,schrei des ,hasses1 ohne einen ,finger zur ,verteidigung zu rhren4 ,seit langem verweigerten in ,ruland die ,altglubigen1 die man die ,sektierer nannte1 trotz allen ,verfolgungen dem ,staate den ,gehorsam und lehnten es ab1 die ,gesetzmigkeit der ,staatsgewalt anzuerkennen4#bbc ,bei der ,unsinnigkeit des russisch-japanischen ,krieges konnte sich diese ,geistesrichtung mhelos unter der ,landbevlkerung ,bahn brechen4 ,die ,verweigerung des ,militrdienstes nahm immer zu1 und je grausamer man sie unterdrckte1 um so strker wuchs die ,erbitterung4 -- ,im brigen hatten ,provinzen1 ganze ,stmme1 ohne ,tolstoi zu kennen1 das ,beispiel unbedingter ,gehorsamsverweigerung gegenber dem ,staat gegeben3 die ,duchoborzen des ,kaukasus seit #ahih und die ,georgier aus ,gurien um #aije4 ,tolstoi wirkte weit geringer auf diese ,bewegungen als sie auf ihn2 und das ,beste an seinen ,schriften ist gerade1 da er1 entgegen den ,behauptungen der ,schriftsteller von der ,revolutionspartei1 wie ,gorki#bbd1 die ,stimme des altrussischen ,volkes war4 ,sein ,verhalten den ,menschen gegenber1 die die ,grundstze1 zu denen er sich bekannte1 mit ,lebensgefahr in die ,tat umsetzten#bbe1 war sehr bescheiden und sehr wrdig4 ,weder den ,duchoborzen und den ,guriern1 noch den widerspenstigen ,soldaten gegenber spielt er sich als ,lehrmeister auf4 ,wer keine ,prfung erduldet1 kann den nichts lehren1 der ,prfungen erduldet40#bbf ,er fleht alle die um ,vergebung an1 die seine ,worte und seine ,schriften etwa in ,leid gestrzt haben40#bbg ,niemals fordert er jemand auf1 den ,militrdienst zu verweigern4 ,jeder soll sich selbst entscheiden4 ,wenn er mit einem zu tun hat1 der unschlssig ist1 rt er ihm stets1 in den ,heeresdienst einzutreten und den ,gehorsam nicht zu verweigern1 soweit es ihm nicht moralisch unmglich ist04 ,denn wenn man unschlssig ist1 dann ist man noch nicht reif2 und es ist besser1 es gibt einen ,soldaten mehr als einen ,heuchler oder einen ,abtrnnigen1 was bei denen der ,fall ist1 die sich ,taten zumuten1 die ber ihre ,krfte gehen40#bbh ,er mitraut der ,entschlieung des widerspenstigen ,gontscharenko4 ,er frchtet1 da dieser junge ,mensch nur von ,eigenliebe und ,ruhmsucht getrieben sei und nicht von ,gottesliebe04#bbi ,den ,duchoborzen schreibt er1 sie sollten nicht aus ,stolz und ,selbstbewutsein in ihrer ,gehorsamsverweigerung verharren1 sondern1 wenn sie dessen fhig seien1 ihre schwachen ,frauen und ihre ,kinder von dem ,leiden befreien4 ,niemand werde sie darum verdammen40 ,sie drften sich nur dann widersetzen1 wenn der ,geist ,christi in ihnen verankert sei1 weil sie dann glcklich sein wrden ber ihre ,leiden40#bcj ,in jedem ,falle bittet er die1 die verfolgt werden1 um keinen ,preis aufzuhren1 ihre ,verfolger wahrhaft zu lieben04#bca ,man mu1 wie er in einem schnen ,brief an einen ,freund sagt1 ,herodes lieben3 ,sie sagen3 ,man kann ,herodes nicht lieben4' -- ,ich wei es nicht1 aber ich fhle -- und auch ,sie fhlen1 da man ihn lieben mu4 ,ich wei -- und auch ,sie wissen es1 da ich leide1 wenn ich ihn nicht liebe40#bcb ,es ist eine gttliche ,reinheit1 eine nie verlschende ,glut in dieser ,liebe1 die sich schlielich nicht einmal genug sein lt an der ,forderung des ,evangeliums3 ,liebe deinen ,nchsten wie dich selbst01 weil sie darin noch einen ,beigeschmack von ,egoismus findet#bcc6 ,nach der ,ansicht mancher ist es eine allzu umfassende ,liebe und so sehr von jedem menschlichen ,egoismus befreit1 da sie sich in der ,leere verliert6 -- ,und trotzdem -- wer hegt ein greres ,mitrauen gegen die abstrakte ,liebe0 als ,tolstoi8 ,die grte ,snde von heute ist die abstrakte ,liebe der ,menschen1 die unpersnliche ,liebe zu denen1 die irgendwo im ,weiten sind444 ,es ist so leicht1 die ,menschen zu lieben1 die man nicht kennt1 denen man nie begegnet6 ,man hat nicht ntig1 irgendein ,opfer zu bringen4 ,und dabei ist man so zufrieden mit sich6 ,so prellt man das ,gewissen4 -- ,nein1 den ,nchsten soll man lieben1 den1 mit dem man zusammen lebt und der einem lstig ist40#bcd ,ich lese in den meisten ,arbeiten ber ,tolstoi1 da seine ,philosophie und sein ,glaube nicht originell seien4 ,es ist wahr3 die ,schnheit dieser ,gedanken ist zu ewig1 als da sie jemals als ,modeneuheit erscheinen knnte444 ,andere heben ihren utopistischen ,charakter hervor4 ,auch das ist wahr3 sie sind utopistisch wie das ,evangelium4 ,ein ,prophet ist ein ,utopist2 er lebt schon hienieden das ewige ,leben4 ,und da diese ,erscheinung uns vergnnt war1 da wir in unserer ,mitte den letzten der ,propheten sehen durften1 da der grte unserer ,dichter von diesem ,glorienschein umgeben ist1 -- das ist1 wie mir scheint1 eine originellere ,tatsache und von grerer ,bedeutung fr die ,welt als eine ,religion mehr oder eine neue ,philosophie4 ,blind sind die1 die das ,wunder dieser groen ,seele nicht sehen1 dieser ,verkrperung der ,bruderliebe in einem haerfllten ,volk und ,jahrhundert4 ,tolstois ,antlitz hatte die ,zge bekommen1 die als endgltige im ,gedchtnis der ,menschen haften werden3 die breite ,stirn1 von zwei ,falten durchfurcht1 die buschigen weien ,augenbrauen1 den ,patriarchenbart1 der eine ,erinnerung an den ,moses von ,dijon weckt4 ,das alte ,gesicht ist milder1 weicher geworden2 in seiner innigen ,gte trgt es die ,spuren von ,krankheit und ,kummer4 ,wie hat es sich verndert gegen die fast tierische ,brutalitt des ,zwanzigjhrigen und die steifleinene ,miene von ,sewastopol6 ,aber die lichten ,augen haben noch immer ihre tiefe und ruhige ,klarheit1 jene ,geradheit des ,blicks1 der nichts verbirgt und dem nichts verborgen bleibt4 ,neun ,jahre vor seinem ,tod sagte ,tolstoi in der ,antwort an den ,heiligen ,synod 7#ag4 ,april #aija73 ,ich bin es meinem ,glauben schuldig1 in ,frieden und ,freude zu leben und auch in ,frieden und ,freude dem ,tode entgegenzugehen40 ,wenn ich das hre1 denke ich an das alte ,wort1 da man niemand vor seinem ,ende glcklich preisen soll04 ,sind ihm dieser ,friede und diese ,freude1 deren er sich damals rhmte1 treu geblieben8 ,die ,hoffnungen1 die man auf die groe ,revolution0 von #aije gesetzt hatte1 waren verflogen4 ,am dsteren ,gewitterhimmel hatte sich das ersehnte ,licht nicht gezeigt4 ,den ,zuckungen der ,revolution folgte die ,erschpfung4 ,an der alten ,ungerechtigkeit hatte sich nichts gendert1 es sei denn1 da das ,elend noch grer geworden war4 ,schon im ,jahre #aijf hat ,tolstoi ein wenig sein ,vertrauen in die ,berufung des slawischen ,volkes von ,ruland verloren2 und sein unumstlicher ,glaube sucht in der ,ferne andere ,vlker1 die er mit dieser ,mission betrauen knnte4 ,er denkt an das groe und weise ,chinesenvolk04 ,er glaubt1 da die ,vlker des ,ostens berufen sind1 jene ,freiheit wiederzufinden1 die die ,vlker des ,westens fast unwiederbringlich verloren haben01 und da ,china an der ,spitze der ,asiaten die ,wandlung der ,menschheit im ,sinne des ,tao1 des ewigen ,gesetzes1 durchfhren wird#bce4 ,die ,hoffnung wurde schnell getuscht3 das ,china des ,lao ,tse und des ,konfuzius verleugnet seine einstige ,weisheit -- wie es vor ihm schon ,japan getan hatte --1 und ahmt die ,europer nach#bcf4 ,die schwer verfolgten ,duchoborzen sind nach ,kanada ausgewandert und setzen dort sogleich1 zu ,tolstois ,entrstung1 das ,eigentum wieder in seine ,rechte ein#bcg4 ,die ,gurier1 kaum vom ,joch des ,staates befreit1 begeben sich daran1 die zu tten1 die anders denken als sie selber1 und die herbeigerufenen russischen ,truppen mssen wieder ,ordnung schaffen4 ,selbst die ,juden1 deren ,vaterland bis jetzt das schnste war1 das ein ,mensch sich wnschen kann1 -- die ,bibel0#bch1 selbst diese verfallen der ,krankheit des ,zionismus1 dieser sich national gebrdenden ,bewegung1 die ,fleisch vom ,fleische des zeitgenssischen ,europertums ist1 sein rachitisches ,kind0#bci4 ,illustration3 ,tolstoi mit seinem ,freunde ,tschertkow ,tolstoi ist betrbt1 aber nicht entmutigt4 ,er vertraut auf ,gott1 er glaubt an die ,zukunft3 ,das wre herrlich1 wenn man im ,handumdrehen einen ,wald wachsen lassen knnte4 ,leider ist das unmglich2 man mu warten1 bis der ,samen keimt1 da er ,triebe1 dann ,bltter1 dann den ,stengel hervorbringt1 der sich schlielich zum ,baume entwickelt40#bdj ,aber erst viele ,bume machen einen ,wald2 und ,tolstoi steht allein4 ,ruhmreich1 aber allein4 ,man schreibt aus der ganzen ,welt an ihn3 aus den mohammedanischen ,lndern1 aus ,china1 aus ,japan1 wo man die ,auferstehung0 bersetzt1 und wo sich seine ,ideen ber die ,zurckerstattung des ,bodens an das ,volk0 ausbreiten4 ,die amerikanische ,presse interviewt ihn2 ,franzosen befragen ihn ber ,kunstangelegenheiten oder ber die ,trennung von ,staat und ,kirche#bda4 ,aber er hat noch keine dreihundert ,schler1 und er leugnet es gar nicht4 ,im brigen hat er sich nie darum bemht1 ,schler zu bekommen4 ,er verurteilt die ,versuche seiner ,freunde1 ,tolstoianer zu werden3 ,wir sollen nicht einer zum anderen streben1 sondern alle zu ,gott444 ,ihr sagt3 ,zusammen ist es leichter444' -- ,was8 -- ,ackern1 mhen1 ja4 ,aber ,gott kann man sich nur allein nhern444 ,ich stelle mir die ,welt als einen ,riesentempel vor1 in dem das ,licht von oben und gerade in die ,mitte fllt4 ,um sich zu vereinigen1 mssen alle zum ,lichte drngen4 ,dort werden wir alle1 die wir von verschiedenen ,seiten kommen1 uns mit ,menschen zusammenfinden1 die wir nicht erwarteten3 und darin liegt die ,freude40#bdb ,wie viele mgen sich unter diesem ,lichtstreif zusammengefunden haben8 -- ,gleichviel6 ,es gengt1 da einer sich dort mit ,gott zusammenfindet4 ,ebenso wie nur ein ,stoff1 der selbst brennt1 das ,feuer anderen ,stoffen mitteilen kann1 ebenso knnen nur der wahrhafte ,glaube und das wahrhafte ,leben eines ,menschen sich anderen ,menschen mitteilen und die ,wahrheit verbreiten40#bdc ,vielleicht2 aber bis zu welchem ,grad hat dieser einsame ,glaube ,tolstoi das ,glck sichern knnen8 -- ,wie weit entfernt ist er in seinen letzten ,lebenstagen von der heiteren ,ruhe eines ,goethe6 ,man mchte fast sagen1 er flieht sie1 sie ist ihm unsympathisch4 ,man mu ,gott dafr danken1 wenn man unzufrieden mit sich ist4 ,knnte man es nur immer sein6 ,der ,miklang1 den das ,leben1 wie es ist1 mit dem ,leben1 wie es sein sollte1 hervorbringt1 ist gerade das ,wahrzeichen des ,lebens1 die ,bewegung1 die vom ,kleinsten zum ,grten1 vom ,schlimmsten zum ,besten hinauffhrt4 ,und dieser ,miklang ist die ,bedingung fr das ,gute4 ,es ist vom bel1 wenn der ,mensch ruhig und mit sich selbst zufrieden ist40#bdd ,und er ersinnt jenen ,romanstoff1 der in erstaunlicher ,weise zeigt1 da die ewige ,unruhe eines ,lewin oder eines ,peter ,besukow in ihm nicht erstorben war4 ,ich stelle mir oft einen in den revolutionren ,kreisen erzogenen ,menschen vor1 der erst ,revolutionr1 dann ,sozialist1 ,orthodoxer1 ,mnch auf dem ,berge ,athos1 nachher ,atheist1 guter ,familienvater und schlielich ,duchoborze ist4 ,er fngt alles an und gibt alles immer wieder auf4 ,die ,menschen machen sich ber ihn lustig1 er hat nichts vollbracht und stirbt vergessen in einem ,asyl4 ,noch im ,sterben denkt er1 da er sein ,leben verpfuscht hat4 ,und doch ist er ein ,heiliger40#bde ,hegte er also immer noch ,zweifel1 er1 der so voll seines ,glaubens war8 -- ,wer wei es8 ,bei einem ,mann1 der bis ins hchste ,alter krftig an ,krper und ,geist geblieben war1 konnte das ,leben nicht pltzlich bei irgendeinem ,gedankengang haltmachen4 ,es mute weiter voran4 ,bewegung ist ,leben40#bdf ,gar viel mute sich im ,laufe der letzten ,jahre in ihm gendert haben4 ,war er nicht auch in der ,beurteilung der ,revolutionre milder geworden8 ,wer kann sagen1 ob nicht sogar sein ,glaube an das ,nichtwiderstreben gegen das ,bse ein wenig erschttert worden war8 ,schon in der ,auferstehung0 ndern ,nekludows ,beziehungen zu den wegen politischer ,verbrechen ,verurteilten seine ,ansichten ber die russische ,revolutionspartei vollstndig4 ,bis dahin hegte er ,abscheu gegen ihre ,grausamkeit1 ihre verbrecherische ,verstellungskunst1 ihre ,mordanschlge1 ihre ,anmaung1 ihre ,selbstzufriedenheit1 ihre unertrgliche ,eitelkeit4 ,aber nun1 da er sie aus der ,nhe sieht1 da er sieht1 wie sie von den ,machthabern behandelt werden1 begreift er1 da sie nicht anders sein knnen40 ,und er bewundert ihre hohe ,auffassung von der ,pflicht1 die das ganze ,opfer fordert4 ,aber seit #aijj hatte sich die revolutionre ,woge ausgebreitet2 ausgegangen von den ,intellektuellen1 hatte sie nun auch das ,volk ergriffen und brachte ,tausende von ,unglcklichen in blinden ,aufruhr4 ,die ,vorhut ihres druenden ,heeres zog in ,jasnaja ,poljana unter ,tolstois ,fenstern vorbei4 ,drei ,geschichten1 die der ,mercure de ,france0#bdg verffentlichte und die zu den letzten ,seiten zhlen1 die ,tolstoi schrieb1 lassen den ,schmerz und ,kummer ahnen1 den dieses ,schauspiel ihm bereitete4 ,wo war die ,zeit hin1 da fromme ,pilger einfltigen ,geistes die ,gegend von ,tula durchzogen8 ,jetzt war es eine berschwemmung von umhergetriebenen ,hungerleidern4 ,jeden ,tag kommen welche4 ,tolstoi spricht mit ihnen und ist betroffen von dem ,ha1 der sie bewegt2 sie sehen nicht1 wie einst1 in den ,reichen ,leute1 die1 um ihr ,seelenheil zu retten1 ,almosen austeilen1 sondern ,ruber1 ,schurken1 die dem arbeitenden ,volk das ,blut aussaugen40 ,viele von ihnen sind heruntergekommene gebildete ,leute am ,rande der ,verzweiflung1 die den ,menschen zu allem fhig macht4 ,nicht in den ,wsten und den ,wldern1 sondern in den ,winkeln der ,stdte und auf den breiten ,heerstraen werden die ,barbaren grogezogen1 die aus der modernen ,zivilisation das machen werden1 was die ,hunnen und ,vandalen aus der alten gemacht haben40 ,so sprach ,henry ,george4 ,und ,tolstoi fgt hinzu3 ,die ,vandalen sind schon bereit in ,ruland1 und sie werden besonders schrecklich sein fr unser tiefreligises ,volk1 weil wir nicht die ,hemmungen kennen1 die bei den europischen ,vlkern so stark ausgebildet sind3 die ,konvention und die ffentliche ,meinung40 ,tolstoi bekam von diesen ,revolutionren hufig ,briefe1 in denen sie gegen seine ,lehren vom ,nichtwiderstreben ,einspruch erhoben und sagten1 da man auf all das ,bse1 das die ,regierenden und die ,reichen dem ,volk antten1 nur antworten knne3 ,rache6 ,rache6 ,rache60 -- ,verdammt ,tolstoi sie noch8 ,man wei es nicht4 ,aber als er einige ,tage spter sieht1 wie in seinem ,dorf den jammernden ,armen ihr ,samowar und ihre ,schafe vor den ,augen der gleichgltigen ,behrden abgenommen werden1 kann auch er nicht anders1 und er ruft ,rache den ,henkern1 diesen ,ministern und ihren ,helfershelfern1 die mit ,branntwein handeln1 die ,menschen das ,morden lehren1 zu ,verbannung1 ,gefngnis1 ,zuchthaus oder zum ,strick verurteilen1 -- diesen ,leuten1 die vollstndig berzeugt sind1 da der ,erls aus den ,samowaren1 den ,schafen1 den ,klbern und der ,leinwand1 die man den ,beklagenswerten wegnimmt1 am besten verwandt wird zum ,brennen von ,branntwein1 der das ,volk vergiftet1 zur ,fabrikation von ,mordwaffen1 zum ,bau von ,gefngnissen1 ,zuchthusern und besonders zu ,gehaltszahlungen an ihre ,gehilfen und an sie selbst40 ,es ist traurig1 wenn man sein ganzes ,leben der ,erwartung und ,verkndigung des ,reiches der ,liebe gewidmet hat1 seine ,augen inmitten solch bedrohlicher ,erscheinungen schlieen zu mssen und davon verdstert zu werden4 -- ,es ist um so trauriger1 wenn man das unbestechliche ,gewissen eines ,tolstoi hat1 sich sagen zu mssen1 da man sein ,leben nicht vollstndig mit seinen ,grundstzen in ,einklang gebracht hat4 99 99 99 99 99 ,hier berhren wir die empfindlichste ,stelle seiner letzten ,jahre -- soll man sagen1 seiner letzten dreiig ,jahre8 --1 und wir drfen nur mit ehrfrchtiger und scheuer ,hand darber hinstreichen2 denn dieser ,schmerz1 den ,tolstoi geheimzuhalten trachtete1 betrifft nicht nur ihn1 der bereits tot ist1 sondern auch andere1 die noch leben1 die er liebte1 und die ihn lieben4 ,es war ihm nicht gelungen1 seinen ,glauben denen mitzuteilen1 die ihm die ,teuersten waren3 seiner ,frau und seinen ,kindern4 ,man hat gesehen1 wie seine treue ,gefhrtin1 die mutig sein ,leben und seine knstlerischen ,arbeiten mit ihm teilte1 darunter litt1 da er seinen ,glauben an die ,kunst abgeschworen hatte1 um eines anderen moralischen ,glaubens willen1 den sie nicht begriff4 ,tolstoi litt nicht weniger darunter1 sich von seiner besten ,freundin unverstanden zu fhlen4 ,ich fhle mit meinem ganzen ,sein10 schrieb er an ,teneromo1 die ,wahrheit der ,worte1 da ,mann und ,frau nicht zwei getrennte ,wesen1 sondern nur eines sind4 ,mein glhendster ,wunsch ist1 auf meine ,frau nur etwas von jenem religisen ,bewutsein bertragen zu knnen1 das mich befhigt1 mich zu ,zeiten ber das ,weh des ,lebens hinauszuheben4 ,ich hoffe1 da es auf sie bertragen wird1 wenn auch zweifellos nicht durch mich1 so durch ,gott1 obgleich jenes ,bewutsein fr ,frauen kaum zu erlangen sein drfte40#bdh ,es scheint nicht1 als ob dieser ,wunsch ,erhrung gefunden htte4 ,die ,grfin ,tolstoi bewunderte und liebte die ,herzensreinheit1 das stille ,heldentum1 die ,gte dieser groen ,seele1 die mit ihr nur ein ,wesen bildete2 sie sah1 da er vor der ,menge einherzog und den ,weg wies1 den die ,menschen gehen sollten0#bdi4 ,als der ,heilige ,synod ihn exkommunizierte1 bernahm sie tapfer seine ,verteidigung und beanspruchte ihr ,teil an der ,gefahr1 die ihn bedrohte4 ,aber sie konnte nicht so tun1 als ob sie etwas glaube1 was sie tatschlich nicht glaubte2 und ,tolstoi war zu ehrlich1 als da er sie zum ,heucheln gezwungen htte1 er1 dem das ,heucheln von ,glaube und ,liebe noch verhater war1 als die ,ablehnung von ,glaube und ,liebe#bej4 ,wie htte er also sie1 die nicht glaubte1 zwingen knnen1 ihre ,lebensweise zu ndern und ihr und ihrer ,kinder ,vermgen zum ,opfer zu bringen8 ,die ,unstimmigkeit mit seinen ,kindern war noch grer4 ,leroy-,beaulieu1 der ,tolstoi in ,jasnaja ,poljana im ,familienkreis sah1 sagt1 da bei ,tische1 wenn ,tolstoi sprach1 seine ,shne nur schlecht verbargen1 wie sehr des ,vaters ,worte sie langweilten1 und da sie ,zweifel in ihre ,wahrheit setzten0#bea4 ,sein ,glaube hatte nur auf zwei oder drei seiner ,tchter1 von denen die eine1 ,marie1 gestorben war1 einen flchtigen ,eindruck gemacht4 ,er stand allein unter den ,seinen4 ,auer seiner jngsten ,tochter und seinem ,arzt0 verstand ihn kaum jemand#beb4 ,er litt unter dieser inneren ,entfremdung1 er litt unter den gesellschaftlichen ,beziehungen1 die man ihm aufzwang1 unter diesen langweiligen ,gsten1 die aus der ganzen ,welt zu ihm kamen1 unter den ,besuchen von ,amerikanern und ,snobs1 die ihm lstig waren2 er litt unter dem ,luxus01 in dem zu leben ihn seine ,familie zwang4 ,es war ein recht bescheidener ,luxus1 wenn man denen glauben darf1 die ihn in seinem einfachen ,haus mit der fast puritanischen ,einrichtung gesehen haben1 in seinem kleinen ,zimmer mit einem eisernen ,bett1 armseligen ,sthlen und nackten ,wnden6 ,aber dieser ,komfort0 bedrckte ihn3 es war ihm ein immerwhrender ,vorwurf4 ,in dem zweiten der ,berichte1 die er im ,mercure de ,france0 verffentlichte1 stellt er voll ,bitterkeit den ,anblick des ,elends in seiner ,umgebung dem des ,luxus in seinem eigenen ,hause gegenber4 ,so nutzbringend meine ,ttigkeit manchen ,menschen auch erscheinen mag10 schrieb er schon #aijc1 so verliert sie doch den grten ,teil ihrer ,bedeutung1 weil mein ,leben nicht vollstndig mit meinen ,lehren in bereinstimmung gebracht ist0#bec4 ,warum hat er dann diese bereinstimmung nicht herbeigefhrt8 ,wenn er die ,seinen nicht zwingen konnte1 sich von der groen ,welt loszusagen1 warum hat er sich nicht von ihnen und ihrer ,lebensweise losgesagt1 -- um so dem ,spott und dem ,vorwurf der ,heuchelei zu entgehen1 die ihm seine ,feinde entgegenschleuderten1 die sich nur allzu gern auf sein eigenes ,beispiel beriefen1 wenn sie seine ,lehre verwarfen8 ,er hatte daran gedacht4 ,seit langem war sein ,entschlu gefat4 ,unter seinen hinterlassenen ,papieren hat sich ein wundervoller ,brief gefunden#bed1 den er am #h4 ,juni #ahig an seine ,frau geschrieben hat4 ,man mu ihn fast vollstndig wiedergeben2 denn nichts offenbart besser das ,geheimnis dieser liebevollen1 schmerzerfllten ,seele3 ,seit langem1 liebe ,sofie1 leide ich unter dem ,miverhltnis zwischen meinem ,leben und meinem ,glauben4 ,ich kann ,euch nicht zwingen1 ,eure ,lebensweise und ,eure ,gewohnheiten zu ndern4 ,genau so wenig gelang es mir bis heute1 ,euch zu verlassen2 denn ich wagte nicht1 die ,kinder bei ihrer groen ,jugend des kleinen ,einflusses zu berauben1 den ich auf sie haben knnte1 und ,euch allen groen ,kummer zu bereiten4 ,aber ich kann nicht so weiterleben1 wie ich whrend der letzten sechzehn ,jahre gelebt habe#bee1 bald im ,widerstreit mit ,euch und ,euch dauernd aufreizend1 bald den ,einflssen1 an die ich gewhnt bin1 und den ,versuchungen1 die mich umlauern1 erliegend4 ,ich habe beschlossen1 jetzt das zu tun1 was ich seit langem tun wollte3 wegzugehen444 ,wie die ,inder sich allein in den ,wald zurckziehen1 wenn sie die ,sechzig erreicht haben1 wie jeder betagte fromme ,mann die letzten ,jahre seines ,lebens ,gott zu widmen und sie nicht an ,scherz1 ,geschwtz und ,spiel zu vergeuden wnscht1 so ersehne ich1 der ich das siebzigste ,lebensjahr erreicht habe1 mit aller ,kraft meiner ,seele ,ruhe und ,einsamkeit und wenn auch keine vollstndige bereinstimmung1 so doch zum wenigsten nicht diesen schreienden ,miklang zwischen meinem ,leben und meinem ,gewissen4 ,wenn ich ganz offen weggegangen wre1 htte es ,bitten und ,auseinandersetzungen gegeben1 ich wre weich geworden und htte vielleicht meinen ,entschlu nicht zur ,ausfhrung gebracht1 whrend er doch ausgefhrt werden mu4 ,ich bitte ,euch deshalb1 mir zu verzeihen1 wenn mein ,tun ,euch ,kummer bereitet4 ,und besonders ,du1 ,sofie1 la mich gehen1 suche mich nicht1 sei mir nicht gram und tadle mich nicht4 ,die ,tatsache1 da ich ,dich verlassen habe1 bedeutet nicht1 da ich einen ,vorwurf gegen ,dich erhebe 444 ,ich wei1 da ,du nicht anders konntest4 ,du konntest nicht sehen und nicht denken wie ich2 deshalb vermochtest ,du auch nicht1 ,dein ,leben zu ndern und es einer ,sache aufzuopfern1 die ,du nicht anerkennst4 ,darum tadle ich ,dich auch nicht2 ich gedenke vielmehr in ,liebe und ,dankbarkeit der fnfunddreiig langen ,jahre unseres gemeinsamen ,lebens und besonders der ersten ,hlfte dieser ,zeit1 da ,du mit dem ,mut und der ,hingebung ,deiner mtterlichen ,natur tapfer ertrugst1 was ,du als ,deine ,mission ansahst4 ,du hast mir und der ,welt gegeben1 was ,du geben konntest4 ,du hast viel mtterliche ,liebe gegeben und groe ,opfer gebracht444 ,aber in den letzten fnfzehn ,jahren unseres ,lebens haben sich unsere ,wege getrennt4 ,ich kann mir nicht denken1 da ich schuld daran bin2 ich wei1 wenn ich mich gendert habe1 so war es nicht um ,deinetwillen und nicht um der ,welt willen1 sondern weil ich nicht anders konnte4 ,ich kann ,dich nicht anklagen1 da ,du mir nicht gefolgt bist1 und ich danke ,dir und werde mich stets mit ,liebe dessen erinnern1 was ,du mir gegeben hast4 -- ,lebe wohl1 meine liebe ,sofie4 ,ich habe ,dich lieb40 ,die ,tatsache1 da ich ,dich verlassen habe4440 ,er verlie sie nicht4 -- ,armer ,brief6 ,es scheint1 da es ,tolstoi gengte1 ihn zu schreiben1 um seinen ,entschlu schon als ausgefhrt zu betrachten444 ,nachdem er ihn geschrieben hatte1 war schon seine ganze ,entschlukraft erschpft4 -- ,wenn ich ganz offen weggegangen wre1 htte es ,bitten und ,auseinandersetzungen gegeben1 ich wre weich geworden4440 ,es brauchte keine ,bitten01 keine ,auseinandersetzungen01 es gengte ihm1 einen ,augenblick spter diejenigen zu sehen1 die er verlassen wollte1 und er fhlte1 da er sie mit dem besten ,willen nicht verlassen konnte2 den ,brief1 den er in seiner ,tasche hatte1 vergrub er unter seine ,papiere mit der ,aufschrift3 ,meiner ,frau1 ,sofie ,andrejewna1 nach meinem ,tode zu bergeben40 ,und damit war sein ,fluchtplan erledigt4 ,war das seine ,strke8 ,war er nicht imstande1 seine ,liebe seinem ,gott zum ,opfer zu bringen8 ,sicherlich fehlt es in den christlichen ,chroniken nicht an ,heiligen mit strkerem ,herzen1 die niemals zgerten1 ihre und der anderen ,liebe unerschrocken mit ,fen zu treten444 ,nun1 er war jedenfalls nicht von dieser ,art4 ,er war schwach4 ,er war ,mensch4 ,und eben darum lieben wir ihn4 ,schon mehr als fnfzehn ,jahre vorher legte er sich die schmerzvoll verzweifelte ,frage vor3 ,sag an1 ,leo ,tolstoi1 lebst du nach den ,grundstzen1 die du predigst80 ,und demtig antwortete er3 ,ich sterbe vor ,scham1 ich bin schuldig1 ich verdiene ,verachtung444 ,und trotzdem1 vergleicht mein ehemaliges ,leben mit meinem jetzigen6 ,dann werdet ihr sehen1 da ich nach dem gttlichen ,gesetz zu leben trachte4 ,ich habe nicht den tausendsten ,teil von dem getan1 was not tut1 und ich schme mich dessen1 aber ich habe es nicht unterlassen1 weil ich es nicht gewollt1 sondern weil ich es nicht gekonnt habe444 ,klagt mich an1 aber klagt den ,weg nicht an1 dem ich folge4 ,wenn ich die ,strae kenne1 die mich nach ,hause fhrt1 und wenn ich ihr taumelnd wie ein ,trunkener folge1 ist damit gesagt1 da die ,strae schlecht ist8 ,oder zeigt mir eine andere1 oder sttzt mich auf der richtigen ,strae1 so wie ich willens bin1 euch zu sttzen4 ,aber stot mich nicht von euch1 ergtzt euch nicht an meiner ,verzweiflung1 ruft nicht voller ,begeisterung aus3 ,seht6 ,er sagt1 da er nach ,hause geht1 und er fllt in den ,morast6' ,nein1 ergtzt euch nicht1 sondern helft mir1 sttzt mich6 444 ,helft mir6 ,mein ,herz blutet aus ,verzweiflung darber1 da wir uns alle verirrt haben2 und wenn ich mich aus allen ,krften bemhe1 um mich herauszufinden1 deutet ihr1 statt ,mitleid mit mir zu haben1 mit dem ,finger auf mich und ruft3 ,seht1 er fllt mit uns in den ,morast6'40#bef ,dann1 als er dem ,tode nher war1 wiederholte er3 ,ich bin kein ,heiliger1 ich habe mich nie fr einen ausgegeben4 ,ich bin ein ,mensch1 der sich mitreien lt und der manchmal nicht alles sagt1 was er denkt und fhlt2 nicht1 weil er es nicht will1 sondern weil er es nicht kann1 weil ihm oft bertreibungen und ,irrtmer unterlaufen4 ,mit meinem ,tun ist es noch schlimmer4 ,ich bin ein durchaus schwacher ,mensch mit lasterhaften ,gewohnheiten1 der ,gott in ,wahrheit dienen will1 der aber immer wieder strauchelt4 ,wenn man mich fr einen ,menschen hlt1 der sich nicht irren kann1 dann mu jedes meiner ,vergehen als ,lge oder ,heuchelei erscheinen4 ,aber wenn man mich fr einen schwachen ,menschen hlt1 dann erscheine ich als das1 was ich in ,wirklichkeit bin3 ein bemitleidenswertes aber ehrliches ,wesen1 das immer und von ganzem ,herzen gewnscht hat und weiter wnscht1 ein guter ,mensch1 ein guter ,diener ,gottes zu werden40 ,so blieb er1 von ,gewissensbissen verfolgt1 geqult durch die stummen ,vorwrfe von ,anhngern1 die energischer und weniger menschlich waren als er#beg1 gepeinigt durch seine ,schwche und seine ,unschlssigkeit1 hin- und hergezerrt zwischen der ,liebe zu den ,seinen und der ,liebe zu ,gott1 -- bis zu dem ,tage1 wo ihn die ,verzweiflung und vielleicht auch der heie ,fieberhauch1 der beim ,nahen des ,todes sprbar wird1 aus dem ,hause auf die ,landstrae trieben4 ,er floh und irrte umher1 klopfte an ,klostertren1 zog seines ,weges weiter und blieb schlielich in einem unbekannten kleinen ,ort liegen1 um nicht mehr aufzustehen#beh4 ,und auf seinem ,totenbette weinte er nicht ber sich1 sondern ber die ,unglcklichen4 ,und unter ,schluchzen sagte er3 ,es gibt auf ,erden ,millionen ,menschen1 die leiden2 warum befat ihr alle euch gerade mit mir allein80 ,und dann kam er -- es war ,sonntag1 den #bj4 ,november #aiaj1 kurz nach #f ,uhr morgens --1 der ,erlser01 wie er ihn nannte1 der ,tod1 der gesegnete ,tod4440 ,der ,kampf war zu ,ende1 der zweiundachtzigjhrige ,kampf1 dessen ,schauplatz dieses ,leben gewesen war4 ,ein ,leben1 gemischt aus ,tragik und ,ruhm1 an dem alle ,daseinskrfte1 alle ,laster und alle ,tugenden1 ,anteil hatten4 -- ,alle ,laster1 ausgenommen ein einziges1 die ,lge2 denn sie verfolgte er unaufhaltsam und sprte sie in ihren verborgensten ,schlupfwinkeln auf4 ,zuerst der ,freiheitsrausch1 die aufeinanderprallenden ,leidenschaften in der strmischen ,nacht1 die nur hier und da blendende ,blitze erhellen1 ,liebe und ,verzckung1 ,offenbarungen des ,ewigen4 ,jahre im ,kaukasus1 vor ,sewastopol1 ,jahre ghrender und unruhiger ,jugend444 ,dann die wohlttige ,besnftigung der ersten ,ehejahre4 ,das ,glcklichsein in der ,liebe1 der ,kunst und der ,natur1 -- ,krieg und ,frieden40 ,hhepunkt des ,genies1 das den ganzen menschlichen ,gesichtskreis und das ,schauspiel dieser ,kmpfe1 die seelisch schon der ,vergangenheit angehrten1 meistert4 ,er ist ihr ,herr2 und schon gengen sie ihm nicht mehr4 ,wie ,frst ,andrej hebt er seine ,augen zu dem grenzenlosen ,himmel1 der ber ,austerlitz leuchtet4 ,dieser ,himmel zieht ihn an3 ,es gibt ,menschen mit mchtigen ,schwingen1 die die ,begierde zwingt1 inmitten der ,menge zu landen1 wo ihre ,schwingen zerbrechen3 solch einer bin ich4 ,dann schlgt man mit seinem gebrochenen ,flgel1 schwingt sich mit ,macht wieder auf und fllt von neuem herab4 ,aber die ,flgel heilen wieder4 ,ich werde sehr hoch fliegen4 ,gott stehe mir bei60#bei ,diese ,worte sind im schrecklichsten ,aufruhr geschrieben1 dessen ,niederschlag und ,echo die ,beichte0 ist4 ,tolstoi wurde mehr als einmal mit zerbrochenen ,schwingen zu ,boden geschleudert4 ,und immer wieder lt er nicht nach und steigt wieder auf4 ,nun schwebt er dahin in dem unermelichen1 unergrndlichen ,himmel0 mit seinen beiden groen ,schwingen1 dem ,glauben und der ,vernunft4 ,aber die ersehnte ,ruhe findet er darin nicht4 ,der ,himmel ist nicht auerhalb unser1 der ,himmel ist in uns4 ,tolstoi lt auch hier seinen strmischen ,leidenschaften freien ,lauf4 ,hierin unterscheidet er sich von den entsagenden ,aposteln2 er ging mit derselben ,inbrunst ans ,entsagen1 mit der er ans ,leben heranging4 ,und immer ist es das ,leben1 das er mit dem ,ungestm eines ,liebhabers umfngt4 ,er ist lebenstoll04 ,er ist lebenstrunken04 ,er kann nicht leben ohne diesen ,rausch#bfj4 ,berauscht von ,glck und ,unglck zu gleicher ,zeit4 ,berauscht vom ,tod und von der ,unsterblichkeit#bfa4 ,sein ,verzicht auf das irdische ,dasein ist nur ein wild leidenschaftlicher ,schrei nach dem ewigen ,leben4 ,nein1 der ,friede1 den er erlangt1 der ,seelenfriede1 den er herbeiwnscht1 ist nicht der ,friede des ,todes4 ,es ist der ,friede jener brennenden ,welten1 die in den unendlichen ,rumen kreisen4 ,sein ,zorn ist ruhig1 und seine ,ruhe ist ,leidenschaft#bfb4 ,der ,glaube hat ihm neue ,waffen geliefert1 um unvershnlich den ,kampf wieder aufzunehmen1 den er seit seinen ersten ,werken ohne ,unterla gegen die ,lgen der zeitgenssischen ,gesellschaft fhrte4 ,er begngt sich nicht mehr mit ein paar typischen ,romanfiguren1 er zieht zu ,felde gegen alle die groen ,gtzen3 die ,heucheleien der ,religion1 des ,staates1 der ,wissenschaft1 der ,kunst1 des ,liberalismus1 des ,sozialismus1 der ,volksbildung1 der ,wohlttigkeit1 des ,pazifismus444#bfc ,er geielt sie1 er verfolgt sie aufs eifrigste4 ,illustration3 ,tolstois ,grab auf ,jasnaja ,poljana ,die ,welt sieht von ,zeit zu ,zeit die ,erscheinung solch erregter ,geister1 die1 wie ,johannes der ,tufer1 einen ,bannfluch gegen die ,sittenverderbnis schleudern4 ,die letzte dieser ,erscheinungen ist ,rousseau gewesen4 ,durch seine ,liebe zur ,natur#bfd1 seinen ,ha auf die moderne ,gesellschaft1 seine uerste ,bedrfnislosigkeit1 seine inbrnstige ,verehrung des ,evangeliums und der christlichen ,moral ist ,rousseau ein ,vorbote ,tolstois1 der sich auch auf ihn berief3 ,manche seiner ,worte gehen mir zu ,herzen10 sagte er1 ich knnte glauben1 sie selbst geschrieben zu haben0#bfe4 ,aber was fr ein ,unterschied zwischen diesen beiden ,seelen1 und um wieviel ist die ,tolstois von reinerem ,christentum6 ,welcher ,mangel an ,demut1 welche pharisische ,anmaung verrt der vermessene ,ausruf in den ,bekenntnissen0 des ,genfers3 ,du ,ewiger6 ,einer soll dir zu sagen wagen3 ,ich war besser als dieser ,mann60 ,oder in jenem ,fehdebrief an die ,welt3 ,ich erklre es laut und furchtlos3 wer immer mich fr einen unredlichen ,menschen hlt1 verdient selbst erdrosselt zu werden40 ,tolstoi weinte blutige ,trnen ber die ,verbrechen0 seines vergangenen ,lebens3 ,ich leide ,hllenqualen4 ,ich erinnere mich aller meiner begangenen ,niedertrchtigkeiten1 und diese ,erinnerungen verlassen mich nicht1 sie vergiften mein ,leben4 ,gewhnlich bedauert man1 da man sich nicht ber den ,tod hinaus an ,vergangenes erinnert4 ,welch ein ,glck1 da es so ist6 ,wie schrecklich wre es1 wenn ich mich in dem anderen ,leben all des ,bsen erinnern mte1 das ich hienieden beging64440#bff ,er hat nicht1 wie ,rousseau1 seine ,bekenntnisse0 geschrieben1 weil er1 wie dieser sagte1 im ,bewutsein1 da das ,gute das ,schlechte berwiege1 guten ,grund hatte1 alles zu sagen04 ,tolstoi verzichtet nach einem vergeblichen ,versuch darauf1 seine ,erinnerungen zu schreiben4 ,die ,feder entsinkt seiner ,hand4 ,er will nicht ,gegenstand des rgernisses sein fr die1 die es lesen werden3 ,die ,leute wrden sagen3 ,das ist also der ,mann1 den viele so hoch stellen6 ,und was fr ein ,feigling war er6 ,demnach befiehlt ,gott selbst uns einfachen ,sterblichen1 feige zu sein'40#bfg ,niemals hat ,rousseau aus dem christlichen ,glauben heraus diese schne schamhafte ,demut gekannt1 die dem alten ,tolstoi eine solch unsagbare ,gte verleiht4 ,hinter ,rousseau1 als ,umrahmung seines ,denkmals auf der ,schwaneninsel1 sieht man ,genf1 das ,rom ,calvins4 ,in ,tolstoi findet man die ,pilger1 die ,einfltigen0 wieder1 deren naive ,bekenntnisse und ,trnen seine ,kinderjahre bewegt hatten4 ,aber weit mehr noch als der ,kampf gegen die ,welt1 der ihm mit ,rousseau gemeinsam ist1 erfllte ein anderer ,kampf die letzten dreiig ,jahre von ,tolstois ,leben4 ,ein herrlicher ,kampf zwischen den beiden hehrsten ,mchten in seiner ,seele3 der ,wahrheit und der ,liebe4 ,die ,wahrheit1 -- dieser ,blick1 der bis ins ,herz geht01 -- das durchdringende ,licht dieser grauen ,augen1 die einen durchbohren444 sie war sein ltester ,glaube1 die ,beherrscherin seiner ,kunst4 ,die ,heldin meiner ,schriften1 sie1 die ich mit der ganzen ,kraft meiner ,seele liebe1 sie1 die immer schn war1 ist und sein wird1 sie ist die ,wahrheit40#bfh ,die ,wahrheit war das einzige ,strandgut1 das er nach dem ,tode seines ,bruders aus dem ,schiffbruch rettete#bfi1 der ,angelpunkt seines ,lebens1 der ,fels im ,meere4 ,aber bald hatte ihm die schreckliche ,wahrheit0#bgj nicht mehr gengt4 ,die ,liebe hatte sie verdrngt4 ,sie war der lebendige ,quell seiner ,kinderjahre1 der natrliche ,zustand seiner ,seele0#bga4 ,als im ,jahre #ahhj der moralische ,umschwung kam1 sagte er sich nicht von der ,wahrheit los1 sondern er suchte sie mit der ,liebe zu verschmelzen#bgb4 ,die ,liebe ist die ,grundlage der ,willenskraft0#bgc4 ,die ,liebe ist der ,zweck des ,lebens01 der einzige neben der ,schnheit#bgd4 ,die ,liebe ist das ,wesen des vom ,leben gereiften ,tolstoi1 des ,verfassers von ,krieg und ,frieden0 und des ,briefes an den ,heiligen ,synod#bge4 ,diese ,durchdringung der ,wahrheit mit der ,liebe macht den einzigartigen ,wert der ,hauptwerke aus1 die er in seines ,lebens ,mitte -- nel mezzo del cammin -- schrieb1 und unterscheidet seinen ,realismus von dem ,realismus eines ,flaubert4 ,dieser setzt seinen ,ehrgeiz darein1 seine ,gestalten nicht zu lieben4 ,so gro er auf diese ,weise auch sein mag1 ihm fehlt das ,fiat lux60 ,das ,licht der ,sonne gengt nicht1 das ,licht des ,herzens tut not4 ,tolstois ,realismus verkrpert sich in jeder seiner ,gestalten1 und indem er sie mit ihren ,augen sieht1 findet er in der geringsten von ihnen ,grnde1 sie zu lieben und uns die ,bande empfinden zu lassen1 die uns mit allen brderlich vereinen#bgf4 ,durch die ,liebe dringt er bis zu den ,wurzeln des ,lebens4 ,aber es ist schwierig1 diese ,verbindung aufrechtzuerhalten4 ,es gibt ,stunden1 in denen das ,spiel des ,lebens und seine ,leiden so bitter sind1 da sie der ,liebe gleichsam den ,kampf ansagen1 und da man1 um sie zu retten1 um seinen ,glauben zu retten1 sie so hoch ber alles ,menschliche erheben mu1 da sie ,gefahr luft1 jede ,verbindung mit der ,welt zu verlieren4 ,und was soll der tun1 dem vom ,schicksal die wunderbare und unselige ,gabe zuteil wurde1 die ,wahrheit zu sehen1 sie sehen zu mssen8 ,wer kann sagen1 wie sehr ,tolstoi in seinen letzten ,lebensjahren gelitten hat unter dem unaufhrlichen ,widerstreit zwischen seinen unerbittlichen ,augen1 die den ,schrecken der ,wirklichkeit sahen1 und seinem empfindsamen ,herzen1 das unentwegt die ,liebe bejahte und ihrer harrte6 ,wir alle haben diese tragischen ,konflikte kennengelernt4 ,wie oft waren wir vor die ,entscheidung gestellt1 nicht zu sehen oder zu hassen6 ,und wie oft mag einen ,knstler1 -- einen ,knstler1 wrdig dieser ,bezeichnung1 einen ,schriftsteller1 der die herrliche und furchtbare ,macht des geschriebenen ,wortes kennt1 -- wie oft mag ihn ,bangigkeit beschlichen haben im ,augenblick1 da er diese oder jene ,wahrheit niederschrieb#bgg6 ,diese gesunde und mnnliche ,wahrheit1 die inmitten der modernen ,lgen1 der ,lgen der ,zivilisation1 so notwendig ist1 diese ,wahrheit1 die zum ,leben so unentbehrlich zu sein scheint1 wie die ,luft1 die man einatmet444 ,und dann merkt man1 da so viele ,lungen diese ,luft nicht vertragen knnen1 so viele durch die ,zivilisation geschwchte oder einfach durch die ,gte ihres ,herzens schwach gewordene ,menschen4 ,soll man keine ,rcksicht darauf nehmen und ihnen diese tdliche ,wahrheit unbedenklich ins ,gesicht schleudern8 ,gibt es nicht eine hhere ,wahrheit1 die1 wie ,tolstoi sagt1 zur ,liebe bereit ist08 -- ,aber kann man wohl darein willigen1 die ,menschen mit trstlichen ,lgen einzulullen1 wie ,peer ,gynt seine sterbende alte ,mutter mit seinen ,mrchen einschlfert8444 ,die ,gesellschaft steht immer vor dem ,dilemma3 ,wahrheit oder ,liebe4 ,gewhnlich entscheidet sie sich dahin1 ,wahrheit und ,liebe zugleich zu opfern4 ,nie hat ,tolstoi einen seiner beiden ,glauben verraten4 ,in den ,werken aus seiner ,reifezeit weist die ,liebe der ,wahrheit den ,weg4 ,in den ,werken der letzten ,jahre senkt sich ein ,licht von oben1 ein ,strahl der ,gnade auf das ,leben1 ohne sich aber damit zu vermischen4 ,man hat es in der ,auferstehung0 gesehen1 wo der ,glaube die ,wirklichkeit beherrscht1 sie aber nicht durchdringt4 ,dieselben ,menschen1 die ,tolstoi jedesmal1 wenn er sie einzeln sieht1 als sehr schwach und mittelmig schildert1 erhalten fr ihn1 wenn er an sie als ein ,ganzes denkt1 einen ,zug von gttlicher ,heiligkeit#bgh4 -- ,in seinem tglichen ,leben trat derselbe ,widerspruch zutage wie in seiner ,kunst1 nur noch schroffer4 ,wenn er auch noch so gut wute1 was die ,liebe von ihm forderte1 so handelte er doch anders2 er lebte nicht1 wie es ,gott gefiel1 er lebte1 wie es der ,welt gefiel4 ,wo sollte er die ,liebe fassen8 ,wie sollte er zwischen ihren verschiedenen ,gesichtern und ihren widerspruchsvollen ,forderungen unterscheiden8 ,galt es die ,liebe zu seiner ,familie1 oder die ,liebe zu allen ,menschen8444 ,bis zum letzten ,tag schlug er sich mit diesen ,zweifeln herum4 ,wo ist die ,lsung8 -- ,er hat sie nicht gefunden4 berlassen wir das ,recht1 deshalb mit ,verachtung ber ihn zu urteilen1 den hochfahrenden ,intellektuellen4 ,sie haben gewi die ,lsung gefunden1 sie haben die ,wahrheit1 und sie sttzen sich mit ,sicherheit auf sie4 ,fr sie war ,tolstoi ein empfindsamer ,schwchling1 der ihnen nicht als ,vorbild dienen kann4 ,zweifellos ist er kein ,vorbild1 dem sie nacheifern knnen2 dazu sind sie nicht lebendig genug4 ,tolstoi gehrt nicht zu jenen eitlen ,auserwhlten1 er gehrt keiner ,kirche an1 -- weder der der ,schriftgelehrten1 wie er sie nannte1 noch der der ,phariser vom einen oder vom anderen ,glauben4 ,er ist der vollkommenste ,typus des freien ,christen1 der sein ,leben lang einem ,ideal zustrebt1 ohne ihm je nher zu kommen#bgi4 ,tolstoi redet nicht zu der geistigen ,auslese1 er redet zu den gewhnlichen ,menschen -- hominibus bonae voluntatis4 -- ,er ist unser ,gewissen4 ,er spricht aus1 was wir ,durchschnittsmenschen alle denken1 und was wir nur nicht in uns zu lesen wagen4 ,und er ist uns kein hochmtiger ,lehrmeister1 keiner jener hoheitsvollen ,geisteshelden1 die in ihrer ,kunst und ihrer ,weisheit ber der ,menschheit thronen4 ,er ist -- wie er sich selbst gern in seinen ,briefen mit diesem schnsten und innigsten ,namen bezeichnete -- unser ,bruder04 ,ende ,anmerkungen #a 7,s4 #f73 ,abgesehen von einigen ,unterbrechungen1 -- vornehmlich einer ziemlich langen zwischen #ahfe und #ahgh4 #b 7,s4 #f73 ,es ist die wichtigste ,sammlung von ,dokumenten ber das ,leben und das ,werk ,tolstois4 ,ich habe sehr ausgiebig daraus geschpft4 #c 7,s4 #g73 ,er nahm auch an den ,napoleonischen ,feldzgen teil und war in ,frankreich whrend der ,jahre #ahad-ahae in ,gefangenschaft4 #d 7,s4 #h73 ,kindheit01 ,kapitel ,,ii4 #e 7,s4 #h73 ,kindheit01 ,kapitel ,,xxvii4 #f 7,s4 #h73 ,jasnaja ,poljana1 dessen ,name etwa mit ,helle ,lichtung0 wiedergegeben werden kann1 ist ein kleines ,dorf im ,sden von ,moskau1 einige ,meilen von ,tula entfernt1 in einer der urrussischsten ,provinzen4 ,die beiden grten ,gebiete ,rulands10 sagt ,a4 ,leroy-,beaulieu1 das ,waldgebiet und das ,getreidegebiet berhren sich hier und gehen ineinander ber4 ,in diesen ,gegenden trifft man weder ,finnen noch ,tartaren1 weder ,polen noch ,juden oder ,kleinrussen4 ,das ,gebiet von ,tula liegt im tiefsten ,herzen ,rulands40 7,a4 ,leroy-,beaulieu3 ,leo ,tolstoi2 ,revue des deux ,mondes1 #ae4 ,dezember #aiaj47 #g 7,s4 #i73 ,tolstoi hat ihn in ,anna ,karenina0 geschildert mit den ,zgen von ,lewins ,bruder4 #h 7,s4 #i73 ,er schrieb ,das ,tagebuch eines ,jgers04 #i 7,s4 #i73 ,in ,wirklichkeit war sie eine entfernte ,verwandte4 ,sie hatte ,tolstois ,vater geliebt und war von ihm wiedergeliebt worden2 aber wie ,sonja in ,krieg und ,frieden0 hatte sie sich nicht zu behaupten gewut4 #aj 7,s4 #aj73 ,kindheit01 ,kapitel ,,xii4 #aa 7,s4 #aa73 ,hat ,tolstoi doch in autobiographischen ,aufzeichnungen aus dem ,jahre #ahgh behauptet1 da er sich der ,empfindungen erinnere1 die er als ,kind beim ,wickeln und ,baden gehabt habe4 7,siehe ,erste ,erinnerungen047 #ab 7,s4 #aa73 ,erste ,erinnerungen40 #ac 7,s4 #ac73 ,von #ahdb-ahdg4 #ad 7,s4 #ac73 ,nikolaus1 der um #e ,jahre lter als ,leo war1 hatte sein ,studium schon im ,jahre #ahdd vollendet4 #ae 7,s4 #ac73 ,er liebte die metaphysischen ,unterhaltungen um so mehr01 wie er sagt1 als sie viel abstrakter waren und bis zu einem solchen ,grad von ,unklarheit fhrten1 da man1 im ,glauben1 man sage1 was man denke1 alles andere sagen konnte04 7,knabenjahre01 ,kapitel ,,xxvii47 #af 7,s4 #ac73 ,knabenjahre01 ,kapitel ,,xix4 #ag 7,s4 #ac73 ,hauptschlich in seinen ersten ,werken1 in den ,berichten aus ,sewastopol4 #ah 7,s4 #ad73 ,das war zu der ,zeit1 als er mit ,vergngen ,voltaire las4 7,beichte01 ,kapitel ,i47 #ai 7,s4 #ad73 ,beichte01 ,kapitel ,i4 #bj 7,s4 #ad73 ,jugend01 ,kapitel ,,iii4 #ba 7,s4 #ad73 ,in den ,monaten ,mrz und ,april #ahdg4 #bb 7,s4 #ad73 ,alles was der ,mensch tut1 tut er aus ,eigenliebe01 sagt ,nekludow in ,knabenjahre04 -- ,im ,jahre #ahec bemerkt ,tolstoi in seinem ,tagebuch3 ,mein groer ,fehler3 der ,hochmut4 ,eine grenzenlose1 durch nichts gerechtfertigte ,eigenliebe444 ,ich bin so ehrgeizig1 da ich1 wenn ich zwischen dem ,ruhm und der ,tugend 7die ich liebe7 zu whlen htte1 wohl glaube1 ich wrde ersteren whlen40 #bc 7,s4 #ae73 ,ich wollte1 alle sollten mich kennen und mich lieben4 ,ich wollte1 da schon allein beim ,hren meines ,namens alle von ,bewunderung fr mich erfllt und mir zu ,dank verpflichtet wren40 #bd 7,s4 #ae73 ,nach einem ,bildnis aus dem ,jahre #ahdd1 als er #bj ,jahre alt war4 #be 7,s4 #ae73 ,ich bildete mir ein1 da es fr einen ,menschen1 der eine so breite ,nase1 so aufgeworfene ,lippen und so kleine ,augen wie ich hatte1 kein ,glck auf ,erden gbe40 7,kindheit01 ,kapitel ,,xvii47 ,an anderer ,stelle spricht er mit ,verzweiflung von diesem ,gesicht ohne ,ausdruck1 diesen schlaffen1 weichen1 unentschiedenen ,zgen ohne ,adel1 die an die einfachen ,muschiks erinnern1 von diesen zu groen ,hnden und ,fen04 7,jugend01 ,kapitel ,i47 #bf 7,s4 #ae73 ,ich teilte die ,menschheit in drei ,klassen ein3 die erstklassigen ,menschen1 die allein achtungswrdigen2 die zweitklassigen ,menschen1 wrdig der ,verachtung und des ,hasses2 und die ,plebs1 die fr mich berhaupt nicht existierte40 7,jugend01 ,kapitel ,,xxxi47 #bg 7,s4 #ae73 ,hauptschlich whrend eines ,aufenthaltes in ,st4 ,petersburg in den ,jahren #ahdg-ahdh4 #bh 7,s4 #ae73 ,knabenjahre01 ,kapitel ,,xxvii4 #bi 7,s4 #af73 ,unterhaltungen mit ,paul ,boyer 7,le ,temps71 #bh4 ,august #aija4 #cj 7,s4 #ag73 ,nekludow kommt auch vor in ,knabenjahre0 und ,jugend0 7#ahed71 in ,begegnung im ,felde0 7#ahef71 in ,aufzeichnungen eines ,marqueurs0 7#ahef71 in ,luzern0 7#aheg7 und in ,auferstehung0 7#ahii74 ,es ist zu bemerken1 da dieser ,name fr ganz verschiedene ,personen ,verwendung findet4 ,tolstoi hat gar nicht versucht1 ihm immer dieselbe uere ,erscheinung zu geben1 und am ,schlu der ,aufzeichnungen eines ,marqueurs0 ttet sich ,nekludow sogar4 ,es sind lediglich verschiedene ,inkarnationen ,tolstois in seinen besten und schlimmsten ,eigenschaften4 #ca 7,s4 #ah73 ,der ,morgen des ,gutsherrn40 #cb 7,s4 #ah73 ,sie fllt zeitlich mit den ,berichten aus der ,kindheit0 zusammen4 #cc 7,s4 #ai73 #aa4 ,juni #ahea im befestigten ,lager von ,stari-,jurt im ,kaukasus4 #cd 7,s4 #bj73 ,tagebuch4 #ce 7,s4 #bj73 ,tagebuch1 #b4 ,juli #ahea4 #cf 7,s4 #bj73 ,brief an seine ,tante ,tatjana1 ,januar #aheb4 #cg 7,s4 #ba73 ,ein ,bildnis von #ahea zeigt schon die ,vernderung1 die sich in seiner ,seele vollzieht4 ,das ,haupt ist erhoben1 die ,gesichtszge haben sich etwas aufgehellt1 die ,augenhhlen sind weniger dunkel1 die ,augen bewahren noch ihre strenge ,starrheit1 und der halbgeffnete ,mund1 den ein keimender ,schnurrbart umschattet1 wirkt vergrmt2 das ,gesicht zeigt noch immer etwas ,hochmtiges und ,mitrauisches1 aber doch weit mehr ,jugendlichkeit4 #ch 7,s4 #bb73 ,die ,briefe1 die er damals an seine ,tante ,tatjana schrieb1 sind angefllt mit ,herzensergssen und ,trnen4 ,er ist1 wie er sagt1 ,liova-riova01 ,leo der ,greiner 7#f4 ,januar #aheb74 #ci 7,s4 #bb73 ,der ,morgen des ,gutsherrn0 ist das ,bruchstck eines geplanten ,werkes ,roman eines russischen ,gutsbesitzers04 ,die ,kosaken0 sind der #a4 ,teil eines groen ,kaukasusromans4 ,das gewaltige ,werk war nach der ,absicht des ,verfassers nur eine ,art ,einleitung zu einem zeitgenssischen ,epos1 dessen ,mittelstck die ,dekabristen0 sein sollten4 #dj 7,s4 #bc73 ,der ,pilger ,krischa oder der ,tod der ,mutter4 #da 7,s4 #bd73 ,in einem ,brief an ,birukow4 #db 7,s4 #bd73 ,der ,morgen des ,gutsherrn0 wurde erst #ahej-ahef beendet4 #dc 7,s4 #be73 ,die beiden ,alten0 7#ahhe74 #dd 7,s4 #bf73 ,der berfall40 #de 7,s4 #bg73 ,obwohl sie erst viel spter1 im ,jahre #ahfj in ,hyres beendet wurden 7erschienen sind sie erst #ahfc71 so stammt doch der grere ,teil des ,werks aus dieser ,zeit4 #df 7,s4 #bg73 ,die ,kosaken40 #dg 7,s4 #bi73 ,vielleicht01 sagt der in die junge ,kosakin verliebte ,olenin1 liebe ich in ihr die ,natur444 ,indem ich sie liebe1 fhle ich1 wie ganz ich an der ,natur teilnehme40 -- ,oft vergleicht er die ,frau1 die er liebt1 mit der ,natur4 ,sie ist wie die ,natur gleichmig1 still und schweigsam40 ,an anderer ,stelle bringt er den ,anblick der fernen ,berge und dieser majesttischen ,frau0 in ,verbindung miteinander4 #dh 7,s4 #cj73 ,ebenso in dem ,briefe ,olenins an seine russischen ,freunde4 #di 7,s4 #ca73 ,tagebuch4 #ej 7,s4 #cb73 ,man findet diese ,schreibweise auch im ,holzschlag01 der zum selben ,zeitpunkt beendigt wurde4 ,zum ,beispiel3 ,es gibt drei ,arten von ,liebe3 #a4 die sthetische ,liebe2 #b4 die ergebene ,liebe2 #c4 die werkttige ,liebe1 usw40 7,jugendjahre407 -- ,oder auch3 es gibt drei ,arten von ,soldaten3 #a4 die gehorsamen2 #b4 die befehlshaberischen2 #c4 die bramarbasierenden1 -- die ihrerseits alle wieder in ,unterabteilungen zerfallen04 7,holzschlag07 #ea 7,s4 #cc73 ,jugend01 ,kapitel ,,xxxii4 #eb 7,s4 #cd73 ,tolstoi hatte die ,geschichte an die ,zeitschrift ,sovremennik0 geschickt1 und sie wurde darin sofort verffentlicht4 #ec 7,s4 #ce73 ,tolstoi ist viel spter1 in seinen ,unterhaltungen mit seinem ,freunde ,teneromo1 darauf zurckgekommen4 ,er hat ihm namentlich von einem ,angstzustand erzhlt1 der ihn eines ,nachts erfate1 als er vollstndig eingegraben in einer abgedunkelten ,verschanzung lag4 ,man findet diese ,episode aus dem ,krieg von ,sewastopol in dem ,sammelband ,die ,revolutionre04 #ed 7,s4 #ce73 ,drujinin warnt ihn spter freundschaftlich vor dieser ,gefahr3 ,sie neigen zu einer ganz auerordentlichen ,feinheit des ,analysierens2 sie kann sich in einen groen ,fehler verwandeln4 ,mitunter knnten ,sie sagen3 bei dem und dem verriet die ,wade den ,wunsch1 nach ,indien zu reisen444 ,sie mssen diese ,neigung zgeln1 aber um nichts in der ,welt sie ersticken40 7,brief aus dem ,jahre #ahef47 #ee 7,s4 #cg73 die die ,zensur verstmmelt hat4 #ef 7,s4 #cg73 #b4 ,september #ahee4 #eg 7,s4 #ch73 ,seine ,eigenliebe beherrschte ihn vollstndig2 es gab fr ihn keine andere ,wahl1 als der erste zu sein oder sich selbst aus dem ,leben zu lschen444 ,er wollte gern der erste unter den ,mnnern sein1 mit denen er sich zu vergleichen pflegte40 #eh 7,s4 #ci73 #ahhi kam ,tolstoi beim ,schreiben einer ,vorrede zu den ,erinnerungen an ,sewastopol von einem ,artillerieoffizier01 ,a4 ,j4 ,erchow1 auf diese ,szenen zurck4 ,alles ,heldenhafte war daraus geschwunden4 ,er erinnerte sich nur noch an die ,angst1 die sieben ,monate gewhrt hatte1 -- die doppelte ,angst3 die vor dem ,tod und die vor der ,schande1 eine entsetzliche moralische und seelische ,qual4 ,alle ,heldentaten0 bedeuteten bei der ,belagerung fr ihn nur noch das eine3 ,kanonenfutter gewesen zu sein4 #ei 7,s4 #dj73 ,suars1 ,tolstoi01 herausgegeben von der ,union pour l',action morale01 #ahii1 7aufs neue verffentlicht in den ,cahiers de la ,quinzaine01 unter dem ,titel3 ,tolstoi vivant074 #fj 7,s4 #da73 ,turgenjew klagt in einer ,unterhaltung ber ,tolstois trichten ,adelsstolz1 ber seine junkerhafte ,prahlerei4 #fa 7,s4 #da73 ,ein ,charakterzug1 ob er nun gut oder schlecht zu nennen sei1 war mir immer eigen3 ich wehrte mich stets instinktiv gegen alle epidemisch auftretenden ueren ,einflsse444 ,ich hatte eine ,abneigung gegen die allgemeine ,strmung40 7,brief an ,p4 ,birukow47 #fb 7,s4 #da73 ,turgenjew4 #fc 7,s4 #db73 ,grigorowitsch4 #fd 7,s4 #db73 ,eugen ,garchin1 ,erinnerungen an ,turgenjew #ahhc4 #fe 7,s4 #db73 ,der heftigste1 der zum endgltigen ,bruch zwischen ihnen fhrte1 fand im ,jahre #ahfa statt4 ,turgenjew gab seinen philanthropischen ,empfindungen ,ausdruck und sprach von den wohlttigen ,veranstaltungen1 mit denen seine ,tochter sich beschftigte4 ,nichts erregte ,tolstoi mehr als die ,wohlttigkeit der groen ,gesellschaft4 ,ich finde10 sagte er1 da ein gutgekleidetes junges ,mdchen1 das schmutziges und belriechendes ,bettelvolk auf seinen ,knien hlt1 eine ,theaterszene spielt1 die der ,aufrichtigkeit entbehrt40 -- ,die ,auseinandersetzung wurde immer heftiger1 ,turgenjew geriet auer sich und bedrohte ,tolstoi mit ,ohrfeigen4 ,tolstoi bestand auf sofortiger ,genugtuung und forderte ,turgenjew zum ,zweikampf4 ,turgenjew1 der seine ,erregung gleich bedauert hatte1 schickte einen ,entschuldigungsbrief4 ,aber ,tolstoi verzieh ihm nicht4 ,fast zwanzig ,jahre spter bat er -- wie man in der ,folge sehen wird -- ihn um ,entschuldigung1 im ,jahre #ahgh1 als er sein ganzes frheres ,leben abschwor und seinen ,stolz vor ,gott grndlich demtigte4 #ff 7,s4 #db73 ,beichte40 #fg 7,s4 #db73 ,es gab01 sagte er1 keinen ,unterschied zwischen uns und einem ,tollhaus4 ,selbst in jener ,zeit hatte ich diese unbestimmte ,empfindung2 aber wie alle ,verrckten behandelte ich alle als ,narren1 auer mich selbst40 7,beichte074 #fh 7,s4 #dc73 ,beichte40 #fi 7,s4 #dc73 ,tagebuch des ,frsten ,d4 ,nekludow01 ,luzern04 #gj 7,s4 #dd73 ,tagebuch des ,frsten ,d4 ,nekludow40 #ga 7,s4 #dd73 ,er lernte auf dieser ,reise verschiedene ,persnlichkeiten kennen3 in ,dresden ,auerbach1 der als erster ihn zur ,volksbelehrung angeregt hatte1 in ,kissingen ,frbel1 in ,london ,herzen1 in ,brssel ,proudhon1 der einen groen ,eindruck auf ihn gemacht zu haben scheint4 #gb 7,s4 #de73 ,hauptschlich in den ,jahren #ahfa_/fb4 #gc 7,s4 #de73 ,erziehung und ,kultur40 #gd 7,s4 #df73 ,tolstoi hat sich in der ,zeitschrift ,jasnaja ,poljana0 im ,jahre #ahfb mit diesen ,theorien auseinandergesetzt4 #ge 7,s4 #dh73 ,rede ber die berlegenheit des knstlerischen ,elements in der ,literatur ber alle ihre ,zeitstrmungen04 #gf 7,s4 #dh73 ,er stellte ihm seine eigenen ,beispiele entgegen1 den alten ,postillion aus ,drei ,tode04 #gg 7,s4 #dh73 ,im ,jahre #ahef war schon ein anderer ,bruder ,tolstois1 ,dmitri1 an der ,schwindsucht gestorben4 ,tolstoi selbst glaubte sich zu verschiedenen ,malen von der ,schwindsucht befallen1 in den ,jahren #ahef1 #ahfb und #ahga4 ,er war1 wie er am #bh4 ,oktober #aheb schreibt1 von krftiger ,krperbeschaffenheit1 aber von schwacher ,gesundheit40 ,dauernd litt er an ,erkltungen1 ,halsweh1 ,augen- und ,zahnschmerzen und ,rheumatismus4 ,im ,kaukasus1 im ,jahre #aheb1 mute er wenigstens zwei ,tage in der ,woche das ,zimmer hten04 ,im ,jahre #ahed hlt ihn die ,krankheit mehrere ,monate auf dem ,weg von ,silistrien nach ,sewastopol zurck4 #ahef liegt er ernsthaft brustkrank in ,jasnaja darnieder4 ,aus ,angst vor der ,schwindsucht macht er im ,jahre #ahfb eine ,kefirkur in ,samara1 bei den ,baschkiren1 und vom ,jahre #ahgj an geht er fast jedes ,jahr zu diesem ,zweck wieder dorthin4 ,in seinen ,briefen an ,fet spricht er dauernd von solchen ,dingen4 ,dieser ,gesundheitszustand macht es einigermaen begreiflich1 da ,tolstoi sich andauernd mit dem ,gedanken an den ,tod beschftigte4 ,spterhin sprach er von der ,krankheit als von seiner besten ,freundin3 ,wenn man krank ist1 scheint es1 als ob man ganz sanft eine leicht abschssige ,flche hinunterglitte1 die an einem bestimmten ,punkt von einem ,vorhang1 einem leichten ,vorhang aus leichtem ,stoff abgeschlossen ist4 ,diesseits davon ist das ,leben1 jenseits davon ist der ,tod4 ,um wieviel ist in bezug auf sittlichen ,wert der ,zustand der ,krankheit dem ,zustand der ,gesundheit berlegen6 ,sprecht mir nicht von jenen ,leuten1 die niemals krank gewesen sind6 ,sie sind entsetzlich1 besonders die ,frauen4 ,eine kerngesunde ,frau ist eine wahre ,bestie60 7,unterhaltungen mit ,paul ,boyer1 ,le ,temps01 #bg4 ,august #aija47 #gh 7,s4 #dh73 #ag4 ,oktober #ahfj1 in einem ,brief an ,fet4 #gi 7,s4 #dh73 #ahfa in ,brssel geschrieben4 #hj 7,s4 #di73 ,eine andere ,novelle aus jener ,zeit1 ein einfacher ,reisebericht1 der persnliche ,erinnerungen weckt1 ,der ,schneesturm01 ist von groer1 eindrucksvollster dichterischer1 sozusagen musikalischer ,schnheit4 ,tolstoi hat einen ,teil des ueren ,rahmens spter noch einmal fr ,der ,herr und sein ,knecht0 7#ahie7 verwendet4 #ha 7,s4 #ej73 ,als ,kind hatte er in einer ,eifersuchtsanwandlung seine damals neunjhrige kleine ,spielkameradin -- die sptere ,frau ,bers -- vom ,balkon heruntergeworfen1 so da sie lange ,zeit hinkte4 #hb 7,s4 #ej73 ,siehe ,eheglck01 die ,erklrung ,sergius'3 ,denken ,sie sich einen ,herrn ,a41 einen alten ,mann1 der das ,leben kennt1 und eine ,frau ,b41 jung und glcklich1 die weder die ,menschen noch das ,leben kennt4 ,infolge verschiedener ,familienumstnde liebte er sie wie eine ,tochter1 und dachte nicht daran1 da er sie anders lieben knnte4441 usw40 #hc 7,s4 #ea73 ,vielleicht verwandte er in seinem ,werk auch die ,erinnerungen an einen ,liebesroman1 der sich im ,jahre #ahef in ,moskau mit einem jungen ,mdchen angesponnen hatte1 das sehr verschieden von ihm war1 sehr leichtfertig und oberflchlich1 und das er schlielich im ,stich lie1 obwohl sie beide aufrichtig ineinander verliebt waren4 #hd 7,s4 #eb73 ,von #aheg bis #ahfa4 #he 7,s4 #eb73 ,tagebuch1 ,oktober #aheg4 #hf 7,s4 #ec73 ,brief an ,fet1 #ahfc4 #hg 7,s4 #ec73 ,beichte40 #hh 7,s4 #ec73 ,das ,familienglck erfllt mich vollstndig40 7#e4 ,januar #ahfc47 -- ,ich bin so glcklich6 so glcklich6 ,ich liebe sie so sehr60 7#h4 ,februar #ahfc47 #hi 7,s4 #ed73 ,sie hatte einige ,novellen geschrieben4 #ij 7,s4 #ed73 ,krieg und ,frieden0 soll sie siebenmal abgeschrieben haben4 #ia 7,s4 #ed73 ,gleich nach seiner ,heirat gab ,tolstoi alle pdagogischen ,arbeiten in den ,schulen und an der ,zeitschrift auf4 #ib 7,s4 #ed73 ,ebenso wie ihre kluge und knstlerisch veranlagte ,schwester ,tatjana1 deren ,geist und musikalische ,begabung ,tolstoi sehr liebte4 -- ,tolstoi sagte3 ,ich habe ,tanja 7,tatjana7 genommen1 habe sie mit ,sonja 7,sofie ,bers1 sptere ,grfin ,tolstoi7 vermischt1 und es ist ,natascha herausgekommen40 #ic 7,s4 #ed73 ,die ,unterbringung ,dollys in dem zerfallenen ,landhaus2 ,dolly und die ,kinder2 -- viele ,einzelheiten in bezug auf ,frauenkleidung2 ganz zu schweigen von gewissen ,geheimnissen der ,frauenseele1 in die vielleicht selbst das ,verstndnis eines genialen ,mannes nicht so tief htte eindringen knnen1 wenn eine ,frau sie ihm nicht verraten htte4 #id 7,s4 #ee73 ,ein charakteristisches ,zeichen dafr1 da das schpferische ,genie ,tolstois ,geist mit ,beschlag belegt hat3 sein ,tagebuch bricht am #a4 ,november #ahfe auf dreizehn ,jahre ab1 zu dem ,zeitpunkt1 da er mitten in der ,arbeit an ,krieg und ,frieden0 ist4 ,der ,ehrgeiz des ,dichters lie den ,monolog seines ,gewissens verstummen4 ,diese ,schaffensperiode ist zugleich eine ,zeit des krperlichen ,sichauslebens4 ,tolstoi ist versessen auf die ,jagd4 ,auf der ,jagd vergesse ich alles4440 7,brief aus dem ,jahre #ahfd47 -- ,auf einem zu ,pferde unternommenen ,jagdausflug brach er sich den ,arm 7,september #ahfd71 und whrend seiner ,genesung diktierte er die ersten ,teile von ,krieg und ,frieden40 -- ,als ich aus meiner ,ohnmacht erwachte1 sagte ich mir3 ,ich bin ein ,knstler'4 ,ich bin es auch1 aber ein einsamer ,knstler40 7,brief an ,fet1 #bc4 ,januar #ahfe47 ,alle ,briefe aus jener ,zeit1 die er an ,fet schrieb1 atmen ,schpferfreude4 ,alles1 was ich bis zu jenem ,tage verffentlicht habe1 kommt mir wie ein ,versuch vor40 #ie 7,s4 #ee73 ,unter den ,werken1 die einen ,einflu auf ihn ausbten1 gibt ,tolstoi schon zwischen seinem #bj4 und #cj4 ,lebensjahr folgende an3 ,goethe3 ,hermann und ,dorothea444 sehr groer ,einflu40 ,homer3 ,ilias und ,odyssee 7in russisch7444 sehr groer ,einflu40 ,im ,juni #ahfc schreibt er in sein ,tagebuch3 ,ich lese ,goethe1 und mancherlei ,gedanken formen sich in mir40 ,im ,frhjahr #ahfe liest er aufs neue ,goethe1 und er nennt ,faust0 die ,dichtung des ,gedankens1 die ,dichtung1 die ausdrckt1 was keine andere ,kunst zum ,ausdruck bringen kann4 ,spter opferte er ,goethe wie auch ,shakespeare seinem ,gotte auf4 ,aber seiner ,bewunderung fr ,homer blieb er treu4 ,im ,august #aheg las er mit gleicher ,ergriffenheit die ,ilias und das ,evangelium4 ,und in einem seiner letzten ,bcher1 der ,schrift gegen ,shakespeare 7#aijc71 stellt er ,homer als ,beispiel der ,aufrichtigkeit1 des ,ebenmaes und der wahren ,kunst ,shakespeare gegenber4 #if 7,s4 #ef73 ,tolstoi begann das ,werk im ,jahre #ahfc mit den ,dekabristen01 wovon er drei ,bruchstcke schrieb4 ,aber er kam zu der berzeugung1 da das ,fundament seines ,gebudes nicht fest genug begrndet war1 und indem er weiter zurckschrfte1 gelangte er zur ,epoche der ,napoleonischen ,kriege und schrieb ,krieg und ,frieden04 ,die ,verffentlichung nahm ihren ,anfang im ,januar #ahfe im ,russki ,viestnik02 der sechste ,band wurde im ,herbst #ahfi beendet4 ,dann ging ,tolstoi weiter in der ,geschichte und entwarf den ,plan zu einem epischen ,roman ber ,peter den ,groen und dann zu einem anderen1 ,mirowitsch01 ber die ,herrschaft der ,kaiserinnen des #ah4 ,jahrhunderts und ihrer ,gnstlinge4 ,er arbeitete von #ahgj-ahgc daran1 vergrub sich in ,dokumente und entwarf mehrere ,szenen2 aber bei der ihm eigenen ,genauigkeit des ,realisten hatte er das ,gefhl1 da es ihm niemals gelingen wrde1 den ,geist jener vergangenen ,zeiten gengend wahrhaft getreu wiederaufleben zu lassen1 und er verzichtete daher auf die ,ausfhrung seines ,planes4 -- ,spter1 im ,januar #ahgf1 bewegte ihn der ,gedanke an einen neuen ,roman aus der ,zeit ,nikolaus ,i42 dann machte er sich wieder mit ,leidenschaft im ,jahre #ahgg an die ,dekabristen01 sammelte ,zeugnisse von den wenigen berlebenden aus jener ,zeit und suchte die in ,betracht kommenden ,orte auf4 #ahgh schrieb er an seine ,tante1 die ,grfin ,a4 ,a4 ,tolstoi3 ,dieses ,werk ist fr mich so wichtig6 ,sie knnen sich nicht denken1 wie wichtig es fr mich ist2 so wichtig1 wie es fr ,sie ,ihr ,glaube ist4 ,ich mchte sagen3 noch wichtiger40 -- ,aber er entfernte sich davon in dem ,mae1 als er sich in den ,gegenstand vertiefte3 sein ,denken gehrte ihm nicht mehr4 ,bereits am #ag4 ,april #ahgi schrieb er an ,fet3 ,die ,dekabristen8 ,gott wei1 wo sie sind6444 ,ich wiege mich in der ,hoffnung1 da1 wenn ich daran dachte1 wenn ich schrieb1 der ,hauch meines ,geistes allein schon denen unertrglich sein wrde1 die zum ,wohl der ,menschheit auf die ,menschen schieen40 -- ,zu diesem ,zeitpunkt seines ,lebens hatte die religise ,krisis eingesetzt3 er ging daran1 alle seine alten ,gtzen zu verbrennen4 #ig 7,s4 #fa73 ,peter ,besukow1 der ,natascha geheiratet hat1 wird ein ,dekabrist sein4 ,er hat eine geheime ,gesellschaft gegrndet1 um ber das allgemeine ,wohl zu wachen1 eine ,art ,tugendbund4 ,natascha schliet sich schwrmerisch seinen ,plnen an4 ,denissow will nichts von einer friedlichen ,revolution wissen1 sondern ist zu einem bewaffneten ,aufstand bereit4 ,nikolaus ,rostow hat sich seinen blinden ,soldatengehorsam bewahrt4 ,er1 der nach ,austerlitz sagte3 ,wir haben nur etwas zu tun3 unsere ,pflicht zu erfllen1 uns zu schlagen und niemals zu denken01 er ereifert sich gegen ,peter und sagt3 ,mein ,eid vor allem6 ,wenn man mir befhle1 mit meiner ,schwadron gegen dich zu marschieren1 wrde ich marschieren und losschlagen40 ,seine ,frau1 ,prinzessin ,marie1 billigt es4 ,der ,sohn des ,frsten ,andrej1 der kleine ,nikolaus ,wolkonski1 zart bis zur ,krankhaftigkeit1 aber reizend1 mit groen ,augen und goldenen ,haaren1 hrt mit seinen fnfzehn ,jahren fieberhaft dem ,streit zu2 seine ganze ,liebe gehrt ,peter und ,natascha2 ,nikolaus und ,marie liebt er kaum2 er hegt fr seinen ,vater1 den er nie gesehen hat1 eine wahre ,verehrung2 er trumt davon1 ihm zu gleichen1 gro zu sein und etwas ,groes zu vollbringen1 was8 -- das wei er nicht444 ,was ,sie auch sagen1 ich werde es tun444 ,ja ich werde es tun4 ,er selbst wrde es gebilligt haben40 -- ,und das ,werk endet mit dem ,traum eines ,kindes1 das sich als einen plutarchischen ,helden fhlt1 zusammen mit seinem ,onkel ,peter1 vom ,ruhm umwittert und von einem ,heer begleitet4 -- ,wenn die ,dekabristen0 damals geschrieben worden wren1 dann htte der kleine ,wolkonski zweifellos darin die ,rolle eines ,helden gespielt4 #ih 7,s4 #fb73 ,ich habe gesagt1 da die beiden ,familien ,rostow und ,wolkonski in ,krieg und ,frieden0 in vielen ,zgen an ,tolstois ,familie vterlicherseits und mtterlicherseits erinnern4 ,auch in den ,berichten aus dem ,kaukasus und aus ,sewastopol finden sich mehrere ,figuren von ,soldaten und ,offizieren aus ,krieg und ,frieden04 #ii 7,s4 #fd73 ,brief vom #b4 ,februar #ahfh1 den ,birukow anfhrt4 #ajj 7,s4 #fd73 ,vornehmlich1 so sagte er1 den ,frsten ,andrej im ersten ,teil4 #aja 7,s4 #fd73 ,es ist bedauerlich1 da die ,schnheit der dichterischen ,schpfung manchmal durch philosophisches ,gerede1 mit dem ,tolstoi sein ,werk berldt1 beeintrchtigt wird1 vor allem in den letzten ,teilen4 ,er sucht seine ,theorie vom ,fatum der ,geschichte zu entwickeln1 und das ,unglck ist1 da er endlos darauf zurckkommt und sich unentwegt wiederholt4 ,flaubert1 der beim ,lesen der beiden ersten ,bnde1 welche er gttlich0 und voll von ,stellen im ,shakespeareschen ,geiste0 nannte1 ,bewunderungsrufe ausstie01 warf den dritten ,band gelangweilt in die ,ecke3 ,er fllt schrecklich ab4 ,er wiederholt sich1 und er philosophiert4 ,man sieht den ,herrn ,grafen1 den ,verfasser und den ,russen1 whrend man bisher nur die ,natur und die ,menschheit gesehen hatte04 7,brief an ,turgenjew1 ,januar #ahhj47 #ajb 7,s4 #ff73 ,brief an seine ,frau 7aus den ,archiven der ,grfin ,tolstoi71 von ,birukow angefhrt4 #ajc 7,s4 #ff73 ,whrend er im ,sommer #ahfi ,krieg und ,frieden0 beendet1 entdeckt er ,schopenhauer und begeistert sich daran3 ,ich bin berzeugt1 da ,schopenhauer der genialste der ,menschen ist4 ,das ganze ,weltall strahlt mit einer auergewhnlichen ,klarheit und ,schnheit aus ihm40 7,brief an ,fet1 #cj4 ,august #ahfi47 #ajd 7,s4 #fg73 ,homer und seine bersetzer01 sagt er an anderer ,stelle1 unterscheiden sich voneinander wie gekochtes und destilliertes ,wasser von ,quellwasser1 das ,felsen sprengt und selbst durch ,sand seinen ,lauf nimmt1 dadurch aber nur immer reiner und frischer wird04 7,brief an ,fet1 ,dezember #ahgi47 #aje 7,s4 #fg73 ,unverffentlichte ,korrespondenz4 #ajf 7,s4 #fg73 ,aus den ,archiven der ,grfin ,tolstoi4 #ajg 7,s4 #fg73 ,der ,roman wurde #ahgg beendet4 ,er erschien -- bis auf das ,nachwort -- im ,russki ,viestniki04 #ajh 7,s4 #fg73 ,durch den ,tod von dreien seiner ,kinder 7#ah4 ,november #ahgc1 ,februar #ahge1 ,ende ,november #ahge71 der ,tante ,tatjana1 seiner ,adoptivmutter1 7#bj4 ,juni #ahgd7 und der ,tante ,pelagie 7#bb4 ,dezember #ahge74 #aji 7,s4 #fh73 ,brief an ,fet1 #a4 ,mrz #ahgf4 #aaj 7,s4 #fh73 ,die ,frau bildet den ,stein des ,anstoes in der ,laufbahn eines ,mannes4 ,es ist schwer1 eine ,frau zu lieben und etwas ,gescheites zu tun2 und das einzige ,mittel1 um nicht durch die ,liebe zur ,unttigkeit verurteilt zu sein1 ist sich zu verheiraten40 #aaa 7,s4 #gj73 ,motto des ,buches4 #aab 7,s4 #ga73 ,vergleiche auch im ,nachwort den dem ,krieg und dem ,nationalismus1 dem ,panslawismus1 ausgesprochen feindlichen ,geist4 #aac 7,s4 #gc73 ,das ,bse ist1 was fr die ,welt vernnftig ist4 ,das ,opfer1 die ,liebe1 gilt als ,unvernunft4 #aad 7,s4 #ge73 ,jetzt treibe ich mich aufs neue an die langweilige und platte ,anna ,karenina' mit dem einzigen ,wunsch1 sie so rasch wie mglich loszuwerden4440 7,briefe an ,fet1 #bf4 ,august #ahge47 -- ,ich mu den ,roman1 der mich langweilt1 zu ,ende bringen40 7,briefe an ,fet1 #a4 ,mrz #ahgf47 #aae 7,s4 #ge73 ,beichte0 7#ahgi74 #aaf 7,s4 #ge73 ,ich fasse hier mehrere ,seiten aus der ,beichte0 zusammen und behalte ,tolstois ,ausdrcke bei4 #aag 7,s4 #gf73 ,vgl4 ,anna ,karenina03 ,und ,lewin1 geliebt1 glcklich1 ,familienvater1 schaffte alle ,waffen auer ,greifweite1 als frchtete er1 er knnte der ,versuchung erliegen1 seiner ,qual ein ,ende zu machen40 -- ,dieser ,geisteszustand war ,tolstoi und seinen ,helden nicht allein eigentmlich4 ,es fiel ,tolstoi auf1 wie sehr die ,zahl der ,selbstmorde in den besseren ,kreisen ,europas und besonders in ,ruland im ,wachsen begriffen war4 ,er nimmt hufig in seinen ,werken aus jener ,zeit darauf ,bezug4 ,man knnte behaupten1 da eine groe ,woge von ,neurasthenie ber das ,europa von #ahhj hingegangen sei1 die ,tausende von ,menschen verschlungen habe4 ,die damals jung waren1 bewahren sich die ,erinnerung daran1 und fr sie hat ,tolstois ,stellungnahme zu jener menschlichen ,krisis historischen ,wert4 ,er hat die heimliche ,tragdie einer ,generation geschrieben4 #aah 7,s4 #gg73 ,beichte40 #aai 7,s4 #gg73 ,tolstois ,bildnisse aus jener ,zeit verraten diesen volkstmlichen ,charakter4 ,ein ,bild von ,kramskoi 7#ahgc7 -- s4 ,titelbild dieses ,buches -- stellt ihn in der ,muschikbluse dar1 mit vorgeneigtem ,kopf und dem ,aussehen eines deutschen ,christus4 ,das ,haar beginnt sich an den ,schlfen zu lichten1 ein ,bart umrahmt die hohlen ,wangen4 -- ,auf einem anderen ,bild aus dem ,jahre #ahha hat er das ,aussehen eines ,werkfhrers im ,sonntagsstaat3 die ,haare kurz geschnitten1 mit vollem ,backenbart2 der untere ,teil des ,gesichts erscheint viel breiter als der obere2 gerunzelte ,augenbrauen1 ein mrrischer ,augenausdruck1 eine breite ,hundenase und ungeheure ,ohren4 #abj 7,s4 #gi73 ,beichte40 #aba 7,s4 #gi73 ,es war aber nicht das erstemal4 ,der junge ,freiwillige im ,kaukasus1 der ,offizier von ,sewastopol1 ,olenin in den ,kosaken01 ,frst ,andrej und ,peter ,besukow in ,krieg und ,frieden0 hatten hnliche ,erscheinungen gehabt4 ,aber ,tolstoi war so von ,leidenschaft erfat1 da er jedesmal1 wenn er ,gott entdeckte1 glaubte1 es sei das erstemal und es habe vorher nur ,nacht und ,nichts um ihn geherrscht4 ,er sah in seiner ,vergangenheit nur ,dunkel und ,schande4 ,wir1 die wir aus seinem ,tagebuche die ,geschichte seines ,herzens besser kennen als er selbst1 wissen1 wie tief religis dieses ,herz immer1 selbst in seinen ,verirrungen1 gewesen ist4 ,er gibt es brigens an einer ,stelle der ,vorrede zur ,kritik der dogmatischen ,theologie0 zu1 wo er sagt3 ,gott6 ,gott6 ich habe geirrt1 ich habe die ,wahrheit gesucht1 auch wo es nicht ntig war4 ,ich wute1 da ich irrte4 ,ich schmeichelte meinen bsen ,leidenschaften1 die ich als bse erkannt hatte1 -- aber ich verga dich nie4 ,ich habe dich immer gefhlt1 selbst wenn ich mich verirrte40 -- ,die ,krisis von #ahgh_/gi war nur heftiger als die frheren1 vielleicht unter dem ,einflu der wiederholten ,trauerflle und des herannahenden ,alters4 ,und das einzig ,neue an ihr lag darin1 da1 whrend frher die ,erscheinung ,gottes sich verflchtigte1 ohne ,spuren zu hinterlassen1 sobald die ,flamme der ,verzckung erloschen war1 sich nun ,tolstoi1 belehrt durch die frhere ,erfahrung1 beeilte1 den ,weg zu gehen1 solange das ,licht leuchtete01 und ein ganzes ,lebenssystem aus seinem ,glauben abzuleiten4 ,auch das hatte er vielleicht schon einmal versucht 7man erinnere sich an seine ,lebensregeln01 die er als ,student aufgestellt hatte71 aber mit seinen fnfzig ,jahren lief er weniger ,gefahr1 sich durch die ,leidenschaften von dem eingeschlagenen ,weg abbringen zu lassen4 #abb 7,s4 #gi73 ,der ,untertitel der ,beichte0 lautet ,einfhrung in die ,kritik der dogmatischen ,theologie und die ,prfung der christlichen ,doktrin04 #abc 7,s4 #hj73 ,ich1 der ich ,wahrheit und ,liebe einander gleichstelle1 war betroffen von der ,tatsache1 da die ,religion selbst zerstrte1 was sie aufbauen wollte40 7,beichte07 #abd 7,s4 #hj73 ,und ich habe mich davon berzeugt1 da die ,lehre der ,kirche theoretisch eine arglistige und schdliche ,lge und praktisch eine ,mischung aus schlimmstem ,aberglauben und ,zauberknsten ist1 worunter der ,sinn der christlichen ,lehre gnzlich verschwunden ist40 7,antwort an den ,heiligen ,synod vom #d4-ag4 ,april #aija47 -- ,siehe auch ,kirche und ,staat0 7#ahhc74 -- ,das schwerste ,verbrechen1 das ,tolstoi der ,kirche vorwirft1 ist ihre gottlose ,allianz0 mit der weltlichen ,macht4 ,sie habe dadurch die ,heiligkeit des ,staates und die ,heiligkeit der ,gewalt besttigt4 ,es sei ein ,bndnis von ,rubern und ,lgnern4 #abe 7,s4 #ha73 ,in dem ,mae1 als er lter wurde1 verstrkte sich dieses ,gefhl von der ,einheit der religisen ,wahrheit im ,verlauf der ,geschichte der ,menschheit und der ,verwandtschaft ,christi mit den anderen ,weisen seit ,buddha bis zu ,kant und ,emerson derart1 da ,tolstoi sich in den letzten ,lebensjahren dagegen verwahrte1 eine besondere ,vorliebe fr das ,christentum0 zu haben4 ,in diesem ,sinne ist von ganz besonderer ,wichtigkeit ein ,brief1 den er zwischen dem #bg4 ,juli und dem #i4 ,august #aiji an den ,maler ,jan ,styka schrieb4 ,seiner ,gewohnheit gem neigt ,tolstoi1 wenn er von seiner neuen berzeugung ganz erfllt ist1 dazu1 etwas gar zu sehr seinen frheren ,seelenzustand und den rein christlichen ,ausgangspunkt seiner religisen ,krisis zu vergessen3 ,die ,lehre ,christi01 schrieb er1 ist fr mich nur eine der schnen religisen ,doktrinen1 die wir aus dem gyptischen1 jdischen1 indischen1 chinesischen1 griechischen ,altertum bernommen haben4 ,die beiden groen ,prinzipien ,jesu3 die ,liebe ,gottes1 d4 h4 die absolute ,vollendung1 und die ,liebe zum ,nchsten1 d4 h4 zu allen ,menschen ohne irgendeine ,ausnahme1 sind von allen ,weisen der ,welt gepredigt worden3 von ,krischna1 ,buddha1 ,lao ,tse1 ,konfuzius1 ,sokrates1 ,plato1 ,epiktet1 ,mark ,aurel1 und unter den modernen3 von ,rousseau1 ,pascal1 ,kant1 ,emerson1 ,channing und vielen anderen4 ,die religise und moralische ,wahrheit ist berall und immer die gleiche444 ,ich habe keinerlei ,vorliebe fr das ,christentum4 ,wenn ich besonderes ,interesse fr die ,lehre ,christi gezeigt habe1 so kommt dies daher3 #a4 weil ich unter ,christen geboren bin und unter ,christen gelebt habe2 #b4 weil ich es als einen groen ,seelengenu empfand1 die reine ,lehre von den berraschenden ,flschungen1 wie sie die ,kirche vornimmt1 zu trennen40 #abf 7,s4 #hb73 ,tolstoi verwahrt sich dagegen1 die wahre ,wissenschaft anzugreifen1 die bescheiden sei und ihre ,grenzen kenne4 7,das ,leben01 ,kapitel ,,iv47 #abg 7,s4 #hb73 ,das ,leben01 ,kapitel ,x4 #abh 7,s4 #hb73 ,tolstoi las hufig und immer wieder die ,gedanken0 von ,pascal in der kritischen ,zeit1 die der ,beichte0 voranging4 ,er spricht von ihnen in seinen ,briefen an ,fet 7#ad4 ,april #ahgg und #c4 ,august #ahgi7 und empfiehlt sie seinem ,freunde zur ,lektre4 #abi 7,s4 #hc73 ,in einem ,brief ber die ,vernunft1 den er am #f4 ,november #ahid an die ,baronin ,x444 schrieb1 sagt ,tolstoi hnlich3 ,der ,mensch hat von ,gott selbst nur ein einziges ,werkzeug erhalten1 um sich selbst zu erkennen und mit der ,welt zu verstndigen2 es gibt kein anderes4 ,dieses ,werkzeug ist die ,vernunft4 ,die ,vernunft kommt von ,gott4 ,sie ist nicht nur die hchste ,eigenschaft des ,menschen1 sondern das einzige ,werkzeug zur ,erkenntnis der ,wahrheit40 #acj 7,s4 #hc73 ,das ,leben01 ,kapitel ,x1 ,,xiv-,,xxi4 #aca 7,s4 #he73 ,das ,leben01 ,kap4 ,,xxii-,,xxv4 -- ,wie bei den meisten dieser ,zitate fasse ich mehrere ,kapitel in einige charakteristische ,stze zusammen4 #acb 7,s4 #he73 ,ich behalte mir fr spter vor1 wenn ,tolstois ,werk erst einmal lckenlos verffentlicht sein wird1 diesen religisen ,gedanken in seinen verschiedenen ,schattierungen zu studieren1 denn dieser hat in bezug auf verschiedene ,fragen sich sicherlich mehrfach gewandelt1 hauptschlich in bezug auf die ,vorstellung vom knftigen ,leben4 #acc 7,s4 #hg73 ,ich hatte bis dahin mein ganzes ,leben auerhalb der ,stadt zugebracht4440 7,was sollen wir denn tun807 #acd 7,s4 #hg73 ,was sollen wir denn tun80 #ace 7,s4 #hg73 ,tolstoi hat manchesmal seiner ,abneigung ,ausdruck gegeben gegen die ,asketen1 die fr sich selbst handeln1 ohne ,rcksicht auf ihresgleichen04 ,er wirft sie in den nmlichen ,topf wie die unwissenden und hoffrtigen ,revolutionre1 die behaupten1 den anderen ,gutes zu erweisen1 ohne zu wissen1 was ihnen selber not tut444 ,ich liebe01 sagte er1 die ,menschen dieser beiden ,kategorien mit derselben ,liebe1 aber ich hasse auch ihre ,lehren mit demselben ,ha4 ,die einzig wahre ,lehre ist die1 die eine dauernde ,ttigkeit fordert1 ein ,leben1 das den ,regungen des ,herzens folgt und sich bemht1 andere glcklich zu machen4 ,das ist die christliche ,lehre4 ,sie ist gleich weit entfernt vom religisen ,quietismus wie von dem anmaenden ,hochmut der ,revolutionre1 die die ,welt umzugestalten trachten1 ohne zu wissen1 worin das wahre ,glck beruht40 7,brief an einen ,freund47 #acf 7,s4 #hh73 ,ein ,daguerreotyp aus dem ,jahre #ahhe4 #acg 7,s4 #hi73 ,was sollen wir denn tun80 #ach 7,s4 #hi73 ,dieser ganze erste ,teil 7die ersten fnfzehn ,kapitel71 der von ,gestalten nur so wimmelt1 wurde von der russischen ,zensur unterdrckt4 ,das ,werk ist in seiner ganzen ,vollstndigkeit erst achtzehn ,jahre nachdem es geschrieben war in den von ,tschertkow besorgten ,ausgaben erschienen4 #aci 7,s4 #hi73 ,die wahre ,ursache des ,elends sind die ,reichtmer1 die sich in den ,hnden einzelner befinden1 die nichts schaffen1 und die in den groen ,stdten angehuft sind4 ,die ,reichen finden sich in den groen ,stdten zusammen1 um in ,sicherheit zu genieen4 ,und den ,armen zieht es nach der ,stadt1 weil er hofft1 sich von den ,brosamen nhren zu knnen1 die von des ,reichen ,tische fallen4 ,ihn lockt der leichte ,gewinn3 ,handel1 ,bettelei1 ,ausschweifungen1 ,betrgereien40 #adj 7,s4 #ij73 ,der ,angelpunkt des bels ist der ,besitz4 ,der ,besitz ist nur das ,mittel1 um aus der ,arbeit der anderen ,genu zu ziehen40 -- ,das ,eigentum01 sagt ,tolstoi an anderer ,stelle1 ist das1 was uns nicht gehrt1 die andern sind es4 ,der ,mensch nennt seine ,frau1 seine ,kinder1 seine ,sklaven und mancherlei ,gegenstnde sein eigen2 aber die ,wirklichkeit zeigt ihm seinen ,irrtum2 und er mu darauf verzichten oder leiden und andere leiden machen40 -- ,tolstoi ahnt schon die russische ,revolution voraus3 ,seit drei oder vier ,jahren01 sagt er1 beschimpft man uns in den ,straen und nennt uns ,faulenzer4 ,der ,ha und die ,verachtung des geknechteten ,volkes nehmen immer mehr zu40 7,was sollen wir denn tun807 #ada 7,s4 #ij73 ,der ,bauernrevolutionr ,bondarew htte am liebsten gewollt1 da dieses ,gesetz als ein allgemeiner ,zwang anerkannt wrde4 ,tolstoi duldete damals seinen ,einflu1 wie auch den eines anderen ,bauern namens ,sutajew1 nicht ungern4 ,whrend meines ganzen ,lebens haben zwei russische ,denker eine groe moralische ,wirkung auf mich gebt1 haben mein ,denken bereichert und meine eigene ,stellung zur ,welt geklrt1 es waren die beiden ,bauern ,sutajew und ,bondarew0 7,was sollen wir denn tun8074 ,in dem nmlichen ,buch entwirft ,tolstoi ein ,bild von ,sutajew und fhrt eine ,unterhaltung mit ihm an4 #adb 7,s4 #ia73 ,alkohol und ,tabak04 #adc 7,s4 #ia73 ,grausame ,vergngungen01 #ahie 7,die ,fleischesser02 ,der ,krieg02 ,die ,jagd074 #add 7,s4 #ia73 ,es ist bemerkenswert1 da es ,tolstoi solche ,mhe kostete1 sie zu opfern4 ,die ,jagd war bei ihm eine atavistische ,leidenschaft1 die ihm von seinem ,vater berkommen war4 ,er war nicht sentimental und scheint niemals ein besonderes ,mitleid mit den ,tieren aufgebracht zu haben4 ,seine durchdringenden ,augen haben kaum auf den zuweilen so sprechenden ,augen unserer bescheidenen ,brder geruht2 -- mit ,ausnahme von denen des ,pferdes1 fr das er als ,edelmann eine besondere ,vorliebe hatte4 ,im brigen scheint alles1 was er sieht1 sich vor seinen ,augen in drei voneinander verschiedene ,stufen zu gruppieren4 #a4 die vernunftbegabten ,wesen2 #b4 die ,tiere und die ,pflanzen2 #c4 die leblose ,materie40 7,das ,leben01 ,kap4 ,,xiii47 -- ,er war nicht frei von angeborener ,grausamkeit4 ,als er vom langsamen ,tod eines ,wolfes erzhlte1 den er durch einen ,schlag mit einem schweren ,knppel auf die ,nasenwurzel gettet hatte1 sagte er3 ,ich empfand ein wahrhaftes ,wonnegefhl bei dem ,gedanken an die ,leiden des verendenden ,tieres04 ,sein ,gewissen regte sich spter ob solchem ,empfinden4 #ade 7,s4 #ib73 ,sommer #ahgh4 #adf 7,s4 #ib73 #ah4 ,november #ahgh4 #adg 7,s4 #ic73 ,november #ahgi4 #adh 7,s4 #ic73 #h4 ,oktober #ahha4 #adi 7,s4 #ic73 #ad4 ,oktober #ahha4 #aej 7,s4 #id73 #c4 ,mrz #ahhb4 #aea 7,s4 #id73 #bc4 ,oktober #ahhd4 #aeb 7,s4 #ie73 ,das sogenannte ,frauenrecht ist nichts anderes als der ,wunsch1 an der angeblichen ,arbeit der reichen ,klassen teilzunehmen1 um aus der ,arbeit der anderen ,genu zu ziehen und ein ,leben zur ,befriedigung der ,sinnlichkeit zu fhren4 ,niemals begehrt die ,frau eines ernsthaften ,arbeiters das ,recht1 an der ,arbeit ihres ,mannes in den ,minen oder auf den ,feldern teilzuhaben04 #aec 7,s4 #if73 ,so lauten die letzten ,zeilen von ,was sollen wir denn tun804 ,sie sind vom #ad4 ,februar #ahhf datiert4 #aed 7,s4 #ig73 ,brief an einen ,freund1 verffentlicht unter dem ,titel ,glaubensbekenntnis0 in dem ,band ,grausame ,vergngungen04 #aee 7,s4 #ig73 ,die ,vershnung fand im ,frhjahr #ahgh statt4 ,tolstoi schrieb an ,turgenjew1 um ihn um ,entschuldigung zu bitten4 ,turgenjew kam im ,august #ahgh nach ,jasnaja ,poljana4 ,tolstoi erwiderte seinen ,besuch im ,juli #ahha4 ,jedermann war erstaunt ber seine vernderte ,haltung1 seine ,sanftmut1 seine ,bescheidenheit4 ,er war wie neugeboren04 #aef 7,s4 #ig73 ,brief an ,polonski4 #aeg 7,s4 #ih73 ,an seine ,tante1 die ,grfin ,a4 ,a4 ,tolstoi1 schrieb er im ,jahre #ahhc3 ,jeder mu sein ,kreuz tragen444 ,das meine ist die schlechte eitle ,gedankenarbeit1 voll von ,versuchung04 #aeh 7,s4 #ajb73 ,was sollen wir denn tun804 #aei 7,s4 #ajc73 ,schlielich sollte er soweit kommen1 da er dem ,kummer und ,leid das ,wort redete1 -- nicht nur dem eigenen1 sondern auch dem der anderen40 #afj 7,s4 #ajd73 #bc4 ,februar #ahfh4 -- ,in dieser ,hinsicht mifiel ihm die melancholische und unverdauliche0 ,kunst ,turgenjews4 #afa 7,s4 #ajd73 ,dieser ,brief vom #d4 ,oktober #ahhg erschien zuerst in den ,cahiers de la ,quinzaine01 im ,jahre #aijb -- ,was ist ,kunst80 erschien #ahig-ih2 aber ,tolstoi dachte schon seit #ae ,jahren1 also seit #ahhb1 daran4 #afb 7,s4 #ajg73 ,auf diesen ,punkt werde ich anllich der ,kreutzersonate0 zurckkommen4 #afc 7,s4 #ajg73 ,seine ,unduldsamkeit hatte sich seit #ahhf gesteigert4 ,in ,was sollen wir denn tun80 wagte er noch nicht an ,beethoven zu rhren 7auch noch nicht an ,shakespeare74 ,ja mehr noch1 er warf den zeitgenssischen ,knstlern sogar vor1 da sie es wagten1 sich auf jene zu berufen4 ,das ,schaffen eines ,galilei1 eines ,shakespeare1 eines ,beethoven hat nichts gemein mit dem ,schaffen eines ,tyndall1 eines ,victor ,hugo1 eines ,wagner4 ,geradeso wie die ,heiligen ,vter jede ,verwandtschaft mit den ,ppsten ablehnen wrden40 7,was sollen wir denn tun807 #afd 7,s4 #ajg73 ,er wollte sogar vor dem ,schlu des ersten ,aktes aufbrechen4 ,fr mich war die ,frage gelst4 ,ich hatte keinen ,zweifel mehr4 ,von einem ,autor1 der fhig war1 ,szenen wie diese auszudenken1 war nichts mehr zu erwarten4 ,man konnte von vornherein sicher sein1 da er niemals etwas schreiben wrde1 das nicht schlecht wre40 #afe 7,s4 #ajg73 ,es ist bekannt1 da er1 um eine ,anthologie von franzsischen ,dichtern der neueren ,schule zusammenzustellen1 den wunderbaren ,gedanken hatte1 aus jedem ,band ein ,gedicht herauszuschreiben1 das auf ,seite #bh stand06 #aff 7,s4 #ajg73 ,shakespeare01 #aijc4 ,das ,werk wurde anllich eines ,artikels von ,ernst ,crosby ber ,shakespeare und die ,arbeiterklasse0 geschrieben4 #afg 7,s4 #aji73 ,es war eines jener ,vorkommnisse1 wie sie sich hufig ereignen1 die niemandes ,aufmerksamkeit auf sich lenken und nicht nur die ,welt1 sondern sogar die militrische ,welt ,frankreichs unberhrt lassen40 -- ,und an anderer ,stelle3 ,es bedurfte einiger ,jahre1 bevor die ,menschen aus ihrer ,hypnose erwachten und begriffen1 da sie berhaupt nicht wissen konnten1 ob ,dreyfus schuldig war oder nicht1 und da jedermann andere wichtigere und unmittelbarere ,interessen hatte1 als die ,dreyfus-,affre40 7,shakespeare07 #afh 7,s4 #aji73 ,knig ,lear' ist ein sehr schlechtes1 sehr nachlssig gemachtes ,drama1 das nur ,ekel und ,langeweile auslsen kann40 -- ,othello01 wofr ,tolstoi einige ,sympathie zeigt 7zweifellos weil dieses ,werk mit seinen damaligen ,anschauungen ber ,ehe und ,eifersucht bereinstimmte71 ist1 obwohl es das wenigst schlechte ,drama von ,shakespeare ist1 nur eine ,anhufung von hochtrabenden ,worten04 ,die ,figur des ,hamlet' hat keinen ,charakter2 sie ist das ,sprachrohr des ,verfassers1 das seine ,gedanken der ,reihe nach wiederholt40 ,sturm01 ,cymbeline01 ,trolus0 und andere erwhnt ,tolstoi nur wegen ihrer ,albernheit04 ,die einzige ,figur ,shakespeares1 die er natrlich findet1 ist der ,falstaff1 eben deshalb1 weil hier die mit rohen ,scherzen und albernen ,kalauern angefllte ,sprache ,shakespeares zu dem falschen1 eitlen und ausschweifenden ,charakter dieses widerlichen ,trunkenboldes so gut pat04 -- ,aber nicht immer hatte ,tolstoi so gedacht4 ,in den ,jahren #ahfj bis #ahgj1 hauptschlich zu der ,zeit1 da er sich mit dem ,plan trug1 ein historisches ,drama ber ,peter ,i4 zu schreiben1 hatte er ,shakespeare mit ,vergngen gelesen4 ,aus seinen ,aufzeichnungen aus dem ,jahre #ahfi ist sogar ersichtlich1 da er sich den ,hamlet0 zum ,vorbild nahm4 #afi 7,s4 #aaa73 ,er nimmt in bezug auf die ,verurteilung der modernen ,kunst seine eigenen ,theaterstcke nicht aus1 die nach seiner ,ansicht der religisen ,durchdringung entbehren1 die die ,grundlage des ,dramas der ,zukunft bilden msse04 #agj 7,s4 #aae73 #ahgc schrieb ,tolstoi3 ,denkt was ihr wollt1 aber denkt es auf eine ,weise1 da jedes ,wort allen verstndlich sei4 ,in einer vllig klaren und einfachen ,sprache kann man nichts ,schlechtes schreiben4 ,wenn ,unmoralisches klar ausgedrckt ist1 erscheint es so falsch1 da man es ganz bestimmt wieder ausstreichen wird4 ,wenn ein ,schriftsteller sich ernsthaft ans ,volk wenden will1 mu er sich nur bemhen1 verstndlich zu sein4 ,wenn der ,leser vor keinem ,worte stutzt1 ist das ,werk gut4 ,wenn er nicht erzhlen kann1 was er gelesen hat1 taugt das ,werk nichts40 #aga 7,s4 #aae73 ,dieses ,ideal brderlicher ,vereinigung unter den ,menschen bedeutet fr ,tolstoi keineswegs das ,ziel der menschlichen ,ttigkeiten2 seine unersttliche ,seele lt ihn ein unbekanntes ,ideal jenseits der ,liebe aufstellen3 ,vielleicht wird die ,wissenschaft eines ,tages der ,kunst ein noch hheres ,ideal weisen1 und die ,kunst wird es verwirklichen40 #agb 7,s4 #aaf73 ,etwa in dieser ,zeit wurde auch ein ,werk beendigt und verffentlicht1 das in der ,hauptsache in glcklicheren ,tagen1 whrend seiner ,verlobungszeit und der ersten ,ehejahre1 geschrieben war3 die schne ,geschichte eines ,pferdes1 ,kolstomir0 7#ahfa bis #ahhf74 ,tolstoi spricht darber in seinem ,brief an ,fet1 #ahfc4 -- ,die ,kunst des ,beginns1 mit ihren feinen ,landschaftsschilderungen1 ihrer scharfen ,psychologie1 ihrem ,humor und ihrer ,jugendfrische ist den ,werken der ,reifezeit 7,eheglck01 ,krieg und ,frieden07 verwandt4 ,das unheimliche ,ende1 die letzten ,seiten1 wo der ,kadaver des alten ,pferdes und der ,leichnam seines ,herrn miteinander verglichen werden1 sind von einem krassen ,realismus1 der an die ,jahre nach #ahhj erinnert4 #agc 7,s4 #aag73 ,kreutzersonate01 ,macht der ,finsternis04 #agd 7,s4 #aah73 ,in ,ihrem ,stil01 sagte ihm sein ,freund ,drujinin im ,jahre #ahef1 sind ,sie uerst ungleich1 manchmal wie ein ,bahnbrecher und groer ,dichter1 manchmal wie ein ,offizier1 der an seinen ,kameraden schreibt4 ,was ,sie mit ,liebe schreiben1 ist wundervoll2 sobald ,sie aber gleichgltig sind1 verwirrt sich ,ihr ,stil und wird frchterlich40 #age 7,s4 #aai73 ,im ,sommer #ahgi kam ,tolstoi in sehr nahe ,berhrung mit den ,bauern2 ,strakow erzhlt1 da er auer der ,religion sich sehr fr die ,sprache interessierte4 ,er fing an1 die ,schnheit der ,volkssprache tief zu empfinden4 ,jeden ,tag entdeckte er neue ,worte1 und jeden ,tag mihandelte er die literarische ,sprache mehr04 #agf 7,s4 #aai73 ,in den ,notizen1 die er sich in den ,jahren #ahfj bis #ahgj whrend des ,lesens machte1 schrieb ,tolstoi3 ,die ,bylinen444 sehr groer ,eindruck40 #agg 7,s4 #aai73 ,die beiden ,alten0 7#ahhe74 #agh 7,s4 #abj73 ,wo ,liebe ist1 da ist ,gott0 7#ahhe74 #agi 7,s4 #abj73 ,wovon die ,menschen leben0 7#ahha7 -- ,die drei ,greise0 7#ahhd74 #ahj 7,s4 #abj73 ,wieviel ,erde braucht der ,mensch80 7#ahhf7 #aha 7,s4 #aba73 ,er ist erst ziemlich spt auf den ,geschmack des ,dramas gekommen4 ,im ,winter #ahfi auf #gj machte er diese ,entdeckung1 und nach seiner ,gewohnheit begeisterte er sich sofort dafr3 ,diesen ganzen ,winter ber habe ich mich ausschlielich mit dem ,drama beschftigt2 den ,menschen1 die bis zu ihrem vierzigsten ,jahre ber ein bestimmtes ,thema nicht nachgedacht haben1 geht es immer so1 da sie pltzlich diesem vernachlssigten ,gegenstand ihre ganze ,aufmerksamkeit zuwenden1 und es scheint ihnen dann1 da sie sehr viel ,neues darin erblicken444 ,ich habe ,shakespeare1 ,goethe1 ,puschkin1 ,gogol und ,molire gelesen444 ,ich mchte ,sophokles und ,euripides lesen444 ,ich war krank und habe lange das ,bett gehtet1 und in solchem ,zustand beginnen die dramatischen oder komischen ,personen sich in meinem ,innern wie unsinnig zu gebrden4 ,und sie machen ihre ,sache sehr gut4440 7,briefe an ,fet1 #ag4 bis #ba4 ,februar #ahgj47 #ahb 7,s4 #abb73 ,in einer anderen ,fassung des #d4 ,aktes4 #ahc 7,s4 #abd73 ,es wre eine falsche ,annahme1 zu glauben1 fr ,tolstoi sei es eine ,qual gewesen1 dieses bengstigende ,drama zu schreiben4 ,er schrieb an ,teneromo3 ,ich lebe gesund und frhlich4 ,ich habe die ganze ,zeit an meinem ,drama 7,die ,macht der ,finsternis07 gearbeitet4 ,ich bin fertig damit40 7,januar #ahhg7 #ahd 7,s4 #abh73 ,man beachte wohl1 da ,tolstoi niemals die ,naivitt hatte1 zu glauben1 das ,ideal des ,zlibats und der vlligen ,keuschheit sei fr die heutige ,menschheit zu verwirklichen4 ,seine ,ansicht geht dahin1 da ein solches ,ideal zwar nicht zu verwirklichen sei1 aber einen ,appell an die heldenhaften ,seelenkrfte darstelle4 #ahe 7,s4 #abi73 ,am ,schlu von ,der ,herr und sein ,knecht04 #ahf 7,s4 #abi73 ,krieg und ,frieden04 -- ,ich spreche nicht von der ,novelle ,albert0 7#aheg71 der ,geschichte eines genialen ,musikers4 ,diese ,novelle ist sehr schwach4 #ahg 7,s4 #abi73 ,vergleiche in ,jugendjahre0 den humorvollen ,bericht von der ,mhe1 die er sich gab1 um ,klavierspielen zu lernen4 -- ,das ,klavierspiel war fr mich ein ,mittel1 die jungen ,damen durch meine ,sentimentalitt zu bezaubern40 #ahh 7,s4 #acj73 ,es handelt sich um die ,jahre #ahgf-gg4 #ahi 7,s4 #acj73 ,s4 ,a4 ,bers1 ,erinnerungen an ,tolstoi04 #aij 7,s4 #aca73 ,aber niemals hrte er auf sie zu lieben4 ,whrend seiner letzten ,lebenstage gehrte ein ,musiker namens ,goldenweiser1 der den ,sommer #aiaj in der ,nhe von ,jasnaja verbrachte1 zu seinen ,freunden4 ,whrend ,tolstois letzter ,krankheit kam er fast tglich1 ihm etwas vorzuspielen4 7,journal des ,dbats0 vom #ah4 ,november #aiaj47 #aia 7,s4 #aca73 ,brief vom #ba4 ,april #ahfa4 #aib 7,s4 #aca73 ,camille ,bellaigue1 ,tolstoi et la musique0 7,gaulois0 vom #d4 ,januar #aiaa74 #aic 7,s4 #acb73 ,man darf nicht glauben1 da es sich nur um die letzten ,werke ,beethovens handelt4 ,selbst denen aus der ,frhzeit wirft ,tolstoi ihre geknstelte ,form0 vor4 -- ,in einem ,brief an ,tschaikowsky stellt er gleichfalls der geknstelten ,art ,beethovens1 ,schumanns und ,berlioz'1 die die ,wirkung berechnen1 die wahre ,knstlerschaft eines ,mozart und ,haydn gegenber4 #aid 7,s4 #acb73 ,vergleiche die ,szene1 die ,paul ,boyer im ,temps0 vom #b4 ,november #aijb erzhlt3 ,tolstoi lt sich ,chopin vorspielen4 ,am ,schlu der vierten ,ballade fllen sich seine ,augen mit ,trnen4 -- ,ah6 l'animal6' ruft er aus1 erhebt sich unvermittelt und verlt das ,zimmer40 #aie 7,s4 #ace73 ,der ,herr und sein ,knecht0 ist eine ,art bergang von den dsteren ,romanen1 die vorausgehen1 zu der ,auferstehung01 worin sich das ,licht gttlicher ,barmherzigkeit ausbreitet4 ,aber man sprt darin noch mehr die ,nachbarschaft mit dem ,tod des ,iwan ,iljitsch0 und den ,volkserzhlungen01 als mit der ,auferstehung01 wo sich nur gegen das ,ende zu die wunderbare ,verwandlung eines selbstschtigen und feigen ,menschen ankndigt4 ,den grten ,teil der ,geschichte bildet die uerst realistische ,schilderung eines ungtigen ,herrn und eines ergebenen ,dieners1 die nachts in der ,steppe von einem ,schneesturm berrascht werden und den ,weg verlieren4 ,der ,herr1 der zuerst unter ,zurcklassung seines ,genossen zu fliehen versucht1 kehrt zurck und findet seinen ,diener halb erfroren2 er wirft sich ber ihn1 bedeckt ihn mit seinem ,krper1 erwrmt ihn wieder1 indem er sich instinktiv aufopfert2 er wei nicht warum2 aber seine ,augen fllen sich mit ,trnen3 es ist ihm1 als ob er der sei1 den er retten will1 der ,diener ,nikita1 und da sein ,leben nicht mehr in ihm selbst ist1 sondern in ,nikita4 -- ,nikita lebt2 also bin ich noch am ,leben40 -- ,er hat fast vergessen1 da er selbst ,wassili gewesen ist4 ,er denkt3 ,wassili wute nicht1 was zu tun war4 ,aber ich -- ich wei es60 ,und er hrt die ,stimme dessen1 auf den er wartete 7hier erinnert sein ,traum an eine der ,volkserzhlungen071 dessen1 der ihm gerade befohlen hatte1 sich auf ,nikita zu betten4 ,herr ich komme01 ruft er voller ,freude1 und er fhlt1 da er frei ist1 da nichts ihn mehr zurckhlt444 ,er ist tot4 #aif 7,s4 #ace73 ,tolstoi hatte einen vierten ,teil vorgesehen1 der aber ungeschrieben blieb4 #aig 7,s4 #acg73 ,im ,gegensatz hierzu war er mit allen ,milieus1 die er in ,krieg und ,frieden01 ,anna ,karenina01 den ,kosaken0 und ,sewastopol0 beschreibt1 aufs ,beste vertraut3 den ,salons der ,adelsgesellschaft1 dem ,heer1 dem ,landleben4 ,er brauchte nur auf seine ,erinnerungen zurckzugreifen4 #aih 7,s4 #aci73 ,tolstoi hat vielleicht an seinen ,bruder ,dmitri gedacht1 der auch eine ,maslowa geheiratet hatte4 ,aber ,dmitris heftiges und unausgeglichenes ,temperament unterschied sich wesentlich von dem ,nekludows4 #aii 7,s4 #adj73 ,mehrere ,male in seinem ,leben hatte ,tolstoi eine ,gewissensreinigung' vorgenommen4 ,so nannte er die moralischen ,krisen1 in denen er sich entschlo1 den ,schmutz1 der seine ,seele trbte1 auszufegen4 ,nach berwindung solcher ,krisen unterlie er es nie1 sich ,vorschriften aufzuerlegen1 die immer zu befolgen er sich schwor4 ,er fhrte ein ,tagebuch und begann ein neues ,leben4 ,aber jedes ,mal verfiel er wieder in dieselben ,fehler1 oder in noch schlimmere1 als vor solch einer ,krise40 #bjj 7,s4 #adj73 ,als ,nekludow erfhrt1 da die ,maslowa sich mit einem ,krankenwrter vergangen hat1 ist er noch fester als je entschlossen1 seine ,freiheit zu opfern1 um die ,snde dieser ,frau zu shnen04 #bja 7,s4 #ada73 ,tolstoi hat niemals eine ,figur mit so festen und sicheren ,strichen gezeichnet1 wie die des ,nekludow im ersten ,romanteil4 ,man lese die wundervolle ,beschreibung von ,nekludows ,aufstehen und dem ,vormittag vor der ersten ,sitzung im ,justizpalast4 #bjb 7,s4 #adb73 ,brief der ,grfin ,tolstoi aus dem ,jahre #ahhd4 #bjc 7,s4 #adc73 ,tolstoi hielt es fr eines seiner ,hauptwerke3 ,eines meiner ,bcher -- ,fr alle ,tage0 --1 dem eine groe ,wichtigkeit beizumessen1 ich selbstbewut genug bin4440 7,brief an ,jan ,styka1 #bg4 ,juli - #i4 ,august #aiji47 #bjd 7,s4 #adc73 ,das ,hauptwerk der ,hinterlassenschaft ist ,tolstois ,tagebuch1 das die ,aufzeichnungen eines ,zeitraums von mehr als vierzig ,jahren umfat4 #bje 7,s4 #add73 ,tolstois ,exkommunikation durch den ,heiligen ,synod erfolgte am #bb4 ,februar #aija4 ,sie war durch ein ,kapitel der ,auferstehung01 das sich mit der ,messe und dem ,abendmahl befat1 veranlat4 #bjf 7,s4 #ade73 ber die ,nationalisierung des ,bodens 7siehe ,das groe ,verbrechen01 #aije74 #bjg 7,s4 #adf73 ,reiner ,moskowiter des alten ,rulands10 sagt ,leroy-,beaulieu1 ,grorusse slawischen ,blutes1 durch finnischen ,einschlag beeintrchtigt1 ist er uerlich mehr ,volkstypus als ,adelstypus04 7,revue des ,deux ,mondes0 vom #ae4 ,dezember #aiaj47 #bjh 7,s4 #adf73 #aheg4 #bji 7,s4 #adf73 #ahfb4 #baj 7,s4 #adh73 ,das ,ende einer ,welt0 7#aije bis ,januar #aijf74 -- ,vgl4 das ,telegramm1 das ,tolstoi an ein amerikanisches ,blatt richtete3 ,die ,agitation der ,semstwos verfolgt den ,zweck1 die ,macht des ,despotismus einzuschrnken und eine parlamentarische ,regierung einzusetzen4 ,ob ihnen das gelingt oder nicht1 das ,ergebnis wird sicher eine ,verzgerung der wirklichen sozialen ,verbesserung sein4 ,die politische ,agitation hlt -- indem sie die unheilvolle ,illusion dieser ,verbesserung durch uere ,mittel gibt -- den wahren ,fortschritt auf1 wie man dies in allen konstitutionellen ,staaten feststellen kann3 in ,frankreich1 ,england1 ,amerika40 -- ,in einem langen und interessanten ,brief an eine ,dame1 die ihn ersucht hatte1 einer ,vereinigung zur ,hebung der ,lese- und ,schreibkenntnisse des ,volkes beizutreten1 bringt ,tolstoi noch andere ,klagen gegen die ,liberalen zum ,ausdruck3 ,sie haben immer die ,rolle der ,hereingefallenen gespielt4 ,sie machen sich aus ,furcht zu ,mitschuldigen der ,autokratie2 ihre ,teilnahme an der ,regierung gibt dieser ein moralisches ,ansehen und gewhnt die ,liberalen an ,kompromisse1 die sie rasch zu ,werkzeugen der ,gewalt machen4 ,alexander ,,ii4 sagte1 alle ,liberalen seien1 wenn nicht fr ,geld1 so doch fr ,ehren kuflich4 ,alexander ,,iii4 hat das liberale ,werk seines ,vaters ohne ,gefahr vernichten knnen3 ,die ,liberalen tuschelten unter sich1 da ihnen das nicht gefalle1 aber sie nahmen weiter teil an den ,arbeiten im ,staats- und ,gerichtsdienst und in der ,presse2 in der ,presse machten sie ,anspielungen auf ,dinge1 auf die ,anspielungen erlaubt waren1 aber sie schwiegen zu solchen1 ber die zu sprechen verboten war1 und sie traten fr alles ein1 wofr einzutreten ihnen befohlen wurde40 ,unter ,nikolaus ,,ii4 machen sie es gerade so4 ,protestieren die ,liberalen vielleicht1 wenn dieser junge ,mann1 der nichts wei und von nichts etwas versteht1 mit ,frechheit und ,mangel an ,takt den ,volksvertretern antwortet8 ,keineswegs444 berall sucht man sich auf feige ,weise durch ,glckwunschsendungen bei dem jungen ,zaren einzuschmeicheln40 #baa 7,s4 #adi73 ,krieg und ,revolution40 -- ,in der ,auferstehung0 ist bei dem ,revisionsverfahren im ,proze gegen die ,maslowa unter den ,senatsmitgliedern ein materialistischer ,darwinist der grte ,gegner der ,revision1 weil er im tiefsten ,innern emprt darber ist1 da ,nekludow aus ,pflichtgefhl eine ,prostituierte heiraten will3 jede ,kundgebung des ,pflichtgefhls und mehr noch des religisen ,empfindens wirkt auf ihn wie eine persnliche ,beleidigung4 #bab 7,s4 #adi73 ,vgl4 einige ,figuren von ,revolutionren3 in der ,auferstehung0 ,nowodworow1 der revolutionre ,lgner1 dessen groe ,intelligenz durch seine unerhrte ,eitelkeit und ,selbstsucht ganz aufgewogen wird4 ,keinerlei ,phantasie2 vlliges ,fehlen moralischer und ethischer ,eigenschaften1 die ,zweifel aufkommen lassen knnten40 -- ,dann1 ihm stets auf den ,fersen1 wie sein ,schatten1 ,markel1 der infolge von ,demtigungen und aus dem ,wunsch nach ,rache zum ,revolutionr gewordene ,arbeiter1 ein leidenschaftlicher ,verehrer der ,wissenschaft1 die er nicht zu verstehen vermag1 ein ,asket von fanatischer ,kirchenfeindlichkeit4 -- ,auch in dem ,buche ,noch drei ,tode0 finden sich einige ,vertreter der neuen revolutionren ,generation3 ,roman und seine ,freunde1 die die ,terroristen alten ,schlages verachten und auf wissenschaftliche ,weise zu ihrem ,ziel zu gelangen trachten1 indem sie ein ,agrikulturvolk in ein ,industrievolk verwandeln mchten4 #bac 7,s4 #aej73 ,brief an den ,japaner ,izo-,abe1 ,ende #aijd4 #bad 7,s4 #aej73 ,unterhaltungen mit ,teneromo4 #bae 7,s4 #aej73 ,unterhaltungen mit ,teneromo4 #baf 7,s4 #aea73 ,unterhaltung mit ,paul ,boyer 7,le ,temps0 vom #d4 ,november #aijb74 #bag 7,s4 #aea73 ,das ,ende einer ,welt40 #bah 7,s4 #aeb73 ,die grausamste aller ,sklavereien ist1 der ,erde beraubt zu sein2 denn der ,sklave eines ,herrn ist der ,sklave eines ,einzelnen2 aber der ,mensch1 der seines ,rechts auf die ,erde beraubt ist1 ist der ,sklave ,aller40 7,das groe ,verbrechen407 #bai 7,s4 #aeb73 ,ruland war tatschlich in einer besonderen ,lage2 und wenn es auch verkehrt von ,tolstoi gewesen ist1 daraus ,schlsse auf smtliche europischen ,staaten zu ziehen1 so darf man sich doch nicht wundern1 da ihn die ,leiden1 die er in seiner ,umgebung sah1 besonders empfindlich berhrten4 -- ,man lese im groen ,verbrechen0 die ,unterhaltungen1 die er auf der ,landstrae nach ,tula mit den ,bauern fhrt1 denen allen das ,brot fehlt1 weil es ihnen an ,erde mangelt1 und die alle im tiefsten ,innern darauf warten1 da ihnen die ,erde zurckgegeben werde4 ,die ,landbevlkerung macht in ,ruland #hj ,prozent der ,gesamtbevlkerung aus4 ber hundert ,millionen ,menschen1 sagt ,tolstoi1 sterben vor ,hunger1 weil die ,grundeigentmer den ,boden einziehen4 ,wenn man ihnen1 als ,mittel zur ,heilung ihres bels1 von der ,prefreiheit1 von der ,trennung von ,staat und ,kirche1 von der ,volksvertretung und selbst vom ,achtstundentag spricht1 macht man sich in der frechsten ,weise ber sie lustig3 ,das ,verhalten derer1 die so tun1 als ob sie berall nach ,mitteln suchen1 um die ,lage der ,volksmassen zu verbessern1 ist gerade so1 wie wenn im ,theater alle ,zuschauer den ,schauspieler1 der sich versteckt hlt1 deutlich sehen1 whrend seine ,mitspieler1 die ihn auch sehr wohl sehen1 so tun1 als ob sie ihn nicht shen1 und sich die grte ,mhen geben1 ihre ,aufmerksamkeit gegenseitig von ihm abzulenken40 -- ,es gibt kein anderes ,mittel1 als die ,erde dem ,volke1 das arbeitet1 zurckzugeben4 ,und zur ,lsung dieser ,grundfrage beruft sich ,tolstoi auf die ,lehre ,henry ,georges und seinen ,plan1 nur eine einzige ,steuer1 eine ,steuer auf den ,grundwert1 zu erheben4 ,dies ist sein konomisches ,evangelium1 auf das er unentwegt zurckgreift und das er sich so zu eigen macht1 da er hufig in seinen eigenen ,werken ganze ,stze von ,henry ,george gebraucht4 #bbj 7,s4 #aec73 ,das ,gesetz vom dem ,bsen ,nichtwiderstreben' ist das ,fundament fr die ,kuppel des ,gebudes4 ,das ,gesetz von der gegenseitigen ,hilfe zugeben unter ,verkennung der ,vorschrift des ,nichtwiderstrebens1 hiee die ,kuppel erbauen1 ohne sie von ,grund auf zu fundamentieren40 7,das ,ende einer ,welt407 #bba 7,s4 #aec73 ,in einem ,brief1 den ,tolstoi im ,jahre #aijj an einen ,freund schrieb1 beklagt er sich1 da seiner ,grundlehre vom ,nichtwiderstreben eine falsche ,auslegung gegeben werde4 ,man verwechselt01 sagt er1 das ,wort ,widersetze dich nicht dem ,bsen durch ,bses'444 mit ,widersetze dich nicht dem ,bsen'1 d4 h4 mit ,sei gleichgltig dem ,bsen gegenber'444 ,whrend der ,kampf gegen das ,bse das einzige ,ziel des ,christentums ist1 und das ,gebot vom dem ,bsen ,nichtwiderstreben' als das wirksamste ,kampfmittel gegeben ist40 #bbb 7,s4 #aed73 ,das ,ende einer ,welt40 #bbc 7,s4 #aed73 ,tolstoi hat zwei ,typen solcher ,sektierer gezeichnet3 den einen am ,schlu der ,auferstehung01 -- den andern in ,noch drei ,tode04 #bbd 7,s4 #aee73 ,nachdem ,tolstoi die ,agitation der ,semstwos verurteilt hatte1 machte sich ,gorki zum ,dolmetscher seiner ,freunde und schrieb3 ,dieser ,mann ist zum ,sklaven seiner ,idee geworden4 ,seit langem hlt er sich abseits vom russischen ,leben und hrt nicht mehr auf die ,stimme des ,volkes4 ,er schwebt zu hoch ber ,ruland40 #bbe 7,s4 #aee73 ,es war ihm ein brennender ,schmerz1 da er es nicht fertig brachte1 verfolgt zu werden4 ,es gelstete ihn geradezu nach dem ,mrtyrertum1 aber die ,regierung war klug genug und htete sich1 dieses ,gelst zu befriedigen4 -- ,rings um mich verfolgt man meine ,freunde1 aber mich lt man ungeschoren2 und wenn irgend jemand gefhrlich ist1 dann bin ich es doch sicher4 ,vermutlich bin ich die ,verfolgung nicht wert1 und dessen schme ich mich40 7,brief an ,teneromo1 #ahib47 -- ,offenbar bin ich der ,verfolgungen nicht wert1 und ich werde wohl so sterben mssen1 ohne durch krperliche ,leiden fr die ,wahrheit zeugen zu drfen40 7,brief an ,teneromo vom #af4 ,mai #ahib47 -- ,es ist mir peinlich1 in ,freiheit zu leben40 7,brief an ,teneromo vom #a4 ,juni #ahid47 -- ,gott wei indessen1 da er nichts dazu tat6 ,er beleidigt die ,zaren1 er greift das ,vaterland an1 diesen frchterlichen ,gtzen1 dem die ,menschen ihr ,leben1 ihre ,freiheit und ihre ,vernunft opfern04 7,das ,ende einer ,welt407 -- ,man lese in ,krieg und ,frieden0 das ,resmee1 das er aus der ,geschichte ,rulands zieht4 ,es ist eine ,galerie von ,scheuslern3 der verrckte ,iwan der ,schreckliche1 der weinselige ,peter ,i41 die ungebildete ,kchin ,katharina ,i41 die ausschweifende ,elisabeth1 der degenerierte ,paul1 der vatermrderische ,alexander ,i4 7der einzige brigens1 fr den ,tolstoi trotzdem noch eine heimliche ,zrtlichkeit empfand71 der grausame und unwissende ,nikolaus ,i41 der wenig begabte und eher schlechte als gute ,alexander ,,ii41 der dumme1 rohe und unwissende ,alexander ,,iii41 der einfltige ,husarenoffizier ,nikolaus ,,ii41 ein junger ,mann1 der von ,schurken umgeben ist und selbst nichts wei und versteht40 #bbf 7,s4 #aee73 ,brief an den widerspenstigen ,gontscharenko vom #ag4 ,januar #aije4 #bbg 7,s4 #aee73 ,an die ,duchoborzen vom ,kaukasus1 #ahih4 #bbh 7,s4 #aee73 ,brief an einen ,freund1 #aijj4 #bbi 7,s4 #aee73 ,an ,gontscharenko1 #b4 ,februar #aije4 #bcj 7,s4 #aef73 ,an die ,duchoborzen vom ,kaukasus1 #ahih4 #bca 7,s4 #aef73 ,an ,gontscharenko1 #ag4 ,januar #aije4 #bcb 7,s4 #aef73 ,an einen ,freund1 ,november #aija4 #bcc 7,s4 #aef73 ,es ist wie eine undichte ,stelle an einer ,luftpumpe2 der ganze ,hauch der ,selbstsucht1 den man aus der menschlichen ,seele heraussaugen wollte1 kehrt in diese zurck40 -- ,und er grbelt darber nach1 um zu beweisen1 da man den ,originaltext schlecht gelesen hat und da der richtige ,wortlaut des zweiten ,gebots ursprnglich so war3 ,liebe ,deinen ,nchsten wie ,ihn selbst 7nmlich wie ,gott740 7,unterhaltungen mit ,teneromo47 #bcd 7,s4 #aeg73 ,unterhaltungen mit ,teneromo4 #bce 7,s4 #aei73 ,brief an einen ,chinesen1 ,oktober #aijf4 #bcf 7,s4 #aei73 ,tolstoi gab dieser ,befrchtung schon in einem ,briefe aus dem ,jahre #aijf ,ausdruck4 #bcg 7,s4 #aei73 ,es lohnte nicht1 den ,militr- und ,polizeidienst zu verweigern1 um das ,eigentum wieder einzufhren1 das sich nur mit ,hilfe des ,militr- und ,polizeidienstes aufrechterhalten lt4 ,die ,leute1 die diesen ,dienst ausben und aus dem ,besitz ,nutzen ziehen1 handeln richtiger als solche1 die jeden ,dienst verweigern und trotzdem am ,genu des ,besitzes teilhaben40 7,brief an die ,duchoborzen vom ,kaukasus1 #ahii47 #bch 7,s4 #aei73 ,man lese in den ,unterhaltungen mit ,teneromo die schne ,stelle von dem jdischen ,weisen01 der so in das ,lesen der ,bibel vertieft war1 da er nicht gewahrte1 wie die ,jahrhunderte ber ihm hingingen und ,vlker auf der ,erde erschienen und von ihr verschwanden4 #bci 7,s4 #afj73 ,es ist eine furchtbare ,snde1 in dem blutigen ,schrecken des modernen ,staates den ,fortschritt ,europas zu sehen1 einen neuen ,judenstaat grnden zu wollen40 7,unterhaltungen mit ,teneromo47 #bdj 7,s4 #afj73 ,aufruf an die ,politischen1 #aije4 #bda 7,s4 #afj73 ,brief an ,paul ,sabatier vom #g4 ,november #aijf4 #bdb 7,s4 #afa73 ,brief an ,teneromo1 ,juni #ahhb1 und ,brief an einen ,freund1 ,november #aija4 #bdc 7,s4 #afa73 ,krieg und ,revolution40 #bdd 7,s4 #afa73 ,brief an einen ,freund4 #bde 7,s4 #afb73 ,brief an einen ,freund4 ,vielleicht handelt es sich hier um die von ,tolstoi geplante aber von ihm nicht verffentlichte ,geschichte eines ,duchoborzen04 #bdf 7,s4 #afb73 ,stellen ,sie sich vor1 da alle ,menschen1 die in der ,wahrheit sind1 sich vereinigen und sich zusammen auf einer ,insel niederlassen4 ,wre dies das ,leben80 7,an einen ,freund1 ,mrz #aija47 #bdg 7,s4 #afc73 #a4 ,dezember #aiaj4 #bdh 7,s4 #aff73 #af4 ,mai #ahib4 ,tolstoi sah damals1 wie seine ,frau unter dem ,tod eines kleinen ,knaben litt1 und er wute nicht1 wie er sie trsten sollte4 #bdi 7,s4 #aff73 ,brief aus dem ,januar #ahhc4 #bej 7,s4 #afg73 ,ich werde niemals jemand vorwerfen1 da er keine ,religion hat4 ,wenn die ,menschen lgen und vorgeben1 eine ,religion zu haben1 -- das ist das ,schlimme40 -- ,und an anderer ,stelle3 ,gott mge uns davor bewahren1 da wir ,liebe heucheln2 dies ist schlimmer als der ,ha40 #bea 7,s4 #afg73 ,revue des ,deux ,mondes0 vom #ae4 ,dezember #aiaj4 #beb 7,s4 #afg73 ,ebenda4 #bec 7,s4 #afh73 ,an einen ,freund1 #aj4 ,dezember #aijc4 #bed 7,s4 #afh73 ,verffentlicht im ,figaro0 vom #bg4 ,dezember #aiaj4 #bee 7,s4 #afi73 ,dieser ,zustand reicht also bis in das ,jahr #ahha zurck1 d4 h4 bis zu dem in ,moskau verbrachten ,winter1 als ,tolstoi das soziale ,elend entdeckte4 #bef 7,s4 #agb73 ,brief an einen ,freund4 #beg 7,s4 #agc73 ,es scheint1 da ,tolstoi whrend der letzten ,jahre und besonders whrend der letzten ,monate seines ,lebens stark unter dem ,einflu seines ihm treu ergebenen ,freundes ,wladimir ,grigoritsch ,tschertkow stand1 der whrend seines langen ,aufenthalts in ,england sein ,vermgen daran gesetzt hatte1 ,tolstois gesamtes ,werk zu verffentlichen und zu verbreiten4 ,tschertkow ist von einem der ,shne ,tolstois1 von ,leo ,tolstoi1 heftig angegriffen worden4 ,aber wenn man ihm auch ,starrkpfigkeit vorwerfen konnte1 so vermochte niemand1 seine vllige ,ergebenheit anzuzweifeln2 und ohne die manchmal vielleicht unmenschliche ,hrte zu billigen1 die in gewissen ,handlungen1 welche man auf seinen ,einflu zurckfhren kann1 zutage tritt 7wie in dem ,testament1 worin ,tolstoi seiner ,frau jede ,verfgung ber all seine ,schriften einschlielich seiner ,privatbriefe entzog71 darf man glauben1 da er stolzer auf den ,ruhm seines ,freundes ,tolstoi war1 als dieser selbst4 #beh 7,s4 #agc73 ,die ,correspondance de l',union pour la vrit0 hat in ihrer ,nummer vom #a4 ,januar #aiaa einen interessanten ,bericht ber diese ,flucht verffentlicht3 ,tolstoi verlie pltzlich am #bh4 ,oktober 7#aj4 ,november7 #aiaj1 gegen #e ,uhr morgens1 ,jasnaja ,poljana2 seine ,tochter ,alexandra1 die ,tschertkow seine vertrauteste ,mitarbeiterin0 nennt1 war in das ,geheimnis von seiner ,flucht eingeweiht4 ,am nmlichen ,tage1 um #f ,uhr abends1 langte er an dem ,kloster ,optina an1 einem der berhmtesten ,wallfahrtsorte ,rulands1 wohin er frher schon manches ,mal gepilgert war4 ,hier verbrachte er die ,nacht und den ,morgen des folgenden ,tages und schrieb einen langen ,aufsatz ber die ,todesstrafe4 ,am ,abend des #bi4 ,oktober 7#aa4 ,november7 ging er nach dem ,kloster ,chamordino1 wo seine ,schwester ,marie ,nonne war4 ,er a mit ihr und sagte ihr1 da er den ,wunsch gehabt habe1 das ,ende seines ,lebens im ,kloster ,optina zu verbringen1 wo er sich den niedrigsten ,arbeiten gern unterzogen htte1 jedoch unter der ,bedingung1 da er nicht gezwungen gewesen sei1 zur ,kirche zu gehen40 ,er verbrachte die ,nacht in ,chamordino1 machte am folgenden ,morgen einen ,gang in das benachbarte ,dorf1 wo er ,unterkunft zu nehmen dachte1 und kam am ,nachmittag wieder mit seiner ,schwester zusammen4 ,um #e ,uhr traf unversehens seine ,tochter ,alexandra ein4 ,zweifellos benachrichtigte sie ihn davon1 da sein ,zufluchtsort bekannt geworden und man auf seiner ,verfolgung sei2 und in der nmlichen ,nacht brachen sie noch auf4 ,tolstoi1 ,alexandra und ,doktor ,makowitski gingen nach der ,bahnstation ,koselsk1 wahrscheinlich mit der ,absicht1 die sdlichen ,provinzen1 vielleicht die von den ,duchoborzen im ,kaukasus gegrndeten ,kolonien1 zu erreichen40 ,unterwegs erkrankte ,tolstoi auf dem ,bahnhof von ,astapowo und mute sich zu ,bett legen4 ,dort starb er dann4 #bei 7,s4 #agf73 ,tagebuch unter dem ,datum des #bh4 ,oktober #ahgi4 -- ,der ganze ,abschnitt1 der zu den schnsten gehrt1 lautet3 ,es gibt in dieser ,welt schwerfllige ,leute ohne ,flgel4 ,diese bewegen sich auf der ,erde4 ,unter ihnen gibt es starke ,naturen3 ,napoleon4 ,er hinterlt schreckliche ,spuren unter den ,menschen4 ,er st ,unfrieden4 -- ,es gibt ,menschen1 die sich ,flgel wachsen lassen1 sich langsam emporschwingen und schweben3 die ,mnche4 -- ,es gibt leichtbeschwingte ,menschen1 die sich mhelos erheben und wieder herabstrzen3 die guten ,idealisten4 -- ,es gibt ,menschen mit mchtigen ,schwingen444 -- ,es gibt himmlische ,menschen1 die aus ,liebe zu den ,menschen auf die ,erde herabsteigen1 ihre ,flgel zusammenfalten und die anderen das ,fliegen lehren4 ,dann1 wenn sie nicht mehr ntig sind1 steigen sie wieder empor3 ,christus40 #bfj 7,s4 #agf73 ,man kann nur leben1 solange man trunken vom ,leben ist40 7,beichte01 #ahgi47 -- ,ich bin lebenstoll444 ,dies ist der ,sommer1 der kstliche ,sommer4 ,dieses ,jahr habe ich lange gekmpft2 aber die ,schnheit der ,natur hat mich besiegt4 ,ich freue mich des ,lebens40 7,brief an ,fet1 ,juli #ahhj47 -- ,diese ,zeilen sind mitten in der religisen ,krisis geschrieben4 #bfa 7,s4 #agf73 ,in seinem ,tagebuch unter dem ,datum des #a4 ,mai #ahfc3 ,der ,gedanke an den ,tod4440 ,ich will und ich liebe die ,unsterblichkeit40 #bfb 7,s4 #agf73 ,ich berauschte mich an diesem vor ,entrstung schumenden ,zorn1 den ich an mir liebe1 den ich selber befeuere1 wenn ich ihn spre2 denn er bt eine besnftigende ,wirkung auf mich aus und gibt mir wenigstens fr einige ,augenblicke zu allen krperlichen und moralischen ,fhigkeiten eine ungewhnliche ,elastizitt1 ,tatkraft und ,glut40 7,tagebuch des ,frsten ,nekludow01 -- ,luzern01 #aheg47 #bfc 7,s4 #agg73 ,sein ,aufsatz ber den ,krieg anllich des allgemeinen ,londoner ,friedenskongresses im ,jahre #ahia ist eine tchtige ,verhhnung der ,pazifisten1 die an ein internationales ,schiedsgericht glauben3 ,es ist die ,geschichte von dem ,vogel1 den man fngt1 nachdem man ihm etwas ,salz auf den ,schwanz gestreut hat4 ,er ist vorher ebenso leicht zu fangen4 ,den ,leuten von ,schiedsgericht und ,abrstung mit ,zustimmung der ,staaten sprechen1 heit sich ber sie lustig machen4 ,das alles ist ,gerede6 ,natrlich stimmen die ,regierungen zu3 die sind die rechten6 ,sie wissen es wohl1 da sie das nie hindern kann1 doch zu tun was sie wollen40 7,grausame ,vergngungen407 #bfd 7,s4 #agg73 ,die ,natur war immer ,tolstois beste ,freundin01 wie er zu sagen liebte4 ,er nahm am ,leben der ,natur teil1 er fhlte sich im ,frhling wie neugeboren 7,mrz und ,april sind fr mich die besten ,arbeitsmonate0 -- ,brief an ,fet vom #bc4 ,mrz #ahgg71 im ,sptherbst verfiel er in eine ,art von ,erstarrung 7,es ist fr mich die toteste ,jahreszeit1 ich denke nicht1 ich schreibe nicht1 ich fhle mich angenehm verbldet40 -- ,brief an ,fet vom #ba4 ,oktober #ahfi47 -- ,aber die ,natur1 die innig zu seinem ,herzen sprach1 war die ,natur seiner ,heimat1 die ,natur von ,jasnaja ,poljana4 ,wenn er auch whrend seiner ,schweizerreise auerordentlich viel ,schnes ber den ,genfer ,see zu schreiben wute und ganz besonders ber ,clarens und seine ,umgebung1 wo ihn die ,erinnerung an ,rousseau anzog1 so fhlte er sich doch eigentlich in dieser ,schweizer ,natur als ein ,fremder2 und die ,bande1 die ihn an die ,heimaterde fesselten1 erschienen ihm viel enger und herzlicher4 -- ,ich liebe die ,natur1 wenn sie mich von allen ,seiten umgibt1 wenn mich von allen ,seiten die warme ,luft einhllt1 die sich in der unendlichen ,weite ausbreitet1 wenn dieses nmliche fette ,gras1 das ich beim ,lagern niedergedrckt habe1 die endlosen ,felder begrnt1 wenn diese nmlichen ,bltter1 vom ,windhauch bewegt1 mein ,gesicht beschatten1 die das dunkle ,blau des fernen ,waldes bilden1 wenn diese nmliche ,luft1 die ich atme1 den hellblauen ,grund des unendlichen ,himmels erfllt1 wenn ich nicht allein die ,natur geniee1 wenn rings um mich ,millionen von ,insekten surren und schwirren und die ,vgel singen4 ,es ist fr mich der hchste ,naturgenu1 wenn ich mich an allem teilhaben fhle4 -- ,wie schn ist hier 7in der ,schweiz7 die grenzenlose ,weite1 aber ich fhle mich ihr nicht verbunden40 7,mai #aheg47 #bfe 7,s4 #agg73 ,unterhaltungen mit ,paul ,boyer 7,le ,temps0 vom #bh4 ,august #aija74 #bff 7,s4 #agh73 ,tagebuch vom #f4 ,januar #aijc4 #bfg 7,s4 #agh73 ,brief an ,birukow4 #bfh 7,s4 #agi73 ,sewastopol im ,mai #ahee40 #bfi 7,s4 #agi73 ,die ,wahrheit1444 das einzige was mir aus meiner moralischen ,vorstellung geblieben ist40 7#ag4 ,oktober #ahfj47 #bgj 7,s4 #agi73 #ag4 ,oktober #ahfj4 #bga 7,s4 #agi73 ,die ,liebe zu den ,menschen ist der natrliche ,zustand der ,seele1 aber wir bemerken es nicht40 7,tagebuch aus seiner ,studentenzeit in ,kasan47 #bgb 7,s4 #ahj73 ,die ,liebe wird sich der ,liebe ffnen4440 7,beichte0 #ahgi-ahha47 -- ,ich1 der die ,wahrheit mit der ,liebe zu einer ,einheit machte4440 7,beichte10 #ahgi-ahha47 #bgc 7,s4 #ahj73 ,ihr sprecht immer von der ,willenskraft8 ,aber die ,grundlage der ,willenskraft ist die ,liebe1 und die ,liebe lt sich nicht so ohne weiteres gebieten01 sagt ,anna in ,anna ,karenina04 #bgd 7,s4 #ahj73 ,die ,schnheit und die ,liebe1 die beide allein dem menschlichen ,dasein eine ,berechtigung geben4440 7,krieg und ,frieden407 #bge 7,s4 #ahj73 ,ich glaube an ,gott1 der fr mich die ,liebe ist40 7,an den ,heiligen ,synod1 #aija47 ,ja die ,liebe6444 ,nicht die selbstschtige ,liebe1 sondern die ,liebe1 wie ich sie das erstemal in meinem ,leben erfahren habe1 als ich meinen ,feind sterbend neben mir gewahrte und ihn liebte444 ,das ist das eigentliche ,wesen des ,herzens4 ,seinen ,nchsten lieben1 seinen ,feind lieben1 alle und jeden lieben1 heit ,gott in allen seinen ,offenbarungen lieben6444 ,ein ,wesen lieben1 das uns teuer ist1 bedeutet menschliche ,liebe1 aber seinen ,feind lieben1 das bedeutet fast gttliche ,liebe4440 7,der sterbende ,frst ,andrej in ,krieg und ,frieden047 #bgf 7,s4 #ahj73 ,die leidenschaftliche ,liebe des ,knstlers fr seine ,schpfung ist der ,kern der ,kunst4 ,ohne ,liebe ist kein ,kunstwerk mglich40 7,brief aus dem ,september #ahhi47 #bgg 7,s4 #aha73 ,ich schreibe ,bcher1 daher wei ich1 wieviel bel sie anrichten knnen4440 7,brief an das ,oberhaupt der ,duchoborzen1 #ahih47 #bgh 7,s4 #ahb73 ,vergleiche ,der ,morgen des ,gutsherrn0 oder ,beichte01 wo jene einfachen1 guten1 ruhigen und mit ihrem ,schicksal zufriedenen ,menschen als ,idealgestalten gesehen sind1 -- oder am ,schlu des zweiten ,teils der ,auferstehung0 die ,vision von einer neuen ,menschheit und einer neuen ,erde1 die ,nekludow hat1 als er ,arbeitern begegnet1 die von der ,arbeit kommen4 #bgi 7,s4 #ahc73 ,ein ,christ kann dem andern moralisch weder berlegen1 noch unterlegen sein2 aber er ist um so christlicher1 je schneller er sich auf dem ,weg der ,vollendung bewegt1 auf welcher ,stufe er sich auch zur gegebenen ,zeit befinden mag4 ,so ist die stndige ,tugend des ,pharisers weniger christlich als die ,tugend des ,schchers1 dessen ,herz sich mit ,macht zum ,hchsten wendet und der an seinem ,kreuz bereut40 7,grausame ,vergngungen407 -- ,,bilderverzeichnis ,gegenber ,seite #a4 ,tolstoi nach einem ,bildnis von ,kramskoi1 #ahgc ,v #b4 ,tolstoi mit seinen ,brdern nach der ,rckkehr aus dem ,kaukasus1 vor der ,abfahrt zur ,don-,armee im ,jahre #ahed #af #c4 ,tolstoi vor der ,abreise nach dem ,kaukasus #cb #d4 ,tolstoi im ,jahre #ahed #dh #e4 ,tolstoi im ,jahre #aijf #fd #f4 ,tolstoi und seine ,frau1 die ,grfin ,tolstoi #hj #g4 ,tolstoi und seine ltere ,tochter ,tatjana #hh #h4 ,tolstoi und seine jngere ,tochter ,alexandra #if #i4 ,tolstoi im ,jahre #aiji #ajd #aj4 ,tolstoi beim ,tee mit den ,bauern im ,jahre #aiji #aab #aa4 ,tolstoi in seinem ,arbeitszimmer #abj #ab4 ,tolstoi zu ,pferde #abh #ac4 ,tolstoi auf dem ,lande #acf #ad4 ,tolstoi im ,jahre #aiaj #add #ae4 ,tolstoi mit seinem ,freunde ,tschertkow #afj #af4 ,tolstois ,grab auf ,jasnaja ,poljana #agf ,,inhalts,,bersicht ,seite ,einleitung #a ,die ,geschichte meiner ,kindheit0 #bb ,geschichten aus dem ,kaukasus0 #be ,die ,kosaken0 #bg ,sewastopol0 #cc ,drei ,tode0 #dg ,eheglck0 #ej ,krieg und ,frieden0 #ee ,anna ,karenina0 #fe ,beichte0 und religise ,krisis #ge ,soziale ,krisis3 ,was sollen wir denn tun80 #hg ,wissenschaft und ,kunst #ajj ,die ,volkserzhlungen0 #aai ,die ,macht der ,finsternis0 #aba ,der ,tod des ,iwan ,iljitsch0 #abd ,die ,kreutzersonate0 #abf ,auferstehung0 #ace ,die sozialen ,ideen #adc ,die letzten ,lebensjahre #aeh ,epilog #age ,anmerkungen #ahe ,bilderverzeichnis #bbj ,in hnlicher ,ausstattung erschien im gleichen ,verlage ,romain ,rolland ,das ,leben ,michelangelos ,mit #bd ,bildertafeln #fj4 ,tausend ,romain ,rolland ,meister ,breugnon ,ein frhliches ,buch ,geheftet #ah ,mark1 ,pappband #bh ,mark in ,halbleder gebunden #ej ,mark 7unverbindlich7 ,bisherige ,auflage #ee #jjj ,exemplare ,seit dem unsterblichen ,onkel ,benjamin0 von ,claude ,tillier ist so kein ,buch geschrieben worden4 ,so leicht und so schwer1 so ernsthaft und so froh4 ,unphilosophisch und unpolitisch sei das ,buch1 so sagt der ,verfasser im ,vorwort1 dabei spricht kstlichste1 das ,dasein bejahende ,philosophie aus jeder ,zeile1 und neben der lachenden ernsten ,weltanschauung1 die sich unter einem ,mantel von ,scherzen und ,derbheiten verbirgt1 steht auch manches politisch feine und kluge ,wort4 ,wie dieser ,bildschnitzer und ,knstler des #ag4 ,jahrhunderts lachenden ,mundes ber die groen und kleinen ,beschwerden des ,lebens dahinschreitet1 wie er ,pest1 ,krieg1 ,tod an sich vorbeilaufen lt und bei allem ,ungemach immer den ,schelm im ,nacken sitzen hat1 das kann nur ein ganz wundervoller1 innerlich freier ,mensch1 der selbst hnliches erlebt und bezwungen hat1 so schildern4 ,die ,hilfe0 ,r,,tten ,,loening ,,frankfurt ,a4 ,,main ,stefan ,zweig ,romain ,rolland ,der ,mann und das ,werk ,mit #f ,bildnissen und #c ,schriftwiedergaben ,geheftet #bg ,mark1 in ,halbleinen gebunden #ce ,mark ,dies ,buch kommt jetzt zur rechten ,zeit4 ber ,rolland als ,menschen1 seine geistige ,gestalt und ihre ,bedeutung fr diese ,zeit hat ,stefan ,zweig in seinem schnen1 aus ,liebe und ,ehrfurcht entstandenen ,buche ,worte gesagt1 welche stehenbleiben werden4 ,hermann ,hesse in ,wissen und ,leben0 ,romain ,rolland ,musikalische ,reise ins ,land der ,vergangenheit ,mit siebzehn ,bildnissen nach alten ,vorlagen ,geheftet #de ,mark1 in ,halbleinen gebunden #fj ,mark ,dieses ,buch ist einer bergangszeit gewidmet1 in der sich das moderne musikalische ,empfinden vorbereitet4 ,in den sieben ,kapiteln malt ,rolland auf dem ,hintergrund der ganzen ,kultur-1 ,sitten- und ,geistesgeschichte des #ag4 und #ah4 ,jahrhunderts die ,bildnisse der groen ,musiker ganz ,europas1 die von ihren ,mitlebenden zu ,unrecht verkannt und von der ,nachwelt grtenteils vergessen worden sind4 ,alle diese ,mnner sind verwegene ,moderne0 in unserem heutigen ,sinn4 ,schon darum stehen sie unserem ,herzen besonders nahe4 ,rolland1 der unerbittlich ,gerechte1 zeigt uns1 wie die deutschen unter ihnen der deutschen ,musik den ,platz an der ,spitze der europischen ,musik erobern4 ,knstler wie ,telemann mit ihrem starken ,sinn fr das ,leben sind die ,vorbereiter eines ,haydn1 eines ,mozart1 eines ,beethoven1 und man mu sie kennenlernen1 weil man sonst die groen ,klassiker als ,wunder anstaunen wrde1 whrend sie die logische ,folge eines ganzen ,jahrhunderts von genialen ,begabungen sind4 7,die ,preise sind unverbindlich7 ,rtten ,loening ,frankfurt a4 ,main ---------------------------------------- -------------------------- ,anmerkungen zur ,transkription ,inkonsistenzen wurden nicht gendert1 wenn beide ,schreibweisen mehrfach verwendet wurden oder gebruchlich waren1 wie3 andern -- anderen ,dreyfusaffre -- ,dreyfus-,affre ,fortschrittes -- ,fortschritts ,gesichtes -- ,gesichts ,kreutzersonate -- ,kreuzersonate shakespearesch -- ,shakespearesch ,im ,text wurden folgende nderungen vorgenommen3 ,s4 #d religse in religise gendert4 ,s4 #g ,katherinas in ,katharinas gendert4 ,s4 #ac ,epikurer in ,epikureer gendert4 ,s4 #bb ,piatigorsk in ,pjatigorsk gendert4 ,s4 #cf ,kniee in ,knie gendert4 ,s4 #dg ,tryptichon in ,triptychon gendert4 ,s4 #ee ,odysee in ,odyssee gendert4 ,s4 #gb ,philantropentum in ,philanthropentum gendert4 ,s4 #hg ,zufluchtsttte in ,zufluchtssttte gendert4 ,s4 #ig indem in in dem gendert4 ,s4 #ia zu tiefst in zutiefst gendert4 ,s4 #ajf ,boecklin in ,bcklin gendert4 ,s4 #aai immernoch in immer noch gendert4 ,s4 #abh ,eigentich in ,eigentlich gendert4 ,s4 #acb ,paththique in ,pathtique gendert4 ,s4 #acb ,c-,moll-,symphonie in ,c-,moll ,symphonie gendert4 ,s4 #adg ,sie in sie gendert4 ,s4 #ahe warin in war in gendert 7,funote #c74 ,s4 #ahf ,anfhrungszeichen ergnzt 7,funote #bc7 ,s4 #ahi ,anfhrungszeichen ergnzt 7,funote #eg7 ,s4 #ahi philantropischen in philanthropischen gendert 7,funote #fe74 ,s4 #aia ,anfhrungszeichen ergnzt 7,funote #gg7 ,s4 #aii ,mark-,aurel in ,mark ,aurel gendert 7,funote #abe7 ,s4 #aii ,anfhrungszeichen ergnzt 7,funote #abe7 ,s4 #bjj ,daguerrotyp in ,daguerreotyp gendert 7,funote #acf74 ,s4 #bjj ,rechtmer in ,reichtmer gendert 7,funote #aci74 ,s4 #bja ,anfhrungszeichen ergnzt 7,funote #ada7 ,s4 #bjb angeborner in angeborener gendert 7,funote #add7 ,s4 #bjg etwa in etwas gendert 7,funote #aij74 ,s4 #bai ,anfhrungszeichen ergnzt 7,funote #bgi7 ---------------------------------------- --------------------------